Ur. 332. Abonnements-Bedingungen: HSonnemetUä• Prei- vrünumerando Vierteljöhrl. S.90 Ml, monall.>,Z0 MI, wöchenllich SO Sffl- ftci mS Hau� Einzelne Nummer 5 Sffl. Eonniags- nummcr mit illullricrler Sonntags. Vellage»Die Neue Weif 10 Pfg. Post- »bonneuient! 1.Z0 Marl vro Monat. Eingetragen in die Poii.Zeilungs- Breisliile. Unter Kreuzband iür Teun'chland und Oesterreich. Ungarn 2�0 Marl, für das übrige Ausland « Marl pro Monat. Postabonnemcnts nehmen an Belgien. Dänemari, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Rumänien. Schweden und die Schweiz. kllchcii» täglich. * Verlinev Volkesbl�tk. 33. JahrgMtK. Die TnfertionS'Gebflltr beträgt für die scchsgesvalirne Kolonel- zeile oder deren Raunt 00 Pfg, für volittfche und gcwerlschaftliche Vereins- und Vcrfammlungs- Anzeigen 30 Pfg. „Ateine?In:«isen". das tettgcdruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Wortes, jedes weitere Wort 10 Pfg, Etellengesuche und Schlafslellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes wettere Wort ö Pfg. Worte über 15 Buch« ftabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis & Uhr nachmittags in der Exveditioa abgegeben werden. Die Exvediiion ijt bis 7 Uhr abczids geöffnet. lelegramm-Adresse: .SoiiältlimsMl killib". ZcntruXorgan der rozialdcmoferatifchcri Partei DcutfcMands. Neöaktion: EW. HS, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzpla«, Nr. 131 90— 151 97. Sonntag, den 3. Dezember 1316. Expeüition: EW. HS, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplan, Nr. 131 SV— 131 S7. Das Dilfsdienftgefetz angenommen Der Durehbruchsfieg am Hrgeful. die entscheiöenöe Sitzung. Siegreiches Vordringen am oberen und unteren Ärgesul.— Bei Smorgon, Pinsk, in den Waldkarpathen, an der Sieben- bürgengrenze, in der Dobrndscha vergeb- liche rnssische Angriffe. Amtlich. Großes Hauptquartier, 2. Dezember 1916.(W. T. SS.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf beiden Ancre-Ufern, am St. Pierrc-iSaast-Walde und südlich der Somme bei Chaulnes entwickelte sich zeit- weilig starker Artilleriekampf. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Front des Gencralfcldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Russische Vorstöße nördlich von Smorgon und südlich von PinSk scheiterten verlustreich. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. Tic Angriffe der Rusien und Rumänen in den Wald- karpathen und siebcnbürgischen Grenzgebirgcn dauern an. Der Ansturm richtete sich gestern vornehmlich gegen unsere Stellungen an der Baba Ludowa und Gura Rucada, östlich von Dorna Watra sowie im Trotosu- und Ojtoz-Tal; er war vergeblich und mit schweren Verlusten für den Feind verbunden. Deutsche Truppen in den Wald-Karpathen machten bei Gegenstößen an einer Stelle über 1999 Gefangene. Heeresgruppe des Gcneralscldmarschalls v o n M a ck c n s c n. Die Kämpfe in der Walachei entwickeln sich zu einer großen Schlacht. Der aus dem Gebirge südöstlich von Campulung heraus- tretende Armeefiügel gewann in den Waldbergen zu beiden Seiten des Dambovita-Abschnitts kämpfend Boden. Am Argesul, südöstlich von Pitesti, ist die sich zum Kampf stellende 1. rumänische Armee von deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen nach zähem Ringen durch- brachen und geschlagen worden. Das bis zu einem Divi- sionsstabsquartier vorstoßende, oft bewährte bayerische Re> serve-Jnfanterie-Rcgiment Nr. 18 nahm dort gesangenen Generalftabsoffizicrcn Befehle ab, aus denen hervorgeht, daß in der von uns durchstoßenen Stellung die 1. Armee sich bis zum letzteu Mann schlagen sollte. Der Armee- führer, wohl im Bewußtsein des geringen moralischen Wertes seiner Truppen, knüpfte an den in romanischem Phrascnschwung gehaltenen Ausdruck die Erwartung„aus- zuhalten und bis zum Tode gegen die grausamen Bar- baren zu kämpfen" die Androhung sofort zu vollstreckender Todesstrafe gegen die Feiglinge in seiner Armee!— Weiter unterhalb bis nahe der Donau ist der Argesul im Kampf erreicht. An Gefangenen hat— soweit Zählung bisher mög- lich— der I.Dezember uns 51 Offiziere und 6115 Mann, an Beute 49 Geschütze und 199 gefüllte Munitionswagcn neben vielen Hundert anderer Truppeufahrzcugc eingebracht. In der Dobrudscha schlugen bulgarische Trnppeu starke russische Angriffe ab. Mazedonische Front. Auch auf diesem Kriegsschauplatz blieben wieder Bor- stößc der Entente nordwestlich von Monastir und bei Gru- niste ohne jeglichen Erfolg. Der Erste Gcneralquartiermeister. Ludcndorss. * Menübericht. Amtlich. Berlin, 2. Dezember, abends.(W. T. B.) Im Westen und an der Ostfront nichts Wesentliches. In den Karpathen erneute, aber wieder vergebliche Entlastungsvorstöße. Für uns giktzistige Entwicklung der Lage ia Rumänien. Nordwestlich Monastir starkes Feuer. Bulgarischer Vorstoß warf dort den Angreifer zurück. Der österreichische Dericht. Wien, 2. Tczcmbcr 1919. fW. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Ocstlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Bukarest wurde der untere Argeso gewönne». Alle Versuche des Feindes, dem Vordringen der Donau-Armre dnrch Gegenangriff Halt zu gebieten, waren vergebens. Süd- östlich und östlich von Pitcsti stellte sich die erste rumänische Armee erneuert zur Schlacht. General Stratilcscu trug in seinem Be- fehle allen Offizieren und Truppen auf, ans ihren Plätzen zu sterben, da von dem bevorstehenden Kampfe das Schicksal Ru- mänicnS abhänge. Die österreichisch-ungarischen tittd deutschen Truppen warfen den Feind nach heftigem Ringen. Ein bayerisches Regiment stieß im Argcso-Talc weit über die durchbrochene Linie dcS Gegners hinaus; die Rumänen wichen in Unordnung. Auch im Tambovita-Tal südöstlich von Campulung wurde rumänischer Widerstand gebrochen. Ein feindlicher Gegenstoß im Prahova- Tale scheiterte am Widerstand der dort fechtenden österreichisch- ungarischen Regimenter. Die Beute des gestrigen Tages— cS wurden über 9999 Gr- faiigene, 49 Geschütze, 199 grsüllte Munitionswagcn gezählt— bietet einen Maßstab für die Niederlage, die der Gegner erlitt. Vergeblich versuchten die Russen, durch ihre Karpnthcnoffeusivc noch in letzter Stunde Hilfe zu bringen. Die Angriffe der Rumänen im Grcnzgcbirgc westlich von Focsani, die Anstürme zweier russischer Armeen gegen die Linie der Generale von Arz und von Kocvcß scheiterten gestern wie an allen vorangegangenen Tagen. Außergewöhnlich hohe feindliche Verluste bilden vorerst das einzige Ergebnis, das die Entlnstungs- offensive in den Karpathen für unsere Gegner aufzuweisen hat. Nördlich der Karpathen bei den k. u. k. Streitkräften nichts Neues. Jtalicuischcr Kriegsschauplatz. Die Italiener setzten ihr Geschützfcucr im Karstabschnitt mit großem Munitionsaufwand fort. Auch nachts war der Artillerie- kämpf, insbesondere im Südtcile der Hochfläche, lebhafter als bisher. Ein Angriff feindlicher Flieger auf Ortschaften im Wippach- talc hatte nicht den geringsten Erfolg. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In Albanien unverändert. Ter Stellvertreter des Chefs des GencralstabeS. v. H o e f e r, Fcldmarschallcutnant. Sie Erhöhung öer Zamilienunterstützung beschlossen . Bei der dritten Lesung des Hilfsdienstgesctzes gab der Staatssekretär des Innern Dr. Helffcrich folgende Er- klärung ab: Ter Bundesrat hat bezüglich der Familienunterstützungen beschloffen, die Unterstützung von monatlich 29 M. für Ehefrauen und 19 M. für sonstige Berechtigte zu erhöhen, und zwar bis einschließlich April, beginnend mit einschließlich November dieses Jahres. Ter für November fällig gewordene Betrag wird den Familien mit der zweiten Dczcmbcrrate Mitte Dezember ausgezahlt werden, so daß ihnen zu Weihnachten ein größerer Betrag zur Verfügung steht. Weiter hat der Bundesrat be- schloffen, die Zuschüsse zu der Kriegswohlfahrtspffege der Gemeinden von monatlich 29 auf 39 Millionen Mark zu erhöhen. Das bedeutet monatlich eine Mehransgabe von 55 Millionen Mark. Weiter hat der Bundesrat bcschlosicu, daß die Familien der aus. dem Heeresverband Entlassenen die Unterstützung noch einen halben Monat länger beziehen, damit sie bei der Regelung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse eine Hilfe haben. Ich glaube, der Bundesrat ist damit den Wünschen des Reichstags iu weitem Maße entgegengekommen. Die voni Bundesrat beschlossene Erhöhung der Familien- Unterstützung durch das Reich einspricht einem Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der vom Reichs- tag in eine Resolution verwandelt und dann einstimmig an- genomnicn wurde. Während der Verhandlungen über das Hilfsdienstgesetz wurde von der sozialdemokratischen Fraktion wiederholt betont, daß zugleich mit der Annahme des Gesetzes durch den Reichstag auch die Erhöhung der Familicnuntcr- stützung beschlossen werden müsse. Diesem berechtigten Verlangen hat der Bundesrat Rechnung getragen. Mit 235 gegen 19 Stimmen bei 8 Enthaltungen hat der Reichstag am Sonnabend das Gesetz über den Vater» ländischen Hilfsdienst angenommen. Die sozialdemokratische Fraktion hat für das Gesetz ge- stimmt. Sic hat das in erster Linie deshalb getan, weil es sich um einen Akt der Solidarität mit unseren feld- grauen Volksgenossen handelte. Würde die Bevölkerung des Hinterlandes vor dem Opfer zurückscheucn, das ihm durch das Gesetz abgefordert wird, so müßte das für die Kämpfen- den draußen die verhängnisvollsten Folgen haben. Der Soldat im Schützengraben hat unendlich mehr zu tragen, als der Arbeiter daheim. Auch wir leiden unter dem Krieg— aber was der Krieg wirk- lich bedeutet, das wissen nur die, die draußen sind. Sie würden es nicht verstanden haben, wenn ihnen der Reichstag die Hilfe, die das Gesetz bringen soll, der- lvcigert hätte. Die sozialdemokratische Fraktion billigt den Zweck des Gesetzes. Den Entlvurf dagegen, den der Bundesrat dem Reichstag unterbreitete, hat sie für ein verfehltes Mittel gehalten. Dieser Entwurf hat die weitestgehende Umgestaltung erfahren, und diese Umgestaltung, die durchgehend im Interesse der Arbeiter und Angestellten erfolgt ist, wurde nur dadurch möglich, daß sich die sozialdemokratische Fraktion der positiven Mitarbeit an dem Gesetz nicht entzog. Was wäre denn ge- worden, wenn die sozialdemokratische Fraktion dieselbe Haltung eingenommen hätte wie die„Arbeitsgemeinschaft"? Das Ge- fetz wäre dennoch zustande gekommen, aber es wäre viel schlechter für die Arbeiter ausgefallen. Durch die Zustimmung zu dem Gesetz hat die Arbeiter- schaft aber auch die Möglichkeit gewonnen, an der unendlich wichtigen Ausführung des Gesetzes mitzuwirken. Jeder Hilfsdienstpflichtige muß sich genau mit dem Inhalt des Ge- setzes bekannt machen, er muß über die Pflichten und Rechte� die ihm daraus erwachsen, genau Bescheid wissen. Saust wird er sich vor unberechtigten ischädigungen bewahren können. Bei der Aufklärung der Bevölkerung wird der sozial- demokratischen Presse, der Partei und den Gewerkschaften eine sehr wichtige Rolle zufallen. Besonders werden die G c w e r k- s ch a f t c n mit allen Fragen des Gesetzes dauernd befaßt sein, sie bieten den besten Schutz gegen Willtür und Unrecht. Wäre jeder Arbeiter gewerkschaftlich organisiert, dann brauchten wir uns über die schädlichen Wirkungen des Gesetzes ganz gewiß keinen übertriebenen Befürchtungen hinzugeben. Es gilt also, für die Gewerkschaften zu wirken und sich durch Kenntnis des Gesetzes gegen un- berechtigte Ansprüche zu wappnen. Damit wird praktisch für die Interessen der Arbeiterklasse etwas erreicht werden. Mit der Ablehnung des Gesetzes durch die Fraktion wäre nicht der geringste Nutzen gestiftet, sondern nur dem allgemeinen Interesse des arbeitenden Volkes und den Jnter- essen unzähliger einzelner, die in den neuen Bestimmungen des Gesetzes ihren Schutz finden werden, geschadet worden! ♦ Aus dem Reichstag wird uns geschrieben: Das Gesetz über den vaterländischen Hilfs- d i c n st ist am Sonnabend durch die dritte Lesung iin Reichs- tag unter Dach gebracht worden. Unter Fach ist es damit noch nicht. Das wird erst der Fall sein, wenn der Bundes- rat dem Gesetzentwurf in der vom Reichstag beschlossenen Form seine Zilstiinmung erteilt hat. Daran ist allerdings nicht mehr zu zweifeln. Der Bundesrat hat sich in der letzten Zeit mehr als einmal bewogen gefühlt, Beschlüssen des Reichstags zuzustimnicn, gegen die er bei den Vorberatungen mancherlei Einwendungen und Vorbehalte vorzubringen hatte. So gab der Staatssekretär des Innern vor einigen Tagen mitten in den Beratungen über das Hilfsdienstgesetz die Zustimmung des Bundesrats zum Gesetzentwurf iiber die Schutzhaft und den Belagerungszustand bekannt: so benutzte er am Sonnabend eine passende Gelegenheit, dem Reichstag mitzuteilen, daß der Bundesrat der vom Reichstag gewünschten Erhöhung der Familienunterstützungen zu- gestimmt habe. Um so mehr ist anzunehmen und auch aus dem Verhalten des Staatssekretärs Dr. Helfferich bei der dritten Beratung des Gesetzentwurfs zu schließen, daß der Bundesrat baldigst dem neuen Gesetzentwurf zustimmen wird, obwohl der Reichstag die anfängliche Vorlage des Bundesrats Iveit über ihre„lapidaren" Bestimmungen hin- aus, wie man ihre Lückenhaftigkeit und Dürftigkeit beschönigend genannt hat, ausgebaut und verbessert hat. Um eine Reihe von Bestimmungen ist am Sonnabend noch heiß gestritten worden. Innerhalb der bürgerlick>en Parteien hatte man sich über eine Abschwächung der in zweiter Scfimtf einqcfi'lgtcn Sicherung des Vereins- und V e r s c> in ni l u n si s r e ch t s geeinigt. Wie Genosse Bauer durch einen ebenso scharfen wie vollauf berechtigten Angriff auf den Unterstaatssekretär Richter zur öffentlichen Äenntnis brachte, war gerade dieser rückständige Bureaukrat im Reichsamt des Innern bei der beabsichtigten Verschlechte- Tung des Gesetzes aktiv beteiligt gewesen. Den eindring- lichcn Reden unserer Genossen gelang aber doch die Ver- Hinderung dieser Verschlechterung. Es blieb bei dem Beschluß der zweiten Lesung. Leider war bei diesem Anlaß nicht auch die Sicherung des Koalitionsrechts zu erhalten. Aber es ist� unverständlich, wie die Sozialdemokratische Ar- beitsgemcinschaft nach der Ablehnung ihres Antrages ihrer- seits die von der soziademokratischen Fraktion mühsam er- kämpfte Sicherung des Vereins- und Versammlungsrechtes ablehnen konnte. Sie befand sich dabei wieder in Ueberein- stimmiing mit der äußersten Rechten. Die von der sozialdemokratischen Fraktion für den Eisenbahnbetri eb verlangte obligatorische E i n s e tz u n g v o n A r b e i t e r a u s s ch ü s s e n ist dagegen in der dritten Lesung abgelehnt worden. Ter Staatssekretär Dr. Helfferich trägt daran die Hauptschuld, Iveil er bei dieser Gelegenheit von einer„Gefährdung" des ganzen Gesetzes sprach, eine Drohung, für die ihm von sozialdemokratischer Seite, besonders vom Genossen Legien, die gebührende scharfe Antwort erteilt wurde. Es mußte, da die Abstimmung zweifelhaft war, ein Hammelsprung vorgenommen werden, der eine Stimme Mehrheit für die Ablehnung unseres Antrages ergab. Es ist tief bedauerlich, daß um dieser einen Stimme willen die wertvolle Verbesserung des Gesetzes ge- fallen ist. Der laute Jubel auf der Rechten über das Ab- stimmungsergebnis aber war höchst unzeitgemäß. Auch die Einbeziehung der landwirtschaftlichen Arbeiter in das schiedsgerichtliche Einiglingsverfahren ist in der dritten Lesung aufrechterhalten worden. Ebenso ist die M i t w i r k u n g d c s Reichstags auf einen stän- digen Ausschuß gesichert. Staatssekretär Dr. Helfferich zeigte sich in diesem Punkte am Sonnabend erheblich zu- gänglicher als am Donnerstag. Bedauerlich ist. daß auch in diesem Falle die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft, nachdem ihr eigener weitgehender Antrag abgelehnt worden war, wiederum gegen die jetzt geltende stimmte. obwohl auch diese besonders unter Mitwirkung der sozial- demokratischen Fraktion zuni Zwecke der Sicherung der Rechte der Volksvertretung zustande gekommen war. Die Vertagung des Reichstags ist dieses Mal nicht durch Kaiserliche Verordnung erfolgt, sondern sie liegt in der Hand des Reichstags. Der Präsident begründete diese Art der Vertagung mit einem vielsagenden Hinweis auf den schnellen Gang der weltpolitischen Ereignisse in jüngster Zeit, der einen baldigen Wiederzusammentritt des Reichstags iiottvendig machen könne._ Der neue Rechtszustanö. Bon Gustav Bauer. JDoS Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst ist gc- schaffen, um für die Herstellung von Waffen und Munition zur Verteidigung des Landes gegen einen übermächtigen Feind die erforderlichen Arbeitskräste freizubekommen. Es ist natür- lich nicht möglich, jede andere Tätigkeit einzustellen. Zur Auf- rechterhaltung unseres Wirtschaftslebens müssen auch andere nicht minder wichtige Arbeiten verrichtet werden. Durch Zusammenlegung von Betrieben, die nicht voll'beschäftigt und Schließung von Betrieben, die wäh- rend des Krieges entbehrlich sind, wird es aber möglich sein, zahlreiche Arbeitskräfte frei zu bekommen. Ferner sollen die Angehörigen der Stände, die bisher eine geregelte nützliche Arbeit nicht verrichtet haben, zur Tätigkeit im vaterländischen Hilfsdienst herangezogen werden. Wenn solche Leute sich auch zur Arbeit in einer Waffen- und Munitionsfabrik nicht oft eignen werden, so können sie doch sehr wohl zu Bureau- und ähnlichen Arbeiten, öffentlichem Wachdienst usw, ganz gut ver- Wandt werden. Was ist„vaterländischer Hilfsdienst"? Jede Tätigkeit, die bei Behörden, behördlichen Einrich- tungen in der K r i e g s i n d u st r i e, in der Land- und Forstwirtschaft, in der Krankenpflege, in k r i e g s w i r t- schaftlichen Organisationen jeder Art oder in sonstigen Berufen oder Betrieben, die für Zwecke der K riegführung oder der Volksversor- gung unmittelbar oder mittelbar Bedeutung haben, gilt als „vaterländischer Hilfsdienst". Die Regierung hat anerkannt, daß u. a. auch die g e- Werk schaftlichen Organisationen der Arbeiter und Angestellten zur Aufrechterhaltung der Kriegswirtschaft notwendig sind. Es ist also nicht zu befürchten, daß den Ge- werkschaften die zur Aufrcchterhalsting der Organisationen er- forderlichen Kräfte entzogen Iverden. Das Kriegsamt kann nachprüfen, ob die in einem kricgs- wirtschaftlichen Betrieb beschäftigten Personen wirklich alle gebraucht werden. Damit soll verhindert werden, daß sich Leute damit vor der Arbeit drücken, daß ein befreun- deter Unternehmer sie als bei sich beschäftigt anmeldet, wäh- rend sie in Wirklichkeit keinen Finger krumm machen, lieber die Frage, ob ein Beruf oder Betrieb für Zwecke der 5�rieg- führung oder Volksversorgung unmittelbar oder mittelbar von Bedeutung ist und ob die Zahl der dort beschäftigten Per- sonen das Bedürfnis übersteigt, entscheiden Ausschüsse, die für den Bezirk jedes Stellvertretenden Generalkomman- dos gebildet werden. Wie sind die Ausschüsse zusammengesetzt? Aus einem Offizier als Vorsitzenden, zwei höheren Staatsbeamten, von denen einer der Gewerbeaufsicht angc- hören soll, sowie aus je z w e i Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Wer mit der Entscheidung eines Ausschusses nicht zu- frieden ist, kann Beschwerde an eine beim Kriegsamt lKriegsministcrium) einzurichtende Zentralstelle ein- legen. Wer ist hilfsdicustpflichtig? Alle männlichen Deutschen, soweit sie nicht beim Heere sich befinden, vom vollendeten 17. bis zum vollendeten KV. Lebensjahre ohne Unterschied des Standes und des Be- rufes. Für Frauen und Mädchen besteht also keine Arbeitspflicht. Wie erfolgt die Heranziehung zum vaterländischen Hilfsdienst? Zunächst soll jeder Hilfsdienstpflichtige, der nicht bereits in einem den Zwecken des vaterländischen Hilfsdienstes die- nenden Betrieb oder Beruf tätig ist, sich eine ihm zusagende Beschäftigung im vaterländischen Hilfsdienst suchen. Nach Inkrafttreten des Gesetzes werden öffentliche Aufforderungen zur freiwilligen Meldung erlassen werden. Wird dieser Aufforderung nicht entsprochen, so kann der einzelne Hilfsdienstpflichtigc durch besondere schriftliche Auf- f o r d e r u u g eines Ausschusses herangezogen werden, der für joden Bezirk einer Ersatzkonimission(Bezirkskom- mando) zu bilden ist. Dieser Ausschuß besteht aus einem Offizier als Borsitzenden, einem höheren Beamten und je zwei Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Bei Stinimengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Aus- schlag. Wer von diesem Ausschuß die s ch r i s t l i ch e A u s- f o r d e r u n g zur Tätigkeit im vaterländischen Hilfsdienst erhalten hat, ist verpflichtet, sich innerhalb zwei Wochen bei den öffentlichen Vermittlungsstellen Arbeit zu suche n. Geschieht das nicht, dann kann der Ausschuß ihm eine Beschäftigung anweise n. Bei dieser Ueberweisung zur Beschäftigung ist auf das Lebensalter, die Familienverhältnisse, den Wohnort und die Gesundheit sowie auf die bisherige Tätigkeit des Hilfsdienst- Pflichtigen nach Möglichkeit Rücksicht zu nehmen; desgleichen ist zu prüfen, ob der in Aussicht gestellte Ar- bcitslohn den Beschäftigten und etwa zu versorgenden Angehörigen ausreichenden Unterhalt ermöglicht. Wer der Meinung ist, daß er nicht zu arbeiten braucht oder nicht arbeiten kann, hat das Recht, sich über die Heran- ziehung zur Arbeit durch den Ausschuß zu beschweren. Zu- ständig zur Eutscheidung über die Beschwerde ist der bereits erwähnte Ausschuß bei dem Stellvertretenden General- kommando. Arbeiter werden einen solchen Streit wohl kaum zu führen haben, weil sie sich der Arbeit nicht entziehen, sondern froh sind, wenn sie eine lohnende Beschäftigung finden. Diejenigen, die freiwillig zur Arbeit gehen, können sich aber auch einen Arbeitsplatz selbst suchen, der ihren Kräften und Fähigkeiten entspricht. Wie steht es mit dem Wechsel des Arbeitsplatzes? Ter Hilfsdienstpflichtige darf nicht ohne weiteres aus dem Betriebe, in dem er beschäftigt ist, herauslaufen. Er braucht, wenn er eine andere Beschäftigung übernehmen will, einen Ab kehr schein. In der Metallindustrie Groß- Berlins besteht eine solche Einrichtung seit länger als Jahres- frist auf Grund freier Vereinbarung zwischen den Organi- sationen der Arbeiter und der Unternehmer. Jetzt wird dieser Zustand für das ganze Reich herbeigeführt. Weigert ein Unternehmer sich, eineni Arbeiter oder Angestellten den Ab- kehrschein auszustellen, dann kann der Betreffende Beschwerde an einen Ausschuß einlegen, dcrinderRegelfürjeden Bezirk einer Ersatzkommission(Bezirkskom- mando) zu bilden ist und aus eineni Beauftragten des Kriegs- amts als Vorsitzenden sowie aus je drei Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer be- steht. Je zwei dieser Vertreter sind ständig, die übrigen find aus der Berufsgruppe zu entnehmen, welcher der be- teiligtc Hilfsdienstpflichtige angehört. Erkennt der Ausschuß nach Untersuchung des Falles an, daß ein wichtiger Grund für das Ausscheiden vorliegt, so stellt er eine Be- scheinigung aus, die in ihrer Wirkung die Bescheinigung des Arbeitgebers ersetzt. Als wichtiger Grund soll insbesondere eine angemessene Verbesserung der Arbeitsbedingungen im vaterländischen Hilfsdienst gelten. Wer ohne Äbkehrschein seine Arbeit verläßt, darf zwei Wochen lang von keinem anderen Unternehmer eingestellt werden. Tie Bewegungsfreiheit der Arbeiter ist also erheblich ein- geschränkt, nicht aber ist es ihnen unmöglich ge- macht, sich bessere Lohn- und Arbeitsbedin- g u n g e n zu verschaffen. Zunächst muß einem jeden Hilfsdienstpflichtigen der Abkehrschein gegeben werden, wenn er eine besser bezahlte Arbeit bekommen kann. Dann aber werden durch das Gesetz Einrichtungen geschaffen zuni Schutz der berechtigten Interessen der Arbeitnehmer. Es sind dies: A. Arbeiter- und Angcstelltenausschüsse. In allen dem vaterländischen Hilfsdienst dienenden Be- trieben, in denen in der Regel mindestens 50 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt sind, müssen ständige Arbeitcraus- schllsse bestehen. Soweit für solche Betriebe ständige Arbeiterausschüsse nach ts 134k der Gewerbeordnung oder nach den Berggesetzen nicht bestehen, sind sie zu errichten. Tie Mitglieder dieier Arbciterausschllfsc iverden von den volljährigen Arbeitern des Betriebes oder der Betriebsabteilung aus ihrer Mitte in un- mittelbarer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. Das Nähere bestimmt die Landes- Zentralbehörde. In Betrieben mit mehr als fünfzig Angestellten im Sinne des Angcstelltenvcrsicherungsgefctzcs sind für diese Ange- stellten Ängestclltenausschüsse zu errichten, die dieselben Be- fugniffe haben wie die Ärbeiterausschüsse. Tie Arbeiter, und Ungestelltenausschüsse haben die Wünsche und Forderungen der Arbeiter oder Angestellien dem Unternehmer zu unterbreiten und mit ihm zu verhandeln. Der Unternehmer ist zur Verhandlung verpflichtet, wenn mindestens ein Viertel der Mitglieder des Arbeitcrausschusses ein solches Verlangen stellt. Für die landwirtschaftlichen und die Eisen- bahnbetriebe brauchen Arbeiterausschüsse nicht gewählt zu werden, weil sie dem Titel VIl der Gewerbeordnung nicht unterstehen. B. S ch l i ch t u n g s st e l l e n. Kommt bei Streitigkeiten über die Lohn- und sonstigen Arbeits- brdingungen eine Verständigung zwischen dem Arbeitgeber und dem Ar- beiterausschuß nicht zustande, so kann der zur Entscheidung über die Gewährung des Abkehrscheins gebildete Ausschuß als Schlichtungsstclle angerufen werden. Er besteht aus je 3 Vertretern der Arbeiter und der Arbeitgeber fowie einem Beauftragten der Militärbehörde als Vorsitzenden. Auf ge- meinsamen Wunsch der Arbeitgeber und Arbeitnehmer kann auch ein Gewerbcgericht oder ein Berggewerbegericht oder ein Kaufmannsgericht oder ein Einigungsamt einer Innung als Einigungsamt angerufen werden. In diesem Falle findest die§§ 66, 68 bis 73 des Gewerbegerichts�esetzes ent- fprechende Anwendung mit der Maßgabe, daß ein Schicds- fpruch auch dann abzugeben ist, wenn einer der beiden Teile nicht erscheint oder nickst verhandelt, sowie daß Personen, die an der einzelnen Streitsache als Arbeitgeber oder als Mit- glied des Arbeitcrausschusses beteiligt gewesen sind, bei dem Schiedssprüche nicht mitwirken dürfen. Da wo ein ständiger Arbeiterausschuß nicht vorhanden ist, kann gleichfalls bei Streitigkeiten zwischen der Ar- b eiterschaft und dem Arbeitgeber über die Lohn- oder sonstigen Arbeitsbedingungen der Ausschuß als Schlichtungs- stelle angerufen werden. Das Gleiche gilt für die landwirt- schaftlichen Betriebe. Nur die Eisenbahnbetriebe sind aus- genommen. �. Unterwirft sich der Arbeitgeber dem Schiedssprüche nicht, so ist den beteiligten Arbeitern auf ihr Verlangen die zum Aufgeben der Arbeit berechtigende Bescheinigung(Abkehr- schein) zu erteilen. Unterwerfen sich die Arbeiter dem Schiods- spruche nicht, so darf ihnen aus der dem Schiedssprüche zu- gründe liegenden Veranlassung die Bescheinigung nicht erteilt werden. Für die industriellen Betriebe der Heeres- und Marine- Verwaltung sind durch die zuständigen Dienstbehörden Vor- schriften über die Errichtung von Arbeiterausschüssen und Schlichtungsstcllen zu erlassen. Das Vereins- und Versammlungsrecht der im Vaterländischen Hilfsdienst beschäftigten Personen ist durch das Gesetz besonders geschützt. Die Ausübung dieses Rechts darf nicht beschränkt werden. Von Wichtigkeit ist auch, daß gewerbliche Arbeiter, die etwa auf Grund dieses Gesetzes der Landwirtschaft überwiesen werden, nicht den I a n d e s g c s e tz l i ch e n Bcstim- mungen über das Gesinde unterliegen. Bei der Durchführung des Gesetzes wirkt auch eine vom Reichstage eingesetzte Kommission von 15 Mitgliedern mit. Das Gesetz tritt mit dem Tage der Vcrkündung in Kraft. Ter Bundesrat bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens. Macht der Bundesrat von dieser Befugnis binnen eines Mo- nats nach Friedensschluß mit den europäischen Großmächten keinen Gebrauch, so tritt das Gesetz außer Kraft. Der Kampf in Rumänien unü Mazeöonien. Ter Vormarsch bis Ä« Kilometer vor Bukarest.— Tie Schlacht bei Satisköj in der Dobrudscha. Sofia, 1. Dezember. Bericht des Bulgarischen General st abeS vom 1. Dezember. Mazedonische Front. In der Gegend von Monastir wiesen wir schwache Angriffe gegen das Dorf T a r n o v a und die Höhe t24S leicht zurück. Im C e r n a- Bogen wurde die Höhe 1VS0 und der Gipfel östlich vom Dorfe P a r a l o w o von Artillerie hesiig beschossen. In der Moglenica-Gegend und zu beiden Seiten des Wardar Artillerietätigkeit. An der B e l a s i c a- Front Ruhe. An der Struma Artilleriefeiler. An der Küste des Aegäischen Meeres näherten sich sechs von der Insel Thasos kommende Barken der Mündung des Mesta-Flusses, wir vertrieben sie aber durch Gewehrfeuer. Rumänische Front. In der Walachei dauert der Vormarsch siegreich und ohne Unterbrechung fort. Am 26. No- vember überschritten unsere Divisionen rasch die Donau bei Jim-- n i c e a und drängten stürmisch gegen Bukarest vor. Uebcrall brachen sie in erbitterten Kämpfen den verzweifelten Widerstand deS Feindes und fügten ihm schwere Verluste zu. Am 27. November besetzten sie nach schwerem Kampfe Giurgiu und am 30. November überschritten sie die Linie Comana— Branistari— Jngureni. die ungefähr 20 Kilometer vom Forts- gürtel von Bukare st gelegen ist. Wir überwanden den ver- zweifelten Widerstand des Feindes und erbeuteten 2 schwere Ge- schütze. 14 Feldgeschütze, 7 kleine Kanonen und b Maschinengewehre. Ferner nahmen wir 4 Offiziere und 200 Soldaten gesangen. Auf dem Schlachtfelde ließ der Gegner zahlreiche Tote und Ver- wundete zurück. In der Dobrudscha griff das vierte sibirische Korps, bestehend aus der zweiten und zehnten Infanterie- Division mit ungefähr 15 Batterien nach längerer Artillerie- Vorbereitung, die von 9 Uhr vormittag bis 4 Uhr nach- mittag dauerte, unseren linken Flügel zwischen dem Dorfe Satisköj und der Donau an.. Der Angriff wurde auch von den Batterien vom linken Donauufer her unterstützt. Gegen Vzb Uhr nachmittags näherte sich feindliche Infanterie unter dem Schutze des Nebels unseren Stellungen; es entspann sich ein Sutzerft erbitterter Kampf. Zwei Panzerautomobile näherten sich mitten im stärksten Kampfgewühle unseren Schützengräben. Unsere tapferen, ruhmreichen Regimenter der Division Preslav unternahmen einen mutigen und stürmischen Gegenangriff und schlugen die Angreifer überall blutig zurück, erbeuteten die Panzerautomobile, worin vier Maschinengewehre gefunden. 2 Offiziere und 2S Mann gefangen wurden. Der Feind zog sich in seine ursprünglichen Stellungen zurück. An der Donau Infanterie- und Artilleriefeuer. » Rumänischer Kriegsertrag. Das von den Russen in Polen, Litauen, Kurland erprobte System der Landverwüstung soll jetzt auf Rumänien ausgedehnt werden. Reuter erfährt: AuS Jassy wird telegraphiert, daß energische Matznahmen getroffen werden, um alles Getreide u n d O e l im dem Teile Rumäniens zu zerstören, der un- mittelbar in Gefahr ist, in die Hände des Feindes zu fallen. Mit solchen Matznahmen gibt der Feind zu, datz seine Nieder- läge besiegelt ist. Hervcks Klage um Rumänien. Bern, 2. Dezember.(lW. T. B.) Herbe schreibt: Während in den Geheimsitzungen der französischen Kammer geredet wird, handelt Deutschland. In Rumänien überstürzen sich die traurigen Ereignisse. Wenn es von einem Augenblick auf den andern heitzen wird, Bukarest sei gefallen, sollte in Frankreich niemand darüber erstaunt sein. Während wir reden, hat diese furchtbare Nation das grotze Opfer des ZivildienstgesetzeS auf sich genommen mit einem Patriolismus, der Respekt abzwingt. Zwar hat auch Bethmann Hollweg geredet, seinen männlichen Worten aber folgten sofortige Talen, deren Rasch- heit und Energie an die Beschlüsse Frankreichs in der RevolutionS- zeit erinnert. feindliche Heeresberichte. Französischer Bericht vom 1. Dezember nachtoiiltajjs. Orientarmee. Nordwestlich von Gru niste scheiterten heilige Gegenangriff« der deutsch-bulgarischen Truppen gegen die am Vor- tage von der serbischen Armee eroberten Stellungen in ihrer Ge- samtheit mit grotzen Verlusten für den Feind. An einigen Stellen gelang es dem Feind, in Gräben, die er am 30. November verloren hatte, Futz zu fassen. Das fortgesetzt schlechte Wetter verhindert jede wichtige Unternehmung. Prilep wurde von unseren Flugzeugen mit Bomben belegt. Russischer Bericht vom 30. November. Rumänische Front. Auf dem Wege von der Donau nach Bukare st griff der Feind die Rumänen in der Nähe von Gemantzi(?). Kalugareni und Komana an und eroberte gegen abend den letztgenannten Ort. In der D o b r u d s ch a ist die Lage unverändert. Rumänischer Bericht vom 1. Dezember. Nord- und N o r d w e st s r o n t: An der Weftgrenze der Moldau und bis zum Buzeutale einschließlich lebhafte Kämpfe auf der ganzen Front. Bei Tablabutzi, Bratocea und im Prahovatale begleitete Ärtilleriefcuer die Kampfhandlnnigen der Infanterie. Mehrere feindliche Angriffe wurden zurückgewiesen. Die von C a m p u- l u n g zurückgehenden Truppen wurden heftig angegriffen. Sie leisteten südlich der D a m b o w i tz a in der Richtung auf M i d I o- s a n i Widerstand. West front: Sehr heftige Kämpfe auf der Front G o l e st i(sechs Kilometer südlich Pitefti)— Glavacivetal— Nealjovtal bis Comanavos. Unsere Truppen machten mehrere hundert Gefangene und erbeuteteir zehn Maschinengewehre und Kriegsmaterial. Südfront: In der D o b r u d s ch a griffen wir auf der ganzen Front heftig an. Straßenkämpfe m Mhen. Ministerpräsident L a m b r o s hat Erklärungen abgegeben, mit denen er die ablehnende Haltung der Regierung be« stätigte. Die antivenizelistischen Blätter nehmen einstimmig eine drohende Haltung ein und verlangen Widerstand. Mehrere Athener Regimenter sind mit Kriegsmaterial nach Nordosten abgezogen. Ein Telegramm des„Secolo" aus Athen berichtet, die Reservisten hätten die Höhenzüge um das Stadion befestigt. Ein englischer Offizier habe mir einer Trnppenabtcilung das deutsche und das öfter- reichisch-ungarische Konsulat besetzt, wo Schildwachen die Archive bewachten. Daß die Straßen Athens bereits zum Schauplatz gewalt- samer Vorgänge lvurden, geht aus mehreren Nachrichten vom Freitag hervor. Der Athener Korrespondent von«Hvening News" meldet, daß französische Matrosen und griechische Truppen mittags begonnen haben, aufeinander zu schießen. Nach einer Meldung Reuters wurde der Sekretär der britischen Gesandtschaft Bridgeman von Soldaten verhastet und nach einer Polizeistation gebracht. Er wurde sofort wieder frei- gelassen. Aus einem Telegramm Reuters erhellt, daß die Vorgänge in Athen schwere Kämpfe gewesen find. Reuter meldet: Im Laufe des Tages kam es zu aufreizenden Szenen. Die griechischen Truppen versuchten, die Alliierten an dem Passieren gewisser Punkte zu verhindern. Es kam zu Zusammenstößen, wobei auch Schüsse fielen, die den ganzen Nachmittag fortdauerten. Der griechische Ministerpräsident und der französische Gesandte Guillcmin besuchten den König. Von amtlicher Seite wurde erklärt, daß auf Vorschlag Admiral« Fournet ein Waffen st ill st and beschlossen werden soll. Trotzdem hörte man Kanonendonner. Es heißt, daß die Franzosen den Hügel hinter dem Palais be- schössen. Es herrscht große Panik. „Daily Mail" meldet Reuter zufolge aus Athen vom 30. No- vember: Das Feuer begann in der Nähe der Endstation der PiräuS- Eisenbahn zwischen französischen Matrosen und griechischen Truppen. In Athen herrscht Panik. Menschen drängen sich durch die Straßen und die Läden schließen. Zwei französische Kreuzer sind in den Hafen von Phaleron eingefahren. In Athen geht's Heist z«. Amsterdam, den 2. Dezember.(T. T.) Nach Berichten aus London kam es gestern in Athen zu Straßcnkämpfen. Da der unter Kontrolle und Zensur der Vierverbandsmächte arbeitende Nachrichtendienst die Dinge in einem für die Entente günstigen Lichte darstellt, wird man die volle Wahrheit erst später erfahren. Aber auch so ist zwischen den Zeilen noch deutlich genug zu lesen, daß es gestern in Athen heiß hergegangen ist. General v. Heseler an Sie polnischen Legionen. Die Ansprache, die Gcneralgouverneur v. Beseler in Warschau auf dem Sachsenplatz an die einziehenden polnischen Legionen hielt, lautete: „Kameraden! Ich heiße Euch herzlich willkommen in der Hauptstadt Eures Vaterlandes, das Ihr durch Eure Tapferkeit mit habt befreien helfen. Eure Landsleute haben Euch zuge- jubelt und wir reichen Such die Hand zu treuer Kameradschaft. Aus Euren tapferen Reihen wird hoffentlich bald ein polnisches Heer erstehen, das Euer Vaterland schirmen und schützen wird. Und wir werden uns freuen, Schulter an Schulter mit Euch weiter zu kämpfen. Das freie Königreich Polen hurra!" Der Führer der Legionen Graf Szeptycki wiederholte die Worte in polnischer Sprache. tzenüerson für Fortführung ües Krieges. London, 2. Dezember.(Reutermeldung.) Der Arbeiter- führer und Minister Henderson sagte in einer Rede in Northampton, der Krieg könne noch lange dauern und von allen Kriegfüh- rendcn beispiellose Leiden und Opfer fordern. Ein Friede, der für Deutschland günstig wäre, wäre für die Verbündeten unannehmbar. Sie dürften niemals an Frieden denken, solange ein Teil bel- gischen und französischen Gebiets in feindlichem Besitz sei. Im Sommer 1317 würde die Stärke Englands an Männern und an Munition den höchsten Punkt erreichen. Aber, wenn man den Krieg gewinnen wolle, so müßte der Dienst jedes körperlich leistungs- fähigen Mannes und jeder Frau der Regierung zur Verfügung ge- stellt oder für die Nation nutzbar gemacht werden. Dieses könne am leichtesten durch ein Zusammenwirken der Patriot i- schen Arbeiterführer erreicht werden. Ausschreitungen üer Ententetruppen in Afrika. lieber das Borge he ir der englischen und der unter englischen, Oberbefehl stehenden fran« zö fischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo veröffentlicht das Reichskolonialamt soeben eine Denkschrift, deren Inhalt sich auf die beeidigten Angaben deutscher und neutraler Per- sonen stützt. Während sie in ihrem zweiten Teil eine Einzel- darstcllung zahlreicher Uebcrgriffe und Roheiten gibt, die sich Engländer und Franzosen gegen die Deutschen und Neutralen in Kamerun und Togo haben zuschulden kommen lassen, und dafür in ihrem dritten Teil das Beweismaterial beibringt, legt die voran- gestellte Uebersicht dar, daß die Schuld an den kriegerischen Ereig- nisten in Afrika vor allem England zur Last fällt; sie gibt dann einen allgemein gehaltenen Ueberblick über die Ausschreilungen der feindlichen Truppen gegen das Privateigentum und Freiheit und Leben der weißen Bevölkerung. präsiöent Wilson annektiert. Präsident Wilson tut einen Schritt, den die Imperialisten der Vereinigten Staaten loben werden. Er setzt daran, die politische Landkarte Amerikas zu verändern. Er trägt zwar zunächst die Farbe nur dünn auf, aber dem läßt sich mit weiteren Pinselstrichen nach- helfen. Das Ende der Republik San Domingo, der östlichen Grenz- nachbarin von Haiti, scheint gekommen. Associated Preß meldet aus New Jork: Nach einem Telegramm aus Santo Dommgo ist ein amerikanischer Gouverneur in Santo Domingo ernannt worden. Ein Telegramm des Wölfischen Bureaus aus Washington er- läutert den Schritt. Beim Marinedepartement eingegangene Nach- richten besagen: Der amerikanische Kommandierende in den domini- kanischen Gewässern hat eine zeitweilige Militärherrschaft verkündet, weil die Regierung der Republik sich geweigert hat, die Bezahlung der öffentlichen Schuld und der anderen Verpflichtungen zuzulassen, deren Erfüllung die Vereinigten Staaten verlangten. Bedeutet die Weigerung, daß die Republik nicht zahlen kann, so ist die letzte Stunde ihrer Selbständigkeit gekommen. Die Ver- einigten Staaten brauchen San Domingo und Haiti als Stützpunkt für die Beherrschung des mexikanischen Golfs, dieses amerikanischen Mittelmeers, und insbesondere brauchen sie es als Verstärkung der Rückendeckung des Panamakanals und als neue Brücke dorthin. Das Munitionsgefeh über Süöwales. Tie Bergarbeiter gegen die Grubenbesitzer und Kriegs- wacher. London, 1. Dezember.(W. T. B.) Nach„Daily News" hat S m i l l i e, der Vorsitzende des Bergarbeiterverbandcs, auf einer Konferenz von Bergleuten in Glasgow erklärt, er verstände nicht, weshalb man in gewissen Kreisen sich so darüber freute, daß die Bergwerke von Südwales unter das Munitionsgesetz gestellt würden. Wenn die Regierung vorgeschlagen hätte, die Bergwerke in öffentliche nr Nutzen auszu- beuten, so würden sie ihre Genugtuung darüber ge- zeigt haben. Aber es läge nicht in der Richtung, die die Bergleute wünschen, daß nur eine gewisse Aufsicht über die Bergwerke geübt werde und daß sie im übrigen unter dem Einfluß der gegenwärtigen Eigentümer und der Kriegsmacher blieben. Auf der nationalen Konferenz der Bergarbeiter, die nächste Woche in London stattfinde, werde wohl noch manches Wort über diese Frage gesprochen werden. * London, 2. Dezember.(W. T. B.) Reutermeldung. Die Re- g i e r u n g hat den Bergarbeitern von SüdwaleS eine Lohn- erhöh» n g von IS Proz. bewilligt. der Untergang üer �mperatriza Maria'". Sofia, 2. Dezember.(T. lt.) Laut„Vocnni Jnvcsta" ist der vor kurzem gesunkene russische Dreadnought„Jmpera- triza Maria" nicht tvie die amtliche rnssische Meldung besagte, durch Brand vernichtet ivorden, sondern durch Auflauf auf eine Mine bei Sulima. Der Dreadnought hatte die Aufgabe, die Dampfer, die Truppen und Lebensmittel nach der Dobrudscha brachten, zu begleiten. Als die Explosion erfolgte, entstand zwischen den Offizieren und Matrosen eine Schlägerei wegen der Be- setzung der Rettungsboote. Das Schiff gab Hilfssignale ab, die russische Flotte hielt sich jedoch verborgen, da sie glaubte, daß ein U-Boot-Angriff erfolge. der Seekrieg. Ein holländischer Dampfer mit Bannware versenkt. London, 2. Dezember.(T. U.) Rcuier meldet aus Las Pal- mos: Das holländische Pastagierboot„R i n d j a n i", das am 30. November dort ankam, berichtete, daß der niederländische Fracht- dampfer„Kediri" von der Mannschaft verlassen worden war, während längsseits des Schiffes ein deutsches Unterseeboot lag. Ein kleines Unterseeboot kam längsseits der„Nindjani", worauf die deutschen Offiziere die Papiere untersuchten. Darauf konnte das Passagierboot die Reise fortsetzen. Die gesamte Bemannung der „Kediri" ist gelandet. Als man die„Kediri" zum letzten Male sah, wurde sie von deutschen Unterseebooten beschossen und befand sich in sinkendem Zustande. Nach einem Lloydsbericht ist das niederländische Dampfschiff gesunken. Die„Kediri" war ein Fahrboot vom Rotter- damer Lloyd und maß 3781 Brutlo-Registertonnen. Der Dampfer war im Jahre 1901 in Hamburg erbaut worden und befand sich auf dem Wege von Ostindien nach Rotterdam. Ein Truppentransport auf der„Britannic"? Rotterdam, 2. Dezember.*. aus weiß Kanin(imi- 1/ Kwinder-uarmturen tiert Hermelin).... 1�.75 Backfisch-Kragen 2l.oo 100 cm Kaschmir-Seide jS/Sfkfe'idJr.'i' schiedenen Farben................ Meter ver 8.50 Die* Artikel sind nicht bezugsscheinpflichtig. Leipziger Straße Brüsseler Damen-Wäsche: Damenhemden, Damen-Beinkleider und Damen-Nachthemden mit echten Passen oder mit Stickerei-Spitzen größtenteils nicht bezugsscheinpflichtig Damenhemden ÄÄen 3.90 3.35 Damenhemden mit siickerei...... 3.40 Damenhemden äSei 3.90 3.25 Garnituren Damenhemden a cn c m stick. i o 7« dazu mit Stickerei U.JU u.Spitze SO.i J Beinkleider suck. 4.15 5.00 12.50 Nachthemden............... 19.50 Damen-Jacken"L mifuSegSgen 3.30 Damen-Jacken � 3.75 Damen-Nachthemden...... mit Umlegekragen und Stickerei....... i.Lj t.1 J Damen-Nachthemden..... halsfrei mit Stickerei.............. J.M J i.! J Damen-Nachthemden Ste,,.g.e'. 8.00 Damen-Beinkleider mit Stickerei-Volant............. jl.UJ bis 3. DU �Untertaillen mit verschiedenen Stickereien 1.00 Stickerei-Röcke..... von 6.25 ms 8.75 *Tischzeuge Tischtücher K!b"id"' J,"0"vir mit dem General Grüner einverstanden, vernünftig und mit sittlichem Ernst durchgeführt werden. Staatssekretär Hclffcrich: Ich danke beiden Vorrednern für ihre weitherzige Auffassung. Ihre Ausführungen werden dazu beitragen, den Zweck des Gesetzes zu erreichen, denn die hinter beiden Rednern stehenden Kreise sind für die Durchsührung dcS Gesetzes von der allerwesentlichsten Be- deutung. Ich kann mir die Dnrchführnng gar nicht denken, ohne die freudige und bereitwillige Mitwirkung der deutschen Arbeiterschaft. Diese müssen wir g c- iv innen, wenn wir aus dem Gesetz herausholen wollen, was wir sowohl an der Front wie in der Heimat brauchen. Das sage ich nicht nur in meinem Namen, sondern im Namen der Verbündeten Regierungen. Aus dieser Auffassung heraus werden die Verbündeten Regierungen zn dem Ergebnis ihrer Beratungen Slellung nehmen. Es ist mir dabei ein kleiner Schmerz, daß der Abg. Legien nach imsemn langen Zusammenarbeiten in mir so etwas zu sehe» scheint wie einen bösen Geist, vor dem man warnen muß.(Heiterkeit.) Ich glaube, meine Mit- Wirkung hätte doch eine bessere Zensur verdient. Ich glaube, ich habe mich in keinem Punkt von kleinlichem und cngverzigem Geiste leiten lassen.(Widerspruch bei den S o z i a I d c ni o- k r a l e n.) Ich bin mir bewußt, mein Bestes zum Zustande- kommen des Gesetzes beigetragen zn haben und werde das auch weiter tun. WeNn ich im Laufe der Beratung genötigt war, in dem und jenem Punkte zu warnen, abzuraten, zn widersprechen, so ge- schah das, tun den Zweck des Gesetzes nicht zn becinträchtigen, niemals handelte e? sich hier tun einseitige Jntcrcsicn der Arbeit- geber, sondern immer nur einzig und allein um den großen vater- ländlichen Gesamtzweck, daS höchstmögliche Maß der Steigcrtmg der Produklion zu erreichen, das Höchstmaß sowohl an Granate» wie an Brot. Ich hoffe, daß dies Gesetz, das die Einheit der vaterländischen Hilfspflicht für alle Deutschen ohne Unterschied von Klasse und Stand proklamiert, einen neuen eisernen Reisen um die Gesamtheit aller Volksgenossen schmieden wird.(Lebhafter Beifall.) Die Frage der Familicmiuterstütztüig ist in intensiver Bchaudlung. Der Bundesrat wird heute schon dar- über berate», und ich hoffe, Sie werde» mit dem Ergebnis der Be- ratunge» zufrieden sein.(Beifall.) Abg. Haasc(Soz. Arbg.): Das einzige Gut, das der Arbeiter hat, die Arbeitskraft, wird durch dieses Gesetz beschlagnahmt. Die ausgleichende Gerechtigkeit würde erfordern, daß dann auch die kapitalistischen Betriebe vom Staat übernommen werden.(Sehr wahr! b. d. Soz. Arbg.) Aber unser dahingehender Antrag ist abgelehnt worden. Der Zn- stand der allgemeinen Hörigkeit, den das Gesetz schafft. wird also noch' verschärst, indem einige Wenige ihr Hab und Gut vermehren können, während Tauseiide und aber Tanscnde von Existenzen zugrunde gehen. Der gewaltige Gegensatz zwischen den ungeheuren Gcwimte» der Rüstuttgsindiistrie und der Lebenshallung der Massen tritt schon jetzt scharf in die Erscheinung. Das empfinden auch die Behörden. So Hai die Zensur im Bereich des YIL Armeekorps im Geschäftsbericht der Firma den Satz unterdrückt, daß 39 Millionen Mark für außer- ordcnlliche Abschreibungen ans Kriegsmaterial verwendet sind und dann noch 9ö Millionen Mark übrig blieben.(Lebhaftes Hört! hört! bei der Soz. Arbg.) lieber die schlcchleu Lohnver-hälluinej bei der Firma Krupp hat mein Freund Zubcil ja bereits zuverlässige Milicilmigen gemacht. Sofort bei seiner Verktiiidung ersaßt das Gesetz den Über- wiegenden Teil der Arbeiter. Bon dem Moment an sind sie gc- fesselt und dürfen ohne Abkchrschcin ihre Arbeitsstelle nicht»mehr verlassen. Bon den r c i ch c n Müßiggängern ist in den Vcr- Handlungen keine Rebe gewesen, sie spielten nur eine dckoraiive Rolle in den Vorverhandlungen. Das Kriegsamt Ivird sich nicht nach ihnen reißen, namentlich wenn die Bestimmung beachtet wird, es soll auf die bisherige Tätigkeit Rücksicht genommen werden. Neben den Arbeitern wird unter dem Gesetz der Mittelstand leiden. Auch hier zeigt sich wieder, daß ganz andere Kräfte wie�die Sozialdemokratie die Jcrreibung des Mittelstandes besorgen.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Durch da? Gesetz werden alle männlichen Personen von 17 bis öl) Jahren dem M i l i t a r i S m n S a n s» geliefert, niemand ist sicher, daß das Kriegsamt ihn nicht zu irgend einem Betriebe nehmen kann. Nach den Erfahrungen mir dein Belagerungszustand können wir nns der Besorgnis nicht cnt- schlagen, daß politisch mißlirbige Pcrsoncn auf Grund dieses Gesetzes aus ihrem Wohnsitze entfernt und dem ArbcitSzwang unterworfen werden.(Sehr wahr! b. d. Soz. Arbg.) Das Gesetz ist ein politisches. Die Freizügigkeit ist ein politisches Grundrecht der modernen Gesellschaft und dieses Grundrecht witd aufgehoben, das Recht, seine einzige Ware, die Arbeitskraft, da aitzn« bieten, wo er sie vorteilhast verwerten kann, dieses Recht, das ein Lebensintcresse des Arbeiters ist, wird mit diesem Gesetz ein- geschränkt. Der Arbeiter wird auch persönlich nnsrei. Der§ 9, der die Unfreiheit am lrassesten zmn Ausdruck bringt, wird in der polnischen Geschichte unseres Volkes eine iratnige Berühmtheit ge- Winnen. Das M0U0 des Reichskanzlers war; Stark nach außen, sret nach innen. Aber die Verkündung innerer Freiheit klang geradezu wie Holm. Das Gesetz bringt einen Umsturz des Be« stehenden, aber nicht in der Richtung geistiger Freiheit, sondern in der Richtung der Unterdrückung der Arbeiter. Man hat versucht, dieses Gesetz den Arbeitern schmackhaft zu machen und cS als einen Triumph des sozialistischen Gedankens hingestellt. Nein. ES ist Geist vom Geiste des MilitariSmnS und des modernsten Kapitaiismüs. Sozialistische Forderungen haben zur Voraussetzung eine Gesellschaft, in der das kapitalistische Eigentum an den Produktionsmitteln in gesellschaftliches verwandelt ist, in der keine Klaffennnterschiede existieren, in der die Ausbeutung des Menschen durch den Mcnichen aufgehört hat, tu der alle arbeiten müssen, iveil es ein arbeitsloses Etnkounnen nicht gibt. Hier aber bleiben die Klassenunterschiede bestehen und werden sogar noch verschärft. Die Arbeiter lverden den Unternehmern zur Ausbeutung überliescrt. Die Aufhebung der Freizügigkeit führt erfahrungsmäßig zum Lohndruck. Die Unter« itehmer bekommen Arbeiter vom Kricgsamt zugewiesen und haben es nicht nötig, sie durch besondere Lohnbedingtingen heranznzichcn. Die Verständigung der Arbeitgeber zum Lohndrnck wird et- leichtert. Dazu tritt das zahlreiche Angebot der Frauen. Loh»- druck durch Frauen hätte mir ausgeschaltet werden können durch cfite gesetzliche Bestimmung, daß Fräuen in den Betrieben, die unter daS Gesetz fallen, den gleichen Lohn bekommen müssen, tvie männliche Arbeiter.(Sehr richtig! bei der Soz. Arbg.) Aber dieser Antrag ist abgelehnt worden.� Wiederholt Hai man hier den Frauen den heißesten Dank ausgesprochen und ihr Heldentum gefeiert. Unser ganzes Wirtschaftsleben hätte auch in der Tal ohne die Arbcitersraiicn nicht ausrecht erhallen bleiben können. Zum mindesten hätte man dann doch die Schutz- bestiinmiingen, die im August 191�, in � der Annahme, es handle sich tun einen ganz kurzen Krieg aufgehoben worden sind, wicderkerstellcii inüsien.(Sehr richtig! bei der Soz. Arbg.) Auch dieser Antrag, der nötig ist. tun nicht ras ganze werdende Geschlecht zu verderbeu, ist abgelehnt worden. Man sagt, das Gesetz bringt auch wertvolle Bestiinmiingen für den Arbeiter, einen organisierten Jntercssenschntz mit einer ausreichenden Vertretung der Arbeiter. Aber für den Sklaven ist es ein schwacher Trost, daß gegenüber der Peitsche des Sklavenhalters Vorkehrnngcit getroffen werden, damit sie nicht gar zn hart und gewalttätig ans ihn nicdersaust. Der Gefesselte hat das Verlangen, seine Fesseln loszuwerden und nicht sie zn lockern. Die Schutz- bestimmungen sind nnzurcicheud, als Rcchtsgarantien kann man sie nicht bezeichnen. Legien hat mit Recht hervorgehoben, daß eS sich nur um Notbehelfe handelt. Die Landarbeiter sind an die Scholle gesesielt, schon dann, wenn sie auch nur am 1. August dieses Jahres in einem land- wirtschaftlichen Betriebe tätig gewesen sind. Theoretisch besteht die Möglichkeit, das sie sich nach Ablauf ihrer KontrakiSzeir tun eine andere Stelle bemühen. Aber praktisch ist ihnen jeder Weg zu citicr anderen Arbeitsstelle abgeschnitten. Man hat gefordert und auch beschlossen, daß die gewerblichen Arbeiter, die der Land- und Forst- Wirtschaft Überwiesen werden, nicht den Gesindeordnungen ausgeliefert werden. Aber das ist nur ein geringer Schutz, denn e-s bleiben alle übrigen Beschränkungen, vor allem die Beschränkung des KoalilioiiSrcchtS, für sie bestehen. Es sind Attsschüsse eingesetzt, die auch Vertreter der Arbeiterorganisaiioiicii erhalten. Aber nach allen Erfahrungen können wir es als die Regel mischen, daß die Nrbcijgcbci Vertreter mit dem Vorsitzcndat die Mehrheit haben, nicht weil der Vorsitzend« parteiisch ist, sondern weil er voreingenommen ist und nach seiner ganzen Erziehung, Lcbcnslveise und sozialen Stellung in den meisten Fällen gegen die Arbeiter entscheiden wird, tun so mehr als ihm ja in erster Linie der Zweck des Gesetzes siebt und erst in zweiter die Verbesserung der Lohnverhältniffc.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Auch aus unserer grundsätzlichen Stellimg zum impeiiiilisiische» Krieg stchcu wir dem Gesetz ableynciid gegenüber. Noch bevor der Arbeitszwang bei uns eingesührt wird, ist er bereits auf die besetzten Gebiete angewendet worden, Tausende von belgischen Arbeitern sind diesem völkerrechtswidrigen Zwange unlcrlvorfcn worden. Jahrzehntelang haben sie mit den deutschen Arbeitern tun die gleichen Ziele gerungen. Wir fordern die Regicruiig dringend auf, diesem Zustand ein Ende zu machen und den Arbeitern Belgiens die Freiheit zu geben, auf die sie nach dem Völkerrecht Anspruch haben. Dazu sollte die Regicriiitg mich ans Klugheitsrücksichten bestimmt werden, denn die Arbeiter, die diesem Zwange unterliegen, werden Ivahrtich nicht srendig ihre Arbeit verrichten. Auch haben wir walirlich keinen Ueberfluß an Shmpathie im iicutralen Ausland und dieser Vorgang hat eine Entrüstliiig hervorgcrni'eii, die immer stärkere Wellen im neutralen AuSlanS bildet. Der Papst hat bereits protestiert, die Regiernngen von Holland, Spanien, der Schweiz, den Vereinigten Staaten protestieren ebenfalls. Tie Hanger Konvention bestimmt ausdrücklich, daß Angchöiige des feindlichen Landes zur Teilnahme an Kriegsmaßnabme» nicht gezwungen lvcrdcn dürfen. (Sehr wafir! bei den Soz. Arbg.) Das Gesetz ivird den Krieg nickt schneller beendigen, sondern es wirb ihn v e r s ch ä rfc n, die Kämpfe ivcrdc» erbitterter iverden, die Verluste iniiner nnabschbarer. Als ich im Frühjahr aussprach, daß es in diesem Kriege iveder Sieger noch Besiegte geben ivcrde, ciilsesselte das ciue lebhafic Einpöriing. Aber seitdem ist diese Er« kenutiiiS wcitergedruiigeii. Auch S ch c i d c in a n n hat am 15. November im„Vorwärts" den für einen Narren erklärt, der nach 28 Kriegsmonaten noch glauben kann, daß eine der beiden Machte- CtiiWcn bie nübrrc völlig n:edsrsck>lot>cn werde. Leider qibt eZ solcher Ntwren»och sehr viele jenseits und diesseils der Grenzen. Tic Niciicrlagc des eigenen Volkes will»jemand. ?!k>er es js! iiiligi'. sich Wnnsche vorzndeklamieren. sondern moii unisz erkennen, was in und was wiid. Wir feficii noch 2S Monoien wohl in er und dorl Tiege, ober keine Eiilscheidung. Dvrchballe» ticiiil nichis anderes für alle Benuligien als Berbluien. lLebhafles Sehr wahr! bei der Ton Arbg.j lllnch diese lörkenntnis bestiinint inner Verholten, abgesehen von iiuicffv grnndiäylicheii Stellung. Wenn das Schliimniie vcrlsüiet nnd adgeivendel iveiden soll, lo inüsien alle nicht die Stürgsmitlcl stelgern, sondern suchen, zu einer Versuindiguiig z» kommen. sSebr wahr! bei der Cöo;. Arbg.) Jede JiriedcnSbcrcilsckasi, die sich ans die Erniarinirg der vollnälldipen Niederlage des andern stützt, bolubt ans total falscher Grundlage. Aber alle Staatsmänner, die bis jcv: von frieden gesprochen haben, baben, ivic auch der n c n c„ V o r w>i r l s" in einem l l ch l e n i!l n g c n- l> l r ck au-nihrle. ihre �riedciiSbereiliibast au Aenn und Aber gc- kniivir. Wir oder verlangen einen Frieden obne Vrrgsivalligmig, vgue tvinichaflliche und sinaneiellr Oüecboocit über ein anderes Volk. Wenn es mir varans autonnnl, die Produktion zu iteiger», so braucht vian nicht JwnngSgescpe zu machen i acben Sie reichlich Bror, sorgen Sie für ausreichende Ernährung, so haben Sie auch ein reichliches Angebot von Arbeitskräften. Eine Reihe von Vetrieben lverden nach diesem Gcietz eingestellt, andere werden zuiamincngrlcgt. Tie Ronzeniration des Kapitals ivitd dadurch noch steigen. Aber auch die Einsicht in die iürchter» lirbc Bcrwüslmig dieses Krieges aui materiellem, iniektuellem nnd sittlichem� Gebicie ivi'.d ans die Menschen nach dem Kriege einen gros-en Linslilst ansüben, die Erkenntnis der wahren Gründe, die zum Kriege gesnhrt haben nnd seine Jonsepuug bestimmen, lviid ivachsc», das L'nlscizen vor dem Krieg wird zllnehtnen. S i e glauben, die H c r r s ch a f l des Kapitals g c f c st i g t z n h a b e N. I n Wahrheit aber i st a u ch dieses Gesetz ti i ch t s nnd e i" es, als e> n W c g In e i s e r in r n n§. ei n 22 c g lv c i> e r f ü r den S o z i a l i s m u s.(Lebh. vcifall b. d. Sog. Arbg) ?ll'g. Behrens(Tcuischc Fiakt.): Ich erhebe de» cnlschiedeiisien Widrriprnch. das; der Vorredner das Gesetz e>n Ansnahmegejetz gegen die Atbeüer genannt hat. er bar keine Peingnis zu dieser Velchiinpiniig. lLebhaflc Zilstinnuilng.j 22er'o tvensg sozialpolitisches Aernändiiis zeigt wie Herr Haaie, hat lein Rcchi, iin Zllimen der Arbeiterschaft zn sprechen. Tte deutsche Ardcuepchasc luill ohne llnlerschicd ihrer Richtungen alles tun. ivaS noiwendig in. um den Krieg zu Ende zu fuhren»nd den BtüScrn an der Front Erletchierung zn schaffen. lLebhaftcr Beifall.) CtantSsokrctär Tr. Hclfferich: Heir Haa>e hat behauptet, die Hcra»zieh»»ig der belgischen Arbeitslos o n zur Arbcir verstohe gegen das Völkerrecht. Ich ii.'lle ici't, das» diese Heranziehung sich durchaus innerhalb des Völker- rcageS beiucgr. die belgische:! Arbeiter tverden zu keiner Arbeit beran- gezogen, zir der sie nach dem Ävltcrrcchr nicht herangezogen tverden düi seit. 22ir stehen formal nnd materiell ans dem Boden des Völkerrechts. Wir machen von nnscrem guten Recht Gebrauch. Aiiherdrin eriiillen>vir»m deni Heranziehen der belgischen Arbeits- koic» zur Arbeit eine Psiichr gegen ilinerc täinpsenden Truppen. Es gibt keine» größeren Feind der Ordnung als Mütziggnitg, und».nitre Truppen können es nicht vertragen, dag Himer ihrer Front eine tn'rnhige, ntiihiggchende Bevölkernng sitzt. jLebhafic i'.m'tlttttiinng.) Dieses Heranziehen der Arbeitslosen zur Arbeit loinnit aber auch der belgi'chcn Bevöllernnz zugute. Wer hat denn cal Interesse daran, da», doit jahrelang große Mettgcn von Ar- beatorn die Hilnda niüszig in den Tchai; legen. Daran baben tvir kein Interesse, daran hat auch Belgien keitt Interesse, daran hat ei» Jmeresie nur England. Die Geschäiie Englands zu besorgen, sind w!i nicht geivill:.(Lebhafter Beifall.) ?lbg. Bauer(>Zoz.)t Tic Anssübrilngcn Haaics haben jedes LersläiidniS tür die schwierige Lage niiiercS Landes vermisicn lassen. iLebhaite Zn- sliniinniia.)---»Jnbezilg ans die b e l g i s ch e n A r b S i l c r s ch l i e j; e n w i r»>i s de m P r o t e st an, iveni! die Behanp- Ilingen, die Hanse ansgesielll hat. zutreffend sind. Im übrigen sind ivir iclion bei den Komniiistonsverhondlungen und rn direkttit Per- hoitdllingcn»t'.r der Relieriing bemllhr neivenni. eine Besieiung der Lage der belgischen Arbeiter berbetzufiihre». In bii'icm Sinne haben Partei»nd G e iv c r k' ch a s l e n gewirkt. Das möchte ich vor dem Lande frslslellen.(Beifall bei den Sozialdcmoklate».) Abg. Titrmauit(Zoz. Arbg.): Als seinerzeit die belgischen Arbeiter, die nach Holland über- gcit.'lcn ivalen, mit Erlaubnis des GcneraigoiivcrneniS v. Bissing nach Belgien zilriickkrhricn. ist boi» Generalgonvcnicur Bissing die Erklninng abgegeben worden, dai; sie ilnicr kenicn Umsthltdeil ans Belgien nach Demichland cni'ertil tverden wntden. 22«»» > in solches Aott gegeben ist, innsz es mich gehalten IVB den.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.- Ich»etweiie auch darauf, daß nach einer Meldnng der„Fraalsiirikr Zeiiinia" ans Waihliigto» die Frage der belgische n T eportotioiir» in de» Vereinigien Staaten groiße Bennrnbianng hrrvorgernie» bat. iGroße Ullrnbe.) Tamil tit bewiesen, ivelbie Schwlerigkeiicn eine solche Maßnahme auch der deiiiichen Regierung gegemvüriig bereitet und wie die Herbeisührinig des Friedens dadurch beeinirüchiigt ivird. i Sehr ivahr! V d. Soz. Arbg.) Aenn Abg. Bauer dem Abg. Haaie DolirinariSiMiS vorwaü und Mangel an Vctstandnis für die Lage des Li! Ildes, so wird man in ivaielcr Zeit, Ivemi die ttriegSleidciiichast tlicht mehr die Gemutet to erlegt.»nderS daiübrr denken. iTehr wahr! bei der Eoz. Arbg.) Ich bin überzeiigi. daß die ganz« deutsche Arbeiter» schait>väier nnf uilscrcm Slarldpiinkl im» nichr auf dein Sland- viinlt des 2!bg. Bauer ßehcn toirv.(Sehr tvanr! bei der Soz. Atdg., Wideritnnch bei den SozialdeitiolraieH) Schon jetzi Hobe» sich die gelvcrkschaslüch organiiielteii Arbeiter, die zu Aorr gekonnnen siiid, onf tlnsercn Slalidpnnkl gestellt,.�o Hai die Äertuier Per- iranenSniäniietversoiiiinInng des Dcnlscbe» MeiallarbeliervetbandeS am letzten Sonntag eine Neiolniion angcnomnteN, in der sie beide sozialdemokralische» Fraktionen onisordett. das Geictz abzukebne». Ebenso haben andere GeivetkichaftSbersaiiunlungei! bcichivsje». Wäre mehr Zeil gewesen, io würde sicher die ganze dcitlfttu vrgamsiet'.e Vltbciteiichnif tu ihrer nbetwäliigendc» MeKibeit anerkannt haben, daß dies Gesetz ei» AiiSnnlnnegeietz gegen die Aibeitetlkasie ist und es daher Pflicht rittes jeden Sozialdemoktaien jei, das Gesetz ab- anlehnen. zBtavo! b. d. Soz. Arbg.) Liaatösokrctär Tr..Hclffcrich: Ich bedoure diese Diskllssio» ans das lieinr.(Sehr wahr!) Sie wiid wieder dazu beitrage», ci» Teil des Guten, IvaS wir bier 'iir nnjeia Soldaten draußrii an der Front schaffen ivoklen, zu zer- siörcu. Ick bedanre es auch ans das tiefste, daß einem Manne, wie dem Generaigouvelnenr>>. Bisslng Iiier Worlbrnch vor- g c iv o t s c II worden ist. Wober bat Herr Diilmann die Keuiimis von dieser anaeblichen Zusage 2 Aus feindliche» Zcnuiigen. d-e ihm itatiirlich als Lnelle am tiöchilcn stehen.(Zunff) Oder ans Neutra len(jei!»Ilgen, die zum Teil die Goirtmjtc der Feinde milbe- s argen. lSrbr richtig!> 22eii>l cr das bier»ns die Tribüne des ReiachiagS bringt, so besorgt er, ob es es ivill oder nicht, gleich- falls die Geschäfte unterer Feinde.(Sehr richtig! rechts.) Abg. Lrgicn(?oz.): Es üt zwecklos, jetzt darüber zn sprechen, wie sich später die Arbeiter s ch a s l jl e l l o n w l r d. ob auf Seite der Arbeits- rcuK'inschüü oder der Mehrheit der soziatdeuiokralischen Frallio». In der crwähnt«n MetaNarbenerveriammlung sind übrige»« zwei t>ie>o!ul>oiiell aiigetlonmien worden, voit drlun eine die andere ant- heb:. Heiterkeit.) Die vont 2'lbg. Tüiuian» criväbnie Rcsolniion j..der: auch nicht die bedinguiigslose Ablehnung de» G-jrtzes. so:>- der» nur ihre Abichnung für den Fall, daß die bau den Gelver?- schafieit auigeslelllen Poranssetzunge» nicht darchgesührß loerden sollte». Ferner sind diese Beichlüsie gesagt auf Grund des ersten Eiilwmss(Hört! hörl?), von dem ich lchon in der Kommission gesagt habe, daß die Regierung durch seine Veröffentlichimg soviel Schaden inner der Arbeiterschaft angerichtet hat. daß es sehr schwer sein wiid, ihn ivieder gut zn machen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Im übrigen ist die Eiilschcidnng über die Slellnng der gesamte» Geiverkichafie» Deutschlands nicht in die Hände der Genrralver- iamnitmig eines Berliner Ziveigvereinö zn geben.(Sedr r.chiig! bei den Sozialdemokraten.) Daraus ergibt sich schon, welcher Wert den Ausführungen DiMitcrun« hciznlcge» ist. Abg. Dittmann(Soz. Arbg.): Nach einer Erklärung de-Z Vorfitzenden der Zahlstelle der Metall- arbeiier in Berlin ergänzen sich die beiden angenomnieitcu AcsoUt- tionen, Tie eine enthält die Forderungen an die bürgerlichen, die andere an die beiden sozialdemokratischen Fraktionen.— Die Erklärung des GeneralgouvernenrS Bissing ist m der Tat abgegeben ivordcn. Außerdem habe ick hier das Faksimile einer Belaimr- machunz deS Gouverneurs von Antwerpen vom 78. Oktober 11)11. worin auch versichert wird, daß belgische junge Männer nicht nach Deutschland geführt oder zum Dielist iu der deutsche,« Armee gc- zwuugen werde» sollen.(Hört! hört! bei der Soz. Arbg.) Abg. Lcgicn(Soz.): Ich werde Sie natürltch nicht mit der Verlesung der sehr nmfgngrrichc» Resolntioneil der Berliner Metall- arbcitveriammlnng aufhalten, ich stelle sie Ihnen aber zur Kenntnis- nähme zur Verfügung. Damit schließt die Generaldebatte. Es folgt die Spczinldcbattr. Zu§ k nimmt das Wort t'lbg. Dr. Riester(natl.): Dem Abg. Haase möchte ich erwideni, daß tvir hier nicht ein Gesetz zur Förderung sozialistischer Gedanken machten, sondern lediglich dem Gedanken 2luSdrnck geben, daß jeder in dieser schweren Zeit auch gleirfie Opfer zn bringen hat. Im übrigen verwirklicht das Gesetz, gerade nin die Mitarbeitcrschaft der Arbeiter zn sichern, st a a t s s o z i a l i st i sch e Gedanken t» einem Ilmfang, der wohl die kühnsten Hoffnungen der Gewerk- schaftsführcr ubertroffen bat. iVizepräsident Tovc ersucht den Redner, nicht ans die Generaldebatte zurückzukommen.) Redner gibt weiter dem Wunsche Ausdruck, daß bei der tzlnwcndting de? Gesetzes mit besonderer Schonung gegenüber dem Mittelstand vor- gegangen werden muh. *5 1 wird angenommen, ebenso ohne weitere Debatte die 8§2— 8. § 0 handelt von den Ausschüssen, die über die Gewährung des Wkehrlchcinö zu entscheiden habe». Abg. Roesicke{!.) beantragt, in diesen Paragraphen einzufügen, daß die Vertreter in diesem Ausschuh für gewerbliche Betriebe aus Vertreter» gewerblicher Bcrufsgruppen, für landwirtschaftliche Be- triebe au» landwirtschaftliche» VerufSgruppc» zn entnebme» sind. Abg. Bauer(Soz.): Der Antrag iit überilnssia. den» nach den Beschlüssen der zweiten Lesung ist einer von den drei Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer ohnehin auö der Berufs- gruppc zu entnehmen, welcher der beteiligte HilssdieifftpflichUge angehört. Tie Interessen der Landwirtschaft sind also ausreichend gewahrt. Im übrigen handelt es sich nur um Fragen des Arbeits- Verhältnisses, nicht um technische Fragen. Staatssekretär Helfferich bittet, dem Antrag Roesicke im Jnter- esse der Landivirtschafr zuzustimmen. 2lbg. Gothcin(Bp.): Ich bitte dringend, den tzlutrag ab Pili, hnen, weil cr absolut nicht in den Geist des ganzen Paragravhen hineinpaßt. Abg. Behrens(Dt. Fr.) schlägt vor, in dem?l»trag Noesickc ein- zufügen„in der Regel". Das hätte zur Folge, daß man nicht ständig zwei Ausschüsse nebeneinander zu machen brau''"- einen mit lalidwirtschaftlichen Vertretern und eine» mit---werbliche». Betriebe selbst tätig zu sein brauchen, sondern daß sie nllr beruf«- Betriebe selbst iätig zu(ciu brauchen, sondern daß ne nur bcrufs- kundig sein müssen, wie es in der Ncichöversicheruiigöordnung heißt. ?lbg. Roesicke(k.) stimmt dieser Auslegung zu»nd akzeptiert auch dir Einfügung der Worte„in der Reget. Wir wollen mit dem Antrag nicht nur der Landwirtschaft dienen, sondern der Sache. Unser Zweck ist, zu verhindern, daß Persönlichkeiten i» den Ausschüssen urteilen müssen über Sache», mit denen sie nicht vertraut sind. Auch zur Beurteilung des Arbcilsvcrhüllnisscs sind unter Umständen Detailkcnntiiissc nötig. 2l pg. Gothen!(iß), i betont nochmals, daß der Aiilrag Roesicke nicht in den 8 N lüneilipaßt, der dir Bildung der 2ins!ch--"'e regional in der Reget für irdeii Bezirk eine Ersotzkommiiiio» vorsieht. Es müßte sonst eingefügt werden, daß mehrere Ausschüsse nach Be» rufsgruppen zn bilden sind. Eventuell tön nie man iu den Aus- führiiiigobestimmungen eine Regelung nach dieser Rick'tu»' trckken. Abg. Erzbrrgcr(Z.): Damit können wir uns vielleicht ein- verstände» erklären, daß die Sache in den Au..ki�'r'"'-'»bestim. mungeil ini Sinne des konservativen Anlragö geregelt ivird. Staatssekretär Dr..Hclffcrich erklärt, daß sich dasselbe, was der Antrag wolle, allerdings auch im Wege der AuSführungsbe- stiimnungen ermöglichen lasse. 2lbjz. Rocslcke lk.1: Räch dieser Erklärung und da Ich annehme, daß die Mehrheit für Unseren'Antrag ist,(Widerspruch link«), ziehe i ch den A n i r ag z u c ä n. Abg. Dilliiia.nn(So',. Arbg.): Feh protestiere dagegen, daß auf dem Ilniwege der AusfÜhriiiigSbeMimungcu etwa« beschlossen wird, was das Gegenteil dessen ist, was der Reichstag-in seiner Mehrheit gefordert hat. Staatssekretär Dr. Hclsscrick): Angesichts dieser Tatsache innßten Sic dann doch, wenn Sie sicher gehen wollen, den Antrag aufrechterhalten. Abg. Roesicke(Dt. Fr.) nimmt den'Antrag wieder ank. Abg. Gochein riß'.): Fch muß mein Erstannen darüber ans- drücke») daß der Staatssekretär mner Erklärung des Ab». Dittmann diese Bedeutung beilegt. Der Bundesrat hat dann mit dem 2lus- schuß über diese Frage zu entscheiden, und in dem wird wohl Herr Diltiiiaini nicht allein die Mehrheit haben. Abg. Bauer(Toz.) betont nochmals, daß für den Aulrag Roesicke keine Rotwendigkeit vorliege, weil die Filteressen der Landwirt, ckmir auch bei der jetzigen Fassung des S 0 vollständig gewahr', seien. Fit den Bezirken, wo überwiegend Laudwirtsämst benebü wird die Zu- sammensetzuug des Ausschusses ohnclün den Wünschen der Land- schuft entsprechen, und wenn gewerbliche Fragen zur Erledigung kommen, so kann der dritte Vertreter aus dem Gewerbe enüioiiUnen werden. Staatssekretär Dr. Helsferich: Tie Entrüstung des Herrn Abg. Gsthoin ist mir nicht ganz verständlich.(Zuruf links: Docb!) Ebensowenig wie Herr Golheui sagen kau», daß ich mich m it de in Herr» Abg. Dittmann solidarisch erklärte. Die Sache liegt doch so: der Bundesrat wird das, was der Reichotaa beschlösse» hat. durch Ausfilhrungsbestimmunge» nicht abändern können, und es ist mir dock) fraglich, ob, wenn nach dcu Motiven geforscht wird, aus dem Widerspruch des Abg. Diltmann, namentlich nachdem sich Abg. Gothel» auch in demselben Sinne ausgesprochen hat, nicht gefolgert werden konnte, daß der Wortlaut des Geietzcs eine solche Auslegung, wie sie dem Alltrag Roesicke entsprechen würde, aus- schließt. �, Avg. Dittmann i Soz. Arbg.): Ich habe lediglich deshalb vor- hin widersprochen, damit im Reichstag formeil Aldersvruch ein- gelegt worden ist dagegen, daß etwa durch Aiisführungsbettlm- inungeii etwas geschieht, was dem klaren Wortlaut des Gesetzes und dem Willen der Mehrheit des Hauses widerspricht, wie cZ in der zweiten Lesung zum Ausdruck gekommen ist. Abg. Gothkein(Bp.): Der Ttaatsierrctär Halle in erster Linie dafür zu sorge« gehabt, daß die Bestimmungen de? Gesetzes klar sind. Er hat aber gar nicht versucht, nachznwrisen. wie der Antrag Roesicke in den 8 9 hiueinredigiert werden könnte. Wann er sich aber auch nickt hineinarbeiten lüßi. so wäre es doch möglich.(„ den 'Ausfühiiingdbeslimmuiigen eine Bestimmung zu trcfscii, dabin, daß man zwei Ausschüsse critenuk. Darüber war bercitS Einigung vor- banoon, und diese hat der Staatssekretär dadurch gestört, das � seinerseits den Widerspruch des Vertreters einer kleinen Fraktion unterstützt hat. Abg. Erzbcrgcr(Z.): Ick kann mich dem nur an'chlicßcn. fluch nach der bisherigen Fassung köiilieii im Bezirk cincr Ersatz- kommission zwei oder auch mehr Ausntmüc gebildet loerden; das wird sogar notwendig sein, weil die Ersatzkommissionen zum Teil in ihrer Größe den Reichstagswahlbezirkcn entspreche». Nach weiterer kurzer Debatte wird der Antrag Roesicke gegen-die Stirn- nien der Koilservativen und des schlecht besetzten Zentrums ab- gelehnt, 8 9 wird unverändert angenommen. 8 11 handelt von der Errichtung dcr Arbcitcrausschussc. Abg. Stadthagcn(Soz. 2lrbg.) beantragt eine Abäiiderung de? Paragraphen, wonach die Arbeiteransschuffe auch für landliche Ar- beitcr eingeführt werben sollen. De» Landarbeitern ist heute das Koalitionsrecht genommen. Tie wenigen Rechtsgaraiilwii dieses Gesetzes sollten daher der Kategorie von Arbeiter», die bisher die rrchtlosestc ist, vorciithaltc« tverden.(Bravo! bei der Sozialdemo- kratischen Arbeitsgemeinschaft.) Dieser'Antrag wird gegen die Stimmen der Soziakdeiiiolratru und der Sozialdetnokrabischen ArbeitSgenieiiischaft abgelehnt. Abg. Dr. Roesicke(kons.) begründet einen Antrag, die Einigungsämier für dir landwirtschaftlichen Äctncbe wieder aus d e in Gesetz zu st r c i ch e u. blbg. Brc»(Soz.) bekäiiipft diesen Antrag. Gerade bei den Landarbeitern muß man sich fragen, ob die Bestimmungen des Gesetzes genügen und nicht vielmehr darüber hinausgego.ngen tverden niuß. Fn anderen Ländern, z. B. in der Schlveiz, haben die laiid- tvirtschaftlichen Arbeiter dasselbe KoalitionSrccht wie die Arbeit- nehmer. Ter Antrag ist um so unannehmbarer, als nach dem Gc- setz auch viele laiidwirtichattlichc Betriebe hineinkommen werden, die man unmöglich alle Beschränkungen auferlege» darf, iiuter denen bisher die Landarbeiter klagen.(Sehr richtig bei den Sozialdcmo- kraten.) Abg. Vrliren«(Deutsche Fraktion) bekämpft ebenfalls die Aus- führungen des Abg. Roesicke. Abg. Dr. Roencke(kons.): Itiiscr Antrag ist um so iiotlvendiger. als mir den gewerblichen Arbeitern jetzt Elemente in die Landivirt- schast kommen werden, die versuchen werde», die landwirtschaftlichen Arbeiter aufzuregen und das gute Verhältnis zwischen Ar- beitgcbc'e und Arlicitnehiner aus dem Lande zn stören. Ilcberhaupt epistiert dieser krasse Unterschied aus dem Lande nicht, dort ist auch jeder Arbestgeber zugleich Arbeiter.(Lachen und Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) 2ibg. Vre»(Soz.): Welche Funktionen eines In»dw i rt scha stlichen Arbeiters erledigt denn Herr Roesikc selbst bei dieser Personalunion von Arbeitgeber und Arbeitnehmer?(Sehr gut! bei de» Sozial- demokraten.) Auch aus dem Laude sind die Interessen der Arbeitgeber und Arbeiter widersprechend, und wir Sozialdemokraten werden ans dem Lande stets aufgefordert, die Intercsseu der Arbeiter und der kleinen ländlichen Besitzer gegen die dcr großen Besitzer wahrzunehmen, und das tun wir.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Stolle(Soz. Arbg.): Ten Landwirten, die ihre Arbeiter human behandeln, bat es noch nie an Arbeitskräften gefehlt. Auch jetzt bekommen solche Landwirte in genügender Zahl weibliche Ar- beitSkräfte. Ter konservative Antrag beweist nur, daß die Herren ibrcn Herrenstandpunkt nicht aufgeben Wullen.(Bravo! bei der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft.) Der konservative Antrag wird abgelehnt,§ 13 wird an« g e n o IN m e It. Es folgt V 13a. Hierzu liegt ciu Antrag B a r t l i n g vor. dcr eine Ab» schlvächung bedeutet. Statt„den im Vaierländischen Hilfsdienst Beschäftigten" zn setzen:„den Hilssdieiistpflichtigen bleibt das ihucn gesetzlich zustehendo Vereins- und Versammlungsrecht gewahrt". Abg. Bauer(Soz.): In dcr bisherigen Fassung hieß cS:„Da? Vereins- und Versammlungsrecht darf nicht beschränkt werden." Tie abgeschwächte Fassung ist unter der Mitwirkung des Unter- staatssekrctär« Richter zuslandc gekommen, zn dessen Tätigkeit im Ptrichsamt des Innern dir Gewerkschaften gar kein Vertraucn haben. iBcifalt bei den Sozialdemokrateii.l Staatssekretär Dr. Srlfsceich: Selbstverständlich trage ich die Verantwortung für J)ic Vorgänge in meinem Ressort. Die neue Fassung bringt nur zum Ausdruck, worüber wir ii»S alle bei der ztvcitcii Lesung einig waren, nämlich daß neues Recht durch diese Bestimmung nicht geschassen werden soll. Abg. Henke(Toz. Arbg.i: Wir beantragen das Koalitioiisrecht ausdrücklich in diesen Paragraphen mit auszui>eh»tcn. Die Unter- lnssung wäre eine Versündigung an den'Arbeitern. Das Streik- recht muß ausdrücklich gesichert tverden. AngrsichtS des Verhaltens des preußischen Eiscnbahiimilitstcrs gegenüber den Eisenbnhticr- vcrbünden ist das doppelt notwendig. Der Staatssekretär Dr. Helffc- rich will nicht als reaktionär gelten, dcr cr doch ist. Uebrigens köuiten die Herren von der Regierung gegenüber den Kapitals- intereisen nichts ausrichten, selbst wenn sie ivollten. Unser Antrag entspricht dem Fühlen nnd Denken der Massen dcr Arbeiter.(Bei- fall bei der Sozialdemokraiischen ArbeitSgemeiitschast.) Abg. Dr. Spahn(Z.): Bei der Fassung des Antrages Bartling bat der Unterstaatssekretär Richter nicht mitgewirkt. Die Aenderung ist nur redaktionell. Abg. Heine(i-wz.): Tie'Aenderung ist keineswegs nur redaktio- »eil, ioiidern öffnet der'Auslegung Tür mid Tor. Ter Kreis dcr im Hiiisdienst beschäftigten Personen umfaß! z. B. auch die Frauen, die nicht hilssdienstvslichlig sind. Ferner soll die Selbstverständlich- keit„das Recht bleibt gewahrt" gesagt werden, statt der vorgestern beschlossenen Fassung:„die'Ausübung des Rechtes darf nicht bc- schränkt tverden". Daraus kann deduziert werden! der ReickiStag bat die Ausübung des Rechtes selbst preisgegeben.(Widerspruch und Lachen.) Das klingr für cincii Richtjunfren lächerlich, ich sehe aber aus eine Löjähriae Praxis zurück. Abg. Dr. Müllcr-Meimgen(Bp.): Tie neue Fassung sollte nur redaktionell sein. Nachdem daran Bedenken geäußert sind, ziehe ich die Unterschriften meiner Freunde zurück. Unterstaatssekretär Dr. Hclffcrich bittet die Fassung des An- trage« Bartling aufrechtzuerhalten. Abg. Dr. Junck(natl.): Aus denselben Gründen wie Dr. Müller- Mciningen werde ich gegen den von mir unterzeichneten Antrag Bartling stimmen. Die Debatte schließt. Abg. Bauer iToz.. persönlich): Ick stelle fest, daß Unterstaats- sekretär Richter mit aller Energie für die'Aenderung eingetreten ist. Dcr Antrag Born stein(«oz. Arbg.) ans Einfügung des Koalrtionsrechts und dcr Antrag Bartling werden abgelehnt, die Fassung der zweiten Lesung wird angenommen. Es folgt sl 14. „Für die induirriellen Betriebe der H c e r c S- iindMarineverwaltnngsindhurchdiezu ständigen Dienstbehörden Vorschriften im Sinne dcr tzf) 11 bis 13 zu erlasse n." Abg. Legicir(Soz.): Wir beantragen hinter Macineverwallkng einzuschieben«sowie die Staatselsenbahnbetriebe". Es ist nicht einzusehen, warum den Slaatsarbeitern das Recht dcr Avbeiteransschüsse und dcr Schiedsstellen nicht eingeräumt werden soll. Staatssekretär Dr. Helfferich: Gegen diesen Antrag bestehen die schwersten Bedenken. Bier Fünftel aller Staatöeison- bahiibetrirbo haben bereiis'Arbeitcrausschiisse und der preußisch« Eisenbichiimiitiswt hat mir versichert, daß er diese Arbeiteraueschüsse im Sinne 5ct T)cutt auch hier zur Verhandlung kommenden Rcfo- luüwi Basserinann ausbauen will. Die Scbiebsitellen aber können wir mit dem Beiriebe der Eisenbahnen nicht vereinbaren. Wird dieser Antrag angenommen, so ist das Geseb gefährdet.(Lebh. Hört! hört! links.) Abg. Jckler snatl.i: Ich knedaure diese Erklärung nneirdlich—- babc id) im Ausschuß doch selbst einen entsprechenden Antrag gestellt. Ich bitte aber, sich nun mit der Resolution zu begnügen und hoffe, daß die Eisenbahilvertvaltung ioeit gehend entgegenkomme» wird. �taatssÄrctär Tr. Hclfserich: Tnrch die Erklärung des prcntzi- scheu Eisenbahnministers werde» die Wünsche des Abg. Jckler erfüllt. Abg.(Hiesbcrts(B-): Auch wir werden nunmehr gegen den Ailjrag Legieir siimnien, ohne uns jedoch im Prinzip damit etwas Zu vrrgobeii. Aktg- Henke lSoz. Arbg.): Gerade nach den Erklärungen, die der Eisenbithtlmiutster abgegeben hmben soll, muß der Autrag ange- nouimmt werde». Es darf nicht in seinem Beliebe» stehen so oder so zu> undcln. Wenn übrigens das Gesetz durch den Antrag ge- sa!>r!z,u sei» soll, dann scheint es doch nicht so ganz notwendig zu ie.u. Für uns ist das ein Grund mekr für den Antrag zu stimmen. Abg. Legicn(To;.): Wie wollen das Wohlwollen nicht aus dem Papier behalten »lud deshalb wünschen wir die Annahme des Antrage?. Die Er- tiärutrg mag sa gilt gemeint sein, aber die Erfahrung, die wir auf diesem Gebiete in Preußen gemacht habe», zwingen uns. die erste Gelegenheit zu ergreifen, um Wandel zu schaffen. Besteht die Abs, cht, die Ausschüsse im Sinne unseres Antrages auszubauen, sa ist es doch das einfachste, diese» Antrag anzunehmen. 'Daß gerade bei dieser Frage die Erklärung adgegeben werden konnte, das Gesetz würde daran scheitern, hätte ich nicht crloartet. Wenn das tüesctz aii Rechtsgaraniicn für die Arbeiter scheitern soll, ;» scheint ihm doch eine ganz andere Absicht zugrunde zu liegen als stier immer gesagt wird.(Lebh. Zustimung links.) Man sagt immer, alle Leistungsfähigen sollen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, und dann sagt man. gebt Ihr den Eisenbahnarbeitern Ar- l'eiterausschüst'e und das Recht, ihre Streitigkeiten auf gesetzlichem Wege zu schlichten, so ist das Gesetz in Gefahr. Herr Staatssekretär. mit diesem Worte haben Tie dem Zustandekommen des Gesetzes einen schzcchten Dienst erwiesen. iLebh. Beifall links.) Bei der Abstimmung erhebt sich die gesamte Linke einschlichlich einiger Rationalliberaler für den Antrag Legten. Tie Abstimmung 'ü eilst zweifelhaft und bei der durch Hammelsprung erfolgenden Abi'r.imiimj wird die Aufnahme des Antrages Legicn mit 133 gegen 13S Stimmen abgelehnt,§ 14 wird angenommen. Hierauf begründet iilsj. Mumm'Deutsche Fraktion) einen auch von den Sozia!» demokraten unterstützten Antrag: »D Är B u n de S ra t kann Betriebe, welche dein Zweck d cch Gesetzes nicht nachkommen, in den Ä c t r i e p des 3i e i ch e s übernehme n." Die �lostvendigksit. von diesem Antrag Gebrauch zu machen. wird hoffentlich sehr selten vorliegen, aber die Möglichkeit muß vorbanden sein, auch den Unternehmern gegenüber muß das Reich die Handhabe zu schariem Vorgehen haben. Es müssen Arbeiter und Unternehmer gleichmäßig behandelt werden, auch beim Arbeitgeber muß der Zwang möglich sein. Abg. Giesberts(Z.) stimmt dem Antrag zu, er bedeutet eine Stärkung der Autorität des Kriegsaulls. Abg. Gothein sVpt.) hält die Fassung des Antrages für zu un- klar. Man sollte sreiwlllige Mitarbeit der Industrie nicht durch ststche Bcsiimmung-en stören. E? ist auch gar nicht möglich, plöhlich mitteil im Kriege einen Betrieb zwangsweise in einen Staats« bei ei ob zu überführen. Abg. Dittmniiii tSoz. Arbg.E Das von uns vertretene Prinzip der Verstaatlich.uiig der RüstUUgStlldustrie kommt b!er in außer- ordentlich verivSfferter Form ziini Ausdruck. Man scheint doch ein- gesehen zu haben, daß es nicht richtig war, unseren prinzipiellen Airtrag abzulehnen. Abg. Gröber(Z.): Ich habe große Bedenken dagegen, eine so wichtige Materie jetzt in dritter Lesung in dieser Weise zu regeln. Es ist gar keine Bestimmung vorgesellen, die die Unternehmer gegen niibemlsttgte Ei»griffe in dieser Richtung schützt. iKehr richtig!) Es ist auch nichts bestimmt, über irgendwelche SchadloShaltung des Iluternehmers, dem sein Betrieb weggenommen wird. Wir habe» stistier immer daran festgehalten und wem sein Eigentum genommen wird, wer expropriiert wird, der lvird dafür entschädigt. Ich warne c-w, diesen Weg zu beschreiten, es ist der Weg des Verderbens. (Brapol) Abg. Hoch l'Soz.): Der Antrag kommt gar nicht so plötzlich, sondern die Frage ist im Ausschuß nud aucli in ztveiier Lesung er- ortcrt worden. Wenn es Ihnen also ernst NM die Sache war, hätten«ie die nötige» Sicherungen vorschlagen können. Die Ar- beitcr müssen sich mit Haut und Haaren dein Zwang verschreiben, den Unternehmern gegenüber steht das Vaterland ganz lvehr- los gegenüber. Es handelt sich hier also um eine absolut not- wendige Ergänzung des Gesetze?. Der Arbeiter, der sich weigert, kommt ins Gefängnis; hier, wo man den Unternehmer zwingen will, kommt Herr Gröber mit der Em schädig»»gsfrage. Abg. Mumm lDt. Fr.): Der Zwang gegenüber dem Arbeiter lv:m immer noch härter als der gegenüber dem Unternehmer, dein nur se il Geld genommen iv!rk>. Die nötige» Sicherungen liegen in den .Handels-, Handloerkskainmern usw., während lvir Arbeiterkammern »och nicht haben. Im übrigen können wir ivohl das Vertrauen zum Bundesrat haben, daß er diese Bestimmung nicht rigoros Hand- haben wird. Abg. Stresemann(natl.): Die Entschndignngsfcage für still- gelegte Betriebe haben wir niemals lediglich mit Rücksicht auf die Unternehmer behandelt, sondern niit Rücksicht auf alle dabei Be- teiligten. Im übrigen kann man loirklich nicht sagen, daß die Arbeiter in diesem Gesetz schutzlos gelassen sind. Lesen Sie, luas die„Chemnitzer Volksstimme" sLachen bei der Soz. Arbg.) heure früh darüber schreibt. Sie haben hier in wenig Tagen sozialpolitische Fortschritte gemacht, um die stier Jahrzehnte gekämpft worden ist. Herrn Mumm erwidere ich: Dem deutschen Unternehmer ist seine Fabrik nicht nur sein Geld. Sonst hätten wir auch einen Rentnerstnni. Die Liebe des Unternehmers zu seinem Betriebe, den er bestrebt ist. immer zu erweitern, das ist es, was Deutschland großgcmacht hat. (Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) SlaatSsekretär Dr. Heiftcrich: Ich bin erstaunt über das außerordentliche Maß von Vertrauen, daL die Herren hier dam Bundesrat entgegenbringen.(Seiterkeii.) Aber ich halte das für ein Danaergeschenk. Ich erkenne an, daß ein gewisser berechtigter Gedanke dem Antrage zugrunde liegt, aber der Bundesrat hat stellte bereits genug Mittel, um seinen Willen gegenüber den Unierueblnern durchzusetzen, wenn es solche überhaupt geben sollte, die sich dem Zweck des Gesetzes lvidersetzen. Abg. Graf Westarp(kons.i schließt sich den Ausführungen des Abg. Stresemann an; was dieftr für die Industrie gesagt habe, gelte auch für die Landwirtschaft. Abg. Hoch lSnz.): Ich habe natürlich nicht gesagt, das; im Gesetz jeder Schutz für die Arbeiter fehlt. liegen die Unternehmer» die sich weigern, die Bestimmungen des Gesekes zu erfüllen, bat die Regierung nur Zwangsmittel, sofern es sich um kleine UiEernehmer handelt, aber nicht gegenüber Monopvkfirmcn Ivic Krupp. Ein besonderes Vertrauen zum Bundesrat liegt in dem Antrag nicht, den» der Bundesrat ist sa an die Zustimmung des eingesetzten ReichStagsauSschusses ge- Kunden. Abg. Dittmmin sSoz. Arba.): Wenn es sich um Sicherungen für die Arbeiter handelt, ist Ihnen auch das Wenige. Iva? vorge- schlagen lvird, m viel; wenn es sich aber um Unlernehincrschutz handelt, kann Ihnen gar nicht genug geschehen. Das bestätigt wieder den AuSnahmrchar akter des Gesetzes. Ter Antrag lvird hierauf gegen die Stimmen der Sozialdemo- kratni, der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft und des Ab- georduclru Mumm tDi, Fr.) abgelehnt. Es folgt 8 tr, der allgemeine Verordnungen des Bundesrats an die Zustimmung eines Fünfzehner-AusschusscS des Rcichstazes bindet. Abg. Ledebonr sSoz. Arbg.): Wir müssen auf der Mitwirkung des Reichstages selbst, nicht cines Ausschusses, bestehen. Ein Ausschuß ist kein Parlament; die Kontrolle deö Parlaments ist eine össentliche, und das ist das Wesen des Parlaments, da? einem Ausschuß nicht innelvohnt. Das Gesetz ist für den zu erreichenden Zlvcck nicht notwendig, da? hat vorhin der Staatssekretär selbst zugegeben, indem er sagte, das Gesetz loürdc scheitern, lvenn dem preußischen Eisenbahnminister auch nur ein Titclchen seiner Macht- Vollkommenheit gnwmMen würde. Die stärksten Register des Pa- triotismus sind in den letzten Tagen bier gezogen worden, und dann gibt der Staatssekretär eine solche Erklärung ob. Das beweist doch, wie wenig notwendig das Gesetz ist.(Sehr richtig! bei der Soz. Arbg.) Jedenfalls darf der Reichstag seine Befugnisse nicht auf einen Ausschuß übertragen, aus einen Beirat, der sich zu einer Paria- mculsbureaukraiie auswuchscn würde.>Be!fall bei der Soz. Arbg.) Staatssekretär Dr. Helffcrich: Tie Ausftchrungsbestimmmtgcn an die Zustimmung de? ge- samten Reichstag? zu binden Iväre mit dem Zweck des Gesetzes nicht vereinbar, der Zeitverlust würde da zu groß werden. Zu dem in der zloeitcn Lesung beschlossenen Ausschuß habe ich nicht das Wort unannehmbar gebraucht, aber ich habe es für meine Pflicht gehalten, darauf aufmerksam zu machen, daß damit cine neue staatliche Situation herbeigeführt lvird. Ich mußte die Bc- denken der Verbiuidetcu Regierungen zum Ausdruck bringen. Ich babe lvährend der ganzen Verhandlungen meine Pflicht und Schuldigkeit getan, lvenn ich bei den Punkten, von dcneu ich eine Gefährdung des Zweckes des Gesetzes erwartete, darauf ausmerk- sam machte. Das Wort unannehmbar habe ich auch bei der Frage der Eisenbahnen nicht ausgesprochen, ich babe lediglich meine An- schauung, wie ich mir die Situation vorstelle, dargestellt. Staatssekretär Dr. Helsfcrich gibt unter lebhaftem Beifall die im Hauptbiait gemeldete Erklärung über die Erhöhung der Feunilien Unterstützung ab. Abg. Ebcrt(Soz.): Wen» dieser Geist des Entgegenkommens auch bei den Per- Handlungen etwas lebhafter zum Ausdruck aetominen wäre, so ivärcu die Verhandlungen wesentlich gefördert worden. Mir ist e? unverständlich, daß bc: der E i s c n b a h n erfrage der Staais- sekretär überhaupt auf den Gedanken kommen konnte, das Schick- sal des Gesetzes könnte mit dieser Frage in Zusammenhang ge- bracht werden.(Lebhafte Zustimmung links.) Das Gesetz stellt »»geheuere Anforderungen an die Arbeiter. Wenn wir nicht überzeugt wären, daß es zur Verteidigung des Landes unbedingt notwendig ist, könnten wir feinem Grundgedanken gar nicht näher treten. Das hat der Staatssekretär garz außer acht gelassen. Bei dieser Bestimmung handelt es sich um cine solche, die für unsere Stellung zum ganzen Gesetz entscheidend ist. Ehne diese Bestimmung ist das Gesetz für unk. nnannehmbar. Der Ausschuß soll nicht ein Beirat des KriegsaintS fein, ivic der Abg. Ledebonr meint, sondern die Ausführnngsbestimuiungen des Bundesrats bedürfen seiner Zustimmung. Diese Mitwirknng müssen wir verlangen, und deshalb muß er aucki bei der Verwal- tuugsarbeit de? KrisgSanctS mitarbeiten. Darüber scheinen inir die Ausführungen des Staatssekretärs noch nicht hinreichend zu sein, und ich bitte ihn deshalb, sich auch dazu zu crklärcn. Staatssekretär Dr. Hrlfscrich: Ich habe bei der ztveiten Lesung auch noch die zweite Er- klärung abgegeben, daß, wenn der Bundesrat sich entschließt, diese Bestimmung anzunehmen, er sie seibstverständlich loyal ausführen wird. Ich nehme an, daß Ihnen diese Erklärung genügt. Abg. Ledebonr(Soz. Arbg.): Ter Abg. Evert hat bemängelt, daß ich für den Ausschuß den Ausdruck Beirat gebrauchte. Ich habe seine Besugnisse als gesetz- geberischc Funktion ausdrücklich heiont. habe da» aber bekämpft, weil ich diese Befugnisse dem Reichstag selbst vorbehalten will.— Der Staatssekretär hat durch seine jetzige Definition seiner vorherigen Vcrklausulieriiugcn seine Sacke mir verschlechtert. Ich hatte seine Ansführungen so aufgefaßt, das Gesetz würde unannehmbar ivcr- den, wenn dem preußischen Eiseubahnminister auch nur ein Titcl- chen seiner Befugnis genounnen wiilde, und auch andere haben das so ausgcsaßt. lLebhafte Zustimmung.) Jetzt sagt er. er habe nicht gciagt, es würde unnnnchuiarh iverden, sondern das Zustandekommen des Gesetzes irürde gefährdet werden. Wenn der leitende Minister in der dritten Lesung eine solche Erklärung abgibt, so ist das ganz dasselbe, wie lvenn er das Unannehmbar ausspricht. (Lebhaste Zustimmung bei der Soz. Arbg.) Und wenn Herr Hclfse- rich die Tragweite seiner Worte nicht erkennt, so beweist er nur. daß er für sein Amt nicht p a ß t.(Präsident Dr. Kacmps rügt diesen Ausdruck.) Aber ich darf doch die Oualität eines Ministers beurteilen.(Heiterkeit.— Präsident Dr. Kaemps: Ich habe den Ausdruck gerügt und bitte Sic» fortzufahren!) Es u>ar also eine Drohnup mit dem Richtzustmidekoinmen des Gesetzes. Jetzt dagegen legt der Staatssekretär es so aus. daß die Zustimmung doch gegeben würde. Dann sind also seine vorherigen Aus- führungen das gewesen, wofür lvir noch immer kein deutsches Wort haben, das lvao man einen Bluff nennt.(Heiterkeit bei der Soz. Arbg.) Und leider haben sich noch einige bluffen lassen. Wenn nur einer oder zwei Abgeordnete mehr sich nicht lsiitte» bluffen lassen, so lvüre der Antrag angenommen worden, und dann hätte die ReichSregierung grsagt: Na, angenehm ist es nicht, aber... (Präsident Dr. Kaemps: Sic scheinen nicht mehr zu ß 17 zu sprechen!» Der KaitsalnexuS ist dock der, daß ein Gesetz von einer solchen Tragweite in seiner Ausführung nicht einem Ausschuß übertragen werden darf. Wollte man BoShcitöpolitik treiben, so köiliite man zum Staatssekretär sagen: Arbeiten Sie nur so weiter.(Heiterkeit und Sehr gut! bei der Soz. Arbg.) Staatssekretär Tr. Hrlfscrich: Ich habe den Reichstag keineswegs geblufft. Die Verbündeten Regierungcnhabcn noch gar nicht Stellung nehmen können, de?- lmlb konnte ich das Wort unannehmbar auch nieht aussprechen. Ich habe lediglich zum Ausdruck gebracht, wie ich die Situation ansehe. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Bernstein ans Ersetzung de? FnnfzehnrransschuneS durch den ganzen Reichstag wird abgelehnt, z 17 wird noch den Beschlüssen zweiter Lesung angenommen. Es folgt 8 18, wonach das Gesetz binnen eines Mouatö nach Ariedensschlus) iiufjcr Kraft tritt. Abg. Keil(Soz.): Hierzu haben'wir einen Antrag eingebracht, daß da» Gesetz bereit? am l. Juli erlischt. Die Sozioldemokratlsche Arüeitsgeniein. schast hat einen entsprechenden Antrag mit unwesentlichen Abändc- rungen eingebracht, den auch wir unterschrieben haben, um seine Verhandlung?» ermöglichen. Der Antrag selbst ist uns überaus lvichtig. Das Gesetz ist ein Notgesetz, das nur gelten soll, solange die Not vorhanden ist. Daran? ergibt sich die Beschränkung auf eine Frist von selbst. Die im(z 18 vorgesehene Frist ist zu unbestimmt, denn die KricgSdaner läßt sich noch nicht avsebcn. Tie Befristung auf den 1. Juli 1917 isr deshalb uotlvendig. Sollte geraume Zeit vorher Frieden eintreten, so wird der Reichstag das Gesetz schon früher ausheben. Auf unabsehbare Zeit darf es nicht beschlossen werden, weil auch bei Fortdauer de? Kriege? nachgeprüft werden muß, ob es noch notwaudig ist und wie eS sich bewäbrt hat. Wir wissen auch nicht, wie es gehandhabt wird. Tie Befristung wird einer willkürlichen Handhabung vorbeugen. Erweist sich au: 1. Juli die Verlängerung des Gesetzes als notwendig, so wird der Reichstag die Verlängerung auch gewähren. Es können dann aber auch Aende- rungen hineingebracht werden, entsprechend den Erfahrungen, die bis dahin gemacht sind. Durch dieses Gesetz wird das ganze bürger- lichc RcchtSsysten: außer Kraft gesetzt, und da ist der Reichstag es sich schuldig, cine solche Befristung in das Gesetz auszunehmen. Dar hinter uns liegenden Erfahrungen machen das zur unbedingten Pflicht im Interesse des ganzen Volkes.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Ledebonr(Soz. Arbg.): Ich kann mich dem Vorredner im wesentlichen anschließen. Der klnlerschied unsere? Antrages liegt nur darin, daß wir wollen, daß mit Friedensschluß das Gesetz automatisch außer.Kraft tritt. Das halten luir zugleich für eine wirksame Friedensdemonstration. � 18 wird unter Ablehnung der Anträge der Sozialdemo- kratcn und der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft angen- nommen. Die Gesamtabsti m m:: n g ü b e r d a S G c s e tz: st n a ch einem inzwischen eingegangenen Antrag eine namentliche. Das Gesetz wird angenommen mit £33 gegen 19 Stimme» bei 8 Stimmenthaltungen. Das HanS nimmt dieses Ergebnis mit leb- haften Bravorufen auf. Präsident Dr. Kacinps: Ihr Beifall ist im vollsten Maße gerechtfertigt. Kaum semals seit Bestehen des Reichstages ist efttz Gesetzentwurf von so tiefen:- schneidender Bedeutung in: Hohen Hanse vorgelegt worden. �Mit der Erhabenheit der Pklichten, die das ganze Volk freudig zu über- nehm«» sich anschickt, hält gleichen Schritt drr durch das Gesetz bc- kündete weithin auch für unsere Feinde vernehmbare Ausdruck der Entschlossenheit, in diesem un? aufgezwungenen Kampfe unseren Feinden die Spitze zu bieten, bis da? Ziel erreicht ist, nämlich die ungehinderte Eni- Wicklung der geistigen und wirtschaftlichen Kräfte unseres Volke? und unserer Verbündeten.(Lebhafter Beifall.> Gott schütze Kaiser und Reich. Gott schütze unser ruhmreiche? Volkshcer, Gott schütze Volk und Vaterland.(Erneuter lebhafter Beifall.) Staatssekretär Dr. Helffcrich: Wir haben mit Ihrer Abstimmung, soweit dies Hobe Haut in Betracht kommt, dos große Werk belvältigt. Dn- Gesetzentwurf, der aus ihren Beratungen, hervorgegangen ist, lvird dem Bundes» rat alsbald vorgelegt werden, aber schon jetzt glaube ich mich er- '.nächtigt halten zu dürfen, Ihnen namens drrVerbnndetcn Re» gicrungcn wärmsten Tank auszusprechen für die treue, hingebungsvolle und angestrengte Mit» arbeit ni: der Gestaltung dieses Gesetzentwurfs. Was bei dieser Beratung geleistet worden ist in dauernder Arbeit, in Tag- und Rachtfitznngen, in der Kommission und hier im Plenum ich würde sagen, es ging über menschliche Kraft fast hinan?, lvenn nicht der Gedanke an unsere Truppen draußen uns zu tiefster Bescheidenheit veranlasste.(Bravo!) Der Dank steht im Herzen dieser Truppen geschrieben. Tie Verbündeten Regierungen werden die? Gesetz durchführen im Geiste der Gemeinschaftsarbeit. Sie wissen, daß die Paragraphen dieses Gesetzes nur durch die freudige bereitwillige Mitarbeit des ganzen Volkes in allen seinen Schichten und Klassen zur lebendigen Wirksamkeit geführt werden können. Möchten alle Erwartungen, die lvir an das Gesetz richten, sich im vollen Maße erfüllen für unsere Feldarmee und unsere Heimatarmee, für das gesamte deutsche Volk und für unser geiiebtrs Vaterland.(Lebhafter Beifall.) Gencrallriltnantz Grüner: Als Chef de? Kricgsamts spreche ich Ihnen meinen oller- wärmsten Dank an?. Das Kriegsamt wird brmübt srin. seine Tätigkeit in einer Weise aufzufassen, die. wie ich hoffe, die Zusrnn« mung des ganzen Volkes finden lvird. In der ganz anßecgcwöhn« lichc» Lage, in der das Kriegsamt sich befindet, ist es nötig, ungb- hällgig von staatsrechtlichen, politischen und sonstigen Bedenken»or allen: den gesunden Menschenverstand zu benutzen.(Bravo!) Ich bin Ihrer Zustimmung gewiß, wem: ich niwrrrnckt da? eine Ziel in: Auge behalte, d e m Heer« zu die n c n.(Bravo!! Das höbe Haus wird nun ausciuairdcrgcben, jeder der Herren an seine Släiie, und jeder von Ihnen wird mit sich nehmet: und in: Volke verbreiten den Geist, der in diesen arbeitsreichen Tagen uns alle durchglüht hat. Wem: hier und da eine Stimme aus fernen Sphären zu uns drang, so nehme ich an, daß diese Stimmei: dorther stammen,»vo cbei: die Geister wohnen, die verneinen.(Heiterkeit.) Ich darf daran er- inner», lvic vor->(i Jahren auch an: 2. Dezember aus den Schlacht- feldcrn Frankreichs die deutschen Stämme mit Blut und Eisen zu- sai»n:cngeschweißt wurden. Die Saat, die damals in das Herz de? deutschen Volkes gelegt wnrde, wird heule gcerntct. Der Geist unserer Väter ist es, der das hohe Haus bei seine:: Beratungen ge- leitet hat und der durch dies Gesetz aufs neue gestärkt hinaus- getragen werden soll in Stadt und Land. Mit Ihrem Beschluß ii: dieser heiligen Stunde werden Sie einen neuen Samen gelegt haben in die Herzen unseres Volkes, der mit seinen Früchten nicht nur im gegenwärtigen Kriege unser Dasein reisen wird, sondern auch fort- wirken muß über die Daner dieses Gesetze? hinaus bis in cine ferne Zukunft. Darin erblicke ich von meinen: Standpunkt gns als Pairiot die bedeutsamste Mitwirkung des ReiehStags bei diesem Gesetzentivnrf. Die Wirkung dieses Gesetzes teilt schon jetzt zutage draußen bei unseren: Heere.„Der Rücken ist uns sicher gedeckt, nun stellen wir fest ans einem Boden, der nie ins Wanken kommen kann," so wird mir aus der Front geschrieben.(Lebhaftes Bravo!) Dankbar werden die treuen Mitkämpfer in der Heimat vom Heere draußen an: Feinde begrüßt.(Erneutes Bravo!) Auch die Wirkung des Gesetzes auf unsere Feinde ist bereit? deutlich zu erkennen in ihrer Presse. So wird die entschlossene Tat des Reichs- tags die englischen Phantasien über Deutschland Lügen strafen. Wiebiel mehr noch, wem: aus dieser Tat alle Volkskrcise die seifen- feste Ueberzeugung in sich aufnehmen, daß das deutsche Volk un- übcrwindlich ist, wenn es nur einig ist.(Bravo!) Einigkeit ist nur möglich, wo Vertrauen ist. Für den Politiker mag mancher Para- grapb, der hier Gesetz geworden ist,«in Ergebnis des gesunden Miß- iraÜenS sein, wie ich in der Zeitung gelesen habe, für dst gesetzgeberische Arbeit mag dies ein notwendiges Uebel sein. Für mich als Soldat, den: die Ausführung des Gesetzes anvertraut wird, be- deutet es aber die Aufforderung zu fester Entschlossenheit. Ich hoffe dabei, daß der Rcichstagsausschnß mit den: Bundesrat ein- trächtig Hand in Hand gehen wird. Dieser neue Dreibund: Bundes- rat, Reichstagsausschuß und KriegSamt wird und muß in Einigkeit dem ganzen Volke mit gutem Beispiel vorangehen.(Bravo!) Tie Meinungsverschiedenheiten, die de: unseren Beratungen zum Teil recht ausgiebig zutage getreten sind, müssen jetzt aufstören. Die Arbeitsgemeinschaft des deutschen Volles wird in diesem Gesetz proklamiert, und daß der einheitliche Wille des ganzen Volkes in dieser vaterländischen Arbeit fest bestehen bleibt, muß die erste und dauernde Sorge des KriegsaintS sein in Verbindung mit BnndcSrat und ReickStagkaiiSschlitz. Daran, daß wir diese Aufgabe erfüllen werden, zweifle ich nicht. Ich glaube an das deutsche Volk. Ich glaube, daß mitten in allen Meinungsverschiedenheiten feststeht als eherner Irls der absolute Wille zum Sieg.(Lebhaftes Bravo!) �cr cnglifdEjc Low- mag feinen Nochen auffperren, soweit er will. c r I, e i ß t auf Granit.(Stürmischer Beifall.) Einige Resolutionen werden dem Reichskanzler als lKate- r i a I überwiesen� Damit ist die Tagesordnung erledigt. Präsident Dr. Kacurpf: Angesichts der Entwicklung der allgemeinen Lage in den letzten Wochen ist.es nicht ausgeschlossen, dah eine Tagung des Reichstags scheint nicht angängig und inutz auch nach Ansicht des.Herrn Reichs- kanzlers vermieden werden. Ich bitte daher um die Ermächtigung. meinerseits Tag und Tagesordnung der nächsten Reichstagssitzung festzustellen.— Ich stelle fest, daß mir die Ermächtigung erteilt ist. Schlußder Sitzung gegen 4 Uhr. Serufsbsratung. Ein sozialistisches Prinzip. In Hcft 8 der„Monatsblätter für Invaliden- und Krüppelhüfe" behandelt Herr Dr. Christian einen für uns Sozialisten interessanten Gegenstand ans der Kriegsbeschä- digtcnfiirsorge, die Berufsberatun g. Der Verfasser weist init Recht darauf hin, daß die Berufs- beratung seitens der Berater nicht in erster Linie Wirtschaft- liehe Branchenkenntnisse voraussetzt(Lage des Arbeitsmarkts, Lohnverhältnisse usw.), sondern vor allem ein individuelles Erforschen der Berufseignung des einzelnen Beschädigten t dieses sei um so notwendiger, als der heutige Arbeitsprozeß eine ständige Verfeinerung und Spezialisierung erfahre. Der Berufsberater hat nicht nur darauf zu achten, ob der Kriegs- beschädigte im allgemeinen körperlich kräftig und geistig be- gabt sei, sondern er muß durch sorgfältiges Erforschen fest- zustellen suchen, welche einzelnen körperlichen und geistigen Eigenschaften sein Schützling besitzt und welcher Beruf sich demzufolge für ihn eignet. Als Beispiel erwähnt Dr. Christian das Heben von Lasten, das eine einfache, kurz- andauernde Kraftentfaltung der gesamten Muskulatur er- fordert, das Schnitzen, das die angespannte Tätigkeit kleiner Muskelgruppen verlangt, das Heizen eines Kessels, das die langandauernde Anstrengung des größten Teiles der Mus- kulatur erfordert. Cr erinnert an die besonderen Sinnes- eigenschaftcn, die für einzelne Berufe notwendig sind, wie z. B. für den Signaldienst fehlerfreie Farbenempfindung, für die Beschäftigung im Fahr- und Wachdienst die Abwescn- heit von Nachtblindheit, für das Prüfen von Gcwehrläufen Feinfühligkeit der Hand. Auf dem Gebiet der vorwiegend geistigen Anforderungen ist Berufsvoraussetzung bald die Konzcntriernng der Aufmerksamkeit auf einen einzigen kleinen Gegenstand(beim Uhrmacher), bald das Gedächtnis siir ge- hörte Rede(Stenograph), bald die Fähigkeit, Entfernungen, Zeit und Abstand zn schätzen. Zwecks Ausbau der Berufsberatung tritt Dr. Christian für die systeinatischc, Zweckentsprechende Ausbildung der Be- rufsberatcr in den betreffenden Wissensgebieten ein, beson- ders in Volkswirtschafts- und Gesundheitslehre, Nassen- Hygiene und Sozialpolitik unter Benutzung experimen- teil er Methoden. Als Lehrer denkt er sieh Aerztc, Volkswirtschaftler, Verwaltnngs- und Gewerbcaufsichts- beamte, Psychologen, Fachschullehrcr und Beriifssachver- ständige und entwickelt zugleich die Grundzüge dieser durch ein„Berufsberatungsaint" zu kreierenden Organisation. In ihr erblickt er, abgesehen von dem augenblicklichen Zweck der Kriegsbeschädigtenfursorge, zugleich den Schrittmacher auf dem Wege der allgemeinen Berufsberatung, der zweckmäßigen Auslese für die einzelnen Berufe und der Organisation der nationalen Arbeit überhaupt. Unbewußt hat der Verfasser damit einen Schritt getan, der zu Ende gedacht nur in dem Sozialismus enden kann, wie ihn die deutsche Sozialdemo- kratie in den Gegenwarts- und Zukunftsforderungen ihres Programms von jeher propagiert hat. Die Einheitsschule, wie wir sie immer verlangt haben und wie sie Heinrich Schulz in seinem Buch:„Tie Schulpolitik der Sozialdemokratie" in vielfacher Ueberein- stimmnng mit bürgerlichen Sozialpädagoaen, wie Natorp, ausführlich begründet hat, bedingt in ihrer idealen Ausgc- staltung, wenn wir von dem allen gemeinsamen Grundstock des Wissens absehen, die vorzüglichste Auslese der Kinder nach ihren verschiedenen Anlagen. Diese Auslese kann nur auf Grund genauester Kenntnis der Berufseignung und Be- rufsvoraussetzungen erfolgen und muß mit den fortschreiten- den Jahren des Schulbesuchs immer spezialisiert werden. Tie Arbeitsvermittlung und die Gewerbeaufsicht würden, wenn sie auf der Grundlage der Berufseignung erfolgten, innerhalb des gesamten Arbeiterschutzes, besonders aber des Schutzes der Frauen und Jugendlichen, zu Anforderungen an die sozialpolitische Gesetzgebung kommen, deren Durchführung manchem auf bürgerlichem Boden stehenden Freunde wldycr Berufsberatung„unmöglich" erscheinen möchte. Eeoll die Organisation der nationalen Arbeit ihr Ziel erreichen, überall den rechten Mann an die rechte S t e l l e zu setzen, auf Grund seines persönlichen gesellschaft- lichen Wertes und nicht der Zugehörigkeit zu der oder jener Gesellschaftsklasse, in die er hineingeboren ist, so ist sie nur denkbar in einem demokratischen und sozialistischen Staats- Wesen. Eine Gesellschaft, die die gesellschaftlich notwendige Arbeit unter ihre Mitglieder nach ihrer Eignung verteilt, muß der Idee nach sozialistisch-demokratisch sein und darf vor dem dank dem Privateigentum an Produktionsmitteln erworbenen Besitz nicht Halt machen. Ter kapitalistische Staat kann auch dort, wo er scheinbar in ähnlicher Weise vorgeht, wie jetzt bei der Einführung der Zivildienstpflicht, jenes Ziel weder erstreben noch erreichen; wohl wagt er es vielleicht, das Prinzip der„zweckmäßigen Auslese für die einzelnen Berufe" auf das Proletariat anzuwenden, aber er stutzt schon vor den mittleren und oberen Leitern des Produktionsprozesses und erst recht niacht er Halt vor den Besitzern der Unternehmungen, d. h. heute in den wichtigsten Teilen der Finanzwelt und der Industrie den Aktionären, deren Stellung nicht auf ihrer natürlichen Eignung, sondern auf der gesellschaftlichen Ein- richtung des kapitalistischen Eigentums beruht. Nur die Er- setzung des Kapitalvcrhältnisses als des gcsellschaftsbchcrr- schenden Faktors durch das genosscuschaftlichc Verhältnis, nur der Sozialismus kann die Berufsberatung in dem Sinne, wie es der Verfasser des Artikels fordert, zum Prinzip der Or- ganisotion der gesellschaftlichen Arbeit machen, kann wenig- stens in der Idee den rechten Mann an den reckten Platz bringen. Und deshalb wollen wir, eben weil wir Sozialisten sind und sein wollen, gern an der Berufsberatung mit- arbeiten, wollen sie, wie so viele andere soziale Institutionen, freudig als Mittel begrüßen, dem lebenden Geschlecht in praktischer Kleinarbeit zu helfen und zugleich als rechte Sozialisten in ihr einen Wegweiser zum Sozialismus er- blicken, der trotz aller Not der Zeiten unser ewig erstrebtes Ziel bleiben soll. Wo immer wir die Keime der Zukunft erblicken, wollen wir sie hegen und pflegen, ans daß sie sich entwickeln und der Höherentwicklung der Gesellschaft dienen, und da wollen wir auch denen, die unbewußt die Saat ausstreuen, zeigen, welche Frucht ihr Samen treibt. Mus öer parkest Zu den Ttndtverordnetenwahlcn in Nordlmusen teilt unZ der Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins Nordhausen mit, daß Verhandlungen der Parteien über die Stadtveroronetenwahlen nicht stattgefunden haben. Jede Gelegenheit dagegen h->i der. freisinnige Führer benutzt, immer wieder zu erklären, daß seine Partei am Orte die Majorität babe und deshalb allein über die Besetzung der Mandate der Stadtverordneiendersaminliing be- stimme. Wenn den Arbeitern die liberalen Vertreter nicht paßten, so sollten sie sich andere wählen. Sic(die Liberalen) böten nicht die Hand dazu, Sozialdemokraten in das Stadtparlament zu bringen. Das könnten sie der Bürgerschaft gegenüber nicht per- antworten. Wir erkennen an, daß hierdurch das Vorgehen der Nord- hausener Genossen in anderem Lichte erscheint, als wir auf Grund irreführender Mitteilungen in mehreren Blättern gewertet hatten. Gcineindewahlsicg. In Iserlohn wurde Genosse Bräücker mit 364 gegen 259 gegnerische Stimmen zum Stadtverordneion gewählt. Die tschcckio-slawische Sozialdemokratie ist bekanntlich dem einheitlichen Verband aller tschechischen Parteien beigetreten, der sich� nicht nur auf die Parlamentssraktionen erstreckt, sondern ge- wissermaßen die ganze Nation umfaßt. Die Wiener„Arbeiter- Zeitung" sieht in diesem Vorgehen einen weiteren sehr entschiedenen Schritt auf dem nationalistischen Wege, der mit der Los- reißung der tschechischen Arbeiter von den gewerkschaftlichen Zentralverbänden und dem Verlassen des einheitlichen sozialdemo- kratischcn Abgeordnetenverbandes und der Reichsparteileitung be- treten werde. Die tschechische Partei habe durch die Zustimmung zur Parole des neuen tschechischen Verbandes, die alten Krön- länder unteilbar weiterzuerhalten, das 1899 von der gesamten österreichischen Partei beschlossene Programm der Ersetzung der Kronländer durch national abgegrenzte Selbstverwaltungskörper verlassen; sie werde immer mehr in den Bann des Nationalismus geraten und das Sozialistische mehr und mehr zurücktreten lassen. Dieser Weg sei zum Schaden der tschechischen Arbeiterschaft. özv Reöaktwn« N. D.»v. Ihr Mann kenn, da er zur Firma beordert ist. die Arbeit dort nicht einstellen.— Zahle nur 0—001. Sic sind zwar von der Stciicrzalilung bis zum 31. Dezember nicht befreit, werden aber auch nicht verpflichtet, für die Zeit des Militärdienstes Steuern zu zahlen.— L. R. itO. Wenden Sic sich mit einer Beschwerde an das Miliiärburean des Magistrats Berlin, Klostcrslr. 68.—<$. K. N. B. 10. Z. t. Bei der Angabe der Adresse des EhciiianncZ der verstorbenen Frau wird es sich nur nm die Erbauseinanderietzung mit den Kindern handeln. Sic müssen die Adresse dcm Gericht mitteilen. 2. Das pchnen gehörige Eigentum be- halten Sie. 3. Wenn Sie die Vonnundichalt annehmen wollen, müssen Sic einen solchen Antrag beim BonnundschaftSgericht(Amtsqcricht) stellen. -t. DaS kommt ans die Entscheidung des VormundschastSgerichtS an. ö. Das Geld geböit der Tochter und>v!rd für diese sichergestellt. 6. Ein Verlans Ihres Eigentums ist somit nicht notwendig. 7. Sie müssen, soweit Sic Kenntnis davon babe». dem Nachlastzericht die verlangten Miiieilungen machen. 8. Nein.—<£. 2.! 0. Ja. löst Mark.— Eise 152, Meithcs- dvrf. 1. Um sich in der Sache nicht noch mehr schaden zuzufügen, mochten wir Ihnen raten, sich an einen Arzt zu wenden. 2. Die Erlaubnis dazu werden Sie erhalten, Sic müssen sich aber einen Paß von der Poiizeibebörde besorgen.— P. O>. 87. Drei Monate Frist. — Jv. B!. 50. Wenn sich nach der Trauung in Ihren Ncrbältnisscn leine Acndcrung vollzogen hat. wird die Unterslühung nicht gczablt. Ein Antrag wäre in Ihrem Falle an die zuständige SIcucrkasse Ihres WobiibczirtS zn stellen.— Sl. H. X. 10. 1. 1, Die Frau ist zur Sicuerzahlimg eni- sprechend Ihrem Eililomnicii verpflichtet. 2. Bei dcm von Ibnen angegebenen Verdienst könnte eine gänzliche Einziehung der Nnterstühung nicht ein- treten.—<5. H. 33. 1. Das Ocfsncn der Flurscnslcr während der Äacht kann der HauSivirt verbieten, da doch die Gclnhr besieht, daß die Wasser- Iciiung einfriert. Gegen daS Halten der Hübncr im Keller werden Sie nichts unternehmen können. 2. Sic könnten deswegen die Hilfe der Polizei anrufcii. 3. Wenn die Wohnung dadurch gestindlicitsschädlich ist, tann durch die Polizei dein HauSwirt das Lermicien verboten werden DsnKi an uns!sendet GalttnÄleibum (McltoiundalücK). GailemGoG (Ücädmurrclsfücä'O AeANZViten. Willkommenstze WellmaChlS- Liebesgabe? 5k-u,Cigare»enfabr>e:ffidzeDresdea lugoZiettckioiiieferans SJ-IdKönigsvSashsai PrPikvfs! T 3>4 4 5© ö lO � 4 5 6 ö IQ 12 Pf dSJikk einsehiießlich Kriegsaufschlaa TrastfeiS IVio uiwercr vcrelirliclien Kundschaft nicht unbekannt gehiiehen sein wird, haben die Brauereien zufolge behördlicher Anordnung bereits seit einiger Zeit mit einer weiteren sehr beträchtlichen Beschränkung in der Zuteilung von Gerste bezw. Malz zu rechnen, die wiederum ihre Biererzeugung in ganz empfindlichem Maße beeinträchtigt. Wir seilen uns deshalb leider gezwungen, den Ausstoß sowohl in Kaßbicr als besonders auch in Flaschenbier von jetzt an in einem der Braubescbiänkung entspi ccher.dcm Umfungo herabzusetzen und bitten, hiervon gefälligst Kenntnis zu nehmen. Berlin, den 1. Dezember 1916. Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend. Altllcn-Brancrei f'rlcdrlchshain. Aktlen-Ilrauerci-GcseUscliaft l�ricdrichshttlie vorm. Palacnhofcr. Aktlcn-Bcsellseliaft Soklosulrmnercl Schönebers. Bersschloss-Branerei Akticn-Gcsellschalt. Berliner llierbrancrci Akticn-ttescUsclraft vorm. F. W. Ililsebeln Berliner Bockbrauerci Ab»ien-<«csellschalEt. Berliner Kindl-Branercl Akticn-tleBclischaft. BöhmiBohea Branhans Aktien-Gesellschaft. Brauerei Oswald Berliner Aktien-Gcsellchaft. Brauerei Julius Bötzow. Brauerei F. Bnppoldt. Brauerei Könis�tailt Abtien Gesellschaft. Brarercl Ffeflerberg vorm. Mehneldcr«V Billig Aktien Gesellschaft. Bürgerliches Brauhaus, Otto MiÜler. Xachf. Gebr. Wanninger. Bentschc Bierbrauerei Akt.-Gesellach. V. Babel s Brauerei G. tu. b. M. JliincSiencr Brauhans Aktien Gesellschaft. Schulthclü' Brauerei Aktien-Gcselisob. Spandauerberg-Braueroi vorm. C.Becliinnnn, Akt.-Gcsellöch. - Viktoria- Brauerei Aktlcn-GcseHmchaft. Versuchs- und Bchrbraucrcl Allgemeine Orts-Krankenkasse für den Stadtbezirk Köpenick. Hiermit laden wir die Vertreter deS Ausschusses zu der am Ticus- tag, den IS. Tezemlier 1010, abends S'/j Uhr, im Ratskeller, Schloßslraße, tagenden ordentlichen Ausschutz-Sitzung ein. Tagesordnung: 1. Bereitstellung von Mitlein für 1917 zur Entsendung von Vev- tvetevn. 2. Festsetzung deS Voranschlages für 1917. 3. Antrag deS Vorstandes aus Ge- Währung von TeuevungSzulagen an die Angestellten. 4. Wahl deS RechnungsauZschusseS für die Prüfung der Rechnung des lausenden Jahres. 5. Geschäftliches. Ansragen und Beschwerden, zu deren Erledigung in der Sitzung die Einsichtnahme in die Geichnslsbücher nolwendig ist, bitten wir, bis zwei Tage vor der Sitzung initzuteileii. Die Ausschurmitglieder erhallen noch besondere Einladungen. Köpenick, den 29. November 1916. Der Vorstand. Otto Nickel, Vorsitzender. 272(16 Arbeiter- Aotiz-Kaleiider llllit dem? orträl des ver»: storbencnGcnosscnTölckc j geschmiiitt, reiht sich der j dieSjabr. Kalender seinen: Vorgängern würdig an. s Der vielseitige Inhal!: ist selbstverständlich den» Bedürfnissen der Ar.- bester und der KriegSzcst! angepaszt. Auster cinein: rcichhaUigcn statisttsche»! und Adregen. Material: und sonst wissenswerte» Z vlotizen verdienen be»: sonders hervorgehoben s zu werden: Kapitalab-- fiudung an Stelle von! Kriegs-Vorsorgung.—: Bücher zur Kricgssür-: sorgo.— Sozialbemo- Z kratie und Bolksernäh- i rung in der Kricgszcit.- — Was tat die dcntsche- Sozialdetnokratic f. den- Frieden?— DieGeweri-- schaften im 2. Kriegs- Z jähr.— Der alte Tölcke.: preis gebunden 60 Ys. Bilchhandluiig Vorwärts Lindenstv. 3. Falivradankaus Linicnstraße 19.' werde» per sofort oder später eingestellt. Lehrlingen, welche bereits a u d e r tu e i ti g gelernt habe», wird die Lehrzeit an- gerechnet. Otto I-ublts:, Neue könlgstr. 72(am Alexanderpiatz.) Faletots und Pyjncks. Der Einzelverkauf zu Fabrikpreisen befindet sich jetat Rönigslr. 55' SÄk Bezugsscheine vorrätig! Gebr. Sektkorke, frei von Knnstkoclcn, Stck. 19 Pf. gebr. BSctiikorke„ 2, taust jeden Posten Nacheiiistciu.Gharlottenbnrg, SSindicheidstr. SO. �ntts�ungs�ss „Grazlana", reines Kfianzen- produtt, dessen unschädl. natürl. Wirkung wissenschaftlich, anerkannt ist. Kein Äbführmitt. Große G ewiciitsabnnhrne auch ohne Einhalten ein. bestimmt. Diät. 2öjähr. glänz. Erfolge. 2,50 M., 3 Pakete? M. Otto Reichel, Berlin43, Eisenbahnstr. 4. Jfotz Warenknappheit sind meine Läger für Artikel ohne Bezugsschein wieTeppiche, Möbelstoffe, Gardinen, Läuferstoffe, Tisch- u. Diwandecken etc. HP noch reich sortiert!! Viele tiieser Mkel zu alten Preisen!! Teppicli-Speziates Emil Lefevre Berlin-Süd. Sein802 nur Haus IllJi. Mein allbekanntes hat keinerlei Beziehung zu ähnlich lautender Firma!! „Vorwäplsu- Lesern 3<70 Rabalt. IIniversal-Briefsteller Buchhandlung Vorwä.ts, straße 3(Ladenp_ 3 Mark Lindeu- Perantwortl. Redakteur: r. Franz Diederich, Friedenau, Für den Inseratenteil verantw.: TH.Glocke, Berlin. Druckst, Verlag: Vorwärts Buchdruckerei und Vcrlagsanstalt Paul Singer ä Eo., Berlin(523.63, ilt.332. 33. Wtgüüj. 2. KeilU des, Amiirls" jkrlmr Jlollislilnlt. Sonntag. 3. Dntmbtr Antwort an Eöuarö öernstein. Von Philipp Scheide mann. Genosse Bernstein hat in seinem Artikel„Die Politik des Als ob" mit Ausdrücken der Entrüstung nicht gespart. Ihm ist die Politik der Mehrheit und ganz besonders die meine eine Quelle bittersten Verdrusses. Ich kann ihm ver- sichern, daß es mir und meinen Freunden mit der seinen genau so geht; sie weckt in uns Gefühle sicher nicht des Rc- spekts— eher des Gegenteils. Aber ich will nicht in den Fehler des aufgeregten Bern- stein verfallen und über Schlechtigkeit der andern jammern. Bleiben wir lieber sachlich und nüchtern. Ich stelle folgendes fest: Solange die Fraktion und der Parteivorstand in Berlin keine Stimme hatten, wurden sie den Berlinern als Hurrapatriotcn, Kriegsverlängerer, Annexionisten usw. verdächtigt. Dieser— sagen wir einmal: beabsichtigte! Irrtum hat jetzt, da man uns nick't mehr muirdtot machen kann, ein Ende. Der„Vorwärts" hat als Zentralorgan der Partei in vier Wochen weit mehr Friedensarbeit geleistet als in den zwei vorausgegangenen Iahren. Tic A. G. kann sich also uns gegenüber nicht mehr als die patentierte Friedensretterin aufspielen. Was tut sie nun?<Äe tut, wie die meisten Leute, die sich in größter Verlegenheit befinden, sie tut das U n g e s ch i ck t e st e, sie reißt unsere Friedensarb cit schonungslos herunter! Das ist die traurige Folge des Umstandes, daß über den persönlichen Kampf der sachliche so gut wie ganz ver- gessen ist. Die A. G. hat anfangs— wie ich annehme— wirklich nur der Sache des Friedens dienen wollen, wobei sie sich freilich in der Wahl der Mittel arg ver>"-iff. Jetzt kommt es ihr nur noch aus den Kampf gegen die Mehrheit an, und sie macht sich gar kein Gewissen mehr daraus, d i e Sache der Friedensbewegung aufs schwerste zu schädigen, luenn sie nur ein paar Redensarten gegen die Mehrheit in die Massen schleudern kann, mit denen sie Beifall zu finden hofft. Darauf laufen die Anklagen Bernsteins über meine an- gebliche„Würdelosigkeit" doch im Grunde hinaus. Ich danke Bernstein dafür, daß er um meine Würde so besorgt ist, aber ich sage ihm: w" n n ich dadurch den Krieg nur um einen einzigen Tag abkürzen und da- durch taufen den das Leben retten könnte, wäre ich in it Freuden bereit, in eine ganze „Würde" dafür herzugcbe n. . Mein Verbrechen— in Bernsteins Augen— bpiWit darin, daß ich eine Wahrheit offen ausspreck>e, vor der die A. G. krampfhaft die Augen schließt: die Wahrheit nämlich, daß die deutsche Regieruim jeden Tag bereit Friedens- Verhandlungen zu beginnen, und daß die anderen Regie- rungen nicht dazu bereit sind. Ich halte es für notwendig, immer wieder zu unterstreichen, was der Reicbskanzler dar- über gesagt hari erstens einmal,»um die Wirkung dieser Worte in der Richtung zu den Fricdensfaktorcn anderer Länder zu verstärken: zweitens aber, um den Reichskanzler selbst auf seine eigenen Erklärungen festzulegen. � halte es für die Pflicht der sozialistischen Parteien in allen Zandern, soweit ihr Einfluß reicht, die Regierungen zu einer Haltung zu drängen, die den Abschluß eines für beide Teile ehrenvollen und erträglichen Friedens möglich macht. Diese Politik, die ja nicht bloß die meine ist. kann zwar chnh nicht den Frieden herbeihexen, aber man kann auch nicht sagen, daß sie bisher ohne Erfolg geblieben ist. Wenn Bernstein leneit Teil der inländischen und ausländischen Presse verfolgt, der einen„vorzeitigen Frieden" für eine Gefahr halt, so wird er finden, daß sich alle Angriffe dieser Vresie gegen mich und meine Freunde richten. Tic A n- b a n g c r d e s Kr i c g s„b i s z u in Ende" b e k ä m p'f c u uns täglich in spalten lange n Artikeln als ihre gexahrlrchsten Gegner, während sie der A r b e i t s g e m e i n s ch a s t nicht die g c r i n g st c B e a ch t un g widme n. ... Dw A. G. kann nichts für den Frieden tun, denn sie ilt mit ihrer ganzen Politik auf ein totes Gleise geraten. Sie erschöpft sich in Anklagen über die Schlechtigkeit der �velt, deren schlechtester Bestandteil natürlich die Mehrheit der eigenen Partei ist, und erreicht damit gar nicht-- � Wenn Bernstein meine Methode, für den Frieden zu Nurken. verwirft, so bitte ich ihn, einma zu sagen, welche Methode pr für die richtige hält. Bis jetzt kann ich nicht einsehen, was durch bloßes Räsonieren und durch Ablehnung � L-.riur"chüicsverteidignng notwendigen Maßnahmen praktifch erreicht werden kann. Frieden werden wir erst baden, wenn die Regierungen ihn schließen, das ist doch ksar: und wenn wir die Kraft nicht haben, die im Amt be- findlichen Regierungen zu stürzen, dann bleibt, uns nichts anderes übrig, als auf die bestehenden Regierungen einen F'�ack. auszuüben: sie zu drängen: sie auf bereits gemachte Zugestandnisse festzulegen: sie zum Frieden zu ermutigen. Das ist das, was Bernstein..Würdelosigkeit".„Tänzeln", „Bedientenlogik" usw. nennt. Was tut's? Es ist freilich schuierzlich, daß gerade Bernstein an die ? i il Hastinkte der Massen appelliert, um mich per- sonlich herunterzureißen, sind die einzig mögliche Friedens- Politik mit ,,rad!kal"-tuender Nörgelei zu durchkreuzen. Zu diesem Zweck hat er aus der Presse der Rechten die alberne Unterstellung übernommen, ich versuchte mich als Vertrauens- mann des Reichskanzlers aufzuspielen. Die konservative Presse bat damit den Reichskanzler zu kompromittieren ver- sucht, Bernstein und seine Freunde versuchen, mich da- mrt zu kompromittieren. Auf verärgerte Spießbürger hat fa die Verdächtigung, einer habe sich mit der Regierung ein- gelassen, noch immer gewirkt. Solche Verdächtigungen werden mich nicht bindern, den Weg weiter zu gehen, den ich für den richtigen halte, und der— wie uns das Geschrei der Gegner von rechts und links beweist— gewiß auch der richtige ist. Die Schädigungen, öle das Treiben der A. G. jeder ernsten Friedensarbeit zu- fügt, schätze ich ebensowenig gering ein wie die Hindernisse von rechts.� Sie müssen überwunden werden I Das eigene Land vor den Gefahren einer Niederlage zu schützen und der Welt den Frieden wiederzugeben, das ist die große Aufgabe, deren beide Teile sich nicht von ein- ander trennen lassen. Die Arbeiterklasse kann diese Auf- Stelle zu stehen, das ist ihr geschichtlicher Beruf, den sie nicht verleugnen und nicht vernachlässigen darf, ohne Selbstmord zu begehen. Die Arbeitsgemeinschaft hat das nicht verstanden, darum ist ihre Politik Selbstinordpolitik. Nicht durch ohnmächtiges Keifen und Nörgeln, sondern nur durch Kampf und Arbeit kann der Welt Rettung kommen. Jgnaz Auer sagte in solchen Fällen: L. S., was bei ihm hieß: Laß schwätzen! Und er tat, was er für richtig hielt. Das muß beute noch mehr als damals gelten, denn heute handelt es sich um mehr— nämlich um Alle?! Politische Ueberstcht. Wer führt einen Angriffskrieg? Einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage liefert ein Artikel des englischen sozialistischen Arbeiterabgeordneten Philipp Snowden im„Labour Leadcr" über die jüngste Kanzlerrede, aus dem wir nach der I. K. folgende zitieren: „Die Rede des deutschen Reichskanzlers zeichnet sich, wie alle seine Reden seit KriegZausbruch, durch Offenheit nnd Gcnauig- keit ans. Seine Ausführungen über Rnßland, dessen Borgeben eine der Haupturfachen des Krieges war, stimmen mit den Be weisen überein, die aus den diplomatischen Veröffentlichungen der verschiedenen Regierungen hervorgehen. Bringt man noch die Ausführungen des Reichskanzlers in Verbindung mit der unbestreitbaren Tatsache, daß die Verbandsmächte den Krieg nicht für Vcrtcidigungszwcike, sondern für Angriffszwccke fortsetzen, und zwar im Interesse Rußlands, Frankreichs und Italiens,— so kann kein Zweifel darüber herrschen, daß das Urteil der Ge schichte einen erheblichen Teil der Verantivortlichkeit für den Krieg den russischen Staatsmännern zuschreiben wird." Diese Ausführungen sind nnr noch dahin zu ergänzen, daß der Krieg nicht zuletzt im Interesse Englands, das Snowden nicht nennt, und zwar als Angriffskrieg fortgesetzt wird, wenn auch Englands Kriegsziele erst in zweiter Linie territorialen Zuwachs erstreben. Ein Vorstost.Hcydcbrands. Auf der Delegierlenvnsaminlung der Deulschkoiiservativen Partei Schlesiens am 29. November hielt der Abg. v. Heydebrand einen Bortrag über die politische Lage, in dem er— unter sorgfältiger Vermeidung des Wortes— von neuem auf den O-Boot-Streit ein ging. Nach dem Berickt der.Deutschen Tagesztg." sagte er: „Nach der mililäri!cken Lösung der Balkanfrage wird die Entscheidung an uns herantreten, ob wir den Krieg gewinnen wollen oder unsere Feinde. Dann wird auch daS N.ittel gebraucht werden müssen, das allein zur Niederwerfung Englands fiibren kann.(Lebhafter Beifall.) ES gehl für uns um unsere Existenz, da dürfe» wir auf mißgünstige Neutrale I e i n« R ü ck s i ch t nehmen.(Erneuter Beifall.) Wir greifen ja Amerika nicht an, sondern müssen von ihm in unserem Daseins kämpfe verlangen, daß der Raum um England frei von feindlichen Schiffen Mit amerikanischen P a f f a» gieren bleiben muß. Wer sich von den Neutralen in da? von uns bezeichnete KricgSgebiet begibt, tut eS auf eigene Gefahr." Die Anerkennung dicicS Standpunktes haben die Vereinigien Staate» bekanntlich mit einer Entschiedenheit abgelehnt, die nickt zweifeln läßt, daß ein Bsbarren unsererseits auf demselben für Amerika eiu Kriegsfall sein würde. Wir nehmen an, daß Herr v. Heydebrand sich der Konsequenz seiner Auffassung bewußt ist. Kölner Kriegsziele. Ein Artikel der uationalliberalen„Kölnischen Zeitung", der sich mit den Kriegszielen befaßt, enthält folgende beachtenswerte Erklärung: „Wir werden ans den Ausbau und die Abrundung unseres Kolonialbesitzes Bedacht zu nehmen haben. Politische Ziele durch A n g l i e d e r u n g von Land und Menschen in Europa werden wir nicht verfolgen. Große in sich zusammen- hängende Kolonialgcbiete lassen sich vcrhätlnismäßig leicht hallen, so daß wir als politischen Machtzuwachs solch kompakten Kolonial- besitz zu erstreben und für seine militärische Festigung und Er- starkung zu sorge» haben." Die„Kölnische Volkszeitinig", ein Hauptorgan deS Zentrums, bespricht die lüiistigc Gcsialtnng iin Westen und lehnt bei dieser Gelegenheit Erobernngszicle in Frankreich mehrfach ab, nm aber doch am Schluß des Artikels die Ein- verleibung des Erzgebiets von Brietz zu befürivorten, was nur einer„Grenzberichtigmig" gleichkäme. Bezüglich Belgiens stellt sich das Blatt auf den Boden der vom Reichskanzler in feiner Rede vom 5. April 19lti geforderten„realen Garan- tieu" bei Aufrechterhaltung der belgischen Selbständigkeit, wobei es allerdings die realen Garantien ziemlich tveitherzig auslegt. Weit entfernt, mit diesen Kricgöziele» übereinzustimmen, glauben wir doch sagen zu können, daß es schon ein Fort- schritt wäre, wenn die gesamte Anhängerschaft der National- liberalen und des Zentrums wenigstens niemals weiter- gegangen wäre, als diese ihre führenden Blätter. Ja Wahlpolitik. der„Sozialistischen AnSlandspolitil" beschäftigt sich Genosse Hans Block nochmals mit dem WahlanSfall von Ofchatz-Grimma. Er iveist auf die starke ländliche Be- völkerung des Kreises hin. gibt aber zu, daß ein Mchrhcits- kandidat noch manche Stimme aus dem„gewerblichen und geschäftlichen Mittelstand" hätte holen können. Er fährt dann fort: Vom Standpunkt der reinen Wahlpoliiik aus hätte alio sicher die Poitlik der Fraknontmehiheil den Vorzug. Aber für Sozial- demokratcn gib: es doch wohl noch andere Gesicklspuntte, nach denen sie ihre Politik zu oricnlieren haben, und die sollten unseres Erocklens schwerer wiegen. Selbst wem, unsere Grundsätze unö für einige Zeit Wablersolge sehr schwer machen sollten, so dürsten wir sie doch nichl aufgeben, solange wir sie für richtig erkennen. DaS müßten wir selbst vom Slandpunki einer richtig verstandene» weitsichligen Realpolitik tun: denn wir wurden die Zukunft der Arbeilerbcwegung ruinieren, wenn wir um leichter Augenblicks- erfolge willen ihre sickere Giundlage zerstören wollten. Reine Wahlpolitik hat die Sozialdcmokralie nie gelricben und darf sie nie treiben, wenn sie ibr Bestes nichl verlieren will. Genosse Block vergißt, daß die Grundsätze der Arbeits- gemeinschaft, die jeden Wahlerfolg so sehr erschweren, nicht die Grundsätze der Fraktion sind. Ileberzeugungen verstecken, um Mandate zu bekommen, wäre eine Gesinnungslumperei, die niemandem zugemutet werden soll. Die Mehrheit der Partei in der Frage der Krcditbewilligung wird eben— trotzalledcml — von den Massen geteilt. Sie braucht sich darum auch nicht, wie es die Genossen Ed. Bernstein und Block tun, au dem Beispiel von 1871 aufrichten und auf die Formel zurück ziehen: Ganz klein von vorne wieder anfangen I Nein, so lange Zeit haben wir nicht mehr! Wenn wir uns nicht zu trauten, nach dem Kriege im Sturmschritt v o r tv ä r t s zu marschieren, täten wir besser einzupacken nnd nach Hause zu gehen. Einem raschen Fortschritt des Sozialismus und der Demokratie kann aber die Politik der Minderheit nicht den Weg bahnen. Oschatz-Grimma lehrt cS! Sozialpolitische Wasserscheu. Die sozialpolitischen Kautelen, die in das Gesetz über den „Vaterländischen Hilfsdienst"— zumeist auf Betreiben der Gewerk- schaftcn— eingefügt wurden, erregen bei der nationalliberalcn „Kölnischen Zeitung lebhafte Besorgnisse. Da» schwerindustri- cllen Kreisen nahestehende Blatt befürchtet, daß der Zweck des Ge fetzcs, die Arbeitsleistung und die Produktion zu er- höhen, infolge der„Belastung" des Gesetzes mit sozialpolitischen Maßnahmen leiden werde.— U. E. lehren die bisherigen Erfahrungen, daß gerade durch einen möglichst weitgehenden sozialpolitischen Schutz die Arbeitsfreudigkeit und damit die Leistung gesteigert werden! Besondere Bedenken hegt auch die„Köln. Ztg." gegen die A r- b e i t e r a u» s ch ü s s«, die für alle Kriegsbetriebe über S0 Arbeiter vorgeschrieben sind. Sie würden„einen ewigen Kampf um bessere Arbeitsbedingungen" beginnen, der„der Arbeitsleistung kaum för- dcrlich fein kann". Wiefern die Arbeit darunter leiden soll, weil cin paar Vertreter der Arbeiter mit dem Unternehmer verhandeln, ist uns unerfindlich. Noch mehr schmerzt es das genannte Blatt, daß der Reichstag unter die„wichtigen Gründe", die zur Arbeitsabkehr berechtigen, die Erlangung höheren Lohnes aufgenommen hat. Hierdurch tvird nach seiner Ansicht die Konkurrenzfähigkeit der kleineren und mittleren Betriebe gegenüber den großen Kriegs- betrieben getroffen,„die jetzt schon die hohen und höchsten Löhne zahlen". Das letztere bestreiten wir, fragen aber gleichzeitig, ob wirklich nur die Sorge um die kleineren Betriebe die„Köln. Ztg." in diesem Punkte bedenklich stimmt. Ihr Gesamturteil faßt die„Köln. Ztg." in folgende Zeilen zu- sammen: Das Gesetz ist gewissermaßen zu einem sozialpoliti scheu Versuchskar n ickel gemacht worden. AlleS, was die Arbeitrrverbände im freien Arbeitsvertrag erstrebt, aber nich, voll erreicht haben, daS haben sie hier, wo sie es mit dem Staat als Arbcitsvermittlcr zu tun haben, zugebilligt bekommen und das, was zur Vermeidung des Stellenwechsels und damit allerdings auch als Beschränkung der Freizügigkeit in das Gesetz hin- eingeschrieben worden war, ist zum Teil wieder daraus entfernt worden. Daß das Gesetz in erster Linie die Erfüllung einer vaterländischen Pflicht verlangt, das ist in der Einzelbera- tung zurückgetreten hinter dem Bestreben, die Interessen der Ar bester zu wahren und eine Bedrohung ihrer Rechte zu verhüten. Wir gönnen den Arbeiterorganisationen ihren Triumph von Herzen; aber wir glauben nicht, daß die. Be ratung dieses Gesetzes die richtige Gelegenheit war, solche Triumphe zu begehren nnd zu erringen. Für die Beurteilung dessen, was die Gewerkschaften erreicht haben, ist dieser Stoßseufzer nicht ganz belanglos. Ein Gchdinrat als unbewußter Marxist. Im roten„Tag" polemisiert Geheimrat Halbe gegen den konservativen Herrn v. Dewitz, öer es auch nach öcn ge- iiidniomcn Blutopfern im Weltkrieg immer noch für recht und billig hält, daß das preußische Wahlrecht nach der S t e n e r l e i st n n g abgestuft ist. Geheimrat Hatbc beruft sich zwar nicht auf das naheliegende Argument des allgemein und gleich vergossenen Blutes, aber er findet für die Bedeutung selbst-des nichtstellerzahlenden Ar- bciters eine durchaus passende Würdigung, wenn er schreibt: Aber auch die Bedeutung der Arbeiter, selbst solcher, die keine Steuern zahlen, ist gegen früher(?) eine größere für den Staat geworden. Gesetzt den Fall, unsere Arbeiter würden infolge der großen Kriegösteuern. die unsere Zukunft belasten werden, und der Lockungen, welche ihnen die Vereinigten Staaten infolge des durch den Krieg angesammelten Reichtums bieten können, wieder, wie früher, auswandern, was würde dann ans Landwirtschaft. Industrie und Ha» de l? Preußen braucht den Arbester zu seinem Bestehen ebenso wie tc» Millionär, auch wenn die Steuerkraft der Arbeitcr nichts sein sollte. Ohne ihn würden Millionäre im Lande bald nicht mehr zu finden sein, ohne ihn gibt es kein Heer. Nicht, was der Arbeiter an Steuern zalu'i, sondern was er für das Gemeinwohl in Werten leistet, die in Geld nicht abschätzbar sind, gibt ihm seine Bedeutung. Im Grunde läuft das auf die sozialistische Erkenntnis heraus, daß d i c A r b e i t, k ö r p e r I i ch e u n-d g e i st i g c, allein alle Werte erzeugt. Wenn-diese Erkenntnis auch bei Geheimräten sich Eingang verschafft, ist-das mir erfreulich. gäbe nicht allein lösen; aber bei ihrer Lösung an ersterbt daS aber auch nicht notlvendig, denn ihre Ucberzengmig „Gegen den kapitalistischen Geist!" Auf der Geiieralversaniinlung des Rheinischen BauernvereinS in Köln entwickelte der bayerische LcindtagSabg. S ch l i t t e n b a u e r, der bekannte Mitarbeiter Dr. Heim-?, programmatische Forderuiigen. Er wandte sich gegen den k a p i t a l i st i s ch c n Geist in unserer Lebensmiiieiversorgimg. Gesetzliche Zwangs maß- regeln seien unvermeidlich. Sie seien jedoch mir wirk- am, wenn die Behörden mit den Organisationen der Er- zeuger, der Weiterlieserer, Verarbeiter und Verbraucher zielbelvußi zusammenarbeiten. Unsere ganze Kriegswirtschaft leide am Papier- geiste, am BureautraliSmuS. Notwendig sei 1. eine planmäßige Sicherung und Förderung der Produktion; 2. durchgreifende, jede wilde Versorgung hemmende Organisation des Aufkaufs, der Weiterliefer uug und des Verkaufs. Eine Preisbindung fei vom Erzeuger bis zum Verbraucher erfordcr- lich. In jedem größeren Bundesstaate müsse ein Wirtschafte- a m t gebildet werden; jedeni LandratSamte solle ein dreiköpfiges WirtschaftSkomitee beigegeben werden. Zu den Eristearbeiteu seien insbesondere die Städter heranzusiehen. Der Aufkauf der Lebensmiltel auf dem Lande müsse systematisch organisiert werden. In den Slädten sei allgemeine Rationierung durchzuführen. Verwaltungsstelle für„Hindenburg- Speck". Zur Organisation der freiwilligen Abgabe von Speck, Scknialz usw. an die Schwer- arbeiter der Rüstungsindustrie durch die Landwirtschaft, wie sie Hindenburg« bekannter Aufruf anregte, hat sich eine„Verwaltiiiigs- stelle der Hiiidenburgiuende der deutschen Landwirte" gebildet, die einer Zerspliileuing und imgceigncicii Verwendung vorbeugen will. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg Ortsverein üeukölln. Mitglieder Versammlung am Dienstag, de» ü. Dezember, abends 8>/z Uhr, in den„Paffage-Festsälen", Bergstr. 151/152. Tagesordnung: 1. Ziortrag des ReichStagsabgeordncfen Genossen Otto: „Die Sozialdemokratie«ach dem Kriege". 2. Freie Aussprache. 198/10* Der Vorstand. I. A.: Aug. Neumann. Zahlstelle Berlin. Montag, den 4. Dezember IDIC, abends 7 Uhr, im Saal 1 des Gcwerkschaftshauses, Engelufcr 15: v ersammlung aller In BucHdrudfereien und Gckljäfts- buchfabriken belcbäftlgten lilltglieder. Tagesordnung: 1 Unsere Teuerungszulage». 2. Verschiedenes. Die wichtige Tagesordnung crjordert daZ Erscheinen aller Mitglieder. 24,19 Die OrtsTerwaltune. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Achw««: Militärsattler! Acht«««: Mittwoch, den 6. Dezember 1916, abends 7 Uhr: Branchen»Versammlung in den„Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 58—59. Tagesordnung: t. Geschäftliches. 2. Vortrag über:»Das neue Dienstpflichtgeses«. Z. Antrag der Kollegen der Firma Hartmann. 4. Bianchenangelcgcnheilen. Die Versammlung wird pünltlich um 7 Uhr eröffnet. In Anbetracht der äugerst wichtigen Tagesordnung erwartet zahlreichen Besuch löö/2 Die Branchenleitung. Verwaitnne Uerllu. Tel.-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratze 30 Ukckiilikiisiiiiimieliikchmilitmgen der Bezirke und Brauchen Mittwoch, den 6. Dezember 1916: Modell- und A-abriktifchler sowie Modelldrechsler. abends 8>/z Uhr, bei Waldt, Pflugstr. 3. Bezirk Neukölln abends 8'/« Uhr, im Lokal von Schmidt, Renterstr. 22. SÜf t Bez. Südwesten u. Westen mit Delegierten abends 8 Uhr, im Lokal von Klein, Hasenheide 89. Bezirke Südost I. und II. abends 8'/» Uhr, bei Lier, Nannynftrafte 9. Stellmacher abends 8'/« Uhr, bei Hummel, Sophienstrahe 5. Jalousiearbeiter abends 8 Uhr, bei Greive, Rungeftraste 36. Tie gesamte Branche um 9 Uhr. Korbmacher abends 8 Uhr, bei Krause, Mariannenplatz 8. Ob erschönew eid e, Joh annisth al Bertraucnsmänner und Delegierte aller in de» Flugzeugbetricben beschäftigten Holzarbeiter und Arbeitcrinneu nachmittags 5'/.2 Uhr, bei Hank, Niederschöneweide» Hasselwerder Str. IL. Pttlmutt-, Horn- und Stkinnuß-Ardeitn abends 7 Uhr, bei Thomas, Melchiorstraste 6. Freitag, den 8. Dezember 1916, abends 8 Uhr, im Gewcrkschastshause, Engelufer 15: Fortsetzung der Generalversammlung vom Freitag, LI. November. 96/16 Die Ortsverwaltung. Kranken-Unterstittzungstnind der Schneider. Filiale Derlln. Mittwoch, den 6. Dezember 1916, abends S'/a Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 5: Mitglieder Versammlung 2. Wahl der Trtsver» Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 2. und 3. Quartal 1916. waliung. 3. Vcischiederie Kassenangelegenheiien. Um zahlreichen Besuch dieser Versammlung ersucht 164/5 Die Drtsverwaltnnz?. Vcrlmd der Kuch- und Sttindruihml- Hitssordkittr und-nrhcittrinncn. Ortsverwaltung Berlin. Weihnachtsunterstützun g. Alle Familien derjenigen Mitglieder unseres Verbandes, deren Er- nährer bis zum l. Dezember 1916 zum Heeresdienst eingezogen sind und mindestens 26 Wochenbeiträge an unsere Organisation geleistet habe«, erhalten eine Weihnachtsunterstützung von 10 Mark. Die Auszahlung ersolgt für die Namen mit den Nnsangsbuchstaben: gST" A bis«* am Dienstag, de» IS. Dezember MF* M„ I,„ Mittwoch, den 13. Dezember MF" M„ K„ Donnerstag, den 14. Dezember MF" S„ Z„ Freitag, den 15. Dezember vormittags von 10 bis 1 Uvr an der Ortskasse, Alte Jakobstraffe 5. Die Auszahlung eifolgt nur bei Vorlegen eines Ausweises über den Bezug von Kriegsunterstützung(Ouittniigsbogen usw.). Wir ersuchen unsere Vertrauensl-ule und in Arbeit stehenden Mit- gliedcr, die Familien unserer eingezogenen Kollegen hierauf ansmerlsam zu machen. Spätere Reklamationen iöimen nicht berücksichtigt werden. 27/20* Der Ortsvoefftand. lieTinZN-PTacblsälö,��' lesen Sonntag: Dan! nantdez'S Lustige Sänger lAnfang 7 Uhr. Eintrit SO Pf., ,g pf. Steuer, Militär 30 Pf. J. Baer, BadstrJfipÄee Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung, Eleg. Paletots, Ulster, Joppen. Gr. Stofflager z.eleg.Maßanfertigung Billigste, feste Preise 3 n�reien Stunden. Romane und Erzählungen sür das arbeitende Voll Pro Hest 15 Ps. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lmdenstratze 3. Aellnillnn'! ikluiNinizoÄi! LzLüLv Auswahl. Billigste Preise. L IdohrenstraBa 37a (Kolonnaden) II. Or. Frankfurter Str, 115 (nahe Andreasstr.) Antwahisendungen sofort. Amt Zentrum 7890. Sonntag 12— 2 Uhr geöffnot OtMXiJru-JJlotwvoctl/'IS% ötv.toclv— iS 8. Nrenllilch-Siiddeutsche (234. Königl. Pr-nft.) Klass-nlvtt-rie b. Klaffe 22. Ziehungsiag 2. Dezember 1916 Vormittag ?l»f jede gezogene Stummer sind zwet gleich hohe oirwlnne gefalle»,»ud zwar je einer aus dl« Lote «leicher Stnmmer in de» beiden Zlbietlnngeu I». Ii. Rur die Gewinne über 240 M. find w«lammern beigefügt. lOhne Gewähr«. St.-A. s. Z.)(Nachdruck verbeten) 132 234 73 32t 473 1231 llMO) BS 409 33 2033(1000) 263 316 1500) 666 638 715 880 998 8090 175 240 309 80 83 494 609 832 81 40J4 143 47 91 373 417 74 668 715 6170 95 628 719 36 964 6393 657 701 35 7 233(1000) 67 302 436 600 82 707 338 8001 79 III 80(600) 209 13 58(600) 309 14 513 618 86 9« 9013(600) 33(3000) 79 226 404 16 672 717 864 88 10142 295 499 618 65 722 98 11407 607 606 767 843 048 12037 172 244 314 421 668(600) 710 93 808(EOOl 919(3000) 46 13281 92 491(600) 646(1000) 88 810 67 972 1 4063 Efi 239(1000) 73 363 402 67 636 738 837 968 29 92 15199 223 66 97 629 743 833 1 6214(600) 41 403 628 43(600: 77 1 7020 141 293 365 77 440 93 665 778 1 8161 73 309 621 602 4(1000) 751 67 842 89 19019 193 247 48 442 666 777 937 29168 269 324 409 665 97 675 80(600) 866 928(1000) 21063 147 368 688 722 847 63 2 2632 742 885 929(600) 97 23433 712 813 2 4019 87 287(3000) 312 696 70» 68 25116 407 78 672 680 797 911 26057 97 160 375 434 63 68 609 647 722 800 924 78 2 7081 109 256 383 625 633 914 69 2 8072 268 96(600) 606(600) 728 93 803 2 9026(600) 161 329 42 (10001 64 437 840 946 83 90222 38 40 307 769 895 97 81074 153(6001 213 485 643 608 66(1066) 827 930(600) 8 2039(6001 42 203 66 304 22(600) 483 653 812 913 8 3 024 66 420 649 638 808 8 4384 428 606 70 97 797 840 36169 470(600) 856 972 36020 177 606 730 891 946 3 7106(lOOO) 263 349 06 460 644 712 8 3096 186 387 607 8 9055 III 13(600) 94 244 66 309 641 738 808 40001(IS 000) 67(500) 100 69 60 200 874 89 819 82 41196 201 37 70 432 612 844 64 92 968 4 2014 17 102 99 270 320 611 620 723 96 4 8006( 600) 2E9 319 24 670 867 999 4 4263 06 93«13 83 638(600) 660 90 821 976 4 8082 95 114(3000) 29 92 206 37 308 18 33 606 16(1000) 760 869 49017 144 83 264(600) 79 682 723 62 65 816 37 83 4 7033 233 79 341 491 656 69 93 4 8032 112 210 619 61 69(1000) 863(1060) 803 4 8020 139 203 337 467 647 764 908 83 5 0026 147 204 226 463 605 32 618 830 61 61000 6 232 (1000) 480 654 688 945 62 91 6 2063 118 45 61 205 67 301 «95 6 3266 70 318 87 431(600) 88 97 601 717 61 880 95 «13 70 87 8 4042 60 298 348 72 448 60 658 649 95 5 5490 736(600) 883 97 927 70 83 6 9115 38<5001 267 482 86(1000) 876 858(600) 5 7 095 486 690 712 920 6 9017 373 625 644 762(600) 81 901 5 9062 639 712 612(600) 63 63 60171 92 227 357 99 448(1000) 616 664 61018 168 231 840 457 63(3000) 687 91 700 49 g�S 9 2 041 111 27 84 202 803 48 97 610 34 748 863 992 93049 51 283 366 461 630 35 962 89 93 0 4012 39(3000) 48 462 620 71 748 0 6055 158 240 64 394(BOO) 611 939»6095(600) 366 630(30001 687 934 97162 53 300 65(1000) 434(500) 677 713 933(600) 89 8 8171 236 341 72«53 665 660 720 885 92« 9 9076 92 231 693 921 70219«04 25 640 78 93 760 813 67 71093 162(1000) 78 «0 221 99 480(3000) 632(1000) 792 939 73 83( 600) 37 7 2078 «7 168 309 473 651(1000) 76 703 32 64 820 32 82(500) 905 73198 233 42 382 469 662 749 916 7 4393(1000) 694 857 68 «Ol 77 7 5168 91(500) 438 633 70 71 93 700 95 936(5001 76)20 57 293(600) 301 504 48 690 814 93(1000) 7 7037 «7(1000) 283 301(3090) 73 532 48 722 873(500).983 32 e0 78103 8 263 336(3000) 86 419 638 757 880 943 69 7 9009 80 144 8O043 622©1129 403 65 80 561 692(1000) 715 72 92 839 982 8 2298 372 82 677 630 96 8 9079 118(1000) 312 «84 618 620«00 974 8 4183 238(600) 92 383 433 656 668 (3000) 710 19 22 91 922 8 5 268(BOO) 85 583 624 3 3 715(600) 19 917 8 0033 64(500) 158 303 421 660 752( 5000) 8 7 061 238 379«81 89 96 622(3000) 58 713 20 93 323 915 U8127 69«66 664 8 8063 103 218 34 429 603 702 12 SOJ 914 63(1000) 90170 318 3«(600) 63 411 22 639 991 01041 140 268 814 18 69«45 662 66 701 821 36 50 9 2010 34 177 637 71 634 863 73 9 5075 301 67( 6000) 444 687 746 63 818 94007 213(600) 660 64 B02 780 9 8 227 79 437 41 600 766(1000) 926 9 6020(600) 105 268 71 92 463 636 639 707 46 63 977 89 9 7 448 665 601 31 727 41 48 69(600) 898 0 8003(600) 99 101 314 89 427 62(30001 648(600) 79 883 953 9 9037 233 61 446 660 731 82(3000) 847 878 99 IOO022 230 25 303 84 479 620 75 93 1 01050 309 423 (1000) 77 696 1 02048 113 27 393 429 673 703 50 869(BOO) B«t(1000) 61 19 3081 122 62(1000) 307 418 86 643 649(500) 708 39 73 644 86 1 0 4083 95 120 75 216 60 81 98 389 817(6001 «09 37 105056 83 Ol 192 264 93 423 76 712 75 78 830 928 48 96(600) 109069 169 436 881 937(1000) 10 7 066 180 203 13 34 71 347 605(600) 729 803 936 1 0 8017 31 64 1Z1 72 271 im 11«SS 879 l&jjj 823 IOB137 SSI 74«SS 110089 242 60 311 73 441 673 792 900 43 111049 60 428 684 782(3800) 94 806 44 112029(3000) 187 209 11000) 40(1000) 64 86 604 766 825 923 113037 77 161 229 407 576 606 31 43 69(6000) 62 709 841 918 114153 420 629 737 64 13001)) 968 115409 90 862 116042 133 618 28 631 85 88 733 833 66(600) 97 942 61 117106 97 412(600) 776 874 118398 646 708 35 (600) 823 119094(600) 461 784 129060 220 309 48 727 966 91 1211«(600) 625 69.3 739 803 22 37 1 2 2 009 308 22 60 460 661 87 881 97 982 1 23116 47 290 678 817 918 1 24121 75 372 485 627 33 852 903 6 84 12 5306( 600) 84(10001 610 76 678 1 26 091 434 40 664 602 66 879 1 2 7 220 678 86 688(1000) 746 1 26103 322 69 823 32 12 9 216(600) 303 425 94 606 28 43 600 812(1000) 13 9043 61 80 82 160 64 275 644 650 888 903 1 31220 331 38 77 426(3000) 643 665 766 81 93 821 62 1 82 081 94 113 33 (3900) 95 222 44 540 673 749 971 13 3083 146 491 610 45 79 876 947 1 3 4018 61 116 291 311 637 66 600 1 3 5089 122 55 (IOCO) 227(3000! 63 324 653 59(600) 733 42 824 63 1 3 9379 401 643 746(600) 855 1 3 7 066 81 140 279 338 44 63 497 874 63 138085 lo2 76 201 32 59 319 446 666 94(3000) 772 ÄJ9155 290 306 630 71 660(6000) 907(300«) 140206 30 62 88(600) 797 874 87(3000) 141024196(1000) 483 511 611 16 73(1000) 904 1 42261 372(600) 466(1000) 981 143 002 245 69(600) 95 314 71 436 72 74 89 94«49 63 780 P4 66 78 996 1 44038(1000) 262(600) 426 6(8 69 731 69 833 1 49041 169 348 462 617 24 718 846 61 968 1 49015(1000) 177 2)6 363 411 89 647(3000) 704 38 920 75 1 47078 319 88 404 746 82 846 1 49079(600) 106 278 380 665 743(1000) 63 75 873 14 9042 64 340 46 66 62 413(1000) 29 65(600) 606 73 785 823 867 66 97 ISO062 316 23 320 663 820 92 96 916 1 51140 431 43 608 731 918 1 5 2008 21 138 390 470 81 681 615 769 808 66 Sil 15 3 069 184 430 601 693 765 877(1000) 15 4067 257 650 790 827 1 55109 393 412 666 776 859 996 1 56102 266 76(1000) 315(500) 49 77 478 611 907(3000) 42 1 5 7 022 108 12 31 276 712 60 i»5 46 IS 8063 477 638 731 38 61 71 80 1 5 8507 636 720 894 912 160182 279 323 425 34 86 697 738 67 810 963(1000) 161224 64 421 665 77 86 766 619 1 6 2018 692 603 729 898 909 34 1 63101 233 69 626 65 712 29 1 64307 14 48 727 989 16 5 033 110 70 322 607 53 700 8 33 843 975 1 6 9018 19 III 333 42(10001 663 746(600) 66 896(500) 924 1 67131(500) 97 235 346 763 897 944 1 9 8068 75 139 65 90 226 48 395 616 73 (600) 755 83(500) 978 1 6 9002 179 90 247 339 65 471 926 170120 205 457 665 999 1 71041 205 77 497(500) 640 66 634(1000) 755 68 829 33 1 72136(6001 200 314 20 61 454 67 642(3000) 46(1000) 50( 500) 87 802 00ck 77 1 7 3 065 203(1000) 94 324 81 423 621 639 707 866(3000) 982 1 7 4135(1000) 44 421 610 685 722 96 806 65 977( 500! 17 6 203 13 313 46 601 62 892 1 7 8006 163 86 217 42 456(3000) 92 621 36(1000) 818(600) 928 66 1 77105 44 72(500) 206 7 67 424 503 34 68 604 952 1 78104 69 425 85 603 638 701 870 907(600) 17 9024 212 378 452 98 543 68 679 856 956 18 9033 137 223 478 85 631 65 13000) 953(10001 93 1 91034 109(1000) 371 622 43 772 805 1 8 2415 621 18 3540 70 616 777 79(3000) 998 1 8 4099 127(6Ü0| 85 349 652 793 827(3000) 912 1 8 6036 129 34 273 93 462 90 541 6)(1000) 717 57 938 60 135118 27 67 222 52 425(1000! 607 608 813 29 89(3000) 993 IS7200 75 83(500) 363 91 562 725 1»S008 103 65 394 433 609 31(600) 43 53 607 14( 3000) 734 897 950 91 18 9065 112(500) 209 497 607 80 787 994 19 0579 665 869 84(500) 191078 352 538 61 730 65 883 (500) 192145 48 89 550 700 887 ISS 037 155 233 361 429 611 87 669 742 913 1 8 4054 153 366' 84(500) 655 97 764 19 5 061 205(3000) 30 63 311 34 613 78 658 1 9 6058 123 78 79 241 355 437 41 533 661 70(1000) 78 839(1000) 920 1 9 7073 00 223 340 96 483 648 768(3000) 947 64 1 98178(500) 314 419 1 99060 72 110 462 53 69 623( 500) 633 933 200146 82(3000, 251 63 479 634 709 807 928 29 84 (1000) 201002 13 24 239 81 343 404 97 699 20-2237 475 91 93 760 77 2 0 3003 19 492 596 689 879 900 2 0 4102 61 93 201« 336 463 645 95 865 937 2 0 5004 75 198 324 630 889 666 2 0 8002 3 72 184 673 865 2 0 7105 35(600) 61 395 643 76 766 2 0 8077 80 133 41(1000).382 451 67 67 650(600) 90 673 95 97 728(500) 890(1000) 2 9 9290 97 321 92 403 31 (10001 73 628 640 781 873 77 845 68(500) 73<10 000) 2 1 0165 93 217 301 604(6Ö0I 762 211025 BS 189 203 636 710 4z 803 27 44 948 21 2022 65 199 223(1000) 26(1000) 368 484(600) 523 33 801(500) 903 60 2 13268 605(600) 2 1 4076 185 223 480 575 635 788 907 68 21 5620 69 117 30(500) 336 43t 633 741 835 2V6CI07 471 530 45 13000) 612 046 68 88 21 7010 17 78 180(500)594 21 807S 123 301 9 1 414 934(1000) 65 219040 76 257 399 618 23(.3000) 936 78 2 2 0074 77 200 367 608(1000) 65 718 89 95 950 221363 435 629 38 84 777 840 972 84 2 2 2201 62 339 683 678 97 2 2 3293 324 63 532 683 729 912 2 2-4035(5Q0) 353 614(1000) 915 68 81(600) 2 2 5004 344 63 71 85 432 679 678 94 862 904 2 2 6036 91 294 301 428 78 656 65 82 606 20 81 725 847 2 2 7165 92 209 332 482 793 807 20 905(500) 2 25115 83 339 (500) 460 842 72 74 88 2 2 9079 565 639 77 2 3 0053 133 37 614(30O0V89 839 902 79 2 31078 103 83 «22 58(1000) 83 691 933 2 3 2001«Ol(BOO) 633 43 64(1000) 644 93 233133 30« 493 647 643 734 847 944 63 � ,0Itniltaf; TilstgU»7 US „Vorwärts" Lese- und SHskutier-Klnb für Qroß-Berlin. Freitag, den 8. Dezember 1910, abends 8 Uhr: Versammlung im Saale der„Neuen Philharmonie", Köpenickcr Strastc 90/97. Tagesordnung: 19315 Das„Hilfsdieuftgesetz". Referenten: Reichstagsabgevrdnete G. Koske und Gustav 3auC7. Alle Freunde des Vereins ladet ein Der Vorstand. Eintrittskarten werde» von deu Vorstandsmitglieder des Vereins verausgabt. 8. Vrenßisch-Snddeutsche (»34. König», vreust.) Klassenlattcrie b. Klaffe 22. Ziehungstag 2. Dezember 191S Nachmittag Slnf jede gezogene olnmnier sind zwei gleich hohe (gewinne««fallen, nnd zwar{« einer ans die Lote gleicher Plummer in de» beiden Slbteiliingeu I u. II. Rur die Gewinne über 240 SR. find in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.) tRachdruck verboten) 471 942 98 1020 597 2267 312 53« 332 3 385 973 4008 (600) 696 6663 741 6058 93 432 816 93 7 033 612 8341 9712 932 10276 690 803(1000) 49 11533 633 728 76 932 1 2062 607 718 27 63 801 67 945 13254(6000) 339 666(3000) 892 14283 88 306 306 487 561 711(1000) 70(600) 843 93 933 1 6363 768 1 8013 685 925 36 1 7368(500) 76 465 683 18030(600) 604 1 8603 69 882 983 2 0283 662(600) 772 21691 969 2 2169 229 91 2 3610 35 2 4194 262 772 938 2 5 087 333 592 611 63 717(1000) 38 660 2 8597 612 44(1000) 2 7 387 661 602 66 832 994 2 8037 377(3000) 441 670 648 49 2 8286 307»65 3 0041 68 131 676(600) 666 732(600) 908 81287 372 719 27 663 947 97 8 2022 144 78£03 668 90 993 3 3 372 691 728 34204 602 833 3 5106 230 692 3 6406 77 3 7136 81 448 734 3 8 013 302 4 446 616 3 9518 067 40161 603 885 41221 435 67(3000) 74 620 995 4 2011 865 4 3158(500) 215 333 603 780 4 4135 36 261 467 690 772 827 4 5166 200 495 800 43 4 0 043 231 809 13 4 7 097 134 263 844 4 8 079 III 342 68 75 445 914(1000) 72(600) 4 9217 613 825 83(10001 5 0216 60 443 51249 60 451(10001 67 718 908 6 2590 740 60 90 971 74(500) 6 3 662 669 6 4003 169 339 5 5 296 (1000) 462 811 34 912(600) BB030 463 69 6 7 038(3000) 228 63 303 639 662 888 6 8330 48 740 6 9 526 673 873 80193 40t(600) 31 800 78 61167 293 640(3000) 66 624 873 6 2313 678 667 763 984(3000) 6 8 553 722 8 4670 9 5656 766 838 8 6060 346 75<600! 401 40(600) 665 769 805 8 80 903 6 7 364 616 99 992 8 8343 490 74/ 810(600) 99240 99(1000) 444(1000) 99 671 813 7 0968 71074 371 60 433 98(500) 646 71 769 7 2166 638 7 8368(600) 846 7 4607 61 7 5228 364 992 7 6190£73 340 745 7 7096 176(5001 487 987 7 8608 7 9115 304 61 437 944 80146 616 89 342 81146 219 365 822 8 2132 60 213 363 486 610 8 8224(1000) 403(600) 536 83 734 84 9)6 84982 8 5 293 681 806 9 9412 656 646 822 8 7 297 638 788 £0942 8 9024 618 696 8 0 210 91143 649 82191(1000) 9 3 047(1000) 696(500) 778 9 4 049 105( 6001 336 606 958 8 5206 320 691 790 885 913 8 6004 92 116 264 88 330 417 559 9 7 398 607 669 824 (1000) 9 8 618 9 9023 226 624 642 100108 438 65 614 666 80 708(3000) 866 1 01219 431 617 646 74 964 1 0 2531 669 1 0 3310 847 1 04233 401 665(3000) 786 846 90 941 IO60I8 53 82 663(1000) 646 807 1 06132 81 205 601 10 7 212 60 406 562 SU 108172 472 512 23 IO809S 1U 270 97 SSI 110058(600) 306 18(5001 917 26(600) 111091 259 6-0 862 969 112043 161 398 840 095 113499 811 977 114063 67 115081 88 noooi 207 79 91 397 603 116302 67 117171 307 723 118112(1000) 200 11S037 147 623 660 950(1000) 84 12 0376 650 045 121576 1 2 2049 69 100 317 895 959 123019 60 312 530 1 2 4472 646 872 1 2 5 301 493 634 739 126188 98 211 69 499 767 1 2 7 018 94 760 1 2 8672 827 129143 72(1000)(3 0 0 0 0 8) 83 286 640 843 66 84 130031 401 47 654 725 90 854 1 31077 694 13 2075 248 370 656 877 911 13 8073 90 131 276(IOCO) 433 630 914 69 13 4091 946 1 3 5 021 696 689(600) 819 1 8 6 064 145 277 377 (3000) 601 15 81 762 81 918 83 1 3 7 272 353 536 71 873 13 0081 190 689 871 139167(1000) 237 66 327 417 670 734 836 140:66 547 687 776 634 1 4)265 429 703 619 985 1 42143 309 449 617 785(3000) 143167 410 942 1 44102 44 691 885 14 5 032 128 361(600) 703 87 960(600) 146119 637 1 47144 68(1000) 84 294 811 14 9073 112 654 889 1 4 9672 15 0246 427(1000) 636 62 706 65 939 1 51083 569 1 52101 38(500) 806 153129 380 98 638 690 961 15 4086 297 847 43 155117 40 761 867 63 1 56)70 340 833 1 5 7 079 360 452 770 78 668 928 IBB116 387 813 985 15 9 053 350 63 I6O607 59 778 807 67 1 91011 367 627«6 847 192005 144 73 363 81 642(500) 82 103518(600) 37 626 892 860 164210 354 439 1 6 5318 34 612 1 66)05 244 61(1000) 63 697 702 1 6 7 269 74 399 696 611 88 1 6 8231 60 421 837 74 18 9004 139 243 65(600) 681(600) 823(1000) 81 170192 946 1 71046 422 698(500) 881 17 2007 332 439 689 706 822 1 7 3 013 45 93 466(1000) 601 16 849 1 74101 268 98 468(6U0I 638 649 822 74 9-4 1 76182 226 470 176)74 93 467 634 1 7 7430 673 742 1 7 8022 95 167 443 641 IUO056 126 318 585 892 940 1 91079.188 603 366 1 82133 206 474(1000) 689 770 881 987 1 8 3346 638(600) 725(1000) 1B40L7 306 602 780 808()000) 80(600) 185157 623 94 768 610 999 1 8 6354 482 1 87155 236 488 604 92 913 37(1000) 186 019 245 437 85 873 994 1 8 9082 178 660 685 93(1000) 190304 402 663 833 1 91684 742 862 70 1 9 2213 1 93101 872 76 1 9 4030(1000) 213 60 685 632 1 95173 913 109065 (600) 683 882 1 97178 639 752 1 98165 298 750 1 99050 412 90 655 806 32 043 200276 548 860 201704 202529 730 203038 91 287 6)2 971 2 0 4003 660 86 2 0 5)81 89(1000) 618 2 0 6224 301 67(600) 495 509 706(3000, 862 2 0 7 637 988 2 0 8362 663 663(10 000)'18 2 0 9065(5000) 525 329 21 0419 565 211276 600 624 743 904 21 2073(5001313 43(3000) 509(500)662 213683 947 21 4087 366 451 764 909 37 21 5224 408 21 8076 506 10 859 700 929 21 7141 531 85 749 826 941 21 8101 440 62 628 777 213023 804 702 883 921 22 0948 98 263 341(1000) 623 723 846 2 21274 66 315 «10(1000) 522 765 2 2 2027 146 501 733 645 75 95 99 2 2 8100 310 60 485 533 39 690 701 858 949 73 2 2 4230 509 975 225301 560(500) 669 229018 52 819 227002 669 694 9« 706 2 2 8 206 489 778 2 2 9300 55 792 666 2300-10 46 526 54 94 662 lBOO) 859 991 231 244 39« (3000) 605 830 2 3 2226 670 76 713 367 59 2 3 3224«51 (600) 622 946 73 Die Ziehung dee 1.«lasse der S./2Z6.«gl. Pe-llß.-Südd.«lasse»- Lotterie findet am 9. und 10. Januar 1917 statt. Di» Erneuerung der Ldse zur L Klaff« hat bis zu« 18. Dezember 1216 zu«tsolg««. flr. 332. 33. ZahrMg. 3. Knlme des Jontiärts" Soillltag, 3. pwiiilirt 19 IG. fön die Leser öes„Vorwärts"! Die Stärkung der Parteipresse gegenüber den für sie! doppelt schweren Lasten des Krieges ist eine Aufgabe, zu der cs der Zusammenfassung aller bedarf. So wichtig auch das unablässige Arbeiten des einzelnen in dieser Richtung ist, und so sehr jeder Parteigenosse und jede Parteigenossin stets an diese Aufgabe denken sollte, so kann bei dem Umfang Groß- Berlins auf eine eigene Organisation nicht verzichtet werden, in deren Tätigkeitsplan die Werbearbeit für den„B o r w ä r t s" einen besondere» Platz einnimmt. Diese Organisation ist der Lese- und Diskutierklub„Vorwärts". Sein Name sagt aber anch, daß die Agitation für dgs Blatt der arbeitenden Bevölkerung der Rcichshauptstadt nicht allein sein ganzes Tun darstellt, sondern daß er seinen Mitgliedern Ge- lcgenheit gibt, sich gemeinsam mit den großen Fragen zu be- fassen, vor die der Weltkrieg und seine Begleiterscheinungen im Binnenlande die Sozialdemokartie stellen. Die nächste der hierzu bestimmten Versammlungen wird am kommenden Frei- tag tagen und sich mit dem H i I f s d i c n st g c s c tz be- jchäftigcn. Beitrittserklärungen(Eintrittsgeld 10 Pf., Monatsbci- trag 20 Pf.) sowie Bestellungen auf den„Vorwärts"— wöchentl ich mit Zustellung 30 Pf., monatl ich 1,30 M.— nehmen entgegen: Westen: f>. Fritze, Ziethenstr. 6b. H. Bchlke, Lützowstr. 166. Südwesten: Kustav Glane, Kciniuandcmtcnstr. 88(Tünhoffplatz). Fr. Lucht, Lindcnstr. 2. H. Saucrweier. Markgrafenstr. 13. S>. Schräder, Hagelbcracr Str. 53/S4. H. Baumgart, Willibald-Alexis-Str. 13. F. Marth, Prinzenstr. 163. FnliuS Jäuicke. Soluisitr. 36. St. Fritz, Prinzenstr. 31(Spedition! Lugen Galiron, Simconftr. 18. Südosten: K. Felsmann, Oranienstr. 186. tzlveling, Dresdener Str 17. Aug. Pohl, Nauntnn'tr. 36. Paul Böhm, Lausitzer Platz 14(Spedition!. Osten: Richard Gerhardt, Stralauer Allee 23. Karl Klingler, Kochhannstr. 1ö, 3. Ausg. 4 Tr. Nordosten: Leo Zucht, Jmmanuelkirchstr. 13(Spedition!. Wilhelm Bogel, Huselandstr. 11. M. Ward in, Hosemannstr. 11. i,.)!-. Norsen: A. Hahnisch. Ackerstr. 174 lSpcdition!. Wilh. Goldschmidt, Stolpische Str. 36. Paul Schmidt, Schönhauser Allee 57, 1 Tr. N. Klose, Gleimstr. 13. W. Jänichen, Trontheimcr Str. 25. Aug. Patlloch, Mullrrjtr. 166. 4 Tr. F. Schmiedecke, Pr'nz-Eugen-Str. 15. Gottfr. Fuchs, Weddingstr. 5(Ncstaurantl. . Nordwesten: Otto Lück, Fohrer Str. 3. H. öiictz, Buchstr. u, 4 Tr. H. Umlauf. Puttlitzstr. 17. 2. Hof 2 Tr. Karl Weiner, Wiclefstr. 23. Qucraebäude 1 Tr. SicmcilSstadt: Aug. Marsand, Nonncndammallee 87. Trltow-Beeskow: Kreisbureau: Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, 2. Hof. Eingang III/IV, Alex Pagets. (In den nachstehenden Orten Teltow-Bccslows werden auch Aufnahmen für die Wahlvereine entgegengenommen.) Alt-Glicnickc, Bohnsdorf, Grünau: Emil Hamann, Bohns- darf, Privatstr. 14. Britz: Wilhelm Butenschön, itiungiusstr. 37b. Franz Kitzing, Rudowcr St. 85. Charlottcnburg: Max Kleh. Rosinenstr. 4. . stich. Prccznng, Sickingenst.. 51(Eingang Neues Ufer). Nax Prill, Kncscbcckstr. 2. Foh. Schneider, Rosinenstr. 4. Evpcnick: Rudolf Krüger, Müggclheimer Str. 32c. Friedenau: Tavcr Kamrowski, Rönnebergstr. 4. Lichtcrfelde: Herm. 5löppc. Hindcnburadamm 75a, 1 Tr. Mariendorf: R. Stern, Strelitzstr. 8. Neukölln: Otto Jacobs. Weichselstr. 8, Aufgang 16. Paul Schulz, Neuterstr. 47. Ecke Lenaustraste(Laden). Gustav Zepmeisel, Hermannstr. 176(Buckidruckerei). Nicderschönewcide-Johannisthal: Paul Töllner, Nicderschönc- weide, Berliner Str. 38. 1 Tr. Nowawcs: Adolf Richter, Wilhelmstr. 4t— 43. Zchönebcrg: Reinhold Stüter, Ebersstr. 76. Steglitz, Gustav Astmann, Düppclstr. 7. Tempclhof: Gustav Naumann, Friedrich-Wilhclm-Str. 34, 1 Tr. Martin Müller. Ningbahnstr. 41/42. Treptow: Wilhelm Lemm,©raetzstr. 51. "aumschnlcnwcg: Frl. Frieda Gerisch, Behringstr. 48. tobcrt Gramenz, Sviesbalzstr. 412(Laden). ilhelm Erbe, Baunischulenstr. 14(Laden!. tfriede Ryncck, Kicfholzstr. 186. 9 Tr. tilmcrsdors: Paul Goldbcrg, Uhlandstr. 73. Niederbarnim: tzcrlin-Buchholz- A. Domntck, Pasewalkcr Str. 163. Fredersdorf-Pctcrsliagen: H. Kreuer, Fresdersdorf, Platanen- strasto. Fricdrichshagen: Rich. Köck>.r>tz, Klutstr. 3. Karlsliorst: Otto Misbach. Hcntiastr. 36. Alb. Baumeister, Fürstenbergallce 2. Kanlsdorf-MahlSdorf: Starl Pollak. Kaulsdorf, Lcopoldstr. 3. Lichtenberg: Aug. Klecmann, Grtzphiusstr, 13. Nicdcrschönhaiiscn: Albert Müller. Schlostallce 36. Anna Matschke, Blücherstr. 13. Oberschöneweidc: Otto Freidank, B'smarckstr. 25. Pankow: Karl Giebel,.Kavalicrstr. 4. 'steinickendorf: P. Blanschefski, Reinickcndorf-Ost, Iiütlistr. 16. "■»eifienfee; F. Schmmmingcr, PistoriuSstr. 24. Lese- und Diskntierklub„Vorwärts". Engen Ernst, Vorsitzender. /?us Groß-Serlm. »ikesatz.' Frcmdlvörtcr sind manchmal doch deutlicher als ihre klebersctzung. Wenn früher eine Ware als„Surrogat" be- zeichnet wurde, dann wußte mau genug. Der Krieg hat uns statt der Surrogate allerlei„Ersatz" gebracht, der durch die Wahl seines NaineuS den Schein des Echten erregt. Mit Recht fordert der Berliner Gerichtschemikcr Prof. Juckcnack, streng zwischen„Ersatz" und„Surrogat" zu unterscheiden. „Surrogat" ist ihm, was den Schein des zu Ersetzenden vor- täuscht. Nur für das, was dem zu Ersetzenden als ganz oder beinahe gleich an die Seite gestellt werden kann, will er die Bezeichnung„Ersatz" zulassen. Man iveiß, wie oft die in der Kricgszeit als„Ersatz" auf den Markt gebrachte Ware nicht im eutferntestcn dieser Be- dingung entspricht. Sehr lehrreich sind die Erfahrungen, die das Medizinalamt der Stadt Berlin bei der Unter- s u ch u n g und Begutachtung von Ersatzmitteln und Surrogaten gemacht hat. Dr. F c n d l c r, Leiter der chemischen Abteilung des Medizinalamts, hat über die Untersucliungscrgebnisse ausführlich berichtet in der Monats- schrift„Oeffentlichc Gesundheitspflege", dem Organ des Deut- scheu Vereins für öffentliche Gesundheitspflege. Sein jetzt auch als Sonderabdruck erschienener Bericht zählt eine lange Reihe von Ersatzmitteln auf, keineswegs nur unreelle Er- zengnisse, aber doch viele, für die ein solches Urteil nur zu sehr zutrifft. Ein paar besonders arge Proben, die das Treiben der„E r s a tz"- F a b r i k a n t c n kennzeichnen, seien hier wiedergegeben. Ein Gulaschersatz, dessen„hoher Nährwert" angepriesen wurde, erwies sich als zusammengesetzt aus 05 Proz. Kartoffelstärke, 44 Proz. Kochsalz und einer Zutat von winzigen Mengen Fleischextrakt, von Paprika und Suppenwürze. Ein Ersatz für Ei, von den: das Kilogramm 4,50 M. kostete, ivar ein gelb gefärbtes Gcmengscl hauptsächlich ans Kartoffelstärke und Magerinilchpulver. Als Butteranfstrich wurde ein Gemisch bezeichnet, das zur Hälfte aus Schmalz, im übrigen aus ge- salzencm Stärkekleister bestand. Ein.Kunstspeisesett enthielt nur 18 Proz. Fett; was fehlte, war durch Milch und Kartoffel- mchl ersetzt. Schon nahezu fettlos war ein Ersatz für Back- buttcr, in dem nur 4 Proz. Fett gefunden wurden. Ganz ohne Fett behalf sich der Fabrikant eines Salatöl-Ersatzes, dem er neben OOH(, Proz. Wasser nur noch Zutaten aus Pflanzcnschlcim gab.„Mit diesen Erzeugnissen ist tvohl", sagt Feudler,„der Höhepunkt auf dem Gebiet der Surrogate erreicht; künstlich verdicktes und gefärbtes Wasser für etwa 1 Mark das Kilogramm im Großhandel!" Auch für Gctrcidcmchl suchte mau Ersatz, schon deshalb, weil nach brotkartenfreiem Mehl und Gebäck verlangt wurde. Kartoffeln, Buchweizen, Mais, Reis lieferten die Zutaten, aber das daraus zusammengesetzte Mehl wurde den kuchcnbackendcn Hausfrauen unter verlockenden Phantasicnamen— und selbstverständlich auch zu Phantasiepreisen— verkauft. Käufer von kondensierter Milch erhielten oft Magermilchpräparate zu Vollmilckpreisen. Aus einem Milchpulver konnte man eigen- händig Magermilch bereiten, deren Preis sich dabei auf 00 Pfennig für ein Liter stellte. Das Geniisch wurde„an Stelle der teueren Kuhmilch" empfohlen als— Kindcr- nahrung I Für Kaffectrinker gesellte sich zu den alten Ersatz- Mitteln ein neues, das aus gerösteten Skartoffeln bestand. Guten Appetit! Feudler faßt das Ergebnis der Untersuchungen zu- sammen in das Urteil:„Viel Spreu und wenig Weizen." In der Einleitung seines Berichtes führt er eine Warnnng dcS baperischcn Ministeriums des Innern an, die auf den Unterschied zwischen Ersatz für technische Gegenstände und Ersatz für Nahrungsmittel hiniveist. Bei Nahrungsmitteln müsse der Ersatz dem zu Ersetzenden stofflich wesensgleich oder mindestens wcfensähnlich sein. Man vergleiche hiermit die oben gegebene Auswahl von Ersatzmitteln, die mit ihrem Vorbild nicht viel mehr alS den Namen gemeinsam hatten I iEs tut not, daß dieser Sorte„Ersatz"-Fabrikanten h r Handwerk gelegt ioird. Fcttwnchcr. In den LebenZinittelgcichäfieil des Westens, vielleicht auch in andere» Stadlgcgenden, tauchen jetzt Blechbüchsen mit„Buttcrbrühe" und„Schmalzbrühe" ans, die samt Verpackung etwa ein Pfund lvicgcii und für 5 M. 46 Pf. verkauft lverdcn. Die große Fett- tnapphcit ireibt die Leute dazu, diese Büchsen zu kaufen, ja sie Iverdeu den Händlern geradezu aus den Händen gerissen. Der In» hall ist zum größten Teil Wasser, so daß sich die ciiva 166 Gramm Butter, die in der Büchie noch vorhanden sind, aus fast sünsciu- halb Mark stellen. Die Kleinhändler selbst trifft>vohl keine Schuld, aber so begreiflich unlcr de» jetzigen Verhätmissen die Jagd nach Fclt ist, so svltle zum Schutz dcS Publikums doch wenigstens der lalsächttche Inhalt ans den Büchsen angegeben sein. Sonst streift die Sache hart au Betrug. Der„Höchstpreis" dcS Brotes. Die in Berlin vom Statistischen Amt der Stadt regelmäßig vorgenommenen Ermittelungen der Brot- preise mußten nach Festsetzung eines Höchstpreises für Brot viel von ihrer früheren Bedeutung verlieren. Statt der im Laufe der Monate und Jahre wechselnden Aufwärts- oder Abwärtsbewegung, die man an den Ergebnissen der Prcisermittclnngcn hatte beobachten können, zeigte sich jetzt naturgemäß eine ziemliche Gleichmäßigkeit. Aus einer fort- an Monat für Monat fast unveränderten Höhe hielt sich der Durchschnittspreis, der nach den in 00 Bäckereien gemachten Ankäufen von Brot unter Berücksichtigung des Gewichtes er- rechnet wurde. Daneben dauerte aber die früher beobachtete Erschei- nung fort, daß zwischen den gefundenen über- Haupt höchsten und überhaupt niedrigsten Preisen ein auffällig großer Unterschied bestand. Die Spannung wurde zwar geringer, als sie es in Friedenszeiten gewesen war, doch groß genug ist sie auch jetzt noch. Noch immer kann man Brot bei manchem Bäcker zu beträchtlich wohlfeilerem Preise kaufen als bei anderen. Freuen wir uns, daß noch minder teures und hoffentlich des- halb nicht schlechteres Brot zu haben ist. Aber fragen muß man, warum andere Bäcker ihre Ware um so viel teurer ab- geben. Bei Roggenbrot Ivar nach den Ermittelungen des Berliner Statistischen Amts der Durchschnittspreis für 1 Kilogramm im September dieses Jahres etwa 4114- Pf-, nachdem er in den vorhergehenden Monaten sich zwischen 411/-; Pf. und 41Pz Pf. mit nur geringen Schwankungen be- wegt hatte. Im einzelnen wurde jedoch z. B. zu Anfang September ein niedrigster Preis von etwa 34U Pf. und ein höchster Preis von etwa 471/3 Pf. ermittelt; das bedeutet eine Spannung von etwa 12% Pf., ungefähr vier Zehnteln des niedrigsten Preises. In: Oktober kam es infolge der um die Monatsmitte eingetretenen Herabsetzung des Höchst- Preises für Roggenbrot auch zu einer Ermäßigung des mo- natlichen Durchschnittes, der jetzt ans 35% Pf. fiel. Aber nach wie vor sebcn wir eine befremdlich weite Spannung zwischen de» überhaupt niedrigsten und den überhaupt höchsten Preisen; nach Anfang Oktober noch zwischen 37% Pf. und 45i/> Pf., nach Mitte Okttober zwischen 31% Pf. und 38 Pf., zu Anfang November zwischen 28% Pf. und 37% Pf. Wer diese Ergebnisse betrachtet, wird sich noch über etwas anderes wundern müssen. Die tatsächlich höchsten Preise sind so hoch, daß si e über die z u g c l a�s- s e n e n„H ö ch st preis e" weit hinaus g c h c n. In der ganzen Zeit, seit es Höchstpreise für Brot gibt, hat man das beobachten können— zwar nicht nur bei Roggenbrot. sondern auch bei Weizcngebäck. Wie ist es möglich, daß bei Roggenbrot zu Anfang September dieses Jahres der oben erwähnte höchste Preis von 47% Pf. für 1000 Gramm ermittelt wurde, obwohl damals ein Höchstpreis von 78 Ps. für 1.000 Gramm und von 42 Pf. für 1000 Gramm fest- gesetzt ivar? Und wie müssen wir es uns erklären, daß zn Anfang November, obwohl jetzt ein Höchstpreis von 04 Pf. für 1900 Gramm und von 34 Pf. für 1000 Gramm gilt, ein tatsächlich höchster Preis von 37% Pf. für 1000 Gramm ermittelt werden konnte? Was für ein Roggenbrot mag das sein, das da den Aufkäufern des Statistischen Amtes in die Hände fiel? Handelt es sich um das übliche und borge- schriebene Berliner Roggenbrot, so bleibt wohl nur übrig, sich die vom Statistischen Amt mitgeteilten sonderbaren Erqcb- nisse zu erklären aus ganz unverschämten Betrügereien mit z n leichtem Brot. Schwerlich wird eine so be- deutende Gewichtsminderimg, die weit über den behörd- lich zugelassenen Spielraum hinausgeht, mit einem Hann» losen Versehen oder mit ungewöhnlicher Austrocknung des Brotes entschuldigt werden können. Wir dürfen annehmen, daß man Betrüger, die bei Gelegenheit dieser Brotpreis- ermittelnngen erwischt werden, ohne Gnade dem Strafrichter überliefert._ Die Arbeitslosenfursorge. Geschäftsstatistik der Arbeitslosenfürsorge der Stadt Berkin für die Wache vom 13. bis 19. November: Bei den 23 städtischen Ge- schäftsstellcn sind 113 Gesuche eingegangen; es wurden abgelehnt 26, au die Landcsversicherungsanstalt Berlin verwiesen 3, bewilligt 34. Ausgeschieden aus der Unterstützung(überwiegend wegen Wieder- eintritts in Arbeit oder Erwerb! sind 76 Personen, 115 männliche und 1733 weibliche Personen bezogen Unterstützung im Gesamt- betrage von 7785 M., davon je 4 M. 1785 Personen, je 5 M. 123 Personen. Von der Stadt wurden an 174 Mitglieder von 15 Arbeiter- und A n g e st e l l t c n 0 r g a u i s a t i 0 n c n, die selbst satzungsgemäß Unterstützung gewähren, Zuschläge im Gesamt- betrage von 581,75 M. gezahlt. Hiervon trafen auf die freien Ge- werkschaften 155 Mitglieder mit 512,35 M.(und zwar Metallarbeiter 52,86 M., Holzarbeiter 61,45 M. usw.). Die Landcsversichcrungs- anstnlt Berlin hat von 22 454 hei ihr überhaupt bis 18. November 1316 eingegangenen, teils van den städtischen Unterst ützungskom- Missionen ihr überwiesenen, teils von den Organisierten ihr einge- reichten Gesuchen 15 494 genehmigt. Ter Mistbranch der Feldpost. Gebührenfreiheitcn und-Vergünstiguilgen im Feldpostvoikebr genießen nur Sendungen in Privalangelegeiiheiten der Angehörigen des Heere?. Den Angehörigen des Heere? gleich steht das Personal der denilchen Landckvercine vom Rote» Kreuz und der ihnen gleich« zuachtcnden Orden und Gesellichasteli, soweit cS in der freiwilligen Krankenpflege auf dem Kriegsschauplatz wirklich tälig ist, also nicht auch bei ständigem oder vorübergehendem Anientkalr in derHeiinar. Die Portovergünstigungen gellen nicht im Ortsverkehr und nicht für Zivilbeamte der Mttiiärverwaltung. Sendungen, welche rein gewerbliche Angelegenheiten der Ab- scnder oder der Empfänger betreffen, haben aus Gebührciivergünstigung überhaupt keinen Anspruch. Den Mißbrauchcrii droht ein Strafberfahren wegen Porto« Hinterziehung. Baycrischc Kraftworte gegen das Nachtbackverbot. Manchmal können auch ReichStagSdrucksachen erheiternden Lesestoff bieten. So finden wir in dem Bericht des PetitionsauS- schusscS über die Eingabe der Gewerkschaften der Bäckerciarbcitcr, den wir am Sonnabend wiedergegeben haben, auch eine Gegen- eingäbe des Königlich Bayerischen Hoflieferanten Jul. filein in dcr guten pfälzischen Stadt Kaiserslautern. Der Herr Hofticferaut setzte sich hin— wir nehmen an, hinter einen guten Schoppen Pfälzer— und schrieb an den hohen Reichstag in kerniger Sprache, „daß bei Verordnungen usw. picl über einen Kamm geschoren werde; zu deutsch nenne man das„generalisiere n". Sein Betrieb ist in Kaiserslautern einer der größten. Alle Betriebe seien gemischt, stellen Weiß- und Schwarzbrot her; dcr eine mehr „Schwarz", der andere mehr„Weiß", bei bieten würde ein ein- farbiger Betrieb unrentabel und da? Verwenden eines Gesellen unmöglich. In der Friedcnszeit hätten alle Meister ihr auLkönun- lichcs Brot gesunden. Das alles habe der Krieg mit seinem Verbot der Nachtarbeit geändert. Der Verbrauch von Weiß- und Kaffecbrot, sofern es der Vorschrift entsprechend trocken genossen werde, habe sich bedeutend verringert, weil eben— nun wird dcr k. b. Hof- lieferant zum Dichter— der mit frischem Weißgcbäck verbundene „deliziöse Hauch"— man möge diese etwas poetische Wen- dung verzeihen— fehle und der Deutsche auch ctwaSoppo- s i t i 0 n e l l angelegt sei. Der verminderte Absatz, dazu noch Schwierigkeiten im Mchlbczuge, schlössen manchem kleinen Meister die Klappe. Die Kundschaft danke für das trockene Kaffcebrot aus oft nicht einwandfreiem Gebäck."' Dcr Kaiserslautcrner Hosbäcker scheint von den Nöten der Mchl-, Zucker- und Fettratiömerung noch wenig gespürt zu haben („dös war' aa 110' schöner!"), wenn er nun der Befürchtung Aus- druck gibt,„daß die Bereitung des Kaffcegebäcks, Frühstücks- brots nach amerikanischem Muster, im Privathaushalte Ausdehnung erfahren werde." Dagegen steht des Meisters Sozialpolitik cnt- schieden nicht auf der achtungswerten Höhe seiner Bäckerei, wenn er weiter fragt, ob denn die Nachtarbeit in der Bäckerei so schlimm sei, und wenn er darauf antwortet: ES scheine da mehr das Motiv der Bequemlichkeit vorznhervschen. Daß nur bequeme Menschen am Tage arbeiten und bei Nacht lieber schlafen wollen, ist ja wohl nicht so ernst gemeint; sonst müßte man ja schon zu bayerischen Kraftworten greise«,«w em solche» ?s'.gumciit flcticu bfi» NachKaZvccs'ot flcFüSrcnh zu würdigen. Wer ca niag dem H�fiicfcxcuiteri, wenn das Nachtbackiicrbot, wie wir zu »ersichtlich crivarteu, den Krieg überdauert, zum Trost diruci!, das; er cinciu Reichstngsausschutz und hoffentlich auch den Lesern dieser .o'cUfii ein paar fröhliche Minuten bereitet ha:. Ter neue Fahrplan für die Gtadt- und Ringbahn. Sttie schon gemeldet tritt morgen(Montag) der neue Fabr Plan für die Stadl- und Ringbahn in Kraft, der die Einschcan. knngen enthalt, die durch die längere Dauer des Krieges notwendig geworden sind. Exemplare des neuen sfahrplans finden sich heute aus jedem Bahnhof der Stadt» und Ringbahn angeheftei.'Auf einzelnen Bahnhöfe», so z. B. auf dem Niugbalmhof Wilmersdorf- Fricderti, it. waren sie gestern selwu zu sehen. Der ncne Fahrplan euihlilt eine starke Bernlehruilg der Boll ring,;üge. Die ersten Bollringzüge ab Bahnhof Westend in der Richtung Gesundbrunnen, RnmiiielKburg» Schöneberg, Westend fahren 4.4-t. 5.14, 5.25, 5.39, 5.46. G.ll usw. Der kehle Bollringzng dieser Richtung geht von Westend um 7.14 abends ab und endigt dort um 3.4b. I» der Richtung Westend, Südring, piuiltmelsburg, Gesundbrunnen ver- kehren die ersten Bollringzüge um 4.43 und 5.18. Der letzte Voll- ringzug dieser Fahrtrichtung tritt seine Fahrt in Westend um 7.lL an und endigt dort um 8.43. Für die arbeitende Bevölkerung von besonderem Wert sind die neuen Abfahrtszeiten der Nor dring- ziige. Die erstell fahren in der Richtung Westend, Stralau- Rillnmclsburg, Stadtbahn zu folgenden Zeiten ab: 4.31, 4.44, 4.53, 4.59, 5.03, 5.10, 5.14, 5.19, 5.28 usw. Der letzte Zug verläßt Westend um 12.3. In der umgekehrten Reihenfolge beginnt der erste Nordringzug seine Fahrt von Weitzcnsec um 4.25 und ist in Westend 4.55. Der letzte: ab Stralau-Ruinmelsburg 12.39 abends, an Wstcnd 1.22.— Süd ring: Nicht nug Potsdamer Bahnhof, Friedenau, Stadtbahn: erster Zug: ab Schlesiscfwr Bahnhof 4.12, an Potsdamer Bahnhof 4.51 morgens. Ter letzte durchgehende Siidringzng dieser Richtung verläßt den Potsdamer Bahnhof um 10.34 und trifft um 12.21 dort wieder ein. Die ihm folgenden Züge nehmen schon ans den Zivischenstationen ihr Ende. In der Richtung Potsdamer Bahnhof, Friedenau. Charlottenburg geht der letzte Zug um 12.34 vom Potsdamer Ringbahnhof ab und ist um 1.1 hl Charlottenburg.— In der Richtung Potsdamer Ringbahn- bof, Stralnn-Rnillinelsburg, Stadtbahn, Wilinersdorf-Friedenau liegen die Abfahrtszeiten der ersten und letzten Züge folgender. maßen: erster Zug: ab Charlottenburg 4.14 morgens an Pols- damer Bahnhof l.5l.— Letzter Zug ab Potsdamer Bahnhof 12.31 nachtS, an Schelsischer Bahnhof 1.18. Meldepflicht der Nttslnnder. Da? Polizeipräsidiitln teilt ml!: Alle Ausländer, auch die Angehörigen der verbündeten und neutralen Staaten, werden darauf hingeiviesen. daß durch die Bekannt- machung des Oberkommandos in den Marken vom 2l. November dieses Jahres, die am 1. Dezember in Kraft getreten tst, die Melde- pflichten erweitert sind, so daß nicht nur beim Wechsel des Aufent- Haltsortes, sondern auch bei Umzügen innerhalb des Ortes die persönliche Ab- und Anmeidung im Polizeirevier er- forderlich ist. Zuwiderhandlungen Werden mit Gefängnis, bei mil- drrliden Umständen mit Haft- oder Geldstrafe bis 1500 M. bestraft. Die Verurteilungen werden als Vorstrafen in den gerichtlichen und polizeilichen Listen vermerkt. Besonders ivlrd darauf aufmerksam gemacht, daß auch bei zeitlich knrzcti Entferiiungen vom'Aufenthalts- ort« die persönlichen Meldungen bei der Polizei erfolgen müssen. Nur bei Reisen im Bereich des Berliner Vorortverkehrs, die nicht mit Neb er nachten verbunden sind, kann die Mel- dnng uiuerblcibcn. Die Bestimmung, daß Angehörige feindlicher Staaten ihren Aufenthaltsort nur mit schriftlicher polizeilicher Genehmigung verlassen dürfen, ivird durch die neue Bekanntmachung nicht berührt. Tie vorgeschriebenen Ab- und Anmeldungen werden von dem Revieren des La»despol!zeibez!rks Berlin zu jeder Tages- Und Nachtzeit entgegengenommen und bescheinigt. Da? Abonnieren ailSwItrti-ter Blätter hat jetzt nur einen Zloeck für Leute, denen cs auf regelmäßige Zustellllng nicht ankouinrt. Die Eluschräiikungen Im Eisenbahnverkehr iverden Naturgemäß die Kriegsmängel im Postbetrieb noch verschärfen. Allerdings werden ja auch nur solche Leute ein auswärtiges Blatt halten, die neben ihrer Berliner Zeitung noch ei» besonderes Interesso an seinen In- balt haben; denn das. Utas der Berliner rasch wissen will und muß, kann er natürlich nicht aus einein Provinzbiatt rechtzeitig ersahreu. 6 Pfund Kartoffeln. Wegen der sehr schwachen Zufuhr von .Kar löffeln dürfen in der Woche vom 4. bis 10. Dezember auf die 7 Abschnitte der Knrtoffelkarle zniammen nicht mehr als 0 Pfund Kartoffeln abgegeben und entnommen WSrde». Gegen dir Berkürzung der Polizeissiiude sprach sich eine Bor- siandssitzuiig des Juteiesienvrrbandeö des GastwitlSgewetbes aus. CS wurde iveiicr brichlosten, an den Bundesrar eine Eingabe zu richten, daß, falls eine weitere Einschuittkimg der Bolizatsiuud« nicht mehr zu vermeiden sei» sollte, leiitessalls ein fnibeur Schluß der Gastwirtschaften für Groß-Berlin als 12 Uhr in Betracht gezogen lverde» diilf«. Gleichzeitig wird um eine entsprechende Festietznng des Theaterschlusses ersucht, der lpätesten» l'/z«lnndon bor Schluß der Gaslwirtschafien eintreicil mußte. Städtische BolkSspeisung. AlS TeilneSiusr an der städtischen AoltSipeisung tu Berlin solle» luutiig auch alle soicheu Borort- bewobüer zugelassen werden, die in Berlin tbre Aröeiissselle haben. Die Bedingungen sind die gleichen wie slir die Berliner Einwohner. Zur Lösung der Teilnehmerkarten in der SveiseauSgabesielle ist die Vorlegung der Fleisch« und Karioffelkarlcn und die Angabe des Teilnehmers erforderlich, in welchem Vororte er wohnt. Die Katten könneil vom Montag, den 4. Dezember d. I. ab an den Tagen vo» 'Montag bis Donnerstag jeder Woche in den 62 Ausgabestellen nach Wahl eiitnotninen iverden. Aus Furcht vor Strafe hat sich der 13 Jahre alte Schiller Ladewtg ans der Zietheiistr. 13 helmlich von Hause entfernt. Der Knabe hatte die Schule geschwcnzt»nv fürchtete, dafür gezüchtigt zu Iverden. Er ist schon seit mehreren Tagen vermißt, ohne daß man eine Spur Von tlnn gefunden bälte. Ladewig ist 1,30--!, 40 Meter groß, hat blondes Haar und blaue Augen und trägt einen dunkel- vrauueu Twcnler. graue Beinlleidcr und schwarze Schnür schuhe. Man vennnlet. daß er in Groß-Berlin hcrunüut, weil er sich nicht wieder nach Haus« traut. Den Tod auf dcu Eiseiibahiischicueii fand der 63 Jahre alle Kanlniliim Map Koch aus der Klvpftocksiraßo 32. Nach den Er- „»»leluugeit rnritz cr riach Ist, Uhr»achrs einen Stadtbabzug zwischen den Halieslelleri Bellevne und Tiergarten verlassen haben und daim imtec etiieir Zag geraten sei», der ans der enigegen- gesetzten Richtung kam. Möglich ist auch, daß er de» Tod leibst gesucht. I,u Zoologischen Garten ist a» diesem Sonntag wieder bor billige Eintritt von 25 Pf. während des ganzen Tages slir Erwachsene und Kinder; ebenso für das Aquarium, das von 0 Uhr morgens bis 8 Uhr abends geöffnet ist. Bon 4 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends Militärkonzert._ Mus tan Gememtan. NenNilln. Die Zahlung des erstmalig fällig werdenden Betrages der tt r i e g s w v ch e n h i l f e erleidet vielfach dadurch Berspätnug. daß die Au träge erst geraume Zeit nach erfolgter Eittbiudimg von den Wöchuetinnen gestellr werde». Um die rechtzeitige Zahlung der Wr'chciihilse sicherzustellen, sollten sich die Wöchnerinnen möglichst frühzeitig Gewißheit derschaffeit, ov ein Anspruch auf KriegSwochew bilse besteht und Ivo dieser geltend zu machen ist. Zu diesem Zwecke sind die Kraiikeukaffeubücher sowie ArllellSbescheiuigungen des Mannes der letz:«» 12 Monat« vor der Einberufung zuiu Heeresdienst und. falls vorhanden, auch die der Frau im Zimmer 5-il des alten Neu- lölluer RaihauieS, 2 Treppen, etwa z w o i L>l o u a l o vor der zu erwarteudeu Entbindung vorzulegen. Diese Dienststelle gibt auch über alle sonstigen Fragen der Krieg-Zwocheuhilse jederzeit AuSluusl. Mus Znöustrie unö Handel. Die Devisen steige« weiter. Die Preise der ausländischen Zablnngsmsttel sind weiter im Preise stark gestiegen. ES wurSeu in Mark geboten für 2. Dez. 1. Dez. 1 Doll.... i. 5,62 5.57 100 Holl. Fl.... LSI'/« 100 dä». Kr.... 100 169 100 schweb. Kr... 1677« 1657« 100 norw. Kr... 153�« 162 100 schweiz. Fr... 1127, 111', 100 österr. Kr.,. 66,95 67,45 Der Hibernia>Kauf. Dem Abgeordnetenhaus!: soll eine Lorlage über den Kauf der Hiberuia-Aktien durch den Fiökus zugehen. Der Kauf- preis der Aktien einsckstießlich der ans 12 Proz. geschätzten Coupons von 1010 stellt sich auf ungefähr 70 Proz. und wird in E'/zprvzentigen, Ende 1984 rückzahlbaren preußischen Schatzanweisungen gezahlt._ Die Jagd nach dem Dollar. Die englische mid französische Regierung lassen erklären, daß sie die Warnung des BundeSreserveamteS beachten und weiterhin keine Schuldverschreibungeu in den Vereinigten Staaten ausgeben werden. Daher wird auch das Bankhaus Morgan auf seine Absicht verzichte», für die übernommenen ausländischen Schuldverschreibungen eigene allSzugebe», wodurch die Anordnung des VundeSreioroe- amteS In der Form befolgt, in der Sache umgangen werden sollte. Das Bn'.ideSreservcmnt hat mit seiner Warnimg keinesfalls einen un» sreundlichen Akt gegen den Verband beabsichtigt. Der a» seiner Spitze stehende Frankfurter Daultersobn Warburg ist durch Wahl Amerikaner und handelt lohal gegen sein neues Vaterland: er tut sein BestcS, um zugunsten der AankeeS die deutsche Stellung in Süd- amerika zu erschüllern. Lo» einer Parteinahme zugunsten Teuisch- lands kann leine Rede lein. Im übrigen zeigen die New Jorker Börsendepeschen, daß, soviel die Amerikaner verdienen, sie doch nicht geilllg verdienen, uni den koloffal gesliegeueu Geldhedarf 5c- friedigen zu köiineu. Tie DurchschnitSrate für tägliches Geld betrug am 29. November 4.5 Proz., am 1. Dezember 6,5 Proz. Am Schluß der Freilagöörse loar aber di« Nachfrage nach Geld noch drängender als am Anfang. Bei den letzten am Mittwoch— Donnerstag war Nationalselerlag getätigten Avschlüsseu wurden 4,75 Proz. für tägliches Geld gezahlt, bei den letzten am Freitag getätigten Abschlüssen 6,5 Prozent! Die Gestmithallung der Börse litt uiiter dieser enormen Geld- Verteuerung. Die Bereinigten Staaten sind heute das Land des teuer st cit Geldes. Gewiß ist es nur ein« votüöergeheitde Erscheinung und nach dein Kriege nud seine» kolossalen Aiispäitnungen werden sie das Land des relativ billigsten Kredits sein. Trotzdem zeigt diese Börsenlage, daß die Warnung des BmldesreserbeamtS vor der Gewährung überreichlichen Kredits ans Ausland eher zu spät als zu früh gekommen ist. Eilte llteuierdepesche meldet aus Tokio die Ausgabe von 10 Mill. Pfund englischer Schatzicheine. Dä§ englische Schatzamt soll, wird hinzugefügt, beabsschtlge», die aus diefem Perkauf cnlstchendcn Guthaben zum Kauf von Dollars bedienen. Das Geschäft kalt» zwei Moliven enlspringett: Entweder den relativ niedtigen Stand des �leil in London und de» Dollars in Japan auszunützen, um sich billiger als es durch direkten Kauf möglich wäre, amerikrtirUche ZahluNgSiNltiel zu betschaffe», was eines der sehr bäustgeu Devisenarbitrage- Geschäfte wäre. Da der Londoner Kurs des Neil und der Tokioter Kurs des Dollars hier unbekannt ist, läßt sich nicht sagen, inwieweit dieses Motiv wirklich besiiinintiid ist. Oder einfach tu Japan eine Anleihe auszunehmen. Wahrscheinlich will die englische Regierung beide Fliegen mit einem Schlage treffen. Aus drin Vrrlinrr Wirtschnstslfbfn. Die K r l r g s k r e d i t v a n k für Graß Berlin A. 0t. will ihre Satzungen dahin ändern, daß künftig alle Rauf- lenke, also auch„Wiederkauslente" Kreksst erhalten solle». Tie Bank lvill für diesst� Zlverk bis 10 Millionen Mark bereit stellen. Die E i n n a h in c n der Gröben Berliner Straßen- b a h ii und der von ihr m i t v e r>v a l t e t e n Buhnen de- trugen im November 1916 vorläufig 5 225 636 M., im November 1015 endgültig 4 407 070 M.. also im November 1910 mehr 317 709 Marl. Vom 1. Januar bis 30. November 1910 ivnrden eingenommen 53 750 477 M. Vom 1. Januar bis 30. November 1915 endgültig 47 400 905 M.. mithin für 1010 mehr 0 2811512 M. Der Tages- durchschnitt stellte sich in 1916 auf 160 467 M.. 1915 auf 142116 M. Die Verwaltung erklärt nder, daß der Mehrgewinn gegen 1915 durch die wachsenden Unkosteit und die Notwendigkeit hoher Ab- schreibungen auf das abgenützte Material und den Bal>nkörper auf- gezehrt werde. Soziales. Zur Kriegshinterbliebencnfürsorgc. Die Helfer der Hlnlerbliebenenfütsorge kommen nur allzu oft bei ibrer pflege rische» Tätigkeit in Familien, deren gefallener Er- nährec Neben dem vittere» Schmerz um feilten Hetmgaug noch Schulden hinterlassen hat. Manch kleiner GeschäftSinami und mancher Arbeiter, der erst im Laufe des Krieges Soldat ivurde, In mitten in feiner Periode wirtschaftlichen Niederganges oder der Arbeitslosigkeit eingezogen worden, als er gezwungen war, Schulden aufzunehmen, die die Angehörigen mit Hilfe der nur zu bescheidenen Kriegsunierstützilng nicht nur nicht tilgen konnten, sondern oft ge- nng noch vermehren mußten. Da heißt es, bei allem Säunerz den Kopf nicht zu verlieren, die Lage klar zu überschauen. Die Helfee der Hluterbliebeneufürsorge müssen iu solchem Falle stets daran denken, daß die Witwe und die Kinder zunächst mit dein Todesfall ohne weiteres Erben werden und damit nicht nur die wenigen Habseligkeiten, sondern auch die Schulden des Gefallenen erbe» und dann nur auf dem Umständlichen Weg des Nachlaß- konkurseS sich der dauernden Belastung mit den alten Schulden e»t- ziehen können. Demgemäß gilt ci die Hinterbliebeneii zu beraten. Wer nicht Erve bleiben will, der darf einmal sich nicht tvie ein Erbe benehmen, z. B. nicht die Sachen des Mannes verkaufen oder ver- schenken, ein Darlehn, das der Verstorbene einem guten Freunde gegeben hat, nickst einkassieren, aber er darf außerdem nicht ver- säumen, die Erbschaft ausdrücklich auszuschlagen. Diese Aus- schlagung muß— ohne Bedingung und Zeitbestimmung— in be- stimmtet: Form und in bestimmier Frist erfolgen, nämlich durch Er- klärnng gegenüber dem Nachlatzgencht in öffentlich Idas heißt k-e- richtlick oder notariell! beglaubigter Form binnen 6 Wochen nach Erlangung der Kenninis des Todes. Nur im Falle eines letzten Auslandswohnsitzet des Pcrstorbeiien verlängert sich die Frist. Jeder Formmangel macht die Erklärung unwirksam und läßt dw Erben» eigenschaft der betreffenden Personen bestehen. In der gleichen Forin hat die Ausschlagung natürljjh auch seitens derjenigen Per- sonen zu erfolgen, denen die Erbschaft durch die Ausschlagung der in erster Linie erbberechtigten Angehörigen zusälit. Wenn z. B. nach der Ausschlagung durch Frau und Kinder die Eltern und Gc- schwister des Berstorbenen erben würden und ihnen seitens des Gerichts eine entsprechende Mitteilung zugeht, so haben a.ich sie in gleicher Form mit gleicher Frist, vom Empfang der gerichtlicheil Mitteilung an gerechnei, die Erbschaft auszuschlagen, wenn sie nicht Erben der Schulden des Verstorbenen werden wollen. Die Kosten der öffentlich beglaubtigten Erklärung haben die Er» klärenden zu tragen, ein nach geltendem Recht unvermeidlicher, von dem Betroffenen gewöhnlich recht unangenehm empsundener Zustand. Besonder» zu beachten ist. daß die Ausschlagung jeder einem minderjährigen Kinde angefallenen Erbschaft dnrck! den gesetzlichen Vertreter l'Vater, Mutter, Vormunds zu erfolgen hat und dieser, von gewissen Ausnahmen abgesehen, dazu stets der vor- gängigen GenehNngürig des Poriiiundsckmftsgeri'chtes bedarf. A�-ch wenn der Anfall an das Kind erst infolge der Ausschlagung des Vaters erfolgt, ist eine besondere Erbausschlagung für das Kind erforderlich. Ist die Ausschlagung erfolgt, so haben natürlich die Aus- schlagenden mit den Nachlaßsackien nichts mehr zn tun; sie dürfen sie also nicht etwa verkaufen oder verpfänden, solange die Mög- lichkeit besteht, daß andere Verwandte erben iverden. Diese wenigen Zeilen dürften genügen, um zur Vorsicht in Erbfällen zu mahnen, zumal hier durch den Ablauf von Fristen nur allzuoft ein schwer gutzuinachender Scbade entsteht. Wo die geringsten Bedenken bestehen, versäume«tan daher nie, fach- verständigen Rat einzuholen. Gerichtszeitung. Kmgswucher mit Rinderfett. Zu einer wesentlich strengeren Auffassung über sein Verfahren ve! der Preisfestsetzung lam die 1. Slrafkainmer des Landgerichts III bei der Erörterung der Anklage gegen den Agenten Julius K o ch» in an», der der übermäßigen Preissteigerung beschuldigt wurde und vom Charlottenburger Schöffengericht zu 150 M. Geldstrafe verurteilt worden war. Ter Angenagte hatte von einer Geschäftsfreundin Riliderfett, das sie bei der Herstellung von Konserven gewonnen hatte, zum Preise von" 2.75 M. pro Pfund gekauft. Als er den größten Teil davon an einen Fuhrmann verkaufte, l>atte der Preis inzwischen einen sehr hübschen„Hochsprung" ausgeführt, denn er betrug jetzt nicht weniger als 5,10 M. für das Pftiud und ivanderte dann veim Kleinverkanf weiter bis zur Höhe von 5,40 M. Das Schöffengericht sah dieses unbegründete Emporschnellen als Wucher an und fällte obiges Urteil, gegen das der Anitsanwalt als zu niedrig 'Berufung einlegte. Der Angeklagte suchte feine Preisforderung mit der Angabe zu entschuldige», der Einkaufspreis sür das Fett sei noch nicht vereinbart gewesen und er habe geglaubt, der Marktpreis belaufe sich ans 5,25 M. Die Slmkammer hielt diesen Einwans für so wenig stichlsallig, daß sie das Urteil auf 1000 Mark Geldstrafe erhöhte.__________ Oas Unglück von Herczeg-halom. Budapest, 1. Dezember.(W. T. B.) An der Rettungsarbeit auf dein Schauplatz des Eiseiibahuunglücks vo» Herezeg Haloin wirkte auch ein deutscher Lazarettzug mit, der gerade auf dein Bahnhof Budapest— Ferenczvaros abgängsbereit stand. Er dampfte unver- züglich zur Unglücksstätte nach Herezeg Haloin äb. Die Mannschaft des Lazareitzuges leistete vorzügliche Dienste. Bis Solmabeud nachmittag waren sünsundvierzig Tote festgestellt. Der Zugführer des Wiener Eilzuges ist in Verwahrungshaft genommen worden. Tie Untersuchung wird sich natürlich nicht nur auf untere Or- gane erstrecken können. Der Führer des Wiener Eilzuges Johann Bida, ein 63jähriger Mann, Ver scholl seit L8 Jahren im Dienste der Staatsbahiien steht und a!s einer ver erprobtesten Lokamotiv- sichrer gilt, behauptet, daß er von Raab mit etwa 70 Kilometer Ge- fchwmdireit gefahren sei und vor Herezeg Haloin nicht bemerkt labe. daß der Semaphor ans Halt stehe. Dieser ivar zur Nachtzeit surch eine grüne Lampe zu erkenne», doch hätte er dieses grüne Licht nicht g e s e h e». Er sei daher Iveitergefahrett und habe erst ge- bremst, als er den Personenzug bereits auf kurze Strecke vor sich sah. So habe er nur die Wucht des Anpralles vermindern, das Unglück aber nicht mehr vermeiven könne». Der Bahnangestellie P i l l h o f e r behauptet, die Lampe des Seniaphors angezündet zu haben, doch fei nicht ausgeschlossen, daß das B r e i> n ö l, das seit einiger Zeit von minderer BsschnffeNheit sei, n i ch r das gehörige Licht verbreitet habe. Ingenieure stellten nach einer Meidung der„Vossische» Zeitung" fest, daß sonderbarer- weise die grüne Scheibe des SemaphorS zerbrochen loar und im Gehäuse der Laterne ein KvhleitstÜck lag. Das tann auch Line Folge des Zitsammenstoßes gewesen sein. Mus alier Welt. WinterhSflichkelt. In dem Pontmerschen Kreisstädtchen Demmin lebte vor einem Menscheiialter etwa ein angesehener Arzt, der nicht ohne Originalität war. Einer seiner drolligen Eiiisälle Ivar, für den Winter den militärische» Gruß einzuliibreit. Er erließ zn diesem Zwecke im KreiSblalt ein Inserat von folgendem Inhalt:.Bei ein« tretender Kälte beginne ich ivieder. milltärssch zu grüßen und bitte nm Gegenieitigkeii. SanilälSiat Dr. Pfeiffer." Da der angesehene Mann es tat. grüßte dann bald die ganze Stadt so. Beim Beginne wärmerer Witterung liittele er daim ivieder höflich den Hut. Reue Niiphthaquclle. Nach einer Meldung der Petersburger Telegrgvben-Agemnr ist im NopkUbagebiet von Baku ln der Nabe von Brbiehvnl eine neue Navvlyagnelle zum Durchbruch ge» tvimiieu, die in 24 Sliiiidrii»naefähr 600iXX> Pud Naphlba liefern soll, Ivovon mehr als die Hälfte als reille« Naphlha verwendet werden könne.__ parteiveranftaltungen. .BorwärtS". Lese-«nv Distutlerrlub fite Grob- Berlin D i S l u s s i o n s a b c n o e am Mittwoch, den 6. Dezember, abends 8 Uhr: Sektion t bei Huld. Warschauer Str. ßl. Vortrag des Genossen Karl Schräder:„Aus Perganaenheit u»d Gegenwarl'. Zekiivii<» bei Saäise. Lmdoivtr Str. 2b. 1. Vortrag. 2. TiSkirsiion. lZektio» dt, P n i, l o>v. N t e d e r s ch ö n l, a u s e n, B u ch b o l z, „Zum'tzanlgrnsen". Juli. Hnedrlch. Panlow, Schloßslr. 6. Tagetorduung: t. Vortrag des Stadiveiordneleii Max Groger:„Nürtblick Auöblia". 2. Dislullw». Msttellungen au« Berlin.— Gäbe löime» durch Mitglieder ciiijiesülii'l werde». Ilm zahlreichen Beiuch binet Der Vorstand. Nowäwes. Mtlnvoch, de» 6. Dezember, abends 8h, Uhr. im Lo'al Singer. Priesterltr.(!. kleiner Saal: VeriaNtmIUlig des Wahlvereins. Vor- trag des Reichsiagsabgeordnelen S I l b e r s ch in i d t Über.Das Zivil- dieiistgesetz. Gäste iöiincn durch Mitglieder eingesührt werden. Eingegangene Oruckschristen. „Die Glocke". Sozlalislischc Wochenfchrltt. berguSgegeben von Parvirs. Hest 36. 20 Ps. Perlag für Sozlalivisfenschast, iSeriitt 8\V 68. »vetterouSIlchten fiir da« mittlere'lierddeiiilchiond bis YKoutag»lit'aa. Zrlliveife beller, abrr fall und überwiegend bewöllt: leine oder uneihibliche N:cde>jchläge. !WR?�?bes-Skyeigeu�MM� Deutsch. Metallarbeiter- Ortsverwaltung: Berlin Verbanrlj ni_____ Tem Andenken unserer im J�ddc gefallenen und verstorbenen Aiitgliedcr gewidmet. Eledw, Oskar, Former, Geb. 14. 0. Su in iiiegmi-. Fr icke, BVlax, Dreher, gcb. 9. ü. S7 in Berlin. Geier, Otto, Arbeiter, geb. 22. 10. 75 in Berlin. Gudd, Otto, Dreher, geb. 22. 8. 91 in Wcixcn'ee. Heuer, Artur, T-hlosscr, geb. 5. 8. 93 in Prenzlan. Hoffmaon, Artur, Gürtler, geb. 18. 5. 95 in Berlin. JähneS, Paul, Anschläger, geb. 4, 5. 81 in iUeuschnitz. Kaßner, Johann, Klcmpurr, geb. 10. 3. 76 in MSHreligasse. Kutzer, Artur, Werkzeugmacher, geb. 5. 1. 02 in Berlin. Lawisch, Rudolf, Schlosser, geb. 30. 8. 91 in Wolier�dorj. Leutner, Ernst, Dreher, geb. 14. 7. 96 in Berlin. Lubitz, Fritz, Feilenhauer. geb. 29. 12. 67 in üanbsberg. Hflicheel, Emil, Bohrer, geb. 13. 10. 81 in Llargard. Schedlbauer, Albert, Schlosser, geb. 5. 2. 90 in Biechlech. Scheide, Georg, H-lfer, geb. 14. 11. 90 in Berlin. Schmidt, Erich, Arbeiter, geb. 29. 8. 97 in SktHtt. SchStzau, Erich, Schlosser, geb. 23. 7. 97 in griedrichlhageu. Schulze, Hermann, Mechaniker, geb. 24. 4. 05 in Feiedrichöberg. Gfjrc ihrem Andenken! i-0'13 Tie LrtSverwaltung. Bezirk«troii-Berlin. Folgende Kollegen ssnd im Felde gefallen: Ottv ÜSIl?, Lagerarbeiter. Wilh. Bergemann, Lmnibuschaussenr. August Braun, Industriearbeiter. Paul Bülow, Müllschaffner. August Burow, Möbelträger. Paul Dehmel, Hochbahnarbeittr. August Dunz, Kohlenarbeiter. Otto Hesse, Rollkutscher. Erwin Hirseland, Gcschsstsdicncr. Karl Kalwa, Lagerarbeiter« Karl Krause, GcschüftSdicncr. Erich Kurz, GeschSftsdicncr. Martin Lisiak, Arbeitskutschcr. Wilhelm Martins, Brau-reiarbeitrr. Gustav Meyer, Gcschäftsdiener. Hermann Michel, Gefch»f»»i»«tr. Max Pawlitzkl, Lagerarbeiter. Leo Predöhl, Bierfahrcr. Julius Suchowitzky, Kohlcnarbcitcr. August Schmidt,«ohlenarbciter. Paul Schmidt, Geschiift-kntscher. Oust. Schmidtchen, WarenhauSdiener. Bernhard Steinkopf, Arbeitskutschcr. Wilhelm Urbaneck, Rollkutscher. Georg Wodanz, GcschSftSdicucr. Paul Zimmer, Paar. 70; 1 (i Ii t e ihr ei» Sindenkent l>lc WezäfUsIciiunsj. Deutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Jul Felde gefallen sind folgende Mitglieder: 23 Lahre alt. 20 29 Wshei* Flöter, Polierer, Fritz üalle, Tischler, Erich Meier, Tischler, Walter Mrzyk, Tischler, Emil Pisari, MSbelpolierer, 03. Max Dichter,„ 02.. Wilhelm lischmeyer, Tischler, is.. E�valä Völkel, Kistenmachrr, LZ.. Paul Völkel, Tischler. 39.. (£t)cc i Ii r c in Andenken! I>le OrtNvern'altnns. 96/17 —.-- J.if wV*■-!.v;? ZenW-reröaül der ScIiBfier Deotseiods. Octsvcr.valtuiig Berlin. Dem Andenken unserer im Felde gefallenen Kollegen gewidmet! Wilhelm Kohlhammei*, Tchoßarbeiter geb. 7S 7. 1878 jn Süijborf. Ludwig Klebs, Fabrikarbeiter, geb. 4. 8. 1881 ju Leonberg. Wilhelm Modisch, Zwicker, geb. 27. 8. 1878$u Ladebnrg. Ernst Schaffrath, Zwicker, geb. 28, 1. 1890 zu OHla». Karl Heine, Zuschneider, geb. 1. 11. 1871 an Barbi. Otto Volkmann, Echossarbeiter, geb. 7. 11. 1877 zu Drenow.' 169/15 Verliaiid tterOemeinilE- u. Staats- arheilep. Filiale ßroß-ßerlla.• Den Mitgliedern geben mir bierinlt Nachrichl vom Tobe des Kollegen i\uxu8t Bänger (LNvaUbk) vom Waiftrioerk Tegel. tSdre frinem Andcnkeii l Beerdigung morgen Mvniag. den 4. Dezember.»achmiiiagS 2 Uhr. von der Leichenhoue des Nazareih-Kirchdoies in llieinickeu- dort, Beriiner �trage, ans. Um rege Beieillguug be! der Besiatiuiig des Kollege» erinchl 35/3 Tie OrtSverwallUlig. Ais Odser des Welt- krieges jirl am 1. Ro- veiuber 1916, morgens d'h Uhr, iniuige(Äranal» Idinifcs mein imiiggeiitbt ft(Diamf, unter herzensauier Baier, der Gesrelie Thomas Cosciaszek im 32. uebenSjahre. feG L» iiesiiem Schmer? /ler.a lZooelseeok als IZallia aedsi! Bekannten die traurig« Nachricht, daß nniee guter Sülm und Bruder, mein lieber Mann Emil Hicheel am 22. November 19:6 durch Bolliresjer im 36. Lebensjahre gcstillcn ist. 15776 Dies zeigen In licfficni Echmerz ort Heinrich Hlcliccl nnd Frau, als Litern. Hartha ftalomow, all Schwester. Ulla Hlchcel, als Frau. Berlin-Tegel, den 3. Dez. 1916. Gesangverein„Inunerpn", (M. d. A.-S.-E.) Ten Mitglieder» und allen Bc- fnnnUm zur Nachricht, daß unser SangcSörudcr Emil Mlcheel am 22. November 1916 ge- salle» ist. «Shre seinem Andenken 1576b Her Vurtitnnd. Den Kollegen zur Nachricht, | daß unser Kollege, der Dreher Dohr Dolor am 28. November verstorben ist. Ehre seinem Sliidenken! vis Kollegen des Werkzeugbaues A. E. ö. Kabelwerk Obcrsproo. Die Beerdigung findet am Momag, uachmiung« 3>/. Uhr, aus dem Heilig'Krtuz-Ktrchhos in Marlen dort statt. vti Sozialdemokratischer Wshlverelo Hiedepharnim. Bezirk T c g o I, Am 22, November fiel durch VolUrejjer unser üLiiglied Emil Hiedsel s Im 36. Lebensjahre. 1575b Ehre seinem Aiidenkeu! Die Bezirksleitung. Vecdand dee Uneeauangestelllen Deulschlands. Ortwif nippe ftlroH-BcrUn Am 1. Dezember verstarb unser Mitgiied, KrunleiilassenangesleUler Eritz Ebert (Allg. OrtSirankentasse Weißensee) ll» Aller von 37 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Diens- tag, den£>. Dezember, nachmitlagS 81/, Uhr, auf dein UZemeinde. friedlios Weißensee. RAlckestraße, von der Leichenhalle au» siait. Um zahlreiche Beieiligmig erlnch! 46/12 die Orteverwaltung. Verband der Sattler und Porteleuiller. Ortsverwaltung Berlin. AI« Opfer bcS Weltkrieges fielen die Kollegen Hans Peter 23 Jahre alt. Paul Oelze 25 Jahre alt. Johannes Bode 87 Jahre alt. Oskar Opitz 34 Jahre alt. Ehre ihrem Andenke»! 159/3 Die crtdverioaltnng. Tnimpfin„Flehte" Berlin. Am 80. November vei ichied insolge Herz- schiages unsere liebe Turnschwester Charlotte Zubeil. AI« Milbegründeriil der iüusien Fianenabieiiung rmd durch ibr stelS srenndliche« Wesen hat sie ein ehrendes Anbctitc». Beerdigung wird noch belaiint- gegeben. 186/5, Verein der Freidenker zu Berlin. Am 29. November verstarb unser Mitgiied, Frau Xxnes Katzorke geb. Brandt SchAneliera. 0:nsiavvar nur ein Aicdcrschcn! Lbarlvücubiirg, den 2. Tezem- ber 19i6.-s 150 Ai« Opser diese« BclilricgcSg siel am 16. Oliobcr 1916 vurch Ärannlsplitler in Kops und Brust mci» iniilggciirbler Manu, mrln herzensguter Papa. Eohn ilud Schwiegersoh», Binder und Schwager, der ötardeslisiiier Fi'lfz Wolfho im Alier von 33 Jahren Die« zeigen ichmerzirsüllt an sein« ilestraninidt iNntiii, Amin Woltlic geb. niichter, «'ditb aiv Tvchirr, VAuttcr nnd iNeschwlster. Kali ist der Krieg»Mb odu' Tibarillcil reißt er da« Liebste Uns au« den Arnien. Mii der Sehnsucht Ii« Herzen nach srluc» Lieben. Nut der Sebninchl ist er geblieben. Dein Wunsch kann mm nicht mehr gescheve», Ivic Du Immer ichriebst: ,,liiu sroheS Wiedclicheil". vi 18 Lieber Papa, schlaf in Nnh, unfrrc"iebe deckt Dich z». Deine sllste iodtty. ildlerthoj, Waldstraß« 55. So�iaideWkraliZCherVahimeiiil Irelz hiederharnim. Bezirk Bein!ckendorl-llz!. AIS Opfer bei Weltkrieges siel Ende Sepiemder unser Genosse Hugo Ahnondf «Shre seinem Andenken! 246/6 Ter Borstand. SomldemokralfecherVahlverein Friedriclisliagen. Von(elncin Urlaub zurkck. gelehrt, iiel am 22. November unser Genosse, der Sanitätssoldat Max Knerlch. Ehre seine!» Andenke»: 246,7 Der Borstaud. Schssininiverein..Vomärlz" Berlin 1897. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß riner der Besten, Vilser Schwimmgeiiosse triur Ilulker durch Äranalsplilier gelölet wurde. Ehret sei» Andenken k 1582b Her Yurttlund. Die Beerdigung unserer Tochter LharloHe Zubeil findet am Diinslag, de» 5. De- eeinber,»achin. 3 Uhr. von der jpnllc de?(täbilichen Friedhofes In Friedrichsfeide aus staii. I rruiilie- lkluir Xubcll. Am 1. Dezember d. I. verstarb nach längerer ichwerer Kraxideil unser iiever Kollege, der Kassen- angestellie Friellrich Ehert im 38. Lebensjahre. Der Verstorbene war fest dem 1. April 1912 In unserer Ver» waltimg iäiig. Seine GewisseNhasiigkeit lind Pslichllreue I»id sei» lieben«. würdige«. tdlgegeutomnienbes Wesen haben ihm ein bieibendeS Andenken bei uns gesichert. Oer Vorstand u die angestellten d. Allgemeinen Ortskrankrgjcasse Berlln-WeiSensee. Die Beerdignng findet am Dieuolag, den 5. Dezember, nach- Niiitag« li'/s Uhr, von der Leichin- balle de« Gemrliibesriedbose« zn Berlin« Weißensee, lliölckestraßc, au« stall. 272/1? Nachruf. AI« Opser de« AellkriegeS fiel am 16. November 1916 unser tlcUce SmigeSbrildcr ltl-13 Otto Sto�tz. Ehre{einem Andeuten! Gesaugverein„Deutsche Eiche'; I» heil beißen Kämpsen am 16, November 1910 fiel durch ArtlUerli-Bolllreffer mein heiß- gelicblcr Mali» und lrcnsorgendcr Valer, lieber Sohn. Binder und Schwager, der Gesrclle Gsong Müllsn Blii.-Lichsenbcrg,{siliowstraßc 19, !>tei.-Jns.-Negt, 93, 1. Stomp., im 3t. Lebensjahre. Dies zeigen liesbeiiüM an Zliiftlistr Müller peb. Drnbc nebst Töchterchen(«reichen, AIS Eltern:»Vtlftrlm Mlilirr und Fran. Holielstr. 16. Brüder Gnstav, Helm»t, Willi, ziirzcil im sjelde. >'. Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee 'Der berliner ßarn zeigt am Dienstag und Mittwoch, dem 5. und 6. ds. M/s, im Ausstellungs- saal, Leipziger Strasse(4. Stock) Xtiegsgemässes lOeifjnacbts- Qsbäck Kragen Muff s-Kragen�ÄZ��A/s Do�zp.-Fuchs-KrKg. � 25-« IT-0 In chs-Kragen S;;l: 29-° 2550 Dopp.-ImHx-Krag. St 22502250 FelxwareiiL Kragen Muff Doppel-Fuchs-Kmg. Znin Z9-« 3950 Alsska-Auchs-Krag. schw-r» 39-« 39-« Pelz-Aaleiois lB5a moderne Glockcnformcii......... von Kragen Muff Fehrück.- Krag, e.ranb! 59«« 65«« SkunksopoMm fi3"*3; 25«° 23«« Fuchs-Kragen weiß Kaum 290 12-° Dopp.-Fuchs-Mg.M7r!!; 1925 192- Gestr. Blufenftofse, dunkel, mit Kunstseide.......... Meter Dunkle Schotten nnt Kunstseide, doppclllircit... Vluseuslanelle lM gcsttcift............... Meter S ch lN a r z e Stoffe r.'uie Moll.', etwa 105 cn, breit..... Meter Ginfarbzge Stoffe > rcinc' Wolle, ct'.vo cm breit...... Meter KB Eezugcschcinpflicktig 090 Zackenkleiderstofse Aya � Crau, clca 130 cm breit........ JJlttCr U RsikAvollenc Schotten„. 090 elraa 105 cm breit............ JJtCtcr O M ä n t e l st 0?? c-j A30 etwa 130 cm breit............ Meter i. U* Reirnvolleue Tuche... 1 0190 »UM K'O cm trat............ Meter Iw» Bezugsschein frei HelbfeideueStoffe ceo gestreift, ctn»ö 105 cm breit....... vieler SeMculioffe i m Bezugsscheinfrei Meter 325 375 590 625 Einfarbige Seide In verschiedenen Farben......... Reinseidene Schotten in aparten Steilungeu......... D i a m a n t-Seide doppeltbrcit, schwarz und farbig.... Kettendruck:- Seide l»-s1................. Prinzeß-Seide doppeltbreit, schwarz und farbig.... Meter Meter Meter Meier Meter 245 330 525 590 650 Tast Meter China- Krepps schwarz und farbig, 100 cm breit.... Meter Kleider- doppeltbreit, schwarz und farbig Kaschmir-Seide doppeltbrcit, schwarz und farbig.... Mete? L indener Samt™. etwa 70 cm breit, gerippt....... MctCt LindenerKöper-Samt � elwa 70 m beeil, gu!c Qual...... Meter 725 790 850 650 135o IV ir verkaufen Geschenk- Gutscheine zu Sy B) 2 Mark in gesckmackvoller Ji u sf iihruns, ivelche sich als prakfisdjesWei'timcSis-Qescbenk in beliebiger flöhe zaiammenst eilen lassen. Die Gutscheine werden beim Einkauf als b sir e s G-el ü an allen Klassen unserer sämtl, Häuser in Zahlung genommen. ________■______"«! Vi« Sribottprodtsktion betrug im Jahre 1885 1895 1905 1915 99 99 99 99 99 21 500 t 67000 t 693500 t 1 932300 t Wir suchen für dauernde Beschäftigung und guten Lohn für n ufern Betrieb Pulverfabrik Maurer, Zimmerleute. Bauhilfsarbeiter f.»*. Erdarbeiter /Kolonne» erwünscht). Ferner: ungelernte Arbeiter in großer Zahl. Sturmschreie aus hundert\ Jahren:: Herausgegeben, von Dr. Franz Diederich' In festem Umschlag geheftet 60 Pfennig Bozener Mäntel«Feierinen Joppen und Anzüge Arbeiter-Berufskleidung aller Art. Elegante Maß=Anfertigung. Lieferant der Konsum-Genossenschaft und der Orlsgrnppc Berlin d. Arbciler-Radfahrer-Bundes. Sonntags von 12—2 Uhr geöffnet. Telephon: Amt Norden 1591. 104/1* Reichels Sc« 25 Jahren erfolgreich erprobt u. berühmt durch ihre große Wirkung bei allen MagenbesStwcrdrn. Fl.S.tlU M. (kleineffl. 1.— M.>. Echt nur mit Marke „Medieo". Wo nicht cchälti.. durch Otto Reichel, Berlin 49, Eisenbahnstr.4. Neiscgcld wird bedingungsweise vergütet. Arbeitsuchende wollen sich schriiUich oder mündlich wenden an 191/9* Arhritsnachw. d.Pulbetfabr. Premnitz, Rathenow, Bahnhofstr. 22._____________ "�rantlvorll�Ncdalteur." Trf' Franz" Dirbrrich, Friedenau. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckcrei und Verlagsanstalt Paul N. S: p. dltlei-. ln£-äfdl: Tabak-chiroUhandliiitg und Tabakfabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Q. A. Kanewacber, Qrimm a Trlepel. ■ Stets frisch zu den äuBersten JCngrospreison. A ,»« Moritzpl. 3014.■■_ Das Thema dieses Buches ist derKampfgegcn denZarismus, der Rußland blutig knechtet u.| Europa barbarisch bedroht.—, Die Zarengcißcl ist ein Kampf- s buch voll Unerbittlichkeit. Aus dem Sturm des gegenwärtigen| Kriegesisteshen'orgewachsen] Zu beziehen durch die: Buehhandiunt; ��.VOTOtlS j M tkASBLA-l ' l�iiclise � Blau-, Silber-, Rot- u Kreuzfuchsgarnituren, sowie sämtl. edleren 1 Peizarten in entzückenden Ausführungen in meiner Werkstatt Kölln. Flschmarkt 1 II,! zwisch. BreitostruiSe u. Städt. i _ Sparkasse(Beer).— NB. Plüsch- 4 Sachen, Kanin und Hasen führe I tich nicht.*> VWMVBRWM Nalnrstahl kausen Hirsch& Zlrndt, Äaichinen« fabrik,.Ruppmer Str. M. t9— 2 libr. ingcr J: Co., Berlin SW. 6i!.