Kr. 328. flboRnementS'Bedingungtfl: Klomiementä• fitetä pränumerando. Vierleljährd Z.gv Ml. monall ILO Ml. vöchemlich M Pfg. frei mS Hau!. Einzelne Nummer ö Pfg. EonnmgS- Njlmmer mil Uluitnetter Sonniag!- BeUaae.Die Neue Sein 10 Pfg. Poll. ilboimemenr lL0 Marl pro Mona». Einvenagen in die Soli- ZeuunaK- Breisliiie. llmer kreuzbanl. lü: Deuvchland und veilerreich- Ungarn 2,00 Marl, für da! übrige Ausland « Marl pro Mona» OoslaoonnemeMS nehmen an Selgicn. Dänemarl. Holland. Jlalien. Luzemburg. Pormgal. «umänien. Schweden und die Schweiz. ülchelal OgM. 33. Jahrgang. Die InlcrtionS'Gcbüljr und Versammlungs- Anzeigen 30 SEfg.. „Kleine anreigen". das feligedruckie Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fctigeöcudtc Worte), jedes ivcücre Wort l» Pjg. Siellengeluche und SchlafitellonaN' zeigen das crfie Wort lO Pfg. jcdxs weitere Lortö Pfg. Worte über 15 Buch- Ilaben zählen für zwei Wort!» Fnseraie für die nächfic Nummer müsjen bis b Uhr nachmillags in der Expedition »bgegeden werden. Die Exvcdiiio» til bis 1 Uhr abends gccijnc» Vevllnev VolksblÄkt. Zentralorgan der rozialdcmohratifchcn parte» Deutfchlands. »elegramm-Adreffe: jSezlaldcinckrit Bsrllo". Keöatttoa: EW. 68, Ltnüenstrahe Z. SfemtHredier: Ami Morinvla«, Sir.»61 90— 151 97. Sonntag, den 26. November 1916. Expedition: Slv. 68, Llnöenstraße 3. Ssernivrecher:«mt Moritzplatz. Nr. 15190—15197. Avildienttpflicht»»<> samilievuiilerNN?ung. von Süllen nach Rumänien hinein. Vorstoß gegen die Themse- Mündung. Kämpfe im Gyergyo- Gebirge, am Alt, bei Turnu Severin.— Der untere Alt überschritten. Amtlich. Berlin, 24. November. Halske A-G., Neuen Automobilgesellichafl und Bergmann Elektri- �Itätstverke fülllen am Freitag die Eeimania-Festsäle in der Chaussee- slrage. Zu der Versammlung, die als gemerniame Betriebsverianim- lmrg der genannten Firmen von 12 Angestelltenverbänden einberufen war, erfolgte ein derartig starker Andrang, daß der große Saal sehr schnell überfüllt war und sich alsbald auch ein zweiler Saal des Lokals derart füllte, daß artch hier noch viele stehen mußten. Heber:„Er b ö b u n g der Teuerungszulagen"' sprachen in beiden Sälen als Hauptredner Reichstagsabgeord- neter F. Marquart(Verband Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig) und N e i ch s r a g s a b g e o r d n e t e r Genosse Giebel. M a r q u a r t betonte,. daß man sich über die Gehaltsverhältinsse der Privatangestelllen vielfach ein ganz falsches Bild mache. Nach den cinwandsreien Feststellungen der Reichsanstalt für Angestellren- Versicherung betrage daS jährliche Durchscknitrsgshalt für Privat- angestellle 1870 M. Nicht weniger als 62,8 Prozent hätten unter 2606 M. Das seien Gehälter, die schon im Frieden für die Lebens- Haltung der Angestellten nicht ausreichen konnten. Der jetzigen Steigerung der Lebensmittelpreise seien aber die Gehälter der An- gestellten durchaus nicht gciolgt. Es seien keine wesentlichen Erhöhungen ihrer Gehaltsverhällnisie eingetreten. Der Reichstag habe beschlossen, die Bezüge der Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reichs zu erhöhen, und Erhöhungen würden auch in den Staats- betrieben erkolgen. Dagegen befänden sich die Privatangestellken bielfach noch nicht im Bcfitze von ÄriegS- und Teuerungszulagen, und die anderen erhielten viel zu geringe Zulagen. Es wäre eine Ehrenpflicht der Unternehmer, und es läge auch in ihrem Interesse, sich einen Stamm von Angestellten zu sichern. Der zweite Referent, Genosie Giebel, wies darauf hin, daß es in der Angestellrenbewegung wohl das erste Mal sei, daß die An- gestellten einzelner Betriebe sich aufgerafft hätten, in solcher großen Masse anzutreten, um Forderungen zu stellen. Redner kritisiert die ablehnende Haltung der Berliner Metallindustriellen, mit den An- gestelllenverbänden zu verhandeln. Materielle kleine Zugeständnisse seien zwar gemacht worden. Die A. T. G. habe seinerzeit den An- gestellten eine Teuerungszulage von 25 M. monatlich für Ver- beirateie und von 15 M. monatlich für Unverheiratete gewährt, sowie eine kleine Kinderzulage. Damit reichten aber die Angestellten bei weitem nicht aus. Die Gehälter bei der A. E. G. seien nach wie vor schlecht. Weibliche Angestellte fingen mit einem Wochenlohn von 15 M. an und erhielten nach einem Jahre 26 M. Männliche Fabrikbeamte fingen mit 126 M. Monatsgehalt an und stiegen auf 175 M. In ciitem Schreiben an die Feldzeugmeisterci sage die A. E. G. selber, daß 3V Proz. ihrer unverheirateten und 8 Proz. ihrer verheirateten Angestellten weniger als 166 M. pro Monat hätten. Dann rühme sie sich, daß 67 Proz. ihrer verheirateten Angestellten ein Monatsgehalt von über 266 M. härten.— Bei Siemens- Schuckert. Siemens u. Halske und in anderen Werken sei es um kein Haar besser.— Nach einer Aufstellung kämen jetzt auf die Versor- gung nur mit den notwendigsten Lebensmitteln im Monat pro Kopf 5t M., was bei einer vierlöpngen Familie 220 M. ausmache., Da blieben dem Angestellten mir einem Gehalt von 256 M. für alles übrige 36 M.. die mit 266 M. Gehalt aber hätten i ein Manko. Unter Anführung der im Jahre 1815/16 erzielten Ge- Winne der A. E. G., der Bergmann-Werke usw. zeigt Redner, daß! die großen Betriebe sehr wohl in der Lage seien, nennenswerte Ge-, Haltsaufbesserungen bzw. Teuerungszulagen zu gewähren, an Stelle des ganz Unzulänglichen, was bisher gegeben wurde. Es sei nichts> geholfen mit einer einmaligen Zulage, wie sie die Bergmann-Werke im Weihnachtsmonat geben wollen, wo dies eine Mal das halbe Monatsgehalt oder zwei Wochenlöbne ausgezablt werden sollten. Das könne zwar eine Weihnachtsfreude-bedeuten, könne aber die Not ntcht lindern. Es müsse mehr geschehen. Siemens u. Halske beab- sichtigten, eine Teuerungszulage von 16 M. monatlich für Verheiratete und von 5 M. monatlich für Unverheiratete zu gewähren. Für eine derartige absosut unzulängliche Bewilligung könne er nur bittere Worte finden. Den Angestellten bleibe jetzt nichts anderes übrig, als sich mit ibren Forderungen in die Oeffentlichkeit zu flüchten. Die Ausiührungen beider Referenten fanden starken Beifall in beiden Versammlungen. Beide Versammlungen nahmen einstimmig eine Res olution an. worin an die Ftrm'en die dringende Bitte gerichtet wird, die be- stehenden Teuerungszulagen nach Maßgabe der folgenden Vorschläge erhöhen zu wollen: Verbeiraleie Angestellte erhalten künftig 75 M., ledige 50 M. monatliche Teuerungszulage. Der Kinderzuschlaq wird auf 15 M. erhöht.— Die Versammelten bitten ferner, die künftige Regelung so zu treffen, daß ledige Angestellte, die den Unterhalt eines Haushaltes zu bestreiten haben, bei Bemessung der Teuerungszulagen den Verheirateten gleichgestellt werden, daß eine untsrschledliche Behandlung von verheirateten männlichen oder weiblichen Angestellten in Forlfall kommt und auch sämtliche Wockenlöbner mit erfaßt werden. Die Resolution soll den bezeichneten Firmen durch die unter- zeichneten Verbände eingereicht werden. Tie Berliner Rechtsanwaltsangestellten und die Kriegs- Wirkungen. Am 21. November fand im„Katholischen Vereinshaus" eine Versammlung der Berliner Rechtsanrvalts-Angeftellten statt, die vom Verband der Bureauangestellten Deutschlands, dem Verband der Rechtsanwalts- und Notariats-Bureaubeamten(Sitz Wies-- baden), dem Verein der Bureauvorsteher der Berliner Rechts- a nw alte und Notare und dem Verein der Bureaubeainten der Rechtsanwälte und Notare Berlins einberufen war. Herr Franz Krüger referierte über„Die wirtschaftliche und soziale Lage der Anwaltsangesrellten während und nach dem Kriege". Die An- waltsangestelltzen haben ganz außerordentlich unter den Kriegs- Wirkungen und der Teuerung zu leiden. Schon vor dem Kriege hatten nur etwa 12 Proz. der Angestellten ein Gehalt von über 156 M. pro Monat. Nach Ausbruch des Krieges traten in zahl- reichen BitroauS Gehaltskürzungen bis zu 56 Proz. ein. Ein im vorigen Jahre an die Berliner Anwälte gerichtetes Gesuch um Rückgängigmachung der Gehaltskürzungen und Gewährung einer Teuerungszulage hatte trotz Befürwortung durch den Anwalts- verein nur. sehr geringen Erfolg. Von rund 1566 Anwaltsfirmcn haben nur 163 geantwortet, und auch hiervon noch ein Teil ab- lehnend. Gerade auch wirtschaftlich gutgestellte Anwälte- zahlen sehr niedrige Gehälter und lehnen die- Gewährung von Teuerungs- zulagen ab. Redner verlangt die Schaffung einer Zlrbcitsyemcin- schuft zwischen dem Anwaltverein und den?lngestelltenorganisa- tionen, um die aus dem Felde zurückkehrenden Angestellten in ihren früheren Stellungen wieder unterzubringen mid um auch für die Unterbringung von Kriegsbeschädigtisn zu angemessenen Löhnen zu sorgen. Für diesen Zweck sei auch der gemeinsanle Ausbau des Stellennachweises unbedingt notwendig.— Eine von der Vcrsamm- lung angenommene Resolution foridert, die gegenwärtig fast durch- weg vollkommen unzureichenden Gehälver der Angestellten den Teuerungsverhälwissen entsprechend aufzubessern oder angemessene Teuerungszulagen zu gewähren, sie beauftragt die vereinigten Augestelltenverbändc. erneut mit dem Berliner Anwaltverein und mit den einzelnen Anwälten zur Durchführung dieser Wünsche in Verhandlungen zu treten. Ferner verlangt sie rechtzeitige Für- sorge für die aus dem Heeresdienst eutlassenen Angestellten und zu diesem Zweck einen Ausbau und die Verbesserung der Stellenver- Mittelung, die durch ein« Zentralisierung der Stellennachweise sämtlicher Angestelltenverbänd-e geschaffen werden soll. Um bei Beschverden einen Ausgleich der Interessen zu finden,, soll die Er- richrung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Anwaltvercin und An- gestelltenvevbänden angestrebt werden. Die Versammlung beauf- tragt die Verbände, wegen der Durchführung dieser Wünsche mit dem Anwaltverein in Verhandlungen zu treten. Gleichzeitig richtete die Versammlung auch an die Hauptvorstände. der Verbände das dringende Ersuchen, in den angcvegien wichtigen Fragen für ganz Deutschland ein Zusammenwirken aller bestehenden Bcrussorgani- sat tonen herbeizuführen. Generalversammlung der Holzarbeiter. In der Generalversammlung an: Freitag gab der Vorsitzende Glocke den Geschäftsberich für das dritte Quartal. Die Zahl der abgehaltenen Versammlungen und Sitzungen zeugt von einer regen Tätigkeit der Organisation. Die Kontrollkommission hielt 125 geschäftlich und 616 Wsrkstattsitzungen ab. Die Frage, ob der paritätische Arbeitsnachweis dem Zenträlvereiu für Arbeitsnachweis angeschlossen werden soll, ist nach den voraufgegangenen Berhand- lungen und der Anrufung des Magistrats bis nach dem Kriege vertagt worden.— Die Verhandlungen mit der Unternehmer- organisation wegen Gewährung einer Teuerungszulage haben nicht zum Abschluß einer Vereinioarung gefübrt. Mit der von den Unternehmern angebotenen Zulage von 15 bis 26 Proz. auf die Fviedenslöhne harte sich der Holzarbeiierverband mch ciirv erstanden erklärt, es kam deshalb zu keiner Vereinbarung. Die Arbeiter hatten also freie Hand, ihre Forderung, 25 Prozent Zu- lag« auf die gegenwärtigen Löhne, in allen Betrieben zu stellen. Wo die Kollegen einig vorgingen, ist diese Forderung in vollem Umfange durchgeführt worden. In manchen Betrieben, wo es an der ersorderlichn Einigkeit fehlte, konnten die 25 Prozent nicht voll erreicht werden. Um die Forderung durchzuführen, kam es zur Arbeitseinstellung in 4 Tischlereien,. 5 Bergoldereien, 3 Rabmenfabriken und 6 Stockfabriken.— Abgeschlossen ist dir Bewegung zur Durchfübrung der Teuerungszulage noch nicht.— Vor kurzem ist die Vereinbarung zwischen den. beiderseitigen Zentralvorständen zuftandegekommen, wonach die bestehenden Tarif- Verträge nicht gekündigt, aber die Löhne den vereinbarten Sätzen gemäß erhöht werden sollen. Hierzu hat die letzte Generalver- sammlung der Zahlstelle Berlin beichlossen, von der Kündigung ihres Vertrages abzusehen, aber die geforderte Teuerungszulage in allen Betrieben zur Durchführung zu bringen und erforderlichen- falls eine noch höhere Zulage zu fordern. Verhandlungen im Sinne dieses Beschlusses mit der Unternchmerorganisation sind in die Wege geleitet. Aach einer kurzen Diskussion stimmte die Versammlung den Ausführungen Glockes etnmüttg darin zu, daß die Teuerungs- zulage von 25 Prozent der gegenwärtig bestebenden Lohne in allen Betrieben, wo sie noch nicht oder nicht in voller Höhe gezahlt wer- den. gefordert und durchgeführt werden müsse. Laut Bericht de: Arbeitsvermittler war die Nachfrage nach Arbeitskräften so lebhaft, daß Sirbettslose bald wieder Arbeit finden. Am Schluß des Ouar- tals waren beim paritätischen Slrbeffsnachwcis 206, beim Arbeitsnachweis des Verbandes 11 Arbeitsuchende eingetragen. In später Stunde wurden zwei ans der Versammlung gestellte Anträge verhandelt. Der erste derselben sagt, die Versammlung solle die beiden sozialdemokratischen Fraktionen auffordern, gegen das Zwildienfrpflichtgesctz zu stimmen. Gegen diesen Antrag Ivandten sich Glocke und einzelne andere Redner. Sie vertraten den Stand- Punkt, es sei nicht Sache der Gewerkschaft, zu einer politischen An- gelegenheir Stellung zu nehmen, um so weniger, da man noch nicht wisse, welche Gestalt das Gesetz im einzelnen erhalten werde. Schließlich wurde der Antrag von der schon stark gelichteten Ver- sammlung mit Mehrheit, aber schwacher Stimmenzahl angc» nommen.— Ueber den zweiten Antrag, der forderte, daß die An- zeigen des Verbandes nicht mehr im„Vorwärts" vcröffcntliGt lverden sollen, und der vom Vorsitzenden Glocke a!S unzweckmäßig bekämpft wurde, soll die in vierzehn Tagen einzuberufende außer- ordentliche Generalversammlung beschließen...inu A. WBRXH E1M kmrff Ldprigw Ötr, I. 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Verlag- Borwarts.Buchdr. u. VerIagsanst.Paul SmgcräCo., Berlin SM. Hierzu 3 Beilage« und UnterhaltungSbL Iii. 325. 33. Iahiollllg. 1. Stilmt des Jutmärts" Kttlim NÄsdlÄ Sonntag, 26. Novtmbti 1916. politische Ueberslcht. Vorspiel im Reichstag. ?ch.l Dienstag ist der Reichstag wieder zusammen gctrettzn, nachdem er erst vor drei Wochen gegen den Willen der sozialdemokratischen Fraktion auf kaiserliche Verordnung bis Mitte Februar vertagt worden war. Wir haben damals ge�en die Vertagung eingewandt, daß der Reichstag in dieser ichnellebigen und historisch bewegten Zeit nicht monatelang ausgeschaltet werden dürfe, jeder Tag könne sein Eingreisen notwendig machen. Man hat unsere Einwendung leider nicht beachtet. Aber nachdem der Schall unserer Worte kaum ver- hallt war. nachdem die Abgeordneten kaum von Berlin wieder in ihre Heimat eingetroffen waren, tauck?te schon das Gerücht auf, das sich sehr bald verdichtete, der Reichstag werde demnächst wieder zusanimentrcten. Für den Vorausblick der Regierung wirkt diese Tatsache nicht gerade sehr erhebend; aber auch der Reichstag sollte seinerseits daraus lernen, sich weniger auf die Regierung zu verlassen als auf seinen eigenen politischen Sinn. Will er sich nach der Erledigung der ihm jetzt plötzlich überwiesenen Aufgabe wiederum durch kaiserliche Verordnung nach Hause schicken lassen? Oder wird er das Heft selber in der Hand behalten in der Erwägung, daß jeder kommende Tag es ihm zur dringenden Notwendigkeit machen kann, auf eigenen Entschluß znsamnienzutreten und seine Rechte und die des deutschen Volkes zur Geltung zu bringen? Die Sonnabendsitzung wäre nach dem Charakter ihrer Tagesordnung in wenigen Minuten sang- und klanglos zu Ende gewesen, wenn sich wegen der Festsetzung der Tages urdnung der nächsten Sitzung nicht eine sehr bewegte Gcschästsordnungsdcbatte ergeben hätte. Der Präsident schlug vor, auf die Tagesordnung der für Mittwoch vorgesehenen Sitzung die erste Lesung der neuen Gcsetzcsvorlage über den vaterländischen H i l f s d i e n st zu setzen. Der Ab- geordnete Gröber vom Zentrum aber stellte den Antrag, unterstützt von den Nationalliberalen, der Fortschrittlichen Volkspartei und den Konservativen, auch gleich die zweite Lesung dieser Vorlage mit auf die Tagesordnung zu setzen. Dagegen erhob der Abgeordnete Ledebour von der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft mit geschäfts ordnungsmäßigen Gründen überaus heftig Einspruch, während Genosse Scheidemann von der sozialdemokratischen Fraktion lediglich den entscheidenden Grund heraushob, die Wichtigkeit der Vorlage, die eine Ucbcrstürzung der Beratung verbiete. Er schlug vor. daß man erst am Mittwoch, nach Beendigung der ersten Beratung, entscheiden nwge, ob auch sofort die zweite Lesung anzuschließen sei. Der dagegen er- hobene Einwand, daß dann der Widerspruch eines einzigen Mitgliedes die sofortige zweite Lesung verhindern könne, hat kein Gewicht. Es würde dadurch die Verabschiedung des Ge- setzcS höchstens um einen Tag hinausgeschoben. Und das wäre wirklich das kleinere Uebel gegenüber dem etwa zu er� hebenden Vorwurf gewesen, das Gesetz sei überhastet beraten worden. Leider stimmten alle Fraktionen außer den beiden sozial demokratischen Fraktionen dem Antrage Gröber zu. Diese kleine Verschärfung der inncrpolitischen Situation hätte man sich ersparen können. VSter des Hindernisses. Di« Diskussion über'die Hindenburgb riefe wird in der Presse noch immer fortgesetzt, sie geht aber vielfach an dem entscheidenden Punkt vorbei. Wenn die Mißstimmung über die Mängel unseres Ernährungswcsens in allen Kreisen der Bevölkerung in steter Zunahme begriffen ist, wenn selbst im Großen Hauptquartier das völlige Versagen des bisherigen Systems erkannt und der verantivortliche Leiter der Reichs geschäfte„in eindringlichster Weise" um Abhilfe angerufen wird, so genügen die Augen eines Blinden, um zu sehen, daß hier etwas am Hauptwerk nicht so ist, wie es sein sollte. Nach 26 Monaten dieses Krieges ergibt sich das Bedürfnis, den Landeszentralbehörden oder, was dasselbe ist, den Bundesregierungen„in eindringlichster Weise den Ernst der Lage vor Augen zu führen I" Dieser eigenartige Vorgang würde gewiß das allergrößte Aufsehen erregt haben, wenn nicht aus der Friodenszeit her allgemein bekannt wäre, welche starken Widerstände sich regelmäßig im Bundesrat und in gewissen Ministerien breit zu niachen pflegen, lvenn es gilt, von Reichs wegen etwas durchzu- führen, lvas die wirklichen oder vermeintlichen Hoheitsrechte der einzelnen Bundesstaaten berührt. Es 6nd Fälle genug bekannt, in denen wichtige Maßnahmen des Reiches nur deswegen unterblieben oder in ihrer Ausführnna ge'''heitert sind, weil sie den Landwirtschaftsministcrn Preußens, Bayerns oder anderer Bundesstaaten nick't in ihren Kram paßten. Sollte eS zutreffen, daß derartige Hindernisse auch in der Kriegszeit den Einfluß der Reichsregierung in un statthafter Weise hemmen? Hindenburg beklagte sich darüber, daß es„immer noch nicht gelungen ist, eine ausreichende, einigermaßen gerechte Fettvertcilung zu bewirken". Gegen wen anders kann sich dieser Vorwurf richten als gegen die Landeszentralbchö�en? Nur sie verfügen über die Macht und die Mittel, um den richtigen Ausgleich zwischen Ueberfluß- und Noiskrndsge- bieten herbeizuführen: der einzelne Landrat oder Bürger- meistcr kann nicht mehr verteilen als er hat. Hindenburg spricht von dem„Bestreben, in langwieri- gen Beratungen den Bedenken aller Art möglichst gerecht zu werden". Wer sind diejenigen, so möchten wir fragen, welche in Verhandlungen, die der Sättigung des Volkes gelten, durch zwecklose Betonung von„Bedenken aller Art" die Ver- ständigung erschweren und die Beratungen unnötig lang- wierig gestalten? Das deutsche Volk trägt wahrlich schwer genug an den Lasten und Entbehrungen, die dieser Krieg ihm anierleat. Es trägt sie seit Monaten mit hingebungsvoller Geduld, weil es glaubt, daß auch die Regierungen in dieser Zeit kein anderes Ziel kennen als die Abwendung der gcinein-- samen Not. Aber diese Geduld wäre auf eine allzu harte Probe gestellt, wenn sich zeigte, daß in den höchsten Acmtern Männer sitzen, die kleinlich genug sind, in dieser schweren Zeit mit unsackigcmäßer Berteidigung überlebter Hoheits- rechte die Sichcrstcllung der Volkscrnährung zu erschweren. Fett im Ncberflust? Veranlaßt durch den Aufruf H i n d e n b u r g S haben eine Anzahl Landräte ländlicher Kreise Schmalz- und Fett- sammlungcn in die Wege geleitet, namentlich die Selbst- vcrsorger ihres Kreises aufgefordert, bei Hausschlachtungen ein gewisses Quantum Schmalz zugunsten der Cchvaerarbeiter in der Kriegsindustrie abzutreten. Dabei nniß es auffallen, wenn z. B. der Landrat des Kreises Schlawe in seinem Ans- ruf sagt:„Viele Familien bei uns haben unter der Biltterknappheit nicht zu leiden, da ihnen aus HauSschlacht nngen und aus der Schlachtung von Gänsen andere Fette als Ersatz zur Verfügung st ehe n. Sic können ihren Butterverbrauch leicht auch unter die zugelassene Verbrauchs- menge einschränken." Aehnlich wurde auch jüngst in der„Deutschen Tages- zeitung" zugestanden, daß die Ernährung aus deni platten Lande gegenüber der städtischen noch sehr reichlich sei; aller- dings würde dies damit begründet, daß der Landarbeiter weniger auf Barlohn als zunächst auf gute Verpflegung sähe, die er bei seiner angestrengten körperlichen Tätigkeit auch brauche. Letzteres»vollen wir nicht bestreiten, aber der Munitions- arbeitcr oder Bergmann kann für sich genau die gleiche Begründung geltend niacheu. Und wenn die„Deutsche Tages- zeitung" als weitere Entschuldigung der Landwirte anführt, daß von ihrem Ueberfluß gar vieles in die Städte an Ver- »vandtc usf.»vaudere, so können wir dies ganz und gar nicht gelten lassen. Denn gerade solche privaten Bevorzugungen von Personen, die es teilweise am wenigsten nötig hätten. bessere Beköstigung zu genießen, durchkreuzen die gerechte Ver- teilung der vorhandenen Vorräte auf das allerschwerstc. Hilfsdienst und Reichsschatzamt. Genosse Keil schreibt uns: Das Reichsschatzamt hat es für geboten erachtet, auf die Bemerkungen, die ich in einem Zeitungsaufsatz über seineu Anteil an den Vorbereitungen für das Gesetz über den Vater- ländischen Hilfsdienst gcniacht habe, in einer niit unwirksamen Kraftworten gespickten offiziösen Notiz zu antworten. Es hätte vollkommen genügt,»venu das Reichsschatzamt sich auf die Erklärung beschränkt hätte, daß es einen Einfluß zu dem von mir angedeuteten Zwecke nicht ausgeübt habe. Dann»väre lediglich die Tatsache übrig geblieben, daß ein Beamter des Rcichschatzamtes aus persön- lichem Uebercifer den Plan der gesetzlichen Dienstpflicht in engen Zusammenhang gebracht hat mit der nach seiner Auffassung dringend notwendigen Einschränkung der für Unterstützung beschränkt beschäftigter und arbeitsloser Arbeiter. Nicht Vermutungen, lvie der„Vortvärts" meint, sondern diese deutlich ausgesprochene Auffassung eines Beamten dcS Reichs- schatzamts und ferner die Tatsache, daß bis heute noch keine Genehmigung der Neichstagsbeschlüsse über die Erhöhung der Familicnunterstützung der Kriegsteilnehmer durch den Bundesrat vorliegt, bildeten die Unterlage für nieine Betrachtungen, die keine „niedrigen Unterstellungen", sondern die ernste Mahnung ent- hielten, gesetzliche Vorkehrungen dagegen zu treffen, daß die „vaterländische Hilfsdienstpflicht" zu unsozialen fiskalischen Nebenzwecken ausgenützt wird. Den Grundgedanken der Hilfs- dienstpflicht habe ich als richtig anerkannt. Auf Grund reicher, in den letzten Monaten gesamnielter Erfahrungen und ge- machter Beobachtungen hielt ich es aber für meine Pflicht, auf die Notwendigkeit der Gewährung ausreichender Mindestlöhne an die in andere Betriebe zu versetzenden und der Weiterreichuug genügender Unterstützungen an die auch künftig nicht verwendbaren Arbeitskräfte hinzuweisen. An dieser Auffassung gibt es übrigens in der sozialdemokratischen Fraktton keine Meinungsverschiedenheiten. Sie wollen einen andern— Chauffenr! Ter nationallibcrale Reichstagsabgeordncte Dr. Thomä hielt auf der nationalliberalcn Vertretervcrsammlung für die Rheinprovinz die übliche U-Boot-Pauke gegen die Reichsregicrung. Dabei bediente er sich folgender Wendungen: „Man hat den bekannten Vergleich aufgestellt, man müsse sich bei jedem Angriff auf den Reichskanzler vorstellen, daß man doch den Chauffeur, der das Fahrzeug lenkt, während des Krieges beim Fahren nicht stören dürfe. Gibt es aber einen Menschen im Saale, der, wenn er sieht, daß der Chauffeur falsch ge- fahren ist, sich nicht zu fragen erlaubt:„He, wohin fährst Du denn eigentlich?" sStürmiscber Beifall.) Neulich sagte mir ein Fortschritlsmann, der Rücktritt des Reichskanzlers käme einer verlorenen Schlacht gleich.(Große Heiterkeit.) Das ist ein Dogma ohne jede historische und sachliche Be° rechtigung.(Sehr richtig!)... Es muß auch er- laubt sein, einen anderen Kanzler zu wollen, wenn man das begründen kann. Und ich gehöre zu diesen Leuten.(Stürmischer Beifall.) Nach dem Protokoll nahmen die 170 nationalliberalcn Ver treter die ganze Rede»mit immer aufs neue einsetzendem, Minuten- langen Beifall" auf._ Das prcustische Tiätcngesetz wurde von dem Ausschuß des Abgeordnetenhauses in erster Lesung mehrfach abgeändert und gegen die Stimmen der Rechten angenommen. Die Konservativen fielen auch mit dem Antrag durch, die Neuregelung erst nach Friedensschluß in Kraft treten zu lassen. Sie hatten da» mit dem zartsinnigcn nnd taktvollen Hinweis begründet, es würde vielleicht nicht verstanden werden, daß man fich jetzt mit den Diäten beschäftige. Die Mehrheit erwiderte, daß es sich nicht um eine Befierstellung der Abgeordneten bandle und daß die Sicherung ihrer Anwesenheit gerade jetzt recht gut verstanden würde. Die Regierung teilte mit, daß auch dem Reichstag alsbald eine Borloge zugehen werde, die den Abgeordneten die freie Fahrt für die ganze Wahlperiode, nicht nur für die SeffionSdauer zu- billigt. Der Reichstag wird zu prüfen haben, ob dann nicht die Möglichkeit vergrößert wird, daß er statt nur vertagt zu werden, geschlossen wird, was bekanntlich alle im Gange befindlichen Arbeiten nichtig macht. Herr Helfferich hat ja grundsätzlich der Schließung den Vorzug vor der Vertagung gegeben. Das Volk wird anderer Meinung sein. Handelt eS sich doch um die Kontrolle der Regierung, die keine parlamentarische ist. Die Frage der dänisch-wesrindischen Insel». Der zur Unter« üchung der Frage des Verkaufs der dänisch-westindischen Inseln ein- gesetzte ReichstagSauSschutz hat seinen Bericht abgestattet. Die Majorität, bestebend aus Linken, Radikalen und Sozialdemokraten, beiürworlet die Annahme der Vorlage. Ein konservatives Mitglied befürwortet ebenfalls den Verlauf. Die sieben anderen konservaliven Mitglieder schlagen Verwerfung des Verkaufsvorschlages vor. Der Bcrkaufsvorschlag wird am 14. Dezember Gegenstand einer Abstimmung aller männlichen und weiblichen Wähler im ganzen Lande sein.(W. T. B.) Höchstpreise für Apscl- und Birncnwei». Noch einer Mitteilung der deutschen.Wein-Zeilung" ist für das ganze Reichsgebiets der Handel mit Apfel- und Birneutvein so lange verboien,� bis Höchst- preise sür Großhandel, Kleinhandel und für Ausschank festgesetzt sino. Groß-Serlin. Der„vorwärts� unö feine �efer. Der November geht zu Ende, auch er war einer der Kriegsmonate, der siebenundzwanzigste schon an der Zahl, aber doch auch wieder chi besonderer Monat. An seinem An- fang standen die großen ReichstagSdebattcn, die uns heftig bewegten nnd gegen sein Emde traten Heeresleitung und Re- gicrnng mit jenem überraschenden, umstürzenden Plan hervor, der zuerst ArbcitSzlvang, dann Zivildienst Pflicht ge- nannt»vurde nnd jetzt unter dem Namen des Vaterländisches Hilfsdienstes schon mitten drin ist, Gesetz zu»verde». Mehr als sonst seit Kriegsausbruch rücken innerpolitische Fragen und Arbeiterintercssen in den Vordergrund und zwingen auch die- jenigen zum Zcitunglcscn, die sonst erklärten, schon genug davon zu haben. Welches Blatt aber sollte die Arbeiter- Bevölkerung Groß-Berlins lesen,»venu nicht die Arbeiter- Zeitung, den„Vorivärts". Er hat der brennenden Frage dieser Tage, dem Hilfsdienst,»veit größeren Raum eingeräumt als sonst eine Zeitung, er»mißte es tun,»veil der Hilfsdienst jedermann zum Arbeiter machen wird, nnd»veil der„Vorwärts" dazu da ist, die Arbeiterintercssen zu vertreten. Ans eben diesem Grunde haben die Fragen der V o l k s e r n ä h r n n g in ihm stets die allergrößte Beachtung gesunden und endlich zeigen ge»visse Erörterungen der letzten Zeit deutlich genug,»vie cindrncks- voll die Stellungnahme des Arbciterblattcs zu K r i c g nnd Frieden fiir die gesamte Ocffcntlichkeit ist. Je stärker die Verbreitting, desto größer die Wirkung?- fähigkeit der Arbeiterpresse. Darum ist es die im eigensten Interesse unserer Leser liegende Pflicht, ihrem Blatt nnab- lässig- und in dieser schweren Zeii noch eifriger als zuvor— neue Leser zu»vcrbcn und selbst ihrem Blatt die Treue zu halten. Ein Zeitnngsbetrieb ist nicht bis in seine äußersten Aus- strahlungen Maschine, Unregelmäßigkeiten in der für die Arbeitcr, Arbeiterinnen und Angestellten besonders wichtigen Frühzustellung sind nicht völlig zu vermeiden; aber jeder Mitteilung hierüber an die Expedition wird sogleich die Abhilfe folgen, ebenso wie wenn ihr gemeldet wird, daß in irgend einer ZeitungsverkaufSstellc der„Vorwärts" etwa nicht vor- rütig»väre. DaS Arbeiterblatt steht zu seinen Lesern nicht in einem Gcschäftsvcrhältnis, das Band der Gesinnung nnd der Freund- schaft umschließt sie. Darum werden, deß sind»vir gewiß, nicht nur die Aboimenten zum Monatswechscl ihr Abonnement erneuern, sondern auch jeder einzelne in seinem Wirkungskreise, an der Arbeitsstätte»vie in seinem privaten Verkehr, dazu beitragen, daß dem O r g a n der Arbeiterschaft auch die ihm gebührende Ver- brcitung werde, daß der„Vorwärts", das„Berliner Volksblatt", auch das Blatt des Volkes von Berlin fei. Cin Parteiveteran. Das siebzig st e Lebensjahr vollendet am 26. No- vcinber unser Genosse Ferdinand Ewald, Stadtvcrord- neter in Berlin und Rcichstagsabgeordneter für Jüterbog- Zauch-Belzig. Ferdinand Eivald ist ein Berliner Kind, das im Stadtteil Gesundbrunnen aufwuchs. Er erlernte das Ver- golderhandwcrk, das damals so wenig»vie heute einen „goldenen Boden" hatte. Nach dem Krieg 1870/71, den er mitmachte, schloß sich Elvald der Arbciterbelvcgnng an. Unter dem Sozialistengesetz stand er seinen Mann im Dienste der sozialde»nokrattschcn Partei, furcht- los allen Gefahren trotzend. Als in Berlin der Hofpredigcr Stöcker den Arbeiterfang versuchte, trat Ewald ihm in öffentlicher Versammlung entgegen. Manchmal ging es dabei so stürmisch zu, daß der unerschrockene Redner froh sein konnte, seine Knochen noch gesund heimbringen zu dürfen. Im Jahre 1881 übernahm Elvald beim„Berliner Volksblatt", das damals in Berlin gegründet wurde, die Leitung der Expedition. Zu den ersten sozialdemokratischen Stadtverordneten, die im Januar 1881 in das Rathaus der Rcichshauptstadt einzogen, gehörte auch Ferdinand Ewald. Lange durste er aber das Stadtvcrordnctenamt nicht ausüben; denn Ende 1881 ereilte ihn daS Schicksal, aus Berlin auSgelviesen zu»Verden— in Anerkennung seiner Verdienste um die sozialdemokratische Partei. Längst»var er der polt- tischen Polizei bekannt als ein Mann, der sich der Partei- agitation mit Eifer und Erfolg»vidmeic. Dabei blieben ihm Haussuchungen, Verhaftungen, Anklagen—»vie so vielen, die für die Partei»virkten— nicht erspart. Die Aiislvcisnng traf ihn am 13. Dezember 1881: innerhalb drei(!) Stunden sollte er Berlin verlassen. Elvald»var Familienvater, der vier Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren zu versorgen hatte. Er ließ sich in Brandenburg a. H. nieder und eröffnete ein kleines Zigarrengeschäft, um für sich und die Seinen den Lebensunterhalt erwerben zu können. Selbstverständlich arbeitete er auch dort Pflicht- treu und unermüdlich»veiter für die Partei. Noch unter dem Sozialistengesetz übernahm er die„Brandenburger Zeitung" und stellte sie als Verleger und Redakteur in den Dienst der Arbeiterklasse. Im Jahre 1895 siedelte Ferdinand Ewald wieder nach Berlin über, um hier eine Schankwirtschast zu eröffnen. Zum zweitenmal»vurde er im Jahre 1900 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, damals in. einem Bezirk von Moabit, den er später mit einem Bezirk der Tempelhofer Vorstadt vertauschte. Das Jahr 1911 brachte ihm die Wahl zum Reichstagsabgeordneten für Jüterbog-Zauch- Belzig,>vo in einer Nachivahl die Sozialdemokratie siegte. Weit über Berlin hinaus»vcrdcn die Parteigenossen dem Siebzigjährigen, der jetzt in die Reihen der„Alten" einrückt, heute die h c r z l i ch st c n G l ü ck»v ü n s ch c darbringen. Ter Totensonntag wird heute zum hundertsten Male begangen. Die Feier wurde 18t« zur Erinnerung an die in den letzten Kriegen gegen Napoleon I. Gefallenen eingeführt. Die Hundertsie Wiederkehr des Tages fällt trtfffn f« Mc fiircfüBnrfJcn SdiTncEfcrt. Ten meisten Toten dieser Seit lönncn die i'lnqchvtigen kein Zeickien des Gedenkens cuits Grab leflen. Fast jeder Taq in diesen zweiSrnvieriel Jahren war filr viele Renschen in Europa ein Taz der bittersten Trnner. iLtraftetlbahnverteuerung auch noch? Berlin mar bis zum Weltkriege stolz darauf, die billigste Well- siadt zn sein. Wie es damit auf dein Gebiete der Lebensmittel sieht, ist seht ichlveb zn sagen; mag sein, dag sie anderswo noch teurer sind— uns dtltdeit die Preise längst geiade genug und noch eiklerkliai darüber. Aber unsere Äerlehrsminel haben bis jetzt daran festgehalten, dntch billige Tarife dem Erwerbsleben zu dienen und das Draugenivohiteti zu ermöglichen. Die Perteueruitg der OntiiibnsstreckeN fällt Nickt zn sehr ins Gelvicht, denn die Aniobusse sind ja verjchwnndeii und haben mir. uni das Gesicht zu wahren, eine einzige Linie noch im PctiieD gelassen, deren selten genug daber- braiiiende Wagen gerade noch die Erinnerung an dieses vorher fast tnienibelniiche tascke Petkebrsmitiel wach halten. lind die Pferde- vmlübnsse waren sowieso schon imiiier cm Fuhrwerk für die atmen Leute, die Seit haben.(Tie reichen irettic, von denen man denkt, dag sie am meisten Zeit haben, sausten im Auto vorbei.) Aber die Stadt- und Ringbabn, die Hoch- und Untergrundbahn und die Eick! tische blieben bei threii gewohtiteti Sätzen; die Hochbäh» wurde sogar mitten in der Preislletterei, die schon die letzten Jahre vor dein Krieg erfüllt hat, billiger. Und tum will matt ntis die Elektrische ücticacrtt, nun, wo der Stigverketw auf der Stadt- und Ringbahn cingeschränlt ist, und jetzt, wo uns der Hu sc dienst bevorsteht, der uns Ivohl bald zwingen wird, wieder andere tägliche Wege zur Slcücit und nach Haufe zunick- znlcgen. tuas in dieser Riesenstadt nur im Massctivetkihrttniitel möglich ist. Ter Mangel einer Aord-Snd-Siadtbahiilinie, der weite KrciS der Ringbalnt, die Gtötze der von ihr und der Stadtbahn nicht berührte» Staditeile gibt der Sirastetibah» in Grosz-Berlin »ittc ungeheure Bedeutung; tvar eö schon traurig genug, dag dieser Verkehr zu privatttti Getvimt betrieben winde, tvie sollte da erst eine Preistreiberei einsetzen dürfen! Selbst wenn bei den» Iehn- pteiutiglarts der Betrieb nicht mehr rentierte— tut, dann soll er eben nicht rentieren, was geben uns bei diesen Sorgen denn die Dividenden der Stragenbabnaktionäte an? Bittere Bett ach tnügeu sittd es, zu deiteti man durch das Gespenst der Ttttaszenbalmvertenernnz bei der Beuntzmtg der Elektrischen angeregt wird. Tie Wagen rütteln und stoheit, das; man sich stets— nicht mir in den Kurven, die die Leute von den Platttormeit zu Wersen drohe»— Irampshast sesthnilen nUts;: alle die Liuieu, die sich vom 1ä- auf den 7'/,- Rftnuteuverkeht er galt zeit sollen, fahren fast anSnahmslos riiimitlelbar h i il t e r e i n a N d e r, so dag erst mal alle hintereinander rmd dann um so länger gar keine kommt. Wenn aber, dann ist sie- womöglich schon ußcrfnÖt oder buch so voll, das, man in der widerwärtigsten Stinalion die Fahrt mitmachen«ms;.(Das gilt natütlich nur für die Hanptver- kebtSsinnden, aber in den übrigen brauchen die meisten Berlutct die Bahn nicht.) Daiür, das; das Pnbliiunt all diese Annehnilichleiien rnhig er- trägt, soll es jetzt noch ntit einer Berlettentttg der Faht preise besiiaft werbet!. Das fehlte grabe noch. Man nennt den Swctkvetband in miangeuehmer Letbiudung mit diesen Plänen. Es ijt das so ziemlich zum eisleu Male, das; vom Swetkvetbaud in der Llllgrineinhett die Rede i>t, und man ivitd nun an die Besürchltnigen gemahnt, die bei der Etlichlung dieses Ge- bildcs von den Berliner Äbgeoidnelen geäns.etl, aber iut Landtag und bei der Regierung wirluitgsloS verhallt sind. D w Regi-rung tüte gut. der ernsten BcnNrlihignng vorztibeugen durch die EtlKumig, das; von einer Sirageubahnverttuernng in dieser jsett der Rot nicht die lllede seitl kann. Will sie die Tinge gehen lassen, wie sie mögen? Wir meinen, die Siainnuitg Bctlins tjl weder sür den Slo.at uech für das Reich gleichgültig. lhtsa-c �ahliingSinitlo?. In neuerer Seit ist ein cmvsindlicher Mangel an kleinen Sahlllngsinitteln hervorgetrcrrn. Tie Reick: siuanzverwa'.umg war bisher schon bemüht, dem Unier den EinioirktmacU des Krieges ge- wachsencn Bedürfnissen nach diese» S�hlllitgSmilteln gerecht zu werde». So find seit Beginn des Krieges rund vö Millionen Ein- markstiieke. lil.7 Millionen Mark �»Markstücke geprägt worden. Unter Abrechnniig der wieder- eingezogenen Stücke bezifseni sich ins- gesamt die Eimnartstücke ans rund LUV, 3 Millionen Mark(geget! ">U',U Millionen Marl Ende Jnni 1014), die'/..-Rtarkstücke ans tÄi8 Millionen Mark(gegen Oä.ll Millionen Mark Ende Jnni 4914), Ferner sind an? Eisen an Sdlmpseniiigsiilcken 10,107 Millionen Mark ttttb an Fnnsvfennigstücken 0,907 Millionen Mark hergestellt worden. In der Vergangenen Woche ctsi Hai der Bundesrat der weiteren Ansvrägnng von 10 Millionen Mark in Sehnpsemiigsiückeu und fl Millionen Mark in Füufpseiiiiigstülken zugestiimnt. Anster diesen Prägititgen ist eine beitächtiiche Ausgabe an Tnrlehns lassen sckiei neu zu einer Mark erfolgt. Weitet sollen Einpfennigstücke in Alunnniuin atlögevtägt i verden. Ter im Volkslvirtscha.flltchen. Jltlercsie zn bellagevde Mangel an Sahlungsmitieln beruht zu einem u'esentlichen Teile ans H e m m n n- gen! in HR ii it z» m laus. Es ist deshalb von grvgicr Wichtigkeit, das; alle Poikstteise daraus bedacht sind, Münzen nicht über das unbedingt notwendige Misz hinaus zurückzuhalten, sondern möglichst bald ivieder in den Petkehr zn bringen, damit der Münz- umlouf eine Beschleunigung erfährt, die eine bessere Ausnutzung für den Sahlrmg-'vetlehr ermöglicht. Dies gilt namentlich auch für die SiibetNtüuzen. die Vach starken AuSpräguitgen(19,50 M. für den Kopf der Bevöllermig) weit zahlreicher in llmlans austreten inügten. Gerade die gröhien Siibermünzen werden dem ZahluNgsverkeKr an- scheinend in tveiterem Ilmiang vvreUldalleu. Auch hier treten als llmlaufrinittel noch die Tatlehnskafleiischeine von 2 ißt. und 5 M. hoizu,____ Naubtieriuftintt. Ter Krieg bat man check Grohslädler zum Kleintierzüchter ge- macht und besonders Herrn BreitcnbachS Mannen scheinru sür die altpreuszische Eigenart ihres KoalitlonSrechteS Ersatz bei— den Hühnern zu suchen, denen der Pflanzenwuchs der Ringvahndämme etn kümmerliches Paradies vortäuschen muh. Steigen da zwei solche Hühner würdevoll und behaglich ans der schicscn Ebene herum und picken ab und zu in den Boden, der ja nach dem Regen der lctzlen Tage eigentlich zur üiesnmig köstlicher Regenwürmer verpflichtet wüte. Oben aber erscheint plötzlich eine schwarze Katze. Ganz grün leuchten die sonst kaum sichtbaren Augen Und immer näher schleicht sie au das Federvieh heran. Spielte dicie spannende Szene aus einer englischen liailrv-rzt-swtton, so ständen sicherlich schon Weiten auf dem Ausgang des Swischetf falls; hier aber werben nur flüsternd die Aussichten dc-5 Attentats crivogen. Und richtig— jetzt tut das Tier einen rechten heim- tückischen Katzensprung, roir an den Hahn. Der merkt endlich die Gefahr und reiht schreiend aus. Noch einmal setzt die Katze krumm- rück ig und glühäugig zum Sprunge an. che sich die beiden Hühner hinter einen alten lückenhaften Zaun in vermeintlich sichere Deckung begeben. Jetzt sitzt sie säst unsichtbar hinter einem wilden Strauch. Was weiter geschah, kann nicht gemeldet werden, denn der Zug kam und entführte das Publikum. Hoffen wir, dah dem Hühnerzüchter nicht schließlich auf Anfrage nach seinem Bichstaud die berühmte schlcsijchc Autwort wurde t.De Kitsche houl se geftasj'tr." Es gibt Veistickuntgcn.. die auch in artigen Hauskatz-g die aste Nassenwild- hei! neu entfachen._ öiened Laubenland. Ein Ftcuud der Sache schreibt uns: Tie Nachträge nach Gatten, Saubenland usw., ist andauernd sehr groß und wird ziveiiello-s mit der Erkenntnis des Wertes eines gnigdpflegten Stückes Erde noch mehr Eingang finden. Die siädllsche Vertvalinng der Siadtgnier Berlins hat mm anch im Süden von Berlin, unmittelbar a nr Bahnhof Teltow, auf dem zur ÄUtsverwaltinig Osdorf gehörigen Gut Heinersdotf Kleingärten angelegt. Werseinen Kohl lind seine Kartoffeln selbst bauen Ivill. Interesse an der Znch! von Kaninchen. Hühnetn usw. findet und Lust und Zeit-nr Be- lätigung in sriicher Luit bat, der wende sich an die Guts- Verwaltung HeinerSVort. Dort fiitdct er iachversländige Untersititzling. In den nächsten Monaten können die Gärten ein- gerichtet, Lauben erbaut und eingezäunt iverden. Im Frühjahr beginnt dann das Bergnügen und der Segen der gesunscn Be- jchästigtntg. im Sommer und Herbst die Ernte. Nachluittagsvorträge und Füufnhvtces. Das P o l i z e rp r ä s i d i n in tritt mit: 1. Gesängs- und deklamatorische Borträg? in Eafös, Nestanrants und in Lokalen, die eine Erlanbnts aus§ 00 a. R.G.Q. besitzen, sind an den Nach- miüagcn Jus 7 llljr abends verboten. 2. Sofern in diesen Sin- schallen nicht jeder Verlehr von Dirnen und An gehörigen der H a l b w e l t ausgesckojietl ist, gilt das Verbot nuck' sür In- slrinnentaintniik. H. Jede Anliindigung il! der Zeitung ooer on den Winsckasieii von Füntuhtiees,-Kniös oder Konzerten in den Fällen zn 1 und 2 ist verboten. 4, � Für Wohllätigkeitsveranstaitungen gelten dieie Verbote nicht, sofern entweder Vcransial'.nngen der KriegStvohliahrtSpflege in Frage kommet!, die auf Gtvnd der BnitdeSratsverordnung vom 22. Juli 1915 genehmigt sind oder vom Polizeipräsidiinn die Erlaubnis anSdrückltch erteilt ivorden ist. Eierversorgnng. Au? dem Rathause lvird uns geschrieben: Die befürchtete weitere Beschrüukung der Eierversorgung hat,>vie uuS mitgeteilt wird, einstweilen noch scrngchalten lverdcii lonnen. ES ist den Be- niühüNgcU de? Magistrat gelangen, trotz der vermchneit Schwierig- keilen in der Eierzttstthr und des säst gänzlichen Auihörens der inländischen Eierer zeugmig, sür dte Stadt Berlin einen solchen Vortat zu sichern, dah sür die nächsten beiden Wochen wiederum ein Ei auf jeden Einlvohner gewährt werdett kann, Ob dies Nun auck nach Ablauf dieser Zeit möglich sein wird, dürste zu beziveiftlu sein, da eine weitere Ericknvettmg der Zuiuhren ivohl betürchter iverden muß. Dazu koinnit, das; erst von Ansang Februar ab eine erhöhte In- laudöprodultioii insolge der vetmehrteli Legctätigkeit der Hühner begimieu wird. Die Anssichteu lvürdett sich voransstchllich erst dann wieder günsliger gestalten. Wir dürfen hoffen, dah die Eier- versorgtingSschtviertgleiteit, die übrigens auch ick FriedenSzeiten in jetziger Jahreszeit sich immer bemerlbar gemacht haben, nach einiger Zeil überwunden werde». Stacktilchcr Zwang in der Landwirtschaft. Ist durch staatlichcit Zwang eine wesentliche Erhöhung der landwirrschnftlichen Erzeugung zu erreichen? Diese Frage ist von vielen verneint worden. Wir werden demgegenüber gebeten, darauf hinzlnveiseii, das; auch in der Landwirtschaft durch Ztvang schon sehr viel erreicht worden ist. Man braucht nur an die Wegeverbesseningen, Gräben- und Flnffregu- liertingeii, an die Tätigkeit der Teichvcrbande, an die Bildung von Fetterwehrc». Waisergenoffenschaften, an die Körordining und andere auf Zwang beruhende segensreich wirkende Ein- richtnnge» zn denken. ArbeltSgemeinschaften ivürden zwcifel- loS beute ntt gemein erfolgreich wirken können, tvenn sie überall errichtet, die Erzeugung überwachen und int tztotfall selbst in die Hand nehmen ivürden. Ohne Zwang dürfte eck aber kaum gehen. Tüchtige Personen zur Leitung solcher kommunalen Arbeitsgemeinschaften gibt es noch genug. Man sollte schnell einen Versuch machen, dann würde tuan sehr bald zn der Ein- ficht kommen, das;. waS in Polen, Belgion und Nordfrankrcich mit Hilfe des Militärs möglich war. hier hinter der Front in der gesicherten Heimat nicht unmöglich ist. Siebeu Pfund Kartoffeln. In der Woche vom 2». November biS 3. Dezember dürfen auf jeden der Abschnitte Ol der Kärtoffel- larie ein Pfund, zusammen also höchstens sieben Pfund Kartoffeln abgegeben und entnommen werden. llmle»lui>a der Slrasienbahnliiiie 41. Wegen Bauarbeiten der Sckniellbahit Olefniidbrnnnen— Neulölln muh von morgen ab die Linie 11 der Grohett Berliner Straßenbahn zwischen Oraitienbnicke und Prinzensirahe anstatt durch die Drcsdntcr Straße in beiden lliichtungcn über den Moritzplatz berkehren. Von einem Strastenbahnwagcn angefahren nnd gctiitrt wurde gestern nachmittag der 48 Jahre alte Arbeiter Karl Bartrow aus der Fidicinstrasze 29. Er besuchte seinen Schivager in der Fasanen- straße 12. Kaum hatte er den Heimweg angetreten, als er von einem Etrasjcnbahnwagcri mitgefahren und so wuchtig zu Boden geschleudert wurde, daß er besinnungslos liegen blieb. Ter Vor- ungliictte. starb nach kurzer Zeit. Die Leiche wurde nach der Halle in Schmargendorf gebracht. Ehrzwist hat den 29 Jahre alten Stoffpresser Karl Kufchel aus der Dirschauer Straße 10 in den Tod getrieben. Der junge Mann ievie von seiner Frau getrennt für sich allein. Gestern nachmittag wurden Hausgenossen durch einen starken Gasgeruch auf seine Woh- ming aufmerksam. Sie ließen öffnen und fanden ihn tot im Bette liegen. Kuschel hatte den Verschluß der Gasleitung, die in seiner Stube liegt an der Decke geöffuct. Die Beschaffung von Drptrln. Die Trockenkartoffel- Ver- wertmtgS-Geiellschajt m. b. H. sTcka) teilt mit, daß die Bersvrgnng mit Dextrin in Zukmtit folgendermaßen geregelt wird: Der Verbraucher hat sich unmittelbar— oder soweit er bisher die Be- lieserung mit Kartoffeistärkemehl durch Verminchmg enter besonderen Stelle(Berteilunosstelle. Äerufsorganisation) beantragt hat, drnch diese— von der Tela Bezugscheine zn beschaffen. Ans Grund derselben kann er die zugeteilte Menge Dextrin cnilvedcr direkt von einer Fabrik oder durch Bermittelung eine« Händlers be- ziehen. Eine Betteuerung für den Äerbraucher tritt beim Bezüge durch Händler nicht ein.___ Ein Fuhrwerk mit Ladung gestohlen. Ein Kutscher der bahn- amtlichen Siollsnhrgeselljchaft Ostbahn hatte große Mollsnhren au verschiedene Empsänger im Norden abzufahren. Während er vor dem Grundstück Müllerstraße 89 hielt und eine Ätsle abtrug, be- mächtigtcii sich Diebe seines Wagens und vcrichwandc» damit. Der Wagen war mit zwei kleine» Pferden bejpamtl. einem Fnch« und einem Schwarzen. Die Ladung bestand auS zehn Sack Kartoffel», einer Kiste Tafelapfel, eluenr Faß und einer Kiste Tabak, einer Kiste Kleider und zwet Kisten Reklamesachen. Da? gestohlene Gm ist einschließlich de« Wagen« nnd der Pferde 00 999 M. wert. Im Zoologischen Garleu smdei an diesem Soimiag von 4 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends Konzert statt, dessen Programm der ernsten Bedeutung des TcgcS entspricht. Eintritt 50 Pf., Kinder unter zehn Jahren die Hälfte, ebenso für da« Agnarutm, daS von 0 Uhr morgens bis L Uhr abends geöffnet ist. Mus öen Gemeinden. Sieglitz. In der E e»t e i n d c v e r t r e t e r s i tz u n g berichlcte Schöffe Joche in über die Lebensmittelversorgung. Die Brot-, Mehl- und Fleischversvrgung unserer Gemeinde habe im allgemeinen .geklappt'. Durch Deschaffung von Gänsen, Hühnern. Wild und Flußfischen sei ein kleiner Zuschuß zur Ernährung geliefert worden. Tie Beschaffung von Kartoffeln habe jedoch, ohne Schuld der Gemeindeverwaltung, leider nicht in dem ge- wünschten Maße erfolgen können, so daß die für die Winter- monrne geplante Borveriorgimg nickt ausgeführt werden konnte. Durck neuerlichen Erwerb eine? Postens kondensierter Milch und Trockenmilch sei es möglich, demnächst auch größeren Kindern nnd allen Personen Milch zu verabfolgen. Reben Grieß, Graupen, Haferflocken nnd Teigwaren würden in den näcksten Tagen Puff- bohneu zur Verteilung kommen. Bisher seien 40 Waggons Gemiiie, 10 Waggons Pflaumen und lö Waggon? Aepfel abgesetzt worden, daneben Sauerkraut, Heringe, Karpfen, Makrelen usw. Die Ver» waltnng und der LebenSmittelansschnß. der übrigens durch vier Herren an? der Bürgerschaft verslürlt worden sei, feien unausgesetzt bemüht, in den Grenzen der Möglichkeit Lelv»?- mittet heranzuschaffen nnd noch immer in der Ogamsation i>er Vetteilvng sich berauSslellende Mängel zu beseitigen und früher ze- machte Fehler zu vermeiden. In der Aussprache wurde u. a von A ß m a n n sSoz.) gewünscht, daß Schöffe Jockeln von anderen Arbeiten entlastet werde, damit er sick ganz der Lebensmitlelversorgnng widmen lönne, da noch nicht alle» so„llappe*. wie e? wünschenswert sei. Auch solle den in dm verschiedenen Kömniiisionen läiigen Angestellten endlich einmal nach» drücklich llargemocht werden, daß sie die Bürgerschaft höflich zu be» handeln hätten. Ter Bürgermeister tagte Abhilfe zu. Für BetriebSverbesseruiigen im Elektrizitätswerk wurden 40090 Mark bereitgestellt, für Weihnachtsgaben an Krieger 5000 M.. an Arme 6090 Rl. und zur Beschaffung von Kohlen sür Kdegersamilieit 3000 M. bewilligt. Der Kriegskredi! von 0 Millionen Mark ist aus» gebraucht und es wurden Weiler« 2 Millionen bereiigestelli. Tie haiipisäcklichsten Ausgabeposten waren t Mietsiinterstiiynng 1 000000 M.. Einquartierung 210 000 M, Hilfslräsie 900 000 M.. Arbeitslosen» Unterstützung 53 000 M. und Faniilienunterstützung 100 090 M. Weißensee. Nackdem vor Jahresfrist die Gemeindevertretung e? ablehnte, die Polizciverordinmg so zu ändern, daß die Hans- besitzer ihre Häuser schon um 9 Uhr schließen können, um die Treppenbeleuckimig zu sparen, haben in diesetn Jahre die Hausbesitzer durck ihre VereinSorganiialionen den Beschluß gefaßt, eigen- mächtig vorzugeben und diesen Beschluß vom 1. November ab auch durchgeführt, ohne in den meisten Fällen sich ntil den Mietern irtä Einvernehmen zu setzen. Da? gab in der letzten Gemeinde- Vertreter sitz ung dem Genossen Taub mann außerhalb der Tagesordnung Beranlassnng zur Kritik, wa« natürlich einen Sturm der Eiitrüstmig bei den Hansbcstyerkollcgen hervorrief. Schöffe Meines wollte NIM in dieser Sitzung den Neunuhr-Hätster» schliiß zum Gesetz erScDen, mußte sich aber von innerem Genossen belehre» lassen, daß die Angelegenheit nicht auf der Tagesordnung steht und nach der Landgemcindrordnung die Gemeindevertretung als AmiSatisichuß citifacnnen werden muß, wenn diese Aendcrnngon einer Polizeiverordnung vornehmen will. Inzwischen hat in der „Weißeitseer Zeitung* eine Hetze gegen Tatibntann eingesetzt, weil dieser den Amisvorsteber anssorderte, mit aller Strenge gegen die Hausbesitzer vorzugeben. In der nächsten Sitzung wird die An« gelegenbeit nochmals beraten und man lann gespannt sein, ob die Mehrheit solche Krähwinkeleien miimachen Will. Renkollit. Die Stadt Neukölln bat einen größeren Posten Marmelade sür die schwerarbeitende und minderbemittelte BeVölle- ruiig sowie weitere 954 Zentner Einmachezucker erhalten. Den Zucker will die Stadt iiide? nicht zur Vertctltmq bringen, sondern zur Herstellung von Kunsthoiiig unter Betücksichtigung aller Ein- wohner verwenden. Mit dem Berkant wird bereits in dieser Woche in den städtischen Verlanfsstellen aus Grund der HanShaltungSiaiten Serie I begonnen werden. Der Preis ist auf 50 Pf. für das Pfund festgesetzt. Die Stadt bat ferner den Ankauf größerer Mengen Oiemüsekonserben beschlossen. Alt Kohlrüben ist für die Neuköllner Einwohuerschafe ein Bedarf von 450 000 Zentnern angemeldet worden.— Mir der Einlageritna von Kartoffeln für den Klvinverkaus und die städllsckcn Volksküchen soll jetzt■ begonnen werden, nachdem bereits 50 000 Zenim? auf dem Lager- platz am Gleisdreieck untergebracht sind. Hinsichtlich der Ersatz- gewähmng verloren gegangener LebenSmilleltarten soll eine Regelimg dabin erfolgen, daß Brot- und Karioffelkarteii wie bisher von den Brotkommiffionen nach eigenem Ermessen ersetzt, daß dagegen An- Iräge für alle übrigen Karten in einer Sammelstelle im RalhanS erledigt werden. Eine besondere Broltommission soll für Urlauber eingerichtet und diese nnier militärische Beivachmig gestellt werden. — INI Interesse der Etnheiiiickkeit wird die Ausgabe der Brot-, Fell-, Fleisch-, Eier- und Milchkatlen in Zuknnfi monatlich etfoigeit. — Den Besucher» der MittelstaiidMüchen und den dort ehrenamilich tätigen Personen ist der Genuß von allohvlhaltigcu Getränken unter- sagt. Potsdam. Ein früherer Potsdamer Hausdiener, der sich auf da§ einttäglichere Geschäft de« heimlichen BullerhandelS geworfen hatte, wurde nach seiner Ankunft mir dem Brandenburger Zuge in Potsdam festgenommen. Mit vier der in Glanzleder gehüllten Kisten bestieg er die Straßenbahn. An der Kaiicrbrücke lud er seine Fracht ab, aber ein bereits mifmertsnin acmachter Schutzmann hielt ihn fest. Bei der Durchsuchung der Kisten fand man 199 Pfund Butter, die der heimliche Händler cingesuhrt hatte. Mus aller Welt. Schisssiinglücke. Die Kristianiaer Bark„Minde* ist am Montag insolge Sturmes nahe der englischen Küste unter- gegangen. Sieben Mann, darunler der Kapitäii, sind ertrunken, ieck? geretiei. Die Bark war mit Holz von Kragerü abgegangen. Lloyds meldet, daß der holländische Dampfer Eibergen* <4751 Bnittoregisterionnen) bei Rofario aufgelaufen ist. Ferner sind laut„Petit Pannen" die Schaluppe„Notre Dame de £ o u t d c 5" und die Goelette„Anna" iiifolge von Fahrlässigkeit ihrer Kapitäne nnleitgegängtii, der Dampfer„ P r e s i d c n t e Larra" au? Montevideo bei Saint Nvyan und da? Paketboot Lorrain c* an« Havtc auf der Seine bei Jle Eorday ge- strandet. Grdbchrn in Pntavia. Amsterdam. 25. November.(U. T.) Einem hiesigen Blaue wird ans Weltevreden gemeldet: In der Nacht vom Donnerstag wurden in Balavia drei heftige Erdstöße wahrgenoinmeii. Die Einwohner flüchteten aus ihren Häusern. ES wurde jedoch kein Schaden angerichtet. Man kam mit dem Schrecken davon. Ans Mitteilungen des Observatoriums ging hervor, daß der Vulkan Gcdeh in Tätigkeit ist.r. x.— Mlllnwch: Cptcl- nlieiid. Änsung 8 Uhr.— Lonntag, U Dezember i Vesichltguni, des Mntenni?!ür Bdrg« und Hütlcnbau..!k!-!Ul. 1. Die Frage ist letzthin gerichtlich zugunsten des Wirtes enltckiedcii. Gegen das Urteil isl B-rnsuag cnigciegl, die letzt, nslnnzlichc Entscheidung ticgt noch nicht bor.— P. 5t. L4. l. Ein beilimmler Vc. trag iil dliii r nicht anzugehen, n. Ein- BeichrinigitUg darüber, dag die ' I SJKcJ.<1....... Training at-geilteibet in.— 5«. ltsj. 1. Unh Die Vcttimttitmg.nl darüber trifft die MlIUnihebLrde.. a.?fr!n. 5. M, wenn ßc Noch b';nrt Tiupjci.ltll aNgcdSreii.— Zt. B. Mirdcstcmpct. Ei» Mictsffcmpcl wiid eril bei einer AahteSmielc hon über y.» M. erhoben, Tie haben deSbalb leinen MiclSfteinpel zu zahlen.— F.<1. Die Mutter des Kindes und dessen Vorntnnd sowie der Tticivnlter nitiijelt beinl TtäiideSatiil. hei dein die Gebint des Kindes cingcleaoen Iii, eine ZiiftiinmutiqSerttänma zur NanienSttlideriing abgeben.— WZ. He. Für h'eder Vrilehcir Höchst- breiic, auch die Zreidnnncn jaltcn darunter.— Küstriu 2. Der Bc» tresseiidc ist Mitilärbcauttcr und bat iniscreS Wissens überhaupt teincn miltlärlschen Rang.— K. W. G. ltt«. I. Tie Ausstellung ist am ztvcitcn Aeibnachtösciertag Nicht geössnet..Tbr Bestich vcrlolint sich jetzt mich nicht, da die MislellmtA zuin Teil ausMöst isl, 2. Darüber tönnr.l wir hier leine Ängaben»wcheit,— ZA. W. l«. Ja. — Ä?i. F. Ii. Foiliiveränderungett der Brust; laudsturuipflichtig.— «rlix. UrtscreS Erachtens sind Sic zur üiückzahlurig der Unterstützung nicht verbflichlct, da nach elner Vcrfügiiüg de? Ministers de? Innern die Uiitcritützrilig noch auf die Dauer eines Haiden Monats nach der Enltaisnng gezahlt werden soll, Tcmnach müssen Ste sogar noch'.'lutpruch aus dsc Untcrslützung bis zuin 15. Dezember bnben. Weitdcn Sie sich eventt. mit riticr Bcschtvcrde au dm KreiSauSschug des.Kreise-Z Teltow in Berlin. Pttloi tastr. 17/18.— 57. o'- IS3.>. Eine eigentliche ottive Dienstzeit tan» süc Sie nicht mebr in Frage lommeu. Wann aber Ihre Entlassting ans dem MUUärverbalitnb ersolgl, lörmeu wir nicht angeben; die Eni- iassttng der Mannschasten liegt in der KonNiraridoMvalt des Kaisers. 2. D» der Vcrting vor dein Notar geschlossen werden tnüß, erhalten Sic dort auch alle näheren Nitgnbr». 2. Dein Vater in ätzte nach unserer An- sicht das PachUand gelasirn werden; wenacn Sie sich cvciitl. an die Gcwerltchaslstoitnnffsiou Berlin. Etigcluscr 15.— ktz. jz. 42. 1. Sin den Magistrat. 2. Die Voltrente beträgt.540 M. jädrltch, eine Zulage wird nicht gewählt.— itz. 30. Sic sind vcisichcrtiugSPilichltg und deshalb inuti die Dame, bei der Sie in Diensten itcocu, ein Trittrt der Kraukenkassen- bcitiägc zahlett.— I. ZV. 50. Tie Jnoattdeliverlicherung ist zu tciiicriet Zahlung verpjlichtct.— M. L. ttv. ScchS Wochen lang. Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee TvettornuZsichton für das mtltlcrc Norddeutschiand hl? Montag mtttng. Ziemlich mild, im Südosten vlclsach beiler. In den anderen Gegenden übenviegend bewvltt mit leichten Regensällen. Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee CfIäS" Pox%dU[axi Steingut Tafet«, Kaffeegeschirre Ockinecke» Dekor Küffssservice Tafslservics LpeiseteScr.............. 30 Pf. NbendbrotteZleL........ 40, 45 Pf. Kzmpottellc«:............. 28 Pf. Terrinen............ 4.25, 5.50 Kartoffelschiifles»........... 3.50 Tunkenschtisseln........... 1.60 Kompottiere»........ 05 Pf., 1.95 Vratenxkattcn...... 1.40 bis 5.50 Kafleekannen.. 85 Pf., 1.00 bis 1.7/1 Teekannen....... 1.85, 1.55, 1.85 Sieker.......... 30, 35 bis 80 Pf. Zuekerdofen........ 60, 70, 00 Pf, Tassen.................. 35 Pf. Wafchqarniiursn Gnom 4tcillg............ 2.50 Ve!«ra Sttilig............ 4.75 Koblenz Stciiig............ 7.50 Köln öicitig............ 8.75 preßglasgar�iiur„Juno" Komvottfchalen eingez, 12, 15 bis 68 Pf. Kompattcller............. 10 Pf. KLseglocken..............«0 Pf. Butterdosen........,..... 28 Pf. Sturzflaschen Regina....... 38 Pf. Stangenvasen....... CO, 70, 80 Pf. 5 teilig____ 9 teilig.... 16 tcilig.... ..... 2,.>0, 3..)0 2.05, 4.50, 6.75 .... 8.75, 10.75 LZ teilig................ 18.75 KO teilig»litmassivPolicrgoid-Hcnkrl 68.00 80 teilig mit nmssio Poliergold-Hcnkel 125.00 Besonders prei-wert Milchtöpfe bunt............ 92 Pf. Obstteller bunt....... 18, 22, 35 Pf. Satz Töpse 6 Stück.......... 1.10 D-ss-rttclle- blau........ 22, 25 Pf. Tassen bunt............ 22, 28 Pf. E i n Waggon Marmeladenboscn.......... 58 Pf. Kaffeebecheö buut.......... 10 Pf. Kinderseroice mit Tasse....... 2.30 Schokoladenkaunen........ 48 Pf, KLcheNgarttitur 22 tcilig, Porzellan 19.50 reichhaltig sortiert Besonders preiswert Heringskästen......... 1.25, 3.25 Salz- und Mehlmestcn... Stück 05 Pf. Borratstonne»............ 30 Pf. Esssiz- und Oelflufchsn... Stück 25 Pf. Schoksladenkannen......... 1.23 VerschlußbÜchsen.......... 00 Pf. Tafel- Kaffeötmchirre fufZ SpcifctcScr.............. 42 Pf. Aöenbbrotteüer........... 30 Pf. KompottcLer............. 22 Pf. Terrinen................. 4.25 KartlzssclfchLfsel»........... 2.75 Sunftcnjchiifjctn............ 1.50 Kompottiercn......... 1.15, 1.50 Bratenplatten....... 1.25 bis 4.23 Kaffeekannen....... 70 Pf bis 1.45 Teekannen........ 85, 95 Pf. 1.50 Gieße:............ 25 bis 60 Pf. 3u-ck-rdoscn........ 65, 75, 85 Pf. Scffc»............... 28, 30 Pf. Küchsmiarmiuren ... 11.30 ... 13.75 Donau, 22te!l!g....... Rosenuiustsr, 22 tcilig... preiswerte AKgebsis für Hsiels, Speisetellee massiv........... 35 Albendbeottellee massiv........ 28 Bratenplatten massiv, oral 45 bis 1.50 Teetasscn massiv............. 23 Kaffeetassen massiv........... 30 Biktoriabschee ertra schwer'Ao->- 22 B'lztvriab. ertra schwer mit Gold 39 Harzerpokale mit Gold........ 70 Harzerpokale ohne Gold........ 55 RotweingkAsev grosiert........ 40 Durchbrochene Schals». 38, 60, 95 Pf. Durchbrochene Teller....... 20 Pf. proßslasgm'mwr Kaw Kompottschalsn.... IL, 27 bi» 73 Pf. Kompottellee,........... 18 Pf. Kiis-glocke.............. 95 Pf. Butterdose.............. 42 Pf. Gcleegläsec...... 12, 14, 16, 1 8 Pf. Bierbcchcr, Tonnenfon»...... 12 Ps. 1�rls«gra,iot«.................. Masfö-Soidatsn Im K-r-on. 10 Stil» 25 Inhalt. Kampfstellung oder Gewehrllber...... Turnapparat fcMnn» au» Neck, bez Lederringen, S6)aukel- /7S QOO breit, Stricke verstellbar..... � BttMllliBIllMiSillM awiMBdMwiiiiiiiMmn!wiiii'W!!miiliwiiiiti!!!!iii:mi!i!iiiWiii!!!nin!i!!!i;iiiiii!i!|i!iiiiiHn!|iii!W % Molliger Wintermantel aus schön kariertem Stoff mit hübschem Zpeterinenkragen und plüsch-llederkragen. Jescher Lvppelgurt. 29.75 Elegantes Manteltteid aus hübschen einfarb. Stoffen. Besonders wirkungsvoll durch seinen p-lzb-sehten großen Kragen und durch seinen neu« artig. schnaNenverzierten Gurt. 39.75 daß-- s«» �"7nn S?e°mi?dem bereit! Sfi- un6 f,>wmle Ehre. Morgen S1/. Uhr: Villa Pscheslna. Mittwoch, den 29.. zum 1. Male: Der doppelte Buchhalter. Kleines Theater s uhr: jetlehen Gebert. Komische Oper '1,8 u.: Der Hüttenbesitzer. Lustspielhaus S'/.Uhr: hors. Metropol-Theater Gastsp. des Deutschen Theaters. s uhr: Nachlasyl. Neues Operettenhaus Kassentelephon: Norden 281. s uhr: Das Glück im Winkel. Residenz-Theater uÄ: Die Warschaaer Zitadelle. Schiller-Theater O s uhr: Die Räuber. Schiller-Tb. Charlottenb. s uhr: Die Frau vom Meere. Thalia-Theater 3 uhr: Der Hüttenbesitzer. Theater am Aiollendorfpl. 8-/. u.: Der Freischölz. Theater des Wcstena 8 uhr: Die Ehre. Morgen 8 Uhr; Die Fahrtins GIDek mit Guido Thielscher. Trlanon-Theater 8'/.mm: Heimal. Roac-Thoater 8 Uhr: Schnldig. Gastspiel Alwin Neuß. Walhalla-Theater s uhr: Pfarrer von Kirchfeld. Theater für Dienstag, 28. November. Deutsches Opernbaas, Charlottenb. 7 uhr: Parsifal. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. s uhr: Das Dreimäderihaus. Gebr. R errufeid" Theater 8'/� Uhr, z. letzt. M.; Villa Pschesina. Morg. z. 1. M.: Oer doppelte Buchhalter Ges.-P.v.Halton. Mus. v. Bermann. Klelnea Theater. s uhr. im Teelisch. Komische Oper. s'/« uhr: Der Puszta-Kavalier. Lustspielhaus. 8ts Jorioirtö" Serlim polblilolt mmtmm�mmmm��mmmmi�mmmmmmmmmmmmmmammmmmmmmmmmmm�aKmmaamm�meBKKaamBmaammmmsammamaa�ammaamaaaamamaammtF' aganiM» iMiHwiiinjana—— Das vi Reichstag. 7 5. Sitzung, Sonnabend, den 23. November, n ach mittags 3 Uhr. Am Bunbcsratstisch: Dr. Hclfferich. Präsident Tr. Kacmps: - Tiefbewegt haben sich in den letzten Tagen unser aller Blicke nach dem itaiserschloß in Schönbrunn gerichtet, wo Sr. Majestät der Kaiser und Äönig Franz Joseph im ehrwürdigen Alter die Augen zur letzten Ziuhe geschlossen hat. Welch ein Lebens- weg ist damit zu seinem Endziel gekommen! Im jugendlichen Atter von 13 Jahren während einer die Geister aufrührenden Ne- volutiön auf den Thron gelangt, schließt er seine Herrschertätigkeit mitten in dem Weltkriege, den das Schicksal dazu bestimmt hat, Volke rumwälzcnd die Geschicke der Nationen zu beeinflussen. Was zwischen dem 2. Dezember 1848 und dem 21. November 1916 gelegen, umfaßt mehr, als ein einzelnes Menschenleben umfassen kann. Schwere Sorgen und Schicksalsschläge, aber auch große Gc- danken und Taten haben das Leben dieses altebrwürdigen Monarchen ausgezeichnet. An feiner Bahre stehen die Bölker der österreichisch-nngarischen Monarchie, steht das deutsche Volt zu- sammen mit denen des osmanischen Reichs und Bulgariens, um ihre Huldigung darzubringen den Manen des Monarchen, der länger als ein Menschenaltcr treue BundeSgenossenschaft gehalten und all sein Bestes eingesetzt hat, UIN die Völker zu dem zu führen, um was wir kämpfen, nämlich Unabhängigkeit, Freiheit und Selb- stäirdigkeit der Nation. Ehre dem Andenken des dahingeschiedenen treuen Bundesgenossen, des dahingeschiedenen Monarchen I(Die Abgeordneten haben die Ansprache stehend angehört.) . Das Haus tritt in die Tagesordnung ein. Tic auf der Tages- ordnung stehenden Petitionen werden sämtlich ohne Debatte er- Icdigt. Präsident Dr. K a e m p f schlägt vor, die nächste Sitzung ab- zuhalten M i t t w o ch n a ch m i t t a g 2 Uhr mit der Tagesordnung: Erste Beratung des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst. Abg. Gröber(I.) beantragt, auch die zweite Lesung dieses Gesetzentwurfs auf die Tagesordnung zu setzen. Abg. Lcdebour(Soz. Arbg.): Das ist nur zulässig mit Zustimmung des ganzen Hauses. Im Einvernehmen mit meinen Freunden erhebe ich deshalb Einspruch, weil wir in diesem ganzen Verfahren, das durch den jetzigen An- trag Gröber noch eine ausdrückliche Bekräftigung erhält, in diesem Verfahren, den Reichstag nicht in erster Linie über die Prinzipien des Gesetzes im voraus sich aussprechen zu lägen, den Versuch er- blicken, zu verhindern, daß die Bevölkerung unseres Landes über den Gesetzentwurf, von ungeheuerster Wichtigkeit so früh und so gründlich wie möglich aufgeklärt wird. Räch unserer Auffassung innß.dcts Gesetz, lvenn eS- Gesetzeskre-tb erlangen sollre, die Wirk- samkeit haben, die Arbeiterschaft des Rechtes und der Verfügung übcr�ibre'Arbeitskraft zu berauben, sie der vollkommenen Knechtung und Ausbeutung zu' überliefern. sGr. Unruhe rechts; Rufe: Zur Geschäftsordnung! Glocke des Präsidenten.) Das muß die Wirkung fein.(Präsident K a e m p f läutet andauernd mit der Glocke, worin die letzten Worte des Redners verloren gehen.) x• Abg. Bassermann(natl.): Hch erhebe gegen diese Ausführungen den entschiedensten Widerspruch. Die bisherigen Vorbesprechungen haben die ganze große Wichtigkeit dieser Vorlage bereits bewiesen. Es ist kein Zweifel, daß es vaterländische Pflicht ist, die tunlichst schnelle Verabschiedung dieser Vorlage zu fördern. Es empfiehlt sich nicht, die Vorberatungcn in der Kommission jetzt zu unterbrechen, daher ist der Vorschlag dcS Herrn Präsidenten, der Kommission noch ztvei Tage Spielraum freizulassen, durchaus gerechtfertigt. Im übrigen kann nach 8'31 der Geschäftsordnung die erste und zweite Be- ratung in derselben Sitzung mit Stimmenmehrheit bei Feststclluiig der Tagesordnung beschlossen werden. Ich würde vorschlagen, an- gefichts der hohen Wichtigkeit der Vorlage und der Notwendigkeit, zu einer möglichst schleunigen Verabschiedung zu kommen, für die sich auch unsere Heeresleitung mit wünschenswerter Energie ein- gesetzt hat, dem Antrag zuzustimmen, die erste und zweite Lesung am nächsten Mittwoch zu verbinden. Abg. Gröber(Z.): Es ist mir natürlich nicht in den Sinn gekommen, mit meinem Antrag die erste Lesung irgendwie beeinträchtigen zu wollen, wie Abg. Ledebour mir dies unterstellt hat. Abg. V. Paycr(Vp.): Der Antrag verlangt ja nichts weiter, als die Möglichkeit zu schaffen, am Mittwoch auch in die zweite Lesung einzutreten. Wenn die erste Lesung eröffnet ist— eine schöne Perspektive für dieselbe ist ia durch die Ausführungen des Abg. Ledebour uns be- reits eröffnet worden(Heiterkeit)—, so können wir uns dann immer noch schlüssig machen, ob wir in die zweite Lesung eintreten wollen. Abg. Tchcidemann(Soz.): Ich möchte vorschlagen, es bei dem Vorschlag dcS Herrn Präsidenten zu belassen, nur die erste Lesung auf die Tagesordnung zu setzen. Wir haben alle den dringenden Wunsch, ich glaube, alle Parteien, daß über dies Gesetz sehr ausführlich geredet wird. Er- gibt sich die Möglichkeit, am Mittwoch bereits in die zweite Lesung einzutreten, so kann das, wenn kein Widerspruch erfolgen sollte (Zuruf rechts), geschehen. Wenn Sie aber heute mit Mehrheit be- schließen, daß wir beide Lesungen auf die Tagesordnung setzen, so macht das von vornherein einen Eindruck, von dem wir sicher nicht wünschen können, daß er irgendwo entsteht. Ergibt sich die Mög- lichkeit, besteht der Wunsch, wird kein Widerspruch erhoben(Erneute Zurufe rechts). Wollen Sie dann in die Beratung eintreten, wenn der heftigste Widerspruch oagegcn erhoben wird?(Zuruf rechts: Eine Person genügt!) Das ist ganz einerlei, ich möchte auch nicht, daß irgend jemand sagen kann, er sei hier im Hause verg�tvaltigt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Deshalb bitte ich es, dabei zu belassen, daß nur die erste Lesung auf die Tagesordnung gesetzt wird. Abg. Ledebour(Soz. Arbg.): Die Ausführungen der Herren Abgg. Gröber und Bassermann lassen keinen Zweifel darüber, wie es kommen würde, wenn ihr Antrag angenommen wird. Schon die sogenannten Vorbesprcckiun- gen in der Budgetkommission haben gezeigt, welch ungeheure Wich- tigkeit auch den einzelnen Paragraphen der Vorlage innewohnt, und daß ohne gründliche Einzelberatung über die Wir- kuvg. und die Tragweite dieses Gesetzes gar keine Klarheit geschaffen wcrdcu kann. Wenn, nmi.die eqte ujid zweite.Lesung.au. einem ** l' r Tage vorgenvmmen wird, so würde die Einzelberatung damit übers Knie gebrochen werden. Sie würdcil durch die Vorbesprechung innerhalb der Kommission eine fertige Arbeit machen, die ohne viel Reden vom Plenum des Hauses sanktioniert werden soll. Sie selber reden von der ungeheuren Bedeutung dieser Vorlage, mO alle stimmen darin überein, daß ein Gesetz von solcher Tragweite überhaupt noch nicht durch den Deutschen Reichstag gegangen ist. Da ist es unverantwortlich von Ihnen gegenüber dem Volke.. (Große Unruhe rechts. Glocke des Präsidenten.— Die letzten Worte des Redners gehen in der Unruhe verloren.) Graf Westarp(kons.): Trotz>dcm Abg. Ledebour werden wir die Verantwortung für das Verfahren, in dem wir glauben, das Gesetz zustande bringen zu müssen, zu tragen wissen. Denjenigen, die wie der Abg. Lede- bour in dieser Weise glauben, schon jetzt gegen das Zustandekommen des Gesetzes Einspruch erheben zu können, müssen wir die Verant- wortung dafür überlassen, daß sie ein Gesetz zu verhindern suchen, daß als entschlossene, mutige Tat zur Stärkung unseres Heeres und zur Herbeiführung des Sieges und des Friedens dienen soll. Gerade bei der Bedeutung des Gesetzes und unter Berück- sichtigung des Uinftandes, daß das Gesetz bereits seit'Donnerstag bekannt ist und wir Gelegenheit haben, es gründlich durchzuberaten, ist dies Verfahren durchaus gerechtfertigt. Abg. Fchr. v. Gamp(Deutsche Fraktion): Herr Scheidemann meinte, wir sollten die erste Lesung ab- warten und eventuell nach Schluß der ersten Lesung den Antrag auf zweite Lesung stellen; wenn dann der ganze Reichstag zu- stimmt, könnte die zweite Lesung sofort erfolgen. Glaubt der Abg. Scheidemann wirklich an die Möglichkeit, daß die Herren von der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft dem Antrag zustimmen werden? Wir haben ja schon gehört, daß die Herren entschieden widersprechen. Wenn Sie also ine Möglichkeit für die zweite Lesung haben wollen, so müssen Sie sich unserem Vorschlag anschließen. Wir haben dann die Möglichkeit, die zweite Lesung stattfinden zu lassen, sind aber nicht dazu geMungen. Wir haben in der Kom- Mission den Wunsch nach Verständigung bewiesen und sind auch der Verständigung mit den Sozialdemokraten nicht sehr fern. Aber mit den Herren von der Sozialdemokratischen Arbeits- ge meinschaft gibt es ja keine Verständigung. Abg. Lcdcbvur(Soz. Arbg.): Graf Westarp glaubt, uns die Verantwortung zuweisen zu müssen dafür, daß das Gesetz eventuell nicht zustande kommt. Diese Verantwortung tragen wir mit gutem Gewissen. Die Diffe- renz zwischen uns besteht darin, wie wir die Wirkung dieses Gc- setzes beurteilen. Graf Westarp glaubt, die Kriegführung würde durch das Gesetz erleichtert werden. Nach unserer Ansicht ist das ein Irrtum. Alles, was Sie durch das Gesetz glauben erreichen zu können, läßt sich auch auf anderem Wege erreichen. Aber die Wirkung, daß den Arbeitern das Freizügigkeits- recht genommen wird...(Schlußrufe und andauernd Glocke des'Präsidenten, so daß die weiteren(Ausführungen des Redners verloren gehen.)........"'............."....... Ter Antrag, auf die Tagesordnung am Mittwoch außer der ersten auch die eventuelle zweite Beratung des Gesetzes zu stellen, wird gegen die Stimmen der beiden sozial- demokratischen Fraktionen angenommen. Nächste Sitzung Mittwoch 2 Ehr. Schluß 4 Uhr.__ Kleine Anfragen im Reichstag. Im Reichstag sind zwei neue Anfragen eingelaufen. Abg. Ulrich(Soz.) fragt an, was der Reichskanzler gegen die der Portefeuilleindustrie drohenden Gefahren, die entstanden sind durch Beschlagnahme von Ziegen-, Schaf- und Kalbfellen, zu tun gedenkt.— Der Abg. Bassermann(natl.) bittet um Aus- kunft über die näheren Vorgänge nnd die Haltung der griechischen Regierung bei der Austreibung des deutschen Gesandten ans Athen durch den französischen Admiral Fournct. Die verhanölungen im Haupt- ausschuK.> In der Fortsetzung der Besprechung der Vaterländischen Dienst- Pflicht trat Abg. Behrens(Deutsche Fraktion) entschieden der Be- hanptung entgegen, daß die Arbeiter das beabsichtigte Gesetz, wie es sich nach dem Entwurf gestalten würde, als ein Ausnahme- gesetz gegen die Arbeiter auffassen, vielmehr werde es, und zwar mit Recht, aufgefaßt als ein Ausnahmegesetz gegen die Drückebergerei. Als solches könnte es sehr segensreich wirken, wenn es zweckmäßig durchgeführt werde. Dabei müßte auch auf die kleinen Geschäftsleute Rücksicht genommen werden. Dann begründete der Redner eingehend die Forderungen der Gewerkschaftsführer. Ganz besonders wendete er sich gegen die Einwendungen, die in bezug ans die allgemeine Einrichtung der Arbeiterausschüsse gemacht werden.' Diese Einrichtung sei bereits in vielen Betrieben vorhanden und habe sich, wo sie sachgemäß durchgeiührt werde, durchaus beloährt. Nur einige ganz große Betriebe im Ruhrbezirk sträuben sich gegen diese Einrichtung. Es liege gar kein Grund vor, daß sür diese Herren ein Ausnahmezustand erhalten werde.(Zuruf von Konservativen: Auch in der Landwirtschaft!) Auch in der Landwirtschaft würden A r b e i t e r a u s s ch ü s s e durchaus segensreich wirken. Die Ausdehnung deS Gesetzes auf die Frauen habe ganz besondere Bedeutung für die Landwirtschaft. Auch er müsse � bestätigen, daß ein Teil der Frauen sich der sittlichen Pflicht zur Arbeit entzieht. Trotzdem sei es sehr zweifelhast, ob der Zwang für die Frauen angemessen sei. Der Vorsitzende, Abg. Spahn, schlägt vor, die allgemeine Be- sprechung möglichst zu beenden, dann zunächst die Mitwirkung des Reicktstags bei der Durchführung des Gesetzes zu erörtern und hierauf die Arbeiterrechtsfrage.— Abg. Dittmann erhebt Einspruch dagegen, daß überhaupt vor der ersten Lesung im Plenum eine Spezial- beratung stattfinde. Die allgemeine Besvreckiung sollte heute beendet werden, dann könnte am Montag die erste Lesung im Plenum statt- fitteen. Am Dienstag könne dann der Ausschuß zusammentreten und in die Spezialberatung eintreten.— Die Abgg. Gröber und Ebert stimmten dem Vorschlage des Präsidenten zu. Sclbstvcrstäitdlicb seien Beschlüsse ausgeschlossen. Wenn die Aussprache zu einem praktischen Ergebnis führen solle, könnte nicht anders verfahren werden. Darauf stellt der Präsident fest, daß in dieser Weise verfahren werde. Abg. Mayer-Kaufbeuren(Z.): Vor allen Dingen ist es notwendig, die Rechtsgrundlage des neuen Gesetzes klar und bestimmt festzulegen. In Metz sei folgende Verordnung betr. Notstandsarbeit erlassen worden: «Auf Grund des Gesetzes vom 4. Juni 1831 wird hiermit ver- ordnet: 8 1. Wird durch Mangel an ArbestSkräften die ausreichende Beschaffung eines. GegenstewiZLs des ilotw.eitd.igcn Bedarfs für Poll. oder Heer gefährdet oder ein öffentlicher Notstand anderer Art her- beigeführt, so hat schon im Interesse der öffentlichen Sicherheit jedermann die Pflicht, nach seinen Kräften— auch außerhalb seines Wohnortes— Arbeitshilfe zu leisten. 8 2. Ein verpflichtender Notstand ist ohne weiteres anzu- nehmen, wenn die Berwaltungsbehörde unter Hinweis auf die vor- liegende Verordnung zur Arbeitshilfe auffordert. § 3. Wer der Arbeit nicht Folge leistet, kann zur Arbeitshilse zwangsweise herangezogen werde». § 4. Wer zur Arbeitshilfc herangezogen ist und die Ueber- nähme der Arbeit oder die Fortsetzung der übernommenen Arbeit verweigert, wird, wenn nicht nach den bestehenden Gesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist, auf Grund des ß 9b des BelageruiigS- zustandsgesctzes vom 4. Juni 1831, des.§ 1 des Gesetzes vom 10. Dezember 1915 mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder Gefängnisstrafe bestraft. Der Weigerung ist die Einstellung und die Vernachlässigung der Arbeit gleich zu achten. Metz, den 16. November 1916. Ter Gouverneur: v. Owen, General der Infanterie." Ein gleichlautender Erlaß ist auch in Straßburg erschienen. Nach diesem Vorbild ist zu befürchten, daß auch bau», wenn das beabsichtigte Reichsgesetz erlassen sein toird, einzelne Gene- ralkommandos sich die Befugnis herausnehmen werden, das Gesetz in einzelnen Bestinnnungen aufzuheben oder in manchen Punkten zu er- ganzen. Dann fragt der Redner an, ob zu der Vaterländischen Dienst- Pflicht auch die Tätigkeit als Geistlicher gehöre. Der Präsident des firiegsamts erklärte, daß die Seelsorge u»- angetastet bleibe durch das neue Gesetz. Die Personen, die auf Grund des neuen Gesetzes zur Vaterländischen Dienstpflicht herangezogen werden, bleiben Zivilpersonen und unterstehen den Zivil- gesessen, nicht aber den militärischen Gesetzen. Jedoch ist eine Aus- nähme vorhanden, wenn diese Personen zum Heeresgefolge zählen. Tann kommen sie, wie es stets in solchen Fällen geschieht, unter die Militärgesetze. Der Erlaß des Gouverneurs von Metz sei ihm un- bekannt. Der Gouverneur sei augenblicklich hier und werde noch heute über die Sache gehört werden. Ist aber einmal das beabsichtigte Reichsgesetz in dieser Sache erlassen, dann kann ohne die Zustimmung des Reichstags auch von den einzelnen Generalkommandos nichts gc- ändert werden. Abg. David(Soz.) begrüßt die Erklärung des Präsidenten deS Kriegsamls in bezug auf das Verhältnis der Generalkommandos zu dem neuen Gesetz. Ader diese Erklärung genüge nicht. Wir müssen das neue Gesetz gegen den Belagerungszustand schützen. Ein solches Verfahren wie in Metz sei geradezu ungeheuer- lich und unerträglich. Wir billigen den Zweck des Gesetzes, aber in dieser Form, wie der Entwurf jetzt vorliegt, sei er für uns unannehmbar, weil in dieser Form der Zweck des Gesetzes nicht erreicht werden kann. Auch könne dem Reichstag nicht. zugemutet. werden, auf fein gesetzgeberisches Recht. zugunstell.Les. Bundesrais ßu verzichten. Das steht im Widerspruch mit unserer Pflicht als Volkscertreter. Dadurch, daß der Reichstag am 4. August 1914 dem Bundesrat das Ermächtigungsgesetz gewährt hat, habe er einen j«hr großen Zehler begangen. Dies Verfahren hat sich durchaus nicht bewährt, denn der wirtlich regierende Bundesrat ist das preußische S t a a t S m i u i- st er i um, sind die Herren Eisenbahnminister Breite nbach, Landwirtschaftsminister Schorle m er und die anderen Herren. Der Erlaß des Eisenbahnministers gegen den E i s en b ahn e r v e r b a n d sei keine preußische Angelegenheit allein, sondern er beweise, wie auch in Zukunft nach Inkrafttreten des beabsichtigten Reichsgesetzes die Herren im Bundesrat wirken werden. Und diese Herren sind stärker als der Reichskanzler und als der Präsident des Kriegsamts. In der Sache selbst sei das Verhalten des preußischen Eisenbahnministers das denkbar kurz. sichtigste. Der in Betracht kommende Verband denke gar nicht daran, während des Krieges in einen Streit einzutreten. Das habe sein Verhalten und das Verhalten der deutschen Arbeiter über- Haupt aufs klarste bewiesen. Die preußische Vcrwal- lnug aber wolle sich nicht damit begnügen, sondern den Verband ztvingc», über den Stock zu springen. Die preußische Vertvaltuug sei in bezug auf die pshchologische Behandlung des eigenen Volkes und anderer Völker unter aller Kritik.— Aus dem beabsichtigten Gesetz werden viele Beschwerden entspringen. Sollen wir dann den Beschwerdeführern antworten: Wir können nichts mache»? Wir haben unsere Rechte preisgegeben? Nein! Ter Reichstag muß bei der Ausführung des Gesetzes dauernd und planmäßig mitwirken, nur so könne die ungeheure Leistung erreicht werden, die beabsichtigt wird. In dieser Beziehung sei England ein Vorbild. Dort seien gewaltige Leistungen erreicht, aber nur durch enges Zusammenarbeiten der Regierung mit der Volksber- tretung. In Teutschland leider ist die Reichsleitung ganz und gar nicht von der Mitarbeit des Reichstages erbaut. Sie betrachte das Hineinreden des Reichstags als mehr oder weniger überflüssig und ist zufrieden, wenn der Reichstag nicht versammelt ist. Not- wendig ist auch eine F r i st b e st i m m n n g des Gesetzes. Daher fei zu verlangen eine Bestimmung, nach der das Gesetz am 1. Juli 1917 außer Kraft tritt, falls der Reichstag nicht vorher das Außer- krafttreten beschlossen hat. Tie Erfahrung mit dem Gesetz wird zeigen, wo die bessernde Hand anzulegen ist. Daher muß nach einigen Monaten unter allen Umständen dem Neichstag Gelegenheit gegeben werden, das Gesetz von neuem zu besprechen und zu bestimmen, unter welchen Aenderungen das Gesetz wieder in Kraft bleiben kann. Wenn die Regierungen wissen, daß das Gesetz be- fristet ist und über das längere Jnkraftbleiben des Gesetzes mit dem Reichstag eine Verständigung herbeigeführt werden muß, so werde dieses sckon sehr segensreich wirken in bezug auf die Durch« führung des Gesetzes gleich in den ersten Monaten. Die von den Gewerkschaftsvertretern vorgeschlagenen Sicherheiten gegen W> l l k ü r m a ß n a h m e n der Unternehmer müssen unter allen Umstünden in das Gesetz hineinkommen. Auch für die Land- arbeiter sind diese Sicherheiten unbedingt notwendig. Wenn der Landwirtschaft mehr und billigere Arbeitskräfte zwangsweise zuge- führt werden sollen, dann müssen sich auch die Landwirte in den Dienst der Gesamtheit stellen und nicht allein in ihren Geldbeutel arbeiten. Unerläßlich ist eben eine Bestimmung, durch die der Profit der Nnterilehuier begrenzt werde. Andere Kreise müssen infolge des Krieges auch schwere materielle Opfer bringen, nur für die Unternehmer gelte noch der Grundsatz, daß sie während des Krieges höhere Profite einstecken dürfen als im Frieden. Staatssekretär Hclfferich: Daraus, daß, abgesehen von der einen Ausnahme, die der Präsident des Kriegsamts angeführt hat, alle Personen im Vaterländischen Hilfsdienst den Zivilgesctzen unterstehen nnd nicht den Militärgesetzen, ergibt sich auch, daß sie keinen Anspruch auk Familienunterstützung haben; denn diese Familienunterstützung ist nur bestimmt für MilUärpeqoneiu Abg. Dabid hat ohne Grund stch so scharf gegen fcfc McichKlcitunn nnt dnS preußische SwlitSmini'stcrwm gerocnde�. Dicse.» Gesetzentwurf hat die RnchSlcihmi? �iiiu ftftcn tÄule Nicht H n 1 c ii für cic Durchführung dcigcgcdeii. S'rt.j ist ein fluiig vcsuiidcrcs C'litgdgcukomlucn gcgciiübcv dein RetchStuq. Tie Richtiinicn berlihe» uuf cinem Bcschlus; des ÄnndeSratS. deshalb Itrrl'e der Reichstag die Sichetiieit. daß iiö dci den SluvsiihritiitzSbe- stinlniuiigen auch Ivirklich durchgcsülirt werden. Tas Vorgehen dcZ preußischen EiseubahnuiinistcrS in Sachen gegen den Eisenbahner- perband ist durchaus berechtigt. Tie Schuld daran, das; es hier zu einer Verständigung nicht getont me» ist, liegt jetzt einzig und allein an dein VerbandZvurstand; denn es genügt nicht, das; von den Vertretern der Gcnerglkoihnliifigll die EtiliirUilg abge- geben tvird, der Verband verzichte aus das Streik recht, sondern das mns; der Verband selbst aussprechen und in seine Satzungen bindend für alle.Mitglieder festlegen. Auch darin bat Abg. David unrecht, daß die Rcichsleitung nicht die nntige Kühlung mit dem Reichstag genommen habe. Sie habe vielmehr während des Krieges bei jeder Gelegenheit Und möglichst zeitig sich in Verbindung mit den sinMuen Fraktionen deS Reichstags gesetzt, habe auch mit ein- Dellien Abgeordneten Fühlung genommen und sei stets allen Wün- scheu und allen Beschwerdetz der RcichslagSabgeordneten zugänglich gewesen. Fn bezug auf die Gewinne der Unternehmer wird cs sehr schwer sein, allgemeine Genndsnäc im Gesetz selbst lestgulegen. Vielleicht wäre c? Meckmäs-ig, das KriegSgewinn- ftenergefctz dabin zu prüfen, ob nikbt durch eine Acndsruna des Gesetzes die KriegSgnvinne noch mehr eingeschränkt werden könn teil als cS bisher geschehen ist. Abg. Westarp 5k.) wendet sich gegen eine Stelle de?„Vdriväet«" Berichtes, in dem ihm die Bemerkung zuaeschesteti wird, daS Volk will tnit Rücksichtslosigkeit geführt Iverden. Er habe von der llilicksichts losigkeit in eiiltin anderen Fusamuteildana gesprochen.(Abg..sdoch stellt später in einer Bemerkung zur Geschäfisordnnng fest, daß er die Worte, Ivie sie im Berichte stehen, gebärt und danach nmnir nieder geschrieben bade. Gras Mestard erklärte darauf, dag er sich dann nicht genügend klar ausgedrückt habe.) Das Vorgehen des preußischen EisenbahnmInisterS gegen den Eisenbahnerperdand tnuft als durchaus berechligt anerkannt werben. Im übrigen wendete sich der Redner namentlich gegen Busführnnge» des t'lbg. Lügten. Dem Abg. David sc! zu erwidern, daß der Mangel an Arbeitern ans dem Lande über. ans groß ist. und daß sich daher die Großaruudbcsivcr alle Mnbe gehen müssen, die Arbeiter«I halte». Deshalb könne von einer ruiJ nchtSlosen Vcbandlung der Arbeiter gnr keine Rede sei� lnirag der Sogialdelltokraten. daß der Reichstag über die weitere Daner! Gesetzes erst ausdrücklich zu beschließen babe. sei''ehr bcdenllich. Es muß die Sicherheit gegeben werden, daß das Gesetz während der gangen Dauer de? Krieges bestehen bleibt. Abg. Glechert lst.) bedauert, daß der Staatssekretär HelffeHch nicht das Maß deS Entgegenkommens auf die Forderungen der Ge- wertschastcn bewiesen habe, das notwendig sei, wenn das Gesetz so Zustande kommen soll, ivie der Staatssekretär es wünsche. Freilich liegt die Schwierigkeit der Verständigung nicht NN der Person des Herrn Staatssekretärs, sondern an anderer Stelle. DaS Kriegs- ministciiuin habe dem 7. Armeekorps geschrieben, daß es sich bemühen soll, um die A r b e i t e r a u S i ch ii s s c durchzuführen. DaS Gcneralkonimando des 7. Armeekorps bat sich an die Handelskammer in diesem Sinne geivendet, die Handelskammer an die in Betracht kommenden Werke. Trotzdem sei nicbt ein Fall bekannt geworden. in dem die ArbeiternuSschilsse eingeführt worden sind. DaS, waS die Arbeiter verlangten, seien nur Forderungen guter bürgerlicher Sozial- Politik und geben über dieses ssiel nicht hinaus. Welche Wirkung wurde es auf die Atbeliter ltrtPerf, wen» Mar änf der einen Seite geaen sie der Zwang anSgcsührt wird, aber zugleich Sicherheiten ab- gelehnt werden, die unbedingt notwendig find. Das würde zur Folge haben, daß die ltselverkschastSfüheer keinen Einfluß mehr ans die Ar- beitcr ausüben können. Auch in dem Eiienbahnerkonflikt könne er nicht dem Staatssekretär und dem preußischen Eisenbahnmin ister zu- stimmen. Er hat vielmehr den Eindruck, daß der preußische Eisen- bahnminister die Aot des Krieges benutzt, um der Organisation das aufzuzwingen, was er im Frieden nicht hat durchsetzen können. Werden nicht die Forderungen der G e w e r k sch a sts v e r- t r c t c r erfüllt, dann kann das Gesetz nur znstandekommen unter dem Widerspruch sämtlicher A r b e i t e r v e r t r e t e r. Und da» wäre ein Unglück. Abg. Noble(Soz.): Richtig ist, daß setzt die NeichSleitnmz mebr Fühlung mit den Abgeordneten hat als früher, das genügt aber durch- aus nicht. Ebenso tvenig genügen die Richllmic», die dem Gesetzentwurf beigegeben werden. Wir lönnen zu derartigen Versprechungen kein Vertrauen mehr habe». Die Antwort des Staatssekretärs in bczug auf den Eisenbahnerkonflilt beweijt. daß in der Tat diesen Herren das Verständnis für die Verhältnisse und du« Empsindcn der Arbeite r durchaus fehlt. Welch ein Geist im preußischen Eisenbahn- miiiistcriun! herrscht, beweist folgende Tatsache: Einer der maß- gebenden Vetren de? prellkischen Eiseitbahnministenum« sei in diesen Tage» darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Erlasse des Eiseilbahnministers, von denen in der jetzigen Acrbandlung ausfuhr- sich die Rede war, große Erregung bei den Eisenbahnern hervorrufen werde. Ter Herr anlwortetc: „Tic Erregung läßt sich durch den Schützengraben besänftigen. Im übrige» ist der Standpunkt de? Herrn E-senbalmminIsierS un- widerruslich festgelegt. Da können die Herren im Reichstag und Landtag reden. waS sie wollen, ändern lvcrdcn sie nichts. Gegen diese reaktionäre Scharfmache«! müssen wir unter allen Umständen die voic den Gewerkschaftsführern verlangten Sicherheiten im Gesetz selbst bekommen, wenn wir nicht die Arbeiter aufe schwerste schädigen wollcti. Ganz anders sei das Verhalten de? englischen MunitionS- Ministers. In der bekannten Rede, in der er die großen Leistniigen der englischen Munitionsfabriken anerkannt habe, habe er auSdrück- sich die Ge'.osrkfchasten gefeiert und sei mich den Verdiensten der Frauen und den sich daraus ergebenden Ansprüchen durchaus gerecht geworden. In dieser Weise sollte man mich bei unS verfahren, dann wurde man am besten das erstrebte Ziel erreichen. Nötig sei aller- dings auch, daß der Gewinn der KriegSliefe ratzten be- schränkt iverde. Hierzu müßte ein zweckmäßiger Weg gefunden werden. Deshalb sei es bedauerlich, daß noch nicht daS Material über das entspmbetide Gesetz in England und anderen Staaten uns vor- gelegt sei. Vielleicht ergebe sich aus diesem Material ein Hinweis darauf, wie es auch bei UNS gemacht werden könne. Auf den Antrag. daß über die Verlängerung des Gesetzes über den i. Juli tIU7 hinaus der Reichstag gehört wer Seit müsse, könilten wir nicht verzichten. Staatssekretär Hclfserich: Das Material über di« ent- sprechenden Gesetze in Eitgland Und in mtderen Staaten werde bereits beschafft und dem Ausschuß zugehen, sobald es zusammen ist. Ein Vertreter deS preußischen EisenbahnMinistrtS versicherte, daß das. was der preußische Elsenbahtzministtr von dem Elsen- dahneroerbaiid verlangt, durchaus demjenigen entspricht» was die Regierung seit jeher als unbedingt notwendig bezeichnet hat. Er löiine aus eigener tleberzeugung versichern, daß keiner der maß- gebenden Herren im Eil enbahnini nisteriNM euie solche Antwort gegeben habe, wie sie der Abg. NeSke vorgölesen hat._ Er wäre dankbar, wenn der Abg. Noöke ihm. wciin auch nur privatim, die nähere Mitteilung darüber macht. Abg. M«hinge» sg.) vcrlanot ernc möglichst große Schonung der Verhältnisse in der Landtvirtschaft Abg. Gröber(Z.); Unbedingt muß eine Entschädigung der- jenigen Unternehmer durchgeführt werden, deren Betriebe gc- schlössen oder eingeschränkt werden. Eine Aenderung der Kriegs- gewinne kann in dieser Beziehung nicht genügen. Ter Reichstag muß das Mittel haben, die zu hohen Preise für Kriegsmaterial herunterzusetzen. Wo der Lohn der Arbeiter gedrückt tvird, muß den Unternehmern der Auftrag entzogen werden. Staatssekretär Hclfserich versprach, daß den Forderungen des Abg. Gröber möglichst Rechnung getragen iverden solle. Die nächste Sitzung findet am M o Ii t a g vormittag 10 Uhr statt. Lanötagsausschuß und Emährunssfragen. Dem amtlichen Bericht der verstärkten StaatShaiiKhakiZkom- Mission des AvgcordnetcilhauseS über die Beratung der von de» LaiideSzcntralbehördeii zu treffenden Anordnungen betreffend die Kartoffel-, Fleisch-, Fctt� und Zuckemrforguug cntükbineß wir: Berichterstatter Abg. Lipstmaim(Vp.) ivie» darauf hin, daß trotz der guten Ernte �i» Broikorn und Futterkor» die Eriiiibrnng des Volkes dadurch oestMocrS erschwert sei, daß die Kartosföl- ernte n n r die Hälfte e i n c r M i t t e IC r n t e sei. Abgesehen von dem zur Erzeugung des für daS Heer bestimmten Spiritus benöttgtcu Kartofsetn und von den Saatkartoffeln dürf- ten alle Kartoffeln nur der menfchltchen Ernährung dienen. Die sorgfältige Behandlung der Kartosfclvorräte und ihre Ergänzung durch Beschaffung von ausreichenden Mengen an Kohlrüben sei dringend erforderlich. Tie Heranziehring des Kartoficlhandcls ZU beiden Zwecken sei nötig. Leider sei eine Ausschaltung des Handel« zugunsten der landwirtschaftlichen Genossünschafteii bei der Beschaffung der Kohlrüben beabsichtigt. Auch der Futtermittel- Handel beschwere sich mit Reckt über Zurücksetzung seiner Organi- sationcn bei Verteilung der Futtermittel. Es müsse für Gleich- Mäßigkeit der Fleisch- und Fcttrationen in allen Gemeinden Sorge getragen werden. � Die Hausschlachtungcn dürften nicht weiter aus- gedehnt� die PensionSschweine nickt zugelassen Iverden. Auch sei eS nötig, die Gänse auf die Fleischkarte Zu bringen. Die Zustände auf dem Gebiete deS GänsehandelS wirkten aufreigeiid. Dagegen könne das Huhn vo» der Fleischkarte freigegeben werden, da es sich herausgestellt habe, daß Hühner auf Flcischkartcn nicht entnommen werden. Gefährdet sei der Schtveinebestand durch den gänzlichen Fortfall der Kartoffeln älS Futtermitlel. Da der Zuckörrübetran- bau für die Rilbenbäuer nickt rentabel sei, werde eine Erhöhung der RiibünptCisC verlangt. Dies Ware sehr Unerwünscht, da ihr eine Erhöhung der Zuckerprelsc folgen müßte. Andererseits sei aber iiicht jü berkoniten, Latz Vcitn Rückgang deS Rübenbaues der Bevölkerung das nötige OtlNNttun Zucker sehleli Mrdc. Am»llck- wichtigsten sei jetzt vre B c s ch a f f u n g von Fett, insbesondere für die Schwer- und Schivcrstarbcitcr. Ter Berichterstatter rügt dann da« Vorgehen einzelner Lnndräte gegenüber Laubenkolonistcn und Schrebergärtnern. Alten Leuten über 70 Jahre, wi-nigstciis aber über 80 Iah« sollten vermehrte Fett- oder Milchrationcn zugewiesen werden. Berichterstatter Abg. Dr. Hoesch-Neuktrchcn(k.) führte ans, daß bei dem Mangel an schlachtreifem Vieh zurzeit weitere Schlach- tungen zerstörend wirken müßten, insbesondere ans die Zahl der Milchkühe. Diese sei schon durch die übertriebenen schlach- tungen trn Jabre 1915 erheblich vermindert. Ter Schweincbcstand könne nickt durchgehalten werden. Eine Erhöhung der Zuckerrüben preise werde sich mit Rücksicht ans die notwen- Sige Produktion von Zucker nicht umgeben lassen. Tie Land- Wirtschaft bedürfe unbedingt größerer Stickstosslnengen; diese müßten um jeden Preis herangeschafft werden. Der Präsident des KriegSernährnngSamtS v. B atocki erklärte unter anderem: Wenn den Landwirten immer wieder die wichtigsten Maßnahmen als verfehlt hingestellt tvürden, so könnten die Landwirte schließlich annehmen, daß die Verordnungen nicht beachtet zu werden brauchten. Die ProduktionSsörderung sei Zunächst Aufgabe der bundeS staatlichen Zcntralbe- Hörden, ein Eingriff von Reichs wegen sei nicht zweckmäßig, sondern nur die Förderung ihrer Arbeit durch die Reichsinstanz. Die Frage de? G e s p a n n m a n g e l S fei sehr ernst, es sei erwünscht, wenn nach Möglichkeit keine ZwangSaushebung von Pferden statt- finden würde. In der Frage der S i i ck st o f f v c r so r g n n g dürften selbst die höchsten Kosten nicht gescheut werden; aber tcch- Nische Schwierigkeiten hinderten leicht die volle Erreichung der er- wünschten Erzeugung. Von Gerste werde wohl nickt die Menge in die öffentliche Hand kommen, die wünschenswert wäre. Fast die gesamte H ü l s e n f r u ch te r n t e einschließlich der Acker- höhnen sei mick bei äußerster Beschränkung des EHenverbraNthS der Erzeuger für den tzeereSbedarf benötigt. Es wüffe für das nächste Wirtschaftsjahr init allen Mitteln auf eine sehr erheb- liche Steigerung der Hülscnfruchterzcugung hingewirkt Iverden. Aehnlich liege es bei den Oelsaaten. Ter Hafer habe eine sehr viel bessere Ernte ergeben als am Vorjahr. Die.Kartoffelernte- echcbnng babe dazu genötigt, die Brennerei auf das Aeußcrftc e i n z u f ch r ä n k e n. Zu besserer Verteilung der K a r- t o f f e l n zwischen den Bedarfs- und Uel>erschußbcrbänden werde in den nächsten Tagen ein neuer VerteilungSplan ausgegeben wer- den. Im allgemeinen kiliistig sei die K o h l r n b e» c r n t e auö- gefallen, so daß hier alle Bestellungen der Städte erfüllt werden könnten. W c n i g sc c n S annähernd L 5 0 G r a m m Fleisch für die Woche müßten im Interesse der Bcbölterung unbedingt allgemein gewährt werden. anach legte der Minister für Landwirtschaft dar: DaS bctamitc Schreiben HindenburgS und der Appell des dcut- scheu Landwirtschaftskats würden dazu beitragen, in allen Schick- ten der Bevötkcrung die Erkenntnis zu verbreiten, daß alles, was irgend möglich, hergegeben werden müsse, damit wir Herren der Lage bleiben. Gewiß gehe es ohne Zwang dabei nicht ab, aber der Zwang habe seine Grenzen, vor allem die Erzeugung lasse sich nicht e r z tv i n g e n, sie könne nur dadurch gefordert werden, daß de» Erzeugern die Möglichkeit und die Freude an der Erzeugung erhalten iverde. Tie ungünstige Kartoffelernte sei diel- fach darauf zurückgeführt worden, daß die Aussaat auf 8 Zentner für den Morgen beschränkt worden sei. Diese Auslegung der er- lassenen Vorschriften beruhe auf einem?Rißvorständnis. Die Landwirte hätten zwar zur Aussaat für 1910 nur 8 Zentner auf den Morgen der Anbaufläche von 1915 behalten dürfen, es habe ihnen aber freigestanden, wenn sie mit einer Aussaat von 8 Zcnt- nern nicht glaubten auskommen zu können, unter Einschränkung der Anbaufläche eine größere Menge zur Saat zu verwenden. In einzelnen Fällen habe das Zerschneid e n der Saatkar- t o s f e l n unter bestimmten Verhältnissen Fäulnis zur Folge gc- habt, in vielen anderen Fällen sei eS ohne nachteilige Wirkung gehlicbcn. In erster Linie lmbe wegen Ungunst des Wetters der beschränkte Verkehr mit Saatgut die schlechte Ernte herbeigeführt. Als Mittel zur Sicherung und Förderung des Zuckerrübenanbaues bleibe, da Zwang nichts verspreche, nur übrig, den P reis für die Rüben entsprechend zu gestalten/ wenn nickt etwa den Zuckerrüben- Produzenten ein genügendes Aequivalsnt sich bieten lasse durch Zu- Wendung von Stickstoffdünger und die Belassung sämtlicher Schnitzel bei den Produzenten. Indessen könne von diesen kleinen Mitteln nicht alles erwartet werden, und ebenso könne von der Opferwilligkcit der llübenbaueni nicht verlangt werden, daß die Rübenbauer zu Preisen produzieren, die den erhofften und auch für das kommende Jahr sicher noch steigenden Unkosten nicht ent- sprächen. Auf Angriff eines KommissionSmitgliedeZ gegen die setzt geübte Beschlagnahme und Rationierung aller Leben?- mittel führte der Minister des Innern� auL: So wenig eine rück- sichislose Durchführung deS Stisteins für jevtn Gegenstand zkim Ziele führen könne, so nniNöglich sei mitten im Kriege cht Shstüin- wechsel. Gewiß habe das Shstem Fehler. Trotzdem könne dieses allein bei der wirtschaftlichen Lage unseres Vaterlandes— bei dem Mangel an Produkten sowohl wie an BrodnktionSmiiteln— eine notdürftige Ernährung sichern; nur die planmäßig durchgc- führte Rationierung der Hanptnahruiigsmiüel lönne dafür einige Sicherheit geben. Und deshalb seien auch scharfe A n o r d n It n- gen über die Durchführung des Systems unerläßlich. Mehrere Redner betonten, daß man dir öfsentliche Verwaltung der ZebrnSmittel nun auch nicht wcitcc ausdehnen, sondern sich da- mit begnügen solle, die h a u p t s ö ck l i ch st c n LebcnSmiücl durch die össcntlichc Hand verteilen zu lassen. Giner der Redner verlangte dagegen, daß die völlig gleich mäßige Versorgung der Bevölkerung durch weitestgehende Rano» Niening durchgeführt iverde. Hierauf uub ans die Klagen Übec zu Hobe Preise einzelne r Ä r 1 i! e I erwiderte der Präsident des Kricascrnnhrniiasaiiits: Höchstpreise für ciuc Ware ohne ihre gleichzeitige Bewirtschl'flnng führe durch Entblößung von HauptbedarsSgebietc». Aber oa eine lückenlose Bewirtschaftung aller Lebensmittel sich icko» wegen der Seltenheit oder leichten Verderblichkcit gewisser Waren nich' durchführen lasse, müsse man sich darüber klnr sei», daß dir Preise der nicht bewirtschafteten Wartit außerordentlich in die Höbe gingen. Glcichniähigkeit der Zwesergtigg aUK MylÄwn der Bevölkerung sei nur durch die aus sämtliche Mahlzeiten ausgedehnte ZwaiigSmasscnsvcisung zu er. reichen; diese werde aber auch von der großen Mehrzahl der Vcr- brauchcr verworfen. Wohls abend«, die es darauf absehen. fänden immer Wege, sick Lebensmittel über die Ration hin- ans zu verschaffen; diesen fehle das Bewußtsein, daß die Mengen an rationierten Lebensmitteln, die sie über ihre Ration bcsiehcn. den besonders bedüritigen VolkSgcnosseü, insbesondere den Muni- tionsarbeitern entzogen wurden. Die polizeiliche Kontrolle könne solchen heimlichen V e a u g, der oft unter krasser II e b e r- s ch r e i t u n g der Höchstpreise vor sich gehe, leider nie völlig verhindern. Der Vorsitzende deS LandeSfleisckamis, UnierstaatSsekretär Dr. Gövpert, wandte sich gegen die Bebanptung: daß iinsere Rind- Viehbestände zu tingitnste» unserec Fleischversorgung zu stark ge- schont würden. Unsere Eckweinebsstände bestanden fast nuid anS jungen Noch längst nicht schlachtrelsen Tieren, und die VorräW an über>- Jnbr alten Tieren, die allein für die Fleischversorrning in den nächste» Monaten in Betracht kommen, blieben sehr stark unter den Vorräten in den früheren Jahren, so daß wir zwar in den nächsten Monaten mehr Schlachtsckpvciue bekommen würden als in den letzien Monaten, daß aber die Fleischversorgnng nicht annähernd in der sonstigen Weise in erster Linie ans Schweine- fleisch sich stützen könne. ES Iverde daher auch weiter der Rind- vichbestmid daS Rückgrat der Fleischversorgung bleiben, hier seien aber durch die starken Abschlachtiingen im Vorjahre und im ersten Vierteljahre diese« Jahres die Bestände an älteren schlachtbaren Tieren schon so stark in Angriff genomntrn, daß die äußerst« Sparsamkeit auch hier geboten sei. Die Entlvickelung des Jungviehes sei beim Rindvieh zwar günstig, doch handle e« sich vorwiegend»m Tiere der jüngsten Altersklassen, die erst in späteren Zeiten schlmhtbar wurden. Besonders ungünstig sei die Entivicke- luna bei den Kühen, so daß hier weitere Eingriffe nach Möglichkeit im Interesse unserer Milch- und Fetterzeugung vermieden werden müssen. Auch der Leiter der Rdchsfkeischstelle, Geheimrat Professor Dr. V. Ostertag, hatte gegen die Forderung nach einer vermehrten Rinderschlachtung gewichtige Bedenken. Der sofortigen Herabsehung der Rinbviehpreise wurde von mehreren Seiton ans der Kommission wider- sprochen. Diese würde die Mastviehzucht schwer schädigen. Es sei nicht angängig, ständig die Produktionsverhältnisse der Land- Wirtschaft durch Anordnungen und Verordnungen zu beunruhigen. Ter Präsident des Knügsernahrlingsamies erklärte, daß er zum Frühjahr an eine Herabsetzung der Ma st viehpreise hernngeheii werde, früher könne er eine solche mit Rücksicht ans die bestehenden Verhältnisse jedenfalls nicht verantworten. Der Land- w i r t s ch a f t s m i n i st e r trat dem bei. hielt aber die Aenderung der Preise auch im Frubjabr nicht für produktionsfördernd. Bezüglich der Mehrlieferung von Fett bemerkten mehrere Redner, daß sie nur durch freiwillige Lpter der Land- wlrtc erreicht werden könne, daß dafür aber von allen in Betracht kommenden landwirtschaftlichen Verbänden eine umfassende Agi- tation cntsaltet tverdcn sollte. Der Landwirtschaftdminlstcr und der Präsident deS Ernäh- rungsamteS bemerkten, daß durch daS Arbeitsamt deS neuen KriegS- a»i!s und das zu erwartende Z i v i l d I e N st g ü f e tz In seder Welse dafür gesorg! werden solle, daß die L ä N d w i r t s ck a s tz- soweit wie irgend möglich die für sie brauchbaren Kräfte. erhalte oder behielte, daß auch soweit wie irgend möglich für Sllckstofs gesorgt werden würde. Die Bestandsaufnahme vom 1. September AUO hat nur verhältnismäßig Heringe Vorräte scst- gestellt. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung habe sich nach den statistiscken Erhebungen nicht verschlechtert; die Stcrb- lichkeit der Personen über 80 Jahre sei allerdings stärker geworden, die Sterblichkeit der Täitgltnge erheblich heruntergegangen. Aus den Berätuiigen der Kvinmission. insbesondere auck den ERlürUNge» der RcßieriingSvcrtretcr. ergab sich als Bild der Lage, daß es der sorgsamsten Behandlung Utid Verteilung der Le» bensiitittel bedarf, um der Bevölkerung den für sie Notwendigen llnterhtilt zu gewähren, daß aber bei gutem Wille» von allen Seiten nicht daran gezweifelt zu werden braildst. daß wir durch- ha.'tcN können. Die Opfer, die allen dabei zugemutet werden müssen, müssen und können ertragen werden. Mus Ser Partei. Keine soziaidemokratifchen Minister im Kanton Ncneuburg. Wir hcnchlete», daß der Parteilag dcr Sozialdcniolcatie des KäntönS ReUüNbutg mit Mehrhei: bcicklosscii hat. für die am 2. Dezember stattfindende VollSwahl der KaiitonSrügierüNg zwei sozial- deniokralische Kandidaten auszastellen. Da sich aber weder auf dem Parieiiag noch nachher Genossen für die ivlinisterposten fanden,»raten die Parteiiagsdelegierien noch einmal zusammen und beschlossen die WiederaushcbuNg des Beschlusses. Em�ustizrat wegen Erpressung angeklagt Vor der 7. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorfitz des LandgerichtSdircktorS Westermann begann am Sonnabend die Vee- Handlung wegen versuchter Ervressung gegen den I U st I z r a t Dr. Franz IbarS. Der Angeklagte hatte in einem Eisenbahnabteil eine Frau Martha M. in Eberswalde kennengelernt, die sich schwer über ihren Ehemann, den Sohn einec sehr wohlhabenden Frau Auchdruckereibesitzer M. in EberSwalde, beschwerte und die Abiickt aussprach, sich von dem Ehemann zu trennen. Sie hatte den Ebe- mann, dcr jetzt zum Heeresdienst eingezogen ist, während seiner Dienstzeit kcmiengclcrnt. und dieser hatte sie als üljähriger Mann trotz des energischen Widerspruchs seiner Eltern geheiratek, weshalb er zunächst verstoßen, später aber wieder in Gnaden aufgenommen wurde und Stellung in der Auchdruckcrci seines Paiers fand. Die Frau beschwerte sich darüber, daß ihr Ehemann eine ganze Reihe schwerer stitlitver Verfehlungen begangen lzabe und sie sick ge- zwuiigeN sehe, sich von ihm zu trennen. Da sie katholischer Religion sei, sei eine Ehescheidung nicht möalick. Au» diesen erste» Gesprächen entwickelte sich eine engere Verbindung geschäftlicher.tatur zwischen dem Angeklagten und der Familie M., indem der Angeklagte der jungen Frau M. gegenüber sich bereit errlarte, diese ganze heikle Sache zu ihrer Ziifriedenheit»nlS der Wcl. zu icharren. Tarn ii knüpften sich wiederholte Besuch« in EberSwalde im Hause dcr M., die, wie der Vorsitzende betonte, doch sehr eigentümlich und von der üblichen Art abweichend �cien, wie lonst Reafisanwnlte mit ihren Klienten xu verkehren pflegen. �er Angellagtr hat sich auch mit dem Neffen der Frau M.. einem Rechisanwatt, in Verbindung gesetzt. Er soll sick dabei als Iustizrat und KriegSgerichtsrat a. D. eingeführt und gesagt habe»»- er sei sehr bekannt mit den maß- gebenden Persönlichkeiten und konnte dein M., wenn er zum Heere eingezogen würde, vielloicht beim.Ailltar eine b e g u e m e Stellung besorgen. Schließlich hat dcr Angeklagte nn die alte Frau M. einen Brief ftofdjfiefcen, der tteuft dcr Anslchr-�orsi senden in seiner u n• gehcuerlichcn Biutalitat nnglaudlich sei und von drm getlaglcn selbst als geradezu toll erllärt, aber inir durch seine. schwere Krankheit als begreiflich hingestellt werden lönne. In diesem Brief hieß eS:„S)it �leiiuiis 05 cf Vernichtung dcZ SohneS liege ganz in ihrer vand. Tic ftolgcu der Einleitung cine� irhescbei- dungsklage Ivülden schwer und ungeheuerlich für den Sohn sein. irr iältne c-Z nickfi dulden, dcih die dSse AiMlegcnhcit in Ehcrslvusd'c vertuscht und nach dein großen Berlin gedraiiii werden foli. Seine Üfialidantin haoe ihm aufgetragen, daß, falls eine friedliche Ein!- guug nickt zustande komme, die �auptunterfuchung in EKerswaldc sofort gefül?rt lverden soll und-gdlreiäv tlrdeitcriilneu alö Zfcngcn austreleii wurden. Er lasse die Zachen nicht Nach Bkrliii vekschiMn, er glaube, lvic eiil Mlkcr.�u handeln und d u Sodii Nor Gchiiuuf und Schande Und sZuchtl-aus Zu bcioabrcu. Es fei leider auch fest- ?Nstelien. daß, die Mliticr van dem unsittlichen Treiben des Sodncs Kcnnkni-5 gehabt iind cl geduldet habe. Außerdem werde er dem ibcrm Pfarrer die Abschrist der Eheschcidlingektagc zukommen lassen, ebenso dem Bürgermeister von EverSwgldc, den Ztadtver- ordneten, dem Magistrat, der.Handelskammer, dem sLewerbcaint zu Potsdam, der Polizei in Ebersloalde. Ter Angeklägte machte terner den Anspruch aus lbb vt!!) M. für Martha M., zu seiucil Händen, geltend, irovon mindestens 86 606 M. auf der.Mbuigl. Scehandlung in mündclsicliercn StaalSpapierei! einzinablen seien. In dem Briese wird ferner den: Eolme fjllchtoa«? in sichere Aussicht gestellt bei nuüdestenZ cinsähriger llntersuchiingshaft. Ter Augeflagle bestreitet, äiif Erpressung äliS-gegängdii zu sein und will diesen ungeheuerlichen Brief in cinSM krästsbäftcn dlustand geschrieben Kaden. Er sci.dainalS von schiocrci» Augenleiden geplagt worden, habe entstdliche Schmerzen gciitteii und seine fjnihichi zu Morfskiinnt und Alkohol genommen. Er habe darunter geistig z'lreiwFlcZ stärk gelitkeik. Saebberständigee Gel?. Rat Tr. S i I c h besläkigAc, daß er den Angellagicki seit langen Jähren an eltteiit schiobteU Augeilleiden behandle i die Äugen häkien sürchterlich ausgesehen, er habe zlveifel- loS große Schimr�en aushalten müssen ilkiv OS fei richttg. daß er Beronal und Morh?süm in größeren Mengeii ßl! sich genommen, auch viel getaucht und viel gctrunien habe. Es sei nimt von der Hand zu weiscii. daß der Angesagte, Ivenki er scknveren Burgunder oder de Kl. gönösstu, sich ik! eillSm Iristvinde befunden haben könne, der a o i>!Ä normal zu bczeichiikn sei. Bei der Lerhandliing der finatizitllcn Lage des AnzeAagien kam zur Sprache, daß der Angeklagte ein Ha uz in der Bülairstraße habe überuchincii müssen und schließlich ilt eikle Schuldenlast tfBix 106 000 Mark gel oni inen sei. Ter Nebenkläger bestritt, dctß der Aiigeklägtc bei scineu iknkcryandtüügeü iii dieser Sächö Itifendwie den Eindruck eines aeiüig gestörten Mannes gemacht. halv. Tcrsell'eit Ansicht war der Psärrer Bärilsel in Ebkrtloalde, ddn der'.'lilgeklagie ÜUs- gesurdr bat, v:u, wie er sagte, als Pater und Ehtikk ikin fsii WKdcgcli, der Martha Di. xu helfen.— Die Perhandlung wurde auf Montag vertagt.__ Bus JkSustrie und hanösl. Um die Herrschaft in der mitieldrutschcu Braunkohlen- indllstri.e. Dte am Fkcttag abgebaktenc nuhcrordcntliche Gcneralvcrsamm- lnng Wcrscheii-Wcißenfelser Brauukohlrii-Aktiengeselbfchaft bat einen Kampf nm die Leitung deS lluternetunens zwischen der biS- herigen BerwaltungSgrüppe, die unter dem Einsluß der Diskonto- Gesellschaft stand, und einer vppositioneiten Akiionärmajorität ge- brcchi, deren Führer der böbmische Braunkohlenmagnat Julius Petschck ist.igcsellfchäsk, kürz..MU- rcpa" genannt, gegründet, deren Kapital Vorläufig 0 Bdillionen Mark beträgt, aber in Kürze aus 40 Millionen Mark erhöht werden soll. Bor dem Kriege batte die französtsch-belgische„Fnteniationale Schlasiragcngescllschaft" das Monovol auf den Betrieb von Schlaf- wegen und durch ihre Untergesellschaft, die„Deutsche EiseubahN- Sp.sseiragen-Gcsellschafl" auch dab Monopol aUf den Betrieb von Speiselvagrn. TeS Hiittenwetk C. W. Kahsrr vcricilt wie im Vorjahr 10 Pro-. Angeblich bat es während des Krieges Beziel?ungcn zu den Hlrsch-Knpfcrwcrten angeknüpfk. Tic HungerbloSctde und die Neutralen. Holland ha! die Aussuhr von Magerkäse verboten. Äor- w c g c n darf nach seinen mik England tZcschiossenen Percinbarungen nur 16 Proz. seines Fischfanges nach Teutschland nnhsührctt. Der:«nhrlehie,imarkt. Das Rheinisch. Weftfälischt Kohlen- fyndikat beruft ans den 30. November eine Bersaminlulig der gcchcnbesitzcr ein, worin Stellung zum Warenumsatzstcmpel gc- nommen, die BcteiligungLantesle für Dezember und die neuen N i ch t V r e i s e festgeseß! werden sollen. Ter Haiidelsunmster scheint die Forderungen der Bcrgherren wenigstens zum Teil erfüllen zu� lvollen, obwohl die glänzenden Eielviimergebnissc davon abhalten sollten, Tie Nachfrage übersteigt die Liefeiuitgsmöglichkeiien, so daß von Fcinkoblc nur 40— 50 Proz. zur Vctsügung gestellt werden kann. Die Koksversorgung weist wcilig'cr Skörungoli Nuf, PN sich die großen Verbraucher bereits früh- zeitig ciiigedeiki hatten. V erschürz: find die Schwierigkeiten durch Störungen in der Böogcnbcstcllung worden. Soziales. Mängel der KrankcniicrsZchkrung. Ein krankenvcrsichirüngöpflichltger Arbeiter hat bei AröeÜZ. Unfähigkeit Anspruch auf Krankeitgeld..für Zcdeu Arbeits- t a g". So schreibt daS Gesetz ausdrücklich vor. Tie Oiechtsprcchung bot von jeher dmi Standpunkt vertreten, daß als ArbkltStirge nur jene Tage'zu rechnen jeieN. an denen nach der Regel des Be- tricbcs auch wirklich gearbeitet werde. Soscrn Versicherte nur an cinigrn Tagen in der Woche beschäftigt waren und diese nur mehr- oder auch eintägige B-schästigung in der Woche sich rcgcl- ma'zig wiederholte, ist auch nur für die gleiche Zahl von Arbeits- tagen der Anspruch' auf Krankengeld im Falle der ErkrankunZ für begründest erachtet woedeli. Genau so, wie für gewisse Mit- glicder der Kasse der Sonntag ein Arbeitstag sei, gebe eZ auch versicherte, für die einzelne Werktage keine Arbeitstage seien � demgemäß für diese Tage keinen Anspruch auf Kranken« geld ha.teu. �-stvar bestehe die Versicherung auch au den anderen Tagen. Tie Kasse müsse dementsprechend ärztliche Behandlung� und Medikamente gewähren, nicht aber da! Krankengeld. Immer- bin ober niiisse nach der Ordnung des Betriebes oder der Art deS BeschäsligUngSverhältnisses von vornherein feststehen, an welchen Tilgest der Woche nicht gearbeitet werde. Welchv als Arbvitbtagc in Belra.bt kommest, sei gcgcbencnsalls nach der besonderen Natur des duiZMiust ArbeilÄerhaltKlsseS zu bdürkellen. Ter Gesetzgeber ha! oiseul-Zr NN die Möglichkeit nicht gedacht. daß für Mb Äcilsö llölt WcheüMZest kein KvkMkvllMld ffvlvährst werde, dciiu er bat nubdrücklich im 8 lOt der NeichSversicheruiigs- ordiiiing vorgeschrieben, daß das Krankengeld allgemeiii auch für Zoiin- und Feiertage zugebilligt iverde» könnt, In dieser Vor- schrist sind ganz offenbar die Sonn- und Feiertage im Gegensatz zu den Werktagen stölsktiö verständen. Wenn eine Krankenkasse von dieser Vorschrift des 8 lOl Gebrauch gemacht hat, und wenn beispielsweise eine Frau vielleicht für ReiniUächeatbeiken äüf lau« gere Zeit, jedoch nur für zwei Tage in der Woche, angenommen ist, dann muß ihr neben ddw Krankciigcld für diese zwei Äiage auch das Kraukengeld für die Sonn- und Feiertage gewährt werden. Hat die Kasse von dieser Vorschrift keinen Gebrauch gemacht, erhält die Frau nur für zwei Page das Krankengeld. Ganz offenbar hat der Gesetzgeber angcnouü.icn, daß, wenn für Sonn- und Feiertage das KtckllkÄMId zügebistigt wird, C? selbstverständlich auch für alle Arbeitstage gewährt lverden müsse. Er hat also den ÄrbeitSlag cklZ WtMcecMkio Niit Wörkkäg ästfgdsaßt. Was soll ehi Arbeiter gegebenenfalls mit Krankengeld für einen Schneckenaana bei der Rculeufestsetziing. Wie sauge„nler Ümsiandru ein Invalide auch nur auk einen Bescheid, durch den. je nachdem icine Diente iestgeiehr wird oder nicht, tuarieu niiiß. inag an einim Fall wieder etinnal gcschiidcrr werden.?!ach»nehAualigeni Aufenihälk ini Lazarc.t und sonstiger Krankenve uandkilnI. slrllie der Wehristänn 3k. äuS?!eukvls>t Ansang Oktober 1015 durch seineu Feldwebel den Anipaz aus Gcwähiimg der Kraukenrenie.. Er ivurde auch im gleichen Monat noch zweimat von, zilsiäudiaeli Versicheruugsaw.t Witienbcrg LSrnömmen, das ibstr aut eine Anfrage ivater mitleilie, seilt Antrag sei der Landes- vernchernnaSankialt Tachsen-Anhail in Merseburg iibergebti!.„ Paust'. Anfang April lillö lpäiid'.e er sich nun au den Värumid dieitr LandesvelsichcrullgSaustalt in Mericharg. Keine Aniwort. Die Aufragen werden int Monat April 1016 crtftiikrt. Wieder keine Antwort. Am 10. Mar sandte Dk. eine Beschwerde an daö Dün chS v e li i ch er uu gsain t, � der Äusstchlsbehörde die LandeSversicherungsanstalk. Ties teilte ilstn mit st. Kmi mli, daß der Vorstand dcr LaiideSverstchernilgstanstall berichler habe, die Sacke liegt beim VersickiernngSamt tu Löilieuberg An- bsrammma der ntiistdlkMn Bekdandlmtg. Tee Pm stand werde ans innlichste Beichksunignng des Verkahrens Bedacht nehmest. Wieder Pouie. Eiucn Monai darauf wurde nun eine Anfktgc au das VtistMMnBWr iii Witkenverg gerichtet und NN! tzakdigs zur DIN- schling des Termins ersucht. Nene Pause. Ansang August wird das Ncichsvcrsicberuiigsamt nochmals nngeinieu, das ciuen Moulu ivkier antwonese, am 5. Fepitmber werde dsS BerstcherungSaMr Termin zur mündliche» Veibaudlung ailietzen, dani! iverde die LaiideSPerncheruiigSanstalt Bescheid erteilen. Tie Angclegenbeit cinrigcn Tag anfangen k In ddr lvcitaus großen Mehrzahl der! iverde daher seilen« deS Dke>chSverüchernNg°a'.nt»S als eriedigr an- Fälle wird bei einem ArbcilSverhäliniS, das einen Arbciier nur zu! gesehen. Weitere Pause. Mine Otiober wurde lsierauf die Landes« eintägiger Arbeitsleistung verpflichte!, andere Arbeit noch die Siegel 1 MsichcrnngSaiistalt. die während des ganze», iiizwtzcheii verifricheiieu gewesen sein. Er wird an den nicht durch einen DltirffSbcrlrasj jH?"3 für nolwendw gehalten hat. ciwaS vvn sich hören zu „I.. s„._____ h!,.rr»m„ u:.ra-ja, laßen, erneut erinnert und icndeiu ilt wieder cm Monai veistrichen, gebaudeneir x.ag�i ciiwr aiiderca mel.e.ch.«lcht �! ahne daß der Bescheid cing-lrorseii ist Nach dem Gesetz sind die rungspflichug�ri B�fchaf.iguNg nachgegangen sei.!. �ie geltenden � beschleunigten Beisakren sestmiewni. Wie lange mag Bestimmungen bedürfen hier dringend der Abänderung. s � eil, Verfahren dauern. daS nrchr.bei'chlcmngl" ist. Li{(gemeine Orts-Krankbtlkasse rär Ktrlw-M«ik«dsks. «np tt nirgend. BerllnMarirndors, Ghmtssekftr.44. Etnladuua ,U der am?.Uonlag, de»"d?. November i»H5, abenSS li'U llhr, im Lokal von Ii nrl Bcn«.olio<'k-. Berlin■ Mnrlendork, Chanssre- flrohe i!7. stattfindende» ordcntlilZstU Aus�jnßsthuug der Vertreter dcr Ärb'citgeSrr und Veriicherlou. Tagesordnung! 1. Fcstsclzüng des Voranschlages für das DIcchiiiingkjatir 1017. 2. Wahl des DicchnungsnuSschusses zur Prüfung der Jahrcsrcchnulig für 191«. ll. Aendcrung bezw. Ergänzung dcr xz 50 und tU Oer Sichiilin. 4. Bcrnlung und Veichluhmsjung über die Diensiorduung derANZtslelllcll. 2. Verschiedenes. Elwaigc Aniragen oder Vefchwer- den. dc> denen Einiichlnahmc tu die Kafsenatten«rfordevllch..M, find spä- lestens bis zum M. NBucuiDCv er. 1 dem Vorstände ichriitlich sMjUrcichcu. Berlin-MarieNdotZ, den 17. November 1910. Ter Kaffenvorstand. Aug. L c i p, Äortiheudcr. Berichtigung. Die i» dcr gestrigen iSonnabendS-) Nummer deS.VorwäriS" veröffeni« lichle Bekanntmachung der OrlS- Krankenkasse für Berlin-Martendorf ist nicht von dicier, sondern von der OrlS-Kranlenlasse für IS» r l I n- i I ui v r«,<1 ,» r- k ausgegeben worden(j. a. Jnscral in heuliger Niiimiicv;._ Sjfüsv! (ierDllillDiüüllli KahlKtcllc IScrliii. Swreau; Eligeluscr 14/15, pari.— Telephon: Amt Morlhpluk Nr. SSbä. Keössnct: Vorm. v. 10— 12, nachm. v. 4—7 Uhr. Dienstag nachm. stelchsosseit. Dtvntag, Hf. Äovbr., abcndö Uhr, bei Bockcr, Webcrftr. 17: Vei'SKNimlunK eilsk 1» ljßr 5et!ltl!ilsk!t!Zlkkk bssvkgf!. �Iteitsk v. /MeitoiMs,. Tagesordnung: 1. Äerichlerstaltung über die Veibanalimge!, nsst dem Fabtikanlen- beroaiide ibeqen Erböhnng der TcuerungSzulagd äus LZ Pröz. i:. Ms- kufsion.?. Verichitdeiles. Kvltegett ukid Kolleginnen! In Anbetracht dcr beionderen Bedeutung der Tagesordnung ist vollzähliges Erscheinen gebolm:"TSRB m/u I>c>r Elnhornä'ci*. Mesleli Mm geMM Seliosikli MgssSsii« m 5l!n. Am 19. Juli der Metallarbeiter s ?sui E�eiinski Weisestr. 5, Bez. 22. Uliheim Eteenhsrdt Schlosser, Hobrechtslr. Cl, Vcj. 1. 1 Im Lazarttt verstarb eu ?sui Heinrich ßlaiser-Friedrlch-Slt. 88/ Bez. 11, j lians Wermke Tifchlee, Nogatslr. 15, Sc*. 13, Oskar fahner Graveur, Hobrechtslr. 37, Dez i, Walilvercin Lichtenberg. Im Lnzarelt b erstorben £mi! Pissari 20. Gruppe, Willi Biaser 39. Grup'pe. Wiederum Hab eil wir ein Opicr des Weltkrieges zu betlagin. 31m 7. Slvvember erlag seinen schweren VerUfcuriaiii unser lieber Kollege. der Maschliieststieister Ernst Kantowsky. Auch diesem Kollegen werden wir ein ehrende« Andenken be> wahren. i5il7b DaS Personal dcr Finna ki. 8. ükittler Sc Sohn. Efliiialirep- Bunil „SollilaFlIKl". Orcsgruppr NetutSendors. Den Mllgliedeni zur Slachrlcht. dass nnscr langjähriges Milglied, Genosse l*auB Heimes am 23. November nach kurzem Krankenlager utrftorßen ist. Ehre feinem AUdcnkeu! Die Beerdigung sindet heute nnchin. ist, Uhr vom Trauerstaiii« Eichbor, islr. 59 aus statt. 1550b Um zahlreiche Beleittgung ersucht Tie tOrisgruppcnlcttung. IM Felde tödlich verunglückt, somit als Opfer des Weltkrieges verstarb unier langjähriger, eifriger Kollege*68/0 Richard TiclZi gcnschoiti, i Wiefenstr. C, in noch jugendlichem Alter. Wir werden ihm ein ehrendes| Andenken bewahren. Die Arbeiferjugend Berlin.| ißeiitsciw Sfiitörtieiter-'/EFliaßl ICtipIgvcroln Berlin. Bezirk Lichtenberg. Den Milgüedcin zur Kenntnis. dast unser Mitglied, der Hilss- I arbcilcr Äütoo Kaptejn | am 32. Nodctnber verstorben ist. Ghrc seinem Nndculr»! Die Vecrdignng findet Diei-s- slag. den 28. November, nachm. s 3 Uhr, au! dem stüdlischcu Fried- hos in Mckrjadi! statt. 143/5» 0!» tjelüciie Vce«alli.'vz.> Nachruf. 3!!3 Opfer des SSchlileflef- fiel ! nach siebenjäbrigkr stlüatiihster Ede am 12. Ottober 191C durch 'Arlilleriegeichoj; mein innig- geliedter MiMii.»üsrr Hetzens- s guier Sohü, CiWlksscrioyIr und Ichidagct, der Musketier | im Alter von 30 Jahren. Dies zeigt liesbetrübt an Heiana Fanter ni« grau. I ThBcesB Fanter als Mntter. I ASolftno Schamacher otS Schwle- ficuuuiler. I Karl Schamacher«W Zchivszer, zurzeit im Felde. Jlate IhschBr nebst Eohncn und TOchlern. AIS ticnklte ZttllM«stihztw ! iboohor. zurzeit fchiververwundet, s stael Schulz, zurzeit im Felde, i Mlllenwalder Slr. IC. t547b Dli starbst an Dciiien jchiveren ! Wlindcli. d!e Ftilibcekugrl lraf I Dich schwer; vorbei des Lebens Igoldne Sttldden, für Dich gibi's keinen Frühling mehr. Wenn die ! Glocken den Friede:! verkünden. i und die Slreiler zur Heimat sich j tiiijmben, daml bricht litt« von neuem däZ Herz elitjwel, demt s unser lieber Karl iil nicht dabei. Aliiie Ilivsk. Heule vor einem Jahr nahm ! der Zlrieg mich meinen liebe»! s Man!! und Vater seiner beiden 1 f Lieblinge, den Jäger 150a I EwaBd ¥&fä, Mit dcr Sebnüicht im Herzcil nach'Denten Lirbeil. Mll der Tehniuchi ivi Herze» bist Tu geblieben. s Deine Dich eivig liebende Martha und Kinder, Eharlottenbuig, Kantstr. Cl. Am Donnerilag. früh 1 lliir ! verstarb Nach iurzem. schiue.eül i Leiden mein gclicbler Mann, unser I herzensguter Baier,'Vi uver, > Schtvagcr und Ohlei, der Schlosser Maies* | im 50. Lebensjahre. DicS zeigt tlcsbelrilbt an ALittvc Anna Pater nebst»inber». , Die Beerdigung findet am I DIenSlag. den 28. d. MI«., nach- mittags 2 llhr, von der Kapelle ic« Sk. ThomaS-KIrchdoieS in Ccuköllu, HirMamistr., aus statt. N&thttil* iUhS 4, Dt)fci' bc5 ScIlfvicgCii fiel aus den Reihen unserer j Kollegen der Maschincnmbcllcr Htixo Ahrendt. Sein Srndentcn | Ehten hallen werde» in -s20 lliiivcrsal Vrl�slcllek n Mar Buchhandlung Vorwärts, Linden strape 3(Laden). 01c KvIIeken ckes Werkzeuzbau j cker A. E.G. Klcinmolorenfabrik, Abteilung Brause. Deutsch. MetfillaMer-Veriianii Orlsverwaltung Berlin. Tem Andenken unserer im Felde gefallene» und verstorbeneu Mitglieder gewidmet. Beyer, Fritz, Schmied, gcß. 9. 6. 89 in Zlrnswalde. Benin, WeISI, Schloffer, geb. 27. 7. 95 in Sellin. Friedrich, WiSli, Dreher, geb. 10. 8. 85 in Berlin. Oosciaszek, Thomas, Schmied, geb. i. 9. 84 in Ludlvianowo. Her f Birth, Friedrich, Klempner, geb. 12. 11. 84 in Waldowstränk. Hilttner, Bodolf, Schlosser, geb. 2. 8. 78 in Zleueudoif. Jäger, Erwin, Dreher, geb. 27. 7. 98 in Spandan. hiatt, Emil, Schlosser, geb. 4. 3. 93 in Reetz. Kiijawitzki, Franz, Dreh», geb. 4. 11. SC in Berlin. B�aikowski, Joseph, Former, geb. 21. 11. Sä in Gölzau. Mersch, Willi, Schlosser, geb. 4. 9. 89 in Berlin. Paffrath, Hermann, Schleifer, geb. 18. 3. 73 in Ruhla. Peitzoid, Eugen, Mechaniker, geb. 15. 9. 72 in Berlin. Piekara, Wladislaus, Schlosser. geb. 20. 6. 91 in Jersi?. Rösner, Fritz, Arbeiter, geb. 21. 5. 97 in Berlin. Scharner, Fritz, Schl-sser, geb. 5. 3. SO in Lyck. Seel, Max, Rohrleger, geb. 13. 4. 75 in Apolda. Ehre ihrem Andenken! Tie Ortsverwaltung. \a . i Bezirk Groft-Berlin. 120/5 Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Richard Borkert, Industriearbeiter. Max Daenicke, Arbeitskutscher. Willi Degen, Bierfahrer. Max Heidemann, Geschäftskutscher. Fritz Heiden, Geschäftsdiener. Gustav Janke, Bierfahrer. KarS Mann, Arbeitskutscher. Thomas Odenthal, Lagerarbeiter. Fritz Polenski, Krauführer. Karl Richter, Kohlenarbeiter. Eduard Saß, Industriearbeiter. Paul Schröter, GeschSftSdiener. Gustav Schwarz, GeschSftSdiener. Otto Stortz, Bnreaudiener. Hermann Wache, Markthallenarbeiter. W/lS Ehre ihrem Andenke»: _ Die Bezlrksleltnne. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: i�ndfee, Bod-Nleger, 32 Jahre-lt. Max Biese, Tischler, 44„„ Wilii Blaser,„ 23„„ Karl Blümke, Stellmacher, 31„„ Ernst Qentzkow, Holzardeiter, 24.„ Max Hennig, Tischler, 35„„ Wilhelm Nethe,„ 32„„ Paul Schmidt,„ ss.„ Paul Wallburg,„ 35„„ Hans Wermke,„ 22„„ Ehre ihre in A»denken! 93/11 IM«; Ortsverwaltnnis:. Deutscher Dauarbeiterverband. Zweigvcrein Berlin. Im Felde sind folgende Kollegen gefallen: 143/0 Ehre ihrem Andenken! IM« üi-tUeli« TerwaHnnsr. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Verwaltung Grob-Berlin. Gefallen sind folgende Mitglieder: Paül SchulZ, Bezirk Norden. Paul Doherr,.. MaX Haube, Bezirk NeuUll». Alfred Kickhefer, B-zirk Ncursnn. Karl Sarauel, B-zirr Neuiean. Faul Kruger, Bezirk Odersqsnew-id«. Felix Lempachowski,»«»tti«di«,,»,. Hermann Kirsch, s-zirr Köpenick. Max ßommrieb, Bezirk Reinickendorf. Karl Orubert, Bezirk Süd-Ost. August Hoffmann, Bezirk Charlottenburg. Emil Wende, Bezirk Osten. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsvcrwaltung. 50/11 Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Uerlin. Tem Andenken unserer auf dem Kriegsschauplatz gefallenen Kollegen! Am 39. Oktober 1910 starb im Lazarett zu Passau der Herren« maölchneider, Kollege Theodoi.' Halliger geb. 15. ßuni 1874. Des weiteren fiel am 23. Oktober 1915 der Herrenmagschneider. Kollege Hai hi und Heier geb. 24. August 1878. Ferner siel am 28. Oktober 1910 der Kollege Stanislaus Oajewskl geb. 30. April 1872. 104/3 IMc Ortsvcrwaltung. twFmmmmsmmmimimKwsmnBmsmammmm AbZ Opfer des Weitlrieges siel am' 17. Luni 1910 mein einziger iimigstgeliebier Sobu, unser herzensguter Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Cousin, der Musketier Wilhelm Finger 3. Komp., Jnfanterie-Regt. Nr. 97 im vollendeten 27. Lebensjahr. Er folgte iewem lieben Schwager �.«Inll Falm, gefallen am 19. November 1914. Dies zeigen im llessien Schmerze an die trauernden Hinterbliebenen j-31 Witwe Eleonore Finger geb. lang als Mutter. Neukölln, Pflügerslr. 45. .Inna Finger. Witwe Klara Palm geb. Finger Hartha Uoffinann geb. Finger Mieze Oatwald geb. Finger Hannle liiuke geb. Finger Sämtliche Schwäger, Nichten und Neffen. Wir sahen Dich vor einem Jabr, geliebter Sohn und Bruder, zum letzienmol. Emst glückliche Stunden sind mit Dir rnt- schwunden. Nun ist Dein Mund so kalt und stumm. Du starbst so jung, weißt Du warum? Geliebt, beweint und unvergessen. Verantwortlicher Redakteur: Hermann Müller, Tempelhof. Für den Fnjeratenteil verantw,: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin als chwestern. SozialdemokFalisEherWahlvEFeiii Ld-SJEFilBEFHEielistagswahlkF. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Genossin Erna Klaggo Carmen-Tylva-Slr. 56 verstorben ist. Ehre ihrem Andenke»: Die Beerdigung findet am Montag, den 27. d. MlS., nach- mittags 3 Uhr, aus dem Kirchbos der Bartholomäns-Gemelnde in Weißens«, Follenberger Chaussee. statt. 222,20 Um rege Beteiligung ersucht Der Ziorstaud. m DBDlsebBFllEtillarbettBF-YEFbanil Verwaltungssielle Berlin. X achruf. Den Miigliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Dreher Paul dakob� Spandau, am 10. Novembel gestorben ist. Ehre seinem Andenken! X'achrnf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschiuenarbeiter Franz Sielaff Sali inte Sir. 28. am 20. No- vember gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Fräser Paul Vater am 23. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung sindet am Dienstag, den 28. November, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des St. ThomaZ- Kirchhofes in Neukölln, Her- mannstraße auS statt. Rege Beteiligung erwartet 126/0 Die Qrtsverwaltung. VEFband dEF Sattler und PaFtelenilleF. Ortsverwaltung Berlin. Als Opfer des Weltkrieges siel der Kolleg« Ernst Petsch 34 Jahre alt. Ehre feinem Andenken k 159/4 Tie OrtSvenvaltiing. Plötzlich und unerwartet er- dielt ich aus dem Feldlazarett die Nachricht, daß mein über alles geliebter Mann, der treusorgende Vater seiner beiden Lieblinge, Sohn. Schwiegerjohn, Schwager und Onlel, der Gastwirt Paul Schröter 38. Ann.«Bat., 4. Komp. am 9. November an den Folgen einer schweren Operation im blühenden Alter von 40 Jahren gestorben ist. Ties zeigen schmerzersüllt an Sr'me tieftrauerude Gattin Ella Schröter geb. Thurm, Berlin, Beuthstr. 17. Gertrud und Irmgard als Kinder. I. Apleh und Frau. Witwe Ida Thurm. Familie Max Thurm, z. 3. im Felde. Familie Kurt Thurm. Famllie flreudeman». Gestorben l Welch schrecklich lau- tende Kunde. Wie tras sie mich doch so schwer Und grub mir ins Herz eine Wunde, Die nimmer vernarben wird mehr. Zu irüh bat Dich der Tod ereilt, Rtein Lebensglück zerstört; Wenn auch die Zeit die Wunden heilt, Bergeisen, nein, ach nimmermehr. Rnhe sonst in fremder Erde! Lieber Pap!, schlaf in Ruh, Unsere Liebe deckt Dich zu. Dein: Lieblinge 154ub Gertrud und Irmgard. FfeIe TuFiiEFScliatt Rumntelsliürij M. d. D. T.-B. Am 15. Oktober siel der Turn- genösse 1550b Alkred Streit im Alter oon 20 Jahren. Wir verlieren in ihm ein lang- jöliriges. treues Mitglied und ausrichtigen Freund, dessen'An- deuten wir in Ehren hallen Iverden. Ter Vorstand w�wnn»»»™ uwHMirg DeiitsctiEF TranspoFtaFheitEF-VeFband. Bezirksverwaltung Groß-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Zeilungs- trüger Paul Hermes von der„Porwäris"-spedi>io!i Kynast, Borsigwalde, am 23. No- vember im Atter van 02 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. November, noch- mittags 2 Uhr. von der Leichen- halle des Geincindesriedhoses Reinickendorf, Humbotdtstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 09/17 B!e Bezirksverwaltung. Als Opfer dieses unheilvollen Krieges sie! am 27. Oliobcr mein lieber Mann und ireujorgcnder Vater, unser unvergeßlicher Sohn. Bruder, Schwiegcrsohttund Schwa- gcr, der Sanitätsgesreilc-jlO im blühenden Alter von 38 Jahren. Im namenlosen Schmerz Wtwe Martha Roscnliahn, Erwin als Sohn. Witw« Rosenhahn als Mutter, Wilh. Rosenhahn) Franz Rosonhahn Otio Rosenhahn/ ö Zt. r. c>elde. Luise Rosenhahn,„ Minna Rosonhahn} a- Schw-stern. Minna Stahn als Schwiegermutter, Gustav' SUhn} k!'3 Schwager, Klara Schwieg geb. Stahn als Schwägerin. Berlin, im November 1910. Man hat in ircrndcr Erde Sein letztes Bett gemacht, Dort liegt er von' Beschwerde; Ein Kreuz hält stille Wacht. Das svricht: Pom Kamvsgcbrause! Ruht hier ein Krieger ans, Er tanu nicht mehr noch Hause, f Und doch ist er zu Haus. 3Z Hiermit allen Freunde» und Bekannten die traurige Nachricht, vaß unser lieber, unvergeßlicher Sohn und Bruder, der PtnStetier Pudolk help Jnf.-Rcg. 132, 3. Komp,, im blühenden Atter von 19 Jahren als Opfer des Krieges am 24, OI> iober 1910 gcsallen ist. Im tiefsten Schmerz Bielrauemcken Eltern u.Gcschwist. August Feilt. Berlin-Mariendorf, Chausscestr. 29. Wie ist es doch so schwer zu denken, Daß Du nun nimmer lehrst zurück. Dein Schritt wird nie sich heim- wärts lenken. In Feindesland volzog sich Dein Geschick. Es seblt in unserm trauten Kreise Dein froher Sinn, Dein treues UnS klingen nicht mehr Deine sroben Weisen, Die ficiS verscheuchten alle Sorg' und Schmerz. Du schläfst nun jetzt den letzten Schlaf. Befreit von allen Schmerzen, Das Blei, das Dich zu Tode traf, Zerreißt auch unsere Herzen. Nun, lieber Rudolf, ruhe saust in Frieden, Geliebt, beweint und iinoergessen von Deinen Lieben. E32 Arbeiter-Ratlfahrer-Buml Solidarität"(Ortsgruppe Berlin), Im Felde gefallen sind folgende Bundesgenossen t am 23. Oktober 1910 OÜO Voigt, 4. Abteilung, am 10. Novbr. 1910 WÜH BOttin, 6. Abteilung. am 20. Septbr. 1916 Paul Schulz, 7. Aitetlunz, Albert kOOSC, v. Abteilung, Heinrich Wolter, s. Abteilung. Ehre ihrem Andenken! 9/1S Dez» Vorstand.