|lr. 343. 33. Jahrg. klbonnementZ-SelNnguvg»: Kdonnemcnts- Breis vränumerimdo- Biertsliährl. 3,ao Ölt, wonotL ILV MI, wöchcnilich 30 Pfg. Irei IN? Haus. Einzelne Nummer 6 Pig. Sonntags. n umincr mit inuftcictier Sonmags» Beilage.Die Nene Weil' 10 Big. Voil- Abonnemenu 1,30 Marl pro Monal. leingerragen in die Boii-Zeiumg«. Vrcisliile. Unter Kreuzband für Temichland und Oesterreich< Ungarn 2,50 öiart, für das übrige Ausland « Ötart pro Atonal, Poslabonnemeius ncbmcn an Belgien. Dänemarl, Holland, Alolien, Luzemburg, Porlugal, kuuiünien, Schweden und die Schweiz. tklchelm leg»». [ 5 Pfennig) Die Tnlertions-Gebüftr betragt für die sech'?yesva!te!ie Kolon?!- zeile oder deren Nanin 6V Pfg.. für polinsche und gewerkschaftliche Vereins- und BersamnilungS-Zlnzeigen 3l) Big. ..kleine Mnzeigcn". daS n'tlgedruckie ivorl 20 B!g.(sutnisig 2 fettgedrnctie LZorrel. jedeS weitere Wort 10 Big. Lielleugesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste B!-ort 10 Pfg.. jedeS w euere B?ort5Bfg. Worte über lö Buch- sinden zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Ztunnuec müssen bi4 3 Mir nachmittags in der Erdedition »Hgegeven werden. Die Expedition ist bis I 1X1)1 abends geöffnet. MOS W Verlinev DolksblAkt. Zcntralorgan der rozialdemokrat» fchen parte! Dcutfchlands. Delrgranun. Ndresf c: .Soziaiitemaiirat Reriia". NeSattion: EW. b8. Änöenstraße Z. flernivrecher: Zlmr Murittplal?. Nr. 151 SV— 151 97. Sonnabend, den 16. Dezember 1916. Expedition: EW. 68, binden straße 3. Hornist recher: Ainr Maristplatt, Nr. 151 SV— 151 S7. %nzm genommen! franzofifche Vorftoßc bei ßardaumont und K.ouveniont. Buzeu genommen.— Bnlgarischer Donan- nbergang bei Fetesti.— Naftlose Verfolgung in der Großen Walachei.— Französische Angriffe beiderseits der Maas. Amtlich. Gro ß es Hauptquartier, 15. De- zcmbcr 1916.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplay. Heeresgruppe Kronprinz. Auf dem Westufer der Maas versuchten die Franzosen in dreimaligem Angriff umsonst, die ihnen vor kurzer Zeit auf Höhe 304 südöstlich von Malanconrt entrissenen Gräben zurückzunehmen. Oestlich des FlusseS sehten sie nach starker, weit inS Hintcrgclände schlagender Fruervordcreitung zu mehr- maligcn Angriffen an. Am Pfeffer-Rückcn scheiterte daS Vorgehen der Stnrmwellcn in unserem Abwehrfeuer. Ans den Südhängen vor Fort Hardaomont kam der Angriff in unserem Zcrstörungsfcucr nicht zur Entwicklung. festlicher Kriegsschauplatz. Front des Gcncralfcldmar schalle Prinz Leopold von Bayern. Nördlich der Bahn Zloczew— Taruopol drangen deutsche Truppen in die russischen Gräben ein und brachten 99 Gc- faugenc zurück. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. Die gestrigen Angriffe der Russen an der sieben- bürgischen Ostfront hatten zumeist den gleichen Misterfolg wie die der Vortage. Ans einer Höhe gelang es dem Gegner, Fust zu fassen. Heeresgruppe des Gcncralscld Marschalls von Mackensen. Brennende Dörfer zeigen den Weg durch die Große Walachei, den der Russe ans seinem Rückzüge gc- nommen hat. Unter ungünstigen Wegcverhältniffen wetteifern die verbündeten Truppen in der Ebene, den Gegner nicht zu längcrem Halt kommen zu lassen. Am Gebirge leistete der Feind in befestigten Stel- langen Widerstand. Sie wurden durchbrochen. Buzeu ist genommen. 4ätic diesen großen Schritt nicht tun können, wüßte sie nicht, daß die große Mehr- heit des Bolkes ihn billigt, lind das iveiß sie aus den Reden, die zuvor im Reichstag gehalten worden sind, aus einen: sehr großen Teil der Presse, ans den Berichten über die Stimmung der Bevölkerung, die sie ans allen Orten emp- snngt. Weniger als sonst kann mm: von diesem Entschluß behaupten, daß der B o l t s w i l l e nicht in entscheidender Weise an ihm mitgewirkt hat. Darum bleibt auch innen wie außen jeder Einschüchte- rungslärin zwecklos. Drinnen wie draußen können sich die großen Ereignisse nur ans Grund einer nüchternen Einschätzung der wirklichen Kraftverhältnisse vollziehen. Drinnen wie draußen läßt sich keiner durch Ueberschwang imponieren. Hier wie dort sind es die Tatsachen allein, die letzten Endes maß- gebend sind. Draußen reden sie aber so eindringlich, daß wir Ivahrhastig nicht zu behaupten brauchen, waS wir nicht beweisen können. Wir haben in zweieinhalbjähriger schwerer Prüfung be- wiesen, daß der Widerstand, den das deutsche Volk feind- lichen Zerschmetternngsabsichten entgegenstellt, nnüberwind- llch ist. Wir brauchen darum nicht zu behaupten und bc- haupten auch nicht, daß die Gegner nun gezwungen sind, j e d e:: Frieden anzunehmen, den wir ihnen etwa— nach dem Belieben der großen.ttriegszietredncr— aufzuerlegen ge- willt wären. � Darum haben die Mittelmächte ein Friedens- n ii gebot gestellt und kein Friedens g e b o t. Sie wollen verhandeln ans der Grundlage der Erkenntnis, daß ihre Rechte nicht im Widerspruch zu den Rechten anderer Nationen stehen, und stellen diesen anderen anHeim, ihre Rechte aus der Konferenz, die sie vorschlagen, zu vertreten. So liegen die TingiMil Wirklichkeit, und wer sie anders darstellt, erleichtert das Spiel der feindlichen Kricgsverlängerer. Solchen Ver- suchen Beihilfe, zu leisten, war aber nicht die Aufgabe der sezialdemokratischen Fraktion in der historischen Reichstags- sitznng vom i-2. Dezember. Der LVeltweg öes 5r!eöensangebots. Auch heute bestätigt eine drängende Flut von Telegram- nie::, daß das�deutschs Friedensangebot in den Ländern aller Zonen die Stands beherrscht. Das Brld, das sich gestern zeichnen ließ, hat sich im Kerne nicht verändert. Freude, Grimm und Zögern mischen ihre dissonierenden Stimmen. Tie Regierungen und die Parteien suchen an der Sprache, die sie vor dem Angebot über Krieg und Frieden führten, auch in den Erklärungen und Deutungen sestzubalten, die sie dem neuen Ereignis geben. Man kann nicht sagen, daß sich demaskierende Ueberraschungen zeigten. Nur das eine ist für den Augenblick charakteristisch, daß die offenen und die verschleierten Freunde der Entente abwartend ausschauen, wie England sich zu der Frage verhalten wird. So fest hat das Borland des Weltkrieges seine Verbündeten heute noch in der Gewalt. Wir kennzeichnen die Wegstation, die das Friedensangebot heute erreicht hat, durch die wichtigsten Nachrichten: Tie �riedensnotc und Präsident Wilson. London, Iii. Tczombcr. DaS Rcutcrsche Bureau meldet aus Washington: Tic deutsche Friedensvorschlagsnote befindet sich nun i» den Händen de« Präsidenten Wilson. Man erwartet, das, sie direkt an die kriegführenden Mächte abgesandt werden wird. London, 15. Dezember.(W. T. B.)„Daily News" berichtet ans Washington: Wenn Lloyd George am IL. d. Mt«. die Worte B r i a n d s bestätige, so werde Wilson eS ablehnen, sich irgendwie mit dem deutschen Friedensangebot zn identifizieren. Es bestehe in den Bereinigten Staaten nicht die Absicht, sich mit anderen Neutralen zusammenzutun, um über die Lage zn beraten oder sich an die Entente zu wenden. Bouar Law. London, It. Dezember. iRrutermeldnng.) Unterhaus. Bei Besprechung der Fricdcnsvorschläge sagte Bonar Law: Bei Bc- griindung der letzten Ärcditvorlage gebrauchte ASqnith folgende Worte:„Sie, die Alliierten, verlangen, das, a n g e in e s- s cn e Genugtuung für die B c r g a n g c n h c i t und a n- g e in c s s e n c S i ch e r h e i t f ü r d i e Z u t u n f t vorhanden sein." iLautcr Beifall.) Da« ist immer noch die Politik und immer noch der Entschlus, der Regierung Seiner Majestät. tErneutcr, lang- andauernder Beisall.) Snowden sArücittrpartei) fragte im Unierhause, ob Ge- legciihcit gegeben werden wurde, das deutsche Friedensangebot zu besprechen. Es wurde ihm von allen Seiten zugerufen: Nein! Eine neue Erklärung Briands. Im französischen Senat, wo(klemenceau den Angriff, den Tardieu am Mittwoch in der Kammer gegen Briand richtete, wiederholen wollte, gab Briand, sichtlich erregt und abgespannt, vor den Senatoren eine Erklärung ab, die nach der„Nationalzeitung" lautete: „Ich bitte den Senat, die Interpellationen über die allgcuieiae Kriegführung auf Dienstag zu vertagen. Ich befinde mich in einem Zu st a n d d der Ermüdung, den der Senat begreifen wird. Trohdcm habe ich dringende M a st n a h m c ii zu treffen, die mich»v ä h r e n d mehrerer Tage vollauf beschäftigen werden." In der Kainmerdebatte am Mittwoch sagte der So- zialist M i st r a l:„Wir nehmen Kenntnis, daß Briand das deutsche Anerbieten als amtliches Dokument pflichtgemäß prüfen und sich eventuell mit den Verbündeten hierüber verständigen will. Aber wie immer die Entschließungen der Entente ausfallen mögen, das französische Parlament wünscht, über die Kriegsziele der Entente unterrichtet zu werden. Tie Kammersozialisten planen nach einer Meldung Lyoner Blatter eine eigene Kundgebung zum Anerbieten der Mitelmüchte. Englands Russentreue. Rotterdam, 15. Dezember.(W. T. B.) Der Londoner Korre- spondent dcö„Nieuwe Rotterdamschen Tourant" gibt seinem Blatt noch folgenden ergänzenden Stimmungsbericht aus London: Die N a ch r i ch t e n aus Amerika über die Fricdcnsbedingungen hätten i ii England keinen guten Eindruck gemacht. Wenn der Friede nur durch Rußlands Wunsch, K o n st a n t i n o- p c l zu bekommen, zustande komme, würde das Bündiiis mit Blust- land sicher ans einigen Widerstand stoßen; aber solange Deutsch- laud den Plan habe, russisches Gebiet zu behalten oder ein König- reich Polen auszurichten, bestehe keine Aussicht, daß das englische Publikum Blusttand untren werde.> „Westminster Gazette" schreibt in einem Leitartikel: Die Deutschen rechnen offenbar daraus, daß die Amerikaner, wenn Bei- gien wiederhergestellt und Frankreich geräumt ist, kein Gewicht mehr darauf legen werden, was in Rußland und Osteuropa vor- geht. Wenn diese Annahme richtig ist, so müssen wir von Ansang an jeden Zweifel darüber beseitigen, daß w i r R u ß l a nd ebenso zreu sein werden, wie es uns gewesen ist. französische Stiiilmcn. Rotterdam, 15. Dezember.(X. 11.) Nach Meldungen aus Paris schreibt Tardieu im„TempS" am Schlüsse eines Artikels über den deutschen Friedensantrag:„Laßt uns, um Frieden zu e r I a n g c n, K r i e g führe ii." Tardieu macht verschiedentlich Anspiegelungen, welche als Kritik ans Briand gemünzt sind. Aus derselben Blattscite noch sagt der„Tempo" dann über die innere Politik in einem anderen Aufsatz:„Briand hat sich gestern trotz des Sturmlanfcs der Opposition gehalten. Tie Bicgiernng und das Parlament müssen jetzt für das Vaterland zusammen- arbeiten." Mars am ScheiAewege. Der„A v a u t i" zur deutschen Friedensnotc. Bern, 1-1. Dezember.(W. T. B.)„Avanti" schreibt inilcc der Ueberschrift„Mars am Scheidewege": Die offizielle Einladung der Mittelmächte, in Friedensverhandlungen einzutreten, ist mit offener Feindseligkeit aufgenommen worden. Mit einer höchsten Leichtfertigkeit, welche die Macher der öffentlichen Meinung aus- zeichnet, haben sie sich schon elldgültig ausgesprochen; bevor noch die Verantwortlichen in der Lage find, nach Abschätzung aller Kräfte ihre Gedanken zu äußern, haben die Ilimeraiitwortüchen bereits ihr Verdikt abgegeben. Sie sagen: Deutschland will uuS täuschen. Es handelt sich um eincn deutschen Frieden, der weit entfernt ist vom Frieden Europas. Wir sagen dagegen, wir wissen nicht, ob der von Bethmann vorgeschlagene Friede wirklich ein Friede ist, den einige als deutsch definieren. Bis jetzt ist von keiner Seite eine konkrete Lösung vorgeschlagen worden. DicS ist das erstemal, daß eine Möglichkeit, die Wassssen niederzulegen und die Lösung des Konflikts diplomatischen Verhandlungen anzu-- bertrauen. erscheint. Wir sagen, daß es, wie auch die Beweg- gründe ausgelegt werden können, unsinnig, absurd und toll wäre, sich von vornherein ablehnend zu ver- halten. Teutschland hat den psychologischen Augenblick zu finden gewußt, um seinen Vorschlag zu machen. Ihn ohne Erörterung ab- zulehnen, würde heißen, den Mittelmächten einen moralischen und politischen Vorsprung zu geben, den sie sicher ausnützen würden, nicht nur für ihre innere Lage, sondern auch gegenüber der öffent- lichen Meinung der neutralen und der feindlichen Länder. Wir wollen hoffen, daß diese Erwägungen, die von einem großen Teil des italienischen Proletariats geteilt werden, auch bei denen, die mehr Verantwortung haben, als Journalisten ohne Verantwortung, Berücksichtigung finden werden. Wenn das nicht wäre, wenn die Leiter der Biegierung sich von vornherein auf eine kategorische Weigerung versteifen würden, so(Zensurlücke). Tie Biegierung müßte unangreifbare Gründe haben, um eine derartige Haltung zu rechtfertigen. Sie müßte nicht nur des Endsieges, sondern auch der vollkommenen Ucbereinstimmuug mit den Alliierten in den künftigen diplomatischen Verhandlungen sicher sein. Tie Sonderstellung der„Hnmanitö". AuS Kopenhagen wird der„Nationalzeitung" gestern gemeldet: Wie„Politiken" ans Paris erfährt, nimmt inmitten des ein- stimmige» Hohns dem deutschen Fricdcnsvorschläge gegenüber nnr die„Humanite" eine Sonderstellung ein. Dieses Blatt hat näm- lich eine gr o st c sozialdemokratische Versammlung ciilbcrufcii, die sich mit dem Friedensangebot Teutschlands be- schäftigen füll, und eS erklärt, dast es den genauen Wort- laut der Siede des RcichSkanzlerS wissen wolle, bevor es sich über Deutschlands Friedensvorfchläge äußere. Nicht nur in Frankreich wird der genaue Wortlaut der Rede Bethmanus der Oeffentlichkeit vorenthalten. Aus Bern meldet Wolfs: Alle hier eingetroffenen italienischen Zeitungen brin- gen den Bericht der Agenzia Stcsani über die Kanzlerrcdc als Züricher Depesche, aber überall fehlt der Passus, daß Teutschlands wirtschaftliche Sicherheit außer aller Frage steht, der Hinweis auf die Größe der rumänischen Beule und der Satz: Das Hunger- gespenst, das unsere Feinde gegen uns aufrufen wollten, werden sie nun selbst nicht los. Teils vollständig weggelassen, teils nn- vollständig wiedergegeben sind die Sätze über die inneren Wirt- chaftlichen und moralischen Kräfte Teutschlands. belgische Sozialisten für üen Jrieöen. Amsterdam, 15. Tezember.(Eigene Drahtmeldung.) Das in Amsterdam erscheinende Organ der belgischen Sozialdemokratie, der unter dem Einfluß von Cmnille HuySmanS stehende„Socialiste belge", be'pricht in dem Leitartikel seiner heutigen Ausgabe das deutsche Friedensangebot und kommt zu dem folgenden Ergebnis:„Wenn Deutschland— abgescbe ii von einem selbständigen tzolen und Litauen— die Wiederber st ellung des Z ii st a n d e S von vorher u n d d i e A u f r i ch t u n g e i n e S Völkerbundes will, können dieFriedenSverhand- I u n g e» beginnen." der neue englische Kriegskreöit angenommen. London, 11. Tczcinbcr.(W. T. B.)(Reutermrldung.) DaS Unterhaus hat den geforderten Kredit von 4VÜ Millionen tz s u ii d Sterling einstimmig aiigcnominen. London, 11. Tezember.(W. T. B.) Unterhaus. Bei Einbrin- gUNg der geforderten Kredite in Höhe von 100 Millionen Pfund schätzte Bonar Law die Gesamtausgabe des Finanzjahres 1916/17 auf 1015 Millionen Pfund. Das Wachsen der BlnSgaben, die jetzt täglich 5 Millionen 710 000 Pfund betrügen, sei in der Hauptsache daraus zurückzuführen, daß die Anleihen an die Alliierten und die überseeischen Dominions, die jetzt ihre Ausgaben selbst finanzierten, 400 000 Pfund täglich zugenommen hätten. Diese Vorschüsse seien ebenso gut zu den KricgSauSgaben zu rechnen, wie die bei der AuS- rüstung der eigenen Truppen entstehenden Ausgaben. Tie Schnellig- keit, mit der man den Krieg zu einem siegreichen Abschlüsse bringen könne, hänge zum großen Teil von dem Umfang ab. in welchem die Hilfsmittel der Alliierten an Menschen, Geld und Munition dienst- bar gemacht und der gemeinsamen Sache zugeführt werden könnten. Bonar Lato machte sodann Ausführungen über die ungeheure [unahiue der Munitionserzeugung, wobei er sagte, wenn er die [ahlen ßür 1913 und für heute angeben könne, so werde der Unter- chied beinahe unglaublich erscheinen. Er erklärte sodann, es � seien bei dem Posten für verschiedene Ausgaben erhebliche Ersparnisse ge- macht worden, besonders mit Bezug auf Lebensmittel und Eisen» bahnen in Großbritannien. Tic Gesamtausgabe seit KriegSbegiiiii betrage drei Milliarden 852 Millionen Pfund, was eine geioaltige Zahl sei, doch halte er sie nicht für erschreckend. Er glaube, daß England seine Ausgaben in demselben Grade lange genug fortsetzen könne, um den Feind zu schlagen. Es würde nicht an finanziellen Gründen liegen, wenn England den Sieg nicht erlangen sollte. Drei ffcbeiterparteiler englische Unterftaatssekretäre. Amsterdam, 15. Dezember.(W. T. B.) Einem hiesigen te wird aus London gemeldet, daß drei Arbestcrpartciler zu Untcrstaatssekretärcn'in der neuen Regierung ernannt wurden. Bracc bleibt parlamenktirischer Unterstaatssekretär für innere Blngelcgenheiten, Roberts wird Parlaments- sckrctär des HandcISamtes und Watsch„Junior-Lord" des Schatzamtes.__ tzenüersons �unentbehrlicher /lsquith�. IX. Am 1. Dezember sprach Brtur Henderson, damals noch als PeiinonSministcr, in einer Arbeiterveriamnilung in Northampton. Er eröffnete hiermit die Agitationstour für den Krieg, um dcr Friedenspropagnada dcr I. L. P. entgegenzuwirken. Es ist intci- essant zu sehen, wie er— wenige Tage vor dem Sturze des Koalition-» iiiinisteriumS über dieses dachte. Er führte au-: „Im Lande herrscht viel Ulizusiiedenbeit über die Kriegslage. ES gibt Leute, die der Ansicht sind, daß die Biegierung bierfür verantwortlich sei. Der Zweck meines Besuches in Norrhaniwoir ist, euch zu ersuchen, euer Vertrauen nicht nur dem Ministerium weiter zu schenken, sondern auch der heiligen Sache, der wir feit 28 Monate» unser Bestes gegeben haben. Ich bitte euch, mir eine Bolschaft der Ermutigung an Herrn A-quilh initzugebcu, denn ick darf ohne weiteres sagen.... daß Herr Asquith der u ii e ii t b e h r! i ch e Mann ist, um uns bis zu Ende dieses Krieges zu führen und erfolgreich zu führen." Sechs Tage nach dieser Rede war Henderson Mitglied eines Kabinetts, daSden unentbehrlichen Mann über Bord geworfeil hatte. Sehr große Meinungssesiigkeit verrät ein solches Auftreten nickt, wenn mau schon davon absieht, eS auf eincn Eharakierfehler zurück« zuführen. Sozialistische /taträge in öe? letzten Geheimsttzung öer französischen Kammer. Die„Humanite" vom 9. Dezember 1916 bringt die An- träge— oder sogenannte„Tagesordnungen"— dcr Mehr« heil und Minderheit der sozialistischen Fraktion beim Absästust der geheimen Beratungen dcr französischen Kammer. Ter Antrag der Mehrheit, unterzeichnet von Renaudck und Genossen, lautet: „Die Kammer ist entichlosien, den Krieg, den die Mittelmächt« Europa auferlegten, ohne Wanken fortzuführen, bis Deutickland und dessen Verbündete ausdrücklich die Bedingungeir angenommen haben, die für einen dauernden und organisierler» Frieden nölig sind, der die Unabhängigleil der Völker und das Gleichgewicht der Welt sickert. Sie nimmt in dieser Hinsicht Kenntnis von den Erklärungen des Ministerpräsidenten sowie von den Beschlüssen der Regierung über die Umgestaltung des Oberbefehls und über die Bildung eines Kriegsausschusses. Sie beschließt: Es wird der nationalen Verteidigung ein krait, voller Anstoß gegeben durch die Konzentralion dcr Machtbefugnisse. durch die Vereinfachung des politischen und verwaltendeir Apparats, durch Feststellung der Veraniworilichkeiten und Anordnung dcr Verordnungen auf militärischem und zivilen: Gebiete. Die Kammer ladet die Blsgierung ein: 1. Eine National« Versammlung einzuberufen, um dem Lande das Mittel zu geben, seine Kriegsversasjuiig zu begründen; 2. zusammen mit den Verbimdefeif die Einbeiflichkeit der diplomatischen Auffassungen falsächlick zu verwirllichen, um zu einer Ein« heitlichkeit der miliiärische» Aktion zu gelangen; 3. die inefbobn-vs Anwendung und Vergemeinschasfung(rniss en commune) der Bestände au Menschen, au Material, an Subsidien, an Opfern sollen in ernster Weise im KeiegSplan vorbereite: werden." Dcr Slntrag der Minderheit, unterzeichnet von Eompöre« Morel, Preffemane, Longuet, Mistral, D c g u i s e usw. lautet: „Die Kammer bedauert die Fehler, die sowohl auf mili« tärischenr wie diplomalischenr und wirtschafttichem Gebiete in dcr Kriegführniig begangen worden sind.— Fehler, die zum Ergebnis haben, daß Verluste verursacht worden sind, die zum Teil hätten vermieden werden lönnen. Sie spricht bewegten Herzens ihren Dank den Truppen aus, deren übermenschlicher Heldenmut in glorreicher Weise die Freiheit Frankreichs und der Well gesichert bar. Sie ladet die Biegiernng ein, kraftvolle und geeignete Maß« regeln zu ergreifen, um 1. die nationale Verteidigung aus das Höchstmaß zu steigern durch eine bessere Ausnutzung aller Hilft« quellen des Landes; 2. die Vergemeinschaftung der Bestände an Menschen und Material, über die die Alliierten verfügen, durchzu« führen, insbesondere die Einheit der Wehrpflicht, um eine Gleich« hell der Opfer durchzusetzen; 3. eine den republikanischen lieber- lieierungeu entsprechende innere Politik zu treiben; 4. die nötige Uebcreiiistiminung unter den Alliierten zu erlangen, um den Völlern der Entente die Kriegszitle zu verkünden, die auf der Befreiung. dem Blecht und der Unabhäiigigleit der Völker begründet sind, und um eine Gemeinschaft der Btaiionen herzustellen, die so organisiert ist, daß hierdurch die Wiederkehr der Gewalt« und Angrifftpolitik verbindert wird. Schließlich: nn, die Verantwortlichkeit für dis Verlängerung de- Krieges auf diejenigen Nationen zu legen, die diese wesentlichen Grundsätze nicht anerkennen, erklärt die Kammer. daß sie sowie die verbündeten Regierungen jeden allgemeineir Verschlag über Friedensvermittlung entgegennehmen werden, der ans diesen Grundsätzen beruht, wobei es selbstverständlich ist. daß sie an die Möglichkeit eines Friedens nicht denken kann, der die Gebietsuiivcrsehrtbeit Frankreichs, Belgiens, Serbien? und Nu« inänieirs nicht rückhaltlos achtet; über E l s a ß> L o t h r i n g e n. dessen Btiickkehr zur sraiizvsischen Nationalität wir wünschen, soll sofort eine Untersuchung durch ein Schiedsgericht vorgenommen werden." Ein dritter Antrag wurde vom sozialistischen Abg. Lebey eingebracht, dcr aber nur eine kurze Zusammenfassung des Antrags Renaudcls ist. Die Kriegssinanzen Italiens. Rom, 15. Dezember.(Stefani.) In der Kammer erklär!« Finanzminisler E a r c a n o, daß die Ausgaben des am 30. Juni 1916 abgelaufenen Finanzjahres 10 625 Millionen Lire, darunter 7365 Millionen Lire direkte Kriegs- ausgaben, betragen haben. Die Einnahmen beliefen sich auf 3734 Millionen Lire, die Anleihen auf 6l23 Millionen Lire, der Fehlbetrag aus 768 Millionen Lire. Die wirtschaftlichen Ver- Hältnisse seien sehr gut und die Teuerung sei geringer als in anderen Ländern. Tie Gesainteinlagen in den Sparkassen über- stiegen heute bei weitem achr Milliarden Lire. Ter Noten- umlauf habe seil 31. Oktober 1915 um 119 Millionen Lire zu- genommen, außer den für SlaatSrechiiung ausgegebenen Noten, die hauptsächlich für Getreideeinkäufe Verwendung fänden. Dte Metall« reserven beliefen sich aus 1702 Millionen. Lugano» 15. Dezember.(T. ll.) Anläßlich des Friedensange» boteS hebt der„Avnti" aus dem Budget Hervor, daß der Krieg Italien bereits 20 Milliarden gekostet habe ungerechnet aller jener Verluste, die nicht als direkte Kriegsunkosten bezeichnet werden können. Italiens Passiven für 1916/1917 betrügen 4860 Million«: Lire. Das öanifthe Volk für den verkasf öer westinöisihen Znfeln. Koyrnhagr», 1�. Tkzkinbkr.(W. Z.?.> Bei i>rr hrutiarn Bolt-�bstimiitting über die �blrrtniii, dcr �inisch-ivrstindisch?» Ä»s?l-.l au die Bcrcnugjcn Ttaatcu stimmten Z8YIZ?t siir uuv 1�7 Ä!X> gegen die Abtretung. D!L, Frage ist alt: Bereits einmal wurde unter einem Mini- ftcnum der lliechtcn der Bcrfmif debattiert, und es sind gerade mcucrdingS allerlei erbaulich« Tatsachen a»S Licht gclannncn über d>e danialige Finanzierung und Lancierung de» Planes. Däne- iiMti dar mit diesen Kolonien nichts anzufangen gewußt, sie waren eine Last für das kleine Land, sie hatten keine EntWickelung, und die Lage der Eingeborcnci� �— wenn man diese ehemals importier- teu Negersilaben so nciv'.en will— war weder befriedigend noch aiuzsichtsvoll. Für die.'Aereinigtcn Staaten aber haben die Inseln ako Flottenstützpunkt für den Panamakanal und Basis im West- indischen Jnsclmcer vfscubar erheblichen Wert. Sic wollen 10« Mülimicu Tollar dafche zahlen. Sicherlich hat der Uankee auch genügend dafür gesorgt, daß die leicht becinslußbare Negerbevölkc- ruiig sich eine goldene Zukunft unter der neuen Herrschaft der- spricht. Tie Stimmung auf den Insel u— besonders auch unter der Arbechetvevolkerung—• war jcdcusalls für den Verkauf. Tie an sich nicht gerade erhebliche»lud für Dänemarks Eni- tvickekwlg gewiß durchaus sekundäre Frage hatte beinahe zu einem Minu'.erslurz in dem Lande geführt, das mit kluger Hand allen Komplikationen des Weltkrieges sich cutzieheu konnte. Tie natio- uole Ueberhitzung kleiner Schichten, die im Trüben zu fischen «gedachten, die Hetzerei einer gewissen Presse und das Spiel der Rechten wie der Linken, die beide dabei an Stelle der von de: «ozialdemokoatie gestützten Radikalen ans Ruder zu kommen hofften, schienen eine Zeitlang die innere Ruhe Dänemarks er- heblich yi bedrohen. Aber man besann sich unter dem Druck der Kriegslage rechtzeitig, mied jedes Experiment und das radikale Miil�eriuiil blieb an der Regierung, verstärkt durch Minister aus "llep. anderen Parteien, auch aus der Sozialdemokratie. Statt m�e Neuwahl des Parlaincuts auszuschreiben, hatte über den selv:rkauf eine V o l k s a b st i in in u n g zu urteilen. Zum erstell Male kam bei dieser Gelegenheit in Dänemark tdic Vollsabstimumng zur Anwendung. Zum erstenmal stimmte auch wirklich da» Volk ab— das neue VersafsuugSgesetz trat bujci in Kraft: Männer und Frauen, die das L9. Jahr bollendct hatten, waren stimmberechtigt. Man schätzte ihre Gesamtzahl ans 1209 000 biH 1300 000, wovon dann allerdings nur etwa ein Drittel sich an der Abstimmung beteiligt hätten. Die B/flkSabstimiiiuiig hatte die Frage des JnselvcrkaufS moralisch �n entscheiden, das letzte Wort hat der Reichstag. Jnsofipcn, liegt auch nur ein Sieg des Prinzips vor. * 1; Hahrg.— Vettaz der„Arbeikerpotitik", Bremen.."...• SozialkNlgienische Mitteilungen für Baden. 1. Jabrg. Hesb l. Herausgegeben von der Badtjchen Geiellichast für soziale Hygiene. Jährlich (1 Nummern) 1 M. ffiefchästsstelle: Karlsruhe i. B., Hcrreusir. 34. «Ol»- UKON Begehrtes �fhnachisgescheitkJ Die Voll kommenheit uns er er Erzeugnisse sfempeln Joseffi zxl Quölifacks- Marken � Rester- 1 HandEung. Kammgarne, Tuche, Cheviots, blau und farbig1. Ulstersioffe, Plüsch, Lammet, Moderne Kostüm- u. Rockstoffe. Taffte, Seiden, in schwarz und farbig, zu Kostümen, Mänteln, Kleidern u. Blusen. Riesenauswahl i. Stoffen für Herren- und Knaben- Anzüge.* Damen- Konfektion. 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Aus der Fülle der Stimmen können wir nur einzelne Bei- spiele herausziehen. „Dresdener V o l k s z e i t u n g": TaS Friedensaugcbot, das der deutsche Reichskanzler in der gestrigen Reichstagssttzung an die feindlichen Mächte richtete, er- füllt die Millionen des deutschen Lölkes mit Freude und tiefster Genugtuung. „M e ck l g n b u r g i s ch e V o l k s z e i t u n g": Die heißesten Wünsche des deutschen Volkes begleiten diesen Akt der Dkachthabcr des Vierlmudes. „M ü n ch e n c r P o st": Das ist— leider— noch nicht der Friede, wohl aber ein erster und fester Schritt zu diesem Ziele. „D o r t m u n d e r A r b e i t e r z e i t u n g": Zum größten militärischen Erfolg hat es(Deutsch- land) den größte!', moralischen Erfolg gefügt.... Es wäre frivol, den Frieden abzulehnen. In diesem Falle würde das deutsche Volk weiter seine Pflicht erfüllen— erfüllen müssen. Alle Kräfte, alle Energien sind für diesen Fall gesammelt und es wird gewiß nicht gelingen, Deutschland niederzuringen. „Karlsruher Volksfreund": Ter Entschluß der Mittelmächte, die Friedenshand anzu- bieten, wird in der ganzen gesitteten Welt mit aufrichtiger Genugtuung aufgenommen werden.... Die Schuldfrage soll im gegenwärtigen Moment nicht erörtert werden, sondern nur � die Frage: Wie kann diesem entsetzlichen Gemetzel endlich einmal ein Ende bereitet werden? „S ch w ä b l s ch e Tagwacht"(Stuttgart): Die deutsche� Regierung hat sich entschlossen, da? zu tun, was von der Sozialdemokratischen Partei und Presse immer und immer wieder— zuletzt auch nach der Einnahme von Bukarest— verlangt worden war, aber von den „unentwegten" Heimkriegern und Ileberannexionisten als u n- denkbar und unmöglich zurückgewiesen wurde. „Schwäbische V o l k s z e i t u n g"(Augsburg): Das seinerzeit aus der Mitte der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion gefallene Wort, daß es Sache des Starken sei, die Hand zum Frieden zu bieten, konnte nun sicher ohne jede Gefahr einer Mißdeutung seine Erfüllung finden. „Rheinische Zeitung"(Köln): Der 12. Dezcinbcr 1916 ist zu einem Tage der Tat gc- worden, der in der Geschichte dieses Krieges ewig denkwürdig fortleben wird. Diese Tat muß Folgen haben. Der Hohn der Vierverbandspresse, daß Deutschland um Frieden winsele, das Geschwätz von den„deutschen Friedensschnorrern" mag sich heute, morgen und übermorgen wiederholen, schließlich aber wird es verstummen müsset, vor der gewaltigen Wucht des nwralischen Erfolges des deutschen Angebots, „Volksbote"(Stettin): Die Friedenskundgebung hat im Reichstage wie im Lande stürmische Zustimmung gefunden und wir sind nicht im Zweifel, daß sie bei den Völkern im feindlichen Auslaiide mit eben solchem stürmischen Jubel begrüßt werden wird, ob sie aber bei den feindlichen Regierungen die gleichen Gefühle auslösen wird, das erscheint uns zunächst zweifelhaft. „Sächsisches Volksblatt"(Zwickau): Mit großer Freude und tiefer Genugtuung aber wird das deutsche Volt aus dieser Rede vernehmen, daß die Zcntralmächte im ruhigen Bewußtsein ihrer Stärke und nach dem Erfolg, der immer wieder gelungenen Abwehr selbst der gewaltigsten feind- lichen Anstrengungen den ersten Schritt zum Frieden getan und einigen neutralen Mächten das Friedensangebot an die Gegner zur Uebermittlung überreicht haben. Lebhaft diskutiert wird in der Mehrheitspresse auch die Frage der in der Note angedeuteten F r i e d c n s b e d i n- g u n g e n. Wenn auch hier und da eine eingehendere For- mulierung für wünschenswert gehalten wird, so ist doch die übereinstimmende Ucberzeugung, daß diese Frage nicht cnt- scheidend sein kann, da es sich zunächst darum handelt, ob unsere Gegner überhaupt mit uns verhandeln wollen. „Volksblatt"(Bochum): Andererseits können wir aber nicht zugeben, daß, wie die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft in einer Erklärung behauptet, das Friedeusaugebot nichts bedeute, wchl die Bedingungen nicht genannt seien.... Unsere Feinde müssen jetzt fragen: was bietet ihr? und wir können dann ant- warten, woraus sie zustimmen oder ablehnen können. Daß wir sie nicht vernichten und entehren wollen, haben sie schon oft gc- hört. Würden unsere Unterhändler aber unerhörte Zumutungen stellen, die schmachvoll für den Feind wären, etwa wie ver- schiedene konservative, nationaUiberale und klerikale Politiker sie schon zum Ueberdrutz bekanntgegeben haben, dann wäre für die Sozialdemokratie der Zeitpunkt gekommen, wo sie die reinliche Scheidung zu vollziehen hätte. „V o l k z e i t u n g"(Mainj): Bestimmte Friedensvorichläge haben die Zentralmächte nicht gemacht. Man könnte der Meinung sein, daß dadurch der Wert des Angebots gemindert sei. Aber man darf anerkennen, daß es zwingende Gründe sind, die alles den Verhandlungen überlassen wollen. Vielfach weilen auch die Gedanken bei den Sozialisten der mit uns kriegführenden Länder. ..Volkswacht"(Breslau): Die deutsche Sozialdemokratie hat ihre Pflicht getan.... Nun, Ihr Brüder im feindlichen Ausland, jetzt seid Ihr an der Reihe, tut Eure Pflicht bei Euren Negierungen, in Eurem Lande, damit der Stern Bethlehems in neun Tagen über den Hütten Europas scheine I «V o l k s st i m m e"(Magdeburg) u. a.: Uns bangt in diesen Tagen, die mit der größten Eni- scheidung der Weltgeschichte schwanger sind, um die Sozia- listen jenseits der Front. Mögen sie den rechten Weg finden und uns ein Werk vollenden helfen, auf das die Mensch- heit stolz sein kann! Allgemein über die Folgen einer Ablehnung deZ deutschen Friedensangebots sagen „Lübecker Volksbote": Wir können es nicht glauben, daß sie(die feindlichen Staats- männer) ein solches Verbrechen an der Menschheit begehen und dadurch weitere unerhörte Blutschuld auf sich laden werden. Sollten wir uns aber täuschen, dann dürfte das deutsche Friedensangebot in den gegnerischen Ländern die Friedensbe- wcgnng derart stärken, daß die gekrönten und ungekrönten Ver- brccher an der Menschheit von dem Sturmwind deS Friedenswillens hinweggefegt werden. „V o l k s b I a t t"(Harburg): Lehnen die Gegner in ihrer Gesamtheit das deutsche An- gebot rundweg ab, dann tragen sie vor der Geschickte die fureltt- bare Verantwortung für die Fortsetzung des Krieges und Deutschland kaiin mit reinem Gewissen seinen VerteidigungS- krieg fortsetzen; denn dann tritt dieser Krieg als ein Ver- tcidigungskrieg für uns nur um so deutlicher zutage. „N i c d e r r h c i u i s ch c A r b e i t e r z e i t u n g"(Duisburg): Wenn aber die Entente sich weigert, zu den Friedens- Verhandlungen zu kommen, zu denen sie eingeladen ist, so zeigt sie, daß sie den Frieden nicht will. Dann wird sich zeigen, daß der Reichskanzler recht hatte, als er sagte, daß hinter unseren Heeren das arbeitende Volk stebt und daß in der letzten Hütte jedes deutsche Herz aufs neue aus- flammen wird im heiligen Zorn gegen die Feinde, die um ihrer Vernichtungs- und Erobcrungsabsichten willen dem Menschenmord keinen Einhalt tun wollen. Daß der Reichstag mit Mehrheit beschloß, sich der Debatte zu enthalten, wird als Förderung der praktischen Friedensarbeit beurteilt. „Chemnitzer V o I k s st i m in c": Wir heißen diesen Beschlutz gut. denn es konnte kein Wort gesprochen werden, das dem Zustandekommen des Friedens gedient hätte. „Hamburger E ch o": Der Beschluß der ReichStagsmehrheit, zu der auch die so- zi aide m akratische Fraktion gehört, hat verhütet, daß die Klarheit der Kundgebung getrübt wurde. „M a n n h e i m e r V o l k s st i in in e": Deshalb begrüßen selbst wir, die wir allzeit Macht, Ein- flnß und Ansehen der Volksvertretung zu heben uns bemüht habe», begrüßen es, daß die von den Konservativen, Arm in Arm mit den Bassermann-Liberalen, erstrebte Besprechung der Kanzlerrede, die nach den politischen Anschauungen und Wün- scheu dieser Parteien selbst bei größter Vorsicht in einer Durch- kreuzung oder zumindest Abschwächung der Wirkung der Aktion gemündet hätte, dank einem Beschlüsse der Mchrheitspartcicn unterblieben ist; und beklagen es, wieder einmal die Sozial- demokratische Arbeitsgemeinschaft(ans sicherlich anderen Mo- tiven heraus, aber mit derselben Wirkung) in unpolitischer Verranntheit in der Gefolgschaft der Westarp und Bassermann sehen zu müssen. Die Minöerheitspresse ist gespalten! Cs ist sehr beachtenswert, daß ein nicht unerheblicher Teil der allgemein zur Minderheit Haltenden Presse den Schritt der deutschen Regierung ebenso lebhaft begrüßt wie die Mehrheitsblätter. Z. B. schreibt unter dem Titel„Das Weihnachten für Europas Völker" die „Erfurter Tribüne": Unsere grundsätzliche Stellung zum Krieg, unsere Aus- fassung über die grössere und kleinere Mitschuld am Kriege tritt heute naturgemäß ebenso zurück, wie wir uns auch nicht durch unsere republikanische und demokratische Aus- fassung irritieren lassen, den Monarchen und ihren Beratern in den Mittelmächten unsere Rner- kennung und Dank auszusprechen für den ersten Schritt zum langersehnten Frieden! Unter dem Titel„Ein deutscher Sieg" schreibt die zwischen Mehrheit und Minderheit stehende „Fränkische Tagespo st": Teutschland und seine Verbündeten haben den Frieden an- boten. Mit voller Genugtuung sagen wir das. Mag man »och ein Jahrhundert zanken, wer den Krieg begonnen, und dabei zu keinem Resultat gelangen, weltgeschichtlich unbestrcit- bar ist die Tatsache, daß das Tcutschc Reich den Frieden ange- boten hat. Das ist ein deutscher Sieg, ein Sieg, schwerer als viele andere, denn ein Sieg über sich selbst. „E s s c n e r A r b e i t e r- Z e i t u n g": Wir begrüßen diesen ersten entscheidenden Schritt, der zum Frieden führen könnte. Wir wünschen und hoffen, daß die Gegner ihn nicht abweisen, sondern ihn zum Anlaß von VerHand- luugeii nehmen. Ist dieser zweite Schritt getan, dann müssen die anderen folgen. Geschieht dieser zweite Ähritt nicht, erkundigen sich die Gegner nicht nach den Friedensgrundlagen, wie die Mittel- möchte sie sich denken, dann müssen wir uns mit der ernsten Tat- sache abfinden, daß der Kampf noch weiter gewaltige Opfer von den beteiligten Völkern fordert, lieber die Schuldigen an einem solchen unnötigen Fortgang des grausigen Krieges wird die Ge- schichte ihr Urteil sprechen. „N ordhäuscr V o l k s z e i t u n a": Das deutsche Volk atmet auf. Dämmert eS und tagt ein neuer Morgen, der den Tag der Völkerverstälidigung bringt? Der Aitfang der Zeit, da die Btütc der Völker sich nicht mehr in dem Bestreben des gegenseitigen AbschlachtenS gegenüber liegen? Wir hoffen und harren auf die Erfüllung dieses Verlangens. „B e r a i s ch e Ar b e i t e r sti m m e": Bis zu dieser Stunde kennen wir den Inhalt der Kanzler- rede noch nicht, wir wissen noch nichts von den Bedingungen, die der Vicrbund vorschlägt. Tie Forderungen der A ll d e u Ff che» hatte der Kanzler immer a d g e l c h» t, und es ist zu Höften, daß sie nicht zur Grundlage für Verhandlungen vorgeschlagen wurden, denn sie scheinen uns keine Vcrhandlungsbasis zu sein. Ter Kanzler hat sein Einverständnis mit den Vorschlägen von englischer und französischer Seite auf Bildung eines Völker- Hundes erklärt. „R e m s ch e i d c r A r b c i t e r- Z c i t u n g": Mit dem innigsten dringenden Wunsche wird die Hoffnung im Vaterland geteilt: Möge das Ziel, der Friede, erreicht werden! „Reu ß isch e Tribüne": Von deutscher Seite ist also die Hand geboten worden, um dem grauenvollen Kriege, dem Zerstörer europäischer Zivilisation und Kultur, der blutigen Zerfleischung der Völker, ein Ende zu machen. Der andere Teil der Minderheitspresse verlangt vor allein die F r i e d e n s b e d i n g u n g e n zu kennen, che er sein Urteil abgibt: „Volksblatt"(Halle): In der wirkungsvollen Form ihres Vorgehens hat sie(die deutsche Regierung) sich als Meister erwiesen. Nun bleibt die Frage des Erfolges! Sie ist nicht an die Form gebunden, sondern an den Inhalt des Vorschlages. Auf ihn kommt es an! Weiter aber heißt es: Gleichviel: eine Antwort müssen England und Frankreich und Rußland geben, dazu sind sie verurteilt. Lehnen sie Friedensver- Handlungen oder das Stellen einer Vorfrage nach den deutschen Bedingungen grundsätzlich ab, so würde das bedeuten, daß sie erst militärisch eine andere Vorentscheidung wollen, als sie die Kriegs- karte jetzt aufzeigt. Da? wäre ein verbrecherisches Bekennen zu weiterem unabsehbaren Blutvcrgicsine zu einer Verurteilung der kämpfenden Völker zur Verzweiflung. „L c i p z i g e r V o l k s z e i t u n g": Die Regierungen des VierbundeS haben den Zeitpunkt, an dem sie den gegnerischen Mächten ein Friedensangebot machen, gut gewählt.... Aber es fehlt in der Kundgebung das. was erst eineii dauernden Frieden gewährleisten kann: der deutlich aus- gesprochene Verzicht auf Aunexiouen. auf die Vergewaltigung fremder Nationen, der feste Wille, an der Abrüstung und au dem Ausbau schiedsgerichtlicher Institutionen zur Vermeidung küiifti» gcr Kriege mitzuarbeiten. „B r a n n s ch w e i p e r V o l k s f r e n n d": Hat er(der Kanzler) Vorschläge irgendwelcher Art bekannt- gegeben, aus denen ein Friede geschlossen werden soll? Mit nichten! Er meinte nur, daß die Vorschläge, die die deutschen Unterhändler mitbringen würden, darauf gerichtet sind, Dasei», Ehre und Entwicklungsfähigkeit der Völker des VierbundeS zu fördern. Ein solches Angebot ist sehr dehnbar, und es ist frag- lich, ob es in der Tat die geeignete Grundlage für die Anbahnung von FriedenSunterhandlungne bildet. Ein Teil der Minderheitsblätter schließlich befolgt die Taktik, das Friedensangebot möglichst nebensächlich zu be- handeln. Ter Gothacr„Generalanzeiger" bringt z. B. am 14. Dezember die Erklärung der Sozialdemokratischen Ar- beitsgcmciiischaft— sonst kein Wort über das Echo des Friedensangebots oder irgendeine Würdigung. politisitze Uebersicht. Tie natiouallibcralen Volksrcchtsrettcr. Die Ablehnung des Antrags Bassermann- Westarp auf sofortige Besprechung des deutschen Friedensangebots im Reichstag erfährt ein Nachspiel. Der Vorstand der national- liberalen Reichstagsfraktion erläßt in Ausführung eines einstimmig gefaßten Beschlusses der Fraktion eine Art Be- s ch lv e r d c s ch r e i b c n an den Reichskanzler. Sein wcscnt- sicher Teil lautet: Sowohl in der polnischen Frage als nunmehr in der Frage des Friedensangebotes ist der deutsche Reichstag vor voll- endete Tatsachen gestellt lvordeii, ohne das;_ ihm zuvor Gelcacnheit gegeben wurde, seine Anficht zur Gellung zu bringen und bei der Löiung der Fragen »lilbcstimmcnd oder auch nur inilberateud zu wirken. Dieie Ausschaltung des NcichstageS scheint auch bezüglich der FricdenSbcdingimg'cit bereits vollendete Talsache zu sein, denn die an unsere Feinde gerichtete Note vom 1?. Dezember enthält den Satz, daß die vier verbündeten Mächte zu den FriedcnSverhand- lungen Vorschläge milbriilgen weiden, die nach ihrer Ileberzeugung eine geeignete Grundlage für die Herstellung cineS donerbanen Friedens bilden. Die Fricdcilsbedingnngen stehen also fest; sollten sie von unseren Feinden angenoinmcn werden, so stünden wir vor der Tatsache, daß dem deutschen Volk ein Frieden beschert würde, bei dessen Gestallung es mit keinem Worte hätte», i t- wirken können. Der Gedanke deS letzten Satzes wird dann noch mehr- fach unterstrichen und immer wieder das Recht d e S Volkes betont, angesichts der bewiesenen Opferwilligkcit bei der Gestaltung deS Friedens mitzusprechen. Die Weise ist uns nicht neu. Wir hörten sie schon bei den Z e n s u r d e b a t t c n im Reichstage, nicht zuletzt am Tage des großen Sturmes der Kanzler- II- B o o t- F r o n d c im Juni. Damals waren es auch die W c st a r p, Grase, Hirsch(Essen), die mit Verve als die Schützer der Meinungsfreiheit austraten. Wir haben ihnen mit fröhlichem Lachen geantwortet, denn wir wußten, daß eS den Herren gar nicht um eine allgemeine Meinungs- freiheit zu tun war, sondern nur darum, daß sie, die„wahren Patrioten", ihre spezielle Meinung zur II- B o o t- frage äußern könnten. Und genau so, womöglich noch im verschärftem Maße. verhält es sich jetzt. Den Herren war und ist es darum zu tun, den Eindruck der Kanzlerrede, den sie(wir geben zu in gutem Glauben) für schädlich halten, abzuschwächen und damit gleichzeitig ihre ans Einverleibung größerer Gebietsteile gehende Kriegs Politik zu stärken. Die VolkSrcchte sind, genau wie bei den Zensurdebatten, nur der geschickt gewählte Sturmbock, der Bahn brechen soll für Pläne, die unseres Er- achtens durchaus nicht im Interesse des Volkes liegen. Von dieser Ansicht können uns auch nicht die Beteuerungen der„Siationalliberalen Korrespondenz" abbringen, die der Auffassung entgegentritt, als habe der Antrag Bassermann eine sachliche Gegnerschaft zu der Friedcnsaktion der Reichsleitung darstellen sollen. Die„NationaUiberale Korresp." behauptet, der Antrag Bassermann wolle nur ausdrücken, daß der Reichstag nicht bloß dazu dienen soll, eine Kundgebung des Reichskanzlers schweigend cntgegenznnehinen. Sic erklärt aber selber, daß die Fraktion davon ausgegangen sei,„durch die Betonung des uiibeugsameu Willens des deutschen Volkes zur siegreichen Durchsührnng des Krieges" den Eindruck der Kanzlerrede zu„ v e r st ä r k e n". Eben diese Verstärkung halten wir für bedenklich und wissen, was damit gemeint ist. Ebenso hätte die„Sozialdemokratische Arbcitsgcmeinschast", die doch bei den Zensurdebatten sehr wohl das Spiel der Alldeutschen durchschaute, es auch diesmal durchschauen und verhindern helfen dürfen. Delbrück und die Zllldcutschen. Zu dem deutschen Friedensangebot hol Prof. Hans Del« brück, der sich zu den Freikoirservativen rechnet, im roten„Tag" einige nicht uiiintercssante Ausführungen gemacht. U. a. halte er geschrieben: Indem der Kaiser mitten in, Siegeslauf das Angebot gemacht hat, hat er auch kundgetan, daß er zwar einen unseren Ersolgen, uniercr militärischen Stellung und unserer Zuucrsichl entsprechen- den, aber auch einen für die Sicherbeit nnd Ehre der feindlichen Nationen annebmbaren Frieden in Aussicht nimmt, und bei dieser Absicht hat er die ungeheuere Mehr- heit deS Volkes hinter sich. Auch bei uns gibt es ja Heißsporne, die die zulünftige Sicher- bcit Deutschlands nicht ander? als in Erobernng zu finden glauben, und sie haben nicht ganz unerhebliche Teile d e§ V o l k o s hinter sich. Aber die maßgebende Vorstellung ini Volle ist doch immer geblieben, daß wir einen V e r t e i d i» gungS krieg führen, nnd die bloße Tatsache, wie wir uns gegen eine Welt von Feinden behauptet haben, hat ein solches Kraslbewutzticin geschasscn, daß wir ohne jede Furcht der Zukunsl entgegengehen kömicn. auch wenn der Friede uns nicht mit so sebr weseiulichcu materiellen iicucn Machtgebieten ausstattet. Ich will leine Einzelheitcii nennen, sondern nur hinzusügcn, daß ich nur eine Stelle sekie, wo unS vermutlich ein starker Widerspruch ent- Sicaentreten wird und wo wir doch unbedingt fest bleiben müssen, das ist Kurland. Am Schluß der Ausführungen heißt ei: Wie schließlich die Entscheidung fallen wird, ist unberechenbar: von der deutschen Politik darf man sagen, daß sie aus jeden Fall einen g e r a d e z u g eni a l eu Z u g vollführt hat, indem sie mitten im Siegeslaufe ihrer Heere dieses Friedensangebot machte. Mit diesen Aeußerungen hat Herr Delbrück den Zorn der «Deutschen Tageszeitung* und ihres Herrn Reventlow auf sich gezogen. Dieser kanzelt in einem Artikel.Die Gemäßigten hüben und drüben* Herrn Delbrück gehörig ab. weil er nach feiner lReventlowZ) Ansicht die.Verständigung nach Westen* an- strebe. Eine solche Verständigung sei nur.auf Kosten jeder Sicherheit und Garantie nach Westen und durch das Aufgeben jeder Scegeltung und Freiheit der Meere* möglich. Nichtsdestoweniger ist Neventlow gerade mit der auf Kurland bezüglichen Aeußerung Delbrücks einverstanden, nur ist sie ihm noch zu diplomatisch unbe« stimmt, denn:«Daß Kurland deutsch bleiben muß. ist übrigens für uns eine Selb st Verständlichkeit*. Man kann sich hiernach ein ungefähres Bild von seinem Friedensziel machen. Methode Reventlow. In Nr. 318 des.Vorwärts* erschien ein Artikel des Te- Nossen Scheidemann, in dem es hieß: Gibt es wirklich noch einen so kurzsichtigen Menschen, der tn der Einbildung lebt, der einen Mächtegruppe werde es doch noch gelingen, die andere so vernichtend zu schlagen, daß sie den Frieden diktiert und dauernd die Sicherheit gegen eine Wieder- holung des Krieges geschaffen werden kann? Ein Narr, wer das glaubt, nachdem der Kampf im 23. Monat tobt.... Für Deutschland ist die Abwehr einer ungeheuren Ueber- m a ch t S i e g g e n u g. Am Tage darauf schrieb E. R. in der.Deutschen TageS- zcitung*:■ «Deutschland aber braucht einen deutschen Friede» und will siegen trotz Herrn Scheidemann.* Der„Vorwärts" antwortete in Nr. 317. Er wieberholte den Wortlaut aus Nr. 315 und fügte hinzu: Im Kampf gegen eine ungeheure Nebermacht ist Behauptung Sieg, ist Selbsterhaltung Sieg I Diesen Sieg wollen und müssen wir haben, den halten wir mit blutenden Händen fest, den werden uns die Gegner nie entreißen. Das hinderte aber nicht, daß am 29. November eine Er- klärimg des Bundes der Landwirte erschien, in der ge- sagt war: .Zwar hat der AbgeordnetoMcheidemann verkünden zu müssen geglaubt, daß nur ein Narr noch an den Sieg Deutschlands glauben könne. In vollem, bewußtem Gegensatz zu diesem verwerflichen Worte. usw.* In aller Geduld stellten wir in Nr. 329 des„Vorwärts* nochmals den wahren Sachverhalt fest. Dann war eins Zeitlang Ruhe, die Sachs schien erledigt. In der gestrigen„Deutschen Tageszeitung* hebt E. R. seinen Leitartikel jedoch wieder mit der Leier an: .Als Herr Scheidemann seine hier wiederholt gekennzeichnete Propaganda für einen Frieden auf der Grundlage deS StatuZquo begann, bezeichnete er denjenigen, der an einen Sieg glaubte, als Narren.* Anfangs konnte man an einen leichtfertigen Irrtum glauben. Jetzt müssen wir feststellen, daß die Unwahr- heit, mit der Graf Reventlow hausieren.geht, längst auf- ..gehört hat. objekt. iv. zu sein........... ,t. Ein Narr, wer glaubt, daß Traf Reventlow' davon lassen könnte! Krankenversicherung von Arbeiter« im Auslande. Die vom Bundesrat soeben erlassene V e r o r d- n n n g über Krankenversicherung von Arbeitern im Auslande will in erster Linie verhindern, daß deutsche Arbeiter während einer zeitweisen Tätigkeit in dem von deutschen Truppen besetzten Auslande der Wohltaten der heimatlichen Krankenversicherung verlustig gehen. Sie umfaßt aber auch die Angehörigen verbündeter und neutraler Staaten, wenn sie außerhalb ihres Heimatgebietes in dem von uns besetzten Gebiete arbeiten. Die Ver- ordnung erstreckt den örtlichen Geltungsbereich der Krankenversicherung, der sich grundsätzlich mit dem Reichs- gebiet deckt, auf das von deutschen Truppen besetzte Aus- l a n d, indem sie die dort von deutschen Unternehmern für Heeres- oder Marinezwecke beschäftigten Deutschen. Angehörigen verbündeter und neutraler Staaten in die reichsgesetzliche Krankenversicherung einbezieht. Die Verordnung regelt die Kassenzugehörigkeit; sie bestimmt, daß der Grundlohn sich nach dem wirklichen Arbeitsverdienst des Versicherten bis zu 6 M. für den Arbeitstag richtet. Im Ausland hat die Heeres- oder Marineverwaltung dem Versicherten die Krankenhilfe vor- behaltlich genau bezeichneter� Ersatzansprüche an die Kranken- lasse zu gewähren. Weitere Bestimmungen zur Durchführung der Verordnung bleiben vorbehalten. Die neue Verordnung des Bundesrats beseitigt den unhaltbaren Zustand, daß von deutschen Unternehmern im besetzten feindlichen Gebiete beschästigte deutsche Arbeiter nicht der Versicherungspflicht unterliegen. Das traf nur dann zu. wenn der Betrieb die Aus- strahlung eine» inländischen Betriebes war. Offenbar erstreckt sich die neue Verordnung nur auf die Krankenversicherung. Ebenso wichtig ist die Unfallverficherung der in Betracht kommenden Ar- beiter. Sobald die Verordnung im Wortlaut vorliegt, werden wir sie eingehend behandeln._ Neue VundcSratsverorimungen. Der Bundesrat hak, wie amtlich mitgeteilt wird, eine Reihe neuer Verordnungen erlassen. Ein Teil von diesen betrifft das Nahrungsmittelwesen. So ist die Verordnung über Hülsenfrüchte vom 29. Juni 1916 namentlich nach mehreren Richtungen hin abgeändert worden. U. a. sind die Uebernahmepreise für Hülsenfrüchte der Ernte des Jahres 1917 um je 10 M. für den Doppclzentner er- höht worden.— Eine Verordnung vom 14. Dezember verbietet die Verwendung von salpetrigsauren Salzen bei der Pökolung von Fleisch und der Herstellung von Wurst anstelle deS bisher angewandten, zurzeit aber beschlagnahmten Salpeters. Das salpetrig- saure Natrium, das unter verschiedenen Namen, z. B. als„Aula- Pökelstoff" in den Handel gebracht wurde, ist in hohem Maße ge- sundbeitsschäÄich.— Eine weitere Verordnung betrifft die Ge- schäftsaufsicht zur.Ab Wendung des Konkurse s und eröffnet im Zusammenhange mit einer Neuregelung der Geschäfts- aufficht den infolge des Krieges zahlungsunfähig gewordenen Schuldnern die Möglichkeit eines den Konkurs abwendenden ge- richtlichen Zwangsvergleichs. Nach einer weiteren Bundesratsverordnung tritt die Stem- pelpflicht für im Ausland befindliche ausländi» sche Wertpapiere inländischer Besitzer, die bis einschließlich 23. Februar 1917 ins Inland eingeführt werden, erst dann ein, wenn die Papiere im Inland ausgegeben, veräußert, verpfändet oder zum Gegenstand eines anderen Geschäfts unter Lebenden gemacht werden oder Zahlung darauf geleistet wird, Diese Vergünstigung ist jedoch an die Erfüllung verschiedener Bedingungen geknüpft. Der Landtag des Fürstentum» Lippe ist zum 18. Dezember einberufen worden. Die Tagung wird kurz sein. Es handelt sich hauptsächlich um Bewilligung neuer Mittel für die Kriegsfürsorge. /»US Groß-öerlin. Sie„spieleif Krieg! Man schreibt uns: Durch eine ziemlich breite, wenig belebte Straße stürmen Knaben schreiend hin und her. Zwischen den Stöcken und Stäben, mit denen sie herumfuchteln, ragt ein bunter Zeug- fetzen auf. Sie spielen„Krieg", eine ja keineswegs verein- zelte Erscheinung. Als neueste Errungenschaft pflegt das weibliche Element in der Gestalt von„Krankenschwestern" hinzuzukommen. Die Jungen„spielen" Krieg in ihrer einfachen, selbst- gewählten Zurüstung. Nicht wissend, was Krieg ist, stellen sie ihn in harmloser Nachdichtung dar, wie sie es mit andern Dingen tun und zum Beispiel„Doktor" oder„Lehrer" spielen. Ms unabweisbare Lebensbetätigung wohnt der An- trieb dazu ihnen inne, wobei allein völlig geistestote Ge- schöpfe beiseite stehen. Es fragt sich eben nur, was die Kinder' in ihrer Umwelt wahrnehmen. Krieg aber, oder genauer ausgedrückt, Militärwesen, trat ihnen besonders bandgreif- lich und überdies in farbigem Abglanz entgegen. Sie sahen wehende Helmbüsche, schmucke Umformen, blinkende Säbel und Gewehre, hörten das klingende Spiel, mit dem Soldaten durch die Straßen zogen, und faßten mit dein Wohlgefallen daran den Krieg als freudvoll auf. Mit diesem an sich hat solches Wohlgefallen nichts zu tun. Es entspringt der den Kindern eigenen Farben- und Klangfreudigkeit. Buntem, Glitzerndem, Tonendem jubeln sie wahllos zu. Kein Wunder. Man überfüttert sie mit Bildern, die nicht aus Wereschtschagins Hand hervorgingen und die in„wirkungsvoller Gruppierung" Fahnen, aufbäumende Rosse, kühn geschwungene Degen, siegesbewußt drein- schauende Reiter und Fußsoldaten und dergleichen zeigen, übrigens eine Wiedergäbe, die gar nicht der jetzigen Art und Weise der Kriegführung entspricht. Hier zeigt sich von den Schrecknissen des Krieges entweder nichts oder doch nur ein abgeblaßtes Etwas in malerischer Verschleierung. Nachbil- düngen dessen aber, was Mittel, Träger, Werkzeug all der Schrecknisse ist— Gewehre, Kanonen usw.—, steckt man Kindern als— Spielzeug in die Hand. Ob„militärisches Spielzeug" einfach und ungekünstelt oder in blendender Verfeinerung hergestellt ist, darauf käme es weniger an. Das eigentliche Uebcl beruht darin, daß es überhaupt Kindern in die Hand gegeben ist. Tie vom rein menschlichen � auch ästhetischen— Standpunkt aus selbstverständliche Befehdung des soldatischen Spiel- zeugs steht ja mit Zurüstungen zum Kriege usw. in gar keinem Zusammenhang. Werden immer noch Kriege geführt, so sind Vorbereitungen hierauf unvermeidlich. Dabei hau- delt es sich aber um kein Spiel, sondern um bitteren Ernst. Die Verkehrseinschränkungen. Trotz aller Mahnungen und Anträge hat die Polizei* beHorde bereits gestern bestimmt, daß sofort eine cineinhalb' stündige BerkehrSeinschränkung einzutreten habe. Darauf haben schon gestern die Hochbahn sowohl wie die Straßen- bahnen eine Kürzung des Fahrplans vorgenommen. Auf der Hochbahn gingen gestern abend die letzten Züge teilweise bereits 11.20 Uhr ab, z. B. ab Aleranderplatz nach Fehr- belliner Platz und umgekehrt; ab Warschauer Brücke nach Gleisdreieck um 11.22 Uhr, ab Wilhelmplatz nach Nordring 11.23 Uhr, ab Nordring nach Wilhelmplatz 11.27 Uhr, ab Reichskanzlerplatz nach Bismarckstratze 11.29 Uhr usw., die letzten Züge 11.50 und 11.55 Uhr. Das wäre zu ertragen, wenn man statt der Hochbahn die Straßenbahnen benutzen könnte; aber für sie gilt, wie schon gesägt, das gleiche: Die Straßenbahnen, die bisher um 1 Uhr ihre Abgangsstelle verließen, sollen das künftig schon um 11'/» Uhr. Die Straßenbahn wird der Anordnung dadurch Folge leisten, daß sofort gewisse Verkürzungen des Straßenbahnbetriebes eintreten, daß aber der Anordnung des Polizeipräsidenten frühestens ab 1. Januar 1917 vollständig entsprochen werde. Der Verkehr, wie er jetzt nach 11'/g Uhr nachts besteht, muß nach und nach abgebaut werden. Der sofort in Arbeit genommene neue Fahrplan wird an dem drakonischen Eingriff nichts Wesentliches ändern. Denn, so schreibt der„Lokal-Anzeiger": Alle Gegenvorstellungen der beteiligten Verkehrsinstitute sind mit dem Hinweis auf die notwendige Kricgsmaßregel a b- gelehnt worden. Von diesem Gesichtspunkte aus muß auch das Publikum die neue Ordnung der Dinge betrachten. Es heißt, sich wohl oder übel in das Unvermeidliche schicken. Der einzelne, der auf die Verkehrsmittel angewiesen ist, muß daher danach trachten, l'/z Stunden früher als er es bisher gewohnt war, in seiner Wohnung zur Nachtzeit einzutreffen. Gewiß, das können die Besucher der Vergnügungsinstitute, der Bier-, Wein- und Kaffeehäuser, die ja um diese Zeit in- folge der allgemeinen Schließung ohnedies„beschäftigungslos" werden; aber an alle die vielen, die durch Ueber- und Spät- schichten bis gegen und nach Mitternacht in Werkstatt, Bureau usw. festgehalten werden, hat das Polizeipräsidium offenbar nicht gedacht, nicht daran, daß häufig in drei Schichten gearbeitet wird, nicht an die Angestellten sämt- licher Zeitungen, die am Morgen erscheinen und erst nach Mitternacht hergestellt werden können. Es hat auch keine Rücksicht genommen auf die Tatsache, daß das Verkehrswesen aufs engste verwachsen ist mit dem Groß- Berliner Wohnungswesen. Ganze Stadtgebiete haben als Wohnviertel nur Existenzberechtigung in Verbindung mit den Verkehrseinrichtungen, mit denen sie organisch verwachsen sind. Zahlreich sind die Unternehmen, wo infolge des durch den Heeresdienst stark verminderten Personalbestandes bis in die Nacht hinein gearbeitet wird. Sollen die von schwerer und langer Fron Ermüdeten und dazu dürstig Ernährten nachher noch weite Wege zu Fuß machen? Bei den zu Tausenden in Bettacht kommenden Frauen tritt noch hinzu, daß ihre Wege vielfach dank der Lichtersparnis durch fast dunkle Straßen gehen. Wie sollen die so überaus stark be- schäftigten, weil bedeutend verminderten Aerzte nachts zu plötzlich Erkrankten kommen? Uns fehlt wirklich nicht das Verständnis für das, was durch unabwendbare Ereignisse geboten erscheint. Dieser gewaltsame, plötzliche, rein mechanische Eingriff in das Er- werbsleben aber kann unmöglich aufrechterhalten werden. Daß er nicht in diesem Umfange nötig war, wird avch da- durch bewiesen, daß man bis jetzt mit den Einschränkungen des Vergnügungs-, Kneip- und ReÜamebctriebcs gewartet hat. So wußte es kommen! Kartoffeln sind genug vorhanden, trotz der schlechten Ernte, sie können aber nicht zu den Konsumenten gelangen, weil ein Teil der Landwirte, verlockt durch die am 13. Februar 1917 eintretende Erhöhung des KarioffelpreiseZ, seine Vorräte zurückhält. Als im Herbst die Ernte begann, wurde eine Prämie für die s chnelle Lieferung der Kartoffeln gezahlt, und die Folge war, daß Iln« Massen Frühkartoffeln, die sich bekanntlich nicht lange halten, in die großen Städte versandt wurden und hier verdarben. Jetzt gibt es eine Prämie für die Zurückhältung der Kartoffeln, und wieder sind die städtischen Konsumenten die Hineingefallenen. Der Berliner wird nächste Woche nur fünf Pfund Kar- toffeln bekommen, denen zum Trost zwei Pfund Kohl« r ü b e n hinzugefügt werden sollen. Damit ist das Fiasko dieser von Anfang an verfehlten Preispolitik eklatant erwiesen. Knndenlisten beim Kartoffclbezug. WaS wir gestern als nahe bevorstehend ankündigten, ist bereits heute eingetroffen. Der Magisttat Berlin hat. wie et uns mitteilt, in llebereinstimmung mit fast allen Stadt« gemeinden Groß-Berlins beschlossen, den Verkehr mit Kar« toffeln im Kleinhandel so zu regeln, daß Abgabe und Ent« nähme nur an derjenigen Verkaufsstelle erfolgen darf, in der der Karteninhaber zum Bezüge angemeldet und in eins Kundenlifte eingetragen ist. Die erforderlichen Vorschriften werden demnächst durch die Tageszeitungen wie durch mehrfachen Anschlag an den Säulen bekanntgemacht werden. Es wird jeder Einwohner dringend ersucht,, diese Bekanntmachungen aber auch zu lesen und dementsprechend zu handeln, damit nicht durch Nachlässigkeit dem einzelne» Nachteil und der Gemeinde diel unnötige Arbeit erwächst. Verlorene Lebensmittelkarte«. Eins der unerquicklichsten Kapitel in unserer Lebens« mitielversorgung ist die verlorene Lebensmittelkarte. Wer die Karten verloren hat, oder wem sie, was wohl häufiger vorkommt, gestohlen worden sind, der wendet sich in seiner Verlegenheit an die Behörde um Ersatz und kann durchaus nicht verstehen, wenn diese es ablehnt, solchen Ersatz zu leisten. Die Behörde wäre aber, wie uns vom Charlotten- burger städtischen Pressedienst mitgeteilt wird, nicht imstande, mit den ihr zur Verfügung stehenden Vorräten auszukommen, wenn sie alle Anforderungen um Hergabe neuer Karten bc- friedigen wollte. Das einzige Mittel, sich vor Schaden zu bewahren, ist eben eine größte Vorsicht bei Aufbewahrung der Karten. Erstens trage man nicht alle Karten, vor allem nicht die für die ganze Periode, bei sich, sondern nur die- senigen, die man augenblicklich braucht. Dann aber gebe man beim Einkauf auf seine Karten besser acht. Täglich muß man es erleben, daß Frauen ihre Lebensmittelkarten offen auf ihre Vorräte in den zum Diebstahl geradezu herausfordernden Einkauftstaschen legen oder jedem sichtbar in die Schürze oder das Kleid stecken, wo sie unbemerkt herausgenommen werden können oder herausfallen. Wer so wenig Vorsicht übt, der handelt, leichtferttg und muß gewärtig sein, die Folgen solchen Tuns selbst zw tragen.__ ."'' �Zurückbleibe»!* Eben fährt der Hälbstundenzug auf dem Ringhahnhof ob--- da ertönt, je nachdem ob Schaffner oder Schaffnerin, rauh oder schrill der Ruf:«Zurückbleiben!* Und im Vorbeifahren sieht man, wie sich eben der rasche Lauf de? zuspätgekommenen Reisenden zur ge- wohnlichen Gangart verlangsamt. Gleichmütig nimmt keiner diese Abweisung hin: der eine blickt verzweifelt drein, der andere fuchs- leufelwild, mancher lacht verlegen, und eS kommt auch vor, daß ein Eiliger mit einem kräftigen Fluch kehrt macht und unter Verzicht auf Fahrt und Fahrkarte(so er nicht eine Monatskarte hat) eilig durch die Sperre und den Bahnhof zurückrennt, um ein andere» Verkehrsmittel zu erlangen. Aber nicht immer läuft die Sache so ad. So mancher springt trotz des Verbots aus den fahrenden Zug.— Und wer einig« Zeit in Groß-Bcrlin Stadibahn fährt, hat auch sicher schon mehr als einmal dabei Szenen mitanfchen muffen, die den Herzschlag momentan aussetzen laffen. Je seltener die Züge fahren, desto größer wird der Anreiz werden, in solch gefährlicher Weise den drohenden Zeitverlust zu vermeiden oder gar die letzte Gelegenheit zum Nachhausefahreu noch auszunutzen. Ein sozialpolitischer Fortschritt. Der 7 Uhr-Ladenschluß, der jetzt durch eine Verordnung des Bundesrats eingeführt worden ist, muß nicht nur mit Rücksicht auf die Lichtersparnis, sondern auch im Interesse der Kaufleute und Handlungsgehilfen, willkommen geheißen werden und es wäre dringend zu wünschen, daß dieser sozialpolitische Fortschritt nicht auf die Kriegszeit be- schränkt bleiben möchte. Das Publikum, dessen sind wir ge- miß, wird sich an die Neuerung ebenso leicht gewöhnen, wie es sich seinerzeit an die„Sonntagsruhe" gewöhnt hat. Unseren Lesern aber möchten wir bei dieser Gelegenheit die Bitte ans Herz legen, ihre Einkäufe, auch in Lebensmitteln, nicht ans die letzte Stunde zu verschieben und ihre Weihnachts- besorgungen, wenn irgend möglich, schon mehrere Tage vor dem Heiligabend zu erledigen. Sie würden dadurch nament- lich den am Kleinhandel Beteiligten die Möglichkeit geben, den Weihnachtsabend auch einmal in der Familie feiern zu lönncn._ Vorlesungen über Kleinkinderfürsorge. Im Januar 1917 beginnt der zweite Teil der. vom Zentralinstttut für Erziehung und Unterricht veranstalteten Vorlesungen über Kleinkinderfürsorge. Lyzealdirektor Dr. Buchenau wird die Grundzüge der Kindespsychologie be- handeln, und zwar in Anlehnung an„W. Stern, Die Psycho- logie der frühen Kindheit"- und mtt anschließenden Uebungen. Beginn: Dienstag, 9. Januar, abends 8 bis 9'/z Uhr. Ober- lehrerin T r e u g e wird über die pädagogischen Grundlagen der sozialen Kinderfürsorge sprechen. Beginn: Freitag, 12. Ja- nuar, abends von 8 bis 9 Uhr. Die Teilnehmergebühr be- trägt für jede der beiden achtstündigen Vorttagsreihen 3 M. Anmeldung schriftlich oder mündlich im Zenttalinstitut für Erziehung und Unterricht, Berlin W 85, Potsdamer Str. 120, von 11 bis 1 und 5 bis 6 Uhr. Berliner Nahrungsmittel-Nachrichteu. Norwegische Fettheringe zum Preise von 1,30 M. für da» Pfund und Brislingheringe zum Preise von 1 M. für das Pfund gelangen jetzt zum Verkauf. Der Verkauf findet nur an Berliner Emwohncr, die sich durch Vorlage der für jeden Haushalt aas« f4dtal■atoelllttrft ffir btn städtischen Lcvensmittelberkauf autweisen, statt. Mehr alt V« Psund wird bei einem Verkauf nicht .iSgegeben. Die PreitvrtifungSstelle Groß-Berlin hat für die kommende Woche folgend« Preise für Gemüse und Ob st als zulässig festgesetzt: I m Großhandel für das Pfund Weißkohl 8 Ps. Wirsingkohl IS Pf., Rotkohl 18 Pf., Grünkohl 11—14 Pf.. Tafel- äpfel(besonders feine ausgesuchte Ware— Auslese— ist hierbei nicht einbegriffen) 80—60 Pf.; im Kleinhandel: Weihkohl 11 Pf.. Wirsingkohl 23 Pf.. Rotkohl 23 Pf.. Grünkohl 14-18 Pf.. Kohlrübe« 6 Pf., Tafeläpfel(besonders seine ausgesuchte Ware — Auslese— ist hierbei nicht inbegriffen) SS— 73 Pf. 80 Millionen Portionen Kriegsspeisuug. Tine bedeutsame Entwicklung haben die Massenspeisungs- anstalten det Verein? für Kindervolksküchcn und Kinderhorte Berlin E. B. zu verzeichnen. Der Verein hat bald nach Ausbruch de» Krieget seine auf die Kindersürsorge gerichtete SSjöbrigc Tätig- keit aus die Speisung von Erwachsenen in Mittelstands- und Beamtenküchen ausgedehnt. Die Kindervolksküchen sind nach lieber- «ahme der bisher vom Verein durchgeführten Speisung der be- dürftigen Berliner Gemeindeschuliinder durch die städtische Volks- sveisung in Kleinkinderküchen(Suppenküchen) umgestaltet worden. Welchen Faktor diese Kriegsfürsorgetätigkeit des Vereins für die Ernährung der Bevölkerung Berlins darstellt, sollen einige Zahlen veranschaulichen. Im November 1914 winden in den damaligen Bürger« und Mittelstandsküchen des Vereins 121 423 Mittags- und Abendportionen verabreicht i im No- vember 1915 erhöhte sich die Zahl der Mahlzeiten auf 863 713 und im November 1916 wurden in den 35 Beamten- und Mittelstandsküchen des Vereins 983 273 Mittags- und Abend- Portionen verausgabt. In den 34 Kleinkinderküchen des Vereins wurden im November 1916 gegen mähiges Entgelt oder kostenlos 894 686 Portionen Suppen- und Knochenbrühe verabreicht, insgesamt also im November 1916 1 877 961 Portionen ausgegeben. Tie durchschnittliche tägliche Besucherzahl der Küchen des Vereins betrug im November 1914 28 990, im November 1915 32 877 und im No- vember 1916 68 034. Am 12. Dezember d. I. ist die Anzahl von 30 Millionen während der KriegSzeit verteilter EsscnSportioncn über- schritten worden. Arbeitslosenfürsorge. GeschäftSstaiistik der Arbeitslosenfürsorge der Stadt Berlin für die Woche vom 27. November bis 2. Dezember: Bei den 23 städti- schen Geschäftsstellen sind 94 Gesuche eingegangen; es wurden ab- gelehnt 20. an die Landesversicherungsanstalt Berlin verwiesen 2. bewilligt 41. Ausgeschieden aus der Unterstützung(überwiegd�d wegen Wiedereintritts in Arbeit oder Erwerb) sind 36 Personeik.' 100 männliche und 1673 weibliche Personen bezogen Unter- stützung im Gesamtbeträge von 7223 M., davon je 4 M. 1630 Personen, je 3 M. 123 Personen. Von der Stadl wurden an 161 Mitglieder von fünfzehn Arbeiter- und Ange st eilte norganisationen. die selbst satzunqSgemäh Unterstützung gewähren, Zuschläge im Gesamtbeträge von 570,90 M. gezahlt. Hiervon trafen auf die freien Gewerkschaften 143 Mit- gliedcr mit 308,63 M.(und zwar Metallarbeiter 37,73 M.. Holz- arbeiter 30,60 M. usw.) Die Landesverficherungsanstalt Berlin hat von 22 460 bei ihr überhaupt bis 2. Dezember 1916 eingegangenen, teils von den städtischen Unterstützungskommissionen ihr über- wiesenen, teils von den Organisierten ihr eingereichten Gesuchen 13 497 genehmigt. Gegenüber der Vorwoche sind hinzugekommen drei Personen.____ Berliner Bautätigkeit. Die Minderung der Baulust ist in Berlin auch in 1916 nicht zum Stillstand gekommen. In den Monaten April biS September 1916 liefen nur 145, 177, 118, 176, 171, 134, zusammen 941 Baugesuche«in, gegenüber denselben sechs Monaten von 1913 mit 927, 224, 149. 186, 196, 162. zusammen 1144 Baugesuchen, von 1914 mit 606, 603, 633, 698, 310, 336, zusammen 3211 Bau- gr suchen. Dos Sommerhalbjahr 19!6 brachte nicht mehr ein Drittel p-rjenigen Zahl, die für das Sommerhalbjahr 1914 ermittelt wurde. Ter plötzliche Rückgang vom Juli zum August 1914 — von 698 aus 310— zeigt, welchen Einfluß der Kriegsausbruch auf die Bautätigkeit halte. Entsprechend der Minderung der Baugesuche sank dann auch die Zahl der Bauicheinerteilungen und der für geringe Bau- auStührungen gegebenen Baugenehmigungen. In 1914, 1913, 1916 rmsielen auf das Steuerhalbjahr 373, 142, 68 Bauscheinerteilungen und 1511, 499, 440 Baugenehmigungen. Die Zahl für Sommer 1916 war gegenüber derjenigen für Sommer 1914 bei den Bau- genehmigungen nicht mehr ein Drittel, bei den Bauscheinerteilungen nur noch wenig über ein Sechstel. Nachgelassen hat besonders der WohuhauSbau, so daß die Mehrung der Wobnungen nur mäßig sein konnte. Die Folgen für den WohnungSmarki sind bereits bei der Zahlung leerstehender Wohnungen im Mai 1916 erkennbar geworden. Von 1914 zu 1916 haben bei den Wohnungen ohne Gewerberäume die leerstehenden zwar in den oberen Größen- klaffen sich noch gemehrt, aber in den unteren Größenklassen sich ge- mindert._ Für eine kräftigere Ernährung der Arbeiter in der Kriegsindustrie tritt jetzt auch der Minister des Innern ein. In einer Verfügung an die Landräte fordert er dazu auf, daß ein jeder, besonders jeder Landwirt, alle?, was er an Nahrungsmitteln über die ablicferungS- Pflichtigen Mengen hinaus entbehren könne, für diese Arbeiter spenden solle, namentlich Speck. Schmalz, Schinken, Würste u. dcrgl. Im Verein mit den Landwirtschaftskammern sollen an allen ge- eigneten Orten Sammel- und Anmeldestellen unter Leitung der Landräte eingerichtet werden. Die Arbeitszeit in Bäckereien. Das Polizeipräsidium teilt mit: Der Polizeipräsident von Berlin hat in Backwaren herstellenden Betrieben während der Weihnachts- und Neujahrs- zeit folgende Arbeitszeiten gestattet: Somiabend, den 23. d. Mts., von 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends; Sonntag, den 24., von 7 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags; Dienstag, den 26., von 7 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags;«onntag. den 31., von 7 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags. Am 25. Dezember 1916 und am 1. Januar 1917 ruht der Betrieb. Die Buchhandlung Vorwärts, Lindcnstraße 3(Laden), ist am morgigen Sonntag, nachmittags von 2— 7 Uhr geöffnet. Sie bietet eine reiche Auswahl von Jugend- schnften, Klassikern. NntcrhaltungZ-, wissenschaftlicher und Parteiliteratur. Bücher gehörten stets zu den beliebtesten FcsttagSgaben; in diesem Jahre aber haben sie eine besondere Bedeutung, weil infolge der äußerst hohen Preise aller anderen sonst zu Geschenken gern genommenen Gegenstände, aber auch wegen der Rationierungen und des Bezugscheinsvstcms. gute Bücher eilten ebenso wohlfeilen wie sinnigen Ersatz bieten. Daß aber Bücher nur in der Partcibuchhandlung gekauft werden sollen, weiß jeder gute Genosse und jede gute Genossiit. Der Zirkus Busch erfreut sich trotz der Zeiten Ungunst andauernd sehr gut besuchter Häuser. Den ganzen zweiten Teil des Pro- grammS füllt die bereits 73 mal aufgeführte MSrchen-Prunkpanlo- mime.Die Gcier-Prinzessin". die dem Zirkus Busch Gelegenheit gibt, in großartigen Dekorationen, glänzenden Kostümierungen eines zahlreichen Tänzerinnenkorps, in herrlichen BalletS und prächtigen Wasser-' und BelcuchtungSkünsten Außerordentliches zu bieten. Das lebhafteste Interesse findet in der ersten Hälfte des Abends„Afra", die Gedankenleserin, deren Produllionen sich sehr merklich von der gewohnten Technik unterscheiden. Alle ihre schwierigen Aufgaben löst sie unter ausgiebiger Beteiligung der Besucher, deren Aufmerk« samkeit bis zum letzten Augenblick angespannt, bleibt. Nur ganz lvenigcn Beobachtern wird es möglich sein, auch nur zu ahnen, wie Afra und ihr„Konferei'zier" die rätelhaften Darbietungen zuwege bringe». Auch alle übrigen Varictsnummern gehören jeweils zu den besten ihrer Art; auf dem Gebiete der Reitkunst Corty-Althofis Meisterdresiureii, der bekannte Schulreiter Alfred Ott, die Familie Blumenfeld, der holländische hmnoristische Rcitakt der Mairs; die Geschwister Schenk vringen hervorragende exzentrische Akrobatik; die Clownnummern sind durchweg vortrefflich besetzt. Daneben sind zwei hochintelligente Vierhänder erfolgreich bemüht, durch ihre Künste die zlveibeinigen Artisten in den Schatten zu stellen. In den sowohl heute wie am morgigen Sonntag stattfindenden Nachmittags- Vorstellungen wird die reizende Pantomime „Beim Weihnachtsmann", die bei der Jugend so viel fröhltchen Bei- fall findet, wiederum aufgemhrt werden. 671 Bcweisanträgc hat der Gerichtshof in dem Berliner Dauer- Prozeß Schiffmann in diesen Tagen zu prüfen gehabt! 130 tausend Brotkartenabschiiitte wurden in den Räumen der Volks-Kaffee- und Speiseballen-Gesellichast in der Scharreiistraß: 9a gestohlen, dazu noch 14 Tausend Eierkartenab schnitte, ferner Bouillonwürfel und Zigarren. Die Abschnitte wären für die Diebe wertlos, wenn nicht Geschäftsleute den Vorschriften zuwider auch lose Kartenabschnitte annehmen. />us öen Gemeinöen. Charlottenburg. Eine Reihe weiterer Ehartottenburger Butter- geschäfle bat durch die Fetistelle Groß-Berlm Käse erhalten. Die Ausgabe findet gegen Abgabe der Nr. 14 der roten Nahrungsmittel- karte in den besonders bezeichneten Geschäften nur an dort ein- getragene Bulterkunden statt. Auf vier Abschnitte Nr. 14 entfällt ll4 Pfund Käse. In der Zeit vom Dienstag, den 19., bis Sonntag, den 24. De- zember, werden an Charlottenburger Einwohner abgegeben aus Ab- schnitt A der neuen HauSbalismarken eine Büchse kondensierte Milch mit Zucker zuni Preise von 1,10 M. rür Haushaltungen von 1— 3 Personen, und zwei Büchsen zum Preise von zulammen 2,20 M. für Haushaltungen von 4 und mehr Personen; und ferner aus Abschnitt 18 der roien Nahrungsmillelkarten 1 Psund M a r m e- lade zum Preise von 50 Pf. oder 1 Piund Sirup zum Preise von 40 Pf. oder V- Pfund Ein mache zuck er zum festgesetzten Höchst- preise. Tie Ware kann nur bei dem Händler gekauft werden, bei dem die Eintragung in die Kundenliste für Giieß uiw. erfolgt ist. Die Zuweisung an die Händler erfolgt vom 15. d. M. ab. Wcijicnscr. Es wird uns geschriebeil: Eine sehr schwach be- suchte Mitgliederversammlung des Wahlvereins beschäftigte sich mit den Beschlüssen des Zentralvorstandes und des Kreises, wonach die- jenigen Genossen, die den„Vorwärts" nicht abbestellen, ihre Partei- ämter niederlegen sollen, darunter befinden sich auch die Gemeinde« vcrtretermandatc. Die maßgebenden Gcmcindcverlreter wollen sich diesem Beschlüsse aus wohlüberlegten Gründen nicht fügen und es wäre, wenn cS nach den Beschlüssen der Mehrheit der Versammelten ginge, die Weißenseer Arbeiterschaft ohne Vertretung im Orts- Parlament. Was das zu bedeuten hat, darüber sind sich die versammelten Genossen wohl nicht klar geworden, denn alle Anregungen, die auf Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der ärmeren Be- völkerung und insbesondere der Kriegswohlfahrtspflege, der Lebens- mittelversorgung und dergleichen Dinge mehr hinzielen, sind ans- nahmLlos von unseren Genoffen verlangt worden. Eines hinfälligen Beschlusses wegen soll die dritte Wäblerabteilung vielleicht auf Monate ohne Vertretung sein. ES kommen dabei Genossen in Frage, die zwei Jahrzehnte ihre Pflicht und Schuldigkeit zur größten Zufriedenheit geleistet haben. Eine im Januar stattfindende Ber- sammlung soll sich nochmals mit dex Angelegenchett beschäftigen s jedoch ist ein anderes Resultat kaum zu erwarten.- Treptow. Den zahlreichen Treptower Gastwirten, die Vorgärten vor ihren Lokalen haben, ist eröffnet worden, daß diese Vorgärten nicht mehr für Restaurationszwecke benutzt werden dürfen. Diese harte Maßregel wird gerade in den gegenwärtigen Zeiten um so unangenehmer empfunden, als sich Unzuträglichkeiten aus dem Be- stehen der Gärten nicht ergeben haben. Mindestens sollte die Aus- flihrung des Verbots um zwei Jahre zurückgestellt werden, damit die betroffenen Gastlvirle sich von den wirtschaftlichen Nackenjchlägen unserer Zeit erholen können. Gerichtszeitung. Streit um den Tariflohn. Eine Näherin, die für die Firma Müller u. Hilpert 4300 Helm- kisien für einen Akkordlohn von 3 Pf. pro Stück angefertigt halte, klagte vor dem Gewerbegericht um Nachzahlung von 2 Pf. pro Stück mit der Begründung. 7 Pf. sei der vom Bekleidungsamt festgesetzte Tariflohn. Es wurde festgestellt, daß die Klägerin die Arbeit im Mai übernommen hatte und daß damals ein Tarifsatz für Helm- kisien noch nicht bestanden haben kann, weil dieser Artikel erst si'äter eingeführt worden ist und es zweiselhasr scheint, ob jetzt ein Tarif datur besteht. Ter Beklagte bestritt, daß ein Tarifsatz von 7 Pf. festgesetzt sei, doch erbot er sich, der Klägerin 1 Pf. pro Stück nach- zuzählen, woiillt sich diese einverstanden erklärte. Uubercchtigter Lohnabzug. Den in der Sattlerei der Firma Heinrich Jordan auf Wochen- lohn beschäftigten Näherinnen wurde der Lohn für den Bußtag ab- gezogen sowie für einige Stunden, um welche die Arbeitszeil an den Sonnabenden ans Anordnung der Firma verkürzt worden ist. Fünf der betreffenden Arbeiterinnen klagten beim Gewerbegericht ans Zahlung der abgezogenen Lohnbeträge. Der Vertreter der Firma beriet sich auf eine Bestimmung der Arbeitsordnung, die be- sagt, daß die Tage und Stunden, an denen die Arbeiterinnen ge- fehlt haben, vom Wocheplohn abgezogen werten. Ferner meinte der Vertreter der Firma, die Klägerinnen könnten überhaupt keinen An- spruch geltend machen, weil sie über den Empfang des erhaltenen Lohnes guillierl haben, ohne Einwendungen wegen der Abzüge er- hoben zu haben. Das Gericht verurteilte die Firma, den Klägerinnen die ge- forderten Beträge zu zahlen. Das Urteil wurde so begründet: Die erwähnte Bestimmung der Arbeitsordnung trifft auf den vorliegenden Fall nicht zu. denn nach Treu und Glauben kann sie nur io ver- standen werden, daß die Tage und Stunden, die durch Verschulden der Arbeiterinnen versäumt wurden, nicht bezahlt werden. Hier handelt es sich aber um Arbeitszeit, in der auf Anordnung der Firma, licht gearbeitet wurde. Dafür dürfen keine Abzüge gemacht werden. Durch die Ouittung über die erhaltenen Lohnbelräge ist ein Verzicht aus Mehrforderungen nicht ausgesprochen. Unter der Anschuldigung des versuchten Mordes stand gestern die Arbeiterfrau Anna R. vor dem Schwurgericht des Land- gerichts I. Die Beschuldigung, welche die Airgeklagte ursprünglich vor das Schösfengericht führte, ging dahin, daß sie ihr eigenes, jetzt 114 Jahre altes Kind in grausamer, das Leben gefährdender Weise mißhandelt habe. Das Schöffengericht hatte sich für un- zuständig erklärt, da die Angeklagt� des versuchten Mordes vcr- dächtig sei, und die Sache an das Schwurgericht verwiesen. Die Angeklagte, deren Ehemann im Felde steht, war. Mutter zweier Kinder und ärgerte sich darüber, als ihr ein neuer Familien- zuwachs bevorstand. Noch vor der Geburt des Kindes soll sie nach der Behauptung einiger Zeuginnen dem zu erwartenden Kinde ein baldiges Ende prophezeit und mehrfach unter häßlichen Aus- drücken onpehcuict. haben:, sie würde alle» mögliche darum geben, wenn das A..„krepieren" würde. Als dann das Kind geboren war und sie infolge der �selbstnährung körperliche Leiden durch- zumachen hatte, soll die Angeklagte einen unstillbaren Haß auf das Kind gcivorfcn und es bei jeder Gelegenheit arg mißhandelt haben. Unter anderem wurde behauptet, daß sie das kleine Wesen, wenn es sich beschmutzt halte, einfach unter die Wasserleitung gehalten, von dem kalten Wasser habe bespülen und dann nackt ans offene Fenster hingelegt habe, um es auf diese Weise toieder trocknen zu lassen. Das Schwurgericht hatte den Eindruck, daß es der Angeklagten wohl darauf angekommen sei, sich des ihr lästigen Kindes zu entledigen. Die Angeklagte wies alle diese Beschuldigungen als unzutreffend und Entstellungen von Harm- losen Vorkommnissen zurück. Ten drei Zeuginnen, die über aller- lei bäßlickw Redensarten der Angeklagten, Mißhandlungen des Kindes, SckmcrzenSschreie des letzteren usw. Wahrnehmungen ge- machten haben, traten andere gegenüber, die die Angeklagte ent- lasteten und bekundeten, daß sie das Kind durchaus fürsorglich behandelt habe. Auf Grund der umfangreichen Beweisaufnahme gab Staatsanwalt Klee den Geschworenen anheim, Stellung zu der Frage des versuchten Mord-S zu nehmen, beantragte aber auf alle Fälle die Bejahung der Schuldsragc nach Körperverletzung durch grausame Behandlung und die Verneinung mildernder Um- stände.— Rechtsanwalt Fritz Löwe wies darauf hin, daß es sich hier um eine hystcr'jche Frau handele, die sa zweifellos das Kind nicht habe leiden können und verschiedene starke Aus- drücke über dasselbe gebraucht habe, die jedoch nicht ernstzunchmen seien und nicht dahin gedeutet werden könnten, daß es auf den Tod des, Kindes abgesehen gewesen sei. Auch für grausame Miß- Handlung des Kindes seien keine genügenden Bclveise beigebracht. — Tie Geschworenen verneinten die Schuldsragen, so daß die Freisprechung der Angeklagten erfolgen mutzte. Ter Raubübcrfall auf dem Trcppcnflur, der Ende September dieses Jahres von einem Jugendlichen aus eine Witwe ausgeübt wurde und letzterer erhebliche Verletzungen zugefügt hat, beschäf- iiate gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts II. Als Täter, aus dessen Ergreifung seinerzeit eine Belohnung von 100 M. aus- gesetzt worden war, stand nun der 17jährlge, jetzige Fürsorge- zögling Rickard S. vor der Strafkammer. Der Angeklagte tvar früher im R u m m e l s b u r g e r W a i s e n h a u s c untergebracht, hatte es aber heimlich verlassen und zunächst bei einem Landwirt Stellung genommen. Ende tseptcnrber gab er diese Arbeit auf und kam nach Berlin, angeblich um sich freiwillig beim Militär zu stellen. Da er jedoch, wie er erzählte, nicht in die Liaserne gelassen wurde, trieb er sich schließlich aus den Straßen umher und als er dann 36 Stunden lang nichts gegessen hatte und großen Hunger fühlte, will er zufällig gesehen haben, wie ein junger Mann einer Frau die Handtasche stahl. Dadurch sei er auf den Gedanken gekommen, sich durch solch einen Diebstahl aus seiner Lage herauszuhelfen. Diesen Gedanken setzte er sofort in die Tat um. Als er bemerkte, daß die Witwe Böhm in das Haus Gräfestr. 39 ging, in dem sie wohnte, folgte er ihr dortbin. Als die Frau bis kurz vor ihre im vimen Stockwerk befindliche Wohnung gelangt war, stürzte er sich plötzlich auf sie und versuchte. ihr die Handtasche zu entreißen. Die tteberfallene setzte sich jedock kräftig zur Wehr und es entspann sich ein Kampf, in dessen Verlauf sie von dem Angellagten die Treppe hinuntergeworfeii wurde. Mit starken Säsiidelverletzungen und einem Armbruch Blieb sie liegen, vermochte jedoch um Hilfe zu rufen, wodurch Haus- nachbarn herbeigelockt wurden. Der Bursche fand aber noch Ec- legenheit, zu entkommen. Erst nach einiger Zeit konnte er er. mittelt und festgenommen werden. Das Gericht verurteilte ilm zu einem Jahr Gefängnis und nahm ihn sofort in Haft. Mus aller Welt. Ter Eismeer— Lftseekanal. AuS Kopenhagen wird der„Rh.-W. Zig." mitgeteilt: Eine große Expedition, bestehend aus amerikani- schen Finanzleuten, bekannten Ingenieuren und Technikern sowie russischen Geologen und Technikern, unter der Führung von Mossilow, ist aus Tobolsk zurückgekehrt. Diese Expedition sollte die Grund- lagen zur Erbauung des größten Kanals der Erde, und zwar eines solchen vom Eismeer zur Ostsee, studieren. Die Expedition erklärte den Bau des Kanals für ausführbar und für die Entwicklung Sibiriens von denkbar größtem Nutzen. Die Expedition, die vordem die Verhältnisse der Murmanküste eingehend studiert hat, erklärte, daß ein Kanal, beginnend im Eismeer', die K o la Halbinsel durchschneidend, ferner Finnland überquerend, mehrere Flußbette benutzend, nach T o r n e a führen und so eine direkte Verbindung zwischen Ostsee und Eismeer herstellen könnte. Man schätzt die Kosten des Kanalbaues aus 800 Millionen Rubel. Die russische Regierung zeigt sich von dem Plane sehr intereisiert. nicht nur, da er Rußlands Wirtschaftskraft außerordentlich heben müßte, sondern auch strategisch von größtem Wert sein würde. Berechtigter Einwand. Die kleine Mieze: Mutter, ich möchte eine neue Puppe haben.— Mutter: Du hast doch eine ganz neue, die noch heil ist.— D i e k l e i n e M i e z e: Aber ich bin ja auch noch heil, und trotzdem hast Du ein neues kleines Mädchen bekommen I Freirettgiöle Gemeinde. Morgen, Sonntag, vormittags 9 Mir, Pappet-Allke 15/17; Neukölln,„Jdealkastno", Idealpassage; ObersHönc- weidc, Älarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung.— VonnittagS II Uhr: Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag von Herum Em st Rotter: Goethes Faust, II. Teil.— Gäste willkommen. öriefkasten üer Neüaktion. Tie kurlMlal epr-alwnde sindet kür vvonnemen Zlndrnftr.», lv.(tn ccchts. varierre. am Momag vis Freirag von t VIS 7 Nor, am Sonnabend von& bis 6 um Natt. Jeder kür den B r l e I k a kt e n bestimmten Antrag« ist ein Buchstabe und eine Labt als Mertzeichen belzusügen. Vrieslich« Antwort wird nicht erteilt. Antragen, denen keine ASonnemenlsauttlung beigefügt ist, werden nicht deantworlet. Eilige Fragen trage man in der Svrechsiiinde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen«ringe mar in die Evrechstunde mir F. K. 47 u. M. G. K. 33. Sie haben nach der neuen Bundesrats- vevordnimg noch Anspruch aus die Unterstützuna bis zum 31. Dezember und auch Anspruch aus die Erhöhung der Unterstützung für November und Dezember.— B. 1887. Die Zahlung der Oiemcindeeinkommcusteuer vom l. Oktober ab halten wir für ungerechtscrtigt und würden Ihnen cmpschlcn, Reklamation cvcnt. Bcrusung beim Vorsitzenden der Einkommen- stcucr- Veranlagungskommission einzureichen.— H. Q. 106. Auch die Kinder der verstorbenen Verwandten haben in dem Fall einen Erbanspruch. — M. V. 31. Da die Entlassung aus dem Heeresdienst vor dem 1. Dezember ersokgte, hat Ihre Frau keinen Ansvruch auf die Unter- stützung bis zum 15. Dezember, es müßte aber die erhöhte Unter- stützung sür November nachgezahlt werden.— F. H. DaS wissen wir nicht mit Bestimmtheit, wahrscheinlich am 1. Januar 1917. BS. 20. 1. und 2. Bestrafung kann unseres Erachtcns in diesem Falle nicht erfolgen.— 30. A. Die Betriebsleitung kann dazu durch die Militärbehörde vervflichtct weiden.— Karlshorst 100. 1. Ja. 2. Nein. — E. L. 44. Nein.— B. 187. 870. 1. Die Mindestrenic für Kriegs- verletzte bewägt 10 Proz. von 640 M., das wären im Jahre 54 M., dazu käme aber die monatliche Kriegszulage mit 15 M. 2. Ja; ein solcher An- trag muß mit einem Attest des Arztes, das die völlige ErwerbSunsähialeit bescheinigt, beim Bezirksseldwebel gestellt werden.— D. 10. 1. und 2. Da Ihre Entlassung aus dem Heeresdienst vor dem 1. Dezember erfolgte, hat Ihre Familie keinen Anspruch ans die Weiterzahlung der Unterstützung bis zum IS. Dezember, wohl aber müßte die sür den Monat November bewilligte Erhöhung nachgezahlt werden.— E. S. 99. Der Umtausch der Karte sür die Angestelltenversicherung erfolgt durch das Bersicherungsamt Klosterslr. 65/57.—<£. S. 41. Die Kündigung genügt in der Form. Wetteraussichten für daS mittlere Norddeutschland dt» Sonntag mittag. Ziemlich kühl, vonviegend trübe, mit weitverbreiteten, weist geringen, nur im Osten etwas stärkeren Niederschlägen, dazwischen zeitweise aufklarend. Zwelyrereln Berllm. Bezirk>. l. 9m tü Dezember starb«ms er MtgLed, der Maurer Neiaricd Merike. Ehre seinem Zlndeuteu l Die veerdigung findet heute Zouuabend, nachmittags 2'/« Uhr, vom Trauerhause(Schliemann- strotze 48) suS aus dem Elias- Zkirchhos in Nordend statt. 148,12 Die Srtl. Berwaltnng. >»«tlruk. �— Tode unseres unvergetz. lichen Sohnes und Bruders, des LandsturmmanneZ f53 Rudolf Lfiders geb. am 28. April 1893, gest. am 14. Dezember 1315. Die» alles nur ist ihm ge- blieben vom Jugendlenz«, vom Leben und Lieben. In trauriger Erinnerung Helene Lüder» als Muller. Grete Czesuat als Schwester. Fritz EzrSnat ,. Zt. im Felde, als Schwager. Erich und Grete als Neffe und Nichte. Danksagung. Für die vielen Beweis« herzlicher Teilnahme beim Heimgänge meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Wilhelm Oslath sagen wir allen Freunden und Be- tannlen, insbesondere Herrn Manaise, dem Vorstand mid allen Kollegen der Allgemeinen OrtS-Kranlenkasse zu Berlin, Klosterslratze, unseren herz- lichsten Dank. A Witwe 4>»IatI» und Kinder. U. Biliing und Frau. Bllauz am 30. September 1916 »Ktiva. Warenbestand... Bäckereiutensilien... Kautionen..... Wcchselgeldkassenbestand Burcauutcnfilien... Berliner Spar- u. Bau- Verein. Anteil... 300,—, Wertpapiere.... 137,—, Kassenbestand.... 10 118,33. 13 257,75 Vi. 131 1.42 M. 900,—. 260,—. 170,-. h~. schulden »eichäst Passira. 6 493,55 M. 1 335,—. 1 688,97„ 3 735,23„ KeichästSanteile. Rcscrvcsonds.. Neingewin».. 16216] 13 257.75 Bi. Im GeschästSsahr find ausgeschieden 6 Genossen, so datz am 30. Sevtem- bcr 1916 143 Genossen mit 124 An- teilen vorhanden waren. Das Gc- schäftSgulhabcn und die Haftsumme haben sich je um 220,— M. vermindert und beträgt je 1 335,— M. ßackereipossensehalt Jolksbrot" eingetragene Genossenschaft m. b. H. öeuetor. vlto Xorv. Nstueeb. < irdohs« Blau-, Silber-, Rot- u Kreuzfuchsgarnituren, sowie sSmtl. edleren Pelzerten In entzückrnden Ausführungen in meiner Werkstatt K&lln. Flschmarkt 1 II. zwisch. Breitestraße u. Städt._ Sparkasse(Boer).— NB. Plüsoh- i Sachen, Kanin und Hasen führe> ' ich nicht.* Verband der Freien Tolksbilhnen Sonntags, den 17. Dezember 1916, mittags 12 Uhr, in der Volksbuhne, Theater am Bülowplatz: Andersen-Märchenvorlesuno von Jacob Texibre. Programm: Es ist ganz gewiß.— Die Springer.— Die Nachtigall.— Das Brautpaar.— Die Teekanne.— Die Schnelläufer.— Der Schmetterling. 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Es wird Wiederum die Auszahlung einer Dividende von 12 Proz. beantragt, nachdem eine Summe von 1 öOO UOO M. der K r i e g s f ü r s o r g e st i f t u n g S'ieinenssladt über- tviescn worden ist. Diese Stiftung erreicht damit leinschließ- lich der Einlagen von Siemens-Schuckert) ein Gesamt- kapital von 10 Millionen Mark. Ter Reingewinn der Bilanz wird mit 12 ö03 5-19.52 M.(i. V. 12 538 327 M.) ausgewiesen. Räch Ausscheidung einer Dividende von 12 Proz. mit 7 580 000 M., nach Ueberweisung von 2 Millionen Mark an die Sondcrrücklage, Rückstellungen für Grati- fikationcn au Beamte von 300 000 M. und einer Zuwendung an den Dispositionsfonds von 500 000 M. und nach Absetzung der Tantieme für den Aussichtsrat verbleibt als Vortrag ans neue Rechnung ein Betrag von 121101-1,05 M.— Tie Ge- ueralversamnilung findet aiu Donnerstag, den 11. Januar 1917. statt. Die Familie von Siemens hat aus Anlaß des lOOjähriMr Geburtstages von Werner von Siemens zur Förderung des Wohnungswesens der B c- a m t c u u n d A r b e i t c r einen Betrag von 1 Million Mark zur Verfügung gestellt. In llebereinstiinuinng mit der Ver- waltung der SicmenS-Schuckert-Werke wurde in Aussicht ge- nommcn. zu gleichem Zweck eine Summe von je 1 Million Mark beizutragen. In der Aauichtsratssitzung der SiemeuS-Eckmckcrtwcrkc wurde die Dibibende wieder aus 10 Proz. seitgesetzt. Die Nachfrage nach den elektrischen Fabrikaten konnte nicht ganz befriedigt werden, da die Herstellung und Durchbildung der Ersatzstoffe für elektrische Leiter und deren Isolierung, an denen die SiemenS-Tchuckertwerke erbcblich beteiligt waren, geraume Zeit in Anspruch nahm. Die Herstcllungs- Methoden mutzten dem neuen Material angcpatzt und dieses selbst im Betriebe erprobt werden. Tie Ausfuhr nach den überseeischen Ländern hörte infolge der englischen Absperrung vollkomnicn auf. Die Herstellung von Kriegsmittcln für Heer und Marine beschäftigte naturgemäß in grotzem Umfange die Werkstätten der Firma. Tie gesteigerte Beanspruchung der gesamten Industrie, insbesondere der chemischen Industrie und der Schwerindustrie, erforderte angestrengte Tätigkeit aus dem Gebiete der elektromotorischen Antriebe. Die flüs- sigen Mittel sind erheblich gestiegen. Die Unischaltuiig der Betriebe auf den Fricdensbctrieb wird diese natürlich stark in Anspruch urhmcn. Ter Geschäftsgewinn stellt sich auf£>300 000 M. ßL'gCii 27 088 087 M. im Borjahr. Nach Verrechnung der Handlungs- Unkosten bei der Zcntralvcrivaltung, der Zinsen aus die ObligalionZ- nnlcihcn, wer Zinsen aus das unkündbare Tarlehen, der Abschrci- bangen auf Gebäude verbleibt ein R e i n g c>v i n it von 13 310 826 Mark jün Vorjahre 17>,3 474 M.l, aus welchem 0 Millionen Mark an die Aktionäre fliehen. 21h Millioiiai werden dein Reservefonds zugeführt, die Gratifikationen der Angestellten und Arbeiter erfor- der» 1 Ii Millionen. Ter Dispositionsfonds wurde mit 300 000 M. bedacht und die.briegSfiirsorgesristung Siemensstadt mit Ith Mil- lioncn Mark. ES veroleibt demnach ein Vortrag auf neue Rechnung von 310 826 M. Die Verringerung des Reingewinns hat die Ver- waltung veranlaßt, nur IJj Millionen Mark der Kricgssürsorgc zu widmen gegen 4 Millionen Mark im Vorjahre. In der am 13. Dezember abgehallencn Auffichtsratssidung der Escktrizitäts-Rktirngrsrltschaft, vormals Schlickert u.®». in Nürnberg, wusdc der Bruttonutzen für 1013/10 mit 10 331314,48 M.(i. B. 8 730 708,30 Vi.) angegeben, wozu noch der Gewinnvortrag vom Vorjahr mit 1531 730,11 M.(i. V. 1332 403,20 M.) tritt. Hieraus sind zu bestreiten die Vcrwaltungstostcn. die Sollzinscn, die Steuern und üblichen Abschreibungen mit 3 0!>4 420,63 M.(i. V. 3 048 086,13 Mar!) und die Dotierung des Talonsteuer-Rcservckontos von 100 000 Mar!, gieichwis im Vorjahre. Es ergibt sich alsdann ein Rein- gewinn von 8 008 817,04 M.(f. B. 0 314 485,57 M.). Hiervon soll dem Unterstützungssonds die Summe von 325 000 M. über- wiesen werden, wodurch dieser Fonds auf den Betrag von Mil- lioncn Mark gebracht wird. Nach Abzug der Tantiemen des Auf- sichtsraieS, des Vorstandes und der Beamten mit 342 022,70 M. verbleiben 7 201 195,24 M. Der auf den 11. Januar 1017 ein- berufenen Generalversammlung wird die Verteilung cincr Dividende von 8 Proz. vorgeschlagen. Ter Restbetrag von 1 001 105,24 M. (i. V. 1 531730,11 M.) wird auf neue Rechnung vorgetragen. Tie Iihcinischc Schuckert-Grscllschaft für elektrische Industrie in Mannheim erzielte im Jahre 1013/10 einen Rohgewinn von 2 530 138 Mark(1014/15: 2 522 906). Der Reingewinn beträgt 010 952 M. (002 077). Davon sollen, wie bereits gemeldet, wieder 5 Proz. Di- vidende gezahlt und 360 052(i. V. 332 077) vorgetragen werden. Im Geschäftsbericht erwähnt die Verwaltung, daß bei den Betriebs- Unternehmungen eine erhöhte Jnstallationstätigkcit zu verzeichnen war. Das stromverkaufSgeschäft bat sich gegenüber dem Vorjahr gebessert. Im laufenden Jahre rechnet die Gesellschaft infolge Er- höhung der Anschlutzioerte bei ihren Unternehmen mit einer Steige- rung der Betriebseinnahmen, aber auch mit einer weiteren Erhöhung der Betriebsausgaben._ Ilcbcrschüssc. Der künstliche Sützstoff Sacharin mußte von den Ver- brauchern zu einem Preis erworben werden, der außer jedem Verhältnis zu den Herstellungskosten steht. Wie wir von ein- geweihter Seite erfahren, liefern die Sacharinfabrikcn an die Kriegs-Ehemikaliengesellschaft zu 22t/3 M. pro Kilo.� Diese nimmt einen Aufschlag von 27'/, M. und gibt das Sacharin an die Zentral-Einkaufsgesellschaft zu 50 M. pro Kilo weiter. Diese nimmt einen Aufschlag von 150 M., verlangt also für das Kilo 200 M. Auf diese Weise wird das Sacharin um 000 Proz. verteuert, bis es an die Verbraucher kommt. Die von der KriegS-Cheniikaliengesellschaft und von der Z. E. G. genommenen Aufschläge sind nach Abzug der Unkosten an daS Reichsschatzamt abzuliefern. Es fragt sich nun, welche Ver- Wendung die auf diesem Wege ohne Kontrolle dcS Parlaments erzielten Einnahmen finden. Aus drin Berliner Wirtschaftsleben. Die Hüttenwerke(5. Wilh. Kayscr n. fto, Akt.- Ges. in Berlin weilen für das Jahr 1915/16 einen Belriebsgewiim von 1 001 818 M (1914/45: 2 257 407) auS. Tie Dividende von 15 Proz, nimm'. 600 OtX) M. in Anspruch. Der Gelvinmückgaiig erklürl sich daraus, daß die kkriegssteuer unter„Krediloreir vorweg gebucht ist, Die Zsriv Werner Alt.-Gcs., die sich hanpljächlich mil der Her- stelluug von Werkzeugmaichinen beiatzl, erhöht zur Errichtung neuer Anlagen in Berlin-Mariendors ihr Altienkapi'.al um 2 Millionen Mark ans 5 Millionen Mark. Tie Gesellschaft, die erst 1013 in eine Atliengesellichast umgewundelt worden ist, hat für daS erste Ge- schäftSjahr 12 Proz. vcrteilr. Nach dem Gejchäslöbci icht, der der Generalversammluug der Gebr. Hehl n, E o. A.-G. in E h a r l o t l e n b n r g vor- gelegt wurde, zufolge erzielte die Gesellschaft iin Jahre 1915/16 einen Ertrag von 557 336 M.(1914/15: 433 058), darunter 505 005 M.(403 779) Belriebsuberichutz. HandlungSunkosten stiegen von 143 831 M. ans 180 001 M.. wobei zu bemerken ist, daß in dieser Summe 18 285 M. i—) Krtegsmnerstützungc» ciubalien sind. Die Abschreibungen haben eine Erhöbung von 111 023 M. ans 172 409 M. erfahren, darin sind 05 000 M.<—) ontzerordentliche Abschreibungen ans ausländische Debitoren c»t- hallen. Der Ileberlchuh beträgt 154 907 M.(127 982). Schon seil cincr ganzen Reibe von Iahren beantragt die Verwaltung auch diesmal wieder, vo» der Ausschüttung einer Dividende aus die im Besitz der Gesellichafr befindlichen eigenen 1250 Altien abzusehen i das Aktienkapital von 2,5 Millionen M. erhält dagegen wieder eine Dividende von 4 Proz. gleich 100 000 M. Wie die Verwaltung im Geschäsisbericht nmleilt, hat sich die im Vorjahre ausgesprochene Erwartung auf Besiernng des Geschäfts loegen allgemeiner Schivie- rigkcile» nur teilweise erfüllt, die Erträgnisse der einzelnen Fabrikationszlvcige seien den Verhüllnissen entsprechend meistens zufriedenstellend gewesen. Da über das englische llnlcrnchmeii der Gesellschasr die Zwangsligliidalion nngeordncr sei. habe sich eine weiteic besondere Rückstelluirg in Höhe von 65 000 M. als crfordsr- lich erwiesen. Die Georg Gcrlach n. 60. Akt.-Gcs, i» Berlin(Eleklro-Photo- graphische Geiellichaft) erzielte in 1915/16 eine Einnahme von 20 802 M.<45 958 in 1914/15), auf Hausertragskonto wurden ver- einnahmt 161 137 M.(163130). Demgegenüber ersorderlcn Zinicn 131891 M.(133 5231. allgemeine Unkosten 62 628 M.(154 684,. HauSrmloiien 49 890 M.(44 390). Die Abschreibungen sind ans 223 049 M.(88 080) bemessen worden. Die anS dem Jahre 1914,15 übernominene Unterbilanz von 417 715 M. crböhl sich auf 702744 M., so daß nahezu die Hälfte des 1475 000 M. betragenden Aktienkapitals verloren ist. Die Gesellschaft behält sich Matznahmen zur Tilgung der Unlcrbilanz vor. Die freien Malter der Berliner Börse haben sich zur Wahrung der Beruftinleresien vereinigt. Die Erste Deutsche Fein-Jlltc-Garuspimierei A.-G. teilt mit, daß der Unisatz in Bastfasermaterial gegen das Vorjahr schlechter sei. Die Gesellschaft hat jetzt die Herstellung von Papiergarnen aufgenommen. Ter Versand dcS StahlwerkSverbandeS betrug im No- vembcr insgesamt 212675 Tonneil gegen 281554 Tonnen im Vormonat und 241 750 Tonnen im November deS Vorjahres. Die Londoner Metallbörse ist geschlossen worden, tvcil die englische Regierung wenig Freude an der Metall- Hausse hat._ Ter Wcltschiffbau. Nach„Lloyds List" haben in Rußland die Anlagen zum Schiffbau so große Fortschritte gemacht, daß nach dem Krieg ernst- hast mit dem Wettbewerb der russischen Wersten gerechnet werden mutz, zumal diese durch hohe SlaalSzuschüsse zunächst bis zum Jahre 1S28 geschützt werden. I» der gleiche» Nummer wird auf amerikanische Berichte hin- gewiesen, ans denen hervorgeht, daß die a in c r i l a n i s ch c Schiffs bauindu st rie sowohl gegenüber ihren curopäiscken Wettbewerber» wie auäi gegenüber den Japaneul sich in vorteil- basier Lage befindet. Die Vereinigten Staaten sind da-Z einzige Land, das in bezug aus Schiffbaumaicrial vom Ausland unabhängig ist und welches sich nicht daraus zu beschränken braucht, lediglich die für den Bau von Riiegischisscn lniverwendeten Materialien zu be- nutzen. Anieriiauischer Stahl wird sowohl für britischen wie für japanischen Schiffbau gesucht, ohne daß genug zu bekommen wäre. Die Länder des europäischen Kontinents haben bisher in beträcht» lichem Umfang Schiffbaumatcrial von Deutschland bezogen, doch hat die« neuerdings aufgehört. Ein unlängst erschienener Aufsatz im New Dorker„Journal of Eommerce" weist darauf hin, daß da« deutsche Ausfuhrverbot von Schisfsbaumalerial den norwegischen Schissdau schwer beeinträchtigt hat; cöenjo ergeh« cS Dänemark und Holland. Soziales. Die Sterblichkeit i» deutschen Städte». In der Woche vom 12. bis zum 19. November hatte von allen deuifchen Städten von über 40 000 Einwohnern Wilhelmshaven die höchste Stcrblichkcilözisfer(aus 1000 Einwohner und anfs Jahr bc- rechnet) mit 40,3; an dieser Zahl sind allerdings die Orlsfremden stark beteiligt, ohne die Wilhelmshaven mit nur 9,2 an eine ziemlich günstige Stelle kommt. Die niedrigste Sterblichkeitszisfer hatten Bamberg und Erfurt mit je L,2. Ohne Ortsfremde hatte Koblenz die höchste(22,8), Neukölln die niedrigste(3,9) Sleiblichkeiiszisser. Steiu Betriebsunfall— cigcnwirtschaftliche Tätigkeit. Ter Arbeiter I. war als ArmierungSarbeiler bei der königlichen Fortifikation bcschäsligt. Am 17. November 1014 ging er in der Dunkelheit von seiner Arbeitsstelle nach dem ihm von seinem Arbeit» gebcr zugewiesenen Quartier. Dabei verfehlte er den Weg, stürzte und zog sich einen Bruch des rechte» Schulterblattes zu. Die Inten» dantnr des militärischen Institut« lehnte den Anspruch deL Verletzten auf Entschädigung ab. weil Unfälle, die Versicherte aus. dem Wege von der Arbeitsstelle zur Wohnung erleiden, nicht cntschädigungs- pflichlig seien. I. erhob Berufung und machte geltend, daß er infolge der Eigenart der Arbeit gezwungen gewesen sei. Wohngelegcnheil da zu nehmen, wo sie ihm die Fortifikation, also sein Arbeitgeber, anwies, die Wohnung sei daher dem Betriebe zuzurechnen. Auch sei er infolge der Eigenart des Betriebes ge» zwungen gewesen, den Nachhauseweg aus mibelenchtetem Terrain zurückzulege», was die Unsicherheit, die BctricbSgefahr erhöhte. DaS kgl. Oberverficherungsamt Aroß-Lerlin wies die Berufung zurück. ES ertlärle, daß I. mit den: Augenblick, als er sich von der Arbeit zu seiner Wohnung begab, losgelöst voin Betriebe und seinen Geiabre» war. ES heißt dann wörtlich:.Wenn auch angenoinmon weiden koniiie, daß die zugewiesene Wohnung iin weiteren Sinne einen Teil des Betriebes darstellte, so war der Kläger doch nicht mehr für den Betrieb beschäftigt, als er den Unfall erlitt. Ter Na»- bauieweg fällt ebenso wie der Aufenthalt in einer zugcivicseneu Wohnung in den Bereich der eigcnwirtschastlichen Tätigkeil nnd nicht jede Verletzung in diesem Bereich mutz ohne weiteres als Betriebs- Unfall anerkannt lverden." Ter von I. gegen diese Entscheidung eingelegte Rekurs wurde vom NeilbsvetsicherungSamt zurückgewiesen. ES sagt, d>e Tatsache, datz die Heeresverwaltung den Arbeitern in solchen Fällen die Bc- schassnng einer Unterkunft abnehme, indem sie ihnen Onaniere anweist, genüge allein nicht. Vre Unleriunst als mit dem Betriebe io eng verbunden zu lassen, datz da« Eigeinvirtschafrliche dabei in den Hintergrund trete. All» die Wcgeverhälinisie auf der zwischen der Arbeitsstelle und dem Quartier gelegenen Strecke sei nach den an- geslclllen Ermittelungen leine andcreit, als sie gewesen sein würden, welm cS sich um Arbeiten für einen privaten Arbeitgeber gehandelt hätte. Ein Verbot, eine Laterne zu benutzen, habe nicht bestandem Wenn nur cm klein wenig guter Wille dagewesen wäre, von der bequemen akieu Formel abweichen zu wollen, dann hätte der Verletzte eine Rente erhallen, AbZ die Reichs-Versich-rungsordnung beraten wurde, sagte em MegierungSveltreter in der Kommnsion. das ReichSversicherungSamt fei bemüht, den Begriff Betriebsunfall ausdehilend auszulegen und eS tverdc auch bei Unsällen ans Wegen zu und von der Arbeit immer prüfen, ob Beziehungen zum Betriebe vorhanden seien. An solchen Veziehnngen ha: es hier aber durchaus nicht gefehlt.__ Die VolkSfnrsorgc im Kriege. Seit 28 Monaten wird das deutsche Wirtschaftsleben vom Welt- kriege bestimmt, mid doch kann man mit der Weiterentwicklung der erst ein Jahr vor KiicgSauSbrnch in« Leben getretenen gewerkschasl- lich-genosieiischanlichen Versichcrungsalliengeiellschafr Lollssnrsorge noch zufrieden sein. Im Monat November har sich das Ncugeichnsl gegen die Vormonate wieder etwas gehoben. ES wurden 2193 neue Anträge eingebracht, davon 2025 für Kapitalverfichernngen mit einer Versicherungssumme von 465 978 M. und 108 für Spar- nnd Risilo- Versicherungen. Es wurden sonach in den ersten elf Monale» 1010 nn ganzen 21 425 neue Anträge eingebracht, gegen 0621 Anträge im gleichen Zeitraum. 1015, Es ist daS ein Beweis dafür, datz die Werbetätig- teil der Funktionäre der Bolkösürsorge bei den Arbeitern und ihren Frauen weitgehendes Vertrauen findet, wie eS anck zeigt, datz die wirlichasttichen V-rhäliiiisie zahlreicher Arbcilcrschichlen die Uebcr- nähme solcher Berpfllchtunge» zulassen, olange derÄorrat reicht liefert die Buchhandlung Vorwärts, Berlin, EW. 68, Lindenstraße 3, folgende älteren Jahrgänge der reichillustrierten Rvmanzeitschrist„In Freie» Stunden" jeden Band statt gebunden 4 Mark für nur 2 Mark. Band 3: Lnhatt: 5m Sanne der Aersuchnug," Koman von Hellor Malot.— „Dir loiürdrri»." Von V, Schulze-Schmidt.—„Set wcdlar," Von O, Ltuppius.—„TaS Kloster Dei Srndomir." Von Ö. Grillparzcr. Land 4; Lnhalt:„Irr Kurlcr dcS Zarrn," Von Jute« Werne.—„SoS Vor» miichiiilS des PcdlarS." Von Otto StuppiuS.—„Am Atalauirr Flord." Von Theodor tRLgac.—„Wir der vtrostoatrr dir Grostinnacr nahm." Band S: Jnliatl:„Ter vrrlorrne Tolin," Roman von Holl tloine,—„Irr LNichiting." Novelle von Morch Hartmaiin.„3 um Blrlbrrmocrt vcrurlcUi." Wries- von Wafstli LatSzotow.—„Sir Narrcnhmg." Orzählung von Adalbert Slisler. Band 6: Inhalt:„Scr Srscrtrur." Nomon von Nobcrt Duchanan.—„Zwri KbiUcn." Roman von llltodo me Viaot.—„Scr lulc Zirnmcrmann." HumoreSle von Lrtedria, GcrllSiler.—„Waldsvlunc," ffltntedlU) von Cito RuppiuS.—„See W«iy»achtSaven»." Eine GelstergefHichle. Band 7- Inhalt:„Rrllcllen," tkrzShIung von E, Tschtrtkow,—„Scr Glöikiier vo« Rotrc Same." Roman von Victor Hugo.—„St. lpctcrs»icgcn. llyirm." Erzühlnng von it. INilszath. Land 10: Inhalt:„Scr Paiduck." Von D. Tnmbrara.—„Nantas." von Bmlle Zola.—„Scr»rnur lpavaaci." Von W. W. Iacod«.—„Ar»«lein Hollada»." Von B. E. Slevcmon.—„Uubcjahllc Schuld." Bon dl. Ltroillött.— Wic 5», mm tiue Frau(„cht." Von I. Gotthclf.— „Srr Paulcr von Nirlno»a>>sc»." Von R. 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Grötztch.— Band 5: Der Prinzipienreiter, EineErzählungausdemJahrelShS von Wilhelm Bios.— Band 6: In den Cod getrieben, Zwei Erzählungen von Ernlt Preczang.— Band 7: Der Pariser Garten und Bnderes von fflinnaKautskv. Band 8: Islutter, Ein Frauentchicktal von Joh. Ferch. Band 9: Der Morgen graut, Erzählungen aus dem Proletarierleben von M. Rnderten-Dexo.— Band 1 0: tö00 Mark Belohnung, Kriminalroman v. Bans Byan. Band 1 1: Die Beiteretei, Einehumorittitche Erzählung von O.Ludwig.— Band 12: Vom ölaitenhaus zur Fabrik, Getchichte einer Prolctarierjugend von B. G. Dikreiter.— Band 13: Der Gettesläflerer, Roman aus dem Leben der erzgebirgiteben Waldarbeiter von fl.Gcr.— Band 11: Die Marketenderin, Erzählung von Erckmann-Cbatrian.— Band 15: Krieastahrten in Belgien und ilordfrankreidi. Von Dr. Koetter und G. Hoske, Ui. d. R.— Band 16: Kriegsberichte aus Ostpreußen und Rußland. Von W.Düwell, KriegsbericnterttatterimBauptquartier des Ottens.— Band 17 und 18: Herzen im Kriege, Schilderungen und Getchicbtcn. Eine fluslete von Dr. Franz Diederich— Band 19: Bis Zwilchen- deckttcward nach Südamerika, Erzählung von Beinrieb Neuenhagen. Jeder gut gebundene Band 1,20 Mark j MMctUo.»WW«« ZilSecWec! in reicher Buswahl in allen Preislagen. iitiim$eM enüilunsBget®» See etüc Geologitcbe Profile und Erklärungen geologischer Fachausdrücke. 1 1TIk. flneiKAu/Roffhirfif ov-3usgang desMittelalters. Leitfaden für Lehrende jJtüllüjtöCiUJIujlCund Lernende von F- Mehring. Gebunden 2, 50 ITIk. 1 llnförm'Rr änn'iif nn Berliner politiiche Satire, Revolutionsgeitt und• ; Ulilclul Dluitiylus mentchliche Komödie von Bdolf Glaßbrenner.» : Ausgewählt und eingeleitet von Dr. Fi"- Diederich. Mit 117 Bildern von: : Cbeodor Botemann, Adolf Schroedter, Wilhelm Scholz, C. Reinhardt,; • Guftav Beil und anderen. 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Durch jeden einzelnen dieler Briefe lernen die Leier ein besonderes Kapitel der Natur kennen. Gebunden, mit Buchschmuck verlchen, Preis nur 1,50 Mark. Eine Reife nach Island männer-Infeln. Reilcbriefe und Cagebuchblätter von£. Sonnemann(Jörgen Brand). Mit vielen Illustrationen.— Preis gebunden 2,50 Mark. Der durch lein„ülenbrook" schon bekannte Verfasser weiß, daß Kinder sehr gern solche Reifebeschreibungen lesen, darum schrieb er diefeReifebrief e. Von C. Grottewitz, herausgegeben von W.BölIcbe. Mit zahlr.Abbild. Dieses Buch hat bei den bedeutendsten Pädagogen wie in der Presse begeisterte Aufnahme gefunden. Broich. 2,50 Mk., in Leinenband 3 Mk. Sonntage eines Großstädters in Hdn Tirtiuv Von C. Grottewitz. Vorwort Iii Uvl Hill III von Wilhelm Böltche. Mit Buchschmuck und einem Porträt des Verfallers. Das kleine Werkchen fand allseitige Anerkennung und bat sich viele Freunde erworben. Geb. 1 Mk. Kreuz u.quer nur« den Balkan Reisebeschreibung von L. Leiten. In diesem Buche werden Land und Leute der Balkanhalbinsel fesselnd geschildert Illustriert von J.Schur. Geb.1,50 Mk. Mit dem Cornlster SSSS eines Infanteristen aus dem Jahre]870.VonRückert Gebunden 1,50 Mark. Onfer Maid Bszugsqueiien-üerzeicimis BeHln-Sadan Incheint voohentücti-inuil. _ B«l Eintaitcii«»nkodl«»._ Blokai»». Kondltapalan "" 1 Nklln., Allerstr. 37« I AnerkanalgnLKuettenw.y lumi ■ Flalaoh- u. Wiaratwar.» Paol Müller, FrieseDslr.22.ö Karlsgarcen 16 fl. Fleückv. n. Aofaeh«. ff' Sil nehlhdlo-.Kolonlalw. J ,o!LPIet8i!li,CoeiseDaD8!.97a M pvalnB.FnicMsatlB.liHar.B e.& M. LeimmS Rlanstelnstp. 4 . Uhren. Ooldwara» . Fensk«, Kottbn(.DaiiuD Ml [Streng resll, anerkannt bill.' m3 Neukölln C. Dittmann Berlineratr. 49 y Wild— Goflügel— FUche.f 1 Bszugsquelien-uerzeiclinls Berlin-Westen _ Bei Kintänfen«mpfatltn._ des Brauereien»-»—- fideiuog& Hontnann 2 Akt.-Braaerei Potsdam H Eig. Niederlag. Berlin SW.47|4 Kreu/bergstrasse 28, Bran-M \ denbnrg a. IL. Wilhelma-M dorferatraße 72. 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