Ar. NO. 33. Jahrg. Ndonnementt-Keckingunzen: Ckonnemenls» Brei- pränumerando Lierleljährl. 3,90 Mk, tncnolL 13 Ml, «öchenlliS 30 Psg, frei mZ Hauä. Einzelne Nummer ö Plg, vonntagi- Nummer mil illusirierler öonmagS- Keilage.Die Neue Well" 10 Pfg, Posi- Kbonnemcnl! 1,30 Mar! pro Mona!. EiNflerrageo in die Poll. ZeiMngS- Lreislnle. Umer Kreuzband lür Deuiichland und Oeslerreich- Ungarn Z£0 Mar!, für das übrige Ausland i Marl pro Monat Posiabonnemenit nehmen an Belgien, Dänemarl, lpolland, Jlalien, Luxemburg, Poriugal, Rumänien. Schweden und die Schweis, erlcheiiil lsgllch. Vevlinev DolkSblntk. � 5 Pfennig) Die Intertions'Gcbüljr beträgt für die sechSgcfpalienc Kasanel- (eile oder deren Raum 00 Psg,, für oliiischc und gewerlschafiliche Lereini- und VcrsannnlungS- Anzeigen 30 Pfg, „Meine JJnocigen", das lcligedruclie Wort 20 Pfg.(zulässig 2 feitgedruckie Worlc), jedcS wcilere Won 10 Psg. Kiellengesuche und Echlafilellenan» zeigen das erfie Wort 10 Pfg.. jedes wcuere Wort S Pfg. 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Roch einmal erlebte man in Gedanken jene furchtbar unvergeßlichen Julitage des Jahres 191t: das der- wickelt ausgeregte Spiel der diplomatischen Minen und Gegen- nünen, die rasende Arbeit der Telegraphen, die neuesten Zeitungen mit zollhohen Buchstaben, die vor Spannung fast besinnungslos gewordenen Massen auf Straßen und Plätzen aller Haupt- städte Europas. Am 30. Juli 1914 nachmittags. Ter Potsdamer Platz in Berlin schwarz von Menschen. Durch die Massen geht ein Getuschcl und Geraun:„Die Mobilmachung ist angeordnet." Viele wollen es nicht glauben. Da— da kommt ein Auto angerattert, ein junger Mensch wirst Extrablätter des„Berl. Lokalanzeiger" in die Menge:„Sc. Majestät der Kaiser hat die Mobilmachung der gesamten Land- und Seestreit- kräfte angeordnet."— Hurra I Die Nachricht war falsch! Schutzleute rennen durch die Straßen, um das schicksalschwere Blatt zu konfiszieren. Einer Depesche nach Petersburg, die den angeblichen Befehl des Kaisers meldet, jagt eine andere nach, die die erste dementiert. Deutschland hatte noch' nicht mobil gemacht. Aber über Nacht machte Rußland mobil. Man hatte— mit einem Schein von'Recht— gesagt, Mobilmachung sei noch nicht Krieg. Noch hätte alles gerettet werden können,' wenn nicht Deutschland unter Kriegsdrohung die Zurücknahme der rufst- schen Mobilmachung verlangt hätte. Aber der Reichskanzler präsentiert eine allgemeine Anweisung des Zaren aus dem Jahre 1912(1):„Allerhöchst ist befohlen, daß die Ankündigung der Mobilisation zugleich die Verkündung des Krieges gegen Deutschland ist...!" So fing es an! Wann wird eS enden? Wenn alle Völker Europas so denken werden, wie das deutsche Volk heute schon in seiner großen Masse denkt. Frieden um jeden Preis— nein! Aber Krieg, ewiger Krieg uni Eroberungen — noch weniger! Eine Niederlage, Zerstückelung des Landes, Hungertnechtschaft im Joch des Siegers— niemals! Aber einen Frieden der Verständigung, der allen Völkern, großen und kleinen, das Recht auf sich selber gibt— lieber heute als morgen! So denken heute von hundert Deutschen neunundneunzig, und wenn die anderen Völker erst ebenso denken werden, dann wird der Friede kommen. Vielleicht ist die gestrige Rede des Reichskanzlers ein Schritt zu dem ersehnten Ziel! Was die deutsche Regierung will, ist jetzt ziemlich klar. Was französisch ist, soll französisch, was belgisch i st, soll belgisch, was deutsch ist, soll deutsch bleiben. Das hat der Reichskanzler gestern, mit anderen Worten als Scheidemann, aber nicht weniger deutlich gesagt. Polen soll frei von Rußland werden und sich an die Zentralmächte„anlehnen". Dem Gedanken der internationalen Schiedsgerichte, wie ihn Wilson und Grey ausgeführt haben, stimmt der Kanzler zu, und er findet in seiner Zustimmung so starke Töne der Ueber- zeugung, daß man an seiner Aufrichtigkeit nicht zweifeln kann. „Schlichtung aller internationalen Streitigkeiten auf schiedsgerichtlichem Wege," heißt es im sozialdemokra- tischen Parteiprogramm von 1891. Man lese nach, was ein deutscher Reichskanzler 23 Jahre später zur Be- gründung dieser sozialdemokratischen Forderung ausgeführt hat, die noch vor zwei Jahren als krasse Utopie galt. Trauriger Triumph! Die Völker mußten erst durch die Schule des Grauens gehen, bevor die Staatsmänner aller Länder— Grey wie Bethmann— lernten, sich für eine sozialdemokra- tische Forderung zu begeistern. Aber, wenn die Regierungen in der Absicht einig sind, künftige Kriege durch Verständigung und Schiedsgerichte zu vermeiden, warum gilt diese Absicht nicht schon für diesen Krieg? Schon zu Greys Presserede haben ivir es gesagt: Für den ewigen Frieden ist der ewige Krieg die schlechteste Einleitung. Führte dieses Völkergemetzel wirklich zu dem erstrebten Ziel, eine der beiden ungeheuren Koalitionen zu zer- schmettern� und in den Staub zu werfen— wer zweifelt daran, daß der Besiegte dann nur noch daran denken würde, sich zu erheben und Vergeltung zu üben? Der Frieden, der die Gewähr der Tauer in sich trägt, der in dem Willen ge- schlössen wird, künftige Kriege durch Verständigung und Schiedsgerichte zu vermeiden, kann nicht von einem Sieger dem Beilegten diktiert, er kann nur von zwei Gegnern ge- schlössen werden, die ihre Ebenbürtigkeit und ihre Unüber- windlichkeit gegenseitig anerkennen� Mach glaubt man jenseits der Schützengräben nicht an die Unüberwindlichkeit Deutschlands. Und diejenigen haben sehr unrecht, die diese Quelle endloser Kriegsverlängerung ge- flissentlich übersehen. Solange die Franzosen glauben, es be- dürfe nur noch einer kleinen kurzen Anstrengung, um die Trikolore auf dem Münster von Straßburg wehen zu lassen. solange das offizielle Rußland den Traum von Konstantinopel weiterträumt, solange kann es keinen Frieden geben. Dennoch darf man hoffen, daß die Rede des Reichs- kanzlers dazu beitragen wird, die Wolke des feindlichen Miß- tvauens zu zerstreuen und die Völker im Westen klarer blicken zu lassen. Nichts von Belgien! Nichts von Frankreich! Be- reitwilligkeit, sich in ein©wtem der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit einzuordnen! Mögen die Gegner annehmen, es handle sich nicht um einen freiwilligen Verzicht, sondern um eine durch ihre Waffengewalt erzwungene Nachgiebig- keit,— an der Sache selbst ändert das nichts. Auf alle Fälle bestätigt es sich, daß die Völker des Westens einen Frieden der vollen nationalen Selbsterhaltung heute schon haben können, wenn sie ihn wollen. Was werden die Sozialisten Frankreichs dazu sagen? Ihr Volk-blutet, wie das unsere, aus tausend Wun- den— und noch soll kein Ende sein!? Wird einem neutralen Friedensvermittler auch jetzt noch die Türe gewiesen werden? Wird Lloyd George weiter Reden halten, wie sie kern deutscher Staats- mann halten konnte, ohne trotz Zensur und Belagerungs- zustand vom Unwillen des Volks weggefegt zu werden? Und wird der Russe Stürmer noch immer sagen, er sei einig mit Grey in der Absicht— nicht internationale Schiedsgerichte einzuführen, sondern den deutschen Militarismus zu ver- Nichten? Rußland vernichtet den deutschen Mili- tarismus! Von drüben wird man uns zurufen:„Wer Polen!" Polens Schicksal wird auf der Friedenskonferenz der Zukunft endgültig geregelt werden wie hundert andere Fragen auch, die mit Gewalt nicht gelöst werden konnten. Und Engländer und Franzosen werden nicht weiter bluten wollen, damit Polen russisch bleibt, damit Konstantinopel russisch wird! In der Rede des Reichskanzler hört man die Schwingen der Zukunft rauschen, die uns das Ende dieser Schrecken bringt. Wir denken alle nur noch an diesen Tag! Den Tag, an dem die Glocken läuten werden— fremde Menschen werden einander auf der Straße umarmen, Gatten werden ihre Frauen, Väter ihre groß gewordenen Kinder nach langer, bitterer Trennung wieder in die Arme(chließen. Wir werden noch einmal um die weinen, die nicht wiederkehren, und dann aufrecht an die große Arbeit gehnl Sethmanns Antwort auf Greps Rede. Berlni, 6. Noveuiber.(SB. T.®.) In der heutigen Sitzung deSHauplausicdusieS deS Reichstags ergriff der ReichSlanzIcr Dr. v. Bethmann Hollweg das Wort zu nachstehenden Ausführungen: Meine Herren! Der Gang der ReichstagSvcrhandlungen hat eS mir nicht ermöglicht, noch ini Plenum das Wort zu Aussührungen allgemeiner politischer Art zu ergreifen. Ich glaube ober der Be- deulung, ivelche ich auf diese Ausführungen lege, vollkommen gerecht zu lvetdeu, wenn ich sie vor dem Forum deS HauplauSschusses mache, und habe deshalb Ihren Herrn Vorsitzenden um die Anberaumung der heuligen Sitzung gebeten. Meine Herren! Der Kern der eingehenden Besprechungen, welche hier im Hauptansschutz in allen vergangenen Wochen geführt worden sind, ist schliehlich immer die Frage nach dem Fortgang und der Beendigung des Krieges geweien. Bei unseren Feinden ist in der Regel nur von der Forlsetzung de« Krieges die Rede. Auch Lord G r e y hat davon in seiner Tischrede vor dem Auslandspresse- verein gesprochen. Der englische Minister hat dabei ein Wort aus- gesprochen, daö festgehalten zu werden verdient. Er sagte, man könne nicht oft genug auf den Ursprung des Krieges zurückkommen, denn dieser Ursprung sei von Einfluß auf die Friede nSbedingun gen. Wenn es wahr wäre, daß der Krieg Deutschland aufgezwungen sei, dann sei eS nur logisch, wenn Denlschland Sicherheilen gegen einen künf- tigey Angriff verlange. Das ist ein immerhin bemerkenswertes Ein- geständni«. Natürlich folgt alsbald die Behauplung, das Gegenteil der deutschen Darstellung von den Ursachen des Krieges sei richtig, nicht Deutschland sei der Krieg aufgezwungen worden, sondern Deutscbland habe Europa de» Krieg aufgenötigt. Bei der grund- legenden Wichtigkeit, die Lord Grey neuerdings dieser Frage auch für die Friedenöbedmgungen wieder beimißt und die wir ihr immer beigemeffen haben, bin ich genötigt, den Tatbestand wieder einmal festzustellen und die Nebel zu zerstreuen, mit denen unsere Gegner den Sachverhalt zu verschleiern suchen. Ihnen gegenüber, meine Herren, kann ich dabei allerdings nur Bekanntes wiederholen. Der Akt, der den Krieg unvermeidlich machte, war die russische Gcncralmobilmachung, die in der Nacht vom 30. auf den 81. Juli 1914 angeordnet wurde. Nußland, England, Frankreich— die ganze Welt wußte, daß dieser Schritt uns ein längeres Zuwarten unmöglich machen mußte, daß dieser Schritt gleichbedeutend mit der Kriegserklärung war. In der ganzen Welt, auch in England, beginnt man sich über die der- hängnisvolle Bedeutung der russischen Mobilmachung klar zu werden. Die Wahrheit bricht sich Bahn. Ein englischer Gelehrter von Welt- ruf hat vor einiger Zeit geschrieben:.Viele Leute würden anders über das Kriegsende denken, wenn sie über den Kriegsanfang besser Bescheid wüßten, besonders über den Tatbestand der �ljsischen Mobilmachung." Kein Wunder, wenn Lord Grey bei seiner neuen Rede an der russischen Mobilmachung nicht vorbeigehen konnte. Er sah sich ge- zwungen, von der russischen Mobilmachung zu sprechen. Er konnte nicht mehr bestreiten, daß die russische Mobilmachung der deutschen und der österreichischen Mobilmachung vorausging. Aber da er die Swuld am Kriege von der Entente abwälzen will, macht er den gewagten Versuch, durch eine ganz neue Lesart die russische Mobilmachung als das Werk Deutsch- lands hinzu st ellen. Lord Grey hat ausgeführt: Rußland hat erst mobil gemacht, nachdem in Deutschland ein Bericht erschienen war, daß Deutschland die Mobilmachung befohlen habe, und nachdem dieser Bericht nach Petersburg telegraphiert worden war. Unter Hinweis auf die an-. gebliche Fälschung der Emser Depesche von 1370 fügte er hinzu. daß in dem von uns gewählten Augenblick ein Manöver gemacht worden sei. um ein anderes Land zu einer VerleidigungSmaßnahme zu provozieren, und daß dann diese Vertcidigungsmatznahme von unS mit einem Ultimatum beantwortet worden sei, das den Krieg unvermeidlich gemacht habe. Es hat 2l/4 Fahre gedauert, bis Lord Grey auf diese ebenso neue wie objektiv falsche LeSart der Kriegsursache gekommen ist. Der Vorgang, auf den er anspielt, ist bekannt. Das Dokument, das seiner Beweisführung zugrunde liegt, ist ein Extrablatt des„Berliner Lokal-AnzcigcrS". Die Herren erinnern sich vielleicht, daß am Donnerstag, den 30. Juli 1914, in den frühen Nachmiitagsstundcn der„Lolal- Anzeiger" in Form eines Extrablattes die Falschmeldung ausgab, daß Seine Majesiät der Kaiser die Mobilmachung befohlen habe. Die Herren wissen auch, daß auf der Stelle der Verkauf dieses Extra- blaltes polizeilich verhindert und die vorhandenen Exemplare beschlag- nahmt worden sind. Ich kann außerdem feststellen, daß der Staats- Ickretär des Auswärtigen Amis alsbald de» russischen Botschastcr und gleichzeiiig auch alle übrigen Botschafter telephonisch davon unter- richtete, daß die vom„Lokal-Anzciger" ausgegebene Nachricht falsch sei. Ebenso wurde die Botschast alsbald von der Redaktion deS „Lokal-AnzeigerS" unterrichtet, daß ein Versehen vorlag. Ich kann weiter feststellen, daß der russische Botschafter zwar sofort nach Ausgabe des Extrablattes eine chiffrierte Meldung nach Petersburg telegraphiert hatte, die nach dem russischen Orangebuch lautete:.Ich erfahre, daß die Mobil« machungsorder für das deutsche Landhcer und die deutsche Flotte soeben verkündigt worden ist"; daß aber diesem Telegramm nach der telephonischcn Aufklärung durch den Staatssekretär v. Jagow ein zweites in offener Sprache folgte, das lauiclc: »Ich bitte mein letztes Telegramm als nichtig zu betrachten. Auf- klärung folgt." Wenige Minuten darauf sandle der russische Bot- schafter in chiffrierter Sprache ein drittes Telegramm, das nach dem russischen Orangebuch besagte, der Minister deS Auswärtigen habe ihm soeben in diesem Augenblick telcphsniert, daß die Nachricht von der Mobilmachung des Heeres und der Flotte falsch ist, und daß die betreffenden Extrablätter beschlagnahmt worden seien. DaS sofortige Eingreifen de? Staatssekretärs von Jagow zur Richiiastellung der falschen Meldung— ein Eingreifen, das in dem offiziellen russischen Orangebuch in dem Telegramm des Botschafters Sivjcrbejew bestätigt wird, widerlegt allein schon die Behauptung Lord Greys, daß wir Rußland absichtlich hätten täuschen wollen, um eS zur Mobilmachung zu veranlassen. Ich kann aber auch feststellen, daß nach den Erhebungen der Kaiserlichen Postverwaltung über die Abgangszeiten der drei Telegramme des russischen Botschafters diese nahezu gleichzeitig in Petersburg angekommen sein müssen. Die russische Regierung kann sich also nur einen kurzen Augenblick in dem irrigen Glauben befunden haben, daß in Deutschland die all- gemeine Mobilmachung angeordnet worden sei. Jedenfalls war die Richtigstellung der Falschmeldung bereits erfolgt, ehr die russische Regierunff ihrerseits die allgemeine Mobilmachung anordnete. Meine Herren! Wir haben kein Tribunal zu scheuen! Ich kann weiter feststellen, daß die neue LeSart ausschließlich von Lord Grey aufgebracht wird. Die russische Regierung selbst, die doch am besten über die Gründe ihrer Mobilmachung unterrichtet sein mußte, ist niemals auf den Gedanken gekommen, sich für ihren verhängnisvollen Schritt auf das Extrablatt des.Lokal-Auzeigers" zu berufen. Lord Grey wird, wie ich annehme, den Zaren als Zeugen nicht ablehnen wollen. Der Zar hat noch am Freitag, den 31. Juli, 2 Uhr nachmittags, als die MobilmachungZ- vrder an die sännlichen russischen Slrcilkräste bereits ergangen war, an Seine Majestät den Kaiser auf dessen lctzlen Friedensappell telegraphiert:„Es ist technisch unmöglich, unsere militärischen Bor- bereit,«igen einzustellen, die durch Oesterreich. Ungarns Mobilisierung nolwendig geworden sind.-— Kein Wort vom.Lokal-Anzeiger". lein Wort von einer deutschen Mo» bilmachung! Nur beiläufig erinnere ich daran, dah auch der Hinweis des Zaren auf die angebliche Mobilisierung Oesterreich-UngarnS keinen Grund für die russische allgemeine Mobilmachung abgeben konnte. Oesterreich-Ungarn halte zu der Stunde, als die allgemeine Mobilmachung in Rustland angeordnet wurde, lediglich acht Armee- korps angesichts des Konflikts mit Serbien auf KriegSfust gesetzt und Rutzland hatte diese Maßnahme bereits am 29. Juli mit der Mobil- machung von 13 Armeekorps beantwortet. Seit dem 29. Juli waren von österreichisch-ungarischer Seite keine weiteren militäriichen Maß- nahmen ergriffen worden, die Rußland irgend eine Veranlassung zu der der Kriegserklärung gleichkominenden allgemeinen Mobilmachung hätten Veranlassung geben können. Erst nachdem die allgemeine Mobilmachung in Rußland erfolgt war, ist Ocsterreich-llngarn— am Vormittag des 31. Juli— auch seinerseits zur allgemeinen Mobilmachung übergegangen. Wir unsererseits haben selbst dann noch Langmut und Geduld geübt bis zur äußersten Grenze der Rücksicht auf unsere eigene Existenz und der Verpflichtung gegenüber unserem Bundesgenossen. Wir hätten ja schon am 29. Juli, als Rußland gegen Oesterreich mobillsierte, auch unsererseits mobilisieren können. Der Wortlaut unseres Bündnisses mit Oesterreich-Ungarn war bekannt. Niemand hätte unsere Mobilisation als eine aggressive bezeichnen können. Wir haben es nicht getan. Aber auch auf die Nachricht von der russischen allgemeinen Mobilmachung haben wir zunächst nur mit der Verkündung des Zu st an des der drohenden Kriegsgefahr geantwortet, die noch nicht Mobilmachung bedeutet. Wir haben das der Russischen gtegierung milgetellt und hinzugefügt, daß die Mobilmachung folgen müsse, falls nicht Rußland binnen zwölf Stunden jede Kriegsmaßnahme gegen uns und Oesterreich- Ungarn einstelle und uns hierüber bestimmte Erklärung ab- gebe. Wir haben damit Rußland, selbst als das Schicksal des Krieges durch seine Schuld bereits unabwendbar schien, noch ein- mal eine Frist gegeben, sich zu besinnen und im letzten Augenblick den Weltfrieden noch zu retten. Wir haben auch Rußlands Ver- bündeten und Freunden durch diesen Aufschub im letzten Augenblick noch einmal die weltgeschichtliche Möglichkeit gegeben, auf Rußland zugunsten des Friedens einzuwirken. Es war u m s o n st. Rußland ließ uns ohne Antwort. England verharrte gegenüber Rußland in Schweigen. Frankreich leugnete durch den Mund seines Ministerpräsidenten gegenüber unserem Botschafter noch am Abend des 31. Juli die Talsache der russischen Mobilisierung einfach ab und verfügte seine eigene Mobil- machung einige Stunden früher, als wir unsererseits zur Mobil- machung schritten. Waö übrigens den angeblich defensiven Charakter der russischen Gesamlmobilmachung betrifft, so will ich hier ausdrücklich feststellen. daß bei Ausbruch des Krieges 1914 noch eine im Jahre 1912 erlassene allgemeine Anweisung der russischen Regierung für den Mobilmachungsfall in Kraft war, die wörtlich folgende Stelle enthält � „Al�rhochst ist befohlen, daß die Verkündung der Mo- bilisatio» zugleich die Verkündung des Krieges gegen Deutschland i st.* Gegen Deutschland, m. H.! 1912 gegen Deutschland! Es ist unerfindlich, wie angesichts dieses aktenmäßigen Tat- beftandeS Lord Grey der Welt und seinem eigenen Lande mit der Geschichte von dem Manöver kommen kann, mit dem wir dem friedfertigen Russen die Mobilmachung gegen seinen Willen durch plumpe Täuschung über unsere eigenen Maßnahmen entlockt hätten! Nein, m. H., die Wahrheit ist: Nie und nimmer hätte Rußland den Entschluß zu dem verhängnisvollen Schritt gefaßt, wenn eS nicht von der Themse her durch Handlungen und Unterlaffungen zu diesem Schritt ermutigt worden wäre. Ich erinnere an die Sachlage zu der Stunde, als Rußland den Befehl der allgemeinen Mobilmachung erließ. Bekannt ist die Instruktion, die ich am 30. Juli an unseren Botschafter nach Wien gegeben habe. In dieser Instruktion habe ich der Oesterreichisch-Ungarischen Regierung eine unmittelbare Verständigung mit Ruhland drin- gend nahegelegt und ausdrücklich ausgesprochen, daß Deutschland nicht wünsche, durch Nichtbeachtung unserer Ratschläge in einen Weltbrand hinein- gezogen zu werden. Lord Grey weiß auch genau, daß ich einen von ihm unserem Botschafter am 29. Juli gemachten Ver- mittelungSvorschlag, der mir al» eine geeignete Grundlage für die Erhaltung deS Friedens schien, mit der entschiedendsten vesür- wortung nach Wien weitergegeben habe. Ich habe damals nach Wien telegraphiert: .Falls die österreichisch-ungarische Regierung jede vermitt- lung ablehnt, stehen wir vor einer Konflagralion, bei der Eng. laiid gegen nnS, Italien und Rumänien allen Anzeichen»ach nicht mit uns gehen würden, so daß wir mit Oesterreich-Ungarn drei Großmächten gegenüber- stünden. Deutschland würde infolge der Gegnerschaft Eng- landS das Hauptgewicht des Kampfes zufallen.* Das politische Prestige Oesterreich- Ungarns, die Waffenehre seiner Armee sowie seine berechtigten Ansprüche gegen Serbien könnten durch die Besetzung Belgrads oder anderer Plätze hinreichend gewahrt werden. Wir müssen daher dem Wiener Kabinett dringend und nachdrücklich zur Erwägung geben, die Vermittelung zu den an- gebotenen Bedingungen anzunehmen. Die Verantwortung für die sonst eintretenden Folgen wäre für Oesterreich-Ungarn und uns eine ungemein schwere. Die österreisch- ungarische Regierung ent- sprach unseren eindringlichen Vor st ellungen, in- den, sie ihrem Botschafter in Berlin folgende Weisung gab: .Ich ersuche Eure Exzellenz, dem Staatssekretär von Jagow für die uns durch Herrn v. Tfchirschky gemachten Mitteilungen verbindlichst zu danken und ihm zu erklären, daß wir trotz der Aenderung, die in der Situation seither durch die Mobilisierung Rußlands eingetreten sei, g e r n b e r e i t seien, dem Bor- schlage Sir Edward GrehS, zwischen un» und Serbien zu vermitteln, näherzutreten. Die B o r a u S s e tz u n g en uns ere r Ann a hm e seien jedoch natürlich, daß unsere militärische Aktion gegen Serbien ein st weilen ihren Fortgang nehme und daß da» englische Kabinett die russische Re- gierung bewege, die gegen un» gerichtete russische Mobilisierung zum Still st and zu bringen, in welchem Falle selbstverständlich auch wir die uns durch dieselbe aufgezwungenen defensiven militärischen Gegenmaß. regeln in Galizien sofort wieder rückgängig machen würden.' Dem stelle ich folgende Schritte Lord Grey» gegenüber: Am 27. Juli 1914 gab er auf die Bemerkung de« russischen Bot- schafterS in London, in deutschen und österreich'sch-ungariichen Kreisen bestehe der Eindruck, daß England ruhig bleiben werde, die Antwort: .Dieier Eindruck wird durch die Befehle beseitigt, die wir der ersten Flotte gegeben haben.' Am 29. Juli gab Grey von feiner oertroulichen Warnung an unseren Botschafter in London, daß Deutschland aus rasche Entschlüsse Eng. land», d. b. seine Teilnahme am Kriege gegen unS ge- saßt sein müffe, sofort dem französischen Botschafter Kenntnis. Konnte Lord Grey annehmen, daß eine solche Eröffnung an den sranzösiichen Botschafter dem Frieden dienen wüide? Mußte der f ranzose diese Eröffnung nicht als Zusage der Woffenhilse für den ricgsfall ansehen? Mußte Frankreich dadurch nicht ermutigt werden, Rußland die seit Tagen dringend verlangte Zusage der unbedingten Kriegsgefolgschaft zu geben? Und mußte Rußland nicht durch die Sicherheit der englischen und französischen BundeSgenoffenschaft in seiner Kriegs- absichl aufs äußeiste bestärkt werden? Die russische Antwort aus da» Morgengeipräch deS Lord Grey ließ in der Tat nicht auf si» warten. Am Abend desselben TageS, des 29. Juli, beauslraote Herr Sasonow den russischen Botschafter in Paris, der französischen Regierung die aufrichtige Dankbarkeit für die ihm von den, sranzösiichen Botschafter gemachte Erklärung auszusprechen, daß Rußland voll und ganz auf die Unterstützung des verbündeten Frankreich rechnen könne. Also Rußland stand i» der Nacht vom 30. zum 81. Juli vor der Tatsache der durch unsere Einwirkung herbeigeführten Nach- giebigkeitOesterreich-UngarnS, die den Weg zur Er- Haltung de» Friedens freimachte; es stand gleichzeitig vor der durch die Eröffnung Lord Grey« a» Herrn Cambon gewährleisteten Sicher- beit der englischen und französischen Waffcnhilfe, eine Sicherheit, die ihm überhaupt erst die Möglichkeit des Krieges gab. ES wählte die Mobilmachung und damit den Krieg. Wer ist nun schuld an dieser schicksalsschweren Entscheidung? Wir, die wir dem Wiener Kabinett mit Nachdruck die äußerste Nachgiebigkeit und die Annahme eines englischen Vermittelungs« Vorschlags empfahlen? Oder das britische Kabinett, das Frankreich und Nußland in der kritischen Stunde seine Waffenhilfe in Aussicht stellte? Lord Grey hat von diesen entscheidenden Dingen nicht ge- sprachen, dafür aber die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf Neben- fachen abgelenkt. Das Haager Schiedsgericht, da» der Zar anbot, klingt ja Sußeilich sehr bedeutungsvoll. Aber eS wurde angeboten, als bereit» die russischen Truppen gegen uns in Bewegung gesetzt waren. Seinen eigenen Kon- ferenzvorschlag— ich habe das wiederholt im Reichstag ausgesührl, hatte Lord Grey selbst zugunsten unserer Vermillelung zlnückgestellt. Und Belgien? Ehe auch nur ein einziger deutscher Soldat seinen Fuß auf belgischen Boden gesetzt hatte, hat Lord Grey dem fran- zösischen Botschafter nach dessen Bericht an seine Regierung wörtlich erklärt: .Falls die deutsche Flotte in den Kanal einfahren oder die Nordsee passieren sollte in der Absicht, die französische Küste oder die französische Kriegsflotte anzugreifen und die französische Handels- flotte zu beunruhigen— zu beunruhigen, meine Herren!— würde die britische Flotte eingreifen, um der französischen Marine ihren Schutz zu gewähren, in der Art, daß ich von diesem Augen- blick an England und Deutschland sich im Kriegszustand befinden würden.' Kann derjenige, der das Auslaufen unserer Flotte als ossns belli erklärte, wirklich noch im Ernst behaupten, einzig und allein die Verletzung der belgischen Neutralität habe England gegen seinen Willen in den Krieg getrieben? Und schließlich die Behauptung, wir hätten, um England vom Kriege fernzuhalten, der britischen Regierung das unwürdige An- gebot gemacht, sie möge zur Verletzung der belgischen Neutralität die Augen zudrücken und uns freie Hand lassen, die sranzösischen Kolonien wegzunehmen I Ich fordere Lord Grey auf, in seinem Blaubuch und in seinen Akten den Sach- verhalt nachzuprüfen. Ich habe in dem ernsten Bestreben. den Krieg zu lokalisieren, dein britischen Botschafter in Berlin schon am 29. Juli zugesichert, daß wir unter Voraussetzung der Neu- tralität Englands die territoriale Integrität Frankreichs gewähr- leisteten. Am 1. August hat der Fürst Lichuowsky den Lord Grey gefragt, ob im Falle einer Verpflichtung Deutschlands, die Neu- tralität Belgien« zu achten. England sich seinerseits zur Neutralität verpflichten könne; er stellte ferner in Aussicht, daß im Falle der englischen Neutralität die Integrität nicht nur des sranzösischen MmierlandeS, sondern auch der französischen Kolonien garantiert werden könne. Er gab in meinem Austrage die Zusicherung, daß wir bereit seien, aus einen Angriff auf Frank- reich zu verzichten, falls England die Neutralität Frankreichs verbürgen wolle. In letzter Stunde noch machte ich die Zusage, daß, so lange England sich neutral verhall«. unsere Flotte die französische Nordkuste nicht angreifen und— unter Voraussetzung der Gegenseitigkeit— keine feindlichen Operationen gegen die französischen Handelsschiffe vornehmen werde. Lord Grey hatte aus all dies nur die Antwort: er müsse end- gültig jede« NeutralitätSversprecheu ablehne» und er könne nur sagen, daß England sich die Hände freizuhalten wünsche. Hätte England diese Neutralitätserklärung abgegeben, so wäre eS nicht, wie Lord Grey meint, der Verachtung der ganzen Welt preisgegeben worden, sondern e» hätte sich damit das Verdienst erworben, den Ausbruch de» Kriege» zu verhindern. Auch hier frage ich: Wer hat den Krieg gewollt? Wir, die wir England jede erdenkliche Sicherheit nicht nur für unmittelbare englische Interessen, sondern auch für Frankreich und Belgien zu geben bereit waren, oder England, da» jeden unserer Vorschläge ablehnte und sich weigerte, seinerseits irgend einen Weg zur Er- Haltung des Friedens zwischen unseren beiden Ländern auch nur anzudeuten? Meine Herren I Ich wiederholte. Alle diese Ding« sind von der Deutschen Regierung teils in meinen Reden, teils in amtlichen Publikationen so oft dargestellt worden, daß e« mir. nachdem der Krieg nun über zwei Jahre währt, im Grunde widerstrebt, diese retrospektiven Betrachlungen zu erneuern. Aber«ö handelt sich nicht um Politik. Wir alle haben da» größte Interesse daran, den immer wieder künstlich genährten Glauben- al» sei Deutschland der An- greiser gewesen, so gründlich als möglich zu zerstören. Und trifft vollends Lord Greys Ansicht zu, daß die Erkenntnis über die wahren Ursachen de» Kriege» sür seine Beendigung und sür die Friedensbedingungen von großer Bedeutung ist, so weisen meine Worte dpch auch aus die Zukunft hin. Lord Grey hat sich endlich ausführlich mit der Zeit nach dem Frieden, mit der Gründung eines internationalen Bundes zur Bewahrung des Friedens beschäftigt. Auch dazu will ich einige Worte sagen. Mr haben niemals ein Hehl aus unseren Zweifeln gemacht, ob der Frieden durch internationale Organisationen, wie Schieds- gerichte, dauerhaft gesichert werden könne. Die theoretischen Seiten deS Problems Millich hier nicht erörtern. Aber prak- tisch werden wir jetzt und im Frieden zu der Frage Stellung nehmen müssen. Wenn bei und nach der Beendigung des Krieges seine entsetzlichen Verwüstungen an Gut und Blut der Welt erst zum vollen Bewußtsein kommen werden, dann wird durch die ganze Menschheit ein Schrei»ach friedlichen Abmachungen und Verständigungen gehen, die, so- weit es irgend in Menschenmacht liegt, die Wiederkehr einer so ungeheuerlichen Katastrophe verhüten. Dieser Schrei wird so stark und so berechtigt sein, daß er zu einem Ergebnis führe« muß. Deutschland wird jeden Versuch, eine praktische Lösung zu finden, ehrlich mitprüfen und an seiner möglichen Ber- wirklichung mitarbeiten. DaS um so mehr, wenn der Krieg. wie wir zuversichtlich erwarten, politische Zustände hervorbringt, die der freien Entwicklung aller Nationen, kleinen wie großen, gerecht werden. Dabei wird das Prinzip des Rechts und der freien Entwicklung nicht bloß auf dem Festland, fon- dern auch auf dem Meere zur Geltung zu bringen fein. Davon hat Lord Grey allerdings nicht gesprochen. Die internationale Friedensbürgschaft, die ihm vorschwebt. scheint mir überhaupt einen eigenartigen, auf die speziellen englischen Wünsche zugeschnittenen Cha- r a k t e r zu haben. Während des Krieges haben nach seinem Willen die Neutralen zu schweigen und jeden Zwang der englischen Weltherrschaft auf dem Meere geduldig hinzu- nehmen. Nach dem Kriege, wenn England, wie eS meint, uns aufs Haupt geschlagen und über die Welt nach seinem Willen neu disponiert haben wird, dann sollen sich die Neutralen zu Garanten der neuen englischen Weltordnung zusammenschließen. Zu dieser Weltordnung wird auch folgendes gehören: Aus zuverlässiger Quelle wissen wir. daß England und Frankreich bereits im Jahre 1915 Nußland die territoriale Herrschaft über Konstantinopel, den Bos- porus und das We stufer der Dardanellen mit Hinterland zugesichert und Kleinasien unter den Ententemächten aufgeteilt haben Die englische Regierung ist Anfragen, die ihr hierüber im Parlament gestellt worden sind, ausgewichen. Aber diese Pläne der Entente sind doch wahrscheinlich auch für den Völkerfriedensbund, der sie später garantieren soll, von Interesse. So sehen die Annexionsabsichten unserer Gegner auS, wozu auch noch Elsaß-Lot bringen kommt, während ich bei der Besprechung unserer Kriegsziele die Annexion Belgiens niemals als unsere Absicht be- zeichnet habe. Eine solche Gewaltpolitik kann nicht die Grundlage zu einem wirksamen internationalen Friedensbunde abgeben. Eine solche Gewaltpolitik steht in krassem Widerspruch mit dem von Lord Grey und Herrn Asquith angestrebten Ideal- zustande, in dem das Recht über die Macht herrscht, und alle Staaten, die die Familie der zivilisierten Menschheit bilden, ob groß oder klein, sich unter gleichen Bedingungen und in Uebereinstimmung mit ihren natürlichen Anlagen frei ent- wickeln können. Will sich die Entente ernstlich auf diesen Boden stellen, dann sollte sie auch kon- sequent danach handeln. Tut sie das nicht, dann bleiben auch die erhabensten Worte über Friedensbund und einträchtiges Zusammenleben der Völkerfamilie Schall und Rauch. Die erste Vorbedingung für eine Entwicklung der inter- nationalen Beziehungen auf dem Wege des Schiedsgerichts und deS friedlichen Ausgleichs entgegenstehender Gegensätze wäre, daß sich keine aggressiven Koalitionen mehr bilden. Deutschland ist jederzeit bereit. einem V ö l k e r b u n d e b e i z u t r e t e n, ja, sich an die Spitze eines Völkerbundes zu stellen, der Friedens st örer im Zaume hält. Die Geschichte der internationalen Beziehungen vor dem Kriege liegt klar vor den Augen aller Welt. Was führte Frankreich an Ruß- lands Seite? Elsaß-Lothringen. Was wollte Rußland? Konstantinopel? Warum schloß sich England ihnen an? Weil ihm Deutschland in friedlicher Arbeit zu groß ge- worden war. Und was wollten wir? Grey sagt, Deutsch- land habe mit seinem ersten Angebot der Integrität Belgiens und Frankreichs die Erlaubnis Englands erkaufen wollen, von den französischen Kolonien zu nehmen, was ihm beliebe. Selbst dem hirnverbranntesten Deutschen ist nicht der Gedanke gekommen, über Frankreich herzufallen, um ihm seine Kolonien zu nehmen. Nicht das war das Verhängnis Europas, sondern, daß die englische Regierung französische und russische Eroberungsziele begünstigte, die ohne einen europäischen Krieg nicht zu erreichen waren. Diesem aggressiven Charakter der Entente gegenüber hat sich der Dreibund stets in Defensivstellung befunden. Kein ehrlicher Beurteiler kann das leugnen. Nicht im Schatten des preußischen MilitariS- muS hat die Welt vor dem Kriege gelebt, sondern im Schatten der Einkreisungspolitik, die Deutschland niederhalten sollte. Gegen diese Politik, mag sie diplomatisch als Einkreisung. militärisch als Vernichtungskrieg, wirtschaftlich als Weltbohkott in die Erscheinung treten, haben wir von Anfang an in der Verteidigung gestanden. DaS deutsche Volk führt diesen Krieg als Verteidigungskrieg, zur Sicherung seines nationalen Dasein» und seiner freien Fortentwickelung. Niemals ist etwas anderes von uns behauptet, etwas anderes ge- wollt worden. Wie ließe sich auch snnst diese Entfaltung von Riesenkräften, dieser unerschöpfliche, zum letzten ent- schlossene Opfermut erklären, der unerhört in aller Menschengeschichte ist? An der Hartnäckigkeit deS feindlichen Kriegbwillens, um das Aufgebot militärischer und materieller Hilsskräfte aus aller Welt dienstbar gemacht wird, hat sich unsere Widerstandskrast zu immer härterer Entschlossenheit gestählt. WaS England noch an Kräften einsetzen mag— auch Englands Machtgebot hat seine Grenzen— es ist be- stimmt, an unserem Lebenswillen zu scheitern. Dieser Wille ist unbezwingbar und unverwüstlich. Wann unseren Feinden die Erkenntnis davon kommen wird, das warten wir in der Zuversicht ab. daß sie kommen muß. (Bericht über den weitereu Verlauf der Sitzung siehe erste Beilage, dritte Seitei) Die griechischen Wirren. Eisenbahnerstreik i« Attika. Lenden, 8. November.(W. T. v.) Dem.Daily Telegraph' wird aus Aihen vom 7. November gemeldet: Zu dem S ch i i f a h r t s» streik ist heute der Ausstand des Personal« der Eisen- bahner in Attila getreten und eS wird vielleicht ein oll« gemeiner Eisenbabnerstreil folgen. Da ganz Griechenland sür sein» tägliche Lebensmittelversorgung von den Vorräten im Piräu» abhängt. würde ein längerer Streit Hungersnot zur Folg« haben. Hughes oöer Wilson? B e r l i«, 9. November. lW. T. B.) Nach einem bei »er Londoner Vertretung von Asiociated Preß gestern abend 9 Uhr eingelaufenen Telegramm wurden bisher für Wilson gezählt 243 und für Hughes 243 Elektoral» stimmen, 49 bleiben zweifelhaft. Tie Wahl- auSschüffe beider Parteien beanspruchten für ihren Kandidaten den Sieg. Wilson habe iu den mittelöstlichen Staate» au Boden gewonnen. London, 8. November.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet nach Ii ewI orker Zeitungen, der Hauptvorsitzende lNational Cbairman) der demokratischen Partei habe an die demokratischen Parteivorsitzenden in allen Staaten und Kreisen telegraphiert: Wilson ist wieder- gewählt. Sie müssen sich persönlich darum kümmern, daß die Wahlurnen überwacht werden, denn unsere Gegner rasen. Amsterdam, 9. November.(W. T. B.) Nach einer Depesche des Reuterschen Bureaus aus New Jork von gestern ist infolge der verspäteten Ankunft der Absnmmungszahlen aus dem fernen Westen und des dadurch verursachten fortwähren- den Schwankens eine Lage entstanden, die beispiellos dasteht. Die Mehrheit, die Hughes in den östlichen Staaten erhalten hat, scheint durch die steigende Stimmenzahl für Wilson in den West stallten ausgeglichen zu werden. Das Ergebnis der Wahl ist noch unsicher. Die Führer des Nationalen Komitees beider Parteien nehmen den Sieg für ihre Kandidaten in AmpruÄ. Die Morgenblätter verkündeten alle, daß Hughes gesiegt habe; auch die Blätter der Gegenpartei. Aber schon später ausgegebene Exiramorgenausgabcn liehen es möglich erscheinen, dah Wilson gewählt sei. Die Stimmenverhältnisse weisen so geringe Unterschiede auf. dah tn den Weststaaten wahrscheinlich ein erbitterter Streit über die Gültigkeit der Zählungen entstehen dürste. Einige Zäh- lungen werden vielleicht ivicderholt werden müsien, wodurch der Ausgang der Wahl verzögert werde. Eine spätere Neutermeldung aus New Jork besagt: In oem Mahe, wie die Wahlergebnisse einlausen, schöpfen die Anhänger Wilsons mehr Mut, da Wilson wahrscheinlich in den Staaten Kansas. Idaho, Washington, Wyoming und Neu-Mexiko gesiegt hat. Die Republikaner behaupten, in allen übrigen Staaten, wo die Wahlergebnisse noch zweifel- Haft sind, gewonnen zu haben. Wenn das richtig ist, würde Hughes mit einer kleinen Mehrheit gewählt werden. Wilson ist aber in Minnesota noch immer mit einer kleinen Mehrheit voraus und ohne Minnesota sind die Aussichten für Hughes unsicher. Die Demokraten in Newhampsire wollen eine neuerliche Stimmenzählung vornehmen, und diese wird vermutlich noch in vielen anderen Staaten not- wendig sein. Das bisherige Wahlergebnis. London, v. November. sW. T. 83.) Meldung des Reuterschen Bureaus..Times" erfährt au» New Uork, daß, soweit bekannt ist, die folgenden Staaten bestimmt Hughes zuge- schrieben werden können: Connecticut, Delaware, Illinois, Indiana, Iowa. Maine, Massachusetts, Michigan, New Hampshire, New Jersey, New Uork, Pennsylvania, Rhode Island, South Da- kota, Vermont. West-Virginia und Wisconsin, so daß HugheS im Wahlkollegium insgesamt 242 Stimmen haben wird. Für Wilson: Alabama, Arizona, Arkansas, Colorado, Florida. Georgia, Idaho, CansaS, Kentucky, Louisiana, Marylattd. Mississippi, Missouri. Montana, Nebraska. Newada, North Carolina, Ohio. Oklahoma. South Carolina, Tennessee, Texas, Utah, Virginia, Washington und Wyoming, was eine Gesamtzahl von 25l Stimmen im Wahlkollegium bedeutet. Unbekannt sind die Ergebnisse in California, Minnesota, New Mexiko, North Dakota und Oregon, die über zusammen 23 Stimmen verfügen. Unglaubliche Verwirrung. Amsterdam, 0, November.(T. U.) Au» New Fork wird über London berichtet: Obwobl daS Resultat der Präsidentenwahl in Amerika so ungeheuer günstig für HugheS ist, so dag bereits große Kaufaufträge von den omerikonislben KommissionShäusern abge- schlössen wurden, wird seine Wahl beule bezweifelt, da Reuter seine Meldung allein auf das Wahlresultat in New Dork gründete, wo HugbeS di, meisten Stimmen erhielt und weil dieser Staat, wie man glaubt, den Ausschlag geben werde. ES hängt alles von den westlichen Sraolen ab. wo Wilson viel mehr Trimmen erhalten hat, als man annahm. Im Fall eine» zweifelhaften Resultat» wird da» Weiße Hau» in Washington sich natürlich zugunsten Wilson» ent- scheiden. Weilerwerden folgende Einzelheiten gemeldet: Infolge der der- zögerten Ankunft der Abstimmungsresultate aus dem äußersten Westen und der dadurch entstandenen fortwährenden Veränderung im Wahl- resullat ist ein Zustand enistande», wie ihn die Welt noch nie ge« sehen hat. Di» Mehrheit, welche HugheS in den östlichen Staaten .erhalten hat, wird durch das steigende Stimmenmaterial aus dem Westen sstr Wilson ausgehoben. Die Leiter der WahllomiteeS beider Parteien behaupten, daß ihr« Kandidaten gewählt seien. Die Morgenblärter melden allgemein den Sieg von HugheS. Selbst die opposinonellen Blätter veröffentlichen Leitartilel, in denen sie die Wahl von HugheS avisieren und besprechen. Als dir Leute aber gestrrn morgen aufwachten, ließen die ausgegebenen Extrablätter dieieS Resultat bereit» bezweifeln, und die ersten Nach- miltaaStelegramme rechneten bereit» mit der Möglichkeit der Wiedev» wähl Wilson». Zwisten der Stimmenzahl der beiden Kandidaten ist ein so geringer Unterschied, daß viel« wrstliche Staaten bereit» die Gültigkeit de» Wahlresultat» in Zweifel ziehen. Viele Stimmen werden vielleicht von neuem gezählt werden müssen, wodurch die Berkündung de» offiziellen Wahlresuital» sehr in die Läng» gezogen werden würde. Wahrscheinlich erhält Wilson di« Summen der fol- genden Staaten: Kansa», Idaho, Washington und New Mexiko. Die Republikaner machen Anspruch aus alle übrigen Staaten, wo da« Reiultar zweifelbast ist. Es kommen hierfür in Betracht: Ka- lifornien, Oregon und New Hampshire. Wenn ihre Prophezeiungen sich erfüllen sollten, so würde Hughes mit einem kleinen Vorfprung aewmnen können. Wilion hat jedoch noch die Führung in Minnesota, aber mit emer geringeren Mehrbett, al» bisher angenommen wurde. Ohne Minneioia sind die Aussichten für HugheS sehr unsicher. DaS Resultat von Kalifornien»st ebenfalls sehr zweifelhaft. Beide Parteien bebauplen, dort gesiegt zu haben. Die Führer der Demo- kraten tn New Hampshire haben angelündigt, daß sie eine neue Zählung beaniragen werden. Bermuilich wird eine neue Zählung auch in verschiedenen anderen Staaten sich als notwendig erweisen. Der ollgemeine Borsitzende der demokratischen Partei in New York bat jedem Wahlvorsitzenden gedrahtet:.Wilson ist gewählt I Sorgt persönlich dafür, daß die Wahlurnen bewacht werden. Unsere Gegner find in der Verzweiflung zu allem fähig". MeliWg»es(M SMlWllim. Amtlich. Großes H»» p t q u a r ti e r, 9. No- vemb« lSIK.(SB. T. B.): Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Angriffsabfichten der Engländer und Franzosen zwischen Le Sars und Bouchavesnes sowie südlich der Somme bei Preffoire erstickte» fast durchweg schon im Sperrfeuer. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. An der Front beiderseits der Bahn Zloczow— Tarnopol lebte der Feuerkampf wesentlich auf. Front des Generals der Kavallerie Erzherzog Carl. Im nördlichen Gyergyo-Gebirgc wurden russische An- griffe abgeschlagen. Bei Belbor und im Tölgycs-Zlbschnitt warfen frische deutsche Augriffe die vorgegaugenrn Ruffen zurück. Südöstlich drö Roten-Turm-Paffes wurde in Fort- setzung unseres Angriffs der Baiesti-Abschnitt überschritten und Sardoiu mit den beiderseits anschließenden Höhen- stellnngeu genommen. Wir haben etwa 159 Gefangene gemacht und 2 Geschütze erbeutet. Rumänische Gegen- augriffe hatten hier rbensowenig Erfolg wie im Predeal- Abschnitt und im Bulkan-Gebirge. Balkan-Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Gcneralseldmarschalls von Mackensen. In der nördlichen Dobrudscha wichen vorgeschobene Aufklörungsabtellungeu befehlsgemäß dem Kampfe mit feindlicher Infanterie aus. Mazedonische Front. Keine Ereiguisse von besonderer Bedeutung. Ter Erste Gencralgnartiermeistcr. Ludendorfs. O* Hei SReneiiMe AmMMSerW. Wien, 9. November 1916.(W.T.B.) Amtlich wird »crlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. HeerrSfron« de» General» der Kavallerie Erzherzog Carl. Südlich und südöstlich dcS Szurduk-Paffes blieben rumänische Angriffe abermals erfolglos. Bei Spins machten wir weitere Fortschritte. 159 Gesangene und 2 Geschütze wurden eingebracht. Westlich von Tölgyes n»d bei Belbor wurden die hier»orgegangenr» Russen durch deutsche Truppen wieder geworfen. Heeresfront des Generalfeld Marschalls Prinz Leopold von Bayern. Außer lebhafter Feuertätigkeit an der Front beiderseits der Bahn Zloczow— Tarnopol keine Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Bojusa stellenweise mäßiges Artilleriefeurr. Der Stellvertreter des Chefs des Gencralstabe». v. H o e f e r, Fcldmarschalleutnant. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 8. November.(W. T. B.) Bericht des Ge- neralstabes vom 8. November. Mazedonische Front. Südlich vom Malik-See haben wir abgesessene feindliche Kavallerie, die vorzudringen versuchte, zurückgeworfen. Oestlich vom Prespa-See und im Cerna-Bogen Geschützfeuer, wie gewöhnlich. An der Moglcna- Front Geschützfeuer und Minenkampf; ein feindlicher Slngriff in der Nacht zum 8. November wurde durch Feuer ab- gewiesen, und beim Rückzug verlor der Feind einen seiner Gräben. Zu beiden Seiten des Wardar einzelne Kanonen- schüsse. An der Front der Belasica Planina und an der Struma unwirksames feindliches Geschützfeuer auf bewohnte Ortschaften vor unserer Stellung und Gefechte zwischen Er- kundungs- und Wachtabteilungen. An der Küste des Aegäifchen Meeres Ruhe. Rumänische Front: Längs der Donau nur an einzelnen Abschnitten Geschütz- und Gewehrfeuer. In der Dobrudscha kleine Gefechte mit feindlichen Aufklärungs- abteilungen, die gegen unsere Stellungen vorzugehen ver- suchten. Am Gestade des Schwarzen Meeres Ruhe. Die Melüung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 8. November.(W. T. B.) A ni t l i ch e r Bericht des General st abeS voni 8. November. Kaukasusfront: Für uns günstige Scharmützel. Die Verbindung einer Aufklärungspatrouille, die aus Ar- meutern bestand und die sich unserer Stellung zu nähern versuchte, wurde abgeschnitten und ihre Mannschaft vernichtet, mit Ausnahme von vier Mann, die zu Gefangenen gemacht wurden. Kein wichtiges Ereignis auf den anderen Fronten. Der Vizegeneralissimus. Die feinöiichen Heeresberichte. Der französisch« Tagesbericht. Vom 8. November nachmittags./, Uhr, von der Halle des Städtischen Friedhofes in der Müllerstraße, Ecke Scestraße, aus statt. A Wicktig kür Herren! Während des Krieges gibt JErste Herrenklelderfubrik Ulsler, Palelols, ÄnzBge, fertig rcdh Maß noch ohne jede. KTpM-vASvrcanltrssBisF noch ohne jede Preiserhähung m» GlrBDcSai B Preiserhöhung vom großen Fabriklager ab. Bezugsscheine werden von der Firma kostenlos besorgt. Verkaufszeit 10—6, Sonnabends 10— 8, Sonntags 12— 2. ♦ Molkenmarkt 7—8. IV, Fahrstuhl jZarengeipel Sturmschreie aus hundert I Jahren:: Herausgegeben. i von Dr. Franz Dtederich' In festem Umschlag geheftet 60 Pfennig i Das Thema dieses Buches ist ' derKampfgegendenZarismus, der Rußland blutig knechtet u. Europa barbarisch bedroht.—, Die Zarengeißel ist ein Kampf-] | buch voll Unerbittlichkeit. Aus dem Sturm des gegenwärtigen | Kriegesist eshervorgewachsen| Zu beziehen durch die: Buehhandlungt», Vonyarts Die Bekanntmachung des Oberkommandos in den Marken, betreffend Beschlagnahme, Verwendung und Veräunerung von Flachs und Hansstroh, Bastsasern(Jute, Flachs, Namie, europäischer und augereuropäischer Hans) und von Erzeugnissen aus Bastfasern tritt am 10. November 1916 in Kraft. Die vollständige amtliche Bekanntmachung erfolgt an den Anschlagsäulen und in der.Norddeut'chen Allgemeinen Zeitung'. Berlin, den 10. November 1916. Der Polizefprästdent. 4«. I. Mit. 16. Die Nachtragsbekanntmachung des Oberkommandos in den Marken zur Bekanntmachung betreffend Beichlagnahme und Bestandserhebung von Web-, Wirt- und Strickwaren vom 1. Februar 1916— W. M. 1000/11. 15. St. SR. A. tritt mit ihrer Verkündung in Kraft. Die vollständige amtliche Bekanntmachung erfolgt an den Anschlag- säulen und in der»Norddeutschen Slllgemeinen Zettung'. Berlin, den 10. November 1916. _ Der Polizeipräfident.__ 464. I. Mil. 16. Die Bekanntmachung des Oberkommandos in den Marken betreffend Herstellungsverbot von Garnen und Geweben aus Mischungen von Papier und Wolle oder Kunstwolle tritt mit ihrer Verkündung in Kraft. Die vollständige amtliche Bekanntmachung erfolgt an den Anschlagsäulen und in der»Norddeutschen Allgemeinen Zeitung'. Berlin, den 10. November 1916. __ Der Polizeipräsident.__ Am Sonnabend, den II. d. ÄttK., wird aus sämtlichen Bahn- Häsen des Direktionsbereichs Berlin Frachtstückgnt nicht angenommen. Berlin, den 9. November 1916. Königliche Eisenbahndirektion. ©icctccjv- 45 5� �ßutaoA/— IKftrvresiscÄ/ 15 ItMMKbuU- H.& P. Uder, Tabak-Großhandlang und Tabakfabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Q. A. Kanewacker, Qrlmm$ Triepel. = Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. - Amt Worltzpl. 3W14. felzroaren eigener Konfektion, gut sortiertes reichhaltiges Lager in allen Pelzarten, Reparaturen nach schicke n Modellen. 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Z.)(Nachdruck verbeten) o?»(Zooo) 204 7s SS«tS 903 97(8000) 1718(3000) 234 426 69 80 634 667 2017 63(600) 93 647( 600) 708 887 3 011 86 207 77 311 472 740 953 91(1000) 4016 89 130 68 492 632 607 42 70 73 8S 860 61 605B 93 122 41 370 400(600) 684 81Ö 6048 11000) 368 603(600) 67 79 611 J7 61 749 7017 363 407 67 604 650 883(1Ü00) 0039 72 166 224 467 827 8078 112 285 422 870 907 10104 203 49 370 638 94 602 89 901(3000) 10 39 43 11046 72(600) 679 749 834 40 992 1 2002 282(600) 393(1000) 94 13003 79 188 204 61 416 21 623 642 830 48 1 4276(6001 317 41(3000) 410 34 674 772 863 1 5017(10001 22 61 138 79 269 396(600) 412 68(6001 698 732(6001 SB 66(600) 888 1 6066 82( 30001 456( 3000) 98 668 74(1000) 936« 7037(7000) 124 343 431 553 666 727 969 1 8423 90 623 31(600) 726(600) 861 934 1 8018 21 176 347 472 91 626 647 700 67 989 2 0 345 456 63 616 744 71 9-0 21(62 132 64( 500) 686 79 603 65 874 946 2 2 204 65(1000) 326 464 649 2 3109 46 393 462 679 769 79 870 2 4114 225 71 600 629 792 883 673 2 5 022 41 486 618 922 36 2 8)87 202 38 73 603 6 627 811 84 2 7 087 (500) 467 559 691 713 72( 600) 888 691 2 ß006 625 29 632 716 2S0 8 329 89 624 38(600) 686 872 919 3 0276 306 63 909 81212 461 720 76 938 3 5108 19 394 «33 609 69 816 42 2 3 001 71 415 41 67 658 708 20(500) 51 624 978 3 4 097 175 316 416 636 822 43 63 748 862 75 985 3 5 023 358 95 483 666(3000) 631 62 720 27 63 77 931 3 8 072 168 325 623 42(600) 63 719 907 8 7005 108 41 242 302(600) 36(1000) 96 693 897 88105 226 358 672 620 7 71 82 904 39136 217 26 38 363 494 693(600) 627(6001 810 63(600) 40030 36 87 108 293 612 704 11 904 9 73 I5O0) 41025 311 442(6001 736 849 63 91 916(1000) 86 4 2 033 68 132 436 736 SSI 947 4 3 1 97 247 84 366(600) 73 409 644 4 4147(600) 9S 323 35 80 465 70 594 757 58 916 4 5 041 50 30 146 78 227 36 608 63(1000) 669 717 34 917 4 8 025 103(1000) 310 28 70 573 611 12 86 723 34 807 4 7 004 99 140 446 618 46 713 61 80 923(500) 77 48010 72 106 279 324 73 426 31(1000) 626 850 4 8646 936 97 80088 242 66 680 84 93 744 49(1000) 83(1000) 53(600) 824 51007 16 99 322 431 606 823 974 5 2077 109 34 262 498 671 712 95 822 968 5 3070 162 219 47 311(1000) 438 42 526(500) 694 795 822 904 5 4018 43 62 223(600) 640 6 5 066 542 600 761 877 920 5 8 078 229(' 00) 661(3000) 671 821 600(600) 43(1000) 48(600) 94 5 7 047 86(1000) 202 384 (3000) 491 664 89(600) 656 6 8 006 III 18 94 204 28 362 68 87 467 662 680 926 6 3061(5000) 109 226 343 676 768 824 60107 49 86 208 74 318 92 4SI 611 14 693 725 834 940 •1121 303 8 14 619 21 826 65 69 947 6 3050 274 99(500) 669(600) 63102 85 243 680(500) 731 48 966(3000) 6 4085 125 376 88 666 762 891 6 5 080 189 336 67 97 617 21 86 801 6 8029 212 66 87 347 464 802 74 9)7(500) 6 7196 5S6 866 910 12 43 60 76(10001 68177 583 705 982(600) 6 3007 102 (600) 65 427 38 65(600) 761(600) 803 31 83 977 7 0063 132 281 386 616(1000) 85 755 839 89 994(600) 71178 316(3000) 408 43 618 73 764 7 2016 87 106 12(3000) 34 71 78 235 42 407 603 675 73144£63 487 96 6-2 48 734 74040 88 i 500) 242 331 33(10001 34 633 77 823 7 5 012 100 92 6£9 BS(6001 66 603 738 7 6237 401(5001 674 94 612 67 89 717 890 7 7123 98 219 331 629 38 92 713 69 89 904 8 7 0412 83 820 33 43(500) 972 7 9 331 96 836(1000) 914 80036 241 326 34 69 423 696 778 81119 284 374 724 63 826 66 63 8 2170 238 693 716 808 77 935 8 3008 254 360 623( 3000) 8 4 026 87 92 1600) 494 829 66 793 966 66 8 5 247 808 610 73 635 79 728(3000) 870 900 85106 86 205 72 73 424 60 656 69 801(600) 61 8 7 344 606 72 611 24 36 630 663 64 8 8 040 113 64 268 328 80 90 696 6)3 47 68 768 96 867 999 89065 64 36? 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Z.)(Nachdruck verboten) 209 00(1000) 810 43 90 601 702 48 53 939 1034(600) 191 889 479 629 85 82 8 73 2056 73 200(1000) 11 68( 30001 75 95 393 642 778 606 916 39(3000) 3035 96 301 408 67(3000) 601 73 630 821 913 4197 248 393 406 26 50 623 29 61 727 36 61 (3000) 812 16 943 6 396 426 82 688 828 6 087 116 83 96 499 606 616 25 910 11 13 96 7387 772 82 994 8168 231 86 98 417 669 709 826 40 916 22 8169 203 364 76 86 437 88 698 (1000) 760 960 80 10023 43 79(600) 124 287 91(1000) 99 389 488 602 21 92 699(lOOOi 11784 822 1 2132 289 498 42(1000) 779 1 3138 66 260 98(600) 304 632 602 73 83 973 1 4003 231 13000) 316 44 (6001 431(600) 76 82 510 17 76 637 98 797 903 1 8245 378 403 610 69(1000) 740 1 6010 101 63 232 490(10001 668 800 932 84 17163 331 672 74 667 706 96 883 1 8198 253 332 33(600) 69 87 494 642 637 761 993 1 8063 76 123 207 68 410 68 664 769 (600) 20118 301 683 741 909 95(500) 21210(1000) 435 65 807 (600) 793 824 2 2 022 61 137 40 60 221 40 342 44 69 618 709 23084 247 89 330 408 663 8(4 926 24134(1000) 277 316 874 910 25 326 426(3000) 60 61? 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Leihhaus.« JlMannlcs WM«» nr Bera-». Dien-Garflerofie,». Täglicher Verkauf von Kavalieren wenig getragener Jackett- Kock-, Frack-AtiBüge, Paletot« und Ulater. auffallend billig. Großes Lager in neuer Maßgarderobe, in erstklassiger Verarbeitung. Große Auswahl in Damen-Kleidern, Kostümen. Ulstern und IlUuteln. Gelcgenheltskänfe m Pelzkragen, Pelerinen, nulTeii, Alaskafnch-t, Skunk«. Xerz, htcal, Marder u. a., Herren-Gehpelzen. Extra-Angebot in Lombard gewesener Itrfllanten. Uhren und Schmackwaren zu sehr billigen Preisen.—„Vorwärts"-Leser erhalten 10"Z, extra Verantwortlicher Nedatieur: Alfred Wielevv. Neukölln. Für deu JnjerarenteU verantw.: Tb. Blocke. Berlin. Druck u. Vertag i Borwärt» Buchdruckerei u. BerlagSanjtakt Pauk Singer& So* Berlin SW tt. 310. 33. 2. Ltilllgt des„Mmiiris"§n\m MldsblM. ''■*«35:'-~r*Z}'w�'Tir�~~T\""*'� r/ �'?i?�T:--~�' �T"* � y��**>�f'*yT7?�yy�yy?BBP8W�BB?�BBW2QM�M0ME6flH3I�BBBHS Jim Groß-Serlin. Der Einholejunge. Gleich anderen Typen ist auch er im Laufe deS Krieges aus der immer enger werdenden Welt der Daheimgebliebenen verschwunden. Er, seinerzeit der unentbehrlichsten einer. der Einholejunge. Das Ansehen, das er genoß, war im allgemeinen nicht groß, aber der Betrieb war nicht auf der Höhe, darin er fehlte, war rückständig, mochte er sonst auch dem Arbeiter in allem gerecht werden. Das Amt des Einholejungen war mehr bürde- und würdevoll, und es trug ihm überdies, wenn er es nicht richtig versehen konnte, nämlich sich jeden„Dreck" in die Hand stecken ließ und Kuddelmuddel machte, reichlich viel üble Titel ein. Aber es soll auch ein Kunststück gewesen sein, alles nach Wunsch zu bringen und jedem gerecht zu werden. Dem einem war das Pökelfleisch zu mager, dem andern der Hering zu klein, dem dritten der Käse zu frisch, der vierte hatte einen Sechser zu wenig heraus- bekommen— nein, leicht hatte es so'n Einholejunge gerade nicht. Es gab aber auch fast überall Leute, die gerne mäkelten und ständig Differenzen mit ihm hatten. Ein wenig dickfellig mutzte er schon sein. Und in der Regel war er's auch. Er verlor so leicht die Ruhe nicht. Und nur die konnte eS machen. Wo sind die Tage, da man ihn in den Straßen der In- dustrieviertel am frühen Morgen und zur Mittagszeit sah? Ihm gehörte der Bürgersteig in seiner ganzen Breite, herz- hast klotzte er mit seinen Holzpantinen und an dem Holzkasten schleppte er wie ein pomadiger Schwerathlet. In der Bcr- klärung aber will er einem wie ein Bote aus dem Schlaraffen- land erscheinen. Es waren keine erlesenen Leckereien, die er in die Bude brachte, es waren nur Dinge, die sich jedermann kaufen konnte; heute freilich, wo wir sie seit vielen Monaten entbehren müssen, dünken sie uns kulinarische Genüsse. Es gab Einholejungen, die auch einmal Schmu machte», nianche begnügten sich damit,„cen bißchen Belach" für ihre eigenen Stullen abfallen zu lassen, für andere hingegen mußte bei der ollen Schlepperei ein kleines Taschengeld heraus- schauen. Als die Lebensmittel immer knapper und teurer wurden, sank die Bedeutung des Einholejungen, und schließlich enthob nian ihn seines Amtes Nur noch in der einen und der anderen Bude ist sein Schatten. Wann wohl— tritt der echte wieder in seine Rechte? Einberufung einer Zweckverbaudssitznng. Der Vorsitzende des Verbandes Groß-Berlin hat die Mit- glieder der Verbandsversammlung zu einer Sitzung am Mon- tag, den 27. November, nach dem Berliner Rathause einge- laden. Zur Beratung steht der von einer größeren Anzahl von Mitgliedern der Verbandsvcrsammlung gestellte Antrag (Alt und Gen.) gegen die Erhöhung der Straßenbahntarife und gegen den Erwerb der Großen Berliner Straßenbahn. Ferner wird der Bericht der Kommission über die Ver- Wertung der Grundwässer in den Zweckverbandswäldern er- stattet werden. Tie Einheitswurst von Berlin. Vom nächsten Montag ab ist Berlin um eine revolutionäre Kriegserrungenschaft reicher. An diesem Tage nimmt Oberbiirgcr- meister AZerniuth, Staalsminister a. 5D und Exzellenz, die Wurst- fabrikation in die Hand, und von da an gibt es in Klein-Berlin nur noch eine Wurst, die Geineindetvurst, die Berliner Einheitswurst. Hoch und Niedrig, Arm und Reich umschlingt ein einziger Kranz, aus Blut- und Leberwurst zierlich gewunden, und vom Noten Hause ans hallt der Jubelruf: Alle Menschen werden Brüder, diese Wurst der ganzen Welt! Genau besehen ist diese Einheitswurst eigentlich eine Zweiheits- Wurst, nämlich sowohl Blut- wie Leberwurst. Aber die Zwei ge« hören ebenso unzertrennlich zueinander, wie das Sauerkraut zu ihnen beiden gehört. Und so kann man im Sinne einer sozusagen geistigen Gemeinschaft doch wieder mit Recht von einer Einheitswurst sprechen. Blutwurst und Leberwurst, Leberwurst und Blutwurst werden in gleicher Qualität bei Hiller Unter den Linden und bei Müller in der Stettiner Straße zu finden sein, auf dem Altwiener Porzellan- teller des Millionärs, wie in der Emailleschüssel der Arbeiterfrau, und es wird keine Berliner Wurst geben, als diese Wurst I Hätten wir Sozialisten vor dem Kriege die kommunale Wurst- spritze in Vorschlag gebracht, so hätte man uns als doktrinäre Gleich- macher und verrannte Utopisten verhöhnt. Allen.individuellen" Geschmacksrichtungen Rechnung zu tragen, das war doch wohl der tiefere Sinn der gepriesenen WirtSschaflSordnung, und wer ihn nicht verstand, galt als wüster Barbar. Heute, unter dem Drange der Notwendigkeit, begreift man, daß der Mensch, dessen Individualität sich in der Wahl seiner Wurst aus- drückt, eigentlich nicht die Krone der Kultur ist. Ja, man könnte mit der Vereinheitlichung wohl auch noch manchen Schritt weiter gehen, ohne das Hoheitsrecht der Persönlichkeit auf selbständige Ausprägung allzu empfindlich einzuschränken. War doch dieses Eni- wicklungsrecht ohnehin immer schon durch die individuelle Fülle oder Leere des Geldbeutels bestimmt, den der Einzelne zufällig bei sich trug. Und damit kommen wir in unserer Betrachtung auf«inen sehr empfindlichen Punkt. Die Berliner EinheilS- und Gleichheitswurst wäre die schönste Sache der Welt, wenn sie vom Rathauslurm herunterhinge und jeder sich davon nehmen könnte, was er davon brauckit. Daß man aber dafür seine Fleischmarke und obendrein noch sein Gekd, wenn man es hat, hinlegen muß, wenn man es aber nicht hat. die Wurst den ander» lassen mutz, das ist der schmerz- lichs Fehler des SyiremS. Hoffentlich wenigstens wird jetzt der alte KrisgSwitz den Kurs verlieren:.Die Wurst hat jetzt ein Ende, und früher hatte sie zwei l' Nach dem Erlebten darf man schon an Wunder glaube», und so glauben wir zuversichtlich, daß unS eine bessere Zeit auch aus diesem Gebiet zum Endziel führen wird. Zur Wurst ohne Ende! Zur Wurst für alle! Berlin und der Staffeltarif. Der Berliner Magistrat schreibt:.Bei den gestrigen Verhand- lungen der Berlin-Wilmersdorfer Stadtverordnetenversammlung ist die Behauptung aufgestellt worden, im vorigen Jahre habe ein Ber- liner Magistratsbeschlutz die Berliner Vertreter im Zweckvcrband er- sucht, unbedingt an der Bestimmung des Berliner Vertrages über den Staffeltarif festzuhalten und alsbald den Staffeltarif einzuführen. Diese Angabe erheischt den bestimmtesten Widerspruch, weil sie die Haltung Berlin? in genau dem entgegengesetzten Lichte erscheinen läßt, als es der Wirklichkeit entspricht. Der Berliner Magistrat hat damals nichts weiter getan, als dem Zweckverband die Enl- schlietzung ohne Rücksicht auf die Berliner Vertrogsrechte freigestellt. Die Berliner Vertreter im Zweckverband haben daraufhin schon ini vorigen Jahre ei n st i mm ig gegen die Einfüh- rung des Staffeltarifs gestimmt. Jetzt aber— und daraus kommt es doch wohl an— hoben die Vertreter Berlins im Verein mit zahlreichen Gleichgesinnten in den Nachbarorten sogar die Führung übernommen. um der Einführung des Staffeltarifs im Jahre 1ll2l) zu begegnen. Sie verlangen von der Verbandsversammlung, daß sie sich, wie gegen jede Tariferhöhung, so insbesondere gegen die Einführung des Stafseltarifs ausspricht. Berlin hat also, seine Sonderintercssen entichloiien hinter sich werfend, den wichligsien Schritt mitgetan, um ganz Grotz-Berlin aus einem und demselben Boden zu vereinigen und hofft, datz alle anderen Grotz-Berliner Gemeinden mit ihm auf diesen Boden treten werden. Auch wurde die Entschlietzung von Berlin-Witmersdorf„an den Zweckverband das dringende Ersuchen zu richten, dem Staffel- laris seine Zustimmung zu verweigern", in der Tat dem von den Berliner Vertretern unterzeichneten Antrag völlig gleich sein, falls das Wilmersdorfer Ersuchen nicht etwa dennoch aus eine weit schwerer lastende Tariferhöhung anderer Art oder auf den Erwerb der Großen Berliner Straßenbahn abzielen sollte. Warnung vor Verkauf bezugsscheinpflichtiger Web-, Wirk- und Strickwaren ohne Bezugsschein. Der Magistrat gibt bekannt: Es ist festgestellt worden, daß in einzelnen Geschäften und namentlich auf lvlörklcn bezugsschcinpflich- tige Waren, insbesondere Scheuertücher, Stoffs, Strümpfe, Hand- schuhe, Trikotagen uiw. häufig ohne Bezugsschein verkauft werden. Gegen zahlreiche Händler ist aus diesem Grunde Strafantrag gestellt worden. Da die Bundesratsverordnung. die die Bezugs- scheinpflicht vorschreibt, bereits drei Monate in'Kraft ist. kann sich niemand mehr nnt Unkenntnis entschuldigen. Die Strafen, die bei Verstößen gegen die Verordnung zu gewärtigen sind, sind erheblich(Gefängnis bis zu 6 Monaten oder Geldstrafen bis zu 1b 00(1 M.) ein Beweis, welche Bedeutung der strengen Durch- führung der Bundesratsverordnung beigemessen wird. Auch ist es zum Schutze des gesetzmäßigen Handels erforderlich, daß gegen die- jenigen Handelsbeiriebe scharf vorgegangen wird, die aus Rücksichten auf ihren Verdienst die gesetzlichen Vorschriften außer Acht lassen und damit das öffentliche Interesse gefährden. Die Märkte und die in Betracht kommenden Geschäfte haben daher eine verschärfte Ueberwachung durch die Polizei und die vom Magistrat bestellien Revisoren zu gewärtigen, worauf hiermit besonders hingewiesen sei. Ter MarkcnerlSS der LandeSversicherungSanstalt Berlin betrug in den ersten neun Monaten dieses Jahres 9 002 234 Mark, d. h. rund 100 000 M. weniger als im gleichen Zeit- räum des vorigen Jahres, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Bevölkerung von Berlin abgenammen hat und viele Versicherte im Felde stehen. Ergänzung der HSchstPreise für Hasen und Kaninchen. Der Magistrat hat vor kurzem die durch ministerielle Aussührungs« anweisung iesigeietzten Höchstpreise für Wild veröffentlicht. Es hat sich nun für Berlin das Bedürfnis gezeigt, außer diesen Klein- Verkaufspreisen iür Wild noch Preise für einzelne Teile von Hasen, sowie siir das Häuten und Spicken von Hasen, und wilden Kaninchen festzusetzen. Der Magistrat gibt heute die seinem Antrage gemäß festgesetzten Preise bekannt: sie beiragen für den Rücken des Hasen 3 M., sür zwei Keulen 2,50 M., für zwei Läuse 0.70 M., für Häuten und Spicken eines abgezogenen Hasen dar? 1.25 M., für Häuten eines abgezogenen Hasen allein darf 0,50 M., für Häuten und Spicken eines abgezogenen Kaninchens darf 0,80 M. berechnet werden. Kontrolle der Scifcnhändler. Die PreisprüfungSflelle Groß- Berlin wird eine Kontrolle der Seifenhändler darüber ausüben, ob sie entsprechend den Vorschriften der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 21. Juli 1916 nur gegen Seifenkarten oder Seifen- ausweise Seife abgeben. Bei dieser Gelegenheit wird auch daran erinnert, daß die Seifengeschäfle verpflichtet sind, beim Verkauf von Seile und dergl. die einsprechenden Abschnitte der Seifenkarten und Seifcnausweise abzutrennen und sie allmonatlich an die Brot- kommissionen abzuliefern._ Die neue Bettkarte. An den in dieser Woche neu ausgegebenen Speisefett- karten für die Zeit vom 13. November 1916 ab befinden sich An- meldeabschnitte. Diese Abschnitte sind, wie mitgeteilt wird, bereits vielfach dazu verwendet worden, um Neuanmeldungen zur Kunden- liste vorzunehmen. Es wird darauf hingewiesen, daß dieses Ver- fahren unzulässig ist, und daß alle schon jetzt vorgenommenen An- Meldungen unczültig sind. Anmeldungen dürfen erst vorgenommen werden und Eintragungen in neue Kundenlisten erst erfolgen, wenn die Zeit für die Ncuanmeldungen und Neueintragungen in die Kunden- liste von der Fettstelle Groß-Berlin bekannt gegeben werden wird. Wird festgestellt, daß ein Händler schon jetzt solche Anmeldungen vorgenommen hat, so wird die Fettstelle unnachsichtlich den Be- treffenden von der Belieferung ausschließen und die Kunden einem anderen Geschäft zuweisen. Ebenso wird nochmals ausdrücklichst darauf hingewiesen, daß alle öffenilichsn Aufforderungen zu Anmeldungen für die Kundenlisten strafbar sind und zur Ausschließung von der Butter- lieserung führen. Es gebe daher niemand einem Händler jetzt schon seinen Älimeldeabschnitt ab und verlange ihn, wenn er dies getan hat, zurück.__ Ein viertel Vfund Käse für vier Personen. Die Zentraleinkaufsgesellschast hat der Käseverteilungsstelle Groß-Berlin für die Gemeinden Berlin, Charlotienburg, Schönederg, Wilmersdorf, Lichtenberg und Neukölln ein Quantum AuslandSkäse zugeteilt. Leider ist die Menge äußerst gering. Das Gesamiquantum läßt nur eine Portion von einem viertel Pfund Käse sür vier Per- sonen zu. Da überdies die auf die sechs Städle entfallende Menge nur nach und nach eingebt, so kann leider der Käse immer nur einem kleinen Teil der Geschäfte nach einer bestimmten Reihen- folge zugeleüt werden. Diesmal ist der Käse folgenden Firmen übermittelt: 1. O. Dunkler. Berlin. Müllerstr. 12». 2. Carl Franke Nacks., Berlin, Brunnenstr. 181. 3. Gebr. Groh, Berlin, Schmidstr. 5. i. Groß-Einkaufsgesellschaft Deutscher Konsumvereine, Berlin, Heydestr. 52. 5. Interessengemeinschaft Märkischer Milchproduzenten, Berlin, Zehdenicker Str. 11. 6. I. Landau, Berlin, Ackerstr. 170. 7. Lange u. Steffen, Berlin, Memeler Str. 76. 8. Fritz Mnth, Neukölln, Pannierstr. 18. 9, Schimmel Nachf., Berlin, Linienstr. 63. 10. Schmidt Söhne, Neukölln, Mainzer Str. 45. 11. I. F. Aßmann. Berlin, Landsberger Str. 46. 12. Gebr. Lehmann u. Co., Berlin, Marienstr. 1. 13. C. F. Wienstruck, Berlin. Leipziger Str. 82. 14. Otto Reichelt, Berlin, Neue Königstr. 37. 15. Verein. Pomm. Meiereien, Berlin, Dircksenstr. 26/27. Die Abgabe erfolgt in den B u t t e r g e s ch ä f t e n an die eingetragenen Kunden. In erster Linie werden also Hans- hallungen mit wenigstens vier Personen in der Lage sein, Pfund Käse zu erhalten, es fleht aber auch nichts im Wege, daß sich vier nicht zu einem Haushalt gehörende aber in demselben Buttergeschäst in die Kundenliste eingetragene Personen vereinigen und auf ihre gemeinschoftlich vorgelegien vier Karten Pfund Käse kaufen. Die- jenigen Buttergeschäfte, die bei der diesmaligen Verteilung Käse er- ballen haben, sind durch ein Plakat im Schaufenster gekennzeichnet; die anderen Geschäfte werden bei der späteren Verteilung der Steihe nach beriicksichligl werden. Die Abgabe des Auslands- käses hat nach Nettogewicht zu erfolgen. Eine Einwiegung des Papiers ist unzulässig. In der Stadt Berlin sind bei der Entnahme des KäseS die Abschnitte 3 der vom Magistrat ans Grund der Verordnung vom 13. Oktober 1916 ausgegebenen Lebensmittelkarten abzugeben. In den anderen fünf Slädlen ergehen noch besondere Anweisungen der zuständigen Magistrate._ Kleinhandclsprcisc für frische Seefische bester O-valität für Freitag, den 10. November 1916. Schellfische, klein(bis 3/4 Pfund) 2, CO M.. mittel(von sli bis 1 Pfund) 2,80 M., großmittel(von 1 bis Iflz Pfund) 2,40 M.. große(von l'/a Pfund und mehr) 2,50 M.; Kabeljau, klein(bis l'/a Pfund) 1,90 M., mittel(von l'/j bis 4 Pfund) 2,20 M., große (von 4 Pfund und mehr) 2,20 M., ohne Kopf(im Ausschnitt) 3,00 M.; Schollen, kleine(bis zu 1i3 Pfuud) 1,23 M.(Zufuhr sehr gering.) Die Königliche EisciiSahudirektion Berlin macht im Inseratenteil der heutigen Nummer bekannt, daß cuif iämtlichen Bahnhöfen des Direltionsbczirls verlin am Sonnabend, den 11. v. M., Frachtstück« gut nicht angenommen wird. Postsendungen an Gefangene in Rumänien. Berlin, 8. November.(W. T. B) Die Postanstalten nehmen jetzt auch Postsendungen an Kriegs- und Zivr� gefangene in Rumänien zur Beförderung an. Poj� anweisungen sind in der Kroncnwährunig an das Königlich schwedliche Postamt Malmö I(ilpa) zu richten, der Empfänger ist auf der Rück- seile des Anmeisungsabschnitts anzugeben. In Malmö werden diese Postanweisungen in schwedisch-rumänische umgeschrieben. Brotdiebe treiben in F r i e d r i ck»s f e I d e seit einigen Tagen ihr Wesen. Wiederholt hat ein grösseres Mädchen von ungefähr 14 Jahren kleinen Kindern das aus der Verkaufsstelle der Konsum- genosienschaft gekaufle Brot abgeschwitidelt. ES gab den Kindern den Auftrag, da? für eine Frau Brandt gekaufle Brot aus der Verlaufsslelle zu holen. Die Mütter Lun gut, den Kindern einzu« schärfen, fremden Personen Waren oder Geld nicht auszuhändigen. Der Verlust ist in solchen Fällen ein doppelter. DaS Geld ist per- loren und Ersatz für Brot- und Lebensmittelkarten wird nicht geleistet. Selbstmord eines Siebzehnjährige«, Gestern früh um 4 Uhr sprang der 17 jährige Arbeiler Otto Schtoler gegenüber seinem Wohn« Hause Luisenufer 52 in den LmseiistkJbtischeir Kanal und ertrank. Die Leiche konnte bald daraus geborgen werden. Was den jungen Mann m den Tod getrieben hat, konnte nicht ermittelt werden. Tödlicher Eisenbahnunfall. Von einem Zuge der Brandenburg!« schen Slädtebahn ist der Arbeiler Frcozz Palme überfahren und ge« tätet worden. � P. Halle Miltwoch früh> auf dem Wege zu seiner Ar- beitSstätte am Bahnübergang, an der Arandenburgischen Chaussee den Bahnkörper überschritten und dabei dchI Herannahen eines Zuges der Städtebahn nicht beachtet. Er wurde Mon der Maschine erfaßt, um- gerissen und geriet unter die Räder, dte über ihn hinweggingen P. war sofort tot. Herbstkonzcrt. Am Sonntag, den 12. November, abends 6 Uhr, veranstaltet der Sängerchor Wedding(M. d. D. A.-S.-B.), Chor« meister Friedr. Schmidl-Marlisja, in den.„Germaniasälen", Chaussee- straße 110, ein Herbstkonzert. Saalöffnung 6 Uhr. Programm und Liedertexte 50 Pf. Dieselben sind zw haben bei den Mitgliedern und im Vereinslokal„Prachtjäle des Nordens", Gerichtstr. 31. Kleine Nachrichte». In der vergangenen Nacht schnitten Kupfer« drahldiebe in der Wuhlheide an dem Wege von Sadowa nach der Stadt Köpenick zwischen den Stangen 12 und 18 mit einer Zange 4 Bronzeleitnngen der Fernsprechleitu»l>g ab und schleppten sie weg. Der gestohlene Draht ist 15 Millimeter stark und wiegt 31 Kilo- gramm. Die Diebe haben ihn wahrWeinlich mit einer Leine zu- sammengebunden. Ein Stück dieser Leine ließen sie am Tatort zurück.— Für 1500 Mark P-lzwanen erbeuteten Schaufenster« einbrecher in der vergangenen Rächt bei einem Kürschner« meister in Pankow, Steinmardergarnibaren und anders Sachen.— Einen empfindlichen Verlust erlitt eine Dame in einem hiesigen Gasthauie. Sie besuchte dort den Wtkschraum und legte dabei fünf goldene Ringe ab. Dann vergaß sie« sie wieder auszustecken, und als sie sie bald darauf dolen wollte, waren sie verschwunden. Dia Ringe find zusammen 2500 M. wert. Der eine hat eine Perle, zwei große Brillanten und fünf kleine Splitter, der zweite sieben Brillanten und sechs grüne Steine, den dritte neun kleine Brillanten, der vierte weiße und blaue Steine, der fünfte grüne und weiße. Mitteilungen über ihren Verbleib nimmt der 1. Krimiiialbezirl beim Polizeibezirksamt am Molkenmarkt elltgegerr. /tos öen Gemeinöen. Nahrvngsmittel-Bezugskarton für Haushaltungen iu Charlotteuburg. Neben den roten NahrungsmitleilTarten, die an jeden Einwohner Charlottenburgs ausgegeben werden, gibt der Magistrat der Stadt Charlottenburg jetzt auch BezugSmarken für Haushaltungen aus, die zu 6 Stück, unterschieden nach Buchstaben, zu einem Bogen vereinigt sind. Die Vezngsmarlen sind in 4 Serien eingeteilt: I bis IV. jede Sorte wieder in zwei Iknterabteilungen» und b. Di« Unterabteilungen a der vier Serien sind bestimmt für Haus« hallungen mir 1—3 Personen, die liliiterabteilungen b für größere Haushaltungen mit 4 und niehr Personell. Es erhält alio jeder Haushalt mit 1—3 Personen je einein Bogen mit la oder Ha oder lila oder IVa. jeder Hanshalt mit 4 rmd mehr Personen je einen Bogen mit Ib uiw. Die Marken sind einzejin abtrennbar, so daß bei dem Einkauf immer nur eine Marke ntttgenommen zu werden braucht. Dadurch wird verhindert, daß ganze- Bogen verloren gehen. Ersatz für verloren gegangene Karten wird auf keinen Fall geUistet. Der Magistrat wird jedesmal bekannt machen, welche Serien und welch» Abschnitte zur Einlösung gelangen. Schul-Zahnpstege in NeukSlln. Die Hobe Bedeutung einer von Jugend aus beginnenden fach- gemäßen Pflege der Zähne haben vor allem auch die im Felde beobachteie» überaus zahlreichen Zahn- und Munderkrankungen unserer Soldaten gezeigt. Immer größere Förderung erhalten da- her die Bestrebungen des Lokalkomitees Groß-Berlin für Zahnpfleg« in den Sckulen hinsichilich der mit bedeutendem Erfolge arbeitenden Schulzahnkliniken. Zur Deckung der durch die Unterhaltung der Neuköllner Klinik für das Jahr 1015/16 entstandenen Unkosten wurde von der Stadt Neukölln ein Zuschuß von 10 000 M. übernommen. ®er Besuch der sftini! ist nach wie dar ein überaus reger, und zwar! inionderheil aus dem Grunde, weit die Behandlung von Kindern unbemiUelicr Eltern kostenlos erfolgt. Während des Krieges sind neben dem Direktor ein Assistenzarzt, eine Schwester und ein bis zwei Hilfssrüuiein in der Klinik tätig. Sie wurde im letzten Geschäftsjahr<1. 4. lä bis Sl. 3. 10) von zusammen 0680 Kindern besucht, worunter 802 mitkelschul- und 132 vorschulpflichtige Kinder gezählt ivurden. Die stärkste Inanspruchnahme der Klinik wies der Monat Juni mit 1116 Palicuten auf, während im August 582 als niedrigste Besuchs ziffer zu verzeichnen war. In Verfolgung de« Grundsatzes, jedes Gcbijz nach Moglichkeil lückenlos zu erhalten, erstreckte sich die Mehrzahl aller ausgeführten Behandlungen auf Zabnfüllungeii, nämlich 8141 bei insgesamt 13 930 Behandlungen. 7 Kinder mit Kicscreiittünduiigen, Gaumengeschwüren u. dergl. winden dem Direktor der Klinik Profcsior Dr. Niller zwecks Operation überwiesen. Tegel und die Borsigwerkc. Der Abschlnsi des Vertrages mit der Firma B o r s i g, auf Grund dessen die Aufhebung und Einziehung der Borsigstrasze und eines Teiles der Charlottenburger und Haselhoister Slrasie erfolgen soll, und die hierzu von der Gemeinde zu stellenden Be- dingungen beschäftigien noch einmal die Gemeindevertretung in einer recht umfangreichen Verhandluilg. weil nach der ersten Beratung sich noch einige wesentliche Abällderungen nötig machten. Wir heben daraus hervor, das;, lvie der Bürgermeister Stritte betonte, z. B. die Borsigstrasie, obwohl sie ctuch für die Nachbargemeinde Wittenau die haupliächlichste Zugaugssstrasze Zum Tegeler See bildete, bisher noch gar nicht als öffentliche Straffe angesehen werden konnte, weshalb auch ihre ordnungsmäßige Befestigung unter- blieben war. Das zu veräjiszernde Slraffenland unifafft in der Borsigstraffc 13 000. in der iHaselhorster Straffe 2300, Charlotten- burgcr Straffe 2800. insgesar.il 18 100 Ouadraimetcr. Ter Verkaufspreis von 350 M. Uro Nute gleich 443 000 M ist binnen einer Woche nach Vertragsschkusi zu zahlen, die Auflasiinig erfolgt sofort nach Genehmiginig deef Vertrages durch die Behörden. Die Firma hat alle auö diesem Vortrage etwa entspringenden sonstigen Ansprüche schadlos zu ball in auch gegenüber dritten Personen. Aufferdem sind noch 20 000 tl. Entichädigiing zu leisten an die Ge- meinde für deren NokirlciUiiigen in gewissen Strahenteilen. Bei der Erörterung der»öligen tj erlegting des sogenannten„Schwarzen Grabens" iKostc» trägt die? Firma Borjig) lam auch zur Sprache, welche Unmengen von Abfalls offen wie Putzlapven, Werg. Schmier- öl usw. aus den WiAenauer �ndnstliewerkeii mit in den Tegeler See ciltsührt iverdeii. der dadurch'.stark versnreinigt wird. Die Gemeinden wie auch die kgl. Wafserbaurgspektion, die gemeinsame Feststellungen machten, werden energischen! Protest einlegen. Die jetzt nur pro- viiorffche wie auch die ipätoite definitive Verlegung dieses Grabens wie auÄ dessen Abmessling-tn hat die Firma ans Kosten der Ge- meinde und nach deren Ami i'tffmgen zu bewirken, wobei gleich ans künstige größere Aufnähmet ihigkeu Nücksicht zu nehmen sein wird. lieber die strittige Baufluch slinic, die in der Berliner Straffe be- kannllich stark vorspringt, irmrde ein Einverständnis erzielt, des- gleichen über einen weiteren Ausgang nach der TreSkawstraffe, über Verhinderung des ruhestören l en FabrillärmS in der Veitstraffe, wo- durch die dortigen groffen W ohnhäuier stark beeinträchligl werden in ihrem Werle, an dem doch� die Gemeinde als Gläubigerin selbst interessiert ist; auch sollen d ie bei der Firma Beschäftigten mehr wie bisher zum Wohnen in Tegel angehalten werden und noch manches andere. Nach langem Verhau i ein, auch über eine Reihe Einwendungen einiger Gcmeindeverlreter, gelangie der Vertrag zur eiidgüliu«» Annahm e. Ueber die Verwendung des Erlöies soll in späteren Sitzungen besonders entschielwn werden. Damit ist in bezug auf den bisherigen Bebauungsplan Tegels eine tiefeinschneidende Eni- scheidting getroffen, und es bleibt abzuwarten, wie die Anfsickts- behörden eirtscheiden über ein, Projekt, das in seiner Verwirklichung das Verkehrsslraffennetz nocli» mehr wie schon geschehen weiterhin verengert nach der Secseile kj?!!.— Von den sonstigen VerhandlungS- gegenständen seien erwähnr die Bewilligung von 1000 M. für ein Sachverständigengutachten mist den nötigen Unterlagen zur Erweite- rung des Wasierwerkes, da'dieses an der Grenze seiner Leistungs- fähigkeit angelangt ist und auf Eriveilerung Tegels biücksicht ge- Nommen werden müsse; auch für die Kläranlage wurden 2200 M. bewilligt, zur Beseitigung de! alten SammelbrunncnS, Erneuerung der Säugpumpe und majsiveAii deckung derAbfluffbecken.um dcrenunan- genehme Ausdünstungen zu beseitigen. Der Tegeler Kriegshilie wurden 2500 M. Jmckuff gewährt, un« die Anstellung einer zweiten Hilfskraft zu ermöglichen, nebst einigen anderen Einrichtungen, und dem Vaterländischen Frauenverein 500 M. Beihilfe zur Beschaffung von Einsegungskleidern für bedür?iige Kinder. Dem vom Berliner Ma- gistrat angeregten Abkomme!» der Groff-Berliner(Semeinden be- treffend ärztlicher Füriorge(Ähnlich der Wobnungsfüriorge) für die im Orte wohnenden Kriegc rfamilien anderer Ilicserungsverbände trat die Gemeindevertretung durch Beschluff bei. Auf Anregung der F e u e r s o z i e t ä t des Kreises soll eine Nachversicherung der der Gemeinde gehörenden; Privathäuscr erwogen werden, da bei einem eventuellen Schaden mir nach den alten niedrigen Sätzen Eni- schädigung gewährt werden k j ante. Die Vertretung enlschl�>ff sich nach längerer Beratung, für t ä m t l i ch e G e m e i n v e b a u l i ch- keiten, auch Werke und Bki triebe, zunächst aus ein Jahr diese Kriegsvorsorge-Versicherung crij zuschlieffen, sosern keine Ueberversich- rung deZ betreffenden ObjektÄ- schon geschehen ist. Gemeiudevertrr Versitzung in Nowawes. Die in der Septembersitzilng beschlossene Erhöhung der Unter- siützung für teilweise oder p i nzlich erwerbslos gewordene Textilarbeiter hat leider nicht die Gi nehmigung der Aufsichtsbehörde ge- funden. Der Regierungsprä Mzent hol vielmehr unter Zugrunde- legung von 00 Arbcitssnindeir in der Woche folgende Erhöhung in Vorschlag gebracht: 10 Pf. süri männliche und weibliche Arbeiter von 14 bis 10 Jabrcn, 15 Pf. sii-l weibliche Arbeiter von 16 bis 21 Jahren, 18 Pf. für männliche iArbeiter von 10 bis 2l Jahren. 20 Pf. für weibliche Arbeiter über 2li Jahre und 27 Pf. für männliche Arbeiter über 21 Jahre. Für jedes Kind sollen lvie bisher 3 Pf. für die Stunde hinzugerechnet! werden. Die Gemeindevertreluilg stimmte der Festlegung liäeser Sätze mit Wirkung vom 1. November dieses Jahres votgedrungen zu.— Die Erörterung des Punktes„Lebensmitielsürsorge", der auf Antrag der 3. Abteilung auf die Tagesordnung gesetzt lporden war, muffte bis zur nächsten Sitzung verschoben werden, dotb wurde dem Genoffen Osmer ge- staltet, seiner Meinung über einige besonders in die Erscheinung ge- tretene verwaltungstechnische Mängel der Lebensmitlelfürsorge Aus- druck zu geben. Er forderte dfls Verbot des Milchverkaufs auf der Straffe, weil es vielen Kinder»!; und Kranken nicht möglich sei, die ihnen zustehende Milch zu ePhalien. Die Beschaffung ärztlicher Atteste für Lebensmittel müsse verbilligt und vereinfacht werden. Unbedingt notwendig sei eckte gerechtere Verteilung der Lebens- mittel, wobei auch der Konsirmverein genügende Berücksichtigung finden müffte. Die im Vorjahr beobachteten Zustände beim Kar- toffclverkanf dürfen sich nicht, wiederholen; besonders zu ver- urteilen sei ans sittlichen Gründen das lange Umherstehen von Kindern zwischen den Erwachsearen. Auch einige Fälle besonders krassen Preiswuchers von Lebenlmiitelgeschäften brachte Redner vor und forderte schliefflich Abhilfe kckr Mißstände, die bei der Ausgabe der Lebensmittelkarten im kleine« Raihause in der Lindenstraffe zu- tage getreten sind.— Ter Bürge rmeister ver'vrach. alles zu tun, um vorhandene Mängel zu beseitigen, und stellte eine befriedigende Regelung der Milchfrage iii Aussicht. Eine Benachteiligung des Konsumvereins beim Bezug von Lebensmitteln sei nicht beabsichtigt gewesen. Die Ausgabe der Lebensmittelkarten werde nach Vermehrung der Burxauräume und des Personals sich leichter abwrckeln lassen. Gemeindevertreter Philipp teilt mit, daß die Schwierigkeiten in der Kartoffelversorgung als behoben gelten können. Die Gemeinde erlhalte aus dem Kreise Westhavcl- land 25 000 Zentner Kartoffeln, mit deren Abfuhr an die Besteller bereits begonnen werden konnte. Dadurch werde voraussichtlich der Andrang in der Turnhalle ganz erheblich eingeschränkt und das lange Warten der Käufer vermieden. In Znkunst könnten auch Frauen, die zu spät zur Turnballe kämen, Kartoffeln ganz in der Nähe, bei Zech, erhalten, sogar Sonntag vormittags. Auf Anregung des Ge- mcindcvertreiers Ruft soll kinderreichen Familien beim Kartoffelbezug notwendigenfalls Zahlungsstundung gewährt werden. Zu den Verhandlungen in der Gemeindevertretersitzung in Nciiiickcudorf schreibt uns die durch den Gemeindeperlrelec Pinkus angegriffene Firma K ü b l e r u, Co., daff lediglich eine andere im Interesse des Betriebe? beffere Verwendung des Herrn Klamann die Ursache gewesen sei, die Entbindung des Herrn K. von seinem Posten als Beisitzer im Mierseinigungsaint nachzusuchen. Es sei falsch, anzunehmen, Herr K. sei von seinem Posten enthoben worden, weil er eine im Interesse der Allgemeinheit tiegende Tätigkeit enl- ivickelt habe. Eine Herabsetzung der Stellung des K. sei onch nicht erfolgt. Das Gegenlcit sei vielmehr der Fall. Herr Klamann schreibt uns ebenfalls, daff seine anderweitige Verweudung im Be- triebe aus betriebstechnischen Gründen, und zwar mit seinem Ein- Verständnis erfolgt sei.__ Soziales. Invalide Kriegsteilnehmer sind— nicht invalide! Antisoziale Vorschriften der Reichsversichernngsordnung und der ihr folgenden Rechtsprechung von Versichernngs- iilstanzen haben wir häufig im Frieden besprechen müssen. Diese Unbilden treffen jetzt in starkem Masic Kriegsbeschädigte. Einen solchen von der Landesversicheningsanstalt und dem Oberversicheningsanit in Dresden entschiedenen Fall schildern wir nachstehend. Wird er endlich Anlaß zur Aenderiing der gesetzlichen Vorschriften und der Zusainmcnsetzuiig der Ver- sichernngsinslanzen geben? Der 40jährige Gürtler Hermann stand seit dem fünften Mobil- mackiuiigslag im Feld. Am 4. Oktober 1915 erhielt er eine Granal- spliiterverletzung. Diese machte die Amputation seines r e ch t e n A r in e s ei forderlich. Sein Antrag aufGewäh- rnng der Invalidenrente wurde von der Landes- Versicherungsanstalt abgelehnt und ihm(vorn 3. April 1916 ob) nur Krankenrenie gewährt, da nur vorüber- gehende Erwerbsunfähigkeit vorliege I Das Gut- achten des bchandeludeii Militärarztes bat ini Gegen- satze hierzu dauernde Erwerbsunfähigkeit festgestellt. Der KriegSbeichäoigte legte Berufung ein. Er legte dar, seinen früheren Berus könne er nie wieder aufnehmen. Er habe die Ein- armigenschule besucht uiid beschäftige sich jetzt mir leichten schrfft- lichen Arbeiten. Er legte ein Urteil vor, das einem Leinenden in Bayern, der den l i n k e n Arm emgebüfft hat, die Invalidenrente zuerlannt hat. Das Oberver sichern ngSams DreS- den verwarfjcdoch die Berufung. Es nahm nur vor- übergehende Erwerbsunfähigkeit an. Es bestehe Aussicht auf Besserung, cS sei ja auch schon„eine gewisse Gewöhnung" ein- getreten! Ter Vorsitzende gab dem mit dem Eisernen Kreuz ge- schmiicklen Kriegsverlcyien. der seiner Entrüstung über diese Ansicht m derben Worten Ausdruck verlieh, den Rat, bis au die letzte In- stanz zu gehen. Wenn schon während des Krieges solche Urteile möglich sind— wie wird es erst nach Kriegsende den armen Kriegs- beschädigten gehen? Der Sitz des UebelS der gesundes Rechts- empfinden verletzenden Rechtsprechung ist das Gesetz selbst. Die Vorschriften der Reichsversicherungsordnirng über den Be- griff einer Invalidität von Arbeitern ist unhaltbar. Nach der Ncichsversicherungsordnuiig liegt Invalidität eines Arbeiters noch nicht vor, wenn eine solche nach dem Gesetz über Ver- sicherung Angestellter oder auch dem allgemeinen Sprachgebrauch vorliegt. Hier gilt es endlich zu ändern. Mus aller Welt. Hootskatastrsphe auf üer Weichsel. Ueber 120 Personen ertrunken. Donnerstag, den 2. November, nachmittags um 5 Uhr, wurden, wie der„Dzicnnik Poznanski" meldet, wie gewöhn- lich Einwohner der Stadt K a z i m i e r z bei Lublin auf einer Fähre über die Weichsel gebracht, nm gegen Abend in ihre Wohnungen zurückzukehren. Die Jähre war schon unweit dcL Ufers; der Führer wollte jedoch an den Wirbeln vorbeifahren, um einen zu starken Anprall zu verhindern, und fuhr deshalb einige Meter zurück. Als die Fähre in der Mitte war, drang plötzlich Wasser in die beiden Boote und die ganze Fähre ging unter. Zwanzig Personen wurden ge- rettet, während über Illü ihren Tod in den Fluten fanden. Vierzig Leichen wurden geborgen.- Ein„richtiggehender" Millionär. Wie aus New?)ork berichtet wird, hat Louis W. Hill nun die Jnventarausnahme des Vermögens seines Vaters James I. Hill, des ehemaligen Präsideuten der Greai Northern lliailway Co. be- endet und es ist zutage getreten, daß das Vermögen bedeutend größer gewesen ist, als man anfänglich annahm. Anfangs schätzte man das Vermögen aus 40 000 000 Dollar, nun hat es sich herausgestellt, daff das Vermögen mehr als 52 999 000 Dollar betragt. Man berechnet, daß die Erbschaftssteuer, die Louis W. Hill dem Staate ent- richten mutz, über 1 500 000 Dollar beträgt. Auffallend ist, daß der Eisenbahnkönig fast die Hälfte seines Vermögens in Bankaktien an- gelegt hat. Er hatte weiter für 1 200 000 Dollar auf die englische Kriegsanleihe gezeichnet. Seine Kunstsammlung wird aus 1000 000 Dollar taxiert. Ter Rest seines Vermögens besteht größtenteils ans Bankaktien. Selbstuwrd in der Kirche. Eine aufsehenerregende Tat beging in Wien der 23jühr!ge verheiratete Fleischergehilfe Anton S. Nach einem Streit mit seiner Ehefrau begab er sich in Begleitung seines dreijährigen Knaben nach dem S t e p h a n s d o in und ickiotz sich eine Kugel in die Brust. Der Schwerverletzte wurde ins Spital gebracht und der Knabe seiner Mutter wieder zugeführt. Der GolteS- dienst mutzte unterbrochen und die Kirche geschlossen werden. Ein Ehepaar mit 56 Kindern. Ein Referat im Organe der Ge- sellschaft der Aerzte in Wien, der„Klinischen Wochenschrift", belrifst den merkwürdigen Fall einer beobachteten übermäßigen Fruchtbar- keit. Der italienische Arzt T i s s a n t i s berichtete demzufolge, daß im Orte Pagano(Italien) eine erst 40jährige Frau ihrem Gatten, einem Landwirte, bereits 50 Kinder geboren habe. Es waren häufig Drillinge, mehrmals Vierlinge, einmal sogar Sechslinge. Allerdings wurden von den Kindern nur einige lebend zur Welt ge- bracht. Ueberhaupt am Leben ist von allen 50 Kindern nur die erst- geborene Tochter geblieben, die aber aus lauter Angst vor eurem ähn- lichen Schicksal ms Kloster ging. Speisewagen bei der Strasienbahn. Tie Stadt Münster in West- falen dürfte wohl die erste Stadt sein, die bei der«tratzenbahn Speise- wagen eingeführt hat. Man bedient sich ihrer dort dazu, das in einer Großküche hergestellte Esten in zweckmäßiger Weise zu verteilen. Es Ivurden hierzu besondere Anhängewagen eingerichtet. Nach der„Zeit- schtist des Vereins Deutscher Ingenieure" sind in der Längsachse dieser Wagen an Stelle der Sitzbänke vier Behälter, die je 250 Liter Speisen fassen, so aufgestellt, daß das Wageninnere durch die Reihe der Behälter in zwei Teile geteilt ist. Dadurch bleibt auf jeder Seite ein V; Meter breiter Gang, der auf je eine Schiebetür der Stirnwand 1 auZmündek. Bei der Essenausgabe sieben die Berkeflerinnen m bat einen Gang, während das Publikum, das beim Besteigen der einen Plattform Speisem arken erhält, den Wagen auf dem zweiten Gang durchquert, dabei die Speisen m Empfang nimmt und von der gegen« überliegenden Plattform den Wagen verlätzt. In den Bebältern bleiben die Speisen durch 24 Stunden warin. In Münster sind fünf derartige Wagen vorhanden, die nach bestimmten Ausgabestellen ge- fahre» werden. Es wäre also wohl möglich, auch in andereir Orten von dieser Einrichtung Gebrauch zu machen. Diese Straßenbahn- Speisewagen würden in einer Zentralküche mit Speisen gefüllt und dann durch die stratzenbahn nach den verschiedensten Teilen der Stadt airf tote Gleise gebracht. ES würden sich so für jede Küche eine erhebliche Anzahl von Essenausgabestellen schaffen lasten, was nicht nur den Wirkungsbereich einer derartigen Kückie bedeutend er- hö.it, sondern auch dem Publikum die Benutzung der Einrichtung sehr erleichtert. Lebensmittelvergriidung. Wegen Verkaufs von 7500(?i Zent» ner durch schlechte Lagerung verdorbenem Käse wurden vom Schöffengericht in Tanzig der Käsesabrikant Wüthrich(Elbing) z u 1 5 0 0 M. und der Kaufmann Witting(Langfuhr) zu 10 0 0 M. Geldstrafe verurteilt. Käse ist jetzt ein so rarer Artikel, daß man noch eher ein Goldstück als einen Sechscrkäse erblickt, und an andc- rer Stelle läßt man eine so große Menge davon verderben! Das sind wirklich nette Zustände. Jugenüveranftaltungen. Neukölln-Brick. Sonntag, den 12. November, 6", Ubr, Ninqbabnbos Neulölln: Frobnaii, Hennixsdors, Hobonicköpping, Laiidbeim Meiffners- bei:(0 Pl. ftalirgeld. 6.57 Ubr Schlcsischcr Babnhos: Erlner. Kerlse«, Rildeisdors, Sücnitzsce, Fi cde.-dorj; 90 Pf. Unkosten. 9'/» Uhr Boddin-, Ecke Berliner Straße: Tresspunlt zum Besuch des Aquariums am Zoo; 30 Pt. Unkosten. Tienstag, den 14. November, 7h', Uhr, Tonanitr. 101: Dortrag über „Jugend und Nrbcilcr-Sporlbewcgiing". Gäste willkommen. Donnerstag, den lö. November, 7 Uhr, im Heim. Donaustr. 104: Mädcbenobend. Abonnements aus die„Arbeiter-Jugcnd" werden aus allen Veran- stalwnqcn entgegengenommen. Jugendbiirungsvrreiil Schöncberg. Freitag, den 10. November: Dlskuisionsgbend im ZiMlnersdorscr Heim, Maimbeimcr Slrnffe 51.— Sonnlag, den 12. Novcinber: Beiuch der C! arloUenburper OrlSgrnpvc. Trefjviiiilt 3h, Uhr.— Dicnslag. den 14. November: Mädchenabend bei Frau Dr. Nocder, Tcmpclhoser Straße 21.— lNitltvoch, den 15. November: Mitgliederversammlung bei Heuler, Königswcg 42. Nlärkilche Tpirl-Vereinigiing. Bezirk tYrob-Berlin. Am Sonn« tag, den 12. November, iindcn iolg ende Svicle statt: Jabn-Obenpree— Fichte XVII in Obcijcrönclvcidc. üläpcnicker Choiissec. Frisch. Frei— Wilmersdorf 1 in Jobannislhal. 2 indborfi straffe. Luckenwalde 1— Svcibcr in Luckenwalde. Luckenwalde V— Adtersbos in Luckenwalde. Velten I— Luckciiwaldc III in Velten. Fichte XVI— Weiffcniee I in Neinickcudors, Rütli-, Ecke Tbuncrstraffe. Wilmersdorf 11— Fichte XIII in Wilmersdorf. W eiffciisce 11— Leiten II in Vciffensce. Falkeiiberger Straffe 152. Fichte VIl — Ncuenhagcn in Treptow, Köpcinckcr Landstraffc. Ter Spielbeginn ist 2'/, Uhr. AUgeineine Kranken- und Ztrrbekane ver MetaUarveiter zu Hamburg(it. a. 63.), Filiale B a u in s ch u l e u w c g. Den in Treptow wobncnden Mitgliedern zur Kenntnis, daff am Sonnabend, den Ii. November, abends von S'f,— 10 Uhr im LolaI von Boich, Elscnstr. 101, Ecke Kicjholzstraffc, lajsiut wird. Umgegangene vruckfchn'sten. Don der„(iileidibeit", Zeilichrist für die Jnleressen der Arbeiterinnen. ist uns soeben Nr. 3 des 27. Jahrganges zugegangen. Aus dem Jnbutt dieser Nummer beben wir bervor: Um den„Vorwärts".— Nachdenkliches über die Masscnipeimng. Don W. Sollmami.— Ans der Bewegung: Eine Franenkoiijerenz jür den Agiiationsbezlrk Dresden.— Politische Nundschau.— Notizenteil: Aus dem östcniiichen Leben.— Für den Frieden.— Frauenarbeit.— Dicnsltotensrage.— Soziale Fürsorge.— Frauenbewegung. Für unsere-Nütter und H a u S fr a« e n: Waher und Leben. Von Alex. Lipjchütz..1.— Seelen lull und Opferweien. 11. Don B. 8.— Fenillelon: Das Paradies. Don Marlin Andcrjeii-Ncrö. F ü r u Ith c r e Kinde r: Hcldebild. Gedicht von Deilev v. Lilien- eron.— Tie Eiilstcbung der Schrift.(Fortsetzung.)— Luftige Diebs« geschichtet! aus der alrcu Zell. Don Johann Peter Hebel.— Der ffiabe und der Fuchs. Fabel von H. B.— Des Esels Schatten. Don Robert Reinick.— Auch ein Verein. Gedicht von Atiastasins Grün. Die„Gleich bell" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf. Dntch die Post bezogen beträgt der Abonncmentspreis vicrleijähr- lich ohne Bestellgeld 55 Pj.) unter Kreuzband 85 Ps. Jahresabonnement 2,00 Alark. Don der„Neuen Zeit" iil soeben das 6. Hesl vom 1. Band de» 35. JabrganqS erichienen. Aus dem Juhall des Heftes heben wir hervor: Ter„starke" Kapitalismus. Bon Karl Marchiomni.— Die„Emser Depesche" von 1914. fabriziert von sranzöfischen Soziaidemolraten. Don Ernst Heilmaim.— HandelspolUische Flogen, Von Karl Emil.(Fort« setzung.)— Geldwert der Menscheitverluste. Don August Mai.— Literarische Ruudschau: Jean Jaurös, Vaterland und Proletariat. Don Ed. Bernstein. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- bandlnngeii, Postanstallcu und Kolporteure zum Preise von 3,90 M. daZ Vierteljabr zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur jür da» Dicileljahr bestellt werden. Das einzelne Heft kostet 30 Pfennig. Probeimmmetn stehen jederzeit zur Vcrsügung. Vom„Wahren Jacob" ist soeben die 23. Nummer de» 33. Jahr« gangs erschienen Der Preis der Nummer ist 10 Ps. Probcmimmcrn sind jederzeit durch den Verlag I. H. W. Dich N.ichs.(A. m. b. H. in Stuttgart, smvie von allen Buchhandlungen und Kolpoatcuren zu beziehen. Sriefkaften der Neöaktioa« Die lurtfltlcve Eprechslunde sindei wr Ldonnenten Liudeupr. I, IV. rechts, varicrre. am Atoniag iii Freitag von 4 VI» 7 Ugr, am Sonnaden» van 5 vis 6 uvr statt. Jeder für den B r I e i t a sl e n bettlmmlen Antrag» ist ein Buchstode und eine Zahl als Merlzetchen beimibgen. Brieslich« Antwort wird mch: ertelll. Antrage», denen leine Adonnementsauittung beigefügt tst, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man m der Evrechsnmde vor. Verträge, vchrtfiftüche und»ergleichen dringe mar t» die evrrchsiunde mtl. I. H. 05. Ersatz wegen der Pakete können Sie nicht verlangen. Bei der Umreammig des von Jdnen eingezahlten Geldes in sranzäsilche Münze lominen nach unserem Geldwert 8,85 Fr. heraus.— I. R. 17. Zeitig untauglich wegen Erkrankung de» Ohre».— C. W. Das können wir nicht wissen, das liegt in der Kommandogewalt deS Kai'erS.— I. Z. 23. ES bandelt sich um Fahnenslucht. Diese wird, wenn sie im Felde begangen ist, nach dem MUllärstrasgesetzbuch mir dem Tode biilrall.— E. B. 160. Wenn der Wirt uicht imstande ist. den Mangel abzustellen, müssen Sie ieiin Amtsgericht aus Löiung des Mielsvertrages klagen.— Hypothek. Sie müßlcn am FälligkciiSIage die Hypothek auszahlen. Die Bant ist nicht verpflichtet, die Hyvotbct zu den bishcrigeii Bedingungen weller stehen zu lasscii.— 25. Haupt. 1. Rein. 2. Sie lönnen Ainpruch aus das böhere Gebali mit Eifolg nicht geltend iiiachen. 3. und 4. Eine Klage scheint un» oussichtSlos. 5. Ter Anspruch wäre nach Krtegsbeendigniig auch noch zu erbeben. 0. Da die Zusage nicht schristlich und jedenialls auch nicht unier Zeugen erfolgt ist, so hätten Sie leine Bciveismiilel und iniolgcdcssen auch leine Aussicht aus gcrick'ilichc Verurteilung.— G. Eli. 77. Nein. — Neukölln 77. Kündigung der Wobnung kann zu dem im Miel»- vertrage sestgeletzleu Tcrniin erfolgen. Exmission kann erst nackt erfolgter Verurteilung durch das Geiicht gcichcbeii) da Ihr Man» im Felde steht, tanii das Gericht aber die Vcrurlciluiig zur Räumung nicht ausiprcchrm — 7t- V. Z. 330. Nein, c» sei denn, daff Sic durch Nachmiiilcrung für sclddieiistsähig erachtet werden.— I. C. 40. Unterstützung wird nur ge« währt, wenn die nach dem Gesetz vorgeschriebene Bedürstig.'ell vorbanden ist, die in einem soickien Falle meistens verneint wird.— W. D. 93. Nein.— 1910. 1. Sie hätten sich mit dieser Forderimg dirett an die Berussgcnofsenschall wenden sollen. 2. Die OuitiungSiormuIare mühten Ihnen ausgehändigt werden; wenden Sie sich an die Bcrussgcnosscuschaft. 3. Nein, das iit ehrenamtliche Ve: pflichtung des Vormundes. 4. Dagegen werden Sic mit Erfolg nichts unternehmen lönnen. 5. Die Beiträge für Krönten-, Invaliden-, Feuer- und Lebensversicherung. 0. Nur mit dessen Erlaubnis.— C. Z. 17. In zwei Jahren mindestens 20 Marken. Zum Bezug der Llltersrcute müssen Sie 1200 Marken nachweisen. Invalidenrente zu beziehen, wären Sie schon berechtigt, da Sie well über 200 Marken geklebt haben.— Z 5. Krampsadern; landsturmpflichllg.— K. 5. Sie können Arbeit annehmen und auch Anspruch aus Rente erhebe».