Ar. S43. 33. Jahrg. i>donnemtnt5-St uommcn. In dem gesamten Gebiet nördlich von Monastir hielt der Schnee die Operationen an. Der Artilleriekampf geht auf beiden Seiten heftig weiter. Ein feindliche» Flugzeug wurde an der Strumafront abgeschossen. Unsere Flieger bewarfen feindliche Lager in der Gegend von Dojran und im Wardartal. Der englische Bericht vom II. Dezember meldet von der Siebenbürgischen Front: In der Gegend des Dorfes Valeputua und im T r o t u s t a l leistet der Feind heftigen Widerstand. Er er- widerte unsere Offensive mit heftigem Feuer und durch Gegenangriffe, jedoch ohne Erfolg. In den Bergnn ist auf der ganzen Front tiefer Schnee gefallen, der in Verbindung mit starkem Frost die Operationen und Bewegungen der Truppen in hohem Maß behindert.— Vom 12. De- zember wird gemeldet: In den Waldkarpathen unternahm der Feind eine Offensive ungefähr fünf Werst südlich von Chibeni und in her Gegend des Kapul! beide wurden durch unser Feuer angehalten. In der Gegend östlich von Belbor wurde der Feind bei seinem Angriff zurückgeworfen; unsere Abteilungen verfolgten ihn und bemächtigten sich zweier Höben. Im S u l t a t a l wurden Angriffe deS Feindes zurückgeworfen. Sechs Werst nordöstlich Glashütte südlich des Ussa- flusieS bemächtigten wir uns einer Höhe.— Rumänische Front. Der Feind unternahm am 10. Dezember ergebnislose Angriffe im Buzeutal nördlich von NiSlau, gegen den Krikow« fluß und westlich von M i z i l. In der Dobrudscha Feuergefecht. * Ein französisches Urteil über den rumänischen Rückzug. Wien, 12. Dezember.(W. T. B.) General Berthaut schreibt im.Petit Journal", der rumänische Rückzug ist kein strategischer Rückzug mehr, sondern ein aufgezwungener, unter Gesichtspunkten', die man besser nicht anwenden solle. Die Er- Wartungen auf die russische Manövrieraimee hätten sich nicht er- füllt, und heute sei es klar, daß sie nicht mehr eintreffen werde. Rumänien könne also nunmehr als erledigt betrachtet werden. Ein neuer Feldzug in Rumänien sei zwar möglich, aber unterdessen würden sich die Deutschen ebenso befestigt haben, wie auf allen anderen Fronten. Nachdem aber die rumänische Frage zur Zu« friedenheil der Mittelmächte geregelt sei, müsse man der griechischen Frage die ernsteste Aufmerksamkeit schenken. « iTas Bangen der Entente um Bukarest. Ein Eingesandt des„Avanti" stellt italienische Zeitungsüberschriften zur rumänische'., Kriegslage vom Vorabend des Tages, an dem Bukarest fiel, zusammen. Während die Ueberschrift im.Avanti" von der Zensur gestrichen wurde, durste.Giornale d'Jlalia" drucken: .Bukarest wird nicht aufgegeben werden. Die Russen bei der Ver- teidigung im Herzen Rumäniens." Und.Tribuna":.Die Schlacht um Bukarest entwickelt sich zugunsten der Russo- Rumänen." .Messaggero":.Falkenbayn» Vormarsch durch die russo-rumänische Gegenoffensive angehalten.".Jdea Nazionale":»FalkenhaynS Mar'ch angehalten"»Corriere della Sera":.Der russo- rumänisch- Gegenstoß'südlich von Bukarest.".Secolo": .Forldauer der erbitterten Schlacht südlich und westlich Bukarests".Lavero":„Die Rumänen nahmen südlich von Bukarest dem Feinde sünfundzwanzig Kanonen.".Secolo XIX":.Die große russo-runiäniiche Gegenoffensive. Die Bulgaren-Teuiichen im Rück- zug.".Giornale del Mallino":.Der Kampf um Bukarest steht günstig für die Rumänen. Die bulgaro-deutsche Niederlage südlich der Siadt.".Gazzetta del Popolo":.Im Sektor Bukarest zwingt der russo-rumänische Gegenstoß die Bulgaro-Deutschen zum Rückzug." „Roma":.Mackensen läuft Gefahr umzingelt zu werden." Die italienischen Enlenlisten klammerten sich an Strohhalme, aber sie mußten doch mit dem Kopf unter die bittere Flut. Die Deute in Rumänien. Ueber die bis zum 10. Dezember eingebrachte Beute werden, wie dem.Tag" aus dem Kriegspressequartier mitgeteilt wird, an, maßgebender Stelle folgende Angaben gemocht: An rumänischen � Gefangenen waren bis zu diesem Tage 145 000 Manu, dar- unter mehr al» 1600 Offiziere, gezählt. Bon den 800 F e l d«- g e s ch ü tz e n, die Rumänien nach gegnerischen Berichten bei Kriegsausbruch besaß, sind 422 in der Hand der Verbündeten ge« blieben; von den 60 schweren Feldgeschützen 24 Stück; außerdem besaßen die Rumänen etwa 500 Maschinen- gewehre, von denen ihnen bis zum genannten Tage 364 ver- loren gegangen waren. Von ihren bei Kriegsbeginn vorhandenen 400 000 Gewehren sind mit den Gefangenen und bei der Auf räumung der Schlachtfelder 200 000 erbeutet worden. Die Beutel ziffern von Bukarest, wo sich das Arsenal, die Feuerwerkerei und die einzige moderne Pulverfabrik Rumäniens befand, find in den genannten nicht inbegriffen. Hinzuzufügen wäre noch, daß sich am 10. De zember von den insgesamt 137 902 Quadratkilometern rumänischen Bodens 64 000, von den 3037 Kilometern rumänischer Bahnen rund 2000 in der Hand der Verbündeten befanden. Von 700 Lokomotiven waren 137, von 18 000 Waggons 4000 erbeutet. Von einer systematischen Vernichtung der Getreidevorräte im Lande kann nicht die Rede sein, weil das Korn von den Bauern wohl eingebracht, aber nicht mehr gedroschen werden konnte und deshalb noch im ganzen Lande in den Gehöften verstreut ist. Verwüstet wurde verhältnismäßig wenig; sogar die großen Magazine, in denen daS von England aufgekaufte Getreide der vorjährigen Ernte lagert, wurden zum großen Teil unversehrt angetroffen. * Die rumänischen Erdölfelder. In der.TimcS" vom 5. d. M., also vor dem Fall von Bukarest und Plojeschti, beschäftigt sich ein Berichterstatter mit dem Wert und der Bedeutung der rumänischen Oelfelder, die inzwischen in deutschen Besitz gefallen sind. Der Engländer schreibt: „Wie bedeutungsvoll der Besitz dieses Gebietes für die Deutschen sein würde, wird einleuchtend durch einige Zahlen über die Oelernte deS letzten Jahres. Man über- treibt nicht, wenn man sagt, daß der Fall von Bukarest, obwohl der Fall der Hauptstadt für jedes Land eine moralische Niederlage ist, weniger ernste Folgen für die Sache der Alliierten haben würde als die Eroberung des Erdölquellen gebietes... Wenn Deutschland sich in den Besitz des rumänischen Erdöls setzen könnte— der Eng- länder gibt den Bestand an sofort verwendbaren Erdölen auf etwa eine Million Tonnen an—, so würde das für Deulschland von größerer Bedeutung sein als die Kornspeicher, denn Deutschland ist in der Praxis von Rumänien während der KriegSdaucr abhängig gewesen für seinen Erdölbezug.' Der Berichterstatter der.Times' im rumänischen Hauptquartier meldet, nach einem Amsterdamer Telegramm der„Köln. Ztg.", unterm S., es seien Matznahmen getroffen, um zu verhindern, daß die rumänischen Oelfelder dem Feinde in die Hände fielen. Alle Quellen, Reinigungsanlagen, Behälter und sonstige Einrichtungen im Prabowatal seien so weit zerstört, daß die Oelgewinnung in diesem Räume unmöglich werde. Die großen Benzinlager seien verbrannt. In M o r e n i sei die Zerstörung der großen Oelfelder so vollständig, daß der Feind aus den dortigen Vorräten die schweren Oele nicht gewinnen könne, die er brauche und die das nur leichte Oele liefernde Galizien ihnen nicht bieten könne. Die„Köln. Ztg." bemerkt dazu, derartige technische Behauptungen über Oelfelder, die den Schmerz über die Niederlage in Rumänien erklärlich mache, hätten sich immer als falsch erwiesen. Der Seekrieg. flranzöstscher Transportdampfer versenkt. Berlin, 12. Dezember.(W. T. B.) Eines unserer Unterseeboote versenkte am 4. Dezember in der Nähe von Malta den in Diensten der französischen Marine fahrenden Transport- dampfe»„AlgZric"<4935 Tonnens auf der Rückreise von Saloniki nach Frankreich. Bon den an Bord befindlichen Militär- Personen wurden ein Offizier und sechs Mann gefangen genommen. Im nördlichen Eismeer. Petersburg, 12. Dezember. tW. T. B.) Die Admiralität dementiert in bestimmter Form die Meldungen deutscher und holländischer Blätter, daß im Laufe der letzten Wochen von deutschen Unterseebooten>m nördlichen Eismeer sechzehn mit Kriegsmunilion nach Rußland fahrende Dampfer versenkt worden seien. In diesem ganzen Zeitraum sei im genannten Meere kein für Rußland be- stimmter Dampfer weder durch Unterseeboote oder auf andere Weise versenkt worden. * Zurückgelassene Post. Amsterdam, 13. Dezember.(W. T. B.) Die Dampfer„Ka ng ea n" und„N i a 8" haben auf der Reise von Amsterdam nach Batavia ihre Post in England zurücklassen müssen, ebenso die Dampferr„W i l i s" und„B e s o e k i" von Batavia nach Rotterdam und.O r a n i e" von Batavia nach Amsterdam. l Versenkt. Das Barkschiff„Gerda" aus AmchuS, von Göde- ' borg nach England mit einer Ladung PropS, ist am Sonntag abend von einem deutschen U-Boot in Brand gesetzt worden. Die Besatzung wurde von einem Dampfer aufgenommen. Der niederländische Dampfer„Zaanland" meldet, daß er am 4. Dezember in 51 Grad 4 Minuten nördlicher Breite und 9 Grad westlicher Länge zwei Schiffsboode mit 21 Mann der Besatzung des norwegischen Dampfers„N e r v i o n" aus Kristiania angetroffen hat, der von einem deutschen U-Boot versenkt worden war.(Besatzung aus- genommen und nach einigen Tagen einem englischen Fischdampfer übergeben.)„Petit Parisien" meldet aus Brest: Der Dreimaster „Marguerite Dolfus" und die Goelette„Mario- lai ne" sind versenkt worden.(Besatzunggerettet.)„Matin" meldet: Der griechische Dampfer„Grigorius Anghelatos" wurde versenkt. Ter englisch« Dampfer„St. Athelvyn" ist auf eine Mine gelaufen und untergegangen.(Mannschaft gerettet.) Drei Mann der Besatzung des englischen Dampfers„Br i- tannia", dessen Versenkung bereits gemeldet wurde, wurden ge- tötet. Der dänische Dampfer„Rollo", mit Kohlen von England nach Oran unterwegs, ist im Kanal von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden.(Besatzung, 25 Mann, gerettet und in Frankreich gelandet.) Lloyds meldet, der schwedische Schoner „Harr Y" wurde von einem Unterseeboot angegnffen. Man glaubt, daß er durch Feuer zerstört wurde.(Besatzung gelandet.) Ein bisher als gesunken gemeldeter belgischer Dampfer wurde voll Wasser nach Falmouth eingeschleppt. Er war von einem Unterseeboot beschädigt worden. Versenkt wurden ferner der d ä n i s ch e Dampfer„Inge r", der norwegische Dampfer „Agder", die französische Goelette„Pri movere", der englische Dampfer„H a v e st a n". Kleine Kriegsnachrlchten. Der Neue Waterweg. Haag, 13. Dezember.(W. T. B.) Die Zweite Kammer hat heute die Gesetzesvorlage zur Verbesserung des Schiffahrtskanals von Rotterdam nach'der See, den sogenannten Nieuwe Waterweg, angenommen. Die Pittsburger Explosion. Nach Londoner Meldungen aus Pittsburg haben die Behörden dort eine Person verhastet, welche verdächtigt wird, ihre Hand bei der Explosion im Spiele zu haben. welche sich am Sonnabendabend in der Etnafabrik chemischer Pro- dukte in Fortpitt ereignete und den Tod dreier Menschen zur Folge hatte. Die Polizei fahndet auf drei bestimmte� Personen. Zu der Explosionskatastrophe wird noch gemeldet, daß eine Minute vor der- selben plötzlich alle Lampen in der Fabrik erlöschten. Die? sei wahr- scheinlich das Signal gewesen, damit die Verschwörer rechtzeitig und unbemerkt aus der Fabrik entfliehen konnten. Englische Adclsverlustliste. Nach dem eben erschienenen eng- tischen Adelskalender„Dod's Peerage" sind 12 694 Mitglieder des Hochadels gefallen. Die Rückkehr in die Heimat ist den derzeit internierten m o n- tenegrinischen Geistlichen gestattet worden, weil die an- läßlich des Todes Franz Josefs in Montenegro geäußerten Zeichen der Anteilnahme„auch dem veredelnden Einfluß der montenegri- nischen und griechisch-katholischen Geistlichkeit zuzuschreiben" seien. Odessa ist nach einer von der ,.B. Z" übermittelten Meldung der„Nowoje Wremja" als Kriegsgefahrenzone erklärt worden. Kohlenmangel n»d Jndustrie-Stillstand in Australien.„Mor- mng Post" vom 5. Dezember berichtet telegvaphisch aus Melbourne: Die beschränkten Kohlenvorräte gestatten der australischen Re- gierung nicht, den Fabrikanten künftig Kohlen und Betriebskraft freizugeben. Man fürchtet, daß vor Ende Januar die Räder der Industrie sich nicht wieder drehen werden. Tie Auffrischung der englischen Admiralität. Admiral Sir Cecil Burney wurde zum zweiten Seelord ernannt. Die Lage der Kriegsgefangenen. Der„Morning Post" wird aus Stockholm gemeldet: Unter Leitung des Prinzen Karl werde am Donnerstag eine Versammlung von Vertretern der Roten Kreuz- Organisationen Rußlands, Oesterreich-Ungarns und vielleicht auch Deutschlands stattfinden zwecks Besprechung der Bessern n gsmöglichkeiten in der Behandlung von kranken und verwundeten Gefangenen in denjenigen Ländern, wo sich internierte Gefangene befinden. Letzte Nachrichten. Scheiöemann über üas Zrieüensangebot. Chemnitz, 13. Dezember.(Eigene Meldung). In einer von Tausenden besuchten Versammlung sprach hier Genosse Scheide- mann über das Friedensangebot der Mittelmächte. Er sagte, dieses Friedensangebot erfülle uns mit Stolz und Freude: mit Freude, weil nun der erste wirkliche Schritt zu Friedenvverhand- lungen von deutscher Seite getan sei, aber auch mit Stolz, weil der Einfluß der deutschen Arbeiterklasse, der Sozialdemokratie, an diesem Ergebnis mitgewirkt habe. Scheidemann richtet einen dringenden Appell an die Sozialisten der anderen Länder, sie mögen mit den deutschen Arbeitern gemeinsam arbeiten, um den Krieg zum Abschluß zu bringen. Wir erwarten nicht, daß sich die Arbeiter anderer Länder zu ihrem Volke anders stellen als wir zu dem unfern und halten sie für berechtigt, die Vorschläge der Mittel- mächte abzulehnen, falls sie etwas enthielten, was mit der Ehre und der Zukunft ihres Volkes unvereinbar wäre. Würden aber die feindlichen Regierungen selbst die Prüfung der Vorschläge, den Eintritt in Verhandlungen ablehnen, dann würden sie sich mit einer Blutschuld beladen, wie sie vor der Weltgeschichte noch niemand getragen hat. Wer sein Vaterland liebt, muß alles daran setzen, um ihm den Frieden wieder zu geben. Wer- den Verhandlungen eingeleitet, so hat jeder Staat die Pflicht, seine Interessen auf ihnen wahrzunehmen und da? Recht, einen ehrlosen und unwürdigen Frieden abzulehnen. Dem Staat aber, an dessen Eigensinn und Machthunger die Verhandlungen scheiterten, würde die Verantwortung für alles Kommende zufallen. Bringt uns die nächste Zeit durch die EinsichtSlosigkeit verblendeter Gegner eine Enttäuschung, dann werden wir zur Verteidigung unseres Volkes gegen einen Feind, der unsere Vernichtung will, in fester Entschlossenheit zusammenstehen bis auf den letzten Mann.— Die Rede fand stürmischen einmütigen Beifall. Troclstra zum Friede». Haag, 13. Dezember. Bei der Behandlung deS Gesehentwurfs über das längere Jndiensthalten der Miliz in der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer hat der Führer der sozialdemokratischen Partei Troelstra dem Friedensangebot einige Worte gewidmet und es als Lichtpunkt in der Finsternis begrüßt. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Entente auf dieses Angebot eingehen werde und daß die verschiedenen Parteien einen entsprechenden Einfluß auf ihre Regierungen nehmen würden. Er glaubte, versichern zu können, daß Friedensverhandlungen die Zustimmung aller Sozialdemokraten finden würden. Er sprach ferner die Erwartung aus, daß die niederländische Regierung, so- bald die Umstände dies erlauben würden, den militärischen Druck erleichtern würde. Der KriegSminister antwortete,«r könne mitteilen, daß die Regierung mjt außerordentlichem Interesse von dem gestrigen Ereignis im Reichstage Kenntnis genommen habe, und daß sie mit größter Aufmerksamkeit und Spannung die Ereig- nisse verfolge. Di« Regierung habe stets die Möglichkeit erwogen, ob sie den Druck der Mobilisierung noch mehr vermindern könne, als e« bereits geschehen sei, und werde da» auch in Zukunft tun. Gewerksihastliches. Internationale gewerkschaftliche Solidarität. Die amerikanische Organisation der Maler und Dekorateure ist dem internationalen Sekretariat der Gewerkschasten des Maler- gewcrbeS noch nicht angeschlossen. Trotzdem besteht zwischen beiden Korporationen ein überaus kollegialer Verkehr, worüber in den letzten beiden Berichten des erwähnten Sekretariats näheres Material beigebracht worden ist. Die im amerikanischen Malerverband organisierten deutschen Maler, besonders die New Jorks, haben darüber hinaus ihren Kollegen Europas gegenüber, soweit diese unter den Folgen des Krieges unmittelbar leiden, schon mehrfach treffliche Solidaritätsbeweise dargebracht. Sie übermittelten für die durch den Kriegsdienst ihrer Ernährer heimgesuchten Familien der Mitglieder des deutschen, österreichischen und ungarischen Verbandes bereits im Jahre tSU 1712,91 M. und 1915 449,21 M. Vor kurzem gingen nun wieder dem Internationalen Sekretariat zu dem gleichen Zwecke 2900 M. zu. die von diesem den in Betracht kommenden Verbänden überwiesen worden sind. Hierbei ist zu beachten, dag die Lohnverhältnisse der Maler, be- sonders in New Jork, schon seit längerer Zeit keineswegs günstig sind, und dah in den letzten Monaten der gegenseitige Gedanken- auStausch wegen der englischen Postzensur sehr erschwert wurde. lkriegswirkungen im Buchdruckerverband. Mit Sbschlusi deS dritten Quartals hätte der Buchdrucker- verband, wenn der Krieg nicht gekommen wäre über 75 000 Mitglieder gezählt. Den Kriegerfamilien ist nach Möglichkeit durch den Verband materiell geholfen worden. Den Hinter- bliebenen wurde durch die Gaukasien unter Zuschüssen aus der Verbandskasse ein freiwilliges Sterbegeld im verringerten Umfange gezahsi. Trotzdem hat der Verband für diesen Zweck bis zum 30. September 1916 im ganzen etwas über I'/i Millionen Mark verausgabt. Der Verband hat in allen Unterstützungszweigen und aus sämtlichen Kassen seit Kriegsausbruch bis zum 3. Ouarial über 8 Millionen Mark verausgabt. Diese Untersiiitzungssumme erfuhr im 3. Quartal allein eine Zunahme von 592 019 M. Wenn die Arbeitslosigkeit im Gewerbe nicht von beispielloser Geringfügigkeit wäre, würde der Verband schon die zehnte Kriegsmillion ausgezahlt haben. Der Krankenstand hält sich fast gleich hoch. Die schlechten Ernährungs- Verhältnisse, unter denen die fast durchweg als Leichtarbeiter an- gesehenen Buchdrucker schwer zu leiden baben, ziehen die Verbands- lassen stark in Mitleidenschaft. Die Abkehr vom Berufe und der Uebertritt zu anderen Berufen ist wahrscheinlich im weienllichen auf die vcrpahte Teuerungszulagenpolitik der Prinzipalsorganisationen zurückzuführen. Das Nachtbackverbot in Bäckereien und Konditoreien bat nun doch Aussicht, auch für die Friedenszeit bestehen zu bleiben. Der Verband der Bäcker und der Gewerkverein der Bäcker halten bekanntlich eine Eingabe an die Regierungsbehörden gerichtet, in der gefordert wurde, die Arbeit in Bäckereien und Konditoreien in der Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens zu verbieten', ferner ArbeitSruhe von Sonnabend abend 10 Uhr bis Montag früh 6 Uhr zu bestimmen und eine tägliche Arbeitszeit von höchstens 10 Stunden festzusetzen. Ein Regierungsvertreter hat in der Petitionskommission ausgeführt, dasi schon vor Eingang der Petition die beteiligten Stellen erwogen haben, ob es nicht möglich und erwünscht sei, die Nachtarbeit in Bäckereien dauernd zu untersagen.' Und da nicht nur die Ar- beiter, sondern auch nach einer Rundfrage die überwiegende Mehrzahl der Unternehmer anerkannt haben, daß die Beseitigung der Nachtarbeit im Interesse der Gesundheit und des Familienlebens der Bäcker erwünscht und durchführbar sei, so ist in Aussicht ge nommen, einen entsprechenden Gesetzentwurf auszuarbeiten und vor- zulegen. Die Antwort des Regierungsvertreters stellt also ziemlich bestimmt in Aussicht, dag ein Gesetz über das dauernde Nachtback verbot schon jetzt ausgearbeitet wird.— Die Organisation der Bäcker hofft, dag der Entwurf zu einem solchen Gesetz bald zur endgültigen Beratung und Beschlusifassung vor die gesetzgebenden Körperschaften kommt, um baldige Klarheit zu erhalten und den Uebcrgang von der Kriegs- in die Friedenswirtschaft vorzubereiten. Erhöhte Teuerungszulagen für die Berliner Buch- druckcrcihilfsarbciter und-Arbeiterinnen. Zwischen Vertretern des Vereins Berliner Buchdruckereibesitzer, Vertretern der drei großen Zeltungsbetriebe und Vertretern des Verbandes der Hilfsarbeiter baben Verhandlungen über die Er- höhung der bisher den Hilfsarbeitern gezahlten Teuerungszulagen stallgefunden. Die Uniernehmervemeter haben in diesen Ver- Handlungen eine allgemeine 75 prozentige Erhöhung der bisher zur Zahlung empfohlenen Teuerungszulagen zugestanden. Hieraus ergibt sich, daß verheirateten Hilfsarbeitern, die nach dem 1. Jan. 1915 in den Beirieb eingetreten sind, zum Minimum eine Tcuerungszulage von 15,75 M. monatlich, denen, die bis zu 2 M. über das Minimum erhalten. 12,25 M. und denen, die mehr als 2 M. über das Mini- mum. 10,50 M. monatlich gewährt werden. Ledige Hilfsarbeiter erhalten dementsprechend 10,50 M.. 7 M. und 5,25 M. Zulage. Den Arbeiterinnen wird ohne Unterschied 10,50 M. gezahlt. Dazu kommt für jedes Kind unter 14 Jahren ein monatlicher Zuschlag von 2 M. Die Teuerungszulagen werden vom 1. Oktober 1916 ab am letzten Lohnzahlungstage eines jeden Monats gezahlt. Bedingung für die Zahlung von Teuerungszulagen ist eine mindestens einwöchige Be- schästigung im Betriebe. Bei einer Tätigkeit von mehr als>3 Tagen wird die Zulage für die volle Woche gezahlt. Für das vor dem 1. Januar 1915 bei derselben Druckerei tälige Hilfspersonal wird eine höhere Teuerungszulage gezahlt und zwar für männliche HiUs- arbeiter zum Minimum 17,50 M., bis 2 M. über das Minimum 13,50 M. und bei mehr als 2 M. über das Minimum 13 M.; für ledige Hilfsarbeiter wird dementsprechend 12,50, 10 und 8 M,, für Arbeiterinnen 13,50 M. gezahlt. Kinderzulage wird auch hier für jedes Kind unter 14 Jahren 2 M. gewährt. Für die Firmen Rudolf Mosse, August Scherl und Ullstein u. Co. wurde besonders ver- einbart, daß denjenigen Hilfsarbeitern, die seit 1. Januar 1915 in einem und demselben dieser drei Betriebe tätig sind, höhere Sätze bewilligt werden sollen. Diese Sätze wurden zahlenmäßig festgelegt. Gerichtszeitung. Magistrat und Höchstpreis. Daß ein Magistrat bei der Abgabe von Lebensmitteln an Händler einen höheren Preis nimmt, als er selber als Höchstpreis für den Verkauf an den Verbraucher festgesetzt hat, erscheint un- glaublich, ist aber in Lichtenberg bei Berlin geschehen. Die Händlerin Reimann konnte sich aus die Tatsache berufen, als sie wegen Ueberschreilung des Höchstpreises für Kalbfleisch, den der Lichtenberger Magistrat durch Verordnung festgesetzt hatte, angeklagt worden war. Die Verordnung setzte den Höchstpreis für Kalbfleisch auf 1,80 M. pro Pfund fest, der Magistrat von Lichtenberg nahm bei der Lieferung an die Angeklagte 2,10 M. pro Pfund und die Angeklagte hatte bei einem Verkauf einen Pfundpreis von 2,50 M. zugrunde gelegt. Das Landgericht I verurteilte Frau R. zu einer Geldstrafe von 150 M. Eine Höchslpreisfestsetzung, die öffentliches Recht fei, hätte durch eine Ueberhebung des Höchstpreises durch den Magistrat nicht ohne weiteres außer Kraft treten können. Das hätte sich die An- geklagte sagen müssen. Im Zweifelfalle also mußte sie sich erkun- digen. Ihr falle grobe Fahrlässigkeit zur Last. DaS Kammergericht als Revisionsinstanz hob da? Urteil auf und verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Ent- scheidung an das Landgericht zurück. Begründend wurde auSge- führt: Unter den obwaltenden Umständen hätte vom Landgericht geprüft werden müsien, ob die Angeklagte mit Rücksicht auf das Ver- halten des Magistrats im vorliegenden Falle nicht annehmen konnte, sie brauche sich an den Höchstpreis nicht halten, den selbst der Magistrat nicht beachtet habe. Eine„Hellseherin", die aus den Karten die Zukunft weissagt, erfreut sich in Potsdam einer zahlreichen Kundschaft, namentlich auch unter den Damen der reichen und vornehmen Kreiie. Oer Zu- spruch war oft so lebhaft, daß sich die Leute vor der Tür der Frau Bandelow— so heißt die 75 jährige Pythia— förmlich drängten und man glauben konnte, es sei hier etwas Nahrhaftes zu haben. Es wurden aber nur Orakelsprüche verhökert, die allerdings von allererster Qualität waren, denn sie sollen stets unfehlbar ein- getroffen sein. Ob Frau Bandelow einer adeligen Dame den Heldentod eines Bruders prophezeite oder bei Raub- morden den Täter kenntlich machte oder dem erwischten Verbrecher die ihm drohende Strafe verkündete oder bei bevorstehenden Geburten hoher Herrschaften voraussagte, ob es ein Knabe oder ein Mädchen sein werde, oder besorgten Kriegerfrauen über das Schicksal ihrer Männer Aufschluß gab— die treffliche Sybille irrte sich nie I Dies versicherten wenigstens die drei Frauen, die, als die Sacke zum Klappen gekommen und die Hell- ieherin angeklagt worden war, als Zeuginnen vor dem Potsdamer Schöffengericht vernommen wurden. Nur eine Kundin erklärie sich für unbefriedigt, aber— wie uns scheint— nicht ganz mit Recht. Denn ihr war prophezeit worden, sie werde einen großen Aerger haben, und den hatte sie nun— mit der Prophetin selber. Während der Verhandlung freilich versagte die Kunst der Frau Bandelow. Denn als der Vorsitzende sie fragte, wie das Verfahren enden weide, vermochte sie nickt die 50 M. Strafe vorauszusagen, zu denen sie schließlich verurteilt wurde._ Wegen NahrungsmittelvcrgehenS war der Schlächtermeister Ernst Müller, Greifswalder Straße 11, seinerzeit vom Schöffengericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Berufungskammer des Landgerichts ist jetzt zu dem Schluß gekommen, daß dem Angeklagten nur eine Fahrlässigkeit zur Last falle, und hat die Strafe daher auf 500 M. Geldstrafe herabgesetzt. Dem Wasscrleitungshahn, nicht dem dazu von der Natur bestimmten Kuheuter, hat die Molkereibesitzerin Selma Gün- ther, Weidenweg 15, die von ihr verkaufte.Milch" zum größten Teil abgewonnen. Ihr Ehemann hatte seine Ware bereits mit 50 bis 70 Proz. Wasser.gestreckt". Nachdem er ins Feld gezogen war, erhöhte die Gattin das Quantum auf 75 Proz. Das Schöffengericht verurteilte sie dafür zu 6 Monaten Gefängnis und 1500 M. Geldstrafe. Eingegangene Druckschriften. Von Dr. W. Stapel. Geb. 3,50 M. i. D. 23. Avcnarius-Buch. Callwcy. München. Kriegstagebuch einer Mädchenschule. Don I. Loewenberg. Geschichte» aus der Plckbalge. Von W. Scharrelmann.(Feld- bücher-Ansgaben). Geb. IM.— Die Heimsuchung der Enkel. Roman von F. K ü n z e l ma n n. 3,50 M.— Der arme Buchbinder. Roman von H. Horn. 3 M.— Rotes Flamendlut. Roman von V i e r r e BroodcoorenS. 4 M. E. Fleilchel u. Co., Berlin, Linkstr. 16. Mutter! Bon H. v. K a h l e n b e r g. 3 M. Rascher u. Cie., Zürich und Leipzig. Slus Natur und GeifteSwelt. Bd. 615: Martin Luther und die deutsche Reformation. Von Pros V. Köhler.— Bd. 518: Deutsche Feste und BolkSgebräuche. Von Z. E. Fehrl«. Sinzelb. 1.20 M., geb. 1,50 M. B. G. Tcubner, Leipzig. Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland uud Frei- qeld. Von Silvio Ge s e l!. 42'2 S. B. Hermann, Leipzig. A. 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Pfund 1.85 Lebende Aale zu Tagespreisen, M i If i x-Ku n stf leisch 2.20 Sellerie-Knollen........ Pfund 30 Pk. Märkische Rübchen...... Pfund 30 pt. Schwarzwurzeln........ Pfund 55 Pf. Rosenkohl............. Pfund 70 pj Porree............ stock 8 und 10 pf. Zitronen......... Dutzend von 75 Pf. an Sonnt äff von 1 Uhr an geöffnet Verantw. Redakt.: Herrn. Müller, Tempelhof. Inseratenteil verantw.Th. Glocke, Berlin Druck u. Verlag' Vorwärts Buchdr. u.VerlagSanst. Paul Singer ät Co» Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und UnterhaltungSdl. Ht. 343 33. ZadlMg. LeMßk des Lsmiilts" Kcrlim Nildsd!«� die erhöhte �amilienunter- stühung morgen fällig! Im November halte die sozialdemokratische Fraktion des Reich? tag? Anträge auf Erhöhung der Unterstützung der Familien der zum Heeresdienst eingezogenen Mannschaften gestellt: Statt IS M für die Ehefrauen sollten 20 M., statt 7, SO M. für die sonstigen Berechtigten 10 M. pro Monqt gewährt werden. Hatten diese An träge Hoffnungen in den Herzen von Millionen Frauen erweckt, brachte das Ausbleiben einer entsprechenden BundeSratSentschlieffung wieder Unruhe in die gleichen Herzen. Am 8. Dezember erging dann eine entsprechende Entschtieffung de? Bundesrats dahin dag die Reichsunterstützung pro Monat von lö Dt. auf SU M für die Ehefrauen und von 7,5V M. auf 1v M. für die sonstigen Berechtigten zu erhöhen sei. Diese erhöhte Unterstützung sollte für die Monate November bis einschliefflich April 1917 gewährt werden und zwar sollte der nachzuzahlende Betrag mit der zweiten Halb Monatsrate für Dezember zur Auszahlung gebracht werden. Es sollte erreicht werden, daff den Empfängern der Unterstützung zu Weih nachten eine etwas größere Summe zur Verfügung stand. Die Aus Zahlung steht nunmehr bevor. Mit der am IS. und 16. Dezember fällig werdenden Unterstützung werden zum erstenmal die höheren Sätze gewährt werden. Mit der Nachzahlung erhöhen stch die diesmaligen Zahlungen für eine Ehefrau um 10 M., für jedes Kind und sonstigen Berechtigten um d M. Die von den Gemeinden und sonstigen Koinmunalverbändeu gewährte Unterstützung soll nicht auf die Mehrleistung des Reiches angerechnet werden.'ES sollen nicht die Gemeinden entlastet, sondern den Familien eine bc sondere Beihilfe gewährt werden. Wo. wie in den meisten Gemeinden, doch nicht in allen Groß- Berlins, die Gemeindeunterstützung sich auf den Betrag der b i s h eri g en Reichöunterstützung in Höhe von 15 M. stellte. wird sich am 15. oder 16. Dezember die Zahlung für eine Ehefrau auf 40 M., für jedes Kind und sonstigen Berechtigten auf 20 M. stellen. Eine Frau mit vier Kindern wird also 120 M. erhalten, eine Mutter mit fünf Kindern 140 M. usw. Am 2. Januar wird dann der au• den Halbmonot entfallende Betrag mit 2,50 M. bezw. 1,25 M. zur AuL zablung gelangen, und damit die Gesamtzahlung sich für eine Frau auf 17,50 M., für ein Kind auf 8,75 M. stellen. DaS gilt jedoch nur für die Genieinden, die neben der Reichsunterstützung für eine Ehefrau 15 M. und für einen sonstigen Berechtigten 7,50 M. Kommunalunterstiitzung zahlten. War der Betrag dieser Unter stützung ein geringerer, mindern sich dementsprechend auch die oben angegebenen Gesamtsätze. Soweit eine für November oder Dezember bisher gezahlte Unter st ützung aus irgend einem Grunde in Fortfall gekomnren ist, wird natürlich auch der anteilige Betrag der Erhöhung der Unter st ützung nachgezahlt werde ir müssen. Mit Wirkung vom 1. Dezember ab ist nun auch die durch die oben erwähnte Bundesratsverordnung generell für das ganze Reichs gebiet gellende Vorschrift in Kraft getreten, wonach den Familien der aus dem Heeresdienst entlassenen Mannschaften noch eine Halb- nionatSrate der Unterstützung nach dem Tage der Entlassung als außerordentliche Unterstützung zu gewähren ist. Ungleichheit öer Volksernährung Äon Robert Schmidt. Aus den Tcbattcn des prcuhischcn Abgeordnetenhauses zur Ernährungkfrage verdient eine Bemerkung des preuffifchen üandwirtschaftsministers besondere Würdigung. Herr v. Schor- lcmcr verlangt, daß endlich davon Abstand genommen werde, dem Landwirt darüber Vorschriften zu inachen, waS er von feiner Erzcilgung für sich selbst behalten darf. Zu den Vcr brauchenr gewendet erteilt der LandtvirtschaftSminister die schöne Lehre: „Zu einem tveitgch enden OptimiSmuS airf denr Gebiete der Volksernährung ist jetzt nicht die Zeit. Wir werden noch mit weiteren Einschränkungen zu rechnen haben. Das wäre also das Programm: Für den Landwirt keine Einschränkung, für den übrigen Teil der Bevölkerung weitere Einschränkung! Soll damit der bisherigen Politik des Kriegs� ernährungsamtS, die auch dem Landwirt manche Ein schränkung auferlegt hat. eine Ohrfeige versetzt tverden? Over will man Herrn v. Oldenburg etwas nachhelfen, der auf gleichem Gebiet in seinem Brief an den Deutschen Land- Wirtschaftsrat. wenn auch etwaS temperamentvoller, den Vorstoff unternahm? Fast scheint eS so; denn eS ist kein Geheimnis, daff der Durchführung der Verordnungen auf dem Lande vielfach die s ch>v e r st e n Hindernisse entgegengesetzt werden. Das eröffnet uns ja herrliche Aussichten für die kommende Zeit. Wir glaubten bisher, daff öffentlich wohl kaum jemand wagen würde, den Grundsatz aufzustellen, daff nicht alle, das ganze Volk, die Leiden gleichmäffig zu tragen hätten. Gewiff, in der Praxis geschah eS nie. Aber ist es nicht unerhört in einer Zeit, da die städtische Bevölkerung die bitterste Entbehrung leidet, eine solche Unterscheidung rechtfertigen zu lassen? Wie steht cS heute schon mit der Verteilung zwischen Stadt und Land aus? Die Reichsfleischstclle wird für die Zeit vom IL. Oktober 1910 bis 15. Januar 1917 für die Zivilbevölkerung und Militär 869791 Schweine zur Abschlachtung stellen; man rechnet aber in derselben Zeit mit einer HauSschlachtuna von L Millionen Schweinen. Von dem Fletsch wird dem Land- Wirt die Hälfte auf die Flcischkarte angerechnet. Das bcv deutet, daff ein großer Teil der ländlichen Bevölkerung, die Besitzer wohl ohne Ausnahme, für absehbare Zeit einen Fleischkonsum von övy Gram m pro Woche sicher haben gegen besten Falls L50 Gramm der städtischen Bevölke rung, wobei zu berücksichtigen ist, daff in vielen Städten auch jetzt noch 1 50 G r a m m und darunter g e- währt wird. Äcntt es nicht so bitter ernst wäre, könnte man lachen, welche GcwichtSmengc dabei zur Anrechnung auf die Fleischkartcn angegcbcil werden. Wünsche der Kon- fcrvativen im Reichstag gingen dahin, daff von den HauS- jchlachtungen überhaupt nichts auf die F l e i s ch k a r t c angerechnet werden sollte; erst für das ziveite Schwein wollte man zwei Fünftel in Ansatz bringen. In der Stadt schwankt das Quantum Fett zwischen 20 bis 90 Gramm pro Kopf, das der Bevölkerung zugeteilt wird. Auf dem Lande ist die Ration, soweit eine Einteilung vorgesehen ist, in der Regel auf 180 Gramm Natürlich nicht in Jndustriedörfcrn, sondern in rein länd lichen Bezirken. Daneben fehlt es nicht an Vollmilch, au die der größte Teil der städtischen Bevölkerung heute der zichten muh. Für die Herstellung von Graupen ist dem Landwirt aus seiner Gerste ein Quantum freigegeben. Vom Roggen und Weizen nimmt er, ivaS er braucht für seinen Haushalt, wenn nicht die Kontrolle allzuhart ist. Von den Kartoffeln bleibt dem Erzeuger ein größeres Quantum als dem Verbraucher in der Stadt. Gemüse nach dem unsere Hausfrauen jetzt wieder stundenlang herum laufen müssen, um ein Pfund Kohl sür 25 Pf. einzukaufen steht dem Landwirt zu beliebigen! Verbrauch. Reden wir gar nicht von dem E i, das wir alle 14 Tage bekommen, und von der Marmelade und dem Pflaumenmus, die nicht da sind. Möglich, daff man zu Weihnachten eine Uebcv raschung vorbereitet. Die Gegenüberstellung dieser einfachen Tatsachen läßt er kennen, daff Herr v. Schorlemer keine Ahnung hat, wie eS mit unserer Ernährung aussieht. Es wäre den Herren im Land wirtschaftSministerium zu raten, daff sie von Zeit zu Zeit einmal in den Berliner Arbeitervierteln Umschau halten und sich die Aufläufe vor den Geschäften an- sehen. Wir muten dem Herrn LaildwirtschaftSministcr gar nicht zu, den dort geduldig Wartenden die iveise Lehre zu geben:„Ihr lieben Leute, ihr müßt euch noch mehr ein schränken",— denn die Antwort würde nicht fein ausfallen aber er lernte einmal kennen, was es heißt, die heute zw gewiesene Ration zu erlangen, und wenn er einen Schritt weiter wagen will, mag er auch einmal zusehen, wie man in Arbeiterfamilien mit diesen Rationen auskommt. AllerdigS wer das nötige Geld hat, braucht sich keine Sorge zu machen über Fletsch und Fett niangcl. er hat in einem reichlichen Gänse a n g c d o t freien Zugriff: Geflügel, Wild und Fisch bieten eine angenehme Abwechslung, und wer 0 oder 7 M. für ein Pfund Butter anwenden will, findet auch Gelegenheit, auf Schleichwegen seinen Bedarf zu decke». sowie auf demselben Wege manche andere begehr lichc Nahrungsmittel zu erwerben. So hat man es möglich gemacht, daff schon einige Leute vom vollbesetzteil Tisch den anderen wieder Enthaltsamkeit predigen kömien Denn für diese ist die Ration gesichert durch hohe Preise Der Anne mag sich das Geflügel, die geräucherten Fische im Schaufenster ansehen, denn für ihn bildet der Preis die Absperrung. In sehr idealer Weise ist übrigens der Weg weiter beschritten durch die Haltung der P c n s i o n S s ch w e t n e. Erst hieß es, daff diesem Unfug gesteuert werden soll; nun aber hat man es erreicht, daff mehrere Personen einen Austrag geben können, ein Schwein aufzumästen, wenn sie ihre Küchenabgänge für die Fütterung bereitstellen Natürlich erfordert die Anschaffung und die Tierhaltung ev hebliche Kosten, aber es gibt Leute, für die diese Erschwernisse nicht bestehen. Die andern, nun die mögen mit ihrer Fleisch karte über die Gleichmäßigkeit der Einteilung Betrachtungen anstellen. Die Fleischstelle für Preußen erklärt, es ist nicht möglich, daß in allen Städten die Fleisch ratio» auf 250 Gramm pro Woche gebracht wird. weil nicht genügend Vieh aufgebracht Iverden kann. Warum? Weil ein so erheblicher Teil in die Haus schlachtungen übergeht, daß für die übrige Bevölkerung die Ration immer kleiner wird. Zwar haben wir im Reichstag von Herrn v. Batocki das Versprechen erhalten, daff er die Ration gleichmäßig auf 250 Gramm bringen will. Wird es ihm gelingen, in der preuffischen Fleischstelle die Durchführung seines Versprechens zu erlangen? Mittlerweile verlegen wir uns auf das Mittel, im ganzen Land zu bitten, man möge doch den M u n i t t o n s a r b e t t e r n ein wenig Fett und Fleisch geben. Ist nun für die Sammlung und die Verteilung an die Arbeiter die nötige Organisation geschaffen? In Vorbereitung ist sie, warten wir also auch hier geduldig das Ergebnis ab, ob der Appell des Fcldmarschalls Hindenburg die freudige Gcberhand allenthalben aufschließt. Wie heißt es in dem Brief des Generalfeldmarschalls? „Tä jedoch das K r i e g s e r» ä h r n n g s a in t auf die Ausführung der Maßnahmen cincn geringen Einfluß auSzn üben vermag, bedarf es der eiuiiiütigen. hingebenden Mit Wirkung der Landeszcntralbchördcn und der diesen untcr> stellten Vcrwaltungö- und Kommunalbehörden. In den Kreisen dieser Behörden scheint nur nicht überall ausreichend erkannt zu sein, daff eS um Sein oder Nichtsein unseres Voltes und e i ch e S geh t." Sehr viel schlimmer sieht es daheim aus, denn nicht nur einigen unteren Behörden, auch vor allem dem preuffischen L a Ii d w i r t s ch a f t 3 m i n i st e r i u nl mangelt die Er kenntnis, daff niemand das Anrecht haben dars, feinen Anteil an der Ernährung höher zu bemessen alS nach den vorhandenen Vorräten: ganz gleich, ob er der Landwirtschast oder Industrie seine Kräfte hingibt. Noch weniger sollten Nichtarbciter das Vorrecht der Aneignung genicffcn, während Arbeitern das Nötigste fehlt! Mgeorönetenhaus. 48. S i tz u n g. M i t i iv o ch, den tu. Dezciiiber. v o r»i i t l a g s 11 ll h r. Am Mintstertisch: F r h r. v. Schorle in«r. Beseler. Auf der Tagesordnung stehl zunächst die ziveite und dritte Be- rninng dcö Gesetzentwurfs betr. Abänderung dcö Art, 85 de» Vir« t a f s» n g. Art. 85 lautet jetzt: Die Mitglieder der zwcilen Kammer erhallen au» der Staats- lasse Reifckostcii und Diäten nach Maßgabe des Gr« jeyeS... Er soll nach der Vorlage lauten: „Dia Mitglieder der zweiten Kammer erhallcu eine Eilt- schädigung nach Maßgabe des Gesetze«". Diese Aenderung. die die Grundlage der neuen Diäten« Vorlage bildet, wird debatteloS a n g e n o m», e n. Hierauf wird die zweite Beratung des SchätzungSamtSgesetzcs örtgcsetzt. Zu K 7, der bestimmt, wer als Mitglied eines SchätzungSamteS nicht oestelll werden darf, wird ein Antrag Dr. W U e r», e l i n g lZ.) angenommen, nach welchem die Bestiniinuiig, daß gewerbs- .. mäßige Vermiuler von Grundstücks- oder Hypothclengeschänen nicht festgesetzt.| Mitglied eines SchätzungSamteS werden dürfen, nicht Anwendung finden soll auf die Spar- und Kreditgenossenschafien. Gemäß einem Antrag LL c i S s e r m e l.rag- beS Zentrum» verlangt Bei eitigung deS Privilegs der T�e» der öffentlichen Feuerversich e r n n g ö a n st a l t e» �........ Abg. Dr. Arendt iil.) tt endet sich gegen beide Anträge. LandlvirlschaftSminisier.Frhr. v. Schorlemer: Das vorliegende Gesetz ist nicht die geeignet!, Gelegenheit, eine so schwerwiegende Frage, wie die HeraussltzUi� der miindelsichercn BeleihungLgrenze. zum AuStrag zu bringen..Man sollte erst abwarten, ob dl- Schätzungsämter ihr Ziel, möglichst zuverlässige Schätzungen herbeizuführen. erreichen. Bei dem vLrivileg der Sozietäten handelt cS sich um-in Recht, das seit Jalhrzehnten besteht, ihre Schatzungelr haben sich duribauS bewährt.... �. Abg. Dr. Hager begrübt seine Anträge. Da letzt die Materie der Sebätziingen eil, heil'.ich sür ganz Preußen geregelt «verde, bestehe kein Grund, daneb«»och besondere Schätzungen der öffentlichen Feueriozieläten bestehe,» zu lassen.— Die Erhöhung der mündelsicheren BeleihungSgrenz« lie<« in, dringenden Interesse der Haus- und Grundbesitzer, die MluOel würden dadurch nicht gc- schädigt.\ Abg. v. Jacobi st.) spricht sich gegt'n die Anträge auS. Abg. Eassel(Vp.): Wenn der zwiÄ e Antrag angenommen wird. fällt nach der neulichen Erklärung des jZustizministerS wahrschemlich das ganze Gesetz. Daber stimmen»vir gegen den Antrag. Nach weiterer kurzer Debatte werde» dleAnträge Dr. Hager(I.) abgelehnt. § 20 handelt von dem Schätzung� zwang. Ein Antrag Dr. Hager sZ.) wünscht Streichung dieses Paragraphen.,„. Abg. Dr. Arendt(fk.i: Der S»ätzung�twang soll ,n den ersten zehn Jahren nach Jnlrasttreten diese« Gesetzes sür die Bclcihung mit TilgnngSKiwolheten nicht in Betracht kommen, aber„nr locun der jährliche TilgungSbeitrag des Schuldner»' mindestens V, Pro.. de« Hnpotbetentapitals beträgt. Eme solche Bestimmung über die Höhe des TilgungSsatzeS findet sich sonst au«er»'er Stell« deS Gesetzes iliid steht tu vollem Widerspruch zu der bcabstcht igten Förderung der Tilguiigshhpoth»kei«. Abg. Brockmaim(Z.) befürwortet den Anlu'g auf Streichung des Schätzungszlvangcs. Minister Frhr. v. Schorlemer: Ohne Schätz» ngSzwang� würde da? Gesetz wenig Bedeutung Hobe»; im übrigen soli der Schätzung«- zwang erst dann wirklich eingeführt werden, wenn sich die Verhall nissc in, Grundkreditweseii wieder normaler gcstcv'tet haben und wenn sich die Entivickelinig der SchätzungSämtcr und ghre Einwirkung auf den Grundtrodit übersehen läßt. Nach weiterer Debatte wird der Antrag«renW(Jrt.) äugen o m m e>i, der Anirag Dr. Hager lZ.) a b g e l.e h n t, tz 20 also in der KommissioiiSsaiiling angenommen. Nach tz 22 soll da» Geietz nicht srüher als nach Ablauf von zwei Jahren seit der Beendigung de» Kriegszustände« und nicht später a l S a in 1. I u l i 1 02 2 in Krait treten. Abg. Dr. Arendt stl.) beantragt, die Wort«.und ntcht später als am 1. Juli 1022" zu streiche». Am besten wäre es, wenn das Gesetz erst 1925, wenn alle vor dem Kriege abgeschlossenen Hypotheken abgelaufen sind, in Kraft gesetzt würde. Der Antrag Arendt wird gegen die Stimmen der«onscitvatibeu a n g e ii o m in e n. Nach Annahme einer Reihe von Entschließungen der Komwiision wird das Gesetz über die Förderung der Stadtsch alten ohne Debatte angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sitzung: Donnerstag 12 Uhr. Antrag aus Steuer- sreiheit der Kriegs- uud Teuerungszulagen: dritte Lesung des Schätzung Samt«- und(Stadl- sch asteng«setz es. Schluß 4'/z Uhr.___ politische Ueberslcht. Zraktionserklärungen zum Zrieöeneangebot. Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft. Die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft sendet uns folgende Erklärung: Die Einleitung von Friedcnsverhandlmigcn haben mir von Anfang an gefordert, getreu der Solidarität der Völker, lvtc sie die Sozialdemokratie auf ihren nationalen und intcr- uatioiialm Kongressen klar und entschieden zum Leitstern der auslvärtigen Politik des Proletariats gemacht hat. Dabei sind wir von der Gelviffheit getragen, daß die demokratischen VolkSmasscn in alle» Ländern mit den anderen Völkern in einem Frieden leben ivollen, der allen die freie Selbst bestimnlung gewährt. Jeder Schritt in dieser Richtung ist deshalb unserer Untcrstilyuilg sicher. Die deutsche Regierung hat mit ihren Verbündeten den Rrgierungelt der gegnerischen Staaten eine?kote zugestellt, in der sie sich zu Friedensverhandtililgell bereit erklärt. Soll diese Note zum Frieden führen, dann ist notwendig, daff in allen Ländern der Gedanke an Annexionen fremden Gebiets, an politische, wirtschaftliche oder militärische Unterwerfung irgcildeincs Volkes unter eine andere Staatsgewalt unzwci- dcutig abgewiesen wird. Gemäß unserer grundsätzlichen Anschauung, daff der Krieg kein Mittel ist, die Gegensätze zivischen den Völkern aus- ziigleichcn uiid ihre gegenseitigen Beziehungen zu regeln, vcr- werfen wir jede Ausnutzung der Kriegslage zur Vcr- gewaltigung oliieö Volkes. Pläne dieser Art führen nur zur Verschärfung uud Verlängerung dieses Krieges und bergen den Jteim neuer Kriege in sich. Soll die Dauer des Friedens gewährleistet werden, so ist vielmehr erforderlich, daß durch internationale Vereinbarungen überall die Rüstungen ein- geschränkt und alle Streitigkeiten der Völker zur Schlichtung Schiedsgerichten unterbreitet werden. Von den Bedingungen. unter denen die Regierung FricdeilSvcrhaiidlunacn einleiten will, erfahren Volk und Volksvertretung nichts. Somit bleibt das für den Erfolg Entscheideudc im Dunkel. Wir fordern die Bekanntgabe der Friedcnsvcblngungc». Redeiveiiduiigen, die verschiedene Deutungen zulassen, rufen Mißtrauen hervor, erschweren oder vereiteln gar das Zustandekommen von Friedens- Verhandlungen. Nach allen Grundsätzen wahrhaft demokratischen Lebens durfte eine Kundgebung von solcher Tragweite wie das Friedensangebot nicht ohne Mitwirkung der Bolksvcrtretung in die Welt gehen. Der Reichstag hat aber die Nichtachtung der Volksvertretung Imrch die Regierung noch übertrumpft, indem er ebenso wie vorher schon bei der Proklamicrung des König- rcichS Polen auch jetzt wieder sich selbst ausgeschaltet hat. Ter don unS wie von den Nationalliberalen xrih den Konservativen gestellte Antrag ans Besprechung dl? vom Reichs- kanzlcr gehaltenen Rede wurde vom Zentrum» der Fortschritt- lichcn Bolkspartei und der Sozialdeniokra/.ischen Fraktion abgelehnt. So ist die Stimnie des wcrktjs.tigcn Volkes in einem wichtigen Moment nicht zu Gehör gekommen. Die Volksmassen sind nun wie in den anderen. Ländern so auch bei uns.berufen, darauf zu dringen, daß du-m materiellen und moralischen Elend des Krieges, in das sie tmider ihren Willen gestürzt sind, ein Ende gemacht wird.— dag ein Friede zn- stände komnit, der der Verbrüderung der Völker die Wege ebnet. Berlin, den 12. Dezember 101G. Konservative; Fraktion. Auch die konservative Neichstagsfra/.stion hat eine Erklärung erlassen, in der es für selbstverstäs'olich erklärt wird,„daß nicht Verhandlungen zur Herbeifühoung eines Friedens um jeden Preis geführt werden sollen, pmdern. dag die in Aus- ficht genommenen Bedingungen eiirem Frieden verbürgen, der die deutsche Zukunft tatsächlich siehe' rt."— Ferner hätte man gewünscht,„das; auch der R, ichstag das Friedens- angebot mit einer wirksamen Kun/.»gebung dcS festen Siegcs- willens begleitete." Weiter wird ausgeführt: Falls die Feinde auf das Angebot eingehen, so beginnen mm- mehr die Verhandlungen über die Bedingungen, zu denen der Frieden geschlossen werden soll. In dieiein Augenblick ist es Pflicht der Neichstagsabgeordneten. an dem Orte, wo sie dazu berufen sind, auch ihre Meinung über die zu erreichenden Ziele zur Gel- tung zu bringen. Das ciltstr richt auch der Zusage des Reichs- kanzlcrs, wonach dem den ijchen Volke und seinen berufenen Vertretern rechtzeitig dste Gelegenbcit gegeben werden sollte, auch zn den Einz»zlheiten der KriegSzieie Stellung zu nehmen. In der letzten hat der sozialdemokratische Abge- ordnete S ch ei d em an n, leider ohne den nötigen Widerspruch zu finden, hierzu Aeußer/mgen getan, die geeignet waren, über die Auffassungen des deutschen Volkes nnd diejenigen der Re- gicrnilg falsche Vorstellungen zn erwecken. Die konservative Fraktion hält eS für niktig, im entschiedenen und scharfen Wider- fpruck hierzu auf ihren bekannten Standpunkt auch jetzt ausdrück- lich Bezug zu nehmen. Sie geht von der bestimmten Erwartung aus, daß die mit dev i Blute unserer Tapferen erkämpften Vor- teile zur Grundlage f. ines Friedens gemacht werden, der militärisch, wirtschaftlich und fiv.anziell nach menschlichem Ermessen die Zukunft unseres Vaterlandes sicherstellt. Räch dieser E/klärung kann kein Zweifel daran bestehen, daff die Rechte mit ihrem Verlangen nach einer Debatte keinen anderen Zweck voofolgte als den. die Friedensaktion der Regierung zu durchkreuzen. Diesem Versuch Vorschub zu lösten, hatte die sozialdemokratische Fraktion keine Veranle.ssung._ Abgeordnetenhaus.� Abgelenktes Interesse. Im Abn den Vaterländischen Hilfsdienst gestellt werden, indem man sie als Kinderhorte, Heime für die schulpflichtige Jugend u. a. benutzte. Denn solche Einrichtungen sind unumgänglich- notwendig, damit den Kindern, deren Mütter der ErwerbSarbeit nachgehen, die nötige Pflege, Wartung und Bcaussichligung zuteil wird. Tie Polizeistunde für Berlin. Vom morgigen Freitag an ist die Polizeistunde auf II1/- Uhr festgesetzt worden. Es haben dann alle Wirtschaften und Kaffee- Häuser zu schließen, die bisher bis 12 oder 1 Uhr nachts offenhalten durften. Alle Lokale, die bisher um 11 Uhr schließen mußten, dürfen auch für die Folge bis 11 Uhr offen halten. Denen gönn' ich's! Hageldicht sausen die Schläge aus das rumänische Heer nieder, jeder Hauptquarticrbcricbt meldet neue Niederlagen dieses jüngsten und unglücklichsten Teilnehmers am Dauerkricg. Und oft hört man beim Eintreffen dieser Nachrichten die Aeußerung:»Denen gönn' ich'» l" Was heißt das Z kann sich jemand über die Opfer de» Krieges freuen, auf welcher Seite immer sie fallen? Haben wir irgend« einen Beweis dafür, daß das rumänische Boll den Krieg gewollt babc? Wissen wir nicht vielmehr aus der Zeit unmittelbar vor dem ruiiiänischcn Kopfsprung in den Mahlsirom, daß auch dort Kundgebungen gegen den Krieg stattfanden, daß dort sogar, in Galatz, das Blut der Demonstranten stoß? Und beweisen nicht die von deutscher Seite veröffentlichten rumänischen Beschle, wie gering der Kampfeseifer im Heere des Königs Ferdinand ist? Die Kriegstreiber jedoch, die Bratianu, JoncScu, Milla— um nur die bekanntesten zu nennen— sitzen fern vom Schuß. Und wenn die Buße, die nach Bethmann Hollivegs Wort Rumänien zahlt, noch so schwer wiegt— diese Herren wird sie nicht ain schwersten drücken. Auch Napoleon III., Olivier, Gramont und Mac Mahon brauchten nach Scdan nicht als Bettelimisikantcn ihr Brot zu suchen. Also: wem»gönn' ich's?(-) Von der Ziickerversorgungssteve de» Magistrats wird darauf hiilgcwieieii, daß diejenigen Einwohner Berlin», die beabsichtigen, ihren Zucker von einem anderen als dem bisherigen Händler zu be- ziehen, dieses bis 19 Tage vor dem 1. Januar 1917 bewirken müssen. Nur diejenigen, die eine Veränderung vornehmen, müssen sich von dem bisherigen Lieferanten eine Bescheinigung darüber geben lassen, daß und von welchem Tage sie in dem Kundcnverzeichnis gelöscht worden sind. Mit dieser Löschung-»« beichcinigung haben sie sich an denjenigen Kaufmann zu wenden, von dem sie für die Folge ihren Zucker bezieben wollen. Bei der Anmeldung beim neuen Lieferanten muß die Bescheinigung über die Löschung beim allen Lieferanten vorgelegt und dem neuen Licic- ranten abgegeben werden. Der neue Lieferant muß diese Bcscheini- gung abnehmen und den Kunden in sein KimdcnverzeichniS aufnehmen und muß. falls es von dem Antragsteller gewünscht wird, bicrüber eine Bescheinigung onsfertigen unter Angabe derjenigen Nummer, unter der her Kunde in sein Verzeichnis eingetragen ist. Hierbei empfiehlt es sich, daß der Kunde den neuen Lieferanicn darauf aufmerksam macht, seine Zuckerkarten mit der Firma des neuen Lieferanten zu versehen. Kein Kaufmann darf, ohne daß der Knude in sein Verzeichnis eingetragen ist, an diesen Zucker abgeben. Besonders wird noch darauf hingewiesen, daß es nicht erforderlich ist. bei der Z u ck e r v e r s o r g u n g s st e l l e Löschungen und Ein- tragungen in das Knndenverzeichnis zu beantragen. Hiermit hat die ZuckcrvcrsorgungSstelle gar nicht» zu tun. Damit jeder einzelne Wiederverkänfcr rechtzeitig den Zucker von dem Großhandel anfordern kann, muß unbedingt die Frist der Löschung und Eintragung in das neue Knndenverzeichnis inne- gehalten werden. Wer diesen Termin versäumt, wird es sich ge- fallen lassen müssen, seinen Zucker erst später zu erhalten, weil der Wicderverkäufer erst aus Grund der Abmcldebescheinigung den Zucker voin Großhandel anfordern kann. VorauSliestclluiigen von Karsoffcln nsw. find nach Ansicht der PreiSprüstmgssielle strafbar. PUc angestrengt tätige Personen dann zu Kartoffeln kommen sollen, verschweigt die PreisprüiungS- stelle. Daß die Faulenzer, die von einem Händler zuni andern lausen, bevorzugt werden, weil sie viel Zeit zum.Hamstern" haben, fchcück der PreiSprüfungSstelle unbekannt zu fein. Für Kleingartenbesitzer. Die Zentralstelle für den Gemüsebau im Kleingarten in Berlin W 8, Behrenstraße 60/52, bietet zur kostenlosen Verteilung an Kleingarlcnbcsitzer ein Merkblatt über die Düngung im Kleingarten an. Da die richtige Düngung von größter Bedeutung für den Fruchtertrag ist, so kann allen Klein- garlciibesitzern und-vereinen der baldige Bezug dcS Merkblattes durch die genannte Zentralstelle nur dringend empfohlen werde». Keine Abkürztingen bei Fcldpostsciidungen. Seit einiger Zeit mebren sich in auffälliger Weise die Feldpostsciidnnge», in deren Aujichi;fft,.,dsr.-. Truppenteil des Empfängers nicht ausgeschrieben, sondern ytit uttverstäudltcheit-Llblürzuiigen wiedergegeben ist. Naiucut« lich kommen Bezeschnunaen vor, die nur au» einzelnen Buchstaben bestehen öder eine mehrfäche Deutung zulassen. Solche Ansschrtsten können von den Postbeamten überhaupt nicht oder erst nach vieler Mühe entziffert werden. Die Sendungen müssen daher als unbestell- bar an die Absender zurückgegeben werden oder erleiden zum milideften Verzögerungen sti der Absendung. Es kann also den Ab- sendern zu ihrem und der Empfänger Besten nur dringend geraten werden, in der Auffchrift der Feldpostsendungen alle unverständlichen Abkürzungen zu unterlassen und den Truppenteil in deutlicher, jeden Zweifel ausschließender Form anzugeben. Ein Bortrag über Tuberkulose. Zusammen mit der Berliner medizinischen Gesellschaft hat der Magistrat im Langenbeck-Virchow- Hause, Luisenstr. 68/59, gemeinverständliche Vortragsabende auch in diesem Winter vorgesehen. Zunächst wird Gehcimrat Professor Dr. Orth am nächsten Sonnabend, 16. Dezember, abends 8 Uhr, über„Die Tuberkulose, ihr Wesen, ihre Bedeutung, ihre Beziehungen zu gewerblichen Unfällen" sprechen. Die Verteilung der kostenfreien Einlritt»!artcn erfolgt durch die Bezirksvorstcher: auch im Langcnbeck-Virchow-Hanse sind Änlrittskartcn am Vortrags- abend selbst erhältlich. Der Inhaber riilcr Berliner Doseiischiiikenfabril teilt uns mit. daß er demnächst in Neu-Hcringsdorf 466 Kricgsloaisen mit Kaffee und Kuchen bewirten und mit je einer Gänseblutwurst und 6 M. beschcnten werde. Nach der Bescherung werde er die Kinder mit dein Dampser„Wintermärchen" zurückbefördern lassen. Wir glauben in dem Sinite des iincigcnnützigen Wohltäters zu handeln, wenn wir seinen Namen nicht in die Oeffentlichkeit zerren, denn ivie sagt doch die Heilige Schrift?„Wenn du Almosen gibst, so soll deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut!" Aiif die Reise nach der Türkei baben sich der 13 Jahre alte Bantlehrliiig Robert Sch. und teilt 16jährigcr Bruder, der Schüler Kurt Sch. aus Charlotten bürg gemacht. Beide scheinen aben- teucrltch veranlagt zu sein. Kurt wollte im Oktober schon einmal nach der Türkei, kam aber nur bis Wien. Trotz de» Mißerfolges gab er den Plan nickt auf. Nack seiner Rückkehr arbeitete er mit seinem Bruder zusammen nelie ilteiseplüne ans, die wieder nack der Türkei führten. Am 4. d. M. vetschwanden dann unter Mitnahme von 466 M. beide aus der Wohnung. Ter Schlosser Franz Steuer, der einen Mordanfall auf feine Frau verüble, hat sich jetzt selbst der Behörde gestellt. Feuer. Wegen cincs gefährlichen Brandes wurde am Mist- woch abend um 8 Uhr die Feuerwehr nach der Neuen Sckiöichauser Straße 26, Ecke Münzstraßc, gerufen. Dort stand«ine Wäsche- und Trikotagenfabrik in großer Ausdehnung in Flammen. Anfänglich vermißte Personen haben sich sämtlich rechtzeitig in Sicherheit gc- bracht._ Bus den Gemeinöen. Treptow. Die Gemeinde hat drei weit anSciliaiidcrliegcnde OrtSleile, aber nur zwei Bürgerlüchen, die eine Wegstunde von ein- ander gclreimt liegen. Der miniere Ortsteil, in dein zahlreicke Ar- beilcr ivohnen,.besitzt keine. ES Iväre dringend erwünscht, daß bier wenigskeitS eine Bnrgcrlüchenfiliale eingerichtet würde, in der nicht selber gelockt zu werden brauchte, sondern das fertige Essen zur Ab- holung bereitgestellt werden könnte. Lichtenberg. Statt des bisher in jedem Winter gewährten warmen Frühstücks soll vom 15. Dezember an warmes Mittagbrot ilnenlgcltlich an bedürftige, in der körperlichen En'.- Wicklung zurückgebliebene Schulkinder verabfolgt werden. Nciiköll». In den Räumen der Schule Mahlower Straße wird demnächst eine fünfte Volksküche eingerichtet werden. Eine sechste Küche soll in Verbindung mit einer Krankenküchc in den Passage- Festsälen, Bergstraße, eröffnet werden. Mus aller Welt. Schnecke» für Karlsruhe. Die badische Residenzstadt hat unlängst t0t) 000 Stück Weinbergs- schnecken bezogen, um sie zur Streckung der Fleiichvorräle an die Bevvlterung abzugeben. Die Weinbergsschnecke ist in Frankreich als Leckerbissen hochgeschätzt, aus Deutschland gingen alljährlich Niels Millionen davon nach Paris, Bordeaux usw. Zu diesem Zweck sind in Siiddeutschland bis nach Thüringen hin besondere Schnecken- Zuchtanstalten eingerichtet. Der Nährwert des Fleisches der Wein- dergschnccke steht nicht viel hinter dem des Rindfleisches. Die Karls- uchrr sind so befriedigt, daß sie nach mehr verlangen. Bier Geschwister verbrannt. In Waldsee bei Augsburg sind vier Kinder, die am Küchenfeuer spielten, während die Mutter auf dem Markle zu tun hatte, verbrannt. Die Frau fand bei der Rückkehr ihre Kinder als verkohlte Leichen Vor und Ist vor Aufregung lebcnS- gefährlich erkrankt. Ungeheurer Fischreichtum im Quarner». Wie aus Fiume ber- lautet, macht sich im Quarnero ein ungeheurer Frschreichtum be- merkbar. Die Fischpreije sind rapid gesunken; Sardelline, die bis- her 3—4 Kr. per Kilogramm kosteten, sind auf 30 Heller per Kilo- gramm gesunken._ Jugenöveranftaltungen. Märkische Zpielvercintgong.(Arbeiter-Turnerbund,) Sonntag, 17, Dez,, 2 Uhr: Oberspree-Jahn— Luckenwalde I., EchiedSr. Neukölln, Platz Oberschöneweide. Weitzeiisec I.— Luckenwalde V., SchiedSr, Wilmersdorf, Play Welxensee, Fichte 16— Adlershos, SchicdSr, Moabit, Platz Reiiiickendors-Ost. Velten I,— Lichtenberg, SchicdSr. Moabit, Platz Velten, Fichle 7— Weiizensee II., SchiedSr, Nculülln, Platz Treptow. Wilmersdors II. —Velten II,, SchiedSr. Fichte 111, Platz Wilmersdorf.— Resultate sind bis Am Montag, t8, Dez., der Elralaucr Brücke 3. Montagabend an untenstehende Adresse zu senden. pünktlich 8 Ubr: Ver trete» sitzung bei Stein, An Ed. gurkutt, X 113, Earmcn-Sylva-Str. 188. BöettcrauSstchren siir das»itttiere Norddetttschlon» bis Freitag mittag, Zeitweise ausklarend, jedoch überwiegend bewölkt, mit geringen, nur im Süden stärkeren Niederschlägen, Temperatur durchschnitt- tich wcsenllich verändert. örieftaften üer Reüaktion. K. H. 34. Nach der von Ahnen gegebenen Darstellung könnte» Sie nur durch Klage die Auszahlung des Guthabens erwirken,— W. S. 3�. Wenden Sie sich unter Darlegung der Angelegenheit an den Vorstand des Metallarbeiterverbandes, Linierrstr. 83/85.— Gotha(?. K. Die Landes- Versicherungsanstalt hält eine dauernde Anvalidität bei Ihnen nicht für vor- liegend, sondern nur eine vorübergehende, Sie erhalten deshalb bis zu dem angegebenen Zeiipunit die Anvaiiden-(Kranken-) Rente, Diese können Sie nach jetzt wieder eingetretener Erkrankung und Lazarettbehand- lung von neuem beanspruchen. Ob jetzt dauernde Anvalidilät bei Ahnen besteht, können wir nicht beurtcsten, daS würde durch eine ärztliche Uniersuchung vom Vertrauensarzt der LandeSversicherungS- anstatt festgestellt werden.— M. O. 100. 1. und 2. Nein. — W. K. 23. Der„Wewerbesaal" der Stadt Berlin(Stratzmannstr. 6 und mehrere Filialen) bat auch Abendkurse, an denen Maschinenbauer, Mechaniler, Kunst- und Bauschlosser usw. tellnedmen, Unierrichtet wird in ProjettionS- und Fachzeichneii, Mechanik, Maschinenlehre, Elektrotechnik. Physik usw.— W. 10. Melden Sie sich bei dem Vorsteher Ihres Post- amtcS, alles iveitere erfahren Sie dort. ! BeiitNdei' lanarhelter-Verbanil. Zwelererein Berlin. Bezirk Osten I. Am 10. Dezember starb miser \ Mitglied, der Maurer Xux. Äckelbeia. Di« Beerdigung findet beute ! Donnerstag, nachinittagZ i Uhr, vo» der Halle in WiihelmSbrrg \ aus statt. Ferner starb am 10. Dezember � vom Bezirk Südost der Einschaler Aug. Carlson. Die Beerdigung findet heule J Donnerstag, nachmittags 3 Ubr, von der Hall« des EnrmauS-Kirch- hoseS in Neukölln, Hermannstratze, | aus statt. Weiter starb vom Bezirk Zkorbmk | der Maurer Gustav Weiland. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Kirchhofes in Nicderjchönhaujen- Nordend aus statt. Weiter starb am 10. Dezember voui Bezirk Neukölln der Maurer Paul Graupe. Die Beerdigung findet heute onnerStag, nachmiitags 3 Uhr, von der Halle des städtischen FriedhoscS, Maricndorjcr Weg, aus statt. Ghre ihrem Andenken! 143/11 Der Yoratand. MM der Haler, Lackierer, Änslreieiier usw. Filiale Berlin. Ten Kollegen zur Nachricht, vag unser Mitglied, der Maler Riehard Sack am 10. Dezember ISIS verstorben ist. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 11. Dezember, nachmittags 2 Uhr. auf dem Fried- Hose in WilhclmSberg statt. 136/18 Die Ortsvcrwaltnng. Deotsetier Metaliartieiter-Kerbanil Verwallungsstelie Berlin. Ten Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Girrllcr .lohanu Reichstein Diesfenbachstr. 62, am S. Dezember gestorben ist. Ehre seinem Andenren! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Dezember, nachmittags IV, Uhr, von der Leichenhalle de« Luiscir-KilchhofeS, Bergmannstraste, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet, l27/3 Die Ortsverwaltung. Znm 28. Geburtstag am 14. Dezember meines lieben Mannes, unseres unvergckiichen Sohnes, Bruders und Schwagers Paul Zeidler ckies.-Lnf.-Regt, Nr. 15 5. Komp., gcsallen durch Handgranate am 8. September 1316. Cr folgte seinem Bruder Karl Zeidler Garde-Rcs.-Schützeu-Bataillon, nach 20 Monaten, gefallen am 20. Dezember 1914. Martha Zeidler geb. Klabunde und Töchterchen Hildegard, Eltern. Schwestern, Schwager und Schwiegereltern. Treptow, Schöneberg, Sedan- stratze 16. 14Sa Spezialarz Ur. med.('olemann f.Geschleohtsl(rankh.,HBUt-,Harn-, Frauonleid., ner*. Schwäche, Bein- krankc, Ilhrllch-Hata-Kuren (Dauer 12 Tage). Behandlung schnoli, sieher u. sohmenlos oh.Berufsstör.i. Dr.Homeyer Et Co. konzess. Laboratorium f. Blntuntersnchungen, Fäden Sjir. 10—1 u. 5—8, Sonnt. 10—1. Honorar mäBig, auch Teilzahl, - Separates Oamenzimwar.—— Deutsclier Transportarbeiter-Yerliaiiil. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. day unser Kollege, der Industrie- arbciler Karl Rechlin von der Firma L Löwe, Witlenau, am 11. Dezember im'.'liier von 41 Jahren verstorben ist. Ehre feinem Andenken! � Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 16. Dezember, nachmittags 2"/, Ubr, von der Leichenhalle des Elifnbeth-Kirch- Hofes, Wollankslratze, aus ftait. 70/7 Die Bezirksverwaltung. Allgemeine Orts- Krankenkasse Berlin- Britz Betrcsseud uiifer WahlauSfchrcibcn vom 18. November 1Sl6 mache» wir hiermit bekannt, dah von Seilen der Versicherten nur ein Wabivorfchlag eingereicht worden ist, welcher vom Vorstand als gültig anerlannt wurde. Die vorgefchlagenen Bclverbcr gelten daher gemätz Z 0 der Wahl- ordnung als gewählt. Die für Sonnabend, den 30. De- embcr 1316 angefctzte Wahl wird hiermit ausgehoben. Die Gülligkcit der Wahl kann innerhalb eines MonaiS nach dieser Bekannlmachrmg angesochten werden. Ansechtungen lind bei dem Vorstand oder dem VcrfichcrungSamt de! Kreises Teltow anzubringen. Ter Vorstand. 273/3 A. A.: ll. llraatz, 1. Vorsitzender. Arbeiter- Aotiz-Kaleilder Mit dem PortrSl des ver-» stordenenGenossenrSlcke- geschmUrtt, reih» sich der, di«S>Zhr. Kalender(einen! Vorgängern würdig an.| Der«ielfeMge Inhal«! ist selbstverständlich de»! Bedürfnifien der Ar.| heiter und der Krieg«,«« i angexaßl. Außer einem i reichhaltigen slallstischen! und Adressen. Material! und sonst wissenswerten- Notizen verdienen b«.- sonder« hervorgehoben Z ,u werden: Kapitalab-: stndung an Stelle von j »riegS-Dersorgung.— s Bücher zur ttriegSfür. i sorg«.— Sozialdemo.: lrati« und DollSernSH.! rang in der ttriegSzeit.- — Wa« tat die deutsch«» Soziaidemotrari« f. den| Frieden?—Die Gewert. I schafte» im 2. Krieg«.- jähr.— Der alt« TSicke. Z preis gebunden 60 pf. Vorwärts Lindensir. 3. Nsninchen-vekllZus Donnerstag und Freitag, nachmittags Ä Uhr, in der Zentrale, Böhmische Straße 3. Der Wlilsiiirlil der Stadt NcäkSüii. olange derVorrat reicht liefert die Buchhandlung Vorwärts, Berlin, SW. 68, Lindenstraße 3, folgende älteren Jahrgänge der reichillustrierten Romanzeitschrift„In Freien Stunden" jeden Band statt gebunden 4 Mark für nur 2 Mark. Land 3- Inhalt: Im Banne de»»ersnchunß.» Roman d-n Bettor Malot.— „DU Mörderin." von B. Schulzc-Tchmidt.—„Ter Pedlar." Von O. NuPpiuS.—„Das Moster»ei Srndomlr." Von F. Grillparzcr. Land 4: Inhalt:„Der ttnrlr« de» Zarrn." Von Julc« Verne.—„Da»»er. mächtniS des PrdlarS." Von Otto NuppiuS.—„Am Malangrr Fjord." Von Theodor Mügge.—„Wir der Großvatr» die Grotzmuiicr nahm." Land S: Inhalt:„Der»erloreNe Sohn." Roman doa Hall Tain«.—„Der Flüchtling." Novelle von Moritz Hartmann.—„Zum Bleilergwert dcrurteil«." Briese von Wasssli JalSzatow.—„Dt« Narrenburg." Erzählung von Adalbert Elisler. Land 6: Lnhalt:„Der Desertenr." Roman doa Robert Buchana».—„zwei Welten." Roman von Madame Vigot.—„Der tote Zimmermann." Humoreske do» Friedrich verstäcker.—„Waldshinne." Genrebild don Lllo NuppiuS.—„Der Weihnachtsabend." Eine Delsteraeschlchte. Land 7: Inhalt:„Redellr»." Erzählung von T. Dschlrllo«.—„Der Glöckner von Noirr Dame." Roman von Victor Hugo.—„St. PcterS Regenschirm." Erzählung den K. MikSzaih, Band 10: Inhalt:„Der Haldnck." Von B. Dumbrara.—„NaniaS." Von Emile Lola.—„Der graue?-»agei." Von W. W. Jacobs.—„Fräulein Holladah." Von D. E. Siedemo II.—„Unbezahlte Schuld." Bon il. StroinSkl.— Wie Joggcli eine Frau sucht." Von I. Gotthelf.— „Der Pauker don NINaehause»." Von R. Schweichel.—„Bruder Hitichins." Von W. W. Jacobs. Band 11: Inhalt:„«enMvorth." von Walter Scott.—„Die M>«meriahre." Von Frau S. A. Sawlnkowa.—„Trinette." Skizze von Herm. Heijerman«.—„SidsclS Hochzeitsreise." Von Jeppe Aakiär.—„Ein Tag ans»cm Leben de» MuSteiierS Fiiterer II." Bon Balder Olden. Band 1Z: Inhalt:„De, rote Jason." von Hall Salne.—„Gtgeae«rast.» von Tcnnisoa.—„Der schwarze«ate«." Von 33. Jacobs. Band 14: Inhalt:„vttder Twist." von Th. Dicken».—„An» längster«er- gangenhclt." Von Serfchunt.—„Dir Brüder Matthten." Von Hart- mann.—„Rolof, der Rckrnt."—„Ter zrrbrochrnr Srng.» Land 17: Inhalt:„Der Jade." Deutsche» Sitlengemälde au» der erste» Hälfte deS füiiszehntcn Jahrhundert». Von E. Svindler. Illustriert don E. Wewer.—„Ter Zlrenztnrin zu Dresden." Eine Erzählung an» dem Siebenlährigen Kriege. Von GS. Nteritz. Sei Bestellungen genügt Angabe der Rümmer de» Saude». Zeder Sand Ist für sich abgeschlossen. 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Frankfurter Str. 115 FEI- iisil verwmiilter EeruIsgeiiössEiL Geschäftsstelle: C 54, Mulackstr. 10 I. Zaiiistelle Berlio. Fernspr.: Amt Norden 4518. Die WcihnachtSspcnde für die Familien unserer Im Kriegsdienst befind- lichcn Mitglieder, sowie für die Familien der gesallenen oder an den Folgen des Krieges verstorbenen Milgiieger, deren Tod im Jahre liHK bc- kanut geworden ist. gelang! zur AuSzabiung in unserer Geschäftsstelle. Mulackstr. 10 I, während der GcschäslSstunden von 3—1 und 4—8 Uhr an joigeiiden Tagen: Montag, den 18. Dezember.. Buchstaben B, Dienstag, den 19. Dezember. Buchstaben(Z— KI, Mittwoch, den 20. Dezember.. Buchstaben Ko— 0, Donnerstag, den 21. Dezember, Buchstaben P— S, Freitag, den 22. Dezember.. Buchstaben T— Z. Die WcihnachtSivende wird gezahlt für Mitglieder, welche am lkm< bcrujungstage nicht länger als 10 Wochen mit den Beiträgen im Rückstände waren und deren Mitgliedsbuch zur Stelle ist. Der Nachweis, daß da» Mi»glird zum Heeresdienst cinbernsen ist, muß erbracht werden(durch UnterstützungSbogen usw.). Ebenso muß bei den Gesallenen oder den an Folgen de» Krieges Verstorbenen der Nachweis(durch Sterbeurtundc oder Miiitärpapicre) erbracht werden, daß der Tod im Jahre Ivlv bekannt geworden ist. Die Weihnachtsspende beträgt, wenn bis zur Eiirberung 26—51 Beiträge geleistet find 5 M., bei 52 und mehr Beiträge« 1« M. Frauen, die an einem anderen als an dem für ihren Anfangs» buchstaben festgesetzten Tage zur Erhebung der WeihnachtSspende er- scheinen, haben keinen Anspruch daraus, der Reihensolge nach abgefertigt zn werden. Die Frauen, welche WeibnachlSunierstützung erheben, werden gebeten. beim Untcrstützuiigsempfang die Feldadrefie ihres Manne», aus einen Zclici geschrieben, abgeben zu wollen. Die WeihnachtSspende für die dauernd invaliden Mitglieder gelangt am Sonnabend, den 16. Dezember er., von 3—12 Uhr zur Auszahlung. DM" Unsere Vertrauensmänner und Mitglieder werden er- sucht, nach Möglichkeit die UiitcrstüstungSberechtigte» ans diese Bekanntmachung zn verweisen. 43/7 Die OrtSTepiraltnng. Kopenlmgener Kautabak dars nicht mehr eingesührt werden. Bester Grsat» ist Kapitän-Kopen- Hagener feinster D-ualität in denselben Gespinsten." Erhältlich in den meisten Gcschästen. (?. Röcker. Berlin, Grüner BSeg III.(Kgst. 3861.) Hauptnledcrlage d. Kapitän-Tabake sowie Nordhänicr u Mühlh. ����autabake��igarretten�zu�Criginal-Fabritp� Uestmann's Trauerntätazln Größte naswahi. Billigste Preis«. L MohrenstrsS« 37a (Kolonnadivi IL Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andreasstr.) »u.wahlsenüungen aotert Amt Zentrum 7890. Sonntag 12— 2 Uhr getitnat unnatürl. Blutröte des Gesichts, Blutäderchen.Puftelnic.beseitigtani sichersten„Marubin". Seit 25 Jahren mit wirklamstErfolge"»rvrobt. M.2.K0 Otto Reichel, Berlin 43 Eisenbahiistt. 4 IS»SII»lIS»SI l während des Krieges PpgU 40 Pf. 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