Ar. 314. 33. Jahrg. Ndonnementt-Keälogllasevi «donnementS- Breis vränumerande Lierleljährl. S.S0 Mk, manaU. tL0 MI. wöchenllich 80 Bfg. Ks> inS HauZ. Einzelne Nummer S Big. Eomuags. nummer mit Multrierler EoimlagS. Beilege.Die Neue Seil" 10 Pfg. Poll- ilbonnemem: 130 Marl tro Monar Eingetragen in die BosI- Zeilungs- Breislisle. Unter Kreuzband für Deutschland und Oeslerreich. Ungarn 230 Marl, für das übrige Ausland « Marl pro Monat. Poslabonnemems nehmen an Belgien. Dänemarl, C;ird. Italien. Luxemburg. Pottugal. änien. Schweden und die Schwitz. CrfAtiat lüglich. Derlinev Volksblntk. 5 Pfennig) Die InlerlionS'Gebüftr IcfiSgt für die sechSgcsvaltenc Kalonel» teile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerijchaltliche Lercins- und Versammlungs- Anzeigen?,0 Big. „Nlerne Unrcrgen", das icllgedruckie Wort A Big.(zulässig 2 fcligedruclte Wortes, jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlasitcllenau- teigen das erste Wort 10 Big. jedes weircre Wort öPfg. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Jnscraie für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition tldgegcdcn werden. Tic Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm-Adreffe: „Soziamtmohrai Rerlln", Zcntralorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfcblands. Redaktion: EW. öS» Linüenstraße Z. aernivrecher: Amt Morinpla«. Str. 1S1 SV— t-il S7. Dienstag, de« 14. November 1V13. Expedition: EW. öS, Lindenstraße Z. kseruivrecher: Amt Moritzplati, Nr. lal SV— 131 S7. f Äf ff Kämpfe um Sailly Saillisel.— Fortschritte im Gyergyo-Gebirge und bei Campulnng. Kämpfe an der Cerna. Amtlich. Großes Hauptquartier, 13. No- vember 1916.(W. T. B.> Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Zwischen Ancre und Somme zeitweilig starker Ar- tilleriekampf. Unser Feuer zerstreute feindliche Infanterie im Vor- geläudc unserer Stellungen südlich von Walencourt und wirkte gegen Ansammlungen in den englischen Gräben westlich von Eaucourt l'Abbaye. In Sailly-Saillisel halten wir den Ostrand. Beiderseits des Dorfes griffeu die Franzose« nachmittags mit starken Kräften an, sie wurden abgewiesen. Heeresgruppe Kronprinz. Ein nördlich der Doller(Obcr-Elsaß) nach Artillerie- Vorbereitung erfolgender französischer Vorstoß scheiterte vollkommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Frout des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Zwischen Meer und Karpathen keine wesentlichen Er- eignisie. Front des Generaloberst Erzherzog Carl. Im Gyergyo-Gebirge haben deutsche und österreichisch- ungarische Bataillone den Bitca Arsurilor genommen. Dort, auf den Höhen östlich vor Belbor und auf dem Ostufer derPutna versuchten dicRusseu in mehrmaligen Angriffen ver- geblich, uns den errungenen Geländegewinn streitig zu macheu. Auch auf den Bergen zu beiden Seiten des Oitos- Passes wurden feindliche Vorstöße zurückgewiesen. Nordwestlich von Campulung ist Candesti von unseren Truppen genommen worden. Südöstlich des Roteu-Turm-PasseS und der Szurduk- Straße sowie nördlich von Orsova hatten rumänische Kräfte bei starken Gegenangriffen keinerlei Erfolg; sie büßten wieder neben blutigen Berluste« über 1vie die ganze Produktion überhaupt— soll plan- mäßig organisiert iverden. Diese Aufgabe läßt sich nicht lösen ohne Umsturz. Ein solcher Umsturz wird geplant durch Einführung eines Gc- setzes über die allgemeine Zivildienstpsticht. Das Gesetz wird zurzeit im Reichsamt des Innern ausgearbeitet, es soll in den nächsten Tagen den Bundesrat beschäftigen, und dann soll der Reichstag, der, kurz nach der Pertagung, wieder aus dem Winterschlaf geholt wird, das entscheidende Wort sprechen. Ucber die geplante Organisation ist bekannt, daß dem Ehef des Kriegsamts zivei Stabschefs unterstellt werden sollen, ein militärischer und ein technischer, für die zweite dieser beiden Stellen ist der Direktor der Gruson- Werke in Magdeburg, Dr. Kurt Sorge, in Aussicht genommen. Der technische Stab soll unniittelbar unter sich verschiedene Gruppen haben, die eingeteilt sind nach den verschiedensten Industrie- zweigen: Bergwerk, Hütten, Eisen und Stahl, Chemie, Pulver- fabrikation, Landwirtschast, Arbeiterfragen. Die Aufgabe des Amtes ist, wie gesagt, die gesamte Kriegsarbeit, vor allem also die Muiiüionsindustrie, plan- niäßig zu organisieren, zlvischen Kanipfesftont und Arbeits- front, eine so enge Verbindung wie möglich herzustellen. Zu diescni Zwecke sollen die Arbeitskräfte in ähnlicher Weise „mobilgemacht" lverdeu, wie die Kampskräfte für die Armee. Diese Hauptaufgabe wird dem Kriegsarbeitsamt zufallen, das je nach dem Bedürfnis ausgebaut werden soll. Jhni sollen zunächst die Gruppen unterstehen, die sich mit den organisatorischen und allgemeinen Arbeiterfragen beschäftigen werden. Die bisherigen Abteilungen für Ersatz- Wesen im Kriegsministcrium werden dem Arbeitsamt an- geschlossen. Das Amt selbst soll in seinen Nnterabteilungeii mit Technikern besetzt und Arbeitnehmer sollen in allen Arbeiterfragen zur Mitarbeit zugezogen werden. Das wichtigste und interessanteste ist natürlich das Gesetz selbst, das dem Kriegsamt die Handhabe für seine Tätig keit geben soll. Dieses Gesetz hat aber den Bundesrat noch nicht passiert, und seine Gestalt schwankt noch in unbestimnitcn Linien. Die Frauen, heißt es, sollen von ihm nicht ge- troffen werden, die oberste Altersgrenze für Männer wird verschieden mit 60 und 65 Jahren angegeben. Der Grund- gedankc des Gesetzes steht aber fest, das ist die allgemeine Arbeitspflicht. Zu diesem tatsächlichen Bericht soll noch bemerkt iverden, daß bezweifelt worden ist. ob der Reichstag mit der Sache befaßtwerden.oderob alles durch BundeSratsverordnung geregelt iverden soll. Ein solcher Zweifel fcheint uns ganz unerträg- lich. Umsturz der Gesellschaftsordnung ohne Mitarbeit des Reichstags, durch einfache Verordnung—, das ist doch zu un- ivahrscheinlich! Einige Blätter ivollten wissen, daß die Regierung ihre Haltung in Fragen der Schutzhaft und der Zensur von der Behandlung des Gesetzentwurfs im Reichstag abhängig machen will. Das wird von anderer Seite entschieden bestritten. »» « Das Wort ist gefallen:„Der ganze Krieg wird mehr und mehr zu einer Arbeiterfrage". In dieser Arbeiterfrage müssen auch die Arbeiter zuerst ge- hört werden. Wie oft ist ihren Vertretern im Reichstage bei viel bescheideneren Refornicn, die sie beantragten, gesagt ivorden, sie verlangten„einen Sprung ins Dunkle"! Wie oft ist ihnen vorgeworfen worden, sie wollten„das Bestehende umstürzen" und erstrebten den„sozialistischen Zuchthausstaat"! Jetzt sind es die Arbeiter, die ihre Bedenken geltend machen müssen gegen eine überstürzte Durchführung dessen, was ihre Gegner bisher als die letzten Forderungen der Arbeiterklasse ausgegeben haben. Die Sozialdemokratie verlangt die Organisation der Pro- duktion im allgemeinen Volksinteresse, das Zurückstellen aller Einzelinieresseu hinter das Gesamtinteressc. Aber ihr F r i e d e n s s o z i a I i s m u s ist doch etwas ganz anderes als der„Kriegssozialismus" von heute, denn er erstrebt eine allgemeine Erhöhung der Lebenshaltung, während der Kriegs- sozialismus eine entgegengesetzte Wirkung nicht ausschließt. Die Arbeiter werden nur einer solchen Lösung des Problems zustimmen können, die sie vor einer Verschlechterung ihrer Lebenslage schützt. Wir haben schon ausgesührt, daß der Arbcitszivang für Müßiggänger etivas ganz anderes ist als der Arbcitszivang für Arbeiter. Im eisten Fall ist er ein Zivang zur Arbeit überhaupt, im zweiten ein Zwang zu bestimmter Arbeit. Ein Zwang, besser lohnende Arbeit aufzugeben und sie mit schlechter lohnender zu.vertauschen, ein Zwang, auf besser lohnende Arbeit zu verzichten und bei der schlechter lohnenden zu verbleiben, darf nicht ausgeübt werden! Bei einer entsprechenden Organisation wird auf die Aus- Übung des Zwanges überhaupt so gut wie ganz verzichtet werden können. Dazu bedarf es tätiger Mitarbeit der Gewerkschaften, denen alle Arbeiter angeschlossen werden sollten. Dann kann die Organisation der Arbeiter-Lelbstverwaltung zu entsprechenden Bedingungen Kräfte überall dorthin vermitteln, wo sie gc- braucht werden. Je besser der Lohn, die allgemeinen Arbeitsbedingungen, die Unterkunft, die Ernährung, die Sicherung der etwa zurückbLeibenden Familie, desto sicherer wird mit der Meldung der notwendigen Freiwilligen zu rechnen sein. Bleiben sie troh alledem aus, so können die organisierten Arbeiter— ähnlich wie bei Streiks, wo zunächst die Unverheirateten abreisen— selbst aus ihrer Mitte die- jenigen bestimmen, die dcni Rufe nach der neuen Arbeitsstelle zu folgen haben. Zwang zum Arbcitswechsel oder Verhinderung des Arbeits- Wechsels sollte niemals erfolgen dürfen, ohne daß dem Arbeiter Gelegenheit zum Einspruch gegeben wird. Ueber diesen Ein- spruch müßten Schiedsgerichte entscheiden, in denen der Arbciterstandpunkt zu ausgiebiger Vertretung gelangt. Ebenso müßten Schiedsgericbte über alle Streitigkeiten cnt- scheiden, die sich aus dem Arbeitsverhältnis ergeben. Bis zu einem gewissen Grade werden hier die in der M e t a I l i n d u st r i e bereits bestehenden Einrichtungen als Vorbild dienen können. Man wird sich in der Regierung und im Reichstag klar darüber sein müssen, daß Arbeitcrinteressen und Produktiousintercsscn vollständig gleich- laufen. Die Ware Arbeitskraft unterscheidet sich eben von anderen Waren dadurch, daß sie sich nicht einfach beschlag- nahmen läßt. Sie ist nichts Totes, Stoffliches, sondern etwas Menschlich-Persönliches. Die militärische Disziplin kann wohl die einfachen Verrichtungen des Kriegshandwerks regulieren, nicht aber den komplizierten Aufbau hoäpvcrtigerOualitätsarbeit. Ein Versuch, die gesamte Wirtschaft einfach mit dem Korporal- stock zu regieren, würde eine Verschlechterung und Verwinde- rung der Produktion zur Folge haben. Daß heute wir S o z i a l i st e n vor einer'mißverstanden und verzerrten Anwendung sozialistischer Prinzipien warnen müssen, zeigt den ungeheuren Wandel der Zeit. Die grund- iätzliche Anerkennung der Arbeitspflicht durch den Staat, einer Arbeitspflicht, die sich auf die wohlhabenden Schichten erstrecken soll, bedeutet einen solchen Umschwung des Denkens, daß alle kommenden Umwälzungen der Wirtschaftsordnung in ihr schon im Kern enthalten sind. Alles was uns in der Polemik der Vorkriegszeit als Schattenseiten einer sozia- listischcn Ordnung breit entgegengehalten wurde, alles das erleben wir jetzt. Eugen Richters Frage, wer im„Zu- knnftsstaat" die Stiefel putzen soll, wird im Felde mit überraschender Einfachheit gelöst. Die Verein- sachung, der Produktion, unter Außerachtlassung„individueller" Neigungen, die rationalistische Zuteilung der wichtigsten Lebens- mittel haben wir schon und bekommen sie immer mehr zu spüren. Und zu alledem kommt jetzt die grundsätzliche Ein- führung der Arbeitspflicht.„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!" Zu befürchten haben wir vom Sozialismus, vom wirk- t i ch c n Sozialismus also gar nichts mehr; wir haben nur von ihm zu hoffen! In der alldeutschen„Täglichen Rundschau" schreibt ein begeisterter Patriot: Es ist klar, daß ein solches Gesetz und seine Durchführung einen ungeheueren Umsturz hunderttausender von privaten Lebensverhältnissen mit sich bringen würde. Aber wer gehörte heute noch sich selber? Es handelt sich sür uns nicht mehr um die Fragen: Was ist angenehm? Was paßt dem einzelnen? Was ist willkommen oder auch nur ertrag- lich? Es handelt sich einfach darum: WaS i st de in Ganzen notwendig? Wir nieinen: Die Frage, was dem Ganzen notwendig ist, ist im Frieden nicht weniger richtig, als im Krieg. Nie hat eine Minderheit das Recht, besondere Annehmlichkeiten sür sich zu fordern, lvcnn ihre Ansprüche den Notwendigkeiten der Allgemeinheit entgegenstehen. Für die Friedcnszeit wollen >vir uns den Grundsatz bewahren, daß das Gemeinwohl oberstes Gesetz ist, und daß die Vorrechte einzelner nichts da- gegen zu gelten haben. Dann ivird der Sozialismus die Arbeit organisieren nicht für den großen Völkcrtod, sondern für ein freies, besseres Völker leben! vergebliche Stimmungsmache! Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrie- bcn: Die Franzosen scheinen die Absicht zu haben, wegen der Be- schießung von Reims durch die Deutschen die aus früheren Tagen wohlbekannte Stimmungsmache wieder aufzunehmen. Ihre Funksprüche behaupten neuerdsngs wiederholt, die Beschießung der Stadt erfolge aus„Rache für die Niederlage bei Verdun", ..Reims bezahle das Mißgeschick bei Doaumont" und dergleichen. Die Franzosen wissen sehr gut, daß die Beschießung von Reims lediglich eine Folge der Beschießung zahlreicher, hinter der beut- scheu Front bei Reims gelegener, bewohnter Städte und Ort- schastcn durch die Franzosen ist. Wenn eine französische Havas- Meldung, die soeben durch die neutrale Presse die Runde macht, dazu meint, es handele sich hierbei nur um Fliegerbombardements, deren Wirkung die französische Bevölkerung nie ausgesetzt, die vielmehr einzig und allein aus militärische Einrichtungen gerichtet seien, so ist das abermals eine grobe Irreführung. Nicht um Fliegerbombardements handelt es sich hier, sondern um eine regel- rechte Beschießung durch französische Artillerie, die unter der Zivilbevölkerung stets zahlreiche Opfer fordert. So haben fran- zösische Batterien, teilweise mit schwerstem Kaliber, am 25. Oktober die Ortschaften Wilry und Warmeriwlle mit 80, Pont Faver- gcr mit 27 Schuß belegt; am 28. Oktober Bazaneourt mit 14 und Warmeriville mit b0 Schutz; am 4. und 6. November abermals Bazaneourt mit je 10 Schutz. An letzterem Ort wurden von der Zivilbevölkerung 3 Männer, 1 Frau und 1 Kind verwundet. Zur Vergeltung wurde von uns Reims an 25. und 27. Oktober, 4., 0. und 7. November unter Feuer genommen. Das Feuer wurde baupisächlich auf den Südteil der Stadt gerichtet. Die Kathedrale wurde absichtlich nie beschossen. Trotzdem haben die Franzosen die Stirn, im Lyoner Funkspruch vom 31. Oktober zu behaupten: „Tie Deutschen zielten besonders auf die Türme der Kathedrale, die Vandalen suchten jetzt im Gegensatz zu der brutalen Be- schietzung der ersten Tage eine langsame Zerstörung dieses Erb- gutes für die ganze Menschheit herbeizuführen." Wenn es sich hier nach der eigenen Ansicht der Franzosen um ein„Erbgut für die ganze Menschheit" handelt, dann war cS doch der allergrößte Frevel, daß die Franzosen in jener ersten Zeit die Kathedrale für militärische Zwecke benutzten. Hätten sie das nicht getan, dann wäre wahrscheinlich heute noch kein Stein vom anderen gefallen. Aber offenbar richtet sich das Interesse der Franzosen an der Kathedrale in Reims nicht sowohl auf ihre Erhaltung, als viel- mehr darauf, die Deutschen in den Augen der Welt als Vandalen darzustellen. Nur hieraus erklärt sich die offensichtlich unwahre Behauptung, die Deutschen zielten auf die Kathedrale. Tatsache ist, daß letztere, seit sie nicht mehr als Beobachtungsposten benutzt wird, deutscherseits nie mehr beschossen wurde. Die Bemerkung des französischen Funkspruchs, daß einige Zivilpersonen in Reims gclrofsen worden seien, wird niemand weiter aufregen, nachdem aller Welt bekannt ist, daß unter den eigenen Landsleuten die Opfer der französischen Geschosse nach Tausenden zählen. _(W. T. B.) Spannung in Norwegen. Kristiania, 12. November.(W. T. B.) Man erwartet hier in offiziellen und Interessentenkreisen mit Spannung die deutsche Gegenantlvort auf die letzte norwegische Note. In der Presse bewahrt man ziemliches Stillschweigen. Die wenigen Blätter, tvelche die vom„Berliner Lokal- Anzeiger" und „Berliner Tageblatt" gebrachte Nachricht, daß sür den Fall der Unnachgiebigkeit Norwegens der Abbruch der diploma- tischen Beziehungen zwischen beiden Ländern in den Bereich der Möglichkeit rücke, veröffentlichen, lassen in kurzen Kommen- tarcn dazu deutlich fühlen, daß eine derartige Lösung der deutsch-norwegischen Spannung für Norwegen höchst uner- wünscht wäre. Das ententisierte Griechenlanü. Aus London wird berichtet: In politischen Kreisen hofft man, wie die«Daily News" melden, daß die schwebenden Fragen durch den Vierverband auf gütlichem Wege geregelt werden sollen. Wie das Reutersche Bureau laut T. U. aus Athen meldet, hat die griechische Regierung die Forderungen der Alliierten be- willigt. Sie läßt den Beamten und Offizieren, welche sich der vemzelistischen Bewegung in Saloniki anschließen wollen, volle Freiheit, das zu tun, doch müssen die Offiziere vorerst ihre Ent- lassung aus der Armee nehmen. Die Gesandten des Vierverbandes ind auf diese Bedingungne eingegangen und haben mit Genehmi- gung des Königs die Offiziere, welche sich im Arrest befinden, be- ucht und ihnen ihre bevorstehende Entlassung mitgeteilt. Derselbe Korrespondent weiß weiter mitzuteilen, die vorläufige �legierung werde in kurzem zur öffentlichen Kenntnis bringen, datz England und Frankreich den Offizieren und Beamten, welche sich der venize- listischcn Regierung anschließen sollten, ihr Gehalt ausbezahlen und dafür Sorge tragen werden, datz sie ihre spätere Stellung ohne jede Schmälerung wiedererhalten werden.— Bern, 13 November.(W. T. B.) Nach einer Athener Mel- dung der„Tribuna" wird heute die Zurückziehung der königlichen Truppen aus Thessalien beginnen, die nach dem Peloponncs gebracht werden sollen. Es bleibe jetzt nur noch die Forderung auf Ausliefe- rung des Kriegsmaterials zu erfüllen, welche die Alliierten gegen Vergütung verlangt haben. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 12. November. Bericht, des General- stabcs vom 12. November.(W. T. B.) Mazedonische Front: Westlich von der Eisenbahn Bitolja�Lerin lebhaftes Artilleriefeuer. Oestlich von der- selben Linie und im Cernabogen dauerte der Kampf während des ganzen Tages und teilweise während der Nacht zum 12. November an. Alle Angriffe des Feindes wurden gc- krochen, dennoch glückte es dem Gegner, sich auf den Höhen, die einen Vorsprung vor unseren Stellungen nordöstlich von dem Dorfe Polog bilden, zu behaupten. An der Moglenica- Front schwache Artillerie- und Mincntätigkeit. Westlich vom Vardar lebhafte Artillerietätigkeit, östlich vom Vardar und am Fuße der Belasica Planina Ruhe. An der Struma-Front Geschützfeuer und Patrouillengefechte. An der Küste des Aegäischcn Meeres Ruhe. R u m ä n i s ch e F r o n t: An der Donau nichts Neues. In der Dobrudscha Gefechte an den vorgeschobenen Stellungen unserer Truppen ohne wesentliche Ergebnisse. An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe. Sofia, 13. Nov.(W. T. B.) Amtlicher Heeresbericht. Mazedonische Front. Westlich der Eisenbahnlinie B i t o I i a— L e r l i n lebhaftes Artilleriefeuer. Gegen den Abschnitt Ostretz— Kenali rückten schwache feindliche Abteilungen vor; sie wurden schon durch Feuer verjagt. Im Cernabogen wurden heftige feindliche Angriffe durch deutsch-bulgarische Truppen zurückgeschlagen. An der Moglenicafront und West- lich des Wardar das gewöhnliche Artilleriefcuer. Oestlich des Wardar Ruhe. Am Fuße der Belasica Planina und an der Strumafront Scharmützel zwischen Patrouillenabteilun- gen und schwache Artillerietätigkeit. Ein von unserem Feuer getroffenes feindliches Flugzeug fiel in die feindlichen Linien nieder. An der ägäischen Küste Ruhe.— Russische Front. Längst der Donau schwaches gegenseitiges Feuer. In der Dobrudscha hat der Feind zweimal mit starken Kräften am äußersten linken Flügel unsere Stellung angegriffen. wurde aber jedesmal zur Umkehr gezwungen. Die Stadt Cernavoda wurde ohne Erfolg vom linken Ufer der Donau aus beschossen. An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe. Der türkische Kriegsbericht. Konstautioopel, 12. November.(W. T. B.) Heeresbericht vom 12. November. Kaukasusfront: Für uns günstig verlaufene Scharmützel. Wir machten Gefangene.— Von den anderen Fronten kein wichtiges Ereignis. Der Stellvertretende Generalissimus. Die feindlichen Heeresberichte. Französicher Bericht vom 12. November nachmittags.(W. T. B.) Nördlich von der Somme machten die Franzosen in der Nacht nörd« lich von S a i l l i s e l und in dem Abschnitt östlich von dem Dorfe einige Fortschritte, während die Deutschen diese ganze Gegend heftig beschossen. Südlich von der Somme griffen die Deutschen nach bcf- tiger Beschießung die Gräben südöstlich von Berny an. Der An- griff scheiterte in seiner ganzen Ausdehnung im französischen Feuer. Einzelne Deutsche, denen es geglückt war. in einzelnen Abschnitten Fuß zu fassen, wurden sofort durch einen kräftigen Gegenangriff zurückgeworfen. Die Franzosen hielten ihre Stellungen ohne Aus- nähme. Der Artilleriekampf war nachts besonders heftig in den Abschnitten von' Ablaincourt und Gomiecourt. Ein französischer Handstreich gegen einen deutschen Graben gegenüber von Arman- court glückte vollkommen. Sehr heftiges, zeitweilig aussetzendes Artilleriefeuer in der Gegend desFuminwaldes(rechtes Maas- ufer).-,, Luftkrieg: Leutnant Heurteaux schoß gestern sein zwölftes deutsches Flugzeug ab. das brennend westlich von Sailly-Saillisel niederfiel. Leumant Deulin schoß am 10. sein neuntes Flugzeug östlich von Psranne ab. Orientarmee. Im Cernabogen schlugen die Serben eine Abteilung der Bulgaren zurück und setzten ihr Vordringen sieg« reich fort. Das Massiv des Cale ist vollständig in ihrer Gewalt, ebenso das Dorf Polog, dessen sie sich in glänzendem Sturme be- mächtigten. Alle bulgarischen Gegenangriffe scheiterten mit schweren Verlusten. Weiler westlich machten die Serben nördlich von Velysels gleichfalls Forlschrilte. Aus dem übrigen Teile der Front zeitweise unterbrochenes Geschützfeuer. Vom 12. November abends. Nördlich der Somme zerstörtem unsere Truppen in Vollendung der Eroberung von Saillisel durch Handgranaten einige Häusergruppen im Lstteil des Dorfes. wo deutsche Abteilungen noch Widerstand leistelen. Das ganze Dorf ist muimehr in unserem Besitz. Die Verluste der Deutschen in diesem Kampfe waren sebr koch, nach den zahlreichen Leichen zu schließen, die das eroberte Gelände bedecken. Die Zahl der von uns gemachten unverwundeten Gefangenen beträgt zurzeit 220 Mann und 7 Offiziere; wir erbeuteten 8 Maschinengewehre. Von der übrigen Front ist nichts zu melden, außer dem üblichen Artillerie- kämpf. Flugwesen: Es bestätigt sich, daß Feldwebel de Bonnefoy am 4. November sein fünftes deutsches Flugzeug abgeschossen hat. Belgischer Bericht. Von der belgischen Front ist nichts zu melden. Englischer Bericht. Vom 12. November nachmittags.(W. T. B.) In der letzten Nacht bliesen wir gegen einen feindlichen Vorlprung südlich von D p e r n erfolgreich GaS ab. Außer der üblichen Artillerietätigkeit ist nichts Besonderes von der übrigen Front zu melden. Vom 12. November abends. Die feindliche Artillerie zeigte während des TageS beträchtliche Tätigkeit, besonders bei LesboeüfS und Eaucourt LAbbaye. Am frühen Morgen und dann wieder am Nachmittag trieben wir erfolgreich Gas gegen die feindlichen Gräben nördlich der Ancre. Sonst ist nichts zu berichten. Russischer Bericht vom II. November.(W. T. B.) In der Gegend von Metzin— S t r o b o w a haben unsere Truppen durch hartnäckige Gegenangriffe einen Teil der gestern ver- lorenen Schützengräben wiedcrerobert. Gegen Abend flaute der Kampf ab. Oestlich von der R a r a j o w k a griff der Feind in der Gegend der Dörfer Lipnica Dolna und Swistelniki den ganzen Tag über die von uns besetzten Höhen erbittert an. Wir schlugen alle Angriffe des Gegneis durch Feuer und mit dem Bajonett ob. Um 5 Uhr abends gelang es dem Feinde durch wiederholte An- griffe, Teile eines unserer Regimenter zurückzudrängen, ober gegen 7 Uhr abends vertrieben wir den Feind aus den von ihm besetzten Gräben und stellten unsere Linie wieder her. In den Waldkarpaiben griff der Feind unsere Abteilungen in der Gegend 4 Werst südlich von dem Dorfe Dzembronia an, wurde aber zurückgeschlagen. In der Gegend westlich von Tartarow wurde der tapfere Oberst und Regstnemsführer Voplavsky durch eine krepierende Granate getötet. Südlich von Dorna Watra brachten wir durch Feuer alle Gegenangriffe des Feindes und alle seine Ver- suche, unsere Abteilungen in der Gegend von Belbor, Hollo und Tölghes anzugreifen, zum Stillstand. K a u k a sü§ f r o n t. Die Lage ist unverändert. Rumänische Front. In Siebenbürgen stellten wir eine feindliche Offensive im Tale deS Argesflusses fest. Von der übrigen Front ist nicht« zu melden. Donaufront. Wir besetzten aus dem rechten Ufer die Dörfer Topalu und HeSdar.■ In der Dobrudscha drangen wir in südlicher Richtung vor. Vom ,2. November.(W. T. B.) Westfront: In der Gegend Lipnica— Dolna— Swistelniki beschoß die feindliche Artillerie die Gräben, die wir dem Feinde ab- genommen halten; der Feind griff mit beträchtlichen Kräften an. Gegen Abend fand in dieser Gegend ein heftiger Kampf statt. ES gelang dem Gegner, sich von neuem eines Teiles unserer halbzerstörten Gräben zu bemächtigen. Auf der übrigen Front Gewehr- feuer und Scharmützel zwischen Aufklärungsabteilungen. Südlich von Dorna Watra dauern die fruchtlosen Angriffe des Feindes in der Gegend der Dörfer Hollo und TölgyeS an. Südlich von Almas- Mezü bemächtigten wir uns zweier beherrschender Höhen, erbeuteten ein Maschinengewehr und nahmen i Osfiziere und 205 Soldaten gefangen. Kaukasusfront: Die Lage ist unverändert. Rumänische Front: Erstens. Siebenbürgen: Der Feind unternimmt erfolglos Angriffs im Arges-Tal. Zweitens. Donau- front: Unser Vormarsch nach Süden dauert an. Italienischer Bericht. Vom 12. November.(W. T. 85.) An der Trerninofront meldet man ungewöhnliche Bewegung feindlicher Truppen- und Wagenzüge im Abschnitt zwischen dem Brandtale und dem Terragnolotale. Im Abschnitt des Astacktales und auf der Hochfläche von Schlegen Artillerielämpfe und Schar- mützel kleiner Abteilungen. An der julischen Front begünstigte schönes Wetter die Artillerietätigkeit. Wir sicherten die Besetzung der Höhe 309, in deren Umgebung eine zweite vom Feinde zurück- gelassene Kanone von 15 Zentimeter aufgesunden wurde. In kleinen Jnfanleriegefechten machten wir an 20 Gefangene. Ca dar na. Rumänischer Bericht. Vom 12. November.(W. T. B.) Nord- und Nordwe st front. Im Trotus-Tal griffen unsere Truppen den AluniS-Berg(8 Kilometer nördlich von Goioasa) und den Preotesele-Berg(7 Kilometer nördlich von Aga«) an und besetzten beide. Im Uzol-Tal zerstörte unsere Artillerie eine Fabrik in Uswelgh. Der Feind unternahm acht Angriffe in der Richtung des Hügels Cernica(zwischen Slanio und Oltuz), die alle zurück- geschlagen wurden und nach denen wir auf der ganzen Front von Vrancea bis Slanio zum Angriff übergingen. Wir besetzten die Hügel Lupcel und Fatamcarta. Im Buzen-Tal wurde ein feindlicher Angriff, der am rechten Ufer 6 Uhr nachmittags begonnen worden war, um 8 Uhr abends zurückgeschlagen. Bei Tablabutzi, Bratocea und PredeluS Pairouillengefechte. Im Prabovatal Unternehmungen der feindlichen Artillerie gegen Laresti und Candesti. Ein Kampf ist im Gange. Im Alltal rücken wir auf dem linken Ufer weiter vor. Auf dem rechten Ufer griff der Feind heftig an. Im Jiutal zwang ein heftiger Angriff des Feindes unsere Truppen, sich leicht gegen Süden zurückzuziehen. Hefitae Kämpfe in Orsova. Süd front: An der Donau einige Kanonenschüffe. In der Dobrudscha rückten wir bis zur Front JmanciSma— Ceranasuf vor, wo wir 100 Gefangene machten. �-öoot-Kreuzerkrieg. Berlin, 13. November.(W. T. B.) Im M i t t e l m e e r wurden nachstehende italienische Schiffe versenlt: Dampfer«Torero"(767 Tonnen), Dampfer.Bernado"(1646 Tonnen), ferner die Segel- schiffe.Marinaga(254 Tonnen),.Gildar'(100 Tonnen)..Tre Fralclli'(190 Tonnen),.Sartoria"(611 Tonnen) und„San Giorgio" (258 Tonnen)._ Zur Einschränkung üer österreichischen Hriefzensur. vie solche seit alters her, besonders Sonntags, aber auch an Wochentagen, zu Dutzenden in öffentlichen Parken und auf Plätzen von Rednern veranstaltet werden, nur noch mit Genehmigung der Militär- behörden erfolgen dürfen. Auch das geschehe, um die Verbreitung von Friedcnsgedanken zu verhindern. Ebenso sei verordnet tvordcn, daß Perionen, die Druckschriften, worin ein Friedensschluß befürwortet wird, drucken, verteilen oder verschicken, mit Polizeistrafe belegt werden. Ueber Amsterdam meldet T. U.: Die Antipazifistcn hätten alsdann eine Versammlung abgehalten. Es wurde die kräftige Fortsetzung des Krieges beschlossen. Nach weiteren Meldungen wurde die Versammlung der Vazsfisten fortgesetzt. Ten Vorsitz führte wider Ramsay Macdonald. Spaniens Neutralität. Madrid, 12. November.(W. T. B.) Auf Ersuchen der Minoritätsführer Lerroux fradikalcr Republikaner), Melquiadcs Alvarez(Reformist), sowie des Republikaners Roedcs hat Ministerpräsident Graf RomanoneL dem Kongreß eine Aus- spräche über die künftige internationale Politik Spaniens zu- gesagt, die Wahl des Zeitpunktes aber der Regierung vor- deHalten. Maura erklärte sich einverstanden, Dato(gemäßigter Konservativer), Cambo(Regionalist) und Scnante(Führer einer aus Republikanern und Jntegristen bestehenden Gruppe) wiesen dagegen auf die Gefahr einer derartigen Besprechung für die Neutralität Spaniens hin. Ein Anfang türkischer Großindustrie. Koustantinopel, 12. November.(W. T. B.) In Adabazar (Kleinasicn) ist am Sonnabend von dem in zahlreicher Bc- gleitung erschienenen Rricgsminister die erste große Fa- brik für Holzverwertung, insbesondere zur Her- ftcllung von Möbeln, landwirtschaftlichen Maschinen usw. feierlich eröffnet worden; sie wird 1200 Arbeiter beschäftigen können. Der deutsche Oberst Bischof hielt eine Rede und bc- rontc, diese Gründung inmitten des Krieges sei ein Zeugnis von der Kraft der Türkei. Amerika in Ehina. Amsterdam, 13. November.(T. 11.) Ueber die amerikanische Anleihe von 1(X1 Millionen mexikanischer Dollars für den Bau von Eisenbahnen im nordwestlichen und südlichen China sagt die offiziöse„Peking Daily News", daß China mit der Anleihe nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Absichten verfolge. Die Bedeutung dieser finanziellen TranL- aktion liegt vor allem darin, daß amerikanisches Kapital in Gebieten angelegt werde, welches andere Mächte als Jntcr- essensphäre an sich zu ziehen versuchen. Nun habe sich daS Prinzip der„offenen Tür" wieder mächtig durchgesetzt. Die Eisenbahnlinie Fyn— Tsjen werde vor allem gegen die Bestrebungen Rußlands und Japans ein Gegengewicht bilden. Auch durch die Anlage von Eisenbahnen im südlichen China werde das Prinzip der„offenen Tür" gegen die daselbst herrschenden japanischen und französischen Tendenzen zur Geltung kommen. Kleine Kriegsnachrichten. Bern, 12. November.(W. T. B.) Wie„Temps" aus Santiago melde:, sind die Verhandlungen zwecks Ankauf der deutschen und der österreichischen Schiffe in chilenischen Häfen ge- fwcitm, da Deutschland verlangte, daß die Schiffe nur für den Küstendienst verwendet werden dürften. Berlin, 13. November.(W. T, B.) Vor der Themse wurde am 12. d. M. der holländisch« Dampfer»Batavier VI" mit größeren Beständen Bannware an Bord von unseren flandrischen Seestreit- kräften angehalten und in den Hafen eingebracht, London, 12. November. iW. T. B.) Wie Lloyds meldet, find die norwegischen Dampfer„Dap h ne"(1388 Br.-Reg.-T.),„S eir- st a d"(885 Br.-Reg.-T.) und„B a l t o'(3538 Br.-Reg.-T.) der- senkt worden. Kopenhagen, 11. November.(W. T. B.) Wie„Nationallidende" aus Kristiania meldet, soll zwischen England und� Norwegen ein Uebereinkommen abgeschlossen sein, wodurch die Zufuhren von Ge- ireide, Mehl, Kolonial- und Feitwaren nach Norwegen gesichert werden. London, 12. November.(W. T. B.) Die„Times" meldet aus Ottawa, doß die kanadische Negierung Maßregeln getroffen hat. um der Preistreiberei auf dem Lebensmiltelmarkt entgegenzuwirken, Es bandelt sich um die Einführung von Straf- bestimmungen, falls sich Personen an Kombinalionen beteiligen, die die Preissteigerung wichtiger Lebensmittel bezwecken. Amsterdam, 13. November.(W. T. 93.) Ein hiesiges Blatt meldet aus- London, daß die„TimeS" des hoben Papier- preise» halber pro Nummer um einen halben Penny aufschlägt. politische Ueberslcht. Die Schutzhaft. Folgender Erlaß des KriegsmiiiisteriumS an die stellvertretenden Generalkommandos vom 22. Juli 1318 wird jetzt bekanntgegeben: „Wiederholt ist in Erlassen darauf hingewiesen worden, daß Schutzhast nur insoweit zu verhängen sein möchte, als dies im Interesse der öffentlichen Sicherheil durchaus geboten erscheint, daß im übrigen so bald wie möglich aus Freilassung oder Abschiebung der Festgenommenen in. Gefangenenlager oder in geeignete Orte Deutschlands und Stellung unter Polizeiaussicht sowie auf Gewährung sonstiger Erleichterungen Bedacht zu nehmen sei. Die auf Grund des Erlasses vom 17.5.1816(Nr. 838/5. 18 �.1) vorgelegten Nachwcisungcn lassen erkennen, daß die Zahl der in Schutzhast Befindlichen bei einzelnen Stellen noch immer auffallend hoch ist, während eS anderen Stellen gelungen ist, die Zahl auf ein geringes Maß herobzudrücken; es wird sich immer wieder eine Nachprüfung daraushin empfehlen, inwieweit den vor- erwähnten Erlassen enUprocheli werden könnte. Bei der langen Dauer deS Krieges muß darauf gehalten werden, daß nur solche Personen in Schutzbast verbleiben, die tatsächlich eine Ge» fahr für die öffentliche Sicherheit bedeuten. Auch wird bei dieser Gelegenheit nochmals auf den Absatz 8 des Erlasses vom 4. 8. 1816 hingewiesen, wonach den Festgenommenen durch Vernehmung Ge- legenheil zu geben ist, sich von dem aus ihnen ruhenden Verdacht zu reinige», und wonach ihnen die Gründe für ihre weitere Hast mit- zuteilen sind. Alle unnötigen Härten müsicn mit Rücksicht auf die Ansprüche vermieden werden, die nach dem Kriege aus Anlaß der Schutzhast erhoben werden können. Jedenfalls darf Schutzhast als Strafe für Verstöße gegen bestehende Anordnungen weder angedroht noch verhängt werden, da eine solche Maßnahme der Rechtsgrundlage entbehrt." Trotz diesem Erlaß vom Juli haben sich die Fälle ereignet, deren Vorbringung im Reichstag so gewaltigen Eindruck gemacht hat. Es tritt um so mehr die Notivendiglert hervor, daß die Reichsregierung zu dem vom Reichstag einstimmig angenommenen Gesetzentwurf Stellung nimmt. Das Kriegsministerium will nur bei tatsächlich vorliegender Gefahr für die öffentliche Sicherheit Schutzhaft der- hängt sehen; der Reichstag hält nur Gefahr für die Sicherheit des Reiches als Voraussetzung der Schutzhaft zulässig. Nachdem sich gezeigt hat, daß mit Erlassen nicht geholfen ist, sollte der Reichs- regierung die Zustimmung zu dem einstimmigen Reichstags- beschluß erst recht nicht schwer fallen. Die preußische Tiätenreform. Ueber die dem Landtag zugehende Taggeldervorlage erfährt die„Freisinnige Zeitung", daß die Abgeordneten eine A-ufwands- entschädigung in Höhe von 3000 M. erhalten. Diese Summe wird in vier Monatsteilbeträgen von je 500 M. und in einem Dchlußbetrage von 1000 M. ausgezahlt. Während die erste Rate der Reichstags- diäten jedesmal im Dezember fällig ist, bietet das preußische Gesetz in dieser Beziehung eine Verbesserung, indem sie den ersten Teil- betrag der Diäten unmittelbar nach dem Zusammentritt des Landtags zur Auszahlung zu bringen vorschreibt. Im Reichstage haben sich die Abgeordneten, um sich als anwesend zu dokumentieren, unter allen Umständen in eine zu Beginn der Sitzung ausliegende Anwesenheitsliste einzutragen. Für den Landtag dagegen wird jetzt die Bestimmung eingeführt, daß Mitglieder, die in der Sitzung das Wort ergriffen haben, von der Eintragung in die Liste ent- Kunden sind. Die Vorschrift, wonach ein Abgeordneter, der bei dem Namensaufruf nicht anwesend ist, als abwesend gilt, auch wenn er sich vorher in die Liste eingetragen oder das Wort ergriffen hat, ist auch für das Abgeordnetenhaus beibehalten. Was die Doppel- mandatare, alfo diejenigen Personen anlangt, die sowohl Mit- glieder des preußischen Zlbgeovdnctenhauses wie des Deutschen Reichstags sind, so wird bestimmt, daß sie aus der preußifchen Staatskasse die Entschädigung nicht erhalten; sie beziehen aber, ivenn der Reichstag nicht versammelt ist, ein Tagegeld von 20 M. für jeden Tag, an dem sie im Abgeordnetenhause anwesend waren. Das gleiche gilt, wenn der Reichstag versammelt ist, für diejenigen Abgeordneten, denen im Reichstag ein Abzug gemacht worden ist, die aber im Abgeordnetenhause anwesend waren. Auf diese Weise entgeht der Abgeordnete feiner Strafe dafür, daß er seine An- Wesenheit bei einer wichtigen Sitzung des Abgeordnetenhauses für notwendiger gehalten hat als bei der gleichzeitigen Sitzung des Reichstags. Die Aogeordneten sollen die längst verlangten Frei- fahrtkarten für das ganze Staatsgebiet und die Dauer der Wahl- Periode erhalten, während sie bis jetzt nur freie Fahrt zwischen dem Wohnort und Berlin haben. Die Reichstagsabgeordneten haben nur während der Session freie Fahrt. Die jetzigen Tagegelder betragen 15 M. täglich während jeder Tagung. Solch unmenschliche Dauersitzungen, wie sie seit der Einführung des Jahrespauschales im Reichstag zur Regel am Ende jeder Tagung geworden sind, hat der Landtag sich bisher erspart. In dieser Beziehung kann der Landtag so bleiben. Tie Wiederherstellung Serbiens. Seit einigen Tagen läuft die alldeutsche Presse Sturm gegen den „Vorwärts" und gegen das„Berliner Tageblatt". Gegen den„Vor- wärts", weil er bei der Besprechung der Rede des englischen Minister- Präsidenten sagte, die Wiederherstellung Serbiens sei keine Frage, an der die Wiederherstellung des Friedens scheitern müsse. Gegen das„Verl. Tagebl.", weil es den„Vorwärts" zitiert und ihm zugestimmt hat. Man beschuldigt uns, daß wir mit solchen Aeußerungen, wie wir sie getan, die Bundesgenossen, namentlich Bulgarien, an Deutsch- land irre machten. Die Wiederherstellung Serbiens bedeute das Aufgeben der Verbindung mit Konstantinopel usw. Wir erfahren mit Staunen, daß die Berlin— Bagdad-Pläne, die doch nicht erst im Kriege entstanden sind, die Vernichtung Serbiens als selbständiges Staatswesen und seine Aufsaugung durch Bulgarien zur Voraus- setzung gehabt haben sollen. Wir erfahren mit nicht>'''lgcrem Er- staunen, daß wir den Krieg weiterzuführen haben, bis wir ganz Serbien den Bulgaren zur Annexion ausliefern können! So dumme'? Zeug denkt ma» natürlich nicht in Sofia, daS denkt man nur in Berlin. Und man denkt es dort nur an solchen Stellen, denen alles, was sie„Flaumachcrei" nennen, von vorn- herein als verdächtig gilt. Ein übereifriger Widerspruchsgeist baut Friedenshindernisse künstlich auf, wo in Wirklichkeit keine sind. Die alldeutschen Herren sollen sich doch bemühen, etwas weniger krampfhaft zu denken! Wenn die Wiederherstellung des Friedens nur noch von der Lösung der serbischen Frage abhinge, würden sie dann ernstlich für eine Verlängerung de» Kriege» ins Unendliche sein? Keine„BaterlandSlosen"°Hebk. Aus der Rede, die Herr v. Payer im Zentralmisschuß der Fortschrittlichen Volkspartei gehalten hat, tragen wir nach dem Bericht des„Berliner Tageblatts" noch folgende Stelle nach: „Auch bei der Agitation selbst sollte, wer einer Partei an- gehört, berücksichtigen, daß wir die Politik derer, die die Kredite verweigern, und damit, soweit es aus sie ankommt, unser Heer und unsere Heimat schutzlos machen wollen, bekämpfen und der- dämmen. Es wäre für uns verderblich und beschämend, käme die Meinung auf, daß wir gemeinsam mit ihnen Politik treiben. Auch auf dem Gebiete der Friedensbestrebungen haben wir mit der Politik der Haasc, Bernstein und Genossen nichts zu tun. Und wer von uns. sei es auch, was selbstverständlich, in der besten Absicht, in diesen Zeiten mit ihnen kooperiere für das, was jeder Teil unter Frieden verstehe, der müsse sicki bei ruhiger Ucberlcgung sagen, daß er damit unsere gemeinsamen Jnter- essen, die wir möglichst einheitlich vertreten müßten, nickt fördert." Herr v. Payer ist doch von den hitzigen Kämpfen, die zurzeit in der sozialdemokratischen Partei ousgefochten wer- den, weit genug entfernt, daß er sich die nötige Kühle und Objektivität bewahren könnte. Daß die„SoziLldeinokratische Arbeitsgemeinschaft" Heer und Heimat„schutzlos machen will", ist eine Unterstellung, die sie selber entschieden zurück- weist. So hat sich eben erst Genosse L i p i n s k i, der in Oschatz-Grimma für die„Arbeitsgemeinschaft" kandidiert, mit einer fast enthusiastischen Entschiedenheit für die natio- nale Verteidigung ausgesprochen. Eine„Vater- landslosen"-Hetze im Stil vergangener Jahre ist nicht inehr zeitgemäß, sie würde der Partei, die sie betreibt, nur selber schaden._ Tie Kriegsuiiterstutzunsi im oldenburgischen Landtage. Der oldcnburgische Landtag, der neu gewählt worden ist, trat vor einigen Togen zu einer Tagung zusammen. Die Wahlen fanden unter dem Burgfrieden statt, unter Wahrung des Besitz- ftandes der Parteien. Von den 45 Abgeordneten gehören elf der sozialdemokratischen Partei an. Ueber die Kriegsfürsorge sagt die Thronrede, mit welcher der Landtag eröffnet wurde: „Um den schwächeren Schultern unter den Daheimgebliebenen die Tragung der Kriegslasten zu erleichtern, muß auch der Staat weiter helfend eintreten. Die Staatsregierung hat deshalb bereits in diesem Sommer die vom letzten Landtag bewilligten Kriegszu- lagen für die geringer besoldeten Beamten und Lehrer und die staatlichen Arbeiter erhöht; sie wird jetzt ihre nachträgliche Zu- stimmung erbitten und zugleich eine Erweiterung dieses Gesetzes beantragen.£!n die Voranschläge sind außerdem Mittel einge- stellt zur Gewährung von Beihilfen an Beamtenwitwen und-Waisen und an RuhegehaltSempfänger. Ferner wird Ihnen eine Vorlage zugehen, die den Zweck verfolgt, den Lieferungsverbänden und Ge- meinden einen Teil ihrer Zuschläge zu den Reichsfamilienunter- stützungen aus Landesmitteln zu erstatten, womit zugleich daS Ersuchen des letzten Landtages, die Heranziehung der Vermögens- steuer zu den Gemeindekriegslasten zu ermöglichen, seine Erledi- gung finden wird. Auch sonst bleibt die Staatsrcgierung um eine ausreichende Kriegswohlfahrtspflege unablässig bemüht; die� dafür ausgesetzten allgemeinen Mittel sind erhöht worden, und überall im Lande sind Fürsorgestellen für Kriegsteilnehmer und Kriegs- Hinterbliebene eingerichtet."_ Revision im Prozeß Kramarsch.— Dr. Souknp vnter Hochverratsanklage. Am Montag begann vor dem Obersten Militärgerichtshof in Wien die Revisionsverhandlung im Hochverratsprozeß der jungtschcchischcn Abgeordneten Dr. Kramarsch. Dr. Raschin und ihre gleichfalls zum Tode verurteilten Mitangeklagten. Gleichzeitig begann, wie die„Wiener Arb.-Ztg." mitteilt. vor dem Landes oberdivisionsgericht ein Hochverratsprozeß gegen zwei Redakteure des Prager Blattes„Cas"(Zeit) und den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. Franz Souknp. Wegen Vorschublei st ung ist der Hofrat Olitsch von der Prager Polizeidirektion mitangcklagt. Dr. Soukup befindet sich auf freiem Fuß. Die Verhandlung soll sechs Wochen dauern._ Hamburg, 11. November. In einer von 24 wirtschaftlichen Verbänden einberufenen Versammlung, in der u. a. die hiesige und die lübeckische Handelskammer, der Kriegsausschuß der deutschen Industrie und der Zentralverband de» deutschen Großhandels der- treten waren, wurde nach einem Referat des ReichstagSabgeovd- neten Stresemann eine Resolution angenommen, die dem Reichs- kanzler nahelegt, daß er„nunmehr die schon so oft angeregte Rc- gistrierung der deutschen Forderungen an dos feindliche Ausland unverzüglich zur Durchführung bringe." Lssite Nachrichten. H.-U.„Teutschland" heimreisebereit. Amsterdam, 13. November.(W. T. B.) Wie das„HandelSblad" meldet, wird der Londoner„Times" aus New Dork telegraphiert. daß daS deutsche Handelsunterseeboot„Deutschland" zur Abreise be- reit ist. Nach dem„Providence Journal" besteht seine Ladung auS neun Waggonladungcn Nickel, die Waggonladung zu 40 Tonnen durchschnittlich gerechnet, ferner aus zehn Wagenladungen Roh- gnmmi, drei Wagenladungen Chrom und einer Wagenladung Vanadium. Aus Toronto wird laut T. 11. gemeldet, daß der kanadische Mi- nister eine Untersuchung anstellen ließ, ob der Bericht deS„Provi- dencc Journal", wonach die„Teutschland" Nickel geladen habe. welches auS Sudbcrh stamme, wahr sei. Das„Providence Journal" erklärte darauf, daß das Nickel seit mindestens 2 Jahren sich auf amerikanischem Boden befiirde, jedoch zweifellos aus Sudbcrh stamme. Schwedischer Dampfer aufgebracht. Malmö, 13. November.(W. T. B.) DaS Bureau Ritza» meldet: Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist der schwedische Dampfer„Rhea", der am Sonnabend mit Stückgut von Malmö nach Stockholm abgegangen war, aufgebracht und nach einem deutschen Hafen übergeführt worden. ManilaDampser angehalten. New York, 6. November.(W. T. B.)(Funkspruch vom Ver. trcter des W. T. B.— Verspätet eingetroffen.) Associated Preß meldet aus Manila, der niederländische Dampfer„Kari- moii", der hier von Java kommend anlangte, berichtete, daß er von einem englischen Kreuzer bei Börnes angehalten worden sei. der ihm 13 Posstacke abnahm. Drei der Säcke enthielten an Personen ,n Manila gerichtete Post. Gewerksthastliches. Dke berliner GewerkMaftskommWon, öie Arbeits nachtveisfrage unü öe?-Vonväcts�-Konfiikt. Die Vertreter der Berliner Gcwerkichaftskommission kamen in ihrer letzten Versammlung zusammen, um einen Bericht über den Zentralverein für Arbeilsnachweis und deren Etat für 1917/18 zu hören sowie Stellung zu nehmen zu der Frage, ob nach den bekannten Vorgängen in den politischen Organisationen der „Vorwärts* auch für die Zulunsr Publikationsorgan der Gewerkschaften sein könne. Zum ersten Punkt der Tagesordnung referierte der Genosse Ritter. Er schilderte zunächst die historische EntWickelung des Jentralvereins für Arbeitsnachweis, der im Jahre 1883 gegründet worden ist. Bis zum Jahre 1891 habe die Stadt Berlin keine Mittel zur Unterhaltung dieses Arbeitsnachweises beigetragen. In den Jahren darauf seien seitens der Stadt immer erhöhtcre Summen gezahlt worden, so im Jahre 1911 69 000 M„ 1912 85 400 M., in welcher Summe eine Mielsgaranne von 10 000 M. enthalten war. Durch Beschlutz vom 7. Mai 1913 wurde die Stadt Berlin als Mitglied des Zentralvcrcins für Arbeitsnachweis aufgenommen mit der Maszgabe, daß dem aus 14 Mitgliedern bestehenden Vorstand je drei Vertreter des Magistrats und der Stadtvcroidnetenversamm« lung angehören und das; die Vertretung der Stadt Berlin stets eine Stimme mehr als die Hälfte der anwesenden stimmberechtigten Mit glieder hat. Durch die Beteiligung der Stadt und angesichts der Tatsache, daß beabsichtigt ist, das gesamte Arbeitsnachweiswcsen in öffentlich-rechtlicher Weise zu regeln, haben die Gewerkschaften an der zukünftigen Gestaltung dieser Dinge ein erhebliches Interesse, da die Regelung des Arbeilsnachwciswcsens nur programmatische For- derung der Gewerkschaften ist. An der Hand des Jahresberichts erörtert Redner die Tätigkeit des Zentralvereins für 1915/16. Auf die Tatsache, datz nach den im Jahresbericht veröffentlichten Zahlen die Löhne der Arbeiter nicht so hoch sind wie behauptet wird, habe der„Vorwärts* vor einiger Zeit bereits hingewiesen. Ter Zentralverein umfaßt insgesamt 31 Arbeits- nachweise, wovon 28 ihm direkt angehören, 3 nur in einem Miels- Verhältnis zu ihm stehen. In einer allgemeinen Abteilung sind neun Gruppennachweise untergebracht, so daß die Zahl der Nachweise eigentlich 39 betrage. Gesuche der männlichen Personen um eine Stelle waren im letzten Geschäftsjahr 206 980 zu verzeichnen, das sind 121 566 weniger gegenüber dem Vorjahr. Offene Stellen wurden gemeldet 200 834 gegen das Vorjahr weniger 38 265. Besetzt wurden 156 935 Stellen gegen 209 974 des Vor- jahres; demnach weniger 53 059. Bei den weiblichen Personen ist eine Zunahme in allen drei Gruppen zu verzeichnen. Gesuche um Stellen lagen hier vor 157 514, gemeldete Stellen 108 931 und be- setzt wurden 92 010 Stellen, eine Zunahme gegen das Vorjahr in den einzelnen Gruppen von 8369, 5367 bezw. 11 251 Stellen. Aus diesen Zahlen ist indessen die Zunahme der weiblichen Arbeitskräfte wohl ganz ersichtlich. Einen besseren Ueberblick bieten die Zahlen der Krankenkassen Berlins. Im September 1914 waren bei Berliner Krankenlasien versichert 352 436 männliche und 236 685 weibliche Personen; im März 1916 war die Zahl der gegen Krankheil ver- sicherren männlichen Personen aus 322 857 gesunken, bei den Weib- lichen Personen hingegen um 161 687 und damit auf 398 272 ge- stiegen. In derselben Richtung bewegen sich meistens auch die Ziffern der Krankenkassen in den Vororten. Der Bericht sagt hierzu, datz die Frauen Unterkunft in Munitionssabrilen, an der Bahn, der Post und bei den Verkehrs- gesellschaften fanden, bemerkt ober im Anschluß, datz die Arbcitslage sich verschlechtern dürste durch den Mangel an Rohstoffen in der Textilindustrie und besonders im Konfeklionsgewerbe, das in nor- malen Zeiten reichliche Beschäftigungsgelegenheit schafft. Als Kriegseinrichtungen des Zentralvereins sür Arbeitsnachweis erwähnt der Redner die unter Subvention der Landesversicherungs- anstall Berlin errichtete KriegSbetriebSwerlstälte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, von welcher im Berichtsjahr 1 163 870 M. Löhne ausgezahlt worden sind, ferner die Abteilung für Kriegsvertretungen (weibliche Ersatzlräfte sür eingezogenes kaufmännisches männliches Personals und den am 1. August 1915 ins Leben getretenen Arbeits- Nachweis für Kriegsbeschädigte. Die Tätigkeit dieser Abteilung um- fatzt in der Hauptsache die von der Fürsorgesielle der Stadt Berlin überwiesenen Fälle, bei denen Berufsberatung und Berufsausbildung vorangegangen sind. Es wurden in dieser Abteilung bis zum 1. April d. I. 596 Stellen besetzt, darunter 346 Pjörtner- und Hausdienerstellen. Uebergehend zum Voranschlag für 1917/18 erörterte der Redner die einzelnen Positionen desselben. Die Einnahmen und Ausgaben bilanzieren in Höhe von 335 000 M. Bei den Einnahmen stammen ca. 80 Proz. derselben aus den Mitteln der Stadt Berlin. So erfreulich es wäre, den Zcntralverein für Arbeitsnachweis sich immer mehr in der Richtung eines kommunalen Nachweises ent- wickeln zu sehen, um so unerfreulicher sei die Erscheinung, datz ein- flutzreiche Kreise, vor allem der Vorsitzende des Zentralvereins Herr Dr. Freund selbst, daran gingen, unter der Behauptung„der echtesten und reinsten* Parität den Arbeitern bisher gewahrte Rechte zu beschneiden. Genosse Ritter schilderte im einzelnen die be- kannten Vorgänge bei der beantragten Uebernahme des paritätischen Nachweises sür das Berliner Holzgewerbe in den Zentralverein und das dabei beobachtete Bestreben, unter Anlehnung an eine angebliche Ministerialverfügung. die in Wirklichkeit eine solche nicht sei, bei diesein Nachweis den Anfang zu einer grundsätzlichen Aenderung in der Mitwirkung der Arbeitnehmer und Arbeilgeber vorzunehmen. In der letzten Sitzung des Borstandes ist beschlossen, die Ueber- nähme des Arbeitsnachweises sür das Holzgcwcrbe bis nach Beendi« gung des Krieges zu vertagen und damit auch die strittige Frage, ob der Beirat(früher Kuratorium) die Angestellten des Nachweises zu wählen und der Vorstand die Wahl nur zu bestätiget� hat, vor läufig ruhen zu lassen. Bedauerlicherweise hat Herr Dr. Freund eine Stärkung seiner Anschauung in dem Verhallen einer kleinen Gewerkschaft gefunden, die ohne Rücksicht auf bestehende Kongretzbeschlüsse und ohne sich mit dem Ausschuß der Gewerkschaftskommission als Zentrale der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung in Verbindung zu setzen, das unterschrieben hat, was er bei den Arbeitnehmern der Holzindustrie nicht durchsetzen konnte. Aus Anlaß dieses Einzelfalles richtet der Referent an die anwesenden Vertreter das dringende Ersuchen, solche Fragen, bei denen es sich um grundsätzliche Dinge handelt und die über den Rahmen einer Gewerkschaft an Bedeutung hinausgehen, der Zentrale der Gewerkschaften zur Meinungsäutzerung vorzulegen. In der Diskussion sprach Genosse Härder(Buchbinder) den Wunsch aus, datz Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden den Kriegsverletzten, die einen Anstellungsschein besitzen, mehr entgegen- kommen möchten. Zum 2. Punkt der Tagesordnung berichtete der Borsitzende Genosse Körst en, daß aus einer Reihe von Gewerkschaften bei dem Ausschuß angefragt worden wäre, wie die Gewerkschaften künftighin ihre öffentlichen Bekanntmachungen erledigen sollten. Der Ausschutz habe sich in einer seiner letzten Sitzungen mit der An- gelegenheit befaßt und i st rinstiminig zu der Auffassung ge- kommen, datz der„Vorwärts" auch in Zukunft als Pudlikations- organ der Berliner Gcwerkschafte» zu gelten habe. Eine gegenteilige Meinung seitens der Vertreter der einzelnen Gewerkschaften wurde nicht geäußert. verlin und Umgegenü. Die Maschincnarbciter in der Holzindustrie beziehen nach den von ihrer Organisation gemachten Feststellungen Stundenlöhne von 0,85— 1,30 M., in vereinzelten Fällen steigt der Lohn bis 1,65 M., im allgemeinen Durchschnitt beträgt er 1 M. Hierzu wurde in einer am Sonntag abgehaltenen Branchenversammlung ausgerührt, datz diese Lohnsätze im Verhältnis zu den gegenwärtigen Lebensmittel- preisen viel zu gering sind. Die wirtschaftliche Lage der an Holz- bcarbeilungsmaschinen beschäftigten Arbeiter ist deshalb durchaus nicht befriedigend. Die Branchenkommission hat ihr möglichstes getan, um auf eine Aufbesserung der Löhne hinzuwirken. In den Fällen, wo die Arbeiter mit Forderungen vorgingen, ist eS auch gelungen, die höheren Sätze innerhalb der vorstehend angegebenen Lohngrenzen zu erreichen. Aber es gibt noch eine Reihe von Betrieben, wo die Kollegen zu einem Vorgehen nicht zu bewegen waren und wo deshalb die niederen Lohnsätze bestehen geblieben sind. Lebhaft wurde darüber geklagt, daß ein Teil der Arbeiter durch Ueber- stunden ihr Einkommen zu verbessern suchen. Es wurden Fälle angesührt, wo Maschinenarbeiter 65 bis 70 Stunden in der Wocbe arbeiten, und zwar nicht nur ausnahmsweise, sondern schon seit Monaten. Es ist sogar vorgekommen, datz 32 Stunden hintereinander gearbeitet wurde, und datz sich die Arbeiter eines Betriebes verpflichteten, täglich 11 Stunden zu arbeilen, damit nicht eine dritte Schicht eingeführt werden brauchte. Die sür die Holz- industrie vereinbarte Teuerungszulage von 25 Proz. ist für die Maschinenarbeiter noch nicht allgemein durchgeführt. Das liegt, wie betont wurde, an den Arbeitern selbst, die nicht auf der Gewährung der Teuerungszulage bestehen. Den Kollegen wurde zur Pflicht gemacht, die Teuerungszulage in allen Betrieben zu fordern. Die Lage des ArbeitsmarkleS ist günstig, denn die Arbeits- kräste sind so knapp, datz, wie ein Redner ausführte, schon 15- bis 16jährige Jünglinge an den gefahrbringenden Holz- bearbeitungsmaichinen beschäftigt werden. Unter diesen Verhält- nisten erscheint die Furcht vor einem Verlust der Arbeitsstelle unbegründet. Deshalb erging der Appell an die Kollegen, sür eine den Zeilvcrbältnissen entsprechende Lohnaufbesserung, namentlich für allgemeine Gewährung der Teuerungszulage und Vermeidung des UeberstundenunwesenS mit aller Entschiedenheit einzutreten. Die Lederarbeiter(Filiale Berlin I) hatten— wie in ihrer Generalversammlung am Sonnabend berichtet wurde— am Anfang des dritten Quartals einen Bestand von 332 männlichen und 22 weiblichen Mitgliedern. Am Schluß des Quartals wurden 298 männliche und 22 weibliche Mitglieder verzeichnet. Die Arbeits- gelegenheit ist nicht ungünstig. Im Laufe des Quartals waren 33 Mitglieder 277 Tage arbeitslos. Die Abrechnung der Hauplkasse ergibt eine Einnahme von 4194 M.(einschließlich eines Bestandes von 1419 M.) und eine Ausgabe von 2346 M., wovon 1013 M. auf Unter- stützungen kommen. Die Lokalkaste hatte einschließlich des Bestandes von 836 M. eine Einnahme von 1542 M. und eine Ausgabe von 511 M. so datz ein Bestand von 1031 M. bleibt.— Die Vorstandswah, ergab die einstimmige Wiederwahl des Vorsitzenden Burkhardt des Schriftführers Schreier und des Revisors Kietz. Als Bibliothekar wurde Weiß gewählt.— Die Versammlung beschloß einstimmig, zu der vom Zentralvorstand ausgeworfenen Weihnachts- Unterstützung der Familien der im Heeresdienst stehenden Mitglieder in Höhe von 3 M. einen Zuschuß von 2 M. aus der Lokalkasje zu leisten, so daß der Unterstützungssatz im ganzen 5 M. beträgt. Tie städtischen Arbeiter von Schöncberg beschäftigten sich in einer gut besuchten Versammlung aller städii- scheu Betriebe mit der von der Gemeindeverwaltung beschlossenen Neuregelung der Teuerungszulagen. Folgende Entschließung fand einstimmige Annahme: „Die aus allen städtischen Betrieben zahlreich besuchte Ver- sammlung der bei der Stadt Schöneberg beschäftigten Hand- werker, Arbeiter und Arbeiterinnen nimmt Kenntnis von der von den Körperschaften der Stadt Schöneberg beschlossenen Neu- regelung der Teuerungszulagen uns erklärt: Die Versammelten bedauern lebhaft, feststellen zu müssen, daß die Neuregelung in keiner Weise den berechtigten Wünschen der Arbeiter gerecht wird, vielmehr einer fast völligen Nicht- achtung der Arbeiterwünsche gleichkommt. Der an den Magistrat gestellte Antrag des Arbeiteraus- schusscs auf eine monatliche Teuerungszulage von 30 Mk., zu- züglich 6 Mk. für jedes Kind, für alle Arbeiter und Arbeite- rinnen mit einem Einkommen bis 2200 Mk. jährlich, muß als das Mindestmaß der Forderungen angesprochen werden, welche die Arbeiterschaft in Rücksicht auf die äußerst niedrigen Grund- löhne zu stellen gezwungen ist. Die völlig unzulängliche Rege- lung der Teuerungszulagen in Verbindung mit der mangel- haften Lebensmittelversorgung hat den durch mancherlei Kriegs- nöte hervorgerufenen Unmut zu leidenschaftlichem Unwillen ge- steigert. Die städtischen Arbeiter sind nicht willens, länger die un- geheuere Preissteigerung aller Lebensmittel und Gebrauchs- gegenstände geduldig zu ertragen, wo Produzenten und Händler rücksichtslos die Konjunktur ausnützen. Das rückhaltlos auszu- sprechen, halten sich die Versammelten im Interesse ihrer eigenen Erhaltung, wie der ihrer Familien, für verpflichtet und beauf- tragen gleichzeitig die Ortsverwaltung des Verbandes der Ge- meinde- und Staatsarbcit-r, zur gegebenen Zeit erneut den Antrag des Arbeiterausschusses den zuständigen Körperschaften der Stadtverwaltung zu unterbreiten. Die Versammelten sprechen der Organisationsleitung ihr vollests� Vertrauen aus. Sie erkennen ferner an, daß eine geschlossene, straffe Organisation der Arbeiterschaft den einzigen sicheren Rückhalt bei Erringung besserer Lohn- und Arbeits- Verhältnisse bietet und verpflichten sich demzufolge, für größt- möglichste Ausbreitung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter eifrigst zu wirken.* veutfches Keich. Auch ein„Tcrrorismus"-�all. � Beim Neubau der Löwenbrauerei wurde, wie die„Münchener Post* berichtet, von der Baufirma Moll auch der frühere Gärtner Andreas Wolf eingestellt. Gesprächsweise wurden Wolf von ver- schiedenen organisierten Bauarbeitern die Vorteile der Organi- sation vor Augen geführt, ohne daß irgendwie ein Druck auf ihn absgeübt worden wäre. Wolf erklärte einzelnen Mitarbeitern gegenüber, er wolle von der Organisation nichts wissen, und drohte auch am Wirtstisch, er werde dem, der ihm noch einmal mit der Organisation komme, ins Gesicht speien. Diese Acußcrung war die Veranlassung dazu, daß mehrere Arbeiter Wolf mit derben Worten ihre Meinung sagten. Wölf verlangte daraufhin seine Karte, verließ die Arbeit und erstattete Anzeige, er sei unter Drohungen gezwungen worden, die Arbeit niederzulegen. Gegen zwei seiner früheren Mitarbeiter wurde deshalb Anklage wegen Nötigung erhoben. In der Verhandlung stellte sich der Sachverhalt ganz anders dar, als er der Anklage zugrunde lag. Ter als Zeuge vernommene Wolf konnte positive Angaben, die die beiden Angeklagten irgendwie belastet hatte», überhaupt nicht machen. Bon anderer Seite aber wurde ihnen das beste Zeugnis ausgestellt und ausdrücklich hervorgehoben, daß zu jener Zeit an der gleiche» Baustelle auch andere unorganisierte Arbeiter beschäftigt tvarcn, denen nie das geringste in den Weg gelegt worden sei. Bei dieser Sachlage erkannte das Schöffengericht auf Freisprechung. »stuslano. Eine Reichskonferenz der östcrreichischcnZcntralvcrbäude hat in Wien getagt. Sie war von 48 Delegierten aus 58 Geweik« schaflen und von Vertretern der dculsch-österreichischen sozialdemo- kralischen Parieileiiung, der Abgeordneten und des Fraueureichs- komitees besucht. H u e b e r teilte mit, datz der Milgliederverlust 57 Proz. gegen 55 Proz. in Deutschland und 56 Proz. in Ungarn betrage, dagegen bei den losgelösten tschechischen Verbänden 70 Proz., obwohl sie weit vom Kciegsgebict entfernt arbeiten. Ueber die ge- werkschaftlichen Richtlinien für die Beichästigung Kriegsbeschädigter konnte noch keine Einigung mit den Unternehmern erzielt werden. Die Arbeitsvermittlung für Kriegsbeschädigte ist noch in den Ansängen. Für die Arbeiterfrage bei der Demobili- siorung sind der Regierung Vorschläge überreicht worden. Dem Metallarbeirerverband ist es gelungen, wenigstens für Niederösterreich die Errichtung einer Beschwerdestelle für Arbeiter. die unter dem Kriegsleistungsgesctz stehen, durchzusetzen. Bei Uebergang zur Friedenswirtschaft wird es notwendig sein, datz sich die kleineren Gewerkschaften nach Jnduslriegruppen zusammen- schließen. II. Esders& Dyckhoff l BERLIN C. Gertraudtenstr. 8-9 Petriplatz Bekleidungshaus oeSLS: � ====================== Petriplatz Noch preiswertes Angebot in fertigen Herbst- rnid Winter-üelierzieliern Herren- und Jüngiings-Anzügen Joppen, warm gefüttert/ Hosen und Westen Regens/Vläntel/ Kinder=Anzuge u. Ueberzieher Damen-Kleider und-Mäntel Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G. m. b.£)„ Berlin SW. 6S, Lindenftr. 3. Von Erich kuttner Der Verfasser hat als Teilnehmer den Vormarsch einer Infanterie-Division nach Rußland bei der vorjährigen Offensive mitgemacht und schildert hier seine Erlebnisse. -preis 50 Pfennig- Beffctlungen werden von allen unseren kolporleurea entgegengenommen. Bei Einsendung von 50 Pf. in Briefmarken wird die Broschüre auch allen im Felde stehenden5oldaten portofrei zugesandt �eclei' sei gerüstet an dem friedlichen Wettkample teilzunehmen, der diesem Kriege folgen wird. Hierzu befähigt ihn am sichersten eine umfassende AUgemein- u. fachliche Bildung. Rasch und gründlich führt die Methode Rustin(5 Direktoren höherer Lehranstalten, 22 Professoren als Mitarbeiter) jeden Vorwärtsstrebenden ohne Lehrer durch Selbstunterricht unt. energischer Förderung des Einzelnen durch den persönlichen Fernunterricht Wissensch, geb. Mann, Wissensch. geb. Frau, Geb. Kaufmann, Die geb. Handlungsgehilfin, Bankbeamte, Einj.-Freiw.-Prüfg., Abit- Exam., Gymn., Realgvran., Oberrealschule. Lvzeum, Öberlyzeum, MittolschuUehrerprüfung, Zweite Lehrerprüfung, Handelswissenschaften, Landwirtschaftsschule, Äckerbauschule, Präparand, Konservatorium. Ausführt 60 S. starke Broschüre über bestandene Examen, Beförderungen Im Amte. Im kaufmännischen Leben usw. kosten), durch Bonness&Hachfeld, Potsdam Postfach 224. Forcl, Prof. 31., Die sexuelle Frage. Volksausgabe 2 80 M. Buch- Handlung Vorwärts Liudenftratze 3. Verantw. Redakt.: Herm. Müller, Tempelhof. Inseratenteil verantw.Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SM. Hierzu 1 Beilage und Unterhattungsbl. 8r.*4 33. Kellte des Joniidf§tt\m WldsdlM. �",i6 Wilsons Wiederwahl. Von Heinrich C u n o w. ?!ach allem Hin und Her ist jetzt sicher, datz Wilson wiedergewählt ist. Voraussichtlich wird er von den 531 Eick- toralstimmen der Bundesstaaten WO bis Ast auf sich ver- einigen. Fast alle Süd- und Wcststaaten haben für Wilson gestimmt, während Hughes die Stimmen der stark bevölkerten Oststaaten am Atlantischen Lzcan erhalten hat. Mit anderen Worten: für Hugbcs sind zumeist die industriellen Staaten, die Sitze der Großindustrie, des Ueberseehandets und der Finanzgesellschaftcn, für Wilson hingegen die dünner be- völkcrten Distrikte eingetreten, in denen der landwirtschaftliche Betrieb und der sogenannte Mittelstand überwiegt. Wie die Deutschamerikaner in den Vereinigten Staaten gestimmt haben, läßt sich aus den bisherigen Mangel» haften Angaben noch nicht ersehen; doch ergibt sich immerhin mit einer gewissen Sicherheit, daß sie die in manchen Gegen- den von den dcutsch-anicrikanischcn Blättern, voran der„New ?)orker Staatszeitung", ausgegebene Parole, in jeden; Falle für HugheS ihre Stimme abzugeben, nicht sämtlich befolgt haben. Im Staate New �lork, der für sich allein 45 Wahl- Männerstimmen stellt, scheinen zwar nicht nur die deutsch- amerikanischen Republikaner, sondern selbst der größte Teil der deutsch-amerikanischen Demokraten diesmal für Hughes gestimmt zu haben; in anderen Staaten, wie z. B. Ohio mit 24 Elektoralstimmen, Kentucky mit 13 Glektoralstiinmen, lFllionois mit 29 Elektoralstimmen, haben jedoch beträchtliche Teile der deutsch-amerikanischen Bevölkerung für Wilson ihre Stimmen abgegeben. Ganz begreiflich, denn bei der Wahl des zukünftigen Präsidenten handelt es sich für die meisten Wähler nicht nur um ihre Stellungnahme zu den kriegführen- den Mächten Europas, sondern um die eigenen Wirtschaft- I i ch e n Interessen. Besonders dürften gerade beträchtliche Teile der beut- schen Arbeiterschaft für Wilson eingetreten sein, denn während er sich zunächst den Forderungen der amerikani- schen Arbeiterschaft gegenüber ziemlich ablehnend verhalten hat. suchte er in der letzten Zeit durch ein Eintreten für gc- wisse sozialpolitische Maßnahmen ihre Gunst zu gewinnen. Vornehmlich wird Wilson in Arbciterkreisen hoch angerechnet, daß er mit Energie für die Einführung des A ch t st u n d e n- tagcs in den amerikanischen Eisenbahn- betrieben eingetreten ist und in; amerikanischen.Kongreß ein hierauf bezügliches Gesetz durchgesetzt hat. Tatsächlich hat denn auch die Leitung des großen amerikanischen GeWerk- schaftsbundes, der„Fedcration of Labour", die Mitglieder offen aufgefordert, für Wilson zu stimmen. Freilich, die ganze Arbeiterschaft ist. das zeigen die be- kanntgewordenen Stiminenergebnisse aus einzelnen industri- eilen Staaten, schwerlich dieser Weisung gefolgt. Ein großer Teil der ainerikanischen Arbeiter hält zur Hochhaltung der Löhne eine tveiterc Erhöhung der Schutzzölle für durch- auS nötig, und in dieser Hinsicht bietet Hughes, der sich für eine illerstärkung des Schutzes der„anwriknaijchen Arbeit" ausgesprochen hat, weit bessere Garantien als Wilson, ob- gleich auch dieser sich während seiner Amtszeit, nachdem er den politischen Einfluß der Hochschutzzöllncr erkannte, niehr und mehr zu schutzzöllncrischen Anschauungen bekehrt bat. Zudem werden aber sicherlich manche Deutsch-Amerikaner sich gesagt haben, daß beide Kandidaten in gleichen; Maße zum mindesten als voreingenommen für England gelten können und daher durch die Wahl von Hughes die zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten bestehende latente Krise keines- Wegs beseitigt wird. Bei Wilson aber liefert trotz seines Stockamcrikanertums sein ideologisch-professoralcr Pazifis- mus ein gewisses Gegengewicht gegen die moralrichterliche Lust zur Einmischung in die europäischen Händel, zumal er sich einigermaßen durch die von ihn; in; Wahlkampf ausgegebene Friedensparole auf eine Art Friedensprogramm festgelegt hat, während auf der anderen Seite Hughes inehr- fach Acußcrungen gemacht hat, die ihn als einen mit den; ganzen amerikanische;; Ueberlegenheitsdünkel ausgestatteten Vertreters des„Out and out Amerikanism"(d. h. des „Durch-und-Turch-AmerikanertumS". das jede Frage ans- schließlich von; amerikanisch-kapitalistischen Interesscnstand- Punkt auffaßt) charakterisieren. Ueberdies stehen hinter Hugbcs Politiker wie Roosevelt, Root und Lodge, die als Deutschenhasser bekannt sind und deren Wahlhilfe sich Hughes nicht nur gefallen lassen hat, sondern deren Anschauungen er sogar mehrfach öffentlich gebilligt hat. Welchen Anlaß hatten also die Tcutsch-Anwrikaner, HugheS vorzuziehen? Das einzige Motiv konnte sein, ein Exempcl zu statuieren und Herrn Wilson nebst seinen vor- lauten Ratgebern eine Abrechnung über seine Verdächtigungen und Schmähungen sowie über seine eigenartige Neutralität auszustellen, unter deren wohlwollender Fürsorge die Union zum großen Waffen- und Proviantdepot der Entente geworden ist. Aber würde Hughes, wenn er an Wilsons Stelle träte, n;cht genau ebenso handeln? Würde ihn nicht seine iinperia- listisch-aggressive Partei, in der es an kriegslüsternen Deutschenfreffern von der Art der Roosevelts und Roots nicht mangelt, rncht möglickx'rweise noch über Wilsons einseitige Stellungnahme hinaustreiben? Das sind Ertvägunge;;, die manchen Teutsch-Amerikaner, und Ulster diesen auch manchen Arbeiter, veranlaßt haben dürften. Herrn Wilson als das kleinere U c b e l zu be- trachten und für ihn zu stimmen. Und von denselben Erwägungen airs sollten auch wir in Deutschland die ameri- kanischc Präsidentenwahl betrachten. Acrger und Unmut sind schlechte Ratgober bei der Stellungnahme zu volstischen Fragen. Deutzchlands Freund ist weder Wilson noch Hughes, und beide sind gleickerlnaßen derartig in spezifisch-ainerikatti. schen Auffassungen eingekapselt, daß sie aus ihrer Aankeehaut nicht heraus tonnen. An den Beziehungen der Vereinigten Staaten zu Deutschland würde demnach eine Wahl des Herrn Hughes kaum etwas ändern. Aber davon abgesehen, bat die Witsonsche Regierung immerhin ein gewisses beschränktes Verständnis für die Interessen der Arbeiterschaft und des kscincren Mittelstandes bewiesen, wenn auch die Rücksicht auf die breite Wählermassc dabei eine gewichtige Rolle gespielt haben mag. Dagegen hat innerhalb der republikanischen Partei das Großkapital im letzten Jahrzehnt eine stetig steigende Bedeutung gewonnen. Hughes' Partei steht völlig unter den; Diktum der großen monopolistischen Trust- kompagnirn nnb Finauzkorporationen. Nur in deren Ilster- cssc fordert sie weitere Erhöhungen der industriellen Schutz- zölle, Begünstigung der ainerikanischen Expansionsbestrc- bungcn in Mexiko und im Stillen Ozean. Erkaltung der so- genamsten Integrität Chinas(dos heißt; Vorkehrungen gegen die japanischen Ansprüche ans chinesische Gebiete, Bahn- und Hcmdklskonzessionen) und als Mittel zur Turchführrmg dieser aggressiven Politik,„Preparedneß", militärische und man- nistische Vorbereitung zum.Kamps.— Persönlich mag ja Herr Hughes ein recht ehrenwerter Herr sein, ober ein amerikani- scher Präsident lebt in einer anderen Atmosphäre als ein Staatsgouverneur. Er muß den Ansprüchen der leitenden .Kreise feiner Partei wie der großen wirtschaftlichen Korporationen Rechnung tragen— weshalb auch bisher noch jeder amerikanische Präsident am Schlüsse seiner Amtspcriode mit einer anderen Physiognomie aus dem Weißen Hanse in Washington ausgezogen ist, als er bei;;; Einzrm zur Schon trug. Auch Herr Wilson hat sich bei der Bank- und Währungs- reform, dem Bodenkreditgesetz, den; Einkonunenstcuergesetz usw. bewogen gefühlt, Pläne auszuführen, die seine politischen Gegner, die Republikaner, ausgebrütet hatten. Wer wissen tvill, in welche»; Interesse die Wahl des Herrn Hughes liegt, der blicke auf die New Borker Börse, die die ersten Meldungen über Hughes Siege mit starken Kurssteigerungen der Trust- werte beantwortete.— Und noch in anderer Hinsicht ist es besser, Wilson bleibt im Amte. Würde auch wahrscheinlich Hughes' Wcchl zunächst an der ainerikanischen Anslanispolitik wenig ändern, so würde sie doch nach amerikanischem Brauch eine Veränderung des gesamte;; Beanstenapparats mit Einschluß des diplomatischen Verkehrs bewirken und in den kriegführenden Staaten allerlei neue Hoffnungen und Bcfürckstungcn wecken. Die Kriegslage würde noch komplizierter.„E s i st b e d e n k l i ch," sagt ein amerikanisches Sprichwort,„bei der Durchkreuzung eines Stromes die Pferde zu Wechsel n."— Das neue Polen. Die Vorbereitung der polnischen Verfassung. Die Bildung eines Staatsrats und eines vereinigten Landtags. Warschau. 13. November.<23. T. 33.) Der aus allen Schichten der Bevölkerung geäußerte Wunsch, an den Aufgaben der Landes» regierung mitzuarbeiten, noch bevor ein geordnetes verkasiungs- mätziges Staatswesen Platz greifen Imm. hat den Herrn General- gouverneur bestimmt, eine Verordnung zu erlassen, die die Bildung eines aus Wahlen hervorgehenden Staatsrats in; Königreich Polen anbahnt. Die Teilnahme der in österreichischer Verwaltung stehenden Gebietsteile des Königreichs Polen an den Staatsrat wird noch durch Vereinbarung mit den österreichiich-ungarischcn Behörden geregelt werden. Im Generalgouvernement Warschau finden die Wahlen zum Staatsrat in folgender Weife statt: In den ländlichen Bezirken wähle» die Kreistage, in den Stadtkreisen Warschau und Lodz die städtischen Körpcrschaslen insgesamt sicbenzig Abgeordnete. Dies« Abgeord- ncten wählen ihrerseits nach den Grundsätzen der Verhältniswahl acht Mitglieder des Staatsrais, vier weitere Mitglieder werden von dem Herrn Gcneralgouverneur ernannt werden, der auch den Vorsitz übernimmt. Der Staatsrat berät die ihm vorgelegten Gesetzentwürfe, hat das Recht von Initiativanträge» und bereitet die Beschlüiie des Landtages vor. Dem Landtag können ebenfalls Gesetzentwürfe und sonst für da» Land wichtige Fragen zur Beratung und Beschlutz- sassung vorgelegt werden. Ihm steht ein Steuer« und Anleiherecht zu. Damit er schon von vornherem bestimmte Aufgaben hat, ist ihm die Beschlutzfasiung über den in der Kreisordnung vorgesehene» Dotationsfonds, über einen LandeSmeliorationsfondS und über einen Fonds zum Aufbau der zerstörten Ortschaften übertragen. Die Verhandlungen dcS Staatsrates und Landtage», au denen der VerwalrungSchef als Kommissar der Regierung teilnimmt, werden in polnischer Sprache geführt werden. Es soll damit ein erster Schritt zur Vorbereitung einer polnischen StaatSvcrwaltmig getan werden. Da die Durchführung der Wahlen und die erforderlichen Ver- einbarungen mit dein t. u, k. Generalgouvernement in Lublin noch längere Zeit in Anspruch nehmen, soll sobald als möglich im Ein- vernehmen mit den österreichisch-ungarischen Behörden ein Pro- v i s o r i s che r Staatsrat für das Königreich Polen berufen werdein Die Veröffentlichung der Verordnung ist in der MontagSnummrr öer deutschen.Warschauer Zeitung" und i»r Verordnungsblatt für das Generalgouvernement Warschau von; 13. November erfolgt. An gleicher Stelle werde» aus amtlicher Ouelle stammende An- gaben über die Ilniformen der zukünsrigen polnischen Armee mitgeteilt. die die Erinnerung an die polnischen Soldaten Napoleons I. und an die der gegenwärtigen polnischen Legion wachhalten sollen. Die Alldeutschen zur Polenpolitik. Der Herausgeber der.Grenzboten" Geheiinrat C l e i n o w, hat in der.Kölnischen Zeitung"«inen Artikel veröffentlicht, in dem «r sich eingehend mit der polnischen Frage besaßt. Er sagt u. a.: .Wenn die deutsch« Regierung nach 30jährig«n intimsten Beziehungen zu Oesterreich-Ungarn und nach zwei schweren Kriegs- jähren, die uns tiefe Einblicke in das innere«taatsleben unseres Bundesgenossen gestattet haben, sich auf die Bahn der Entwicklung zun; Nationalitätenstaat begibt, so mutz sie da» habSburgiiche System als das den Äesannaufgabcu des modernen Staates entsprechendere anerkannt haben." Gegen diese Auffassung, die allerdings einen Bruch mit der ganzen bisherigen preußischen Polenpolink bedeuten würde, wendet sich mit aller cschärse die.Rheinisch-Westfälische Aeitnng". Sie hält das österreichische Nationaiitätenprinzip für völlig nnvereinbar mit der Entwickelung dcS deutsche» Natimmlstoates. denn was das Deutsche Reich in diesem Kriege geleistet hat, sei lediglich möglich gewesen auf der Grundlage des lückenlos geichiosienen deutschen Nationalstaates. Aus diesem Grunde ist die.Rheinisch- West- sälische Zeitung" auch entschieden dagegen, daß de» in Preußen wohnenden Polen eine größere nationale Selb« ständigkeit eingeräumt werde. Sie versucht an der Hand von Zitaten aus österreichischen Potcublättern den Räch- weis, daß die Polen nicht darauf verzichten werden,»ach wie vor Ansprüche aus Posen. Schienet; und Danzig zu erhebe». Der ganze Artikel ist auf den Ton gestimmt, daß jede« Entgegenlomnien au die in Demichland wohnenden Polen eine Schwächung Deutschlands bedeuten würde, was sich so ziemlich mit dem deckt, was von kons«- vativer und freikonservativer Seile in der HauShaltSkomimisioii des Reichstag« ausgesprochen worden ist. Da die„Deutsch« Tage»- zeitung" bereit« angekündigt hat, daß die Polenfrage im preußischen Landtag angrichnitwi; werden müsse, wird man damit rechnen müssen, daß im preußischen Landtag gegen jede Aenderung de» preußischen Polenkurses nachdrücklich Sturm gelaufen wird. Ukraiuifchcr Protest. Nachdem die Ukrainische Vereinigung d«S österreichischen Ab- geordnetenhauses sofort nach Veröffentlichung des Kaiserlichen Handschreibens gegen eine Sonderstellung GalizienS prolestier; bat, yar jetzt ihr Führer, Dr. Lewiztyj, dein Vertreter des.Verl. Tagebl." nachdrücklichst erklärt, daß die ostgalizijcheu Ukrainer auf die Ver, tretung ün österreichischen ReichSral unter Icinen Umständen ver- zichten wollen, da sie in einem sondergestelltcv Galizien den Polen ausgeliefert zu sein fürchten. Man müßte, ihnen denn volle nationale Eelbstrcgirrtmg gewähren, die aber.dann alle osterrrich;- schrn Nationen brazrsprnchcn würden. Die nationale Antonoune ist bekanntlich tine Hauptforderung der österreichischen Sozialdemolratie. Bisher ist in der polnifch- galiziichcn Angelegenheit nichts geschehen, wa-1 darauf schließen ließe, daß Dr. v. Kaerber nicht den nur durch die nationale Selbst- regierung möglichen Neuaufbau des Staates nicht.wollte. Verfolgung der Petersburger Poltt'eführcr. Die.Franks. Zlg." gibt eine Meldung dcS„PHusskojc Slowo" wieder, wonach bei dem stellvertretenden Vorsitzendem des Polnischen Zentralkomitees, dem früheren Mitglied der dritten Rcichsduma Grab; Ii, gegen de» Verdacht vorlag, mit Polen«:> Auslände in Verbmdnng zu stehen, xiue Haussuchung stattfand� Ter gesamte Briefwechsel Grabiii« mit hervorragenden polnischen �ersönlichkeilen wurde beschlagnahmt. Das Mauifrft im tScfangcncnlagcr. Nach einer Meldung des„Lolal-Anz." wurde die hiroklcunatiou im Gefangenenlager in Plane der Zunahme der Arbeiterlöhne absehen. Soll die Unzu- frstdenheit unter den Arbeitern ntcist noch weiter wachsen, so müssen sich die Zechen zu neuen Lohnerhöhungen verstehen. Daß sie hierzu und zur Aufbringung der durch ungeheure Material- preise erhöhten Selbstkosten nur imstande sind, wenn die Kohlen- preise eine Erhöhung erfahren, läßt sich nicht von der Hand loeisen." Die Begründung der Kohlenpreiserhöhung mit neuen Erhöhungen der Arbeiterlöhne und mit den teuren Btaterial- preisen sind nicht stichhaltig. Denn die Gewinne der Zechen 'sind, wie ans den Abschlüssen hervorgeht, so hohe, daß die Löhne auch ohne Warenpreiserhöhuug aufgebessert werden können. Das Bedenklichste bei der Kohlenpreiserhöhnng ist, daß in der Folge auch die großen Abnehmer der Kohle—_ be soirders die Werke, die für den Heeresbedarf arbeiten— ihre Warenpreise erhöhen werden. Das ist nicht nur eine leere Vermutung, sondern von der Eisen- und Stahlindustrie be rcits als greifbar in Aussicht gestellt worden. Die„Berg Werks-Zertung" schrieb darüber am 26. Oktober: „Wenn die von selten der Zechen angebahnte Erhöhung der Brennmaterialpreise zur Tatsache werden_ sollte und die Erz- gruben mit einem weiteren Ausschlag auf die Preise heraus- kommen werden, dann ist auch ein allgemeines Anziehen der Preise sicher zu erwarten. Die Verhandlungen hierüber werden augenblicklich noch zwischen den einzelnen Werkgruppen und den in Betracht kommenden Rogierungsstellen geführt. Nach de>m, was bisher bekannt geworden ist, wird die Hinaufsetzung der Preise für Jnduftriekohle in einem den gesteigerten Selbstkosten angepaßten Ausmaße, wie schon gemeldet, voraussichtlich die Zu- stimmung des Handelsministers finden." Hier wäre es Sache des Staates— also des Handelsministers— statt feine Zustimmung zu_ geben, � von dem Vetorecht Gebranch zu macheu. Denn schließlich ist bei den Preiserhöhungen der Steuerzcchler der Leidtragende. Auch sollten die Volksmassen als Verbraucher von Hausbrand- kohle vor weiterer Belastung geschützt werden. Bei der Ge- legenheit müßte es sich zeigen, wie das Verhältnis zwischen dem Staat und den Zechenherren im neugeschaffenen Syndikat bestellt ist. Eine solche Klärung wäre im Interesse der weite- reu Eutivickelung der Dinge dringend erwünscht. Nun kommt die Meldung, daß der Aufsichtsrat des Syn- dikats sich rn einer Sitzung vom 7. November mit der Preiserhöhung beschäftigt hat uird daß nach dem Ergebnis der Be- sprechuug das Syndikat unter Zustimmung des preußischen B e r g s i s k u s eine Erhöhung der Kohlen- und Kokspreise vornehmen wird. Nachdem die Preiserhöhung als feststehend gelten kann— aber auch sonstigen volkswirtschaftlichen wie politischen Grün- den— wird im preußi'chen Landtage Anlaß genommen werden müssen, die gesamte Materie zur Sprache zu bringen. Verbandsausschust und Strastenbahnfrage. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth tagte gestern im Nathause der Verbandsausschuß des Verbandes Groß-Berlin. Die Tagesordnung war sehr umfangreich. Den Verhandlungen wohnte zu Beginn auch Obcrpräsident v. d. Schulenburg bei. Ferner waren zahlreiche Oberbürgermeister, Bürgermeister Dr. Reick?, die Landräte v. Achenbach und Dr. Busch erschienen. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildeten Verkehrsangelegenheiten, insbesondere die Tariferhöhung im Groß-Berliner Verkehrswesen und die VerHand lungen des Verbandes über den Erlvcrb der Groß-Berliner Straßen bahn. Die Verhandlungen gestalteten sich recht lebhaft, aber doch im Sinne der öffentlichen Meinung von Groß-Berlin. Man kam zu keinem positiven Beschluß. Es wurde vielmehr be- schloffen, der einberufenen Verbandsversammlung am Montag, den 27. d. M. Kenntnis von den Vorgängen zu geben und deren Beschlüsse abzuwarien. Die Berliner Vertreter betonten, daß sie in der Zukunft wie in der Gegenwart für einen Staffel tarif nicht zu haben seien, daß sie aber auch die Einführung des völlig aussichtslosen Staffeltarifs nicht als Vorwand benutzen wollen für eine andere cnorins Belastung des Verkehrs oder die enorme Erhöhung des Einheitstarifes oder gar den Erwerb deS Straßenbahnunternehmens in der jetzigen Zeit. Ms Sroß-öerlin. Die Gültigkeit üer Reichsfleischkarte. Der„Bayrische Kurier" schreibt in seiner Nummer vom 13. November:„Die Ansicht und auch in München bisher gehandhabte Praxis, daß die Marken der neuen Neichsfleisch- karten nur jeweils für die der einzelnen Marke aufgedruckte Woche Gültigkeit haben, ist nicht richtig, denn laut neuer- sicher Entscheidung der Bayerischen Fleisch- v e r s o r g u n g s st e l l e ist die Gültigkeit der einzelnen Marken nicht in der erwähnten Weise beschränkt, sämtliche Marken besitzen vielmehr innerhalb der vierwöchigen AuZgabefrist Gültigkeit." Die hier angedeutete Entscheidung der Bayerischen Fleisch- versorgungsstellc ist durchaus sinngemäß. Sie liegt sowohl im Interesse der Volksernährung, wie sie dem Gedanken der gleichmäßigen Verteilung(Rationierung) gerecht wird. Sie entspricht auch dem Aufdruck �der Reichsfleischkarte. Auf der gegenwärtig in den Händen der Verbraucher befindlichen Karte heißt es:„Gültig vom 30. O k t o b e r bis L6. November 1916." Die Karte enthält für diese vier Wochen vierzig Anteile, von denen je zehn das Datuni der entsprechendeil Woche tragen. Das könnte den Zweck haben, daß niemand vor Anbruch der nächsten Woche von den für die Folgezeit bestimmten Anteilen Gebrauch macht, damit nicht manche Fleischkarteninhaber zum Schaden der später Kommenden gleich im Anfang die ganze Menge für vier Wochen erwerben. Es wird aber die Fleischvcrsorgung der Gesamtheit in keiner Weise beeinträchtigen, wenn ein kleiner Teil— nur um einen solchen könnte es sich handeln— die geringe Menge sich ansammeln läßt, um nachher statt eines halben Pfundes ein ganzes oder statt eines Pfundes zwei zu erwerben. Die dem einzelnen zustehende Fleischmenge ist so gering, daß die Entscheidung der Bayerischen Aersor- gungsstelle sofort im ganzen Reiche als allgemein gültig be kanntgemacht werden sollte. Ganze Arbeit! Aus unserem Leserkreise wird uns geschrieben: Der Reichstag hat seine Arbeit etwas überstürzend schnell ge- endet, nachdem er über die Ernährungssragen ausgiebig und lange sich unterhalten hat. Eine Lösung der Schwierigkeilen hat er nicht gefunden. Auch das KriegsernährungSamt kann, wie die Dinge jetzt liegen, die nicht herbeiführen. Wir wären mit seiner Hilfe sonst 'chon weiter, als wir es sind. Was uns not tut, um den drohenden Schwierigkeiten endgültig zu begegnen, ist eine Mitarbeit möglichst des ganzen Volkes. Praktisch läßt sich diese gestalten, wenn in jeder Gemeinde Wirtschaslsämter als Grundlage solcher organi sierten Mithilfe errichtet werden. Diese sind durch Ver braucherorganisationen zu ergänzen. Zwischen beide sind erteil st ellen einzubauen, die von den bisherigen Klein Händlern zu übernehmen sind. Legt man diese auf den Bedarf zugeschnittene Organisation zu- gründe, so werden alle Erhebungen, die jetzt nötig sind: also Be standsausnahme, Bedarssseststellungen usw., s o erfolgen können, daß sie auch rasch wirksam werden. Man hat übrigens diese Erhebungen von privater Seite schon längst vorgeschlagen, schon vor Jahr und Tag, ohne daß die Behörde dieser An regung gefolgt wäre. Erst neuerdings wurde damit begonnen und erst am 1. Dezember findet die Volkszählung statt, die zur Feststellung der Bedarismengen nötig ist. Es fehlt diesen Feststellungen nur eins, nämlich die Heranziehung der Verbraucher selbst zur Mitwirkung. Wir kämen damit schneller vom Fleck als mit dem langsameren amtlichen Apparat allein. Denn aucki die Kontrolle über alle Sonderbezüge, über die Wer- t eu ru n g. über d i e P r e i s e schlechthin würde nun sozu sagen in Selbstverwaltung genommen werden und der rein bureau- kratischen Behaudlimg entrückt. Sie würde weit unmittelbarer aus der Praxis für die Praxis arbeiten, als es der der Praxis fern- stehende Statistiker kann. Und nicht zuletzt würde gerade bei den Verbrauchern das Gefühl der Solidarität des ganzen Volkes geweckt und gesteigert werden. Um diese Behauptungen zu erhärten, weisen wir darauf hin, daß schon im Winter 1914 aus Berbraucherkreisen die Not wendigkeit eines sparsamen Fettverbrauches betont wurde, und daß gleichzeitig entsprechende Vorschläge vorgelegt wurden. Sie blieben unbeachtet. Ebenso war es 1315 mit dem aus Verbraucher- kreisen stammenden Hinweis auf die Verschwendung von Fleisch bei der pnvatwirtschasllichen Gulaschfabrikation; erst ein halbes Jahr später erfolgte die Abhilfe. Bei den Fischen erleben wir 1316 dasselbe. Das bezieht sich auch auf die vom Ab- geordneten Hoff erwähnte Thesanriernngswirtschast unserer Vieh- erzeugung. Das Kriegsernährungsaml kann tatsächlich in.it diesen Fragen nicht allein fertig werden.(Warum fehlt es uns übrigens so sehr an Milch bei so großen Viehbeständen?) Es muß also ge- fordert werden, daß die weitesten Kreise zur Kontrolle bei Erzeugung und Verteilung herangezogen werden. Hier will ja nun Groß-Berlin vorgehen, indem es den Kleinhandel organisiert. Es fehlt aber dabei noch die ergänzende Organisation der Verbraucher. Der Vorschlag vom vorigen Jahr, beide zu organisieren, wird also nur halb erfüllt. Mit diesem„zu spät und zu halb", an das man sich nachgerade gewöhnt hat, müßte aber endlich gebrochen werden. Denn das eine dürfen wir doch nicht ver- geffen, daß mit der Beendigung des Krieges noch lange keine Zu- stände Platz greisen werden, die eine Regelung und Ordnung unnötig machen werden. WcihnachtSgaben für Gefangene. Postpakete und Päckchen mit Weihnachtsgaben für unsere Kriegs- mid Zivilgesang enen im Auslände müssen so frühzeitig wie irgend möglich aufgeliefert werden, wenn sie bis zum WeihuachtSfeste die Empfanger erreichen sollen. Bei Sendungen, die erst in den letzten 14 Tagen vor dem Fest zur Post gegeben werden, würde auf pünktliche Ankunft nicht mehr zu rechnen sein. Von den Postanstalten werden daher, um nicht bei dem empfindlichen Mangel an Fachbeamten und Beförderungsmitteln die rechtzeitige Abwicklung des innerdeutschen Weibnachtspaketverkehrs zu gefährden, in der Zeit vom 10. bis 2S. Dezember Pakete und Päckchen für Kriegs- und Zivilgefangene im Auslande überhaupt nicht zur Befördeming angenommen werden. Ebenso wird die deutsche Post in der Zeit des stärksten Weihnachls- Verkehrs auch aus den feindlichen Ländern und aus den nicht- feindlichen VermittelungSländern(Schweiz, Holland, Schweden) keine Pakete und Päckchen für die im Lande befindlichen feindlichen Ge- fangenen zur Beförderung übernehmen. Neiterungcn im Fernsprechverzeichms. Von dein Verzeichnis der Teilnehmer an den Fernsprechnetzen in Berlin und Umgegend hat die Kaiserliche Ober-Postdirektion eine neue Ausgabe nach dem Stande vom Oktober 1316 hergestellt, die voraussichtlich Mitte des Monats berteilt wird. Auf 1260 Seiten verzeichnet das neue Verzeichnis gegen 130 000 Anschlüsse. Für die bargeldlose Begleich u-n g der Fernsprechgebüh- ren treten Bemerkungen auf einem roten Zettel ein, der dem Buche vorgeheftet wird. Die Begleichung, heißt es dort, durch Scheck oder Ueberlveisung ist als besonders zweckmäßig zu empfehlen. Sie kann durch Post-, Reichsbank-. Privatbankschecke oder Platzanweisungen bewirkt werden. Ist ein Fernsprechteilnehmer zugleich Inhaber einer Postsckeckrcchnung, so bedarf es nicht einmal der Ausfertigung eines Schcckes. lieber die Einzelheiten des Verfahrens erteilt jedes Post- amt oder Fernsprechamt aus Wunsch nähere Auskunft. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß ein neues Verfahren bei dem n ruf für bestimmte Fälle eingeführt worden ist. Zur Ver- meidung von Irrtümern bei der Anmeldung und Ausführung von Verbindungen im Orts-, Nachbarorts- und Borortsverkehr hat es sich als notwendig ergeben, daß der rufende Teilnehmer auch dann den Ilamcn des verlangten Amtes nennt, wenn die Verbin- dung mit einem-Teilnehmer desselben Amtes gewünscht wirck. Die Vermittelungsbcamten sind angewiesen, den Namen des verlangten Amtes allgemein, und zwar auch dann zu wiederholen, wenn die Verbindung innerhalb d".s eigenen Amtes bleibt. Fleischermcister und städtische Wurstfabrikation. Auf einer Kriegstagung des geschäftsführenden Ausschusses de-s Deutschen Flciicherverbandes wurde in Leipzig gegen die städtische Wurstprodukrion Stellung genommen, durch die die Fleilchermeisrer j Vielfach ausgeschaltet würden. Der Deutsche Handwerks» und s Gewerbekammertag will dieserhalb bei dem Reichsamt des Innern 'und bei dem Kriegsernährungsamt vorstellig werden. Eine Rund- frage des Fleischerverbandes hat ergeben, daß u. a. in Düsseldorf, Saarlouis, Halberstadl, Ohligs, im' Kreise Mörs, Rolhenburg a. O.. Tilsit usw. die Wurstfabiikalion bereits durch die Stadtverwaltung ausgeübt wird. In einer Reihe anderer Städte ist die Wurst- fabrikalion in einzelnen Fleijchereibelneben zentralisiert, so m Magdeburg. Barmen, Münster i. W., Nürnberg, Königstcin a. E., Colditz, Nagnit, Müllrose und Ingolstadt. Tie starke Zufuhr von Schlachthühucrn nach Berlin gibt zu großen Bedenken Anlaß. Die Zuiuhr begann in erheblichem Umfange, als die Legezeit vorbei war. Für sehr hohe Preise findcn die Hühner reißenden Absatz, weil sie ebenio wie die Gänie nicht unter den Zwang der Reichsflcischkarte fallen. Es besteht also eine ähnliche Gefahr, wie sie im ersten 5lrieg§jahre ans dem Massen- haften Abschlachten der Schweine entstanden ist. Wir werden vor- aussichtlich im Frühjahr wenig Hühner und dann natürlich auch lehr wenig Eier zur Verfügung haben, was die Elerpreise zu noch märchenhafterer Höhe treiben müßte. Hier kann nur das Ein- beziehen der Hühner in die Rcichsfleischkarle helfen, lvenn nicht schon wieder der richtige Zeitpunkt verpaßt ist. Tic hohen Preise für Tomaten. Eindringlich wurde bei Frübjahrsbeginn gepredigt: Pflanzet Tomaten! Sie haben zwar nur einen sehr geringen Nährwert, sind in der Hauptsache ein Genußmittel und waren vor dcm Kriege wenig auf Märkten oder in Ladengeschäften zu sehen, aber man konnte sich mit ihnen zur Geschinacksvcrbesisrung bescheiden helfen. Was auf Balkonen und vor Fenstern an Tomaten gezogen wurde, konnte noch nicht für den Eigenbedarf genügen und reifte meiste nicht aus. Auch in den Berliner Laubenkolonien hat man in diesem Jahre eine wenig günstige Tomatenernte erzielt. Die Früchte sind vorwiegend grün geblieben. Dagegen war die Ernte auf dem platten Land in ganz Deutschland immerhin noch so günstig» daß die jetzigen hohen Preise nicht gerechtfertigt erscheinen. Vor sechs Wochen kostete ein Pfund- Tomaten, was verhälliiismäßig nicht zu teuer war, 60— 45 Pfennig. Dann aber schnellten die Preise so in die Höhe, daß augenblicklich das Pfund 1,35— 1,50 M. kostet. Das sind diese Früchte in keinem Falle wert. Anscheinend hat auch hier wieder die kunstliche PieiStreiberc» eingesetzt._ Ncuanmcldung für Butter! Von Mittwoch, den 15. d. M.. bis zum darauffolgenden Sonntag hat jedermann in Groß-Berlin sich neu zur Kündenliste für Butler- und Margarinebezug anzumelden. Keine Nachanmeldung, also Frist nicht versäumen! KZeinhandelspreise für frifchc Seefische bester Dualität für Dienstag, den 14. November 1916. Schellfische, klein(bis 3/4 Pfund) 2,10 M.. mittel(von 3/4 ltis 1 Pfund) 2,40 M., großmittel(von 1 bis Isig Pfund) 2,50 M., große(von Isiz Pfund und mehr) 2,70 M.: Kabeljau, klein(bis isig Pfund) 2,10 M., mittel(von bis 4 Pfund) 2,30 M.. große (von 4 Pfund und mehr) 2,40 M., ohne Kops(im Ausschnitt) 3,25 Al.; Schollen, kleine(bis zu siz Pfund) 1,25 M.(Zufuhr ungenügend.) Die Berliner Einhcitswurst. Tie städtische Wurst loar Moitiag noch nicht zu haben und ist voraussichtlich erst Mittwoch Oder Donnerstag zu bekommen. Die Käufer erhalten aus die Fletsch- karten die doppelte Menge des Nennbetrages der Teilabschnitte. Die Preise sind: frische Blutwurst mit Semmelzusatz 1.20 M., anHere Blutwurst 1,60 M., frische Leberwurst mit Senunelzusatz 1,20' M., ohne Semmelzusatz 1,60 M. das Pfund. Tie Kohleuversorgung stockt. AuS Kohlenhändlerkreisen wird uns geschrieben: Es nfmuit sich wunderlich ans, wenn man in allen Tagesbläitern die- Auf- forderung lieft, sich zeitig mit Winlervorrat in Kohlen zu versehen. Kein Kohlenhändler, selbst große Firmen, ist in der Lage, die Kund- schaft mit laufender Ware, geschweige niit Winieivorrat zu bedlenen. Mindestens die Hälite der Berliner Kohlenhändler ist wochctilang ohne Ware; ich selbst, der ich pünkllich zahle, bin seit vier Wochen ohne Kohlen. Sollten die Lieferungen in dieser Weise weiqcr vor sich gehen, so ist an einen geregelten Kohlenhandel gar ntchr zu denken, und wir würden zu den andern Entbehrungen etno der größten Uebel, die kalte Wohnung, hinzubekommen. Dicts zur Kenntnis._ Mindcftruhezcit und Mittagspause. Der Polizeipräsident von Berlin bringt erneut zur öffentlichen Kenntnis, daß gemäß der Bekanntmachung vom 11. Dezemlfcr 1915 für den Rest des Jahres 1916 im Ortspolizeibezirk Berlin die Bestimimirigen der GewerGeorduung über die den Gehilserr, Lehr- kingeu und Arbeitern in offenen Verkaufsstellen und den dazu ge- hörenden Schreibstuben(Kontoren) und Lagerräumen z n g.>e w ä b- renden Mindestruhezeit und Mitlagspausvfür fol- gende Tage des JahreS 1916 außer Anwendung gesetzt sind: 1.'Bei den Blumeuhandlungen für den 21., 23. bis 25. November, 23. und 30. Dezember 1316. 2. Bei den Spielwarenhandlungen für den 5. bis 9., 1l. bis 16., 18. bis 23. Dezember 1916. 3. Bei den Buch Handlungen für den 13. biß 16., 18. bis 23. Dezember 1316. 4. Bei allen übrigen offenen Verkaufsstellen für den 18. bis 23. Dezember 1916. Abgesehen von dem für alle Sonnabende bestehenden Neun- Uhr-Ladenschluß dürfen außerdem im Orispolizeibczirk Berlin im Jahre 1916 alle offenen Verkaufs st eilen vom 19. bis 22. Dezember 1916 für den geschäftlichen Werkehr bis 9 Uhr abends geöffnet sein._ Zu dem Eisenbahnunglück bei Rahnsdorf wird mitgeteilt, daß die Angehörigen der gelöteten Mkidchcn heute aus Schlesien in Berlin eingetroffen sind. Im Lai:iochen vorgesehen, nämlich SV Pf. für das Pfund. — Tas Landgericht führte nun in seiner Urteilsbegründung aus: Wenn es auch Lr.Hwhrscheinlich wäre, da st die eine Frau Lende und die andere Roftbeaf erhalten habe, so tvolle doch das Land- gericht gemäß einet Behauptung der Angeklagten davon ausgehen, daß es Lende und Ropbeas gewesen sei, wofür an sich die abge- forderten 3 M. ruid 2J0 M. die Höchstpreise waren. Trotzdem lieg« eine Ueberschreitung dl.r Höchstpreise vor, weil die beigelegten Knochen mit demselben Preise hätten befahlt iverden müssen, wie das Fleisch, obwohl der Höchstpreis für Knochen auf nur öO Pf. für das Pfund festgesetzt war. Zweifellos dürsten besseren Sorten, wie Lende nnd schieres Fleisch, keine Knochen beigelegt werden, um das Gewicht herauszuholen, nnd dost bei Nostbeaf eine Knochenbeilag« unstatthaft wäre, sei selbstverständlich. Nach Lage der Sache sei anzunehmen, daß die Angeklagte den Mist- brauch der Beilegung loser Knochen nicht nur geduldet, sondern auch mitgemacht habe. Sie hafte strafrechtlich. Tas Kammergericht verwarf die Revision der Angc- klagten, weil das Landgericht zutreffend die Bezahlung der bei- gelegten losen Knochen mit dem für das Fleisch festgesetzten Höchst- preise als Ileberschreitung der Fleischhächstpreise als Ueberschreitung der Fleischhächstpreise angesehen habe. SV. Ein Gesindestreit. Das Gesetz vom 24. April 1854, be- treffend die Dienstvergehen des Gesindes und der ländlichen Ar- bester, sollte das Dienstmädchen Grundmann durch mehrmaliges unbefugtes Verlassen des Dienstes, einmal nach polizeilicher Rück- sührung, übertreten haben. Die Strafkammer in G l e i w i tz als Berufungsinstanz verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe. Tas Gericht führte u. a. aus: Die Angeklagte wende ein, daß sie schwerere Arbeiten, als zu welchen sie gemietet war, habe machen müssen. Das wäre aber, selbst weim es tatsächlich zuträfe, nach der Gesindeordnung noch kein Grund, die Dienststelle Vertrags- ividrig. d. h. bor Ablauf der vertragsmätzigen Zeit, zu verlassen. Die Angeklagte hätte höchstens kündigen oder die schwereren Ar- beiten verweigern dürfen. Tic Angeklagte legte Revision ein und machte geltend, sie sei nicht in der Lage gewesen, die schwereren Arbeiten zu verrichten und sie habe sie deshalb auch verweigert. Trotzdem habe sie sie machen müssen. Darum sei sie zum Verlassen des Dienstes be- rechtigt gewesen. DaS K a m m e r g e r i ch t hob die Vorentscheidung auf Und verwies die Sache mit folgender Bedründung an das Landgericht zurück: Das Urteil des Langerichts könne schon aus folgendem Grunde nicht aufrechterhalten werden. Der Borderrichtcr habe unter Zugrundelegung eines dreimaligen Verlassens de? Dienstes eine fortgesetzte Handlung angenommen. Nach Z 1 des Gesetzes vom 24. April 1854 sei nun für die Bestrafung ein Strafantrag erforderlich. Der Arbeitgeber habe hier aber nur für ein zwei- maliges Entlaufen Strafantrag gestellt. In dem letzten Falle sei ein Strafantrag nicht gestellt, sondern nur eine erneute poli- zeiliche Zurücknihrung beantragt worden. Dieser Fall hätte somit vom Landgericht gar nicht berücksichtigt werden dürfen. Daraus ergebe sich schon die Aufhebung und die Zurückverwcisung der «achc an das Landgericht. Schilderung des Besuches einer Fleischkonirollkommission bei seiner Mutter.„Na warten'S nur, Frau," sagte er zu seiner blassen Nachbarin,„sie werd'n scho zu Jhner aa kommen nachschauen, ob & die Verordnung halten." Die biane Frau lachte. Der lustige Bub rief uns kriegerisch zu:„Zu Jhna werd'n s'aa kommen, zu alle werd'n st kommen und Sie müssen Straf zahlen." Wir lachten hell auf bei der Borstellung von einer frettägigen Fleischlommisfion, wir hatten alle ein sehr, sehr gutes Gewissen.„Da is gar nix zum Lacken," sagte eine dicke Frau bedächtig und kratzte sich mit der Stricknadel, die gerade frei geworden, im Haar.„J Hab' g'hört, von jetzt ab kommen st aa die Fleischtag nachschaun, ob a jedes sei Fleisch hat, viermal die Woch'n. Und wer kein's hat, der wird g'strast." Bedrückt und kleinlaut schlichen wir nach Hause. Das kann freilich bös werden! Verurteilter Preistreiber. Der Kaufmann Hermann Penndors wurde am Sonnabend von der Straskammer des Landgerichts Neu-Ruppin wegen Ueberschreitung der Höchstpreise im Kleinhandel mit Web-, Wirk- und Strickwaren im Durchschnitt um 250 P r o z. zu 5000 M. Geldstrafe verurteilt. Der Staut? anwalt hatte 20000 M. beantragt. Eineegangeae Druckschriften« Boll, mein Nvlk! Gedichte der Kriegszeit von Ä. Petzold. 1.50 M., geb. SM.— Berse aus de» Zlrgomte«. Von M. Barchel. 1 M., geb. t.SO M.— Kamerad, als wir marschiert. KriegSgedtchte von K. Bröger. 1 M, geb. ILO M.— Herz, anfglübe dein Blut! Gc. dichte im Kriege. Von H. Lersch. 2 M., geb. 2,50 M. E. Diederichs, Jena. Nuü-Kaninchenzucht. 32 S., 40 Ps.— A. Hoffmann, Hamburg 33. Tie englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutsche« Reiches. Von Pros. Dr. H. Levy. 1 M.— K. CurlwS, Berlin W 35. Ms aller Welt. Ei« gutes Gewiffen. Der Wiener„Arb.-Ztg." wird geschrieben: Wir standen angestellt in lauger, langer Reihe. Das Wetter war schön und die Stimmung bei uns vorn, denen holde Aussichten auf Kaffee und Zucker zu- lächelten, ganz vergnügt. Ein junger Bursche von dreizehn bis vier- zehn Jabrcn, ein Spaßvogel, erregte lebhafte Heiterkeit mit einer Srkefkaften der Redaktion. Sie larlftlfcOs kvrichstund« siab-t für Bdonuenttu Statengr. 3, IT, Hol ceLIs, parterre, am Montag bis Freitag von t bis 7 Nor, am Sonnabend von 5 bis s Uhr statt. Jever für den Brteskasten bestimmten«nsrage ist ein lSuchstabe und eine Zahl als MerizelSen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Antragen, denen keine llbonnementSauitiung beigrsSgt ist, fverdeu nicht dcantwortet. Eilige Fragen trag« man in der Sprechstunde vor. vrrtrtge, SchrtftstüS« rat dergleichen bringe mar t» die Sprech«»»»« mit Jl. G. B8. Krampfadern tmfi Bruchlesben; landsturmdffschtig— Karl 9. Erkundig«» Sie sich beim Gemeindearbeitervrrband, Engelufer 15.— Heimarbeiterin IS«. Der Arbeitgeber ist zur Zablung seit 1. Februar dieses Jahres verpflichtet; Sie müssen die Lohnzuschläge Vau ifim fordern. — flf.®. Die Unterhaltspflicht geht allerdings dem Unterhalts- hedürfnis vor. Da das Kind vor Ihrem Dienstantritt wie auch nachdem Unterhaltsgelder auS Annenmitteln erhält, so trat mit Ihrem Dünfteintrtst kein Unterhaltsbedürfnis hervor.— — G. E. 100. Sie könnten gegen die Beireffende Anzeige wegen Haus- friedensbruch erstatten.— 1868. K. 1. Wenn nicht ein grobes Verschulden vorliegt, hat der Beamte Anspruch. 2. Denn Betriebsunsall vorliegt, so er- bält der Betreffende eine Rente entsprechend seinem jährlichen Dienftein- kommen. Für völlige Erwerbsunsähigkelt werden SS'/, Prozent als Pension vom jährlichen Diensteinkomme« gezahlt. 3. Ja.— O. S. 17. Der Sohn tritt nicht an die Stelle seiner Mutter als Schadenersatzvflichtiger.— ■VI. 9. 1. Die Ziffern bedeuten: Lungenleiden, Asthma und Krankhelten der UnterleibSorgane. Sie find als dauernd garnilon- und arbeits- vcrwendungssähig erachtet, sind aber aus dem Militärvcrhälwisse noch nicht ausgeschieden, könne» also nochmals getauften werden. YirhaiHlöerBrinerei-fl.flälileB-1 aFiiEitepiLfera.BeruIsgenosseDj Xuhlstelle Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, datz unser Kollege, der Nescrvesahrer August Reiher (Brauerei Potzenhofer NO) am 11. Noveuiber gestorben ist. Die Beerdigung findet beute Dienstag, den 14. November, nach- mittags 3'/, Uhr. aus dein Elias-Kirchhos in Nordend statt. Um zahlreiche Beteiligung wird ersucht. 43/3 Die Ortsvcrwaltung. Wehmütige Erinnerung. Allzu srüb und fern von seinen Lieben starb am 14. November 1315 an seiner schweren Ver- wundung im Kricgslazarett mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser galer Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager and Onkel, der Unteroffizier kritr Liermann 1. Landwchr-Jnsantcrie-Reg. 1. Die trauernde Witwe uud Kinder. Eharlottenburg, Schloßstr. 35. Zum fernen Grab Ichweist tränen- schwer der Blick, Nichrs bringt Dich Braven, Guten uns zurück. 150A Ruhe in Frieden! Wieder hat der Weltkrieg einen eifrigen Jugendgenosscn aus un- serer Mille gerissen. Schwer ver- loundet durch Kopsschuft starb in einem Feldlazarett unser Kollege Fritz Richert im Alter von 19 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 287/13 ÄiMerjypil Ssliönefeerg. Wetteraussichten für das mittlere Rorddeutschland vis Dienstag mittag. Weitere Abkühlung, vielfach heiter, aber sehr unbe- ständig, mit öfteren wiederholten meist geringen, nur im östlichen Küsten- gebiete etwas stärkeren Niederschlägen._ Störungen n. ErtezungSzustände, Schlaslosigkeit. ncrväse Herzbe- schwerden. Reichels„Raldra- meut"ireinerBflanzcnauSzug), ein ungemein berubigeuvcS, heilsam wlrkcudes Speziftium d. natürl. Mediz. f. d. Nerven. Fl. 2.56 M. Wo nicht erbältlich, wende man sich an Olto Sieichel, Berlin 3.3 Etsenbadnlir. 4. Wieder hat der Weltkrieg einen treuen Schwimmgcuoffen aus unserer Reihe gerissen. Am 27. Ol- tober fiel der Land'Nirmuiaim Roy im Alter von 45 Jahren. Ei» treues Andenken wird ihm stets bewahre» LL7/lö Der Schwimmverein Walroß. W Jlebte-Geinpa IM. Am 27. Oktober fiel aus dem Schlachtselde unser lieber Sanges. h rüder 53/13 Raul Roy. Wieder hat das Völkerringen einen der treuesten und besten unserer Sänger dahingerafft. Stets bereit für das Wohl deS Chores zu arbeiten, hat er sich in unserem Andenken ein bleibendes Denkmal gesetzt. Nor Vorstanel. 8. Vr-«pkfch.Siidd-ntsch< (234. KSnigl. Preuß.) Kluss-«Iott«rt- s. Älaffe S. ZichungStaz 18. November 1918 vormittag Auf iede gelogen« Ist i»«ratet find zwei gleich bebt blewli,«««cfaUtR, und nwnr jt einer auf die Los« gleichet Slummet«o dt» beide» Adtelluugeu I». II. Stur die Gewinne über 240 M. find w Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr«. Dt.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 121 221 330 480 617 770 993 1279 306(1000) 460 75 603 928 2S02 635 77 92 849 79 958 8108 200 487 88<600) 136 679 67 734 811 807 11 43 4016(600) 112 413 69 99 687 46 79 3 279 308 437 637 46 72 621 94 09, 8023 131 361 626 7012 36(500) 65 395 402 17 67 71 611 65 774 97(1000) 932 8174(1000) 388 406 7 649 66 766 911 66 ,(600) 91SS 219 412 673 792 IO013 65(3000) 94 279 380 401 64 644 74«079 167 308 92 488 501 607 61 716(3000, 12024 89 407(1000) 567 613 746 922 13346 609 726 800 69 1*339 46 648 811 68 945 18121 487 814«14(1000) 47 93 748 18100 43 97<600, 227 «7 367 614 636 901 17196 469 622 624(1000) 42 882 I80C7 60 649 34 765(600) 931 87 1 8011 03 97 335 614 90 670 908 32 61 2 0018(1090) 252 412 550 745 68 828(1000) 48 967 73 21028 107 27(600, 279 868(10001 2 2029 296 493 663 S8 93 666 ,1000) 774 809(600) 26 2 3485 512 653(1000, 810 957 24649 68 701 875 917 2S066 369 77 300 403 613 62 630 766 956 2SCS9 388 409 2 7000 340 423 635 49(500) 736 65 813 992 95 23133 341 64(3000) 492 606 7 24 022 36 2 8027 28 61 458 76 553(600) 636 706 30231 32 96 539 89 687 872 933#1146 296 359 460 662 782 948 95 3 2078 133 348 687 733 88(500, 3 8046 231 41 (500) 448(1000) 666 629 981 3 4027 167 94(1000) 373£66 1 59 78 742 64 3 5014 36 84 139( 3000) 220 408 77 685 694 779 38 043(1000) 203(600 t 12 32 33 387(3000) 492 809 972 37498 60) 19 33 60 967# 3121 403 609 693 798 864 913 98 38022 90 116 207 60(3000) 87 391 407 34 47 688(3000) 696 792 860 87 90 963(600) 49216 436 46 565 820 48 41070 127 252 323 33 40 472 73 53 830 93 49101 221 377 636 696 739 832 64 4 3056 (500) 105 16 88 441 620(3000, 706 29 979(600, 44126 363 504 (500, 828 36 81 912 4 5142 09 250 395 628 752 849 907 4 B031 50 3S8(1000, 460 039 66«61 870<600) 4 7 064 162 360 099 876 946 4 8128 393 407 87 864 84 977 4#010 122 27 73 62 (3000) 84 308 26 60 495 633 642 732 SOI 36 959 6O023 45 62 340 43 421(500) 85 657 98 770 847 81074 134 46 664 747 809 997 SS194 09 388 413 97 638(1000) 86 909£ 3122 370 97 400 523(3000) 61 737 84 873£4008 23 73 125 526 81 660 93 783(1000, 005 63 5 5 012 149 81 884 «11029(500, 123 92 283 98 300«OB 18 44(6000) 60 672 804 75 060 72 57017 181 287 347 028 738(600) 827(1000) 07 918 58036 115 66(1000) 259(1000) 328 494 604 64 636 5#060 122 293 452 696 80043(1000, 131 37 39(1000) 62(609) 87 272 94 377 630 70 661 760 063 321 25(3000, 61018(500, 134 39 469 829 836 86 (500, 6 2063 222 362 94 440 69(500) 661(3000) 630 766 606 86 (500) 947 49 6« S#160 79 234 310 448 95 660 695 798 824 904 «4170(600) 309 61 640 709 63 802(600) 71 94« 5138 263 96 310 67? 612 29 61 767 927 40##010 269 420 714 911 71 «17064 187 222 323(3000) 486 668 834 978«#121 25 79 98 355 462 74 655 048 723 09 91 94 5 8139 237(600) 436 847 768 808(1060, 81 939 7 0016(3000) 176 300 14 30(1000) 81 73(1000) 406 578 825 713(SUOI 898 922 71000 164 228 307 49« 96 647 723 882 72117 43 248 398 708 82 849( 500, 7 3666 616 7 4034 128 64 236 68 313 467 698 871(600, 958 7 8040 147 330 449 67(600) 834 665 762 7 5209 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695 77 22»036 106 91 605 81 891 865 2 2/ 253 05 342 78 410 602 08 97 2 28026 27 163 84(1000) 378 467 731 821 48(lOOO) 57 965 220083 132 310 11 480 634 600 733 230037(500) 43 66 III 3SI«34 749 SOO 42 918 20 2 81087 110 36 80 23 659- 711 818 87 877 882028 256 419 62 323 178 89 37« 78 417 637 43«6 632 700 28 B-richtig-ngt Ja der voem»U-g«4i«bu,i»»»» 11.«»«iibei ISIS iil die 3(t. 102 961 nur mit 240<01., dagegen Rr. 102 968 mit 1000 Dt. g-z-qen. 91 1 140 908 ist mit SOO 91. gt. logen.— Ja der ßlachmlttagspeduim d-«l,I5>» Tage, ist nicht di, Nr. 99971(1000) io»der» Nr. 09 90 2(1000)-eioze». Nr. 200 OS» ist mit 500«. g-zaz-a.>«««■»• 8. Prettßifch Süddentsche (234. Köntsl. Ur-uß.) Klass-nlotterie ki. Klaffe S. Fiehungstaz 13. November 10)6 Nachmittag SMul jedt trioflCRt Slummet sind zwet gleich Vöde 6>ew!iine gefallen, nnd»war je«tuet ans dt« Los« gletsiet Nummer tu den detde» Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern belgelögt. (Ohne Gewähr«. Et.-A. s. Z-) tNachdruck verboten) 255 3)2 626 32 46 703 819 1143 SU 72(1000) 83 401 81 621 44 66 946 80 2 007 108 33 862 608 97 697(1000) 743 (600) 63 3125 72 77 82 202 69 308 26 627 4048 319 424£6 57 4 609 785 841 9,2 40 69 5 073 173 448 612 31 43(1000) 765 »03« 261 330 82 99 682 668 66 64 750 74 641 7049 117 83 304 89 648 6£6 776 860 96 968 8228 87 471 636 628(10C0) 933 9 574 670 826 50(600) 66 936(600) 81 10033 46 192 364 07(1000) 464 066 721 11,96 203 8(600) 41 46( 600) 47 674 631 804(1000, 11 12095 495 525 626 48 018 9« 936 1 300, 94 155 66(1000) 200 896 640 846 931 14033 320 665 900 12 1 5243 383 463 648 613 810 16 1500) 90 98 10305 64 410(3000) 16 621 62 734 60 80 1 7(67 llOOO) 68 282 323(3000) 678 595 822 88 1 8065 95 294 389 891(500) 918 1 9006 267 367 440 67 623 746 84 93 820 60 981 2 0003 93 134 248 319 43 434 610 21 64 633 850 21281 304 82 48(500) 73 483(600) 53«(3000) 43 629 841 925 2 2037 61 134 352 84 95 447 50 631 53 749 829 913 48 2S32U 416 807 47 66 923(1000) 87(1000) 24,01 SO 211 807 64«24 690 S'S(10001 40 2 5103 28 2,2 9 365 687 743 2 8169 353 713 60 27028 71 Sil 65 73 704 968 89 2 8065 288 419 676 667 748 800 67 77 838 2BU6 466 622 600 42 776 945 81 #5270 99 838(1000) 91 773 94 092 906 HB 31120 233 (500) 60 386(500) 09 96 694 3 2053(600 1 425 067 704 8 92 932 83197(600) 369(600) 426 635 679 87 718 95 820 99 #4400 623 67 836 856# 6000 6 85 93 102 17 212 356(600) 403 42 537(3000) 83 623(600) 706 91 890 929 64 3 8 060 127 297 323«4(1000, 473 635 39 778 32(1000) 84 932 3 7 070 104 13 43 210 69 549 608 49 093 8 3 091 162(8000) 80 488(600) 628 733 38 897 30 917 8#013 273 303 34 416 673 77 772 79 691 97« 89 40040 96 193 201 61 387 442 50 59 015 900 70 41138 284 BTB 673 897 4 2020 279(600) 81 718 867 960 4 8019 26 448 6S1 663 721 881 935 44239 438 61« 25 723 49 847 77 4 5002 171 480 SS 805 28 901 4 8 049 31 353 440 672 649 55 4 2 252 867(609) 05 499(3000) 619 91 804 75 727 05 873 916 4 8,37 B4 353 409 75 643(3000) 727 33 997 4 8 071 169 273 500 605 6 17 806(10C0) 46 982 5 0063 244 308 18(3001 00 710 802 49 72 946£1027 JOS 398 561 649 710 96 843 902 13000, 73 5 2525 31 60(1000) 76 428 644(10001 743(600, 81 830 901£#027(3000) III 17 830 663(600) 978 5 4067 109 90 300(500) 613 13 906 5 6 114 18 62 344 463 70 671 784 844 606 5 5 002(600) 71 84 226 338 427 68 618 65 67101£8 315 548 68 67 077 6 0013 134 62 90 272 337 438 359(600) 738£9100 SU 31 655 633 743 4« 881 965 #0093 188 265 92 325 404 48£31 012(500) 45 72 708 889 •1019 184(600) 486(10 000)£23 42 02 664 049 62,02 95 804 686 633 745 64 837 58024(1000) 84 69 203 324 419 5C9 648 68 895 8 4184 287 479 637 700 953(1000) 6 5 330 413 44 638 702 997 6 6030 18000, 66 110 657 688(600, 719 876 84 962(1000) 72 83 5 7140(1000) 63 354 gl 484 563(1000) 98(500) 643(1000) 67 813« 8107 293 369 566 631 662 844 6 8026 41 116 2,6 301 862 950 83 70340 672£24 98 769 879 947 7!0öS 105 239«4 303(300«) 619 099 898 7 2205 27 523 54 962 74 78(6000) 7#194 225 625 627 959 73 7 4087(1000) 368 467 BS 95 596 622 65 770 «09 984 7 6 025 64 120 201|600) 3 8 43 334(1000) 411 14 652 «4 WO 83 807 74 71)351(3000) 435 508 704£32 64 911 28 77147 92(SOO) 233 357(3000) 669 86 817 70i05 701 924 7 9015 92 162(500) 99(3000) 278 409£55 811 927 97 80c 20 470 628 81,91 243 392 478 609(600) 33 901 80 #2054(1000) 168 229 373 878 709(500) 64(3000) 60 037 91 992 0 3088 99 109 708(600) 16 51 84230 63( 91 424 717 87 #5064 01 100 221(600, 612 47 677(1600) 7 0£18 61 933 8 5089 248 419(1000) 748 816(10C0) 16 36(600)£8£ 7033 ,09 J10 4 08 671 796 841 71«8068 116 207£0 696 8 0 073 876 342(6001 67 487 60 656 606 708(1000) 79 844 73(1000) ##026 98 266 400 693#1342 497 665 789 815 92(68 26J 479 9 3226 752 651 918 67 0 4013 116 327 444 667 767 «9# 5017 135(600) 64 440£04 630 775 84 892 950 96(07 ,20 32 216 410 087(1000)#7,59 403 98010 317(500 i 85 08 697 1,060) 610(1000) 951##000 106 256 378 500 28 61 679 621 90 900 100173 21« 405 49 52 101131 67(600) 240(1000) 42 88 (10001 641 62 89 669 722 699 1 02014 233(SOO) 53 340(600) 65 471 83 530 83 610 16 64 788 956 64 06(1006) 10* 093 408 725 96 1 04123 60 77 232 338 438 855 IOB051 120 253(3000) «99 031 36 92(1000, TO#000 138 53 88 366 61 312 17 29 487 609 66 706 924 36 1 0 7 262 324>500, 427 33 04 663£79 84 749 81 839 66(600) 108101 28 34 87 83(3000) 327 389 573 90 786 89 97 109031(1060) 118 269 99 40« 2« 49 71 78 657«S3 11#606 226 422 11000, 81 667 653 762 853 111,20 260 76 54b«76 86 754 SSä 112118«4 69 373 431 67 668 954 70 Als Opfer dieses Weltkrieges starb nach vierwöchigem Leiden am 9. November ISIS, srüb 4 Uhr, insolge Schenkel« und Becken- schusses mein über alles geliebter Mann, einzig guter Sohn. Schwiegersohn, Neffe und Schwa- ger, der Unteroffizier UM Willi Blaser Ers.-Jnf.-Regt. 61, 6. Komp., im 26. Lebensjahre. Im Namen aller Sinterdlicbenen Ucrtold Blaser, Alt-Boxhaxe» 50. Ein wahrer Held, der selbst in «einem Todesschmerz, nur Tros! und Hoffnung für die teuren seinen sandte, in seiner TodcS» stunde noch dm Arzt um scho- nende Nachricht an seinm alten Pater mahnte. Du goldncs Herz ruh' aus in Frieden, Dir war kein Eidenglück be schieden, nach 2ff. Jghim Kamps und Leiden war Dir Dein Seh, »m nach dm Deinen und nach der Heimat nicht vergönnt. >aB»i(«-eMI>»»iI»iI«I»UMM IUI IIIINIWJUUC Spezialarzt Dr. med. Wockenfnß. Friedrichstr. 125(Oranienfa. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehriioh-Hata-Kur(Dauor 12 Tag-e), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerztose Heilung ohne Beruks- 222/6* Störung. Teilzahlung. Sprecbstunden■ 10— 1 und 5— S 113148 60 242 304 ,1 402 627 701 f600) 22 63 71(5001 114007 32 IIS 31 62 2(3 70 658 650 850 76 68 936 11S232 433 02 (600) 824(500) 922 116007 110 232 36 446 117200 66 96 476 683 740 64 118366 86«94 658 60 764(lOOO) 820 833 68 76 119145 64(1000) 376 401 69 611 949 120006(1000, 314 33 668 635 799 1 21026 354 67 609 22 685(600) 821 12 2 043 240 304 68 708 33 24 99411000) 12 8 042 191(500, 212 538£07 826 124292 648 763 868 1 2 5 067 307 93 432 71(SOO) 663 612 1 20113 381(lOOO) 606 739 40 932 12 7 302 23 40 621 32 73(SO 000) 654 933 68 128285 331 622 1 2 8056 176 77 731 180133 610 706 131012 154(10001 231 302 74 020 836 59 132063 59(600) 140 1500) 93 490 557 835 90 1 3S049 112 3( 9 23 78 410 24 85 600 360 1 84U51 171 237 606 800 ISS!' 2 41 231 352 81 69 432 618(3000) 643 92 878 1 3503« 261 467 (1000) 80 604 67 836 978 1 37120 2,9 34 44 54 357-75 73 655 310 1 3 8 219 412(SOO) 619(1000) 666(600) 802 983 138105 92(600, 310 32 466 631 693 140102 6 25 41(600, 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Verantwortlicher Redakteur:. Hermann Müller, Tempelhos. Für den Inseratenteil verantw-:. Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsausialt.Paul Singer& Co., Berlin SW.U.