Nr. 309. 33. Jahrg. /idonnemenu-Ktilingunzt»: kbonnnneMZ-«rni prSnumer-nda Lierleliähr� Z.gci Ml. monall� IM Ml. nödicmlid) 30 vig frei in« Hau«. Einzelne Nummer h Pig. Eonmay«- numnier mu inuftncttcr sonnlag«. Beilage.Die Neue Seit'>0 Pfa Cofl. Äbonnementi 1-30 Marl pro MonnL Eingetragen in die Lofl. Zeituny«. Preisliste. Umer Kreuzband lüi Deun'chland und Oesterreich. Ungarn 2.ö0 Marl, für da« übrige kusland « Marl pro Monat. Postadonnemem« nehmen an Letgien Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, kumänien. Schweden und die Schwei«, ülchclBt täglich. Vevlinev Volksbwkk. f 5 Pfennig) Die Inlerilons-Gcbfllir Ith8flt für die fechZgespaliene kolonel- seile oder deren Raum 60 Plg.. für politische und gewerlschaftliche Verein«- und Versammlung«- Anzeigen 30 Pfg „steine Sn-eigen", da« fettgedruckte Eori 20 Pfg.(zuläsfig 2 fetigedruckle Worte), lede« weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan- sorgen das erste Wort 10 Pfg., jede« weitere Wort ö Pfg. Worte über lk Buch- Itaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis E Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt bi« 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm-Ldreffei .SMlamtmoKrat BtrUa". Zentralorgan der rozialdemokratSfchen Partei Deutfchlanda. Redaktion: SW. 6S, Liaöenstraße Z. ffernfvreciier: ilmi Moeinvia«. Np. lSI SN— iöl S?.\ wldW Des Amtlich. Großes Hauptquartier, 8. No- vembcr t816.(W. T. A.): Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Nördlich der Somme ging tagsüber die GefechtStätig- teit über mäßige Grenzen nicht hinaus. Nächtliche englische Angriffe zwischen Lc SarS und Guendecourt scheiterten in nnscrem F-cucr. Südlich der Somme griffen die Franzosen beiderseits von Ablaincourt au. Unsere in den Südteil von Ablain- court vorgeschobenen Abteilungen wurden zurückgedrängt, das Dorf Preffoire ging verloren; auf dem Nordflügel des Angriffs wurde der Feind zurückgeschlagen. Heeresgruppe Kronprinz. Lebhaste Arlillcrictämpfe im Niaasgebiet. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Front des Genrralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Nichts Neues. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Der Toelgycs-Abschnitt war auch gestern der Schauplatz lebhafter Kämpfe. Der Gegner errang weitere kleine Vorteile. Vorwärts des Bodza-Paffcs sind den Rumänen in den letzten Tagen gewonnene Teile unserer Höhenstclluugen wieder entriffrn; am Tatar Havas-Paß sind feindliche An- griffe abgeschlagen.— Ter Erfolg in der Gegend von Spini konnte weiter anSgenntzt werden; die Gefangenen- zahl erhöhte sich. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des GeneralfeldmarschallS von Mackensen. Keine besonderen Ereignisse. Mazedonische Ffront. Feindliche Angriffe im Cerna-Bogen blieben erfolglos. Rege Artillerictätigkcit an der Belasica- und Strnma-Front. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. tzughes gewählt. Amsterdam, 8. November.(W. T. B.) Reuter meldet aus New Jork: HugheS ist gewählt. Amsterdam, 8. November.(SS. T. 25.) Reuter meldet aus New Jork: Der demokratische(republikanische?) Kandidat Hughes hat im Staate New Jork, der für den Wahl- ausgaug als wesentlich betrachtet wird, gesiegt. New Aork, 7. November.(W. T. B.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Das heitere kalte Winterwetter, das im ganzen Lande herrscht, und das sehr große Interesse, das der Präsidentenwahl entgegengebracht wird, hatten zur Folge, daß eine ungewöhnlich große Zahl von Stimmen abgegeben wurden. Dazu kam noch, daß viele Millionen Frauen in den etwa zwölf Staaten deS Westens, wo sie das Wahlrecht haben, gestimmt haben. Siegesfreuüe öes republikanischen Nationalkomitees. New Jork, 8. November.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das republikanische National- k o m i t e e erklärt: DerSieg ist größer, als wir hofften, und zeigt, daß man dem amerikanischen Volke ruhig anvertrauen kann, bei der Präsidentenwahl unter dem Losungswort der Wahlkampagne die richtige Entscheidung zu treffen. Es sieht im Augenblick danach aus, daß nicht nur Hughes zum Präsidentcn gewählt werden wird, sondern daß auch die beiden Häuser des Kon- gresscs republikanisch sein werden. Wahlunregelmäßigkeiten 1 London, 8. November.(W. T. B.)»Daily Chroniele* erfährt aus New Dort, es fei, wie das Ergebnis der Wahl auch sein möge, möglich, daß im Staate New Dorl wegen der Teilnahme der Miltz an der Ä b st t m m u n g Schwierigkeiten ent- ständen. Die Stimmen der Milizsoldaten, die an der Grenze Dieäst täten, seien dort gesammelt worden und wurden versiegelt nach den Donnerstag, den 9. November 1913. Expeüttion: Elv. öS, LinSenstraße 3. Aernivrecher: Amt Mortfepla«, Nr. 15190—15197. Hughes gewählt! M SslmelMe senniiIWsbMt. Wien, 8. November 1916.(W. T.?.) Amtlich wird »erlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. HeirrSsrout be» Generell ber Kavillrrie ErzHerz»» Carl. Gtidlich und südöstlich deS Szurduk-PasseS wurden rnminische Angriffe abgeschlagen. Bei Spini und südwestlich von Predeal drängten wir dcn Feind weiter zurück. Beiderseits der Bodza» Straße sind wir wieder im Besitz aller unserer früheren Stellunge«. Nordwestlich von Tölgyrs vermochten die Russen abermals etwas Raum zu gewinnen. Bei Tartarow schoß ein isterreichisch-ungarischer Flieg« einen rnspschrn Nieuport-Doppeldecker ab. HrrreSsrant de» GeneralfeldmarschallS Prinz Leopold von Bayern. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Ruhe im Girzischen hält an. An d« FleimStal-Front wurde« Angriffe einzeln« italienischer Bataillone im Colbricon- Gebiet und an d« Bocchr-Sfcllung abgewiesen. Drei Offiziere, fünfzig Mann und zwei Maschinengewehre fielen hierbei in unsere Hände. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besondere» Ereignisse. Der Stellvertreter deS Chefs deS Gencralstabci. «. H» e f e r, Feldmarfchalleutnant. » Ereianlsse zur See. Aw 7. d. MtS. nachmittags haben feindliche Flieger auf die Städte Ravigno, Pareuzo und Citta Nuova Bomben abgeworfen. ES wurde nicht der g«ingste Sachschaden angerichtet und nie- mand verletzt. Eigene Flugzeuge stiegen zur Verfolgung eines derselbe» auf, Führ« Linicnschiffslrutnant Drakulic schoß einen feindliche» Flieger ad, der bei in hoher See befindlichen frind- lichen Torpedofahrzeugen niederging. Diese wurden von unseren Flugzeugen mit Bomben angegriffen und entfernten fich gegen die feindliche Küste. Am Abend des gleichen TageS warf ein feindlicher Flieger gleichfalls erfolglos Bomben bei Umago ad. Eigene Secflugzruge bewarfen abends die militärischen Objekte van Bennigliano und Monfalconc sehr wirkungsvoll mit Bomben und kehrten unbeschädigt zurück. Flottenkommando. Distrikten, in denen die Wähler ansässig seien, gebracht worden, wodurch da« endgültige Ergebnis verzögert werbe. Gegen d i e G e s e tz l i ch ke it d i e s e s V o rg e h en§ werde schon jetzt Beschwerde erhoben, New Dork sei einer der auSschlag- gebenden Staaten, und wenn die Stimmenzahl für die beiden Kandidaten keinen großen Unterschied aufweise, so könnten die 11 000 Stimmen der Miliz von entscheidendem Einfluß sein. Ford sagte dem Korrespondenten der»Daily Ehronicle", daß er, obwohl er eigentlich Republikaner sei, seinen ganzen Einfluß zugunsten Wilsons wegen seiner internationalen und Arbeiterpolitik auf- gewendet habe, auch Edison habe Wilson unterstützt. Das Wahlergebnis noch nicht sicher! New Dork, 8. November.(W. T. B.) Reutermeldung. Während die gestrigen Nachrichten über die Wahl von Hughes so positiv lauten, daß sie von Wilson selbst ancrkmtnt Ivurden, lassen die letzten Wahlnachrichten aus dem fernen Westen und auch aus anderen Staaten die Lage ziemlich unklar erscheinen. BeideParteiennehmendenSicg fürsichinAnspruch. Die norwegische Antwortnote überreicht. Kristiania, 8. November.(W. T. B.) Die norme- gische Antwortnote ist hente dem dcnt schen Gesandten überreicht worden. Norwegischer Protest gegen eine rujsische Neutralitätsverlehung. Kristiaitia, 7. November.(33. T. 23.) Meldung des Norwegischen Telegrammbureaus. Ein russischer Torpedo- j ä g e r hat am 2. November ein deutsches U n t e r s e e- b o o t beschossen, als der Torpedojägcr 2'/, bis 3, und das Unterseeboot 3 bis 4 Seemeilen von Homöen bei Vardö entfernt war. Die Regierung hat ihren Gesandten in Peters- bürg beauftragt, gegen die neue Verletzung der Neutralität zu protestieren. Der Sieg öer Republikaner. Von M. Beer. Charles E. Hughes ist gewählt und tritt im März nächsten Jahres die Präsidentschaft an. Bis dahin bleibt Wilson an der Spitze der Verwaltung, aber sein Ansehen ist dahin. Der Sieg der Republikaner muß sowohl der Einig- kcit seiner Partei wie der Taktik der Deutsch-Amerikaner und der Iren zugeschrieben werden. Schon bei den Wahlen im November 1912 hatten die Republikaner die Mehrheit, aber die Absplitterung des von Theodor Roosevelt geführten linken Flügels der Partei— der sogenannten Progressisten-~ verschaffte den Demokraten den Sieg, trotzdem ihre Wahl- männer 1,3 Millionen Stimmen weniger erhalten hatten, als die der Gegner. Sluf dem republikanischen Parteikonvent im August 1916 wurde Roosevelt jedoch gezwungen, wieder einzuschwenken, da die auf ihn entfallene Stimmenzahl so gering war, daß sie den Progressisten jede Aussicht auf Erfolg nahm. Die Einigkeit ließ die traditionelle Stärke der Repn- blikaner wieder zur Geltung kommen. Seit dem Jahre 1861 bis jetzt gab es nicht weniger als zehn republikanische Präsidenten und nur zwei deniokmtische: Grover Clevcland und Woodron Wilson. Merklviirdiyeriveise waren es nur die beiden letzteren, die die Vereinigten Staaten an den Rand eines Krieges mit europäischen Großmächten brachten. Cleveland drohte im Jahre 1895 England mit Krieg, Wilson im Laufe dieses Jahres Deutschland. Vor zwanzig Jahren gab Lord Salisbury den Forderungen Clevclands ebenso nach, wie im April 1916 die deutsche Regierung denen Wilsons. Der zweite Faktor des republikanischen Sieges war ohne Zweifel die deutsch-amerikanisch-irische Wahl- taktik. Die in den Reden Wilsons als Bindestrich-Ameri- kaner gebrandmarktcn Wähler waren unerschütterlich ent- schlössen, ihre politische Macht zu gebrauchen und dem Gegen- kandidaten Wilsons— wer auch dieser sein mochte— ihre Stimmen zu geben. Nicht aus Liebe zu Hughes, nicht aus Vertrauen zu seiner Politik stimmten sie fiir ihn, sondern um den geheimen und öffentlichen politischen Mächten Ame- rikas zu Geinütc zu sichren, daß die Deutsch-Amerikaner, die so viel zur materiellen und geistigen Größe des Landes bei- getragen haben, nicht wie Parias behandelt werden dürfen. Unser alter deutscher Genosse Sorge in Hoboken er- zählte mir einmal, daß der aus den ersten Jahren des Sozia- listengesetzes bekannte sozialdemokratische Abgeordnete V i e r e ck arrf seinen Reisen in den Vereinigten Staaten den Gedanken äußerte, die Deutsch-Amerikaner könnten durch eine feste Organisation die Politik der Republik im deutschen Sinne beeinflussen und der deutschen Sprache die Gleich- berechtignng mit der englischen verschaffen. Der Gedanke Vierecks sei aber von den Dentsch-Amerikanern überall zu- rückgewiesen worden, da sie als durchaus loyale Bürger einzig und allein das amerikanische Interesse wahrzunehmen entschlossen seien. Bei diesen Ueberzeugungen, die in den letzten drei Jahrzehnten noch festere Wurzeln schlugen, mußten die schweren Beleidigungen, die Wilson ihnen an iwn Kopf warf, besonders schmerzhaft empfunden worden sein. Die Präsi- dentenwahl war für sie die beste Gelegenheit, mit ihm abzurechnen. Auch die Iren, obwohl sie vielfach den demokratischen Organisationen angehören, hatten allen Anlaß, mit Wilson unzufrieden zu sein. Seine parteiische Haltung den Ver- bandsmächtcn gegenüber, seine seidenpapiernen Proteste gegen England, seine Gleichgültigkeit gegenüber dem tragi- schen Schicksal Erins, haben unter den Jrisch-Amerikanern große � Erbitterung hervorgerufen. Sie ließen deshalb ihre Parteiführer im Stich und vereinigten sich mit den Deutsch- Amerikanern, um gegen Wilson zu stimmen. Der„Binde- strich" vereinigte beide Bevölkcrungselemente, um ihre Stimme gegen Wilson um so wirkungsvoller erheben zu können. Es ist sicher: nach dem 7. November 1916 wird kein politischer Führer in Ilmerika es mehr wagen, die deutsch- irischen Wünsche als gegenstandslos beiseite zu schieben. Neben diesen völkerpolitischen Faktoren kamen noch wirtschafts- und krieg s politische hinzu, die den Republikanern zugute kamen. Die von den Verbandsmächten auf ihrer im Frühjahr 1916 in Paris abgehaltenen Wirt- schastskonferenz angenommenen Beschlüsse haben in Amerika einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht. Eine wirtschaftliche Entente der Verbandsmächte nach dem Kriege berührt nicht nur Deutschland, sondern mich Amerika, Ein westeuropäisch-russischer Vorzugstarif bedeutet eine Benachteiligung des amerikanischen Handels. Ja, es wurden in Amerika Stimmen vernehmbar, die der Ansicht Ausdruck gaben, daß der Wirtschaftskrieg der Böbarldsmächte« I gleichem Maße gegen Deutschland und gegen Amerika ge- richtet sei. Die Vertreter des Handels und der Industrie in den Vereinigten Staaten befürchteten, daß Wilson gar nicht ini stände sein würde, diese Pläne zu vereiteln, da er zum Freihandel neige und von Zolltarifen und Wirtschaftskriegen nichts verstehe, während Hughes als strammer Schutzzöllner bekannt ist. Schließlich hat sich in den amerikanischen Ansichten über die Ursache lind das Wesen des europäischen Krieges so man- ches geändert. Die Mehrheit der Amerikaner ist zwar noch für die Verbandsmächte, aber auch sie ist zur Ueberzeugung gekommen, daß England nicht in den Krieg gezogen sei, die idealeii Güter der Menschheit zu schützen, sondern seinen stärk- sten wirtschaftlichen Konkurrenten niederzuwerfen. Die Vor- gänge in Irland bei der Unterdrückung des Dubliner Auf- standes und die Behandlung der Homerulefrage haben den Amerikanern den Gedanken nahegelegt, daß die Parole vom Schutze der kleinen Nationalitäten nicht überall ganz wörtlich zu nehmen ist, ain wenigsten dort, wo sie mit englischen Interessen in Widerspruch gerät. Tie Wähler Amerikas haben die Sentimentalitäten Wilsons satt. Sie wünschen, Realpolitiker an der Spitze der Verwaltung in Washington zu sehen, und diese glauben sie bei den Nepnblikanern eher zu finden, als bei den Demokraten. Die griechijcfyen Wirren. Uebcrrcichung der Note durch Admiral �ournet. Barn, 8. November.(SS. T. SB.).Sccolo" meldet auS Hlhen: Admiral Fournet hat der griechischen Regierung die an- gekündigte Note übersandt. In der Note wird die Besetzung des Zeughauses und die Besitznahme der gesamten U-BootS« flottille und der Munition auf der Insel Leros angezeigt. Bern, 8. November.(SS. T. B.).Corriere della Sera' meldet aus Athen: Die Gesandten FrankreickS und Englands unter- nahmen gestern abend einen neuen wichtigen Schritt bei der griechischen R e g i e r un g, über den die Sllliierten sich verpflichteten, vorläufig völliges Still- schweigen zu bewahren. Inzwischen ist bekannt geworden, daß die griechische Regierung Admiral Fournet eine lange Note überreicht hat, in der die Gründe dargelegt werden, aus denen die Ablehnung der Forderung erfolgte, die Tor- pedobootsflottille den Alliierten zu überlassen- Das Gerücht, daß bereits einige beschlagnahmte Torpedoboote unter französischer Flagge und mit französischer Besatzung verwendet würden, entbehrt noch der Bestätigung. Besetzung des Arsenals von Athen. Amsterdam, 8. November.(W. T. B.) Reuter meldet aus Athen: Eine kleine Truppenableilung der Alliierten besetzte das Arsenal und eine kleine Insel, wo sich Munitionslager der Flotten befinden. Griechenland und der Vierverband. Rotterdam, 8. November.(T. U.) Der„Nieuwe Rotter- dmusche Courant" erfährt aus London: Minister Robert C c c i l hat gestern im Unterhause mitgeteilt, der Vierverband werde dafür sorgen, daß die Griechen, welche wegen ihrer Teilnahme an der venizelistischen Bewegung aus dem Staats- dienst entlassen werden, keinen Schaden erleiden sollen. Der Abgeordnete Gwhnne fragte: Hat die Regierung sich zu diesem Ziveck mit der Regierung König Konstantins in Verbindung gesetzt? C e c i l antwortete:„In jedem Falle, den Venizelos uns mitteilt, werden wir tun, was in unseren Kräften steht!' Ashley fragte: „Will die Regierung den Militärbehörden Anweisung geben, nicht mehr mit König Konstantin zu verhandeln?'(Lauter Beifall.) C e c i l erwiderte:„Wir wünschen so entschieden wie nur möglich aufzutreten, um solchen Dingen zuvor zu kommen." Bellairs fragte darauf, ob alle Zusagen der griechischen Regierung, die Verbindungslinien der Ver- bündeten zu sichern, gehalten worden seien. Cecil antwortete: „Die Regierungen des Vierverbandes haben Grund ge- nug, unzufrieden zu sein." Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 7. November.(W. T. B.) Amtlicher Ge- neralstabsbericht vom 7. November. Die Lage ist unverändert. Im Cerna-Bogen lebhafte Artillerietätigkeit. An der übrigen Front schwaches beiderseitiges Artillcriefeuer und Plänkeleien zwischen Wachtabteilungen. Feindliche Flieger entfalteten lebhafte, aber wirkungslose Tätigkeit hinter unserer Front. Rumänische Front. Längs der Donau stellenweise Artillerie- und Jnfanteriefeuer. Wir haben mehrere Boote unterhalb von Golem Kalafat durch Feuer zerstört, In der D o b r u d s ch a unbedeutende Zusammenstöße zwischen Aufklärungs- und Wachtabteilungen. An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe. In Constanza haben die beiden letzten Beschießungen durch die russische Flotte am 2. und 4. November großen Schaden angerichtet. Die Meldung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopcl, 7. November.(W. T. B.) Bericht des Hauptquartiers. Au der T i g r i s f r o n t belästigten wir den Feind durch wirksames Artillcriefeuer. Südlich von der Stellung von Fellahie auf dem rechten Ufer des Flusses zerstreuten unsere freiwilligeil Krieger eine feindliche Schwadron, schlugen zwei Jnfanteriebataillone, die der Feind zur Verstärkung schickte, und zwangen sie zum Rückzug. Im Verlauf dieser Kämpfe. die für uns mit einem vollen Erfolge endeten, erlitt der Feind große Verluste, während unsere Verluste ganz nnbe- deutend waren. An der KaukasuSfront auf dem rechten Flügel Scharmützel, die zu unseren Gunsten ausfielen. Im Zentrum zerstreuten wir den Feind durch unser wirksames Artilleriefeuer. Aus dem linken Flügel wiesen wir mit Erfolg feindliche Er- kundungsangriffe zurück. Am 4. und 5. November unternahmen wir einen über- raschenden Angriff gegen die Insel Kecowa, westlich von An- talia, die seit langem den Banditen als Zufluchtsort dient, welche unter deni Schutze der feindlichen Flotte unsere Küste überfallen und plündern. Unsere Unternehmung war erfolg- reich. Eine große Zahl von Gewehren und eine Menge von Mehl sowie Vieh wurde erbeutet. Die Banditen hatten hundert Tote. Wir machten einige Gefangene, die gehängt werden sollen. Ein feindliches Flugzeug, das am 6. November um 2 Uhr nachmittags von Metelin kommend über Uenifota in der s Gegend von Smyrna flog, wurde durch eins unserer Flug- zeuge abgeschossen und fiel ins Meer. Beobachter und Pilot konnten nicht gerettet werden. Auf den anderen Fronten kein Ereignis von Bedeutung. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. Die feinülichen Heeresberichte. Ter französische Tagesbericht. Vom 7. November n o a, m i r l a g s.(W. T. B.) Die Franzosen und Engländer macvlen in der Zeil vom 1. Juli bis zum l. November an der Somme 71 532 deulsche Soldaten und 1449 Offiziere zu Gefangenen. Das im gleichen Zeiiabichnitt durch die Sllluerleir erbeutele Kriegsgerät beläuft sich auf 173 Feldgeschütze, 139 schwere Geschütze, 215 Grabenmörier und 938 Maschinengewebre. Der Anieil der Franzosen an dieser Gesamrsumme berrägt 49 796 .-oldaien, 899 Offiziere, 77 Feldgeschütze, 191 schwere Geichlltze. 194 Mörser und 535 Maschinengewebre. Aus der Nachi ist nichts zu melden, außer zeitweilig aussetzender Beschießung an verschiedenen Slelle» der Somme und des rechten Maasuferö. Luftkrieg. Deutsche Flugzeuge warien gegen 19Ubr abends mehrere Brandbomben auf Ranch, die weder Menschenopfer forderten, noch Sachschaden verursachten. Orientarmee. Mäßige Tätigkeit der beiden Artillerien aus der ganzen Front, Oesttich vom Prespasce schlugen die Fran- zosen einen bulgarischen Gegenangriff ab. In der Gegend von German beschossen französische Flugzeuge mehrere Orischafren. Im Wardarlale wurde ein feindliches Flugzeug bei Monastir nach Lusr- kamps abgeschossen. Vom 7. November abend». Nördlich von der Somme machlen wir einige Fortschriite zwischen Lesboeuss und Sailly— Saillisel. Südlich der Somme brachte uns ein von unseren Truppen am Vormittag uulernommener und trotz des heftigen, die Operationen behindernden Regens lebbait durchgeführter Angriff gewichlige Vorteile. Wir nahmen die feindlichen Stellungen auf einer Front von vier Kilometern vom Gehölz von Chaulnes bis südöstlich der Zuckerfabrik den Ablaincourl. Die Dörfer Ablaincourt und Pressoire wurden von unserer Infanterie in glänzendem Ansturm vollständig erobert. Wir trieben untere Linien östlich von Ablaincourt vor und nahmen auch den Friedhoi dieses Dorfes, der vom Feinde stark befestigt war, und schoben unsere Stellungen südlich der Zuckerfabrik bis zum Rande von Gomiecourl vor. Bis jetzt wurden über 599 Gefangene gezählt, darunter mehrere Offiziere. Sln der Verdun-Fronl zeitweilig aussetzende Kanonade. Sonst verlief der Tag überall ruhig. Belgischer Bericht. Von der belgischen Front ist nichts zu melden. Die englische Meldung. Vom 7. November nachmittags.(W. T. B.) Während der Nacht verbesserten wir unsere Siellungen östlich von Bmie Warlencoiirt. Wir unternahmen einen erfolgreichen Uebersall auf die seindlichen Schützengräben zwischen Omiscourt und Serre, machten einige Gefangene und fügten dem Feinde beträchrliche Verluste zu. Eine feindliche Patrouille südlich von Mouchy wurde durch unser Feuer zerstreut. Anhaltend schwere Regengüsse und starker Südweststurm. Vom 7. November abends. Andauernd starke Regen- fälle. Südlich der Ancre belrächtliches Granalseuer gegen unsere Front im Räume von Lesboeuss. Wir beschossen feindliche Ver- pflegungsverbindungen und Gräben in der Nachbarschaft von Ar< menlieres und Wytschaele. Sonst ist nichts zu melden. Ter russische Kriegsbericht. V o m 7. N ov e m be r.ig"-Fall bestätigt erneut, daß ein Befehl der Admira- lität besteht, nach dem Ueberlebende deutscher U-Boote nicht gerettet zu werden brauchen. Die englische Note vom 25. Februar 1916 bat dies nicht widerlegt, sondern nur bestritten; aber auch dies Be- streiten ist nur englischer Heuchelei möglich. die SonZerftellung Galiziens. Das kaiserliche Handschreiben über Galizien spricht bekanntlich nur ganz allgemein von einer Erweiterung der Selbstverwaltung und von gesetzmäßiger Verwirklichung dieser Absicht, wofür Körber Vorschläge unterbreiten soll. Unter gesetzmäßiger Verwirklichung kann nur die verfassungsmäßige Mitwirkung des Reichsrates verstanden werden. Ueber die Art der Eriveiterung der Selbstverwaltung liegt bisher an näheren Nachrichten nur die Meldung deS Wiener Vertreters des„Berliner Tageblatt" vor. Hiernach würden die galizi- scheu Abgeordneten entweder ganz aus dem Reichsrat aus- scheiden oder durch eine Abordnung des galizischcn Land- tages ersetzt werden. Im elfteren Falle soll angeblich Galizien zum übrigen Oesterreich in ein ähnliches Verhältnis treten wie Ungarn, die gemeinsamen Angelegenheiten sollen durch selb- ständige Parlamentsausschüsse— Delegatioueu— geregelt werden. Wie sich dann das Verhältnis Galiziens zu Ungarn gestalten soll, darüber weiß auch das„B. T." nichts zu melden. Die Entsendung einer Abordnung des ga- lizischcn Landtages würde wiederum an das Verhältnis Kroatiens zu Ungarn erinnern. Die von der Mehrheit des kroatischen Landtages in das Budapester Abgeordnetenhaus Entsendeten nehmen zu innerungarischen Angelegenheiten nie das Wort. Eine derartige Sonderstellung Galiziens ist eine alte Forderung des deutsch-österreichischen Bürgertums, und zwar gerade der Deutschnationalen. Sie haben davon die Beseitigung der slawisch-klerikalcn Mehrheit des Abgeordneten- Hauses erwartet. Aber einmal ist das deutsche Bürgertum immer weniger antiklerikal geworden und dann hat das in- zwischen eingeführte allgemeine gleiche Wahlrecht diesen Charakter der galizischen Vertretung längst gesprengt. Die oppositionellen Polen und die Ukrainer sind weder klerikal noch antideutscl,. Ihr Haß gegen den Zarismus hat sie viel- mehr zu Stützen eines starken Oesterreichs und zu Gegnern des PanslawismuS gemacht. Gerade diese großen Teile der galizischen Bevölkerung haben aber in Wien immer Hilfe und Zuflucht gesucht gegen die spezielle galizischc Selbstverwaltung und sie könnten sich mit ihrer Eriveiterung nur bei völliger Deniokratisierung des galizischcn Landtags und der LandeSverwaltung einverstanden erklären. Zu den verschiedenen Besonderheiten, die Galizien auch schon bisher gehabt hat, kommt auch eine im Wahlrecht. In ganz Oesterreich gibt es nur einmännige Wahlkreise; die galizischen Landwahlkreise wählen aber je zwei Abgeordnete (jeder Wähler aber nur einen), und der zweite fällt der Minderheit zu, die mindestens ein Viertel der abgegebenen Stimmen aufbringt, Man hat das deshalb gemacht, damit auch im ukrainischen Osten polnische Abgeordnete gewählt iverden und damit die Konservativen nicht ganz verschwinden. Galizien entsendet 100 von den 510 Abgeordneten. 1911 wurden in Galizien gowählt: 24 Polnische Volks- parteiler(Vauerndemokraten), 21 Polnisch- Konservative (Schlachzizen), 18 ukrainische Nationaldcmokraten(antirussische Agrarreformer), 12 Polnische Demokraten und Fortschrittler, 10 Polnische Nationaldemokraten lAllpolcn-Groß-Bourgeoisie), 8 Sozialdemokraten,- darunter 1 Ukrainer, 5 radikale Ukrainer (antirussische Agrarsozialisten), 2 Russisch-Nationale(sind in Rußland in Amt und Würden, in Oesterreich zum Tode ver- urteilt), 2 Polnische Zentrumsleute, je I jüdischer Demokrat und polnischer selbständiger Sozialist. Unbesetzt waren 2 Mandate.— Das Stimmenverhältnis der Parteien war: 1. Polen: Nationaldemokraten 110 328, Zentrum 27 552, Demokraten und Fortschrittler 73 000, Konservative 157 371, Radikale 0403, Sozialdemokraten 04 730, Volkspartei 188 814; 2. Ukrainer: Altruthenen 31 884, Nationaldeniokraten 257 320, Radikale l 18 422, Russisch-Nationale 01897, Sozialdemokraten 20 205; 3. Z i o n i st e n 20 979. Die stark demokratische Gesinnung der galizischen Wähler zeigen diese Zahlen der amtlichen Wahlstatistik mit größter Deutlichkeit. Der ukrainische Reichsratsklub gegen Galiziens Sonüerftellung. Wien, 8. November. Den Btätlern zufolge fand gestern unter dem Vorsitz des Vizepräsideinen des Abgeordnotenbauses Nomanczul als Alterspräsidenren eine Vollveriammlung der ukrai- irischen parlamentarischen Vertretung statt, an der iämtliche Mitglieder des ReichsratSklubS sowie des Herrenbauses teil« nahmen. Der Vorsitzende gab den Rücktritt des Präsidenten des ukrainischen Reichsratsklubs und des u k r a i n i- schen nationalenRates bekannt, der infolge der angekündigten Sonderstellung Galiziens erfolgt sei. Hierauf erstattete der Abg. Kost L c w i ck y j einen ausführlichen Bericht über die Verhandlungen mit der Regierung. Nach einer den ganzen Tag währenden lebhaften De- batte wurde iodann eine Entschließung angenommen, in der es nach einem geschichtlichen Rückblick über den Anfall Galiziens an die habsbnrgiiche Monarchie heißt: Die angekündigte Sonder« stellung Galiziens verletzt aufs tiefste die histo« rischensoivie die bereits erworbenen Rechte des ukrainischen Volke« und liefert das vierlgrößte Volk des Staates der unbegrenzten Herrschaft seines nationalen Gegners aus- Die nkrainiichs Nation wird die Sondclstellung Galiziens unter polnischer Herrschaft nie anerkennen und wird aus das Recht der Selbstverwaltung des nationalen Ter« ritoriumS sowie auf die Bildung eines besonderen ukrainischen Kronlandes im Rahmen Oesterreichs nie verzichten. Nilöerung üer Zensur in Oesterreich. Aus Wien wird der„Krcuzzeitung" gemeldet: „Wie verlautet, steht für die allernächste Zeit eine Berfügung bevor, in welcher die Zensurbestimmungen für die Presse insofertt wesentlich gemildert werden sollen, als die Erörierting inner- politischer Fragen und die sachliche Kritik aller und nament- lich das E r n ä h r u n g s w e s e n betreffender Themen gestattet werden soll. Die Behörden werden demnächst entsprechende An» Weisungen erhalten." Kriegsöebatte im Unterhaus. Amsterdam, 8. November. lW. T. V.) Wie einem hiesigen Blatte aus L o n d o n gemeldet wird, erklärte Rom sah Mac« d o n a l d vor einigen Tagen in einer öffentlichen Versammlung, daß alle, die jetzt auf den Schlachtfeldern von Frankreich oder Belgien fallen, u»> sonst sterben. Gestern fragte Outwaite(liberal) im Niilerhause, ob alle Alliierten gteichmäßig zur Gesamnruppenmacht beitrügen. Lloyd George antwortete, eS sei unerwünscht, darüber Ausschlüsse zu geben. Outwaue begnügte sich damit nicht, sondern stand noch» inals aus. ES erschollen von allen Seilen Protenrufe. Man rief: Sitzenbleiben! Wir brauchen hier keine Deulicheiifrettnde. Oberst C r a i g lUnionist) fragte, ob eS nicht möglich sei, Fragen zu verhindern, die offenbar zum Zweck Höllen, Schwierigkeiten Zwilchen den Alliierten hervorzurufen. Der Sprecher erklärte, er würde das gern zur Regel machen, wenn das Haus einen derartigen Antrag annebme. Er habe nichts dagegen, daß die Mitglieder des Hauies ihre Meinungen zum besten geben, könnte aber nicht zulassen, daß die Verhaiidlnngen gestört würden. Hierauf stellte O u l h w a i t e die Frage, ob das Kriegsamt Lord Norihcliffe gewisse Nachrichten gegeben habe. Van radikaler und konservativer Seite wurde wegen der Er« eignisse in Athen am Auswärtigen Amt Knnk geübt. Es wurde der Wunich nach Iräfligeren Maßregeln gegen die Deutschenfreunde in Griechenland geäußert. Einige Abgeordnele verlangten, daß die Alliierten endgültig mit König Konstantin brechen sollten. Lord Robert Cecil erklärte, daß die Alliierten energische Schritte tun würde», um zu verhüten, daß die griechischen„Patri- otcn", die sich der Salonikcr Bewegung anschließe», auf Schwierig« leiten stoßen. Im allgemeinen hätten die Regierungen dei Alli- ierten keine Ursache zur Unzufriedenheit über die Art, wie die griechische Regierung ihren Verpflichtungen nachkomme. Rotterdam, 8. November.(W. T. B.) Der„Nieuwe Rotter- damsche Courant" meldet aus London, daß Sir Edwavd Carson gestern im Unterhaus die Aufmerksamkeit auf die vertraulichen Unterredungen von Ministern mit Journalisten lenkte. Die An- gelegenheit war zuerst zur Sprache gebracht worden, als ersucht wurde, Gelegenheit zur Besprechung der Tätigkeit Balfours in der Admiralität zu geben. Der Premierminister hatte darauf geanl- wartet, daß er eine derartige Debatte unter den bestehenden Ver« hältnissen nicht als im Interesse des Landes gelegen betrachte, wenn auch Balfour selbst keine Beschwerden dagegen habe. Carson fragte. was Balfours Absicht gewesen sei, als er im Lause des Nach- mittags Mitglieder der Presse zu sich berief. A s q u i t h schien über diese Frage überrascht zu sein, ant- wartete aber nach kurzer Beratung mit einigen Mitgliedern des Kabinetts, daß dieses in Uebereinstimmmig mit den bestehenden Gewohnheiten geschehen sei. Dalziel verlangte, daß das Unterhaus über die Jnforma- tionen, die Balfour einer großen Zahl von Chefredakteuren ge- geben habe, unterrichtet werden sollte. A s q u i t h weigerte sich, diese Frage sofort zu beantworten und sagte, daß Fragen über geheime Angelegenheiten nur in einer geheime� Sitzung beantwortet werden können. Die Minister schienen über den Unwillen, den diese Erklärung im Hause verursachte, über- rascht zu sein. Später brachte Lambert zur Sprache, was Lord Robert Cecil letzte Woche gesagt hatte, nämlich daß die Regierung die Vcranlivortung für die auswärtige Politik nicht mit dem Unterhause teilen könne. Cecil sagte darauf, daß das ausländische System von Kommissionen, das die Verantwortung der Minister nur abschwäche, ohne eine wirkliche Kontrolle über die Politik zu geben, verkehrt sei. Er sei aber geneigt, ein System in Erwägung zu ziehen, das die Mi- nister in den Stand setzen würde, freier, als es in der öffentlichen Sitzung möglich ist, die Gründe für ihre Politik darzulegen. Carson setzte sich dafür ein, daß die Berantwortun� ans der Regierung ruhen solle, aber er sagte, er begreife, daß man sich dagegen wende, daß die Presse Informationen erhalte, die dem Hause vorenthalten werden. Einführung üer allgemeinen Schulpfiicht in Rußland. Petersburg, 8. November.(W. T. B.) Meldung der Peiersburger Telographenagentur. Der Unterrichtsininister unterbreitete der Duma den Entwurf eineS Gesetzes, das die Einführung der allgemeinen Schulpflicht in Rußland vorsieht._ Meine Kriegsnachrichten. Berlin, 8. November.(28. T. 93.) Die Meldung über den großen Bombenangriff unserer Flieger im Westen ent- hält einen siniientstelleitden Druckfehler Es muß im letzten Absatz statt zwanzig mit Russen belegte Ortschaften und Lager richtig heißen: zwanzig mit Truppen belegte Ortschaften und Lager. Prinz Heinrich von Gapern gefallen. Prinz Heinrich von Bayern, ein Neffe des Königs, von Bayer», der als Major im Leib-Jnfantene-Neginient stand, ist nach einer Meldung des„Lokal-Anzeiger" vorin Feinde gefallen. Der Prinz war 32 Jahre alt und unverheiratet.. Gerverksihastliches. Scrl-n und UmgegcnS. Soll dcr Tarif im Tapcziercrgcmcrbe gekündigt werden? Diese Frage stand auf der Tagesordnung einer Tapezrerer-Ver- sammlung, die anr Dienstag stattfand. Zitze Witz referierte. Die Tapezierer ständen während des Ärieges zum driitenmal vor der Frage, ob der Tarif verlängert oder gekündigt werden iolle. Der Kündigungstermin des bis zum 15. Februar 1917 geltenden Tarifs sei dcr lö. November. In den verflossenen beiden Jabrcn habe man mit Rücksicht auf die Berhölinisse von einer Kündigung abgesehen und den Tarif Weiler lausen lassen. Wie stehe es' nun diesmal? Die Uniernehmer hätten auf ihrem Jnnungs-Verbands- tage schon dahin Stellung genommen, datz die bestehenden Tarife ihrerseits nicht gekündigt worden sollen. Sie wünschten für sich keine tariflose Zeit. Was nun die Berliner Tapezierer angehe, so gefalle zweifellos den meisten die lauge Dauer des Tarifs nicht, der schon seit 191 l gelte. Aber den besten Wünschen könnte nicht Rechnung getragen werden, wenn die Verhältnisse andere Richtlinien vor- schrieben. Dabei sei nun zu berücksichtigen die Dauer des Krieges, die ProduklionSmöglichkcit im Tapezierergewerbe, die Aufnahme- fähigkeit für unsere Produkte.im Publikum und der Stand der Organnalion. Unter Würdigung aller dieser Punkte, auf die Redner näher eingebt, sei die Orisverwaltung der* Filiale Berlin dazu gekommen, zu empfehlen, den Tarif nicht zu kündigen, sondern ihn auf ein iveiteres Jahr zu belassen. Nach einer lebhaften Diskussion wurde mit gr oster Mehrheit beschlossen, den Tarif nicht zu kündigen, so dast er auf ein Jahr weiter läuft. Tann hatte die Versammlung zu der Anregung der Hauptver- Wallung des Verbandes Stellung zu nehmen, dast die Filialen Zuschüsse leisten möchten zu der Weihnachlsunterstützung für die Fa- Milien der zum Heere eingezogenen Mitglieder, weiche von der Hauptvei Wallung beschlosien ist. Die Hauptverwaltung gewährt bei einer Mitgliedschaft von 26 bis 51 Wochen 3 M. und bei einer Mitgliedschaft von 52 Wochen und darüber 6 M. Die Versammlung beschlost nach einem Antrage der Ortsverwaliunzz, zu diesen Sätzen aus der LolaUasse einheitlich je 5 M. hinzuzuzahlen. Und zwar sollen diesen Betrag aus der Lokalkasse auch die FamilMn derjenigen Eingezogenen erhalten, die mindestens 13 Wochenbciträge geleistet babeu, während die Unterstützung der Haupiverwaltung erst bei einer Mitgliedschaft von 26 Wochen beginnt. Ferner sollen aus der Lokalkasse den Satz von 5 M. auch die Familien der gefallenen Mitglieder bekommen sowie eine Anzahl lediger Mitglieder, die der Verwaluqrg als Ernährer von in Betracht kommenden Familien bekannt sind. lieber den Ausgang von Lohnbewegungen in den Flugzeug- betrieben machte Zitzewitz dann noch einige Mitteilungen. So hat im Flugzeugbeiriebe der A. E.-G. in Hennigsdorf eine Bewegung stattgefunden. Das Ergebnis war, dast den Tapezierern ohne Er- höhung der Akkordsätze zugestanden wurde, etappenweise die A k k o r d v e r d i e n st e bis zmn Höchstsätze von 1.69 M. erhöhen zu dürfen.— Bei den Flugzeugwerken in Johannisthal wurde mit Hilfe des Kriegsministerium? ein einigermasten befriedigendes Er- gebniS erzielt. Hier hat die erneute Zulage wieder die Eigenschaft einer Teuerungszulage. Es wurden bei Lohnarbeit, die hier vor- herrscht, neue Zulagen gewährt von 12 Pf. pro Siunde für Ver- heiratete und Familienvorstände, von 8 Pf. pro Stunde für Ledige über 19 Jahre und von 6 Pf. pro Stunde für Jugendliche. Die Jugendlichen hatten hier bisher keine Teuerungszulage. Die Ge- i a m t t e u e r u n g s z u l a g e zu den Grundlöhnen beträgt in Johannisthal jetzt nach Gewährung der mitgeieilten neuen Zulage für Berbeiralele 34 Pf. und für Ledige über 19 Jahre 24 Pf. pro Stunde. Die Verdien st höchst grenze für Akkordarbeiier— ebenfalls ohne Erhöhung der Akkordsätze— wurde auf 1,50 M. pro Stunde festgesetzt. Diejenigen, die schon 1,59 M. hatten und mehr schreiben wollen, wurden auf den Weg direkter Verhandlung verwiesen. Die Teuerungszulage der Vergoldcr. In der Branchenversammlung am Dienstag wurde berichtet, daß die Vergolder in einer Reihe von Betrieben— sowohl Leisten- fabriken wie Rabmenvergoldereien— die Bewilligung der Teuerungs- zulage von 25 Pioz. durchgesetzt haben. Das Ergebnis wurde durch das entschiedene Vorgeben der Arbeiter, zum Teil auch durch Arbeitsniederlegung erreichi. Augenblicklich ist im Beruf eine ge- wisse Arbeitsstockung eingetreten, verursacht durch Mangel an Material, besonders an Spiritus. Sobald dieser Mangel behoben ist und die Arbeit wieder ihren gewohnten Gang geht, soll die Bewegung zur Durchführung dcr Teuerungszulage wieder mit aller Energie aufgenommen werden. Wenn auch die bisherigen Ergeh- nisse verhältnismählg günstig sind, so will man doch nicht'eher ruhen, als bis die Zulage in Höhe von 25 Proz. in allen Betrieben ohne Ausnahme durchgeführt ist. Erhöhte Kriegsteuerungszulagen der Lichtenberger Gcmcindcarbeitcr? Die in den städtischen Werken Lichtenbergs be- schäfligten Arbeiter und Handwerker haben der zuständigen Depu- tation folgende Forderung zu unterbreiten beschlossen: .Die zurzeit bestehende monatliche Teuerungszulage von 12 M. auf 36 M. zu erhöhen, ausschliestlich der Kinderzulagen.' Zur Begründung der Forderung wird folgendes ausgeführt: Die kürzlich erfolgte Neuregelung dcr Teuerungszulagen haben die Arbeiter der städtischen Werke in keiner Richtung be- friedigt. Wenn wir im April d. I. durch unsere zuständige Or- ganiiation, den Verband der Gemeinde- und Slaatsarbeiler, eine Erhöhung des Stundenlohnes von 5 resp. 7% Pf. und daneben erne Neuregelung der Teuerungszulagen von 18 M. monatlich forderten, so waren die damals gestellten Forderungen auf das Minimum dessen beschränkt, was notwendig war, um eine Linderung unserer Notlage herbeizuführen. Durch die inzwischen erfolgte weitere Verteuerung! aller Lebensmittel und Bedarfsartikel find die damals von uns ge- stellten Forderungen bei weitem überholt und unsere Notlage� r st g r o st e r d e n n j e z u v o r. In der Privatindustrie hat man weit mehr als in den städtischen Betrieben Lichtenbergs den Teuerungs« Verhältnissen Rechnung getragen und ganz wesentliche Lohnerhöhungen gewährt- Aber auch die Stadt Berlin hat für die Arbeiter aller städtischen Betriebe eine bei weitem günstigere Rege- lung der Teuerungszulage durchgeführt, als wir sie in Lichtenberg zu verzeichnen haben. Der Höchstlohn in Lichtenberg beträgt die Stunde 59 Pf.=- 4,50 M. den Tag, bei monatlich 26 Tagen— 117 M., dazu eine Teuerungszulage von 12 M.— 129 M. pro Monat. Stach genauer Berechnung beträgt das Mehrein kommen eines Kämmereiarbeiters in Berlin 31,50 bis 46,50 M. monatlich. Der 15jährige Bursche der Berliner Strastenreinigung erhält eine monatliche Teuerungszulage von 19,59 M., während der voll- w e r t i g e Lichlenberger Arbeiter nur 19 bis 12 M. erhält. /tos Industrie und Kandel. Neue russische Eifcnbahnbauteu. In einer Zusammenkunft der Vertreter der Bezirksausschüsie der mobilisierten Industrie wurden im einzelnen alle Negierungseniwürse über neue Eisenbahnlinien in einer Gesamtzahl von 100 und mit einer Gesamtlänge von 79 099 Werst geprüft. Die Mehrzahl der in Aussicht genommenen Eisenbahnen wurden gebilligt. Die wichtigsten davon sind Orel— Nowgorod(711 Werst). Uma'n— Nicolajew(161 Werst). Soratoff— Arsowsches Meer<99 Werst) und Kcrtsch— Tuapje <289 Werst). Eingegangene vruckschristen. Lodz, das gelobte Land. Roman von 23. St. Scijmoni"525®. von <3. Müller, München. Gesetz über einen Warcnumsatzstempel vom SS. Juni ISIS. Mit Einleitung von Dr. H. Rheinltroin. 2 M.— C. H. Beck, München. Tie Hölle der Verlorenen. Roman von Annie Harrar.— »O Deutschland hoch in Ehren:-- Roman von D. Vinke. Einzew. geb. 1 M.— Enhlin u. Laiblins Verlag, Reutlingen. Vom Ambof? zum Doktoreid. Von G. Weise. Geb. 2,19 M,— F. A. Perthes, Gotha. Trutz Gewalt! Politische Gedichte von Friedrich Stoltze. Aus- gcwädl! von H. Wendel. 82 S.— Kaden u. Co., Dresden. Mit dci» Bulgare». Kriegsberichte von Dr. A. Köster. 1,59 M., in Papvband 2 M.— 81. Langen, München. Reden an die deutsche Nation. Von H. Kutter. 4.59 R., geb. 5,79 M.— E. Diederichs Verlag. Jena. Landfrage und Kriegswitwe. 4. Hest der Schriften de» Arbeits- ausschusics dcr Kriegerwitwen- und Waisenfürsorge. t,29 M.— C. Hey- manns Verlag. Berlin IV 8. Geschtchien aus der Ptckdalge. Don W. Echarrctmann. Geb. 1 M.— E. Fletschcl u. Co., Berlin. Linkstr. 16. Die Kampfe um die Feste Vanx. Herausgegeben von dcr.Feld- grauen' illuslrierlen Kriegszcilichrist dcr 59. Jns.-Div. Geh. 3 M.— Insel-Verlag, Leipzig. A. WERTHEIM * Artikel sind nicht bezugsscheinpflichtig Herren-Kleidung * Artikel sind nicht bezugsscheinpflichtig Oberhemden rßLTsS!C!F.a'.te.n!i!1SaU: 4.50 �Stehkregen mit Lelncndecke, angebogene C'yA* Herren hüte weich, verschiedene Farben.. 5.50 Oberhemden weiß' wtt l'ikee Fa�neinsaw. �.......... 1/1 Dutzend'*Steife Haarfilzhüte gute Formen.... 5.50 Oper � ungewaschen, m. Manschetten• ll.ekenkragen(Marlnefonn) verschiedene c a/v*\A/Q;�UÖ Ma-nfn-UkU« 0 7� Oberhemden farbig, mit Manschetten... 4.50 Höhen..................... v. Dutzend J-40 vveiehe Haantllzhute lardlg...... 8.75 Oberhemden taroig, mit losen Manseheiten 6.50 �Ztehurnlegekragsn e»-biosseneFonn � 90 �Hosenträger Irräktiges aurtdand....... 1.75 Uniformhemden 725 �Selbstbinder 1.45* Hosenträger gutes 0™�........ 4.50 Nachthemden mtt farbigem Besatz.... 4.90 �Selbstbinder grolle otkene Form, neue Muster 1.?5 � f�ragensohoner gestr, Kunstseide 2.50 3.75 Jackett-Anzüge oa nn gute Verarbeitung, in vielen Farben V/O.UU W\J.UU Winter-Ueberzieher ... 42.00 68.00 marengo, mit Samtkragen UlSsöT mit Qurt n. 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Laß, schwarzer Krawatte, Ärmel m Stickerei,!ür das-1 4 O C Alter von etwa 4 Jahren..... ihUfcO Jede weitere Gr. 50 Pf. mehr, ab 9 Jahre 75 PL Hochgeschlossene Joppe Kurzer Kieler- Mantel aus aus grauem, lodsnarligem Stoff, warm blauem Cheviot, warm gefüttert, mit gefüttert, für das Älter von etwa«7 r Armelstickerei und Kragenabzeichen,-• r r A 7 Jahren...............• W./O tür das Alter von etwa 3 Jahren.. U.JÜ Jede weitere Gr. 50 Pf. mehr, ab 9 Jah re 75 PL Jede weitere Or. 3 5 Pf. mehr, ab 9 Jahre 1 M. Lebende Höhner, simge und aitt Fett- und Bratgänso Große Mast-Enten Gänse-Stückenfleisch Gänsebrust u.-Keulen Ganse-Klein, Fett u. Leber Gänse-Pökelfleisch Pfund v 4.00 an Suppenhühner.. Pfund von 3.25 an Junge Hühner.. Pfund von 3.50 an Geschlachtete Puten pm 4.50 Lebensmittel Bücklinge..... Stück von 20 PL an Flundern...... stock von 20 pl an Geräucherte Heringe stück 65 pl Fischbrühwurst....... p�- 2.80 Rauchfische.......... P" 2.45 See-Aal 1 80. o°« 12.50 Geräucherte Aale] zu Tages- Echte Sprotten 1-"eisen. Magde burger Sauerkohl Pfd 16 pl Milfix-Kunstfleisch Schollen(Scharben) 60 Pf. an Schellfisch� 1.55, Dorsch 1.65«a Eis-Aale) zu billigsten Lebende Aale 1 Tagespreisen Frische Barse...... Pfund 2.25 Lachs(Weichsel), kleine... Pfund 4.50 Lachs fWeichsel)gr.. Pfd.i Ausschnitt 8.50 Salzfische, Kabliau, Seelachs, Schellfische (Kostproben Leipziger StraBe]... Dose Ulster zweireihig, in grau und braun, mit ROckengurt und aufgesetzlen Taschen, für das Alter von etwa nn ne 5 Jahren................ 1,3, Lj Jede weitere Gr. 75 PL mehr, ab 9 Jahre t.35M. Weißkohl....... Pfund 5 und 7 PL Wirsingkohl........ Pfund 18 pl Rotkohl............ Pfund 20 Pf. Mohrrüben......... Pfund 14 pl Kohlrüben.......... Pfund 7 Pf. Grünkohl..........- Pfund 18 pl Sellerie...... Knolle 15 20 30 pl Schwarzwurzeln.... Pfund 28 pl Bayr. Rettich..... stüct 10 15 pl Tafeläpfel.......... Pfund 40 Pf. Boskopfäpfel....... Pfund 55 PL Zitronen..... Dutzend von 80 PL an 2.20 Verantw. Redakt.: Alfred Wielerv. Neukölln. Inseratenteil neianün. Tb. Glocke�Berliu. Druck ü.Per1aa:Porwärl»Bu2dr.u.VerInd»linfhltt VMLSknAdru.Eor, DetPwÄtV. Hierzu 2 Beilageu u. Untrrhirltuugsbl. Nl. 809 33. Zavrattg . Keilte lies Lsmiills" Kerliker Domklstag. 9. NgveNlbtr 1916. Zur Abwehr. Unter der geschmackvollen Ueberschrift:„Für politische Entrechtung I Eine Tat der sozialdemokratischen Reichstags- frat'tion" bringt die„Leipziger Volkszeitung" einen Artikel, in dem die sozialdemokratische Reichstagsfraktion herunterge- rissen wird, iveil sie einem von der sozialdemokratischen Jllr- beitsgemeinschaft gestellten Antrage zu dem Gesetz betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Rkannschaften nicht zugestimmt hat. Die sozialdemokratische Fraktion hatte bekanntlich bean- tragt, die Unterstützungen der Familienangehörigen in den Dienst eingetretener Mannschaften zu erhöhen. Die Arbeits- gemeinschaft hat dazu folgenden Abänderungsantrag gestellt: die Ziffer b des§ 11 des Gesetzes vom 28. Februar 1888, durch die den Familien die Unterstützung entzogen wird, wenn der Kriegsteilnehmer durch gerichtliches Erkenntnis zu Gefängnis- strafen von länger als sechsmonatiger Dauer oder zu einer härteren Strafe verurteilt wird, zu streichen. Daß diese Vorschrift in vielen Fällen eine unberechtigte Härte mit sich bringt, war von der sozialdemokratischen Frak- tion längst erkannt. Sie hat sich mehrfach, zuletzt im Früh- jähr dieses Jahres, im Reichskage bemüht, eine A b ä n d e- r u n g dieser Vestimmung durchzusetzen, jedoch ohne Erfolg. Vei dem Wiederzufammentritt des Reichstags hat der Ge- nosse Ouarck durch eine kleine Anfrage von der Regierung Auskunft darüber verlangt, ob der Z 11 Des Familienunterstützungsgesetzes einer entsprechenden Abänderung unterzogen werden und dem Reichstage demnächst eine entsprechende Vor- läge zugehen soll. Der Ministerialdirektor Dr. Lewald gab namens der Reichsregierung diese Erklärung ab: Di« Familien der Kriegsteilnehiner verlieren nach dem an- gezogenen Paragraphen die Unterstützung, wenn eine gerichtlich« Strafe von mehr als sechs Monaten Gefängnis verhängt wird. Von diesem wohlerwogenen Grundsatze kann nicht abgegangen worden. Der Reichskanzler hat jedoch Vorsorge getroffen, daß die Angehörigen der in Frage kommenden Personen nicht der Armen- pflege anheimfallen, sondern aus Mitteln der Kriegs- Wohlfahrtspflege unter st ützt werden. Auch wird ihnen Reichswochenhilfe gewährt. Durch diese bestimmte Erklärung der Reichsregierung werden die aus der Fassung des§ Hb des Familienunter- stützungsgefetzes sich ergebenden Härten erheblich eingeschränkt. Die Familien der verurteilten Mannschaften erhalten Unter- stützung aus Reichsmittcln. Armenunterstützung und poli- kische Entrechtung kommen also nicht mehr in Betracht. Wäre dennoch nach dem Antrag der Arbeitsgemeinschaft die Forde- rung der glatten Aufhebung des§ Hb mit dem Beschluß auf Erhöhung der Familienunterstützung— dessen ei n st im- migeAnnahmeim Reichstage gesichert war— verkoppelt worden, so wäre damit seine baldige Durchführung erschwert, mindestens aber hinausgeschoben worden. Jede Hinausschie- bung der dringend notwendigen Erhöhung der Familienunter- stützung schädigt aber Millionen Kriegerfrauen und deren Kinder. In solchen Fällen war die Fraktion immer bestrebt, die Anträge so einfach wie möglich zu gestalten, um nun schnelle Entscheidung herbeizuführen. In dieser Beurteilung gab es auch keine Meinungsverschiedenheit zwischen den Fraktions- niitgliedern des Haushaltsausschusses: auch im Plenum stimm- ten Mitglieder der Linken, die in sozialpolitischen Dingen als gute Sachkenner gelten, gegen den Antrag der Arbeitsgemein- schast. Die Anträge der sozialdemokratischen Arbeitsgemein- schaft erweckten wiederholt den Eindruck, als ob sie nur ge- stellt worden seien, um nach ihrer Ablehnung durch die sozial- demokratische Fraktion Anklagen gegen diese erheben zu können. Hierfür nur ein Beispiel: Ein Antrag der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft im Haushaltsausschuß verlangte eine Aenderung des Mann- schaftsversorgungsgesetzes vom 31. Mai 19l)6, dahingehend, daß die Vollrente auf LOW,— M. festgelegt und dement- sprechend die Teilrente bemessen wird. Der Reichstag hat sich bereits im Jahre 1915 einmütig auf den Standpunkt gestellt, daß die Renten der Kriegsbeschädigten nach der Höhe des Arbeitsverdienstes zu bemessen seien. Das ist ein sozialer Grundsatz, für den die sozialdemokratische Partei stets eingetreten ist. Da die Regierung eine Revision des Mannschaftsversorgungsgesetzes erst bei Kriegsbeendi- gung vornehmen will, ist zwischen Regierung und Reichstag eine Vereinbarung dahin zustandegekommen, daß bis zur gesetzlichen Neuregelung die nach) dem Mannschastsversor- gungsgesetze zu zahlenden Renten freiwillig aus Reichs- Mitteln nach der Höhe des Arbeitsverdienstes des Kriegsverletzten zu bemessen find. Die Ver- wirklichung des Antrages der Arbeitsgemeinschaft würde diesen Grundsatz vollkommen über den Haufen werfen und nun Gleichmacherei herbeiführen, die in ihren Wirkungen die größte Ungerechtigkeit zur Folge haben müßte. Weitere Beispiele könnten beigebracht werden. Sie be- weisen, daß man der soz. Fraktion nicht zumuten kann, die Politik der Arbeitsgemeinschaft unter allen Umständen mit- zumachen. In der„Leipziger Volksztg." wird schließlich die sozial- demokratische Fraktion wie folgt verdächkigt: „Es war ihr Wille, den Antrag der Sozialdemokratischen Ar- beitsgemeinschaft abzulehnen. Sie wollten, daß die Familien der Verurteilten mit bestraft werden, daß den Verurteilten die politischen Rechte verloren gehen." Das ist eine so n i e d r i g e Unterstellung, daß jedes Wort der Abwehr überflüssig ist. Wir müßten darauf, wenn wir! auf das gleiche Niveau heruntergehen wollten, antworten— l um nur ein einziges Beispiel anzuführen—: Ter Abg. Dr..Herzfeld von der Arbeitsgemeinschaft hat das Schutzhaft- gesetz abgelehnt, weil er die vollkommene Rechtsunsicher- heit der in Schutzhaft genommenen Männer und Frauen unter allen Umständen aufrecht erhalten will. " e r l i n. 8. November 1916. Ter Vorstand der sozialdemokratischen Ncichstagsfraktion. politische Uedersicht. Betehrte Revolutionäre. Wenn man jetzt die konservative Presse Wer Polen liest, fällt man aus einem Erstaunen ins andere. Herr v. Bethmann hat es bei den Herren wieder einmal gründlich versehen, weil die polnische „Neuorientierung", die er ankündigt, für ihre Begriffe viel zu ftei- heitlich, ja geradezu jakobinisch ist. Während die sozialdemokratische Presse den Reichskanzler tadelt, weil er den notwendigen Schritt nicht ganz tut, findet die konservative, daß er schon viel zu weit gehe, und sie ruft nach„Bindungen", nach„Grantien"— als ob man ein Volk am besten dadurch gewinnen könnte, daß man ihm die Liebe zwangsweise beibringt. Die Herren können eben nicht aus ihrer Haut heraus. Aber nein, einmal konnten sie es doch! Das war in den Augusttagen 1914, als die Kosaken über die Grenze ritten und viele ostpreußische Gutsbesitzer Hals über Kopf nach Berlin flüchteten. Damals, als die Gefahr blutrot am Himmel stand, erinnerte man sich auch in heuen Kreisen dre rettenden Kraft ffeih ertlicher Gedanken. Und die hilfesuchenden Blick« wandten sich dort hinWer, wo ein freiheitsliebendes Volk unter den Hieben der Zarengeißel ein Jahr- hundert lang gestöhnt hatte. Alle Hoffnungen richteten sich auf die erwartete polnische Insurrektion. Noch war Polen in russifcher Hand. Noch drohte jedem Polen, jedem Juden, der in das Getriebe der großen Dampfwalze störend eingriff, der Würgetod in der eingeseiften Schlinge. Revolution machen ist immer ein lebensgefährliches Unternehmen, am lebens- gefährlichsten dann, wenn ein Staat um seine Existenz kämpft und die militärifche Gewalt schrankenlos regiert. Da wird nicht viel Federlesens gemacht, am allerwenigsten in Rußland. In den Kreisen, in denen man jetzt von Polens Freiheit nichts wissen will, hoffte man damals, daß Polen Ostpreußen retten würde. Hindenburg saß noch in Hannover, Tannenberg war noch nicht geschlagen. Aber in der Erinnerung lebte der Heldenmut der polnischen Revolutionäre, die, das„Lied von der roten Fahne" singend, cmftecht zum Galgen schritten.— Das„Lied von der roten Fahne" war damals in deutsch-konservativen Kreisen sehr populär. Indes bei bloßen Sympathien und Sympathieerklärungen blieb es nicht. Die Zeit forderte Taten, rasches Handeln war notwendig. Man könnte aus jenen Tagen manches erzählen, was recht merk- würdig klingt, und doch Taffache ist. Das merkwürdigste daran ist, daß die Herren das alles heute so gut wie ganz vergessen haben. Vielleicht genügt eine kleine Andeutung, um ihr Ge- dächtniS wieder etwas aufzufrischen. Vielleicht— das ist aber freilich ein kühner Gedanke— genügt diese vorläufige Erinnerung. um sie zu einer gewisien Zurückhaltung zu veranlassen. Man würde sonst zu dem politischen Erfahrungssatze kommen, daß sich die Begeisterung mancher Leute für die Freiheit Polens verringert im quadratischen Verhältnis zum Zwischenraum, der zwischen der russischen Front und der deutschen Grenze liegt. Und die Hal- tung der Konservativen in der Polenfrage würde dann nur be- weisen, wie günstig man in konservativen Kreisen— im Gegensatz zu einer früheren Zeit, in der man noch die Polen zu brauchen glaubte— die Kriegslage beurteilt. Tie Organisation der Kriegsteilnehmer. AuS einem Rundschreiben der Generalkommission der Ge- werkschaften Deutschlands an die Verbandsvorstände hat fol- gender Absatz den Weg in die Presse gefunden: Die Einladung zur Konferenz der Vorstandsvertreter am 29. November er. anbei. Bezüglich Punkt 3 der Tageordnung ist zu bemerken, daß von dritter Seite angeregt wurde, den Kriegs- leilnehmern entweder zu empfehlen, in die Kriegervereine ein- zutreten und diese umzugestalten, oder für sie eine besondere, gleickariige Organisation wie die Kriegervereine zu schaffen. Die Konferenz soll überprüsen, ob ein geeigneter Weg gegeben ist, die biSberige nachteilige Wirkung der Kriegervereine auf die Arbeiter- schaft zu beseitigen. Die Ueberschrift„Sozialdemokratische Kriegervereine', die dieser Mitteilung von einzelnen Blättern gegeben wird, ist durchaus unzutreffend. Die in dem Rundschreiben erwähnte „dritte Seite" wird von Kriegsteilnehmern gebildet, von denen die Organisierung ihrer aus dem Felde heimkehrenden Kameraden angeregt worden ist. Es ist mit Sicherheit an- zunehmen, daß die Teilnehmer am Weltkrieg nach ihrer Massen- rückkehr in die Heimat auf die gemeinsame Vertretung ihrer Interessen bedacht sein werden. Sie werden, soweit sie durch den Krieg an Arbeitskrast und Gesundheit geschädigt sind, mit Recht die soziale Fürsorge in weitestem Ausmaß für sich in Anspruch nehmen, und sie werden jedem Versuch, sie in ihren politischen Rechten gegenüber anderen Vevölkerungsgruppen zurückzusetzen, mit Entschiedenheit entgegentreten. Aus dieser selbstverständlichen Gleichheit der Ziele dürfte sich auch die Notwendigkeit einer Verbindung von selbst ergeben. Die Kriegervereine in ihrer heutigen Gestalt sind etwas ganz anderes als eine soziale und politische Jnteressenver- tretung der Kriegsteilnehmer. Eine solche müßte erst g e- schaffen werden, und zwar könnte das nicht von den Ge- werkschasten oder von der Partei geschehen, sondern nur von den Kriegsteilnehmern selbst. Aber es ist nur natürlich, daß die Partei wie die Gewerkschaften eine solche Bewegung schon in ihren Anfangsstadien mit lebhaftem Interesse verfolgen. Daran, die Kriegervereine sozialdemokratisch zu machen oder „sozialdemokratische Kriegervereine" neu zu gründen, hat nie- mand gedacht._ Steuer auf den„nachhaltigen" Ertrag. In gewisien ländlichen Kreisen wächst das Mißbehagen gegen die Heranziehung der landwirischasilichen Knegsgewinne zur Sleuer. Daß unter der Herrschaft des Krieges die Einnahmen der Landwirte enoim gestiegen sind, läßt sich nanirlich nicht bestreiten. Um nun aber der Steuerbehörde das Zugreifen m verleiden, wird von agra- rischer Seite mit mehr Worten als überzeugenden Gründen be- hauplet, daß die Wertminderung der landwirtschaftlichen Betriebe döher sei. als die gesteigerten Einnahmen. Den Vogel schießt iiun aber die Landwirtichaftskammer für die Provinz Schleswig-Holstein ab. Sie hat an den Reichstag folgende Eingabe gerichtet: „Es ist unmöglich, während der Knegszcit den nachhaltigen Ertrag eines land- oder sorsiwirtichaftlichen Grund« stücks zu ermitteln. Zunächst fehlt es den Verwaltungsbehörden an genügenden und geeigneten Beamten, und eine mangelhaste Veranlagung würde die Volksslirnniung sehr ge'ährden. Ferner sind, während auf der einen Seile eine große Menge der erzeugten Gegenstände i ganz ungleichmäßig teurer geworden sind, andererseits auch die Preise der Betriebsmittel und die Löhne stark gestiegen, und zwar! unvergleichbar mit jenen wie unter sich. Wegen der Zwangsliefe- rungen fehlen große Teile des Inventars ganz oder sind minder- wertig ersetzt. Die gewöhnliche Düngung wie Jnstandhallung find größtenteils unterblieben; ganze Teile des Betriebes find zurückgestiegen, andere regelwidrig und vorübergehend gesteigert. Forsten, die den Märkten nahe liegen und aus bestimmten ge- suchten Hölzern bestehen, werfen hohe Erträge ab; solche, die im umgekehrten Falle sind, stehen still. Aus dem Zustande vom 1. Januar 1917 läßt sich also nach keiner Richtung ein Maßstab für den nachhaltigen Ertrag eines land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücks gewinnen, und folglich auch nickt für den Wertzuwachs seit drei Jahren. Es ist demnach unumgänglich, die Veranlagung sowohl der preußischen Ergänzungssteuer als im Reich der Besitz- und Kriegssteuer bis nach dem Frieden aufzuschieben, und den Zustand, der dann ein- getreten sein wird, statt deS vom 1. Januar 1917 der Ermittelung zugrunde zu legen." Der Steuereinschätzung soll also nur unterliegen der nach« haltige Ertrag. Da die Kriegsgewinne der Landwirtschaft natürlich mit der Beendigung des Krieges aufhören, so gehören sie nicht zum nachhaltigen Ertrag, dürfen also nicht zur Sleuer herangezogen werden. Hoffentlich läßt sich die staatliche Verwaltung von Ansinnen dieser Art nicht beeinflussen, TetffWeg nach dem Haag. In der„Nowoje Wremja" hat neulich der russische Historiker Walischewski die Entscheidungsfrage des Krieges ans die Formel gebracht: Berlin oder Haag? Soll heißen: Militarisierung der Welt oder Weltschiedsgericht? Dem russi- scheu Gelehrten antwortete der bekannte Staatsrechtslehrer und frühere Vertreter Deutschlands im Haag. Prof. Philipp Zorn, im„Tag": der Gang nach dem Haag habe für Deutsch- land durchaus nichts Unannehmbares. Das Problem, alle Streitfragen auf schiedsgerichtlichem Wege zu lösen, habe zwar große, aber nicht unüberwindbare Schwierigkeiten. Porf. Zorn fährt wörtlich fort: Noch ist die Zeit nicht gekommen. Wer Einzelfragen zu ver- handeln. Aber dafür ist die Zeit gekommen, auch deutscherseits das Bekenntnis abzulegen, daß die ftiedliche, insbesondere schicds- richterliche Erledigung internationaler Sircitftagen, soweit eine solche nur immer möglich ist, durchaus den Grundsätzen der deut- scheu Politik entspricht. Dies Bekenntnis ist ja von deutscher Seite schon wiederholt in feierlicher Weise gegeben worden, lind lvenn in der Bearbeitung dieser Dinge früher, so besonders im Jahre 1907, Fehler gemacht worden sind, so vertrauen wir fest, daß diese Fehler sich nicht wiederholen werden. Das Deuffche Reich, fern von allen Weltherrschaftsgedanken und jeder Absicht der Bevormundung anderer Staaten, nur bestrebt, seine Einheit, seine Sicherheit, seine politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu bewahren, hat nicht den mindesten Anlaß, einer festen Ordnung für friedliche Rege- lung internationaler Streitigkeiten zu wider- streben, falls diese Ordnung aus den Grundsätzen der Gleich- berechtigung aller Staaten beruht und sich im Nahmen und in den Grenzen des Rechts hält. Diese Erklärung des Prof. Zorn, die offenbar im Sinne der maßgebenden Regierungsstellen abgegeben worden ist, verdient als Zeichen deutscher Friedens- bereitschaft im Auslande beachtet zu werden. l Die Zeit ist vorbei, da die Kriegsbegeisterten über den Friedenstempel vom Haag höhnten. Bebel an Stettenheim. Die Zeitschrift„Schaubühne" veröffentlicht aus dem Nachlaß Julius Stettenheims einen Brief August Bebels an den be- kannten Humoristen. Bebel befand sich damals— im Frühjahr 1872— mit Liebknecht zusammen aus der Festung Hubertusburg, wo er seine Hochverratsstrafe abbüßte, und rüstete sich, von dort nach dem Gefängnis von Zwickau überzusiedeln, wo er noch eine Gefängnisstrafe wegen Majestütsbeleidigung abzumachen hatte. Bebel selbst hat in seinen Memoieren seine Haft in Hubertusburg als seine Rettung aus der Gefahr des Ueberarbeitens und als seine beste Studienzeit geschildert. Der Brief, dessen Wortlaut wir folgen lassen, legt Zeugnis ab von dem Heißhunger nach Wissen, der den Zweiunddreißigjährigen beseelte: Hubertusburg, den 7. März 1872. Geehrter Herr S.! Noch einmal bevor ich die Räume von Hubertusburg verlasse— was in 10 Wochen geschieht—, nehme ich nnr die Freiheit, Ihre Güte für die Akguierung einer Anzahl Bücher, die ich als geistiges Futter für Zwickau brauche, in An- spruch zu nehmen. Es ist eine ziemlich lange Liste und ein großes Strick Arbeit, für das ich Ihr Wohlwollen in Anspruch nehme. Ich wünschte und bitte folgendes für mich zu erwerben und anher zu senden: 1. Häckel: Natürliche Schöpfungsgeschichte, neueste Auflage. 2. Fr. A. Lange: Geschichte des Materialismus. 2. Auflage. 3. A. v. Humboldt: Kosmos. 4. Adam Smith: Reichtum der Nationen(deutsch). Berlin: Ascher. S. Dr. L. Hirt: lieber die Krankheiten der Arbeiter. Ferd. Hirt u. Sohn, Leipzig u. Breslau. S. Dr. v. der Goltz: Die ländliche Arbeiterfrage und ihre Lösung. Neueste Auflage. Kasemann, Tanzig. 7. Tacitus, 8. Sallust, sollen in Stuttgart seinerzeit bei Tafel er- schienen sein. Ferner erbitte ich mir aus dem Reclamschen Verlag gebunden: 9. Fichte: Reden an die deutsche Nation. 10. Seume: Spaziergang nach Syrakus. 11. Goldsmith: Landprediger v. Wakefield. Auch bitte ich Sie, was von Schlossers Weltgeschichte seit Ihrer letzten Sendung an mich erschienen ist— ich habe 12 Bände — dem Paket beizufügen. Endlich erlaube ich mir anzufragen, ob es Ihnen gelungen ist, F. W. Zimmermann: Die Geschichte des großen Bauernkrieges aufzutreiben. Ich beabsichtige, wenn es mir meine sonstigen Arbeiten im Gefängnis erlauben, eine kurz- gefaßte populäre Geschichte des deutschen Bauernkrieges zu schrei- ben, die für unsere Partei von großem Vorteil sein dürfte und dazu brauche ich dieses Werk von Z. sehr nötig. Ist es nicht zu bekommen, muß ich es mir zu borgen suchen. Sie wollen in Rücksicht auf diesen Zweck der obigen Liste nach als 12. beifügen: Carl Grün: Kulturgeschichte dos 10. Jahrhunderts. Ver- lag der Winterschen Buchhandlung, Heidelberg. Wie Sie aus obiger Liste ersehen, fehlt es mir nicht an der guten Absicht,' die Zeit im Gefängnis in nützlichster Weise totzu- schlagen und ich denke, daß mir dies ebensogut und ohne die Ge- fahr der langen Weile und unnützer Grillenfängern gelingen wird, wie es mir und L. bisher gelungen ist. Wir befinden unS hier vor wie nach bei vortrefflichster Gesundheit und guter Laune, welch letztere natürlich noch dadurch erhöht wird, das; der Tag uirfcrcr Jreilassung— für L. schon in ö Wochen— näher und näher heranrückt. Die in meinem letzten Brief als wahrscheinlich noch bevorstehende Ausquartierung nach Königstein hat sich— zu unserer großen Zufriedenheit— nicht vollzogen, und so haben wir die Gewißheit, bis zum Ende unserer Festungshast hier zu bleiben. Stach uns wird die„Bude", um mit„Kollegen" Windthorst zu reden, höchstwahrscheinlich geschlossen und habe ich die Ehre, der Letzte zu sein, denn L. und ich sind gegenwärtig die einzigen Insassen. Sic wollen die Güte haben und bei Ucberreichung der Bücher die tztechnung beifügen. Ich bitte Ihre liebe Frau aufs Beste von mir zu grüßen und grüße auch Sie aufs freundschaftlichste Ihr ergebener Aug. Bebel. Liebknecht läßt gleichfalls grüßen. Das tägliche Srot. Herabsetzung der Preise für Hafernährmittel. Durch Verordnung des Reichskanzlers sind die Höchstpreise für Hafernährmittel neu geregelt worden. Gegenüber den bisherigen Preisen bedeuten die neuen Höchstpreise eine erhebliche Verbilligung. Sie betragen im jtleinverkaufe für Haferflocken, Hafergrütze und Hafermehl lose 4-1 Pf. für das Pfund, für Haferflocken und-grütze in Packungen 5H Pf. für die 1 Pfund-Packung und für Hafermehl in Packungen 32 Pf. für die'A Pfund-Packung. Für Hafernährmittel, die sich beim Inkrafttreten der neuen Höchstpreise bereits im Klein- Handel besinden, können die Landesbehörden für eine kurze lieber- gangszeit die erforderlichen Ausnahmen zulassen. Schweizeristher sozialöemokratifcher Parteitag. Z ü r i cki, 5. November.(Eig. Ber.) Gestern nachmittag wurde noch die Bundesfinanzreform und die sozialdemokratische Initiative für eine direkte Bundessteuer behandelt. Darüber referierten die Nationalräte Müller- Bern in deutscher und N a i n e in französischer Sprache. Wir haben über die notwendige schweizerische Finanzreform kürzlich berichtet. Unter Bekämpfung und Zurückweisung der vom Bundesrat und seiner Expertenkommission geplante» indirekten Steuern begründeten sie die Forderung der direkten Bundessteuer und folgendes bezügliche Jnitiativbegehren. Hier wurde abends 7 Ilhr abgebrochen. In der heule forlgesetzten Debatte über die Bundesstcuer per« breitete sich zunächst Greulich über die Finanzlage, unterstützte die Initiative und appellierte an den revolutionären Willen der Massen, hier wirksam und erfolgreich niitzuarbeiten. Sodann be- sprach er die verschiedenen Kriegsmaßnahmen des Bundes, ins- besondere die verschiedenen Monopole, von denen etwas in die Friedenszeil als Uebergang zum Sozialismus hinübergerettel werden sollte. Stadtrat Dr. K l ö t i- Zürich hatte beantragt, in die sozial- demokratische Steuerinitiative neben der direkten auch einige in- direkte Steuern aufzunehmen. Er erklärte sich aber mit dem Antrag Müller einverstanden, seine Anträge dem Parleivorstand zur weiteren Prüfung zu überweisen. Fr. H a u s e r- Basel erklärte sich für die Ermächtigung des Parteivorstandes, mit der Initiative im geeigneten Augenblick los- zuschlagen. Grimm- Bern verwies gegenüber Anträgen auf Abänderung des Jnitiativbegehrens auf den bezüglichen Beschluß des Aarauer Parteitages ISIS. Auch ist es gar nicht unsere Aufgabe als Oppositionspartei für die Deckung der Schulden und Defizite des Bundes zu sorgen. Vielmehr bandelt es sich für uns darum, die Atbeiterschaft vor neuen Steuerlasten zu bewahren und das Geld da zu nehmen, wo es ist. In seinem Schlußwort stellte der Referent Müller fest, daß die Expertenkommission des Bundesrats für die Finanzresorni in ihren Sitzungen in Luzern den reinen kapitalistischen Klassenkämpfer- standpunkt stellte und schon deshalb wir uns ebenfalls auch auf den Klassenkampfstandpunkt stellen müssen bezw. diesen nicht verlassen dürfen. Er hielt an dem Jnitiativbegehren deS Partei- Vorstandes unveränderlich fest und beantragte die Ueberweisung aller anderen Anträge zur Finanzreform an den Parteivorstand zur Prüfung und als eventuelle Richtlinien. In der Abstimmung wurde das Jnitiativbegehren einstimmig angenommen mit der einzigen Abänderung, daß das Minimal- einkommen von 4000 Fr. auf'öOOl) Fr. erhöht wurde. Ebenso wurden die verschiedenen Anträge betreffend Stellungnahme zu anderen Stenern dem Parteivorstande überwiesen. Den Zeitpunkt für den Beginn der Untcrichriftensammlung soll der Parleivorstand bestimmen. Das Jnitiativbegehren lautet: Die unterzeichneten stimmberechtigten Schweizerbürgcr stellen hiermit gemäß Art. l2l der Bundesverfassung und dem Bundes- gefetze vom 27. Januar 18S2 über das Verfahren bei Volks- begehren und Abstimmungen betreffend Revision der Bundesver- fassung folgendes Begehren: 1. Die Bundesverfassung wird durch folgenden Artikel ergänzt: Art. 4l bis: Der Bund erbebt jährlich eine direkte progressive Steuer auf Vermögen und Einkommen natürlicher Personen. Steuerfrei sind Reiilvermögcn unter 20 000 Fr. sowie Einkommen einschließlich des Vermögensertrages unter 5000 Fr. Der Nachlaß der Bundes- steuerpflichtigen unterliegt der amtlichen Jnventariiation. Ter Bund erhebt ferner jährlich eine direkte Steuer von juristischen Personen. Steuerfrei sind alle öffentlich-rechtlichen Körperschaften. Anstalten und Betriebe, soweit deren Vermögen und Ertrag öffentlichen Zwecken dienen; ferner die übrigen Körper- schaften und Anstalten, soweit deren Vermögen und Erlrag Kultus- oder Unlerrichtszweckcn, oder der Fürsorge sür Arme und Kranke dienen. Die Aufstellung der näheren Bestimmungen über den Umfang der Steuerpflicht, die Anlage der Steuer und die Steuersätze für natürliche und juristische Personen sowie über das Steuerverfahren rit Sache der Bundesgesetzgebung. Der Steuerbezug liegt den Kantonen ob. Die Kosten des Verfahrens und des Sleuerbeziiges trägt der Bund. Ein Zehntel des Brutto-Steuerertrages verbleibt den Kantonen. 2. Art. 42, lit. l der Bmidesverfassung lautend:.. aus den Beiträgen der Kantone, deren nähere Regulierung, Vorzugs- weise»ach Maßgabe der Steuerkraft derselben, der Bundesrats- gesetzgebung vorbehalten ist," wird aufgehoben und durch folgende Bestimmung ersetzt:.... aus dem der Bundeskasse zufließenden Erlrag der direkten Bundessteuern nach Maßgabe von Art. 41 bis". In der N a ch m i tt a g S si tz nn g wurde zunächst mitgeteilt, daß 216 Parteiorganisationen durch 385 Delegierte vertreten. Es folgt nun die Frage der Parteieinheit. Dazu liegt eine Statutenrevisionsvorlage der Kommission bor. ferner verschiedene Anträge, wovon ein BaSler die Verschiebung der Statutenrevifion vorschlägt. TaS einleitende Referat hielt Lang- Zürich, der zunächst einen geschichtlichen Rückblick auf die Entwicklung der schweizerischen Sozialdemokratie, namentlich aus das Verhältnis derselben zum Grütliverein, der sich im Jahre 1901 mit der Partei vereinigte, aber unter fernerer Aufrechterhallung seiner besonderen Organisation im Nahmen der Partei. Ferner schilderte er den Streit, der nun seit längerer Zeit mit dem Giütliverein wegen der Herstellung der vollen Parteieinheit geführt wurde, die der Krieg zu einer dringenden Not- wendigkeil machte. Dabei wies er die mancherlei schweren Vor- würfe von Führern des GrütlivereinS gegen die Sozialdemokratie als unberechtigt zurück. Nun hat sich der Grütliverein von der Partei losgelöst, und es soll nun auch nicht mehr mit ihm polemisiert. von ihm nicht mehr geredet werden. Daran knüpfte sich eine lebhafte Debatte, insbesondere darüber, ob die Vorloge noch diskutiert und erledigt oder bis zum nächsten Parteitag verschöben werden soll. Schließlich fand der Antrag Basel mit großer Mehrheit Annahme, nach dem Genossen nicht gleichzeitig einer Parleiorgani- sation und dem Grütliverein als Mitglied angehören dürfen. Bis zum 1. Januar 1918 haben sich die Gillllivereine zu entscheiden, ob sie der Partei oder dem Grüili-Zentralverband angehören wollen! solche, die bis dahin ihren Austritt ans dem Grütliverein nicht er- klären, werden ans der. Parteiliste gestrichen. Mitglieder von aus der Partei ausgelretenen oder gestrichenen Grütlivereinen, die in. der Partei öffentliche Vertrauensämter bekleiden, haben ihre Mandate niederzulegen. Dem„Grütlianer" wird der Charakter eines Zentralorgans der sozialdemokralischen Partei abgesprochen. Für die weitere Vorberatung der Statutenrevision ist eine sieben- gliedrige Kommission zu bestellen. Als Parteipräsideut wurde an Stelle deS zurückgetretenen Dr. S t u d e r- Winlerlhur wurde Sladlrat Dr. Kl ö ti-Zürich gewählt. Die Genofsinnen erhalten eine zweite Vertreterin in der Geschäfts» leitung der Partei, die Jugendlichen zum erstenmal einen Vertreter- Sodann wurde die stebengliedrige Stalutenrevtsionskommission gewählt. In einer Resolution wurde den Genoffen Liebknecht, Mehring, Rosa Luxemburg und Dr. Adler die Sympathie des Parteitages ausgesprochen. Auch wurde bcschloffen, sür die Unterstützung der Opfer des Krieges soll eine Geldsammlung vorgenommen werden. Nach 5 Uhr wurde der Parteitag mit dem Absingen der Jnter- narionale geschlossen. Sn Konflikt in öer Zentralauskunflsflelle öer Arbeitsnachweise für Herlin unö Sie Provinz Hranöenburg! Im Laufe des Sommers 1916 sind mehrfach Ver- äguugen in Sachen Arbeitsnachweis ergangen, ohne daß die Zentralauskunftsstelle für Arbeitsnachweise anders als durch die Veröffentlichung der Verfügungen davon Kenntnis er- halten hat. Auch die Frage der Reklamation von Arbeitern ür Heeresbedarf war trotz unserer Bemühungen immer noch nicht so geregelt, wie es seinerzeit der Beirat der Zentral- auskunftsstelle in seiner Sitzung als notwendig erklärt hat. Alles wurde anstatt über die Zentralauskunftsstelle über den Verband Märkischer Arbeitsnachweise gemacht. Dies gab Veranlassung, daß im September 1916 gelegentlich einer Vor- standssitzung der Zentralauskunftsstelle gefordert wurde, daß eine Beiratssitzung einberufen werden sollte, bie sich mit der Frage beschäftigte: Wie ist der Zentralauskmiftsstelle die Bedeutung zu verschaffen, die ihr ihrer ganzen Stellung nach zukommt?— Es wurde verlangt, daß der Beirat eine Kam- Mission von drei Mann bestimmen sollte, die mit dem Reichs- amt des Innern und sonstigen in Frage kommenden Bc- Hörden Fühlung nimmt, um die Angelegenheit einmal zu regeln. Die Beiratssitzung fand noch im September statt, und ist hier beschlossen, daß drei Mann init den in Frage kommenden Behörden in Verbindung treten sollten, um zu erreichen, daß bei allen in Aussicht genommenen Verfügungen, die den Arbeitsnachweis betreffen, der Vorstand der Zentralaus- kunftsstelle vorher gutachtlich von den Behörden gehört wird. Auch sollen alle Gutachten und Anfragen wichtiger Art nicht vom'Vorsitzenden, sondern vom Vorstand der Zentralaus- kunftsstelle erledigt werden. Dem Vorsitzenden. Dr. Freund, wurde der Vorwurf gemacht, daß er als Vorsitzender der Zentralauskunftsstelle nicht in genügendem Maße die Interessen der Zentralans- kunftsstelle wahrnimmt, sondern mehr die Interessen des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise, dessen Vorsitzender Dr. Freund gleichfalls ist. Als Kommission zur Besprechung der Angelegenheit mit den Behörden wurden gewählt: Stadtrat Spiegel, Char- lottenburg, Herr E. von B o r s i g und Cohen vom Metall- arbeiterverband. Herrn Dr. Freund wurde anheimgestellt, sich dieser Kommission anzuschließen. Bevor die Unterredung im Reichsamt des Innern statt- fand, erhielten die Vorstandsmitglieder der Zentralauskunftsstelle unter dem 29. September ein Schreiben, unterzeichnet Dr. Freund, worin dieser mitteilt, daß er sein Amt als Vorsitzender der Zentralauskunftsstelle niederlegt und zugleich auch ersucht, die Geschäftsführung, die bislang durch den Verband Märkischer Arbeitsnachweise erfolgte, in Zu- kunft anderweitig zu regeln. Aus Anlaß dieser Mitteilung fand eine Besprechung der Gewerkschaftsvertreter im Beirat der Zentralauskunftsstelle statt. In dieier Besprechung wurde beschlossen, niit den Ver- tretern des Magistrats Berlin in Verbindung zu treten, um die aus der Amtsniederlegung des Vorsitzenden sich ergeben- den notwendigen Aenderungen in der Leitung, und Geschäfts- führung der Zentralauskunftsstelle zu besprechen. In dieser Beratung, die am 19. Oktober stattfand, er- folgte eine Verständigung auf der Grundlage, daß tunlichst bald eine Beiratssitzung vom stellvertretenden Vorsitzenden einberufen werden sollte, um die notwendigen Wahlen vor- zunehmen. Am 11. Okt. fand nun zunächst im Reichsamt des Innern eine Konferenz statt aus Anlaß des Beiratsbeschlusses vom 23. September. Teilgenommen haben an dieser Konferenz: als Vertreter des Reichsamts des Innern Geheimrat Land- mann, sodann die vom Beirat gewählte Kommission, außerdem nahm auf Wunsch des Staatssekretärs des Innern Dr. Freund an der Konferenz teil. Gegenstand der Beratung war das Verlangen, daß der Zentralanskunftsstelle eine ihrer Stellung entsprechende Be- rücksichtigung seitens der Behörden zuteil werde, und zwar in allgemeinen Gutachten sowohl als auch Gutachten vor Er- laß von Verfügungen, die Arbeitsnachweisfrage betreffend. Ein Mitglied der Kommission gab einleitend eine Er» klärung über den Zweck der Aussprache und sprach dabei zum Schluß die Erwartung aus. daß das Rcichsamt des Innern den doch wohl berechtigten Wünschen des Beirats entsprechen würde. Der Vertreter des Reichsamts des Innern war der Mei- nung, daß die Zentralanskunftsstelle eine lokale Einrichtung sei und deshalb doch nicht gut von einer zentralen Behörde zu Gutachten und dergleichen herangezogen werden könne. Auch wäre die Frage der Reklamationen Sache des Kriegs- Ministeriums. Von einem Kommissionömitglied wurde daraus hinge- wiesen, daß ztvar die Zentralauskunftsstelle eine lokale oder vielmehr provinzielle Einrichtung sei, aber die Zeiltralaus- kunftsstelle der Provinz Brandenburg wäre in ihrer Art die vollendetste und könne deshalb ohne weiteres als die Ver- tretnng der Zentralanskunftsstellen in Deutschland gedacht werden, so daß einer Heranziehung zu Gutachten usw. nichts im Wege stehe. Was die Frage der Zuständigkeit betrifft, so habe am Tage vorher im Kriegsministerium eine Sitzung stattgc- funden, in � der ebenfalls Arbeitsnachweisfragen verhandelt sind. Dabei sei dann auch der Streit mit der Zentralauskunftsstelle Brandenburg erwähnt. Hierbei habe ein Ver- treter des Reichsamts des Innern gesagt, daß die Frage ja am nächsten Tage im Reichsamt des Innern behandelt werde und brauche deshalb in der Sitzung des Kriegsministeriums nicht weiter verhandelt werden. Genieint war also die jetzt stattfindende Sitzung, und wenn nian nun wieder sage, diese Frage gehöre ins Kriegsministerinm, dann sei das Ganze nichts anderes, als daß man den Ball hin- und herwirft. Das ginge nicht: es solle eine bestimmte Entscheidung getroffen werden. Entweder man gestehe der Zentralauskunftsstelle das zu, tvas ihrer Bedeutung entspricht und mit dem Pro- gramm, das Staatssekretär Dr. Delbrück in der Konfe- renz im Reichstage am 39. April 1913 für die Zentralans- kunftsstelle aufgestellt habe, übereinstimmt, oder die Zentral- auskunftsstelle löse sich in Wohlgefallen auf. Dabei könnte man dann höchstens noch bedauern, daß den beteiligten Kreisen durch die Regierung soviel Zeit und Mühe unnötig genommen sei. Dr. Freund bemerkt sodann, daß Ministerialdirektor Caspar ihm gegenüber geäußert habe, er(Caspar) habe es für selbstverständlich gehalten, daß die Zentralauskunftsstelle ein Organ des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise sei und daß ans der Tatsache, daß dies nicht der Fall, sich alle diese Schwierigkeiten ergeben haben. Es wäre auch unrecht, wenn man bemüht sei, den Verband Märkischer Arbeitsnach- weise zurückzudrängen, der doch um die Frage der Regelung des Arbeitsnachweiswesens erhebliche Verdienste habe. Ein Komniissionsmitglieb bemerkt dazu, daß gewisse Verdienste des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise an sicb ja nicht geleugnet werden sollen. Das hindert aber nicht, daß man Einrichtungen trifft, die den praktischen Bedürfnissen entsprechen, auch wenn dadurch der Verband Märkischer Arbeitsnachweise nicht immer an leitender Stelle stehe. Kon- statiert werden müsse aber, daß auch andere Kreise um die Regelung des Arbeitsnachweiswesens große Verdienste für sich beanspruchen können und es sich auch nicht verdrießen ließen, für die ganze Frage erhebliche Kosten zu tragen. Die Zentralauskunftsstelle sei die zentrale Spitze aller Arbeits- nachweise, und deshalb unterstehe der Verband Märkischer Arbeitsnachweise eben'o wie alle anderen Nachweise der Zen- tralauskunstsstelle. Wenn der Verband Märkischer Arbeits- nachweise durch die Zusainmenfassung aller Nachweise in der Zentralauskunftsstelle einen Teil seiner Selbständigkeit verliere, so ginge das allen übrigen Arbeitsnachweisen ebenso und müsse sich jeder Arbeitsnachweis eben damit abfinden. Mit der Organisation des Verbandes Märkischer Ar- beitsnachweise, wie mit dem Verband Deutscher Arbeitsnach- weise und den übrigen Plänen Dr. Freunds über die Organisation des Arbeitsnachweises können sich die direkt Interessierten nicht einverstanden erklären, weil ihnen in all diesen Körperschaften nicht der ihnen zukommende Einfluß zugestanden werde. Nach einigen weiteren Bemerkungen der übrigen Kom- missionsmitgliader, die sich ebenftills gegen Dr. Freund wandten, erklärte Dr. Freund noch, er werde auf dem schnellsten Wege nochmals den Vorstand des Verbandes Mär- kischer Arbeitsnachweise einberufen, um diesen zu veranlassen, ganz präzise zu der Frage der Zentralauskunftsstelle und der hierbei entstandenen Streitigkeiten Stellung zu nehmen. Geheimrat Landmann meinte schließlich, es wäre doch gut, wenn über die strittigen Fragen eine Verständi- gnng in der Zentralausknnftsstelle erzielt werden könnte. Im übrigen erklärt er sich bereit, das Verlangen der Zen- tralauskunstsstelle auf größere Berücksichtigung bei Gut- achten und der Regelung der Reklamationen usw. befür- Wortend weiterzugeben. Damit war die Sitzung, die mehr als zwei Stunden gedauert hatte, beendet. Am 26. Oktober fand sodann eine Sitzung des Beirats der Zentralauskunftsstelle im Rathause der Stadt Berlin statt, und zwar unter Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzen- den, Stadtrat Maas-Berlin. Dr. S p i e g e l- Charlotten- bürg berichtete über den Fortgang der Angelegenheit seit der letzten Beiratssitzung der Zentralauskunftsstelle und machte auch weiter Mitteilung über eine nach der Konferenz im Reichsamt des Innern stattgeftindene Sitzung des Vorstandes des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise. Es wurde den Beiratsmitgliedern eine Entschließung des Vorstandes des Verbandes' Märkischer Arbeitsnachweise vorgelegt._ Diese Entschließung enthält drei Absätze. Der erste und zweite Ab- satz ist eine Angelegenheit des Verbandes Märkischer Arbeits- nachweise selbst, worin der Verband Märkischer Arbeitsnach- weise sich selbst ein Zeugnis darüber ausstellt, von welch großer Wichtigkeit er sei. Das ist eine Sache, die ja eine innere Angelegenheit des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise darstellt, da man ja niemand verkvehren kann, sich für so wichkia wie möglich zu halten. Interessant ist die Bemerkung in diesen Punkten, die da lautet:„Der Vorstand erkennt an. daß es einer Reorganisation des Verbandes bedürfen würde, um insbesondere Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden eine angemessene Vertretung in den Organen des Verbandes einzuräumen."(Man darf gespannt sein, was die Herren unter angemessener Vertretung der Arbeitgeber- und Arbeit- nehmerverbände verstehen.) Der Punkt 3 der Entschließung des Verbandes Märki- scher Arbeitsnachweise beschäftigt sich nun direkt mit dem Konflikt in der Zentralauskunftsstelle, wie aus dem nach- folgenden Wortlaut hervorgeht: „3. Um die schwebenden Differenzen zwischen dem Verband, Märkischer Arbeitsnachweise und der Zentralauskunftsstelle sür Ar. beitsnachweise zu beseitigen, ist der Verband Märkischer Arbeits- nachweise bereit, die Tätigkeit auf dem Gebiete der Reklamationen and der Abgabe von Gutachten, die von behördlicher Seite eingeholt werden, unter Hinzuziehung des Vorstandes der Zentral- ausknnftsstelle auszuüben.!>ieklamationen und Gutachten würden iin Vorstand der ZentralausrunftSstelle zu beraten sein, wobei der Vorsitzende des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise den Ver- band vertreten wird. Kounnt ein einheitlicher Beschlutz nicht zu- stände, so soll die abweichende Meinung der Zentralauskunftsstelle bei Abgabe des Gutachtens zum Ausdruck gebracht werden. Jedes Mitglied des Vorstandes der Zentralauskunstsstelle soll berechtigt sein, Angelegenheiten betreffend die Reklainationen im Vorstands Verbände Märkischer Arbeitsnachweise verbleibt. Die Vertreter der Arbeitnehmer wandten sich entschieden gegen diesen Punkt 3, der durchaus unannehmbar sei, und wunderten sich sehr, datz man ihnen etwas der- artiges anzubieten wagt. Tie Vertreter der Arbeitgeber lehnten gleichfalls die Zumutung, die in diesem Punkt cnt- halten ist, entschieden ab, während die Vertreter der kommu- nalcn Nachweise wie auch die Vertreter der Provinzialvcr- waltung die Annahme empfehlen. Das heißt, die Vertreter der koimnunalcn Nachweise sind nicht enoa der Meinung, daß das, Nuis der Vorstand des Verbandes Märkischer Arbeits- nachweise anbietet, gut ist. Sie meinen nur, daß es nicht möglich wäre, etwas anderes zu erreichen. Und um über- Haupt vorwärts zu kommen, wäre zu empfehlen, niit der neuen Vcstuumung wenigstens einmal einen Versuch zu machen. Nach lebhafter Auseinandersetzung, die zeitweise äußerst scharf zugespitzt war, läuft schließlich eine Abänderung ein, die folgenden Wortlaut bat: ..3. Um die schwebenden Differenzen zwischen dem Verbände iviärkisckicr Arbeitsnachweise und der Zentralausknnstsstelle für Arbeitsnachweise zu beseitigen, verpflichtet sich der Verband Märkischer Arbeitsnachweise, auf dem Gebiete der Reklamationen und der Ab- gäbe von Gutachten, die von behördlicher«die eingeholt werden, den Vorstand der Zentralauskunftsstellc hinzuzuziehen. Reklama- tionen und Gutachten würden im Vorstand der Zcntralauskunfts- stelle zu beraten sein, wobei der Vorsitzende des Verbandes Mär- kischer Arbeitsnachweise den Verband vertreten wird. Kommt ein einheitlicher Beschluß nicht zustande, so ist die abweichende Mehmmz der Zentralauskunftsstelle bei'Abgabe des Gutachtens zum Aus- druck zu bringe». Jedes Mitglied des Vorstandes der Zentralaus- kunftsstelle hat das Recht,'Angelegenheiten betreffend die Reklama- tioiieu im Vorstande zur Sprache zu bringen. Dieses Abkommen gilt nur unter der Voraussetzung, daß die Geschäftsführung der Zentralauskunftsstelle beim Verbände Märkischer Arbeitsnachweise verbleibt." Obgleich auch dieses nicht die Erwartungen der Arbeit- nehmer erfüllt und in sich ja auch verschiedene Unklarheiten und Widersprüche birgt, haben bei der Abstimmung die Ver- treter der Arbeitnehmer für diesen Vorschlag gestimmt und damit erreicht, daß die Annahme einstimmig erfolgte. Nunmehr wurde zur Wahl des Vorsitzenden geschritten. Ter Vertreter eines kommunalen Nachweises schlug Tr. Freund wieder vor, der auch gewählt wurde. Die Arbeitnehmervertreter haben sich hierbei der Stimme ent- halten. Wie sich die Dinge nun weiter entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Interessant ist auch, daß bei dieser Sitzung einer der Vertreter eines kommunalen Nachweises erklärte, daß er ja an sich nicht mit der Haltung des Vorstandes des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise einverstanden sei, aber bei dem großen Einfluß, den Dr. Freund bei der Regierung habe, wäre es wohl das beste, den Vorschlag des Verbandes Märki- scher Arbeitsnachweise anzunehmen; sonst würde wahrschein- lich überhaupt nichts werden. Wenn auch diese Bemerkung besonders die Arbeitnchniervertretcr nicht in ihrer Haltung beeinflußt hat, so ist sie, von einein Manne kommend, der die Dinge wohl kennen dürfte, recht bezeichnend. flus alle? Welt. Gin grvßzügig angelegtes Schwindelunternehmeit betrieb seit einiger Zeit in Leipzig Ver 24jährige Handlungsgehilfe Albert G r a i ch e n. Eine Anzahl Leipziger Geschäftsinhaber sind auf seine mit Geschick vorbereiteten Betrügereien mit großen Summen hinein- gefallen. Er stellte seinen gutgläubigen Opfern große und preiswerte Warenlieferungen an begehrten Nahrungsmitteln und Wirtschafts- artikeln in sichere Aussicht, allerdings unter der Bedingung sofortiger Vorausbezahlung. Anfangs trafen die zugesagten Lieferungen richtig ein, später wurden sie unregelmäßig, bis sie zuletzt ganz ausblieben. Auch auswärtige Unternehmungen hat der Gauner, wie sich jetzt herausstellt, auf gleiche Weise schwer hineingelegt. Ferner brachte er durch Betrug ein Darlehn von 3l1ülK) M. in seine Hand. Als ihm zu Anfang dieses Monats der Boden in Leipzig zu heiß wurde, ver- schtvand er. Er hat noch nicht ermittelt und verhastet werden können, gtaubüberfall im V-Zuge. Zwischen Hanau und Frankfurt a. M. fand man vor einigen Tagen den Offizier st cllvertreter R e i n h o I d aus Marburg a. d. L. aus dem Bahnkörper liegend tot auf. Die Leiche war ohne Waffenrock beklddet, der Kopf des Leich- nams in zwei Teile gespalten. Die damals ausgesprochene» Ver- mutungen, daß der vom Heimatsurlaub zu seinem Truppenteil zurück- kehrende Offizierstellvertreter in der Schlaftrunkenheit aus dem Berlin-Frankfurtcr Nachtschnellzuge gestürzt ist, erscheint nach den inzwischen angestellten Nachforschungen zweifelhaft. Die Behörden vermuten vielmehr, daß Reinhold, der sich in seinem Abteil nach Ab- legung seines Waffenrockes zur Ruhe niedergelegt harte, im Schlafe überfallen, zum Zuge hinausgestoßen und der Waffenrock zur Ver- dunkelung des Verbrechens im Abort aufgehängt worden ist. Hicrsüc spricht auch, daß die einen größeren Geldbetrag enthaltende Brief- tasche verschwunden ist. Eisenbahnunglück in Holland. Auf der Strecke A in st c r d a m— Haar lern ereignete sich am Mittwoch ein Eisenbahnunglück. Die zwei letzten Wagen eines Schnellzugs entgleisten beim Passieren der«tation Halfweg und wurden noch ein Stück mit- geschleift. Vier Personen wurden verletzt. Der Ver- kehr erlitt keine bemerkenÄverte Störmrg. keutei' Transpßrtarbelier-feriiaal Sezirksverwaltung GroB-Berlin Nachruf. Dcn Mitglicdcin zur Nachricht,! daii unser Kollege, der Schilder- j aiimacher Ernst Reinhold j am 3. November im Alter vor. j <2 Jabrcn ocrirorben iir. Ehre seinem Andenken! Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Industriearbeiter Erlte Langenberg von der Firma Schwartz'opsi. Schcringilraije, am 6. November im Lliler vou 54 Labien ver- 'iorbcn ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung jindet am Donnerstag, den 9. November, iiachmilingS Uhr, von der rteichcnballc des Eliiabctb-Kirch- böses, Wollanlstrage, aus statt. KSi9 vis Seririesvern-altung. räKmmKäjmmmmasemmi ¥erl).il.Schneii]er,SclinEi!iEriniiEB unil WäsetiearbeiteF Deuiseliianils Filiale Berlin. Unteren Mitgliedern biermil zur Nachricht, dag der Herren. lonfewonsichneider Ludwig?enke geb. 19. August 1872, am 6. November verstorben ist Ehre ieiircm Andenken! Die Beerdigung sindet am Freilag. den 10. November, nach- mittags 23l, Uhr, aus dem Phi- lippus-Kirchgos. Müllerstrage, Ecke Seeslrage, statt 164/2 Die Ortsverwaltung. l! eee»e»#e»eeeeeee»e<6 Für Schuhmacher! Ausgeslanrte ObeHlecke sortiert in Damen- Herren- und Kindergrbße. Pinnd 5 Mark. sowie Ober- u. Uuterlcderabiälle! kllklW licUorubiiit!»-: 1UU, Berlin-Weißensee.< vkmnwK«!*. 83. Tel. 191.| O I,a«grt»nn««»P. 83. Tel. 191.ft Zigaretten Ü' ; direkt in der Fabrik zu Fabrikpreisen j 1000 Lt. Irr...... 14.— 1000„ l-'redy-Zrgarett. 1b 20,50 ■ 1000. Harry Vv'aläen 3. 25,— 1000„ Deutscher Sieg Id 41,50 Verkauf auch In kleinen <}ciantcn direkt in der Fredy, BerUn, BrüllDeilStr. 17, Hof | Spezintarzt lür Hanl-..r?ain-, flraricnieiden, ucrv. schnräche, Beinkranie jeder slr>.ClirIlch-z)ata-Kvrk'.l,» „ fdidnciislt. 81, pSVÄ".» S Spich». 12-2,'/.ß-'/jH, Sonntags XI 1-2. Honorar mäg., a. Tcilzalst — Separates Damenzimmer.— Verlianil der ireien Gast- unil Zahlsteile Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dag der Kollege August Kircher Antonn r. 3, Bezirk 2 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am rZreriag, dcn 10. November, nach- mittags 31/, Uhr, aus dem Neuen Nazaield-Kirchdof, iiieinickendorj- West, Kögerstrage, statt. Um rege Betettigung ersucht 75/-1 Die Ortsverwaltung. U/kimisnn's Trcuermasiizin Grc&te.-.uswahu Billigste Preise. t MonrensireOd 37a (Kolonnaden IL Ör. Frankfurter Str, 115 (nahe Andreasstr.; Auawahlsendungen cofoPL Ami Zenirum 7890. '■•ennta- 12— 2 Uhr neöffnet, DUAMMKMMM 1 Lombard-Haus W H. Ornft. Leipzigerst. 75 II<0 Volle normale Belcihung-- Diskretion, Reellllät. w Gelegenheitskäufe � Ihren m B i-l Ii ante n S Schmucksachen? 1 1 0— 5Ofl0 unter Ladenpreis, owi sn�reien Stunden. Romane und Erzählungen sür das arbeitende Boll Pro Heil 15 Pf Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68. rlindenstrage 3. WEM M»...... III tili#1111,111111 M. MI! IIS W@»derbich@r cn die UmZSQunxz von B&riirS) ebenso Wanderkarten zu herabgesetzten Preisen sind vorhanden in der Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68:: I.indenstrasse3 Orts-Krankenkasse für die Gewerbe der ?SSSlsZKlf ültd �ilhiofortrarbeiter zu Berlin. Infolge unserer Lekarmlmachung vom 18 Okiober 1916, bctrestcrrd die Eriatzwahlen der Vertreter und Ersatz- männcr zum Ausschug ist augcr dem T-nbivorschlog des Vorstandes kein weiterer Wolstvorschlog eingereicht. Die in dem Wablvorichlag des Po�-. standes an erster Stelle benannten zwanzig Arbeitnehmer gelten noch Z 9 der Wobiordrrung ohne Wobt» gong als Vcrircicr der Arbeitnehmer im Ausschug der Kasse bis 31. De» zcirrber 1917. die in der Liste weiter benannten 80 Arbcitnebmcr als deren Slcvvertrclcr sür die gleiche Zell als gewählt. Die Gültigkeit der Wahl kann innerbalb cirrcs MonalS nach der Bc- lannlmachung des Wahlergebnisses bei dem Kassenvorstand oder dem Versicherirngsamt der Stadt Berlin angcjochten ivcrdcn. Berlin, den 7. November 1916. Cinil Voeske. Vorsitzender. ssrri! Zinke. Schristjührer. Bekanntmachung betreffend die ivahletl �iim iiorflltndr dkrtl)lts!trliuj(?nltllffefjirl>le Gkuierbt der Wjler lind pianöforteardkjternlZtrlin. Gemäß§ 24 der Wahlordnung laden wir biecmit die Vertreter der Arbeitnehmer des Ausschusses zur Vornahnie der Ersatzwahl der Vor- standsmitglieder. ES sind zu wählen von seilen der Arbeitnehmer 3 Vor- jjndSmilglieder und 16 Eriatzmänner. Tie Wahl criolgl am Frciiaa, dcn 8. Dezember 1910, im Kcwcilschasis Haus, Engctuser 15, abends 8 Uhr. Die Wahl ist gcbemi. Gewählt wird nach den Grundsätzen der Ver- häliniSwadl nach näherer Bestimmung der Wablordnimg. Die Wahlzctt deine' 1 bis 31. Dezember 1917. Die Verireler der Arbchlnchmer im Ausschug werden hiennil äufgesordert, Wahlvorschläge aillzuilellcu und dem unierzeichncien Vorstand spätestens bis zum 24. November 1916 ein- zureichen. Später eingehende Wabl- »orichläge sind ungültig. Für die Wahlvorsthläge gelten die ßtz 7 und 8 der Wahlordnung entsprechend, je- doch genügt sür die Wablvorichläge der Wahlberechtigten die Unlcrichrist von 3 Wahlberechtigten. Die Wahl- vorichlägc werde» von dem Vorstand nach der Neihensolge ihres Eingangs mit Ordnungsnummern verichen und können, soweit sie zugelassen find, von dcn AuSschugmilgliederu im kasseniokal während der Dicnststunden von 8 bis 1 Uhr eingesehen werden. Die Stimmabgabc ist an diese Wahl- vorschlüge gebunden. Sind aus gültigen Wahlvorschlägen im ganzen nur loviel wüblbare Be- werber benannt, wie Vrnstaiidsmit- glicdcr zu wäblen sind, so gelten sie gcmäg§ 9 der Wadlordimng als gc- wäbli. Im übrigen gellen lür die Wahtbandlnng, für die Ermittelung des Wahlergebnisses und sür die j Eriatzmänner die§§ 10— 18 dcr Wabi- ordnung entsprechend. 271/13\ Berlin, den 7. November 1916. Der Vorstand. Emil Boeske, Fritz Zinke, Vorsitzender. Schristjührer. Protest. Wir Unterzeichnete schließen uns ebenfalls Hein Protest des Genossen Eugen Ernst an. Auch wir erklären ausdrücklich, daß wir uns dem Beschluß, den„Vorwärts" zu boykottieren, nicht fügen, daß wir im Gegenteil sür die weiteste Verbreitung desselben unsere ganze Kraft einsetzen werden. ftoi wullidyl} cDtio Zö' Herrn. Siibcrschmidt, Reichstags� abgeordneter. .Heinrich Schulz. Reichstagsabg. W. Giesbott. Trijtslr. 6l. Gustav Studzies, Lichtcnbg., Knarr. Promenade 3. Beruh. Stet». Charlbg, Holtzcn- dolsstrasie 13. Heri». Rathinann. Adalbertstr. 23. HanS Dreher. Lichtenberg, Irenen. straffe 14. ktzranz Hoff, Pücklerstr. 33. Kart Schutz. Niederschönhausen, Ublandstr. 63. Paul Goldberg, Wilmersdorf, Ublandstr. 79. Karl Buhi», Höchftestr. 48. Gustav Büttner, Falkenhorst bei Glünan, Lindenstragc. Loiiis Ripdorf, Nykestr. 2. Richard Mertens, EraSmnSstr. 4. äöilh. Boritika, Neukölln, Emser straffe 38. Otto Baratt, Kottbnscr User 63. Paul Liebenow, Schillingstr. 36. »ritz Püschel. Finowstr. 30. BS. Kniitter. Waisenftr. 12. Herrn. Schultz, Trcplaiv, Graetzstr.63. Max Bernhardt, Eharloltcnbnrg, Lobmeycrstr. 22. (smil Haark, Engcluser 16. Friedrich Witzhnupk, Engcluser 19. Aug. Heitmann, KarlShor'st, Wesclcr Siraffe 2 II. Karl Wendt. Krandenzer Str. 2. Max Zeising. Dieinickendorj-Ost, Schillerpromcnade 57. Paul Schäfer, Lauscher Platz 12a. Joseph Best, Schänlcinstr. 7. Klara Couradt, Wcfffenjee, Lchder. straffe 48/49. Richard Maaser. Naugardcr Str. 6. Otto Schwanherz,,.3. Heriiiau» Schneider,„„8. Hermann Rau,„, 37. Franz Schulze, Mandclstr. 1. Karl Liebner, Kreisswalder Str. 159. Paul Abraham, Mandclstr. 1. H. Kratvutschke. Greisswald.Str. 15,3 Hugo Wandersee,„„ 153 Ztzrz. Schmiedeverg,,„ 161 Hugo Tliate,.. 163 K. Pack.„.159 E. Brnngies. ,.. 159 Oswald Leischke, Grellitr. 32. L. Leimbach, Steglitz, Trcitschkcstr.15. («. Astmann,„ Düppelstr. 7. Ad. Q-Ullk,„ Atbrcchtstr. 9. Ad. Neumann, Lichtersclde, Stein- äckerstraffe 24. K. Lehman», Lichierseldc, Hindcn- burgdamm 62. W. Grab, Lichtersclde, Hindenburg. dämm 46. A. Stahl, Steglitz, Rtngstr. 7. H. K-lex. G. Hornig.. Brandcnbg. Sir. 9. Heinrich Eunot», Fnedenau. M. Schipiman», H. Müller, Lichtersclde, Hinden- lnirgdamm 91. H. Vorm, Sieglitz, Mommscnstr. 17. I. Jost, Südcnde, Jnstcriclderstr. 40. O. Friedrich, Südende, Halskeiir.36. Albert Bergmann, LehninerStr. 2. Fr. Tzichvepc. Naunynftt. 50. F. Nclliuger, Borncmannstr. 3. Hans Hirich, Engeluser 19. Karl Millhaliu, Lichtenberg, Türr- schniidtstraffc 37. I. Do r ing. Karlshorst, Krausestr. 5 II. Otto Robst. Engeluser 20. Paul Müller, Karlshorst, Karl- Egon-Str. 9 I. Otto Kraft, Engeluser 6a. Heinr. Bartoig, Neukölln, Weichsel- straffe 68, v. III. Hermann Fritze, Zielenstr. 6b. Dr. Georg Herzfeld, Lützownscr 30. Heinrich Saucrweiu, Markgrascn- strape 13. Augiist Keufner. Hagelbergersir 20a Franz Oicffcl, Steglitzer Str. 13. Emma Eberlei». Kursürstenstr. 8. Albert Roth, Königgrätzcr«Ir. 109. Otto Rose, Hag-lbergorilr. 46. August Brandenburg, Charlotten straffe 17. Bruno Sobezyk. Fidietnstr. 42. Heinrich Baumgart, Willibald Alexis-Siraffe 19. Julius Moltz. Wilhelmstr. 21. Heinrich Köster. Miiienwaider Si.45. Paul Scheele, Katzbachstr. 30. Johannes Hegemau», Möckern straffe 81. Heinrich Zade. Wilhelmstr. 139. Fritz Marth, Prinzcnstr. 109. Franz Klein, Vellc-Allianecstr. 104. Wilhel mine Köhler. Steglitz. Wilhelm Reimes, Steglitz. Marie Güde, Sieglitz. August Schneider, Nostizstr. 60. Hugo Zaddnch. Lichlcnbcrg. Jul. Wasser, Uscdomstr. 7. Johannes Buntrock, Obcrschönc- weide. Helene Dninke, Obcrichönewcide. Simon Stttzki, 418. Bezirk. Fritz Böttcher, Luiienstr. 52. Erich Tusche, Elsasser �tr. 30. E. Bathmann, Pantstr. 77. Max Sasse», Barnimstr. 36. Fr. Thiel. Krautslr. 17. Otto Sillier, Pankow, Tiroler Slr.42. Karl Thiclicte, Schöneberg, Frege straffe 77. Martin Hirschfeld, Aorckstr. 8-la. Max Vieth, Niederichönhaulen. Frau Johanne Srcddin, Neulölln, Nogalstt. 43/44. Elsbcth KoschiiiSky, Weichselstr. 34. Robert Goldbach, Vollastr. 1. Herrn. Heysc-, Boyenstraffc. Hugo Köhler, Sd)>vedler Sir. 235. T. Bördel, Lichtenberg, Rittergut- straffe 25. Gustav Trinks, Lichtenberg. Reinhold Küter, Schöncberg, Ebers straffe 70. Albert Lazer, BerchteLgardencr- straffe 22/23. Frieda Lazer, Berchtesgadener- straff« 22/23. Moritz Kohu, Fregestr. 78. Max Gärtner. Scdaustr. 34. Otto Hoiefeld, Vorbergstr. 8. Karl Lechuer, Giogancr Str. 32. Karl Rcumann, MclseburgerStc.O. Franz Geist, Koburger Str. 12. Ehristian Franke, Meininger Sir. 9. K. Frcicsteden, Naunynstr. 85. R. Herker, Grunewaidstr. 30. Hugo Snhr, Mulqckstr. 19. M. Loihrr, Neulölln, Köllnisches User 52. August Zietz, Koppcnstr. 96. Ludwig Hodapp, Weiffensee, Wörth. stiage 6. August Schmitz, BornbolmerStr. 90. Florian Tröger. Bornhouncr Str.81. Paul Schmtdt, Schönhauler Allee 97. Frau Luiie Friedrich, Frantmrtcr Allee 354. August Pieper, Siargarder Str. 57. Paul Kröger, SickingeNstr. 57. Georg Frentzel, Emdcner Str. 17. Fra» R. 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Prmzenallee 33: Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: Äbrechnung vom III. Quartal, Vorstands- Wahlen und Stellungnahme zur Weihnachtsunterstützung. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 123/10 Der Vorstand. �Kopenhageurr Kautabak � dars nicht mehr eingejührt werden. Bester Ersatz ist Kapitän-Kopcu- Hagener feinster Qualität in denielben Gespinsten.* Erhältlich in den meisten Geschälten. C. Röder. Berlin. Grüner Weg III. sKgft. Z8KU) Hauptnicderlagc b. Uapitän-Tabakc sowie Nordbnuier u Mühlh. Kantabake. Zigarretten zu Qriginal-syabrikpreisrn. � Verkäufe Pelzgarnituren! bliesenauswahi neuer Pelzgarniluren, spottbillig I Stuntskragen I ZuchSgarniluren I OposiumftolaZ I Muffen allerlei! Betienvcrkaus I Prachttcppiche l Gar- dincnauswahl! Plüschdecken l Divan- decken! Herrengarderodel Uhren- verlaus I Schmucksachen! Leihhaus Warschauerstratze 7.* TePvtch-TbomaS. Orantenstr. 44 spottbillig jarbscbierbafte Teppiche, Gardinen. Vorwärtslesern d Prozent Exrrarabatt. K10' Geld! 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Donnerstag oder Frei- tag 12— 2 ühr, 6— 9 ükr._ veraniwortticher tftedakteui: Alfred Wielepp, Neukölln. Zur de» JnseralenteU verantw.: Tb. Glatte. Berlin. Druck u.B erlag:VorwärtI Bucbdrucicre, u. BerkagSanstaU Paul Singer Li Co, Berlin SW Nr. 309. 33. Jahrgang. 2. SeillM des Jortärts" berliner iollistlutt. Donnerstag, 9. November!916. Mn unsere Leser! Wir bitten wiederholt und dringend, uns von etwaigen Unregelmäßigkeiten in der Zustellung des „Vorwärts" ungesäumt benachrichtige» zu wollen. Verlag und Expedition des„Vorwärts". ">...............• jugendliche Raubmörder. 15 Jahre Gefängnis. Die beiden jugendlichen Raubmörder vom Maybachufer in Neukölln wurden gestern zur Aburteilung der Strafkammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Forstmann vorgeführt. Die aui Mord lautende Anklage richtet sich gegen den Arbeits- burschen Richard Klaus, der am Tage nach der Tat das 18. Lebensjahr erreichte, und desien Bruder, den 16 Jahre alten Lausburschen Otto K l a u s. Beide find ehemalige Fürsorge- zöglinge, die ihren Arbeitgebern in Parey entlausen waren und sich dann tagelang in Berlin herumgetrieben hatten. Sie haben am 25. September d. I. einer ihrer Familie Bekannten, der 53 Jahre alten Blumenhändlerin Anna R u d o lz» h i einen Besuch in ihrer Wohnung Mahbachufer 2 abgestattet und sie Plötz- sich übsrt'allen und durch Messerstiche in den Kopf und den Hals getötet. Sie haben eine Gitarre, eine Schlagziihcr, eine ganz kleine Geldsumme und eine Markttasche geraubt und haben sich dann zwei Tage lang vor der Polizei verborgen gehalten. Sie hielten sich in der Laubenkolonie„Wild-Amerika� in einer Laube, in welche sie ein- brachen und sich vor Entdeckung gesichert glaudien, auf, bis sie durch eine Frau bemerkt und durch den Dachdeckermeister Mohr fest- genommen wurden. Sie wurden nach dem Neuköllner Polizei- Präsidium gebracht. Tort gaben sie zu, die Mörder der Rudolphi zu sein. Nach ihrem ersten Geständnis war die Rudolphi gerade damit beschäftigt, sich ihr Haar zurecht zu machen, als Richard sie am Hakse packte und auf das Bett stieß. Er rief dann dem jüngeren Bruder zu, ein Messer zu holen, dieser tat es und stieß das Messer mit voller Ärast der Frau in den Nacken. Nach der Tat lausten sie sich Brot, nachdem sie die Gitarre verkauft balleii und gingen dann nach dem Laubengelände am Kotlbuser Damm wo sie in der Kolonie.Wild-Amerika�, die zwischen Fulda« und Elbesiraße in Neukölln liegt, durch das offenstehende Fenster der Laube, in welcher sie festgenommen wurden, stiegen. Richard Klaus, ein hochgeschossener, magerer, blaffer, junger Mensch, ist zweimal wegen Diebstahls, der viel kleinere Otto drei mal wegen Diebstahls und Unterschlagung vorbestraft. Beide sind, weil sie hinter die Schule gingen und stahlen, in die Erziehungs- anstall Lichtenberg gebracht worden. Auf die Frage, ob sie die Tat begangen haben, antwortete Richard ohne jede Scheu mit„Ja!' Von der Erziehungsanstalt aus sind sie nach Paretz in Stellung gegeben worden, und zwar Richard bei dem Bäckermeister Grünefeld und Otto bei dein Materialwarenbändler Griinefeld. Richard ist der dritte, Otto war der jüngste Sohn unter 7 Geschwistern; der älteste Sohn steht im Felde. Beide Angeklagte verabredeten sich, aus Paretz zu entfliehen. Sie trafen sich morgens 5 Uhr. Sie hatten zusammen 1,35 M. im Besitz, außerdem halte Richard seinem Meister zwei Brote und etwas Kuchen gestohlen. Ein Brot verkauften sie für 66 Pf. und fuhren dann mit der Bahn nach Berlin, wo sie mit 5 Pf. in der Tasche an- kamen. Hier begaben sie sich zunächst zu einer ihnen bekannten Frau Böse, die ihnen zu essen gab, ihnen aber zuredete, sich wieder nach Paretz zurückzubegeben. Dasselbe taten ihre Eltern, die sie alsdann aussuchten. Sie versprachen auch, wieder zurückzugehen, taten es aber nicht, sondern blieben weiter in Berlin und verbrachten zu- nächst die Nacht in eincin Möbelwagen. Dann nahmen sie Quartier in der Laube, in welcher sie schließlich verhaftet worden sind. Nach der weiteren Darstellung der beiden Angeklagten haben sie sich durch Aepsel genährt und sind dann zu der Rudolphi gegangen, der sie vorredeten, daß Otto bei einem Bauern sei und die Möglichkeit habe. Butter zu besorgen. Tie anwesende Schwester der Rudolphi, Maria Rudolphi. gab ihnen denn auch 2 M., die sie sehr bald ausgaben. Am 25. September vormittags gegen 11 Uhr kamen sie wieder dorthin und erzählten, daß die Butler schon angekommen sei und Maria Rudolphi fre bei ihren Eltern abholen könne. Sie atzen dann mit den beiden Schwestern Mittagbrot und warteten mit der Ausführung der Tat. bis die Maria sich entfernte, um nach ihrer Arbeitsstätte zu gehen. Auf Vorhalt erklärten sie, daß, als sie, von Hunger geplagt, da? Haus betraten, sie sich schon vorgenommen hatten, Anna Rudolphi zu töten, um Geld zu erhalten; der Gedanke soll von dem jüngeren Bruder ausgegangen sein. Angeblich hätten sie aber von dem Gedanken wieder Abstand genommen, wenn es ihnen gelungen wäre, noch einmal auf den Butlertrick Geld zu er- halten, was ihnen aber nicht gelang. Ueber die Tat selbst bekunden beide ziemlich übereinstimmend: Tie Anna R. machte sich nach dem Weggang der Maria dann in der Stube zum Ausgehen fertig, um die versprochene Butter von den Eltern Klaus' zu holen, und die beiden Brüder gingen inzwischen in die Küche. Als sie dann wieder in die Stube hineingerufcn wurden, stand sie vor denr Bett und machte sich das Haar.— Vors.: Und was geschah nun?— Richard Klaus: Otto sprang auf sie zu, packte sie erst von der Seite und dann an die Kehle. Er ließ sie aber bald wieder los und jetzt kam ich und drückte die R. mit dem Kopf auf das Bett. Dann rief ich dem Otto zu, er solle einen Gegenstand nehmen und der R.„eins geben". Otto nahm nun ein Messer und hat gleich reingestochen.— Vors.: Wie geschah das?— Otto R.: Ich traute mich nicht recht, aber Richard rief mir zu:»Stich zu, sonst sind wir verloren!" Ich habe aber erst zugestochen, als sie schon ziemlich tot war.— Vors.: Was habt Ihr darauf gemacht?— Richard St.: Wir haben der N. ein Kissen über den Kopf geworfen, damit sie ganz uins Leben käme.— Nach der Tat haben die beiden Angeklagten die Wohnung durchsucht nach Geld. Sie stahlen aus dem Gasaulomaten 1,26 M., aus venchiedenen anderen Behältern noch 1,15 M. Außerdem nahmen sie eine Reihe von Sachen mit, wie Schlafdecken, 3 Brotkarten, eine silberne Taschenuhr eine Gitarre sowie zwei Paar Stiefel. Die Gitarre sowie ein Paar Stiefel verkaufien sie und von dem Velde lebten sie bis zu ihrer Verhaftung.— Zum Schluß ihrer Ver- nehmung fragt der Vorsitzende die Angeliagleu. was sie sich denn nun über die S>rafe gedacht haben, die sie treffen würde.— Richard: Ich dachte, daß ich vielleicht 2Vz Jahre ZiichlhouS bekäme.— Vors.: Und Otto?— B l r o R.: Mein Bruder balle mir gesagt, ich bekäme höchstens IVa Jahre Gefängnis.— Rechtsanwalt Dr. D a v i d s 0 h n läßt sich durch den Angeklagten Otto N. bestäl gen, daß er viele Schundromane gelesen habe. Otto be- hauptet, daß er dieie Bücher von seinem Bruder Richard erhallen habe, der sie seinerseits von seinem Werkmeister bekommen habe. Reue zeigten die Angeklagten nicht In der Beweisousnahme gab Pastor Bier dem älteren Angeklagten im ganzen kein ungünstiges Zeugnis, wählend ihm der jüngere unshmpalhiiäier war. Beide besuchten ziemlich regelmäßig den Jünglingsvercin; Otto Klaus, der jede Gelegenheit benutzte, um Zigaretten zu rauchen, war geistig viel reger als der ältere. Auch der Lehrbcrr des Otto schilderte diesen als einen jungen Menschen, der mit dem Munde sehr schnell bei der Hand war und bei Belehrungen immer alles besser wissen wollte. Bei dem umfassenden Geständnis der Angeklagten konnte auf einen Teil der Zeugen verzichtet werden. Auch von der Erstattung eines Gutachtens des Sachverständigen Dr. Magnus Hirschfeld sah der Gerichtshof ab.— Aus Befragen des Rechtsanw. Dr. David- söhn bekundete der Vater der Angeklagten, daß deren Großvater Selbstmord begangen und die Mutter schwachsinnig gewesen sei. Auch Richard sei geistig schwach, so daß er auch nicht die Gemeindeschule, sondern nur eine Hilfsschule besuchen konnte. Nach Schluß der Beweisaufnahme beantragte Staats- an Walt Orth mann gegen beide Angeklagte die höchstzulässige Strafe: je 16 Jahre Gefängnis. Für Richard Klaus machte Justizrat S k 0 p n i I, für Otto KlauS der Rechtsanwalt Dr. D a v i d s 0 h n einige Gesichtspunkte geltend, die zu einer Herabminderung der Strafe führen könnten.— Das Gericht verurteilte»ach ganz kurzer Beratung beide Angeilagte zu je 15 Jahren Gefängnis, wobei der Vorsitzende bemerkte, daß nach Ansichr des Gc- richls der jüngere Angeklagte, Otto K., die Seele des Unternehmens gewesen ist. Ms Gcoß-Serlm. Unter der Erde. Die Arbeiten für die Untergrundbahn schreiten fort, wenn auch langsam. Der Tunnel Unter den Linden dürfte im nächsten Monat schon in Benutzung genommen werden können. Besonders schwierig gestalten sich die Arbeiten zur Untertunnelnng der Spree an der Weidendamm- Brücke und in der weiteren Umgebung. In der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße geben die Bodenverhältnisse den Technikern manche schwere Aufgabe zu lösen. Dort befindet sich nämlich ein 66 Meter langes Moorloch. Anfänglich plante man, dieses Moorloch mit einer Brücke ans Nickelstahl zu überbrücken. Auf dieser Brücke sollte der Tunnel ruhen. Dieser Plan mußte schließlich aufgegeben werden. Die Erde, Schlamm und Moor werden jetzt abgefahren, wozu eine besondere Feld- bahn und ein eigener Tunnel bis zur Spree benutzt wird. Durch eine besondere Eisenkonstruktion in Nahmen wird dort die Funda- mentierung gesichert, nachdem mittels möchtiger eiserner Spund- wände die Baugrube gegen den Seitendruck gefestigt ist.— Die Mitglieder der städtischen Tiefbaudeputalion besichtigten gestern unter Führung des Vorsitzenden den Stand der Arbeiten. Die Fortschritte am Bau des Tunnels unter der Weidendamm-Brückc und die Ar- beiten für diefen Brückenbau, der bis heule ohne Wassereinbruch weil vorgeschritten ist, zeigte Geh. Rat Krause. Dieser Bau erfolgt in drei von einander getrennten Abschnitten. Der erste Abschnitt liegt auf der Nordseite. Die Herren kletterten bis 16 Meter unter die Spreesohle in den Tunnel hinein über Leitern, Gerüste und Treppen. Dort unten sorgen starke Motore und Maschinen für Trockenhaltung. Andere werden dort zum Mischen von Beton benutzt. An der einen Stelle wurden eine Menge Eisenteile mit Sauerstoff autogen geschweißt. Arbeiterinnen dichteten die Mauern mit Teer und Lötlampen gegen Wasser. Feld- bahnen beförderten die Materialien hin und schaffteil Erde usw. heraus, während von oben die dumpf dröhnenden Geräusche der Wagen und des Stratzengetriebes deutlich zu vernehmen waren. Ueberall stößt man dort auf gewaltige fertig behauene Quadern auS festem Granit, ungeheuere Eisenbetonmauern, Fangdämme und eiserne Spundwände; Maschinen für die Entfernung des Grund- Wassers sowie des Sicker« und Regenwaffers. Der zweite Bau- abschnitt, schon angefangen, liegt auf der Südseite und der dritte, noch nicht begonnene, bildet die Mitte der Spree. Bureaukratte in der Brotkommisfio«. Wie bureaukratisch oft die Geschäfte in der Brotkommisfion ge führt werden, dafür liefert folgender Fall einen neuen Beleg. Ein junger Mann kommt von auswärts nach Berlin, um Arbeit zu suchen. Er findet solche auch. Leider aber hat er seine Abmeldung noch nicht mitgebracht. Am Freitag fängt er zu arbeiten an. Die ersten Tage hatte Mutler den jungen Mann noch mit einigen Nahrungsmitteln versehen. Am Sonntag will der Zugezogene sich polizeilich anmelden, kommt aber zu spät und holt das am Montag nach. Am Dienstag geht der Wirt, bei dem der Arbeiter wohnt, zur Brotkommiision. um für den.Brotlosen" die ihm zustehenden Karten in Empfang zu nehmen. DaS war aber nicht so leicht. Der vor- gezeigte polizeiliche Anmeldeschein genüge nicht, es müsie die Ab- Meldung vom letzten Wohnort vorgelegt werden, meinte die an- wesende Dame, die Bestimmung laute so und davon könne nicht abgegangen werden. Man bedenke, der junge Mann ist am Orte, ist polizeilich an gemeldet, er ist also da und mutz doch leben. Aber die Abmeldung vom letzten Wohnort fehlt und so lange die nicht beigebracht ist, gibt es keine Brot«, Butter- und andere Karten. Wer wohl begreift eine solche Bestimmung? Wenn nun nicht die Wirtsleute ihren Mieter von ihrem kärglichen Quantum mit durchschleppen helfen, könnte der junge Mann tatsächlich von der Luft loben. Muß das so sein und warum? Vielleicht äußert sich die zuständige Stelle über diese Anordnung._ Kartoffelmangel im Kreise Teltow. Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist die Kartoffelernte im Kreise Teltow bei den vorgenoinmenen Abschätzungen viel zu hoch ange nommen worden, so daß mit einem Mangel an Kartoffeln zu rechnen ist. Der Landrat des Kreises Teltow v. Achenbach hat auS diesem Anlaß einen Aufruf an die Landwirte seines Verwaltungs bezirkes erlassen, dem wir folgendes entnehmen;»Die Kartoffelernte des Kreises Teltow ist weniger gut ausgefallen, wie nach den Schätzungen Anfang Oktober dieses Jahres angenommen werden konnte. Der Fehlbedarf de§ Kreises an Kartoffeln ist deshalb noch bedeutend höher, als seinerzeit bei der Anmeldung des Bedarfs bei der Reichskartoffelslelle im Juli dieses Jahres übersehen werden konnte. Durch Zuweisungen von Kartoffeln aus anderen Kreisen der Provinz Brandenburg und der Monarchie kann nur in beschränktem Umfange Abhilfe geschaffen werden. Da ist es in besonderem Matze Pflicht aller Landwirie des Kreises Teltow, alle irgend entbehrlichen Kartoffeln abzuliefern. Wir müssen unbedingt die für die Bevöike- rung der zum Kreise gehörigen Voiorte Berlins noiwendigen Kar- löffeln von unserem Teile nach Möglichkeit bereitstellen. Ein jeder mutz sich willig den Einschränkungen unterwerfen, die durch die Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 14. Oktober d. I. gegeben sind. Sparsamstes Umgehen mit den Kartoffeln ist notwendig. Zur menschlichen Nahrung oder zu Fabrikkartoffeln geeignete Kar- löffeln dürien keinessalls verfüttert werden. Mit der Ablieferung der von den einzelnen Gemeinden und Gutsbezirkcn geforderten Kartoffeln ist es nicht getan. Es müssen alle Wirtschaften mit- helfen, der Not zu steuern, und es mutz alles, was nicht für den eigenen Bedarf des Besitzers, insbesondere sür Saatzwecke erforder- lich ist, zur Abgabe angeboten werden. Es kann nicht angehen, daß, wie in früheren Jahren, größere Mengen Kartoffeln zwecks späterer Auslese der Saal in den Mieten bleiben, sondern es muß die Aus- lese schon jetzt erfolgen, damit die dort vorhandenen Speisekartoffeln zur Abgabe gelangen köimen." Kleinhandelspreise für frische Seefische bester Qualität für Donnerstag, den 9. November 1916. Schellfische, kleinc ihm von Samaritern der Weh> verbunden wurden. In großer Lebensgefahr schwebten am Mittwoch die Kinder der Eheleute R. Buschke in der Köllnischenstr. 4. In deren Wohnung im ersten Stock des Vorderhauses war in Abwesenheit der Eltern Feuer ausgekommen, das an de« Möbeln schnell Nahrung gefunden hatte. Hausbewohner, die durch den Qualm aufmerksam geworden waren, drangen in die verqualmte Mahnung ein, holten die bewußtlosen Kinder, den 4jährigen-Richard Buschke und die 3jährige Käte Buschts, heraus und brachten sie in ein gegenüberliegendes Haus. Samariter der inzwischen alarmierten Feuerwehr stellten Wiederbelebungsver- suche an, die nach einiger Zeit auch Erfolg hatten. Die Flammen konnten aus ihren Herd beschränkt werden. flm den Gemeinden. Versorgung mit Winterkartoffeln in Neukölln. Der Magistral will mit:„Die Belieferung derjenigen Haus- Haltungen, lvclclis ihren Winterbednrs an Kartoffeln für die Zeil vom 20. November 1910 bis 18. März 1917 bestellt haben, wirb, wenn die Zuiuhr anhält, voraussichtlich bis Ende dieser Wocbe be- endet sein. Die mit der Zufuhr der Kartoffeln beauftragten Unter- nehmer sind angewiesen worden, nur lagerfähige Kartoffeln den Haushaltungen zu liesern. Insoweit die Unternehmer diese Be- dingungen nicht erfüllt haben, haben sie vom Magistrat Anweisung erhallen, die mangelhaften Kartoffeln umzutauschen. Dessen unge- achtet ist c-Z, insbesondere bei der diesjährigen Kartoffelernte, unvermeidlich, daß durch Fäulnis usw. ein Teil der Kartoffeln verloren geht. Jusolgedeffeii ist es notwendig, die gelieferten Kar- toffeln von Zeit zu Zeit einer Auslese zu unterziehen und nicht völlig trockene Kartoffeln sofort zu verbrauchen. Insoweit von den für den Wintcrbcdarf gelieferten Beständen genommen wird, muß der Verbraucher, um später nicht in Verlegenheit zu geraten, aus seinem jetzigen Kartoffelbe-nge aus Grund der Kartoffelkarte die Ergänzung des Bestandes bornehmen. Wir weisen wiederholt daraus hin, daß ein Ersatz für in Verlust geratene oder vorzeitig verbrauchte Kartoffeln nicht geleistet werden kann. Wir lichten da- her an unsere Bürgerschaft nochmals die Bitte, die in eigene Ner- loahrung genommenen Kartoffelbestände andauernd einer Prüfung zu unterziehen, damit durch mangelhafte Ueherwachung keine Vcr- luste enlsteheu. Die an die hiesigen Eimvohner zur Selhst- verwahrimg ausgegebeuen Kartoffeln belragen rund IVO 909 Zentner. Milchversorgung in Rnuickendorf. Eine neue Regelung erfährt die Mitchversorgnng Vom 20. No- vembcr ab. An diesem Tage verlieren die jetzt geltenden Milchkarten ihre Gültigkeit. An deren Stelle treten neue Vollmilchlarlen, die jetzt bei den B r o t k o m m i f s i o n e n zur Ausgabe gelangen. Die Ausgabe ersolgt tägliw von 8 bis 3 Uhr, und zwar, um einen An- drang zu vermeiden, für die Bezugsberechtigten mit den Aomens- anfangsbuchstabcn L.— l? am 8. November, G— K am 9. November, L— E am 10. November, S— Z am 11. November. Die zur Verausgabung gelangenden Vollmilchlarteu lauten für Kinder bis zum vollendeten 2. Lebensjahre über 1 Liter, für ältere Kinder bis zum vollendeten 4. Lebensjahre über sliäncx, tür Kinder im 5. und 6. Lebensjahre über'/e Liier. Schwangeren Frauen, die einen Nachweis darüber beibringen, daß sie sich in den letzten drei Monaten bor ihrer Entbindung befinden, erhalten Bezugskarten über 8/4 Liter täglich und Krönte auf Grund einer ärztlichen Bescheinigung auf 1li bis höchstens 1 Liter. Bei der Abholung der Bezugskarten sind bei der Brotkommission für Kinder deren Geburlsurkunden seventl. Foinilienstaminhnch) und für Kranke und Schwangere Beschetniaungen der Aerzte vier Heb- ammen vorzulegen. Die Bezugskarten berechtigen zum Bezüge von Vollmilch mir bei demjenigen Milchhändler, bei dem der Bezugs- berechtigte seinen Bedarf angemeldet hat und' bei dem er in die Kunden Ii sie eingetragen ist. Bei der Anmeldung zur Kunden- tisle hat der Milchhändler von der vorgelegten Karte den Anmelde- abschnitt abzutrennen und die Karte selbst mit seiner Firma und der Nummer seiner Kunden liste zu dersehcn. Die Anmeldung zur Kundenliste muß spätestens bis zum 11. November abends bei dem Milchhändler erfolgt sein. Spätere Anmeldungen können vom Händler nicht mehr berücksichtigt werden. Snefkaften öe? RsöQMsn. H. S. 100. 1. und 2. Nach einer Verordnung über die Familien- Unterstützung vom 21. Januar 19t ö kann die Familicmmterst.ützung nicht vcrlveigert werden, wenn das Einkommen des zum Heeresdienst Ein- gezogenen in den Orten der Tarifllaffe A 1000 M. und weniger, w de» iwrteu der Tarisllasfen G und 1) 1200 M. oder weniger betrug. Da Sie den Ort nicht angegeben haben, wissen wir nicht, zu welcher Tarisklqssc der Ort Ihres Wohnsitzes gehört.' Sie müßten sich danach erkundigen und Ihre Frau müßte dann evcntl. aus Grund dieser Verordnung Beschwerde an den Regicrunaspräsidenlen wegen Verweigerung der Kriegsunterilüyung einreichen.— Ä. H. I. 1. Nein. 2. Bei dem Amtsgericht Berlin-Mitte. 3. und 4. In, die Höhe dersetbcu läßt sich vorher nicht bestimmen. 5>. Ja. — 102. S. M. 1. Anspruch aut Witwenrente besteht, wenn die Witwe selbst invalide ist. Waisenrente wird ohne weiteres gezahlt. Die Höhe der Rente können wir nicht angeben, da wir nicht wissen, wieviel und in welcher Klasse Marlen geliebt woidcn sind. Bedingung sür den Bezug der Waisenrente ist, daß mindestens 200 Marlen geklebt sind. 2. Nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils. Die Kandidatur ist zulässig.— C. L. 1000. Dagegen ist in Rücksicht ans die Kriegs, zeit jetzt nichts zu machen.— C. 31. 15. Die Unterstützung wird deshalb nicht erhöht. O. W. 100. Sie sind als dauernd untauglich erachtet und unterstehen nicht der militärischen Kontrolle: müßten sich aber auf persönliche Order stellen.— B. H. 34. Sie haben keinen Anspruch aus Lohn sür den ranzen Tag, wenn Sie sich mit dem zeilweisen Aussetzen einverstanden er- klären. Sie können Kündigung und Beschäftigung dezw. Lohn bis zum Ablauf der Küudigungszeit verlangen.— F. I. 71. Sic sind bei der tetzten Musterung als arbeitsverweiidungsfähtg erkannt worden, können aha als Arbeitssoldat eingezogen werden. Die letzte Musterung ist maßgebend. — L. P. 105. Das Gewerbegcricht bat mit der Sache nichts zu tun. Die Klage wäre beim Amtsgericht zuständig. Eine Klage erscheint aber auch wenig aussichtsvoll, da für den geringen Arbeitslohn eine tadellose Anjcrtigung kaum verlangt werden kann.— G. P.. Marienfelde. Nein. — Tanzig 1907. 1. Diebstahl gibt es in der Ehe nicht, der Strasantrag ist daher gegenstandslos. Neberhaüvt war die Frau zur Mitnahme ihrer Sachen berechtigt. 2. Die Klage Könnte nur die Schwiegermutter erheben. —<£•. M. Die Anmeldung zur Schlachtung muß denn dortigen lAemciude« vorsteber ersolgcn. Für Ihren Verbrauch kann das Schwein nicht geschlachtet werden, Sie müßten es sechs Wochen vor der Schlachtung selbst gesüttert haben.— R. G. 08. Sic hasten als Erben für die Miete bis zmn 1. April. Der Wirt kann Befriedigung suchen durch Pfändung in dem Nachlaß der Mutter. Soweit er daraus nicht befriedigt wird, sind«ie und Ihr Bruder zur Zablung vervflicbtet. Sie müssen aber außerdem den Per- trag zum 1. April kündigen.— M. D. L5. Sie müssen den Eigentümer des Pfandes durch eingeschriebenen Brief den Verlaus androhen. Nach Ab- Inni eines Monats können Sie dos Pfand öffentlich versteigern lassen.— 999.(£■• B. 1. Ja. 2. Wenn das Vergehen jetzt erst bekannt wurde, ja. 3. Nur wenn das Kind körperlich nicht bcsghigt ist, durch Ettverbsarbcit seinen Unterhalt selbst zu verdienen. Dirolrtron: ölax Reinhardt. Ueutiücbes Theater. 7 Uhr, neueinstudiert: yiinnu vo« Barnhelm. Eroitag 7'/3 Uhr:»oldlateti. Kattun erspiele. 8 Uhr: Jonathans Töchter. Freitag: Gespenstersonate. Volksbühne. Theater a. Billowpl. ti'U Uhr: Das Wiatcrmäroiien. Freitag: Das Wintermärchcn. 'Theater i, d. Königgraizerstr. Dir. Meinharti-Beniauer. 8 Uhr: Erdgeist. K©m©ciie�Sisy$ 8 Uhr; I>cr 7. Tag. Besiiflsiar Tt�sSesr 8 Uhr: Auf Flügein des Gesanges. Ssssüig-Theater. Direktion: Victor Bamorvsky. 8U.; Siäe beiden Ktlngsberg. Freitag: Peer Gyn!. Sonnabend, Sonntag: Die beiden Klingsberg. Bentsclijünstler-Thsater. Allabendlich 8 Uhr: Uäoral. UÜSüm Taubenstr. 48/49. 8 Uhr; Kapitänlentnant van Bebber: Skagcrrak. Unsere Hochseofiotte im Weitkrieg. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Wilh. Bemdt: /Darwins Kehre S. Theater am Doimerstag', 9. November. Metropol-Theater s uhr: Die Gsardasfßfslin. Sonntag 3 Uhr: Oie Kaiserin. Neues Operettenhaus Deutsches Opernhaus, Charlotteub. s uhr: Mignon. Friednch-Wiihelmstädt. Thealer 8 uhr: Das Drsimäderlliaus. Gebr. Mermfetö-Theater S'l4 Uhr: Villa Psehesina. Kleines Theater 8 uhr: Henriette Jaccby. Komische Oper 8'/. uhr: Die schöne Kubanerin. Lustspielhaus 8-/4u.: Ber sellne Balduin Thalia-Theater 8-/. u.: ßlonümeiien. Trianoa-Theater 8'/, u.:..... als Gast. Kassentelephon: Norden 281. s uhr: DerSöidat der Marie, Utesidcnz-Theuter 8 Uhr: Zum. ersten Mule: Die Warschauer Zltadsüe. Schiüer-Theater O s uhr: Glaube und Heiniat, Schliier-Th. CharSottenb. s uhr: Iü BehaMluiifj. Theater am Vollendortpl. 3V4 U.: Lied v. d. Glocke, Wallcnsl. Lag. ti'l, Uhr: Klaue Jnngcn». T'.eater des Westens s m-r: oie Fahrt ins Glück mit Guido Tbieisoher. o'/j Uhr; Wallensteins Tod. Ctrcus l Tägl. 8, Sonnab. u. Slgs. JffzU AK das geheimnisvolle psychologische 3 ckil-ö UM droMg.Spiel-n\ sowie alle übrigen Nummern.| ||! Die ersolgr. Märchen» ttj jC Pcunt-Ppantomime ßzij i|2 Die Oeierprinzess!!!. S l RosesTlieater. Bei ausgchabincm Abonnement: UiliZ VergelUmg. Walhalla-Theater. 8 Uhr: Seemamisiiebclien. Tägh 8 Uhr. Sonnt. S'/.u. b Uhr. Otto oder Otto? Operette m. Else Ccttichcr, Adels Sandrock, Ingo Brandt usw. Ferner: feteidl und die neuen Novemb.-Spezi alitäten.■ Passen- Theater. Täglich 81/, Uhr: Ein unnatürl. Sohn Sagen wir— die Hälite mit Leonhard Haskel. Tolg-t-TIaeatep. Badstr. 58. Eadstr. 58. Täglich: Dmmß. Kassener öffnung 7 Uhr, Ansang 8 Uhr. ertjuer Xo»?NldM5. 82. /sÄlumerLtr. C&sino-ThesktQv*: Lothringer Str. 37. Täglich 81/, Uhr j Nur noch kurze Zeit der Berliner Posjei!->schlager! Meine gute Olle Vorher das neue diovernberprogratiin, u. a. Karl Groth als Feucrwehrhornist. Sonntag 1 Uhr: Vaterne Vkunderkur Neuis- ErsLsS Berliner EiösaaertMiieiüv-Orehester Leiter: Komponist Frz. v. Bion. Anfang 8 Ubr. Eintritt 30 Pf. Anfang 8 Uhr. Morgen: CJroßöS Konzert, Toranstaltot vom Verein ehemaliger Kameraden des Grenadier- Regiments Prinz Karl von Preußen(2. Brandenburgisches) Nr. 1*2. � ymiralspalast. 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