f 3 Pfennig) Av» B30* 33« Vevlinev Volksblcttk. der fozi aldemokrati fehen Partei flbonnementS'Bedlngungen: Kbonnements• Preis vrünumeranda Bieiteljä�cL S.90 Ml, manatL ILO MI, wöchenllick SO Ptg. Ke, ins Haus. Einzelne Nununer S Pfg. Sonnlags. nunimei mit illusirierler Tonnlags« Beilage.Die Neue WelT 10 Pfg. Soft« kbannemem: ILO Marl vro Monat. Eingetragen in die Post. ZeuungS« Vreisliiie. Unter Kreuzband für Dcrufchland und Oefterreich- Ungarn 2LO Marl, für das übrige Ausland « Marl vro Monat. Poftabonnemcuts nebmen an Belgien. Dänemark Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, wutttamen Schweden und die Schweiz. CrWicint lzgllch. Zentralorgan Die IniertionS'Gebüijr bekllgt für die sechsgesvaliene Kolonel- teile oder deren Ziauni 00 Pfg.f für »olififche und gewerlfchaftliche Pereins- und Vcrfammlungs- Anzeigen SO Ptg. „Klctnt Hnrctgen", das fettgedrutlie Wort SO Pfg.(zuiäfstg 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort lO Pfg. Etellengefuche und Schlafftellenali- zeigen das erfte Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über lö Buch- fiabcn zäglen für zivei Worte. Inserate für die nächste Nummer nillffen bis S Uhr nachmittags in der Exveditton »bgegcbcn werden Die Exvebitio» ist bis 7 Uhr abends geöffnet. rclegramm-Adrefse: .Sslüslifiinolilül kill!»-. Veuttcklands. Neöaktion: EW. HS, Linüenstraße Z. Fernfvrecker t Amt Morittvla». Nr. läl Ski— l-il S7. Freitag, den 1. Dezember 1913. Expeöition: EW. HS, Linüenstraße Z. ffernivrecker: Älmt Morittplatt. Nr. läl S«— 1ä1S7. 0er Coerztmrger paß geöffnet. Einnahme von Campnlung.— Englischer Angriff bei Apern.— Ruffenangriffe in den Waldkarpathen und zwischen Uztal und Tartarenpah.— Beute der Tonau- armee.— Gefecht bei Gruniste. Amtlich. Großes Hauptquartier,'30. November 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. ArmecdesGcneralfcldmarsch all s Herzog Albrccht von Württemberg Im Upern Bogen griffen nach starker Artillerie-Vor- bereitung feindliche Abteilungen in etwa!j Kilometer Breite unsere Stellungen an; sie wurden durch Feuer, an einzelnen Stellen im Nahkampf abgewiesen. Heeresgruppe Kronprinz Ziupprecht. Bei nebeligem Wetter nahm der Gcschützkampf nur zwischen Serre und der Ancre sowie im Frontabschnitt beiderseits des St. Pierre-Vaast-Waldes zu. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfcldtnarschalls Prinz Leopold von Bayern. Größere Kampfhandlungen fanden nicht statt. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. In de» Waldkarpathcn und den Grenzgebirgen der Moldau setzten die Ruffeu ihre Angriffe fort, ohne wichtige Ergebnisse zu erzielen. Der Russe hatte schwere Verluste und mußte sich mit kleine» örtlichen Vorteilen begnügen. Wir drängten in Wcftrumönien die feindlichen Nach- Hute» zurück. Außer Pitesti ist gestern auch Campnlung genommen und dadurch der Weg über den Toerzbnrger Paß geöffnet worden. Dort sielen 17 Offiziere, 1299 Gefangene, 7 Geschütze und zahlreiche Bagagen in die Hand bayerischer Truppen. Von Ihrer Majestät Kürassier-Rcgiment Königin nahm die Eskadron des Rittmeisters von Borcke bei Ciolauesti eine feindliche Kolonne mit 17 Offfzierc», 1299 Mann ge- fangen und erbeutete dabei 19 Geschütze und 3 Maschinen- gewehre. Heeresgruppe des Gencralseld Marschalls von Mackensen. Die Donau-Armcc ist kämpfend im Vordringen. Bei den Angriffen gegen die Rumänen zeichneten sich unter Führung des Majors Aschauer schleswig-holsteinische, bücke- burgische und bayerische Reservc-Jägcr aus. Seit dem Donau-Nebergang hat die Armee dem Feinde 43 Offiziere, 2421 Mann, 2 schwere und 36 Feldgeschütze, 7 kleine Kanonen und 7 Maschinengewehre sowie 32 Muni- tionsfahrzcuge abgenommen. Mazedonische Ffront. Nordwestlich von Monastir mißglückte ein feindlicher Borstoß. Vom Westhang des Ruinenberges bei Gruniste, dessen Gipfel in den letzten Tagen ebenfalls oftmals vergeblich durch den Gegner angegriffen wurde, sind die Serben wieder vertrieben worden. Der Erste Gencralqnartiermeister. Lude Udorfs. -» �benöbericht. Amtlich. B e r l i n, 39. November, abends.(933. T. B.) Zeitweise lebhaftes Feuer nördlich und südlich der Somme. Ottomanische Truppen wiesen an der Zlota Lipa starke russische Angriffe ab. In Rumänien Lage unverändert günstig. Femdliche Tcilvorstöße nordwestlich Monastir scheiterten. Der österreichische Bericht. Wien, 39. November 1919. jW. T. B.) Amtlich wird verlautbarl: Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Gencralseld Marschalls von Bi a ck e n s r n. Die erfolgreich vordringetidc Donan-Armec hat seit dem Siromiidcrgang 13 rumänische Offiziere, 2421 Man», zwei schwere »nd 36 Feldgeschütze, sieben kleine Kanonen und sieben Maschinen- gewehre ciiigebracht. Hccrcsfront dcS Generalobersten Erzherzog Joseph. Truppen des Generals v. Falkcuhayn nahmen gcsicnr Pitesti und Campolung in Besitz. In Campolung fiele» 17 Offiziere, 1299 Mann, sieben Geschütze und zahlreiches Kricgsgcpäck in die Hand der Bayern. Zwischen dem Uz-Tal und dem Tartarcn- Paß fetzten die Russen die zur Entlastung ihres arg bedrängten rumäiiisllic» Bundesgenossen befttmintc» Angriffe unter großem Massenaufgebot fort. Die Armeen der Generale v. Arz und v. Kococs standen fast an ganzer Front bei Tag und bei Nacht in erbittertem Ringen gegen den immer wieder aufs neue vor- sfoßcndcii Feind. An vielen Stellen wurde Man» gegen Mann gekämpft. Ter russische Ansturm brach zusammen. Kleine örtliche Borteilc können nichts daran ändern, daß die großen Opfer des Feindes auch gestern vergeblich waren. Der Kampf geht fort. Hcercsfront des Gencralscldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Nichts von Belang. Italienischer Kriegsschauplatz. Oestlich von Görz und auf der Karsthochflächc war der Artillcrickampf zeitweise sehr lebhaft. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Fn Albanien unverändert. Der Stellvertreter des Ehcfs des GcnrralstabeS. v. Hocfer, Frldmarfchalleutnant. Die ßreigeleits-weigerung als Munitions- stcherung. Zu der Meldung des Reutersäben Bureaus, daß die englische Negierung dein ncuernannten Botschafter Oesterreich-llngarns für die Vereinigten Staaten das freie Geleit verweigert habe, bemerk! das Wiener k. k. Telegr.-Korr.-Bureau: An hiesigen zuständigen Stellen ist von dem in der Neuterincldung bchanplctcn Sachverhalt nichls bekannt. Die Meldung Hingt ganz unglaublich, zumal die Ernennung des Grafen T a r n o w s k i zum Botschafter in Washing- Ion erst erfolgt ist, nachdem von feiten der Bereinigten Staaten die Erwirkung freien Geleites zugesichert worden war. Reuter erfährt nun, die britische Regierung sei der Ansicht, dag, selbst wenn das Völkerrecht die Gewährung eines solchen sicheren Geleits verlange, was aber tatsächlich nicht der Fall sei, doch die Tätigkeit der v st erreichisch-un garischen und der deutschen Botschaft in Washington seit dem Kriege s o weit die anerkannten Tätigkeitsgebiete eines Bot- schaflers überslbritten hätten, dag die königliche Regierung sick keinesfalls gebunden fühle, den durch ein sicheres Geleit ge- währten Schutz dem Grafen Tarnowski zu gewähren. Man fürchtet also an der Themse, der neue Botschafter könne ebenso wie vor ihm Dr. Dumba(der deshalb in Amerika nickt mehr genehm blieb und in aller Form abberufen werden musite) über- zeugt sein, er habe die Pflickt, die vielen Oesterteicher und Ungarn, die in den amertkaniickcn Mtmitionsfabriken arbeiten, darüber auf- zuklären, dag ihr Baterland und ihre auf den Scklacktfcldern Europas kämpfenden VolkSgenosieii erwarten, durch ihre Arbeit im Auslände nicht gefckädigt zu werden. Aus der Weigerung dcS FreigeleitS liege fick also etwa erkennen, dag der Entente jede Störung der amerikanischen MiinitionSbetriebe höckst verhaßt wäre. Um solche Ouellensiörungen auf olle Fälle zu verhindern, schlägt sie sogar dem Völkerrecht abermals einen Splitter aus. Bei dem wachsenden Friedensverlangen in der amerikanischen Volksmasse, die jetzt an ihren Weizenpreisen mehr als je zu spüren bekommt, was der Weltkrieg ist, könnte ein Streik in den Munitions- betrieben immerhin ein Faktor von Belang werden. Heute nock viel mehr als vor einem Jahre, wo gegen den beginnenden Streik Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt wurden. durch Wahrheit zum Zrieöen. Während drüben in Amerika wohlmeinende Menschen über die Erzwingung des Friedens beraten, treten ivir in den n e u n u ii d z w a n z i g st e n Kriegs monat ein. Lord Grcy hat den Amerikanern telegraphiert, daß jeder Versuch einer FriedcitSvermittlung bei den Verbündeten Mißstimnmng erregen würde, und im englischen Unterhaus antwortet Bonar La>v auf alle Friedcnsfragen mit den ewig gleichbleibenden Worten, solange Deutschland den Sieg für sich beanspruche, könne von Frieden nicht die lliedc sein. Die Formel Bonar Laws ist falsch, richtig müßtc� sie lauten i Solange eine der beiden Mächtegruppen den Sieg für sich beansprucht und dieser Sieg nicht tatsächlich errungen ist, kann von Frieden nicht ernstlich gesprochen Werden. Das ist selbstverständlich. Wenn der deutsche Reichskanzler heute seine Bereitschaft zum Frieden ausspricht, so kann er damit nicht meinen, daß die Gegner sich für besiegt erklären und sich den Frieden von ihm diktieren lassen müßten. Denn niemand erklärt sich für besiegt, solange er nicht muß. Jpält Herr von Bethmann England für besiegt? Nach der Schlacht am Skagerrak sagte er:„England ist n i ch t geschlagen, nicht besiegt I" Auch Deutschland Ivirö sich nicht für besiegt erklären, solange es nicht besiegt ist. Ist Deutschland besiegt? Ein Blick aus die Kriegskarte und auf die Vorgänge in Numänien gibt die Antlvort. Wird Deutschland besiegt werden? Achl- nndzwanzig Monate des Kampfes fast gegen die ganze Welt zeigen jedem Einsichtigen, daß Deutschland nicht besiegt werden kann. Wird es Deutschland gelingen, seine Gegner so Vernich kend zu schlagen, daß es ihnen die Friedensbedingungen diktieren kann? Auch diese offene Frage fordert eine offene Antwort, und sie lautet: Nach menschlichem Ermessen, nein.' Die Kriegführung muß nach ihren eigenen Gesetzen den Vernichümgssieg anstreben, die Kriegs Politik muß aber mit den Möglichkeiten rechnen, nud sie rechnet damit. ES ist nicht wahr, daß der Krieg deshalb solange dauert, weil die deutsche Kriegspolitik den Vernichtungssieg mit darauf folgenden Eroberungen ins Auge gefaßt hat. Es ist um- gekehrt wahr, daß die Gegner noch immer auf cineii Zu- sammcnbruch der Mittelmächte rechnen, aus dem sie Beute holen wollen, und daß der Krieg deshalb solange dauert. Die gegnerischen Regierungen trauen sich ohne Eroberungen nicht nach Hause: Rußland nicht ohne Galizien und Konstanti- nopcl, Frankreich nicht ohne Elsaß-Lothringcn, Italien nicht ohne Trieft, Rumänien nicht ohne Siebenbürgen und die Bukowina. Und alle feindlichen Regierungen zusammen, voran die englische, trauen sich nicht, ihren Völkern zu sagen, daß der Krieg ohne einen Sieg über Deutschland und seine Verbündeten zu Ende gegangen sei. Jnzlvischen führen wir daheim zwecklose Kriegs- zicldcbattcn. Als der Krieg begann, hatten grundsätz- liche Erörterungen der Kriegszielfrage noch einen Sinn. Heute haben sie keinen mehr. Die Sozialdemokratie war von vornherein eine Gegnerin von Eroberungen, weil die Bevölkerung keines der erreichbaren Länder deutsch ist oder die Neigung hat, deutsch zu werden, und weil gewaltsame Einverleibungen zu oft schon die Quelle neuer Kriege gewesen sind. Nebenbei sei gesagt: Wenn die Militärs Einverleibungen fordern, so haben sie von ihrem militärischen Standpunkt aus vollständig recht. Käme es noch einmal zu einem Krieg gleich diesem und stände uns dann der gleiche Mächtebund gegenüber Usie diesmal, dann wäre es für die Heercsleimng äußerst nützlich, verschiedene an Deutschland angrenzende Nachbarländer von vornherein als Aufmarschgelände in der Hand zu haben. Die Aufgabe der auswärtigen Politik wird es aber sein, einen neuen Krieg überhaupt zu vermeiden und einen Krieg mit der gegenwärtigen Konstellation erst recht! Der Politiker hat seinen Beruf verfehlt, der vergißt, daß seine Aufgabe eine ganz andere ist als die des Militärs, und der allen Gegnern rundum jedem ein Stück abzwacken will: nicht genug, um sie �dauernd ungefährlich zu machen— wie könnte man daS?— aber doch genug, um den Weltbund gegen Deutschland zur dauernden Welt- cinrichtung zu machen. Llber das alles sind, wie gesagt, Fragen, die ohne altnellc Bedeutung sind. Die Gegner sind weit entfernt von der Bereitschaft, durch Landabtretungen den Frieden zu erkaufen, darum ist es auch nicht an der Zeit, zu kluger Mäßigung und Voraussicht zu raten. Weder durch den Willen der deutschen Regierung, noch durch die Macht der deutschen Waffen ist irgendein Volk Europas in seinem dauernden �elbstbestünniungsrecht bedroht. Was also können wir tun? Wir müssen so lange weitet� kämpfen, als wir keinen Frieden bekommen können. Den Frieden bekommen wir aber desto eher, je enger sich Mrast der Kriegführung mit Klugheit der Kriegspolitik ver« bindet, je klarer den Gegnern zum Bewußtsein gebracht wird. daß sie zwar nie den Frieden bekommen werden, den sie ur- sprünglich wollten, dag sie aber auch ohne Demütigung den Frieden wollen können, den das deutsche Volk will. Dieser Frieden muß kein Frieden des Standes vorher sein. Aber es ein Frieden sein, der auf Grund der ÄnerLenmmg beiderseitiger Ebenbürtigkeit geschlossen wird, ein Frieden, der keinem etwas nimmt, ohne >hvt etwas Gleichwertiges dafür zu geben, ein Zug-um-Zug� Geschäft, das in Verhandlungen zwischen Gleichen geschlossen wird.?tur ein solcher Frieden, der Verständigung, nicht der Vergewaltigung, trägt die Gewähr der Dauer in sich, er liefert die feste Grundlage für den Aufbau der überstaatlichen Organisation zur Erhaltung des Friedens, für die sul) die deutsche wie die englische Regierung ausgesprochen haben. D i e s e r F r i e d e u ist unser Ziel, und je klarer. lückhaltloser sich das ganze deutsche Volk zu diesem Ziel bekennt, desto früher wird es zu erreichen sein. Tie schwersten Hindernisse liegen nicht auf deutscher, sondern auf gegnerischer Seite, sie können am besten aus dem Wege geräumt werden, wenn die Völker des Auslands so klar wie möglich vor die Entscheidung gestellt werden: entweder einen noch jahrelangen Krieg mit schwankenden Aussichten zu führen, oder einen für beide Teile ehrenvollen und einträglichen Frieden anzunehmen. Die Gegner dürfen nicht glauben, die Deutschen loolltcn den Frieden, weil sie ihre Niederlage fürchteten, oder sie wollten den Krieg, um fremden Völkern die Eroberersaust in den Nacken zu drücken. Mit unseren Taten iverden wir ihnen besser imponieren als mit rauschendem Wortgetöse und gigantischen Weltverteilungsplänen. Sagen ivir ihnen offen, baß die große Mehrheit des deutschen Volkes solche Plane nie gehegt hat, und daß die Minder- heit, die sie aufstellte, a« ihre Durchführbarkeit nicht mehr glaubt. Dann werden sie auch unserer Versicherung Glaube» schenken, daß die 140 Millionen Menschen des Mittelmachtbundes den Willen haben, nicht zu unterliegen, und daß dieser Wille auch in noch mhrelangen Kämpfen von der ungeheuersten Macht der Erde nicht gebrochen werden kann. Verbänden wir aber diese Versicherung mit der Aufstellung unerreichbarer Kriegsziele, so würden sie daS eine wie daS andere für leere Nenonuntsierei halten. Die Wahrheit allein, die Erkenntnis der Wahrheit und ihr mutiges Aussprechen bringt den Frieden! die Vorgänge in Griechenlanü. Proteste gegen die Gesandtenvertreibung. Wie Wolff aus Washington meldet, hat Graf B e r n st o r f f L a n f i n g eine Note überreicht, in der gegen den Abtransport des zutschen, österreichisch-ungarischen, türkischen und bulgarischen Gesandte» aus Griechenland, der eine„AerMming des Völkerrechts, der freien WillenSbestimmung eines neutralen Staates und der cleinentarsten Grundlagen internationaler Gesittung- bedeute, Einsprach erhoben wird. Lansing wurde gebeten, den Protest Groß- dritannien zu über Mitteln. Kerner meldet die Sofiaer Telegraphen- Agentur, daß die bulgarische Regierung bei den neu- i raten Regierungen und bei den Vertretern der Staaten, d.i« die Wahrnehmung der Interessen der feindlichen Untertanen m Königreiche übernommen haben, gegen die gewaltsame Eni, "rnunq der Gesandten der verbündeten Mächt« ans Athen, die als eine Berlehung de« Völkerrechtes bezeichnet, Verwahrung c ingelegt hat. Tie vertriebenen Gesandten sind inzwischen gelandet und dann nach Sofia gereist, von wo der deutsche und österreichische nach Berlin und Wien hoimtehren werden. Wie Wolff aus Drama hört, er- ichicnen dort vor ihrer Abreise noch englische Flieger über dem Bahnhof und warfen Bomben ab. * Ter Widerstand gege» die Entwaffnung. Amsterdam, 30. November.(W. T. B.)„Times" erfährt aus Althen, ci scheine so gut wie sicher zu sein, daß Admiral Fournet mit König Konstantin nicht allein über die AuSliesecuna "er Artillerie sprach, soirdern die Aufmerksamkeit des Königs auch auf die Gefahr lenkte, die der öffentlichen Ordnung von feiten der Reservisten drohe. Ter Admiral habe terner darauf hingewiesen, daß die Entente ihre Forderungen un- möglich fallen lassen könne. Ter Kronrat berate über die endgültige Form der den Alliierten zu gebenden Antwort. Es gehe das Gerücht. daß der Ministerpräsident namen» der Regierung erklären werde, daß er bei der Weigerung, die Waffen a u S z u- liefern, bleiben müsse. In politischen Kreisen rechne man mit dem Rücktritt des Kabinetts. London. 20. November. lW. T. Bh Reuter erfährt, daß die «ilesaiidten der Entente in Athen Schritte tun, um von der gricchi- ichen Regierung die Versicherung zu erhalten, daß das Leben und der Besitz der in Athen wohnenden Venizelisten gewissenhaft geachtet werden wird. Diese Schritte sind im Hinblick auf das drohende Benehmen von Banden von Landstreichern und sogenannten Reser- eisten notwendig geworden, sowie dadurch, daß viele Häuser der Venizelisten mit roter Farbe geten, zeichnet worden sind, waS beweist, daß sie im Falle von Unruhen für einen Angriff vorge- merkt sind. löetn, 29, November.„Corriere della Sera" meldet aus Athen: Anzeichen von Widerstand scheinen die bisher herrschenden optimistischen Erivartungen zu trüben. Letzte Nacht hielten anti- venizelistische und Reserveoffiziere eim Geheimsitzuna ab. Unge- u'öhnlicherweise werden Offiziere auf Militarautos abtranSportlert. EhroiwS wendet sich direkt an Admiral Fournet und schreibt: Wir vrrdcn die Waffen nicht übergeben und sie uns me nehmen lassen. Sollten interessier!- Griechen Ihnen das Geaenteil weisgemacht haben, so sage» wir Ihnen, Herr Admiral, daß Ihre~nwpc»>» Städten wie auf den: Lande sich den Waffen gegenüber be- finden werden, die Sie in Ihrer Note gefordert haben a.cr Be- . ichterstatier fügt hinzu: Selbstverständlich verstärken d:e NnchTichte:: us Rumänien die WiderstandSabsichtcn und d:e antwenizelglitche gitation breitet sich in Thessalien weiter aus. Auch in Larissa und Tripolis nimmt die Reaktion gegen die Bern- zelisten in bedrohlichem Maße zu. London, 30. Noreinber. lW. T. B.)„Morning Post" meldet an« Athen, daß der vor einiger Zeit gebildete militärische B und dafür gesorgt habe, daß alle Kanonen, ander« Waffen und MunitionSvorräte. die in Athener Depots waren,»ach dem Ge- f i c t e de« Parnaß gebracht wurden.■—„Times" nreldet aus Athen, daß der italienische Gesandte die Versicherung erhalten habe, daß die griechische Regiming die an der ant:-italien:schen Agitatwn im Epirus beiettigten Offiziere abberufen werde. Athen, 30. November. M. T. 53.) Das Reuterschs Bureau niclbet. daß die Lage unverändert fei. Admiral Fournet habe ein Man: fest veröffentlicht, in dem er die Bevölkerung beruhigte :nd erklärte, daß er alle et:vaige:: Ruhestörungen sofort unterdrücken rnck» die hierfür verantwortlichen Personen be- strafen werde. Eine Stunde später sei das Manifest wieder zurückgezogen worden. Auf Grund guter Informationen werde mitgeteilt, daß der Admiral ein Schreiben vom König erhalten habe mit dem Versprechen, daß die Ordnung aufrecht erhalten werden würde; gestern früh habe der König den Kommandanten des ersten Armeekorps aufgesucht und ihm den strengen Auftrag gegeben, für Erhaltung der Ord n uns Sorge zu tragen.— Der Minister des Aeußeren habe bei den Gesandten der Ententemächte angefragt, ob sie die an sie ge richtete Note beantworten würden. Wie verlautet, hätten die Ge sandten geantwortet, daß sie noch auf Instruktionen warten. * Rücktritt des Kriegsministers. Athen, 28. November.(W. T. B.)(Rcutcrmeldung.) Der KriegSminister ist aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten; G neral HazzopouloS, zurzeit in Äorfu, wird an seine Stelle treten. Bis zu seiner Ankunft worden die Geschäfte vom Ministerium des Innern wahrgenommen. öulgarien unö Rumänien. Aus der Borgeschichte des rumänischen Krieges. In der Sobranje legte Radoslawov am Dienstag die politisch« Lag« deS Landes seit der letzten Tagung dar. Die bul- garische Regierung habe sich bemüht, mit Rumänien frcundschaft- liche Beziehungen zu unterhalten, selbst nach dem tiefen Schmerze, den dieses ihm durch daS feindliche Eingreifen im Jahre 1913 und durch die Abtrennung der Dobrudscha bereitet hat. Diese Be- mübungen schienen anfänglich so guten Erfolg zu haben, daß 191ö bei Eröffnung der Feindseligkeiten mit Serbien die rumänische Rc- gierung in Sofia die formelle Versicherung abgab, daß sie die Neu- tralträt bis zum Ende des europäischen Krieges beobachten werde. Bald jedoch begannen sich seitens Rumäniens loenig freundschaft- liche Anzeichen bemerkbar zu machen und im August 1916 hatte die bulgarische Regierung, vollkommen unterrichtet darüber, was bei ihrem Nachbarn im Norden vor sich ging, keine Illusion über dessen Absichten. Gegen Ende desselben Monats kam der rumä- nische Gesandte De rufst nach Sofia und begann das Gerücht zu verbreiten, daß sane Negierung in dem Wunsche in guten Be- ziehnngen mit Bulgarien zu bleiben, bereit sei, ihm die 1913 annektierte Dobrudscha zurückzuerstatten gegen die Verpflichtung, fiir den Fall einer militärischen Aktion Rumä- niens gegen Oesterreich-Ungarn eine passive Haltung zu beobachten. Tie Regierung ließ sich nicht in die Schlinge locken, und als De- russi uns eine Aiidienz beim Ministerpräsidenten Radoslawow bat. lehnte dieser ab. ihn zu empfangen, denn er hatte selbst eineinhalb Jahre vorher Rumänien und allen Regierungen der Ententemächte. die damals ängstlich vermieden hatten, diese Frage zu erörtern, einen ähnlichen Vorschlag gemacht. Unterdessen erklärte Rumänien OesterreickPUngarn den Krieg und seine Truppen verletzten die bul- garische Grenze. Bulgarien, entschlossen, seinen Bündniöverpflich- tungen treu zu bleiben, konnte nicht länger zögern, obwohl eS aus zwei Fronten zu kämpfen hatte. Ter Ministerpräsident kam sodann auf die Vertreibung der Vertreter der verbündeten Mächte in Athen durch den französischen Admiral zu sprechen und sagte: Wir stehen nach wie vor in guten Beziehungen zu der rechtmäßigen Regierung deS Königs von Griechenland, die ohne Macht war, diese Gewalttat zu verhindern, doch sind wir ohne Verbindungen mit ihr. Schließlich erklärte RadoSlowow. er hoffe, daß in einiger Zeit die verbündeten Regierungen ihren Parle- menten glückliche Nachrichten bekanntgeben können, die die Zustimmung aller verbündeten Na- t i o n e n finden werden._ Rumänien unö Mazedonien. Der bulgarische Heeresbericht. Sofia, 29. November.(W. T. B.) G e n e r a l st a b S- b e r i ch t vom 29. November. Mazedonische Front: Ein feindlicher Angriff gegen die Höhen bei M o n a st i e r wurde durch Sperrfeuer zurückgeschlagen. Im E e r n a b o g e n verhältnismäßige Ruhe. In der Unigegend des Dorfes G r u n i st o scheiterten sechs feindliche Zmgriffe. In der M o g l e n a- G e g e n d, am W a r d a r und an der B e l a s i tz a- F r o n t Artillericfeuer. An der S t r u vi a lebhafte Artillerietätigkeit auf beiden Seiten. In der Nähe des TahinoS-SeeS zersprengten wir durch Feuer starke Erkundungsabteilungen. Ein feind- liches Flugzeug warf zwei Bomben auf daS Dorf Radulovo, wobei zwei Frauen und zwei Kinder verletzt wurden. Rumänische Front: JndcrWalachai dauert der Vormarsch fort. Bei Giurgiu machten wir zwei Offi- ziere und zweihundert Mann zu Gefangenen. An der Donau Ccrnavoda"' zwischen Tutrakan und Bei Silistria zeitweiliges Geschützfeuer. brudscha Der znfantertcfeuer. der Do- schwaches Artilleriefeuer und Patrouillengefechte. rumänische Rückzug in französischer Beleuchtung. Bern, 29. November. sW. T. B.) In einem Leitartikel ffihrt „Temps zun: rumänischen Rückzug u. a. aus, die rumänischen Truppen hätten zwar noch Schlagkraft, aber Reservenmangel. Sollten die Russen rechtzeitig eintreffen, so könnten sie die Haupt» stadt retten. Nußland habe das unmittelbarste Interesse daran, den Oesterreichern und Deutschen den Weg zu versperren. Di« Entfernungen jedoch sow:e die ungenugeirden Eisenbahnen seien einer Verwirklichung der Absichten hinderlich. Stach der über- Wiegenben Bedeutung, die Hindenburg dem rumänischen Kriegs- schauplatz aufdrücke, könne man dieien Kriegsschauplatz nickt mehr als sekundär ansehen. Mit der Invasion der Walachei wolle H:ndenburg nicht nur«in getreidereiches Land und ein neues Pfand in die Hand beokmmen, sondern er envarte davon den unmittelbaren Vorteil, die Front um 690 Kilometer verkürzen zu können. Der Artikel schließt � Tie Notlag« Rumäniens ist nur vorübergehend. Auf keinen Fall wird sie den Umfang deö serbischen Unglücks vom Vorjahre er- reichen. Wir leiden gegenwärtig unter den Prüfungen unserer Alliierten. Wir dürfen jedoch jetzt nicht den Mut verlieren und wollen ruhig Blut behalten, um zu handeln und baldmöglichst die Lage wieder auszugleichen. Weiter schreibt der„Temps" in einer militärischen Beiroch- tun«: Die Einnahme der rumänischen Hauptstadt wäre ein bedauerliches Ereignis bei der gegenwärtigen Lage, jedoch von durchaus sekundärer Bedeutung. Wichtig dagegen ist. daß die rumänische Armee dem gegen sie gerichtet», Manöver entschlupft und die russischen Truppen erreicht. Sind aber keine russischen Kräffe über Bukarest nach Alexandria unterwegs, so ist der r u m ä n i s ch° F e l d z u g g e f ä h r d e t. An diese pessimisti'�en Ausführungen knüpft„Temps" die Bemerkung, die amierten Truppen in Mazedomeii könnten ziemlich. Verstärkungen brauchen, da zu befürchten sei, daß die deutschen, wenn sie einen entscheidenden Sieg in Rumänien errängen, gegen Salo- n i k j marschieren würden. * London, 29. November.(W. T. B.) Die„Morning Post" meldet aus Petersburg, die Abberufung des bisherigen russi» scheu Gesandten aus Bukarest und die Ernennung de» Generals Mossolof sei ein Beweis für die groß« Bedeutung, die Rußland dem Laufe der Ereignisse in Rumänien beimesse. Mossolof sc: einer von den Generälen, die eine genaue Kenntnis des rumänischen Kampfgeländes besäßen. Bern, 30. November.(23. T. B.j Nach franzosisch»: Meldungen ist die rumänische Negierung nach Jassh über- gesiedelt: die ausländischen Gesandtschaften seien der Regierung nach Jassy gefolgt., * Feindliche Heeresberichte. Französischer Bericht vom 29. November nachmittags. Orientarmee: Auf dem linken User des W o r d a r gelang den Engländern ein Handstreich auf die feindlichen Gräben nord- östlick, von Mekutowo. Oesilich der C e r n a eroberten serbiiche Truppen in glänzenden: Angriff eine Höbe nordwestlich von Gruniste, und behaupteten sich dock: trotz heftiger Gegenangrtffe der Deutschen und Bulgaren, die schwere Verluste erlitten, ohne ein Ergebnis zu erzielen. In der Gegend nordöstlich von M o n a st i r setzten unsere Zuovet: ihre Ersolae sorl und eroberten in ehrlichem Kampfe die Bergböbe östlich der Höhe 1050. Nordöstlich von Monastir sind heftige Kämpie im Gange. Unsere Truppen rücken gegen die Höbe 1218 vor. die der Feind mit äußerster Erbitterung verteidigt. Die italienischen Truppen rücken ebenfalls in der gebirgigen Gegend voir Crozna Stena vor. Rumänischer Bericht vom 29. November. Nord- und N o r d w a st f r o n t: Heftig«'Artilleriebeschießung auf der ganzen Front. Ein feindlicher'Angriff im Prahovatale wurde zurückgc- schlagen.— Westfront: Die Lage ist unverändert.— Süd- front: Längs der Donau Geschütz- und Gewelwfeuer, besonder» bei O l t e n i tz a. In der Dobrudscha ist die Lage unverändert. Russischer Bericht vom 29. November. Rumänische Front: In der westlichen Walachei gehen die Rumänen unter dem feindlichen Drucke nach Osten zurück. Zlm Abend des 27. November erreichte der Feind die Linie Tarmancchti— Dragaich— Batasechty— Kostechti— Jzvoron. An den Straßen, die von Zl l c r a n d r i a nach Z i m tl i tz a führen, besetzte der Feind Prnnaro, Topor, Viera und Slobodzea h«: JuSja und ging in der Richtung auf das ictzter« auf den nach Kulugureni führenden Wiegen vor. In der Dobrudscha beiderseitiges Gewehr- und Ge- schützfcuer._ Der türkische Kriegsbericht. Koustantinopel, M. November.(W.?. BZ Heeres- b e r i ch t vom 29. November. KaukasuLfront: Auf dem rechten Flügel wurde ein von anderthalb feindlichen Bataillonen ausgeführter Angriff zurückgeschlagen. Sonst auf allen Fronten nur Scharmützel. Auch auf den übrigen Fronten kein bcwerkenswertes Ereignis. Der stellvertretende Oberbefehlshaber. Ungarische Sozialreformen. Die Negierung hat, wie die„Franks. Zeitung" meldet, mehrere hochwichtige Sozialresormen im VerordnungSwege verfügt. Die erste bezweckt den Schutz der außerehelichen Kinder, die Regelung der Alimentation der Mütter und die Verpflichtung zur Tragung von Wochendettkosten. Die zweite Verordnung gestattet die Eheschließung der Militärdienstleistenden und in ähnlichen Lagen befindlichen Personen ohne Aufgebot und ohne Dispensation und schließlich wird den Kriegsgefangenen und Internierten gestattet, aus Grund einer von Fall zu Fall vom Justistminister zu erteilend«» Erlaubnis durch einen Bevollmächtigten eine Eheschließung vorzunehmen. Die Süöwales-Hruben unter Staats- tontrolle. Dem„Nicuwe Rotterdamschen Eourant" wird aus London gemeldet: Der Konflikt mit den Bergleuten von SüdwaleS werde wahricheinlich beigelegt werden; die Arbeiter würden voraussichtlich eine Lohnerhöhung von IS Proz. erhalten. Diese etwa« allgemein gehaltene Meldung läßt das wichtigste der Entscheidung nicht er- kennen. Wie Wolff meldet, hat nämlich in Ueb-reinstimmung tnit dem Landesverteidigungsgeietz die Handelskammer die Kontrolle der Kohlenzechen von SüdwaleS übernommen und eine Kommission, in der auch die Admiralität vertreten ist, ernannt, um die Lohnsrage zu regeln. Nunmehr unterstehen auch die Bergarbeiter dem Munitlonsgesetz, gegen das sie sich vor JahreStrist noch mit solchem Erfolg wehren konnten, daß damals die Regierung mit ihnen ein Sonderoblommen schließen mußte. Der Seekrieg. Tie„Koningin Rezentes" freigelassen. Wolfis Bureau meldet: Wie wir erfahren, soll der holländische Postdampfer.Koningin Rezentes", der unlängst als Prise aufgebracht worden ist. wieder freigelassen werden. Dieter Dampier ist am 10. November 1916 auf seiner Reiie von Vlissingen nach London in der Näh« des Nordbinder-Feuerichisss nach Prisenrecht von einem deutschen Unterseeboot angehalten wordin. Solche Anbaliung hat seder HandelSdampker im Kriege zu gewärtigen, wenn er mit Kriegsschiffen der lriegführenden Parteien auf hoher See zusammentrifft. �,. Der von vornherein bestehende Verdacht, daß ein auf der Reis« nach England begriffener Dampfer Bannware geladen hätte, verstärtle sich, ol« bei der Anholtung des Dampfers mehrere Säcke— anscheinend Pofttäcke— über Bord gewolsen wurden. Da eine gründliche Untersuchung des Dampfers am Ort der Anhaliung mit Rücksicht auf möglich»«»:'« auftauchende feindliche SNeitiräfte ausgeschlossen war. so wurde er nach Zeebrügg« und von dort nack Ostende gebracht. Die Unter- t u ch u n g ergab, daß der Kapitän und der T« l e g r a p b i st des Dampfers drahtlos Dspeichen abgesandt hatten. nm holländisch« Kriegsschiff« herbeizurufen. Da die,« drahtlosen Depeichsn zweifellos auch von englischen Seestreit- kräflen hätten aufgefangen werden können, so konnte diese Hand- lungsweise mindestens als eine sabrlässige Unterstützung der feindlichen Leekriegsübrung aufgesaßr werden. Es stellte sich fern» heraus, daß drei Angehörige der Dampfer- beiatzung einem englisch«:, Kurter Vorschub geleistet halten, indem sie quf dessen Wunsch seinen Kuriersack unter den Postläcken des Tampsers versteckien. Aus diese Weiie hoffte der englische Kurier seinen Beutel unserem Zugriff zu entztehen. Gegen die drei Holländer tst, wie verlautet,«ine krtegSger�tcht- liche Untersuchung wegen Vorschubleistung dem Feinde gegenüber eingeleitet worden. C m Die P o st des Dampfers wird, wie wrr hören, aus Bann- Ware«Papiergeld, begebbare Hatidelspapiere. verkausltche Effekten) geprüft und von'dem ErgebiS dieser Unlermchung ihre Weiter sendung abhängig gemacht werden, Waht.ad der Dampfer selbst frei gel a s je n werden soll. Da aus dem neutraluätöwldrigett Berbalten emeö der Schiffsbesatzung eine Anklage gegen das Schiff lellffl abgeleitet und dieses einem prisengerichtlichen Verfahren unterworfen werden könnte, so muß die Freigab« deS Schiffes als ein Zeiche» von großem Entgegenkommen gegenüber den hollän� dischen Besitzern angesehen werden. Gewisse Vorkommnisse, die sich nach der Ausbringung zwischen dem Ü-Boot und den durch den Funkspruch des Dampfers herbeigerufenen holländischen Seestreitkrästen ab- Tag- unö Nachtfitzung im Reichstag. verbeflerungen öes hilfsöienstgefttzes- Erregte Szenen. Tie Beratung des Gesehcnttvurfs über den Vaterländischen Hilfsdienst hat am Donnerstag die zweite Lesung vassiert. Es war dazu allerdings eine lange Sitzung nötig. Um 12 Uhr mittags begannen die Verhandlungen, ste dauerten bis tief in die Nacht fort. Aber es ist in diesen langen Stunden keine vergebliche Arbeit geleistet worden. Wenigstens nicht für den abgeschlossenen' Teil der Gesamt- beratungen. In unermüdlicher und umsichtiger Tätigkeit hat die sozialdemokratische Fraktion Paragraph für Paragraph des Gesetzentwurfs unter die kritisch)« Sonde genommen, und es ist ihr auch geglückt, über den Entwurf hinaus eine N e i h c von Verbesserungen durchzusetzen. Die Ge- rechtigkcit gebietet hinzuzufügen, daß auch die bürgerlichen Parteien hierbei mitgeholfen haben, besonders die Arbeiter- abgordneten des Zentrums. Nunmehr Wirdes sich darum hau- dein, daß die dritte Lesung dieses mühevolle Werk nicht wieder verschlechtert. Man darf in dieser Beziehung der Regierung gegenüber keinen Augenblick das gesunde Mißtrauen ein- schlafen lassen, das ihre Zähigkeit im Festhalten an über- lebten Anschaungeir notwendigerweise herausfordert. Den schlagendsten Beweis dafür lieferte ihr Verhalten bei der Beratung eineS von unserer Fraktion eingebrachten Antrages, der für die Hilfsdienstpflichtigen das Vereins- und Versammlungsrecht durch eine Bestimmung im Gesetz sichern wollte. Obwohl die Regierung zugeben mußte, daß diese Bestimmung eigentlich nur einen schon bestehen- den Zustand mit festeren Garantien umgebe» wollte, und ob- wohl ihr fast alle bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Konservativen, gut zuredeten, sträubte sich der Vertreter der Regierung, Herr Staatssekretär Dr. H c l f f e r i ch. bis zuletzt in einer geradezu aufreizenden Weise, das notwendige Zugeständnis zu mache». Er redete viel und immer von neuem, aber er rodete vergebens viel, um zu versagen, der Reichstag hörte von allem nur das Nein. Dabei war deut- lich aus den Worten des Herrn Helsferich herauszuhören, daß er nach den: Diktat eines Mächtigeren sprach, nach dein Diktat des Gottes, der, wie David eö am Tage zuvor besser formuliert hatte, in Preußen Eisenbahnen wachsen läßt. Immer wieder kam der Staatssekretär für Sozialpolitik auf die fürchterliche Gefahr zurück, daß bei Annahme der Ge- setzesbestimmung auch der preußische Eisenbahnbetrieb davon in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Auch bürgerliche Herren wie der Natioualliberale I u n ck, gaben sich lange Zeit vergeblich Mühe, Herrn Dr. Helsferich von seiner Gespensterfurcht zu befreien. Schließlich gab die Regierung unter dem konzentrischen Druck der Parteien nach, sodaß das Vereins- und Versammlungsrecht für die Hilssdienll- Pflichtigen nach dein jetzigen Wortlaut als gesichert gelten kann. Nicht durch den Wortlaut des Gesetzes, wohl aber durch eine klare und unzweideutige Verfügung an die General- koinmandos, die der Chef des Kriegsamts, Generalleutnant Grüner, in der gestrigen Sitzung zur öffentlichen Kennt- nis brachte, sind die Rechte der Reklamierten ge- sichert worden. ES ist in Zukunft nicht mehr möglich, daß Arbeitgeber mit dem Mittel der Reklamation einen ungc- hörigen Druck auf ihre Arbeiter ausüben. Reklamierte Sol- baten scheiden aus dem Militärverhältnis aus und unter- stehen dem Hilfsdicnstgesctz mit seinen Schutzbcstimmungcn für die Arbeiter. Ebensalls nach einer von unserer Fraktion bewirkten Er- klärung der Regierung wird dafür gesorgt»oerdcn, daß neben den im Gesetzentwurf genannten Behörden und Körper- schaften, deren Tätigkeit unter den Vaterländischen Hilss- dienst fällt, auch die Gewerkschaften, Genossen- schaften, Krankenkassen und ähnliche Einrichtungen neben ihren Organen, von denen wir besonders die A r- beitersekretariate hervorheben wollen, als im Vater- ländischen Hilfsdienst tätig gelten. Die vielen Tausende und Abertausende von Arbeitern und Angehörigen von Arbeitern und Feldgrauen, die die Organisationen der Arbeiterschaft für Rat und Hilfe in Anspruch nehmen, können also sicher sein, daß ihnen ihre Vertrauenspersonen nicht durch den Vaterländischen Hilfsdienst entzogen werden. Von besonderer Wichtigkeit ist die Annahme eines zum Z 8, der von der Ueberweisung der Hilfsdienstpslichtigen an bestimmte Beschäftigungen handelt, von unserer Fraktion ge- stellten Zusatzantrags, der verlangt, daß bei der Ueberweisung zu prüfen ist, ob der in Aussicht gestellte Arbeitslohn den Beschäftigten und etwa zu versorgenden Angehörigen ausreichenden Unterhalt ermöglicht. Ebenso wichtig ist eine Abänderung des 8 9 der Vorlage, der von der Aus- st e 1 1 u n g der A b k e h r f ch e i n e beim Austritt der Ar- bester aus ihrem bisherigen Arbeitsverhältnis handelt. Der für die Ausstellung der Bescheinigung zuständige Ausschuß kann nach der Vorlage die Bescheinigung erteilen, auch wenn sich der Arbeitgeber weigert, sofern nur ein„wichtiger Grund" vorliegt. Diese Bestimmung erfuhr aber eine Einschränkung durch die weitere Bestimmung, daß bei der Entscheidung, ob ein wichtiger Grund vorliegt,„auf die Bedürfnisse des Vater- ländischen Hilfsdienstes Rücksicht zu nehmen" sei._ Diese sehr dehnbare und mit Leichtigkeit gegen die Arbeiter auszu- nutzende Bestimmung ist erfreulicherweise gestrichen worden. Dagegen ist die weitere für die Arbeiter sehr wichtige und wertvolle Bestimmung erhalten geblieben, daß als wichtiger Grund„eine angemessene Verbesserung der Arbeitsbedin- gungen im Vaterländischen Hilfsdienst" zu gelten hat. Eine Reihe weiterer Verbesseruugsanträge betrafen unter anderem die Einsetzung von Angestellten- ausschüssen neben den Arbeiterausschüssen, serner die Einfügung eines§ 14b, wonach die auf Grund des vorliegen- den Gesetzes der Landwirtschaft überwiesenen gewerblichen Arbeiter nicht den landesgesetzlichen Bestimmungen über das Gesinde unterliegen. Helffeeich erregt Unruhe. Zu später Nachtstunde kam es zu scharfen Auseinander- scbungen zwischen der Mehrheit des Hauses und dem Staats- sekrctär Helsferich. Es handelte sich um die Mitwirkung des Reichstags an der Ausführung des Gesetzes, wobei Graf Westarp(k.) seinen bekannten ablehnenden Standpunkt vertrat. Herr Helsferich lehnte die Mitwirkung zwar nicht ab. sekundierte aber doch dem Grafen und tat dies in einer Weise, die auch bei den bürgerlichen Parteien Widerspruch und heftige Erregung hervorrief.?ibg. Schiffer(natl.) trat unter lebhafter Zu- strmmuiig Herrn Helsferich mit großer Entschiedenheit ent- gegen. Nach Mitternacht vertagt sich daS HauT auf Freitag 2 Uhr. Ter Präsident zieht seinen Vorschlag, die dritte Lesung des Gesetzes auf die Tagesordnung zu setzen, auf den Widerspruch von Ledebour(Soz. Arbg.) zurück. gespielt haben, werden, wie Wolff hört, ein diploma- tifches Nachspiel haben. -» Ter Untergang der„Britannic". Havas meldet aus London: Die Admiralität teilt einen Bericht des im Mittelmecr kommandierenden britischen Lize- admirals mit, der besagt, daß es unmöglich sei, sestzu- stellen, ob daS Hospitalschiff„Britannic" durch Mine oder Torpedo versenkt worden sei. * Tie Versenkung de«!„Blommersdyk". Tie Niederländische Regierung hat der Deutschen Regierung amtlich erklärt, daß daS mit dem niederländischen Tampscr „Blommersdyk" durch U 53 versenkte Getreide für sie bestimmt war uitd dem Bedarf der niederländischen Bevölkerung dienen sollte. Die Deutsche Regierung hat sich daraufhin auö freund- nachbarlichem Entgegenkommen bereiterklärt, ohne erst das Ergebnis des PrisenverfahrcnS abzuwarten, den der Niederländischen Regierung gehörigen Teil der Ladung sowie das Schiff zu ersetzen, während der übrige Teil der Ladung(Automobile, Motorräder) der prisengerrchtlichcn Aburteilung unterliegt. » Kreuzer„New Castle". London, 29. November. Die Admiralität teilt mit: Mit Bezug ans den heutigen deutschen Funkipruch, daß der britische Kreuzer „Newcastle" am 15. November aus eure Mine gelausen und o», Eingang des �irth of Förth gesunken sei. wobei 27 Mann der Besatzung umgekommen und 45 verwundet worden seien, wird fest- gestellt, daß kein schiff Er. Majestät in der Woche vom 12. zum 13. November in der Nordsee auf eine Mine gelaufen oder gesunken ikt. Dw ganze Geschichte mit den begleitenden Einzelheiten ist eine Erfindung. * Bcrsenkt. Lloyds melbct: Die drei englischen Dampfer ..King Malcolm' l4351 Br.-R.-?.).„MoreSbl"(1763 Br..R..T.). und„Man de Larfsen"(1223 Br.-R.-T.), der norwegisch« Dampfer„Berra"(1688 Br.-R.-T.) und der spanische Dampfer„L u c i e n n e" sind versenkt worden. Flaschenpost vom„Hampshire". Eine Botschaft von dem Schiff. mit dem am 5. Juni Lord Kitchener unterging, liegt vor. Wie Wolff aus Stavanger meldet, trieb auf Besteraamoy im Stavanger- tjord eine Flasche mit einem Zetlcl an Land, der in englischer Sprache folgende Warle enthielt:.H. M. S. Hampshire. Wir sind bisher wohlbehalten, aber wie lange, können wir nicht sagen. Wir sind in einem offcneir Boot, welches aber stark leck ist. Es wird nicht mehr lange danern. Wir können das Land noch nicht sehen. Lebt alle wohl! Wir wissen, daß wir gerächt werden. Die Jungens iverden dafür sorgen. Wir wurden zweimal torpediert und batten nicht Zeit, wieder zu feuern, ehe das U-Boot verschwand und wir sanken. Fünf von uns sind jetzt hier alle todmüde vom Rudern und Wasserschippen. DieS ist das Letzte von uns. Wenn es gefunden wird, schickt es Frau Smith, Southshildö." Der Zettel ist offenbar echt und wurde dem britischen Konsul übergeben. Feiudlicho Kriegsberichte. Französischer Bericht vom 29. November nachmittags. Ziemlich große Tätigkeit der beiden Artillerien südlich der S o m m e und in den Abschnitten BiacheS und Pressoire. Bon der übrigen Front nichts zu melden.— Bom 29. November abends. Ein deutscher Angriff auf einen unserer Posten von La Fille Morte wurde durch Handgranaten abgewiesen. Zeiltoeilige Kanonade auf der übrigen Front, die im Abschnilt von Douaumont— Baux lebhafter war. Englischer Bericht vom 29. November nachmittags. Die feind- liche Artillerie war mit Pausen bei Aueudeeourt und südlich von ArraS tälig. BeträchlliSe Tätigkeit von Laufgrabenmörsern in den Gebieten von Manquiffant und Neuv« Chapelle.— Vom 29. November abends. Wir wiese» einen Angriff, den der Feind südlich von Neu ve-Ch ap e ll« anzusetzen versuckne, ab: ebenso mißglückte ein feindlicher Bombenangriff östlich von C a v e n o y. Wir führten zwei erfolgreiche Vorstöße östlich von V p e r n ans. Die feindliche Arliklerie war beute bei Gueudecourt und auf beiden Ufern der A n c r e tälig. Wir beschossen feindliche Linien beim BoiS-Biez und nordöstlich von A r m e n t i o r e S. Italienischer Bericht vom 29. November. Aus der ganzen Front die gewöhnliche Arlillcrietäligkeit. die lebbafier war in der Gegend östlich von G ö r z. Trotz andauernder schlechter Willcrmig be- unruhigten wir durch wohlgezielle Schüsie feindliche Truppenbewegungen im Frigido-Tale(W i p p a ch). Auf dem Karst setzten wir die Schanzarbeiten eifrig fort. Unser wirksames Sperrfeuer und kleine Angriffe unserer Patrouillen behinderten die militärische Tätigkeit im seindlichen Lager. Nilssischrr Bericht vom 29. November.(W. T. B.) W e st- front: Am 28. November etwa um 0 Ubr abends ließ der Feind erstickende Gase auf unsere Gräben in der Gegend der Dörfer Labuza und Nagonna an der S ch a r a ab. Später gegen 11 Uhr schritten die Deutschen in diesem Abschnitt zum Angriff. Der An- griff wurde im Feuer und durch Aajonettlamvf abgewiesen. Am Stochad in der Gegend von Mallporsk brachte unsere Artillerie feindliche Patronenlager zur Explosion. Versuche der Feindes, sich in der Gegend de» Torfes Tustomyta unseren Gräben zu nähern, wurden durch Feuer vereitelt. In den Waldkarpothen setzten sich unsere Abteilungen in den Besitz von Höhen 6 Werit westlich von Worokta und nahmen dort zwei Offiziere und 98 Mann gefangen. In der Gegend von K i r l i b a b a bemächtigten sich unsere Truppen de» Kammes östlich von Kirlibaba und stieben den Feind ans der ganzen von ihm besetzten Gegend zurück. 11 Offiziere und 799 Soldaten wurden gefangen, 6 Maschinengewehre und ein Bombenwcrser erbeutet. Südlich von Kirlibaba bi» zum Tovtian- tale besetzten wir eine Reihe von Höhen längs der ganzen Front. KautasuSfront: Die Türken in Stärke von etwa einem Baiaillon schritten in der Gegend östlich von K i g h i zum Angriff gegen unsere Abteilungen: sie wurden zurückgeschlagen Südlich der Stadt W a n macküen die Türken in der Gegend de» Torfes Schu- schancc und de» Berges Schuschanccdagh Fortschritte. Kleine Kriegsnachrichten. Oesterreich und daS ameritauischc Rote Kre»,. New Aork. 29. November.„, öffentlichen Jnleresie. jetzt Mineilungen über die Form und den Betrag q,, mach.,,. Nikolai Rlkolajcwitsch. Die.-Baslcr Nachrichten" melden auS Petersburg: Wie da»„Rußkoje Llolvo" erfährt, wird Groß)urst Nwlai Nikolajewilsch ,„it 14 Mitglieder» deö Senat» die ganze europaiichc Front und Etappe bereisen und über die Inspektion an den Zaren Beeicht erstatten. Zwischenfall. Washington. 26. Ro- vemoer.(«. T. B.) Revier meldet: Der ameritanilche Bouchafier rn Konstautmopel teilt dem StaatSdepariement mir. die Türkei könne au» militärischen Gründen nicht gestatten, daß einige Hundert gebürtige und naturalisierte Aincrikaner die Türkei über Jaffa ver- lassen, ivozu früher bereits die Erlaubnis erteilt worden war. Loir der Türkei wird dabei geltend gemacht, daß der Beamte, der das Abkommen abschloß, dazu nicht ermächtigt war. In den Vereinigten Staaten ist man darüber sehr erregt. SchWeöen gegen öen Alkohol. Kopenhagen. 25. November.(W. T. B.)„BerlingSke Tidcndc" meldet au» Stockholm: Die eingeleitete Unlersuchung. ob es Wirt- schaftlich sei, ein Altohulverbot in Schweden cinzusühren, ist jetzt abaeschlojse». Ter Bericht wurde der Regierung eingereicht, daraus geht hervor, daß das Attoholverbot für die Staatskasse einen Ein- nahmeverlust von 45 Milliolien Kronen jährlich bedeuten würde, der durch Einführung neuer Steuern, u, a. einer LustbarkeitS- steuer und einer Bodcnwerljteigerungssteucr gedeckt werden sollte. Für die Einführung des Alkoholverbols wird eine UcbergangSzeit von 29 bi» 3V Jahren vorgeschlagen. Lebensmittelnot, fteigenöe preise, Ausfuhrverbote. Reuier meldet aus London unterm 29. November: Die Aetzenpreise weise» weiter eine steigende Tendeliz auf. Ans niehreren Provinzmärkten betrugen sie 76 bis 89 Schilling pro Quarier. Wie die„Frantf. Ztg." aus dem Haag meldet, führt die „Daily Malst vom 21. November für Weize» in den Slädlen Bir- mingham. Liverpool und anderen eine Preissteigernng von 1 Schilling a». für Gerste um 1 Schilling, Hafer um 3 Schilling, Kartoffeln um 5 Schilling die Tonne, Rindvieh ist pro Kopf um 89 bis 49 Schilling gestiegen. Auch andere Artikel, wie z. B. Baumwolle, gehen rapid i» die Höhe. Wie das Blatt vom 2l. d. MlS. mitteilt, werden auch außerordentliche Preise für ägyptische Baumwolle in Liverpool und Manchester verlangt worden sein, die alle vorher- gegangenen übertroffen hätten. Die„London Gazette" enthält eine Order in Eouncik, wonach dem SchiedSsekrelär in Irland und dem HandelSonil in England da» Reckit erteilt wird, Vergnügungsreisen mit der Eisenbahn oder Straßenbahn zu verbieten. Aus den Niederlanden meldet Wolff« Bureau unterm 27. No- vember: Die Verarbeitung von Kartoffel», die für de» mensch- lichen Gebrauch geeignet sind, zu Kartoffelmehl und Karloffelmehl- Produkten wurde verboten. Die AuStuhr von Glasscherben und Seiden, auch Kunstieide in jeder Form, ist verboten. „Nationaliidende" meldet laut Wolff unterm 27. November ans Kristiania: Der Minister Vit erklärte gestern in einer in Bergen obgeballene» Versamuilung. es würde in kurzer Zeil not- wendig werde», die ganze Bevölkerung aufRarionen zu setzen mir solchen Waren, die aus dem Auslände ein- geführt werden müssen. AuS Spanien berichtet laut T. U. ein Madrider Telegramm der„Frantfurler Zeiunig" unterm 23. November: Ein Erlaß im Amtsblatt u n l e r s a g t von gestern ab die Ausfuhr von Ge- flu gel. Wildbrcr, gcpökelrcm und geräuchertem Fleisch. Schmalz, Speck. NeiS, Weizen, Mehl, Hüljenfrüchten und Kartoffeln wegen der Teuerung. Aus Amsterdam meldet Wolff: Nach einem Telegramm aus Toronto an die„Times" find dieses Jahr nur 99 493 799 Bushel kanadisches Getreide für die Ausfuhr verfügbar gegen 264172 999 Lufhel im Vorjahr. Die evakuierten rujKschen Iremüvölker. Nach den Daten des allrusiiscken Bureaus zur Registrierung der Flüchtlinge sind bis zum 15. September 2 399 999 Zählkarten ausgefüllt worden. Davon ist die Bearbeitung der Daten für 1 855 344 Personen abgeschlossen. Diese Zahl verteilt sich ans einzelne Gouvernements, aus denen die Flüchtlinge kommen, wie folgt: Grodno 27 7 Proz., Wolhynicn 15 Proz., Cholm 9,9 Proz., Kowno 6,4 Proz.', Minsk 6,2 Proz., Wilna 5,6 Proz., Kurland 5,5 Proz., Livland 4,7 Proz., Lvmsha 3 Proz., Warschau 2,7 Proz., WitebZk 2 Proz., Snwalki und Lublin je 1,7 Proz., aus den andc- rcn Gouvernements weniger als 19 Proz. Nach den Nationalitäten verteilt sich die Zahl ivic fvlgt:„Russen" 1 196 788(es handelt sich selbstverständlich uin die Ukrainer und Weißruthenen, nicht aber um die Russen, die in oben genannte» Gouvernements kaum 5 Proz. der Bevölkerung ausinachcu), Polen 292169, Juden 125 310, Letten 118 781, Deutsche 68 881, Litauer 47 450, Armenier 14 626, Esthcn 2173, andere 79 267.(z) der /lufftanü in Mexiko. Villa nimmt Chihuahua. Frankfurt a. M., 39. November. Die„Frankfurter Zeitung' meldet aus Neiv Uork vom 29. November: Villa hat Chihuahua ge- nommen, wo 8599 Mann von den Truppen CarranzaS zu ihm stießen. Villa marschiert gegen Juarez. LeAe Nachrichten. Tie Bergarbeiter von südwales und die Staatskontrollr über die Bergwerke. Rotterdam, 39. November.(W. T. B.) Der„NicMve Rotter- damsche Courant" meldet auS London: Die„Tunes" teile mit, daß der Beschluß der Regierung, das Kvhleiigebiet unter Staats* kontrolle zu stellen, soivohl für die Arbeiter als auch für die Grubenbesitzer eine vollständige lleberraschulig war. Der Sc- kretär des BergarbeilcrverbondeS von Südwales hat nachdrücklich erllärt, daß die Bergarbeiter sich gegen derartige Zwange, maßregeln von Südivales entschieden zur Wehr setzen werden, wenn nicht dieselben Bc- st i m m u n g e» auch für d i e a n d e r c n K o h l e n g c b i e t e eingeführt werden. Man würde das der Regierung deutlich zu verstehen geben._ Trnckerstreik in Mailand. Bern. 39. November. kW. T. B,) In Mailand ist ein General. streik der Drucker ausgebrochen, die eine Teuerungszulage von 35 Prvz. fordern. Die heutige Ausgabe von„Secolo" beschränlt sich auf ein kteines Flugblatt. Gewerksthastliches. Kündigung aller Tarifverträge im Schneiöergewerbe. im September stattgefundcne außerordentliche Vcr- bandstag des Verbandes der Schneider hatte beschlossen, alle mit den Unternehmern abgeschlossenen Tarifverträge zu kündigen, weil auf anderem Wege Lohnerhöhungen nicht zu erlangen sind. Alle Verhandlungen mit den Unternehmern wegen Teuerungszulagen sind bisher resultatlos verlaufen. Dazu kommt noch, daß infolge der Strectungsverordnung die Arbeitszeit und das Arbeitsquantum vom 4. April ab um 30 Proz. reduziert worden sind. Diese Verordnung legt den Unternehmern allerdings die Verpflichtung auf. den Arbeitern einen Zuschlag von 10 Prozent auf den verdienten Wochenlohn zu bezahlen. Da mit ist aber die Reduzierung des Wochenverdienstes von Proz. keineswegs ausgeglichen. Weitere Lohnerhöhungen oder Teuerungszulagen sind aber nur in Ausnahmefällen gewährt worden, während in fast allen anderen Gewerben und Industrien ganz erhebliche Lohnaufbesserungen statt gefunden haben. Dabei. ist zu bemerken, daß sämtliche mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeitgeberverband für das Schneidergewerbe in 135 Städten abgeschlossenen Tarifverträge bereits am 1. März 1016 unter allgemeiner Regelung der Löhne zu einem Reichstarifvcrtrag zusammengefaßt werden sollten. Die dazu notwendigen Vorarbeiten sind durch den Krieg unterbrochen, oder wenigstens nicht so weit gefördert worden, daß der Reichstarif an dem dafür festgesetzten Termin in Kraft treten konnte. Infolgedessen sind aber noch Tarife in Geltung, die bereits in den Jahren 1911, 1912, 1913 und 1914 abgeschlossen worden sind, deren Lohnsätze den heutigen TeuerungSverhält- nisten nicht im mindesten mehr entsprechen. Aus diesen Gründen sind am 1. Dezember d. I. alle Tarifverträge der Herrenmaßbranche, llmform- und Damenmaßschneiderei im ganzen Reiche gekündigt worden; die Kündigungszeit beträgt drei Monate, sodaß diese Frist am 1. März 1917 abgelaufen ist. Ebenso wie in der Maßschneiderei steht es in der Gerren- konfektion und Wäschcindustrie, wo Lohnzulagcn ebenfalls meistens gar nicht oder nur in ganz geringfügiger Höhe gewährt worden sind. In diesen Branchen sind" die Kündigungstermine aber nicht so einheitlich wie in der Maßschneiderei, sondern sie sind für die einzelnen Orte und Bezirke verschieden. Es wird aber dafür Sorge ge- tragen, daß diese Tarifverträge auch an den dafür vorge- sehcnen Terminen gekündigt werden, ebenso alle mit den Einzelfirmen vereinbarten Tarife. Es handelt sich bei dieser umfangreichen Lohnbeivegung — die größte seit dem Bestehen des Verbandes— schließlich nicht nur um die zurzeit beschäftigten Schneider und Schneide- rinnen, sondern auch um jene Berufskollegen, die im Heeresdienste stehen und die, wenn sie zu ihrer beruflichen Tätigkeit zurückkehren. Löhne vorfinden müssen, die wenigstens etwas der enormen Teuerung entsprechen. verlin und UmgegenS. Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und die Gelben. Die steigende Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisationen wird auch von Kreisen, die früher den Gewerkschaften ablehnend oder feindlich gegenüberstanden, immer mehr anerkannt. Dieier Umstand läßt die Arbeitgeberverbände nicht zur Ruhe kommen, Sie versuchen mit allen Mitteln dieser zunehmenden Einsicht entgegenzuarbeiten. Um ihre Alleinherrschaft im Betriebe zu sichern und die Löhne und Arbeitsbedingungen einseitig bestimmen zu können, lassen die Unter- nehmer auch in der Kriegszeit alle Minen gegen die Gewerkschaften springen. Zu den Kampfmitteln der Unternehmer gegen die organi- sierten Arbeiter gehört schon seit langem die Heranziehung der Wirtschaftsfriedlichcn, durch die die geschlossenen Reihen der Arbeiter zersplittert werden sollen, getreu dem Grundsatze:„Teile und herrsche". Wie die Unternehmer dem Burgfrieden zum Trotz gegen die Gewerkschafleu vorgeheu, indem sie für die gelben Werkvereine die Werbetrommel rühren und den Klingelbeutel schwingen, dafür liefert folgendes Schreiben einen Beweis, das der erste Vorfitzende der Vereinigung der Deutschen Arbeitgebcrverbände versendet: »Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbnnde. Berlin W. 33, den 10. November 1916. Euer Hochwohlgeboren haben einen Betrag von 10 M. für den Förderungsausschuß der wirtschaftsfriedlichen Arbeiterbewegung im letzten Jahre vor dem Kriege gespendet. Unter Zustimmung des Förderungsausschusses, der seine Tätigkeit für die Kriegszeit eingestellt hat, hat die Ver- cinigung der Deutschen Arbeitgebervcrbände die Sammlung von Beiträgen für die wirtschaftsfriedliche Arbeiterbewegung über- nommen. Die wirtschastssriedliche Arbeiterbewegung hat in den letzten Jahren erfreuliche Fortschritte gemacht, so�daß sie schon ihrem Umfange nach den kainpfgewerkschaftlichen Organisationen an die Seile gestellt werden kann. Dieser Fortschritt ist trotz außer- ordentlicher Hindernisse erstritten lvorden. Immer mehr und inebr haben vaterländisch und wirtschaftlich denkende Kreise des öffent- lichen Lebens eingesehen, von ivelcher scgenbringenden Wirkung für den Fortschritt unseres Wirtschaftslebens, der auf den Frieden der Beteiligten gegründet sein nurß, der Zusammenschluß der wirtschaftssriedlich denkenden Arbeiter ist. Sowohl bei verschiedenen Parteien im Reichstage als auch in den Landtagen hat die Bewegung willige' Unterstützung gesunden. In einer großen Versammlung am 1. Okiober 1915 in Berlin haben namhafte Vertreter aus allen Gesellschaftskreisen, Männer des öffentlichen Lebens und der Industrie von neuem ihre volle Sympathie mit den Bestrebungen der wirtichaflSfriedlichen Verbände zum Ausdruck gebracht und deren tatkrästige Unterstützung zu- gesichert. Ist schon während des Krieges die Förderung aller auf den SBirtschaftsfrieden gerichteten Bestrebungen eine Hauptpflicht aller deutschen Gesellichastslreise, io wird eS besonders nach dem Kriege nötig lein, in Anbetracht der von allen Seiten auf die schaffende Arbeit hereindrängenden Erschwerungen und Belastungen, im Hin- blick auf die sicher zu erwartenden großen wirtschastlichen Kämpfe alle Kräfte zu sammeln, die auf dem Boden eineS jriedlichen Zu- sainnienarbeitcns aller sozialen Schichten stehen. In dieser Erkenntnis hat die Vereinigung der Deutschen Ar- bcitgeberverbände sich die Förderung der wirtschaftsfriedlichcn Ar- beiterbewegung angelegen sein lassen und es gern übernommen, sich dem Hauptausschuß nationaler Arbeiter-' und Vernfsverbände als der Spitze der wirtschaftsfriedlichen Organisationen beratend und unterstützend zur Seile zu stellen. Die Förderung muß sich auch auf das finanzielle Gebiet erstrecken, da die wirtschaftS- friedlichen Verbände heute noch nicht in der Lage sind, aus den Beiträgen ihrer Mitglieder die finanziellen Lasten in vollem Um lang allein zu tragen und ihren Mitgliedern ongcmesiene materielle Vorteile zu sichern. Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist deshalb beauftragt worden, in den der Bewegung freundlich gefinnien Kreisen eine Sammlung ein« zuleiten, die eingehenden Gelder zu verwalten und dem Haupt- ausschuß natinonaler Arbeiter- und Berussverbände nach Bedarf zur Verfügung zu stellen. Die Vereinigung der Deutschen Arbeit- geberverbände hat selbst einen namhaften Zuschuß bewilligt, andere Verbände und Eingelpersonen haben gleichfalls größere Beträge in Aussicht gestellt. Wir wenden uns nunmehr auch an Sie mit der Bitte, wie früher einen Zuschuß für die wirtschaftsfriedliche Arbeiterbewegung zu bewilligen und diesen Zuschuß uns zur Verwaltung und Ver- Wendung übermitteln zu wollen. Zu diesem Zwecke hat die Ver- einigung bei der Diskontogesellschaft in Berlin W. 8, Unter den Linden 33, ein besonderes Konto„H" eingerichtet, an welches wir bitten wurden, falls unsere Bitte Erfüllung findet, den bewilligten Beitrag einzusenden. Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände E. Garms, 1. Vorsitzender." Da der Förderungsausschuß der sogenanuten Wirtschaftsfried- lichen Arbeitervereine— wahrscheinlich zur Wahrung des Burg- friedens— für die Kriegszeil seine Tätigkeit einstellte, geht also jetzt an seiner Stelle die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber- verbände für die Gelben werben und sammeln. Der Ertrag der Sammlung soll den Werkvereinen aber beileibe nicht ohne weiteres zukommen, sondern die Unternehmet organisation will die Gelder selbst verwalten und nur„nach Bedarf" Teile der eingegangenen Summen dem Hauptausschuß nationaler Arbeiter- und Berufsverbände zur Verfügung stellen, wahr- scheinlich immer als jeweilige Belohnung für besondere, den Unternehinern geleistete Dienste, denn eine Hand wäscht die andere. Die Gelben gefallen sich darin, iminer wieder zu behaupten, daß ihre Bewegung aus der Arbeiterschaft hervorgegangen sei und sie streiten ab, daß hinter die Gründung dieser Unternehmer- verbände stehen und daß die Gelben für die Dienste, die sie den Unternehmern leisten, entschädigt werden. Das Rundichreiben liefert wieder einen Beweis, was von diesen Behauptungen zu halten ist. Man wird in Zukunst die Wirtichaftsfriedlichen nur auf das besondere Konto„H" der Diskonto- Gesellschaft hinzuweisen brauchen, um diese Behauptungen zum Schweigen zu bringen. da Das Unparteiische Kollegium im Baugewerbe. Der Staatssekretär des Innern hat an den Arbeitgeberbund für Baugewerbe folgendes Schreiben gerichtet: »ES scheint mir ersorderlich, daß die durch den Tod des Königl. Bayer. Gewerbegerichtsdirektors Herrn Dr. Prenner erledigte Stelle eines Unparteiischen im Haupttarifamt gemäß§ 6 des Haupr- Vertrages vom 27. Mai 1913 des R-ichstarifvertrageS für das Bau- gewerbe alsbald wieder besetzt wird. Ich stelle daher ergebenst an- heim, die hierzu erforderlichen Schritte unnmehr einzuleiten, falls dies noch nicht geschehen sein sollte. Den am Haupltarifvcrtrag beteiligten Zentralorganisationen der Arbeitnehmer habe ich die gleiche Anregung zugehen lassen." Der Arbeitgeberbund hat am 13. November folgende Antwort erteilt: „Auf die sehr gefällige Zuschrift vom 6. d. Mt-Z. beehren wir uns mitzuteilen, daß wir die Neubesetzung der bisher von Herrn Gewerbegerichtsdireklor Dr. Prenner-München im Unparteilschen- kollegiilm des Haupttarifamtes für das Baugewerbe wahr- genommenen Stelle für die Dauer des gegenwärtigen Tarifvertrages nicht für ersorderlich halten. Die weitere Vcrhandlungsfähigkeit des Haupttarifamles erscheint miS durch die Mitwirkung der drei noch verbliebenen Unparteiischen gesichert. ES dürfte sich eine Anfrage deS Kaiserlichen Reichsamtes bei diesen drei Herren empfehlen, ob sie bereit sind, weiterhin gemeinsam an etwa erforderlichen Sitzungen des Haupttarifamtes teilzunehmen." Das Kriegsministerium über die Stillegung der Bauten. Der Arbeitgeberbund für das Baugewerbe versendet an die Presse einen Bericht über eine am 23. November zwischen einem Vertreter des Bundes und dem KriegSmiiiisterium stattgefuiidener Besprechung über die behördlicherseits beabsichtigte Stillegung von Bauten. Der Arbeitgeberbund teilt darüber folgendes mit: Bei einer Besprechung im Kriegs Ministerium am 23. November dieses Jahres wurde dem Vertreter des Deutschen Arbeitgeber- bundcs für das deutsche Baugewerbe in Aussicht gestellt, daß das KriegSniinisterium den Generalkommandos empfehlen wird: 1. Den Arbeitgebern nicht sämtliche Bauarbeiter zu entziehen, sondern eine beschränkte Zahl, vielleicht 23 Proz. der gegenwärtig beschäftigten, für die Ansführilitg dringender Reparalurarbeiten und dergleichen den Meistern zu belassen. 2. Bei der Stillegung schonend vorzugehen, um wirts�iftliche Existenzen nicht unnöligerweise zu vernichten. 3. Ten Großunlernchmern nahezulegen, den durch die Eni- ziebung der Arbeiter geschädigten Arbeitgebern ein Meistergeld zu gewähren. Auf volle Berücksichtigung dieser Empfehlungen kann der Bund aber erst rechnen, wenn die eiligen Heeresbauten vollständig mit Arbeitern besetzt sind. Auf die Vergebung der Bauarbeilen an die Unternehmer könne die Heeresverwaltung keinen Einfluß geltend inachen, da die Bauten nicht von ihr, sondern von den einzelnen großindustriellen Firmen ausgeführt werden. Außerdem seien fast sämtliche dringende Bauten für die Rüstniigsindustrie bereits vergeben." Tie Tarifkündigung der Berliner Steinarbeiter bildete den Hauptpunkt der Tagesordnung einer gut besuchten Ver- sammlung der S t e in a r b ei t e r Groß-BerlinS.� Der Vorstand hat sich mit der Frage beschäftigt und ist zu dem Beschluß gekommen, den Versammelten die Kündigung des TarifverlragS zu emp- ehlen, obwohl den Sleinarbeilern eine Teuerungszulage von 3 M. wöchentlich bewilligt worden ist. In der lebhaften Aussprache stellten sich alle Reöner auf denselbeu Standpunkt und erklärten, daß die jetzigen Tariflöhne mit der gegenwärtigeii Teuerung in keinem Verhältnis ständen. Die Versammlung beauftragte den Vorstand. den VerbandSgeschästen Groß-Berlinö sowie der Innung Mitteilung von dem Beschluß zugehen zu lassen. Eine Taritkommiision aus Sandsteinarbettern, Marmvrarbeitern und Grabsteinarbeilern wurde gewählt und beauftragt, einen neuen Tarif auszuarbeiten, der einer päteren Versammlung zur Beschlußfassung vorgelegt werden soll. Ein Hungerlohn. Auf die in Nr. 211 unseres Blattes ent- haltcne Notiz über Löhne bei der Firma Martin Pohle, Frankfurter Straße 137, brachten wir in Nr. 321 schon eine Berichtigung. Der Armenvorsteher Ueberwasser, der von der Firma Pohle verklagt »vurde, ichloß mit der Firma einen Vergleich, in dem es beißt: Be- nannte Firma Martin Pohle, Große Frankfurter Straße 137, zahlt nach genauer Feststellung die mit dem Deutschen Butbbinderverband vereinbarten Alkordpreiie zuzüglich 25 Proz. Teuerungszuschag, außerdem zahlt die Firma noch freiwillig einen Zuschlag von 13 Proz., im Ganzen also 38 Proz. Zuschlag. Daß die Arbeiterin O. nur 10 M. wöchentlich verdiente, lag daran, daß die Arbeilerinnen infolge schlechten Geschäftsganges täglich nur einige Stunden ar- beiteten, was die Firma ebenso die Arbeiterin O. mir verschwiegen hatten. Wenn auch diese Akkordsätze noch viel zu wünschen übrig lasten, so kann ich jedoch den Ausdruck:„die Firma solle menschen- würdigere Löhne zahlen" nicht mehr aufrecht erhallen und nehme �hn mit Bedauern zurück. ?!uslanü. Der Bergarbeiterstreik i« Australien. Melbourne, 30. November.(SB. T. B.j Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Kohlenarbeiter st reik i st beigelegt; die Arbeiter werden die Arbeit am Montag wieder ausnebmen. Ms Industrie und Kandel. A. E. G. Tie Allgemeine Elektrizitäls-Aktiengesellschaft berteilt für dieses Geschäftsjahr eine Dividende von 12 Proz. lgegen 11 Proz. im Vorjahr), woran die 29 Millionen junger Aktien zur Hälfte teil- nehmet!. Die Geichäslsgewinn ist von 30,883 Millionen Mark im Jahre 1911/15 auf 39,752 Millionen Mark gestiegen. An Steuern wurden 3,002 Millionen Mark gegen 2,933 Millionen Mark gezahlt, die Steigerung ist nur auf die Talonsteuer zurückzuführen. Ein Kursverlust an Staats- und Kommunalanleihen, der voriges Jahr 321000 M. betrug, ist diesmal nicht eingestellt. Die Ausgaben für Kriegsunterstützung sind von 1 612 000 M. auf 7 318 000 M. gestiegen, die Abschreibungen betragen 903 000 M. gegen 896 000 M., der Reingewinn 26 137 000 M. gegen 20 370 000 M. Hiervon werden 20 310 000 M. als Dividende, 337 000 M. als Aufsichtsratstantieme, 2 Millionen an Gratifikationen verteilt, S1/� Millionen fließen dem Unterstützungsfonds und der KriegSwohlrnhrt zu, 796 000 M. werden vorgetragen. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen: Die in, September 1913 beschlossene Kapitalserhöhung ist durch- geführt und das Grundkapital um 29 Millionen Mark, mit balber Dividendenberechtigung für das Berichtsjahr, auf 181 Millionen Mark erhöht. Gegenüber 26 073 000 M. junger Aktien übernahm die A.E. G. 31767 000 M. Aktien der Berliner Eleklriz'läts-Werke, wäh- rend die restlichen 2925000 M. gegen Barzahlung ausgegeben wurden. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir unsere den Kriegs- zwecken angepaßten Einrichtungen in weitem Umfange dem RüstungS» weien zur Verfügung gestellt. Die zeitweise Umgestaltung der Fabri- kation stellte schon für das Geschäftsjahr 1915/16 die Bilanzierung vor die Aufgabe, für die außerordentlichen Aufwendungen vorzusorgen, die für die Rückkehr zur Friedenswirtschaft und zu neuem Weit« bewerb erfordert werden. Einrichlungen und Bestände sind dem- gemäß zu bewerten, ausländisches Besitztum, gleichviel ob Werte, Beteiligungen oder Guthaben, so einzusetzen, daß Nachteile kaum noch daraus erwachsen können. Das Friedensgeichä't, wenngleich durch Beschlagnahmen vielfach behindert, hat im Zusammenhange mit dem Kriegsbedarf neue Anregungen erhalten; zumal aus der Schwerindustrie liegen große Austräge vor. Das JnstallationS« geschäft für isolierte Anlagen und Anschlüsse war lebhaft und lohnend, aber durch Mangel an Arbeitkräften erschwert. Der Absatz an Glühlampen, Elektrizitätszählern und Heizapparaten im In- und Auslaiide übertraf den des Vorjahres. Der Auftrag auf eine Anzahl Maschinen, deren Leistung die der größte n jemals gebauten Dampf« turbmen beträchtlich übertrifft, ist von besonderer Bedeutung, weil er einerseits zeigt, daß der Krieg die Fortentwicklung deutscher In- dustrie nicht aufgehalten hat. andererseits die Errichtung von Kraft- werken auf eine neue Stufe stellt. Der Geschäftsgang der vielen Unternehmungen, an denen di A. E. G. beteiligt ist, war im ganzen recht günstig. Der Betrieb in I a s s y ist seit der Kriegserklärung an Rumänien der Zwangs« verwallung verfallen. Die Berliner Elektrizitätswerke haben am 1. Oktober 1913 ihre Elektrizitälswerks-Unternehmungen in Berlin und Umgegend der Stadt Berlin übergeben und den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf die Entwickelung ihrer Betriebe, u. a. derjenigen im Bitterfelder Revier gelegt. Eine Konvention der Zigarettcnindustric. Nach dem„Berl. Tagebl." haben sich die Jnteressengemcinschast Deutscher Zlgarettensabrikanten und der Verein Deutscher Ziga- rettenfabrikanten zusammengeschlossen. Tic neue Konvention soll die Händler verhindern, gestützt auf den Wettbew-erb konkurrieren- der Firmen, ihnen mißliebige Fabrikanten in Verruf zu erklären« Aus der Mvntanindustric. Die K u h l c n p r c i» f r a g c ist noch immer nicht geregelt. Der preußische Handelsminister soll aus die Interessenten drücken, weshalb das Rheinisch-Westfäliiche Kohlensyndikat die Festsetzung der Reichspreise um ungefähr acht Tage verschoben hat. Angeblich will der Handelsminister auch Preiserhöhungen für H�a l b z e u g zulassen, dagegen für weiterverarbeitende Eisen, und Stahlwaren verhindern. Tie Drahtkonvention hält die Festsetzung von Einheitspreisen für überflüssig; sie weiß wohl, daß KonventionS» preise für die Werke nur lästige Schranken beim Fordern wären. Steigerung der Tcviscnkursc. A» den ausländischen Börse,, hat die deutsche Währung in den letzten vier Wochen eine beträchtliche, sehr bedauerliche Weiter- entwcrtung erfahren. Dementsprechcnd mußten sich auch die Ber- lincr Notierungen für auf das Ausland gezogene Wechsel (Devisen) erhöhen. Es werden jetzt für 100 Frank 110%, Mark (im Frieden 80 M.), für 100 schwedische Kronen 164% Mar! und für 100 holländische Gulden 232% Mark(im Frieden 169 M.) gezahlt.___ Neue russische Wcltvcrkchrsbahncn. Petersburg. 21. November.(W. T. B.) Im Berkehrsmini- steriunr ist zur letzten Beratung über die neuen Eisenbahnbau- plane, che sie der Duma vorgelegt werden, eine Konferenz eröffnet worden. Bon Rcgierungsseite wurde hervorgehoben, daß jähr- li ch mindestens 60 0 0 Kilometer neue Eisen- bahnen gebaut werden müßten, wenn den steigenden Anforde» rungen des Landes entsprochen werden solle. ES wurde beschlossen, zunächst eine neue Eisenbahnlinie von K u n g r a d nach T s ch a r d s ch II j iöstlich des Kaspischen Meeres) zu bauen, die den Weg zu neuen Petroleumgebieten crötsnen und auch einen Teil der mächtigen Hauptbahn bilden würde, die in Zukunft England mit Indien verbinden solle. Ferner ist der Bau einer neuen Bahnlinie zum Weißen Meer vorgesehen. Preissturz au der New Iorkcr Börse. Der Weizenpreis ist an der Ehicagoer Börse für Dezember- liescrung vom 21. bis 28. November von 181% Cents um 13% Cents aus 166 Cents gesunken. Auch der Maispreis ist zurück- gegangen. Die Ursache der Preisbewegung ist nicht ganz klar. Die„Boss. Ztg." glaubt, daß die Drohung mit dem Ausfuhr- verbot auf die Preise drücke. Die städtische Bevölkerung, de- sonders die sozialistischen Arbeiter, verlangen nämlich, daß die übermäßige, die Jnlandsvorräte stark schmälernde Ausfuhr verboten oder wenigstens eingeschränkt werde. Andere Kreise unterstützen dieses Verlangen aus politischen Gründen, um einen Druck auf den Kriegsfanatismus der Entente zu üben. Tie Farmer wider- streben natürlich, und Wilson, dessen Stärke nach dem Wahlergebnis im Westen liegt, hütet sich, seine besten Mannen vor den Kopf zu stoßen. Da also der immerhin scharfe Preissturz kaum aus das angebliche AuSfubrverbot zurückgeführt werden kann, so bleibt nur die Annahme, daß sich die übermäßig schwarzseherischen Ernte- schätzungen als allzu übertrieben herausstellen, oder daß von hier noch nicht übersehbare politische Verhältnisse die Haussestimminig der Warenbörse etwas abgekühlt haben. Berkauf von mexikanische» Oelfcldern. Wie sich die Pariser Ausgabe des„New g)ork Herald" aus New Uork kabeln läßt, wird die G u l f O i l Company alle Oelfelder Lord CowdrahS in Mexiko auikaufen. Der Kaufpreis soll 100 Millionen Dollar be- tragen.__ Verantw. Redakt.: Herm. MüllerTTempekhof. Inseratenteil verantw-TH. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst.Paul Singer ä: Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen und Untcrhaltungsbl. ZK. 330. 33. Jawilug. 1. Kkilme des„Wwiick" Knlim NcksdlÄ. Freitag, t. Dezember 1916. Das Dienstpflichtgesetz in zweiter Lesung. 7?. Sitzung. Donnerstag, den 30. Novemdeie. mittags 12 Uhr. Am BundesratStische: Dr. Helfferich, Gröner. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Gesetz- entwurfs, betreffend den Vaterländischen Hilfsdienst. Eingegangen ist ein don allen Parteien, auher der der Sozial- dcinolratiscden Arbeitsgemeinschaft, unterzeichneter Antrag Spahn (der Entwurf der Kommission), dessen§ 1 übereinstimmend mit dem ursprünglickien Entwurf jeden männlichen Deutschen vom 17. bis zum vollendeten 60. Lebensjahre, soweit er nicht zum Dienst in der bewaffneten Macht einberufen ist, zum Vaterländischen Hilfsdienst während des Krieges verpfllchtet. Abg. Bauer(Soz.): Wenn unsere Fraktion den Anftag Spahn auch unterschriebe» hat, so ist damit noch nicht die Zustimmung zum Ausdruck gebracht, es ist geschehen, damit der Antrag zur Verhandlung kommt, aber ihre Enlschliegung behält sich die Fraktion bis zur dritten Lesung vor, und ihre Stellung wird davon abhängen, welche Stellung die Regierung und der Reichstag zu unseren Abänderungsanlrägcn einnehmen. Mit dem Grundgedanken des Z 1 kann man einverstanden sein, wir erkennen ohne weiteres an, dag jeder die sittliche Pflicht zur Arbeit hat. In der Arbeiterklasse wird diese sittliche Pflicht ganz besonders anerlannt. hier bedarf es eines Albeitszwanges überhaupt nicht, der Zwang wird gegen ganz andere Kreise zu richten sein. Der Entwurf bringt auch für die Arbeiter wertvolle Bestimmungen; er geht von der Anschauung aus, dag statt der Willkür und Recht- losigkeit, die jetzt in den industriellen und landwirtschaftlichen Be- trieben maßgebend sind, ein organisierter Jnteressenichutz Platz greift durch Organe, in denen auch die Arbeiter eine ausreichende Vertretung haben. TaS Streben der Arbeiter nach besserer Lebenshaltung darf durch den Gesetzentwurf nicht eingeschränkt werden. DaS Kriegsaint niuß überall seinen Einfluß geltend machen, daß die Tarisverlräge bei Vergebung von Arbeiten beachtet werden. Wenn eine einsprechende Erklärung hier abgegeben wird, so Ivürde daS uns die Zustimmung erleichtern. Ein gewisser Schutz gegen- über der Willkür der llnternebmer ist ja in dein Gesetzentwurf ent- halten, aber die Schutzbestimmungen müssen erweitert werden. Gegenüber den Reklamierten greift oft ein eigentüm- liches Verhalten der Unternehmer Platz. Ein Reklamierter wird nur für einen bestimmten Betrieb entlassen. Tritt er nun in dem Be- triebe in den Arbeiterausschuß ein oder ist er sonst für die Interessen der Arbeiter tätig, so konrnit eS oft vor, daß er von dein Unier- nehmer bei der Militärbehörde wieder abgemeldet wird, worauf er sofort wieder zum Heeresdienst einberufen wird. Es ist dringend notwendig, daß in dieser Beziehung eine grundlegende Aenderung eintritt. General v. Gröner hat ja in der Kommission eine be- ruhigende Erklärung abgegeben. Ich bitte, auch hier eine solche Erklärung abzugeben.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Abg. Gothciu(Lpt.): Wir denken uns die Ausführung des Gesetzes in der Hauptsache durch freiwillige Vereinbarung des Kriegsamls mit den beteiligten Unternehmer« und Arbeiterverbänden, wie das gestern General- leuinant Gröner dargelegt hat. Kommt es zu syndikalistischen Ver- einbarungen in einer Industrie, so könnte auch an eine Ent- schädigung der stillgelegten Betriebe gedacht werden. Für den Fall, daß sich einzelne Werke renitent erweisen und sich nicht stillegen lassen, müßte ein Zwangsshndikat gebildet werden. Die Verpflanzung von Arbeitern muß möglichst vermieden werden. Man wird z. B. in vielen Textilbetrieben Drehbänke auf- stellen können und ihnen vielleicht eine kleine Entschädigung zahlen dafür, daß sie nicht ihren allen Betrieb tveiterführen können, wozu sie ja durch den Mangel an Rohstoffen schon ohnehin sehr be- hindert sind. Bei all solchen Maßnahmen wird man aber die Mitarbeit der Handelskammern, Handwerkskammern, LandwirtschaflSkammcrn, Fachvereine, beteiligten Gemeindevertre- tungen hören müssen. Wir werden Ihnen eine Resolution in dieser Richtung vorlegen. Soweit als irgend möglich mutz aber auch die noch vorhandene Aussuhrtätigkeit aufrechterhalte» werden, um die alten Verbindungen mit dem Ausland nicht ganz zu verlieren. Eine Entschädigung all derer, die durch dies Gesetz gcschädigl werden, ist schon deshalb ausgeschlossen, weil auch keine Entichädigung aller sonst durch den Krieg ge- schädigten Existenzen erfolgen kann. Eine Pflicht zu einer solchen Entschädigung lehnen wir also ab. erkennen aber an, daß ganz besondere Härten gemildert werden sollten. Die Gewinne, die andererseits auf Gruud dieses Gesetzes von der R ü st u n g s- i n d u st r i e erzielt werden, müssen in kräftigster Weise für das Reich nutzbar gemacht werden. Die Erträge dieser Steuer wären zu ver- wenden, um nach dem Kriege die durch den Krieg geschädigten Be- triebe wieder einigermaßen in stand zu setzen.(Bravo! bei der Volkspartei.) Generalleutnant Gröner: Auf die Anfragen des Herrn Abg. Bauer habe ich zu erklären: Das Kriegsanil wird darauf hinwirken, daß Tarifverträge, wo sie bestehen, erhalten bleiben. Dann zur Frage der R e k l a m i er l e n: Wer für die Kriegsindustrie reklamiert ist, ist g r u n d s ä tz l i ch e n l l a f s e n. Damit scheidet er während seiner Zurückstellung aus dem Dienst der bewaffneten Macht aus und unlerliegt den Be- stunmungen des Vaterländischen Hilfsdienstes. Es ist nicht an- gängig, aus dem Arbeitswcchsel des Reklamierten oder aus anderen Streitigkeiten über das Arbeitsverhältnis die Veranlassung zur Ein- ziehung zum Waffendienst zu ziehen. Solche Streitigkeiten müssen beim Reklamierten ebenso wie jedem anderen Arbeiter auf dem Wege des Schlichtungsverfahrens beseitigt werden. (Bravo!) Der Reklamierte erhält also den Abkehrschein, suckt sucht sich� schleunigst neue Arbeit in seinem Fach oder wird von der Schlichtungskommifsion einen: anderen Betriebe überwiesen. Entzieht er sich nach Urteil dieses Ausschusses böswillig der Arbeit, für die er zurückgestellt ist, so entfällt selbstverständlich die Ursache der Reklamation und er wird wieder zum Dienst in der bewaffneten Macht eingezogen. Der Arbeilgeber hat ober dabei keinerlei Einfluß. Im übrigen darf selbstverständlich die Einziehung zum Waffendienst lediglich ans militärischen Gründen erfolgen. Die Anmeldung des Wechsels der Arbeit beim Militär ist notwendig, um die militärische Kontrolle durchführen zu können. Selbstverständlich wird das Recht der Militärverwaltung nicht be- rührt, in den Betrieben überflüssige und ersetzbare Arbeiter ein» zuziehen. Abg. Stresemaun(natl.): Zu den Abänderungsanträgen werden meine Freunde Stellung nehmen, wenn sie vorliegen.— Die Einwirkung des Gesetzentwurfs auf die Industrie wird sehr einschneidend sein. Wir konnten bisher die für den inländischen Bedarf arbeilende Industrie neben der Rüstungsindustrie aufrechterhalten. Dieser schon blutarmen In- dustrie wird nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes noch mehr Blut entzogen werden. Wir haben aber zu dem Generalleutnant Gröner dos Vertraslen, daß die nicht für den Krieg arbeitende Industrie nicht mehr eingeschränkt wird, als unbedingt notwendig ist. Das gilt auch für die für die Ausfuhr arbeitenden Industrien, die wir in größerem Umfange aufrechterhalten konnten, als viele es er- wartet haben. Gelänge das nicht, so wäre ein Teil des englischen Wirtschastszieles erreicht.— Bei der Erweiterung der Munitions- Herstellung soll man nicht nur neue Anlagen errichten und bestehende erweitern, sondern man soll auch stillgelegte Be- triebe anderer Industrien z. B. der Textilindustrie mit ihren Anlagen in den Dienst der Rüstungsindustrie stellen. Man braucht dann die Arbeiter nicht in andere Gegenden verpflanzen und nach dem Kriege werden sie der dann sehr notwendigen Industrie wieder leicht zur Verfügung stehen. Eine entsprechende Entschließung werden wir einbringen. In bezug auf die Entschädigung muß da, wo besondere Härten nachweisbar sind, auch die Möglichkeit zur Ent- schädigung vorhanden sein. Wir schaffen jetzt für die Rüstungs- industrie zu der schon vorhanden praktischen die offiziell beglaubigte Monopolstellung. Dadurch muß sie automatisch sehr große Gewinne erzielen und daraus müssen wir die steuerlichen Konsequenzen ziehen. Dann können wir auch Fonds bilden, um die durch das Gesetz entstehenden Härten auszugleichen.(Beifall bei den National- liberalen.) Präsident Dr. Äaempf teilt mit, daß der Komprom itzantrag der Kommission, der Antrag Arnstadt(k.) und der Antrag Bernstein(Soz. Arbg.) eingegangen ist. Der konservative Antrag unterscheidet sich von dem der Kommission im wesentlichen dadurch, daß die Verpflichtung zur Ein- richlung von Arbeiterausschüssen fortfallen, und daß die Mitwirkung des Reichstages durch die Budgetkommiision geschehen soll statt durch eine besondere Kommission von 13 Mitgliedern. Der Antrag Bernstein will die Dienstpflicht mit dem 13. Jahre aufhören lassen und auf daS Reichsgebiet beschränken. Abg. Frhr. v. Gamp(Deutsche Fraktion): Die organisierten Frauen wünschen in einer Eingabe, daß das Gesetz zwar nicht auf die Frauen ausgedehnt wird, daß aber das Kriegsaml die E r m ä ch t i g u n g zu einer solchen Ausdehnung er- hält. Diesem Wunsch der evangelischen und katholischen Frauen- vereine sollte Rechnung getragen werden.— Die Anregung des Abg. Stresemann, stillgelegte Fabriken in Munitionsfabriken umzu- wandeln, ist durchaus beachtenswert.— Die Unterscheidung der Arbeitsverwendungsfähigen unter den Militärpflichtigen sollte nach Inkrafttreten dieses Gesetzes fallengelassen werden. Kommt eS doch unter dem heutigen Zustand noch häufig genug vor, daß g e i st i g sehr leistungsfähige Leute mit ganz minderwertigen Hausarbeiten wie Kartoffelschälen, die jeder dumme Junge machen kann, beschäftigt werden.(Sehr richtig!) Abg. Dittmann(Soz. Arbg.): Wenn wir trotz unseres grundsätzlich ablehnenden Standpunktes zu diesem von uns für volksfeindlich gehaltenen Gesetze durch Ab- ändcrungsanträge versuchen die schlimmsten Härten zw parallelisieren, so entspricht das unserer bisher stets geübten Praxis. Wir be- antragen, daß der Arbeitszwang nur bis zum lö. Lebensjahre ausgedehnt wird. Der Hilfsdienst soll ja nur ein Korrclal der Wehrpflicht sein. Leute über 13 Jahren sind auch vielfach in Stellungen, in die sie sich erst ganz allmählich hineingearbeitet haben, die sie in diesem Alter nicht mehr bekommen werden und die ihnen daher auch später kaum offengehalten werden werden. Solche älteren Leute sind auch vielfach nur einseilig arbeitsfähig und haben nicht mehr die Frische und Elastizität, sich in völlig neue Ver- Hältnisse einzuarbeiten. In der werktätigen Bevölkerung dürfte es in diesem Lebensalter kaum Leute geben, die arbeiten können und heute nicht arbeiten. Tie Konservativen wollten in der Kam- Mission auch schon die jungen Leute von 13 Jahren heranziehen. Da wäre es das einfachste, man bestimmte: hilfsdieitstpflichtig ist jeder Deutsche von der Wiege bis zum Grabe. Weiter beantragen wir, daß der Hilfsdienst nur zulässig sein soll mnrrhalb des Deutsche» Reiches. Wir wollen damit verhindern, daß Leute nach Belgien, Polen, Bul- garien oder der Türkei verschleppt werden, wo die kümmerlichsten Rechtsgarantien, die hier vorgesehen werden, nicht durchgesührt werden würden. Verschiedene Frauenvereine, so auch der Verein liberaler Frauen Groß-Berlins, haben die Einbeziehung der Frauen in das Gesetz verlangt. Diese Spielerei solcher Frauen, die die harte Not des Lebens der Arbeiterfrauen, des Proletariats meist nur vom Hörensagen kennen, ist eine Ver- s ü n d i g u n g an ihrem eigenen Geschlecht.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Die Frauen der Arbeiter tragen in diesem Kriege wahrhaftig schon ein wahres Martyrium, die'Einziehung der Männer und Söhne, die bitlere Sorge um die eigene Erestenz und die der Kinder, die von den Agrariern, nicht von den Engländern. künstlich gezüchtete Hungersnot. Wie die Frauen über die Aus- dehnung des Arbeitszwangs auf sie denken, dafür ist charak- tcristisch ein mir heute auS Dortmund zugegangener Brief einer Arbeiterftau. die schreibt:.Sollen wir Frauen des Volkes das auch noch über uns ergehen lassen, sind der Leistungen und Entbehrungen noch nicht genug? Den Mann mußten wir in den Krieg ziehen sehen, will man uns nuir auch noch die Kinder, das Letzte, von uns reißen, um sie in Kinderhorte zu geben, die letzten Endes von den Dainen geleitet werden, die noch kein Ver- ständnis für unsere Kinder haben, die nicht einmal ihre eigenen Kinder erziehen. Und dann die Gesundheil der Frauen! Die meisten Frauen sind jetzt schon krank, und von diesen Frauen verlaugt man dann, daß sie möglichst viel Kinder in die Welt setzen. Mein Mann hat mir aus dem Felde gesckKieben: Wenn das auch noch durchginge, dann würden sie sich weigern, noch länger im Schützengraben ihr Leben aufs Spiel zu setzen, dann wüßten sie nicht mehr warum." Wollen Sie das? Dann beschließen Sie den ArbeitSzwang auch für Frauen.(Bravo! b. d. Soz. Arbg.) Abg. GicsbertS(Z.): Wenn wir das Gesetz auf das 13. Lebensjahr beschränken wollten, wäre eö ein Schlag ins Wasser. Die Frauen, die Petitionen auf Einbeziehung in das Gesetz eingereicht haben, muß lch gegen den Vorwurf der Spielerei in Schutz nehmen. Wenn man das Ge- setz auf die Frauen nicht ausgedehnt hat, so im Hinblick auf die vielen freiwilligen Meldungen von Frauen. Die Einrichtung der Arbeiterausschüsse. der Schiedsgerichte, die Mit- Wirkung des Reichstags sind für mich Garantien, daß das Gesetz nicht antisozial werden wird. Ich begrüße auch die Erklärung über die Rekla- mierten, dieser Standpunkt der Heeresleitung wird außerordent« lich beruhigend wirken. Klarheit muß in den Ausfllbrungs- bestimmungen geschaffen werden � über das Versicherungsverhältnis der in der Landwirtschaft beschäftigten Arbeiter. Wer durch das Gesetz arbeitslos wird, muß aus dem Allgemeinen Fonds entschädigt werden. Besondere Rücksicht wird auf die Unterbiingungsräume der Verpflanzten zu nehmen sein. Besondere Wünsche des Mittel» st a n d e s legen wir in einer Resolution vor.— Die Umwandlung bestehender Fabriken muß unter allen Umständen der Errichtung neuer vorangehen, die nachher doch ziemlich wertlos wären.— In der Frage der. Entjchädigung erwarte ich eine Erklärung der Regie« rung. Angesichts der großen Gewinne, die von zusammengelegten Betrieben erzielt werden werden, wird man um eine Entschädi» gung stillgelegter Betriebe nicht herumkommen. Abg. Schiffer(natl.): Wir begrüßen die seelische Auffrischung des Volkes, die ihm durch die neue Aufgabe zuteil geworden ist. Die noch vorhandene Beunruhigung über Unklarheiten des Gesetzes ist durch die Erklärungen des Generalleutnants Gröner beseitigt. Sehr viel wird ankommen auf die Auswahl der Personen, die an die Spitze der Ausschüsse usw. kommen. Es kommt sehr viel an auf den Ton, in dem mit dem Volke verhandelt wird. Sehr Ivichlig wird auch die möglichst schleunige Erledigung der Beschwerden usw. sein. Die Bestimmungen über die Landwirt- schaft bedeuten nicht etwa erne Bevorzugung der Landwirtschaft, sondern entfprechsn nur den tatsächliche» Verhältnissen bei der Landwirtschaft. Die Rechtsverhältnisse der� im Zivildienst Beschäftigten sollte möglichst deuen der Heorespflichtigen angepaßt werden. Wir schlagen eine Resolution vor, die das will. Ferner wünschen wir, daß die Tätigkeit der Justiz wesentlich ein- geschränkt wird. Es ist ein Skandal, daß auch jetzt während des Krieges noch so viel Privatklagen wegen kleinli ch st e r Dinge eingereicht werden. Die Besetzung der Gerichte könnte wesentlich eingeschränkt werden. Wir entlasten durch solche Maß« nahmen unser Volk von einem Ballast, an dem es gerade in der heutigen Zeit schwer zu tragen hat.(Bravo I) Staatssekretär Dr. Helfferich: Zu den vorliegenden Kömpromißanträgen hat die Regierung natürlich noch keine Stellung nehmen können. Ich hoffe aber, daß es möglich sein wird, auf der Basis dieser Anträge zu einer Verständigung zu kommen, wenn auch z. B. die Ein- setzung der Arbeiterausschüsse eine ganz wesentliche Mo- difikation des bestehenden Zusttindes bedeuten würde.— In der Fraucnfrage kann ich dem Abg. Dittmann ausnahmsweise zustimmen, wenn auch nicht in der Begründung. Wenn Herr v. Gamp in dieser Frage von dem Staatssekretär des Innern an den Chef des Kriegs- ainlö appelliert hat, so verstehe ich das nicht. Ich spreche hier selbst- verständlich im Namen unserer einheitlichen NeichSleitung.— Die sehr dankenswerte Anregung, aus unserer Justizverwaltung überflüssige Arbeitskräfte heranzuziehen, wird auf daS genaueste geprüft werden.— Die Ent- fchädigungSfrage muß sehr vorsichtig behandelt werden, sonst kommt man aus Garechtigkeitsgefühl zu den größten Ungerechiig- leiten. Wenn große Aufträge verschiedener Betriebe an einzelne wenige übertragen werden, wird eine Entschädigung der stillgelegten Betriebe natürlich leicht zu erzielen sein.— Im übrigen muß die Rücksicht auf die Armee allem anderen vorgehen. Ungleich- heiten, die daraus entstehen, müssen ertragen werden.— Die nachträgliche Abänderung abgeschlossener Licferungsverträge durch einen Ausschuß des Reichstags hat große Bedenken. ES wird dann schwierig sein, solche Verträge, abzuschließen. Die Kriegs- gewinne werden am besten durch die KriegSgewinnstcuer erfaßt werden. Chef des Kriegsamts Generalleutnant Gröner: Eine kurze Erklärung zu§ 2: Unter die»behördlichen Ein- riibftingen* fällt auch die gesamte Seelsorge, die kom« munalen Einrichtungen für Ernährungsweise, die Schulen, soweit Schüler da sind. Unter der»Volks« Versorgung" ist auch die geistige zu verstehen, z.B. die juristische, die Presse, nicht nur die Tagespreise, auch die religiöse Presse, die Fachpresse, die Rechtsanwälte, ohne damit besonders auffordern zu wollen, jetzt im Kriege besonders viel Prozesse zu machen.(Heiter- leit.) Aber die Rechtspflege darf natürlich auch int Kriege nicht still- liegen. Die Universitäten sind auch behördliche Einrichtungen, aber wenn die Studenten sich uns anbieten, nehmen wir sie natürlich besonders gern, weil wir gerade für junge Leute dieses Alters reiche VerwettdungSiitöglichkeit haben. Damit schließt die Debatte. § 1 wird nach Ablehnung der Anträge der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft gegen' die Stimmen der Sozial- dem akratisch en Arbeits g em ein schaft angenommen. § 2 legt fest, ivas als Vaterländischer Hilfsdienst gilt und ver- tritt in einem zweiten Absatz das Herausziehen von Hilfsdienst- Pflichtigen aus land- und forsiwirtschaftlichen Betrieben, sofern sie vor dem 1. August 1916 darin tätig waren. Abg. Bauer(Soz.): Nach dem Wortlaut des§ 2 gelten als im Vaterländischen Hilfsdienst tätig alle Personen, die bei Behörden usw. tätig sind, also auch Frauen und Jugendliche. Sollen nun für diese, also z. B. für die in der Landwirtschaft tätigen Jugendlichen und Arbeite- rinnen die Schutzvorschriften fortfallen und sie z. B. nicht freiwillig hinausgehen können? Ferner muß erklärt werden, daß die Krankenkassen- und Krankasseuverbände, ferner die w i r t s ch a f t l i cki e n O r g a n i s a t i o n e n, die der Nahrungs- mittekversorgung dienen und sich als dringend notwendig erwieie» haben, im Hilfsdienst tätig sind, weiter die in den wirtschaftlichen Organisationen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände be- schäfligten Personen. Gerade die Arbeitersekretariate haben sich während des Krieges als überaus segensreich er- wiesen. Staatssekretär Dr. Helfferich: Frauen und Jugendliche fallen nach dem Wortlaut des§ 2 nicht unter das Gesetz, dies Bedenken besteht nicht. Die Tätigkeit der in den Krankenkasse» und in den wirtschaftlichen Organisationen beschäftigten Personen hat nach der Meinung der Regierung aufierordeiitliches geleistet, und diese An- erkennung bleibt aufrechterhalten. Abg. Bassermanu(natl.) wünscht, daß die Tätigkeit in Banken und VersicheruilgSgesellschafteu als Hilssdienstläligkeit angejehen werde. Generalleutnant Gröner sagt dies zu. Abg. Schiele sichern, die vor dem 1. August aus dem Lande tätig waren Diese ungeheuerliche Bestimmung läuft auf eine vollständige Versklavung der Arbeiter hinaus: Es ist die Einrichtung der Hörigkeit, die Fesselung an die Scholle, die um so schlimmer ist, als landwirt- schaftliche Arbeiter vZllig rechtlos find. Von dieser Auslieferung an die Agrarier iverdeu auch diejenigen Industriearbeiter be» troffen, die vor dein t. Aaugust der üandwirtjchaff zugewandert sind. Das mutz verhütet werden.(Sehr richtig! b. d. Soz. Arbg.) Weiter haben wir im§ 2.» beantragt, datz die industriellen und landwirtschaftlichen Betriebe auf Rechnung d e ö R e i ch e s betrieben werden unter Entschädigung der bisherigen Unternehmer. In der Kommission sagte der Siaatsselrclär, die Äklionäre würden dann kein Kapital mehr hergeben sür die Erweiterung von Be- trieben. Damit stellt er ihrem Patriotismus ein recht schlechtes Zeugnis aus. Die Kricgsgcwiimc der große» kapitalistischen Gcsellschaftcu sind geradezu ungeheuerlich, und es besteht berechtigte Er- bitterung, datz man die Gesellschaften diese Gewinne Weiler machen lätzt, währende Tausende und aber Tausende von Existenten zugrunde gehen. Eine Volksabstimmung würde eine gewallige Mehrheit für unseren Antrag ergeben. Lehnen Sie ihn ab, so müssen Sie die Verantwortung tragen. sBravo! bei der Soz. Arbg.) Abg. Held snatl.): ES handelt sich hier durchaus nicht nur um die Agrarier, sondern gerade um die kleinen Betriebe, die grotzen Mangel an Arbeitskräften haben, so datz die Leute nicht wissen, lvie sie das Land bestellen sollen. ES darf uns aber gerade in der heutigen Zeil kein Fetzen Land verloren gehen. Abg. Stadthagcn(Soz. Arbg.): In einem§ 2» verlangen wir, datz die zum Vaterländischen Hilfsdienst Eingezogenen nicht unter die Militärgesetze fallen. Das ist eigentlich selbstverständlich und auch von der Re- gierung erklärt worden. Aber wir wissen ja, waS auf solche Regierungserklärungen zu geben ist. Daher mutz es in das Gesetz hin ein geschrieben werden. Nach einer Entscheidung des Kriegsministeriums vom IS. Dezember 1914. die sich auf Ar- mierungsarbeiter bezieht, würden die im Zivildienst Beschäftigten ohne weiteres unter dieMililärstrafgeietze fallen. iHiirtl hört! b. d.Soz. Arbg.) Sie befinden sich beim kriegführenden Heere, denn sie unterstehen dem KriegSamt, unzweifelhaft einer Heereseinrichtung. Wenn man das nicht will, mutz cS ausdrücklich im Gesetz festgelegt werden. In einem§ 2b schlagen wir dann vor, die Rechtsverhältnisse der Zivildienstpflichtigc» zu regeln. ES müssen die entsprechenden Bestimmungen der bürger- lichen Gesetze, die sür ihre Tätigkeit in Betracht kommen, gelten, sonst liegt keinerlei Recht für die Betreffenden vor. auf Lohn zu klagen, von der Kündigung Gebrauch zu machen usw. Wenn Sie nicht einen reinen Frondienst schaffen wollen, mutz eine solcbe Be- stimmung in das Gesetz. Sollen etwa sür nach Bulgarien, nach der Türkei Verpflanzte die türkischen oder bulgarischen Gesetze gelten? DaS mutz klargestellt werden. sBravo l b. d. Soz. Arbg.) Abg. Fegter fVpt.) begrützt, datz der Landwirtschaft daS fehlende sachverständige Personal z'ugesührt werden soll. Abg. Wurm(Soz. Arbg.): Wir verlangen Ausnahme von B e st i m m u n g e n über die L o b n v e r h ä l l n i s s e in das Gesetz. In den Ausführungs- besinnmungen genügen solche Bestimmungen nicht, sie müssen indaS Gesetz selbst aufgenommen werden. Ist die Regierung mit dem Gedanken einverstanden, so kann er auch in daS Gesetz hineinkommen. im anderen Fall ist eine Resolution in diesem Sinne eine blotze Dekoration. Der väterlich wohlwollende Absolutisinus des Herrn Gröner patzt in unsere Zeit nicht hinein.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Im Frieden haben die Arbeiter von einem väterlichen Wohlwollen der Regierung nichts gemerk Gerade in dieser Zeit ist es notwendig, einen ehernen Schutzioall auszurichten, der die Kapilalisten an der Ausbeutung der Arbeiter hindert; das ist nur möglich, wenn die Schaffung von Tarifverträgen obligatorisch im Gesetz festgelegt wird.(Bravo! b. d. Soz. Arbg.) Abg. Äunert(Soz. Arbg.): Wir verlangen weiter in einein Paragraphen eine Festlegung dahin, datz die Frauen im Zivildienst die gleichen Löhne erhalten wie die Männer. DaS ist zugleich ein scharfer Schutz sür die Männer gegen Lohndrückerei. Die Arbeitszeit für Frauen im Zivildienst darf nicht mehr als acht Stunden betragen. Für Jugendliche unter 18 Jahren und für Frauen mutz die Nachtarbeit Verbote» werden. Endlich verlangen wir. datz auch vorübergehend im Zivildienst Beschäftigte voll versichert werden wie alle anderen Versicherteil. Heute haben wir mit Ueber- arbeit, Nachtarbeit, Sonntagsarbeit der Frauen in der Kriegs- industrie zu rechnen. Das mutz zu vollständiger Entkrästigung der Frauen, zu den grötzten Ulifallgefakrcn führe». Dieser Raubbau an der Arbeitskraft der Frauen, zudem noch die Unter- crnährung kommt, mutz aufhören. Wenn nicht Sozialp.'lilik in dieser Richtung getrieben wird, sollte die Kommiisiou für BevölkeruugS- Politik ihre Arbeit als überflüssig einstellen.(Bravo I bei der Soz. Arbg.) Abg. Bauer(Soz.): Tie beste Akatznahme, um dieser Volksabnahme cntgegenzu- treten, würde der F r i e d c n S f ch l u tz fein, und wir sind ja auch fortgesetzt bestrebt, ihm endlich näher zu kommen. Wenn das keinen Erfolg hat. so liegt es nicht an Teutschland, sonderii daran. datz England keinerlei Neigung zeigt, sich aus irgendwelche Frie- dcnsverhandlungen cinzulasse».(Sehr wahrls Wir befinden uns also in einer Zwangslage und in dieser Zwangslage können wir blutenden Herzens leider nicht verhindern� datz auch Frauen zu Arbeiten genommen werden und sich freiwillig dazu stellen, die man ihnen im Frieden niemals zumuten dürfte.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten). Für den weitestgehenden Schutz der Frauen treten wir natürlich auch ein und werden auch die nach dieser Richtung gestellten Anträge annehmen. Man sollte in der Tat in grötzerem Umfang achtstündige Schichten einführen, so datz kontlnuierlich im Betriebe gearbeitet werden kann, zumal ja dann auch die Maschinen viel besser ausgenutzt werden können. Wurm hat uns vorgeworfen, datz wir die Forderung der Berücksichtigung tariflicher Löhne nur in einer Resolution stellen. Wir haben uns natürlich lebhast bemüht, solche Vorschriften direkt indaS Gesetz hineinzubekommen und die Resolution ist selbstverständlich nur ein Notbehelf. Ich kann aber auch seiner Schluhfolge- rnng nicht zustimmen, datz das Gesetz die Arbeiter der Ausbeutung der Kapitalisten überliefert. Im Gegenteil, das Gesetz schafft gerade für die Arbeiter eine viel gesichertere Position gegenüber den Kapitalisten. Bisher habe» die Generalkommandos durch Vcc- ordnungen die Bewegungsfreiheit der Arbeiter autzerordentlich be- schränkt. Gerade um dies zu verhindern, ist es nötig, datz Rechts- garantien sür die Arbeiter geschaffen werden, damit sie unter diesem Ausnahmezustand auch ihre Rechte wahrnehmen kön- ncn. Es werden Arboitcrausschüsse geschaffc», mit denen die Unter- nehmer zu verhandeln verpflichtet sind. Hier können die Arbeiter ihre Einzel, und Kollektivwünsche zum Ausdruck bringen, und wenn der Unternehmer sich mit den Arbeitern nicht einigt, dann mutz er jetzt vor die C ch i e d Z i nft a n z, die völlig nach den Wünschen der Organisationen zusammengesetzt sind, aus drei Vertretern der Gewerkschaften, drei Vertretern der Unternehmer und einem von der Mrlitärbcbörde bestimmten un- parteiischen Borsitzenden. Diese Schiedsinstanz entscheidet dann, was Rechtens sein soll in bezug aus die Lohn- und Arbeitsverhält- nisse. DaS ist doch ein Zustand, den>vir erstrebt haben, solange wir für die Verbesserung der Lebenshaltung der Arbeiter kämpfen. Die Unternehmer der Grotzindustr-e baben es aber ständig abge- lehnt, mit den Arbeitern in dieser Weise zu verhandeln. Jetzt wer- den sie dazu gezwungen, durch dieses Gesetz wird den Arbeitern -erst das Instrument zur Wahrnehmung ihrer Interessen in die Hand gegeben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn die Unternehmer nicht erscheinen, so entscheidet das Schiedsgericht nach Untersuchung der Verhältnisse trotzdem. Die Folge ist dann, datz all die Arbeiter, die mit den Lohnbedingungen unzufrieden waren, den Abtehrschein von dem Schiedsgericht erhalten und dann evcntl. alle zusammen den Betrieb verlassen können. Wir haben also hier gewissermatzen den k o n z e s s: o n i e r t e n Streik in solchen Betrieben. Der Arbeiter hat dann 14 Tage Zeit, sich eine Be schäftigung zu suchen. Nur wenn er eine Beschäftigung nicht an nehmen würde, könnte er gezwungen werden, in einen anderen Betrieb einzutreten. Es ist auch unrichtig, datz der Arbeiter dahin gehen mutz, wohin er geschickt wird. Nach§ 7 hat seder Arbeiter das Recht, innerhalb 14 Tagen einen Betrieb zu suchen, in dem er arbeiten will, es mutz nur ein Iriegswirtschaftlicher Betrieb sein. Nur wer dann die Arbeit nicht aufnimmt, kann gezwungen wer- den, in einem kriegswirtschaftlichen Betrieb Arbeit zu nehmen. Arbeiten mutz der Arbeiter doch ohnehin, und er wird froh sein, wenn er eine gute Beschäftigung findet. Die Hauptsache ist, datz er die Garantie hat, seine wirtschaftlichen Interessen wahrnehmen zu lönnen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Henke(Soz. Arbg.): Den Glauben des Vorredners können meine Freunde nicht teilen. Darum suchen wir die Rcchtsgaranticn zu erweitern. Tie Summe der bösen Erfahrungen, die wir in diesem Klassenstaat gemacht haben, hat uns jeden Glauben genommen. Wir beantra gen, in einem weiteren Paragraphen, datz die Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Partei. Religionsgemeinschaft oder gc- werkschaftlichen Organisation sowie die Betätigung in diesem Sinne bei der Zuweisung um Tätigkeit im Vaterländischen Hilfsdienst und bei der Auflösung des Dienstverhältnisses nicht in Betracht kommen darf. Mit Versprechungen nach dieser Richtung ist uns nicht gedient. Wir wollen mit unseren Anträgen unser schärfstes Mißtrauen gegenüber diesem Gesetz zum Ausdruck bringen. In einem weiteren Antrag verlangen wir, datz das Vereins- und Versammlungsrecht ganz u n> eingeschränkte Geltung behalten solle. Wir dürfen die Rechtmätzigkeit der Gesetze des Belagerungszustandes in keiner Weise zugeben.— Unsere Anträge schaffen die notwendigen Ga- rantien, datz Deutschland nicht in eine vollständige Kaserne der- wandelt wird.(Bravo! bei der Soz. Arbg.) Abg. Gothel»(Vp.): Dem Abg. Bauer bemerke ich, datz wir bei diesem Gesetz, das sich nur auf männliche Arbeiter über 17 Jahre bezieht, nicht eine vollständige Gewerbeordnung mit Schutzbestimnmngen für Frauen und Jugendliche schaffen können. Unmöglich können wir setzt im Kriege die Nachtarbeit der Frauen völlig verbieten: darunter würde auch die Munitionserzeugung leiden, wo in großem Matze, wie in der Landwirtschaft und anderen Betrieben, die Arbeit der Männer durch Frauen übernommen worden ist. Abg. Wurm(Soz. Arbg.): Gerade weil Frauenarbeit in reichem Matze die der Männer ersetzt, müssen wir bei diesem Gesetz besondere Schutzvorschriften für die Frauen schaffen. Wir müssen diese S ch u tz b e st i m- m ungen gesetzlich festlegen und können uns nicht auf die Ausführuimsbestimmungen unter Mitwirkung des Fünszehner- Ausschusses des Reichstags verlassen. Denn im Reichstag und 'einen Kommissionen haben die kapitalistischen Gruppen die Mehr- heit. Die Regierung und die Kapitalisten brauchen dieses Gesetz, und diese Notlage müssen die Vertreter Arbeiterschaft ausnützen, um Schutzbestimmungen für die Arbeiter zu erwirken.(Sehr gut! bei der Soz. Arbg.) Abg. Landsberg(Soz.): Dieser Antrag zum Koalitionsrecht ist in der Kommission von Ämtlichen Vertretern der verschiedenen Arbeiterorganisationen gestellt worden, die sicherlich nicht Gegner des Koalitionsrechts sind. Der weitergehende Antrag Bernstein ist uns sympathisch und wir werden für ihn stimmen. Abg. Bauer(Soz.): Der Abg. Wurm wirft uns fälschlicherweise Vertrauen zur Regierung vor. Gerade weil es uns fehlt, haben wir uns bemüht. in weitgehendem Matze Sicherungen für die Arbeiter in das Gesetz hineinzubringen, und wir meinen, datz uns da» zu einem erheblichen Teil aelungen ist.— Die Eingriffe der Generalkommandos in die Lohn- und Arbeits- Verhältnisse nannte Wurm ungesetzlich. Ich kann daS nicht entscheiden. Aber tatsächlich verfahren die Gencratkommandos wäh- rend des ganzen Krieges so und sind dafür zum Teil in der Arbeiterpreffe stark gelobt worden.— Die Sicherungsbestimmungcn mit dem Schiedsverfahren sind jedenfalls für die Arbeiter wert- voller als gesetzlich festgelegte Minimallöhne, die gerade während des Krieges kaum sehr hoch sein würden und die EntWickelung hindern würden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Becker-Arnstadt(Z.) spricht sich sür den sozialdemokratischen Antrag zum Koalitionsrecht aus. Staatssekretär Dr. Helfferich: Der sozialdemokratische Antrag enthält eigentlich etwas Selbstverständliches und ist daher über- flüssig. Abg. Becker-Arnstadtvir uns mit der Streichung des zweiten Absatzes einverstanden erklären, wonach der Abkehrschein gegeben werden mutz, wenn eine angemessene Verbesserung der Ar- beitsbedingnngen möglich ist. Der Begriff„angemessen" ist ja nicht ganz klar, aber die Fassung stellt ein Kompromitz dar, dem man zur Not zustimmen kann, wenn eine verständige Kommission den Begriff auch verständig auslegen wird.(Zuruf bei der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft.) Natürlich kommen auch unverständige Auf- fassungen vor. Aber bei der Not an Arbeitskräften, bei der un- dedingten Notwendigkeit, unseren Leuten im Felde drautzen die nötigen Abwehrmittel zur Verfügung zu stellen, müssen aber die Ar, beiter auch gewisse Beschränkungen in Kauf nehmen. Die Arbeiter sind bereit, alles zu tun, was sie können, um ihrcu Brüdern draußen die Mittel zur Bertridigung zu gebe«. Eine freiwillige Beschränkung, wie sie hier in Berlin von den Metallarbeitern übernommen worden ist, wird die verständige Ar- beiterschast im allgemeinen mit Rücksicht auf den Zweck des Gesetzes gern auf sich nehmen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Der erste Satz des dritten Absatzes im§ 9:„Bei der Eni- scheidung der Frage, ob ein wichtiger Grund vorliegt, ist auf die Bedürfnisse des Vaterländischen Hilfsdienstes Rücksicht zu nehmen," wird gegen die Stimmen der Konservativen und Nationalliberalen gestrichen, der 8 9 im übrigen angenommen. Im§ 10 wird im 3. Absatz bestimmt, datz bereits bestehende ähnliche Ausschüsse mit Zustnnmung des Kriegsamts an die Stelle der im§ 9 vorgesehenen Ausschüsse treten können. Abg. Sachse(Soz.) bittet den Chef des K'riegSamts, dafür zu sorge», datz hierunter nicht Ausschüsse wie der Berghof im König- reich Sachsen und der für Thüringen geplante Schiedshof fallen, in denen nur Arbeiter als Vertreter wählbar seien, die noch in Arbeit stehen. Diese seien vom Unternehmer zu sehr abhängig uiii) könnten nicht die Interessen ihrer Kollegen vertreten. 8 19 wird aiigenommen. Die 88 bis 14, die von der Einrichtung der Arbsiteraus- schüffe und Schlichtuiigsstellen handeln, werden in der Diskussion verbunden. Abg. Gicbcl(Soz.): Für die Arbeiter und Angestellten sind diese Paragraphen die wichtigsten, die zu ihrem Schutz unbedingt notwendig sind. Wir legen aber grötzeren Wert darauf, datz die vorgesehenen Arbeiter- ausschüsse alle durch Neuwahl geschaffen werden. Bei der Verschiebung der Arbeitskräfte hätten sonst die jetzt durch Ge- setz in die Betriebe hineingedrängten Personen gar keinen Einflutz auf die Zusammensetzung der Ausschüsse, denen so das erforderliche Vertrauen fehlen würde. Auch können nicht ohne lveiteres die bestehenden Arbeiterausschüsse beibehalten werden, weil eS namentlich im Bergbau viele solche Ausschüsse gibt, deren Mitglieder nicht in vollem Umfange durch die Arbeiter gewählt werden, sondern zum Teil durch die Betriebsleitung ernannt lverden. Wir bitten um eine klare Erklärung der Regierung darüber, ob in den Aus- führungsbestimmungen eine Nemvahl der Arbeiterausschüsse fest- gelegt werden soll. Sonst behalten wir uns Anträge nach dieser Richtung vor. Ebenso bitten wir die Negierung um die Erklärung darüber, datz auch die Arbeiterinnen und weiblichen Angestellten als wahlberechtigt für die Ausschüsse in Betracht kommen. Ferner beantragen wir, datz Arbeiterausschüsse bereits gebildet werden bei SO Arbeitern. Die Herabsetzung der Zahl aus 29, wie es der Gewerbeordnung entsprechen würde, war in der Kommission nicht durchzusetzen. Die Angestellten- ausschüsse müssen die gleichen Befugnisse haben wie die Ar- beiterausschüsse und schon bei 20 Angestellten im Betriebe errichtet werden, weil sonst nur die allergrötzten Betriebe Ausschüsse bekommen würden. Nach 8 44 gelten die Vorschriften über die Aus- schüsse usw. nur für die Betriebe der Marine- und Heeresvenval- tung. Wir beantragen ihre Ausdehnung auch auf die Eisen- bahnbetriebe. Von konservativer Seite liegt der Antrag vor. diese ganzen Schutzeinrichtungen zu beseitigen. Das ist natiirlich für uns unannehmbar.(Sehr lvahr! bei den Soziaidemokraten.) Abg. Stresemann(natl.): Diese Paragraphen zeigen den Sicgeszug des Organifationsgedankens. Jahrzehntelang ist in diesem Hause über den Gedanken der obligatorischen Arbeiteraus' schüsse gestritten worden. Aber die Erfahrungen, die mit der frei willigen Einrichtung von Arbeiterausschüssen gamacht worden sind, sind durchaus gute.(Hört! hört! rechts.) Wir gehen diesen Weg nicht leicht, aber er ist notwendig bei der ganzen Entwickelung unserer Volkswirtschaft.(Bravo!) Das Gesetz stellt an die Eni- sagung der Arbeiter und Angestellten grotze Anforderung. Darum haben sie auf der anderen Seite auch einen Anspruch auf die Schaffung solcher Einrichtungen zu ihrem Schutz. Abg. Nebel(f.): Meine Freunde werden die Anträge und Paragraphen, die die Einrichtung von Arbeiterausschüsse» vor- sehen, ablehnen; es könnte dadurch nur die so überaus notwen- dige Herstellung von Kriegsbedarf gehemmt werden. Abg. Giesberts(Z.): Gewissenlose Unternehmer könnten das Gesetz zu Lohn drückerei benutzen. Das mutz verhindert wer- den. Und gibt es etwas MatzvollereS, um den Arbeitern den An spruch auf gerechten Lohn aufrechtzuerhalten als den Weg der Verhandlungen und Schiedsgerichte?(Zustimmung im Zentrum.) Dem sozialdemokratischen Antrag, die Zahl von 100 Arbeiter auf 50 herabzusetzen, damit ein ständiger Ausschutz eingerichtet wird, stimmen wir zu. Abg. Frhr. v. Gamp(Tt. Fr.) erkennt die Tätigkeit der Ar- beiterausschüsse an, wendet sich aber gegen ihre obligatorische Ein- richtung. Man dürfe der Firma Krupp so etwas nicht aufzwingen, zumal bei den grossen Firmen, ganz besonders bei Krupp, von Loh il druck nicht die Rede sein kann. Abg. Zubeil(Soz. Arbg.): Gerade bei der Firma Krupp ist eine autzerordentliche Lohn drückerei im Schwange, jetzt ganz besonders mit Hilfe der Einstellung von weiblichen Ar- beitskräften. Der Kollege Gamp sollte sich nicht von der Firma, sondern von den Arbeitern informieren lassen. Die Zahl 100 ist für die obligatorische Einrichtung von Arbeiterausschüssen viel zu hoch; wir beantragen, sie auf 20 herabzusetzen. In die Aus schüsse müssen, wie unser Antrag verlangt, nicht nur volljährige Arbeiter, sondern auch 18jährige Arbeiter und Arbeiterinnen wählbar sein. Weiter müssen die Unternehmer zu Verhandlungen mit den Arbeiterausschüssen verpflichtet werden aus den guten Willen der Unternehmer darf man sich da nicht verlassen. (Sehr richtig! bei der Soz. Arbg.) Abg. Landsberg(Soz.): Bei der Errichtung der Arbeiterausschüsse sollten die Vorschläge der Organisation berücksichtigt werden. Freiherr v. Gamp tut so, als ob das Gesetz ein Ausnahmegesetz gegen die Firma Krupp sei. Die Verhältnisse bei einer einzelnen Firma, mögen sie gut oder schlecht se-n, haben doch ,nit der Ein- führung einer gesetzlichen Bestimmung nichts zu tun.— Ten Kol- legen Zubeil mache ich daraus aufmerksam, daß der Verhandlungs- zwang für die Unternehmer iiu 8 13 tatsächlich enthalten ist. Diese Schutzbestimmung darf aber nicht nur den gewerblichen Arbeitern zuteil werden, die sich durch ihre„wertvollen" Organisationen, um ein Wort des Reichskanzlers zu gebrauchen, Beachtung erzwungen haben, sondern auch den nicht gewerblichen Arbeitern, die dem Bürgerlichen Gesetzbuch unterstehen. Das will unser zum§ 13 gestellter Antrag.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Gothein(Vp.): Die 8§ 11—13 sind für uns unbedingte Voraussetzung für die Zustimmung zu dem Gesetz. Dem Antrag Albrecht auf Herabsetzung der Zahl von 100 auf 50 werden wir zustimmen; diese Zahl mutz dann aber auch für die Angestellten- ausschüsse matzgebend sein. Generalleutnant v. Grüner: Herrn Landsberg bemerke ich, datz ich die Vorschlagslisten der Arbeiterorganisationen zu den Arbeiterausschüssen nach Möglichkeit berücksichtigen werde, aber binden an sie kann ich mich nicht. Abg. Brlirens(Dt. Fr.) spricht sich für die Arbeiterausschüsse auch hei landwirtschaftlichen Arbeitern ans und stimmt dem sozialdmokratischen Antrag auf Ersetzung der Zahl 100 durch die Zahl 50 als notwendig für die Einrichtung eines Ar- beiterausschusses zu. Staatssekretär Dr. Helfferich: Zu den Anträgen zu den 8§ 11—13 konnten die Verbündeten Regierungen noch nicht Stellung nehmen. Würden die Einrichtun- gen von Arbeiterausschüsse» und Schiedsämtern auf die Land- Wirtschaft ausgedehnt werden, so würde damit mindesten» für die Kriegsdauer eine Frage erledigt werden, die feit Jahrzehnten streitig war und wohl auch noch Jahrzehnte streitig geblieben wäre. Leicht würde dadurch den Regierungen die Zustimmung nicht wer- den. Ich bitte Sie, das«schiff nicht zu sehr zu belasten und keinen Stein zuzufügen, der nicht unbedingt notwendig ist. Abg. Hoch(Soz.): Für die Arbeiter sind diese Bestimmungen von ungeheurer Bedeutung.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das Schiff diese» Gesetzes ist belastet sehr zuungunsten der Arbeiter. Da sollte man, um stabiles Gleichgewicht herzustellen, auch eine Belastung nach der andern Seite vorneihmen.(Sehr gut! bei dc:i Sozialdemokraten.) Weiter beantragen wir eine§ 14g, wonach der Bundesrat Betriebe in den Besitz des Reiches übernehmen oder sie zu einer Betriebsgemeinschaft zusammenschtietzen und für einzelne Betriebe und Betriebsgemeinschaften Vorschriften über die Geschäftsführung erlassen kann. Das ist notwendig gerade au- gesichts der R i e s e n g e w i n n e der Kriegsindustrie, die mit einer Aenderung der Kriegögewinnsteucr gar nicht zu treffen sind. Man warnt vor Ueberstürzung. Aber man mutz dem Fünfzehneraus- schütz Befugnisse in die Hand geben, um gegen die Mißstände, ans die wir aufmerksam machen, vorzugehen. Wenn Sie die Arbeiter in dieser Weise zwingen, können Sie nicht bei den Unternehmern alles der Freiwilligkeit überlasse»(Bravo! bei den Sozialdemo- kraten.) Es läuft ein Antrag Behrens(Dt. Fr.) ein, der die Einführung von Einigungsämtern auch für die Landwirtschaft ver- langt. Abg. Stresemann(natl.): Den Antrag Hoch verstehe ich nicht. Die Gewinne der Betriebe werden doch durch die Steuerbehöroen genau kontrolliert. Zum Ausbau der Kriegsgewinnstcuer sind wir durchaus bereit. Abg. Vehrens(Dt. Fr.): Um die Arbeitsfreudigkcit der Land- arbeiter zu heben, mützte» ihnen dieselben Rechte gegeben werden wie den gewerblichen Arbeitern. Abg. Hoch(Soz.) polemisiert gegen einzelne Bemerkungen des Abg. Stresemann. Wir ivollen vor allem verhindern, datz so kolossale Profite von einzelnen Unternehmern aus der Not des Volkes herausgepretzt werden(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Damit schliefet die Debatte. Die Anträge der Soz. Arbg. werden abgelehnt. Der An- trag Albrecht(Soz.), die Arbeiterausschüsse schon bei 5t> Ar- britern einzuführen, wird angenommen. Angenommen wird weiter ein Antraa Bauer(Soz.). wonach die A n g e st cl l t e n a u s s ch ü i se dieselben Befugnisse erhalten sollen wie die Arbeiterausschüsse. Weitere wird a n g e n o m in c n ein Antraa Stresemann (natl.). wonach in Betrieben mit mehr als 50 Angestellten im Sinne' des Angestelltenversicherungsgesetzes für diese Angestellten Angestelltenansschüsse eingerichtet werden sollen. Der Antrag B e h r e n S, Einigungsämter auch für die Land- Wirtschaft einzuführen, wird gegen die Stimmen der Konservativen, NatiomiUiberalen und des grötzten Teils des Zentrums an- genommen. Tie Ausdehnung der Arbeiterausschüsse auf die Betriebe der Eisenbahn wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Soz. Arbg., Deutschen Fraktion und Polen abgelehnt. Angenommen wird ein Antrag Stresemann(natl.), datz für die Arbeiter, die der Landwirtschaft überwiesen werde», die Bestimmungen der Gesindeordnnng nicht gelten. Abg. Haase(Soz. Arbg.) beantragt Vertagung. Dies wichtige Gesetz mutz in Ruhe und mit der nötigen Frische erledigt werden. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Soz. Arbg. und Polen abgelehnt. (Schutz im Hauptblatt.) öejchwichtigungsversuche? Man schreibt uns: In 9!r. 311 vorn 11. Novbr. veröffentlichte der„Vorwärts" einen aus der Korrespondenz„Sozialistische Auslandspolitik" entnomnienen Artikel, der sich gegen eine Besprechung wandte, die die„Nheinische Zeitung" der Bergerschen Schrift„�raktionsspaltung und Parteikrisis" gewidmet hatte. Gestatten Sie dem Verfasser des angegriffenen Artikels das Wort zu einer Entgegnung. Mein Widersacher betrachtet die Dinge durch die gefärbte Brille dos RichtnngS- streites. Das trübt seinen Blick und macht ihn befangen. Sein Standpunkt verleitet ihn dazu, nicht allein die Bergersche Schrift niit einer Unbckümmertheit zu behandeln, die mir mehr als bedenklich erscheint, sondern auch hinter meiner Besprechung allerhand dunkle Absichten zu vermuten. Trotzdem die Kürze nicht zu den Tugenden nieines Gegners gehört und er nicht weniger als eindreivicrtcl Spalten gegen mich in Anspruch nimmt, zitiert er nicht einen einzigen Satz, ja nicht eine Silbe meiner Ausführungen. Das ist in mehrfacher Hinsicht bequem, denn eS erleichtert die Arbeit, mich zu widerlege»; den Leser macht es den eigenen Argumenten zugänglicher; außerdem können mir so am besten alle möglichen abwegigen Pläne unterstellt werden. Was nieiii Widersacher in seinem Artikel vermissen läßt, will ich aber nun nachholen. Und ich werde mich kürzer fassen als er. Die„Rheinische Zeitung" steht auf dem Boden der Partei- Mehrheit— das stimmt. Indessen ist der„Rümmer Eins" überschriebene Artikel nicht so sehr der Verteidigung ihres Standpunktes gewidmet, als vielmehr dem Versuch, rechts und links die Gewissen zu schärfen. Jede un- befangene Prüfung muß ergeben, daß er dem Partei- frieden dienen will, daß er den überlauten Ton des Brudcrstreites zu dämpfen versucht und der Gefahr völliger Zerrüttung begegnen möchte. Von seinen Beispielen, namentlich dem Hinweis ans den vergnügt schmunzelnden Katholischen Volksvercin, versprach sich der Artikel immerhin eine etwas abkühlende Wirkung auf alle die Hitzköpfe, die jetzt den maßlosen Parteikrieg für die vornehmste aller politischen Aufgaben halten. Die„Rheinische Zeitung" erscheint am Hauptsitz der Zentrumspartei; vom Tage ihres Bestehens an führt sie einen erbitterten Kampf mit dem ztveifellos stärksten und hart- nackigsten Gegner der Sozialdemokratie. Wenn sie ein besonders ausgebildetes Gefühl dafür hat, was der Partei nützt oder schadet, und wenn sie bei unseren inneren Partejkämpfen nicht gerne sieht, daß dem Gegner ganz unnötig willkommenes Material geliefert wird, so bitte ich, daraus noch nicht den Vorwurf des Pharisäertums abzuleiten oder im spöttischen Ton von den„beweglichen Klagen der Beschwichtigungs- politiker" zu reden. Ich iverde in einen ähnlichen Ton nicht verfallen. Der Verfasser des im„Vorwärts" abgedruckten Artikels sucht mich zu belehren, daß ja unsere Gegner selbst dann, Wenn tvir das Budget bewilligten und militärfromm würden, noch Material in Hülle und Fülle gegen uns hätten, so unsere Gegnerschaft zum Privateigentum, unseren RePnbllkanisntNS, schließlich unsere angebliche ReligionSseindlichkeit. Das alles erschüttert mich nicht. Militärsromm etwa wie die Rational- liberalen lverden»vir nicnialS lverden; die stereotype Ab lehnung des Budgets, daS man zu einem handfesten politischen KampsmUtcl macheu sollte, habe ich nie gutgeheißen und aus' meiner Meinung niemals ein Hehl gemacht. Was aber unseren Kampf gegen das Privateigentum an betrifft: glaubt der Artikelschreiber denn wirklich, daß diese Waffe unserer Gegner nach den Erfahrungen und den Wirkungen des Krieges einen ernsthaften Menschen, der nicht im engsten i�inne zu den kapitalistschen Schichten gehört, überhaupt noch schrecken werde? Glaubt er ferner, daß nach diesem Kriege, der so gewaltig die Seelen revolutioniert hat, der falsche und von mir niemals unterschätzte Vorwurf der Rcligionsfeindlich keit schwerer wiegen werde wie früher, oder daß sich unser theoretisches Bekenntnis zu einer anderen als der nionarchischen Staatsform als ein starkes Hemmnis unserer Bewegung herausstellen könnte? Ich bin überzeugt, das eine wie das andere wird in Zukunft unseren Forischriit noch viel weniger hindern als früher. Nein— was schon bisher im Vordergrunde der gegnerischen Agitation zu stehen Pflegte und auch den Brenn Punkt der kommenden Wahlen bilden wird, ist unser Verhältnis zur Landesverteidigung. Sind wir wirklich vaterlandslose Gesellen, wie es heute noch Radek behauptet und es vor dem Kriege die Gegner behauptet haben, oder lassen wir in der Stunde der Gefahr das Vaterland nicht im Stich? Die Frage ist am 4. Anglist und auch später restlos beantwortet worden. Den bürgerlichen Gegnern haben wir damit die wuchtigsten Waffen aus der Hand geschlagen. Man blättere doch in der Flngblütterfülle früherer Wahlen: überall stand im Vordergründe das Wort von den vaterlandslosen Gesellen, das wir mit tausend Beteuerungen des Gegenteils nicht auswischen konnten. Vor allein bei Stichwahlen war dieses Wort der beliebteste Wählerschreck, lind mag sich die Zukunft ge- stalten, wie sie will, das furchtbare Erlebnis des Krieges bleibt ini Bewußtsein des Menschen haften, mit ihm zugleich auch der Gedanke der Landesverteidigung, der früher nur akademischen Wert zu haben schien, dem jedoch dieser Krieg Fleisch und Blut verliehen hat. In noch viel stärkerem Matze wie früher wird daher die Stellung zur Landesverteidigung die kommenden politischen Kämpfe beeinflussen. Zur Landesverteidigungspflicht aber hat sich auch mit ge- ringen Ausnahmen die Partei m i n d e r h e i t bekannt; der Boden für eine Verständigung ist daher durchaus vorhanden. Die Mehrheit wird auch der Minderheit schwerlich voriverfen, mit ihrem Kalbe zu pflügen, wenn diese, wie es heute schon in Oschatz-Grimma geschieht, die Pflicht der Landesverteidigung mit allem Nachdruck betont. Etwas anderes hat ja die Mehr- heit nicht erwartet. Gerade auf diese schließliche grundsätz- liche Gemeinsamkeit hatte aber mein Artikel in der„Rheim- scheu Zeitung" hingewiesen und daraus die Ueberflüssigkeit der jetzigen Selbstzerfleischug gefolgert, sowie es schmerzlich be- dauert, daß hier den Gegnern der Sozialdemokratie ganz un- nötigerweise Wasser ans die Mühlen geleitet werde. Für diesen Standpunkt könnte man auch in den Reihen der Minderheit einiges Verständnis haben; man würde dann etwas weniger bemüht sein, den. der die Gewissen schärfen will. inS Unrecht zu setzen und ihn der Ver- silmpfungspolitik zu verdächtigen. Der Gesundung der Partei wird mit solchen Methoden ganz gewiß nicht vorgearbeitet. Ich will weder unser Programm verwässern noch unsere Ziele in nebelhafte Fernen schieben. Der Artikel der„Rheinischen Zeitung" schloß mit den Worten:„Die deutsche Arbeiter- bewegnng durchlebt zurzeit eine bitterböse Krise; überwinden wird sie sie aber um so schneller, je niehr sich bei allen ihren Gliedern daS Gefühl starker Verantlvortlichkeit ausbildet". Tiefe Worte sollen auch die Auseinandersetzung mit meinen Kritikern beschließen. ' übergenommen und dann wahrscheinlich einen erheblich höheren produktiven Wert besitzen, als es nach dem Abschluß scheint. Der Gewinn dieses Jahres ist also höher als der, welcher buchmäßig ausgewiesen jit. Andererseits steckte im Vorjahrsgewinn in größerem Muße Konjunkturgewin. Man wird also annehmen dürfen, daß zwischen den Fabrikationsgelvimlen der letzten beiden Geschäftsjahre kein so erheblicher Gegensatz besteht, als es ersten Blickes erscheint. Da aber die Höhe des Umsatzes nicht angegeben wird, läßt sich tcin Rückschluß daraus ziehen, ob der Fabrikatiousgewinn, auf die Umsatzeniheit berechnet, gesunken ist. Im ganzen läßt sich sagen, daß sich Krupp sorglich aufdenFric- den rüstet. Di« Gewährung der Anleihe von 15 Millionen seitens der Familie an die Firma zeigte das eifrige Bestreben, das Unter nehmen geldlich möglichst stark und von dem Zwange freizumachen, nach dem Kriege Kredit in Anspruch nehmen zu müssen. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß der Reingewinn betrug: löOL/O? 24,8 Millionen Mark, 1013/14(im letzten Friedens-Geschäftsjahr) 34 Millionen Mark. Krupp-Abschluß. � Der Abschluß der Friedrich Krupp A.-G., des größten deutschen Vrivatunteriiehmens, wird jetzt nach der Generalversammlung ver- ösfentlicht. Bei einem Aktienkapital von 230 Millionen Mark, woraus 213 Millionen Mark einbegahlt surf!) beträgt der B e- triebSüberschuß 03 Millionen Mark(i. V. 113 Millionen Mark), der R e i n g e w k n n ausschließlich des Vortrags von 10 Millionen Mark �0,7 Millionen Mark(i. V. 83 Millionen Mark), die Dividende 12 Prozent wie im Vorjahre. Doch fällt nur die Hälfte an die Familie Krupp als die einzige Aktienbesitzerin; die andere Hälfte der Dibidendensumme wird von der Familie der Firnia als ein ans zehn Jahre unkündbares Darlehen gewährt. Tie starke Verringerung des Reingewinnes gegen das Vorjahr ist auf das Sinken des gesamten Betriebesüberschujscs, dann aber aus den Einfluß der Kriegssteuec zurückzuführen, durch die die Steuerschuldigkeit von 10/7 aus 28,7 Millionen Mark gestiegen ist. Die WohlfahrtöauSgaben sind von 13,0 ans 18,1 Millionen Mark gestiegeit. Auf den ersten Blick scheint dieses Ergebnis für den Betrieb ein relativ schlechtes und zugleich ein glänzendes Zeugnis für die Bemühungen des Kriegsministers, die von der Rüstungsindustrie geforderten Preise zu drücken. Eine nähere Untersuchung des Ab- schlusscs weist aber Vermögensinehrungen nach, wenn auch viele interessante Fragen nach dem vorliegenden Prüsungsmaterickl sehr schwer zu beantworten sind. So ist durchaus unklar, in welchem Verhältnis der vorjährige Riesengewinn Fabrikations- und Kon- junkturgetvinn gewesen ist. Die alten Vorräte standen auch meistens — und bei einer Firma von der geschäftlichen Tätigkeit der Friedr. Krupp A.-G. war es sicher der Fall— sehr niedrig zu Buche und waren ein beliebter Gegenstand hoher Abschreibungen und stiller Reserven. Wenn aber der vorjährige Gewinn zu einem sehr großen Teil Konjunkturgewinn war und Realisierung stiller Reserven dar- stellt, so ist nicht ohne weiteres der Schluß berechtigt, daß der Fa- brikationsgewinn gegen das Vorjahr erheblich herabgedrückt wurde. Außerdem muß der Umstand berücksichtigt werden, daß der angc- führte Betriebsüberschuß nicht die außerordentlichen Abschreibungen aus Kriegsmaterialwerkstätten enthält. Deren Größe erhellt am deutlichsten daraus, daß Immobilien. Wcrkgeraie, Transportmittel. Patente und Lizenzen niedriger als im Vorjahr zu Buche stehen: Immobilien 241 328 783(241 363 333) M. nach Abzug von Abschrei- bnngen in Höhe von 33 143 303(37 080 418) M., Werksgeräte und Transportmittel 5 400 338(7 023163) M., Vorräte, halb und ganz fertige Waren 368 833 033 1233 244 833) M.. Patente und Lizenzen 2 (i. V. 2). Tic lächerlich niedrigen Buchwerte für Werksgerate und Patente sprechen für sich selbst. Dem Beschauer wird aber gewisser- maßen eine Türspalte geöffnet, durch die er einen Blick in das ?!llerhciligste tun darf. Die Höhe der Abschreibungen auf Im- mobilien läßt die Höhe der bei der Bewertung von Werkgerät und Patenten gemachten Rückstellungen erraten. Gewiß dienen viele Gebäude nur der Herstellung von Kriegsbedarf und werden nach dem Kriege kein« sofortige Verwendung finden; gewiß find alle Maschinen bis zum äußersten abgenützt. Aber schließlich werden die Zugänge des Krieges doch in den Frieden hin /tos öen verbänüen der ZentralkommWon für Sport unü Kö'rperflege wird uns über den Verbandstag des Verbandes für Volksgesundheit, der am 10. Nobeurber im Leipziger Volks hause tagte, berichtet: __ Ter Verband Volksgesund heit erstrebt satzungsgemäß die Förderung der persönlichen und sozialen Gesuirdhcitspftege und erstreckt seine Tätigkeit voniehmlich auf die breiten Schichten der Arbeiterbevölkerung. Als geeignetes Mittel dazu soll die Verbands- arbeit dienen, die sich folgenden Ausgaben widmen soll: Abhaltung volkstümlicher Vorträge über eine naturgemäße Lebensweise, Be- kämpsung der Schäden in der Heilkunde und im Heilgewerbe, Peti- tionen bei den Behörden und Regierungen zur Beseitigung hygie- iiischer und sozialhygienischer Mißstände, in die Wegeleitung von hygienischen Vereinsunternehmungen iriro. Ter Verbandsvorstand hat die Abbaltung eines Verbands- tages für notwendig gehalten u. a. in der Absicht, dem Verbände die notwendige feste Organisationssorm zu geben, die wohl aus ver- gangeneu Tagungen vorbereitet, doch bisber nicht streng durch- geführt werden konnte. Finanziell sind die Bereine durch die in einigen Gegenden stark aufgetretene Arbeitslosigkeit und dadurch hervorgerufene Abwanderung der Mitglieder geschädigt worden. In der Diskussion über den Bericht wurde beniäng�lt, daß die Vereine sich in nicht genügender Weise der allgemeinen Förderung der Volksgesundbeit widmen und mehr oder weniger die Spezial- gebiete der Naturheilkunde oder Homöopathie bevorzugen. Es müsse in den Vereinen mehr über Wohnungs- und Gewerbe- bhgiene gesprochen und dieselbe auch praktisch durchgeführt werden. Bemerkenswert waren die Ausführungen des Rsdatteurs des Ver- bandsorgans, der die Auffassung vertrat, daß zur Mitarbeit mehr Aerzte herangezogen werden müßten. lieber die Einrichtung einer Verbandsbogräbmskasse referierte der Verbandsvorsitzende König. Der Zweck der beantragten Unter- stütznngseinrichtung soll sein, die Mitglieder länger und enger an die Organisation zu fesseln. Bei einem Jahresbeitrag von 40 Pf. sollen nach einjähriger Mitgliedschaft 23 M., nach vierjähriger Mit- gliedschast 30 M., nach sieben Jahren 73 M. und nach zehnjähriger Mitgliedschaft 100 M. Sterbeunterstützung gewährt werden. Ueber die Durchführbarkeit entwickelte sich eine lebhafte Auseinander- setzung; bezweifelt wurde, daß mit den vorgeschlagenen Beitrags- sähen die geplante Unterstützung durchzuführen ist. Beschlossen wurde, die Sterbefallunterstützung mit einer längeren Karenzzeit und geringeren Unterstützungssätzen einzuführen. Der Termin des Inkrafttretens soll von der Verbandsverwaltung festgesetzt werden, vor Beendigung des Krieges und Wiedereintritt geord- neter Verhältnisse soll es nicht geschehen. Eine umfangreiche Statutenänderung wurde noch vorge- nommen, die auch den einzelnen VcrbandSorgancn neue Aufgaben zuweist. Ueber das Thema:„Wie schaffen wir Hauspflegerinnen für den Arbeiterhaushalt?" referierte Fräulein Ammm-Berlin. Die Ausführungen bewegen sich in der Erkenntnis, daß die Arbeiter- bausfrau als Mutter und Erwerbstätige, deren Last durch den Krieg noch erhöht worden ist, wenn sie kraut wird, am übelsten daran ist. Dann tritt eine finanzielle Belastung der Familie ein, die wiederum auf das Wohlergehen sämtlicher Familienglieder wirkt. Tritt in solchen Familien dann Krankheit ein, so sind keine Mittel vorhanden, sich eine besondere Pflege zu leisten, und mangels solcher Pflege wird der Gesundungsprozeß nicht nur verzögert, sondern die Krankheit sogar veftchlimmert. Wenn nun auch ver- mittels der Krankenkassen und ihrer Einrichmngen manches besser geworden ist, so bleibt doch immer noch der Mangel einer guten HauSpflege bestehen, weil erfahrungsgemäß Mütter mit zahlreicher Familie sich nur ungern von ihrer Familie zum Zwecke der Heilung trennen und sich lieber bis zum äußersten mit ihrer Krankheit herumschleppen, als ihre Familie ohne ihre mütterliche Sorgfalt lassen. Es bestehen zwar eine Reihe von Einrichtungen, die die Hauspflege wirkungsvoll betreiben, die Arbeiterfamilien haben da- gegen jedoch eine gewisse Abneigung, weil damit immer das Ge- fühl verbunden ist. als wenn es sich um eine besondere Wohltätig- keit uns sonst fernstehender Kreise handelt. Es mutz demnach Auf- gäbe der Arbeiterschaft sein, aus sich selbst heraus das Gebiet der Hauspflege zu bearbeiten, und es muß eine besondere Aufgabe dcS Verbandes Volksgeiundheit sein, einer solchen Einrichtung die Wege zu ebnen. Die Diskussion ergab allseitige Zustimmung zu dem geplanten Vorhaben und wurde der Verbandsvorstand beauf- tragt, die Sache weiter zu verfolgen.,. Ein weiteres Zieferat über die Zentralstierung des Arbeiter- sportes konnte wegen vorgerückter Zeit nicht gehalten werden. Nachdem die bisherige Berbandsleitung wiedergewählt war, er- folgte Schluß des gut besuchten Verbandstages. H. Soziales. Einführung eines einheitlichen Aliendladenschlusses in Sachsen auf dem Wege der Gesetzgebung. S. Dem sächsischen Ministerium des Innern ist schon zu Beginn des laufenden Jahres von verschiedenen Seiten die An- reguna zugegangen, auf die Einführung des Siebenuhrladen- schlusses in den offenen Verkaufsstellen während der Kriegszeit hinzuwirken. Dabei konnte von vornherein nicht zweifelhaft sein, daß die beabsichtigte Maßnahme auf Grund der Gewerbeordimng nicht zu verwirtlichen sein würde, da diese keine Handhabe bietet, um einen früheren als den Achtuhrladenschluß anzuordnen.� Hier- nach kommt nur in Frage, ob das sächsische Ministerium des Inner., etwa Anlaß hätte, dafür einzutreten, daß von der obersten Militär- behörde auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand da-, Offenhalten der Verkaufsstellen über eine beiftmmte..lbendstuiide hinaus verboten werde. Bisher hat das Ministerium Bedenken getragen, eine solche Maßnahme gutzuheiken. Neuerding-, Iiegeli dem Ministerium wiederum zahlreiche Eingaben bor die die Ein- führung des Siebenuhrladenschlusses entweder allgemein oder wenigstens für bie Verkaufsstellen der Web-, �lrk- und Stick- wcroen vertreibenden Geschäfte zum Ziele haben. In diesen Ein- gaben wird insbesondere aus den Gewinn hingewiesen, der durch Ersparung von Licht und durch die Schonung der Arbeitskräste der Angestellten erzielt werde, ein Gewinn, an dem unter den YI'»n•IT___ C________ 1: y-Mfi-F» St(*-»»« 2. gfilnp dts Jormärls" Knlim iPlteMtli wNim«"»» politische Ueberstcht. Ohne Tieger und Besiegte. In iier vorgestrigen RcichStagssitzung hat der Abg. V o g t h e r r von der Sozialdemokratischen Arbcitsgemein- schaft die prinzipielle Mehiiung des Dienstpflichtgosctzcs durch seine Fraktion damit begründet, daß diese einen Frieden wünsche, bei dem es weder Sieger noch Besiegte gebe. Auf die spätere provozierende Bemerkung des Staatssekretärs Helfferich. sie Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft wünsche nicht den deutschen Sieg, sondern das Gegenteil, hat Haase die Ausführungen Vogt- Herr» noch unterstrichen. Es liegt uns vollkommen fern, die Aufrichtigkeit der Behauptung, die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft wünsche einen Frieden ohne Sieger und Besiegte, anzuzweifeln. Allerdings scheint uns die tatsächliche Durchführung eines solchen Programms sehr schwie- rig, wofern man als Politiker seine Pflicht dahin auffaßt, nicht nur auf der i5haiselongue schöne Wünsche auszuspinne», sondern auch praktische Mittel zu ihrer Verwirklichung anzu« wenden. Im Falle Vogtherr-Haase müßte man nämlich je nach der augenblicklichen Kriegslage banlanoieren wie das Zünglein an der Wage, denn wir nehmen als selbstverständlich an, daß die Arbeitsgemeinschaft nicht nur eine völlige Niederwerfung unserer Gegner durch Deutschland, sondern auch eine eben- solche Niederwerfung Deutschlands durch unsere Gegner verhindern will. Wer in diesem Sinne einen Frieden „ohne Sieger und Besiegte" wünscht, müßte sich jctveils auf feiten dessen stellen, der im Augenblick zu unterliegen scheint, was nicht ausschließt, daß man in unentwegter Verfechtung dcS Prinzips zehnmal die Seite wechselt. Momentan scheinen unö nun aber Haase-Vogtherr die Möglich- icit des Frieden»„ohne Sieger und Besiegte" durchaus falsch zu berechnen. Wenn man nämlich ein Gesetz, da? der Vergrößerung der Vtunitionserzeugung während des Krieges dient, in der jetzigen Situation im Prinzip ablehnt, so könnte der Erfolg nach unserer Auffasiung der Sachlage weit eher ein Frieden„m i t Siegern und m i t Besiegten" sein als im gegenteiligen Falle, allerdings ein Frieden, bei dem Deutschland der Besiegte und un- sere Gegner die Sieger wären. Als Sachverständigen hierüber empfehlen wir jeden Urlauber, der von der Eommefront kommt. Die Arbeitsgemeinschaft will die» Re- sultat nicht, aber sie fördert es in fehlerhafter Berechnung, wie denn überhaupt der von Bogtherr formulierte Standpunkt daS miß- kiche hat, daß er in jedem Augenblick eine kompetente Beurteilung der Sachlage erfordert, die fast menschenunmöglich ist. Nur zur Vermeidung von Mißverständnissen: Die Wlohnung bei Gesetzes bei grundsätzlicher Anerkennung seines Grundgedankens wegen schwerer Mängel der Ausgestaltung und geplanten Durchführung steht auf einem andern Blatt. Ein solcher läßt sich unter Um- ständen rechtfertigen, wen» die Mängel überwiegen; doch die Ar- beitsgemeinschaft lehnt den Grundgedanken des Gesetzes ab, sie verwirft es, wie Vogthcrrs Rede beweist, um seines Zweckes willen. Dem vielberufenen alten sozialdenwkratischen Standpunkt vor dem Kriege entspricht'das übrigens keineswegs. Denn dieser ist immer gewesen, wie sich aus Dutzenden von EtatSreden beweisen läßt, daß man das Volk, wenn cB einmal in Waffen stände, nicht ohne die denkbar besten Waffen lassen ivollte, daß man unfern Soldaten nicht zumute, mit„ledernen Kanonen" zu kämpfen. Ter Fall Mehring. ReichStagSadgeordneter Dr. Cohn- Nordhaufcn hat im Reichs. tage folgende Anfrage eingebracht: Gegen den Schriftsteller Dr. Franz Mehring, der am lb. August lvIS in militärische Sicherheitshaft genommen worden ist, ist beim Landgericht Düsseldorf wegen der Herausgabe der Zeitschrift„Di; Internationale" ein Strafverfahren anhängig. Das Oberkom- nmndo in den Marken hat angeordnet, daß Herr Dr. Mehring mit feinem Verteidiger nur in Gegenwart eines Beamten der politischen Abteilung des Polizeipräsidiums sprechen dürfe. Auf die Vor- stellung des Verteidigers, daß dies eine gesetzwidrige Vereitelung des im 8 148 der Strafprozeßordnung gegebenen Recht« auf un- gestörten Verkehr zwischen dem Angeklagten und dem Verteidiger sei, hat das Oberkommando am 18. Noveinber„aus Billigkeit?- gründen für den Fall, daß die Haupwerhandlung gegen Dr. Meh- ring am 24. d. M. stattfiiwet", dem Verteidiger die Erlaubnis er- teilt. Herrn Dr. Mehring„an einem beliebigen Tage der nächsten Woche für die Dauer von 3» Minuten ohne Zeugen sprechen zu dürfen". Schon vor Absendung dieses Briefes war es dem Ober- kommando bekannt, daß Herr Dr. Mehring wegen seiner schwachen Gesundheit nicht transportfähig und nicht verhandlungsfähig, mit- hin die Aufhebung des Termins bestimmt zu erwarten fei. Das Oberkommando beansprucht auch die Zensur des schuft- lichen Verkehrs zwischen Herrn Dr. Mehring und seinem Ver» teidiger. Dieser hat beim Landgericht Düsseldorf beantragt, zur Sicherung der dem Angeklagten im 8 118 der Strafprozeßordnung gegebenen Rechte zu beschließen, daß das Oberkommando weder die schriftlichen Mitteilungen dcS Verteidigers an den Angeklagten Dr. Mehring, noch dessen Mitteilungen an den Verteidiger durch- sehen, noch die Anordnung aufrechterhalten dürfe, wonach den Unterredungen des Verteidigers mit dem Angeklagten Dr. Mehring ein Kriminalbeamter oder überhaupt jemand beiwohnen müsse. DaL Gericht hat geantwortet, ihm ständen die vom Verteidiger bc- antragten Maßnahmen nicht zu und hat ihm anheimgegeben, sich wegen der Sicherung der dem Angeklagten im§ 148 der Straf- Prozeßordnung gegebenen Rechte an das Oberkommaiwo in den Marken zu wenden. Ist dieser Sachverhalt dem Herrn Reichskanzler bekannt? Bc- adsichtigt er, das Oberkommando in den Marken zur Beachtung der Gesetze anzuhalten?_ TLiedcrholte Aufforderung. Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt: Die FriedenSpropaflanda SchotdemannS ist auck, in der gestrigen RcichStagssitzung zur Sprache gekommen. Der Redner der Konservativen, Graf Westarp, hat seiner Ueber- zeuguna Ausdruck gegeben, daß der Abgeordnete Dcheidemann nicht mit Recht den Reichskanzler für seine grundsätzliche «legnerschaft geaen Annexionen in Anspruch nehme; und er hat e» für lehr wuirschenSwerl erklärt, wenn dem Abgeordneten Echcidemann ein solche« Versabren weiterhin unmvg- I'ch gemacht würde. Diese Unmöglichkeit konnte aber nur durch«me unzweideutige und öffentliche Er-larung der Regierung geschaffen werden; und eine solche Erklärung ist leider bis heute noch nicht er- Wl-®»tang« öffentliche Kundgebung der deutschen Ruchsleitulig niche.„uh ber schädliche Eindruck der Echeidcmamtschen Behauptungen im Auslände weiter wirken und stch vermutlich unter dem Einfluß entsprechender Agitation noch dauernd steigern. Auch der Schaden, den die ganze zweideutige Lage im I n l a n d e hervorrufen muß, darf nicht unterschätzt Werden; die Rücksicht auf daS Ausland aber sollte eine unzwei- doutige öffentliche Erklärung von berufener Stelle als selbst- Verständliche Pflicht erscheinen lassen. Wenn wir richtig gezählt haben, ist daS die dretund- zwanzigste Aufforderung dieser Art, die von der„Deutschen Tageszeitung" an die Reichsregierung gerichtet worden ist. Frauenarbeit bei der preusiischen StaatSeiseubah«. Man schreibt uns: Die bei der Bahnunterhaltung beschäftigten Arbeiter find noch immer verhältnismäßig niedrig entlohnt worden. Wenn die Eisen« babnverwaltung dennoch stets die erforderliche Anzahl der Arbeits- kräfte zur Verfügung hatte, so deshalb, weil in Friedenszetten stet« da« Angebot von Arbeitskräften größer ist, als die Nachfrage. Nun sind die männlichen Bahnunlerhaitungsarbeiter bis auf wenige, die nicht K. V. sind, eingezogen und an ihre Stelle sind weibliche Aus- Hilfskräfte getreten. Diese sind aber anscheinend verschiedentlich mit den geringen Löhnen weniger zufrieden, als ihre männlichen Kollegen. Bei der riesigen Teuerung kommen sie mit dem Lohne nicht au» und sobald sich ihneir andere Arbeit bietet, lassen sie Schippe und Hacke liegen und wenden sich ber anderen besser gelohnten Arbeit zu. Die Bahnmeister sind dauernd in Verlegenheit, ihnen fehlen die Arbeitskräfte und Arbeit ist sehr viel zu leisten. Ist die Arbeit auf der Strecke auch nicht angenehm, für Frauen besonders nicht, und auch nicht ganz ungefährlich, so wäre es doch der Verwaltung möglich, bei einigermaßen ausreichender Entlohnung die erforderliche Anzahl weiblicher Arbeitskräfte zu er- halten. Aber da müßte ja ein Prinzip umgestoßen werden; die höheren Löhne bei der Bahn würde» die Landwirtschaft nötige», ihrerseits auch etwas tiefer in den Beutel zu greifen und ihre weih- lichen Hilfskräfte besser zu bezahlen. Di« Rücksicht auf die Land- wirlichaft verbietet der Eisenbahnverioaltung höhere Löhne an die Arbeiterinnen bei der Bahnunterhaltung zu zahlen. Da ist denn guter Rat teuer und man sinnt auf Mittel, die Arbeiterinnen, die kaum angefangen, die Arbeit wieder verlassen, längere Zeit zu halten. Die Eisenbahndirektion Elberfeld hat nun das Mittel gesunden. ES bat zwar nicht den Reiz der Neuheit, aber es fesselt. Sie hat folgende» verfügt: „Wir habeit beschlossen, den in der Bahnunterhaltung tätigen Arbeiterinnen besondere Zulagen zu gewähren, damit die bereit» beschäftigten Frauen und Mädchen weniger al« bisher dazu neigen, zur Privalindustrie überzutreten oder anö anderen Gründen wieder auszuscheiden, und damit für die bei der Eisenbahn- Verwaltung Eintretenden ein größerer Anreiz geschaffen wird. Demgemäß bestimmen wir, daß den genannten Arbeiterinnen nach einer dreimonatigen Beschäftigung eine Lohnznlage von 25 M. und nach je weiteren drei Monaten eine solche von 80 M. zu gewähren ist. Von den bereit« beschäftigten Bahnmiter- haltungSatbeiteriimen erhalten die vor dem 1. Juni d. I. ein- gestellten eine Lohnzulag« von 80 M. nnd die in der Zeit vom 1. Juni bis Ende August d. I. eingetretenen eine solche von 25 M. Die fälligen Zulagen sind jeweilig bei der nächsten Löbnung ans« zuzahlen. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß diese KriegSmaß- nähme sofort unter den BahnunterhaltungSarbeiterinnen bekannt wird." Ob damit der Zweck erreicht wird, muh man abwarten. Die Anordnung bedeutet für die betreffenden Arbeiterinnen eine tägliche Lohuzulage von 82 bezw. 8g Pf., ohne daß die Großgrundbesitzer sagen könnten, daß die Eiienbahnvertvaltung ihnen durch Zahlung zu hoher Löhne die Arbeitskräste entziehe. Denn die niedrigen Lohnsätze bleiben bestehen. Mit Hilfe de« Gesetze« betreffend Bater- ländischen Hilfsdienst wird eS vielleicht der Eisenbahnverwaltung er- mvglicht werden, die ersorderlichen Arbeitskräste für die Bahn- Unterhaltung zu bekommen, ohne daß sie die Prämie für längere Dienstzeit zahlt.___ So muh«,m»'s machen! Der Landrat des Kreises Braunsberg(Ostpreuße») gibt ein erfreuliches Beispiel dafür, wie man dem Patriolischen Pflichtbewußt- sein gewisser Landwirte, die mit ihren Vorräten zurückhallen, erfolg- reich nachhelfen kann. Er droht in einem Erlaß solgendes an: „FallS die Gemeinden ihrer LiesernngSpfsicht nicht restlos nachkommen. wird der Herr Landrat zu den schärfsten Maßnahme» greisen und unter anderem anordnen, daß die säumige Gemeinde wederSpiritus, nochPetroleum.noch Etnmachezucker erhält. Auch wird die Erlaubnis zu Hausschlachtungen nicht eher erteilt lv erden. bis die Besitzer der ButterlieierungSpflicht»achgekommen sind." Wir find überzeugt, daß dies Vorgehe» Erfolg verspricht und empfehlen es zur Nachahmung. Bundesrat. In der gestrigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme der Entwurf einer Vcrorimung über pbosphorhaltige Mineralien und Gesteine, eine Ergänzung der Bekanntmachung über Gerste au» dem Euitejahr 1918, der Entwurf einer Verordnung über Beschaffung von Papierbolz für da« ZettungS- druckpopier sowie die«uSführniigSbestlmmunge» zum Besitz- sieuergeietz und zum KriegSstenergeietz. ReichStagStvahl in Briefl-Nnmslau. Lrieg, SO. November.(W. T. B.) Bei der gestrigen Retchstagscrsatzivahl sür den verstorbenen Ncichdtagvabgeord- neten Oertcl im ReichStagswahlkreise Brieg- Namdlau ist der konservative Kandidat, Landtagöabgcordnetcr Rittergutsbesitzer Aus dem W i n ck e l auf Loga» sKreiv Lauban) gewählt ivvrden. der eoßmann-valentin-klatfth. .Ter mit großer Spannung erwartete Beleidigungsprozeß des Professors C o ß in a n n gegen Professor Valentin nahm heute hier unter dem Vorsitz des OberlmidesgerichtsratS Mayer seinen Anfang. Die Parteien sind persönlich erschienen. Der Beklagte. Professor Dr. Valentin, wind von Justizrat Dr. v. Pannwitz. Coßinann l>at Justizrat Dr. Max Bernstein-München über. nomine«. Es sind sieben Zeugen geladen. Zunächst gibt der Beklagte Professor Valentin auf Befragen an. daß er 1885 in Frankfurt a. M. geboren sei. Er ist außerordentlicher Professor in Freiburg und seit November nicht mehr tm Auswärtigen Amt tätig, wo er seit dem 28. Juli beschäftigt war. Er war an der Zentralstelle für den Auslandsdienst tätig und hatte den Auftrag, für die Vorgeschichte und Geschichte des Krieges Material zur Bearbeitunn für das neutrale Ausland zu sammeln. Im vorigen Winter hatte er einen anderen Austrag, der vom 1. Januar bis 1. Mai reichte; er sollte die Vorgeschichte des Krieges für Deutschland vorbereiten. Eine Mahnung des Vorsitzenden zur Besonnenheit. Sodaim richtete der Vorsitzende Oberlandesgerichtsrat Mayer an die Parteien folgu&e Mahnung: Meine Herren! Ich bin über- ?;eugt, daß es nicht eine? besonderen Appells bedarf, daß der Prozeß in einer Weise geführt wird, daß die Feinde, die hier zum Fenster hineinschauen, ihre Freude daran haben. Wir wollen also dru Prozeß so führen, daß nach außen hin der Eindruck gewahrt bleib:, daß Deutschland ein einiges Volk ist, wenn sich auch hier Mei Per- sonen als Kläger»nd Beklagter gegenüberstehen. In jeder Phase des Prozesses wollen wir uns aber überlegen, ob sich die� Sache nicht ausgleichen läßt. Justizrot Bernstein erklärt sodann, daß er die Vertretung nur übernommen habe unter der Versiä rung, daß jede Erörterung vermieden werden müsse, die dem Jnter- esse des Vaterlandes schaden könnte. Professor Toßmonn habe lediglich das Interesse, darzulegen, daß er ein ehrlicher Mann sei und in diesem Prozeß sein Recht vertrete. Alle anderen Fragen können durch Vergleich ohne weiteres erledigt werden. Aufgeklärt aber müsse werden, ob Professor Valentin von einem Diebstahl im Reichsmairnvamt gesprochen habe oder ob das eine böswillige Ber- leumdung von Coßmann sei.— Vert. Jnstizrat v. P a n n w i 1■: gibt zu, daß das vaterländische Interesse im frühesten Stadium veranlassen müsse, den Prozeh durch Vergleich aus der Weit zu schaffen. Er denke ihn sich so, daß Professor Valentin erklärt, er nehme alle Beleidigungen zurück und cbenso Professor Coßmann. Vors. Oberlandesgerichtsrat Mayer: Die Außenwelt könnte aber dann den Eindruck haben, daß bloß Komödie gespielt worden sei. Es müßte doch Professor Valentin sich auch materiell zu den Vorwürfen äußern.— Bert. Jnstizrat v. Pannwttz: Es ist besser, wenn Komödie gespielt wird, als wenn eine Tragödie daraus wird.— Vors. Oberlandesgerichterat Mayer: Ich möchte einen Vergleich auf folgender Grundlage vorschlagen: 1. Professor Valentin erklärt, ich nehme alle diese, durch Briefe und die Presse gegen Professor Coßmann erhobeneu Beletdignngen zurück. Ins- besondere gebe ich zu, daß die Aeußerung, die ich im Gespräch vom 21. Juni gemacht habe, so aufgesagt werden könnte, wie Professor Coßinann es getan hat. so baß der Vorwurf der Lüge nicht be- gründet werden kann. 2. Professor Coßmann erklärt: Wenn ich in meincr Eingabe an das bayerische KriegSministerinm vom 4. August in formeller Beziehung gegen Professor Valentin zu weit gegangen sein sollte, bedauere ,ch daS.-» Bert. Jnstizrat v. Pannwitz: Diese Erklärung würde für Professor Valentin ei« moralisches Harakiri sein und seine Karriere vernichten. Es wird dann zunächst Professor Valentin zur Klage vcc- nommen. Er schildert die Beziehungen, die er zu Coßmann und dessen Vater gehabt habe. Er sei dort aus und ein oeaangen, da- her habe er bei seiner Anwesenheit in Mnnchen Coßinann wieder besucht. Das(Gespräch lenkte sich ans die Politik. ES war st r e» g vertraulich.— Vors.: Wie kann cS vertraulich sein, wenn ein Wildfremder, Hcutz, dabei war. Professor Valentin: Tie Freunde meincr Freunde sind auch meine Frennde.� war auch gebunden zu schweigen. Coßmann machte Angriff« auf die Reichsregierung und hat mich dadurch gereizt. Ich bin Historiker, Was Coßmann nicht ist. Ich hatte den Eindruck, dak, Coßmann nicht kompetent sei, über die Persönlichkeiten der Reichsleitung zu urteilen. Coßmann hatte ganz romantisch über Herrn von Tirvin gesprochen, was mich zu scharfen Aeußerungeu reizte. Er sprach davon, daß zwei Richtungen im Reichsinarineamt und Differenzen beständen. Ich sprach von Differenzen zwischen Marinoamt nno Auswärtigem Amt nnd über die Zahl der U-Boote,»nd da sagte ich, ich habe von Bekannten erfabren, daß das Auswärtige Amt sich in den Besitz der richtigen Zahl von hinten herum gesch: habe.— Vors.: Wenn nun dos Wort Diebstahl gefallen ist, dann müssen Sie es zugeben.— Professor Valentin: Ich erinnere mich nicht. Drei Wochen später sei ihm eröffnet worden, daß Tirpitz sich über ihn beschwert habe. Der Reichskanzler babe ihm eröffnen lassen, daß die Angabe, v. Tirvitz ljabe falsche Zahlen angegeben,»nzutreffend sei. Tirpitz habe die rick- t igen Zahlen angegeben, damit sei die Sacke für ihn er- ledigt gewesen. Hinterher habe er erfahren, daß die Eingabe Coß- manns an das bayerische KriegSministerinm üvcrall verbreitet wurde und daß die ungeheuerlichsten Dinge über ihn im Umlauf seien. Er batte das Gefübl, daß es sich um ein Kesseltreiben gegen ihn handele. Da habe er im Affekt den Brief geschrieben. Er würde ihn nicht noch einmal schreiben, aber menschlich sei es verständlich. Professor Coßmann bestreitet, daß da» Verhältnis zum Valentinfchen Hause so eng war, daß man von freundschaftlichen Fainilienbeziehungcn sprechen künne. Alles habe sich so abgespiei!. ivie er es in der Eingabe und in der Presse dargestellt habe. Es kam zu einer besonderen Erregung, als das Gespräch sich ans Tirpitz lenkte, weil ich Herrn v. Tirpitz große Bedeutung beilegte. Ich sagte, cö sei sckxrde, daß dieser Mann, der im Anfang des Krieges als größte Autorität gegolten habe, jetzt in St. Blasien spazieren gehe. Da lächelte Valentin und sagte: Sie glauben auch an den Mann mit dem großen Bart. Weiter sagte er, ich überschätzte die inariiletechnischcn Borzüge, das sei alles nicht so. Er kam dann ans die Frage der Tirpttzschen „Fälschungen" zu spreche«- und dieses zu einer Zeit, in der gerade ds« Verdienste des Großadmirals v. Tirpitz nach der Seeschlacht am Stagerrag durch den Kaiser anerkannt waren- Von diesem Mann wurde mir nun gesagt, er sei ein Verbrecher. Ich war empört über diese Verdächtigung, die zum ersten Male in so greifbarer Form mir entgegentrat und zwar aus dem Munde eines Mitarbeiters des Auswärtigen Amts. Von einem vertraulichen Charakter des Gesprächs war keine Rede. Professor Valentin wollte mich von Tirpitz abbringen und erreichen, daß icii ihm glaubte. Nach seinem Weggang habe ich mit Heuß das Wich- t i g st c a» f g e z c i ch n e t. In der Eingabe an den Kriegsminister lmbe icki rein ochektiv die Ausführungen Valentins wiederholt. Ich habe nichts weiter von ihm behauptet, als daß er ein Emissär gewesen sei, nicht etiva, daß der Reichskanzler ihn nach München geschickt habe, sondern daß er als Mitarbeiter des Auswärtigen Amt» mit der Autorität der Informiertheit zu Publizisten gehe und ihnen Dinge erzähle i» der Hoffnung, daß sie sie glauben. Zeuge Papierfabrikant Theodor Heuß: Ich bin bei Professor Coßmann gewesen, als Professor Valentin hinzukam. Wir wurden vorgestellt. Von einer vertraulichen Unterredung war keine Rede. Als das Gespräch aus Tirpitz kam, sagte Valentin, Tirpitz tverdc außerordcistlich überschätzt, er sei ein Mann, der mit safftven Zahlen operiere. Ich war empört und stellte ihn zur Rede, ob er nicht wisse, daß Tirpitz eine Untersuchung beantragt habe und daß diese zu seinen Gunsten ausgefallen sei. Darauf sagte Valentin: Vielleicht hat man gegen de» alten Herrn nicht vorgehen wollen. DaS Aus- >o ä r t i g« Amt hat' durch Diebstahl im ReichSmarinc- a in t f e st st e l l e» können, daß die von Tirpitz g e- g e b e n e n Zahlen über de» versenkten Fracht- räum falsch waren. Herr v. Capelle hat nachher die richtigen Zahlen angegeben. Daß über Diebstahl gesprochen wurde, ist mir ganz sicher, von„hinten herum" wurde gar nicht geredet. Wir nahmen nachher ein Protokoll auf, Coß- mann und ich haben sich jedes Wort überlegt. Ter Zeuge bleibt auf wiederholtes Vorhalten mit aller Bestimmtheit bei seiner An- gäbe, daß Professor Valentin von D i e b st a h l g e s v r o ch c n hat.— Professor V a l e n t i n erklärt auf Befragen noch, daß er nicht als Emissär nach München gekommen sei, sondern, da er einmal dort war, habe er Professor Coßmann als alten Bekannten besucht. Als er Coßmann sagte, daß er im Auswärtigen Amt tätig sei, habe Coßmann sofort über Politik zu sprechen angefangen. Er machte dem Reichskanzler und der Reichsleitung schwere Vorwürfe mtS fcßle, Re Äegfenmg WSe allen.frcbtf SetTorcn.' Kr, Bolcttiin, babe den �ieickskangler zu verteidigen gesucht. Coßmann stellte Herrn v. Trrpitz als die größte Persönlichkeit hin und da habe er, Valentin, geschildert, wie er sich ihn darstelle. Er gebe zu, daß er scharfe Ausdrücke gegen Tirpitz gebraucht und auch gesagt habe, daß verschiedene Richtungen im Marineamt vorhanden seien, eine ältere und eine jüngere. Er habe auch gesagt, daß Tirpitz Zahlen angegeben habe, die sich als unrichtig erwiesen hätten. Coßmann bestritt das, und da habe er im Zusammenhang dieses Gesprächs erwähnt, daß das Auswärtige Amt die Zahlen von hinten heruni aus dem Rcichsmarineaint bekommen habe. Er habe sich dabei gedacht, auf inoffiziellem Wege durch einzelne Be- anite oder durch Indiskretion, wie es überall vorkomme. Zeuge Geheimrat Professor Tr. Erich Marcks erklärt, daß er von der Sache gar keine Erinnerung habe. Vors. Oberlandesgcrichtsrat M a h e r: Ich glaube, den Par- teicn nochmals einen Vergleich nahelegen zu sollen und halte ihnen vor, daß von dem Zeugen Heuß eine beschworene und unansecht- bare, Eindruck machende Aussage vorliegt, während der Zeuge der andern Partei, Professor Marcks, sich nicht erinnert und anderer- scits die schwankende Aussage des Professor Valentin über Dieb- stabl oder hinten herum vorliegt. Ich sage nun jetzt offen: für mich ist die Aussage des Zeugen Heuß unerschütterbar. Es handelt sich hier ja nicht um eine Geldstrafe. Was der Be- klagte mehr zu befürchten hat, sind die tatsächlichen Feststellungen. ES wäre jetzt an der Zeit, nicht bloß aus vaterländischen, sondern auch aus persönlichen Gründen sich zu vergleichen. Es kommt nach längerem hin und her zu folgendem Ver- gleich: Professor Valentin nimmt als unbegründet sämtliche beleidigenden Aeußerungen gegen Professor Coßmann zurück und trägt die Kosten einschließlich der dem Kläger erwachsenen Aus- lagen. Die Privatklage wird zurückgenommen, auf die Widerklage wird verzichtet. Staötverorönetenversammlung. 26. Sitzung vom Donnerstag, den 30. November 1916, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Michelet eröffnet die Sitzung nach 5J4 Uhr und veranlaßt zunächst, nachdem das Andenken an die am Sonntag ver- storbenen Stadtvv. Me i ß n e r(Linke) und Geh. Sanitätsrat Dr. Herzberg geehrt ist, die Einführung der neugewählten Mit- glieder Prof. Dr. K a y s e r I i n g und Fabrikbesitzer Franz Stein, die darauf auf die Städteordnung verpflichtet werden.— Mit der Errichtung einer Kriegshilfskasse hat sich der Ausschuß einverstanden erklärt. Nur an der Zusammen- setzung der zur Verwaltung zu bildenden Deputation ist eine Aenderung vorgenommen worden; sie soll aus 4 Magistratsmit- glicdern, 8 Stadtverordneten und 5 Bürgerdeputierten bestehen. Oberbürgermeister Mermuth: Der Magistrat wird dieser Ab- änderung seine Zustimmung geben Der Schwerpunkt der Ver- waltung der Kriegshilfskasse liegt natürlich bei dieser Deputation, und ihre Sache wird es sein, die für sie maßgebenden Grundsätze in der weitherzigen Weise auszulegen, wie es im Ausschutz gewünscht worden ist.(Beifall.) Stadtv. Fröhlich(Soz.): Obwohl es uns im Ausschuß nicht gelungen ist. wesentliche Verbesserungen in die Vorlage hinein- zubringen, werden wir ihr doch unsere Zustimmung geben. Die Ausdrücke„Mittelstand" und„Kriegsteilnehmer" sind uns ob ihrer Dehnbarkeit sehr unbehaglich; aber wir vertrauen der Versicherung, daß die loyalste und weitherzigste Auslegung bei der Handhabung Platz greifen wird. Wiederholt und dringend bitten wir aber den Magistrat, uns so schnell wie irgendmöglich eine Vorlage zu unter- breiten, die auf gleicher Basis, aber mit weiter gesteckten Zielen das gleiche für den A r b e i t e r st a n d vorsieht. Denn nicht nur der Mittelstand ist durch die Kriegsnöte in Verlegenheit gekom. ntcn; in weit höherem Maße hat der Arbeiterstand das Recht, zu verlangen, daß recht bald die Wunden, die ihm der Krieg geschlagen, geheilt werden. Stadtv. Modler(Linke) ist durch die Erklärung des Oberbürgermeisters befriedigt. Die Vorlage gelangt darauf einstimmig zur Annahme. Für die Erweiterung des Kraftwerks Moabit der Städtischen Elcktrizitäswerke werden 2 Ivo 000 Marl verlangt und ohne Dis- kussion bewilligt. Frau Anna Adelmann geb. Goldschmidt hat der Stadt Berlin 50 vvv Mark zur Errichtung einer„Georg und Anna A d e I m a n n- Stiftung" letztwillig ausgesetzt, deren Zinsen für bedürftige männliche und weibliche Rekonvaleszenten ohne Unterschied der Konfession verwendet werden sollen. Die Verwaltung soll der Deputation für die städtischen Krankenanstalten unter ihrem Vor- sitzenden zustehen, die auch über die Art der Verteilung der Zinsen zu bestimmen und darüber zu entscheiden hat, ob den Bedürftigen Badereisen, Freistellen in Rekonvaleszentenhäusern, künstliche Glie- der usw. zu gewähren sind. Der Stadt soll aus der Erbschaft auch noch zufallen, was nach Abzug der Legate übrig bleibt. Auf die Frage des Stadtv. Dr. Wehl(Soz.), ob auch diejenigen Bedürftigen, die ihr Krankenlager nicht in einem Krankenhause durchgemacht haben, aus den über 100 000 Mark betragenden Mitteln der dankenswerten Stiftung Berücksichtigung finden werden, da die bei dem noch immer bestehenden Heimstättenkuratorium vor- handenen Stiftungen für den gleichen Zweck nicht ausreichten und nach dem Kriege noch weniger ausreichen würden, erklärt Stadtrat Selberg, ein solches Bedenken nicht teilen zu können; auch Stadtv. Labewig(Fr. Fr.) hält diese? Bedenken deS Stadtv. Dr. Wehl für gegenstandslos. Auf die fernere Frage des Stadtv. Dr. Wehl, warum der Magistrat auf den Beschlutz der Versammlung vom 20. April 1914 betr. die Verschmelzung des HeimstättenkuratoriumS mit der .Krankenpflegedeputation noch immer nicht geantwortet habe, bemerkt Bürgermeister Dr. Reicke, daß eS nicht zweckmäßig erschienen sei, während des Krieges mit organisatorischen Aenderungen der- art vorzugehen. Die Versammlung erteilt der Annahme deS Vermächtnisses die Zustimmung. Die vnterstütznngsberechnung für die Erwerbslosenfürsorge in der Konfektionsindustrie soll auch in der Textilarbeiter- für sorge zur Antvendung gelangen, da sie � ungeteilten Beifall gefunden hat, die Geslbäfte vereinfacht und Härten ausgleicht.— Der bezügliche Magistratsantrag auf Satzungsänderung findet ohne Debatte die.Zustimmung der Versammlung. Zu der Vorlage wegen Erhöhung der Kriegszulage für die in der Blindenbeschäftigungsanstalt arbeitenden Blin- den von 7,50 auf 10 Mark monatlich macht Stadtv. Dr. Jsaar(Linke) den Vorschlag, der Magistrat möge darauf hinwirken, daß der Anstalt Aufträge für Granatenkörbe zugewendet werden. Die Wahl des Redakteurs Eichhorn zum Stadtver- ordneten ist vom Wahlprüfungsausschuß für ungültig erklärt worden, weil dem Gewählten die Eigenschaft eines Hausbesitzers gefehlt hat, ein solcher aber im 7. Bezirk der 3. Abteilung diesmal zu wählen war.— Ohne Diskussion tritt die Versammlung dem Ausschußantrage bei und erklärt die Wahl für ungültig. Schlich H7 Uhr. Mus Groß-öerlin. Kriegsfürsorge der Stadt Berlin. Die Berliner Stadtvcrordnetenversamm- l u n g hatte gestern über ein Bündel Magistratsvorlagen zu beschließen, die sich auf Maßregeln der Kricgsfürsorge be- zogen. Die Vorlage wegen Errichtung einer Kriegshilfskasse für Kriegsteilnehmer aus dem Mittel- stand kam aus dem Ausschuß zurück, dessen Beschlüsse nicht viel an ihr geändert hatten. Versuche der sozialdemokratischen Ausschußmitglieder, wichtige Abänderungen durchzusetzen, waren erfolglos geblieben. Die Fraktion wiederholte gestern ihre An- träge nicht, erklärte aber durch Genossen Fröhlich, daß für die Arbeiterbevolkerung eine gleiche Hilfskasse nötig sei. Dem Magistrat legte unser Redner ans Herz, schnellstens eine dahingehende Vorlage zu bringen, weil auch Kriegsteil- nehmer aus der Arbeiterbevölkerung bei der Wiederherstellung ihrer wirtschaftlichen Existenz der Hilfe bedürfen. Vom Ma- gistrat antwortete niemand. Die Hilfskasse für den Mittel- stand wurde beschlossen. Stärker als sonst wird in diesem Jahre der Unter- stützungsfonds der Kämmerei in Anspruch genommen. Dem Magistratsantrag, ihn durch 20 000 M. aufzufüllen, stimmte die Stadtverordnetenversammlung zu. Der Antrag entsprach nur einem schon früher von ihr ge- äußerten Wunsch. In der Erwerbslosenfürsorge für Textil- a r b e i t e r, die in Berlin seit einem halben Jahre besteht, hat sich eine Aenderung nötig gemacht. Die Unter- stützungssätze sollen künftig berechnet werden nicht mehr nach der Zahl ausgefallener Arbeitsstunden, sondern nach dem Betrag des ausgefallenen Lohnes. Ohne Debatte wurde der Magistratsantrag angenommen. Genehmigt wurde auch die Erhöhung der Kriegs- zulage für die in der Blindenbeschäftigungs- a n st a l t arbeitenden Blinden auf 10 Mark für den Monat. Diesen Wunsch hatte die sozialdemokratische Fraktion von vornherein schon im Sommer vorigen Jahres ausgesprochen, als der Magistrat zum ersten Male eine Kriegszulage für die Blinden beantragte. Ueber die Prüfung der Wahl des Genossen Eich- Horn zum Stadtverordneten berichtete der Wahl- Prüfungsausschuß in öffentlicher Sitzung. Der Bezirk hatte einen Hausbesitzer zu wählen, Eichhorn ist aber nicht Haus- besitzer, darum mußte der Ausschuß die Ungültigkeits- erklärung beantragen. Die Versammlung beschloß so. Demnach muß im 7. Wahlbezirk der dritten Klasse eine Neu- wähl stattfinden._ 1900 M. für eine alte Briefmarke! Wir lesen im„Berliner Tageblatt": Die alten deutschen Brief- marken aut Briefen haben gegenwärtig einen großen Sammelwert erreicht. Die Katalogprcise, nach denen sich sonst die Philatelisten richteten, sind ausgeschaltet, e-Z werden sür seltene Stücke Summen geboten, die in Fachkreisen Erstaunen erregen. Bei der Versteigerung einer Sammlung, die eine Berliner Firma im Kiinstlerhaus in der Bellevuestraße veranstaltete, erzielte eine sieben Grote Bremen mit 1900 M. den Höchstpreis, eine 9 Schilling gelb und eine 4 Schilling grün Hamburg wurden mit je 1609 M.> eine andere 4 Schilling grün Hamburg mit 170S.M. bezahlt. Eine gelbe 12 Kreuzer Baden brachte 1400 M., ein Say von fünf Stück. 1874 Boyern 1 Mark violett 940 M., während die 4 Kreuzer violett auf 740 M. kam. Insgesamt wurden etwa 32 000 M. erzielt. Wer sein Geld in normaler Weise verdienen muß, der wird für solche historischen Papierstückchen nicht so riesige Beträge opfern. Mit ernsthafter Forscher- und Sammlertätigkeit haben solche Käufe nichts gemein, mehr dagegen mit den üblen Protzereien vieler Par- Venus des Kriegsgewinnes. Wieweit es sich dabei auch um Ver- heimlichungen des Vermögenszuwachses aus den Gewmnen großer Kriegsgeschäfle handelt, können wir natürlich nicht wissen; indes darf erwartet werden, daß Leute, die während der gegenwärtigen furchtbaren Weltereignisie sür solche Tinge nicht nur viel Geld, son- dern auch sehr viel freie Zeit haben, von der demnächstigen Hilft- dienstpflicht erfaßt werden. Keine Auslösungsgebühr der Kirche. Eine wichtige Entscheidung hat das Amtsgericht Berlin- Mitte gefällt. Die evangelische Luise-Gedächtnis-Kirchengemeinde zu S ch ö n e b e r g hat von der Witwe eines im April dieses Jahres verstorbenen Zimmermanns, der der evangelischen Landeskirche an- gekörte, verlangt, daß sie eine Begräbnis-Auslösungsgebübr von 20 M. zahlen soll, weil sie den Verstorbenen nicht auf dem Pfarr- kwchhof in Stahnsdorf, sondern auf dem städtischen Friedhof in der Eythstraße hat beisetzen lassen. Die Witwe verweigerte die Zahlung: darauf erfolgte die Klage. DieKircheugemeinde alsKlägerin beriefsich aüf die Paragraphen 4ö3 und 4S8 des Allgemeinen Landrechts. Die Witwe erwiderte, das; diese Bestünmungen nicht mehr angewendet werden können, weil sie im Jnleresse der jetzt abgeschafften Slol- gebühren der Geistlichen gerroffen worden sei, um ihnen den Lebens« unlerhalt, den sie aus diesen Gebühren bezogen halten, zu gewähr« leisten; da jetzt die Geistlichen festes Gehalt erhielten, so bedürfe es einer solchen Vorschrift nicht mehr. Die Paragraphen 453, 453 regelten lediglich die Konkurrenz zweier kirchlicber Friedhöfe, könnten daher nur Platz greisen, wenn die Beisetzung auf dem Friedhof einer fremden Kirchengemeinde, nicht aber, wenn sie auf dem Be- gräbnisplatz einer politischen Gemeinde erfolgt. Die Entscheidungsgründe, aus denen die Klage abgewiesen wurde, heben hervor: Hinsilbtlicki des Begräbnisses von Angehörigen einer Kirchengemeinde bestimmt das Allgemeine Landreckn in§ 453: Jeder Eingepfarrte muß der Regel nach in seiner Parochie begraben werden. Und in§ 438: Nicht nur dem Pfarrer und der Kirche, wo die Beerdigung geschieht, sondern auch dem Pfarrer und der Kirche, denen sie eigenllich zukommt, sind Gebühren zu entrichten. Demnach steht die Auslöiungsgebühr der Kirchengcmeinde zu, der die Beerdigung eigentlich zukommr. Voraussetzung ist, daß der Friedhof sich stets'auch innerhalb des örtlichen Distrikts der Kirchen« gemeinde befindet. Das Gesetz nimmt aber nicht nur die Interessen der Kirchengemeinden, sondern auch die der Gemeindemitglieder wahr, indem es für solche Fälle, in denen es den Hinter- bliebenen mit Rücksicht auf die damit verbundenen Kosten und Schwierigkeiten billigerweise nicht zugemutet werden kann, die Beisetzung auf dem Parochialfriedhof vornehmen zu lassen, von der Zulassung der Auslöiungsgebühr absieht. Diesem Tatbestande entspricht aber durchaus der Fall, daß der am Ort der Parochie verstorbene Gemeindeangehörige nicht auf dem Parochialfriedhof, weil dieser außerhalb der Parochie und an einem anderen Ort liegt, sondern auf einem anderen, am Sterbeorte selbst befindlichen Begräbnisplatz beigesetzt wird. Die Stadt Schöneberg besitzt zwei städtische Begräbnisplätze, beide sind nicht weit von dem Sterbehause entfernt. Der Parochialfriedhof der Kircbengemeinde liegt dagegen in dem weitenliernten Orte Stahnsdorf. Auf welchem der beiden städtischen Friedhöft der Ehemann der Beklagten beigesetzt ist. kann dahingestellt bleiben, da beide dem Sterbehause naheliegen, während eine Beisetzung in dem entfernten Stahnsdorf mit un« verhältnismäßigen Schwierigkeiten und Kosten verknüpft gewesen wäre. Hier ist somit ei» Anspruch auf eine Auslöiungsgebühr nicht gegeben. Die Kirchengemeinde ist kostenpflichtig abzuweisen. ES muß erwartet werden, daß infolge dieses Gerichtsurteils endlich einmal der Mißbrauch mit der sogenannteu Auslöi'ungs- gebühr als beseitigt gilt. Erst kürzlich ließ die Kirchengemeinde bei einer armen Witwe es zur Pfändung kommen, weil die Gebühr nicht entrichtet werden konnte. In den allermeisten Fällen wollen die Angehörigen ihre Verstorbenen nicht in Stahnsdorf beisetzen lassen._ Schaffung eines städtischen Arbeitsnachweises. Aus dem Rathause wird mitgeteilt: Der Berliner Magistrat hat beschlosien, einen städtischen Arbeitsnachweis einzurichten. Zu diesem Zwecke soll mir dem von Landesrar Dr. Freund gegründeten Zentralvcrein für Arbeilsnachweis wegen Ucberleirung seiner Ein- richlungen in die städtische Verwaltung in Verhandlung getreten werden. Höchstpreise für Zündhölzer. Die Bevölkerung wird dringend davor gewarnt, Nachrichten über Mangel an Zündhölzern Glauben zu schenken, da diese Nachrichten nur darauf berechnet sind, Preistreibereien zu verursachen. Zündhölzer werden in völlig ausreichendem Maße hergestellt und auch Weiler hergestellt werden können. Es liegt auch kein Anlaß vor, den Kleinhändlern höbere Preise als 45 Pr. sür ein Paket Streichhölzer zu bezahlen. Ganz entschieden sollte aber das Publi- kum selbst Versuchen entgegentreten, für deutsche Ware als „echte Schweden" wesentlich höhere Preise zu nehmen. Die in Deutschland hergestellten Streichhölzer müssen auf der Schachtel in der linken Ecke des ihnen aufgeklebten Warenzeichens zur Kon- trolle der Steuerbehörden eine Nummer(von 1 bis etwa 350) tragen. Jeder Versuch, so gekennzeichnete Schachteln als echte Schweden zu höherem Preise zu verkaufen, ist Betrug, der sofort der Polizei, dem Kriegswucheramt oder der zuständigen Preis« Prüfungsstelle zur Anzeige gebracht werden sollte, Im übrigen wird, wie die»Berliner Politischen Nachr." mit- teilen, sehr bald durch eine Höchstpretsregelung jedem Versuch der Preistreiberei ein Riegel vorgeschoben werden. Ein Verband der Grosthändler und Fabrikanten von Nahrungs- und Genustmitteln. Am Donnerstag fand in der Berliner Börse eine zahlreich be- suchte Versammlung von Berliner Großhändlern und Fabrikanten der Nahrungs- und Genußmittelbranche statt, die der Gründung einer neuen Organisation galt. Geh. Oberregierungsrat a. D. Oskar Simon führte in längerer Rede aus, daß die Mißstände aus dem Gebiete der Lebensmittelversorgung dadurch entstanden eien. daß man die Versorgung einer Anzahl Kriegs- gesellschaften und den Kommunen überrragen habe. Auch das Kriegsernährungsamt habe bedauerlicherweise den Er- Wartungen nicht entsprechen können. Schuld hieran sei, daß man den Großhandel völlig ausgeschaltet und Personen die Versorgung mit Lebensmitteln übertragen habe, die von der ganzen Sache nichts verständen und infolae ihrer früheren Tärigleit auch nichts verstehen konnten. Daß die Mißstände aus dem Lebens- millelmarkt nicht schon früher und nicht in größerem Umfange auf« getreten seien, habe man der Jnielligenz des Großhandels zu danken. Sehr bedauerlich bleibe, daß große Mengen Waren verdorben seien. Das Kriegsernährungsamt iolle sich in der Hauptsache des Großhandels bedienen; dann werde es sicher pclingen, das gesamte Wirtschaftsleben in bessere Bahnen zu lenken und den seind- lichen Aushungerungsplänen ein wirksames Gegengewicht zu bieten. An die mit lebhaslem Beifall aufgenommene Rede schloß sich eine Aussprache, worauf die Gründung eines Verbandes der Großhändler und Fabrikanten der Nahrungs- und Genußmiltelbranche beschlossen wurde. Zum Vorsitzenden wurde Kausmann Hugo Weigert, zum Syndikus Herr Oskar Simon gewählt. Die neue' Organisation bat sich die Hauptaufgabe gestellt, aut Grund der reichen praktischen Er- fabrungen ihrer Mitglieder die Mängel und Mißstände auf dem LebenSmittclmartt zü beseitigen.''. Berliner Lebensmittelnachrichten. Die Preisprüfungsstelle Grotz-Berlin hat für die kommende Woche folgende Preise für Gemüse und Obst als zulässig festgestellt: a) im Großhandel je Pfund für Weißkohl ö Pf.. Wirsing- kohl 12 Pf.. Rotkohl 14 Pf., Grünkohl 10 Pf.; b) im K l e r n- Handel sür Weißkohl 8 bis 9 Pf., Wirsingkohl 15 Pf., Rotkohl 17 bis 18 Pf., Grünkohl 13 Pf., Kohlrüben 6 Ps., inländische Möhren aller Art(ausschließlich Karotten) 9 Pf., inländische kleine Speise- möhren. die zu Speisezwecken bestimmt sind(Karotten) 13 Pf., Tatel- äpsel(besonders feine ausgesuchte Ware— Auslese— ist hierbei nicht inbegriffen) 35 bis 65 Pf. Die Stadt Berlin gewährt auch im Dezember den Kindern bis zum vollendeten zweiten Lebensjahre je ein Pfund Hafer- flocken. Die zur Empfangnahme berechtigenden Bezugsscheine werden von der Brotkommission am 1. und 2. Dezember, also heute und morgen, in der bisherigen Weise nach Straßenzügen verteilt. Die Haferflocken sind in den bei den Brolkommissionen bekannten, auch mehrfach durch Säulenanschlag veiöffentlichten Verkaufsstellen erhältlich. Die Stelle 5(Kolonialwaren) der Abteilung für Brotversorgung und Stelle 9(Käse) der Feitstelle Groß-Berlin befinden sich jetzt im Hause Stralauer Straße 56, I. Treppe. Telephonanschluß über die Zentrale der Abteilung für Brotversorgung und bei Amt Zentrum 4089._ Bei der heutigen Volkszählung, so wird uns geichrieben, weist auch die Abteilung für Brot- Versorgung darauf hin, daß die Bevölkerung mft_ Rücksicht aus die Lebensmittelversorgung selbst das größte Jntereffe daran hat, die Listen aufs sorgfälligste auszu'üllen. Insbesondere ist es erforder« lich, auch kleine Kinder, Schlafburschen, Chambregarnisten usw. mit- aufzuiühren. Bei nicht sorgfältiger Ausfüllung besteht die Gefahr, daß Personen, die nicht aufgeführt sind. Schwierigkeiten beim Empfang von Brot- und anderen Lebensmittelkarten haben können. Treptow-Sternwarte.„Die Vielheit der Welten" lautet da» Thema des Bortrages, den Herr Direktor Dr. Archenhold am Diens« tag, 5. Dezember, abends 7 Uhr, im großen Hörsaal der Treptow- Sternwarte, erläutert durch zahlreiche Lichtbilder, ballen wvd. Ferner finden folgende Kinovorträge statt: Sonnabend, 2. Dezember, 5 Ubr„Aus unseren Kolonien". Sonntag, 3. Dezember, 3 Uhr „Bilder aus Harz, Thüringen und Riesengebirge". 5 Uhr„Aus unseren Kolonien", um 7 Uhr„Das bayerische Hochland und die Königsschlösser'. Mittwoch, 6. Dezember, 5 Ubr„Das bayerische Hochland und die Königsschlösser".— Kriegsverwundete haben zu allen Vorträgen freien Zutritt, ebenso ein Kind in Begleitung eines Erwachsenen. Mit dem großen Fernrohr werden am Tage die Sonne mit ihren Flecken, abends Jupiter und Mond, Doppelsterne, Sternhausen usw. beobachtet. Das Institut ist täglich von nach- mittags 2 bis 10 Uhr abends geöffnet. Eine zweite städtische Mädchenmittclschule. Die Stadt Berlin wird die Voglersche Höhere Töchterschule in der Rillerstratze, deren Inhaber und Direktor vo? kurzem verstorben ist. übernehmen und sie zu einer Mittelschule für Mädchen umgestalten. Die Schule soll so eingerichtet loerden, daß in den ersten drei Jahren auf die Volks- schulbildung Rücksicht genommen wird, dergestalt, daß Mädchen nach dreijährigem erfolgreichen Besuch einer Gemeindeschule in die unterste Klaffe der Mittelschule eintreten können. Nach vier Jahren soll dort eine abgeschlossene Bildung erreicht werden, andererseits aber auch die Möglichkeit geboten werden, von der dritten Klasse in das Lyzeum überzugehen, das mit einem Lehrerinnenseminar ver« bunden ist. Die Stadt will die Schule bereits zum April nächsten Jahres übernehmen. Die erste städtische Mädchenmrttelschnle ist be- kanntlich die Emmelmuthsche Schule am Grünen Weg, die vor einem Monat in den Besitz der Stadt übergegangen ist. Gebrüder- Herrnseld- Theater. Zwanzig Jahre lang stand die Originalität dieses Musentempelö auf einer Komödie mit«cht jiddischem Einschlag und auf den vier Augen der Brüder Herrnfeld. Da? Feld schien aber abgegrast. Der Tod Donats riß eine emp- findliche Lücke. Sollte das Theater lebensfähig bleiben, so mußte darauf Bedacht genommen werden, ihm auf einer neuen Grundlage den alterprobten Ruf wieder gurnckguerobern. Mit dem.Dop- pelten Buchhalter einer Posse mit Gesang und Tanz, dürfte das gelungen sein. Theo Halion, der Verfasser, hat da einen guten Griff getan. Die Handlung spielt im Handelsstande irgendwo in der Provinz. Max Stieglitz, ein Jüdchen sin der Liliputanerfigur des komi'chen Sieg- fried B e r i s ch) dient als Faktotum bei der Firma Paradeiser u. Co. Die beiden Inhaber stehen wackelig. Im Begriff, Stieglitz hinauszukündigen, erfahren sie. daß dieser eine große Erbschaft gemacht habe. Darob schlägt die Stimmung plötzlich um. Stieglitz wird von beiden Chefs förmlich umworben, von dem einen zum„doppelten" Buchhalter, von dem andern gar zum Ober- buchhalter ernannt. Aber jeder erklärt ihn, um fich vor der Pleite zu retten, sogleich zum Schwiegersohn. Stieglitz ist, ehe er es gewahr wird, zwiefach verlobt. Allerdings nur„aufs Kobl"; denn die.Brautens" haben schon gewählt, und Siegfriedchen ist es zu- frieden. Dieser Kampf um den Schwiegersohn ist ein urkomisches Stück. Ueberhaupt ist das Ganze vortrefflich gemacht. Die Handlung in ihren charakteristischen Höhepunkten hat Friedrich Beermann mit einer allerliebsten Musik begleitet und ausgebaut. Mit Geschick und Geschmack verwebt er den Kabarettstil mit dem Singspielcharakler. Glücklich vermeidet er aus- gefahrene Gleise. Seine Duette, Couplets und sehr wirkungsvoll entwickelten Ensembles klingen melodiös und erfreuen sich einer durchweg dieskret gebandhabten Instrumentation. Alles in allem, und auch dank einer sorgfältig vorbereiteten Darstellung, wird sich „Der doppelte Buchhalter" wohl als ein Oualttätsschlager er- weisen. Reichsreisebrotmarkeu. Nachdem nunmehr die Reichsreisebrot- marken im gesamten Deutschen Reich eingeführt sind, können vom 1. Dezember 1916 ab die in den Berliner Hotels absteigenden Reisenden mit Brotmarken nicht mehr versorgt werden, da jeder Reisende für die Dauer seiner Reise von seiner Heimatsbehörde sich mit der erforderlichen Anzahl Reichsreisebrotmarken versehen muß. Nur ausländische Hotelbesucher, die nicht im Besitz von Reichsmse brotmarken sind, können von ihrem Hotel mit solchen versorgt werden. Privatpaketverkehr nach dem Felde. Der Postv ersend nimmt erfahrungsmäßig vor dem Weihnachtsfest einen außerordentlich großen Umfang an. Um während dieser Zeit einen geordneten Postpaketverkehr in der Heimat aufrechtzuerhalten, muß die An- nähme von Privatpaketen nach dem Felde, die über die Militär- Paketämter geleitet werden, in der Zeit vom 19. bis 25. Dezember dieses Jahres ausgesetzt werden. Frachtstückgütcr werden jederzeit angenommen. Mcldeflicht für Werkzeugmaschinen. Die in§ 4 der Bekannt machung vom 21. November 1916 betreffend Bestandserhebung von Werkzeugmaschinen bis 39. November festgesetzte Meldefrist ist bis zum 12. Dezember 1916 verlängert. WeihnachtSliebeSgabe» für die Sommc-Truppcu. Für unsere Heldemruppsn an der Somme und ihre Feldlazarette gehen in aller nächster Zeit die Weihnachtsliebesgaben hinaus. Spenden und Einzelpakete hierfür erbiltet die Staatliche Abnahmestelle frei williger Gaben Nr. 1, Berlin dl 4, Jnvalidcnstr. 42.(Postscheck konlo: Berlin 23 187.) Im„Paternostcr" zu Tode gequetscht. Ein entsetzlicher Unglücks� fall hat sich am gestrige» Donnerstag nachinillag in dem Hause Friedrichstr. 219 zugetragen. Dort halte sich ein etwa 12 jähriger Knabe, dessen Persönlichkeit noch nichl ermiitclt werden konnte. Im mit vergnügt, in dem sogenannten Paternoster, einem ständig in Bewegung befindlichen Fahrstuhl, auf- und niedcrzufahren. Schließ- Itch kletterte der Junge in der obersten Abteiluilg, wo die einzelnen Fahrstuhllörbe von der einen auf die andere Seite überspringen, auf das Dach eines Korbes und fuhr so in die Tiefe. Da er hier nicht, wie er wohl geglaubt halte, Gelegenheit zum Abspringen hatte, ge riet er in das Räderwerk des Getriebes und wurde buchstäblich zer- quetscht._ Mus den Gemeinden. Steglitz. Der Elektritäls-AuSschuß wurde einstimmig ermächtigt, versuchsweise in 39 Häusern mit Kleinwohnungen elektrische An lagen auf Kosten des Werkes zu erstellen. Der übrige Teil der Vorlage des Gemeindevorstandes fand bei den Sozial demokraten keinen Anklang. Genosse Leimbach unterzog die einzelnen Bedingungen einer eingehenden Kritik und kam z» dem Schluß, daß der angestrebte Zweck, einmal dem jetzt sehr fühl- baren Mangel an Petroleum abzuhelfen und zum andern der Ge« meinde größere Einnahmen zu verschaffen, durch die Vorlage nicht erreicht werden könne, da sie nur jcheinbare Erleichterungen biete und von den Mietern das Eingehen von Verpflichtungen verlange, die niemand erfüllen könne. Hier müsse ganze Arbeit gemacht werden. Die völlige Verdrängung des Petroleum- und Gaslichte? aus den Wohnungen müsse unser Ziel sein, nicht nur aus sozialen und hygienischen Gründen, sondern quch im finanziellen Interesse der Gemeinde, Jeder Bürger, der zur elektrischen Beleuchtung übergebe, stärke damit die Gemeindefinanzen, ohne selbst ein Opfer zu bringen. Deshalb habe die Gemeinde das größte Interesse an der ganzen Sache und s i e müsse jedem Bürger die Installation k o st e n l o s herstellen Der Redner begründete eingehend einen Antrag, der sich in der Richtung des Gesagten bewegt. Nach kurzer Aussprache wurde beschlossen, den Antrag dem Gcmeindevorstand und dem ElektrizitätS' Ausschuß mit dem Auftrage zu überweisen, innerhalb vier Wochen der Gemeindevertretung eine diesbezügliche Vorlage zu machen. Schöucbcrg. Hier wird 1 Pfund Zucker auf jeden Abschnitt 37 und 1 Briefchen Süßstoff auf jeden Abschnitt 33 der Lebensmittel karte abgegeben. Der Zuckerabschnitt ist in der Zeit vom 1. bis 29. Dezember, der Süßstoffabschnitt in der Zeit vom 1. bis 31. De- zember einzulösen. Tegel. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde zum Schöffen Gemeindevertreter E n g e l k e gewählt; auf ihn fielen 7 Stimmen, ebensoviele auf Genossen Halses, gegen den das Los entschied. Sodann erfolgte die formale Genehmigung des mit der Firma Borsig über den Verkauf von Straßengelände ab- geschlossenen Vertrages. Von Bedeutung war die Frage des Aus- bäues der Humboldt-Oberreal schule zur Doppel- schule(Reform-Realgymnasium mit Real- bzw. Oberrealschule). Bürgermeister Stritte erläuterte den Plan. Da unsere Oberreal- schule allein nur einseitig im Sprachenunterricht wirken könne, empfehle sich dieser Ausbau besonders für diejenigen, die später weiterstudieren wollen, zu einem Realgymnasium mit den üblichen vermehrten Sprachfächern. Die Besprechungen im Schulkuratorium mit Fachleuten ließen den Ausbau als im Interesse der kommunalen Ausgestaltung Tegels liegend erscheinen. Die Hälfte der Real- schüler ginge jetzt von der Untertertia mit dem Einjahrigenzeugnis ab, weshalb sich also für die Weiterstrebenden, die das Witurium erwerben wollten, der Uebergang an eine andere Lehranstalt nötig mache. Dies solle nun hiermit geboten werden. Die Form der Schule als Realgymnasium habe in den letzten Jahren besonders in Jndustriegegenden zugenommen, und da auch Tegel eine wach- sende Industrie habe, außerdem sowieso eine Klassenverdoppelung sich Ostern nötig mache, so empfehle sich dieser Schritt gerade jetzt als günstig. Eine Reihe Berliner Vororte sind uns dabei voraus- gegangen. In der Debatte wurde allseitig zugestimmt und hervor- gehoben, wie gerade die Jndustriebeamten häufig die Forderung noch höherer Schulansprücke stellten als sie jetzt geboten würden. Die Vertretung war grundsätzlich einverstanden, zunächst mit dem Abbau der Oberrealjchule und dann Weiterführung zum Realgymnasium. Bei dem Punkt: Maßnahmen zur V e r b e s se r u n g d e r Gasbeleuchtung wurde beschlossen, ein Anerbieten Berlins auf vermehrte Zuführung von Gas zum Preise von 19 Pf. pro Kubikmeter anzunehmen. Dieses Gas soll auch hinfort direkt in die Tegeler Gasbehälter, anstatt wie bisher in die Röhrenleitung, eingeführt werden, um eine bessere Druckregelung zu erreichen. Kostenpunkt etwa 59 999 M. Weiter wurde verhandelt über die Selbstkosten des Gases und eventuelle Erhöhung des Gaspreises. Das Werk ist zurzeit unrentabel; die Unkosten sind gestiegen, wes- halb an eine Erhöhung der Verkaufspreise gedacht werden müsse. Die Verwaltung schlug eine Erhöhung von 15 auf 16 Pf. für Koch- und Leuchtgas, von 14 Pf. für Motorgas vor; die Automaten sollen für 19 Pf. etwa ebensoviel liefern wie in Berlin, also 79 Liter ioeniger. Auch dieser Antrag gelangte zur Annahme. Die laufen- den Teuerungszulagen der Gemeindeangeftellten und Lehrer sollen eine Erhöhung erfahren, rückwirkend vom 1. April 1916 ab. Mehr- kosten pro Jahr 12 599 M. Ein Antrag der Gemeindearbeiter auf Gewährung von Lohnzuschüssen in Krankheitsfällen— unsere Genossen verlangten den Zuschuß auf mindestens 4 Wochen— wurde zurückverwiesen an die Betriebskommission, die die Berechtigung und Tragweite zu untersuchen hat. Neukölln. Die Inanspruchnahme des Neuköllner M i e t- einigungsamtes hält in unvermindertem Umfange cm._ Es haben im verflossenen Vierteljahr an 52 Sitzungstagen insgesamt 1116 Einigungstermine angestanden. In 93 Prozent der Fälle wurden Vergleiche erzielt. Kreis Teltow. Es ist beabsichtigt, für Säuglinge eine be- sondere Zuckermenge, und zwar ein halbes Pfund für den Monat, auszugeben. Die Ausgabe soll auf Grund besonderer Zuckerzusatzkarten erfolgen. Die Magistrate, Gemeinde- und Guts- Vorsteher des Kreises Teltow werden von dem Vorsitzenden des Kreisausschusses ersucht, bis zum 3. Dezember anzugeben, wie- viel Säuglinge in ihrem Bezirk vorhanden sind. Es kommen hier- für alle Kinder bis zu einem Jahre in Betracht. Die Berechtigung zum Bezüge von Zusatzzuckerkarten endet mit Ablauf des Monats, in dem das Kind sein erstes Lebensjahr vollendet. Gerichtszeitung. „Ausländische" Mohrrüben. Wegen Ueberschreitung der Höchstpreise für Mohrrüben und wegen Verweigerung der Abgabe einer Ware war der Händler Hundsdörfer in Lichterfelde vom Landgericht Berlin II zu 159 M. Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte von einer Frau für zwei Pfund Speisemohrrüben 35 Pf. gefordert, obwohl der Höchstpreis 8 Pf. für das Pfund betrug. Als die Frau auf den Höchstpreis aufmerksam machte, nahm er ihr die Mohrrüben mit einer heftigen Bewegung wieder weg. Das Landgericht sagte in der Begründung: Es sei allerdings dem Angeklagten nicht widerlegt, daß er die frag- lichen Mohrrüben bereits vor der Festsetzung der Höchstpreise ge- kauft habe, und zwar das Zfund mit 13 Ps., daß er also erheblich mehr dafür gezahlt habe, als der festgesetzte Verkaufshöchstpreis be- trug. Gleichwohl müsse er bestraft werden, wenn man auch jenen Umstand beim Strafmaß berücksichtige. Verschärfend wirke aber sein schroffes Benehmen. Der Angeklagte legte Revision ein. Das Kammergericht verwarf sie als unbegründet. Des Angeklagten jetziger Einwand, die Mohrrüben seien holländische gewesen, sei in den Vorinstanzen nicht erhoben worden. Deshalb könne dieser Ein- wand nach dem geltenden Prozeßrecht bei der Revision nicht mehr berücksichtigt werden._ Gefäugnis für einen Milchpantscher. Um„gestreckte" Milch handelte es sich bei der Anklage wegen wissentlichen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesctz, die gegen den Molkerei- b e s i tz e r© ch l e g e l aus der Greisenhagener Straße vor dem Schöffengericht Verl in. Mitte verhandelt wurde. Der Ange klagte hat in sehr starkem Umfange Milchverfälschung betrieben denn er hat 19 Kühe in seinem Stall, deren Milch seine Melk frauen täglich auf sein Geheiß mit Wasser„strecken" mußten. Wie gründlich sie seine Anordnungen befolgten, zeigte, daß in den Proben nicht weniger als 45 Proz. Wasser festgestellt wurde. Das Urteil lautete auf 3 Monate Gefängnis und 1999 Mark Geldstrafe. Kriegswnchee mit Schweinen. Der Großschlächtermeister Gustav Seidel hatte sich wegen übermäßiger Preissteigerung vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte zu verantworten. Er hatte im Februar zum Preise von 1,99 M. pro Pfund Schlacht gewicht 129 Schweine verkauft, die er nach seiner Angabe in West Preußen ab Stall für 1,25 M. pro Pfund erworben habe. Die Spannung zwischen diesen beiden Preisen wurde als zu hoch an gesehen, denn der Sachverständige, Grotzschlächtermeister Lenz, be- kündete, daß nach seiner Berechnung der Angeklagte höchstens 1 89 M. hätte fordern dürfen, so daß durch den Preis von 1,99 M. ein Unrechtmäßiger Verdienst von 1227 M. erzielt worden wäre. Das Gericht erkannte auf 6999 M. Geldstrafe oder für je 19 M. einen Tag Gefängnis.— Das Schöffengericht Schöneberg der- urteilte wegen Höchstpreisüberschreitung die Schlächtcrmeisterfrau Minna Lutze zu 599 Mark Geldstrafe. Mus aller Welt. Der längste Bart. In der französischen Stadt Montlugon ist in diesen Tagen ein seltsamer Kauz gestorben, dessen wohlgepflegier Barl nicht weniger als 3 Meter 35 Zentimeter lang war, weshalb er ihn natürlich nur aufgesteckt tragen konnte. Da seine Kinder wünschten, daß der Bart, der der höchste Schmuck und den Ruhm des verstorbenen Vaters gebildet hatte, der Nachwelt erhalten bliebe, so vermachten sie die seltene Bartzier der Stadt. Die Stadlväter waren zunächst in Verlegenheit, was sie mit dem seltsamen Erbstück ansangen sollten; nach reiflicher Neberlegung fiel ihnen aber ei». daß die Stadt ja ein Museum besitze, in dem bereits verschiedene lokale Merkwürdigkeiten auigewabrl werden. Man packte also den Bartwald in einen mit Glasdeckcl versehenen Kasten und stellte diesen zur Erbauung der Mit- und Nachwelt im Museum auf. Zyklon in Indien. Bombay, 39. November.(Reutenneldung.) Bei einem Zyklon in Pondichcrry wurden dreihundert Personen getötet. Der Sachschaden ist bedeutend. Jugenüveranftaltungen. Jugendbildungsverein Tiid-Ost(Berlin). Nächste Zusammenkunft am Montag, den 4. Dezember, abends'1,9 Uhr, im Restaurant Huth, SO, Michaeltirchstr. 29a. Nähere Mitteilung und Ausnahme neuer Mitglieder bei Walter TauSk, Berlin SO 16, Michaeltirchstr. 30. Nenkölln-Brlh. Sonnlag, den 3. Dezember, 6.55 Görlitzer Bahnhof: Wandersahrt nach Grosj-Beslen, Dnbrow, Rehbcrg, Frauensee, Schmölde, Königs. Wüste: Hausen. Fahrgeld 1,35 M. Treffen um 6 Uhr Rathaus, Ecke Schönstedlstraye. Decken und Liederbücher milhringcn.— Mittwoch, den 6. Dezember: Badcabend im Stadlbad. Abonnements aus die„Arbeiter- Jugend" werden bei allen Veranstaltungen entgegengenommen. Neukölln. Einen„Bunten Abend" veranstaltet am 3. Dezember, pünktlich abends 7 Uhr, der Deutsche Arbciler-Wandeibund„Die Natur- freunde" in den„Passage-Sälcn", Bergstraße. Karten zu 39 Pf. sind im .Holländische» Cafe", Berliner Str. 14, zu haben. Ainrkischc Spiel-Bereiniguug. Spiele am Sonntag: Jahn-Obcr- sprce— Frisch-Fret in Obeftprec. Luckenwalde I— Neukölln I in Luckenwalde. Adlershos— Moabit in Adlersbof. Vellen I— Fichte 16 in Velten. Luckenwalde III— Luckenwalde V, Neukölln II— Velten II in Neukölln, städtischer pielplatz. Spielbeginn 2 Uhr. WetrerauSslckite» für das mittlere Norddeutslüland bis Sonnabend mittag. Zeitweise aufklarend, jedoch vorwiegend trübe oder neblig, bei wenig veränderten Teuiperaturcn. Keine crheblichetl Nieder- schlage. Eingegangene Druckschriften. 1914. Der deutsche Krieg im dentfchen Gedicht. Ausgewählt von I. Bab. Bd. 1, 285 S. gebd.— Morawe u. Scheffelt, Berlin W 50. Das Kriegsbuch. Eine Einführung in das Verständnis strategischer und taktischer Vorgänge von F. C. Endres, lais. ottom. Major a. D. 1,29 M. Fr. Sehbold, München. Eine deutsche Zarin. Denkwürdigkeiten der Kaiserin Katharina II von Rußland. Herausgegeben von W. Rath. 1,89 M., geb. 3 M.— W. Langewicsche it. Brandt, Ebenhausen b. München. Boelcke f, Teutschlands Fliegerhel d. Von R. O. Gotlschalk. 1 M. Vogel u. Vogel, Leipzig.» Herren, Bauer» und Beamte. Russische Satiren von Russen. IM.— I.. Hoffmann, Stuttgart. lür Berlin-Sehänelierg, Bezirk B. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genossin �.nns Martin nach langen, schweren Leiden im Alter von 41 Jahren verstorben ist. Ebre ihrem Andenken t Die Beerdigung. findet am Sonnabend,' den'2.' Dezember, nachmittags S'h Uhr. von der Halle des II. städtischen Fried- hojes, Ehthstraße(Blanke Hölle) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 198/9 Der Vorstand. DeatscäerKetallarlieiier-yerbaiiil Verwaltungsstelle Berlin. Si achrnf. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Schlosser Fritz Henkel am 15. November an Tuberkulose gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 126/19 Tie Qrtöverwaltung. Am 28. November, morgens 8 Uhr, verstarb unser Kollege, der Kaffenangestellte Franz Breska im Alter von 65 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Soimabelid, den 2. Dezember, nachmittags 3)/, Ubr, von der Leichenhalle des Zeulralfriedhoscs i» Friedrichsjcldc aus statt. Um rege Beteilizung ersucht 0er PersonalaussebuB der Allgemein. Ortskrankenkasse der Stadt Berlin. 272/14 Allen Freunden, Bekannten und' Vartcigenosseu die traurige Nach- Acht, daß'.. meine liebe: Frau und gute Vtutter-. 146/7A Anna Martin geb. Kicblsch im Alter von 41 Jahren nach laugen, schweren Leiden ver- storben ist. Dies zeigt tiesbetrtibt hiermit an der trauernde Gatte Wilb. Martin, Zimmerer. Berlin-Schöneberg, Sedanstr. 49. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2. Dezember, nachm. 31/. Uhr. von der Halle des II. städtischen Jricdhoss (Blanke Hölle) aus statt.. m Freien Stunden. Romane und Erzählungen süt das arbeitende Volt. Pro Heft 15 Ps. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 63, Lindenstraße 3 Beiiteebei' Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Noll- kutscher MMm Heydrich von der Firma Warmuth, Berlin, Hinter der Garnisonkirche, am 29. November im Alter von »7 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet„am Montag, den 4. Dezember, nach- mittags 2'/. Uhr, von der Leichen- halle des'Georgen- Kirch böses, Landsberger Alleee 21/22, aus statt. DenMiigliebern sernerzurNach richt, daß unser Kollege, der Packer Adolf Müller von der Firma Schulz, Berlin, Hasenheidc, am 28, November im Alter von 47 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2. Dezember, nachmittags 4Uhr, vonder Leichen haste des Jakobi-Kirchhofes, Neu tölln, Berliner Str. 2—6, aus stall. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener GllLlsv Scbenermann von der Firma Kciegsledcr-Ge. sellschast, Magcrviehhos, am 27. Na vember im Alter von 61 Jahren verstorben ist, Ehre seinem Andenke« l Die Beerdigung findet am Sennabcnd, den 2. Dezember, nachmittags 2>/, Uhr, von der Leichenhalle des Markus-Kirch- Hofes in Wilhetmsbcrg aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Kaffenangestellte Frauz Breska von der Allgemeinen Berliner Orts? iränkeiflasse am 28. November im, Aller von 65 Jahren verstorben ist,' Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2. Dezenibcr, nachmittags 31/, Uhr, von der Leichen- haste des städtischen FriedhoscS in Friedrichsfeldc aus statt. ' Um rege Beteiligung ersucht 69/29 Oie Bezirksverwaltung. Zur Nachricht, daß unser Kollege Adolf Müller nach kurzem Krankenlager am 27. November verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Oie Kollegon d. Firma Karl Schulz. Die Beerdigung findet Sonn- abend, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten Jakobi- Kirchhofes, am Rolltrug, Berliner Straße, aus statt. 1565b Vervvaltnns: Ilerlin. Tel..«mt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 39, Heute Freitag, den t. Dezember, abends»Vt Uhr: Sitzung der Ortsverwaitung. Krauchen- Uersammwngen: Rahmenmacher. Montag, den 4. Dezember 1910, abends 6 Uhr, bei Wählifch, Skaliher Straffe Äl. Tagesordnung: 1. Bericht von den beiden«ieneralversammlunge«. 2. Dringende Branchen- und Bcrbaudsangelegenheite«. Vergolder. Dienstag, den 5. Dezember, abends 6 Uhr, in den Andreas-Festsälen, Andreasstr. Lt. Tagesordnung: 1. Bericht von den beiden«eneralversammlnngea. 2. Brauchenaugelegenheiten. VertrAMZmZmer-VerZMkvkulW: Modell- und Fabriktischler sowie Modelldrechsler. Mittwoch, den K. Dezember abends 8 Uhr, im Lokal von SSald, Pflugstr. 5. Bezirk Neukölln. Mittwoch, den«. Dezember 1916, abends S1/» Uhr, Stcuterstr. a», bei A. Schmidt Die OrtSvertvaltnng. Kunst, Humor und Satire vereint jede Nummer der Münchner„Jugend" tu der glücklichsten Form. Die Kunst ist vertreten durch farbige Wiedergaben der Werke erster Meister,.Humor durch ausgezeichnete Beiträge bekannter Schriftsteller, und ernst oder satirisch, je nach der Lage, werden die Vorgänge auf dem Welttheater behandelt. Diese Eigenart verschaffte der„Jugend" die große Verbreitung und dehnt ihren Verehrerkreis noch täglich aus. VierteljahreSpreiS(13 Nummern).......... M. 4.60 Einzelne Nummer...................„-.45 Probebände(5 ältere Nummern in eleg. Umschlag)„-.50 In«ftn Buch- und Zeltschrlstenhnndluilgen zu haden. Probenummern kostenfrei durch den Nnterzelchnetc». Verlag üer �ugenö�. Veroonil nach allen Pützen Deutschlands. Möbelfabrik Hob. Seelisch BERLIN 0 112. Rigaer Str. 71— 73a empfiehlt gute preiswerte 31 Übel noch zu billigen Preisen.• 154 Rlusiepraume. Lagerräume: 6696 Q"�eter Sr0'� Beslcbtlgang ohne Knalzwung gestattet. Illustrierte Kataloge Nr. 13 gratis und franko I Sonntags V. IS— 2 Uhr gcUflnot. MT- �Mvwulfvtrto'fällMbth/ cJtiw«W' München, Lesstngstr. 1. Pelz- Kragen, Muffen, Mäntel ..Fuohs,Nerz, Iltis, Sealbisam zu besond. billigen Preisen. ▲ Kr; ■ I.Fti gpi Kielpzlger Str. 58 (nahe Spittelmarkt), Kein Lad. 1 Treppe. 1 Sonntag«. 12-2 Wichtig für Herren! Während des Krieges 11 ick*! I gibt Erste Herrenklelderfabrlk Ul�lSr, Paletots, änzüge, fertig„".oh Haß noch ohne Jede.|rSn— nln.Anlf saa.f noch ohne fede Preiserhdhung � tinlZIBi Wöä�atSMT prelserhShung vom groben Eabrlklager ab. Verkaufszelt 10—6, Sonnabends 10—8, Sonntags 12—2. ♦ 3Iolkeninarkt 7—8. IT, Eahrstnhl H.& P. Uder. lleriin 80. 16» � engel-Ufer 5, Tabak-CrroUhandlnng und Tabaktabrik. SV Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten."VQ Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkauf er. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. SKmtUohe be- 91(*•« et a 4 4 a m au Orlglnnlprelsen, kannten Marken fiigtflvBllBl» A.nit 31pl., 8014. Aeitungs.Ausgabestellen und Inseraten-Annahme. x�ntrnns: Nlbert H ainlsch, Nckerstr. 174, am Koppenplatz. Gebsinel i Cbnrlottenbnrg: Eustav Scharnberg, Tefenheimer Str. 1. von 11—1'/, und von t'/jr— 7 Uhr. öffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. S, TFablkreln: S. und SW.: Gustav Schmidt, Bärwaldstr. 42, an der Gneiienauftrabe. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. 8.>VnIiIkrela: St. Fritz, Prinzenstr. 81, Hof rechlZ pari. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,—7 Uhr. Wnblkrvl«: Osten: Modert W e n a e l s, Markuöstr. 86. Geöffnet von 11— 1'/, und von4'/�-7Ubr.— Karl Melle, Veteröburgerplatz 4. (Laden). Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. 4. MahlkreU, S st d o st e n! Paul Böhm, Laufltzerplatz 14/18. Geöffnet von 11- 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. 'Wahlkrela: Seo Jucht, Jntmanuelklrchstr. 12(Hof). Geöffnet 5. «. von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. HVablkrel»(Bloublt); Solomon Joseph, Wilhelmshaven« Straffe 48. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. ff cddlng: A. H ö n t f ch, Müllerstr. S4a Este Uttcchter Str., Laden. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,—7 Uhr. Itonentbalcr und«ranienburger Vorstadt: R. Wolgast, Wattftraffe S. Geöffnet von 11—1'/,»nd von 4'/,—7 Uhr. Gieswndbrnnnen! Aiich er, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. bchUnhansier Vorntndt: Karl Marl, Greisenhagener Str. 22. Geöffnet von 11—1'/,«nd von 4'/,— 7 Uhr. '" Karl Schwarztose, Btömarckftr. SS. Geöffnet von 46. Adltrubof 7 Uhr morgens VIS 8 Uhr abends. AIt-t>!llenl«:ke,EaIkenberg: Wilhelm Dürr«, Frledrichftr Ilannisobnlenweg: H. Hornig, Marienthalcr Str. 13, 1. Uernan, llbntgental, Zepernick, 8ch0now, 8ebOn brück und Back: Heinrich B r o l e, Mühlenstr. ö, Laden. »obnadorti Paul Genfch, Bohnsdorf, .Paradies». GenoffenichaftShaut- Elcbwnlde, Schmüekwlta: O S f a r Mahle Grünauerstr. 37. Erkner, Xen-Zlttass: F. Pauligf, Sturjeftr. 10. Eredersdorf-Peternhagen: Uffenwafser, PeterShagen. I'rlcdcnnn, Atcgllt«, bildende: H. Bernlee, Alfenftr. 8 in Steglitz. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Erlcdrichahngen, Flchtenan, Katanadorf. SehOnelche, ........ Ernst Werlmann, grievrichshagen, Köpe> 28 Friedrich von tzil.-Bcbbnebcck: nick« Straffe 18. Krünan: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannlathal, Rudow: Max A o n f ch» r, Parfstr Karlnhorat: Hermann Btlltng, Dönhoffstr. 28. KVniga-fVnaterhanaen, Wildau, Xledorlehme B a u m a n n. Luckenwaider Straffe ö. Küpenick: Emil W tffler, Kletzerftr. 6, Laden. Geöffnet morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Elcbtenbcrg I, Frledrlchafelde, Hohenschönhausen: Otto Settel. Wartenbergftraffe 1(Laden). Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Lichtenberg II, Knmmelabnrg, Stralau: A. Rosenfranz, Mt-Boxhagen 86. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Habladorf, Kuuladorl, Bleadorl: P. Hepberg. Kauls- dort, Ferdinandstraffe 17. ZlarlendoR'i, Aarlenfelde: August Letp, Thauffeestr. 20. Xcnenhageu, Uoppegarton: WoiSzctowSl, Dottt- straffe 14. Bf eakülln; M. Heinrich, Reckarstr. 2, im Laden. Deöffnet von 9—2 n»d von 4—7 Uhr; Neukölln. Britz: Noh r. Siegsriedstraffe 28/20. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr._ .Meder-SchUneweide: Wilhelm Unruh, Brückenftr. 10, IL S owawea: Karl Krähnberg, Sisenbabnstr. 10. Ober-8chünewe> Alfred Bader, Wilhelminenhosstr. 17, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 3 Uhr abends. Fanhow, WlederMchUnhauaen, Nordend. Fris.-Bneh- bolz, Blankenburg: Niffmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. lielnlckendorl» Oat, Wllheimapnh und Sehönhola: P. G u r s ch, Provtnzstr. 66, Laden. Geöffnet v. 11—1'/, u. 4'/,— 7 Uhr. Schenkendort b. KöntgS-Wnsterhausen: Chr. H a n ts ch t e, Dorsstr. 10. Scliöneberg: Wilhelm B ä u m I e r, Moininger Straffe 0, im Laden. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Spandau, Konnendantm: Schumacher, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Übt morgen» bis 8 Uhr abends. Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Waldmannalnat, llcrniMdorf, Hohen- Tcnendorl, Birken werdet», Freie Scholle u. llelnickendorf- Wust: Paul Slienaft, Borsigwalde, bläuichitraffe 10. Geöffnet von 11—1'/, u. von 4'/,— 7 Uhr. Teltow: L e n s ch n e r, Havelstr. 2. Tompelhof: Nud. Neckermann, Kaiser-Wilhelmstr. 74. Treptow: Nob. Gramenz, Kiesholzilrage 412, Laven. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 3 Uhr abends. Welüensee, Helnersdorl: Gust. R o ff t o p s, Berliner� Allee 11. Wllniersdorl, llalensee, Schtnargendorlt Paul Schubert, WtlhelmSaue 27. Zeuthen. Zlleradorl: WllH. Schulz, Zeuthen, Zlethenstr. 16. Zosaen: Fr. Ratsch, Berliner Str. 21. Sämtliche Partelltteratur sowie alle wiffenlchastlichen Werte werden geliesert. Sonntaa» find die AuSgabeffelleu gefchlvffs». 8. Vrrnkisch'Kiiddentsche <234. Köulgl. Dlreust.) Klasseulotterie 8. Klaffe 20. ZtehungStag 30. November 1916 Bormittag 'Huf i-de s»z»ains Stumm-, stud zwei gleich Wewinns U«fi>u,u, uud z«a, ts«lue, auf dt« ä: sleich«. St um wer In d«u Sstbcn Ilbf«tl«ua,n I». II. Nur die Gewinne über 240 Vt. sind tn Klammern betgesstgt. lOljue Gewähr A. Et.-A. s. Z.)(Nachdruck verVoten) i»z«er na sst si ois loss ss zro(iooo) am 0 91 962 147117 64 81 809 80 411 707 310 923 99 1 4 9044 182 440 623 720 92 869 1 4 9004 186 230 396 477 761 63 IBOOiO 14 191 303 23 71(600) 78 Ell«33«8 841(8000) 979( 600» 181272(600) 83 675 70 79« 943 48< 5 2 030 16, 96 30« 61«36 710 84 668(1000) 909 38 80 1 55102 402 18 84060 184271 718 60 967 1 8 5036 112 248 76 328 428 85 636 44 654 9)0 46 188091 177 374 424 502 38 65 604 21 722 88 882 906 187183 234 60 443 79 651 832 IBC031(500) 88(3000) 63 243 319 90 414 893 939 77 1 6 8 052 157 86 664 714 29 120190(3000) 336 89 407 689 813 89 913 32(1000, 96(600) 181434 738 972 1 8 2081 127 334 46 674 740 97 889 939 103100 86 310 62? 783 833 1 8 4 074 106 47 360 447 731(3000) 880 1 9 8273 374 403 666(3000) 730 1 0 6000 242(1000) 60 87 383 69 407 537 66 625 700 824 39 806 602(1000) 86(6001 768 696 29 105097 361 476 668 I 731 36 90 878 918 1 8 9063 193 446 756 61 870(1000) 170163 218 37 60 442 92 98 720 812 959 79 1 71011(1000) 80(600) 67 113 46 405 11 3« 502 8«00 976 1 7 2029 173 224 317 447 84 625 66 734 838 960 11000) 81 179179 260 301 78 438 633(600) 617 1 7 4039 44 196 274 669 726 846 81 17 5 049 32? 68(600) 408 88 643 699(1000) 738(1000) 33 83 055 1 7 0348 696 406 08 634 43 803 709 846 933 1 7 7 044 160 223 339 630 73 617 747 837 1 7 8026 70 III 230 391 406 630 036 923 1 7 0007 169 219 62 71(600) 300 414 696 807 60 801 18 38 60 ISO107(1000) 21 277 371 76 470 876 696 841 88 666 101134 41 60 77 311 70t 20 31 91(500) 96 67) 63 618 182130 613 48 88 627 733 831 53 1 8 3081(3000) 146 68 94 303 44 890(8000) 675 776 114162 313 4 66 66 663 820 812 29(10001 916 67 1 0 6 080 168 340(600) 617 60 70 1 80133 326(1000 423 618 67(1000) 693 777 920(1000) 22 37 78 1 0 7 081(600, 193 983 334 410 946 1 05126 37 205 67 435 46 604 603(600] 770(600) 631 986 1 00141 48 379 482 668 773 la0173 77 469 618 60 875 980 1 91096 320 461 617 631 706 20 633 914 24 1 02188 254 97 339 421 724 64 71(1000) 904 49 1 03169 231 47 96 301 18 461(3000) 823 76 616 77 10 4036 260 86 471(5001 532(3000) 73(600) 601 70 773 918 29 1 9 5 065 164 396 425 668 690 764 1 9 8009 77 169 207$92 461 67 620 39 67 816 033 4 3 82 1 97197 210 90 320(IOOO) 63 93(600) 668 91 654(1000) 702 IBOlt? 26 318 396 462 (500) 660 70 74( 500) 700 10(1000) 24 876 168 394(600) 381 627 29 823 200066 70 74 97 246 61»1 439 70 97 630 768 86(3000) 201006(600) 114 685 671 74 706 60 88(1000) 846(1000) 20 3636 68 469 734 912 2 0 3122 66 228 440 74<33 907 flOOOi 32 2 0 4663 76 162 79 206 16 73(600) 860 717 836 906 2 0 5 060 246 424 37 98 627(800) 49(600) 63 70 049(1000) 693 2 0 0022 118 244 67 426«1 621 71 661 90 92(3000, 961 2 0 7042 47 66(1000) 101(1000) 385 66 494 691 626 90 700 876 79(600) 94 2 0 0021 764(1000) 867 861(600) 2 0 8049 172 363 502 68(3000) 745 96 002 36 40 2 1 0240 90 66(IOOO) 94 642 964 211677 906 21 2019 46 321 63(3000) 841 737 73 391 666 21 3222 630 86 398 780 880 214002 199 300 7 633 869 737 91 967 SO 31 5264 332 671 911 65 21 0160 81 96(600) 478 549 52 150«) 633 859 21 7124 30 99 247 69(500) 353 60 740 21 0079 109 264 6«(1006) 316 84 428 530 41 833 783 897(3000) 21 0009 288 67 74 411(1300) 311 220066 242«43 977 221033 230 644«13 781 222171 265 86 432 629 36 948 2 2 3073 152 9« 241 801(600) 734 97 636 71 2 2 4200 466 765 801 2 25161 288 419 84(600) 220322 684 628 31 39 809 969 227123 66 260 417 22 009 2 2 8099 184(500) 398 678 671 666 2 2 0066 170 667 486 623 63 793 900 46(1000) 91 98 23 0238 68 317 442 62 646 704 67 837 90 231013(600) 106(600) 478«50 918(600) 2 3 2412(800) 20«4 688«91 910 87 2 3 3405 673 Ö. Vr-nMch-Kadde«tfche <»34. KSnigl. Vf«ich.)|tla|r«n!*ti(t!e 6. Klaff« 20. ZiehungStaz 30. Novemder 1918 Nachmittag Hut Übt S-Heatn, Stummst stufe»wel al-ich buh, «elvlun,|lfau1011 136 63 66 944 06(1000) 652 663 810 12 953 3 9239£29 89 460 64 675 636 169 73 840 30 73 923 33013 609 34 90 914 24481 530(800) 603 717(1000) SO 70 021 3 5 233 347 64 448 61 731 863 936 43(3000) 80168(100») 362 6(8 746 844(3000) 902 (3000, 74 9 7 000 88 384 667»7.194 309 17 465 812 674 768 689 94(1000) 966(800) 50031(600) 44 193 328 3« 007 976 93 4 0056 116 960 64 U 69 816 010 743 12 624 918 41424 606 22 49 870 937 4 3003 4 174 489(61 629 99 717 952 4 3031 370 908 65 83 428 27 631 74 863 72 79 727(1000) 610(500) 32 (1000) 66 44130 312 46 667(000) 869 902 4 6 003 11000) 37 (500, 18(IOOO) ISO 68 599 642 783 4*074 106 240(1000) 613 (3000) 66 68(1000) 67 468 611 172 906 4 7 217 340 443 632 720 4 8262 70 421 61 69« 6X6 827 83 69 81 46024 134(3000) 493 663 707 Mi 1500) 50062 III 36 321 64(9000) 701 304 51009 174 378 318 E4 38 614 760 81 931 82178(60(1) 228 66 416 64 731 89 918 8000) 6 8 007 144 229 66(600) 432 667 776 948' 3000) 68 79 4319 78«70 721 72 928 79 5 5063 130 240 675 661 706 47 619 60 857 78 6 0169 87(600) 616 54 06«50(1000) 709 640 42 31 916 6 712« 252 402 68 132 606 675 36 36 6 8032 245 843 88 426 81 751 W 909 5 0079 32(600) 234 95 323 674 709 28 800 1 8 00078 44« 609 798 891 87«1034 150 634 870 0 2010 13 90 52 136 55 204 443(1000) 67(6001 605 762 923 74•>003 ZOO 40 76«11 70 772 6 4 335 600 605 49 91(1000) 5 5099 220 323 62 404 639 314(600) 74(1000) 774 333 819 91 95 ««142 260 429(500) 32 525 42 634 756 983(13001 57234 312 416 26 572 94 526 903 21(600) 67 6 8091 25? 620(IOOO) 97 «16 907 6 0 035 113 1600) 68 261 439 34 690 633 934 7 0027 291 496 661 6.9 799 035 907 99 71017 173 269 4as 687 655 767 7 3 259 360(1000) 460 554 600 709 Bit 99 912(500) 60 66 7 8 001 107(1000) 270(300t) 340 409 523 729 944 97(600) 74026 30 290 328 432 91 834 97(3000) 968 74 7 8 031 295 389 482 623 39 753 649 7 0017 92(5001 337(6001 93 434 573 514 7 7174 773 7 0031 24? 300 520 05. 956 7G 033 125 39 93 343 340(6000) 63 96 639 73 627(3000) 79 604 40 637 00109 60 66 635 410 13 64 611 90 307 606 81134 200 438(500) 41 686 864 77 90 974 82t, 34 105 30 45 324 406 14 628 60 911(301,0) 86 85119 31 47 62 93(300«) 98 607 63 914 9«(600) 5 4202 61 471 597 793 09 313 891 «5062 77 143 44(IOCO) 91 209 39 338 45 506 75« 863«eOZO («00) 199 278 557«35 779 82« 4« 68 SO 81 90 8 7 094 281 SO 678 67 98 603 5 77« 862 98« 85119 29 95 283 6«9 769 69(600) 803 83(1000) 937 8 9003 46(600) Sl 184 417 633 64 0 8043(1000) 47 79 163 94 668 324<1000, 87 91020 440 71 816 936 67 9 3016 237 67£69 440 640 710 1600) 803 00001 18 43 117 19 SO 291 306 1500) 48 627 757»4122 544 (600) 815 90(600) 9 5 060 49 1 06 75 66 222«50(600) 703 991 80000 133 381 409 79(3000) 072 076 939 6 700« 66 044 63 70«25 81 0 8082 54 213 343 492 572 633 8 6143 99 435 627 562 57 10 0041 116 349 54 461 676 654 SO 957 74 IO106O 206 62 566 771 914 28 1 02188 329 518 646 795 1 08193(1000) 242 404 80« 62 783 864 73 938 1 04013 237 650 704 850(1000) 10 5 292 372 86 630 626 48 776(1000) 800 1 00023 404 31 693 «09(600) 733(600) 10 7018 330 440 660 648 63 768 72( 300t) 316 44 SO 108069 324 659 63 705 73 663 35 913 ICU196 811 705 60 51(300) 93 353 110034 86 852 47 625 60(13001 707 82 B'9 975 11103« 5« 226 331 837 97 930(600' 112073 204 30 477 614(BOOI 727 (1000) 930 118023 67 86 282 327 858 919 99 114164 24t 456( 500) 03(10001 679 763 035 115104 259 622(800, 631 711 45 87 811 21 118742 672 983 117149 60 500 650<15065 187(600) 60 331 030 08 04 617 710 70(1000) 110119 23 69 262 290 444(000) 603(SOOO) 10 55 747 63 881 120144 70 26« 336 820 20 68 1 21263(600) 95 SS«(600) 71 410 627 609 86 3« 795 844(600)<22219 36(600) 401 61 666 610 933 31 88 1 23119 41 267 313 693 646 641 944 33 134 013 31 194 390 410 637 671 794 125045 256 63 335 612 (600) 685 638 70 603 11 12 B 039 76 216 Ol 321 26 632 633 713 800 903 34 63 80 1 2 7 035 42 117 1 2 5035 50 107 9 242 454 974 713 1 2 0 030 41(3000) 197 99 326(600) 419 648 63 717 321 I30t65 231 333(1000) 401 48 631 957 ISI01S 26 98 182 380 437 635 801 753 379 953 1 3 3 242 650 78 900 94 1 8 0001 <600, 79 114 53 234 1 5 4 054 145 326 28 423(600) 80 76 681 64 610 21 843 68 604 1 3517« 274 459«Ol 60 788 71 503 61 84 914 1 3 6 235 74 80 907 19 437 96 660 969 1 0 7 041 42 441 73 303 634 73 1 0 8434 30 549 373 1 30068 ISO 220 330 44 494£24 54 60(600) 007 925 32 83 93 140096 270(900) 840 99 467 627 580 4» 898 141041 212 (1000) 27 65 601 787 069 987(000) 140105 19 410 693(IOOO) 336 145100 204 82 440 79 338 647 144034 300 BS 407 618 31 30«9 7f 5 30 652 88(1600) 937 14 6 026 138( 3000) 431 63 600 5 753(600) 813 I45O07 176 218 655 443(1000) 47(1000) 631 762 814 816 1 4 7 026 60 87 179 846 39 87(1000) 494 632 «11 44 814 90 1 4 6011(1000) 26 109 213 255 415 630 500 79 >49 027 34 41 70 307 69 402 43 71 383 539(10001 44 902 71 18 0079 203 23 403(500) 674«94«08 994 1 61128 507 67 080 824(1000) 913 35 64 84 1 52)66 87 32« 97 68 463«4 088 163091 106 93<600, 266 91 362 9« 409 8« 600 29(1000)«3 61 31 733 853(6001 154033 225(600) 348 70 401 20 636(1000) 812 19 966 1 5 5 002 197 578 413 643 71 707 B6I 933(6001 63 155263 620 642(600) 730 1600) 43 58« 906 07 1 5 7 060(1000) 176 441 64 02(1000) 673 741 937 1 5* 022 35(1000) 186(1000) 370 430 90 617 750 69 845 158053 78 134 2U 486(3000)«03 718 835 907 28(1000) 16 0050 380 433 88 97«25 29 792 10136» 839 94 150051 425 010 072»13 1 82168 257 531 645 52 717<5 900 168 27 403 572 543«0» 164066 71 109(3000) 03 80 470(3000) 717 832 88 1 5 5 068 231 80 71 513 61 621 84 770 987 1 6 6075 106 27« 887 448 738 947 157049 80«6 59 182 491 678 837 911 69 lailOS 26 51 932 37 58 460 510 709(1000) 839 16 3 028 81 235(1000) 315 21 78 475 633 88 787 995 170047(1000) 65 195 608 39 63 80 819 63(800) 718 83» 171393 1600) 673 79 372 78 911 17 9063 129 218 318 43 410 Bö(IOOO) 93 663 808 173 002 97 167 208 98 371 84 401 30 83 664 1 7 4 219 33(3000) 353 624 994 1 7 0 004 229 51 819(3000) 431 687 309 7B9 040«70133 71 03 947 317(1000) 818 713 017 60 1 77142 89(600) 306 494 762 99 1 7 8055 9« 253 87 Sö4 426 671 6Ü6 763 833 957 1 7 9 438 714 329 46 180162 243(SOOO) 320 29 625 755 71(600) 10145$ 634 18 9038 64 369 662 70« 054 9«« 47 I»»311 439 7« 603 74S (IOOO) 830 Bö« 34 98 1 8 4800 474 881 824 96 911 16(1000) <»8100 20(10001«4 98 303 69( 50001 627 549 785 577 901 03 66 1 8 8429 65« 850 1 8 7 218 5.9 60 93 778 66 09|BM)77 159 215 385 423 97«13 34 701 53 93 840 1 8 8399 405 7H 021 75 190124 25(500) 818 438 688(SOOO) 882«83 8t 18104, 835 477 97 578 640 739 808 60 tS9O03 52 III 242 74 479 03« 706 67 97 809 14 94« 73 1S9005(3000) 89 142(600) 50 20» 14 78 86 87 451 621 34 829 1 8 4004 233 493 728 814 942 44 1050B3 190 266 087(3000) 418 OSO 711 40 1 9 6400 699 51« 850( 600) 986 1 8 7 202 323 39 490 638 94 771 317 190215 402 631 678 304(3000) 814 31 79 32 1 0 8033 168 813 96 874 677 701 037 26 8149(0001 278(600) 607 807 44 201014 08 827 84 202160 319 99 409( 3000, 38 808«97 748(8000)«3 866 08 979 298 036 230 303 15(3000) 600 2 ,600) 542 732 807 888 2 64171 77 220 90 455 638 780 951 206170(6001 608«27 744 209001 104 724 959 19 93 2 6 7119 49 231 O»' 0)«9 449«2 900 65 91 20 8003 113(600) 60 668 854 9S5 208Q60 178 268 369 459 88 622 643 996 97 83 21 6101 76 802 70 800 908 10 28 211018 170 753 77 800 84 21 2205 08 424 697(500) 799(600) 802 97 967 00(500) 213189 202 320 79 422 97 764 935 1000) 21 4135 St 441 86, 91(600) 95 793 8(8 01(6001 020 70 99 2 1 6030 130 40 95(600) 220 323(600) 723 612 34 844 46 21 3102 295 338 78 456 08 639 75 76 628 984(3000) 21 7013 148(3000) 300 39 400(600) 7 71 661 87 735 21*16« 883 69 453 604 92 674 874 2) 00«1 169 50» 629 741 72 871 2 2 0004 108 27 289 083 404 1«(SOOO) ES 67 669 783 91 013 61 99 2 21084 184 231 409 6.0 77 2 2 2 001 369 602 51 (600, 50 767 72 893 949 2 2 3094(600) 10« 75 P2 407 506 61 78 716 2 2 4142 246 376 93 456 669 732 2 26144 271 468 (600) 70 628 45 95 085 22B002 60 147 87( 500) 355 541(500, 63« 7.0(600) 2 2 7 082 204 49 83 89 678 607 88 731 941 2 2 3165 307 435( 500) 615 512 66 721 841 92« 220014 198 24« 75 77 369 523 2 3 0818 655 760 74(1000) 91 938> 91949 108 246(3000) 80 875 769 831 2 3 2021 117 220(1000) 460 88 6(6 6« f 985(600) 2 3 3000 94 114 261 361«3 481 69« 905 97 0 10 6 020 295 396 440 620 720 868 74(1000) 10 7396 747 97 2 3 3405 873 Ol« 44 SO 108039 324 059 68 705 73 053 35 913 103195 80 575 759 831 2 3 2021 117 220(1000) 450 88 646 68 578 211 703 60 51(500) 83 863 865(500) 2 3 3000 04 114 261 361 63 481 69« 905 97 gJcräntst'crtfiich'r"iffrst*"""- �»""� Miiller. Tomvolbor. Kür don?lnseratentorl verantw.: ThTGlocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Borl«gs«.staü Paul Sing«& Co.. Berlin@28.63.