Ar. 318. 33. Jahrg. Ndoiinementt-Veckwgllngtiii kdonnsmentS- Pretsl)albcr noch streng aus Rationen gesetzt ist, was wenigstens das Fleisch an- betrifft, so ist doch auf alle Fälle der Vorrat sehr wenig geringer wie vor dem Kriege und wird auch immer b e s s e r." Dieser Bericht unterscheidet sich nicht unwesentlich von den Berichten der englischen Blätter über angebliche Hungers- not, Aufruhr und Empörungen in Deutschland. Man darf daraus schließen, daß die englische Regierung, wenn auch dieser eine Bericht abgefangen wurde, doch über die wahren Zustände in Deutschland wohl unterrichtet sein wird. Lauten die an- deren Berichte ähnlich, so könnte also die englische Regierung daraus den Schluß ziehen, daß sie das Ziel ihrer Aushungc- rungsoperationen trotz zweijähriger rücksichtsloser Arbeit bis heute noch nicht erreicht hat. Trotzdem bleibt ihre Parole: der Krieg dauert fort.__ Seekrieg. Lersenkte Schiffe. Als versenkt werden gemeldet aus Havre «nterrn 16. November der norwegische Dampfer, U l l V a n g von Lloyds der griechische Dampfer.Barbora"(238t Tonnen), der norwegische Dampfer»Lekken", die Goelette»St. Nicolas", deren Besatzung in Fecamp landete, der englische Dampfer.Skerries"<4287 Tonnen), außerdem mutmaßlich noch der englische Dampfer» P o l d h u"<2793 Tonnen) von Lloyd der norwegische Dampfer.Torridal" <638 Br.-R.-T.) Kopenhagen, 16. November.st der Desorganisation jetzt in die Gewcrk- schasten hineinzutragen? Die Zeil erscheint manchem günstig dafür. Daß die Gewerkschaften bisher den Parreistreil aus ihren Reihen ierngehalten haben, gibt manchen Leuten geradezu Veranlassung, den Versuch zu machen, ihn von außen künstlich in die Gewerkschaften zu vcrpstanzen. Zwar haben jetzt schm einige Mitglieder in Ver- sammlungen ihre Unzufriedenheit über manche Maßnahmen der Verbandsleitung oder über die Schreibweise ihres Verbandsorgans geäußert. Das ist aber nichts Absonderliches, es geschah das zu allen Zeiten und es ist dos das gute Recht der Mitglieder. Aber der Syndikalismus soll jetzt seine Auferstehung feiern. Ganz im alten Gewände. Die Gewerkschaftsmitglieder sollen wieder einmal mit neuem demokraiischen Geiste durchtränkt und es soll ihnen gezeigt werden, wie in die Gewerkschaften der Keim des Zerfalls und des Unterganges gelegt wird. Wahrscheinlich von den Sp.irlakussen aus Neukölln kommt diese neue Kunde in Gestalt einer auf bläulichem Papier gedruckten Flug- schrisl. Ihr Verfasser Samt. Pift-oh u.». Steffen sehr preiswert. Verantw. Rebalt.: Heim. Müller, Tempelhof. Inseratenteil verantw-Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Büchdr. u. Verlagsanst. Paul Singer ä: Co., Berlin SM. Hierzu 2 Beilagen und Untcrhattungsbl. Minier« Ulster Winler-ileb.rzieher Winter« Ioppen Wetter« Mäntel fkieHerren» Jünglinge e Knaben Große Auzkwohl!- billige prüfe! Hochfeine Anfertigung nach Maß! 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Es waren k o n s e r- v a t i v e Männer, deren Klugheit ihnen sagte, daß in ihrer Zeit ohne liberale Refornien alles auf dem Spiele stehe! Man denke an lws Gesehgebungswerk Steins und des Bismarck vom Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre! Herr von Bethmann Hollweg und sein Vertreter Herr Helfferich gelten für liberale Männer. Der letztere soll sogar eingeschriebenes Mitglied der Fortschrittlichen Volkspartei ge- Wesen sein, was auch Wohl richtig ist. da der Vorstand dieser Partei sonst ein Dementi nicht unterlassen haben würde. Der Reichskanzler ist davon durchdrungen, daß politischer Schutt und Moder in ansehnlichen Mengen in Deutschland zu finden ist, der weggefegt werden muß; er gibt zu, daß in unserem Vatcrlande die Sonne der Freiheit sich bis zum heutigen Tage starke Verdunkelungen hat gefallen lassen müssen: er weiß, daß das Wort„Jedem Tüchtigen freie Bahn" bisher bei uns keine Geltung gehabt hat. Kurz, er glaubt an die Notwendigkeit weitgehender Reformen, und Herr Helfferich ist sicher derselben Meinung. Es ist im Hinblick auf die Eingangsworte ganz folgerichtig, daß beide Männer nichts tun, um ihre liberalen Anschauungen in Gesetzen zum Ausdruck zu bringen, daß sie vielmehr Einrichtungen, die ihnen abänderungsbedürftig erscheinen, mit aller Kraft stützen und daß Herr Helfferich es durch die Art, wie er arge Mißbräuche auf dem Gebiete der Verhängung der Schutz- Haft— sagen wir im Interesse des Burgfriedens— tadelte, nicht nur fertig bekam, das Zentrum und die Nationalliberalen gegen sich aufzubringen, sondern sogar die Konservativen da- von abhielt ihn zu unterstützen! Der Kanzler und sein Stellvertreter begehren im Gegen- satz zu dem Prinzen aus Genieland Kredit: nach dem Knege wollen sie das Licht ihres Liberalismus leuchten lassen. Was ist die Folge ihrer Haltung? Sie haben durch ihre Vcr- heißungen die Feindschaft derjenigen sich zugezogen, die an der Aufrcchterhaltung der bestehenden Zustände interessiert sind, und durch ihre Passivität das Mißtrauen derer wach- gerufen, die der Ansicht sind, daß Deutschland diesen Krieg durch Leistungen im Dienste der Freiheit zu rechtfertigen hat. Ter Kanzler und sein Stellvertreter wissen, in welchem Um- fang das deutsche Volk täglich Opfer bringt. Sie sagen, daß sie es lieben. Aber sie haben keine Vorstellung davon, wie sehr sie seine schlvere Last erleichtern könnten, wenn sie sich anschickten, ihren Versprechungen Taten folgen zu lassen. Wollen sie warten, bis eZ zu spät ist? Sie mögen sich gesagt sein lassen, daß die Massen in dieser Zeit die Hoffnung auf eine bessere Zukunft brauchen, lvenn sie sich aufrecht halt«: sollen, und daß diese Hoffnung realere Garan- t i e n nötig hat, als die unbestimmten Versprechungen von Männern, die selbst nicht wissen, ob sie zur Erfüllung imstande sein werden. Soll das deutsche Volk wirklich genötigt wer- den, die Ersetzung seiner liberalen Staatsmänner durch ver- ständige konservative herbeizuführen, die den Mut haben, heute schon zu tun, was nicht auf morgen verschoben werden darf? Der Reichskanzler führt als Grund für die Aufschiebung des Rcformwcrkcs die Notwendigkeit an, innerpolitische Käinpfe während des Krieges zu vermeiden. Als ob die Ge- hässigkeit, mit der er aus dem Hinterhalt angegriffen wird, und zwar gerade um seiner freiheitlich abgetönten Ansichten und Worte willen, durch entsprechende Taten gesteigert wer- den konnte I Weiß er nicht, daß es von Millionen mls ein Segen für das Land begrüßt werden würde, lvenn der Kampf, der heute aus dem Dunkel von Konvcntikeln geführt lvird, in das Rcichstagsgcbäude verpflanzt würde, wenn er entbrennen würde um Ziele, deren Wegtorpedierung eine lärmende, zügel- lose Agitation unter einen: auf Täuschung berechneten Banner anstrebt, wenn die Gegner einer fiursändminjj Deutschlands genötigt würden, ihre Karten aufzudecken? Kämpfe um eine glückliche Zukunft des deutschen Volkes würden, auch wenn sie während des Krieges, uiw gerade wenn sie während des lkrieges stattfänden, eine unerschöpfliche Kraftquelle für Deutschland und diejenigen deutschen Staatsmänner bedeuten. die den Ehrgeiz hätten, in ihnen Führer der zum Lichte drängenden Massen zu seim Aber weshalb gegen das Argument polemisieren, daß das Reformwerk zur Vermeidung innerer Kämpfe bis zur Frie- benszeit beseitigt werden muß? Hat es nicht den Anschein, daß es gar nicht ernst gemeint ist, wenn wir sehen, daß Teutschlands Staatslenker auch solchen Reformen aus den: Wege gehen, die ohne Kämpfe zu erlangen sind? Einstimmig hat der Reichstag einen aus seiner Mitte hervorgegangenen Gesetzentwurf angenommen, der den bis- I>erigen Zustand völliger Rechtlosigkeit der S ch u tz h ä f t- l i n g e um ein weniges erträglicher machen würde. Im Auf- trage des Aeltestenausschusses des Reichstages hat Genosse Scheidemann die Verbündeten Regierungen dringend aufgc- fordert, dem Gesetzentwurf so rasch als möglich ihre Zustimmung zu geben, und im Auftrage der Kommission ferner, die den: Gesetzentwurf seine jetzige Gestalt gegeben hat, rief er den Verbündeten Regierungen zu, daß sie eine schwere Ver- antworwng auf sich laden würden, wenn sie auch nur eine Minute zögern wollten, das Gesetz zur Verabschiedung zu bringen. Seitdem sind zwei Wochen ins Land gegangen, in denen über die Stellung der Verbündeten Regierungen zu der vom Reichstag beschlossenen und von ihn: als äußerst drin- gend bezeichneten Reform noch nichts bekannt geworden ist. Am 5. Juni 1916 hat der Deutsche Reichstag mit der er- drückenden Mehrheit von 263 gegen 73 Stimmen die Auf- Hebung des Sprach cnparagraphen des Vereins- gesetzes beschlossen. Nur die Konservativen und ein Teil der Nationalliberalen stimmten gegen den Gesetzentwurf, aber nickt ctlva aus prinzipiellen Gründen. Denn beide Parteien Hapten in der. KvWnrjjion, die dem Reichstag die Abälrderung 1 des Vereinsgesetzes vorschlug, erklären lassen, daß sie in eine wohlwollende Prüfung des Anspruches der deutschen Staats- bürger nicht deutscher Muttersprache auf Besserstellung in vereinsrechtlicher Beziehung eintreten wollten, aber erst nach dem Kriege. Der Beschluß des Reichstages, den Sprachen- Paragraphen auszumerzen, hat keine Spur von Erregung im deutschen Volke hervorgerufen. Es wird ja wohl auch niemand so töricht sein, in der Rückkehr zu einem Rechtszustand, der bis 1968 bestanden hat, eine Gefährdung von Lebensinteressen des Deutschen Reiches zu erblicken. Seitdem sind beinahe vier Monate verstrichen. Die Ver- bündeten Regierungen haben noch nicht die Zeit ge- f u n d e n, zu dem vom Reichstag beschlossenen Gesetzentwurf Stellung zu nehmen. Sie hätten es in dem Zeitpunkt tun müssen, in dem der deutsche und der österreichische Kaiser ihren Entschluß, Polen wiederherzustellen, feierlich verkündet haben. Man erwartet, daß ein von Rußland abgezweigtes Polen einen Schutz der Zentralmächte gegen die russische Ge- fahr bedeuten wird. Soll diese Erwartung in Erfüllung gehen, so muß in den Köpfen und Herzen der Bürger des neuen polnischen Gemeinwesens eine Deutschland günstige Stimmung herrschen. Wie soll sie aufkommen, wenn die polnischen Staatsbürger innerhalb der Grenzpfähle des Deut- schen Reichs unter Ausnahmegesetzen zu leiden haben? Die Einwilligung in die Aufhebung des Sprachcnvaragraphen könnte den Grundstein einer deutsch-polnischen Freundschaft legen: sie würde überdies eine besonders wertvolle Unterstreichung des in dem Manifest der beiden Kaiser enthaltenen Versprechens bedeutet haben. Und daran hat man in Regie- rungskrcisen augenscheinlich nicht gedacht! Glücklicherweise kann das Versäumte nachgeholt werden, aber es muß schleu- nigst geschehen. Das Schutzhaftgesetz und das Gesetz über die Aufhebung des Sprachenparagraphen bedürfen sofortiger Ver- abschiedung. Und dann möge der Reichskanzler unge- säumt die Bahn betreten, auf der einen: Volke, dem die Not der Zeit Pflichten ohne Ende auferlegt, die Rechte winken, auf die es sich durch seine Leistungen einen unentzichbaren An- spruch erworben hat._ politische Uebersicht. Das Zivildienstgesetz im Reichstag. Der Reichstag tritt Ende November oder Anfang De- zember zusammen. Der Hauptausschuß wird voraussichtlich schon früher seine Beratungen wieder aufnehmen. Landtag und Polenmanifcst. Am Donnerstag abend und am Freitag vormittag sah man im Abgeordnetenhause einen seltenen Gast, den Grafen Westarp mit Herrn v. Heydebrand eifrig beraten. Und am Freitag nachmittag erblickte in dem Hause, wo man es so wenig eilig hat mit der Befreiung der Dissidcntenkindcr vom konfessionellen Zwangsunterricht, ein Antrag der Rechten und der— Nationalliberalen das Licht der Welt, der das HauS zu einer Erklärung veranlassen soll. Zu der Erklärung näm- lich. daß mit der Proklamierung des selbständigen Königreichs Polen unter Zustimmung und Verant- Wartung der Staatsregierung, ohne daß dem Landtage Gelegenheit zur Meinungsäußerung gegeben worden ist, ein Schritt getan ist, der w i ch t i g st e Lebens- interessen des preußischen Staates bc- rührt. Das Abgeordnetenhaus spricht danach die bestimmte Erwartung aus, daß bei der endgültigen Ausgestaltung der Verhältnisse des seine kulturellen und nationalen Bedürfnisse frei regelnden neuen Staatswesens dauernd wirksame militärische, wirtschaftliche und allgemein politische Sicherungen Deutschlands im Königreich Polen geschaffen werden. Das Haus der Abgeordneten behält sich seine Stellung- nähme zu etwaigen politischen Schritten, welche die Jntcr- essen der polnischsprechenden Preußen berühren, nach Maßgabe der weiteren Entwicklung der Verhältnisse völlig vor. ES erklärt aber schon heute keine Regelung der inncrpolitischen Verhältnisse in der deutschen Ostmark für möglich, die geeignet wäre, den deutschen Charakter der mit dem preußischen Staate unlösbar verbundenen und für das Dasein sowie die Machtstellung Preußens und Deutschlands unentbehrlichen östlichen Provinzen irgendwie zu gefährden. So eilig hatte man es mit diesen: Antrag, daß sogar die übliche Angäbe der Unterzeichner auf der Drucksache fehlt. Man weiß also zunächst noch nicht, ob auch diejenigen Nationalliberalen mittun, die sonst nicht geneigt sind, den Landtag als Sturmbock gegen den Kanzler, der die Neu- Orientierung in Aussicht stellte, zu gebrauchen. Darüber wird aber die Abstimmung Klarheit dringen. Die Stellungnahme der sozialdemokratischen Partei zu dem Polcnmanisest ist aus dem von uns veröffenttichten Artikel ScheidemannS bekannt: so wenig wir dieser Maßnahme un- bedingt zustimmen können, so wenig können wir als Sozial- dcmokratcn Bedenken dagegen habe::, daß Kongreßpolcn von der russischen Fremd- und Zwangsherrschaft befreit und zu staatlicher Selbständigkeit erhoben wird. Die Selbständigkeit begreift nach unserer Auffassung auch in sich, daß das Volk sich seine Verfassung und Gesetze selbst gebe. Da der Antrag Heydebrand- Friedbcrg- Zedlitz ganz ersichtlich die Fortführung der als hakatistisch bekannten Politik in Posen, Westprcußcn und Oberschlesicu fordert, die wir stets auf das schärfste bekämpft haben, so ergibt sich unsere Stellungnahme zu diesem Antrag von selbst. Wir erblicken in diesem Antrag aber auch nur wieder den Versuch, die Politik des Reiches zu durchkreuzen. Es ist sehr begreiflich, daß die Erwählten des Dreiklassenwahlrechts eine Äeichspolitik bekämpfen, dessen oft verkündetes inneres Programm gar nicht auszuführen wäre, solange dieses Wahlrecht und sein Ergebnis ihm im Wege ständen. Diese Tatsachen schreiben aber auch allen, die ein neues, ein anderes Preußen und Deutschland wollen, ihre Haltung vor. Es entspricht nur dem immer wieder durchbrechenden Grund- charakter der nationalliberalen Landtags fraktion, daß sie auch diesen konservativen Vorstoß niitmacht. Die Rechte hat die Polenfrage zur öffentlichen Diskussion gestellt. Wenn die Debatte einen Verlauf nehmen sollte, den uichl nur die u« Heydobrand utw Zedlitz zu bedauern, sonder» der auch dem Allgemeinintereffe schädlich sein würde— die V c r- antwortung tragen die Herren Antrag st eller ganz allein. Wenn eine solche Entwicklung etwa zur Verbreitung der Erkenntnis führen sollte, daß die Interessen Deutschlands in der Hut des Drciklassenhauscs nicht am i besten ruhen, so werden wir es nicht sein, die daS zu beklagen haben werden._ Abgeordnetenhaus. DaS preußische Abgeordnetenhaus erledigte am Freitag eine umfangreiche Tagesordnung in ungewöhnlich kurzer Zeit. Die verschiedenen während der Vertagung erlassenen Notverordnungen gingen an die zuständigen Kommissionen, der gemeinsame Antrag aller Parteien betr, die Erörterung von Lebensmittelfragen wurde der verstärkten Staatshaushalts kommission überwiesen, nachdem Genosse Braun in einer Bemerkung zur Geschäftsordnung die bekannte Eingabe de-:- Dcutschen Landwirtschaftsrats mit wenigen Worten treffend gegeißelt Und ein näheres Eingehen darauf für die weitere Beratung in Aussicht gestellt hatte. Gleichfalls einer Kommission überwies da? Haus den nattonallibcralen Antrag betr. Ergänzung des Einkommen steuergesetzes. Die Regierung äußerte sich hierzu materiell nicht, sie begnügte sich vielmehr mit der Erklärung. daß sie bereit sei, sich an den kommissarischen Verhandlungen zu beteiligen. Zu einem unerwarteten Zwischenfall kam es gelegentlich der Beratung des Antrags aller Parteien betr. Teuerungszulagen und Kriegsbeihilfen für Staatsbeamte, Staatsarbeiter und Volks � fchullehrcr. Obwohl die Parteien sich dahin verständig: hatten, von jeder Erörterung im Plenum abzusehen, fühlte sich Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.) gemüßigt, den Antrag in längerer Rede zu begründen. Angeblich war er dazu von Vertretern der Fraktionen beauftragt. Wie die Genossen Hirsch und Adolf H o f f m a n n feststellten, verstößt dieser Auftrag gegen den Beschlutz des Seniorcnkonvents, an dem auch Herr v. Zedlitz mitgewirkt hat. Interessant ist es, daß Herr v. Zedlitz und seine Freunde die Bc hauptung aufstellten, die Sozialdemokraten hätten zu der Vorbesprechung nicht hinzugezogen werden können. da keiner unserer Genossen zu finden war.- TatsächliM war zu der Zeit, wo die Besprechung stattfand, die Fraktion vollzählig auf ihrem Zimmer versammelt.— Sachlich wurde zu dem Antrag nicht weiter gesprochen, auch er wurde unter Zustimmung der Regierung der verstärkten Staatshaushalts kommission überwiesen. Nach Erledigung der Tagesordnung gab eS noch eine Ge- schäftsordnungSdebattc, in der die Abgg. Fricdberg(nl.). v. Campe(nl.) und Adolf H o f f m a n n die Versuche des Zentrums und der Konservativen auf Verschleppung der Beratung des Antrags betreffend Befreiung der Dissidcntenkindcr von: Religionsunterricht de kämpften. Entgegen den ursprünglichen Dispositionen ffndei nun doch am Montagnachmittag eine Plenarsitzung statt: auf der Tagesordnung steht nur die Beratung de. von den 5tonscrvativc::, Frcikonscrvativcn und Nationallibcralcn eingebrachten Antrags betreffend die Polcnpolitik. » Tcnerungszulagc» für Beamte. Die prcußi'che Regierung wird, wie ein westfälisches Blatt au? Berlin meldet, der Forderung der Parteien auf Gewährung von einmaligen Teuerungszulagen für Beamte Folge geben. Sie Handel: hierbei im Einverständnis mit der Reichsregterung und wird. voraussichtlich am 1. Dezember, die Zulagen in folgender Höhe aus- zahlen: Für unverheiratete Beamte..... 40 M. . verheiratete Beamte ohne Kind.. 60„ ,, m mit 1 Kind. 00, ,... 2 Kindern 120„ . L. 150, „,»» �» 180„ , ,5 und mehr 200, Diese Zuschläge erfordern für Preußen einen Aufwand von 50 Millionen Mark, für daS Reich erfordern die gleichen Zulagen einen Aufwand von 25 Millionen Mark. Des Kanzlers Antwort. Auf eine Kundgebung ans Ka r l e ruhe hat der Reichskanzler geantwortet: „Ich begrüße die Erklärung führender Männer aus Baden? Haupt- und Residenzstadt als ein erfreuliches Zeichen für die sn? siegreich durchsetzende Erkenntnis von dem obersten Gebot der Stunde, das von uns auch im Innern die Aufrechterhaltung einer geschlossenen Front gegenüber unserem Feiirde verlangt. Nur im Besitz eines solchen Rückhalts vermag die Führung des Reiches die volle Wucht des deutschen PoltSwillenS auf die Entscheidung des Krieges rrnfc die Beschleunigung eines siegreichen Frieden? in die Wagschale zu werfen. Es ist unser aller Pflicht, unseren Feinden die Augen zu öffnen und erkennen zu lassen, daß nur ein. eitler Wahn auf tiiit angebliche Erschütterung de? einigen und starken deutschen Siegeswillens Hoffnungen wecken kann." Tie Klagen der Landwirtschaft. Der Deutsche LandwirtschastSrat hat eine umfangreiche Eingabe an den Reichskanzler gerichtet, in der die Wünsche der Land- Wirtschaft und ihre Beschwerden zum Ausdruck gelangen. Die Landwirtschaft brauche bis zum kommenden Frühjahr mindestens 500 000 Tonnen Stickstoff, der beschafft werden müsse;„koste eS, ton:- es wolle". Geschehe dies nicht, so erscheine die Gefahr unabweis- lich, daß die Erträge der für die VolkSernührung unentbehrlichste» Nahrungsmittel, wie de? Getreides und der Hackfrüchte, sinke» würden. Die Eingabe beschwert sich dann über zu geringes Ver- ständnis für die Nöte der Landwirtschaft und beschuldigt sogar eine „gewisse"— nicht näher bezeichnete— Seite der schamloseste» Verdächtigung des Verhaltens der Landwirte in der Lebens- mittclversorgung. Der LandwirtschastSrat wird doch hoffentlich damit nicht die jenigen königlichen Landräte meinen, die in so scharfen Worte» gegen Kartoffelzurückhaltcr und andere Wucherer sich aufzutrete» gezwungen sahen! Weiter wird über ein Zuviel an Verordnungen geklagt und Einspruch gegen Eingriffe in die landwirtschaftlichen Betriebe und ihre Produktionsverhältnisse erhoben. Wenn jetzt der allgemeine Arbeitszwang kommen soll, so wird man doch wohl auch dem Staat das Recht zusprechen müssen, zur Sicherung der Volksernährung nötigenfalls durchzusetzen, daß aus dem Boden alles herausgeholt wird, was herauszuholen wog- sich ist, STm Ende beruft sich der Landwirtschaftsrat auf den Satz de! Hinecnburgbriess, dag mit staatlichem Zwang erfahrungsgemäß nur wenig erreicht werde. Aber wie bekannt, hat der Generalstabs chcf gleichzeitig auch seiner Meinung Ausdruck gegeben, daß die Viandwirte noch nicht überall von der Notwendigkeit der höchsten Produktion, besonders an Fett, durchdrungen seien. Und er hat eine Agitation der Führer der Landwirtschaft in diesem Sinne gc fordert. O eine so gehaltene Eingabe des Landwirtschaftsrats als eine solche Agitation wirken wird, ist leider stark zu bezweifeln. Ausdehnung der Masscnspeisuug. Die LebcnSmitlclkommission der Stadt Köln hat sofort eine praktische Folgerung aus der angekündigten„Mobilmachung des Heimatheeres" gezogen: sie hat SSO 000 M. für weitere Stadlküchen und Speiseanstalten bewilligt. Bisher find der Sladiküche 30 000 Personen angeschlossen. Die Speisen werden den Abonnenten in allen Stadtteilen zugefahren, können aber auch ohne Trinkzwang i» Gastwirtschaften eingenommen werden. Bisher schon hatten die Ein- richtungen einen Wert von 1 000 000 M., jetzt kommt eine weitere Million hinzu. Tic Rcichstagöersatzwahl in Köln. Man schreibt unS: Die Stellung des Zentrums zu der am 5. Januar statt- findenden Kölner Nachwahl ist noch immer nicht geklärt. Eine Gruppe um die„Kölnische Volkszeitung" treibt zum Wahlkampf, eine nicht minder einflußreiche Gruppe um den bekannten Zentrums- Politiker Julius Bachem will das Mandat burgfricdlich im Besitze der Sozialdemokratie lassen. Nach den Informationen des Herrn I. Bachem nahestehenden.Düsseldorfer Tageblatts" will man in den leitenden Kreisen der rheinischen und der Kölner Zentrumspartei von einer Zentrumskandidatur nichts w i s s e n. Die„Kölnische Zeitung" schärft gleichfalls dem Kölner Zentrum erneut ein, es müsse unbedingt feststehen, daß da Zentrum angesichts des Burgfriedens von der Ausstellung eines Kandidaten Abstand zu nehmen hätte. DaS nationalliberale Blatt versteigt fich sogar zu einer scharfen Drohung an die ZenlrumSpartei:.Hätte sie die Absicht, den Burgftieden zu brechen, um für sich ein Mandat zu gewinnen, so setzte sie fich der Gefahr aus, daß die übrigen Parteien zur Wahrung des Burgfriedens gegen das Zentrum auf den Plan träten." Unser Kölner Parteiblatt meint zu diesem Hin und Her zu versichtlich:.Wenn man vermittels geheimer Wahl vor aller Welt feststellen will, wie im dritten Kriegswinter die Stimmung einer Großstadtbcvölkerung beschaffen ist— nur zugestoßen. W i r werden die Leidtragenden nicht fein." In Bremen heißt das Burgfrieden! In Bremcn hat cm 16. November das„Konklave", das ans ftinf Senatoren und fünf Bürgerschaftsmitgliedern besteht, den Konservativen Gruner in den SemU gewählt. Die Linke, der 68 von 129 anwesenden Bürger- schaftsmitgliedcrn angehören, die also über die entschiedene Mehr- hcit verfügt, verließ zum Zeichen des Protests den Saal! Mgeorönetenhaus. 39. Sitzung. Freitag, den 17. November, nachmittags 3 Uhr. ?lm Ministertisch: v. Loebell, v. Sydow, Beseler. Debattelos wird die Genehmigung einer Reihe von Not- Verordnungen erteilt. Eine Denkschrift betr. Versuche zur Prüfung der Luft- durchlässigkeit und der Feuerbeständigkeit weicher Bedachungsarten wird an die Budgetkommission verwiesen. Es folgt die Beratung des Antrags v. Bockelberg sk.). der von Miigiiedern aller Parteien unterstützt ist und die Regie- rung ersucht, in der verstärkten Staatshaushaltskommission Auskunft zu geben, welche Maßnahmen sie auf dem Gebiete der Per- sorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln, fleisch, �ett nnd Zucker getroffen habe oder zu treffen gedenke. Präsident Graf Schwcrin-Löwin schlägt vor, den Antrag ohne Debatte an die Kommission zu verweisen. Abg. Braun(Soz.): Um der zweckmäßigen und schnellen Be- Handlung der dem Autrage zugrunde liegenden lebenswichtigen und brennenden Frage zu dienen, bat meine Fraktion wie in früheren Fällen aus diesmal, der zlvischcn den Parteiführern getroffenen Vereinbarungen zugestimmt, den Antrag ohne Debatte an die Kommission zu verweisen.— Ich kann Ihnen aber nicht verhehlen, daß die gerade heute erfolgte Veröffentlichung der Eingabe des Deutsche» LandwirtschaftsratS an den Reichskanzler vom 13. d. M. eS uns sehr schwer macht, diese Zusage zu halten. Tenir in dieser Eingabe wird gegen die Ar- beiterbevölkerung und die Zeitungen, die— übrigens wie selbst preußische Laudräte und andere behördliche Stellen-— den LebcnS- mittelwucher gewisser Landwirte zu scharf gegeißelt haben, der Vor- wurf erhoben,......(Unrube rechts). Präsident Graf Schwerin-Löwitz: Das-ist nicht mehr zur Ge- schäftsorduung. Mg. Braun: Ich will rmr ganz kurz motivieren, weshalb uns das Einhalten unserer Zusage erschwert wird. Es wird also da der unerhörte Borwurf erhoben, sie hätten dadurch in schäm- losester Weiseme voriges Mal uns dazu»er- anlaßt fühlen Iverden, die Dissidenten frage beim Knltusetat nicht zu besprechen sondern dies in aller Breite zu tun gezwungen sein werden, wurde von konservativer Seite der Vorschlag gemacht, die Sache so zu behandeln, daß sie vom Ausschuß vor Beginn der Be- ratnng des KultusetaiS erledigt sei. Diese Verschleppung wurde damit begründet, daß einige neue Mitglieder in die Unterrichts- kommission eingetreten sind, die von ihrer Fraktion noch nicht orientiert seien.' Mit Hilfe dieser neuen Mitglieder kann man die Vertagung schließlich auch bis nach dem Kriege hinausziehen, denn es werden sich immer ein paar„Nichtorientierte" finden. �Heiter- keit.) Wir sehen nur eine Verschleppung in dieser Absicht. Solange ich dem Hause angehöre, wurde dieser Antrag schon drei- bis vier- mal verhandelt, nnd jedesmal hat das Zentrum im letzten Augen- blick verstanden, ihn nicht an das Plenum gelangen zu lassen. (Lebhaftes Hört! hört! links.). Abg. D. Traub(Vp.) schließt sich der Verwahrung Dr. Fried- bergs gleichfalls an und bedauert lebhaft, daß gerade bei dem Dissidentenantrag ein derartiges Verfahren eingeschlagen wird. Gerade loährend des Burgfriedens wäre die beste Zeit gewesen. ohne Leidenschaft und in Ruhe diese Dinge zu überlegen und � endlich zu einem guten Ende zu führen.(Beifall links.) Abg. v. Campe(natl.): Ich bin seinerzeit auf Wunsch anderer Parteien mit Herrn Hoffmann in Verbindung getreten, damit die Dissidcntenftage nicht beim Kultusetat besprochen werde. Das war schwer durckzusetzen, und nur. indem ich unfern Einfluß für die Erledigung des Antrags im Ausschuß aufzubieten versprach, �ch schließe mich also aus persönlichen wie aus stärksten sachlichen Gründen der Verwahrung Dr. FriedbergS an.(Beifall links.) Präsident Gras Schwerin dankt Dr. Fricdberg für die Mahnung zu eifriger Kommissionsarbcit, die sehr nötig sei. Abg. Ad. Hofftnann(Soz.): Glauben Sic nicht etwa, daß Sie es so machen können, kurz vor dem Kultusetat die Dissidentensache anzuschneiden, um sie dann w i e d e r zu verschleppen. Das Zentrum war dabei noch am ehrlichsten, indem es die Vertagung bis nach dem Kriege verlangte. Uns aber können Sie es in Zu- kliiift nicht verübeln, wenn wir an das Wort denken:„Wer einmal lügt dem glaubt man nickt!"(Heitere Zustimmung links.) Abg. Dr. Hetz(Z.); Verschleppen liegt uns fern, aber der An- trag kann den Burgsrieden störe n.(Lacken links.) Wir wollen warten, bis wir Kops und Herz freier haben; es gibt jetzt doch Tinge, die für jeden Deutschen ungleich wichtiger sind als dieser Antrag.(Unruhe links.) Abg. Dr. Fricdberg(natl.): Kann es etwas Wichtigeres geben, als unsere Mitbürger von Gcwissensqualen zu befreien I Abg. Ad. Hoffmann(Soz.): Keine Verschleppung, Herr Dr. Heß? Das glaubt Ihnen ja kein Mensch! Und Sie reden vom Burg- frieden? Eine I n d e n st a t i st i k war miMhm wohl nicht vereinbar?!(Stürmische Zustimmung links.) Sie schieben den �Burgfrieden vor, wenn es Ihnen paßt, staU die Sache in anständiger Weise zu erledigen und wie es einem Kulturstaat gc- bührt, der ja Preußen auch sein will. Jahrelang haben Sie die Angelegenbeit verschleppt und dadurch Beunruhigung geschaffen; Sie vergrößern jetzt diese Beunruhigung, und auch an der Front, wo die Dissidenten genau so gut ihr Blut hergeben müssen und ihre Pflicht erfüllen wie jeder andere. Sie haben uns bei der vorigen Beratung des Kutnsetats durch Täuschung dazu veranlaßt, auf die iScsprcckung der Dissidcntenftage zu verzichten, und jetzt sind Sie wortbrüchig geworden!(Zustimmunng bei den Sozial- demokraten.— Große Unruhe im Zentrum und rechts.— Der Präsident ersucht, nicht so sckarfe Ausdrücke zu gebrauchen.) � Abg. Dr. Hetz(Z.): Könnten wir nicht mit demselben Recht wie Sie die Dissidentenfrage, die Paritätsfrage auswerfen? Was würden Sie dann sagen?(Sehr richtig! im Zentrum.) Wenn die Dissidentenfrage bis zur Beratung des Kultusctats, bei der sie ja nur im Plenum besprochen werden kann(Widerspruch lmks), vom Ausschuß durchberatcn ist, so kann Ihnen das doch genügen. Wir bleiben aus guten Gründen auf unserem Standpunkt stehen. Abg. Dr. v. Campe(natl.): Während der ganzen nächsten Woche� wäre mehr Zeit zur Behandlung im Unterrichtsausschutz. Die Schärfe der Auseinandersetzung wird durch eine solche Art der Handhabung einmal getroffener Vereinbarungen nicht gc- mildert werden. Abg. Ad. Hoffmann(Soz.): Ich stelle fest, daß die Vereinbarung damals auch mit dem Zentrum getroffen war, mit dem man aller- dings nächstens nur noch in Form eines notariellen Llktes wird Vereinbarungen schließen können.(Heiterkeit.) Sie erklären doch sonst selbst immer, daß der Religions, zwang für Dissidentcnkinder unheilvoll sei. Warum verschleppen Sie also dann den Antrag? Kommen Sie doch mit der Paritätsfrage, bei uns werden Sie jede Unterstützung für die Gleichberechtigung auch Ihrer Kircke be- kommen; wir fordern aber auch für Andersdenkende gleiches Rcchtl Sie sagen, Sic wollen es, aber Sie hintertreiben es. Wo bleib«: denn die schönen Worte, daß es jetzt keine Partei- und Konfessions» unterschiede gebe? Hintertreiben Sie also nicht auf solche Weise eine notwendige Reform, indem Sie sogar Wortbruch üben.(Der Präsident rügt diesen Ausdruck.) Ich habe keinen andern Ausdruck für dieses Vorgehen. Abg. Gehren(kons.) erklärt in Vertretung des nichtantvesenden Vorsitzenden der Unterrichtskommission, es werde wohl möglich sein, doch wohl früher eine Sitzung der Untcrrichtskommission abzu- halten. Abg. Dr. Porsch(Z.) fordert als Vorsitzender der Zentrums- ftaktion den Abg. Ad. Hoffmann auf, diejenigen Fraktionsmit- glicdcr zu nennen, die sich des Wortbruchs schuldig gemacht hätten und die �Vereinbarung, die sie gebrochen hätten. Abg. Dr. Hetz(Z.) beruft sich darauf, daß der heute im Unter- richtsausschutz angenommene Absetzungsani rag nicht ein Zentrums- antrag. sondern— ein konservativer gewesen sei. Abg. Zld. Hoffmann(Soz.): Der Zcntrumsantrag auf Wer- tagung bis nach Kriegsende hatte keine?luSsicht auf Annahme, und weil die Trauben zu sauer waren, brachten die Konser- vativcn ibren ülntrag ein. Herrn Porsch erwidere ich, daß ich nicht einzelne ZentrumSabgeordncte, sondern die ganze ZentrumSvartei hier im Hause verantwortlich gemacht habe, und das mit Recht. Man hat uns zum Verzicht auf die Beivrechung im Plenum be- wogen, indem man uns versprach, die Sache gleich in der Kam- Mission zu bebandeln; hätten Sie gesagt, daß die Ausschußberatung verschleppt werden soll, so wäre die Linke darauf natürlich nickt eingegangen. Und nunmehr verschlepvcn Sie die Sache, daS ist glatter W o r t b r u ck.(Lebhafte Unruhe im Zentrum.) Abg. Dr. Porsch(Z.) weist den Vorwurf des Wortbruchs mit aller Entschiedenheit ab und erklärt, von einer Vereinbarung nichts zu wffsen.. Abg. Gehren(kons.) verwahrt sich gleichfalls gegen dreien Vorwurf...... Ab«. Ad. Hoffmann(Soz.): Wenn man nicht von ie,uitt,chen Wendungen sprechen will, so muß ich den Vorwurf des Wortbruchs aufrecht erhalten.(Große Unruhe im Zentrum und rechts.) Damit schließt diese Debatte. Die für Montag vorgeschlagene Tagesordnung wird genehmigt. ' Schluß der Sitzung nach 6 Uhr. pariamentaristhes. Die preusiischen Gesindcordnungcn standen in der Petitionskommission des preußischen Abgeordnetenhauses am Donnerstag zur Erörterung. Veranlassung dazu gab eine am 12. Januar 1916 vom Zentralverband der HauS» angestellten eingereichte Petition. Sie ersucht um die Besei- tigung der Gesindeordnungen und um die Unterstellung der Dienst- boten unter die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches rcsp. der Gewerbeordnung. In der Petition sind sieben Fälle barbarischer Dienstbotenmißhandlungen zum Beweis fiir den entwürdigenden Zustand angeführt, in dem die häuslichen und die landwirtschaft- lichen Dienstboten sich befinden. Als jüngster Fall wird das sozu- sagen systematische Mißhandlungsverfahrcn der Frau Regie- rüngsbaumcistcr Schütte gegen ihre Dienstboten gcschil- dert. Vor dem Charlottenburger Schöfsengerickt wurde am 2. De- zember 1915 der„gnädigen" Frau nachgewiesen, daß sie die Hundepeitsche als probates Erziehungsinstrument für Dienst- boten betrachte. Die„Gnädige" erhielt 500 M. Geldstrafe. Der Berichterstatter der Petitionskommission, der fteikonservative Abg. Dr. Wagner(Breslau), erklärte, auf die angeführten Mißhand- lungsfälle käme es nicht an, sie könnten strafgcsctzlich gesühnt werden, weil zweifellos schwere Uebcrschreitungcn des in den Gesindcord- nungen zugelassenen„sanften" Züchtigungsrechts der Dienstherren vorlägen. Es käme den Petenten auf die völlige Beseitigung dieses Züchtigungsrcchtes an und diesem Ersuchen müsse jeder modern denkende Mensch zustimme n. Gleiche Petitionen hätten die Kommission schon wiederholt beschäftigt, sie habe da nur.lieber- Weisung als Material" beschlossen. Jetzt sei es aber dock an der Zeit, weiterzugehen. Er neige dazu, die Regierung um Berück- s i ch t i g u n g dieser Petition zu ersuchen und stelle außerdem eine Resolution in diesem Sinne. Ter Rcgierungsvertreter lehnte nicht alle vorgebrachten Argumente gegen die Gesindeordnungen ab, bat aber, sie der Regierung nur„als Material" zu überweisen. ES handele sich um eine Reform, die viel Vorarbeiten erfordere, denn die astpreußischen Gesindeordnungcn datierten seit 1810.(!) Gegen- wärtijj sei die Regierung wegen des Krieges mit so viel außer- ordentlichen Arbeiten belastet, dazu sei die Zahl der Beamten so vcr» ringert. daß der verlangte Gesetzentwurf doch nicht fertiggestellt ivcrdcn könne. Der Abg. TcliuS(fms.) erwiderte dein NcgierungZ- Vertreter, seine Gründe seien nicht durchschlagend. Nunmehr sei die Berücksichtigung der Petition notwendig. Der konservative Abg. Ouchl sprach gegen Berücksichtigung, es genüge die Ucberweisung als Material. Das erlaubte Züchtigungsrecht würde so gut wie gar nicht mehr ausgeübt, MighandlungSfälle verurteile jeder an- ständige Mensch. Abg. Dr. Kremer(nationallibcral) sprach sich für die Berücksichtigung der Petition aus. Zweifellos sei auch das .sanfte" ZüchtigungSrccht gegen Dienstboten ganz unzeitgemäß, auch überflüssig geworden. Im gleichen Sinne äußerte sich der nationallibcrale Abg. Dr. Lieber. Von dem sozialdemokratischen Kommissionsmitglied, Abg. Hue, wurde erklärt, die Einwände gegen die Petition paßten gar nicht zu der Verheißung zukünftiger inner- politischer Nciioricnticrnng. Tie Gesindcordnungen seien Ueber- bleibscl auS einer Zeit, in der das Untertancnverhältnis bestand. Dieser üble Urväter Hausrat wäre bis in unsere Zeit hinein künst- lich konserviert worden und verlebte das moderne Empfinden der Arbeiter und Arbeiterinnen ganz besonders. Die Mißhandlungs- fälle könnten strafgerichtlich verfolgt werden, sie würden auch vor- kolnmcn, wenn die Gesindeordnungen beseitigt seien, aber das er- laubtc„sanfte" Züchtigungsrecht der Dienstherren reize brutale Na- turen förmlich zu Mißhandlungen. Die Petitionskommission habe am 2. Juni 1010 einstimmig beschlossen, eine ähnliche Petition der Regierung als Material zu überweisen. Darauf sei nichts geschehen. Die sozialdemokratische Fraktion habe am 6. Februar 1911 die Bc- seitigung der Gesindcordnung beantragt. Das wurde vom Plenum abgelehnt. Jeht müsse den Petenten Rechnung getragen werden. Wenn die Regierung nun mit anderen Arbeiten überhäuft sei, so verlange ja kein Mensch, daß alle anderen Arbeiten liegen bleiben sollten, um ein Gesetz betr. Beseitigung der Gesindeordnungen vor- zulegen. Ter Krieg gehe doch einmal zu Ende, und dann könne das verlangte Gesetz alsbald fertig gemacht werden. Der Bericht- erstatter widerlegte noch einige gegen die Aufhebung der Gesinde- ordnungen vorgebrachten Einwände, ersuchte um Berücksichtigung der Petition und schlug folgende Resolution vor:„Die Königl. Staatsregierung wolle baldmöglichst den Entwurf einer Gesinde- ordnung für Preußen als AussührungSgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch unter Aushebung der bisherigen Gesindeordnungen vor- legen." Der Antrag auf Berücksichtigung der Petition wurde dann gegen die Stimmen der Konservativen, des'Zentrums und eines Teils der Freikonservativen abgelehnt, die„Uebcrweisung als Ma- terial" beschlossen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Mus öer Kc-.rtd. Für den„Vorwärts". Die Versammlung des Vereins„Bor- wärls" vom letzten Donnerstag, die, wie ivir sckwn gestern be- richteten, von mehr als zweitausend Berliner Partei- genossen besucht war. hat nach der Rede Scheidemanns solgende Resolution einstimmig angenommen: „Die heutige, von über 2000 Personen besuchte Versammlung des Vereins„Vorwärts" crllärr in llebcrcinstimmnng mit den AuS- führnngen des Genossen Scheidemann, unverrückbar an den Grund- iätzen des Sozialismus festzuhalten. Sie ist einig in dem Be- streben und ist gewillt, alle Kräfte einzusetzen für eine baldige Be- endigmtg des Krieges, für einen Frieden, der unter Ablehnung von Eroberungen jeder Art. die wirtschaftliche Entwicklungsfrctheit, sowie die territoriale und politische Unversehrtheit Deutschlands sicher- stellt. Die Versammlung billigt in diesem Sinne die Tätigkeit der sozialdemokratischen ÄetchStagSfraktion. Sie verurteilt aufs schärfste alle auf die Zerreißung der Partei gerichteten Bestrebungen als schwerste Schädigung der arbeitenden Klassen. Mehr denn je ist eine einige und geschlossene Sozialdemokratie notwendig im Interesse des Proletariats. Die Versammlung verurteilt deswegen aufs schärfste den gegen den„Vorwärts" gerichteten Bopkott. der darauf ausgeht, der Berliner Arbeiterschaft das wichtigste und schärfste Aufklärungs- und Kampf- mittel zu rauben." Der Abgeordnete Genosse Fritz Kuncrt schreibt unZ:„Mit dem in der Beilage der Nr. 316 dcö„Vorwärts" unter der Rubrik„Aus der Partei" erwähnten Namensvetter aus dem 19. sächsischen Reichs- tagSwahlkrcisc bin ich nicht identisch." Gerichtszeitung. "W. Beleidigung eines GcwcrbcgcrichtSbcisitzers. Wegen Be- leidigung des ReichstagSabgeordneten Alwin Ä ö r st e n in seiner Eigenschaft als Beisitzer des Berliner Gewerbegerichts war der Buch- Halter Friedrich Richter sowohl im ersten Rechtsgange, als auch im zweiten Rechtsgange nach einem Zwisckientirieil deS Kammer- gerichtS vom Landgericht zu einer Geldstrafe von 30 M. verurteilt worden. Richter vertritt als Buchhalter der Berliner Maschinenbau- Aktiengesellschaft, vormals Schwartzkopff, die Streitsachen der Gesell- schafi vor dem Gewerbegericht. Die Kammer 5 des Gewerbegerichts baite nun einigen Formern, die gegen die Gesellschaft klagten, Lohn- aniprllche zugebilligt, indem sie in ihrer„Mehrheit", wie das schrift- liche Urteil besagte, ein Verichulden der Former am fehlerhaften Guß und dem dadurch bedingten Eiscnverlust nicht annabnt. Wegen deitunmler Umstände glaubte die Direktion der Gesellschaft Schwartzkopff, es handle sich um ein Fehlurteil, Ivie sie auch ein anderes, schon vorher ergangenes Urteil als Fehlurteil ansah. Und zwar nahm sie an, daS Urteil sei in seinem Ergebnis auf den Ein- sluß des als Arbeitnebmerbeisitzer mitwirkenden OicichStagsabgeord- nete» A. Körnen zurückzuführen. Sie entschloß sich, durch eine Sklage auf Schadenersatz wegen des Eisenverlustes die Sache der Former E. und S. itockmtal vor das Gewerbegericht in anderer Be- ietzung zu bringen, um den unter Mitwirkung Körsiens gefällten Urteilen entgegenzutreten. Der Buchhalter Richter erhielt den Auf- trag, den beiden Formern mitzuteilen, daß die Gesellschaft in ihrem Falle nur ausnahmsweise mal Schadenersatzaitsprüche erheben ivolle. daß aber die beiden Former selbst im Falle der Verurteilung keinen Schaden haben sollten, sondern daß man nur gewillt sei, der als absolut versehlt anzusehenden Rechtsprechung der Kammer S unter dem Beisitz des Reichstags- abgeordneten Körsten„ein Ende zu machen". Die Schadenersatz- klage gewann die Firma später. Als nun in der Zwischenzeit der Buchhalter Richter den beiden Formern gegenüber seinen Austrag ausstthrte, fügte er noch unter Bezugnahme aus den Aibeiterbeisttzcr Körsten bin zu. daß dieler nicht richtig gehandelt und so lange aus die anderen eingeredet hätte, bis sie auf seiner Seite waren. Schließ- lich gebrauchte Öiichler die Worte:„Der hat keine Ahnung, der der- steht nichts von der Sache; er ist Former gewesen, lemtl aber nur Bildcrrahmen. Dem wollen wir mal das Handwerk lege n." In der Urteilsbegründung führte nun das Landgericht nach Fest- stellung des obigen Tatbestandes aus: Zu den angeführten unsach- l i ch e n, nur aus die Person des NebenttägcrS Körsten zugeschnittenen Darlegungen des Angellagteu Richter habe der Austrag der Ge- scllschast keinen Anlaß und kemen Anhalt geboten. Damit habere: nach Ueberzeugung deS Gerichts gar nicht berechtigte Interessen wahrnehmen wollen, sondern er habe mit ihnen seine persönliche Mißachtung des Nebenklägers zum Ausdruck gebracht. Unter dieser Voraussetzung aber stehe die Wendung:„Dem ivollen ivir mal das Handwerk legen." die das Gericht als eine Beleidigung Körstens ansehe, auch nicht unter dem Schutze des§ 193 des Strafgesetzbuchs, der von der Wahrnehmung berechtigter Interessen handele. Es rechtfertige sich deshalb die Verurteilung. Der Angeklagte Richter legte Revision ein. Der Nebenkläger Körsten wurde in der Verhandlung vor dem Kammergericht durch Rechtsanwall H. Heinemann vertreten. Das Kammergericht verwarf am Freitag die Revision und führte aus, daß dein Aitgctlagten ohne Rechtsirrtum der Schutz des§ 193 versagt worden fei. Es bleibt also bei der Verurteilung Richters. Ein Meincidsprozess beschäftigte gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts II. Die Anklage wegen fahrlässigen Meineids richtete sich gegen den Speisewtrt Wilhelm G r u n o w in Schöne- btChacs8eest.85a GutnrniwT'V R. Bauke, Stralauer Str. 56. L". Kraus, Komumdanteiistr. 55. A. E. 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AlleeiO 4 Wersicliorungen> „Deutschland" Berlin Arbeiterversicherung— Schützen- Sterbekassenversicherg. Btrafle 3. 4 Spanrtou � Sclieuerieiflj I Deatsciierfiletallarbeiter-yerbaiiE! Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur NrtKvIcht, dag unier äliilglfeb, der Fräser Emil Oestreich Neukölln, Weichselstr. 34 am 15. November gestorben ist. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Montag, den 20. November, nachmittags 3>/. Uhr, von der Leichen- balle des ThomaS-Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraste, aus statt. Tie OrtSverwaltung. Den Kollegen serner zur Nach- richt, dast unser Mitglied, d>c Meiallarbeiierin Marie Janoschevsky Palisadenstr. 64 am 14. November gestorben ist. Ehre ihrem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonntag, den IV. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des St. PiuS-KirchdojeL in WilhelmSberg, Berliner Str., aus statt. lLö/17 Rege Beteiligung wird erwartet. Die OrtSverwaltung. Verband der freien Gast- und Scbankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dast der Kollege krag i Künstler Danziger Str. 26, Bezirk 3, am 16. d. M. verstorben Ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den IV. November, nach- mittags 2'/, Uhr, von der Halle des HedwigS-KirchhoseS inWctstcn- see auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 75/5 Die Ortsverwaltung. Treues Gedenken ItSSHl zum 25. Geburtstage meines lieben Sohnes und Bruders, Neffen und Enkels, des Landsturmmanncs Eräch Heere Ncs.-Jnf.-Reg. Nr. 208, gefallen am 3. Mal 1916. Die ticfbctriibten Elter», Bruder Max, zurzeit im Felde, und feine Schwester Else. Reinickendorf- IV, Eichbornftr. 42. Sein einziger Wunsch war Frieden und ein Wiedersehen. Wer ihn gekannt, weist unfern Schmerz. 1615b m»smsm»»— s— SWemS Spezialarzt Dp. med. Wockcnfaß, Friedrichstr. 12S(Oranienb. Tor), für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlioh-Hata-Knr(Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schtnerzicse Heilung ohne Beruis- 22216* Störung. 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Branchenangeiegenheiten pa*" L» Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung, ist e« not- wendig, dast alle Kollegen, auch diejenigen, welche vorübergend in andere» Branchen Arbelt genommen haben, in dieser Versammlung erscheinen. 158/19 Die Branchenleltane. Anzeige mitbringen, 3 JH. Wert I Rammler, Otto Friedrich. Uni- versal-Briesftcller. Geb. 3 M. Buch- Handlung Vorwärts, Lindenftraste 3 Universal-Briefsteller 3 Mark Buchhandlung Vorwärts, Linden- ftraste 3(Laden). ". ii MZ st''1-- � Angebote! PlÜBGh Ohne Beza�tchiinl Elegante Sealptüscbmäntel mH eobü. Pelzbesätzen, Giockenformon, Modelle, entsüekende Aatmaobungen, gleit, ßeidenplüsch, Praohtelftcke 100,— 250,— 200,— 150,— 125,— Wanderrolie halblange Piüichm&iit«£ nnd Jacken 69.- 68,- Beiden-«ad Samtkleider 100,— 75,— 50— Lodem-Felerlnen, BOoke ana Seide, Samt, Wolle sehr Milisi Fels Ohne Besactcheia! Bebte feine Pelzm&otel, Praohtitfloke (Modelle) Persianer, Seal, eoht JLstxaohan, mit breit. 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Z.)(Nachdruck verboten) ÜZ 317 603 69 628 769 83 1210 99 1600) 601 17 910 14 73 3040 359 418 26 60G 713 868(1000) 3063 241 61 646 748 882 923 76(600) 4112 389 464 66€£6 718 891 6166 66(1000) 247 8UÖ 76 94 601 1601)1 28 0 241(600) 3J8 24 29 73 866 620 30 7029 116 227 83 99 349 63 466 84 607 746 73 830 8 050 76 184 6-2 669 717 82 876 968 9429(3000) 611 624 968(1000) >0037(500) 167 67 88 96 224 772 8C5 6 70(5000) 992 11402 647 654 94 700 3 1 2209(3000) 390 405 29 36 614 37 (600) 69 672 943 86 96 13215(600) 23 85(1000) 340 476 602 884 928 99 1 4039 224 34(3000) 64 69 373 699 931 15134 49 204(600) 641 716 848 67 1 0188 249 61 448 77 87 661 78 86 618(1000) 17094(600) 100 44 48(600) 87(600) 285 418 88 (5001 78 644 46 1 0088 140 83 227 72 342 66 406 26 541 790 (10001 8)8 1 0168 91 303 427 64 609(600) 97 694 865 70 20032 128 66 63 80 408 30 44 86 689 676 736 80(600) 623 21017 222 42 846 466 97 633 636 762 828 2 2 661 607 23041 318£6 411 36 24218 90 475 686 618 813 68 916 61 93 25 063 374 768 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Prekchisch-Silddentschs (234. Köntgl. Z'r-vh.) Klassenlott-rle B. iiiaste 10. LtehungSteg 17. November 191« Nachmittag Auf ied« gezogen« Stummer sind zwei gleich hob« tScwiun» gefallen, und zwar|e etiler auf die Lose gleicher Stummer tu den beiden Abietlungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find tu»lammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. EI.-«, f. L.)(Nachdruck verbeten) 64 110 40 230 37 61(1000) 92 419 600 46 817 46 H3 1011 77 67 169(1000) 268 414 61 716 74 887 2166 487 634 (1000) 617 19 706 840 817 24 3209 26 93 337 410 41 43 48 84 622 628 700 13 14 91 933( 3600)<4141 367(1000)999! 5263 323 97 418 618 624£4 716 6 266 68 687(1000) 781 031 7079 166 1600) 310 643<10001 PCB 13 20 8003 232 44 361 687 67 768 999 9148 228 78 699 719 927 IOC80 88 419 46 637 62.8 746 842 76 11367 533 841 84 (1000) 12050 177 241 63£89 433 602 23 83£69 835 93 13329 463 645 68 712 902 69 1 4262 90( 3000) 308 466 660 603 15 744 46 808 26(1000) 917(600) 60 18286 334 414 66 698 811 64 918 49 64 1 6131 69 79 288 830 914 63 97(600) 17013 22 133 77 277 331 63 84 639(600) 909 60 1 8259 414 53 613 14 (600) 638(1000) 40 69 729 916(500) 10337 46 685 702 879 20)03 33 36 62 204 347 93(1000) 637 42 712 70 893 f8 21044 63 298 401 62 94(1000) 606- 2 68 93 868 2 2 2 9 339 61 614 04 762 68 83 98 966 67 2 3008 36 66 288 329 1600) 402 739 803 936 91(1000) 24477 684 669 812 39 43 2 5 338 403(3000) 98 680 624 746 60 72'872 902 61 2 8043 1.38 60 824( 3000) 90(600) 682 767 64 836 62 969(1000) 2 7378 404 616 96 748(1000 I 822 2 0 291 318 66 86 488 2 9020 206 (1000) 22 438( 600) 83(600) 626 94 726 994 00128>1000» 249 74 301 499 006 9 6.68 01078 102«3 44 01 425 640 730 813 47 62 963 8 2132 79 276 676(1000) 761 63 97 0 3)26 336(600) 442 46 686>1000) 824 3 4106 9 48 62 216(3000) 60(1000) 99 471 630 44 720»33 8 5 206 61 304 73 83 626 k« 64 69 630 707 47 803 609 3 6 091 116 679(1000) 697( 30 0 0 0) 927 76 3 7140(3000) 208 328 1600) 478 91 666 673 878 981 99(1000) 30172 666<600( 69 70 932(1000) 39106 229(600) 318 49 615 21(600) 666 767 969 72 4 0130 43 431 74 87 600 760 821 937 41286 446 672 700 43092 IIB(1000) 202£6 371(1000) 407 638 686 748 4 3066 313 25 616 60 687( 600) 804 4 4 012 173 261 376 82 4 87 92 603 729 81 974 4 6173 323(600) 64 934 4 6 061 70 IfO 337 42 471 646 794 979(3000) 4 7 063 402£0 823(16(0) 4 0(01 419 616 49 703 20 30(3000) 831 4 8 066 130 67£07 14 436 624(1000) 634 73 fi 0266«32 638 816 48 68 772 808 39 64 f 1000) 81 91 8(1000) 37 (600) 61 61108(1000) 60£91(lOOn) 390 486 622 718 841 64 933 5 3 019 288 623 82 003 869 6 3 061 142 64 304 820 927 6 4368 498 822 7-9 62(3000) 869 902(1000) 6 6 013 4 8 276 333 63(600) 477 700 64 818 923 68 77 5 0016 23 188 216 301 666 812 98 5 7132 33 240 327 894 617 32 742( 3000) 946 68 6 8 361 402 88 613 601(1000) 761 66 76 6 9116 464 632 614 (3000) 32 781 890 931 42 71 87 60161 666 901 14 01078 103 74 266 444 93 638 692 98 768 660(600) 0 8 026 67(600) 258 349 463 601(1000) 94 8(0 (600) 911 03163 214 86 320 678 607 800 43<30001 04134 281 336 62 428 611 746 69 6 514 1 67 217 334 68£61 619 90 902 64 72 0 0019 174 231 49 390 486 693 761 868 6 7126 41 81 220 71 446 977 6 0113 232 66 63£67 86 674 0 9164 247 348(600) 62 97 422 65 792 963 70110 69 340( 600)<-36 85 99(600)£64 761 878 88 913 71079( 600) 117(1000) 368 KOO) 442£8 613 72098 191£60 760 63 897(10C0) 944 7 3049 246 98 362 99 416 24 647 93 818 29 9)6 74160£94 306 62 86 449 703 38 684 983 I30(.0) 87 7 5 247(600) 320 642 746 833 7 6 298 610 72 964 7 7 096 181 237 313 27 406 633 712 16 7 0 44 338 99(1000) 463«66 832 77 85 11000) 627 71 7 0 253 64 626 36 704 00127 239 333(600) 731 963 81 01143 665 687 069(800) 89 0 2179 246 374 450 640 763 830 936 63 0 3040 60 221 76 604 27 62 837 0 4217(1000) 37 1 72(600) 463 744 988 8 8110 313 60 86 413 703 96 841 962 77 8 6 069 172 83 761 8 7 034 62 88(1000) 103(600) 11 26 696 8-4 76 G«>2

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"Sevmtwortjicher Redakteur: Hermann Müller, Tempclhof. Für den Inseratenteil verautw,: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: AcillvürtL Buchdruckerei und VcrlagScmstalt Puul Singer S: göv Berlin<525.63, St. 318. 33.101)» Hingt iltS str Wkin-Rkn. ilovrmbrr 1N6. )?us Groß-Serkm. Strasteubahnfra>;c und Verband Groft-Bcrlin. Die Pläne ans Erwerb der Groben Berliner Slraßenbahil sind (leicheilert. Der Verband Grosz-Berlin steht in seiner großen Mehr- beu heule auf dem Standpunkt, daß ein solcher Erwerb durch den Verband abzulehnen sei, weil damit eine erhebliche Tarif- crhöhiuig drohe. Auch die bom Verbandödirektor empfohlene Tariferhöhung der Fahrpreise der Großen Berliner Straßenbahn stößt bei den Milgliedcrn aus den harluäcligstcn Widerspruch. Für eine Tariferhöhung wirken nur außer dem Verbandsdireklor noch die im Verband berlreteneu Landrälc und einige Bürgermeister. Die Verl treter der Ncichshauptstadt sowie die von Schöneberg, Neukölln, Pankow, Spandau, Neiniclendorf und andere» Orten haben bereits entschieden Stellung gegen die Pläne des Verbandsdireltors genommen, nur die Wilmersdoifer sind dafür ein- getreten, die indcß mit ihren drei Vcr tretern nur eine kleine Minder heil bilden. Die Eharlottenburger Vertreter sind geteilt und die Lichtenberger neigen in ihrer Mehrheit der Ansicht der Berliner Vcv lreter zu. Bisher haben sich schon 70 Mitglieder des Verbandes gegen den Erwerb der Großen Acrlincr Straßenbahn erklärt und fast ebensoviel gegen eine Erhöhung des Fahrpreises. Wird nun auch Front gegen den Staffeltarif gemacht und jede Verhandlung über diesen während der tlnegszeit rundweg abgelehnt, dann ist auch diese Gefahr der Tariferhöhung für längere Zeit beseitigt. �ur Groh-Bcrlincr Ttrafhcnbahnfragc. Die Stadtverordnetenversammlung in Neu- k öllji nahm, wie wir gestern schon kurz berichteten, am Toiurers- tag Stellung zur Straßcnbahnangclcgenheit. Im Namen der Vcr- kehrsdeputation führte Stadtv. Justizrut Abraham auS: Stach dem Gesetz vom 1. April 1912 gehört zu den Aufgaben des Zweck- Verbandes die Regelung des Verkehrswesens Groß-Berlins. Da der von der Stadt Berlin mit der Großen Berliner Straßenbahn gc- schlossene Vertrag die Uebcrnahme des Unternehmens in städtische Regie ermöglicht, andernfalls aber die Einführung des bekannten Staffeltarifs vorsieht, so ist zu verstehen, wenn der Verbands- direktor rechtzeitig die Behandlung der Angelegenheit einleitete. Ob er dabei die richtige Form wählte, ist allerdings eine andere Frage. Besser hätte er uns damit jetzt verschont. Die von ihm verfaßte a n t i b e r l i n i s ch e Denkschrift hat begreiflicherweise Berlin zur Abwehr veranlaßt. Unsere Vcrkehrsdcputation will sich in dem Streit nicht engagieren und hat sich auf den vor- liegenden Antrag geeinigt. Wir wollen nicht gegen Berlin, sondern freundnachbarlich mit ihm arbeiten und wirken. Aber auch mit den anderen Verbandsgliedcrn möchten wir in Frieden leben. Darin sind wir hier einig: vom Ankauf der Straßenbahn kann keine Rede sein, ebensoivenig jetzt von Verhandlungen in dieser Richtung— trotz lebhafter Bemühungen gewisser Börsenkreise. Auch ein Preis von lö9 Millionen ist ganz ausgeschlossen; 100 Millionen wären noch kein Geschäft für den Zweckverband. Die Frage, ob die allgemeine Einführung des Staffeltarifs im Jahre 1929 zu befürchten ist. wird zum Teil bejaht, z. B. von Wilmersdorf, das auf Grund seines Straßenbahiivertrages vielleicht auch nicht ge- nügend gesichert ist. Juristisch kann das aber niemals richtig sein; die Verträge anderer Gemeinden stehen dem entgegen, so der un- sere, der den Zehnpfcnnigtarif bis 1937 sichert. Eine entgegen- gesetzte Entscheidung irgendeiner Aufsichtsbehörde kann nicht kom- inen, da dem Vertragsbruch damit Tür und Tor geöffnet würde. Ei» Eingreisen von jener Seite ist nur denkbar, wenn eine»an- gemessene" Verzinsung des Anlagekapitals fehlt; bei 9 Prozent Di- vidende wird das wohl niemand sagen können. Trotzdem wären Verhandlungen zur Klärung der Situation an sich nichts Schlim- mes, so daß eine Kommission wohl emgesctzt werden könnte, die allerdings nach dem Zweckverbandsgesetz keine»gemischte" sein könnte. Stadv. Dr. Sil berste in(Soz.): Im großen und ganzen kann matt mit dem Vorredner einverstanden sein. Der Antrag ist aber in einem Hauptpunkte nicht ganz klar. Deshalb muß betont werden, daß er eine Kundgebung gegen den Ankauf tittd gegen jede Tariferhöhung sein soll. Der Berliner Staffeltarif 1929 ist nicht einmal so sehr, wie Herrn Dr. Stein igers Einheitstarif zu fürchten, welch letzterer uns eine Fahrpreiser- höhung auf 13(bei Bündelfahrscheincnl und lö Pf. sowie Erhöbung der Abonncmentsprcise bescheren will. Tie zugesicherte Verscho- nung der Arbeiterwochenkarten ist für die Beurteilung der Frage bedeutungslos; sie betragen 99 999 M. bei einer Gefamteinnahme von 79 Millionen. Neukölln und auch Lichtenberg wären beim Ber- liner Staffeltarif nachtveislich sogar besser daran; das Interesse Groß-Berlins ist aber wichtiger und verlangt Ablehnung jeder Ta- rifcrhöhung. Gegen eine solche muß um so mehr protestiert werden, als die Straßenbahn schon bis jetzt 4 Millionen mehr eingenommen bat als im Vorjahre. Der Berliner Staffeltarif ist eine künstlich konstruierte Gefahr. Die vertraglichen Zehnpfennigtarife mehrerer Gemeinden schließen ihn ganz aus; er kann daher auch nicht von der Aussichtsbehörde aufgenommen werden. Die Straßenbahn- Gesellschaft will ihn ja auch selbst gar nicht, weil die gleichzeitig ein- tretende erhöhte Bruttoabgabe(von 8 auf 19 Prozent) ihn illu- sorisch für sie machte; für sie ist die Tarisfrage nicht der springende Punkt. Die Ocffcntlichkeit des Kampfes hat nun die Situation grell beleuchtet und gezeigt, wo hinaus man will. Der Ankauf der Straßenbahn wäre jetzt bei dem verlotterten Zustand des Materials, der Unklarheit über die spätere Rentabilität und dergleichen gerade- zu Irrsinn. Auch die Konkurrenzfähigkeit ist angesichts der Er- Weiterung der Untergrundbahnen und des Autoomnibuswesens sehr zweifelhaft. Ein Privatmann, der trotzdem kaufen wollte, würde unter Kuratel gestellt. Es handelt sich nur um das Interesse der Aktionäre, die früher fette Dividenden eingesackt haben. Jetzt, wo letztere etwas zu sinken drohen, sollen dieselben Gemeinden, deren berechtigte Wünsche man sonst meist mißachtete, als Retter heran. Gegen eine solche Kommunalisierung müssen die sozialdcmokra- tischen Vertreter trotz ihrer programniatistoen Forderungen Front machen. Der unter ständigem Einfluß der Staatsbehörden stehende Zweckverband ist völlig ungeeignet für kommunale Aufgaben im Sinne der Selbstverioaltung. Um eine Verteidigung der letzteren bandelt es sich nicht zuletzt in der vorliegende» Frage. Unser An- trag muß also die Pläne der Straßenbahn und des Verbands- dircktors unmöglich machen. Eine Kommission mag sich weiter mit der Sache beschäftigen; das hat aber gar keine Eile. Einmal muß ja dieser furchtbare Krieg ein Ende nehmen; dann ist noch Zeit genug, mit der Großen Berliner zu verhandeln. Stadtv. Fischer wünschte rechtzeitige Verhandlungen, um den schädlichen Staffeltarif zu verhindern. Die Tarifsrage darf man nicht als Lokalpatriot behandeln; sie muß sozial vom Stand- punkte Groß-Berlins aus gewcrtet werden. Deshalb ist auch jede Tariferhöhung abzulehnen. Nachdem Berlin öffentlich den Staffeltarif aufgegeben l>at, wird es möglich sein, auch in der vorliegenden Frage ein freundnachbarliches Verhältnis festzuhalten und zu fördern.— Oberbürgermeister Kaiser erklärte, daß der Magistrat erst nach der Versammlung Stellung nehmen wolle.— Der durch einen sozialdemokratischen Antrag inzwischen klarer gefaßte Beschluß der Vcrkehrsdeputation fand darauf in folgender Fassung ein- stimmige Annahme:»Die Stadtverordnetenversammlung steht auf dem Standpunkt, daß 1. von einem Erwerb des Straßenbahn- unternehurens zurzeit abzusehen und 2. auch jede Art einer ge- planten Tariferhöhung abzulehnen ist. Tie Stadtverordnetenver- sanunlung hält es für richtig, daß die Weiterbehandlung der An- gclegenheit durch eine Kommission des Zweckverbandes erfolgt." Tabak- oder Lcbcnsmlttclanbau? Wie berichtet wird, ist in Deutschland der Anbau von Tabak gegen das vorige Jahr um ei n T r i t t e l der bisherigen Anbau- fläche gestiegen; der Anbau hat sich von 9915 ans 12 795 Hektar vermehrt. Beteiligt sind an dieser Zunahme der Anbaufläche alle Produktionsgebiete für inländischen Tabak(Baden, Bayern, Brandenburg, Ponimetn) Em hiesiges liberales Blatt bemerkt dazu, daß der wenig lohnende Tabakanbau einen starken Anreiz erhalten habe:„Es war deshalb vorauszusehen, daß im Frühjahr erheblich größere Fläcben als im Vorjahr mit Tabak bebaut werden. Diese Erwartungen haben sich glücklicherweise(I) erfüllt..." Diese Gedankenlosigkeit des liberalen Wirtschastspolitikers ist reckst bezeichnend für die Wertung der Maßnahmen, die gegenwärtig für unsere Volksernährnng nötig sind. Wir bauen mehr Tabak an. obwohl wir keinen Ikebcrfluß an Brotgetreide haben und einen empfindlichen Mangel an Kartoffeln, Hülsenfrüchten und anderen Nahrungsmitteln. Da? Beispiel zeigt wieder, wie dringend geboten eine Ordnung und Regelung der Produktion für die Land- Wirtschaft ist. In der setztaen Zeit heißt es nicht Tabak anbauen, sondern Lebensmittel! Wir lomincn auch hier wieder nicht ohne einen Zwang aus, der mindestens dahin gehen muß, den vermehrten Tabakanbau zu verhindern, oder durch eine Preis- Herabsetzung den Anreiz zu unterdrücken. Wenn wir ein Kriegs- ernährungsamt hätten, das in wirklich großzügiger Weise unsere Volksernährung überblickt dann wäre ein solcher Zustand undcnk- bar. Und wenn sich das KricgSernährungSamt einmal mit einem Bestellungs- und Ernteplan eingehend beschäftigen würde und da- bei auch etwas volkswirtschaftltche Erwägungen anstellte, so könnte es an solchen recht bedenklichen Erscheinungen nicht achtlos vorüber- gehen._ Eine Liste dcS Profits. Für die Klagen über das Mißverhältnis zwischen den städii- scheu Preisen und den an die Landwirte gezahlten für Gemüse liegt jetzt eine amtliche Anerkennung dort die königlich sächsische Regierung hat für Rüben, Möhren und Karotten Höchstpreise sowohl sür den Erzeuger wie für den Groß- und den Kleinhandel festgesetzt; eine lehrreickic Liste! Danacki dürfen h ö cki st e n S (werden also mindestens) kosten: Kohlrüben das Pfund beim Erzeuger 2'/z. beim Großhändler 41/;, beim Kleinhändler 9 Pf Der Vctbronckier zahlt also nichr als das fache dessen, lvaS der Erzeuger bekommt! Bei Möhren ist der 5ilcnihaiidelSprctS 2� mal so hoch wie der Erzeugerpreis.(4, 9. 11 Pf.) Bei Wasser- und Herbstrüben beträgt der Kleinhandelspreis(8 Pf), das S'/gfache des ErzeugerpteiieS(l'/° Pf.), bei kkarolten.nur" der l�fache (8 zu 15 Pf). Dem Großhandel ist durchweg ein Profit von 2 M. für den Zentner zugestanden, wovon gut die Hülste aus Unkosten zu rechnen ist. Die Liste beweist jedenfalls klar, daß die Städter für Winter- gemüse den Landwirten nur Vz oder gar Vis dessen zahlen, was die Rüben losten. Vor allem bct Kohlrüben ist das Verhältnis eine unerträglickie, übergroße Belastung des Verbrauchers. Gerade dieser wichtige Handel sollte amilicki monopolisiert und im kleinen durch die Gemeinden organisiert werden. Die Händlettagungcn mögen noch so viel Klagen vortragen und begründen, wie eben in dieser Woche wieder, sie werden uns nie davon überzeugen, daß der Markt nicht besser als durch sie organisiert werden kann, wenn der Handel Koblrüben mit 9 Pf daS Pfund verkauft, während der Bauer 2% Pf bekommt. Das Mißverhältnis ist ein vollkommen zu- reichender Beweis für die volkswirtschaftliche Notwendigkeit der Ausschaltung des Zwischeichandels durch kommunale Anstalten und Konsumvereine. WaS der Bücherautomat erzählt. Auf meinem Bahnsteig steht cm blauer Biichcrautoiuat. Die an- genebine Einrichtung deS Halbstunbcnverkehrs erzieht zu übertricbencr Pünltlichkeit, und da es aus diesem kommunen Ringbahnsteig nicht einnial eine ZcitnngSbiide auShält, deren Bilder man begucken lönnte, so mustere ich häufig den Bücherautoinaten. In dieser Woche ist bc- sondere Nachfrage nach einem der ausgestellten Ncclnmhcfte; jeden Augenblick erscheint dort die Tafel»Ausverkauft" und iinincr wieder muß es nachgefüllt werden. Die.Kriegsnovellen" bleiben ruhig liegen, ebenso die Reden deS einen der Gebrüder Grimm, die tschechischen Geschichten des Jan Neruda, die Violen Humoresken des Wieners Pötzl— aber Gkaßbrenners Alt-Berliner Salhrcn werden immer wieder gekaust, trotz Teuerung und Groschenmangel. Ist das nicht lehrreich? Zur belletristischen Schilderung ist uns der Krieg zu nahe(nebenan auf dem Gütergleis rollt ein Zug mit Batterien, Fuhrwerken und Fahrküchen vorbei), Literaturgeschichte und fremdes Volkstum sind nichts sür diese rastlose Zeit. Aber gern flüchtet der Leser aus dem Heule in daS gemütlichere Alt-Berlin, und da der einzelne machtlos ist gegenüber dem ungeheuren Geschehen, tröstet er sich an dem Witz über vergangene Zeiten und cnt- schwundene Zustände. Für die Vierlelstunde wenigstens, die er zwischen den häuslichen Sorgen und der Bernfsarbeil in der Bahn zubringen muß. Für das bißchen Ruhe, das der Bürger dieser zer inahlcnden Stadt nur in dem ratternden Zuge findet.— n. Sonntagsruhe und BcschäfttguiigSzcit im Tczembcr. Das Polizeiprästdium teilt folgende Verordnung, betreffend Sonntagsruhe und Beschäftigungszeit an den drei letzten Sonntagen vor Weihnachten, an den Weihnachtsfeier- tagen 1919 und am Sonntag, den 31. Dezember 1916 mit, gültig für die Stadtkreise Berlin, Charlottenburg, Bcrlin-Schöncbcrg, Neukölln, Berlin-Wilmcrsdorf und Bcrlin-Lichtcnberg, sowie für den Gemeindebezirk Bcrlin-Stralau. Die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern im H a n d e l s g e w e r b e ist in Abweichung von der für die gewöhn- lichen Sonntage festgesetzten Beschäftigung mit Ausnahme der im Zeitungshandel, im Roleishandcl, ,m Brcnnstoffhandcl(Holz, Kohlen, Koks, Briketts, Torf und Kohlenanzünder), sowie in den Bank-, Wechsel- und Lotteriegeschäfton beschäftigten Angestellten, für welche die Veschäftigungszeit wie an den gewöhnlichen Sonn- tagen gilt, wie folgt gestattet: Am Sonntag, den 19. und 17. De- zembcr 1916 allgcmc:» für alle Handclsgewcrbe von 8 bis 19 llbr vormittags und von 12 bis 8 Ubr nachmitte�s. Am Sonntag, den 24. Dezember 1919 allgemein sür alle Handelsgewerbe von 8 bis 19 Uhr vormittags und 12 bis 4 Uhr nachmittags. Der Verkauf von Konditoreilvareti, von Fleisch und Wurst, der Milchhandcl und der Betrieb der Vorkosthandlungen ist außerdem au den gciiannten drei Sonntagen schon vor Beginn der allgemeinen Verkaufszeit, und zwar von 5 Uhr morgens an, desgleichen der Handel mit Roheis von 6 Uhr morgens an zulässig. Der Handel mit Backwaren ist erst von 6 Uhr morgens an, der Zeitungshandel nur bis 3 Uhr nachmittags mit Ausschluß der Hauptgottesdicnstpause zulässig. Im Handelsgewerbe ist am ersten Weihnachtstage die Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen und Arbeitern verboten. A u s n a h m c n hiervon werden jedoch, soweit der Gewerbe- betrieb in ofscncn Vcrlaussslcllcn stattfindet, in folgendem Um-. fange und während solgendcr Stunden zugelassen: Im Milchhandcl: von 5 bis 19 Uhr vormittags und 12 bis 2 Uhr nachmittags. Im Handel mit Konditoreiwaren, 5lonsitürcn, mit Fleisch und Wurst, sowie mit Vorkostwaren und Roheis von 5 bis 19 Uhr vormittags. Im Handel mit Backwaren von 9 bis 19 Uhr vormittags. Im Handel mit Kolonialwaren, nut Bier und Wein, mit Tabak und Zigarren von 8 bis 19 Uhr vormittags. In den Zcitnngscxpedi- lionen von 4 bis 9 Uhr venu tw.gS. Am ersten WeihaachiSfeicrtage ist ferner gestattet: die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern: Im Bluincnhandel. nach den bestehenden Vorschriften von 9 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nachmittags. Im ambulanten Milchhandel: in Molkereien zum Zwecke der Versorgung der Kund- schaft mit Molkereierzeugnisseii wie an den übrigen Sonn- uno Festtagen von 4 Uhr morgens bis 1 Uhr nachmittags ohne Unter- brechung durch die HauptgotwSdienstpause: im Gewerbebetriebe der Bierbrauereien und Eisfabriken behufs Versorgung der Kundschaft mit Bier und Roheis während derselben Stunden, während deren nach dem oben Gesagten ein Handel mit Roheis und mit Bier in osscnen Verkaufsstellen zugelassen ist. Am zweiten W e i l> i. a ck t s f e i e r ta g e finden die all- gemeinen Vorschriften über die Sonntagsrnhe im Handelsgewerbe Anwendung, wie sie an den gewöhnlichen Sonntagen gelten. Am Silvestertagc, Sonntag, den LI. Dezember 1919, dürfen im Papicrhandet, im Handel mit Konditoreiwaren, ein- schließlich Konfitüren, sowie im Handel mit Blumen und Kränzen in offenen Verkaufsstellen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter von 5 bis 19 Uhr vormittags und von 12 bis 9 Uhr nachmittags; im Handel mii Backwaren von 9 bis 19 Uhr vormittags und von 12 bis 4 Uhr nachmiltags bcschästigt Iverden. Frauenarbeit, Arbeitsnachweis und Krankenkassen. Der A r b c i t S in a r kt in Groß-Berlin zeigte in den letzten Wochen einen besonders starten Zustrom weiblicher Arbeitskräfte. Im allgeineiiien zeigte für niännlicheS Personal die Lage uur� un- wesentlilbe Veränderungen, und die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb auf der Höhe der letzten Wochen im Oktober._ Dagegen stieg bei den Arbeitsnachweisen das Angebot von tv c i b l i ch c n Arbeits- krästen reckt erheblich. Für mänitliche Arbeilskräfte blieb die starke Nachfrage in der Metallindustrie, in der Holzindtistrie und im Baugewerbe bestehen. Der Bedarf an ungelernten Arbeitern Vet- mehrte sich weiter etwas. Weibliches Personal wurde itt den letzten Woche» besonders stark im Bekleidungsgewerbe angefordert, wo- durch der Zustrom neu eingeschriebener weiblicher Sielleusitchender bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen sür diese Gruppe sehr hoch stieg. Auch in der Papierindustrie und für das Gastwirts- gelverbe war die Gestaltting des Arbeitsmarkkes den weiblichen ArbeilSiiicheiiden günstig. Die Arbettsvcrmttteluitgsergcbnisse wurden durch diese Verhältnisse günstig beeinflußt. Die Gesamtzahl der versicherungspflichtigen Mitglieder von 235 K r a ii ke n k a s s e n Groß-Berlins erhöhte sich Anfang dieses Monats um 1533 oder 0.13 Proz. auf 1 164 943 und zwar nur durch Fronen. Bei den 28 Allgemeinen Ortskrankcnkassen ergab sich eine Abnahme von 1999 Mitglieder», meist Frauen, dagegen bei den 294 gewerblich gegliederten Krankenkassen ein Zuwachs von 2443. Dieser Zuwachs cntiällt ans Warenhäuser mit 996, auf die Meiallindusiric mit 2719(danmtcr 2913 Frauen). Die einzige er- liebliche Abnahme ist bei der Holzindustrie zu verzeichnen mit 985, meist Männern. Jin Baugewerbe nobin daS männliche Geschlecht um 298 ab und das wribliche um 278 zu. Jugendsparkasse der Stadt Berlin. In der Einrichtung der an? Anlaß des Sparpflicht- Erlasses für die Jugendlichen geschaffenen Jugendsparkasse der Stadt Berlin sind wesentliche Aendcruugen eingetreten. Die sämtlichen Jugend- iparkassen der Stadl sind jetzt in dem Sparkasicngebäude Link- st r a ß e 7/8 vereinigt. Die Rückzahlungen an die jugendlichen Sparer bezw. deren gesetzlichen Vertreter erfolgen fortan kostenlos durch Postscheck, und zwar so zeitig, daß dadurch gegen früher meist eine Beschleunigung, in leineni Fall eine Verzögerung chUriil. Tie Arbeitgeber iönnen zwar nach wie vor die Einzahlungen an den einzelnen Kassen leisten, doch werden sie dringend gebeten, sich stall dessen de-s Postscheckkontos der Jugendsparkasse Nr. 29 399 zu be- dienen. Dadurch sparen sie selbst Zeit und Geld und erleichtern der Sparkasse die Arbeit wesentlich. Zählkarten sind bei allen Spat- lassen der Stadt zu haben._ Schüler für die Volkszählung. Für die Volkszählung vorn 1. Dezenrbcr ist eine besonders rege Beteiligung der Beamten als frciivillige Zähler unentbchrlicki. Ter Unterrichtsminifter hat deshalb die königlichen Regierungen crmcht, auf eine solche Beteiligung hinzuwirken und die Beamten nötigen- fall? zu beurlauben. Von noch größerer Bedeutung ist die mm- fassende Beteiligung der Lehrerschaft aller Schulen, da sonst die Gemeinden häusig außerstande wären, das Zghlnngsgeschäft mit der gebotenen Pünktlichkeit und Genauigkeit zu erledigen. Auch die freiwillige Beteiligung gecigncier älterer Schüler der höheren Lehr- nnd der Lehrerbildungsanstalten unter Anfsicht ihrer Lehrer soll gefördert werden. Die Schüler sollen von den Schulen über ihre Aufgabe unterrichtet werden nnd die Hauptarbeit fällt ans den Tag nach der Zählung, an dem die Zählpapicre eingesammelt und geprüft werden, während am 1. Dezember nachmittags die Bcvölkc- rung zur vflichtmäßigen AnSfllllimg der Vordrucke anzuhalten ist. An den Volks- und Miltelschulcu soll deshalb der Unterricht in der Regel am 1. Dezember nachmittags, am 2. Dezember aber ganz ausfallen. Ausgenommen bleiben Schulen oder Klassen, deren Lehr- krähe an der Zählung nicht beteiligt sind. An den höheren Lehr- anstaltcn, Lchrerbildungsanstalteit usw. ist der Unterricht auszusetzen, wenn die Anzahl der mitwirkenden Lehrkräfte dies nötig macht. Auch ein„Opfer" der Berliner Bcrkchrsverhältnisfe. Ein bewegliches Klagelied stimmte gestern ein Gastivirt vor dem Berliner Gcwerbcgericht an, der seinen Prozeß endgültig verlor, weil er zum zweiten Male den Termin verpaßte. DaS erste Mal lant er eine Liertelsttiitde zu spät nnd diesmal tiaf er gänzlich außer Atem 29 Minuten nach der festgesetzten Zeit ein. Seine Erlebnisse bei den Bemühungen, das GcrichtSgebäude zu erreichen, schilderte der behäbige nnd mit einem Bein- leiden behaftete Herr folgendetntaßen: Ich wartete vor meinem Lokal am Wedding sehr zeitig auf die einzige Straßenbahn, die in die Nähe des Gcwerbegcrichtö fährt. Als sie nach 12 Minuten ankam, war sie besetzt. So ging es mir auch mit den beiden nächsten Bahnen. Meinen Bitte», mich dock mitzunehmen, da ich zum Termin müsse, setzten die Schaffiterinneit ein kategorisches Nein entgegen, da ich überzählig sei. Em Herr erklärte, er steige an der nächsten Haltestelle aus. Die Schaffncrin blieb un- erbitilich. Ein Auto war weil und breit nicht aiifznlreibsii. Erst nahe der Müllerstraße gelang es mir schließlich, eine Droschke zu bekommen. Ich gab dem Kutscher 1 M. extra, nnd das Pferd raste durch die Wilhelmstraße. Was kann ich unter diesen Umständen dasür, wenii ich dennoch etwas verspätet eintreffe?"— Das Gericht vermochte dem Manne nicht zu helfen und mußte es bei dem rechtskräftigen Urleil belassen. Der Vorsitzende gab dem Gastwirt, dem die besetzte Straßenbahn über 109 M. kostet, den guten Rat, in Zukunft bei Terminen noch früher fortzugehen. Zur Buttervcrsorgung. Das Ausscheiden des Kreises Niederbarnim ans der Butterversorgungsstelle Groß-Berlin ljetzt Fettstelle) hat zur Folge, daß diejenigen Kreiseinwobner. z. B. in Weißensec, Pankow und anderen Vororten, die bisher Butler und Margarine aus Geschäften in solKen Orien belogen Laben, die weiter dem Verbände der Fett« stelle Grog-Zleriin angehören, ibren Butterbedarf nicht mehr in Grvfz-Berlrner Geschäften decken kvnnen. Die vom Kreise Nieder» barnim ausgegebenen Speisefettkarten haben in den Gemeinden, die zur Fettstelle gehören, künftig keine Gültigkeit. Das gleiche gilt umgekehrt auch für diejenigen Einwohner Grob» Berlins, die bisher in Gemeinden des Kreises Nieder» barnnn Butler und Margarine gekauft haben. Es ist daher erforderlicki. dag alle diejenigen Personen, die von dieser Bezirks» änderuug betroffeu werden, sich in dem bisherigen Geschäfte ab» melden und in ein anderes Geschäft in dem für ihren Wohnsitz zu- ständigen Kominuiialverbalid ummelden. Selbstverständlich müssen sie austerdei» die Ncuamnekdiing in der Zeit vom lo. bis 19. November gleich in dem Kommunalverband vornehmen, der für sie jetzt zuständig ist. Die Neuonmeldung in der Zeit vom 15. bis 19. November hat jedoch erst für den Butterbezug vom 11. Dezember ISIS ab Wirksamkeit, weswegen auslerdem für die Zeit bis zum 19. Dezember noch die vorerwähnte llmmeldung erforderlich ist. Vorstehendes gilt auch süx diejenigen Bewohner des Kreise? Teltow, die in solchen Genreinden des Kreises wohnen, die zur Fettstelle Grost-Berlin nicht mehr gehören. KleiichandelZpreise für frische Seefische bester Qualität für Sonnabend, den 18. November 1916. Schellfische, klein(Bis Pfund) 1,80 M.. mittel(von'/« bis 1 Pfund) 1,99«Di., grojzmiliel(von 1 bis l1/, Pfund) 2,00 M,, grojze(von iVz Pfund und mehr) 2.10 M.; Kabeljau, klein(bis Pfund) 1,60 M., mittel(von iVj bis 4 Pfund) 1,70 M., große lvvn 4 Pfund und mehr) 1,30 M.. ohne Kopf(im Ausschnitt) 2,40 M.? Schollen, kleine(bis zu Vj Pfund) 1,25 M.(Zufuhr etwas reichlicher.)'_____ Reisebrotmarken. Es kommen noch vielfach Fremde nach Berlin, die nicht im Besitz von NeickSreisebrotmarkrn lind. Diesen Reisenden entstehen erbeb» lichc Unannehmlichkeilen: denn nach den Anordnungen der Zentral- Behörde muß jeder, der auf Reifen geht, sich von seiner Hei malsbehörde für die Dauer seiner Reise mit 91 e i ch S r e i s c b r o t n> a r k e n versehen lassen. Es sei noch malS auf diese für Reisende sehr wichtige Bestimmung hingewiesen. sowie darauf, daß Personen, die sich von ihrer Heimatsbehörde nicht niit Rcichsreiscbrounarken verschen haben, Gefahr laufen, an ihrem derzeitigen AufcnlhaltSort kein Brot zu erhalten. Höchstpreise für Mohrrüben. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst bringt nochmals all gemein in Erinnerung, daß seit der Verordnung vom 26. Oktober 1916 der Erzcuger-HöchstpreiS für Möhren aller Art, also auch für roifleischige Mohrrüben 4 M. beträgt. Ein Hinweis hierauf ist deshalb notwendig, weil sowohl im Groß- wie auch im Klein- Handel für rote Mohrrüben jetzt noch vielfach ein verhältnismäßig hoher Preis gezahlt wird._ Absatz ausländischer Zwiebeln. Die Verordnung über Höchstpreise von Zwiebeln gibt den LaudeSzentralbehörden die Möglichkeit, mit Zustimmung de» Prä- sidcnteu deS KriegSernährungsamtS Ausnahmen für ausländische Zwiebeln zuzulassen. Den Landesregierungen ist durch da» Krieg»- ernährungsamt ein Ersuchen dahingehend zugegangen, die Ausnahmebestimmung so zu fassen, daß diejenigen aus- ländischeii Zwiebeln, die durch die Reichsstclle für Gemüse und Obst oder ihre Beauftragten in den Verlehr gebracht werden, vom Höchstpreise frei sein sollen. Insoweit die Landespolizei- behörden diesem Ersuchen folgen, wird die Reicksstelle für die von ihr oder mit ihrer Genehmigung bereits eingeführten Zwiebeln, auf Antrag Kommunalverbände ermächtigen, diese Zwiebeln, unter näher mit rhr zu vereinbarenden Bedingungen, weiter abzusetzen. Bei Festsetzung dieser Bedingungen wird eS sich insbesondere darum handeln, daß ein dem ausländischen Markt angemesiener Preis ein- gehalten und seitens der Kommunalverbände die Garantie über« uommen wird, daß eine Verwechslung und Vermischung mit in- ländischcr Ware ausgeschlossen bleibt. Preise für Kohl und Aepfel. Die von der PreiSprüfungSstelle als angemesien bezeichneten Preise sind für die nächste Woche folgende für je ein Pfund: Wirsingkohl 17-20 Pf.. Weißkohl 8-10 Pf.. Rotkohl 20— 28 Pf.. Kohlrüben 6-3 Pf.. Grünkohl 13—19 Pf.. Tafeläpsel SS— 65 Pf. Bei Tafeläpseln ist»besonder» seine auigcsuchte Ware, Auslese', nicht inbegriffen._ Stipendium an die Jugend in Industrie und Handel. Aus der Stijtung der Berliner Gewerbe-AuSstellung im Jahre 1879 sollen wie alljährlich auch im Monat März 1917 an die der Industrie und dem Gewerbe sich widmende Jugend zu ihrer weiteren Ausbildung Stipendien verteilt werden. Ein Stipendium kann nur solchen Personen gewährt werden, die in Berlin geboren und ortsangehöng sind oder mindestens die letzten 4—5 Jahre unuiilerbrochen hier gewohnt haben. Die Gesuche um cur Stipendium sind schriftlich unter Beifügung eines selbst geschriebenen Lebenslanses, der Schulzeugnisse und sonstigen Zeug» nisse des Lehr» bezw. Brotherrn dem Kuratorium der Stiftung der Berliner Gewerbe-AuSstellung, Spandauer Str. 32, II, Zimmer 3, in der Zeil von jetzt bis 15. Januar 1917 einzureichen. Später eingehende Gesuche oder solche, bei denen eine» der vorstehend be- zeichneten Beweisstücke mangelhaft ist oder ganz fehlt, können nicht verücksichtigt werden._ Keine Brotseudungen an deutsche Gefangene in Frankreich. Be» reitS im Sommer ist amtlich darauf hingewiesen worden, daß auf Grund eines zwischen der deutschen und der französischen Regierung getroffenen Abkommens Sendungen mit Brot, Zwieback und Biskuit an deutsche Kriegs- oder Zivilgefangene in Frankreich nicht mehr zulässig sind. Trotzdem ist bekannt geworden, daß immer noch zahl- reiche Pakete mit derartiger Backware über die Grenze gehen und dort von den Franzosen beschlagnahmt werden. Die Angehörigen werden daher nochmals vor der Absendung solcher Pakete gewarnt. Die Gefangenen können ans die ihnen zugedachte Gabe umso eher verzichten, als sie auf Grund jenes Abkommen» täglich 600 Gramm Brot erhalten. Die Tauzigcr Gcrstcschiebmigeu haben jetzt auch in Berlin eine Verhandlung zur Folge gehabt. Hier betreibt ein Kaufmann Theodor Moser jetzt in der Großen Frankfurter Straße eine Grütz» wurstkabrik in großem Maßstabe. Die Ermittelungen ergaben, daß auch Moser zu den Abnehmern des Kaufmann» und Generalagenten Rasch gehörte, über dessen Verhaftung schon berichtet wurde. Moser bat iiäcdivcisltch Hunderle von Zentnern Gerste bezogen und mit 100—120 M. den Zentner bezahtr, während nach den bestehenden Bestimmungen der normale Preis 26 M. betrug. Eine Durchsuchung förderte noch 250 Zentner Gerste zutage. Sie wurde beschlagnahmt. Moser betrieb den Handel mit Grützwurst, die er selbst herstellte, im großen. Trotz de» boden Preises, den er für die Rohwaren zahlt«, kam er immer noch auf seine Kosten, weil ja die Grützwurst vom Publikum zu jedem Preise gekauft wird. AufgehobeiicS Handelsverbot. Das untern« 3. Juli gegen den Kaufmann Emil Kaatz, Alexanderstr. 54, jetzt Wehlauer Str. 3, er- lassene Verbot des Handels mit Leder jeder Ait, insbesondere auch mit Lcderabsällcn, hat der Polizeipräsident aufgehoben. Ein räuberischer Ueberfoll. Ein lriegsbeschädigter Arbeiter, der gegenwärtig m einer Munitionsfabrik beschäftigt ist, halte auf der Rücklehr von der ArbeiiSstelle gegen 12 Uhr nachts eine Gastwirt- schafi an der Gustav-Adols-Straße aufgesucht. ES gesellten sich zwei ihm unbekannte Männer hinzu und die drei machten eine größere Zeche. Bei der Bezahlung sahen �e beiden. Arbeiter zwei Hundertmarkscheine in der Briestasche hatte. Auf der Straße begannen sie einen Slreit, schlugen ihn nieder und raubten ihm aus der Brieftasche 115 M. Die Dtäuber wurden auf Grund der von dem Bestohlcnen gegebenen Beschreibung festgenommen. Das Opfer eines Automobilunfalls wurde der Bäckev meister Paul Herda aus der Grunewaidstraße 75 in Schöneberg. Als er den Fahrdamm in der Grunewaldstraße nbenchreilen wollte, wurde er von einem Droschkenamo erfaßt inid zu Boden geschleudert. Schwerverletzt wurde er in die Uiisallstanon an der Potsdamer Straße eingeliefert, wo der Arzt einen Schädelbruch feststellte. Auf dem Transport zum Krankenhause starb der Verunglückte. Ein nichtswürdiger Bubenstreich ist kürzlich in Pankow verüb worden. In der Nacht sind dort unbekannte Täter in den Straßen- bahnhof eingedrungen, haben einen Triebwagen in Betrieb geletzt und fuhren in der Richtung nach Luchholz davon. Unterwegs schalteleii sie höchste Stromkraft ein, sprangen vom Wagen ab und ließen diesen davoiuainen. Der Wagen durchraste die Endstrecke und sprang an der Endstation aus den Schienen. Dabei stieß er gegen einen hölzernen Stall, der zertümmert und in Brand gesetzt wurde' Der Wagen selbst ist vollständig verbrannt. BiSher ist es leider nicht gelungen, die Urheber dieses Bubenstücks, das leicht schweres Unglück halte anrichten können, zu ermitteln. Einsam gestorben. Acht Tage tot in ihrer Wohnung gelegen hat die 64 Jahre alte Almosenempfängerin Witwe Auguste Redlich aus der Birkenstr. 26. Die Frau war längere Zeit nicht zum Vor- schein gekommen. AlS der Hauswirt sich jetzt nach ihr umsah, fand er sie tot im Bette liegend. Räch dem Zustande der Leiche ist sie schon vor acht Tagen gestorben, wahrscheinlich an Herzschlag. Ei» Zusammenstoß zwischen zwei Straßenbahnwagen, einem der städtischen Bahn und einem der Großen Berliner, ereignete sich an der Ecke der Erenz- und Gerichtstraße. Durch GlaSsplitter wurden sieben Personen verletzt. Sie konnten alle in ihre Woh- nungen entlassen werden, nachdem sie verbunden worden waren. Bußtag und Totenfest. Das Oberkommando in den Marken teilt mit, daß die für Sonntags erteilte Genehmigung zur Heraus- gäbe von Mittagszeftuugen und von Extrablättern für den Bußtag und das Totenfest auch in diesem Jahre keine Geltung hat. Das Feilbieten von Zeitungen ist nur in offenen Verkaufsläden von 12 Uhr mittags bis 2 Uhr nachmittags gestaltet. Jede weitere Be- schäfligung im Zcitungsgewerbe hat an beiden Tagen bis Mitter- nacht zu ünterbleiben. Nimieldungrn zur Ausbildung beim„Roten Kreuz" können bis zum 21. November an die Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger, Charlottenburg. Königin-Elisabeth-Straße 42, gerichtet werden. Militärpflichtige, die als kriegSverioendungSfähig gemustert oder bereits einberufen find, werden nicht aufgenommen. Schachspieler. Wie aus dem heutigen Inserat zu ersehen, der- anstaltet der Arbeiter-Schachklub am Bußtage in der»Neuen Phil- Harmonie', Köpenicker Str. 96/97, nachmittags 3 Uhr, einen Masten- Wettkampf. Hierzu sind alle Schachspieler, auch Feldgraue, freund- lich eingeladen. Eintritt und Teilnahme frei.— Außerdem jeden Sonntagvormittag von 9—12 für jedermann freier Schachverlehr: Stralauer Brücke 3(Nähe Jannowitzbrücke). Mus öen Gemeinöen. Charlottcnburg. Eine besondere Brotkommission für Militär- Urlauber hat der Magistrat im Hause Lützower Straß« 15 ein- gerichtet. Von jetzt ab erhallen die Charlottenburger Urlauber ihre LebenSmitielkarten nur in dieser Brolkommission, die werktäglich von 10 bis 1 Uhr und 4 bis 8 Uhr, Somilags von 10 bis 12 Uhr geöffnet ist. Schöneberg. Die Massenspeisung nimmt hier einen immer größeren Umfang an. In de» beiden Mittelstands« und den fünf Vollstüchen werden täglich 7000 Perionen gespeist. Obwohl die Speisung bis auf 13 000 Personen ausgedehnt werden kann und erhebliche Reserven zur Verfügung �stehen, besteht jetzt bereits die Absicht, erneut Maßnahmen zu treffen, die eine tägliche Speisung bi» zu 25 000 Personen gestatten. Um dies zu ermöglichen, sollen an größeren Plätzen geeignete Baracken aufgestellt werden, die später, wenn die ausgedehnte Speisung nicht niehr erforderlich ist, entfernt oder anderen Zwecken dienstbar gemacht werden können. Als besonders geeignete Plätze sind in Äusficht genommen: der Winterseldiplatz, der Teil hinler der Kirche, der Marftplatz in der Ebersstraße gegenüber der Volksbadeanstalt, der Leuthcnplatz und für den Friedenau«? Ortsteil ein Bauplatz im Zuge der Wielandstraße. In dem Verlrage zwischen der Stadl und dem Volksküchenvercin war vereinbart, daß die Stadt dem Verein einen eisernen Betriebs- fonds zur Beschaffung von Lorräten in Höhe von 150 000 M. über- läßt. Dieser Betrag mrd auf 400 000 M. erhöht. Ferner wurden zur Deckung der Einrichtungskosten und an sonstigen Zuschüssen 130 000 M. bewilligt; diese Summe wird auf 400 000 M. festgesetzt. Der Bau der Baracken wird derartig beschleunigt, daß zum Frühjahr der Belrieb eröffnet werden kann. Die Organisation, die Beschaffung der Kestel, die inneren Einrichtungen und die Besorgung der Nahrungsmittel sind dem Volkslüchenverein überlasten. In den fünf Monaten, in denen die Stadt die Aufficht und der Berein den Belrieb hat, sind insgesamt 645 327 Portionen ausgeteilt worden. Neukölln. Vor Eintritt in die Tagesordnung der jüngsten Stadtverordne ten-Sitzung wurden die ans dem Felde zurückgekehrten sozialdemokraiischen Stadtverordneten Reinsch und Röhl in ihr Amt eingeführt und vom Vorsteher mit warmen Worten begrüßt. Daraus fand die Wahl von sechs unbesvl- bete« Stadträten statt. Die Herren Hildebrandt, Marggraff, Rochlitz, Schmidt, Wiischke wurden wieder- und Genösse Wutzky neugewählt. Letzterer erhielt 8l Stimmen; 19 Zettel wurden weiß abgegeben. Ohne Debatte stimmte die Versammlung einem Antrage des Magistrats zu, wonach die diesjährigen Ergänz ungswahlen zur Stadt« verordneten-Versamm lnng gemäß der königlichen Ver- ordnung vom 4. November 1916 um ein Jahr mit der Wirkung verschoben werden, daß die Sradtverordneten, für die eine Ergänzungswahl nötig gewesen wäre, ein Jahr mehr und die an ihre Stelle tretenden ein Jahr weniger in Tätigkeit bleiben. Von der sozialdemokratischen Fraktion fallen unter diesen Beschluß die Stadtverordneten Alscher, Schuch, Zepmeisel, Fleischer aus der II. Abteilung und Tburow, Groger, Heitmann, Boeske. Jden, BytomSki, Jaeck, Polenske aus der III. Abteilung, deren Mandate mit Ende dieses Jahres abgelaufen wären. Neben kleineren Vor- lagen fand noch die Aufnähme einer Anleihe von fünf Millionen Mark für die städtische Anstalt für zweite Hhpolheken die Zustimmung der Versammlung. Hauptgegeiistand der Beratung war die Straßenbahnangelegenheft, über die wir an anderer Stelle berichten. Neukölln. Nachdem jetzt wieder größere Mengen Mie»- oder Pfahlmuichelii aus den Markt gekommen sind, sei erneut auf dieses billige VolkSnahrnngSmiitel hingewiesen. ES findet im groheir ganzen noch viel zu wenig Beachtung. Die Muscheln sind teich an Eiweißgehalt, dazu im Preise außerordentlich billig und bieten einen empfehlenswerten Fleischersatz. Tie Zubereitung ist einfach, worüber näheres bei den Vetkäntern zu erfahren ijt. Die Stadt Neukölln hat einen größeren Posten Muscheln erhalten und sich weitere Zu« fuhren durch Abschluß gesichert. Der Verkauf findet täglich in der städtische« Fischhalle, Vergstr. 21, statt. Sriefkasten der Redaktion. Kl« ImlftilcU eprechsnilide findet für Abonnenten Lt»denstr. Z, IT. Hof ceHIS, varierre. am Montag bis Freilag oon« II» 7 ttgr, am Sontlabend von S»t» 6 Uhr statt. Jeder flir dcn B r i e f t a st e n beftimmlen«nfrag, ist«in»mfiftafie und ein« Saht ai» MertzeiSen beizufügen. Brieflich« Antwort wird nicht erteilt,»niragen, denen feine Abonnementsauitinng beigefügt ist, werden nicht bsantworlei. Eilige Fragen trage man in der Evrechüunde vor. Verträge, echristfiilcke NU» derglcicheu bringe aar in die evrechslunve mit B. 15. Für die Zeit, in der Sie zum Heeresdienst eingezogen waren, haben Sie keine Steuern zu zahlen. Die Sleucrn können Nur vom No- vcmbcr an von Jdnen erhoben werden.— Leser 7. 1. Ja, diese Gelder werden zu UnterstützungSzwecken für bedürstige Familien der Mannschasien, besondere Anschafsungen für die Mamifchaften usw. verwendet. L. und 3. Ja. 4. und 5. Eine solche Verfügung wird bestehen, sie ist aber nicht öffentlich bekannt, sondern nur den Milttärdienslstellen.— A. F. 6010. Zur Herausgabe der Geschenke find Sie beiderseits nicht verpflichtet. «etterauSftchten kür da» mittlere«orddeutsctilaud vi» Sonntag mittag. Kalt, überwiegend bewölkt mit geringen, nur im Süden etwas stärkeren Niederschlägen, überall Nachtsrost. Bszogsqueiien-uerzsictinis Beriln-Nordcn _ I«i KlnkUf«!_ cDroaan, Farben aen 'Stti ll»elulr. Sä| nrt.Sfhiilwiieorfrt. Fleisch- u. Wurst«.*5 ' j ÄanBsCeDti'.™' , Bit. Iii. Herr.-, Dam.-, Knab--. u. Midohen-Oardar,, Veteranenstr. 14] fertig u. n. Maß Kolonlalwaron Strolitzer Str. 67 DK«iDiekeidtrfni.i4 aiehlliandlung: £* Mehlhandlungen � kL Fiat Pankitr. 1 ■Sbelmagazlne «Hli.ÄSSa.'!» Jb Bezogsqueiisn-uerzelGliRis Barlin-Osten IncUint«Dcbemlicb•Inaal. Bei KieUetm«mpl.iil«». 0 Butter, Eier, Mse an JöMEll'iJSES exat Mehl Uoli. PisM Mehlhendlunn Konigsberger Stmße 26/T7 HHaynn, Frankfurt. AUe«»: figea. Ringbnh. Frnnkt. Alle«. b-jc Schuw. u. Besohtanatalteo IJ. Mdi gt'.CT" a 1 ■aar Wnronhäiiser na ilUmtiner WirtikuilUi FIubiiiM Alt-Stnia« 11.Vorw.-Ui.«rk»»/..U r�hTAt�r UroUf.il � N.ae Könlaur.<0<»» eS Buchhandlung BowärtS, Berlin EW., 5!ndenfir.3 Es lebe der Frieden! Von Ph. Scheidemann, M.d.R. Preis 7SPf. Vereinsausgabe 4vPf. Aus dem Inhalt: Ansere Friedensarbeit im Reiche— Internationale Friedens- arbeit— Ist der Krieg ein anderer geworden?— Slnfere Friedensinterpellation-DasVerhalten der feindlichen Regierungen: Rußlands, Englands, Frankreichs und Belgiens— Wie also steht es inWirklichkeit?— Aussprechen, was ist!— And am Schlüsse gibt der Ver» fasser klare Richtlinien: Wann dem Kriege ein Ende gemacht wird und wie wir zu einem dauerhaften Frieden gelangen. daß �er .inlorillcher Ncdakteur:. Hcrmaun Müller, Tearpe.'ho� Lür denJaieraienieil«auilv,. 83 billiger Herkaal von Restbeständen n. Einzelpaaren. Es bietet eich für die geehrte Einwohnerschaft ron Berlin O Gelegenheit, Schuhwaren günstig einzukaufen. Damen-SehnöFsehuhe schwarz«nd bn«m io90 Damen-SchnürsMel......... 1590 Burschen- u. Backfischsllefel G�mo moderne/ Form\ Knaben- nnd Mädebenslefel '% Kinderstiefel ms Graue 22. Imil. Kamelbaarschube für Mädchen... Gr. 31—35 schwarz und braun mit S und '5eoi je, IO.UO Ledersoble 15.no 14. 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