Ar. 349. 33. Jahrg. n bo n nemen ts-Bedlngnng«! s Klonnemcntä• prSnumer-mdi BierteljäötL 3,90 Ml, monatL 130 Ml, wSchciillich 30 Psg, frei tnS feauS. Einzelne Summer ö Pfg, EonnlagS- rummer mil iHuftnerter 6onmag?. Beilage.Die Neue Welt' lO Psg, Poll- llbonnernent: ILO Marl vro Monat, eingetragen in die Post- Zeitung»- Preieliile, Unter Kreuzband für Teuiicbland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Biarl. für da» übrige Ausland « Marl pro Monat Postabonnernentz nehmen an Belgien. Dänemari, Holland, Italien. Luxemburg. Portugal, Rumönien. Schweden und die Schwei». Crffttlnt liglst». Vevlinev Volks»blntk. f 5 Pfennig) DI« TnIfrf1on$-6ebfll»r letrSgt für die fechSgewaltene Kolon el, »eile oder deren Raum 60 Pfg., für »olitilche und gewerlschafiliche BereinS- und BersammlungS- Anzeigen 30 Pfg, „KUint Hmetgen", das fetigedruckle Wort 20 Pfg,(zulälfig 2 fetigedru-ite Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlaistellenan- zeigen das erste Wort lO Pfg, jede» «euere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Exveoittoa ist bis 7 Uhr abends geöffnet Delegratinn-Adrefle: .SMlaldenioknt BerUi". Zentralorgan der fozialdemoltratifcben Partei Deutfcblands. Redoftion: SW. bS» Lindenstraße Z. Fernsprecher: Am» Moritzpli,««- Nr. 151 90—151 97. Expedition: EW. 08, Lindenstraße Z. Fernsprecher: Amt Msritzplatt- Nr. 151 90—151 97. Lloyd George über das Friedensangebot. Frieden ohne Genugtuung unmöglich. die Schlinge. Gestern hat L l o y d G e o r g c im englischen Unter- hause die angekündigte Rede über das deutsche Friedens- angebot gehalten. Das Haus war gedrängt voll, und der Premierminister wurde, als er sich erhob, mit lautem Beifall empfangen. Lloyd George sagte: Unsere Antwort auf die deutschen Vorschläge wird im vollen Einvernehmen mit unseren Verbündeten gegeben werden. Jeder, der den Krieg leichtfertig verlängern wolle, würde die Schuld für dieses Verbrechen auf seine Seele laden, aber jeder, der den Kampf aufgebe, ohne daft das Ziel erreicht wäre, würde pcrsön- lich die Schuld dafür übernehmen. Tie Annahme der Vorschläge des deutschen Reichskanzlers würde bedeuten, daß wir unsere Köpfe- in eine Schlinge uiit einem Seil daran stecken würden. Ohne Genugtuung swörtlich Reparation) ist der Frieden un- möglich. , Tie Verbündeten gingen in den Krieg, um Europa gegen den Ueberfall der preußischen Militärkaste zu verteidigen. Sie müssen auf den vollständigsten Garantie» bestehen, daß diese Kaste niemals wieder den europäischen Frieden stören wird. Wir vertrauen lieber auf unsere ungebrochene Armer, als auf ein gebrochenes Wort.,(Beifall.) Die Bcr- bündetcn werden binnen wenigen Tagen eine förmliche Antwort erteilen. Ter grobe Mißgriff mit Rumänien war ein Unglück, aber schlimmstenfalls kann er den Krieg nur verlängern. Um zu ver- hindern, daß die Lage in Rumänien sich verschlechtere, habe er energische Maßregeln in Griechenland ergriffen, die seiner Mci- nung nach erfolgreich gewesen seien. England habe beschlossen, die Agenten von Vcnizclos anzuerkennen. Er sei von dem endgültigen Siege überzeugt, wenn dir Nation sich von demselben Geist beseelt zeige wie die Armee an der Front. Zuvor teilte Bonar Law mit, Teutschland habe die Zu- sicherung gegeben, daß Kapitän Blaikie nicht das Schicksal des Kapitäns Fryatt teilen würde. Das deutsche Marineamt betrachte die C a l e d o n i a als einen bewasf- neten Hilfskreuzer, und Kapitän Blaikie habe nur seine Pflicht getan, indem er versucht habe, das Unterseeboot zn rammen. Der Unterstaatssekretär des Ackerbauamts Winfrey teilte mit, daß die Regierung beabsichtige, einen f e st e n Weizen- preis für die Saison 1916-17 zu garantieren. »* * Der neue englische Ministerpräsident Lloyd George ist ein Mann, der als Redner Wert auf Originalität legt. Darum hat er gestern im englischen Unterhaus den deutschen Friedcnsvorschlag weder als ein Manöver noch als eine Falle bezeichnet, sondern er hat von einer Schlinge ge- sprochen, in die seinen Kopf hineinzustecken England aufge- fordert worden sei. Herr Lloyd George begegnet sich in dieser Sorge niit unseren Alldeutschen, die auch meinten, Deutschland sei im Begriffe, in eine Falle zu spazieren oder seinen Kopf in eine Schlinge zu stecken. Es ist ganz merkwürdig: je mehr man vor einander eine gegenseitige militärische Geringschätzung bekundet, die man nicht besitzt, desto niehr verliert man sich in einer unbe- grenzten Hochschätzung der diplomatischen Fähigkeiten der andern. Und derselbe englische Minister- Präsident, der nach einer hierzulande weit verbreiteten Mei- nung allen Briands, Sonninos und Pokrowskys ihre Rollen diktiert, bekundet eine kaum glaubwürdige Schüchternheit, wo es gilt, die Schwelle des Konferenzsaales zu überschreiten. Warum die Gefahren des Konferenzsaales für die Entente größer sein sollen als für die Mittelmächte, ist unerfindlich. Die Staatsmänner der Entente verlangen von ihren Soldaten und ihren Verbündeteir noch ganz andere Dinge als sie ihnen selbst durch den Friedensvorschlag der Mittelmächte zugemutet werden. Hat nicht auch Rumänien seinen Kopf in die Schlinge gesteckt? Tun andere in englischen Diensten nicht vielleicht dasselbe? Immerhin bleiben die Ausführungen des neuen eng- lischcn Premiers einigermaßen dunkel. Wer' den Krieg leichtfertig verlängern wollte, würde die Schuld für dieses Verbrechen auf sich laden � schließen diese Worte nicht eine starke Selbswerurteilung in sich ein, wenn England die von den Mittelmächten angebotenen Verhand- lungen ablehnt? War dieses Beruhigungspulver notwendig, um die starke Erregung des englischen Pazifismus nieder- zuschlagen, soll eine Rückzugslinie offen gehalten werden? Der Frieden ist unmöglich ohne„Genug- t u u n g", sagt die von Wolfs vermittelte Uebersetzung, und in Klammer setzt sie das englische Wort: raparntion. Der Sinn ist vieldeutig. Reparation heißt Reparatur, Ausbesserung, Wiederherstellung, Ersatz, Entschädigung, in letzter Linie allerdings auch Genugtuung. Es ist nun natürlich etwas sehr verschiedenes, ob man„Wiederherstellung" von etwas ver- langt, was dauernd zu zerstören vielleicht gar nicht in der Absicht des Gegners lag, oder ob man„Genugtuung" fordert und damit das Eingeständnis des Gegners, daß er eine Schuld auf sich geladen und sie zu büßen habe. Wiederherstellungen wird der Frieden, mag er früher oder später kommen, wahrscheinlich in schwerer Menge bringen,„Genugtuung" zu geben, wird sich aber kein Staat bereitfinden lassen, solange er nicht zerschmettert am Boden liegt. � Lloyd George kennt die Friedensvorschlage der Mittel- mächte noch nicht, kann sie nicht kennen. Darum kann er auch nicht wissen, in welchem Maße in ihnen„Wiedcrher- stellungen" vorgesehen sind. Aber' wenn er' annimmt, daß die Mittelinächte'nicht gewillt sind, in: Büßerhemd nach dem sittlichen Welt-Richterstuhl Englands zu wallfahrten, dann setzt er etwas ganz Nichtiges voraus. Tie förmliche Antwort der Entente ist nach der Ankündigung des englischen Premiers binnen wenigen Tagen zu erwarten. Nach den Ministcrreden von Paris, Petersburg und London wird die Spannung, mit der man dieser Antwort entgegensieht, nicht mehr allzugroß sein. Man wird mit moralisierenden Vorwänden und Winkelzllgen an dem Friedensangebot der Mittelinächte vorübergehen. Aber die stärkere Moral bleibt doch auf der Seite, die zum Abschluß des großen Völkermordens mahnt, nicht auf jener, die in der Hoffnung auf einen sich immer weiter entfernenden endgiih digen Sieg das Elend der Welt ins Endlose verlängert. Die Bewaffnung üer �anüelsschiffe. Amsterdam, 19. Dezember.(W. T. B.) Wie einem hiesige» Blatt aus London berichtet wird, hat Lord Robert Eecil gestern im Untcrhause mitgeteilt» die britische Regierung habe von den Rc giernngcn aller neutralen Staaten die Zusicherung er- halten, daß Schiffe, die nur zur Verteidigung bewaffnet sind, in ihre Häfeneingelassen werden würden, nurdicnieder- ländische Regierung habe das bisher verweigert. DicS habe in England einen um so unangenehmeren Eindruck gemacht, als die niederländische Regierung niemals die Gesetzlichkeit der Bc waffnung von Handelsschiffen zum Zwecke der Selbstverteidigung in Zweifel gezogen habe. Er hoffe deshalb, daß die niederländische Regierung sich nicht weigern werde, derartige Schiffe in niederlän- dische Häfen zuzulassen, um so mehr, als das neue englische Kabi- nett nicht länger dulden würde-, daß englische Dampfer, ohne einen Versuch, sich zu verteidigen, von feindlichen Nnterscrbooten zum Sinken gebracht werden. Der„Temps" führt laut T. U. in einem der Krisis in Griechen- land gewidmeten und energische Maßnahmen gegen den König for- dernden Leitartikel aus: Das neugebildete Kabinett hat außer der griechischen Krise andere nicht minder dringliche Fragen, besonders hinsichtlich der Unterseebootstriegführung, zu lösen. Das Wieder- aufleben der deutschen Piraterei, das Erscheinen deutscher Unter- seeboote im Atlantischen Ozean, wo ein aus irgendeinem Hafen entwichenes und mit Hilfe noch unbekannter Mitschuldiger bewasf- netcs Kaperschiff aufgetaucht ist, alle diese den Handelsmarinen der Kriegführenden und Neutralen drohenden Gefahren machen es England, der Herrin der Meere, zur Pflicht, entschei- dende Maßnahmen zu ergreifen, deren Bedeutung nicht übertrieben werden kann._ Der Generalstreik in Spanien. Bern, 19. Dezember.(W. T. B.)„Temps" meldet aus Madrid: Ter Generalstreik von vicrundzwanzig Stunden, der für ganz Spanien als Protest gegen die Lebensmittelteuerung angrkün- digt war, hat am Montag stattgefunden. Die Fabriken, Läden und eine gewisse Anzahl von Bureaus blieben geschlossen. Die Zeitungen erschienen nicht. Die Behörden trafen umfassende Sichcrheitsmaß- nahmen. Die Gefahr eines Eiscnbahnerstrciks scheint beigelegt zu sein. Ter Warenverkehr war nicht unterbrochen. Mimsterpräsident Romanones und Minister des Innern Jimerez erklärten, baß der Streik nach ihrer Ansicht nnberechtigt sei, da die Regierung für die Ernährung und Hygiene des Landes alles getan habe. Jus öem besetzten Bukarest. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters D r. A. K ö ft e r. B u k a r e st, den 9. Dezember. Vom Balkon der deutschen Gesandtschaft in' Bukarest weht noch immer die amerikanische Flagge. Das Gebäude selber ist völlig leer. An ein paar Schränken klebt das amerikanische Siegel. Das Gebäude der Gesandtschaft ist während des Krieges mehrere Male von den rumänischen Be- Hörden unter Beisein des amerikanischen Gesandten Vopitzka durchsucht worden. Die ausgedehnten Baulichkeiten der dcut- schen Schule, die zuletzt von über 2000 Schülern besucht wurde, sind von den Rumänen als Lazarett benutzt worden. Die deutsche Kirche ist versiegelt. Morgen findet großer Dankgottesdienst statt. Aiich das Gebäude des deutschen „Bukarester Tageblattes" ist vÄsiiegelt. Die geilster der ungarischen Kirche sind durch Steinwürfe beschädigt. Bevor die Rumänen aus Bukarest abzogen, haben sie alle W e hrp fl i ch ti g e n ausgehoben und bei der vielfach herrschenden Unlust der jungen Leute zum Teil mit Gewalt durch Gendarmen aus den Wohnungen geholt. Trotzdem ist es ihnen bei der Hast der Ereignisse nur gelungen, etwa die Hälfte aller Wehrpflichtigen fortzuschaffen. Die Zurück- gebliebenen kommen allmählich hervor. Außer ihnen melden sich täglich Hunderte von Soldaten, die anstatt iveiterzu- marschieren es vorzogen, sich in den Bukarester Häusern zu verbergen. Die meisten von ihnen sind in dem Gebäude des Cereul-Militar an der Calles Vicktoriei untergebracht, einem prächtigen, noch nicht vollendeten Millionenbau, den sich das Bukarestcr Offizierkorps errichtet hat. Dr. A d o l f K ö st e r- » Amsterdam, 19. Dezember.(W. T. B.).Times' erfährt aus I a s s h: In Jassh und anderen Städten der Moldau kommen un- aufhörlich Flüchtlinge aus der Walachei an. Di« Bevölkerung von B a r I a d ist auf das Dreifache gestiegen. Galatz und Braila sind überfüllt. Die Flüchtlinge sind hauptsächlich Städter. Die Bauern bleiben auf dem Lande und legen gegenüber den eindrin- genden Feinden große Gleichgültigkeit an den Tag. Die Vorgänge in Griechenland. Ein Haftbefehl gegen Benizelos. London, 18. Dezember. fW. T. B.) Reuter meldet aus Athen, daß die Regierung des Königs Konstantin einen Haftbefehl gegen BenizeloS wegen Hochverrats ausgefertigt hat. Ein Haager Bericht der.Frankfurter Zeitung" meldet gestern: Athen trifft alle Maßregel», die mit Rücksicht auf die Lage für not« wendig gehalten werden. Die Stadt wurde auf Brotration gesetzt. Die Behörden lassen die Läden bewachen, um dafür zu sorgen, daß da? Publikum nicht zn viel auf einmal kaufe. Die Speisekarten in den Restaurants und Hotels wurden stark beschränkt. Man glaubt, daß Athen, der Piräus und Ilmgegend nur noch a»f vierzehn Tage Brot haben, Fleisch und Gemüse sind jedoch auf lange Zeit vor- handcn. .Dailh Mail' berichtet aus Syra vom 11. Dezember: Einige Berichte aus der Provinz teilen init, daß am 1. Dezember griechisckte Lsfiziere in Polo, Larissa und Frikala die unter Kontrolle der Alliierten stehenden Offiziere, die die Kanonen unier ihrer Ver« Wallung hallen, aus den Städten verlrieben, während der sranzö- fische Konsul verhaftet und von griechischen Offizieren verhört wurde. Am nächsten Tage wurden in Bolo auf offener Straße Osstziere der Entente beleidigt. Einige Engländer wurden an den Ohren auf ihre Schiffe gezogen. Eine Pöbelbande drang in das Bureau der britischen Mililärkontrolle, holte die Möbel heraus und warf sie in das Meer. Zwei Offiziere der Kontrolle wurden weg- geichleppt. Am Morgen des 3. Dezember ergriffen sieben Rcier- visten zwei französische Soldaten, die den Dienst bei der Post- kon trolle hatten. Die Beiden wurden verwundet und später getötet Die RuWzierung Zinnlanüs. Aus Stockholm wird der„Franks. Ztg." gemeldet: Der russische Ministerrat lehnte den Vorschlag Wer Erweiterung x-r Rechte des finnischen Landtages mit der äußerst bezeichnenden gründung ab, daß ein derartiges Zugeständnis der Reichsduma mir Anlaß geben würde, ebenfalls die Frage nach der Verantwortlichkeit der Regierung gegenüber der Volksvertretung aufzuwerfen Sonnino abermals zum Zrieöensangebot Am Tage nach Verkündigung des deutschen Friedens- angebots hat Herr Sonnino in der italienischen Kammer Aeußerungen getan, die zwar keinerlei Zustimmung darstellten,. aber auch von jeder feindseligen Ablehnung absahen. Er sprach zurückhaltend und verwies darauf, in einer„so heiklen Angelegenheit" sei es wichtig für die Ententemächte,„in vollem Einvernehmen" vorzugehen. Das ließ sich immerhin hören. Sonnino fügte hinzu, es wäre„unmöglich, wenn jeder seine besonderen Eindrücke von vornherein be- kanntgeben wollte". Diesen Verzicht haben indes andere Entente-Mitglieder alsdann nicht für angebracht gehalten. Der russische Kollege Sonninos hat das Friedens- angebot wahrhaft asiatisch verhöhnt, die Hoffnungen auf eine wirkungsvolle Unterstützung durch neutrale Mächte sind tief herabgedämpft worden, und nunmehr hat Sonnino in einer neuen Rede vor der Kammer das neulich Gesagte revidiert. Rückwärts revidiert! Man muß annehmen, daß seine neuen Auslassungen ein Takt aus der Musik sind, die inzwischen von den Alliierten der Entente komponiert worden ist. Also ein Vorklang, vielleicht sogar— was sich morgen wird nach- prüfen lassen— so etwas wie das Leitmotiv der Antwort, die Lloyd George als entscheidende Stimme der Entente über Stacht auf das Friedensangebot gegeben haben wird. Und obendrein noch ein Abklang des in Petersburg Gesprochenen, in der moralisch verdächtigenden Charakteristik nämlich, die Sonnino über die Lippen kam. Die Worte, die der italienische Minister deS Aeußeren in dieser Beziehung brauchte, machen den Eindruck, es sei ihm darum zu tun gewesen, sich den Verbündeten seines Landes gefügig und hilfswillig zu zeigen. Denn in demselben Satze, in dem er das Konzert der Lästernden um einen schrillen Ton bereichert, hebt er hervor, daß Italien nicht daran denke, etwas anderes zu wollen als seine Verbündeten. Warum hält er dies Bekenntnis für notwendig? Hat er das Empfinden, man traue der Festigkeit Italiens nicht mehr? Weiß er von Tatsachen, die dies Empfinden rechtfertigen? Hat etwa der Satz der ersten Rede Sonninos. der von„be- sonderen Eindrücken" sprach, einen Sinn gehabt, der im Kreise der Entente verstanden worden ist? Oder hat man hier, weil sich's eben um Italien handelt, Unrat gewittert? Sonninos Satz hat, wie man sieht, seine Reize; er ist sicherlich in allen Teilen nicht ohne überlegten Zweck gesprochen. Das Wichtigste bleibt natürlich, was der Minister Italiens nunmehr zu dem Friedensangebot zu sagen hatte. Auch seine Worte wollen in dem Fehlen eines„ernsthaften Vorschlages für bestimmte Grundlagen von Verhandlungen" die von der noch immer nicht gestillten.Kriegswut ersehnte Hintertür sehen. Ja, wenn dieses Loch nicht wäre! Seit acht Tagen wird mit dieser Ausflucht gekrebst, und immer wieder wird verschwiegen, daß die„ernsthaften Vorschläge" in der Friedensnote für die Konferenz angekündigt wurden. Die Ententemächte bäumen sich gegen den deutschen Vorschlag auf und sie winden sich wie im Netz. Auch Sonnino zeigt mit seiner Rede, wie schwer es ist. sich der moralischen Wucht des Friedensangebots zu entziehen. » Rom, 18. Dezember. lMeldung der Agcnzia Stefans.) In Er- widerung auf mehrere Reden gab Sonnino heute in der Kammer eine Erklärung ab über die Auffassung, die die Regierung im Gegensatze zu verschiedenen Gerüchten von der Bedeutung deZ Schrittes der feindlichen Mächte für die Eröffnung von Friedens- Verhandlungen und von der Note der feindlichen Staaten hat, deren Text zur Kenntnis der Kammer gebracht worden ist. Sonnino führte aus: „Es sind keine bestimmten Borsch läge vorhanden, ausser dem allgemeinen Borschlage, Friedensver- Handlungen zu eröffnen. Wenn darüber hinaus Bor- schlage gemacht worden wären, bann würden wir erwägen, was dem entsprechend zu tun wäre. Es wäre nicht praktisch und auch nicht ernsthaft, heute darüber Erörterungen zu pflegen. Nebrigcns wird kein Berbündeter irgendeine etwaige Be- dingung in Erwägung ziehen können, die ihm ge- gcbenenfallS i n einer für ihn allein bestimmten Form angeboten wäre. Im öffentlichen Interesse und auf Grund der den verbündeten Regierungen schuldigen Rücksichten kann ich Ihne» nichts mitteilen, was sich auf den Inhalt der Antwort bezieht, die wir auf diesen Schritt der vier feindlichen Mächte er- teilen werden. Die Antwort wird veröffentlicht werden, sobald darüber ein Einvernehmen getroffen ist. Wir alle wünschen sehnsüchtig den Frieden, und zwar einen dauerhaften Frieden. Aber wir sehen als einen dauerhaften Frieden eine fe st gelegte Regelung an, deren Tauer nicht von der Festigkeit von Ketten abhängt, die geschmiedet sein könnten, um sie einem oder dem anderen Bolkc anzulegen, sondern von dem gerechten Gleichgewicht zwischen den Staaten, von der Achtung des Grundsatzes der Nationalitäten, von dem Völkerrecht und den Grundsätzen der Mensch- l i ch k e i t und der Zivilisation. Wir streben in keiner Weise nach irgendeiner internationalen Regelung der Unterjochung oder der Borherrschaft oder einer Regelung, die die Ber- nichtung von Völkern oder Nationen bedingt. An- gesichts eines ern st haften Vorschlages für bestimmte Grundlagen von Verhandlungen, die den oben dargelegten Forde- rungcn der Gerechtigkeit und der Zivilisation Genüge tun. könnten, würde sich niemand von vornherein weigern, da- rüber zu verhandeln. Aber bis jetzt zeigt auch im entferntesten nichts, daß diese Bedingungen in dem gegen- wärtigen Falle sich verwirklichen, und es sind sogar sehr viel Dinge vorhanden, die auf das Gegenteil hindeuten. Sonnino schloß, indem er die Kammer beschwor, die Beratung nicht mit der Annahme irgendeiner Tagesordnung zu schließen, die die Vermutung zuließe, daß Italien in der Aufnahme des von Deutschland gemachten hinter- haltig en Schrittes eine von der seiner Verbünde- ten verschiedene Haltung einnehmen könnte. Demgemäß forderte Sonnino die Kammer auf, der Regierung in einer TageS- Ordnung ihr volles und ganzes Vertrauen auszudrücken. Die einzel- neu bedeutenden Stellen der Rede Sonninos wurden mehrfach durch den Beifall der Kammer besonders hervorgehoben und ihr Schluß wurde mit einer eindrucksvollen Kundgebung aufgenommen. Durch Zuruf wurde der Anschlag der Rede beschlossen. Boselli verlangte seinerseits, daß die Kammer die einfache Tagesordnung beschließe mit dem Ausdruck des vollständigen unbedingten Ver- trauens. In namentlicher Abstimmung wurde die einfache TageS- ordnung mit 352 Stimmen gegen 41 genehmigt, 1 Zu der Rede Sonninos berichtet noch ein Telegramm der T. U. aus Lugano: Sonnino ging in seiner in der italienischen Kammer gehaltenen Rede von Tiszas Enthüllungen über die Vor- geschichte der deutsch-italienischen Neutralitätsverhandlungen aus und versuchte damit, die angeblich« Unaufrichtigkeit des gcgenwärti- gen deutschen Angebots zu beweisen, um damit die ablehnende Haltung Italiens zu begründen. Der für Deutschland bemerkens- werteste Teil der Rede Sonninos liegt in den Worten:„Prä- zise Vorschläge der Mittelmächte liegen nicht vor; sollten sie noch kommen, würde es weder praktisch, ern st Haft noch zweckdienlich sein, heute darüber zu verhandeln." Der„Secolo" führt aus: Sonnino habe für die Entente eine vernunftgemäße und gerechte Lage geschaffen und Deutschlands Hinterlfft aufgedeckt.„Corriere della Sera" sagt, die Rede habe die Augen des Volkes geöffnet, alle Zweifel beseitigt und dem Lande den Weg der Pflicht gewiesen. Die Zrieöensnote auf öem Wege. Tie Uebermittlung der �riedensnote in Paris. Paris, 18. Dezember. Havas. Das Ministerium des Aeussercn teilt mit: Ter Botschaftsrat der Vereinigten Staaten hat dem Ministerium des Aeussern die vom Reichskanzler angekündigte Note der deutschen Regierung überreicht. Die deutsche Note, die nichts anderes ist als der vom Kanzler in seiner Rebe vom 12. Dezember verlesene Text, enthält nur einen allgemeinen Vorschlag ohne Angabe irgend einer bestimmten Bedingung. Tie Ncbergabe fand ohne Kommentar statt.. » Der Meinungsaustausch der Ententemächte. Basel, 13. Dezember. Der„Matin" schreibt: Sobald die Ententemächte von dem deutschen Friedensangebot Kenntnis ge- nommen haben, wird der Meinungsaustausch, der bereits einige Tage stattfidet, zur Aufstellung eines genauen Textes führen. Dieser Text wird sich von zwei Grundsätzen leiten lassen: 1. mit den Feinden sich nicht in Verhandlungen über vage Gegenstände und schlechtumgrenzte Gebiete einzulassen, 2. den am Kriege befindlichen Völkern mit Bestimmtheit darzulegen, aus welchen Gründen der deutsche Borschlag abgewiesen wurde. In Erwartung der Erklärung Lloyd Georges. London, 18. Dezember.(W. T. 58.) Unterhaus. Bonar Law kündigte an, daß die Regierung'hoffe, die Vertagung des Paria- ments würde am 22. Dezember eintreten und die neue Tagung zeitig im Februar beginnen können. Ebenso teilte der Minister mit, daß Lloyd George wahrscheinlich imstande sein würde, seine Erklärung morgen abzugeben. Unter den Vorlagen, die noch bor der Vertagung erledigt werden sollten, be- finde sich eine Kriegsanleihebill, welche das Schatzamt in den Stand setzen würde, eine Anleihe auszugeben, wenn es die Zeit dazu für geeignet halte, auch ohne daß das Parlament tage. Amsterdam, 19. Dezember.(2B. T. 58.) Dem„Allgemeen Handelsblad" wird aus London gemeldet, daß die heutige Rede Lloyd Georges in allen Kreisen mit großer Spannung er- wartet werde„Times" berichtet, daß Lloyd George auch eine Erklärung über das deutsche Friedensangebot abgeben wird. Außerdem wird er über die industrielle Pro- buktion im Zusammenhange mit dem Kriege, über die Lebens- Mittelversorgung, die Einschränkung der Erzeugung alkoholischer Getränke, über die Beschaffung des nötigen Menschenmaterials und vielleicht auch über die irische Frage sprechen. Man erwartet, daß die Rede zwei Stunden dauern wird. Amsterdam, 19. Dezember.(T. U.) Man erwartet, daß der Premierminister die Note setvst in seiner Rede bereits behandeln werde; vielleicht werde er jedoch erklären, daß die Verbündeten sich untereinander erst beraten müßten, ehe sie eine Antwort daraus geben könnten. Es steht gleichwohl fest, daß der Premierminister von neuem auf den unerschütterlichen Beschluß des britischen Reiches hinweisen wird, um das Ziel vollständig zu erreichen, für welches der Krieg begonnen wurde. Man erwartet, daß Lloyd George eine vollständige Auseinandersetzung der Kriegslage geben und die Tätigkeit der neuen Regierung besprechen wird, ohne jedoch persönliche Fragen zu berühren. Die Londoner City und das Friedensangebot. Haag, 19. Dezember. Der Londoner Korrespondent des„Man- chester Guardian" meldet vom Sonnabend: Das plötzliche Friedens- anerbieten der Deutschen hat k a um irgendwelche Wirkung in der City gehabt. Man glaubt nicht, daß die Alliierten dazu gebracht werden könnten, einen unbefriedigenden Fric- den zu schließen. Tic Aussichten der �riedensnorc. London, 18. Dezember.(W. T. B.)„W e st m i n st e r G a- zette" schreibt in einem Leitartikel: 5Wir halten dafür, daß die Alliierten den Friedensvorschlag der Mittelmächte, welches auch ihre Absicht oder ihr« Beweggründe sein mögen, b e- antworten müssen, weil wir in einem Kriege begriffen sind, in dem eine Riesenzahl von Menschenleben auf dem Spiele steht. Inzwischen müssen wir sagen, daß die Aussichten auf positives Ergebnis des Friedensvorschlages, wenn er, wie jetzt verlautet, nicht mehr enthält als die Rede Bethmann Hollwegs im Reichstag, ausserordentlich gering sind. Deutschland rühmt sich, den ersten Schritt getan zu haben. Es will uns glauben machen, daß es trotz seiner glänzenden militärischen Lage und Aussichten aus Gründen der Menschlichkeit bereit sei, Vorschläge zu machen, die eine ge- eignete Grundlage für einen ehrenvollen Frieden bilden. Wenn Deutschland dies ernst meint, ist es offenbar seine Pflicht, mit einem Entwurf hervorzukommen, der wenigstens in groben Umrissen umschreibt, was es vorschlagen will, um zum Frieden zu gelangen. Wenn Deutschland das verweigert, sind wir gezwungen anzunehmen, daß sein Angebot nur eine Geste war, die darauf berechnet war, im eigenen Land und bei den Neutralen Ein- druck zu machen, aber kein ernstlicher Versuch, den großen Krieg zu beenden. Die Mittelmächte, die sich rühmen, den ersten Schritt getan zu haben, können ihre Aufrichtigkeit nur dadurch beweisen, daß sie ihre Ziele enthüllen.— Die Mächte der Entente, die sich rühmen, diesen ersten Schritt bei ernstlichen Friedensversuchen mittun zu wollen, mögen ihre Aufrichtigkeit dadurch beweisen, daß sie der Einberufung einer Friedenskonferenz ihren Widerstand aus dem Wege räumen. Pokrowskys Erklärung. Petersburg, 18. Dezember. Meldung der Petersburger Tele- graphenagcntur. Im R e i chs r a t verlas der Minister des Aeussern, Pokrowsky, die Regierungserklärung, die er am 15. De- zcmber in der Duma zur Verlesung gebracht hatte. Der Rcichsrat stimmte für den Ucbergang zur Tagesordnung in der gleichen Form, wie die Dum a. Der ungeheuerliche Beschlutz, mit dem die Duma Pokrowskys Erklärung besiegelt hat, war e i n st i m m i g gefaßt worden. Das war in diesem Falle den Drahtziehern der rentablen Kriegs- begeisterung geglückt, weil wenige 5Tage vorher die s o z i a l d e m o- krati scheu und andere Abgeordnete wegen ihres Auftretens gegen Trepow für eine Reihe von Sitzungen aus der Duma ausgeschlossen und so um ihr Recht betrogen wurden, in einer Sache mitzustimmen, die das gewaltigste Ereignis bedeutet für die Volksmassen, die sie zu ihrem Amte beriefen Ter Papst und das Friedensangebot. London, 18. Dezember.„Daily News" wird aus Rom gemeldet, von zuverlässiger Seite verlaute, daß der Papst beschlossen habe, in der Angelegenheit des deutschen Friedensangebots weder ver- m i t t e l n d aufzutreten noch zu Gunsten der Annahme der deutschen Friedensbedingungen seinen Einfluß geltend zu machen. T>er Papst fürchte, daß ein etwaiges Scheitern der Friedensaltion zu seinen Bemühungen in Beziehung gebracht werden könnte. das Programm üer Entente weitere fünf Jahre Krieg. Tie„Nation" vom 9. Dezember beschäsligt sich in einem Po- lemischen Artikel mit der Behauptung Trepows, daß die Verbands- mächte in einem Bertrage das Rechl Rußlands auf Konstantinopel anerkannt haben. Das Blatt schreibt:„Man kann die Verhältnisse erraten, unter denen dieses Uebercinkommen entworfen wurde. Man hatte gehofit, daß das unglückliche Dardanellenabenteuer binnen wenigen Wochen oder Monaten durch das Erscheinen der englisch- französischen Flotte vor Konstantinopel seinen Abschluß finden würde. Die russische Regierung wollte natürlich wissen, was in einem derartigen Falle mit Konstantinopel geschehen würde. Sie erhielt die Zusicherung, daß es ihr zufallen würde. Ein Uebereinkommen unter derartigen Verhältnissen war höchst natürlich. Es ist aber möglich, daß das Uebereinkommen eine ß/'e neuesten /fampfe i/m Vere/iz/r die Kämpfe rechts üer Maas. Französischer Bericht vom 18. De- zember nachmittags. Südlich von der S o m m e wurde eine feindliche Abtei- lung, die sich den französischen Linieir südöstlich von Berny zu nähern versuchte, mit Handgranaten zurückgeschlagen. Auf dem reckten Ufer der Maas machten die Deutschen nach der in dem gestrigen Bericht gemeldeten Artillerie« beschicßung abends einen heftigen Gegen- angriss auf die neuen französischen Stel- lungen. Es gelang ihnen nur an einein Punlt der Meierei Chambrettes Fuß zu fassen, deren nächste Umgebung die Franzosen weiter besetzt hallen. Die Zahl der von den Franzosen seit dem 16. Dezember an der Front von Verdun gemachten und jetzt gezählten Gefangenen beträgt 11 387, darunter 234 Offiziere. Das erbeutete oder zerstörte Material umsaßt 115 Geschütze, 1l Minenwerfer und 197 Maschinengewehre. Ueberau sonst war die Nacht ruhig..,, Bericht vom 18. Dezember abendf. Südlich der Somm« it'emlxb lebhafte Tätigkeit beider Artillerien'M Abichnilt von La Maisonnelle. Morgens gegen 4 Uhr wurde eine feindliche Abtellung. die einen Handstreich auf un'ere Gräben südlich von Fr esn es versuchte, mit Handgranaten zu-ückgelrreben. Auf dem rechten Ufer der Maas haben unsere Truppen in einem lebhaften Kampf den Feind von� der C h a m« brettes-Farm zurückgetrieben, die wir von neuem ganz besetzt halten. Wir hoben zwei Maschinengewehre erbeulet. Zeilweilich aussetzende Beschießung aus der übrigen Front. Ein feindlicher Flieger warf füns Bomben ans Alt- Thann, ohne Schaden anzurichten. Tordringen zur Neuer französischer Angriff östlich der Maas.— In der Tobrudscha Vordringen gegen die untere Donau. Amtlich. Großes Hauptquartier, 13. De- zcmbcr l91K.«W. T. B.l iLestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf beiden Somme-Ufern wurde das Geschütz- und Minenwerferfeuer vorübergehend lebhafter. Nordwestlich und nördlich von Reims sind französische Abteilungen, die nach starker Fenervorbereitnng gegen uu- sere Gräben vorgingen, zurückgetrieben worden. Heeresgruppe Kronprinz. Am Nachmittag steigerte sich auf dem Ostnfer der Maas der Fcuerkampf. Die Franzosen griffen den Fosses- Wald an. Tie vor unserer Stellung liegende Chambrettes Fe blieb nach Nahkampf in ihre? Hand; an allen anderen Stellen der Angriffsfront wurden sie abgewiesen. festlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Südlich des Narocz- Sees und südlich der Bahn Tarnopol— Zloczow nahm zeitweilig die Artillerietätig- teit zu. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. Am Gutiu Tomnatck in den Waldkarpatheu wurden russische Patrouillen, an der Balcputna-Straße Angriffe eines russischen Bataillons abgeschlagen. Heeresgruppe des GcneralfeldmarschallS von Mackensen. Bei Teilkämpfen wurden in den beiden letzten Tagen über Ivvl) Russen und Rumänen gefangen eingebracht und viele Fahrzeuge— meist mit Verpflegung beladen— erbeutet. andere storm hat. Es kann sein, dah die Verbandsmälbte sich verpflichtet haben, den Krieg fortzusetzen, bis der Ehrgeiz Rußlands beiriedigt ist... Wenn sie ähnliche Verträge über die Teilung der Türkei.uber Polen, über Italiens Ansprüche auf die adriatische Küste, über Rumäniens Ansprüche auf das Gebiet bis zur Theis und Frankreichs Ansprüche auf die gesamten Reichslande ab- geschlossen haben, so hat die Entente ein Programm vor sich, dessen Durchsübrung noch weitere fünf Jahre Krieg beanspruchen würde. wie Lord Nonheiiffe prophezeit; das bedeutet den Selbstmord der Zivilisation. Keine dieser Forderungen wurde in der Formel erwähnt, mit der Asquith eine friedliebende Nation sür den Krieg gewann... Wir verweisen deshalb den Gedanken, daß ein derartiges Abkommen besteht. Fällt Konstantinopel unter dem An- stürm der Verbandshecre, so wird Rußland es haben. Aber wir können nicht glauben, daß ein Abkommen existiert, das uns ver- pflichtet zu kämpfen, bis Konstantinopel erobert ist/ IX. Der französische Erfolg bei Verüun. Der Militärkritikcr des Börner„Bund" meint: Der fran- zösische Erfolg bei Perdun sollte, obwohl er die allgemeine strategische Lage nicht wesentlich beeinflußt, dazu dienen, einer Verständigung eher näher als ferner zu rücken. Das treffe uur dann nicht zu, wenn er von der Entente überschätzt, von den Zentralmächten unterschätzt würde. Der Kritiker findet es bedeutungsvoll, daß General Foch, der Theoretiker der Opcrationsschlacht und der Flügelumgehung, als Führer der rechts von Beifort bis Toul stehenden Flügelgruppe von links nach rechts hcrübergcholt wurde. sT. U.) Der türkische Kriegsbericht. Tigrisfront. Konstantinopel, IS. Dezember. Amtlicher Heeresbericht vom 15. Dezember. Alt der Tigrisfront bescbießt der Feind wirkungslos unsere Stellung bei F c l I a h i e.— Ein seindlicbeS Flugzeug, das zwischen den Inseln JmbroS und TenedoS hindurchflog, wurde unter das Feuer der feindlichen Zerstörer genommen und abgeschossen. Kein wichtiges Ereignis auf den anderen Fronten. Ter Stellvertretende otlomanische Oberbefehlshaber. » Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien vom 18. Dezember. Im Laufe des MonatS Dezember ISIS bat General Maude seine Stellungen ani Hai-Fluß ausgebreitet, den Geläiidegcwinn befestigt und die ieindlichen Stellungen mit gutem Er'olge beichossen. Kavallerieaufklätungsabteilungen stellten fest, daß der Feind sieben Meilen westlich von K u t e l Amara Pontonbrücken baut. Mehrere starke arabische Abteiliingeii wurden durch Geschützfeucr vertrieben. Unsere Verluste sind unbedeutend. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 18. Dezember.(SB. T. B.) Amtlicher Heeres- b e r i ch t. Rumänische Front: In der Dobrudscha erreichten die verbündeten Truppen die Linie Babadag— Ostrava. Kavallerie zog in die Stadt Babadag ein. Die Russen zündeten auf ihrem Rückzug die Dörfer an. Die einigermaßen wichtigen Gebäude tn Babadag wurden durch den Feind zerstört. In der östlichen Walachei dauert der Vormarsch an. Die verbündeten Truppen überschritten den Ealmatzuit-Fluß. Mazedonische Front: Vom Prespa-See bis zum W a r d a r schwaches feindliches Artilleriefeuer, das nur etwas heftiger war im Cernabogen, auf dem linken Wardarufer und:n der Gegend der Belasica Planina. Vereinzeltes wechselseitiges Artilleriefeuer und Patrouillenunternohmungen am Dojran- See. Längs der Struma Artillerietätigkeit und Patrouillenunter- uehmungen. Das Gebiet üer unteren Donau. Tie schnelle Eniwicklunq der kriegerischen Ereignisse in Rumänien— der Anmarsch aus Braila. der Seeangriffe am «ulinaeingang— läßt paz Mündungsgebiet der Donau in den Vordergtund der allgemeinen Auimerksamkeit kommen. In den .Deutichcn Kriegsiiachrichicn' macht Oberst Immanuel über dieses Vonauniiindung. In der Nord-Dobrudschn hat der Feind seinen Rück- zag über zwei ausgebaute Stellungen hinaus nordwärts fortgesetzt. Die Armee dringt gegen die untere Donau vor. Mazedonische Front. An der Struma Patrouilleu-Unternehmnngen, die für die bulgarischen und oSmanischen Truppen günstig aus- gingen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludcndorff. * /lbenöbericht. Amtlich. Berlin, 19. Dezember. Von keiner Front sind besondere Ereignisse gemeldet. *» * Der österreichische Sericht. Wien, 19. Dezember 1916. sW. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Ocstlichcr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des G e n e r a l f e l d m a r sch a kl» von Mackensen. In der Ostwalachci ist die Lage im allgemeinen unverändert. In den beiden letzten Tagen wurden etwa 1000 Gefangene eingebracht und viele Fuhrwerke erbeutet. Heeresfront deS G e n e r a l o b e r st e» Erzherzog Joseph. Im Mcsticanesti-Abtchnitte brachen zwei nach starker Artillerie- Vorbereitung einsetzende feindliche Jnfanterieangriffe in unserem Abwehrfeuer zusammen. Heeressront deS G e n e r a l f e l d m a r s ch a l l S Prinz Leopold von Bayern. Stellenweise nahm die feindliche Artillerictätigkcit zu. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts von Bedeutung. Ter Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS. v. H o e f e r, Feldmarschallcutnant. Gebiet geographische Angaben. Darin heißt es: Die Donau hat daS Schickial vieler anderer Slröme, daß er sich vor seiner Mündung in mehrere Arme vetästelt und ein sumpfiges Niederungsland von höchst schwieriger Gangbar- keit bildet. Bei Galatz wendet sich die Donau au der Stelle, wo von links her der Sereth einmündet, in einem scharfen Bogen aus der bisher siidnördlichen Stromrichtung nach Osten und bald daraus au der Einmündung des Pruth nach Südosten, jetzt dem Schwarzen Meer zufließend. Der Hauptarin des Stromes hat bei Galatz eine niiitlcre Breite von 709 Meiern bei einer Tiefe von 20 bis 40 Metern. Etwas weiter unterhalb, bei dem auf der Tobrudschaseite ge- legenen Tultscha sTulcen) teilt er sich in große Mündungsarme. Hier beginnt sein.Deltaland", das eine mehr als 2500 Ouadrat- lilomeler große, für Truppenbewegungen äußeist schwierige Sumpf- Wildnis darstellt. Schilswaldungeit von drei Metern Höbe, durch- schnitten von Flußarmen, Seen und Morästen, sind noch heute die Heimat von Scevögeln, Wölsen und Büffeln. Tie beiden Haupt- arme— im Süden der St. Georgsarm, im Notden der Kilia-Arm— liegen von der Meereslüste 06 Kilometer auseinander. Der eigentliche Schiffahrtsweg ist der kanalisierte, unter Aussicht der Donaukommissiou stehende mittlere Arm, die Sulina. Bis 1878 gehörte die Donaumiindung bis zur Kilia der Türkei, das Nordufer war rumänisch. Im Berliner Kongreß nötigte Nußland den Rumänen die Dobrudscha und damit auch die Donausümpfe auf und nahm sich dasttr das rumänische Beßarabicn bis zum Pruth und zum nördlichen Mündungsarm der Donau. In allen Türkenkriegen hat die Strecke von Braila bis Tultscha als Uebergaugspunkt der Rttssett nach der Dobrudscha eine entscheidende Rolle gespielt. 1828 erfolgte der Ucbergang von Satunovo nach Jialticha, nicht gestört von den Türken, aber äußerst erschwert durch das sumpfige Gelände. Jsaitscha, heute ein bedeu- tungsloies Städtchen, ist, nebenbei bemerkt, als„Faiinitza" be- könnt. Im Kttmkriege sMärz 1854) überschritten die Russen ohne Widerstand die Donau gleichzeitig au drei Stellen, bei Braila, Galatz und Tulticha. 1377 fand ein Uebergang zwischen Braila und Galatz uabe der Serethmündung statt. Die Türken konnten ihn nicht ver- wehren und räumten die kleine Festung Matschin. Braila ist ein wichtiger Aussiihrbaien Rumäniens für Weizen und Oclgcwächsc, eine Stadt von fast 60 000 meist bulgarischen Bewohnern. Die ehemals bedeutende» Festungswerke sind zerfallen. Die Stadt, die bis zum Jahre 1883 Freihafen war, liegt südlich des Seretb. G a I a tz bat eine geschütztere Lage, denn es wird gegen die Walachei hin durch den Sereth- Abschnitt gedeckt. liegt aber sehr nahe hinter ihm. Die last 75 000 Einwohner zählende Stadl war im Frieden nicht befestigt und ist der Mittelpunkt der Donauschiffahrt, wo in der Regel bedeutende Vorräte aufge- speichert sind. Galatz hat in den Türkenkriegen viele Kämpfe erlebt und war 1855 biS 1857 von Oesterreich besetzt. In Galatz vereinigen sich große Bahnlinien von Bender sOdessa), Jassy. Czernowitz. Buzau und Bukarest. R eni, der russische Donauhasen, hat sich trotz aller Bemühungen Rußlands im Wettbewerb gegen Galatz nicht entwickeln können. Seine militärische Wichtigkeit liegt in der Eisen- babn. die hier von Bender sOdessa) her an die Donau trifft, und in der durch die Kriegsgeschichte erwiesenen Uebergangsmöglichkeit über dicicn Strom. Abwärts Reni sind die Geländeverbältnisse für ein solche« Unternehmen schwieriger, da sich der Strom vielfach verzweigt und auf dem Nord- ufer von ausgedehnten Seen begleitet ist. Bei Ismail— Tulticha liegen dieVerbäliiiisse günstiger. Hier erfocht Suwarow(1790/gl) blutige Siege über die Türken. Daß selbst ein Nieiensttom wie die Donau nicht unüberschreitbar ist, beweist die Vergaitgenheit, ebenlo wie die allerjüngste Zeit. von üer engliscben Kriegführung in den Kolonien. Durch die bor einigen Tagen durch das Reichskolonialamt ver- öffentlichte Denkichrist über das Verhalten der englischen und der unter englischem Oberbefehl stehenden französischen Truppen gegen die weiße Bevölkerung der deutschen Schutzgebiete Kamerun und Togo wird die Aufmerlsainleit aus iolgenden krassen Fall barbart- scher Ermordung zweies deut'ckier Zivilpersonen und ihren Diener durch eingeborene engli'che Soldaten out neutralem spanischem Gebiet gelenkt. Durch amtliche dcnticko Ermittlungen und durch ein Urteil eine? spanischen GeiichtS ist folgendes sestgc stellt worden: Ansang März 1915 wollton die deutschen Kanfleiite Lebning und Arms zur Regelung rein geschästlichcr und persönlicher Angelegen- heilen vom Kamerungebiet aus nach dem Haienplatz Bata im spanischen Rio Muni reisen. Am 11. März befanden sie sich in dem Dorf Ayameken auf spanischem Gebiet dickt südlich deS Grenzflusses Kampa. Hier wurden sie in der Morgensrühe von Eingeborenen, die dem spanischen Urteil ztifolge von.süns mit der Uniform des englischen Heeres bekleideten Leuten* dazu angestiftet waren, verräterisch überfallen. Lehntttg saß ztw Zelt deS UeberfakkS ruhig in seinem Zelt und schrieb. Er wurde völlig überrascht, ge- bunden und dann von den fünf eingeborenen englischen Soldaten mit englischen Patronen erschossen, während andere Eingeborene ihm noch verschiedene Wunden durch Messer- und Lanzenstiche beibrachten. Die Leiche wurde ausgeplündert und nackt liegen gelassen, nachdem der eine von den Haupttätern, der englische Soldat Assam, der Leiche ein Ohr und eine Hand abgeschnitten und zum Mitnehmen in Bananenblätter eingewickelt hatte. Während dies vor dem Zelt der beiden unglücklichen Deutschen sich abspielte, hatte ein anderer Trupp der von den englischen Soldaten aufgehetzten Eingeborenen Arms, der sich mit einem Spaziergang im Dorf befand, überfallen und gefesselt. Nach Eimordung und Verstümmelung des Lehning begaben sich die fünf englischen Soldaten dann zu dem wehrlosen zweiten Opfer und machten Arms, unterstützt von den Eingeborenen, ebenso nieder wie Lehning. Auch der ausgeplünderten und nackten Leiche ArmS' schnitt der englische Soldat Assam eine Hand und ein Ohr ab, die er mit den früheren grausigen Beweisen der Mordtat an Lehning zusammenpackte. Die Mörder begnügten sich aber nicht mit der Niedermetzelung der beiden friedlichen deutschen Privntpersonen, auch drei ihrer eingeborenen Diener mußten die Treue zu ihren Herren mit dem Leben bezahlen. Nach diesen Mordtaten entfernten sich die fünf englischen Soldaten mit den ini Gepäck der beiden gefundenen Briefschaften(I) und den grausigen.Trophäen" aus Ayameken, um an Bord eines englischen Dampfers, der auf dem Kampo vor Dipikar lag, die Belohnung und Anerkennung für ihren fünffachen Mord in Empfang zu nehmen." Daraus muß in der Tat geschlossen werden, daß �fie nur auf Befehl oder mindestens mit nachträglichem Einverständnis ihrer weißen englischen Vorgesetzten gehandelt haben können, und die Blätter haben recht, die bei diesem Beispiel barbarischer Kriegführung an.Varalong" erinnern._ �Rußland hat sich für seine Zretmüe geopfert/ Maxim Gorkis Ruf nach Friede«. Maxim Gorki, dem bor Jahresfrist daS öffentliche Eintreten sür den Frieden untersagt wurde, hat wieder das Wort ergriffen. In Moskau hielt er auf der Tagung des Russischen SchriftstellerverbandcS eine Rede über die Zukunft Rußlands. Er sagte unter anderem: „Die Zukunftsaussichten sür unser Volk sind augenblicklich trostloser als je zuvor im Krieg. Die Hoffnungen, die sich an die erfolg- reiche Frühjabrsoffensive geknüpft hatten, ruhten auf schwankendem Boden und sind heute verflogen. Die Mauer auS Stahl und Eisen, mit der die Feinde unser Vaterland von der Außen- weit abgescbnittten haben, steht unerschüttert da, und unser armes Volk beginnt jetzt die Wirkungen zu spüre«. Wir stch-n vor einem Winter voll Hunger, Elend und Not. Nußland hat. sich sür seine Freunde geopfert und ist zum Dank dafür von ihnen im Stich gelassen worden. DaS reiche England, das unsere wirtschaftliche Not hätte lindern können, steht untätig da, und seine geringe Hilfe knüpft eS an Be- dingungen, die demütigend und beschämend zugleich sind." Gorki sprach von den traurigen Verhältnissen, die dem russischen Volk nach dem Krieg in wirtschaftlicher und politischer Beziehung drohen. Die Reaktion, sagte Gorli, erhebe immer drohender ihr Haupt. Der Krieg sei sür Rußland zu keinem glücklichen Ende mehr zu bringen und man solle versuchen, ven Frieden herbeizuführen, ehe eS so weit komme, daß.Rußland nur nur noch einen Frieden von der Gnade Englands erhalten kann"._ die Unruhen in Portugal. In Portugal dauert laut Madrider Bericht der.Franks. Ztg." der Kriegszustand fort. Trotz angeblicher Ruhe nehmen die Ver- hasiungcn zu..TempS" meldet:.Die Lissaboner Polizei ent- deckte mehrere Bomben. Sie hatte erfahren, daß geheimnisvolle Versammlungen von Monarchisten und Republikanern in der Haupt stadt abgehalten wurden. Zwei wichtige Versammlungen dieser Partei wurden unterdrückt. In der Straße des zweiten Dezember wurde ein Kaffeehaus, in dem sich eine Waffenniederlage besand, von Militär umzingelt. Santos wurde nach seiner Verhaftung an Bord des.VaSco da Gama" gebracht. Der Ministerpräsident ver- sicherte im Senat, daß die Bewegung zum Stillstand gebracht worden sei. Die Regierung werde ihre militärischen Verpflichtungen— Kanonenfutter nach Frankreich zu liefern— bald erfüllen. Der Seekrieg. Versenkt. Lloyds meldet, daß der schwedische Schoner „Mord" von einem deutschen Unterseeboot versenkt und die Be- satzung von dem Dampfer Capri an Land gebracht worden ist. Der spanische Dampfer„A s o n"(2084 To.) und der p o r t u- gi e fische Dampfer„Cacais" wurden versenkt. Die englische Admiralität macht bekannt: Ein leeres, für den Westen bestimmtes britisches Pferdetransportschifs„Russicn", 8325 Ärutto-Register- tonnen groß, ist am 14. Dezember von einem U-Boot im Mittel- ländischcn Meer versenkt worden. 11 Mann von der Besatzung und 17 amerikanische Pferdeknechte sind dabei ums Leben ge- kommen. Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Lugano: Ein Schiff, dessen Identität bisher unbekannt ist, stieß am 13. Dezember in der A d r i a auf eine Mine und sank mit Mann und Maus. Es ertranken dabei Generalleutnant Oreste Bandini, der Oberbefehlshaber des italienischen Heeres in Alba- nicn, und zahlreiche Seeleute._ Kleine Kriegsnachrichten. Tarnowslis Geleit. London, 18. Dezember. Das Reutersche Bureau erfährt, daß dem Grafen Tarnowski nur infolge der Vor- stellungcn der amerikanischen Regierung sicheres Geleit gewährt worden sei. Das Gesuch würde abgelehnt worden sein, wenn eS lediglich von der östcrreichisch-ungarischen Regierung durch Vermittlung der amerikanischen Regierung ausgesprochen worden wäre. Aus den Kämpfen in Mexiko. Die Pariser Blätter berichten aus New Uork: Nach Nachrichten aus El Paso sprengten die Truppen Villas, die einen Augrisf auf die Stadt Chihuahua vorbe- reiteten, im Bahnhof von Bachinobe einen Expreßzug in die Luft, mehr als 200 Reisende wurden getötet. Ein neues holländisches Oronge-Buch. Ein Memorandum des niederländischen Ministers des Aeußeren kündet an, daß gegen» wärtig ein neues Orangebuch gedruckt und demnächst heraus» gegeben werde. Lette Nachrichten. Das neue englische Kabinett vor dem Unterhaus. Rotterdam, 19. Dezember. lW. T. B.)„Nieuwe Rottevdamfch» Courant" meldet aus London: Bei der gestrigen Debatte über die die neuen Ministerien und Staatssckretariate betreffende Gesetzes- Vorlage wurde eine Aufklärung über das Verhältnis zwischen den 28 Ministern, die an der Spitze von Departements stehen, und dem aus fünf Mitgliedern bestehenden Kabinett, gegeben. Bonar Law gab zu, daß der Geist, in dem die Tcpartemcntsmimster nach dem neuen System ihre Aemtcr auszufüllen trachteten, durchaus im Widerspruch zu allem Bisherigen stehe. Man wünsche vor allem, Arbeit zu leisten. An dem neuen System wurde einige Kritik ge- übt. Mc Kenna, als Hauptredner der Opposition, warnte die Regierung mit freundlichen Worten davor, zuviel besondere Parka- mentssekretäre anzustellen. Gewerksthastliches. deutscher tzilfsüienft unü englische Zwangsarbeit. Das deutsche Gesetz über den Vaterländischen Hilfsdienst schafft geWitz keinen idealen Rechtszustand im gewerblichen Leben. Das wird von niemand besser erkannt als von den GeWerk- schaftsführern selbst. Wenn sie trotzdem für das Gesetz stimmten, so taten sie dies in der Erkenntnis, datz die durch die Kriegsnot geschaffene Zwangslage die Schaffung des Gesetzes erforderte, lind sie beteiligten sich an dem Zustande kommen des Gesetzes im Reichstag und wirken jetzt mit an der Durchführung des Gesetzes, um die gewerkschaftlichen Forde rungen zu vertreten und die Arbeiterinteressen zu wahren. Wer da aber der Meinung sein sollte, datz nur in Deutschland solche Zwangsmaßnahmen bestehen, dagegen in anderen Ländern noch die unbeschränkte Freiheit des Ar beiters im Arbeitsverträge besteht, der ist sehr im Irrtum. Ein Vergleich des deutschen Hilfsdienstgesetzes und des eng tischen Gesetzes„betreffend Vorkehrungen zur Förderung wirksamer Herstellung, Beförderung und Lieferung von Rüstungsgegenständen", das schon im Juli 1913 erlassen wurde, lätzt das englische Gesetz durchaus nicht in milderem Lichte erscheinen. Insbesondere sind die S t r a f b e st i m- mungen sehr harte. Dort ist z.B. der Streik für den Arbeiter absolut verboten. Wer entgegen dem Verbot streikt, kann mit einer Geldstrafe bis zu fünf Pfund 100 M.) bestraft werden. Für andere Zuwiderhandlungen find Strafen von drei Pfund vorgesehen, auch Gefängnis- strafen bis zu drei Monaten können verhängt lverden. Be- sonders wichtig ist aber, datz es im Ermessen des Gerichts liegt, ob eine gegen den Arbeiter verhängte Geld st rase vom Lohn in Abzug gebracht werden kann. Diese Bestimmungen werden auch im neutralen Auslande als so hart empfunden, datz dort in der Arbeiterpresse direkt vor Arbeitsannahme nach England gewarnt wird. Die englischen Industriellen suchen nämlich im Ausland Arbeiter für die Rüstungsindustrie. Das Züricher„Volksrecht" brachte in einer seiner letzten Nummern„eine Mahnung zur Vor- ficht". Darin werden die Schweizer Arbeiter gewarnt, nicht auf ein im„Volksrccht" erschienenes Inserat sich als Dreher, Schleifer oder Werkzeugniacher nach Schottland zu melden. Der Einsender dieser Mahnung begründet diese zunächst damit, datz jeder Neutrale, der in irgend einem kriegführenden Lande eine Stelle antritt, direkt oder indirekt am gegenwärtigen Menschenmorden teil- nimmt, weil durch seinen Eintritt in die Rüstungsindustrie ein einheimischer Arbeiter ersetzt wird, der dann zun: Heere eingezogen werden kann. Weiter aber verweist er auch darauf, datz die fast fabelhaft erscheinenden Wochenlöhne, die den ausländischen Arbeitern für die englische Industrie angeboten lverden, nur erreicht werden bei Nachtarbeit und bei einer Gesamtbeschäftigung von 81 Stunden wöchentlich. Dazu käme, daß das Leben in England bedeutend teurer sei. Der Arbeiter mutz sich aber durch Vertrag auf sechs Neonate oder für dieKriegs- dauer verpflichten und der Vertrag kann vondem Unternehmer automatisch erneuert werden, sogar gegen den Wunsch des Ar- b e i t e r s. Der Arbeiter ist dagegen machtlos. Auch kann der auf diese Weise gebundene Arbeiter keine neue besser ent- lohnte Stelle antreten ohne die schriftliche Erlaubnis des Meisters. Die neutralen Arbeiter sind somit auch in Wirk- lichkeit mobilisiert und unterstehen dem Militärgesetz. Endlich verweist der Einsender dieser Notiz auch auf die Gefängnis- strafen bis zu 6 Monaten und einer Butze von 2500 Frank. Ein Vergleich des deutschen Hilfsdienstgesetzes mit dem im „Lande der Freiheit" bestehenden Zlvangsgesetz fällt daher nicht zuungunsten des deutschen Gesetzes aus. Im Anschluß hieran mag übrigens auch bemerkt werden, datz die„Deutsche Arbeit- geber-Zeitung" sehr ungehalten über den Einfluß der Arbeiter- Vertreter beim Zustandekommen des Hilfsdienstgesetzes ist. Sie meint, datz neben der durch die Vertretung in allen Aus- schüssen erreichten starken Einwirkungen die Gewerkschaften noch weiter Erfolge durch das Gesetz erzielt haben und datz diese Errungenschaften auf Kosten der Unternehmer gingen. Wie notwendig aber dieser Einfluß und diese Einwirkungen der Arbeiterorganisationen sind, wird sich bei der praktischen Durchführung des Gesetzes erweisen.(z) Deutsches Neich. Verhandlungen im rheinisch-westfälischen Holzgcwerbe. Am 14. Dezenrber haben die Arbeitervertreter mit dem Nschler-Jimungs-Vevband des genannten Bezirks wegen der Durch- führung der vor dem Reichsamt des Innern abgeschlossenen Ver- einibarungen für das Holzgewerbe verhandelt. Hierzu hatten der Holzarbeiterverband und der Gewerlverein der Holzarbeiter(H.-D.) Vertreter entsandt. Wie vorauszusehen war, ist es mit den Unternehmern zu einer Verständigung nicht gekommen, da diese keineswegs die ernstliche Absicht bekundeten, die für die Allgemein- heit abgeschlossenen Vereinbarungen auch ihrerseits anzuerkennen. Sie verlangten sowohl formell wie inhaltlich ganz andere, für die Arbeiter natürlich bedeutend verschlechterte Bedingungen; außer- dem gefielen sie sich darin, die Verständigung dadurch zu er- schweren, datz sie vorgaben, für die sämtlichen und selbst die un- bedeutendsten Innungen Vertreter zu den Verhandlungen herbei- ziehen zu müssen. Die Vertreter der Arbeiterorganisationen sind dadurch in eine recht schlvierige Lage versetzt worden, da ihre Mitglieder erklär- lichevweise mit allem Nachdruck aus eine schnelle Erledigung der Sache drängen, was auch aus dem Grunde verständlich ist, weil mit Jahresschluß der Termin für die Kündigung der Tarifverträge herangekommen ist. Um auch in dieser Frage Klarheit zu schaffen und zu dem Stand der schwebenden Verhandlungen überhaupt Stellung zu nehmen, halben die drei Arbeitcrverbände am 17. Dezember in Essen eine gemeinsame Konserenz ihrer Za h l st e l l e n v e r tre t e r abgehalten. Nach Anhörung des Berichts über d,e am 14. Dezember geführten Verhandlungen, die infolge des Verhaltens der Unternehmer ein Resultat nicht ge- zeitigt lwtten und demzufolge am 21. Dezember fortgesetzt werden sollen, bat die Konferenz die Sachlage eingehend besprochen und die Verbandsvcrtveter beaustragt, sieb an diesen Verhandlungen noch einmal zu beteiligen. Weiter beschloß die Konferenz für die von ihren Vertretern einzunehmende Haltung eiitstimmig eine Resolution, in der die Konferenz erklärt, sie stelle sich in jeder Hin- ficht auf den Boden der am 10. November 1916 in Berlin vor dem Reichsamt des Innern abgeschlossenen Vereinbarungen, die auch im Bezirk für Rheinland und Westfalen ohne jede Einschränkung zur Durchführung gebracht werden müssen. Im Hinblick aus den be- vorstehenden Kündigungstermin der Tarifverträge spricht die Kon- ferenz die dringende Erwartung aus, datz die Unternehmer dem berechtigten Verlangen der Arbeiter nach der gleichen Berücksichti- ung ihrer Notlage, wie es im gesamten Holzgswerbe geschehen ist. nicht länger widersetzen werden. Den Verbandsvertretern wird zur Pflicht gemacht, in den weiteren Verhandlungen an den für die Allgemeinheit vereinbarten Abmachungen unbedingt feslzu- halten. Im Falle aus dieser Grundlage eine Verständigung mit den Unternehmern nicht möglich sein sollte, ist von den Arbeiter- organifationen die Kündigung der bestehenden Tarifverträge zum 1. Januar 1917 auszusprechen. Eine Gauleiterkonferenz des Bnchbinderverbandcs fand am 14. und lö. Dezember in Berlin statt. Der Verbands- Vorsitzende Kloth gab zunächst eine Uebcrsicht über die Lage der Gewerkschaften im allgemeinen und die des Buchbindervcrbandes. Im Vergleich mit anderen Gewcrkschaflen habe sich die Mitglieder- zähl des Buchbinderverbandes während des Krieges nicht nur gut gehalten, sondern auch seine finanzielle Lage wäre besser, als man in den ersten Kriegsmouaten mit ihrer großen Arbeitslosigkeit hätte erwarten können. Allerdings dürfe dabei der Umstand nicht vergessen werden, daß der Verband fast zur Hälfte aus weiblichen Mitgliedern bestanden und daher von den militärischen Einbe- rusungcn nicht so hart betroffen worden wäre wie diejenigen Ver- bände, die überwiegend aus männlichen Mitgliedern zusammen- gesetzt seien. Am 39. Juni 1914 zählte der Verband 16 413 mann- liche und lö 968 weibliche, also insgesamt 32 381 Mitglieder, wäh- rend die entsprechenden Zahlen am 13. September 1916 S873, 11,324 und 17 197 iauteten. Das Vermögen betrug am 30. Juni 1914 1044 935 M. und am 30. September 1916 1046 513 M. in der Hauptkasse. Das Lokalkasseiwermögen betrug am 31. Dezember 1915 335 443 Dl. Das Gesamtvermögen hat um 69 628 M. abge- nommen, was inzwischen aber mehr als ausgeglichen sei, trotz der hohen Ausgaben, die neben den statutarischen für nicht statutarische Zuwendungen an Heeresangehörige Mitglieder für Weihnachts- Unterstützungen und Hintecbliebenenunterstützung an die Angchöri- gen gefallener Kollegen geleistet worden seien. Freilich dürfe nicht außer acht gelassen werden, daß in dem Verbandsverinögen ein immer mehr aniwachsender Teil der Reserven für Jnvalidenunter- stützung enthalten und daher das veine Kampsvermögen und das für andere llnterstützungszwecke nicht unwesentlich zurückgegangen sei, was für die spätere Beitragsfestsetzung bedacht werden müsse. In dem Referat Kloths wurden sonst noch alle wichtigen Vor- kommuisse des Verbandslebens: die Beziehungen zu anderen Gc- werkschaften, zu den ausländischen Bruderverbänden, die Tätigkeit in der KriegSbeschädigtensürsorge, die Tarif- und Teuerungs- zulagebewcgung behandelt und durch eine ausgiebige Aussprache ergänzt. Bezüglich der Wiederaufnahme früherer Mit- g I i e d e r unter Aufrechnung früher geleisteter Beiträge kam die Konferenz nach einer vorliegenden ausführlichen Denkschrift und einem ergänzenden Referat des Verbandskassicrers Haueisen zu einer Entschließung, die aussprach, daß den ausgeschiedenen Mit- gliedern irgendein Anspruch aus Anrechnung früher geleisteter Beiträge zwar nicht zustehe, was aber nicht auszuschließen brauche, daß solchen Mitgliedern gegenüber, bei denen mildernde llmstände in Betracht kämen, ein gewisses Entgegenkommen geübt werden könne, wofür dem Verbandsvorstand gewisse Richtlinien aufzu- stellen überlassen wurde. Wie es mit den Halbinvaliden gehalten werden soll bezüglich Beitragslcistung und Unterstützung— u. a. auch wegen der Jnvalidenuutcrstützung darüber konnte eine bestimmte Entscheidung noch nicht getroffen werden. Der Ver- bandsvorstand soll die Angclegenbeit weiter verfolgen und ge- gebenensalls die auf dem letzten Verbandstag gewählte Statuten- beratungskommission zu weiteren Beratungen heranziehen. An das Referat Kloths über„P a rt e i st r c i t und Ge- werkschaften" entspann sich eine längere Aussprache, deren Ergebnis der zweite Verbandsvorsitzende Härder am Schlüsse unter Zmtimniung der Konserenz dahin zusam nie n faßte: Die Politik des 4. August ist die durch die Verhältnisse bedingte und deshalb für die Gewerkschaffen richtige. Die enffprecheude Stellungnahme Kloths ist daher auch als richtig anzuerkennen, er wird aber als stellvertretender Redakteur ersucht, gegen ihn gerichtete persönliche Angriffe künftig in der„Buckbinder-Zeiwng" leicht aufzufassen und sie nur sachlich und unter Vermeidung persönlicher Schärfe zu erwidern. Ueber Agitationsfragen referierte der zweite Ver- bandsvorsitzende Härder. Er zog dabei auch die Wirkung des neuen vaterländischen Hilssdienstgesetzes auf den Verband in Betracht. Durch das Ueberwechseln in die Kriegsausrüstungsindustrie wären nicht nur dem Verbände, sondern den Gewerkschaften überhaupt manche Mitglieder verloren gegangen, weil die in Frage kommen- den Verbände kein so großes Interesse an deren Organisations- Zugehörigkeit bewiesen hatten; dieselbe Erscheinung könne sich sehr wohl auch beim Hilfsdienst zeigen. Unter Organisations- und Verwaltungsfragen wurden lediglich innere Angelegenheiten des Verbandes behandelt. Besonders wurde hierüber der allseitige Wunsch zum Ausdruck gebracht, die Gauleiter möchten möglichst selbständig und in Ver- bindung mit den Ortsvcrwaltungcn die Aufgaben der gewcrkschaft- lichen Organisation ersiillen, um Vielschretbevei und doppelte Ar- beit zu vermeiden._ 0 erlin und Umgegend. Weihnachtsfeier im Verband der Kupferschmiede. Da der Verband auf Grund von wöchentlichen Extrabeiträgen in Höhe von 0,50 bis 2 M., je nach Verdienst, den Familien der eingezogenen Mitglieder eine laufende monatliche Unterstützung von 9 M. für die Frau und 2 M. für jedes Kind und nach Ablauf von 5 Monaten von ö resp. 1 M. zahlt, für die in der Filiale Berlin seit August 1914 bis zum 30. September 1916 53 570 M. ausgebracht und 32 225 M. ausgegeben wurden, so mußte von einer be- sonderen allgemeinen Wechnachtsunteritützung, wie sie bei einem Teil der übrigen Gewerkschaften üblich ist, abgesehen werden. Tagegen hatte die Filiale Berlin zum drittenmal innerhalb der Kriegszeit die Frauen und Kinder der zum Heeresdienst Einge- zogenen zu einer wohlgelungenen Weihnachtsfeier eingeladen. Diese Feier fand am Sonntag, den 17. Dezember, in den Musikersälen statt. Saal und Galerie vermochten die �ahl der Erschienenen kaum zu fassen. Im strahlenden Lichte eines riesigen Weihnachtsbaumes hatten in der Mitte des Saales an langen Tafeln die Kriegerffauen nebst Kindern Platz genommen, aus denen für jedes Kind ein bunter Teller mit Aepfeln und Pfefferkuchen aufgebaut war. Autzerdcm erhielt jedes Kind ein kleines Geldgeschenk. Die Feier, die durch einige der Stimmung de? Tages ange- patzte Musikstücke eingeleitet wurde, erreichte ihren Höhepunkt in einem wirkungsvoll und vollendet gesprochenen� Prolog und der Festansprache des Gcschästsführers W. Kühne. Starker Beifall be- lohnte Festrede und Prolog. Konzert, Zithervorträge der Ge- schwister Sohns und Kindevvorträge wechselten in bunter Folge und hielten die Teilnehmer in bester Stimmung zusammen. Es war erhebend, zu sehen, in welcher Freude die Hunderte von Kinder- äugen glänzten._ Soziales. Krankenversicherung im besetzten Auslände. Die im„Vorwärts"(Nr. 345 vom 16. Dezember) angekündigte Verordnung des Bundesrats über die Kranienversicherung deutscher Arbeiter iii dem von deutschen Truppen besetzten Austande liegt nunmehr im Wortlaut vor. Sie geht leider nicht so weit, wie es nach der ersten amtlichen Verlautbarung angenommen werden konnte. Gegen Krankheit werden nur versiwert Deutiche, die während des gegenwärtigen Krieges in dem von deutschen Truppen besetzten Auslande von deutschen Unternehmern für Zwecke des deutschen Heeres oder der kaiserlichen Marine beschäftigt werden, wenn sie bei einer gleichen Beschäftigung im Jnlande der reichsgesetzlichen Krankenversicherung unterliegen würden. Das gleicbe gilt für Angehörige der dem Deutichen Reiche verbündeten sowie der neutralen Staaten, wenn die Besckiäf- tigung außerhalb ihres HeimaisiaaieS stattsindet. NichtversicherungS- Pflichtige können unter den Voraussetzungen der R. V. O. in die Ver- sicherung freiwillig eintreten. Für die im Ausland Beschäftigten kann der Unternehmer mit Zustimmung der für den Bezirk der Kasse zuständigen obersten deutschen Verwaltungs- bezw. Militärbehörde eine besondere Betriebs- krankeukasie errichten. Sonst gehören sie der für den inländischen Betrieb des Unternehmers bestehenden Betriebskrankenkasie oder, beinr Fehlen derselben, nach unserer Bestimmung der obersten Verwat- lungsbebörde des dem Beschättigungsorle zunächst belegenen in- ländischen Grenzgebiets, einer Orts- bezw. Landkrankenkasse dieses Grenzgebiets an. Eventuell kann auch der Unternehiner über die Kasseuzugehöngkeit eine Vereinbarung mit einer anderen Kranken- lasse abschließen. Der Grundlohn bestimnit sich nach dem wirklichen Arbeits- Verdienste der Versicherten bis 6 M. für den Arbeitstag. Im Auslande gewährt die Heeres- oder Marineverwaltung den Versicherten die Krankenhilfe. Tie Krankenkasse hat ihr die Kosten nach den Grundsätzen der R. V O. zu erstatten. Wird eine besondere Betriebskrankenkasie errichtet, bestimmt die deutscbe oberste Verwaltungs- oder Militärbehörde das Nähere über die Aufsicht, das Verfahren bei Streitigkeiten und bei Schließung der Kasse sowie über die zulässigen Rechtsmittel. Sie beschließt über die Genehmiguiig der Satzung und bestimmt zugleich, wann die Kasse ins Leben tritt. Tie Wahl zu den Kassenorganen braucht nicht nach den Grundsätzen der Verhältniswahl zu erfolgen, muß jedoch geheim sein. Die Verordnung, die an? 13. Januar 1917 in Kraft tritt, gilt nicht für unständig Beschäftigte und für schon nach der R. V. O. Versicherte. Die obersten Verwaltungsbehörden für Heer und Marine können bestimmen, wieweit die Vorschnfleit_der Verordnung auch für un« mittelbare Beschäftigungsverhältnisie zur deutschen Heeres- oder Kaiserlichen Marineverwaltung, sowie für Personen zu gellen haben, die in dein nicht von deutschen Truppen besetzten Ausland von deutschen Unternchmern oder Behörden für Zwecke des deutschen Heeres oder der Kaiserlichen Marine oder für gleiche Zwecke einer verbündeten Macht beschäftigt werden. Der Reichskanzler kann bestimmen, daß und inwieweit die Vor- schriften der Verordnung auch für Beschäftigungsverhältnisie zu deutschen Unternehmern für Zwecke anderer deutscher Behörden oder für unmittelbare Beschäftigungsverhältnisie zu anderen deutschen Behörden zu gelten haben. Er kann auch weitere Bestimmungen zur Durchführung der Verordnung erlassen. Sonst sind die Vor- schriften der R. V. O. sinngemäß anzuwenden. Soweit der Erwerb von Rechten davon abhängt, daß eine Ver- sicherung gegen Krankheit von bestimmter Dauer vorangegangen ist. fleht die Versicherung nach dieser Verordnung einer Versicherung auf Grund der R. V. O. gleich.— Soweit die Verordnung I Mit der Grundtendenz dieser Verordnung können wir uns un- eingeschrniikf einverstanden erklären. Sie räumt mit dem Grundsatz auf, daß die Versicherung an den politischen Grenzen des Reiches aufzuhören habe. Aber sie geht nicht weit genug. Die Versicherung soll nur bestehen, soweit eine Arbeit für Zwecke des Heeres oder der Marine, eventuell auch für andere deutsche Behörden oder einer verbündeten Macht, in Frage kommt. Andere Tätigkeil für einen deutichen Unternehmer soll nicht' versichert sein. Soweit deutsche Unternehmer im besetzten Gebiete Betriebe errichtet haben, ist es nur möglich gewesen, wenn diese der gesamten Volkswirtschaft dienen, auch wenn sie nicht gerade für Heeres- oder andere behörd- liche Zwecke tälig sind. Weshalb sind die deutschen Arbeiter dieser Betriebe nicht der Versicherung unter st cllt? Kein Grund ist ersichtlich. Aber auch w o die Krankenversicherung auf Grund der neuen Verordnung gegeben sein wird, kehlt die Invaliden- und vor allem die Unfallversicherung. Die letztere ist zum mindesten ebenso wichtig, wie die Krankenversicherung. Die Uniall- gefahren werden in den nicht so gut wie in Deutschland selbst. ost nur mit sehr primitiven Mitteln eingerichteten Betrieben größer sein. Jetzt ist eine Unfallversicherung bei ausländischen Arbeiten deutscher Unternehmer nur gegeben, wenn es sich dabei um eine„Ausstrahlung" des inländischen Betriebes handelt. Die ungewöhnlichen Verhältnisse, die der Krieg schuf, hat das R. V. A. dazu geführt, den Ausstrahlungsbegriff möglichst auszu« dehnen.„Wenn man", so sagt das R. V. A. in einer in der September- »ummer der„Amtl. Nachr." abgedruckten Entscheidung,„im Kriege den gleichen Maßstab anlegen wollte wie im Frieden, so würden... zahllose deutsche Arbeiter, die daselbst(im Auslande) im deutschen Interesse m Privat- und Staatsbetrieben, insbesondere in Diensten der Heeresverwaltung, tätig find, aus der Versicherung herausfallen und damit des ihnen im Inland gewährleisteten geietzlichen Anspruchs auf Unfallentschädigung verlustig gehen." Aber wie gerade die über- wiegende Verwendung inländischer ArbeitSkräste die enge Verbin- duug der ausländischen Arbeiter mit dem inländische» Betriebe schaffe, fehle sie, wenn ausschließlich oder weit überwiegend auS- ländische Arbeiter beschäftigt werden. Dann liege ein Betrieb vor, der versicherungsrechtlich dem inländischen Betriebe nicht mehr zu« gerechnet werden könne. Deshalb sind auch die bei der erwähnten Entscheidung in Frage siebenden Wegearbeiten, die ein« Firma im Werte von 2Vz Millionen Mark in Polen übernommen hatte, als selbständiger ausländischer, nicht versicherungspflichtiger Betrieb, an- gesehen worden. Warum also wird den„zahllosen deutschen Arbeitern", die„im deutschen Interesse" im besetzten Auslande tätig sind, der Schutz der Unfallversicherung versagt? Auch hier, und vor allem hier, müssen wir sagen: Kein Grund ist ersichtlich. Wenn wir oben sagten, daß mehr noch wie bei der Invaliden- Versicherung die Unfallgefahren der Versicherung unterstellt werden müßten, so nicht deshalb, weil wir die Invaliden- Versicherung für minder wichtig hielten, sondern deshalb, weil bei dieser ja die Versicherung freiwillig sortgesetzt werden kann. Besser wäre es naiürlich, wenn auch für diese der Versicherungszwang ein» geführt würde. Wir harren also weiterer Verordnungen. Eingegangene Druckschristen« Um Teutschlands Zukunft. 1: Das Volk und der Krieg. Von M. Cohen-Rcutz. Reimer Hobbing. Berlin LW 61. Flcmmings FriedrnSkartcn. Herausgegeben von Pros. Dr. I. F. Kettler. Nr. 1: Polittsch geographische Grundlagen Europas für FriedenSbetrachtungen. 2. M. E. FIcmmmg, Berlin W 50. Niels Holgerfens wunderbare Reite mit den Wildginse«. Von Sclma Logerlöf. Geb. 3 M. Hesse u. Becker, Leipzig. Tüdsecmärchen. Herausgegeben von P. Hambruch. 3,60 SR., geb. 7 M. E. Dicderichs, Jena. Hummel Hummel. Illustrierte Ausgabe der 49 olen Eprekwörd sor use Soldaten un Mariners. 2 M. L. Görlitz, Berlin Bülowstr. 74. Grund- und Zutunstssragc» deutscher Politik. Von Professor Dr. F. Stier-Somlo. 6 M, geb. 7,50 M. St Marcus u. ffi. Webers Verlag, Bonn. Ter letzte Biedermeier. Ein Frankfurter Roman aus dem V-�- märz. Von Horst Wolfram Eeigler. 4 M., geb. 5 M. St Duncker, Weimar. Unser Reichskanzler. Sein Leben und Wirken. Von H. Kötschke. 3 M. Augustin u. Co., Charlottenburg, Spreestr. 43— 44. Kriegsstandkarte 10; Rumänien. Die Kämpfe um die Karpathen- Pässe und die Dobrudfcha. 80 Pf. D. Reimer, Berlin SW 48. Werner Siemens, feine Person und fein Werk. Von C. Dthlmann. 1 M. I. Springer, Berlin W 9. Berorvnungrn der städtischen Behörden zu Frankfurt a. M. über die Lebensmittelversorgung. Bon K. Kirchner. 2. Nachtrag. 1 M. F. B. Auffarth, Frankfurt a. M. Tie Aufgaben der deutschen Flotte im Weltkriege. Don K. Hollweg. l M. K. Siegismund, Berlin LiV 11. „Ärbeiterpolitik- Hcjt 26. 15 Pf. Vertag in Bremen. Der Deutsche Krieg. Heft 84: Land oder Geld. Von Georg Bernhard.— Hesl 85: Tie Lehren des Weltkrieges für unsere Ko- lonialpolitik. Von Dr. W. H. Sols. Einzeih. 50 Pf. Deutsche Verlags- anstatt, Stuttgart.___ gi______ Berantw. Redakt.: Her«. Müller, Tempelhof. Inseratenteil verantw.Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst. Paul Singer& Co„ Berlm SW. Hierzu 1 Beilage und lluterhaltungsbl. rn ä« 33.,« SeilW des Lmmts" Kerliner NslkstlM. Zürft henckel von Donnersmarck. Guido Graf Hcnckcl Fürst von Donncrsmarck ist in Berlin im hohen Alter von 8lj Jahren gestorben. Der schlc- siichc Magnat begnügte sich nicht, über ungeheure Gebiete als Standeshcrr zu herrschen, obwohl die Fideikommisse Zyglin und Repten, die Herrschaft Zabrze(Hindenburg), die Güter Ramin, Chropaczow und Schwientochlowitz in Säilcsien, die Güter Zabkowice und Dobierzowice in Russisch-Polcn, die Herrschaft Lipowiec in Galizien auch einein unternehmnngs- lustigen Landwirt hätten das Leben füllen können. Guido Henckel war in der Welt weit genug herumgekommen, um das Zeitalter zu verstehen, das den Kaufmann und Judu- striellan und mehr noch den kapitalistischen Pionier und Gründer ans den Ehrenschild hebt. Er gründete das Eisen- werk Kraft bei Stettin, das dank feiner Lage am Wasser und der sich daraus ergebenden Billigkeit der Erz- und Kohlen- zufuhr wohl gedeiht. Er war ferner hervorragend beteiligt an Unternehmen der chenlischen, Papier- und Munitions- industrie. Sein spekulativer Späherblick suchte die riefen- hafte Entivickelung Berlins und die daraus resultierende Bodenpreissteigerung zu nutzen. Er war im Immobilien- geschäft der inneren Stadt tätig und gründete die Z e H le n- d o r f- W e st- T e r r a i n- A.- G. und die Frohnaucr Wohn st ättenges ellschaft. * ♦ * Ter Mann, der gestern in Berlin gestorben ist, war in seiner Vielseitigkeit einer der bedeutendsten Männer Deutsch. I a n d». Erstaunlich ist die Lebensleistung des Fürsten, der in der hohen Politik— ohne«in Amt— mehr ausgerichtet hat als irgend einer unserer Staatsmänner von heute; als StanbcSherr von Beuthen einer der grotzcn schlesischcn Landmagnaten, war er außerdem einer der genialsten Kaufleute und Großindustriellen des Reiches. Seine geschäftlichen Leistungen sind um so merk- würdiger, als er auch einer der bekanntesten Lebemänner des neunzehnten Fahrhunderts gewesen ist und sich als solcher sogar im Hause des zweiten Kaiserreichs das.Ansehen" verschafft hatte, das man dort mehr noch als anderSwo mit solchen Talenten er- werben kann, wenn diese Talente dem Stil französischer Ansprüche genügen.— Die Fürsten und Grafen Henckel stammen von einem Lazarus Henckel ab, der unter Kaiser Rudolf II. geadelt wurde.(Daß Lazarus Henckel jüdischen Stammes gewesen sei, wird behauptet und bestritten.) Sie gehören also zum Brief-, nicht zum Ur. und Hochadel. Guido Henckel genoß bis zum deutsch-französischen Kriege sein Leben in Paris und war auch bei Napoleon III. in Gunst. Graf Henckel— Fürst ist er erst IvlII geworden— war vor dem Kriegs der bevorzugte Kavalier der Manche Lachmann, deren Courtisanenlaufbahn zu den abenteuerlichsten aller solcher Knrieren gehört, die man kennt. WaS über diese Frau erzählt wird— z. B. vo.t Franz Blei in seinem Plauderbuch.Die Puder- guaste"—, hat zum Teil nur den Wert von Anekdoten, aber von bezeichnenden Anekdoten. So»r-ie Blanche Lachmann in ihnen auftritt, Nmr sie, und ihr Leben war so, wie man cS in den Histörchen erzählt. Daß sie zuerst einen Schneider geheiratet hätte, dem sie nach Paris davongegangen sei, ist nicht ganz sicher beglaubigt. Da- gegen weiß nian, daß sie in Paris nacheinander viele Favoriten hatte, schließlich den portugiesischen Baron Pa.va heiratete, der sich erschoß, als sie ihn verließ, um dem Grafen Henckel erst als Geliebte und später als Gattin zu folgen. Zu ihren Freunden gehörte auch Napoleon III. Eine Frau, die eines Tages zu mir kam. um alz— eheliche oder uneheliche— Tochter von Blanche Lachmann de Paiva— Henkel-Donnersmarck meinen Rat wegen der Vertretung ihrer Erbansprüche an den Nachlaß ihrer Mutter zu erbitten, sagte mir, de Paiva habe sich in Gegenwart ihrer Mutter und des Grafen Henckel erschossen. Diese Frau— Margot Hamberg von Buchenau— ist einer der rätselhaftesten Menschen, die meinen Lebensweg gekreuzt haben. Sie war, als sie zu mir kam, oben au» der Untersuchungshaft i» Dresden entlassen, in die sie auf Anzeige des Fürsten Guido Henckel wegen ErpressungSversuchs gebracht worden>var. Das Verfahren gegen sie wgr eingestellt, anscheinend, weil Staatsanwalt und Untersuchungsrichter die vielen Indizien für die Glaubwürdigkeit ihrer Behauptungen für erheblich gehalten haben. Ich selber konnte nicht umhin, die Mitteilungen der Dam«, die selbst den besonnen- sten und klarsten Eindruck machte, für richtig zu halten, obwohl ich gegen derartige Vorträge und Hilfesuchende durch Erfahrungen sehr eingenommen bin. Tie Dame erklärte mir, daß sie aus einer Ebe ihrer Mutter Blanche Lachmann mit einem reichen österreichischen Aristokraten Hamberg v. Buchenau stamme. Ihr Vater sei ebenfalls durch Selbstmord gestorben. Fhre Mutter habe sie aufs Land abgeschoben zu einem Geschwisterpaar Talbot in Delmc bei Paris, das mit dem Kinde nach Qberitalien gezogen sei. Noch in den ersten Kinderjahren der Margot Hamberg v. Buchenau heiratete Blanche Lachmann— vor dem Ausbruch des Krieges— den Grafen Henckel, der. wie Franz Blei sagt, sie„heiraten mußte, um das Geld wieder in die Familie zu bringen". Welches Geld? Schwer jedenfalls in seinen Ursprüngen zu ergründen. Frau Blanche war jedenfalls reich; sie l)att« ei» Palais in Paris, nach der Behauptung von Margot Hainberg v. Buchenau ein Geschenk Napoleons, nach anderer Behauptung ihr von Guido Henckel ge- schenkt. Fcdciifalls konnle Graf Hcnckcl sich nach dem Kriege das fürstliche Schloß Ncudcck erbauen. Beim Friedensschluß!871 hat Graf Henckel mit Bleich- rüder den finanziellen Teil besorgt— die konservativen Dellaraittcnbrvschüren gegen Bismarck haben gegen diesen und jene deshalb schwere Angriffe gerichtet. Wie mir ein namhafter Diplomat versichert hat, ist Gras Henckel auch der Mann, der auf Bismarcks Wunsch die Sprach- grenze in die Karte eintrug, die Bismarck in die Beratung mit dem Kaiser und Moltke über die Friede uSbedingungen miinahm. Graf Henckel hat als reifer Mann die ungeheuren Metall- schütze auf seiner StaudeSherrschaft erschlossen und auch andere Judustricunternehmungen geschaffen. Es war seit Jahren der z w e i t r c i ch st e Mann D e u t s ch» a u d s, nach Krupp Preu- ßcn» größter Steuerzahler. U. I-. politische Uebersicht. Kurzes Gedächtnis. Mit der gestern veröffentlichten Erklärung des Genossen Eberl über seinen Aufenthalt in Holland und die Besprechung mit den dortigen Parteigenossen ist die am lveiteslcn rechts stehende Presse noch nicht zufrieden. Die freikonservative „Post">me die„Deutsche Tageszeitung" regen sich namentlich über jenen PassuS auf. in den; erklärt wird, daß die deutschen Sozialisten die holländischen Freunde auch auf die Per- fchleppung Tausender Ostpreußen durch die Russen und daS gleiche Verfahren der Franzosen im Elsaß, ferner auf die völkerrechtswidrige Behandlung deutscher Kriegsgefangener namentlich in Rußland aufmerksam gemacht haben. Alan sollte meinen, daß„Post" und„Tageszeitung" hocherfreut sein müßten, wenn auf diese Weise das Ausland von völkerrechtswidrigen Haudlimgeii unserer Gegner unterrichtet wird. Aber, o nein, die„Post" schreibt: Wir verstehen ferner nicht reckt, in welchem Zusammenhang die völkerreckUick durchaus zulässige und dem einzelnen nütz- liche Wegsührung der Beigier mit dem Völkerrechts- widrigen Handeln unserer Gegner sieben soll. Will Ebert beide etwa in Parallele setze»? Vielleicht äußert er sich hierüber noch einmal, aber ausführlicher und klarer. Und ähnlich entrüstet sich die„Deutsche Tageszeitung" unter dem Titel„Tie Treibereien der Sozialdemokratie": Dabei baben sie es— so muß man doch wohl den Abgeord- net?» Ebert verstehen— noch fertig gebracht, die Barbareien der Russen in Ostpreußen, der Franzosen im Elsaß gewissermaßen mit der Ueberiübrung belgiicker Arbeiter nach Deulichland. die ebenso im Interesse dieser Arbeiter liegt als i» dem unsrigen, aus eine Stute zu stelleit. Wir möchten fragen, wo die deutsche Regierung bleibt, um das Deutsche Reich vor solchen schädlichen und ge- säbrlichen Treibereien endlich wirksam zu schützen? Da müssen wir nun doch dem ctivas kurzen Gedächtnis der konservativen Herren Redakteure nachhelfen. Genosse Ebert würde durchaus keinen UrhcberrechtSschutz dafür vcr- langen, daß er die Uebersührnng der belgischen Arbeiter nach Deutschland und die Verschleppung der Ostpreußen usf. in einem gewissen Zusammenhang ausgeführt hat. Dies geschah vielmehr zum erstenmal in der— Antwortnote der dentscheu Regierung an die Regierung der Vereinigten Staaten� jener selben deutschen Regierung, die jetzt die„Deutsche TageS- zeitung" gegen Ebert scharf machen möchte. Die deutsche Regierung hat durch ihren Hinweis gewiß nicht jene beiden Handlungsweisen miteinander gleichsetzen wollen, sie hat dies ausdrücklich durch eine Wendung im Schlußabsatz der Rote hervorgehoben. Wir fragen nun aber die„Deutsche Tages- zeitung" und die„Post", welche Anhaltspunkte sie dafür haben, daß die deutschen Sozialisten in Holland auf die Ver- schleppung der Ostpreußen usf. im anderen Sinne hingewiesen haben als die deutsche Autivortnote an Amerika. Durchsichtige Methode. Seit dem Friedensangebot der deutschen Regierung vom 12. Dczeinbcr ist die ganze alldentsch-konservativ-national- liberale Presse tobende Entrüstung über die Sozialdcmo- kratic. Ob man nun die„Tägliche Rundschau", die„Deutsche Tageszeitung", die„Post", oic„Kreuzzeitimg", den„Deutschen Kurier" oder die„Rheinisch-Westfälischc" aufschlägt, überall stößt das Auge auf die Namen>, Scheidemann", „Vorwärts".„Sozialdemokratie", und es wäre in der Zeit der Papierknappheit eine unverantwortliche Versündigung an den vorhandenen Vorräten, wollte man auf alles einzeln erwidern. Ter Kernpunkt der Angriffe ist stets und ständig derselbe: Nachdem man der Sozialdemokratie ein Menschen- alter lang vorgeworfen hat, daß sie grundsätzlich gegen alles, was von der Regierung komme, Stellung nehme, will man jetzt aus dein Umstand, daß die Sozialdemokratie die Friedenspolitik des Reichskanzlers unterstützt, ein besonders inniges Einvernehmen, eine heimliche politische Verbindung zwischen Regierung und Sozialdemokratie konstruieren, zur Trauer aller wahren Patrivteu. Zu dem Zweck sind alle Mittel heilig. Daß der„Vor- wärts" ein Friedensangebot, wie cS die Regierung gemacht hat. seit dem Falle Bukarests so und so oft forderte, will man setzt so ausdeuten, als habe der„Vorwärts" die Pläne der Regierung vorher gekannt, und obwohl wir die Sache schon längst aufgeklärt haben, will das Geranne nicht zur Ruhe kommen. Ter„Deutsche Kurier", der uns in Nr. 32lZ gleich mit zwei langen Artikeln beehrt, folgert kühn aus der höchst ungenauen, fa direkt entstellten Uebcrmittlung unseres Artikels vom 11. Dezember durch den Schweizer Berichterstatter eines Pariser Blattes, daß doch etwas an der Sache sei. Er versteigt sich sogar z» der Behauptung, der„Vorwärts" werde im Ausland als offiziöses Blatt betrachtet und spricht an anderer Stelle von den„Spuren der sozialdemokratischen, im Ausland für offiziös gehaltenen Friedenspropaganda". Aohnlich kindliche Aeußerungcn finden wir auch anderwärts.- Weil wir die Vermutung aufgestellt hatten, daß das deutsche Friedensangebot keine starren Bedingungen zur Unterlage bgbc, sondern dem Handeln hin und her einen gewissen Spielraum lasse, so schreibt die„Natioualliberale Korre- spondcnz", sie hätte bisher an sestformulierte Bedingungen geglaubt, a&ar„da man sich allmählich daran gewöhnen muß, die Regicrungsweisheit aus dem„Vorwärts" zu schöpfen. so wird man fast annehmen müssen, daß er auch diesmal wieder vollkommen eingeweiht ist". Im„Deutschen Kurier" macht schließlich auch noch der Er-Jesuit Graf Hoensbroech gegen die Sozialdemokratie mobil, indem er ein Gespräch mjt dein Unterstaotssekrctär Wahnichasfe veröffentlicht. Wir überschätzen die Bedeutung des Grafen Hoensbroech nicht derartig, daß wir ans seine Ausfiilirungen näher eingehen. Soll nun der..Vorwärts" wirklich in aller Forin er- klären, daß er kein Regierungsblatt ist und keinen ossiziöseu Charakter trägt? Für jeden Einsichtigen liegt ja der Sinn des alldeutschen Manövers ohnehin klar auf der Hand. Jene alldeutschen Kreise wollen den Reichskanzler diskreditieren, indem sie ihn in möglichst enge Verbindung mit der Sozial- dcmokratic brinaen. Dadurch hoffen sie alte Instinkte»nd Vorurteile gewisser Kreiie von neuein wachzurufen. Mit dein Kanzler aber soll die Friedenspolitik der deutschen Regierung gestürzt, das Friedensaiiaebot vom 12. Dezember annulliert und an seine Stelle die Kriegs- und Kneasziclnolitik gesetzt werden, die uns tagaus tagein in diesen Blättern ge- priesen wird. Deswegen hat es— so fürchten wir— keiften Zweck, wenn wir bitten, endlich mit dein atbernen Gerede aufzuhören, denn: ist dies auch Wahnsinn, hat es doch Methode!_ Ter Block Alldeutschland-Arbeitsgemeinschast. Jetzt sind»vir endlich über die welthistorische Bedeutung deS 12. Dezember orientiert. ES ist— ein schwarzer Tag! Zu lesen in der Montagmimmer der„Leipziger Voltszcitung". Weil ciue einsichtsvolle ReichstagSmehrhcit verhinderte, daß daS Friedensangebot der deutschen Regierung durch Kraftrcdcn der alldeutschen Kanzlersronde Westarp-Basser- mann entwertet und diskreditiert ivurde, deshalb hat das deutsche Volk sich deS 12. Dezember auf civig zu schämen! In ihrer blindwütigen theoretischen Berranntheit in die Vorstellung, daß der Reichstag sich am 12. Dezember aus- geschaltet habe, macht es der„Leipziger VolkSzcitung" nichts aus-, in jubelndem Einverständnis ihrem politischen Leipziger Antipoden, den„Leipziger Neuesten Nachrichten" um den HalS zu fallen! Der Block„Alldeutschland-ArbeitSgemeinschaft" wird mit Brudcrkuß und Handschlag besiegelt. Heiliger Block! TaS muß derselben„Leipziger Volkszeitung" Passieren, die es noch unlängst cincni auf dem Boden der Mehrheitspolitik stehenden Organ, der„Sozialdemokratischen Feldpost", als höchste Schande anrechnete, daß ein Artikel von ihr in den „Leipziger Neuesten" nachgedruckt Ivurde. Und jetzt— verhülle dein Haupt, Muse! Jetzt hat die „Leipziger Volkszeitung" entdeckt, daß die Nationalliberalen und Konservativen, weil sie eine sofortige Diskussion der Kanzlerrede forderten,„in diesem Falle denn doch einen weiteren Blick bekundet haben" inämlich als die sozialdemo- kratische Fraktion). Und die gewiß sehr ehrlich gemeinte Frage der„Leipziger Neuesten": Mit ivclchein moralischen Reckt Ivollen denn Fortschrittlcr und Sozialdemoliaten nock für„freiheitliche Forderungen" eintreten, wenn sie auf die Wahrung bestcbendcr Reckte leichten Herzens verzichten, weil eS ihnen vorübergehend so besser in den Kram paßt« druckt die„Leipziger BolkSzeitung" in Fettdruck ab und be- merkt dazu:„So die„Leipziger Neuesten'Nachrichten", denen wir ivabrhastig nicht widersprechen können." Nicht widersprechen!— Die Scelengemcinschaft geht noch viel weiter. Sie geht so weit, daß der Rat deS alldeutschen Brudcrorgans an die Regierung„die warnende Stimme der Parteien nicht zu überhören", von der„VolkSzeitung" der Regierung sofort zur dringenden Beachtung empfohlen wird, die mit seiner Befolgung„wirklich politisch klüger, einsichtiger und wcitblickblickendcr" handeln würde, als die Partei in der RcichstagSmchrheit. Es geht nichts über treue Waffen- brüdcrschaft! * Sachlich baben wir keinen Grund, hier schon oftmals Gesagtes, nochmals zu wiederholen. Wir beschränken uns darauf, unser Einverständnis mit dem zu betonen, was der Abg. Müller-Meiningen jetzt wieder im„B. T." ausführt, daß nämlich kein Mensch der RcichstagSmehrheit daran denkt, den Reichstag bei der Besprechung der Fricdensbedingungen auszuschalten, und daß eine Verschiebung der Diskussion, bis die Gegner sich geäußert haben, durchaus keinen Ver- z i ch t darslcllt. Deshalb ist alles Gerede von einer Preisgabe der Voltsrcchtc nichts als ein demagogischer Zug. berechnet ans die Kurzsichtigkeit solcher, die in verantwortungsvollen politischen Situationen nicht den Zeitpunkt deS Handelns abwarten können und neurasthcnischc Ungeduld für politische Tatkraft nehmen._ Ein Laudrat über die Lcbensmittelzurückhaltuug. Auf einer Sitzung des Kreistages in Oppeln ergriff der Laudrat Lücke das Wort zu einem beweglichen Appell an die KreiStagsabgeordnctcn, sie möchten aus eine vcsscre Befolgung der behördlichen Verordnungen durch die ländliche Bevölkerung hin- wirken. Herr Landrat Lücke erklärte, daß bei der Llartoffelbestaird- aufnachilie soviel u nw a h r c Angaben gemacht worden seien, daß er, der Landrat, sich genötigt gesehen habe, durch die Gen- darmen nachzusehen. Weiter führte der Landrat aus: Von Beamten des KriegsernÄhrungsaintes sei auf einer Reise durch den Kreis festgestellt worden, daß a»f dem Lande in geradezu unverantwortlicher Weise Milch und Butter verbraucht wird, nur damit der Städter nichts betviilinc. Es sei ein abso- lutcS Unding, wenn bei einem Riiidvichbestaildc von 44 000 im Kreise nur 4'h Zentner Butter in der Woche abgeliefert werde. Eine neue, scharfe Berordnung betreffend die Ablieferung der Butter werde schon in den nächsten Tagen erlassen werden. Dieses Bekenntnis reiht sich vollkommen harmonisch früher veröffentlichten landrätlichen Klagen an. Selbst die„Deutsche Tageszeitung" wird nicht behaupten wollen, daß die preußischen Landrätc Feinde der Landwirtschaft seien. Vielleicht nimmt sich auch die„Korrespoudcnz des Bundes der Landwirte", die unlängst die Kricgerfraucu insgesamt deS shstcmatischen Kartoffel. diebstahls bezichtigte, die Worte dcö Landrats Lücke über Kartoffel- Verheimlichung zur Notiz. Sie wird dann wissen, uwdurch in den ivenigeu Fällen, die wirklich vorgekommen sein mögen, ein solches Tun veranlaßt worden ist. Ei» ver„Kapp"tcr Fortschrittler. Wie frvisiuuige Biälter berichten, kam es auf der Bersamuilung deS OrtSverbaudcS der Fonsckrittlicheu Volkspanei in Königsberg zu einem beacktenSwerten Zwischenfall, in dessen Mittelpunkt der KönigSberger Oberbürgermeister Körte, eingeschriebenes Mitglied der Forlsckriiillcken VvttSpariei, staud. Der Referent der Beesamm- lung, ReichSlagSabgeordneier W a g n e r- Tapiau, kritisierte scharf die Politik, welche die Osipreußiscke Gesellschaft von 101-4 sowie der Nnabhönglgc Ausschuß lrieven. Er lvendeic sich gegen die Kampf- mittel von ckunius aller und Kapp gegenüber dem ReichS- lanzlee. Oberbürgermeistee Kürte führte demgegenüber auS, nach ihrem ganzen Programm Halle die fortschrittliche RcichStagSsraltion iu der Sihung vom 12. Dezember eine Besprechung des Friedens- angebois fordern müssen. Würden die Acußerungen WagnerS betreffend Kapp, Ostpreußischo Gesellichast und Iluabhängigen Ausschuß vom Parleivorstaud gebilligt, wäre e r, Körte genötigt, aus der Partei auszuscheiden.— Herr Körte wird dann wohl mit Herrn H e ck s ch c r zusammen eine neue Partei gründen müssen. Zusammentritt des Reichstagsbcirats. Am heutigen Mittwoch tritt der lögliedrige ReichStagSbeirat zur Erörterung von Fragen deS vaterläudischeu Hilfsdienstes zusammen. Die britische ReichSbildung. Eutgcgcn einem weitvcrbrejteien Glauben ist die britische Ncichsbildung noch nicht zum Abschluß gekdmmcn. Die eng- tische Regierung hat aus dem Ausstände und dem Verluste der ueuenglischeii nordaincrikanischeil Kolonien die Lehre ge- zogen, daß wirtschastlichc nnd politische Gntwicklrmgs- Prozesse nicht durch vorzeitige staatsrechtliche Fixie- rung gestört und becinstustt iverden dürfen. Daher sind die staatsrechtlichen Beziehungen der Kolonien zmil shluitcrlattde ebenso manuigmltig ivic umgekehrt. Im Kriege hat das britische Weltreich eine ungeahnte Lebenskraft und innere Geschlossenheit gezeigt. Australier, ?!cusceläirder und Kanadier bluten sür England,, weil die Er- Haltung der Scegeivalt des Mutterlandes sie von' der Pflicht zu eigenen Rüstungen befreit und der Geldreichtum Alt- cnglands ihre jungen Wirtschaften befruchtet. Ihre großen Leistungen lassen es aber auch erkärlich erscheinen, daß die sich selbst vertvaltcnden Kolonien Kauada, Australien, Neuseeland, Südafrika am Friedens- schluß beteiligt sein wollen. So hat auch Lord I s l i n g t o n kürzlich im Obcrhause auf eine Anfrage er- klärt, daß die Regierung die schon im Jahre 1913 abgegebene Erklärung aufrecht erhalte, wonach die Premierminister der sich selbst verwaltenden Kolonien beim Friedensschluß in er- schöpfender Weise und nach Möglichkeit persönlich zu Rate gezogen Iverden sollen. So entwickeln sich Mutterland und Kolonien ohne gesetzliche Fixierung zu einer höheren politischen Einheit. BurgfricbcnIwahl in Köln TaS Wahlkomitec der Kölner ' J'c nt rum s» ar t e i hat für die am 5.'Januar stattfindende Reichstagsersjtz! vahl■ Stimmenthaltung beschlossen. Die nationallibcra'' Partei hat noch keinen endgültigen Beschluß ge- saßt, in liberalen Blattern wird jedoch die Vermutung ausgc- sprachen, daß sie angesichts des Beschlusses der Jentrumspartei gleichfalls Wablcnthaltung üben dürste. Alsdann würde Genosse ITC e e r f e l d, der für den verstorbenen Genossen Hofrichter• kandidiert, alleiniger Bewerber um. das Mandat sein. Mus öer Partei. Tic ChcniniNcr Arbeiter und die Zivildicnstpflicht. Die Partei- leiinng des tri. sächsische» Wahlkreises sowie das Chemnitzer Gewerk- schaitstartell hatten sür Sonntag die Partei- und Gewerkschafts- funktionäre zu einer Konferenz zusannnenberufen, um über das Jivieldicnsiqesctz zu verhandeln. An der Konferenz nahmen über 40a Genossen teil. Das einleitende Referat hielt Reichstags- abgeordneter Brey- Honnober. Er führte aus, daß die Friedens- bereitschast Deutschlands leider bei den feindlichen Regierungen noch kein Echo gefunden habe.' Deshalb müsse sich um'er Volk weiter verteidigen. Die Vertreter der deutschen Arbeiterschaft, mutzten selbst- verständlich an dem Gesetz mitwirken, wenn sie überhaupt irgend- welchen Eiuflutz auf seine Gestaltung gewinnen wollten. Die wirt- schasllickw.Freibcii und die � tlohnsrage sei infolgedessen im Hilfs- dienstgesetz viel besser gewahrt worden, als wenn der Hilfsdienst durch militärische Zwangsmatznahmen cingesührt worden wäre. Dann besprach Redner die einzelnen Bestimmungen des Gesetzes. Wenn die Arbeiter auf dem Posten sind und die Ausführung des Gesetzes genau überwachen, dann werden alle Prophezeiungen der Unglücksraben, die wegen des Hilfsdienstgesetzes nur das schlimmste sür Volk und Arbeitcrschafr voraussagten, zur Lächerlichkeit ver- dämmt werden..In der darauf folgcudcn Disluisiou wandte sich Genüsse Fritz Hestert gegen das Gesetz, ohne indes bei der Ver- sammlung, abgesehen von zwei oder drei Personen,. Anklang zu. finden. Genosse Müller. Vorsitzender der Versammlung, konnte zum Schlüsse feststellen, daß'die Versammelten, von den wenigen Aus- nahmen abgesehen, den Standpunkt des Referenten teilten und gewillt sind, die Einheil der Arbeiterorganisation unter allen Um- ständen zu wahren. Gegen das Hilfsdicilstgcsch und die Zustimmung der sozial- demokro ieir Fraklion zu demselben sprachen sich aus der Wahl- verein' r d o iv- G r e i f e n h a g c n und der Sozialdemokratische Parlsiv.» Stettin, letzterer nach einem Referat des Reichs- lagsabg. dnercn Vogtherr(igest. Arbeitsgemeinschaft). In einer autzerdordenilichen Generalversammlung des Sozialdcmo- kratischcn Wahkvercins in Magdeburg referierten die Reichs- tagsabgcordnelen H a a s e und Landsberg. Nach kurzer DiS- kussion wurde über zwei Reiolulionen abgestimmt, deren eine das Verhalten der Reichsiagsfrallion mitzbilligr, während die zweite sich aus. die Seite der Mehrheit stellte. Für die erste Resolution wurden 174 Stimmen gezählt, für die zweite 140 Stimmen. Zcrsiörmigsarbcit der Opposition in Bremen. Unter der Ueberschrist„Schrittmacher der Kapitalisten" schreibt die„Bremer Bürger-Zcitimg":.. „ES sind jetzt Leute tätig, die der„Bremer Bürgcr-Zcituug" die Abonnenten abspenstig zu machen versuchen. Für die Ge- wiimuirg vom Abonnenten waren dieselben Leute während des Krieges nicht zu bewegen; sie erklärten, es wäre zu gefährlich, sie würden gcmaßregclt usw. Um so ungenierter betreiben sie die Agitation gegen die„Bürgcr-Zcitung", denn eine Agitation gegen unser Parteiblatt ist. ja eine' Agitation für! die bürgerliche Presse, und mit einer solchen Tätigkeit können die- Machthaber sehr zu- frieden sein. Erfolg' ist diesen'soüdlrbarcn Agitatoren,. wie sie' selbst schreiben müssen, freilich nicht groß beschieden: die Neube- stellungen beweisen, daß die„Bürger-Zeitung" ihren Leserkreis zufriedenstellt." Ein Nachklaug zu Oschasi-Grimma. Ueber die ständige Behauptung der„Leipziger Volkszeitung", daß t». Osckatz-Grimma. 6000 Wähler durch ihre Slimmeuabgabe für LipinSki zugunsten der Kr e d i lv c r w ei g e r u u g d cmouslricrl halten, spottet die Bremer„Arbeirerpolitik". das Organ der Spartakusleutc. Sie stellt fest, daß Lipinski sich in erster Linie auf den Boden der Landesverteidigung gestellt ' und die Krcditverweigtrung nichl als Prinzip,- sondern nur als Protest gegen angebliche Eroberuugsziele der Regierung verteidigt habe. Das Spart'akusorgan schreibt dann: Wir haben nur dazu zu bemerkeii: Wie kann die„Leipziger VollSzcilung" b c w eis e n,. dätz die 6000 Stimmen auf Lipinski wegen der Kredilvcrweigcrci gefallen feien und nickt wegen seines Patriotismus?- Das ist eben das Wesen der Zentrums- Politik, daß man bei ihr nicht weiß, ob sie patriotisch oder nicht- patriotisch ist. Und weil niemand das wissen kann, kann sie auch nicht zum Prüfstein der Massen werden. Sie hat nichts von den , Blasien im WahUampf geiordert, sie hat ihr Bewutzlscm um nichts bereicheri, als um die iuteressanle Talsache, daß Herr Lipinski aus Leipzig dem Reichskanzler nicht traut! Darum kann man auf Gruiid des Wahlausgangs nickt wissen, was die sechstausend Ar- bester selbst wollen, die für Lipinski gestimmt haben. Wir haben das gleiche von unserem Standpunkt aus schon mcbr- fach, erklärt, aber die einzige Antwort aus Leipzig besteht, darin, daß ' man dort unentwegt weiter von der»Demonstration der Sechs- 'tausend" spricht, und schreibt.....-... Rußlands Ablehnung und die Mindcrhcitspresse. Während ciu Teil der zur �Minderheit zählenden Partei» presse die Rede" des russischen' Außenministers Prokröwsky ohne jeden Kominentar abdruckt, schreibt die„Bergischc Arbeiter- stimme in. einer kurzen Vorbemerkung: „Kein unbesangeuer Mensch würde eine Ablehnung verstehen, ohne daß wenigstens nach- den- Vorschlägen gefragt wird, die vom Vierbund unterbreitet werden sollen. Was die Kriegshetzer in ihrem Feuereifer gegen die Stelle der Note einzuwenden haben, die von. dcl' freien Entwicklungsmöglichkcit der Völker des Vier- bundes spricht, ist nicht durchschlagend. Zunächst w i s s c n d i e. He tz,e r.g a r nicht, was da vorgeschlagen werden soll. und andererseits werden sie, mag der Krieg nun enden wie er will, doch schon erlauben müssen, daft die Bierbundvölkcr lcbsn. Es ist weiter selbstverständlich, daß die Regierungen der Vier- bundsstaaten keine Vorschläge machen, deren Ausführung ibren Völkern den Atem raubt. Was lvir fordern, ist nur, daß die Vor- schlüge, des Vicrbuudcs auch den. gegnerischen Völker» die Mög- lichkcit der- freien Entfaltung ihrer Kräfte lassen." Mus Industrie und Handel. Raub deutschen Privateigentums in Rußland. Das„Sonderkomitce zur Bekämpfung der deutschen Vor- hcrnchast" in Rußland'hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Ausschaltung d e s d e u t s ch e n E i n f l u s s e s bei folgenden russischen Gesellschaften beschäftigt, an denen beut- sches Kapital beteiligt ist: Siemens-Schuckert, Siemens u. Halske, Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschast, Elektro Pcre- datscha und der St. Petersburger Gesellschaft für elektrische Beleuchtung von 1Z86. Es wurde beschlossen, daß die Inhaberaktien der fünf Gesellschaften in N a in e n sak t i c n umzuwandeln sind, wodurch das Eindringen ausländischen Kapitals überwacht werden kann. Eine scharfe Kontrolle soll verhüten, daß Stroh- niänner der deutschen Muttergesellschaften Aktien zum Um- tausch einreichen. Die Aktien, die in deutschsm Besitze sind, werden zum'Nennwert von der Regierung übernommen. Der Gegenwert wird sür die deutschen Aktionäre aufgehoben. Das ist' eine regelrechte Beraubung der deutschen Aktio- närc.� Denn der Wert der Aktien ist nicht identisch mit ihrem Nennwert. Die Aktionäre haben auch ein Recht auf die Rc- serven, kurz auf einen ihrem Aktienbesitz entsprechenden An- teil an dem gesamten werbenden Kapital der fünf Gesell- schaftcn._ Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die am Dienstag abgehaltene außerordentliche Generalver- sammlung der Hirsch Kupfer- und M c s s i n g w e r k e bat die Erhöhung des Grundkapitals von 5 Millionen Mark auf 15 Mit- lionen Mark, die bereits angekündigt worden ist, beschlossen. Ter Direktor wies darauf hin. daß die Gesellschaft an den Kur- sächsischen B r a u n k o h l c n- G a s- und Kraftwerken, G. in. b. H.. und an dem Bayerischen Hüttenwerk Friedrich Neu mehr, A.-G. in Nürnberg, beteiligt sei, und daß deshalb die in den eigenen und der Gesellschaft nahestehen- den Betrieben erzeugten Halbfabrikate in bestimmte Fcrtigerzeug- nissc umgewandelt werden können. Tic Türlr! und das deutsche Geschäft. Professor Hcllauer faßte am letzten Freitag die Ergebnisse des an der Härrdelshochschula abgehaltenen WirtschaftSkursus über die Türkei dahin zirsaanmen, daß sich in den Vorträgen die großen. Sch Wie ri g t-ei te n füv die wirtschasilichen' Unternehmer in'der Türkei gezeigt hätten. Deshalb kann die Türkei, besonders sür die nahe Zukunft, vornehmlich nur.als ein Betätigungsgebiet für große, kapitalkräftige Unternehmungen nnd besonders für Unter- nehmersyndikate erscheinen. Für den kleineren Unternehmer wird am ehesten der Exporthandel nach der Türkei bzw. das dortige Ver- kauss-Äommissionsgeschäft in Betracht kommen. In den Vor- trägen wurde hervörgehoben, daß der deutsche Unternehmer nicht bofsen dürfe, auf Grund des Bundesverhaltnisscs eine. besondere Bevorzugung seitens der türkischen Regierung zu erfahren. Es sei zu erwarten, daß die türkische Regierung eine rein türkische Wirtschaftspolitik treiben werde, ja daß nationali- st i s ch e Bestrebungen auch dem deutschen Unternehmer manche unangenehme Hemmungen bereiten werden. Bon der Anständig- keit und Zuverlässigkeit des türkischen Charakters ist zu erhoffen, daß man all-das, was Deutsche in diesem Kriege in der Türkei geleistet haben und nach dem'Kriege noch werden leisten müssen, nicht durch eine ungerechte und unbillige Behandlung des deutschen Interesses verleugnen wird. Die Türkei wird ein Gebsct bilden. in dein der deutsche Unternehmer auf mehr Berücksichtigung und Unterstützung wird rechnen können, als in sehr vielen anderen Ge- bieten der Erde. Einig waren sich die Vortragenden über die großen Schwierigkeiten, die sich einer durchgreifenden Reform der türkischen Verwaltung entgegenstellen werden, daß aber auch von dieser- Reform die wirtschaftliche Zukunft des Reiches abhängig ist. Besonders in den Diskussionen zeigte sich ein starker Pessimismus. Angesichts der gewaltigen organisatorischen Leistungen, die, wenn auch unter beträchtlicher Mitwirkung deutscher Arbeit, in diesem Kriege von.der.Türkei. vollbracht worden sind, angesichts der er- staunlich raschen Modernisierung des türkischen Heeres, der Schaf- �fung einer Kriegsindustrie mit zum Teil ganz mustergültigen Ein- richlungen sowie der sonstigen Zusammenfassung und Ausnützung der in. Volk und Land liegenden Kräfte muß man aber annehmen, daß auch eine allmähliche Modernisierung der türkischen Verwal- .tung, wenn man nur nicht auf die Mitarbeit der Bundesgenossen verzichten zu können glaubt, im Bereiche der Möglichkeit liegt. Die heutige Regierung ist sich darüber auch klar. Zur Kohlenprciscrhöhung bemerkt das„Berliner Tageblatt", daß eine Reihe von Kchlenunternchmen trotz der im zweiten Halb- jähr 1916 gestiegenen Selbstkosten große Gewinne erzielt 'haben. So weist die Gewerkschaft„Graf Bismarck" im dritten Quartal 1916 einen Gewinn von 1,7 Millionen Mark gegen 1,4 Mil- lionen Mark in derselben Zeit des Vorjahres auf, die Gewerkschaft „König Ludwig" 1,4 Millionen Mark gegen 1 Million Mark, die Gewerkschaft„Langengraben" 759 000 Mark gegen 604 000 Mark. Die Gewerkschaft„Braunkohlenbergwerk Bruckdorf-Nietlebener Bergbauverein" nimmt nach einer Pause von vier Jahren die Zahlung von Ausbeuten wieder auf, und zwar in Höhe von 400 M. für den Kux. Diese Gewinne werden daraus zurückgeführt, daß anläßlich der Liquidation des alten. Kohlensyndikats große Ge- Winne ausgeschüttet wurden, daß am Export gut verdient morden ist, und daß auch die Erzeugung von Nebenprodukten sehr lohnend gewesen, sei. Diese Gewinnquellcn seien allerdings jetzt zum Teil verschüttet, weil der Export eingeschränkt worden sei und für die wichtigsten Nebenprodukte, relativ'niedrige Höchstpreise festgesetzt seien. Dagegen sei anzunehmen, daß die Kohlenpreiserhöbung von 2 M. für die Tonne etivas mehr ausmache, als den gestiegenen Selbstkosten entspricht. Daraus folgt die Pflicht, die Gewinnver- öfsentlichuugcn der Äohlenunternehmen scharf, zu kontrollieren und 'bei Steigerung der Reingewinne ncüc'Versuche zu Preiserhöhungen im Keime zu ersticken. Mus Groß-öerlin. Gegen das Hamstern der Gemüsekonserven. Der„Vorwärts" hat bekanntlich schon am L..-Tczeinber ge- fordert, daß Maßnahmen getroffen würden, die das Hamstern der zunächst vom Handel noch ausgcschloffenen Erbsen- und Spargel- koilscrvc» ausschließen und eine geregelte unv gerechle Verleilung gewährleisten. Trotzdem kam am 18. �Dezember eine vom 16. De- zember dalierle Verordnung des KricgscrnühruilgSamtS heraus, die nicht nur keinerlei Sicherheit gegen die geschilderte Gefahr bor, sondern geradezu als Herausforderung zum Hamstern angesprochen werden mußle. Wir forderten deshalb gestern früh, daß am gleichen Tage. noch„Bestimmungen ergchen, die das Hamstern unmöglich und damit das Anstehen unnötig machen". Wie wir zu unserer Genugtuung wahrnehmen, bat der Berliner Magistrat im Einvernehmen mit den Nachbargemeindcn und Keifen gestern eine Bekanntmachung erlassen, wonach der Verkauf von Spargel- und Erbscnkonserven im Kleinhandel »ur gegen gleichzeitige Abgabe des Brotkartcumittelstückes der laufenden(96.) Woche(17. vi« 24: Dewinbcr) zulässig ist. Es dürsen auf jedes Brotiartcnmittelfliick höchstens 2 Pfund Erbsen- oder Spargclkonscrvcn abgegeben und emnommen werden. Außerdem müssen die Groß- und Kleinhändler bis zum 13. Ja- nuar ihren bei Schluß des Verkaufs am 10. Januar vorhandenen Bestand an den erwähnten Konserven dem Magistrat, Abteilung für Obst- und Gemüse-Versorgung, Neue Friedrichstr. 35, anzeigen. Zuwiderhandlungen find mit strenger Strafe bcdrohl. Unberührt hierdurch bleiben die Bestimmungen des Kriegsernährungsamtes, wonach die Händler ihren vor Beginn dieses Verkaufes vorhandenen Bestand der Konserven der Polizeibehörde anzuzeigen haben. In den durch die Arbeitsgemeinichajt Groß-Berlins zusammen- geschlossenen Kreisen, so beißt es in der an die' Presse ergehenden magistratsosfiziösen Mitteilung, besteht volle Lilarhcit darüber, daß durch diese Bekanntmachungen der einzelnen Gemeindebehörden die Schwierigkeiten und die Gefahren, die die Bcrordiluiig des KrirgScrnährungSnmtcs zur Folge haben müssen, nicht voll beseitigt werden können. Wenn sie sich trotzdem zu diesen Bekanntmachungen entschlossen haben, so geben sie davon aus, daß nur so versucht werden kann, der gefährlichen Hamsterei zu steuern und eine einigermaßen gerechte Verteilung des freigegebenen Fünftels der Bestände zu erzielen, und daß wenigstens einige Gewähr dasiir er- reicht werden kann, daß nach dem 10. Januar die vier Fünftel dieser wertvollen Lebensmittelbestände auch wirklich noch vor« hauden sind. „In Freien Stunden." Diese Wochenschrift, die unler dem Zeichen„Gegen die Schundliteratur!" von unserer Pariei mS Leben gerufen wurde, vollendete nun bereits ihren 20. Jahrgang. Ein Blick in die reichhaltigen 40 Bände beweist, daß sie ihr Programm, den Arbeitern und Arbeiterinnen einwandfreien und doch fesselnden Lesestoff zu bieten, konsequent durchgeführt hat. Neben den besten Unlcrhaltungs« schriftstellern finden wir die hervorragendsten Rainen uns den Lite- raturen aller Kulturvölker und Zeiten. Der Hauptrvman wird stets illustriert, und immer sind es Künstler von gutem Namen, die den Bildschmuck schaffen. In dem nun beginnenden 21. Jahrgang steht der vortreffliche Roman„Das tägliche Brot" von Clara Viebig an erster Stelle; die Illustrationen zeichnet der Münchencr Maler Professor Joseph Damberger. Daneben komiut zunächst die Meisternovelle„Im Nebel" von Timm Kröger zum Abdruck, der weitere Erzählungen folgen. Eine wesentliche Bereichcru n g wird der übrige In« halt, der au? populärwissenschaftlichen Aussätzen, Nolizen usw. besteht erfahren, und zwar vor a l lein' in zTl u st r at i v e r Hin- sickt: jedes Heft bringt mehrere Bilder, die eiuweder zum Text gehören oder auch selbständige Darbietungen sein werden. Auch die Rubrik„Scherz und Satire" wird in Zukunft Bilder aufweisen. Eine„Rätselecke" soll sich ihr anschließen. Und besonders unsere Hausfrauen wird eS interessieren, daß von im» an auch ihrer jetzt so schwierigen Praxis gedacht werden soll, iizdein„Winke für Küche und Haus"(zeitgemäße Kochrezepte usw.) Aufnahme finden werden. Alles in allem: wir können unseren Lesern da- Abonnement auf diese Arbeiterwochenschrift empfehlen— um so mehr, als der Verlag— die Buchhandlung Vorwärts tu Berlin SW— den b i S- herigen Heftpreis von 15 Pf. beibehält, eine Er- höhung also trotz des reicheren Inhalts nicht eintritt. Probehefte stehen allen Interessenten bei den Kolporteuren und in unserer Expedition gern zur Verfügung. Auch der ZcitungSbote legt auf Verlangen ein Heft zur Ansicht vor. Mehr Pflegcgeld für die Stadtwaisen. Mi: Rücksicht auf die Teuerung war in Berlin zu dem Pflege- geld der in Kostpflege gegebeucn Stadtwaisen vom Herbst 1915 ab eine Kriegszulage gezahlt worden. Jetzt soll die: erteil!. Antragen, vducn keine Abonnementsaunnlna veigetügl Iii, werden nicht i'?anlwor:cl.«stltge üragen trage man IN der Sprewlinnde vor. veriräge, echrisisik-ti«n» dtrglrl Mngislrat« Berlin. Klotzevtr.«6, wenden.— St. Sri,. HO. Sie lönneii natürlich zum Militärdienst eingezogen werden.— M.((4. Die Unters! ützung kann über den Tag' Ihrcs Arbeiisaiitritls binaiis nicht bezogen werden. — Auto. Die Kündigung zum 1. April ist rvchtsverbiiidlich; Sie sind verpslichiet. die ZSohnliiig dann zu räumen.— M. 90. 1. E>ilzieh.imV. Billige Preise! Dit schiRtiei PläschmäQtel aus b-stern Seilplflich, Seid�nplösch, Prachtstöcke mit broiteo Pelzbesätz, Glockenlormen, OrigiDal-Modelle 300.— 250,— 200,— 150,— 100.- 8P.- üediegeae flfischmäntel, reiiend au*«rfiihit 72,— 08.- f2.— 55.— 40,— Mohär, Plüsch, ArtrachaB, Krimtner- mäutel aas guten alten Qualitäten Seidenkleider 1£0,- 100,- 50,— Samt- und Seiden- Röcke 40.- vo— itocke aas guten Csioffen 18,- 26.- 10,- sehr billig i Praktische Ulster u. Mantelkleider mit Pelzbesätzen, dicke, mollige Stoffe, PiiedensquaÜtäteu 150,— ICO.— 75,— 50.— Gediegene Tori&hrige Ulster, bette Qnalitätem m,- 20.— 24,- 33,- Lodenmäntei 36,— 28,— Prachtvolle Pelzmäntel seltepe Stücke, trnnderbare Formen aus Seal-.Bisam. Breltsrhrvanz, weite QJorrce 250>,—£000— 15Co.— 1200,- Wundervolle glatte Pelrmäntei OCT.— 750, 610.— 450,- Pracht-PhantaBtema: tel«nl ürokat 30«}.— 250.—- 175— J*uebs. Nerz, Steinmarder. Seal- Garnitureu, Phamäsieslucke sehr billigt Seidengummimäntel, Stoffgummi- IfliintAi mil PaiI0n�er Kappe, windervolle IllaillCI Glockouformen in leizendän ITarben- tftnen, beste Qualitäten 85.— 65- 62,— 41,- 35,— Staubmäatel 45,— 35,— 55,— JHerrengummiin&ntel vorrätig. Modell-KoslOme— Mantelkleider Aas wah I sen danees oaeu außerhalb fegen Anzaniunf. Herrliche Stücke, PraehtqaaHfcitei» aus bestem Kammgarn, Tuch, reizende Formen, üotte Aalmaehunfen, Samt mit Pelz etc. 250- 200,- 150,— 100,— 75,- 68,- Gediefene Kostüme, aaoh TorffbriRe Modell«, Seid«, Samt Tuch, Kammgarn, Loden 69,— 48,— 36,— 28,—*4,— HeiiigabeLd, Sonntag;, geöffnet 8—10 and 12—4 Uhr, 2. Peiextaj; geöffnet 12— L Uhr. Paitendes für »tä, k»te Figuren ▼o/ ritig. I. Geschäft: Mohrenstraße 37t Westmann II. Geschäft: Gr, Frankfurter Str. 115 Rabattmarlitn der Konsumgenotsenseliaft Berlin und Unigaaena| » Am 2. Dezember U..T. arbciter, der Scbriftsetzcr licl unser langjähriger Mit- Walier Bilsteiai als Unteroülzler der Landwehr und Inhaber des ICisernen Kreuze» im 33. Lebensjahr.— Wir verlieren in dem Ciefallenen einen gewissenhaften Mitarbeiter, der sich auch bei»einen Kollegen allgemeiner Beliebtheit erfreute, und dessen wir stets in Ehren gedenken wollen. Qeschäftsleitung und Personal der Vorwärts=Buchdruckerei. Am 18. Dezcmhcr 1916 ent« chllcs[anft durch Hcizlchlag mein lieber, guter Manu Lrick Kuhle im blühenden Aller von 29 Jahren. In tielflem Schmerz Frau Witwe Minna Kuhla, Frau Ida Kuhle a!S Mutler, Martin Kuhle a!S Vater, Familie Wabliclt«.Schwiegereltern, Schwager und Schwägerin. Tie Beerdigung findet morgen Donnerstag, den 21. Dezember, nachm. 2'/, Uhr, In Berlin-Pankow auf dem III. Friedhof, Schön- holzer Heide, statt. 16399 Mit fest vereinten Händen schritt ich ins Leben ein, bis an mein felig Ende sein treues Weib zu sein. Entblättert find die Rosen, ver- siegt der Freude Born, an Ranken, blüteiilosen, ritzt scharf mich mancher Dorn, und sacht aus meinen Händen glitt leis mir seine Hand. aus ewig mutzte enden, waS ich mein Glück genannt. Deine liebe Frau. Dentscher TransportaFliEitEr-Yerliaiiil. Bezirksverwaltung GroB-Beriin. Ten Mitgliedern zur Nachricht, % datz unser Llollege, der Hans- 2 diener Erich Kuhle am 18. Dezember im Alter dort 29 Jahren verstorben ist. dteaiähr.Uotender seinen: : Vorgängern würdig all.! - Der»ielsetlige Inhalt- j ist seldstverständuch den» i Bedürfnissen der Ar.: . britcr und der Kriegszeit 1 ! angepohl. Außer einem: . retchhaltigen stall siischen> INN» Adressen. Material: ! und sonst wissenswerten! ! Notizen»erdienen de-: t sonder« hervorgehoben> ! zu werden:«apitalah.! . fwdung an Stette von 1 |«riego.Dersoegung.—: ! Bücher zur«riegsfitr-: f sorge.— Sozialdemo»| ■ krarie an» Doltsernäh» j f rang in der Krieg«, eit.| |— Wa« tat die denssche r i Sozialdearotratie f. den- Friedent- viechewer� 1 schafreu im 2. Krieg«, j fahr.— Der alte S5ltfc�J preis gebunden 60 Pf. Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 3. -s- Uhren, Goldwaren reiche Auswahl tu allen Preislagen. flltA�Oo., Ltndeustraste Ivv. /g liASKA- Füchse Blau-, Silber-, Rot- u Kreuztuchs- garnlturen, sowie sämtl. edleren Pelzarten in entzückenden Ausführungen in meiner Werkstatt KUIln. Flschmarkt 1 II. zwisch. Breitestrallo u. Städt. SparkassofBeer).— NB. Ptllech- 4 Sachen, Kanin und Hasenal e renommierte OuolltK) noch in allen befo nnlen«orten»orrsti» 0ttoR8lchel.EisfinbahnstrA jjÄIv! -SitwUck/ �15 QwXoch 15 O Haben Sie ? empfehle nach Maft paffend gearbeitete Stützeinlagen sowie istz-aehhaadagseii aller Ari, Leibbinden, Stützkorsetts uiw., Artikel zur Geiundheils- u. Krankenpflege.* Pollmann, KlmdaM, Berlin N, Lothringer Str. 60, Lieferant für Krankonkassen. liiin>ron kauft Rob.BalINchs., Münzen- mulUCll fiblg., Berlin, SSichelmür. 46/47 liZM. WM. MMi Ecgres F. Ernst Borth, Eleasgerstr. 21. -.Otkoitcifr. Oetrink«!► Franz Abraham L'sinb. IIe«fiBt-ii.RÖ!nertrank-KcIl. t'.25BÄrltlitr.Si. Ferngp.Kgst.ia708 4 Bad»-s>w»taHein ► [�Ilttal-Eäd A n e« n"n i b o r• tr.». Biana-Md Natlcnal-Bad, Brunaenttr.» Passage- Bad gr««"!- Hnform-Bad, Wiener Str. 65. 4~tiScker- a, Koadltorelan � r IEta _" Erscheint 2 mal Schentlich. | Bga:MgsqMelien"¥epze5chniSs| Untenstehende Geschäfte empfehlen eloh b. Einkauf. 1 F.Eloaewotter.tzeUTCileiseiitMt. I A||n||ef Ho'tZ„ k�et-ii. O. Meter, Grsinerwog 87. MUgUSt HU-U o,.ebifta. Otto Wolff, Treptow. X rüstet. IC 1 Zachnn, Gr.-urhtorf. ,Cli»me»iL85s 4 Bandeuen, flTimrniw.'� R. Bnuka,'■■ireTnuer Str. SC. £, Kraus, r.taumluiunr. S5. A. E. Lange,»runnonstr. 166 4 Butter, tl«»r, Ka»a> Wilhelm Göbel{ 25 eifene Fllialaa. B 18 eiteea» Detailgsschäfte Uhly& Wolfram 4Bierbraqore>M Blerhciandlg.� " iraoereiemzo' empfiehlt imaraiM _«raten Rsuge» |C. Habels Brauerei hell- Habelbrt»- donktl. TrinKt u/annlnger Bleri ffeissbierz 0. Breitlianpt, Pallasilanstr. 97 Tel.gm.»81.11181 �'"brotion ur.d Tarbon ► Werder-Broce~ie, Brui iU Uwari,. Sa E»liifiibp DannMeyer,8cIiieelbeiietS Photopr.*Poar«*a MJMt s0' Kottbu"r,t,--,< 7tS a*acHaito In allen Stadttasten B»rUn« sowie in Neukölln u. Treptow �nPT ,8Bg- Inh.s Heren, fierbooh Oharlottenburg, lieriinent. 68-88 Fleisch- und WurMwarenfsbrllt 4 Eilen, Siahlw JVatteii.tVeriiäT� f-ml Jung, utronutr.»1. 1 HarmannMeyor.Seliifelbeiiersl. IL Riihimaatl.P.,M6liarst.«0h.E.9«asr I* TT Ösdstr. Üc, Ecke •i.UaCr prlnien-Atlea. 1 LaskatSlapackl, letlsk-illiel FafeiidiiCo.�us'S.'v Üüt«, MQtsen, Pelawarcn st OCtf oaa P Kottbusar-. eSKBra n-a p>mm 18113 Wchlhandlunaen p dWoine, LIliSreTTrurtitaaft« st >Hye lethKe, Georg Vukam- 1 itrale 44*| KenlöIU, Bibwtr.ll, Kaller- FrleJr. 1 Sir. 64, weierslr. 186, Frlodelitr. II J Yreptov. Gritt-StraBe 14. auch Qolegenhoitslcf. 4 WfiMmAfccnincn> Dellfflaiiii, E., Singer Nähmasciimon Lüden In allen Stadttallaa. < Optllfr, Hlechnnikap ► Schabert, Carl. Nk!lii.Beri;itr.l<8 60 Filialen in allen Stadtellen. «epm. meyer&co, s«; M.550yirl[iiif«sl6ll. Qr;-Berl. Semper idem V m 0? j■ B" ffapclprao gonHCi. I• t,,,,■ 1 I irtp.oir. UfaU-oirapa t*. y i � up&iiK0ra HloctH Schröter, R m�u„ mm 4J Pertauteatellen«3 BPgl Berlin und Oranienburg Adnm Scklmit.iöohNemsnnatr.N. 1 1. ff.«lUllüi Ecka CuTryett. 0. Prochnow.Htiillj.Ui yaren» ■linaaulr 4 Uhrwn>-. Goh|w/"'«"3 L«SmäTS�Jb,, f r« n kl Alloei» 4 tfopalnherüf p"" � „Deutschland" Berlin ArbesterTeealehernii»— flchfltian- Sterbekassenvcralcherg.»triß�|, ndau MZMff 'jicrauteoitiidjci Oicftalteur: Hermann Müller, Tempclhof, gut denJnieratenteil oerantw. GrUittes GelejjeiiheltB-Kaiiklinu» dieser Art fllr Herren- und Oanien-Garderobe, Pelz- u. Bchmuckaadhen. Tilgt. Verkauf von Kavalieren wenle gütrag;otter sowie im Yerfeiats gewesener Jack«5it-. Hock- Ansöffe, Paletots*, iJIstess teils auf beide, enona billig, Großes Lager in neuer ÄaH�nrderobe, aus feinsten Stoffen in ersticlas surer> erarbeitung. Große Auswahl in Oamen-Kostümen, Lintern, PHifvcfli' n. A®tracnan-Äd4ntolii bis zur feinsten Ausführung. Geleafenhelt�kÄufc in Pelakrasjen, Pelerinen, nknnk«,.TfardePa Xerz, Alanka, Blau- und Weißfuclm iL a., in modernstep Ausfühpung. statt 40— 250 M. jeUBt 20— 12a B. Große Auswahl in Uerren-Gelipeizen, Damen-, Ketse-, JRragen-Peiaen- Kxtra-Angebot in Lombard gewesener Teppiche,(■ardliftoii, I ortieron. Holtun, TflPen, Rlnfi�e. Rrttlanten zu enorm billigen Preisen.„Vorwärts-Leser erhalten 10�/ 1 �35� T�Glotlk�BerltnT' Druck u. Berlagi Norwärl» Buchdruckrrei und Verlagsanstalt Zaul Singer k Co., Berlin SW.KA.