Nr. 111. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Bakp: Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnand Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin: Berliner Bolksblatt. 110 Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 17. Mai 1894. Arbeiter! Parteigenossen! Trotzdem in feiner Weise der Rixdorfer Bierboykott zur Sache der Berliner Arbeiter gemacht wurde, hat gestern der von den Herren Happoldt und Rösicke geleitete Bierring in unerhörter Weise die Arbeiter Berlins und der Umgebung provozirt. Der Bierring verfolgt andere Zwecke, als er vorgiebt. Nicht dem Nixdorfer Boykottbeschluß will er ein Paroli bieten, nein er glaubt jetzt den Moment gekommen, die Organisation der Brauerei- Arbeiter zerstören zu können. Von langer Hand war der Streich vorbereitet und trotzdem haben die Herren die Stirne, von ,, Nothwehr zu sprechen! War es Nothwehr, daß gerade die ältesten Arbeiter entlassen wurden, die zehn und mehr Jahre in einem Brauereibetriebe gegen elenden Lohn ihre Gesundheit geopfert haben, um die in der deutschen Industrie einzig dastehenden Dividenden den Rösicke und Konsorten zu verdienen? Der alten und der organisirten Arbeiter hat man sich entledigen wollen, der Organisation der Brauerei- Arbeiter hat der Brauereiring einen tödtlichen Schlag versetzen wollen. Den Brauereibesigern ist der Ramm gewaltig geschwollen, sie haben die für den 15. Mai angekündigte Entlassung schon für viele Brauerei- Arbeiter früher eintreten lassen, um die Arbeiter zu reizen, sie haben die Herausforderung verschärft, indem ihr Häuptling, der Arbeiterfreund" Rösicke, auch noch eine Lohnreduktion eintreten ließ. Die Würfel sind gefallen. Die Brauereibefizer zwingen uns den Rampf auf. Wir nehmen ihn an. Bis heute Abend sind in den verschiedenen Brauereien schon über 200 Arbeiter von der Tagschicht entlassen, mindestens weitere 200 von der Nachtschicht dürften bis morgen früh entlassen sein, so werden 400-500 Arbeiter außer Arbeit und Verdienst gesetzt, ohne irgend eine Schuld, blos aus Uebermuth, blos aus Haß gegen die Organisationen der Arbeiter, all' diese Arbeiter haben nicht das mindeste mit der eigentlichen Streit frage, dem Böttcherstreit zu thun. Reiner von ihnen hat am 1. Mai gefeiert, Keiner durch irgend eine Forderung Anlaß zur Entlassung gegeben. Nur kapitalistischer Uebermuth und frivole Brutalität der Brauereiproten verlangte diese Opferung! Gegen 500 Brauerei- Arbeiter und 300 Böttcher, 800 fleißige Männer, darunter sehr viele Familienväter liegen auf der Straße. Wie haben wir diese unerhörte Provokation zu beantworten? Unzweifelhaft mit der Waffe, die die Brauereibesizer am schwersten trifft, mit dem. Bonkoff. Es kann blos die Frage sein, ob der Boykott ein allgemeiner sein soll, oder ob diese Maßnahme nachhaltiger und erfolgversprechender sein wird, wenn wir uns auf eine bestimmte Anzahl Brauereien beschränken. Die Untereeichneten empfehlen, von einem allgemeinen Boykott ahzusehen und sich auf die Boykottirung einiger Brauereien zu beschränken. In der heißen Jahreszeit und bei der großen Bedeutung des Biergenusses für die Ernährung der Arbeiter würde ein allgemeiner Bierboykott nicht die erhoffte Berlin, den 16. Mai 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Wirkung haben; er würde, da wir auf die Energie sehr vieler Arbeiter rechnen können, alle Brauereien unzweifelhaft schwer schädigen, aber sicherlich nicht so, daß sie zum Nachgeben gezwungen würden. Unsere Kraft würde sich zersplittern, dagegen wird die Boytottirung einer Anzahl von Brauereien diesen die ganze Wucht unseres Angriffes fühlbar machen. Bier muß getrunken werden, aber boykottirtes Bier wird Sesto leichter entbehrt werden, wenn anderes zur Verfügung steht. Ein allgemeiner Boykott würde den Bierring stärken, ein partieller sprengt ihn. Wer aber Bier aus Brauereien, in denen Arbeiter gemaßregelt wurden, nicht trinken will, dem steht dies ja immer frei. Wir schlagen Euch vor, von heute ab keinen Tropfen Bier von folgenden Brauereien zu trinken: 0 1. Schultheiß- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin,( und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit Gesellschaft auf Aktien, 2. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler Brauerei). 5. VereinsBrauerei Nixdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vormals C. Beckmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien- Gesellschaft Schloß- Brauerei Schöneberg. Arbeiter! Zu Hause und im geselligen Verkehre, in der Werkstatt und bei Ausflügen, überall wo Ihr hinkommt sorgt für die strenge Durchführung des Boykotts. Nur dann wird jeder Berliner Arbeiter, der sich seiner Ehrenpflicht gegen die Partei, seiner Solidarität mit dem durch den Unternehmerhochmuth brotlos gewordenen Arbeitern bewußt ist, unausgesetzt den Boykottbeschlüssen gemäß handelt. Nur dann kann der Sieg unser sein, dann wird er auch ganz sicher errungen werden. Die Welt muß wissen, daß die Einigkeit der Arbeiter stärker ist als der festeste Ring hochmüthiger Kapitalisten! Sofort muß der Bierring die Aktion der Arbeiter fühlen. Kein Augenblick ist zu versäumen. Jedem müssen die Namen der boykottirten Brauereien fest eingeprägt werden! Hoch die Solidarität der Arbeiter! Nieder mit dem Bierring! Mit der Durchführung des Boykotts find bis auf Weiteres beauftragt: J. Auer, SW., Raßbachstraße 9, R. Millarg, NW., Lehrterstraße 22, 5. Mattutat, SO., Wrangelstraße 124, H. Gumpel, NO., Weinstraße 31, Paul Hilpert, Rixdorf, Karlsgartenstraße 1. Am Freitag Abend finden zum Zwecke der Besprechung dieser Angelegenheit nenn öffentliche Versammlungen statt in allen Stadttheilen Berlins. Die Lokale werden noch durch Inserat im Vorwärts" und durch Säulenanschlag bekannt gemacht. R. Berger. R. Beyer. W. Börner. J. Auer. R. Augustin. J. Bamberger. J. Bamberger. A. Bebel. H. Bolze. G. Boffe. H. Dornbusch. Karl Dost. H. Faber. Rich. Fischer. B. Franke. St. Friz. J. Gandorfer. W. Gesche. C. Gruschke. H. Gumpel. R. Halfter. K. Hergt. R. Helbig. P. Hilpert. F. Hoch. E. Joft. F. Kizing. H. Knüpfer. F. Kubat. Fr. Lehmann. K. Lenzner. W. Liebknecht. F. Lichte. H. Mattutat. K. Mehner. R. Millarg. J. Otto. L. Patuscher. M. Beper. W. Pfannkuch. J. Pfarr. H. Pötzsch. N. Schermig. N. Schmidt. B. Schneider. Jul. Schneider. C. Scholz. W. Schröder. P. Singer. J. Timm. R. Tschentscher. F. Warschowsky. Rob. Wengels. H. Werner. W. Winckelmann. H. Wörner. 2. Zaate. F. Zubeil. Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. vor achtzehn Jahren beiläufig zu Frankfurt gehalten wurde, Bart: Jhr habt mich und die Söhne gerettet, edler Hermit ungeheurer Pracht und großem Zulauf von Fürsten und zog, damals in der Jugendblüthe. Ihr habt mir gesendet Gewaltigen, unter denen jedoch hervorglänzte wie der Stern 39 des Morgens der Herzog Leopold von Oestreich." Ob ich mich dessen entsinne?" fragte Friedrich mit leuchtendem Blicke:" Destreich glänzte da wie die Sonne selbst, nicht wie der Stern, den sie verscheucht. Steh' auf, rede wie tömmst Du mit Leopold zusammen?" Dem Euern Arzt, der mich heilte; Ihr habt getröstet mein klagend Weib; Ihr habt beschenkt meine Kinder. Ihr habt Euch nicht geschämt, herabzusteigen in eines armen Juden Hütte, zu sehen unsere Armuth, unsere Leiden. Gott!"" spracht Ihr beim Scheiden halb vor Euch hin: ,,,, kann man den Menschen so in den Staub treten?"" und eine HandEs tömmt ja nur an auf die Probe," erwiderte Ben" Des Herzogs Haus war offen wie das Haus eines voll Gold ließt Ihr auf meinem Schmerzenslager zurück. David ehrfurchtsvoll; unser Volt hat immer geehrt und Vaters seinen Söhnen," fuhr Ben David fort, um Gott Herr! Mensch unterm Herzogshute! Aus Eurem Beigeliebt den Stamm der Habsburger, den Erlauchten, Weit- und Ehre wurde daselbst gespeist der Hungrige, geträuft fpiele hab' ich gelernt, daß es giebt edle Christen. Herr! gepriesenen." der Durstige. Zwei Judenknaben wollten auch mit ansehen von Euch habe ich ererbt Vertrauen auf die dunkle VorSchweig!" herrschte ihm der Fürst zu:„ Ich hasse die die Pracht des herzoglichen Hofstaats. Ach, sie wußten schung; Herr! Euer Gold hat mir gebracht Segen, hat Speichelleckerei, zu der Deine Glaubensgenossen so viele nicht, daß, wo der christliche Bettler Zutritt hat, derselbe mich gemacht reich, und bei dem Haupte meines Vaters geAnlage haben. Gerade und offen ins Gesicht; hinterm dem Juden doch verboten ist. Neugierig durchstreiften sie lobe ich's Euch: Euer ist auch alles, was mein ist auf der Erde." Rücken fein Haarbreit anders, so sei der Unterthan gegen den Hof, die weitläufigen Ställe. Dem einen von ihnen Ben David schwieg erschöpft und küßte des Herzogs seinen Herrn, der Geringe gegen den Hohen. Ich wette, fällt ein töftlich Sattelzeug in die Augen, mit vergoldeten Stiefel, daß Friedrich empört zurücktrat, und halb gerührt, diese schmutzige Glattzüngigkeit ist Dir nicht einmal Ernst, Buckeln, der andere greift es tindisch bewundernd an mit halb unmuthig ausrief:" So steh' doch auf, aberwiziger denn Dein abscheulich Antlig wird noch häßlicher durch das den Händen; ein Satteltnecht sieht's und ruft:" Diebe!"" Ebräer! Du wirst mich böse machen mit dem übertriebenen erheuchelte Grinsen." Unter den Fäuften des Trosses büßen die Kinder ihre un- Gewäsche. So seid Jhr aber, leichtsinniges Volk. Ben David zuckte schweigend die Achseln, und verbeugte schuldige Neugier. Vergebens flehen sie an ihre Peiniger! Erlöser fangt Ihr Hosianna, und habt ihn dann getödtet." fich. Der Herzog blickte ihn scharf an, und schlug alsdann Sie schreien auf zu dem hochgelobten Gott und zu ihrem Ben David richtete sich langsam und bekümmert auf. erstaunt die Hände zusammen. Jesus Christus!" rief er: Bater. Der Zufall will, daß dieser vorbei geht an den Gnädigster Herzog," sprach er, gänzlich ablenkend, mein Wer hat Dich denn also zugerichtet, Jude, daß Dein Ge- offenen Thoren, hört das Gejammer, hineinsieht in den Vater, der seine hundert Jahre zählt, hat viel des Guten ficht aussieht wie ein zerfetzter und kümmerlich zusammen- Hof und erkennt seine eigenen, gemarterten Söhne. Die gethan auf der Welt, und keinen Lohn davongetragen, als genähter Turnier Handschuh? Das nenne ich eine Narbe, Angst jagt ihn unter die rohen Pferdeknechte; ihre Grausam- ein schneeweißes Haupt und schwache Glieder. Belohnt wie man sie auf dem besten Schlachtfelde holen kann, ob- teit stößt ihn zurück. Mit der Gewalt der Verzweiflung mich an seiner Statt, edler Fürst, oder sorgt, daß der Kaiser schon Du sie da nicht holtest." will er entreißen sein Blut der Gefahr, und der Hieb eines es thue." Ach, gnädigster Herr", erwiderte Ben David mit scharfen Schneidmessers wirft mich mit blutendem Gesichte Der Herzog sah ihn befremdet an. Wie soll ich das bewegter Stimme:„ auf dem ehrenvollsten habe ich diese zu Boden, denn ich, ich, Herr, war der Vater der armen perstehen?" fragte er: Wie käme denn ich, wie der Kaiser Narbe erhalten; im Kampfe für meine Söhne, und Ihr, Kleinen!" dazu, Dich zu belohnen für die guten Thaten, die vielleicht großmüthigster Fürst", hier warf sich der Jude weinend zu Still! still!" rief der Herzog, auf dem Antlitz die Dein Vater verrichtet hat?" Friedrichs Füßen, Ihr müßtet mich an diesem Denkzeichen edle Scham zeigend, welche eine gute That darauf Lächelnd schwieg Ben David eine Weile, trat dann in erkennen, wenn ein Sohn Israels werth wäre der Er- malt: Ich weiß bereits... steh' auf; ich entsinne mich die vorige ehrfurchtsvolle Entfernung, und versezte:„ Guer innerung." schon." Wort ist Wahrheit, Herr, aber wenn Ihr nicht an Der Herzog stand betroffen auf und musterte mit durch- Vor der Herrlichkeit Gottes liege ich nicht aufrichtiger mir das Gute vergelten wollt, das mein Vater vor fünfzig bringendem Auge den Knieenden, der also fortfuhr: im Gebete, als hier vor Euch in Dankbarkeit!" sprach Ben Jahren that, warum laßt Ihr mich entgelten, was mein gewiß, gewiß, hr entsinnt Euch noch des Reichstags, der David weiter, und große Thränentropfen fielen in seinen Bolk vor anderthalbtausend Jahren Böses gethan?-" M " " " Politische Meberlicht. IV. die Mittel der Abhilfe. " Berlin, den 16. Mai. " ID Verschiedene Lebensauffassung. Die Berliner schutzlos in den Lebenstampf h usgetrieben und dieser macht Börsen- Zeitung" schreibt heute in einem Artikel über den ihn früh selbständig. Ob er hungert oder Noth leidet, internationalen Bergarbeiter- Kongreß: danach fräht kein Hahn und" tein Vormund, zumal dieser Welches Dasein menschenwürdig, welches unwürdig, kaum in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen. Hat das Eine Konferenz über die Nothlage der Landdarüber gehen die Meinungen weit auseinander." wirthschaft ist vom preußischen Landwirthschafts- Minister Mündel nun aber ein Recht zu verfechten, seine eigene Sehr richtig! Die Hintermänner der Börsen- Zeitung" Person zu vertreten, so sind ihm die Hände gebunden; er von Heyden auf den 28. d. Mts. einberufen worden. Die Liste der eingeladenen Barlamentarier enthält, um es furz würden ihr Dasein nicht für menschenunwürdig halten, hat sich an seinen Vormund zu wenden, der oft weiß der zu sagen, lediglich die Führer der konservativen und ultras menn fie nicht öfters Sett trinken, nicht" alljährlich ihre Simmel wie entfernt von ihm wohnt und mit seinen Vermontanen Agrarier im Reichstag und preußischen Landtag Erholungsreisen in's Gebirge oder an die See machen, hältnissen vollständig unbekannt ist, der vielfach selbst seinen ihre Kinder nicht Hochschulen besuchen lassen könnten, fie Namen kaum zu schreiben weiß. Für die arbeitenden außerdem einige konservative Professoren. Das Arbeitsprogramm zerfällt, abgesehen von einer halten es aber gleichzeitig für ein Zeichen der Begehrlich Klassen ist das Vormundschaftswesen, wie es heute besteht furzen Einleitung, in vier Theile: I. Haupterscheinungs- feit der Maffen", wenn Arbeiter im theueren Berlin und im neuen bürgerlichen Gesetzbuch neu befestigt wird, formen und II. Hauptursachen der Landwirthschaftlichen 30 Mark pro Woche, wenn ihr Dienstmädchen 15 Mart mehr Plage als Wohlthat. Es ist dieses ganz natürlich, Krisis; III. Schäden und Gefahren dieser Entwickelung; im Monat fordert, wenn ein Handelsangestellter sich da die Gesetzbuchs- Kommission die erste Aufgabe des GesetzKrisis; III. Schäden und Gefahren dieser Entwickelung mit 25 Mart pro Woche nicht begnügen will. Ja die gebers, die veränderten nach gesetzlicher Gestaltung ringen Wir kommen morgen ausführlich auf diese neue That Meinungen gehen weit auseinander. Wenn Faulenzer fich den Verhältnisse zu prüfen, außer Acht gelassen hat, und alle Schlemmereien erlauben, redet niemand von den Ver- mehr ihr Bestreben darin setzt, die abgestorbenen Gesellunferes agrarierfreundlichen Ministeriums zurück. Eine Interpellation im Abgeordnetenhaus übertretern der Satten von unberechtigtem Aufwand, wenn schaftsformen zu kunstvollen Betrefakten zu gestalten. aber schwer arbeitende Lohnsklaven so viel verdienen wollen, den merkwürdigen Prozeß, in dem Herr Landgerichts- daß sie ihre einzimmrige Wohnung für sich allein haben Die Solidarität der Arbeiter zu festigen, bietet die Direktor Brausewetter präsidirte, wird von der konservativen tönnen, daß ihre Frau nicht auf Arbeit ausgehen muß, um Bourgeoisie ihr Möglichstes auf. In Braunschweig Schles. 8tg." angekündigt. Selbst dieses Blatt schreibt: Daß die Erregung in Berlin über diese sich den Kindern widmen zu können, wenn man nicht hat eine Bolksversammlung gegen eine Brauerei den Hierauf antworteten die vereinigten Dinge weit größer ist, als fic in Des Preffe länger als acht Stunden arbeiten will, dann sind dies Boykott erklärt. Brauereibefizer damit, daß sie ihr gesammtes Betriebs fundgiebt, welche lettere aus begreiflichen Gründen eine mit Unrecht unzufriedene Arbeiter. Brauereibetrieb und Bierverkauf," gewisse Zurückhaltung sich auferlegen muß." Traurig wäre es um unsere Arbeiter bestellt, ver- personal entließen. Die„ Posener Zeitung" schreibt: zweifeln müßte man an der Zukunft der Völker, wenn die heißt es in der Bekanntmachung der Brauereibesitzer,„ sind man an der der erste b " Herr Brausewetter paßt nur in das System, und das Arbeiter sich in ihr Elend schicken, nicht nach Besserung durch Zuzug fremder Brauer und vorher vereinbarte EntSystem bleibt dasselbe, ob Herr Brausewetter nun so präsidirt streben würden. Wie recht Dor allem die deut lassung von Hilfsarbeitern hiesiger Fabriken und Arbeitshat, wie er es gethan, oder ob er sich zu einem maßvolleren schen Arbeiter haben, unzufrieden zu sein, sein, das unternehmer in vollem Umfange aufrecht erhalten. Verhalten entschlossen hätte, oder endlich, ob ein anderer Vor- muß selbst die Magdeburgische Btg.", ein nationalliberales bürgerliche Presse spricht von 700 Arbeitern, die hierdurch fitzender die Verhandlung geleitet hätte... Dieser Prozeß Blatt vom reinsten Wasser, zugestehen, indem es hei Be- brotlos werden, unter denen viele Familienväter seien, die vont imbember die wird, vollständig abgesehen von der Person des Vorsitzenden, sprechung des internationalen Bergarbeiter- Kongreffes die Jahrzehnte einem und demselben Unternehmer ihre eine im bedeutsamsten Sinne geschichtliche Geltung behalten.... der Arbeiterbewegung Wo in aller Welt ist denn die Hochachtung von Gerechtigkeit träftigen, wohlgenährten Erscheinungen Kräfte gewidmet und sich fern gehalten hätten, und die und weiser Abwägung des Nothwendigen und Nüglichen, wenn ber Engländer im Gegensatz zum Aussehen der stets vollständig mit einseitigster und schroffster Tendenz irgendwie mißliebige deutschen Delegirten hervorhebt. Die Engländer haben durch die erfahrene Aussperrung in die größte Entrüstung gegen ihre Arbeit Beitungen herausgegriffen werden können, um ihnen einen ge- auch noch keinen Aulaß zufrieden zu sein, dies beweisen versetzt seien, aber nicht etwa hörigen Denkzettel zu geben. Wenn man diesen Prozeß ihre Lohnkämpfe und die Sympathie, welche dieselben bei geber, welche sie auf die Straße gesezt haben, sondern gegen in wahlstatistische Wahrscheinlichkeits. Berechnungen umsetzt, der öffentlichen Meinung Englands finden. Wie recht die Arbeiter, welche sich erdreistet hätten, sich weniger unters dann darf man ganz ruhig fagen, daß er für die nächsten müssen erst die deutschen Arbeiter haben, unzufrieden zu würfig gegenüber den Unternehmern zu zeigen. So dumm Wahlen mindestens zwanzigtausend fozialsein. Wer nicht unzufrieden ist, wird nie fich Zufrieden- ist wohl niemand dieses zu glauben. Aber eins wird sicher demokratische Stimmen mehr bedeutet." Bergangene Zeiten. Alle Völker haben in ihren beit erringen fönnen. Deshalb müssen die Arbeiter un- das Resultat sein. Jenen alten treuen Familienvätern werden sicher die Augen darüber geöffnet, welchen Lohn die Ueberlieferungen eine goldene Zeit, in der Gerechtigkeit zufrieden sein. " Treue" gegen den Prinzipal unter Vernachlässigung der Die biedere ,, Krenz- Zeitung" entrüstet sich wieder Arbeitersolidarität einträgt und sie werden nur das Gefühl herrschte auf Erden. Und nach der christlicher Mythe ist die Günde und Ungleichheit in die Welt gekommen mit über die„ verjudete" Sozialdemokratie, welche es zuläßt, daß des Bedauerns haben, daß sie nicht rechtzeitig vor Jahren dem Evabiß in den Apfel vom Baume der Erkenntniß. in der Novelle Bertreten in der letzten Nummer der bereits sich den Arbeiterorganisationen angeschloffen haben. Der Apfelbiß des Bürgerthums erfolgte im Augenblick, wo Neuen Welt" ein Kandidat der Theologie ein Dienst Jetzt, da sie, ohne Aulaß gegeben zu haben, auf die Straße es fich feiner Klassenherrschaft und des Klassengegensatzes mädchen vergewaltigt. Sie versichert, daß solche Dinge geworfen sind, werden sie wissen, wohin sie gehören, an die bewußt ward. Und das Gleiche gilt auch von bürgerlichen blos christlichen Dienstmädchen in jüdischen Familien Seite ihrer Arbeitsgenossen, mit denen sie gemeinsam zu Einrichtungen, wie z. B. der Justiz. Wie ein Märchen paffiren. Gin fo frommes Blatt, wie die Kreuz- Zeitung" leiben und zu kämpfen haben. so Die Solidarität der aus alten Zeiten flingt heute das Erkenntniß, welches der follte doch den Bastor Harder und seine katholischen und Arbeiter wird ihnen fortan fein leerer Wahn sein; Ober- Appellationssenat des preußischen Kammergerichts im protestantischen Amtsbrüder kennen, die sein Schicksal getheilt die Unternehmer haben sie ihnen verständlich genug geJahre 1843 in der Untersuchung wider Johann haben; ein so feudales Blatt wie die Kreuz- Zeitung" muß macht. Jacoby, wegen dessen Vier Fragen" ergehen ließ. Es doch noch besser wie wir von den Schicksalen junger Mädchen im Palais des Prinzen Karl etwas wiffen. heißt darin: # Die " Die Ein neuer Zollfrieg. Das Handelsprovisorium mit Die richterliche Wirksamkeit fibet ihre natürliche und ge- Die Kreuz- Zeitung" hätte allen Anlaß, sich weniger Spanien ist heute Mitternacht abgelaufen. Der autonome febliche Begrenzung in der Sphäre des pofitiven Rechts; über zu entrüffen. Wir wären glücklich, wenn blos die Juden Solltarif trat somit heute in Kraft. Da wir mit den Meinungen der Politit hat sie sich jedes Urtheils zu enthalten. ar der Unsittlichkeit schuld wären, sie wäre dann leicht wichtigsten Staaten günstigere Zollbedingungen vereinbart Sie entscheidet über Privatstreitigkeiten, sobald sie als Zivil- auszurotten; leider liegt ihre Ursache aber in unserem öko- haben, so bedeutet das den Zollkrieg mit Spanien. Justiz auftritt, und spricht über die Schuld oder Schuldloffg- nomischen System. Doch auch dies zu zerstören, ein anderes Der Sozialismus der Dummen. Bei der Reichss feit des eines Verbrechens angefchuldigten Individuums, wenn an seine Stelle zu sehen, erscheint uns nicht zu schwer. Aber tags- Ersatzwahl in Schlochau Flatow hat bekanntlich kein fie als Kriminal Justiz in Anspruch genommen ist. Meinung als solche ist kein Verbrechen; fie fann nur strafbar auf diesem einzigen Wege die Unſittlichkeit auszurotten, Kandidat die Majorität erlangt. Die Konservativen und werden burch die Form, in welcher sie in die Deffentlichkeit tritt uns gerade die so fittliche Kreuz Beitung" in den auch die Ultramontanen erhielten weniger Stimmen als bei tritt, und durch die Absicht, die bei der Veröffentlichung vor- Weg. der vorjährigen allgemeinen Wahl, dafür aber haben die waltet. Vorwurf richterlicher Entscheidung tann daher auch Die Mumifizirungsarbeiten der bürgerlichen Rechts- Antisemiten eine beträchtliche Anzahl von Stimmen erhalten. nur die Form und die Absicht werden, und je schwieriger esordnung von seiten der Kommission für das bürgerliche Darob hat sich nun ein wilder Streit zwischen Konservativen die ist der Inhalt hierbei au fondern, um so strenger wird Reichsgesetzbuch gehen ihren Schneckengang fort. Von Zeit und Zentrumsleuten entsponnen: jede von beiden Parteien für den Richter die Verpflichtung sein, sich felbst zu überwachen, bamit bie Selbständig- 84 Beit werden wir über den Erfolg dieser Arbeiten unter wirft der anderen vor, sie sei am wenigsten widerstandsfeit und unabhängigkeit feines Urtheils richtet. Ueberall begegnen wir derselben Flickarbeit. Der fähig gegen die antisemitischen Ratten- und BauernEin heiterer Streit, der uns( Herr Förster, vor dem Einfluß eigener Ueberzeugung ge- selben wird gegenwärtig das Vormundschaft 3- fänger. an wesen über Minderjährige unterworfen. Hier ebensowenig laffen Sie sich ein Fläschchen reichen!) wahrt werde. dem Mönch und Das war im Jahr 1843. Und heute zählen wir 1894. wie auf den anderen Rechtsgebieten wird das Fundament eine'sche Redeturnier zwischen dem Welche Fortschritte haben wir seitdem in der Erkenntniß der herrschenden Gesellschaftsordnung einer Kritik unter dem Rabbi erinnert. Nur Wähler vom Geschlecht Derer, der wahren Gerechtigkeit gemacht das heißt, der Ge- zogen, wie hinfällig daffelbe auch geworden sei. Die Schuß die nicht alle werden, gehen auf den antisemitischen Leini, rechtigkeit, welche die, von der Sozialdemokratie bedrohte bestimmungen für das Mündel werden kaum nach den ver- und Zentrum wie Konservative haben mit gleichem Eifer bürgerliche Gesellschaft braucht! Mit welcher Verachtung änderten Gesellschaftsverhältnissen geprüft, nicht danach, wie und gleichem Erfolge dahin gewirkt, dieses Geschlecht nicht schauen die Brausewetter und Genossen von der Chimborasso- sie den Personen derselben zum Nutzen gereichen. Das aussterben zu lassen. Und da der antisemitische Kukut, den Höhe ihrer Erkenntniß auf die naiven Richter von Anno Hauptaugenmerk ist auf die Vermögensverhältnisse gerichtet. fie in ihrem Neste aufgezogen haben, die Ratten und dazumals herab! Für die große Masse der vermögenslosen Minderjährigen Bauernfängerei unverschämter betreibt als sie selbst, noch gestaltet sich das Vormundschaftswesen weniger als Schutz, dickere Lügen und noch fettere Versprechungen macht, so wie als Hemmniß und Belästigung. Der jugendliche Ar- findet er bei dem Geschlecht Derer, die nicht alle werden, beiter, dem der Gegen der Vormundschaft zu Theil wird, ist natürlich auch mehr Anhang. Und so find die biederen Zentrumsleute und Konservativen mit den eigenen Waffen geschlagen. Von Rechts wegen. Ja wir sind weiter gekommen in diesem halben Jahrhundert. Mehr wir find weit gekommen. Und das fagen wir ohne Jronie. Zu jeder Stunde soll sie liegen bereit," versicherte Ben David ohne Bedenken. # Friedrich warf bei der unvermutheten Wendung den Kopf zurück, hielt aber an sich, biß sich in die Lippen, und bezwang seinen gereizten Stolz männlich und edel, wie es Wie hältst Du's mit Zinsen und Verschreibung oder einem klugen und rechtlichen Fürsten geziemt, wenn die Pfandschaft?" fuhr Friedrich wie oben fort. Wahrheit sein Vorurtheil besiegt. Was ist aus Deinen Von Euch nehme ich nicht Zinsen," entgegnete der Söhnen geworden?" begann er lentfeliger, als zuvor. Ben Jude ruhig: Euer Wort ist das beste Pfand, und eine David legte die Linke auf die Brust und seufzte. Sie Schrift begehre ich nicht, seitdem Kaiser Wenzel uns gehaben mir viel Herzeleid gemacht;" sprach er. Der ältere zwungen hat, alle Schuldbriefe edler Herren unentgeltlich lebt und ist doch gestorben für mich. Ich werde ihn nicht auszuliefern." wiedersehen im Wohnort der Gerechten. Mein Bechor hat fich gerissen los von den Seinen, aus einem Sohn der Gebote ist er geworden ein Abtrünniger, ein Anhänger der jenigen, die sein Bolt unterdrücken!" " Was soll das, Jude?" fragte der Herzog heftig sich umdrehend: Was nimmst Du Dir heraus? Ein Herzog in Desterreich wird sich von einem Kammerknechte keinen Zins schenken lassen, und kein Darlehen empfangen ohne Brief und Siegel auszustellen, gleichsam als wär' es eine Gabe. Ober hältst Du mich, den Habsburger, fähig, von der Arm seligkeit, die damals der Luxemburger gegen Euch ausgeübt, Vortheil zu ziehen?" das Das Puttkamer'sche Sofort ins hessische überseht. Der Frankfurter Zeitung" wird aus dem Großherzogthum Hessen geschrieben: Auffällig wird das Verhalten der Regierung in betreff der Anberaumung von Nachwahlen im Wahlkreis Gießen- Land und Offenbach Land- Langen. Die Wahl des Gießener Abg. Orbig( Soz.) und des Offenbach- Langener Abg. Gramer( Soz.) wurden schon im März für ungiltig erklärt, so daß beide Wahlkreise thatsächlich bei den Berathungen des dreijährigen Budgets und bei den sonstigen wichtigen Landtagsverhandlungen unvertreten sind. Außerdem können leicht Beschlüsse zu stande kommen, die dem widersprechen, was die vollbesetzte Kammer beschließen würde. Es werden oft Gesetze mit einer Stimme Mehrheit angenommen oder abgelehnt. Wir erinnern auch an die Jfenburger Waldabholzung. Sollte vielleicht die Nichtanberaumung mit dem Durchbringen der Weinsteuer in Vers bindung stehen? Durch die dauernde Verwaifung zweier Wahlkreise tönnte hier ein Gesetz zu stande kommen, das die Mehrheit der wieder vollzähligen Kammer verwerfen würde. Im Interesse einer geordneten Bolfsvertretung scheint demnach die Anberaumung der Neuwahlen dringend geboten. " Ich verstehe;" erwiderte Herzog Friedrich, er ist flüger gewesen als Du, und ist, ein Reuiger, in den Schooß unserer Kirche eingegangen. Ich muß ihn um desfentwillen Loben. Es ist besser ein schlechter Christ sein, als der beste Jude." Als Ihr sprecht von Essen und Trinken und" Ich will doch umkommen auf der Stelle, wenn ich Bequemlichkeit, gebe ich's zu," versetzte Ben David ernst: Euch, gnädigster Herzog, habe beleidigen wollen," betheuerte der heilige Gott möge ihm verzeihen. So viel ich weiß, der Jude: nur so viel wollte ich sagen, daß Euer ist lehrt er jetzt hebräische Sprache zu Heidelberg an der hohen meine Habe und mein Leben, daß ich Euch weihe meine Zum Kalimonopol. Nach zweimonatiger Vertagung Schule."" Wohl ihm," setzte der Herzog hinzu: was Dankbarkeit und den Segen, mit dem mich hat überschüttet tritt am 17. b. Mt3., Vormittags, hier wieder der geschah aber mit dem Jüngsten?" Auf seinem Ge- der Gott Jfrael." " = dächtnisse sei der Friede!" murmelte der Vater mit zum„ Schweig, Hebräer!" rief Herzog Friedrich, sich auf- braunschweigische Landtag zusammen. In der Himmel gerichtetem Blicke: Er sitt oben in der Herrlich gebracht stellend.„ Lege ein andermal Deine Worte auf ersten Sitzung wird die Kalimonopol Vorlage teit Gottes; vor vier Jahren wurde er zu Budiveis erbie Wage und bedente, daß ich kein Kohljunker bin, dessen zur Berathung kommen. Kommissionsseitig wird ihre An schlagen, da die Christen eine Judenheze hielten daselbst." Dürftigkeit sich von Dir etwas gefallen lassen muß. Gehnahme einstimmig empfohlen, und man glaubt auch, daß Friedrich war betroffen. Ein erbärmlich Schicksal!" heim; es wird schon dunkel und es ist keine Ehre dabei, sie trotz der Verwerfung des preußischen Ralimonopols ers sprach er, und wandte sich zum Fenster, um den Ausdruck mit Deinesgleichen zu solcher Stunde zu verkehren. Mache folgen wird. Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebend der Rührung auf seinem Gesichte zu verbergen. Ben Deinen Ueberschlag an Zinsen, an vollwichtigen Zinsen, David trocknete eine Zähre von der vernärbten Wange hörst Du? Herzog Friedrich will keinen Dienst umsonst und mittel betrugen im April im Vergleich zu den in Klammern und fragte unterthänig, mit welchen Diensten er dem Her- mätelt nicht um einen Heller. Halte Dich sodann bereit sammt beigefügten Märzpreisen: für 1000 Kilo Weizen 138( 136) M., zoge aufzuwarten vermöge. Ich werde vielleicht bald Deinem Gelde, wenn die Zeit fömmt, da ich es gebrauche." Roggen 119( 118) M., Gerste 139( 141) M., Hafer 147 fünf- bis sechstausend Mark Silbers benöthigt sein;" aut- Mit dem stolzen Wesen, das dem Herzog so wohl stand,( 150) M., Rocherbsen 225( 223) M., Speisebohnen 243 wortete Friedrich, ohne seine Stellung zu ändern, denn verabschiedete er den Juden, der sich in gewohnter Demuth( 240) Di., Linsen 469( 459) M., Eßkartoffeln 39,4 seine Bewegung war noch nicht vorüber. Ich habe meine und Unterwürfigkeit davon machte. Dagobert trat ein, den( 40,6) M., Richtstroh 55,7( 58,2) M., Sen 85,4 87,6) M., Gründe, warum ich dieses Geld nicht von meinen Rechnei schweren vergoldeten Leuchter in der Haud, dessen drei flam- Rindfleisch im Großhandel 1033( 1025) M.; für ein Kilos meistern eintreibe; denn ich verlange strenge Verschwiegen- nende Kerzen das Dunkel des Winterabends aus dem Ge- grami Rindsteule 1,32( 1,32) W., Rindfleisch vom Bauch 1,11( 1,10) M., Schweinefleisch 1,33( 1,33) M., Ralbfleisch beit. Kannst Du die Summe schaffen, sobald ich sie zu mache bannten. 22( 1,21) M., Hammelfleisch 1,20( 1,18) M., ger. inl. fordern veranlaßt sein könnte?" ( Fortjehung folgt.) Spec 1,67( 1,68) M., Eßbutter 2,29( 2,33) M., inl. Schweineschmalz 1,65( 1,66) M., Speisemehl aus Weizen 0,26 ( 0,26) M., aus Roggen 0,23( 0,23) M., für ein Schock Eier 2,78( 3,07) M. Zollamtes stand ein Tisch, an dem die Bilger herantraten und| 2. Beschlußfaffung über die Organisationsform. 3. Zukünftige gegen Vorzeigung eines Scheines Gegenstände in Empfang Geschäftsleitung. 4. Festseßung des Gewerkschafts- resp. Unternahmen, die ich nicht genauer erkennen fonnte. Ich näherte stüßungsfonds. 5. Regelung der Wanderunterstügung und der mich dem Tisch und sah nun, daß es Waffen waren, die ihnen Arbeitsnachweise. 6. Stellungnahme zur Regulirung der Streiks. Die ungarische Zivilche- Vorlage soll trok der Abnach der Ausschiffung bei einer algemeinen Durchsuchung ab- 7. Fachpreffe( Organfrage). 8. Agitation. 9. Rechnungslegung genommen worden waren: Navajas von allen beider bisherigen Organisationsformen. lehnung des Oberhauses von der Regierung nicht fallen Größen, von der einfachen Ochsenzunge gelassen werden. Man will die Vorlage im Unterhause bis zum Meffer mit vier Klingen. Jeder erwieder einbringen. Von anderer Seite wird das Ministerium hielt die feinige zurück und begab sich dann an Bord." Weckerle als erschüttert bezeichnet. Was für Dinge ungefähr diese christlichen Dolchmesser Navajas find, erhellt aus dem Namen Ochsenzunge, Das Köpfen soll in Frankreich hinfüro bei verder die Breite und Größe andeutet. Das Christenthum der schloffenen Thüren vorgenommen werden, weil das öffent- Navajas und die Humanität" der Achtmillimeter- Gewehre liche Köpfen demoralisirend wirkt. Jetzt sollen also blos find würdiges Zwillingsgeschwister. die paar privilegirten Buschauer: Richter, Staatsanwälte, Worte und Thaten. Herr Spuller, der fran zösische Kultusminister, der in der Geistlichkeit den Freund und Bundesgenossen entdeckte, hielt gestern in Laudun eine Rede, worin er u. a. sagte: „ Eine Regierung, welche die bestehenden Militär- und Schutzgesetze oder die Geseze über die Preẞfreiheit und das Versammlungsrecht rückgängig machen würde, wäre eine sehr schwache Regierung." Und das sagt das Mitglied einer Regierung, welche joeben ein schmähliches Preßfnebelgesetz gemacht hat und Zu den Massenverhaftungen in St. Petersburg wird telegraphirt: nommen. Wir ersuchen nach Stellungnahme zu unseren Vorschlägen um alles weitere veranlaffen zu können, alle Versammlungsbeschlüsse umgehend an Unterzeichneten einzusenden. Die Agitationstommission. Friz Grünenberg, Neu- Weißensee bei Berlin, Pistoriusstr. 142a. NB. Alte Arbeiterblätter werden um Abdruckt gebeten. An die Zimmerer Berlins und Umgegend. Im vergangenen Winter haben viele der Kameraden das Polizei 2c. demoralisirt" werden. Und in der Schweiz, Der Todtenwurm im Zarenpalast. Tick! Tick! Versprechen gegeben, sich dem Verein anzuschließen, sobald fie die in der Verfassung von 1874 die Todesstrafe abschaffte, Tick! Der Todtenwurm bohrt und der Pendel der Todten- wieder in Arbeit sind, einige find wohl auch diesem Vorsatz gedurch Boltsabstimmung im Jahre 1879( mit 200 485 gegen uhr geht, erbarmungslos wie das Spinnrad und die folgt. Leider stehen Tausende unserer Berufsgenossen der Organi181 588 Stimmen) den einzelnen Kantonen aber die Wieder Scheere der Parze. Gestern große Verschwörung der Pro- fation noch fern. Kameraden! Nicht früher werden sich die einführung erlaubte, hat soeben der Große Nath des fessoren, Offiziere und sonstigen Beamten. Heute große traurigen Berhältnisse in unserm Gewerbe verbessern laffen, als Kantons Freiburg das Köpfen wieder eingeführt. Freiburg Verschwörung der" Nihilisten" entdeckte Bomben. bis wir durch Einigkeit, durch eine starke Organisation unseren mitgerechnet wird nun in 11 schweizerischen Kantonen ge- Seit Jahren hatte man von Nihilisten nichts mehr gehört Bedrückern andere Arbeitsbedingungen abtroßen können. Darum möge fein Zimmerer länger der Organisation fern bleiben, ohne töpft: Schwyz, Uri, den beiden Unterwalden, Appenzell, sie sollten ausgestorben sein. Und da sind sie wieder. Den Anspruch auf Kameradschaft und Vertrauen bei jedem Zug, St. Gallen, Luzern, Wallis, Schaffhausen und Frei und zum Tick! Tick! des Todtenwurms gefellt sich das Kameraden, dem es ernst ist um die Arbeitersache, zu verlieren. burg. Man nennt das Fortschritt der Zivilisation.". Klick! Klick! des Revolvers. Sonntag, den 20. Mai, Vormittag 10 Uhr, findet in der Beuthstraße 22, 1 Tr., die Mitglieder- Bersammlung des Vereins statt, zu der jeder Zimmerer Zutritt hat und Gelegenheit findet zur Die fürzlich entdeckte nihilistische Verschwörung giebt fort- Aufnahme in den Verein. J. A.: Ernst Obst, Blumenthalftr. 8. dauernd zu Verhaftungen Anlaß. Unter anderem wurden der Die Wiener Maurer Schriftsteller P. Struve, der Oberingenieur der Wittebsker so meldet das Wolff'sche haben heute( den 16. Mai) die Arbeit wieder aufEisenbahn Kofolew, sowie der bekannte, fürzlich erst aus Bureau Sibirien zurückgekehrte Nihilist Nathanson in Haft ge- genommen. In Brünn ist ein Buchdruckerstreit ausgebrochen. Das Bundeskomitee des schweizerischen Gewerks Die angeblichen Streitigkeiten auf dem interfchaftsbundes macht bekannt: Mit voriger Woche haben jeden Tag Dugende Mal das Hausrecht verlegt. Man nationalen Bergarbeiter Rongreß find nichts als die Stü fer großer Faßfabriken in Zürich und RheinStüfer fieht, die politische Heuchelei" gedeiht nicht blos in Mißverständnisse, und zwar Mißverständnisse felden( 70 Mann) die Arbeit niedergelegt. Diese Woche Deutschland. hervorgerufen durch die mangelhaften Sprachkenntnisse der treten die Schmiede und Wagner in Winterthur Vorsitzenden und die Schwierigkeit der Verständigung in Streit. zwischen Präsidium und Kongreß. Als wir anläßlich des Büricher Kongresses vor 7 oder 8 Monaten auf diese gebrochen. Schwierigkeit hinwiesen, suchte die gegnerische Presse dies ins Lächerliche zu ziehen. Heut konnte sich jeder, der Augen hat zu sehen und Ohren zu hören, von der Wahrheit über eugen. Die heutige Szene war dadurch verursacht, daß die Engländer von der Geschäftsordnung ganz andere Benicht los davon machen fonnten. Der deutsche Lehrertag, der am 15. Mai in Stutt griffe haben, als die Deutschen, Franzosen und Belgier, gart feinen Anfang genommen, ist von 8400 Lehrern befchickt. Anarchisten und Antisemiten. Das Organ der fran- und daß sie bei Deutschen, Organ be Franzosen und Bel Die Begrüßungsrede hielt der Vorsitzende des Stuttgarter zösischen Anarchisten und Panamisten, die Libre giern den Glauben erweckt hatten, fie wollten Ortsausschusses, ein Oberstudienrath Defterlen.„ Wir Parole" das" Freie Wort"-fließt über von Sympathie den Rongreß für fich monopolisiren und das müßten die Unwahrheit sagen," so schreibt hierüber unser und Bewunderung für die Kochtopf- und Sardinenbüchsen- Präsidium feiner anderen Nation" überlassen, woran Stuttgarter Bruderorgan wenn wir behaupten wollten, Anarchisten. Wie recht hatte doch Pernerstorfer mit seinem daß dieselbe irgendwie begeisternd oder zündend gewirkt habe. Wort:" Der Antisemitismus ift der Sozialismus der Dummen". Die trockenen, dürftigen Expektorationen des Redners stachen geDer Redner hielt es nämlich für angezeigt, den anwesenden MitEr hätte nur hinzufügen sollen: und Rohen. waltig ab von der imponirenden Größe der Festversammlung. gliedern des Lehrerstandes gleich einige Ermahnungen für ihre späteren Verhandlungen zu Theil werden zu lassen, indem er dem Wunsche Ausdruck gab, daß diese Verhandlungen vom Geifte fittlich religiösen Ernstes, wahrer(?) Baterlandsliebe und ähnlichen guten Eigenschaften getragen werden Der Heilige Rock von Argenteuil bei Paris ist wieder ausgestellt. So wären diese leichtfüßigen Franzosen uns schwerfälligen Deutschen abermals um etliche Posttage voraus. Der Himmel weiß, wann der Heilige Rock von Trier nachkommen wird. Nur immer langsam voran! ist die Losung der heiligen Herren bort so lange gewesen, daß sie sich sogar in eigener Sache Ein Erfolg der Propaganda der That. Aus Brüssel wird telegraphirt: In Beantwortung einer Frage wegen der Unzulänglichkeit der gegen die Anarchisten zur Anwendung gelangenden Maßregeln gab der belgische Justizminister im Senat seinem Abscheu gegen die anarchistischen Mordanschläge Ausdruck und erklärte, er werde die Wiedereröffnung der Kredite beantragen, die ehemals der Kriminalpolizei bewilligt worden seien; auch er halte die strafgefeßlichen Beftimmungen für ungenügend. Der Ackerbau- Minister theilte mit, es würden auch Maßregeln betreffs der Aufbewahrung von Sprengstoffen getroffen werden. Mehr Geld für die Polizei, Verschärfung der Strafgefeßze, das find die einzigen Erfolge der anarchistischen Propaganda der That. Das proportionale Wahlverfahren in Belgien. Aus Brüssel wird telegraphirt: In der gestrigen Rammerſigung lehnte die Regierung die proportionelle Bertretung ab. Nachdem von allen Seiten die Nothwendigkeit dieser Reform anerkannt und lebhafte Agitationen zu deren Gunsten im Lande veranstaltet worden waren, dürften nunmehr neue öffentliche Demonstrationen nicht ausgeschlossen sein. Die Generalstaaten( der holländische Reichstag) wurden hente eröffnet. Der Minister des Auswärtigen Dr. Roell entwickelte das folgende Programm des neuen Rabinets. Dasselbe soll bestehen in der Wahlreform auf breiter Grundlage, welche die Wahlen zur zweiten Rammer und die Pro* sie nie gedacht hatten. Es bedurfte weniger Worte der Aufklärung, um das Mißverständniß zu beseitigen. Und die Feinde der Arbeiter sind wieder um eine Hoffnung betrogen. Die Heranbildung von kompetenten Leitern internationaler Rongresse wird aber ernstlich zu erstreben sein. Wer das Ehrenamt des Vorsizes in einem internationalen Kongreß auszuüben wünscht, sollte entschieden, falls er die nöthigen Sprachkenntnisse nicht besitzt, sich dieselben durch fleißiges Studium zu erwerben suchen.Soziale Ilebersicht. Ein Droschkentutscher Streit ist in 2ondon auss = Aus Mährisch Oftrau und Troppau lauten die telegraphischen Nachrichten weiter dahin, daß mehr und mehr Arbeiter anfahren. Die Bestätigung aller dieser Nachrichten bleibt jedoch abzuwarten. möchten." " Generalversammlung der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. Die unter Rickert'scher Protektion stehende Vereinigung tritt in Weimar am 26./27. Mai zusammen, um folgende fünf Punkte zu berathen: 1. Die hauswirthschaftliche Ausbildung der Mädchen. 2. Die Unterstüßung der hygienischen Bestrebungen. 3. Der Sonntagsunterricht in den Fortbildungsschulen. 4. Was läßt sich zur Pflege einer gediegenen Volks bildung in den Arbeiterkreisen thun 8 5. Vorbereitungsſchulen für das Handwert. Praktischen Werth für Achtung, Brauerei- Arbeiter! Bezugnehmend auf die angekündigte Aussperrung der organisirten Brauerei- Arbeiter seitens des Brauerringes fordern wir sämmtliche Ausgesperrte auf, sich fofort bei ente( in Vertretung J. Wiedemann), Blumenstr. 38, zu melden. Folgende Brauereien gehören dem Ring nicht die Förderung einer wahrhaften Boltsbildung hat diese an: Nordstern Brauerei, Münchener Brauhaus, Generalversammlung so wenig wie alle früheren. Die Phönix Lichterfelde, Brauerei Rink u. K o. und als Referenten ausersehenen Volksfreunde, meift der Mig gelschloß Friedrichshagen. Freisinnigen Vereinigung angehörig, werden mit behaglicher Breite sich gegenseitig die große Unwissenheit des Volkes vordeklamiren und sich gegenseitig beweihräuchern. Die geistigen Bedürfnisse des Volkes kennen die Herren ebensowenig wie sie das Volk selbst kennen und verstehen. Die Brauerei Schweizergarten von R. Schneider, welche dem Ring nicht angehört, erklärt sich trotzdem mit dem Vorgehen desselben solidarisch. Ebenso hat sich die Brauerei Stralau, Lehmann, Belforterstraße 4 und Germania, Usedomstraße nachträglich den Bestrebungen des Ringes angeschloffen. Die Agitation3 Rommission der Brauer und Brauerei hilfsarbeiter Berlins und Umgegend. J. A.: Paul Hilpert, Rigdorf, Karlsgartenstr. 1.Die streifenden Böttcher richten nochmals an die Arbeiter. vinzial- und Munizipalrathswahlen umfasse, sowie in der schaft Berlins die Aufforderung, fie in ihrem Kampfe thatkräftig Revision der Personalsteuer und der Regelung der zu unterstützen. Gegenwärtig befinden sich 280 Rollegen im Ausfinanziellen Verhältnisse zwischen dem Staate und den Ge- stand, darunter 130 Familienväter mit 320 Kindern. Für uns meinden. Weitere Gesezentwürfe feien nicht ausgeschlossen, heißt es jetzt gegenüber dem brutalen Vorgehen des Brauerei tönnten aber erst in zweiter Linie in Betracht kommen und dürften die Durchführung der bezeichneten dringenden Maßnahmen nicht verzögern. Wir sind begierig, wie diese Wahlreform auf breiter Grundlage" aussehen wird, daß es das allgemeine Wahl recht nicht sein wird, ist sicher. Es wird also Pfuscharbeit und Flickwerk sein, also die Unzufriedenheit mit den bestehenden politischen Zuständen nicht baunen. Zum Kampf gegen das englische Oberhaus. Aus London wird telegraphirt: Die Partei der Liberalen hat einen Rongreß nach Leeds einberufen, auf dem über die Abwendung der beständigen Gefahr des reaktionären Einflusses der Lordkammer berathen werden soll. Die liberale Preffe mißt diesem Rongreffe große politische Bedeutung bei. Ringes unsere ganze Kraft einzusetzen. Unterliegen wir, so ift unsere Organisation gesprengt. Der Brauerei Hing hat seine Drohung zur Ausführung gebracht und eine große Zahl Brauerei wird die nöthige Antwort auf diese frivole Herausforderung arbeiter gemaßregelt, wir sind überzeugt, die Arbeiterschaft Berlins geben. Gleichzeitig geben wir unseren Kollegen diejenigen bekannt, die als Streitbrecher bereits wieder in Arbeit getreten sind. Brauerei Königstadt: Paul Dalinger, Robert Matschte, Karl Heinike, Karl Heine. Dalinger war seinerzeit bei Schultheiß 1885 Streitbrecher. Brauerei Böhow: August Schacht, Franz Jbenthal, früher Kassirer des Zentralvereins Deutscher Böttcher( Filiale Berlin), Ernst Klatt, Hermann Wagner, Wilhelm Viering, Franz Ralt, Herrmann Hager, Hermann Hülzmann. Brauerei Babenhofer: Paul Hentschel, Otto Heinrich, Hermann Weber, Franz Käppen. Dem Berdienste seine Krone. Unser Mannheimer Schwefterorgan schreibt unterm 5. d. M.: Seit gestern prangt an allen Stellen der Badischen Anilinfabrit in Ludwigshafen nachstehender Aufruf: An unsere Mitarbeiter! Am 1. Oftober sind es 25 Jahre, daß unsere beiden Direktoren, die Herren Kommerzienräthe Dr. Brunck und Dr. Glafer, in das Geschäft der Badischen Anilin- und Sodafabrit eingetreten sind. Mit unermüdlicher Thätigkeit" und allen Geisteskräften" haben diefelben gewirkt, unfer" Geschäft feft zu bauen und zu einem der größten Industriezweige der Geschäftswelt zu machen. Seit mehreren Jahren haben die Direktoren unseres Geschäfts stets das Wohl ihrer" Arbeiter und deren Familien mit aller Kraft" zu fördern gesucht und haben gewiß bei uns allen, die wir verpflichtet sind, das Wohl und Wehe unserer Familien stets im Auge zu haben, die beste und freundlichste Anerkennung gefunden. Dem Gefühl des festen Vertrauens" und der Hochachtung, sowie der " Dankbarkeit" unsererseits Ausdruck zu geben, wäre sicher der 1. Oftober 1894, dem 25jährigen Jubiläum der Herren Diret toren Dr. Brund und Dr. Glaser, der geeignetste Tag. Es find alle Arbeiter, welche sich an dieser offenen und freien"(?) Anerkennung der Verdiensté" unserer Direttoren betheiligen wollen, freundlichst eingeladen", sich in die im Aufseherlokal aufliegende Liste einzuzeichnen. " " Ludwigshafen a. Mh., den 1. Mai 1894. Das Romitee." Daß sich alle Anilinkulis natürlich freiwillig" in die Liste die Aktionäre riesige Profite vertheilen, die Arbeiter aber schier einzeichnen und den Herren Direktoren, durch deren Umsicht" verhungern können, Ovationen darbringen, ist klar!- In der am 11. Mai stattgehabten Hauptversammlung der Badischen Anilin- und Sodafabrik wurden die Anträge des Aufsichtsraths zur Gewinnvertheilung für das Rechnungsjahr 1893 genehmigt und die Dividende auf 162 Mart per Attie(= 27 pCt.) festgesetzt, welche sofort zahlbar ist. Crispi ist noch nicht aus dem Wald. Die anderthalb und durch die Fahnenflucht einiger Indifferenten nicht muthlos Mögen sich die Kollegen die Namen der Genannten merken Pfingst Siege, die er in der italienischen Rammer erfochten, werden. Der Kampf ist in ein neues Stadium getreten und haben ihm nur für den Augenblick Luft gemacht und jeden wird von uns siegreich beendet werden, wenn wir einig zusammenZoll breit Lands hat er sich zu erobern. Posten für Bosten halten. wird der Militär- Etat bestritten und inzwischen ist die Zeit Die Lohntommission der Böttcher Berlins. herangerückt, wo Crispi die von ihm versprochene FinanzAn die Stuckateure Deutschlands! Kollegen! Die barlegung vorbringen, das heißt den Bankrott Italiens Interesselosigkeit in der gewerkschaftlichen Bewegung, herbei verkünden muß. Sein Plan, das Militärbudget vorher geführt durch den schweren wirthschaftlichen Druck, sowie durch Der Exekutiv- Ausschuß des Bundes der Berg bewilligt zu erhalten, ist jedenfalls gescheitert. das fortwährende Hadern um die Form der Organisation lassen Leute von Großbritannien hatte am 10. Mai unter Chriftliche Dolchmeffer. Mit der Bibel in der einen rufsgenossen zu richten, einig und thatkräftig für bie Organisation nationalen Rongreß in Berlin anwesend) eine Sigung. es uns rathfam erscheinen, die ernste Mahnung an unsere Be Borsiz des Präsidenten Pickard( gegenwärtig auf dem Inter Es und einer Flinte in der anderen Hand wollte der alte zu wirken. Es muß doch jedem denkenden Kollegen flar fein, handelte fich darum, Stellung zu nehmen zu der Arbeitssperre Windthorst nach Afrika ziehen. Er hat's aber nicht gethan. daß das Unternehmerthum unsere erbärmliche wirthschaftliche Lage der schottischen Bergleute. In einigen Distrikten ist denselben Mit dem Rosenkranz in der Hand und dem Dolchmesser in ausnügt, und so die Existenzbedingungen der Arbeiter immer nämlich eine sofortige Lohnherabfegung von 20 pCt. angekündigt der Tasche sind die spanischen Pilger von denen man tiefer herabdrückt. Deshalb, Kollegen, ist es die höchste Beit, daß worden. Da die Bergleute fich geweigert haben, die Kürzung schon gehört, daß fie in ihrem Vaterland durchgeprügelt wir uns ermannen, daß wir alle untergeordneten Fragen und anzunehmen, so ist bereits für 30 000 Arbeiter die Arbeitssperre wurden wirklich und leiblich nach Rom zu dem Papst Streitpunkte, wo gegentheilige Ansichten herrschen, vorläufig bei in Kraft getreten. In Fife und Clackmannan foll der Sohn um gezogen. Ihre Dolchmesser sahen so gefährlich aus, daß Seite legen, um vor allem das große Ziel der Einigung zu 15 pet. herabgesezt werden. Der Exekutiv- Ausschuß beschloß, eine allgemeine Konferenz des Bundes einzuberufen, welche man bei der Ankunft in Rom fie ihnen abnahm und erst Zu diesem Zwecke ersuchen wir die Stuckateure Deutschlands, sofort nach dem Schlusse der Berliner Internationalen Konzurückgab, als sie den Staub der ewigen Stadt wieder von in öffentlichen Versammlungen zu folgenden Vorschlägen Stellung ferenz abgehalten werden soll. Mittlerweile follen die schottischen ihren Pantoffeln schüttelten. Der Korrespondent des Jm zu nehmen: Stellung zur Einberufung einer Konferenz nach Bergleute ihre Arbeitsherren auffordern, die Lohnkürzung rückperial" schreibt darüber: Berlin, welche über folgende Punkte der Tagesordnung, die gängig zu machen. Vor der Einschiffung sah ich auf dem Staden von eventuell durch gewünschte Zusäße erweitert werden kann, BeCivitavecchia eine merkwürdige Szene. Vor der Thür des schlüsse zu faffen hat: 1. Situationsbericht der Delegirten. erreichen. Für den Inhalt der Inferate über nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 17. Mai. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhans. Letzte Liebe. Berliner Theater. Das Glas Wasser. Alexanderplatz- Theater Alexanderstr. 40. Novität!!! Hoppegarten. Volksstück mit Gesang in 5 Aften von E. Prudens. Regie: Mar Samst. Kaffeneröffnung 5 Uhr. Anfang der Vorstellung: 72 Uhr. Castan's Deutsches Theater. Der Ser Panoptikum. Senator. Herr Leffing Theater. Madame Sans Gêne. Neu: Das Mene Tekel. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Sonderb. u. geheimnissv. spiritistische Giroflé- Girofla. Residenz- Theater. Der felige Toupinel. Produktion. Neu: Central- Theater. Der Regiftrator Der 13 jährige Riese. auf Reisen. Adolph Ern- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplat- Theater. Rabbi David, der Knabenräuber, oder: Christ und Jude. National Theater. Vom Viehhof bis zu den Menschenfressern, oder Berliner in Afrika. Theater Unter den Linden. Eine assage- Panopticum 500 Sehenswürdigkeiten von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends u. a.: Blaue Grotte, historische Dioramen, Illusionen etc. Im Theatersaal v. 6 Uhr ab: Nacht in Venedig. Sierauf Spezialitäten- Vorstellung Farfarello. V Wintergarten. Spezialitäten Borstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Welt. Vorstellung. Ganz neues Programm! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Moabiter Gesellschaftshaus. Die verkehrte Alt- Moabit 80/81.( Pferdeb.- Berbind.) Täglich: Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Concert, Theatern. SpezialitätenParodie Theater. Spezialitäten- Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Vorstellung. 12L Helmuth Peters. National- Theater. Noack's Große Frankfurterstr. 132. Vom Viehhof bis zu den Sommer- Theater. Menschenfressern. # Große heroisch humoristische KolonialReifepoffe mit Gesang und Tanz von Dr. Gustav Braun. Musik von Felix Jäger. Regie: Mar Sam ft. Raffeneröffnung 52 Uhr. Anfang ber Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Charley's Tante sowie SpezialitätenBorstellung ersten Ranges. Kaffeneröffnung 51/2 Uhr, Anfang 6 Uhr. Die Theaterbesucher haben den Eintritt zum Garten frei. Brunnenstrasse 16.] Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vor stellung 7 Uhr. Die Kaffeeküche in geöffnet. Feen- Palast. Neue Direktion. Morgen: Vom Viehhof bis zu den Vereinen, Ausstellungen und VerMenschenfressern. Im Garten: Bor- sammlungen stehen die Gesammträume stellung. während der Saison zur Verfügung. Sonnabend: Volks- Vorstellung. Meldungen im Tunnel, Burgstr. 20. Die Räuber, 778 Central- Theater. In Alte Jakobstraße 30. Donnerstag, den 17. Mai 1894: 17. Gastspiel von Emil Thomas: Der Registrator auf Reisen. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Die Direktion. Rohsadism Tabaken Todes- Nachricht. Das Mitglied des Sozialdemokra tischen Wahlvereins des 6. Kreises, Paul Gossing Barbier verstarb plöglich am Herzschlage. Beerdigt wird derfelbe am Donners tag, den 17. Mai, Nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Müllerstr. 32b, aus nach dem Nazareth- Kirchhof, Seestraße. 490/11 Der Vorstand. Allen Kollegen, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß mein lieber, Mann, der SchriftsegerErnst Schaar, am Dienstag Nachmittag 4 Uhr nach schwerem Kampfe verschieden Um stilles Beileid bittet Berlin, 15. Mai 1894. ift. Die trauernde Wittwe. Die Beerdigung findet Freitag, 18. Mai, Nachm. 6 Uhr, vom Neuen Sophien- Kirchhof( Gesundbrunnen, Ende d. Freienwalderstr.) aus statt. Danksagung. Für die überaus zahlreiche Bethei15. Internationaler Bergarbeiter- Kongreß. Donnerstag, den 17. Mai, Abends 9 Uhr, im großen Saale der„ Concordia", Andreasstraße 64: zu Großer Kommers Ehren der Delegirken. Aufführung von lebenden Bildern. Deklamatorische, Musik- und Gesangs- Vorträge. Festrede. Einlaßkarten à 50 Pf. sind auf dem Gewerkschafts- Bureau, Rosenstr. 28, v. 1 Tr., Vorm. von 8 bis 10 Uhr zu haben. Der geschäftsführende Ausschuss der Berliner Gewerkschafts- Kommission. Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Berlin.) Die regelmäßige Mitglieder- Versammlung findet nich heute statt, sondern nächste Woche, Donnerstag, 24. Mai, bei Philipp, Rosenthalerstraße 38. Die Verwaltung Berlin. 491/18 ligung und vielen Stranzspenden bei Verein zur Wahrung der Interessen der Gaft- u. Schankwirthe der Beerdigung meines lieben Mannes, Berlins und Umgegend. unferes unvergeßlichen Vaters, Groß Freitag, den 18. Mai, Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Kollegen vaters und Schwiegervaters, des Schantwirths Karl Herrath Ehrenberg, Annenstraße 16: Mitglieder- Versammlung. = Zages Ordnung: sagen wir allen Genossen, Bekannten und Freunden, besonders dem Gesang- 1. Bortrag und Diskussion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Antrag verein Kreuzberger Harmonie, dem über Nachbewilligung einer Sterbeunterſtüßung. 4. Beschlußfaffung über ErWahlverein des 2. Wahlkreises, dem haltung der Vereinsrechte für Wittwen verstorbener Kollegen. 5. VereinsVerein zur Wahrung der Intereffen der angelegenheiten und Verschiedenes. Gaft- und Schankwirthe, dem Rauchflub Grüne Eiche und den Arbeitern 164/14 der Kren'schen Lampenfabrit unfern herzlichsten Dank. 786b Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. O Für die herzliche Theilnahme beim Begräbniß meines lieben Mannes, des Steindruckers Emil Schmidt, sage allen Freunden und Bekannten sowie den Kollegen der Firma Radicke meinen 7936 ww. Therese Schmidt nebst Kindern. Bei meiner Abreise nach dem AusUm zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. J. A.: W. Lorenz. Ausstellung Italien in Berlin. ( Station: Zoologischer Garten.) Donnerstag, den 16. Mai the longe, a„ Erster grosser Elite- Festtag" lande sage ich allen Freunden und Gönnern 792b herzliches Lebewoh!! R. Wahuer, Maler. grosses Monstre- Concert Junge Damen und Herren, welche ausgeführt von 10 italienischen Orchestern. E Geöffnet von Morgens 10 Uhr bis Nachts 12 Uhr. sich an einem besseren Theaterverein betheiligen wollen, tönnen sich melden jeden Donnerstag von 8 Uhr Abends ab Boechstraße 32 im Lokal. 7876 Stimmbegabte Herren werden für Arbeiter- Gesangverein gesucht, Tenöre bevorzugt. Meldungen am Donnerstag im Restaurant Arend, Seidelstr. 30, 9 Uhr. 436/15 60L* Entree 1 Mark. Freitag und die folgenden Tage: Eintrittspreis 50 Pf. Beginn der Concerte wie gewöhnlich. Heute, Donnerstag: Schloss Weissensee. Anfang des Conc. 5 Uhr, des Feuerw. präz. 9 Uhr. Erstes Monstre- Parade- Feuerwerk in der Saison: Das Bombardement von Rio Janeiro. und Utensilien für Mühen liefere gu nachsteh, bill. Preisen bet. Pyrotechnikern Paul Beidler und Rudolf Maffow. Neue Dekoration Cigarren- Fabrikanten Adolph Ernst- Theater.!! billigster Heute: Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musit von Franz Roth. In Szene gefett von Adolph Ernft. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Victoria- Brauerei, Lühowstraß: 111-112. Garten resp. Saal. Täglich ( mit Ausnahme Sonnabend 3); Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin ind Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. 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Juternationaler Bergarbeiter- babe, so fei die Differens doch nicht so groß geweſen, wie der nicht länger als 10 Stunden beschäftigt werden, werden aber zu Kongreh. Berlin, den 16. Mai 1894. 4. Sigung. Vormittag. Bu Tagespräsidenten find John Wilson M. P. aus Durham ( von den Engländern), Strunk( von den Deutschen), Lamendin ( von den Franzosen) vorgeschlagen. Lamendin weigert sich den Vorsitz mitzuübernehmen, auf ausdrückliches Verlangen der deutschen Delegirten, die den ersten Vorsiz heut in der Hand eines Franzosen wissen wollen, damit die einzelnen Nationalitäten abwechseln, betritt Lamendin die Plattform. Die Deutschen verlangen Abstimmung darüber, wer das erste Präsidium übernehmen soll. Zwischen dem Tagespräsidenten und dem Ueberfetzer aus dem Englischen und in das Englische( Gen. Ledebour) entspinnt sich eine Debatte darüber, ob der Uebersetzer wörtlich übersetzt oder in die zu übersetzenden Worte seine eigene Meinung hineininterpretirt habe. Genosse Ledebour legt darauf sein Amt als Dolmetscher nieder. 0 Freiburg, Silberbergbau. 747 m. jährlich f. Männer. f. jugendl. Arbeiter. im Durchschnitt. Wilson erklärt, daß er Marienberg genau nach der Geschäftsordnung des vorigen Kongresses verfahren sei. Liebknecht, der in diesem Augenblicke übersetzt, f. Männer. allerdings nicht die Höhe der englischen Löhne erreicht| arbeiten 14-15 Stunden täglich in der Grube. Kinder sollen Bericht der Majorität behaupte. Am Schluß richtet Abraham 12 stündiger Arbeit angehalten. In den vier belgischen Kohleneinen fräftigen Appell an die Bundesbrüderschaft aller Berg- revieren: Charleroi, Borinage, Lüttich und Centrum arbeiter, damit sie von Jahr zu Jahr in der Hebung ihrer arbeiten 118 000 Menschen, Frauen und Kinder einKlassenlage fortschreiten mögen.( Beifall.) begriffen. Die Löhne sind die niedrigsten in ganz Europa, sie wechseln zwar in den einzelnen Revieren, bewegen. 5. Sigung. Nachmittag3 2 Uhr. sich aber zwischen 2,40-2,60 bei den Männern, 0,70-1,60 bei Verhältnisse in Sachsen, Schlesien und Altenburg. In dem von Arbeitszeit ist äußerst lang, besonders in Anbetracht der un Sachse Zwickau erstattet Bericht über die Bergarbeiter- den jugendlichen Arbeitern und 1-1,60 bei den Frauen. Die ihm vertretenen Bezirt feien ca. 30 100 Bergarbeiter, darunter günstigen Arbeitsverhältnisse. Sie bewegt sich zwischen 10 und 517 Kinder, 666 jugendliche Arbeiter und 740 Frauen beschäftigt. 12 Stunden. Die belgischen Arbeiter erstreben den AchtstundenFrauen und Kinder seien hauptsächlich im Erz- und Silber- tag und ein Lohnminimum, freilich bis jetzt ohne Erfolg. Aber Bergbau beschäftigt. außerordentlich traurig. Er giebt darüber folgende Uebersicht fast das gleiche Wahlrecht errungen haben, haben sie begründete Die Lohnverhältnisse in Sachsen seien nachdem sie in politischer Hinsicht einen so großen Sieg erfochten, der Durchschnittslöhne. Hoffnung, ihre wirthschaftlichen Forderungen auf politischem Wege durchzusetzen, damit sie nicht mehr länger die Parias unter den europäischen Bergarbeitern seien. Infolge der Profitwuth des Unternehmerthums ist die Zahl der Unfälle in belgischen Bergwerken sehr groß, die Zahl der schlagenden Wetter erreicht eine so außerordentliche Höhe, daß man sich scheut, die statistischen Daten darüber zu veröffentlichen, so ver geht fast kein Tag, an dem nicht Bergarbeiter- Familien in Schrecken und Trauer versetzt werden. Die Grubeninspektion is äußerst mangelhaft, weil sie ausschließlich in den Händen von Bourgeoissöhnchen liegt. Es besteht allerdings ein Haftpflichtgefeh, aber wehe dem Arbeiter, der seine Entschädigungsansprüche eintlagt! Ganz abgesehen davon, daß schon der hohen Prozeßtoften wegen Klagen nur selten anhängig gemacht werden können, wird jeder Arbeiter gemaßregelt und und findet auch anderen Gruben keine Arbeit mehr. Man könne deshalb wohl sagen: Die belgischen Bergwerks- Besizer haben das Recht, ihre Arbeiter zu tödten, ohne daß ein Hahn danach fräht." Ein bewährter belgischer Nationalökonom hat Recht, wenn er sagt:„ Belgien ist das Land der niedrigen Arbeitslöhne und der langen Arbeitszeit, das Paradies der Kapitalisten." Besserung erhoffen die belgischen Bergbeiter nur von der internationalen Verständigung der Arbeiter auf dem Boden der Sozialdemokratie.( Beifall.) Redner schließt:" Es lebe die internationale Verständigung, es leben die freien, den Krallen der Kapitalisten entrissenen Arbeiter.( Lebhafter Beifall.) fügt aus Eigenem noch hinzu, daß die parlamentarische Regelung Johann- Georgenstadt. der Geschäfte in England, das auf eine vielhundertjährige parlamentarische Geschichte zurückblickt, eine wesentlich andere sei als die der Deutschen. Es handele sich deshalb hier nicht um eine Schneeberg. Prinzipienfrage, sondern lediglich um ein Mißverständniß. Abraham versucht seinen Bericht über die BergarbeiterVerhältnisse zu geben, wird jedoch durch französische und deutsche 192 " 701 " 608 " 255 " 594 " 475 " 450 " 474 " 699 " 249 " 679 " " f. jugendl. Arbeiter. im Durchschnitt. f. Männer. f. Frauen u. Kinder. im Durchschnitt. f. Männer. f. jugendl. Arbeiter. im Durchschnitt. Im Steinkohlen- Bergbau liegen die Verhältnisse etwas 879 m. jährlich f. Männer. Burufe unterbrochen, die zunächst ein Eingehen auf die Geschäfts- günftiger: ordnung verlangen, Calvignac verlangt das Wort zur Geschäfts- Chemniz ordnung, es wird ihm nicht ertheilt, indem die Engländer die Franzosen und Deutschen zur Ordnung rufen. Abraham verläßt die Tribüne. In diesem Augenblicke verschafft sich ein Delegirter der christlichen Bergarbeiter Waldstein aus Oberschlesien Ge- Dresden. hör, der gegen das Vorgehen der übrigen Deutschen protestirt. Ich stehe mit der Mehrheit aller Arbeiter auf christlichem Standpunkte. Ich halte treu zu Papst, Kaiser und Reich. Es geht hier nicht richtig zu, zu verdrängen und zu vergewaltigen, man hat mich nicht einmal auf die Präsenzliste gesetzt. Man versucht die Leitung des Kongresses in sozialdemokratische Hände hinüberzuspielen, ich tann das nicht zugeben und stelle mich auf Seiten der Engländer in der Präsidentenfrage. man f. jugendl. Arbeiter. f. jugendl. Arbeiter. f. Frauen. im Durchschnitt. 346 " " 384 " " f. Frauen. 855 " " im Durchschnitt. 1081 " " f. Männer. 331 " 580 " 1055 " 984 " 374 " " 479 " " 969 " " Jm Braunkohlen- Nevier von Chemnit versucht mich3widau.... Calvignac protestirt nochmals gegen die Geschäftsordnung. Waldstein schreit in den Saal hinein:„ Wir wollen unsere Forderung auf friedlichem Wege erreichen, und nicht mit Dresden. Gewalt wie die Sozialdemokraten. Man will eine Resolution nicht drucken lassen, die ich mit Uebereinstimmung ausländischer Delegirten eingebracht habe.( Erneute Unruhe.) Wilson erklärt nunmehr, daß die englische Delegation auf 10 Minuten sich zurückziehe, um die Streitfrage zu erledigen. Der ganze Streitfall ist offenbar nichts weiter als ein Mißverständniß. Der Vorsitzende ist nach der Geschäftsordnung der vergangenen Kongresse, die von dem diesmaligen Rongreß ebenfalls akzeptirt worden ist, vollständig korrekt verfahren. f. Männer. f. jugendl. Arbeiter. f. Frauen. im Durchschnitt. 719 M. jährlich f. Männer. f. jugendl. Arbeiter. f. Frauen. im Durchschnitt. 302 " 321 " " 686 " " 1567 " " f. Männer. 295 558 " " " f. Frauen. im Durchschnitt. Trogdem diese Löhne aber wahre Hungerlöhne find, versucht man immer wieder sie noch herabzudrücken. Es kam deshalb im herabseßung um 50 pet. durchzusehen versuchte, jetzt streifen die vergangenen Jahre in Zwickau zum Streit, weil man eine LohnFörderleute, weil man ihnen bei ihrem geringen Lohn von 2 M. einen Zuschlag von 60 Pf. verweigere. Altenburger Bezirk. Nicht anders lägen die Verhältnisse in Schlesien und im an Es wird sodann folgendes Begrüßungstelegramm der östera reichischen sozialdemokratischen Parteivertretung verlesen: " Wir begrüßen das internationale Parlament des organis firten Grubenproletariats und wünschen, daß dessen bedeutungsvolle Beschlüsse den schweren Kampf der österreichischen Bergarbeiterschaft und der endlichen Befreiung der Arbeit überhaupt förderlich seien. Jeder Fortschritt der internationalen Verbrüderung der Ausgebeuteten ist ein neuer Schritt zu ihrem Siege. Die gesammte klassenbewußte Arbeiterschaft sieht auf Euch!"( Lebhafter Beifall.) in Bunte: Zu dem Bericht der Bergleute Rheinland- Westnoch einige Ergänzungen geben: Ju dem Deutschen Reichstage falens, der gedruckt zur Vertheilung kommen werde, müsse er und im preußischen Abgeordnetenhause sind der legten Zeit auf Andrängen der Sozialdemokratie durch Nach kurzer Berathung kehren die englischen Delegirten die Regierungen Verbesserungsvorschläge zu den Arbeiterschuhwieder zurück, die Verhandlungen werden wieder eröffnet. gefeßen und dem Berggesetz gemacht werden, aber wir haben es Die Arbeitszeit in Sachsen beträgt theilweise 8 Stunden, in erlebt, daß die Interessenvertretung der Bourgeoisie die Gesetze Wilson erklärt: Die Engländer sind nach dem Kongreß den Erzbergwerfen aber meist 10-11 Stunden; ähnlich in Schlesien; gegenüber den Regierungsvorlagen noch mehr verschlechtert. Obgekommen, beseelt von der Absicht und dem Wunsche, für die in Altenburg dagegen sei eine geregelte Arbeitszeit überhaupt nicht wohl nun das deutsche Arbeiterschutzgesetz elend genug ist, richten Sache der Bergarbeiter, also auch für die Bergarbeiter des vorhanden, die Bergarbeiter müßten so lange arbeiten, als es sich die Unternehmer selbst nicht einmal nach diesen schwächlichen Kontinentes das beste zu thun. Wir sind beseelt von den ihnen befohlen würde. Meift dauere die Arbeit 14-15 Stunden. Bestimmungen. Bekannt ist, wie sich die Unternehmer um die brüderlichsten Gefühlen gegen alle Nationen. Wenn es vor- 3u der durch die färglichen Löhne ungünstig beeinflußten Vorschrift herumdrückten, daß die Arbeitsordnungen nach dem gekommen ist, doch die eine oder die andere Aeußerung Lebenslage kommt noch die Einwirkung der Arbeit selbst 1. Januar 1898 unter Genehmigung der Arbeiter zu Stande verlegend gewirkt hat, so hat das nicht in unserer hinzu. In einigen Gruben herrscht eine Temperatur, tommen müßten. Zum Theil ließen sie sich rasch ArbeitsAbsicht gelegen. Nichts hat uns ferner gelegen, als daß von 40, 45, ja felbft 50 Gr.1C. Hierauf seien die Regierungen ordnungen noch vor dem 1. Januar durch die Behörden bestätigen, eine der beffer organisirten Nationen die anderen terrorifire. schon wiederholt aufmerksam gemacht worden. Der wenig er zum Theil legten fie sie den Arbeitern nur vor, achteten aber Wir stehen auf dem Standpunkte vollster Gleichberechtigung und freuliche Bericht findet seine Ergänzung noch dadurch, daß in nicht auf ihre Einsprüche, indem sie meinten, daß durch die Vor gestehen deshalb natürlich auch jeder Nation die gleichen Rechte Schlesien selbit erwachsene Arbeiter, in Sachfen wenigstens die Iage allen gesetzlichen Pflichten genügt sei. In ähnlicher Weise zu. Unser ganzer Rongreß hat ja in erster Linie den Zweck, auf jugendlichen Arbeiter geprügelt wurden. Der Geschäftsstand wird der Einfluß der Gewerbegerichte bedeutungslos gemacht. dem Standpunkt der Gleichberechtigung aller Nationen Einigkeit fei fein besonders günstiger, fast jede Woche würde eine Feier- Seit ihrer Entstehung sind die Organisationen den Unternehmern ein zu erzielen; die Bethätigung der Gleichberechtigung ist deshalb schicht verfahren, und dabei würde bereits auf Vorrath gefördert. Dorn im Auge und durch die Knappschaftstassen besonders unsere erste Pflicht, die wir im vollsten Maße anerkennen. Wenn Ginzelne Werke gewährten allerdings horrende Dividenden, 60 wurde ganz wie in Desterreich durch die Bruderladen den nun verlegt worden ist, so geschah das aus Mißverständniß, bis 70 pt.; damit vergleiche man die elenden Löhne! Arbeitern ein Knüttel zwischen die Beine geworfen. Die Knappdas so leicht infolge der Verschiedenheit der parlamentarischen Der Organisation der Bergarbeiter werden die größten schaftskassen, die den Arbeitern nur sehr geringe Vortheile bieten, Sitten und der Schwierigkeit der gegenseitigen Verständigung ent- Schwierigkeiten in den Weg gelegt, das Mittel dazu sind auch arbeiten außerdem mit sehr hohen Verwaltungskosten, die stehen kann. Die Engländer sind deshalb übereingekommen, hier die Knappschaftskassen, deren Vortheile die Bergarbeiter ver- natürlich auch zum größten Theil von den Arbeitern selbst getragen in dem Punkte, der zu Mißverständnissen geführt habe, nachzu- luftig gingen, menn fie arbeitslos würden, wer aber hervor werden müßten. Als die Arbeiter dagegen vorstellig wurden, geben und sie schlagen vor, daß an jedem Tage ein Tagespräfi- ragend an der Organisation thätig sei, werde gemaßregelt und dividirten die Beamten der Knappschaft heraus, daß im verdent aus der Mitte des Kongresses gewählt werden soll und finde so leicht nicht wieder Arbeit. Von 20-22 000 männlichen gangenen Jahre 8000-9000 M. Krankenkosten an Simulanten ebenso ein Vizepräsident aus einer anderen Nation. Er hoffe, Arbeitern Sachsens, die allein sich organisiren könnten, seien aber gezahlt worden seien, um die Mehrausgabe zu sparen, wurden daß nach Beseitigung dieses Zwischenfalles der Geist des Friedens trotzdem etwa 9000 bereits organisirt und von Jahr zu Jahr neue Kontrolleure angestellt, die 26-27 000 M. Einkommen den Kongreß beherrschen möge und daß alle übrigen Streitfragen mache die Organisation größere Fortschritte. Von dieser Organi- haben. In welcher Weise wagt man es, die Arbeiter in demselben Geist der Versöhnlichkeit gelöst werden mögen.( Leb- sation sei auch bereits eine Petition dem sächsischen Landtage zu verhöhnen. In grausamer Weise wirkten die Unterhafter allseitiger Beifall.) eingereicht worden, in der auf Grund der Beschlüsse der früheren nehmer gegen Arbeiter mit selbständiger Meinung; über Hierauf wird einstimmig 2a mendin zum Tagespräsi- Bergarbeiter- Kongresse die Achtstundenarbeit, die Wahl der Berg- jedem schwebt das Damoklesschwert des Hungertodes. Die denten gewählt, Wilson zum Vizepräsidenten. inspektoren durch die Arbeiter bei Bezahlung durch den Staat, Kartelle sind das wirksame Mittel des Unternehmerthums, einen Bezüglich des Zwischenfalles mit Herrn Ledebour erklärt die Verkürzung der Arbeitszeit auf 6 Stunden in solchen Gruben, mißliebigen Arbeiter in Rheinland- Westfalen, ja in ganz Deutschnoch Wilson: Wenn ich geirrt habe, habe ich immer Worte der in denen eine Temperatur von mehr als 28 Grad Celsius land unmöglich zu machen. Während man jeden Arbeiter wegen Entschuldigung auf den Lippen; ich habe Ledebour Unrecht ge- herrsche und andere Arbeiterschuß Maßregeln gefordert einer unbedachten Aeußerung vor die Gerichte zerrt und mit than, ich bitte ihn um Entschuldigung und ersuche ihn, das Amt wurden. Aber diese Petition sei einfach unter den Tisch harten Gefängnißstrafen belegt, scheint das Gesetz gegen Verrufsdes Uebersetzers wieder zu übernehmen. gefallen und nur ganz nebensächliche Bunfte seien der Regierung erklärungen durch die Unternehmer für die Unternehmer nicht Lamendin spricht sein Bedauern über den Zwischenfall zur Berücksichtigung empfohlen worden. Vor allem verlangen existiren. ous, er führt ihn auf ein Mißverständniß zurück, das durch die die Bergarbeiter aber die Abschaffung der Arbeitsbücher für er. Schwarze Listen spielen eine große Rolle- Bunte legt Verschiedenheit der Sprachen entstanden sei. Er gratulire den wachsene männliche Bergarbeiter. Ganz unerhört sei besonders einige derselben von Strac- Senftleben vor aber die Behörden Engländern für die gentlemanlife Art und Weise, wie sie diesen§ 80 des fächsischen Berggesetzes, der die Ablegung der Berg- tönnen solche Listen ruhig in die Hand bekommen, sie rühren sich Zwischenfall aus der Welt geschafft haben. arbeiter aus ganz nichtigen Gründen gestatte, während umgekehrt nicht. Die staatliche Bergaufsicht liege sehr im Argen. Die Mit einigen Worten des Dantes übernimmt edebour die Arbeiter den Unternehmern gegenüber so gut wie feine Rechte Bergmeister bekämen nur das zu sehen, was das Licht der Deffentwieder das Amt des Uebersetzers. Hierauf erstattet Abraham hätten, die Arbeiter müßten sich alles von den Unternehmern lichkeit nicht zu scheuen hat, die Grubenbefizer wüßten immer, M. P.( Wales) seinen Bericht. In manchen Punkten wichen die gefallen lassen. Eine fleine Verbesserung des Berggesetzes sei wann eine Revision stattfindet. Bei einem Bergarbeiter wird Bergarbeiter- Verhältnisse in Wales von den englischen Verhält- eingetreten durch die Novelle von 1884, welche denjenigen Ar- es aber gleich entdeckt, wenn er einmal eine Sicherheitslampe niffen ab. Die Kohlen reichen bis an das Meer, zum Theil bis beitern wenigstens die Rentenansprüche sichert, die grundlos ent- in der Grube öffnet. Da der Arbeiter eine erhebliche Einbuße unter das Meer herab. Da die Kohlen gleichzeitig sehr gut sind, lassen worden seien. Die Unternehmer zwingen deshalb mißliebige an seinem Lohne erfährt, wenn beim Verlöschen der Lampe er die Transportkosten aber gering, so sei im allgemeinen die Ge- Elemente dazu, freiwillig die Arbeit niederzulegen, damit sie nur sie an den vorgeschriebenen Stellen wieder anzünden wollte, so schäftslage nicht schlecht. Aber die Arbeiter profitiren von diesen ja aller Pensionsansprüche verlustig gingen. Die sächsischen Berg- sei er geradezu dazu gezwungen, gegen die Vorschriften zu hanVerhältnissen nur wenig. Er ruft deshalb aus: arbeiter stehen auf dem Standpunkte, daß durch gegen beln, trotzdem aber werde er mit Strafen von 20-25 M. gebüßt. Bevor der Frieden daher fließen tönnte wie ein Strom, seitige Vereinbarungen zwischen Unter Die schlagenden Wetter ließen sich aber sofort vermeiden, wenn müßte die Gerechtigkeit daher rollen wie die Wogen des Meeres." nehmer und Arbeiter nichts zu erreichen sei, jeder Grubendirigent für einen Unglücksfall infolge schlagender In bezug auf die gesetzlichen Fragen befinden sich die Walliser die Arbeiter müßten die politische Macht erringen, um ihre be- Wetter mit Gefängniß bestraft würde. Nur die Profitwuth ver nicht im Widerspruch mit den Engländern; er glaube aber einige rechtigten Forderungen durchsetzen zu können. Aus diesem hindere geeignete Schußmaßnahmen gegen schlagende Wetter. besondere Wünsche aussprechen zu müssen. So muß vor allem Grunde feien sie durchaus international gesinnt und stehen auf Die deutschen Bergarbeiter, so schließt Bunte, seien Sozialbetont werden, daß eine wirkliche und ausreichende Berginspektion dem Boden der Sozialdemokratie. Nur von der Verwirklichung demokraten und von dem Gefühle internationaler Solidarität nicht bestehe, auf eine solche müsse aber der Hauptnachdruck gelegt der Ideale der Sozialdemokratie erhoffen die sächsischen Berg- durchdrungen.( Lebafter Beifall.) werden. Weiter aber litten gerade die Walliser Bergarbeiter, arbeiter eine dauernde Verbesserung der Lage des Proletariates. Frische Staßfurt ergänzt den Bericht Bunte's noch durch im Gegensatz zu den englischen Arbeitern, unter der Konkurrenz( Beifall.) einige auf den Staßfurter Salzbergbau bezügliche Daten. Das fistaangelernter Arbeiter. Was die Frage der Arbeitszeit anbetrifft, Für die belgische Delegation berichtet lische Bergwerk in Staßfurt machte 1891/92: 1194722 M., 1892/93: so feien alle Walliser Arbeiter einig, daß eine Regelung noth- Marville. Die Lage der belgischen Bergarbeiter ist 1704 650 M. Ueberschuß; im Etat von 1893/94 ist ein Ueberwendig sei und wirksam nur durch die Gesetzgebung geschehen eine furchtbare Anklage gegen die herrschende Klasse und schuß von 1 764 600. vorgesehen. Und trotzdem wagt man es, bei fönne. Nur über die Zeit bestehe verschiedene Auffassung. Die gegen die Rechtlosigkeit der Arbeiter. Während diesen solchen Reingewinnen zu sagen, die geschäftliche Lage gestatte feine Mehrheit halte an dem Achtstundentag fest, es sei aber auch gewiffe Garantien durch das Gesetz zur Seite stehen, Lohnerhöhungen! Ja mehr noch, man sette die Löhne sogar eine Minderheit vorhanden, die von einer Verkürzung der Frauen und Kinderarbeit unter Tage verboten sind, noch erheblich herab. Am 1. März d. J. ist den Förderleuten Arbeitszeit nichts wissen wolle. Bezüglich der Walliser minderjährige Frauen( unter 21 Jahren) nicht länger als zwölf das Gedinge von 27 Pf. auf 17 P. herabgesetzt worden. Arbeiter enthalte der Bericht einige Irrthümer, so vor allem Stunden täglich beschäftigt werden sollen, kümmert sich fein Schwarze Listen und Maßregelungen sind an der Tagesordnung, bezüglich ihres ungünstigen Einflusses auf den großen Streit Rapitalist um das Gefeß. Das Geseß steht nur auf dem Papier. die Bergleute getrauten sich kaum mehr Versammlungen zu bes von 1893. Es sei nicht richtig, daß sich damals der Lohn der Frauen und Kinder arbeiten selbst unter Tage( Hört, hört! suchen, weil diese von Steigern und Obersteigern kontrollirt Walliser nur um 10 pCt. über den Standard von 1879 erhoben Bfui!), aber höchft selten tommt es vor, daß die Unternehmer würden. Nur von der Sozialdemokratie hoffen die Bergarbeiter habe. Er habe vielmehr 80 pCt. höher gestanden. Wenn er für diese Uebertretungen bestraft werden. Zwölfjährige Mädchen Hilfe und Besserung.( Beifall.) # nimmt. Soziale Ileberlicht. Für das Saarrevier berichtet Tellens( St. Ingbert); seine) Zweiter Parteitag der rumänischen Sozialdemokratie.[ wiedergegeben. Die Erfurter Straffammer hat jedoch ein freifranzösisch und englisch gehaltene Rede übersetzt er selbst ins Deutsche. Am 2., 3. und 4. Mai tagte in Bukarest der zweite Parteitag sprechendes Urtheil gefällt, weil es nicht ersichtlich sei, daß sich die Er schildert die elende Lage der Bergarbeiter des Saarreviers der rumänischen Sozialdemokratie, er war von 15 Organisationen Aeußerungen auf den König von Preußen beziehen. Der Erfurter und legt die Ursachen des letzten großen Streits von 1892 dar. befchickt und zählte 93 Delegirte( gegen 63 beim vorjährigen). Staatsanwalt hatte gegen die Freisprechung Hülle's Revision 93 er Zum Schluß beantragt er, dem Handelsministerium folgendes Der Pariser Klub, welcher für Rumänien so manchen tüch eingelegt, mit der Begründung, es feien die Könige überhaupt, Gesuch einzureichen: tigen Genossen erworben und erzogen hat, sandte zwei Delegirte, also auch der König von Preußen beleidigt. Das Reichsgericht Bei Gelegenheit des Streits im Saarrevier, hervorgerufen und der Deutsche Leseklub" Bukarest einen. durch theilweise hochfahrendes, bureaukratisches Benehmen der hat aber diese Revision für unbegründet erklärt, so daß Hülle's Hatte sich schon bei dem ersten Kongreß die rumänische Partei Freisprechung nunmehr endgiltig feststeht. Gegen Peus selber leider zu vielen Beamten und durch die sonstigen schon damals organisirt, so fonnte es sich erst bei diesem zweiten zeigen, was hatte das Reichsgericht die Beziehung auf den König von Preußen der Regierung bekannt gegebenen berechtigten Befchiverden der für Früchte diese Organisation tragen wird. Und Arbeiter wurden ca. 5000 Arbeiter auf längere Zeit und ca. 1500 rumänische Partei fann mit diesen Früchten zufrieden sein; die bejaht. Wo ist nun die Wahrheit? dauernd abgelegt. Auch nach dem Streit haben die Lohnverhält schon die Beschickung des Kongresses genügt, um dies zu mann F. Steinmann aus Brackel dadurch begangen haben, daß Störung des Gottesdienstes sollte der Bergniffe sich nicht gebessert, sind vielfach sogar zurückgegangen, die beweisen. Die Partei hatte im Laufe des vergangenen Jahres er einen Kranz auf das Grab des bei der Katastrophe auf Maßregelungen sind verschärft worden, Verbote von Arbeiter mehrere Erfolge zu verzeichnen, unter denen die Durchführung Raiserstuhl" verunglückten Bergmanns Gößling mit den Worten zeitungen, dahingegen Aufbrängen von Machwerfen wie Berg- und Bestehung einiger Streifs in erster Reibe zu zählen sind. niederlegte: Im Namen des deutschen Bergarbeiter- Verbandes mannsfreund" als Lektüre, Verbote von Versammlungen, Auf der Tagesordnung standen dieses Mal: 1. Allgemeines lege ich diesen Kranz auf das Grab", während der Pastor Konsumvereinen u. s. w. und überhaupt viele Eingriffe in die Wahlrecht- Referendum- imperatives und widerrufliches Mandat. Brücker nach vollendeter Predigt den Leidtragenden Trost in persönliche Freiheit der Arbeiter haben stattgefunden, jogar bis 2. Referendum für die Gemeinden. 3. Propaganda auf dem Form von Bibelsprüchen zu spenden suchte. Da der Herr Pastor auf die Schulkinder erstreckt sich diese kleine und kleinliche Lande. 4. Organisation der Klubs. 5. Maifeier. 6. Konsum vor Gericht bekundet, daß Steinmann wohl nur aus Uebereifer Maßregelung, indem sie verschieden in bezug auf Schul- vereine. 7. Parteipresse. 8. Umänderung der Wahlordnung für gehandelt, auch nicht laut gesprochen habe, so wurde der Angeld und Schulbücher behandelt werden, je nachdem der Vater den Generalrath. 9. Wahl des Generalrathes. geflagte freigesprochen. Derselbe hatte sich für nichtschuldig persona grata ist oder nicht. Hauptsächlich in Betreff und Die Diskussionen wurden durchaus sachlich geführt, und ein erklärt und gesagt, daß er nicht Sozialdemokrat sei. Kam denn Intereffe der gänglich abgelegten Bergleute, von denen manche so sehr von den Bourgeois ersehnter Streit trat nicht ein. Es die politische Ueberzeugung bei dieser Sache überhaupt in über 20 Jahre in den Gruben gearbeitet und zum Pensionsfonds zeigte sich, daß wenn man auch in einzelnen Punkten Betracht? beigetragen haben und jetzt viele mit zahlreicher Familie seit von minderer Bedeutung auseinanderging, doch im großen 18 Monaten verdienstlos barben, hat der Kongreß nach reiflicher und ganzen die Genossen das Ziel, den sie entgegengehen, Ueberlegung und Erwägung, ob namentlich der Streit gerecht- fennen, und begreifen, daß sie sich von diesem Ziele nicht durch fertigt war, es für seine internationale Pflicht gehalten, ein hohes fleinliche Sänfereien ableiten lassen dürfen. Ministerium als Arbeitgeber zu ersuchen, diesen abgelegten Berg- der Tagesordnung wurde ein Vorschlag des Genossen Morzun Zum 1. Punkt arbeitern mit 1. Juli d. J. Arbeit oder Brot in Form von angenommen, welcher bestimmt: 1. Es soll eine Broschüre in Pension geben zu wollen, oder den Betrag nebst 3insen, welchen 20 000 Gremplaren auf dem Lande verbreitet werden, in welcher fie zum Pensionsfonds haben beisteuern müssen, zurückzuzahlen, die Bevölkerung über den Nutzen des allgemeinen Wahlrechts französische Kriegsminister die Lieferung von Militärstiefeln im Ohne Zwischenunternehmer zu berücksichtigen, hat der um zu verhindern, daß wir unsere Solidarität zur gegebenen aufgeklärt werde; 2. Versammlungen in den Bezirkshauptstädten Werthe von 1800 000 Fr. den organisirten Schuhmachern von Zeit durch einen allgemeinen Ausstand bethätigen sollen veranstaltet werden, und in ihnen über das allgemeine Bourgo übertragen. Während in Deutschland das elende müssen." Ein Beschluß wird über den Antrag Dellens nicht gefaßt. das allgemeine Wahlrecht und das Prinzip der Minoritätsvertretung brückt und dabei einer Anzahl zwischenhände respektabeln GeWahlrecht diskutirt werden; 3. an die Kammer petitioniren, daß sie Submissionswesen den Arbeitslohn auf das tiefste Niveau herabDamit ist Punkt 1 der Tagesordnung erledigt; morgen kommt in die Landesverfassung ausnehme; 4. sowohl keine moralische als winn bringt, verschafft der vom französischen Kriegsminister zunächst die Stellungnahme zum Achtstundentag zur Ber- auch feine materielle Unterstützung den gegnerischen Parteien ge- angewandte Modus den Arbeitern einen leidlichen Arbeitslohn, handlung. währen, falls sie nicht für das allgemeine Wahlrecht eintreten; 5. es Bum Tagespräsidenten für die morgige Sitzung wird auf werden sozialdemokratische Kandidaten aufgestellt überall da, wo ohne dem Staate mehr Kosten zu machen. Vorschlag der Franzosen und Belgier Schröder Dortmund Aussicht vorhanden ist, eine größere Stimmenzahl zu erreichen. gewählt. Ausnahmen sollen nur gemacht werden, wenn einer der Kandi- Studenten wollen davon nicht absehen. Am 18. Mai beginnen Die Zeit der Kongreffe beginnt! Auch die chriftlichen Schluß 5 Uhr. daten das allgemeine Wahlrecht in seinem Wahlmanifest auf die Verhandlungen des Kongresses christlicher Studenten in Frankfurt a. M. Unter anderem wird auch der bekannte Die anderen Forderungen unter 1 und diejenigen unter 2 Pfarrer Naumann über:„ Der Student im Verkehr mit den werden von der Tagesordnung abgesetzt, da man nach Einführung verschiedenen Boltstreifen" sprechen. Im letzten Punkt der Tagesdes allgemeinen Wahlrechts mit Erfolg für sie eintreten kann. ordnung soll behandelt werden: Das akademische Studium und Zu Punkt 3 wird eine vom Genossen Morzun vorgeschlagene der Kampf um die Weltanschauung. Motion angenommen, welche dahin lautet, daß der Kongreß alle Klubs aneifert, auf den Dörfern Bauerngewerfschaften- zu bilden, Der Kongreß der Handels- Hilfearbeiter Deutschlands, welche mit diesen gut organisirten Klubs in Zusammenhang welcher vom 13. bis 15. Mai in Halle tagte, war von 33 De stehen, und die neben der Verbreitung sozialistischer Gedanken legirten beschickt. Außerdem war ein Vertreter der Generalauch die gegenseitige Hilfe der Mitglieder bezwecken sollen. Der kommission und Ka ßler- Berlin als Vertreter der AgitationsGeneralrath wird beauftragt, Statuten für die Moldau und tommission anwesend. Die Agitationskommission berichtet, daß Walachei diesbezüglich auszuarbeiten. Es wurde beschlossen, daß sie seit den 11. September 1892 bis 9. Mai 1894 1002,58 m. 5 pt. der Einfünfte der Provinzialklubs der Zentralfaffe zuzu- eingenommen, wovon 759,82 m. für Agitation verwandt worden Aus dem von eingebracht wurde und die gegen die Barbarei des Militarismus Dreher Berlin gegebenen Situationsbericht zu ersehen, daß protestirte, wurde ebenfalls angenommen. die Organisation erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Die Die Landesversammlung der sächsischen Sozialdemo Zu Punkt 5 wurde beschlossen, sich möglichst an den Be- Trennung von den Handlungsgehilfen in bezug auf Agitation fratie fand am 15. Mai im Saale fes, Pantheon" zu Leipzig schlüssen des Züricher Rongreffes zu halten. Punkt 6 wurde für und Presse habe sehr gute Früchte getragen. Neue Berufsftatt. Anwesend find 56 Delegirte. Ferner wohnen der den künftigen Parteitag vertagt. 3u Punkt 7 beschloß der vereine, welche auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung Landeskonferenz bei: von der Landtags Fraktion die Genossen Parteitag, die Munca" in ein täglich erscheinendes Organ stehen, wurden gegründet in Halle, Elbing, Magdeburg, Hannover, Colditz, Geyer, Goldstein, Gruner, Kaden, Pintau, Schulze, Seifert, zu verwandeln, und daß für die jüdische Bevölkerung Broschüren München, Heidelberg, Geestemünde, Kiel, ferner der Düsseldorfer Postelt und Stolle Meerane; = Zentral Wahlkomitee im Jargon herbeigeschafft oder selbst veröffentlicht werden. Es Verein für unsere Sache gewonnen. Ferner bestehen in DeutschGenosse Heilweck- Dresden; vom Parteivorstand Genosse wird ferner beschlossen, einen Auszug der Verhandlungen des land 33 Berufsvereine, welche der Harmonieduselei huldigen. Auer- Berlin. Den Bericht über die Thätigkeit des Landtags" Rongresses in französischer Sprache erscheinen zu lassen, damit er Flugblätter wurden in einer Auflage von 15 000 Exemplaren erstattet der Genosse Kaden- Dresden. Redner kritisirte den Schwesterparteien zugesandt wird. vertheilt. Die Kommission hielt 112 Sigungen ab und erledigte in scharfen Worten das Verhalten der reaktionären Parteien Zu Punkt 8 wird beschlossen, statt 5 7 Mitglieder in den 1081 Schriftstücke. Außerdem wurden vier große Agitationsim Landtag den Sozialdemokraten gegenüber. Durch Abänderung Generalrath zu wählen.d touren nach allen Richtungen unternommen. der Geschäftsordnung habe man es erreicht, daß Sozialdemokraten Zu Punkt 9, Wahl des Generalraths, beschließt der Parteiin die Deputationen( Kommissionen) nicht gewählt werden tag, den Generalrath wiederzuwählen, und es werden also getönnten, so daß ihre Thätigkeit nur im Plenum erfolgen konnte. wählt: Morzun, Mille, Nadejde, Radovici, Bakalbasa( frühere Genosse Kaden schildert weiter das Verhalten der Kammer- Generalrath), Jonescu, Filoti. Arbor plected di mehrheit bei den Petitionen der Bergarbeiter, wegen des Verbots Der Parteitag schloß mit einem Rommers, nachdem vorher des Prügelns in den Schulen u. f. w. Der Landtag entschied, beschloffen wurde, den nächsten Parteitag am 3. Ofterfeiertag Die Delegirten erklären ihr Einverständniß mit dem Bericht daß weiter geprügelt werde. Ebenso wurde die Petition der 1895 stattfinden zu lassen. der Agitationskommiffion. Die Delegirten billigen im besonderen Bahnarbeiter auf bessere Entlohnung gegen die Stimmen der die Trennung der Agitation von der der Handlungsgehilfen, da Sozialdemokratie abgelehnt. Als es sich aber um eine verfrachte Baugewverts Gesellschaft handelte, beschloß die eine Resolution zu gunsten des allgemeinen, geheimen Wahl- konnte. Der ungarische sozialdemokratische Kongres beschloß erst mit diesem Augenblick eine intensive Agitation entfaltet werden Kammer die leberweisung der Eingabe an die Regierung rechts, sowie des brüderlichen, solidarischen Zusammengehens der Der Dünkel auf der einen, der Raftengeist auf der anderen zur Kenntnißnahme. Als die fozialdemokratische Fraktion landwirthschaftlichen und industriellen Arbeiter. Der Parteitag Seite veranlaßt den Kongreß zu beschließen, unabhängig von der bei der Abänderung des Einkommensteuer- Gesetzes eine schärfere erklärte ferner, sich bewußt zu sein, daß die Lösung der Land- Art und Form der Organisation zunächst auch in der Folge die Besteuerung der großen Einkommen beantragte, wurde das natür- arbeiter- Frage nur durch die Umwandlung des Privatbesiyes Branchenagitation zu fördern." lich hinwiederum abgelehnt. Die Frattion, so schloß Redner, an Grund und Boden in Gemeingut erfolgen fönne. Dies sei Eine längere, aber recht fachlich geführte Debatte ruft die werde stets die Interessen der Partei wahrnehmen. Schwere indessen nur zu gleicher Zeit mit der Verstaatlichung der In- Organisationsfrage hervor. Von den 7 zu diesem Rämpfe stehen uns bevor, namentlich in Sachsen, wo ausnahme- dustrie unter demokratischer Verwaltung zu erreichen. gefehliche Bestrebungen auf eigene Fauft betrieben werden. Schulter an Schulter werde das Proletariat weiterkämpfen, bis die heutige faule Gesellschaftsordnung beseitigt sein werde. In dem gestrigen Berichte ist richtig zu stellen, daß nicht sämmtliche deutschen Delegirten abgelegte Bergleute find, einen derselben, ein Gelsenkirchener, ist bis jetzt noch aktiver Häuer. Der Delegirte, der einen Brotest gegen die Ausweisung Defuisseaux angeregt hat, heißt nicht Hund, sondern ist der sächsische Landtags- Abgeordnete Horn. Die Gewerkschafts- Kommission ladet die Delegirten zu einem am Donnerstag stattfindenden Kommers und zu einer am Freiag stattfindenden Dampferfahrt nach Potsdam( Beitrag für die letztere 3 Mark) ein. Parteinachrichten. vom H Ueber die Aufstellung der Kandidaten zum Landtag wird ein Antrag angenommen, dahin gehend, daß die Landeskonferenz end: giltig über dieselbe entscheidet, daß die Genossen der einzelnen Wahlkreise sich bis zur Landesversammlung über die Kandidaten au einigen haben. weisen sind. Gine Resolution, welche von Genoffen Batalbaſa ſind. Dem Rasier wire State ist zu e Bei den Gewerbegerichtswahlen in Aachen unterlagen die sozialdemokratischen Kandidaten mit wenigen Stimmen den Gegnern. An diesen Bericht knüpft sich eine längere Diskussion, in welcher besonders die verschiedenartigen Schwierigkeiten, welche der Organisation und Agitation speziell der Handels- Hilfsarbeiter entgegenstehen, erörtert werden. Folgende Resolution findet ein stimmige Annahme: Punkte der Tagesordnung gestellten Resolutionen fand die nachstehende einstimmige Annahme: fein muß, ihre Kollegen zum Klaffenbewußtsein zu erziehen. In Erwägung, daß es Pflicht aller sielbewußten Arbeiter sein muß, ihre Kollegen zum Klaffenbewußtsein zu erziehen. In fernerer Erwägung, daß es den im Handelsgewerbe bes schäftigten Personen infolge ihrer besonders mißlichen Arbeitsverhältnisse und Arbeitszeit fast unmöglich gemacht wird, sich Der Bierboykott in Braunschweig ist außer über die die zum Klaffentampf nöthige. politische und ökonomische AufJürgens'sche Brauerei auch noch auf die Nationalflärung durch Eintritt in politische oder sonstige Bildungsvereine Ueber die Agitation referirt Heilwed Dresden. Er Brauerei ausgedehnt worden. Durch den Beschluß des zu verschaffen, so daß ihnen die Gewerkschaft nach jeder Richtung theilt mit, daß die Einnahmen des Zentral- Wahlfomitees fich auf dortigen Ringes find gegen 500 Arbeiter( bürgerliche Blätter hin Ersatz dafür bieten muß. 627 M. belaufen haben. Wenn auch die Agitation eine gute gewesen sprechen von 700) brotlos geworden. Wie in Berlin, so In Erwägung endlich, daß die Forderungen der Handels sei, so müsse dieselbe doch noch erweitert werden. Die Agitation haben sich auch in Braunschweig eine Anzahl" Gut- Silfsarbeiter fast ausnahmslos nur auf politischem Wege, das nach Landtags- Wahlkreisen einzutheilen, halte er für falsch. gesinnter"( es waren meist Kutscher) gefunden, die in heißt durch Gesetze zu erreichen find," müssen die Vereine der Redner giebt einen Ueberblick über die Thätigkeit der einer Versammlung fich mißbilligend über das Vorgehen Handels- Hilfearbeiter in die Lage verseht sein, in ihren VerAgitationsbezirke, soweit sie darüber berichtet haben. Der Aus der Brauer und der übrigen Arbeiter ausgesprochen haben. In fammlungen nicht einseitig gewerkschaftlich, sondern nach beiden arbeitung einer Broschüre über die Thätigkeit des Landtags einer am Pfingstsonntag stattgefundenen Volksversammlung Richtungen hin thätig sein zu können. haben sich Schwierigkeiten entgegengestellt, weil eine Menge wurde eine Kommission gewählt, die sich mit dem Ring in VerMaterial nicht zu erlangen war, was dazu benöthigt wurde. bindung sehen soll. Weiter weist Redner auf die Nothwendigkeit hin, daß die Presse mehr wie bisher die Informationen über Gerichtsentscheide 2c. zu bringen habe. ( Weiterer Bericht folgt. Neb. b." Borw.") Außerdem ist zu erwägen, daß die Verhältnisse in den einzelnen Städten so verschieden, daß die Mitgliederbeiträge so differiren, auf daß es nicht rathsam erscheint, durch tiefgehende Das Zentralfomitee des schweizerischen Grütlivereins Umformung in die erst in den Anfangsstadien stehende Entbeabsichtigt in Gemeinschaft mit dem schweizerischenwicklung störend einzugreifen. sozialdemokratischen Parteitomitee eine Broschüre Durch alle diese Erwägungen geleitet beschließt der Rongres: herauszugeben, in der die Justizkomödie in Bern einer Kritit ad 1. Vorläufig die los Zentralisation, durch Vertrauensunterzogen werden soll. männersystem beizubehalten. Polizeiliches, Gerichtliches: c. Berufe einzutreten. Von den schweizerischen Genoffen wird eine energische Agitation in die Wege geleitet gegen das Berner Urtheil ad 11. Um eine statutarische Zentralisation in die Wege gegen Wassilieff. In Zürich fand kürzlich eine Verſanimzu leiten, find die Kollegen allerorts verpflichtet, für eine einTung statt, die von über 1000 Personen besucht war. Advokat heitliche Organisation aller Hilfsarbeiter im Handelsgewerbe als Fürholz, einer der Vertheidiger und Advokat 2 ang, beides-Deffentliche Rollette. Zwei Genoffen in Graf- Sausdiener, Geschäftsdiener, Boten, Rutscher, Speditionsarbeiter, Parteigenoffen, sprachen zu dem Thema. Wie in der Schweiz rath waren mit Strafmandaten in der Höhe von je 8 M. be- Getreibeträger, Packer, Ausgeher, Haushälter, Martthelfer, Stellers Redefreiheit verstanden und ausgeübt wird, davon mögen dacht worden, weil sie auf einer noch im vorigen Jahre statt- arbeiter und die dem örtlichen Verhältniß entsprechend verwandten folgende Säße des Advokat 2 ang Zeugniß geben. Genoffe gefundenen Versammlung, ein freiwilliges Entree in Empfang Lang führte u. 2. aus: Wenn der Vertheidiger Aeby in genommen hatten. Die Behörde hatte darin die Veranstaltung feinem Plaidoyer gefagt hat:„ Gegen Dummheit fämpfen Götter einer Rollette ohne polizeiliche Erlaubniß erblickt. Die beiden felbst vergebens!" fo wäre das für die Geschworenen eine Genossen hatten Einspruch erhoben, da nach ihrer Ansicht die Schmeichelei gewesen. Aber diese haben nicht aus Dummheit landräthliche Verordnung über das Kollektiren ungiltig sei, weil das Verdikt gegeben, sondern dasselbe ist aus den gemeinsten derartige Verordnungen zur Kompetenz des Oberpräsidenten ge= Motiven herausgewachsen. Wir können daraus die Lehre ziehen, hören. Die Elberfelder Straffammer( Dreirichter- Abtheilung) daß wir von der heutigen Gesellschaft teine Gerechtigkeit mehr verwarf jedoch den Einspruch, da für den Umfang des Kreises zu erwarten haben. Die Gerechtigkeit, das höchste Gut im unter Umständen auch der Landrath Berordnungen über Rolletten Staatsleben, muß dazu dienen, folche Lumpereien zu stande zu erlassen könne. " ad 111. Durch die Vertrauensmänner für möglichst einheit= liche ftatutarische Bestimmungen und Höhe der Beiträge und Unterstützungen u. f. w. zu sorgen. ad IV. Der Rongreß beschließt: 1 Die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands an. zuerkennen, fordert von derselben die weitgehendste Unterstügung bei der Organisation der Handels- Hilfsarbeiter und verlangt andererseits von den organisirten Kollegen moralische und materielle Unterstützung der Generalfommission. bringen. Es war die elendeste Komödie, die in Bern aufgeführt Genosse Hülle, der gegenwärtig eine dreimonatliche ad V. Ferner beschließt der Kongreß: Um die ad II- III wurde, denn in Wirklichkeit galt der Schlag der Sozialdemo- Gefängnißftrafe verbüßt, stand am Donnerstag vor der Straf- gefaßten Beschlüsse verwirklichen zu können und in weiterer Er tratie, die dieses Unrecht zu rächen hat. Die beste Genug- tammer zu Meiningen unter der Anklage, den Tischler A. Müller wägung, daß auch die im§ 152 der Reichs Gewerbe- Ordnung thuung, die wir Wassilieff geben können, ist die Agitation. Einst zur Majestätsbeleidigung angeftiftet zu haben. Die Sache wurde getroffene Bestimmung( Koalitionsfreiheit) durch die verschiedenen fommt der Tag, da man in den Zeitungen lesen fann: Wegen auf den 31. Mai vertagt, behufs Ladung des Tischlers Müller. Landesgesetze( Vereins- und Versammlungsrecht betreffend) den gründlicher Reinigung bleiben die Bureaus unserer Bundesräthe Dem Genossen Hülle war zur Wahrnehmung des Termins eine Arbeitern illusorisch gemacht wird, von den geseggebenden gefchloffen.( Stürmisches Bravo.) breitägige Strafunterbrechung bewilligt worden. Faktoren die Aufhebung aller Vereins- und Versammlungsgesetze Der gleichen Majestätsbeleidigung, wegen zu fordern. der f. 3. der Genosse Peus verurtheilt worden war, wurde auch der Genosse Hülle Erfurt angeklagt. Hülle hatte nämlich die Aeußerung des Peus im Prozeßbericht wörtlich Eine träftige Resolution, welche das Berner Schandurtheil als einen Att brutalsten Klassenbasses und Kapitalegoismus bezeichnet, wurde einstimmig angenommen. Tokales. Der von Herrn Röcke geführte Brauerring hat die Drohung, am 15. Mai zwanzig Prozent der organisirten Arbeiter auszusperren, wahrgemacht. Bis Mittwoch Übend 7 Uhr sind insgesammt etwa 250 organisirte Arbeiter aus den Brauereien entlassen worden. Die Arbeiterschaft nimmt natürlich den Kampf auf, der ihr von dem Ring der Brauereibefizer in frivolster Weise aufgedrängt worden ist. Wissen die Arbeiter doch, daß nicht sie, sondern die kleinen Kapitalisten, die sich in ihrer Verblendung für die Zwecke des Herrn Rösicke gebrauchen ließen, das Opfer dieses Kampfes sein werden. Brauereibefizers F. W. Hoffmann in Werder a. b. H. Dieser Ein eigenthümliches Manöver betreibt zur Zeit ein Herr hat nun der Agitationskommission der Brauer und Schriftseher, Namens Paul Elsell. Dieser Herr stellt sich den Brauerei- Hilfsarbeiter gegenüber folgende Erklärung abgegeben: Inhabern größerer Vergnügungslokale als der Beauftragte des Mit meiner Namensunterschrift erkläre ich, daß ich dem Vereins der Berliner Buchdrucker und Schriftseger vor und giebt Brauerring der Berliner Brauereien als Mitglied nicht an- an, daß der Verein das betreffende Lokal zu einer größeren gehöre, da ich keinen Wechsel in Höhe von 10 000 M. unter Festlichkeit zu miethen gedente. Natürlich reißt er bei dieser Geschrieben habe. Auch erkläre ich, daß ich mit dem Vorgehen des legenheit ganz gehörig auf die Taschen der Wirthe. Der Verein Brauerrings in keiner Weise einverstanden bin. warnt vor diesem Mann und giebt bekannt, daß nur seine ges Berlin, den 16. Mai 1894. schäftsführenden Mitglieder, die Herren Huth, Stössel und Siewert zu Abmachungen betreffs Festlichkeiten berechtigt sind. Auch ist es der Buchdruckerorganisation erwünscht, daß die Wirthe, bei denen andere Personen in ihrem Namen ansprechen, fie schleunigst per Telephon Amt IV, Nr. 424, benachrichtigen. F. W. Hoffmann, Werder a. d.§." Angesichts dieser Erklärung ist wohl die Frage erlaubt: wie tam des Herrn Hoffmann Unterschrift unter das Machwerk der Herren vom Ring? Liegt hier eine Fälschung vor, oder üben die Herren Rösicke, Happoldt u. Gen. jenen Terrorismus, deffen sie die ausgefchloffenen Arbeiter fälschlich beschuldigten, gegen ihren tapitalfchwächeren Kollegen in der Praxis aus? " = " " Die Großen brechen den Kleinen den Hals. Die Wahrschen Beitung" sucht wieder einmal ein leider nicht mit der Firma Von der Reklame. In der Sonntagsnummer der„ Vosstheit dieses Sprichwortes tritt angesichts der Braueraussperrung wieder recht anschaulich zu Tage. Wo Herr Rösicke für das genanntes Toilette Artikel Engrosgeschäft, das als Spezialität Ganze eifrig wirkt, da darf er natürlich auch die Fürsorge für Das Projekt der Errichtung eines zweiten Rath. Artikel für die Haarpflege" führt, eine junge Dame, die ganz das eigene Unternehmen, dem er mit Sachkenntniß vorsteht, nicht hauses, das als vorläufig abgethan galt, ist plöglich von neuem besonders starkes und langes eigenes Haar besitzt". Die Offerten außer Acht laffen. Und daß er es mit dieser Fürsorge sehr auf der Bildfläche erschienen. Es heißt, daß der Magistrat den der Bewerberinnen sollen sogar nähere Angaben über die Stärke ernst nimmt, geht aus der Thatsache hervor, daß er geforderten genaueren Nachweis, daß ein dringendes Bedürfniß und Länge des Haares" enthalten. Das Inserat legt die Verin Voraussicht dessen, was da seinem Willen nach zur Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes vorliegt, führen muthung nahe, daß der Inserent seine Kunden annehmen lassen tommen sollte, auf dem deutschen Faßmarkt derart umfassende werde. Gleichzeitig sucht der Grundstücksvermittler Oswald möchte, die junge Dame verdanke ihr prächtiges langes Haar den Einkäufe vorgenommen hat, daß der Bedarf für seine Brauerei Schneider, der im vorigen Jahre dem Magistrat die Grundstücke von ibm verkauften, den Haarwuchs angeblich befördernden Delen auf mindestens vier Monate hinaus gedeckt ist. Daß die kleinen an der Stralauerstraße zwischen Kleine Stralauerstraße und Salben. Auf andere Weise fönnen wir uns wenigstens die Konkurrenten, die Arm in Arm mit dem Direktor der Schultheiß- und Neue Friedrichstraße anbot und dabei die Kleinigkeit Vorliebe des guten Mannes für langhaarige junge Damen nicht Brauerei ihre Arbeiter maßregeln, nach diesem mit dem besten Willen von 50 000 Mart als Vermittlergebühr einzustecken gedachte, erklären. Solche Auswüchse sind eine Folge der freien Kon. teine Fässer mehr bekommen können, ist für sie zwar sehr unangenehm, durch ein ellenlanges Beitungsinserat zu beweisen, daß furrenz", die in der Regel nicht dem Tüchtigsten zum Erfolge aber desto vortheilhafter für den Betrieb des Herrn Rösice. Die sein Bauterrain unter den vier am meisten in Frage verhilft, sondern demjenigen, welcher am lautesten zu schreien und fleineren Brauereien, die sich hoch und heilig an ihn gebunden kommenden wirklich das geeignetste und billigste sei. Von den am dreistesten zu schwindeln versteht. haben, kommen durch die Aussperrung ihrer Arbeiter natürlich zahlreichen Vorzügen, die er diesem Terrain nachrühmt, find Gewaltige Zahlen sind es, welche den während der Pfingstin die unangenehme Lage, daß sie bald nicht wissen, wie sie ihre einige so sehr an den Haaren herbeigezogen, daß ihre Mit- feiertage auf der Stadt- und Ringbahn stattgehabten Personen= Fässer repariren sollen, aber was will das sagen? Das Prinzip, aufzählung beinahe komisch wirkt. Seine ganze Auseinander verkehr fennzeichnen. Am Montag, dem zweiten Pfingstfeiertage, die Autorität muß der aufstrebenden Arbeiterschaft gegenüber als segung beweist eigentlich nur das Eine klar und dentlich: daß wurden an den Schaltern des Schlesischen Bahnhofes 38 000 unverletzlich aufrecht erhalten werden und sollte die Brauerei, das Herr Schneider und feine Auftraggeber ein ganz außerordentlich Fahrkarten, am Bahnhof Jannowitbrücke 21 000 Billets verganze Unternehmen darob zu Grunde geben! Mag Herr Röficte als großes Interesse daran haben müssen, ihre Grundstücke zu dem ausgabt. Von Station Alexanderplatz aus wurden 37 000, von lachender Erbe den Vortheil einheimsen, was thut's? Die kleinen gedachten Zweck augetauft zu sehen. In den Vordergrund wird Bahnhof Börse 22 000, von der Friedrichstraße 40 000 Personen Brauereien wollen nun einmal schneller als auf dem natürlichen in dem Schneider'schen Inserat( und wurde auch in befördert, ausschließlich derjenigen Passagiere, welche sich im Wege fapores gehen, sei es also drum. Sie sterben für das un- der im Oktober 1893 abgelehnten diesbezüglichen Magistratet Besiz von Zeitkarten befanden. Auf der Stadt- und Ringbahn verbrüchliche Ideal der Autorität und Herr Rösicke ehrt pietätvoll vorlage) die Uferstraße gerückt, die bei dieser Gelegenhei- werden an jenem Tage etwa 300 000 Personen befördert worden ihr Andenken durch immense Vergrößerung seines Betriebes. zwischen Mühlendamm und Waisenbrücke bequem ant sein. Zur Bewältigung des Stadtbahnverkehrs waren 110 LotoOb den kleinen Brauereibesizern, die gegenwärtig mit fröhlichem gelegt werden könne. Sie soll im Interesse der Schifffahr- motiven von Morgens 5 Uhr bis Nachts 2 Uhr im Betriebe, Wagemuth unter der Führung des Schultheiß- Brauerei- Direktors dringend erforderlich sein und soll sich auch der Sympathie der um welche Zeit der letzte Zug aus Johannisthal einlief. Aus in den Kampf ziehen, ob dieser verlockenden Aussicht doch nicht gesammten Bevölkerung Berlins erfreuen. Die meiste Sympathie dem Vorortsverkehr liegen uns folgende Zahlen vor: Nach ein gelindes Gruseln überkommt? haben diefer Uferstraße, die im übrigen für die Schifffahrt wirk Wannsee wurden am zweiten Feiertage 23 000 Perfonen, nach Wie man Arbeiter entläßt. Unter aufsehenerregenden Grundstücke an der Stralauerstraße entgegengebracht. Sie haben Ertner je 6000 Personen befördert. Die Potsdamer Bahn wies lich nothwendig fein mag, von Anfang an die Besitzer der Grünau 27 000, nach Friedrichshagen 17 300, nach Sadowa und Umständen vollzog sich am Mittwoch die Maßregelung der von auch bereits im Jahre 1891 in einer an den Magistrat ge an den beiden Feiertagen eine Beförderung von 83 000 Perionen der Direktion der Nixdorfer Vereinsbrauerei auf die Profpriptions richteten Eingabe erklärt, daß ein Theil von ihnen bereit sei, nach den westlichen Vororten auf; nach den Vororten der Nordliste gesetzten Arbeiter. Mittags 12 Uhr wurden etwa 25 Mann das zur Anlegung der Uferstraße erforderliche, ihnen ge- bahn wurden an den Schaltern der Stettiner und Nordbahn in das Bureau der Brauerei berufen, wo man ihnen, soweit sie hörende unbebaute Terrain fostenfrei abzutreten, und daß während der drei Feiertage ca. 60 000 Billets verkauft. Es auf Kündigungsfrist Anspruch zu machen hatten, den schuldigen Lohn ein anderer Theil, von deren Grundstücken Terrain nicht wird nicht zu hoch gegriffen sein, wenn man die Zahl der für 14 Tage auszahlte und ihnen dann erklärte, daß sie entlassen seien. gebraucht werden würde, deren ชิน Kosten Die gemaßregelten Arbeiter waren beim Abschied aus der Brauerei wolle. An dieser Bereitwilligkeit, die der Magistrat von unseren beitragen Pfingstausflügler auf eine halbe Million schätzt. nicht wenig erstaunt, als sie bemerkten, daß die Geschäftsleitung Grundstücksbesitzern sonst nicht gerade gewöhnt ist, kann man eraus einem nicht ersichtlichen Grunde etwa vier Gendarmen tennen, daß die Besitzer aus der Stralauerstraße die Anlegung in einem Schuppen placiert hatte. Ob diese Leute bestimmt der Uferstraße wohl als in erster Linie in ihrem Interesse waren, Leib und Leben der verehrlichen Direktion gegen Angriffe liegend ansahen und ein Geschäft dabei zu machen hofften. Ein von feiten der gemaßregelten Arbeiter zu sichern, war nicht zu Geschäft hoffen fie auch durch die Errichtung des zweiten Ratherfahren, aber was sollte diese ostentative Aufstellung schließ- hauses auf ihren Grundstücken zu machen. Da die Uferstraße lich anders bedeuten? Eine derartige Sicherung hielt man vorläufig nicht zu Stande gekommen ist, so denken sie den ihnen geboten gegenüber Arbeitern, die zum Theil sechs Jahre entgangenen Profit jetzt um so reicher einzuheimsen. Der Verhindurch und länger sich von der Brauerei batten ausbeuten mittler hat bereits im Oktober 1893 freiwillig auf die vom laffen und gegen deren Führung die Direktion bis dahin auch Magistrat geforderte Provision verzichtet. Natürlich wird sie nicht das Geringste vorbringen konnte. Muß eine derartige ihm nun von den Besitzern aus ihrem Verdienst gezahlt werden. thörichte Maßregel in den Augen eines jeden Menschen nicht Das zeigt klar, wie glänzend das Geschäft wäre, das die Herren den Anschein erweden, als ob es auf eine Provokation ab- machen möchten. gesehen sei? Muß eine Muß eine derartige Maßregel vor allem Kuppler oder Schwindler? Dreihundert hübsche junge Damen sollen nach hiesigen Blättern gesucht worden sein, um sie nach Holland zu unfauteren Zwecken zu bringen. Dazu wird uns von maßgebender Seite folgendes mitgetheilt: Nach einer Anfündigung wurden die hübschen Damen für einen Festzug in Antwerpen gesucht. Ihnen waren monatlich je 200 Gulden und Erfat der Reisekosten versprochen. Den Meldungen sollten Photographien und je 20 Pf. für Rücksendungsporto beigefügt werden. Aufgeber der Ankündigung ist der stellenlose Kaufmann Jakob R., wie hier ermittelt worden ist, der sich in der Zeitungsexpedition fälschlich Kremer genannt hatte. K. will zufällig einen Mann getroffen haben, der sich ihm gegenüber Kremer genannt habe und Neue Wilhelmstr. 2 wohnen wollte. Von diesem sei er unter dem Versprechen einer Belohnung von 500 M. aufangesichts des Umstandes, daß die Direktion sich gerade Königlich preußische Sparsamkeit. Durch verschiedene gefordert worden, ihm die hübschen jungen Mädchen für die Ausdie ältesten Arbeiter zur Maßregelung ausgesucht und die Blätter läuft die Nachricht, daß man sowohl bei der Justiz itellung zu verschaffen. Die Angaben sind aber falfch; denn der jüngeren in Arbeit behalten hat, nicht geradezu empörend behörde als auch im Eisenbahnbetriebe Grmittelungen anstelle, angebliche Auftraggeber Kremer ist in dem bezeichneten Hause wirfen? Und eine Gesellschaft, welche sich die öffentlichen auf welche Weise Ersparnisse im Schreibwerk herbeizuführen feien. nicht zu ermitteln. Daß es bezüglich der Mädchen auf eine VerSicherheitsbeamten zu einem derartigen Geschäft ausbittet, wagt So sehr auch unser ganzes Staatswesen an einem übergroßen tuppelung abgesehen gewesen ist, läßt sich als ausgeschlossen nicht es in allem Ernst, sich vor dem Publikum als Hüterin der Sitte und oft beklagten Bureaukratismus leidet, der ganz von selbst bezeichnen; doch dürfte die Annahme, daß Jakob K. sich nur in und der Ordnung hinzustellen und die jahrelang von ihr aus eine Unmenge überflüssiger Schreibarbeit mit sich bringt, so be- den Besitz der 20 Pf. und vielleicht auch der Bilder sehen wollte, gebeuteten Arbeiter als Personen zu verdächtigen, die es zweifeln wir doch, daß diese Ermittelungen Erfolg haben, ohne eine größere Wahrscheinlichkeit für sich beanspruchen können. auf Störung der Ordnung abgesehen hätten. Wahrlich, herr- daß man den Bureaukratismus selbst beseitigt. Betrachtet man debrigens haben sich 21 junge Mädchen für hübsch genug gea licher hätte sich kaum der Geist der Harmonte offenbaren können, beispielsweise die verhältnißmäßig geringe Aufwendung von halten für die Ausstellung und ihre Bilder mit je 20 Pf. eina der von dem Macher des Ganzen, dem Herrn Rösicke ausgehend, Schreibarbeit bei den nicht ganz so start mit dem preußischen geschickt. fich den von ihm Geleithammelten angeheftet hat. Niedlicher Bopf versehenen Gewerbegerichten gegenüber den Amtsgerichten tann sich übrigens auch kaum der Staat der Sozialreform im mit ihrem zahllosen Heer von Diätaren, Ranglisten 2c., so dürfte Berlins belegenen Gasthofe gemeldet. Am 13. d. M. Abends Ein räthselhafter Selbstmord wird aus einem im Norden Bilde darstellen, als durch die Gendarmen, die auf ehrliche, an- für sparlüfterne Minister ein ausgezeichneter Fingerzeig fehrte daselbst eine etwa 23jährige Dame ein, die einen schwarzen ständige Arbeiter Obacht geben müssen, als ob sie etwa aus dem gegeben sein, auf welchein Wege unnöthigem Schreibwert wenig Strohhut mit schwarzen Federn, gelbe Schuhe, ein braunes Zuchthause entlassene Spizbuben vor sich hätten. stens theilweise ein Ende gemacht werden könnte. Man gestalte Kleid, einen schwarzen Schulterumbang trug, große braune In der Maßregelungsangelegenheit erhalten wir folgende alle Staatsinstitutionen etwas volksthümlicher und befeitige den Augen und üppiges dunkeles Haar in einer Flechte zusammenIn der Maßregelungsangelegenheit erhalten wir folgende Bureaukratismus. Im übrigen aber sehen wir gelinden Zweifel gehalten trug. In das Fremdenbuch schrieb sie sich als Fräulein Zuschrift: Auf die Ehrenerklärung der Pichtolonne des Böhmischen Brauhauses fühlt sich die Lohnkommission der Berliner darin, daß die Justizbehörde die Verminderung des Schreibwerks Seelbinder aus Bremen ein, lebte sehr zurückgezogen und zeigte Böttcher veranlaßt, folgendes zu erklären: Richtig ist es, daß die beabsichtige. Denn eine Ersparnis würde dadurch nicht erzielt, nichts Auffälliges in ihrem Auftreten. Am Dienstag Nachmittag Böttcher der Pichkolonne mehr verdienen, als wir nach unserem von uns über die außerordentlich geringe Bezahlung der Lohn bediensteten fanden das Mädchen, nur mit einem blauen Unterwohl aber eine Verkürzung der Einnahmen. Schon vielfach ist gegen 6 Uhr knallte aus dem Zimmer ein Schuß, und die HotelTarif fordern, aber frage nur Niemand, unter welchen Verhält schreiber bei den Gerichten geklagt worden. Die Arbeitszeit der rock und einem spißenbesetzten Hemd bekleidet, todt auf dem niffen der sogenannte bohe Lohn erworben werden muß. Es ist felben beträgt nominell ja allerdings nur acht Stunden; in Wirk- Fußboden liegen. Die Fremde hatte sich aus einem Revolver notorisch, daß die Rollegen, die auf dieser Brauerei beschäftigt lichkeit sigen diese fönigl. Beamten aber 16-18 Stunden bei der eine Rugel in das Herz gejagt. Auf dem Tische hatte sie einen find, zum Theil in übermenschlicher Arbeit gerade noch einmal Arbeit. Und troß alledem verdienen diefelben nicht soviel, um Bettel zurückgelaffen, auf dem die mit einem angebrannten soviel leisten müssen, als von einem Arbeiter unter den auch nur eine einigermaßen erträgliche Griftenz sich verschaffen Streichholz gefrigelten Worte Augusta- Hospital" standen. Ob gewiß nicht idyllischen normalen Verhältnissen verlangt wird. Statt, wie es sich für pflichtbewußte Arbeiter gebührt, beträgt 5-6 Bf. pro Seite, während die Justizbehörde von dem recht- Vorfall zu finden ist oder ob die Unbekannte nach dem Augustas zu können. Der durchschnittliche Affordlohn für diese Arbeiter nun in dem Krankenhause der Schlüssel zu dem geheimnißvollen ihren arbeitslosen Kollegen ein Plätzchen einzuräumen, richten die Herren lieber ihren Körper vor der Zeit zu Grunde. Von einem suchenden Publikum 10 Pf. einzieht. Wenn die bei den Gerichten Hospital hat gebracht sein wollen, falls sie den Tod nicht höheren Arbeitsverdienst kann also an sich, wie unter den Millionen Mart beträgt, so kommt aus den wirklichen Ein wenig konnte bisher über die Persönlichkeit Aufschluß erlangt Preußens an Schreiblohn verauslagte Summe jährlich sechs gleich gefunden hätte, ist noch nicht aufgeklärt. Ebenso Kollegen weitbekannt, im Böhmischen Brauhause in keiner Weise nahmen für den Fiskus trotzdem noch ein ganz erklecklicher Ueber- werden, da feine Papiere vorhanden sind. Die giebe fein. miffion der Better Betting Ferner wurde toot Die Lohntommission der Böttcher Berlins. schuß heraus. Von einer Aufbesserung der Löhne der Justiz aufgefunden ein etwa 60 Jahre alter Mann, der gestern NachUnterbeamten hört man dahingegen nichts. Man braucht sich mittag um 4 Uhr in einem Gasthof am Schlesischen Bahnhof Der Verein der Brauereien Berlins und Umgegend nur eine einzelne Nummer der Vakanzenliste für Militär- eingekehrt war. Als der Wirth um 6 Uhr das ihm angewiesene erläßt in den Morgenblättern vom Mittwoch eine breitfpurige Anwärter" anzusehen und sofort wird der Baie, der ein der Fremdenzimmer betrat, saß der Unbekannte als Leiche auf dem Erklärung über seine Lämmleinsunschuld in dem Kampf, den er artiges Platt noch nicht in der Hand gehabt hat, erstaunen über Sopha. Auch in diesem Falle hat die Persönlichkeit des sehr der Arbeiterschaft aufgedrängt hat. An der fetten Annonce würde die Lohnhöhe der dort angebotenen Stellen. Monatsgebälter gut gekleideten Mannes nicht festgestellt werden können. Der uns, da ſie im ganzen nur das enthält, was jedermann in ben von 80-50 M. für Kanzlistenstellen bei Gerichten und anderen grembe hat graues Haar und einen grauen Bollbart. letzten Tagen erwartete, taum etwas interessiren, wenn in fte Behörden sind durchaus teine Seltenheiten. Die Justizbehörden nicht der Vorwärts" in einer sehr gewundenen Manier, der sollten einmal ernstlich Hand an diese Wunden ihres eigenen Berhungert ist der Mann, dessen Veiche kürzlich in Nixdorf man sowohl das böse Gewissen, als die schäbige Absicht anmertte, Rörpers legen, dies würde vorläufig wenigstens ebenso aufgefunden wurde und, wie wir berichteten, nicht retognoszirt hineingezogen wäre. menschenfreundlich sein als eine Verminderung des Schreibwerks, werden konnte. In dem Verstorbenen ist jetzt der 69 jährige Da der vorgenannte Ausschuß erklärt hat, so heißt es in die uns natürlich auch am Blaze erscheint. Daß die Eisenbahn- Strumpfwirter Franz Richter aus Berlin festgestellt worden, der der Anzeige, daß die Berliner Gewerkschaften dem über die behörden von einer wahren Sparwuth besessen, ist ja eine alt- noch bis vor kurzem im Hause Strausbergerstraße 10 ein ärmVereinsbrauerei zu Rigdorf verhängten Boykott fernstehen, hoffen bekannte Thatsache. Kann ein Militäranwärter eingestellt liches Stübchen im vierten Stock bewohnt hatte. Richter besaß die unterzeichneten Brauereien, daß der Streit eine weitere Aus- werden, so entläßt man sehr gern dafür andere Arbeiter. Wenn früher in Berlin ein blühendes Geschäft und war ein vermögender dehnung nicht erfahren wird, was um so weniger der Fall sein nun diese Behörde ebenfalls eine Verminderung der Schreib- Mann, verlor jedoch nach und nach infolge mißlicher geschäftwürde, wenn der Vorwärts", das Zentralorgan der arbeit, aus welcher ihr feine direkten Einnahmen zufließen, beab- licher Konjunkturen und Machinationen Anderer sein gesammtes folialdemokratischen Partei, aufhört, durch Hinweise auf sichtigt, so ist dies nur eine nothwendige Konsequenz der bereits ab und Gut. Troß seines hohen Alters gelang es ihm aber, jenen Beschluß der Rixdorfer Versammlung sich mit den Gr- von ihr seit langer Zeit begonnenen Arbeiterentlassungen. Auch sich vorläufig durch seiner Hände Arbeit zu ernähren, bis er flärungen der Berliner Gewertschaft3 Rombie Verminderung des Schreibwerts muß eine Entlassung vieler schließlich durch Arbeitslosigkeit in die größte Noth gerieth. Als mission in Widerspruch zu sehen." Bureau- Arbeiter zur Folge haben. So wird auch diese Arbeiter er am 1. Mai die Zimmermiethe nicht bezahlen konnte, entfernte Gegenüber dieser Erklärung fonstatiren wir nur, daß der fategorie am Ende auch noch die Harmonie der Jnteressen er sich aus Scham aus seiner Wohnung und irrte seitdem tageVorwärts", wie unsere Leser uns bezeugen, in der ganzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer an ihrem eigenen Leibe lang ohne Nahrung in der Umgegend Berlins umher, bis ez Frage fich im vollen Einverständniß sowohl mit der Gemert- in unerfreulicher Weise fühlen lernen. schließlich vor Entfräftung an einem Feldwege in Rigdorf zus fchaftskommission, als mit der gesammten Arbeiterschaft durch fammenbrach und dort den Hungertod fand. aus anf neutralem Boden bewegt hat. Wer etwas genoffen betheiligten, wurde am Dienstag dem vor einigen Tagen wirthschaftlichen Verhältnisse im sogenannten Ordnungsstaate Fürwahr ein Ein Leichenbegängniß, an dem fich einige tausend Bartei tragisches Geschick, das ein getreues Spiegelbild unserer heutigen andes ausspricht, beweist einfach, daß es ihm zur Förderung verstorbenen Restaurateur, früheren Tischler Karl Serrath, bietet! seiner Absicht auch nicht auf eine Entstellung der Thatsachen zu Theil. Herrath war feit langen Jahren in der Partei wie in und auf eine fauftdicke Lüge ankommt. der Gewerkschaftsbewegung als eifriges Mitglied thätig und genoß Großtaufmanns, wurde am Pfingstbeiligabend von der Rixdorfer Ein 17 jähriger Durchbrenner, Sohn eines Hamburger Fälschung oder? Unter der Erklärung, welche der Verein in seinem Kreise als ein wenn auch ſtiller, so doch eifriger Ge- Gendarmerie auf den Köllnischen Wiesen aufgegriffen und zur der Brauereien Berlins und der Umgegend gestern in einer An- noffe das vollste Vertrauen. Der Wahlverein des II. Wahlkreises, Saft gebracht. Der boffnungsvolle junge Mann war vor kurzem zahl Berliner Blätter veröffentlicht und in der die Herren sowie der Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- und ihrer Arbeiter auf das Pflaster zu setzen, in der löblichen Todten nieber und der Verein Kreuzberger Harmonie" gab durch Bater hat seinen Sprößling am nächsten Tage abgeholt. Wasserfärber verkündigen, daß es ihnen beliebt habe, 20 pet. Schantwirthe legten prächtige Kranzfpenden auf dem Grabe des nach Erleichterung der elterlichen Staffe nach Berlin gereist und hatte dort das Geld verjubelt. Der telegraphisch benachrichtigte Abficht, diefe Proletarier dafür hungern au laffen, entsprechende Gesangsvorträge der würdig verlaufenen Leichendaß die Böttcher sich erlaubt haben, den Weltfeiertag feier eine erhebende Weihe. Die Parteigenossen werden das Ander Arbeiter zu feiern, befindet sich auch die Unterschrift des denten des Verstorbenen in hohen Ehren halten. S „ Großes Reinemachen" giebts jetzt im Grunewald. Die Pfingstausflügler haben wieder eine derartige Menge von Stullen Mein Freund, wenn Du zu Fuße reisest, Und Deine Wurst im Grünen speisest, Wirf das umhüllende Papier, Das fettgetränkte, nicht von Dir. Stect's lieber ein: es kommt die Zeit, Da Du es brauchest anderweit. Auf dem Flure herrschte unter den Betheiligten große Freude über das milde Urtheil, nur die Mutter des Kindes entfernte fich in unzufriedener Stimmung. and anderen Papieren zurückgelaffen, daß die Forstarbeiter alle| anwaltschaft Meldung gemacht, und diese erhob Anklage wegen Hände voll zu thun haben, um den Vorrath aus dem Walde versuchter Erpressung. Das Gericht verurtheilte den Kaufmann hinauszubefördern. In jedem Sommer, der ins Land geht, su 10 Tagen Gefängniß und das Reichsgericht hat die Revision stimmt die Presse ein klagelied an über die Rücksichtslosigkeiten des Verurtheilten verworfen, so daß es bei der Gefängnißstrafe der Berliner, die zuzunehmen scheinen, je weiter die Berliner in verbleibt. Um Durchstechereien zum Nachtheile des Eisens Wir theilen diesen Fall mit, damit sich Niemand den grünen Wald eindringen. Die Frühstücksablagerungsstätten durch solche Drohungen, welche leider in gewiffen Raufmanns" wegen Bestechung, welche gestern vor der 7. Straffammer des bahnfiskus handelte es sich wiederum in einer Verhandlung gewähren einen sehr unappetitlichen Anblick, und dieser wäre doch treifen sich einschmuggeln, ins Bocks horn jagen läßt. so leicht zu vermeiden, wenn die Berliner folgendes Verslein be Landgerichts 1 stattfand. Angeschuldigt waren der Eisenbahnrücksichtigen wollten: Gegen drei Schulknaben im Alter von 13 Jahren war schaffner Karl Schmidt und der Photograph Niemeyer eine Anflage wegen Straßenraubes erhoben worden. Zwei ein dritter Angeklagter, der Kaufmann Reichenbach, ist nach derselben, die Echulknaben Richard Patting und Otto Amerika gegangen, ein vierter nicht ermittelt. Es wurde folgenSchulz wurden bereits zu Gefängnißstrafen von je einem Jahre der Thatbestand für erwiesen erachtet. Der Angeklagte Schmidt verurtheilt, der dritte, der Schulknabe Gustav Birth, stand hatte am Abende des 20. Dezember 1892 den Personenzug von gestern vor der dritten Straftammer des Landgerichts 1. Er Hamburg nach Berlin zu begleiten. Vor der Abfahrt trat der Angeklagte legte ein offenes Geständniß ab. Am Nachmittage des 12. De an mehrere Reisende heran und rieth ihnen, keine Fahrkarte zu zember vorigen Jahres hatte der zwölfjährige Knabe Rehberg lösen, sie möchten ihm jeder 3 M. zahlen, er werde dies Geld Polizeibericht. Am 15. d. M. Vormittags gerieth ein Garderobe fortgetragen, die feine Mutter für ein Geschäft dem Schaffner, den er kenne, aushändigen und sie könnten dann taubstummes Mädchen in der Blücherstraße unter die Räder eines angefertigt hatte. Er hatte dafür 30 M. in Silber erhalten, die für je 3 M. im Wagen 2. Klasse nach Berlin fahren. Das AnKremsers, dessen Pferd durchging, und erlitt schwere Verlegungen er in der Tasche seines Ueberziehers verwahrte. Auf dem Artona- erbieten wurde angenommen und drei Personen, die sonst insam Kopfe und an der Brust. In der Leipzigerstraße fuhr Nach- plaze ließ er sich mit dem ihm bekannten Wirth in ein Gespräch gesammt 51 M. 60 Pf. hätten zahlen müssen, fuhren für führten Handwagen. Hierbei wurde der Knabe durch die habe. Wirth eilte zu den in der Nähe spielenden Knaben Berlin. mittags ein Geschäftswagen gegen einen von einem Knaben ge- ein, wobei er demselben erzählte, daß er 30 M. in seiner Tasche 9 M., die außerdem in die Tasche des Schaffners flossen, nach Der Angeklagte Schmidt, der seinen Vorgesezten Deichsel seines Wagens zu Boden geworfen und anscheinend Batting und Schulz und theilte ihnen mit, was er von gegenüber ein Geständniß abgelegt hatte, widerrief dies im Terinnerlich verlegt. Ein Kutscher fiel in der Andreasstraße Rehberg gehört. Schulz vom Rollwagen, gerieth unter die Räder und erlitt eine ben und Batting faßten sofort mine. Der Staatsanwalt hielt ihn durch die Beweisaufnahme Plan, sich in den Besitz des Geldes zu setzen für überführt, er beantragte gegen Schmidt sechs Monate, gegen Quetschung beider Oberschenkel. An der Ecke der Friedrich- und Wirth schloß sich ihnen an. Die drei Burschen um- Niemeyer 14 Tage Gefängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt straße und der Straße Unter den Linden wurde ein Arbeiter ringten den Rehberg, brachen einen Streit mit ihm vom Zaune, Richard Wolff, erzielte, daß der Gerichtshof das Strafmaß gegen durch eine Rutsche überfahren und anscheinend innerlich ver- fielen insgesammt über ihn her und zogen ihn in eine leer- Schmidt auf einen Monat, gegen Niemeyer auf drei Tage Gelegt. In einem Hotel wurde eine etwa 30 Jahre alte Frau stehende Bude, welche für den Weihnachtsmarkt aufgestellt fängniß herabsetzte. erschossen vorgefunden. Es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor. war. Abends fiel ein Mann im Hause Naunynstr. 69 in der greifer Während Rehberg hier von zweien seiner Anfestgehalten wurde, holte der Dritte ihm Trunkenheit von der Kellertreppe und erlitt eine schwere Ver- bas Geld aus der Tasche. Die Räuber hatten das legung am Kopfe. In der Kleinen Andreasstraße fiel ein Geld noch an demselben Tage bis auf 4 Mark verBruch des Oberarmes. einem Jahre Gefängniß bestraft wissen, der Gerichtshof beließ es aber mit Rücksicht darauf, daß Wirth der jüngste von den drei Räubern war, bei sechs Monaten Gefängniß. Literarisches. Fuhrherr beim Besteigen seiner Troschke hin und erlitt einen praßt. Der Staatsanwalt wollte auch diesen Angeklagten mit Leipziger Hochverrathsprozek 1872 wider Bebel, Liebknecht Brände statt. Im Laufe des Tages fanden fünf Theater. und Hepner. Mit einer historischen Einleitung von Wilhelm Liebknech t. Neue Ausgabe in 20 Lieferungen à 20 Pf. Alle alten Genossen werden erfreut sein, daß ihnen endlich A13 Menschenraub wurde in der Anklage die Hand- wieder Gelegenheit geboten wird, dies ausgezeichnete Werk anzulungsweise des Maurers Louis Stegemann bezeichnet, die schaffen, sie werden erfreut sein, es den jüngeren Mitkämpfern ihn gestern vor die achte Strafkammer des Landgerichts I führte. Es als wichtigste Fundquelle für die Geschichte der Partei, als ein Sentral- Theater. Stühn den Elementen trotzend" hat am handelte sich dabei um das Schicksal eines kleinen Mädchens, welches wahres Arsenal für den Kampf gegen die Gegner empfehlen britten Feiertag das Zentral- Theater eine alte Jacobson'sche vor sieben Jahren von der unverehelichten Grundmann geboren it tönnen. Auf den Inhalt des Werkes hier einBoffe:" Die Lachtaube" zur Aufführung gebracht, aber das war. Das Kind war damals dem städtischen Waisenhause über zugehen, scheint nicht nöthig, da der unlängst unserem Pfingstwetter übte stärkere Bugtraft als Herr Thom a 3. Troß- geben worden, weil die Mutter außer ftande war, es zu er Blatte beigelegte Prospekt nicht zu viel verspricht. Die neue dem er den Oberinspektor Lehmkohl in wirkjamster Weise ver- nähren. Später wurde es den Arbeiter Koch'schen Eheleuten in Auflage unterscheidet sich außerordentlich günstig von der erſten. törperte, troßdem Frau Dora für ihre Lachtaube" die Naiten in Pflege gegeben. Als die Grundmann vor etwa Jahresfrist Die Ausstattung, sowohl was Papier als Druck, Umschlag_und Lustigsteu Töne und das lebendigste Spiel suchte und fand, Herr fich verheirathete, machte sie ihre Ansprüche an das Kind geltend. Die fast vollendete Reinheit von Druckfehlern anlangt, ist vortrefflich, Müller seinen Rämig bis an die Grenze des Zulässigen Koch'schen Eheleute, die es 51/2 Jahre bei sich gehabt und sehr was von der früheren nicht behauptet werden kann. Auch hierin farritirte und die übrigen Mitglieder ihr Bestes thaten, die liebgewonnen hatten, wollten sich nicht davon trennen, sie erberbste Situationskomit und die ärgften Kalauer konnten das boten sich, es auch ohne Pflegegeld zu behalten. Das Vormund- eigt sich der ungeheure Fortschritt, den die Partei seit zwanzig Bublikum nicht zur dauernden Heiterkeit stimmen. Sommer- schaftsgericht entschied aber zu ihren Ungunsten und so mußten die in jugendlicher Frische geschriebene Einleitung Liebknechts, die Jahren gemacht hat. Hervorzuheben ist endlich die vortreffliche, stimmung und die abgebrauchte Jacobson'sche Possentechnik Roch'schen Eheleute das Kind im vorigen Herbst der Mutter zuführen. zahlreiche Fragen, vor allem solche der Tattit in dankenswerther lasteten allzudrückend auf den Zuschauern. Im gestrigen Termine versicherten die alten Leute, daß ihnen mit " Witterungsübersicht vom 16. Mai. Stationen. Barometerand in mm, NND reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke WINNAI NNN( Stala 1-12) 0 Wetter Temperatur ( nach Celsius 50 G. 4° R.) Swinemünde 764 wolkenlos Hamburg 765 wolfenlos Berlin 764 Wiesbaden. 762 München 764 NO Still a Wien 762 NNM Haparanda 765 SW Petersburg 768 Still 14 18 heiter 18 wolkenlos 16 wolkenlos 15 wolkenlos bedeckt Dunst 17 9 18 Cort. 759 D30 3 halb bedeckt 12 769 NNO 5 bedeckt 8 760 660 1 . · wolfig 15 Aberdeen Paris Vermischtes. -1, leber ein furchtbares Eisenbahn- Unglück meldet das Reuter'sche Bureau" aus New- York vom 6. Mai: Nach einer aus San Salvador über Panama eingegangenen telegraphischen Nachricht sollen bei einer Eisenbahnzug- Entgleisung gegen 300 Personen ums Leben gekommen sein; unter den Reisenden habe sich auch der Präsident Ezeta befunden, der jedoch unverlegt ges blieben sei. Lhuchjuftig in Bayern. Meldungen der Blätter zufolge wurde im Voralpenmarkte Weilheim ein Bäckergeselle, welcher einen Landgutpächter heimtücsch erstochen hatte, von fünfhundert Personen gelyncht und dabei lebensgefährlich verwundet. Fünf Gendarmen wehrten die Voltsmasse mit der blanken Waffe ab, wobei mehrere Personen leicht verlegt wurden. dem Kinde ihr ganzes Glück genommen sei. Sie hätten bald Weise bespricht. Briefe ohne Unterschrift bekommen, worin sie aufgefordert wurden, doch Anstalten zu machen, die kleine Klara wieder in ihre Hände zu bekommen. Das Kind werde von der Mutter aufs unmenschlichste behandelt, müsse beständig seine kleine Schwester warten und erhalte bei dem geringsten Versehen die schwersten Büchtigungen. Sie seien wiederholt nach Berlin gereist, um das Kind zu sehen, die Eltern desselben hätten aber jeden Besuch schroff abgewiesen und sie schließlich gewaltsam hinausgeworfen. Da sei zu ihrer freudigen Ueberraschung der Angeklagte am 1. Februar d. J. mit dem Kinde bei ihnen erschienen. Er habe ihnen erzählt, daß er die Behandlung, die das Kind seitens der Mutter erfuhr, nicht mehr habe anjehen können, er habe die Gelegenheit abgepaßt, bis er es auf der Etraße traf, habe es gefragt, ob es wieder zu seinen Pflegeeltern wolle und eine freudig zustimmende Antwort erhalten. Darauf habe er das bereitwillig folgende Kind wieder nach Nauen gebracht. Zum geftrigen Termine war auch das viel umstrittene Kind erschienen, welches vor der augenscheinlich sehr strengen und heftigen Mutter bei den Pflegeeltern, deren Hände es nicht losließ, Echuß fuchte. Es gab auf Befragen Unwetter in Schlesien. Verschiedene Gegenden der Provinz an, daß es viel lieber bei den Pflege Eltern sei, als bei der Mutter, wo es so gar viele Schläge erhalten habe. Die Mutter sind in diesen Tagen von folgenschweren Gewittern gab zu, es bisweilen hart bestraft zu haben, doch sei sie heimgesucht worden. Ein Blitzstrahl traf der Boff. 8tg." zufolge hierzu genöthigt gewesen, weil es sehr schlechte Eigen- das Wohnhaus des Gutsbesitzers und Gemeindevorstehers Werner schaften gezeigt habe. Diese Behauptung wurde durch zu Thomaswaldau, Kreis Bunzlau. Der im Wohnzimmer andie umfangreiche Zeugenvernehmung widerlegt. Der Staats- wesende Besitzer wurde getödtet. Die Frau betrat in dem anwalt hielt das Vergehen gegen§ 235 des Str.-G. B. für vorliegend Augenblick das Zimmer, als der Gatte umfant. Sodann wurden und beantragte gegen den Angeklagten, der einen Akt der Eigenmäch- während der Fahrt der Kutscher und 2 Pferde des Generaldirektors tigkeit begangen, anstatt die Hilfe der Polizei oder des Vormundschafts- Bernhardi zu Balenze, Kreis Rattowig, vom Blige getroffen und gerichts in Anspruch zu nehmen, eine Gefängnißstrafe von sechs sämmtlich getödtet. Ein anderer Blitzstrahl traf das Wohnhaus Monaten. Der Angeklagte blieb bei der Versicherung, daß er des Fleischermeisters Scholz in Märzdorf, Kreis Grottfau. J Versuchte Erpressung. Verschiedene Kaufleute" in Ham- doch nur aus reiner Menschenliebe gehandelt und nicht nur Wohnzimmer waren drei Töchter des Besizers anwesend, von paceten von 10 Pfund an Private. Gine solche Firma hat die gehabt habe, um dem Kinde ein besseres Unterkommen wurden. Bei einem sehr schweren Unwetter, das gestern über übliche Offert- Postkarte einer hiesigen Dame zugesandt, mit dem zu verschaffen, als es bei der Mutter hatte. Der Ge- einem Theile des Sprottauer Kreises niederging und von wollen. Bemerken, daß der Kaffee abgeschickt werden wird, wenn im richtshof hielt für erwiesen, daß die Mutter des Kindes bruchartigen Niederschlägen und Hagel begleitet war, fuhr ein Verlaufe von acht Tagen eine ablehnende Antwort nicht ein- das ihr zustehende Büchtigungsrecht mindestens erheblich Blitz in das Schäferhaus des Dominiums Rückensdorf. Die in gehen würde. Die Adressatin ließ die Postkarte unbeachtet und überschritten habe. Außerdem sei dem Angeklagten geglaubt gesegneten Umständen befindliche Frau des Schäfers wurde ge= erhielt dann wirklich das Packet unter Nachnahme. Als die worden, daß er nicht aus unedlen Beweggründen gehandelt. Er tödtet und dadurch acht Kindern die Mutter geraubt. Der Einlösung verweigert wurde, drohte der Absender mit seinem habe sich aber immerhin einer ungefeßlichen Handlung schuldig Schäfer erlitt schwere Brandwunden. Rechtsanwalt und daß der Dame erhebliche Kosten entstehen gemacht und fei deshalb wegen Menschenraubes mit drei würden". Von dieser zudringlichen Mahnung wurde der Staats- lagen Gefängniß belegt worden. Wetter- Prognose für Donnerstag, den 17. Mai 1894. Warmes, vorwiegend heiteres Wetter mit schwachen östlichen Winden; Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst trocken. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. beiden andern betäubt burg beschäftigen sich mit der Zusendung von Kaffee in Post- feinen Vortheil, sondern noch Zeitversäumniß und Unkosten denen eine getödtet und die Besizers anwesend, von Erklärung. Der Verein der Brauereien Berlins und Umgegend veröffentlicht in einer Anzahl hiesiger Zeitungen eine Erklärung, nach welcher das Münchener Brauhaus in Berlin( Direktor A. Arendt) sich dieses Mal, wie bei der Boykottirung sämmtlicher Brauereien Berlins im Jahre 1890, dem Vorgehen des genannten Vereins ( des sogenannten Bier- Nings) nicht angeschlossen hat, um ans seiner Sonderstellung für sich geschäftliche Vortheile zu erreichen. Demgegenüber sehen wir uns zu der Erklärung genöthigt, daß wir das uns unterstellte Motiv mit Entrüstung zurückweisen; wir haben uns dem Vorgehen des genannten Vereins aus folgenden Gründen nicht angeschlossen: 1. als im Jahre 1890 ein Brauerstreik ausbrach und die Berliner Brauereien zur Gründung eines Vereins zusammentraten, verlangte man von uns, den Kunden der boykottirten Brauereien in Berlin die Bierlieferung zu verweigern zu einem Zeitpunkte, in dem die Schultheiß- Brauerei( Direktor R. Rösicke) sich bemüßigt fand, in Dranienburg, woselbst wir eine 3weig- Brauerei besißen, eine Niederlage einzurichten, um uns dort unsere Kundschaft abwendig zu machen. In Berlin sollten wir uns im Interesse einer Brauerei die Hände binden, welche in Oranienburg vor keiner Preisunterbietung zurückscheute, 2. wir können die Gründe, welche von dem genannten Verein für sein Vorgehen gegen die Brauereiarbeiter geltend gemacht werden, nicht als berechtigte anerkennen und vermögen uns einer Aktion, deren Berechtigung wir leugnen, nicht lediglich deshalb anzuschließen, weil sie von einer großen Brauerei angeregt und von den anderen dieser zu Liebe unterstützt wird. Berlin, den 16. Mai 1894. Münchener Brauhaus Aktien- Gesellschaft. Arendt. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 791b