Ar. 3. 84. Jahrg. HbonnemtBtS'Bfidinsun««»: Ebaaiicmeitt#• Preis btönumnonSa SteaeTiäfttl 5.90 Mr. monail lL0 SRI, wsÄslllich 80 Big.)tb m4 HauS. Einzel« Sutrane: 5 Nz. Emnuaz». ninnmer mit illustriere: KoanlnzS. Beilage.Die Zlcue Welt' Iv Big. Von- Elllmnement: l.ZO Marl vre Manul. itir.gettajtn üi die P-sl-Zeitung». BreiSIme. Unter Kreuzband lü: Teutichlan» und Oesterreich- Ungarn HLO Marl, für bat übrige UuÄand » Marl pra SRonai. PostabonneuienlS neöinen an Belgien. Dänernarl. Lollanb. Italien. Luxeinaurg. Pormgai. Slunailietl. Schweden und die Schwe.j. üricheidl!«>»». Berliner Volksblnkk. ( S Pfennig) Vit lnl«i1!o«»-Ltdiids Setrügt sür die fechSgesbaltens Kolane!- «eile oder deren Ztaian vo Big., ilir dalitische und gsmerlschafrliche LereinS« und LersaniniiungS- Rnzcigrii L0 Big. ..Kleine Hnreisen". dnS ictigedruchie ISoa-JO Big.(zu'.nifig 2 ietlgedrucl:c • Kartei, jede! wciierc Butt 10 Big. Ei-lleugestiche nnd Cchlaistevenan- «eigen das-nie Wort 10 Big., igdej weitere WortSBig. Worte über>ö Buch' staden jäilen i»r zwei Warte. Fnieraie iiir die nächste Stummer Ulüneu dii K Uhr nachnultags in der Exdedilivn »ogegeden werden. Tie Erveditirit ig dit 7 Uhr adend- gediinet. relegramni.lldrcfie: .!»5idiilei»«!!»l Seelis". �enti'slorgan der rozialckmokratifchcn Parte» Deutfchlands. Kcdaftloi»: EW. HS, Linüenstraße Z. Ftttliprecher: Amt Morit-vlaU. Nr.»S» gv— 13» 97. Expedition: Ew. öS. Linöenstraße Z» Nermprecher: Amt Moritzvlatz. Rr. ISI SV— 1S197. ]Macin und flera genommen. Kampf um deu Faltncanu— Bewegung fegen Focfani: im Putna-Gebiet abermals Höhen und Orte genommen, am Mil� covnl westlich Focfani Mera erstürmt— Im Donauknie Macin u. Jijila genommen. Auttlich. Grußes Hauptquartier, dcn'S. Ja- mar 1917.(235. T. 25) Westlicher ZtiicgSschauvlatz. Heeresgruppe Kronprinz. Mit zunehmender Sicht entwickelte sich nachmittags lebhafte ArtiLerietätigkeit im Maas-Gedict. Am Priester- Walde drangen Patrouillen des Landwehr- �lnfanterie-RrgimcntS Nr. SZ bis in den dritte» franzäsischrn Graben vor und lehrten uach Zerstörung der SerteidigungS- anlagen mit 12 Gefangene» zurück. festlicher Kriegsschauplatz. Front des GeneralfrldmarfchallS Prinz Leopold von Bayern. Südlich des DvySwjaty- See? wurden russische Streif- kommandoS ocrtrieben. Qestlich von Zloczow bei Manajow holte» Stoßtrupp» der Leibhusuren-Lrigad« im verein mit östcrrrichisch-ungarischer Ju- fonterie 3 Offiziere und 137 Mau» au? den russischen Linie«. Front drs Genrraloderst Erzherzog Joseph. Starke feindliche Angriffe gegen Mt. Falturanu scheiterten verlustreich. Zwischen Susita- und Pntua-Tal sind mehrer« Höhen im Sturm genommen, Gegenstöße der Nuffen und Rnmäuen abgeschlagen und BarseSei und TupeSci nach Kampf beseht worden. Heeresgruppe des GeneralfrldmarfchallS von Mackensen. Unsere ZSewegungen vollziehen sich weiter plangemäß. Ja de» Bergen zwischen Zabala-Tnl uud der Ebene drängle» deutsche uud österrcichisch-ungarisckr Truppe» den Feind»ach Nordoste« zurück. Westlich und südlich von Focsani stehe» Truppen der 9. Arme« nun vor einer befestigte» Stellung der Nuffen. Pin- Gewaltstreiche wegen ües Schiffsraums. Dem Amsterdamer„Mgemeen Handclsblad" wird aus London gemeldet: Die Poet and Transport Exekuliv« hat den Teckbehärden Winke gegeben, was für Maßregeln gegenüber dem Mangel an Schiffs- ran« zu ergreifen seien. Die neuen Baulei« reichten nicht hin, um die Verluste zu decken. Mau müsse deshalb die Leistungsfähigkeit der Schiffe durch rascheres Lösche» in den Häfen er- höhen Das neue itriegskabiucrt hat angeordnet, die Transport- arbeiterbataillone ans 10090 Mann zu dringen. O ertliche Äowmifiionen sollen feststellen, ob in. den cinzelneu.Häfen Maugel au bürgerliche» Arbeitskräften herrscht. Di« Äommissiourn werden aus Vertretern der Admiralität, des KrirgSamteS, der Hafrubehärde und der Arbeiter zusammengesevt sein.. Diese Maßnahme, gegen die nichts einzuwenden wäre, deutet darauf hin, daß die englische Regierung sich mit der Hoffnung trägt, die Schisfszufuhren vermehren zu können. Eben deshalb organisiert sie die Bewaffnung der Handels- schisse,>:nd sie will diese Bewaffnung zu einer Einrichtung auch njwtrnglischcr Handelsflotten machen. Mehrere Nach- rich.'e der letzten Tage zeichnen den Weg. den sie einschlägt. Ter Gewaltstreich der Regierung Lloyd Georges fällt auf die Neutrale n. Sie sollen Kanonen aus Deck stellen, und wenn sie das nicht wollen, so wird der Hase nboykott gegen ihre Handelsschiffe verhängt. Nicht das allein! Man sperrt ihren Ländern and) die Kohlen nnd droht noch gewaltsamere Maßregeln an. Aus Kristiania wird die Meldung der„Tidens Xcgn" übermittelt, England werde in Zukunft nur noch diejenigen norwegischen Schiffe mit Koblen versorgen, die sich zu Frachten für dje Entente nach Italien und Frankreich verpflichten, und '.n Eige.nznng hier u erfahren norwegische Reederkreisc, daß England beabsichtige, demnächst die gesamte neutrale Tonnage zu bc schlag na lsni c n. Tie Nachritlst begegnet indes in Kristiania, wie das„B. meldet, starken Zweifeln, weil England außerstande sei. die gecharterten lecesti und Mera am Rileovul wurde» gestnrmt, 400 Gefaugenc sind eingebracht. In der Dobrndscha ist der Russe troll zäher Gegenwehr weiter auf Bararcni, Jisila und nach Marin hinein zurück- gedrängt worden. Mazedvuische Zsrout. Tie Lage ist unverändert. Ter Erste Grueralquartiermeiftrr. Ludendorfs. * Menöbericht. Berlin� 3. Januar. Amtlich. In der Dobrudscha sind Marin' rnid Jijila g e- nommen. »* * Der österreichische Sericht. Wien, 3. Januar 1917.(W. T. L.) Amtlich wird verlautbart: festlicher Kriegsschauplatz. I« der Dobrndscha nenerlich Fortschritte. Südlich und westlich von Foesaui sind die österreichisch-ungarischen nn» deutschen Strritkräfle des Gc»».>u, ooh FalkenhSqn i\i an den stark ver- schanzten MUcooul-Abschnitt gelangt. Weiter nordwestlich warfen sie den Feind aus Miera zurück. Am Südflügel der HeereSfrout des Generalobersten Erz- herzog Joseph drangen wir über Negrileei hinaus. Südöstlich von Harja und auf dem Monte Faltucanu westlich von Sulta wurden stark« Angriffe des Gegners unter fchwrren Feindverlustrn abgeschlagerr. Im Mesticauefti-Abschnitt vereitelten unsere SicherungStruppen im Bajonett- und Handgranatrnkampf russische Borstöße. Bei Manajow östlich van Zloczow brachte eure auS unseren uud deutscheu Sturmtruppeu zusaunueugesellte Sturmtruppe in glücklicher Strrifung drei russische Offiziere und 127 Man» ei«. Italienischer und südöstlicher Kriegs- schauplatz. Keine bemerkenswerte» Kmnpfc. Ter Stellvertreter des EhefS de? GenerolstabeS. v. Hpefer, Feldmarschalleutnant. Schiffe auch mit britischer Besatzung zu verschen, während es unzweifelhaft eine gröbliche Verletzung der Neutralität des be- treffenden Staates bedeuten würde, wenn neutrale Schiffe mit neutraler Mannschaft auf Grund eines festen Abkommens im Dienste der Entente fahren wollten. Daß gröbliche Verletzungen der Neutralität England nicht davor zurückschrecken lassen, zu tun, was Hilfe erhoffen läßt, weiß man nachgerade znr Genüge. Man nimmt, was man kriegen kann. Der Augenblick wird ausgenutzt. Diplomatischen Verhandlungen wird dann überlassen, hinterdrein die faule Sache, so gut oder so schlecht es gehen will, wieder zu glätten. Wie mans macht, um über die Hungerfolgen der Schiffs- raumnot hmauszukommen, lehrt zum Beispiel folgendes Wolff- Telegramm aus Kopenhagen: Der schwedische Dampfer„Pacific� ist heotr mit 1200 Tonnrn Roggen auS San Franziska für Dänemark hier ein- getroffrn. Diese Fracht ist jedoch nur ein grringer Teil der Ursprung- lichen Ladung dr» Schiffes. Die Hauptladnng, kalifornische Früchte, Wein, Sassee und Kakao, die für dir drei nor- bischen Länder bestimmt war, mußte bei der Durchsuchung dcS Schiffes in Leith ausgeladen werden und wurde von den Eng- läudern beschlagnahmt. Es gibt also einen Weg. die Tonnage neutraler Handels- schiffe in Besitz zu nehmen, ohne die Schiffe zu besthlag- nahmen Ter Weg ist längst beschritten, aber nun soll diese Möglichkeit, wenn die norwegischen Nachrichten stimmen, in größerem Stil organisiert werden. Die Neiüralen sollen sich bereit erklären, ihre Länder für England hungern zu lassen. Das wäre deS Pudels Kern. Makarows Rücktritt. Senator Tobrowolsky Iustizminister. Petersburg, 3. Januar. Meldung der Petersburger Telegraphcnagentur. Scnafor Dobrowolski ist an Stelle des zurückgetretenen M a k a r o w mit der Leitung des. Justizministeriums beaustragt worden. Makgrow ist der reaktionäre Minister des Innern, der 1912 zurücktrat. Richtlinien öer Parteipolitik. Unter der Ueberschrift„Ein merkwürdiger Trost" schreibt uns Genosse Me>r Cohen-Reuß: Tie Redaktion des„Vorwärts" hat an die Wiedergabe der von der Agenee Ha da? verbreiteten Note unserer Gegner einige Bemerkungen geknüpft, die zum Widerspruch heraus- fordern. Diesem Widerspruch möchte ich, in Uebereinstimmuug mit einer ganzen Anzahl wohlbekamver Parteigenossen, in folgendem Ausdruck geben. Wenn man auch zugeben d«. ff, daß es richtig ist, ein eud- gültiges Urteil zu verschieben, bivider offizielle Wortlaut der Note einwandfrei feststeht: das. was der„Vorwärts" unter- anderem aus dem mitgeteilten Wortlaut herausliest, ist den» doch eine allzu gewagte.Auslegung. Nach der Auffassung des„Vorwärts" ist in dem Schriftstüa„trotz aller Schärfe der Ausdrirckswene von Ervberungs- und Zerschnietterungs- abstchtcn nicht die Rede, nichts von Elsaß-Lothringen, von Posen, Ostpreußen, Trieft, Konstantinopel oder von einer all- gemeinen Kriegsentschädigung. Nur von Belgien." Ist das nicht eine recht starke Verkennung der doch gar nicht zwei deutigen Sätze der Note? Gewiß, von Belgien ist auch die Rode, ober nicht„nur von Belgienlt. wie der„Vorwäris' meint, ionderu noch außerdem von Belgien, nnch dem die allgemeinen Bedingungen ausgesprochen sind. Tie'e allgemeinen Bedingungen lauten:„Für die Zukunft ver- langen die durch die Kriegserklärung Teutschlands vernr- fachten Verwüstimgen. die zahlreichen Attentate, die Dentsch- land und seine Verbiiudeten(wiTcn die Kriegführenden und gegen die Neutralen verübt haben, Sühne,-Wiedsrgnt- machung und Bürgschaften." Sühne und Wiedergutmachung kann gar nichts anderes als Kriegsentschädigungen heißen. Es läßt sich darüber streiten, ob darunter auch Land- abtretungen zu verstehen sind, wahncheinlich ist es in jedem Fall. Sicherlich aber steckt im«inne dieser Worte gerade das, was der„Vorwärts" nicht in ihnen findet, nämlich a l I g e- meine K r i e g s c n t s ch ä d i g» n g'v n. Daß man bei der Entente die Sache so ausfaßt, wird noch durch die Er- iäuterung bestärkt, die zinn Schluß an dein belgischen Bei- spiel gegeben wird. lind was könnten die Bürgschaften(garanties) anders besagen wollen, als Landabtrctuug. Auslieferung von Kriegs- schissen, Kriegsgcrät und dergleufyen? Da vertragliche, also papierne Garantien, von den Entcnte-Mächtcn oft genug ab- gelehnt wurden nnd in der Note ausdrücklich mit den Worten weiter abgelehnt werden: ,, Nachdem Teutschland seine Verpflichtungen verletzt hat, kann der von ihm gebrochene Friede nicht auf sein Wort gegründet werden." Auch die Worte:„Sie (die Entente-Mächte) versichern noch einmal, daß ein Friede nicht möglich ist, solange sie nicht die Gewähr haben für Wiederherstellung(repai-ation) der verletzten Rechte und Freiheiten, für die Anerkennung des Grundgesetzes der Ratio- nalitäten und der freien Eristenz der kleinen Staaten, solange sie nicht sicher sind einer Regelung, die geeignet ist, endgültig die Ursachen zu beseitigen, die seit langem die Bevölkern«! g bedroht haben und die einzig wirksame Bürgschaft für die Sicherung der Welt zu geben" widersprechen der lgarinlosen Auslegung des„Vorwärts". Für die- Entente-Machte liegen, das weiß man doch nachgerade, die Ursachen des Krieges nickst in dem Gegensatz der durch die Entwickeluirg geschaffene» Interessen der einzelnen Länder, sondern lediglich in den unberechtigten Sondcriutereffen Teutschlands, das sich, um sie' durchzusetzen, seinen Militarismus zum Angriff auf die uu- schuldigen Eßtente-Länder schuf. Ter Sinn der zitierten Worte kann daher nur Zerschmetterung des deutschen Milit" .ismus und nichts anderes bedeuten. Tazn kommt noch die Anerkennung des Grundgesetzes der Rationalitäten, das einer Auflösung Oesterreichs und den« Verluste wcrtvoll.'r deutscher Provinzen gleichkäme. Die betreffenden Stellen der Note können daher nur als Eroberungs- und Zerschmetie- rungsabsichtcn gedeutet werden, sreilich nur als Absicht, und es ist ja wirklich ein Trost, daß diese. Absicht noch nickst die Tat bedeutet. Daß es nicht dazu kommen werde, dafür muß sich nunmehr ganz Deutschland einsetzen und alle gecigneieii Mittel anwenden, den Kampf siegreich z» bestehen. Eine andere Wahl ist nicht mebr vorbanden. Es gelit wirklich um alles. Vor dieser Tatsache darf man nicht die Astge«: schließen. weil bestimmte Einzelfordernngen nicht ausdrücklich und namentlich genannt werden. Auch für den„Vorwärts" muß ein solcher Trost allzu mager sein. Max Cohen(Reuß). *• • Tie Erkenntnis, daß es„wirklich um alles geht".. ist dem „Vorwärts" nicht neu. Auf sie ist seine ganze Politik crnge- stellt. Ebensowenig hat jemand etwas gegen die Anwendung aller geeigneten Mittel einzuwenden, um den Kampf siegreich zu bestekien, aber über die Frage, welche Mittel geeignet sind und welche nicht, sind die Meinungen geteilt. Der„Vorwärts" ist bestrebt, sich den klaren Blick für Tatsächliches durch Ge- fühlsaufwallungen— mögen sie noch so verständlich und be- rechtigt sein— nicht verdunkeln zu lassen, darunl hat er auch darauf hingewiesen, daß- der Ton der Entente-Antwort hinter den Trepow- und Pokrowski-Redcn weit zurückbleibt. Er hält die Pflickft zur Landesverteidigung, für die er entschieden eintritt, für durchaus vereinbar mit dem Bestreben, einen Weg zu suchen� der schließlich doch zum Frieden führt, und zu diesen? Zweck in steigendem Umfang die Kräfte des i?>ter- nationalen Proletariats zu rnobilisieren. Das deutsche Friedeltsangebot hat einen merkbaren Umschwung in der Stilnmung der Arbeiterklasse Englands und Frankreichs hervorgerufen. Nichts wäre Verhängnis» voller, als wenn dieselbe Aktion in ihren? Rückstoß die deutsche Arbeiterklasse in das Lager der Bis-zu-Ende-Krieger schleudern würde. Bis jetzt hatten wir— uin die Sache auf eine grobe Formel zu bringen— ein pazifistisch gestimmtes Prole- tariat in Deutschland und ein kriegslustiges in einem großen Teil des Auslandes. Es wäre nichts gewonnen, wenn die Rollen vertauscht würden. Die deutsche Arbeiterklasse hat darum allen Grund, der Politik des 4. August, wie sie in der soziäldemokrafischen Irak- tionserklärung von jenem Tage vorgezeichnet ist, treu zu bleiben urld sich von ihr so wenig wie nach links, so auch nach rechts abdrängen zu lassen. Der Bereitschaft zur Landesver- terdigung muß der Friedenswille ein unzertrennlicher Be- gleiter bleiben: er?nuß auch die härtesten Proben bestehen, und er darf kein Mittel unversucht lassen, sich schließlich dennoch durchzusetzen. Ueberraschcnd wirkt es, daß Genosse Cohen sich die Auer» kennung des Grundsatzes der Nationalitäten nicht vorstellen kann ohne die Auflösung Oesterreichs und den Verlust wert- voller deutscher Provinzen. Danach wäre also die S o z i a l- demokratie, die das Grundgesetz der Nationalitäten gleichfalls anerkennt, bisher für Abtrennung wertvoller deut- scher Provinzen und für die Auflösung Oesterreichs einge- treten! Aber unsere österreichischen Geuosleu sind eben wegen ihres Eintretens für das Gruirdaefitz der Nationali- täten jahrelang als Schwarzgelbe verschriee?? worden. Die Autonomie der Nationen kann eilten bestehenden Staatsverband. statt ihn zu zerreißen, erst reckst festigen! Verlangte die Entente von uns weiter nichts als die An- erkennung des Grundgesetzes der Nationalitäten(wobei die Ausführung i??? einzelnen Ver Mrdlungsgegenstand bleibt), so würden>mr uns mit Vergnchlcn mit ihr an den grünen Tisch setzen. Und hoffentlich fö'.oe sich dann kein Sozialdemokrat, der dagegen Einwendungen erheben würde, wie man sie sonst nur von Allde?itschen z?� hören gewohnt war. Die Note öer Entente an Wilson. L o?? d o ,?, 5. Januar. Reuter berichtet, daß die Alliier- tcu den Friedensvorschlag Wilsons noch nicht beantwortet haben. Man halte es für erwünscht, daß zwischen der Beantworhrng der deutschen Note und der des amerikanischen Borschlages einige Zeit ver st reiche. Dem„Handelsblad" wird gemeldet: Die Autwort der Alliierten auf die Friedensnote des Präsideuten Wilson wird wahrscheinlich gegen Ende dieser Woche abge- sandt werden. Die Antwort soll bereits im Konzept vorliegen. Weiter wird gemeldet, daß die amerikanischen Vertreter in den verschiedenen Hauptstädten eine mündliche Erklärung über Punkte in der Note abgelegt haben, welche nicht deutlich waren. Ein diplomatischer Mitarbeiter des„Dailh Telegraph" berichtet, das: die Al l i i e r t e» in ihrer Antwort aus die Note des Präsidenten Wilson ihre Friedensbedin- g u n g c» umschreiben werden, namentlich in bezng darauf, was sie unter dem Nationalitätsprinzip verstehen, wovon in ihrer Antwort an die Mittelmächte die Rede ist. Ter Londoner Äorrespondeat der„Politiken" weist darauf hin, in London stehe man auf dem Standpunkt, daß mit der Forde- rung der Anerkennung des NationalitiitSprinzips eine klare FriedrnSgrundlag« dorgczeichnet fei. I« der Note an Wilson werde man diese Forderung genauer» mit allen ihren Schlußfolgernngen, die sich iluf Italien, Rumänien und Serbien beziehe», ausgeführt finden. * (iin Londoner Telegramm in„Nationaltidende" behauptet, daß zusammen mit der in wenigen Tagen zu erwartenden Entrntenote an Wilson auch eine kurzeAntwortaufdieskandinavi- sche Friede nSnote ausgegeben werden würde. Hollanü unü Wilson. Haag, 2. Januar. Anläßlich der Erklärung des bulgari- scheu Ministerpräsidenten, daß auch die Niederlande den schritt des Präsidenten Wilson zu unter- st ü tz e i? beabfichtigeil, erfährt das Korrespondeiiz-Burcau aus guter Quelle, daß dieses nicht beabsichtigt werde. „Die böse Note". Amsterdam, 2. Januar. Tie sozialdemokratische Zeitung „Het Volk" nennt die Antwort der Entente eine„böse Note". Das Blatt schreibt: Wenn es den Verfassern darmn zu tun gewesen ist, den Mittelmächten unmöglich zu machen, einen zrveitcn Schritt zu wagen, so ist ihnei? dies vortrefflich ge- glückt. Wenn die Diskussion mit dieser Note erwet, so wird sie keiner der beiden Parteien irgendeinen Vorteil verschafft haben. Aber einen Vorteil hat sie doch mit sich gebracht: das Wort Frieden wird werter leben und unter den Völkern Europas rrnmer mehr Wirkung ausübe??. Es fragt sich nur, wie viele Hunderttausende der kräftigsten Männer Europas noch geopfert werden sollen. Die Verarrtwortlichkeit derer, die die Antwort darauf zu geben haben, ist entsetzlich schwer. Neue Verluste öer sranzöststhen Kriegsstotte. „Berits" und„Ronen". Vor einigen Wochen wurde aus amtlicher Quelle ge- meldet, ein französisches Linienschiff von der ,.Patric".Klasse sei in?'.Nittel meer schwer beschädigt worden. Jetzt geht a?lS einer Meldung der„Zürcher Post" hervor, welches Schiff den Schaden davongetragen hat. Die Meldung, die aus Mai- land kommt, sagt: Das franzöfischc Linienschiff„Berits"(l4N00 Tonne») liegt vor Malta mit schweren Beschädigungen am Bug und Heck über und unter Waffer. Die Beschädigungen werden auf eine Anfang Dezember erfolgte Torpedier«ng durch ein deutsches v-Boot zurückgeführt. Diesem Verlust ist inzwischen ein zweiter mit der Ver- senkung des„Gaulois gefolgt und schon ist ein dritter in Sicht.„Matin" meldet aus Cherbourg: Bon pem de» Aufklärung Sdienst besorgende« Hilfskreuzer „Ronen" erging in der Nacht zum Sonnabend drahtlos ein Hilferuf aus der Zone von Easguet. Der Schleppdampfer „Centaure" wurde unverzüglich zur Hilfeleistung abgeschickt. Seit« dem ist man aber von beide» Schiffen ohne Nachricht geblieben. Torpedoflottillen und Schleppdampfer forschen nach ihrem Verbleib, bisher vergeblich. Drei schwerverletzte Matrosen der „Ronen" sind aufgefischt worden. Disher 196 feinöliche Kriegsschiffe vernichtet. Von den bisher vernichlcten 106 Schiffen der feindlichen Krieg«- flotte(die HilfSschiffe sind nicht eingerechnet) kommen auf England 125 Schiffe. Von der Berlusttonnage, die insgesam: 759 430 Tonne» beträgt, kommen auf England 565 200 Tonnen, und zur Veranschaulichung dieser Ziffer wird darauf hingewiesen, daß sie Japans Kriegstonnage bei Beginn de« Krieges— 557 560 Tonnen— übersteigt. Der Gesamttonnageverlust der feindlichen Kriegsflotten ist größer als die Kriegsschifftonnage, die Frankreich zu Kriegsbeginn zählte. Explosion in Moskau. Ueber 4vv Todesopfer. Moskau ist der Wetterzeiger Rußlands im Weltkrieg. Schwere Dinge haben sich dort in den Tagen nach Weih- nachten zugetragen. Tie Regierung Trepows herrscht. Sie brachte einen Aufstand zum Ausbruch und behielt das Heft in den Händen. Denn die Zensur ist nicht gebrochen. Sie unterbindet nach wie vor die Möglichkeit, daß die Oefsent- lichkeit des Auslandes schnell und klar erfahren kann, was geschehen ist und wie der Zeiger steht. „Was sich am vergangenen Donnerstag in Moskau ereignete, waren Dinge von höchstem Belang, über die bisher keine Einzelnachrichten vorliege n." So heißt es in einem gestrigen Kopenhagener Drahtbericht des„Lokalanzeigers". Die Moskauer Zeitungen, fährt der Bericht fort, teilen lakonisch mit, daß sie über die schrick- lichen Ereignisse der letzten Tage infolge ZensurverbotS keinerlei Mitteilungen machen dürfen. Auch das Abdrucken der zahllosen behördlichen Proklamationen und Polizeiver- böte ist entschieden den Zeitungen verboten worden. Einstweilen sind nur wenige Nachrichten ins Ausland gedrungen� fest steht, daß die„Explosion" der Bolkslerdenschaften Todesopfer erfordert hat, deren Zahl 160 weit übersteigt. Die Polizei versucht«, Militär zu requirieren. Dieser Versuch wurde jedoch sofort aufgegeben, an- geblich, weil die Soldaten z» den Meuterern übergingen. AuS de:? verschiedensten Teilen des ganzen Landes wurden darauf Polizisten nach Moskau gebracht. Als verhaftet bezeichnet ein sensationelles Gerücht das bekmmte Moskauer Stadtoberhaupt Tschelnakow sowie den Borsitzen- den des Semstwo-Verbandes, den Fürsten L w o w. AuS Petersburg eingetroffene Reisende berichteil, daß dort phantastische Gerüchte über ungeheure Verivüstuugel? innerhalb Moskaus kursieren. Daß die Unruhen jedenfalls sehr bedeutend gewesen sein müssen, bringt der Dringlichkeitsantrag der Duma zum Bewußtsein: die Regierung möge Aufklärung über die Moskauer Ereignisse geben, ein Antrag, dem Protopopow sofort nachkam. In einer Sitzung hinter ver- schlossenen Türen gaben zuerst mehrere sozialistische Abgeordnete einen längeren Bericht über die Vorgänge in Moskau, worauf Pro- topopow Erklärungen abgab. Auch über diese Dumasitzung fehlen die näheren Meldungen noch. Eingehender unterrichtet ein Wolff-Telegramm, das aus Kopenhagen einläuft, über die Vorgänge, die vor der Explosion liegen. Das Telegramm schildert die Polizeiherrschaft iu Moskau. Kopenhagen, 2. Januar.(W. T. B) Die heute hier einge- trofsenen Moskauer Zeitungen enthalt-n an Stelle von Berichten über die Versuche, die Kongresse de» Städte- und Semsttvoverbandes trotz Verbots abzuhalten, spaltsnlange Zensurlücken. Nach den neuesten Petersburger Zeitungen wurden diese Versuche nach an- fänglichem Mißlingen nicht fortgesetzt. Die Moskauer Poli- z e i verfolgt aber seither die Taktik, keine Versammlung oder Konferenz tagen zu lassen. Für den 23. Dezember mar eine Versammlung des M o S- kau er Journalisten- und SchriftstellerbundeS einberufen. Obwohl der Stadthauptmann die Versammlung ver- bot, fanden sich viele Mitgliedec des Journaliftenbundes im Saale des juridischen Klubs ein. Die Polizei zwang aber die Journalisten, den Saal zu räumen. Für denselben Abend war eine Sitzung des Wohltätigkeitsvereins für die Aerztegehilfen Moskaus anberaumt, die ebenfalls verboten wurde, ebenso verbot die Polizei die ordcnt- lichc Sitzung deü Studentenvereinö für historische Studien. Eben- falls am 23. Dezember versammelten sich im Hotel Metropol etwa 100 Fabrikbesitzer aus Wladimir, um die Veranstaltung einer Fachausstellung zu erörtern? auf Verlangen der Polizei mußte die Beratung abgebrochen werden. Am 24. Dezember versammelten sich etwa 100 Vertreter der Städte- und S'c mstivooerbände sowie der wirtschaftlichen Genossenschaften in einem Moskauer Prwathause, um die Frage der Lebensmittelbeschaffung zu erörtern. Tie Polizei verlangte die Aufhebung der Versammlung. Der Borsitzende, der bekannte Kadettenführer Kischkin, erklärte, seines Erachtens unterliege eine private Konferenz keiner polizeilichen Kontrolle. Als jedoch ein größerer Trupp Polizisten im Haüsc erschien, erklärten die An- lvesdnden, der Gewalt zu weichen und brachen die Konferenz ab. Die für denselben Tag festgesetzten ordentlichen Sitzungen des Vereins für Arbeiterschutz sowie der Wirtschaft« lichen Genossenschaften tmirden ebenfalls b erLoten. Die Polizei besetzte die Versammlungslokale und ließ niemand in die- selben ein. Einer Borlesung des Akademikers Ginzburg über Glücksideale wohnte ein Polizerbeamter bei, der den Vortragenden darauf aufmerksam machte, er werde ihn am Wcitersprechcn hindern, sobald er von Politik zu sprechen anfange. Denselben Abend fand in der Universität eine ordentliche Sitzung der Gesellschaft für Naturwissenschaft. Geo- g r a p h i e und Ethnographie statt. Ein Polizeibeamter erschien im Lokal, um der Debatte offiziell beizuwohnen. Der Vor- sitzende, Professor Bogojawlenka, protestierte gegen das Eindringen der Polizei in die Universität und hob die Sitzung auf. Auch während der Sitzung der kaiserlichen technischen Gesellschaft, in welcher ein Vortrag über das Ver- kehrswescn gehalten wurde, erschien ein Polizeibeamter und erklärte, er habe den Auftrag, der Sitzung beizuwohnen. Der Vor- sitzende Stadtverordneter Jurennew erwiderte, dies widerspreche den von der Regierung bestätigten Statuten der Gesellschaft. Als der Polizeibeamte sich dennoch weigerte, den Saal zu verlassen. wurde die Sitzung aufgehoben. Die Petersburger Zeitungen tadeln schärft'tens die Lerbotc aller ordentlichen BereinSsitzunge« in Moskau sowie daS Eindringen der Polizei in die BerfammlongSlokale. Die Zeitungen erinnern daran, daß allerdings ein entsprechendes Gesetz mit Um- gehung der Reichsduma noch zur Zeit, da Stürmer Minister des Innern war, erlassen wurde, doch sei es von bezeichnender Tragik für die russischen Verhältnisse, daß die Airwendung des Gesetzes während der Ministerschaft des früheren Vizepräsidenten der Reichsduma P r o t o p o p o w s, der sich einen Vertreter der Oefsentlichkeit nennt, geschehe. Protopopow sei durch seine Machtlosigkeit und dadurch, daß die Moskauer Verboöc von den Militärbehörden über seinen Kopfiver- anlaßt wurden, keineswegs zu entschuldigen; er hätte das voraus wissen müssen und hätte den Posten eines Ministers des Innern unter solchen Bedingungen nicht annehmen sollen. >-» Durch die blutigen Maschen der Vorgänge, die sich an die Moskauer Verbote anschließen, wird der Gegensatz Trepows gegen Protopopow sichtbar. Protopopow wird nach allem, was man weiß, vom Zaren gehalten. Ist jetzt mit Hilfe der Moskauer Polizei, die nicht ihm, wohl aber den Kriegshintermännern Trepows ge- horcht«, sein Sturz besiegelt?. Aber die Moskauer Vorgänge dürften, wenn sie wirklich.Dünge von höchstem Belang' sind, über diese Frage weit hinausreichen. Alles, was jetzt irgendwo geschieht, hängt eng und groß mit der Frage Krieg oder Frieden zu- sammen. venizelos unö Italien. Der.Morning Post' wird aus R o m gemeldet, daß Benizelos sich in einem Interview mit einem italienischen ZeitungSkocrelpon- denten äußerte, Griechenland habe nichts gegen die Besetzimg der Insel S a s e n o und des HaseaS von V a l o n o mit dem entsprechenden Hinterland durch-Jlalien, müsse aber auf dem Besiy von NordepiruS und der zwölfJnseln bestehen. Er selbst habe als Ministerpräsident der italienischen Regierung erklärt, daß die Adria außerhalb der politischen Sphäre Griechen- l a n d S liege. Diese Aeußerung muß im Zusammenhang betrachtet werden mit der gestern gemeldeten Zurückhaltung Italien« in bezug auf die Vorteile, die von der gegen Griechenland gerichteten Rote der drei großen Ententemächte für Benizelo» herausgeschlagen werden sollen. Die zwölf Inseln find jetzt von Italien besetzt, und daß Griechen- land seinen auf NordepiruS genuteten Wunsch seither nicht verwirk- lichen konnte, lag wiederum vor allem an dem Widerspruch, der von Italien zu erwarten war. VenizeloS kann in diesen Fragen nicht mit sich handeln lassen; er würde den Ast ansägen, auf dem er fitzt. Wollte er in der EpiruSfrage nachgiebig sein, so würde er feine Stellung in Altgriechenland noch schlechter machen, als sie ohnedic-s ist, und gäbe er den Todelanesos preis, so schädigte er seine Stellung in dem insularen Neugriechenland, besonders in Kreta, fiir das die zwölf Inseln al« Brücke nach Kleinasien sehr wichtig sind. « Frankreich und BenizeloS. Paris, 3. Januar. Meldung der Agence HavaS. Wie der „Matin" erfährt, beschloß die französische Regierung, einen Ver- treter Frankreichs bei der provisorischen Regie- rung it? Saloniki zu ernennen. Ein Vertreter der protnsori- schen Regierung wird in Paris beglaubigt werden. die Entente-Note an Gnechenlanö überreicht. Beru, 3. Januar. Wie„Corriere della Sera' aus Athen meldet, besprechen fast all« Blätter in bitterstem Tone die letzte Bier- verbandsnote, die tiefen Eindruck gemacht hat..Hesperia' schreibt, die Rot« sei unannehmbar und die griechische Regierung könne keine weiteren Zugeständntsi« machen. ,Nea Himers' betont, die Note sei der Beweis der feindlichen Gefühl« der Entente gegen Griechenland. „EmbroS" erklärt: Die neuen Forderungen gestalten die Lage nur noch schwie- riger, anstatt sie zu kläre». Die Regirrung und der König werden zwar den Forderungen der«lltierton»ach- kommen, könne» aber nicht dulden, daß SeuizeloS über die Gesetze und die Bersassuug Griechen- landS gestellt wird. Die Ententenote wurde vom italienischen Gesandten B o s d a r i dem Ministerpräsidenten LambroZ überreicht. wobei BoSdari erklärt haben soll, zur Verfügung der griechischen Regierung zu stehen, um die Beziehungen zur Entente zu erleichtern. BoSdari soll gleichfalls wegen der gegenwärtigen schwierigen Lage um Annahme der Forderungen gebeten haben. Die Blockade be st eht in schärf st«m Maße weiter. Die französische und englische Kolonie zogen sich nach Salamis zurück. Die italienischen und französischen Schiffe befinden sich noch im PiräuS, find jedoch zur Abfahrt bereit. die Russen im donauknie geworfen. Ter bulgarische Heeresbericht. Sofia, 2. Januar. Bericht des bulgarischen Generalstabes vom 2. Jalluar. Mazedonische Front. Schwaches Artilleriefeuer an einzelnen Frontabschnitten. An der S t r u m a Patrouillen- gefechte. In der Gegend von S e r e s und Drama ent- falteten feindliche Flieger eine erfolglose Tätigkeit. Rumänische Front. Atach cincli? äußerst erbitterten Kampfe warfen wir den hartnäckig widerstrebenden Feind aus der mächtig befestigten Stellung an der Höhe 364 und der Zelahie. Die Kämpfe, von denen die türkischen und englischen Heeres- kicrichte in diesen Tagen Mit- teilung machten, haben zwischen Wüste und Sumpf am TigriS- ufer und auch auf dem TigriH selbst stattgefunden. Tie Lage rtelahies in der Nähe von Kut el Amara. wo im Ansang des Jahres die englische Offensivarmee bei ihrem Vorstoß gegen Bagdad ein- geschlossen wurde, nicht entsetzt werden konnte und schließlich kapi- tulieren mußte, läßt einen Schluß auf die Bedeutung des jetzigen Angriffs' zu. Der Hai-Fluß, auf den der neueste türkische Heeres- bericht Bezug nimmt, fließt südlich Kut el Amara in den Tigris. ü/erreve engtiscbe Offensive am T/gris. .Löhe 197 bei Lucovicza. Wir besetzten die ganze femd liche Stellung und Lucovicza. Der Gegner zog sich auf rück wältige, gut befestigte Stellung zurück, die sich auf einer Linie 300 Schritte östlich von M a e i n und nördlich bis zur Höhe 105 an der Donau erstreckt. Wir machten noch 217 Russen zu Gefangenen._ f Der russische Heeresbericht. Der russische Hecreibericht vom 1. Januar meldet: Am 81. Dezember um 3 Uhr nachmittag« konzentrierten die Deutschen heftige« Sitilleriefeuer auf unsere Gräben in der Gegend von P!o»zezitry— Knubovo südlich von PinSk, und um 6 Uhr nachmittag« richtete dl« feindliche Infanterie tn Gtärke von mindesten« zwei Kompagnien einen Sngnff auf unsere Vorposten. Der Angriff wurde jedesmal durch Infanterie- und Artilleriefeuer zurückgewiesen, beim dritten Angriff gelang e» jedoch dem Feind, unsere Gräben zu besetzen. Durch heftige Gegenangriff« wurde die Lage wieder hergestellt. Versuche der Deutschen, die Offensive ein wenig südlich aufzunehmen, wurden gleichfalls im Feuer abgeschlagen. Südwestlich von Brody beschoß der Feind unsere Stellungen in der Gegend von Panikovice—Doute. Aus den erstgenannten Ort wurden 12 Gasgranaten abgeworfen. Moldaugrrnzr. Der Feind griff mehrmal« die Höhen nordwestlich des Dorfes BokaSz an der Mündung de« VokaZz-FlützchenS in die B y st r i tz a an, wurde jedoch jedesmal durch unter Feuer abgewiesen. In der Gegend des Flusie« Do mul ergriff der Feind die Offensive nöcd- lich de« Boche«, der in der Nähe de« Dorfes Domuk-Patak in den Domul einflietzt. Dem Feinde gelang es. unsere Feldwachen von einer der Höhen zu verdrängen, aber wir stellten die Lage wieder her. Im T a t r e ch- T a I griff der Feind da« Dorf Kotemba an. wurde ober mit großen Verlusten zurückgeworfen. Zur selben Zeit beschoß der Feind die Gegend um da» Dorf Agasul, südöstlich Kotuba mit Gasgranaten. Der Feind setzt seine Angriffe aus den Abschnitt von Siltscha« bi« zum Tschalb anioch-Tale, wi, auch in den Tälern de« Doffiany undOsto, fort. Die Kämpf« nehmen in den beiden letztgenannten Tälern besonder« hartnäckigen Charakter an. wo e« dem Feinde von neuem gelang, unser« Truppen ein wenig nach Osten zurückzuwerfen. Rumänische Fr»»«. Der Feind griff die Rumänen heftig an der Front nördlich und südlich de« K a s i n- F l u s s e S au, acht Werst östlich der Moldaugrenze, wo dl« Truppen ihre Stellungen zurückverlegten. Im Nachtangriff warf der Feind die Rumänen bei der Quelle deS Rimna-Flusse«, von wo sie sich in Richtung P a t r o a n u, 20 Werst westlich Focs a n l> zurückzogen. In der Gegend von Foctany und weiter südöstlich bis zur Donau nahmen unsere Truppen nächtlicherweile ohne feindlichen Druck neue Stellungen ein. Seit dem Morgen greift der Feind auf dem linken wer des W u z e c wie auch läng« der Bahn Buzec— Baileff lBuzeu— Braila) an. Der Angriff wurde in unserem Gewehr- und Geschütz- teuer angehalten. Im Laufe de« Tage« versuchte der Feind in der Gegend von R o motu l, IL Werst westlich Broiloff, einen An- griff, zog sich jedoch unter unserem Jnfamemfeuer in Unordnung zurück, indem er sich 800 br« 1000 Schritt von unserer Stellung wieder sammelte. Tobrudscha. Seit dem frühen Morgen entfaltete der Feind gegen da« Zentrum unserer Stellungen ungefähr 23 Bataillone, ging zum An- griff über und warf unsere Truppen zurück, die sich auf die dahinter liegenden Siellungen zurückzogen. Türkensieg an üer Tigrisfront. Der türkische Heeresbericht. Konstautinopel, 3. Januar. Amtlicher Heeresbericht vom 2. Januar. An der TigriSfront griff der Feind am 31. De- zembcr einen Teil unserer Stellung an, wurde aber mit schweren Verlusten zurückgetrieben. Seine Verluste werden auf 5—600 Mann geschätzt. An den übrigen Fronten kein Ereignis von Bedeutung. Der VizegeneralissimuS. Großer-Sritannien. Auf einer Konferenz englischer und kolonialer Parlamentarier, die ein Vorspiel der kommenden Reichs- konferenz ist, hat Lord Mluer beklagt, daß da« größere Britannien al« daö mächtigste Reich der Welt aus organisatorischen Mängeln sein Gewicht weder auf dem Schlachtfelde, noch in den Kanzleien geltend gemacht habe wie es sollte,»sonst wäre der Krieg schon seit einem Jahre au«*. Tie unbestimmten, gewohnheitS- rechtlich gewordenen Beziehungen des Mutterlandes zu seinen selbstderwalteten Kolonien müßten bestimmt, Rechte und Pflichten umrissen werden, damit nicht Gefahren aus dem CbaoS entstände». CS sei eine Vertretung aller sich selbst regierenden Völler de« Reiche« einzuberufen, der ein R e i ch« k a b i ii e r t verantwortlich sei. und die die Finanz- fragen des gesamtbritischen Reiche« zu lösen habe. Nach dem Milnerschen Programm hätte Indien augenblicklich weder in dem geplanten Reichsparlament noch im Reichs- ininisterium Sitz und Stimme zu beanspruchen, weil die Inder nicht zu den sich selbst regierenden Völkern des Reiche«(Kanadiern. Südostikanern, Neu- Seeländern und Australiern) gehören. Da aber Großbritannien um eine Gewährung größeren Einflüsse« auf die Reichsschicksale an die Jndier nicht herumkommen wird, so wird e« auch den Jndiern eine größere Selbstverwaltung einräumen müssen. Daran« ergeben sich die kam pliziertesten Probleme. In der Theorie ist der Jndier leicht als britischer Bürger anerkannt; in der Praxis furchten aber Kanadier, Neu-Seeländer, Australier. Süd-Afrikaner mit gleich großer Sengst lichkeit eine Herabdrückung der Lebenshaltung ihrer Länder, wenn dem indischen Arbeiter volle Freizügigkeit, ein erste« und wesent liche» Bürgerrecht, verliehen wird. Auf eine andere Schwierigkeit, die der englischen Regierung auS der Kriegsbeteiliguug der Dominion», wie man die sich selbstver waltenden Kolonien nennt, erwächst, macht der Edinburger Univer sitättprofessor Keith aufmerksam, der auseinandersetzt, daß Eng lanb beim Friedensschluß im Verhandeln nicht frei ist, weil die Südafrikaner, Güdwestafrika verlangen und über Deutsch-Ostafrika mitbestimmen wollen, die Neu-Seeländer und Australier Deutschland aber auS dem Bereich de? Stillen Ozean« verbannen möchten.__ Rasputins Ermordung. Die Leiche Rasputins ist am Morgen deS NeujahrötageS, wie die„Times" aus Petersburg meldet, durch Taucher aus dem Fluß bei der Newa herausgeholt worden. Wie Petersburger Blätter zu berichten wissen, soll der Mönch bereits am Sonnabendmorgen im Palastc des Fürsten Jussepow ermordet worden sein. Der„Times" werden allerlei Einzelheiten erzählt, die die Schuld an dem Morde dem Fürsten Jussepow zuzuschieben suchen und die andererseits Rasputin verdächtigen, seine Hände beim Ab schmuggeln russischen Goldes in deutsche Hände— gegen deutsche« Papiergeld— im Spiel gehabt zu haben. Er sei deswegen bereits in Verbannung gewesen, aber Stürmer habe ihn zurückholen lassen G Abgeordneter Jollos ermordet. Der Nachricht von der Ermordung Rasputins folgt die Nach' richt auf dem Fuße, daß der Du maabgeordnete Jollos ermordet worden ist. Er war im Dumablock eine gewichtige Person. Die Kadettenpartei forderte die polizeilich« Untersuchung Es handelt sich um einen politischen Mord. der Seekrieg. Versenkt. Lloyd« meldet, baß da« französische Segelschif' „Aconcagua*(1818 Tonnen), der s» w e d i s cb e Dampfer „Goosebridge* und der br it ifch e Dampfer„ S apph o ein großer Personcndampfer, versenkt worden sind, ferner der eng- lisch« Dampfer„Hollybranch"<3S68 Tonnen) und der n o r- w e g i f ch e Dampfer»Eric a'(747 Tonnen). Kleine Kriegsnachrichten. Der englische Gesandte im Haag, Sir Alan Jahnstone, bat auf eine Anfrage de« Korrespondenz-Bureau« bestätigt, daß er seinen Posten verlassen wird. Er hat da« Bureau zu der Mitteilung er- mächtigt, daß sein Abgang keinerlei Veränderung in den freund schastlichen Beziehungen, die zwischen der britischen und der nieder ländischen Regierung bestünden, bedeute.— Die Erklärung richtet sich gegen die Auslegung, er werde abberufen, weil er nicht genug Energie in der Frag« der wirtschaftlichen Ab s p e r r u n g Hol land« gegen Deutschland bewiesen habe. politische Ueberflcht. Ter wahr« Grund. Seit vielen Wochen, ungefähr so lange, als der Friedens Wille deutlichere Gestalt anzunehmen begann, arbeitet die jemge Presse, die den Frieden noch nicht will, unablässig daran, die Regierung und die Sozialdemokratie als Vcr bündete und Zusammenarbeitende hinzustellen, womit alle noch in den Vorstellungen der alten Zeit vor dem Kriege Be fangenen graulich gemacht werden sollen. Zwar ist der Wille, dem Krieg ein Ende zu machen, wenn die Möglichkeit dazu gegeben ist. das heißt, wenn die Sicher heit und Entwicklimgsfrcihcit der Zcntralmächte zugestanden wird, so stark, daß alle diese Treibereien von vornherein zur Bedeutungslosigkeit verurteilt sind. Ist aber all diesen Artikeln mit ihrem komisch-hochnotpeinlichen Ton auch sicher eine Wirkung über kleine Kreise und über geheime Ausschuß sitzungen hinaus versagt, so spricht auS ihnen doch ein Bangen, das festzustellen nicht ohne Interesse ist. ES ist zunächst das dumpfe Gefühl, daß bei der Be- endioung dieses Weltkrieges der Arbeiterdemokratie ein Gewicht zufällt, das um so größer zu werden scheüit. als die Bedeutung der Sozialdemokratie bei Kriegsausbruch ge- ring ivar. E i n Zeichen dafür trat in diesen Tagen hervor, als die großen bürgerlichen Zeitungen den Beschluß des fran- zösischcn Sozialistenkongresscs als ein wichtiges Ereignis schon äußerlich hervorhoben. In der Presse, die den Frieden noch nicht will, geschah dies in dem Sinne, daß die französische Sozialdemokratie sich für die unbedingte Fortsetzung des Krieges ausgesprochen habe. Das war falsch— aber das ge- schah natürlich zu dem Zweck, wenn möglich die Haltung der deutschen Sozialdemokratie zu beeinflussen, oder doch die Andersgesinnten im deutschen Volke und besonders die Regierenden zu überzeugen, daß die Friedensbestrebungen un- serer Partei von den Sozialisten der Ententestaaten nicht ge- teilt werden.' lind dabei bleibt doch immerhin die Tatsache bestehen, daß Sembat und Guesde aus der französischen Regie- rung ausgetreten sind und die weitere Mitgliedschaft Thomas' sehr wahrscheinlich mit dadurch bestimmt wird, daß die Arbeiterpartei den größten Einfluß auf die Stellung und Behandlung der überwiegenden Arbeiterniassc behalten will, die in der Kriegsindustrie beschäftigt ist. Aehnliche Erwägungen dürften auch bei dem Eintritt mehrerer englischer Arbeiterführer in das Kabinett mitgespielt haben. Auf alle Fälle bezeugt die Teilnahme von Sozialisten an der Regierung deutlich das Wachsen der Bedeutung der Arbeiterbewegung für die Staaten. Ter Grundzug der modernen Arbeiterbewegung ist und bleibt aber ein internationaler, friedlicher. Das ist unzähligemal vor dem Krieg bekundet worden und tritt jetzr. nach so langer fchreckcnsvollcr Kriegsdauer mehr und mehr wieder hervor. Allen Völkern muß sich, je ernster und verantwortungs- Voller sie geartet sind, schließlich doch um so stärker, das Bestreben aufdrängen, dem Krieg ein Ende zu machen. Wenn nun aber die Regierungen, auf die es zuletzt ankommt, den Frieden herbei- führen wollen und in den Parteien und Schichten, auf die sie sich vor demKriege immer gestützt haben, Widerstände aller Art— zunächst durch das Aufstellen unmöglich zu erfüllender Forde- rungen— finden, muß ihnen da nicht von selbst der Gedanke kommen, die innere Friede nstendcnz des Sozia- l i s m u s sich zum Verbündeten zu machen? So erscheint cS wahrscheinlich, daß die Anbahnung des Friedens nicht ohne die Inanspruchnahme der Internationale zustande kommen dürste, die trotz aller Kriegsirrungen und Kriegsentgleisungen doch mehr Friedens- aeist in sich trägt als andere geistige Mächte. Daß aber eine solche Machterwciterung der Arbeiterbewegung ihren Gegnern schon auch wegen der unausbleiblichen innerpolitischen und wirtschaftlichen Folgen unheimlich sein mutz, ist selbstverständ- lich. Dies dürste jene Anstrengungen einer Presse, die stets antisozialistisch war, vollkommen erklären. Es sollte aber auch, ein Fingerzcia für diejenigen sein, denen der Frieden und die wachsende Macht der Arbeiterklasse kein drohender Schreck, sondern ein erstrebenswertes Ziel sind. Zur Nachwahl in Spandau-Ofthavellaud. Fortschrittliche Blätter bringen eine Notiz, in der darauf hingewiesen wird, daß durch die Aufstellung Mehrings als Reichstagskandidaten mit einem burgfriedlichen Verlauf der Nachwahl nicht mehr gerechnet werden dürfe. ES stehe bereits fest, daß man in fortschrittlichen Kreisen die Kandidatur Mehrings nicht als eine Kandidatur der eigentlichen sozial- dcpiokratischtn Partei ansehe, weshalb man die Hände nicht in' dm Schoß legen werde. Eine Vereinbarung unter den bürgerlichen Parteien zur Aufstellung einer Kandidatur sei noch nicht erfolgt._ Zehn verlorene Schlachten- In der„Vossischen Zeitung* hat Georg Bernhard da« Verdikt abgegeben, die Erllärung Bethmann« über Belgien am 4. August sei gleichbedeutend mit zehn verlorenen Schlachten. Seitdem ist Herr Bernhard mehr denn je für die Alldeutschen eine Autorität, und sein Wort macht durch ihre ganze Presse die Runde. Die Schlußfolgerung, daß ein Mann, der dem Reich zehn Schlachten verloren bat, nicht im Amte bleiben kann, ergibt sich von selbst. sie wird aber von den„Berliner Neuesten Rachrichten* ausdrücklich gezogen, indem sie an den Reichskanzler die Frage stellen: Wird er sich als Patriot die Frage vorlegen: Ob er. belastet mit dieser unerhört schweren diplomatischen Hypothek, mit Bor» teil de« Reiche« Geschäfte führen �könne, wenn wir un« ernsthasten FriedenSunterhandlungen nähern? Ein in Auffassung und Ausdruck in bedeutsamer Stunde irrender Kanzler oder die dauernde Sicherheit de« deutschen Volke»— et kann für den Herrn Reichskanzler al« Patrioten kein Zweifel sein: Welche Wagschale schwerer wiegt. Wir haben demnach einen der„Sicherheit de« deutschet: Volke«* gefährlichen Reichskanzler. Wir wissen allerdings von keinen der- lorencn Schlachten als von denen, die die Alldeutschen gegen den vernünftigen Z u g in der Politik de? Reichskanzlers geführt haben, und wir können uns nicht der Meinung anschließen, daß die Sicherheit de« deutschen Volke« besser gewährleistet wäre, wenn ein Mann nach dem Herzen der»Berl. Neuesten Nachrichten* da« Staat«- stcuer führte.__ Der§ 14 regiert weiter. Durch Koüerliche Verordnungen auf Grund de«§ 14 ist in Oesterreich— am Tage der KönigSkrönung und de« Verfassungseide« in Ungarn— ein halbjährige» Budget- Provisorium eingeführt, d. h. die Regierung zur Weitererhebung der Steuern und zur Leistung der SiaatsauZgabcn ermächtigt, die Gültigkeit der Handelskammermandate, ober auch die B e fe i t i- gung der Geschworenengerichte um ein Jahr verlängeti worden._ Letzte Nachrichten. Ter New Horker Eiscnbahnstreit. Amsterdam, 3. Januar.(D. U.) AuS New Uork wird der „DimeS" gemeldet, das) die Konferenz zwischen Eifenbahndiret- tionen und Vertretern der Organisationen des Eisenbahnpersonal« auseinandergegangen ist, ohne sich über die Normallöhne geeinigt zu haben, welche Geltung haben sollten» bis der Hohe Gerichtshof fein Urteil über die verfassungsmäßige Gültigkeit de« Adamsohn- vtesebe« gesprochen hat. Die Arbeiter verlangten vom 1. Januar ab Löhne, al» sei da« Adamsohn-Gesrb wirklich al« nicht vcr- fassungswidrig erklärt worden. Ein Streik sei, sagt da« Blatt, nicht wahrscheinlich, da die Eisenbahner befürchten, daß der Kongreß ein Gesetz annehmen wird, welches der Streikwaffe völlig ihre Schärfe nimmt. Rasputin. Amsterdam. 3. Januar.(T. II.) lleher die ErmoAmug de« russischen Mönch« Rasputin vernimmt„Tailv Ehronicle" noch au« Petersburg, daß Rasputin im Garten eines Hauses am Moita- kaual ermordet wurde, der dem Fürsten Jusupow gehört. Am Sonnabendmorgen hörte ein Polizeibeamter Schüsse und Schreie; er stellte Leute zur Rede, die aus dem Gartentor kamen, konnte aber von diesen nichts Aufklärendes erfahren. Später wurde die Leiche, eingewickelt in einen Feldmantel, in ein Automobil gebracht. da« von zwei jungen Leuten aus den höchsten Kreisen Petersburg« gelenkt wurde. Das Autonwbil brachte die Leiche nach der Newa- mündung. E« hat den Anschein, als ob eine romantische Vcr- chwörung bestanden hat. Es soll unter den Aristokraten gewürfelt worden sein, wer die Tat zu vollbringen habe. Unglück an der Beilsternkr Mosclfähre. Kuchem, 3. Januar. In dem benachbarten Aeilstcin an der Mosel sank heute nachmittag die Fähre« Etwa 20 Personen, meist Frauen und Kinder, sowie der F u h r m a n»i ertranken, zwei Kinder wurden gerettet, Gewerksthastliches. Die tviejereinstellung kriegsbeschätigter Arbeiter. Bci dem jetzigen Biangel an männlichen Arbeitskräften begegnet die Wiedercinstellung kriegSbefchädigter Arbeiter keinen großen Schwierigkeiten. Sie könnte erst zu einem Problem werden, wenn bei der Zujiickkehr der Arbeiter ans dein Heeresdienst der Arbcitsniarkt mit männlichen Arbeits- kräftcn überschwemmt wird. Von der Bestallung des Arbeit-Z. Marktes, von der Wiederbelebung der Industrie w'rd. es dann abhängen, ob der Unternehmer große Auswahl zwischen vollwertigen Arbeitskräften und durch Kriegs- Verletzungen beschränkten erlverbc-fähigen Arbeitern hat. Wenn jetzt noch so mancher Unternehmer auch aus einem ge- wissen patriotischen Pflichtgefühl heraus sich verpflichtet fühlt, den früher bei ihm beschäftigt gewesenen, nunmehr kriegs- beschädigten Arbeiter einzustellen, so ist allerdings damit zu rechnen, daß dieses Pflichtgefühl mit der Zeit stark erkaltet und er daher bei genügender Auswahl von Arbeitskräften den vollwertigen Arbeiter bevorzugt. Ter Kriegsbeschädigte hätte somit nach seiner aufopfernden Tätigkeit als Vaterlands- Verteidiger das Gespenst der Arbeitslosigkeit im Nacken. Hier vorbeugend zu wirken, ist allgemeine Pflicht. Selbst in bürgerlichen Ärcisen hat man sich daher schon mit diesem Problem beschäftigt. So veröffentlichte in der„Tag- lichcn Rundschau" ein bekannter Jurist eine Reihe von Vor- schlagen, wonach mindestens die Aktiengesellschaften, aber auch sonstige Unternehmer g e s e tz l i ch verpflichtet werden sollen. ihre kriegsbeschädigten Arbeiter zu einem von einer unparteiischen Instanz festgesetzten Arbeitslohn wieder einzustellen. Dieser Vorschlag hat in Unternehmerkrcisen manchen Widerspruch wachgerufen. So meinte z. B. der„Konfektionär", daß vorläufig wenigstens keine ausreichenden Gründe zu einem derartigen Vorgehen vorlägen. Wenn frühere Arbeiter, die jetzt kriegsbeschädigt seien, in den alten Betrieben nicht wiedereingestellt würden, so habe das vielfach seinen Grund in der durch Rohstoffbeschlagnahme usw. bedingten schlechten Arbeitsgelegenheit. Es könne ohne weiteres vorausgesetzt werden, daß jeder Unternehmer seine früheren Angestellten und Arbester auch dann bereit sein wird wieder einzustellen, wenn selbst deren Arbeiterschaft infolge Kriegsbeschädigung vermindert sei. Als bedauerlicher Aus- nahmefall könnte es daher nur bezeichnet werden, wenn ein llnternehmer die Wiedereinstellung eines Kriegsbeschädigten grundsätzlich verweigert, mit der Begründung, daß er nur ganze� Menschen gebrauchen könne. So ganz selbstverständlich will unS das nicht scheinen, namentlich nicht für die Zukunft, für die Friedenszeit. Die Gewerkschaften haben daher diesem Problem für die Wieder- einstellung und besonders auch über die angemessene Entlohnung der Kriegsbeschädigten längst ihre Aufmerksamkeit zu- gewandt. Und in vielen Gewerben ist eS denn auch schon zu Vereinbarungen darüber zwischen Unternehmerverband und Arbeiterorganisation gekommen. Eine paritätisch von Unter- nehmer- und Arbeitervertretern zusammengesetzte Kommission entscheidet im Streitfalle über den den? Kriegsblffchädigten zu gewährenden Lohn. Ob auch noch ein Eingreifen der Gesetz- gebung m gleicher Art nottvendig werden wird, hängt vpn der Gestaltung der Dinge in der späteren Praris äb. Jedenfalls niuß die moralische Verpflichtung allgemein anerkannt werden, den für die Verteidigung des Vaterlandes körperlich und gc- sundheillich Geschädigten vor Lohndruck und Arbeitslosigkeit zu behüten, damit er nicht etwa der öffentlichen Wohltätigkeit oder Armenpflege anheimfällr. Was die Gewerkschashen in dieser Beziehung Vorsorgen konnten, haben sie bereits getan. Sollten ihre Maßnahmen und ihre Kräfte dazu nicht aus- reichen, so dürfte wohl von der Gesetzgebung erwartet werden, daß sie hier helfend eingreift."», veutfches Neick. Das Ueberragcu der weiblichen Arbeitstraft. Im Monat November Hot die Zahl der beschäftigten weiblichen ArbettSkräste beträchtlich zugenommen. Zum Teil dürste da? aitf den Abgang männlicher Arbeltökräste durch Einberufungen, anderer- seilS jedoch auch aus den erweiterten WeihnachtSgeschäftSverkehr zurückzuführen sein. Nach den„Blättern für dos Armenwesen" in Hamburg ist dort im November die Zahl der beschäitigten weib- lichen ArbeitSlräfte über die der in einem ArbestsverhälmiS stehenden männlichen Personen hinausgewachsen; eS waren rund K 0 0 0 Mädchen und Frauen mehr beschästigt als männliche Arbeits- kräfte. Das HandelSgcwerbe allein hat im November 2000 weibliche Arbeitskräfte mehr eingestellt als abgestoßen. Einen beträcht» lichen Zuwachs an erwerbstätigen Frauen und Mädchen der- zeichnen noch folgende Gruppen: NahrungS- und Genuß- mittel, Bekleidung und Reinigung, Beherbergling und Er- quickuitg, sowie häusliche Dienstleistungen. Mit Ausnahme der letzten Gruppen hat die Zahl der inännlichen Arbeitskräfte in den genannten Gewcrbczweigcn abgenommen,' außerdem im Baugewerbe. Die Veränderung in der Zusammensetzung der Arbeiter- schaft wird sich mit dem Wirksamwerden des Zivildienstgesetzes nach der gleicheu Richtung und zwar vielleicht in noch stärkerem Tempo, vollziehen, ohne daß die weibliche Arbeitskraft den Zwangs- beftimmungen de» Gesetzes unterworfen würde. Die wirtschaftlichen Verhältnisse, vor allem die Erschwerung der einfachen Lebenshaltung, wirken ohne gesetzlichen Aroeitszwang stark genug, um alle frei werdenden Arbeitsstellen durch weibliche ArbeitSlräfte zu füllen. Die Entwicklung der Verhältnisse am Arbeitsmarkt beansprucht in steigendem Maße die Aufmerlsamkeit der Ge- werkschästen. Das Ueberwiegen der weiblichen Arbeitskraft in einzelnen Berufsgruppen erhöht die Gefahr, daß daS allgemeine Lohnniveau herabgezogen wird. In diesem Umstände liegen bedenk- liche sozial« Gefahren, die besonders nock Beendigung des Krieges und dem Zurückfluten der männlichen ArbeitSlräfte große Bedeutung erlangen tonnten. Tie beste Gegenwirkung wäre eure möglichst restloie Einbeziehung der weiblichen Arbeitskräfte in die gewerk- schoftliche Organisation. Deren Werbearbeit sollte daher nirgend» gestört, sondern nach Kräften gefördert werden. Gibt man jetzt der Neigung der Unternehmer, die ArbeitSkosten zu ermäßigen, zu großen Spielranm, dann werden dadurch unabwendbar die Be- dingungcn für spätere wirtschaftliche Auseinandersetzungen zwischen Kapital und Arbeit geschaffen. Darum liegt eS im Allgemeininteresse, der gewerkschaitlichen Werbearbeit keinerlei Hindernisse zu bcrcileu. Tic Arbeiter und Arbeiterinnen selbst schützen sich am liebsten vor Schädigungen, wenn sie den An- schlug an die zuständige Orgaiirsaiion vollziehen: viele Frauen mögen denken, das gelte nicht für sie, weil sie nach Heimkehr ihrer Männer das Arbeitsverhältnis nicht fortzusetzen gedenken. Solche Erwägungen find durchaus falsch; einmal weiß man noch nicht, wie sich die Dinge noch gestalten werden, und die Frauen, die so denken und danach handeln, erweisen sich und ihren Männern den aller- schlechtesten Dienst, denn sie ticlfeu ja die Arbeits Verhältnisse ver- sch'.cch:eru, die ihre Männer später vorfinden. Es gib: keinen Grund für leine Arbeiterin, der.es rechtfertigen könnte, wenn sie sich der Gewerkschaft nicht anschließt. Hm öer Partei. Reichskouferenz der Pariciopposmou. Ter Parteivorstand schreibt uns: In einem Rundschreiben wird von einigen Parteigenossen zu einer am 7. Januar tagenden Rcichskonserenz, der auf dem Standpunkt der Partciopposition stehenden sozialdemokratischen Organisationen iyid Pzirteigenossen eingeladen. Nach dem Rundschreiben sind„teilnahmeberechtigt die Mitglieder der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft und der Genosse Rühle ibci keiner Fraktion); ferner Delegierte der Wahlkrcisorganisationcn. die sich auf den Boden der Opposition stellen". Den oppositionellen Genossen in den übrigen Wahlkreisen wird empfohlen, sich über gcmcinschaft- liche�Delegation zu verständigen. Tie Konferenz soll sich mit der Taktik der oppositionellen Abgeordneten im Reichstag und mit Organisationssragcn beschäftigen. Dem gegenüber müssen wir erklären, daß die Veranstaltung einer solchen Konferenz im Gegensatz steht zum Organi- sativizsstatut der Gesamtpartei und mit der organisatorischen Einheit der Partei unvereinbar ist. Die Berufung von Konferenzen der Parteiorganisationen kann nur durch die im Organisationsstatut bezeichneten Körperschaften erfolgen. Hier wird von unberufenen Partei- genossen versucht, Parteiorganisationen und deren Mittel in den Dienst einer Sondergruppe zu stellen. Wir raren den Parteiorganisationen eindringlichst, dieses parteizerstörende Treiben nicht zu unterstützen. Mus Industrie Und Handel. Einschränkung der Tabaksindnstrie. Amtlich wird gemeldet: Durch' Bekanntmachung vom 30. De- zember 19)6 sind die Ausführungsbestimmungen zu der Verordnung über Rohtabak ergänzt worden. ES ist bestimmt worden, daß von den Zigarren un>d von Rauchtabak eine bestimmte Menge. boim Ranchtabat und bei den billigsten Zigarren 60 vom Hundert zur Verfügung der� deutschen Zentrale für Äriegslieserung von Tabakerzeugnitzen.»itz Minden in Wests., zu ballen sind. Durch diese Vorschrift ist der bisher bestehende tatsächliche Zustand ledig- lich aufrechterhalten worden. Für die Zeit vom l. Februar lö17 ab tritt ferner eine mätzige Einschränkung der Herstellung von Zi- garren. Kau- und Schnupftabak sowie von Rauchtabak ein. Für die Herstellung von Zigarren, Kau- und Schnupftabak wird die durchschnittliche Verarbeitung der ersten sieben Monate l91S zu gründe gelegt; bei Rauchtabak tritt eine Verkürzung dcö gegenwärtigen Standes der Verarbeitung um 10 vom Hundert ein. Die Tabakindustrie bleibt damit n-xfi über dem Friedensstande. Zigaretten werden von dieser Bekanntmachung nicht betroffen; eine Beschlagnahme der Tabakerzcugnisse ist nicht erfolgt. Im Klein- verkauf wird von der Maßnahme kaum etwas zu spüren sein. die ont- Zerstörnngen tnt rumänischen Petroleumrevier. Eine anschauliche Schilderung von den Zerstörungen, russtiche und englische Ingenieure und Offiziere verübt haben, werfen die„Münch. R. Nachrichten": „Der Wert der vernichteten oberirdischen Anlagen allein beträgt über 200 Mill. Frank, dazu kommt der ProduftionSauSfall und die nicht zu berechnenden Kosten der Wiederinstandsetzung der vorläufig vernichteten unterirdischen Anlagen. Von den Anlagen über Tag sind die 15 Meter hohen Holztürnie über den Bohrlöchern zum -große» Teil abgebrannt oder angesägt, jedenfalls sämtlich un- brauchbar gemacht, nur die eiserne« Türme- der amerikanischen Firmen mutzten unbeschodigr stehen bleiben, da zum Sprengen keine Zeit war. Alle Maichinenhäuser sind niedergebrannt, alle Kran« und Ma'chinen zertrümmert, alle Oelrefervoir« find angesteckt. ober nur sebr wenige Tanks sind explodiert. Die unter- irdischen Anlagen sind, soweit die Engländer sie erreichen konnten, für Wochen nicht betriebsfähig; es ist dort alles vernichtet, was zerstört werden tonnte. Tie Vernichtung ist nicht nur sehr fachkundig, sondern geradezu raffiniert erfolgt. Die Ouellen, durch Bohrlöcher und Rohre von 40 Zentimeter Weite ge- faßt, sind 630— 800 Dieter tief und werden nach oben durch Deckel und Ventile abgeschloffen, um zu verhindern, daß bei Eruptionen das Oel verloren geht. Die Zerstörung ist nun in der Weife erfolgt, daß zunächst die Kurbellager und Deckel, die Ventile und Verschlüsse über den Bohrlöchern und Förderungsanlagen entfernt und vergraben wurden, datyp tomtcn die Bohrlöcher vernagelt, d. h. zahllose Bündel von etwa 80 Zentinieter langen Eisenstangcn wurden hineingeworfen, zwischen denen niemals ein neuer Bohrer fassen kann und die herauszuheben unendliche Arbeit erfordert, weil man stets nur einzelne Stäbe von 30 Zentimeter Länge heraus- fischt. Eine weniger raffinierte Art der Störung ist angewandt, in- dem lO Meter Rohr«, oben und unten mit Holzstopfen verkeilt, in die Bohrlöcher versenkt wurden. Hier ist die Betriebsaufnahme leichter, so lange die Ouellen noch erumpicren; da man durch die Stopfen bindurchbohren kann. Aber auch dies wußte der Engländer häufig zu erschweren durch das Versenken von Steinmeißeln in dem Bohrloch. Mit dem Gewinde nach unten. Schneide nach oben, verdirbt der Harle Stahl des Meißels jeden Bohrer. Eine ganz niederträchtige Art der Unbrauchbarmachung ist durch das Versenken der Petroleumschöpflöffel mit daranhängenden Teilen der Drahtseile erfolgt, auch Schrauben, Nägel, Werkzeuge, kurz alles, was zur Hand war, ist in den Bohrlöchern verschwunden." Trotzdem wird die Hoffnung auf eine, wenn auch vorerst nur be- schränkte Wiederausiiahme der Erdölgewinnung nicht aufgegeben,(z) Die Diamantindustrie in Holland ttnd Belgien. AuS Amsterdam schreibt man unS: Die Generalversammlung de» Niederländischen Diamantarbeiter- bundeS war diesmal von einem besonderen Jntereffe. Di« hollän- dische Diamantindustrie, die im Ansang des KiiegeS völlig zerschmettert schien, hat sich ungemein erholt. Freilich ist das Gedeihen der holländischen Diamanten-Jndustrie um den Preis einer voll- kommenen Abhängigkeit von England erkauft worden. Ein do» England im Juni verfügtes Ausfuhrverbot von rohem Dia- man» und da» Verbot der Ausfuhr von geschliffenem Diamant auS Holland— dieses Verbot richtete sich gegen die Verarbeitung von Dia- manten auS Südwestajrika—hätte die Industrie völlig stillgesetzt, wenn nicht die Leitung des Tic'.naniarbeiterbunds gemeinsam mit der U nrnnehinervereiilignug mit der englische» Regierung unterhandelt hätte. Der Vorsitzende dcS Bundes, Gcnosie Henri Pola k, bat von dem Ergebnis dieser Verhandlungen mit Genugtuung gesprochen und erklärt, daß die offizielle Verbindung mit der englischen Regie- rung auch für die Zukunft von Wert sein werde. Bei der Regelung lonnten nur die Jntereffen der nieder- l ä n d i s ch e n Arbeiter berücksichtigt werden. Die Antwerpener Diamantarbeiter wurden d a S O p s e r der englischen Blo cka d e p o li til. die durch da» Verbot. Rohmaterial noch Belgien zu bringe», rücksichtslos gegen die Belgier gewülcr und die Arbeitslosigkeit in dem Berus allgemein gemach: hol. Tie belgischen Diamantarbeiter waren darum über die Verpflichtungeu, die der Allg. Diamantbewerkersbond eingegangen ist, in höchstem Grade verstimmt und schließlich find die Beziehungen zwischen der holländischen und belgischen Organiiarion abgebrochen. Wie sich die Verhällniffe der Industrie in der Zukunft gestalten werden, ist noch ungewiß und hangt namentlich von den Grund- iätzen der interuaüonalen Hairdelspotittk nach dem Frieden ab. Auch rft' irr England daS'Pestreben vorhanden, eine große Diamant« Industrie zu schaffen. Bon entscheidender Bedeutung ist die Frage, wem Südwestafrika in Zukunft g e b ö r eti wird. Polak sagt«:„Behält Erigland«?, dann liegt der Fäll sehr einfach. Aber konrmr es wieder in deutsch« Hände, wo soll dann das Robnraierial bleiben!" Diese Frage könnte doch wohl nur be- rechngl sein, wen» die niederländische Diainanlinduftrie ihrer notgedrungenen zeillichen Abhängigkeit von England den Cbarafter einer lystemalisch-n Politik velleiten wollte. IlebrigenS hat Genosse Polak die Frage aufgeworien, ob sich die holländische Industlie nicht von» Einfluß der Großmächte freimachen könnte, besonders durch die Er- Weiterung der Diamanteitgewinnung aus Borneo, und er hat vor- geschlagen, hierbei die Hilfe der Regierung zu gewinnen. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Tic Allgemeine Berliner Omnibus-Akticngesellschci't weift einen Verlust von l.l Mill. Mark aus, der aus dem Reserve- ionds gedeckt wird. Der Reservefonds steht mit nur noch 1 Million zu Buche. � Das glückliche Amerika. Nach der Exchange Telegraph Company betragen die Depositen bei den amerikanischen Nationalbankcn 16 Milliarden Dollar(nach Friedenskurs 67 Milliarden Mark), d. h. eine Milliarde mehr, als die Be- stände der Jmmissionsbanken Deutschlands, Englands. Frank- reichs. Rußlands, Italiens, Spaniens, Dänemarks, Hollands und Japans zusammengenommen. Soziales. Sozialbramtinnen. ES wurde bereits in mehreren Rotizeti(siehe„Vorwärts" vom vom l2. und t3. Dezember 1916) bingewielsn auf die von Profeffor Schmittmanu-Köln in der Zeitichrift des belgischen Roten Kreuzes crbobene Forderung des systematischen EinfiellenS der Frauen in dos weite Gebiet der sozialen Arbeit. Dabei wurde von uns der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß„nicht lediglich Pflegerinnen ausgebildet werdet:, sondern ge- schulte Kräfte auf dem ganzen Gebiet der Sozial- Politik". Die Erfahrungen des Krieges zwingen uns, die Sozial- Politik auszuweiten zu einer BevölkerungSpolitik. Die Durch« führung dieser Ausgabe aber wird unmöglich sein ohne die In- dienstftellung der Frau in die soziale Arbeit. Die Erweiterung der Sozialpolitik zur BevölkerungSpolitik kann nämlich nur in beschränktem Maße durch GesetzeSparagraphcn erreicht werden. ES kommt hier vielmehr in erster Linie aus eine Erziehungsarbeit mt. Tritt die gescbulte Frau mit in die soziale Arbeit ein, so wird eS ihr obliegen, durch Kleinarbeit, die bis in daS Hau«, in die Familie, in daS Herz hineinwirkt, soziale Erziehungsarbeit zu leisten. Heute habet: die Frauen selbst da. wo sie im Dienst von Behörden und Wohltährtscrganen stehen, noch nicht immer alle« da? einsetzen können, wa« unS die geschulte Frau zu bieten vermag. Es fehlt noch die gleicbzeitige Vetwenung hygienischer, sozialer und pädagogischer Befähigungen im Kamps« gegen die LolkSschädeu. Erst bei solcher Verwertung find die BorauSietzungen für er'prieß- ltche Arbeit gegeben. In ihr besteht die Eigenart der Aufgabe der Sozialbeamtinnen. Ste darf deshalb nicht lediglich Pflegerin fein. muß vielmehr eine auf all den in Betracht kommenden Gebieten sozial durtbous geschulte Kraft sein. Eine Gemeindeschwester. Säuglingspflegerin, Tuberkulosefürsorgerin oder gar Äreispflegerin wird ohne Kenntnis der sozialen Schäden und ihrer inneren letzten Zusammen- hänge stets ihren Beruf verfehlen. Ohne diese Kenntnisse wird sie niemals befähigt sein, die Hauptsache zu tut: t Di« Ursachen der gesundheitlichen Schäden zu bekämpfen, SchadenverhüiungSbeamtin zu werden. . Mit der Susdehnuttgcher Mackitsphäre des sozialen Rechtes iv'.d der staatlichen oder gemeindlichen Wohlfahrtspflege wächst das Eindringen fremder Kräfte in das persönliche Leben des einzelnen.der Familie, des Hauses; ein solches läßt sich aber nur dann recht- fertigen, wenn seine kultursördernde Wirkung außer aller Frage steht. Sozial unge'chulte Pertönltchketten können diese Aufgabe unmöglich erfüllen. Die Behandlung der stark fluktuierenden, unter unbefrie- diqender, sich stets wiederholender Teilarbeit leidenden Bevölkerung erfordert ein Maß an Kenntnis, das nur die sozial durch und durch geschulte Kraft aufbringen kann. Auch die Fürsorgekraft auf einem Spezialgebiet, selbst die Krankenpflegerin, muß. außer in der sozialen Hygiene, unterrichtet sein über die Grundzüge des sozialen Rechtes und der ioziulen Praxis. WaS soll z. B. eine SäuglingSpflegerin, eine Jugend- sürsorgerin obne Kenntnis deS/ArmenrechteS, de» VormundfchastS« wesenS. der Waisenfürsorge. WaS soll eine WobnungSpflegerin. die nicht iniormiert ist über die Sozialversicherung, über die durch dieie gebotenen Mittel zur Unterbringung von Invaliden, von chro- nisch Alkoholkranken und vor allem von Schwenuberkulösen. Was soll eine Tuberkulosesttrsorgerin, die keinen Bescheid weiß in der Vermittlung des Heilverfahrens, der Krankenhauspflege, der In- validenrente; was soll eine Fabtikpflegerin, was eine Fürsorgerin iür Heimarbeiterinnen, obu« Kenntnis der Arbeiterschutzbestimmungen. So ließen sich die Beiwiele in» Endlose vermehren. Jede Für- t'orgerin, dir in sozialen Dingen keinen Bescheid weiß, kann ihren Zweck, ein Bermittlungsorgan zwi'chen Gesetz und Mensch darzu- stellen, nicht erfüllen.'__ Erloschene KriegSwitwenrentcu. Nach§ 30 Z. 1 des M iluärhinterblicbenengefetzeS erlischt da« Recht auf den Bezug des Witwen- und Waisengeldes und der Kriegs» Versorgung mit dem Ablauf de« Monats, in dem der Berechtigte sich verheiratet. WaS für Folgen die Richtigleit der zweiten Ehe einer KriegSwnwe hat, ist nach dem Kommentar v. OlSbausen zu dieser Gesetzesbestimmung„rechtlich äußerst zweifelhaft". Eine vor einiger Zeit zu§ öä9 R.-B.-O.(Abfindung der Witwe eine? durch Unfall umgekommenen Arbeiters bei Wiederheiral) ergangenen Entscheidung deS RetchSversichenrngSamtS bebandelt diese Frage in einer zweifellos auch für§ 30 Z. 1 de« Militärhinterbltebenen- geietzes zutreffenden Weise. Da» R-ichSverficherungSamt nimmt an. daß eine nach§ 132S BGB(wegen Doppelehe) für nichtig erklärte Ehe bis dahin„nur dem Schein nach gültig" sei und die Nichtigkeit „von Anfang an bestanden habe". Der Fall der Wiederverheiraumg habe alio nicht vorgelegen; die alten Rentenansprüche bestünden vielmehr vom Tage ihres— nur nichtigen— Erlöschens an unverändert fort. In entsprechender Anwendung dieser Rechts- grundsätze dürfte auch daS Erlöschen der Hinterbliebenen- ' 30 Z. l Militärhinterbliebenengesetze» nicht geschehen zu betrachten sein. die Gewährung maßgebend ist, sagt Das ReichsversicherungSaml hat sich bietüber in zwei unsere» EtachtenS einander widersprechenden Entscheidungen geäußert. In der einen sagt es. der Anspruch hänge davon ab. daß eine der Voraussetzungen des Z 1 Nr. 1 während der Wochenzett. da« heißt offenbar innerhalb sechs Wochen nach der Niederkunst(vergleiche§ 3 Ziffer 2 der Verordnung) erfüllt ist. In der anderen verneint eS den Anspruch einer Wöch« nenn, deren Ehemann nach der Entbindung eingezogen ist, hält also den Zeitpunkt der Entbindung fltr maßgebend. ES dürste richtig sein, im allgeincinen den Zeiipunlt der Entbindung enl» scheiden zu lassen, jedoch mit der Erweiterung, daß bei nachträg- lichcm Eintritt der Voraussetzungen deS 8 l, Ziffer 1 talso beionderS bei Einberutung des Mannes während der Wochenzeit) für die noch kommende Zeit die Wochenhilie gewährt wird. Für die Frauen der Kriegsbeschädigten ist die Frage unerheblich; ist zur Zeit der Eni« bindung von dem Mann noch keine EiwerbStätigkeit aufgenommen. so entsteht der Anspruch aus Wochenhilfe in vollem Umiang. renten im Falle deS bei nichtiger Ehe als Welcher Zeitpunkr für die Verordnung nicht. WeuerauSnchten tnr das rntttu-rc lior0t>eu»'cmau» dt» Freitag mittag. Mild, zeitweise ausllarend. jedoch vorwiegend trab«, mit weiteren, besonder» im Osten ziemlich starken Niederschlägen. Berantw.Redckft.: Herrn. Müller, Tempekhof. Jns«atenteS vei!a«tiv.rh.«»«».SeÄ«„ Druck n. Verlag: k«wärt»Bllchdr.u.B«ckagSanst, Paul Singer Berlin SD. Hierzu 1 veilagr und vntrrhaltWtsM. Lr. 3, 31. Zadrvatlg. Domtrstag� 4. Januar 1917. Ms Groß-öerlin. Tie Verkehrserdroffelung. Ter Berliner Magistrat hat im Einklang mit dem kürzlichen Beschlutz der Stadtverordneten-Versammlung an den Polizeipräsidenten von Berlin das dringende Ersuchen gerichtet, die Einschränkung der Straßen- bahn-Fahrpläne den berechtigten Bedürfnissen des Nacht- Verkehrs anzupassen. Der Magistrat erklärt, datz die Er- fahrungcn bereits jetzt gezeigt haben, wie schwere Unzuträg- lichkcitcn eine Regelung herbeiführen müsse, die sich einseitig von dem Wunsche nach einer übrigens recht geringfügigen Kohlenersparnis leiten lasse. Der Magistrat hat daher eindringlich gebeten, daß die vor kurzem in Kraft getretenen Aendcrungen eine Abmilderung erführen. Tie Empörung über die bureaukratische Eisenbartkur an dem Berliner Spätverkehr ist. wie ein Blick in die gesamte Tagespresse der Weltstadt zeigt, einmütig. Alle Blätter be- slätigen in einer Schreibweise, wie man sie in dieser Schärfe selten erlebt hat, datz sich die behördliche Verordnung unter keinen Umständen aufrecht erhalten läßt, es sei denn, datz man das gewerbliche Leben bis ins Mark treffen und der- letzen wolle. Und das möchten wir wenigstens hinsichtlich der außerordentlich umfangreichen und sich bekanntlich all- gemein bis in die Tiefe der Nacht ausdehnenden Krieg?- industrie zunächst nicht annehmen. Wie uns indes berichtet wird, haben bereits zahlreiche Arbeiter dieser Industrie sich geweigert, in der bisherigen Weise zu arbeiten, um dann in später Nacht die ermüdeten Glieder zu Futz nach Hause zu schleppen. Mit Recht! Zur Entlastung einer weltfremden Bureaukratie hat man gesagt, der erste Tag des Inkrafttretens der Verkehrs- einschränkung sei nicht als tppisch anzusehen, weil es sich um einen Feiertag handelte. Wie konnte man dann die Ver- ordnung an einem Feiertag in Kraft treten lassen! Aber es stimmt auch gar nicht, datz es mit den Werktagen erträglicher geworden sei. Denn am Dienstag waren die Vorgänge genau so skandalös, und sie begannen auf den be- lasteten Strecken gar nicht erst mit der elften Stunde, sondern schon erheblich früher. Im übrigen scheint man hinterher doch einzusehen, tvas man angerichtet hat. Wie„zur Ausklärung und Be- ruhigung" mitgeteilt wird, beobachten(!!)„die zuständigen Stellen den Spätbetrieb und die Bedienung des nächtlichen Berufsverkehrs mit aller jetzt möglichen Sorgfalt". Das hätte man, so meinen wir mit unserem beschränkten Untertanen verstand, eigentlich vorher tun müssen. Am Mittwoch sollen fünfzig höhere und Aufsichtsbeamte der Polizei, des Verbandes Grotz-Berlin und der Straßenbahnen unterwegs gewesen sein, um den Verkehr zu beobachten. Hoffentlich be halten die Herren das Ergebnis ihrer verspäteten Forscher tätigkeit nicht für sich. Vorläufig sind sogar schon einige winzige Verbesserungen eingetreten, und es wird in dem halb- offiziösen Artikel sogar eingestanden,„datz es richtiger gewesen wäre, die Verkürzung der Spätfahrpläne nicht plötzlich und unvermittelt am t. Jmüär m.'Krasi' zu Men,' sonderst erst nach ewigen Tagen, etwa am 6. Januar, zusammen, mit der verkürzten Polizeistunde für die Theater und Kinos ein- zuführen." Dieses Selbstbekenntnis mochten tvir nicht abschwächen. Lcbensmittclmittelanträge an die Stadtverordneten- Versammlung. Dieven der s o zi a ld emo kra ti sch en Fr alti o n der Berliner Stadtverordnetenversammlung unterbrerteten und heute zur Beratung siehenden Richllinien für die Organisation der' Lebensmittelversorgung haben folgenden Wortlaut: .Zum Zweck der gleichmäßigen Versorgung mit Lebensmitteln in Stadl und Land ist gesetzlich festzulegen: l. Alle Verbraucher, auch die Selbstversorger, haben nur auf die gleiche Menge Nahrungsmittel Anspruch. Abstufungen sind nur nach Art und Dauer der Arbeit, nach Alter und Gesundheits-. zustand der Verbraucher zulässig. 2. Dre Zuführung denNahrungS- miltel nach den Bedarfsgemeinden ist durch Vereinigung der Er- zeuger zu ö r t l i ch e n ZwangSverbändcn sicherzustellen. Diese Ver- bände sind verpflichtet, die von ihnen erzeugten Nahrungsmittel nach Abzug des gesetzlich zulässige! Eigenverbrauchs nur an die Bedarftgemsinden unter den vom ÄriegSernährungSamt seit- zusetzenden Bedingungen zu lieferu. 3. Das KriegSernährungS- amt hat zur Ueberwachung und erforderlichenfalls zwangsweisen Durchführung der Lieferungen die geeigneten' Hilfsorgane sich an« zugliedern. DaS Reich gilt dabei als einheitliches Ver- sorgungsgebiet. das durch Aussuhrverbote einzelner LandeStsile oder Aeyreinde» nicht getrennt werden darf. 4. Für alle Lebensmittel nmsien Ein« und V e r I a u f S h ö ch st p r e i s e festgesetzt werden, bei denen der auch im Frieden übliche Gewinn nicht überschritten ist. ö. DaS KriegSernährungSamt hat ein Wirtschaftssystem aufzustellen, daS den Zwangsverbänden der Erzenger den Anbau von NahrnngS- und ffuUsrmiiteln und die Aufzucht von Weh in Art und Umfang vorschreibt." Neben diesem Anträge haben nun auch die beiden bürgerlichen Fraktionen folgenden Dringlichkeitsantrag eingebracht: „Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Ma- glstral zu ersuche», bei den zuständigen Reichs- und Staatsbehörden dahin vorstellig zu werden, datz erstens die Bestrebungen der Ge- meindev-rwalinng, durch den Anlauf«iiizelner Lebensmittel aus- hilisweise den Bcdürsmfien der Bevölkerung Genüge zu leisten, nicht durch Beschlagnahme der eingekauften Waren seitens der zuständigen Reichsorganiiaiicn und der Zeniraleinkaus-geiellschast zwecks ander- tvciliger Verteilung vereitelt werden, zweitens, die benimmien ReichSstcllrn übertragene Fürsorge zwecks rneferiiiig von Nahrungsmitteln an die Verbraucher nicht zum Nachteil der großen Ge- mcinden dadurch beiseite geschoben wird, daß den Gemeinden der Ankauf dieser Lebensmittel ausgegeben wird, ohne daß diese in der Lage sind, auf Grund der bestehenden Verhältnisse die.Lösung dieser Ausgabe bewirken zu können." � Justizrat Leonhard Friedman« gestorbe«. In der Nacht zum Z. Januar ist das Mitglied des Vorstandes der Berliner Anwastskainmer Geheimer Justizrat Leonhard Friedmann gestorben. Er gehörte sowohl was Charakter als auch juristisches Wissen anbelangt, zu den besten der deutschen Anwälte. Friedmanns Tätigkeit be- schränkte sich fast auSschlietzlich aus das Gebiet der Straf- Verteidigung. Hier legte er geringeres Gewicht auf. eine äußerlich glänzende Rhetorik, die ja auch, soweit die Verteidigung vor rechtsgelehrtcu Richtern in Be- tracht kommt, wenig geeignet ist, als auf die rechtliche Durchdringung des Stoffs. Wenn Friedmann eine Verteidigung führte, gab es daher auch keine Sensationsprozesse, keine Zusammenstöße mit den Gerichten, keine ün- sachliche Bloßstellung von Zeugen und manches andere nicht, das weder dem Ansehen der Justiz iroch dem der Verteidigung dient. Dafür aber konnte der von ihm verteidigte Angeklagte sicher sein, datz keine für seine Rechte wertvolle Tatsache un- beachtet, keine zugunsten des Angeklagten verwertbare Eni- schcidnng der höchsten Gerichte und keine Rechtsansicht hervor- ragender juristischer Schriftsteller unerwähnt blieb. Die ruhige, streng wissenschaftliche, und für die Sache kämpfende Art der Verteidigung Friedinanns machte ihn besonders geeignet zu Vertretungen vor dem Reichsgericht. Auch unserer Partei stand er stets bereitwilligst zur Ver- fügung. In den Landfriedesbruchsprozesscn. die sich an die Wahlrechtsdcmonstrationcn knüpften, und im Moabiter Krawall- Prozeß vor dem Schwurgericht leistete er als Mitveeteidiger der Angeklagten der Partei wertvolle Dienste. Als die Strafprozetzrefor'm in Aussicht stand und der Ber- liner- Anwaltverein einen später bei Karl Heymann(Berlin) veröffentlichten Gegenentwurf ausarbeitete und diesen dem Rcgierungscntwurf entgegenstellte, wurde Fried- mann in die für sie eingesetzte Änwaltskommission gewählt. Er hat an der vortrefflichen Arbeit, die später einmal, wenn wieder Zeit ist, an die Reform des Gesetzes heranzutreten, von großer Bedeutung werden wird, lebhasten Anteil ge- nommen. Das Reichsjustizamt berief Friedmann in die zur Ausarbeitung eines neuen Strafgesetzbuchs eingesetzte Kommission. Leider gelang es ihm hier nicht, brauchbare Vorschläge durchzusetzen. Man geht geWitz in der Annahme nicht fehl, daß dieser Entwurf, der wohl das trübste Bild deutscher legislativer Arbeit der letzten Jahrzehnte ist, mit Friedmanns rechtlichen und sozialen Auffassungen in den wesentlichsten Fragen nicht übereinstimmt. Die Lücke, die Friedmanns Tod in die Berliner Anwaltschaft gerissen hat, ist nicht ausfüllbar. Er ist als praktischer Verteidiger wie als Mann, der die Ergebnisse der Praxis für die Wissenschaft und die Fortbildung der Gesetzgebung zu verwerten weitz, nur sehr schwer zu ersetzen.___ Ei« Sandrat gegen die Hamster. Ter Landrat».Achenbach im Kreise Teltow wendet sich in einer sehr energischen Weife gegen die städtischen Rahrungs- mitielbamster. In seinem Aufrufe heißt eS: „Kürzlich ist an die Landbevölkerung der Ruf ergangen, für die Arbeiter der Rüstungsindustrie Opfer zu bringen, Speck und Schmalz für die Hindenburgspende abzugeben. Heule wende ich mich vor« zugsweise an die in städtischen Verbältnissen lebende Bevölke- rung. Es gibt unter dieser manche Personen, die dem Ernst der Zeil immer noch eigensüchtig gegenüber stehen und sich kein Ge- wissen daraus machen, rücksichtslos für ihr eigenes Wohlleben Sorge zu tragen. Niemand wird e- verargt werden können, wenn er selbst erhebliche Kosten aufwendet, um sich von den noch nicht konlingenlierien Lebensmitteln Vorräte zu beschaffen. Ge- wisienloS handeln aber diejenigen, die sich unter Umgehung der erlassenen Vorschriften zu unerhörten Preisen und durch Hinter- türen auch von den kontingcnlierlen Lebensmitteln, wie Fleisch, Eiern, Mehl, mehr beschaffen, als sie zu beanspruchen haben. Sie erschwereil dadurch nicht nur di« Kontrolle und die Verteilung, ihr' eigennütziges Borgehen bewirk' auch- regelmäßig, daß andere, die ehrlicher sind und selbstloser empfinden, weniger erholten, als ihnen zusteht, oder gar leer ausgehen. Manche Händler fördern leider dieses Versahren, weil sie gut zahlende K u n d s ch a s t nicht verlieren wollen. Strafandrohungen helfen nicht viel, denn nur die wenigsten Verstöße werden bekannt. Helsen kann nur das Gefühl der Verantwortlichkeit, und an dies wende ich mich. Beweiser eure vaierländijche Gesinnung nicht nur durch Worte, sondern durch die Tat. Die Zeit verlangt von jedem äußerste Einschränkung und Bescheidung. Erschweret die Arbeit der Pehöroen nicht durch übertriebene Sorge für eigenes Wohlleben! Denkt all die Entbehrungen der Millionen draußen an den Fronten! Jeder kann und soll sich mit seinen Rationen begnügen!" Was nützen alle noch so energischen Worte' Hier Helsen nur Taten der zuständigen Stellen! Im übrigen teilen wir die milde Auffassung des Landrats hinsichtlich des Hamsterns nichlkontingen- iicrler Lebensmittel keineswegs. Auch hierdurch wird die nicht- besitzende, ichweraröeitende Bevölkerung zugunsten zahlungsfähiger Egoisten aufs schwelle gefährdet, Berliner LcbcnSmitieluachrichteu. � Der Magistrat Berlin wird einen größeren Posten Kunst- Honig, Sveisesirup und R ü b e n f a f t von Mitte Januar ab aui Zuckerkarten zur Verteilung bringen, und zwar so, daß statt "Ii Pfund Zucker 2 Pfund eines dieser Aufsirichmittel gegeben werden. Da für ein Psnnd Kunsthonig etwa tlt Pfund Zucker gebraucht werden, erhält derjenige, der von diesem Angebot Gebrauch macht. 8/4 Pfund Zucker als besondere Gabe. Wer solchen Aufstrich aus Zuckerkarten beziehen will, muß sich bis zum 10. Januar bei dem Geschäft, von dem er Zucker bezieht, in eine besondere Liste eiutrageil lassen. Den Abschnitt seiner Zucker- karie läßt er durchlochen; diese Voranmeldung verpflichtet zur Äb- nahme. Die durchlochtcu Abschnitte behalten ihre GUlligleir, bis die Ware geliefert werden kann. Neben dreier Verteilung soll von erspartem Zucker neuer Kunst- Honig für die Schwerarbeiter hergestellt werden, der diesen in den Fabriken übermittelt werden soll. Es wird erwartet, da nur begrenzte Mengen zur Versügung f'tehen,. daß die bessergestellien Fomtlien den Aufstrich der schwer- arbeitenden und miuderbeinittelte» Bevölkerung überlassen. Der Magistrat erläßt eiue� Verordnung über Höchstpreise für Zwiebeln sür den Stadtkreis Berlin, wonach der Groß- Handelszuschlag von S.öO M. für den Zentner Zwiebeln zu dem bw- herigen Erzeugerpreise um 1 M. iür den Zentner und der Preis des Kleinverlaufs sür das Pfund Zwiebeln um 1 Pf. erhöht wird. Die Kleinhandelshöchstpreise betragen daher für 1 Pfd.: votn 15. Dezember bis 14. Januar 1917 einschließlich 17 Pf., vom lö. Januar blS 14. Februar lS17 einschließlich' IL Pf., vom 15. Februar bis 14. März 1917 einschließlich 19 Ps.. vom lö. März vis lö. April 1917 einichließlich 20 Pf., vom lö. April 1917 ab 20 Pf. Keine Spekulation durch die Post! Seit einiger Zeit ist in mehreren neutrale» Ländern der Kurs des deutschen Geldes niedriger als der deutsche EinzahlnngSknrS sür Postanweisungen nach diese» Ländern. Dies ist unter mißbräuch- lichcr Benutzimg der Post häufig zu Geschäften zur Erzielung von Kursgewinn benutzt worden. Daher ist bereits vor einiger Zeit be- stimmt worden, daß jeder, der nach einem fremden Lande öfltl M. und da:!iber aus Postanweisungeii einzahlen will, Inhalt und Zweck des Geschäfts, de», die Zahlung dient, anzugeben und durch Räch- weise zu belegen hat. Zur weiteren Bekämpfung dcS Mißbrauchs ist nunmehr vorübergehend festgesetzt worden: 1. iür den Verkehr aus uns nach Dänemark, den Nieder- landen, Norwegen, Schweden mrd der Schweiz der Meistbetrqg der Nachnahme«ms eingeschriebenen Briefiendungen- und der Meistöelrag der Postauslräge aus 100 Ii. bezw. den Gegenwert von 100 M.,-■ 2. sür den Verkehr nach Dänemark, Luxemburg, den Mffe der landen, Norwe gen. S.'chw.e Mb', der Schweiz der Nie istbetrag des Inhalts der Briefe und der Pakete mit Wertangabe, die Banknoten, Auszahlungen, Schecke oder Wechsel enkhalten, auf 500 M. Die Beschränkung unter 2. gilt nickt sür Wertbriefe und Wert- Pakete mit Banlnoten usw., die von der Reichsbank und den zur Vermittlung des Handels mit ausländischen Zahlungsmitteln zu- gelassenen Personen und Firmen abgesandt werden. Ferner gilt die Beschränlnng nicht sür Wertbriefs und Wertpakete mit Banknoten usw. von sonstigen Personen und Firmen, die überzeugend nachweisen, daß die Sendungen sich auf die Abwicklung einwandfreier Ge« schäftc usw. beziehen.____ Gegen den Preiswucher im Kohlenhandel richtet sich eine Ver- sügung des H a n d e l s m i n i st e r s an die Regierungspräsidenten und den Oberpräsidenten in Potsdam. Es bestehe, sagt der Minister. die Gefahr, daß besonders der Kleinhandel zu einer Preiserhöhung schreitet, die zu der Kohlenindusirie in keinem angemessenen Per- bältniS steht. Die Erhöhung des Bezugspreises um 1 M. für die Tonne bedingt nur einen Aufschlag von S Pfennig für den Zentner. Größere Preissteigerungen sollen deshalb sorgfältig aus ihre sachliche Berechtigung nachgeprüft werden. Die Preisprüfungsstellen find unverzüglich mit Nachdruck auf diese Aus- gäbe hingewiesen worden. Es sollen auch frühere Preissteigerungen nachgeprüft und Uebertretung nnnachsichtlich geahndet werden. . Beschwerden über de» Berliner Magistrat wegen ungerecht- fertigter Steuerveranlagungen gehen uns fortgesetzt aus dem Felde zu. Jetzt schreibt uns ein im Westen stehender Kanonier, der seit etwa einem halben Jahre draußen ist und in dieser Zeit ganze 102,30 M. Löhnung erhalten hat, er sei zum Weihnachtsfest durch die Aufforderung überrascht worden, sofort seine Steuern für April— Dezember in Höhe von 142.80 M. zu zahlen. Er hat sich damit begnügt, der Obrigkeit seiner geliebten Heimatstadt einen humoristischen Bescheid zugehen zu lassen; wir aber sind der Meinung, daß es wirklich nichts schaden würde, wenn die betreffenden Behörden bei de- Prüfung der Steuerpflichtigen etwas mehr Sorgfalt und Sachkenntnis walten ließen. , Die Rcichsbckleidungsstclle weist erneut darauf hin, datz die Bekanntmachungen über die B e z u g s ch e i n p f l i ch t für Schuhe und die Regelung des Altkleider- Handel? mit denr 27. Dezember 1916 in Kraft getreten sind. Jeder Verstoß gegen die einschlägigen Bestimmungen ist st r a f b a r. Einer Entschuldigung mit dem Hinweise, datz die Bekanntmachungen noch nicht in den örtlichen Zeitungen veröffentlicht worden seien, kann nicht stattgegeben werden. Postsendungen an Kriegsgefangene i» Frankreich. ES wird darauf aufmerksam gemacht, daß auf Postkarten, Briese» und Paketen an die in der H e e r e S z o u e untergebrackten deutschen Kriegsgefangenen fd. h. wenn der Gefangene mitgeteilt hat, man möge ihm durch das V'rrsau cko IlsnssiFnsMsnts sNachweisebureauf deS französischen Kriegsministeriums schreiben) in der Adresse die folgenden Angaben emhallen sein müssen: I.Familienname und Vorname, 2. Dienstgrad, 3. Regiment und Kompagnie(die höheren Einheiten dürfen nichl angegeben werden». 4. LnreRicksRonsoixne- rasnts sur les Prisonniers de Guerre, Paxis. 5; Nummer der Gefangenen-Kompagnie. Von Wichtigkeit ist besonders die letzterwähnte Angabe, die vonseiten des Gefangenen oftinals in der abgekürzten Form:„G. P. G. Kr..(Geiongcnen- Kompagnie Nr...) mit- getetzlr wird..Sendungen an Gefangene, die sich in einem Lager im Kn n e r n Frnnkrerch? befinden, müssen in der Adresse außer den vorstehend Unter 1—3- erwähnten Angaben den genauen Namen;..v des Lagers möglichst unter Beifügung des betreffenden Arrondisse- mentS enthalten.' Bei dieser Gelegenheit sei zugleich daraus hingewiesen, daß Kriegsgefangene, die zu Arbeitszwecken überwiesen find, wiederholt versucht haben, verbotene Nachrichten nach ihrer Heimat z» senden. Sie bitten Mitbewohner, die Verwandte in Kriegsgefangenschaft haben, Briese den Postsendungen(Liebe?- gaben) an ihre Angehörigen beizulegen. Angeblich wollen sie da- durch dem kriegSgefangenen Deutschen sein Los erleichtern helfen. Darin liegt oder eine große Gefahr: denn die meisten Angehörigen können die in fremder Sprache geschriebenen Briese nicht lesen und müssen sich aus die Angaben des Kriegsgefangenen verlassen. Slber auch selbst wenn einzelne imstande sind, die Briefe zu lesen, ver- mögen die Kriegsgefangenen durch geheime Zeichen(unsichtbare Schrift usw.) Rachrichlen'zu geben und dadurch der Landessicherheit zu schaden. Wer solcher Nachrichtenvermittelung Vorschub leistet, macht sich unter Umständen der Beihilfe zum Landes- verrat schuldig und wird schwer, gegebenenfalls mit Zuchthaus, bestrast. Türkische Sprachkurse. Tie Deutsch-Türkische Vereinigimg teilt uns mit. daß sie Mitte Januar wiederum türkische Sprach- kursc eröffnen wird, zu denen Anmeldungen unter Angabe des Berufs schriftlich bis zum. 7. Januar an die Geschäfts- stelle, Berlin W. 85, Schöneberger User 30, erbeten werden. Es find Kurse für. Anfänger und Fortgeschrittene in Aussicht ge- nouimen. Der Unterricht wird an wöchentlich zwei Wenden(je eine Stunde) von türkischen Herren erteilt werden. Tie Unter- richtsgebühr für den dreimonatlichen Kursus beträgt 25 Mark. Ter erhöhte Verbrauch von Pferdefleisch wird durch die statisti- schen Anssiellnngen der Stadt Berlin nackgewiesen. Im Oktober dieses Jahres wurden in der Berliner Zentral-Roßschlächterei 1072 Pferde geschlachtet gegen 097 im Oktober 1915. Zum Verbrauch und zur Tierfütterung kamen 1003 gegen 678 Pferde. Ferner wurden von der Neuköllner Roßschläckterei 18 gegen 10 Pferde im Oktober 1915 geichlachiet. In den übrigen Vororten werden keine Pferde geschlachtet. Das Ende der Hundesperre. Mit dem gestrige» Tage lief die Hundesperre für Groß-Bertm ab. und vom heutigen Donnerstag an dürfen die Hunde wieder ohne Maukkord und Leine umherlaufen. Die Hundesperre hat diesmal nicht weniger als acht Monate mi- unterbrochen gedauert. Neu« Schweine beschlagnahmt. Einen bösen Neinfall erlebte ein sogenannter wilder Schlächter in Weißen sie e, der neun Schweins nicht angemeldet hatte, um sie heimlich gegen einen bedeutend höheren Preis als den geltenden Höchstpreis loszuschlagen. Durch einen Zufall oder die Anzeige eines.guten Freundes" kam das Vorhandensein der wertvollen Borstentiere zur Kenntnis der Polizei, die sich ihrer nnverzüglich liebevoll annahm, indem sie sie beschlagnahmte. Außerdem ist gegen den Schlächter Anzeige erstattet worden, die ihm eine empfindliche Strafe einbringen dürfte. In großer Lebensgefahr schwebten in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch Bewohner des Hauses K a sta n i e na l l c e 27. Dort stand um 2 Wr eine Wohnung im zinciren Stock in Flammen. Als die Lasckzüge erschienen, hallen sich zwar die BewvhneT dieses Stockwerks bereits in Sicherheit bringe» köntien, au» dem driUcn und vierten Stock aber mußte» achr Personen, meist Frauen und Kinder, durch die Feuerwehr gerettet werden. Nach anderthalb Stunden war der Brand gelöscht. Gasvergiftung einer sechsköpsigen Familie. Eine schwere Gas- vergisinng hat sich in dem Hause G u e r i cke st r a ß e 3 8 in Charl vtrenb nrg ereignet. Dort nahmen Hausbewohner Mittwoch früh gegen G Uhr starken Gasgeruch wahr, der aus der Wohnung einer Frau I. drang. Es wurde sofort die Feuerwehr be- nachrichtrgt, die auf die Meldung»Menschenleben in Gefahr" üi wenigen Minuten mit Rettungsapparatm zur Stelle war, Tie Feuerwehrleute funden Frau I. mit ihre» fünf Kindern im Aller von einem bis vier Iahren in dem vollständig mir Gas gefüllten ?, immer bewußtlos und nur noch schwache Lebenszeichen gebend auf. Die Samariter der Wehr stelllen cuergische Wiederbelebungs- versuche an. die auch nach längerem Bemühen bei allen 6 Personen von Erfolg gekrönt waren. Während die Mutter und die beiden alleren Kinder in der Wohnung verbleiben konnten, mußten die drei jüngsten Kinder nach dem Krankenhause Westend gebracht werden. ES liegt ein Unglücksfall vor. Frau I., deren Mann im Felde siebt und die seit längerer Zeit schwer nervenleidend isß gab an. daß sie den GaShahn zu schließen vergessen habe. tlnbckannte Leiche. Am lS. Dezember, nachmittag» gegen 2 Uhr, wurde im Flur des Hauses Marknsstr. 82 eine unbekannte, etwa 38—40 Jahre alte weibliche Person in hilflosem Zustande auf gefunden und nach dem Krankenhause am FriedrichSbain über- geführt. Dort ist sie, ohne über ihre Person Aufschluß geben zu könne», gestorben. Die Leiche wurde zum>i-chauhause gebracht Die Tote ist 1.ö4 Meter groß, untersetzt, hat kurz- geschnittenes, dunkelblondes Haar und ein auigedunseneS, erfrorenes Gesicht, großen Mund, aufgeworfene Lippen und lückenhafte Zähne. An der rechten Hand war der Zeige nnger und am linken Fuß die große Zehe erfroren. An der kleinen Zehe des rechten Fußes fehlt der Nagel. Bekleidet war die Un bekannte mit einen- braunen, graugestrsiften Ulster, brauner Bluse, schwarzem Oberrock und schwarzen, halben Schnürschuhen. Nach der Beschaffenheil der Leiche und der Kleidung muß die Verstorbene längere� Zeit obdachlos gewesen sein. Wer zur Feststellung der Persönlichkeit Angaben machen kann, möge der Kriminalpolizei zu Nr. SS32 IV. 55. 16 Nachricht geben; auch nimmt jede» Polizei revier Mitteilungen entgegen. Eine ausgedehnte Verkehrsstörung entstand am Mittwoch früh um 8 Uhr durch den Zu samme»stoß zweiervollbesetzter S t r a ß e n b a h n z ü g e in der Lindenstraße vor dem Kammer- gericht. Einem Anhänger der Linie 09 wurde die hintere Plattform vollständig abgerissen, wobei eine Menge Fensterscheiben und von dem Triebwagen die vordere Plattform eingedrückt wurde. Die meisten Fahrgäste kamen mit dem Sckrecken davon. Der Anhänge- wagen mußte aus den Schienen gehoben werden. Alle Linien, die in der Richtung nach Belle-Alliance-Platz, Hollmannstraße, Dönhoff- vlatz, Markgrasenstraße und Oranienplatz verkehren, blieben eine halbe Stunde auf beiden Gleisen, die gesperrt waren, liegen. Es wurden fünf Personen leicht verletzt. Eine goldene Tamcnuhr ist Mittwoch früh gegen">/, Uhr auf dem Wege zur Scklefischen Straße verloren worden. Abzugeben bei Gertrud Ast, Skalitzer Str. 59c, vorn IV. Ms den Gemeinden. Die Stadtverordnetenversammlung von Wilmersdorf verhandelte gestern über einen vom Magistrat vorgelegten Antrag, den Fonds zur Gewährung von Sonderunter- stütz ungen an Kriegerfamilien um 500 000 M. auf- zufüllen. Für den Fonds wareil bisher 1 000 000 M. bewilligt worden. Bis Ende November 1916 wurdep für Sonderunter- stützungen 1 436 029 M. ausgegeben, wovon das Reich bisher 515141 M. erstattet lwt. Die Berfainmlung bewilligte den Betrag. Eingegangen ist ein gegen die V c r le h r s b e f ch r ä n- ! u n g e n sich richtender Antrag von Stadtverordneten, der den �Nagtftrat ersucht. Schritte beim Polizeipräsidium Berlin wogen Aufhebung der Verordnung zu tun,>oeil die Be- schränkungen keine nennenswerte Elektrizitätsersparnis bringen, aber der Bevölkerung außerordentliche Erschwerungen auferlegen. Ein anderer Antrag von Stadtverordneten wünscht Schaffung einer mit Bürgern zu besetzenden B e f ch w e r d e st e I l c für N ach- rungsmittel. Uebcr beide Anträge soll in der nächsten Sitzung verhandelt werden. Neue Wurftbcstimmungen für Wilmersdorf. Ter Magistrat macht bekannt, daß von jetzt an nur noch die Herstellung folgender Wurstarten zugelassen ijt: 1. Frische Blutwurst mit Aufatz von Semmeln, Grütze oder Graupen sowie von Wurstfctt und Fleischabfällen; 2. Fleifchblut- und Leberwurst(Einheitswurst), die unter städtischer Kontrolle hergestellt ist. Die in Ziffer 1 genannte Wurst wird fleischkartenfrei, die unter 2 bezeichnete in doppelter Höbe der Flcischration abgegeben. Der Preis für die 1. Sorte beträgt 1 M. und der für die 2. Sorte 2,40 M. pro Pfund. Ans Birkenwerder. Vor einigen Tagen brachten wir eine„Stadtbahn- g e s p r a ch" betitelte Notiz, in der geschildert wurde, wie unsere Hamster sich Hammelfleisch zu erhöhten Preisen aus Birkenwerder beschafft haben. Eine nette Illustration zu dem Verhalten der dortigen Landwirte liefert der Gemeindevorsteher von Birkenwerder durch folgende Veröffentlichung: Der Aufruf des Herrn Landrats für die Hindenburgspende hat bis jetzt nur geringen Erfolg gehabt. ES soll daher an die Be- folgung diese« nochmale erinnert werden. Jeder, dem die Schlachtung eines Schweines gestattet wird, bezw. gestattet wurde, wird ge- beten, von je 100 Pfund Schlachtgewicht 2 Pfund Speck oder Schmalz abzugeben. Nicht umsonst, sondern da» Pfund Schmalz gegen Zahlung von 2.90 Mark das Pfund, geräucherten fetten Speck 2,70 Mark, geräucherten mageren Speck 2,20 Mark. Unentgeltliche Abgabe wird nicht zurückgewiesen. Ich bedauere, die Hausschlachtenden an ihre vaterländrsche Pflicht erinnern zu rnüslen; einige unbegreifliche Verweigerungen der Spenden bei Anträgen aus Schlachtgenehmigung in diesen Tagen zwingen mich aber dazu. In der nächsten Nummer des„Briesetal-Boten* werden die Namen derjenigen Einwohner, die die Genehmigung zur HmxSschlachtung erhalten haben, bekanntgegeben werden, ebenso diejenigen, die dem Aufruf HindenburgS gefolgt sind. Bei künftigen Anträgen auf Schlachtgenehmigung wird jeder gefragt, was er für Hindenburg spenden will. Fleisch scheint also noch genügend vorhanden zu sein, aber es ist nicht immer leicht für Schwerarbeiter zu den festgesetzten Preisen herauszuholen. Reuanmeldungcn für den Eierbezug in Neukölln. Aus Anlaß mehrfacher Beschwerden soll eine Steu-Auflegung der Eierkundenlisten erfolgen. Die Inhaber der Neuköllner Eierkarten haben sich daher bis Sonntag, den 7. Januar, bei einem Eierhändler zur Eintragung in die Kundenliste neuanzumeldcn und dazu den Abschnitt 20 der neuen, vom 1. Januar 1917 ab gültigen Eier- karte abzugeben. Bei der Anmeldung hat der Eierhändler did ihm vorgelegten Eierkarten mit seinem Firmenstempel zu versehen oder «ine Bescheinigung über die Anmeldung auszuhändigen. Auch die städtffchen Verkaufsstellen nehmen Anmeldungen entgegen. Die Bchöneberger Sparkasse im Jahre 1916. Die Einlagen bei der Sparkasse der Stadt Schönebcrg haben am 16. Dezember 1916 den Betrag von 76 773 389 M. erreicht; hierzu treten die den Sparern gutgeschriebenen Zinsen für da» Jahr 1916 mit 2 453 463 Mark, so daß sich der Einlagenbestand Mitte Dezember 1916 inS- gesamt auf 79 126 852 M. beläuft. Gegen den Bestand vom De- zember 1915 von 66 198 829 M. ist somit ein Zuwachs von 12928923 Mark eingetreten. Es ist dies der größte Zuwachs, den die Sparkasse feit ihrem Bestehen(sie wurde im Jabre 1899 eröffnet) zu verzeichnen hat. Die Zahl der Sparbücher ist im Jahre 1916 von 131 292 auf 138 379 gestiegen, hat sich also um 7087 vermehrt. Magermilchbezug in Schöneberg. Die Anmeldekarten für den Magermilchbezug für Kinder von 6—10 Jahren können in den Brottommissionen bis zum morgigen Freitag in Empfang genommen werden. Das Älter der in Betracht kommenden Km der ist durch amtliche Urkunden nachzuweisen. Gänselottcrie in Steglitz. Heute vormittag von 9— 1 Uhr verkauft die Gemeinde Kieler Str. 7 sieben Gänse zum Pfundpreise von 3,10 M. Berechtigt zum Kauf je einer Gans und die Inhaber der grünen Lebensmittelkarten Nr. 555, 1533, 2355 und so fort bis 7355. Gemeindewahl in Britz. Für die dritte Abteilung findet Sonntag, de tt7. Ja uarl917von 12—2 Uhr mittags in der Turnballe der II. Gemeindeschul«, Werderstr. 24, die Gemeindewahl statt. Kandidaten sind, für die Verstärkungswahl: Kassenangestelltcr O t t o W i t t e, für die Ergänzungswahl: Kassen- angestelltcr Wilhelm Buten schön. Da die Wahlzeit nur zwei Stunden beträgt, ist frühzeitiges Erscheinen der Parteigenossen notwendig. Die Kandidaten find in vorstebender Reibenfolge zu nennen. Sozialdemokratischer Zentralwahlverein für Tcltow-BeeSkow, OrtSveretn Britz-Buckow. Gerichtszeitung. Ein Recht auf Ueberstuudc« beanspruchte der Maschinist L. in einer Klage vor dem Ge Werbegericht. Er war in der elektrischen Zentrale der Firma August Scherl beschäftigt und fühlt sich dadurch benachteiligt, daß ihm keine Nachtwachen übertragen worden sind. Er behauptet, eS sei mit ihm Vereinbarl worden, daß er in gewissen Zeitabschnitten Nachtwachen gegen besondere Ver- gütung zu leisten habe. Da er keine Nachtwachen bekam, so be- ansprucht er Schadenersatz für den ihm dadurch entgangenen Ver- dienst. Der Vertreter der Firma bestritt, daß die regelmäßige Leistung von Nachtwachen mit dem Kläger vereinbart worden sei. Dieser konnte sich auch nur auf Versicherungen anderer Kollegen berufen, welche angaben, die regelmäßige Leistung von Nachtwochen mit der Firma vereinbart zu haben.— Das Gericht wies den Kläger ob, weil er den Beweis dafür, daß er ein Recht auf Ueber- stunden habe, schuldig geblieben ist. Verweigerung der vertraglichen Lohnerhöhung. Di« Apparate-Jndustrie-Aktiengefellschaft hatte für die Herstellung von Reflektor- Glühlampen einen Vorarbeiter durch schriftlicheu Bertrag, der auf sechs Monate lautete, citgagiert zu einem Wochenlohn von 50 M., der sich nach drei Monaten auf 60 M. erhöhen sollte. Ferner enthielt der Vertrag einen Passus, welcher besagt, daß, wenn die Apparate-Jndustrie-A.-G. durch irgend- welche Umstände veranlaßt sein sollte, den Vorarbeiter in einem anderen Betriebe, etwa der S a n i t o r G. m. b. H. zu beschäftigen, dieselben Arbeitsbedingungen gelten sollten, die mit der Apparate- Jndustric-A.-G. vereinbart waren.— Die Anführung der Sanitor G. m. b. H. wird dadurch verständlich, daß deren GeschäftSsührer zugleich Direktor der Apparate-Jndustrie-A.-G. war, allo beide Firmen unter derselben Leitung standen. Nachdem der Vorarbeiter sechs Wochen in der Apparate-Industrie- A.-G. gearbeitet hatte, traten die in dem angeführten Vertrags- Passus erwähnten Umstände ein. Der Vorarbeiter erhielt die Weisung. von nun ab in der Sanitor G. m. b. H. zu arbeiten, was er auch tat. Als die ersten drei Monate des Arbeitsvertrages abgelaufen waren, erhob der Vorarbeiter natürlich Anspruch auf die ihm durch den Vertrag zugesicherte Lohnerhöhung von 50 auf 60 M. Die wurde ihm jedoch verweigert. Auch erneute Vorstellungen des Vorarbeiters hatten keinen Erfolg. Deshalb verklagte er den D i r e k t a r N o r d e n, der als Leiter bei der Firma in Frage kommt, auf Zahlung der Lohnerhöhung. Als dem Direktor die Klage zugestellt wurde, machte er dem Borarbeiter wegen der Klageerhebung Vorwürfe. Dieser verteidigte sich dagegen unter Hinweis aus seine Vertragsrechte. Diese Aus- einangersetzung endete damit, daß der Direktor den Borarbeiter für entlassen erklärte und ihn kategorisch aufforderte, sofort die Fabrik zu verlassen. Darauf klagte dann der Vorarbeiter beim Gewerbegericht gegen die Sanitär ffi. m. b. H. aus Zahlung der vertraglichen Lohn- erhöhung bl« zum Tage der Entlassung und Schadenersatz für die Zeit der Arbeitslosigkeit nach der vertragswidrigen Entlassung, sowie Zahlung einer im Bertrage für gewisse Leistungen aus- bedungenen Prämie. Im ganzen forderte der Kläger 813 M. Direktor Norden vertrat vor dem Gewerbegericht den Stand- Punkt, daß der Vertrag, den der Kläger mit der Apparate- Jndustrie-A.-G. abgeschlossen hat, die Sanitor T. m. b. H. gar nicht» angehe, diese also dem Kläger gegenüber keine vertraglichen Ver- pflichtungen habe. Uebrigens sei die sofortige Entlassung des Klägers berechtigt, weil er bei der Auseinandersetzung mit dem Direktor diesen so angeschrien habe, daß dadurch.die Autorität de« Direktor» gegenüber den Arbeitern' verletzt worden sei. Das Gericht kam zu dem Urteil, daß die Forderung de» Kläger»— mit Ausnahme der Prämie, wofür die Voraussetzung nicht gegeben sei— berechtigt ist, denn wenn der Vertrag nach Treu und Glauben ausgelegt wird, müßte der Kläger annehmen, daß er bei der SanitoS G. m. b. H., die derselben Geschäftsleitung unter- steht wie />ic Apparate-Jndustrie-A.-G. auch die Lahnerhöhung auf 60 M. und die Jnnebalwng der Vertragsdauer zu beanspruchen hat. Ein Grund, der die Bellagte zur sofortigen Entlassung des Klägers berechtigt hätte, lag, wie die Beweisaufnahme ergeben hat, nicht vor.— Die Beklagte hat dem Kläger 263 M. zu zahlen. Mus aller Welt. Mensche«, die nichts vom Weltkrieg erfuhren. Im.Manchester Guardian' erzählt Georg MarSton, einer der Teilnehmer an ShackletonS Südpolexpedition: Wir verließen London, als der Ausbruch des Krieges bevorstand. Als wir von Süd- Georgien abfuhren, hörten wir noch vom Falle Belgiens und vom Einfall der Deutschen in Frankreich. Die Schlacht an der Marne war vorbei. Und daraus fiel für uns der Vorhang. Die weißen Länder des Süden» riefen uns. aber die Natur zerschlug unsere Pläne. Unser Schiff wurde zertrümmert, unsere ganze Ausrüstung ging verloren, und endlich erreichten wir in unseren offenen Booten Land, wo wir 4'/, Monate in Nässe und Beschwerlichkeiten verbrachten. Als wir endlich wieder mit der Außenwelt in Berührung kamen. waren wir wie betäubt von den entsetzlichen Ereignissen, die wir zu hören bekamen. ES war uns, al« ob die ganze Well wahnfinnig geworden wäre und wir die einzigen normalen Menschen wären. Wir waren vielleicht die einzigen Menschen in der Welt, die nichlS van alledem gehört hatten, was in diesen paar Jahren vor- gegangen war. Wir hatten wie Naturmenschen gelebt, die uiiaushörltch um die Erhaltung ihre» Lebens rangen. Politik und die zahllosen kleinen Lasten der Kultur waren für uns Dinge aus längst ver- gessenen Zellen. Die Tatsache, daß Nationen um ihre Existenz kämpften, war für unS nur ein dunkler Begriff. Unser Kampf mit der Natur hatte uns wied» den beschränkten Blick gegeben, den unsere Vorfahren besaßen. Während die Zivilisation allmäblich gelehrt Halle, die Ereignisse aus dem fürchterlichsten Krieg der Welt- geschickte als etwas Selbstverständliches anzusehen, wurden unsere Begriffe auf einen immer engeren Krei» zusammengezogen. I« Nevel aufgelaufen. Reut» meldet: Der Dampf». N e- st o r i a n'(7000 Tonnen) von der Lehlandlinie ist in dichtem Nebel aufgelaufen und gänzlich verloren. Englischer Dampfer gestraudet. London, 1. Januar. Aus Baltimore bei Cork wird gemeldet, daß der britische Dampfer ,.A l a n d r a" am Freitag gestrandet und völlig verloren ist. Das Schiff war 1899 in Glasgow gebaut und hielt 2244 Tonnen. parteweranftaltungen. Mariendot f. Parteigenossen,.VorwäriS�-Lescr! Wer gegen den.,Vorwäris"-Boylott ist und es nicht mir seiner Ueberzeuguug vereinbaren kann, die Organisation, die diesen be- schlössen hat. weit» zu unterstützen, entrichte seine Parteibciträge an den Kassierer Richard Stern, Marieudors. Ltrelitzstr. S. Vorsitzender des Ortsvereins Mariendorf ist der Genosse Paul Sucker, Darfstr. 19. Der KreiZvorstand. I. 2.: Thurow. Grog«. Pazels. .Borwart«-. Sei«- und Diskutterklub für Gross Berlin. Montau. S Januar, abends 8 Uhr, im großen Saale des..LehrervereinShaustS". Alexanderltr. St: Versammlung. Vortrag des ReichStagSabgeordnctrn Eberl:.Rückblick und ZluSblick". Alle Freunde des Vereins sind hierzu eingeladen. Eintritt nur Karleninhabern gestattet. Karten sind bei den VorstandSmitgliedeni zu haben. Sriefkasten üer Redaktion. »t» larlfttlcde Epr-chstunde sindet wr Sbonncnl-a Sladruftr. 3,>?. fnl cechiS, varterre, am Montag bl» greNag von 4»iS 7 lle», am Sonnabend von S»i» S Uhr statt. Jeder wr den» r t e f l a st« n bestimmten SiMag» ist ein BuSltade und«ine Lahl als Werlzeilden beijusügen. Bricslud« ilntwort wird nicht erteilt. Snsragen, denen leine AbonnemenlSauNimcg beigefügt ist, werden nicht dealitworiet. Eilige Fragen trage man tn der Svr-chfwnd« dar. Semige, Schriftstücke«ad»ergleiche»»ringe«er«» die kdreckstiiade«lt. P. B. 42. Denn in Ihrem Berlrage nicht die Klausel enthalten ist daß die Kündigung des einen Mieter« gleichzeitig für den anderen rechts- verbindlich ist. ist der ZwangSoerwalter mit der Zursickiveisunz der Kündigung im Recht.— K. C. 12. Wir sind der Ansicht, daß auch Ihre Familie noch Anspruch auf die Utiterslützung bis zum 13. Januar hat und würden Ihnen empfehlen, wegen der Verweigerung Beschwerde beim KreiS- auSschuß deS Kreises Niederbarnim in Berlin, Friedrich- Karl- Ufer 5, zu führen.— E. H. 44. Eine Bestrafung wird deswegen nicht er» folgen. Sie könncic aber zur Rückzahlung verpflichtet werden.— G. 36. Sie sind für diese Zeit zur Zahlung der Gemeindeeinkommenfteucr verpflichtet.— Kumpel 13». Verwachsung der Fing« untereinandei: obne erhebliche GebrauchSltörung der ganze» Hand; landstunnbflichtig. — A. F. 50. Sie müssen vor Einrcichung der Klage bei dem>u- sländigen Gericht unter Vorlegung de» Zlrmcnatteste« Antrag aus Bei- ordnuiig eine« Rechtsanwalts und unentgeltliche Wahrnehmung Ihrer Rechte stellen. Es wird Ihnen dann vom Gericht ein Rechtsanwalt zu- gewiesen.— ZSiwe H. Müncheberger Str. Sie hatten noch Anspruch aus die Unteritützung bis zum 31. Dezember.— Joachim 7. ES werden sür jedes Jahr, das der Versicherte bei Jnkrasttreten des Gesetzes über 35 Jahre alt war. 40 Marken in Anrechnung gebracht.— St. St. Ihr« Frau hätte noch Anspruch aus Unterstützung bi» zum 15. Januar. Wegen der V«w«igerung wenden Sie sich beichwerdeführend an den KreiSanSschu«! deS Kreises Teltow in Berlin, Vittoriastr. 17/18.— Kernmacher. 1. Bis zum 31. Dezember. 2. Bei der Steuer lasse.— G. 18. Sie können die Unterstützung nur bis zum 31. Dezember beanspruchen.— A. 4. Ja. seiwill der Maler, Lackierer, Aostreieber usw. Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Anstreicher RelndoM Wengler am 1. Januar 1917 verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 4. d. MtS., nachmittags 3 Uhr, aus dem kath. Kirchhose in WilhelmSberg statt. 136/11 Die OrtSvcrwaltnng. KoDSonpossenseiialt Berlin Am 30. Dezember 191« ist der Lagerhalter unser» 76. VerkansS- stelle, Herr Reinhold Schulz verstorben. 104/16 Herr Schulz war uns ein eifriger und pslichlbewußt« Mitarbeiter. Wir werden ihm est» ehrendes Andenken bewahren. Der Borftand. Di« Beerdig urig findet Donners. tag. den 4. Januar, nachmittag» 3 Uhr, aus dem Acmemdcsriedhos in Bohnsdorf statt. lieenllWgzvereln der ZimmerleDte GroB-Beriins. Hm Montag, den 1. Januar, vormittags 10 Uhr, verstarb in. folge Biutvergistung uns» lang. j ädriges Mitglied, der Kamerad Fritz Qieche Ezarnikower Str. 21. Ghrc seinem Andenke«: Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 4. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle deS Georgen- Kirchhofs, Weißens«, Rölckcjlr. 128, aus statt. 16986 Der Borftand. Am 1. Januar«»starb unser Mitglied, d» Brothändl» Otto Tanzki. Wir verlleren in ihm ein stet» rührige» MIglied und Mit- begründer unserer Genosienschast. Sein gerechte? Denken und Empfinden sichern ihm bei nn» ein dauerndes Andenken. Einäscherung am Freitag, nach. mittags 5 Uhr, im«rematorunn Gcrichtstr. 37,38. 104/17 verlinei' Genossensebafts- Bäckerei E. li. m. d. H. Oanksaixang. Für die vielen Beweise herzlich« Teilnahme bei der Einäscherung unsere» viel zu früh verstorbeoen lieben Verwandten, de» Kasfi»er» Herrn Aagunt Hentscbel lagen wir allen, welche ibm die letzte Ehre erwiesen haben, hiermit nnjcrn h»ilichen Dank. 1697b Ramm» all» Verwandtet, Wilhelm Schütte. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes. mis»«» guten Sohnes, Schwieget- johncS, Bruders, Schwagers und Onkels Bertidartl Lohr sage allen, die daran teilnahmen und ihm das letzte Gelctte gaben, meinen bcrzlichen Dank. JnSbesoiiderc ge- bührt dies» Dank d» Geschästs- leitung.Vorwärts', de» werten An- gestellten, Kolleginnen und Kollegen der Buchhandlung»Vorwärts-, den Kollegen de» TranSportarbeiter-Äci- battdes und den Genossen deS Wahl« oercinS Berlin III. Ebensalls Herrn Roth meinen besten Dank für die schöne« Dort« am Sarge rmserc« lieben Eutschlaseuen. 16S6b Fr na Witwe Ellne X-Öhr nebet allen Verwandten. Fredy Zigaretten direkt In der Fabrik zu Fabrikpreisen 1000 St 1»...... 14,— 1000„ Fredy-Zitparatt 1b 20,50 1000, Harry Waiden 3. 25,— 1000, Deutscher Sieg Id 41,50 Verkanl nach In kleinen Qnanten direkt in der ZipWIli Fredy, Berlin, BrODDeDStF. 17, Hot Spezialarzt Dr. med. Colemann f.Geschlechfskrankh., Haut-, Harn-, Frauenieid., nerv. Schwache, Bein- kranke, Khrllch-Hata-Kuren (Dauer 12 Tage). Behandlung schnell, sicher n. schmerzlos ohDerufsstör. i. Dr.Momej er de Co. konze&s. Laboratorium I. Blutuntersuchungen, Fäden '•SrMrieteUte� Spr 10— 1 u. 5— 8, Sonnt 10—1. Hoaorar mäßig, auch Teilzahl. — Separates Oamenzimmer.— »ch mit Stallnnz, ltut oanb u. Bifi« zu pachten.(Pachtsumm« angeben.) B. Altmann. Hesaenwinkel. Llndenatr. 58. 16998 HeinesWerke 3 Stab« 3 Start. Buchhandlung Vorwärt»