Ar. 385. 33. Jahrg. «donnementZ'Secklnzvns«: ItomiemeMS- Pre tnä Hau«. Einzelne Nummer S Pig. EonnlagZ. nummer mir illuftrtener KnnmagZ- Vellage.Die Neue Well' 10 Big. Pos!» vbonnemenr: I.Z0 Mari vro Mona!. Gingerragen in die Post» Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deulichland und Oesterreich» Ungarn 2.30 Mari, für da- übrige vuSIand « Mari pro Monal. Postabonnemenl» nehmen an Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxeniburg. Portugal. Kumäuicn. Schweden und die Schweiz. celchtMl lSgNch. Berliner Volkcsblnkt. �entralorgan der rozialdemokratifcben parte» Deutfchlands. [ 5 Pfennig) Die Tnlcrflons-Gebübr beträgt für die fechSgesdaltene Kolonel» helle oder deren Raum 60 Psg., für »olillsche und gewerischaftliche Lercin». und PersammlungS» Anzeigen 30 Psg. „KUzhr wollt nicht Frieden schließen, solange ihr nicht gesiegt habt. Also, bitte, fangt doch endlich einmal mit dem Siegen an!"....' „In der ersten Zeit sagtet ihr, ihr wäret überfallen wor- den und wäret nicht vorbereitet gewesen(obwohl ihr für euren Militarismus Milliarden und Abermilliarden ausgegeben habt). Aber die Zeit fei. euer Bundesgenosse, und Was lange währt, wird gut. Wir warten nun schon zweieinhalb>zahre, die uns trotz unserer Siege schwer erträglich gewesen sind, auf die angekündigte entscheidende Wendung. Aber von dem Frieden, den ihr uns in Aussicht gestellt habt, entfernen wir uns immer mehr, weil wir uns von eurem Sieg immer mehr entfernen. Ihr habt uns unsere Niederlage zugeschworen, aber ihr macht sie euch und uns etwas schwer. Ihr verlängert den Krieg durch das greuliche Mißverhältnis zwischen eurem politischen Appetit und eurer militärischen Unfähigkeit." So darf man heute wohl zu den Russen sprechen, und man darf es als internationaler Sozialist tun, ohne besonderer Russenfeindschaft geziehen zu werden. Nicht wir: die führen- den Politiker und Generale Rußlands sind die eigen t- l i ch e n Feinde des russischen Volkes. In diesem Volk steckt viel Tüchtigkeit, viel Zukunftskraft, aber es leidet unter der herkömmlichen Mißwirtschaft seiner Herrschenden, und es leidet nicht allein darunter. Russische Trauer ist heute auch englische, französische, italienische Trauer, das Blei- gewicht der russischen Plumpheit zieht den franzöpschcn Elan, die englische Zähigkeit nach sich in den Abgrund. Man hat uns in der deutschen Presse einen Vorivurf daraus gemacht, daß wir als die einzigen Nichtteilhaber einer allgemeinen Erleuchtung auf die Rolle hingewiesen, die die russischen Machthaber sichtbar als die agents pro- vocateurs der Kriegsverlängerung gespielt haben. Auch wir glauben gern, daß es einsichtige Russen gibt, die über das Treiben ihrer Machthaber verzweifelt sind. Leider aber haben die vernünftigen Menschen zurzeit in keinem Lande wenigey zu sagen als in Rußland. � Der Bramarbas ist in allen Ländern derselbe. Aber die Soldaten sind verschieden. Und nirgends ist der Gegensatz zwischen beiden Typen größer als im Reich der Kontraste, in Rußland. Nirgends ist darum der schwadronierende Ofen- Hocker für das eigene Volk und für alle anderen Völker eine größere Gefahr als dort. Und wenn wir uns. oft erlaubt haben, unseren eigenen eingesessenen Welteroberern einige freundliche Worte zu widmen, so gibt uns das ein Recht, auch ihre russischen Gesinnungsvcrwandten in das Licht kritischer Betrachtung zu rücken, und von ihnen so zu sprechen, wie auch ein russischer Sozialist, der sein Volk liebt, nicht anders reden könnte. Trotz des Kriegs oder gerade wegen des Kriegs ist der Frieden eine gemeinsame Sache der Völker, der Kampf gegen die Kriegsverlängerer ein gemeinsamer Kampf. Es ist schtver, sich in das Denken jener französischen Sozia- listen zu versenken— es lverden erfreulicherweise immer wenigere—, die das Manko der russischen Kriegsbilanz mit französischem Fleisch und Blut zu decken bereit sind. Schon dämmert es, und es muß auch eininal ein Erwachen in Frankreich geben, noch ehe es seinen letzten Mann und seinen letzten Groschen dem Zaren geopfert hat. � Rußand schuldet den Westmächten Unermeßliches. Ohne ihr Eingreifen, ohne die Ablenkung deutscher und östcrreichi- scher Truppen an die West- und Alpenfront hätte es seine militärische Unfähigkeit noch ganz anders manifestiert, wäre sein völliger Zusammenbruch nicht aufzuhalten gc- Wesen! Ohne den russisch-österreichischen Konflikt gab es keinen Krieg zwischen Deutschland und dem Westen. Ruß- land hat. Schiebender oder Geschobener, Frankreich und Eng- Tönft' ttt den Krieg Wem gezogen und sie dann mit dem De- fizit seiner finanziellen Mißwirtschaft und seiner militäri- scheu Niederlagen belastet. Wenn Rußland tratzdem heute einen ehrenvollen Frieden haben kann, so dankt es das wieder in erster Linie den Westmächten, die sich militärisch ungleich besser gehalten haben als ihr östlicher Bundesgenosse. Dieses selbe Rußland aber, oder vielmehr dessen schuldige Machthaber muten den französischen und den englischen Ar- beitern zu, ihr Blut dafür zu verspritzen, daß Rußland sich schließlich doch noch Konstantinopel holt! Die französischen und englischen Arbeitervertreter haben auf diese Unver- schämtheit noch immer nicht die richtige Antwort gefunden. Inzwischen hat der französische S o z i a l i st e n- kongreß— im Gegensatz zu den bürgerlichen Leuchten der Duma— für die deutschen Friedensbedingungen Interesse gezeigt. Wir� können unseren Wunsch nur wiederholen, daß dieses Interesse bald Befriedigung finden möge. Das fran- zösische Bolk� würde dann wissen, daß dieser Krieg als Ver- tcidigungskrieg für den Bestand und die Ehre Frankreichs abgeschlossen ist, und daß er fortgeführt werden kann nur aus dem Willen Frankreichs als russischer Eroberungs- krieg. Man würde dann bald sehen, ob das französische Volk wirklich bereit ist, für den Zaren gegen die deutschen Ma- fchinengewehre anzurennen. Die Franzosen sollten aber auch noch etwas anderes überlegen. Mit großer Emphase haben die derzeitigen rufst- schen Machthaber den Gedanken eines Sonderfriedens mit Deutschland zurückgewiesen. Aber Machtverhältnisse sind wandelbar, und sollte auch der Sonderfriede für alle Zeit außer Rechnung zu stellen sein, so sichert sich doch der Staat, der als erster seine Geneigtheit zu Verhandlungen zu er- kennen gibt, der als erster nach den Friedensbedingungen sondiert, einen gewissen Vorteil. Wer da glaubt, daß die russische Diplomatie zu allen Zeiten und unter allen Um- ständen aus Noblesse gegen ihren Bundesgenossen diesen Vorteil m den Wind schlagen würde, der kennt sie schlecht. Unid so könnten Frankreich und England eines späteren Tages bei den Friedensverhandlungen sich in einer viel weniger angenehmen Lage befinden als jetzt, wenn die Ver- Handlungen bald beginnen sollten. Der dauernde Frieden kann nur dann Wirklichkeit werden, wenn sich die drei kulturell höchststehenden Völker Europas auf seinem Boden zusammenfinden, und das sind nun nicht die Franzosen, die Engländer und die Russen, sondern die Franzosen, die Engländer und die Deutschen(auch Pi- raten. Barbaren und Boches tituliert). Um diese Tatsache kommt man hüben und drüben nicht herum, mag man sich gegen sie noch so sehr wehren imd sperren. Ter Krieg, wenn er noch weitergeführt werden soll, wird England und Frank- reich noch grauenhaft viel kosten. Der Frieden kostet sie nichts als den Verzicht aus eine Illusion, der sie sich hinsichtlich der Qualität ihres östlichen Bundesgenossen hingegeben hatten. Nach der Durchbruchsschlacht in der Walachei sollte sie eigentlich schon zerronnen sein!_ Uebereinstimmenüe Antwort üer Türkei an Wilson. Konstantinopel, 26. Dezember.(Meldung der Agence Milli.) Der Minister des Aeutzern übergab am nachmittag dem amerikanischen Botschafter Elkus die Antwort der Pforte auf die Note Wilsons, die mit der der anderen Verbündeten gleichlautend ist. Die rusiisthe Duma zu Wilsons Note. frieden erst nach völliger Niederlage Deutschlands! Petersburg, 26. Dezember. Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur. Der Dumapräsident Rodzianko er- klärte mit Bezug auf Wilsons Note, der Augenblick sei noch nicht gekommen, in Verhandlungen zum Abschluß des Friedens einzutreten. Von einem solchen könnte erst nach einer völligen Niederlage Deutsch- landS die Rede sein, wenn sich die Möglichkeit bieten wird, einen Frieden zu schließen, der die Welt gegen neues Blutvergießen für die Zukunft sichert. Der Dumaabgeordnete Miljukoff sagte, unter den gegenwärtigen Bedingungen könne keine Rede von irgend einer Intervention oder Vermittlung sein. Die Vorschläge Nußlands an Deutschland sowie die deutschen Vorschläge an Ruß- land könnten zu keinem Resultat führen, da sie für beide Par- teien unannehmbar seien. Der Abgeordnete S ch i n g a r e f f sagte, die Handelsinteressen Amerikas überwögen seine militärischen Ziele. Ein Anschluß Amerikas an eine der kriegführenden Parteien sei wenig wahrkchein- lich, da dies Verwicklungen zwischen Amerika und Japan herbei- führen könnte. Amsterdam, 27. Dezember. Nach einem hiesigen Blatte meldet die Londoner„Times" aus Petersburg, daß der Premierminister T r e p o w in das kaiserliche Hauptquartier gereist ist und daß man in parlamentarischen Kreisen diese Reise mit wichtigen Aende- rungen im Kabinett in Verbindung bringt. Die britische Reichskriegskonferenz. Erörterung der friedensbedingungen. London, 26. Dezember.(Meldung des Rcuterschcn Bureaus.) Mit Bezug auf die an die autonomen Dominions ergangene Einladung zu einer Reichskonferenz sandte der Staatssekretär für die Kolonien den Dominions ein weiteres Telegramm, in dem es heißt: Was die Regierung ins Auge faßt, ist nicht eine Tagung der gewöhnlichen Reichs- konferenz, sondern eine besondere RcichSkriegskonfcrcnz. Daher lade ich Ihren Premierminister ein, einer Reihe auf- einanderfolgendcr Sondersitzungen des Kricgskabinctts beizuwohnen, um die dringenden Fragen in Erwägung zu ziehen, welche die Fortführung des Krieges betreffen, ferner die etwaigen Friedensbedingungen, nnter welchen wir in Uebereinstimmnng mit den Alliierten der Beendigung des Krieges zustimmen könnten, und schließlich die Probleme, die sich dann unmittelbar ergeben. Mit Rücksicht auf die äußerste Dringlichkeit und Bedeutung der Beratungs- gegenstände hoffe ich, daß es Ihrem Premierminister möglich sein wird, späte st ens Ende Februar anwesend zu sein._ Der französische Parteitag. Paris, 26. Dezember.(Meldung der Agence Havas.) Ter sozialistische Kongreß erörterte heute vormittag die Teilnahme der Mitglieder der sozialistischen Gruppe an den parlamentarischen Arbeiten. Verschiedene Abgeordnete setzten ihre persönliche Stellung zum Parlament auseinander. Der Abgeordnete Compsre Morel kritisierte die Teilnahme von Sozialisten an der Regierung, sprach sich jedoch für die Beibehaltung von Albert Thomas im gegenwärtigen Ministerium aus, denn sein Rücktritt würde einen ungünstigen Eindruck auf die öffentliche Meinung machen. Der Redner fügte hinzu:„Im Augenblick, wo die diplomatischen Noten sich mehren, ist es von Wichtigkeit, daß Frankreich nicht entmutigt wird. Die Stimme der Geschütze darf nicht schweigen, und man darf nicht glauben, daß sie nachläßt." Die Havas-Bcrichte über den französischen Parteitag machen einen sehr frisierten Eindruck. Sie enthalten offenbar nur, was der französischen Regierung angenehm ist. Privat- berichte lassen Einzelheiten anderer Art durchsickern, die auf eine wesentliche Verstärkung der friedens- freundlichen Richtung hindeuten. Die Beratung der Friedensfrage wurde einem Ausschuß von-11 Mitgliedern übertragen, von denen 22 der Mehrheit, 19 der Minderheit an- gehörten. In diesem Ausschuß einigten sich beide Richtungen dahin, dem Parteitag eine Resolution vorzulegen, welche die Regierung auffordere, die Friedensvorschläge nicht von vorn- herein abzulehnen, sondern die neugeschaffene Lage gewiffen- hast zu prüfen. • Es werden jetzt auch Einzelheiten über die Tagung des So- zialistischen Verbandes der Seine-Föderation bekannt, die bekanntlich mit 10 026 gegen 403 Stimmen eine ähnliche Ent- schließung annahm. Auch hier war es zu einer Einigung zwischen Mehrheit und Minderheit gekommen. Das wahre Stimmverhältnis zeigte sich bei einer Abstimmung über die internationalen Be- Ziehungen. Hierzu lagen drei Anträge vor: Der Wortlaut dieser Anträge wird weder gegeben noch ange- deutet. Ein Antrag wurde von der alten Mehrheit unterstützt, die — wie bekannt— die Aufnahme der Beziehungen mit der deutschen Sozialdemokratie ablehnt, bis diese den Standpunkt Liebknechts an- nimint. Der zweite Antrag kam von der Longuet-Minderheit, die für eine Aufnahme der internationalen Beziehungen eintritt. Der dritte Antrag stammte von den Zimmerwaldern und wurde von Rappoport und Bourderon vertreten. Antrag 1 erhielt 5238 Stimmcnmandate; Antrag 2 vereinigte auf sich 4014 Mandate; Antrag 3 1333 Mandate. Die Minderheit und die Zimmerwalder haben zusammen 5347 Mandate gegen 5238 der alten Mehrheit, so daß im Verband der Pariser Sozialisten die frühere Minderheit zur Mehrheit ge- worden ist. Herve faßt das Ergebnis des Kongresses mit folgenden Worten zusammen:„Ein ausgezeichneter Tag für den deut- schen Kaiser!"_ Tulcea—?saccea— tNacm. Der bulgarische Heeresbericht. Snfia, 26. Dezember. Bulgarischer Generalstabsbericht vom 26. Dezember. R u m ä n i s ch e F r o n t. In der Dobrudscha haben feindliche Monitore die Stadt Tulcea beschossen. 10 Häuser wurden zer- stört und mehrere Frauen und Kinder getötet. Bei I s a c c e a hatte der Feind zwei Brücken über die Donau geschlagen, eine rumänische und eine russische. Beim Rückzug gelang es den Russen, die rumänische Brücke auf das nördliche Ufer der Donau zurückzuziehen, während die russische Brücke in Brand gesteckt wurde. Vor M a c i n ist der Kampf um die brückenkopfartig ausgebaute Stellung im Gange. Mazedonische Front: Zeitweiliges Artilleriefeuer in ge« wissen Frontabschnitten. « Die Durchbruchsschlacht in der grasten Walachei. Der russische Heeresbericht vom 25. Dezember meldet von der rumänischen Front: In der Gegend des Flusses K a s i n östlich der Vrancesberge setzte der Feind seine Offensive und Angriffe fort, wobei er die rumänischen Abteilunegn stellenweise zurückdrängte. Vom Morgen des 24. Dezember an beschossen die schwere und die leichte Artillerie des Feindes heftig unsere Truppen auf beiden Seiten der Landstraße Buzeu— R y m n i c und die Gegend von Sakariciul und Balaceanul. Das Feuer war besonders heftig nördlich der Landstrahe. Darauf unternahm der Feind Angriffe und bemächtigte sich einer Höhe südlich von Rako- viceni. Durch einen Gegenangriff unserer Truppen wurde der Feind von dieser Höhe vertrieben, aber unsere Truppen mußten sie bald wieder aufgeben, da der Feind sie mit Geschossen bedeckte. Sämtliche Angriffe des Feindes auf die übrigen Gegenden auf dem linken Tonauser, besonders heftige in der Gegend von D r o g u e, wurden durch unser Feuer abgeschlagen. Dobrudscha: Auf dem linken Flügel verließen unsere Trup- Pen I s a c c e a und Tulcea, die vom Feinde besetzt sind. Auf -dem rechten Flügel im Laufe des Tages heftigeres Feuer der beiden Artillerien in der Gegend der Donau beim Dorfe Gretcha. Der russische Bericht vom 26. Dezember meldet von der rumänischen Front: Der Feind machte in der Nähe. der Quelle des Suschitzaflusscs in der Gegend von Dragoslawle er- bitterte Angriffe, wurde aber durch Gegenangriffe der Rumänen abgewiesen, die drei Maschinengewehre erbeuteten. An der Quelle des Rimnicflusses drängte der Feind unsere vorgeschobenen Abteilungen zurück, die sich aus die Hauptstellung zurückzogen. Im Tale des Kilnauflusses westlich von Rymnicul Sarai wurden alle Angriffe des Feindes durch unser Feuer zurückgc- wiesen. Im Laufe des ganzen Tages machte der Feind mit be- trächtlichen Kräften eine Reihe von Angriffen an der Front Fil i- p e st i— L ichcotianka, die unter schweren Verlusten für ihn zurückgeschlagen wurden. Besonders erbittert wurde bei Ftlipesti gekämpft. Da dieser Ort von der feindlichen Artillerie in Brand geschossen worden war, wurde er von uns aufgegeben. Dobrudscha: Feueraustausch zwischen den Posten. * Der Tnrchbrnch bei Tnlcea. Sofia, 27. Dezember.(T. U.) Bei dem Durchbruch bei Tulcea ist eine ganze russische Division von den feindlichen Haupt- Die Schlacht an öer Somme in öen Monaten August bis November. i. Aus dem Großen Hauptquartier wird uns ge- schvieibon: Nach erheblichen Anfangserfolgen an Geländegewinn und Beute war die große Somme-Offensive der Engländer und Franzosen um die Mitte des Juli zum Stehen ge-- bracht worden und hatte während des letzten Drittels dieses Monats kerne nennenswerten Fortschritte mehr erzielen können. Auch der gewaltige Austurm auf un- sere Front, welcher am 30. Juli eingesetzt hatte, und dessen Nachwehen sich noch bis zum 1. August bemerkbar machten, hatte den Feinden keine andern Ergebnisse als die am 25. den Engländern geglückte Eroberung der Trümmerstätte des Dorfes Pozieres gebracht. Der weitere Verlauf der Sommeschlacht seit Anfang August bietet der rückschauenden Betrachtuug den Anblick eines ununterbrochenen, ungeheuren Ringens. Während dieser gesamten Zeit hat die Kampftätigkeit bis Ende November nicht einen Augenblick nachgelassen. Ganz deutlich heben sich indessen aus dem geschlossenen Ge- samtbilde solche Gruppen von Kämpfen hervor, die sich als besondere Kraftanstvcngungen unserer Gegner kenn- zeichnen, und aus ihrer Mitte treten einzelne Tage noch besonders als„Großkampftage" hervor. Unter diesen größeren Anstrengungen unsrer Feinde lassen sich solche unterscheiden, die den Gesamtangriff auf der ganzen Front oder auf sehr großen Frontabschnitten bringen, und solche, in denen der Feind seine ganze Kraft aus die Eroberung einzelner ihm wichtig erscheinender Ge- ländeabschnitte oder Stützpunkte, wie Dörfer oder Wald- stücke, zusammenrafft. Das Ergebnis derartiger große- rcr Anstrengungen sind in vielen Fällen Geländefortschritte des Feindes gewesen, welche ihm in ihrer Ge- samtheit eine unter furchtbaren Opfern erkämpfte und nur sehr allmähliche Zurückdränguug unsrer vordersten Linie ermöglicht häben. Auch konnte es nicht ausbleiben, daß jeder derartige Fortschritt uns Verluste an Mann- schaffen und gelegentlich auch an Maternal zufügte. Ueberblickt man indessen am Schluß des fünften Monats der Schlacht ihr Gesamtergebnis, so darf einleitend be- rests ausgesprochen werden, daß die Errungenschaften unserer Fciude außer jedem Verhältnis zu dem unge- Heuren Aufgebot an Menschenleben und Kriegsmaterial stehen, das jene an die Erreichung von Zielen gesetzt haben, von denen sie höchstens einen Bruchteil haben verwirklichen können. Ifoe/vMto'S/r/zzezi/t/en /e//7if//cfre/70ff/xAlrwcfrs/erri/cfte/r si/df/c/rderSomme ty.rg.sssy — f. Jcgs/tf �?. Sep/smfie� •••«•■* OSf/üjfrss* .»• i? fifo/g/nfäg S/eJfi/rMM/g/e ggc/rJft/r/ri derrfs/soge/te-/irme Abbzgür(/ev/esej* ße/JotreSf/'erws /77i/rt/V£/r''»cfa'7e/Tgi/frW//Bg, l j/c/? tfer Seya/rtfeye/Vi/j/zv/n y&y'&oi mcg/rewr ertefr/re/T. Diese Kennzeichnung trifft in ganz besonderem Maße auf den bestand, so ist daran zu erinnern, daß es dem Feinde während des ersten Abschnitt des hier zu betrachtenden Zeitraumes, auf den Mo- ersten Monats seiner Anstrengungen gelungen war. rn dem Ab- aal August, zu. Betrachten wir die Lage, wie sie zu Anfang August j schnitt zwischen Ancre und Somme einen Geländegewinn zu er- kämpfen, welcher an der uns zugewandten Seite eine stumpfwinklige Einbuchtung darstellt, deren Spitze bei Delville-Wald liegt. Im Abschnitt südlich der Somme stellte der feindliche Geländegavtnn ein unregelmäßiges Viereck dar, dessen Flächen-uchalt ungefähr der doppelte des Nordabsch-nittes war. Den Inhalt des August nun bilden dauernde heftige Angriffe unsrer Feinde von der Gesamtheit der bislang erkämpften Fronten aus. Zu großen einheitlichen An- griffen schwoll diese Kampftätigkit vor allen Dingen in der Woche des 13. bis 18. August an, ferner in den Tagen nach dem 24. August und endlich am 31. August. Das Ergebnis dieser größtenteils mit ungeheurer Er- bittevung und beständig hin und her schwankendem Glück geführten Kämpfe ist gering. Am 2. August verloren wir die Monacu-Ferme, am 12. ein Waldstück bei Hein, am 17. und 18. einzelne Grabenstücke in dem Abschnitt von Marttnpuich bis Maurepas, und im letzten Drittel des Monats gingen noch weiterhin einige Gräben an den Hauptangriffsstellen bei Maurepas und Martin- puich verloren. Im ganzen aber kann man sagen, daß der Monat August die ftindliche�Offenfive vollständig ins Stocken gebracht hat, trotz beständiger, abwechselnd auf der Gesamtsront und an einzelnen Frontabschnitten mit größter Wildheit fortwütender Kämpfe. Es darf auch als gewiß angenommen werden, daß im Verlaufe dieses Monats in der Presse unserer westlichen Feinde und bei ihrer Führung der Gedanke sich immer mehr Bahn brach: der Vorstoß an der Somme könne unmöglich das gesteckte Ziel des strategischen Durchbruchs erreichen. Im August halten die Herren Lloyd George und Churchill sehr ge- dämpfte Reden, indem sie davor warnen, einen„leichten" Sieg zu erwarten. Diese Reden finden in Frankreich ein noch viel ernsteres Echo, ja sie lösen sogar Mahnun- gen zur„Demut" aus an die mit der Leitung der eng- lisch-ffanzösischen Geschicke Betrauten. Um die gleiche Zeit warnen auch französische und englische Kriegs- berichterstatter und Militärkrittker ihre Landsleute vor übertriebenen Siegeshoffnungen. Und endlich stellt Herr Lloyd George in seiner erwähnten Rede am 22- August ausdrücklich fest, daß ein Durchbruch„gar nicht ver- nünfttg" wäre! Wenn wir in diesem Zusammenhange� uns daran erinnern, daß die große russische Offensive, welche im Beginn des Juni eingesetzt hatte, eben- falls nach kurzem, allerdings beträchtlichem Erfolge im Laufe der Monate Juli und- August sich völlig festgerannt hatte, wenn wir serner erwägen, daß am 27. August Rumänien veranlaßt worden ist, in den Krieg einzutreten, so können wir nicht umhin, einen Zusammenhang festzustellen zwischen dem Auftauchen eines neuen Kämpfers in den Reihen der Entente und einer Erscheinung, welche der Sep- streitkräften abgeschnitten worden. Die russische Front zwi- schen dem See von Babadag und Turkoia hatte eine Länge von ungefähr 50 Kilometern. * Englis cher Bericht aus Saloniki: An der Dojran- Front griffen unsere Truppen mit Erfolg die feindliche Haupt- linie, die Gräben zwischen dem Dojransce und Deldyili an. Der Feind erlitt ernste Verluste. Mehrere Geschützstellungen wurden zerstört. Flugzeuge führten einen erfolgreichen Bombenangriff auf den Bahnhof von Tanthi und einen feindlichen Transportzug aus. Ein feindliches Flugzeug wurde zerstört, ein zweites zur Landung gezwungen._ Der türkische Kriegsbericht. Konstantiuopeh 26. Dezember. Amtlicher Heeresbericht vom 26. Dezember. An der Kaukasusfront führten wir auf dem linken Flügel mit Erfolg einen Ueberraschungsangriff gegen die feindlichen Vor- Postenlinien aus und erbeuteten dabei Munition, Grabenkampf- Werkzeuge, Ausrüstungsgegenstände und anderes Kriegsmaterial. Unsere Truppen kehrten befehlsgemäß in ihre Gräben zurück, nach- dem sie außerdem die feindlichen Lager und Stellungen zerstört hatten. Von den anderen Fronten ist kein wichtiges Ereignis zu melden. Der osmanische VizegeneralissirmcS. * Ter englische Vorstoh gegen kkut-el-Amara. Englischer Bericht aus Mesopotamien vom 26. Dezember. Englische Abteilungen, die auf dem rechten Tigris- ufer vorgerückt waren, befestigten Stellungen südlich und östlich von Kut-el-Amara. Die Gräben des Feindes auf dem rechten Tigris- ufer südwestlich von Kut-el-Amara wurden systematisch beschossen Unsere Kavallerie zerstörte nach einem Nachtmarsch das Fort GassabS, 26 Meilen südöstlich von Kut-el-Amara, das lange die Operations- basis feindlicher Araber gewesen war, vernichtete 60 Tonnen Ge- treibe und erbeutete Vieh. Eine Anzahl Lager feindlicher Araber wurde in Brand gesteckt. Ein Gefecht in Aegypten. Der englische Bericht meldet aus Aegypten: Am 23. Dezember nachmittags nahmen unsere berittenen Truppen nach einem Gefecht, das um S Uhr vormittags begonnen hatte, eine starke feindliche Stellung bei M a g h d a h a n, 20 Meilen südöstlich von El Arisch. Insgesamt sind bis jetzt 1130 Mann gefangen genommen, wenigstens zwei Geschütze und eine große Menge Waffen und Kriegsgerät erbeutet worden. Die feindlichen Verluste an Toten und Verwundeten sind beträchtlich. Flugzeuge unterstützten den Angriff sowohl mit Bomben wie mit Maschinengewehren aus geringer Höhe und fahren fort, den Feind zu belästigen. Dazu verlautet amtlich aus London unterm 26. Dezember: Ueber das Gefeibr bei M a g h d a b e k in Aegypten vom 23. d. M. werden weitere Einzelheiten mitgeteilt, die wahrscheinlich die End- Ziffern darstellen. Insgesamt wurden 1850 Gefangene gemacht, dar- unter 15 Offiziere. Erbeutet wurden vier Gebirgs- und drei Krupp- Geschütze, eine große Zahl Gewehre, 100 000 Palronen, einige Ge- schützmunitio», ferner eine Anzahl von Pferden und Kamelen. Tele- Phonmaterial und AuSrüstungsgegenstände. Die ganze in den Kampf verwickelte Streitmacht belief sich auf 1000 bis 2000 Mann, so daß die ganze Streitmacht so gut wie ver- nichtet wurde. Weiter südlich rückte eine unserer fliegenden Ab- teilungen durch den M i l t a- P a ß vor, wobei sie die Verteidigungs- werke des Feindes am Lstende des Passes zerstörte und seine Lager bei Sudr-el-Heitan und 6 Meilen weiter vorwärts bei N e khi in Brand steckte. J\\\t Cpklaüen in vemzeliftischen fänden. Bern, 27. Dezember. Nach einem Athener Telegramm der„Anconaer Ordine" werden nunmehr alle zur Chkladengruppe gehörenden Inseln von Beamten der venizelistischen Regierung ver- waltet. Die königlichen Behörden sollen auf keiner Aegäischen Insel mehr in Wirksamkeit sein. Das Volk und üer Krieg. lieber ein Gespräch mit dem früheren rumänischen Minister- Präsidenten Peter Carp berichtet der Kriegsberichterstatter Kirch- lehner in der„Kölnischen Volkszeitung". Carp, der sich bekanntlich eifrig für den Anschluß Rumäniens an die Mittelmächte eingesetzt hat und von dem der Berichterstatter meint,„vielleicht finde er das schwer- geprüfte Land noch einmal wieder unter dem Banner eines bewährten Führers," berührte in seinem Gespräch auch die Wirkung der poli- tischen Propaganda einschließlich der rumänischen Presse. Der Bc- richterstatter schreibt: „Er schätzte diese Faktoren angesichts des gut entwickelten poli- tischen Instinkts des Rumänen nicht sonderlich hoch ein, und ebenso gering die treibende Kraft der Volksmassen, die angeblich in den verschiedenen Ländern zum Kriege gedrängt und ihn weiter entfacht hätten; die Massen hätten nichts zu entscheiden, in ganz Europa sei dieser Krieg, wo er absichtlich begonnen wurde, ein Krieg der führen- den Schichten, ausgenommen in England, wo der Krieg seit An- beginn volkstümlich war, weil er der Ausdruck der unvermeidlich gewordenen handelspolitischen Abrechnung war;„der ganze Krieg ist eine Machtfrage zwischen England und Deutschland, die früher oder später zum Ausbruche gelangt wäre." Hätte in Rumänien die Re- gierung anders entschieden, wäre das Volk ebenso willig darauf ein- gegangen." Der greise Staatsmann vergaß hier, daß es auch in seinem Lande eine Schicht des Volkes gegeben hat, die während des Krieges durchaus ohne Schwanken energisch in der Oeffentlichkeit dargetan hat, daß sie jede Art der Intervention in diesem Kriege ablehnte:-die rumänische Sozialdemokratie. Ihr Augenmerk war auf das Ziel einer Föderation der Balkanstaaten gerichtet, von der sie die Kraft zur politischen Unabhängigkeit dieser Staaten inmitten des Wider- streits der großen Mächte erhoffte.(e) Kabinettskrise in Luxemburg. Luxemburg, 24. Dezember. Die Meldung eines auswärtigen Blattes vom Rücktritt des Ministeriums Thorn ist ver- früht. Die Kammer hat mit 41 Stimmen gegen zwei bei vier Ent- Haltungen dem Ackerbaumini st er Welter wegen der Lebens- mittelversorgung ein Mißtrauensvotum erteilt. Staats- minister Thorn hatte vorher die Solidarität der Regierung in diesen Fragen erklärt. Die Kammer richtete sich aber ausdrücklich nur gegen Minister Welter. Die Großherzogin empfing heute die Mitglieder der Regierung und danach den Präsidenten des Staatsrates Vanerls in Audienz. Luxemburg, 27. Dezember. Das luxemburgische Mi- nisterium hat seine Entlassung nachgesucht. Man erwartet eine Neubildung des Kabinetts unter Ausscheidung des Generaldirektors Weiter._ Der Seekrieg. Tie Strecke eines U-Bootes. Der Kapitänleutnant Max Vallentiner hat, wie der „Lokal-Anzeiger" berichtet, bis jetzt nicht weniger als 128 Schiffe von 282 WO Bruttoregistcrtonncn, darunter im Hafen von F u n ch a l mit„II 38" innerhalb 10 Minuten das französische Kanonenboot „Surprise", das englische U-Boot-Transvortschiff„Cangeru" und den englischen Dampfer„Dacia" versenkt, außerdem einen Truppentransportdampfer, vier Kriegsmate« rial-Transportdampfer und 14 beladene Kohlen- d a m p f e r. Auf seinen Unternehmungen hatte er zahlreiche Ge- fechte mit bewaffneten Schiffen zu bestehen, von denen er zwei Geschütze herunterhÄte und heimbrachte. In Funchal begnügte er sich übrigen? nicht mit der Versenkung der Schiffe, sondern ging dann bis auf 4000 Meter an die Stadt heran, obwohl er heftig von dem Fort aus beschossen wurde. Er selbst erwiderte die Schüsse, erzielte mehrere Treffer im Fort und nahm die Bahnanlagen unter Feuer. Für seine Leistungen ist ihm jetzt der Orden Pour le mörite verliehen worden. * Versenkt. Nach dem„Temps" wunde der italienische Dampfer„E m a n u e I e A c c a m e"(3442 Tonnen), nach einer Berner Meldung der italienische Dampfer„Angelo P a r o d i"(3825 Tonnen) von einem U-Boot versenkt. Der s ch w e- d i s ch e Dampfer„F r i g g a" stieß am Weihnachtsabend bei Raums auf eine Mine und sank. Die gesamte Besatzung, mit Ausnahme eines Heizers, wurde gerettet.— Llohdmeldung: Die dänische Bark„Johan"(828 Tonnen) ist gesunken. Kleine Kriegsnachricbten. Eine Kundgebung für Wilson. Zahlreiche holländische National- verbände telegraphierten am Weihnachtsabend an den Präsidenten Wilson ihre Freude über ssine Vermittlungsanregung. Sympathie- Depeschen sandten u. a. der Anti-Oorlog-Rad, die freisinnig-demo- tember brachte: nämlich dem Wiederaufflammen der Somme- Offensive. * Betrachten wir die Gestaltung der feindlichen Front im Somme- abschnitt zu Beginn des September, so läßt sich feststellen, daß diese im Südabschnitt keine nennenswerte Verschiebung erfahren hatte. Aber auch im Nordabschnitt stößt die Frontlinie noch immer im wesentlichen in der Form eines stumpfen Dreiecks in unsere Stcl- lung hinein, so daß der allgemeine Druck, den der Feind während de? Augustmonats ohne einheitlichen strategischen Plan auf beide Schenkel des Dreiecks wie auch auf seine Spitze ausgeübt hatte, keine wesentliche Veränderung der Besitzverhältnisse im umstrittenen Ab- schnitt gebracht hatte. Während also bisher die feindlichen Anstrengungen ohne erkenn- baren strategischen Grundgedanken dem etwas plumpen Versuch ge- dient hatten, durch das Uebergewicht der Zahl und des Materials unsere unerschütterlichen Fronten allmählich zu zermürben, lassen die nun beginnenden Kämpfe ganz deutlich einen bestimmten Grund- gedanken erkennen. Wir besitzen überdies Befehle der französischen Heeresleitung, welche das ausdrücklich bestätigen. Dieser Grund- gedanke Ist der: an Stelle des Abnutzungskampfes wieder den strategischen Durchbruch treten zu lassen. Bei Beginn der Sommeschlacht schwebten den beiden gegen uns kämpfenden Heeren als nächstes Ziel ihres Durchbruchs wohl die zwei wirtschaftlichen Mittelpunkte des Hinterlandes unserer Aus- gangsstellung, die Städte Bapaume und Peronnc, vor, erstcres als Ziel der Engländer, letzteres als das der Franzosen. Obwohl die Franzosen an ihr Ziel Peronne bereits im Juli bis auf weniger denn einen Kilometer herangekommen waren, war es ihnen doch während des Augusts nicht gelungen, sich der Stadt noch weiter zu nähern. Aus dem Gesamtverlujt der Kämpfe des Monats Sep- tember nun ergibt sich mit Deutlichkeit, daß die Franzosen die Hauptrichtung ihres Angriffes und sein erstes Ziel ver- ändert haben. Der genannte französische Befehl verzeichnet als französisches Angriffsziel für den September das Dorf Bertincourt, während die Anstrengungen der Engländer vor wie nach auf Ba- paume zielen. Mit einem Worte: auch die Franzosen verlegen im Monat September den Schwerpunkt ihrer Anstrengungen i n den N o r d a b s ch n i t t. Sie wählen sich eine Richtung, die mit derjenigen der Engländer im wesentlichen zusammenfällt, so daß die Schnittpunkte der Angriffslinien in der Verlängerung der ursprüng- lichen Dreieckspitze liegen. Indem aber gleichzeitig auch die Kämpfe im Südabschnitt mit unverminderter Heftigkeit fortdauern, entstehen zwei im wesent- lichen getrennte Schlachten. Es sei hier zunächst die all- gemeine Entwicklung der Südschlacht während der Monate Sep- tember und Oktober betrachtet. In dem nunmehr zu betrachtenden Zeitabschnitt scheint die Er- oberung der Stadt Peronne nicht mehr im Mittelpunkt der Bestre- bungen der Franzosen zu stehen. Die Angriffe im Bezirk der Süd- schlacht wenden ihre Hauptwucht aus dem Abschnitt von Peronne nach Südosten. Die Römerstraße, welche wie mit dem Lineal gezogen die französische Landkarte von Amicns bis Vermand durchquert, bil- dct die Nordgrenze der nunmehr sich im Abschnitt der Südschlacht entspinnenden Kämpfe. Während bis zum 1. September die Fran- zosen südlich der Römerstraße kaum nennenswert über ihre Aus- gangsstellung hinausgekommen waren, beginnen sie nun mit Macht auf unsere Front südlich der Römerstraße zu drücken, mit dem offen- baren strategischen Ziel, die Kampffront der Sommeschlacht nach Süden zu erweitern. An dieser Stelle dehnt sich nun die Schlacht, welche bis dahin bei Vermandovillers ihren Südpunkt er- reicht hatte, von dort bis südlich Chilly aus und erhält in dem Städt- chen Chaulnes ein neues örtliches Angriffsziel. Zunächst stürmten die Franzosen am 5. September auf der 20 Kilometer breiten Front von Barleux bis Chilly an und ge- wannen das in unserer Ausgangsstellung liegende Dorf Chilly und im weiteren Verlaufe ihrer Angriffe am 7. September das Dorf Vermandovillers. Am 17. September eroberten sie im Ver- lauf eines gewaltigen Gesamtangriffes die Dörfer Beruh und Deniecourt. In der Folgezeit nahmen die Kämpfe der Südschlacht eine mildere Form an, bis zu ihrem Wiederaufleben am 10. Ok- tober. An diesem Tage machten die Franzosen nach mehrtägiger Artillerievorbereitung wiederum einen Fortschritt, welcher die Höfe Genermont und Bovent umfaßte Im Abschnitt zwischen Genermont und Chaulnes tobten seitdem heftige Kämpfe, deren Mittelpunkt das Dorf Ablaincourt und die benachbarten Waldstücke bilden. Zurzeit befindet sich das letztgenannte Dorf im Besitze der Franzosen. Das feindliche Vordringen hat in Richtung auf das Städtchen Chaulnes Fortfchritte gemacht. Während die Gefechtshandlungen der Südschlacht sich bis zum 10. Oktober nur in ihrem Südabschnitt südlich der Römerstratze abspielten, hat im letzten Drittel des Oktobers eine Gruppe von Kämpfen stattgefunden, deren Mittelpunkt die bereits seit 16. Juli im Besitze der Franzosen befindliche Maisonnette-Ferme und die sie mit Biaches verbindenden Grähen bildeten. Am 18. Oktober nahmen die Franzosen einen Teil unserer Stellungen zwischen Maisonnette und Biaches. Am 21. wurde ein Gegenstoß angesetzt, der einen Teil der verlorenen Gräben zurückgewann. Am 29. Oktober brachte ein neuer Angriff uns nicht nur den Rest der ver- lorenen Stellungen, fondern darüber hinaus die Wiedereroberung der Maisonnette-Ferme. _ Der November brachte die Südschlacht zu nahezu vollständigem Stillstand. Einzig eine Gruppe örtlicher Kämpfe ist hervorzu- heben, die sich um den Besitz des Dorfes Pressoire und des südlich davon gelegenen Waldes drehten. Beides ging am 7. November an den Feind verloren, wir versuchten in hin und her wogenden Kämpfen vergebens, Dorf und Wald wieder in unseren Besitz zu bringen. Im übrigen beschränkte sich die Gefechtstätigkeit im Südabschnitt während des ganzen Monats November auf Ar- tilleriegefechte von wechselnder Stärke und auf Patrouillenkämpfe. (W. T. B.) (Fortsetzung folgt.) j kratische Partei, der nationale Frauenbund, der assgemein« Pro- testantenbund, der Friedensbund Friede durch Recht, das internatio- nale Frauenkomitee für dauernden Frieden. Die Vereine wollen das ihre tun, um die kriegführenden Parteien zu überzeugen, daß das neutrale Europa Wilsons Versuch vereint unterstützt. Landsturm-Mustcrung in Oesterreich. Wien, 27. Dezember. Die Blätter veröffentlichen eine Bekanntmachung, durch die die Landsturmpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1898 bis einschließlich 1892 zu einer neuerlichen Musterung, die in der Zeit vom 15. Ja- nuar bis 5. Februar 1917 stattfindet, aufgerufen werden. Erfolge deutscher Kampfflieger. Am 26. Dezember schössen, wie W. T. B. meldet, unsere Flieger 9 feindliche Flugzeuge ab. Hier- von sind 6 hinter unferen Linien abgestürzt oder zur Landung ge- zwungen worden, ein weiteres liegt zertrümmert etwa 50 Meter vor unserer vordersten Linie. Der Absturz und die Zertrümmerung der restlichen zwei hinter den feindlichen Linien konnte einwandfrei durch Beobachtung auch von der Erde aus festgestellt werden. Eine ganze Reihe weiterer Abschüsse ist noch gemeldet. Sie sind in dieser Aufstellung noch nicht berücksichtigt, weil nähere Einzelheiten noch ausstehen. Wir verloren 2 Flugzeuge, eins im Luftkampf, eins durch tödlichen Absturz.— Die Hauptkampftätigkeit der Flieger spielte sich in der Sommegegend ab. Die Leistung der deutschen Flieger ist um so bemerkenswerter, als die Witterung durchaus un- günstig war. An der ganzen Westfront herrschte Regen und Schnee- gestöber. Der Ruhemarschall. Die französische Regierung beschloß, Joffre in Anerkennung seiner hervorragenden Dienste die Würde eines Marschalls von Frankreich zu verleihen. Die französische Kohlennot und die Bergarbeiter.„Matin" zufolge hat die französische Regierung beschlossen, zur Steigerung der Kohlenproduktion die Bergarbeiter der Jahrgänge 1900/02 vom Heeresdienst zurückzustellen. Bewaffnung französischer Handelsschiffe. Nach einer Meldung des„Petit Parisien" aus Bordeaux wuvdcn verschiedene Handels- schiffe, um sich gegen die deutschen U-Boote verteidigen zu können, mit Kanonen ausgerüstet. Englische Handelsspionage? Die„Kölnische Zeitung" schreibt: Wie uns mitgeteilt wird, ging von holländischer Seite neuerdings verschiedenen deutschen Firmen ein Schreiben zu, worin allerhand Aufschlüsse nicht nur über Fabrikation unter nor- malen Verhältnissen, sondern Angaben darüber erbeten werden, ob sie mit anderen Firmen Verkaufsgemeinschast haben, ob sie Preis- konventionen und Verbänden angehören usw. Die Veranlassung zu der Anfrage wird nicht angegeben. Man sei beschäftigt, sein Archiv in Ordnung zu bringen und zu ergänzen. Es ist kaum nötig, darauf hinzuweisen, daß hinter der Anfrage aller Wahr- scheinlichkeit nach englische Handelsspionage zu suchen ist. Letzte Nachrichten. Die Gründe für Burians Rücktritt. Budapest, 27. Dezember.(T. U.) Ueber die Gründe für den Rücktritt'des Barons Burian veröffentlicht„Az Est" folgende aus den Kreisen der Regierungspartei stammende Information: Clam- Martinitz bildete das österreichische Kabinett unter der Voraus- setzung, daß sowohl der Reichsrat wie die Delegationen«inberufen werden. Er glaubte seine Aufgabe leichter erfüllen zu können, wenn in der Delegation die äußere Politik der Monarchie nicht durch Burian vertreten würde. Gleichzeitig waren innerpolitische Schwierigkeiten zu erwarten und die Regierung wäre auch gezwun- gen gewesen, gegen Angriffe zu kämpfen, die gegen die Person Burians auch von österreichischer Seite zu erwarten waren. Graf Tisza sah ungern den Abgang Burians. Burian neigte aber selbst zur Demission, um die Lage des Clam-Martinitz-Kabinetts zu er- leichtern._ Tardieus Klage.— Es klappt nicht! Rotterdam, 27. Dezember.„Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus Paris: Im„Petit Parisien" beklagt Tardieu die gegen- wärtige Methode des Zusammenwirkens der Alliierten, die er als kindisch bezeichnet. Er tritt für den Vorschlag Hennessys ein, einen Generalstäb der Alliierten einzusetzen. Die neutrale Friedensfront. Amsterdam, 27. Dezember.„Times" meldet aus Washington: Man hofft hier dringend, daß Holland, Schweden und andere neu- trale Staaten sich der Schweiz anschließen werden, um Wilsons Friedensnote zu unterstützen. Berichte aus Südamerika besagen, daß dort eine ziemlich starke Stimmung für derartige Schritte herrscht. In Nordamerika wird die Note von einer großen Mehrheit der öffentlichen Meinung gutgeheißen. Briand unpäßlich. Basel, 27. Dezember. Havas teilt mit, daß Briand wogen Un- päßlichkeit an den Beratungen des Ministerrats nicht teilgenommen habe.(„Frkf. Ztg.")_ Bratianu entschuldigt sich bei den Verbündeten. Amsterdam, 27. Dezember.(T. U.) Der„Thd" wird aus Paris gemeldet, daß nach Berichten aus Jassy vom 26. Dezember der Premierminister Bratianu erklärt habe: „Die Bundesgenossen wissen, daß der Widerstand der rumäni- schen Armee mit der größtmöglichen Energie geführt worden sei. Wir scheuen uns nicht, die Fehler einzugestehen, welche gemacht worden sind. Die Niederlage, die wir erlitten haben, ist hauptsächlich auf den Mangel an Reserven zurückzuführen. Während der letzten 3 Monate sind die rumänischen Truppen ununierbrochen angegriffen worden. Nach dem ermüdenden Rückzüge sei eS nötig, daß sie reorganisiert würden, und dem widme nun der Generalstab seine Aufmerksamkeit. Die Bundesgenossen könnten überzeugt sein, daß die rumänische Armee ihre Pflicht tun und auf dem Posten sein werde, um zu dem allgemeinen Siege beizutragen, wenn die Offensive beginne. Wir erhalten fortwährend, so erklärte Bratianu, alles Material und Munition, welche nötig ist, und unsere Vorräte reichen aus. Wir sind vor allem Frankreich zum Dank verpflichtet, weil es uns fteudig mit allem versehen hat, was wir nötig haben."_ England: eine belagerte Stadt! Amsterdam, 27. Dezember.(T. U.) Nach einem jetzt ein- getroffenen Sitzungsbericht des englischen Unterhauses gab der neue Landwirtschaftsminister Prothers eine Uebersicht über die Pläne der Regierung bezüglich der Lebensmittelversorgung. Der Minister setzte den großen Ernst der Lage auseinander und wies darauf hm, daß bedacht werden müsse, daß man sich eigentlich in einer belagerten Stadt befinde. Wenn nicht für die Fabrikation der Lebensmittel im Lande selbst gesorgt werde, dann würde man in die ernstesten Sorgen geraten können. Der Minister gab zu, daß er mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. An erster Stelle machte chm die Frage der Arbeitskräfte große Sorge. Er hoffe jedoch, daß ihn die Bauern unterstützen würden und daß man ihni auf dem Krieqs- Ministerium zu Arbeitskräften verhelfen könne. Weiter tellt der Mi- nister mit, daß lokale Kommissionen gebildet werden sollen, um zu untersuchen, welche Ländereien noch für den Anbau von Lebensmitteln sich eignen. Zum Schlüsse sprach der Mi- n ister als seine feste Ueberzeugung aus, daß auf den Korn- und Kartoffelfeldern Großbritanniens der Siog in diesem großen Kriege gewonnen oder verloren werden könne. Tie Kölner Mörder überführt und festgenommen. Köln, 27. Dezember. Die beiden Mörder des Agenten Johann Haserkampf und seines Sohne sind der Tat überführt. Der zweite Mörder Käfer ist jetzt auch von der Kriminalinspektion festgenommen toox&cxu Gewerksthastliches. Regelung öes gewerkschaftlichen Versammlungsrechts im Sezirk ües y. Armeekorps. Tas Stellvertretende Generalkommando des 9. Armee- korps zu Altona hatte � angeordnet daß jede Versammlung auch die geschlossenen Mitglieder- und Betriebsversammlungen der Gewerkschaften, mindestens eine Woche vor Beginn unter Angabe des Ortes, der Zeit und der genauen Tagesordnung angemeldet werden müsse. Zu haltende Vorträge sollen recht zeitig vorher der Polizeibehörde zur Durchsicht vorgelegt werden. Punkte wie„Verschiedenes" und dergleichen und Diskussionen nach den Vorträgen wurden nicht zugelassen. Durch jene Bestimmungen und die Art, wie sie gchandhabt wurden, war jede nutzbringende gewerkschaftliche Tätigkeit unterbunden. Die Generglkom Mission hat des halb gegen die in Frage kommende Ver ordnung des Stellvertretenden Generalkommandos des 9. Armeekorps beim K ri e g s in in i st e ri u m Beschwerde e r hoben und gebeten, das Stellvertretende Generalkommando zu veranlassen, die Verordnung aufzn heben und den Gewerkschaften zu gestatten, Mitglieder Versammlungen, Werk- und Betriebsversammlungen abzu halten, wenn sie 48 Stunden vorher angemeldet werden. Wie das Kriegsministerium(Kriegsamt) unter Nummer 3644/11. 16 ß. 5 mitteilt, hat das Stellvertretende Kommando des IX. Armeekorps den Vorgebrachten Wünschen wegen Vereinsbetätigung der Gewerkschaften durch entsprechende Ver- ordnung Rechnung getragen. Die Bekanntmachung hat fol- genden Wortlaut:. .Soll ein« der im Gesetz zur Aenderung des Vereinsgesetzes vom 26. Juli 19l6----— Neujahrspostkarten.......... stück 2 ws 10 pl Neujehrskarten mit umschlagen... 10 stock 20 ws 75??. SllV6St6r- Artikel Verkauf Im Erdgeschoß in Moselwein ton Rütlinger Schloßberg..fi. 1.10 PUndericher Rosenberg____ fi. 1.30 1911 Mesenicher Kuckuckslag fi 1.60 Rheinwein iois Edenkobener........ fi 1.30 1913 Niersteiner Menzenberg fi. 1.60 1911 Rüdesheimer........ fi. 2.25 Rotwein i9ii Dom de Maisonneuve Fi 2.60 1913 Dom du Pont de Roy..fi. 2.80 1909 ChätGrandPuyDucasseFL 3.00 1911 Chat. Langlade..... Fi 3.00 Südwein Feiner Alter Tarragona....fi. 2.25 Vinhö do Portugal Supdriore. fi. 2.75 Feiner Alter Shery.......Fi. 3.75 Feiner alter Portwein...... fi. 3.00 Oasterr. Dessertwein fi. weiß 2.75 rot2.50 Kognac Ä«" 8.00>/« R- 4.25 Kognac Machoi Ooid fi. 9.50-/, Fi. 5.00 Schaumwein Olympia Gold............ fi 2.10 Schutzgrün lack.......... fi. 5.50 Rotkäppchen............ Fi. 5.50 Montelimar-Fils......... fi. 6.50 Feist Feldgrau.......... fi. 6.50 Verschied, feine Liköre und Sylvester- Punsch ' SSeroiü». Rcdast,:. Dr, Franz Dirderich, Friedenau. Inserate verantw.T� GMa, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts u. Berlagsanst, Paul Singer i Co« Kontorkalendsr in verschiedenen Ausfuhrungen Abreißkalender 20 38 48 65 75 95 n v____—-«" Geflügel Gänse, Enten auTagespreiien Gänse-Pökelfleisch. Pfund von 4.50 an Ausgeschlacht. Gänsefleisch. Gefrorene Suppenhühner Pfund von 4.50 an Pfund von 3.Z5bis4ijU Ausstellung der„Praktischen Berlinerin": Moderne Kleider umgearbeitet aus alten, unmodernen Kleidungsstücken Eröffnung am Freitag, 29. Dezember, 12 Uhr, Leipziger Platz, Erdgeschoß. Konserven Schellfisch in Gelee Doseetwai Pfd. 2.10 Nordsee-Muscheln Dose etwa i Pfd. 2;25 Fischsülze..... Dose etwa 1 Pfd. 1.56 Goldbutt in Gelee Dose etwa i Pfd. 2.20 Schollen in Gelee Dose etwa i Pfd. 2.15 Krabben In Gelee Dose etwa i Pfd. 1.85 Fischklöße..... Dose etwa 2 Pfd. 3.95 Mittagsfisch..... gebraten, Dose 2.95 Gänsekeulen Im eigenen Saft, Dose 7.25 Geräuch. Gänsebrust u.-Keulen"If*"" Fische Frische Eis-Aale.... Pfund von 3.50 an Lebende Aale zu Tagespreisen Frische Seemuscheln......... Salzfische.............. Pfund 1.80 Frische Seefische zu Tagespreisen Tarbutt............... Pfund 2.90 Seezungen............. Pfund 4.50 Räucherwaren Bücklinge........ Stück von 20 Pf. an Räucherheringe..... stück von 70 pf. an Räucheraale........ Pfund von 8.50 an Dorsch-Rogen Ä 2 60 Suppen zu verwenden, Kaviar- Ersatz.... Pfund Rauchfisch............. Pfund 2.60 Fischbrühwurst.......... Pfund 3.40 Muschelfleisch 1. Gelee pw.1.60 sut-D«. 9.60 Schellfisch In Gelee m. 3.20 sl.»..-)«,, 19.00 Sardellen Pfund 6.00| Anchovis Pfund 2.40 Saure Gurken...... stock von 20 pf. an Obst u. Gemüse Spinat............... Pfund 33 Pf. Rosenkohl............. Pfund 65 pf. Sellerieknollen.......... Pfund 30 pf. Schwarzwurzeln........ Pfund 55 pt. Schnittlauch........... Topf 65 pf. Ausländische Walnüsse..Pfund 2.50 pf Tafel-Aepfel........ Pfund 75 90 Pf. Zitronen Dtz. v. 75 Pf. an Feinen. Datteln Berlin SW. Hierzu IBeilage und UnterhuttnitgSblT MWdtsImMs"§n\M Jolfelilött. 5H«frsh' 28 19,6 Hr. 355. 33. Jadreaug Zur kartoffelfrage. Ein Briefwechsel. Dem Genossen Broun ging noch seiner letzten Rede im preußischen Abgeordnetenliouse über die Lebensnnttelver- sorgung von einem preußischen Londrot ein Schreiben zu, dessen Inhalt für die jetzt so brennende Frage der Kartoffel- Versorgung Von allgemeinem Interesse ist. Wir bringen daher den Brief unter Weglassung des Namens und Srts sowie die Antwort des Genossen Broun zum Abdruck: „Sebr gcekrtcr Herr Abgeordneter! __ Zeitungsnachrichten zufolge haben Sie behauptet, daß Kar- toffcln in den größeren Städten nicht vorhanden wäre», d a diese zweifellos von den Landwirte» zurück- gehalten würden. Falls diese Angaben zutrefscn, erlaube ich mir zur Klar- stellung aus die hiesigen Verhältnisse hinzuweisen. Sofort nach Eingang der LieferungSaufträge hat der Kreis versucht, schlcu- »igst Kartoffeln de» Bedarfsverbänden zuzusenden. Ich habe daraus hingewiesen, daß im Oktober die Lieferung schwerer sein würde, da dann die Herbstbestellungen und die Rübenabfuhr bindernd in den Weg treten würden und ebenso der Leute- und Pserdcmangel eine beschleunigte Abfuhr unmöglich niachtc. Früh- zeitig im September dagegen wäre eine Licscrimg sehr wohl möglich. Tcsscnungeachtet hat die Mehrzahl der Bedarssvcr- bände größere Lieferungen vor Oktober abgelehnt. Man wird dies Verfahren nicht anders als eine Spekulation auf de» niedrigen Oktobcrpreis, die ja verständlich ist, bezeichnen können. Wer aber spekuliert, darf sich nicht darüber beklagen, daß cS nach' ber im Oktober nickt möglick ist. soviel zu liefern wie gewünscht wird. So dekretierte ein Bedarfsvcrband z. B. im Oktober eine Wockenlieferung von 17' 000 Zentnern. Solcke einseitigen, aus Unkenntnis beruhenden Wünsckc lassen sich natürlich nicht er- füllen, wenn viele Stellen gleichzeitig befriedigt werden sollen und die Höckstmengen der Wochcnlicferung etwa 35 000 Zentner beträgt. Roch jetzt lehnen einzelne Empfänger die Uebernahme der Frostgefahr ab, obwobl sie doch dem Landwirt gercchterwcise nicht gut zumuten können, seinerseits die Frostgefahr zu über- nehmen, während sie ihrerseits eine Lieferung in einer Zeit, in welcher eine Frostgefahr nicht bestand, abgelehnt haben. So- weit mir bekannt und ich auck von meinen Amtsgcnossen und Rackbarn babe börcn können, stebt diese meine Erfahrung nicht vereinzelt da. Wie ich denn leider überhaupt sagen muß, daß nach den hiesigen Erfahrungen die Schwierigkeiten der Kartoffel- licserung� nicht so sehr beim Ablicsercr als beim Empfänger liegen� Ich erlaube mir dies mitzuteilen, da ich annehme, datz auch Sic, Herr Abgeordneter, an einer Klarheit der Verhält- nisse ein großes Interesse habe» müssen und vielleicht infolge- dessen Gelegenheit finden, Ihre Vorwürfe, die sich doch an- scheinend gegen die Landwirte in der Allge- mein hei t richten, den Tatsachen entsprechend einzuschrän- kcn. Vielleicht können diese meine Erfahrungen als kleiner Bei- trag dienen zur Behebung der Unkenntnis von den gegenseitigen Verhältnissen, insbesondere zwischen Stadt und Land, die meiner Ansicht ein größerer Feind für eine gedeihliche EnNvickclung unseres Vaterlandes als die äußeren Feinde ist. Sehr crgcbcnst (Name.)* Berlin, 23. Tezembcr 1016. Sehr geehrter Herr Landrat! Verzeihen Sic, daß ich erst jetzt Gelegenheit nehme, Ihnen für Ibre w. Zeilen vom 8. d, Mis. zu danken. Ihre Mitteilungen über die Schwierigkeiten in der Kartossel- lieierung waren mir sebr interessant, wenngleich ich Ihren Schlußfolgerungen nicht zustimmen kann. Man kann den Bedarssgemeinden. die im September die Ab- nabme der Wintcrkartosseln ablehnten, doch nicht den Vorwurf der Spekulation machen. Sie mußten nach der Bundesratsver- ovdnung die Winterkartosfeln an die Konsumenten für 4,75 M. zentnerweise und 5,50 M. pfundweise abgeben. Da heißt es ihnen doch zu viel zumuten, wenn man verlangt, sie sollen die Kartoffeln zum Septemberpreise von 6 M. einkaufen. Fracht und sonstige Unkosten tragen und sie dann zum obenerwähnten Ber- kaussprcise abgebe». Eine solche Belastung der Steuerzahler zu- gunsten der Kartoffelerzcuger konnten die Gemeinden zu all den übrigen Kriegslasten nickt auch noch ans sich nehmen. Hätten die Kartossclerzcugcr in, Hinblick auf die Ansubrerschwerniffe im Oktober schon im September die Winterkartosfeln zum Preise von 4M.— dieser Preis stand ibnen für Winterkartoffeln nur zu— den Bedarfsaemeinden geliefert, würden dicsc die Abnahme licher nicht abgelehnt, sondern die Kartoffeln mit Freuden ent- gegcngenommcn haben. Will man im vorliegenden Falle einmal von Spekulation reden, dann hat diese doch sicher nicht bei den Bedarfsgemeindon. sondern eher bei den Erzeugern vorgelegen, die ihre Winter- kartoffeln jenen zum Septcmbcrprcis von 6 M. aufdrängen wollten. Ich verkenne keineswegs, daß infolge der verspäteten Ge- samterntc dieses IahreS sich der Kartoffelanfiibr im Oktober und November größere fachliche Hemmnisse in den Weg stellten als in anderen Iahren. Indes bin ich—- auch in voller Würdigung Ibrcr mir sehr wertvollen Mitteilungen— nach wie vor der Auf- fafsung, daß die Anlieferung der Winteriarloffeln sich für die Bedarfsgemeinden sicher befriedigender gestaltet bättc und noch gestalten würde, wenn die Kartoffelerzeiiger bei dieser Lieferung den gleichen Eifer an den Tag legen wollten, mit dem sie bei der Lieferung der Frühkartoffel» zun« Preise von 10 und V M. im Sommer dieses Jahres sehr zum Schaden vieler Bedarfs- gemeinden zu Werke gingen.- Auch muh ich an meiner, durch viele auch öffenilich bekannt gewordenen Tatsachen begründeten llcberzcugung festhalten, daß auch heute noch zahlreiche Landwirte Kartofseln verheimliche» und zurückhalten, weil die hohen Gänse-, Schweine- und Vieh- preise zur Verfütterung geradezu anreizen und das Schwund- risrko ihnen durch die Preiserhöhung ab 15. Februar 1917 ab- genommen ist. Ilebrigens beweist die von Ihnen gerügte Abnabmebcrweige- rung der Bedarfsgemeinden im September auch nur, daß sie diesjährige Festsetzung der Kortofselprciie eine völlig vcrfcbltc war. lind die leitenden Verwaltungsbeamten der Liefcrbczirke hätten sich um die rechtzeitige Versorgung der Bedarfsgemcinden mit Winterkartoffcln ein großes Verdienst erworben, wenn sie. nachdem sie erkannt hatten, daß der hohe Septcmberpreis der frühzeitigen Abnahme hemmend im Wege stand, beim Kriegs- ernähningsamt auf eine entsprechende Herabsetzung des Preises gedrungen hätten. Dann wären, porausgesetzt. daß nur die von Ibnen erwähnten sachlichen Anfuhrerschwernissc der ausreichen- den Belieferung im Oktober und November im Wege standen, bereits im September, wo diel« betriebstechnischen Schwierig- keilen nicht iu dem Maße vorlagen, die Bedqrfsgemeinden stark beliefert worden. Sie hätten zu dem angemessenen Winter- kartofselpreis die Lieferungen sicher gern entgegengenommen und auch die von Ihnen erwähnte Frage, wer jetzt das Risiko für die Frostgefahr trägt— die Gemeinden sind bei den fest- gesetzten Ein- und Verkaufspreisen nach meiner Auffassung dazu selbstverständlich nicht in der Lage— würde die ausreichende Versorgung der städtischen Konsumenten mit Kartoffeln zurzeit nicht erschweren. Stimme ich Ihnen auch darin zu, daß Behebung der Un- kcnntnis über die gegenseitigen Verhältnisse in Stadt und Land der Volkseriiährung nur dienlich sein könnte, so kann ich doch nicht so weit gehen, in dieser Unkenntnis, die übrigens nicht so groß ist. wie Sie anzunehmen scheinen, einen größeren Feind für die gedeihliche EntWickelung unseres Vaterlandes zu erblicken als in den äußeren Feinden. Einen gefäbrlichercn Feind für die gesunde Entwickelung unseres Landes und der Widerstandskraft feines Volkes in dieser schweren Kriegszcit erblicke ich vielmehr in der. in weitesten Kreisen landwirtschafilichcr Produzenten und auch der Lebensmittelhäudlcr zutage getretene» Gewinnsucht, die den Sladlbcwobueru in den skandalös boben Preisen für fast alle Lcbcnstnittcl fühlbar wird und iic zu Enibcbrungcn zwingt, die UNI so unwilliger ertragen werden, als die Nutznießer der hohen Lebensmittelpreise in Stadt und Land sich in dein Verbrauch mancher so überaus knappen, für die Ernäbrung aber wichtigen Lebensmittel nicht entfernt die Beschränkungen auferlegen brauchen, die die fetzige schwere Zeit erheischt und die sie den großen Bolksmossen in den Städten und Jndustricbczirken aufzwingt. Diese ungesunden Erscheinungen, diese Betätigung krasser Gewinnsucht, wie sie bei längerer Dauer des Krieges jetzt über- all im Wirtschaftsleben gleich Sumpfpflanzen in Treibhausluft emporschießt und in den abstotzensten Formen in die Erscheinung tritt, sollte jeder bekämpfen, dem die gedeihliche Entwickelung unseres Vaterlandes und die Bohemplung des deutschen Volkes in dem ihm auck weiterhin von seinen unerbittlichen Feinden a/sgc- zwiingcnen Daseinskämpfe am Herzen liegt. Ucbcrzcugt, daß auch sie mir darin zustimmen, zeichne mit ergebenster Hochachtung gez. O. B r a u n. Nach dem Inhalt des landrätlichen Schreibens ist dieser Landrat offenbar der ehrlichen Ileberzeugung, daß die Spe- kulation der Stadtgemeinden die iingeniigende Zufuhr von Winterkartoffcln verschuldet hat. Taß die Spekulation um-. gekehrt bei den Landwirten obwaltete, die einen höheren Preis erzielen wollten, scheint ihm offenbar nicht zum Bewußtsein gekommen zu sein. ' politische Ueberslcht. Wer ist das deutsche Volk? In einer Auseinandersetzung über seine Kriegszicle schreibt Freiherr von W a n g e n h c i in. der Vorsitzende dcö Bundes der Landwirte, in der„Deutschen Tageszeitung": Nicht die Herren Scheidemann und Erzberger sind das deutsche Volk, nicht dieser Reichstag, hervorgegangen aus der wüstesten parteipolitischen Verhetzung, gibt seine wahre Gesinnung wieder. Das deutsche Volk ist zn jeden, Opfer bereit, aber eS fordert die Sicherheit, daß diese Opfer nicht vergebens gebracht sind und iveiicr gebracht werden. Nicht Schiedsgerichte und papierne Verträge, nur ein Zuwachs an Macht, der uns in jeder Richtung unüberwindlich macht, kann der Loh» für die unendlichen Opfer sein. Nach Herrn Wangciiheims Auffassung gehört der größte Teil des deutschen Volkes nicht zum deutschen Volk. Es ist allerdings cinc sehr bcaueme Methode, zu erklären:„Wer nicht denkt wie ich, gehört nicht zum deutsche» Volk". Das deutsche Polt aber ist ganz und gar nicht der Ansicht, daß es nur aus Herrn Wangettheinl und einigen von ihm anerkannten Leuten bestünde. � Schmollcr gegen Gleichberechtigung. Anläßlich einer Besprechung zweier Bücher von Dr. Hugo P r e u tz und Professor H a n S Delbrück ergeht sich der Berliner Professor der Natioilalökoitoniie v. S ch m o l l c r in polilischen Erörterungen, die recht seltsam zu lesen sind. Namentlich gegen das van Dr. Prcutz verfaßte Buch„Das deutsche Volk und die Politik" richtet sich sein Gclchrtcnzorn. Nachdem Schmoller den Verfasser als einen der begabtesten neueren Staatsrechtslchrcr bezeichnet hat. fährt er fort: „Prcnß ist einer der Häuptlinge des Berliner k o m- inunalen Freisinns geworden, der da, sozial auf semitischer M i l l t o» ä r S b a s i s beruhend, unsere Hauptstadt mehr oder weniger beherrscht, lind es will mir immer vorkomme» daß in diesen Kreisen, so liichtig und ehrbar sie sind, der politische Horizont und daS ppliliiche Urteil doch zu der von dem einen Gebanien erfüllt ist: in ihren«reisen sei eine solche Uebcrlcgenhcil von Intelligenz. Cha- r>i k t e r und Talent, daß es ungerecht und schädlich für Siaal und Gcscllichasl sei, daß ihr eng zusammesthaltender Kreis die Universitäten, das Heer, das höhere Beamtenlum noch«j ch t s o unbedingt beherrsche wie das bezüglich der Stadt Berlin und ibrer Verwaltung der Fall sei. Bei den iiieisten, auch wohl bei Preuß, unbewüßt. Wielen derartige Siiininungen beeinflussend aus ihr politisches Denke». Das große Ideal der polilischen und rechtlichen Gleickberechligung läßt sich nur in dem Tempo durchsetzen, als das' Votksbeivußiseln sich dem Standpunkt des Gesetze« angepaßt hat. Seine Durchführung findet zeitweise natürliche H e in in>1 n g c n, Ivo eine Minorität der Rasse, des Glaubens usw. sich bei freier Znlassiiiig raick zur intolerante» Herrscherin des Staates beziehungsweise der betreffenden Verwaltung, der einschlägigen Organe zn inachen lveiß. Wie rasch haben die jüdischen P r i v a l d o z e n t e n und Professoren zu- genoutMell! Wie rasch haben die Juden es errcichi, paß an einzelnen Kliniken jahrelang nur jüdische Assistenten angestellt wurden, wie bewahrheilele sich in manche» Fakultäten die Prophezeiung. daß der erste jüdische Ordinarius in zehn Jahreil sünf und mehr andere Juden nach sich ziehe! Die Benachleiligmig der Juden im preußischen Staats- leben ist heuie fast schon dein Verschwinden nahe und macht bereits dem Gegenteil da und dorr Platz. Vollends eine Benach- teUigung der Kalhvliktn findet in Preußen heute nirgends statt. man könnte das Gegenleil dehanpteii... Daß man die Sozialdemokraten 1880 bis 1904 oft falsch beuricilte, ist ebenso ihre c i g e n e S ch u I d w i e d i e d e r R e g i e- r>> ii g: daß Man ihre gemüßigten Vertreter in der Selbst- regierung beziebungweise den für einzelne bestimmten Aeintern osr und lange sälichlicherweise ausschließen Ivollte. habe ich stets selbst gesagt und getadelt. Aber man ist im Begriff, auch das aufzugeben." SÄm vfler ist grmz wie„bor Gesckückitssckwciber Räumer", nackt bem Wort bos N i ch t Professors Karl Marx,„zusommen- gesetzt aus einerseits unb andererseits". Die Gleichberechtigung ist ein„großes Ideal", des- halb halte man sich ihr möglichst fern und suche sie auf dem laugsainstcn Wege zu errcicheu! Die AiiSführuiige» SchmollerS über die Gleichberechtigung der Iiibcn erwecken fast den Anschein, als sprächen hier persönliche Anti- pathien des Verfassers gegen irgendwelche Kollegen mit. Oder sieht Schmoller schon einen Miß- brauch der Gleichberechtigung darin, wenn jüdische Wissen- schastlcr ans Grund der Gleichberechtigung einen ihrem Können entsprechenden Posten zn erringen suchen?— Daß Herr Schmollcr den bisher geübten Ausschluß von Sozialdemo- kraten aus der Gleichberechtigung tadelt, ist ja sehr erfreulich. aber durch die Einschränkung auf die„Gemäßigten" verliert dieser Tadel seinen Wert. Uns ist die Gleichberechtigung keine Zweckmäßigkeitsfrage, sondern ein st a a ts b ür g c r- li ch e s Prinzip. Das Kanzlerwort heißt ja auch nicht „freie Bahn den Gemäßigten", sondern„freie Bahn dem Tüchtigen". Das Zentrum wahrt sich Rnckenfreihcit. In einer Polemik gegen das„Verl. Tageblatt", das in der Haltung der Parteien am 12. Dezember die ersten An- zeichen für das Entstehen cincS„Bethmann-Blocks" erblicken zu können vermeinte, schreibt die„Köln. Volkszcitmig": „Das Zentrum hat mit der Ablehnung jener Aussprache in keiner Weise cinc materielle Stellungnahme zn dem Friedensangebet ausgedrückt, iveder eine Billigung, noch eine Ablehnung. Das muß klar betont ivccden, damit nicht ctiva dem Reichstag oder wenigstens den Parteien, die für die Ablehuimg der Aussprache gestimmt haben, einmal eine Milverantivorlung für den inaic- nellen Inhalt»nd die Form des Friedensangebots. zugeschriebrir werden kann. Das Zentrnnr hat mit der Abstimmung sage» wollen, daß im gegenwärtigen Augenblick die Aussprache untnii- lich nnd aus geschäflSordiluiigSiiiäßigen Gründen nickt nngängüg sei..Mehr lag nicht i n i> c r A b st i in in u n g d e S Z c n- trurnS»nd mehr kann auch niemand in sie hineinlegen.... Das Zentrum bildet keinen Bleck, weder mit der Linken noch mit der Rechten." Es ist übrigens zu beachten, daß die„Kölnische Volks- zcitung" in der Kriegszielfrage auf dem alldeutschen Flügel der Zentrumspartei steht und beispielsweise viel weiter gehende ÄriegSzielforderungc>r aufgestellt hat als die am gleichen Ort erscheinende nationallibcrale„Kölnische Zeitung". Hausstrcit im liaycrischc» Zentrum. ßr. Für das durch den Tod de§ Dr. v. Orterer im Land- iagswahlkreis Ingolstadt freigelvordene Landtagsmandat hat die Zentrumsparte!, wie wir bcrcils meldeten, den Bürgermeister Hos- rat Kroher als Kandidaten aufgestellt. Die Z e n t r u in S- a r b e i t e r sind gewaltig verschnupft, lveil der von ihnen vorgeschlagene Eisenbahner Schürer von Würzbnrg von der Ver- traueilSmännerkonferenz abgelehnt wurde. Die Streitigkeiten habe» sich nun soweit verschärft, daß cS ant einer Versammlung am 26. Dezember zn Ingolstadt zn einer offenen 9! e v o l t e der ch r i st li ch c ir Arbeiter gekommen ist. Der Referent, ein Geistlicher, der Bezirkspräses Lohr des Süddeutschen Bei- bandes katholischer Arbeitervereine, überhäufle das Zenirum mit Vorwürfen. Dieses habe im bayerischen Landtage nur zwei Arbeitervertreter svon denen der eine Geistlicher ist) und speise die Arbeiter, die auf eine stärkere Vertretung berechtigte» Anspruch hätten, seit Jahren mit Versprechungen»nd Berlröstimgeii ab. In der VertraucnSmännerversammlung sei sogar die Aeußerung gefallen. man könne den Wählern doch nicht zumuten, cinc» Wagciischiclicr zu wählen! Wenn aus ordliungsgemäßem Wege keine Aenderung der Verhältnisse zu er- zielen sei, inüsse es eben mit Gewalt gehen. Der Redner veitvieS in diesem Zusammenhang auf die große französische Revolution und führte als Gegenstück der Bemühuiige» zur Uilterdnickniig der Arbeiterklasse daS Sp�sta listen g es e tz an, da« auch nichts geholfen habe. Da Schiirer sein Ehrenwort gegeben habe, nicht als Gegeilkaiididpt KroherS aufzutreten, bliebe zunächst nichts weiter übrig, als für diese Wahl S t i in in- e n t h a l t u n g zu proklamierei?.< Lebhafter Beifall.) In der Diskussion berief sich ein Arbeiter, der sich ouSdrück- lich als Ze»lruin«»iann vorstellte, auf den baiierischen Zentrums- abgeordneten Oswald als Zeugen dafür, daß Dr. H e i in in einer Versammlung in Ingolstadt einmal gesagt habe, die ch r i st- lichen Arbeiter hätten drei Abgeordnete in der Partei, mehr würden es nicht, dafür st e h e e r c i n! Wenn sich der Vorsitzende der Partei, Herr Held in Regensbilrg. heute nicht mehr erinnere, welche Versprechungen er den Arbeitern gemacht habe, so komme das wohl daher, daß in dieser Stadt auch der Mann sitze sBischof Henlc), der im Oberhanse gesagt habe: Wer Kneckt ist, soll Knecht bleiben. Ter Z e n t r u nr s p r c s s e wurde von mehreren Rednern, auch von dein geistlichen Referenten, voi- geworfen, sie suche die Opposition in den Arbeiicrlreisen toi- zuschweigen; sie habe kein Wort für die Interessen der Arbeiter und liebäugele mit den höheren Kreisen. Die empfohlene Parole: W a h l c n t h a l t u» g wurde von der Versammlung schließlich unter großem Beifall gut- geheißen. Dieser Beschluß bedeutet ja leine Gefährdung deS Zentrumsmandats, weil die übrigen Parteien mir Rücksicht auf den Burg- frieden keinen Gegenkandidaten aufgestellt haben. Auch ist sicher anzunehmen, daß eS den bewährten Einseifern deS Zentrums zur gegebenen Zeit wohl gelingen wird, die unier ebenso bewährter geistlicher Führung maßvoll revolticrendeir'Arbeiter wieder in die Reihe zu bringen. Aber die Offenheit, mit der in Ingolstadt ge- redet wurde, schafft einen beachtlichen Einblick in die inneren Vcr- Hältnisse des bayrischen Zentrums. Neue bäuerische Bundesratsbevollmächtigte. München, 27. Dezember. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: An Stelle ihrer zurückgetretenen AmtSvorgängcr bat der König den Staatsmiiiisicr des Innern Dr. Ritter v. Brettreich nnd den Kriegs» minister Generalleutnant v. Hellingrath zu Bevollmächtigten Bayerns zum Bundesrat ernannt. Eine„Gefahr" für den F-rieden. Die Vertreter der Alldeutschen in Rheinland und Westfalen nahmen eine Entschließung an, in der es heißt: „Die zahlreich besuchte Vertrauensmännerversammlung vo» Rheinland»nd Westfalen deS Alldeutschen Verbandes erkennt die Gefahr, daß durch Ein Wirkung neutraler Mächt« ein Friede zustande kommen iöniNe, der mehr zum Vorteil unserer Gegner dient als zu unserem eigenen. Eine derartige Einfluß- nähme mutz ans das cntschiedcuste zurückgewiesen werden; wir wollen es nicht dulden, d a ß F r e m d e m i t r e d e n dürfen, wenn über die Zukunft des deutschen Volkes entschieden wird." Die„Tägl. Rundschau" fügt ansktärend hinzu, daß diese Ent- schließuiig gesaßt worden ist, ehe den Vertretern die Note Wilsons bekannt war.___ TaS Kricgs-Erfat,- uiib Slrbeits-Tcpartement. Man schreibt uns: Die Vorbereitung der Ausführung de« Gesetzes über den Vaterländischen Hilfsdienst und später die Leitung des gesamten Hilfsdienstes obliegen, wie man weiß, dem Kriegs- amt. dessen Ebel der stellvertretende Kriegsniinistcr General Gröner ist: natürlich sind die Ailsgaben des KriegSamteS keineswegs damit erschöpft. In der Hauptsache ist der Hilfsdienst demjenigen Amt mHtrfleHt, desien lanfitr Warne fl6er diesen Zellen fleht und dessen Geschäftsbetrieb in den ungewohnten Räumen des Hotel Monopol aufgeschlagen ist. Dem Stabe des Kriegsamles ist auch der Ver- treter der organisierten Arbeiterschaft, Alexander Schliele, Ungeteilt. Er nimmt an den Beratungen der Abteilungsborstände des S(.®. A. D. teil, aus denen die Vorlagen an den Bundesrat und den 15 gliedcigen ReichZtagSauSschuß für den Hilfsdienst hervor- gehen. Außerdem sind die Arbeitersragen, die das Departement beschäftigen, Schlirke zur gutachtlichen Aeusieruug vorzulegen und er bat auch daZ Recht, alle einschlägigen einzusehen. So ist die Funktion des Gewerkschaftsvertreters in der Tat die einer Zentral- stelle für alle Arbeiterfragen des KriegSlebenS des deutschen Volkes und toohl auch der von feinen Heeren besetzten Gebiete. Das Departeinent selbst gliedert sich in daS Kriegs-Ersatzamt mit den Abteilungen für allgemeine Wehrfragen, Freiwillige, Aus- länder, Beamte, Ersatzwesen, Reichstag und Bundesrat, Statistik, Presse. Noch umfangreicher ist das Kriegs-ArbeitSamt. Es ist geteilt in Nessorts für Arbeitsfragen, Frauen, Kriegsgefangene und feindliche Ausländer, Hilfsdienst, verbündete und neutrale Au?- länder, Kriegsbeschädigte, g.-v. und a.-v. Soldaten, Landwirtschaft, Bergbau und Metallhütten, Eisen, Stahl und Maschinen, Chemie, »aegsgesellschaften und Verschiedene?, häusliche wie Privalver- Hältnisse. Dieser Neberblick gestattet einen Schluß auf die Größe der zu lösenden Aufgaben. Teuerungszulage auch für die Reichsbeamten. Berlin, 27. Dezember. Die für die preußischen Beamten er- folgte Erhöhung der einmaligen Kriegsteuerungszulagen zu Anfang Januar 1917 und die Erhöhung der laufenden KriegSbeihilsen zun, Februar 1917 ist durch Erlaß des Reichskanzlers auch für die Reichs- beamten angeordnet worden._ Menschhcits- und Kulturinteresscn mit der Politik nicht vereinbar? In einer Polemik gegen den Reichskanzler und das Friedensangebot der deutschen Regierung schreiben die„All- deutschen Blätter": Aber der gegenwärtige Kanzler hat nun einmal von der staatlichen Moral und den sich darauS herleitenden Begriffen und Aufgaben seine besonderen Vorstellungen, und so hat er sich trotz aller bisherigen Fehlschläge seiner Friedensanregungen zu einem neuen Versuche entschlossen, dessen ganze Begründung geradezu durchtränkt ist von der angeblich verlernten„Senlimentalilät", von Mystizismus und der Berufung auf Menschheit?- und Kultur- Interessen— Dinge, die mit den harten Notwendigkeiten praktischer Politik uun und nimmer in Einklang zu bringen sind. Wenn die„Alldeutschen Blätter" meinen, daß Mensch- beits- und Kulturinteressen mit den Notwendigkeiten praktischer Politik nicht vereinbar sind, so bezieht sich das natürlich nur auf die alldeutsche Auffassung von praktischer Politik. Wir möchten betonen, daß das, was wir urller praktischer Politik verstehen, nicht nur mit Menschheits- und Kulturinteressen vereinbar ist, sondern gerade ihre wirksamste Förde- r u n g zum Zweck hat._ Fordere nur, Deutschland! Im„Tag" stimmt der Graf Albrecht zu Stolberg- Wernigerode, Mitglied des preußischen Herren- Hauses, bei einer Besprechung des deutschen Friedensangebotes solgenden HymnuS an: Fordere nur, Deutschland, du hast daZ Heft in der Hand, nicht die Feinde sind, nein, du bist im siegreichen Forisckreiten an der Front, die Feinde, webt du, sehen dem Hunger in? Angesilbt, dein Heimatheer steht auf, um dir Menschen, Waffen, Munition und Lebent-miUel in größlem Maßstäbe zur Verfügung zu stellen, fordere, Deuischlaud, stall preiszugeben, und wenn die Feinde auf deine Forderungen nicht eingehen wollen, so kämpfe weiter, so wisse, so sei überzeugt, daß du mit der Abhaltung des Gottes- geeichtes über Räuber, Lügner und Banditen von Gott be- rrciut bist. DaS erlauchte Mitglied de? Herrenhauses hat ein Recht, so zu reden. Denn er hat vorher festgestellt:„Gott sei Dank ist die Schar um Scheidemann und Delbrück doch nur l l e i u, sehr klein im Verhältnis zum gesamlen deutschen Volke.' Auch zu dieser Feststellung ist der Graf ulibedingt berechtigt, denn er wurde ja bekanntlich von der ungeheuren Mehrheit des deutschen Volkes ins Herrenhaus gewählt, während Scheidemann sein Reichs- tagsmandat nur einer Ernennung verdankt. So ist es doch? Ein politischer Geschästsmann. Dem großen Reinemachen in Oesterreich-Ungarn ist auch der Gouverneur der Boden-Kredil-Anstalt, Dr. S r e g h a r t, zum Opfer gefallen, der vom Minister Clam-Martüiitz zu Weihnachten vom Semmering eigens nach Wien zitiert wurde, um zu hören, daß der Kaiser ihn nicht mehr an einein leiteiiden Wirtschaflsposten wünsche. Tr. Sieghart gab sofort seine Demission. Der jäh Verabschiedete hatte nicht allein eine wirtschaftliche Herrschaftsslelluiig inne, er verfügte auch durch die Verwaltung eines großen Teiles des kaiserlichen Vermögens über beträchtlichen Einfluß bei Hofe, wo er in scharfe Kollisionen mit dem ermordeten Thronfolger Franz Ferdinand geriet. Vor allem aber lvar er Politiker. Als junger Parlamentsstei.ograph vom Freiherrn v. Plener en'deckr, avanzierte er unter allen Miliisterpräsidenten mit gleicher Schnelligkeit, weil er allen als intimer Kenner der parlamentarischen Verhältnisse, ausgezeichneter Kulissenschieber, und Beherrscher aller Einflüsse, die auf nicht hieb- und stichfeste Charaktere wirken, gleich unentbehrlich war. Später wurde er Gouverneur der Boden-Kredit- Anstalt. Nach dem Sturze Körbers. unter dessen erster Minister- präsidentschast er, obwohl weiteren Kreisen unbekannt, zum größten Einfluß gelangt war, war ihm bereits ein guier Teil seines polt- tischen Einflusses genommen, den er durch Bi-lduiig eines von rhm beherrschten Zeitungstrustes ins Ilngemessene zu steigern weidlich beflissen war. Nun hat er auch seinen einflußreichen Posten eines Gouverneurs der Boden-Kredit-Anstalt räumen müssen. Schars hebt sich von seinem Schicksale das Dr. SpitzmüllerS ab, der ursprünglich ebenfalls Staatsbeamter, dann Leiter der Kredit- Anstalt, in dem neuen Ministerium des Kaisers Karl den einstuß- reichen Posten eines Finanzministers bekleidet, wo er nun zu zeigen hat, ob sein Ruf als Praliiker in Amt und Wirtschast wohl'be- gründet ist._ Tcpeschenwechsel Ezcrnin-Bcthmann. Wien, 26. Dezember. Minister des Aeutzern Graf C z e r n i n bat an den Reichskanzler Dr. v. Beihmann Hollweg nachstehendes Telegramm gerichtet: Durch die Gnade Seiner Majestät meines Allerhöchsten Herrn ans den Posten des Ministers des l. u. k. Hauses und des Aeußern berufen, beehre ich mich, Ew. Exzellenz bei diesem An- lasse wärmstens zu begrüßen und Hochdieselbe zu bitten, mir Ihre wertvolle Mitarbeit bei der Erfüllung meiner Aufgabe ge- währen zu wollen. Dank der Weisheit der Herrscher Oesterreich- Ungarns und des Deutschen Reiches hat unser Bündnis den Grund- pfeiler unserer auswärtigen Politik gebildet. Durch mehr als drei Jahrzehnte hat es unseren Völkern und ganz Europa die Segnungen dcS Friedens gebracht und ihre gedeihliche Entwicklung gefördert. Nunmehr hat es sich in schwerem Kampfe gegen mächtige Feinde, deren Kriegsziel un'ere Vernichtung lvar, glänzend bewährt. Der Heldenmul der verbündeten Armeen und die aufopfernde Mit- Wirkung der Völker wird uns, dessen bin ich überzeugt, den end- lichen Erfolg bringen und mit ihm die Sicherung unserer Existenz und unserer Zukunft. Czernin. Der Reichskanzler erwiderte mit nachstehendem Telegramm: Ew. Exzellenz bitte ich, meinen verbindlichsteii Dank für die Worte der Begrüßung entgegenzunehmen, die Sie bei Uebernahure des Ministeriums des k. u. k. Hauses und des Aeußern an mich zu richten die Güte hatten. Die zuerst in glücklichen Friedensjahren, dann jetzt in schwerster Kriegszeit bewährte Bündnispolitik unserer Reiche schafft eine feste inid unverrückbare Grundlage, auf der, wie ich zuversichtlich vertraue, unsere gemeinsame Arbeit den Krieg zu gutem Ende führen und nach erstrittenem Frieden die Wohl- fahrt unserer Völker in ivechselseitigem vertrauensvollem Zusammen- wirken aufs neue festigen und fördern wird. __ v. Beihmann Hollweg. Jus öcr Partei. Das Abstimmungsresultat in Magdeburg. Zu unserer Notiz mit der Ueberichrift„Die Magdeburger Versammlung" in Nr. 353 wird uns aus Magdeburg geschrieben: Die Versammlung, in der Haase und Landsberg sprachen, war von etwa 600 Personen beinckit. Bei der Abstimmung, die durch Handaufheben erfolgte, war es unmöglich zu unterscheiden, welche von den beiden Reiolutionen die Mehrheil der Anwesenden für sich hatte. Genosse Beim?, von dem die die Haltung der Fraklions- Mehrheit billigende Resolution eingebracht war, sckilug deshalb vor, beide Resolutionen zurückzuzielien, da eS ohne Wert sei, eine Eni- scheidung mit geringer Mehrheit herbeizuführen. Dieser Vorschlag scheiterte an dem Widerspruch des Spartakus- pertraueiismamies Vater, von dem die andere Reso- lution herrührte. Nunmehr wurden die Stimmen ausgezählt. Der Vorsitzende Genosse Brandes halte viel Umsicht an den Tag gelegt, um einen starken Besuch der Versammlung herbeizuführen. Er, der Vorsitzender des sozialdemokratischen Vereins Magdeburg und Leiter der Zahlstelle Magdeburg de? Meiallarbeilerverbandes ist. hatte in den Betrieben der Melallindusirie Zirkulare verbreiten lassen, durch die die Anhänger der Minderheil aufgefordert wurden, in der Versammlung zu erscheinen, um ihrer Unzufriedenheit mit der Fraktion Ausdruck zu geben. Bei der Auszählung der Stimmen zeigte Brandes von dieser Umsicht nichts. Sie geschah in gänzlich ungeregelter willkürlicher Weise. Wie wäre es auch sonst möglich� daß bei etwa 600 Anwesenden nur 280 Stimmen gezählt worden sind! Daß sich die größere Hälfte der Versammellen der Ab- stimmung enthalten hat, ist doch wohl nicht anzunehmen. Ter Propagandist der Beitragssperre. Im Anschluß an einen Artikel der sich scharf gegen die Beitragssperre wendet, schreibt die auf feiten der Arbeitsgemeinschafl stehende.Bergische Arbeiter- stimme": „Unserem früheren Redakteur Minster ist in Braunschweig auch ein„Erfolg" beschieden gewesen. Trotzdem der Borsitzende, Genosse Sepp Oerter, sich dagegen wehrte, hat unser dortiger Parleiverein die Beitragssperre beschlossen.— Minster gehörte unserer Partei nicht mehr an und wollte ihr auch nicht mehr angehören. Wir fanden es seinerzeit auch„interessant", daß er trotzdem eine Stelle an einem Parteiblatt annahm und sich in der Redattionssührung als Parteigenosse ausgab. Seine Freunde aln Niederrhein tvaren von dieser„Eigenart" Minsters nicht gerade erbaut. Durch seine Zugehörigkeit zum Braunschweiger Parleiverein ist der Mangel ja wieder behoben, ob ein solches Verhallen aber gerade imponierend ist, werden nicht viele Leute bejahen. Leipziger Agitation für den„Vorwärts".„Wie die oft ange- kündigle„Neuorienlieriing" beschaffen sein wird, das hängt nicht allein von Regierung und Parlament ab, sondern von der gesamten Bevölkerung, �olebl die Arbeite, schall teilnahmslos beiseite, io wird sie darunter zu leiden haben, sorgl sie dagegen für Stärkung der Organisationen und ihrer eigene» Presse, so wird sie den ihr ge- bührenden Einfluß auf die Gesiatlung der Verhältnisse gewinnen. Nicht auf Versprechungen der anderen, sondern auf den eigenen Willen gründet sich jeder politische Forlschritt."— So schreibt in einem Ärtilel„Zum neuen Vierleljakir" die„Leipziger VolkSzeitung". Was da steht, ist vollkommen unsere Ansicht und soweit diese Zeilen Berliner Arbeitern z« Gesicht kommen, ergibt sich für sie daraus die natürliche Schlußfolgerung, den„Vorwärts" zu bestellen und stde Gemeinschaft mit Leuten abzubrechen, welche geschäftig für die vschädigung der Parleipresie tätig sind. Jus Industrie und Kandel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Im Geschäftsberichte der Sieiwens-Schnckert-Werlc G. m. b. H. — wir haben den Anschluß bereits veröffentlicht— wird laut „L.-A." ausgesirhrt: Ter Absatz unserer den Fried enszlvecken dieneudcn Erzeugnisse wurde beeinflußt durch behördliche Maßnabmcn und weitere Einziehungen von Arbeitskräften. An der Herstellung und Durch- bildung von Ersatzstoffen insbesondere für elektrische Leiter und deren Isolierung nahmen wir erheblichen Anteil. Die hieraus ge- fertigten eleitrotechiuschen Fabrikate entsprachen den an sie gestellten Anforderungen. Es bedurfte geraumer Zeit, um die Herstellungs Methoden dem neuen Material anzupassen und das Vertrauen der Verbraucher zu den Ersatzstoffen zu gewinnen. Die steigende Nachfrage konnte allerdings nicht ganz befrie- d i g t werden. Unsere Werkstätten dienten auch in diesem Jahre in großem Umfange der Herstellung von Kriegsmitteln für Heer lind Marine. Erfahrungen aus Front und Werkstatt brachten neue Anregungen und Verbesseningen. Durch die starke Beanspruchung der chemischen Fabriken und der Schwerindustrie erhielten wir er- hebliche Beschäftigung auf dem Gebiete der.Stromerzeugung und Stormumforiitung, die Einheiten bis zur Größe von 60 000 kVA in Gencratorcii und Transformatoren bei Ilebertragnngsspannun- gen bis 100 000 Volt erforderten. Unsere Mssigen Mittel haben gegen das Vorjahr eine weitere Zunahme erfahren; die Umstellung auf den Friedensbetrieb wird diese erheblich wieder in Anspruch nehmen. Aktiva: Kasse 171281 M.(i. B. 721 425 M.h Wechsel 337131 M.(i. V. 688 630 351.), Wertpapiere 17 986 626 M.(i. B. 9 724 600 M.), Debitoren 187 161 000 M.(i. V. 172 300 000 35?.), Rohmaterial und Fabrikate 49 996 000 M. si. B. 47 363 000 M.s. Passiva: Unkündbare Darlehen und Anleihen 126 944 000 M. (i. V. 126 325 000 M.), Kreditoren 68 058 000 M.(i. V. 61 690 000 Mark). Im Geschäftsbericht der Siemens u. Halste Akt.-Ges. wird ausgeführt: Wir sind bei der Mehrzahl unserer Arbeitsgebiete im ltberwiegenden Maße durch die Tätigkeit für den Krieg in Anspruch genommen worden. Im einzelnen gab es wesentliche Verschiebun- gen, durch welche vermehrle Umstellmigen, Zteueilirichtungen, Einschränkungen und Erweiterungen hervorgerufen wurden. Stark beansprucht wurden in dieser Beziehung die weitverzweigten Ge- biete des Signal- und Kommando-Uehermittlungswesens, der Leitung?- und drahtlosen Telcgraphic, der Tclephonie sowie unserer Werke für den Bau von Explosionsmotoren und zur Herstellung von Kohlenelektroden für verschiedene Verwendungszwecke. Infolge der mancherlei neuen Bedürfnisse und Erfährungen war eine große technische Arbeitsleistung zu bewältigen, wobei erhebliche Fort- schritte und Erfolge erzielt wurden. Auch außerhalb unserer ge- wohnten Gebiete haben wir für die Bedürfnisse des Heeres und der Marine eine rege Tätigkeit ausgeübt. Unsere Gesamterzeugung ist hinter derjenigen dos Vorjahres nicht zurückgcbliebeit. Die Zahl der bei unserer Firma am 31. Juli 1916 Beschästigten erreichte die Zahl dcs letzten LviedenSjahres. Die Lohne erfuhren eine weitere starke Steigerung,' die Gehälter wurden du,rch erhebliche Krieg?» zulagen ergänzt. Wir entnehmen der Bilanz: Aktiva: Kasse 185 794 M.(i. V. 145 687 M.h Guthaben bei Banken 27 378 623 M. (i. V. 11258 507 M.). Wertpapiere 7 138 670 M.(i. V. 4585 MJ, angefangene und fertige Fabrikate 21385 600 M. und 1. und 2. Bataillon des Stamm- regimeutS in Zabern, 3. Bataillon in Psalzburg. Für die Erfatzregimcntcr sind die Standorte nicht bekanlit gegeben.— M.•£>. 15. 1. Die Soest c- anstaltcn untersteben dem Herrn Stadtrat Doslein. Berlin, Nathans. 2. Ja, nur während der Kriegszcit.—(£,£., Prtcrshagcn. Jungs, ja. Unseres Wissens wie junge Tauben. Deotseber frMsporttfbeiter-yertanl Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Haus- dicncr �rtur ksrsua von der Finna GumvertS u.Lesscr, Burg, am 24. Dezember im Alter von l7 Jahren verstorben ist. Debra von der Firma Hein u. Andre-, Tcmpclhoj. am 18. Dezember im Alter von 55 Jahren ver- slorben ist. Den Mitgliedern semer zur > Nachricht, datz unser Kollege, der I Droschlcnjührcr August Freese Ivo» der Firma Becker. Ercrzicr. l straffe 23, am 2l. Dezember im I'Alter von SZ Jahren verstorben ist. Den Mitglicdeni scrner zur Nachricht, dah unsere Kollegin, die Bühnenarbciteriir Au»a �sdlellZork von der Firma Deutsches Opern- Haus, Charlottenburg, am 16. De- zeniber Im Alter von 32 Jahren verstorben ist. Shre ihre« Zlndenkeul 70/4 vi« B»IeI>«v»r«»Iwng. Yersln der Stereotypenre und Gulvanopiastiker Berlins u. ilmg. Den Kollegen zur Nachricht, daff der Krieg wieder zwei brave Kollegen aus unserer Mitte ge- rissen hat, und zwar: Karl Wolf, Bruno Schölske. Ein ebenvollcs Andenke» wer- den wir beiden Dahingeschiedene» bewahren l 288/14 Tor Borstand. BelllseberWarbeller-serbäiiil Verwaltungsstella Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daff unser Mitglied, der Schlcijer Fäuard Eckert Welffenscc, Straffburgstr. 84, am 24. Dezember gestorben ist. (*Hre seinem Andenken 1 Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 30. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gcmcindc-Fricd- böses, Fallcnbcrger Straffe, aus stalt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen ferner zur Nach. richt, daff utlser Mitglied, der Metallarbeiler Walter Budick Fruchtstr. 54, am 18. Dezember gestorben ist. Den Kollegen scrner zur Nach. richt, daff unser Mitglied, der Kcrnmackcr �fax Bünger Lynarstr. 4, am 22. Dezember gestorben ist. Ghre ihrem Andenken! 127/14 Tie crtSverwaltung. Ter Kaninchen- Berkauf von 2 Mark an sowie von Schtachtticrcu findet Tonnerstag und Freitag, nach- mittags 2 Uhr, Böhmiich-siraffe 5, stall. Der Magistrat. Verband der Gende-n. Staatsarbeiter, Filiale Croß-Berlin. Sc» Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode dcZ Kollegen Max Förster von der 34. Revier-Jnspcküom Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Donnerstag. de» 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Hedtvig-Kirchhoses in Remicken- dort aus. Um rege Beteiligung bei der Bestattung de« Kollegen ersucht 35/7 Tie Ortsverwaltung. Allgemeine Orts- Krankenkasse für Berlin- Tempelhof. Einladung zu der am Freitag, den 5. Januar 1917, abcndS Punlt8 Ubr. im Rcstau- rant tNoinbold Töpfer, Berlin- Tcmpclhof, Berliner Straffe 100, statt- findenden 277/11 Ausserordentlichen Allsschiiß-Sitzmig der Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten. Tagesordnung: 1. Nochmalige Beschlußfassung über die Dienstordnung. 2. Beschtutzsassung betr. die ver- einbaruna über die Turchlührung der g§ 210, 020, 222 R. V. O. 3. Verschiedenes. Beschwerden und Anfragen sind bis spätestens Dienstag, den 2. Ja- nuar 1917, bei der Kassenverwaltung schrtstlich einzureichen. Ter Borstand der Allgemeinen Orts-Krankcnkasse sür Berlin-Tempelhof. (gez.) /Udert George, 1. Dorfitzend-r. Allen Bekannten und Kollegen Irie traurige Nachricht, daff der j Schlosser Losepk Goike «von der Firma Bolzani am j 22. Dezember verstorben ist. TicS zeigen an f40 Hermann Ebcll nebst Frau. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 28. Dezember, I nachmittags 2ll, Uhr, von der L-olle des PbilivpuS.«vostel.Kirch. I böses, Müllerstr. 44/45, aus statt. Men-, Sterbe- llÄbuto-se für männl, Personen aller Berufe CroB-Berlin. Nachruf. Am 17. Dezember 1916 verstarb plötzlich unser Mitglied llermann Wust. Ehre seinem Andenken 1 288/13 Ter Borstand. Bestnmnn's Trauermasazlii Grollte'lasvahL Biliigete Preise. k Uohrcnetrele 37a IL ( Kolonnaden i Fr Or, Frankfurter Str. US (nebe Andreustr.) dniwihlsendunien seien. Amt Zentrum 7990. Sanntag 12— 2 Uhr naitlnat. Ali A S K. A- 1 Füchse Blau-, Silber-, Rot- u Kreuzfuchs- i garnituren. sowie esimtl. edleren i Pelzarten in entzückenden Auaführungen in meiner Werkstatt KBIIn. Kiarhmarkt 1 IT, ! zwisch. Breitestraße u. Städt. t Sparkasse(Beer) XB. PlUsch- i Sachen, Kanin und Hasen führe i ich nicht. 1>W>»»MW»»W>W»e»Z> Nachruf. Am 24. Dezember d. J. starb ganz plötzlich unser Kollege Ernst Salzmann im 26. Lebensjahre. Wir verlieren in demselben einen lieben Freund, dem wir stets eiu gutes Andenken bewahren werden. 1666b G. m. b. H. Die Kollegen der Firma Berliner Melall-Indusirie flnnalsmeltcllen für„Kleine anzeigen" Ilerltn C. A. Hahnsich. Ackerst r. 174. v. Karl Melle. Petersburger Pia» 4. Sk. BSengelS. Markusstr-ffe 36. x«. v. stucht. Jmmanueitirchkr. 12. X. A. ZSolgast. Dattstraffe S. H. Fischer. Bastianstraffe 6. Karl MarS. Greisenhagener Str. Z2. I. Hönisch. Müllerstr. 34». H. Bogel. Lartzinzstr.?. SW. Salaman Iaievh. Vilhelmshavener Str. 48. Is'n'. G. Schmidt. Börwalditr 42. 8. St. Fri«. Pruizenitr. 31. H. Lehman». Kottbuser Damm S. �<1. Paul Böhm, Laiiützer Platz 14il5. P. Harsch, Engeluser 15. A«ll«fekot. Karl Schwarzlaie. BiSmarckstr. 28. U»i>ni»cl>iilvis«vg:. H. Hornig, Maricntbaler Str. 13, I. »orsl?w»»l«iv» Paul Ktenaft, Nauichit:. 10. Charlottenburg.«Kustav Scharuberg, Seienbeimer Str. 1. Frlockrlchehag-on. Ernst PSerkmann. köpenicker Str. 1«. (erUnau. Ztzranz Klein, Fricdtichslr. 10. Fohanninthal. Max Gouichur. Partstr. 23 Hiarlnhorat. Hermann Btllinst. Dönhossstr. 28. ZäOnonlok. Emil Wissler, Kietzerstr. 6. Lade». T,l«htenb«rx I. Otto Sailet. Ssrleuberzitr. 1. Qlrhtonhsre II.«. Ztoieukranz. Alt-BoxHageu 56 SenkUUn. M. Heinrich. Neckarstr. 2. C. Rohr. Ilegsried- strage 28129. Xi«M>cr.8cl>bn«5neli»e. Wilh. ttnrnh. Srüdenstr. 10. Xowawe». Karl Krähnberg. Eisenbahustr. 10. Ober-AschOneiv«!-!«. Alfred Bader. Wilhelminenhosstr. 17, Laden. Banhovr. Ctto Rissmann, Alübiensti. 30. Uoiuickendorl. P. Gursch. Provinzstr. öS. Laden. Se-hbnoborzx. B9Uhelm Baumier. 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