Jlf ♦ 343* 33» BDonncmcnfs-Bcdingungtn: BJonnemmtä• Preti prinumerando SicrtcIinfitL 8,90 TOt, monatL 1,30 Ml. »vöchenllich 30 Pfg, frei mZ feau5. einzelne Kummet 5 Big. gonmags. nummet mit inuftriertet Eonntogä. Beilage.Die Neue Weif 10 Pfg, Boll» Lbonnernenl: 1,30 Marl Uro Monat. Eingetragen in die Soft» Seitimg«. Breisliiie. umer Kreuzband für Deutichland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Marl, für da« übrige«usland 1 Marl vro Monat. Bostabonnement« nehmen an Belgien, Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. kelcheliil täglich. Verlinev Vollr�blnkk. f 5 Pfennig) Die InlertionS'GebüIjr tetrSgt für die iechZgestialtene Kolonel» «eile oder deren Raum 80 Big,, für »olitüche und gewerlichafiliche Verein«- und Versammlung«-Anzeigen 30 Big. „KUtne Hnztigen", da« lettgedrmste Wort 20 Big.(zuläifig 2 fetigedruifte Worte), jede« weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlaistellenan- zeigen da« erste Wort 10 Psg. jede« weitere Wort 6 Bfa, Worte über IS Buch» staben zählen für zwei Worte. Inserate iür die nächste Nummer müssen bi« 6 Uhr nachmittag« in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abend« geöffnet. Delegramm-Adreffet .Sgzialdemokrat Rcrlls". Zcntralorgan der fozSaldemokrati fehen Partei Deutfcblands. Redaktion: SW. HS, Lindenftraße Z. Fernfvrecher: Amt Morinplat,» Nr. 151 90— 151 97. Expedition: EW. 08» Lindenstraße 2. Nernivrecher: Amt Moritzplati, Nr. ISI SV— 1S1S7. Das Wedensangeboi der Mlclmächie Einladung zur Konferenz Der Reichskanzler hat am Dienstag, den 12. Dezember, vormittags 12 Uhr, die Vertreter der neutralen Schutzmächte, Spanien, Vereinigte Staaten, Schweiz, empfangen und ihnen folgende Note zur Uebcrmittlung an die kriegführenden Mächte der Gegenseite überreicht: „Der furchtbarste Krieg, den die Geschichte je gesehen hat, wütet seit bald Ä'/z Jahre« in einem grasten Teile der Welt. Diese Katastrophe, die das Band einer gemeinsamen tausendjährigen Zivilisation nicht hat aufhalten können, bringt die Menschheit um ihre wertvollsten Errungen- schaften. Sie droht, den geistigen und materiellen Fortschritt, der den Stolz Europas zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete, in Trümmer zu legen. Deutschland und seine Verbündeten, Oestcrreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei, haben in diesem Kampf ihre unüberwindliche Kraft erwiesen. Sic haben über ihre an Zahl und Kriegsmaterial überlegenen Gegner gewaltige Erfolge errungen. Unerschütterlich halten ihre Linien - den immer wiederholten Angriffen der Heere ihrer Feinde staud. Ter jüngste Ansturm im Balkan ist schnell und siegreich niedergeworfen worden, die letzten Ereignisse beweisen, dast auch eine weitere Fortdauer des Krieges ihre Widerstandskraft nicht z« brechen vermag, dast vielmehr die gesamte Lage zur Erwartung weiterer Erfolge berechtigt. Zur Verteidigung ihres Daseins und ihrer nationalen Entwicklungsfreiheit wurden die vier verbündeten Mächte gezwungen, zu den Waffen zu greifen. Auch die Ruhmestaten ihrer Heere haben daran nichts �geändert. Stets haben sie an der Neberzeugung festgehalten, dast ihre eigenen Rechte und begründeten Ansprüche in keinem Widerspruch zu den Rechten der anderen Nationen stehen. Sie gehen nicht darauf aus, ihre Gegner zu zerschmettern oder zu vernichten. Getragen von dem Bewusttsein ihrer militärischen und wirtschaftlichen Kraft und bereit, den ihnen aufgezwungenen Kampf nötigenfalls bis zum äustersten fortzusetzen, zugleich aber von dem Wunsche beseelt, weiteres Blutvergiesten zu verhüten, schlagen die vier Verbündeten vor, alsbald in Friedensverhandlungen einzutreten. Die Borschläge, die sie zu den Verhandlungen mitbringen und die darauf gerichtet sind, Dasein, Ehre und Entwicklungsfreiheit ihrer Völker zu sichern, bilden nach ihrer Ueberzeugung eine geeignete Grundlage für die»Herstellung eines dauerhaften Friedens. Wenn trotz dieses Anepbietens zum Felden und zur Versöhnung der Kamps fortdauern sollte, so sind die vier verbündeten Mächte ent- schloffen, ihn bis zum siegreichen tznde zu führen. Sie lehnen aber feierlichst jede Verantwortung dafür vor der Menschheit und der Geschichte ab. Die verbündeten Regierungen in Wien, Sofia und Konstantinopel haben gleichlautende Noten an die feindlichen Regierungen gerichtet. Die Parlamente Ungarns, Bulgarens und der Türkei hielten zugleich mit dem Reichstag Sitzungen ab, in denen die Note der Mittelmächte zu ihrer Kenntnis gebracht wurde. die Menschheitsfrage öes Zricöens. Fünf Tage nach dem Fall von Bukarest hat Deutschland gemeinsam mit seinen Verbündeten ein förmliches Friedensangebot an die feindlichen Mächte gerichtet. Sonst war es der Geschlagene, der die Vermittlung anrief, um das Friedcnsgebot des Gegners zu erfahren und das ihn: drohende Schicksal nach Möglichkeit zu mildern. Diesmal ruft eine Mächtegruppe die Vermittlung der Neutralen— auch des Papstes— an, die im Verlauf eines zweieinhalbjährigen Völkerringens ihre unerschütterliche Kraft bewiesen hat, und die gerade jetzt auf dem Höhepunkt ihrer Erfolge steht. Das ist das Große, Neue an dem Ereignis vom 12. De- zember. Es ist so neu, daß dem Mißverständnis derer vorgebaut werden mußte, deren Denken sich in den aus- gefahrenen Glcisön geschichtlicher Erfahrungen bewegt. Schon vor- dem hieß es drüben:„Deutschland bittet um Frieden, also fühlt es sich geschlagen!" Und daraus wurde der Schluß gezogen, man brauche nur noch ein wenig fester zuzufassen, um das von allen Seiten angegriffene Volk vollends zu Boden zu werfen. Dieser kriegverlängernden Wirkung eines mißverstandenen Friedensangebots ist durch die Tatsachen selbst wie durch die Erklärungen der deutschen Regierung vorgebeugt. Auch dieser Ausweg ist verlegt, und es ist kein müßiger Zeitvertreib, sich den Kopf derer zu zerbrechen, die in diesem Augenblick nach einem Vorwand suchen, um den ihnen angebotenen Frieden abzulehnen. Die Ablehnung wird dadurch erschwert, daß die Vorschläge der Mittelmächte nur angekündigt, nicht mitgeteilt werden. Die Gegner können nun wohl verlangen, daß ihnen diese Vorschläge bekanntgegeben werden, bevor sie ihre Bereitwilligkeit zu Verhandlungen erklären. Die Mittel- ntächte könnten dann die Ueberrcichung der feindlichen Gegen- Vorschläge verlangen, die aufzustellen den Gegnern wohl einige Schwierigkeit bereiten würde. Deutschland aber ist bereit, diese Gegenvorschläge auf der Konferenz entgegen zu nehmen, auf die es seine eigenen Vorschläge mitbringen will. In welchem Rahmen sich die Vorschläge der Mittel- mächte bewegen sollen, ist an jener Stelle der Note gesagt, an der es heißt: Stets haben sie(die Mittelmächte) an der Ueberzeugung fest- gehalten, daß ihre rigeueti Rechte und ihre begründeteit Ansprüche in keinem Widerspruch zu denen der anderen Nationen stehen. Sie gehen nicht darauf auS, ihren Gegner zu zerschmettern oder zu vernichten. Rechte und begründete Ansprüche beider Seiten sollen also durch die Verhandlungen ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Mittelmächte selbst wollen ihre Ehre, ihr Dasein, ihre Entwicklungsfreiheit sichern, sie wollen ihren Gegnern nicht verwehren, das gleiche zu tun, denn nur auf diese Weise kann die Grundlage für die„Her- stellung eines dauernden Friedens" geschaffen werden. Erinnert man sich zugleich der Worte, die der Reichs- kanzler schon am 9. November über Belgien und über die Bereitwilligkeit Deutschlands zur Mitwirkung in einem über- staatlichen Friedensbunde gesprochen hat, und nimmt man noch dazu, daß in der Note an den Papst von einer „Grundlage der V e r st ä n d i g u n g" die Rede ist, dann kann man sich ungefähr vorstellen,. wie die Vorschläge der Mittelmächte beschaffen und von welchem Geist sie getragen sind. Und dann kann man auch jene nicht um ihre Verant- wortung beneiden, die heute schon bereit sind, die Vorschläge unbesehen zurückzuweisen. Im Ausland jenseits der Schützengräben wird der Schritt der Mittelmächte einen Sturm der Erregung hervor- rufen. Seine regierenden Mächte sind von einer moralischen Umklammerung bedroht, die noch gefährlicher ist als die stra- tegische. Sie können vielleicht die Stimme der Vernunft noch einmal ersticken— aber ein neues Bukarest können sie dann nicht mehr riskieren, der Unmut ihrer Völker würde diese unerbittlichen Verlierer in den Orkus schleudern. Wir— warten. Und dieses Warten wird schwer genug, auch wenn wir uns mit dem äußersten Mißtrauen panzern. Ein Hundertstel Hoffnung gegen neunundneunzig' Hundertstel Zweifel genügt, um die Pulse rascher schlagen zu lassen. Was kann an Menschenglück noch gerettet werden, wenn es dies- mal gelingt! Und was kann unwiederbringlich verloren gehen, wenn es mißlingt! Die Sozialisten Frankreichs gehören noch immer einer Regierung an, deren Verbündeter an der Newa seine militärische Unzulänglichkeit mit uferlosen Eroberungspläncn drapiert. Und die englischen Arbeiterpartcilcr sind eben in ein Kabinett eingetreten, dessen Prograinm der Krieg bis zum Ende ist. Die deutschen Sozialisten bilden sich nicht ein, fehlerfrei zu sein. Aber wessen Urteil nicht durch leidenschaftliche Gc- hässigkeit getrübt ist, wird nicht sagen können, daß sie ihre Sache immer schlecht gemacht haben. Der Geist des internatio- nalen Sozialismus, der sie auffordert, für die rasche Beendi- gung. eines einmal ansgebrochenen Krieges zn wirken, ist in ihnen nicht tot.'Er ist lebendige Kraft auch in dies e r Zeit! Tie Arbeiter Englands, Frankreichs, Italiens, Rußlands sind heute vor die Aufgabe gestellt, der Welt und ihrem eigenen Volk einen ungeheuren Dienst zu leisten, indcin sie sich mit den deutschen zusammen auf den Boden gemein- samer Friedensarbeit stellen. Auch sie haben für ihr Land namenlose Opfer gebracht, und niemand wird von ihnen erwarten, daß sie sich mit einer Demütigung ihres Volkes, mit einer Schädigung ihrer Interessen durch den Friedensschluß einverstanden erklären. Auch ihre Parole kann ebensowenig wie die unsere lauten: Frieden um jeden Preis. Aber K r i e g um jeden Preis? Ablehnung der Friedens- angebote ohne Prüfung, ohne Verhandlung? Das kann ihre sache nicht sein! Denw iene, die diese mörderische Pae role ausgeben, wird der Fluch der ganzen Menschheit treffen, der Fluch des eigenen Volkes vielleicht zu allerletzt, aber am allerschwersten. Sollen wir auch hier verzweifeln? Nein, wir wollen hoffen, solange nicht bittere Wirklichkeit diese Hoffnung Lügen straft! *« «.... Die Sitzung. Wenige Sitzungen des Reichstages dürften zeitlich von solcher Kürze, wenige aber auch von so weltgeschichtlicher Bedeutung gewesen sein, wie die vom 12. Dezember. Es ver- steht sich, daß in Erivartung besonders bedeutungsvoller Er- eignisse die Tribünen des Hauses bis auf den letzten Platz vollgepfropft waren. Auch vor dem Reichstagsgcbäude hatte sich eine erwartungsvolle Menge angesammelt.' Das Abge- ordnetcnparkett bot noch zur Zeit des angesetzten Sitzungs- beginnes das Bild einer mäßig besuchten Sitzung, unt sich aber bei der etwas verspäteten Eröffnung schnell zu füllen. Sogleich nach Eintritt in die Tagesordnung erteilt der Präsident Kacmpf ohne Umschweife dem Reichskanzler das Wort. Herr v. Bethmann spricht anfangs mit halblauter Stimme, die zuweilen das Zittern der inneren Spannung durchläuft. Seine Hinweise auf die jüngsten Kriegserfolge, namentlich auf die ungeheuren Leistungen der Truppen, die das Unmögliche möglich gemacht haben, werden vom Haus mit anhaltendem Beifall begleitet. Die Stimme des Kanzlers verstärkt' sich, als er auf die Ziele der Feinde und die eigenen Ziele eingeht. Er spricht von dem Gefühl der Verantwortung vor Gott, dem eigenen Volke und der Menschheit, von den bisherigen Erklärungen der Regierung zur Friedensbercjtschaft. Dann folgt die entscheidende Wendung:„Diesmal sind wir einen Schritt iveiter gegangen" und im Anschluß daran die Mitteilung des Entschlusses, den Feinden den Eintritt in Friedensverhandlungen vorzuschlagen. Stürmischer demonstrativer Beifall folgt diesen Worten, aber dem scharfen Beobachter bleibt es nicht verborgen, daß ein Teil des Hauses, namentlich die Rechte, nicht daran teilnimmt.— Unter lautloser Stille verliest der Kanzler den Wortlaut der Note. Noch einmal wird der Beifall stürmisch und allgeinein, als der Kanzler die Verantwortung für die Verlängerung des Krieges ablehnt. An dem sehr kräftigen Schlußbeifall, den der Kanzler erntet, beteiligt sich wieder ein Teil des Hauses nicht. Der Rede folgt eine kurze Geschäftsordnungsdcbatte. Der Zentrumsführer Spahn beantragt Vertagung auf un- bestimmte Zeit mit der Ermächtigung für den Präsidenten, die nächste Sitzung anzuberaumen. Jhnt widersprechen der Nationälliberale Bassermann und der Konservative Graf v. W c st a r p, die eine Besprechung der Kanzlerrede noch am gleichen' Tage oder spätestens am Mittwoch wünschen. Zu ihnen gesellt sich der Genosse Ledebour von der Soz. Arbeitsgemeinschaft; auch er hält eine sofortige Besprechung für gebotest» Der. Antrag Spahn wird jedoch mit Mehrheit angenommen. Für ihn stimmt außer dem Zentrum, der Fortschrittlichen Volkspartci, den Polen und Elsässern auch die sozialdemokratische Fraktion. Die Anträge Graf Westarp und Bassermann sind damit erledigt. -i- Das Verhalten der sozialdemokratischen Fraktion in der gegenwärtigen Situation war ganz richtig. Bei anderen Gelegenheiten hat sich die Fraktion gegen bloße Deklamationen der Regierung bor dem Reichstag ge- wandt; aber hier liegen die Verhältnisse anders: Die Worte dcv Reichskanzlers richten sich in erster Linie an das Ausland, und zwar an unsere Gegner. Von diesen soll erst einmal die Antwort kommen, sie stehen als erste auf der Rednerliste, wir wollen ihnen weder ihr Recht noch ihre Pflicht abnehmen, sich möglichst ohne Ablenkungen zur Rede des Reichskanzlers zu äußern. Die Bassermann und Westarp verfolgten mit ihrem Antrag sicherlich nicht eine theoretische Wahrung der Parlamentsrechte, sondern sehr reale, praktische Ziele: sie wollten durch die Debatte der Kanzlerrede von vornherein ein anderes Ge- ficht geben und möglichst erreichen, daß nicht diese Rede, sondern das Westarp-Bassermannsche Echo im Ausland diskutiert würde. Wir haben keinen Grund, die Politik der Kanzlerfronde und damit ihre sachlichen Kriegsziele zu unterstützen. Unsere Aufgabe ist es, für den Frieden zu wirken, und das geschah in diesem Augen- blick am besten, indem man die Kanzlerrede für sich allein in die Welt hinausgehen ließ. Warten wir die Antwort der Gegner ab. Sie wird ja nicht zu lange auf sich warten lassen, und soviel Geduld muß ein jeder auftreiben. Wenn wir wissen, wie unsere Gegner sich zu dem Friedensangebot der deutschen Regierung stellen, dann wird auch für den Reichstag die Zeit gekommen sein, seine Stimme zu erheben. ** « 80. Sitzung. Dienstag, den 12. Dezember, mittags 1 Uhr. Das Haus und die Tribünen sind überfüllt, auch die Hof- und Diplomatenloge sind dicht besetzt. Am Bundesratstische: v. Bethmann Hollweg, Zimmermann, Dr. Helfferich, v. Stein, Gröner, Graf Roedern, Solf, v. Capelle, V. Breitenbach, Beseler, Dr. Lentze, v. Schorlemer, v. Loebell, Havenstein und die Vertreter sämtlicher Bundesstaaten. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um%2 Uhr und erteilt sofort dem Reichskanzler-das Wort. Reichskanzler v. Bethmann Hollweg: In der Hoffnung auf baldige neue günstige Ereignisse im Felde ist der Reichstag nicht auf längere Zeit vertagt, sondern Ihrem Präsidenten anheimgegeben worden, den Tag der nächsten Sitzung zu bestimmen. Diese Hoffnung hat sich fast über Erwarten schnell erfüllt. Rumäniens Eintritt in den Krieg sollte unsere und unserer Verbündeten Stellungen im Osten aufrollen. Gleichzeitig sollte die große Offensive an der Somme unsere Westfront durchbrechen und sollten erneute italienische Anstürme Oesterreich-Ungarn lahmlegen. Die Lage war ernst. Mit Gottes Hilfe haben unsere herrlichen Truppen einen Zustand geschaffen, der uns volle und größere Sicher- heit bietet alS je zuvor.(Lebhaftes Bravo!) Die West- front steht, sie steht nicht nur, sie ist trotz des rumänischen Feld- zuges mit Menschen und Material besser ausge- stattet als früher.(Bravo!) Gegen alle italienischen Di- Versionen ist sehr nachdrücklich vorgcsorgt. Und während an der Somme und auf dem Karst das Trommelfeuer erdröhnte, während die Russen gegen die Ostfront Siebenbürgens anstürmen, hat der Frldmarschall v. Hindenburg in genialer Füh- rung ohnegleichen und mit Truppen, die im Weit- eiser mit ihren Verbündeten in Kampf und Marschlei st ungen das Unmögliche möglich g e- macht haben(Großer Beifall), die ganze Westwalachci und die feindliche Hauptstadt genommen.(Stürm. Beifall.) Und Hin- drnburg rastet nicht! Die militärischen Operationen gehen weiter.(Bravo!) Zugleich ist unsere wirtschaftliche Versorgung fester fundiert worden. Große Borräte an Lebens- mittel», Getreide, Oel und sonstigen Gütern sind in Ru- mänien in unsere Hände gefallen. Trotz aller Knappheit waren W» mit dem Eigenen ausgekommen, jetzt steht auch unsere wirtschaftliche Sicherheit außer aller Frage. (Lebhafter Beifall.) Und den großen Geschehnissen auf dem Lande reihen sich würdig die Heldentaten unserer Untersee- boote an.(Stürmisches Bravo!) Das Hungergespen st, daS unsere Feinde gegen unS aufbieten wollten, werben sie nun selbst nicht lo«.(Bewegung und Beifall.) AlS nach Verlauf des ersten Kriegsjahres der Kaiser sich an daS deutsche Volk in öffentlicher Kundgebung wandte, sprach er daS Wort: Großes Erleben macht ehrfürchtig und fest im Herzen. Niemals ist unser Kaiser und ist unser Volk anderen Sinne» geworden. Geniale Führung und unerhört heldenhafte Leistungen haben eherne Tatsachen geschaffen. Auch die innere KriegSmüdigkeit, mit der unsere Feinde rechneten, war ein Trugschluß. Mitten im Drängen der Kämpfe da draußen hat der Reichstag mit dem Gesetz überden Vaterländischen Hilfsdienst eine neue Schutz, und Trutzwehr schaffen helfen. Hinter dem kämpfenden Heer steht das arbeitende Volk.(Bravo!) Die Riesenkraft der ganzen Nation ist wirksam für daS eine gemeinsame Ziel. Nicht eine belagerte Festung, wie unsere Feinde e» sich dachten, sondern ein einziges gewaltiges, fest- geordnetes Heerlager mit unerschöpfliche« Hilfsmitteln, das ist das Deutsche Reich.(Lebhaftes Bravo.) Fest und treu im Bunde mit seinen kampferprobten Waffenbrüdern unter den österreichischen, ungarischen, türkischen und bulgarischen Fahnen. � Unbeirrt durch daS Gerede unserer Feinde, die«nS bald Welt- rroberungSplänr, bald verzweifelte Angstrufe nachsagten, sind wir entschlossen«eitergeschritten und schreiten wir entschlossen weiter, immer bereit, unS zu wehren und zu schlagen für daS Dasein unsere» BolkeS, für seine feste und gesicherte Zukunft und auch bc- reit, um diesen Preis die Hand zum Frieden zu bieten.(Lebhaftes Bravo! links und in der Mitte.) Denn unsere Stärke macht unS nicht taub gegen unsere Berantwor- t u n g vor Gott, vor dem eigenen Volk und vor der Menschheit. (Erneuter Beifall links und in der Mitte.) Unseren Erklärungen zur FriedenSbercitschaft sind die Gegner bisher ausaewichen. Jetzt find wir einen Schritt weiter gegangen. Nach der Verfassung lag am 1. August 1S14 auf dem K° i s e r persönlich ein Enschluß so schwer, wie er noch nie von einem Deutschen hat gefaßt werden müssen, der Befehl zur Mobil- machung, der ihm durch die russische Mobilmachung ab- gerungen worden war. Während der langen und schweren Kriegs- jähre ist der Kaiser einzig von dem Gedanken erfüllt gewesen, wie einem fest gesicherten Deutschland nach siegreich angefochtenem Kampf wieder der Friede bereitet werde. Niemand kann das besser bezeugen als ich, der ich die Verantwortung für alle Regierungshandlungen trage. In tiefstem sittlichem und religiösem Pflichtgefühl gegen sein Volk und darüber hinaus gegen die Menschheit hält der Kaiser jetzt den Zeitpunkt für eine offizielle Fricdensaktion für gekommen. (Lebh. Beifall.) Der Kaiser hat deshalb in vollem Einvernehmen und in Gemeinschaft mit den ihm verbündeten Herrschern �en Entschluß gesaßt, den feindlichen Mächten den Eintritt in Friedensverhandlungen vorzuschlagen. (Lebh. Beifall links und in der Mitte.) Ich habe heute Morgen den Vertretern derjenigen Mächte, die unsere Rechte in den feindlichen Ländern wahrnehmen, also den Vertretern von Spanien, der Ber- einigten Staaten und der Schweiz, eine entsprechende, an alle unsere Feinde gerichtete Note mit der Bitte um Uebermittlung über- geben.' Das Gleiche geschieht heute in Wien und Konstantinopcl und in Sofia. Auch die übrigen Neutralen und Seine Heiligkeit der Papst werden von unserem Schritt benachrichtigt. Der Reichskanzler verliest darauf den Wortlaut der an der Spitze unseres Blattes veröffentlichten Note. Sodann fährt er fort: Im August 1014 rollten unsere Gegner die Machtfrage des Weltkrieges auf, jetzt stellen wir die Menschheitsfrage des Friedens. (Bravo!) Wie die Antwort lauten wird, warten wir mit der Ruhe ab, die uns unsere äußere und innere Kraft und unser reines Ge- wissen verleihen.(Bravo!) Lehnen die Feinde ab, wollen sie dir Wcltcnlast von all dem Schrecklichen, was dann noch kommen wird, auf sich nehmen, dann wird bis in die letzte Hütte hinein jedes deutsche Herz von neuem in heiligem Zorn entflammen gegen Feinde, die um ihrer Bernich tungS- und Eroberungsab- sichten willen dem Menschenmorden keinen Einhalt tun wollen.(Bravo! rcchtS.) In schicksalsschwerer Stunde habe» wir einen schicksalsschweren Entschluß gefaßt. Er ist durchtränkt von dem Blute von Hunderttausenden unserer Söhne und Brüder, die ihr Leben gelassen haben für der Heimat Sicherheit. Menschen- witz und Menschenhand kann in diesem Völkcrringen, das alle Schreck- nisse irdischen LcbenS, zugleich aber«ich alle Größe menschlichen Mutes und menschlichen Willens in ungesehener Weise enthüllt hat, nicht bis an das Letzte heranreichen. Gott wird richten. Wir wollen furchtlos und aufrecht unsere Straße ziehen, zum Kampf entschlossen, zum Frieden bereit.(Stürmischer Beifall und Händeklatschen im Hause und auf den Tribünen.) Abg. Spahn(Z.) zur Geschäftsordnung: Nach der Rede deS Reichskanzlers beantrage ich die Vertagung, und zwar mit der Ermächtigung für den Präs identen, die nächste Sitzung anzuberaumen. Abg. Bassermann(natl.): Meine Freunde haben den Wunsch, in eine Besprechung der hochbedeutsamen Rede des Herrn Reichskanzlers und der Handlung der Reichsregierung einzutreten, nicht um in langen Reden dazu Stellung zu nehmen, sondern um unseren Standpunkt in einer Erklärung niederlegen zu können. Das scheint uns der Wichtigkeit dieser Staatsaktion zu entsprechen, die in dieser gemeinsamen Note sich verkörpert, aber auch der Stel- lnnsj des Parlaments und seiner Bedeutung.(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Daher rege ich an, entweder morgen eine Sitzung zur Besprechung der Rede des Reichskanzlers abzuhalten oder in einer Abendstunde, etwa um ö Uhr, diese Sitzung fortzu- setzen und dann in die Besprechung einzutreten. Abg. Graf Westarp(k.): Auch meine Freunde sind der Meinung, daß sie zu der hochbedeutsamen Kundgebung, die wir soeben gehört haben, Stellung zu nehmen verpflichtet sind, und wir glau- ben, daß daS in einer Weise geschehen kann, die dem Vaterlande zum Nutzen gereichen wird. Ich schließe mich daher namens meiner Freunde dem Antrag Bassermann an. Abg. Ledebour(Soz. Arbg.): Namens meiner Freunde habe ich zu erklären, daß wir uns dem Antrag Bassermann an- schließen.(Heiterkeit.) Gerade darin, daß die Parteien ver- schiedenster Richtung das dringende Bedürfnis haben, in dieser Situation die Stimme des Deutschen Reichstags zur Geltung zu bringen, liegt der Beweis, daß es wirklich notwendig ist.(Sehr richtig!) Es ist auch deshalb notwendig, weil die Reichsregierung ja früher daS Versprechen abgegeben hat, daß, wenn die Zeit ge- kommen ist, das Volk volle Freiheit der Aussprache über die Kriegs- und Friedensziele haben müsse. Es muß vor allem der Deutsche Reichstag inerster Reihe das Wort nehmen, um vor dem Volke auszusprechen, was er über diese Frage denkt. Der Antrag Spahn wird mit den Stimmen der Volkspartei, der Sozialdemokraten, des Zentrums, der Polen und Elsässer angenommen. Präsident Dr. Kaempf: �ch glaube, in diesem historischen Moment der Anschauung des Reichstags und des ganzen Volkes mit den Worten Ausdruck zu geben: Tie Reichsregierung wird für ihre weitausschauende volkstümliche und große Politik Volk und Volks- Vertretung stets einmütig hinter sich haben.(Lebhafter Beifall.) Ich schließe die Sitzung. Schluß 2)4 Uhr. ••» '» Ein Armeebefehl des Kaisers. Der Kaiser hat an Heer und Marine folgende Order erlassen: Soldaten! In dem Gefühl des Sieges, den ihr durch euere Tapferkeit errungen habt, haben Ich und die Herrscher der treu verbündeten Staaten dem Feinde ein Friedens- a n g e b o t gemacht.— Ob das damit verbundene Ziel er- reicht wird, bleibt dahingestellt.— Ihr habt weiterhin mit Gottes Hilfe dem Feinde standzuhalten und ihn zu schlagen. »» Eine Note an öen Papst. „Grundlage der Verständigung." Die deutsche Regierung hat an den Papst eine b e s o n- d e r e Note gerichtet, die folgendes ausführt: „Seit 2lli Jahren verwüstet der Krieg den europäischen Kontinent. Unendliche Kulturwerte sind vernichtet, weite Flächen mit Blut getränkt. Millionen tapferer Krieger sind im Kampfe gefallen. Millionen kehrten in schwerem Siechtum in die Heimat zurück; Schmerz und Traaer erfüllen fast jedes Haus. Nicht bei den Kriegführenden allein, auch bei den Neutralen lasten die verheerenden Folgen des gewaltigen Ringens schwer auf den Völkern. Handel und Wandel, mühsam in den Jahren des Friedens aufgebaut, liegen danieder, die besten Kräfte der Völker sind der Schaffung nutzbringender Werte entzogen. Europa, sonst der Ausbreitung von Religion und Kultur, der Lösung sozialer Probleme gewidmet, eine Stätte für Wissen- schaft und Kunst und für jede friedliche Arbeit, gleicht einem einzigen Kriegslager, in dem die Errungenschaften und die Arbeit vieler Jahrzehnte der Vernichtung entgegensehen." „Deutschland führt einen Verteidigungskrieg gegen die Vernichtungsabsicht seiner Feinde. Es kämpft für die reale Sicherheit seiner Grenzen, für die Freiheit seines Volkes, für dessen Anspruch, ungehemmt und gleichberechtigt mit allen anderen Staaten seine geistigen und wirtschaftlichen Kräfte in friedlichem Wettbewerb frei zu ent- falten." „Immer offenkundiger haben unsere Feinde ihre Eroberungspläne enthüllt. Aber unerschüttert stehen die ruhmreichen Heere der Verbündeten schützend vor den Grenzen ihrer Heimatländer, erfüllt und getragen von dem Bewußtsein, daß es den Gegnern niemals gelingen wird, den ehernen Wall zu durchbrechen. Hinter sich wissen die Kampfreihen das gesamte Volk in hin- gebender Vaterlandsliebe, entschlossen, seine geistigen und wirtschaftlichen Güter, seine soziale Organisation, jeden Zoll des heimatlichen Bodens bis zum letzten zu verteidigen." „Voll Kraftgcfühl, aber auch voll Verständnis für Europas düstere Zukunft bei längerer Dauer des 5triegcs und voll Mitempfinden für das namenlose Elend und den Jammer der menschlichen Gemeinschaft wiederholt daher das Deutsche Reich im Verein mit seinen Bundesgenossen in feierlicher Form die schon vor Jahresfrist durch den Mund des Reichskanzlers ausgesprochene Bereitwilligkeit, der Menschheit den Frieden wiederzugeben, indem sie an die Welt die Frage stellt, ob sich nicht eine Grundlage der Verständigung f* C. V** f I U finden laßt." Die Note hebt die vom Papst während des Krieges ent- faltete Liebestätigkeit hervor und schließt:„Im Geiste seines hohen Amtes hat Seine Heiligkeit auch jede Gelegenheit wahr- genommen, um im Interesse der leidenden Menschheit auf eine Beendigung des blutigen Ringens hinzu- wirken. Die Kaiserliche Regierung glaubt sich daher der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß die Initiative der vier Mächte einen wohlwollenden Widerhall bei Seiner Heiligkeit finden wird und daß ihr Friedenswerk auf die wertvolle Unterstützung des Apostolischen Stuhles rechnen darf."_ £lopd Georges programmreöe verschoben. �Der gestrige Tag war bestimmt, daß das neue englische Kabinett sich dem Parlament vorstellen und sein Programm offiziell mitteilen sollte. Dazu ist es nicht gekommen. Anit- lich wurde am Montag gemeldet: Lloyd George hat sich eine starke Erkältung zugezogen und darf das Haus nicht verlassen. Er müsse ein oder zwei Tage das Zimmer hüten, meldete Reuter gestern. Da man sich daran gewöhnt hat, Meldungen von Ministererkrankungen skeptisch hinzunehmen, wird auch Lloyd Georges Erkältung mit politischen Ursachen in Ver- bindunss gebracht, und es erscheint durchaus logisch, daß Lloyd George seine Programmrede verschob, weil die wichtige Er- klärung des deutschen Reichskanzlers für Dienstag ange- kündigt wurde. Der Donnerstag wird nunmehr die Ant- wort der englischen Regierung auf das deutsche Friedenswort bringen. Wird sie anders lauten als der Inhalt des Schrei- bens, das Lloyd George, wie ein Amsterdamer Blatt be> richtet, an die Mitglieder des Parlaments gerichtet hat und in dem er dem ganzen Lande mitteilt, daß es die vornehmste Aufgabe der Regierung sei, den Krieg aufs kräftigste fort- zusetzen? Das Wort ist vor Tische geschrieben— ehe noch die Anregung der deutschen Regierungen, die heute in alle Welt hinaushallt, bekannt war— und vorher auch ist die Rede gehalten, in der Minister Henderson so gesprochen hat, wie es zu Lloyd Georges Schreiben paßt. Wir können diese Aeußerungen also zwei Tage lang auf sich beruhen lassen und können uns damit begnügen, sie ohne Leidenschaft zu registrieren. * Henderson hat in Clapcham, wie Reuter meldet, gesagt: Er hoffe, daß jeder Bürger einsehen würde, daß England mit dem Krieg noch nicht zu Ende sei.— Wenn England die Feinde nicht überwinde, sei die Zukunft so schrecklich, als daß man auch nur einen einzigen Augenblick daran denken könnte, er möchte jeder- mann vor der Gefahr eines vorzeitigen Friedens warnen. Eng- lands amerikanischen Freunde und die anderen Neutralen sollten tun, was sie könnten, um einen Völkerbund zustande zu bringen, der sich auf den Prinzipien der schiedsgerichtlichen Austragung von Differenzen aufbaue. Redner wolle sich ihnen später anschließen, aber nicht jetzt. Wir wollen keinen Frieden mit Belgien, Frank- reich und Rumänien in der Lage, in der sie jetzt sind. Welche Absichten dieser Wille, den Krieg fortzusetzen, hegt deutet sich in Aeußerungen verschiedener Blätter an:„Daily Mail" verlangt neuerdings eine energischere Blockade, um den Krieg abzukürzen und die englischen Soldaten zu„retten". Sie schreibt: Cecil fürchtet sich, neutrale Länder, wie die Nieder- lande und Dänemark zu verletzen. Wir legen aber mehr Wert auf englische Menschenleben als auf gute Beziehungen zu den Neutralen. In den beiden neutralen Ländern besteht eine starke Partei, die gegen die Hilfeleistung an Deutschland durch Lebens- mittelversorgung ist. Der politische Mitarbeiter der„Times" ist ermächtigt, mit- zuteilen, daß die Regierungspartei zur Schließung der feindlichen Banken und Handelshäuser übergehen wird. Bonar Law hat als Schatzkanzler bereits beschlossen, die Namen aller feindlichen Firmen zu veröffentlichen, wie es Hughes in der ersten Woche de» Krieges in Australien tat. • Protest dreier Minister an Lloyd George. Rotterdam, 11. Dezember. Der parlamentarische Mitarbeiter des„Daily Telegraph" berichtet, daß Long, Chamberlain und Cecil wegen der Angriffe der Presse auf Balfour, Cecil und Long einen Protestbrief gegen diese neue Zeitungstyrannei an Lloyd George gerichtet haben. Sie machen sich in dem Schreiben erbötig, zurückzutreten, falls Lloyd George dafürhalten sollte, daß ihre De- misston sein Ministerium stärken würde. Balfour, der noch immer unwohl ist, erklärte sich mit diesem Brief einverstanden. Lloyd George versicherte die protestierenden Kollegen seines vollkommenen Vertrauens. Die letzte Nummer des„Observer" enthielt einen Aufsatz über Englands Seemacht, in dem zum Schlage gegen Balfour und die Admiralität, die schlappste Admiralität, dw seit langem in England gewesen ist, ausgeholt wird. Die Seemacht, sagt das Blatt, sei das Fundament des Vierverbandes in diesem Kriege. Ohne die kräf- tigste Anwendung der Seemacht sei Englands Hoffnung auf den Sieg gleich Null und die Mittelmächte seien unbefieglich. In der großen Aalach Urziceni und Mizil östlich Bukarest- Ploefti besetzt«— Ruffenangriffe in den Waldkarpathen und beiderseits des Tro- tnsnl-Tales.— Feuersteigerung an der Somme. Amtlich. Großes Hauptquartier, 18. De» zembcr 1916.(W. T. B.> Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Auf dem Schlachtfeld der Somme erfuhr die seit Ende November erheblich geringere Kampftätigkeit der Artillerie nachmittags wieder eine vorübergehende Steigerung. Heeresgruppe Kronprinz. Auf dem Ostufer der Maas und nahe der Mosel starkes Geschütz- und Minenwerferfeuer ohne Infanterie» tätigkeit. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Front des G e n e r a l f e l d m a r s ch a II s Prinz Leopold von Bayern. Geglückte Patrouillen- Unternehmungen am Gtochod brachten durch Einbringen von Gefangenen wertvollen Aufschluß über die russische Kräfteverteilung. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. In den Waldkarpathcn am Smotrec und an der Baba Ludowa sowie auch bei Nacht wiederholte starke Angriffe im Mestecanesci-Abschuitt sind von deutschen und ästerreich- ungarischen Truppen vollständig abgewiesen worden. Auch beiderseits des Trotusul-Tales setzte der Russe zu vergeblichem Ansturm gegen einige Höhenstellungeu erneut Menschen und Munition ein. Deutsche Jäger brachten von einer Streife nördlich der Ludowa zehn Gefangene und drei Maschinengewehre zurück. Nördlich von Sulta wurden die Russen von einer ihnen kürzlich verbliebenen Höhe wieder vertrieben. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Kampf-Fortschritte auf der ganzen Front. Nrzieeni und Mizil sind in unserem Besitz. � Die Heeresgruppe, im besonderen die nennte Armee, hat in den letzten drei Tagen dem Rumänen über lOOOO Gefangene, mehrere Geschütze und viel Feldgerät abgenommen. Eine neue amerikanische ßreigeleit-Note. Washington, 12. Dezember. Reutermeldung. Das Staats- departemcnt hat wegen der Verweigerung des freien Geleits für den österreichisch- ungarischen Botschafter eine zweite Note an Großbritannien und Frankreich ge- richtet, daß Amerika die ungehinderte Ueberfahrt für ein anerkanntes Recht des diplomatischen Verkehrs halte. Die vereinigten Staaten unö üer Zrieüe. Am Vorabend des deutschen Friedensangebots wird der „Franks. Zeitung" aus New Aork gemeldet, eine halbamtliche Mitteilung stelle in Abrede, daß die Vereinigten Staaten zum Zwecke der Vermittlung zwischen den Kriegführenden Unter- Handlungen eingeleitet haben. Gerard habe keine Vorlage mitgebracht. Wilson werde nicht handeln, so- lange noch eine der kriegführenden Parteien sich einem Friedensschluß heftig widersetzt. Ferner meldet Reuter aus Washington: Ein hochgestellter Be- amter teilt mit, daß die Vereinigten Staaten kein Anerbieten für Friedensverhandlungen gemacht hätten und ein derartiger Schritt auch in der nächsten Zukunft nicht zu erwarten sei, wenn nicht eine ganz unerwartete Wendung der Ereignisse einträte. Ein wesentlicher Teil der großen Bedeutung des nunmehr ergangenen deutschen Friedensangebots wird die Frage sein, ob Präsident Wilson dieses Dokument als eine solche„ganz unerwartete Wendung der Ereignisse" gelten läßt. Denn das würde zum Aufgeben des Standpunktes zwingen, ein Handeln für den Weltfrieden sei ausgeschlossen, solange noch eine der Mächte weiterhin die Verwüstung und Entvölkerung Europas durchaus fortsetzen will. « Trevelpans Friedensbrief an Wilson. London, 7. Dezember.(W. T. B.) Nach einer Depesche der Exchange Teiegram Company aus New Dork vom 6. sagt der pazifistische englische Abgeordnete Trevelyan in einem offenen Briefe an den Präsidenten Wilson, worin er diesen auffordert, sich um einen baldigen Frieden zu bemühen; vielleicht ist das britische Volk am wenigsten kriegsinüde. Es begann den Krieg als das reichste Volk, und wird vermuilich auch das reichste Volk bleiben, da der große Kredit, der durch hohe Löhne einen fiktiven Wohlstand schafft, eine tatsächliche Not, wie sie in Deutichland und Oesterreich herrscht, verhindert. Bis zur Offensive an der Somme war das gewaltige Menschenopfer der britischen Jugend den Durchschnittsengländern nicht zum Bewußtsein gekommen, aber trotzdem wird die Kriegsmüdigkeit in England allgemein. * Das Flottenprogramm der Bereinigten Staaten. Der Pariser„New Dork Herald" meldet aus Washington, daS dem Kongreß vorgelegte Bauprogramm des Marinestaatssekretärs siehl bis 1926 den Bau von 166 Kriegsschiffen vor. Noch dieses Jahr werden vier Panzerkreuzer mit je 35 660 Tonnen Inhalt und 63 Kilometer Stundengeschwindigkeit auf daS Dock gelegt werden. Die Kämpfe in Rumänien und Mazedonien. Tie Richtung auf den unteren Sereth. Die in Rumänien vordringenden Armeen haben über Bukarest hinaus bereits die Jalomita überschritten. Das heute als besetzt genannte Ü r s i c e n i liegt an diesem Flusie, der unterhalb Cerna« voda in die Donau mündet und an dessen Lauf sich die über Ploefti kommende Bahnlinie anschließt. Der untere Sereth gibt die siegreicher Fortschritt. Mazedonische Front. Mit Erbitterung rennen alltäglich die Entente-Trnppen, vornehmlich die Serben, gegen die deutsch-bnlgarischen Stellungen auf beiden Cerna-Ufern an. Auch gester» er- litten sie dort wieder eine schwere blutige Schlappe. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. » �bendbericht. Amtlich. Berlin, 12. Dezember, abends. Im Westen und Osten nichts Wesentliches. In der großen Walachei siegreicher Fortschritt gegen Rumänen und Russen. *• * Der österreichische Bericht. W i e n, 12. Dezember 1916. sW. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Ocstlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des G e n e r a l f e ld m a r fch a llß von Mackensen. In der Walachei sind die verbündeten Streitkräfte blS in dir Linie Urzioni-Mizil vorgedrungen. Es werden täglich mehrere Tausende von Gefangenen eingebracht. HeereSfront des Generalobersten Erzherzog Joseph. Die russische AngriffStätigkeit im Grenzraum westlich und> vordwestlich von O e n a ließ auch gestern nicht nach. Der Feind wurde überall abgewiesen, ein von ihm vorgestern errungener örtlicher Erfolg durch Gegenstoß wettgemacht.— Aus der Sattel- höhe von Baleputna und nordwestlich davon griff der Gegner in den Morgenstunden außerordentlich heftig an. Dem um ein Uhr früh ohne jede Artillerievorbereitung eingesetzten Massenstoß folgten um drei und vier Uhr weitere durch starkes Geschützfeuer eingeleitete Stürme. Die russischen Kolonnen brachen dank der Wachsamkeit unserer Infanterie und der vorzüglichen Wirkung der Artillerie durchweg vor unseren Hindernissen zusammen und flüchteten in ihre Ausgangsstellungen zurück.— Auch im L u« d» w a» G e b i e t und auf dem Smotrec blieben mehrere starke Angriffe erfolglos. HeereSfront deS G e n e r a l f e ld m a r s ch all» Prinz Leopold von Bayern. Bei den k. a. k. Streitkräften ist nichts von Bedeutung ge» schehen. Italienischer unb Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nicht? zu berichten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. H o e f e r, Feldmarfchalleutnant. Richtung der Heeresbewegung an. General der Infanterie v. Blume schrieb am Tage nach der Einnahme von Bukarest „Die in Unordnung geratenen feindlichen Heerhaufen vor sich her» treibend, ihnen die schwersten Verluste an Menschen und Kriegs- Material zusügend, die zweifellos großen Schwierigkeiten der Nach- führung ihres eigenen Kriegsbedarfs ohne erkennbare Reibungen überwindend, haben die beiden Armeen der Verbündeten gestern die Linie Bukarest— Ploesti— Campina— Sinaia erreicht, von der sie dem heutigen Heeresbericht zufolge den Vormarsch fortsetzen. Sie haben die Richtnng auf den unteren Lauf des Sereth, dem ohne Zweifel auch die geschlagenen feindlichen Heerhaufen zu- strömen. Die wichtige Frage, auf die die Ereignisse der nächsten Tage Antwort geben werden, ist die, welche von beiden Parteien das Ziel zuerst erreicht. Man darf dabei nicht aus dem Auge verlieren, daß unsere Truppen fast übermenschliche Anstrengungen hinter sich haben. So beträgt die Entfernung von Crajova bis Ploefti in der Luftlinie 466 Kilometer, der Weg in Wirklichkeit wohl nahe an 506 Kilometer. Sollten die in Crajova am 21. November eingetroffenen Truppen ihn bereits zurückgelegt haben, so müßten sie 15 Tage lang unter häufigen Gefechten im Durchschnitt täglich 33 Kilomeier marschiert sein, was eine kaum je zuvor erreichte Leistung wäre. Russische Hilfstruppen mögen am unteren Sereth noch eintreffen. Bisher aber sind die den Rumänen zu Hilfe gesandten sowohl in der Dobrudscha, als auch bei Bukarest zu spät gekommen und zu schwach gewesen, um das Schicksal zu wenden." Die Lage deS rumänischen HeereS bedrückt die Entente begreif- licherweiie schwer. Im„Corriere della Sera" liest man:„Indem es den Deutschen gelungen ist. nordöstlich von Bukarest und Ploesti längs der Ausgängen der Gebirgstäler vorzustoßen und so nicht nur die rumänischen Kolonnen im Gebirge abzuschneiden, sondern auch den Rückzug der rumänischen Hauplmacht nach Norden zu verhindern, wo sie sich mit den Ruff en hätte vereinigen und eine gute Verteidigungs- stellung hinter dem B u z e u einnehmen können, um sich später auf den Sereth zurückzuziehen, statt dessen ist sie jetzt gezwungen, direkt östlich in der Richtung Bukare st— Cernavoda zu marschieren, wo eS wenige Straßen gibt, wo sie Gefahr läuft, nicht nur gänzlich abgeschnitten, sondern seitlich längs der Donau von den Bulgaren bedrängt zu werden. Der einzige Aus. weg für sie scheint der Uebergang in die Dobrudscha zu sein, aber diese bietet die schwere Gefahr des fast unmöglichen Rückzugs über das Donaudelta. Man erwartet die Nachrichten der nächsten Tage mit schweren Sorgen."_ Die Griechen-Note der Entente. London, 11. Dezember. Reuter erfährt, daß an der Note der Alliierten an Griechenland einige kleine Abänderungen vor- genommen wurden. Sie wird wahrscheinlich heute oder morgen überreicht und ihr vielleicht eine zweite Note mit genauerer Angabe der Forderungen folgen. Die Alliierten werden wahrscheinlich die vollständige Abrüstung und die Wieder- Herstellung der Kontrolle über Post, Telegraphen und Eisenbahnen. ebenso die Freilassung der Benizelfftcn verlangen. In amtlichen Kreisen liegt keine Bestätigung der angeblichen Drohungen des Königs Konstantin vor. Griechische Rüstungen. London, 11. Dezember.„Daily Telegraph" meldet aus Rom, daß nach privaten Berichten aus Athen in ganz Griechen» land ausgedehnte militärische Vorbereitungen getroffen und Pferde und Wagen requiriert werden. Ueber Athen ist der Kriegszustand verhängt. Es werden keine Venizelisten mehr gesehen. Die Gefängniffe sind v�ll. „Times" meldet aus Syra vom 8. d. Mts.: Nach Berichten aus Athen ist die Stadt ruhig. Die militärischen Vorbereitungen dauern fort. ES heißt, daß 20 000 Mann in Athen und Umgebung zu- sammengezogen sind. Die Gesandten der Alliierten ersuchten wegen dieser Truppenkonzentration um Aufklärung, worauf Lambros antwortete, daß sie vorgenommen werde, um die Ordnung aufrecht zu erhalten._ Kriegskredite und ßriedensrufe. Tumult in der französischen Kammer. Paris, 11. Dezember. In der heutigen Kammersitzung erhob, wie Havas meldet, bei Besprechung der Vorlage über die vorläufigen Kredite Abg. B r i z o n heftig Einspruch gegen die Verlängerung des höllischen Krieges, dessen einziges Ergebnis sei, Millionen von Toten- und Hunderte von Milliarden in den Abgrund zu schleudern. sLärm.) Ein Abgeordneier ruft Brizon zu: Sie wissen genau, daß Frankreich besetzt ist und daß unsere Soldaten ihr Blut vergießen, um sein Gebiet zu befreien. sLebhafter Beifall.) Abgeordneter Brizon bleibt bei seiner Ansicht und schreit: Nieder mit dem Krieg, der noch 20 oder 30 Jahre dauern kann. sErneuter Lärm, Rufe: Sie entehren das Parlament.) Der Präsident ruft den Abgeordneten Brizon zur Ordnung. Brizon will trotz des Widerstandes der ganzen Kammer und trotz des ver« doppelten Lärmes fortfahren. Ein Abgeordneter ruft Brizon eine Beleidigung zu, worauf ihm dieser sein Wasserglas an den Kops wirst. Nach unbeschreiblichem Tumult unterbricht der Präsident die Sitzung auf 15 Minuten. Bei der Wiederousnahme der Sitzung befragt der Präsident die Kommer über den zeitweiligen Ausschluß Brizons, der, nach seiner Ansicht, sich Ausschreitungen gegen die Kammer habe zuschulden kommen lassen. Der Abgeordnete Brizon bittet um das Wort, wozu ihm die Geschäftsordnung ein Recht gibt und erklärt: „Ich habe leine Ausschreitungen gegen die Versammlung begangen, aber jemand bat mir die schlimmste Beleidigung zugefügt, die einem Franzosen zugefügt werden kann. Während ich kalt- blütig meine Gedanken auseinandersetzte, hat man mich gefragt, wieviel ich daiür bezahlt bekäme. Ich habe mein GlaS dem Be- leidiger ins Gesicht geschleudert, und ich gestehe, wenn ich einen Revolver in der Tasche gehabt hätte..." Der Tumult macht es Brizon unmöglich weiter zu sprechen. Die Kammer beschließt die zeitweilige Ausschließung Brizons. Die Sitzung wird von neuem auf 20 Minuten unterbrochen. Bei Wiederbeginn hat Brizon den Saal verlassen. Die Kammer nimmt die Beratung der vorläufigen Kredite wieder auf. Das neue Ministerinm in Frankreich. Paris, 12. Dezember.(W. T. B.) Die Agence HavaS meldet: Mau kann das neue Ministerium als endgültig gebildet ansehen. Seine Zusammensetzung wird morgen vormittag amtlich bekannt- gegeben werden. Es ist wahrscheinlich, daß die Regierung sich am Nachmittag des gleichen Tages dem Parlament vorstellen wird. Briand hat heute vormittag mit seinen künftigen Mitarbeitern be- raten. Lette Nachrichten. Das deutsche Friedensangebot. Die erste Auslandsstimme. Amsterdam, 12. Dezember.(W. T. B.)„NteuwS van den Dag" schreibt: Unsere hochgespannten Erwartungen sind teils übertroffen, teils enttäuscht worden. Wohl hatten schon früher verschiedene führende Politiker, vor allem im Lager der Zentralmächte, wiederholt ihre Friedensliebe zu erkennen gegeben, aber es ist jetzt das erstemal, daß offiziell und offen ein Angebot zu Verhandlungen gemacht wird. So betrachtet, kann man diese Erklärung der Regierung von Deutschland, Oesderreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei als den Beginn desEndes desKrieges betrachten, die Freude darüber wird durch den Umstand, daß noch keine Andeutung über die Art der Friedensvorschläge gemacht wurde, etwas gedämpft. Solange man diese nicht kennt, kann auch niemand beurteilen, ob die Vorschläge annehmbar sind. Sollte dies aber der Fall sein, dann glauben wir, daß auch die Anhänger e i n es Krieges bis zum Aeußersten in Paris, London und Petersburg es sich zweimal überlegen werden, ehe sie sie rundweg a.b lehnen. Die Zentralmächte haben natürlich ihren guten Grund, die Bedingungen vorläufig nicht bekannt zu machen. Die Frage ist im Augenblick nur die: wir sind bereit, zu verhandeln,— wollt ihr durchkämpfen? Armeebefehl Kaiser Carls. Wien, 12. Dezember.(W. T. B.) Der Kaiser hat nachstehenden Armee- und Flottenbefehl erlassen: An meine Soldaten der Armee und Flotte. Gottes gnädige Hilfe, Eure und unserer treuen Verbündeten Tapferkeit und Ausdauer haben eine Lage geschaffen, die unseren endgültigen Sieg nicht mehr zweifelhaft erscheinen läßt. In dem Bestreben, den in schwerer Zeit mannhaft ausharrenden Völkern die Segnungen des Friedens wiederzugeben, haben ich und meine erlauchten Bundesgenoffen einen Versuch zur Herbeiführung cincS ehrenvollen Friedens unternommen. Ich bete zum Allmächtigen, er möge diesen Schritt mit seinem Segen geleiten. Ich bin aber auch sicher, Ihr werdet mit dem gleichen Heldenmut weiterkämpfen, bis der Friede geschlossen ist oder bis Ihr den Feind entscheidend geschlagen habt. Ein Wiener Kommentar. Eine Wiener„amtliche Verlautbarung" rühmt die von Oesterreich im Jahre 1914 bewiesene„Langmut" und die Taten der k. u. k. Armee, spricht von„tückischen Anschlägen feindseliger Nachbarn", wünscht„Gewinnung realer Bürg- schaften gegen die Wiederholung solcher Bedrohungen", teilt die schon bekannten Tatsachen mit und schließt:„Oesterreich- Ungarn und seine Verbündeten haben nnt diesem Schritte einen neuerlichen entscheidenden Beweis ihrer Friedensliebe erbracht. An den Gegnern ist es jetzt, vor der ganzen Welt ein Zeugnis ihrer Gesinnungen abzulegen. Den Vierbund wird aber, was auch immer das Ergebnis seines Vorschlages sein mag, für die ihm etwa aufgenötigte Fortsetzung des Krieges auch vor dem Richterstuhle seiner eigenen Völker keine Verantwortung treffen können." Neues enthält die Verlautbarung nicht. Sie ist auch nicht von entscheidender Bedeutung. Kriegserwartungen der Neutrale«. Stockliolm, 12. Dezember.(W. T. B.) Eine Verschärfung des englischen Vorgehens gegen die Neutralen wird in der schwedischen Presse im Zusammenhang mit der Zusammensetzung des neuen englischen Ministeriums ziemlich allgemein erwartet. So- gar die ententefreundlichcn„Dagens Nyheter" erklgren in einem Leitartikel: Es ist überaus wahrscheinlich, daß die skandinavischen Länder samt und sonders erfahren werden, was es heißt, daß jetzt Edward Cärson Marineminister ist. In seinem Amt wird ein guter Teil ihrer Geschicke entschieden werden, und die Neutralen wissen ungefähr, was es für sie bedeutet, wenn eine verschärfte Kriegführung angeordnet wird. Castclnau Nachfolger Joffres? Demission Sarrails? Lugan«, 12. Dezember. sT. U.) Nach einer Meldung der„Jdea Nazionale" soll General Castelnau zum Nachfolger Joffres aus- ersehen sein. Das Blatt meldet weiterhin, daß General Sarrail seine Demission eingereicht habe. Gewerksthastliches. Erwerbslosenunterstützung im Berliner Schneider- gcwerbc'i Dbwohl der Gemeindebeschluß über die Erwerbslosenfürsorge bereits seit einigen Wochen besteht, herrscht noch in weiten Kreisen Unklarheit darüber. Es ist daher angebracht, erneut die Tragweire dieses Beschlusses sowie deren Ausführung darzulegen. Wer hat Anspruch auf Erwerbslosenunterstützung? § des Beschlusses sagt darüber folgendes: Als Erwerbslosigkeit gilt der Mangel an Arbeit und Ver- dienst in den Betrieben der Bekleidungsindustrie, der ailf die behördlichen, mit dem Krieg zusammenhängenden Maßnahmen ursächlich zurückführt. Durch Arbeitsunfähigkeit, freiwillige Aufgabe der Beschäfti- gung oder eigenes Verschulden veranlaßte Erwerbslosigkeit wird von dieser Fürsorge nicht berücksichtigt. Hiernach haben alle diesenigcn Anspruch auf Unterstützung, die infolge der Stoffbeschlagnahme, der Bezugsscheinpflicht oder der verkürzten Arbeitszeit ganz oder teilweise erwerbslos geworden find oder werden. Ganz Erwerbslose haben ohne weiteres Anspruch auf Unterstützung, sofern nicht Krankheit, freiwillige Aufgabe der Beschäftigung oder durch eigenes Verschulden veran- laßte Erwerbslosigkeit vorliegt. Teilweise Erwerbslose haben Anspruch auf Unter- stützung für den Teil ihres Einkommens, den ihr jeweiliger Wochenvcrdienst niedriger ist als der für die Berechnung der Unter- stützung maßgebliche Durchschnittsverdienst. Ueber die Höhe der Unterstützung'bestimmt der Z 6 folgendes: Für die Bemessung der Unterstützung wird der durchschnitt- liche Wocheuverdienst zugrunde gelegt, den der zu Unterstützende in der Zeit vom l. Juli 1913 bis 1. Juli 1914 gehabt hat. Hiervon werden drei Vierteile bis zum Höchstbetrage von 18 M. wöchentlich als Unterstützung gezahlt. Arbeitnehmern, welche noch in der Bekleidungsindustrie in Arbeit stehen, wird drei Viertel des Betrages gezahlt, um den ihr derzeitiger Lohn geringer ist als der nach Satz 1 berechnete Durchschnittsverdienst. Ausfälle an Verdienst von weniger als 1 M. bleiben unberück- sichtigt. Bei Personen, die in der Zeit vom 1. Juli 1913 bis 1. Juli 1914 in der Bekleidungsindustrie noch nicht oder noch nicht voll beschäftigt waren, werden nach Wahl des Arbeitnehmers sechs aufeinanderfolgende Monate der Zeit vom 1. Juli 191S bis 1. April 1916 zugrunde gelegt. Absatz 2 findet auch hier An- Wendung. Personen, die weniger als 6 M. wöchentlich verdient haben, werden bei der vorliegenden Sonderunterstützung nicht berück sichtigt. Sofern der Verdienst nach obigen Grundsätzen nicht zu er mittel» ist, wird der von der Krankenkasse gemeldete Verdienst als Grundlag, angenommen. In Fällen besonderer Notlage sz. B. Kinderreichtum, Krank- beit) kann eine Zulage zur Unterstübung gewährt werden. Jedoch darf die Gesamtentschädigung den Betrag von 27 M. nicht über- steigen. Zur Hälfte angerechnet werden die Beiträge der Unter- stützung auf Grund der Gesetze vom 28. Februar 1883 und 4. August 1914 und der Bundesratsverordnung vom 21. Januar 1916, betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften und der dazu ergangenen Ge- meindebeschlüsse. Dagegen bleiben Unterstützungen aus privaten Mitteln unberücksichtigt. Ist jemand ganz erwerbslos, und hat in der für die Bcrech- nung des Durchschnittsverdienstes maßgeblicher Zeit wenigstens 24 M. durchschnittlich pro Woche verdient, so evhält er 18 M. Unterstützung. Ueber diesen Satz hinaus wird auch bei einem höheren Durch- 'chnitsverdienst nur dann und auf besonderen Antrag bis höchstens 27 M. Unterstützung gewährt, wenn Krankheit in der Familie oder Kinderreichtum vorliegt. Hat jemand in der Zeit vom 1. Juli 1913 bis 1. Juli 1914 durchschnittlich 49 M. pro Woche verdient und erreicht gegenwärtig, -nenn auch nur vorübergehend, pro Woche einen Lohn von 36 M., so erhält er hierzu 7,56 M. Erwerbslosenunterstützung. Im Falle der Durchschnittsverdienst 46 M. und der zurzeit erzielte Lohn 16 M. beträgt, so wird eine Unterstützung im Betrage von 18 M. gewährt.. Voraussetzung für die Gewährung der Unterstützung ist: ,) daß das BeschäftigungSverhaltnis der zu Unterstützenden in der Bekleidungsindustrie am 1. Januar 1916 mindestens drei Monate bestanden hat, b) daß die Erwerbslosigkeit auf-die behörMichen Maßnahmen und die Beschlagnahme vom 1. Februar 1916 zurückzuführen und c) daß die Beschäftigung gegenwärtig nicht durch ein anderes festes Arbeitsverhältnis in einem anderen Gewerbezweige er- seht ist. Die Unter st ützung wird rückwirkend vom 1. Ok- 1 o b e r 1916 gewährt. Wo wird die Unterstützung ausgezahlt? 8 9. Berechnungs- und Zahlstellen für die Unterstützung sind, soweit nicht Ausnahmen zugelassen werden, 1. die Betriebe der Bekleidungsindustrie für die noch bei ihnen beschäftigten und diejenigen Werkftattarbeiter, welche nach dem 1. Oktober 1916 erwerbslos wurden, 2. die städtischen Geschäfts- und Zahlstellen für sämtliche Heimarbeiter, selbständige Arbeitgeber und Zwischenmeister, sowie für solche Werkstattarbeiter, die vor dem 1. Oktober 1916 völlig erwerbslos wurden und gegenwärtig kein bestimmtes Be- schäftigungsverhältnis zu einem bestimmten Arbeitgeber haben. Mitglieder der Gewerkschaften, die vor dem 1. Olrober 1916 bereits arbeitslos waren, erhalten ihre Unterstützung im Bureau des Verbandes ausgezahlt. Dagegen müssen die Heimarbeiter und -arbeiterinnen sowie selbständige Gewerbetreibende die Untertzlltzung in den Zahlstellen der Stadt Berlin abheben. Die Werkstattarbeiler werden bei den Unternehmern als sogenannte Listenarbeiler werter- geführt und erhalten die Unterstützung vom Unternehmer aus- gezahlt. Den Unternehmern und Gewerkschaften wird die verauslagte Unterstützung von der Stadt zurückgezahlt. Eine Entlassung wegen Mangels an Beschäftigung soll nicht erfolgen; vielmehr sollen die Arbeiter und Ar- beiterinncn in den Listen des Arbeitgebers weitergeführt werden. Der Arbeiter ist berpflichtet, sich im Falle der Arbeitslosigkeit um andere Beschäftigung zu bemühen. Sofern er andere Beschäftigung findet, hat er seinem bisherigen Unternehmer sogleich hiervon Mit- leilung zu machen, Die Rechte der Versicherten an die Kranken-, Alters-, Jnva- liden-, Angestellten- und Unfallversicherung bleiben gewahrt. Die Beiträge zu den Versicherungen werden von den Arbeit- geberii für die in ihren Listen geführten Arbeitnehmer geleistet; der Anteil der Versicherten wird bei Auszahlung der Fürjorgeunter stützung in Abzug gebracht. Für Arbeitnehmer, die bei Inkrafttreten des Gemeindebeschlusses keine Arbeitgeber haben, wird der sonst auf den Arbeitgeber ent- fallende Beiiragsänteil von der Stadtgemeinde als Teil der zu leistenden Unlerflützung mit übernommen, wird aber»llbt wie der auf den Arbeitnehmer entfallende Beitragsanteil bei der Unterstützung in Abzug gebracht. Ueber Annahme und Verweigerung anderer Arbeit bestimmt§ 4 folgendes: Die Arbeitnehmer sind verpflichtet, jede Arbeit, die ihnen an- geboten wird, auch außerhalb ihres Berufes und Wohnortes sowiozu gekürzter Arbeitszeit anzunehnien, sosern ein angemessener Lohn da für geboten wird und kein triftiger Grund für die Ablehnung geltend gemacht werden kann. lieber Zulässigkeit etwaiger Ablehnungsgründe entscheidet der Magistratskommissar unter Mitwirkung des Ausschusses endgültig. Arbeitnehmer, die sich dieser Entscheidung nicht unterwerfen, werden von dieser Sonderfürsorge ausgeschlossen und der allgemeinen Arbeitslosenfürsorge überwiesen. Der hier erwähnte Ausschuß soll neben den im Z 4 erwähnten Fragen auch bei Streitigkeiten über die Höhe der Unterstützung so- wie über die Fortzahlung derselben mit entscheiden. Glaubt jemand, daß er irgendwie benachteiligt oder ungerecht behandelt wird, so steht ihm das Recht der Beschwerde an den Magistrats- kommissar der Kriegsfürsorge für die Angehörigen der Groß-Berliner Bekleidungsindustrie, Slralauer Straße 3/6, zu. In Neukölln ist die Erwerbslosenfürsorge für die Bekleidungs- industrie in gleicher Weise wie in Berlin eingeführt. Die übrigen Groß-Berliner Gemeinden beabsichtigen die gleiche Einrichtung. Jede Gemeinde zahlt nur an die in ihrem Ort wohnenden Arbeiter und Arbeiterinnen Unterstützung. Vielfach macht sich unangenehm bemerkbar, daß die Unternehmer sich weigern, die Auszahlung der Unterstützung vorzunehmen. Andererseils versuchen wieder einige den Anschein zu erwecken, als zahlten sie die Unterstützung aus ihren eigenen Mitteln. Bei einem großen Teil der Unternehmer besteht auch die wirtschaftliche Un- Möglichkeit, die Unterstützungsbeträge zu verauslagen. ES ist daher sehr erwünscht, daß in dieser Hinsicht eine Aenderung eintritt. Besonders sei noch darauf hingewiesen, daß keine unwahren An- gaben zur Erlangung der Unterstützung gemacht werden dürfen, da neben der Entziehung der weiteren Unterstützung gegen die Be- treffenden strafrechtlich vorgegangen wird. Den Erhöhte Kricgsteuerungszulage in der Lederausrüstungsindustrie. Arbeitern der Lederausrüstungsindustrie war es kraft ihrer guten gewerkschaftli«hcn Organisation und der günstigen Ge- schäftslage möglich, schon in den ersten Kriegstagen einen 26pro- zentigen Kriegszuschlag von der. Unterkiehmern zu erwirken. Mit der Schasfung des Reichstarifs für die Lederausrüstungsindustrie erfuhren auch die Lohnsätze eine wesentliche Erhöhung und, was die Hauptsache ist, die im Rcichstarif festgesetzten Löhne wurden durch eine kriegsministcrielle Verordnung öffentliches Rechtes, sie konn- ten von niemand, auch nicht durch die Gewerbegerichte, für ab- dingbar erklärt werden. Demzufolge konnten für viele Arbeiter und Arbeiterinnen Lohnforderungen, die in Einzelfällen bis über 16 666 M. gingen, eingeklagt werden. Waren die tariflichen Ver- einbarungcn eine geraume Zeit für die Arbeiter zufriedenstellend, so nicht mehr von dem Zeitpunkt ab, von dem an die Kosten für die Lebenshaltung ins Ungeheuerliche stiegen. Tie Leitung des Sattlerverbandes unterbreitete dem Vorstand des Verbandes Deutscher Hecresfabrikantcn einen Vorschlag, wonach den Arbeitern, abgestuft nach ihrem Lohne, ein Zuschlag gewährt werden sollte. Die Unternehmer verhielten sich ablehnend, weil sie darin eine Rüttelung an den Grundsätzen des Reichstarifs er- blickten. Jedoch faßten sie in einer Versammlung den Beschluß, ihren Mitgliedern zu empfehlen, eine Kinderzulage zu gewähren, die bis zu 2 Kindern 3 M., für jedes weitere Kind 1,56 M. die Woche betragen soll. Die Arbeiter waren, weil ihnen diese be- dingte Zulage so gut wie gar nichts nützt, damit nicht einverstanden. Die Verbandsleitung sah sich daher genötigt, der Fabrikantenver- einigung erneut Vorschäge zu machen und das Kriegsministevium zu ersuchen, Verhandlungen anzubahnen bezw. eine Einigung zu � ermöglichen. Unterstützt durch den Beschluß einer Sitzung des Vorstandes, des Ausschusses, der Gauleiter und der Vertreter größerer Verwaltungsstellen, wurde zur Regelung der Teucruugs- zulage den Unternehmern vorgeschlagen: Haushaltungsvorständen soll ein Zuschlag von 15 Pf. die Stunde, ledigen Arbeitern über 26 Jahre ein Zuschlag von 12 Pf., lcdigen Arbeitern unter 26 Jahren und allen Arbeiterinnen soll eiii Zuschlag von 8 Pf. die Stunde gewährt werden. Auf Heimarbeit sollte ein Zuschlag von 16.Proz. komme». Diese Zuschläge kommen zu den bereits tariflich festgesetzten Löhnen. In einer' gemeinschaftlichen Kon- ferenz der Unternehmer- und Arbeitervcrtreter am 8. Dezember unter Leitung des Handelskammersvndikus Dr. Otto Meyer und unter� Beteiligung eines Vertreters dxr Feldzeugmeisterei erklärte der Sprecher für die Unternehmer, daß der Voschlay an sich wohl berechtigt, aber wegen der Schwierigkeit der Durchführung nicht annehmbar sei. Er machte den Vorschlag einer 16 prozcntigen Teuerungszulage. In besonderen Beratungen nahm jede Partei Stellung zu dem Vorschlag. Nach Wiederaufnahme der geinein- samcn Verhandlung kam folgender Beschluß einstimmig zustande: .Vom 4. Dezember 1916 ab ist jedem Arbeiter und jeder Ar- bciterin eine Teuerungszulage zu gewähren. Sie beträgt:' für Ledige 16 Proz., für Haushaltungsvorstände 121h Proz., für Haus- haltungsvorständc mit mehr als 2 Kindern, unter 15 Jahren 15 Proz., für Heimarbeit, ohne Unterschied des Personenstandes 16 Proz. des tatsächlich gezahlten Lohnes einschließlich Kriegs- zuschlüge. Die nachträgliche Zahlung von Teuerungszulagen für die Woche vom 4. bis 16. Dezember findet nur an solche Arbeiter statt, die sich noch im Arbeitsverhältnisse des gleichen Betriebes befinden. Die Zentraltarifkommission entscheidet, wann die Kriegs- tcucrungszulagen außer Kraft treten. Durch Beschluß des Zentraltarifamts, das unmittelbar hierauf zusammentrat, wurde die Teuerungszulage als tarif- und rechts- verbindlich erklärt. Die Konferenz beauftragte des ferneren die beiderseitigen Organisattonslciwngen, das Kriegsamt zu ersuchen, für Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis die tariflichen Schlichtungsinstanzen als Einigungsämtcr im Sinne des Zivil- dienstgesctzes anzusehen und die Erledigung der Abkehrscheine den örtlichen Schlichtungskommissionen zu übertragen. Der Erfolg dieser Teuerungszulage wird hoffentlich sein, daß alle Arbeiter und Arbeiterinnen treu zu ihrer gewerkschaftlichen Organisation halten und bestrebt sind, ihr ständig neue Mitglieder zuzuführen._ Mus Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Mannesmann-Röhren-Werke haben mit zwei Privatbanken A. Falkenburger in Berlin und Simons in Düsseldorf die E l e x i l i S- W e r k e- A.- G. gegri-mdet, die eine in Tempelhof bestehende Spezial-Ziegelstahlgießerei G. m. b. H. übernehmen und einen besonders schmiedbaren Ziegel- gußstahl für Motorcnfabriken und Schiffswerften herstellen soll. Die Gesellschaft, deren Kapital 1'/« Millionen Mark beträgt, hat die Vereinigten Kammerichschen Werke in Berlin-Wittenau mit Vorkaufsrecht auf 10 Jahre, zum Teil ab 1. April 1917, zum Teil ab 1. Januar 1918 gepachtet. Die gutbeschäfttgten Vereinigten Kammerich- und Belter u. Schnee- vogelschen Werke A.-G. übersiedeln nach Brackwede bei Bielefeld, wo die neue Fabrik der Vollendung entgegengeht. Soziales. Wohlfahrtsschule für Fürsorgeriuuen. Wir brachten gestern einen Hinweis auf einen Aufsatz de? Professor Schmitimann über Sozialbeamtinnen. Heute können wir melden, daß dte Tchmittmannfche Idee der Verwirklichung entgegen- geht. In Charlottenburg soll, nach einem Beschluß des Magistrats, am 1. April nächsten Jahres eine Wohlfahrtsschule für Fürsorge- rinnen errichtet werden. Aus der Vorlage, die den Stadtverordneten zuging, geht hervor, daß es sich um ein lang erwogenes Projekt Handell und daß weitere Kreise an der Ausarbeitung des Planes mitgewirkt haben. Charlottenburg ist als Sitz des Instituts für besonders geeignet gehalten worden, weil dort die Ein- richtungen der modernen Gesundheitspflege gut ausgebaut sind und weil es in der Kaiserin-Auguste-Viktoria-Anstalt«ine Ein- richtung besitzt, in der für den Zweig, der zunächf. als der für den Unterricht wichtigste angesehen wird, der der VchiglingS- und Kleinkinderfür'orge, alle Unterrichtsmittel in reichem Umfange vorhanden sind. Es besteht die Absicht, die Charlottenburger Wobl- fahrtsichule gemeinsam mit den Lehrkräften und Lehrmitteln diese? Hauses zu leiten. Daneben sollen zum praktischen Unterricht die offenen Säuglingsfürsorgcstellen Charlottenburgs. die Einrichtungen der Schulgesundheitspflege, Tuberkulosefürsorge, Trinkerfürsorge und andere berangezogen weiden. Die Wohttahrtsschule ist als un- abhängige, gemeindliche Einrichtung gedacht, ähnlich der staatlich anerkannten Krankenpflegefchulen. wobei angenommen wird, daß für eine etwaige staatlich anerkannte Prüfung die StaatSregierung sich die Aufstellung von Grundsätzen für die Prüfung und die Ent- scndung eines Prüsungskommissars vorbehalten wird. Zugelaffen sollen nicht lediglich Teilnehmerinnen ans Charlottenburg werden, obgleich in der Vorlage darauf hingewiesen wird, daß die Stadt« veiwaltung ein großes Interesse daran hat, der großen Zahl von Pflegeschwestern, die sie auf dem Gebiete der Säuglings«, Tuber- kulofe«. WobnungSfürforge und der Schulgesundheitspflege braucht, eine entsprechende Borbildung zu geben. ES werden auch Teil- nehmerinnen aus anderen Orten aufgenommen. Sie haben ein Lehr- geld und, soweit sie etwa in einer Anstalt oder einem Internat untergebracht werden für Wohnung und Beköstigung eine entsprechende Entschädigung zu leisten. Der Lehi plan befindet sich noch in der Vorbereitung. Die Dauer des Unterrichtskursus ist auf ein Jahr berechnet. Dabei sollen etwa 266 VorlesungSstunden aus den einschlägigen Gebieten abgehalten werden, neben denen die praktische Tätigkeit in den verschiedenen Stellen der Gesundheitspflege einhergehen soll. Hoffentlich werden bei der Ausarbeitung des Lehrplanes die Schmittmanschen Ge- danken berücksichtigt, damit nicht lediglich Pflegerinnen ausgebildet werden, sondern geschulte Kräfte auf dem ganzen Gebiete der Sozial« Politik. llgMU. WmM, RantaMe Ed«toi F. Emit Bordi. ElaaBtentr, ZI. 4 Älfcoh»lfr. a<>tr»nh«~v Franz Abraham Umk. Ktaaina-u.Römertrank-Kell. v.tt B>rtal«ar.?» remap. Kgat. 1 3708 4 Emäm'AnmXmiifitt ► [ntTil-lail AnzÄfr-'tr.«. Diana-Bad Kattonal-Bad, Brunnenotr. 9. Passage- Bad fCTX: K»f«ra-B«d. Wi«n«r 6tr.«5. � B»«fc«r- g, Rondltorel«n~V 7a deschBltc in«Uen Stadtteilen Berlin« aowie in Neukölln u. Treptow Jwar0iid«tJ892. || Bezugsquellen-Wepzeichnis.~[ Uitanttehtnd« Getohifte •mpfehlansloh b.Elnkäuf. F. Klemewetter, Scklulbtiaintr. 1«. O. Meier, Grünerweg«7. Otto Wolff, Treptow, Krflllat. 1« Zacheu, Gr.-l,icUterf.,Ck««i»«MiS5a 4 Bnndnnen, Oummlw. ► R. Buke, Stralauer Str. 61. E. Krau«, Kinnaahaiaailr. t(. X, E. Lange. Brunnenatr. 16« 4 Butter. EIt, K»«e"k 1 Wilhelm Göbel 1 25 eigene Flllalan.» er müdus 48«ix»»« letiiltmhlfU August Holte Ii Detail- Geaobifte. Uhly&Wolfram 4 Bierbrauerei., Bicrhdandlg. ► BrauereiBiizoiu empfiehlt Qualitatsbiere ersten Ranges Ü. Habels Brauerei hell— HafcelbplM— dunkel MOnchener Brauhaus Berlin und Oranienburg TrinKt Ulanninger Bier! Weissbier, 0. Breithanpt, Paliaadenatr.87 TaUjal 4~"llrqiian und Farbnn"tz Weräer-Dregerle, Brill Ktd»»«ril ä« 4 Eeelntnbrlken"V [Timner-Essig �»d»gMt«Iok4 W.Beck Inh.: Herrn. Gerbsoh Charlottenburg, Berlinerst. 68-C9 Fleisch- nncl Wurstwarenfabrik } [VillyGerlAe,Peterahurgeratr.31 Otto Kongcl, Alte Jacobatr. 26. 4 Kolonialwaren Adam Sdimiii,Sehliemann8lf.ll. 4 Eiaen.Stahlw f Waffen, Werkx. b Carl Joag, Stromatr. 91. Rflklmann,P.,MQllerat.40b>B.8eeat dHerren-u.KnabenBTiilV Badstr. 2C, Ecke • riaer Prin«.n-Äii... Laak« A Slnpackl, liUik-llla«? rnktf«4 1 Pa Rosenthaleratr. S. [Mliyl fl LB. Eckhaus Linienatr F Kottbuaer-. W«»leni C�BDamml8/19 4 WehlhamlliinB«!!» BethKc, Georg, S"/«. Keakilla, Ebeitr.lS, Kiinr-Prieir. Str. 14. Wutritr. 18«, Fritlelitr. ii Tr«,l«w. Griti-Stral« 14. Gaege.Otto FJ.Sldilir�Är Charlottan- barg. 4 K«ri-,Welft-.Wellw..Trlkot«r» Hamann Mayar, Stklraltaiault. i I. Photopr. Bpp.r.t. rWelna, Llkdre, Frucfataifta b mm < SO. Kottbuaeratr. S. auch Gelegenbeitakf. Mlhw.achinpw F Beiimann, E, Gollnowatr. 16' •5 Nähmaschinen i Nähmaschinen Lldaa In allan Stadttallaa. { JKvLgo Seliag I M Filielen in allen Stadteilen. Herrn, meyer&co, cj.650Vert!nfsstell.ör;-Berl Mkbekg Semper wem Sf 4 Optlk.p. Wlpctinnlltpr"k Schnbert, Carl. Mklin.BergBtr.148 0. Procknow.lbölla Harnaaajtr. II 4 Uhrpw ti. floldwren» Lakmann, Alb., Frankf. XllaaM 4 Vpr«lol»»rMWPPW» „Deutschland" Berlin Arkciltrrcraichcraag— Bchfitsen- Sterbekassenreraicherg. atraße S. 4 Spandau b ScheiierlelB,BceiUit.3SlPliik.-,Writv. Lerantw. Redakt.: Herrn. Müller, Tempelhof. Inseratenteil verantwTh.©Uit Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanst.Paul Singer& Co., Berlin SM. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsbl. Sr.342 33.�..,$t\\� des.Fgmjjlls" KerlllM Alksbllltt. Mm» Der bulgarische Kriegsbericht. Tonaufer zwischen Tutrakan und Cernavoda besetzt.— Unaufhaltsames Vorrücken in der östlichen Walachei..— Dobromir und Makovo. Sofia, 11. Dezember. Heeresbericht vom 11. Dezember. Rumänische Front: In der Dobrudscha sehr gc- ringes Geschützfeuer. Unsere Truppen besetzten das gegenüber« liegende rumänische Donauufer zwischen Tutrakan und Cernavoda. In der östlichen Walachei rücken die Wer« kündeten unaufhaltsam vor. Mazedonische Front: In der Gegend von Bitolia nichts von Bedeutung. Im Cerna«Bogen heftiges feindliches Artilleriefeuer gegen unsere Stellungen zwischen Dobromir und Makovo. Ein feindlicher Angriff aus eine Anhöhe östlich von Paralovo wurde durch das tapfere deutsche Regiment Nr. 4ö teilweise im Handgranatenkampf blutig abgeschlagen. An beiden Ufern des W a r d a r stellenweise schwaches und stellenweise heftiges feindliche« Artilleriefcuer. Lebhafte Tätigkeit der feindlichen Flieger über unseren Stellungen und über unseren rückwärtigen Verbin« düngen. Bei U d o v o holte nach glücklichem Luftkamps Leutnant von Linket ein französisches Flugzeug herunter. besten Führer, Unterleutnant Pierre Jilot, verwundet, während der Beobachter. Unterleutnant Sully, getötet wurde. An der Belasica-Front unwirksames feindliches Artilleriefeuer auf den Bahnhof S18. An der Struma schwache feindliche Beschießung auf der ganzen Linie. Der französische Heeresbericht vom 11. Dezember meldet von der Orientarmee: Während des 10. Dezember wurden Angriffe der Truppen der Alliierten im Abschnitt nördlich von M o n a st i r durch schlechtes Wetter behindert. Die Deutschen und Bulgaren leisteten erbitterten Widerstand. Der Kamps war besonders lebhaft nördlich der Höhe IbOS oder 1050, wo eine von den Rüsten angegriffene Höhe öfter den Besitzer wechselte. In Richtung auf das Dorf V l a k I a r gingen die Franzosen etwa 800 Merer vor, auf der übrigen Front machten Regen und Nebel Operationen unmöglich. Der türkische Kriegsbericht. Konstantinopel, 11. Dezember. Amtlicher Heeresbericht: An der T i g r i s f r o n t haben unsere Flugzeuge erfolg- reich Bomben auf feindliche Flugzeugschuppen und Flugzeuge abgeworfen und zwei Flugzeuge, die sich iin gleichen Äugen- blicke zum Aufsteigen anschickten, zur Landung gezwungen. Auf den anderen Fronten kein wichtiges Ereignis. Rückführung öer deutschen Gefangenen aus den tropischen Lagern nach Frankreich. Der deutschen Regierung war es im Sommer 1915 gelungen, bei der französischen Regierung die Rückführung der in Dahomey internierten Deutschen zunächst nach Nordafrika durchzusetzen. Im Herbst 1910 wurden bei der Räumung NordafrikaS von allen deutschen Kriegsgefangenen und Zivilinternierten auch die Dahomey- Deutschen nach dem europäischen Frankreich übergeführt. Nunmehr hat sich die französische Regierung endlich entschlossen, auch die übrigen, noch in außereuropäischen französischen Besitzungen zurückgehaltenen deutschen und ö st erreich« ungarischen Kriegsgefangenen und Zivilinter« nierten nach Frankreich zu bringen. Hiernach werden auch die bisher in Madagaskar, Jndochina, Martinique usw. internierten Deutschen in nächster Zeit in Frankreich eintreffen. Im ganzen kommen 120 Personen in Frage. Die feindlichen Heeresberichte. Französischer Bericht vom 11. Dezember nachmittags. Geschütz- seuer mit Unterbrechungen südlich der Somme. Sonst überall ruhige Nacht.— Flugwesen. Im Verlause deS 10. Dezember wurden an der Front von B c r d u n zwei deutsche Flugzeuge durck franzö« fische Flieger abgcschosten. Das eine stürzte bei Drabant« sur-Meuse brennend ab, das andere ging bei Hermeville beim Aufschlagen aus den Boden in Trümmer. Am selben Tage lieferten die französischen Flieger in der Champagnefront mehrere Kämpfe, in deren Verlauf der Flieger« scrgeant Sauvage seinen siebenten Apparat abschoß, der brennend südlich von MomhoiS niederfiel. Ein zweites feindliches Flugzeug ivurde am Nordrande des Waldes von Aubry abgeschossen. In der Nacht vom 10. auf den 11. warfen französische BombardierungS- flugzeuge zahlreiche Granaten auf die feindlichen Munitionsdepots in der Gegend nördlich von Verdun. Mehrere Brände und starke Explosionen wurden festgestellt. Die feindlichen Lager von Romagne« fous-lcs-CoteS wurden gleichfalls mit Bomben beworfen. Vom 11. Dezember abends. Im Verlaufe des Tages heftige Artillcrickämpfe in der Gegend von Vrlle-au-Bois fnordwestlich von ReimS) und im Abschnitt von Douaumont. Ein von uns ausgesührter Handstreich auf feindliche Gräben im P r i e st e r« iv a l d e(westlich von Pont k Mousson) hat gute Ergebnlfse gezeitigt. Von der übrigen Front nichts zu melden. Belgischer Bericht: Nördlich von Dixmuiden und in der Gegend von Sleenstraete fanden gegenseitige Beschießungen statt. Nichts Besonderes an der belgischen Front. Englischer Bericht vom 11. Dezember. Vergangene Nacht machten Ivir erfolgreiche Vorstöße östlich von Neuville St. Baast und südöstlich von Armentisres. Wir zerstörten dabei Maschinen- gewehrstellungen und machten Gefangene. Ein vom Feinde ver- i'uchler Vorstoß östlich von La Boutrllerie mißlang. Italienischer Bericht vorn 11. Dezember. An der T r i d e n- t i n e r Front behinderte auch gestern das andauernde schlechte Wetter die Artillerieiätigkeit. Auf dem K a r st griff in der Nacht zum 10. Dezember eine feindliche Abteilung überraschend eine unserer Verschanzungen im Abschnitt von Boscomalo(Hudi Log) an, wurde aber schnell zurückgeschlagen. Gestern war die feindliche Artillerie tätiger gegen unsere Linien von Höbe 144 bis zum Meere. Bei Einbruch der Nacht griffen, während feindliche Abteilungen Ab- lciikungskampfhandlungen gegen die Höhen 208, Süd und gegen Höhe 144 unternahmen andere Abteilungen unsere Verleidiaungs« linien im Abschnitt von A d r i a an. Sie wurden mit empfindlichen Verlusten zurückgeschlagen und ließen einige Gefangene in unseren Händen. Cadorna. Rus üen Kämpfen in Deutsch-Ostafrika. London, 11. Dezember.(W. T. B.) Reuters Korrespondent in Morogoro(Deutsch-Ostafrika) telegraphiert, General W a h l e, der sich aus Tabora nach Südosten zurückzog, um sich der Hauptmacht anzuschließen, habe emen kleinen englischen Posten bei Malingali angegriffen und sei dabei auf unerwarteten Widerstand gestoßen. Nach dem Kampfe, der vier Tage dauerte, kamen britische Ver- stärkungen an, die den Feind vertrieben. Wahles Abteilung verlor dabei 01 Tote und 88 Gefangene.— Inzwischen wurde eine Streit- macht, mit der General Wahle eine Truppenabteilung des Generals Northey umzingeln wollte, selbst abgeschnitten, eingeschlossen und zur Ucbergabe gezwungen. Sieben Offiziere, 47 weiße Soldaten und 240 Lskaris wurden gefangen genommen, j Die Verfolgung der Truppen de? Generals Wahle dauert kort. Die nördliche britische Linie, die 200 Meilen lang ist, wurde 00 Meilen vorausgeschoben, während die von dem Küstenort Kilwa auS operierenden Truppen 00 Meilen landeinwärts vorgerückt sind. Dazu bemerkt Wolffs Bureau: Es handelt sich um einen bereits bekannten Abschnitt aus der Reihe der erfolgreichen DurchbruchSgefechte der Abteilung Wahle, wobei in dem Vorstehenden die wenigen angeblichen englischen Erfolge in diesen Gefechten einseilig herausgegriffen sind. Die erneute Meldung soll voraussichtlich nur dazu dienen, den E i n d r u ck der großen portugiesischen Niederlage in Ostafrika etwas ab- zuschwächen. Mitteleuropäische wirtfchastsziele. Konferenz in Budapest. Die Mitteleuropäischen WirtschaftSvereine Deutschlands, Oester« reichs und Ungarns sind am Montag in Budapest unter dem Vor« sitz deS ungarischen Vereinspräsidenten Weierle zu einer Konferenz zusammengetreten. Zum ersten Punkt der Tagesordnung, der die Rechts« annäherung betrifft, liegt ein gemeinsamer Antrag der Referenten vor, in dem der Wunsch ausgesprochen wird, daß ein tunlichst weitgehender Einklang im Ver« kehrsrecht Deutschlands, Oesterreichs und Ungarns hergestellt werde, der jedoch eine verschiedene Behandlung in Einzelheiten nicht verhindern solle, wo dies territoriale Verhältnisse erforderten. Ein solcher Einklang sei insbesondere herzustellen mit Bezug aus die Bestimmungen der Handelsgesetzbücher, mit Bezug auf daS Ver- sicberungs- und Lagerhausrecht, auf das Gesellschaftsrecht, daS Wechselrecht, daS Scheckrecht, ferner das Patentrecht, die Marken- fchutzmuster, den Musterschutz. daS Urheberrecht, und endlich sollen bezüglich der Gesetzgebung über den unlauteren Wettbewerb die gleichen Grundsätze maßgebend sein. Zur Frage des Eisenbahnverkehrs, Güterverkehrs und der Gütertarife wurde in dem Antrage als oberster Grundsatz ausgesprochen, daß die dem jetzigen Eisenbahnverkehr förderlichen Bestimmungen in vollem Umfang aufrecht erhalten werden. Für Streitfälle über die Anwendung der tarifarischen Gleichbehandlung wäre eine schiedsgerichtliche Austragung vorzu« sehen. Die in Deutschland und Oesterreich bestehenden Eisenbahn- gemeinschaften, denen als dritte Gruppe die ungarischen Bahnen sich anreihen sollten, hätten sich zu einer Gesamtvereinigung zusammen- zuschließen, die die auS der angestrebten engeren Verkehrsgemein« schaft sich ergebenden Fragen zu behandeln und im Sinne des GcsamtinteresseS zu lösen hätte. Dieser Punkt der Tagesordnung wurde angenommen. Hierauf wurde die Sitzung unterbrochen. Zur �rbeitszeit-verkürzung unü Sonntagsarbeit-Verbot in englischen Munitionsfabriken. London, 12. Dezember.(T. U.) Die Kommission, welche den Gesundheitszustand der Arbeiter in den Munitionsfabriken Englands untersuchen sollte, hat nach genauer und eingehen- der Untersuchung angeraten, von langen Arbeitstagen und vom Ausfall des wöchentlichen Ruhetages abzusehen und die Arbeit in der Munitionsindustrie an den Sonntagen zu ver- bieten. Die Begründung des Urteils der Kommission besagt, daß bei einer Arbeitswoche von sieben Tagen, also ohne Ruhetag, genau so viel gearbeitet werde, wie in einer Woche von sechs Tagen mit einem Ruhetage. In allen Distrikten längs der Rordostküste wurde deshalb die Arbeit am Sonntag bereits abgeschafft. politische Uebersicht. Abgeordnetenhaus. Leere Bänke. DaS Preußische Abgeordnetenhaus setzte am Dienstag vor fast leeren Bänken die zweite Beratung des Entwurfs eines Schätzungsamtsgcsetzcs fort. Anwesend waren wohl nur die Mitglieder der Kommission, die übrigen Mitglieder des Hauses bringen dem Gesetz schon sowieso wenig Interesse entgegen; noch weit geringer aber ist das Interesse aus leicht erklärlichen Gründen an einem Tage, wo die Augen der ganzen Welt auf die Borgänge im Reichstage gerichtet sind. Neues wurde in der Debatte kaum gesagt, im wesentlichen wiederholten die Redner ihre Ausführungen in der Kom- Mission. Bei dem großen Redebedürfnis ist der Gang der Verhandlungen so schleppend, daß noch mehrere Tage damit zugebracht werden dürften. Die Annahme des Gesetzes ist gesichert, die fortwährend in großer Zahl einlaufenden Ab- änderungsanträge haben kauni Aussicht auf Annahme. Die Beratung geht am Mittwoch weiter. Das inländische Echo des Friedensangebots. Zur Stunde liegen naturgemäß erst eine geringes Anzahl von Aeußerungen über die Note der deutschen Regierung an die gegnerischen Mächte vor. Die Abendpresse beschränkt sich vorwiegend darauf, den Bericht der Reichstagsverhandlung abzudrucken; ein Teil jedoch, der offenbar den Inhalt der Kanzlererklärung vorausgeahnt hat, bringt bereits sachliche Kommentare. Aus den Blättern der Kanzlerfronde spricht offenbares Mißvergnügen, daS sich. schon in Ton und Aufmachung kundtut. Die konservative„Deutsche Tageszeitung" spricht in ihrem Stimmungsbild mit sichtlicher Pointierung von„vor- einzeltem Händeklatschen" und„nur teilwcisem Beifall". Ebenso hat die alldeutsche„Tägliche Rundschau" ihre Kritik in ein satirisches Stimmungsbild verlegt, das mit wenig Erfolg den verstorbenen Petrenz zu kopieren sucht. Bei der Lektüre der „Täglichen Rundschau" kann man fast den Eindruck erhalten. als ob der Kanzler nur um deS„Vorwärts" willen geredet habe. Aber das ist uns doch etwas zuviel der Ehre. Hier eine Stil- und Kostprobe: Noch fieberi ungestillte Neugier.„Wie nennt sich daS Stück?" „Die Mausefalle. Und wie das? Metapborisch,"„Habt ihr den Inhalt gehört? Wird es lein AergerniS geben?" Sie wifien nichts. Nur das Häuflein der Eingeweihten weiß etwas. Vor einein Stündlein noch hat man den Zeituiigsleiiten in der Wilhelm- straße das Geheimnis verraten. Bald werden alle wissend sein. Ob sie auch glücklich sein werden? Der„Vorwärts" hat noch einmal heute früh eine Weltwende verheißen. Im Plakatdruck schreit er aus:„D e r 1 2. D c z e m b e r— ein Tag der E n t ich e i» d u n g!" Was wird entschieden? Wie wird entschieden? Eines darf man sagen, noch ehe der Kanzler spricht: Es wird von den FriedenSbcdingungen die Rede fein. Von Friedensbediiiguiigen nicht nur Deutschlands; von Bediiigungen, zu denen der ganze Kreis unserer Verbündeten mit uns sich bekennt. Also Erjüllung der � Herzenswünsche deS„Vorwärts", des„Berl. Tagebl."? Gemach doch. Es bleibt abzuwarten, ob der Kanzler wirklich nach der Forde- rung deS„Vorwärts" Friedensverhandlungen anbieten wird,„niwl wie zwischen Sieger und Besiegten, sondern gleich auf gleich", Es bleibt abzuwarten, ob er unter dieser grauen Glasdecke uns eine Vision beschlvvren wird: Wilson mit dem Palmzweige. Ob nicht am Ende der„Vorwärts" und das„B. T." enttäuscht ihr Programm von gestern mit der Kanzlerrede von heute vergleichen und mit jenem Jüngling sprechen werden:„Was habe ich. wenn ich nicht alles habe?" Ob sie nicht mit ihm klagen werden: „Nimm einen Ton auS einer Harmonie! Nimm eine Farbe aus dem Regenbogen, und alles, was dir bleibt, ist nichts, solang das schöne All der Töne fehlt und Farben." Am Schluß des Sitzungsberichtes wiederholt sich die Frage: Hat nun der„Vorwärts" seine Wonne? Werden wir„gleich auf gleich" verhandeln mit den Geschlagenen. Herr v. Bethmann sagt, unsere Borschläge würden„eine geeignete Grundlage" sür Verhandlungen bilden. Darunter läßt sich viel und vielerlei be- greifen. Wir haben noch nicht ein ganzes ungeteiltes Wissen. Und vielleicht sagt der„Vorwärts" nun doch:„Was Hab ich. wenn ich nickt alles habe?' Uns lassen diese Anzapfungen kalt, denn wir begreifen. daß die„T. R." genötigt ist, andern Aergcr nachzusagen, um ihren eigenen maßlosen Aerger zu verbergen. Die frcikonservative„Post" schreibt:„Der deutsche Kanz- ler konnte seinen Willen zum Frieden in dieser Form sehr wohl kundgeben". Die Akzentuierung des„konnte" soll wohl bedeuten, daß er nach Ansicht der Post sehr wohl auch anders gekonnt hätte. Nachher sieht man deutlicher, wie cS gemeint ist. wenn die„Post" das Friedensangebot folgendermaßen kommentiert:...... Und damit ist eben der Zeitpunkt gegeben, in dem der deutiche Kanzler hervortreten und sagen durfte: Ich biete Frieden! Und in diesem Anerbieten schlummert daS drohende Nachwort: Wenn ihr Deutschlands Hand ausschlagt, werdet ihr seine Fau st. dann aber mit verstärkter Gewalt, abermals fühlen! Für die„Post" liegt das Hauptgewicht also nicht auf dem Friedensangebot, sondern auf der Drohung im Falle der Ablehnung. Sehr befremdlich sind auch folgende Sätze: Mit dem deutschen Vorschlag, Friedensverhandlungen ein« zuleiten, sind nun alle Anwürfe niedergeschlagen, die der Feind und mancher übelwollende Neutrale � nicht müde wurde, gegen Deutschland zu erheben: das Deutsche Reich wolle den Ver« nichtungSkrieg wider feine Gegner. Noch mehr aber ist die lieber flüssigkeitaller n entralenEinmifch u ngs- versuche daraetan. ES bedarf keiner Vermittlung mehr, die Verhandlungen kuimen unmittelbar beginnen. Die„Post" scheint ganz vergessen zu haben, daß die Uebermittlung der Note durch Neutrale erfolgt. Außerdem wird sie ja nun inzwischen auch das an den Papst gerichtete Vermittlungsersuchen gelesen haben. Wir sehen nicht den gerinasten Grund, in diesem Augenblick den Neutralen vor den Kopf zu stoßen. Das nationallibcrale„8 Uhr-Abendblatt" behandelt die Kanzlerrcde in einem längeren Artikel. Eine Stellungnahme mag daraus entnehmen, wer im Rätselraten bewandert ist. Wir verzichten. Mit aufrichtiger Freude begrüßt Theodor Wolf im„Berk. Tagebl." den Schritt der verbündeten Regierungen. Er schreibt: Wir werden ihn auch dann für richtig und ersteulich halten, wenn sich zeigen sollte, daß die Regierungen der feindlichen Staaten noch nicht bereit sind, den Blulslroiii, der sich seit zwei und einem halben Jahr durch Europa ergießt, einzudämmeu. Er billigt es auch, daß die verbündeten Regierungen bei diesem ersten Schritt nicht gleich mit ihreni genauen Programm hervorgetreten sind: Wenn die Ententeregieningen dieses Programm kennen lernen wollen, so bietet sich ihnen dazu die Gelegenheit. Wir glauben. daß in diesem Augenblick keine Einwendung, kein Bedenken irgend« welcher Art sich vordrängen, daß niemand die Möglichkeiten, die in der Kundgebung liegen, vermindern darf. Ohne allzu hoffnungsvoll auf den sofortigen Erfolg zu bauen, müssen die« jenigen, die nicht in Welteroberungsträume sich wiegen, mit voller Kraft jeden Schritt unterstützen, der vielleicht doch ein erster Schritt auf deni Wege zum Frieden werden kann. Die„Freisinnige Zeitung", die daS Friedensangebot gleichfalls mit Freude aufnimmt, beschäftigt sich mit dem GcschäftsordnungSstreit am Schluß der Sitzung und meint dazu: Die Bedeutung der Noten Deutschlands und seiner Verbündeten würde abgeschwächt, ihre Wirkung womöglich in daS Gegenteil verkehrt worden sein, wenn jetzt der Reichstag sich in eine Diskussion über den diplomatischen Schritt eingelassen hätte, und wenn dabei die unleugbar vorhandenen verschiedenen Auffassungen über das deutsche KriegSzicl zuni Gegenstand polemischer Erörterungen ge« niacht worden wäre. Daher war eS daS einzig Nichtige. daß die Mehrheit des Reichstags nach der Rede deS Reichskanzlers die Vertagung des Reichstags auf unbestimmte Zeit aussprach und damit unerquickliche nnd schädliche Auseinandersetzungen beiseite schob, die von geivissen Seiten geplant waren. Kriegsersatz- und Arbeitsdepartement. Im KriegSamt ist ein Kriegsersatz- und ArbeitSdepartemeM geschaffen worden. Es bearbeitet die grundlegenden Bestimmungen für die Verteilung der Menschenkräfle auf den Heeresdienst und auf die gesamte Kriegswirtschaft. Anfragen, Anregungen und Eingaben grundsätzlicher Art. ebenso Beschwerden sind unmittelbar an daS Departement zu richten, soweit nicht in erster Linie das be« treffende stellvertretende Generalkommando zuständig ist. Unter dem KriegSersatz« und ArbeitSdepartcment stehen das Kriegsersatzamt, das die Heeresergänzung bearbeitet, und das Kriegsarbeitsamt, dem die Beschaffung der Arbeitskräfte für die KriegswirlschaslSbetriebe usw. obliegt. Diese Aeinter führen ihren Schriftverkehr wie bisher selbständig. Die vielfach beim Departement einlaufenden Einzelgesuche um Verwendung im vaterländischen Hilfsdienst können hier keine Be« rücksichiigung finden. Die Stellen, an die derartige Gesuche zu richten sind, werden demnächst durch öffentliche Bekanntmachung be- zeichnet werden. Die Geschäftszimmer des Departements befinden sich in Berlin, Friedrichstr. 100, im bisherigen Monopol-Hotel, nahe Bahnhof Friedrichstraße. Postadresse: lVW. 7. Telegrammadresse: Menschen- kraft. Fernsprecher: Amt Zentrum 10090 bis 10099. Ttresemanns Kriegsziele. Der iiationalliberale Abgeordnete S t r c s c m a n n hat sich von dem Vertreter eines Budapester Blattes über deutsche Kriegs- und Friedensziele ausfragen lassen, und im„Deutschen Kurier" wird das Resultat dieser Unterredung wiedergegeben. Auf die Frage,„ob es einen staatsmännischeu Weg gäbe, um den Frieden zu beschleunigen, einen Weg. der noch nicht be- nutzt worden wäre", antwortet der in Budapest sehr äuge- scheue Politiker mit längeren AuSsührungen, die in dem Satz gipfeln; Deiimoch erscheint mtt ein staatSmAnnkscker Schrift zur Herbeiführung des Friedens erst dann aussichtsreich werden zu können, wenn einmal die militärische Lage, in der bisherigen Richtung fortschreitend, sich so weil geklärt hat, daß auch die Entente die völlige Fruchtlosigkeit aller Bemühungen einsehen muß. Dies ist der beste und Wohl auch der einzige Weg I Man lvird seit dem 12. Dezember diese Ansicht für etwas veraltet halten dürfen. Im übrigen_ fordert Stresemann bessere strategische Sicherung nach Osten und Westen. Einen Weltfriedensbund bält er für eine zu schwankende Grundlage des Friedens. Unbedingt will er aus dem„nassen Dreieck" an den freien Ozean herauskommen und verlangt hierfür Stützpunkte unserer Flotte am Englischen Kanal, die er den vielen englischen Gibraltars vergleicht. Die Vlamen inüsscn für die deutsche Kultur gerettet werden, da sie sonst rettungslos der Verwelschung auheimfallen. Bezüglich der Kolonien fordert Stresemann ein deutsches Kolonialreich von mindestens dem gleichen Range, wie es war. Schließlich nruß Deutschland sich die Plaue der Pariser Wirtschaftskonfcrcnz verbitten und volle Gleich- bcrcchtigung auf allen Märkten der Welt fordern. Der letzten Forderung ist ohne weiteres zuzustimmen. Im übrigen erheben sich gegen die Forderungen Stresemanns, namentlich die Gibraltars an der nordfranzösischen Küste, mehr als erhebliche Bedenken. Wir sind grundsätzliche Gegner von Annexionen; aber die Annexion von Dingen, die man gar nicht in der Hand hat, ist nicht einmal Frage des Grundsatzes sondern nur der politischen Klugheit. Die Gewerkschaften unö öas Hiifsöienftgefetz. Tie Konferenz von Vertretern der Gewerkschaften und Angc- flcll'.cnverbände, deren Einberufung wir in der DienStagnu mm er mitgeteilt haben, tagte gestern unter dem Vorsitz des Reichstags- al'geordncten Legten im Germaniasal in der EHauffecstrasie. Legien eröffnete die Verhandlungen und teilte mit, daß an der Konferenz teilnehmen: von den gewerkschaftlichen Aentralver- bänden 450, von den christlichen Gewerkschaften 240, von den Hirsch- Dunckerschen Gamerkvereinen 66, von der polnischen Berufsver- einigung 4, von der Arbeitsgemeinschaft-der Angestelltenverbände 60, von den kaufmännischen Verbänden 20, von den Verbänden der technischen?sngestelltrn 10 Vertreter. Die hier vertretenen Organisationen hatten vor dem Kriege zusammen 4 Millionen Mitglieder. Den an die Behörden ergangenen Einladungen fol- gcnd sind erschienen: Staatssekretär Dr. Helfserich, General- leutnant v. Gröner(Ehes des Kriegsoints), Ministerialdirektor Dr. Caspar, Unterstaatssekretär Richter, Geheimer Regierungsrat Sicfarth, Hauptmann Krüger(Krieg samt). Der Reichskanzler hat die Einladung mit erneni Schreiben beantwortet, worin er bc- dauert, daß er wegen auderweiter dringender Arbeiten an dieser bedeutsamen Tagung nicht teilnehmen kann. Nachdem Le grien diese geschäftlichen Mitteilungen gemacht hatte, fährte er aus: Eine Bersamlung wie diese dürfte in Deutsch- land bisher noch nicht zusa m menge tr e t en sein. Außerordentliche Verhältnisse'bedingen außerordentliche Maßnahmen. Gemeinsame Not hat die Vertreter aller Richtungen der Arbeiter- und Ange- stclltciiorgauisationen hier zusammenführt. Die gegnerischen Mächte drohen, Deutschland zu zerschmettern, es vom Weltmarkt abzuschneiden. Wir wissen, daß besonders von England alles darangesetzt wird, um diese Drohung wahr zu machen. Sollte das gelingen, daun würden eS gerade die Arbeiter sein, die dann in anderen Ländern Arbeit suchen müßten und vielleicht Unfteiheit finden würden. Das ist die Not, die uns für die Zukunft droht. Wir wollen, daß die Arbeiter und Angestellten im eigenen Lande bleiben und nicht nötig haben, ihr Bündel zu schnüren und auszu- wandern.— Aber wir haben außer der Not der Zukunft auch die Not der Gegemvart zu überioinden. Deutschland ist von der Zu- ficht abgeschlossen, deshalb haben wir Srnäl ri»ngsschwier igkeirei!. Wir müssen alle Kräfte daransetzen, um diese Schwierigkeiten� zu überwinden. Das wollen wir hier zum Ausdruck bringen. Wir wollen die Not überwinden unter der Boraus- setzung, daß sie von allen Schichten des Volkes gemeinsam getragen wird.(Zustiminnng.) Wir wollen den Zweck des Hilfsdienstgesetzes erfüllen,_ indem wir dafür sorgen, daß unsere Söhne und Brüder inr Felde so ausgerüstet werden, daß sie der gewaltigen Ilebermacht, die ihnen gegcuübersteht, gewachsen sind. Wenn wir unsere ganze Kraft in dieser Richtung einsetzen, so tun wir das nicht deshalb, um andere Völker z« unterdrücken. Ungeheure Kräfte stehen uns noch zur Verfügung. Durch das Hilssdionstgesetz soll ein Teil dieser Kräfte ausgelöst und die heut noch brachliegenden Kräfte zur Arbeit herangezogen werden. Es kommt für den Erfolg des Gesetzes darauf an, daß bei der Durchführung guter Wille aus allen Seiten vorhairden ist. Nicht im Wege des Zwanges kann der Erfolg herbeigeführt werden, sondern dadurch, daß eine möglichst freie Betätigung gesichert wird. Wenn das Gesetz so augewandt wird, dann kann Großes geleistet werden.— Um aber das Größte zu erreichen, mutz auch die nötige Kraft dahinterstehen. Also muß den Arbeiter» die nötige Nahrung gegeben werden, damit sie ihre Kräfte gebrauchen können.(Lebhafte Zustimmung.) Diejenigen Kreise müssen schärfer angefaßt werden, die die Zeit nicht verstehen, die aus Eigennutz der Bevölke- ruuq die notwendige Nahrung vorenthalten und dadurch das Volk schädigen.(Lebhafte Zustimmung.) Hieraus nahm Staatssekretär Dr. Hclffcrich«das Wort: Meine Herren! Namens'der Reichsleitung habe ich die Ehre und Freude, Sie zu begrüßen, und der Arbeit, zu der Sie sich hier versammelt haben, den besten Erfolg zu wünschen. Der Herr Reickiskanzler bedauert aufrichtig, nicht persönlich kommen zu köunon. Er hat mich beauftvagt, Ihnen seine Grüße und Wunsche zu übermittel«.. �„ Ihre Versammlung gilt der Mitwrrkung der denftchen Ar- beitew und Angestellten-Orgam sationen a» der Durdhsichrung des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst. Dieze gchve Mitwirkung heiße ich namens der Roichsieibirng auf das herzlichste willkommen.,.,.,.„ Meine Horren! Eswarfürunskern leichterEnt- schluß, das deutsche Volk durch ein i* alle Verhältnisse so tief e in greifendes Gesetz nach fast Fahren schwerer Kriegsnot zu einer neuen Steigerung von Opfern und Leistungen auszu- rufe». Der Entschluß ist gefaßt worden als der beste und sicherste Weg zum großen Ziel. Unter dem Druck der unerhörten Anstrengungen unserer Feinde, in dem Trommelfeuer der ge- waltigstcn Schlacht der Weltgeschichte ist das Gesetz geboren. Es ist die Antwort der Heimat ans den Ruf der kämpfenden Gruppe. Es ist aber auch die Antwort des deutschen Volkes auf den Ver- mchtungswillen unserer Feinde. Das deutsche Volk Haiden Krieg nicht gewollt, der Deutsche Kaiser und seine Regierung haben alles getan, den Krieg zu vermeiden. Auch auf der Sonnenhöhe unserer Waffen- erfolge haben wir uns bereit gezeigt, die Hand zu bieten zu einem Friedensschluß, der dem Deutschen Reiche seine Stellung unter den Nationen, dem deutschen Volke ein fteies Feld für seine friedliche Arbeit sichert. Sie kennen die Antwort, Sie wissen, daß die Machthaber unserer Feinde bisher von Frieden nichts wissen wollten, daß sie von unserer Vernichtung träumten. Bisher hofften unsere Gegner, daß wir in unserem Willen er- lahmten, daß wir mit unserer Kraft am Ende seien. Bukarest und der Hilfsdienst wird sie eines Besseren belehren. Hinter Bukarest steht unser Feldheer, hinter dem Hilfsdienst unsere Heimarmee, hinter Feldheer und Heimarmee steht die unzerstörbare Lebens- kraft und der unerschütterliche Lebenswille des deutschen Volkes. Das unseren Feinden klarzumachen— wer dazu hilft, der hilft den Augenblick näher bringen, wo in der Nacht von Haß und Ver- blendung des Friedens Morgenröte tagt. Meine Herren! Wir waren uns mit der Obersten Heeres- leitung vom ersten Augenblick über eines klar: Der vaterländische Hilfsdienst wird nur dann das Höchstmatz von Wirkung haben, wenn wir die überzeugte und fteÄige Mitwirkung des Volkes in allen seinen Schichten und Klassen gewinnen. Das habe ich im Reichstag in allen Stadien der Verhandlungen immer und immer wieder ausgesprochen. Es ist mir ein Bedürfnis, vor dieser Ver- sammlung hier erneut als meine Neberzeugung zu bekennen: nicht der Zwang, nur die Freiheit der Pflicht- erfüllung kann das Höchste leisten, und der großen Zeit Genüge tun. Nach dieser lleberzeugung haben wir gehandelt. Schon zu den allerersten Bcsprechuiigeil über den Gedanken des vaterländischen Hilfsdienstes haben wir— ebenso wie Vertreter der Arbeitgeber— die Führer der Arbeitervcrbände aller Richtungen zugezogen. Von der ersten Stunde dieses Daseinskampfes an haben sich die Organi- sationen der Arbeiter und Angestellten mit allen ihren Kräften in den Dienst des bedrohten Vaterlandes gestellt. Mit der gleichen Bereitwilligkeit sind sie auch dieses Mal dem Rufe gefolgt. Im Reichstag ist es gelungen, durch die Schaffung eines der gesetzlichen Pflicht entsprechenden Rechtsschutzes, durch Zugeständnisse und Opfer von allen Seiten, durch Unterordnung von Sonderinteressen und Sonderwünschen unter das große Gemeinschaftsziel das Gesetz so zu gestalten, daß es die überwältigende Meihrheit auf sich»er- einigte. Und hinter dieser Mehrheit sieht das deutsche Volk in seiner fast ausnahmslosen Gesamthml. Nun gilt es, dem toten Buchstaben des Gesetzes Leben einzuhauchen. Auch hierfür brauchen wir die freudige Mitwirkung aller Volks schickiten, brauchen wir namentlich die Mitwirkung der Or- gani sationen der Arbeiter und Ange st eilten. Die vom Gesetz verkündete Pflicht bleibt leerer Schall, wenn sie nicht im Bewußtsein und Gewissen eines jedes einzelnen geschrieben steht. Sie, meine Herren, können und werden Ihren Einfluß auf Ar- beiter und Augestellte in den Dienst der vaterländischen Notwendig- keit stellen, im Kreise ihrer Vcrbcmdsmitglieder das Pflichtgefühl gegenüber dem Volksgcmzen und die Kameradschaft mit unseren kämpfenden Brüdern wach erhalten und steigern. Wir wenden uns ferner an die Mitwirkung Ihrer Or- g a n i s a t i o n e n bei der gewaltigen Arbeit der volkswirtschaftlichen Umgruppierung, von deren Gelingen die Wirkung des Gesetzes ab- hängt. Es gilt, die verfügbaren Kräfte zu sammeln und an die richtigen Arbeitsstellen zu leiten; es gilt, die Heimarmee zu so» mieten und in Marsch zu setzen. Zur Lösung dieser Auf- gäbe apellieren wir nicht nur an den guten Willen und die Vaterlandsliebe, sondern auch an die Sachkenntnis und die praktische Erfahrung der hier vertretenen Or- g a n i s a t i o n e n. Meine Herren! Die Tatsache der Einberuftmg und des so zahl- reichen Besuchs dieser Versammlung aus allen deutschen Gauen, aus den Organisationen aller politischen Richtungen legt Zeugnis davon ab, daß der Ruf an die deutsche Heimarmee in den Herzen der or- ganisierten Arbeiter und Angestellten den vollen Widerhall findet, den das Vaterland erwartet. Sie bekunden durch Ihre Anwesen- heit, daß Sie helfen und mitarbeiten' wollen. Ihre Hilfe und Mit- arbeit ist uns die Gewähr des Erfolges. Und der Erfolg wird weiter reichen als zum immittelbaren Zweck des Gesetzes, so gewaltig dieser Zweck fiir sich allein schon ist. Der Krieg hat uns dazu erzogen, innere Gegensätze und Streitigkeiten zurückzustellen, um mit der vollen Kraft der Einigkeit dem Vaterlande in schwerer Zeit zu dienen zu können. Das Hilssdiciistgesetz führt uns auf diesem Wege weiter. Wie es aus der Gemeinschaftsarbeit der Heeresleitung, der Regierungen, der Parteien und des Volkes in allen seinen Schichten her- vorgegangen ist, so ist die Gemeinschaftsarbeit das Element seines Lebens und Wirkens. In den Organen, die das Gesetz vorsieht, werden die Vertreter der Arbeitnehmer zusanimen mit Bertreter» der Arbeitgeber und der Behörden die Arbeit der Durchführung zu verrichten haben. Diese Gemeinschaftsarbeit wird fruchtbar und erfolgreich sein. Sie wird das gegenseitige Verständnis für die An- schaumigen, Wünsche und Bedürfnisse des anderen Teiles wecken und damit dem gegenseitigen Vertrauen die Wege ebnen. Nicht, daß wirtschaftliche Jnter essenkämpfe künftighin aufhören könnten oder sollten! Das wäre Utopie. Aber die Einsicht in die Lebensberechtigung und in die Lebcnsnot- wendigkeiten des anderen Teiles und die ehrliche Abiuägung der beiderseitigen Sonderinteressen mit den Erfordernissen des Geinein- Wohls— das lvird künftighin inanchen Streit verhüten und manchen Kampf in seinen Formen und Wirkungen mildern. Der Hilfsdienst ist Kriegs- und Notgesetz. Aber der Gewinn, der aus der Einheit der Pflicht und der Einheit der Arbeit entspringt, darf uns nicht wieder verloren gehen. Dieselbe Kraft, die uns Sieg und Frieden bringen muß, dieselbe Kraft soll uns im Frieden helfen, die Wunden des Krieges zu heilen, aus Trümmern wieder aufzubauen und die unzerstörbaren sittlichen und wirtschaftlichen Kräfte unseres Volkes einem neuen Aufstieg znzu- führen. Generalleutnant von Gröner: Ich habe Ihnen die Grüße des Herrn Kriegsministers zu überbringen und Ihnen zu sagen, daß er viel erwartet von der heutigen Tagung und von Ihrer Mit- Wirkung bei der Ausführung des Gesetzes. Ich darf wohl an- nehmen, daß wir uns gegenseitig imt dem größten Vertvauen ent- gegen kommen, und, wenn das Hilfsdicnstgesetz nach'dem Kriege wieder außer Kraft tritt, wir uns die Hände schütteln und sagen können, wir haben es recht vernünftig gemacht. Von der gemein- samen Arbeit im Kriege dürfen wir erivarten, daß auch im künf- tigen Frieden viel Trennendes beseitigt und eine gute Saat für'die Entwicklung des deutschen Volkes aus unserer Kriegsarbeit her- vorgehen wird. Bei der Ausführung des Gesetzes müssen politische Meinungsverschiedenheiten ausgeschaltet werden. Wir müssen uns auf den gemeinsamen Boden der Vaterlandsliebe stellen. Durch das Unglück des Krieges muß das deutsche Boll geläutert werden. Das Znsaimnengehörigkeitsgefühl aller Kreise des Volkes muß in die Herzen aller Deutschen hineinkommen. Wenn der Krieg und das Hilfsdienstyesetz diesen Zweck erreicht haben wird, dann ist für die zukünftige Entwicklung des deutschen Volkes der beste Boden geschaffen.(Lebhafter Beifall.) Hierauf tritt die Konferenz in die Tagesordnung ein. Reichotagsabgcordncter Bauer referiert Über das Hilfsdienst- gesetz.— Einleitend bemerkt er, daß das Gesetz nicht nur in die Ver- hältnisse der Arbeiter eingriff, sondern auch in die Interessen der Unternehmer. Der Zweck des Gesetzes ist, unsere an der Front kämpfenden Brüder mit den nötigen Abwehrmitteln zu verschen. Der Redner geht auf die Einzelheiten des Gesetzes ein, die er fach- kundig erläutert. Im allgemeinen führt er aus, daß nicht der Zwang, sondern die Freiwilligkeit der?lrbeit die Grundlage des Gesetzes sei und ein Zwang nur bei Verletzung der Hllfsdienstpflicht eintrete. Unter anderem verweist der Redner darauf, daß von Unternehmer- seite gefordert wird, im Bergbau Frauen auch unter Tage zu beschäftigen. Im Namen aller Organisationen möchte ich aussprechen, daß die Regierung diesem Verlangen nicht stattgibt.— Daß die im Hilfsdienstgesetz vorgesehenen Ausschüsse und Schlichtungskommis- sionen nicht durch Wahlen zusammengesetzt, sondern die Mitglieder vom Kriegsamt ernannt werden, ist enie unvermeidliche Kriegsmaß- nähme. Wahlen würden zu viel Zeit erfordern. Wir erwarten, daß das Kriegsamt die Vorschläge der Organisationen gebührend berück- sichtigen wird. Von besonderem Wert ist es, daß auch für die Ar- beiter und Arbeiterinnen der Landwirtschaft Ausschüsse und Schlichtungsstellen vorgesehen find. Ueberhaupt haben die Schlichtung»- stellen erhebliche Bedeutung für die Regelung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse. Wenn sich ein Unternehmer der Enischeidung der an- gerufenen Schichtungsstelle nicht fügt, dann kann eine Arbeitsein- stellung der gesamten Belegschaft des Betriebes stattfinden. Es ist also auch unter dem Hilfsdien st gesetz möglich, die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Rechisverhättnige der Arbeiter werden durch dies Gesetz besser ge- stellt, als sie es durch Verordnungen von Militärbefehlshabern ge- worden sind. Durch derartige Verordnungen ist an verschiedenen Stellen das Versammlungsrecht der Arbeiter beseitigt worden. Wir erwarten, daß alle derartige Verordnungen aufgehoben werden.— Die Gewerkschaften werden unter dem Hllfsdienstgcsetz unter gün- stigen Boraussetzungen arbeiten können. Die Arbeiter und Ange- stellten haben den besten Willen, das Gesetz in vollem Umfange zur Durchführung zu bringen. Sie werden ihr Bestes hergeben, um den Truppen zu liefern, was sie brauchen, damit sie dem Ansturm der Gegner nicht erliegen. Die Heimarmee wird in vollem Maße ihre Pflicht und Schuldigkeit tun. Wir leisten diese Arbeit, um dein Frieden zu dienen. Nachdem die Friedenskundgebungen des Reichs- kimzlers kein Entgegenkommen gesunden haben, bleibt uns nichts übrig, als den Abwehrkampf mit aller Kraft zu führen. In diesem Kamps mn seine Existenz wird das deutsche Volk jeden Muskel und jeden Nerv anspannen. Die hier versammelten Vertreter von vier Millionen Arbeitern und Angestellten sind ein sinnfälliger Ausdruck für die Entschlossenheft des deutschen Volkes, in diesem Sinne zu wirken.(Lebhafter Beifall.) Rcichstagsabgeordnetcr Behrens(Vertreter der christlichen Ge- werkschaften) referierte über die Mitwirkung der gewerkschaftlichen Organisationen und Angestelltenverbände bei der Durchführung des Gesetzes. Er betont, daß alle Organisationsrichtnngen zusammen arbeiten, um das Gesetz und die Maßnahmen des KricgSamts durch. zuführen und die Arbeiter über die Bedeutung des Gesetzes auszu- klären. Wir haben aus dem Munde des Chefs des Kriegsamts ge- hört, daß das Gesetz in verständiger Weise ausgeführt werden soll. Daraus vertrauen wir und werden an der verständigen Durchführung des Gesetzes mitwirken. Wir werden unsere ganze Kraft in den Dienst der großen Sache des Vaterlandes stellen. In den Ausschüssen und Schiedskommissionen ist em Weg gegeben, Arbeiterangelegenheiten unter Mitwirkung� von Arbeitern harmonisch erledigen zu können. Wenn in diesem Sinne weiter gearbeitet wird, dann wird man lins nach dem Kriege nicht mehr so viel Schwierigreiten machen können, wenn wir den Wunsch aussprechen, Einrichtungen zu schaffen, die dem sozialen Frieden dienen. Wirken Sie in diesem Sinne bei der Durchführung des Gesetzes mit, dann werden Sie unserem Voile die Freiheit und die Zukunft sichern.(Beifall.) Hartmann(Vorsitzender der Hirsch- Dunker scheu Gewerk- vereine) erklärt, daß auch seine Organisation bereit sei, an der Durchführung des Gesetzes luitzuaxbkiten. Wenn das Gesetz auch nicht unbedeutende Eingriffe in die Rechte der Arbeiter mache, so bringe es doch auch Fortschritte hinsichtlich der Vertretung in den SchiedSämtern und Ausschüssen, die auch den Landarbeitern zugute kmmnen. Hoffentlich werde dieser erste, aus der Not der Zeit geborene Schritt zur vollen Gleichstellung der ländlichen Arbeiter mit den Industriearbeitern führen. Die Bodenken. welche von alle« Gruppen gegen gewisse Bestimmungen des Gesetzes geltend gomackit wurden, sind zurückgestellt worden, weil in der heutigen Zeit keine Prinzipienreiterei getrieben werden darf. Es kommt nur darauf an, die deutsche Nation widerstandsfähig zu machen. Rymer(Vorsitzender der polnischen BerusSvereinigung) tritt namens seiner Organisation ebenfalls für die Mitarbeit bei der Durchführung des Gesetze» cur. Aushäuser(Arbeitsgemeinschaft für einheitliches Angestellten- recht): Die Angestellten ohne Unterschied der Richtung haben sich vom ersten Tage an auf den Boden dieses Gesetzes gestelli. Manches vermissen wir aber in dem Gesetz. Besonders hätten wir eine weitere Sicherung des Koalitionsrechts gewünscht. Wenn das Gesetz eine wesentliche Verbesserung des ursprünglichen Entwurfs darstellt, so ist das in erster Linie das Verdienst der Gewerk schafts- Vertreter im Reichstage, denen ich namens der von mir vertvetenen Verbände Dank ausspreche. Wir Angestellten empfinden es al» Fortschritt, daß wir durch das Gesetz zum erstenmal Gelegenheit bekommen, bei der Gestaltung der Arbeitsverhältnisse mitzuwirken. Dies Recht ist uns von den Großbetrieben bisher verwehrt worden. Wir wünschen, daß das KriegSamt beim Stellenwechsel von Angestellten Rücksicht auf ihre Mudigungsverhältnisse nimmt, und daß ihnen die Möglichkeit gegeben wird, in bessere Stellungen zu kommen. Auch die vom Militärdienst Reklamierten sollen unter dieses Gesetz fallen. Wir verwahren uns dagegen, daß ihnen, wie es von Unternehmern oft geschehen ist, mit dem Schützengraben gedroht wird, wenn sie ihre Interessen wahr- nehmen. Die Auerienunng der Organisation als staatserhaltender Faktor muß auch in den Frieden hinübergerettet werdeni. Dr. Köhler(Arbeitsgemeinschaft der kaufmännischen Vor- bände) schließt sich den Ausfiihrungen de» Vorredners an und fuhrt aus: Wir kaufmännischen Angestellten sind bei der Besetzung der Ausschüsse schlecht weggekommen. Sollten uns nicht mehr Ver- tretet zugebilligt werden, so bitten wir die Vertreter der Arbeiter, für unsere Interessen mitzuwirken. Dr. Höste(Arbeitsgemeinschaft der Verbände der technischen Angestellten) tritt dafür ein, daß beim Stellenwechsel von Ange- stellten sowie bei Stillegung von Betrieben die Rechte erhalten bleib«,, welche die Angestellten durch längere Tätigkeit im Betriebe erworben haben. Die Diskussion wird eröffnet. Gleichaus(Hirsch-Dunckerscher Gewerkoerein) spricht für Mit- arbeit bei der iöutehifiuhrung des Gesetzes. Brey cAabrikarveiterverband) weist darauf hin, daß die Ar- beiter in der chemischen Industrie unter sehr gefahrbringenden und gefundheilSschÄilicknm Verhältnissen arbeiten. Für die Landwirt- schast und für den Kriegsbedarf hat die chemische Industrie und ihve Arbeiter bedeutendes während des Krieges geleistet. ES müssen Maßnahmen getroffen werden, damit Unfälle, die in den chemischen Fabriken bis in die letzte Zeft oft vorgekommen find und erschütternde Folgen gehabt haben, verhindert werden. Notwendig ist auch, daß an gefährlichen Arbeitsstelleu die Arbeitszeit ver- kürzt und die Akkordarbeit verboten wird. Volle Vereins- und Bersammlungsfteiheft muß gewährt werden. Sie ist den Arbeitern der chemische» Industrie von Unternehmern in verschiedenen Fällen verwehrt worden. Rur bei voller Freiheit wird den Ar- heitern der Weg vorwärt» und aufwärts gebahnt werden. Schiffer(Christlicher Textilarbeiterverband) gibt der Erwar» tinig Ausdruck, daß, wenn das Gesetz nach dem Willen der Gesetz- gebet durchgeführt wird, alle Beteiligten zu ihrem Recht kommen. Schumacher(Hirsch-Dunckerscher Gewerkverein) erklärt sich für die Durchführung des Gesetzes. Döri»»(Deutscher Transporta rbeiterverbaud) führt aus, daß Sehn tz voricbri sten für die Binnenschiffer notwendia sind und er- sucht'das Kriegsamt, dieser Frage seine Aufmerksamkeit zu widmen. Hübsch(Deutscher Tertilarbeitervcrbandj verweist auf die nn- gewöhnlich niederen Lähne"oer Arbeiter und Arbeiterinnen der Tex- tilindustrie und auf die mißlichen Erwerbsverhältnisse, in die sie in- folge des Krieges gekommen find. Unter diesen Verhältnissen sei es begreiflich, daß die Textilarbeiter dem Gesetz mit Mißtrauen gegen- überstehe«. Es müsse mit fester Hand zugegriffen werden, daniit den Iammerlohneu in der Textilindustrie ein Ende gemacht werde. Hue(Deutscher Bergarbeiterverband) erklärt im Auftrage aller Bergarbeiterorganisationcn, daß sie sich auf den Boden des Gesetzes stellen und mit allen Kräften an der Durchfiihrung desselben mit- arbeiten werden. Ter Redner verweist auf die gesundheitlichen Ge- fahren, die den im Bergbau beschäftigten Frauen und Jugendlichen drohen und betont, daß eine sorgfältige Auswahl der letzteren geboten ist. In den Bergbaubezirken herrschen sehr schwierige Ernährung»- Verhältnisse. Auf die Abstellung derselben bedacht zu sein, muß sich das Kriegsamt angelegen sein lassen.— Wenn in die Ausschüsse Vertreter der gelben Organisationen kommen sollten, dann kann von Parität keine Rede sein, denn die Gelben sftid nicht Vertreter von Atbeiterinteressen, sondern sie vertreten die Interessen der Unter- nehmer. Wenn die Unternehmer als ihre Vertreter Gelbe in die Ausschüsse senden wollen, kann eS uns recht sein. Aber als Arbeiter- Vertreter erkennen wir sie nicht an.(Zustimmung.) Paeplow(Deutscher Bauarbeitervcrband) führt aus, von den Bauarbeitern könnten 75 Prozent an die Kriegsindustrie abgegeben werden, wefl im Baugewerbe wenig zu tun sei. Für die Bauarbeiter müsse die Ernährungsfrage so geregelt werden, daß Rücksicht auf den häufigen Ortswechsel genommen wird, zu dem die baugewerblichen Lrbefter durch ihre Beschäftigung oft gezwungen sind. Auch der Dauarbsiterschutz, der während deS Krieges stark vernachlässtgk ist, darf nicht auger acht gelassen werden. Der Mangel an männlichen Arbeitern hat eine Vermehrung der Frauenarbeit im Baugewerbe zur Folge gehabt. Die Frauenarbeit im Baugewerbe muß wegen ihrer Gefährlichkeit möglichst eingeschränkt werden. Schmidt(Landarbeiterverband) begrüßt es, daß auch für die Landarbeiter Ausschüsse und Schlichtungsstellcn eingesetzt sind und hofft, man werde nunmehr einsehen, daß die Landwirtschast mit Arbeiter ausschüssen�arbeiten kann und daß diese Einrichtung erhalten bleibe. Auch die Sicherung des Versammlungsrechts für die Land- und Forstarbeiter sei eine dringende Notwendigkeit. Richter(Löderarbeiterverbanld) verweist auf die außerordent- lich hohen Gewinne der Lederindustrie und führt Beispiele dafür an, daß trotzdem noch in letzter Zeit die Löhne-der Arbeiter und Arbeiterinnen gekürzt worden sind. Um einer Erregung der Ar- beiter, die hierdurch entstehen müsse, vorzubeugen, sollten die Militärbehörden ihr Augenmerk darauf richten, daß Lohnherab- setzungen unterbleiben. Auch müßten die Arbeiter in den Leder- fabriken und in den Lederausrüstungsbetrieben hinsichtlich der Er- nährung zu den Schwerarbeitern gerechnet werden. Döblin(Buchdruckerverband) wünscht Berücksichtigung der graphischen Gewerbe insofern, als sie mit ungelernten Arbeitern nicht aufrechterhalten werden können, weshalb ihnen die erforder- lichc Zahl von gelernten Arbeitskräften gesichert werden müsse. Schlicke(Vorsitzender des Deutschen Metallarbeiterverbandes, der als Vertreter der Arbeiter in das Kriegsamt berufen ist): ES ist das erste Mal, daß ein gewerkschaflicher Vertreter zu einem solchen Amt berufen wird. Ich war im Zweifel, ob ich die Berufung annehmen könnte. Ich zweifle nicht, daß das Gesetz eine zwingende Notwendigkeit ist, auch im Interesse der Arbeiter. Trotz- dem bewegten mich innere Zweifel, ob ich den Rückhalt finden würde, der notwendige ist, um in diesem Ami die Interessen der Arbeiter vertreten zu können. Die heutige Tagung hat den Beweis erbracht, daß ich frohe st en Mutes in das Amt eintreten kann, ja, daß die Annahme «ine zwingende Pflicht und Notwendigkeit ist. Gestützt auf das Vertrauen der Arbeiter und An- gestellten werde ich mich bemühen, als Ber- trauensmann der Arbeiter— wie man mich im Kriegs- amt bezeichnet hat— zu wirken und die Interessen der Arbeiter und Angestellten wahrzunehmen in der Weise, wie es hier zum Ausdruck gekomme» ist. Ich glaube, hierbei auf die Unterstützung aller Arbeiter und Angestellten Deutschlands rechnen zu können. Hiermit war die Aussprache erschöpft. Folgende Resolntion wurde einstimmig angenommen: Die am 12. Dezember in den Germaniasäle« zu Berlin versammelten Vertreter von rund vier Millionen organisierter Ar- beiter und Angestellten erklären, an der Durchführung des Gesetzes über den vaterlandischen Hilfsdienst nach Kräften mitarbeiten zu wollen. Die durch die Organisation der Arbeiter und Angestellten der- tretenen Volksschichten sind bereit, einig und geschlossen alle Kraft in den Dienst unseres Landes zu stellen, damit die Vernichtungs- Pläne der Gegner Deutschlands erfolglos bleiben. Von der Reichsregierung und dem Kriegsamt erwarten die Versammelten weitgehende Förderung der berechtigten Bestre- bungen der Arbeiter und Angestellten auf Erlangung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen, sowie die Sicherung des KoalistonS- rechts. Sie fordern eil« schärfere Bekämpfung des Lebensmittel- Wuchers und eine bessere Verteilung der vorhandenen Lebensmittel, damit die arbeitende Bevölkerung die an sie gestellten Anforde- rnngen erfüllen kann. Stegervald, der in der Nach:nittagssitzung den Vorsitz führte, schloß die Konferenz mit einem Rückblick auf die Verhandlungen und gab der Erwartung Ausdruck, daß die hier bekundete Ein- mütigkeit der Arbeiterorganisationen, an die vor zwei Jahre» noch niemand zu denken gewagt habe, nicht nach dem Kriege wieder ausgelöscht werde.____________ Mus Gcoß-Seeiin. Keine zwaugsmätzige Massenspeisung. Zh den gestern von der Presse verbreiteten Mitteilungen einer Korrespondenz, wonach„Erwägungen schweben", die ans die allgemeine Zwangsmassenspeisung zielten, erfährt das „23. T." auf Grund eingeholter Informationen, daß diese Frage zurzeit noch nicht spruchreif sei. Es wird sich aller- dings mit der Durchführung des Htlfsdienstgesctzes notwendig machen, der arbeitenden Bevölkerung eine rationellere Lebens- mittelzuteilung zu gewährleisten, als es heute der Fall ist. Dem wird in erster Linie das System der Masfenspeisung in den Städten dienen. Darüber hinaus ist geplant, den Fabriken selbst in großem Umfange Küchen anzugliedern, aus denen die Männer und Frauen direkt ihr Essen beziehen können. Die Einrichtung und Verwaltung dieser Küchen tvird vornehmlich in die Hände von Frauen gelegt werden. Das Kriegsamt beabsichtigt, die sämtlichen Frauen- vereine in Deutschland in einer einheitlichen Organisation zu- sammenzufassen und einen besonderen Nationalausschuß für Frauenarbeit dem Kriegsamte beizugeben. Diesem Ausschusse würde dann nicht nur die Organisierung der Fabrikküchen, sondern auch die Unterbringung der Kinder arbettender Frauen in Fabrikkinderhorten zufallen. Die Zwangsmassenspeisung für alle wird hier also nicht überhaupt abgelehnt; aber sie ist„noch nicht spruchreif". Das heißt: man behält sie sich für etwaige spätere Zeiten vor. Wen« sie dann kommt, wird es vielleicht wiedermal zu spät sein, wie es bisher bei vielen anderen Maßnahmen auf dem Gebiete der Ernährungsangelegcnheiten in der Regel der Fall war. Ersparnis von Bre««stoffen und Beleuchtnngsmitteln. Der Bundesrat hat auf Grund des§ 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnabmen usw. vom � August 1814(Reichs-Gesetzbl. S. 827) folgende Verordnung erlassen: Z 1. Jede Art von Lichtreklame ist verboten. Als Lichtreklame gilt auch die Erleuchtung der Ausschristen von Namen, Firmen- bezeichnungcn usw. an Läden, Geschäslshäusern. Gast-, Speise- und Schanlwirlschasten, Cafäs. Theatern, Lichtspielhäusern, wie überhaupt an sämtlichen Vergnügungsstätten. § 2. Alle offenen Verkaufsstellen find unr 7, Sonnabends um 8 Uhr abends zu schließe«. Ausgenommen sind nur Apotheken und Verkaufsstellen, in denen der Verkauf von LebenSmilteln oder von Zoitungeil als der HaupterwerbSzwcig betrieben wird. § 3. Gast-, Speise- nnd Schnnkwirtschaften, CaföS, Theater, Lichtspielhäuser, Räume, in denen Schaustellungen stattfinden, sowie öffentliche Vergnügungsstätten aller Art sind um 1l) Uhr abends zu schließen. Das gleiche gilt von Vereins- und Gesellschaftsräumen, in denen Speisen oder Getränke verabreicht werden. Die Landeszentralbehvrden und die von ihnen beauftragten Bc« Hörden werden ermächtigt, für bestimmte Bezirke oder Betriebe und in Einzelfällen eine spätere Schließung, jedoch nicht über 11Vs Uhr abends zu gestatten. § 4. Die Beleuchtung der Schaufenster, der Läden und der sonstigen zum Verkauf an das Publikum bestimmten Räume ist auf das unbedingt erforderliche Maß einzuschränken. Das gleiche gilt für Gast-, Speise» und Sckiankwirtschaflen, Cafös, Theater, Lickit- spielhäuser, Räume, in denen Schaustellungen stattfinden sowie für öffentliche Vergnügungsstätten aller Art. Die Polizeibehörden sind berechtigt, die erforderlichen Anordnungen zu treffen. Die Außcubcleuchtullg von Schaufenstern und von Gebäuden zu gewerblichen Zwecken ist verboten. Ausnahmen können von den Polizeibehörden zugelassen werde«. Die Destimmumg in Us. 1 Satz 1 hat hierbei Anwendung z« finden. § b. Die Beleuchtung der öffentliche« Straße»»»d Plätze ist bis auf das zur Aufrechterhaltnng der öffentlichen Sicherheit not- wendige Maß cinzufchrSukeu. Die Polizeibehörden find berechtigt, die erforderüchen Ansrd- nungen zu treffen. ß 6. Die elektrische« Straßenbahnen und straßenbahnähulichen Kleinbahnen haben ihren Betrieb soweit einzuschränken, wie eS sich irgend mit den Berkehrsverhältnisien vereinbaren läßt. Die Aufsichtsbehörden können die entsprechenden Anordnungen treffen. § 7. Die dauernde Beleuchtung der gemeinsamen HauSflurr und Treppen in Wohngebäuden ist nach 9 Uhr abends verboten. Die zuständigen Polizeibehörden sind berechtigt, Ausnahmen zu gestatten. 8 8. Wer den Vorschriften der 88 1 bis 8, 4, Abf. 2 Satz 1, 8 7 oder den auf Grund der 88 4 Abf. 1, ö, 8 getroffenen An- ordnunge« zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu 3009 M. oder mit Haft oder mit Gefängnis bis zu 3 Monaten bestraft. 8 9. Diese Verordnung tritt mit dem 15. Dezember 1910, die Vorschrift im 8 2 jedoch mit dem 1. Januar 1917 in Kraft. Der Reichskanzler bestimmt den Tag ihres Außerkrafttretens. Die Neuregelung der Znsatzbrotkarten. Wie bereits mitgeteilt, fallen bei der nächsten Hauptverteilimg sämtliche ausgegebenen zweiten Zusatzbrotkarten fort. Auch bei der Ausgabe der ersten Zusatzbrolkarte find die Vrotkommissioneu neu angewiesen worden, mit äußerster Sparsamkeit vorzugeben, da Nachbewillignngen mit Rücksicht auf die vorhandene«?« Ächlbestände nicht erfolgen können. Die in Aussicht genommene Neuregelung der Zniatzbroikarten- frage soll, wie der Berliner Magistrat mitteilt, mit dem 1. Januar 1917 einsetzen und wird nach folgenden Grundsätzen er- folgen: Die jugendlichen Personen im Alter von 12 bis ein- schließlich 17 Jahren werden durch die Neuregelung nicht berührt. Sie erhalten die Zusatzkarte ohne Prüfung des Bedürfnisses weiter. Bei allen übrigen Personen muß infolge des llmfanges, den die Ausgabe der Zusatzkarten in letzter Zeit angenommen hat, und mit Rücksicht darauf, daß zweifellos eme große Zahl von Personen in den Besitz von Zujatzkarten gelommen ist, bei denen ein besonderes Bedürfnis hierzu»ücht vorliegt, die Frage des Bedürfnisses einer erneuten Prüfung unterzogen werden. Für die Gewährung der einen Zusatzkarte von 859 Gramm kommen folgende Personengruppen in Betracht: Personen, die nach der für die Kartoffelgemeiiischaft Groß-Bcrlin aufgestellten Liste für die Gewährung von Kartoffelzusatzkarten als Schwerarbeiter anzusehen sind; Personen, die alS Industriearbeiter für Heereszwecke tätig sind Personen, die mit Nachtarbeit beschäftigt sind, d. h., die in der Zeit von 8 llhr abends bis 6 Uhr morgens mindestens 0 Stunden Arbeitszeit haben; Personen, die in Tag- und Nachtschichten arbciien, sofern auf zwei aufeinanderfolgende Kalenderwochen mindestens 6 Nachtschichten fallen; außerdem folgende Personengruppen: Lolomotiv- und Zugführer sowie das sonstige Eisen- bahufahrpersonal der Voll« und Kleinbahne». Hierunter fasten auch elektrische Bahnen- und Omnibusgesellschaften. Ebenso könneu auch Droschkenkutscher und Chauffeure behandelt werden; Vahnpostbeamte sowie Briefträger und Postaushelfer: Mannschaften der Berufsfeuerwehren; iin Außendienst tätige Beamte der Schutzmannschaft; im Außendienst tätige Beamte der Straßenreinigung. Bureau» arbeit er erhalten im allgemeinen keine Znsatzkarte. Nur wenn die Arbeitszeit länger als acht Stunden dauert, ohne daß die Möglichkeit zu einem Miftagesse» während dieser Zeit besteht, kann eme Zusatzkarte bewilligt werden. Zweite und dritte Zusatzkarten werden überhaupt nicht mehr ausgegeben. Für die Ausgab« der Zuiatzkarte kommen nicht in Betracht: Per- fönen, die»ach der für die Kartoffelgemeinschaft aufgestellten Liste für die Gewährung von Kartoffelzusatzkarten als Nichtfchwerarbefter an- zusehen sind: Angehörige der freien, geistigen Berufe(Studenten, Akademiker, Künstler usw.); Kinder bis zum vollendeten 12. Lebens- jähre. Wegen der Dienstboten wird besonders darauf hingewiesen, daß sie als Hausangestellte nach der Liste für die Kartoffelzusatzkarten als Nich'.schwerarbeiter anzusehen sind. Die Ausgabe einer Zusatzbrotkarte darf nur auf Grund der vor- geschriebenen Arbeitgeberbe scheinigung erfolgen, mittels derer die Gewährung der Zusatzkarte erstmalig beantragt werden muß._ Kriegsarbeitsvermittelung. In weiten Kreisen der Bevölkerung, besonders unter den Frauen, scheint die irrtümliche Auffassung zu herrschen, daß das KriegSamt oder das Kriegsarbeitsamt Arbeitsstellen vermittele. Dies ist nicht der Fall. Arbeitsuchende müssen sich an die öffentlichen Arbeits- nachweise wenden, denen vom Kriegsamt aus jede Unterstützung zuteil wird. Außerdem werden durch die KriegSamtSstellen in der Provinz sowie durch die Stellvertretenden Generalkommandos demnächst Bekannttnuchunacn erlassen werden, die zur freiwilligen Meldung von Arbeitskräften, besonders Von Hilfsdienstpflichtigen für b e- stimmte Arbeitsarten aufrufen. Aus diesen Aufrufen wird zu ersehen sein, wo Bteldunge« entgegengenommen werden. Lieferung von Kohlen» Koks«nd Briketts. Auf Grund des 8 9b des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851(G. S. S. 4SI ff.) bestimme ich hiermit für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg: 8 1. Insoweit das Kriegsauft(Kohlenansglcich) einem Lieferer die Lieferung von Kohlen, Koks und Briketts als nicht er- forderlich bezeichnet, wird ihm die Lieferung verboten. § 2. Mit Gefängnis bzw. Geldstrafe wird nach Maßgabe der eingangs genannten gesetzlichen Besttnrmnng bestraft, wer dieser Verordnung zunftder handelt, sofern nicht nach allgemeinen Straf- bqtimmnngen höhere Strafen verwirkt sind. Diese Verordnung tritt mit dem 15. Dezember 1910 in Kraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken. gez.: von Kessel, Generaloberst. Das nächste Volkskonzert des Philharmonischen Orchesters findet am Freitag. 15. Dezember, in der Neuen Philharmonie. Köpenickor Straße 96/97 statt. Beginn des Konzerts 8 Uhr. Der Vorverkauf zu den VollSkonzerten findet statt in der Zentralstelle für Volks- Wohlfahrt, Augsburger Str. 01, bei der Berliner Gewerkschafts- kommisfion, Engelnfer 15, Zimmer 13(außer Sonnabend nach- mittags) und in'den betreffenden Konzertsälen. Der Eintrittspreis ist 39 Pf., Kasseneröffnung 7 Uhr. Zentralinstitut für Erziehung»nd Unterricht, Potsdamer Straße 129; Heute Mittwoch, dritter„Technischer Abend". Prof. Dr. Schlesinger redet über den„Einfluß des Werkzeuges auf Leben und Kultur", erläutert durch Lichtbilder. Beginn 8 Uhr, Eintritt frei. Auf dem Wege zur Arbeitsstelle wurde die 19 jährige Bahn- arbeiterin Luise Gürkott DienSlag früh auf dem Bahnhof WilmerS- dorf-Friedenau von einer Lokomotive erfaßt und getötet. Wegen Ucbcrschrcitung der Milchhächstpreisc ist der Direktor Karl Pernet, Berlin- Schöneberg, Jun-Zbrucker Straße 18, wohn- Haft, mit 3999 M. oder 299 Tagen Gefängnis bestrast worden. Die Vorstände der Berliner Krankenkassen haben beschlossen, den Kaffen den Abschluß eines Abkommens mit der Landesversicherungs- anstatt Berlin dahingehend zu empfehlen, daß diese die Durch- führung des Heilverfahrens für sämtliche geschlechtskranke Kassen Mitglieder übernimnit. Da auch die Verhandlungen der Landesverficherungsanstalt Berlin mit der Aerzteschaft zu einem befriedigenden Abschluß gekommen sind, kann mit der Durchführung der Maßnahmen zum 1. April gerechnet werden. W-erreraussichten kür das intttlcre Norddeutschland bis Donnerstag mittag. Ziemlich mild, zeitweise aufklarend, jedoch vor- bewschrnd trübe mit öfter wiederhoUeu, im Osten meist genügen, im Weste» stärkeren Niederschläge«. Mus den Gemeinden. Drewitz(Kreis Teltow). Die Bekämpfung unserer Partei durch Lokalverweigerung und Saalabtreiberei ist noch nicht ausgestorben, In gewissen preußischen Amtsstuben lebt offenbar noch immer der alte„Geist". In Drewitz(Kr. Teltow) planten unsere Genossen zum verflossenen Sonntag eine Mitgliederversammlung im Lokal des Gastwirts Schmettana. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Genossen G r o g e r über„Krieg und Frieden". Der Wirt hatte. wie des öfteren schon, seine Räume zur Verfügung gestellt, die Ver- sammlung war bei dem Amtsvorsteher in Klein-Glienicke ordnungs- mätzig angezeigt; eme Bestätigung der Anzeige ging dem Veranstalter rechtzeitig zu. Und dennoch konnte die Versammlung nicht stattfinden. Im letzten Augenblick zog der Wirt seine Zu- sage zurück mit der hochinteressanten Begründung, der Slmtsvorsteher habe ihm durch de« Gendarmeriewachtmeister Jürgens mitteile» lasse«, er solle sein Lokal für diese Bersammlnng nicht her- gebe»! Aus eigenem setzte der Witt den Veranstaltern gegenüber be- kümmert hinzu:„Was sollte ich nun tun?" Er fügte sich, wenn offenbar auch widerwillig, der Weisung deS Gendarmen. So wurden der kleine Geschäftsmann um seine Einnahme»nd die Einwohner um ihr Versammlungsrecht gebracht. Gegen die widerrechtliche Einmischung und Bevormundung durch die behördlichen Organe wird Beschwerde erhoben werden. Charlottenbnrg. Am 8. Januar 1917 wird die Abendschule an der Mädchenfortbildungsschule wieder eröffnet. ES werden zwischen 7 und 19 Uhr kaufmännische Kurse(Stenographie, Maschinenschreiben und Buchführung) eingerichtet und nach Bedarf Kurse für Her- stellung von jeder Art Bekleidung aus getragenen Kletdnngsstücken, für AnSbesierung und Umänderung angefügt. Anmeldungen werden schon jetzt täglich von 7—8 Uhr im Schulhause Bismarckstt. 22 in der Geschäftsstelle entgegengenommen. Neinickendorf. Die Gemeinde stellt einen Posten lebender ge« mästeter Gänse zum Preise von 2,59 M. das Pfund zum Verkauf. Um eine möglichst gerechte Verteilung zu ermöglichen, werden die Gänse ausgelost. Wer an der Auslosung teilnehmen will, muß sich bis spätestens am 17. Dezember, mittags 12 Uhr, schriftlich beim Gemoiudevorstand anmelden. Das nähere möge man aus den öffentlichen Bekanntmachungen ersehen. Gerichtszeitung. Die verunglückte Tanzunmmer. Ein junges Mädchen, das als Anlegerin in einer Buchdruckerei arbeitete, lernte in einem Vergnügungslokal eine Artistin kennen. Das Freundschaftsverhältnis führte dahin, daß sich die junge Arbeiterin überreden ließ, bei dem Manne der Artisttn in die Lehre zu gehen, um sich als Tänzerin ausbilden zu lassen. Zwischen dem Artisten R. und dem Vater dos jungen Mädchens wurde ein Vertrag geschlossen, wonach dieses als Lehrmädchen bei R. eintritt, eine zwei- jährige Lehrzeit durchzumachen hat, im ersten halben Jahr monat- lich 39 M. erhält und später eine Zulage bekommen soll. Secks Wochen wurde daS Lehrmädchen„Hanni" in der Wohnung des Artisten für etee leichte Tanznummer angelernt. Dann ging die Reise nach Prag, wo der Lehrmeister mit seiner Truppe ein Engage- ment hatte. Hanni, die bisher nur auf einem teppichbelegten Fußboden geübt hatte, mußte ihre Nummer nun auf glattem Parkett ausführen. Dabei glitt sie aus, kam zu Falle und stteß so die ganze Nummer um, in der sie mitzuwirken hatte. Infolgedessen setzte der Direktor die betreffende Nummer vom Programm ab und kürzte das Honorar des Artisten R. um 299 Kronen. Dieser wollte sich dafür an seinem Lehrmädchen Hanni schadlos halten und zahUe ihr deshalb die schuldige Gage für 2'/, Monate im Betrage von 75 M. nicht aus. Vor dem Berliner Gewerbegericht, da« der Vater deS Lehr- mädchcns anrief, suchte R. die Zahlungsverweigenmg mit der Bc- Häuptling zu begründen, Hanni habe vorsätzlich die Tanznimnner zu Fall gebracht, um von dem Lehrvertrage— der inzwischen gelöst worden ist— loszukommen. Diese Behauptung konnte jedoch nicht bewiesen werden. DaS Gericht verurteilte den Beklagten, der Klägerin die ge- forderten 75 M. zu zahlen, weil, abgesehen davon, daß die Auf- rechnung von Gegenforderungen gegen den Lohn rmzulässig fft, der Beklagte nicht berechtigt ist, eine Gegenforderung geltend zu machen, da ihn die Klägerin nicht vorsätzlich oder fahrlässig ge- schädigt hat._ Mus aller Welt. Einsturz. Lübtheen, 12. Dezember(T. U.) Der Schacht des Kalivergwcrks Friedrich Franz ist am 9. Dezember das Opfer eines gewaltigen Wassereinbruchs geworden. Schon seit vor i'A Jahren die Anlagen des Werkes durch das Ersaufen des 2 Kilo- meter entfernt gelegenen Bergwerkes Jessenitz in Mitleidenscha-ft gezogen worden war, war man um das Schicksal des Friedrich- Franz-Bergwerkes sehr besorgt. Ein letzter Versuch, die Grube zu retten, ist vergeblich gewesen. Durch mehrfache Bodensenkungen, die sich in der Nähe bemerkbar tnachte«, ist das Grundwasser in den Schacht eingedrungen. Die Fabrikgebäude sind unbeschädigt geblieben, so daß darin die chemische Fabrik ihren Betrieb Wetter sortsetzen kann. 4t19orlofrelf 505Jück. feidposlmäßig verpackt SO Pf. Porto? ter lugo Pre&Nr 4 s e a io 4 5 O ö IQ 12 Pf.dSfüdt «InaehHeßUch Krieosaufschlaq Trusürd! KvW VW Norden; Brunnenstrasse 1, Eingan, Osten; Frankfurter Allee 350, Eclie Mögüner Strasse Süden: Koitbuser Lamm 103, an der Kot buser Brücke Westen: Charloltenbg., Scharrensir. 5, Ecke Wnmersd. Str. bar rr Kredit voter günstigsten ZabluOEBbodiDgucgen Herren- und Damen-Oarderobe Knaben- u. Mädchen-Kleidung in reicher Auewabl und in guten QunllUlen Pefzkragen, Pelzmuffen in einfacher und eleganter Ansführung In besonderen Räumen: Mäbel u. PolsterwarenCo Vo!lstlSndln<- Wohnun�s-Einrichtungen � Inserat mitbringen, 3 M. Wert � mm «W««" Zirka ISMillo alte abgeputzte Mauersteine ab Lager- platz Wilmersdorf, Kalischer, Ecke Rudolstädter Straße, sofort dillig zu verkaufen.— Offerten an 10l0b Belli& Francke Aktiengeselisetiail SO. 16, Am Köllnischen Park 1. Stoffe für Maß- Anzüge, Paletots, Damen• Kostüme, Mäntel, Meter 10,-, 14.-, 16.-, 20.-, Seiden- Seal, Astrachan. Tncblager Koch& Seeland Q.mb.ll., Gei1raü!ltenstr.20-21,9Ve'nriici?Shiee.r Suutndu 45 5� SWtotk/ 15 tF-fj.. Den Genossen im Felde ist es Bedürfnis, Uber das politische und organisatorische Leben in der Heimat stets unterrichtet zu sein. Darum sendet ihnen regelmäßig die Neuerscbeip&sngen der parteigenössischen Literatur des Krieges. Sie sind zu beziehen durch die Zeitungsausträger oder direkt durch die BUCHHANDLUNG VORWXRTS BERLIN SW. ES, Undttnslrsfie 3 Arbeifer- Aofiz-Kalender Mit bem'Porträt de« ver-- storbcnenSenogenTSlite: gelchmllllt, reiht sich der! diesjähr. Kalender seinen: Vorgängern würdig an. j Der oielseittg« Inhalt i Ist seldftverständlich den| Bediirfntflen der Ar.: delter und der Krieg«, elt j angepaßt. Außer einem i reichhaltigen statistischen 5 und Adressen. Material 1 und sonst wisten«werten> Notizen verdienen de»- sonder« hervorgehoben j zu werden:«apitalab,- findung an Stelle von: Kviegs-Dersorgrmg.—: Bücher zur Krieg«für-; sorge.— Sozialdemo- j tratie und VoI5«eruäh» I rung in der«riegszett. i — Wa« tat die deutsche l Sozialdemokratie f. den- Frtedeuk— Die Gewert.! schaften w» 2. Krieg«.- jähr.— Der alte Tälcke.: Preis gebunden 60 Pf. Bnchhandlnua Vorwärts Lindenstr. 3. teppSecken gröstte Austvabl. Ausarbeitung alter Steppdecken lohnend. JBernlmi-d Strohmandel, Berlin, Wallstrafte 72.« FM m Mas febentte ich zu Meihnachten? üorwärtsMihcr Goethes Werke!!i!„,.lnÄW, Werke des Dichters von Dr. Franz Diederich. Beines ßlerke JÄ SSÄ philchen Linleitung von Franz Mehring. Reuters Sierke MÄS Werke des Dichters von£mil Kraule. Jedes Werk(3 Bände) geb. 5 Mark 6ute UntcrOaltungsleklürc bietet die Vorwärts Elbliotbck Band 1: Erweckt, Roman aus dem Proletarierieben von fl.6er.— Band 2: DerHusweg, Eine Erzählung von emlt Preczang.— Band 3: Das Cand der Zukunft, Reifebefchreibung von C. Kolilch, mit einer Einleitung von Paul Göhre.— Bandst: Oerlchrobenes Oolfc, Erzählungen von R.Grötztcb.— Band 5: Der Prinzipienreiter, eineGrzählungausdcmjfahrelS'tS von Wilhelm Bios.— Band 6: In den Cod getrieben, Zwei Erzählungen von Ernst Preczang.— Band 7: Der Parlier Garten und Anderes von ITIinnaKautsky. BandS: Ifiutter.EinFrauenschickfal von Job. Ferch. Band 9: Der Morgen graut. Erzählungen aus dem Proletarierleben von M. flnaerten-ricxö.— BandlO: 1000 Mark Belehnung, Kriminalroman v. Bans ßyan. Band 1 1: Die ßeiterelei, Einebumoristitche Erzählung von O.Ludwig.— Band 12: Vom Blaiienhaus zur abrik, Beschichte einer Proletarierjugend von 6. Dikreiter.— Band 13: Der Gottesläfterer, Roman aus dem Leben der erzgebirgüchen Waldarbeiter von fl. Ger.— Band Ist: Die Marketenderin, Erzählung von Erckmann-Chatrian.— Band 15: Hrieosfahrten In Belgien und Bordtrankrelch. Von Dr. Koelter und 6. Hoske, IN. d. R.— Band 16: Kriegsberichte aus Ostpreußen und Rußland. Von ai.Düwcll, Kriegsberichterstatter im Hauptquartier des Oltens.— Band 17 und 18: Herzen Im Kriege, Schilderungen und Geschichten. Eine fluslcfc von Dr. Franz Diederich— Band 19: Bis Zwilchen decktteward nach Südamerika, Erzählung Beinrieb neuenhagen. Jeder gut gebundene Band 1,90 Mark j MMcM.»AllWek«Iis MlMWet! in reicher RuswM in allen Preislagen. Mriiigö� (faltoKlungsscKdiflile der öde MÄSiK Geologische Profile und Erklärungen geologischer Fachausdrücke. 1 Mk. Aanf frfiolßpltfiirfif öV-Husgang des Mittelalters. Leitfaden für Lehrende i'?Ul|U)B(y tlöjlujlvund Lernendevon F.Mehring. Gebunden 2,50 ITik. «■■■■■■■■■■aBBaaaBBBBBBaBBBBnaBaB«aBBaaaaBaaaaaaauaBaBBBBaaaaaaBaBaBaaaaa«BaaaBBBa : llnfnrm Urcnitflliic Berliner politische Satire, Revolutionsgeist und; dlinitUU OlvnRyluä mcnlchlicne Komödie von Adolf Glaßbrenncr.; : Ausgewählt und eingeleitet von Dr. Fr Diederich. Mit 1 17 Bildern von: ■ Cheodor ßofemann, Hdolf Scbroedter, Wilhelm Scholz, C. Reinhardt,: ! Guttav Reil und anderen. Preis nur 3 Mark, gut gebunden 4 Mark.■ ■BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB roßes 2stS BBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBi BetSraffid-SroMdWJiegöeaidnmoSaSÄ Bildern undDokumenten ausgestattet VonBug.Schulz.gegenwärtigKriegs- berichterstattcri.ö(terreichi(ch-ungaritcbenRauptprefsequartier.6eb.3nik. von Klara Müller-Iahnke. Inhalt: Mit roten Kreisen.— . Rite Lieder.— Sturmlieder vom Meer.— Wach auf!— So- ziale Lieder.— fln sonnigen Borden.— Wintersaat.— flusklang.— Reick illustriert von Oskar Jahnke. Preis gebunden 3,50 Mark. firinnclnnf Kampfgedickte 19Ist-1916. Von Franz Diederid». HUtUSfUUl Preis gebunden 2,— Mk., brolck. 1,50 ITik. ftio Zcirnnnoifiaf Sturmickreie aus hundert fahren. V. Dr. F- Diederick. lllc t1NLt.lllirivl!» Das Chema dieses Buches ilt der Kampf gegen den Zarismus, der Rußland blutig knechtet Cs ift ein Kampfbuck voll Uner- bittlickkeitflus dem Sturm des gegenwärt. Kriegs entstanden. Preis 60 Pf. AonHrilolRriföo Geschickten von S t. G r o ß m a n n. Eine guteSammlung Ijl-ljilUjvUIlUDv liefempfundener Erzählungen derpreuden und Leiden des täglichen Lebens. Preis broschiert 2 Mark, gut gebunden 2,80 Mark. VN»eMIs!«MdMZ�Mr?.»N. bildung. im Cext u.l 7CafeIn.fleußcrft lehrreich u. anregend. Preisl ,50Mk. iMMWUeMÄ« Buc�bandiuna Vorwärts paul 8ingcr 6. m. b.R� ßertiti, Linden Flraße 3 mm von Unten Huf PÄ Äe»'S igst austeilt und alle beste Kraft und die höchsten Opfer Eine Reife nach Island männer-Infeln. sozialen Dichtungen. Gesammelt und gestaltet von Dr. Franz Diederich. niit26 Bildern. In einem Leinenband 51Tik., in zwei gut gebundenen Bänden 6 Mk.— Vorn drängenden Leben derZeit will diefesBuck der Dichtung zeugen, vom Leben, das von unten auf treibtund keimt vom )P vom einzelnen zum Segen des Ganzen fordert Tlf«nlsrAAb Briefe aus der Reide an meine UlvuvrOvn jungen Freunde. Von 7. Brand. In diesem vortrefflichen Buck bietet Freund Brand zwölf Briefe, die er den Kindern in zwölf Monaten des Jahres aus feinem Ulenbrook schreibt Durch jeden einzelnen dieler Briefe lernen die Leser ein besonderes Kapitel der Natur kennen. Gebunden, mit Buchschmuck versehen, Preis nur 1,50 Mark. und den Weit- Reifebriefe und Cagebuckblätter von£. Sonnemann(Jürgen Brand). Mit vielen Illustrationen.— Preis gebunden 2,50 Mark. Der durch lein„Ulenbrook" schon bekannte Verfasser weiß, daß Kinder sehr gern solche Reilebe- fckreibungen lesen, darum tckrieb er diefeReifebriefe. rinfon TlloXA Von C.Grottewitz, heraus- ilillvr IvdlU gegeben von W.Böltcke. Mit zahlr.flbbild. Dieses Buch hat bei den bedeutendsten Pädagogen wie in der Preise begeisterte Aufnahme gefunden. Broich. 2,50 Ulk., in Leinenband 3 Ulk. Sonntage eines Großstädters In Aah Tirtiun Von C.Grottewitz. Vorwort 19) USr liaiur von Wilhelm BöIIche. Mit Buchschmuck und einem Porträt des Verfassers. Das kleine Werkchen fand allseitige Anerkennung und hat sich viele Freunde erworben. Geb. 1 Ulk. Kreuz n.quer«iirdt den Balkan Reilebelckreibung von L. Leiten. In diesem Buche werden Land und Leute derBalkanhalbinfel fesselnd geschildert Illustriert von J. Schur. Geb.1,50Mk. Mildem Cornifter SSSÄ eines Infanteristen a«s dem Jahre 1870.VonRückert Gebunden 1,50 Mark. fSE tirttfites GelegenJieUs-Kaurhaa» UIcscf Art fllr Herren- and Dainen-Gnrderobe, Pelz- u. Schmucksachen. Tagt Verkauf von Kavaliere« wenig jretragener sowie im Veraatz gewesener Jackett-, Kock- Ansilee, Paletota, Ulster, teils auf teide, enorm billig. Großes Lager in neuer HaB�arderobe, aus feinsten Stoßen in erstklassiger Verarbeitung- Große Auswahl in Damen-Kostttmen, Ulstern, Plttsch- u. Astrachan-Hanteln bis zur feinsten Ausführung.(jSelcgenheltskiiafe in Pelskrajcen, Pelerinen, Skunks, Härder, Xer«. Alaska, Ulan- und WelSfuchs n. a., in modernstar Ausführung, statt 40—250 U. letat JSO— 185 H. Große Auswahl in HeiTeu-CJehpelsen, Damen-, Reise-, Wagen-Pelren. Kxtra-Angebot in Lombard gewesener Tcppiche, tdardinen. Portleren, Ketten, Wasche, Uhren, Ringe, Brillanten zu enorm billigen Preisen.„Vorwartsa-Leser erhalten 100/0 extra. SBerontoDfül�er NÄMru« Hermann 2Wßet, lempelföf. �ür btn �nferatenteü treranfltM Ä r u cSi. W?az; 5 o ßv$r5J55�rir$e r ei unb Scrtagsan�aTl fPmd Singer � Co., Serfin