Ar. 338. 38, Jahrg. nbonnementS'Bedlngnngn: «onneincntä. PretZ prärnnnerand» LierteljShrl.&SO M�. mortolL U30 Mk. woch-iiillit, SO Sjfi. trn inä öouS. einzelne Nummer 6 Pig. Eonnlag?« nummer mit illuslricrier EonnlapS- Seilage.Die Neue Well» 10 Pf». Posi» ilbannement: l.Z0 Mari vro Monat. Singerrageu in die Pasl-ZeitungS- Preisliiie. Unter Kreuzband lür DeuliSIand und Ocsierreich. Ungarn &50 Mari, für das übrige Ausland t Marl Bta Monat. Pojtabonnements nebnien an Belgien. Dänemark Holland. Italien. Luzcmburg. Portugal. Miuimiien. Schweden und die Schweiz. VIchelgl läflli*, Verlinev VolKsblerkt. ( 5 Pfennig) Die Tnlcrtions-Gebüljr betrüg! für die sechsgesvaltene Kolonelteile oder deren Raunt Kl> Pfg.. für kolitiiche und gewerljchafiliche Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen so P'g. ..Irlein« Zlnreigen", Las icttgedruckle lZort üll Pig. izulässig 2 fettgedruckte tSoue), jedes weitere Säon 10 Pfg. eicllengciiichc titiD Sditoütcljcnau- zeigen das erste Vlort 10 Pfg.. jedes weitere Wort ö Vfg. Worte über iä Buch- liadcn zädlen für zwei Worte. Fnfcraie für die Iiiichice Nummer müsjeil bis K llbr nachniittags in der(Spedition »bgegcden werden. Tie Epedition ijt bis 1 Uhr abends geiMel. Zlelegramm-Adrest«: .ZSdisIileinoilM Kiflib". bic)?iv ZcntYnlorgan der fodaldcmokrat» rchen Partei Dcutfchlands. Neöaktwn: SW. 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzpla«, Rr. 151 S«— 151 37. Sonnabend, den 9. Dezember 1913. Expedition: EW. 68, Linüenstraße 3. Ferniprecher: Amt Morippla«. Nr. 15130—15137. Cloyd George- englischer Kriegshanzier! Verfolgung der Rumänen. Die Rumänen am Predeal- und Alt- schanz-Paft abgeschnitten.— Die neunte Armee machte 19999 Gefangene.— Die Verfolgung im Fluß.— Große Fliegererfolge im November. Amtlich. Großes Hauptquartier, 8. De- zembcr 1816.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz. Auf dem westliche» Maas-Ufer griffen die Franzosen gestern die von unö am 6. Dezember gewonnenen Gräben auf der Höhe 364 an; sie sind abgewiesen worden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Russische Borstösie an der Düna � Front scheiterten. Südlich von Widsy wurden in eine unserer Feldwach- stellungen eingedrungene Abteilungen sofort wieder der- trieben. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. Nach dem Fehlschlag der großen Entlastungsoffensive in den Karpathen haben die Nuffcn nnr noch Tcilangriffe unternommen. Sie stürmte« gestern mehrmals an der Ludowa nnd im Trotusul Tal gegen unsere Linie« an und wnrden blutig zurückgeschlagen. Heeresgruppe des GeneralscldmarschallS von Mackensen. Unser Borgehcn gegen und über die Linie Bukarest— Ploesti erfolgte so schnell, daß die im Grcnzgebirge am Predeal- und Altschauz-Paß stehenden Rumänen keine Möglichkeit fanden, rechtzeitig zurückzugehen. Sie stießen auf ihrem Rückweg bereits auf deutsche und österreichisch- ungarische Truppen und sind, von Norden gedrängt, zum großen Teil bereits gefangen. Zwischen Gebirge und Ton«» ist die Verfolgung im Flnß. Die nennte Armee machte gestern allein etwa 16 666 Gefangene. Am Alt erfüllte sich das unvermeidliche Schicksal der in Wcstrumänieu abgeschnittene» Kräfte. Oberst von Szivo erzwang am 6. Dezember mit den ihm' unterstellten öfter- reichisch-ungarischcn nnd deutschen Truppen ihre Ucbcrgabe. 16 Bataillone, eine Eskadron und sechs Batterie» in Stärke von 8666 Mann mit 26 Geschütze» streckten die Waffen. Mazedonische Front. Nächtliche Angriffe der Serbe» bei Truava<östlich der Cerna) sind von deutschen und bulgarische» Truppen zurückgewiesen worden. Ebenso scheiterten erneut Vorstöße der Engländer in der Struuia-Ebene. Trotz meist ungünstigen Wetters sind auch im Monat November große Erfolge von der Fliegertruppe erzielt worden. Dem eigenen Verlust von 31 Flugzeugen im Westen und Osten, in Rumänien nnd auf dem Balkan stehen folgende Zahlen gegenüber: Die Gegner verloren im Lnftkampf 71 Flugzeuge, durch Abschuß von der Erde 16, durch unfreiwillige Landung 7, im ganzen 94 Flugzeuge; davon sind in unserem Besitz 42, jenseits der Linien erkennbar abgestürzt 52 Flugmaschinen. Die Artillerie- nnd Infanterieflieger sicherten sich durch hervorragende Erfüllung ihrer wichtige» Aufgaben An- erkennuug«nd Vertrauen der andere» Truppen; die Führung schätzt ihre Leistungen hoch ein. Ter Erste Gcneralquarticrmcister. Ludcndorfs. �benöbericht. Amtlich. Berlin, 8. Dezember, abends.(W. T. B.) Keine besonderen Ercignisie im Westen und Osten. In Rumänien gewann die Vcrfolgmig Raum. « 133 9()9 gefangene Rumänen. Die Gesamtsumme der bisher veröffentlichten Zahlen der rumänischen Gefangenen beträgt nach authentischer Mit- teilung 123 666. ÜbFrsirhfsfart% über�d/el agp infiumänien ,..______________________ 3A® 0 10 JO tso »■iiH».h» Mufmass/, f/e/Zusy tfps Äi/.vj/'ejj »»>»»»"'•'?9/S • ttTg Mid/famMUk W.T.B.JSfS »«■••• Der österreichische Bericht. Wie», 8. Tezember 1916.(W.T.B.) Amtlich wird vcrlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des 61 cncralfcld mar schall? von M a ck e n s e n. Die Verfolgung der Rumänen über die Linie Vukarest— Ploesti ist im rasche» Fortschreiten. Der vom Predeal- und Alt- schanz-Paß zuriikkgchcndc Feind fand de» Rückweg bereits durch iifterrcichisch-uiignrische und deutsche Truppen verlegt und wurde zum grvsic» Teil gefangeii. Tic gestrige Beute der 9. Armee beträgt etwa 16 666 Mann. Am Alt- Fluß griff die Gruppe des T berste» von Szivo die in Wcstrumänic» nbgrschiiiitcueu rumäui- schcn Kräfte rrnciiert an und zwang sie zur Kapitulation. Zeh» Bataillone, eine Eskadron nnd sechs Batterien in der Stärke von 8666 Mann und 26 Geschützen streckten die Waffen. Hecrcsfront dcS Generalobersten Erzherzog Joseph. Starke feindliche Angriffe im Trotosnl-Tnl und im Ludowa- Gebiet wurden blutig abgewiesen. Heeresfront des GeitcralfeldniarschallS Prinz Leopold von Bayern. Bei den k. n. k. Truppen keine Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern früh setzte im Karstaischnittr starkes feindliches Ar- tillcriefeucr ein, das sich gegen den Raum von�Costagiicvica zu größter Heftigkeit steigerte, um Mittag jedoch, als ungünstiges Wetter eintrat, wieder nachließ. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der Bojusa zeitweise schweres feindliches Artillcricseucr. Ter Stellvertreter dcS Chefs dcS GcncralstabcS. », H o e f e r, Frldmarschallcutnant. Ministerpräsident Llopd George. Die Arbeiterpartei im Kabinett. „Das ist ein K r i e g s b u d g e t. Es soll Geld auf- bringen zum rastlosen Kampf wider Armut u n d E r- nicdrigung." Mit diesen Worten schloß am 29. April 1969 der Schatz- kanzler David Lloyd George seine berühmte Unter- hausrede über das„revolutionäre Budget" für 1916. Das Buch, in dem diese Rede mit anderen, nicht weniger kühnen, zusammen abgedruckt ist, heißt iu deutscher Uebersetzuug „Bessere Zeiten". Derselbe Lloyd George hat am Abend des 7. Dezember 1916 das Amt des Premierministers und des ersten Lords des Schatzamtes übernommen und— wie Renter gewissenhaft meldet— die königliche Hand, die ihm das höchste Amt im Staat verlieh, geküßt. Und dann ging er daran, sein Kabinett zu bilden. Nach den vorliegenden Nachrichten ist kaum daran zu zweifeln, daß ihm die Bildung des Ministeriunis gelingen wird, obwohl sich überall— nur bei den Konservativen nicht— heftige Gegnerschaft regt. Es hat wohl noch selten eine intimere politische Feindschaft gegeben als die zwischen Lloyd George und den Konservativen noch vor drei Jahren. Am 6. Dezember kam aber Lloyd George, Arm in Arm mit dem konservatinen Führer Bonar Law, der ihn zum- Ministerpräsidenten vorgeschlagen hatte, aus dem königlichen Palast und die Menge jubelte ihnen zu. Lloyd George' war Pazifist. Bei den Winterwahleu von 1916 hatte die konservativ- nationalistische Propaganda das blutige Gespenst eines englisch- deutschen Krieges an die Wand gemalt. Der Führer dcS Radikalismus geißelte die Frivolität dieses Gebarens und trat mit begeisterten Worten für die B c r- st ä n d i g n n g mit Deutschland ein. In den Bersamm- lungen, durch die er als eifrigster aller Apostel zog, gab er die konservativen Panikmacher, die schon„auf dem Pflaster Londons den Schritt der deutschen Bataillone hörten", dem Gelächter preis. Wenn sich England mit Frankreich ver- ständigt hatte, trotz Faschoda. wenn Walfisch und Bär in Ein- tracht und Freundschaft miteinander lebten, warum sollte da nicht auch die Verständigung mit Deutschland möglich sein? Zum erstenmal sehen wir diesen Prediger des Krieges gegen die Armut und des Friedens mit allen Völkern in der zweiten M a r o k k o a f f ä r e eine verhängnisvolle Rolle spielen. Da fallen ans seinem Munde Worte, schrill und scharf, wie sie der bedächtige AsqnilH nnd der klug abwägende Grey nie gesprochen haben würde. Das ivar der erste Vor- läuser des„Kiioc-k-üiu.", der Niederbox-Nede, mit der der jetzige Ministerpräsident Großbritanniens dem Deutschen Reich Krieg bis zum Ende erklärt hat. Lloyd George, als englischer Preniier. asi gefährlicher als Bonar Law. Dieser Hut,, als er bescheiden in den Hinter- grnnd trat und den Rivalen voranschob, die Sache über die Person gestellt. Bonar Law hätte im Parlament keine sichere Mehrheit gehabt, das Mißtrauen des größten Teils der Liberalen, die Feindschaft der A r b c i i e r a b geordnet e n wäre ihm sicher gewesen. Lloyd George baut ans dem trag- fähigen Grund seiner Vergangenheit. Der Konservativen ist er jetzt aus nationalen Gründen so sicher wie Bonar Law. Aber hätte sich dieser bemühen müssen, den rechten Flügel des Liberalismus zu sich heriiberzuziehen, so faßt Lloyd George den Hebel am äußersten linken Ende an. Sein ganzes Bemühen ist darauf gerichtet, die Unter- stütznng der A r b e i t e r p a r t e i zu gewinnen. Hat er diese, so verfügt er mit ihnen und den Konservativen zu- stimmen über eine Mehrheit, von der sich auch die iu die Mitte genommenen Liberalen nicht ausschließen können. Dann haben„TimeS" und„Morning Post", die großen konservativen Organe, ivaS sie wollten: das starke Mini- stcrium. Dafür werden sie freilich wahrscheinlich auch st a a t s- s o z i a l i st i s ch c M a ß n a h m e n in Kauf nehmen müssen, die'sie in Friedenszeiten auf das allerschärfstc bekämpft haben würden. Denn so ivenig auch Lloyd George ein Sozialist in unserem Sinne ist, und so eng sich bei ihm grundsätzliches Freihändlertum mit radikaler Sozialpolitik verbindet, so ge- hört er doch zu den Männern, die für materielle nnd seelische Volksnotwendigkeiten ein starkes Empfinden haben. Hat er vor dem Kriege England„germanisiert" in der Richtung zur Arbeiterversicherung, so wird er es im Kriege weiter germanisieren durch den Ausbau einer staatlich zentralisierten Wirt- schastlichcu Organisation. !?t»f allem aber wird Lloyd George der Minister Präsident dcS Krieges sein: dazu eignet er sich durch seine miszerordentliche Hvlkstümlichkeit ivie kein anderer. Eng land hat keinen Mann, der wie er imstande wäre, dem Volk Trost in schwerer Zeit zuzusprechen und cS zur Fortsetzung des Haiiipses aufzupeitschen. Er ist der letzte Trumpf, den England in seinen Karten hat. So must man im Interesse de-Z Weltfriedens wünschen, dost dieser Friedensfreund, der ans Entlänschung über den Fehl schlag seiner Prophezeiungen ein ingrimmiger Kriegs- Hetzer ist. sobald wie möglich vom Sitze der Macht verschwinde. Tast Lloyd bworge noch eine graste Wandlung bollziehen und— ohne den erträumten zerschmetternden Sieg über Teutschland— Frieden schlieste» könnte, ist in hohem Grade innvahrscheinlich. Das ist ein Unglück für die Welt, denn Lloyd George ist ein Mann, der alles, was er in die Hand nimmt, mit leidenschaftlicher Energie ergreift. Und das ist jetzt die Sache nicht des Friedens, sondern die des Kriegs. So müssen wir unsere Hoffnung zunächst auf den bewaff- ueten Widerstand des deutschen Volkes und seine Verbündeten setzen, der durch die Reden des neuen nicht zu entiunrzeln ist: wir werden aber darum nicht auf hören, der englischen F r i e d e n S b o w e g n n g Acachtnng zu widmen, die in dem linken Flügel der Arbeiterpartei und im bürgerlichen Radikalismus rege ist und die vielleicht auch eines Tages in den Anhängern des gestürzten Kabinetts Asguith-Grey eine Stütze finden wird. Lloyd George aber, der im üü. Jahre seines Lebens, dem 2G. seiner Zugehörigkeit zum Parlament, den höchsten Gipfel der Macht erklimmt, ivird seinem Vaterlande und der Welt keine„besseren Zeiten" bringe». WaS er einst bekämpft hat. gewinnt durch ihn Gewalt: Armut und Erniedrigung für ganz Europa! Lloyd(Georges Programm. London, 8. Dezember. Reutcrnieldnng. Lloyd George erhielt anlästlich seiner Ernennung zum Premierminister zahl» reiche Glückwünsche. Tie Blätter siüd alle davon überzeugt, dast er wahrscheinlich eine starke R e g i e r u n g bilden wird. Von maßgebender �.eite ivird erklärt, dast As q n i t h und sei n K reis mit der Regierung Lloyd Georges ebenso zilsaininenarbeiten werde. ivie Bonar Laiv es zu Beginn deS Krieges tat. ES ivird berichtet. Lloyd George habe der Arbeiterpartei mitgeteilt, dast ein Sl r b e i t s in i n i st e r ernannt iverdcn wird, der vom Haiidelsanit alle Arbciterangelcgcnheiten, die sich aus dem Munitionsgesetz ergeben, übernehmen ivird. Ferner sollen Pläne bestehen, während deS Krieges Schiffahrt und Bergbau unter S t a a t s a ü f- ficht zu stellen. Lloyd George liest durchblicken, dast er a» die Mobilisierung der bäuerlichen Bevölkerung des Landes zum Zweck der Ausbildung ungelernter Arbeits- kräfte denke, um die Lebensmittelproduktion zu erhöhen. „Daily Reivs" schreibt: Lloyd George hat der A r b e i t er- Partei versprochen, dast sie aus der Friedens- k o n f e r e n z vertreten sein und in allen den Frieden betreffenden Fragen eine Stimme haben solle, lieber die Mobilisierung des Reichtums befragt, sagte Lloyd George, dast seine Politik darauf gerichtet sein, verde, die Arbeit der g a n z e n m ä n n l i ch e n Bevölkerung des Landes zu regeln, und dast er daran denke, alle Erspariiisse und Geldanlagen unter die Aufsicht der Regierung zu st e l l c n. TaS Ministerium dürfte beim Zusammentritt des Unter- � Hauses am TicnStag bereits vollzählig sein. „Tie Aufnahme der deutschen Kanzlerrcde m der c n g I i s ch c n Presse im allgemeinen ist empörend gewesen, und dies ist ein zwingender Beweis dafür, dast es eine Reihe von Leuten in unse rem Lande gibt, die keinen verstänoigen frieden wollen, sondern den Krieg in der Hosfnnng auf eine völlige Zeetrllnimcrung Deutsch lad» zu verlängern wünschen. Tieie militaristisch« und aggressive Gesinnung ist die wahre Gefahr iür den Frieden Europas. Wenn man diese Gesinnung Einsluh auf die Regierung gewinnen läßt so wird der Krieg nur mit einem unsicheren und unchrcnhaflcn Frieden enden können. Wenn die Verbandsuiächie»ach ihren leuerunge» selvstloscr und moralischer Absichten jetzt trotz der von Dcuischlnnd gemachtcn Anervietungen den Krieg fortsetzen, wir» sich die öffentliche Meinung der gesamten neutralen Welt gegen sie wenden. Tic gvldene Möglichkeit, dem Krieg ein Ende zu bereite», ist durch die Rede des Kanzler« gegeben: schwer wird die Beraut- Wartung auf einen lasten, die diese günstige Gelegenheit vcr- schmähe»!" Asqnith dankt für Auszeichnungen.— Tie Liberalen «nterstühe» Lloyd George. London, 8. Dezember.(W. T. B.i„Morning Post" enatiillmii Vrö'miorS meldei, dast Acgttith ein königliches Handschreiben erhielt, in '''' dem der König ihm seinen Dank für die groste». dem Lande erwiesenen Dienste ausspricht und ihm die'PecrSwürdc(Ober banSl»nö den Hosenbandorden anbietet. Äsqnith hat diese Auszeichnung dankend abgelehnt. London, 8. Dezember. Reutcrnicldung. In der heutigen Versammlung der liberalen Partei wurde Äsqnith das Ver trauen ausgesprochen und beschlossen, die neue Regierung bei der Fortsetzung des Krieges zu unterstützen.— Die Prcst-Asso- ciatimi meldet, dast im Lause der Versammlung Asquith nlit- teilte, B a l f au r würde das Anöiväriigc Amt übernehmen und Lord Robert Eccil ivürde die Stelle eines NnterstaatssekrctärA für Auswärtige Angelegenheiten beibehalten. Cine Erklärung Greps. London, 7. Dezember. kW. X. B.) Meldung des Reuter- ?ck>en Bureau?. Lord Gren hat die Erniächtigung zu nach- stehender Feststellung gegeben: In der Presse sind gelvisse, aus deutscher Quelle genommene Ausführungen gemacht worden, die besage», dast Piscount Grey eine Redewendung gebraucht habe, die bedeute, dast einer der Gründe, w a r u ni G r o st b r i t a n n i e n sich a n d e m K r i e g e beteiligte, der war, daß es jeden Augenblick hätte damit drohen können, sich von ihm zu- rückzuziehen, und dast er immer bereit sein würde, eine V e r m i t t l n» g zu Nute r n c h in e it, ii m Deutschland z n helfen. Diese und andere Be- Häuptlingen, die im wesentlichen dasselbe sagen, sind bereits zweimal ötsentlich im Anglist imd September 1915 in Abrede gestellt worden, und sie sind n i ch t w a h r. Unjere unö öie rumänischen Verlufte. Lelegramiu Englands Arbeiterpartei im Liabiuett. Londau, 7. Dezember. Meldung des gstniterschen BureauS. Tie A r d e i te r p art e i hat sich für ihre Beteiligung an der neuen Regierung sehr günstige Bedingungen zu verschaffen gewußt. Wie verlautet wird Heuderson als Arbeiter- vcrater und Minister für Peiisionen i» den neuen Kriogsrat, der aus vier Personen bestehen wird, eintreten, Barnes wird als Kabineltsmitglied ein ivichrigeS Amt bekleiden. Austcrdein wird die Partei drei oder vier Mit- glieder in weniger wichtigeren RegierungSämtern als Junior Whipö oder Unterstaatsfekretäre unterbringen. Räch Berichten aus zuverlässiger Quelle herrscht in der Partei die Erwartung, dast Schritte zur R a t i o n a- I i s i c r u n g der Eisenbahnen, der Schiffahrt und des Bergbaus unternommen werden solle». (Whips„Einpeitscher" ist der althergebrachte Titel für Mehr- hoitsmitglieder. deren ursprüngliche Aufgabe darin besteht. die Anhänger der Regierung zur Abstininiung in den Saal zu treiben.) Amsterdam, 7. Dezember. Einem hiesige» Blatte wird ans Loiidvii gemeldet, das; in der Konferenz der Arbeiterpartei d i e p a z i f i st i s ch e n S o zi a l i st e n sich weigerten, die neue Regier« ng zu n u t e r st ii tz e n. Der Be- schlich, an der Regierung teilzunehmen, wurde mit Stirn m e« Mehrheit gefaßt. Zur Kennzeichnung der bei den Sozialislen des linken Flügels herrschenden Auffassung seien einige Sätze aus einem Artikel Philipp S n o w d c il» im„Labour Lcader" vom tri. Aovemver wiedergegeben: „Herrn b. B e t h m a n n H o l l>o e g s Erwiderung an Lord Grey," schreibt Snoivden,„ist eine Aeusterung, die den Kriegsverlaus und die künftigen internationale» Beziehungen lies beeinflussen kann." „Tie BereltschaftSerklärung des Kanzler», die Friedens- bedingungen zu erörtern, ist in so bestimmt« Worte gelleidet. dast sie unmittelbare Folgen siaben müßte, wenn von selten des Verbandes irgendein Wunsch besteben sollte, den Krieg aus gerechter Grundlage zu beenden. Ter Kanzler erklärt, dast Teutschland einen nationalen Verteidigungstrieg führt, dast es keine Eroberungen will, daher bereit ist. das besetzte Gebier im Westen herauszugeben und aus Palen einen eigenen Staat gegenüber der russischen Bedrohung zu machen. Noch ivichtiger aber: er erklärt, dast Deutschland bereu ist, Garantien für seine friedlichen Llbsichteir zu geben, indem es einem internationalen Friedensbund der Völker be:- tritt. In dieser Erklärung des deutschen Reichskanzlers ist alles das zugestanden, was unsere Regierung öffentlich als Kriegsziele Englands bezeichnet hat. lind Asquith und Lord Grey haben jeg- liche Absicht, Deutschland zu vernichten und zu zerstückeln, von sich gewiesen und haben erklärt, dast sie einzig und allein beabsichtigen, Europa von der Drohung d:S preustischcn Militarismus zu befreien und die Unabhängiglelt der eroberten Gebiete wiederherzustellen! Diese Bedingungen sind vom deutschen Kanzler zugestanden, und für die weitere Fortsetzung des Krieges um a u ch nur einen Tag bleibt kein ehrlicher Grund b e- stehe n." unseres Kriegsberichterstatters Dr. Adolf K ö st e r.) Staudort eines Korpsquartiers westlich Bukarest, 1. Dezember. Gegenüber unseren geringen Verlusten sind diejenigen der Rumänrn austcrordrntlich schwer. Allein in der Schlacht von Targu-Jiu wird die Zahl ihrer Toten hier auf 1W0 geschätzt! zahlreiche Verwundete starben infolge ungenügender Versorgung auf dem Rückzüge. Die Rachhutgesechtc, die der Gegner uns hier nnd da lieferte, waren regelmäßig eine be- wußte Lpftriiiig ganzer Gruppen, deren Schicksal von vorn- herein besiegelt war. Im ganzen werden die blutigen Ver- lustc der Rumänen frei auf das Vierfache unserer eigenen Ziffer» geschätzt. Dr. Adolf K ö st c r, 5lritgsbcrichtkrstattcr. Unser Siegeszug üurch Rumänien. (Telegramm unseres Kriegsberichterstatters Tr. Adolf K d st e r.) Westlich Bukarest, 39. November. Das Tempo unseres Vormarsches durch die Walachei war unerhört. Die besten Straßen verivairdelten sich unter den Rädern unserer Kolonnen in Moräste. Kaum konnten Artillerie und Nachschub dem stürmischen, Tag und Nacht währenden Trängen unserer Infanterie und Kavallerie folgen. Zahlreiche zusammengebrochene Pferde und Wagen au den Rändern der Straße zeugen noch heute von der Ge- waltsamkeit des Vormarsches. Unsere Kavallerie unter ihrem wagemutigen Führer be- währte sich wie im hügeligen Siebenbürgen, so noch mehr in der Ebene durch Aufklärung, Verfolgung und Säuberung glänzend. In zahlreichen tapferen Handstreichen sing sie große und kleine feindliche Trupps ab, die sich bei dem Eil- tcuipo unseres Turchstoßes nach Osten weit hinter unseren Linien nrnhertrieben. So gelang es gestern derselben Kürassierschwadron, die als erste in Eraiova eindrang, mit 79 Mann ciu starkes scindliches Dctachcinent von 1299 Mann und«der 17 Offiziere mit 19 Geschützen und mehreren Maschinengewehren abzuschneiden und gefangen zu nehmen: während diese gegnerischen Trupps in der kleinen Walachei noch erbitterten Widerstand leisteten und nicht selten lieber- fälle auf unsere Kolonnen versuchten, brach später, je mehr sie zerbröckelten, ihre Energie zusammen. Heute passierte uns ein einziger Husar mit noch 2o bewaffneten Rumänen, die sich ihm ergeben hatten. Tic feindliche Kavallerie raffte sick wahrend des ganzen Rückzuges nur ein einziges Mal zu einem Gegenstoß auf. Während der Kämpfe im Olteul attackierten o sochivadronen rumänische Roziori, davon vom Regiment der ruinänischen Königin, eines unserer Stabsquartiere. Sie wurden recht- zeitig erkannt, von der Bedeckungs man» ichast aogeaalten und 'chließlich durch ein gerade ausmarschierendes Bataillon slan- kierend gefaßt und mit 50 Proz. Toten zniammengeschossen. Seit der verlorenen Schlacht von Targu Im, die, wie sich immer mehr herausstellt, vom Gegner als Vernich- t u n g s s ch l a ch t gegen unsere n u m e r l 1 ch v o l l I g unterschätzte Einsallsarm ee� geplant war, war die moralische Kraft der uns gegenüberstehenden rumänischen Armee gebrochen. Einwohner von Eraiova erzahlten mir, daß schon der Rückzug der völlig durcheinander gewur- selten Truppengattungen durch die Straßen der Stadt Orsova ein Bild de? Grnnens war. Erschütternd sind die Bilder, die zurückgebliebene Acrzte und Kranken- schwestern von dem Elend der Verwundeten gaben. Sechs Tage lang waren zahlreiche Verwundete aus der Targu Jiu-. Schlacht ohne Bandage s im Fremden-Hospital von Eraiova lagen Toto unter den Verwundeten tagelang! Auf 1200 Schwerverwundete kam ein einziger Arzt! ÜiS meisten von ihnen starben an faulenden Wunden I An der Oltstellnng, wie auch weiter südwärts, wo wir auf einer völlig unversehrt gelassenen langen Brücke östlich Caracal den Olt überschritten, zieht sich am östlichen Flußnfer bis 59 Meter hoch ein steiler Rjicken über dem breiten Tal hin, dem wir unS von Westen völlig ungedeckt näherten. Diese ganz ideale Stellung haben die Rumänen, vietleickt die Aus« dehnung unserer Angriffsfront nach Süden unterschätzend, nur im Norden verteidigt. Hier aber genügte neben de:» mn fassenden Druck von Süden eine einzige schwere Artillerie- kanonade, um sie aus der ganzen S l a t i n a- Stellung zur schleunigen Flucht zu zwingen. Tie großen Markierungslinien unseres Vormarsches werden sich stark ostwärts verändert haben, wenn diese Zeilen, die 89 Kilometer westlich Bukarest geschrieben sind, die Heimat erreichen. Schon seit mehreren Tagen hat unsere Einfalls- armee, in deren Mitte ich weile, links mit den Truppen des Osenerols K r a f f t, rechts mit denen des Generalfeldmar- ichalls Mackensen Fühlung. Die tapferen Gebirgs- kämpser aus dem Rotcnturmpaß hoben längst die Ebene er- reicht und drängen im Tale des Arges über Pitesti hinaus. Die bunte Schar der Verbündeten unter Mackensens Führung drängt rechts von uns nach Osten und Nordosten vor. In Plosoa, halbwegs zwischen Rosi de Vede und Alexandria, trafen vor ein paar Tagen die vordersten unserer Reiterpatrouillen Mackensens Spitzen. Seitdem schiebt sich eine eiserne Mauer von den Karpathen bis zur Donau ans Deutschen und Türken, Oesterreichern, Ungarn und Bulgaren gegen Osten, gegen Bukarest vor. Dr. Adolf Köster, Kriegsberichterstatter. Die Rumänen haben schulü! Rußland kann nicht dafür. Der ruffiscke Heeresbericht vom 7. d. meldet: N u in ä n i s ch e F ro» t. Endlich des Flusses Trotus dauern die Kümpie fort. In der Walachei zogen sich die Runräncn unter dem Drucke deS Feindes nach Osten zurück, indem sie den Feind durch NachEsiitlürnpst anfhielien. Bukarest wurde von de» r u m ä n i s ch e» Truppen am 6. Dezember gegen Mittag geräumt. Iii folge de? Rückzuges der rumänischen Truppen zogen sich auch unsere Streitkräfte zurück, indem sie de» linken Flügel der ru- mänischen Armee südlich von Bukarest deckten. «Tie Schuld an de-n Davonlausen wird damit einzig und allein. den Ruinänen in die Schuhe geschoben.) Rumäniens Getreiüe unö Petroleum. Nach einer oniiliche» rumänischen B-röffentlichung beliefen sich. wie die„N. A. Z." meldet, die im Lande befindlichen Getreide- dorräle am 1. Juli Illlö am 1 600000 Tonneir. iiäinlich 440000 Tonncil Weizen und Weizeninehl. 789 000 Tonnen Mais. 020 000 Tonnen Gersie. der Rest verleiit sich aiff Roggen und Hafer. Die diesjährige Ernte überschreitet kaum eine Mitre lernte imd hat folgende Ergebniiie: Weizen 1800U00 Tonnen, Mais t 000 000 Tonnen. Roggen 50 000 Tonne». Hafer 800 000 Tonnen, Gersl« 690000 Tonnen, zusammen 4 400 000 Tonnen. � An diesem Ertrag sind die bisher von den MMelmachle» bc- etzien Gebiete mit rund zwei Drittetn beteiligt. Wie weit diele Borräre tatsächlich in unsere Hand gefallen sind. ist noch nicht gemeldet. Jedenfalls zeigen diele Zahlen, dast vor allzu überschwenglichen Hoffnungen, wie sie hier und da laut werden, gewarnt werden muß. Besser scheint es mit dem Petrolenm zu stehen. Durch die Ein- »ahme von C a m p i n a und P l o e st i, den Zentren des rymä- niichen Pctroleumgebietes. befindet sich der größte Teil der Rohöl- produklioir Rumäniens, die nabezu zwei M i l l> v n e» Tonnen jährlich beträgt, in den Händen der Sieger. In Ploesti befinden sich die großen Petroleumraisinerien mit ihre» modernen Tank- anlagen. Alle Enienlehoffnungen, daß Mangel an Schmieröl und Benzin die Kriegführung und Kriegsindustrie der Mitleln'ächls hemmen werde, sind für immer gescheitert. Nach einer Meldung in verschiedenen Blättern soll allerdings ein Teil der Petroleumquellen in Brand gesteckt fein; dach ist wohl anzunehmen, daß die Rumänen sich nicht völlig zu Bettlern gemacht haben, in- dein sie ihre eigenen Bodenschätze vernichteien. Kühne Taten üeutfcher Panzerautos. Berlin, 8. Dezember.(W. T. B.) Im Felbzuge in der Walachei haben sich deutsche Panzerautos ganz besonders aus- gezeichnet. Nach der Ueberwindung des Szurdukpasses stieß ein Panzerwagen bis Badem vor, wobei er Patrouillen ab- schoß. Das Panzcrauto überraschte im Dorfe ein Bataillon Infanterie in Marschkolonne und mähte es in weniger als einer Minute auf eine Ent- fernung von 199 Meter mit drei Maschinengewehren nieder. Drcihundcrt Mann blieben tot, hinrdertfünszig verwundet am Platze, der Rest entfloh.... 2 Ein zweites Panzerauto machte eine kühne Erkundung�- fahrt nördlich von Rosiori de Vede, in dem nördlich gelegenen Dorfe Beuca waren rumänische Truppenvcrladungen festgc- stellt nnd der zur Aufklärung entsandte Panzerwagen traf 15 Kilometer vor den vordersten Kavallerlepostierungen in Benea ein. Die Bevölkerung strömte zusammen, be- kränzte das Auto mit Blumen, bewirtete die Mannschaft mit Wein, im Glauben, ein r u s s i s ch e s Auto vor sich zu haben. Mitten im jubelirden Empfang fuhren drei Lokomotiven in die Station ein, auf die das Panzcrauto sofort aus allen Maschinengewehren heftiges Feuer er- öffnete. Tie Bevölkerung stob entsetzt auseinander und die Lokomotiven versuchten mit beschädigten Kesseln in Dampf gehüllt zu entkomiiicn. Das Auto überholte indessen die Lokomotiven bei Balaci und sprengte vor ihnen die Gleise, so daß sie festsaßen.__ Vie Vernichtung öer Grsova-Divifton. Ei» Berickst des österreichischen K r i e g S p r e s s« 0 u a rt ie r 8 schildert die Verfolgung der abgeschnittenen rumämschen*um>ion durch die Brigade Szivo von Oriova Bi5 an de» Alt, wo pg, Reste der Rumänen. 8000 Mann mit 36 Geschützen ergaben: Nach der Einnahm« von Turn Severin wich der dem Obersten von Sztvo gegenüberstehende, au« Mn Haupt« krästen der ersten rumänischen �liston besteQende ycuid zunächst au den unteren Schyl zurück.®jwo, folgte ihm, nahm ihm zahlreiche Gefangene ob und dräng'- ihn schliehltch cm den unteren Alt. wo die Rumänen, Front gegen Westen �" Rücken zum Fluß und knapp an der Dona» stehend, den Kampf aufnahmen. Sie hatten sich dabei nach allen Seiten zu erwehren, denn ostlich deS Allstuyes. bei Tornu Magurelc. waren inzwilchcn am dem Nordufer der Donau österreichiich-nngarifche Stappentrnppen und bulgarische Pioniere au'aetaucht, und auä. die braven Donaumonitore gesellleii sich hinzu und ievtcn Mannichaüen an« Land. ES bueb de» Rumänen nichts anderes übrig, als sich auf freiem �elde zu ergeben. Die Gc- s a m t z a h l der don Sz!vo eingebrachten Gefangenen wird si-b— einer oberflächlichen Schätzung nach--- auf 1t 000 Mann stellen. Au Geschützen wurden mindestens 30 ctUüuFct. Der bulgarische Kriegsbericht. Srvfin, 7. Dezember. kW. 2. 35.) A in t l i ch c r D e- r i ch l. M a z e d v n i s ch e Fron t. In der Gegend von Mongstir iBitolia) Hot sich nichts von Bedeutung ereignet. Fiil Cernobogen von Zeit zu Zeit heftiges feindliches Artillerie- icucr. Tic bulgarischen und deutschen Truppen ivarfen den Feind, der ei bittert gegen unsere Stellungen östtich der Cerna onsliirntte, durch einen'starken Gegenongrisf zurück. Zahlreiche feindliche Lekchen liegen vor imseren Sicllungen. Wir nahmen 0 T siziere und 50 Mann gefangen. Auf beiden Seiten deS Wardar lebhafte Artillerietätigkeir. An der Front der Belasica Planina Ruhe. An der Struma heftiges Geschütz- und Geivchrfcucr. Ter Feind versuchte mehrmals, uns in der Nähe des Nordusers des TahinossceS anzugreifcn, er wurde aber durch Artilleriefeuer zerstreut. Unsere Artillerie schog in dieser Gegend ein feindliches Flugzeug ab. das vcrbrannle. Alt der Front am ÄegSischen Meer beschossen sechs Schiffe ohne Etgcbiiis unfere Sleüungeil in der 9l'ähe der Mündung der Struma. N u m ä n t f ch e F r o il t: In der Tobrudfcha Pa- trouillengefechte und schwaches Geschützfeucr. Ter Feind ist lebhaft mit Schanzen vor den Stellungen unseres linken Flügels beschäftigt. Unsere Soldaten begruben bis jetzt 758 feindliche Leichen. Die russische Artillerie eröffnete ein heftiges Feuer auf unsere Soldaten, welche getötete russische Soldaten begruben. Ail der Donau bei DutralanGcwc'hr-, Maschinengewehr- und Geschützfencr. Bei Silistria Geschützscucr. In der Walachei nahineu die verbündeten Truppen Vnkarcst und Plorjti. Sic verfolgten die fliehenden rumänisch ruisischen Truppen, die in der Richtnilg östlich der Festung Bukarest znrückiveichen, welche keinen Widerstand leiswtr. Die feinölichen Heeresberichte. Französischer Bericht voni 7,. Dezember nachmittags. Den Franzoicii gelang ein Handstreich auf die deulÄei» Gräben östlich von Metzerai. Sic fübrten Gefangene zurück. Nichts WichligeS aus der übrigen Front zu mtldeir. Vom 7. Dezember a b e n d S. Slustcr ziemlich Icbbaftein Ar- tilleriekampf auf dein lülkt» Dtaaeufer in der Gegend der Anhöhe 301 ist nicht» zir melden. O r i e n t a r in c c. Ttr Femd beschoh unfere Stellung in der lltggeaend voir tvionaslir. Bei einem neue» Gcgcnaugriss gcgcir die serbischen Stellungen ans den Abhängen nördlich von Solol gelang es dem Feinde nur, einen Teil der lürjlich crvberieii Höhe lvieder« zugewinnen. Südlich von SereS ist ein von Türken besetzter Graben durch englische Truppen gesäubert worden, die Gcjangene »lachten. Belgischer Bericht. Bon der belgischeu Front ist nichi» zu melden. Englischrr Bericht von, 7. Dezember abends. Heute Beider» scüigcs brlrächllicheo Gcschiitzseucr in der Aachbarichaft des Höhen» rüctenö von Tbicpval. Sonst ist außer der gewöhnlichen Kamps» räligkeil der Grabcngeschiitze nichls zu melden. Griechenlanö soll verhungern! Tie„Schützer der Kleinen" zeigen ihr wahres Gesillsf. Weil Griechenland sich fträubic, für die Entente das Schicksal Serbiens und Rumäniens zu erleiden, wird es von dieser ziiin gualvollcn Hungertode verurteilt. Erst hatte mau es mit Geivaltmitteln versucht. Demütigung auf Deinütigung hatten die edcln Freunde der schwachen Nationen dem kleinen Lande auferlegt: Die Räumung &y der sich die Näiinuiiig einer immer weiter gesteckten i Zone" anschlost, AnSlieferung der Eisenbahnen, ö..fl'e, Telegraphen: schließlich die militärische Be- setzung Athens. Als nun auch noch die Forderung der Entwaffnung der Landarmce hiiiznkain, erfolgte die un- vermcidliche Erplosion: das griechische Volk erhob sich gegen die hochmütigen Uliterdrücker und verjagte sie aus Athen. Militärische Rache zic nehmen, fühlt sich die Entente trotz aller großen Worte zu schwach. Aber sie hat ein Probates Mittel: sie blockiert Griechenland! Amtlich wird aus Genf nachstehender Wortlaut der Er- klärung betresiend die Berhängung der Blockade über Griechen- land veröffentlicht: Die Regiermig der französischen Repuilik»er- hängt im Einvernehme» mit ihren Alliierte» die Blockade über Griechenland und gibt hierdurch die Bedingungen bekannt, unter welchen sie ausgeübt werden wird; die Blockade wird vom 8. Dezember, 8 Uhr mergens. als effelti» erklärt. Sie erstreckt sich auf die griechischen Küsten mit Einschluß der Inseln Enboea, ZakqnthvS nnd Levka»»,n dem im 39 Grad SO Minuten nördlicher Breite von Greenwich und SO Grad SO Minuten östlicher Länge gelegenen Punkte bis z» dem i-i 39 Grad dO Minuten nördlicher Breite«nd SS Grad SO Minntrn östlicher Länge gelegenen Punkte sowie auf die gegenwärtig unter der Abhängigkeit oder Besitznahme der königlich griechischen Be» Hörde» befindliche» Inseln. Schiffe dritter Mächte, die sich in den blockierten Häfen befinden, tonnen bis zum 10. Dezember 8 Uhr morgens frei nnSlaufen. Dem Obrrbesehlshaber der die Blockade vollziehenden Seestreitkräfte wurde die Weisung erteilt, de» ort- lich?» Behörden diese Erklärung zur Kenntnis zu bringen. Griechenland ist ein getmdeanneS GcbirgSland, das ohne au-Mvaltige Zufuhren nicht leben kann. ES ist jetzt von der Entente in den Hungertunn gesperrt, und alS Kerker- Meister ist daS„freie republikanische" Frankreich von der Entente eingesetzt worden, in dessen Ministerium S e m b a t. Ö ucs de und Thomas sitzen. Die„Berner Tagwacht" kann jetzt an diese noch ganz andere Fragen stellen. alS wir sie gestern veröffentlichten. "Wir fragen nur: Wollen diese Männer noch im Ernst »nd ohne Erröten über Belgien EntrüstnngSrcden halten, die diesen schamlosen Gewaltakt mitmachen, schamloser alS ihn je die Weltgeschichte sah V!__ Auszug aus Althen. 8. Dezember. stA. T. B.).Corriere della Sera" meldet aus Athen: Gestern ftüh schifften sich weitere Mitglieder der eng. stschen und französiichen Kolonie ein. � Aon der französischen Kesandlsctmst, die nicht mehr von französischen Mairosen sondern von 9n t-j J f 4 i: n Soldaten überwacht wird, ist gestern daS gesamte Bepack des diplonratischr,, und konsularistben Personals Serbiens nach Sem P'iräus weggeschafft worden. Am Milwochabend sind die lehlen lranzvflfchen Malroien von der den Piläu« bthellschenden Hvhe zurückgezogen worden. vertrauen für Drianü. Genf, 7. Dezember. Nachdem die französische Kammer die Gkhsinisitznngeii beendet hatte, nahm sie die öffentliche Sitzung wieder mst. D e s ch a n e l verlas nennzebn Tagesordnungen.— A r i a n d erklärte, nach de» langen TrÄrteiuiigeii, die der Kammer crinög- lichten, sich ein Urteil zu bilden, werde die Regierung nur dre Tagesordlünig Wadand-Lacroze kkunehinen, die von den Negierrnsgs- erklärinigcn über die llkeorganifieruilg des Sberbefehls sowie über die Tätigkeit der Regierung hinstchilich des Krieges Kenntnis nehme. Diese Tagesordnnng drücke liar das Berlraucn zur Regierung auS, dessen sie nach den Debaticir bedürfe, nur ihre Aufgabe mit der nöligcn Auloritäl zu erfüllen. Aach der Erklärung Briands äußer- ren mehrere Abgeordnete ihre Ansicht.— Ehaumet kriusierte die Mastnahmeir der Negiernng, deren Mangel an LLeitblick vor allenr die lliriernchnrnng inr Orient lähmt. Wir sind, sagte er, in Athen in einer Lage, die znni mindesteii unser Prestige nicht erhöh!. — B r i a ir d erwiderte, de.» Prestige Frankreich» sei erhaben über eine solche Anffasiung.—(i 6 a» m c t ichlotz, indem er an die Per- pflichlungen eriiincric, die da» Mnislerium nicht eingehalten habe. — Auch Co mpbre- Morel tadelte die Negierung, M i l l e r a n d iurd Li c n a u d e l erliärten, sie würden s ü r das Kabinest stimme». Die Kammer lehnie sodann mit 895 gegen 1l7 Stimmen die Tagesordnung Tardien ab, die der Regierung das Vcr- trauen versagt, und nahm im Anschluß an die Erörterung der verschiedenen Interpellationen in den Geheimsitzungen in öffentlicher Sitzung mit 314 gegen 160 Stimmen die Tages- ordnung an, die der Regierung das Vertrauen ausspricht. Genf, 8. Dczcnlbcr.(23. T. B.) Die von der sranzö- fischen Kammer angenommene Tagesordnung lautet:„Die Kammer nimnlt die Erklärungen der Negiernng über die Um- gesialtung der Armeclcitung zur Kenntnis, sie billigt ihren Entschluß, die allgemeine Führung des Krieges und die Wirt- schaftliche Organisierung deS Landes unter einer verengerten Leitung straffer zusammenzufassen und geht im Vertrauen darauf, daß die Regierung im Einvernehmen mit den Alliierten die als unerläßlich erkannten Opfer und Anstrengungen voll- bringen werde, zur Tagesordnung über." Englische Entschulöigung vor Norwegen. (W. T. SM Kristiania, 7. Dezember. lMeldmig von Norsk Tele- grambüro.) In Beantworiung der knrzlichen Mitieilnng der norwegischen Gejandtschasr in London an das englische Ministeriutir des Aeutzern. daß die noiwegiiche Negiernng nach den angestellten Untersuchungen leinen Zweikel hege, daß durch die Beschießung des Schiffes„Prnnelle" eine Verletzung des norwegischen Sccgcbiets geschehen sei, erwiderte das englische Ministeriuin des Aeußern, das von der norwegischen Regierung Lb-rsandtc Beweismaterial sei geeignet, Zweifel hinfichilich der Genauigkeit der Berechnungen des II-BootS zu erwecken. Es irscheine deshalb möglich, daß der Kommandanl des I7-Doots trotz der getroffenen Vorsichtsmaßregeln und obgleich ein Versäumnis nicht eingeräumt Ivcrdeu töiure, verschemlicki und ohne eigenes Missen norwegisches Seegebiet verletzt habe. Unter diesen Umständen spreche die eng- tische Regierung ihr Bedauern über den Vorfall aus und wiederhole die von ihr schon früher abgegebene Versicherung, daß es ihr Wunich sei. dag die britischen Schisse die Gerechtsame Norwegens gewissenhaft achieteu. Ein portugiesisches /lfrikafort erobert. Bern. 7. Dezember.(28. T. B.)„TsinpS" inelbct aus Lissabon: Ter Ministerpräsident teilte der Kainmer mit, daß über zweitausend deutsche sowie schwarze Truppen das Fort Nowala mit Geschützen verschiedenc» Kalibers und zahlreichen Maschinengewehren angegriffen hätten. Nach zwölfstündigcin Kampf sei eS der Hilfskolomie nicht gelungen, die Verbindung mit Nowala wieder herziistelle». In der Nacht aus den 28. November hätten sich die portugiesischen Truppen nach harinäckigeur harte», Kampf zirrückgezogen. tzolt ein BmerikapanZec TarnoWski! Nrw Kork, 28. Novrnrbir.(W. T.?. Funkspruch. Verspätet ciugetroffeu.) Eüglands Weigerung. Graf Tarnorvsli freies Gc- lcit zu gewähren, erregte da» größte Erstaunen. Selbst die stramm cuglandsreundliche„New Uork Times" nennt die Weigerung u n- klug und sagt, es sei entschieden unangenehm, wenn die Führung der amerikanischen auswärtigen Angelegenheiten von irgendeiner anderen als der amerikanischen Regierung zensiert werde. Ein Versuch, dies gerade jetzt zu tun. sei besonder? un- angebracht.„New Uork World" nennt die englische Weigerung einen weiteren englischen U n s i n n. Eine Washingtoner Meldung be» Hcarstschen Nachrichtendienstes besagt, es sei vom Staatsdepartement angeregt worden, daß, im Falle die Alliierten auf dem Wege, den England gewiesen habe, beständen, eS nötig sein könnte, a me- r r k a n i s ch e Kriegsschiffe nach Europa zu senden, um den Gesandten und sein Personal hierher zu bringen. Uncle Sam hütet few Gelö. New Jork, 28. November.(W. T.?. Funkspruch. Verspätet eingetroffen.) Englands Absicht, ungedeckte Anleihen in Amerika unterzubringen, hat durch die Warnung des Bundesamts für Reserven einen tödlichen Schlag erlitten. Das Amt erklärte, es halte es für seine Pflicht, die Banken davon zu verständigen, daß cö eine Festlegung von Kapital in ausländischen Wertpapieren mit langer oder verlängerbarer Frist zur jetzigen Zeit als nicht im Interesse des Landes gelegen betracbte. Im Hinblick auf die An- strengungcn einzelner Danken, den Kans von Anleihcpapieren da- durch zu ermutigen, daß sie auf die Notwendigkeit hinweisen, den starken Gollzuftuß einzudämmen, ist eine Stelle in dem Scbrist- stück dcS Neservcamis interessant, in der ausgeführt wird, daß es einen weiteren starken Goldzufluß nicht als eine Quelle von Gefahr und Beunruhigung ansehe. „Mrlwalltce Free Preß" sagt in einem Leitartikel, es sei dieS das erste schwerwiegende Eingeständnis einer wichtigen staat- liehen Körperfchast, daß die S cr ch e d e r Ä k l i i e r t e n u n d E n g- l a n d s s ck l e» t e Aussichten habe insofern, als der britische Kredit im ganzen Reiche wanke. Der Seekrieg. Zeh« Schiffe pro Tust. Ein englisches Entweder-Oder. London, 4. Dezember.(W. T. B.)„Daily Mail" bringt einen Artikel, Her die Ueberschrift trägt„Zehn Schiffe pro Tag.— T i e H-Bootsblockad c". Ter Artikel beginnt: Heute erschienen in unseren Spalten die Rainen von 1b schiffen als die Opfer der deutschen U-Bootsblockadc. Sonnabend waren es 7, Freitag Ist, Tonnerstag 7 und Miit- woch t2. Tie Deutschen nähern sich also dem Durchschnitt von Ist Schissen pro Tag, wenn sie ihn nicht schon erreicht haben, denn vermutlich sind noch nicht die Namen von allen versenkten Schissen bekannt geworden. Der sortgcsekte Verlust von tst Schissen pro Tag darf nicht geduldet werden. Von den verhältnismäßig r"...... Bedingungen des vorigen Jo.hres, wo dank unserer guten Verteidigung durchschnittlich nur e i n britisches Saun täglich verloren ging, sind wir in die h o ch st unbefriedigende gegenwärtige Lage gekommen. Tie U-Bootsgcfalrr b c d r o h t d i c w a h r e n Wurzel u nnscrcs nationalen Lebens, sie muß überwunden werden, oder sie kann uns überwinden. ♦ Ein cnglischcr Uebergriff gegen Dänemark. Kspenhageii, 8. Dezember. Die AufbriirgNttg de? dänischen RegierungSschiffeS„G o d t b a o b" auf der Heimreise von Grönland und die Bcschlagmibme seiner Ladung durch die Engländer bat in allen Kreisen das größte Aussehen erregt. Die Blätter allrr Richtungen besprechen den Fall, nennen ihn einen Ilcbcrgriff und legen energisch gegen die Verletzung der Siechte der neutralen Staaten durch die Engländer Verwahrung ein.„Socialdemo- kratcn" sagt u. a.: In normalen Zeiten nennt man das, was geschehen ist, einfach Seeräub ereil « Norwegens Donuenverlust im November. Kristiania, 7. D«» zcmber.(W. T. B.> Meldung von NorSle TelegrammSunau.) Eine Ausstellung des HandelsdepariemeniS zeigt, daß die iiorwegische Hnndelsfloit« im November einen Verlust von neunzehn Schiffen mit 32 993 Tonnen halte. Ein erfolgreicher v-Vootsührcr. Nach dem„Lok.-Anz." hat das H-Boot des Obcrleutnanis zur See Steinbrinck auf seiner letzten Fahrt 22 Fabrzenge mit insgesamt H 005 Tonnen versenkt, darunter l l nach Frankreich und Italien bestimmte Kohlendampfer. DaS Boot ist wohlbehallen zurückgekehrt. Versenkt. London. 7. Dezember.(9S.T. V.)„Lloyds" meldet. daß der dänische Dampfer, N e x o s" und der spanische Dampfer„Julian V c ir i t o" verscistt wurde». Die Besatzmrgeir wurden gerettet.— Ferner werden als versenkt gemeldct: Tie en g lisch eil Fiicherestabrzeuge„N. 250" und„R. 21" sowie daS f r a n z ö s i s cki e Fischereifahrzeug„Hcndrick" und der f r a n- z ö s i s ch e Segler„ A u g u st e e t M a r i e".—„Morgenbladct" teilt mit, daß der ichtvedisch« Dampfer„Orvaz" von Gueteborg vor- inittag« mit der Besatzung deS Dampfers„Stettin" von der norden- sieldischen DanipsschiffahrtSgescllichasr in Agernsund eingelaufen sei. Die„Slettru" sei von einem deutschen II-Boot 43 Seemeilen von der Küste versenkt worden. Sie halte Bergen am 5. Dezember mit einer Konserveuladnug verlasicn. Die Mannschaft wurde von dein LT. Vaet ausgenommen, das sie später an Bord des schtvedi'cheii DamprcrS brachte. Die„Stettin" faßte 412 Tonnen und war 1873 gebaut.___ Kleine Kriegsnachrichten. Schwedens verschärfte Schiffahrtskontrolle. Laut Stockholms „Tidningeu" wird die schwedische Regierung demnächst eine m schärfte Kontrolle über den Schiffahrtsverkehr von nnd na ch dem Ausland einführen. Durch die neue Verordnung soll be- stimmt werden, daß ein Schiff, welches in einem schwedischen Hafen eine Ladung aufnimmt, von niemand ohne Erlaubnis des Kommandanten und der Zollbehörden betreten werden darf. Ferner muß auf jedem Fahrzeug, bevor c» den Hafen verläßt, eine genaue Zolluuterfuchung stattfinden, damit die Ausfuhr von unter Au»- fuhrverbot stehenden Waren verhindert wird. Aculeupeft in Marseille! Das in Barcelona(Spanien) cr- scheinende Blatt„Tiempo" fordert Maßnahmen gegen die Ein- schleppung der Veulenpest an» Marseille. Gestiegener rngkischcr Ausiriihmidcl. London, 7. Dezember. Nach dem amtlichen Handelsausweis belicf sich die Einfuhr im November dieses Jahres auf 88 922 QOö Pfd. Sterl. was gegen den gleiche» Monat des Vorjahres eine Zunahme um 17800232 Pfd. Sterl. bedeutet. Die Aussubr betrug in dein genannten Monat 42 488 224 Pfd. Sterl. und stellte sich gegen da« Vorjahr lim S 849 088 Pfd. S terl. höher.— Die Meldung steht in auffälligem Kontrast zu den zahlreichen englischen Klagen über vcr- schürfte Wirkungen des il-Booikreuzerkrieges, ist also mit Lorsicht zu genießen.__ Letzte Nachrichten. Linieuschiff„Snffren" verloren! Paris, 8. November.(W. T. B.) Das Marineministcrium gibt bekannt: Das Linienschiff„Suffren"(12780 Tonnen), das am 24. November„ach dem Orient abgegangen war, ist nicht angekoulmcu. Es wird für verloren gehalten. Die Be- satzung des„Suffren" betrug 18 Offiziere, 7(M) Mann. „Suffren war ein älteres Linienschiff aus dem Jahre 1809, bestückt mit vier 30, ö Zentimeter, zehn 16,4 Zentimeter, acht 10 Zentimeter, sowie 22 kleinkal-ibrige» Kanonen. Seine Gc- schwindigkeit betrug 18 Kuoten. Tie Bewaffnung der englischen Handelsschiffe. Basel, 8. Dezember.(T. II.) Havas meldet aus London: Laut„Dailt, Mail" wird im Bureau des Llohd in London erklärt, die Bewaffnung der Handelsschiffe sei nun bcschloffene Sache. Erfolge des U-Boot-Kreuzerkrieges. London, 6. Dezember.(W. T. B.)„Lloyds" meldet: Ter belgische Dampfer„Keltier" und der norwegische Dampfer„Meteor" wurden versenkt. Der Dampfer„Rind- j t» n i" wurde am 8. Dezember versenkt. Sämtliche Besatzungen wurden gerettet. Der durch Verleihung des Ordens pour le mörite kürzlich ausgezeichnete Kapitänleutnaut Steinbrink bat auf der Ictzien Fahrt mit seinem ll-Boot zweiundzwanzig Fahrzeuge mit 1t 005 Tonnen innerhalb elf Tagen versenkt. Von den versenkten Schis- fen waren eis nrit Kohle beladen und nach Frankreich und Italien bestimmt. Am 6. November ist übrigens die Höchstzahl der an einem Tage versenkten Schiffe.mit achtunddrcitzig erreicht worden. Erzwungener Thronwechsel in Griechenland? Frankfurt a. M., 7. Dezember. Wie der Berichterstatter der„Frankfurter Zeitung" in K o n st a n t i n o p e l erfährt, sollen sich die Ententestaaten endgültig geeinigt haben, falls sich ein Thronwechsel in Griechenland nach ihrer Anschauung notwendig erweise, den ältesten Sohn des Prinzen Georg von Griechenland. Petras, zum König ansz,-rufen. Da Prinz Petros erst in- nennten Jahre stehe, sei Venizelos während der Minderjährigkeit als Regent anzusehen. Prinz Georg, mit einer Tochter Roland Bonapartcs verheiratet, weilt seit längerer Zeit unfreiwillig in Paris. Seine Anwesenheit iu Athen galt als nicht erwünscht, Gewerkschaftliches. Berufliche Fürsorge im Malcrgewerbe. Tie Not dcr Kriegsncit sübrie die Orqaiiis.-.iioncii dc-Z Malcr-, Lacll-rcr- und Anstreichergewerbes schon mehrsach ,ur Erledigung geincinsomer Aufgaben �usainincn: im Zcpieniber 1l>:U nn Alaü» nahmen gegen die ArbeiiZlosigkeit, später gur Festsetzung einer all- gemeinen Teuerungszulage und bestimmter Nichtttnien über die Unter. bringung und Entlohnung der Kriegsbeschädigten m a. m. JndeS bedrohen die wirtschaftlichen Folgen dcS Krieges das Malergeiverbe an- dauernd stark. Denn eS hat keinen Anteil an KriegSanfträqen: es leidet ferner als Luxus- und Bau-Nebengclverbe durch den durch Einfnhrschwierigkeilcn und Beichlagnahmungcn hervorgerufenen Mangel und die erhebliche Verteuerung seiner ivichtigen ProdukiionS- stoffe, unter Anstreichverboten usw.— Dazu kourint. dag schon vor den, Kriege die geringe Bautätigkeit und die ans grögte Einfachheil eingestellte Moderichlnng in der Dekoralionsinalerei den Wirkungs- kreis des Malergewerbes seit Jahren stark einschränkten. Das drückte nicht nur die Existenzverhällnisje der GeSilse» und die Widerstandsfähigkeit vieler Ilmecnehmer gegen PreiSunierbietungen herab, sondern schränkte den Zuzug des gewerblichen Nachwuchses ein und gefährdete so die wirtschaftliche, sachliche und technische LeisiungS fähigkcit des Gewerbes. Nach dem Kriege, und wenn die Materialschwierigkeiten nicht mehr bestehen, darf ans eine günstige Gescbäftstärigkcir gerechnet werden. Dcr dann zu befürchtende starke Mangel an genügend brauchbaren Arbeitskräften, verursacht durch die persönlichen Lpfer dcS Kriegsdienstes, durch starke Abwanderungen in Lackiercreicn und andere Industrien und Geiverbe, durch den Lchrlingsrückgang usw. wird nach Meinung aller Kenner der Verhältnisse zu einer wahr- scheinlich recht ungesunde Verhältnisse hervorbringenden GelchästS- Periode führen, wenn nicht der ordnende Einflnst der Berufs- organisationen rechtzeitig einsetzt, um die Vorbedingungen für eine nmfassende GeschäslSperiode und für daraus hervorgehende günstigere Existenzverhältnisse aller Beteiligten zu schaffen. Hiervon ausgehend, ersuchte dcr Vorstand dcS Verbandes der Maler die Unternehmerorganisationen des Malergewerbes, zu der drohenden, ernsten Situation und den sich daraus ergebenden Auf- gaben, unbeschadet aller sonstigen Jnteressennnterschicde, Stellung zu nehmen und in einer gemeinsamen Konferenz Nicht- linien für die zukünftige Tätigkeit festzusetzen. Diesem Vorgehen schloffen sich auch die anderen Gehilfenorgani- sationen an. Nach längeren Beratungen fand denn auch am 23. und 33. No- bember in Berlin eine Konferenz zwischen Vertretern der Gehilfen- organisationen und des UnternchmerverbandeS statt. Aull, der Bund dcr Dekorationsmaler war vertreten, während dcr Westdeutsche Malermeistcrverband eine Vertretung ablehnte. Diese setzte nach sehr eingehenden, überaus sachlichen und vom Ernst der Zeit getragenen Verhandlungei, für die gemeinsame Tätigkeit Richtlinien fest, nach denen die Arbeitgeber- und Gehilfenorgani- sationen deS Malergewerbes sich verpflichten, durchzuführen: 1. Die Sicherung und Ausbildung eines körperlich und beruflich leistungsfähigen gewerblichen Nachwuchses. 2. Die. Hebung der fachlichen Leistungsfähigkeit der Lehrlinge und Gehilfen im Malergeiverbe. 3. Die Förderung des Bedürfnisses nach gediegener Arbeit und größeren kunstgewerblichen Ansprüchen an das Malergewerbe durch allgemeine Aufklärung der Oeffemlichkeit, der Behörden und der Hauskundschaft, durch Wecknng einer Geschmacksbildung, die eine stärkere Betätigung des MalergcwerbcS auslösen kann. 4. Rechtzeitiges Wirken bei den zuständigen Behörden und in Betracht kommenden Fabrikanten und Händlerkreisen für die Be- schaffung der erforderlichen Rohstoffe durch Aufhebung von Beschlag- nahmen und genügende Einfuhr. S. Die Föiderung des Wiederauflebens der Geschäftstätigkeit und die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit nach Kriegsabschluß durch planmäßiges und rechtzeitiges Wirken bei den in Betracht kommenden Architekten, der Hauskundschaft usw. S. Die planmäßige Verteilung dcr. vorliegenden Arbeiten auf alle Zeiten des Jahres. 7. Beschaffung etwa notwendiger Arbeitskräfte und deren Ver- teilung auf die verschiedenen Teile des Reichs unter Berücksichtigung der Verhältnisse im Ausland. 8. Ausbau und Verallgemeinerung einer geregelten Arbeits- vermittelung durch Förderung unparteiisch tätiger Nachweise. 9. Bekämpfung der Preisunterbietung und Förderung einer Preisgestaltung, die den Meistern und Gehilfen eine angemessene Lebenshaltung sichert. Zur Durchführung der vorsiehendeu Vereinbarungen erklären die beteiligten Meister- und Gehilsenvcrbände eS für eine zloingeilde Pflicht, daß jeder Meister und Gehilse einem dieser Verbände als Mitglied angehört. Diese Richtlinien, die im einzelnen»och näher begründet sind und zu denen noch besondere Ausführungsbestimmungen vereinbart werden sollen, unterliegen noch der Bestätigung dcr örtlichen Arbeit- gcberorganisaiionen. Ihre Ausführung wurde den beiderseitigen Verbandsvorsitzenden ubertragen, denen bei besonderen Anlässen eine Kommission von je drei Personen beigegeben iit. Es ist zu hoffen, daß diese vom Willen einer planmäßigen Organisations- arbeit getragenen Vereinbarungen Arbeitern und Unternehmern dieses Gewerbes im Laufe der Zeit wesentliche Vorteile bringen. -chuh- Die Erhöhung dcr Teuerungszulagen in der industric heschäftigie am Donnerstag abermals eine Versammlung der in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, nachdem die letzte Versammlung das Angebot des Fabrikanienverbandes als zu gering abgelehnt haite. Auf Grund des Beschlusses der letzten Versa», mlung hat inzwifcheii, ivie Hammacher berichtete, die OrtSverioaltung beim Fabrikanten- verband neue Verhandlungen nachgeinchl. iintcc Zugrundelegung der Forderung, die Teuerungszulagen ans 25 Proz. zu erhöhen. Die Antwort dcS FabrilantenverbaudeS bedeutet eins aber- malige Ablehnung dieser Forderung. Zwar ist er für eine Er- böhung der Teuerungszulagen zu haben, ccllätt es jetzt aber für das beste, daß sich darüber die einzelnen Fabrikanten mir den Arbeiieransschüssen einigen. Der Fnbrikantenverband will die ein- zelnen Fabrikanten dazu anweisen. Wo im Einzelfalle eine Einigung nicht möglich ist, ist ihm die Mitarbeit der Drtsverwaltung an- genehm. Tie Versammlung beschloß, daß die vorgeschlagenen Einzel- v e r h a n d l u n gen mit den Fabrikanten abzulehnen seien und daß es zu verbleiben habe beim Verhandeln von Organisation zu Organisation. Demgemäß wurde weiter beschlossen, im Sinne der Slclluiignahme einer Vertrauensmännerversammlung dem Fabrikanlenverbande jetzt solaenden Antrag zu unterbreiten: Die Teuernngsziilage wird festgesetzt für Arbeiter und Arbeite- rinnen bis zu 21 Jahren auf wöchentlich 3 M.: für ledige und ver- beirateie Arbeiter und Arbeiterinnen über 21 Jakren bis zu einem Wochenverdienst von 27 M. ans 5 M., bei einem Wochenverdienst von über 27 M. bis zu 3ö M. auf 4,ü0 M.. bei einem Wochen- verdienst von über 36 M. auf 4 M. wöchentlich. Für jedes erwerbs- lose Kind wird ein Zuschlag von einer Mark wöchentlich gezahlt. Diese Teuernngszulageil sollen gezahlt werden zuzüglich der jetzt ge- zahlten Beträge. Es ivird erwartet, daß auf Grund dieser Vorschläge der Fabri- kantenverband anfS neue mit der Ortsverwaltung des Schuhmacher- Verbandes verhandelt. lieber die Stellungnahme zur bevorstehenden Aufhebung� der B u n d e s r a t s v e r o r d n u n g über die Beschränkung der Arbeitszeit in dcr Schuh- i n d u st r i e teilte Hammacher mit. daß die Aushebung der Bundesratsvcrordnnng binnen kurzem, sicher aber zum 1. Januar, bevorstehe. Auf Verlangen der Organisation sind von der Leder- kontrollslclle unter Mitwirkung von Veriretern des Reichs U e b e r- g a n g s b c st i m m u n g e n beschlossen worden. Durch diese Be- stiinmungen ist Vorsorge getroffen, daß der einzelne Unternehmer fafart bei Aushebung der ArbcitSzeitbcschränkung die überschüssigen ArbeilSkräsle entlassen darf. Er muß, wenn er Entlassungen vornehmen toill, dies den Arbeitern vorher mitteilen, und wenn eS diesen Arbeitern nicht gelingt, selbst andere Arbeit zu erhallen, muß er dem zuständigen Generalkoinmando eine Liste dieser Arbeiter einreichen mit dem Ersuchen, zu veranlassen, daß diesen Arbeitern Arbeit ich einer Firma, die HeercSaufträge herstellt, zugewiesen wird. Erst nachdem 14 Tage seit Einreichung dieser Liste verstrichen sind, darf der Unternehmer dem betreffenden Arbeiter kündigen. Die Kündigungsfrist muß, wenn nicht eine längere Kündigungsfrist vereinbart ist, mindestens 8 Tage betragen.— Durch'diese Be- stiinmungen gewincht der Arbeiter wenigstens einigermaßen Zeit, sich aus die neuen Verhältnisse einzurichten. Hammacher führte noch weiter aus: Damit, daß die Bundesratsverordnung ausgehoben wird, sei nun nicht gesagt, daß automatisch die frühere lange Arbeilszeit wieder eintreten muß. Die Er- fahrungen unter der Bundesratsverordnung mit ihrer 43slündigc!, ivöcheiillichen Arbeitszeit hätten bewiesen, daß in b Tagen bei achtstündiger Arbeilszeit dasselbe geleistet wurde, wie früher bei neunstündiger Arbeilszeit. Ein diesen Erfahrungen entsprechender Antrag bei der Fabrikantenvereinigung würde sich empfehlen. Im Anschluß an diese Ausfübrungen beschloß die Versammlung, daß kurz vor Aushebung der Buildesratöverordnung beim Fabrikanten- verband beantragt werden soll, entweder für alle Wochentage eine achtstündige� Arbeitszeit sesizulege», oder aber für fünf Wochentage eine Ll/g ständige Arbeitszeit mit der Maßgabe, daß dann am Sonnabend als dem sechsten Wochentage nur ö'/j Stunden gearbeitet wird. Mutti ist krank! Ein ständiger Gast vor der Schlichtungskommifsion dcr Schneider ist Frau Sudermann. Im letzten Termin klagte eine ganze Anzahl Frauen teils gegen Frau Sudermann direkt und teils im Regreßwege. Frau Sudermann hat für das Bckleidungsamt Spandau größere Posten Drell- und Köperhosen angefertigt und diese zum Teil an Zwischenmeister weitergegeben, zum Teil selbst durch Ar- beiterinnen herstellen lassen. Die Klägerinnen erheben Klage wegen nicht vorschriftsmäßiger Lohnzahlung. Im letzten Termin war Frau Sudermann nicht erschienen, und zwar, wie zunächst eine Zeugin erklärte, weil sie ihre kranke Tochter pflegen müsse. Nachdem der Termin beendet war, meldete sich die angeblich kranke Tochter und erklärte,„Mutti" könne nicht erscheinen, weil sie krank sei. Die als Zeugin vernommene Frau be- kündet, daß sie für Frau Sudermann in Reinickendorf die Arbeit ausgegeben und wieder in Empfang genommen habe. Frau Sudermann habe ibr für daö Stück 13 Pf. versprochen, sie fei ihr aber das Geld schuldig geblieben. Sie habe auch häufig von ihrem Gelde genommen, um den Arbeiterinnen den Lohn zahlen zu können. Außerdem habe es Frau Sudermann verstanden, ihr und ihrem Mann die gesamten Ersparnisse im Betrage von 3333 M. herauszulocken, die sie an einen Baumeister gegeben habe, der bereits tot sei. Infolge dieser Vorkommnisse sei ihr Mann an einem Gehirnleiden erkrankt. In einer Sache wurde Frau Sudermann verurteilt, 143,23 M. nachzuzahlen. In der anderen wurde eine Nachricht an das Ge- werbegcricht Charlottenburg beschlossen, und in dcr dritten Sache mußte Vertagung erfolgen, da die Sache noch nicht genügend ge- klärt war. Von den ganzen Vorgängen beschloß die Schlichlnngskom- Mission, dein Ovcrkommando in den Marken Kenntnis zu geben. In einem Falle klagte eine Anzahl Frauen gegen Frau B c ii i ck c, die ebenfalls nicht tarifmäßig bezahlt hatte. Da ihre Ansprüche aus dem Jahre 1915 stammten, so wurde ihnen von der Schlichtungskommission vorgehalten, daß sie sich viel früher hätten melden müssen. Im Vergleichswegc erhielt eine jede einen ge- ringen Betrag ausgezahlt. Jiitercssant ist folgender Streitfall. Es handelt sich um einen Schneider, der für eine größere Anzahl seiner Kollegen die Kragen für die Feldblusen anfertigte. Diese zahlten ihm den tarifmäßig vorgeschriebenen Lohn, und da er als Spezialist sehr gute Kragen machte, bekam er mit dcr Zeit eine so zahlreiche Kundschaft, daß er mehrere Arbeiterinnen beschäftigte. Je größer die Zahl der von ihm Beschäftigten war, um so weniger konnte er die vorge- schriebenen Löhne zahlen. Trotzdem hat er nnr einen äußerst ge» ringen Betrag für Betriebsunkosten und Spesen verwendet. Im letzten Termin wurde nun gegen ihn Klage erhoben auf Nachzahlung zu wenig gezahlter Löhne. Die SchlichtungS- kommission war nicht in dcr Lage, unter den erwähnten Umständen ein Urteil zu fällen, aber im Bergleichswege zahlte er dcr Klage- rin einen geringen Betrag nach. Weihnachtsunterstützung im Bätkcrverbande. Wie im Vorjahre, so zahlt der Bäckcrvccband auch in diesem Jabre wieder allen Frauen seiner zum Kriegsdienst eingezogenen Mitglieder, wenn das Mitglied bei seiner Einberuiung mindestens ein halbes Jahr dem Verbände angchörie, eine Weihnachlsunicr- stützung. Die Unicrftützung kommt am Dienstag, den 19., Milt- ivoch. den 23,, und Donnerstag, den 21. Dezember, zur Auszahlung und wird an diesen Tagen das Bureau auch nachmiitazs von 4 Uhr an geöffnet iein. Alles Nähere ist aus dem im„Vorwärts" bcfindliwen Inserat zu ersehen. Es wird um scbnelle und möglichst weiteste Verbreitung dieser Bekanntmachung ersucht, damit alle bezugsberechtigten Frauen in Kenntnis gesetzt werden. Nach dein 31. Dezember werden Weih- nachlsuiiterstützungen nicht mehr ausgezahlt. Soziales. Urlauber und Krankenversicherung. Nach Z 3 des Gesetzes betr. die Erballung von Anwartschaften auS dcr Krankenversicherung können Versichcrungsberechtigle, die ihre Mitgliedichasl verloren haben, weil sie während des gegen« Wärligen Krieges Kriegs-, SanitätS- und äbnlichc Dienste geleistet haben, ohne ihre Mitgliedschaft bei dcr Krankenkasse freiwillig fort- zusetzen, bei dieser binnen sechs Wochen nach ihrer Rückkehr in die Heimat wieder eintreten. Können Urlauber nun diese Rechtslage benutzen, um als freiwilliges Mitglied in die Krankenkasse wieder einzutreten? Da? ReichSvcrsicherungsamt hat kürzlich in einer Entscheidung diese Frage bejaht. Es hat dabei auSgeiühit, daß Rückkehr in die Heimat nicht gleichbedeutend sein könne mit der Entlassung aus dem Soldaten- stände, daß allerdings auch eine Rückkehr im Sinuc des Gesetzes nicht vorliege bei einem ganz vorübergehenden, von vornherein nur auf kurze Zeit berechneten Aufenthalt, z.B. aus dienstlichem Anlaß oder während eines kurzen Urlaubs. Wenn jedoch der Kriegsleilnehmer jür längere Zeit zurückkehre und so in der Lage sei, sein bürgerliches Leben wieder aufzunehmen, dann erwachse für ihn das Recht, sich als frei« williges Mitglied in der Krankenkasse aufnehmen zu lassen. Es kann sich dabei natürlich nur um die Fälle handeln, in denen der Urlauber die freie Zeit nicht dazu benutzt, erwerbstätig zu sein und dadurch so wie io wieder versicherungspflichtig zu werden, sondern um solche, in denen er entweder gar nicht oder doch nicht vcrsichernngSpflickitig erwerbs» tätig ist. Es kommt also immer auf den Einzelfall r; an. Das Reichsversicherungsamt ist in der Entscheidung von wohl- wollenden Erioägungen ausgegangen. Es jagt in derselben selbst. daß eS eine offenbar nicht beabsichtigte Härte fei, unter: der Rückkehr in die Heimat die endgültige Entlastung ans dem Soldatenstande verstehen zu wollen. Diese Entscheidung hat jedoch auch ihre Nach« teile, und zwar dann, wenn der aus dem Heeresdienst Enilasiene, vielleicht weil er sich nicht arbeitsfähig fühlt und den Urlaub ledig« lich als Erholungsurlaub betrachicl, keine versicherungspflichtige Beschättigung wieder aufnimmt. Ihm kann dann später, wenn er endgültig aus dem Heeresdienst entlassen wird, gesagt werden. daß er i'chcm den Urlaub, den er früher gehabt bat, dazu hätte be- nutzen müssen, in die Krankenkasse wieder einzutreten, und daß nun, weil er von diesem Recht während de? Urlaubs keinen Gebrauch gemacht bat, die Berechtigung zum Wiedeieintritt als freiwilliges Mitglied überhaupt erloschen sei. Diese Konsequenzen muß die Enlicheidung nun nicht haben, das Reichsversicherungsanit kann sich später auch aus einen anderen Standpunkt stellen.� Aber zu Streitig- keilen kann diese Entscheidung sehr wohl Veranlassung geben. Damit soll nicht getagt sein, daß das Reichsversicherungsamt sie zu korrigieren kälte. Es empfiehlt sich vielmehr, alle Urlauber die für längere Zeit zurücklehren, um allen Eventualitäten aus dem Wege zu gehen, darauf hinzuweisen, den Urlaub dazu zu benutzen, in die Kaste einzutreten. Es liegt das ohnehin in ihrem Jnteresie, und aus alle Fälle sichern sie sich ihre Rechte sür die Zukunft. Es ist da« nni so mehr anzuraten, weil dann alich, nach dem Wieder« eintritt in das Heer, bei Erkrankungen oder Verwundungen der An« spruch an die Krankenkasse bestehr. Dabei ist allerdings Voraus- ietzmig. daß die Mitgliedschaft fortgesetzt wird, was stels anzuraten ist, oder daß die Erkrankung innerhalb drei Wochen einlriti. H. Esders& Dyckhoff BERLIN C. Rpl/l AiHlltl BERLIN C. Gertraudtenstr. 8-9 DCivICiUllll�öHttUo Gertraudtenstr. 8-9 PetriplaU■-----------------— Petriplatz Noch preiswertes Angebot in fertigen Winter-Ueberziehern Herren- und- Jünglings-Anzügen PelzsJoppen, Mäntel und Westen Zu Weihnachts-Bescherungen einen Posten solider KindersAnzüge. Damens Kleider und Mäntel. 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Die Begründung, die die preußische Regierung dem E n t- wurf eines Wohnungsgesetzes beigegeben hat, Aeichnct sich vor anderen amtlichen Veröffentlichungen durch die Freimütigkeit und Offenheit aus, in der das Vorhanden- sein einer Wohnungsnot anerkannt wird, einer Wohnungsnot, die sich nicht nur in dem Mangel an Kleinwohnungen, son- dern auch in den hohen Mietsprcisen und in der schlechten und gesundheitsschädlichen Beschaffenheit vieler Wohnungen äußert. Wer die Begründung liest, kann über die Notwendig- keit, einschneidende Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse zu ergreifen, nicht einen Augenblick im Zweifel sein. Wie bereits in den früheren Entwürfen wird auch jetzt wieder betont, daß ein erheblicher Teil der Bevölke- rung in Räumen wohnt, die aufS äußerste beschränkt und von denjenigen anderer Haushaltungen nicht in einer den An- fordcrungen des Familienlebens und der Hygiene entsprechen- den Weise getrennt sind. Die KleinSvohnungcn sind vielfach nach Lage oder baulicher Beschaffenheit unbefriedigend, zum Teil in gesundheitlicher Beziehung zum dauernden Auf- enthalt von Menschen überhaupt nicht geeignet. Dazu kommt eine starke u e b e r f ü l l u n g der Wohnungen, in denen vielfach in iveitgehendcm Maße noch Fremde, nicht zur Familie gehörige Personen untergebracht waren, so daß weder den Rücksichten der Gesundheit und der Sittlichkeit, noch den Erfordernissen der Aufrechterhaltung des Familienlebens aus- reichend Rechnung getragen ist. Zugleich zeigt die Zahl der jeweilig leerstehenden Klein- Wohnungen, von denen ein gewisses Mindestmaß wenigstens in größeren Gemeinden zur regelrechten Befriedigung des Wohnungsbedürfnisscs und zur Verhütung von Wohnungs- niangcl erfahrungsgemäß erforderlich ist, in vielen Orlen oft längere Zeit hindurch oder in häufigerer Wiederkehr ein Sinken unter dieses Mindestmaß, und die Mietpreise stehen in zahlreichen Fällen nicht im Verhältnis zu dem Einkommen der lohnarbcitcnden Bevölkcrungskreisc. Worauf sind diese Mißstände, die namentlich in den letzten Jahren vor dem Kriege kraß in Erscheinung traten, zurück- zuführen'4 Einmal darauf, daß in denjenigen Gemeinden, in welchen die Bevölkerung fortgesetzt wächst, die Herstellung kleiner gesunder Wohnungen wenn nicht dauernd, so doch in gewisser Wiederkehr längere Zeit hindurch hinter der Bevölkerungszunahme zurückbleibt, während zugleich ältere Häuser beseitigt werden, in denen bisher niinderbemittelte Familien zu angemessenen Mietpreisen ein leidliches Unterkommen fanden. Sodann darauf, daß infolge einer ungesunden Boden- und Häuserspckulation die Mietpreise zu unverhältnismäßiger Höhe getrieben werden. Die auf Kleinwohnungen angewiesenen Bcvölkerungskreise sind daher genötigt, bei der Befriedigung des Wohnungs- ' Bedürfnisses auf das denkbar bescheidenste Maß hinabzugehen -na oder auch fremde Personen als Abmieter, Einlieger oder S ch l a f g ä n g e r bei sich aufzunehmen. Der Mangel einer ausreichenden Zahl gesunder und preiswerter Wohnungen erschwert zugleich das im gesundheitlichen Jntcr- esse vielfach dringend gebotene Einschreiten gegen die aus früheren Zeiten überkommenen Wohnungen und gegen die zunehmende Unterbringung von Menschen in Räumen, die zu dauerndem Aufenthalt ursprünglich nicht bestimmt und auch bisher nicht benutzt worden sind. Weiter hat an vielen Orten, und zwar nicht nur in den größeren Städten und ihrer Umgebung, sondern zum-Teil bereits auch in den Jndustriedörfern, Haupt- sächlich auch der Umstand die Wohnungsverhältnisse ungünstig beeinflußt, daß immer mehr über das durch den Stand der Bodenpreise gerechtfertigte Maß hinaus Wohnhäuser mit 4 und mehr Stockwerken errichtet worden sind. Uns Sozialdemokraten ist damit ebensowenig etwas Neues gesagt, wie denjenigen unter den bürgerlichen Sozial- Politikern, die sich wirklich ernsthaft um die Verbesserung der Wohnungsverhältnisse bemüht haben. Wir haben von jeher auf die Mißstände der Mietskaserne hingewiesen, die nicht nur eine gesundheitliche Gefahr für die Arbeiterkreise bedeutet, sondern auch dadurch, daß sie die Bodcnpreise in die Höhe treibt und die Mieten steigert, die nnnderbemittelten Bevölkerungskreise finanziell schwer belastet. Es fragt sich nun, wie sich voraussichtlich die Verhältnisse nach dem K r i e gc gestalten werden. Die Ansichten hierüber gehen auch in unseren Kreisen auseinander. Aber alle Beob- achtungen scheinen denn doch dafür zu sprechen, daß ohne ein Eingreifen der Gesetzgebung eine Besserung nicht zu envarten ist, ja daß sich möglicherweise die Zustände auf dem Gebiet des Wohnungswesens sogar noch verschlechtern werden. Man darf nicht außer Acht lassen— auch in der Begründung des Gesetzentwurfs wird darauf hingewiesen—, daß bereits in den letzten Jahren vor Ausbruch deS Krieges die Herstellung von Wohnungen allgemein sehr erheblich nachgelassen und daß sie während des Krieges so gut wie völlig geruht hat. Dazu kommt, daß mehr und mehr Familien, denen das Oberhaupt durch den Krieg entrissen ist, in kleinere Wohnungen ab- wandern werden, und daß sich dadurch die Nachfrage nach kleinen Wohnungen noch weiter steigert. Nach der gleichen Richtung hin dürften sich die durch den Krieg hervorgerufenen Veränderungen des Zinsfußes geltend machen. Auch die aus dem Kriege zurückkehrenden Kriegsgetrauten werden in ihrer weit überlegenen Mehrzahl zur Begründung ihres Haushalts Kleinwohnungen suchen. Soweit sich die Verhältnisse zurzeit übersehen lassen, wird daher das Mißverhältnis zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Kleinwohnungen und der Mangel an solchen nach dem Kriege eher noch stärker als bisher fortdauern, und die Zustände werden anstatt besser schlimmer werden. Eine gesetzgeberische Aktion zur Beseitigung des Wohnungs- elcnds ist also dringend notwendig. Um so bedauerlicher ist es, daß der Regie rungscnt Wurf die Kon- seg Uenzen vermissen läßt und mit so kleinen Mitteln dem Wohnungseiend steuern will, denn zwischen der Begrün- dung der Vorlage und der in Aussicht genommenen gesetz- gebcrischcn Maßnahmen tut sich eine unüberbrückbare Kluft auf. Auf die Unzulänglichkeit der Bestimmungen über die Wohnungsordnungen und die Wohnungsaufsicht haben wir bereits hingewiesen. Tie Regierung erkennt selbst au. daß ein planmäßiges Einschreiten gegen die vorhandenen schlechten und überfüllten Wohnungen ein besonders wirksames Mittel sei, die Private Bauuntcrnchmung zu vermehrter Herstellung guter Kleinwoh- nungen zu veranlassen. Es heißt in den Motiven, daß. ab- gesehen davon, daß ein Vorgehen nach dieser Richtung sowohl im gesundheitlichen als auch namentlich im sittlichen und sozialen Interesse dringend geboten erscheint, der den vor- handenen guten Wohnungen heute durch die vielfach noch fast uneingeschränkte Ausnutzung der Gebäude zur Unterbringung von Menschen bereitete unlautere Wettbewerb einen wescnt- lichcn Grund für die Zurückhaltung der Bauunternehmimg bildet, eine ausreichende Zahl solcher Wohnungen herzu- stellen. Mit diesen Worten sind die überaus tastenden Versuche des Entwurfs nur schwer in Einklang zu bringen, denn ganz abgesehen von den Vorschriften über Wohnungsordnungen und Wohnungsaussicht fragt es sich sehr, ob die beabsichtigten Maßnahmen allein ausreichen, dem Mietskasernen- tum den Krieg zu erklären, oder ob es hierzu nicht noch anderer, weit mehr in das Privateigentum au Grund und Boden einschneidender Mittel bedarf. Dem Wucher in Grund und Boden, der die Boden preise und in weiterer Folge auch die Mietpreise in die Höhe treibt, wird durch den Entwurf nicht Einhalt geboten, die große Zahl der Mieter>vird den Bodenspekulanten auch weiter- hin ihren Zoll entrichten müssen. Daß die Regierung selbst am liebsten spekulative Zwecke beim Wohnungsbau ausgeschaltet sehen möchte, beweist die Anerkennung, die sie den gemeinnützigen Bau- genossen sch asten zuteil werden läßt. Aber was nützt die Anerkennung, was nutzen alle platonischen Liebeserklärungen, ja was nützt selbst die finanzielle Förderung der Baugenossenschaften, die wir gewiß nicht unterschätzen wollen, wenn man vor ganzer Arbeit zurückschreckt und nicht die Axt an die Wurzel des Hebels legt! Die Halbheiten, die den Entwurf kennzeichnen, sind seine Grundfehler, sie werden, wenn er in der Vortiegen- den Forni verabschiedet wird, eine Beseitigung des Wohnungs- elends und damit die Verstopfung einer Ouelle verhindern, aus der so viele gesundheitliche und sittliche Gefahren ent» springen._ politische Ueberficht. Noch immer Kriegsursacheu. Tie„Neue Zeit" hat in ihren letzten Nummem das Problem der Kriegsursachen nochmals ausführlich in Artikeln der Genossen Heilmann, Kautsky und Bernstein— behandelt, und die Hebersetzung dieser Ausführungen füllt lange Spalten der„Hunianit6". Inzwischen hat der„Vor- wärts" die Frage, wie Europa aus dem Kriege heraus- kommen kann, für wichtiger gehalten als die Frage, wie es in ihn h i n e i n g e r a t e n ist. Eine wirklich objektive Unter- suchung wird ohnehin erst nach Schluß des Krieges mäglich sein. Wer aber an der Verteidigung seines Landes mit ganzem Herzen teilnimmt, der wird heute leichh geneigt fein, die Schuld am Kriegsausbruch restlos den feindlichen Regierungen aufzubürden. Das tut Genosse Heilmann, und die Art, wie er e s t u t. ift ein Beweis mehr seiner eigenen leidenschaftlichen Teilnahme für die deutsche Sache. Er tut damit etwas Aehnliches wie jene franzöfifchen Sozia- ihre Rechte geltend machen und sich niemals und unter keinen Umständen passiv verhalten. Es ist dies ein Zug, der sich merkwürdigerweise erst in der„Fremde" entwickelt hat. Die polnische Arbcitcrbcvölkcrung im Westen, welche bis vor kurzem Führer aus den intelligentesten Kreisen kaum auf- zuweisen hatte, die polnische Demokratie per exellence hat eine so wirkungsvolle Politik eingeschlagen, daß sie in der Heimat allgemeine Bewunderung erregt und den Osten mit dem Westen immer mehr verkettet. Die»oestfätifchen Polen sind auf ihre Erfolge auf allen Gebieten des wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens nicht wenig stolz und machen daraus kein Hehl. Aber merkwürdigerweise? Veränderte Verhältnisse schaffen veränderte Menschen, und so hat sich im deutschen Westen unter dem Einfluß der Industrie und des Zusammen- schlnsscs eine polnische Bevölkerung entwickelt, die von der im deutschen Osten sitzenden sehr verschieden ist und ihr zur Auf- rüttelung sogar ihre 5bapitalien aus Hunderttausenden von Spargroschen und ihre Tatkraft zur Verfügung stellen mußte. Ebenso ergibt sich die Sprödigkeit der Polen gegen den Sozialismus aus ganz anderen Gründen als Dr. W a ch o- w i a k irrt, wenn er schreibt:„Daß die Polen gerade für die Sozialdemokraten und die auf ihrer Weltanschauung auf- gebauten freien Gewerkschaften schwer zugänglich sind, er- klärt sich ganz einfach durch den Konservativismus» der nun einmal den Polen in religiösen und ethischen Fragen über- Haupt kennzeichnet." Vielmehr erklärt sich diese ablehnende Haltung der polnischen Arbeiter gegen den Sozialismus aus ihrer nationalen Hnterdrückung. In der Berufsvereinigung haben sie die Gewerkschaft, in deren Rahmen sie den Wirt- schaftlichcn Kampf gegen die Hnternehmer führen. Aber da in der rheinisch-wcstfälischen Industrie der Hnternehmer in allen Fällen der Deutsche ist und die Polen als schlecht behandelte nationale Minderheit ohnehin in einem scharfen Gegensatz zur deutscheu Regierung stehen, fließt in ihrer Vorstellung Ratio- nalitätengegensatz und Klassengegensatz ineinander. Anders, wenn der polnische Arbeiter einem polnischen Hnternehmer gegenübersteht. Darum ist die polnische Industriearbeiter- schaft in Kongrcß-Polen für den Sozialisinus weit empfang- licher. Aber auch bei den preußischen Polen sind Wandlungen in dieser Richtung im Gcsolg der Kundgebung vom 5. November 1916 unvermeidlich. Der Abbau der Polenpolitik in Preußen, ohne den das selbständige Königreich Polen ewig ein Traum, und zwar ein gefährlicher Traum bleiben wird, erleichtert die wirtschaftlicken Existenzmöglichkeiten für die Polen im Osten. Daher Rückgang der Abwanderung nach dem Westen. Zunahme der Rückwanderung nach dem Osten! Welche wirtschaftlichen Fragen sich damit für den Westen wie den Osten aufrollen, müßte Gegenstand einer besonderen Hn- tcrsuchung fem. Eines aber ist sicher: der Abbau der Polen- Politik wird nach und nach den Nationalitätengegensatz zwi'chen Deutschen und Polen verwischen, und eines Tages sieht der polnische Arbeiter in dem deutschen Hnternehmer nicht mehr den Deutschen, sondern nur mehr den Unternehmer. Dann ist auch hier die Bahn frei für den Sozialismus! Die polen/rage in westöeutschlanö. Von Hermann Wendel. Durch die gemeinsame Kundgebung der deutschen und österreichischen Regierung, die den Polen des russischen Reiches ihre staatliche Selbständigkeit verbürgt, ist mit einem Schlage alles, was irgendwie Polenfrage heißt, wieder in den Vorder- grund des Interesses gerückt, denn selbstverständlich wird der ganze Kreis der polnischen Angelegenheiten durch jene Proklamation vom 5. November 1916 berührt. Da kommt ein soeben im Verlag von Robert N o s k e in Borna-Leipzig er- scheinendes Buch sehr zu paß, in dem sich Dr. H. W a ch o w i a k über„D i e P o l c n in R h e i n l a n d-W e st f a I e n" ver- breitet. Seit vor einer Reihe von Jahren Dr. Viktor B r e d t in einem Buche über die Polenfrage im Ruhrkohlengcbiet hauptsächlich die Einwirkung der östlichen Zuwanderung auf die Entwickelung der Betriebsmittel im Ruhrbcrgbau heraus- gearbeitet hatte, ist Wachowiaks anscheinend vor dem Kriege geschriebenes Buch die erste Veröffentlichung über diesen Gegenstand, die durch Hebersichtiichkeit, Klarheit und Unparteilichkeit Bedeutung in Anspruch nehmen darf. Allerdings kommt der Verfasser an vielen Stellen nicht über die Grenzen einer rein ideologischen Betrachtungsweise heraus und erschwert sich dadurch den Einblick in die tieferen Ursachen der Dinge.'An anderen Stellen hebt er wiederum die Schwerkraft wirtschaftlicher Beweggründe gebührend hervor, so, wo er nach den Quellen der ganzen Frage forscht und den Anlaß zur Abwanderung der Polen nach dem Westen bloßlegt. Eine preußische Statistik aus dem Jahre 1861 zählt genau vier polnische Familien mit 16 Angehörigen in dem ganzen rheinisch-wcstfälischen Industriegebiet, in dem ein halbes Jahrhundert später die Polen zu Hunderttausenden wimmeln und schier ein eigenes slawisches Gemeinwesen im Westen des preußischen Staates bilden. Die Agrarkrise der achtziger Jahre war es. die den Polen von seiner Scholle los- löste und in dichten Scharen entweder übers große Wasser oder in die westdeutsche Industrie trieb. Der volle Lohn eines Insten aus den ostelbischcn Rittergütern betrug damals bei 12— löstündiaer Arbeitszeit 200— 400 M. jährlich, aber auch den Tagelöhnern und Häuslern und selbst den freien Kleinbauern ging es in dem klassiscken Lande des Großgrund- besitzes keineswegs rosig. Kein Wunder, daß die rheinisch- westfälische Industrie mit ihren für ostclbische Verbältnisse unerhört hohen Löhnen diese armen Teufel wie ein Märchen- land voll Glanz und Gloria lockte. Aber auch die preußische Polenpolitik trug das ihre dazu bei, dem slawischen Bewohner der Provinzen Po'en und Westpreußen den Nahrungsspiel- räum zu verengen, denn Parzellierungsgefetz und An- fiodlüngsverbot erlaubten dem kleinen� Mann nicht, aus eigener Scholle seßhaft zu werden, und die Begünstigung der Deutschen im Staatsdienst verwehrte ihm den Hnterschlupf in Beamtenstellen. Dazu kam. daß der westfälische Bergbau. von Jabr zu Jahr sich erweiternd und um sich greifend, nach Arbeitskräften hungerte, ganz gleich, woher sie kamen. So ergoß sich seit den achtziger Jahren ein nie mehr versiegender Ätrom polnischer Arbeiter in das rheinisch-westfälische Jndu- striegebiet, und zwar stammten die meisten ZuWanderer aus Posen und Westpreußen, nur die wenigsten aus Oberschlesien. Die offizielle Statistik beziffert im Jahre 1910 die Zahl der Polen im Rheinland auf 71 693, in Westfalen ans 182 507. Am zahlreichsten finden sich Polen in den Landkreisen Reck- linghausen, Dortmund und Gelsenkirchen sowie in den Stadt- kreisen Recklinghausen, Gelsenkirchen, Hamborn und Herne. 47 Gemeinden weifen im gleichen Jahre 10 bis 25 Proz., 6 über 25 Proz. Polen auf, in der Gemeinde Habinghorst im Landkreis Tortmund erreicht ihr Anteil 43,8 Proz. Aber in Wahrheit bleiben diese Zahlen erheblich hinter den Tatsachen zurück. Schon Professor Bernhard, der bekannte Dar- steller der Polenfrage in Deutschland, mußte feststellen, daß die Muttersprachen-Statistik politischen Zwecken diene und daß sie sich, von politischen Behörden ausgeübt, nach den Interessen dieser Behörden zu gestalten pflege. So ist es unerfindlich, warum Kassuben und Masuren, die eine pol- nische Mundart sprechen, nicht den Polen zugezählt werden, und es verschiebt ebenso die Statistik, wenn die im Westen geborenen Polen— nach der letzten Zählung schon 79 000!— in den Tabellen als Deutsche auftauchen. Alles in allem mögen sich die Polen in Rhcinland-Westfalen bei Kriegsbe- ginn schätzungsweise auf 400 000 bis 500 000 Köpfe belaufen. Merkwürdig ist und kennzeichnend für das polnische oder all- gemein slawische Gemeinicksaftsgesühl, daß die neuen Zu- züglinge sich in der Regel dorthin wenden, wo sie schon engere Heimatgenossen vorfinden. So sitzen die ZuWanderer aus dem Kreise Gostyn fast immer in Oberhausen oder Wanne, die ans dem Kreise Kosten in Herne, die aus den schlesischen Kreisen fast ausschließlich in Bottrop, die Masuren in Gelsen- kirchen, die Westpreußen in Wattenscheid. Dieses Gemeinschaftsgefühl gab auch einen guten Hntcr- grund für das polnische Vereinswesen, das sich in verschie- denen Zweigen, kirchliche, Gesang-, Turn-, Wahl- und Berufs- vereine, schon früh entwickelte und bald kräftig in die Halme schoß. Die Organisation wiederum trug dazu bei, den neuen Typus Pole heranzubilden, der in Westdeutschland rasch er- wuchs. Dr. W a ch o w i a k liefert Beiträge für die Richtig- keit der ökonomischen(steichichtsauffassnng, indem er die Fol- gen der Tatsache beleuchtet, daß ein seit Jahrhunderten agra- risches Volk hier in Massen zur Industrie überging. Wenn das Dogma von den angeborenen Charaktereigenschaften eines Volkes zuträfe, hätte der Pole als Industriearbeiter im Westen in allen Gruirdzügen derselbe bleiben müssen wie der Pole als Bauer oder ländlicher Tagelöhner im Osten. Das Gegenteil aber ist der Fall! Tor Stumpfsinn des östlichen Polen wandelte sich bei seiner Verpflanzung nach dem Westen in Gewecktheit, seine Neigung zur Zwietracht und Hneinig- keit in Drang zum Zusammenschluß, seine Schlaffheit in Täkigkeitsfieber, sein politisches Schwätzertum in ernste Wirt- schaftliche Arbeit. Der Verfasser scheint darüber erstaunt. wenn er schreibt: Es ist überhaupt bezeichnend für die Polen im Westen, daß sie äußerst rührig überall da, Ivo es eben geht, riftcn, tue zu Beginn!>es Krieges den deutschen Wolf über das russische Lainni herfallen sahen und alles vergaßen, was sie zuvor über den blutbesleckteu Zarismus und das schmäh- liche Büuüuis der Republik mit ihm geredet und geschrieben hatten. Wir möchten die franzosischen Sozialisten fragen: Wenn sie heute zu der Auffassung känten, daß Herr Pdincarä und daS Ministerlmn Viviani Anfang August 1914 doch nicht eine so ganz harmlo'e Rolle spielten. Idte sie bisher annahmen— würden sie deshalb die Verteidigung ihres Landes preis- geben? Das würden sie ganz gewiß nicht tun. Und doch hak Frankreich von Teutschlands Zieg viel weniger zu befürchten, als Teutschland von einem Ziege Frankreichs und seiner Ver- bündeten. Tie deutschen Sozialisten verteidigen ibr Land nicht, weil sie eine bestimmte Ansicht über die Entstehiingsgrilnde des Krieges haben, sondern sie vertedigen e?, weil es offen- kundig von französischen und russischen Er- o b e r u n g s a L s i ch t e n bedroht ist. Erst wenn der Erfolg dieser Verteidigung endgültig sichergestellt ist, wird Zeit sein, ruhig und objektiv von anderem zu roden. Juristcukunststücke. Im roten„Tag" sucht der Geheime KnsgSrat Dr. Nomen auf dem Wege juristischer InterpretaiionZkunst iiachzuweison, daß trotz der Gewertschaflsnovelle zum Lereiutgesetz die Jugend- liche» nicht an öffentliche» Ge>vcrlschaft>5t>crsaii»nlu»geii teiliiehnicn dürften. Der Kriegsrat stellt sich auf den Standpunkt: „ A u s n a h in e b e st i in m u n g e n sind eng auszulegc»". Vci den Ausiiahmebestimmungen gegen die Arbeiterbeioeguug hat die Justiz diesen Standpunkt nie befolgt!) I», libiigen orguinen- licrt er: Oeffentliche Versammlungen sind leine VeroinSvcrsanimlmigen, sie sind die-Z auch dann nicht, wcnii sie von Vereinen veranstaltet oder veranlaßt werden. Berelnooersniumlnügeu und öfsrntliche Bersammlniigcn slchrii ziicinaiider gewissermasien gegensätzlich. So— das lvußicn ivir gar nicht. Warum, Herr Liomen, haben sich denii bann die Gerichte bisher auf den Standpunkt gestellt, daß Bereiiisversammluligt» nlö öffentliche n»,-,»scheu seien» sobald die Niiigliedschaft des VereiiiS einen grogeten Perfoneukreis umsasiie.— Wir können Herrn Nomen nur eins nahelegen: Wenn die Justiz auch nach diesem Kriege sorifahren sollte, iii der alten Weise der Arbeiterklasse die mühsam errungenen gesetzlichen Forlschrilte durch dialektische AuSIegungSkunststückchen ganz oder leiliveise hinweg» zucsta»notieren, dann wird sich in Deutschland ein Sturm gegen sie erheben, über den sich nicht nur Herr Noincn wundern wird, fondcrn auch, wer sonst noch in der Richtcrlvelt über diesen Krieg herüberzukommen denkt üIZ ein Mann, der nichts gelernt und mchlS bergessen hat.____ Berufsberatung, wie sie nicht sein soll. Ein sehr bedenklicher Fall von falscher Beschäftigung eines Kricgsinvaliden wird uns aus Waldenburg i. S. berichtet. Dort erhielt ein junger KricgSverletztcr, dem die linke Hand durch eine Echujjverletzuug verstümmelt war, Beschäftigung an den Förder- antomobileiu Diese Arbeit kouute er bewältigen. Bald darauf wurde der junge Mann aber au die Kreissäge gestellt, deren Bedienung ihm mit der ciiieir gesunden Hand außerordentlich schwer fiel. Vergeblich lief die geüngstigtc Mutler, die für ihren Sohn und Ernährer ein Unglück voraussah, zum Bergverwalter, von diesem zum Berginspektor, schließlich zum Berufsberater, ciuem Propiuzialsekretär. Es wurde wohl eine Untersuchung zugesagt, andere Beschäftigung versprochen, aber c3 geschah nichts. Schließlich trat die Katastrophe ein: dem jungen Mann wurden von der Säge sämtliche Finger der gesunde» Hand abgeschnitten. Wir unterstützen die Bestrebungen, den Kriegsverletzten gc- eignete Arbeit zu verschaffen, in jeder Weise. Aber es uiuß eben geeignete Arbeit sein. Ein Fast wie der vorstehende darf sich u u t e r k« i n e n U m st ä n d e n e i n z w e i t e S M a l e r c i g u e n, das fordert das Interesse der Kricgsverlatzten, die wahrlich ein besseres Los verdienen, daS fordert das eigene Ansehen. Gegen Dr.». Kocrber. Wir haben bereits mitgeteilt, daß die deutschradikalen Abgeordneten des österreichische» Neichsrats so tun, als wollten sie der neuen Negierung Opposition machen. Man bort jetzt, der Grund dafür sei, daß Tr. v. Koerber die Oktrohierung der von den Deutschiiationnleli gestellten innsrpolitische» Forderungen (deutsche Staatssprache, Kreiseinteilung in Böhmen, Abänderung der Geschäftsordnung des Parlaments und Sonderstellung Gaiiziens) ablehne, den Neuaufbau veS Staates wir mir dem Parlament gemeinsam machen wolle und die ErnährungSsrage vor alles andere stellt. Die Hindenburg-Fettspeiide. Die„Verwaltungsstelle der Hinden- burgspende" veröffenllicht ihr Arbeitsprogramm. Danach ist die Er- richtung von K r e i S s a m m e l st e l l e n in Aussicht genommen. Die Spenden sollen als Zulage lediglich an d i e S ch w e r st« arbeiter ohne Berücksichtigung der übrigen Ve- völkerung und obiie Anrechnung ans die Reichs- fleisch- oder Fettkorte abgegeben werden. Die Abgabe erfolgt zum Selbstkostenpreis. Eine Kriegsgesellschaft ist an der Organisation nicht beteiligt. Zur RrlchStagSwohl in Köln. Tie Wählerliste für die Ersatz- Wahl zum Reichstag in Kö!n, die am ö. Januar stattfinden soll, ist ausgelegt worden. Die Zahl der eingeirageuen Wähler beträgt rund 66 500. Die Liste ist in der früheren Weise angefertigt, daher enthält sie auch alle die Personen, die bei der letzten Wohl wähl- berechtigt waren, jetzt aber zum Heeresdienst eingezogen sind, sich also an der Wahl nicht beteiligen dürfen. Da keine genauen An- gaben über die Zahl der Einberufene!! vorliegen, so läßt sich nicht abschätze», wie hoch die Zahl der Wahlberechtigten in Wirklich- keil ist.__ Mus öer Partei. Tie„Leipziger Volt»zeitung" alsNutzniefierin des Kriegszustandes. Wir verraten lein Geheimnis mit der Mitteilung, daß infolge der Papierteuerung und anderer Kriegsunistäude der Ilmfang unseres Blatte? geringer geworden ist und daß dieser Umstand nnS gleich anderen Blättern zwingt, den cinlansendcn Stoff nach Mög- Ijchkeit zu lonzeutrieren. Diese von niemand mehr als uuö selber bedauerle Einschränkung wird seit einiger Zeil von der„Leipziger VolkSzeitung"— sie fiihll sich offenbar als Berliner Konkurrenz- 0rfla!l_ AU einem shsteniatisch durchgeführten unsauberen Ver- dächttgungsmanöver benutzt. Obwohl wir bei allen Fortlasiungen peinlich b-mllht sind, das Unwesentliche und welliger Wichtige zu streichen, sucht man c-5 in Leipzig so darzustellen, als ließen ivir gerade das aus dem Blatt, was uns unangenehm ist, und verheim- lichten absichtlich unseren Lesern wichtige Dinge. Wird z. B. in einem ParlamentSbericht hie Rede eines ArbeilSgenieinschofilers auch nur um den kleinsten Satz gekürzt, so schreit die„Leiz. Aolkszeitung", wir hätten den wichtigsten Satz fortgelassen— Arbeitsgcmeinschaftler reden offenbar nur„wichtigste Sätze"! Daß wir die Redner der Fraktionsmehrheit oft viel mehr zusammenstreichen, wird absichtlich verschwiegen, der Uneingeweihte soll den Eindruck haben, als der» stümmeiten wir boSbaft die Minderheitsrcdner, damit nnicre Leser nicht erführen, waS sie gejagt hätten. Dabei handelt eS sich in jedem 'einzelnen Faüc um Ncbensächlichkeiien, oft auch um Dinge, die an anderer Stelle in derselben Rede oder in der eines Frailionskollegen wiederkehre». Ein paar Bcipiele, welcher Art die Vorwürfe sind. Die„Leipz. Vollszig." wirst uns vor. in einer Rede Diltmanus. in der dieser nach- zuweisen suchte, daß die Arbeiterjchast sich gegen das Hitssdicnstgesetz ausgesprochen habe, die von DiUmaiin einzeln aufgeführten Bersamm- lmigS- Beispiele ist ciuen Satz zusamiueiigezogeil zu haben. Aha. also der„Vorwärts" hat Aiigsl, daß Leier etwas von diesen Versamuiluiigen erfahren lüiinien. Dabei waren diese VcrsammlüngS- beschillsse nicht nur in der Rede Voglherrs(Sir. 3x9 des.Vorwärts") einzeln wiedergegeben, sondern der„Vorwärts" halte über die Berliner Nciallatbestelversammlung selber, deren„Ver- hcimlichnng" man uns zum Vorwurf machen will, in Nr. 328 länger als eine Spalte berichtet! Also weil wir nicht den Lesern dreimal dasselbe vorsetzen wollen, sind wir feige Fälscher und Ver- heimlicher I Zurzeit der englischen Ministerkiise hätte man mit cngltscheu Telegrammen das ganze Blatt füllen können. Wir gaben ans einem Artikel des Liberalen M a s j i» g h a in in der„Siaiion" den wichtigsten Setz wieder, der einen Sieg der gemüßigten Partei prophezeite, alles andere ließen wir fort, darunter auch eine Betrachtung darüber, daß es in England eine Partei fanatischer Kriegshetzer nnd eine gemüßigte Partei nameiillich im Heere gäbe. Was macht man in Leipzig daraus: Air hälteu die beiden letzten Sätze(die von den geinSßtglrn Gefühlen des Heere? handclienj„schamhaft verschwiegen". DaS soll so aussehe», als nnierrichlcten wir unsere Leser einseitig über die Stimmung in England. Tie„Leipziger VolkSzeitung". die so gerne die Mehrheit als Stutznießerin deS Belagerungszustandes hinstellt, benutzt also selber die unvermeidlichen Mißstände der KriegSnol zu imsaubercn Kon- kurrenzmanövern. indem sie notwendige Konzentration als absicht- liche Fälschung hinzustellen sucht. Unsere Beispiele werde» dem Leser genügen, um zu beurteilen, wer fälscht. Sie werden es auch verstehen, wenn wir uns mit dieser einmaligen Feststellung begnügen und uns jedes Eingehen auf etwaige künftige Ver- dächtignngeu ersparen, die den kostbaren und für wichtigere Dinge notwendigen Raum nur noch mehr einschränken wurden, mit der Folge, daß Leipzig neues„Material" hätte! Ter Bremer Partelkonstikt ist nun bei der Zuspitzung angelangt, welche die BeitragSverweigerer mit ihrem Beschluß herausbeschworcu haben. Aus der gestern mitgeteilten Ertlärung des PartetvorstaudeS und aus dem Verhallen cinzelner Redakteure des Blattes in der Frage der BeiiragSsperre sind auch unverzüglich die euisprechendsn Folgerungen gezogen worden. In der Stummer vom 6. Dezember veröffeutlichr der Verlag der„Br. B.-Z." folgenden Beschluß: 1. Die Propagierung der Beitragsperre und Organisationen, die sie betätigen, sind von der Redaklion der„Bremer Bürger- Zeitung" zu bekämpfen, 2. Das Blatt darf nicht zur Förderung der Parteizerstörung mißbraucht werden; eS muß vielmehr der Parteieinheir dienen. 3. Die Verantwortung für die Haltung des BlatieS wird dem Redakteur Donath tibertragen, der in die politische Redaktion übertritt. 4. Auf die loeitere Tätigkeit des Redakteurs Knies, der offen für Beitragssperre und die Partei- spaltung eingetreten ist. wird verzichtet. Das Gehalt wird bis Ende März 1917 weiterbbzahlt. Wir gaben gestern eine Bemerkung der Redaktion der„Bremer Blirger-geiuing" wieder, die on eine Erklärung des abgedankten VeuinSvorstandeS von Bremen angehängt war und etwa besagte, daß die Redaktion eS als ihre heilige Pflicht ansehe, gegen die Zertriimmerung der Partei durch Beilragiperre usf. zu kämpfen. Dazu lesen wir heule in der„Bürger- Zeitung" folgende drei Erklärungen: Von der Nedakiion. zu der auch ich gehöre, sind gestern im Anschluß an den Aufruf des Vorstandes des Sozialdemokratischen Vereins Bremen einige Bemerkungen geknüpft, die mir erst nach Redaktionsschluß zu Gesicht gekommen sind. Sticht nur, weil sie im wesentlichen irrtümlich sind, sondern vor allein auch auö grundsätzlichen Rücksichten erkläre ich, daß ich die Verantwortung für die Bemerkungen zu tragen nicht in der Lage bin. A. Henke. Auch ich habe zu erklären, daß ich mich den in den erwälmteii Bemerkungen zum Ausdruck gekommenen Auffassungen nicht anschließen kann. W. Holzmeier. Für die betreffendeit Bemerkungen an den Aufruf des Bor- siandcS des Sozialdemokratischen Vereins Bremen trage natürlich ich die Verantwortung. Hans Donath. Taraus scheint hervorzugehen, daß Heule und Holzmeier nicht gesonnen sind, die Parteizerstörung und Beitrogsperre grund- i ä tz l i ch zu bekämpfen. Eine Konferenz sozialdemokratischer Frauen Württembergs, die au? allen größeren Städten des Landes besucht war. befaßte sich mit den Fragen der Fcauenrrganisalion und Kriegsfüriorge. Es Ivnrde berichtet, daß auf dem Gebiete der Beschaffung lohnender Ar- beit in einigen Städten erfreuliche Ergebnisse erzielt wurden. Um die Frauenorgailisation ist eS nicht günstig bestellt, da die schweren Sorgen der Arbeiterfrauen die Parteiarbeit erschweren. Den, Laudesvorstand wurde nahegelegt, der Fraueuorganisation die größte Aufmerlsamieir zu widmen. Die riesig anwachsende Frauen- arbeit in der Industrie, selbst bei den schwersten Arbeiten, lasse die Wiedcrinkraflsctzuiig der gesetzlichen_ Bestimmungen zum Schutze der Frauen dringend gebolen erscheinen. Auch zur Haltung der„Gleichheit" wurde Stellung genommen und iit einer einstimmig beschlosienen Resolution an d e n P a r t e i v o r st a n d das Verlangen gerichtet, dafür zu sorgen, daß der Partei Mehrheit in der„Gleichheit" der ihr zustehende Raum gesichert werde. Sollte die„Gleich- heil" auch fernerbin die Parteimehrheit brüskieren, so müßte den Genossiniieu empfohlen werden, anstelle dcr�„Gleichheit" die„Gewerkschaftliche Frauenzeitung" zu lesen. Für die Betätigung der Cenossinnsn im Interesse der Kriegerfamilien wurden aus der Kon- ferenz zahlreiche praktische Winke gegeben. Sozialdemokratische Wahlsiege in Norwegen. I. L. Nach ihren großen Erfolgen bei den Gemeindewahlen auf dem platten Lande hat die norwegische Sozialdemokratie nun auch in den Städten glänzend abgeschnitten. In vielen Städten hat die Arbeilertlasse die Mehrheil erobert. In einer noch größeren Zahl von Städten ist sie die stärkste Partei geworden, wie z. B. in Stavangcr. Dromheim und Bergen. Auch in der Hauptstadl hat die Soziatdemokralie sehr gut abgesltmttlen. Stach einer energischen Wahlagitation konnte sie sechs Mandate erobern. Sie zählt jetzt im Sladtverordnetenkollegium Kristianias 41 Mitglieder, während die Siechte 33. die Linke ö und die Siadikalen 3 Vertreter in« Kollegium sende». It?. Sozialistische Fortschritte bei den amerikanische» Wahlen. Erst jetzt kommen zuverlässige Siachrichten über das Ergebnis der amerikanischen Wahlen. Benson, der Kandidat der sozialistischen Partei, erhielt 1260 06» Stimmen, d. i. 266 606 mehr aiö der frühere Kandidat DebS. Die Stimmenzunahme der bürgerlichen Kaiididaien war jedoch unvergleichlich größer, ko daß von einem sozialistischen Erfolg hierbei kaum gesprochen werden kann, zumal da über drei Millionen neue Wähler, meist Frauen, diesmal zur Urne schritten. Als Kongreßmitglied wurde Mayer-London in Siew Dork wiedergewählt, während die Wahl Morris HillguittS noch nicht feststeht. In Milwauiee gelang eS der Partei, den verloren- gegangenen Bürgermeisterposten wieder zu� besetzen. Ban Laar ivnrde gewäblt und damit ging auch die ganze Stadtverwaltung in die Hände der sozialistischen Partei über. vom Hroß-Serlmer Wohnungsmarkt. Auö der W o h n u n g s z ä h l II n g. die an: 13. Mai 1316 in Groß-Berlin einheitlich durchgeführt wurde, hat das preußische Sta- tistische Laudesamt jetzt durch die„Statistische Correspondenz" eine die Hauptcrgebuisse bietende Uebersicht veröffentlicht. Zweck der Zählung war, die Zahl der t e e r st e h ende n W o h n p n g c n zu crmiltelri, um über die Lage des WohnunaSmarktes iu Groß-Berlin ein Urteil gewinnen zu können. Die Zählung erstreckte sich auf Berlin und 43 Vororte, ein Gebiet, daö in Westostrichtung von Spandau bis Friedrichshagen und Mahlsdorf, in Nordsudrichtung von HermSdorf und Buchboiz bis Teltow und Lichtenrade reicht und bei der Personciistandö- aufnähme vom Oktober o. I. eine Gcsamtbevölkeruna von 3 816 836 Einwohnern hatte. In dem so umgrenzten Groß-Berlin wurden im Mai d. I. iiisgesaiut 1 132 327 Wohnungen gezählt, darunter 1 633 362 ohne Gewerbcräume und 73 623 mit Gewcrberäumen. Das ganze in seinen Teilen sehr ungleichartiae Gebiet kann zerlegt werden in! Berlin allein mit 1393 758 Einwohnern und 632 362 Wohnungen, Vororte des Westens und Südwestens mit 833 434 Einwohnern»nd 236 433 Wohnungen, Lororte des«udcns und Südostens mit 437 476 Einwohnern und 143 2>3 Wohnungen, Vororte des Ostens und Skordostcus mit 244 233 Einwohnern und 62 134 Wohnungen, Vororte des Skordens und Skordwcstens mit 281 646 Einwohnern iiud 73 643 Wohnungen. Von den Wohnungen mit G e w c r b e r ä u m c n, die für Groß-Berlin rund 7 Proz. des gesamte» WohnungSbestandeö ans- machten, entfielen auf Berlin 42 842, auf die Vororte des Westen- Südwestens 17 303, des Süden-Südostens 0523. des Osten-Nord- ostenö 4232, des Skorden-Siordwesteiiö 3635. Der Anteil dieser Wohnungen an dein gesamte» SLohnungöbestand der betreffenden Teilgebiete ist ungleich hoch, an» höchsten in Berlin mit 7,4 Proz., etwas geringer im Wcstcn-Tüdwesten mit 6.9 Proz., noch geringer im Osten-Skordosten mit 6,8 Proz. und im Skorden-Nordlvesten mit 6,8 Proz., am geringsten im Süden-Südosten mit 6,6 Proz. Für den Westen-Süowrste.i gaben den Ltuöschlag offenbar nicht die Werkstätten»ud Fabriken� sondern die Ladengeschäfte. Die Gliederung des Wohnungsbestandes nach Größen- Hassen zeigt das bekannte Bild, wie es sich bei einer Gliederung der BevölkerungLmasse nach dem Einkommen bietet. In dem ganzen Gebiet Groß-Berlin wurden gezählt 83! 215 kleine Woh- Illingen(7314 Proz.) gcgenübere 225 222 mittleren(26 Proz.) und nur 73 836 großen(nur 614 Proz.). Dabei sind gerechnet als kleine Wohnungen 24 325 mit keinem Zimmer(bestehend ans Küche und Kammer oder nur ans Küche oder nur aus Kammer), 393 366 mit einem Zimmer, 4t2 784 mit zwei Zimmern, als mittlere Wohnungen 159 006 mit drei Zimmern. 63 322 mit vier Zim- mern, als große Wohnungen 34 926 mit fünf Zimmer«, 18 223 mit sechs, 16636 mit sieben, 12 645 mit mehr Zimmern. Beson- dcrs hoch ist die Zinteilzifser der großen Wohnungen in den Vor- orten des Westens und Südwestens, andererseiiö die der kleinen Wohnungen in den Vororten des Ostens. Skordoitens und Nordens. Berlin bildet in dieser Hinsicht ctlva die Mitte zwischen hüben vnd drüben. Westen und Südwesten hatten nur 22 Proz. aller Woh- nungen Groß-Berlins, aber 33 Proz. aller mittleren und gar 57 Proz. alier großen. Für die Lage des Wohuungsmarktes ist wichtig die Zählung der leerstehenden Wohnungen. Am 15. Mai 1916 wurden in Groß-Berlin ais leerstehend gezählt 61 776 Wohnungen, dar- unter 31 161 ohne Gewerberäuinen»nd 10 069 mit Gewerbe- räuineu. Gegenüber dem gesamten Wohnungsbestand waren die Leerwohnungen 3 3 Proz., im besonderen bei den Wohnungen ohne Gewerberäume 4,9 Proz., bei den Wohnungen mit Gewerberäumen 13,4 Proz. Von den Wohnunoen mit Getverbcräuincu wird» an vielleicht besser in dies-?- Bcträaüung cckschen. weil sie s�» die all- gemeine Lage des Wekhnungsmarktes von geringerer'Bcdentunz sind. Wenn sie leerstehen, so ist daö für die Hauseigentümer be- sonders schnierzlich, weil dann die Mietausfälle besonders hoch find. Aber den Wohnungsucher, der eine Wohnuna ohne Gcloerberaum braucht, kann ein reichliches Slngebot von Wohnungen mit Gc- werbcräumen nicht glücklich machen. Ebenso wenig kann dem, der nach Maßgabe seines mageren Geldbeutels sich mit einer kleinen Wohnung begnügen muß, ein Uebcrfluß leerstehender großer Wohnungen nützen. Leider liegen zurzeit die Verhältnisse tatsächlich so, daß die Ziffer des Antciks leerstehender Wohnungen bei den kleinen Wohnungen geringer als bei den mittleren und bei diesen geringer als vci den großen ist. In Groß-Berlin waren unter den 31 161 leer- stehenden von den 1 633 362 Wohnungen ohne Gewerberäume: 1166 von 19 987 mit keinem Zimmer, 18 891 von 364 884 mit einem Zimmer, 12 104 von 383 116 mit zwei Zimmern, zusammen 82 155 leerstehende von 767 087 kleinen Wohnlingen, sodann 7786 von 130 623 mit drei Zimmern, 4364 von 61 656 mit vier Zimmern, zusammen 12 284 leerstehende von 211681 mittleren Wohnungen, iveltcr 3634 von 33 784 mit fünf Zimmern. 1746 von 17 734 mit sechs. 1615 von 9853 mit sieben, 933 von 12 241 mit mehr Zini- mern, zusammen 6722 leerstehende von 73 634 großen Wohnungen. Hiernach war für Groß-Berlin die Ziffer deS Anteils der Leer- Wohnungen an de» Wohnungen mit keinem Zimmer 5,8 Proz., mit einem Zimmer 5,2 Proz., mit zwei Zimmern nur 8.2 Proz., im ganzen an den kleinen Wohnungen 4.2 Pro z., ferner an den Wohnungen mit drei Zimmern 5,2 Proz., mit vier Zim- mern 7,3 Proz., im ganzen an den mittleren Wohnungen 3,8 Proz., iveiter an de» Wohnungen mit fünf Zimmer» 9 Proz., mit sechs Zimmern 9.8 Proz., mit sieben Zimmern 16.3 Proz., mit mehr Zimmern 7,6 Proz,. im ganzen an den großen Woh- nungen 9,1 Pro z. Die Vorortgebiete haben eine viel geringere Lecrwoh» nungszifscr als Berlin: sie ist für alle Wohnungen ohne Gewerbe- räume in Berlin 6 Proz., aber im Westen-Südwesten 3,6 Proz., im Südcn-Südosten 3,3 Proz., im Osten-Nordosten 4,6 Proz., im Norden-Nordwcstcn 8,1 Proz. Die Erscheinung, daß der Anteil leerstehender Wohnungen bei den Kleinwohminaen am geringsren ist. kehrt in allen Teilgebieten Groß-Berlins wieder. Uebcrall haben die Zweizimmerwohnungen die niedrigste B e w o h n u n g s z i f f c r: in Berlin 4,3 Proz.. Westen-Sndwcstcn nur 1,3 Proz., Siiden-Sudosten 2,2 Proz., Ostcn-Nordostert 3,3 Pro- zcnt, Norden-Nordwcstcn nur 1,9 Proz. ES folgen dann die Ein- ziminerwohnungen mit glsichialls noch recht niedrigen Bcwoh- nungsziffern: in Berlin 6 Proz., Westen-Südwesten nur 1,9 Proz.. Süden-Tüdosten 4,1 Proz.. Osten-Nordosten 3.4 Proz.. Norden- Nordwesten 3,6 Proz. Auffällig niedrig sind die Leerioobniingö- ziffcrn der kleine» Wohnungeu im Wesicu-Südwestc», nächstdem im Siordcn-Nordwcstcn. K na p p h e i t an 5! I e i n w o h n u n g c n ist das Kennzeicli- n ende für den Groß-Bcrliiicr Wohnunasitiarki. Welchen Einfluß dabei die KriegSzejt gehabt hat und noch weiter haben kann, läßt sich nach der Zählung von 1916»(cht beurteilen. Leider war diese für Groß-Berlin einheitlich durchgesübrte Zählung die erste ihrer 'Art, so daß Vergletchvngen mit Ergebnissen aus Vorjahren für das ganze Gebiet nicht möglich sind. Wo aber für einzelne Gemeinden die Ergebnisse früherer Zählungen zur Bergleichnn? herangezogen werde u können, ist das Ergebnis keineswegs erfreulich. Für Berlin wurde im„Vorwaris" bereits gezeigt, daß hier von 1914 zu 1916 infolge dcs Stillstandes der Bautätigkeit und einer zu vermuten- den Ablvauderung aus teueren Wohnungsklaffen in iniirder teuere die leerstehenden Kleinwohnungen sich gemtn. d s r t haben, und für Charloitenburg läßt sich eine ähnliche Ent- Wickelung nachweisen Tie Bereitstellung eines ausreichenden Vorrats verfügbarer Kleinwohnungen für die erste Zeit nach dem Krieae, die uns wahrscheinlich eine rasche Steigerung der Skachfrage nach solchen Woh- nungen bringen wird, ist eine dringende Aufgabe. Eine Wohnung? not. wie sie nach dem Krieae von 1670/71 über die mindcrbcmittclle Bevölkerung Berlins und der näheren Vororte hereinbrach, darf sich nicht wiederholen. Soziales. Unterernährung der Mütter und Gewicht der Rengeboreneu. Die so sehr akluelle Fra-,e. rb U'.itereriiährung der Mutter das Gewicht der neuc>ebore,ieli JUndcr beeinträchtigt, ist in letzter Zeit Don verichiodenen ärztlichen Seiten in verueinendein Sinne kennt- lvorict worden. D r. A. T s ch i r ch. s�ifisteqi an der Universittz- llinik in Zena veröffentlicht in der„Miinchener Medizinischen Wochen- schrifl" ein Zahlenmaterial, das gleichfalls dieic Anschauung bestätigt. Er stellt dort die Gewichte der in der Klinik Mboreneii aus dem ffriedensjahr tvlll und miS dem KriegSjahr 1. Tebtember i915 bis 81. August 1016 aneinander gegenüber und kommt zu folgenden Otesnltaten. ES Halle» bei der Geburt ein durchschnittliches Gewicht in Gram», die Kinder von Mehrgewicht der HauSschwangeren Eingeliesortc» crslercn Erstgeburten: 1013..... 8181 8US+ SS 1910/10.... 3824 8150 �-174 1913. 1015/10 Mehrgeburten: 3379 8262 8887 817« 1 1 17 211 ES Hai also von 1918 bis 1315/16 leine Verringerung, sondern sogar eine Zunabnie dcS SänglingsgewIchlS ftallgefunden. obwohl doch die Ernährung zweifellos schlechicr geworden ist. AndereesoilS weisen die Kinder der HauSschwangeren(das sind Kranen und Mädchen, die 4—6 Woche» vor der Entbindung in die Klinik kommen und dort gegen Hausarbeit freie Untertunft haben) durchschnittlich ein ziemlich bedeulendes Mehrgewicht gegenüber den Kindern der erst zur Geburt eingelieferten Frauen auf, obwohl letztere häufig besser ernährt waren. Dr. Tschirch fährt dies auf die bedeutend fchivercre Arbeit, die diese Frauen im allgemeinen zu leisten haben. zurück. Hinsichtlich der Enrähnmg der Mütter mühte man al'o nach diesen und anderen in letzter Zeit veröffentlichten Statistiken an- rehinen, daß sie für daö Geloichl der Kinder ohne Bedeutung fei. Ganz falsch und für die Zukunft«» s e r c r L o l k»- g c s u ii d h e i l von verhängnisvoll st er B e d e u t n» g wäre es aber, daraus den Scklusi zu ziehen, dah c-s demnach gleichgültig lväre, ob tvir unsere schwangeren Frauen gut ernähren oder nicht. Tatsächlich ist dieser Tiugschlnh von einigen Blältein in letzter Zeit gezogen und damit eine bessere Schwangerenernährung bekämpft worden. Hiergegen ist zunächst einzuwenden, dah Gewicht und Go- snndhei» des Neugeborenen noch nicht gleichbedeutend sind! ein mageres, sehniges Rind kann unter Umständen widcrsiandSsähigcr sein als ein anderes. Dann aber und vor allem: da das Kind auf Kosten der Mutter lebt, so entzieht es da«, was eS zum Ausbau seines Körper» braucht, rücksichtslos dem iniitlerUchen Organismus und macht diese» ent« sprechend ärmer. Wird der Berlust der Mutter nicht in Form auS- reichender Nahrung wieder ersetzt, dann leidet die Frau schweren Schaden an ihrer Gesundheit, die Untergrabung der Volkskrast würde die unausbleibliche Folge eines solchen kurzsichtigen und unsozialen Vorgehen» sein. Tic Abrechnung mit dem Kellner. Ein Kellner, der bei der Eifenbahn-Spsisewagen-Gescllschast be- schäsiigt war, hatte als Kaution ein auf 50 M. lautendes Sparkassenbuch bei der Firma hinterlegt. Bei der Lösung des Arbeitsverhältnisses veriveigerte die Firma die Herausgabe des Sparkassenbuches, weil sie von dem Kellner die Zahlung von 14,50 M. bean- spruchle. Diesen Betrag toll der Kellner der Firma schulden für Speisen, die er aus der Küche»nlnommen. an Gäste verabreicht, an der Kaste aber nicht bezahlt haben soll. Der Kellner klagte beim Gewerbegericht ans Herausgabe seine» S/iarlassenbuckes. Er bestritt, der Firma etwas zu schulden und be- lries sich daraus, dah er sür jede Speise, die er aus der Küche entnahm, einen Bon abgeben mutzte und die Bons sämtlich ordnungSmässig verrechnet worden seien. Der Vertreter der Beklagten nieinte da- gegen, es komme vor. dav Kellner und Küchenchef gemeinsame Sache machen,»m die Firma in der Weiie zu betrügen, datz der Küchen« chef den von, Kellner erhaltenen Bon vernichtet und imolgedesien der auf dem Bon verzeichnete Betrag dem Kellner verbleibt. Bei den monatlichen Abrechnungen, bei denen dt» Bonbücher der Kellner mit dem Ncchnungsbuch verglichen werden, würden derartige Differenzen entdeckt— die übrigen» nicht immer auf Betrug. sondern auch ouf Soiimseltgkeir de« Kellner« zurückzuführen seien— und mit dem Kellner verrechnet. In der Verhandlung stellte sich heraus, dah die Abrtchming für Oktober mit den, Kläger bereit» erfolgt war und die Differenzen beglichen worden sind. Bei der späteren Entlassung de« Klägers hat dann die Firma auch eine weitere Differenz für den Monat Oktober, die sich erst nach der Abrechnung herausgestellt haben soll, dem Kläger gegenüber geltend gemacht. DaS ist der streitige Betrag von 14.50 M. Das Gericht verurteilte die beklagte Firma zur Herausgab« de« SparkasienbiicheS. Da« Urteil wurde so begründet! An sich ist der Kläger für Differenzen, die durch sei« Verschulden entstanden sind, haftbar. Aber, nachdem für Ottober mir dem Kläger abgerechnet und die Differenz bezahlt ivar, durste die Beklagte nicht itachrrSalich nochmals eine Forderung aus dem Monat Oktober gellend machen. Nach Treu und Glauben muhte der Kläger annehmen, dah mit der Abrechnung alle Forderunge», welche die Firma an ihn halle, end- gültig festgestellt sind._ Die„verschliestbgre" Baubude. Nach einer Bestimmung deS Bauarbeitertarif» soll den Arbeltern zum Schutz ihrer Kleider gegen Wilterimgselnflliste und Diebstahl eine verichliehbare Baubude zur Verfügung gestellt iverde». Um diese Besttmmung drehte sich ein Prozeh vor der Kammer 3 de» Gewerbegerichls. Der Kläger, der bei der Firma Habermann n. Gucke« auf dem Bau der Untergrundbahn am Nollcndorsplatz bc- l/bästigt war. beansprucht» von der Firma 24 M. Schadenersatz für ein Paar Schwerstiefel, die ihm aus der Baubude gestohlen worden sind. Die Tür der Bude hatte zwar ein Sevloh, aber e» war kein Schlüssel vorhanden. Deshalb hielt der Kläger die Schadenersatzpflicht der Firma sür gegeben.— Da? Gericht wie« jedoch die Klage ab mit der Begründung, es liege ein geivisse« Verschulden deS KlägeiS insofern vor. als er seine Stiefeln in der Bude aufbewahrte, obgleich er wuhte. dah ein Schlüssel nicht vorhanden war. Selbst wenn ein Schlüssel vorhanden gewesen wäre, so ivürde � wie ffstgeslellt wurde—■ nach dem herrschenden Brauch der Schlüssel neben die verschlossene Tür gehängt werden, also«in« Sicherung gegen Diebstahl nichr gegeben sein, wofür aber die Firma nicht verantlvortlich gemocht werden könne, denn für die sichere Auf- bewahrung des Schlüssel«»lühten die Benutzer der Bude sorgen. Nach Bcamteuzolagc» iu Oesterreich. einer Wiener Zeitungemeldung sollen die Staat«- bediensteten im Dezember eine AnichaffungSzulage und von Neujahr ab»ine Tenernugszulage erhalten, die für die höheren Beamten 30 Proz., für die niederen Beamten 50 Proz. des Gehaus betragen werde. Gerichtszeitung. Aahrlüifige Uebertretung der Preiswucherborschriften. Die Forderung von Preisen, die, unier Berücksichtigung der gesamten Perhältnisse, einen übermäßigen Gewinn enthalten, wird bekanntlich bestraft. Wegen fahrlässiger Uebertretung dieser Borschristen war Herr P i ck a r d t vom Landgericht zu einer Geld- strafe verurteilt worden. Der Sachverhalt war nach den Feststellungen des Landgerichts folgender: Herr Pickardt ist der Geschäftsführer der Berliner Firma Schröter, die.in Groff-Bsrlin 43 Filialen hat. Er war hauptsächlich im Hauptgeschäft, in der Zen- trale, tätig; er häile ddn Einkauf, die Kontrolle der Fllialen. die Ad- rechnnng mit der Bntterversorgungöstelle und vieles mehr zu er- ledigen. Im selben Hause, wo die Zentrale sich befindet, ist auch eine Verkaufsstelle der Firma, der eine Filialleiterin vorsteht. Hier toaren nun eines Tages in Abwesenheit des Herrn Pickardt 00 Pfund Kartoffelmehl eingegangen, die ein Vertreter der Firma in einem Hafenorte eineni schwedischen Schiffskapitän zu einem Preise von W Pf. für das Pfund abgekauft hatte, so daß ocr Firma ras Pfund loko Berlin auf 95 Pf. zu stehen kam. Der Verkaufspreis wurde in Abwesenheit des Herrn Pickardt auf 1,20 M. festgesetzt und so in die Preistafel cingeiragen. Als Herr Pickardt am nächsten Mar- gen in der Berkaussstelle erschien, um zu sehen, was vorliege, bc- merkte er die inzwischen bereitgestellten Tüten mit Kartoffelmehl und erklärte sofort, als er die Preisverhältnisse erfuhr: Das Mehl darf nickst verkauft werden, es muß ans dem Laden; ich werde mich erst bei der Preisprnfnngsstelle erkundigen.— Er sagte daS sehr laut. Tarauf begab er sich gleich zur Preisprüfuugsstctte, wo die Ge- nehmiguug des Verkaufs des teuren Kartoffelmehls nicht erteilt wurde, weil der normale Preis für Lkartoffelmehl 85 Pf. pro Pfund wäre. Als P. wieder ins Geschäft kam, befand sich trotz seines Be- sohl« vom Morgen das Mehl noch im Laden; es wurde erst dann hinausgeschafft. Während seine» Ganges zur Preisprüfungsstelle war aber auch schon durch eine Verkäuferin ei» Pfund Kartoffelmehl für ILO M. verkauft worden. Auch war in der Zwischenzeit der Preis nicht von der vorgeschriebenen Preistafel gelöscht worden. Für jenen Verkauf wurde neben der Verkäuscrin auch P. auf Grimd der zitierten Bundesratsvorschrfft strafrechtlich verantwortlich gemacht. Seine Verurteilung begründete die Strafkammer dahin: Der Tatbestand der Vorschrift über die üvcrmäßigen Gewinne liege hier aus folgendem Grunde vor. llntcr normalen Verhällinsscn und bei normalen Einkaufspreisen sei bei Kolonialwaren ei» Aufschlag von 20 Proz. üblich. Das dürfe aber nicht gelten bei einem ungesunden Einkaufspreis, wie er von der Firma dem schwedischen Kapitän gezahlt worden sei, Bei einem solchen un- gesund hohen Einkaufspreis dürfe der Aufschlag nur ganz iv e n i g e Prozent betragen, so daß nur ein ganz geringer Ge- >v i n n herauskomme. Der Aufschlag von etwas mevr ais SO Proz. stelle deshalb hier einen übermäßig hohen Gewinn dar. Aber P. sei auch wegen Fahrlässigkeit strafrechtlich verantlvortlich. Ehe er zur Preisprüsungsstelle ging, bätre er selber konlrollieren müssen, ob das Mehl aus dein Laden geschafft wurde. Ganz besonders aber hätte er gleich darauf achten müssen, daß der Preis aus der Preis- t a f e l entfernt wurde. Denn solange der Preis auf der Preistafel stand, und solange zugleich das Mehl noch vorhanden war, hätte ja nach der Verordnung über die PreisprüsnugSstellen vom 28. September 1915 das Mehl auf Verlangen von Käufern an diese abgegeben werden m ü s s e n. Somit sei P. wegen Fahrlässigkeit zu verurteilest. Das K a m m c r g e r i ch t verwarf die von P. eingelegte Revision als unbegründet. Ter Begriff der Fahrlässigkeit sei nicht ver- krnint. Nun hälfe ja das Landgericht etwas weniger strsnge An- korderungen an die vorn Angeklagten zu verlangende Vorsicht stellen können. Das sei aber lediglich eine Tatfrage, die dem Kamistergerschl al» R e v i s t o n» i n st a ii z entzogen sei. Ter Sittlichkcitsprcdiger in der Friedrichstrasic. Ter Sitzungssaal der 150. Abteilung des Schöffengerichts Berlin Mitte bot heute einen etwas sonderbaren Anblick dar. Ans der An- klagebank saß der VOsährige Pastor Liz. Otto Wnttig. Der Geistliche ist seines gebrechlichen Zustandes wegen nicht mehr im Amt, seit einiger Zeit ist er in de» Dienst der Berliner Stadt- in i s s i o n getreten. In der Nacht vom 25. zum 26. September 1916 zwischen 12 und 1 Uhr teilte Pastor Wuttig an der Ecke der Leip- ziger- und Friedrichstraße Flugblätter mit der Ueberschrift„Das Schicksal Deutschlands" aus. Einige vorübergehende junge Leute nahmen wohl willig die unentgeltlich verteilten Flugblätter in Einp- fang, machten aber etwas höhnische Bemerkungen. Der Pastor war deshalb bemüht, den Leuten den Inhalt des Flugblattes, in dem die Tittlichteil und.Keuschheit während des Krieges empfohlen wurde, zu erläutern. Dies hatte zur Folge, daß sich sehr bald zahlreiche Menschen um ihn scharten. In diesem Augenblick tauchte der Schutz- man» Lott aus. Dieser fordersc den Pastor aus, seine Rede abzu- brechen und weiter zu gehen. Pastor Wuttig erklärte dem Vertreter der Obrigkeit: er werde sogleich dem Befehle Folge leisten, er müsse aber erst seine Flugblätter zusammenpacke». Der Beamte packte dar- auf den Pastor an der Brust und versetzte ihm einen Stoß, so dah er zur Erde fiel. Nachdem er sich wieder erhoben hatte, wünschte er die Nummer des Schutzmanns zu wiflcn. Der Schutzmann stieß den Geistlicken von neuem, so daß dieser taumelte. Dann nahm er ihn am Kragen und führte ihn zur Wache. Nach Feststellung der Per- scnalien wurde er entlassen. Es wurde Anzeige erstattet und Pastor Wuttig hatte sich wegen ruhestörenden Lärms, Hervelführung eines Menschenauflaufs und unbefugter Flugblattvertetluna vor eingangs bezeichnetem Gerichtshöfe zu verantworten. Der Angeklagte beteuerte: Die Erregung ruhestörenden Lärms habe ihm ferngelegen. Er habe nicht eine laute Predigt gehalten, sondern den jungen Leuten nur den Inhalt des Flugblattes erläutert. Er sei auch gor nicht imstande, so laut zu sprechen, daß dadurch die Nachtruhe gestört wurde. Er wollte sogleich dem Beiehle de» SchntzmannS Folge leisten; jedenfalls habe dieser keine Ursache gehabt, ihn zu stoßen. Cr habe auch eine polizeiliche Erlaubnis zum Berteilen der Flugblätter.— Schutzmann Lott bekundete darauf als Zeuge: Die Predigt des Angeklagten sei straßenweit gehört worden, so daß ein großer Auflauf entstanden sei. Er ivar daher genötigt, den Angeklagten aufzufordern, daS Predigen zu unterlassen und sich zu entfernen. Da der Angeklagte diesem Ber- langen nicht entsprach, und sich auch gesträubt habe, ihm zur Wache zu folgen, mußte er ihn anfassen.— Drei Zeugen bestätigten die Angaben des Angeklagten. Sie haben sich über die Behandlung des Angeklagten so erregt, dah sie sich freiwillig als Zeugen angevoien haben.— Staatsanwalt Dr. Wolfs führte auZ: Das Vorfomiiinis sei ja sehr bedauerlich- Der Schutzmann hatte aber nicht nur da» Recht, sondern auch die Pflicht, wie geschehen, zu handeln. Er mußte dafür sorgen, daß im verkehrsreichsten Teile Berlins zur Mitternachts- stunde die öffentliche R»he und trdnung nicht gestört werde. Es emvfchle sich aber die denkbar größte Milde, er beantrage 10 M. Geldstrafe. Nach kurzer Beratung des Gerichtshofes verkündete der Vorsitzende, AmtSgerichtsrat Geh. Justizrat Kaden: Der Gerichtshof hat auf Freisprechung des Angeklagten erkannl. Der Gerichtshof hat die Uebcrzeugung geivoimen. daß der'Angeklagte, der zur Perteilung der Flugblätter berechtigt war, die öffentliche Ruhe und Ordnung nicht gestört hat. Der Schutzmann wäre verpflichtet gc- Wesen, zu sehen, wen er vor sich habe. ES ist eine Verfügung erlassen worden, wonach den Schutzleuion zur Pflicht gemacht wird, sich dem Publikum gegen- über angemessen und höflich zu benehmen. Zu- sammenstöße nach Möglich keil zu vormeiden und n i ch i jedes Vorkommnis zur Anzeige zu bringen. Hätte der Beamte diesen Erlaß beachtet, wäre er weniger nervös ge- wesen, sondern sich angemessen benommen, dann wäre das Bor» konrmniS vermieden worden.___ Ta» Unglück auf dem Grundstück Zagowstraffe 34, das sich am 14. Juni d. I. ereignete und bei dem von einer zusain- menstürzenden Mauer zwei blübende Kinder erfckikagcn wurden, Während jwei andere schwere Verletzungen havoutrugen, bcschäfttgl: gestern die?. Straflammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Splettstößer. Die Anklage lautete auf fahr- lässige Tötung sowie Körperverletzung und richtete sich gegen den Maurer Max Münnich. An dem genannten Tage stürzte auf dem erwähnten Grundstück eine unmittelbar cm der Straße stehende, etwa 4 Meter hohe. 8,5 Meter lange und ein Stein starke Mauer, die den Giebel eines bereits abgetragenen Schuppens gebildet hatte, nach der Straße zu ein. Auf dieser, und zwar in der Nähe der Mauer spielten zurzeit nngsiicklicheriveise gerade mehrere Kinder. Bon den„herab- stürzenden Steinen wurden infolgedessen die neunjährigen Schäle- rinnen Erna und Anna Noack getroffen, die beide ziemlich erhebliche Verletzungen wie Schenkel- und Kieferlmiche davontrugen. T:e iMbrige Elise Noack und deren Schwester, die 15 Monate alle Gertrud N. kamen dagegen schlimmer davon- Sie erlitten so schwere Schädelbrüche und sonstige Verletzungen, daß sie auf der Stelle den Tod erlitten. Wie die Feststellungen �rgaheu, war der höchst bedauer- liche Unfall dadurch entstanden, daß auf dem Hintergebäude Aus- schachtungsarbeiwii stattfände:! und die Arbetlee verbo!?- und regelwidrig die ausgehobenen Erdmassen an die Ilnglncksinauer heran- geschaufelt hatten und diese dem großen Drucke nicht standhielt. Als Schuldiger wurde der Angeklagte angesehen, der als Polier auf dem Bau tätig war n»d die Aufsicht zu führen hatte, die nötige Aufmerksamkeit aber außer acht gelassen haben sollte. Er bestritt seine Per- anttvortlichkcit, jedoch hielt ibn der Staatsanivalt sür schuldig und beantragte 4 Monate Gefängnis. Da» Gericht erkannte auf 8 Monate Gefängnis. Kein Gehalt, aber Priigel. Hebel mitgespielt wurde einem ältere» Handlungsgehilfen, der vor dem Berliiicc Kaufmanns- g e r i ck l gegen den Kaufmann Franz S ch l a l t n e r Klage auf Zahlung Von 108 M. tückständigen Geholt« erhob. S. balle de» Kläger Beruhard D. für sein Bureau»ist einem MonaiSgehall von MO M. eitgagiert, zahlle aber da« Gehalt nur ouf vielfaches Drängen, und zwar ralcnivcisc. Der Prmzipal blieb dsmrt i» Verzug, daß am 1. September noch nicht der Nest des im August fällig gewesenen Betrages bezahlt war. Der Kläger bc- sorgte sich schließlich Anfang September im Einvernehmen mit dem Bellaglen eine andere Stellung, kam aber dadurch, daß letzterer ib»r die rückständigen 108 M. nichr auszahlte, in schwere Bedrängnis. S- zog den etwa bOjährigeii Mann, der mit seiner Familie Hunger litr, direkt an der Nase herum, indem er ihn bald in sein Bureau, bald in eine Kognakstnbe bestellte, ihn aber jedes- mal im Slichs ließ. Di« Notlage des Kläger« wurde io groß, daß Piändnngen wegen rückständiger Miete und Steuer» bevorstanden, und kein Bissen Brot mehr im Hanse war. In dieser Nor entschloß sich D., seinen früheren Arbeitgeber in seiner in Steglitz belegenen Wohnung auszuiiichen. Während die Ehefrau deS Be- klagten die Tür öffnete, stand dieser im dunklen Kor- ridor hinter der Tür, und verietzie von dort aus heiin- tückisch dem um sein verdientes Gehalr liittenden Gehilfen einen wuchtigen Schlag in« Gesicht lind warf unmittelbar daraus die Tür zu. Der Kläger, der vor Schreck und Schmerz beinahe die Treppen hinuntergefallen wäre, hat heuie noch m»er den Räch- Wirkungen der Mißhandlung zu leiden. In der Verhandlung er- kaiinle der Beklagte die Forderung an. so daß gegen ihn Anerkennlnis- urleil in voller Höbe erging. Etivaiae Ansprüche wegen der Gesund- heitsschädigung behielt sich der Angestellte vor. Ein mildes Urteil gegen Milchpantscher. Mit durchschnittlich 50 Proz- Waffer hatte» der M o l l e r e i b e s i tz e r Ulrich M o n n. seine Ehefrau und Tochter täglich die von ibn»» geliefert- Milch .gestreckt'. Sie hauen sich deshalb vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte zu veraiitivorien. Prof. Dr: I» ck r n a ck hol in den em- nommenen Milchproben einen Wasserzusatz von 40 bi» zu 78 Proz. festgestellt. Außerdem ergab sich, daß in dem Betrieb der An- geklagten die Milch entrahmt und die so entfettete Milch in die irische Frllbmilch gegossen wurde. Da die Angcllagicn von ihren 19 Kühen im Stalle täglich etwa 160 Liter Milch gewannen rind mit etwa LO Protj- Wasser verdünnten, so ergibt sich, daß sie an jedem Tage M Liier Wasser„verarbeiteten" und dadurch bei der langen Zeit der Fälschungen einen nach Tausenden zählende» rechtswidrigen Verdienst nchnbt haben.— Der Staalsanwait bcanlrggte gegen das Ehcpaa» ie 9 Monate Gefänanis und 8000 M. Geldstrafe, gegen die Tochter 3 Monate Gefängnis und 1000 M. Geldstrafe. Da« Gericht erkannte gegen vi« beiden ersten Angeilagren mif je l Monat Gesungnis und 1000 M. Geldstrafe, gegen die Tochter aus 100 M- Geldstrafe. Der zärtliche Vorgesetzte. Böse Erfahrungen hat mit ihrem Geschäftsffihrer die zum Zwecke des WohnmigsaiishaueS in Ost- Preußen gegründete„Deutsche Zentralgenosienschnsl'' gemacht, wie «ine Verhandlung vor dem Berliner K a n s m a n n S g e r i ch t er- gab. Die beiden ehrenamtlich tätigen VorstandSmiigUeder Rahard und Feder setzleu zum GesiiiäfiSsührer mir einem Gebalr 4000 M. den frühere» Mvbelhändler Lipke ei», der recht selbstherrlich schalt?» und walten konnte. Der al-5 Klägerin annreieuden Steno- Ihpislin L. versuchte er sehr bald näher zutreten. Gleich in den ersien Tagen ihrer Tätigkeit duzte er sie, und als daS junge Mädchen sein Erstannen darühcr�u erkennen gab, erwidert« er:„Das ist bei»n« so üblick. Wir sind hier alle Genoffen Der Geschäftsführer beharrte bei seiner weilherzigen Anffassruig de« GeiiossenschasiSwesenS, er schenkle der L- Süßigkeiten und führie sie ins Kino. Später trat da»» ein Umschlag ein; die Steiioiupiftm erhielt die Kündiguitg, und Lipke drohte ihr, er werde sie die vier. Treppen hiiiunterschmeißen. Die Klägerin stellt« ihre Tätigkeit ei», benachrichligle aber gleichzeitig die beiden Vorstandsmitglieder Rahmd und Feder.— Tie Genossenschaft hat den Geschäftsführer seines Postens emhoben. Die Klägerin treffe, so meinte der al« Vertreter erschienen« Herr- Feder, insoseln auch Schuld, als sie Oleschenke annahm und mit L. ins Theater ging. Dem hielt die Klägerin entgegen, daß es sür eine Angestellte schwer sei, ZärtlichkeiiSamvandlungen des Vorgesetzte» abzuwehren. Sie müsse immer riskieren, ihre Stellung zu veilieren. und Broi�schinecke süß. Tatsächtich hql L. ihr bei Be- schaffung einer neuen Slellung»och Schwierigkeiien bereitet, indem er sich trotz deS Vorgesallenen erlaichte, eine unajinstlig» AnSkunst Über die Klägerin zu erteil»». Auch der Vorsitzende meinie, bei Bc- rilckslchtigmig der ivlrischaftlichen l Imstande sei ein junges Mädchen gegenüber den ständige» Aiinähcriiiigsversnchen eines älteren Vor- gesetzten ziemlich machtlos.— Der Vertreter der Äenossenschaft trug den ganze» Umstände» Rechnung, indem er der Klägerin ein gutes Zeilgiii««rieille und ihr vergleichsweise 40 M. zahlte, womit sich diese zufrieden gab. » Buchhandlung Vorwärts. Berlin, Lindenstr. 3 Die ersten Kriegssteuern und die Sozialdemokratie Von W. keil. M. b, R. #rei* 2 ZUart Vereinsausgabe 1,20 Alt. Der Verfasser sagt in seinem Vorwort: Die große Bedeutung. die diesen ersten Kriegssteuern zukommt, und die klärende Wirkung, die von den Reichstagsdebatten ausgeht, ließ es angezeigt er- scheinen,-in« gedrängte Zusammenfassung de» ganzen Verlaufs der Steuertämp!« zu geben. Das wichtigste Tatsachenmaterial, das sich in den Steuerdebatten anhäufte, ist in der vorliegenden Schrift zusammengestellt. Der wesentliche Inhalt der neuen Steuergesetze ist wiedergegeben und kritisch beleuchtet. Vor allem aber ist die Haltung geschildert, die dle Sozkaldemokrat!« eingenommen hat. direkt am Nettclbeckplatz— Bahnhof Wedding AUF KREDIT Formulare für Bezugsscheine sind bei uns zu haben Sonntae 8— 1t und 12— 8 Uhr geölinet IVlarRen: ' lieferr seir> S VS' 60 wm. co, C3.550?erl«nfsstell. Gr;-Bei'l. Singer NähmascMnen Li den i» Allea StadttcilAW. 4 Eürttcr. Oeir, gase> I Wilhelm fifibcl B ZS etaene Filialen. B Ilekür iiss"i 48«ig»» Ittailgesthäfle I Schröter. K.I MBW 43 ntrSaulsaMlr««z PR| Wmtcr-Pälctots von«i42.-» 8ÄLLo»�ii2ÜAövon«i.38.� Winter-Ulster.»»»86.-.° I»Ii Pock-�n�üxe �»«54.� Winter-Joppen.0.». ll.-.. �unZIinZs-�ll�üZe von�y.- O t-rttLte«»<-r«Ieg«nIi«ltG-�»i»rii»iiG die»«i'.-t et kiin Hon-sn- and Damen-Crarderobe, Pelz- a. Seh muck«ach«in. Tägl. Verkauf von Kavalieren wenig getragener sowie im Verzatz gewesener Jackett-, Hock- A.nzüge, Paletot». Ulster, teils auf Seide, enorm billig. 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Frauenabtcilung und 3, Männerabteilung, dem Vor- stand der Verwaltungsstelle Berlin II der Hamburger Zcntralfranfcnfasse der Tnchler und dem'Zentralverband der HandlungSgehilsen Grog-Berjin sprechen wir unseren berzlichsten Danf aus sür die innige Anteilnahme am Begräbnis unserer Tochter Charlotte. 16006 Familie Hax Znbeil. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, dag am 7. d. Mts. meine liebe, herzensgute Frau, unsere gute, unvergeßliche Muller.Tochter, Schwester und Schwägerin Luise Baedelt im Alter von 89 Jahren nach lurzein, schwerem Leiden ver- starben ist. ISOIb Dies zeigt tiesbelrübt hiermit an Wilhelm Baedelt ncbst Kindern und Anverwandten, Bertin-Oberschönelveide, Edisonstr. 44. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. Dezember, nachmittags 3 Uhr.von der Leichen- balle des hiesigen Gemeinde- Friedhofes, aus statt.* KON� UNON Monaisgardepobeaihaus II. 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Aus der Strecke Berlin— Erkner, auf der erst vor wenigen Wochen in der Nähe von Rahnsdorf neunzehn junge Arbeiterinnen durch den Lalkanzug zcrinalml worden find, hat sich am Donnerstag- abend ein gleichartiges türchterlicheS Unglück zugetragen, dem mehrere Menschenleben zum Opfer gefallen sind. Ein Berichterstatter schreibt uns folgende Einzelheiten: Am Donnerstagabend gegen llhr begaben sich wie täglich vier Postbeamte mit einem Kastenwagen voller Pakete zum Friedrichshagener Gülerbohnhof, um den um die genannte Zeit fälligen Güterzug zu erwarten und die Pakete zu verladen. Um zu dem Güterzuge zu gelangen, müsien die Beamten mit ihrem Wagen das erste Gleis überqueren. Als nun die vier Personen gerade im Begriff waren, das erste Gleis zu überschreiten, sauste von Berlin her ein V-Zug heran und fuhr in die Gruppe hinein. Alle vier Personen wurden von der Lokomotive erfovt, schrecklich vcistümnielt und auf der Stelle getötet. Die Verunglückten sind: der SüjZhrige Oberpostschaffner Friedrich Älntzner, der Post- schaffner Karl Kapo, der 17jährige Auöhelser Buchholz und eine SOjähnge Frau K r e b e l, sämtlich aus Friedrichshagen. Frau K., die anshiliswciie beim Friedrichshagener Postamt beschäftigt war, hatte am Donnerstag zum ersten Male Dienst getan. Erst nach einiger Zeil wurde der Unfall bemerkt. Aerztliche Hilfe war sehr schnell zur Stelle, dock kam sie, da alle vier sofort gelötet sein , nüsien, zu spät. Zur Zeit des Unglücks befanden sich andere Personen nicht in diesem Teile deS Bahnhofs, so dag eine genaue Auf« klärung über die Katastrophe bisher noch nicht möglich war. Nach der amtlichen Meldung sind nicht vier, sondern drei Personen getötet worden. Ein Post- schaffner Karl Kape wird in der amtlichen Meldung nicht genannt. Sie lautet wie folgt:„Am 7. Dezember gegen 8 Uhr abends wurden in F r i e d r r ch s h a g e n der Oberpostschaffner Klützner, der AuShelier Buchholz und die AuShelferin Krekel, olle in FriedrichShagcn wohnhaft, vermutlich vom D-Zuge 88 über- fahren und getötet. Die Genannten hatten bei dem Güter« zuge 7716, welcher verspätet eintraf, Postsachen ein- und auszuladen. Sie find jedenfalls in der Annabnie, dag der Schnellzug der Güter- zug fei, diesem mit ihrem Postkarren zu nahe gekommen und er faxt worden. Der Postkarren Ivurde hierbei ebenfalls zer- trümmert. Die Postbeamten halten Anweisung, erst dann an den Güterzug zu fahren, wenn er hält. Die Untersuchung ist ein- geleitet/ Wie von dritter Seite, übereinstimmend mit dem amtlichen Bericht, geschvieben wird, hätten die Getöteten ihr Fahrzeug so nahe an das Gleise herangeschoben, wie es bei Güterzüge» üblich sei; da aber nicht, wie irrtümlich angenommen wurde, der fällige Güterzug, sondern der erheblich breitere DurchgangSzug heran- brauste, war die Katastrophe unvermeidlich. Die Leute wurden mit furchtbarer Wucht erfaßt und weit fortgeschleudert. Das Unglück wird durch den Donnerstagabend herrschenden Nebel be- günstigt worden sein. Tie Zulassung zum �leischkauf bei der Freibank. . Tie Berliner Freibank gab früher das ihr zum Perkauf über- Wiesens minderweriige Fleisch an jeden Kauflustigen ab. um« Ausschluß nur der Wieververkäufer. In der Kriegszeit steigerte sich infolge von Fleiichknappheit und Fleischteuerung das Verlangen nach dem Freibanlfleiich so, daß mit den der Freibank überwiesenen Fleischmengen, die natürlich nur noch ganz gering waren, immer nur ein Teil aus der Schar der Kauflustigen befriedigt werden konnte. Um zwecklose Ansammlungen wartender Personen zu ver- hüten, gab die Freibank besondere Kundenkarleir aus, die auf bestimmte Tagesstunden lauteten. Daß auch dieses Verfahren noch seine Mängel huile, wurde damals im„Vorwärts" gezeigt. Inzwischen sind Acnderungen eingeführt worden, die den Kreis der zum Fleischkauf bei der Freibank zuzulassenden Personen stark beschränken. Eine Kundenkarte kann jetzt nur noch erhalten, wer eine gewisse B e d ii r ft i g ke i t nachweist. Ob der Antrag- steller hmreicveiid bedürftig ist, prüft der zu diesem Zweck aufzu- suchende Armenkommissionsvorsleher, doch hat im übrigen die ganz« Sacke nichts mit der Armenpflege zu tun. Zur Ermöglichung eines Urteils über die Einkpmmensverhältmffe sind womöglich Papiere vorzulegen, zum Beispiel der Sleuerzetiel, der MielSverlrag. *•" Kriegerfamilien der UiitersiiißuiigSbogei!, auch ist die bei Kinderzahl anzugeben, weil kinderreiche Familien bevorzugt werden sollen. Erst nach Anerkeiiiiung der Bedürsligkeit kann eine Kuiiden- karte bewilligt iverden. Weil die verfügbare Menge Freibanlfleifch jetzt sehr gering ist, muß die Zahl der Karten begrenzt werden, so daß mancher trotz Anerkennung der Bedürftigkeit leer ausgehen wird. Zu erkalten sind die Kundenkarten nicht mehr i» den Verkaufsstellen der Freibank, sondern nur noch auf dem Viehhof(Eldena« Straße, Börsciigebäude) bei der Direktion der Schlachlviebversiche- rung vereinigter Viehkommissionäre Berlins, für deren Rechnung die Freibailk unlcr Anificht der Schlachihofverivaltung betrieben wird. Hiermit erledigt sich der früher oft geäußerte Verdacht, daß in den Verkaufsstellen schon bei der Äarieiizuieilung gewisse Kunden bevorzugt iverden. Von der Direktion, die keinen Kunden persönlich kennt, wird man das ebensowenig wie von dein Armenkommissions- Vorsteher befürchien. Die Direktion veiteilt die bei der Kartenbewilligung berücksich- tigten Perionen je nach den, Sladlteil, in dem sie wohnen, aus die einzelnen Verkaufsstellen. Die Kuiidenlarten berechtigen, bei gleich- zeitiger Vorlegung und Kürzung der Fleiichkarten, zum Kauf von Freibankfleisch an einem Tage in jeder Woche zwei Monate hindurch, immer an demielben Wochentag, aber jedesmal zu«iiier aiideren Tagesstunde, z. B. immer am Donnerstag, aber in der ersten Woche rmr 8 Uhr, in der zweiten um S Uhr usio. So wird nicht nur eine gleichmäßige Verteilung der Käufer erreicht. sondern auch der Klage abgeholfen, daß manche Personen immer als die ersten und andere immer als die letzte» in die Verkaufsstelle» gelangen und dann entsprechend gut oder schlecht beim Kauf weg- kommen. Wünschen mutz nian. daß nach Ablauf der GellungSdauer der Kmldenkarten bei der Neuverteilung diejenigen Personen zuerst berücksichtigt werden, die trotz anerkannter Bedürftigkeit bisher keine Karte erhielten. 78 Proz. In der Hauptsache bestand der Inhalt aus 166 bis 125 Gr. oft noch miirdcrivcrtiger Grütze, die durch Kochimg mit Wasser auf 166 Gr. gebracht war. Gute Grütze ivird jetzt in Berlin auf Lebensmittelkarten zu OßO M. für das Pfund verkauft. Der Maicrialwert i-et einzelnen Büchse muß also für da« Publikum auch bei den heutigeil Preisen aus 8—8 Pf. berechnet werden, der geforderte Preis ist also mindesteiis 15— 26lnal zu hoch! Konservendosen haben jetzt uranchmal an Stellen, wo sie ab so- lut notwendig für militärische Zwecke gebraucht wurde», gefehlt; für die vorderste Front sind gute Fleischkoitscrvcn als eiserne Ration durch nichts zu ersetzen. Für auderc Zivecke bat jetzt jede Konserve nur einen Wert für die Taschen des Herstellers oder Händlers. Als gröbster Unfug muh es aber hingestellt werden, wenn eine gute Dauerware, wie Graupe oder Grütze, künstlich mit Wasser vcrwtzi. in eine Konservendose gepreßt und unter hochtönenden Namen nnd wucherischen Preisen dem ahnungslosen Publikum verabfolgt wird. Bon unserer letzten guten Hascr- und Gerstenernte sollen 566 666 Tonnen vergrützt werden, hoffentlich verschwindet nicht wieder ein großer Teil in den Konservendosen l Mit den Fischen ist es ganz ähnlich, zuerst bot nns der Handel unter beweglichen Klagen sehr billige Fische an; die nach dem Aal am meisten Fett enthaltende u»d dadurch sehr schmacklxiste Makrele kostete zuerst 6,56 M. für das Pfund, sie hat ichon lange ihren Weg in die Konservenbüchse gefunden; jetzt ist sie kaum für 8 M. für das Pfund zu haben. Viele Fische iverden zu Fischklötzen verarbeitet. Der dergestalt erreichte Preiöaufschlag Ist meistens ein zehnfacher gegen die normalen Preise! Auch vermischt man die Fische häufig init Vegetabilien. Eine Tbunsischlonserve zeigte unter dem Teckel sehr schönes fettreiches Fischfleisch, an, Boden der Dose fanden sich fastmur Kohlrabi- und Mohrrübenstücke. Ich möchte allen Konserven- uiitcrsucbern empfehlen, den Doseninbalt im ganzen zu untersuche» oder prinzipiell die Dosen nur von der Bodenseite her zu öfstren, wie ich das schon seit langer Zeit tue. Schließlich sei auch noch darauf hingewiesen, daß die Büchsen konservcn natürlich ein sehr dankbares, weil nicht verderbliches Lbjctt für dei» berüchtigten Kctteithandel darstellen. Erhöhung des Milchpreiscs, �Verringerung der Buttormenge. Es wird mitgeteili: Die Schwierigkeiten der Milchversoroung die im wesentlichen auf einen durch die Futternot bedingten Rück gang der gesamten Miichproduktion im Lande zurückzuführen sind werden für Groß-Berlin eine weitere Erhöhung der'"reise für B o l I m i l ch voraussichtlich um 4 Pfennig pro Liter zur Folge haben.. Ebenso wird sich, wenn auch nur vorübergebend, aus dem gleichen Grunde eine geringfügige Herabmindernng der Fett- bzw. B u t t c r r a t i o n pro Kopf und Woche, die bisher i» Berlin innner noch höher war als in den meiften anderen Städten und Gegenden, kaum vermeidet, lassen. Es sollen statt 96 mir noch 86 Gramm gegeben werden. „Nur" zehn Gramm weniger I Das macht für eine fünf köpfige Familie gleich 56 Gramm. Dabei wissen die Frauen buchstäblich nicht, wie sie ihre Speisen berelte» sollen. Sie vechneten beim Braten und Kochen ja schon lange mit Grammen. Gänse fett ist nur für Kviegsgewinncr erschwinglich. Die Milch soll gleich um vier Pfennige verteil«! werden. Auch das bedeutet für die Gcringbcmittelteir eine Verschlechterung der ErnährungSquote. Mißstände i« der Lebensmittelversorgung. ES ist einwandfrei festgestellt worden, daß auck jetzt wieder größere Mengen Karloffein erfroren und verdorben find und noch mehr verderben müsse», weil sie in feuchten, der Ueberichwemmung nnd dem steigenden Grundwasser auSgeseyien Räumen und nicht fach- gemäß eingemietet sind, wie dies zum Beispiel in Brandenburg an der Havel geschehen ist. Ungeheuere Menge» Konserven aller Art sind infolge mangelhafter Zubereitung den Fabriken und Hausfrauen total' verdorben. Der„Z. E. G." find größere Posten Fische zur Verfügung gestellt und müssen als Hnndefutter verkauft werden darunter auch Klippfische. Der Hamburger Firma Wirrsing u. Hamieniann sind allein 55 606 Dosen Lchsengulaich verdorben beziehungsweise minderwertig geworden. Dieses Gulasch war auS Dänemark bezöge». Die Berliner Hausfrauen klage» über die Kartoffel», teils weil sie mit Futlerkartoffeln, teils mit tühen. das heißt angefrorenen Knollen vermengt fein solle». Auch über MaiS und Weizengrieß führt man Klagen. Letzterer soll dumpfig gewesen sein und zwar derartig, daß er nicht zu verwenden war. Kartoffeln werden nur auf eine Karte abgegeben. Ei»« große Familie mit mehr als vier Karten muß infolgedeffen an vier und mehr Stellen nach Kartoffeln stebe». Viele Familien steben ununterbrocheit und laufen von einem Händler zum andern, damit die Karten nicht ver- fallen. Die Kartoffelpolonäsen werden»inmer länger und zahl reicher. Lebhaft geklagt wird auch über die Marmelade. Sollten diese Klagen nicht abgestellt werden können? Tic Konservendose eine Gefahr für die billige VolkScrnährung. Einenl Artikel von Dr. M. Iunack in der„Deutschen Schlacht- und Viehhof-Zeitung" entnehmen ivir folgendes: In den letzten Monaten untersuchte ich mehrfach aus großen Fabriken stainmende Grüyekoiiserven, die unter den hochtönenden Namen„Kraftgrütze" oder„Lebergrützwiirst" zu Preisen von 1,56 bis 2,60 M. pro Tose mit 466 Gr. Inhalt verkauft wurde»; in cinein vrr».,»,» Falle hatte angeblich sogar eine PreisprüfuiigSftelle den traurigen; führuiigen Wohnungsfürsorge für Kriegsbeschädigte. Den heimkehrenden Kriegsbeschädigten gesunde W o h n n n g e n zu verschaffe», soll die Aufgabe eines„ A n S f ch u f f e s Groß- Berlin für Kriegsbefchäbigten-Ansiedlung" fein der dieser Tage gegründet worden ist. Den Vorsitz führt Ober« bürgermeister Wermuth. Die GeschäflSführung liegt in den Händen der Herren: Staatssekretär a. D. Dernburg. Stadlbaurat a. D. Neuster, Geh. Köntnierzienrot Ernst v. Borsig, Bürgermeister Dr Reicke, Regierungspräsident v. Schwerin-Pottdam und Landesdtrekior v. Winterseld. Der Tätigkeit des Ausschusses sollen folgende, in der Artinduiigsverfamnrlung einstimmig angenominen« Leitsätze als Richtichnur dienen: 1. Der AuSscbuß Groß-Berlin für KriegSbeschädigtenansiedlung betrachtet e» als feine Aufgabe, dahin zu wirken, daß die Krieg« befchädigie» Aroß-BerlinS in solchen gelniideu Wohmiiige» untergebracht werden können, welche für ihren körperlichen und seelischen Zustand geeignet sind. 2. Im Rahme» der amtlichen KriegSbeichädigtenfüri'orge und unter Mitwirkung der städtischen Wohnungsämter sollen den Kriegs- beschädigten geeignete Wobnunge» nachgewiesen werden. Der Aus« fchuß wird ferner solche Maßnahmen nilierstützen, welche die Her- stellung gestuider Wohnungen, möglichst mit HauSgarten, und in geeigneten Fälle» die Ansiedlung in KletnhouS mit Garten fördern. 8. Der gefchäftefübreiid« AnSichuß wird bsaliftragt, die für die Erfüllung dieser Aufgaben und die Organisation der Beratung der Kriegsbeschädigten in WohmingS- und AnsiedlnngSfragen erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen und alsbald über das Veranlaßt» zu berichten. „Schnellstrastenbahnet»". Prof. G i e f e vom Verband Groß-Berlin sprach am Donnerstag abend im Verein Berliner Vororte z. W, g. Kaiser« Wilhelm- Straße 81, über Schnellstraßenbohiie», An der Hand eines reichen staiistiichen und technischen Material» begründete der Vortragende seine Pläne. Aus den Ausbau des Groh-Berliner SckmellbahiiiietzcS müssen viele Orte noch lange warte». Deshalb solle man Schiiellstraßenbahnei, auf eigenem Bahnplanutn umbauen. Sie feien bedeutend billiger(126 666 M. pro Kilometer) und könnten erheblich mehr als andere leisten. Wirtschaftlich seien diese Schnellstraßen- bahnen anderen vorzuziehen. Die Berliner Slraßenbahneii mit 16 bis 26 Kilometer Höchstgeschwindigkeit befriedige» das Verkehrs- bedürfnis nur unvollkommen. BemertenSwert ivaren seine Aus- über die erzielten Höchstgeschwindigkeiten im Groß- Berliner Verkehr. Danach entwickeln die PrivalautoS die größte Mut, den Preis für die betr. Ware als durchaus angemessen zu be- zeichnen. Das UnterfuchnngSresultat war in allen Fällen ei» außer-._ ordentlich ungünstiges; Leber war in keinem Falle nachzuweisen; der; pnrchichuirtlichen Reiseaeschlviiidigkeit von 25 Kilomeier, die von Fettgehalt schwankte von 6,7—1,8 Proz., der Wassergehalt von 75 bis 1 Hamburg mit 28,3 Kilometer, die Stadtbahn mit 22, die Siadl- Netsegeschwindigleit, die Hochbahn in Berlin fährt mit einer diirchschiiittlichen Reisegeschwindigkeit und Vorortbabuen bezw. Ringbahnen mit 82 Kilometer im Mittel. Die höchstzuläisige Geschwindigkeit beträgt bekanntlich 56 Kilometer. Der Vorortzug nach Nauen erreicht indes 58 Kilometer, der nach Neu- BabclSber'g»inr 51 Kilometer und die Züge nach Wanniee sogar nur 28 Kilometer infolge der Dichtigkeit der Stationen. Je dichter die Stationen folgen, je geringer die Geschwindigkeit. Bo» den Stroßenbahiieii entwickeln die Ostbahnen nach Köpenick und die Teltower Kreisbahnen mit 80 und 28 Kilometer die höchsten Gc- schwindigkciien. Prof. Giete empfahl 32 Meier breite Straßen mit zwei Fahrdämmen und einem Straßenbahnplanum in der Milte, lvie in der Hardenbergstrabe. Er trat auch sür die Einführung von UebergaiiaSsahrscheineii ein mid betonte, daß in Groß-Berlin noch reichlich Gelegenheit vorhanden sei. Slbncllstraßenbahnen anzulegen. Er führte eiiien Plan vor, der 116 Kilometer solcher Bahnen in den Vororten im Anschluß an bestehende Bahnen als Zubringer aufwies. � Straßeubahn-Luftsprung. Nachts. Neukölln— Haienheide. Bahn frei aller Schnelligkeit. Wie ein edler Renner fliegt die 7 gen Berlin. In hohen Tönen singt sie das Lied von der Schnellbahn. Die drinnen merken'S nicht. Ab« die Steher halten sich immerbin an der Strippe fest. Da— ein Rckordschwung, und alle sausen der vorderen Tür zu. Als letzter ein Mai»,— die abgerissene Haliestrippe in der Hand. Er mag in seiner Schlankheit, mittleren Größe mid dein Knochenbau des Kopf« arbeiterS samt Winlerverpackung höchstens 126 Pfund wiegen. Trotz- dem hat die Lederichlinge dem Ruck»ach vorwärts und dem gleich- zeitigen Zug nach unten nicht standgehalten. Unter mächtigem Hallo wird die Ordnung wieder hergestellt. Die Schaffnerin nimmt huldvoll die ihr dargereichte Schiinge entgegen. Aber damit sie vorschriftsmäßig verstaut werden kaiiii, müssen erst alle Leute von der halben LängSbank aufstehen, denn daS Sitzbrett ist, wie man er- kennt, der Deckel zum Tepotschrank. Nun sitzen sie wieder. Aber da will ein junges Mädchen aufstehen,»nd siehe da, ihr Rock ist eingezwickt.?!eiieS Hallo, bis eine Wiederholung deS allgemeinen Aumands Rock und Trägerin befreit.— Sehn Sie, so unterhaltsam ist daS Fahren auf der Straßenbahn! Tie Arbeittzloscnfürsorge. Geschäfttstatistik der ArbeitSlosenfürsorge der Stadt Berlin siir die Woche vom 26, bis 26. November: Bei den 23 städtischen Ge- schäflsstellen sind 74 Gesuche eingegangen; e» ivurden abgelehnt 14, an die LandeSversicheruiigSaiistalt Berlin veriviescir 1, bewilligt 46. Ausgeschieden aus der Unteistiitzung(nberiviegend wegen Wiedereintritts in Arbeit oder Erwerb) sind 6l Personen. 166 männliche und 1728 weibliche Personen bezogen lliiterstützung im Geiamt- betrage von 7441 M.. davon je 4 M. 1660 Personen, je Ö M. 129 Personen. Bon der Stadt wurden a» 151 Mitglieder von 15 Ar- b e i t e r- und A n g e st e l l t e» o r g a» i s a r i o n e n, die selbst iatzungsgeinäß Unterstützung gewähren, Zuschläge im Gesamlbetrage von 492 M. gezahlt. Hiervon trafen auf die freien Gewerkichasieir 135 Mitglieder mit 429,25 M.(und zwar Metallarbeiter 56,65 M., Holzarbeiter 57,65 M. usw.) Die La n deSvers icher n ngsan st alt Berlin hat von 22 456 bei ihr überhaupt bi« 25. November eingegangenen, teils von de» städtischen UiiterslützungSkommiisionen ihr überwiesenen, teils von den Organisationen ihr eingereichten Gesuchen 15 494 genehmigt. Gegenüber der Vorwoche sind keine Personen hinzugekommen. Schlechte Butter. Knapper als sie ist. kann die Bullerration wohl kaum noch iverden, wenn auch Gerüchte umgehe», daß sie zur Verhinderung weihiiachtlichell KuchenbackenS oder aus anderen Gründen weiter herabgesetzt werden soll.(UebrigenS: warum die Kuchenversolgung? ES kau» doch jeder nur seine Ration an Mehl, Butter und Zucker verbrauche», und man kau» eö ihm ruhig überlassen, ob er das in der aiiiprechcnden Form von Kuchen genieden will.) I» dieser Woche nun sindzahlrcicheHauShaltungeniu Wilmersdorf, vielleicht auch anderSwo, mit einer geradezu»ngenießbaren und auch zum Kochen und Backen nicht verweiidbaren Butter beglückt worden. Wen die Schuld daran trifft, ob Z. E. G. oder R. F. St.(ReichSfettstelle) oder F. Gr. B. (Feitstelle Groß-Berlin), wissen wir nicht. Jedenfalls müßte sich daS K. E. A.(KriegSernäbrungSamt) doch darum kümmern, daß dieieS kümmerliche bißchen Fett nicht verdorben geliefert wird. Wir müssen vollwichtiges Geld oder echte Schenre dafür bezahlen. Tie Preise für Gemüse und Slcpfel. Die PreiSprüfmigsstelle Groß-Berlin hat für die kommende Woche folgende Preise für Äcmüie und Obst als zulässig festgeietzi: al Im Großhaiidel sür das Pfund Weißkohl 8 Pf., Wirsingkohl 18 Pf., Rotkohl 18 Pf., Grünkohl 10—13 Pf.; b) im Kleinhandel: Weißkohl 11 Pf.. Wirsingkohl 23 Pf.. Rotkohl 23 Pf., Grünkohl 13—17 Pf.. Kohlrüben 6 Pf., Tafeläpfel(besonders feine ausgesuchte Ware— Auslese— ist hierbei nicht inbegriffen) 35—65 Pf. Für Mohrrüben nnd Karotten mußte in dieser Woche mangels Zufuhren von einer Preisfestsetzung abgesehen werden. Die PreiSpciiiungsstellc hat in ihrer letzten Sitzung folgende Festlegung deS Begriffes T a fe I äp fe l getroffen: Tapfeläpfcl sind gepflückte, möglichst gleichmäßig sortierte, zum Rohgenuß ge- eignete Aepfel, bei denen alle wurmstichigen, verkümmerten, an- gefaulten, miverhältniSmäßig kleinen, unansehnlichen, schmutzigen und gedrückten Früchte ausgesondert sind. Einschränkung des Lichtverbrauchs. In den nächsten Tagen ivird die Bundesratsverordnung über die Einschränkung des Kohlenverbrauchs, über die wir bereits berichtet haben, veröffentlicht iverden. Ihre wichtigsten Bestimmungen bestehen im Verbot jeder Art von Licht- r e k l a in e, in der Beschränkung der Straßenbeleuch- t u n g und der Jnnenbeleuchtung der Läden, in der Ein- 'chräilkung des elektrischen Straßenbahn- nnd deS K l e i n b a h n b e t r i e b e S, in der Herabsetzung der L a d e» s ch l u ß z e i t ans 7 Uhr(ausgenommen sind Lebensnüttelgeschäfte und Apotheken), sotvie in der Fest- 'etzung der Polizeistunde auf 10 Uhr für Theater, öffentliche VergnügnngSstättc». Gastwirtschaften usw. Doch ollen die Zentralbehörden befugt sein, die Polizeistunde auf 11'/. Uhr zu verlängern. Wenn wir auch die Ersparnis im Kohlen- und Lichtverbrauch gegenwärtig als eine zwingende Notwendigkeit anerkennen, so möchte!! wir doch zugleich mit allem Nachdruck darauf hinweisen, daß bei den geplanten Beschränkungen des Straßen- und Eisen- bahnbetriebcs die gebührende Rücksicht auf die in U c b c r- t u n d e n ii n i» Nachtschichten beschäftigten Ar- beiter, Angestellte usw. nicht außer acht gelassen werden darf._ Kohlcnnot in Berlin. Ausbleiben der Brilett«.— Wagen- und Arbritcrmangcl.— Notstandsmasinalimen. In der Rcichshauptstadt herrscht Kohlenmangel, so groß und bedenklich, daß namentlich in den Arbeitervierteln ein tatsächlich« Notstand ausgebrochen ist und viele Familien in diesem Augen- blick keinerlei Heizmaterial haben. Seit mehr als 46 Jahren ist nach Angabe von Sachverständigen ein derartiger anhaltender Kohlenmangel in Berlin nicht bevl'achtet worden, denn nicht nur seit einigen Tagen erst, sondern seit vollen acht Wochen müssen beispielsweise im Norden von Berlin, in Neukölln und anderen im wesentlichen von Arbeitern bewohnten Vororten die Leute nach floHeit„artflefien', tote kwfl nach Butter. Äuf Ken Moabitcr Koylenplätzen'finden sich Tag für Tag Hunderte von Frauen mit Korbwagen ein, um die Großhändler um Abgabe, wenn auch nur llciner Mengen, zu bitten und selbst gewisse, sür die Lebens inittelversorgung unentbehrliche Betriebe, wie Bäckereien, erklären, aus Marlgel an Kohle nicht mehr weiterarbeiten zu können. Selt- samerweiss scheint gegen diese Zustände, die schleuniger und energischer Abhilfe bedürfen, bisher so gut wie nichts geschehen zu sein. Die Vorräte an Steinkohlen selbst sind nach den Feststellungen, die wir getroffen haben, zwar kriapp, reichen aber zur Not aus. Dagegen ist die Preßkohle(Brikett) fast vollständig vom Berliner Markt verschwunden, obwohl gerade diese Preßkohle das„Heiz- Material des kleinen Mannes" ist, der sich mit der gewöhnlichen Hausbrandkohle deshalb nicht bebelfen kann, weil die Berliner Oefen fast ausnahmslos ohne Rost gebaut, für Steinkohlen also nicht geeignet sind. Das Seltsamste ist, daß tatsächlich ein Mangel an Koble in den eigentlichen Kohlenrevieren absolut nicht besteht; die Stein- kohlenförderung ist trotz der auch im Bergbau bestehenden Pro- duktionsschvierigkeit gegenüber ver vorjährigen noch Hinausgegan- gen. Tie Kohlenlager der Gruben sind nach den Berichten des Syndikats durchaus reichliche, und an Preßkohlen liegen in den Fabriken, zum Beispiel in der Lausitz, die sür die Versorgung Berlins in erster Linie in Frage kommen, ganz ungeheure Vor- rate. Die Krisis ist dadurch hervorgerufen, daß die Eisenbahn- Verwaltung nicht rechtzeitig und nicht ausreichend das erforderliche Wagenmaterial zur Verfügung gestellt hat, und daß andererseits auch den Berliner Großhändlern die Absuhr von den Bahnhöfen infolge Arbeitermangels nicht möglich war und ist. Kein Sauerkohl. Die Kriegsgesellschaft für Sauerkraut gibt be- kannt: Bis auf Widerruf darf«wauerkraut nicht an Handel oder Private abgegeben werden. Einstweilen müssen alle vorhandenen Vorräte zur Verteilung an Heer und Kommunalverbände zur Ver- fügung gehalten werden. In Einzelfällen werden wir Ausnahmen gestatten. Abgeschlossene Verträge, welche noch zu erfüllen sind, müssen uns umgehend aufgegeben werden. Besondere Karten sür Magermilch gedenkt die Fettstelle Groß- Berlin herauszugeben. Besondere Bestimmungen sollen noch erlassen werden, sobald man über die genügenden Mengen Milch mit einiger Sicherheit verfügen kann. Die Fettversorgmig der Gastwirtschaften und privaten Krankenhäuser und Kliniken im Bezirke der Fetlstelle Groß- Berlin ist vom 11. Dezember ab neu geregelt. Diese Betriebe er- halten keine Feitkarten mehr, sondern besondere Bezugsscheine, die bei den aus dein Aufdruck ersichtlichen Firmen eingelöst werden lönnen. Die privaten Krankenhäuser und Kliniken müssen augerdem über ihre tägliche BclegungSzahl, wie dies jetzt schon vielfach ge- schiebt, allgemein eine Nachweisung führen und Durchschläge dieser Nachlveisung allmonatlich der Fettstelle Groß-Berlin einienden. Die bis zum 19. November erfolgte Anmeldung dieser Betriebe zur Kundenliste sür die Zeit nach dem 11. Dezember tritt infolgedessen außer Kraft. Die Gemeinden Grünau, Treptow und Köpenick haben Gänse, Hühner, Süßsische(Karpfen), Aeviel usw. angekauft, die vor Weih- nachten zum Verkauf kommen sollen. Erweiterung der Kriegszulagen. Zu der von uns bereits ver- öffenttichten Mitteilung über die Borlage des Magistrots betreffend die Erweiterung der Kriegszulagen der Arbeiter. Angestellten, Lehrer und Beamten wird ergänzend mitgeteilt, daß die Einlommensgrenze für die Kriegszulage der Verheirateten ohne Kinder 4599 Mark, der Verheirateten mit Kindern 9999 Mark beträgt. Auswciskartc» sür Handelsreisende. Das Polizeipräsidium teilt mit.' Durch Ministerialerlaß vom l7. November d. I. ist bestimmt worden, daß in Zukunft die Legitimationskarten sür inländische Kaufleute und Handlungsreisende mit einem Lichtbild des Inhabers. ähnlich wie bei dem Wandergewerbeschein, zu versehen, und daß die Staatsangehörigkeit und der Geburtsort des Inhabers unter den besonderen Kennzeichen auf den Karlen cinzulragen sind. Es sind nur aufgezogene Llchlbilder zugelassen, die eine Kopfgröße von min- dcstenS 5 Zentimeter haben, ähnlich und gut erkennbar und in der Regel nicht älter als S Jahre sind. Zur Vermeidung von Verzöge- rungen sind daher gleichzeitig mit den Anträgen auf Ausfertigung der Legitimalionskarten für 1917 amtlich bescheinigte Lichtbilder der Karteninhaber, die den obigen Vorschriften entsprechen, beizu- bringen. Die Ausstellung empfehlenswerter Jugendschrifteu im Gewcrkschaftshaus ist heute Sonnabend, von 6—9 Uhr, morgen Sonntag zum letztenmal von 3'/,— 7 Uhr geöffnet. Die Schriften zur Bekämpfung der Schundliteratur werden ausgegeben. Kinder haben nur in Begleitung von Erwachsenen Zutritt. Die nächsten Lolkskonzerte dcS Philharmonische» Orchesters finden am Freitag, den lS. Dezember, in der Neuen Philharmonie, Köpenicker Straße 96,97, und am Mittwoch, den 29. Dezember, im Stadttheater in Moabit, All-Moabit 47/48 statt. Beginn des Konzerts 8 Uhr.— Der Vorverkauf zu den Volkskonzerten findet statt in der Zentralstelle für Volkswohlfahrt, Augsburger Straße 91. in der Berliner GewertschaftSlommiision, Engelufer IS, Zimmer 13(außer Sonnabends nachmittags) und in den betreffenden Konzertsälen. Die im Vorverkauf nicht untergebrachten Karten werden abends an der Kaffe verkaust. Der Eintrittspreis beträgt 39 Pf., Kasseneröffnung 7 Uhr. Mordversuch eines Dreizehnjährigen. Unter dem Verdacht, einen Mordanschlag auf einen erwachsenen Mann verübt zu haben, ist von der Neuköllner Kriminalpolizei der 13 Jahre alte Knabe Alfred Heymach aus der Skalitzcr Str. 29 sestgenomnien worden. H. stammt aus der ersten Ehe einer Frau Brodzil, deren zweiter Mann jetzt verwundet im Lazarett liegt. Der Knabe zeigte von jeher Nei- gung zu bösen Streichen. Dieser Tage schwänzte er wieder einmal die Schule, und da er sich aus Furwt vor Strafe nicht nach Haufe traute, begab er sich zu einem Bekannten der Familie, dem un- verheirateten Schneider Walter, der am Kotlbuser Damm 91 wohnt. In dessen Abwesenheit eröffnete er mit einem Dietrich die Wohnung und versteckte sick unter dem Bett. Hier entdeckte ihn Walter und behielt ihn aus Müleid bei sich und bereitete ihm ein Nachtlager in seinem Zimmer. Zum Dank dafür versuchte der Junge den Schlafenden zuerst durch Oeffnen der Gasleitung zu vergiften. Da dieses mißglückte, weil der Haupthahn abgestellt war, schlug er ihm fünfmal mU einem Hammer vor den Kopf. Walter, der stark blutete, warf den Jungen jetzt hinaus und benachrichtigte die Mutter, die den Missetäter der Polizei übergab. Bei seiner Vernehmung erklärte Heymach, er habe Waller nur betäuben wollen, weil er fürchtete, dieser werde ihn am nächsten Morgen zu seiner Mutter zurückbringen. Umherirrende Geisteskranke. Die geisteskranke Frau Martha Hoffmann geb. Dembski aus Neukölln, die seit Sonntag früh dem Sanatorium WaldhauS in Tegel entwichen ist, irrt anscheinend noch immer in den Straßen Groß-BerlinS umher. Sie hat am Dienstag abend VgL Uhr Dresdener, Ecke Oranienstraße, eine Frau nach dem Wege zum Elisabethufer gefragt. Sie wollte anscheinend zu ihrer dort wohnenden Mutter. Da die Kranke leinen Orientierungssinn hat, so wird sie. salls sie noch am Leben, durch unklare Fragen nach irgendeinem Ziel den Paffanten auffallen. Das Aeußere ist nach übereinstimmenden Aussagen reduziert, das Haar in Unordnung bufgclöst. Sie trägt einen Kneifer mit kurzer goldener Kette, braunen langen Mantel, kleinen schwarzen Pelzhut und schwarze Halbschuhe. Besonders wird daraus aufmerksam gemacht, daß die Kranke weder Handlasche, Muff noch Pelzboa trägt. Der Ebemann bittet, die Kranke schonend anzuhalten und sie dem nächsten Polizei» bureau zuzuführen. Jim Ken Gememöen. Eharlotlcnburg. Die Zliiiimmmetsiclle befindel sicv Lützower Straße lS und ist von 9—1 Uhr geöffner. Das Kilo Zinn wird dort mit 9 M., Seideldeckel sogar mit 8 M. das Kilo bezahlt. Friedenau. Die Friedenauer Gemeindevertretung hat der Auf- nähme einer Anleihe von insgesamt H/z Millionen Mark für Kriegs- wohlsahnszwecke und andere Maßnahmen zugestimmt. Mehrere Gemeindevei ordnete sprachen sick> für eine bessere Unlerrichlung der gesamten Friedenaucr Bürgel schafl über die Lebensmittelversorgung der Gemeinde aus. Der Gememdevorstand balle vorgeschlagen, zweimal wöchentlich ein Flugblatt an alle 14- 999 Friedenauer Haus- Haltungen unenigelllich zu verteilen, doch erschienen die mit jährlich 12 999 M, veranscblagien Kosten zu hoch. Nach längerer Beratung wurde beschtosieii, die Vortage an einen Ausschuß zur Prüfung der Frage zu überweisen, wie das erstrebte Ziel einfacher und billiger erreicht werden könne. Die Er- höhung der Teuerungszulagen an die Beamlen, Angestellten und Arbeiter der Gemeinde nach den Schön-berger Sätzen wurde genehmigt; sie erfordert einen jährlichen Mehraufwand von 13 738 Mark.— Der Vertragsvereinbarung mit der Vereinigung der Friedenauer Lebensmitte'lhändter über die Verteilung der von der Gemeinde beschafften Lebensmittel wurde zugestimmt, jedoch mit der Maßgabe, daß die beiden Verkaufsstellen der Gemeinde sobald als tunlich eingestellt werden. Rowawes. In der Mitgliederversammlung des Wahlvereins behandette ReichstagsabgeordnelerSilberictimidl das Zivildienstgesetz. In der Diskussion stimmte Genosse Osmer mit dem Referenten darin überein, daß das Gesetz in die Freiheit des einzelnen in unerhörtem Maße eingreift, aber doch durch die Mitwirkung unserer Fraktion er- träglich gestatlet worden sei und für die Arbeitericbafl der Kriegs- Industrie manche Besserung des bisherigen Zustandes geschaffen habe. Allgemeines Befremden rief die Mitteilung hetvor, daß die Kommission zur Vorbereitung der Weibnachts» bescherung für Kinder verstorbener Partei- und Gewerkschafts- milgtiedec die vom Wablverein überwiesene Beihilfe von 39 M. zurückgewiesen habe, dagegen habe die Kommission Gelder von wohlhabenden Privaten, die nicht der Partei angehören, ohne Bedenken angenommen. Zwei anwesende Milgtieder der Kommission erklärten, daß sie von der Ablehnung keine Kenntnis Härten, weil sie der Sitzung nicht beiwohnen konnten, damit aber auf keinen Fall einverstanden seien. Nowawcs. Die Gemeinde erhält in nächster Zeit wieder einen Posten Gänse, deren Preis sich voraussichtlich auf 2,99 M. pro Pfund stellen wird. Voibestellungen auf diese Gänie sind bis heute Sonnabend, mittags 12 Uhr, im Kriegsbureau, Zimmer 8/9 des Rathauses, während der Dienststunden nur schriftlich abzugeben, Mus aller Welt. Eine Ehctragödie hat sich in Brandenburg abgespielt. Der dort Reuicherstr. 6 wohnende Magistralsassistent L. gab nach kurzer Auseinandersetzung mit seiner Frau auf diese einen Revolverscbuß ab, der die Frau in die Brust traf und schwer verwundete. Dann unter- nahm L. einen dreifachen Selbstmordversuch. Er durchschnitt sich die Pulsadern, schoß sich eine Kugel in den HalS und stürzte sich aus dem Fenster der im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung. Er war sofort tot. AuS dem Rentnerparadics Wiesbaden kommt folgende, für die dort vielfache herrschende Hltfsdlenstfreudigkeit charakteristische Nachricht: Der dortige Magistral hat an die wenigen Herren, die sich als Zähler zur letzten Volkszählung gemeldet halten, ein Rund- schreiben gerichiel, in dem er mitteilt, daß er auf ihre Mitwirkung verzichten müsse, da sich von der Wiesbadener Bevölkerung nur eine so kleine Ali zahl ehrenamtlicher Zähler ge- meldet habe, daß man aus technischen Gründen gezwungen sei, das ganze Zählgeschäst den Höberen, sowie Volts- und Mittelschulen anzuvertrauen, von dertdli sich Lehrer, Lehrerinnen und Schüler der höheren Klassen in vollem Umfange zur Verfügung gestellt hätten Jugenöveranftaltungen. Turnverein„Fichte»>. Sonntttg, den 10. Dezember: veffentllches Turnen aller Lchrtin sabteilungen des Turnvereins.Fichte" in der Turn- Halle(Sorrnannstrasze 4 von S1/-,— 6 Ubr nachmittags, Programm: Kür- turnen, Freiübungen, ReckmubcrTiege, Sondervotsübrungen, Stasettenlausen und Tauziehen. Gäste herzlich willkommen. Eintritt frei. SLctrerauSstchren fiit das mittlere Norddeutlchlan« bis Tonntag mitiaa. Vorwiegend trübe mit weitverbreiteten, meist ge- ringen, nur im Westen und längs der Küste stärkeren Niederschlägen. Temvcraturen durchtchnitllich wenig verändert Allgemeine Familiensterbekaise. Sonntag, 10. Dezember: Zahl- und Ausnadmetag von 3— 6 Uhr im Restaurant Kerichtstr. 12/13 und am Sonnabend, 10. Dezember, in Wildau, Witdauer Hos. von 4—5'/, Uhr. Allgemeine Kranken- und Tterbekane der Metallarverter zu Hamburg(B. a.(9.), F i l i a t e Baumschule n w e g. Den tn Treptow wohnenden Mitgtiedeni zur Kenntnis, dag am Sonnabend, den 9. Dezember, abends von S1/-,— 10 Uhr im Lokal von Lorch, Elseniir. 101, Ecke Kiesholzstraszc, kassierr wird. Arbeiter- Tamarlterbund. Kolonne Groß-Berlin. Lehr- stunde haben nächste Woche, abends 81/., Uhr: 1. bis 6. Abteilung Montag, II. Dezember. Kövenicker Straße 02: Bortrag. Nach dem Vortrage praktische Verbandübungen. Gäste haben einmaligen freien Zu- trilt.— Die Genossen werden ersucht, die Weihnachts-sammeUillen abzu- rechnen im Lokal Eingegangene vruckschristen. Die schönsten Geschichte» der Lagerlöf. Ausgewählt von W. v. Molo Pappband 3 M.— Exzellenz Unterrock. Roman von A. Paul 4 M.. geb. 0 M. A. Langen, München Kinder der Vagabunden. Von St. Vacano. 3,50 M. F. Fontane u. Co.. Berlin-Dahlem. Das Jahr der Bühne. Bd. 5. Bon S. I a c o b s o h n. 3 M., geb. 4 M. Oesierheid u. Co., Berlin IV 15. Plattdülich Land un Waterkant. Blatt 1. Herausgegeben vom Verein„Quickborn" in Hamburg. 30 Ps. Quickoorn-Verlag. Hamburg. Kriegsvorträge in der Heimat. Hest 1. 1 M.—" Elle und Kindersegen vom Standpunkt der christlichen Sittenlehre. Von Prof. Dr. I. Mau s b ach. 1,29 M. Volksvercin. M.-Kladbach. Die Berkünder des deutsche» Idealismus. Von Pros. Dr. O. Bulle. 1 M. Ullstein u. Co.. Berlin SW 68. Wie Poincarv durch den Tuezkanalschwindel Präsident wurde. Von E. L o y c r v. B e r g h o f. 1. M. H. Hübnev, Hannover. Briefkasten üer Reöaktion. Di! lurtstttchi Svrechllunde findet sür Abonnenten LindenKr. 3, IV. Hot cecbts. parterre, am Montag bis Freitag von t bis 1 Nur, am Eonnabend von b bis 0 Uhr statt. Jeder für den B r l e f k a st e n bestimmten Antrag« ist ein Buchstabe und eine Labt als Mertjeichen beuusügen. Brieflich« Antwort wird nich! erteilt. Aniragen. denen leine Abonnemenisauitiung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Evrechstund« vor Lrrtrögc, Echrififtückc und dergleichen dringe mar in di« Evrechstunde mir Else lö2. MatheSdorf. Natürlich ist die Reise jetzt nicht ungesähriich. Die Polizei kann übrigens nicht gezwungen werden. Ihnen einen Paß auS« zustellen. Die Verweigerung deS Passes geschieht jetzt in Rücksicht aui den Kriegszustand.— M. 100. 1. Wenn die Kasse in ibrcm Statut eine Schwangerenunterstützung nicht vorfiebt. kann sie zur Zablung nicht ver- pflichtet werden. Nur die reichsgeictzliche Wochenhitse muß sie gewähren und zwar kann diese schon zwei Wochen vor der Niedcrtunsl beaniprucht werden. 2. Eine Klage ist in diesem Falle aussichtslos. 3. Eine Nachzabluug der Unterstützung wird nicht zu erwirken lein.— A. L. 21. 1. Das Recht zur Klage auf Unterhalt besteht auch noch nach der Ehescheidung. 2. Ja. 3. Der Unterhaltsanspruch der Frau ist bevorrechtigt, wenn es sich um ein uneheliches Kind handelt. Ist der Vater zur Alimentation ünvcrmögcnd, so hat die Mutler sür den Unterhalt des Kindes zu sorgen.— M. H. 31. Die Miete tönnen Sie deshalb nicht einbehaltcn, der Wirt könnte gegen soie mit Erjolg aus Zahlung der Miete klagen. Wenn der Wirt die seuersichcre Tür nicht bc- sorgt wenden Sie sich mit emer Beschwerde an das Polizeirevier. — S. K. 3. 1. Der Anlrag muß beim Bezirksseldwebel eingereicht werden. 2. Es würde sich«mpsehlcn, den Antrag bald zu stellen. 3. Fa. Die Rente würde etwa 135 M. jährlich betraaen, dazu käme eine Kriegs- zulage von monatlich 15 M.— I. T. 42. Sie erhalten vom Amts- gericht eine Aufforderung, innerhalb einer bestimmten Frist vor dem Amts» gertcht zu erscheinen. Die Gebühr muß bei der persönlichen Austritts- crilärung gezahlt werden.— W. M. 65. 1. Sie haben Anspruch auf die Allersrcnte mit der Vollendung des 05. Lebensjahres. Der Antrag ist unter Vorlegung der Ausrechnungsbescheinigungel! und der letzten Quittungskarte beim Bersichcrungsamt in Steglitz zu stellen. 2. Sie babcn txinen Änipiuch an die Erbichast.— Robl 2. Ihre Frau bat Anspruch aus die Unterstützung bis zum 15. Dezember.— M. B. III. 1. TaS Kricgsellerngeld ist nicht erhöbt worden. 2. Für da- Eiserne Kreuz gibt es biS jetzt keine besonderen Bezüge. 3. Jbre Frage ist uns unverständlich, von neuen Militärrentengcsctzcn ist uns nichts bekannt.— Flieger. Die Auskündigung des Zimmers kann mir bis Ipätestens den 15. zum Letzten eines Monats erfolgen.— W. S. 800. 1. und 2. Nein. — E. P. 37. 1. Stein. 2. Ja.— Ernst 86. Nein.— Kitte. Zum Zwecke der Rellamation in Ihrem Fall muß das Gesuch an das Divistonskommando des Truppenteils, zu dem der zu Reklamierende ein- gezogen ist, gerichtet werden.— F. F. 300. 1. Ja. 2. Wenn die Frau ein eigenes Zimmer bewohnt und dasür den Eltern Miete zahlen muß. so wird ihr Mietszuschuß gewälnt werden.— BorwärtSteser seit 1900. Eine solche Umschreibung würde tnsosern leinen Zweck sür Sie haben, da Ihr Einkommen sür Unterhaltsgelder gepfändet werden kann.— Barth 100. Anspruch auf Altersrente werden Sie nicht mehr erreichen. Sic babcn zu wenig Marken gellebt. Ihre Weiterversicherung empfiehlt sich aber ttotzdem sehr, damit Sie bei evenl eintretender Jnvatidtlät Anspruch aus Jnvatideiirenle erheben können.— M. 77. 1. und 2. Ja. — E. T. 123._ Aus Heilmittelangabe können wir uns grnndsäelich nicht einlassen. Sie müssen einen Arzt zu Rate ziehen.— B. 200. Zentral- Auskunstsstelle sür Ausivandcrer, Bertin W, Karlsbad 10. — Gotha E. K. tote müssen erneut die Krankenrente bei der Landesver» sichcrungSansralt von dem Zeitpunkt der Einlicserung in das Lazarett au beantragen. Grösstßs Spezlaliians für Herren-, Damen- n. Hinder-BeKiefönift Kaiser-Wllhelm-Strasse 55— Berlin C— Ecke Spandauer Strasse empfiehlt zum Weihnashts- Einkauf; Paletots und Ulster for Herren, jongunr o UalM'MMIeider u. Damen-Paletots undiKnaben II Damen-Röcke, Damen-Kleider u.-Blusen Anzöge tür Herren, jangnnge und Knaben| gzMelr-Kenfektlen. Kinder-Konfektion Schlatröcke, Hausjoppon, Hosen, Westen ü Morgenröcke, Mo genjack., Unterröcke, Miedersciultzer Uorzüglictie Qualitäten. Gediegene Verarbeitung. Eigene Erzeugnisse. Sebr uorteiibafte Preise. JBezngaacheinfrei Für Herren: Geh-Peize und Pelz-Joppen Für Knaben: Samt- Anzüge Für Damen: Samt- und Plüsch-M?ntel Samt-, Seiden- u. Tüll-Blusen Samt- und Se.den-Kleider Seidene Unterröcke, Miederschützer ans Tüll-, Spitzen-, Stickerelstoö Pelz-Kragen u. Pelz-Mutten Kinder- Garnituren Schuhe, Hüte, Wäsche tür Herren, Dahlen und Kinder, Trikotagen if. Sonntag, den 10. and 17. Dezember, von 12—8 Uhr • Sonnlan, den 24. Dezember, von 8—10 u 12— 4 Uhr ' if. ■v/'r--;,.;.