Nr. 108. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterretch= Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochen= tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Krebsschäden deutscher Rechtspflege. Sonnabend, den 12. Mai 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. wurde, Rechtsanschauungen schroffen Ausdruck zu verleihen, Respekt für die Aufgaben der Vertheidigung, in die richtervon denen viele seiner Kollegen in gleicher Weise beseelt liche Praxis ein, als Leute, die durch eine rein bureaus werden. Den Werth haben solche Temperaments tratische Ausbildung und Lebensstellung zum berufsmäßigen explosionen allerdings, daß sie die öffentliche Aufmerksam Aburtheilen erzogen wurden. Englische Richter sind gar Die Gerichtsverhandlungen, die am 8. und 9. Mai teit auf Mißstände in unserer Rechtspflege lenken, die sonst keine Beamte in unserem Sinne, sie fühlen sich nicht als unter dem Vorfiz des Landgerichts- Direktors Brausewetter die sprichwörtliche deutsche Geduld noch Jahre lang er Beamte und urtheilen vor allem nicht als Beamte. Obzur Aburtheilung einer Anzahl von Zeitungsredakteuren tragen hätte, ohne dagegen mit Besserungsbestrebungen zu gleich sie natürlich beeinflußt werden von den Klassenwegen angeblich beleidigender Kritik der Polizeithaten vom reagiren. anschauungen der Bourgeoisie und Aristokratie, deren Mit18. Januar führten, werden sicherlich einen hervorragenden Was ist es denn, das in dem Verhalten des Land- glieder sie sind, haben sie sich doch wiederholt bewährt als Play einnehmen in den Annalen der deutschen Rechts- gerichts- Direktors Brausewetter, wenn wir einmal von der Hüter der Volksfreiheit und Voltsrechte gegen Uebergriffe geschichte. Selten hat das Urtheil eines Gerichts sich in so Form seines Eingreifens absehen, in Widerspruch trat zum der Beamten, gegen Uebergriffe der Regierung und sogar flaffendem Widerspruch befunden mit dem Urtheil der Rechtsbewußtsein des Volkes? Das war, daß er sich völlig des Parlaments. Das war aber nur deshalb möglich, öffentlichen Meinung, wie sie mit ungewöhnlicher Ein- eins fühlte mit den im Prozesse als Partei auftretenden weil sie nicht nur materiell unabhängig gestellt wurden müthigkeit in der Presse der verschiedenen Parteien zum Polizeibehörden, und daß als Leitmotiv seines Inquirirens durch die Unabsehbarkeit und ein gesichertes Einkommen, Ausdruck gekommen ist. Nie zuvor hat das Hervortreten das Bemühen zu Tage trat, die Schuld der jenen Beamten sondern durch ihren ganzen Entwickelungsgang gefestigt der subjektiven Meinung des Gerichtspräsidenten, seine ganze gegenüberstehenden Angeklagten nachzuweisen. Dieses Ver- wurden gegen die Beeinflussung der Regierung und den Stellungnahme, sein Verhalten gegenüber den Angeklagten halten des Gerichtsvorsißenden ist aber nicht zurückzuführen kollegialischen Geist der Beamtenschaft. und der Vertheidigung solches Staunen erregt. Nicht nur auf seine individuelle Beranlagung, obgleich es dadurch ein im Publikum, sondern auch zuverlässigen Andeutungen nach grelleres Kolorit erhielt, als das sonst zu geschehen pflegt, unter den richterlichen Kollegen des Herrn Landgerichts- sondern auf den Geist unserer ganzen Gerichtsorganisation Direktors Brausewetter geschah ob der temperamentvollen und unserer Strafprozeß- Ordnung. Aussprüche dieses Herrn ein allgemeines Schütteln des Die ganze Ausbildung und Lebensstellung der deutschen Ropfes. Sehr zu beklagen wäre es nun aber, wenn es nach blem altem Brauch bei diesem allgemeinen Schütteln des Kopfes fein Bewenden hätte, wenn, wie verschiedene Andeutungen der Blätter schließen lassen, die Kritiker schon vollkommen befriedigt wären, sobald einmal im Laufe der Beit Herrn Brausewetter die Gelegenheit entzogen würde, in gleichartiger Thätigkeit ein allgemeines Kopfschütteln zu erregen. Nichts verhängnißvoller auch hier, als wenn die öffentliche Kritik haften bliebe an der Person. Doch außer dem Entwickelungsgange und der Lebensftellung der Richter wirkt auch unsere Strafprozeßordnung höchst ungünstig ein auf die richterliche Leitung der Verhandlungen im Strafprozeß. Man thut sich nicht wenig darauf zu gute in Deutsch Richter macht sie zu einem integrirenden Bestandtheil der land, daß man seit einigen Jahrzehnten für die GerichtsBeamtenschaft. Sie sind vollkommen eingegliedert in die verhandlungen die Deffentlichkeit und Mündlichkeit, ja jogar Beamtenhierarchie mit ihren Rangstufen und Titeln, mit das kontradiktorische Verfahren eingeführt hat. Nun, die ihren Pflichten gegenüber der Regierung, mit ihren Rechten Oeffentlichkeit wird alle Augenblicke beseitigt, sobald die gegenüber der Unterthanenschaft. Das Reserve- Offiziers- sogenannte Staatsraison es verlangt; und der offenherzige thum giebt dem jungen Richter den letzten Schliff der voll- Herr Brausewetter ist sich so wenig bewußt, unter dem ständigen Kollegialität mit dem Regierungsrath, dem Land- Bann der Deffentlichkeit zu stehen, daß er in voller Ueberrath, dem Polizeirath. Die Richter sind nicht freie und zeugung im Laufe der vielbesprochenen Verhandlungen den unabhängig gestellte Mitglieder des Voltes, vorurtheilslos Ausspruch thun tonnte:" Die Deffentlichkeit allen Einzelintereffen im Volfe gegenüberstehend, sondern gie b t's nicht." dem Wesen nach Glieder der bureaukratischen Hierarchie, Aber das kontradiktorische Verfahren? belegirt um die inneren Streitigkeiten der Unterthanenschaft Als man in Deutschland die Rechtspflege moderzu schlichten, vor allem aber die Antastungen der Staats- nisiren und nach der Jahrhunderte langen unumschränkten interessen", wie sie sich in der bureaukratischen Hierarchie Herrschaft des römischen Juristenrechts dem Rechtsbewußtverkörpern, streng zu ahuden. sein des Volkes näher führen wollte, hatte man in der aus altgermanischen Rechtsinstitutionen naturgemäß heraus entwickelten Gerichtsverfassung und Prozeßordnung Englands das geeignetste Vorbild. Aber unsere juristischen Gesetzesmacher konnten sich so wenig von ihren römisch rechtlichen Anschauungen und der obrigkeitlichen Bevormundungssucht losmachen, daß sie lieber nach der verhunzten Nachahmung der englischen, nach den französischen Rechtseinrichtungen des Code Napoleon griffen. Daher die bevorzugte Stellung der staatsanwaltschaftlichen Anklagebehörde gegenüber der Vertheidigung, daher die Verkümmerung der richterlichen Voruntersuchung zu einem Hilfsmittel für die Anklagebehörde, daher auch an stelle des reinen kontradiktorischen Verfahrens im englischen Strafprozeß die Beibehaltung der Inquisition durch den vorfizenden Richter, die ihm aus psychologischen Gründen eine unparteiliche Haltung nahezu unmöglich macht. Herr Brausewetter hat nicht allein zu Gericht gesessen, wenn er auch als Vorsitzender die Berhandlungen geleitet hat. Er hat das erstaunliche Urtheil nicht allein gefällt, sondern vier andere Richter mit ihm, die alles mit angehört haben, was da vorging im Gerichtssaal, die die Bengenaussagen der interessirten Polizeibeamten und die Durch ihr Verhältniß zur Bureaukratie unterscheidet entgegenstehenden gänzlich uninteressirter Zeugen vernahmen, sich die Stellung der deutschen Richter fundamental von der denen kein Wort entging, das dem Brausewetter'schen Ge- der englischen. Dabei soll gar nicht einmal auf die sogehege der Zähne entfuhr und die trotzdem durch Kollegial nannten Friedensrichter, die als Selbstverwaltungsbeamte beschluß dieses erstaunliche Urtheil zuſammendestillirten. die niedere Gerichtsbarkeit ausüben, Bezug genommen werUnd wer in der Strafpraxis deutscher Gerichte, be- den. Auch für die höheren englischen Richter giebt es sonders wo es sich um politische Prozesse handelt, einiger- teine besondere Beamtenkarrieren; fic werden durchweg maßen bewandert ist, wird sich nicht der Illusion hingeben, entnommen aus der Zahl der erfolgreichen und in jeder daß jenes drakonische Urtheil ein ungewöhnliches ist, daß der Geist, die Stimmung, die den Gerichtshof beherrschten, nur ausnahmsweise zur Geltung gekommen sind. Was die Gerichtsverhandlungen vom 8. und 9. Mai so auffällig machte, war nicht ein neuer Geist, der plöglich in jene fünf Richter und den Vorsitzenden besonders hinein gefahren ist; es war nur die Thatsache, daß der Vorsitzende durch ein etwas lebhaftes Temperament dazu gebracht Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. 36 Hinsicht durch Talent und Charakter bewährten Rechtsanwälte, die in der Zivilpraxis bald für den Kläger, bald für den Beklagten zu plaidiren haben, in der Strafpraxis aber als Vertheidiger sich ihren juristischen Ruf erwerben. Leute, die eine solche Vorbildung bis ins reifere Mannes alter durchgemacht haben, die in der Schule des Lebens fich eine äußerst vielseitige Bildung des Geistes und Charakters aneignen mußten, treten ganz anders, mit ganz anderem # einen aus Israel plündere, begehe ich einen Raub; nur raffte sich zusammen, blickte wild, mit wehenden Haaren zu wenn ich einen Sohn meines Gesetzes würge, begehe ich den jagenden Wolken auf, die vergebens ihre dichtesten einen Todtschlag vor dem Herrn. Der unfreiwillige Ab- Schneeflocken hernieder sandten, das glühende Melochgebilde fall jedoch von eben diesem Gesetze erfüllte den verhärteten abzukühlen. Der Bund ist zerrissen!" schrie er gellend Bösewicht mit allen Qualen der Reue und des Jammers. hinauf, das einzige lebende Wesen unter dem stillen eisigen Vergebens stellte er sich vor, was ihn in jener fürchter- Regen:" Sammael! Fürst der Wildniß, Fürst des Todes lichen Rapelle bewogen hatte, frisch und frei seinen Mund und Gatte der entsetzlichen Nachtfrau Lilis, der Gebärerin zu dem frevelnden Werke zu leihen: daß nämlich die Rabbiner aller Schreckgespenster und Sünden! Dir ergebe ich mich! Lehren, ein gezwungener Eid sei keiner ein freiwilliger Schüße mich vor dem Zorne unsers Gottes! berge mich Falle nicht in den alten Baalsdienst zurück;" ermahnte sogar sei keiner, sobald man nur geschickt den Worten vor der Wuth Edoms! Lehre mich das Schwert führen ihn Bernhard, der, der Gutmüthigste von den Dreien, sich des Gelübdes einen andern Sinn beilege in Gedanken, gegen das Gesez, das nicht mehr mein ist. Erlaube mir, in der That einbildete, ein dem Himmel angenehmes Wert als den geforderten. Der Ausweg, den diese letztere ver- Rache zu nehmen an Israel, wie an Esau, bis Du einst verrichtet zu haben:" Das Christenthum schenkt zeitliche und derbliche Lehre so wohlthätig den Meineid eröffnete, war meinen Geift dahin nimmst in den Stürmen Deines ewige Wohlfahrt. Den Juden haßte man: den Bekehrten unzulänglich für den Abergläubigen, der sich jammernd und Grimmes!" wird alles lieben und allenthalben befördern."-Merke verzweifelnd im Schnee wälzte, um von seinem Haupte den Als ob der entfeßliche Sanmael ihn verfolgte, irrte der Dir aber noch das eine!" schloß der Hornberger drohend: Gräuel einer verabscheuten Religion zu waschen.-„ Ich Sünder auf den Schneefeldern umher, bis der nächste Wofern wir vernehmen, daß Du wieder zur Keberei Dich bin verloren;" seufzte er aus feuchender Brust:" Ein Jude Morgen grau und kalt heraufstieg, und ihn zur Hütte trieb. wendest, daß Du dies Schildlein nicht trägst, und nicht be- bin ich nicht mehr, ein Christ kann und mag ich nicht sein. Das wachsende Licht des Tages senkt stets mehr Zuversicht kennst, daß Du freiwillig unsers Glauben wurdest, so stirbst Alle Paradiese sind mir verschlossen, jedes Glaubens Hölle in gute, wie in böse zweifelnde Herzen. Der Wahnsinn Du ohne Barmherzigkeit von meiner Hand. Jetzt aber be- mir beschieden! Einen falschen Eid könnte ich verantworten, der verweinten oder verlästerten Nacht schwindet in ruhigeres danke Dich kniend für die von uns empfangene Wohlthat, aber solche Gräuelthat nicht. Wollte ich auch vorschützen, Nachdenken hin, und auch Zodick wurde ruhiger, gemäßigter. und fahre hin, Deines Wegs." Zodick mußte auf seinen ich hätte es nicht freiwillig gethan was nüßt es Er sah plöglich ein, wie sehr sein irdischer Vortheil durch Knien die Hände seiner drei Paten tüffen, geloben, ihnen mir?... der Mensch steht vor Gott und seine Werke um die nothgedrungene Glaubensänderung gewinne, und daß in Treue zu dienen, wann und wo sie es begehren würden, ihn her. Der heilige, hochgelobte Gott, der starke eifrige es dem jenseits Verlorenen erlaubt sein müsse, hienieden und wurde unter Gelächter und Hohn entlassen. Als ob Gott hat sich gekleidet in Born, denn er hat gesehen, doppelt zu leben in eigener Freude und fremden Leiden. ihm der Kopf brenne, lief er aus dem Bereiche seiner wie man mich taufte... er hat gehört, wie ich ge- Er erklärte vogelfrei alle Menschen, wes Glaubens sie auch Beiniger hinweg; bald verließen ihn jedoch die Kräfte, und schworen... wehe mir! wehe! Die Schule zu Worins feien, und beschloß, uun das Werk seiner Rache an Ben er sank nieder in den Schnee, gerüttelt von Gewissensbiffen wird mich in Baun thun; die grausamen Kinder Esau's Davids Hause aufs Glänzendste zu vollenden. Trunken und reggewordener Verzweiflung. Es giebt Falten im werden mich ermorden, wofern ich wanke. Muß ich denn vor Freude über die entsetzlichen Bilder, die in seinem Gemenschlichen Herzen, die der Wiz des Gelehrten nimmer verloren sein, warum gehen sie nicht mit mir unter, die hirne aufstiegen, dankte sogar der Verblendete der Voraustundschaften wird. Der blutgierige Bube Bodick hatte gotttlosen Söhne Amaleks? Verruchte Gojim! ihr habt fehung für die verwichene Nacht. Sein Aberglaube wähnte geraubt, gemordet, und sein Gewissen war fruhig geblieben mir meine Seele gestohlen! Ich fluche Euch! Ich gelobe von dem Schicksale mit Vorbedacht die Freiheit erhalten zu bei der freiwilligen Unthat. Es waren ja nur Chriften, Euch Rache, vollgeltende Rache!" haben, ohne Gewissensangst, seinen Durst nach Rache löschen die Unterbrücker Israels; dachte er bei sich selbst. Ihre Dieser Gedanke belebte den Unseligen, von Zweifeln zu können, und seine Bosheit schritt langsam, aber kühn Habe ist in unsere Hände gegeben, ihr Leben selbst, das und Muthlosigkeit Berriffenen mit dem Funken, der nicht zur Ausführung. nicht edler ist, als das eines Schweins. Nur, wenn ich aus dem Himmel stammt, sondern aus der Tiefe. Zodick ( Fortsetzung folgt.) 1 Das rein kontradiktorische Verfahren würde bebingen, die Auffassung", ich glaube"," mir schien", ich nahm Form der Verhandlungen Alles und Jedes sorgfältig zu daß der Gerichtsvorsitzende die Zeugen nicht selbst au" 2c., wodurch sie sich zu ihrem Vorgehen bestimmen ließen. vermeiden, was irgend den Anschein geben verhört, sondern daß der Staatsanwalt die Zeugen Hütten sie den Charakter der Versammlung gekannt, so würden könnte, als stände er mehr auf Seiten der für das ist der Eindruck von den Aussagen unseres Bericht- Antlage, als auf Seiten der Angeflagten, den Schuldbeweis, der Vertheidiger die Entie lastungszeugen vorführt und verhört und daß beide dann erstatters, sowie des der„ Kreuz- Zeitung", der" Post", und des hat er von vornherein durch die Behandlung, die er den gegenseitig durch Kreuzverhör die Zeugenaussagen zu stützen Herrn v. Egidy- wohl weniger forsch", wie Herr Adami sagte, Angeklagten, der Vertheidigung und den Entlastungszeugen fortgegenseitig durch Kreuzverhör die Zeugenaussagen zu stüßen vorgegangen sein. So entsprach thatsächlich, wie die Verhand- gefeßt zu Theil werden ließ, den Eindruck hervorgerufen, oder zu erschüttern versuchen, alles natürlich unter Kon- lungen ergaben, das scharfe Vorgehen der Polizei dem ruhigen als habe er sich sein end giltiges Urtheil bereits vor trolle des Gerichtsvorsitzenden. Charakter der Voltsmasse nicht, wenn man es sich auch aus den Beginn der Verhandlung gebildet. Weitere Preßßimmen über den 18. Januar- Prozeß. " Politische Mebersicht. Ja Ein solches Sobald der Richter selbst Fragen an den Angeklagten Erfahrungen der vorjährigen Revolte erklären fann. Diese Er- Verhalten mußte naturgemäß Mißtrauen erzeugen, und es oder die Zeugen stellt, wird er, da jede Frage nothwendiger- wägung hätte die Zeitungen abhalten sollen, die Polizei allzu war daher kein Wunder, daß es im Verlaufe des Prozesses wiederweise einen Zweck, ein Ziel voraussetzt, in eine bestimmte scharf zu fritisiren; aber andererseits erwartete man doch auch, holt zwischen dem Vorsitzenden und dem Staatsanwalt einerseits thatsächliche Umstand, daß das scharfe und den Angeklagten und deren Vertheidigern andererseits zu Inquisitionstendenz hineingedrängt. Die Wahrheits- daß der erforschung" als Aufgabe des Gerichts ist eine schöne, aber Borgehen der Polizei zu dem ruhigen Charakter sehr erregten Auseinandersegungen fam, die zur Erhöhung der Boltsmasse nicht stimmte, das Urtheil über des Ansehens unserer Justiz nicht beitragen, gefahrbringende Fittion. In Wirklichkeit darf es sich bei die scharfen Ausdrücke der Zeitungen mildern das leider ohnehin schon hier und da in manchen Kreisen be= der Verhandlung nur darum handeln, ob die Anklage würde. Das ist nicht der Fall gewesen und denklich untergraben ist." sich erhärten läßt, oder nicht. Da nun in den meisten Fällen die Höhe der Strafen hat, wie die Blätter Die„ Frankfurter Zeitung" schreibt u. a.: Der Strafantrag die Angeklagten mehr oder weniger schuldig sind, nistet sich aller Richtungen tonstatiren, allgemein über wurde und hier beginnt das politisch Bemertens bei dem berufsmäßig jahrelang inquirirenden Richter rascht. Auch das Verhalten des Vorsigenden werthe an diesem Prozeß nur gegen oppositionelle berührte wenig fym- Blätter gestellt. Konservative, nationalliberale und antisemitische mit Naturnothwendigkeit die Gewohnheitstendenz ein, den Herrn Brausewetter Schuldbeweisen nachzugehen. Einem Richter, der inquiriren pathisch. Wenn Herr Brausewetter auch das Vorhandensein Blätter, die genau dieselben Berichte veröffentlicht und theilweise muß, wird die Bewahrung der Unparteilichkeit auf das der Deffentlichkeit bestritt, so ändert das an der Thatsache nichts, noch viel schärfere Urtheile über das Verhalten der Polizei ausdaß sie trotzdem vorhanden ist, und gerade die Deffentlichkeit un- gesprochen haben, blieben von der Anklage verschont. Aeußerste erschwert zu Ungunsten des Angeklagten. ferer Gerichtsverhandlungen ist eine thatsächliche Rücksicht auf Eine andere Betrachtung schließt das Blatt mit den folgenSo kommt es, daß wir den alten Inquisitionsprozeß diefelbe, sett fie also als vorhanden voraus. Ist sie aber vor- den Worten: des römischen Rechts und der daraus abgeleiteten Land- banden und wird eine Beitung wegen ihrer Beeinflussung der Wie denn überhaupt dieser ganze Prozeß Don rechte Deutschlands, mit allen seinen Nachtheilen für den Deffentlichkeit bestraft, so thut auch das Gericht gut, sie als vor seinem ersten bis zum letzten Stadium auf denjenigen einen Angeklagten, in etwas vermummter Form noch heute haben. handen anzusehen und mit ihr zu rechnen gewiß nicht in dem höchst unerfreulichen Eindruck machen muß, der in Hat ein Richter mal ein ungewöhnlich hißiges Temperament, Sinne, daß es etwa sein Urtheil durch die öffentliche Meinung einer guten Rechtspflege eine der wichtigsten Grundlagen eines wie Herr Brausewetter, so tritt dieser Krebsschaden unserer bestimmen ließe, aber gerade in einem solchen Falle, wie bei dem geordneten Staatswesens erblickt. vorliegenden Prozeß ist es von großer Bedeutung, daß der Ein- Auch die ,, Kölnische Zeitung" äußert sich nochmals. Sie Rechtspflege klar und deutlich zu Tage. druck, welcher von der Behandlung, die das Gericht der Sache schreibt: Wenn in einem Prozesse verschiedene Aus. Der Krebsschaden ist aber da, auch wenn kein Brause- zu theil werden läßt, ausgeht auf die Deffentlichkeit, ein die Ob- fagen sich direkt entgegenstehen, so ist es unvermeidlich, daß wetter präsidirt. jektivität der Rechtspflege günstiger ift, worauf ja auch der man dieselben nach ihrer Glaubwürdigkeit gegen Deshalb wird denn auch die geplante Einführung der Justizminister durch einen neueren Erlaß hingewiesen hat. einander abwägen wird, und dabei gilt wohl als erster Berufung kaum einen merklichen Einfluß auf die End- Die Tägliche Rundschan", ein antisemitisches Blatt, Grundfah der, daß die Glaubwürdigkeit derer abgeschwächtist, die an der Angelegenheit selbst ergebnisse unserer Rechtsprechung ausüben; sie wird auch schreibt: dadurch nicht in Einklang kommen mit dem Rechtsbewußtsein Der Prozeß Adam und Genossen", der Mittwoch Abend betheiligt sind oder an ihr ein Interesse haben. Das gilt des Volkes. Dazu bedürfte es einer so gründlichen Um- zum Abschluß gelangt ist, giebt zu sehr ernsten Betrach- nun unzweifelhaft von den vernommenen Polizeibeamten, denen tungen Anlaß. Das Ansehen der Gerichte ist un- ja gerade vorgeworfen wurde, daß sie sich Gewaltthätigkeiten gestaltung unserer Rechtseinrichtungen, daß dafür die heute streitig eine der wichtigsten Bedingungen für die Gesundheit des hätten zu schulden kommen lassen. Ihnen gegenüber standen entscheidenden Faktoren schwerlich zu gewinnen sein werden. öffentlichen Lebens. Dieses Ansehen kann aber nur gewahrt als Entlastungszeugen eine ganze Reihe Wir halten es aber für unsere Pflicht, den Finger in werden, wenn erstens die Würde der Gerichtsverhandlung durchaus vorwurfsfreier vorwurfsfreier Mitarbeiter von einige der schwärenden Wunden unserer Rechtspflege zu unter allen Verhältnissen aufrecht erhalten bleibt und zweitens durchaus nicht polizeifeindlichen Blättern und legen, die jetzt gerade offen zu Tage getreten sind. das Vertrauen der öffentlichen Meinung nicht der Oberst a. D. v. Egidy, welche die Angaben der Blätter erschüttert wird, daß, soweit es der Rahmen der Ge- über das Vorgehen der Polizei im wesentlichen durchaus besebe und menschliche Unzulänglichkeit zuläßt, Recht und stätigten. Zwischen diesen Aussagen war zu Unrecht unbefangen gegen einander abgewogen werden. Ob das wählen, und das Gericht entschied sich dafür, Erste erreicht wird, wenn der Vorsitzende einer Straffammer denjenigen 3eugen unbedingt Glauben zu einen Ton persönlicher Gereiztheit gegen einen Theil schenken, die an der Angelegenheit betheiligt der Zeugen und gegen die Angeschuldigten und ihre Vertheidiger waren, während den entgegenstehenden AusEiner der namhaftesten deutschen Juristen, langjähriges anschlägt, und ob die Begriffe von richterlicher Würde durch fagen geringerer Werth beigelegt wurde. Der Mitglied der höchsten Gerichtshöfe, schreibt der National Schroffheit und autokratisches Auftreten sonderlich gehoben Prozeß wird ja zweifelsohne an eine zweite Instanz gehen, und Zeitung": werden können, ist eine Frage, über die wir uns nicht weiter wir wissen nicht, wie diese sowohl über die Thatfragen als in " Ihrer Besprechung der in dem Prozeß der Arbeitslosen auszulaffen brauchen. Was aber das öffentliche Vertrauen in der Strafzumessung urtheilen wird, die Deffentlichkeit wird aber stattgehabten Zeitung der gerichtlichen Verhand die Rechtsprechung betrifft, so tann es kaum etwas Schlimmeres jedenfalls nicht ohne ein peinliches Gefühl auf die Verhandlung Iung werden Alle, denen das Interesse der geben, als wenn ein Richter öffentlich den Eindruck erweckt, daß der ersten Instanz blicken, und zwar nicht nur die Deffentlichkeit Justiz am Herzen liegt, vollauf bei stimmen. jeder Angeschuldigte, der vor ihm zu erscheinen hat, im Voraus im allgemeinen und die Presse im besonderen, sondern auch Schon in dem vor zwei Jahren verhandelten sensationellen ein Verurtheilter ist. Juristen, die erheblich die Köpfe schütteln und ganz dringend Brozeß Ahlwardt hatte der när liche leitende Richter eine Man fragt sich selbstverständlich, ob es von Nugen sein kann, wünschen, daß diese modernste Art der Leitung von Methode angewandt, die in weiten Streifen Aufsehen erregte. Die Führung von Prozeffen, die in solchem Maße die öffentliche Gerichtsverhandlungen teine Schule machen möge. Damals erließ der Justizminister eine öffentliche Belehrung über Aufmerksamkeit erregen, Persönlichkeiten anzuvertrauen, die sich das bei der Prozeßleitung einzuhaltende Verfahren der so wenig zu beherrschen vermögen und unsere Zeit Richter, eine sehr gelinde Remedur dem damals ge- aus einem so merkwürdigen Gefichtswinkel ansehen, daß man gebenen Mergernisse gegenüber. Diese Belehrung hat fich fragen möchte: in welchem Jahrhundert leben aber bei diesem Richter nichts gefruchtet. Er hat sich nicht wir eigentlich? Es liegt wohl auf der Hand, daß der Berlin, den 11. Mai. gescheut, in ganz gleicher Weise aufzutreten in einem Prozesse, Nuhen davon lediglich den ordnungsfeind. Bundesrath. In der am Donnerstag, den 10. d. M. bei dem es vor allem darauf angekommen lichen Glementen zufällt. Wem überhaupt die Autorität unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten des königlichen wäre, den dadurch vorzugsweise berührten des Gefeßes und die Ordnung am Herzen liegt, der bemüht sich, Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. von Boltstlassen zu beweisen, daß fie bei der wenigstens das Urtheil selbst von den peinlichen Gindrücken Bötticher, abgehaltenen Plenarsizung des Bundesraths Justiz strenge Gerechtigkeit finden. Soll des Verfahrens zu trennen. Die Feinde unserer staatlichen denn diese Art des Verfahrens in Berlin Ordnung geben sich diese Mühe nicht, sondern schlagen Kapital wurde dem Antrage Badens, betreffend die Ausdehnung immer so fortgehen? Es wird dadurch das Ansehen daraus, um das Vertrauen in unsere Rechtspflege zu unter der Befugniß zur Abstempelung von Genußscheinen auf und das Vertrauen, dessen die Justiz für ihren Beruf bedarf, graben. dem Hauptzollamt Mannheim, und dem Ausschußantrage, schwer geschädigt. Ich möchte aber noch auf einen besonderen betreffend die Zolltarifirung von Büchsenumschlägen Punkt aufmerksam machen. Der Zeuge Ahlfeld, der für die aus Papier, die Zustimmung ertheilt. Die Vorlage, beAnklage nicht günstig ausgesagt hatte, wurde in folgender Weise treffend den Bericht der Reichsschulden- Kommission über die befragt. Präs.: Sind Sie schon bestraft? In der Verhandlung waren die als Beugen verhörten Polizei- Verwaltung des Schuldenwesens des Norddeutschen Bundes, Nein. Präs.: Noch nie? 3euge: Ja, einmal Organe darüber einig, daß die Polizei im Rechte gewesen sei. beziehungsweise des Reichs und der ihrer Beaufsichtigung wegen Köperverlegung und einmal wegen Beleidigung. Was aber die Angegriffenen verbrochen hatten, daß man gegen unterstellten Fonds wurde dem VII. Ausschusse überwiesen. Präs.: Nie wegen Eigenthumsvergebens? Beuge: sie mit blanter Waffe und mit Gummischläuchen einschritt, Den Anträgen, betreffend die Feststellung des Ruhegehaltes Nein. Präs.: Nicht wegen Diebstahls, Unter- ist aus den Polizei- Aussagen nicht recht ersichtlich. Die von Reichsbeamten wurde zum Theil zugestimmt, zum schlagung und dergleichen?- 3euge: Nein. Polizei scheint hauptsächlich nach ihrem" Gefühl ge- Theil wurden dieselben den zuständigen Ausschüssen Präs.: Und das nehmen Sie auf Ihren Eid? handelt zu haben; man nahm an", daß die daher überwiesen. Ferner wurde beschlossen, dem Antrage des 3euge: Jawohl. ziehenden Massen etwas Böses im Schilde führten, und hielt es Verbandes der Thierschutzvereine des Deutschen Reichs, beNun trat sofort ein Kriminalfommiffar vor und verlas ein für gut, ihnen zuvorzukommen. Es wurde der übliche Befehl treffend den Erlaß eines Verbotes des Feilbietens lebender Strafregister, wonach der Zeuge bereits 15 Strafen, auch wegen zum Auseinandergehen" gegeben, und da der selbstverständlich Diebstahls, erlitten habe. Der Zeuge ist hiernach wegen Meineids nicht so leicht befolgt als gegeben werden kann, so brachte man Vögel während der Schonzeit und die Einführung des in Untersuchung und Haft genommen worden, während er die Leute mit dem Säbel etwas auf den Trab. Daß irgend Bogel Schutzgesetzes auf Helgoland, keine Folge zu geben. wiederholt behauptete, daß die vorgelesenen Strafen nicht ihn, jemand Miene gemacht habe, Widerstand zu leisten, wird nicht Endlich wurde über den dem Kaiser zu unterbreitenden Vors sondern seinen Bruder betroffen haben. Wie nun auch in ein Mal von der Polizei behauptet. Wohl aber ist fonstatirt, schlag wegen Besehung einer Rathsstelle beim Reichsgericht, Dieser Beziehung die Sache sich verhalten mag, daß die Menge ein heillofer Schrecken übertam und alles angst sowie über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt.so wußte doch offenbar der Vorsitzende bei erfüllt die Flucht ergriff. Zur bessern Bändigung der Auf- Die Wählerlisten in Ottensen werden, wie nach den Stellung feiner Fragen, daß die von dem rührer" hatte man eine Menge Polizeileute in 3iviltleider 3eugen( angeblich) erlittenen Strafen gegen fchlechtester Garnitur", wie ein Polizei- Kommissar sich Hamburger Blättern jezt definitiv bestimmt ist, in der urihn vorlagen. Er brauchte also nur bei dem ersten Nein ausdrückte, gesteckt und mit Gummischläuchen versehen. Es ist sprünglichen Beschaffenheit ausgelegt. Es soll aber jeder, des Beugen ihn darauf aufmerksam zu machen und zu verwarnen. nicht ohne Fronie, daß diese Leute, während sie selbst so tapfer der den Nachweis zu führen im stande ist, daß er berechtigt Dann wäre die Sache aufgeklärt worden. Statt dessen führte er einhieben, von den Schutzleuten in Uniform, die sie nicht kannten, ist, in den Wählerlisten zu stehen, nunmehr auch noch nachihn weiter bis zu der letzten Frage:" Nehmen Sie das auf manchen tüchtigen Hieb mit dem Säbel mitbekamen. träglich in dieselben aufgenommen werden. Ihren Eid?" Hat der Zeuge mit seiner Antwort Jawohl" Zu allem Unglück wurde heute auch noch ein Zeuge verFort mit der Qual der Arbeit!" Dieser Sah einen Meineid begangen, so ist er dazu veranlaßt worden. Wie nommen, der in Diensten der Polizei ftand und allem Anschein eines sozialdemokratischen Blattes( in einem Mai- Artikel) tann ein Richter jo etwas verantworten?" nach als Anarchist die Anarchisten zu Ausschreitungen zu provoZum Prozeß der Arbeitslosen" schreibt der Reichsbote" ziren gesucht hat, um seinen Auftraggebern mit Nachrichten erregt die Heiterkeit der Kreuz- Zeitung". Nun- von der bas folgende: dienen zu können. Er scheint auch die Besorgniß der Polizei Qual der Arbeit hat sie natürlich keine Begriffe, und troz Der gestern mitgetheilte Ausgang des Prozesses über die vor der Arbeitslosen.Versammlung hervorgerufen zu haben, alles Geschimpfes auf die semitischen" Blutsauger ist Versammlung der Arbeitslosen in Berlin erregt auf allen Seiten wenn er nicht gar den Anlaß gegeben hat, daß der Anarchist fie eben doch ein Kapitalistenorgan vom reinsten oder unwegen der unerwartet hohen Strafen gegen die Berichterstatter Rodrian, der in der Versammlung selbst nicht erschien, die Ver- reinsten Wasser. Ein Blatt, das seit Jahren um Almosen der Zeitungen Auffehen; man hatte nach dem Versammlung anberaumte. Daß die Polizei ihre Spione beauftragt. für die nothleidende Sekt- Landwirthschaft bettelt und aus laufe des Prozesses, insbesondere nach den zu provoziren, ist ja nicht anzunehmen; aber diese bedenklichen der Tasche des armen, hart arbeitenden deutschen Volkes Aussagen, der bürgerlichen Zeugen fo hobe Teute wollen, doch nicht umsonst ihr Brot verdienen, in Strafen nicht erwartet. Wenn man es auch noch fo spielen sie leicht den Sockspitel, wenn sie sonst nichts zu melden Liebesgaben" für seine aufternessenden Patrone herausfehr anerkennen mag, daß die Polizei im Hinblick auf die vor wiffen. schinden will, hat natürlich kein Gefühl und auch kein Verjährigen Revolten der Arbeitslofen, etwas Aehnliches jetzt im Der der Regierung nahestehende Hamburgische Korre- ständniß für die Qual der Arbeit, denn je mehr das Reime zu ersticken suchte und deshalb die Ansammlung großer spondent" schreibt: arbeitende Bolt sich quält, desto mehr geht in die ge= Menschenmaffen nach Schluß der Versammlung zu verhindern Der Eindruck dieses Verbittes erfährt aber eine waltigen Hamstertaschen der Kreuz- Zeitungs"-Patroneuchte, so stand nach dem positiven Beugniß der besondere Verschärfung durch die Art, wie der Vor- ebelfte, edle und gemeinbürgerliche Kapitalisten benen bürgerlichen Beugen das sehr energische Vor- jihende des Gerichtshofes, Landgerichts- Direktor Brause allerdings, im Geiste der„ Kreuz- Zeitung", für die eigene, gehen der Polizei mit der ruhigen Haltung wetter, die ganze Verhandlung geleitet hat. der Arbeitslosen nicht im entsprechenden Ber- Er gab, wie ja auch schon in früheren von ihm geführten Pro- wohlgenährte Person die Arbeit eine" Qual" ist, vor der hältniß. Es wäre anzurathen, daß die Polizei bei solchen Wer- seffen, feiner subjektiven Anschauung über Schuld der Angeklagten fie sich schenen wie vor dem höllischen Fener. sammlungen sich den Saal nur allmälig leeren ließe, so daß und Schuldlosigkeit der Polizei mit einer temperamentvollen Un- Herrn Brausewetter schulden wir trotz aller unalso in fleinen Beitabschnitten immer nur etwa 50 Personen umwundenheit Ausdruck, die starkes Befremden erregt. Liebenswürdigen Aeußerungen Dank und Anerkennung. binausgelassen wirden. Es wäre auch gut gewesen, wenn die Seine abfällige Kritik der Preffe, die häufigen Reprimanden der Wäre die Verhandlung so geführt worden, wie dies selbst Polizei- Offiziere, welche der Versammlung beigewohnt hatten Angeklagten und ihrer Vertheidiger, die Beslissenheit, in Rußland für selbstverständlich gehalten wird, so hätte und also die ruhige Haltung der Arbeiter gedie Polizei und ihre Beamten von jedem Vorfeben hätten, auch Einfluß auf die Leitung der Polizei- wurf zu reinigen, gaben wiederholt Anlaß zu Auseinander- der Prozeß die tros Herrn Brausewetter exiftivende Deffents mannschaft auf der Straße gehabt hätten. Die lettere war feßungen. lichkeit nicht berührt, so aber hat der Prozeß die weitesten mit dem Charakter der Versammlung nicht be Den tonservativen antisemitischen ,, Dresdener Nachrichten" Boltsschichten erregt, überall spricht man von dem Prozesse, tannt, sondern hatte wohl mehr die vorjährigen Vorgänge, entnehmen wir das Folgende: überall nimmt man für die formell Angeklagten Partei 11 3euge: Die ,, Berliner Zeitung" schreibt: Web' mir, ich habe gefiegt!" Mit diesem Facit tann die Berliner Polizei ihren Prozeß gegen die Presse abschließen. Die Kölnische Volks- Zeitung" schreibt: P fowie die für ähnliche Ausschreitungen eingerichteten Befehle Landgerichts Direttor Brausewetter scheint diese Verfügung und hört ganz merkwürdige Urtheile über die Polizei selbst ihrer Vorgesetzten vor Augen. Und dadurch wird es erklärlich,( des Justizministers über die Unparteilichkeit in Strafsachen) in von Personen, die zu unseren entschiedenen Feinden gehören. wenn die Polizeibeamten die aus dem Versammlungslotal allen ihren Einzelheiten nicht im Auge behalten zu haben, wäh: Herr v. Richthofen hat sicherlich weniger Freude über den herauskommenden Arbeitermassen mit anderen Augen ansahen rend er den Preßprozeß wegen Beleidigung der Berliner Polizei Berlauf der Verhandlung als die Sozialdemokratie. als die Berichterstatter, welche der Versammlung beigewohnt leitete. Wie früher scheint er auch diesmal seine Stellung als batten. Und so erklären sich auch die immer wiederkehrenden Präsident des Gerichtshofes mit dem Amte der Staats. Die Vorgänge in dem Prefprozesse über die Aeußerungen der Polizeibeamten: ich hatte die Empfindung", a n waltschaft verwechselt zu haben. Statt in der Vorgänge am 18. Januar, soweit sie das Verhalten " menfchenfreundlichen Wirksamkeit gelingen möchte, die bei einem Theil der schweizerischen Arbeiterschaft leider noch bestehende Antipathie gegen die Ausländer, speziell gegen die Italiener, allmälig verschwinden zu machen. Mit voller Kenntniß der Verhältnisse protestiren wir demnach gegen die thatsächlich unbegründete und ungerechte Anschuldigung gegenüber Herrn Dr. Wassilieff. Ein Streit der Droschkenbefizer ist schon vor einiger Beit in Erfurt ausgebrochen. Es handelt sich dabei um Streitigkeiten zwischen Magistrat und den Fuhrherren. Infolge bes Solidaritätsgefühls auswärtiger Unternehmer sind Streikbrecher noch nicht vorhanden. Der Streik der Maler in Bremerhaven ist, wie die Lohntommiffion bekannt giebt, aufgehoben, jedoch bleibt die Sperre über Bremerhaven, Geestemünde und Lehe verhängt. des die Verhandlungen leitenden Richters Herrn Landgerichts- 1 direktors Brausewetter und des Staatsanwalts betreffen, beabsichtigt man, wie die Polem. Korresp." hört, zum Gegen ftand einer Erörterung im Berliner Anwaltsverein zu machen. Im Anschluß hieran dürfte eine Vorstellung der Sachlage an den Justizminister erfolgen. In Anwaltskreisen ist man im höchsten Grade verstimmt über die kurze, wenig höfliche Art der Behandlung, welche die Vertheidigung Bern, Sonntag, den 29. April 1894. in neuester Zeit im allgemeinen im allgemeinen, speziell aber in Die Versammlung italienischer Arbeiter. dem jüngsten Prozesse gegen die Berliner Redakteure Zum Brauereiarbeiter- Streit in Braunschweig wird erfahren habe. Die Flottenunterschleife in Frankreich dürften der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" durch ein Privat Es werde zum Nachtheil der An- bald die Deffentlichkeit ebenso beschäftigen, wie vor einem telegramm von dort mitgetheilt, daß, nachdem eine große fozialgeschuldigten der Vertheidigung immer schwerer, ja Jahre der Panama- Skandal. Der bei den letzten Wahlen demokratische Voltsversammlung über eine dortige Brauerei, deren fast unmöglich gemacht, mitzuarbeiten an der Ermittelung verunglückte Führer der Radikalen, Clemenceau, rächt Arbeiter größtentheils streiken, den Boykott ausgesprochen hatte, der der objektiven Wahrheit. Gegen das Strafurtheil wird sich an der Regierung, die ihn seinerzeit fallen ließ, durch Berein Braunschweiger Brauereien beschlossen habe, am Sonnabend in Revision eingelegt werden. Formelle Verstöße sind ja ver- Enthüllungen über die Mißwirthschaft in den französischen Die Bestätigung dieser Nachricht bleibt jedenfalls abzuwarten, allen Brauereien das gesammte Betriebspersonal zu entlassen. schiebene vorgekommen. Auch die Einflechtung der Senti Arsenalen und Werften. Und es wäre sehr leicht möglich, benn die letzten Nummern unferes Braunschweiger Parteiorgans ments" seitens des Vorsitzenden ist als formeller Grund daß er, auch außerhalb der Kammer stehend, sein altes Ge- enthalten nichts von einem derartigen Beschluß. Sollte er indeß schon geeignet, die Rechtsgiltigkeit des Urtheils umzustoßen. schäft des Ministerstürzens wieder mit Erfolg aufnehmen auf Wahrheit beruhen, so würde von neuem bewiesen sein, wie Man muß sich daher auf eine zweite Auflage des in könnte. Zweifellos ist es auch in anderen Verwaltungs- äußerst vorsichtig die Partei als solche bei Verhängung von mancher Beziehung so merkwürdigen Preßprozesses gefaßt zweigen nicht fauberer. Der zynische Kapitalismus, der Boykotts vorzugehen hat. machen. Auch in journalistischen Kreisen beabsichtigt man iegt in Frankreich Ferrscht, kenut ja nur ein Ziel: sich zu durch Rundgebung Stellung gegen die absprechende Art in bereichern! Unde pfeift auf jede Moral". Die ist nur der Kritik und Behandlung der Presse seitens in diesen für das dumme Volt da. Dingen völlig unorientirter und nicht kompetenter Gerichtspersonen entschieden Stellung zu nehmen. " In Italien tobt jetzt die parlamentarische weniger als 28 verschiedene Tagesordnungen angemeldet. Schlacht um das Militärbudget. Es sind nicht jedenfalls wird also viel geredet werden. Aber viel Neden bedeutet Schwäche. D Dersammlungen: Troppau liegen folgende telegraphische Meldungen vom Aus dem Streifgebiete mährisch Ostrau und vom 11. Mai vor: Die Situation im mährischen Theile des Kohlenreviers ist unverändert. Eine behördliche Bekanntmachung fordert die Arbeiter auf, sich den Anordnungen der Behörden zu Die Verurtheilung des„ Sozialist", über die wir wald ausgedehnt. Ein weiteres Telegramm meldet, daß in der Die Verurtheilung des„ Sozialist", über die wir fügen. Der Streit hat sich auf den Engenschacht in Petersan anderer Stelle berichten, ist eine so schwere, daß wir Nacht vom Donnerstag zum Freitag die Beerdigung der bei den ihrer schon deshalb hier Erwähnung thun müssen. Fünf Kravallen am 9. d. M. Getödteten stattgefunden hat. Was die unddreißig Monate Gefängniß, unter drei Personen ver Forderungen der Streifenden anlangen, so sind diese nach theilt, wegen eines Zeitungsblattes, das wohl schwere Das liberale englische Minifterium fiegt sich todt. einem Beschluß der Grubendirektoren rundweg abgelehnt Vergehen gegen die deutsche Grammatik und den deutschen Die Majorität schrumpft immer mehr zusammen. Aus den und die letzteren aufgefordert worden, die Arbeit wieder aufzuStil enthält, sonst aber trotz einiger ungeschlachten 40 waren neulich schon 20 geworden, und gestern gar segte nehmen; im anderen Falle sollen die Arbeiter ihre Entlassung Aeußerungen recht harmlosen Juhaltes ist. Doch über die das Minifterium nur mit 308 gegen 294 Stimmen es erhalten. Höhe des Strafmaßes wollen wir uns hier nicht weiter durch, daß die Budgetbill( der Reichshaushalt- Etat) in die Aus Troppau wird unterm 10. Mai gemeldet: auslassen. Was den springenden Punkt bildet, das ist, zweite Lesung gelangte. Die Majorität beträgt also nur schacht arbeiten, alle Nordbahngruben, die Wilczek. und die Die Zentral- Koaksanstalt, der Zwierzinaschacht und der Idadaß das höchste Strafmaß unter den drei Verurtheilten noch 14. In der Debatte, die der Abstimmung vorherging, Salmgrube und der Albrechtschacht streifen, in Karwin, Dom den Drucker des Blattes, Grunau, getroffen hat, sagte der Schazkanzler Harcourt, es sei noch nie vorge- brau, Orlau und im Eugenschacht ist alles normal. Der Unternämlich 18 Monate, und das, obgleich der verantwort tommen, daß die Opposition die einfache Verwerfung des Gesuchungsrichter und der Staatsanwalt sind in Mährisch- Ostrau liche Redakteur zur Stelle war und ebenfalls hart bestraft sammtBudgets beantragt habe. Und dasist richtig. Es hat eingetroffen. Nachträglich wurden noch viele Verwundungen festwurde. Herr Grunau erklärte, daß er das Blatt vor dem auch noch kaum jemals ein so schwaches Ministerium dem gestellt. Erscheinen gar nicht gelesen habe. Und zweifellos werden Unterhause ein Budget vorgelegt. Als Herr Harcourt so so ziemlich alle Drucker von Zeitungen das Gleiche mit unvorsichtig war, auf eine Befragung des Landes anzuvoller Wahrheit von fich sagen können. Wir haben hier spielen, überschüttete ihn die Opposition mit der höhnenden wieder dieselbe Rechtsauffassung, die vor Kurzem zur Ver- Frage: Wann? Und Herr Harcourt blieb die Antwort Nieder- Schönweide. Die streikenden Arbeiter von Kuhnurtheilung Werner's als Druckers des" Sozialist" führte, schuldig. Die Regierung fürchtet den Appell an das und gegen die wir seiner Beit auf das Entschiedenste Volt", und je mehr sie dies zeigt, desto fecker wird natür- heim's chemischer Fabrik hielten am Freitag Vormittag in der Borussia- Brauerei eine Kontrollversammlung ab. Durch Vers protestiren mußten. Leider fam es infolge der lich die Opposition. Lange kann ein solcher Beschluß auf lesung der Namen der am Streit Betheiligten wurde konstatirt, Flucht Werner's nicht zur Prüfung jenes Erkenntnisses feinen Fall fortdauern. daß jedenfalls durch die von der Fabrikleitung ausgehenden Gedurch das Reichsgericht. Hoffentlich wird die Erhebung der Beschwerde jetzt nicht versäumt. Die ganze deutsche Presse servativen holländischen Ministerium wird die wichtigste den an demselben Morgen thatsächlich in Arbeit getreten ist. Der holländische Miquel. In dem neuen kon- rüchte, der größte Theil der Arbeiter hätte zu den alten Bedingungen die Arbeit wieder aufgenommen, ein Theil der Streiken= hat ein gemeinsames Interesse daran, daß einer Rechtsauf- Stelle eingenommen von einem Politiker, dessen Vorleben Die Haltung der Kapitalistenpreffe, namentlich die des„ Köpenicker fassung, welche die Presse vogelfrei macht, nicht rechtskräftige lebhaft an das des preußischen Finanzministers Miquel Dampfboots", erfuhr durch den Referenten eine scharfe Kritik. Praxis wird. erinnert. Es ist der Minister des Innern van Houten. Unter Hinweis auf die Beschlüsse der am Mittwoch Ein wahres Wort. Der ungarische Ministerpräfi- Wenn einer fich in der politischen Geschichte der letzten Abend in Köpenick abgehaltenen großen Voltsdent Wekerle erklärte gestern die Reform der Che Jahre blamirt hat, so ist es wohl diese Wetterfahne. Er versammlung setzte Jahn den Versammelten auseinander, gefeggebung für eine Nothwendigkeit- inzwischen ist die ist der frühere Führer der äußersten Linten in der liberalen daß zu einer Wiederaufnahme der Arbeit zu den alten BedinReform durchgefallen und sagte bei dieser Gelegenheit: Partei, der frühere Vorkämpfer des allgemeinen einigen Verzagten unternommene Schritt habe seine Ursache ledig gungen durchaus noch keine Veranlassung vorliege. Der von Neue Ideen Klopfen an die Thür; wenn man sie Wahlrecht 3. Und trotzdem hat dieses Chamäleon es lich an dem Mangel jeder Organisation. Bevor der Streit nicht einläßt, werden sie wiederkommen, dann aber die fertig gebracht, den früheren Minister Tak van Poortoliet, proklamirt wurde, fei feinerseits eindringlich ermahnt worden, Thür stürmen." der wegen seiner radikalen Wahlreform- Vorlage gefallen ist, sich die Tragweite eines derartigen Beschlusses genau zu überSehr richtig. Gilt aber nicht blos von den bürger- am heftigsten zu bekämpfen. Wie reimt sich das zusammen? legen und bezeichnenderweise seien gerade biejenigen lich- liberalen Ideen, sondern auch von den proletarisch- Es giebt taum einen ernsten Politiker, der diesem Schreihälfe, welche in dem Generalstreit das einzige sozialistischen. Und die Regierung des Herrn Wekerle ist Renegaten, der zum Diener der Plutokratie herabgesunken Mittel erblicken, die heutige Gesellschafts- Ordnung aus den es, welche die schmachvolle Vergewaltigung der Sozia- ist, nachdem er erst ein Vorkämpfer der Demokratie war, noch angeln zu heben, in erster Linie zu Streitbrechern geworden. listen des heißthals veranlaßt hat. Nun mit Vertrauen entgegenkommt. Bei den letzten Wahlen ist wegs als verloren betrachten; Aufgabe der Streifenden sei es, Den Streit in der Ruhnheim'schen Fabrit dürfe man noch feineswenn man die deen nicht einläßt, werden sie wieder er denn auch im Wahlkreise Groningen, den er lange Jahre die Hunderte der umherirrenden Arbeitslofen sowie die biskommen, dann aber die Thür st ür men." hindurch vertreten hat, glänzend durchgefallen; und fein anderer Wahlkreis hat den Verunglückten wieder auf gehoben. In seinen alten Jahren von seiner früheren Anhängerschaft und von der großen Mehrheit des Volkes verachtet, ist dieser Mann nur noch gut zum... Premier minister. Ift's möglich? Eine Privatdepesche der„ Magde burger Zeitung" und eine Depesche des Herold'schen Bureaus aus Bern lautet: Bern, Donnerstag, 10. Mai. Der Bundesrath hat grundfäßlich beschloffen, fünftighin ausgewiesene Anarchist en über die Grenze des betreffenden Heimathsstaates ab. auschiden. Internationaler Bergarbeiter- Kongreß. = verstanden " umb ganz eindie herigen Streitbrecher durch gütliches Zureden zur Solidarität zu bewegen. So lange die organisirte Arbeiterschaft hinter den Streifenden stehe, sollten sie mit Muth und Vertrauen ihre Forderungen hochhalten.( Bravo!) Der Borstand des Allgemeinen Silfsarbeiter- Vereins sichert den Streifenden baldige Unterftützung zu; die Sammlungen ſeien im Gange. Neuendorf hoffte, daß etwaige Neulinge, die In Amsterdam ist ein sozialdemokratischer Wahlverein lediglich aus Moth getrieben, Arbeit angenommen haben, nach gegründet worden. Das ist der vierte in Holland. Lang- dem Fest aus freien Stücken Kuhnheim's Giftbude" fernbleiben " Anarchisten" dem Heimaths staat ausliefern, sam aber sicher sind die Fortschritte unserer holländischen werden.( Sehr richtig!) Der jeßige Vorsitzende des Leseklubs heißt einfach fie in's Gefängniß und an's Messer Genossen. der Genossen am Baumschulenweg bestätigte die von einigen Liefern. Nun kann man ja freilich sagen, Anarchisten" Rednern vorgebrachte Anschuldigung, daß einige Mitglieder( 5) find keine politischen Verbrecher, aber wenn auch das sodieses Klubs ihr gegebenes Wort gebrochen haben und genannte anarchistische Bombenwerfen unzweifelhaft ein deshalb ihr Ausschluß aus dem Verein fofort erfolgte. Aus den Ausführungen gemeines Verbrechen ist, so sind doch die meisten einiger Redner ging ferner Leute, hervor, daß die Fabrikleitung die Streikenden namentlich die sich Anarchisten nennen, Am 14. Mai 1894, Vormittags 10 Uhr, beginnt in Berlin, berjenigen Betriebe, welche eine längere Vorbildung erfordern, durchaus keine Bombenwerfer. Und wer wird heute nicht alles Andreasstraße 64, Konkordia Festfäle, der internationale durch Drohungen, ihre Stellen zu besetzen, einzuschüchtern sucht. „ Anarchist" genannt? Und geht das Bestreben Bergarbeiter- Kongreß. Nach längerer Diskussion fand nachstehende Resolution einder gesammten liberal- reaktionären Presse seit Jahres- Die Delegirten werden bei ihrer Ankunft auf den verschie- stimmige Annahme:" Die 2c. Versammlung erklärt sich frist nicht darauf hin, die Einerleiheit von mit den Ausführungen Fahn's An- denen Bahnhöfen von Berliner Genossen empfangen, welche durch archismus und Sozialismus zu beweisen? Ein und verpflichten sich die Anwesenden, solcher Entschluß der Bundesregierung wäre einfach die rothe Schleife und Karte tenntlich sind und Wortbrüchigen nochmals aufzumuntern und folange ausIn einer vollständige Aufhebung des Asylrechts werden die Delegirten ersucht, diesen Genossen nach dem Kongreß zuhalten, bis die Forderungen bewilligt sind." für politische Verbrecher". Und daß der Bundesrath o lokale au folgen, um dort ihre Logistarten in Empfang zu weiteren Resolution werden alle Vereine, Verbände 2c. aufgefordert, diejenigen Mitglieder aus der Organisation auss tief gesunken sei, können wir vorläufig doch nicht nehmen, damit sie sich nach ihrem Logis begeben können. zuschließen, die sich gegen die Interessen der Arbeiter als Streifglauben. brecher schwer vergangen haben. Neuendorf gab noch be= fannt, daß die Kommiffion irgend welche Schritte betreffs Auszahlung des rückständigen Lohnes nicht unternommen hat, da mit Sicherheit anzunehmen ist, daß den Mitgliedern derselben sofort die Entlassung zu theil geworden.( Zustimmung.) Am Pfingst Sonnabend Nachmittag 4 Uhr findet im großen Saal der Borussia- Brauerei eine öffentliche Versammlung für Männer anderen Fabriken in Nieder- Schönweide Gelegenheit zu geben, und Frauen statt, um auch den Arbeitern und Arbeiterinnen der sich über ihre Haltung zum Streit zu äußern. In dieser Berfammlung wird auch bekannt gegeben, wo im Laufe des ersten Feiertags die Unterstüßungen zur Auszahlung gelangen. Arbeiter- Bildungsschule. Gleichzeitig werden die Vereinsmitglieder ersucht, schleunigst 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerfir. 179a, und Süd- Ost Schule, ihre rückständigen Beiträge zu entrichten. Alle Anfragen in albeinarstr. 14: Maturertenntniß. 1. und 3. Sonnabend im Monat, Abends Vereinssachen sind an Herrn G. Dlböter zu richten. 8-10% Uhr: Disfuttr- Uebungen. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Der Vorstand der Brauerei Silfsarbeiter. Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Fachverein der Photographen. Jeden Sonnabend bet Knoblauch, J. A.: Schneider. Kommandantensir. 15, Abends 9 Uhr. Dishutierklub Gleichheit. Sonnabend 9 Uhr Langhansstr. 24-26 bet Hilfsarbeiter! Dansk Forening Freja", Oranienstr. 51. Möbeaften hver Lördag Verein der Landsmannfdjaft von alle und Saalekreis. Jeden Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschaft3- Rommission. Soziale Uebersicht. Das Urtheil gegen Wassilieff in der Berner Justizfomödie", wie die Berner Tagwacht" es nennt, findet in der Schweiz bei allen, die nicht jedes Funkens von Rechtsfinn bar sind, die schärffte Berurtheilung, ähnlich wie in Deutschland das Urtheil in Sachen der Berliner Polizeiund Gummischlauchthaten des 18. Januar. Die italienischen Arbeiter in Bern, zu deren Mißhandlung arbeiter! Die gemaßregelten Brauerei- Hilfsarbeiter werden An die Mitglieder des Vereins der Brauerei- HilfsWassilieff angestiftet haben soll, haben in einer von aufgefordert, sich nach der Anmeldung bei B. Hilpert, Nixdorf, 150 Mann besuchten Versammlung folgende Erklärung und Karlsgartenstr. 1, an den Rendanten des Vereins C. Olböter, folgenden Proteft abgegeben: Es ist zu unserer Kenntniß gelangt, daß Herr Dr. Waffilieff, Arbeitersekretär in Bern, angeklagt wird, die hiesigen Arbeiter gegen uns Italiener aufgehegt zu baben, so daß die Ausschreitungen vom 19. Juni eine Folge dieser angeblichen Aufbegungen gewesen seien. Brunnenstr. 57, zu wenden. So sehr wir die Ausschreitungen des 19. Juni bedauern, so sehr sehen wir uns durch unser Gewissen gedrängt, der Ihr wißt, daß die Arbeiter der chemischen Industrie durch Wahrheit gemäß zu erklären, daß eine solche Handlungsweise, das Borgehen der Unternehmer in einen Streit hineingedrängt wie die ihm schuld gegebene, den uns bekannten Grundsätzen wurden. Wir fordern Euch auf, recht zahlreich zu der für heute des Herrn Dr. Wassilieff, feinem edlen Charakter und feiner( Sonnabend) Abend 82 Uhr im Weddingpark, Müllerstr. 178, einmenschenfreundlichen Wirksamkeit auch in berufenen Versammlung sämmtlicher Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen unserer Mitte widersprechen würde. Mehr als das! Wir können konstatiren, daß Dr. Wassilieff zu erscheinen. Vor allem ist es Pflicht der Arbeiter der chemischen seit Jahren immer und überall das nationale Vorurtheil beim Besitze von Listen find, müssen erscheinen, damit fofort abIndustrie, vollzählig auf dem Platze zu sein. Die Kollegen, die tämpft und die Arbeiter der verschiedenen Sprachen zugerechnet werden kann, denn das Geld ist zur Unterstützung brüderlichem Zusammengehen ermahnt hat. Speziell was uns Italiener betrifft, so hat Dr. Waffilieff dringend nöthig. immer verkündigt, daß wir Italiener auch Arbeiter feien und die schweizer Arbeiter uns als Brüder behandeln sollen. Ostar Schüler, Tresckow str. 13, Borsitzender der Agitations Rommission der Hilfsarbeiter. Für Töpfer ist der Zuzug fern zu halten nach Wilhelm Es freut uns, gerade im gegenwärtigen Augenblick Herrn haven, Geschäft von Dähne; Mühlen bed, Geschäft von Dr. Wassilieff unsere Hochachtung und unsere Sympathien Holzhüter; übeck, alle Geschäfte; Döhlen. Ofenfabrik von aussprechen zu tönnen und hoffen, daß es seiner unermüdlichen Knieling und Danzig, alle Geschäfte. Ehrhardt. M R. Befögenbe ere velkomne. 2. und 4. Sonnabend im Monat, Abends Sonnabend präzise Abends 8 Uhr Sigung im Vereinslokal beim Landsinann Berrn Diang, Reichenbergerſtr. 47. Bratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 79: Versammlung. Bortrag bes Seven Fris Hansen über:„ Das Feft bes bl. Geistes". Nachdem gemütliches Rosenthalerstraße 38, Vortrag des Fri. Jda Altmann über:„ Das Fest des Beifammenfein. Geistes". Montag, den 14. Mtat, Bormittags 10% Uhr, Festvortrag des Herrn Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 13. Mat, Abends 7 Uhr, in Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 18. Mai, Bormittags 10% Uhr, Waldet Manaffe. Porzellan- und verwandte Arbeiter. Sonnabend, den 12. Mat, findet die Monatsversammlung im Botale des Herrn Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16, statt. Neuer Berliner Handwerkerverein. Sonnabend, den 12. Mat, Abends Uhr, Vereinsversammlung Rosenthalerstr. Nr. 38. Tagesordnung: Debattierabend. Turnverein Fichte.( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes DeutschAbends von 8-10 Uhr in der Dieffenbachstr. 51. lands.) Die dritte Männerabtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabend Für den Inhalt der Inierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, den 12. Mai. Opernhaus. Die Zauberflöte. Schauspielhaus. Prinz Friedrich von Homburg. Berliner Theater. Nora. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Leffing- Theater. Immer zerstreut. Neues Theater. Flattersucht. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Giroflé- Girofla. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Central- Theater. Robert und Bertram. Adolph Ernk- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplatz- Theater. Anna Marie, mein Engel, ich verehr' Dich. National Theater. Othello, der Mohr von Venedig. Theater Unter den Linden. Gine Nacht in Venedig. Hierauf: Farfarello. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. SpezialitätenAdolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobsen. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Sonnabend, den 12. Mai 1894: Othello, der Mohr von Venedig. Trauerspiel in 5 Atten v. Shakespeare. Kaffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Sonntag, 1. Pfingstfeiertag: Vom Viehhof bis zu den Menschenfressern. Große Posse mit Gesang und Tanz. Castan's Panoptikum. Neu: Das Mene Tekel. Sonderb. u. geheimnissv. spiritistische Produktion. Neu: Der 13 jährige Riese. Griskrankenkasse d. Steindrucker u. Lithographen Berlins. Am 10. Mai cr. verstarb unser Mitglied, der Steindrucker 753b Herr Emil Schmidt. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 13. Mai cr., Nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Biesenthalerstr. 23, nach dem Paulus- Kirchhofe in Plößensee. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Steinarbeiter! Die traurige Nachricht, daß unser assage- Panopticum stellege 500 Sehenswürdigkeiten von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends u. a.: Blaue Grotte, historische Dioramen, Illusionen etc. Im Theatersaal v. 6 Uhr ab: Spezialitäten- Vorstellung Ganz neues Programm! Entree 50 Bi. Hermann Hentschel am 10. d. M. cr. verstorben ist. 293/17 Die Beerdigung findet am 1. Pfingstfeiertage, Nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause, Arndtstr. 13, aus nach dem St. Matthias Friedhofe, Südende, statt. Der Vertrauensmann. Kinder 25 Pf. Kranken- Unterstützungs- und Begräbnißkasse der Alcazar. Variété- u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Wegen Vorbereitung zu den Pfingstfeiertagen bleibt das Theater bis 13. Mai geschlossen. Bom Sonntag, d. 13. Mai ab: Neue Theaterstücke! Neue Spezialitäten! Gastspiel d. berühmten Professor P. Brandt, Original- Magier. R. Winkler. Brochnow's Freie Volksbühne. Am Sonntag, den 13. Mai, findet für die III. Abtheilung eine Vorstellung im Lessing- Theater statt. Zur Aufführung gelangt: Die Krenzlschreiber. Bauernposse in 3 Atten von 2. Anzengruber. Beginn der Verloosung 1/2 Uhr, der Vorstellung 22 Uhr. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. O., Blumenstr. 21. 85/8 Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38, großen Saal, Quergebäude 1: Festvorträge, Vormittags 10% Uhr. Sonntag: Frl. Jda Altmann:„ Das Fest des Geistes." Montag: Herr Waldek- Manasse: Festvortrag." Gäste sehr willkommen. 76/2 Gauverein Berliner Bildhauer. Am 15. Mai( 3. Feiertag), Nachm. 2½ Uhr: Lederzurichter Berlins. Besichtigung der Wasserwerke am Müggelsee. ( E. H. Nr. 50.) Abends 8 Uhr, 42/7 Sonnabend, den 19. Mai 1894, Treffpunkt in Friedrichshagen bis Nachm. 2 Uhr im Restaurant Waldkater. An der Besichtigung können auch Damen theilnehmen. Weinte. 11 bei Herrn Feindt: Ausserordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Verfügung des fönigl. Polizei: Präsidiums vom 13. April d. J. auf grund des§ 26 Absatz 1 des Gesetzes über eingeschriebene Hilfskaffen. 2. Abänderung des§ 8 unseres Status. Die Mitglieder werden gebeten, sämmtlich zu erscheinen. 204/8 Der Vorstand. G. Busse. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tapezirer und verw. Berufsgenossen Deutschlands. Ball- u. Spezialitäten-.. 36. Filiale Berlin III, Often.) Etablissement Sebastianstr. 39. Vom 1. Pfingstfeiertag ab, sowie täglich 20 Spezialitätenvorstellung von nur Künstlern I. Ranges. Anfang der Vorstellung: Sonntags 6 Uhr. Pf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der unser langjähriges Mitglied, Zapezirer Herrmann Koch im Achtung, Böttcher! Sonnabend, den 12. Mai cr., Nachmittags 4 Uhr, und Dienstag, den 15. Mai cr., Vormittags 10 Uhr: Deffentliche Versammlung bei Heise, Lichtenbergerstr. 21. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung werden die Kollegen ersucht zahlreich zu erscheinen. Die Kommission. 113/12 Achtung! Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Große öffentliche Versammlung 82/4 Alter von 33 Jahren an der Prole- am Sonnabend, den 12. Mai, Abends 8½ Uhr, im Weddingpark, tarierkrankheit verstorben ist. Müllerstr. 178. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Jahn. 2. Diss 13. Mai, Nachmittags 3 Uhr, von der fussion. 3. Der Streik der chemischen Arbeiter in der Kuhnheim'schen Die Beerdigung findet Sonntag, den Beichenballe bes St. Georgen- Kirch- Fabrik und wie stellen wir uns zu demſelben? hofes, Landsberger Allee aus, statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Sämmtliche chemischen, Gummi- und Hilfearbeiter sind hiermit dringend Der Einberufer. Oscar Schüler. eingeladen. Wochentags 8 Uhr. Entree 20 B Orts- Krankenkasse Stralan. Im großen Saale: = BALL. 141L* G. Brochnow. der Maler Achtung! Rummelsburg. Sonntag, den 13. Mai, Nachmittags 4 Uhr: und verwandter Gewerbe. Große Donnerstag, den 17. Mai, Abd. 81/2 Uhr, öffentliche Versammlung für Männer und Frauen Noack's bei Deigmüller, Alte Jakobſtr. 48: der Freien Gemeinde zu Nirdorf u. Umgegend Ausserordentliche Sommer- Theater General- Versammlung. Brunnenstr. 16. Sonntag, 1. Bingfifeiertag: Im Am 1., 2., 3. Pfingstfeiertag: Garten Eröffnung der Sommersaison. Aufführung von Possen, Lustspielen, Concert, fowie Spezialitäten- Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Sonnabend, den 12. Mai: Zum 1. Male: Theater- und SpezialitätenVorstellung. Zur Aufführung gelangen: Operetten, Possen, Lustspiele. Jm Saale: Grosser Ball. Robert und Bertram. Moabiter Gesellschaftshaus. Posse mit Gesang und Tanz von Gustav Röder. Bertram: Emil Thoma 3. Moabiter Gesellschaftshaus. Tagesordnung: 1. Die Erlasse des Ober- Präsidenten und Stellungnahme zu denselben. 2. Die Zentralisation sämmtlicher Ortstassen. 3. Verschiedenes. 740b Der Vorstand. Achtung! Berliner ZementArbeiter u. Berufsgenossen. Die Kollegen werden ersucht, sich am weiten Pfingstfeiertage um 8 Uhr zum Frühschoppen im Lokale Wedding703b Brake S einzufinden. Alt- Moabit 80/81.( Pferdeb.- Berbind.) nossen empfehle mein Allen Freunden, Bekannten und Ge744b Täglich: Vorstellung. Sonntag, den 13. Mai( 1. Feiertag): Concert, Theateru. Spezialitäten- Weiss- und Bairischbier- Lokal zum 2. Male: Robert und Bertram. Montag, den 14. Mai( 2. Feiertag): zum letzten Male: Der Registrator auf Reisen. Dienstag, den 15. Mai: Zum 1. Male: Die Lachtaube. Poffe mit Gesang in 4 Aften. Victoria- Brauerei, Zühowstraße 111-112. An allen Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. 12L Helmuth Peters, zum fidelen Sangesbruder". Engen Liebsdy, Wienerstr. 18, p. In F. Wilke's 498/ 5* Das Gross- Restaurant Restaurant ,, 3ur Gleichheit", Segler- Schlößchen Schmöckwith Vereinen, Gesellschaften, Fabriken 2c. bestens empfohlen. 7556 Friedrichshagen. Restaurant ,, Waldkater Andreasftr. 26, 1. und 2. Pfingstfeiertag: Frühschoppen- Unterhaltung, verbunden mit humoristischen Vorträgen, arrangirt v. geselligen Verein: ,, Die lustigen Brüder". Anfang morgens 5 Uhr. Entree frei. Familien fönnen Kaffee kochen. Am 2. u. 3. Pfingstfeiertag: Abendunterhaltung m. Tanz. zu zahlreichem Besuch ladet ein 3 Pfingstfeiertagen: Köpnickerstr. 37, 2 min. vom Bahn- Der Vorstand des geselligen Vereins: Stettiner fonen fassend. Raffectüche, 4 StegelSänger Herren: Meysel, Hankel, Pietro, hof, mitten im Walde gelegen, 2000 Per bahnen, Beluftigungen aller Art. Vorzügliche Speisen und Getränke. Hält. fich Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. Am 1. Pfingstfeiertag von Mittags 12-2 Uhr, sowie von Nachmittags 4 Uhr ab: Britton, Gr. Garten- Concert Eberius, bei freiem Eintritt. Steidl, Diese Frei- Concerte finden von jetzt Bliemchen ab regelmäßig jeden Sonntag, Dienstag und Blank. und Freitag statt. Garten resp. Saal. H. Koslowsky. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Jeden Abend neues Programm! Nach der Soiree: Tanzkränzchen: Bon Pfingsten ab findeu die Soireen Der Stettiner Sänger in der VictoriaZur Bequemlichkeit aller Genossen und Bekannten habe ich noch ein Geschäft Gleditschstr. 52( Winterfeldtplay) eröffnet; bemerke, daß ich nach wie vor i te mit Kontrollmarken führe und bitte ich um gütige BeBrauerei täglich mit Ausnahme der rücksichtigung. Sonnabende) statt. ,, Die lustigen Brüder". Brauerei Pfefferberg Spezial- Ausschank Friedrichstr. 96 vis- à- vis Central- Hôtel. Der Vor- und Hinter- Garten ist eröffnet. Das neue Gebräu Pfefferberg- Pilsener gelangt zum Ausschank 1259* 741b Wwe. M. Polvogt. 4/10 Liter 20 Pr. J. Ch. Liebermann, Dėtonom. im Lokale des Herrn Vowinkel, Rummelsburg, Hauptstr. 83. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Waldek Manasse über: Freie Pfingsten." 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch bittet 76/3 Der Vorstand. Jm Berlage von Wörlein& Comp. ist erschienen und durch die Buchhandlung des„ Vorwärks" zu beziehen: Bolks- Sexikon Nachschlagebuch für sämmtliche Wissenszweige mit besonderer Berücksichtigung der Arbeiter Gesetzgebung, Gesundheitspflege, Handelswissenschaften, Sozial- Politik. Unter Mitwirkung von Fachschriftstellern herausgegeben von Emanuel Wurm. Es erschienen bis jetzt eft 1 bis 5. Aus dem reichen Inhalt( ca. 1000 Stichworte) des Heft 1 heben wir die Artikel Aberglaube, Abessinien, Abstimmung, Acht, Adel( deutscher); ans dem Heft 2 die Artikel Adel ( ansländischer), Adoption, Adresse, Afghanistan, Afrika ( Geographie, Entdeckungsgeschichte und Kulturbild), Agio, Agrarier, Aegypten( Geograprahie, Religion, Schrift, Geschichte vom Alterthum bis zur Neuzeit). Akademie; aus dem Heft 3 die Artikel Aktiengesellschaft, Alchemie, Algen ( mit Abbildungen), Algerien, Alimente, Alkalimetalle, Alkalische Erdmetalle, Alkaloide, Alkohole, Alkoholismus; aus dem Heft 4 die Artikel Alkoholismus, Alpen, Aluminium, Amerika, Ammoniak, Amnestie, Amortisation, Amphibien ( mit Abbildungen); aus dem Heft 5 die Artikel Analphabet, Analyse, Anarchismus( Theorie und Geschichte), Anatomie, Andorra, Anhalt( Geographie, Geschichte, Verfassung) hervor. Wir machen besonders auf den 32 Druckfeiten langen Artikel ,, Anarchismus" aufmerksam, der die Geschichte desselben in einer Vollkommenheit schildert, wie sie bisher noch in der gesammten politischen Literatur nicht vorhanden ist. Alle 14 Tage erscheint ein 3 Bogen starkes Heft. Preis pro Heft 20 Pf. Treptow. Restaurant, Jägerhäuschen“ Köpnicker Landstraße. 152 L 1. und 2. Pfingstfeiertag: Früh- Konzert und all. Entree frei. Saal für Festlichkeiten und Vereine zu vergeben. M. Landsberg. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 108. Die blutigen Ereignisse in den österreichischen Bergwerken. Wir veröffentlichten in unserer letzten Nummer die Wolff'schen Depeschen über die Verhandlungen des österreichischen Abgeordnetenhauses, welche die blutigen Ereignisse in Polnisch Ostrau und einen ähnlichen Fall in Ziedig im Falkenauer Kohlenrevier zum Gegenstand hatten. Aus den heute vorliegenden Wiener Blättern, deren Bericht freilich den Interessen der Kapitalisten und der Regierung entsprechend zugeftugt ist, tragen wir zur Ergänzung das Folgende nach: Sonnabend, den 12. Mai 1894. 11. Jahrg. Behörden und weil ich weiß, daß es für Miniſter ein Gesetz und Bedrückung der Arbeiter mit den Fittigen des kaiserlich giebt, die Autorität zu schüßen, auch dort, wo sie ungerecht ist, österreichischen Adlers zu bedecken?( Lebhafter Beifall bei den deshalb habe ich meinen Antrag gestellt. Warum hat man Jungczechen und auf der äußersten Linken.) Woher nimmt die bis jezt noch teine Arbeiter vernommen? Man Regierung das Recht, die blanken Waffen des österreichischen sagt, das sind Betheiligte, Sind es die Gen. Soldaten und die Ehre der Armee für das Intriguendarmen nicht?( Lebhafte Zustimmung auf der äußersten spiel und die Ränte der Unternehmer ins Feld Linken und bei den Jungczechen.) zu führen?( Erneuerter lebhafter Beifall bei den Jungczechen todten Manne wollte, auch andere Angehörige der Verwundeten. fegungen, welche zur bekannten Rede des Korpskommandanten Nicht nur das Weib wurde zurückgewiesen, als es zu ihrem und auf der äußersten Linken.) Sind das vielleicht die Voraus Ja, es wurde konstatirt, daß denjenigen, welche auf dem Platze von Wien, Freiherrn v. Schönfeld, Anlaß gaben?( Lebhafter lagen, von 1/25 bis 1/27 Uhr feine ärztliche Hilfe zu Theil wurde. Beifall und Händeklatschen bei den Jungczechen und auf der ( Lebhafte Rufe der Entrüstung auf der äußersten Linten und bei äußersten Linken.) den Jungczechen.) Redner führt mehrere Fälle an, in welchen es Abg. Dr. Lang: Das ist die Illustration dazu! den Leuten verwehrt wurde, sich ihren verwundeten Angehörigen Abg. Dr. Graf Kaunis: Ist das die Bedeutung des Abg. Pernerstorfer überreicht folgenden Dringlich zu nähern. Als der Todte begraben wurde, ließ der Amisleiter zusammenwirkens der Armee mit der Bürgerschaft und teitsantrag: den Friedhof und die ganze Umgebung mit Militär und allen Klassen der Bevölkerung, von welchem der Feldzeugmeister Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen, es sei ein aus Gendarmen zerniren, und verbot es, daß jemand anderer auf Freiherr v. Schönfeld ſprach?( Sehr gut! auf der äußersten zwanzig Mitgliedern bestehender Ausschuß zu wählen, der mit den Friedhof gehe, als die nächsten Verwandten des Todten. Zinken und bei den Jungczechen.) Wir wollen die Dringlichkeit, um Der Aufgabe betraut wird, sofort an Ort und Stelle Als der junge Göhl am Montag begraben wurde, begab ich zu erfahren, ob den Behörden aufgetragen wurde, stets alle Umstände zu erheben, die zu den blutigen mich zum Bezirkshauptmann und erklärte ihm, er möge fein durch unvernünftiges Einschreiten, durch Verbot aller Berathungen Zusammenstößen am 3. d. M. in Falkenau an der Militär sehen lassen, die Leute in den Friedhof hineinlassen; ich die Sache auf die Spitze zu treiben.( Bravo! Bravo! bei den Eger und am gestrigen Tage in Polnisch- Ostrau wolle am Grabe einige Worte des Trostes sprechen und die Ver- Jungczechen.) Wir wollen von der Regierung hören, ob sie die geführt haben. Dem Ausschusse wird aufgetragen, mit antwortung übernehmen. Ich sagte, wenn er es nicht zugestehe, Berantwortung dafür übernehmen will, daß der Fluch und größter Beschleunigung seine Arbeiten zu betreiben und dem würde ich an den Minister telegraphiren. Er hat alles zu der Haß von hunderttausenden früher ruhigen Hause Bericht zu erstatten. In formeller Beziehung wird bean- gestanden. Es war kein Gendarm zu sehen, die Leute gingen in und besonnenen Arbeitern nicht nur auf die tragt, diesen Antrag mit allen geschäftsordnungsmäßig zulässigen den Friedhof, stellten sich in einem Karré um das Grab, ich Schuldigen, auf die Ausbeuter, fondern auf Abkürzungen(§ 43 G. D.) in Verhandlung zu nehmen. sprach einige Trostesworte. den ganzen Staat falle. Es sind Augenzeugen und Betheiligte im Hause; sie werden aus der Behandlung des Antrages Pernerstorfer die Lehre ziehen, was das arbeitende Bolt von diesem Parlamente zu erwarten hat.( Beifall und Händeklatschen bei den Jungczechen und auf der äußersten Vinken.) Dieser Antrag wird genügend unterstützt. Hierauf erhält das Wort der Abg. Pernerstorfer. Er führt aus: Darteinachrichten. * Ich werde den Augenblick in meinem Leben nicht vergessen, den ich dort mitmachte, wie die Frauen mit den Händen sich Ich habe mich nicht leichtsinnig dazu entschlossen, hente den in die Gräber einfrallten, aufgelöst daliegend vor Schmerz, und Dringlichkeitsantrag zu stellen; ich stelle ihn auch nicht, ohne wie die Männer ringsum standen wie eine Mauer fie haben einigermaßen selbst über die Vorgänge in Faltenau, wo sich wohl gemerkt, was sie von unseren Behörden, was sie von Abg. Pernerstorfer: Was verlange ich mit meinem ich Montag und Dienstag selbst gewesen bin, unserer Gesellschaftsordnung, was sie von unserer Regierung zu Antrage? Eine Untersuchung. Womit begnügen sich die Herren? unterrichtet zu sein. Eben diese Autopsie( eigener Augen- erwarten haben.( Beifall auf der äuſterſten Linken und bei den Wie immer mit den glatten Worten des Ministers, aus denen schein) veranlaßt mich, an das Haus mit diesem An- Jungczechen.) Erst durch meine Intervention wurde eine feinerlei Beweis für seine Behauptungen zu ersehen ist. Er hat trage heranzutreten, weil ich für meine Person nicht die Versammlung nach§ 2 gestattet, bei welcher die Leute sich die amtlichen Nachrichten, und was in Desterreich amtlich ist, muß Ueberzeugung habe, daß die Erhebungen der Behörden volles darüber aussprechen konnten, ob sie den Streit fortfehen wollen natürlich wahr sein, obwohl wir schon sehr viele Fälle kennen, Licht über die Dinge verbreiten werden, die dort geschehen sind. oder nicht, während die Arbeitgeber täglich im Kasino zur Be- wo das Gegentheil wahr ist, und obwohl es in Desterreich wie Ich spreche zuvörderst nur von Falkenau, bemerte aber von vorn- sprechung zusammentrafen.( bg. Dr. Kronawetter: Das ist das anderwärts vorkommt, daß bisweilen amtlich gelogen herein, daß in Falkenau sowie in Polnisch- Ostrau die blutigen gleiche Recht gegen Alle!) wird. Es kommt ja auf die Individuen an. Der Minister ist Zusammenstöße eigentlich derselben Ursache entsprangen. Redner Unlängst hat der Minister des Innern gesagt, man möge ein großer Routinier, und mit glatten Worten über die schwierigsten führt sodann aus, daß die Grundursache dieser blutigen doch nicht von den Herren auf der Regierungsbank annehmen, Situationen hinwegzukommen, ist eine Aufgabe, die er jederzeit Zusammenstöße darin zu suchen sei, daß der Amtleiter der daß ihnen das Menschliche fremd sei. Wenn Sie zeigen wollen, glänzend lösen wird. Er verlangt die Ablehnung des Antrages, Bezirkshauptmannschaft durch Wochen den daß Ihnen das Menschliche nicht fremd sei, dann benüßen Sie d. h. er fürchtet selbst, daß, wenn zu Stande kommen würde, Arbeitern alle Versammlungen verboten hat. einen solchen Anlaß und leiten Sie eine Untersuchung ein durch was wir wünschen, andere Resultate herauskommen würden. Bei Zusammenstößen denkt man übrigens gewöhnlich daran, daß solche Leute, die unabhängig sind von lokalen Einflüssen und von( Beifall auf der äußersten Linken und bei den Jungczechen.) zwei Leute zusammenstoßen. In Faltenau scheint aber nur von der Behörde und sorgen Sie dafür, daß Licht in die Sache tommt, Diese Tage der letzten Woche sind verhängnißvoll für Defters einer Seite gestoßen worden zu sein. Redner beruft sich auf die sonst bleibt auf Ihnen die Verantwortung für reich, wenn in solcher Weise weiterregiert wird. Der Minister von ihm am 27. April eingebrachte Interpellation, welche einen da 3 Blut, das vergossen worden ist, auf Ihnen, fagt, ich habe aufreizende Worte gesprochen. Aufreizende Worte erheblichen Theil des Sündenregisters des Amtsleiters von die vom Volte nichts verstehen und vom Leben möchte ich sprechen, nicht zu den Arbeitern, sondern zu den anFalkenau enthalten habe. Die Regierung kann sich also nicht de 3 Voltes nichts wissen, die nicht wissen, wie ständigen Bürgern unseres Landes, aufreizen möchte ich sie, ausreden, daß sie nicht gewußt habe, was im Falkenauer Revier das Volk arbeitet, wie es leidet, denkt und nicht den Klassenhaß aufs Aeußerste anzuspornen mit Hilfe einer geschehe. Der Streit, der dort ausbrach, war nicht, wie man zu fühlt. Das wissen alle Sie hochgeborenen Behörde, aufreizen möchte ich dazu, daß auch im öffentlichen fagen pflegt, durch wüste Agitatoren in Szene gefeht. Herren zusammen nicht.( Beifall auf der äußersten Leben Herz und Gemüth etwas mehr zum Ausdrucke kommen, Das ist eine Ansicht, die überhaupt grundfalsch ist.( Ge- Linten und bei den Jungczechen.) Sie alle haben, wie man in daß Behörden nicht so vorgehen, daß man von vornherein sagen lächter.) Diejenigen, welche diese Ansicht aussprechen, beweisen, England sagt, den Fehler der Geburt. Keiner von Ihnen ist muß: Ihr seid herzlose, harte Menschen, die ihr auf der Ministers daß sie von den Verhältnissen gar nichts wiffen.( Sehr jemals mit dem Volte in Berührung gekommen. Das Volk in bank sigt.( Beifall auf der äußersten Linken und bei den Jungrichtig! bei den Jungczechen und auf der äußersten Linken. Desterreich schreit in seiner Noth auf und hat es fatt, sich czechen.) Abg. Brzeznovsky: G3 lachen die Millionäre!) Die ökonomisch und politisch drücken zu lassen, und alles, was kommen Leute, die man Agitatoren nennt, waren in dem einen wie wird in Desterreich, alle Verantwortung trifft die Häupter jener in dem anderen Falle Gegner des Streites. Nur der Männer, die in Gedankenlosigkeit heute auf der Regierungsbank ökonomische und politische Druck von oben herab hat die Massen fizen.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen auf der äußersten dazu getrieben, in der Aufstellung einer ökonomischen Forderung Linken und bei den Jungczechen.) Geheimes Wahlverfahren. Für die Gemeindewahlen in fich gleichsam Luft zu machen. Der Streit wurde zunächst durch Nachdem der Minister des Innern, Marquis von der Pfalz beschloß die bayrische Kammer in zweiter Lesung, amteine Lohnreduktion veranlaßt, der sich die Arbeiter berechtigter a que hem in üblicher Weise die Organe der Regierung rein- liche Rouverts einzuführen. Nur wenige Liberale stimmten daWeise nicht fügen wollten. Als der Streit ausgebrochen war, gewaschen hat, erhält das Wort der jungzechische Abgeordnete für; die andern brachten die unliberalsten Vorwände vor. Es hat der Amtsleiter ſein schon früher geübtes Prinzip, es ja zu Graf Raunitz. Er will die Vorfälle in Polnisch- Ostrau be- find eben meistens Proßen, die andere Leute als Ziehpuppen vor feiner Versammlung tommen zu lassen, fortgesetzt. Es wäre der Urne zu gebrauchen gewohnt sind. Die Macht der kapitainteressant, vom Minister zu erfahren, ob ihm davon gar nichts sprechen. listischen Gewohnheit! bekannt geworden ist, daß die Wirthe der ganzen Um= Aus den ihm von Augenzeugen zugekommenen Berichten gebung veranlaßt wurden, Reverse zu unter- gehe hervor, daß der Zusammenstoß vor dem„ Dreifaltigkeits". Unglück und Geschäft. Daß die Lugloch- Affäre zu buchchreiben, daß sie teine Versammlung bei sich Schachte nicht auf die Absicht der Arbeiter, diesen zu stürmen, händlerischen Geschäftsspekulationen ausgenügt werden würde, gestatten.( Lebhafte Rufe: Hört! Hört! bei den Jung zurückzuführen sei.( Anhaltende Unruhe im Hause.) war vorauszusehen; interessant aber ist es, daß gerade der von czechen und auf der äußersten Linken.) Als die Vertrauens Präsident giebt wiederholt das Glockenzeichen. uns schon mehrfach unter der Rubrik:„ Geschäftssozialismus" männer für Freitag eine Versammlung ausschreiben Abg. Sotol: Sie wollen nicht zuhören, weil zitirte Ernst Wiest'sche Verlag in Leipzig soeben eine solche Schrift wollten, wurde auch diese verboten, obwohl die Tages- es die Arbeiter betrifft! ankündigt, deren Zweck uns im Schlußsat der Anzeige furz und ordnung folgendermaßen lautete: 1. Wiederaufnahme Abg. Dr. Brzorad: Das sind die Kapitalisten! deutlich enthüllt wird:" Bei thätiger Verwendung fönnen Sie ein der Arbeit.( Hört! Hört!) 2. Bruderladen Gesetz. Abg. Dr. Graf Raunitz erzählt, man habe ge- rasches und glänzendes Geschäft machen". Ganz wie bei Die Nachricht Don diesem Versammlungs- Verbote verschossen, ohne die vorgeschriebene Aufforde- seiner sogenannten sozialistischen Jugendliteratur". breitete sich mit Bligesschnelle unter den Arbeitern, und sie rung, auseinanderzugeben. Gleich bei der famen in einem Gasthause zu einer Besprechung zusammen. Von ersten Salve blieben 22 Mann auf dem Playe. Todtenliste der Partei. Aus Celle wird geschrieben: hier aus zogen die Arbeiter in einer Zahl von höchstens 250 bis( hört! hört! bei den Jungczechen und auf der äußersten Linken. Water Warnecke ist todt! Diese Trauernachricht ging am Dienstag 300 durch Zieditz auf dem Wege, der nach Faltenau führt und Morgen unter der sozialdemokratischen Arbeiterschaft unseres Städt= hart am Bahntörper geht. Redner schildert sodann die Präsident giebt wiederholt das Glockenzeichen. chens von Mund zu Mund. Mit„ Vater Warnecke", wie der jett Situation, in der sich die Arbeiter befanden, als ihnen die Abg. Dr. Graf Kaunit führt aus, der Streit in Polnisch! entschtafene Kämpfer im Voltsmunde furzweg genannt wurde, ist Gendarmen entgegentraten. Es werde auch behauptet, daß Oftrau sei deshalb entstanden, weil die Arbeiter nach dem Feier- einer der hiesigen ältesten Parteigenossen den Weg gegangen, von dem 5 Gendarmen, bevor sie dorthin gekommen seien, in einer Schänke tage vom 3. Mai der Gepflogenheit gemäß nur eine achtstündige es keine Rückkehr giebt. Water Warnecke war bereits anfangs der in der Nähe bewirthet worden seien. Nachdem behauptet werde, Schicht arbeiten wollten. 60er Jahre ein rühriger Vorkämpfer der Arbeitersache, auch daß der Zug aus tausend Menschen bestanden habe, so wäre es Präsident unterbricht den Redner mit der Auf- Mitglied des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins". Seit angezeigt, wenn Vertrauensmänner des parlaments forderung, sich auf die Begründung der Dringlichkeit zu belangen Jahren Randidat des Reichstagswahlkreises Celle- Gifselbst hingingen, um sich zu überzeugen, daß an dem schränken. horn- Beine, lehnte er kürzlich bei einer Neuaufstellung seines betreffenden Orte tausend Menschen nicht Abg. Dr. Graf Kaunit: Wir wollen die Dringlichkeit, hohen Alters wegen. er stand im 76. Lebensjahr die weitere Plaz finden. Als die Gendarmen Halt! tommandirten, um von der Regierung eine Antwort auf die Frage zu erhalten, Kandidatur ab, und wurde daher an seiner Stelle Genosse Paul drehte sich der an der Spitze gehende Stihl um und sagte: ob sie denn gar kein anderes Mittel tenne, um Hannover für unseren Kreis bestimmt. Der Entschlafene war Gehet zurück, sonst wird geschossen!" In dem derartige simple 2ohnstreitigteiten, bei wel- ftets bereit, für die gerechte Sache der Sozialdemokratie, selbst Augenblicke, wo er das sagte, kommt die erste Salve, und chen es sich um die Erhöhung des Lohnes um unter der größten persönlichen Aufopferung, einzutreten und hat in den Kopf getroffen, fällt er nieder. etliche Kreuzer per Person, und bei welchen daher Manchem als Vorbild gedient. Der Heimgegangene hat ( Stürmische Rufe: Hört! Hört! bei den Jungczechen und auf es sich um etliche tausend Gulden Mehraus sich nicht nur bei den Genossen des hiesigen Kreises, sondern der äußersten Linken. Abg. Sokol: Das ist ja gräßlich! gaben für ein blühendes Unternehmen han weit über denselben hinaus ein ehrendes Andenken gesichert. Abg. Brzeznovsky: Rothschild- Gendarmen!) Belt, zu schlichten, als Blut vergießen.( Beifall Möge ihm die Erde leicht sein. Als der Mann gefallen war, ergriff die Menge eine Panit und Händeklatschen bei den Jungczechen und auf der äußersten In Bremen verstarb der Genosse Bauder, der als ein und sie stürmte zurück, die Gendarmen gaben Linken.) sehr rühriges Mitglied der Partei lange Jahre dort thätig war. aber noch einige Salven a b.( Lebhafte Rufe: Hört! Wir wollen die Dringlichkeit, um von der Regierung zu In Darmstadt ist am 8. Mai unser Parteigenosse August Hört! Abg. Dr. Kronawetter: Auf die fliehende Menge!) Es hören, ob sie in ihrem Bersonal nicht einen ein Reißler, ein alter Veteran der Voltssache, im 76. Lebensjahre wurden elf Menschen getroffen, von welchen bis jetzt drei todt igen intelligenten Menschen habe, der den gestorben. Schon in der Demagogenbewegung der dreißiger und einer schwer verwundet sind. Die Aerzte, welchen den ersten Unternehmern imponire und bei der Arbeiter: Jahre befand sich der Verschiedene in der Armee der Freiheits. Verband vorgenommen haben, behaupten, daß neun von den schaft sich Vertrauen erwerben könne.( Beifall bei kämpfer. Im sogenannten tollen Jahre 1848 war er als geistig elf von rückwärts getroffen wurden.( Stürmische den Jungczechen.) Wir wollen die Dringlichkeit, um zu hören, ob die hochentwickelter Arbeiter Mitglied des Märzvereins und um auch Rufe: Hört! Hört! bei den Jungczechen und auf der äußersten Regierung noch immer auf dem Standpunkte steht, daß sie mit Flinte und Säbel die Freiheit zu vertheidigen, gehörte er Linken. Abg. Sokol: Das ist fannibalisch!) Die Frau des Stihl, wegen der angeblichen Freiheit des Arbeits- der sogenannten„ dreizehnten Kompagnie" an, welche als Hauptdie zu ihrem todten Mann wollte, wurde von den Gendarmen vertrages in die Lohnstreitigkeiten immer mann der Spitzenwirth Wilhelm Seipel befehligte. Und bis zu aufgehalten, welche den Platz als Sieger besetzt hielten; als sie nur im Interesse der Unternehmer mit Waffen- feinem Lebensende ist er der Partei des Boltes treu geblieben, heraneilte, ohne sich natürlich um die Gendarmen zu fümmern, gewalt eingreifen müsse.( Anhaltende Unruhe im hat nie die Farbe gewechselt und war durch eifriges Studium fällten die Gendarmen das Gewehr und riefen ihr zu Hause.) der Arbeiterpresse und der Parteiliteratur stets auf dem Laufenden. Ehre seinem Andenken. Anhaltende Unruhe im Hause.) Arbeiter! Noch einen Schritt weiter und Sie werden erschossen!" Präsident ersucht wiederholt um Rube. ( Hört! Hört! Abgeordneter Brzeznowsky: Das sind Helden!) Abg. Dr. Graf Kaunit: Das interessirt die Herren nicht Die Frau rief: hr habt meinen Mann gemordet, so sehr wie die Valuta, es trägt ja nicht so viele Perzente! mordet auch mich" und ging vorwärts. Ein Gendarm( Lebhafter Beifall und Händeklatschen auf der äußersten Linken beredete seine Genossen, die Frau zuzulassen. In dem Augen- und bei den Jungczechen.) blicke, wo sie zu ihrem Manne tam, rief ihr der Rittmeister, der die Abg. Brzeznovsky: Es handelt sich ja nur Es handelt sich ja nur um Gendarmen führte, zu:„ Hätten Sie Ihren Mann bei sich zu Hause im Bette gelassen, so wäre er nicht Abg. Gotol: Um Menschenleben! erschossen worden!"( Stürmische Rufe: Hört! bei den Abg. Dr. Graf Kaunit: Wir wollen von der Regierung Jungczechen und auf der äußersten Zinken. Unruhe.) Ist der hören, ob sie der Vergewaltigung, der Beschränkung der perfönMinister geneigt, zu untersuchen, ob das richtig ist, und diesen lichen Freiheit der Arbeiterschaft durch die Unternehmer, ob sie Herrn Rittmeister mit Schande und Spott davon selbst offenbaren Betrugsfällen, wie wir sie in Angelegenheit der zujagen?( Lebhafter Beifall auf der äußersten Linfen und Herrmannshütte zur Sprache brachten, entgegentreten will. Woher bei den Jungczechen.) Weil ich ein Mißtrauen hege gegen die nimmt die Regierung das Recht, jede solche Vergewaltigung Schade! " Polizeiliches, Gerichtliches ze. Die Mainummer der Holzarbeiter 3tg." war als besondere Agitationsnummer hergestellt worden und sollte unter den nichtorganisirten Holzarbeitern verbreitet werden. Der Vorsitzende des Holzarbeiterverbandes in Fürth i. B. fuchte deshalb beim t. Bezirksamt um die Erlaubniß nach, fragliche Zeitungsnummer vor den Fürther Holzwaaren- Fabriken, beim Ausgang der Arbeiter vertheilen lassen zu dürfen. Hierzu wurde die Bewilligung nicht ertheilt. Genügt hat dieses Verbot natürlich nichts, denn die findigen Arbeiter bedienten sich der Post, um den gefährlichen Stoff an den Mann zu bringen. 00 и Tokales. Der heutigen Nummer des Vorwärts" liegt die Nr. 17 ber Neuen Welt" bei, welche bekanntlich am 28. April wegen vorgeblicher Religionsschmähung konfiszirt worden ist. Die inkriminirten Stellen haben selbstredend beim Neudruck der Nummer ausgemerzt werden müssen. Der gestrigen Lokalliste ist hinzuzufügen, daß der Volt 3garten, Stöpnickerstraße 108 in Grünau ebenfalls für Verfammlungen zu haben und daher nicht als gesperrt zu be trachten ist. Bei Ausflügen wolle man diese Mittheilung berückfichtigen. Ferner ist nachzutragen, daß es in der gestrigen Liste unter Weißensee G. Ehrhardts( nicht Gerhardts), Elysium, Langhansstr. 24-26, heißen muß. regelung bie einzelnen Arbeiter heraus, was hindert dann die Arbeiterschaft, fich unter den 82 toalirten Brauern auch einen heraus zu holen! Das überlegen Sie sich einmal, Herr Röside. Parteigenossen darauf aufmerksam, daß bei etwaigen Ausflügen Achtung, Charlottenburg. Nochmals machen wir die an den Pfingstfeiertagen strengstens auf unsere in fast allen Lokalen ausgehängte rothe Lokalliste zu achten ist. Unter allen Umständen sind die Lokale: Großjean, Klubhaus Westend, Triefethau's Salon, Sophie- Charlottenstr. 94, und Paprik Salon, Berlinerstr. 89 zu meiden. regelungen gekommen sei. Die Böttcher der Bergschloß- Brauerei haben gleich ihren Kollegen in den übrigen Brauereien am 1. Mai gefeiert und fie sollten gleich diesen durch Aussehung der Arbeit bis zum 7. Mai bestraft werden. Aus diesem Grunde hat, die Versammlung in Rigdorf auch über die Bergschloß- Brauerei den Boykott verhängt. Die Gewerbe- Deputation des Magistrats fordert hiesige Gewerbegehilfen zu Bewerbungen für die aus dem FriedrichsGewerbe- Stipendium zur Berloofung gelangenden Unterstützungen auf, die in Beträgen von 150 bis 300 M. gewährt werden. Die Bewerber müssen in Berlin ortsangehörig sein, und einen auf Vervollkommmung in ihrem Handwerk gerichteten Lernbetrieb an Der Kapitalisten und Grundeigenthümer Streit über den Tag gelegt, auch eine hiesige gewerbliche und technische FortDie Frage, ob izleben oder Treptow als Ort der bildungsanstalt mit Fleiß und Erfolg mindestens ein Jahr lang Berliner Gewerbe- Ausstellung gewählt werden soll, muß uns besucht haben. Gesuche, denen die Bescheinigungen über das felbstredend kalt laffen. Uns fann es gleichgiltig bleiben, ob die Borhandensein der oben erwähnten Vorausseßungen beigefügt Charlottenburger oder ob die Berliner Häuserspekulanten ihren sein müssen, können bis Ende Juni dem Magistrat eingereicht Rebbes machen, wissen wir doch, daß die Arbeiter, die etwa bei werden. Den Bauten Verwendung finden, sich in jedem Fall für einen Zum Kampf der Brauereien gegen ihre Arbeiter. Eine eigenartige Reklame veranstalten die artigen Kinder Sündenlohn plagen und schinden müssen. Und was wäre An- Für den Pfingstverkehr haben die Betriebsämter schon pardon, die Mitglieder des Vereins der Berliner Brauergesellen deres für die Arbeiterschaft zu erwarten? Wenn wir daher, alle Vorkehrungen getroffen. Welcher Art dieselben sein werden, für die Arbeiterfreundlichkeit" des Herrn Brauereidirektors man verzeihe den gebräuchlichen, aber in diesem Fall doch nicht geht aus folgender Meldung aus Gotha hervor: In der hiesigen Röfice. Wir hätten, nebenbei gefagt, ihnen auch geglaubt, daß ganz zutreffenden Ausdruck- als lachende Dritte ein Stim- Königlichen Eisenbahn- Hauptwerkstatt werden jetzt wieder eine fie nicht zu ben„ Unzufriedenen" gehören, ohne daß sie die so mungsbild wiedergeben, das ein Berliner Korrespondent der größere Anzahl Gepäckwagen mit Bänken versehen, um menschenfreundlichen Einrichtungen in dem Eldorado des Herrn" Frankfurter Beitung" abfonterfeit hat, so thun wir es nur, um dieselben für Personentransporte zum Pfingstverkehr zu benutzen. Rösicke an den Fingern herzählen. unseren Lesern zu zeigen, wie der Berliner Philister sich benimmt, Infolge dieser vermehrten Arbeitsgelegenheit arbeiten einzelne Die Freitagsnummer des Berliner Lokal- Anzeigers", der ja wenn er sich über eine ihn berührende Sache erhitzt. Die Bweige 12 Stunden täglich. Das sind ja ganz liebliche Ausauch jedenfalls das Partei- Organ dieser Herren ist, bringt offenbar Chronik in der Frankfurter Beitung" besagt u. a.: sichten für die Pfingstreifenden: dritter Klasse bezahlen und vierter aus einer inspirirten Feder im Anzeigentheil folgende Erklärung: Der ruhige Bürger greift zur Wehr, indem er bei Buggen fahren zu dürfen! Der plöblich ausgebrochene Streit der Böttchergesellen und hagen oder im Konzerthaus ein Glas Helles trinkt, während eine Deren Vorgehen gegen die Schultheiß' Brauerei A.-G., hier, ver- Bersammlung abgehalten wird. Eine Versammlung? Blos eine Lichterfelde das Nachstehende berichtet: Seit dem 1. Mai war Ueber eine verunglückte Nachttvandlerin wird aus Großanlaßt die Unterzeichneten zu folgender energischer Erklärung: Bersammlung? Nein, eine Protestversammlung, die sich zu das 15 jährige Mädchen Martha Lulinski bei dem BauunterDie Böttchergesellen der Schultheiß' Brauerei A.-G. haben teinen einer Demonstration von geradezu elementarer Gewalt geftaltete". nehmer Torgus in der Schillerstr. 10 in Gesindedienst getreten. stichhaltigen Grund zum Streit, denn ihre Lohn- und sonstigen Die Bürger von Berlin O. werden elementar. Die Zeitungen Am Mittwoch Abend gegen 10 Uhr suchte es seine zwei Treppen Verhältnisse sind derart, daß sie die jetzt aufgestellten Forderungen melden es, und die Ausdrücke, die bei den elementaren Demons hoch belegene Mansardenstube auf, enttleidete sich und suchte, weit übertreffen. Bei nur 91/ 2ftündiger Arbeitszeit, 29 M. Wochen- ftrationen fallen, zeigen, daß das füdliche Temperament, das nachdem es als gute Katholikin das Abendgebet gesprochen hatte, lohn, 4-5 Liter Freibier täglich, haben, wie alle Arbeitnehmer Diese Berliner bisher immer so geschickt zu verheimlichen wußten, das Bett auf. Um 10%/ 4 wurde die im Kellergeschoß des Hauses der Schultheiß' Brauerei A.-G., auch die Böttcher für sich und nur künstlich und gewaltsam zurückgedrängt war. ihre Familien Arzt und Medizin frei, können die Bade- Einrich- Neapolitaner, die in der Köpnickerstraße wohnen. Es giebt nichts Aufschrei und darauf folgendes Stöhnen aufgeschreckt. Sie fand G3 find wohnende Bortosthändlerin, Frau Schwadler, durch einen lurzen tung benutzen, verfügen über eine von der Brauerei dotirte anderes als stürmischen Beifall und stürmische Heiterkeit und die entkleidete Lulinski auf zwei Spigen des den Zugang zuin Unterstügungstaffe, tönnen ihre Kinder in das Familienbaus zur stürmische Entrüftung. Man darf am Morigplatz sprechen von Hause nach dem Borgarten abschließenden eisernen Gitters Spiels und Arbeitsschule unentgeltlich schicken, folche im Sommer allen Schrecken des Gewissens, nur von Wigleben nicht. Fünf aufgespießt in halbfigender, halb liegender Stellung vor. Dhne halbjahr auf vier Wochen nach dem Kinderheim in Pankow bei zehn anwesende Charlottenburger liefen Gefahr, gelyncht zu in dem Schrecken an die Rettung zu denten, rief sie durch gellenfreier Berpflegung bringen und bekommen für ihre Ersparnisse in werden. Daß die Stadt Berlin den Treptower Bart hergeben will, des Geschrei die Nachbarschaft herbei, aber auch die zuerst Der Sparkasse der Brauerei denselben Binsfuß wie die Aktionäre, ist ein hochherziger Entschluß". Die Kommission, die für ein Männer eintreffenden wagten nämlich 15 bezw. 16 pet. Außerdem bekommt Jeber, welcher anderes" Terrain stimmte, scheint die Gegend vom Luftballon liche an sich bie UnglückErft nicht hinan. als der Maurermeister Knauff drei Jahre im Geschäft thätig ist, 100 m. Alterszulage in viertel- betrachtet zu haben. Lächerlich ungeeignet ist der Moderpfuhl am erschien, wurde das Mädchen mit Hilfe zweier anderer Männer jährlichen Raten. Solche Vortheile über den Lohn hinaus sind Liegensee". So entwickeln sich in dem Streit ungeahnte Reime aus seiner entsetzlichen Lage befreit. Nach Feststellung des Dr. Röhl faum in irgend einem anderen Etablissement dem Arbeiter ge- rhetorischer Veranlagung, selbst Stadtverordnete lassen den hat es außer den tiefen Wunden am linken Gesäß eine Verboten. Das ungerechtfertigte Vorgehen der Böttchergesellen ganzen lyrischen Zauber, der in ihnen geschlummert hat, zu geftauchung der Beine und innere Verletzungen davongetragen, so fchädigt aber zweifellos alle übrigen Arbeitnehmer der Schultheiß meinnütziger Entfaltung gelangen; denn in Geldsachen hört die daß der Leib gestern start geschwollen war. Die bei vollem VerBrauerei, welche den Segen der vorhandenen Wohlfahrtseinrich Temperamentlosigkeit auf. Alle, welche als Grundstücksbefizer oder stande befindliche Lulinsti gab der Polizei gegenüber an, daß sie tungen voll und ganz zu würdigen wiffen. Die Unterzeichneten Gastwirthe in der Nähe von Treptow ansässig sind, kennzeichnen gleich nach dem Schlafengehen von Betlemmungen befallen, auffehen es durchaus nicht ein, weshalb sie sich durch die Launen mit Empörung das Treiben Derer, die als Grundstücksbesitzer gestanden und an das Fenster getreten sei. Was weiter voreiner Hand voll Böttchergesellen Schaden zufügen lassen sollen; oder Gastwirthe in der Nähe von Wigleben ansässig sind. Beide gegangen sei, wisse sie nicht, bis sie auf dem Gitter hängend zum fie wollen sich unbedingt im Genusse der großartigen und haben das Interesse der Allgemeinheit im Auge, das Intereffe Bewußtsein gekommen sei. Da nun aber das Fenster des Zimmers fegensreichen Wohlfahrtseinrichtungen der Schultheiß' Brauerei der Ausstellung und der Berliner Bürgerschaft. Es giebt aber nur 45 Bentimeter breit, 60 Bentimeter hoch ist und eine Brüstung erhalten und erklären daher hiermit öffentlich, daß fie mit dem wirklich noch ein sozusagen ideales Nebenmotiv, das mit der in Höhe von 85 Zentimetern hat, so ist nach Ansicht der Behörde Streit ber Böttchergesellen nicht einverstanden sind, solchen viel brünftigen finanziellen Interesfirtheit parallel läuft; das ist der an einen Sturz aus dem Fenster nicht zu denken. Es wird viel mehr als frivol und unbegründet aufs schärfste verurtheilen. alte Neid auf den Westen, den alle Stadttheile haben und der mehr angenommen, daß das Mädchen im Schlafe nächtliche Berlin, den 10. Mai 1894. bei so guter Gelegenheit diesmal vom Osten zum Ausdruck ge- Wanderungen unternimmt, aus dem Fenster geflettert, über die Die Mitglieder des Vereins der Berliner Brauergesellen, bracht wird. Der Weften ist der schönste Stadttheil; der gleich darunter befindliche Dachrinne geftrauchelt und infolge fowie der Zimmerleute, Maurer, Seniede, Stellmacher, Sattler, nobelste Stadttheil; der asphaltirtefte Stadttheil; der be deffen abgestürzt ist. Die hier in Berlin in der Friedenstraße Schloffer, Maler, Glaser und Klempner in der Schultheiß- Brauerei, pflanzteste Stadttheil, der elektrisch beleuchtetste Stadt- wohnenden Eltern haben die Verunglückte gestern nach einem Abtheilung I. J. A.: Dillmann und Döhring. theil; der gebildette Stadttheil; der reichste Stadt Krankenhause abgeholt. Eo, Ihr streifluftigen Böttchergesellen, nun habt Ihr Euer theil. Das, was einigermaßen repräsentativ ist, wohnt Fett weg! Denn wenn der Verein der Berliner Brauergesellen im Westen. Ein hervorragender Schriftsteller oder Künstler, Verschwunden ist seit Mittwoch Abend um 6 Uhr die oder die Mitglieder deffelben Euch so etwas sagen und die der im Osten logirte, würde als Sehenswürdigkeit an- 3/2 Jahre alte Tochter Jla der Schildhornstr. 74 zu Steglit übrigen 6 unorganisirten Bimmerleute, 8 unorganisirten Maurer, gestaunt werden, oder man würde ihn für ein Genie halten: wohnenden Wittwe Maeder. Das Kind hatte vor dem Hauſe 2 dito Schmiede, 3 dito Stellmacher, 3 dito Sattler, ca. 6 un- furzweg wegen dieser unerhörten Selbständigkeit. Und auch die umbergespielt. Die geängstigte Mutter hat bereits alle um= organisirte Schloffer und je 1 unorganisirter Maler, Glaser und Großindustriellen und Großkavitalisten, die im Often oder liegenden Ortschaften abgesucht, ohne eine Spur von der VerKlempner, ebenfalls in diesen Lobgefang einstimmen, dann kann Norden wohnen, tommen hauptsächlich nur in Fontane'schen mißten zu entdecken. wagen es nicht ausbleiben, daß Ihr Euch bald nach den so schnöde Romanen vor. Selbst ein Kaufmann von so gewollt bürgerverlaffenen Fleischtöpfen der Schultheiß'schen Brauerei zurückfehnt. lichem Anstrich wie der verstorbene Rudolph Herzog, der einer Hause Französischestraße 44 ein Kaufmann durch einen Schlächters Polizeibericht. Am 10. d. M. Vormittags wurde vor dem Zur Klarstellung wollen wir jedoch mittheilen, daß der Ber der bedeutendsten Annoncenbezahler war und daher die aufrich- Hause Französischestraße 44 ein Kaufmann durch einen Schlächters ein der Berliner Brauevgesellen nicht mit dem Zentralverband tigsten Nekrologe bekam, wohnte dem Thiergarten gegenüber, auf dem Neubau Dresdenerstr. 109 fiel ein Dachdecker vom Dache Berber überfahren und an beiden Füßen erheblich verletzt.deutscher Brauer und verwandter Berufsgenossen identisch ist. dicht beim Brandenburger Thor.... Treptow oder Wigleben! des dreistöckigen Seitenflügels auf den Hof hinab und erlitt schwere Der Verein besteht zum größten Theil aus Leuten, die es noch wenn man die Motive Derer betrachtet, die für den einen oder Verlegungen am ganzen Körper. Vor dem Haufe Dresdenerstr. 27 zu„ Borderviechern", wie der klassische Ausdruck lautet, bringen für den andern Ort eintreten, stellt man sich vielleicht auf die wollen, aus Kellermeistern, Braumeistern und ähnlichen bevor Seite der Donna Blanca in Heine's Disputation, welche ein gerieth eine 72 Jahre alte Frau unter die Räder einer Droschke und wurde am Arme und an der Hand schwer verletzt.- Gin zugten Herren. Selbstverständlich nehmen diese Leutchen Partei durchaus neutrales Urtheil fällte. für Herrn Rösicke und den Bestrebungen des Bierrings, wozu eines Hauses der Bautstraße belegenen Wohnung feiner Großsechsjähriger Knabe stürzte vom Balkon der im dritten Stoc wäre denn der Verein sonst das? mutter auf die Straße herab und starb auf der Stelle.- Im mittags die bereits start verweste Leiche einer etwa 40 Jahre Luisenstädtischen Kanal, an der Adalbertbrücke, wurde Nachs alten Frau angeschwemmt. Vor dem Haufe Alte Jakobstr. 8 fiel ein 12jähriger Knabe beim Spielen an einem Leitergerüst hin und erlitt einen Schädelbruch. Abends fand im Hause Tress dowstr. 87 ein Dachstuhlbrand statt. Im übrigen fei noch mitgetheilt, daß die in dieser Angelegenheit beschlußfähige Kommission in der Angst über den grauAnschließend daran tönnen wir noch mittheilen, daß die samen Kampf einen Ausweg zum Entwischen gesucht hat. Ge Maßregelungen organisirter Arbeiter fort wird nämlich gemeldet, daß man sich jetzt an den Kaiser um dauern. Es werden noch immer weitere Ar- Ueberlassung des Hippodroms wenden will. beiter aus ben dem Ring angehörenden Braue,, leber ein Kleincs so werdet Ihr mich sehen und über ein reien wegen Verweigerung der Böttcherarbeiten Kleines so werdet Ihr mich nicht sehen." Das Berliner Tagebl." entlassen. bringt folgende Mittheilung: " Zum Ausschluß der Böttcher. Herr Rösicke versendet Waschzettel auf Waschzettel an die ihm zugängliche Preffe und dazu zählen in erster Linie sämmtliche liberale Organe, in denen er neben dem Hinweis auf den Muthwillen der gutbezahlten Böttchereiarbeiter" den Beschluß der letzteren betreffend die Feier des 1. Mai, sowie den Beschluß der Rixdorfer Bolts versammlung in dem gegen die Vereinsbrauerei der Boykott aus gesprochen wurde, als das Werk der sozialdemokratischen Partei hinstellt. Daß weder die Parteileitung noch die Berliner GewerkschaftsLeitung einen Einfluß auf diese Beschlüsse ausgeübt haben, weiß Herr Rösicke sehr genau, und die ihm zu Diensten stehende Presse weiß das ebenfalls aus unserem Artikel in der Nr. 106 vom letzten Donnerstag. " Theater. " Der Raiser hatte am Montag bei seiner Anwesenheit in Spandau zur Besichtigung des Elisabeth- Regiments seine Verwunderung darüber geäußert, daß er teinen von den vielen tausend Arbeitern der vielen Fabriken erblicke. Es war nämlich, vermuthlich in der Absicht, Verkehrsit örungen zu vermeiden, angeordnet worden, daß die Abend die Strauß'sche Operette Eine Nacht in Venedig Im Theater Unter den Linden" feierte am Freitag Arbeiter zu der Zeit, in welcher der Kaiser die Straßen passiren eine Wiederauferstehung. So elend das Libretto in Text und mußte, in der Fabrit verweilten, zu welchem Zwecke die Handlung, so anmuthig ist die Musit, und es thut der Wirkung Arbeitszeit verlegt wurde. Als Se. Majestät nun Donnerstag zur Besichtigung des Königin Augusta- Regiments am nach Spandau gekommen war und von der Parade Mittags zur Stadt zurückkehrte, hatten sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen in ihrer Arbeitskleidung am Wege Auf stellung genommen. Der Kaiser dankte freundlich auf die begeisterten Hochrufe der Leute." Melodien immer schon vorausempfindet, wie der Gedanke fich feinen Eintrag, daß man beim ersten Ton der Strauß'schen weiterspielt, und die Operette erfüllt auch heute noch ihre Aufgabe, nach mehr als zehnjähriger Repertoirfähigkeit, beffer als manche der neuesten, die da kommen, man weiß woher, und wieder verschwinden, man weiß auch wohin. Glänzende Farben, Es charakterisirt den Macher unter den, vereinigten Brauereien" schimmerndekostüme, weniger schimmerndes, aber überreich gebotenes und die ihm dienstbare Presse, daß sie die Antwort des Leider ist die Nachricht des die Nachricht des Berliner Tageblatt" Fleisch, flottes Spiel in den Hauptrollen und fließende Strauß'sche Ausschusses der der Gewerkschafts- Rommission insoweit dunkel, als nicht aus ihr hervorgeht, ob die Walzermusik ob die Walzermufit all das machte den Abend im Lindentheater für vollständig tobt schweigen. Freilich, wenn die Leser Anordnung, daß sich während der Fahrt des Kaisers bas dortige Theaterpublikum zu einem heiterbefriedigenden. der Bossischen 3tg.", der Freis. 3tg.", des Tagebl." und der durch Spandau tein Arbeiter auf den Straßen blicken Herr Steinberger gab seinen Papacoda in bester Stimme übrigen den Brauer- Millionären zur Verfügung stehenden Blätter den lassen dürfe, in den Militär Werkstätten ergangen und Stimmung und erzielte reichlichen Beifall; Cibeletta fand wirklichen Sachverhalt tennen lernten, dann könnte die Sozial- ist, oder ob sie auf behördliche Weisung auch an die Privat in Fräulein Szroch stimmlich wie darstellerisch eine würdige Demokratie nicht mehr als das Karnickel hingestellt werden. unternehmer gerichtet wurde. In diesem Falle wäre es interessant Partnerin, Frl. André's Stimme und Gesang war viel beffer Ohne das Hereinziehen des rothen Wau Wau wäre aber der zu erfahren, wer diese für unsere heutigen Zustände bezeichnende als ihr Spiel; Herrn Schaler's Caramello harmonirte, aber Herr ganze Zwischenfall wahrscheinlich schon längst beigelegt. Berfügung hat ergehen lassen? Wie dem nun auch sei, wir denken, me yer fand für seinen Possen- Herzog nicht Operettenton. Die Im übrigen wollen wir dem doch noch eine Bemerkung an daß sich die Spandauer Arbeiter sowohl die Anordnung, die Inszenirung war ebenso hübsch wie die ganze Durchführung fügen. Wie wir bereits hervorgehoben haben, stehen wir ihnen verbot, sich vor dem Monarchen auf der Straße zu zeigen, flott. Im nachfolgenden Ballet Farfarello" aber war der Kontraft nicht auf dem Standpunkt, daß es Sache unserer Partei sei, wenn als auch die, nach welcher sie öffentlich Aufstellung zu nehmen zwischen Zänzern und Korps doch etwas gar zu augenscheinlich. in bestimmten Gewerben Bwiftigkeiten zwischen Unternehmern und hatten, um in begeisterte och rufe einzustimmen, tief, Arbeitern ausbrechen, jedes Mal zu gunsten der Arbeiter durch fief ins Herz einprägen werden. Die Melodie auf das Lied von den Boykott zu interveniren. der wegen befürchteter Verkehrsstörungen verlegten Arbeitszeit ist Wenn aber, wie es im anstehenden Falle immer mehr den so leicht zu erlernen, daß es in diesem Falle nicht einmal eines Anschein gewinnt, der Führer der Brauereibesitzer um jeden sozialdemokratischen Gesangmeisters bedarf. Preis die Partei und die mit ihr sympathisirende Gesammt Der Maler Reinhold Frih, Hagenauerstr. 10, 3 Treppen, arbeiterschaft in den Streit hineinzerren will fönnte es immerhin möglich sein, daß dem streitluftigen theilt uns mit, daß er mit dem im Annoncentheil der Nr. 103 Herrn sein Wunsch erfüllt werde. Die Tante Voß meint genannten Maler gleichen Namens, der zur Ablieferung der in einem zur Sache geschriebenen Artikel, daß die Nach- fammelten Streitbeiträge aufgefordert wird, nicht identisch ist. theile, die durch einen Boytott über einen Zum Branerei- Boykott. Am Freitag Morgen erschien in einzelnen Arbeitgeber verhängt werden, sehr unserer Redaktion ein Herr Walther von der Bergbrauerei spielhöhe erhöbe; ganz abgesehen davon, daß die Personen, groß sind, und zur Vernichtung feiner wirth in Rixdorf, um uns auf einen angeblichen Frrthum" auf welche in ihm auftreten, auch für ihre Zeit weder als fchaftlichen Existenz führen tönnen". mertfam zu machen. Der Herr erklärte, daß die in der Typen, noch als Originale gelten könnten. Sie sind von Wir sind der Meinung, daß in diesem Sage der Zante" Donnerstag- Nummer enthaltene Nachricht von dem Boykott über so ausgewischter Schablone, daß man sich fragen muß, ein Stück Wahrheit steckt, das auch Herr Röfice beherzigen die Bergbrauerei, die er vertrete, wohl eine irrthümliche fein warum dies auch für bescheidene Ansprüche bedeutungsfollte, ehe er seine durch nichts begründete Hereinziehung der müsse, denn es sei in diesem Unternehmen weder wegen der Mai- lose Opus nicht schon früher, als geschehen, zu den Werken des gesammten Sozialdemokratie weiter fortsetzt. Die Sozialdemokratie feier, noch aus sonst einem Anlaß zu Differenzen mit den Ar- braven Raupach und ähnlicher Größen in den Müllkasten ge= fönnte sonst in die Versuchung fommen, einmal dem von den beitern gekommen. worfen worden ist. Es war denn unseres Erachtens auch dem dann ge: Im Zentral- Theater hatte sich anläßlich des ThomasSaftspiels das uralte Töpfer'sche Original- Lustspiel" Rosenmüller und Finke am Donnerstag einer Auferstehung zu erfreuen. Die total verblaßten Farben, in denen das friedfertige Gemälde aus der Bürgergardistenzeit vorgeführt wurde, mußten erhebliche Zweifel daran aufkommen lassen, ob denn wirklich unsere Großväter so naive Naturen gewesen sind, daß sie an einem derartigen Zeug Gefallen fanden. Es ist in der tödtlich abgeschmackten und langweiligen Handlung dieses Stücks auch tein einziger Moment, der sich zu wirklicher LustBrauereien des Herren Röside hergestellten Biere gegenüber die Dieser Mittheilung gegenüber erklärt uns jedoch die Berliner guten Thomas anzusehen, daß er sich weidlich, aber mit verProbe auf das von der Boffin aufgestellte Gewerkschafts- Rommiffion, die wir in Kenntniß fezten, daß es gebener Mühe abquälte, aus der Rolle des Kaufmanns Bloom Exempel zu machen. Sucht sich der Brauerring zur Maß-' in diesem Unternehmen wohl wegen der Maifeier zu Maß- etwas zu machen. Wenn das Publikum sich dennoch dem vera ehrten Gast zuliebe zuweilen zu einem Lachen bequemte, so ge= schah es in Ehrung der Maske, die der Künstler auch hier wieder unnachahmlich zu gestalten wußte. Das ständige Künstlerzur Seite. Gerichts- Beitung. verurtheilt worden. 16 Monate Gefängniß und gegen 2 5hr 100 m. Gelbftrafe.Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Biber, führte namentlich aus, daß die schwerere Strafthat der Aufreizung in den beanstandeten personal des Centraltheaters stand dem Gaft mit wackerem Muth herausgegeben batte, hat' Anlaß zu einer Antlage wegen Auf den Ausführungen des Staatsanwalts an. Neft und Reinhardt Die rothe Nummer, die der Sozialift" am 18. März Artikeln nicht zu finden sei. Der Gerichtshof schloß sich dagegen reizung und Verstoßes gegen die Bestimmungen des Preßgefeges feien wegen Aufreizung, Grunau sei als Mitthäter zu bestrafen. ( Vors. Landgerichtsrath Rieck) verhandelt wurde. Die Anklage feien, um Erinnerungen an die Märztage von gegeben, welche gestern vor der 1. Straffammer des Landgerichts I 3 sei besonders erschwerend, daß die Strafthaten begangen richtete sich gegen den Buchdrucker Adolf Grunau, den Klempner 1848 Heinrich Neft, den Schriftfeßer Adolf 2 3hr und den Maler wachzurufen. Grunau sei als die eigentliche Baul Reinhardt. In der Werner'schen Buchdruckerei, die den Koulissen gearbeitet habe. Seele der Strafthaten anzusehen, er obgleich hinter nach der Flucht Wilhelm Werner's in den Besitz des An- reizung zu anderthalb Jahren Gefängniß, wegen Er fei wegen der Aufgeklagten Grunau übergegangen ist, wurde zum 18. März der Uebertretung des§ 9 des Preßgesetzes zu einer Woche Haft eine auf rothem Papier gedruckte Nummer 11 des Sozialist" hergestellt, welche auf gerichtliche Anordnung mit Beschlag belegt wurde, weil durch die Artikel„ Die Mutter der Freiheit, die Revolution"," ber Heroismus der Kommunards", die Entstehung der Revolution", ferner durch die demon= ftrative Verwendung von rothem Papier eine Berherrlichung des Kampfes und der Revolution die Absicht kund gethan sei, die Leser des Blattes zur Nacheiferung, zum Kampfe und zur Revolution anzufeuern. Diese beschlagnahmte Nummer war von Grunau als Drucker, von Neft als Redakteur ge zeichnet. Nach der Beschlagnahme erschien Nr. 12 des Sozialist" Briefkaffen der Redaktion. unter der Redaktion des Angeklagten Reinhardt. Sie enthielt wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Zahl einige der Artikel aus der rothen Nummer, namentlich anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. auch die Einladungen zur Märzfeier, die Schilderung der Er- Pirmasens. Wenden Sie sich an Karl Scholz, Wrangeleignisse des 18. März in Berlin, ein Gedicht 2c., 2c., dazu noch straße 32, Berlin. Kleine Theater- und Literatur- Chronik. Das American Theater in der Dresdenerstraße ist, wie wir aus einem Schreiben des Direktors Martin entnehmen, nach dem Ausstellungspark in der Hasenhaide übergesiedelt und giebt dort unter dem Namen American Sommertheater vom erften Pfingsttage an allabendlich Vorstellungen. Herr Martin verspricht, dem Bedürfniß nach einem guten, nicht blos auf Tingeltangel absehenden Volkstheater Rechnung zu tragen und überhaupt den Gesichtspunkten des Wintertheaters treu zu bleiben. In der Angelegenheit des Heine Denkmals spielen die muthigen Mainzer Stadtverordneten anscheinend mehr und mehr die Rolle des Mannes, der Vorsicht für den besseren Theil der Tapferfeit erklärte. Trotzdem nämlich die Mainzer Stadtverordneten Monate lang Zeit zum Besinnen hatten, wurde gestern dennoch ein Antrag auf Vertagung des Gegenstandes anWitterungsübersicht vom 11. Mai. genommen. Stationen. Swinemünde. Hamburg Barometerstand in mm, d. Meeressp. 88 reduzirt auf Windrichtung 760 Windstärke Wetter Temperatur 1 halb bedeckt 14 762 SSW 1 halb bedeckt 11 Berlin 761 • NW 4 Regen 11 Wiesbaden. 763 SW 2 woltenlos 11 München 764 4 Wien 761 SUS 1 Saparanda 767 NNO 4 761 NNO 1 754 B 753 2 • halb bedeckt Regen woltenlos 14 wolkenlos 15 bedeckt 10 Regen 10 11 7 762 1 bedeckt • • • Petersburg Cort. Aberdeen Paris 10 5º C.= 4° R.) Witterung in Deutschland am 11. Mai, 8 1hr Morgens. Während an der Nordsee und im Rheingebiete der Himmel fich aufzuklären begonnen hat, ist zwischen Weser und Oder sowie in Südostdeutschland Trübung eingetreten. Chemnitz hatte gestern, Reitum heute früh Gewitter; in Berlin, Chemnitz und München fällt am Morgen Regen. Dabei hat eine ziemlich starte Abkühlung stattgefunden; in München, das gestern Morgen 14 Grad hatte, zeigt das Thermometer heute nur 7 Grad Celsius. Rechts von der Oder ist es dagegen heiter und trocken geblieben und hat die Erwärmung sogar noch zugenommen, bis auf 15 Grad Celsius in Neufahrwaffer. Berliner Wetterbureau. Wetter- Prognose für Sonnabend, den 12. Mai 1894. Etwas wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit leichten Regenfällen und schwacher Luftbewegung. Berliner Wetterbureau. Bu kaufen gesucht Bauernkrieg, 448/11 von Bebel und Engels. Offerten mit Preisangabe an die Buchhandlung d. ,, Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 2. Posten billiger Hüte. " " hard mit 9 Monaten Gefängniß belegt worden. Der Neft sei mit einer Zusatzstrafe von 8 Monaten, Reina Angeklagte Löhr sei von der ihm zur Last gelegten Uebertretung freizusprechen. wurde abgelehnt und der Angeklagte Reinhardt sofort verhaftet. Der Antrag auf Haftentlaffung des Angeklagten Grunau neue Artikel unter der Ueberschrift: Rothe Gedanken auf 3. 14. Die juristische Sprechstunde ist Abends von 8 bis weißem Papier"," Die Mutter der Freiheit ist tonfiszirt" 2c.- 19 Uhr. Schon die auf rothem Papier gedruckte Nr. 10 des„ Sozialist" Aschersleben. Kommen Sie mit den Statuten der Knappwar fenfiszirt worden; die Kriminalpolizei hatte schaft in die Sprechstunde. aber erfahren, daß beabsichtigt werde, vor Hinterlegung .. 100. 1. Eines gewöhnlichen Passes. 2. Einer ErBereitschaft. Uus nicht bekannt. Fragen Sie im Ge meindebureau an. Militaria. Vom Tage des Cintritts. Louis H. Ohne besondere Erlaubniß nie. N. B. Schulstr. Sie müssen zahlen. Schaufenster. Sie haften nur, wenn Sie die Aufsicht vers nachlässigt haben. Sonst kann sich die Firma nur an Ihren Sohn halten, wenn derselbe auch noch minderjährig ist. Becker Westpr. Beschweren Sie sich bei dem Konfiftorium in Danzig. .. 100. 1. Mein. 2. G3 kommt auf den Beschluß der Gemeindebehörde an. E. R., Gräfeftraße. Animalia possidentia ift richtig. des polizeilichen Pflichtexemplar der Nr. 11 diese zu verbreiten laubniß, die von der Polizei ertheilt wird. und sie beobachtete deshalb die Räume der Druckerei. Die Beamten der Polizei faßten den Arbeitsburschen Vormelcher ab, als er zwei Packete mit den rothen Nummern nach Basel und Zürich aus dem Hause brachte. Bei der Untersuchung fanden sie, daß er außerdem noch eine Anzahl von Exemplaren in den Beinkleidern verborgen bei sich trug. Bei einer Haussuchung, die bei Grunau abgehalten wurde, fand man außerdem auch ein Exemplar der Nr. 11 vor. Löhr ist Expedient des„ Sozialist". Ihm wird zum Vorwurf gemacht, daß er die Nummern entgegen der preßgefeßlichen Vorschrift vor der Hinterlegung des Pflichtexemplars verbreitet hatte. Die Angeklagten, welche sich durchwegs als Anarchisten bekannten, bestritten ihre Schuld und wiesen unter anderem darauf hin, daß der Artikel Schilderung der Ereignisse des 18. März" nichts sei als ein mit der Papierfcheere hergestellter Auszug aus den im Druck erschienenen Aufgeichnungen des Augenzeugen der Ereignisse Dr. A. Bernstein und eines in der Ewigen Lampe" s. 3. abgedruckten Artikels der Vossischen Zeitung", daß ferner das Gedicht in ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) einer unbeanstandeten Gedichtssammlung schon seit Jahren stehe. Mährisch- Ostrau, 11. Mai. Die Ruhe ist im Laufe des Grunau bestritt besonders energisch seine Schuld und behauptete, Tages nicht gestört worden. Der Streit wird fortgesetzt. In daß er von dem Inhalt der rothen Nummer keine Kenntniß ge- dem Hubertschacht in Hruschau ist ein geringer Theil, im Haupthabt habe. Staatsanwalt Benedig erachtete sämmtliche schacht in Orlau find 70 Prozent der Belegschaft eingefahren. vier Angeklagte für schuldig und beantragte gegen Grunau In Karwin sind 2 Bataillone Infanterie eingetroffen, morgen 1 Jahr 6 Monate Gefängniß und 50 M. Geldstrafe, fommt eine Schwadron Dragoner. Der Streitführer Kolarz ist gegen Neft 8 Monate Gefängniß, gegen Reinhardt verhaftet worden. " Ausstellung " Italien in Berlin 1894 ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Depeschen. Achtung, Osten! Burgefl. Beachtung, daß ich 3 MarkHütein a llen Farben, weich und steif, in guter Qual., besser wie in jedem Bazar oder sog. Engros- Verkauf et am Lager habe. Meine besseren Qualitäten wie bisher, nur reelle Waare zu soliden Preifen. Cylinderhüte, eigenes Fabritat, 6, 8, 10, 12 Mart. Franz Haupt, Hutmacher, 夕 食 Bum Lindengarten" Nieder- Schönhausen 25 Lindenstrasse 25 empfiehlt sich dem geehrten Publikum, sowie Vereinen zu Landpartien. Großer schattiger Vor- u. Hintergarten. Zwei Kegelbahnen. Reizender Tanzsaal. Kaffeeküche. Biere. Prompte Bedienung. Einziges Versammlungs- Lokal für Nieder- Schönhausen. Emil Thieme. Herren- Filzhüte, vorjähr. Façons Eröffnung: Donnerstag, den 10. Mai, Nachmittags 2 Uhr. o., Grosse Frankfurterstrasse 145. Gute gepflegte Weiss- und Bairische in steif und weich, zu 1 M., 1,50 M., 2 M., reguläre diesjähr. Waare 3, 4, 5, 6 M. Hochfeine Strohhüte billig. Cylinder 6, 8, 10, 12 m. Entree 50 Pf. Alles Nähere siehe Ausstellungs- Zeitung. Bitte genau auf Nr. 145 zu achten! Schirme, Müßen, Cravatten, Spazierstöcke. We Fran Haupt, Georg Wagner Martin Klein, Hutfabrik A. Lange 181. Hutfabrik, Uhrmacher, 145. Gr. Frankfurterstr. 145. Oranienstr. 65, 1 Tr. Bitte genau auf Hausnummer zu achten. Hüte mit Kontrollmarke fowie Mützen empfiehlt Alb. Bernhagen, 788b in Steglitz, Schütenttr, 20. Photographen, Bitte auf die Hausnummer zu achten. E hren n. Geldwaaren in solider Ausführung zu den billigsten Preisen. Massiv goldene Trauringe, gesetzlich gestempelt: 1 Dufaten 10,50 M., 1/2 Dut. 15,50 M., 2 Dut. 20 M. 8far. von 4 M. an. 5735L* die gewillt find, jich an einem großen, Reparaturen neuen und rentablen photographischen Unternehmen zu betheiligen, wollen ihre Adresse unter ,, Photographie" bei der Erped. d. Vorwärts" niederlegen. " Musik- Instrumente. Alle Blas-, Streich- u. Schlag- Inftrumente, Spielbosen zum Drehen u. selbstspielend, Musik Automaten fertigt Aug. Kessler, Laufterstr. 51. = ! Roh- Tabak! an Uhren u. Goldwaaren solid u. billig. Billigste Bezugsquelle in Schuhaller Art nur einzig und waaren allein im Engros- Geschäft bei J. Rosenthal, Landsbergerstr. 76 1. Auch werden einzelne Paare z. B. Uhrmacher, 25 Neue Hochstr. 25 empfiehlt sein Lager aller Arten Wand- und Laschen- Uhren. Brunnen- Str. Filz- u. Seidenhüte m. Kontrollmarken. Sr. 2ager in Sonnen- u. Regenschirmen, Reell und billig 146L* Alle Uhren 54621 Strohhüten u. Mügen. Billige Preise. werden sauber und sorgfältig reparirt unter Garantie des Gutgehens für 1,50 Mark( außer Bruch) bei W. Winkler, Reparaturen zu foliden Preisen fauft man in der Norddeutschen Schuhfabrik von W. Hitschko, gegründet 1872, Staligerstr. 13, Ecke Admiralstraße, am Rottbufer Thor. 59709* Wer Damenkleiderstoffe in Wolle u. Seide, Leinen- u. Baumwollwaaren, Herren-, Damen- und Kinderwäsche, Rorsets, Blousenu. Morgenröcke, Gardinen c. 30 pCt. unter dem Fabrikationspreis kaufen will, der be= suche schnellstens den durchaus reellen Ausverkauf der grossen Weberei Alte Schönhauserstr. 59 126L] Ecke Linienstrasse. Steinmetzstraße 40, Ecke Groß- Görschenstraße. 5968L* Unr Hüte mit Kontrollmarken. Grosse Auswahl in Schirmen. W. Wolff. Rechtsburcan des Königlichen Amtsrichtersa. D. AlteJakobHerrenstiefel 3,50, Damenstiefel 2,50. Nur Hüte mit Arbeiter- traße 180. Gewissenhafter Rath in allen Lastingschuhe 1,40 2c., abgegeben. Kinderwagen Sämmtl, in- und ausländischen Sorten, in großer Auswahl. Wirklich billige gute Qualität, tadelloser Brand, in billigter Preislage, empfiehlt Heinr. Franck, andlung, Brunnenstrasse 185. 37 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs-Quelle des Süd- Ostens für Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Eig.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, Goldarbeiter und Uhrmacher, 37 Admiral- Straße 37 Cohn's Hosenfabrik, und reelle Preise. Auch auf Abzahlg. Wilh. Müller, Grüner Weg 112, 1 Tr. Am Montag, den 2. und Dienstag, den 3. Pfingstfeiertag fahren Extradampfer von Berlin, Stralauerstr. 57, nach Kyffhäuser, Friedrichshagen, Erkner und Wolters 135L* dorfer Schleuse und BerlinGrünau, Schmöckwitz, Hankels- Ablage und Neue Mühle bei Königswusterhausen. Abfahrt Berlin 91/2 Uhr Morgens. gr. Ausw., Rep. u. Best reell und billig.[ 734b Runge, Neuenburgerstr. 6. als billigste Quelle Berlins für Herren- u. einzelne Kinderhosen befindet sich jetzt 60018 Alte Stiefel Pallisadenstr. 5, part. Ungelegenheiten. Unbemittelten unent Kontroll- Marke geltlich. Auch Sonntags. führt Genoffe 0.Gerholdt Dresdenerstr. 2 ( am Kottbuser Plaz). Neuheiten in Sonn- u. Regenschirmen. Größtes Lager. !!! 1000 Damen!!! Regenmäntel v. 4-20 m., Kindermänt., Jaquets, Seiden- u. Spitzen- Umhänge v. 2-10 R., Rester- u. PartiewaarenHandlung, Landsbergerstr. 48, I. Das Waaren- Lager aus der J. Spiegel'schen Konkursmasse, 47. Potsdamerstrasse 47, Herren-, Knaben- und Arbeiter- Garderoben, fowie Stofflager zu Anfertigung nach Maaß, wird täglich Vormittags 8-1 Uhr, Nachmittags 3-8 Uhr zu Tarpreifen ausverkauft. 6936* Tuch- Reste, beste Fabrikate, passend zu Hofen, Anzügen, Paletots, spottbillig abzugeben im[ 38/4 Engros Tuch- Lager Hoher Steinweg 11, I. Et. MAURE 25 HA RC Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, gegenüber der Dantes- Kirche. Lager aller Arten Uhren, Uhrketten Schuhe und Stiefel mit Kontroll- Marke. Allen Freunden u. Genossen empfehle mein Schuh- und Stiefel- Geschäft. Große Auswahl in Herren-, Damenund Kinderstiefeln zu den billigsten Preisen. 5465L* L. Zaake, Küstriner- Platz Nr. 8. Empfehle allen Freunden und Ge 1848* offen mein reichhaltiges Schuhwaaren- Lager. Georg Kördel, Forsterstr. 5. Herren jeden Standes werden als Vertreter für die Sterbekasse ,, Borussia" Prinzessinnenstr. 19 gegen Provision 3926 gesucht. Sproffer, Nachtigallen schlagend, alle Sorten Waldvögel. Schnelle, Große 7496 Frankfurterstr. 12. Nachtigallen 5 M., junge Staare 3. Marken z. quittiren von Anlernen 80 Pf., Jinten 1 M., Lauba frösche 20 Bf., Goldfische 5 Pf., Heck. bauer 1,50 M. Sager, Andreasstr. 39. ParteiBeiträgen Mache hiermit bekannt, daß ich mein empfiehlt allen Genossen die alt. Restaurant wieder übernommen habe. Quittungsmarken und Kautschuk- Stempelfabrik von Conrad Müller, Schkendih- Leipzig. Preisliste gratis und franto. Achtung! Tempelhof. Bringe den werthen Genoffen mein Schuhwaaren- Lager in freundlichster Erinnerung. 683b Gustav Krüger, Schuhmacher, Tempel of, Berlinerstr. 40, im Steller. 754b W. Reichelt, Hafenhaide 45-47. Schlafstelle für ein 2fenstriges Zimmer, Genoffe sucht einen jungen Mann in sogleich oder zum 1. Juni, billig, Alte 736b Jakobstr. 166, Hof 4 Tr. r. Mbl. Schlafft. i. fogl. od. spät. an 2 Hrn. zu verm. Oranienſtr. 8, vorn 7836 2 Trpp. r. bei Gubela. Allen Freunden u. Gönnern empf. mein Kurth's Konzerthaus, Hafenhaide Nr. 52-53. Achtung! Rirdorf! Varteigenossen! Beiß- und Bairisg- Sierlokal, 726b Alb. Nölte, Beußelstr. 55a. Da uns nun von feiten des Brauerei- Rings der Kampf erklärt worden franz. Billard, Vereinszimmer. ist, um seiner Gewalt Ausdruck zu geben, so haben wir die Pflicht, denselben aufzunehmen und ihn siegreich zu Ende zu führen. Der Schlachtruf ist laut Versammlungsbeschluß: Wir trinken kein bairisches Bier und harren fo lange aus, bis die Forderungen der Böttcher geregelt sind. Die Vertrauensperson. R. Köppen. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Die Konferenz der Vertrauensleute des Nordens findet nicht heute, sondern am Sonnabend, den 19. Mai, Abends 8 Uhr, bei Wilke, Hochstraße 32 a, statt. 488.'15 Th. Keller's Hofjäger Der Vorstand. Hasenhaide, BergmannstrassenEcke. Am ersten und zweiten Pfingstfeiertage 1894, früh: Grosse 3336 Elysium. 3885 Landsberger Allee No. 40/41. Jeden Sonntag: Concert ut. Ball. Garten und Säle zu Sommerfesten. Halt!!! Osang's ,, Familienheim", Reichenbergerstr. 47. Alle Feiertage, Abds. v. 5 Uhr: Gr. humorist.- gesell. Familien- Abend. Hugo mimt an den Feiertagen mit! darum vergnügte Abende Sonntag, den 13. Mai( 1. Pfingstfeiertag): Großes Vokal- und Inftrumental- Konzert veranstaltet vom Gesangverein Kreuzberger Harmonie ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) 72/3 unter Leitung seines Dirigenten Herrn Dillenberger. Die Mufit wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufs musiker unter Zeitung des Herrn Grass ausgeführt. Anfang 6 Uhr Abends. Anfang 6 Uhr Abends. Nach dem Konzert: Grosser Ball. Billets à 20 Pf. find in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Hierzu ladet freundlichst ein Das Comité, verſprechend. NB. Vorzügliche Hallesche Brauerei J. Bötzow, am Prenzlaner Thor. Roth u. Leberwurst ist wieder eingetroffen. Von früh an täglich warme Speisen. Spezialität: Eisbein, Bockwurst mit Sauerkohl. 748b Früh- Doppel- Concerte Altes dükenhaus ausgeführt von der Kapelle des Hauses und einem renommirten Gesangverein. Am 1., 2. und 3. Feiertage Nachmittags: Am 2. und 3. Feiertage: Grosses Garten- Concert. Marionetten Theater. Volksbelustigungen. Ball. Anfang früh 5 Uhr, Nachm. 4 Uhr. Entree à 15 Pf., vorh. 10 Pf. Die Kaffeküche ist von Morgens 4 Uhr ab geöffnet. E Mittwoch, d. 16. Mai: Erstes grosses Kinderfest mit Gratisverloosung. A. Froelich. 70/8 Britz. Rofen- See- Terraffe. Pferdebahn- Haltestelle 1., 2. u. 3. Pfingstfeiertag: Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Frei- Konzert. Programm 10 Vfennig. See- Promenade. Volksbelustigungen aller Art. Pariser Tanzplatz. 4 Kegelbahnen. Kaffeeküche. Vorzügl. Bier des Böhmischen Brauhauses. Platz für 5000 Personen. Vereinen und Gesellschaften ganz besonders empfohlen. Bu recht zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein 154L A. Philipp( früher Oranienplatz und Rosenthalerstraße). Ausstellungspark Hasenhaide. Neu eröffnet und glänzend renovirt unter Direktion H. Martin. !! Bedeutendstes und großartigstes Etablissement der Hasenhaide!! Morgens Am 1. und: Gr. Früh- Konzert u. Früh- Vorstellung. 5 Uhr!! 2. Feiertage: Dazu: Gr. Frühlings- Morgenball, affeekochen, Volksbelustigungen 2c. 2c. Am 3. Feiertag: Morgens 9 Uhr: Gr. Doppel- Konzert, Doppel- Vorstellung auf 2 Bühnen, Ball 2c. Nachmittags: Gr. Fest- Elite- Vorstellung im neuen Sommer- Theater. Auf der gr. Spezialitäten- Bühne: Die berühmte Pinzgauer NationalDoppel- Konzert, Gr. Fest- Ball, Kaffeekochen 2c. Im Linienstraße 5, empfiehlt seine Säle. Jeden Sonntag: Ball. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am biesigen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr.2. Feste Preise. Reisner's 5714L* weltbekanntes Garderobenhaus Sänger- Familie Seppl Brettschneider.!! Ganz neu!!!! Großartig!! Friedrichstr. 244 15000 Baletots von 6-25 M. Entree 15 Pf., dafür 1 Glas Bier. eröffneten American Sommer- Theater: Hen: ,, Lieside in Italien" 12000 engl. Anzüge. 8-28 mit d. Personal des American Winter- Theaters. Außerdem großartiges 14000 Sammg. 10-33 Abend- Vorstellung in glänzendftem Gepräge!! Entree Morgens 8000 Hosen. Westen. 3-12 Programm, neueste hochinteresante Spezialitäten, Große Früh- 1. 10 u. 20 Pf. Nachm. 30 Pf., 1. Platz 50 Pf., Loge 75 Pf. 137L* Achtung! Bohemia. Achtung! Etablissement ,, Süd- Ost" Am 1. Pfingstfeiertag in Nagel's Waldemarkr. 75( C. Ulrich), Sommer- Garten, Schwedterstr. 23: empfiehlt seinen Saal und Vereinszimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Sonnabende und Sonntage sind noch frei. Grosse Theateru. Specialitäten- Vorstellung. Eröffnung 2 Uhr. Anfang 4 Uhr. Programm 30 Pf. 7376 Garten- Lokal, Oderberger- Straße Nr. 49. Meinen geehrten Genoffen u. Freunden theile ich hierdurch mit, daß ich mit heutigem Tage den Garten zu meinem Restaurant, Oderbergerstr. 49, eröffnet habe und empfehle meine vorzüglichen hiesigen und echten Biere, sowie falte u. warme Küche. Auch steht den geehrten Verzapfe jetzt nur: 31L* Strengste Reellität. " " Sonntag, den 13. Mai( 1. Pfingstfeiertag): Großes Früh- Konzert unter Mitwirkung des Hutmacher- Gesangvereins„ Einigkeit“ ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Anfang früh 5 Uhr. Eintritt 30 Pf., im Vorverkauf 20 Pf. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. Billets sind in den mit Plakaten belegten Geschäften und bei den Mits 175/14 gliedern des Vereins zu haben. Schneider's Gesellschaftshaus( Proskauer Garten). Montag, den 14. Mai( 2. Pfingstfeiertag): Großes Früh- Konzert arrangirt vom Arbeiter- Bildungsverein zu Friedrichsberg unter Mitwirkung der„, Sängergruppe" sowie des Volkshumoristen Herrn Richard Heise. Konzertmufit von der Kapelle des Herrn Musikdirektors Wernicke. Entree 25 Pf. Anfang 5 Uhr Morgens. 122/9 Jm Saale: Grosser Ball Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Die Kaffeeküche ist den geehrten Dainen von früh 5 Uhr an geöffnet. Das Comité. Brauerei F. Happoldt Berlin S., Hasenhaide 32| 38. Tel.- Amt IV, No. 9115. Am 1. und 2. Pfingstfeiertag findet Gr. Früh- Concert unter Zeitung des königl. Muſikdir. W. Lücke bei freiem Entree ſtatt, Gr. Concert bet frem Suter ebenso am 1., 2. und 3. Pfingßfeiertage, Nachmittags, Entree. Nach dem Pfingstfeste finden dieſe Concerte täglich, auker Dienstag u. Freitag, Nachmittags von 5 Uhr ab statt. Vorzügliche Küche. Gnt gepflegte Biere. F. Happoldt. " 70/9 Kein Taden. Treptow. Kümpel's Parkschloß. 743b Köpnicker Landstraße. Größter Garten Treptow's. Festsaal für 1000 Personen. 769 11 Kegelbahnen, Kaffeeküche, Volksbelndigungen aller Art. Platz für 8000 Bers. Vorzügl. Bairisch- Bier. Ltr. 15 Pf. Bu Sommerfesten ganz besonders geeignet. Münchener Brauhaus ein Geschäft befindet sich jetzt nur 153L hell und dunkel,( 1361 Bergmannstr. 15, part. Weimann's Volksgarten. Pankstr. 25. echt Kulmbacher u. Pilsener. Martin Berndt, Oranien- u. Alexandrinenstr.- Ecke. Familien die Kaffeeküche zur Verfügung. Wo speisen Sie? Indem ich prompteste Bedienung zu fichere, empfehle mich 7256 August Richter. Treptow In der alten pommerschen Küche Oranienftr. 181 Hof part., bei G. Buckow. Frühstück 30 Pf., Mittagstisch mit Ahrens Restaurant Bier 50 Pf., Abendtisch von 30-50 Pf. Erstes Lokal an der Chauffee. nach Auswahl. ( Neue Krug- Allee.)[ 151L Am 1. und 2. Pfingstfeiertag: Früh- Concert bei freiem Entree. Kaffeekochen à Liter 60 Pf. Großer schattiger Garten. Tanzsaal. 3 Kegelbahnen. Kollegen, Freunden und Genossen empfehle mein neu eröffnetes 7426 5969L Treptow. Restaurant „ Zum Karpfenteich". Am 1. u. 2. Pfingstfeiertag:# Gr. Früh- Concert. Am 1., 2. u. 3. Pfingstfeiertag: Weiss- u. Bairisch- Bierlokal, Große Spezialitäten- Vorstellung franz. Billard. Vereinszimmer, 40 Pers. u. Concert. Artistischer Leiter: Fritz faff, mit Piano, ist noch zu vergeben. Sydow. Auftreten nur Künstler ersten H. Hobein, Buttmannstr. 2. Ranges. H. Otto. NB. Zur Gründung einer Gesundbr. Entree frei. Reservirter Platz 10 Pf. Liedertafel werden noch einige stimmbegabte Herren gesucht. Restaurant zur Pferdebucht bei Cöpenid, 15 Min. Waldweg. Am 1. fingit Früh- Concert feiertag von der Cöpenicker Stadtkapelle. Anfang 6 Uhr.- Kaffeeküche von früh an geöffnet. Hochachtungsvoll 7126 W. Magdeburg. Reinickendorferstr. 64 part. Sämmtliche Hüte mit Kontrollmarken. Am 1. u. 2, Festtag: Früh- Concert u. Sängerfest. 1. Festtag: Bereine des Arbeiter- Sängerbundes: Glück zu" u. Bieber'scher Männerchor",., Gesundbrunner Männerchor". tracht" ,,, Vorstädt. Liedertafel". Dirigent: Herr Gutau. [ 766 Wilhelm Böhm, Dirigenter C. Bieber. 2. Festtag:„ Deutsche Linde", früher Blücherstr. 11. Halbe Preise Halbe Preise stellt das unterzeichnete Institut Zum Kleider- Baron Landsbergerstr. 59 in seinem Ausverkauf, da das überfüllte Lager absolut ver= ringert werden muß; z. B.: Ueber 12 000 Frühjahrspaletots jetzt zu halben Preisen von 8, 9, 10, 12, 15, 18, 20, 24, 25 Mark prima. 15 000 englische Jaquet- und RockAnzüge( auch in schwarz Tuch und Kammgarn) von 10, 12, 14, 16, 18, 20, 24, 27, 30 M. prima. 6000 Hosen in dauerhaften reinwollenen Stoffen von 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 12 M. prima. Haus- und Jagdjoppen von 2 M. an. Havelocks und Pelerinenmäntel von 10 M. an. Staubund Reisemäntel von 3 M. an. Knaben- und BurschenAnzüge jetzt von 3 M. an. Zum [ 116L A Sur Hüte Kleider- Baron mit ArbeiterKontrollmarke. Große Auswahl in Strohhüten und Mützen. Reinickendorfer Ph. Haase. strasse 64 part. Landsbergerstr. 59 ( Ecke Georgenkirch- Plah). Abends bis 10 Uhr geöffnet. Festtag, Nachm.: Am 1., 2. u. 3. Concert. Spezialitäten 1. Ranges. Ball. Gute 25 Pf. Kaffeeküche. Voltsbeluftigung. Mittwoch: 1. Kinderfest. Landpartie. Birkenwerder an der Nordbahn. Restaurant Schützenhaus. Schönster Aufenthalt der Umgegend. 5709L* C. Hietzig. Bellealliance- Garten. Am 1. und 2. Pfingsfeiertag: Früh- Ronzovk ausgeführt von der Kapelle des Garde Kürassier Regiments in Uniform. Auftreten berühmter Künstler- Spezialitäten. 727b Entree 30 Pf. Anfang 5 Uhr. Kasseneröffnung 4 Uhr. Schweizer Garten. Pfingsten Sonntag, 13. Mai: Beginn der Hauptsaison. Theater und Spezialitäten. Neu engagirte Ensembles. Am 1. und 2.) Feiertag früh Früh- Konzert, Früh- Vorstellung u. Ball. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pönsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Waving in Berlin SW., Beuthstraße 2, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 108. Gerichts- Bettung. Wucherprozeß Wildenote und Genossen. Sonnabend, den 12. Mai 1894. # 11. Jahrg. Aehnliche Gelbgeschäfte haben die Setondelieutenants Ueberschreitung ihrer Amtsbefugnisse durch unbefugtes Umhers V. Wense Lüneburg, v. Nathusius, v. Roon, schnüffeln und grundloses Einschreiten das Publikum in uns v. Steinbrück, v. Lewandowski, Graf Bülow gehöriger Weise, fie scheine viel Zeit zu haben, daß sie sich auf Offiziere und Militärbeamte waren als Zeugen in einem Wucher- wig- Hannover, Lieutenant Zwanzig Hörter, Marine- Lieutenant Kretschmann, von Hell- folche Mäßchen( mit Bezug auf einen Vorgang, der sich später prozeß vorgeladen, der ursprünglich ein Anhängsel des Wucher- Lieutenant v. Feldberg- Hannover, Dedoffizier Buhr in strafe von 100 m. event. 20 Tage Gefängniß. Das andere Mal von Herzfeld, Premier als unwahr herausstellte) einlaffe. Hierfür erhielt er eine Geldund Spielerprozesses in Hannover war, von diesem aber ab Siel, mit Wildenow gemacht. Es handelt sich in den meisten hatte er den Gemeindevorsteher Werner in Stadebeul durch eine getrennt wurde. Die Verhandlung fand vor der neusten Straf. Fällen um nicht sehr hohe Summen. Die Offiziere erklärten in Notiz beleidigt, in der er eine Verfügung des W., betreffend den fammer des hiesigen Landgerichts I statt. Den Vorsitz führte der Mehrzahl, daß sie sich in einer Nothlage im Sinne des Arbeiterverein, angriff und fragte: Wie kann man einem Menschen Landgerichtsdirektor Hoppe, die Anklage vertrat Staatsantoalt Wuchergefehes nicht befunden haben. Die Wechsel gab Mildenow fo etwas übertragen, der nicht einmal die wichtigsten Bestim Strehler, als Vertheidiger war Rechtsanwalt Dr. Goß außer an seine Mitangeklagten in vereinzelten Fällen auch an die mungen des Strafgesetzbuches kennt. mann zur Stelle. Auf der Anllagebant faßeu: der Kaufmann Raufleute Beltzer und Treuherz. Der Gemeindevorstand Max Franz Gustav Wildenowo aus Berlin, der Bigarrenscheint die Ansicht zu haben, daß sein Gebot das oberste Gesetz fabrikant Michael Mosterts und der Kaufmann Wilhelm daß er nach Einleitung der Untersuchung sich verborgen hielt, von einem Monat, weil das Verfahren des Vorstehers nach dem Wildenow hat sein schlechtes Gewissen dadurch bekundet, sei. Wegen dieser Notiz erhielt Eichhorn eine Gefängnißstrafe Mosterts zu Goch, Kreis Cleve. Wildenow ist angeklagt: feine Bücher und Korrespondenzen beseitigte und erst auf grund sächsischen Bereinsgesetz völlig forrekt gewesen sei. Die Res unter Ausbeutung der Nothlage bezw. des Leichtsinns und der einer anonymen Anzeige verhaftet werden konnte. Er befindet vision des Angeklagten hatte den Erfolg, daß das Urtheil des Unerfahrenheit Anderer für Darlehne, bezw. im Falle der Stun sich seit dem 13. Mai v. J. in Untersuchungshaft. dung von Geldforderungen sich Vermögensvortheile haben versprechen, bezw. gewähren lassen, welche mit dem üblichen Zinsfuße in auffallendem Mißverhältnisse standen und zwar wechselmäßig und gewerbe und gewohnheitsmäßig. Die Gebr. Mosterte follen wiffentlich solche Forderungen erworben und die wucherischen Vermögensvortheile geltend gemacht haben. den Landgerichts in Dresden, heute vom Reichsgericht aufgehoben dung des ersten Erkenntnisses in bezug auf die§§ 186 und 193 und die Sache dorthin zurückverwiesen wurde, weil die BegrünStr.-G.-B. theils widerspruchsvoll, theils unklar sei. Sosiale teberlicht. Maurermeisters Herrn Kurz, Bülowstraße an der Lutherkirche, Gemaßregelt wegen der Maifeier. Auf dem Bau des wurden 16 Bauarbeiter gemaßregelt, weil sie am 1. Mai gefeiert hatten. Der Streit der Maurer in Schwedt a. O. dauert fort. Die Meister, welche schon zweimal zu Sigungen des Streifs fomitees eingeladen waren, lehnen ihr Erscheinen ab, sodaß eine Einigung noch nicht erzielt werden konnte. wurden befanntlich) 22 Arbeiter verlegt; von diesen sind bereits Bei der unerhörten Blutthat in Mährisch- Ostrau 10 ihren Wunden erlegen. Die Aufregung unter der Bevölkerung ist eine ungeheure; die Zahl der Streikenden ist nun auf 13 000 angewachsen. es eine Gendarmeriepatrouille von fünf Mann entgegen, welche sie der Ansicht, daß nur die beiden ersten Angeklagten an den straf Der Staatsanwalt tam auf grund der Beweisaufnahme zu baren Handlungen betheiligt seien, der dritte Angeklagte, Wilhelm Mostert, dagegen freigesprochen werden müsse. Er beantrage gegen Wildenow drei Jahre Ge Ter Angell. Wildenow, 42 Jahre alt, evang. Ronfeffion, gegen Michael Mostert zwei Jahre Gefängniß, 2000 Mark fängniß, 2000 M. Geldstrafe und 5 jährigen Ehrverlust, der sich theilweise für schuldig bekennt, war am 3. Oktober 1889 Geldstrafe und 3 jährigen Ghrverlust. wegen Wuchers zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt worden. Nieder Schöntveide. Die Adresse für das Streitbureau Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Goßmann pläbirte in Die Gebr. Mosterts sind 41 bezw. 30 Jahre alt, längerer Rede für Freisprechung sämmtlicher Angeklagten. Er der Kuhnheim'schen Arbeiter ist: W. Thimm, Nieder= fatholischer Konfession und unbestraft. Nachdem Wildenow führte besonders aus, daß eine Nothlage bei den Geld- Schönweide, Grünauerstr. 4. Geldsendungen und Anseine Freiheitsstrafe verbüßt hatte, fing er sehr bald wieder an, nehmern weder vorhanden noch erkennbar gewesen sei und fragen sind dahin zu richten. fein wucherisches Gewerbe weiter zu betreiben. Er ließ in ver- man müsse sich wohl hüten, bei den Offizieren grundlos einen J. A. Neuendorf. schiedenen Beitungen Inserate erscheinen, in denen er sich erbot, eichtsinn zu unterstellen, da dies die Autorität und Würde der Offizieren und Beamten Geld zu verschaffen. Meldete sich ein Armee beeinträchtigen fönne, welches vor alle. Dingen verDarlehnssucher, so erklärte er sich bereit, ihm die gewünschte mieden merden müsse. In betreff der sittlichen Beurtheilung der Summe gegen Wechsel zu beschaffen und übersandte einen Wechsel Handlungsweise der Angeklagten enthalte er sich aller Auszum Atzept, in welchem er die Wechselsumme regelmäßig bereits ausführungen, juristisch lei ihnen nicht beizutominen. gefüllt hatte. Dieselbe war stets weit höher als der Betrag des nach Der Gerichtshof verurtheilte Wildenow zu drei gesuchten Darlehns. Inzwischen zog er Erkundigungen über die Ver- Jahren Gefängniß, 500 m. Geldstrafe und 5jährigen mögenslage des Darlehnsuchers ein. Hatte letterer das Akzept ein- Ghrverlust, den Angeklagten Michael Mostert zu zwei gefandt und war die Auskunft über seine Vermögensverhältnisse Jahren Gefängniß, 2000 M. Geldstrafe und 3 Jahren günstig ausgefallen, so daß sich kein Risiko zeigte, so brachte er Ehrverlust. Bei Wildenow wurden 9 Monate durch die Unterden Wechsel bei den Angeklagten Mosterts unter. Wenn diese fuchungshaft in Abrechnung gebracht. Der Angeklagte Wilhelm von Wildenow ein Utzept erhielten, so zogen auch sie erst private Mostert wurde freigesprochen. Michael Mostert wurde sofort Auskunft über den Alzeptanten ein. Bei günstigem Ausfall der verhaftet. selben behielten sie das Akzept und schickten Wildenow den britten und vierten Theil in baarem Gelde, Der Betrugsprozeß gegen die Wittwe Löwenthal, den Rest aber in Bigarren. Dr. med. Blum und den Agenten Lehmann wurde vorgestern ist ei allgemeiner Auf keinen Schacht wird gearbeitet. Im Der Streit im Falfenauer- Ellbogener Rohlenrevier Dabei berechneten sie ihm weiter verhandelt. Eine Frau Dobergast bekundete, daß sie Karlsbader Revier was es vor dem 1. Mai auf einigen Bechen die Zigarren pro Tausend 2 bis 9 Mark höher an, als ihren übrigen Kunden. bei der Angeklagten Löwenthal gewohnt habe, als diese zu dem awischen Wildenom und Mosterts Die Geschäftsverbindung Schneider Apel in Beziehungen trat. Die Zeugin hat sich auf's an einer Einigung gekommen. Als aber die Arbeiter den ersten war sehr umfangreich. Wildenowo entnahm beispielsweise im Jahre 1892 704 000 Höchste gewundert, als die 44jährige Frau Löwenthal die Mit Maitag als Festtag begingen, wurden sie von den Unternehmern Bigarren im Werthe von 26 708. und im Jahre 1893 bis zum Die Zeugin hat noch in der gemeinsamen Wohnung der Löwen- Infanterie und über 100 Gendarmien. Jedes Erdloch wird von theilung machte, daß sie den erst 23jährigen Apel heirathen wolle. ausgesperrt. Im Streifgebiet liegen augenblicklich zwei Bataillone 24. April 235 000 im Werthe von 8561 M. Wildenow schlug die ihm gelieferten Bigarren oft mit 40 pCt. Berlust loa. Dem- thal und des Schneiders Apel mehrere Wocher sich aufgehalten. Militär bewacht. Am Himmelfahrtstage feuerten Gendarmen nächst sandte er aus dem erzielten Erlöse und dem ihm geschickten Sie war in der Wohnung, als Apel von dem Geschäftsgange auf ftreikende Arbeiter, tödteten einige und verwundeten mehrere. voll, theils mit einigen Abzügen. Manchinal hängte er auch glück zugeftoßen fei, habe fie baaren Gelde dem Darlehussucher die verlangte Summe theils nach Gerson zurückkehrte, hat ihn gesehen, aber nicht mit ihm der österreichische Minister des Innern hat im Abgeordnetengesprochen. Frgend ein Anzeichen, daß ihm ein Un- hause behauptet, der Zusammenstoß sei erfolgt, weil die Arbeiter fie nicht an ihm den Offizieren in Unrechnung auf das Darlehn Bigarren in natura cin Wert zerstören wollten. bemerkt. Nach dem uns vorliegenden Dar- Nach einigen Stunden. fei Frau Löwenthal bürgerlichen einem Bericht eines Don Korrespondenten verhielt an. Die ganzen Berhandlungen über die Gewährung des Dar- Ausgange zurückgekehrt. Nach furzer Zeit habe die Zeugis. von fich die Sache etwas anders. Der Berichterstatter aus lehns führte Wildenom stets im eigenen Namen, ohne der meldet: Falfenau der Frau Zöwenthal gehört daß Apel im Gerson'schen Geschäft ,, Am Donnerstag Nachmittag Gebr. Mosterts Erwähnung zu thun. Letztere traten gewöhnlich von der Treppe gefallen sei und sich innere Berlegungen zuget der Himmelfabrtstag gemeint bewegte sich auf der erst dann hervor, wenn der Wechsel zum Protest fam oder pro- zogen haben müsse. Als die Zeugin sich später darüber gewun eine größere Schaar Streitender, der sich bald eine zweite Straße, welche von longirt werden sollte. Biedig nach Falkenau führt, bert habe, daß nicht der frühere Arzt des Apel, Dr. Ostrosti, Der Angeklagte Wilbenow giebt im allgemeinen zu, sondern der Dr. Blum hinzugezogen worden sei, habe die Löwen Schaar anschloß. Die Gesammtzahl, darunter viele Weiber Geldgeschäfte mit Offizieren gemacht zu haben, bestreitet aber, thal erwidert:„ Warum sollen wir das Geld einem Fremden und Kinder, mochte etwa sechs bis sieben Hundert betragen. baß es fich in den meinen Fällen um eine Nothlage oder um geben, das tann mein Better auch verdienen." Apel habe ihr früher In der Nähe des Bahnhofes stellte sich den Arbeitern Ausbeutung des Leichtsinns der Offiziere handle. Er sei mit den einmal nach einem Besuche des Dr. Blum gesagt: Den Juden habe Gebr. Mosterts auf der Grundlage der Entnahme von Bigarren ich ordentlich gedrückt, er muß mir ein Attest geben, daß ich gefund bin. aufforderte, sich ruhig zu verhalten und sich zu zerstreuen." Dieſe gegen Singabe von Offizierswechseln in Verbindung getreten. Nach einiger Zeit hat die Zengin sich mit der Angeklagten Aufforderung wurde von den Arbeitern mit Hohngelächter und Das Risiko für die Wechsel übernahmen die Angeklagten Löwenthal entzweit und ist fortgezogen. Nachdem die Gesell man bedenkt, daß die Leute sich auf offener Landstraße befanden, Mosterts, in einzelnen Fällen ist Wildenow selbst für die Wechsel schaft Victoria der Frau Löwenthal die 10 000 M. für den verwenn man weiß, daß den Streifenden jede legale Bersammlung En trüstungsrufen aufgenommen. Auch Drohworte fielen. Wenn eingetreten. storbenen Apel bereits ausgehändigt hatte, habe die Löwenthal Wildenow nur in gewöhnlichem Geschäftsverkehr gestanden ich ihr wieder genähert und versucht, sie in dem Zivilprozesse, wird man die Gereiztheit der wandernden Schaar wohl be Die Angeklagten Mostert3 behaupten, daß sie mit on der Falkenauer politischer Behörde unmöglich gemacht war, hätten. Wildenow habe sich als Bigarrenhändler gerirt und den die Gesellschaft Victoria gegen die Löwenthal auf zurück- greifen. ihnen allerdings gefagt, daß es sich um Offizierswechsel handele. gabe des Geldes angestrengt hatte, zu einer falschen Aussage zu verleiten. Die dem Wildenow gesandten Bigarren wollen fie feineswegs ständlich, nicht maßgebend. Für die Gendarmen waren derartige Erwägungen, selbstvers weit höher berechnet haben, als ihren übrigen Abnehmern, viel. Beuginnen, welche allerdings sugeben müssen, daß fie der An- nicht sofort nachtamen, machten sie einen Bajonettangriff. Als Als die Arbeiter ihren Befehlen mehr behaupten sie, daß sie die gewöhnlichen Preise berechnet, blieb dabei, daß sie ein Opfer der Rache der Zeuginnen fei. Die Arbeiter mit Steinen geworfen haben. geflagten Löwenthal nicht freundlich gesinnt sind. Die letztere der nichts fruchtete, schossen sie in die Luft. Nun sollen die fich aber für berechtigt erachtet haben, den Zinsbetrag für die Beit, auf welche der Wechsel lief, dem Preise zuzuschlagen. Angeklagten Dr. Blum und Lehmann beharren auf ihrer scharfe Salve direkt in die Menge, noch einige Gendarmen tamen Darauf erfolgte eine schwindsüchtigen Zustand des Der gerichtliche Bücherrevisor Johannes Müller glaubt Bersicherung, daß sie den aus den Büchern nachweisen zu können, daß die von den An- Apel nicht erkannt haben. Es traten binzu, der Bajonettangriff wurde wiederholt, im Handumdrehen auch einzelne getlagten Mosterts erzielten Gewinne aus den Bigarrenlieferungen nicht den Eindruck gewonnen hatten, daß derselbe schwindsüchtig Rede? Aber das parlamentarische Sprachrohr der österreichi Zeugen auf, welche bekundeten, daß sie im Verkehr mit Apel war die Schlacht zu Ende. Wo ist in diesem Bericht von dem Angriff auf ein Werk die ganz erhebliche waren. Der Staatsanwalt erklärt, daß die Dr. med. Ditrosti hat den verstorbenen Apel zuerst am Anklagebehörde auf dem Standpunkt stehe, daß die Vortheile der 17. Oftober 1892 untersucht und dabei Schwindsucht festgestellt. schen Liberalen, der Herr Dr. Ruß, behauptete im Parlament. Gebr. Mosterts schon in dem schnellen Umfaß der Bigarren auch Chne förperliche Untersuchung sei die Krankheit indessen nicht die Erzählungen eines Abgeordneten. Der Herr Dr. Ruß. Ja, die Mittheilungen der Regierung seien vertrauenswürdiger als zu gewöhnlichen Preifen zu erbliden seien. Die Vernehmung der Zeugen ergiebt folgendes: zu erkennen gewesen. Am 28. November und im Dezember 1892 Ein Zahlmeister Neubert hat bei vorübergehender Geld: jei Apel wieder bei dem Beugen gewesen, ohne aber etwas von der ist vertrauungswüthig gewesen dem Geldsack und der Macht verlegenheit zweimal Darlehen von Wildenow genommen und feiner Wohnung frant gelegen und sei vielfach von dem dem angeblichen Unglücksfall zu erzählen. Apel habe dann in gegenüber all sein Leben lang. einmal für die Summe von 300 M. ein Akzept über 400 M. auf Beugen besucht worden. Den Angeklagten Blum hat der Beuge Die Bielefelder selbständigen Barbiere und deren Gehilfen Sonntag& ruhe in Frisene und Barbiergeschäften. 6 Monate, das andere Mal für eine gleiche Summe ein gleich niemals hobes Atzept gegeben, welches er pünktlich eingelöst bat. bei Apel gesehen, wie ihm auch verheimlicht haben in einer kombinirten Versammlung beschlossen, die Ges Hauptmann v. Bülow hat in fommissarischer Bernehmung worden sei. Von einer Anzahl Berlegungen, die der Angeklagte Sonntagen um 3 Uhr Nachmittags zu schließen. worden sei, daß noch ein anderer Arzt zu Rathe gezogen fchäfte an den Pfingstfeiertagen um 2 Uhr und forthin an den ausdrücklich erklärt, daß er, als er sich an Wildenow wandie, Blum dem Apel nach dem angeblichen Sturz von der Treppe nicht in einer Nothlage befand, sondern nur ein Geschäft ab bescheinigt hatte, war von dem Zeugen Dr. Ostroski nichts be= wickeln wollte. Er erhielt auf 3 Monate gegen ein Afzept über merkt worden. Der Angeklagte Blum versicherte, daß er weder 5000 M. die Summe von 4000 M. Daraus ergaben sich Pro- bewußt pflichtwidrig noch fahrlässig gehandelt habe, der Verlongationen und neue Wechselgeschäfte, bei denen 15-20 pt. storbene habe seiner Ueberzeugung nach bei dem Falle von der Ein Setondelieutenant Dagener befand sich im Jahre 1890 Treppe eine Verstauchung des Schultergelents und eine Verin großer Geldverlegenheit. Er wollte beträchtliche Schulden, die legung des Nervensystems erlitten, wobei es nicht nöthig sei, daß die Wirkung äußerlich sichtbar fei. er vor seinem Vater verheimlichen mußte, reguliren. Er erhielt Am Donnerstag wurde der Prozeß zu Ende geführt. Die der lauteten für den für 25 M. gegen ein Dreimonats- Afzept über 750 M. Dägener Mitangeklagten Dr. med. Blum günstig. Wenn derselbe in stimmtes Alter befizen. Unter Umständen können daher auch löfte von Schrimm aus die Wechsel ein, nachdem ihm sein Bater seinem Attest bescheinigt hatte, daß Apel infolge einer Rücken- es ohne erhebliche Bedeutung, ob die Dienstleistung der Kinder das erforderliche Geld gegeben hatte. Er gerieth aber bald marcksverlegung verstorben sei und wenn ihm früher der schwind- gerade als eine wesentliche Arbeitsleistung zu bezeichnen ist oder schulpflichtige Kinder als Arbeiter angesehen werden. Auch ist wieder in Schulden und erhielt aufs Neue gegen ein Dreimonate: süchtige Zustand desselben entgangen sei, so tönne ihm in anAtzept über 600 M. die Summe von 450 M. Der Wechsel betracht der ganzen Sachlage, wie sie durch die Beweis- nicht, vorausgesetzt nur, daß es sich um eine ernste Thätigkeit wurde prolongirt und Lieutenant Dägener bat um ein neues aufnahme festgestellt sei, Darlehn, indem er erflärte, einen Wechsel über 1000 m. ausmacht werden, es liege weder eine Pflichtverleßung noch eine große Körperkraft, noch auch technische Vorbildung voraussehen daraus ein Vorwurf nicht ge- 3 giebt eine große Bahl von Dienstleistungen, welche weder und nicht nur um eine spielartige tändelnde Beschäftigung handelt. zustellen, wenn er für denselben auch nur 750 M. bekomme. Wildenow schickte ihm einen Wechsel über 1000 M. und erhielt Staatsanwalt Kanzow die Freisprechung des Angeklagten Unachtsamkeit vor. Auf grund dieser Gutachten beantragte und deshalb häufig von Kindern verrichtet werden. gegen das Akzept etwa 300 m. baar. Der Wechsel wurde Dr. Blum. Wenn dem Arzte aber ein Vorwurf nicht zu machen protestirt und eingeklagt und schließlich in Theilzahlungen Der diesjährige Provinzial Verbandstag der 8im. Deckt. Ein drittes Geldgeschäft verlies ähnlich. Nach dem Mia- fei, so könne man dem Mitangeklagten Lehmann als Laien einen merer Rheinland- Westfalens tagte am Sonnabend növer 1891 hielt sich der Lieutenant einige Tage in Berlin größeren Scharfblick nicht zutrauen, auch er müffe freigesprochen und Sonntag in Dortmund. Vertreten waren 9 Orte durch auf und verausgabte sich dermaßen, daß er die Hotelrechnung Löwenthal sich des Betruges gegen die Versicherungsgesellschaft das Agitationstomitee in Anspruch, die recht ausgedehnt wurde. werden. Dagegen fei zweifellos erwiesen, daß die Angeklagte ebensoviel Delegirte. Das Hauptinteresse nahm die Debatte fiber nicht bezahlen konnte. Wildenow gab ihm ein Darlehn von Victoria" schuldig gemacht habe. Er beantrage gegen dieselbe Nach der vorherrschenden Meinung der Delegirten ist das verlust. Der Gerichtshof erkannte auf 21/2 Jahre Gefängniß, verschiedensten Vorschläge gemacht, um ein ersprießlicheres 4 Jahre Gefängniß, 3000 M. Geldstrafe und fünfjährigen Ehr- Agitationskomitee nicht rührig genug gewefen und wurden die 3000 m. Geldstrafe und vierjährigen Ehrverluft. Wirken desselben zu ermöglichen. Sodann werden Situations 100 M. gegen 50 M. Vergütung. Ein Sefondelieutenant a. D. v. Renthe vom Dragoner regiment Nr. 12, welcher wegen Spielschulden in Höhe von ca. 30 000 m. feinen Abschied nehmen mußte, hat mit Wilde= now in wiederholter Geschäftsverbindung gestanden und sehr hohe Zinsen bezahlt, sei. In ähnlicher belastender Weise äußern sich andere " Unfallrenten für Kinder. Laut Entscheidung des ReichsVersicherungsamts können auch Kinder, wenn sie bei einer Arbeit verunglücken, Unfallrente erhalten. Gine solche ist. nach Mithellung der Deutschen Dachdecker- Zeitung", einem Knaben, welcher Garben nach einer Dreschmaschine getragen hatte und dabei verunglückte, mit folgender Begründung zugesprochen worden: Weder die Entstehungsgeschichte noch der Wortlaut der Unfallversicherungs- Geseze sprechen für eine Beschränkung " Wegen Beleidigung durch die Presse wurde der Nedat berichte aus den einzelnen Orten erstattet. Sie ergeben, daß die teur der Sächsisch. Arbeiter Beitung", Rob. Eichhorn Arbeitszeit zwischen 10 und 121/2 Stunden, der Stundenlohn Der bairische Lieutenant v. Schanze hat, um Geld für aus Groß- 3schachwiz, in zwei Fällen vom Landgericht in Dres.wischen 30 und 40 Pf. schwanke. Schluß der Sigung 8½ Uhr die Rennzeit zu erhalten, für ein Afzept von 4000 n. 2800 m. den verurtheilt. Das eine Mal hatte er in einem Artikel die und mehrere Risten Bigarren bekommen. Gendarmerie durch den Vorwurf beleidigt, sie belästige unter Abends. DER ABAKINDUSTR Arbeiter! Genossen! Kauft nur Cigarren mit der Kontrollmarke der Tabakarbeiter. Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Gigarren nit der Kontroll- Schuhmarke der Tabakarbeiter. Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ausschließlich Waare mit Schuhmarke führen, jede andere Beröffentlichung beruht auf Täuschung. S. * Wilhelm Börner, Ritterstr. 15. H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4. R. Fiebig, Böckhstr. 21. Guft. Lochmann, Brandenburgstr. 82. Michaelis, Alexandrinenstr. 40. H. G. Schmidt, Gräfestr. 68. So. Carl Abert, Bücklerstr. 6. Behnke u. Kingel, Schmidstr. 21. Carl Böhlert, Mariannenstr. 5. G. Carl, Admiralstr. 25. G. Fischer, Staligerstr. 128. Theodor Goecke, Wrangelstr. 125. E. Gosda, Manteuffelstr. 8. A. Kunze, Forsterstr. 2. desgl. Grünauerstr. 34. Robbes, Adalbertstr. 58. * Wilh. Mertens, Cuvrystr. 34. Rosenthaler Vorstadt. Reinhold Anders, Streligerstr. 45. Carl Basemann, Prinzen- Allee 57. H. Baumgarten, Swinemünderftr. 48. Franz Döring, Ruppineritr. 21. N. Gefelle, Ruppinerstr. 19. Gustav Hennig, Colonieftr. 147. August Hirte, Swinemünderstr. 67. Hermann Hirte, Stettinerstr. 59. Emil Höhne, Ackerstr. 89. Löffler, Badftr. 42-43. B. Moritz, Bernauerstr. 18. A. Schröder, Bernauerstr. 15. Hermann Vogel, Demminerstr. 62. C. Walter, Suffitenstraße 35. Max Winkelmann, Ackerftr. 153. Georg Wolter, Ackerstr. 58. H. Bechert, Putbuserstr. 37. Schönhauser Vorstadt. Wilhelm Brall, Swinemünderftr. 4. Theodor Stampehl, Mariannenstr. 26. C. Herm. Diet, Pappel- Allee 2. Herm. Wicht, Dresdenerstr. 16. SW. * Johann Hahn, Fehrbellineritr. 3. Lorenz Heidemann, Danzigerstr.10. Otto faack, Raftanien- Anee 29/30. * Heinrich Schröder, Kreuzbergstr. 15. Rudolf Magnus, Weinbergsweg 10. E. Schulze, Friesenstr. 23. 0. Louis Anders, Krautstr. 16. Angust Dahnke, Roppenftr. 2. A. Gräff, Holzmarktstr. 42. August Heck, Gr. Frankfurterstr. 4. Desgl. Weidenweg 96. Th. Hodde, Langestr. 108. * August Motes, Posenerstr. 11. A. Neumanu, Markusstr. 8. Johann Schirlių, Holzmarktftr. 63. Rich. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21. Otto Unterberg, Koppenstr. 8-9. B. Uuterlauff, Frankfurter Allee 117. Gustav Vogel, Koppenstr. 83. W. Wolf, Andreasstr. 60. P. Wotschke, Andreasstr. 3 und 63. C. * Robert Drescher, Linienftr. 50. H. Mamlok, Barnimstr. 42. Carl Blauzwirn, Linienstr. 21. Oranienburger Vorstadt. Adolf Adelt, Reinickendorferstr. 64b. * Lonis Dechaud, Ruheplasstr. 24. Franz Frank, Köslinerftr. 2. Bant Franke, Eichendorffstr. 15. Wilhelm Göppuer, Fennstr. 1a, Jakob Götting, Lindowerstr. 9. Fr. Jordan, Reinickendorferstr. 37 a. Ostar Klose, Reinickendorferstr. 20. Paul Müller, Hochstr. 2a. Franz Noffte, Borsigstr. 28. 2. Malkowik, Kaftanien- Allee 95/96. H. Mehnert, Diedenhofenerstr. 3. Gustav Pinner, Treschowstr. 32. NC. Hermann Bailoff, Pallisadenstr. 79. Beyer, Landsberger Allee 131. H. Kraft, Landsbergerstr. 112. Gebr. Lewy, Marienburgerstr. 37. Gustav Mirak, Georgenkirchstr. 12. Jakob Reul, Höchstestr. 21, 2 Tr. Gustav Richter, Landsberger- Allee 145 NW. Paul Böning, Bremerfir. 56-57. Joh. Bösenberg, Beusselstr. 64. Robert Stern, Stromstr. 45. G. Reincke, Stromstr. 5. Rudolf Runge, Rostocerfir. 13. Stralau- Rummelsburg. Julins Malit, Dorfstr. 17. Theodor Ritter, Kantstr. 6. J. Ulbrich, Schillerstr. 1. Friedrichsfelde- Lichtenberg. Wiesner, Prinzen Allee 24. Auton Kopp, Friedrich- Carlstr. 4. Rixdorf. Heinrich Barth, Berlinerstr. 136. Weissensee. Emil Apitsch, Langhansstr. 185. Liebschwager, Gustav- Adolfstr. 16. G. Schröder, Königs- Chauffee 45b. Reinickendorf. Burgus, Markstr. 5. Gegründet 1891. Berlin. In Baer Sohn 24a. Chausseestrasse 24a. 11. Brückenstrasse Il. 16. Grosse Frankfurterstrasse 16. Billigster Verkauf zu streng festen, in Zahlen gezeichneten Preisen. 60081* Ladellose Maaß- Anfertigung unter Leitung eigener erster Meister. HERREN- U. KNABEN. Bekleidung. RohGegründet 1891. Berlin. Neueste Frühjahrs- und Sommerhüte für Damen und Kinder Tabaken empfiehlt in reicher Auswahl zu sehr billigen Preisen and Utensilien für Cigarren- Fabrikanten 5965L Th. Sabor, Oranienstrasse 204, !! billigster Einkauf!! Möbel W. Hermann Müller Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung! nach Uebereinkunft! Ein Jeder mache den Versuch. Gelegenheitskauf zwischen Heinrichsplaz und Manteuffelstraße. Spiegel- u. Polsterwaaren- Magazin mit eigener Werkstatt. Große Auswahl in Nussbaum u. Mahagoni, sowie großes Lager von Küchenmöbeln empfiehlt zu den billigsten Preisen bei nur solider Ausführung[ 5468L Julius Apelt, Tischlermeister, Berlin S., Sebastianstraße Nr. 20( 27/25). Jede Uhr 5466* L zu repariren und reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gute geheus nur Mk. 50 Pfg.( außer Bruch), fleine Reparaturen billiger. Großes Lager neuer und gebrauchter Uhren, getragene Uhren von 5 M. an. Neue silb. Cylinder- Remontoirs, 6 Steine, von 14 M. an, do. 10 Steine, von 16 M. an, goldene Damen- Remontoirs, 14- Karat 3. Schellenberg, Scharrnweberfir. 107. in Teppichen Gold.24. an. Gold- und Silberwaaren in gr. Auswahl zu Fabrikpreiſen in Peluche, Arminster, Tapifty, E. Rothert& Stolz, Geschäft: Andreasstr. 62. Tempelhof. August Reisen, Berlinerftr. 44. Paul Pflug, Reinickendorferstr. 39. Wilh. Steinbach, Antonstr. 1. A. Tiet, Invalidenstr. 124. Carl Werner, Gerichtstr. 25. Neumeldungen von Fabrikanten find persönlich bei Louis Dechand, Rubeplatstraße 24, sowie beim Unterzeichneten zu machen. Neue Marken sind ebenfalls dort, sowie auch an den mit bezeichneten Stellen der betr. Bezirke zu entnehmen. $ Die Kontroll- Kommission der Tabakarbeiter. J. A.: Carl Butry, Stralsunderstr. 17, II. 330/4 Achtung! Tabakarbeiter. Achtung! Vorstellung in der Urania: Das Wunderland der neuen Welt. Außerdem: Physiksaal, Sternwarte und Phonograph. Billets zum 2. Feiertag, Vorm. 9 Uhr, zum Preise von 25-75 Bf. find zu haben bei Louis Dechand, Rubeplatstr. 24; H. Herholz, Brunnen ftraße 188; H. Werner, Brunnenstr. 12; im Kaffenlokal Weinstr. 11 und bei C. Butry, Stralsunderstr. 17, 2 Tr. Zum rothen Cylinderhut! Hüte 58092* mit ArbeiterKontrollmarke. Wilh. Zapel, Skalitzerstr.131 neben Frister& Rossmann Brüffel. Jmit. 1886* in Sophagrösse: 4, 6, 8, 10, 12-20 m. in Salongrösse: 14, 18, 22, 25-80 m. in Saalgrösse: 25, 45, 60, 75-140. Sophastoff- Reste bidig. Teppich- Lager Arthur Heinemann, Friedrichstr. 108. enorm Jede Uhr repariren u. reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1,50 M., außer Bruch, fleine Reparaturen billiger. Großes Lager neuer u. gebrauchter Taschenuhren, Regulatoren u. Wecker 2c. 58352* Uhrmacher. " Chausseestr. 78. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 1. Gesch.: Andreasstr. 23, 5. pt., gegenüb. Andrea pl 2. Gefch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain Mustergrößtes Lager Berlins. Kinderwagen, bücher gratis. Theilzahlung getattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Möbel, Spiegel und Polster- Waaren. Ausstattungen in Mahagoni u. Nußbaum; Küchenmöbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco. Franz Tutzauer, köpnickerstr. 23. Frischen Maitrank, Alle Arten Retten, sowie Brillen und sehr wohlschmeckend, à Flasche inkl. 70 Pfg., 10 Flaschen inkl. Mr. 6, Pincenez. Carl Lux, 34. Chausseestr. 34. Johannisbeerwein, weiß und roth, à Flasche 60 Pfg., 10 Flaschen mit. 5,50. Eugen Neumann& Co., Bitte genau auf No. 34 zu achten. 6a. Belle- Allianceplatz 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Oranienftr. 8. Kein Laden. 678M Hut- Engros- und Einzelverkauf Alvin Sussmann, Holzmarktst. 38, part Grösste Auswahl v. immerwährend einlaufenden Neuheiten. Gelegenheitsposten in steif u. weich. Herrenhüten pro Stück 2 Mark, Am ersten Feiertag bleibt mein Geschäft geschlossen. Elegante Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß. Paletots. 106L* Kein Laden. Elegante HerrenAnzüge. empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Edite der Stettinerstraße. Ich habe keine Filialen und sehe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu achten. Zum Arbeiterfreund Oranienstraße 201 43941 Dranienstraße 201 Serial Herren- u. Knaben- Garderobe, mit hochfeinem Futter, elegante Façons zu 8, 10, 12, 14, 16, 18-30. 8000 Rodt- u. Jaquet- Auzüge, alle Farben, hoch Arbeiter- Garderobe, Hoſen, alle Nähte toppelt gent, rear, 8000 Einseguungs- Anzüge, weitere Marke, bekannt durch Billigkeit und gute Qualität, billiger als überall. Dranenstraße 201 Zum Arbeiterfreund Siegfried Bornstein. Das bekannt durch strenge Reellität, solide Ausführung und billigte Preise, empfiehlt zur Saison 20 000 entzückende Sommerpaletata Geschäft für moderne Façons zu 8, 10, 12, 14, 16-28 M. Elegante Kammgarn- Rock- und Jaquet- Anzüge zu billigsten Preisen. Knaben- und Burschen- Baletots sowie Anzüge halb umsonst. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.