Ur. 340. ( 5 Pfennig) MoNtagSaUSSltbe( 5 Pfennig) flbonncmentS'Bcdingnngtn: Abonnements> Preis pränumerando: Pierteljährl.»,90 Mk, monatl. 1,39 Ml, wöchentlich 80 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer ö Pfg. Sonntags- Eingetragen in die Poft-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich» Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Postabonnements «»«Ii«»gilt». 3 3. Jahrg. Sie InfertlonS'Gebiibr »«trägt für die fechsgespaltene Kolonel- Jeile oder deren Raum 00 Big, für olitische und gcwerlschaftliche Vereins- und VersamniinungS-Anzeigen 30 Pig. „Kleine Snreigen", das settgcdrulkie Wort 20 Pfg. tzulässig 2 fettgedruckt- Worte), jedes writere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schiafslellenan- zeigen das erste Wort lO Pig.. jedes weitere Worts Pfg. Worte über 15 Buch- 'tabcn zählen für zwei Worte. Inserate ■;t die nächste Nummer müssen bis _ Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijl bis 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm- Adresse: „S«,i,ItIem»Il»t Btrlia", Zcntralorgan der rozialdemokrati fehen Partei Deutfcblands. Neüaktion: SV. HS, �inöenstraße 3. Kerusprecher: AmtMoritzPlatz, Nr. täl 90— ISt S7. Montag, de« 11. Dezember 1913. Expedition: SV. HS, Lindenftraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplach- Nr. ISl. Sv— ISI S7. Neue vonauübergänge stromab Slllftrla. d-Deutfchland wohlbehalten zurückgekehrt. Russische Angriffe im Trotusultal.— Vor- dringen in der Walachei.— Ein neuer Donanübergang.— Vergebliche Ententeangriffe bei Monaftir. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 10. Dezember 191K.(38. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Im Somme-Gcbict nahm abends das Slrtilleriefeucr zu; nachts östlich von Guendecourt vorgehende, starke eng- lische Patrouillen wurden zurückgetrieben. Heeresgruppe Kronprinz. I« der Champagne, südlich von Ripont, warfen unsere Stoßtrupps Franzosen aus einer von uns ge- räumten� dann von ihnen besetzten Sappe wieder hinaus. In de« Pogcscn, westlich von Markirch, holte» ohne eigenen Verlust nassauischr Landwrhrleute mehrere Jäger und einen Minenwerfer aus dem französischen Graben. Ii- Oestlicher Kriegsschauplatz..v• F r o« t des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Keine besonderen Ereignisse. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. Wieder griffen die Russen zwischen Kirlibaba und Torna Watra an, ohne einen Erfolg zu haben. Südlich des Trotusul-Tales konnten sie eine Höhe nehmen, jedoch gelang es ihnen trotz Einsatzes starker Lträfte nicht, seitlich der Einbruchsstelle Boden zu ge- Winnen. Die Armeen find im Vordringen in der östliche» Wa- lachet. Zwischen Ceruavoda und Silistria sind bulgarische Kräfte über die Donau gesetzt. In der Dobrudscha geringe Gefechtstätigkeit. Mazedonische Frout. Nördlich von Monaftir und im Cerna-Bogen führten gestern die Entente-Trupprn wieder einen starken Ent- lastungsstoß. Er ist gescheitert. Deutsche und bulgarische Truppen haben alle Angriffe der Franzosen und Serben blutig zurückgewiesen. Der Erste Eeneralquartiermeister. Ludendorsf. O fibenübericht. Berlin, amtlich, 10. Dezember 191k, abends. (W. T. B.) Nördlich der Somme zeitweilig starker Artillerie- kämpf. In der Großen Walachei trotz Regenwetters schnelle Fortschritte. Ein erneuter starker Angriff der Ententetruppcn im Cerua-Boge« ist blutig abgeschlagen. Der österreichische Serkcht. Wien, 10. Dezember. Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Silistria und Cernavoda gewonnen Bulgaren das linke Donauufer.— O estlich von Bukarest und Plösti gewinnt unsere Verfolgung Raum.— Die Truppen des Generals v. A r z schlugen im Grenzraum westlich und nordwestlich von Ocra heftige russische Angriffe ab: nur südwestlich von Sulta gelang es dem Feinde, uns eine Höhe zu entreißen.— Im Be- reich der Armee des Generalobersten v. Korvcß richtete der Gegner mehrere erbitterte Angriffe gegen die seit Wochen heiß umstrittenen Stellunge« westlich von Fundul— Moldovi. Die bewährten Verteidiger wiesen ihn jedesmal zurück.— Weiter nördlich nichts von Belang. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter deS Chefs deS Generalstabes. v. H o e f e r. Feldmarschallrutnant. v-deutschlanö glücklich heimgekehrt. Bremen, 10. Dezember. Boesmanns Telcgraphisches Bureau meldet: Die Deutsche Ozcan-Rccderci teilt mit: Unser Handelstanchboot„Teutschland", Kapitän König, ist heute Mittag nach einer schnellen Reise vor der Wcsermündung ein- getroffen. Damit hat die„Deutschland" ihre vierte Fahrt über den Ozean vollbracht. Bei ihrer letzten Ausreise von Amerika erlitt sie be- kanntlich durch Zusammenstoß mit einem Schlepper Havarie, die ihr jedoch, wie die schnelle Rückfahrt beweist, wenig geschadet hat. wirü König Konstantin sich den Mittelmächten anschließen? London, 10. Dezember.„Lloyds News" melden aus dem Piräus über Syra vom 8. Dezember, König Konstantin habe eine gewisse Ge'andtschaft in Athen verständigt, er würde sich Deutschland anschließen, falls die Entente die diploniatischen Beziehungen abbräche. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor. Bern, 10. Dezember.„Corriere della Sera" meldet aus Athen: König Konstantin hat den Königen von England und Italien und dem Zaren von Rußland telegraphisch mitgeteilt, die Untersuchungen hätten bewiesen, daß eine Verschwörung angezettelt war, die am 1. Dezember die Dynastie hätte stürzen sollen. Die Schuldigen werden genannt. ?offre vor der Abdankung? Lugano: 10� Dezember.(T. U.) Nach, einer Meldung aus Paris verdichtet sich die Behauptung immer mehr, daß die D e m t s s i o n Jofsres das greifbare Resultat der Sitzungen des Geheimen Ko- mitees sein werde. Clemenceau hatte bereits in seinem„Hamme enchaine" indiskret angedeutet, daß der Schlüssel des zu lösenden Problems wohl allen bekannt sei. aber nicht besprochen werden dürfe; er meinte hiermit den angeblichen Mangel an Tatkraft bei Joffre. Jetzt soll, trotz der großen Popularität Jofsres, infolge des starken Druckes seitens Lloyd Georges angeblich der General Castelnau da? Oberkommando erhalten. Die Tatsache, daß die Kritik sich in letzter Zeit an den bisher zum unfehlbaren Nationalheros erhobenen Joffre immer offener her- anwage, hatten wir bereits hervorgehoben. Trotzdem ist seine Po- pularität in Frankreich noch ungeheuer und man wird die Abdcmkungs- gerüchte mit Vorsicht aufnehmen müssen. Sisher 72 Milliarden französischer Kredite. Paris, 9. Dezember.(Havasmeldung.) Die Kammer setzte die Besprechung der vorläufigen Kredite für die ersten drei Monate des Jahres 1917 fort. Raoul Perret gab einen Ueberblick über die heutige Finanzlage. Vom 1. August 1914 bis zum 31. Dezember 1916 erreichten die Kredite die Höhe von 63 Milliarden. Mit den Kre- diten des ersten Vierteljahres 1917 stiegen sie auf 72 Milliarden, da- von 57 für den Krieg. Die beiden Anleihen hätten 21 Milliarden 600 Millionen tatsächlicher Einzahlungen ergeben. Wenn man An- Weisungen und Obligationen hinzuzähle, habe das französische Pu- blikum dem Staat 48 Milliarden vorgeschossen. Das Ententeoerbrechen an Rumänien. Bern,, 9. Dezember. Herve führt in dem heutigen Leitartikel der„V i r t o i r e" aus: „Man kann uns lange damit vertrösten, der Fall Bukarests sei vorauszusehen gewesen., Dieses Unglück bleibt doch ein schreck- licher Schlag für alle. Die Demütigung ist eher noch� größer als der Schmerz. Es wäre besser gewesen, Rumänien zu verschonen, als es zur Erreichung dieses Ergebnisses:n � den Krieg zu treiben. Die CIroßmächte haben nicht das Recht, ein kleines Volk in ein solches Abenteuer mitzureißen, wenn man nicht im Voraus sicher ist,- seine Erdrückung vermeiden zu können. Die Schuld verteilt sich auf alle Alliierten zu gleichen Teilen."� Diese Worte treffen nicht nur die Politik der Entente gegenüber Rumänien, sie geißeln noch viel schärfer das an Griechenland ver- suchte Verbrechen.— Weiter bespricht Herve in dem Artikel die Ver- itärkung der Kammeropposition gegen Briand, wobei er bemerkt, daß auch die Mehrheit von 340 Stimmen ihr Vertrauen nur unter der ausdrücklichen Bedingung ausgesprochen habe, daß die Zivil- und die militärische Oberleitung reorganisiert werden.— Bukarest hat Briand also erheblich zum Wackeln gebracht. veutschlanö unö Sie Neutralen. Zur morgigen Reichstagssitzung. Die Reichstagssitzung vom. Dienstag wird von der ganzen Welt mit Spannung erlvartet� besonders auch von den Neu- traten. Das ist nun keineswegs deshalb der'Fall, weil der Reichskanzler eine Rede' über Rumänien angekündigt hat, das noch vor wenigen Monaten eine neutrale Macht war und jetzt ein geschlagener Feind ist. Es ist keiner unter den Neu- traten, der einer solchen Mahnung bedürfte. Es hat keiner von ihnen das Verlangen, für die nun offen ausgeplauderten Eroberungspläne des russischen Zarenreichs leine Haut zu Markte zu tragen— wie es Engländer und Franzosen tun müssen! Das Verhältnis ,des Deutschen Reichs zu den Neutralen hat auch in der letzten Zeit manche Klippen passiert. Aber jetzt ist«n rn-higeres Fahrwasser erreicht, und wenn die deutsche Politik einen gewissen Kurs vermeidet, den ein- zuschlagen ihr manchmal laut und überlaut angeraten wird, dann kann mqn Wohl anehmen, daß der große Totentanz, in den die Entente einen Neutralen nach deist andern hinein- gerissen ader hineinzureißen versucht: hat, mit•R« ni ä nie n und Griechenland zu Ende sein wird. Der Umschlag, der sich in der Haltung der Neutralen bemerkbar macht, ist in erster Linie auf Teutschlands militä- rische Erfolge zurückzuführen— nicht in dem Sinne, daß sie durch Furcht gebändigt würden, sondern vielmehr, daß ihnen die Erkenntnis der"wahren Sachlage aufzugehen beginnt. Man begreift schließlich, daß ein so von allen Seiten bedräng- tcs Volk nicht so ungeheuere Leistungen vollbringen könnte, wenn es nicht von dem Bewußtsein getrieben wäre, um seine S e l b st e r h a l t u n g zu kämpfen. Ein Volk, das in solchem Geiste kämpft, hat immer mehr Anspruch ans die Sympathie der Welt, als eines, das sich durch blinde Disziplin zu einem Angriff ans das Selbstbestimmungsrecht anderer Völ- ker mißbrauchen ließe. Heute weiß auch alle Z8elt, daß das deutsche Volk trotz seiner militärischen Erfolge den Frieden Null, auch, daß die feindlichen Völker oder doch ihre im Amt befindlichen Ver- treter den Krieg wollen. Der Krieg bringt wohl einer kleinen Oberschicht in den neutralen Ländern goldenen Gewinn, für die Masse ihrer Bevölkerung aber ist er ein nie versiegender Quell politischer Sorgen und wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Die Neutralen wissen, daß Deutschland bereit war und bereit ist, ihre Vermittelung anzunehmen, während Deutschlands Gegner dazu nicht bereit sind. Je klarer und deutlichei- dieser Sachverhalt zum Ausdruck kommt, desto weniger wird zu befürchten sein, daß die Neutralen in der Rolle der Ver- mittler doch die Partei der Gegner Deutschlands ergreifen könnten.._. Von ganz besonderem Jntercsie muß für uns die Haltung derjenigen Mächte sein, die zu Beginn des Krieges den Schutz der Deutschen im feindlichen Ausland übernommen haben. Das sind die Schweiz, Spanien und die Ver- �einigten Staaten von Nordamerika. Die Tatsache � daß auch die letzteren zu den sogen.„Schutzmächten" gehören, ist von einem Teil der deutschen Presse geflissentlich außer acht gelassen worden. Die Aufgabe der Schutzmächte ist aber mit der Wahrnehmung der völkerrechtlich zugesicherten Rechte der Schütz' linge nicht erschöpft. Sie bilden auch die Verniittelungsstelle die angerufen wird, wenn die kriegführende Regierung die Absicht hat, sich mit ihren Gegnern über irgendeine Völker- rechtliche Angelegenheit auseinanderzusetzen. Die Rolle, die den Schutzmächten dabei zufällt, kann naturgemäß, wenn sie es auch der Form nach ist, nicht die eines bloßen Briefträgers sein. Es besteht also für eine kriegführende Macht ein lebhaftes Interesse/sich mit den Neutralen im allgemeinen und � mit den Schutzmächten im besonderen auf möglichst guten j Fuß zu stellen. Ein so gutes Verhältnis, wie es nur gewünscht werden kann, besteht zwischen Deutschland und der Schweiz, die eine strenge, aber Deutschland nicht feindliche Neutralität be- obachtet. Etwas schwieriger liegen die Dinge in Spanien, weil dessen Bevölkerung stark unter französischem Ein- fluß steht; trotzdem ist auch Spanien niemals aus dem Nah- men einer wirklichen Neutralität herausgetreten, und es ist die einzige„lateinische" Macht Europas, die sich den Gean<"-n Deutschlands nicht angeschlossen hat. So bleiben eigentlich nur bis Vereinigten Staa- t e n, deren Verhältnis zu Deutschland während des Krieges oft manches zu wünschen übrig ließ. Aber in Amerika wächst die Strömung, die den Frieden will, und sie ist naturgemäß die Verbündete zwar nicht der deutschen Kriegführung, Wohl aber der deutschen Politik, sofern diese entschieden und ziel- bewußt dem gleichen Ziele zusteuert. Gewiß hat Deirtschland in Amerika nicht nur Gegnern, sondern auch Feinde, deren Einfluß aber wesentlich geringer wäre, wenn nicht gewisse Strömungen in Deutschland— nach den: Rezept:„Auf einen kommt es schon nicht mehr anl"— darauf ausgegangen wären, ihn zu stärken.� Mit einer so verkehrten und törichten Politik sollte in Deutschland allgemein gebrochen werden. Einst war es der englische Liberalismus, der mit seiner Parole:„Frieden und gutes Einvernehmen zwi- ichcn den Völkern!" in aller Welt Sympathien gewann. Die Bedeutung solcher ideellen Faktoren soll man nicht unter- schätzen. Der englische Liberalismus hat heute diese Parole aufgegeben, sein volkstümlichster Mann hat sich an die Spitze einer Regierung gestellt, die der Welt da blutige Joch des Krieges noch tiefer in den Nacken drücken will. Rußland, wenigstens das offizielle Rußland, berauscht sich um so stärker in künftigen Siegen, je mehr es sich in Niederlagen verstrickt und steckt seine Kriegsziele jedesmal um zweihundert Kilo- meter weiter, wenn seine Truppen um hundert Kilometer zurückgehen. Muß dieses Schauspiel nicht schließlich die ganze Welt, soweit sie nicht unlösbar in den Fesseln des Vierver- bandes verstrickt ist, ermüden und anwidern? Ergibt sich hier nicht eine Gelegenheit sür die deutsche Politik, ihrem Ziel eines ehrenvollen, Deutschlands bisherigen Bestand und seine wirtschaftliche Entwickelungsfreiheit sichernden Frie- dens näherzukommen? Freilich müßte dann ihre Sprache so klar und entschieden sein, daß auch die verwegenste Auslegungskunst an ihr schchtert. Nach den Siegen in Rumänien, die alles Gerede von Deutschlands Schwäche mit einem Schlage verstummen lie- ßen, kann auch die entschiedenste Bekundung deutschen Frie- dcnswillens keiner Mißdeutung unterliegen. Mit Hohn- gelächter haben die Kriegshetzer vor dem Tage von Buka- rest Deutschlands Erklärung aufgenommen, daß es bereit sei, dem Kriege ein Ende zu machen. Jetzt ist ihnen das Lachen vergangen, und nicht als Zeichen der Schwäche, sondern t>er Kraft müßte alle Welt es aufnehmen, wenn jetzt von deutscher Seite der Ruf erginge:„Frieden und gutes Einvernehmen zwischen den Völkern!" *« __• Di« l e i te n d e n Minister der deutschen Bundesstaaten treten heute in Berlin zu einer Besprechung zusammen. Widerstände gegen Aopd Georges Kabinettbildungspläne. Die Bildung des neuen englischen Kabinetts wird Lloyd George noch einiges Kopfzerbrechen verursachen. Gegen seine bisher bekanntgewordenen Pläne erhebt die einflußreiche Northcliffe-Presse sowie ein Teil der Konservativen, auf die er angewiesen ist, heftigen Protest. Mit der Wieder- ernennung Balfours, Cecils und L o n g s ist die „Times" unzufrieden. Sie schreibt u. a.: „Bclfour ist nicht mehr der alte Balfour aus der Zeit des irischen Aufstandes und des Krieges in Südafrika. Wir können es nur bedauern, daß sein Name gerade für das Amt genannt wird, bei dem es auf Entschlossenheit ankommt, um mit dem traditionellen Schlendrian aufzuräumen, und daß er Lord Robert Cecil zum Kollegen hat. Lloyd George kann doch kaum danach verlangen, die Tradition von Grey in der Diplomatie fortzusetzen." Ebenso protestiert„Daily Mail" gegen die Aufnahme Balfours und Cecils in die neue Regierung. Nach einer Reutermeldung sind die wichtigsten Posten im Kabinett wie im Ministerium allerdings schon endgültig besetzt, die Ver- öffcntlichung der Namen steht bevor. Die Liberalen haben bekanntlich erklärt, gegenüber dem neuen Kabinett dieselbe Stellung einnehmen zu wollen wie die Konservativen im August 1914 zum Kabinett Asquith. Die konservative„Times" deutet das als verkappten Wider- stand und erhebt gegen die Libemlen heftige Vorwürfe. Der Vergleich zwischen der jetzigen Opposition der Anhänger Asquiths und der Bonar Laws und seiner Anhänger im August 1914 sei lächerlich. Asquith habe damals die Unter- stützung durch seine politischen Gegner zurückgewiesen. Lloyd George habe um ihre Hilfe ersucht, aber sie sei ihm ver- weigert worden. So ehrlich es die offiziellen Liberalen auch meinen mögen, ihr starres Festhalten an der traditio- nellen Partei könne keinesfalls als ein ermutigendes Zeichen für eine wirkliche Zusammenarbeit, die sie der Regierung versprach, betrachtet werden. Die heftigsten Vorwürfe muß Lloyd George aber von der ihm einstmals nahestehenden radikalen„Nation" ein- stecken, die schreibt: „Lloyd George hat zwar die Deutschen nicht besiegt, wohl aber zwei englische Regierungen und einige Freiheiten des eng- tischen Volkes zu Fall gebracht. Die neue Regierung kann kaum denselben Wert haben wie die gestürzte. Andererseits ist Lloyd George der Mann des Augenblicks.... Man vergesse aber nicht, daß Lloyd George zwar der Auserkorene des Mannes der Straße ist, aber nicht die Unterstützung der organisierten Arbeiter genoß. Lloyd George versuchte dem durch ein rasch improvisiertes Bünd- nis mit der Arbeiterpartei abzuhelfen. Torytum und Sozialis- mus sollen vor einen Wagen gespannt werden." Nach„Weekly Dispatsch" ist das Programm Lloyd Georges folgendes: Die Bewaffnung von Handels- s ch i f f e n, die Vorbereitung auf die F r ü h j a h r s o f f e n- sive, die Mobilisierung der Zivilpersonen zwischen 16 und 60 Jahren, Maßregeln, um die Blockade effektiv zu machen, die Ausgabe von Nahrungsmittel- k a r t e n, die Vermehrung der heimischen Lebensmittel- Produktion, das Verbot von Arbeiten, die für den Krieg unwesentlich sind, Zwangsmaßregeln gegen Verschwen- dung und die Einführung fleischloser Tage.— Das sieht für uns Deutsche nicht nach Originalität aus, sondern wie eine Kopie des deutschen Vorbildes. Renauöel unö Trepow. Wir gaben neulich die Anfrage der„Berner Tagwacht" wieder, wie sich die französischen Sozialisten zu Trepows Eroberungs- und Vernichtungsrede stellten. Heute liegt die Antwort vor. Renaudel schreibt m der„Humanit6" vom 5. Dezember: Die Rede Trepows hat das Mißtrauen, das Stürmer er- wecken mußte, aus dem Wege geräumt; auf Stürmers russische Loyalität glaubte man nicht ganz rechnen zu können. Gar keine Beunruhigung ist in dieser Beziehung Tepow gegenüber am Platze. Er hat so deutlich wie möglich gesprochen. Andererseits dürste aber Trepow über das Ziel hinausgeschossen sein. Zum erstenmal erfolgte eine offizielle Bestätigung— nicht etwa der Kriegsziele Rußlands, die nicht mehr un- bekannt waren—, sondern des Abkommens, das zwischen den Verbandsmächten über die Dardanellen und Konstantinopel im Jahre 1913 geschlossen war. Daß das Abkommen existierte, war zwar bekannt, aber man konnte annehmen, daß es in einigen Punkten nicht näher präzisiert war und diese erst dann von den Perbandsmächten festgelegt würden, wenn die Truppen des Verbandes— wovon sie jetzt recht weit ent- f e r n t sind— Konstantinopel besetzt hätten. Man darf sich nicht verhehlen, daß die Rede Trepows einige Verlegenheit ver- Ursachen wird und bei manchem Franzofen und Engländer ärgerliche Rückwirkungen zeitigen kann. Trepow hat sich zudem ganz im Gegensatz zu Frankreich und England über Erreichung eines dauerhaften Friedens ganz aus- geschwiegen. Er sprach auch von der„Vernichtung" Deutschlands. Ist seine Rede wohl genau übersetzt worden? Asquith, Grey,� Viviani und Briand haben sich stets gehütet, einen solchen sinnlosen Ausdruck zu gebrauchen, der nur zur Folge haben kann, daß sich das deutsche Volk noch fester um seine Fichrer schart. Um zu einem dauerhaften Frieden zu kommen, kennt Trepow nur den einen Weg, zweihundert Millio- neu Menschen einer feindlichen Koalition, von der Deutschland nicht losgelöst werden kann, zu vernichten! Die Sozialisten, wenn sie auch noch so sehr den Wunsch haben, das einheitliche Handeln der Verbandsmächte nicht zu stören, können sich derartigen Worten nicht anschließen. Da Trepow nicht nur für Rußland und Deutschland sprach, sondern für die ganze Welt, hoffen wir, daß er im Ein- Verständnis mit den anderen Regierungen bald Aufklärungen bringen wird, die neben der Bestimmtheit die Vorsicht nicht vermissen lassen. Das ist alles Drumherumgerede. Das Entscheidende ist: >zn der französischen Regierung sitzen 3 sozialistische Minister. Diese mögen gleich Renaudel Herrn Trepows Offen- Herten als sehr voreilig, peinlich kompromittierend, unvor- sichtig und� ärgerlich empfinden, aber �— in der Sache unter- stützen sie ihn. Ganz schwach ist die Verleugnung des Kon- stantinopelabkommens, die einem glatten Zu- geständnis gleichkommt. In Konstantinopel wohnen bekannt- lich Türken, daneben Griechen, Juden, Bulgaren usw., aber — keine Russen. Trotzdem fördern drei sozialistische fran- zösische Minister durch ein feierliches Abkommen Rußlands Annexionspläne auf diese Stadt. Das ist aber alles„Ver- teidigungskrieg" der armen Ueberfallenen! Sturmszenen!n üer italienischen Kammer. � Rom, 9. Dezember. Bevor Boselli sein Vertrauensvotum er- hielt, kam es noch zu heftigen Auftritten anläßlich einer Rede des Sozialisten L u c e. Luce hatte zunächst betont, daß angesichts der wiederholten Anerbieten der Mittelmächte, über den Frieden in Verhandlungen einzutreten, die Ententemächte verpflichtet seien, dieses Anerbieten einer Be- sprechung zu unterziehen� anstatt auf Fortsetzung des Kampfes um jeden Preis zu bestehen. Das weitere spielte sich nach einer Mel- dung folgendermaßen ab: Luce führte aus:„Während in den Schaufenstern italienischer Geschäftsleute nägelbeschlagene Knüttel der Oesterreich«; ausgestellt werden(womit nach italienischen Angaben angeblich die Oesterreicher verwundete Italiener totgeschlagen haben sollen), er- blickt man in Wiener Schaufenstern zur Ausstellung gebrachte italienische Dolchmesser." Kaum waren diese Worte ausgesprochen, erhob sich auf der Journalistentribüne, wo man den Sinn der Worte sofort verstanden hatte, während die Abgeordneten zuerst noch im un- klaren darüber waren, ein ungeheurer Tumult. Die Journalisten schrien:„Lump! Schurke! Söldling Oesterreichs! Hinaus mit dem Verleumder unserer Soldaten! Er selbst verdient den nägel- beschlagenen Knüttel!" Als Luce nach der Tribüne gewandt aus- ruft, die Journalisten seien Lügner und Hetzer, verlassen alle Journalisten die Tribüne. Nun beginnt ein Höllenlärm. Zwischen den Sozialisten und den Anhängern der Kricgspartei entsteht ein Handgemenge. Der Kriegsminister erhebt Protest gegen Luces Unterstellung und verlangt sofortigen Widerruf. Der Kammer- Präsident vertagt die Sitzung. Nach Wiedereröffnung der Ver- Handlung zieht Luce seine Worte zurück. Kämpfe an üer Kaukasusfront. Konstantin opel, 10. Dezember. Amtlicher Heeres- b e r i ch t vom 9. Dezember. An«der Kaukasusfront wurde ein feindlicher An- griff gegen zwei unserer Jnfantcrieregimenter durch unseren Gegenangriff vollständig zurückgeschlagen. Kein wichtiges Ereignis auf den anderen Fronten. . Der Stellvertretende Ottomanische Oberbefehlshaber. Der bulgarische Kriegsbericht. Oltenitza genommen.— Neue Donauübergänge. Sofia, 9. Dezember. Generalstabsbericht vom 9. Te- zember. Mazedonische Front. In der Gegend von Bitolia und im Cerna-Bogen heftiges feindliches Artillerie- feuer in einzelnen Abschnitten. Oestlich von der Cerna und in der Gegend von Moglena nichts von Bedeutung. Zu beiden Seiten des Wardar schwache Artillerietätigkeit. An der Belasica-Front Patrouillengefcchte. An der Struma hef- tige, aber wirkungslose Beschießung von seiten des Feindes. Am Nordrande des Tahinos-Sees scheiterte ein englischer Versuch, gegen Tschiflik— Tewfik vorzugehen, unter unserem Feuer vor unseren Stellungen. Der Gegner ließ zahlreiche Gewehre und anderes Kriegsmaterial zurück. Rumänische Front. In der Dobrudscha schwache Artillerietätigkeit. An der Donau begannen die feindlichen Truppen, die das linke Danauufer zwischen Tutrakcm und Cernavoda besetzt gehalten hatten, sich nach Nordosten zu- rückzuziehen. Unsere Truppen, die die Donau bei Tutrakan überschritten hatten, haben die Stadt Oltenitza genommen, die vom Feinde geplündert ist. Weitere Truppen haben die Donau bei Silistria überschritten. Tie Russen haben die Stadt Kalaresch und die umliegenden Dörfer in Brand ge- steckt. In der Walachei dauert die Verfolgung fort. Die feindlichen Heeresberichte. Französischer Heeresbericht vom 9. Dezember nachmittags. Die Nacht verlief verhältnismäßig ruhig, abgesehen von der Gegend der Höhe 394, wo die beiderseitige Artillerie sehr tätig war. Serbischer Bericht. Am 7. Dezember haben Nebel und Schneesturm jede ernsthafte Unternehmung unmöglich gemacht. Französischer Bericht vom 9. Dezember abends. In der Champagne ist uns ein Handstreich auf einen Vorsprung der deutschen Stellung in der Gegend der Butte de Mesnil geglückt. Wir drangen in die Schützengräben des Gegners ein, zerstörten Minengänge und führten Gefangene mit. Auf dem linken Ufer der Maas bleibt der Artilleriekampf in der Gegend der Höhe 394 ziemlich lebhaft. Auf der übrigen Front Geschützfeuer mit Unter- brechung. Orientarmee. Ziemlich heftig« Artilleriekampf an ver- schiedenen Punkten der Front. Das schlechte Wetter hält an. Englischer Heeresbericht vom 9. Dezember abends. Wir über- fielen heute früh die feindlichen Gräben in der Gegend von Neuville- St. Vaast und Souchez, brachten dem Feinde Verluste bei und nahmen ein Maschinengewehr. Italienischer Heeresbericht vom 9. Dezember. Auf der Triden- tiner Front Artillerietätigkeit, stärker in der Gegend des Etschtales. Durch wohlgezielte Schüsse zerstreuten wir eine lange Reihe von Packwagen, die sich auf den Nordwesthängen des Col Santo im Marsch befand. Auf der julischen Front ließ gestern die Artillerie- tätigkeit nach. Im ganzen Operationsgebiet herrscht weiterhin un- günstige Witterung. Cadorna. Russischer Heeresbericht vom 9. Dezember. Westfront: Bei dem Marktflecken Telikly südlich des Drys- wiatysees wurde ein deutsches Flugzeug durch unser Maschinen- gewehrfeuer abgeschossen und stürzte ab. Das Flugzeug überschlug sich beim Fallen und wurde leicht beschädigt. Der Flieger und der Beobachter wurden zu Gefangenen gemacht. Südlich von Pomor- jany, in der Gegend des Dorfes Koniuchh überschritten unsere Auf- klärer die Stacheldrahtverhaue, griffen geräuschlos den Posten einer feindlichen Kompagnie an, machten einen Teil mit dem Bajonett nieder und nahmen die meisten gefangen. In der Gegend von Swistclniki eifrige Aufklärertätigkeit. In den Waldkarpatzhen flaute der Kampf um die Höhe 5 Werst südlich von Jawornik ab und unsere Abteilungen zogen sich in ihre Gräben zurück. An der K a u k a s u S f r o n t keine Veränderung. Rumänische Front: Westlich und südlich von Waleputny griffen wir den Feind an, warfen ihn von zwei Höhen, machten dort an 399 Gefangene mit 19 Offizieren und erbeuteten 6 Ma- schinengewehre, 2 Bombenwerfer und ein Geschütz. Fünf Werst südwestlich des Dorfes Sulta zwangen uns wiederholte Angriffe des Feindes, eine am Tage zuvor eroberte Höhe preiszugeben. Auf den beiden Ufern des Tschebonisch dauert unser Vormarsch an. In der Walachei setzen unter dem anhaltenden Druck des Feindes die rumänischen Truppen ihren Rückzug nach Osten fort. In Uebereinstimmung mit dem Rückzug der Rumänen ziehen sich uns erTruppengleichfalls auf ihrem linken Flügel zurück. Die Aushungerung üer Schweiz üurch üie Entente. Bern, 9. Dezember. Anläßlich einer Besprechung d« Schweiz« Hilfstätigkeit zugunsten der internierten Gefangenen stößt die „Neue Züricher Zeitung" folgenden Notschrei auS: „Wir wollen geben, solange wir selbst noch etwas haben. Aber was dann beginnen, wenn wir selbst Mangel leiden, wie eZ heute schon bei diesem und jenem drohend sich meldet? Was dann, wenn man uns von allen Seiten so einschnürt, und wir kniefällig um dasjenige betteln sollen, was uns von Rechts wegen gebührt? Und so steht riesengroß vor uns neben dem Kummer um unser eigenes Sein der Kummer um das Wohl der uns anvertrauten Jnter- nierten." Den Rumänen wurüe Mut eingeschossen. Das W. T. B. derbreitet einen aufgefundenen rumänische» Bri- gadcbefchl vom 19. Oktober. In diesem werden alle möglichen Aus- reiß« mit dem Tode durch Erschießen bedroht, darunt« auch„Ver- wundete, welche sich ohne Befehl und ohne Waffen zurückziehen", Weit« heißt es dann: „Zur Erfüllung obiger Bestimmungen sollen an d« Front einige Geschütze und Maschinengewehre an Punkten aufgestellt werden, die die Stellung der vorstehenden Unterstützungstruppvn beherrschen. Diese Geschütze sollen auf alle Truppen schießen, die sich aus dem Gefecht ohne Befehl zurückziehen.... Es sollen Pa- trouillen aus Gendarmen und aus energischen Mannschaften, die von Chargierten und Offizieren geführt werden, gebildet werden, welche im Notfalle hinter der Front und auf den Seiten wachen und diejenigen erschießen, die sich ohne Befehl zurückzichen." Gezeichnet ist der Befehl: Der Kommandeur der 2. Armee,- gez. General Petala.— Der Befehl wurde gegeben, um den Einbruch der deutschen Truppen in die Walachei aufzuhalten. D« Erfolg zeigt, wie wenig Wert solche barbarischen„Ermutigungs"mittel haben. Der Seekrieg. „Koningin Rezentes" freigegeben! Haag, 9. Dezember. Dem Ministerium des Aeußern wurde von dem niederländischen Gesandten in Berlin mitgeteilt, daß der Dampfer.Koningin Regentes" von der deuffchen Regierung frei- gelassen worden sei. Versenkt! London, 9. Dezember. Lloyds meldet, daß d« dänische Dampfer„Sigurd(2119 Br R. T.) und der e n g l i- sche Dampfer„Aoristan"(3828 Br. R. T.) versenkt wurden. Die englischen Dampfer„T a f i e l d(4399 Br. R. T.) und„Pouch" sollen ebenfalls versenkt worden sein. Ferner werden als versenkt gemeldet der spanische Dampfer „Julian Benito" sowie die norwegischen Dampfer„Saga" (1139 Tonnen) und„R a k i u r a"(3369 Tonnen). Kleine Kriegsnachrichten. Wie die Entente Schwarze hinmordet. London, 5. Dezem- ber. Der Missionar und Afrikareisende John Harris veröffentlicht im„Daily Telegraph" eine Zuschrift, in der er um Beiträge von insgesamt 19 999 Pfund bittet, zur Fürsorge für die N e g e r, die die Regierung nach Europa kommen läßt, und die jetzt einen europäischen Winter durchmachen müssen. Harris bemerkt, daß bereits einige tausend Neger angekommen und daß weitere unterwegs seien.— Die Hinopferung der Neger, die dem europäischen Winter zum großen Teil erliegen, geschieht natürlich auch zum Schutz der Kultur gegen die deutschen Barbaren. Englands Verluste. L o n d o n, 3. Dezember. Die Verlustliste enthält die Namen von 32 Offizi«en(13 gefallen) und 2539 Mann. Die Teuerung in Rußlanü. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Die russische Beilage der„Times" vom 25. November gibt nach dem„Rußkoje Slowo" die Ergebnisse einer Untersuchung wieder, die B. Weselowsky über die Lebensmiltelteuerung in Rußland an« gestellt hat. Zunächst wird die Tätigkeit der Semstwos auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung betrachtet. Von 143 Distrikt- S emst w o s, sich auf 22 Gouvernements verteilenden Semstwos, von denen Antworten auf Weselowskhs Umfrage einliefen, haben 38 überhaupt keine Initiative ergriffen. 20 beschränkten sich auf Darlehen an Genossenschaften, 87 entfalteten auch eine eigene Tätigkeit, teils mit, teils neben den Genoffenschaften. Die Zahl der Waren, mit deren Vertrieb sich diese 87 SemstwoS be- schäftigen, ist bisher nicht sehr groß. 76 besorgen die Verteilung von Zucker, 62 von Mehl, 47 von Salz, 40 von Gerste und Graupen 10 von Kohle. Bei den übrigen Waren sind die Ziffern noch kleiner Am größten ist die Not an Artikeln wie Seife, Streichhölzern und gewissen Kolonialwaren und daS Eingreifen der SemstwoS wird hier als notwendig bezeichnet. Von den GouvernementS-SemstwoS haben' 22 die Umfrage beantwortet. Davon haben 11 überhaupt noch nicht« unternommen, eines sich auf Darlehen beschränkt, die anderen teils mit den Distrikt-Semstwos. teils mit den Genoffenschaften oder mit beiden Kategorien zusammengearbeitet. Beklagt wird daS systematische Zusammenwirken zwischen den Gouvernements- und den Distrikt-Semstwos. Eine vergleichende Darstellung der Steigerung der Lebensmittelpreise in Moskau und Berlin(das Datum der Aufnahme wird nicht angegeben. D. Ber.) zeigt folgende Ziffern: Von den gesamten 17 Produkten sind also 11 in Moskau mehr im Preise gestiegen als in Berlin. Am stärksten ist die Preissteige« rung in Berlin bei Speck, Eiern und Reis, in Moskau bei Getreide, Zucker und Fleisch. Der Berichterstatter der.Times' sagt weiter: Wenn wir uns von den Nahrungsmitteln zu den gewerblichen Produkten der Fuß- bekleidung, Schreibwaren, Kleidung usw. wenden, so sind die Ziffern wahrhaft erstaunlich. Eine Preiserhöhung auf das Doppelte oder Dreifache ist eine Ausnahme. In den meisten Fällen kosten die Artikel vier-, fünf-— ja sechs- und neunmal soviel, wie vor dem Kriege. Nach dem Urteil unbefangener Beobachter ist daS Leben in Rußland gut 200 Prozent teurer als vor dem Kriege und was noch ernster ist, diese Tendenz dauert ohne das leiseste Anzeichen einer Besserung fort.' Die.Nowoje Wremja' führt diese Erscheinungen zum Teil auf die Desorganisation der Produktion in Rußland zurück, die hauptsächliche Verantwortlichkeit aber schiebt sie der Re- gierung zu. die verabsäumt habe, irgendwelche ernste Maßnahmen zur Unterstützung der Industrie zu treffen, aber durch ihre ungeschickte Einmischung in die privaten Unternehmungen die Verwirrung noch vergrößert habe. Dazu komme ein schamloses Spekulantentreiben von Trusts und Syndikanten. Das Blatt fordert dringend die Errichtung von Staatsmonopolen und eine erhöhte Besteuerung der Kriegsgewinne. Die jetzige habe bisher 65 Millionen Rubel ein- gebracht, gegen 1200 Millionen in England.(z) Jetzt erst recht Sozialpolitik! Von Rudolf Wifsell. Kurz vor dem Kriege schienen die Gegner unserer sozial- politischen Gesetzgebung Oberwasser zu bekommen. Einer ihrer typischsten Vertreter, der Berliner Professor Bernhard, behauptete, daß die Arbeiterversicherung moralisch und hygie- nisch unerwünschte Folgen gezeitigt habe und daß infolge der sozialen Versicherung in hohem Maße das persönliche Verant- wortlichkeitsgefühl schwinde. Das von ihnen geprägte Schlag- wort von der Demoralisierung und entnervenden Wirkung der Sozialpolitik fand vielfache Zustimmung in all den Kreisen, die jeden weiteren Fortschritt ablehnen. Vor der Glut des Krieges schwanden diese Schwarzseher und ihre Behauptungen dahin, und der Präsident des Reichsversichcrungsamts konnte bald nach Ausbruch des Krieges sagen: „Die große Zeit, die unser Volk wie mit eiserner Pflugschar aufwühlt und in seiner Seele scheinbar schlummernde Kräfte machtvoll ans Licht bringt, hatauchdenbishernicht voll erkannten Segen der A rb e i t e r f ü r s o r g e offen- bar gemacht. Sie erwies sich als eine Quelle deutscher Kriegsbereitschaft. Was man von ihren verweichlichenden und entnervenden, von ihren politischen Enttäuschungen erzählte, waren Märchen.' Die lange Dauer des Krieges und die in seinem Verlaufe — von allem anderen abgesehen— schon aus bevölkerungs- politischen Gründen sich herausstellende Notwendigkeit weite- rer Sozialpolitik läßt die alten Gegner sich wieder regen. Immer deutlicher werden ihre Stimmen, und es würde falsch sein, wenn die politische Tagespresse sie unbeachtet lassen würde. Um ihre zum Teil ganz absurden Behauptungen ein- mal zu zeigen, wählen wir heute die in Hamburg erscheinende Zeitschrift„Die Hanse", Zeitschrift für Handelspolitik, Arbeit- geberinteressen, Schiffahrt und Versicherungswesen. In der Oktober, und Novembernummer behandelt der Herausgeber, ein Herr Moritz Müller, Fragen unserer Sozialver- sicherung. Eine zweischneidige Waffe sei die Sozialversichc- rung, ihr Milliardenbleigewicht hänge schwer an unseren Füßen. Daß die Last der eigenen Versicherung einzelner Be- völkcrungskreise auf die Schultern aller derer mitgewälzt würde, die zu ihren Zeitgenossen keine anderen Verbindungen unterhielten, als daß sie ihnen Arbeit und Erwerb vermittel- ten, sei der Oberflächlichkeit in der Verwirklichung des Vor- sorgegedankens, zum mindesten aber mangelndem Denken ver- schuldet. Tie Geltendmachung des Rechts auf Zukunftsfür- sorge durch den Unternehmer setze eine Lebensarbeit an ein und derselben Stelle voraus, es sei denn, daß der Arbeit- nehmer Versprechungen erhalten habe, deren Erfüllung er als unstreitbares Recht fordern könne. Wie viele aber seien es, die das Recht der Fürsorge durch die doch ausschlaggebende Tauer der Dienstzeit an ein und derselben Stelle verdienten, und wie viele, die es überhaupt wirklich verdienten, die zu ihrem Teile fast gar nichts täten, um den drohenden Ge- fahren zu entgehen, die Krankheit und Unfall für sich, und Tod für die Hinterbliebenen nach sich zögen. Die Zwangs- � Versicherung wirke auf erzieherischem Gebiete ungünstig, in- dem sie die Entschlußkraft lähme und damit die hervorragen- den Kriegskräfte hemmend beeinflusse, die den Gesellschafts- Mechanismus in Bewegung setze. Der Zwang habe uns die bösen Erscheinungen der Ausnutzung des Versicherungsschutzes um jeden Preis und aus den kleinsten Ursachen gebracht, wo- durch jene ungeheure, täglich steigende Belastung der Sozial- versicherungsträger und schließlich aller Beteiligten entstanden sei. Wir hätten sowohl in der Sozialpolitik als auch in der Sozialversicherung die Grenzen weit überschritten, die das Gebiet des Zweckmäßigen und Notwendigen vom Ueber- flüssigen und Schädlichen trenne. Vorsicht hinsichtlich der Sozialpolitik nach dem Kriege sei geboten. Unsere zukünftige wirtschaftliche Wiedererstarkung hänge ganz von dem Maße der Freiheiten ab, unter deren Einfluß sie sich vollziehen könne. Starke Belastungen aber seien Hemmungen und Un- freiheiten, die eine volle Entwicklung der noch vorhandenen Kräfte behindern müsse. Es sei doch selbstverständlich, daß sich die sozialen Belastungen in der Gehaltspolitik wider- spiegelten, oder in der Kalkulation der Erzeugnisse und der Umsätze. So oder so, wir ständen vor einem Kreise, und die Leidtragenden einer überspannten Sozialpolitik seien nicht in letzter Linie die Arbeitnehmer selbst, die mit verkürzten Gehältern, Arbeitslosigkeit und verteuerten Waren rechnen müßten. Und dieses alles, weil ein großer Teil der Arheit- nehmerschaft keine Mittel für die persönliche Vorsorge übrig hätten. Die Fürsorge für die durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Kriegsteilnehmer sei gerechtfertigt. Aber gerade deshalb solle man sich in der Zuerkennung neuer sozialer Rechte an die übrigen Arbeitnehmer doch eine weise Be- schränkung auferlegen. Der privaten Sozialpolitik werde vieles, wenn nicht das Größte, vorbehalten bleiben müssen. Das sei ja gerade der Fehler unserer Sozialpolitik, daß sie mit allen ihren Verordnungen und Gesetzen die Keime der Entwicklung eines kraftvollen Innenlebens in jedem Augen- blick ungünstig und hemmend beeinflusse, wo die für Selbst- entwicklung empfängliche Seele vom staatlichen Fürsorge- gedanken umnebelt werde. Eine Vertiefung und Erweite- rung der sozialen Fürsorge werde z. B. dem Handel die Mittel zur Konsolidierung seiner Existenzverhältnisse entziehen und auf indirektem Wege eine Verteuerung unserer gesamten Lebenshaltung herbeiführen. Wie wenn ein Bernhard dies geschrieben hätte, lesen sich solche Ausführungen: Dieselben Gedankengänge, dieselben Redewendungen. Achtundzwanzig Monate des Krieges sind spurlos an diesen Geistern vorübergegangen: alle Erfahrun- gen haben nicht vermocht, eine Umkehr zu bewirken. Selten ist der reine Unternehmerstandpunkt so rein und unverfälscht vertreten worden. Nackt wird die Tatsache an die Spitze ge- stellt, daß die Unternehmer keine anderen Beziehungen zu ihren Zeitgenossen unterhalten, als daß sie ihnen Arbeit und Erwerb vermitteln. Das wird gar als ein ethisches Ver- dienst in Anspruch genommen. Nun ist es schon richtig, daß viele Arbeitgeber keine anderen Beziehungen zu den Ar- beitern unterhalten, als die aus der Arbeit erwachsenen, und die sie aufrechterhalten müssen wegen der Möglichkeit der Vermehrung des eigenen Kapitals. Wir lassen aber nicht die ungeheuren Leistungen der deutschen Arbeitermassen im Heer und in der Heimat, der Männer da draußen und der Männer und Frauen daheim, mit der geradezu frivolen Behauptung verdunkeln, daß die Entschlußkraft der Arbeiterschaft'durch die soziale Versiche- rung gelähmt werde. Die letzten zweieinhalb Jahre sind ein einziger Beweis, daß ein fester Wille alles leitet, tatkräftigste Entschlußkraft sich geltend macht, und sie haben gezeigt, daß diese Eigenschaften in keinem anderen Lande auch nur im entferntesten derart erreicht wurden wie bei uns. Aus den Erfahrungen der Versicherungsgesetzgebung den gegenteiligen Schluß herleiten und in einem freiwilligen Znsammenschluß bessere Aussichten auf die Verwirklichung des Versicherungs- schutzes erblicken zu wollen, zeigt eine kaum zu übertreffende Unwissenheit. Solche Leistungen, wie sie die Kriegszeit ge- zeitigt bat, sind nur möglich gewesen, weil in Friedenszeiten die Volkskraft gepflegt und gefördert wurde, weil Arbeiter- Versicherungen, Arbeiterschutz und vor allem auch die Arbeiter- bewegung das soziale Gewissen gestärkt haben. Der Hinweis auf die Pflicht der Erfüllung sozialer Aufgaben hat den Ein- zelnen nicht zag und mutlos gemacht, sondern in ihm die feste Ueberzcugung der Notwendigkeit sozialer Pflichterfüllung ge- schaffen und gestärkt. Die kulturelle Friedensarbeit nickst zum wenigsten in der Arbeiterbewegung zeigt jetzt ihre Früchte in der Üeberzeugung. daß jeder Einzelne Z�m Großen, Ganzen zu dienen hat. daß es nickst auf sein Leben, sondern auf das Leben des Volkes ankommt. Und im Interesse dieses Geistes, dem Interesse des ganzen Volkes, kann es nur das Ziel geben: Aufbau der Sozialpolitik. politische Ueberslcht. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion tritt Dienstag, den 12. Dezember, 11 Uhr vornrittags, zu einer Sitzung zu- sammen. Die übrigen Fraktionen des Reichstags versam- mein sich, soviel bis jetzt bekannt, eine Stunde später. Reichskanzler und Parteiführer. Der Reichskanzler und der Staatssekretär Zimmermann haben die Fraktionsführer für Dienstag, 9 Uhr morgens, zu einer Besprechung eingeladen. Belgiens Zukunft. Im„Bcrl. Tagelst." erörtert Mg. Gothein die Frage: „Müssen wir Belgien militärisch, politisch und wirtschaftlich in der Hand behalten? Er kommt zu einer Verneinung und gibt dafür in der Hauptsache folgende Gründe an: Ein militärisch, politisch und wirtschaftlich fest in deutscher Hand befindliches Belgien, das nur noch dem Namen nach ein selb- ständiges Staatswesen wäre, würde in den Niederlanden die be- grcifliche Sorge wachrufen. Das zwischen zwei feindlichen Fronten liegende Belgien würde, wenn die Niederlande auf die Seite der Gegner träten, gar nicht zu halten sein. Di � belgische Küste kann keinen Stützpunkt für die deutsche Flotte bieten� da es nicht möglich ist, durch die der belgischen Küste vorliegenden Sandbänke einen Kanal von solcher Tiefe offen zu halten, daß große Kriegsschiffe gesichert ein- und ausfahren könnten. Aber selbst wenn an der belgischen Küste ein Stützpunkt für eine deutsche Hochseeflotte geschaffen werden könnte, so würde er viel zu sehr im Bereich der von der nahe gelegenen englischen Küste her operierenden englischen U-Boote liegen: diese würden absperren und versenken. Belgien politisch fest in der Hand zu halten, würde nichts nüfen. Wolle man die belgischen Gesandtschaften abschaffen, so blieben doch die Konsuln, und wenn auch nicht die, so gäbe es immer noch geheime Agenten. Die wirtschaftliche Einbeziehung Belgien? in das Deutsche Reich würde die belgische Industrie auf daS deutsche Absatzgebiet verweisen und die belgische Bevölkerung auf die deutsche Agrarzufuhr anweisen. Wenn man aus den allgemeinen Schlagworten herauskomme und sich klar mache, was man will, komme man zu der Erkenntnis, daß auch hier zwischen Deutschland und seinen Gegnern keine un- überwindlichen Interessengegensätze bestehen. So Herr Gothein. Man kann sich denken, daß eS nun von rechts her aufgeregte Proteste hageln wird. Zitierkunst. In der„Kreuzzeitung" veröffentlicht Herr Max Bewer«inen „offenen Brief an den Abgeordneten Scheidemann". Dieser Brief baut sich auf der Annahme auf, daß Genoffe Scheidemann gesagt habe:„Was französisch ist, soll französisch bleiben, was belgisch ist, soll belgisch bleiben, und was russisch ist, soll russisch bleiben". Herr Max Bewer lebt außerhalb der Welt, wenn er nicht weiß, daß der vielzitierte und heftig umstrittene Satz in seinem dritten Teil nicht gelautet hat,„was russisch ist, soll russisch bleiben", sondern:„was deutsch ist, soll deutsch bleiben". Wenn Herr Bewer deutsch von russisch nicht unterscheide» kann, so ist das seine Sache. Aber er kann nicht erwarten, daß man sich mit seinem Geschreibe, das auch sonst von unrichtigen Behauptun- gen geradezu wimmelt, noch weiter auseinandersetzt. Ein bayerisches Dementi und seine Borgeschichte. Die„Bayerische Staatszeitung" schreibt:„In der Freitag- nummer der„Münchener Post" findet sich ein Artikel„Entstehung der Ministerkrise". In diesem Artikel ist angenommen, daß die Ministerkrise auf einen Vorgang im Ernährungsbeirat zurück- zuführen sei. Im Zusammenhang damit wird behauptet, Dr. Heim habe Ausführungen über die Art der Pressezensur„in höherem Auftrag" gemacht, es habe sich dabei„um abgekartetes Spiel" ge- handelt.— Diese Behauptungen sind völlig unrichtig." Nach der Darstellung der„Münchener Post" hatte Dr. �eim gegen das bayerische Kriegsministerium den Vorwurf erhoben, als Zensurstelle unterdrücke es alles, was nicht sozialdemokratisch sei, der Kriegsminister kokettiere und liebäugle mit'den Sozialdemo- kraten. Darauf habe sich Herr v. Soden erhoben und erklärt, er sei— mit Heims Ausführungen vollkommen einverstanden. Die„Münchener Post" beruft sich für ihre Darstellung auf einen nicht sozialdemokratischen Teilnehmer der fraglichen Sitzung. Auf alle Fälle dürfte die..Münchener Post" in der Lage sein, fest- stellen zu können, was sich wirklich in der Sitzung des Ernährungs- beirats zugetragen hat. Die Welt steht also zwischen zwei Aus- sagen, und ihre Zweifel könnten nur durch die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls— das doch wohl existieren wird— behoben werden._ Der Borstand des deutschen Nationalverbandes in Oesterreich gab in seiner Sonnabendsitzung einmütig der Anschauung Ausdruck, daß die Einberufung des Reichsrates notwendig er- scheine, daß jedoch vorher die erforderlichen Voraussetzungen und die Grundlage zur Ermöglichung einer ersprießlichen Tätigkeit des Reichsrates geschaffen werden müssen, da ohne die Erfüllung dieser Voraussetzungen der Parlamentarismus gefährdet wäre. Darauf erfolgte die Gründung der mit den Christlichsozialen gemeinsamen Ausschüsse. Zu Vorsitzenden wurden zwei Christlich- soziale, der Wiener Bürgermeister Weiskirchner und Prinz Lichten- stein, und ein Deutschnationaler, Abg. Dr. Groß, gewählt. Auf Anregung von reichsdeutscher Seite soll am 16. Januar in Berlin eine gemeinsame Beratung reichsdeutscher, deutsch-österreichischer und ungarischer Politiker stattfinden. Man beschloß, m dieser Beratung je drei Vertreter des Deutsch-Natio- nalen Verbandes und der Christlichsozialen Partei zu entsenden. Weitere sozialistische Erfolge bei Polnischen Stadt- verordnctenwahlen. Lublin, den 10. Dezember. Ueber die Stadtratswahlen aus der fünften Kurie in den drei übrigen größeren Städten des Okku- pationsgebiets liegen nachstehende Meldungen vor. In Kielce wurde der„Gasetta Kielecka" zufolge vier Kandidaten des jüdischen drei des national-demokratischen und drei des zentralen Wahl- komitees gewählt. An der Wahl beteiligten sich 70 Prozent der Wählerschaft. Ueber das Wahlergebnis in Piotrkow wird ge- meldet: Von 3260 Wahlberechtigten beteiligten sich 2200 an der Wahl. Gewählt erscheinen drei Kandidaten des unparteiischen und drei des jüdischen Wahlkomitees, zwei der polnisch-sozialistischen Partei und zwei des nationalen Arbeiterverbandes. Nach den Be- richten aus R a d o m wurden dort sieben Kandidaten des vereinigten Wahlkomitees und drei der polnifch-s-zialistischcn Partei gewählt. /tos öer Partei. Eine Protestaktion gegen die Beitragssperre in Bremen. In Bremen fand am 8. Dezember im Parteihause auf Veran- lassung des Bezirksvorstandes eine Versammlung statt, um die Schaf- fung einer Parteiorganisation für Bremen in die Wege zu leiten, die die Sicherheit bietet, daß die Beiträge der Genossen im Interesse der Gesamtorganisation verwandt werden. Die von etwa 300 Ge- nassen und Genossinnen besuchte Tagung beschloß nach einem Referat des Bezirksfekretärs Waigand und längerer Diskussion einstimmig die Konstituierung eines„Sozialdemokratischen Parteivereins Bre- men", der auf dem Boden des Organisationsstatuts steht. Der aus 7 Personen bestehende Vorstand wurde einstimmig aus folgenden Genossen zusammengesetzt: 1. Vorsitzender Karl Deichmann, 2. Vor- sitzender I. Wellmann, Kassierer L. Waigand, Schriftführer H. Tiedermann, Beisitzer Johann Voigt, Heinr. Blome und Genossin Niendorf. Letzte Nachrichten. Frankreichs„entsetzliche Transportkrise". Bern, 10. Dezember(W. T. B.) Wie„Temps" meldet, liegt eine der wichtigsten Ursachen der jetzigen entsetzlichen Transport- krise in Frankreich darin, daß die englischen Truppen euren sehr großen Teil des französischen Wagenmaterials hinter der Front benutzen.„Temps" glaubt zu wissen, daß sich die englische Regierung verpflichtet habe, zehntausend Wagen aus dem engli- schen Eisenbahnbestand in kürzester Frist nach Frankreichs zu schaffen; außerdem soll England eine gewisse Anzahl Lokomotiven versprochen haben._ Eine Leuchtkugelfabrik vernichtet. Bern, 10. Dezember.(W. T. B.) Eine Fabrik in Merignae bei Bordeaux, die Leuchtkugeln für Flugzeuge herstellte, wurde durch eine Explosion vollständig vernichtet. Mus Groß-Serlin. Helle-/lUiance-platz. Die auf hohen Säulen, umringt von grünem Rasen, stehen, diese flügelschivingenden Göttinnen des Sieges, sie sind herrlich gestellt. Das veichste Licht fließt ihnen zu, und Stürme, Stürme umbrausen sie groß. Wer das Leben der- Menschen rollt drunten tief. Die Ge- flügelten stehen einsam. Schwer nur finden die Augen hinauf. Und fassen sie einmal ihre Höhe, immer sehen sie dann die Gebilde, die so Großes bedeuten wollen, fern, undeutlich und winzig nur. Weitab schweben droben die Göttinnen, die den Kranz des Ruhmes tragen. Erhöht zum Gedächtnis vergangener Tat, sind sie getrennt vom schweren Drange der Gegenwart. Das Band, das nah verknüpft, hat sich gelängt und wurde schlaff. Das schreitende, weitende Leben aber, es duldet nicht in seiner Mitte Vergangenes, das stumm und fremd wird. Es kommt ein Tag, der greift das Erstarrende an. Er haucht ihm anderen Odem ein und nimmt es anders als zuvor wieder in seinen Kreis. Es kommt ein Tag, der leidet nicht mehr die Rasen, die Büsche die Bäume auf ihrem alten Platz. Einst war der Platz ein Abschluß der Stadt, ein grüner Grenzfleck zum Ruhen und Schauen. Aus der Mitte hob sich die Säule mit der Göttin des Sieges, die schwebend grüßte ins Herz der Stadt. Aber dann quoll der Häuscrschwall über die alten Grenzen hinweg, stieg im Ring riesig empor, daß der Platz zwergig einsank, spann das zitternde Straßennetz hinter ihm weiter, pflasterte mit Stein und Eisen und stürmte auf Schienen in kreischenden Bögen heran und vorbei. Alte Wege, still. und klein, hielten sich eine Zeitlang noch, als ginge der laute Strom sie nichts an. Im Zickzack strichen sie müßig hin, als gäbe es in einer Stadt, wo alles Ziel sich weit verstreckt, Minuten, Sekunden zu vertun. Wer dann kam ein Tag, der die Wege sperrte, die Rasen abnahm, Bäume legte, Maschinen schob und Baubuden stellte und um all das Gewirr und Getöse einen strengen Bretterzaun schloß. In den Boden hinab, mitten durch den Platz, schneidet ein Schacht; den werden Bahnzüge donnernd durch- rasen. Nun muß auch die Säule, die hohe, nieder, die Säule mit der Göttin des Sieges! Zwischen Gebüsch, unter Baumgezweig, dröhnt, stampft, schnitzt vergliederte Arbeit. Den grünen Sommer schon hindurch, in den grauen starrenden Herbst hinein. Balken, Sandmassen, Eisen- werk lagern umher. Wo Rasenzier war, schreitet Arbeit, gradaus, ohne Umweg. Und Luftschienen, Sturzrammen, Hebegerüst strecken sich auf, da, drüben, dort, wie die Tat sie braucht. Wer seitab, unter Bäume gestellt, auf nackten Grund, ragt über den Bretter- zäun dunkel und hoch, mit Haupt und Flügeln, die einst dort oben aus nun verschwundener Säule stand. Aus ferner Höhe niedergebracht, steht sie nun nahe, schön und groß. Ein Glanz auf feinem Angesicht, die edlen Schwingen zum Flug geschwellt, reicht die schwebende Hand den Kranz. Wen doch suchte der Kranz? Hier ist dröhnend« Gegenwart, hier schwand die vergangene Tat. Alltag ist hier und hämmert und schleppt. Friedens- werk! Friedenswerk! Von derben Fäusten herabgeholt, beiseite- gestellt, streckt die Göttin sehnend den Arm. Ringen ist hier und Schaffen und Sieg. Im ehernen Busen quillt die Lust, die nach Loben glüht. Sie will mitten hinein. Das Herz ging auf für den großen Ruhm, der im Alltag reist, und ins Graben und Bauen reicht sie den Kranz. Den Kriegeskranz, den Siegcskranz! Nimm ihn, du Aübeit, zum Siege!...... Tie Eröffnung des LindentunnelS. Sonntag Mittag um 12 Uhr erfolgte die Eröffnung des Linden- tunnels durch eine schlichte Feier der Gemeindebehörden. Der Ma- gistrat mit Oberbürgermeister Mermuth und Bürgermeister Dr. Reicke sowie die Stadtverordneten mit ihren Vorstehern Michelet, Cassel und Heimann waren nahezu vollzählig erschienen. Stadtbau- rat Krause gab Erläuterungen über den Bau des Lindentunncls und der zur gleichen Zeit mit errichteten neuen eisernen Brücke. Beide Werke wurden besichtigt. Danach dankte Oberbürgermeister Mermuth in einer kurzen Ansprache dem Stadtbaurat Krause und seinen Mit- arbeitern und übergab den Lindentunnel dem öffentlichen Verkehr. Eine Durchfahrt durch den Tunnel beendete die Feier. Mangel an Kleinwohnungen nach dem Kriege. Eine Wohnungsnot in Groß-Berlin nach dem Kriege wird nicht allgemein als bedrohlich angesehen, weil interessierte Kreise auf die hohe Zahl der leerstehenden Wohnungen hin- weisen. Jedoch ist diese Zahl gegen die vorletzte Zählung im Jahre 1910 beträchtlich gesunken. Außerdem ist zu beachten, daß sich die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Berlin selbst fast ausschließlich auf mittlere und größere Wohnungen beschränkt. Bedenkt man schließlich noch, daß eine Wohnungsaufnahme jetzt kein richtiges Bild von dem Wohnungsbedürfnis bei Friedens- schluß gibt, da zahlreiche Kriegerfamilien ihre Wohnungen zusammengelegt, die zahlreichen kriegsgetrauten Ehepaare aber eine Wohnung noch nicht genommen haben, und daß sicher eine große Zahl Wohnungen im Kern von Berlin als minderwertig keine Bewerber finden, wofür schon die Ab- Wanderung nach anderen Stadtteilen oder in die Vororte spricht, so ergibt sich nach dem Kriege eine riesige Nachfrage nach Kleinwohnungen, zumal da auch mit einer starken Abwanderung aus größeren Wohnungen in kleinere zu rechnen ist. Aus alledem erweist sich die Not- wendigkeit, schon jetzt alles zu unternehmen, um der drohenden Wohnungsnot zu begegnen._ Licht-«nd Kohlenverschwendung! Die Knappheit an Kohlen hat dazu geführt, den Lichtverbrauch einzuschränken, die Läden und Vergnügungslokale früher zuschließen und den Bahnbetrieb zu vermindern. Diese Maßnahmen sind gewiß zu billigen. Sollte es nun aber nicht angezeigt erscheinen, auch alle überflüssige Beleuchtung von Privatwoh- nun gen einzuschränken? Uns ist bekannt, daß zahlreiche Familien noch lOkerzige Brenner benutzen, wo 10- und 20kerzige vollständig genügen würden. In vielen S-Zimmerwohnungen be- trägt der Verbrauch an elektrischem Strom monatlich noch 60—75 M., während in anderen nur 10 M. auf die Rechnung kommen. Mit Gas ist es genau so. Wir meinen, daß gerade in, Privatverbrauch am ersten und ohne Nachteil gespart werden könnte. Mit der Heizung ist eS noch schlimmer bestellt. Ist es notwendig, daß im Westen zahlreiche Treppenaufgänge, Kor- ridore,. Klosetts, Nebenräume, sogar leere Zimmer zentralgeheizt werden, während im Norden die Familien in Wohnzimmern mit Kachel- öfen frieren müssen? Warnung vor dem Bezug von Lebensmitteln aus dem Auslande. Von zuständiger Stelle teilt man uns mit: In den neutralen Ländern, besonders Holland und Dänemark hat sich seit Monaren ein schwunghafter Handel entwickelt, der sich mit der Versen- dung von Lebensmitteln in Postpaketen an private Besteller in Deutschland befaßt. Verlockende Inserate, in denen Butter, Eier, Fleisch, Speck usw. angeboten werden, erscheinen in deutschen Zeitungen und finden nur zu willige Beachtung. Das deutsche Publikum kann nicht dringend genug davor gc- warnt werden, sich auf diese Anpreisungen einzulassen, und zwar aus folgenden Gründen: Auf der einen Seite sind viele der Firmen, die die Waren anbieten, einfach Schwindelgeschäfte. Sie verlangen von den Bestellern die vorherige Einsendung einer An- zahlung und lassen nichts mehr von sich hören, sobald sie das Geld erhalten haben. Auf der anderen Seite können die Lebensmittel, selbst wenn sie richtig abgeschickt werden, nicht in die Hände der Besteller gelangen, denn, soweit es sich um zentralisierte Waren handelt(Butter, Käse, Eier, Margarine, Schmalz, Hülsenfrüchte, Fleisch und Fleischwarcn, Heringe, Kaffee, Tee, Kakao, kondensierte Milch), müssen die mit der Durchführung der Zentralisierung be- austragten Gesellschaften der ihr vom Gesetz übertragenen Pflicht genügen und die aus dem Auslände kommenden Lebensmittel mit Beschlag belegen, auch wenn es nur die geringen Mengen eines Postpaketes sind. Die Entschädigung, die der Besteller dann erhält, bleibt meist unter dem der ausländischen Firma bezahlten exorbi- tauten Preise. Auf jeden Fall hat also das Publikum, das sich auf privatem Wege Lebensmittel aus dem Auslande beschaffen will, nur Schaden davon. Wer sich vor diesem Schaden bewahren will, wird gut tun, den ausländischen Anpreisungen keinerlei Beachtung zu schenken. Tie nahrhafte„Büchersendung,,. Liebliche Gerüche führten gestern auf dem Ostbahnhof wieder zur Entlarvung einer Lebensmittelschiebung. Eine Eilgutsendung Bücher war aus dem Osten für einen Herrn in der Bregenzer Straße angekommen. Die fünf Kisten dufteten fein nach stischen Räucherwaren und allerhand Gewürzen. Das war verdächtig, und noch mehr, daß aus einer Kiste ein unbestimmbares Naß heraus- tropfte. Weil man Bücher nicht zu räuchern und noch weniger naß zu versenden pflegt, so öffnete man die Kisten und fand darin statt der geistigen allerhand schöne und schmackhafte leibliche Nahrung. Eine Kiste enthielt fünf geräucherte Schinken und frisches Rind-, Kalb- und Schweinefleisch. In anderen fand man Büchsen mit allerhand Konserven, Butter, Schmalz, Mehl, Haferflocken, Tee, Zucker, Hülsenfrüchten, kurz alles, was man jetzt so nötig braucht, und doch nur so schwer bekommen kann. Daneben aber enthielt die Büchersendung auch noch Spielwaren, Herren- und Damenstiefel und allerhand Schmuck- fachen. Die undefinierbaren Tropfen aber rührten von Eiern her, die unterwegs leider stark geknickt waren. Die Sendung war von Eydtkuhnen nach Berlin gerichtet. Sie wurde von der Polizei beschlagnahmt. Neue Kautionsiestimnnmgen bei den St. E. W. treten am 1. Januar 1917 in Kraft. Hiernach sind die städrischen Elektrizitäls- werke Berlin u. a. berechtigt, sich für den Fall nicht pünktlicher Er- füllung der Verpflichtungen des Stromabnehmers oder seiner Rechts- Nachfolger ohne jedes gerichtliche Verfahren sofort aus der Kaution zu befriedigen sowie die Kaution als verfallen zu betrachten, wenn deren Abhebung nicht binnen Jahresfrist nach Einstellung der Stromlieferung erfolgr ist. Unserer Ansicht nach iragen diese neuen Bestimmungen wieder ein- SozialiieiiioRratisctierWahlYereiD mal einen reichlich.fiskalischen' Charakter. Zum mindesten könnte man doch wohl verlangen, daß die St. E. W. die nicht abgehobenen Kautionen nach Jahresfrist an den Inhaber durch die Post zurück- senden! Einen empfindlichen Verlust erlitt am Donnerstag voriger Woche der Postunterbeamte Karl Duldig. Er verlor zwischen ö und 6 Uhr nachmittags auf dem Wege vom Hause Ritterstr. 49 nach dem Per- lagshaus Ullstein in der Kochstraße eine Brieftasche mit 750 M. Inhalt. Das Geld bestand aus 6 Einhundert-, 2 Fünfzig-, 2 Zwanzig- markscheinen und aus einigen kleinen Scheinen. Die Tasche war mit der vollen Adresse des Verlierers, Karl Duldig, Neukölln, Boddm- stratzo 46/47, versehen. Der Verlust trifft D. deswegen besonders hart, weil der größte Teil der Summe aus einkassierten Vereins- geldern bestand, für die er ersatzpflichtig ist. Für die Herbeischaf- fung der Summe ist eine Belohnung von 100 M. ausgesetzt. Ein dreister Raub wurde am Sonnabend auf dem Postamt 56 in der Französischenstraße 33ä verübt. Das Bankgeschäft von Heck- mann u. Co., Hinter der katholischen Kirche, sandte den 14jährigen Boten Walter Krause mit 300 M. zum Einzahlen nach dem Postamt. Der Bote kam dort kurz vor%8 Uhr an. Er mutzte etwas warten und stand mit dem Papiergeld in der linken und seinem Postbuch in der rechten Hand vor dem Schalter. Kurz bevor die Reihe der Ab- fertigung an ihn kam, riß ihm plötzlich ein unbekannter Bursche das Geld aus der Hand, entfloh damit und entkam, obgleich er sofort verfolgt wurde. Der Räuber ist etwa 17— 18 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und bartlos, hat ein blasses rundes Gesicht und trug einen blauen Jackettanzug und einen blauen weichen Filzhut. Einbrecherbanden. Mit ungewöhnlicher Dreistigkeit ging eine sechsköpfige Bande auf dem Anhalter Güterbahnhof vor. Während ein Mann Schmiere stand, machten sich die anderen fünf daran, die Sammelstelle zu plündern. Leute, die gegenüber wohnen, sahen die fünf � bei der eifrigen Arbeit und machten die Polizei aufmerksam. Der Schmieresteher hatte aber wohl etwas gemerkt. Er gab einen Warnungsschutz ab, und als nun die Schutzmänner von der Revier- wache kamen, waren er und die ganze Bande schon verschwunden. Es handelt sich hier vielleicht um dieselbe Bande, die aus Lichtenberg verscheucht wurde. Hier wurde der Inhaber einer Lederzuschneiderei. die Soldatenstiefel herstellte, durch das Anschlagen des Wachhundes geweckt. Er sah fünf Einbrecher damit beschäftigt, Leder zum Weg- schleppen zu verpacken. Der Geschäftsinhaber feuerte einen blinden Schuß ab, um vielleicht Hilfe zu bekommen. Die Einbrecher entflohen darauf über eine Mauer. Aus Wut über die Störung wandten sie sich, als sie sich in Sicherheit wußten, um und eröffneten ein wahres Trommelfeuer aus ihren Revolvern aus den Geschäftsinhaber. Die Kugeln trafen aber nur die Mauer, die zwischen diesem und den Verbrechern stand. Das Opfer einer Gasvergiftung ist die 58 Jahre alte Kauf- mannswitwe Karolinc Scheffer aus der Pappelallee 73 geworden. Die Frau war gestern allein zu Hause. Während sie in der Küche zu tun hatte, löste sich, ohne daß sie es merkte, der schadhaft ge- wordene Schlauch des Kochers und fiel herunter. Der Frau wurde unwohl, ohne daß sie sich die Ursache erklären konnte. Sie sank dann hilflos auf einen Stuhl. Als ihr Sohn nachmittags nach Hause kam, fand er sie in der mit Gas gefüllten Küche tot dasitzen. Brand in einem Zeitungsbetrieb. Die Berliner Feuerwehr hatte in der Nacht zum Sonntag längere Zeit in der Schützen- straße 24/25 zu tun, wo in den Kellereien von Rudolf Masse Papierballen, Regale, Fenster, Packmatcrial, elektrische Lei- tungen u. a. in Flammen standen und tüchtig gelöscht werden mußte, um eine weitere Ausdehnung des gefährlichen Brandes zu verhüten. Wettcrausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Dien?- tag mittag. Zeitweise heiter, jedoch ziemlich kühl. Vorherrschend wolkig und an den meisten Orten geringe Niederschläge. Lei dem ichweren Eisenbahn- unglück am 7. Dezember hat auch unsere Genossin �nna Kradel ihr Leben lassen müssen. In treuer Pflichtersüllung ihres KriegSberuseS bei der Post fand sie einen schnellen Tod. Ehre ihrem Andenken l Die gemeinsame Beerdigung aller Verunglückten findet am Dienstag, den 12. Dezember, nachmittags 2h, Uhr, aus dem hiesigen Friedhose statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Allen Freunden und Bekann- ten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und treu- sorgender Vater seiner einzigen Tochter, der Schlosser Franz Thorn im 38. Lebensjahie nach langer, schwerer Kranthcit am 7. De-' zember verstorben ist. Die» zeigen tieibetrübt an die trauernde Gattin Else Dhom nebst Tochter. Die Beerdigung findet Dienstag. den 12. Dezember, nachmittag 3H, Uhr, von der Leichenhalle des Tegeler Friedhoses aus statt. Ruhe saust in Frieden. VT- -fäillidhtAv c5«Ua iC' HeinesWerke 3 Bände 3 Mark- Buchhandlung vorwärts Spezialarzt Dr. med. Karl lleinhardt. PntcHnmpr'sfi* 117 � 6. Lfitiowstr., Spreohst. H,18-2 roisuamer oir. n/ u. h,6-h,io u. avda, sonnt. 11-1. A llflf ISponHo Seiten starke Broschüre 50 Pf., nach AUInlcirCullC außerhalb IM. in verschlossenem Kuvert f. Geschlechtskrankheiten Harnleiden, Schwäche, Ehrlich-Hata-Kuren, Blut- und Harn-Untersuchungen Institute: Admiralspalast. Das herrliche Eisballett �fran �fantasie. Auf. 8H, Chr.*,», 4 H. Stoffe für Maß- Anzüge, Paletots, Damen- Kostüme, Mäntel, Meter 10.-, 14.-, 16.-, 20.-, Seiden- Seal, Astrachan. Tacblager Koch& Seeland 0. m b. H., GertrauiltEnstr.2ö-2Ueerk!rbchreder Fredy Zigaretten direkt in der Fabrik zu Fabrikpreisen 1000 St la...... 14,— 1000„ Fredy-Zigarett 1b 20,50 1000, Harry Waiden 3. 25,— 1000, Deutscher Sieg Id 41,50 Verkauf auch In kleinen dtznanten direkt In der WN« Fredy, Berlin. Brunnenstr. 17, Hot Uhren! PiIt2u Co' Linden-Str. 109. ■ Lombard-Haas■ H. Orafl, Leipzigerst. 75 II