Ar. 330. 83. Jahrg. flbonncmcnts-Bedlngungeii: Hlonnemenlä- Steiä StänumcronbB' Lierteljährl. 8,90 Ml, monatL 1,30 MI, «öchenllich 30 Psg, frei inä Hau». Einzelne SJummet ö Pfg. Eonnlag». nummer mil illustrierter EonntagZ» Beilage.Die Neu« Well' 10 Psg, Poll- ilbonnement: ILO Marl vro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung«- Preisliiie, Unter Kreuzband für Deunchland und Oesterreich. Ungarn 2.50 Marl, für das übrige Ausland . Marl pro Monat. Postabonnemenr« nehmen an Belgien, Dänemark Holland, Italien, Luxemburg, Portugal nänien. Schweden und die Schweis erlcheidl lägNch. Vevltnev Volksblotk. � L Pfennig) vie Inlestloni-Ledoh? betrügt für die sechsgesstaltene kolonel- zeile oder deren Raum 60 Pfg., sür »olistsche und gewerkschaftliche Verein»- und Versammlungs- Anzeigen 80 Pfg. „Kletne Hnitigen", das icttgcdruckte Wort 20 Psg,(zuläifig 2 fettgedruckt« Wortes, jedeS weitere Wort 10 Pfg. Klellengsfuche und Echlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jede» «encre Wort 5 Pfg, Worte über lö Buch- stabcn zählen für zwei Worte. Inserat« für die nächste Nummer müssen bi» S Uhr nachmittags in der Expedition »bgcgeben werden. Die Expedition ist bi» 7 Uhr abends geöffnet, »elegramm-lldrefsei .Sozialdemokrat Rerlli", Zcnti*alor M. wöchentlich für erwachsene männliche Arbeiter, 4 M. für Arbeiterinnen und 2,50 M. für jugend- liche Arbeiter. Die erhöhte Zulage wird vom 1. Dezember ab be- rechnet und gelangte am 15. Dezember bereits zur Auszahlung. Achtung, Bauanschläger! Die Tarifkommission hat in ihrer Sitzung vom 15. Dezember 1916 dem Antrag der Arbeiter um Ge- Währung einer weiteren Teuerungszulage von 29 Prozent ihre Zu- stimmung erteilt. Für alle Arbeiten, die vom 18. Dezember 19!6 an in Angriff genommen werden, soll für die Dauer des Tarif- Vertrages ein weiterer Aufschlag von 29 Prozent, also insgesamt 39 Prozent, auf die Tarifsätze gezahlt werden. Bei allen Arbeilen, die vor dem 18. Dezember in Angriff genommen worden sind und> die längere Zeit als bis zum 21. Dezember In Anspruch nehmen, soll für die Teilarbeiten vom 18. Dezember an ebenfalls der Auf- schlag gezahlt werden. Wir ersuchen nun alle Kollegen, diese Abmachungen strikte inne üu halten und ums umgehend die Finnen mitzuteilen, die sich weigern, 39 Prozent Aufschlag zu zahlen. Deutscher Metallarbeiterverband. _ Ortsverwaltung Berlin. Weihnachtsunterstützung im Verband der Ttcinarbcitcr. . Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt an alle Angehörigen der Mitglieder des Verbandes, die bis zum 11. Dezember zum Heeresdienst eingezogen sind, vor ihrer Einziehung mindestens ein Jahr organisiert find. 52 Beiträge geleistet haben und nicht mehr als acht Wochen mit ihren Beiträgen im Rückstände sind. Die Unterstützung wird ausgezahlt im Bureau des Verbandes, Gewerk- schaftshaus, Engelufer 15 I. Zimmer 7, in der Zeit von 8—11 Uhr vormittags und 4— 7 Uhl nachmittags. Sonnabendnachmittag ist geschlossen. Mitgliedsbücher müssen abgegeben sein. Für Polen eingestellt, die Arbeit nicht angetreten. Die Berliner Baufirma Habermann u. Guckes stellte für Ar- beiten, die sie im oslerreichischen Okkupationsgebiet in Polen aus- zuführen hatte, zwei Schachtmeister ein. Ehe die Abreise erfolgen konnte, mußten sich die beiden Eingestellten Pässe und Passierscheine besorgen, was mehrere Tage in Anspruch nahm. Als sie im Besitz der Papiere waren und sich bei der Firma zur Abreise bereit er- klärten, wurde ihnen ein Arbeitsvertrag zur Unterschrift vorgelegt, aus dem sie ersahen, daß in dem Gebiet, in dem die Arbeitsstelle liegt, die reichsgesetzliche Kranken- und Jnvaliditätsversicherung nicht besteht. Das schien den beiden Schachtmeistern so bedenklich, daß sie die Unterzeichnung des Vertrages und den Antritt der Reise ablehnten. Beim Gewerbegcricht klagten sie auf Schadenersatz für die Zeit, in der sie nach ihrer Einstellung durch Habermann u. Guckes ohne Arbeil waren. Die Kläger beanspruchlen für den Tag 15 M., das ist der ihnen für Polen zugesicherte Lohn.— Die Firma kannte keine Schadenersatzpflicht an. Ihr Vertreter sagte, die Einstellung würde erst durch den Arbeitsvertrag perfekt geworden sein, dessen Unter- zeichnung die Kläger ablehnten. Ein Arbeitsverhältnis, aus dem die Kläger Forderungen herleiten könnten, habe noch nicht bestanden, es könne auch nicht eher abgeschlossen werden, als bis sich die Arbeiter Pässe und Passierscheine besorgt hätten. Zu diesem Zweck habe die Firma den Klägern eine Bescheinigung erleilt, daß sie für Polen eingestellt seien. Durch diese Bescheinigung sei noch kein Arbeitsverhältnis abgeschlossen.— Die Kläger dagegen, es könne ihnen doch nicht zugemutet auf ihre Kosten die für Besorgung des Passes und scheins erforderliche Zeit aufzuwenden. Dies geschehe Interesse der Firma. Sie seien tatsächlich eingestellt worden und hätten vom Tage der Einstellung ab ihren Lohn zu beanspruchen. meinten werden, Passier- doch im Wenn shnen gkeich gesagt worden wäre, daK die Kranken- un� In- validenversicherung wegfalle, dann würden sie sich nicht haben ein- stellen lassen. Die Firma habe ein Verschulden begangen, indem sie diesen Umstand verschwieg. Der Vertreter der Firma erklärte sich nach längeren Verband« langen bereit, jedem der Kläger im Vergleichswege 39 M. zu zahlen. Der Vorsitzende riet zur Annahme des Vergleichs, da bei einem Urteil auch nicht mehr für die Kläger herauskommen würde. — Schließlich kam der Vergleich dahin zustande, daß jeder der Klage» 35 M. erhält._ Eine späte Berichtigung. Es wird uns unter Bezugnahme auf das Preßgesetz geschrieben: In der erst heute zu unserer Kenntnis gelangten Ausgabe des „Vorwärts" vom 29. September 1916 bringen Sie in dem Artikel„Gewerkschaftliches" mit der Ueberschrift„Gegen das Koa» litionsrecht" eine unsere Firma betreffende Mitteilung, die in der allgemein gehaltenen Fassung nicht den Tatsachen entspricht und der Richtigstellung bedarf. Wir bekämpfen in keiner Weise das Koalitionsrecht unserer Angestellten und unsere Fragebogen, die zur Beantwortung an Bewerber gesandt werden, enthalten nachweisbar keine diesbezüg- lichen Fragen.' Der anbezogene Fall betrifft einen von uns wegen dringenden Personalmangels eingestellten Techniker, der wegen Unruhestiftung unter den Angestellten häufig die Stellung wechseln mußte und die Veranlassung gab, daß bei einer bekannten Flugzeugfirma etwa 16 Angestellte entlassen werden mußten infolge entstandener Miß- Helligkeiten mit der Direktion, die durch seine Agitation hervor- gerufen worden waren. Daß in dieser ernsten Kriegszeit derartige Betriebsstörungen unter allen Umständen vermieden werden müssen, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Weil uns die Charakter- eigenschaften des Betreffenden genügend bekannt waren, haben wir nach ernstlichem Vorhalt bei der Einstellung, gewisiermaßen als Bürgschaft für sein ruhiges Verhalten, den erwähnten Vorbehalt in das Anstellungsschreiben aufgenommen. Schon nach wenigen Wochen mutzten wir den Herrn wegen fortgesetzter großer Unpünkt- lichkeit wieder entlassen. Dieser einzige Ausnahmefall kann unsererseits durch Namens- nennung einwandsfrei nachgewiesen werden. Die Behauptung, unseren Angestellten durch Konkurrenzklausel einen Stellenwechsel zu unterbinden, ist unzutreffend. Luft-Fahrzeug-Ges. m. b. H., Abteilung Flugzeugbau. vsetterauSfichten für da§ mittlere Norddeotskbland bt« Freitag mittag. Zeitweise beiter, jedoch ziemlich kalt und vorherrschend wolkig oder neblig, keine erheblichen Niederschläge. /iwa-rmBM * Nich ibezugsscheinp flieh tig Schürzen Tändel-Schürzen ♦Batist gestreift, mit Stickerei.... 1.45 ♦Batist gestreift, mit Stickerei-Ein- und-Ansatz............... 1.85 ♦Mllll gepunkt, mit Stickerei...... 2.95 Tändel-TrägerschQrzen •Mull gepunkt, mit Stickerei...... 2.10 ♦Batist gestreift, mit Stickerei.... 2.75 ♦Batist gemustert, mit Stickerei... 3.10 Bedienungs-SchQrzen LillOn weiß, m. Hohlsaum, spitzeForm 2.25 Linon weiß, m. Hohlsaum, gradeForrn 2.60 ♦Batist weiß, mit Stickerei-Einsatz. 2.95 Biusenschürzen Wiener Form Kretonn dunkelgestreilt, bunt besetzt 4.75 Kropp schwarz-weiß, mit farbigem Paspel................... 5.7 5 Satin türkisch gemustert....... 5.65 ♦Farbige Zierschürzen m verschiedenen Ausführungen....... 95 Pf. 2.85 4.25 2.85 Fertige Stickerei-Passen für Damenhemden Handtücher Gerstenkorn-Handtücher gesäumt, üröße ca. 59/190 cm, Dtz 11.00 Gerstenkorn- Handtücher_ mit Hohlsaum, Er. ca, 52/100 cm, Dtz. 1 2.7 5 Drell- Handtücher gesäumt- Größe ca 48/110 cm Dtz. 12.00 13.00 Jacquard-Handtücher ge- 1. säumt. Reinleinen, Gr. ca. 48/1 10. Dtz. 15.50 Jacquard- Handtücher ge säumt, Größe ca. 45/110 cm, Dtz lO.UO ♦Einzelne Hand- und Wischtücher bis 1 Mark das Stück sind nicht bezugsscheinpflichtig. ♦Jacquard-Frühstückstücher Reinlein, gebleicht, Gr ca.130/160, Stck. O.Zj ♦Jacquard-Mundtücher halb geklärt, Größe ca. 72/72 cm.. Dtz 11.50 3.00 ♦Jacquard- Mundtücher mit Fransen.............. Dtz. ♦Jacquard-Mundtücher gebleicht, Gr. ca,60/60 cm, Dtz 6.40".00 ♦Hohlsaum-Tischtucher, ♦Kaffeegedecke,* Abenddecken in verschiedenen Größen und Preisen ♦Spitzendecken mit Einsatz und Spitze und Eck-Motiven, Größe ca. 60/60 cm........... Stück ♦Spitzendecken mit Einsatz und Spitze u. Mittelgärn, Gr. 60/60, Stück ♦Spitzendecken m Eins. u. spitze u. reich Locharbeit, Gr. 60/60, Stck. ♦Spitzenläufer m, Eins, u Spitze u reich. Locharbeit, Gr. 33/120, Stck. 1.00 80 Pf. 3.25 3.25 * Nichtbezugsscheinpflichtig Weißwaren ♦FichU aus Tüll mit Rüsche, weiß und ecru.»*»....».......»...».» 1.35 ♦FichU aus Tüll mit breiter Spitze und gezogenem Stuartkragen, weiß und ecru.................. 3.25 ♦FichU aus Tüll mit gestickter Spitze und gehäkelten Knöpfen, weiß und ecru.................... 3.90 * Blusenkragen aus gepunktem muu mit Spitzenansatz............ 95 Pk ♦Blusenkragen au, doppeltem tüii mit Rüsche, weiß............ 1.50 ♦Blusenkragen aus Muu mit ge- branntem Plissee............. 1.65 Regenschirme ♦Damen- oder Herren-Schirme halbseiden Surah mit Futteral 9. CO 11.50 ♦Damen- oder Herren-Schirme Seide mit Futteral extra dünn 11.50 12.75 ♦Damen-Schirme farbig, Seide mit Futteral............. 13.50 ♦Damen-Schirme Seide, Maiaka- rohrgriff................ 13;75 * Damen-Handschuhe 3 paar Glac6 Haff-Zander........... Pfund 3.50 Seezungen............. Pfund 4.50 Tarbutten............. Pfund 2.90 Salzfische............. Pfund 1.80 Feinste Seefische zu Tagespreisen Feinste Seemuscheln s Pfd. von 75 Pf. an 10 Pfd. von 1.45 an Sprottbückllnge......»/« Pfund 50 Pk. Bücklinge........... von 25 Pf. an Räucherheringe.... stock von 75 Pf an Kiste von 100 Stück Inhalt..... 74.00 Räucheraale...... Pfund von 8.50 an Rauchfisch............ Pfund 2.60 ., 5.55 7.05 7.50 8.70 Schwedenstepper 8.70 Nappastepper Lebensmittel im Karton: 11.70 Mir Domtersiag solange Vorrai/ FischbrQhwurst......... Pfund 3.40 Muschelfleisch in Gelee... Pfund 1.60 4-Liter-Doso............... 9,10 Reines Muschelfleisch gekocht und gesalzen............... Pfund 1.50 Schellfisch in Gelee..... Pfund 3.20 4-Liter-Dose.............. 19.00 Sardellen............. Pfund 6.00 Anchovis............. Pfund 2.40 Saure Gurken.... stück von 20 Pf. an Dorsch-Rogen Gänse, Enten zu Tagespreisen Ausgeschl. Gänsefleisch Pfd. von 4.50 an Gänse-Pökelfleisch.. Pfund von 4.50 an Geräucherte Gänsebrust und-Keule Gänseleber, Gänseklein, Gänsefett Ersatz für Fleisch, gebraten und für M ÄA Suppen zu verwenden....... Pfund dfiiww Grankohl Pfd. 17 Pf. I Spinat. Pfd. 32 Pf. Rosenkohl............ Pfund 68 Pf. Schwarzwurzeln....... Pfund 55 Pf, Sellerieknollen......... Pfund 30 Pf. Rettiche......... Stück 8 und 13 Pf. Porree........... Stück 8 und 10 Pf. Zwiebeln............. Pfund 16 Pf. Märkische Rübchen..... Pfund 42 Pf. Schnittlauchtöpfe....... stock 80 Pf. Tafel-Aepfel....... Pfund 75 90 Pt Zitronen....... Dutzend von 75 Pf. an Datteln und Felgen Nächsten Sonntag von 12 Uhr an geöffnet Berantw. Äedakt.: Herrn. Müller, Tempelhof. Inseratenteil verantw.Th. Glocke, Berlin. Drück u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst..Paul Singer& Co» Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und UnlerhaltungSbl. 33 � Seilllße des ,FmNlts" Kerliner NoHisbllltt. z�.M die Ereignisse vom 11. bis IS. Dezember. Von Richard Gädk«. Die verhältnismäßige ZKthe, die an der Domme seit dein letzten Drittel des November herrscht, hat bis zun: heutigen Tage angehalten. Zum Teil mag sie aus der schlechten Witterung hervorgehen, die in der Tat rasche An- • griffsbewegungen erschwert und den stürmenden Gegner um so länger der vernichtenden Wirkung unseres Sperrfeuers aussetzt. Der Hauptsache nach aber ist sie doch wohl eine Folge der Erschöpfung, in der sich die gegnerischen Angriffsmittel zur Zeit befinden. Der riesige Verbrauch an Munition muß ersetzt werden und die Tätigkeit der deutschen U-Boote wird diesen Ersatz erschweren. Schlimmer ist der gewaltige Men- schenverbrauch. Von zuständiger militärischer Stelle wird die blutige Einbuße der Engländer während der Somme-Schlacht vom 1. Juli bis 30. November auf 550 000 Mann, die der Franzoseit auf 250 000 Mann berechnet, während die unsrige weit unter einer halben Million beträgt. Das sind sicher furchtbare Zahlen, die alles übertreffen, was vor diesem Kriege die düsterste Phantasie sich ausmalen konnte und die in der gesamten Geschichte des Menschengeschlechts bisher auch nicht annähernd erreicht wurden. Allerdings drängten die Ver- luste der früheren großen Schlachten sich in eine weit kürzere Zeitspanne von Stunden oder höchstens von Tagen zusammen. Indessen sind jene vorsichtig berechneten Angaben wahr- scheinlich noch zu niedrig, und sie umfassen vor allen Dingen nicht die Einbuße an farbigen Franzosen und Engländern, die mit Vorliebe in die vorderste Reihe der Stunntruppen ge- stellt wurden. Sie waren unseren Gegnern nichts als Kanonenfutter, billiges Menschenfleisch für den Kochtopf der Schlacht! So ergibt die Berechnung, daß Franzosen und Engländer in den Kämpfen dieses Sonimers und Herbstes wenig- stens 300 000 Mann mehr verloren haben als wir, wie ihnen bereits die Vcrdunschlacht 200 000 Mann mehr gekostet hatte. Nehinen wir hinzu, daß 76 vom Hundert unserer Ver- wundeten kriegsfähig wiederhergestellt werden, während die ärztliche Kunst und Fürsorge unserer Gegner weit geringere Triumphe feiert, so haben wir auf dem Gebiete der Verluste einen der Gründe, die unserer geringen Volkszahl den dauernd sieghaften Kampf gegen die Uebermacht gestatten. Ter andere Grund liegt darin, daß die größere Kampfkraft der deutschen Truppen den Erfolg auch einer Minderzahl gewährleistet. und dazu kommt dann schließlich die überlegene, straffere, ein- heitliche Heeresleitung der Mittelmächte. Sollten daher unsere Gegner die ihnen hochherzig ent- gegengcstrcckte Friedenshand nicht ergreifen wollen, so dürfen wir— mit Schmerz zwar über die nutzlose Vermehrung der Opfer und die Steigerung der Leiden dieses Krieges— strate- gisch und politisch aber mit voller Zuversicht dem Weiter- gange des Krieges entgegensehen. _ Vielleicht um die Aufmerksamkeit des kriegsmllden fron- zösischen Volkes von dem unbefriedigenden Ausgange der Somme-Schlacht abzulenken, haben die Franzosen ein Z w i- schon spiel gegen Verdun eingelegt. Es war un- zweifelhaft das Werk des neuen Generalissimus der Nord» und Ostfronten, des General Nivelle, noch in seiner Eigen- schaft als Führer der Armeen von Verdun. Sorgsani und vor- sichtig vorbereitet, mit großer Tapferkeit durchgeführt, hat es dem Gegner am 15. Dezember, ebenso wie das ähnliche Unter- nehmen des 24. Oktober, einen Erfolg gebracht, den wir ge- rechtevweise nicht verkleinern dürfen. Man hat den Angriff einen polittschen Streich mit Rück- ficht auf unser Friedensangebot genannt. Das ist schwerlich zutreffend, da das französische Trommelfeuer bereits am 12. Dezember begann, während das Unternehmen selbst von langer Hand eingefädelt war. Aber seine Wirkung mag Gesammelte Schriften von Marx unö Engels.*) Tie englische Politik und die Balkanfrage. Die Auffassungen großer Denker gehen, wie schon ein heute fast vergessener hervorragender Geschichts- Philosoph des 18. Jahrhunderts, Jakob Wegelin, wußte, zu- nächst sehr selten in ihrer Originalgestglt auf die Nachwelt über, sondern meist in vereinfachter, vulgärer F o r m. Besonders gilt das von politischen Gedanken, die in die große Masse eindringen. Denn immer stoßen sie in diesem Prozesse auf einen gewissen Beharrungssinn, auf alte Denk- gewohnhciten und Denküberlieferungen der Kreise, innerhalb derer sie allmählich zur Geltung kommen, und nun entsteht zwischen den älteren und neuen Auffassungen eine Ideen- kollrsion, ein Konflikt, in dessen Verlauf die neuen Ideen zwar mehr und mehr von jenen Kreisen ihrem Gedanken- komplex einverleibt werden, jedoch nicht in der originären Gestalt, in der sie der betreffende Denker selbst gefaßt und for- mustert hatte, sondern in einer veränderten, der Vorstellungs- Welt der Menge angepaßten Form� denn nicht die Folge- richtigkeit oder Qualität der neuen Ausfassungen entscheidet darüber, ob und wie sie Aufnahme finden, sondern, inwieweit sie dem Bewußtsein jener Kreise von ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechen. Deshalb erleiden die Originalideen auf ihrem Erobs- rungszug fast immer eine gewisse Anpassung an überlieferte Vorstellungen, eine Art Umbiegung! sie werden, wie Wegelin sich ausdrückt,„anastomosicrt"(in andere Gedanken- kreise eingemündet). Was dabei zunächst herauskommt, ist eine Verbindung von alten und neuen Begriffen, eine Art von eklektischer Synthese. Wer die Jdcengeschichte verfolgt, weiß, wie richtig hier das Vordringen neuer Auffassungen geschildert ist. Bereits die ersten Interpreten eines großen Denkers— ob Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Naturwissenschaftler usw. ist gleich- gültig— nehmen gewöhnlich, indem sie naturgemäß von ihren überlieferten Vorstellungen ausgehen und die neuen Begriffe mit diesen in einen engeren oder weiteren Zu- *) Gesammelte Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels, 1852— 1862. Herausgegeben von N. Rjafanoff. 2 Bände(zwei weitere Bände folgen später), Verlag von I. H. W.�Tietz Nachfolger. G. m. b. H., Stuttgart 1217, Preis pro Baird broschiert 8 M., gebunden 9ß5 M. immerhin die sein, den Friedenswillen weiterer BevölkcrungS- kreise noch einmal zu durchkreuzen. Damit ist dann aber auch die Tragweite des französischen Erfolges begrenzt. Die kriegerische Gesamtlog« hat er nicht beeinflußt noch geändert. Wohl ober werden wir nach den Umständen, die zur E r- setzckng des General Joffre durch Nivelle führten, erwarten müssen, daß nunmehr im Verein mit dem Engländer Lloyd George alle Kräfte beider Staaten ange- spannt werden, um einen lebhafteren Gang des Krieges im Westen hervorzurufen. Durch einen großen Schlag den nur widerwillig ertragenen Stellungskrieg in einen Bewegirngs- krieg umzuwandeln, der allein die Entscheidung bringen kann, das ist doch wohl die gebieterische Aufgabe, die dem neuen Oberbefehlshaber bei seinem Amtsantritte gestellt worden ist. Es scheint, als ob man in ihm den willensstärksten Führer gefunden zu haben glaubt, über den Frankreich zur- zeit verfügt. Die größere Unruhe, die seit einiger Zeit in der feind- lichen Front herrscht, kann auf tastende Versuche unserer Geg- ner gedeutet werden, Truppenverteilungen, Stärke und Schwäche unserer Stellungen besser noch als bisher zu er- kennen, in unserer Führung Unsicherheit hervorzurufen und sie über Ziel und Umfang eines neuen Angriffsunternehmens nach Möglichkeit zu täuschen. Inzwischen geht aber die d e u t s ch e V c r f o I g u n g i n Rumänien glanzvoll und unbeirrt weiter. 70 000 Quadratkilometer des feindlichen Landes sind nunmehr in der Hand unseres Heeres, während der Rückzug der Reste des rumänischen Heeres und der russischen Unterstützungskräftc auch heute noch kein Ende gefunden hat. Die vorbereitete Stellung nördlich der Jalomita mußte nach kurzen Nachhut- gefechten geräumt werden, und auch der 60 Kilometer nörd- licher fließende Buzeu bot den zurückflutenden Massen keinen Halt mehr. Unsere Truppen nähern sich nunmehr der Linie des Sereth und den ständigen Festungswerken� von Galatz, Nonialoafa und Focsani, die einst zur Verteidigung gegen Rußland, mit ostwärts gekehrter Front erbaut worden sind. Dieser Erfolg hat sofort zurückgewirkt auf die in der Norddobrudscha stehenden Truppen der 11. russischen Armee des General Sacharow, die über das Mündungsgebiet der unteren Donau auf das linke Stromufer zurückgegangen sind und sich damit einstweilen in Sicherheit gebracht haben. Das bedeutet mindestens den einstweiligen Verzicht auf jeden Angriffsgedanken auf der Balkanhalbinsel. Vergeblich haben nach wie vor die 8. und 9. russische Armee, unterstützt durch die rumänische Armee, den Kar- pathenwall bestürmt, hinter dem der Verteidigungs- flügel der verbündeten Heere unter dem Generalobersten v. Koevoß und v. Arz die Angriffsunternehmungen des Fetd- Marschalls v. Mackensen gegen jede Flanken- und Rücken- bedrohung geschützt hat. Der Gegner hat weiter nichts erreicht, als die Höhe seiner an sich riesenhaften Verluste zu vermehren. die während des Sommers und Herbstes dieses Jahres auf Itzsj bis 2 Millionen Mann geschätzt werden und für die ganze Kriegsdauer bereits auf über 8 Millionen zu veranschlagen sind. Auch Rußland ist nicht nnstande. solche Ginbuße dauernd durch kriegstüchtige Mannschaften und vor allen Dingen durch brauchbare Offiziere wieder zu ersetzen. Vergebens hat auch die S a l o n i k i a r m e e ihre Ent- lastungsoffensive angetreten. Sie steht noch immer hart nörd- lich Monastir. das von deutschen Geschützen beherrscht wird, und hat am 10., 11. und 13. Dezember schwere Schlappen dort und weiter östlich an der Ccrua erlitten. Seitdem hat sie ziemliche Ruhe gehalten und nur durch stärkeres oder schwächeres Geschützfeuer ihre Anwesenheit bekundet. Durch die Anwesenheit griechischer Truppen in Thessalien hinter ihrem Rücken fühlt sie sich anscheinend ernstlich bedroht und sammcuhang zu bringen suchen, solche Umbiegung und Anpassung vor, schon weil sie von vornherein die neuen Auf- fassungcn unter einem bestimmten durch ihre bisherigen Denküberlieferungen gegebenen Gesichtswinkel sehen: und noch viel mehr werden gewöhnlich die Originalauffassungen umgebogen, wenn sie Gemeingut größerer Volkekreise werden, denn um solches Gemeingut werden zu können, müssen sie ihrer subtilen, bedingten Fassung entkleidet iverden und eine den: Durchschuittsverständuis angepaßte, einleuchtende Forin, man kann in gewissem Sinne sagen: eine schlagwort- ähnliche Fassung erhalten. Erst später, nachdew die Periode der eigentlichen Popularisierung vorüber ist, tritt gewöhnlich eine gewisse kritische Nachprüfung und Reinigung, eine Rückkehr zu den Originalaufsassungen ein. Diesem Schicksal, nach seinem Tode alsbald vulgarisiert zu lverden, ist, wie so viele andere Denker, auch Karl Marx nicht entgangen. Schon zu seinen Lebzeiten hat er sich oft gegen seine Ausleger wenden müssen. Bekannt ist, wie er selbst über die französischen„Marxistes" spottete. Besonders aber hat sich in Deutschland und Rußland in den letzten Jahr- zehnten zugleich mit der Ausbreitung der Marxschen Lehre eine Vulgarisierung seiner Auffassungen, ein Vulgär- m a r k i s in u s entwickelt, über den Marx, wenn er ihn noch selbst erlebt hätte, wahrscheinlich nicht viel milder geurteilt haben würde, wie einst über den Dühringianismus und den seltsamen wissenschaftlichen Sozialismus der Höchbergschen „Zukunft". Wie weit dieser Vulgärmarxismus bereits vor dem jetzigen Weltkriege gediehen war, beweist zur Genüge die völlige theoretische Verwirrung, die alsbald nach Kriegsaus- bruch in der deutschen Sozialdemokratie eingerissen ist und da- zu geführt hat, daß heute die abweichendsten Auffassungen „m a r x i st i s ch" begründet werden: eine„Krise des Marxis- mus", die nur aus ihm selbst heraus durch Zurückgehen auf die Marxschen Originalauffassungen überwunden werden kann. Es verdient deshalb entschiedene Anerkennung, daß der I. H. W. Dietzsche Verlag in Stuttgart trotz der ungünstigen Zeitverhättnisse soeben zwei neue' Bände älterer Artikel und Aufsätze von Marx und Engels herausgibt, die manches dazu beizutragen vermögen, die Aufassungen über Marx als Sozio- logen und Politiker zu klären und den sich immer anspruchs- voller blähenden Vulgärmarxismus zu korrigieren. Freilich eigentliche theoretische Darlegungen enthalten diese beiden Bände nicht: was sie bieten, ist eine Reihe von Zeitungs- artikeln, die Marx und Engels während der Jahre 1852 bis 1856 für die„New Z)ork Tribüne", die„Neue Oder-Zeitung" in Breslau und für das von Ernest Jones redigierte Blatt besteht auf ihrem Abttansport in den PeloponncS. Nach großem Vertrauen in ihre eigene Stärke und nach großer Siegeszuversicht sieht das nicht gerade aus.(r) das hilfsöienstgesetz. Erste Sitzung des Reichstagsausschuffes. Der aus 15 Mitgliedern bestehende Ausschuß des Reichstags zur Mitwirkung an dem Gesetz über den Vaterländischen Hilfsdienst trat am MitNvach unter dein Vorsitz des Abg. Gothein zu seiner ersten Sitzung zusammen. Unter den Kommissaren des KriegSamls befanden sich die nationalliberalen Abgg. Schiffer und Junck, die also an den Verhandlungen als Vertreter des BnirdcSratZ teil- nahmen. Dem Ausschuß lagen zur Beschlußfassung vom Bundesrat be- reitS angenommene AuSfUhrungSbestimmungen vor, die auch vom ReichstagSanSfchnß mit unwesentlichen Abänderungen gutgeheißen wurden. Ü 1 der Bestimmung lautet: „Das Kriegsamt errichtet die nach§ 6 des Gesetzes beiin Kriegsamt einzurichtende Zentralstelle sowie die nach den 4 und 0 zu bildenden Ausschüsse und bestimmt Bezirk und Sitz dieser Aus- schnsse. In Bayern, Sachsen uiw Württemberg bildet das Kriege'- Ministerium im Einvernehmen mit dem Kriegsamt die Ausschüsse und bestimmt ihren Bezirk und Sitz." Tic weiteren Ausführungsbestimmungen besagen, daß für die Offiziere und Beamten in Unterzentralstellen und in den Ausschüssen mindestens je ein Stellvertreter, für die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Zeniralstelle und in den Aus- schüssen nach Bedarf Stellvertreter zu bestellen sind. Zu Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Zentralstelle und den Ausschüssen sowie zu Stellvertretern dürfen nur volljährige im Besitz der Ehrenrechte befindliche männliche Deutsche bestellt werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer dürfen die Bestellung nur ablehnen, wenn sie älter als 66 Jahre sind, mehr als 4 minderjährige eheliche Kiieder haben, krank sind oder mehr als eine Vormundschaft oder Pflegschaft ausüben. Die Ablehnung kann mit Geldstrafen bis zu 566 M. belegt werden, ebenso kann das Fernbleiben ohne genügende Entschuldigung Strafe nach sich ziehen. Die Arbeitnehmer haben dem Arbeitgeber jede EiNbernfniiz zur Sitzung rechtzeitig anzuzeigen. Das Fernbleiben gibt dem Arbeitgeber keinen wichtigen Grund, das Arbeitsverhältnis ohne Jnnehaltung einer Kündigungsfrist zu lösen. Die Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer verwalten ihr Amt ehrenamtlich. Sie erhalten Tagegelder in Höhe von 15 M. und den Ersatz der Eisenbahnfahrkosten II. Klasse. Den Arbeitgebern und ihren An- gestellten ist es untersagt, die Vertreter der Arbeitnehmer in der Uebernahme oder Ausübung des Ehrenamts zu beschränken oder wegen der Uebernahme oder Art der Ausübung zu benachteiligen. Verstöße dagegen sind mit 866 M. Geldstrafe oder Haft bedroht. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind verpflichtet, über Geschäfts-, Betriebs- und Berufsgeheimnisse, die sie in ihrer Eigenschaft als Ausschußmitglieder erfahren, bei Androhung einer Geldstrafe von 3666 M. oder 3 Monaten Gefängnis, Amtsverschwiegenheit zu be- obachten. Wer Verrat übt, um den Inhaber eines Geschäfts, Betriebs oder Berufs zu schädigen oder sich oder anderen einen Vermöge nLvorteil zu verschaffen, kann mit Gefängnis bis zu einem Jahr bestraft und mit einer Geldstrafe bis zu 16 666 M. belegt werden. Die Verfolgung tritt nur auf Antrag ein. Bor Erlaß von Entscheidungen sollen die Gemeindebehörde und nach Lage des Falls die zuständige amtliche Vertretung der In- dustrie und deS Handels, des Handwerks, der Landwirtschaft oder anderer Berufsstände gehört werden; in geeigneten Fällen können auch Fachvsreine gehört werden. Im Ausschuß fand eine allgemeine Aussprache statt, aus de-, folgendes mhgeteilt sei: An die Stillegung von Betrieben wird vorläufig nicht gedacht. Es ist ein Ausschuß gebildet worden, der die in den einzelnen Industrien notwendigen Maßnahmen vorbereiten soll. Zwangsmaßnahmen sollen vorläufig durchaus vermieden werden. Die notwendigen Eingriffe sollen vielmehr durch Vereinbarungen getroffen werden. Dagegen wird eine weitere, nicht unwesent- liche Einschränkung des Pcrsoneneisenbahnverkchrs erfolgen, nid zwar sollen die Personenzüge nach Möglichkeit vermindert werden, des englischen Chartismus, das„People's Paper". � geschrieben haben. Aber insofern, als Marx und Engels bei der Be- nrteilung der sich vor ihren Augen abspielenden politischen und wirtschafttichcn Vorgänge jener Zeit natürlich von ihren theoretischen.Grundanffassungen ausgingen, haben diese Artikel innerhalb gewisser Grenzen auch eine theoretische Be- deutung. Sie find gewissermaßen Anwendungen der Marx- scheu Lehre aus bestimmte Zeitproblemc und zeigen, wie beide auf Grund ihrer Entwickelungsauffassung die damaligen Weltereignisse sahen und verstanden. Zunieist betreffen diese Artikel das politische und Wirt- schaftliche Leben Englands— selbstverständlich, denn von Lon- don aus für ein deutsches und amerikanisches Lesepublikum geschrieben, waren sie dazu bestimmt, in diesem das Ver- ständnis für die politischen Eigenheiten Engtands zu wecken und über die dortigen Begebenheiten zu unterrichten. Nach dem Ausbruch des russisch-türkischen Krieges im Jahre 1853, besonders aber nach dem Abschluß des Bündnisses der West- mächte mit der Türkei im März 1854, nimmt jedoch in diesen Briefen die Darstellung der Balkanverhältnissc, der russischen Balkanpolifik und der Rückwirkung der Kriegslage auf die innere und äußere Politik Englands, die Kritik des britischen Arnieelvesens und der Kriegführung einen immer breiteren Raum ein. Und diesen Artikeln über den Krieg reihen sich andere über den Panslawismus, über die Stellung Preußens und Oesterreichs zum Krimkriege, über die spanische Revolu- tion usw. a». Der größte Teil dieser Artikel war bisher völlig unbc- kannt— verloren und vergessen. Einen kleineren Teil, und zwar die meisten Artikel der„New Aorker Tribüne" über die orientalische Frage und den Krimkrieg sowie die Artikel des „People's Paper" über Lord Palmerston, hat freilich schon früher Frau Eleanor Marr-Aveling, eine Tochter von Marx, neu gesammelt und herausgegeben unter den Titeln„Dlls Eastern Questiön. A Reprint ok letters written 1853— 1856 dealing with the events of the Crirnean War by Karl Marx"(Tie östliche Frage. Ein Wiederabdruck von Briefen über die Vorgänge des Krimkrieges, geschrieben 1853 bis 1856 von Karl Marx), London 1897, und ferner„The Story o f the lifeof Lord Palmerston by Karl Marx"(Lcbensgeschichte des Lord Palmerston von Karl Marx), London 1899. Doch enthält die„Eastern(�uestioir. wie Rjafanoff durch sorgfältige Nachforschung scstgcstelll hat, verschiedene Briefe, die nicht von Marx herrühren, während andererseits in dieser Sammlung manche wichtigen Artikel fehlen. teSSrmb We Schn?skzi?g«, ISefertbcrl We f>cr yroßcn Verkehrslinien aufrecht erkalten bleiben sollen. Ilm die lZisenbahn zu entlasten. soll die Binnenschiffahrt mehr als bisher ausgenutzt und entsprechend auf jede Weise gefördert werden. Es ist Vorsorge getroffen, das; die Transporte auf den kürzesten Linien erfolgen und die bisher oft vorgekommene Beförderung auf Ilmwegen vermieden wird. Das Hin- und Herfahren von Gütern soll aufhören, es soll sorgfältig geprüft werden, � wie die Transporte möglichst auf die kürzesten nächsten Linien geworfen werden können. Güter, die in jetziger Zeit nicht unbedingt notwendig sind, sollen zurückgestellt werden. Man nannte as Beispiel hierfür u. a. die Beförderung von Klavieren; überhaupt bezieht sich diese Maßnahme auf alle Luxuswaren. Dagegen soll der Kohlentransport als besonders dringlich bevorzugt werden. Man will dabei aber die Vorräte, die die einzelnen Kohlenhändler haben, prüfen und zuerst sollen diejenigen berücksichtigt werden, deren Vorräte aufgebraucht sind oder zu Ende gehen. Alle Sorgfalt soll der Be- fövderung von landwirtschaftlichen Produkten ge- widmet werden. Ilm die landwirtschaftliche Produktion rnöglichst zu fördern, ist ein A ch t- M ä n n e r- A u s s ch u tz, der aus her- vorragenden landwirtschaftlichen Sachverständigen besteht, gebildet worden. Weiter soll für ausreichende Beköstigung der Munitions- arbeitcr, inöglichst auch an der A r b e i t s st e l l e gesorgt werden. Es sind bereits umfassende Vorkehrungen hierfür getroffen worden. Die Zivildienstpflichtigen sollen nicht nur in der Heimat verwendet werden, sondern auch in den Etappen. Man will dadurch die Mög- lichkeit gewinnen, Kräfte, die jetzt in den Etappen gebraucht werden, für die Front frcizümachcn. Ausdrücklich wurde betont, daß jetzt freiwillige M e l- düngen für den Hilfsdienst keinen Zweck haben. Soweit ist die Sache noch nicht. Ilm diesen unnützen freiwilligen Meldungen zu steuern und Aufklärung in die Oeffcntlichkeit zu tragen, sollen alle öffentlichen Rechtsauskunftsstellen und Arbeiter- sekretariate usw. mit den nötigen Instruktionen versehen wenden. Schließlich sei noch erwähnt, daß die Zivildienstpflichtigen nicht dem Militärstrafgesetzbuch unterstehen, auch dann nicht, wenn sie Bahnen b e tv a ch e n. Nach fünfstündiger Verhandlung war die Beratung beendet. Die nächste Sitzung wird erst im Januar stattfinden. politische Ueberstcht. Uttgeschickte Berichterstattung. lleöer das offiziöse Nachrichtenwesen und die großen Depeschen« bureaus ist in diesem Kriege bei un» schon recht viel und nicht iimner Günstiges geschrieben und geredet worden. Im Zusammen- hang damit möchten wir auf einen Vorfall aus den letzten Tagen aufmerksam machen: Ueber die Hilfs diensttagung der vereinigten Gewerkschaften aller Richtungen bat das W. T. B. zunächst nur die Rede Dr. Helffenchs berichtet, und zwar so rasch, daß man die um 11 Uhr gehaltene Rede schon in einer Mittagszeitung lesen konnte. Ob W. T. B. dann noch mehr über den Kongreß gemeldet bat, ist für Deutschland ziemlich gleichgültig, weil die deutsche Presse durch eine Reihe von Korrespondenzen unter- richtet wurde. Tatsache ist aber, daß das mit W. T. B. zusammen- arbeitende Wiener St. K. Tele gr.-Korr.-Bureau weiter nichts gebracht hat. als die Helfferichsche Rede, und eS ist danach anzunehmen, daß auch im übrigen Ausland die Tagung damit abgetan wurde. Hier- durch entstand aber ein ganz falsches Bild. Die Rede des Staatssekretärs ivar im großen und ganzen eine nochmalige Begründung des HilfsdienstgcsetzeS und ein Appell an die gleichzeitig dankbar anerkannte Milarbeit der Gewerkschaften an der Landesverteidigung; die Tagung aber galt der Vorbereitung der praktischen Arbeit und der Aufstellung gewifier Forderungen. Tie Helfferichsche Rede für sich allein konnte den Eindruck eines Hilferufs erwecken, während die Versammlung ihren dauernden Werl nicht von dieser Siede, sondern davon erhält, daß hier zum erstenmal die Gewerk- schaften aller Richtungen unter Ausschaltung der Gelben und in Gemeinschaft mit der Neichsregienmg und dem Kriegsamt berieten. Wie die offiziöse Berichterstattung wirkte, mag man daraus ersehen, daß sie der.Wiener Arbciter-Zeitung" den Eindruck machte, als habe sich Dr. Helfferich ein paar Gewerkschaftler eingeladen und ihnen einen Vortrag gehalten._ Lieferungsprüfungen. Der Staatssekretär des Innern Dr. Helfferich er- öffnete die am Mittwoch abgehaltene erste Sitzung der vom Reichskanzler berufenen Kommission zur Prüfung der Ner träge über Kriegslieferungen mit einer Ansprache, in welcher er als wichtigste Aufgabe der Kommission die Erhaltung des Vertrauens in die Geschäfts- tüchtigkcit und Ehrlichkeit der deutschen Beamtenschaft nannte. Die Arbeiten der Kommission seien gegen diejenigen des Rechnungshofes dahin abzugrenzen, daß der Rechnungshof die Rechnungen, die Kommission die Verträge prüfe. Während des Krieges werde eine Einzelprüfung sämtlicher Verträge nicht möglich sein, dielleicht könnten Stichproben gemacht werden. In der Aussprache wurde gewünscht, daß Einzelfälle untersucht werden und über die Art der Prüfung von Kriegsrechnungcn durch den Rechnungshof Mitteilung gemacht iverde. Auch wurde auf die gewalligen Preissteigerungen in der ersten Kricgszeit infolge der Staatsankäufe verwiesen und über die Verteilung der Aufträge auf die einzelnen Bundes- staaten gesprochen. Die Kommission beschloß, die Mitteilung der maßgebenden Grundsätze für den Abschluß von Lieferungs Verträgen an der Hand schriftlicher Unterlagen zu verlangen, Einzelfälle, die in der Oeffentlichkeit zu Bedenken und Be unruhigung Anlaß gegeben hätten, seien schriftlich von den Kommissionsmitglicdern dem Vorsitzenden mitzuteilen, der sie den zuständigen Dienststellen zur Prüfung und Feststellung des Tatbestandes zuleiten iverde. Es ist klar, daß auf diese Weise zunächst nur ein minimaler Bruchteil der dem Reiche aus ungünstigen Liefcrungsverträgcn erwachsenen Schäden festgestellt werden kann. Die preußische Diätenvorlage gefährdet. Der Ausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses hat die Regierungsvorlage über die Aufwandsentichädiguug für Abgeordnete weientlich abgeändert. Wie verlautet, erscheint es nun aber zweisel- Haft, ob die Regierung dem Gesetz in der veränderten Form zu- stimmen wird. Den nicht in Berlin wohnenden Abgeordneten soll nach den Kommissionsbeschlüssen ein Wohnungsgeld von ISO M. monatlich gewährt werden. Mit diesen Abänderungen sind vor allen Dingen auch die Konservativen nicht einverstanden, und auch die Mehrheit der Freikonservotiven scheint sich ablehnend zu ver- halten. ES kommt ferner hinzu, daß auch im Herrenhaus eine starke Strömung gegen die Vorlage vorhanden ist. Die Vorlage selbst soll am 20. Januar 1917 im Landtag verhandelt werden. Die Rcichstagsersatzwahl i« Köln. Das Zentrum hat endgültig beschlossen, seinen Anhängern W ah lent Haltung zu empfehlen, da der sozialdemokratische Kandidat Mecrseld seiner bisherigen Haltung nach den Kriegs- notwendigkeilen gegenüber zu der Annahme berechtige, daß er die an den Reichstag herantretenden Anforderungen der Kriegs- notwendigkeiteil positiv bewilligen werde. Die sozialdemokratische Partei und deren Kandidat ständen aber nach wie vor in g rund- sätzlicher Gegnerschaft zur Zentrumspartei. Gegenüber döswilligen Anwürfen einiger Miuderheitsblätter stellt unser Kölner Parteiblatt noch einmal fest, daß die Bedingungen des Zentrums auf die Kandidatenfrage in Köln keinen Einfluß gehabt haben. Meerfeld war lange vor der Veröffemlichung der ersten Erklärung des Zentrums vom Parteivorstand und den Parteifunktionären als Kan- didal nominiert. Auf die Zumutung, etwaige Bedingungen des Zeil- truniS, die die Entschlußfreiheit unseres Kandidaten berühren, an- zunehmen, wäre unsere Partei niemals ein- gegangen, sondern hätte mit guten AuSsichlen einen Wahlkamps aufgenommen. Die Verdächtigungen, die von einigen MinderheitS- blällern ausgestreut werden, sind schon deshalb gegenstandslos, weil in Köln nur ein Mehrheiiskandidat in Frage kommen konnte. Die Minderheit ist in Köln in wirklich hoffnungsloser Minderheit. Der Duisburger.Kämpft fördert feine Kölner Anhänger auf, am ö. Januar für Liebknecht einzutreten. Also eine Sonderkandidatur der Spartalusgruppe. ES wird sich noch früh genug zeigen, waS bei dieser»Protest- wähl" herauskommt._ Was so ist, das bliwt so! Im Sachsen« Nienburger Landtag wurde em sozialdemokratischer Antrag, bei Landtags- Wahlen gleichartige Stimmzettel auszugeben, mit Hilfe der K o n- servati den abgelehnt. Auch gegen das Wahlkuvert waren die Konservativen, daS wurde jedoch gegen sie durchgedrückt. Also doch ein Stück—.Neuoricutieruiig" in Sachsen» Al'.enburg! Aber langsam, langsam I_ Mus Jnduftn'c und Kandel. Wagenmangel. Der Wagenmangel ist eine typische Erscheinung de? Herbstverkehrs. Es ist ein beklagenswerter Fehler aus der Friedenszeit, daß die deutschen Eisenbahnvertvaltungen ihren Wagenpark auf den Durchschnittsverkehr zugeschnitten haben, anstatt auf die Hochflut des Herbstvcrkehrs. Sie nahmen lieber die Unannehmlichkeiten und Einnahmenausfälle eines alljährlich wiederkehrenden Wagenmangels in Kauf, um so nicht während der ruhigeren Zeiten des Jahres totes Material hintcrstcllen zu müssen. Diese Rechnung mag ja für die Eisenbahnen an sich als G c s ch ä f t s u n t e r n e h m e n ganz richtig sein, sie erweist sich aber als unrichtig, wenn man die, Staatseisenbahnen vor allem als wichtigsten Faktor zur Belebung unseres Volksloirtschafislebens auffaßt. Dann muß man es entschieden verurteilen, lvenn die Eisenbahnverwaltungen lediglich aus dem kurzsichtigen Geschäftsprinzip heraus ihr Wagenmaterial knapp halten und dadurch große Industrie- anlagen auf Monate halb lahmlegen und ein großes Maß von Unsicherheit über die Herbstzeit in unser Wirtschaftsleben hineintragen. Die Sache ist zwar nicht so, daß allein die Größe des Wagenparks den Umfang deS jährlich wiederkehrenden Wagen- mangcls bestimmt. Mitbestimmend sind• hier noch andere Faktoren, wie der Ausbau des S ch i e n e n n e tz e s, die An« läge der B e r s ch n b b a,h n h ö f e als auch die Art und Weise der W a g e n v e r t e i l u n g. Der Wagenmangel nimmt gewöhnlich seinen Ausgang auf den großen Verschub- bahnhöfen in der Nähe der Kohlen- und Eisenindustrien oder der großen Hafenumschlagplätze. Die Masse des einlaufenden Lcermaterials staut sich mit der des beladenen Materials. Gerade zur Hcrbstzcit, der Zeit des stärksten Güterverkehrs erschweren ungünstige Wittcrungsverhältnisse, wie kalter Nord- und Ostwind, Nebel, Glatteis usw. die Rangiergeschäfte. Stehen nun zur Behebung solcher zunächst nur örtlichen Stockungen großzügig angelegte Gleisanlagen zur Verfügung. dann greifen die Schwierigkeiten nicht ans andere Verkehrs- zentren über, vorausgesetzt, daß sofort alle Matznahmen er- griffen werden, um die Flut abzulenken. Schlimm aber ivird die Sache, wenn diese Vorschubbahnhöfe nur für Verkehrs- schwächere Zeiten ausgebaut sind oder tvenn es an besonderen Güterzugslinien fehlt, die in besonders verkehrsreichen Gegenden sogar vierglcistg angelegt sein müssen. Es ist offenes Geheimnis, daß der Ausbau der Borsch ubbahnhöfd in Deutschland lange Zeit vernachlässigt wurde und daß auch die Anlage eines ausreichenden Schienennetzes nicht überall in dem Maße betrieben wurde, wie es die rasche Verkchrssteigcriing der letzten Jahrzehnte erfordert hätte. Die Anlage monumentaler Personenbahnhöfe mehr als Träger einer besonderen Baukunstpcriode, denn als Verkehrsinstruinent, wäre weniger dringend gewesen als der Ausbau von Verschub- bahnhöfen und Güterzugslinien, die zur Bewältigung eines starken Herbstvcrkehrs und zur Vermeidung- eines lang an- haltenden Wagenmangels gedient hätten. All diese Dinge gewinnen im Kriege höhere Bedeutung. Industrie und Flotte brauchen ihre Kohle nötiger als je. Die Städte können mit ihrem Bedarf au Kohlen, Kar- toffeln u. a. nicht zuwarten, bis der Winter dem starken Güterverkehr ein Ende setzt. Wenn e der Privatgüter- verkehr kaum etwas ul.eh.r-n.lS e Hälfte des Verkehrs der Friedens e bettägt, so ivird dieser Umstand bei der Berechnung des Wagenmaterials wieder ausgeglichen durch den Ausfall an Wagen, die als Militärwagen eine wichtige Ausgabe zu ersüllen haben. Wenn auch die Leistungsfähigkeit unserer Lahnen jetzt im Kriege die der französischen, italienischen und russischen Bahnen weit überragt, so ist es dvch nicht gerade erhebend für unsere Eiscnbahnvcrwaltungcu, trotz Fülle au Kohlen in den Kohlenrevieren, in den Städten über Kohlenmagel klagen zu hören, weil es hier doch an der Voraussicht und Groß- zügigkcit in der Friedenszeit gefehlt hat. I. Marx über die englische Politik der Jahre 1852— 1856. Englands politisches Leben erfährt von Marx und Engels die schärfste Kritik. Wer aus der Vorliebe für englische Lebensformen und englische Staatsinstitutionen, die wir bei so manchem der heutigen Marx-Epigonen finden, den Schluß zieht, auch Marx hätte sich vom englischen Leben und dem eng- lischen„Canl" einfangen lassen, wird sich durch die vorliegen- deu gesammelten Arttkel eines Besseren belehrt finden. Wobl geben beide, Marx wie Engels, zu, daß Engtand damals wirtschaftlich und technisch den europäischen Kontinent über- holt hatte, und daß auch seine Verfassung einzelne demokra- tische Züge aufweist, aber den Grundzug des öffentlichen eng- lischen Lebens erkennen beide als konscrvaiiv. Festhalten am Ueberlieferten ist nach ihrer Ansicht ein hervorstechender Charakterzug englischen Wesens. Soweit aber alte staatliche Einrichtungen nicht mehr haltbar sind, werden diese nicht ab- gebrochen, sondern ihnen neue Fticken aufgelegt und sie so- lange wie möglich konserviert. Selbst der englische Demo- kratismus ist ein recht eigenartiges Gewächs mit reaktionären Trieben. Die vielgerühmte britische Konstitution wird denn auch in den Marx-Engelsschen Briefen recht abfällig beurteilt. So heißt es beispielsweise in einem Artikel vom 2. März 1555 in der„Neuen Oder-Zeitung"(2. Bd..S. 166): .Wer was ist diese britische Konstitution? Besteht ihr Wesen in der Rcpräsentativverfassung und der� Beschränkung der Exe- kutivgewalt? Diese Merkmale unterscheiden sie weder von der Konstitution der Vereinigten Staaten von Nordamerika noch von der Kmistittition der unzähligen englischen Aktiengesellschaften, der ihr.Geschäft" verstehen. Die britische Konstitution ist in der Tat . nur ein verjährtes, überlevtes, veraltetes Kompromiß zwischen , der nicht offiziell, aber faktisch in allen entscheidenden Sphären der bürgerlichen Gesellschaft herrschenden Bourgeoisie und der offiziell regierenden Grundaristokratic. Ursprünglich nach der .glorreichen" Revolution von 1ö3L war nur eine Sektion in der Bourgeoisie— die Finanzaristokratie— in das Kompromiß ein- geschlossen. Die Reformdill von 1831 ließ eine andere Sektion zu, die Mllocracy, wie die Engländer sie nennen, das heißp die Großwürdenträger der industriellen Bourgeoisie. Die�Geschichte der Gesetzgebung feit 1831 ist die Geschichte der Konzessionen, die an die industrielle Bourgeoisie gemacht worden sind, von der neuen Armenhausakte bis zum Widerruf der Korngesetze und vom Widerruf der Korngeietze bis zur Sukzessionssteuer auf den Grundbesitz. Wenn die Bourgeoisie— selbst nur die höchste Schickt der Mittelklassen— so im allgemeinen als die� herrschende Klasse auch politisch anerkannt wurde, so geschah dies indessen nur auf eine Bedingung hin, auf die Bedingung, daß das ge- sanite Regierungswesen in allen seinen- Details, selbst das exekutive Departement der gesetzgebenden Gewalt, das heißt das eigentliche Gesetzmacheu in beiden Häusern des Parlaments, der Grundaristokratie gesichert bleibe." Und nickst nur kste englische Verfassung, auch das Wahl- getriebe, die politische Unselbständigkeit der unteren englischen Volksschicksten, die sich von den Berufspolitikern völlig ins Schlepptau nehmen lassen, das englische Parteiwesen, die parlamentarische Regiernngsform finden schärfste Kritik. Ab- fälliger ist wohl selten eine englische Wahlbewegung mit ihren Bestechungen, Knciptreiben, Trunkenheit und Roheiten ge- kennzeichnet worden, als in dem Artikel„W ahlkorrup- t i o n" der„New Uorker Tribüne" vom 4. September 1832. „Saturnalien im altröniischen Sinne des Wortes" � nennt Marx die englischen Parlamentswahlen. Und zwar gilt das nickst nur für die Wahl von 1852, sondern auch für die früheren. „Verfolgt man die Geschichte der britischen Wahlen� um ein Jahrhundert oder länger zurück, so fühlt mau sich versucht, zu fragen, nicht Ivarum die Parlamente so schlecht waren, sondern wie sie es bei alledem fertig brachten, noch�so gut zu sein und wenn auch nur undeutlich, die wirklichen Triebkräfte der eng- lischen Gesellschaft widerzuspiegeln. Geradeso, wie auch oft Gcg- uer des Repräsentativsystems erstaunt sein müssen, wenn sie cnt- decken, daß legislative Körperschaften, in denen die abstrakte Mehrheit, der Zufall der bloßen Zalst ausschlaggebend ist, doch entsprechend der Notwendigkeit der Situation enficheiden und beschließen— das heißt wenigstens während der Tauer ihrer vollen Wesenskraft." Nicht minder trifft die Marx-Engelssche Satire das eng- lisch- Parteigetriebe. Und zwar werden nicht nur die Tor, es. Peeliten und Whigs spöttisch charakterffwrt diese..Tar- tüffes in der Politik", die„gleich allen Amphtbien sehr leicht zu existieren wissen, aber sehr schwer zu beschreiben sind", sondern auch die neuen liberalen Vertreter der auf- strebenden englischen Mittelklasse, die Freihändler, Man- chestermänner, Friedensschwärmer und �inanzreformer, die ganze heuchlerische„M a n ch e st e r b a n d e", die die Geiell- schaft den Bedingungen der modernen Bourgeolsproduktlon unterwerfen will und als höchsten.Leitsatz den Grunbsatz proklamiert:„Produziere so b i l l i g b u k a n n st. Besonders wird der Pazifismus dreier radikal-libermen Politiker verspottet, als nach Ausbruch des riliiiich-turklichen Krieges die freihändlerischen Pazifisten sich gegen die� Teilnahme Englands am Kriege wenden und Protestversamm- lungen abhalten. Marx ist kein Kriegsfanatiker und steht jenen Kriegsphilosophen, die in dem Krieg ein Regenerattons- mittel der Menschheit sehen, so fern wie möglich, aber ebenso- wenig hat er etwas für die englische Fnedensschwarmerel übrig, die hauptfächlich der Ansicht entspringt:„England kann fremde Nationen billiger ausbeuten, wenn es im �ne- den mit ihnen lebt!" Mit jenem seichten englischen Pazifismus, den auch so manche Marrinterpreten übernommen haben, hat Marx nicht das Geringste zu tun. Er kannte die menschheitliche Ent- wickelungsgeschichte zu genau, um nicht zu wissen, welche Rolle der Krieg oft als Entwickelungsfaktor in dieser Geschichte ge- spielt hat. Der sentimentalen Friedensschwärmerei der Man- chesterschulc stellt er die Tatsache gegenüber, daß gerade diese englischen Friedensfreunde am wenigsten für Arbeiterschutz- gesetze und das Verbot der Kinderarbeit in den Fabriken zu haben wären. So heißt es in einem Artikel der„Neuen Oder-Zeitung" vom 26. Januar 1855(II. Band, S._94)-: „Wir werden Herrn Cobden in einigen Tagen zu Leeds hören, protestierend gegen das wechselseitige Abschlachten von Christenmenschen. Wir werden ihn in einigen Wochen rin Parlament hören, protestierend gegen die„Ncstriktionen", die den zu raschen Konsum von Menschenkindern in den Fabri.en hemmen. Hält er von allen Heldentaten nur eine jur be- rcchtigt, die des Herodes?"— Neben solchen Kritiken des politischen Lebens Englands nehmen, wie sckion erwähnt, in den Briefen die Schilderung der Kriegsmanöver, die Verhandlungen der Regierungen über militärische Maßnahmen, die Charakterisierung der eng- lischen Auslandspolitik und des englischen Militärwesens einen breiten Raum ein. Meist sind diese Artikel— die stra- tegischen wohl sämtlich— von Engels geschrieben, der sich auch hier als sachverständiger Kriegswissenschaftler zeigt und im voraus verschiedene der später eintretenden Katastrophen als notwendige Folge taktischer Fchlztigc erkennt. Manche dieser Artikel sind noch heute interessant, besonders die Kri- tiken der englischen Kricgsvcrwaltung und der Armee- einrichtungen. Es ist unmöglich, in einem kurzen Zeitungsartikel auch nur auf die wichtigsten dieser Marx-Engels-Briefc.elnzugcycn. Obige Hinweise müssen genügen. Sah Marx einer, eit� ,n England das wirtschaftlich entwickeltste Land Europa», ,o andererseits auch das Land, wo kapitalistische<-elb>.>ncht und Heuchelei ihre schönste Entfaltimg gefunden".atten. Und selbst die weltwirtschaftliche EntWickelung Englands, fem Weltkapitalmonopol, betrachtet Marx wohl als einen Vorteil für die aufstrebende englische Bourgeoisie, zugleich aber auch als einen die kapitalistische EntWickelung Deutschlands, Frank- rcichs und Italiens hemmenden, antirevoliitioiiaren Faktor, der deren Bourgeoisie gewissermaßen zu Proletariern gegen- über der englischen Bourgeoisie herabdrnckt. Heinrich C u n o w. (Ein zweiter Artikel folgt.) Aus Sem Derliner Wirtschaftsleben. Di- Mittwoch-Börse nahm die entscheidenden Reden der fcind- lichen Slaatsmänncr nnt großer Ruhe auf. Bei kleinem Geschäft stiegen die Kurse der Rüstungswerte. Eine eigentliche Kaufbewegung ist darin nicht zu erblicken. Die Spekulation deckte sich ein, soweit sie Blankoabgaben vorgenommen hatte, die durch keinerlei Börsen- bestimmungen ganz zu unterbinden sind. Die Scndig-Hotel-Aktiengesellschaft in Charlottenburg verkaufte das Hotel Cumberland. Brauuko hleukonjuuktur. Das unter Führung der Dresdner Bank stehende Konsortium der Wallendorfer Äohlenwerke A. G.. dem außerdem angehören das Bankhaus M. War bürg u. Co. in Hamburg, der Wiener'Bankverein in Wien und die Firma Ed. Weinmann in Aussig, hat das in seineni Besitz befindliche gesamte Aktienkapital der Gesellschaft- von 5 000 000 M. an die Badische Anilin- und Sodafabrik in Ludwigs- Hafen a. Rh. zu einem Kurs von annähernd 400 Prozent verkaust. Der Roheisenvcrbaiid hat im Einvernehmen mit der Nohstofi- Abteilung des Kriegsministeriums die Preise für alle Sorten Roh- eisen für das erste Quartal 1017 um 1ö— 20 M. für die Tonne er- höht. Der Geschäftsgang ist nach wie vor glänzend. Die Einschränkung des Brankontingcntcs auf 2ö Proz. läßt wahrscheinlich erscheinen, daß Bkalzkontingente übertragen werden. Nach einer Bekanntmachung des Piäfidenten des Kriegs- ernährungsamteS� entscheidet die Vermittlungsstelle der Reichs« gersten-Gesrllschaft über die Zulässigteit einer Ucbertragung von Braurechten. Im allgemeinen soll eine Brauerei nicht mehr als 60 Prozent der im Durchschnitt der im Jahre 1912/10 verwendeten Malzmengen erhalten. Ttoa Groß-Serlia. SpielwareN. In keinem Friedensjahre hat man mehr Spielzeug ge sehen als jetzt, im dritten Kriegöwinter. Konfitürcngeschäste haben sich in Spielwarenhandlungen verwandelt, in ihren Schaufenstern sieht man Puppen, �Soldaten, Bilderbücher, Spiele. Es ist alles da, nur keine Schokolade und kein Kon- fett. Eisenwarenhandlungen, Modewarengeschästo und Seifen- laden haben sich Spielwaren beigelegt, ja sogar in dem Schau- fcnster einer Handlung, die früher nur Aknhlenfabrikate und Backwaren massenhaft vertrieben hat, sieht man jetzt miniaturhafte Nachbildungen von vergriffenen Erzeugnissen der Lebens- mittelindnslrie, die als origineller Baumbehang feilgeboten lverden, die aber auch in dem KaufmannSladcn eines Kindes als Paradestucke glänzen können. Es sind reichlich viel Handelsleute, die sich vor den Feiertagen mit dem Verkauf von Spielwaren aushelfen wollen. Das Angebot ist groß, aber die Nachfrage nur ge ring. Nicht daß die Kinder keine Freude mehr am Spielzeug hätten; sie drücken sich, wie man so sagt, die Nasen platt au der Scheibe, hinter der solches � zu sehen ist. Aber die Mütter haben kein Geld übrig. Ter Lebensunterhalt verschlingt Unterstützung und Verdienst bis auf den letzten Pfennig. Wie gerne mochte jede Mutter ihren Kindern eine kleine Freude bereiten zum Weihnachtsfest. Wie wird ihnen das Herz schwer, wenn sie all die Wünsche hören, die die Kinder an den Weihnachtsmann haben. Sie sind eben dumm, die Kleinen; sie reden und träumen von hnnmlischen Gaben in der furchtbarsten Not der sjcit. Der WeihnachtS- mann der Arbeiterkinder wird in diesem Jahr nicht schwer zu tragen haben an seinem Sack. Ein bunter Teller sollte das wenigste fein, was man einem Kinde am Weihnachtsabend schenkt. Viele, sehr viele werden diesmal keinen unter dem Weihnachtsbaum finden. Und au dem Baum selber werden höchstens Atttappen hängen, und an vielen mögen auch diese fehlen. So wird denn ein Spielzeug doch das einzige sein, was man den Kindern wird schenken können. Den Vorwurf, nicht„zeitgemäß" zu sein, darf man der Spiclwarenindustrie nicht machen. In diesen: Jahre Ivieder „beflügelt" sie vorwiegend den kriegerischen Geist der männ lichen Jugend. Sie hat für die Welt der Kleinen die Schrecken des modernen Krieges verniedlicht. Man kann in den Spielivarcn-Ausstellungen der Warenhäuser Schützen grüben. Unterstände mit Sandsäcken, Blockhäuser, Panzer tiirme, Scheinwerfcrwagen, Verwundetentransporte und schloere Mörser mit Granaten sehen. Ganz zu schweigen von den Soldaten aller Kulturnationen und in allen Kampf- ftcllungcn. Wer die nötigen Mittel dazu hat, kann seinem Söhnchen das reizende Abbild des Furchtbaren unter der strahlenden Tanne aufbauen. In den Häusern der Minderbemittelten wird man froh sein, wenn der Weihnachtsmann die nötigsten Gebrauchs gegenstände gegen Bezugschein ergänzen kann. Zur Psychologie des Hamsters. In der Psychologischen Gesellschaft gab Dr. Alb. Moll Be.tr achtnugcn„Jnr Psychologie und Physiologie der Er- uährung mit besonderer BerücEsichuguug des HamsternS". Wir entnehmen dem zweiten Teil der anregeudcn Aus- führutlgen: Die Schwierigkeit, sich die Lebensmittel zu beschaffen, habe plötzlich ganz anders als sonst die allge- meine Aufmerksamkeit auf diese Tinge gelenkt. ES fdhciue fast, daß die Beschäftigung mit ihnen durch Kontraftvorstellung infolge sug- gestivcr Wirkung dazu gefüyrt habe, jetzt(meint Moll) sogar„mehr zu essen". Seelische Ansteckung spiele bicrbei eine große Aolle— und aus ihr fei es in vielen Fällen auch zu erklären, daß die Sorge um die LebenSmittelbefchaffung zum H a m st c r n a u s a r t e t. Mancher könne, wenn er hört, daß einer sich Lebensmittelvorrätc aufgestapelt hat, schwer der Versuchung widerstehen, es ihm nachzutun. Hamstern nenne man. das, den anderen aber gelte es nur als eine Vorsorge, zu der namentlich ein HaushaltungSvorfiand gegenüber seiner Familie verpflichtet zusein glaube. Gewiß stehe einer Mutter das eigene Kind am nächsten, aber dem Staat sei— sagte Moll— jedes Mitglied des Volkes gleich wert. Wer in dieser Zeit große Vorräte aufsammelt, dem mangele das"Gemeinschaftsgefühl, das allerdings nicht anbefohlen werden kann �as Gemeinschaftsgefühl werde aber auch bei anderen ge- lockert, wmn Hamsterei getrieben wird, wenn Wohlhabende sich be- sondere Lebensmittel zu hoben Preisen verschaffen können, wenn 8- B. trotz Zuteilung von Fleisch durch Karten daneben noch teure Gänse kartcnftei zu haben sind. Adoll fübrie ein paar besonders arge Fälle von Hamsterei an. Er sprach von einem Ehepaar, das ein großes Zimmer mit Lebensmitteln angefüllt und noch Vorräte aus dem Boden gelagert habe. Manchen Hamstertrieb will er ge- robezu in bas Gebiet der Zwangsvorstellungen einweisen und er- klaren aus der krankhaften'ä ngst, nicht genug Nahrung zu habem wie er es bei einer geistig und sittlich hoch stehenden Frau beobaa,tet habe. Daß LebenSmittelhamsterei sogar aus bloßer «ammelwut betrieben werden kann, zeige der Fall einer Dame, die kch Zsuju-er mit einer wohlgeordneten Sammlung von Lebensmitteln gefüllt habe, sie feit Monaten unverbraucht liegen lasse und den Per- brauch als schmerzlich empfinden würde. Moll sagte nicht, ob er auf solche und. ähnliche ihm bekannt gewordenen Hamster dahin einzu- wirken versucht hat, daß sie ihre ungenutzten Borräte ausliefern. Sollen sie Kranke' sein, so werden wir sie unter den jetzigen Zeit- umständen als gemeingefährliche 5iraiike ansehen müssen. Wie sehr der beklagte Mangel an Gemeinschafts- gefühl in unseren Gesellschaftszuständen wurzelt, ließ mau un- erwähnt. In Friedenszeiten galt der Grundsatz und die Mahnung: „S i e h, w o d u b l e i b st!" Wer's darin weit brachte, wurde wohl gar als„tüchtig" geschätzt. Dürfen wir uns da wundern, daß in den Lebensmittelnölen der Knegszeit die Hamsterei und der Wucher so üppig gediehen sind?_ Wenn man eine Magistratsgans kaufe» will. Der Berliner Magistrat machte vor einer Reihe von Wochen bekannt, daß er sich einige tausend Gänse verschafft habe und sie später verkaufen werde. Kauflustige wurden damals aufgefordert. sich im Bureau der Zentralmarklhalle beizeiten zu melden. Einer, der das tat, schildert uns, wie es ihm danach erging. Am Sonnabend voriger Woche erhielt er die schriitliche Benachrichtigung, daß er am Dienstag zwischen 10 und 11 Uhr vonniüags seine Gaus in der Dirckscnstraße abholen könne. Das war eine freudige Ueberraschung! Er ließ sich für Dienstag auf ein paar Stunden Urlaub geben, um die Gans feierlich einzuholen. Als er aber zur festgesetzten Zeit in der Dircksenfiraße eintraf, standen schon mehrere Hundert Menschen vor der Tür. alle ans- gerüstet mit der gleichen Einladung, ihre Gänse in Empfang zu nehmen. Ein Versuch, zum Eingang zu gelangen, scheiterte an dem Widerstand de? aufsichtführende'u Schutzmanns.„Stellen Sie sich hinten aill* befahl er.„Ja, ich bin doch zwischen 10 und 11 her- bestellt."„Ist egal. Sie müssen warten, bis Sie dran sind; andere warten schon länger."„Aber ich habe nur für kurze Zeit Urlaub."„Tut mir leid. Von den andern waren viele schon gestern hier, konnten aber nicht abgefertigt werden und mußten heute wiederkommen." Dem Enttäuschten begann der Appetit auf Gans zu schwinden. Verdrießlich ging er zum Markiballenbnreau, aber auch da konnte man ihm nur sagen, das sei nicht zu ändern. Zu ändern war's jetzt nicht, das stimmt. Doch bei etwas mehr Umsicht Halle man wohl verhüten können, daß eS zu dieser heillosen Verwirrung kam. Auch mittags um 1 Uhr hatte ein nochmaliger Vernich, mit nicht allzu viel Zeitverlust die ver'prochene Gaus zu kriegen, keinen Erfolg. Wieder mußte der enttäuschte Kauflustige mit leeren Händen heimgehen, weil nicht durchzukommen war. Am Mittwoch machte er um VzS Uhr morgens und gegen 1 Uhr mittags nochmals zwei Versuche," zu ieiiler Gans zu gelangen— wieder nur mit dem gleichen Mißerfolg. Mittags wurde er durch ein ausgehängtes Plakat belehrt, daß inzlvischen die Gänse ausverlauft worden waren. Dabei standen vor der Tür noch Wartende, die man hinbestellt hatte und nun nicht befriedigen konnte. Er bat die Hoffnung aufgegeben, daß seine Frau zu Weihnachten einen Gänsebuuen auf dem Tisch und— worum es ihr vor allem zu tun war— eine tüchtige Portion Gänseschmalz im Topf haben wird. Wir selber haben unS am Dienstag und ein zweites Mal am Mittwoch' gegen Abend an Ort und Stelle die beklagten Mißstände angesehen. Am Mittwoch standen um Uhr schon wieder Personen da, die uns sagten, daß sie zu ö Uhr hinbestellt seien. An der Tür hing noch das Plakat„Gänse ausverkauft", so daß einzelne Per- sonen sogleich ivieder umkehrten. Hatte man vielleicht mehr Kauf- lustige hinbestellt, als man nach Maßgabe des verfügbaren Vorrats hinbestellen durfte?_ Das Feucrungsgeld der Stadtarmen. Für die von der Armenpflege der Stadt Berlin ständig unter stützten Personen beantragt der Magistrat bei der Stadt- verordnetenvcrsanimlung eine Erhöbung der besonderen Winterunterstützung, die ihnen alljährlich zu Neujahr als Beihilfe zu den Feuernngslosteu gewährt wird. Während bisher die Älmosenempfänger und die Mütter der- Pflegetmder diese einmalige Beihilfe in Höh? von 8 M. erhielten, ivill der Magistrat in Uebercinstimmung mit einem von der- Ärmendirektton- ge-- faßten Beschluß jetzt 10 M. geben. Die Armendirektion hat, wie die Begründung des MaglsiratSantrageS sagt, die Erhöknliig für nötig gebalicn„in Berücksichtigung der durch die Kriegs- verhältniiie besonders bedrückten wirtschaftlichen Lage der ihrer Für- sorge unterstehenden Personen". Glaubt die Arinendirektioii. die auch bei der Feuerung eingetretene Preissteigerung sei mir nur 2 Mark zu bewerten? 8 Mark FeuerungSbeihilfo zahlte sie den Armen schon lange vor dem Kriege, schon seit mebr als zehn Jabren. Auf durchgängig 8 Mark wurde die Beihilfe von 1905 ab festgesetzt, wäbrcnd man sie bis 1004 riach der Bedürftigkeit abgcstuit und aus 6—10 Mar? be- meffen hatte. Also schon damals hielt man in manchen Fällen 8 Mark Beihilfe für zu wenig und glaubte bis 10 M. bewilligeit zu inüffen. Zur Teckling der Felierungskosleu des ganzen Winters reichte ja die Beihilfe nieiitals auS, jetzt aber wird trotz allgemeiner Erhöhung auf 10 M. das noch tvemger möglich sein. Durch die kleine Zulage von 2 M., die keinestvegS die Kohlenpreissteigerliiig weit machen kaun, steigt der für die Winter- »nterslützungeti angeietzle Gesamtbetrag von 345 000 M. um nur 70 000 Bs. auf 415 000 M. Daß den Armeir auch für die monatlichen Almosen und Pflege- Gelder eine Allfbesseriliig lehr nötig wäre, wurde in der vorigen. Woche im„Vorivärls" gezeigt, Stenographie-Untcrricht in Berliner Gemcindeschulcn. Unterrichlskurie in Stenographie nach dem System Stolze Schrey lverde» in zehn Gcmeindeschuleii Berlius für Knaben und Mädchen der Oberstufe veranstaltet. Die Kurse sollen 15 Wochen dauern, wenn in jeder Woche zwei UnternchlSslunden gegeben werden. Die Beteiligung ist freiwillig, zu den Ullterrichtskurien muß aber jeder Teilnehmer 3 M. jür den Kursus zahle». Bei U e b e r n a h m e d e r g e t a>n t e n K o st e u auf d e>i S t a d t- t'äckel tölinie— was sehr zu wünschen lväre— dieser Unterricht für die Teilnehmer kostenlos sein. Wunder» muß man sich auch darüber, daß die Zahl der Unter richiskurse so spärlich und die Verteilung über die einzelnen Stadtviertel sehr ungleich ist. Die folgeiiden Schulen sind berücksichtigt: im Westen die 126. Schule lKulmsir. 15), im Südosten die 20. Schule(Waldemar flraße 77). im Osten die 233 Schule(Litauer Str. 18), im Nordosten die 33. Schule(Friedeustr. 16), die 50. Schule(Olivaec Str. 10), im Nordeu die 302. Schule(Gethiemauestr. 4), die 108. Schule (Graimslr. tl). die 244. Schule(Pankstr. 20—22). i-n Nordwesten die 180. Schule(Stephanstr. 27). die 231. Schule(Bochumer Str. 8). Der Südwesten und der Süden sind ganz leer aus- g e g a n gen, wie wenn nicht auch da ein Versuch mit Stenogrovhie- Unterricht aussichtsvoll lväre. Auch deni Südosten und dem Osteu sind mehr als nur je ein UnterrichrSkursus zu wünschen. Um Heizmaterial zu sparen. Wie aus wiederholten amtlichen Ankündigungen bekannt ist, sollen mir der Verringerung der Kartoffelvorräte mehr Gersten- erzeugniste, insbesondere G r a u v e n zur Voliseriiährutig ausgegeben werde«. Die maßgcdenden Stellen seien deshalb nusmerlsam gemacht. daß das Weichkochen der großen Graupen, der sogenannten .Kälberzähne" viele Stunden und eittsprecheud viel Kohlen oder Gas verbraucht. Würde» diese Graupen erst einmal ordentlich klein- a ciitahlen. so. könnte weit mehr Kohle gespart werden, als viel- leicht durch manche Verkebrsbeläsiigung. Diese Mahlarbeit kann aber zweckmäßig nur in maschinellen Mühleu geleistet werden. Dabei könnten vielleicht auch manche von den kleineren Mühlen Beschäkti- gung finden, die durch die Kriegswirtschaft stillgelegt wurden und deren Klagen in jeder EniährungSdebatte der Parlamcnle wider- hallen. „Ihr Berliner braucht kciuc'.l Sp.'ckl" Eine Leserin des„Vorwärts", die ihre auf dem Lande wohnenden Verwandten um Zusendung von etwas Speck, Fett oder dergleichen — gegen Bezahlung zu Weihnachten gebeten hatte, erhielt darauf folgende Antwort:„Liebs M.! Alles was Dn von unS haben willst, das ist olles bei uns vorhanden, aber nur für imieren Bcoars und nicht für Euch. Wir haben hier noch zirka 6 bis 10 Hähne zu laufen und auch noch allen Speck und Scdmnlz vom vorigen Jahr, haben auch schon dieses Jahr wieder geichlacktet.� Aber bei uns itt das Jahr eben'o lang wie dort und wenu tvir hier tüchtig arbeiten, dann sitzt Ihr im kühlen Schatten und brancht Euch keine Hand naß zu machen, also braucht Ihr auch nicht soviel Fett und Speck wie oir. Also laßt Euch den Appetit man ruhig vergehen, denn daraus tvird nichts. Besten Gruß!"_ Cliftprcise. Als es noch Kaffee gab, stiegen mit den Preisen des Rohprodukts naturgemäß auch die Preise für das daraus her- gestellte Getränk. Was sich aber jetzt Kaffee nennt.>v:rd längst zum allergrößten Teil aus Ersatzstoffen aller Art erzeugt, die viel billiger sind als die Bohnen aus tropischen Ländern. Trotzdem ist JJcr Preis ii. den Kaffeewirtschaften der gleiche gebliebe», ja zum Teil erheblich gesiiege». Es wäre wirklich angezeigt, nach dem Vorbild der Stadl Eisenach dieser ungebührlichen Forderung zulcibe zu gehen. Der Leheiistuitielverkauf an den Feiertagen. Am 1. Weihncichts- fciertage und am NeujahrSlagc darf der Verkauf von Brot, Kar- toffeln und Fleisch an Verbraucher von 8 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags ohne Unterbrechung stanfiilden. Zum Zwecke dieses Verlaufs dürscu während der genaunten Zeil in offenen Verkaufs- stelle» Gehilfeu, Lehrlinge und Arbeiter beschäftigt lverden. Höchstpreise für Coda. Eine Verordnung setzt Höchstpreise für Soda fest. Im Kleinhandel dürfen folgende Preise nicht über- schritten werden: Für kalzinierte Soda(Ammoniaksoda, Leble.nc- soda. Sodapulver) bei Abgabe von geringeren Mengen als 50 Kilo- gramm für Z Kg. einschließlich Verpackung 0,26 M., für Ve.Kg. einschließlich Verpackung 0,13 M.; Kristall- und Feinsoda� beim Verkaufe von geringeren Mengen als 50 Kg. für 1 Kg. einschließ- lich Verpackung 0,20 M.. für 1/2 Kg. einschließlich Verpackung 0,10 M. Die Bekanntmachung tritt mit dem 1. Januar in Krast. Beschlagnahme von Rum und Kognak. In der nächsten Zeit dürsten die ganzen noch im Handel befindlichen Vorräte an Ruin und Kognak beschlagnahmt werden. Verschiedene Behörden haben bereits die Beschlagnahme der unter Zollverschluß lagernden Mengen von Arrak und Rum verfügt. Wie das„Bcrl. Tagebl." eriahrt, soll auch ein Zwang zur Ablieferung der letztjährigen Weinernte in Aussicht genommen sein. Neue Züge ans der Wannscebahlt von Berlin bis Steglitz und umaekchrt veikchrcn ab Berlin(Wannseebahnhos). um 8.48; 9.10; 12.40 und 1 lUjr; von Steglitz: 9.20; 0.50; 1.50 und 2.49 Uhr. Postwertzeichen„Deutsches Reich" mit dem Ucberdruck der Frankenwährung in„F." und„Cent" sind von der Hceresverwal- tunz für den von ihr eingerichteten Einwöhuerpostvcrkchr im Etovpengcbicte in Belgien in folgenden Sorten ausgegeben worden: Freimarken zu 3, 5, T/j, 10, 15, 20, 30, 40, 60, 80 Pf., 1?1L und 2 M.; Postkarten zu T/' und 10 Pf.; Antwortkarten zu T/j-I-71-j und 10-10 Pf.; Kartenbriese zu 15 Pf. und Zivilarbeiterpostkartcn zu 10 Pf. Zu Sainmclzwecken werden die Wertzeichen vom 22. ab bei der" Kolöniäl-Wettzeichenstelle des Briefpostämts Berlin C. 2, Königstraße 61, zum Verkauf gestellt. Zun, Nailbilwrd in der Matternftras-e. Zahlreiche Umstäude spreche» dafür, daß das Verbrechen nicht, lvie man anfangs airnahrn, am Sonuabeud abend, sondern erst am Sonntag ber Tageslicht verübt worden ist. Fräulein Kiivner war neun Jnbre in Sieglitz und elf Jahre in Zehlendors Diensiniädchen und machte erhebliche Ersparnisse. Nach- dem sie. wdamr. noch, im, einen,.Srhwesternhcim tätig gewesen»var. übernahm sie vor längerer Zeil ein Koblengcschäst in der Stolvischen Siygße ZG. Dieses verkaufte sie im Frühjahr d. I., uin in der Mälkrrnitl.aß: ein neues zu ervssneu. Das Geschäft ging hier iebr slott. Arn Sonnabend hatte die Händlerin 200 Zentner Kohten bekommen. Davon sind nach Schätzung über 150 Zentner verkauji. Die Ermordete wird also 600—800 M. in ihren Räumen gehabt haben. Außer dem Gelds ist auch eine Uhr mir langer Ket:e ge- raubt worden. Wie beide aussahen, ließ sich noch nicht feststellen. Drei Pserdediebe nnd ein Hehler wurden von der Kriminal- Polizei unschädlich gemacht. Je höher die Pferde im Preise stelgen, desto häusiger tocrdeu die Diebstähle trotz der Erschwerung des Ab- satzes. Die Spezialisten dringen vachlS in geschlossene Ställe cm oder stehlen am bellen Tage ganze Fuhrwerke von der Straße weg. In Kalkberge stahl man zwei Schimmel mit einem Schlachtet wagen im Gcsamiwcrte van 6000 M. Eines dieier Tiere wurde jetzt von ber.Kriminalpolizei in der Brunnenstr. 117 bei einem ehemaligen Schläckitermeister Hoffmann eiubcckl. Das andere war_ bereits weiterverkauft. Haffmann leugnet, den Diebstahl selbst ausgeführt zu haben, und behauptet, daß er„nur zilgeseben" habe. Verhaster wurden ferner ein neunzehn Jahre ntter Kutscher August Kriasch. ein gewisser Karl Stanislawski ans Ehar« loltcnbnrg ilna ein Schankwirt Gustav Hinz ans der Vahnsiraße. der nebenbei einen Pferdehandel betrieb. Krictsch und seine Spießgeselle» stahicu it. a. eins Fuchsstute im Werte von 2000 M. und eine schwarzbraune Stute, die 1500 M. wert ist. Noch nicht wieder- gefunden sind zwei dänische Rappivallache im Werte van 10 090 M. Der Bestohtcne hat auf ihre Wiedcrbeschaffniig eine Belohnung von 500 M. ausgesetzt. Wegen einer Gasrcrgiftung wurden Samariter der Feuerwehr nach der Falckensteinstraße 5 alarmiert.' Durch Offenlaflen eines Gaskahnes war ein Mann vergiftet worden. Alle Wiedetbelebiiügs- versuche crivicscu sich als vergeblich. Man hatte die Wehr nicht rechtzeitig benachrichtigt. Bon clncm überraschten Embrechcr nngefaKeu wurden nacht? die Eheleute Witt, die Kremmener Str. 4 ein kleine? Seikengesifuift betreiben. Sie waren noch in der Nacht mir der Herstellung von Palelen beschäftigt. Gegen 12 Uhr hörten sie Vau izent Keller her ein Geräusch uiid gingen htmmtcr. Witt ging irnr der Küchen lampe voraus. Während sich die Leute umsahen, sprang ein Mann auf sie zu, crbob ein Brecheisen und schlug ans die Frau wuchtig ein._ Obwohl ihr Mann zur Abwehr den Arm vorstreckte, ivurde sie am Kopfe doch so schwer getroffen, daß sie bewußtlos zuiammenbro t>. Witt erhielt noch mehrere Schläge über den Arm. Die Lampe siel ihm ans der Hand und erlosch. Jetzt ergrijs der Einbrcchcr die Flucht und entkam. � flus öen GememSen. Schöneverg. In der Stadtverordneten-Sitzung erwibertc der Oberbürgermeister auf eine Anfrage von Hofsinaiin tssoz.) und Zobel(tiv. Ar.>, daß die Volks- und Mitte!- stände Jüchen aus wiederholten Antrag aus arbeite: Heu Kreisen Weihnachten geöfsner blieben; das Personal solle durch Wechsel- schichten entlaste: werden.— Bezüglich einer einmaligen T e u e- r u n g S z u l a g e an daS städtische Personal, Zahlung einer laufenden KriegSlohnzulage au sämtliche'städtischen Arbeiter und Arbeite- rinnen, erklärt der Magistrat, es sei nicht möglich, ausreichende Arbeitskräfte zu sichern; darum'oll zn den bisher gezahlten Löhnen ein Kriegslohnzuschlag von 10 Pf. für jode Arbeitsstunde gewäbrt werden. Bei den Beamten und Angestellten sollen die Satze des Staates zugrunde gelegt werden. Den Reinmächefrauen in den Schulen wird der Zuschlag von 5 auf 10 Pf. erhöht.— Die einmalige Teuerungszulage beträgt für Ledige, Verwitwete oder Geschiedene ohne eigenen Haushalt 40 M., für Verheiratete und für Ledige, Verwitwete, Geschiedene mit eigenein Haushalt 100 M., für jedes Kind, das bis zum 1. Dezember das 18. Lebens- Zahr noch nicht volleichet hat, 30 M. Auf diese Zulage wird das Arbeitseinkommen des Kindes vom Monat November angerechnet. Für die im Kriegsdienst stehenden Angestellten, die Beihilfe für Frau und Kinder beziehen, 50 M. und für jedes Kind 30 M., für die in Naturalverpflegung des Auguste-Viktoria-Krankenhauscs und des Alters- und Pflegeheims in Deutsch-Wusterhausen stehenden Verheirateten 50 M., für Ledige 30 M. und für Kinder 30 M. Die laufende Teuerungszulage wird davon nicht berührt. Die sozialdemokratische Fraktion hatte beantragt:„Gewährung einer einmaligen Teuerungszulage an alle Arbeiter, Arbeiterinnen sowie allen Arbeitern und Hilfsarbeiteriunen. Die laufende Teuerungszulage bleibt unberührt." Stadtverordneter Lach- ni a n n sFr. Frkt.) wünscht, daß die Zulage für Beamte auf 100 M. erhöht wird, dagegen für die Arbeiter es so zu belassen, da nicht genügend Material vorliege. Zobel(Lib. Frkt.) will, daß kein Wettrennen um die Gunst der Beamten stattfiichen möge; man solle die staatlichen Sätze einstimmig annehmen, sonst müßte er Ansschußberatung beantragen. Es wäre richtig, wenn die Unver- heirateten zu gunsten der Verheirateten auf die Zulage verzichten. Auch die Arbeiter erhielten einen erheblichen Aufschlag, so daß die einmalige Zulage sich erübrigt.— Gen. K ü t e r betont, daß es gerade die Arbeiter sind, die außerordentlich unter der Teuerung zu leiden haben. Die Lohnerhöhung wird doch nur gewährt, weil ein Ausstand drohte, sonst würde heute noch alles beim Alten sein. Wenn die Kinderzulage ebenfalls angerechnet, dann bleibt nicht viel übrig. Für die Arbeiter wird monatlich 5600 M. uird für Beamte, Angestellte, Lehrer und Lehrerinnen 8:2 000 M. verausgabt. Noch schimmer ist es für die während des Krieges eingestellten Hilfs- arbeiter und Hilfsarbeiterinnen, die allerdings pro Arbeitsstunde mehr erhalten fallen, dafür ist aber auch übermenschliche Arbeit bis in die Nachtstunden geleistet worden. Die Auszahlung des Geldes braucht nicht wie Herr Zobel wünscht verzögert zu werden, die erhöhten Sätze können später nachfolgen, wenn'der Magistrat dem zugestimmt.— Gen. Peter fori führt aus: Wenn der eine satt sei, so sei darum nicht gesagt, daß es auch der andere sei. Es müssen von den Hilfskräften viel Ueberstnnden ohne Bezahlung geleistet werden. Wer jetzt noch Material zu sehen verlangt, der scheint von Teuerung noch nichts gemerkt zu haben.— Hierauf wurde beschlossen, die vorgeschlagenen Sätze anzunehmen und die erhöhten dem Haushaltsausschuß zu überweisen, Die Gesellschaft für soziale Reform petitionierte rechtzeitig, für den Kleinwohnungsbau sorgen zu wollen, möglichst viel Gelände anzulaufen und in Erbbaurecht abzugeben. Lassen lüib. Frkt.) unterstützte eingehend die Petition und machte auf die Gefahren aufmerksam, wenn nicht sofort und energisch einge- griffen wird. I a tz o w(Fr. Frkt.) erklärt, daß man gar nicht so eilen brauche; es seien genügend Kleinwohnungen vorhanden. Gen. Hoffmann: Es sei endlich an der Zeit, eine vernünftige Wohnungspolitik zu betreiben, statt der Spekulation das Feld zu überlassen.— Die Petition wird dem Magistrat überwiesen. Der MtetSzuschuß soll von 15 auf 10 Prozent ermäßigt werden. Schönebers. Der Magistrat verteilt vom 20. Dezember ab auf Abschnitt 42 der Lebensmittelkarten Ii Pfund Marmelade oder Kunsthonig. Der Preis beträgt für Marmelade 28 Pf. und 24 Pf. und für Kunsthonig 25 Pf. Pom 27. Dezember ab ist in der Auskunftstelle„Neues Rathaus, 2. Stock, Zimmer 261", zu erfahren, wo noch Ware vorhanden ist. Neukölln. Die Stadt wird Haferflocken auf Grund der Milch- karte zur Verteilung bringen. An Sacharin sollen für Dezember auf den Abschnitt K der Haushaltungskarte 2 Briefchen verabfolgt werden. Zur Belieferung sämtlicher Familien mit Kunsthonig bleiben die städtischen Verkaufsstellen am Sonntag vor Weihnachten oifen. Der Kleinhandelspreis für Kohlrüben wird auf 6 Pf. das Pfund festgesetzt. Etwaige lleberschüsse sollen der ärmeren Be- vötkerung, die nicht in der Lage ist, ihre Fleischkarten einzulösen, dienstbar gemacht werden. Für die Neuköllner Gastwirtschaften wird demnächst«ine Kartoffelkarten-Kontrolle eingeführt werden. Lebende Kaninchen von 2 M. an sowie Schlachttiere verkauft die Stadt Neukölln Freitag und Sonnabend, nachmittag 2 Uhr, Böhmische Straße 5(stehe Anzeige). Weißensee. In der Gemeindevertreter-Sitzung wurde die Jahresrechnung für 1013/1914 vorgelegt. Gen. Taub- mann wünschte Aufklärung über einige bedeutende MehrauS- gaben. Es hat die Kapital- und Schuldenverwaltung eine Unter- bilanz von 212 000 M., die in der Hauptsache dem Weißensecr Bankkrach zuzuschreiben find; als man im Jahre 1913 die unglück- lichen Beschlüsse faßte, diesem Unternehmen beizuspringen, mußten Anleihen gesättigt werden, wofür man Hohe Zinsen und Provisionen aufwenden mutzte, die jetzt in der Abrechnung nach uird nach in Erscheinung treten. Der Schuletat ist um 44 000 M. überschritten, und es sind hier wiederum die höheren Schulen am meisten be- teiligt: während die Volksschulen den Etat um 17 000 M. über- schritten, hat das Gymnasium 10 000 M. und die höhere Mädchen- schule 17 000 M. mehr verbraucht. Die Milchkuranstalt hat eine Unterbilanz von 59 000 M. Man war allgemein der Meinung, daß nach dem Kriege dieses Unternehmen eu:zugehen hat.— Es wurde darauf der Etat der Gemeindesparkasse durchgesprochen und ange- nommen.— Die Gemeindevertretung beschloß ferner eine außer- ordentliche Kviegsteuerungszulage an die Beamten und Lehrer bis zu einem Einkommen von 5100 M. noch vor Weihnachten zur Aus- zahlung zu bringen, und zwar für Uiwerheiratete 40 M., für Ver- heiratete 60 M., für jedes Kind 30 M. bis zum Gesamthöchstbeträge von 200 M. Die Arbeiter und nicht fest angestelllen Beschäftigten sollen eine einmalige Teuerungszulage in Höhe der laufeirden Unterstützung erhalten.— Ferner wurde der Gemeindevorstand beauftragt, gegen die vorgenommenen VerkehrS-Betriebsein- schränkungen bei den maßgebenden Behörden zu protestieren. Soziales. Heilbehandlung entlassener Kriegsbeschädigter. Das Preußische Kriegsministerium hat, wie wir der letzten Nummer der Amtlichen Nachrichten des Reichsver- sicherungsamts entnehmen, über daS Verhältnis der Kriegsbeschädigten zur reichsgesetzlichen Arbeiterversicherung in einem Erlaß vom 16. Juni 1316 Stellung genommen. Die in demselben ausgesprochenen Grundsätze fordern zum Teil zum offenen Widerspruch heraus. Da sie öffentlich bekannt- gegeben sind, ist ihre öffentliche Erörterung im Interesse der Kriegsbeschädigten dringend geboten. Es ist selbstverständlich, daß noch im aktiven Militär- dienst befindlichen Kriegsbeschädigten als Personen deS Soldatenstandes bei Erkrankungen, gleichgültig aus welcher Ursache, freie niilitärärztliche Behandlung und Lazarettver- pflcgung zusteht. Das ist auch dann der Fall, wenn die be- treffenden aus Gründen der sogenannten Arbeits- t h e r a p i e in Betrieben beschäftigt werden, die der reichs- gesetzlichen- Versicherung unterstehen, und wenn während dieser Beschäftigung eine gewisse ärztliche Aufsicht in einer der Sachlage angepaßten Form Platz greift. Daß, wenn diese Voraussetzungen nicht zutreffen, x. B. bei Beurlaubungen in Arbeitsbetrieben, die Kriegsbeschädigten in vollem Umfange der reichsgesetzlichen Versicherung unterstehen und gegen den Versicherungsträger Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen haben, braucht nicht besonders betont zu werden. Anders ist es jedoch mit der Auffassung dieses Erlasses, die sich in folgen- dem Satz ausdrückt: „Aus dem aktiven Militärdienst entlassene Kriegsbeschädigte haben bei Erkrankungen oder bei Betriebsunfällen, auch wenn diese unmittelbar oder mittelbar mit einer vcrsorgungsberechti genden Kriegsbeschädigung zusammenhängen, keinen RechtSan- spruch auf freie mtlitärärztliche Behandlung und Lazarettver- pflegung. Es ist für manchen Kriegsbeschädigten ein schlechter Trost, daß diesem Satz hinzugefügt wird,„Lazarettbehand- lung kann ihnen unter bestimmten Voraussetzungen gewährt werden", und wenn weiter gesagt wird, daß bei Verschlimme- rung eines Leidens, das Grund zu einer Militärversorgung gegeben hatte, eine entsprechend höhere Militärversorgung gewährt werde, ohne Rücksicht auf die Ursache der Ver- schlimnierung, also u. U. auch, wenn die Verschlimmerung durch einen Betriebsunfall bedingt ist, zumal ausdrücklich auch betont wird, daß die Militärbehörde unter Aus- schluß des Rechtsweges entscheidet, ob diese Voraus- setzungeu bei einem Betriebsunfall vorliegen. Soweit es sich um der Arbeiterversicherung unterstehende Kriegsbeschädigte handelt, wird es nicht von größerer Be- deutung sein, ob kein Anspruch auf freie militärärztliche Be- Handlung und Lazarettverpflegung vorliegt. Man braucht aber neben den gänzlich erwerbsunfähig gewordenen nur an jene großen Kreise von Kriegsbeschädigten zu denken, die nicht der Versicherung unterstehen, an kleine selbständige Gewerbe- treibende, kleine Selbständige in der Landwirtschaft. Wenn sie bei einer Verschlimmerung sich selbst ärztliche Behandlung verschaffen müssen, dann wird, selbst wenn wegen der Ver- schlimmerung eine Erhöhung der Rente erfolgt, auch nicht im Entferntesten ein Ausgleich geschaffen. Sie können u. U. den einmal wieder eröffneten Betrieb sofort schließen und sind danlit um ihre ganze Existenzmöglichkeit gekommen. Jeden- falls wird diese Frage hier einer gesetzlichen Regelung be- dürfen. Es muß ein Rechtsanspruch auf freie Militär- ärztliche Behandlung und Lazarettverpflegung gegeben sein, wenn Dienst- oder Kriegsdienstbeschädigung solche erforderlich machen._(z) Gerichtszeitung. Lcdige Mutterschaft eine Sünde! Ein junges Mädchen, das in einem Slahlwarengeichäft tätig war, hatte ein Verhältnis mit einem Handlungsgehilfen angekni'lpst, das zur Ebe führen sollte. Der Bräutigam wurde aber zum Heeresdienst eingezogen und gilt seil einiger Zeil für verschollen. Seit dem I. November fehlte die jugendliche Verkäuferin im Geschäft, angeblich wegen Lungen- enlzündung, tatsächlich aber, weil sie Mutter geworden war. Als der Prinzipal den Grund des Fehlens erfuhr, weigerte er sich, ihr das Gehalt zu zahlen, das ihr im Krankheitsfalle sür sechs Wochen auf Grund deS§ 63 deS Handelsgesetzbuches zustand. Die junge Mutter Ilagte, die dritte Kammer des Berliner KaufmannsgerichtS entschied aber— im Gegensatz zu der Ansicht der meisten KaufmannSgerichle und auch der Berufungsgerichte— zu ihren Ungunsten. Der Vorsitzende M a g r st r a t§ r a l Dr. N e u m a n n meinte, man könne es der Klägerin nicht als Sünde anrechnen, daß sie Lungenentzündung vor- geschützt habe, denn dieses fei menschlich erklärlich. Eher könne man in der ledigen Mutterschaft eine Sünde erblicken und darum genieße seiner Ansicht nach die uneheliche Mutter nicht den Schutz des 8 63. Die Verkäuferin begnügte sich mit den ihr vergleichsweise angebotenen 50 M. und zog im übrigen ihre Klage zurück. Lohnzahlung für die Zeit deS Aussehens forderte durch eine Klage beim Gewerbegericht ein Metallarbeiter, der bei der Firma Paul Meier u. Co. Ä.-G. beschäftigt war. In den Mrnaten Oklober und November ist der Kläger wiederholt, als er zu Beginn der Schicht zur Arbeit erschien, wieder fortgeschickt worden mit dein Be- merken, er müsse aussetzen, weil nickt so viel Material vorhanden sei, daß alle Arbeiter beschäftigt werden könnten. Darauf hat sich der Kläger jedesmal entfernt, ohne Einwendungen zu mache», und hat am folgenden Tage weitergearbeitet. Bei den wöchentlichen Lohnzahlungen hat er eine Quittung unterschrieben, worin es heißt: „Vorstehenden als richtig anerkannten Betrag habe ich erhalten." Auf diese Quittung berief sich der Vertreter der beklagten Firma. Er meinte, durch seine Unterschrift habe der Kläger anerkannt, daß er den ihm zustehenden Lohn erhalten und keine Forderungen mehr habe.— Dagegen verlrat der Kläger den Stand- punkt, der angeführte PassuS der Quittung besage nichts weiter, als daß der Lohn für angegebene Zahl der Stunden richtig berechnet und bezahlt sei. Ein Verzicht auf weitere Forderungen sei dadurch nicht ausgesprochen. Das Gericht kam zu dem Urteil, daß der Kläger, weil er keine Einwendungen gegen daS Aussetzen macbie, sich damit einverstanden erklärt und durch Unterzeichnung der Quittungen anerkannt habe, daß ihm sein Lohn richtig bezahlt worden sei. Nur für die letzte Lohnwoche, sür welche diese Voraussetzungen nicht zutreffen, sprach das Gericht dem Kläger den Lohn sür die Zeit des Aussetzens zu. Im übrigen wurde er mit seinen Forderungen abgewiesen. Mus aller Welt. Ein Fall seltener Finderehrlichkcit wird ans Fürstenwalde berichtet. Dort hat ein junger Mann einen Korb mit 50 Eiern ge- funden— und der Polizei abgeliefert. Schiffsunglücke. Die niederlänbisch-indische Pretzagenwr mel- det, daß der Regierungsdampfer„P i e t" in der Banka-Straße g e- funken ist.— Nach einer Meldung von„Petit Journal" aus Cherbourg ist der englische Dampfer„Ocean Prince" beim Vorbegirge La Hague gescheitert, seine Bemannung wurde durch den Schleppdampfer„Centaure" gerettet. Immer noch besser als... In der Schweiz erzählt man sich folgendes Geschichtche», daS die„National-Zeitung" wiedergibt: Ein Nationalrat habe dem General Wille eine lange Eingabe gemacht, tn der er aus die Mißstände in der Schweizer Armee aufmerksam machte. Unter anderem habe er gerügt, daß die österreichische Sitte, den Damen die Hand zu küssen, unter den Offizieren ein- reiße. DerGeneral habe die Beschwerde Punkt für Punkt beant- wortet.„Was nun die Frage des Handkusses anbetrifft", so soll der General wörtlich geantwortet haben,„so bin ich mit dem verehrten Herrn Nationalrat einverstanden, daß diese Sitte durchaus unschlveize- risch ist. Dagegen gefällt sie mir immer noch besser, als der echt- schweizerische Brauch, jede Kellnerin in den Hintern zu klemmen." Amerikanischer Humor. Georg kam vor Gericht, weil er einen Hund hielt, ohne die vorgeschriebene Steuer zu bezahlen. Er ver- mdigte sich mit der Behauptung, daß der Hund ganz jung sei und noch nicht das steuerpflichtige Alter erreicht habe. Das Gericht aber war anderer Meinung und verdonnerte ihn zu einer beträchtlichen Geldstrafe. Als Georg das Gerichtsgebäude verließ, äußerte er zu seiner Frau:„Ich will mich hängen lassen, wenn ich das ver« stehe. Ich habe voriges Jahr und vor zwei Jahren dieselbe Eni- schuldigung gebraucht und wurde freigesprochen, diesmal aber ver- urteilen sie mich. Da steht man wieder, wie ungerecht die Gesetze sind."_ Parteiveranstaltungen. Briv-Burkow. Einen Märchen abend, verbunden mit Theater- und Mufikvorjübrungen. veranstaltet die Ferienlpielkommijsion der Arbeiterlchnjt von Britz-Buckow am Sonnabend, 23. Dezember, abends 7>/, Uhr, in Beckers GejellichastShauS, Britz, Chausseestr. 97. Eintritt jrci. Kinder nur w Begleitung Erwachsener. Die Ellern und Kinder der Ar- beilerjchajt von Britz find hiermit höflichst eingeladen. Eingegangene Drucksthristen. Staatsarbeiterrecht oder Reform deS gesamten Arbeiterrechts. Bon I. Kurth. 50 Pf. Deutscher Eijenbahnerv erband, Berlin SO 16. Der starke Mann. Schweizerische Offiziersg ejchichte von P. Mg. 260 S. geb. Huber u. Co.. Frauenjeld und Leipzig. Edouard Mauet. Erinnerungen von Sl Proust. Veröffentlicht von A. Barlhölei). 127 S. geb. B. Cassirer, Berlin W 35. 100 Jahre Berliner Humor. Gesammelt und eingeleitet von G. Manz. 3,50 M. Verlag der„Lustigen Blätter", Dr. EySlcr u. Co., Berlin. Siapoleon IH. Ein Märchen au! dem Thron Romaa von H. B. Schumacher. Geh. 5 M. R. Bong. Berlin W 57. Kriegsbuch für die Jugend und das Volk. 1 M., geb. 1,26 M. Franckb. Stuttgart. Ein Buch vom Kriege. Erzählungen und Dichtungen(Schlefische Bücher Bd. 2.) 1,50 M., geb. 2,25 M.— Kärtchens peiuliche Liebe. Von F. Janoske. Geb. 1 M. L. Heege, Schweidnitz. Die Zukunft unserer Kriegsverletzle». Von Dr. E. Kunstman». 1,50 M. G. Kürstens Verlag, Leipzig. Seiefkasten der Redaktion. Dt« lurisns«- Evrechfmnvi finde! für«bonnenten Ltvdeiikr.»,!?. Ho, cecbtS. varlerre am Moniag bis Freuag von 4 bis 7 Nor, am Eonnadend von 5 bis ö Uhr statt. Jeder Illr den B r>« t l a N e n bestimmten Anstag« ist ein Bulvstade und eine Lad! als Mertjeiaien beizustlgen. LriefNche Antwort wird nich:«mit. Anfragen, denen teine Abonnemenisauitiung beigesttgl ist. werden nnvl beantwortet. Eilige Fragen trage man m der Esrethsmnde vor. vrrirSgr, Schtiftstücke und drrglctairn dringt«a> tu dir evreoisnindr mit R. 117. Eine solche Anleitung können wir im Briefkasten nicht geben; Sie mühten schon persönlich zu uns in die Sprechstunde kommen.— K. B. 100. Ueber die Felddienstsähigken enischcidct der Miliiärarzt. Bei dem angegebenen Leiden wird aber ivahrschclnlich nicht auf Felddlenst- sähigkeit erkannt werden.— F. 70. Sie müßten Beschwerde beim Rc- gicrung s Präsiden t en in Bromberg erheben.— M. M. 66. Wenn keine außergewöhnlichen Leistungen beanspruch! werden, 15 M. sür die Eni- bindung und 1 M. sür jeden Besuch. tecto Marhelter-yernäntl Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Revolver- dreher llemricti Kütiler am 18. Dezember an Dannkrebs gestorben ist. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenballe des Jerusalems- Kirchhofes in Neukölln, Hermann- slraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen ferner zur Nach- Acht, daß unser Mitglied, die Arbeiterin Marie Treichel WilhelmShavener Straße 69, am 17. Dezember gestorben ist Ehre ihrem Andenken k Tie Beerdigung findet morgen Freitag, den 22. Dezember, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des HeilandS-KirchhoseS in Plötzensee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 127/10 Die Ortsvcrwaltung. Yerbanil der Brauerei- Olleii- arleileru.»eriJeruIspossen Xahlstello Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maier lfrvisn (Brauerei Patzenhofer KO) gestorben ist. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 21. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Städtischen Friedhof w FricbrichS- seid- statt. Uin zahlreiche Beteiligung wird ersucht. 48/9 Die OreSverwaltnng Oesangiereln„GesunilliFaDiief Harnionie". Mitglied d. D. A.-S.-B. Am Mittwoch, den 13. Dez., verstarb nach langem Leiden unser langjähriger, lieber Sanges- bruder 60/1 Otto IV�Ldiflsld im 38. Lebensjahre. Wir werde» sein Andeute» w Ehren halten. Stumm schläst der Sänger. Die Beerdigung finde! heute, '»onnerStag, den 21. Dezember, nachmittags 2st„ Uhr, von der Leichenhalle deS Elisabeth-Fried- hoscs, Ptinzenallee, aus stait. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. Arbeiter-Samariterluuid Kolonne GroU-Berlln. Den Mitgliedern zu Nachricht, daß unser langjährige! Milglied ElnücK Kuhle am 18. Dezember am Herzschlag verstorben ist. Ehre seinem Andenke« k Die Beerdigung findet heute Donnerstag, fden 21. Dezember, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Pankower Ge- mcindcsriedhoss, Schönholzer Heide, aus statt. 288/13 Um rege Beteiligung ersuch! _ Der Vorstam}. Üttätfmsd&k nnnatürl. Blutröte d«S Gesichts, Btutäderchen.Pnstel«».beseitigt am fichersten„Marubin". Seit 25 Jahren mit wirksamst.Erfolgen«gwobt. M.2. 50 Otto Reichel, Berlin 4S Eisenbahnstr.4 Iferb. d.Sebneider,Scbne!depiiinen u. WBsebearbeiter Deulscblands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Herren- Maßschneider, Kollege kickarä l�uäolk geb. 21. September 1867, am 15. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 21. Dezember, nachmittags, auf dem Luisen- städtischen Kirchhos, Neukölln, Hermannstraße, statt. 164/7 Iiis Ortsverwaltnng. Fredy Zigaretten direkt in der Fabrik zu Fabrikpreisen 1000 St. la...... 14.— 1000„ Fredy-Zigarett 1b 20,50 1000„ Harry Waiden 3. 25,— 1000„ Beutseber Sieg Id 41,60 Verkauf auch in kleinen