Wr. 319. fltJcnnjmcnts-Rcdingungen: «bonneiu-lll-. PrciZ vränmneran!» »iürlcij�hrl. L�o Mk, vioncill. 1.30 Ml, wöchenllilv 30 Big. ixet in? Hau?. Einz-In- Sliiuimer S Pift. Emmlag?- Ninimier mti illuilriericr Eoimla??. Seiiage»Die SIeuc Eelr 10 Pjg. Soft« Kbonnctncni: 1.30 Marl vro Monat. Eingklraqcn in die Von»Zeitung?« «reisliue. Unter Kreujoand ,ür Dcu!>»land und Oesterreich» Ungarn ZöO Marl, für das übrige Ausland « Mar! rro Monat. Posiabonnemeni» nebmcn UN Belgien. Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Kmr.önieit, Schweden und die Schwei?. erfchcint täglich. Vevltnev Volksblstt. 33. Iahvgaug. vZe Inlsrtion5-Li.'düdf teiriigt iür die scchsgeipaltene rlolonel» >e>ie oder deren Raum 60 Pfg, für doliiiiche und aewerismastliche Bereins» und Persammlung?» Anzeigen>30 Big. „Ulerne Hnrcigcn", das icugcSrarfie Wort 20 Pfg.(zulässig 2 ietigedruckte Worte), ledes weitere Wort lii.Wg. Kicllrugciuche und Echlaiilcllcnuii- zeigen das ersie Wert 10 Psg.. jedes «eiicrc Wort ü Psg. Worte über lö Buch- Iladen zählen nir zwei Worte. Inierale fiir die nächste slummer inüssc» bis K Ilhr nachmittags in der Exhcdilion »dgegeben werden. Tic �rveoilion iji dis 7 Uhr abends geöffnet, lrelcgramm-Adrelse: .Zd/iglscinsiiM kerli,- Zentralorgan der fozialdemokratxfchcn Partei Deutfcblands. HcdoEtion: EW. 6$, Linüenstraße 3. Kerniprecher: Amt Morivvlav- Nr. ISl. SV— 151 S7. Sonntag, de» 19. November 1916. Expedition: EW. HS, Linöenstraße 3. perniprecher: Amt Ntoritiplati. Nr. IZI S 0— 151 S7. Die Zukunft der Internationale. Cinc Rede Viktor Hdlcrs. Artilleriearbeit an Ancre, Schtschara und Stochod«— Scheiternder Franzosenangriff bei Sailliscl.— Verschneite Karpathen.— Rumänenansturm bei Campnlnng.— Cegal-Kämpse in Mazedonien. Amtlich. G r o j? e s H a u p t q u a r t i e r, 18. No- vembcr 1916.(23. T. B.) Westlicher Kriegsschanplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Tie englische Artillerie richtete ihre Wirkung vor- nchmlich gegen unsere Stellungen ans beiden Ufern der Ancre. Auch Fcncrvorbercitung führten am Abend die Fran- zoscn gegen Sailliscl und die südlichen Anschlnßlinicn einen starten Angrifst der im Feuer zusammenbrach. Heeresgruppe Kronprinz. An der Nordfront von Berdnn und in einzelnen Ab- schnitten der Aogescn lebte zeitweilig die Fcncrtätigkeit ans. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Gcncralfeld Marschalls Prinz Leopold von Bayern. Au der Schtschara und am Stochod war die feindliche Artillerie rühriger als in den Vortagen. Bei Witonicz(nordwestlich von Luck) gelang ein dcnt- schcs Patrouillen-Unternehmen in vollem Umfange. Front des Gcneralober st Erzherzog Earl. In den verschneiten Karpathen hat sich bis zu den Paß- straßcn südlich von Kronstadt(Brasso) die Lage nicht geändert. In vergeblichem, opferreichem Ansturm versuchten die Rumäucu die Mitte der deutschen Frout nordöstlich von Campulung zurückzudrängen. In den Waldbcrgen zu beiden Seiten der Flußtälcr des 3llt und des Jiu schreitet der Angriff deutscher und österreichisch-ungarischer Truppen vorwärts. Wir machten wieder Gefangene. Balkan-Kricgsfchauplatz. Heeresgruppe des Gcneralfeld Marschalls von M a ck c n s e n. Ans dem linken Flügel der deutsch-bulgarisch-ottomani- scheu Dobrntscha-Armce kam es gestern zu Artillerie- kämpfen. Mazedonische Front. Frauzösische Angriffe in der Ebene südlich von Monastir und gegen die Front des pommerschen Jnfantcrie-Regi- mcnts Nr. 42 auf den schneebedeckten Höhen im Bogen der Cerna wurden blutig abgewiesen. Erbitterte Kämpfe spielen sich täglich um die Höhen nordöstlich von Cegel ab. Am 13. 11. war einer der Gipfel von den Serben gewonnen worden. Der Oberbefehlshaber General der Infanterie Otto von Below, im Brennpunkt des Kampfes anwesend, nahm an der Spitze deutscher Jäger die verlorene Stellung im Sturm zurück. Seine Majestät der Kaiser ehrte Führer und Truppe durch Ernennung des verdienten Generals zum Ehef des Jäger-Bataillons. Der Erste Gencralguartlermeistcr. Ludcndorff. * �benöbericht. Englischer Turchbruchsvcrsnch fehlgeschlagen. Amtlich. B e r l i n, 18. November, abends. Durch gewaltigen Artillerieeinsatz vorbereiteter eng- lischcr Tnrchbruchsversuch auf beiden Ancrcuferu ist fehl- geschlagen. Bei Grandconrt Kampf noch im Gange. In westlicher Walachei guter Fortschritt unserer Truppen. An mazedonischer Front neue schwere Kämpfe. ver österreichische Bericht. Wien, 18. November 1916.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. HecrcSfrout des Gencraloberstcu Erzherzog Earl. Beiderseits dcS Schyl sind die deutschen und österreichisch« ungarischen Truppen trop heftigste» feindlichen Widerstandes in stetem Vordringen. Auch östlich des Ott-(Alt-) Fluffes wurde Gelände gewonnen. Nordöstlich von Eampulung scheiterten er- bittcrte Gegenangriffe des FcindcS. An der fiebenbürgischen Ost- front bei Schneefall nnd Frost geringere Kampftätigkeit. Heeresfront dcS Generalfcldmarschall» Prinz Leopold von Bayern. In Wolhynicn stellenweise lebhafter Artillcrickampf. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs dcS GcncralstabcS. . v. H o e f e r, Feldmarfchallcutnant. Die �Deutschland" umgekehrt. �usanlmenstoft mit dem Schlepper. London, 17. November.(33. T. B.) Reuter meldet aus New London: Die„Deutschland" kehrte um 5 Uhr 15 Min. früh in den Hafen zurück, da sie mit dem sie begleitenden Schlepper zusammengestoßen war, der s a n k. Sieben Mann der Besatzung des Schleppers sind ertrunken. D i e Beschädigung der„Deutschland" ist nicht sc st- g c st e l l t. Nach einer Reutermeldung aus New London wird der äugen- blickiiche Zustand von.H-Dculscbland" streng geheim gehalten. Wie verlautet, ist daS Innere des H-Bootes niwr beschädigt, und wird es innerhalb weniger Tage wieder zur Abfahrt bereit sein. Ein Mitglied der Besatzung erzählie über den Znsammenstotz: Der Sckleppdampfer sei unerwartet vor das U-Booi gekommen und von diesem von rückwärts gerammt worden. Infolgedessen seien die Kessel des Schleppdampfers explodiert und das Sckiiff gesunken. Kapitän Hirsch von dem deutschen Dampfer»Neckar" sei gerettet: er hätte sich an einen NettimgSgiirtel geklammert, der von dem U-Boot ausgeworfen war._ §rontöienst kinderreicher Familienväter. Das Kriegsmiuisterium hat Anordnung getroffen, daß bei der Verwendung der Mannschaften auf die Fantilienverhält- niffe der oft schon durch schwere Blutopfer hart geprüften Familien Rücksicht zu nehmen ist, und daß Familienväter mit vielen Kindern möglichst nicht dauernd in vorderster Linie Verwendung finden. Der ßliegerangriff auf öie Esimge? werke. London, 17. November.(33. T. V.) Die Admiralität teilt über den im französischen Bericht vom 25. Oktober erwähnten Luftangriff, bei dem elf Marineflugzeuge in Begleitung von fünf französischen Flugzeugen die Essinger L3erke bei Hagen- dingen mit Bomben belegt hatten, mit, daß sie nunmehr einen vollständigeren Bericht erhalten habe, aus dem hervorgehe, daß bedeutender Schaden verursacht wurde. Das Ziel bestand darin, die Hochöfen und Stahlwerke in die Luft zu sprengen, und hatte daher vom Marinestandpunkt aus besonderes Jntcr- esse, da der dort erzeugte Stahl zur Herstellung schwerer Gc- schütze dient. Nach den Berichten der"Flieger waren nach dem Abwurf der letzten Bomben nur noch zwei Fabrikschornsteine unbeschädigt. Ist es daher auch möglich, daß ein Teil dieser Fabrik in kurzem wieder arbeitsfähig ist, so wird der größere Teil des Werkes doch für eine be- trächtliche Zeit gestört sein. Die Leiüen öer Völker. Die Tel.-Union meldet aus Rotterdam, daß Präsident Wilson in der amtlichen Ankündigung des Danktages am 30. November sagt:„Unsere Gedanken weilen in peinlicher Qual bei dem Kampf und den L e i d e n der Völker, welche im Krieg sind, und bei den Völkern, über welche der Krieg Katastrophen brachte. ohnedaßsicindcrLagewärcn, dieseKatastrophen abzuwenden." Der Präsident fordert die Amerilaner auf, zur Linderung der Leiden des Krieges beizusteuern, die /lrbeiter unö öer Zrieöe. Von Viktor Adler. Vorbemerkung der Redaktion: Erst nach ungc- wohnt langer Zeit veröffentlicht die„Wiener Arbeiter» zeitung" de» Bericht über die Rede, die Genosse Tr. Viktor Ä d l e r aus der R c i ch s.k o n f e r e u z ain 4. November zum Thema:„DaS Proletariat und der Friese� gehalten hat. Nachdem der Redner die Lage de? Proletariats im Kriege und die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Sozialdemo- kratie crörtcrl hatte, führte er aus: Wie immer wir über die Ursachen und die Vorgeschichte des Krieges, über das Verhalten des Proletariats angesichts der Tatsache des Krieges, über das, was man anch bei uns „die Politik deS vierten August" nennt, denken mögen, dar- über kann kein Zweifel bestehen: unsere höchste Pflicht ist. durchzuhalten trotz alledem, das Proletariat selbst, sein physi- scheS nnd geistiges Leben, seine Kanipfsähigkcit in Gegenwart nnd Zukunft. Dieser Aufgabe, die zusainmcnfällt mit der Pflicht gegen daS Volksganze, haben unsere in der Organi- sation geschulten Genossen mit Erfolg, mit auch von den Gegnern anerkanntem Erfolg, gedient. Unsere weitere Pflicht im Kriege, die uns auch durch die Beschlüsse aller internatio- nalcn Kongresse zur Richtschnur gemacht wird, ist, alles zu tun und zu unjerstühWL Avas d as E n d e d c&■. K r i e g e s näher bringen kann. Unsere Partei hat zusammen mit der Sozialdemokratie Teutschlands und Ungarns schon im ersten Kriegsjahr ausgesprochen, was nach unserer Ucbcrzeu- gnng notwendig ist, um den Frieden herbeizuführen. Wir wollen die Regierung äufsordern, so deutlich als nur möglich das ihrige zu tun, um dem Krieg ein Ende zu machen. Tie Resolution zeigt, was man vernünftigerweise von der Regierung, von jeder Regierung verlangen kann: d i e Bereitschaft zum Frieden a u s z u s p r c ch e n, das ist die Bereitschaft zu eingehenden Friedensverhandlungen, und sie spricht ferner, was schärfer betont ist als bisher, von dem eigentlich politischen, im Augenblick wichtigsten Punkt. Wir wollen Friedensverhandlungen, wir wollen, daß die Regierungen offen erklären, daß sie, die den Krieg feierlich als Verteidigungskrieg proklamiert haben, ihn auch als Verteidigungskrieg abschließen, weil jede andere Haltung den nächsten Krieg mit Sicherheit provozieren würde. In unserem für die Neutratenkonserenz bestimmten Schreiben an das Internationale Sozia- I i st i s ch e Bureau haben wir gesagt, daß nach unserer Ueberzeugung eine Znsainmenkiinft der Internationale, so wünschenswert sie wäre, kaum zu erzielen sein dürste, bevor der Krieg zu Ende ist. Was uns anlangt, sind wir für den Frieden ohne Eroberungen, lvir wünschen, was Oesterreich betrifft, ein freies Polen, freie Balkaniändcr und in Zukunft womöglich den freien und freiwilligen Zusammen- schluß dieser Länder mit Oesterreich, das ein demokratischer Bundesstaat werden müsse, wenn es leben wolle. Wir haben weiter gesagt, daß die Bedingung für den künftigen Frieden und die An» datier des Friedens die Wiederaufrichtnng eines curopäi- sehen Völkerrechtes ist, das aber umfassender und vor allem zwingender sein müsse als das frühere. Es heißt in diesem Schreiben: „Ein solches neues Völkerrecht wird nicht und kann nicht durch Gewalt und Oktroyicrung geschaffen werden, aber es wird und muß nach unserer Neberzeugung in dem Sinne das Ergebnis des Krieges sein, daß alle Völker und ihre Regierungen nach dem Kriege das unüberwindliche Be- dürfnis nach Sicherung vor einer neuen K a t a- st r o P h e haben werden, so daß die freiwillige Einordnung und Unterordnung unter eine neue zwischeitstaatliche Gemeinsamkeit, ein neues europäisches Völkerrecht möglich sein wird. Was schon unsere internationalen Kongresse gefordert haben, die Abschaffung des Seebeutcrechts und damit ini Zusammenhang die Einschränkung der maritimen Rüstungen, die N e u t r a l i s i e- ru n g der interozeanischen Kanäle, also ein System von Maßregeln, die zusammen dem Begriff„F r e i- h e i t der Meere" Inhalt geben, wenn dieses Wort überhaupt einen Inhalt haben soll, wird zu den dringend- steu Bestimmungen dieses Völkerrechtes gehören müssen. Sie wissen, daß die Vertreter der Mittelmächte, Bethinann � Hollweg und auch Tisza, in ihren Reichs- tagsreden immer wieder von ihrer„Bereitschaft zum Frieden" gesprochen mtd immer die Schuld an der Fortsetzung..des Krieges ans die anderen gewälzt haben. Keiner von ihnen hat aber je mit völliger Klarheit und Be- stimmtheit gesagt, aus welcher Grundlage jm einzelnen sie Frieden machen wollen. Nun so sn i t t e l s zu beschränken, die Fabri- kation und Erzeugung und die Art der Versorgung des Publikums zu regeln, außerdem Schritte zur Festsetzung von Höchstpreisen, zur Beschlagnahme von Vorräten, zur Ein- ziehung von Angaben betreffend Bestände, Kontrakte, Kosten usw. zu tun._ Englanös �Schwarze-LiftCn'-/Zntwort. Ein neutrales Urteil. Zu der englischen Antwort auf die amerikanische Be- schwerde gegen die Schwarzen Listen beinerten die„Basier Nachrichten": Tie Vereinigten Siaaten sind der größte und einflußreichste linier den Neniralen, eine Wellmacht für sich. Neicy an agrarische» nud iniiieralikchen Vodenschatzen jeder Art, industriell über dein Niveau der Länder der allen Welt stehend, haben sie sich den Alliierten in diesem Kriege dnrch ungeheure Lieferungen von MullitiSn und Material aller Art sowie durch Gewährung von unlfangrcichen Krediten in jeder Hinsicht nützlich, ja vielleicht sogar n n e n t b e h r l i ch gemacht. Zie iiehmen daher unter den Nculralen eine bevorzugte Stellung ein. England hat allen Grund. diejeZ chm durch rale Anschauungen, durch demolratyche Institutionen und durch rie Bande der angelsächsischen Kultur verdundeuc Land mit jeglicher Nucksichtnabtne zn behandeln. Von diesem Slandpuntt auS war die Antwort, die Lord Greg der amerikantlchrn Regierung in Sachen der Schwärze» Listen übeimttleltc. überaNZ interessant, denn die Nontralen, invgcn sie nun Spanien oder Holland, Schweden oder Norwegen, Täncmark oder die Tchtvciz beißen, willen»NN. daß England im Prinzip an den Schwarzen L t st e n festhalt« n wird, und sie verlieren jede Hoffnung ihrerseits, mit einen! Brotes! durchzudringen, wenn der große neutrale Bruder jenseits des Ozean? mit verbindlichen Worten und einer kühlen Geste abgespeist wird. Es wird Sache der Amerikaner sei», sich Mit dem dürre» Ergebnis der Greyiche» Anlivoit abzusinden. Sie werde» dies um so eher tun, als für sie John Bull der reiche Auftraggeber ist. dem ihre Industrie ihre gegemoäriige»ngewvgnlichs Prosperität verdankt, der jeden Preis bewilligt, wen» ihm pioinpt und schnell geliefert wird, mit einem Wort, der lvertvolle Kunde, den mau um keinen Preis der Well misten möchte. Nack einer Meldung deS„Pariser Journal", die der „Kölnischen Zeitung" von der Schweizer Grenze zugeht, ver- öffentlicht die„New Zjork Times" eine halbamtliche M i t t e i l u n g. wonach die amerikanische N e- g i c r n n g die englische Autlvortnote über die Schwarzen Listen nicht a n n e h m e n könne. Die neutrale Zone in Griechenlanö. Die Poliii? der neutralen Zone, die von der Entente betrieben lvird, ist das Miltcl, der venizelistischen Erhebung ein Gebiet zn sichern, auf dem sie von den Einflüssen der griechische« Regierung nicht mehr erreicht und gehemmt lverde» kann. Wie die neutrale Zone geartet sein wird, läßt sich anö neueren Nachtichte» einiger« inaßen erkenlitn. Reuter erfährt, es sei Grund vorhanden zu glauben, daß der letzte Vorschlag der Enlcittemächl« Über die Festsetzung der Grenze zwischen den Zonen der königliche!! und der nallonalistische» Regiernng in Griechenland in einer allen Teilen annehmbaren Weise geregelt Iverden wird. Sowohl König Konsiaulin als auch Benizetos tvnnsche», daß irgend eine solche Löswig gefunden lverde, nni die iveilcre Möglichkeit eines Zusammenstoßes zwischen griechische» Untertanen zn verhindern. Tie Verhandlungen iverden zwischen der könglichcn und der nationalistischen Regierung unter Vermiltlnng der Alltiertcn weiter geführt. Ter Vorschlag ist int Prinzip an« genommen worden und es ist nur noch nötig, die geographische Teilung porznnehinen. Nach einer neue» Meldung ans Bern haben die Forde- rungen der Entente, die der Athener Sondirberichieistattcr des„Eorrlere dclla Sera" an? zuverlässigen M'.ltsllnngen amtlicher Krelso erfahren haben loill. folgenden Inhalt: Elstens: Schaffung einer nentraleN Zone von siins Kiloinclern Tiefe zivlschcn den gricchischeit peuizelistischeN nnd känlgstrenen Truppen, die über die Grenze AttglicchcnlandS hinaus von Lithorhoct bis Koritza nnd sild« lich von Grevena sich erstrecken soll. Di« Zone soll ausschließlich von französischen Truppen besetzt nnd niiter den Belagerungszustand gesetzt werde». ZlveiicnS: Tic Vetbündete» lvollen frei über die Eisenbahn, die bon Jtea in der Bucht von Kvrinlh nach Larissa und Saloniki führt, ver füge», nur die Truppen und das Kriegsmaterial ztt transportieren. Starke sränzösische Trnppeüabieilungen toerden die Linie beivacheii. Drittens: Die griechiicke Regierung muß alles Kriegsmaterial nnd alle Munition den Alliierten ausliefern und darf nur soviel behalten, als für den FriedenSbesland des HeereS angängig ist. Der Berichlerslatter des„Corriere" meldet weiter, man spreche von der wahrscheinlichen Demission des K a b i n e t l S L a in b r o ö, falls die Forderungen erfüllt werden müßten. Inzwischen nimmt die Entente alles in Beschlag, waS iicki von den Machtmitteln Ali-Griechcnlands brauchen läßt, die venizeUsiiiche Erhebung zn krnstlgcu. Nach dein Amsterdamer„Allgemeon HandcISblad" erfährt. TimeS" aus Athen, daß der fcanzösiichcKricgSmlnistcr RoqucS der griechischen Regierung inilgeteill hat, General Sarrail lverde Truppen senden, Um eine nesttrale Zone längs der Grenze von Alt- Griechenland zn besetzen. Der griechische Ministerpräsident habe seine Züsümnuittg dazu gegeben. Die Alliierten würden die Eisenbahn dazu vorivcndcn, in» Saloniki mit Lebensmitteln nnd Munition zu versorgen. Die Regierung sei ersucht worden, Schrille zu tun, daß die Offiziere, die sich der nationalen Bewegung anschließen, nicht mehr gezwungen Iverden, au« der griechischen Armee a»S zutreten. Wie Renler noch n»s Athen meldet, verlangte Admirnl Fonrnst weitere öl) Wagen der Larissabahn nnd dcr VerkehrSuiinislec hat zugestimmt, die Wagen abzutreten, sobald die Verlegung deS dritte» und vierten ArmeckotpS beendet sei. Die griechische NenUali'ät funktioniert ideal nach dem Herzen der Enieuke. Ter..Nieuwe Nollerdanische Eouranl" meldet heute laut Wolfs auS London, daß die griechische Regierung auf die Note dcr Mittel- mächte gemitivortet habe» die Zugeständnisse an die Entente seien unter Zwang gemacht morden; sie lverde innerhalb der Grenzen der Neutralität und soweit das in ihrer Macht liege, beiden kriegführen- den Gruppen gegenüber eine gleiche wohlwollende Haltung ein- nehmen. Die ZufammsKsehung öer Entente-Halkan- armCe. Budapest, 18. November.(T. U.) AuS dem bulgarisdkn Hauptquartier wird gemeldet: Tie Ententebalkanarmee zählt 3ög000 Mann. In dieser Ziffer sind weder die neuen Truppenkontingente enthalten, noch sind von ihr die Verluste während der letzten Offensive ab- gerechact. Die südmazedonische Front, die sich zur Ballansüdfront ausgedehnt hat, reicht vom AStiameer bis zur Struma. Im alba- nischcn Abschnitt, westlich und südlich des PreSba-Sces befand sich der äußerste linke Flügel der Armee Sarrails, der ans Franzosen besteht. Nun sind jedoch auch italieinsche Truppen an der aibanlschcn Küste gelandet, die sich vortasteten, bis sie den Anschluß an diesen linke» Flügel gewannen. Die italienischen Truppen haben einen eigenen Etützpunktz Proviant und Munition beziehen sie aus Sa- ' lonikt. Ihre Fronk, die sehr dünn iff, wurde nichrfach von den österreichisch. ungarischen Truppen durchbrochen. Gestern habe» die Bulgaren die am Preöba-Sec käinpfenden Franzosen nach Karioa znrückaedräiigt. Die Front vom Presbg-See hat daher keinen sta- bilen Charakter. Aus der eigentlichen südmazedonischen Front, vom Presba-Sec bis Obsirina steht die 7Z. französische Division, die zn- meist ans Zuavcn nnd Farbigen besteht. Zwischen Obsirina nnd Regotschani kämpft eine russische Division; es sind dies die Parade- ruisen. die seinerzeit in Marseille gelandet iviirdcn. Von hier bis Gardilolvo nehmen drei französische Divisionen Ausstellung. Tie Ueherreste der serbischen Armee, ß Tivisionen, halten die Front von Gardilotvo Ins Borislaw. Ferner sind aufgestellt: Zwischen Boris- laiv und Slop Franzosen, vom linken Wardarufer bis Doiransee englische Divisionen, vom Doiransee bis Bukovsee die W. Division, vom Bukovsee bis Tachinosee zwei englische und eine irische Division, denen sich griechische Freischärler Venizelos anschließen. Seine bis- herigen Erfolge verdankt Sarrail nur seiner geschickten Truppen- gruppicrung und überlegenen Artillerie, doch sind die Artilleriekräfte nunmehr ausgeglichen. Der Generalissimus Jekow versicherte, daß die Lage in Südmazedonieu nunmehr als stabil bezeichnet werden kann. D§e Parteien öer australischen Volks- Vertretung. Rotterdam, 18. Nov.(W. T. B.) Dem„Nieuwe Rottcrdamschen Courant" wird ans London telegraphiert, daß der australische Ober- kommijsar in London gestern aus Melbourne folgende Nachricht er- halten hat: Die neue Arbeiterpartei(Opposition) zählt 2ß Mitglieder im Repräsentantenhaus, darunter zwei im aktiven Militärdienst und 19 Senatoren, die Ministeriellen zählen 13 Mitglieder im Repräsentantenhaus und 11 Senatoren, außerdem ist ein Mitglied des Nepräsentantenhanses ein Unabhängiger. In einem Distrikt ist der Ausgang der Wahlen für den Senat noch nicht bekannt. Man erwartet, daß die Liberalen mit 31 Stimmen im Repräsentantenhaus und mit 4 Stimmen im Senat die Kriegs- Politik des Ministeriums unterstützen werden. Ribot und öie SoZiaüften. IK. Genf, 18. November. Als der französisch« Finanzminister Nibol über den Erfolg der letzten Kriegsanleihe sprach, erwähnte er auch die palriotische Täligk-it dcr Presse. ES entwickelte sich folgend« parlamentarische Szene: N i b o t:„Ich möchte auch der Presse die Huldigung zollen, die ihr gebührt.. Map ras(Sozialist) nnlerbrechciid:»Sie haben ihr bereits den Dank in klingender Münze bezahlt!"(Lärm auf den meisten Bänken.) Naffln-Dugcn s(Sozialist):.Die Presse wird von der Regierung ausgchalten." P ng l i e s i-C on t i(Konservativ):„Ans jeden Fall hat die sränzösische Presse kein deutsche« Geld erhalte», wie dleö vormals bei der„Huniauitö" der Fall war." Ribot setzte sodann seine Lobrede auf die Presse fort und meinte, Frankreich ntilss« bis zum endgültigen Siege kämpfen, lvoronf ihn Brizon(Sozialist) unterbrach und rief:„Wir wollen nicht den Frieden durch den Sieg lk'aix pur i» Victoirs). sondern den Sieg dnrch den Frieden, ll-a. Viatoirs par la Palx)!" Zum Sechsuhr-Laöenschluß in Zrankreich. Ter Beschluß deö SechSuhr- Ladenschlusses findet nach der „Bataillc" vom 13. November eine geteilte Aufnahme: Das schönste ist, das; alle Kaufleute und Ladeninbaber, die dagegen protestieren, dies nicht in ihrem Namen tun, sondern in dem der arbeitenden Klassen. Die guten arbeitenden Klassen I Wie lieb man sie bat! Sie hätten niemals geglaubt, daß so viele Liebe sür sie im Grunde des Herzens der Händler verborgen läge. Ein Ladenbciitzer trieb dies gestern noch ulibelannte Gefühl auf die Stütze Und ging so iveit, zn erklären, daß dcr ge- wissenloi« Händler bei ungünstiger Beleuchtung die Möglichkeit be- siye, den Käufer über die ÄUle der Waren zu täuschen. Es gibt clio gewissenlose Händler, die den Käufer täuschen'i Dank« iür die Ausklärung, das Publikmn lvird sich danach richten. Die Handels- kannncr wird sich iiiil der Maßregel befassen nnd vermutlich per- langen, daß der Ladenschluß anderweitig gereoell wird, daß nach Schluß sedc Beleuchtung der Läden verboten wird, und daß Sirasen gegen Zuwiderhandelnde festgesetzt werden.(A. T. B.) Seekrieg. Tie„Vciza"-Perse«kung. Kopenhagen, 17. Nov.(W. T. B.) Wie die„BerlingSke Tidcndo" aus Kristiania berichtet, erregt dort die Meldung von der Versenkung des norwegischen Dampfers„Bega" der regelmäßigen illome Bergen— Newcastle großes Aussehen. Prrsieätibernngcn liegen hier« über nur wenige vor.„Morgenbladot" bezeichnel die Versenkung als iinsrenndliche Handlung; daß sie ausgeführt wurde, während wichtige Verhandlungen zlvlichen Deutschland nnd Norwegen geführt würden, sei geeignet, ernste Verstimmung hervorzu- rnscn. Gleichzeitig veröffentlicht die Presse Einzelheiten über die englischen Verletzungen der norwegischen Neutralität, von denen sich die letzte am 3. Juni d. I. ereignete. Diese Verletzungen hätten den Anstoß zn der norwegischen Verordnung gegeben, die die Deutschen als gegen Dculschland gerichtet auffaßten. Kopenhagen, 18. November. Aus Bergen wird gedrahtet: Die Leitung der VcrgenSka DampS Kibstelskab bat bestimmt, daß S rftif f c nach England mit Rücksicht ans die Sicherheit dcr Reisenden keine Ladung aus R o r iv e g e n»ittführen sollen. und Schisse ans England nur solche Ladung, die aus- schließlich sür Norwegen bestimmt ist. Versenkte Schiffe. Nack Meldungen vom Freitag wurden vor« senkt der englische Dampfer„Treyanuick", der dänische Dampfer„ T h e n s e"(1333 Tonne»), der dänische Dampfer „Stagnar"(2123 Tonnen), � der norwegische Dreimaster „ N a m i n o c" s327 Tonnen), der Segler„ S a l a n g a r, der englische Dampfer„Sarah Redclifsc"<3383 Tonnen), der italienische Dampfer„Giovanni G. 13428 Tonnen). der griechische Dampfer„Stpliani Bebis(3393 Tonncii), im Acgaischcn'Meer dcr französische Dampfer„Burdigala" (12 000 Tonnen), dcr seinerzcil die in Saloniki verhafteten Konsuln der Zciitralinächte beherbergie. 5kopcnriagcn, 13. November.(W. T. B.)„Politiken" meldet aus Malmv: Ter Helsingborger Dampfer„ Tu v a". dcr von Archangelsk am 2. Oktober abgegangen ist, hat den schwedischen Be- stimmunaShasen noch nicht erreicht. Daher wird angenommen, daß er mit Mann und Maus untergegangen ist. Der 2300 Tonnen große Dampfer hatte 20 Mann Besatzung. Bon dcr Wcstgrenze, 18. Nov.(T. 1l.)„London Gazette" ver- ösfcntlicht die Namen von zwölf holländischen Schissen, deren Ladung ganz oder zum Teil in England festgehalten worden ist.(„Köln. Bolksztg.") Die fnnölichen Heeresberichte. � französischer Bericht vom Z7. Roveinbcr nackinlittagZ. (Sü. T.-ii.) Sit Aacht war an der ganze» Front verhättnikmä�ig ruh,� Flugwesen: Französische Geschütze zwangen zwei Flugzeuge >>i ivrm i-'iiijfcu zu landen, da» eine voraeslec» südlich von Altichl) und da»>Gdere gestern bei Rotze zur Matz, Tie Flieger wurden zu Geianf/.ie» gemacht. Im tzause des gestrig»» Tages lieferten uaiudsi' v. Flugzeuge in der Gegend von Amiens 51 Kämpze, in dercut Erlaufe Heurieaur lein tij. und Guizuemer sein 21. Fingzeng abicho� Fni La uie der Rächt lunrdcn inetzrere Neschicgungen aus» gcti!',r>. hauptsächlich auf den Bahnhof und Fabriken bon Esch n. d.'tl l z e l r e in Luxentburg nud auf Flugzeugreserveir in Tergnier. E» wurden mehr als 1500 jiilograniin Geschosse obgeworien. Ron, Z7. Roveniber abends: Angec lebhaftem Artillcriekampf nordlich der Co mins in der Gegend von saillisel ist von der ganzen Front nichts zu melden. Flugwesen: T)cr Fliegerhaiibtmann Beanchainp stieg heute morgen Ä/Uhlr n»f, richtet« seinen Fing»ach München und kam gegen Wittag über diezcc Stadt an. Er warf mehrere Bomben auf den Bahnhof als Vcrgellmig für die Bewertungen der offenen Gtiad. Ainien», die in den letzten Tagen bon den Dsntichen auSge- fuhu/ tüordeii waren. Er landete dann in Santa Dona di Plaue �g.a'icn, 25 Kilometer nördlich bon Venedig) nachdem er die Alpen üve.flogett und so eine Strecke bon 705 j'tilomeler zurückgelegt ho ic. Oriontarmee: Auf dem linken Ufer der Struma haben die eiigUsazett Truppen ihren Vorniasch fortgesetzt und daö Dort 5kodak!i�genommen. In der Gegend de» Doiran-SeeS auf beiden Seiren hesliger Arlilleriekampf. Fu der Gegend der Cerna gehl die Offensive der sranzösisch-seibiicheit Truppen mit vollein Grsolg« weiter. Auf dem rechteit llker des Flusses haben die Serben in Richtung Grunisia ernsthafte Fortschritte geniachl. während im Fluzzbogen � eine ihrer Dtvisionclr»ach erbittertem Kanrpf cioe A'chöhe nördlich von Jveii geiioininen hat. Drei Gegenan- /r>nc des Feindes in dieier Gegend wurde» abgewiesen. Weiter ivestlich rückten die französisch-serbiiche» Truppen in Richtung vgn Inratol weiter vor und griffen die Klofterhöbe an. die sie nach eineni für den Feind mörderischen Kampf besetzt haben. In der Gegend nordöstlich von Ken all bemächtigte sich unsere Kavallerie Regoüii» Bei den Kamp cn ain 13. November haben wir an dieser Front 155.Gefangene gemacht und 5 Maschinengewehre und eine Ih-Z�atinieier-Haubitze erbeutet. Belgischer Bericht. Groge Tätigkeit der Artillerie an der belgischen Front südlich von Nicuporl und gegen Dixmude und Bwfinghe. Englischer Bericht vom 17. November nachmittags.(W. T. B.) Wir breiteten unsere Front bei B e a u c o n r t längs des nördlichen Il'erS der Anrre ans. Schime feindliche Beschichung von Beaucourt und Beanmont-�amcl. Gestern nachinitlag veranlafzte uns ein nark�c feindlicher Gegenangriff einen Teil des Geländes, das wir an» 11, November bei Buiie de Warlencourt gewannen, aufzugeben. Wir Nnternabnicir zwei erfolgreiche Ucberjälle auf feindliche Lauf- nräben nordöstlich von Wuverghen. Wir machten Gefangene und lügten dem Feinde beträchtliche Verluste zu.— Vom 17. November abend». Nördlich der Äucre nichts zu meldctt, abgesehen rw» zeitweiligem feindlichen Geichiitzfeuer, besonders in der Umgegend von Beaueonrt. Die Gesamtzahl der seit dem 13. Noveiilber gemachten Gefangenen beträgt 6U)5. Heute bischoiien wir die feindlichen Linien bei L o o s und H u l l u ch heftig. Unsere Flug-.euge sührten erfolgreiche Beschieizungen feindlicher Linien und Verbindungen durch und brachten Bomben- und Maschinengelvehr- fv.ec gegen feindliche Ouarlicre und Flugplätze zur Anwendung. Au« Saloniki. Wir nahmen varakli und vertrieben den Feind wieder auS den Dörfern Proienik und Kumli. Wir machten Li Gefaugeue, erbeuteten 1 Maschiuengewehr und fügten dem Feinde schwere Verluste zu. Russtscher Bericht vom 17. November.(SS. T. B.) SB«st- ftzont: Im Gebiet» der Höhen östlich Lipnica-Dolna hin- üerle der Feind durch sein Artlllcriefener unsere Arbeilen zur Wiederherstellung unserer Gräben. In den Waldkarpathen griff der Gegner südwestlich vom Bakarke und am Berg« Kapul an, wurde aber durch unser Feuer zurückgeivorsen. In der Gegend von Jgkobenie westlich des österreichischen Kimpolnng besetzten wir Mehrere Höhen und machten Gefangene. An der ikautasusfronr nichts Bemerkenswertes. Li u»l ä n i s ch e Front:?>'n der siebenbürgischen Front unternahm der Gegner im T i r g u l n i- T a l und in der Richtung auf das rumäniicho K i m p o l n n g wiederum eine Reihe von An- griffen: er bcniächtigle sich de» Dorfes Liresii. Sllle Angriffe des Feindes in der Gegend von Älbesti wurden abgeschlagen. In der Gegend des A l l und I i u nahm der Feind, der beträchtliche Ver- siärkungen herangeführt hatte, eine erbitterte Offensive am. Die Rumänen räumten daö Dorf Tirgujiuiui im Tal des Jiuslusses. Don aufronr: Keine Veränderung. Rumänischer Bericht vom 17, November.(SS. T. V.) N o r d« und N o r d iv e st f r o n t: An der Westfront der Moldau sind die Kampshandlungen, die gestern begonnen worden waren, durch schlechtes Wetter uuterbrochen worden; ivir machten Gefangene. An der Nordfront Von Munlenie bis PredeluS keine wichtigen Kampshandlungeii. Im Prahovatal heftige Artillerie- und Inkgnterieangriff« des Fcindcö. besonders auf den, linken Ufer. Unlere Truppen wiesen die Angriffe ab und behaupteten ihre Stellungen. In der Gegend von DragoSlavle griff der Feind im Laufe des Tages und nachts heftig an, ES kam stellenweise zum Bajoneltkämpf. Der Gegner wurde mil grogcn Verlusten zurückgeschlagen. Im Alt-Tale griff der Feind wiederum heftig an und zivaiig uns, auf Jenciulestt ein wenig zurückzugeben. Am Jiul haben wir uns tu der Richtung auf Stephanesli ein wenig zurückgezogen. Wir griffen aus den Flügeln an und schlugen den Feind init groszen Veriusteu für ihn zurück. An der Cerna schwache Aclillerieläiigselt.— Südfront: Au der Donau Infanieric- und Arlilleriegcfocht. Unsere Artillerie beschost wirksam Rn st schul.— In der D o d r u d s ch a nichts Neues. Italienischer Bericht vom 17. Noveniber.(SB. T. 93.) Längs der Trioenzinerfront zeilwcilig aussetzende Arlillcrietäligkeit und feind- liche Truppenbewegungen im Abschnitt dcS Etschlales. An der Fionr der Jütischen Alpen war die feindliche Artillerie tätiger im Abschnitt von Plava. Ein hesliger Kampf hielt gestern auf der Höhe von San Marco östlich von Görz an. Unter dein Schutze der Finsternis versuchte der Feind hintereinander drei heftige An- griffe gegen einen vorspringenden Winkel von Caia dei due Pini, die aber alle kräftig zurückgeschlagen wurden. Am Morgen glückte eö dem Gegner nach einer heftige» Altillertebeschievung. indem er seine Kiätle sicigertc, einige lllräben südöstlich von Casa dei due Pim zu besetze». Auf dem übrigen Teile der Front wurde er glatt mir ungeheuren Verlusten zurückgeschlagen. Auf dem K a r st ist die Lage unverändert._ Kleine Kriegsnachrichten. TnS Zpicgerbouibardcmcnt auf Zecbrügge. Berlin» 18. November.(W. T. B.) Die cnglqche Admiraliiät �icldet am 13. II. drahtlos, daß Zeebrügge und Ofteirde wieder- um durch Scefingzeuggeschwader schwer beschossen worden seien. Volltreffer seien beobachtet worden im Atelier de la Marine und in nächster Nähe der Kraftstation, ebenso ein großer Brand, der wahrscheinlich von einem Bcnzinlager herrührte. Diese Meldung ist insofern erdichtet als sämtliche auf Zeebrügge abge- worfenen Bomben der englischen Flieger bei dem betreffen- den Zlngriff ins Wasser fielen. französische Lichtnot und„bald lvcitcrc �pfcr". Bern, 17. November.(W. T. B.) Dem„Temps" zufolge rich- tele der Ministe: des Innern an die Prästckrea die Äußfvvdcrmtg, I gemeinsam mlt den Bürgermeistern die Bevölkerung zu ermahnen, die Beleuchtung der Wohnungen im weitesten Maße ein zu- schränken. Ebenso sollen die Kanficutc die Beleuchtung ihrer Räumlichkeiten aus ein Mindestmaß beschränken. In Paris, wo man zur Kerzenbeleuchinng übergegangen ist. wurde von den Be- Hörden ein Aufruf angeschlagen, der die Bevölkerung auffordert, Beleuchtung und Heizung einzuschränken. Ter Ausruf kündigt an. daß den Parisern balsweitere Opfer auferlegt werden müßten. HC DaS russische Thema im Unierhause. Der englische sozial!- slische Abgeordnete R am sah Macdonald, parlamenlarischer Vertreter von Leicesicr, schreibt im„Lcicester Pioneer" vonz 27. Ok- tober�llllL:„Im Unterhause ist cS ziemlich still, da viele Mitglieder abwesend sind. Die Gespräche in den Wandelgängen sind jetzt wich- Uger als die Debatten im Parlament. Ltumänien ist das Hauptthema. Tie Leute möchten nur wissen, was die Per- bandsmächte gedacht haben, als sie die rninänische Regierung dräuate», in den Krieg einzutreten. Als eine neutrale Macht war sie nützlich. Sie besaß Korn und Oel, und wenn sie zuweilen un- ruhig und unsicher war, so konnte das nicht viel schade». Als sie sick aber den Verbands mächten anschloß, so war eS offenbar die Pflicht der letztere», de» Schutz des neuen Verbündeten zu sichern. So argumentiert man in den Wandelgängen. Und dieses Thema führt zu einem anderen— nämlich zum russischen. Tie bekannten Gerüchte, daß wir einen Vertrag mit Rußland abgesckstosse», den Krieg fortzuzetzen. bis die Russen Konstnntinopcl erobert haben, riefen in den letzten zwei Tagen längere Auseinandersetzungen hervor, als ich sie je gehört habe. Tie" Sache ist sicherlich nicht populär; Parlameuismidglieder, die aus chrcn Wahlkreise» zurück- kommen, erzählen von großen Aenberungen in den Ansichten. Bern, 17. Nouentber.(W. T. 93.)»Petit Journal" zn folge haben die französischen E i s e n b n h n g c s e l l s ch a f t c n mit Jahresschluß 1510 für die letzten drei Jahre einen Gesa m t- Verlust von 1.1 Milliarden zu verzeichnen, tvovon nach amtlichen Angaben mindestens 250 Millionen auf die Staatsbahnen cnt- fallen. Haag, 18. November. Die Postverwaltung teilt mit, daß die Post wegen Einstellung des Dienstes der Zeelaud- Gesellschaft künftig mit anderen Dampfern von und Nach Eng- la n d befördert werde» wird. Tie ÄbfahrtS- und Ankunfiözciteu können angesichts der Äerhältnisse nicht voransbestimmt werde». politische Uebersicht. „Vaterländischer Hilfsdienst". Ter in der Presse bisher als Zivildienstgcseh behandelte Gesetzentwurf, mit dem der Bundesrat in der kommenden Woche sich beschäftigest wird, soll den Titel„Vaterländischer Hilfsdienst" erhalten. TaS Gesetz wird sich auf alle Mann- lichcn Personen zwischen dem 17. und dein 00. Lebensjahr erstrecken._ Zum Tisfidentenantrag. Tic„Deutsche Tageszeitung" glaubt den einmütigen Protest der ganzen Linken gegen die Verschleppung des D i s s i d c n t e n a n- t r a g s damit abtun zu können, daß sie von„GewisscnSbedenken" zehnjähriger Buben spricht, für die die Zeit zu ernst sei. TaS Blatt weiß natürlich genau, daß cS sich um die Gewissensbedenken der Eltern handelt. Zur bessere» Verständlichkeit für schwerfällige Zu- Hörer hat Dr. Friedberg ausdrücklich von den Gewissensbedenken eines Teils unserer Mitbürger gesprochen. Und in zehnjährigen Buben dürfte Dr. Friedbcrg wohl kaum schon Mitbürger erblicken. Wie würde aber die»Deutsche Tageögeitung" losgehen, wenn z. B. ein unkonfessionellcr Staat verböte, daß Kindern gläubiger Eltern Re- ligionsuntcrricht erteilt werde! �ur Klarstellung. Alldeutsche Organe und �rntrumsblättcr sind gcrausch- voll über mich hergefallen, weil ich für einen Frieden ohne Annexionen eintrete, was ich, nebenbei gesagt,— in vollkommener Uebcreulstimmung mit der sozialdemokratischen Partei—- seit dem 4, August 1914 getan habe. Am auf- fälligsten ist bei der Hetze gegen mich das Bestreben, den Reichskanzler zu einer Erklärung zu ver- anlassen. Unwahrhaftigerweise soll zu sehr durchsichtigen Zwecken der Anschein erweckt werden, als gefiele ich mir in der Rolle eines Vertrauensmannes des Reichskanzlers. Das ist mir gar nicht eingefallen. Ich habe nur, Wie es das Recht eines jeden ist, aus Aeutzernngen des Reichskanzlers Schlüsse gezogen, die ich für richtig halte, während andere sie für ebenso falsch halten. TXiß ich aber über viele Tinge g r u n d» sätzlich anders denke als Herr v. Bethinann Hvllwcg, ist doch ganz begreiflich, denn ich bin Sozialdemokrat und dör Reichskanzler ist cS zu meinem lebhaften Bedauern nicht. Wenn sich an der lebhaften Debatte auch einige sozialdemo- kratische Organe beteiligen, die sich für radikal halten,� so finde ich dabei angcsicktts unserer Partciverhöltnisse nichts Ueberraschendes. Die Organe rechts von mir wollen den Reichskanzler kompromittieren, indem sie mich gleichzeitig mit ihm nennen; die Organe der sogenannten äußersten Linken wollen mich kompromittieren durch die Verkuppelung mit dem Kanzler. Vno beiden Seiten wird betont, daß der Reichskanzler nicht nur zu meiner Rede über die Grundlage eines Friedens geschwiegen habe, sondern auch zu Reden ent- schiedencr Gegner meiner Auffassung. Das ist richtig. Und der Reichskanzler hat ja auch, wie hinlänglich bekannt ist, ans- driicklich im Hauptansschuß erklärt, daß man ans seinem Schweigen zu Reden, die ist seiner Gegenwart gehalten wer- den, nicht den Schluß ziehen könne, daß er zustimme. Ernannte dabei den Herrn Abgeordneten Gröber und mich. Trotzdem lasse ich mir das Recht nicht nehmen, Folgerungen zu ziehen, die nach m einer Ileberzeugung gezogen werden müssen, wenn man die Ausführungen des Reichskanzlers loyal auslegen will. Möge doch die englische Regierung bei Herrn v. Bethmann, der deutlich genug seine Friedcnsbereitschaft bekundet hat, a n f r a g c n. ob er nicht bereit ist. den Frieden auf einer Grundlage zu schließen, wie ich sie in der Reichs- tagssitzung pom 11. Oktober d. I. skizziert habe. Die Antwort des Michskanzlers an Lord Grsy würde ja allen Zweifeln diesseits und ienseits des Kanals ein Ende machen. Philipp Scheide mann. Ter hakntistischc Vorstost. Tue Erklärung zur Polenfrage richtet sich nicht nur gegen die Proklanncriing des selbständigen Königreichs Polen mit seinen Bcglesterscheinnngen, sondern sie bedeutet zugleich eine Kundgebung gegen jeden Versuch, in der Polenfrage einen anderen Kurs zu steuern, als er vor dem Kriege beliebt wurde. Die Heydebrand, Friedberg und Zedlitz erklären schon heute keine Regsliing der innervolitischen Verhältnisse in der Ost- mark für möglich, die geeignet wäre, den deutschen Charakter der mit dem preußischen Staate unlösbar verbunden östlichen Provinzen irgendwie zu gefährden. DaS bedeutet nicht mehr und nickst weniger als das Be- kermtnis zur iSeibehaltung aller der Auöuahmegesetze f g e g e n d i c P o l e n, die so viel Erbitterung in die Reihen unserer polnisch sprechenden Staatsbürger getragen haben, ohne daß damit die beabsichtigte Wirkung auch nur entfernt erreicht worden wäre. Auf eine kurze Aera der Versöhnung, die uist dem Jahre 1589 einsetzte, folgte 1894 eine Periode des systematischen Kampfes gegen die Polen. Der Kurs ivar plötzlich»»ige- schlagen, der Hunderrmillionenfonds zum Ankauf von Gütern polnischer Besitzer und zum Berkäufmder zur Verpachtimg an deutsche Ansiedler wurde 1898 um weitere 109 Millionen und dann wiederholt noch weiter vermehrt, so daß jetzt schon rund eine halbe Milliarde für den gedachten Zweck zur Verfügung steht. Und der Erfolg? Eine gewaltige Steigerung der Güterpreise im Osten und statt einer Zunahine ein Verlust deutschen Besitzes in der Osiinarkl TaS 1894 erlassene A»siedlungSvcrbot wurde von der Regierung ganz offen als Kampfgesotz gegen die Polen bezeichnet. Aber auch dieses Gesetz erwies sich als aus» sichtslos. Trotzdem gab die Rcgieriulg den Kampf nicht auf, im Gegenteil, sie griff zu einem nenen nicht minder verfäng- lichen Mittel. ES war dies das E n t e i g n n n g s g e s c tz vom Jahre 1997, das dem Staate das Recht verlieh, in den Bezirken, in denen die Sicherung des gefährdeten Deutsch- tiiiiis nickst anders als durch Stärkung und Abiuildung deiit- scher Nicderlassmtgen mittels Ansiedlungen möglich scheint, die hierzu erforderlichen Grundstücke in einer Gesamtfläche von nicht mehr als 79 999 Hektar nötigenfalls im Wege der Enteignung zu erwerben. In deinsclbe» Jahre folgte das B e s i tz b e f e st i g u n g S g e s e tz. durch das der Regierung neue 199 Millionen zur Verfügung gestellt wurden zur Festi- gung und Stärkung des deutschen ländlichen Besitzstandes in den national gefährdeten Gegenden. Das Gesetz soll nach seiner Begründung den weiteren Verlusten deutschen länd- lichen Besitzes nicht nur in den den Provinzen Posen und Westpreußen benachbarten LandeStellen, sondern anch in einigen nordschletivigschen Kreisen durch Besitzbefestigung entgegenwirken, eS ist also ein Kaiupfgesetz gegeil Polen nicht nur, sondern anch gegen Dänen. Ziir Fortsetzung dieser Politik will das AbgcordiictenhauS jetzt die preußische Regierung allfcnern. Tie Parteien, die den Antrag gestellt haben, haben dadurch ein kauiit glaubliches Matz politischer Kurzsichtigkeit an den Tag gelegt. Sie allein tragen die Verantwortung dafür, wenn in diesem Augenblick der Burgfriede gefährdet wird, gefährdet nicht im Interesse einer freiheitlichen Politik, sondern Hill erneut Vorschub zu leisten einem Kampfe, den hervorragende Kenner de? Ver- Hältnisse schon vor langen Jahren einen aussichtslosen Kampf gegen Ideen genannt haben. Polen und Preustcn. Al« ein Auftakt zu der bevorstehenden Polendebatte de« preußischen Abgeorduetenhauses am Montag erscheint. lvaS der Vor- sipende dcö Bundes der Landwirte Abg. Dr. Roesicke laut Bericht der»Deutschen TageSzeitnug'' am 12. November in der Bundes- Versammlung zu Nürnberg ausgeführt Hot. Dr. Roesicke sagte: »Ich will hoffe», daß die gutunst beweisen wird, daß dieS in Wahrheil eine Tat war, die dem deutsche» Volke nach jeder Nicki- tuug hin Gnies und Glück bringen wird. Nach meiper lieber- zcagnng wird das davon abhängen, ob unsere deutsche Regierung und insheiondere die preußische Regierung die Kraft haben werden. die Geichicke so zn leiten, daß die von vielen Seite» zum AuS- druck gebrachten Bedenken und Befürchtungen der polniiche» Ein- Wirkung nach Deutschland hin sich nicht bewahrheiten. In erster Linie ist es uatürlich die preußische Regierung, die hier in Frage kommt, und wenn diese Angelegenheit i nr vi e i ch S- tag behandelt wird, so habe ich die Einpfiiidnug. daß Sie hier in Bayern sowie in Württemberg und anderen ArmdeSstaaten damit nickst einverstanden sein werden, wie Sie auch nicht damjr einverstanden sein iviirden, wenn im Reichstag rein bayerische oder rein württenibergische Fragen behandelt werden sollten, da s e d e r Staat i ir D e u l s ch l a n d doch s c i n e e t g e u e n A u g c- l e g e n h e i t e u selbst zu regeln hat, natürlich unter Ein- ordnung in das Gesamtiiiteresfe." Damit ist ausgesprochen, daß durch den Vorstoß des Abgcord- »ctenhauseS eine so wichtige Frage der Reichspolitik, wie die Polen- frage, der Einwirkung des Reichstags entzogen werden soll l Wie übrigens verlautet, wird in der Poleirdebgtts am Montag iriifit der Reichskanzler, sondern der Mnistcr deS Innern. Herr v. Locvell, das Wort nehmen.__ Lette Nachrichten. Brrlin, 18. November. Amtlich.(W. T. B.) In der Nacht vom lö. zum 17. November belegten deutsche M a r i II c f l i! g- zeuge die Stadt FurneS und den Flugplatz Coryde mit zum größten Teil sch w e r k a li b r i g e n Bomben im Gc- samtgewicht von über 1150 Kilogramm mit gutem Erfolg. In FurneS wurden mehrere Brände beobachtet;«Ines der Flugzeuge setzte bei Coxyde zwei-Scheinwerfer durch Maschinengewehrfener außer Betrieb. Die Versenkung bewaffneter englischer 2chiffc. A m t l i ch. Verlin, 18. November.(W. T. B.) Zu der beut» scheu amtlichen Meldung vom 13. November, mich der eines unserer U-Boote am 3. November 85 Seemeilen westlich von Malta einen etwa 12 000 Tonnen großen, von Zerstörern und Fisch- dumpfer» geleiteten Tran Sportdampfer versenkt bat, verbreitet die englische Admiralität folgende Erwide- rung:„Diese amtliche deutsche Kundgebung ist ein offenkundiger Versuch, die verbrecherische, unmenschliche Tat der Versenkung eines Postdampfers ohne Warnung zu vertuschen. TaS einzige am 5. November gesunkene Schiff war der Postdnmpier„Arabia" «7988 Tonnen), der ohne Warnung ungefähr 355 Meilen östlich von Malta versenkt wurde. Dieser Verlust ist am 8. November amt- lich bekannt worden." Damit versucht die englische Admiralität vi»e bewußte Irreführung See öffentlichen Meinung. ES handelt sich um zwei zeit- lich und örtlich völlig getrennte Falle: 1. Wie durch W. T. B. am 13. November bekaiiiitgegebcn, wurde am 3. November 85 See- moilen westlich von Malta ein 12 553 Tonnen großer bewaffne- te't Transportdampfcr durch Unterwasserangriff versenkt. 2. Der Tranöftortdampfcr„Arabia" wurde am 3. November 355 Seemeilen östlich von Malta ebenfalls durch Untcrwasserangriff versenkt.— „Arabia" hatte IZ-Zentlineter-Geschützarmicrung und beförderte einen Regiernngötranöport von vielen Hunderten Kriegs- arb eitern für Frankreich(Chinesen, sowie farbige Engländer). Wenn die englische Regierung es zugelassen hat, daß auf dem be- Ivasfueten Transporidampfer„Arabia" auch Passagiere mitgenommen wurden, so hat sie wie in früheren Fällen in leichtfertiger Wesse das Leben von Nichtkämpfcrn aufs Spiel gesetzt. Bern, 18. November. lW. T� B.) Wie„Petit Journal" meldet, ist die Oelsa brik in Sa inte Julie durch Ex» plosion volllornmeu zerstört worden. Menschen sollen nicht umgekommen sein, doch ist der Materialschaden ungeheuer, da auch die tunlicg enden Gebäude in Mitleidenschaft gezogen sind. GewirkschastliÄes. ÖcrJln unö Umgegsnö. Tie internationale Gcwerkschaftskonfereuz vertagt. Dcr Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes, Ge- nosse Legten, hatte üu Oktober die angeschlossenen Landesorgani- sationen zu einer Internationalen Konferenz in Bern ain II. De- zcinber eingeladen. Anlaß zu dieser Berufung der Konferenz gab die auf einer Tagung führender Gewerkschafter aus einigen Entente- Ländern in Leeds im Fuli dieses Jahres beschlossene Errichtung eines eigenen KorrespondenzburcauZ in Paris mit dem Vorsitzenden dcr französischen LandcSorganisation Jouhaux als Sekretär. Dieses Bureau wandte sich mit einem Rundschreiben an alle gewcrkschaft- lichen Landeszentralen, worin zur Diskussion eines Friedenspro- grammö eingeladen wurde. Damit war die Einheit des I n t e r- nationalen Gewcrkschaftsbundes durchbrochen. Dem Präsidenten Legten erwuchs daraus die Pflicht, den angeschlos- seilen Organisationen Gelegenheit zu geben, über den Fortbestand deZ Bundes zu beschließen. Die Konferenz in Bern sollte über den Fort- bestand des Internationalen Gewerkschastsbundes und über die wei- tcre Herausgabe der Internationalen Gewerkschaftskorrespondcnz be- schließen. Die Gewerkschaftszentralen in Holland, Deutschland, Oesterreich und Ungarn erklärten sich bereit. Vertreter zu entsenden, obwohl sie eine absolute Notwendigkeit für das Stattfinden dcr Konferenz nicht als vorliegend erachteten. Die Landeszentralen der drei skandi- n avischen Länder hielten bekanntlich am 21. und 22. Oktober in Stockholm eine Konferenz ab, in der sie zu dem Beschluß kamen, dem Präsidenten nahezulegen, diese Konferenz zu vertagen bis zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Verhältnisse sich geändert hätten und größere Aussicht bestände, daß die Konferenz auch von den angeschlossenen Ländern beschickt würde. Zugleich könnte auch dann die Frage der bei Friedensschluß zu stellenden Forderungen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter erörtert werden.(Die amerikanischen Gclverkschasten haben angeregt, daß gleichzeitig mit dem Friedenskongreß dcr Staaten ein Internationaler Arbeiterkon- grcß tagen solle.) Dieser skandinavischen Anregung folgend hat der Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes in einem Rundschreiben vom 12. November den gewerkschaftlichen Landeszentralen mitgeteilt, daß die Konferenz auf unbestimmte Zeit vertagt wird. W. Die Gehaltsverhältnisse der kaufmännischen Angestellten. So lautete das Thema einer außerordentlich zahlreich besuchten öffentlichen Versammlung der Handlungsgehil- sinnen und-g eh i l f i n n e n, die zum Freitag vom Zentral- verband einberufen war und den großen Saal der„Neuen Phil- Harmonie" bis zum letzten Platz füllte. Reichstagsabgeordneter Hugo Haase referierte. Unter anderem sichrte er aus: Alsbald nach Beginn des Krieges wurden unter dem Eindruck der ersten allgemeinen Erschütterung die Gehälter der kaufmännischen Auge- stellten vielfach herabgesetzt. Die Gehaltsherabsetzungen bewegten sich zwischen 20, 25, 30 und 50 Proz. und gingen in manchen Fällen gar bis 66% Proz. Als später das Wirtschaftsleben wieder ein anderes Gesicht bekam und eine erhöhte Tätigkeit in vielen Branchen eintrat, da gingen viele Unternehmer nicht daran, die Gehalts- Herabsetzungen aufzuheben, obwohl die Arbeitszeit in vielen Branchen wieder heraufgesetzt wurde. Es kostete einer ganzen Anzahl dcr Angestellten große Mühe, die früheren Sätze wieder zu erlangen. Manche mußton den Weg zum Gericht gehen und viele den Verband in Anspruch nehmen. Da zeigte sich der Segen der Organisation. Viele Monate darüber hinaus haben sich ein- zclne Unternehmer gesträubt, einen Ausgleich herbeizuführen und die Gehälter auf die alte Höhe zu bringen. Die Situation wurde dann verschärft durch die zunehmende Verteuerung aller Lebens- bedürfniffe. namentlich auch der Lebensmittel. Redüer unterzieht diese Zustände einer kritischen Würdigung und fähist fort: Unter denjenigen, die unter diesem Zustande litten, befinden sich in erster Linie die festbesoldeten Staatsangestellten und die festbesoldeten Privatangestellten in Handel und Industrie. Ihr Monatsgehalt war begrenzt und in vielen Branchen sehr eng begrenzt. Gehälter von 50 bis 300 Mark kommen vor. Aber wieviele erhalten 300 Mark? ES ist nur ein kleiner Kreis in bevorzugten Stellungen. Der Durchschnitt ist sehr viel geringer. Auch in den Branchen der Handelsangestellten gebot die Situation dringend, einen Ausgleich herbeizuführen zwischen den kolossal gesteigerten Preisen und den Gehältern. Teuerungszulagen mindestens, wenn nicht allgemeine Gehaltsaufbesserungen, sind zu erstreben. In kaufmännischen und Industriebetrieben herrscht vielfach noch der Standpunkt des Herrn-tm-Hause. Herr Kirdorf verweigert es der Regierung, sich im Handelsministerium mit den Vertretern der Angestellten zu einer Konferenz zusammenzusetzen. Dieselbe Sprache hörten die Verbände der Angestellten von Berliner Groß- industriellen, als die Vertreter der Verbände sich mit ihnen in Verbindung setzten zur Regelung der Verhältnisse. Ein inter effanteS Dokument ist jenes Schreiben, das mit der Unterschrift dec Direktors Rathenau(A. E. G.) versehen war und im April 1015 an die Vertreter der Organisation erging. Darin wurde erklärt: „Die guten Beziehungen zu unfern Angestellten lassen es uns nicht erwünscht erscheinen, die Grundsätze aufzugeben, die uns bisher als Grundlage unserer Entschließungen gedient haben. Wir müssen es uns versagen, die von Ihnen angebotenen Dienste anzunehmen." Also mit anderen Worten: Wir find und bleiben die Herren in unfern Betrieben. Das Spiel von damals hat sich jetzt im Herbst sortgesetzt, als sich die Vertreter des Zentralverbaudcs an den Ver- band der Berliner Metallindustriellen wandten. Die Herren er- klärten, nur mit ihren Angestellten selbst verhandeln zu wollen. Es scheiterten auch die Versuche, die mau bei der Feldzeugmeisterei und beim Kriegsministerium machte, um durch Vermittlung der Behörden die Möglichkeit eines VerHandelns der Organisation mit dem Jndustriellenverbnnd doch herbeizuführen. Redner erörterte dann noch die großen Fragen der Sozialpolitik, die unserer harren und nahm Bezug auf das in Vorbereitung befindliche Gesetz über die Zivildienstpslicht. An der Diskussion beteiligten sich mehrere Gehilfen und Gc- bilfinnen. Manche Mißstände des Berufes wurden gerügt und manche Gefahr aufgezeigt, dcr man nur durch eine gute und starke Organisation begegnen könne. Ein Redner forderte den Verband auf. einem in den Berliner Detailgeschäften immer mehr ein- reißenden Mißstände entgegenzutreten, der darin besteht, daß so viele Engagements aus tägliche Kündigung abgeschlossen werden. Genosse Schmidt vom Zentralverband machte aufmerksam darauf, daß nach dem„Konfektionär" die ltuternehmer sich an die Mini- ster wenden wollen, weil angeblich die Kriegsgesellschaften zu hohe Gehälter zahlten, wodurch sich die betreffenden Unternehmer geschädigt fühlen. Nach dem Schlußwort Haases wurde eine den Ausführungen des Referenten entsprechende Resolution an- genominen._ vcutsches Nsich. Teuerungszulage in der Porzellanindustrie. Die Unternehmer in der Porzellanindustrie haben eine weitere Erhöhung der Verkaufspreise ihrer Fabrikate beschlossen. Da an- scheinend bei dieser Erhöhung der Preise für die Arbeiter keine Lohn- erhöhung einberechnet ist, so hat der Zentralvorstand des Verbandes der Porzellanarbeiter sich an den Untcrnehmerverband gewandt um Gewährung von Teuerungszulagen an die Arbeiter und zugleich um Anbahnung mündlicher Verhandlungen zwischen den Organisationen. Der Schutzverein deutscher Porzellanfabriken hat über den. Antrag des Verbandsvorstandes aus mündliche Verhandlung zwischen Heiden Orgapisationen wegen Gewährung von Teuerungszulagen eine Mit- glied'erabstimmung veranlaßt. Streiks und Aussperrungen wälirend der Kriegszeit. Nach dcr amtlichen Statistik waren im ganzen Reiche zwei Streiks vor dem 1. Januar 1010 begonnen, aber nicht vor diesem Tage beendet worden. Dazu kamen im Laufe des ersten Viertel- jahrs 1016 noch 20 Streiks: mithin waren im ersten Vierteljahr 1016 insgesamt 22 Streiks gegen 24 in derselben Zeit des Vorjahres. Von den 22 Streiks hatten 4(im Vorjahre 4) vollen Erfolg, 8(7) teilweisen Erfolg, 10(13) keinen Erfolg. Tie Streiks betrafen 23 Betriebe mit 13 197 Beschäftigten(im Vorjahre 26 mit 4128) und brachten 6(6) zum völligen Stillstand. Die Höchstzahl der gleich- zeitig Streikenden betrug 2989(im Vorjahre 1847) und die Höchst» zahl dcr gezwungen Feiernden betrug 284(im Vorjahre 189). Mit- hin baben die Streiks in dem ersten Vierteljahr dieses Jahres eine größere Bedeutung gehabt als die im ersten Vierteljahr de? vorigen Jabres. Tie größte Ausdehnung gewannen die Streiks in der Industrie der Maschinen, Instrumente und Apparate, dann im Bergbau, Hütten- und Salinenwesen, Torfgräbereien und endlich im Bau- gewerbe. Dagegen ist im ersten Vierteljahr dieses Jahres keine Aus» s p e r r u n g vorgekommen, während in derselben Zeit des vorigen Jahres 2 Slussperrungen zu verzeichnen waren. Von Kriegsbeginn bis Ende 1915 fanden insgesamt 167 Arbeits- kämpfe, Streiks und Aussperrungen statt. Tie umfaßten zusammen 931 Tage und betrafen 212 Betriebe mit 54 302 Beschäftigten. 44 Betriebe wurden zum Stillstand gebracht. Die Höchstzahl der gleich- zeitig Streikenden oder Ausgesperrten betrug 14 950, davon waren 4050 unter 21 Jahren. 2940 betrug die HöchstzahlJjer gezwungen Feiernden. 140 Arbeitsstreitigkeiten wurden durch'streit über den Arbeitslohn veranlaßt, 24 wegen der Arbeitszeit. 47 aus anderen Gründen. In 31 Fällen batten die Arbeiter vollen Erfolg, in 43 Fällen teilweisen, in 93 Fällen keinen. In 47 Fällen wurden die Arbeitskämpfe beendet durch Verhandlungen unmittelbar zwischen den Parteien- in 3 Fällen vor dem Gewerbegcricku. in 43 Fällen unter Vermittlung von Berufsvereinigungen oder Mittelspersonen. In 38 Fällen wirkten Berussvereinigungen auf den Ausbruch der Strei- tigkeiten hin oder unterstützten sie: in 10 Fällen geschah dies ins- besondere durch Geld. In 123 Fällen handelte es sich um Angriffs- streiks, in 40 Fällen um Abwehrstreiks. Hußland. Z. Die erste sozialdemokratische Bauernorganisation in der Schweiz. Unter Mitwirkung deS bekannten Gelehrten Dr. August Forel, der unserer Partei angehört, ist in Corbeyricr-Jaorue im Kanton Waadt eine sozialdemokratische Bauern-(nicht Land- arbeitcr-) Organisation gegründet worden, der der genannte Gc- nosse als Vorstandsmitglied angehört. ES bleibt abzuwarten, ob die neue Organisation von Bestand sein wird. Z. Buchdruckcrstreik in Lausanne. Nun haben auch die Buch- drucker in Lausanne nach Ablauf dcr Kündigungsfrist die Arbeitseinstellung beschlossen. In Gens sind 260 Arbeiter am Streik bc- teiligt. Gefordert wird eine Lohnerhöhung um 15 Proz. Sonntagsarbcit in englischen Munitionsfabriken, l. 10. ES war uns bis jetzt nicht möglich, einen klaren Beweis dafür zu erbringen, daß in den Munitionsfabriken Großbritanniens auch an Sonntagen gearbeitet wird. Jetzt finden wir im„Glasgow Herald" vom 11. Oktober 1916 einen Auszug aus einer Predigt des Geistlichen Adam Maxwell aus Eoatbridge, der sich gegen die SonntagSarbeit wendet, indem er sagt:„Unsere Ausbeute an Kriegsmaterial würde größer sein, und die Ergebnisse der Kämpfe au der Front würden besser sein, wenn die Munitionsfabriken die Sonntagsruhe einhielten. Schon der Gedanke, daß am Sabbat (Sonntag) Werkzeuge des TodeS hergestellt werden, ist empörend. Es kann nichts Gutes berauskommen. wenn man Gottes Gesetze bricht, auch wenn die Zwecke, die man verfolgt, gut sein mögen.'(z) A. WERTHEIM M 1 n f P»! drei vierteDang los« **■ Form mit Oürlel, a. einfarb. Fiauscii stoff, m. Pelzgarn, 49 Damenkleider Taftkleid SS,„"'m™. eben und Qlasbatistgarnitur, in vielen£|l Farben...................%/X Taftkleid kle'dsame Form>rn- M 73 Kragen, aus moderne Farben Weste und großem ß—g* besticktem Chinakrepp, 7|B Samtkleid kö�Ä. in vcrsch. Ausführungen und Farben Nachmittagskleid sehr«leg., in modernster Zusammen-.. 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WIM des Ärmels" Kerlim 5oMtag, 19. Uoneiuber 1916. Kriegsteuerung in Cnglanö. Der Krieg schafft Teucrungszeiten. Es ist eine alte Er- fahrung. daß unter dem kapitalistischen Wirtschaftssystem der Krieg die Preise der Nahrungsmittel in die Höhe treibt, vor- nehmlich die zum Leben notwendigen VcrbrauchSartikel der großen Maffe, und zwar selbst in Agrarstaaten, die den größren Teil ihres Lebensmittelbedarfs selbst erzeugen. Rußland liefert daiür ein charakteristisches Beispiel. Die Einziehung zahl- reicher kräftiger Personen, die bisher in der Produktion des Landes tätig waren, entzieht dieser eine Menge von Arbeits- kräften und verteuert dadurch die Erzeugungskosten, während andererseits die über den normalen Durchschnittsbedarf hinaus- gehenden Ansprüche der Heeresverwaltungen eine außer- gewöhnliche Nachfrage nach mancherlei Gebrauchsartikeln auf den einheimischen Märkten hervorrufen. DaS Ergebnis ist zu- nehmende Knappheit bei steigendem Begehr. Ein solcher Zu- stand innerhalb eineS Wirtschaftsgetriebes, in dem der Preis durch das Verhältnis des Angebots zur Nach- frage bestimmt wird, muß notwendig zu Preissteigerungen führen. Dazu kommen die Sperrungen der Eisen- bahnen und Landstraßen durch Truppenbeförderungen, die nicht selten eine zeitweilige wirtschaftliche Abschließung ein- zelner Landesteile vom großen Warenverkehr bewirken, die Erschwerung der Transporte durch Schiffahrtsstörungen sowie die Requisition von Pferden und Lastwagen usw. Zudem ist es in einer auf der freien Konkurrenz und dem Profit aufgebauten Wirtschaft ganz selbstverständlich, daß die dem Wechsel der Kricgswirkungen ausgesetzte Marktlage zu absichtlichen Preistreibereien und Gewinn- spekulationen ausgenutzt wird, zuinal die Nachstage der Heeresverwaltung sich meist nicht gleichmäßig über das Land verteilt und nicht dauernd in gleicher Stärke auftritt, sondern sich gewöhnlich auf bestimmte Hauptmärkte konzentriert und dort gewissermaßen vor den Ablieferungsterminen ruckweise einsetzt. Ist überdies ein Land, wie Deutschland, auf die fort- gesetzte Zufuhr von Nahrungsmitteln. Futtermitteln und Roh- stoffen aller Art aus dem Auslande angewiesen und ivird ihm diese Zufuhr durch die Blockade seiner Küsten oder die Verhinderung der freien Warcneinfuhr aus seinen Nachbar- ländern abgeschnitten, so kann eine stetig wachsende Teuerung kaum ausbleiben. Doch auch in Ländern, wo die Zufuhr offen bleibt, führt, wie England beweist, der Kriegszustand zu einer beträchtlichen Verteuerung des Lebensunterhalts. Der Rückgang und die Störung der Produktion haben auch in England die Er- zeugungskosten hochgetrieben, während auf der anderen Seite die Nachstage nach vielen Artikeln beträchtlich gewachsen ist. Freilich beherrscht England noch immer die Meere und ver- mag aus fremden Ländern heranzuholen, waS ihm auf seinen heimischen Märkten fehlt; aber die steigende Nachfrage für seinen und seiner Verbündeten Heeresbedarf hat auch auf diesen Auslandsmärkten vielfach'schon die Preise bestächtlich gesteigert. Hinzu kommt, daß die Seefrachtsätze infolge der Vernichtung eineö großen Teils der englischen Handelsflotte durch deutsche Unterseeboote, die Requirierung von nahezu 40 Proz. dieser Flotte durch die englische Admiralität für Kriegszwecke sowie durch die fortgesetzte Steigerung der Ver- sicherungsprämien enorm gestiegen sind, für einzelne gefähr- liche Schiffahrtsrouten fast auf das Acht- und Zehnfache. Ueberdies aber hat gerade England, in dem nicht nur die individualistische Staats- und GesellschaftSauffaffung, sondern auch die Lehre von der segensreichen Wirkung des freien Spiels der wirtschaftlichen Kräfte den breitesten Boden gefunden hat, am allerwenigsten unter allen kriegführenden Großstaaten sich dazu zu verstehen vermocht, durch geeignete organisatorische Gegenmaßnahmen den Preistreibereien wenigstens bis zu einem gewiffen Grade entgegenzuwirken. Der Einfluß des Großkapitals und das zähe Festhalten an alten Traditionen, das für die englische Bourgeoisie so charakteristisch ist, haben immer wieder ein auch nur halbwegs energisches Eingreifen in die sich nach manchesterlicher Auffassung aus dem wirt- fchastlichen Antagonismus ergebende schöne Harmonie ver- hindert. So sehen wir, daß England heute trotz der fast un- Sehinderten Zufuhr auS fremden Ländern nicht nur höhere !artoffel-, Getreide-, Mehl-, Brot-, Zucker- und Milchpreise hat als Deutschland, sondern daß dort sogar die Kohlenpreise stärker gestiegen sind als im Deutschen Reich. Recht lehrreich für die Preisbewegung in England seit Kriegsausbruch ist die folgende Aufstellung des Board oft Trade, da sie zeigt, um wie viele Prozente der Durchschnitts- preis verschiedener notwendiger Lebensmittel im letzten Scp- tembermonat den Preisstand deS letzten Monats vor dem Kriege, des Juli 1914, überragt: Die Preissteigerung beträgt in den enqli'cben Städlen in den englischen über SO 000 Einwohnern KleinstäSien R i n d kl s i s ch, englisches Rwpenftiicke...... 68 Proz. 58 Proz. Gewöhn l. Suppenfleisch. 85„ 71. R i n d k t e i i ch, gefrorenes Nippenftücke...... 82„ 72„ Gewöhnt. Suppenfleisch. 99, 91„ Hammelfleisch, englisch. Keule mit Unlerbein... 56„ 54„ Brust........ 89, 68. Hammelfleisch, gefrorenes Keule mir Unlerbein.,. 83, 80, «ruft........ 120, 110, Spech durchwachsener... 52, 46, Fnche........ 124, 83» Mehl......... 02, 70„ Brot......... 62, 53„ Tee......... 51. 50, Zucker........ 169, 164„ Milch......... 48. 36„ Buiter. gesalzene.... 54, 55, Eier......... 106, 96, Kartoffeln....... 58, 48» Besonder» ist demnach der Zuckerpreis gestiegen, wozu steilich die Erhöhung der Zuckeicheuer(um 1'/� Penee Pro Pfund) beträchtlich beigetragen hat. Vor dem Kriege kostete das englische Pfund Feinzuckcr(zehn englische=- neun deutsche Pfund) in England 2 bis L1/* Pence, also 17 bis 25 Pf. in deutscher Währung, jetzt kostet es in London und einigen Großstädten 45 bis 50 Ps.(pro deutsches Pfund also I ungefähr 53 Pf.), in den kleineren Städten meist 42 bis 45 Pf. Milch, über deren Qualität überdies allgemein ge- Nagt wird, kostet in den englischen Großstädten durchweg 50 Pf. pro Liter, Kartoffeln l'/z bis 2 Pence pro engl. Pfund, also 15 bis 20 Pf. pro deutsches Pfund, gewöhnliches Weizen- mehl(englisches Haushaltsmchl) 5 Pence pro englisches Pfund(47 Pf. pro deutsches Pfund). Das englische Vier- Pfundbrot(ungefähr Zst» deutsche Pfund) kostete noch im Sep- tember in den Großstädten Englands 9', Pence, ist jetzt � aber an manchen Orten bereits auf 11 Pence(96 Pfennig) gestiegen. Dagegen steht freilich das Fleisch, wenngleich die obige Statistik des Board of Trade auch für dieses starke Preis- steigerungen nachweist, noch immer beträchtlich niedriger im Preise, als in Deutschland. Und der Wohlhabende vermag sich zudem so viel Fleisch zu kaufen, wie er wünscht— und bezahlen kann. Immerhin sind auch die Fleischpreise während der Kriegs- dauer beträchtlich in die Höhe geschnellt, teilweise fast auf das Doppelte, und zwar betrifft die Preisstetgerung vor allem das minderwertige Fleisch. Das Fleisch von englischem Vieh ist, wie auch die obige Tabelle nachweist, weit weniger im Preise gestiegen, als eingeführtes gefrorenes und gekühltes Fleisch, und von diesem wieder sind die qualitativ weniger guten, vornehmlich von der ärmeren Bevölkerung gekauften Teile verhältnismäßig am meisten in die Höhe gegangen. Auch Bulter ist etwas billiger alS in Deutschland, 2 Schilling pro englisches Pfund, gleich 2,28 M. pro deutsches Pfund, und die Margarine hat, da es an ein- geführtem Oel und Talg nicht fehlt, ihren Preisstand seit Kriegsbeginn nur um ungefähr 20 Proz. erhöht. Am schlimmsten steht es um die Getreide- und Brot- Versorgung Englands im kommenden Winter. Das trifft die arbeitende Bevölkerung um so mehr, als der Kartoffelkonsum in England gering ist, und viel mehr Brot, und zwar Weizen- brot gegessen wird als in Deutschland. England hat in diesem Jahr eine ungünstige Getreideernte gehabt und nur ungefähr v'/z Millionen Ouarter(1 Ouartcr=» 217 Vz Kilogramm) Weizen geerntet. Nach Abzug des Saatguts bleiben nicht ganz 6.4 Millionen Ouarter; der Jahresverbrauch beträgt aber jetzt im Kriege 87 bis 88 Millionen Ouarter. Folglich muß England ungefähr 31 Millionen Ouarter hinzukaufen. Als Hauptbezugsländer kommen die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada und Argentinien in Betracht. Die beiden erstgenannten Länder haben aber ebenfalls eine ungünstige Ernte, und auch Argentinien, in dem der Weizen erst im Dezember schnittreif wird, kann nur auf eine leidliche Mittelernte rechnen. Während die Vereinigten Staaten im vorigen Erntejahr über 31 Millionen. Kanada ungefähr 29 Millionen Ouarter Weizen ausgeführt haben und noch be- trächtliche Vorräte übrig behielten, vermögen sie in diesem Erntejahr nur ungefähr 25 oder 26 Millionen Ouarter abzugeben. Alleinder Zuschuß, den England, Frankreich und Italien in diesem Jahr gebrauchen, beträgt jedoch 53 bis 60 Millionen Ouarter. Die Folge ist, daß die Preise in Amerika wie in England bereits einen ganz anormalen Stand erreicht haben. Der als Harb Winter Nr. 2 bezeichnete Weizen, der Anfang Juni dieses JahreS in New Aork noch 119 Cents pro Bushel kostete, steht jetzt auf 196 Cents. und ähnlich sind die Preise in England emporgeschnellt. Der höchste Preis, den England bisher in der ganzen Kriegszeit für freniden Weizen bezahlt hat, 73>/2 Schilling pro Ouarter Northern Manitoba, ist bereits beträchtlich überholt. In letzter Woche wurden für Weizen von gleicher Qualität am Londoner Markt bereits 85'/, Schilling bezahlt, für indischen Weizen(weißen Karatschi) 83 Schilling, für australischen Weizen 81 Schilling. Mit anderen Wo rten, der Londoner Preis für guten amerikanischen Weizen steht fast um 35 Prozent über dem Berliner Wetzen- preis. Und er hat, obgleich die englische Regierung sich unter dem Druck dieser Preissteigerung endlich entschlossen hat, Einkaufskommissionen und Einsuhrkontrollkommissionen einzu- setzen, allem Anschein nach noch lange nicht seinen höchsten Stand erreicht.— Es sieht demnach, trotzdem England nicht von der Zufuhr über See abgeschnitten ist, dort in bezug auf die Lebensmittel- preise keineswegs viel günstiger aus als in Deutschland. Für den ärmeren notleidenden Teil der deutschen Bevölkerung freilich ein recht schlechter Trost. Zwang unö Freiheit in Ser Dgenöpflege. Die Zentralstelle für Volkswohlfahrt, die in engster Verbtn- dung mit den StaatSrsgierungen steht, hält alljährlich im Herbst eine öffentliche Tagung ab, um allen rn Frage kommenden Be- Hörden und Korporationen Gelegenheit zur freien Erörterung «nes aktuellen Themas der sogenannten Wohlfahrtspflege zu geben. Wenn nun die Zentoalstelle als Gsgcnstand ihrer di«S- jähriasn Verhandlungen»Zwang und Freiheit in der Jugend- pflege" gewählt bat, so möge die Arbeiterschaft daran erkennen, ein welch hohes Interesse in weiten Kreisen deS Bürgertu-mS bis hinauf zu den höchsten Spitzen des Staate? der Frage der Ge- winnung und Beeinflussung der arbeitenden Jugend entgegen- gebracht wird. Die diesjährige Konferenz der Zentralstelle, die am Donners- tag und Freitag unter dem Vorsitz des Staatsministers von Möller tagte, war zahlreicher denn je von den Staatsregie- rungen und Zivil- und Militärbehörden beschickt. Den grundlegenden Bortrag hielt UmversitätSprofessor Tr. AloyS Fischer- München, der„Zwang, Freiwilligkeit und Selbstbestimmung als ErziehungS mächte" behandelte. Aus psychologischen und pädagogischen Gründen kam er zur Ablehnung des Zwangs in der Jugendpflege. Der Versuch, die in der geistigen und wirtschaftlichen Berselbständigung befind- lichen Jugendlichen auf die subalternen Tugenden zurückzudrängen, würde nur Heuchelei oder Rebellion zur Folge haben. Der Zwang würde bei den Jugendlichen ein starke? Mißtrauen gegenüber dem Jugendpfleger hervorrufen, da sie tn� ihm nur den Beauftragten einer amtlichen Behörde erblicken würden, um sie für diese einzusaugen. Unter diesen Umständen könnte»in persönliche» Verhältnis zwischen Jugendpfleger und Jugendlichen, d«S die erste Voraussetzung für eine»rfolgrsiche Jugendpflege ssi, wicht eintreten. Ger«de die wertvollste, tiefece geistige Jugsndpfleg« kömte nur � auf dem Boden einer freiwilligen Organifation gedeihen. Hoch- � Allerdings dürfen für den Ausbau der Jugendpflegeorgani- ! sationen, so meinte dieser Pädagoge, die seelischen Bedürfnisse der 1 Jugend und der Inhalt der Arbeit allein wicht entscheidend sein. > Auch die Bedürfnisse der„staatlich-organisierten Gesellschaft"(wo- � mit der Redner wohl daS Staatsinteresse meinte), müßten berück- i sichtigt werden. Aber da stünden dem Staate in der Aufsichts- befugnis(?}, in der Ausarbeitung allgeineiner Richtlinien für die Jugendarbeit, in der Beratung der Leiter Mittel zur Verfügung. um auf die beiden in feinem Interesse gelegenen Ziele hm- zuarbeiten: das»staatliche Ethos" und die Wehrfähigkeit der kommenden Generation. Das Prinzip der Freiwilligkeit bedeuic somit keine Gefahr für das vom Staatszwecke geforderte Ziel der Erziehung. Die Erfahrungen des Krieges veranlaßten den Redner, für erhöhten gesetzlichen Schutz der Jugenducnen vor �'ernten Einflüssen der Umwelt einzutreten, wobei er indessen betonte, daß er damit über die nMtärifchen Jugenderlasse kein Werturteil fällen wolle. Und durchaus zutreffend bemerkte er zum Schluß, daß mau, wenn man die Jugendlichen erziehen wolle, Verantwortung auf feine Schultern laden müsse. Die Diskussion bewegte sich nur zum Teil in zustimmendeui Sinuc. Pastor Schröder-Kiel möchte dem Staate daS Recht eingeräumt wissen, wenn auch nicht den Zwang, so doch„Zun,, und Ordnung" in die Jugendpflege hineinzubringen, da die freiwillige Jugendpflege alle Jugendlichen niemals erfassen werde. Jeder Jugendliche müsse gezwungen werden, sich in die Pflege irgendeiner Jugendorganisation zu begeben, deren Wahl er selbst vornehmen solle. Ein anderer Redner meinte sogar, daß der Staat von jedem Jugendlichen im reiferen Alter den Nackweis verlangen müsse. bestimmte körperliche, geistige und sittliche Fähigkeiten erlangt zu haben. Der zweite Referent, Wirklicher Geheimer Oberregicrungsrat Dr. v. Seefeld- Berlin, der eingangs erklärte, nicht im amt- lichen Auftrage zu sprechen, forderte bor allem im Interesse dc» Staates, der ein stetig steigendes BildungSminimurn von dem jungen Menschen verlangen müßte, aber auch zum Nutzen d>" Wirtschaftslebens und der erwerbstätigen Jugend selbst, die Pflichtfortbildungsschule für alle aus der Volks- schule Entlassene. Sie müsse allgemein sein und beide Geschlechter umfassen. Neben der beruflichen Ausbildung müsse sie auch die Erziehung der Jiigend zu tüchtigen Staatsbürgern zur Aufgabe haben. Vor übermäßiger Ausnutzung und schädigeudeu Einwirkungen des Leben? sei die Zugend gesetzlich zu schützen. Neber die Arbeitcrschutzgesetzgebung äußerte der Redner indessen nur, daß sie auf die Kleinbetriebe ausgedehnt werden müßte. Dagegen verweilte er längere Zeit bei den Jugendcrlassen der stell- vertretenden Generalkouunandos, deren gesetzliclw Ganktionieriiug auf einzelstoatlichem Wege er wünsche. Auch die Gewerbeordnung verdiene von diesem Standpunkt auö einer besonderen Durcksicki- Fräulein Dr. Agnes v. H a m a ch- Berlin verlangte für die weibliche Jugend insbesondere eine Erweiterung der sozialpolitischen Gesetzgebung, die sich auf eine Verkürzung der Arbeits- zeit, die Sicherung genügender Aibeitspausen und eines freien Nachmittags, sowie auf die Gewährung von Ferien erstrecken müsse. Ferner forderte die Rednerin die Ausdehnung der� Volksschulpflicht für die weibliche Jugend um mindestens ein halbes Jahr, in welcher die Mädchen aussckliehtick auf ihren hausmütterlichen Beruf, möglichst in Internaten auf dein Lande, vorbereitet werden sollen. Daran müsse sich cinc drei- jährige PflichtfortbildungSfchule mit acht resp. sechs Wockeiismilden anschließen, die alle Mädchen erfassen müsse, sowohl die Haus- töchter, die oft verkappte Heimar bei ie rinn e n seien, wie auch die Dienstboten. Die Fortbildungsschule sei in gewerbliche, kauf- männische und in Klassen für ungelernte Arbeiterinnen zu glie- dern. Für die Lehrkräfte müsse neben fachmännischem Können eine gründliche sozialpädagogische Ausbildung gefordert werden. In der Diskussion wurde der Reserentin teils zugestimmt, teils dem hauswirtschastlichen Unterricht in der Fortbildungsschule der Vorzug gegeben. D-er Generalpräses der katholischen Jugendver- eine, Urstroh, brach wiederum eine Lanze für die gesetzliche Ein führnng des Religionsunterrichts in der Fortbildungsschule und für Geietze gegen Schund- iiud sogen, unsittliche Literatur. Hart- mann vom Verband deutscher Gewerkvereine vertrat die Aus- faffung, daß die während des Krieges geschaffenen Beschränkungen gegenüber den Jugendlichen wie auch der Sparzwaug, die»wohl im Kriege notwendig sein mögen", nach dessen Beendigung nicht aufrechterhalten bleiben dürfen.— Im Laufe der ausgedehnten Debatte wurde ein einheitliches Jugendgesetz für ganz Deutschlaick und die landwirtschaftliche Unterweisung der weiblichen Jugend befürwortet. Eine Rednerin forderte sogar schärfere Maßnahmen gegen die öffentlichen Konzertcafes und Tanzlokale. Auö den meisten der Reden klang der Wunsch nach einem gewissen Zwang auf die Jugend hindurch, ohne den man an die Masse der Jugend nicht herankomme. lieber die Aufgab« der freiwilligen Jugend- arbeit referierte Frl. Dr. Hertha S i c in e r i n g- Berlin, dir Leiterin der Abteilung Jugendpflege in der Zentralstelle für Volk». Wohlfahrt. DaS Wesen der Vercinsform liege in der Freiwilligkeit. Da die Jugendvereine eine Stätie der Weltanschauungserziehuiig sind, bestehen sie nowendigerweise in manuigfaltigeii Formen. Jeder Versuch zur Vereinheitlichung wäre kultunvidrig. Keine gesetzlich geregelte Erziehungseinrichtung würde diese Jugendver eine überflüssig machen. Ihnen verbleibe vielmehr in Gegenwart und Zukunft die Aufgabe der Pionierarbeit auf ihrem eigensten Felde. Für die freien Vereine zur körperlichen Ausbildung der Jugend erhob Prof. Dr. F. A. S ch m i d i- Bonn die Forderung, daß jeder Schüler und jede Schülerin der Fortbildungsschule an zwei Turn- oder Spielstunden in der Woche teilzunehmen haben. Daneben sollen in regelmätziHer Wiederkehr Spiele, Wanderim�en, UebungSmärsche, Goländeübiingen, au»- «eführt nach den Richtlinien d«S Kriegsminisieviumö, ireten. Tic Ausnutzung eine» Teiles der frei»« SonntagSnachinittage für die llebimgen im Freien werden nicht zu vermeiden sein. Da die Fortbildungsschule nickt imstande sei, die Durchführung Pflicht- mäßiger Hebungen für die Gesamtheit ihrer ScWiler allein zu �übernehmen, sei dem einzelnen FortbildungSschüler freizustellen, ob 'er an den von der Schule getroffenen Einrichtungeu teilnehmen oder sich einem Verein für die körperliche Ausbildung anschließe!! wolle. Dieser müsse sich allerdings einer gewissen staatlichen Be- aufsichtigung unteviverfen. Auch müßten bei den Bereinsübungeu umnitschuldigt Fernbleibende ebenso bestraft»Verden, wie die den Fortbildungsschulunterricht versäumenden Schüler. Tie Auswahl der staatlich konzefiionierten Versine sei von einem Ausschuß fach- verständiger Männer zu treffen, dem auf jeden Fall der Leiter der Eortbildungsschule, der Leiter des städtisch«! Turnwsfens sowie ein ertreter der Heeresbehövde anzugehören habe. Diesem Ausschuß stehe auch das Recht zu, den Vereinen die Konzession wieder zu entziehen, wenn ihre Hebungen sich als unzulänglich ernzeisen. Die Leiter der Hebungen in den Vereinen seien für ihre Mühewaltung in gleicher Weife zu unievstützen wie die Lehrer der Fortbildung»- schule. Aus der längeren Diskussivn, in der d»m Referenten von ei»i- gen Rsdnern widersprochen wurde, veriient hervorgehoben zu wer- den daö Bekenntnis des RsichStagsatzzeovdneto« G i e s b e r t S, daß »S n ich t d-e iliitz«h« der gewerkschaftlichen Jugend sei. die Jugend- lichen in«inen Aegenssch zu den Arbeilgebern zu bringen.. Die Jugendlichen sollen nickt zu Ktmpfhähneil erzogen werden, die später den GswerkschafisleÄunggn selbst nur Tchwierigkeiien be- reiten würden. steus die Leibespflege und die Wehrerziehung widerstreite einer, Ter letzte Vortrag»oar der bürgerlichen Jugcndbc- grundsätzlichen Regelung durch einen gesetzlichen Zwang nicht. jwegung gewidmet, die, zum Untenschied von der bürgerliche« Iuüendpfldgc, auf i>cr selbWestimmuuz äcr Jugcud oeruht. Refe- ren��war Tr. jimid Ahlborn- München, cht Führer der frei- deutschen Jugend. Den natürlichen Bedürfnissen der Jugend ent- sprechend tritt die selbständige bürgerliche Jugeirdbeivegung zu affqn- den die Bewegungsfreiheit der Jugendlichen einengenden Zikaßnahmen ebenso in Opposition wie unsere, die proletarische Jugendbewegung. Im Gegensatz von allen bürgerlichen Jugend- vereinen, die auf dem Boden der Jugendpflege gegründet sind, be- kämpft die bürgerliche Jugendbewegung insbesondere scharf hie Militarisierung der Jugend, weil ein solches Beginnen un- jugendlich- ist. Pastor Wart mann versuchte den Anwesenden klarzumachen, daß auch die evangelischen Jünglingsvereine eine Jugend b e w e g u n g darstellen. ES war gerade kein erhebender Ausklang der Tagmtg, daß die Jugendpfleger von einem Anhänger der freideutschen Jugendbewegung sich das Urteil sagen lassen mtzssten. die Erfahrungen des Krieges, besonders auch die im Heere/bchviesen, daß die Jugendpflege die Jugendlichen nicht im tieferen und edleren Sinne wirklich erfaßt habe. i Im Anschluß an diese Tagung fand die siebente Jugend- pf legekonf erenz statt, lieber:„Wie kann durch die Jugendpflege der Wille zum Durchhalten ge- st ä r kt werden?" referierte Pastor Thiele- Dahlem. Er bemerkte einleitend, die Jugend scheine von dem Ernst der Zeit nicht entsprechend erfaßt zu fein, besonders die jungen Wödchen. DiS Ursachen seien in der Unsicherheit des Erwerbslebens, ins- besondere der unregelmäßigen Arbeitsweise, der Nachtarbeit sowie der Führer- und Ziellosigkeit des weiblichen Wesens und dessen IsNerfahrenheit im ösfentlichett Leben zu suchen. Der Wille in.m Durchhalte« werde am besten gestärkt durch eine Stärkung der Willenskraft überhaupt. Dazu bedarf die Jugend der stsiwilligeu Disziplin und der Betätigung. Nur in der Betätigung erstarke die Kraft. Die verantwortliche Mitarbeit der Jugend in der Jitgendpflege sei das beste Mittel, die Jugendlichen inner- lich-zu kräftigen. Die Jugendpflege müsse zur Pflege der Person- lichkeit werden. Als andere Mittel kämen Vorträge über den Krieg und die Kviegsereignisse, vaterländische und Elternabende in Betracht. Die so- oft zu hörende Frage: Warum machen w i r denn nmmer noch nicht Frieden? müsse unmöglich werden. Jugend und Eltern müßten Verständnis für das Verhalten des Kaisers und seiner Ratgeber vermittelt und das Vertrauen zu Gott und unseren Führern gestärkt werden, auf daß die Jugend an den Siegl wieder glatiben lerne. Ig der Diskussion wurde betont, daß man in direkter Weise den Willen zum Durchhalten stärken müsse. Dazu dienten zunächst Kurse für Mädchen zur Ausbildung im Haushalt und der Kranken- pflege. Jugendheime seien notwendig, insbesondere zur Be- kgmpfung des Alkohols. Der Jugend müßte aber auch eingeprägt werden, was sie im Staate habe; der Gemeinschaftsgeist des ganzen Volkes sei zu pflegen. ZK den Soldaten im Felde sollten die Jugendlichen in regen geistigen Verkehr gebracht werden. Auch die Greuel des Krieges seien der Jugend in Wort und Bild drastisch zu veranschaulichen, damit sie die Nottvendigkeit be- greifen, daß wir den Krieg weiter führen müssen, um seine Per- tMssungen von uns fernzuhalten. Im übrigen, so lourde auch berichtet, solle man sich nickt täuschen über die Stimmung, die im Volke herrsche. Darum sei es klüger, manche Fehler und Mängel im Staatswesen und in der Organisation zuzugeben und eine Besserung im Fviedeit in Aussicht zu stellen, als alles zu beschönigen. Schließlich müsse man auch Gefühl zeigen für die große Not- des Volkes. 'Amtsgerichtsrat Dr. K ö h u e- Berlin, der bekannte Jugend- richier, erörterte dann die von zahlreichen stellvertretenden Generalkommandos und einzelnen Polizeibehörden erlassenen Verordnungen, die den Jugendlichen den Besuch der Wirtschaften und Kinos, den Genuß des Alkohols und Tabaks und den Auf- etttlfalt. auf der Strqße in den Abendstunden verbieten, sowie die ©chühdliteratnr bekämpfen und den Sparzwang für Jugend- liche eingeführt haben. Obgleich die früheren Klag e n über die Verwahrlosung der Jugend durch deren Verhalten im Kriege wider le g t worden seien, danke er den Generalkomman- dös/für ihr Eingreifen zum Schutze der Jugend. Anders beurteilt werden müsse aber die Frage, was von diesen Maßnahmen fit den F. r i e d e n s z u st a n d ü b ckr n o m m e n werden könne. Vor allem dürften, keine neuen Strafandrohungen für Jugendliche geschaffen werden. Wegen Lappalien solle man die Jugendlichen nicht vor den Richter zerren. Dadurch würde imr der erforderliche Respekt vor der staatlichen Strafgerichtsgewalt abgestumpft. Was aus Dssziplinlofigkeii ht jugendltchem Uebermut geschieht) dürfe nicht mit den Mitteln der Verbrechensbekämpfung geahttdet werden. Eltern, die ihren Kiitdern in größeren Mengen Alkohol verab- folgen, seien die Erzichungsrechie zu nehmen. Das Täbakraucheii Jugendlicher sollte nur aus öffentlichen Straßen und Plätzen verboten werden, jeder Polizeibeamte soll berechtigt sein, rauchenden Jugendlichen den Tabak wegzunehmen. Ein allgemeines Wirtshaus verbot empfehle sich nicht, da viele junge Arbeiter und Arbeiterinnen genötigt seien, ihre Mahlzeiten im Wirtshaus einzunehmen. Geradezu bedenklich sei das Verbot des abendlichen Ausgangs, weil es Jugendvereinen und ähnlichen nützlichen Per- apstaltungen das Lebenslicht ausblasen würde. Zur Bekämpfung schädlicher KinoS reichten die schon vordem Kriege ergriffenen Maß- nahmen aus; die Bekämpfung der Schundliteratur sollte sich aber auf die schädliche Unterhaltungsliteratur� beschränken, damit nicht unter dem Borwande der Wahrung von Sittlichkeit und Religiosität wissenschaftliche und künstlerische Werke leideit. Aufs dringendste warnte der Redner davor, den Sparzwang in den Frieden hinüberzunehmen. Der Sparzwang binde gerade die Tüchtigen, in freiwilliger Entsagung sparen zu lernen. Die Erziehung kann nur sein eine Erziehung zur Sittlichkeit, Selbständigkeit und Verantwortlichkeit. Im übrigen würden mit dem Kriege die gegen- .wärtig hohen Löhne der Jugendlichen von selbst verschwinden. " Die Di sktrssso ns red n er stimmten dem Referenten im allge- meinen zu, insbesondere auch Professor Brunner vom Berliner Polizeipräsidium. Es ivurde nur ein schärferes Verbot des Tabak- rauchens für Jugendliche, aber auch ein Verbot des öffentlichen Tanzes für die Jugend und das Kellnerinnengelverbes gefordert. Das Rächt backverbot habe überaus segensreich auf die Lehrlinge in diesem Beruf gewirkt und ihm neuen Nachwuchs äiigcfuött. Mit dem Vortrag des erfahrenen Jugendrichters Dr. Kühne, dessen Ausführungen eine glatte, sachverständige Bestätigung der von der Arbeiterschaft geübten Kritik der Jugenderlasse bedeutet, hatte die Konferenz ihr Ende erreicht. Die polnische Irage. Die Rekrutier««!, in Pole«. Sellin, 18. November.(W. T. B.) Die„Norddeutsche Allge- meine eitung" schreibt unter dem Titel:„Bon Ansang bis zu Ende erfunden": Der Lyoner Funkspruch verbreitet eine an- gebltche Meldung aus Bern, wonach der Reichskanzler im Reichstag bei den Beratungen über das polnische Manifest erklärt hätte, wenn die freiwillige Rekrutierung. in Polen nicht genüge, werde zur Zwangsrekruftevung gegriffen werden, und wenn das polnische Heer nickt befriedige, würde die Verpflichtung zur Gründung des Königreichs Polen zurückgenommen werden. Wir stellen fest, daß der Reichskanzler keinerlei Aeußerung dieser Art getan hat. Die Lhoner Meldung ist von Anfang bis zu Ende erfunden, Gegen Ruhlands Polenprotest. Der russische Protest gegen das Warschauer Polenmanifest wird Halbamtlich in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" folgendermaßen beantwortet: �ie Kaiserlich russische Regierung hat durch ihre diploma- tischen Vertreter Protest erhoben gegen die Wiedererrichtung des Königreichs Polen und erklärt diesen Akt für eine Verletzung inter- nationaler Verträge, die feierlich von Deutschland und Oesterreich- Ungarn beschworen seien. Ein derartig mit besonderer Feterlichkdt geschworener Vertrag ist uns nicht bekannt; vermutlich will die ruf- fische Regierung damit hindeuten auf die. Verträge des Wiener Kon- gresses, hat aber, ganz abgesehen davon, daß diese Verträge durch eine ganze Reihe von Kriegen durchlöchert worden sind, auch mit gutem Grunde sich so unbestimmt und dunkel ausgedrückt. Denn der direkte Hinweis aus den Wiener Kongreß würde jedem historisch gebildeten Leser sofort tn Erinnerung gerufen haben, daß hier keineswegs das polnische Land als eine neue, Pro- vmz dem russischen Reich zugeschlagen wurde, sondern daß ganz umgekehrt hier durch Uebereittstintmung aller europäischen Mächte ein Königreich Polen geschaffen und die Krone dieses Königreiches dem Zaren übertragen wurde. Unter Anwendung seiner militärischen Ueberlegenheit und keineswegs auf Grund irgendwelcher europäischer Verträge, am wenigsten feierlich be- schworener, hat dann Rußlaitd das selbständige Königreich Polen verschlungen und es von �schritt zu Schritt weitergebend so sehr seiner Selbständigkeit beraubt, daß schließlich sogar der Name Polen verschwand und bloß ein Weichselgouvernement übrig blieb. Nicht also unter Bruch der Wiener Verträge von 181k haben die beiden Kaisermächte gehandelt, indem sie das Königreich Polen wieder ins Leben riefen, sondern im Gegenteil die Rechtsgrundlagen von 181k wiederhergestellt, die von Rußland gewaltsam unterdrückt waren. Daß, wie in einer anderen Kundgebung zu lesen war, die Polen, die jetzt als Freiwillige zu den Fahnen eilen, um ihre na- tionale Freiheit gegen die Wiederkehr der russischen Gewaltherrschaft zu verteidigen, ihr eigenes Vaterland bekämpfen, das ist eine Vor- stellung und eine Anklage, die kaum in Rußland selbst, ganz gewiß aber nicht bei den Völkern Zustimmung ftnde» wird, die für natio- nale Freiheit ein Verständnis haben." Der Äerner Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" teilt im Anschluß an die Zurückweisung der Erklärungen ententefteundlicher Polen mit, wie er höre, habe die große Warschauer Organisation in der Schweiz„La. Pologne et la guerre"(„Polen und der Krieg") Proteste ebensowenig unterzeichnet, wie die vom polnischen Presse- bureau in Bern und Rapperswil vertretene Gruppe. Tie polnische Armee. Nach Mitteilungen von unterrichteter Seite wird die Ausstellung der polnischen Armee durch Deutschland unter Mitwirkung öfter- reichisch-ungarischer Offiziere besorgt. Den Stamm für das künftige Heer bilden die polnischen Legionen, die seit dem August 1314 als ein Teil der österreichisch-ungarischen Wehrmacht in den Reiben der verbündeten Heere gekämpft haben. Die polnische Armee ist pol- nisch-national, also weder öfterreichisch-ungarisch noch deutsch. Alle Kommandostellen stehen polnischen Offizieren offen, werden aber vorläufig wegen Mangels an solchen zum Teil durch österreichisch- ungarische und deutsche Offiziere besetzt werden. Die künftige pol- nische Armee wird vorläuftg dem deutschen Heere angegliedert. Diese Angliederung ist aber nicht eine Einverleibung; sie hat den Zweck, den polnischen Verbänden völkerrechtlich den Charakter regit- lärer Truppen zu gewährleisten. Die Stellung der beiden General- gouventemeitts Warschau und Lublin zu ihren obersten Heeres- leitungen und Regierungen wird durch die Abmachungen über die polnische Wehrmacht nicht berührt. Ein Bauernkongretz für ganz Pole«. ist auf den heutigen Sonntag nach Warschau einberufen. Die Be- schlüsse sollen in friedlichem Zuge dem Generalgouverneur d. Beseler überbracht werden. Wirtschaftliche Organisation Polens. Lodz, 17. November. Wolffs Bureau teilt mit: Heute morgen fand eine Kreisversammlung des Landkreises Lodz statt. Wie die „Deuffcb-Lobzer Zeitung" berichtet, wunde je ein Ausschuß für Armenpflege, für Gesundheitspflege, für land- wirtschaftliche Zwecke, für W e g e z w e ck e und zur P r ü- fungderJahreSrechnung gewäblt, deren jeder aus 5 Mit- gliedern besteht. Für die richtige und ausreichende Verteilung des Getreides innerhalb des Kreises, bor allem aber für die geordnete Versorgung der im Kreise liegenden Städte Pabianice, Zgierz, To- maszow, Brzeziny, Last ist eine Getreidezentrale errichtet worden. Wichtig ist in erster Reibe die Feststellung, daß das ge- samie Getreide innerhalb des Landireises verwendet wird und daß die Stadt Lodz nicht von diesem, sondern von der Landesgetreide- gesellschafi versorgt wird. Es folgten dann interessante Erörte- rungen über die Arbeiter und Steinlieferungsverhältnisse beim Straßenbau, aus denen hervorgeht, daß von der Verwaltung alles getan wird, um Parität für dte gesamte Bevölkerung durchzuführen. Wichtig erscheint die Angabe, daß der Kreis zurzeit 330 bis 400 000 Einwohner zählt. Zum Scklutz der Versammlung wurden noch Wünsche um Unterstützung eines Real-GymnasiumS in Zgierz und von polnischen landwirtschaftlichen Schulen vorge- bracht. Es hat sich somit in vollem Umfange erfüllt, was Herr von Oppen anläßlich der Eröffnung der ersten Kreisversammlung dieser für ihre Arbeit gewünscht hatte, nämlich, daß das Prinzip der Selb st Verwaltung auch tu Polen sich als wertvolle Er- gäuzung der Tätigkeit der Verwaltungsbehörde erwies. Wir haben immer die Ansicht verfochten, daß diesem Prinzip der weiteste Raum in der Praxis gewährt werden muß, weil ohne das keine moderne, d. h. sozial zureichende Verwaltung möglich ist. Borbereitung der polnischen Verwaltung. Zu den von der deutschen Zivilverwaltung geschaffenen Aus- bildungskurseu für polnische Verwaltung»- beamte sind die Meldungen sehr zahlreich eingelaufen. Zu dem akademischen Kursus meldeten sich 450 Personen, wovon rund 100 berücksichtigt werden konnten. Die Eröffnung findet an diesem Sonntag in der Aula der Warschauer Universität statt. Es folgt demnächst die Eröffttung eines Kursus für mittlere Beamte. Das neue Polen muß nicht unbedingt das bureaukratische System der alten Staaten übernehmen. fiue der Partei. Nachträgliches zum schweizerische« sozialdemokratischen Parteitag. Im Berickit über den Züricher Parteitag ist irrtümlich von der Gewährung einer zweiten Vertreterin der Genossinnen in der Ge- schähsleitung der Partei die Rede. Die Genossinnen beanspruchten wohl eine solche, aber bei der Wahl ist Genosse Münzenberg, Jugendsekretär, gewählt worden. Sodann ist noch zu erwähnen, daß die Stellungnahme zur Kientaler internationalen Sozialistenkonferenz, die auf der Tages- ordnung des Parteitages stand und für die auch eine Resolution vorlag, verschoben worden ist aus den außerordentlichen Parteitag im Februar 1917. wo sie in Berbindung mit der Militärfrage be- handelt werden soll._ Gerichtszeitung. Die Haftung der Eisenbahn. j. S. Wenn sich die Eisenbahn gegenüber ihrer gesetz- lichen Hastpfticht für Betriebsunfälle auf eigenes V e r s ch u l- den des Verletzten berufen will, so ist sie bierfür beweis- p f l i ch t i g. Das gilt auch gegenüber körperlich schwerfälligen oder leidenden Personen. Auch hier mutz die Bahn, will sie sich von ihrer Schadenersatzpflicht befreien, nachweisen, daß der Unfall nur durch den körperlichen Zustand des Verletzte» oder durch dcgen eigene Falirlässtglcii verursacht worden ist. Hierzu interessiert der fol- gettde Streitfall: Am 12. Juni 1913 ist die Klägerin Frau S., eine starke un- behilfliche Person, die an Krampfadern leidet, auf dem Bahnhof Strausberg bei Berlin beim Aussteigen aus einem Eisen- bahnzug gefallen und hat eine Kniefcheibe gebrochen. Besondere Eile für das Aussteigen war nicht geboten, da Strausberg End- ftation des Zuges war. Es war aber keine besondere(erhöhte) Aussteigerampe vorhatiden, so daß sich die Trittbretter der Wage« ziemlich hoch über dem Erdboden befanden. Frau S. nimmt nun im vorliegenden Rechtsstreit den preußischen Eisenbahn- fiskus auf Ersatz de» ihr durch de» Unfall entstandenen Scha- dens in Anspruch. 2)0» Landgericht I zu Berlin wie» die Klage ab. Dagegen hat das Kammergerickt den Beklagten zum Schadenersatz verurteilt. In feiner Urteilsbegründung führt das Kammer- gericht aus: Ein Betriebsunfall im Sinne de» Reichshaftpflicht- gesctze» liegt bier vor. Das Aussteigen au» dem Zuge ist als mit dem Eisenbahnbetriebe im Zusamemnhang stehend anzusehen. Mag auch der Zug an seinem Endziel länger halten, als an den Zwischen- stationen, so bleibt doch die Zeit zum Verlassen des Zuge» immerhin befchrättkt und eine gewisse Eile ist geboten. Was die Ursache des Unfalls anlangt, so leidet die Klägerin zwar an Krampfadern. Doch kann nach dem Gutachten des vernommenen ärztlichen Sastverstän- digen nicht zugegeben werden, daß dieses Leiden erst den Unfall ermöglicht hätte.'Die Klägerin selbst hat auch nur zugegeben, daß ihr Leiden möglicherweise mit ursächlich für den Unfall gewesen fei. Eine bloße Mtturfäcblichkeit genügt aber nickt, um den ursächlichen Zusammenhang des Unfalls mit dem Eisenbahnbetrieb zu verneinen. Auch, körperlick unbehilfliche oder kranke Personen müssen von der Eisenbahn befördert werden und haben bei Unfällen an sich Haft- psiichtoufprüche gegen die Dahn. Es kommt deshalb nur darauf an, ob die Klägerin beim Aussteigen fahrlässig gehandelt hat. Da» hat aber der Beklagte nicht nachgewiesen. Eine Fahrlässigkeit der Kläge- rin ist nicht zu ersehen. Sie hat sick am Griff festgehalten und ist ohne große Hast ausgestiegen. Nach alledem haftet der Beklagte auf Grund des Reichshaftpflichtgefetzes für den der Klägerin durch den Unfall entstandenen Schaden. Da» Reichsgericht hat dieses Urteilbestätigt und die vom Eiscnbahnftskus eingelegte Revision zurückgewtesen. (Aktenzeichen: VI. 262/16.— Urteil de» Reichsgerichts vom 16. November 1916.) Pn. Bom Detektiv gehetzt. Me Verfolgungen, denen ein Berliner Rechtsanwalt ein halbes Jahr lang durch einen Ange- stellten de» Detektivbureaus„Zukunft" ausgesetzt war, wurden gestern in einem Strafverfahren vor dem Potsdamer Schöffengericht ausgiebig geschildert. Anfang dieses Jahres wunde im Austrage seiner Frau ein Berliner Rechtsanwalt von einem Detektiv unausgesetzt beobachtet, der bei der Erfüllung seines Auftrage» vor keinem Mittel zurückschreckte, um fein Opfer nnmer im Auge zu behalten und zu kontrollieren. Zunächst wandte er sich nach der eidlichen Bekundung des Verfolgten, der vor den Nach- stellungen des Spähers nie zur Ruhe kam, an da» Personal des Anwaltsbureaus. Er lud alle sechs Bureaudamen zu Theater» besuchen ein, bezahlte für sie teuere Plätze, um sie bei der Gelegen- Heft über die Gepflogenheiten des Chefs auszuhorchen. Das Bureau wurde immerfort durch telephonische Anfragen belästigt. Allmählich ging der Detektiv dreister vor. Bestieg der Anwalt ein Auto, so saß der Verfolger im nächsten, suchte der Anwalt ein Weinrestaurant auf, so saß sein Beobachter am Nebentisch. Schließlich wurde die Hetze von zwei Beobachtern ausgeführt. Der eine fuhr im Auto voraus, der andere nahm den Wagen de» Anwalts vor sich und durch Pfiffe verständigten sich die beiden Angestellten des Detektivbureaus. Es gab keine Gelegenheit mehr, in welcher der Verfolgte nicht durch die Anwesenheit der Späher belästigt wurde. Wie der Zeuge versicherte, kam er niemals zur Ruhe, die Perfol« gungen kosteten ihm schlaflose Nächte und schließlich mußte er ein Sanatorium aufsuchen. Der einzige Ort, der ihn vor den Beobach- hingen schützte, war das Seglerhau» am Wannsee. Nur Sonntags blieb er vor den Nachstellungen verschont. Plötzlich am 18. Juni, als sich Dr. T. fern von feinem Verfolger glaubte, tauchte dieser in der Gartenpforte auf. Dr. T. schritt auf ihn zu und verweigerte ihm den Zutritt. Höhnisch antwortete darauf der Detektiv:„Ich bin ein Ausländer, kann da» nicht lesen!" Der Eindringling mußte gewaltsam zurückgetrieben werden und erhielt einige«stockhiehe. Durch seine beharrliche Weigerung, sich.zu entfernen, machte sich der Detektiv, der sich als der Holländer„Kaufmann" van den Boo- gaardt au» Maaftrich entpuppte, des Hausfriedensbruchs schuldig. Durch Erhebung der Anklage fetzte die Staatsamvaltschaft den weiteren Nachstellungen ein Ziel und die marternde Verfolgung hörte auf. Die von dem gezüchtigten Detektiv beauiragte Bestrafung des Anwalts wurde abgelehnt, da es sich um cineii Akt der Selbsthilfe bandelte. Das Potsdamer Sck,öffengericht mußte gestern die Entscheidung vertagen, um sestzu stellen, ob der vom Vorstand des Vereins Seglerhau» gestellte Strafantrag den gesetzlichen Vor- aussetzungen genügt. Um die Teuerungszulage. In einem gestern vor der Ersten Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts verhandelten Fall hatte die Beklagte, die Bank für Handel und Industrie, durch Rund- schreiben bekanntgegeben, daß von der in zwei Raten zu zahlenden Teuerungszulage von 50 M. diejeuigeit ausgeschlossen sind, die bei Verteilung der zweiten Rate nicht mehr im Haufe sind oder sich in gekündigter Stellung befinden. Der Kläger L. er- hielt nun die erste Rate ausgezahlt, mußte aber vor Auszahlung der zweiten Rate infolge schwerer Erkrankung seine Stellung auf- gel'en und befindet sich zurzeit in einer Heilstätte. Er v e r z i ch- re te freiwillig auf sein Krankengeld, weil er daraus rechnete, die Bank würde ihm die restlichen 25 M. Teueritngszulage zahlen; sah sich aber darin getäuscht. Da der Kläger behauptete, da» Rundschreiben gar nickt zu Geficht bekommen zu haben, so meinte der Vertreter der Bank, L. konnte ja demnach gar nicht wissen, daß er überhaupt noch eine Zahlung zu erwarten hatte. Demgegenüber wies dieser darauf hin, daß sich die Höbe der Teue» rungszulage unter dem Personal herumgesprochen hatte. Ter Umstatid, daß er die ersten 25 M. als„erste Rate" quittieren mutzte, ließe doch nur die 2>eutung zu, daß noch eine Iveitere Rate folge.— Das Kaufmannsgericht entschied, daß aus rechtlichen Gründen die Abweisung erfolgen müsse, die Sympathien de» Gerichts seien aber auf fetten des Klägers. Wegen Betruges hatte sick gestern bor der 5. Strafkammer des Landgerichts I der Kellner Alfted Wörlich zu verantworlen. Der Angeklagte war seinerzeit in einem Cafe in der Schönhauser Straße als Aushilfskellner beschäftigt. Eines Tages bemerkte nun der In- Haber, daß Wörlich ganz eigenmächtig einen Aufschlag auf die im Lokal verabfolgten Getränke nahm, denn er verlangte von den Gästen, die er bediente, für eine Tasse Schokolade 60 Pf. und für ein Glas helles Bier 20 Pf., während die richtigen Preise dafür nur 50 resp. 15 Pf. betrugen. Der Wirt verbat sich natürlich diesen für ihn sehr schädlichen und gefährlichen, für den Kellner dagegen desto ciniräglicheren Nebenverdienst auf Kosten der Gäste;-der Kellner aber entschuldigte sich mit einem Irrtum und konnte deshalb bleiben. Das Ende vom Liede war- jedoch, daß der Angeklagte- seine Gäste weiter derart schröpfte. Runmehr nahm der Wirt, als er erneut da- hinter kam, diese Uebervorteilungen nicht mehr ruhig hin und er- stattete gegen Wörlich Anzeige wegen Betruges. Das Schöffengericht sah auch ein derartiges Gebaren in jetziger Zeit gegenüber dem er- holungsuchenden Publikum als sehr unmoralisch an und erkannte auf die empfindliche Strafe von 26 Tagen Gefängnis, da der Angeklagte zu dem ihn zur Rede stellenden Wirt überdies ge- äußert hatte, er werde doch für 3 M. Loljit, den er neben den Trink- geldern empfing, nicht die ganze Nacht stehen. Aus seine eingelegte Berufung hin ließ die Strafkammer noch einmal Milde walten; aller- dings nur mit Rücksicht daraus, daß er einscklägig noch nicht vor- bestraft ist und ermäßigte das Urteil aus ZV Mark Geldstrafe if Berliner ürbeiler-LchachkIud. IVIassen-WettkaBinpf am Bußtag „Neue Philharmonie", Köpenicker Str. 96/97. h« Anfang 3'Jlir. Eintritt frei. Garderabo 20 PI, Iii SS222SZS22SSSSZSSS33SS2S Die Srihettprodnktion betrug im Jahre 1885 21 500 t .... 1895 67000 t n„ 1905 693500 t 1915 1932300 t MiinTca kirift Münzen- Dilluitn hdlg., Berfin, SSn|elniftr.4b/47 Knabenanzllge. Paletot» und Pj-joeks. 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Ausgabe der Fragebogen. 4. Branchenaugelegenhciten. Laden- und Kontormöbel- tischler. Dienstag, den ÄL. November 1916, abends 6 Uhr, bei Merkmann, Grosze Frankfurter Str. 16. Tagesordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung. 9. Sonstige Verbands- und Branchenangelegenheiten. Drtlhsln-, Trkxpcnztlmdcr-n. Alibiilitr- Krmilhe. Bei G r c i v e, Rungcstra�e SO. Tagesordnung: »Unsere Aufgaben während und nach dem Kriege*. Referent: Kollege Franz Stusche. OMilhc Gkilml NechlWlllilg Freitag, den November, abends S Uhr, im Gcwerkschaftshaus, Engclufcr 15, großer Saal. Tagesordnung: 1. Bericht der Verwaltung. 2. Kassenbericht. 3. Bericht der Arbeitsvermittler und des BibliolhekarS. 4. Anträge. 93/9 Oie Ortsverwal tnng. Zahlstelle Berlin. Montag, den 20. November 1916, abends 6'/, Uhr, im Saal 4 des Gcwcrkschaftshauses, Engelufcr 14/15: Branchen-Bcrsammlung für die in Kuchliillderelku, Sudidruckkreien und Geslliästs- büliirrfnbrikeu beschäftigten Mitglieder. Tagesordnung: t. Bericht über die Verhandlung mit den Buchdruckereibdsitzern und den GeschästSbücherfabrikantcn. 2 Die TeuciungSzulageu in Buchbindereien. 24/17 3. Verbandsangelegenheilen und Verschiedenes. Bei der Wichligfeit der Tagesordnung erwarten wir vollzähliges Er- scheinen der Mitglieder. Ttie Ortsverwaltang. Die Branchenieltang. Verbandder Sithaipphet!, Steindnicher und nennandton Berufe. Mitnlicdschaft Berlin. Mitgliedschaft Berlin. Engelufer 15 III, Zimmer 67—68. Dienstag, den 21. November 1916, abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung der CithcgraplKn und SteindnicKer im Saal 1 des Gewerkfchaftshaufes, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Arbeitersekretärs Eugen Brückner: „Vom Krieg zur Friedensarbeit". 3. Verbandsangelegenheiten. 169/8 Zahlreichen Besuch erwarten IHe. Verwalinngcn 1 und III. Verband der Hut- und Tilzwarenarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Dienstag, den Äl. November 1916, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engclufer 15, Saal 5: Mitglieder-Versammlung Tageso rdnirng: 76/18 1. Die Antwort des ArbeitgrbcrverbandeS auf unsere For- derungen. 2. Beschlußfassung über Weihuachtsunterstütiung. Jedes Mitglied musi unbedingt in dieser Versammlung erscheinen! Um weiteste Verbreitung wird gebeten. Her Vor»tand. Rai ch und sicher wirkend bei: Didil Rheuma Ischias Heieusehuß Merven- und Koplscbmerzen Slcrjtl. glänzend begutachtet.— Hunderte rem Auerlentiuugen. Ein Versuch überzeugt. Togal-Tableilen sind in allen Avotbeketi erhältlich. Preis Mk. 1.43 u. Mt. 3.50. Allgemeine OHskraukenkasse der Stadt Berlin-Schöne- Am 271/19 Mittwoch, b.riö.Robcmbct liUii, abends 8 Uhr, sind er im Schwarzen Adler, Schöneberg, Hauptsir. 144, eine ordentliche Ausschntz-Sitzung statt. Dieselbe ist nicht össentlich. Tagesordnung: 1. Wahl eines Vorsitzenden des AuS- schusses. 2. Verlesung dcS ProiokollS der Aus- schuß-Sitzung vom 26. Juli 1916. 3. Wahl der Äassenprllser sür die Jahresrechnung 1916. 4. 5leniiliü-nai>me von der genehmig- ten Dienslordnmig. 5. Genehmigung des Haushaltsau- schlags sür das Jahr 1917. 6. Kassenaugelcgenheiteu. H. Ilhlmann, jlvmm. Vorsitzender. Artur Schuldt, Schristjührer. Am Dienstag, den 38. No- vember I9ik, abends 8 llhr, findet im»lassenlokal, Berlin-Lichterseide, Hindenburgdamm 103, 1 Treppe, eine ordentliche Äusschntzsitzung statt mit folgender Tagesordnung: 1. Festsetzung des Voranschlages für das Jahr 1917. 2. Wahl des NechnungSausschusics sür die Prüfung der Rechnung des lanfeudeii JahreS. 3. Beratung und Beschluhfasiung über Aendeiung der Satzung und zwar des s 50. 4. Verschiedenes. 272/1 Berlm-Lichterselde, den 1s. November 1916. Der Borftand. Hans Fischer, Lorsitzender. Aus erster Hand üi nur seinster Aussührung, versendet Porto, Kiste und Verpaikung frei. Sor- timente von 5 W.(Nachnahme 5,30). Für Händler u. Hausierer Kisten von 10 M. an und höher. 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Festsetzung und Beichlußfafsung über den dem VersicherungSayil einzureichenden Voranschlag sür das Geschäftsjahr 1917. 2. Wahl des Rechnungsausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung sür das Jahr 1916. 3. Nachbewilligung sächlicher Ver- waltungslosten sowie Mittel zur Anichaffung von Geräten sür das GejchäjtSjahr 1916. Der Vorstand. 272/5 Jos. Hartmann, Vorsitzender.. Invaliden- Nuterstützuugskasse der Gürtler B-w-. Montag, d. Ä7. November 1916, abends T'/j Uhr, im GewerkichaftS- haus,'Engeluser 15, Saal 1: Ordeatliebe lZelleral-VersAmmUimi. Tagesordnung: 1. Wahl eines Ausschusses zur Prä« simg der Rechnungen. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Anträge. 4. Festsetzung der Rente sür 1917. 5. Verschiedenes. 288/4 In Anbetracht der wichtigen Tages- ordnung ist es notwendig, das; die Milglieder zahlreich erscheinen/ Zutritt haben nur Mitglieder, vor Vorstaad. M. Mahnz. Vorsitzender. Allgemeine Orts-Krankenkasse für Kkrlii-WirikiUrf und Umgehend. Berliu-Mariciidorf, Chausscestr. 44. Einladung zu der am Montag, de» 27. No- vember 1916. abends 6'/, llhr. im Lolal von Karl Benschcok, Berlin- Martendorf, Chaussee- ftraste 27. stattsindenden ordtnllilljen AusschltPhnng der Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten. T a g e S o r d n uti gr: r: t Fastsebung des VoranschlägeS für das Rechnungsjahr 1917.---- 2. Wahl des RechnungslluSIchusses zur Prüfung der Lahresrechnung sür 1916. 3. Aenderung bezw. Ergänzung der Ktz 53 und 84 der Satzung. 4. Beratung und Beschlutziassung über die Dienstordnung der Angestellten. 5. Verschiedenes. Etwaige Anfragen oder Beschwer- den, bei denen Einsichtnahme in die Kassenalten ersorderlich ist, sind spn- lestens bis zum 25. November er. dem Vorstände schriitlich einzureichen. Lerlin-Mariendors, 272/2 den 17. November 1916. Der Kassenvorstand. Aug. L e i p, Vorsitzender. Allgemeine Orts- Krankenkasse für oerlinlempeldsk Emlaöung zu der am Montag, den 37. No- vember er., abends Punlt 8 Uhr, im Restaurant Ileiul«.'FUpfer, Bcrliu-Dcmpelhof, Berlineret. 100, stattfindenden Ordentlichen flu$f(l)uß- Sitzung der Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten. Tagesordnung: 1. Feslietzung deö Voranschlages sür das Rechnungsjahr 1917. 2. Wahl'eines Rechnung?- Aus- schusses zur Piüsnng der Jahres- rechnung sür das Jahr 1916. 3. Verschiedenes. 272/6 Beschwerden und Anfragen sind bis spätestens M i t t w och. den 22. No- vember er., bei der Kassenverwaltung schtisllich einzureichen. Oer Vorstand d. AUg. Ort»krankenkaeiie für ütcrlin- Tempclhof, (gez.). 31. George. 1. Vorsitzender. Vestminn's Trsaermstizin Größte z Auswahl. Billigste Preise. L MohrenstrsSe 37a (Kolonnaden» II. Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andreasslr.) Auswahisendongen sofort. Amt Zentrum 7890. Sonntag 12— 2 Uhr ceöffnat Achttifig! Allgemeine Orts- Krankenkasse Spandau. 3!m Moutog. bcn L7. November IVIV, abcnbe 8'/, Ubr, findet im Rcilaur. Spandau, Moritzstr. 2, eine HMchug-Litzung statt. Tagesordnung: 1 Dabl von drei Kassenprüsirn(em Arbeitgeber, zwei Ärbeitnehmer) zur Abnadme der Jahresrechnung sür lvtk. 2. Festjetzuug des Voranschlages für 1917. S. Aenderungen deZ F CS der Satzungen s Erhöhung des Pauschale sür den Borfltzenden von 29 aus 50 SD!.) 4, Kleine Anfragen u. Mitteilungen. Der Vorstand. O. Weber, Vorsttzender. NB. Anfragen, welche die Einficht- nähme in die öücher bezio. Alten er. sorderlich machen, und dem Vorstand drei Tage vor der Sitzung schristlich einzureichen. Die Herren ZluSslhufimitglicdcr erhalten noch eine besondere Winladung W Ms Opfer des Welt. kriegeS fiel am 29. Ottober i ''PK bei den schweren KSmpsen I " mein lieber Mann, unser ! guter Vater, Sruder u. Schwager, I 'ex Landsturmmann im Jiijcml.- \ iSegrmcnt Nr. 859 Laraia sm 84. Lebensjahre. fJn Hader I toS Etiernen Kreuzes II. Klasse.) I DieS zeigt in tiesstem Schmerz an Frida Laml a geb. Schick-danx f als Katttn. Else und Rudi als Kinder. Dir der Friede, unZ der Schmerz Nun ruhe sanft, Du gut L Herz!> Orts- Krankenkasse der Gürtler .zu Berlin Ornnlrnftrafie IS«. Zu der am Montag, den 27. Ko- nember. abends ö Uhr, im Gewcrt- schaftshauS, Engelufer 1b, Saal 1, stattfindenden 272/7 DrdentnebetR Ausschutz-Sitzung werden die Herren Vertreter der Arbeitgeber und der Kaficnmitglieder im Ausschub hienntt ergebenst ein- geladen. Tagesordnung: 1. Wahl de» NechmingSauSschuffeZ zur Prüfung der Rewnung des lausenden JahreS. 2. Festsetzung de» Voranschlages für 1917. S. Nachbewilligung zum voranschwg ISIS(Kap. S Titel 1 und 2 und Kap. 7 Titel 4). 4. Verschiedene». Anfragen und veichwerden, zu denen dne Nnficht der Geschäftsbücher erforderlich ist. find dem Vorsitzenden deS Vorstande« bi« zum LS. d. Mts. schriftlich! zu unterbrrlten. Die Versammlung wirb pünktlich «öffnet. Eine Vertretung ist onzuläffig. B«Iin. den lS. Rovemb« ISIS. Der Vorstand. Gustav Wolf, stell». Vorsttzender. Die den Herren Vertretern zuge. Sangene Einladungskarte dient als iuSwei« und ist am Saaleiiigang abzugeben._ Unaa/fdtftg «dillt eraramee Hear clelidwäbu>- Natur tatbe nlrtr durch einlache« N-derdü-ften mtl Reichet».Regcnerata»'. Sirtl almihltch. dt unnriwaichdar a. edlotni unichidt 5JI. J" CUo Lieich-l. Berit» 48 tUrndadultiadr 4. Todes-Anzeigen� »Steder bat d« Weltkrteg einen eifrigen Jugendgenofien auS unlerer Mitte gerifien. Im blühenden Alter von 19 Jahren fiel uns» Jugendfreund 288/3 Lrlck Lckütisu. eätr werden ihm etu ehrende« Andenken bewahren l Arbetter-Jugend Friedrichs- Hägen. Fern von der Heimat, erhalten wir die schmerzlich« Slachricht, da» unser Freund und Kollege, der Schmied VcKgfä �ickolei�ix alS Opfer de» BöU«trtegeS ge- fallen ist. AIS liebenSwürdtg« Mensch verkörperte et auch die besten Eigenschaften al» modern« Ar. bester in sich. Sein Andenken In Ehren! v. Torxe. it. Klemm, im Osten im«estcn Dem Welikriegc zum Opser g«° fallen ist am 23. Okiober 191« unser Kommissionskollege, der Mechaniker 125/19 Rudolf Angst. Mit ihm haben wir«wen unser« Besten verloren. Ehre seinem Andenke»! Veanvdealtammieaion See Meohaniker, Dhrmaoher usw. im Deutschen Metallarbeiterverb !•-- k- lfl...... im»»___ T7I- 1.»_____? i j 2ir I Rrefe RsferMn. Bezirk KaulSdorf. AIS Opfer dcS WclikriegcS stel! ' mn 29. Otlobcr uns« Mitglied,\ 1 der Genosse Georg Lamla Inhaber deS Eisernen KreuzeS 2. Klasse � im 85. Lebensjahre. Ehr» seinem Andeuken! � S4L/5 Die Detirllsleltung wimö iwki- Biizwares- arÄ ii. irWteriimeii Deutschlands. OttSverwaltung Berit». Allen Mitglieder» zur Nachricht. Satz der Kollege Ivkh Nawrazell infolge schwer« Verwundung eopsschufi) am 28. Ostober ocr> eben ist. 76/17 Ehre seinem Andeuken! Die Ortsverwaltung. g*. Ortsverwaltung Berti». Wir geben unferer Kollegen- »chast htermtl die Slachricht, daß -mj-r langtährigeS, treue« Mstglied Hedwig Badks am 15. November verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 20. November, nach. mHloflö 4 Uhr. aus dem Georgen- Kirchhoi in Weißens«, Röstke- Brase, statt. Um rege Detestigung ersucht 7S/13 Die Ortsverwaltung. Veriianii der Sattler Bnd Portefenfller. Ortsverwaltung Berti». AIS Opfer deS Weltkriege« fielen � \ die Kollegen Wiltielm Müller 32 Jahre alt. äermannRebmenklas! 31 Jahre alt. Frilz Hessel 19 Jahre alt. Ehre ihrem Andeuke«! 158/20 Tie Ortsverwaltung. Als Opser die>eS Welllrieges! I fiel durch Volltreffer im Unter- i I Band am 2. November 1916 mein! ! inniggelisbier Eobn, guter VruZer, ! Zchwag« und Outet, d» Mus I keti« PaisS Scholz Ins.»Regt. Skr. 62, 2. Komp. !«n blühenden Mt« von SS Jahren. Die untröstliche Muster-s-41 Witwe Auguste Scholz. ) Julias Rademscher als Schwager. | Hedwig Rademaeher als Schwester nebst Söhnen Al-red und Fritz. den Deinen! Als Opfer de« WeltkiiegeS fiel am 23. Oltober 1916 unser lieber Freund, der Mechaniker SIN Rudolf Angst. BW« ihn aelannt, weiß wa» wir verloren haben. Seine Freund». p. Kohlmotz. K. Schneider. ). Holzhüttor. J. ieger. W.Kerkiehn.! F. Neumann. A. Jahn Nachruf. AI« Opfer diese« Weltkriege« baden wir Wied« den Verlust cincS liebeu Kollegen, deS Ge- I sreitcn frili Dehnerl Inhaber des Eisernen Kreuzes gi j 2. Klaffe, zu beklagen. fl44 Ehre seinem Audeukr»! Die Kollege« der Berliner Wageuachsen- Fabrik. v«stn«vantow, Tchulzeftraße. Bezirk Grofi-Berli». Folgende Kollege» sind an Felde gefalle«: HflX OÖpköj Etraheubahner Eugen Fehlen, K-llerarbeiter. Oito Gesdorf, GeschSftsk»tscher. Johannes Giilerft, Paul filabensiein. Packer. Paul Kabensiein, Gesch»ftsch-«ffe»r. Paul Heinrich, GeschSftsdie«er. Goiihifif Jochen, Droschkcasährer. Hermann SCarnoi GoithiSf Jochen, Droschkcasährer. Hermann ICarnowski, Kohlenarbeiwr. iflax Kippen, GeschSftSdiener. Bruno SCretschmer, Gefchsstsdie-er. Friedrich Ledermann, GeschMd-eue, Ernst Emulier, vretterträger. PaBBÜ GWntE»«.- l Paul ÜIUESer, GeschSft-die»er. Robert P�üEier, Geschsfisdie««. Julius Reinhardt, Ge Hermann Spittler,< Karl ScheSIpfeffer, Geschsstsdirner. Alfred Schmidt, Bühnenarbeiter. Fritz Waß, GeschäftSdiencr. 69/14 Ehre ihrem«»denke»! hr« th r e m« a d e n k e«t vi«!««»il-ksloitlins. Im Lazarelt Seebad Marien- dorf veriiarb an Lungenentzün- dung mein Beb«, unvergeßlicher Mann Hans Kassner. Die« zeigt liesdetrübt an V/Iiw, Martha Kassner. Die B»«digmtg findet am Mm- tag, den 20. d. NKi., nachmittags 2 Uhr, auf dem Garnifonsriedhos in der tzasenheide halt. Am 18. Oltod« fand den Tod m dem Kamps«ms« Kollege, der Werkzeugmach« Friiz Jahn« Er war ans ew lieber Kollege und treu« Kampsaeuoffe- Sein Tod Hai mW erschisttert. Ein EHarakier, aufiecht. srei und offen, ist er b!S ,ar letzten Mmute, wo« unter uns ge- weilt, für feine Kollegen in die Schranken getreten. Sein Andenken allezeit in Ehre» k Franz Möller. Fra«z Reniknecht. Julius Schaidt. OeutsdiJetaliarlieiter-Verband Ortsverwaltung Beriln. Den, Andenken unserer im Ffelde gefallenen und verftordenen Mitglieder gewidmet. Arendt, HuWO, Arbeiter, geb. 18. 6. 78 w Serliu. BerDKlDr, Paul, Bohrer, geb. 27. 5. 94 in Sonnen bürg. Böttcher, Willi, Schlosser, geb. 25. 10. 97 in Neukölln. Brundel, H�sbis, Dreher, geb. 26. 12. 86 in Rostock. Oude, Harl, Klempner, geb. 26. 10. 82 in Berlin. OOttner, Ericfi, Arbeiter, geb. 12. 12. 96 in Berlin. Oehnert, Friedrich, Frikser, geb. 16. 5. 92 in Zepernick. GrSbnau, Edmund, Schleifer, geb. 28. 2. 80 in Berlin. Kuhnt, Gustav, Hobler, geb. 19. 4. 89 in Kcnifchmar. Lan§n®r, Fritz, Schlosser, geb. 15. 7. 89 in Serlm. Ohnesorge, Robert, Schlosser, geb. 16. 4. 93 in FriebrichSselbe. Sprang, Otto, Schl-ffer, geb. 22. 11. 85 in Hubwclle». Steffens, Wilhelm, Schlosser, geb. 31. 12. 93 in Röxe bei Stendal. l'urOHNSh�, Otto, Schmied, geb. 15. 2. 85 in BorawSken. Wortmann, August, Dreher, geb. 4. 10. 79 in Dülmen. Ehre ihrem 3lnde»5e« k Die OrtSverwalknng. lli Bei den schweren Kämpien siel am 29. Oktober uns« lieber Ge- nsffe und treu« Freund, d« Wehrmann Georg Lamla Sns.-Rcßt. Nr. 359 1 im beinahe vollendeten 35. Lebens- > jähre.— Ein ehrendes Andenken I«erben ihm stets bewahren Familie Johannes Buchmann, � FaMlire Friedrich Himpel, Familie Paul Schiert. � zurzeit Pionier in Breslau, j T CDentscher vna!!» Ftcnefelder Bund). DtlllD. Berlin, Gewerksohaltshaus, Engelufar tS. Zimmer No. 67— 68. Telephon: Amt Moritzplatz 6188- nnltrtn MUgltedern baden wir Wied« die traurige Mitteilung zu machen, daß soigende Kollegen gesallen find: Otto Beukert, Chemigraph, am 5. Noven der 1916 verwundet und verstorben im Lazarett GSOrH üruger, Steindrucker, am 16. Otteber durch Bauchschuß verwundet und am 24. Ok- lob« gestorben. Fritz Legner, ChemigraPh, gefallen im Ottvb« 1916 durch Kopfschutz. Ei» ehrende« Andenken ist ihnen alle« gcfichert! 109/9»1« Oi-tsvenwesltonzi. \M � kmii- a. SüM Filiale UroU-Berlln. De» Mitgliedern zur Nachricht, daß soigende Kollegen aus dem Fchlachtselde gesallen sind: Otto Lintel, Charlottruburg. Reinbold MiZller, Wasserwerke. Paul Vesper, Gasanstalt Gitschiner Straße. Wilhelm ZNieles, Neuksa». Hermann Goede, Rshrensyste». Waldemar Richter, Charlotte»b«rg. Paul Lämmchen, Gasanst. Schmargendorf. Bätr w«den ihnen ew ehrendes Andenken bewahren. ss/l vi« Ort»iv«.pwaltiii>»:. «t» Ops« de« Weltkriege« starb am 29 August 1916 an den Folgen lein« schweren Verwundung in englischer Kesangenschasl mein lieber Mann gut«, treusorgender Bat« leinet SodneS, unser lieber Sohn, Schwiegetwkn, Bruder, Schwager und Onkel. der Grenadier-filO Als Opser dc§ Weltkrieges stelz am 12. September durch Hand-' granaten-Kopffchuß mein lieber. I aut« Mann und Vater. Brud«, s Schwager und Onkel, der Jäger i Karl Hackemesser im 39. Lebensjahre. 20A Die« zeig! im tiessten Schmerz an Die trauernde Dattin Lmwa liscßemezser geb. ktaujoks aebsl Tochter Lloe oolk Vervaalllen. Ackerstr. 89. Wenn Du auch in fern« Erbe zur Muh gebettet bist, in der He ma: ist einHcrz, daß Deiner nie oergiß!. Ruhe sanft in fremder Erde! '».Wi»»»»'»* iiwg.giji|»|iiiiiiim. ii k Danksaguns Allen Freunden, Gcnoffen, Be- kannten lowie dem Rauchkiub.Ohne Zwang', dem 5. Berlin« Wadlvercin, mSbeiondere dem Slsdiv. Herrn Waldeck Mannffe ftir die zu Herzen gebende» Worte bei der Einäscherung in- ine« Sahnes, de« EchriitietzerS I4»l-1»pavt, sage» wir unseren herzlichsten Dank. 127A �Jm� Namen der Angehörigen Aerlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Nuchdruckerei und Lerlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin S23.63. 1524b Emii Wandt R»s»r»e-?msnnterie.Slegwrent Nr. 93, 8. Kompagnie, im 32. StbenSjahw. Im Nomen»er tranemken Hinterbliebenen Srim.Hovwia«»»dt und Sehn«eich, Bsruemaimstraße 6, FaeisiNe H.«vndt. Piadhe»$MNmwn. Röge ihm die fremde Erde leicht sein! Nach langem, vergeblichem Harren und unendlichen Bemü- Hungen nach seinem V«bleib«. � dieilen wir heute die traurige ! Nachricht vom Tode unseres lieben Sohnes und Bruders, des ! zchfiliers WM Vetter Britz, Cdausseeslr. 129. Er starb im 27. Lebensjahre den Heldcntsd iürs Vaierland im Oktober 1914. 4151 Dies allen Freunden, B«. wandten und Bekannten zur Nachricht. Die trauernden Eltern und Geschwister. Dir sahen vor mehr als zwei Jahren, geliebter Godn und Vru- d«. unS zum letztenmal Einst glückliche Stunden find mit Dir entschwunden. Wo rubst Du nun? an we ckem Ori � Nun ist Dein Mund so kühl und stumm. Du starbst als Held, weißt Du warum? Ruhe ianft in fremder Erde l Fern von der Hetmal ftei am 2. Oktob« 1916 mein lieber Sobn. uns« Brud«, Schwager und Onkel, der Landsturmmann Willi Menzel 22». Res.-Jns.-Regt., 10. Komp.. im 28. Lebensjahre. 1516b Dies zeigen ichmerzerfülll an Stöbert Menzel als Vater. Gertrud Heidemiiller geb. Menzel als Schwester. Elise Klos? geb. Menzel als Schwester. Erna Menzel als Schwester. Frist Heidemüller als Schwa- g-r, z. Zt. in Earniion. Albert«last als Schwager. z. Zt. im Feld. Vena Säriug als Braut. Wie ist e« doch so schw« zu den- ten, daß Du nun nimmer kehrst zurück. Dein Schritt wird nie stch heimwärts lenken, in Feinde«. land vollzog sich Dein«efchick. ES fehlt in unserm trauten Kreise Dein froher Sinn, Dein treues Herz, uns llingen nicht mehr Deine frohen Weisen, die stets vericheuchien alle Sorg' und Schmerz. Du Ichläfit nun jetzt den letzten Schlaf, delreii»vir allen Schmerzen, da« Blei, das Dich zu Tode trai, zerreißt auch unsere Herzen. Nun, lieb« Willi, ruhe sanft in Frieden, geliebl. beweint und urr- vergessen von Deinen Lieben. Nachruf. Als Ops« deS Weltkriege« fiel am 29. Oklader lStü bei einem Swrmangriff uns« lieb« Freund und Kollege, d« Aattler II»! Marlin im All« von 34 Jabren. t4SA Wir verlieren in ihm einen unser« Besten. Ehre seinem Andeuken: las gesafflte Persona! Mtia Otto Sindel, Berlin� Schöneberg. «r. 319. 33. W w 2. MlM des Jorniirts" Erlistet „vorwärts". Wir erhalten folgende Zuschrift: Um Tendenzen en.gegenzulnirlen, die auf Schädigung de» Zentral- organ» der Partei, des.Vorwärts"', gerichtet sind, fordern wir alle Parteigenossen auf, unserem Verein „Vorwärts" Lese- und Dislutierllub für Groß-Berlin beizutreten. Aufgabe des Vereins ist es, für die weiteste Verbreitung des .Vorwärts" tatkräftig zu wirken. Die Parole»Der.Vorwärts" in jedem Arbeilerhaus!" soll endlich zur Wahrheit werden. Hunderttausende Non Berliner Arbeitern sind heute noch Leser bürgerlicher Blätter. Hier eröffnet sich unserem Verein ein unend- licheS Arbeitsfeld. Aber auch in den Kreisen der Beamtenschaft, der Angestellten. der Angehörigen der freien Berufe usw. gilt es dem.Vorwärts" Eingang zu verschaffen. Je weiter der Verbreitungsbezirk eines Blaues ist, umso größer ist seine Macht und die Macht der Ideen, die es vertritt. Der Verein will durch Beschaffung von Geldmitteln, durch ständige Anregungen, durch Stellung freiwilliger Hilfskräfte dem Verlag des„Vorwärts" in seiner Propaganda für das Blatt tat- kräftig zur Seite stehen. Der Verein nimmt die Funktionen zum Schutze und zur Förderung des.Vorwärts" dort auf, wo sie von anderer Seite im Stich gelassen werden. Das Eintrittsgeld beträgt 10 Pf. und der monatliche Beitrag 20 Pf. Beitrittserklärungen nehmen entgegen: Franz Lucht, Lindenstr. 2. H. Schröder, Hagelberger Sir. S3/6t, Zigarrengeschäft. G. Fclsmaun, Oranienstr. 180. St. Fritz, Prinzenstr. 31(Spedition). Eugen Gaürrm, Simeonstr. 18. Karl Kltngler, Kockhannstr. 12, HI. Aufg. 4 Tr. Paul Böhm, Lausitzer Platz 14(Spedition). Leo Zucht, JminanueUirchstr. 13(Spedition). A. Hahnisch, Ackerstr. 174(Spedition). Theodor Fischer, Seelower Str. 3, v. 4 Tr. Bug. Pattloch, Müllerstr. 160, v. 4 Tr. H. Rietz, Buchstr. 5, v. 4 Tr. H llnilanf, Putlitzsir. 17, 2. Hof 2 Tr. Karl Meiner, Wiclefstr. 23, Querg. 1 Tr. R. Klose, Gleimstr. 10. W. Jänichen, Drontheimer Straße 22. Otto Lück, Föhrerstr. 9. W. Gräber, Nordufer 13. F. Schmicdetfc, Piinz-Eugen-<�traße 15". Johann Schneider, Charlottenburg, Rosinenstr. 4. Alex Pagets, Lindenstr. 3(2. Hof, linker Aufg. 4 Tr.) Eisricdc Rynrck, Treptow, Baumschulenweg, Kiesholzstr. 180, II. Rich. Köckeritz, Friedrichöhagen, Klutstr. 3. Alb. Müller, Niederschönhausen, Schloßallee 36. Fr. Schlcmmingcr, Weißensce, PistoriuSstr. 24, III. Der Vorstand. I. A. Eugen Ernst, Lindenstr. 2. flus Groß-Serlin. �lus üer Geschichte tommunater Zrauen- arbeit in Gerlin. Der in der Berliner Stadtverordnetenversammlung von der sozialdemokratischen Fraktion gestellte Antrag über die ZuWahl von FraueninVerwaltungsdeputatio» n e n der Stadt hat die Erörterung der Nützlichkeit und Not- wendigkeit kommunaler Frauenarbeit wieder in Fluß gebracht. Bisher sind in nur drei Deputationen auch Frauen hinein- gelangt: zu der Schuldeputation gehört nach Vorschrift des Schuluntcrhaltungsgesetzes eine Lehrerin, und in der Armen- direktion und der Waisendcputation sitzen auf Grund von Be- schlüssen der Gemeindebehörden je zwei Frauen. Die Ver- Handlungen des zur Vorberatung des Antrages eingesetzten Stadtverordnctenausschusses werden hoffentlich nicht nach dem Wunsch der vielen enden, die gegenüber der Mitarbeit von Frauen in der Gemeindeverwaltung immer noch Miß- trauen rmd Ablehnung für geboten halten. In diesem Augenblick, wo um die Ermöglichung der Zu- Wahl von Frauen zu allen Verwaltungsdeputationen gestritten wird, drängt sich die Frage auf, wie es denn um ihre Mit- arbeit in den kleineren k o m m u n a l e n K o m m i s s i o n c n steht. Man erinnert sich Wohl noch der heftigen Känipfe, die in Berlin vor ziemlich zwei Jahrzehnten um die Forderung ge- führt wurden, daß den Armenkommissionen auch Frauen als vollberechtigte Mitglieder beizugeben seien. Haben wir, nachdem jener Streit längst zugunsten der Frau cnt- schieden worden ist, heute noch Anlaß, darauf zurückzukommen? Wir hätten ihn nicht, wenn nicht die damalige Errungenschaft noch heute im wesentlichen nur auf dem Papier stände. Seit anderthalb Jahrzehnten können Frauen in die Armenkom- Missionen als vollberechtigte Mitglieder hineingcwählt wer- den, aber noch heute ist in den Armenkommissionen ihre Zahl gegenüber derjenigen der Männer verschwindend g e- ring. Im März 191ä bestanden'lol Armenkommissionen mit 6028 Mitgliedern, unter denen nicht mehr als 1ö9 Frauen, knapp 2% Prozent der Gesamtzahl, waren. Das ist alles, was in anderthalb Jahrzehnten erreicht wurde. Daß aus dieser geringen und geradezu winzigen Zahl weiblicher Armenkommissionsmitglieder vier bereits das Amt eines Kommissionsvorstehers erlangt hatten, verdient zum Ruhme der Frauen hervorgehoben zu werden. Stärker sind die Frauen vertreten in den Waisenkom- Missionen, den sogenannten Waisenräten, wo ihnen nicht eine mitbcschließcnde, sondern nur eine mitbcratende Stimme zugebilligt ist. Angaben über ihre Zahl fehlen in den Jahresberichten der Waisenverwyltung. so daß man selber sich der umständlichen Arbeit unterziehen muß, aus der Per- sonalnachweisung der Berliner Gemeindeverwaltung die Waisenpflegcrinncn einzeln herauszuzählen. Eine von uns vorgenommene Auszählung aus der Nachweisung für 19!o ergibt, daß in 317 Waisenräten unter 3238 Mitgliedern tw3 Frauen waren, 17 Prozent der Gesamtzahl. Das ist sehr viel mehr als das Ergebnis aus den Armenkommissionen, aber. als immer noch beschämend genug müssen wir doch auch in den Waisenräten die Zahl der Frauen bezeichnen. Es scheint wenig bekannt zu sein(wir sind bisher in der öffentlichen Er- örterung der Frage kommunaler Frauenarbeit keinem Hin- weis auf diese Tatsache begegnet), daß in Berlin gerade in den Waisenräten dieFrauen schon vor einer reich- lich langen Zeit ganz außerordentlich viel stärker vertreten waren. Will nian wissen, wie lange sie überhaupt in diesen: Zweig der Gemeindeverwaltung schon initarbeiten dürfen? Schon in der für die Bealifsichtigung der Berliner Waisenkostkinder gegebenen Anweisung von 18ö4 finden wir die Vorschrift, daß die hiermit zu betrauenden Waisenämter aus„Waisenvätern" und„W a i s e n- mütter n" sich zusammensetzen mußten. Für etwa je 20 Waisen des Bezirkes einer Armenkommission wurde aus den Kommissionsmitgliedern ein„Waisenvater" als Fürsorger be- stimmt, und für je 5 weibliche Waisen oder solche, die der uiiitterlichen Pflege bedurften, hatte eine„Waisenmutter" die Fürsorge miszuüben. Von 1867 ab führten die umgestalteten Waisenväter als nun selbständige Organe der Waisenverwal- tung die Beaufsichtigung der Berliner Waisenkostkinder weiter. Jedes Waisenamt mußte jetzt mindestens fünf Mitglieder haben, Waisenpfleger und Waisen Pflegerinnen, wie man sie fortan nannte. Die Arbeit wurde so geteilt, daß die Waisenpflegerinnen die sämtlichen Waisenmädchcn und auch die Knaben bis zur Einschulung, die Waisenpsleger nur die schulpflichtigen 5tnaben beaufsichtigten. Mit 1876 wurden dann die Waisenämter aufgehoben und ihre Obliegenheiten in unveränderter Weise den auf Grund der Vormundschafts- ordnung von 1876 bestellten Gcmcindewaiscnräten mitüber- tragcn, in die aus den Waisenämtern die Mehrzahl der Mit- gliedcr eintrat. Im Jahre 1876 gehörten den Berliner Waisenräten 661 Mitglieder an, darunter 315 Männer und (mit beratender Stünnie) 219 Frauen. Vor jetzt 10 Jahren waren hiernach dieFraueninden Waisen- rätcn mit 11 Prozent an der Mitgliederge- s a m t z a h l beteiligt! Man sieht, wie weit fßir— trotz der in neuerer Zeit eingetretenen Mehrung der'Frauen in den Waisenräten— noch von der Windererlangung jener uns heute fast märchenhaft scheinenden Anteilziffer der Frauen entfernt sind. In 1916 hatten viele Waisenräte und die m e i st e n A r in e n k o m m i s s i o n c n nicht eine einzige Frau unter ihren Mitgliedern! Wir wollen uns nicht versagen, die politischen Ursachen näher zu erörtern, aus denen die Abneigung gegen eine Hin- Zuziehung von Frauen zu den kommumilen Kommissionen nnt zu erklären ist. Wäre der rechte Wille vorhanden gewesen, die Mitarbeit der Frauen zu fördern, so hätte man gewiß auch eine hinreichende Zahl geeigneter Frauen ge- funden. Ten Vertretern der Sozialdemokratie in der Berliner Stadtverordnetenversammlung ist es zu danken, daß in neuerer Zeit die kommunale Frauenarbeit häufiger geworden ist._ Berliner Tchulresormpläne. In der Comeniusgesellichast gab es am Freitag eine Dus- einandersetzung über die Frage der Einheitsschule. Vor längerer Zeit hatte der Vorfitzende dieser Vereinigung, der Berliner llniversitätsprofessor Ferdinand Jakob S ch mtd t, in cineni Vor- trag sich schroff gegen die Einheitsschule erklärt, die er als vermeint- liche„Gleichbeitsschule" ablehnte. Die Besprechung, die damals unterbliehen war und erst setzt nachgeholt wurde, stand unter dem Eindruck der starken Angriffe, mit denen inzwischen die Freunde der Einheitsschule in Zeitschristen und Versammlungen gegen Prof. Schmidt vorgegangen sind. An der dreiemhalbstündigen Erörterung in der Comeniusgesellschaft beteiligte sich neben einer Reihe von Vertretern des höheren Schulwesens, auch der Gemeinde- schullehrer a. D. Johannes T e w s, jetziger Generalsekretär der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, der seit langem zu den Hauptverfechtern der Einheitsschule gehört und in dieser Frage ein Wortführer des Deutschen Lehrervereins ist. Die Auseinander- setzung wurde zu einer recht unerguicklichen dadurch, daß Professor Schmidt als Vorsitzender die gegen ihn sich richtenden Ausführungen von TewS durch dazwischenfahrende Unterbrechung störte und einen peinlichen Auftritt herbeiführte, bei dem der Universitätsprofessor merklich ungünstiger als der Volisschullehrer abschnitt. Das Erfreulichste deS ganzen Abends war eine Mitteilung des Berliner StadtschulratS R ei mann, der noch zu später Stunde das Wort nahm, um nach all den theoretischen Darlegungen eine für Berlin geplante praktische Tat anzukündigen. Nach seinem Vorschlag soll Berlin jetzt Ernst damit machen, begabteren Kindern der Volksschule mehr als bisher die Möglichkeit zu geben, daß sie eine» Weg zu einer über das Volks schulziel hin ausreichenden Schulbildung finden. Für nötig wird gehalten, eine Handelsrealschule einzurichten, die sich auf der G e m e i n d e s ch u l e auf- bauen würde, so daß Kinder mit Volksschulbildung— hoffentlich nicht nur Knaben, sondern auch Mädchen— in sie eintreten könnten. Weiter soll für Knaben, die noch aus den oberen Klaffen der Gcmeindcschnle auf eine Oberrealschule übergehen möchten, eine V o r b e r e i tu n g S a n st a l t durch eine besondere Realschule mit nur dreijährigem Lehrgang geboten werde. Auch ein Neformgymnasium mit einem nur wenige Jahre umfassenden Lehr- gang wäre zu schaffen, das begabte Knaben noch aus den oberen Gemcindcschulilasfen übernehmen und ihnen den Weg zur Universität bahnen würde. Zur Lösung der schwierigen Frage des Lebens- Unterhaltes für junge Leute aus unbemittelten Familien hätte die Stadt beizutragen, indem sie begabten Gemeindeschülern schon den Besuch der höheren Schulen durch besondere Geld- b e i h i l f e n erleichtert und später für den UniversitätS- besuch die vorhandenen Stipendien der Stadt möglichst ihnen sichert. Auch die Mädchen gehen nicht ganz leer aus: ihnen will die Mittelschule, deren Einrichtungsplan den Stadt- verordneten nach einem schon srüher von ihnen gefaßten Beschluß in Bälde vom Magistrat vorgelegt werde» wird, über die Gemeinde- schule hinaus eine Bildungsstätte sein. Und endlich soll auch sür die Kinder, die von der Gcmcindeschule in eine Handwcrkslehre gehen, gesorgt werden durch weitere Ausgestaltung des Fort- bilduugs- und Fachschulwesens zum Zweck besonderer Förderung der Begabten. Sladtschulrat Reimann meinte, diese Pläne als einen praktischen Anfang zur„Einheitsschule" bezeichnen zu dürfen. � Davon, daß hiermit die Forderung der Einheitsschule sich abtun und erledigen ließe, kann keine Rede sein. Nichtig ist aber, daß die Durchführung der geplanten Schulreformen manchem Tüchtigen die Bahn freimache» würde. Insofern muß man die durch Reimann angedeuteten Resormabjichteu des Bcrliucr Magistrats begrüßen. Zuimtag. 19. November 1916. Tie Personenzüge ohne Frauenabtcil. Die vor mehreren Tagen gemeldete Absicht, die Frmieuabteile in den Personenzügen wegfallen zu lassen, hat � allgemeines Befremden, bei den Frauen selber aber, die zu reisen genötigt sind, lebhafteste Beunruhigung hervorgerufen. Alle ohne männliche Be« gleitung reisenden Frauen, zumal, wenn sie öster reisen müssen, empfinden die beabsichtigte Neuerung als geradezu unmöglich und unhaltbar. Jeder Zug hat wohl nur ein Frauenabteil vierter und wohl nie mehr als zivei driller Klaffe. Und diese llniie Heimstatt soll den Frauen genommen werden I Wer viel reist. weiß, daß nicht nur in O- Zügen das Frauenableil meistens stark besetzt, wenn nicht gar überfüllt ist. Frauen mit kleinen Kindern suchen es mit Vorliebe aus, schon aus dem sehr nabeliegenden Grunde, weil sie in Ausübung ihrer unvermeidlicheu mütterlichen Pflichten gegen die Kleinsten und Kleinen ungehindert find. Im Frauenableil sind eben die Frauen„unter sich". Frauen, die viel reisten, wußten es immer zu schätzen, daß sie irgendwo in einem noch io langen Zug Heimatsberechligung hatten und hoffen konnten, einen Platz in„ihrem" Abteil zu finden, nicht aber gezwungen waren in anderen mehr oder minderstarkbesetzten oderübersüiltenAbleilen oftuntergroßen Mühen sich einen Platz zu suchen oder erst zu„erobern". Dies namentlich abends oder in der Frühe, wo erfahrungsgemäß so mancher Fahr- gast beim Hinzukommen anderer Reisenden nicht gern etwas von seiner eigenen Beguemlichkeit ausgibt. Ganz abgesehen davon, daß es wirklich nicht jeder Frau Sache ist, ihre Reise in einem Raucher- abteil im blauen Dunst zurückzulegen oder— was durchaus nichls Seltenes ist— hier oder dort Zeugin oft unglaublicher Unter- hallungen zu sein müssen! Aus vielen Strecke» verkehren überhaupt keine D-Züge(also mit Frauenabteilen), und es müssen daher stunden- lange Reisen nur im Personenzug zurückgelegt werden. Niemals vorher haben doch Frauen soviel allein reffen müssen wie jetzt im Kriege. 1. weil ja die Männer millionenweise im graue» Rock stecken, 2. in Vertretung ihrer Männer, 3. infolge der ricsenhast ge- wachienen Frauencrwerbsarbeit. Sollte der Wegfall der Franenabteile eines Zuges wirllich einen Vorteil oder eine Ersparnis für die Eisenbahn bedeuten gegen- über den Nachteilen und Unannehmlichkeiten, die durch den Wegsall ihres Abteils den vielen reffenden Frauen erwachsen, namcnilich wenn sie nachts reisen müssen? Beides steht in gar keinem Ver« hälmis zu einander._ Winke für den Weihnachts- Paketverkehr nach dem Felde. Wer liebe Angehörige und Freunde, die draußen vor dem Feinde ihre Pflichr Inn, durch Gaben ersrcucn will, soll möglichst srüh seine WeihnachtSkisten packen und befördern. Denn erfahrungsgemäß ist die vielgeplagte Feldpost gerade in den Wochen vor dem Weih- nachtsfest ganz außerordentlich in Anspruch genommcu, und der Strom der Liebcsgabenweihuachtspakele, der sich nach West und Ost und Süd ergießt, kann nur dann rechtzeitig seine Bestimmung erreichen, wenn die postalischen Vorschriften genau befolgt werden. Die sür die in Siebenbürgen und auf dem Balkan kämpfenden Truppen bestimmten Weihnachtspakete müssen bis zum 1. Dezember bei dem zuständigen Sammel-Paketamt eimreffen, und zwar ist für die Pa- tele nach der Türkei, Bulgarien und der Dobrudicha das S a m m e l- paketamt Leipzig, sür Siebenbürgen und Rumänien nördlich der Donau das Sammelpaketamt München zuständig. Aus den Paketen ist daher neben der genauen Feld- bezcichnung der Vermerk„Sammelpaketamt Leipzig" oder „Sammelpaketamt München" zu machen, E» wird sich einp- seblen, auch die sür die übrigen Fronten bestimmten Pakxie möglichst früh aufzuliefern. Dabei sind die für den sonstigen Paket- verkehr geltenden Vorschriften ganz besonder» zu beachten, denn nur so kann die Riesenarbeit der Feldpost ohne Verzögerung durchgeführt werden. Vor allen Dingen ist für eine feste, dauerhafte und gegen Näsie widerstandsfähige Verpackung Sorge zu lragen. Eine wasserdichte Umhüllung empfiehlt sich zum Schutz gegen Feuchtigkeit. Die richtige Adresse ist mit peinlicher Genauigkeit zu schreiben und derart an dem Paket anzubringen, daß sie auf der langen Reffe weder verwischt werden noch abhanden kommen kann. Auch die Adresse des Absenders darr nicht vergessen werden. Leicht zerbrechliche Gegenstände, wie ungenügend verpackte Flaschen und dergleichen, und namentlich feuergefährliche oder leicht entzündliche Waren dürfen nicht verschickt werden; durch die lieber- sendung von Zündhölzern, Benzin, Alkohol usw ist schon manches Unheil entstanden. Der Absender Haftel für alle au» der Nicht- beachtung dieser Vorschriften enlstaiidenen Schäden. Leicht verderbliche Sachen mitzuschicken, ist zwecklos; sie werden in der Heimat besser verwandt werden können. Pakete bis zum Gewicht von 10 Kilogramm nimmt jede deutsche Postaustalt entgegen. Die Beförderungsgebühr von 22 Pf. für 2 Kilogramm erhöht sich für jedes weitere Kilogramm um 2 Ps. Sendungen über 10 Kilogramin bis 50 Kilograinm sind bei den Eiseubahn-Eilgut« und Gürerabfertigungeu aufzuliefern. Ist der Empfänger nicht zu ermitteln oder nicht mehr bei der Truppe, so erhält der Absender das Paket zurück, wenn dieses nicht ausdrücklich den Verinevk enthält, daß es,„falls unanbringlich, zur Verfügung der Truppe" steht. Es ist zu empfehlen, diese Aufschrift anzubringen, damit die Weihnachisgabe, wenn sie ihren richtigen Empfänger nicht mehr erreicht, anderen Kameraden eine Freude macht. Während der letzten zwei Wochen bor dem Feste soll die An« nahine von Paketen nach dem Felde gesperrt werden, um die Uebermittlung der rechtzeitig aufgelieferten Senduilgeii an den Empfänger zum Wcihnachlsfesle glatt durchführen zu können. Landrätc ge�en Landtvirte. Der Landrat des KreiseS BeeSkow-Storkow erläßt eine Be« kanntmachung. in der es heißt:„Es berührt mich scherz- lich, daß ich von Tag zu Tag die Wahrnehmung machen muß, daß seitens der Kuhhalter des Kreises nicht entsprechend den An« ordnungeu des Kreisausschusses verfahren und die überschüssige Butler nicht an die Aufkäufer abgeliefert wird. Auch habe ich trotz der Beschlagnahme der Milch und der Butterbeschlagnahme erfahre» müssen, daß seitens der Kuhhalter unter der Hand und na- t ü r l i ch unter Ueberschreitung der H ö ch st p reise nach wie vor Butter verkauft wird. Sollten mir fernerhin Znwiderband- lttiigeu noch augezeigt werden, so bin ich zu meinem Bedauern ge- zivungcn, den Beschuldigten das Buttern im eigenen Haushalt nach Versiegelung der Buttervorrichtung zu untersagen und alle Vollmilch zu beschlagnahmen; ferner die Bestimmung deS Keeisausschusses. nach welcher Feit aus Hausschlachtungen beichlaguahniesrei ist, vom KreisauS schuß abändern zu lassen und das Fetr zur Verteilung an die Berechtigten in Anspruch zu nehmen.— Der Lanbrat des Kreises Teltow wendet sich in einer Bekanntmachung gegen Miß- brauche bei Hausschlachtungen. Rauch er-Phantafie. Die Streichhölzer werden teuer, und da man Höchstpreffe fefv setzt, wird es logischerweise bald keine mehr geben oder nur.Aus» landsware" für potente Zahler. Da Hab ich mir so gedacht, wi« nett es doch wäre, wenn in den Stadt-, Untergrund- und Hochbahnhöfen, am Ausgang von Amtsgebänden, violleicht auch in den er- freulich zahlreichen gemeindlichen Häuschen auf stillen Plätzen sür die Raucher eine Dauerflamme angezündet würde. Es brauchte ja nur eine Mikroslamme sein, die fast gar kein Gas verbraucht und wi« sie längst in jeder Gasglühlicktlampe Tag und Nacht brennt. Gas- Kitung ist ja au all diesen Stelle» vorhanden» und die Gasgesell« mii seiner ffoiien, kleidsamen Aaiio« nattracht Hai den Vorwurf gegeben, zu dem nebenflehend abgebildeien sicherlich auch Zhr Gefallen er- weckenden Wintermantel. Mäntel dieser Art, mii pelz verbrämt, mil schönen Verzierungen usw. finden (Sie bei uns in folgenden Hauptpreis�agen: 29.50 32.50 49.25 Königflr.SS,/» Vfunpj 1.70 M., gros;«(von JOj Viimb nnd mehr» 1,80 M.: Kabeljau, klein(via IVj Pstmd) 1,50 Vf., mittet(von l'/j bi? 1 Pfund) 1.60 M,. grvhe lvon 4 Pfund nnd mehr) 1,65 Pk,, ohne Kol'k(im Anöschnitt) 2.25 M.; Scholle», kleine(bis zu V» Pfund) 1.2» M.(Zufuhr aus- »eichend.) Kostenlose Behandlung von Krirgcrangehörigen. Das Nachrichten- amt de» Berliner ZVaglstrat« leilt mir: Die Tevniation für die flädttichen Krankenanstalten hat beschlossen, Angehörigen der Krieg«- reilnehmer«in» kostenlos» atnbnlatorlsche medito-m»chani>ch- Beband« tung in den Krankcnbänsern im FriedrichShain nnd am Urban sowie im Rudolf-Virchow-Ktankenhaus« zu gewähren. Im Virchow- Krankenhan« ist damit eine Väderbehandlung verbunden, ferner soll KtiegSieilnehMtr» nnd deren Angehörigen sowie auch Annen im städtischen Krankenhaus« Moabit Gelegenheit zur ambulatorischen Radinmbehaitdluug oder zur ambulatorische» Stachbebniidlung»itt Radium, im Rnichlnh an vorhergegangene tlinisch« Behandlung tu tziner stKdtifchen Anstlilt gegeben werden. Der Berlin«? Weihnachtsmarkt, Das PolizeiprSsidium teilt mit: Der diesjährige WcihnachtSmarlt findet in der Hauptsache aur dem «rtynaplov und dessen Umgebung sowie in der«Warschauer Strahe (00)1 der Revaler Strafe« bi« zur ffranlsurler Aller) und in der PtierSburger Strafe« statt. Pfefferklickler, Psefierkuchenhändltr, Ber> käufer von Obst, Rüssen, Weihnachtsbäumen. Spielzeug u. drrgl. können mich aufeerhaib de« Marltbezirles mit Genehmigung de« zpständigril PoltzeirevierS VerkausSvorrtchlungei» ans grcignetti» Blässen aufstellen. Der Markt beginnt am 11. Dezember und dgaert bi« S?. Dezember einschl. An, 28. Dezember, morgen» S Uhr, müssen sämtlich« Buden und Verkauftvorrichlungeil von den Ltrafeeu und Plähen sortgeschafil seur. Anträge ans(krtellung von ikrlaubni«- scheinen für den»ächstiährtgcit WeihnachtSmarlt(1017) find nicht vor dem 1. September 1017«tnzuretchen. «inheitliche Hafenstelschprels« in Grost-Verlin. Ter Oberpräsident at fijr Grofe-Bcrlt» anaeordnet, dafe für die Abgabe von Wild im Kleinvcckauf an den Bervrattchcr folgende Höchstpreise gelten: Für .W..««WWMWWM». die Abgabe von Hasen: für den Rücken 8 M., für zwei Keulen 2.50 M.. für zivet iläufc 0,70 Vi. Für Hamen und«picken eines abgezogenen Hasen darf berechnet werden 1,25 aw., für Häuten eine» abgezogenen Hasen allein O.öO 9V. Für Hnnlcn und Spicken eines abgezogenen Kaninchen darf V.LÜ M. berechne» werden. Der Zoologische Garten hat heute wieder seinen billigen Sonn» tag. m> dem der Eintritt siir Erwachsen« und Kinder von morgens bis abends mir 23 Pf. dle Person tostet, ebenso sllr da« von 9—8 Uhr grösfnet««guartuin. Von t Uhr nachmillag« bi« 10 Uhr abend« ist grofee« Konzert. Wegen der Danzigrr Getreideschiebungen Ist jeht nach de», Pro- knrisien auch der Dtrettor der Ratffilsenschen ikandwtrtschnfiltcheu Genossenschaft, Kaufmann Hugo« t e lv e r t in Berlin, verhaftet worden. Er war früher bei der Kartoffel-Einkauftgesellschast tätig und wurde dann in die Reichskarloffelstelle übernommen. Auf seiner hiesigen Dienststelle, ans der er jede Woche einige Tag» von Danzig herkam, wurd« er verhafte» und nach Danzig übersuhtl. öv Zentner TUfltcr Käs« beschlagnahmt. Unter den Linden fl-l e? auf. dafe vor«inem grofeen Restaurant in der Nah« der Friedrich- strafe« grofee S'kcngc» Käs« abgeladen wurden. Der Wagen einer Konsumgenossenschaft brachte ihn. Der Betriebsleiter des Reftanrant« batle angebttch 20 Zentner gekauft. Bald nachdem die Ladung geborgen war, erschienen Kriminalbeamte und beschlagnahmte!, alles, Es waren nicht blofe 20, sondern 30 Zenlner Tilsiter Käse, die man bereit« schön ausgestavelt hatte. Sine andere.Sammelstelle'' eni- deckte man im 1.«Stock eine« Hanse« der Friedrichstrafee. Dort liefen seit einiger Zeit au« allen Teile» de« Reiche» Waren bcr- schiedenster Art zusammen. Der Echteichhandel. dem sie von hier au» dtenlen, wurde recht geheim betrieben. Es sickerte aber doch etwas durch, und die Folg« war, dafe gestern da» ganz« Lager be- schlagnahmt wurd«. Man fand einige 40 Arten von Leben«- Mitteln. Ans de« Neuköllner Güterbahnhif überfahren und getötet wurd« der 42 Jahr« alle Arbeiter Hermann Wagner. Er loar als eine Art Faktotum auf dem Bahnhof und in der Umgegend unier dem Epihnaine» der.taube Hermann" bekannt. Er überhörte wohl da« Rollen eine» abgefiofeenen Güterwagens als er die Gleise über- schritt, geriet unter die Räder u»d wurd« so schwer verletzt, dafe er im Krankenhaus in Buckow bald nach der Aufnahme starb. Dihlicher Strastenunfall. In der Müllerstrafe« bor den.PharnS- sälen" lief der Porti» Starke bei der Bersolgnng eines Knabe» bttndlitigi gegen einen Triebwagen der Linis 24. Er erlitt so schwere Verletzungen am Kopse, dafe er bald im Birchow-Kranken- Haus« starb. 71110 den Gemeinden. Köpenick. Der Magistrat hat den Angestellten der Strafe«»» bahn erneut ein» Erhöhung der Bezüge auf Antrag bewilligt. Nach der neuen Borlage, durch die Köpenick i» der Höhe der KriegSzulag« für die Angestellten an dt« erste Stelle innerhalb der Gemeinden Grofe-Bcrlin« gerückt ist. erhalten die Angestellten i Unverheiratete 20 M. pro Monat(bisher IS M.). Verheiratete Bi« zu 2 Kindern 87,50 M.(bisher 22,60 M.), Verheiratete mit mehr als 2 Kindern 45 M. pro Monat i bisher 27 M.l. Von» 5. Kind« ab»oird«in wetlerer Zuschufe von 5 M. pro Kind und Monat gewährt. Als Höchstgrenz« für Gewährung der Krieg«- zulag« wird bei den Unverheirateten«in Einlomme» von 4500 Vi. pro Jahr, bei den Verheirateten ein solche» von 6000 M. an- giiionunen. Auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion ist die Vorlage auch auf die Frauen der eingezogenen Angestellten ausgedehnt worden. E? erhalten die Familien der Eingezogenen aufeer dem bisherigen Zuschufe, woiiach das halbe viehalt de« Manne« mit der bezogenen Kriegsnitierstilyung erreicht wurde, nun auch als weitere Beihilfe die Hälfte der de» Angestellten bewilligten Kriegdznlage, mithin 1775 M. beziv. 2250 M., vom 3. Kinde ab ebenfalls die Häiflc des Kiiiderzuichnsics. Sämtliche Zulagen werden in der Erböbung ab 1. Okiover rückwirkend gewährt. Rcinickendorf. Infolge LiesernngSschwierigkeiten werden von Montag ab vorläufig bis auf weiteres die Kinder in. Aller von 4 bis 0 Jahren, mit LnSNahme dersenige», vi« auf Grund eine« ärztlichen Attestes zum Bezüge berechtigt sind, von der Versorgimg ausgeschlossen. Tic Kunde» vcS MiichhänvlerS Schumann, Eichborn- firafee 68, sind dem Milchhändler Pfuhl, Scharnweberstr. 04», über- wiesen worden. Wcißcnscc. Der Arbeiter Bergcr hat in einer hiefigen Fabrik verbotswidrig eine Zigarette geraucht und den noch glimmenden Rest achtlos iortgeworfen. Dadurch explodierte ein Behälter mit Benzol und B. stand im Nu in hellen Flammen. Atbelistollegcn koimlen die Flammen schnell ersticken, doch hat Berger am ganzen Körper schwere Brandwunden erlitten. ReubabelSverg. Freiiag nachmittag brach in den Byrolin- werken, Berliner Slrafee 48.30, ein grofee« Schadensenec infolge lleberkochens cincS FirniSkeslelS aus. Tie Feuerwehren von NowawcS, Potsdam, Waiinsce und Klein-GIicuicke trafen nach einer halben Stunde ein. Da« Rstrutendepol NowaweS stellte sofort sämtliche Mannschaften zur Hilfe. Die Soldaten brachte» zuerst die grofeen Aeiherfesiel und P-irolcumbchälicr in Sicherheit. Sie gruben tiefe Gräben, um so da« Feuer bon den Ccllflcben zu isosiercn. Doch es war Nichts zu retten. Die Flammen äscherten die ganze Fabrik ei». Vierttg snna« Mädchen, die in der Fabrik arbeiteten, sind arbeitslos. Die Geschäftsbücher find vernichtet. Potsdam. Die Stadtverordneten beschlossen über die Kriegs« fürforge für die erwerbslos gewordenen Atrgebörlgen der Be- kleidnngsindtistrie. Die Satzutiacir fetzen die Verpfiichlung der Arbeit voran?, jede angebotene Arbeit, auch aufeerhalb des Beruie« und Wohnortes, sowie auch bei gekürzter Arbeitszeit anzunehmen, sofern ein angemessener Lohn geboten wird, Die höchste Wochen« nnterstützung ist 2t M. Zur Aermrhruiig der flüssigen Mittel der Stadtverwaltung, die durcki die KriegSunlerstiitzungen und Lebens» miltelbeschaifung stark in Anspruch genommen waren, wurde die Aufnahme eines Darlehen« von 1 Million auf fünf Jahre be- schlosseit. Jugenüveranftaltungen. Arbeiterjugend Berlin. Am lammenden Mittwoch(Bufeiig), abends o und ä tthr, in der Sternwarte Treptow zwei wisse». ichastiiche SOovttnjt»nll klnematbvgrnbdilchen Vorführungen: Vom Monte Rosa zur asrikantschen Kllste(Reisebildcr von der Schweiz, Südsrankreich, Italien, GAechcnlattd und plordairika). Alle junge» ArbcNer nnd Arbelte- rinnen sind mit Ellcm und GcschwilletN zu dielen rebneichen Ver- anstallungen sreundlichlt eingeladen, Elnlassiarirn a 25 Pf, bei allen Funktionären sowie im Juaendiekretariat, Lindenstr. 0. Friedrichsliagcn. Aln Bufetag In der Treplow-Sternwarte- Kwc- matograpbische Vorjührung und Vortrag: Vom Monte Rosa zur asiila» Nischen Küilc.(Siehe oben.) Eintritt 25 Pf. Tresspunkt mittags l'l, Uhr im.Jugendheim". Arbeiterjugend Tegrl-BorNgwalde. Heule Sonntag:«Much dt» des Eisenbahnmuscums. Treffpunkt 10 Uhr vormlltag« tm.Jugendhsivl". Köpenick. Unser.Jugendheim" bestnoet sich nicht mehr Krünauer Straße 7, sonder»»ur»och Schönerlinder Strafet 5. unten, Eingang vom Hof. Geöffnet ist es vorläusig nur Sonntags nachmittag« von i bis 9'), Uhr._ svetteronsftchten für das mtttlere Rorddeniichiand dt» Montag mittag. Von kLesien nach csien iortschrellenve Slwärmung, zeitweise ausfiarend, jedoch vorwiegend trüb« und östlich der Oder mchi gering«, im Westtn etwa« stärlere Aiederschlägr.