Ur.6. flfconncmcnlS'Bcdln�ungen: KSotmtEiEjaä• SrelZ rränAmercmZ» Siertdiäötl S.90 OT, moncü. 1,30 2Rf. rrötSeriliii 30 Mg, tro v>? Heu«. feiigjlae Simmnci S Pig. 6u.mlagJ- iiLximct mil tfluflnenct 6o:uujc5« aeüag«.Die Neue SEell* 10 Ma. Psil- tibcnncmciu: 1.30 Mar! uro Koitat vfingpiiogai in die Poll- Zeitung». Vteislnis. llmcr Kreuzband>ür Deulichiand und Oeiierreich- Unzarn L.öO Marl, für da» übrige Lu'land « Marl dra Mandl. PastabonnementS nehmen a» Belgien. Däneulnrh Holland. Italien, llureniburg. Portugal, kumanicu. öldweden und dre slhivel� olldeilil Üglich. » 3�. Jahrgang. Die TnkrtlonS'Gtbühr betrügt für die fech-tgesballene Kolonel- zoii» oder deren ldauni 60 Pfg., tiit haiitiiche und gcwerlicbastliche Aercin»- und Lersamnilungs- limzeigr» 30 Pig. .steine �ureigen", da» settgsdruclle ke ort 30 Mg.(zuüiifig ll feltgedriulte Eoael. icoeS weitere Pjorl 10 P?g. Ltrlleiigetuche luid SchlantelleiUüi- »»igen da» etil? Wort 10 Pig.. iedej weitere Wort S Psg. Worte übe: tö Puch» Iiabcn zählen iür zwei Worte. Inieraie tin die nächste Stumyier n, Osten de' b Ndr nachmntags>>I der özvcdition et, gegeben werden. Tie Exvcditiotl ijt bi» 1 Uhr abend» geoiinct. Berliner Bolksblntt. �entralorgan cier �ialäemokratifcken Partei Deutscklanäs. . relegraulM-Adreste: .SsitdldiiiieMl Soli»". Reüaktion: EW. SS» Linüenstrahe Z. ireruivrecber: Ami Morinvlan, Nr. l»1 SO— löl 97. Sonntag, den 7. Januar 1917.' RS expeüition: Slv. 68, Linüenstrohe Z. lheruipremer: Amt Morinplan, Sir. lSI iiv-ISl»7. Im Kampf um die Smtb-kiim. Bei Apern und au der Summe Feucr- kampf— Russenangriffc im Rigagcbiet— Stnrmerfolge im Tortus-Gebiet— Russen- stelluni Tartaru-Rimniceni erstürmt— Der Feind weicht hinter den Sereth— Galaü beschossen. Großes ? B.) Hauptquartier, iicit L. Ja- Amtlich. nuar 1S17. Westlicher Kriegsschauplatz. In den Abendstunden startet Feucrkamvi im Mcrn Boge», aus beiden Somme-Ufcrn und in einzelnen Abschnitten der Cham- pagne. und Maaö-Front. Bei Zerre,»ördtich der Anrre, drangen im Nacht>u»griff ciniqe Engländer in den vordersten(Kraben. Unsere Ttosilruvp-I holten in der Gegend von Massiges und an der Nordostfront von Bcrdun Gefangene aus den französischen Linien. westlicher Kriegsschauplatz. i�Frout dcb Ge»cr<,l«rldmars�>«llä Prinz Leopold von Bayern. Nach Scheitern seiner Borstäßr am gestrigen Morgen wieder- holte der Russe nach heftiger ArtUlerievorbercitung seine Angriffe mit frischen jirästen.zwischen der Zliiste und der Strasic Mitau— Riga. Lrftlich der Aa drang rr übcp gesrorcnc» Sumpf in Bataillonsbreitc in unsere Stellung, an allen übrigen Punkten wurde er abgewiesen. Bei Grgeusiösirn blieben!)00 Man« und mehrere Maschinengcwthrc in unserer Hand. Angriffe kleinerer russischer Berbände an zahlreichen Stelle» der Tüna-Front und nördlich dc-Z Miadziol-Sers hatten keinerlei Erfolg. Krönt des Generaloberst Grzherzog Joseph. Km Zudteil der Waldkarpathcn starker Frucrkawpf. Oester- rcichisch-ungarische Truppcn schlugen nordöstlich von Kirlibaba russische Bataillouc zurück. Südlich des Trotusul-Tales stürmten bayerische und öfter- rcichisch-ungarische Regimenter ausgedehiiic Bertridigungsaulagrn des Feindes zwischen Eoiuwba und Mt. Faltucanu. Zu den schwercn blutigen Verlusten des Gegners kommt die Einbnkc von über 300 Gefangenen. Zwischen Mgr. vasinului und Sufita-Tal wurden mehrere Stiinpnnlre gcnouiM». Deutsche Solouiie» dringen nach Säuberung der Höhen- stellungrn südöstlich von Soveja längs der Täler nach Nord- »ftcn vor. Heeresgruppe des Geucralfeldmarschalls von Mackensen. Nach«irksamer Feuervorbcreitung stimmten untcr Befehl des Generalleutnants Kuehne die Divisionen des Generalleutnants Schmidt von Änobelsdors lHcinrichi und»in Oetingrr die stark ausgebautr, mit Trahihindernisirn und Flarikirrnngsanlagen ver- scheue Stellnng der Russen von Tartaru bis Rimnicrui. nahmen die Ortschaften selbst und drangen über de» versumpften Fluß- abschnitt gegen den Srreth vor. Ter GcMicr hält dort noch einige Dörfer, von denen au-5 er vevgebliche Gegenstöße führte. Bei diesen kämpfen zeichnete sich das Magdrburgischc Reserve- Jnfamerie-Regiment?tr. 20 au?. Reiter südöstlich nah« das verstärkte ftavallorie-Korps des Generalleutnants Graf v. Schmetto« LlancaSca, Gulianca und Waxincni. Bortruppcn erreichten den Sereth. � Bor der Donau Armee des Generals drr Infanterie lkosch gab der Rüste weiteren Widerstand südlich de? Sereth in drr Nacht vom 4. zum 3. l. auf und ging, starke Nachhuten opfernd, auf da? Nordufer zurück. In Braila drangen von Wejleu deutsche und bulgarische Reiter, Von Osten über die Donau deutsche und bulgarische Infanterie ein Tic wichtigste Handelsstadt Rumäniens ist damit in der Hand der Bcrbüiidrtcn. In der Tobrudscha hat die 3. bulgarische Armee, der deurschc, bulgarische und oswauisch« Truppen angehören, untcr Führung des Generals Ncrczoff ihre Aufgabe schnell und endgilltig gr- löst: kein russischer oder rnmänischer Soldat drsiiidct sich mehr im Lande! t Die beabsichtigten neuen Operationen find eingeleitet: Gnlah liegt unter unserem Feuer. Mazedonische Z�ront. Im Cerna-Bogeu Artillcrieseurr, an drr Struma Patrouillen- grplünkrl., Bon See her werden alltäglich die griechischen Küstenstädte zwischen Struma- und Mcsta-Mündung diirch Schiffe der Entente beschossen. Ter Erste Gcneralquartiermrister. Ludendorff. * fibcnöbericht. Amtlich. Berlin, den li. Januar 1917, abends: Kämpfe südwestlich von Riga sind sür uns günstig verlausen. Südlich von F o c s a n i und am M i l c o v u- Ab- schnitt hat die Geseckitstätigkrit zugeiiommeu. In Braila hat der Russe vor Ausgabe der Stadt die meisten rumänischen Fabrikaulchgen zerstört. ** �.» der österreichische Sericht. Wie», 6. Januar 19l7. iW. T. B.) Amtlich wird vcrlaulbart: westlicher Kriegsschauplatz. Hecrcsgruppr des G c n e r a l s r l d m a r s ch a l l S '-'Ockensen. Nnser« LerbRmcwa.'...den gcstrr.i die Landzunge»an Baca- rcni gesäubert und die Stadt Braila bcsenz. Der Feind ist von der Buzeu-Mündung abwärts hinter den Sereth gewichen. Ocstlich von Gulianca und bei Romniceni durchbrachen Truppen des Generals von Falkcuha»» die stark ausgebauten Linien der Russe» und dringe» gleichfalls gegen den Sereth vor. Heeresfront des Generaloberst Erzherzog Joseph. Kämpf« im Gebiete der Putna und Susita in anhaltendem Fortschreiten. Weiter nördlich wurden russische Gegenstöße ab- geschlagen. Im Bereich des Monte Fallucauu,»irr Kilometer nordwestlich Sulta, erstürmten öfterretchisch-ungarischc und deutsche Regi- mcntrr abermals mehrere Höhen. Nordöstlich von Kirlibaba schlugen unsere Bataillone«inen stärkeren rusfischc» Borstoß durch Feuer ab. An der Hrrresfroiu wurde» gestern über 700 Gefangene eingebracht. Heere S.front dcS Geucralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Bei den S. und K. Streitkräften nichts zu melden. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nchtö von Belang. Ter Stellvertreter des Chefs des Geucralstabes. v. Hoefrr, Feldmarschalleutnant. öewaffnete englische Dampfer versenkt. Tie Kapitäne gefangen. Berlin, 6. Januar. Nichtamtlich. Yincs unserer Unterseeboote chat im Mittelmccr am 28. Dezember den bc- wassneten englischen Dampfer„Cronsay", 37kl Brutto- registcrtonucn, mit 5119 Dounen Jute, am 39. Dezember den bewaffneten englisckiru Dampfer„Apsleyhall", 3883 Brutto- registertonncn, mit 6599 Tonnen Kctreidc, und am 1. Ja- nuar»den bewaffneten englischen Dampfer„Baycraig",' 37kl Bruttorcgistcrtonncn, mit 5899 Tonnen Zucker, versentt. Die Kapitäne der drei Dampfer wurden gefangen- genommen. Eine Konserenz üer Neutralen. .Haag, 6. Januar. Der Haager„Nieuwe Courant" erinnert an eine vor Weihnachten erfolgte Beryfsrntlichung. wonach die schwedische Regierung den e u r o- P ä i f ch e n neutralen Regierungen E i n l a d n n- g e n gesandt habe,> um eine gemeinschaftliche B e° s p r c ch u n g verschiedener Fragen völkerrechtlicher Art � zu erzielen, die die Interessen der Neutralen, vor allen Dingen nach dem Kriege, bctrcfsen. Wie der„Nieuwe Courgnt" an bester Stelle erfährt, bc- rubt diese Nachricht auf Wahrtwit. Einladungen sind an Dänemark, Norwegen, die Schweiz, Spanien und Nieder- lande ergangen. Diese Einladungen standen jedoch nicht in Verbindung mit dem deutschen FriedenSanevbieten. Die Schweiz soll bereits die Einladung angenommen haben, Spa- nien dagegen hat abgelehnt. Die Antwort der Niederlande ist noch nicht bekannt.„Jrkf. Ztg." Selbstbesinnung öer Internationale. Von Friedrich Stampfer. Tic Kritik, die Genosse Lensch dem Verhalten des„Vor wärts" widmet, hätte fruchtbarer werden können, wenn sie etwas positiver gestaltet wäre. Um die Diskussion dennoch zu einem gewissen Ergebnis zu bringen, wird es notwendig sein, zunächst den Streitgegenstand näher zu bc grenzen. Auch Genosse Leusch sagt. das; der Frieden einmal kommen mich, auch Genosse Lenich glaubt au die Wieder- aufcrstchung der Interuationalc, auch Genosse Leusch ist(seit Dezember 1914) ein Anhänger der Landesverteidigung. In diesen wesentlichen Punkten besteht also Ucbeveinstimmunz, Aber der„Vorwärts" beschränkt sich nicht auf die ge- ruhige Erkenntnis, daß der Frieden einmal koninien mich, sondern er bemüht sich, für seine raschere Wiederkehr zu wirken. Dabei setzt er gewisse Hoffnungen auf die Sozialisten deS Auslandes, iiaunwUch Frankreichs und Englands. Sind.diese Hostuungeu ganz uubegriuidvt? Leusch tot stüiigt uns, daß das FricdensdcdünniS bei den Völkern der Entente sehr stark ist. Und was die französische Sozial deinokratie im besonderen betrifft, so„werden"— prophezeit Leusch—„ihre innere n G e g e n s ä tz e jetzt offen zutage treten". Also gibt es wohl doch Strömungen in der sran zösischen Arbeiterbewegung, die mit einem Sozialismus, her sich als„Kricgsfäktor allerftärksten Grades bewährt"(Lensch) unzufrieden sind! Soll es also nicht erlaubt sein, auf diese Strömungen in Verbindung mit der anerkamite» Friedens- sehnfucht des französischen Volkes gewisse Hoffnungen zu setzen l Nein, erklärt uns der unerbittliche Leusch. Alle diese Hoffnungen entspringen nur einer„verschtvonimcn-weichen und sentimentalen Phantasie". Die Frage wird erlaubt sein: Warum? Aber die Antwort, die Lensch gibt, ist nicht besonders klar. Er scheint anzuuehiuen. daß sich die sran- zösischc Sozialdemokraiie infolge chrer Zersetzung als politische Macht ganz von selber ausschalte. Aber heute ist sie doch nach seinem eigenen Zeugnis als„KricgSfaktor allerstärkstcu Grades" höchst potent! Und den Prophezeiungen de? Genossen Lensch über die Zersetzung der französischen Partei könnte, man mit mindestens gleicher Beweiskraft andern entgegensetzen, die ihr den Ausstieg zu höherer Macht in ihrem Lande voraussagen. Meine Uebcrzeugung ist. daß die sozialistischen Parteien tu allen Ländern während des Krieges auf dem Wege nach oben sind, wobei zu bedenken ist, daß die französische Sozial- demolratie schon vor dem Krieg auf die Politik Frankreichs einen Einfluß ausübte, der uns Deutschen bei unserer da maligcn Ohnmacht ganz außerordentlich schien. Aber der Gegensatz der Auffassung zivischen Leusch und dem„Vorwärts" entspringt einem Gegensatz der Methode und wird erst aus ihm verständlich. Mail darf, iini diesen Gegensatz klar zu machen, einen Vergleich aus der medizinischen Wissenschaft heranholen. Eine ältere setzt fast ausgestorbene Schule„ der Medizin kannte nur einen Stolz: den Stolz der Diagnose, Glaubte, der Arzt die Krankheit des Paftcutiu erkannt und sich cm klares Bild von ihrem weitern Verlauf gemacht zu haben, so war der Fall für ihn so gut wie erledigt. Aus den Arzt. der sich ernstlich bemühte zu heilen, sah der große Diagnostiker als auf einen Kurpfuscher mit mitleidiger Vor- Pachtung herab. Tic Medizin existierte nur als Wissenschaft, nicht als Kunst.--- Welcher Umschwung sich seither voll- ogen hat. wie au die Stelle eines bloß wissenschaftlichen eobachterintercsses ein zäher Kampf gegen die Krankheit ge- folgt ist. ist bekannt, Auch in der Politik haben>vir eine ältere Schule der reinen Diagnose, und ihr Original ist Genosse Lensch. Erfühlt der Weltgeschichte den Puls, untersucht ihren Urin und gibt dann sein Gutachten über sie ab. Er weiß genau, wie alles gekommen ist und wie alles infolgedessen werden muß. Solche Gelehrsamkeit, die allen Völkern und Parteien ihr Schicksal genau vorherzusagen weiß, imponiert manchen Leuten gewaltig. Der aber den lebendigen Trieb in sich verspürt. zu ändern, zu helfen, zu heilen, fühlt sich an« Ende doch sehr uubesricdigt, wcmi er sich fragt, was nun eigentlich daraus folgt und auf diese Frage keine Antwort findet. Die Methode Lensch wird aber ini höchsten Grade ge- fährlich, wenn sie pseudowissenschaftlich mit> f a l s ch e n Diagnosen operiert' und knallenden Unsinn als feinstes Pro- dukt gelehrter Untersuchungen ausgibt. Seit der frühere m iredüverweigerer Lensch sein nationales Herz wieder entdeckt dat. hat er sich in die Vorstellung von den„reaktionären Mächten England und Frankreich" und vom„revolutionären Faktor Deutschland" verliebt, er hat das Alldeutschtum .marxistisch" interpretiert und den Marxismus alldeutsch verballhornt. Wci» gcsühlsmäsjig— obwohl nicht gerade sympathischen Aefühlen entspringend— ist diese Gegeuiibcrstellung, die am Deutschtum allcS edel, herrlich, unübertrefflich, an der übrigen Menschheit alles hundssöttisch, albern und spottmiserabel findet. Mit Wissenschaft hat dieses Heranfgelobe der eigenen Arr und daS Herunterreiffen jeder fremden nicht das ent- iernteste ni tun. Oder wäre es vielleicht wissenschaftlich, ein ganzes Volk— das französische— mit Geringschätzung zu bedecken, iveil es zu wenig Kinder produziert und zu wenig Kohlen ausführt? Gibt es nicht andere Maßstäbe der Be- nrtciliuig und gelten geistige Leistungen dem„Gelehrten" Lensch nichts? Gerade der Fall Lensch zeigt aufS deutlichste, daß man 'ozialistischc Parteien nicht lediglich nach den Uebcrreizungs- erscheinungcn beurteilen Sarff die der Krieg an ihnen hervor- ruft. Auch die französische Sozialdemokratie hat ein Recht, nicht lediglich nach ihren Lenschen beurteilt zu werden. Aber es ist nun einmal die Eigentümlichkeit der Lensche aller Länder, daß sie überall nur sich selber sehen und mit der Faust nach dem Spiegel schlagen, der ihnen das eigene Gesicht zeigt. Die umgekehrten französischen Gesinnungsgenossen von Lensch sagen, daß die deutschen Sozialdemokraten nichts an- deres als die gefügigen Werkzeuge deutscher Erobcrungslust seien und daß sie jeden Bruch des- Völkerrechts billigten, während sie selbst nur für Recht, Freiheit, Humanität und alle schönen Dinge der Welt kämpften. Für Lensch sind diese schönen Dinge freilich nur moralische Flausen, er käinpst für die „revolutionäre Mission" Deutschlands gegen die rückständigen Esel, die diese Mission noch nicht begriffen haben. Wären die sozialistischen Parteien des In- und des Auslandes nur aus Personen von der geistigen Eigenart des Genossen Lensch zusammengesetzt, dann wäre sein Wort:„Dieser Sozialismus ist ein 5lriegsfaktor stärksten Grades" in vollem Maße"berechtigt. Aber in Wirklichkeit liegen die Dinge anders. Die A r- b e i t c r(auf die es immer noch mehr ankommt, als auf einzelne Theoretiker oder die, die sich für solche halten) haben in allen Ländern den ausgebrochcnen Weltkrieg instinktiv als einen Verteidigungskrieg ihres eigenen Volkes ersaßt. Sie wollte» dieses Völkcrringen. das viel mehr>var als ein gewöhn- lichcr Krieg, nicht mit der Niederlage ihres eigenen Landes enden sehen. Wenn dieses vornehme Gefühl, das auch dem deutschen Arbeiter eigen ist und ohne das Deutschland längst geschlagen am Boden läge, zeitweilig von chauvinistischer Ucberhebung über sich selbst hinausgetrieben, entproletarisiert und »ationalistisch-verbürgerlicht wurde, so liegt darin noch kein Anlaß zur Verzweiflung, kein Grund, die Hände müßig in den Schoß zu legen! Die Selbstdesinnung der Internationale, die der„Vor- wärt»" predigt, ist kein Rückfall in den anarchosyndtkalistischcn Standpunkt des VertcidigungsnihiliSnius. Sie ruht auf der Anerkennung der Tatsache, daß jedes Volk die Pflicht hat, alle militärischen Mittel anzuwenden, um seiue Vernichtung auszuhalte», daß aber auch alle Völker die Pflicht haben, an die Erhaltung Europas zu denken, dessen Bestand als überragender Kultur- und WirtschaftSfaktor durch die lange Dauer des Krieges in Frage gestellt wird. Nach Lensch entspringen aber alle diese Bestrebungen, Europa vor dem völligeu Verbluten und Verarmen zu retten und zu diesem Zweck die Hilfe der sozialistischen Arbeiter anzurufen. auf einer„verschwommenen weichen und sentimentalen ohamafic". Genosse Lensch mag sich einmal an der Front erkundige», od diese„verschwommen»Deiche und icutimentale Phantasie" dort nicht lebhaften Anklang findet, od mau nicht dort der Meinung ist. es»nüsie jedes mit Ehre u»td Zukunft des Reiches vereinbare Mittel versucht iverdcn, um den» gegenwärtigen Zustand der Dinge ein Ende » machen I Aber der Schützengraben wirkt verweichlichend! Die richtige Gcsinnungshärte hat sich»vohl nur der bewahrt. den nie eine Laus gebissen hat, dem nie der Hagel von Dreck und Eisen um die Ohren geflogen ist. Wenn Lensch den Fall der Internationale(allerdings nicht ohne einige vorsichtige Vorbehalte) für unheilbar erklärt, so würden wir ihn uin seine Wissenschaft nicht beneiden, selbst»venn sie richtig»värc. Aber sie ist eS nicht! Um noch einmal zu dem alten Bilde zurückzukehren: lieber als der Arzt, der seinen Patienten untersucht, exiius letalis— tödlicher Ausgang— in sein Taschenbuch schreibt und dann ruhig zum Abendessen geht, ist uns der Arzt, der. wenn auch schon »ast hoffnungslos immer noch mit dem Tode uin sein Opfer :wgt. Beffcr als eine Scheinwiffenschaft, die mit Paradoxen glänzt und sich über die Welt mokiert— was hilft unii die angebliche Erkenntnis von Lensch?—, ist der nie »astende Wille zu bessern und zu ändern. Jene Schein- Wissenschaft, die ein Hohn auf den Marxismus ist, mag höchstens wr literarische Snobs einige Leckerbissen bereiten, sonst be» dcntet sie nichts für die Not unserer Zeit! Eine unbeschränkte englische Kriegsanleihe. L o»l d o>l, 5. Januar. Wie amtlich gemeldet wird, »vird eine neue Kriegsanleihe am 11. Januar ausgegeben »verdcu. Lind»«, KdJummr Reutermeldung. Tic„Times" gibt Eiuzrl- d-iten über die dritte Kriegsanleihe, deren Betrag unbeschränkt (ein wird. E« wird damit bezweckt, neues Geld aufzutreiben und die im Jahr» aufgenommene schwebende Schuld zu lousolidiere». Die Zeichner der letzte» Kriegsanleihe im Betrage von lllll) Millionen ini» die Besitzer der siinfProzentigen Tchatzobligationc» im Betrage >'o» MiNioiicii, der scchsprozentigrn Schatzobligationcn im Betrage uo» 159 Millionen und der Schatzwechsel im Betrage von 1100 Millionen Pfund Sterling werden ihre Anlagen konvertieren tinnru. Tie neue Anleihe wird das größte F-lnanzuntcruehuicn seiner Art sein. Seit Beginn des Krieges hat England drei Milliarden Pfund Sterling für Kriegszwecke geliehen. Amsterdam, 6. Zanuar.„Algemeei» Handclsblad" zufolge wird dem„Daily Telegraph" ans New Kork gemeldet, man erwarte in Wallstreet, daß die»enr englische Anleihe in den Bereinigte» Staaten 50 Millionen>Pfuud Ster- l i n g betragen werde, die in fünf Jahren rückzahlbar sei« werden. Vertagung See Duma. Nur in Bruchstücken wird bekannt, was sich in den letzten Wochen in Rußland abspielte. Der Telegraph ist dürftig, und die Korrespondenten, die sonst den russischen Dingen genügend aus der Spur sind, versagen. Die Ereignisse in Moskau bleiben im Dimkcl, und von den Vorgängen in der Duma läßt sich kein zusamnrcnbängendcs Bild zeichnen. Aber diese Borgänge sind offenbar heftigster Art gcwe'cn. Regierung und Duma sind wieder aufeinandergeprallt. Die Regierung brüskierte die Volksvertretung. Der Gesetz- entwurs aui Einführung der Z i v i l d i e n st p f l i ch t hat der Duma die Gelegenheit gegeben, abermals die Hand in die furchtbore Wunde dcS russischen Volkskörpers zu legen. Gegen den Absolutismus erhob sich die Tolksforderung, die der Regieruilg in der Gesetzgebung nicht freie"Haitd lofsen kann. Miljukow griff Trepow an. Wie dem„L.-A." aus Stockholm gedrabtet wird, sagte er: „Mit scheinheiligen Manövern suchen Trepow und Kon- sorten die Duma auszuschalten; aber»vir dürfen nicht zurück- weichen. Ter Zar spricht mit klaren Worten von künftigen Siegen, er vergißt dabei die Mängel, die abzuschaffen sind, ehe der Sieg erreichbar wird. Die Aehnlichkeit der gegenwärtigen Zustände mit den Verhältniflcn von 1905 sollte eine Warnung für die Regierung sein. Die Duma kann jederzeit von Pöbel- Haufen abgelöst werden. Ein Gewitter zieht sich zusammen, wo er niedergeben wird, wiffen wir nicht. Wir müssen darum auf dem Platze ausharren." Das uninittclbarc Ergebnis des Widerstandes der Duma ist jetzt der Ufas, der die Vertagung ausgesprochen hat. Am 30. Dezember ist dem Präsidenten der Befehl zu- gegangen, der das Parlament bis zum 2b. Januar ausschaltet. Wie es heißt, wurde von Trepow mit solcher Eile gehandelt, daß es nicht einmal mehr zur Verlcsuikg des Ukas kam. Als die Regierung sich Mitte Dezeinber von der Duma ihre.Kriegsantwort auf das deutsche Friedensangebot votieren ließ: brachte sie es zu einer einstiminigen Kundgebung, weil die sozialistische Linke vergewaltigt und protestierend aus- gesperrt war. Jetzt sperrt die Regierung die gesamte Duma, und da Zivildienstgeketze für die Sicherheit des Reiches dringlich notwendige Kriegsmaßnahmen sind, wird Trepow nicht zögern, sein Gesetz unter Ausschaltung der Tuina zu verordnen. Aber damit hat er dann das Gesetz zunächst nur auf dem Papier, und ohne die Mitwirkung des Volkes bei der Durch- führung bleibt es Papier. Soll es jedoch»int Zwang verwirklicht werden, so wird die Regierung den Widerstand, den. sie jetzt in der Duma mundtot gemacht hat, gerade in den Massen des' Volkes zum Auflodern bringen. Ein Trepolv wird schon den Weg machen, den sein Name verheißt. »* Nur wegen üer Minifterkrifen! A m st c r d n m, 5. Januar.(„Schles. Ztg.") Dir Londoner Zeituimen, wie„Times" und„Daily Telegraph", sind voll von Petersburger Stimmungsbcrickiten, welche ans weitere Mi- nistcrkrisc» in nächster Zukunft hiodcuten. Aach dem„Taily Telegraph" intrigiert ein Minister gegen den andern und täglich fährr das eine oder andcrc Mitglied des Ministeriums ins Hauvr- guartier zum Zaren, uin einen Kollegen anzuklagen. Das gleiche schlechte Berhältniz bestellt zwischen der Regierung und der Reichs- duma. Die Konflikte nehmen kein Ende. Ter Petersburger Stadt- Hauptmann Hot— noch dem„Daily Telegraph"— jede laute politische Unterhaltung auf den Straßen und in denössentlichenLokalenbei schwerer Gefängnisstrafe v e r- boten, insbesondere die Verbreitung von Gerüchten, die dem Mi- nisterium schaden können, auch wenn die Gerüchte aus Wahrheit be- ruhrn./ » Stockholm, K. Januar.(„Frtf. Ztg.") In der Wohnung des Tumapräsidenten Rodzianko wurde ein frecher Einbruch verübt. Die ganze Wohnung wurde umgewühlt, jedoch keinerlei Wcrtgegcnständc mitgenommen. Politische Motive des Verbrechens werden allgemein angenommen. Das Wiöerfpiel öer Cntentenote an Griechenlanö. Teils verworfen— teils unterhandeln. London, 5. Januar. Reuter meldet aus Athen vom 3. Ja- »mar, die früheren Ministerpräsidenten, mit denen der König berat- schlagt habe, hätte» einstimmig erklärt, daß die Forderungen der Entente in ihrer gegenwärtigen Form nicht gebilligt werden könnten, da diese ans ein Eingeständnis hinauslauscn würden, daß der Plan bestehe, Sarrail im Rücken anzugrcifr«. Die Regierung habe bcschloffen, im Einvernehme» mit der Krane gewisse Teile der Rote der Entente zu ver- werfen, sei aber geneigt, über dir anderen Bedingungen zu unterhandeln. London, 5. Januar. Das Rcuterfche Bureau meldet aus Athen vom 3. Januar: Di« griechische Regierung erklärt anläßlich der Nichtannahme der Ententenote, daß sie der Entente nicht den Krieg erklären, sondern sich den Zwangsmaßregeln unterwerfen werde, im Vertrauen darauf, daß die Mächte schließlich einsehen lbürden, daß die Blockade eine unverdiente Strafe für die Ereigniffe am 1. Dezeinber sei, die auf ein Mißverständnis zurückzuführen seien, da die Armee ohne Rücksicht auf die Regierung beschlossen habe, sich der Ausliefe- rung des Kriegsmaterials zu widersetzen. Was die Gefangenhaltung der Vcnizelisten be- treffe, so sei der 5lönig zwar bereit, einige der Gefangenen zu be- gnädigen, die Verfassung verhindere ihn aber, sich in das gerichtliche Verfahren einzumischen,«he die Urteile gefällt seien. Nach der Haltung der Ententediplomatie zu ur- tellen, sei die Lage nicht beruhigend. Der Ton in der Athener Presse sei sehr feindselig-»vährend der Einfluß der Blockade sich immer mehr fühlbar uiache. Die Per- teilung des Brotes, das aus einer Mischung von Weizen und Gerste hergestellt»verde, stehe unter strenger Aufficht. Die Lebensmittel seien außerordentlich teuer, so daß sie s ü r die ärmeren Klassen unerreichbar seien. -je Tie Eisenbahnbrücke südlich Larissa gesprengt. London, 5. Januar.„Dailh Telegraph" erfährt aus Ehra vom 4 Januar, daß die Reservisten die Eisenbahnbrückt südlich von Larissa in die Lnsr gesprengt haben, um weitere Truppenvrrschirbungen nach dem PeloponneS zu verhindern. Ferner berichtet das Blatt, daß das Vermögen de« Generals Tanglis» das in der Nationalbant deponiert war, und einige kleine ltzrldsummen, die BenizeloS gehörten, beschlagnahmt wurden. Tie Verhaftungen von Bcnizelistcn dauern fort. Ter Transport der Truppen nach dem PeloponneS geht langsam vor sich. Bisher wurden 7909 Mann und nur 39 Gr- schütze dorthin gebracht. Aus dem Piräus wird dem„Tally Telegraph" berichtet, daß am 29. Dezember die. Geschäfte der Bäcker im Piräus gestürmt worden seien. Auch in Athen sei eS zu Brotunruhen gekommen. Für die Armee feien große Mengen an Mehl ringclagcpt. Tie Re- gicrung wolle diese Vorräte ober nicht hrrausgrben. Die Ententemächte vor öie probe gestellt« Stockholm, 6. Januar.„Stockholms Dogblad" meint: Auch wenn die Autwort auf Wilsons Note, wie ein Reuter- telegramm mitteilt, die einzigen Vorbedingltngcn andeuten wird, unter denen die Alliierten zu Verhandlungen bereit sein könnten, so dürste dieses Zugeständnis an die öffentliche Meinung sowohl in den neutralen Staaten,»vic auch in der Mehrzahl der Ententeländer, schwerlich ein Ausgeben des einmal angc- nommenen Grund st andpunktes bedeuten, daß sich die Verhandlungen wie ein Verfahren zwischen Richter und Verbrecher gestalten müßten. Wenn jetzt die Beaitt- »vortung der Note Wilsons bevorsteht, werden die En- tcnten» ächte vor die Probe ge st eilt: Wollen sie von historischer und ethischer Polemik nach Scha- blonen, die durch zweijährigen Gebrauch abgenützt sind, zur offr- neu Bekanntmachung ihrer eigenen Pläne über- gehen, um dadurch womöglich ein ähnliches Bekenntnis von feiten der Nlittelmächte hervorzurufen? Geschieht das nicht, so kann man sich als Neutraler uicksi des Eindruckes erwehren, daß die englische Regierung, die »vohl die Seele des Widerstandes gegen die Fciedensuntcr- Handlungen ist, am liebsten die Bedingungen der beiden Par- teien in Dunkel gehüllt wissen will— aus Sorge um den Zusammenhalt innerhalb des Zehnmächteverbondcö. » Ter amerikanische Senat und Wilsons Note. Washington, 6. Januar. Reuter meldet: Ter Senat iial,m mit 48 gegen 17 Stimmen den Antrag der Republikaner an, durch den daS Ansuchen des Präsidenten um Bekannt gäbe der Friedensbcdingungen, nicht«bcr seine Note gebilligt wird. Washington, 5. Januar. Rcutcr meldet: Nach einer Mitteilung des Staatsdepartements beabsichtigt Wilson nicht, eine neue Friede nsnote abzusenden. * Tic Entente-Antwort in Wie» überreicht. Wien, 5. Januar. Der amerikanische Botschafter Pcnfield übergab heute nachmittag im Ministerium des Acußcrn die Note, welche die Antwort der Entente ans das Friedensangebot des Bier- bundc� vom 12. Dezember enthält. Die U-öoote an üer Arbeit. Wieder ein Mittelmeer-Transportdampfcr versenkt. Berlin, 6. Jannar. Eines unserer U u t e r s e c- boote hat orn 23- Dezember im östlichen Mittel»««: einen bewaffneten und von Kriegsfahrzeugen begleiteten feindlichen TrauSportdampfer von über ällvv Tonnen durch Torpedo- schttß versenkt. ch Bern, S. Jannar. Agenc« Havas meldet ou5 L«S Saklr« d'Olomie: Ei» deutsches Unterseeboot hat daS srauzöfischr Schilf „Dundce Ste. Nile" in die Lust gesprengt. Tie Besatzung ist gerettet. Kristiania, 6. Januar. TaS Ministerium dcS Aeußern erfährt ans Falmouth, daß der Dampfer„Befiik" aus Kristiania, von Eardiff nach Algier mit Kohlen unterwegs, Donnerstag abend 8 Uhr �0 Meile» östlich von Bishop Rock von den Deutsche»« e r s e n k t worden ist. Die Mannschaft ist in Fat- mouth eingetroffen. London, 5. Januar. Lloyds meldet, daß der Dampfer „Murcx">3564 Tonunrui aus London am 21. Dezember von eine« feindlichen U-Boot versenkt wurde. In die Scitenwand drS Schiffes wurde ein 20 Quadratfuß großes Loch geriffen. Der Dampfer ist verloren. Eine Person wurde getötet. Die Säuberung üer Dobruüscha. Ter bulgarische HeercsbcAcht. Sofia, 3. Januar. Generalstabsbericht vom 3. Januar. Rumänische Front: In der Tobrudscha gingen die bei M a c i n und I i j i l a geschlagenen Russen gegen Braila zurück: bulgarische und deutsche Truppen verfolgten sie biL an das rechte Donau-Ufcr und besetzten das Dorf E e c e t, gegenüber von Braila. Der linke Flügel des Feindes hat � versucht, sich in den nordwestlichen Winkel der Tobrudscha bei Vacarcni und der Höhe 162 zu halten; trotzdem wurde auch hier der Feind durch einen heftigen Vorstoß unserer tapferen Jnfanterieregimenter Nr. 33 und 36, die von der Artillerie wirksam unterstützt»vurden, auf den schmalen Geländestreifen an der Stkaße nach G a l a tz zurück- getvorfcn. Die Zahl der hier gemachten Gefangenen beläuft sich auf dreizehnhundert Mann. Bei I i s a c c c a beiderseitiges Geschützfeucr; feindliche Monitckre haben Tulcea beschossen. Mazedonische Front: An einigen Frontab schnitten schivaches feindliches Geschützseuer." Im Ccrna- Bogcn hat der Flieger Leutnat Brande! seinen zweiten feindlichen Fesselballon abgescheschoffen, der brennend bei Nc- gotschani herabstürzte. Die Zlucht üer rumänischen Sevö'lkerung. Von der schweizerischen Grenze wird der„Köln. Ztg." gemeldet: Dem schweizerischen Preßtelegrapb zufolge melden die Pariser Blätter, daß die Flucht der rumänischen Bevölkerung aus den vom Feinde nicht besetzten Gebieten einen riesigen Umfang angenommen habe. Die Bahnhöfe utid Straßen seien von Flüchtlingen aller Bevölkerungs- klaffen überfüllt. Zahlreiche Kinder irrten, von ihren Eltern getrennt, umher. Tic meisten Flüchtlinge hätten,»venn sie nach Rußland kämen, nichts zu effen. Die Lage sei nieder- schmetternd. ch Ter Kampf um Rumänien. Ter russische Heeresbericht vom 3. Januar meldet: Die Rumänen sind nördlich vom KaSin- Flusse, acht Werst östlich von der ungarischen Grenze, im Angriff. Am Bormittag griff Öt. 6 Bl. Jadrrillng. 1. ftilajt ks LawSrls" Mim Sonntag. 7. Jannar t9t7. öatocki an Mermuth. Nicht Tystemwechsel. sondern Ausbau. Berlin, ö. Januar. Der Präsident des Kriegs- crnährungsamtes hat an den Oberbürgermeister von Berlin das nachstehende Schreiben gerichtet: Eurer Exzellenz Ausführungen in der letzten«tadtuerordnetcn- sitzung sind für die Oeffentlichteit so bedeutsam, datz ich eine öffentliche Klarstellung einiger von Eurer Exzellenz berührten grundsätzlichen Fragen für geboten halte. Cure Exzellenz haben nach den Zeitungsnachrichten unter anderem ausgeführt, datz nicht ohne Mitwirkung der behördlichen Organe der tbedanke der Not- wendigkeit fortwährender Preissteigerungen für die landwirtschaft- lichen Erzeugnisse zur Hebung der ProduktionSsreudigkeit sich aus- gebaut habe, das; bei den Städtern sirengste Ration, bei den Land- Wirten Freiwilligkeit und eigenes Ermessen beim Berbrnuch ihrer Srzeugnisie gelte. Mein Rundschreiben wegen Förderungvon Lieferungsverträgen zwischen Verbrauchcrge. meindcn und Erzeugern haben Eure Exzellenz als über- raschend, um nicht zu sagen atemraubend bezeichnet, darin die Gefahr«ine» Schwanken» und Systemwechsels erblickt und ge- fordert, datz der einmal begonnene Plan folgerichtig und eisern durchgeführt werde. Da». System, dessen folgerichtig« Durchführung für die Dauer der Kriegsknappheit ich nach wie vor für geboten halte, geht dahin. diejenigen wichtigeren Lebensmittel, bei denen da» ihrer Natur nach möglich ist, in öffentliche Lewietschastun» zu nehmen. Zivangs- liefcrung seitens der Erzeuger unter Beschränkung der ihnen für Wirtschaft und Haushalt zu belassenden Mengen auf da� nnbe- dingt erforderliche Matz hat an öffentlich«, zentral geleitete Stellen zu erfolgen, denen die Verteilung an die Gemeinden behufs Unterverteilung an die Verbraucher nach einheitlich festgesetzten Kopfmengen obliegt, und zwar zu Preisen, die so niedrig zu be- messen sind, wie eS die Aufrcchterhaltung der Erzeugung zuläht. Dieses System war bei Errichtung des Kriegsernährungsamts Ende Mai von Reichs tvege» voll ausgebaut für B r o t g e- kreide. Bei K a r t o f f e l n hatte man nach mehrfachem Wechsel de« System» kurz vorher zur NotstandSzivangSIiefcruug aus allen Orten, wo noch Kartoffeln vorhanden waren, an die Orte, wo die Notlage am grötzten war. gegriffen. Ansätze zur Verteilung von Reichs wegen waren vorhanden für ander« Getreidearten und Vieh. Ein ganz geringer Teil der inländischen Butter wurde von der ZentvaleinkaufSgesellsckmst ersaht und verteilt. Im letzten halben Jahre ist diese» System ausgedehnt worden auf sämtliche Getreidearten und die daraus hergestellten Nährmittel, auf die Futtermittel, auf Fleisch, mit Aus- nähme eines Teiles des Wildes und Geflügels, auf Butter und Speisefett. Die Bewirtschaftung der von der Industrie unter ReichSaufsicht hergestellten O b st st r e i ch m i t t e l und Gemüsekonserven erfolgt gleichfalls nach einheitlichen Grund- sätzen. Tie Betvirtschaftung der Vollmilch und Mager- milch, der sich, wi« Eure Exzellenz zutreffend hervorgehoben Huden, gegenwärtig noch- besondere Schwierigkeiten entgegenstellen, wird zurzeit von mir mit allem Nachdruck betrieb«« und ich er- wart« eine Besserung der auf diesem Gebiete bestehenden beson- deren schweren'Mißstände. Die von Eurer Exzellenz«rtvähnte ständige Preissteigerung für diese Waren konnte seit Errichtung des Kriegsernährungsamts im allgemeinen vermieden werden, abgesehen von der Kartoffel, auf deren besondere Verhältnisse ich hier nicht eingehen kann. Die Herabsetzung des R o g g e n m e h l p r e i s e s im Zusammenhang mit den zweckmäßigen Preisenordnungen der Berliner Behörden haben«ine wesentliche Herabsetzung des Roggenbrotpretses ermöglicht. Dt« Ermäßigung der Gerste n» und Haferpreise gegenüber dem Vorjahre neben einer scharfen Neberwachung der Industrie durch die Relchsstcllcn hat«Ine wesentliche Ermäßigung der Preise der Getreidenährmltlel ermöglicht. Tie Rindviehpreise sind herabgesetzt und ihre iveiter« Er» Mäßigung nach Abschluß der Winter ma st Periode wird beabsichtigt. Bon einer Arnderung de» geschilderten System» bei all«» bioher angegebenen Waren während der Tauer der ErnährungSschwierigteiten ist, wie ich in deni erwähnten Rundschreiben unzweideutig zum Ausdruck gebrocht habe und hier nochmal» betonen möchte, kein« Rebe. Dagegen gibt e» andere Waren, die sich ihrer Rotur nach für da» System der Beschlagnahme zu Höchstpreisen und Bewiri- schaftung durch Zentralbehörden nicht eignen und wo jeder Ver- such, derartige Maßnahmen zu ergreifen, au» den in meinem Rundschreiben angegebenen Gründen zu Mißerfolgen führen muß. Als solche Waren habe ich im Anschluß an die schon bestehenden, durch die augenblickliche Futterknappheit zurzeit leider schlver be- einträchtigten Schweinemast vertrag«, die eigentlichen mehr gartenmäßig gezogenen und besonder» schnell verderblichen Frühkartoffeln, Gemüse. Kohl. Obst und Geflügel sowie unter Umständen auch Vollmilch und Magermilch bezeichnet. Ucber alle diese Waren sind LieferungSver- träge von einzelnen Stadtgrmeinden schon bisher abgeschlossen worden. Die haben aber wegen der Ungleichmäßigkcit der Durch- führung, der häufigen Prelsüberbietungen und de» ungeklärten Verhältnisses zu den Reichsstellen, die mit der Beschaffung der- selben Waren für Zwecke der Heeresverwaltung und der bedürftigen Bevölkerung betraut waren, wie Eure Exzellenz zutreffend hervor- gehoben haben, bisher oft zu Mißerfolgen geführt. Dem im nächsten Jahre abzuhelfen, war, wie sich au» dem Inhalt meine» Rundschreiben» ohne weitere» ergibt, der ausschließ- liche Zweck der Anregung. Es soll eine mit den Reichsstellen Hand in Hanb arbeitende allgemeine Beratungsstelle für derartige Ver- träge geschaffen werden, dadurch soll eine unerwünschte Preis- steigerung durch gegenseitige» Ueberbieten vermieden. die Benachteiligung minder leistungsfähiAcr oder un- günstig gelegener Gemeinden eingeschränkt, andererseits aber dw Jnttiat-ve und Sachkunde der Gemeindan einer möglichste« Steige- rung und zweckmäßigen Berwertung der genannten Waren nutz- bar gemacht werben Ich bin überzeugt, daß ein« Reich»stelle, wag sie ein« noch so eitrig' Tätigkeit entfalten, ollein diese Aufgabe nicht erfüllen kann. Daß da» KriegSernährungSamt und die ihm nachgcordn«ien Reichssiellen auf Grund der im Vorjahre gemachten Erfahrungen bei der Erfüllung der Aufgäbe in vollstem Umfange mitzuarbeiten haben, verlieht sich von selbst. Ich zweifle nicht, daß auf die'em Wege durch da» Zusammenarbeiten zwischen diesen Stellen und den Gemeinden das Ziel sich wird erreichen lassen, die Erzeugung der genannten Waren zu fördern, die Preise in einer für die Verbraucher erträglichen Grenze zu halten und die Ver- teilung sachgemäß vorzunehmen. Ich werde, wie eingangs bemerkt, die Veröffentlichung der vorstehenden Darlegungen veranlassen. Mit vorzüglicher Hochachinug Euerer Exzellenz sehr ergebener gez. von Batocki. Herr v. Batocki ist also nach seiner eigenen Meinung arg in i ß v e r st a n d e n worden. Er kann aber an dein Miß- Verständnis, in das so viele bedeutende Sachkenner mit ver- lmckelt werden i nicht ganz unschuldig sein. Vielleicht hat er auch wirklich schon mit einer gewissen Voreingenommenheit zu kämpfen, die sich aber daraus erklärt, daß seine Tätigkeit nie bis an die Wurzel des llebels herobreicht. Per- teilnngspläne sind sehr gut und Liesernngsverträge zwischen Gemeinden und Erzeugern unter sachverständiger zentraler Beratung sind dringend zu wünschen, es muß n»r eben das zu Berteilende und zu Liefernde in einigermaßen ausreichenden Mengen greis�ar sein. Die ganze städtische Bevölkerung hat die Ucberzengung> daß der Arm des Diktators nicht weit genug in die Vorratskammern der Erzeuger hineinreicht, und daß ohne Steigerung der heranzuschassenden Mengen Ver- teilnngen und Liesernngsverträge nur der Theorie genügen, aber nicht dem Magen. Wie wir hören, begrüßt es der Magistrat sehr, daß ihm durch das Schreiben Gelegenheit zur sachlichen Behand- hing der darin behandelten Fragen des gegenwärtigen Er- nährungswejens geboten wird. Der Magistrat wird nickt niüerlassen, von dieser Gelegenheit Gebrauch zu machen und cuff den Inhalt des Schreibens näher einzugehen. politische Ueberstcht. Die Moral unserer Kriegführung. Der kaiserliche Armeebefehl über die Ablehnung des Friedensangebotes veranlaßt die„Tägliche Rnndschail" zu einer längeren Aneinanderreihung kraftvoller Worte. Weil es in den an die Soldaten Mli. nicht an die Redakteure) gerichteten Worten des Armeebefehls heißt„Ihr werdet zn Stahl werden", so schreibt man in der„Täglichen Rundschau" lauter Stahl und Eisen und straft unS mit folgenden Worten: Wird nun Herr Tcheidsincmn iortfabren, tagau». iagein ringe- stört und nnwidersprockien von sonst d,� össentlichen Schulmeistern» srobeswn Organen die Morel unserer Krikflfiihrung zu iinteryöhle»? »Tie Milte! der Sozioidemokralie sind noch nicht erschöpil", ver- kündet eben erst der„Borwäri»", indem er Herrn Wilson weiier scharf zu machen suchte;»im Gegenteil!* lind der Scheideman» redet jeglichen Tag und glaub» allen Ernste», daß man einen Kamps auf Leben und Tod aus die beste Weise führe, indem man vom Morgen bis zum Abend.Friede. Friede" schreit, während der Feind.Krieg bi» zur Vernichtung" rast. Glaubt allen Ernste?, daß der Brennpunit alle» Geschehen» dieser Tage die Friedens- aklion«ine» zweideutigen Neutralen sei—, falls man da» noch zweideutig nennen kann—, die ein anderer Neutraler vor aller Welt und von Amtsloege» für anisicktslo» erklärt. Während die Worte de» kaiserlichen Armcebescbls Stahl hämmern, buttert Herr Icherdemann. Daß Ä« Morst unserer Kriegführung untergraben tvirb. tvenn wir unsere Friedensliebe u»d FriebenSbercit- schaft betonen, ist uns neu. ES gibt unseres ErackteuS über- baupt kein besseres Mittel zur Hebung der Moral unserer Soldaden, als sie immer wieder davon zu überzeugen, daß die Berlängernng des Krieges nicht unsere Schuld, sondern die der Gegner ist. UebrigcnS hätte der Artikelschreiber der „Täglichen Rundschau" den kaiserlichen Befehl ruhig etwas genauer lesen dürfen, dann hätte er nämlich gefunden, daß auch dieser„stahlhämmernde" Erlaß biß zum Schluß von einer V e r st ä n d i g» n g mit unseren Gegnern spricht. Eins geben wir der„Täglichen Rundschau" gern zu: Ans Friedens- reden entsteht keine Butter, wennschon die Erzeugung von Butter im jetzigen Zeitpunkt durchaus verdienstvoll wäre, aber ebensowenig möge sie sich einbilden, daß Kraftworte und -Gesten schtmmgvoller Leitartikel sich in Stahl und Eisen verwandeln._ Tirpitz gibt Parole ans. In einem ReujahrSbrief an den Landgerichtsdirektor Otto Händler in Koblenz schreibt, tvie die„Koblenzer Zeitung" berickitct, Großadmiral v. Tirpitz:„Für löl? sei Flandern das Losungswort". In den zu Tirpitz haltenden Kreisen ist diese Parole schon seit einigen Wochen vorausgeahnt worden, das reizt die spstenlatische Agitation in ihrer Presse von Reventlow bis Bernhard, ans die wir unlängst hinwiesen. Erfreulicherweise wohnt Herrn v. Tirpitz ParoleauSgaben eine offizielle Bedeutung nicht bei. Nach der Tirpihschen Parole handeln bereits ferner eine Anzahl Professoren, Oberlehrer. Pastoren und Regierung.;. rätc usf. aus F r a n! f u r t a. O,. die in einer Petition'an den Reichskanzler eine„Anglicdernng" der„flämischen Mark" fordern. Für den Geist dieser Petition spreche folgender Absatz: Wir sind der M-iniing, daß Belgien al» selbständiger Staat da» Recht auf Daiein verwirkt hat. Gebore» nicht aü» innerer Noiwenvigkeit. sondern au» der Selbstsucht England«, künstlich zusammengeschweißt au» zwei sich iremden Elementen, von denen da« kulturell wertvollere mimer rücksichtsloser vergewaltigt wurde, ist Belgien kaum je von einer sittlichen StaaiSidee beherrscht gc- lvese». Nach seiner bewußten und groben NeutralitatSverlctzung vor dem Kriege, dem aller Kultur und Menschlichkeit Hohn sprechenden Verhalten der Bevölkerung während de« Krieges hat die Geschichte da« Urteil über diesen Staat gesprochen. Eine fortschrittliche Kandidatur in Potsdam- Osthavclland t Nach einer Meldung de«.B. T." haben die Beiprechungen der bürgerlichen Parieicii über die bevorstehende Reicheaagsersatzivabl im Wahlkreise PoiSdam-kpandau-Osthuuciland noch zu keinem Er- gebni» gestihrl. Man will erst noch die KreiSkontereuzeit der ein- zelnen Parteien hören. ES bestehe aber wenig Au» slcht, daß etn« gemeinsame bürgerlich« Dommellandidatur zustande kommt, da die Konservativen daraus hiuardeiten, daß em Mann der Rechien al» Samm-Ikandioai benannt wird. Halten die Konservativen daran fest, so würde die Fortschrliiliche Vollsoartei ebenfalls mit einem eigenen Kandidaten hervorireien müsse». Wahr- schemlich ivürde ab* ihr Vertreter der Generoliekreiär der Postuiiler- beamiciiverbände. R? in m e r», ausgestellt werden. Bei den lev>eu ReichetogSwahlen wurde der foitschritlliche Kan- didat nur mit etwa tausend Sninmeii von dem Konservaliven au» der Stichwahl gedrängt. E» wurden damals 11 063 iorlschritlllche gegeir� 12 638 konservative Stimmen abgegeben, LI SOS fielen auf den Soziaidemotralen. Anfragen und Antworten. Auf eine Anzahl„kleiner Anfragen" im Reichstag ist jetzt die schriftliche Antwort eingelaufen. Das Auswärtige Amt beantworte ein« Anfrage der Abgg. Dr. H e ck s ch e r. Dr. S i r c s e m a n n und Zimmermann über die Entschädigung der im feindliche:! AuSlaiid.zuschaden gekommenen Deutschen. Es werden die ein zelnen Maßnahrnen ausgezählt, wobei zu erwähnen ist, daß für dl noch in Rußland befindlichen Deutschen zurzeit monatlich 1360 06s' Rubel bezahlt werben und eine beträchtliche»veiicre Steigerung dieser Ausgabe zu erwarten ist. Die übrigen Antworten betreffer. meist Anfragen, die zur Ernährungsfrage gestellt sind. Auf «ine Anfrage des Abg. Dr. Trendel zur Flcischversorguug c: widert der Vizekanzler Dr. Helfferich. Danach hat die Reichsflcisch stelle in Würdigung der Talsackje, daß in manchen Bezirke» de. Reiches die Landwirte gegeMväriig überständige Rinder und fctie Schweine haben, beschlossen, eine griihere Abschlachtiing zu: Besserung der Fkeischversorgung der Zivilbevölkerung überall da zuzulassen, uw die Piehbestäude ein derartiges Eingreifeu erlaube» »ich die Erhöhung der Stückzahl zur Erreichung der Kops- menge von 250 Gramm er forde rl ich ist. Auch sonst solle.. überständiges Schlachtvieh soivie Schiweine, die aus Futtermangel schwer weiter gehalten werden könmen, iibtniommen und für Zeiten einer schwierigeren Viehaufbringung durch Einfrieren als Reichs r e s c r v e aufgestapelt werde:» Es liegen außerdem ein« Reihe neuer Anfragen des Abg. Dr. Trendel zur Ernähruiigsfrage vor, deren eine die V e r b i l l i g u» o d«» S ü ß st osfc» betrifft, während die anderen sich mit der Aus »utzung des Tierkadaveriiwhl», der besseren Versorgung Bayerns im: Kakkstiastoff und Fragen des Weinobsteintiruss beschäftigen. Der„Wahltnmpf" i» Köln. Au» Köln wird uns geschrieben: Der sozlalbemolratijchc Kandidat. Redakteur Genosse Johann Meer seid, ist mit nm 3206 Stimmen gewähtl worden. Bei der Wahl im Jahre 1912 halte die Partei»8 666 Stimmen gemustert. Da die Wahl des sozialdechokratische» Kandidaten feststand, war die Beteiligung m» ganz gering, zumal die große Mehrzahl der Kölner lvahlherechtigten Arbeiter bis zum späten Abend in den großen MunitionSfabrite» der snicht zum Wahlkreis Köln-Stadt) gehörigen Pororte festgehalten sind. Die Anhänger de» Zentrums und der Liberalen haben die Parole„Wahlenthaliuiig" so gut wie ohne Ausnahme durchgeführl. Und doch ivar die Kölner Wahl nickt ganz burafriedlich. Ej» Grüppchen, tlein aber sehr rührig, da».Kölner Opposition" firmiert, stellte ein»„ So»der-Kan didat ur" auf. deren Werde» uii Wesen eine kurze Betrachtung verdient. Während die.Opposition". au« organisierten Genosse» und Genossinnen bestehend, dem Parteiblatt und der örtliche» Parteileitung sorgsültia ihre Pläne zu verbeimlichen suchte, biederte sie sich desto un genierler der bürgerlichen Presse o». Ein amtliche: Kreisblatt, die„Kölu-Mülheiiner Zcitnng", konnte eil? erste Zeituim wenige Tage nach dem Tode de« Abgeordneten Hofrichter mnteile». daß die.Kölner Opposition" Dr. Liebknecht aufstellen werde. I: der entscheidenden Generalversammlung wagte man allerdings mu Dr. Liebknecht nicht hervorzutreten, der nur wenige Stimmen er zielt haben würde. Deshalb schob man den Genossen Dr. Breit scheid als Gegenkandidaten vor, der sich iir völliger llnkemit»! der ihm zugedachte» Rolle al« Srimmentänger und Platzhalter für Liebknecht mißbrauche» ließ. Soforl nach der Gencralversanimlnw letzt« dann die Wahlagitation für Liebknecht ein: Sitzungen de: Getreuen. Rundschreiben an die Oppositionellen, flammende Artiiel im Duisburger„Kampf". Agitation in unseren Wählerversamm- lungen. Die Redakno» deS PmieiblaiteS lonnte die oppositümeller Geisteskinder nur auf„illegalen" Wegen erlange». d a: ZenrrumSblatt aber erhielt jedes oppositionelle Geheim zi rkvlqr prompt zugesandt. Sämtliche Erzeugnisse strotze» von Schimpfereien und el, reurührige» Angriffe:'. auf die Mehrbeil. lind da« alle» geschah, mährend diese„Opposiür- ncllen", die sorgsältig eine Erklärung darüber vermieden, ob sie sich der TpariacuSgmPpe oder der Arbeitsgemeinschaft zuzählen, n o w Mitglieder der örl lichen P a r t e i o r g an i s a ti o Ware n, Sogar eine eigene Wahlversammlung mit Minster als Redner war geplant, scheitcrle aber an„widrigen Umstäuden" nicht etwa an behördlichen Schwierigkeiten. In einem Schlußzirkular wurden die Genosse» aufgefordert, aus dem Slimmzeitel den Name» Meerseld durch Dp. Liebknecht zu ersetze». Run haben die„Massen gesprochen: Liebknecht 18/ Meer- seid 3200 Glimmen. Mau beachte: auf Liebknecht entfielen bei dr. Ltz a h l»ur der vierte Teil der Stimmen, die Breiischeid in de: Generalversammluiig erhalten hatte. So endete der»Wahlkampf in Köln. tvcnvssin Schutzfran. Ein beachlenSwerie« Borgehen zur Bekämpfimg des Wuchers Mit Lcbciisinilteln wird un» au» Köln berichtet: Die P>ei«prgs»nflsstelle in Köln hat beschlossen, weibliche Hilst fräste für die städtisch« Polizei einzustellen. Die Frauen solle» vm allem d i e Kleinhandelspreise überwachen. ES Wh- dadurch eine Anregmig verwirklicht, die unser Kölner Parletblgi: wiederholt gegeben bat. Unsere Kölner Genossinnen werden selbst verständlich darauf hinwirken, daß auch au» ihren Reihe»»Pol, zistmnen" genominen werden. Veutsthe und englische wirtschastsfragen. Iß einem gelegentllchen Bericht dieser Woche über die Börse war gesagt worden, daß der N es ch s b a n ka u s weis eine starke Anspannung des Zentralnoteirinstitzut zeige und zur Zurückhaltung gemahnt habe. Was bedeutet eigentlich die Neichsbank für das deutsche Wirtschaftslebens Der Bedarf an Zahlungsmitteln ist nicht bestimmt, c. 'chwanks mit dem Umfang und der Intensität deS Geschästo lebenö und mit der Entwicklung der Zahlungstechnik. Hat sich die Hebung eingebürgert, einen großen Teil der Ver Kindlichkeiten durch Banküberweisungen von einem Konto auf daS andere zu erfüllen, so verringert sich der Bedar an Münzen, die dem Laien als die wichtigsten und vielleicht sogar als einzige Zahlungsmittel crscheintn. Der Hinweis au? den Ueberweisungsverkehr und ans sein Mittel, den Icheck, deutet schon darauf, daß neben den Münzen noch andere Zahlungsmittel genommen werden. Das wichtigst: dieser ZabiungSmittel ist der Wechsel, dessen Umlaus.- fäbigkeit desto größer wird, je besser und bekannter die Firmen sind, die für seine Einlösung haften, und für dt' Wechselverbindlichkeit haftet jeder, dessen Unterschrist auf dem Formular steht. Der Holzhändler zieht auf den Tischler einen Wechsel, der z. B. in drei Monaten fällig wird, in welcher Zeit der Tischler auf den Vörkauf stinor aus dem Holz gefertigten Fabrikate hofft, um den Wechsel einlösen zu können. Der Holzhändler läßt den Wechsel nicht im Kasten liegen, sondern bietet ihn der Forstverwaltung als seiner Lieferantin zur Zahlung an. Dictc verkauft den Wechsel an eine Bank und erhält dafür die Wechselsmnme, abzüglich der Stufen für den Rest der Laufzeit, des sogenannten Diskantes. ausbezahlt oder gutgeschrieben. Die Bank hat aber an Ein- leger Geld zurückzuzahlen, und um dieses flüssig zu machen, realisiert sie ihre am leichtesten zu verwertenden Anlagen, wozu besonders Wech'el zählen. Darum reicht sie die Wechsel bei der N e i ch s b a n k oder einer ihrer Filialen zum Tis- tont(Wechselankanf gegen Zinsabzug) ein und erhält da- für— Banknoten. Banknoten sind also nichts als sofort fällige Anweisun- gen der Reichsbank auf sich selbst in bestimmter Stückelung. Ihre ständige Einlösung ist dadurch verbürgt, dasi der Bank genaue Geschäftsbedingungen gesetzlich vorgeschrieben sind, daß Wechsel immer fällig und mit Goldmünzen und Bank- noten, die auf diese Weise an die Bank zurückströmen, ein- gelöst werden, schließlich dadurch, daß die Banknotenausgabe gebunden ist an einen Barvorrat. Da die Banknote ihren internationalen Wert nicht in sich selbst trägt, fondern von ihrer ständigen Umtauschbarkeit in das Weltgeld Gold herleitet, so darf die Reichsbank nur zweimal soviel Noten ausgeben, als sie Gold, Silber und Reichskassenschcine, deren stete Eiirlösbarkeit durch das Reich unbedingt gesichert schien. Tie Drittelöeckung ist rein willkürlich, sie könnte auch größer oder kleiner sein, aber sie wurde festgesetzt, um in allen ange- nommenen Lagen die Einlösbarkeit der Noten zu sichern. Im Kriege hat sich nun nianchcrlei geändert: die Reichs- bank diskontiert herzlich wenig Geschäftswechsel, die viel- mehr von den im Gelde schwimmenden Banken als Kapitals- anlagejehr begehrt sind, fondern nur Reichs- und eventuell auch Staatswechsel, die vom Warenwechsel genau so der- schieden sind, wie die sogenannten Finanzwechsel, die z. B. von einer Bank auf die andere zur Geldbeschaffung gezogen werden. Tie Diskontierung von Warenwechseln bedeutet die Mobilisierung einer bestehenden Forderung, die Diskontie- rung von Finanzwechseln die Schaffung einer Forderung auf Pcrsonalkredit zum ausschließlichen Zweck ihrer Mobilisie- rung. Auch die Dcckungsvorschriften sind dahin geändert worden, daß auch Darlehnskassenfcheine zur Grundlage des Banknotenumlmifes gemacht werden können, was aber nur in recht geringem Maße geschehen ist. Tic Engländer sind nicht müde geworden zu erzählen, daß die deutsche Reichsbank Staatsanleihen bei den Darlehnskassen belehne, um mit den erhaltenen Scheinen ihre Banknoten zu decken, und so in schwindelhafter Weife Schulden auf Schulden türme, solche maßlose Uebertreibnngen richten sich selbst! Schließlich ist am wichtigsten, daß die Goldeinlösung eingestellt wurde, die für die Bewertung der Banknote im Ausland ins Gewicht iällt. Dagegen hat sich die Reichsbank— ein stolzes Zeichen ihres Selbstvertrauens— sicher genug gefühlt, die Veröffent- lichung ihres Status, der das Verhältnis zwischen Noten- umlauf und Deckung durch Gold bz»v. den Barvorrat zeigt, niemals einzustellen. Sie hat dadurch das Vertrauen zur deutschen Währung in den ersten Kriegsmonaten wesentlich gekräftigt. Ter Reichsbankaus-weis vom 30. Dezember 1916 zeigt folgendes Bild: i! Aktiva in 1000 Mark> 1916| 1915 2 477 209 2 445 18ö!-(- 5-803 314 945; Metollbestmid.. 3 826 Davon Gold. 1 287 865-st 786 278 Kassenscheine 3130— 19 389: Noten anderer Bank«» 307 413- Wechsel, Schecks u. Schatz- ( anlveisungen.... 876 Lombarddarlehen... .>2 336 792!+ 1 400 .(2 520 743-st 1397 422 089-st 248 824 12939— 51 375i-st 1 113 Efseklenbestand Sonstige Akliva.... Passiva in 1000 Mark Grundkapital.... Reservefonds..... Notenumlauf Depositen... Sonstige Passiva 1 394;— 538 9 609 767-stl 353 053 9 758— 149 83 749;— 6116 784 125— 203 621 180 000 85 471 8 054 632 funver.f (unvcr.f -f- 519 739 . 14 564 206-st 771930 .! 563 845|-st 101189 272 229— 162108 180 000 sunt, er.) 80 550 funver.) 6 917 922,+ 647 642 2 359 012'+ 312 989 3700261+ 42 895 Daraus wird, unter Berücksichtigung dessen, was vorher über das Verhältnis von Notenumlauf und Deckung durch Gold bzw. den Barvorrat gesagt morden ist, ersichtlich, daß der Notenumlauf sehr hoch ist. Daraus folgt die Pflicht, die Golddeckung durch Hergäbe alles ctwa noch versteckten Goldes zu kräftigen und zugleich den Notenumlauf durch V e r- meidung des B a r g e l d v c r k e h r s z n vermindern. Je besser das Verhältnis zwischen Golddeckung und Not-enumlaitf, desto größer'das Vertrauen des Auslandes, nach dem Kriege deutsche Banknoten in Gold einwechseln zu können, desto größer der Widerstand gegen eine Währungs- Verschlechterung, desto billiger der Bezug von Lebensmitteln und R o h st o f f e n aus dem Ausland! So führt die Betrachtung vom Reichsbankaus- weis und der Goldfankiulung schnurstracks zur Frage der Vor- billigung von holländischem oder Schweizerkäse. England rüstet sich zu einer neue n� Kriegs- a n l e i b e. Zeit ist's. Denn die schwebenden Schulden des Inselreiches haben eine erschreckende Höhe erreicht. Je höher die ich web enden Schulden sind, die ein Staat in den Frieden hinübernimmt, desto fataler sind die Folgen für den Geld- markt nach Friedensschluß, wenn Handel und Gewerbe nach Gold zur Umstellung ans die Friedenswirtschaft hungern. Diese müssen dann zum großen Schaden der Wirtschaft zu- gunsten des Staates zurücktreten. In dieser Beziehung ist die deutsche Kriegssinanzierung durch Ausgabe ewiger Rente vorbildlich geworden, wenn auch ihre Praxis durch besondere Umstände erleichtert wurde und noch lange nicht alle Schmie- rigkeiten, auch mir der bloßen Geldbeschaffung, aus dem Wege geräumt sind. England hat von seinen bisher zwischen 6» und 7V Milliarden Mark schwankenden Kriegskosten nur 26 Milliarden Mark durch langfristige Anleihe abgedeckt. Der Kursstand der englischen Kriegsanleihe war bisher recht schlecht. Tie erste ZPprozentige, zu 95 Proz. ausge- g ebene, notiert 85 Proz., die zweite 4,5prozentige, zum Nennwert ausgegebene, 98,5 Proz. Das ist einmal darauf zurückzuführen, daß das englische Publikum wenig au fest und relativ niedrig verzinsliche Anleihen gewöhnt ist, dann darauf, daß in England, dessen Warenlager nicht wie die Deut'chlands geräumt sind, das Anlage suchende Kapital ge- ringer ist. schließlich daraus, daß die Kriegsanleihen der Ein- kommenstcuer in Form einer Couponsteuer unterworfen sind, so daß sich der Nettoertrag der �i/zprozentigen Kriegsanleihe bei einem 25prozentigen Steuerabzug aus nur 3,5 Proz. stellt. Daher soll die neue Kriegsanleihe zwei Typen zeigen: eine niedrig verzinsliche und steuerfreie und eine höher der- zinsliche und steuerpflichtige. Die kleinen Leute, die einen relativ niedrigen Steuersatz zu zahlen haben, werden die steuerpflichtige Anleihe zeichnen, die reichen die steuerfreie. Mus öer Partei. Die Sonderkonferenz der Parteioppositio». Uns wird folgende Erklärung zugeschickt: Der Parteivorstand hat in Nr. 3 des.Vorwärts" über den Charakter der am 7. Januar in Berlin stattfindenden Be- sprechung von Parteigeiwssen eine Erklärung veröffentlicht, deren Unrichtigkeit sofort für jeden erkennbar gewesen wäre, wenn der Parteivorstand das ihm bekannte Einlndungszirkular korrekt wiedergegeben und insbesondere nicht den vom Zweck der Besprechung handelnden Teil weggelassen härte. Dieser lautet: „Es handelt sich um die Taktik der oppositionellen Abgeordneten im Reichstag und um Maßregeln zum Schutze des Partei st aruts und der Organisationen, so- wie um die Sicherung der Eigentumsrechte der Parteigenossen an ihren Zeitungen." Daraus ist ersichtlich, daß die Besprechung gerade dem Zweck dient, gegenüber dem organisations- und statutenwidrigen sowie parteizerstörenben Treiben des Parteivorstandes Schutzmaß-' regeln zu ergreifen. Haase. Ledebour. Vogtherr. Die Erklärung des Parteivorstandes stellte durchaus richtig fest, daß sich die Konferenz„mit der Taktik der oppositionellen Ab- geordneten im Reichstag und niit Organisationsfragen" befassen sollte. Etwas anderes besagt die Erklärung HaasO und Genossen auch nicht, nur daß sie in rabulistisch-talmudistischer Weise die deutlich erkennbare Spaltungstendenz dieses Vorhabens in ihr Gegenteil umdeuten möchte. Wer an billigen Wortkunst- stückchen Gefallen findet, mag über diesen Advokatentrick staunen, den Denkenden wird er kalt lassen. Die Erklärung bestätigt durchaus den Charakter der Sonder- konferenz, deren Kosten obendrein aus allgemeinen Partei- Mitteln bestritten werden sollen. Hierüber wird uns von einem bekannten Parteigenossen geschrieben: „Die Delegation soll in den Kreisen, in denen die Opposition die Leitung besitzt, ganz offiziell von der Organisation nach Maß- gäbe der Bestimmungen über Beschickung des Parteitages er- folgen. In den anderen Kreisen soll die Regelung der Beschickung den Vertrauensleuten der Opposition überlassen bleiben. Die Kosten haben die Delegierenden zu tragen, d. h. in den vorbczeich- nctcn Kreisen sollen die Partcimittcl dazu verwandt werden. In der Konferenz soll die Taktik der Opposition besprochen werden, wobei sehr eingehend die Frage der Beitragssperre und der Massen- aktionen verhandelt werden wird. Das Ziel ist: eine Einheit der Opposition zu erreichen, um so den Kampf gegen die Parteileitung und die Partcimehrheit systematischer und erfolgreicher betreiben zu können. Dann soll weiter beraten werden, wie die� Gewerkschaften-für die Opposition erobert werden könnten. Und weiter soll die Friedensfrag« behandelt werden.— Man sieht: ein reichhaltiges und weitgreifendes Programm.— Wird die Partei dazu schweigen? Wird sie ruhig ihre Organisationen und die Partei- mittel für die einseitigen Zwecke der Opposition und der Parteisp alt nng mißbrauchen lassen? Denn daß die Einberufung der Konferenz einen Verstoß gegen die Parteitagsbeschlüsse, gegen die Parteitraditionen und des Parteistatuts darstellt, wird doch nie- mand im Ernste bezweifeln wollen. Daran ändert auch das heuch- lerische Getue der Einberuser nichts, daß sie gerade durch die Ein- berufung der Konferenz die Einheit der Partei erreichen wollen. Also durch Spaltung zur Einheit, das ist ihr Programm. Ob die Konferenz einen praktischen Erfolg haben wird, ob vor allem die Einigung mit den Spartakusleuten ermöglicht wird, ist allerdings fraglich. Denn daß diese auf ihr Postulat, auf die „Massenaktion", verzichten sollten, nur um den Haase, LedcbouO in den Sattel zu helfen, ist kaum anzunehmen." »* Ferner geht un5 noch folgende- E rkck irr u ng mit der Bitte um Veröffentlichung zu:. Der Z'e n fr ä bb o r st a n d d e s Greises Spandau- Osthavelland hat am 1. Januar 1917 mit 5 gegen 4 Stim- ' men beschlossen, die von der„Arbeitsgemeinschaft" zum 7. Ja- nuar 1917 einberufene„Zicichskonferenz der Oppo- sitiou" offiziell durch Delegierte zu beschicken. Der von uns erhobene Einwand, daß die Einberufung von Reichskonferenzen nur für die gesamte Partei und durch die bierzu berufenen Instanzen erfolgen dürfe, daß eine offizielle Delegation durcb die Kreisorganisation diese in den Dienst einer Sonderorganisation stelle, welche sich außerhalb und ohne Kennt- nis der Gesamtpartei betätige, wurde nicht beachtet. Ebenso- wenig der Hinweis, daß sie, wenn nickt die Trennung der Partei selbst, so doch den entscheidenden Schritt dazu bedeute. Wir stich nach dem trotzdem erfolgten Beschluß nicht mehr in der Lage, die Miwerantwortung für die Leitung der Organi- sation zu tragen und haben unsere Aemter nieder- gelegt. Emil Stahl, Spandau, Wilhelm Pieper. Spandau, 1. Vorsitzender. 2. Vorsitzender. Gustav F i c l i tz, Velten, August Lehmann, Marwitz, Beisitzer. Revisor. Soziales. Neue Kampfgenossen auf sozialem Gebiete. Zwei neue Zeitschriften, die auf dem sozialen Gebiete wirken wollen, hat das Jahr 1917 gebracht: Die./Sozialhygienischen Mitteilungen für Baden", herausgegeben von der Badischen Gesellschaft für soziale Hygiene, und die..Soziale Kriegshintcrbliebcnenfürsorge", die als Nachrichtenaustausch der Fürsorgestellen von Prof. Franke und Helene Simon herausgegeben werden. Die Badische Gefellsckaft für soziale Hygiene will, wie Dr. Alfons Fischer, der Schriftleiter der„Soziälhygienischen Mitteilungen" in einem interessanten Ein- leitungsartikel sagt,„keiner der besiehenden Vereinigungen, welche sich einem oder mehreren Zweigen der Voltsgesundheit widmen, im Wege stehen, sie will vielmehr alle Tcilbestrebungcn zusammen- fassen, die Lücken ausfüllen und mit vereinten Kräften die großen Ziele zu erreichen suchen." Daß eine solche zusammenfassende Stelle viel gutes erreichen kann, da, wie der Artikel zeigt, die ver- schiedenen Zweige der Wissenschaft zu einseitig das gesteckte Ziel verfolgen, darin ist wohl kein Zweifel. Diese Einseitigkeit fördert zwar die Einzclresultate, das Ganze wird aber nicht ersaßt. Es kommt z. B. nicht nur daraus au. den Krankheitserreger baklcrio- logisch festzustellen, ebenso wichtig ist es, den Zusammenhang der gesundheitlichen Zustände mit den sozialen Verhältnissen zu prüfen und hier nach Mitteln zur Beseitigung der Schäden zu suchen. „Es kann ohne Statistik die Hygiene heute nicht mehr leben." Ohne eimzehende Prüfung der Verhältnisse der Minderbemittelten arbeitet der edizinische Forscher zum großen Teile vergeblich. Als Ziel hat sick die Gesellschaft für soziale Hygiene die Erfüllung des Steinschen Wortes gesteckt:„Tie Sorge der Gemeinschaft für die Bedingung der Erhaltung der Gesundheit, sowie für die Hei- lung der Krankheiten darf nicht mehr von dem Besitze eines Kapitals abhängig sein." Der Erreichung dieses Zieles soll auch das neue Organ dienen. Enger ist das Gebiet, das sick die„Soziale Kricgshinter- bliebenensürsorgc" abgesteckt Hai. Dieses Blatt soll dem Er- kahrungsaustausch der Fünorgcstcllen in Stadt Und Land dienen. Es will die Fühlung herstellen auf allen die Kriegshinterbliebenen betreffenden Arbeitsgebieten. Bei der großen Zahl der Hinter- bliebcnen und der Dankesschuld, die wir ihnen gegenüber haben, ist trotz seiner Beschränkung des zu bearbeitenden Gebietes so groß, daß auch dieses Blatt eine reiche Wirksamkeit entfalten kann. Es bringt die wichtigsten amtlichen Verordnungen auf dem Gebiete der KriegShintcrbliebenenfürsorge, Mitteilungen über den Arbeitsaus- schütz der Kriegerwitwen- und Waisenfürsorge: cS bespricht be- sonders geartete Fäll usw. Der Bezugspreis beträgt jährlich 4 M. für Organisationen und Einzelpersonen, die sich dem Arbeits- ausschuß anschließen wollen. Die Ermoröung Rasputins. Der gewaltsame Tod des merkwürdigen sibirischen Mönches, der am Zarenhose zu so großem Einfluß gelangte, wird nicht mehr ernstlich bestritten. Aber die Gerüchte, die über den Vor- gang seines Todes berichtet werden, sind von einer Art, der man nicht ohne weiteres Glauben zu schenken pflegt. Von einer bar- barisch wilden Phantasie erzählt, wiederholen sie in ihren verschie- denen Versionen doch immer wieder das eine, daß Rasputin einem Komplott junger Personen aus den oberen Kreisen der Gesellschaft zum Opfer fiel. Sie lockten ihn in eine Falle und suchten seine Leiche zu beseitigen, was ihnen schließlich doch nicht gelang. Es scheint nun aber, daß der Mord keine schweren Folgen für sie haben wird. Das ist hcuw das Bemerkenswerteste an dieser düsteren Angelegenheit. Ucber Amsterdam wird gemeldet, daß die rechtliche Ver- folgung der Mörder binnen kurzem eingestellt werden wird da die Mörder in Selbstverteidigung gehandelt haben sollen. Die Personen, die in ihren Häusern verhaftet wurden, erhielten am Dienstagmorgen die Freiheit wieder. Die Freilassung der Mörder braucht keine Verwunderung zu erwecken. Die Leitung der rechtlichen Untersuchung ruht in den Händen des Generals Kurlow, dem vertrauten Berater des Ministers des Innern Pro- topopow, welcher in Rasputin ein Werkzeug sah, das die deutschfreundliche Partei für ihre Zwecke benutzt haben will. Der Petersburger Korrespondent des„Daily Telegraph" meldet, daß die Stadt noch immer in großer Erregung die Ein- zelheiten des To d e s Rasputins bespreche. Was bisher nur einzelnen bekannt war, wird nun auch in den Blättern veröffentlicht. Der Korrespondenz schildert den Hergang des Mordes folgender- maßen: Am Freitagabend spät war Rasputin in einem Automobil von seinem Hause in der Gorokkovastraße nach der Moikastraße gebracht worden. Tort wurde ihm von einer Gruppe junger Leute aufgelauert, deren Namen bekannt sind, doch nicht gc- nannt werden. Zuerst wurde vielleicht getrunken und darauf wurde Rasputin mitgeteilt, daß er zum Tode verurteilt sei. Man gab ihm einen Revolver und befahl ihm, sich selbst zu erschießen. Als er den Revolver in Händen hatte, so wird wenigstens erzählt, schoß er auf den Mann, welcher ihm die Waffe gereicht hat. Der Schuß ging fehl, doch traf er einen Hund, welcher zufällig dort stand und tot zusammenbrach. Der Revolver wurde Rasputin aus der Hand geschlagen und einer der jungen Männer schoß ihn auf der Stelle nieder. Die Leiche wurde aus dem Hause geschafft und in das Auto gesetzt. Man fuhr vor die Stadt und an der Newabrücke wurde die Leiche über das Geländer der Brücke in den Fluß geworfen. Am Montag hat die Polizei mit Hilfe von Tauchern den Leichnam entdeckt, welcher gestern, nachdem er ausgetaut war, einer ärzt- lichen Untersuchung unterworsen wurde. Allerlei Gerüchte, was aus den jungen Leuten geworden sei, welche für den Mord Rasputins verantwortlich sind machen die Runde. Einer oder zwei von ihnen haben versucht, Petersburg zu verlassen, aber sie wurden verhaftet, obschon der Bericht, daß sie verhaftet sind, äugen- scheinlich falsch ist. Ein Mitglied der Duma, welches gleich- falls in die Angelegenheit verwickelt sein soll, reiste noch am Sonnabend mit dem Zuge ab und hat sich an die Front gemeldet. Der„Rußkoja Wolja' zufolge nahmen 6 Personen an dem Essen in der Blutnacht teil, zu dem auch Rasputin eingeladen war. Es sollen Kugeln�Zon verschiedenem Kaliber aus den Wunden entfernt worden sein, was darauf hinzuweisen scheint, daß der Mord von mehr als einer Person ausgeführt wurde.-Aus Mutslecken,-welch« man entdeckt hat. zieht man- den Schluß, daß Rasputin. zu fliehen versucht« und daß eine dritte Kugel ihn dann lötete.- Seine Mörder befestigten ein Gewicht an der Leiche, che sie sie von der Petrowskybrücke in die Nova warfen. Beim Fallen stieß die Leiche jedoch auf einen Balken, wodurch sich das Gewicht loslöste. Der Strom trieb die Leiche unter das Eis._ GericktsMtung. Ein entgleister Pastor. Un t e r Ausschluß derOeffentlichkeit hatte die erste Strafkammer des Landgerichts III am Freitag eine Anklage gegen den atf der Kirche in Berlin-Tegel amtierenden Pastor Wahn zu verhandeln. Der Angeklagte war beschuldigt, in dre! Fällen sich der tätlichen Beleidigung eines löjährigen Lehr- lings schuldig gemacht zu haben. Diese Entgleisungen in sittlicher Beziehung sollen bei Besuchen vorgekommen sein, die der Zeuge, der Konfirmand bei dem Geistlichen war. diesem in dessen Wohnung abstattete. Der Angeklagte bestritt mit größter Entschiedenheit die gegen ibn erhobenen Beschuldigungen. Zur Be- urteilung det Glaubwürdigkeit de? Belaitungszengen war der Sachverständige Dr. Fritz Leppmann geladen. Der Gerichtshof kam zu einer Verurteilung des Angeklagten in zwei Fällen, während in dem dritten Falle auf Einstellung des Verfahrens erkannt werden mußte, weil Verjährung eingclretcii war. Mit Rücksicht aus die Stellung des Angeklagten und seinen Bildungsgrad hielt der Gc- richishof mildernde Umstände für gänzlich ausgeschlossen und er- kannte auf 1 Jahr Gefängnis. Wegen-llcberschrritung der Metallböchstpreise standen die Kauf- leuie Engel und E g e r vor der 1. Strafkammer des Land- gerichts I. Die Angeklagten, die Unterarbeiten für eine hiesige große Fabrik ausführten, hatten sich der Ueberschreitung der Höchst- preise beim Ein- und Verkauf von Metall schuldig gemacht. Wegen der großen Zahl der Fälle beantragte der Staatsanwalt gegen den ersten Angeklagten 6 Monate Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe, gegen den zweiten dagegen Freisprechung. Der Gerichtshof kam zu einer Verurteilung beider Angeklagter, nahm aber von einer Freiheitsstrafe Abstand und erkannte aus 4 0 000 M. resp. 2 0 0 0 M. G e l d st r a f e. Ein unheilbarer Wasserfreund. Der Milchhändler H u w e aus R o s« ii t h a l, der schon mchrfach wegen VerWässerung der Milch vorbestraft ist und auch schon Gefängnisstrafe wegen dieses Ver- gehens erlitten hat, stand wiederum unter der Anklage der Nah- rilngsmitteliälschung vor dem Schöffengericht Berlin-Wedding. Durch den beamteten Probenehmer war am 5. April aus seinem Geschärt Milch entnommen worden, nachdem festgestellt worden war, daß diese ihm in einwandfreiem Zustande geliefert war. Die Untersuchung ergab, daß der Angeklagte die Milck durch einen Wasserzusatz von 35 Proz.„gestreckt" hatte. Das Gericht erkannte auf 2 Monate Gefängnis und 1000 M. Geldstrafe. Eingegangene Druckschristen. Die Ginkommenfteuer der»riegSteiluebmer i« Preußen. Bon Dr. Paul Marcule. 1.50 M.— W. Maeser, Buchhandluna, Berlin 3. 13 Der Dämon des Kriege«. Einlame Gedankenpsade über Nrtache und Ense des Krieges. Von Dr. Joseph Maria Textor. IM.— Lucas' Verlag®. in. b. H.. München. Die Stunde des Marti» Jochuer. Don Hermann Kesser. Geh. 2.50 M., kart. 3 M. oeb. 3,50 M.— Kurt Wolfs, Verlag, Leipzig. Lefterreich-ttugaru als Großmacht. Bon Dr. Alexander Redcich. Kriegspolit. Einzelschriilen. Hett 14. 2,50 M., geb. 3,50 M.— C. St. Schwetschte u. Sohn, Berlin ZV. 57.# ' Der Krieg 1914/16 in Wort und Bild. Heit 106 bis 108. Jede Wolde ein Hest. 30 Pf.— Bong u. 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September 1888 in Berlin. Gründer, Wilhelm, Forme». geb. 9. Jnni 1876 in griedrichjberg Koth, Hermann, Friser. geb. 24. August 1892 in Berlin. Menze, Hermann,««o.-Dreher, geb. 24. Mai 1890 in»leihen. Meyer, Karl, B-hrer, geb. 2. September 1888 in Restelgrunb. �euhauer, Eriedrieh, Schl-sse», geb. 31. Dezember 1890 in Berlin. Pieleke, Paul, Bifietir, geb. 19. Juli 1889 in«erlin. Pud�vell, Hermann,»lempuer. geb. 6, Juni 1888 in«Winz.• Rese, Otto, Former, geb. 8. Oktober 1887 in Britz. Schramm, Gustav,«lektvomouteu», geb. 19. Anguft 1889 in Berlin. Wunder, Georg, Schleifer, geb. 13. flnli 1889 in Berlin Ehre ihrem Andeuke« l 127/19 Di« OrtSdttM«ltm»g. rtoemti Deatseher Trausportartetter-yerbani. Geeirktverwaltu«, Grs«.Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. dah unser Kollege, der Droschken» jührer Ulbert �eske »on der Firma RegSsel, Andrea«- straße 70. am 4. d. SR. im Alter von SS Jahren verstorben ist. Whre seinem Andenken Z Die Beerdigung findet on, Dienstag, den 9. Januar, noch- mittags'ill, Uhr, von der Leichen- balle de» AndreaS-KirchhoseS in Ailhelm»derg au» statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dah unser Kollege, der Dr o sch kensührer Kar! Lctiuh am» b. SR. im Alter»an 92 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken i Die Beerdigung findet am Montag, den 8. Januar, nach- mittags Z Uhr. von der Leichen- Kalle de» Ketvsemane-Mrchhofe». Nordend, Blanlenselder Elrahe, aus statt Den Mitgliedern Ji Nachiicht, dah unser K Rollkutscher MÜi Schröder am 4. d. R. im Alter von 24 Jahren verstorben ist Ehr« seine« Andenken 1 Die Beerdigung findet am DienStag, den 9. Jannar, muh- mittag» S Uhr, von der Leichen- alle de» städtischen Friedhosed In riedrich»selde au» statt. Um rege Beteittgung ersucht 70119 via BarieKavomaitung. einer zur ollege, der Verbanil der lrelen Lszt- llliil SübsliliWrte DeutAhlM. ZahiHtcllo Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. dah der Kollege 76/? Gostaf Pilzeeker «lumenfir. 34, Bezirk 4, verstorben ist. Ehre seinem'Andenke»: Die Beerdigung findet am Dicnstaa. den 9. Januar, nach- mittag» 2 Uhr. von der Halle des Siädtischen Friedhoss in Friedrichaseide au» stall. Um rege Beteiligmig ersucht Tie OrtsverwaUnug. DntseberietiharbeiMM Verwaltungsslelle Berlin. Sien Kollegen zur Nachricht dah unser Mitglied, der Rohrleger August Schnell Pafisadenstr. 75, nm 4. Januar gestorben ist. Ehr« feinem Andenke» k Die Beerdigung findet morgen Montag, den 8. Januar, nach- mittag» 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle de» Zentral-Friedhoses i» grtedrichssetde au» statt. Rege Beteiligung wird erwartet. ■■■■imMiMBin Jim 18. Dezember 1916 starb insolge der erhaltenen, schweren verwnnduna im Feindedlaud mein inuigstgeliebter Rann. mein herzen»auter Vater, unser braver, unvergehlicher Sohn, Neber Bruder und Schwager, der Schlosser Walter Calm. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Erna Calm. Du schriebst immer, aus Wieder« sehen, Die» sollte aber leider nicht ge. schehen. Möge Dir die fremde Erde leicht l70Sb_ sein._ Nach schweren Leiden entichlies heut früh 10 Uhr mein lieber Mann und guter Vater, der Ziestauraleur Gustav Pilzecker im 35. Lebensjahre. Die trauernde Sattin Holon« Pilnceker, geb. KlauSberg, nebst Kindern. Berlin. Blumen itr. 34. Die Beerbigung findet am Dienstag, 9. Januar, nachmittag» Z Uhr, von der Leichenhalle de» Zentral-FriedhosS in Friedrich»- feide au» statt._ 17206 Am 2. Januar starb im Lazarett im Wer»on 39 Jahren metn Ueßei Mann, der Armierungssoldat Felix Bethke. Die» zeigt im tiefflen Schmerz an die schlvergebeugte Sattin, Treptow,«raetzstr. 17. 1713b Iluufv Bnll, MOrzeahdlp, Berlin. Wilhrimstr. 46/47. 21/2* W Im blühenden Wer von 2« Jahren starb am 10. Dezember 1916 an den Folgen seiner am 2. Dezember im Lustkamps erlitteneu schweren Verwundungen unser geliebter, hofsnimgsvoller Sohn, Bruder, Enkel, Neffe. Vetter und mein unvergeßlicher Bräutigani, der Flugzeugsührer Vizeseldwcbel Fritz Entmann Inhaber de» Eisernen Kreuze» 1. und 2. Klaffe. Blc trauernden Blnterbltebonen. Richard Engmann u. Frau geb. Grimm. Alfred u. Gertrud, Meschwlster. Familie Wecfcsrt. Famiiis Grimm. Familie W. Reimann. Familie G Schneider. Frida Krehm a!Z Braut. Familie M. Engmann. Familie 0. Krohm. 1710b Verband der Schneider, Sehneiderinnen und Vläsehearbeiter Deutschlands. Nilial« Berti». Sebaitiaustr..17 38. Montag, de« 8. Januar 1S17, abends 8 Uhr, bei Schulz, KönigSgrabe» 2: Oeffentliche Uersammlung der Herrettkonfektionsschileider Z a g e» er d n u n g: Bortrag de» Kollegen Heitmann über die Erwerbslasenfürsorge im Schneidergewerbe. 164/! Bollzähltge» Srschelnen erwartet 164/8 »s« Hit«»snn»>nAl«»n ZatilsteUs kerttn. DienStag, de» S.Januar IS17, abends 7 Uhr: Mitglieder-Uerfammlung im S««le 1 de- GewerkschaftShauseS, Eogel-Nfer Ar. 15. Tagesordnung: 1. Bartrag de» Reichstagsabgeordneten<8. Bauer über: „DaS Hilfsdienst- Gesett". 2. verschiedene«. Di» Versammlung wird pünktlich um»/,S Uhr eröffnet. Die wichtige Tagesordnung erfordert zahlreiche» Erscheinen! 2S/6 tzMa OrtavrrwnUnnr. Barlin 25/Mo. Haanilenilati. •r. FranhMrter Str. IM. W. Kleletstraaee Xf Neukölln: Sergetr. 4. Hermannplatz 8 Inventur-UeikQQf Trichterlose Apparate 18.—» Luxus- Apparate, �KÜB�upiUMe"; Komerlseliandote nnd«itr« nrosscm Bioman-...___..Aß_ trlebter. e«. 60 em, dreifarbig lackier», l'01"or M'"rOa Feldapparate wunderbare Tonfülle,. M. SSb""— Grammophone in jeder Preislage Ständiges Lager von mehr. i. 500Q0 Platten - 30 cm Doppeiplatten Ein Port res« Abgesplette Platten,•neb Broch, werden oer Stück von 25 Pfennig an blt Merk I.SU>e Zohlono genommen. Mizl. Preussiscüe Klasseiilotterie Ziehung d«r 1. Kl.s 9. und 10. Januar • Achte!-Lose 5 M.— Viertel Lose 10 IL Halbe Lose 20 M.— Ganze Lose 49 NL noch m babeo bei Kröaer, ÄiÄnTSs: Berlin Frledrlchstr. 193a, Ecke Leipziger Strasse. 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General-Versammlung der«iepnerschrn Sterbe- und Krankcn-Uuters>nu»gSkaffeNr.S» am Dienstag, 16. Januar, abend» 8 Uhr. im Kajsenlokal, Linienslr. 44. Tagesordnung: t. Rechenschastsdericht. 2. Ergän- zungswahl de» BorstandeS und der Revisoren. J709& M sind meine Läger Teppiche, Mobelstolfe, Gardinen, Läuferstoffe usw. Tisch-». Diwandecken»sv. M noch reich sortiert!! Viele dieser Artikel zu alten Preisen!! Teppidl-Spezialkaus Emil Lefevre Berlin-Süd. Seit 1882 11 nur. MU Mein ailbckanntes Haus hat keinerlei Beziehung zu ähnlich lautender Firma!! Vorwftrtslesern 3 Pro«. Rabatt. 3. Verschiedenes. l>er Vorstand. Die Lersoraung der KnegSteiinehmer ihrer Angehörigen und ihrer Hinterbliebenen Bearbeitet v. PaulÄirsch, Landtag-abgeordneter Preis 30 Pf. eber eren 3. tz« U: Fvrfoeg» cht Sie gumlte. Se» JertegWeWneSmet, Cde«ee. sorgung der Manns chiisten. 5krieq«- Versorgung. Invalidenversicherung von Kriegstrilnehmrrn und der-» SiiUerdltedenen. 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Anfarti Bargen, IWI��WWW ■P. P. a« tarn ich heftige Kreuzichmerzen und so ein Rechcn im rechten Bein, .Ich war mit der Ernte be- da« es vor Schmerzen nicht auszuhalten wor.WWW Bett nicht allcine drehen; keinen Augenblick schlafen. Ich war so elend, dich sch mir den Tod wünschte. Auch babe ich gleich ärztliche Hilfe gebraucht und habe verschiedene Einreibungen bezogen, aber Ich lonnte mich im W» I M . ms, gen bezog W> ohne Ersolg. Togal bat mir sofort geHolsen und ich bin jetzt von den Schmeißen befreit. Ich kann jetzt trotz meiner 71 Jahre die Wtrtschait meine» Schwiegersohnes von 91 Morgen, welcher im Kriege ist, wieder vollkommen bestellen. Werde diese» Zlltttcl öhn- iich Leidenden sosort empsehlen.' ilehnliche Empfehlungen und noch überraschendere Eisotge erzielten viele andere, welch« Togal nicht nur bei Rheumatismus, sondern anch bei allen Arten von Nerven- und Kopsschmerzen, Hezenschuß, Ischias. Schmerzen in den(Sclcnfcn und Gliedern und Gicht gebrauchten. 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Ich hätte noch manches hinzuzufügen, was Ihr und unser Herz bewegt, aber als Gast an einem neutralen Tische will ich nicht von Dingen reden, die die Welt entzweien. Ich will nicht den Eindruck erwecken, als wollte ich Ihrer Neutralität zunähe treten, als wollte ich bei Ihnen für unsere Sache werben. Sie wissen, wir verlangen von den Neutralen nichts, keine Hilfe, leine Begünstigung: nichts als Neutralität, frei- lich eine Neutralität, die beide Parteien mit gleichem Maße mißt: beiden Parteien in gleichem Maße Achtung erweist, arige-> sichts eines Völkerringens auf Leben und Tod, wie es die Welt l noch nicht gesehen. j Als Äausleute, hie seit langen Jahren unter uns leben, haben Sie dafür Verständnis, haben Sie Verständnis sür unsere Sinnes- art Und unsere Lebensnotwendigkeiten. Sie bilden für dieses Verständnis eine Brücke über den Ozean, eine doppelt und dreifach wertvolle Brücke in einer Zeit, in der feindliche Mächtexdie Wege des friedlichen Verkehrs sperren, in der die Wahrheit auf die Luft nnd die Untersee und auf gutgesinnte Neutrale angc- wiesen ist. Ich bin überzeugt, meine Herren, daß diese Brücke des Ber- ständnisses für beide Teile von Nutzen sein wird. Jetzt bei der Fortdauer des Krieges, wte sie durch die Zurückweisung der vorgrschlagencit Friedcttsverhandluttgen notwendig wird, wie auch späterhin, wenn es gilt, die alten Fäden deS geistigen und wirtschaftlichen Verkehrs zwischen unseren Län- dcni wieder aufzunehmen und fortzuspinnen. Solange der Krieg dauert, werden Sie im Sinne von Beziehungen wirken, die einer guten und aufrichtigen Neutralität entsprechen. Und wenn der Tagdes Friedens anbricht, dann werden Sie mit neuer Kraft und Freudigkeit an ihre jetzt großenteils brachliegende Berufsarbeit wieder herantreten, und für Ihr Teil dazu beitragen, daß die Schäden, die der Krieg im Verkehr zwischen unseren Ländern an-' gerichtet hat, bald wieder ausgeglichen werden und daß die Be- strebungen neidischer Konkurrenten, einen Keil zwischen die beiden großen Wirffchaiisgebiete zu treiben, scheitern. Die Er- fahrungen, die wir in diesem Kriege mit der geschäftlichen Treue de» großen Vermittlers im Weltverkehr gemacht haben, lassen er- warten, daß der Verkehr zwischen unseren Ländern nach dem K riege sich enger und unmittelbarer gestalten wird als bisher. Die kurz vor dem Kriege in den Vereinigten Staaten durchgeführte Bankreform, die gesunde Grundsätze venvirklich!, wird die unmittelbare Anknüpfung und Abwickelung der deutsch- amerikanischen Geschäfte stark begünstigen unter AitSschaltuitg von Zwischengliedern, die sich als unmöglich erwiesen haben. M. H.l Was Sie in der Förderung der Handelsbeziehungen als Äausleute bisher geleistet haben und künftig leisten werden. das wird über die Grenzen des rein iptrtschaftlichen Gewinnes für beide Teile hinausreichen; Ihre Arbeit wird der Freundschaft zwischen unseren Völkern dienen und an den Grundlagen eines dauernden Friedens bauen helfen. Lassen Sie mich schließen mit einem Wort unseres großen deutschen Dichters Friedrich Schiller: „Euch, Ihr Götter, gehört'der Kaufmann. Güter zu suchen, geht er, doch aN sein Schiff knüpfet das Gute sich an." Mögen die friedlichen Schiffe des Kaufmanns bald wieder zwischen Teutschland und deu Verrtnigten Staaten dos jetzt ge- fesselte, künftighin freie Meer befallen, zum Wohl und Segeü Ihres' und unseres Vaterlandes. Möge Ihre Vereinigung auf dieser Grundlage wachsen und gedeihen. Nach einer werteren Rede des Hes'rcnhausmitglicdes o. G'w inner sprach Botschastcr Gerctrd. Er berichtete über die Eindrücke, die er während seines Auf- cnthaltS in Amerika empfangen hatte und über die lebhafte Teil- nähme, die in den Vereinigten Staaten für die deutschen Liebes- werke bestehe, und gab seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß er in der Lage war,- erhebliche Summen aus Amerika mitzu- bringen als Beitrag für die deutschen HilfSorgani- s a t i o n c n, insbesondere für das Rote Kreuz, dessen Wirken in Amerika außerordentlich gebilligt werde. Schließlich gab er der Ucberzeugung Ausdruck, daß die Beziehungen zwischen de» Ber- einigten Staaten nnd dem Deutschen Reich niemalö besser gewesen seien als in diesem Zlugrnblick. Der Botschafter schloß seitien Trinkspruch mit einem dreifachen Hurra auf den Reichskanzler, auf seinen SMtoer- treter De. Helfferich und auf das Fortdauern und Entwicke- lung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. � » Ter Präsident der Handelskammer brachte, wie uns weiter gemeldet wird. ein. Hoch auf die Freundschaft aller Ä u l t u r n a t i o n c n aus, die nach seinen Worte:: sich sofort einstellen könnte, in c tm keiner d e in anderen Licht, L u st und L e b e n s l u st mißgönnen wurde. Aus dem Festabend waren alle Kreise Berlins vertreten, die extremen Alldeutschen ausgenommen. Leiste Nachrichten. Tie Entcutckonfercnz. Bern, k. Januar.(Meldung der Agenzia Stefani.) Die Vertreter des Vierverbandes versammelten sich heute morgen um 10 Uhr unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Boscllt. Die Konferenz dauerte bis 1 Uhr nachmittags. Um 3 Vi Uhr findet eine weitere Sitzung statt.— Dem„Giornale d'Jtalia" zufolge traf General Sarrail gestern abend in Rom ein. Tie Entente in der eigenen diplomatische» Schlinge. Sofia, 6. Januar. Gegenüber irrigen Auslegungen, die gewisse Bemerkungen des Mtnisterpräsidrnten R a d'o s l a w o w über die Anerkennung der bulgarischen Rechte auf die jetzt okkupierten Gr- biete auf feiten der Entente gefunden haben, wird hier ausdrücklich? festgestellt, daß diese Anerkennung der bulgarischen Rechte natürlich erfolgt rstvordcmEintritte VulgarienS in den gegenwärtigen Krieg. Damals hat die Entente Bulgarien, um es auf ihre Seite zu ziehen, Versprechungen gemacht, die sich gerade auf diese Gebiete bezogen. Versenkt. London, 6. Januar. Lloydi- meldet, daß der norwegische Dampfer„Faune"(1110 Bruttorrgistertonnen) wahrscheinlich' versenkt wurde. Der als versenkt gemeldete norwegische Dampfer „A r i.c a" ist im Hafen angekommen. Ter belgische Obcrstt'ommandicrende gestorben. Rotterdam, v. Januar.(W. T. B.)„Siicutue Rotte rdamsche Caurant" meldet aus Havro, daß Generalleutnant Wielemans, der Oberkommandierende der. belgischen Armee, an Lungenentzündung gestorben ist. Eine Bahnräuberbandc dingfest gemacht. Hamburg, 6. Januar. Wegen bandcnmäßiger Beraubung von Gütern wurden vier Rollkutscher und wegen Hehler« ein Gastwirt und ein Barbier verhaftet. Die Diebe haben seit einem Vierteljahr gewerbsmäßig ihnen aiwcrtraute Ladungen oder Bahn- sendungen gestohlen, dann bei der Polizei bzw. Eisenbahnver- waltung Verlustanzeigen erstattet. Die Beute wurde an Hehler � verkauft. Es handelt sich um grosse Mengen von NahrungS- und i Gcnussmittein, von denen ein geringer Teil wieder herbcigcsck?asft l werden konnte. Gewerksthastliches. Von der gswerkschaftiichen Internationale» den Weihnachtstagen hielt der französische GeWerk- schastsbund(Confederatione genei-ai du travail) in Paris eine Landeskonferenz ab, auf der sich der Schweizerische Gework- schastsbund durch den Genossen Ryser-Biel vertreten liest. Ihm wurde der Auftrag erteilt, vom französischen GeWerk schastsbund Auskllnit über dessen Stellungnahme zum Inter nationalen Gcwerkschaftsbund zu verlangen, wobei es sich um folgende Einzelfragen handelt: 1. �?!sl� die£. G. T.(Couledötuliouovgencial du travail) prinzipiell für Ansteckiterhaltung der geiverkichaililchen intcrnatio- nalen Beziehungen mit Enischlust der IcntralinäöKte 2. isjt die C. G. T. gewillt, eine iniernationale Konferenz des I. O. B. fInternaiionalen GewertsckaswundeZ) zu besuchen, wenn diese in einen? neutralen Lande siatlfindot t ll. Jft die Kontöderalioi?. wen?? sie eine solche Konferenz beschickt, gewillt, sich den gefaxten Beschlüssen zu unterziehen, cuich wenn sie damit nicht dl?rch!veg einverstanden ist? d. Ist die C. G. T. bereit, für den ssall. da>z sie eine Kon- sere??z auch in einem neutralen Lande nicht besuche?? köi?i?te, dieler Konferenz itire Anträge über das Weiterbestehen, die Ausgestal- tu?!g und die nächsten Aufgaben des I. G. B., dc?r Sitz des Setretariates uitv. zur Behandlung z????n:erbreiten? ö. Ist die EiA-b T. bereit, für den Fall, dast der Sitz des I. G. B. nach der Schweiz oder i?nch ci!?ein anderen neutralen Lande verlegt würde, ihr nach den Beschlüssen von Leeds crrich- wies Korresvondenzbureau sofort aufzuhebc»? und ihre Verpslich- langen gegenüber dem I. G. B. m vollem Umfange zu erfüllen? Dazu demerkt die„Gewcrksch. Rundschau": .Lautet die Antwort auf diese Frage?? prinzipiell besatod, so ist das Weiterbestehen des I.<Ä. B. gesichert. Die Acuiralcn werden gewisse Opfer, die ihnen vielleicht zuge??mtet werde??, über- nehmen, um die RrbeitSmöglichkeu einer einheitlichen Leitung zu garantieret?. Die bisherige Leiiu??g deS F.&. 33. du? st- weit- blrokend gcimg sein, einer Lösung, die der Stimmung in den Enlenteländeni Rechnung trägt, zuzustimmen. Nur dait?? wird die DiZkusfion der Anträge von Leeds zum Fricde??sv:ogram?n für die Arbeiter der kriegführenden Länder wie für die Neutralen praktische Bedentung haben." Wie bereits berichtet', hat sich die Pariser 5lonfsrenz für die Verlegung des I. G. B. i» ein neutrales Land und unter dieser Voraussetzung für die Beteiligung an einem internationalen Gewcrkschaftskongrest erklärt, ivenn die deutschen und schweizerischen. Gewerkschaften damit ein verstailden sind. Es bleibt mm deren Stellungnahme abzuwarten, Verli» unü Umgegenö. Arbettsmangel und Entlohnung im Schncidergewerbe. Der infolge der Stoffknappheit eingetretene ArbcitSmangel gibt zu den verschiedensten Vorschlägen Anlast, die air uns gelangen, u?n sie der Ocffe?itlichleir zu unterbreiten und dahin zu wirken, dast durch behördliche Mastnah???en einer Stoffvers chwendüng entgegengetreten wird. So wird daraus hingewiesen, dast i?? der Damenschneiderei, i??Sbesondere in der Konfektion. Stoffverschwc??- dung getrieben werde. Cö würden gegenlvärtig statt kurzer Jacken Mäntel geu?acht und dadurch ci?r Zustand herbeigeführr, der eine künstliche Arbeitsbeschräukung bedeute. Im Zuiamrnenhang hiermit wird darauf hingewiesen, dast die Gcnerclko?n?nando-Z versucht hätten, Abhilfe zu schaffe??, ohne dast tatsächlich etwas erreicht worden sei. ES wird dann geklagt, dast nach der Vcrordnrmg voin 4. ötprrl tSItt die Arbeiterschaft nur 7iq des früher erzielten Lohnes verdienerr dürfe. Durch eine Aenderung der Mode sei aber eine beffere Beschäftigung zu erwarten. Die L?rficht der Einfe?rder trifft jedoch nach???fferan'J??for- mationen Uicht ganz zu. Gegen die??n Frühjahr aufgetretene Stoff- Vsrfchwe?tvung ivurden von den Behörden Mast?iahmen ergriffen, jedoch tästt' sich in einem Ge?verbe. das der Mode unterworfen ist, eine generelle Vorschrift nicht durchtühre??. ES ist jedoch erreicht worden, dast die Mode der weiten Röcke mit Falten beseitigt wurde. Auch il? anderer Weise ist versucht worden, aus einen sparsame?? Stoffvcrbra?tch zu dringe??. Schoi? bei den Beratungen darüber. wieviel Stoff zu einem Kostüm notwendig ist, haben sich die be- teiligten Gewerbetreibenden nicht einigen lö?tnen, so dast inan auch Wege?? der Bezugscheine sür den Einkauf von Stoffen nur ollge???e?ne Richtlinie?? ausstellen!oi?nte. Es ist erwünscht, dast i-n Interesse besserer Arbe?>'gelege??heu eine weitere Ersparnis von Stoffen er- folgt. Lange Mäntel lverden jedoch vorzugsweise onS Stoffen hergestellt. die der Bczugschcmpslicht nicht?li?ter!!age??. E?ne Ersparnis an Wollstoffen hälie d?lrch die allgelneine Bezugscheinpsticht erzielt werden können. Durch die Freigabe des C?nkaufs von KIe?dern über e??icr bs- st>m???ten Preislage war es weiten Kreisen der Bevöllerung ermöglicht, Bekleidungsgegenstände in beliebiger Menge zu kaufe??. Hier hätte jedeitiallS bei rechtzeitige?,? E?ngrc?fen eine wewttlichc Stoffersparnis erziel: iverdcn können. Die Ansicht, dast der Schneider na?h den Besiim?z?ungen der Vsrordn??ng voin 4. April 1916?i u r 7?e de s srü ber er- zielten Lvhneö verdieiren dürfe, ist irrig. Die betreffende Beiiimln??ng ist allerdings unklar und lästt die Möglich- keil zu, ihr diese A?isleg?!NI zu geben. Diese?? Sinn soll die Be- stimmung jedoch nicht habe??. Die Verordnung a?? i?ch soll über- baript keine Verdienstbekchränkung. sondern eine Stoffersparnls be- zwecken. Wenn dc?n 3trIZH?ter für das gleiche Stück c?n höherer Arbeitslohn als srül?er gczal?lt wird, io'will die Verordnung den höheren Vcrd?ei?st nicht verbinden?, sondern er soll im Vergleich zu früher nicht??lehr Arbeil licscr??. Vertretern des Schneiderverba??des ist aus dem Polizeipräsidium erklärt worden, dast es erwünscht sei, wenn die Arbeiterschaft höhere Löhne erziele. ES ka?:n hiernach ei?? höherer Lohn gezahlt lverdei?, jedoch soll die Arbeitsmenge beschränkt ble?ben. Dagegen ist selbstverständlich zu fordern, dast den An- rcgm?gen nach StoffersparntS?n?veitcsic>?l Mäste Gebär geschenkt wird, da durch eure bessere Beschäftigung und eii?e Ausbesserung der Löhne die Lage iin Schncidcrgewerbe günstiger gestalte? werden kann. Weitere Klagen gehen dahin, dast Schneiderbetricbc von de» Bekleidungsämtern nicht genügend beschäftigt sind. So w?rd insbesondere darai?s hingewiesen, dast sich bei Kriegsausbruch Unternehmer, die mit de??t Schneidergewerbe gar n?chtS zu tun hatten, Aufträge verschafften ui?d groste Betriebe unterhielte??, wogegen Schneiderbetriebc kci?ic Arbeil erhielten. Es wird auf eine Mitroiluug des KriegSbeklcidungsamtS des Hl. Armeekorps hingewiesen, wonach die Arbeit künftig in dein Be- zirk des 11.1. Är?neckorps bleibe?? solle und dast mit Rücksicht hieraus ei??e bessere Beichäst?gu?ig erwartet worden sei. Dies sei jedoch nickt eingeiroffe??, da auch jetzt diese Betriebe ohne Beschäftigmig bleibe??. Witwen mit cige:?en Sch?leidcrbetriebcn hätte?? keine Ar- beit erhalten und sich daher a?? den Vaterländischen Frauen- verein toenden müssen, von de??? sie ei>? geringes Ouanr?:??? Arbeit bekamen. Wir habe?? in unsere?» Blatt ständig über die VerHand- lungen der Berliner.SchlichtungSlommission sür das Schi?eidcr- gcwerbc berichtet und da;u beigetragen, dast die ungesunden Zu- stältde bekan??t wurde??. u??r sie zu beseitigen. Nach?y?leren In- formatio??en wird die Arbeit von den Bskle?dungSä???!er?i nunmehr an Verbände, Handwerks- und Handelskammern, Innungen und Wohlwhrtsvereine vergebe??. Die Innungen haben vielfaä) Werk- genoffenickafte?? gegründet, t??n ihre Milglicdcr???it Arbeit zu ver- sorgen. Bewerbmigen bei den Bekleidungsämtern sollen durch die Ha??dwcrkska?mner?t oder Ha??delsla???mern erfolgen. Da die Bc- tleidirngsämter ihre Läger gefüllt haben, so find sie gegenwärtig mckl mehr in der Lage, groste Aufträge hrrauSzugebc??. Auch die Mitteilung, die vorn Bckle?d?n?gSami in Spandau criolgt?, soll r???r besagen, bast soweit- Arberi vorhanden und solche im Bezir? des bc« treffende« BekleidungSamrs notwendig- ist,- befckäftigmtgSloscn Betrieben oder Arbeitern diese Arbeil zuzuweisen ist, und dast zunächst diesen Betrieben rrnd Arbeitern in dem betreffenden Bezrrk und erst dann austcrhalb des Bezirks des betreffenden Bckleidungs- amtes Wohnerrden Arbeit gegeben werden soll. Es ist daher den Jnteresienlen zu empfehlen,' sich lrepen der Zuweifftng von Arbeir an die zuständige Jn??ung oder Handwerks ka????ncr zu tvenden, so- fern sie es nicht vorziehen, Milolred einer Werkgenosicnschast zu werden. Es wird dann darauf hingewiesen, dast nach Bekanntwerden der Mitteilung des KriegSbeklerdungsamts des III. Armeekorps. wonach künftig die Arbeit ,z??nächsi im Bezirk dieies Amts verteilt werde?? soll, Unternehmer, die srüber von Berl??i nach Spandau lieserlen, einfach noch Spandau gezogen ieieit. Allein in acht Tagen hätte?nan in Spanda?? zehn neue Werkstätten eröffnet. Die eigent- liche Wohnung der Ui?!er?tehiner sei in Berlin und in Spandau habe er nur eine Stube, wo gearbeitet wird. ES?sr uns auch be- kannl. dast derartige„Uinzüge" stattgefunden haben. In diese??? Vorgeben dürfte allerdings eine Umgehung der Be- stim???ung, dast die Bckleidungsämter zunächst ihren eigenen Bezirk versorgen solls??, zu erblicken sein. Dem können jedoch die J??nunzen und Werkg«i?ossenschafien entgegentreten, wenn sie eS sich a??gelcge?r sein lassen, die in?hrem Bezirk oorbandciren Betnebe und Arbeits- lräste mit Arbeit zu veriorge??. Deutsches Reich. Eine Vereinig, mg des christlichen GartncrverdandeS mit dem Landarbcitcrverdaus hat n?il dem 1. Januckr stattgssunde??. Be- sümmsirv für den Zuianunenichlust soll die allgemeine geiverkschaft- liche Entwicklung, die zur Zentralisation dränge, sein: ferner die Kriegseinwirkungen, die zur Konzentration der Kröitc besonders der kleütsren Bcrussgruppen zwinge. Busland. TaS Strcitgescst der amcrikauischeu Eisenbahner. Nr« Aork, 6. Januar. Ter Kongrest erörtert das Etienbahn- gesetz. Wilson besteht auf einen Vorschlag, der die Stre?ls der Eisettbahnangestclltcn ohne vorherige Kündigu?tg sür ungesetzlich erklärt. Bus Industrie und Handel. Gesamttagung deS Tcuffchru Großria�rls. Der Zentralverbai?d dcZ Dculschen Grosthandels veranstailct anr Mittwoch, den 16. d. M., nacktnillagS 4 Uhr, in Berlin(Hotel Esvlanade) eine Geialtittagung, il: der Dr. D c r n b u r g, Staatssekretär a. D., über.Der Grost- Handel und die deutsche WirlschastSorganisolion nach dem K-.icge" und ReickStagsabg. K e i n a r h über„Sicherung ver deutschen Aus- landssorderungen" sprechen. Verlängerung de-Z StahlwerksverbandeS. Der Stahlwcrksverband w?irde Sonnabend?u?r ein Jahr, und zwar vom 1. Juli 1917 bis zum 1. Juli ISIS, provisorisch verlängert. Von der Handelskatttmer. In ihrer Vollverfanunlung vo??r 3. Januar 1917 hat die HandelSkatnmcr zu Berlin die Herrci? Franz vo?i Mendelssohn, M. d. St.. Berlin, z?im Präsidenten. Geheime?! Kommerzienral LouiS Ravens, Berlitt, zum I. Vizepräsidenten u?'.d Geh. Komnrerzienrat Wilhelm Kepctzky. Berlin, zum ll. Vizepcäsi- denten sür das Jahr 1917 wiedergewählt. Russisch. italienische HandelSbcsprechnngc». DaZ„Allgenicen Handelsvlad" vernimmt auS Petersburg t Tie ttuisisch-italienriche L>andclska?nmcr wird????t der italienischen Mission, welche dieser Tage in Petersburg crtvartet wird, die Frage des Zuiammei?» Wirkens verschiedener russischer Handels-?tnd Jndustriegeiellschaftc,? besprechen. Als wichtigste Fragen wcrdett die der Ausfuhr vor? Perrvlcun?, Hotz und Getreide nach dem Kriege, des Handels zur See. zwischen Italien?md Rustland und die Regelung der Handels- tredtte zwiicheli beiden Llnrdexi? angcseben.- A. WERTH EIM Bluse aas Wasch-Voile, gemusL Stoffe, verschied. Formen 9.75 O 5n|Cr> aus Velvet, halsfreie Form, Q'7 S UlilOl# mit gsstreift. Seidenkragen J* t RSlICO aus einiardiger Seide, in"| A l& DlUdw verschiedenen Farben. Bluse Ferner; aus Hclvciiaseide. 11.75 Damen- Flausch- Mäntel halblang, offen und geschlossen zu fragen, lose Glocke 3� M, mit Gürtel �9 M. Glockenmantel WantelWeid hochgeschlossen, mit und ohne PeU-/ aus weichem MeHoii-Cheviot mit m kragen..........» 4 Samictkfflcrpn nnrf Pelrrolle... V V'' Bluse aus Perleeide 11.75 Samktkragen und Ftlzralle Bluse 16.75 Bluse 16.75 aus Crepe de chine oder-f Q AA OeUOS gemusterter Seide....»-e» v" Inventur- Ausverkauf im Preise zurückgesetzter und anderer besonders vorteilhafter Waren in folgenden Abteilungen; Bijouterie Rocknadeln Metali........ 0.40 Rocknadeln Metall........ 0.65 Rocknadeln Tulasilber, 800 gestempelt......... 1.10 bis 3.00 Zigaretten-Etuis versilbert... 2.C0 Zigarren-Etuis Metall 1.60 bis 3.75 Taschenbögel Metali. 1.20 bis 3.(0 Colliers imit. weiße Koralle 2.75 bis 4.75 Briefpapier „Deutsche Seepost" wvm es/as 2 25 „Biütenreich" lang« Format z.väs 3.25 „Grafenkrone" fehai?—-»/» 2.25 „Grafenkrone,, wk»?— 2.00 „Reichskrone" Ö"'". pf�25 2.00 „Zwei Kaiser Leinen" ww-»/» 1.90 „Kristall" Leinen indait.. as/cs 1.90 „Kaiser Adler" tnhiit— soyso 2.90. s Glas Porzellan Steingut bdbm. Kunstglas Leipzig. Hr. Aufsätze Pokal© Deckelvasen Zuckerstreuer Kristalikörbchen Stein-Bierkrüge Rest© von Tafel- und Kaffeegeschirren; Teller, Tassen, Platten, ovale und runde Salatschüssein.Teekannen Zuckerdosen � Waschgarnituren Marmel adendosen Milchtöpfe Heringskasten Porzellan— Nippes Töpfereien: Vasen, Schalen Körbe und Krüge Marmor-Skulpturen in guter künstlerischer Ausführung. Emaille- Geschirre Vernickelte Waren Maschinent8pfeir.it Ausguß.. 1.25 bis 1.50 Kaffeeservice mit Tablett... 11.00 14.00 Kaffeekannen............ 1.50 1.75 Brotkapseln ovai, z kuo........... 4.75 Kaffee- und Teeservice miiTabiett. 12.25 Abräumkörbe................ 3.50 Küchenmöbel V_ Moderne Weidenmöbel in großer Auswahl. Vogelfutterständer - für den Garten 5.50$.00 10.00 Futterhäuschen 1.00 1.75 2.40 Glühkörper für Stehlicht SO Pf., für Häneelicht 32 Bürstenwaren: Boßhaarbesen j�g 3.00 3.40 3.80 Roßhaarhandfeger U AiufOiuunj....... 1.60 1.80 2.25 Pf. Iktäni». Redakt.: Herrn. Müller. Tempelhöf. Lnseratenterl verantw-Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanst.P W.a s w i rd. aber von diesen Vorräten nach D e u t'sch l ä n d kommen?� Selbstverständlich Ertrag wird verteilt. Was auf Teutschland kommt, läßt sich nicht angeben. Aber auch der auf Deutschland entfallende Anteil wird natürlich in erster Linie dazu dienen, die aus dem südöstlichen Kriegsschauplatz stehenden Truppenkörper mit dem Nötigsten zu versorgen. Auch das ist sicher ein Vor- teil, denn was dort an Ort und Stelle für das Heer auf- gebracht wird, braucht nicht von hier aus geliefert zu werden; aber jeder kann sich selbst ausrechnen, daß von dein großen Getreidezustrom, auf den so manche hoffen, keine Rede.sein kann. Sicherlich wird unser einheimischer Markt durch die in Rumänien vorgefundenen Vorräte etwas entlastet; aber im Verhältnis zu unicrem Riesenbedarf kommt die Ge- treidemcnge, die uns für das laufende Eratejahr Rumänien zu liefern vermag, doch nur mäßig in Betracht— und im ganzen ist die obige Luantitätsschätznng eher zu hoch als zu niedrig.— Neben Getreide vermag uns Rumänien noch Hülsen- f r ü ch t e zu liefern. Auch über die Bohnen- und Erbsen- ernte des Jahres 1916 fehlen zwar noch genaue statistische Angaben, doch kann man nach den vorläufigen Abschätzungen annehmen, daß über 1 Million Hektoliter Bohnen und uu- gefähr 110 090 Hektoliter Erbsen geerntct worden sind. Auch etwas Lein- und Hanfsamen sowie H>inf wird uns Rumänien liefern können.— Dagegen ist auf eine irgendwie crheblickze Zufuhr von Vieh und Fleisch ans Rumänien kaum zu rechnen. Nach der Versorgung der dort stehenden Truppen wird zum Abtransport nach Teutschland nickst viel übrig bleiben. Nach der letzten Viehzählung vom Jahre 1900 hatte Rumänien bei einer damaligen Bevölkerung von nicht ganz 6 Millionen Einwohner 2 588 526 Rinder. 1 709 205 Schweine und 5 655 441 Schafe. Pro Kopf der Bevölkerung berechnet, ist also der Viehstand größer als in Teutschlond; aber das rumänische Vieh ist, da die Liehzucht meist aus die kleineren Betriebe beschränkt ist, durchweg minderwertig. Unter dem Rindvieh befinden sich z. B. viele Zugbüsfel, die Zahl der Kühe, vor allein der guten Milchkühe, ist sebr gering. Weit mehr kommt Rumänien als Petroleumlieferant in. Betracht. Der Krieg hat auch in die Rumänische Petroleum- Produktion hemmend eingegriffen. Schön 1912 bat die rumänische Rohölproduktion sich auf rund 1 807 000 Tonnen belaufen. Davon kamen ungefähr vier Fünftel aus den: Be- zirk von Prohovo. Die gesamte Erdölcinsuhr Deutschlands (Rohöl, Rohbenzin, Schlverbenzin und Schmieröl, zusannnen- genommen) hat 19.13 1 282256 Tonnen betragen. Demnach vermag Rumänien allein den ganzen normalen Petroleum- verbrauch Teutschlands zu decken. Nun ist freilich ein großer Teil der Förderungsanlagen Rumäniens, an denen in her- Vorragendem Maße deutsches Kapital beteiligt ist. aus Betreiben Englands zerstört worden, und die Wiederinfeetrieb- setzung wird vielfach mehrere Monate Erfordern; immerhin vermag voraussichtlich schon bald Rumänien ansehnliche Petroleummengen nach Deutschland zu liefern. Hat schon die Niederwerfung Serbiens und die dadurch erreichte Verbindung mit dem Orieist in die von England über uns verfügte Hungerblockade ein beträchtliches Loch ge- rissen, so. fügt dem jetzt die Eroberung der Walachei und der Dobrudscha ein weiteres Loch hinzu. Und unter der jetzigen Verdrängung Deutschlands vom ZVcstanarkt bieket jede solche Durchlöcherung des Blockadcringcs einen Vorteil. Ms Sroß-ösrlin. Beschränktheiten. Köm Bitten will, kein Fluchen ziehn, Umsonst verschreibt man Bogen. Man hat fürs ganze Groß-Berlin Sechs Linien zugcwogcn. Sechs Linien, dies wird kundgetan, Verkehren noch nach zehne— Was braucht der Mensch die Straßenbahn? Er hat ja noch zwei Bcene! Er hat ja auch der Fäuste zwei, Sich um den Platz zn raufen, Auch steht dem Nachtarbciter frei, Ein Auto sich zu kaufen. Auch dieses ist Zivildienstpflicht, So denkt die ob'rc Leitung. Und zweifelt dran ein Prcssewicht— Wir pfeifen auf die Zeitung! Sechs Linien gibt's und keine mehr, Verehrter Nachtarbeiter, Schimpft nun noch wer auf den Verkehr— Beschränken wir ihn weiter! _ G r c g e r S Serie. Tie Verkehrsnpt. Zu einer Besprechung über die Verkehrsbeschränkungen hatte die Direktion der Großen Berliner S t r a ß e ii b ah n- E e s e l l s ch a f t gestern dick Vertreter der Präsie geladen. Generaldirektor W u s s o w versicherte, daß die Direktion selber die ihr aufgezwungenen Verkehrs- bcschränkungen als sehr unangenehm empfinde. Daß sie unter dem Zwang der eine Krafterfparnis anstrebenden Verord- nung des Bundesrats und der dementsprecheirden Verfügung des Polizeipräsidiums steht, soll anerkannt werden. Wir „erwogen", ob durch FahrplanänderunMi weitere Erleichte- rung geschaffen werden muß. Tie Kosten des Ezvcrrinents, das da am Berliner Verkehr gemacht wird, hat die Bevölkc- rung zu tragen. Verkehrsinspektor K r a u s c versuchte, die der Bevölkerung auferlegten Erschwerungen als erträglich hinzustellen. Die für den Nachtvcrrehr ausgewählten Linien 13, 69. 11. 17/48 und 1 hält er für ausreichend, den Lertehr zu bewältigen. Ans eine Anfrage sprach Generaldirektor W ii s s o w auch über den Plan einer von der Straßenbahn aushilfsweise zu übernehmenden Güterbeförderung, der für die Verkehrsbeschränkungen mitbestimmeiid gewesen sein sott. Möglich sei Güterbeförderung auf der Straßenbahn nestiir- lich nur bei Nackt und nur dann, wenn der Personenverkehr vier bis fünf Stunden hindurch vollständig ruhe. � Im ganzen hat der Verlauf dieser Besprechung wenig gezeigt, daß die Straßenbahndirektion das volle Wer- ständnis dafür hat. was die beklagten Verkehrseinschrän» kungen für die werktätige Bevölkerung Gros;.-Berlins be- deuten. Die Bemühungen, vom Polizeivräsidinm eine Aufhebung dieser Zwangsmaßregel zn erreichen, haben bei der Strößenbalmdirektion aus tatkräftige llirterstützung schwer- lich zu rechnen. Mit ihren Cntscknilbigungen und Bcschwich- tigungen ist keinem Arbeiter geholfen, der den weiten Weg von der Fabrik nach seiner Wohnung zu Fuß zurücklegen muß.__ Ter Omnibus soll noch teurer werden—? Tie Berliner OmnibuSgcscllfchaft erklärt in ihrem Ge- schäftSbcricht für 19l6, daß die mit 1. Oktober 1916 cm- geführte Erhöhung des Fahrpreises der Teilstrecken ihr noch nicht genügt. Wegen der Steigerung des Verlustes, der sich aus dem Jahre 1916 für sie ergeben hat, kündigt jic eine nochmalige„Neuregelung" des Tarises an. Der T1/- Pf.- Preis der Teilstrecken gilt ihr nur als Ucbergangstarif; seine Erhöhung— und zwar nicht nur für die Kriegsdauer, sondern auch für die Friedenszeit— lasse sich nicht umgehen, be- hauptct die Direktion. Ob sie zum„Ausgleich" nun auch den Preis der ganzen Fahrt hinaufschrauben oder die Teilstrecken überhaupt beseitigen will, sagt sie noch nicht. L.o oder so, in jedem Falle würde die erneute Verteuerung der Omnibus» fahrten ein folgenschwerer Schritt sein. Mau vergesse nicht, daß bei den Tarisreforinplänen. mit denen die Verkehrs- gesellschaftcn in der Kriegszeit die Bevölkerung andauernd beunruhigen, die Omnibusgesellschaft eine befoirderc Rolle spielt. Sic ist S ch r i t r m a ch e r für die Straßen- b a h n g e s e l l s ch a s t, die übrigens selber eüien tüchtigen Posten Omnibusaktien in Händen hat. Die Omnibus- gesellschast wurde vorgeschickt, weil man bei ihr auf den Rückgan» der Einnahmen und das Schwüchen des Gewinnes hinweisen' konnte und daher einen geringeren Widerstand gegen die Preiserhöhung erwartete. Nachdem die Verkehrs- beschränkuugen den Mangel anFahrgelegcnheit noch verschlimmert haben, scheint man die Zeit für günstig zu halten und die Notlage der Bevölkerung ausnutzen zu wollen. Jetzt, Ivo jeder froh ist, überhaupt, eine Fahrgelegenheit zu erwischen, und mitgenommen zu werden, kann cüic erneute„Tärifreform" der Omnibusgcsellschasi schwerer durch Abwanderung in-die Straßenbahnwagen abgewehrt werden. Gelingt eS. den Ler- lincrn die weitere Verteuerimg der Omnibusfahrton aufzuzwingen und sie so nach und nach an die verteuernden „Tarifreformen" zu gewöhnen, dann dürfen die Aktionäre der Straßenbahngesellschaft sich ins Fäustchen lachen. Sic werden sich dann der für sie angenehmen Hoffnung hingeben, daß auch die Straßenbahngesellschaft mit ihren Lerteuerungs- planen, denen einstweilen noch der vertragliche Einheitstarif im Wege ist, einmal ans Ziel gelangen wird. hatten aber den Eindruck, daß der Straßcnbahnöirektion dieser gewaltsame Eingriff m ihren Betrieb doch nicht so ganz unwillkommen ist. Sicher ist, daß sie selber dabei viel weniger schleckst„fährt" als die Bevölkerung. Die Verkehrsbeschränkungen sind für die Straßenbahngesellschast eine Hilfe in der?tot. die ans dem Mangel an geeignetem Personal und an Material zu Wagenrcparaturen entstanden ist. Wie schlimm es namentlich mit der Wagcnabnntzung und dem Materialmangel steht, darüber sprachen sich General- dircktar W u s s o w und Direktor Otto sehr offen aus. Man war darauf„vorbereitet", daß die Bcschränkungsmoß- rege! zunächst die Vcskchrsschwierigkeiten bringen würde, i Zlbcr nach Meinung der Straßcnbahndirektion'muß nicht nur der Vergnügungsverkehr, sondern auch der Berufsver- kehr sich der geänderten Lage anpassen. Eine Verlegung des Schichtwechsels lasse sich m den großen Fabriken fast überall . durchführen, und sie sei zum Teil schon erfolgt.?kngcblich, kann haben die in den ersten Tagen aufgetretenen Schwierigkeiten i Teutschland nicht das Ganze für sich allein beanspruchen. Der sich bereits sehr gemildert, aber es wird noch„beobachtet" und> Tie Paradekartoffel iu der Mittelftandsküchc. Ein Leier unieres Blaues sendet uns ein Klagelied auf die Mittelstandslüche in der Zi mm crsir atze: Ich glaube wabrlich nicht verwöhnt zn sein— in meinen, Elternhause hietz es: Was auf den Tisch kommt, mutz gegesien werden!— aber das Esten in der von mir am DonncrSlag besuchten Mittelst andsküche»n der Zimmerstratze ist doch eine etwas harte Zumutung gewesen. Die Suppe war gut; dann kam Wcitzkraut mit einer, man denke einer ganzen Kartoffel. Dafür war mir aber von meiner Kaitoffelkaite ein Halbpfund-Ab schnitt abgetrennt worden! Wenn ein Bäcker Sefcrippen unter Gewicht verkauft, so läuft er Geiabr zu einer schweren Geldstrafe verurteilt zu werden. ES sei ausdrücklich festgestellt, datz ich nicht allein Leidtragender war. sondern datz die ganze Tafelrunde lebhafte Empörung zeigte. Ich habe nicht genug die Disziplin der Gäste bewundern können, die gegen einen so offenkundigen Mitzbrauch stille hielten. ES ist auch nicht wahr, datz etwa die Karioffeln verkocht gewesen seien. DaS Gemüse hatte einen durchaus reinen Geschmack, und die Parade- kartoffel war nicht so weich, datz man ein Verkochen hätte annehmen können. Den Schlutz machte eine Nachspeise, die— mit Verlaub zu sagen— so fürchterlich st a n k, datz ich schleunigst in einen Zigairenladen rannte, um mit einem Glimmstengel meinen Mund auszuräuchern. Zu meinem Bedauern habe ich unterlassen, mir die Skochipeste definieren zu lassen; es mögen Muscheln mit Bohnensalat gewe�Ki sein. Ter gute Geschmack im Hause Ullstei«. Tie im vaterländischen Hilfsdienst tätigen Männer und Frauen tragen bekanntlich eine schwarz-werß-rote Binde am Arm. Eine Dame mit diesem Abzeichen hat nun jüngst das Pech gehabt, einem jungen Manne des Hauses Ullstein in den Weg zu lausen und dessen offenbar in der Konfektions- brauche hcrangcbilbctc Phantasie zu folgendem Erguß an- zufcuern: fes war zweifellos eine f e s ch e P e r s o n. Sie trug ein w e i n r o t e s Samt? oSt ü in, mit enger Taille und G l o ck c» r ö ck ch e n, und dazu auf einem zu dem Kostüm a u S-- gezeichnet passenden Haar einen Hut k 1 a Rem- b r a n d t, ouai aus Saminel und lv e i n r o r. Zudem war sie jung und ebem'o hübsch wie ihr Kostüm. Wenn nur der schwarz-weitz-rote Ann nicht gcioeien wäre. Es gab eine Menge Herren, die ihr dielen Arm einfach uichi glaubten. und die deswegen eine ganze Weile hinter ihr her- gingen. Sie merkte wohl, datz man sie betrachtete, im Vorübergehen und von den Slratzenbahnen und Omni- bussen herab. Und auf ihrem Geficht war ein geheim- n i s v o t l c S Lächeln, das zu sagen schien:.Waltet nian, Ihr werdet bald auch noch mit schwarz-weitz-roten Armen herumlaufen...' Aber zugleich war sie auf ihre.Sehenswürdigkeit" am linken Oberarm sehr stolz, das merkte man. Es war der Stolz derer, die den Anfang machen... Die taufend Blicke. die sich an ihren Arm hefteten, beirrten sie nicht. Sie parierte jc&en mit Sellen, blauen Augen:.Nehmt Euck ein Bei« Ipicl!"... Tie Konfektion ist ein chrentverter Beruf, und die Journalistik kann eS auch sein. Wenn aber Leute, deren Ge- ichmack den Ansprüchen der erstercn offenbar nicht genügt hat, in die letztere hinübertocchseln, so müßten sie durch ihre neuen Brotgeber rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht ivcrdcn, daß man nicht alle Erscheinungen unserer wirklch bitterernsten Gegenwart mit den Äugen eines schönheitStrunkencn Danien- schneiders betrachten darf. Sonst können leicht journalistische Entgleisungen stattfinden, die bei jedem taktbollen Menschen unwiderstehlichen Ekel erregen. Bon dem Deutschen Wohnnngsausschus; wird unS geschrieben: Der Aorstond de-S Vcrbande-Z deutscher Archi- lekten- und Ingeilietirbereine weist in einer Eingabe an das König- lich Preußische StaatSminilteriiim aus die große slersplitte- rungder für das WohnungS« und«iedlungS- rvesen in Preußen zuständigen Behörden und Körperschaften hin..Die Erfahrungen des WelthiegeZ", so wird ausgeführt,„haben die Notwendigkeit vor Augen geführt, ge- wtzgederische Maßnahmen zur Förderung und Besserung" des Sied- lungö- und Wohnungswesen? zu ergreisen, und von den geictz- gebenden Körperschakttn find bestimnite Richtlinien gegeben, in denen sich diese Maßnahmen bewegen sollen, und doch ist eS zweifelhaft, ob eine den Anforderungen der Zeit gerecht werdende Vorlage zustande kommt, weil bei der beutigen Organisation schon in der Zentralmstail? die Arbeit aus vier verschiedene Ressorts verteilt ist: Der HandelSminister hat die allgemeine Rrboiterfürsorge in seinem Ressort und bereitet deshalb das neue Geiey vor, da? in der Hauptsache der werktätigen Bevölkerung mgute kommen soll; die Förderung aller Bestrebungen im Interesse de? WvhiiwescnS, die Beschaffung und Verwaltung der hierzu be- nötigten Staatsmittel ist Sache de? Ministers de? Innern; der L a n d w i r t sch a fr S rn i n i st e r ist zuständig für das ländliche BesiedlungSweien, das in dein neuen Gesetze rnit behandelt wird, und gleichzeitig für alle Ncallrediisragcn, die wieder von der städtischen Wohnungsfrage nicht zu trenncn find; endlich der M i n Ist e r der öffentlichen Arbeiten ist für die dabei ia wksrntlichrn technischen und baupolizeilichen Fragen an dem Gesetze nur mitbeteiligt, während er bei der Wichtigkeit, die er für die gesamte Entwicklung des Bauwesens im preußischen Staate haben würde, eigentlich die Instanz sein müßte, in der alle vor- genannten Befugnisse vereinigt sind." Man könnte demnach hinzufügeit, daß auch der Finanz« minister sehr wesentlich an dem Zustaudekomme» der hier in Frage kommenden Gesevesvorlaaen beteiligt und augenscheinlich bestrebt ist, sich für die Jukunst auf' deren Durchsuhning einen noch größeren Ernflnß zu sichern. Anderseits kann man darin geteilter Ansicht sein, ob für Preußen gerade da» Mirnstcrium der öffentlichen Arbeiten die geeignete Zeiitralinstaiiz für da» gesamte WohnungS- und Stedlungswefeli sein würde oder nicht vielmehr das Ministerium des Innern, da eS sich doch hier nicht in erster Linie um technische, sondern um vonviegend verwaltunaswirtschaft« liwe und soziale Fragen handelt. Mir der ganzen Tendenz der Eingabe, der Schaffung einer eiicheitliche», von Restorteifersüchleleien unabhängigen, mit den nöligen Machibefugnisseri ausgestaiteten Z e n t r a l i n st a n z— womöglich aber nicht nur tür Preußen, sondern für das ganze Reich— kann»nan sich mir ein- verstanden erklären. Da» Kriegswucheraint ist wieder gegen PreiStteibereien anf mehreren Gebteten eingcschriiten. Als AuSland-ware find größere Mengen O e l f a r d i n e n in den Handel gekommen, deren Preis in keinem VerhältniK zu ihrer Größe und Beschaffenheit steht: kleine und minderwertige Fische. ES hat aber den Anschein, daß die Oeliardinen, obioobl der Preis schon von 80 Pf. und 1 M. auf 2 M. und 2,80 M. hinausgetriebsn worden ist, sogar zur Erztelung noch höherer Preise zurückgebatteti werden. Nachdem die Preis- tuüsungSstcllo sich mit diesen Dingen beschästigt hat, ist jetzt das KriegSwucheram: eiirgeichritten, um dem Treiben Einhalt zu tun.— Auch aur dem Kohlenmarkle bat das KriegZwucheramt un« lautere Machenschaften aufgedeckt. Händler haben trotz der Notlage der Verbraucher ihre alten Vorräte zurückgehalten, um sie erst in der Zeit der höchsten Not zu W u ch e r v r e i s e n ab- zugeben. Denn es ist ein Wucherpreis, wenn für 1000 Stück Vreßkoblen bis zu 25 M., für das Stück alio 2V, Pf. verlangt werden. Ta5 ÄriegSwucheramt hat verschiedene Händler und Händlerinnen bei der Staatsanwaltschaft zur Slttasverfolgung angezeigt._ Berliner Sebensmittelnachrichten. Nach der Bekanntmachung des Magistrats Berlin entfallen auf Abschnitt 18 der Lebensmiitrllarle 100 Gramm Weizengrieß, aus Abschnitt 10 der Lebensmittelkarte 100 Gramm Graupen oder Grütze. Die Abschnitte sind am 8,, S. oder 10. Januar 1017 in den durch besondere VerkausSschilder gekennzeichneten Klein« Handelsgeschäften gegen Empfangsbescheinigung abzugeben. Die Ware tvird dann etwa acht Tage nach Ablieferung der Karten- abschnitte bei den Kleinhändlern gegen Rückgabe der oben erwähnten Empfangsbescheimgnng zur Verfügung stehen. Die auf die Ab- lieserung der Marlen durch die KleinbandelSgeschäste bezüglichen Bestimmungen sind diesmal ebeufalls in der Bekanntmachung enthalten. Eine besondere Benachrichtigung der Kleinhändler durch den Magistrat erfolgt nicht. Die K a r t o f f e l r a t i o n für die nächste Woche ist wieder wie bisher auf b Pfund festgesetzt worden, außerdem können auf Ab- schnüt 11 der Lebensmittelkarte drei Pfund Kohlrübe» ent- uommen Iverden. Di« Feltfiells Groß-Bcrlin /Milch) macht darauf aufmerksam. daß die Personen, denen bisher Sahne bewilligt worden ist, durch- aus nicht ohne weiteres oizf die alten Atteste bin eine Aushändigung der Sahnckarteir bei der Fettstclle Groß-Bcrlin beantragen können. Wer vom 10. Januar 1017 ab noch Sahne beziehen will, muß sich vielmehr mit einem ärzllichen Attest, genau wie dies bei der Boll- milch vorgeschrieben ist, an die Medizinalbehörde seine» Wohnortes wenden, die Einwohner Berlins also an die Zcntrals'ellc für Kranken- eriiähritng, 0. 2, Fischcrstr. 39/42. Erfolgreich eingeschritten? Noch knapp bor Weihnachten waren bei den fahrenden Händlern um den Potsdamer Platz herum rech: gute Aepfel für 05 Pf. das Pfund zu haben. Seither find die Wagen verschwunden, und unter 85 bis 90 Pf. gibt es über» Haupt kein Psund Aepfel mehr in den Geschäften. In einer Zeitungsnotiz aber lesen wir. daß das KriegSwucher- omt gegen die Händler mir Gänsen und Aepfeln„erfolgreich ein- geschritten' sei. Gänse kosten weiter 0 M. 50 daS Pfund, während in Bayern der Höchstpreis 2 M. 80 beträgt. Zusattscifenkartri» für Tuberkulöse. Nach einer Bekanntmachung doS Reichskanzlers vom 14. Dezember 1016 können auch Personen, di« an Tuberkulose jeder Art leide», auf Antrag bis zu vier I n f a tz f e i f e n k a r t e n bewilligt werden, sofern der Antrag von einem königlichen Kreisärzte oder, wenn die beireffende Person sich in Anstaltsbehandlung befindet, von dem leileuden Arzte der Anstalt bescheinigt wird. Die Formulare zu den Anträgen sind aus den Brolkommstsionen erhältlich: die Anträge selbst sind alsdann an dleMagiftraisabteilung sürTeifenversorgmlg,RaihauS,Zimmer62a, zu richten. Durch dieselbe Bekanurmachuiig ist ferner bestimmt, daß die bisher ausgestellten Zusatzseifenkarten für Personen, die an einer an- steckenden Krankheit leiden, wozu nunmehr also noch Tuberku« ose jeder Art tntt, und die für Krankenhäuser ausgestellten 'jusatzieisenkarten berechtigelt, daß darauf in Apotheken statt jit. A.-Seife Kaliseise in gleicher Menge abgegeben wird. Zu diesem Zweck: müssen die bisher ariSgestellicn und noch bis zum 31. Ja« nuar d. I. geliendc» Zusatz seifen karte» mit einem dabin- gehenden Antrage an die MagisiratS-Abteilung für Seifen« Versorgung zurückgegeben werden, damit sie mir einem entsprechenden Stempelausdrucke versehen werden können. Schlieüc KriegSwochenhilse. Noch immer werden berechtigte Klagen darüber laut, daß die Gewährung der Wochenhilfe nicht mit der nötigen Beschleunigung erledigt wird. Der Minister de? Innern bat jetzt die Regierungspräsidenten angewiesen, auf eine rechtzeitige Stellung der Anträge und auf die vollständige Beibringung der nötigen Unterlage» hinzuwirken, damit die Hilfe in möglichst kurzer Frist gewährt werden kann. Außerdem tritt der Minister der An- ficht entgegen, daß eS genüge, wenn die Zahlung der Wochenhilfe nach Ablauf der 12. Woche feit der Niederkunft erfolgt. Nach den gellenden Vorichriflen find die einmaligen und die fälligen laufenden Zuwendungen sofort, die lautenden Zuwendungen im übrigen mit Ablauf jeder Woche fällig. Verteilung v»u Lebensmitteln an Einzelpersonen. AuS unserem Leserkreise sind unS in letzter Zeit mehrfach Beschwerden über un- gerechte Verteilung von Lebensmitteln zugegangen. Gerügt wird in diesen Zuschristen, daß bei der letzten Verteilung von Käs« und kondensierter Milch oder Trockenmilch immer nur drei Personen oder mehr berücksichtigt wurden, während Einzelpersonen und allein- slcheude Ehepaare leer dabei ausgingen. Mit Recht wird darauf hingewiesen, daß eS für Einzelpersonen, die ihrer Berufsarbeit nach- geben müssen, scbon schwer genug ist, sich die notwendigsten Lebens- mittel zu beschaffen; um so ungerechter empfinden sie es daher, wenn sie nun noch vom Bezüge anderer Mittel auSgeschlosten werden. Wir wollen hoffen, daß die gerügten Mängel die beteiligten Behörden veranlassen werde», auch diese einzelnen Personen bei den nächsten Verteilungen zu berücksichtigen. Zu»'. 7 Uhr-Ladeiischlaß teilt das Polizeipräsidium mit, daß alle Ladengeschäfte, aljo auch Friseur! äd en, Annahmestellen von Reinigungsanstalten, photographisch« Anstalten u. a. werktäglich um 7, Sonnabend um 8 Ubr abends zu schließen haben. A u S n a h m e n bilden nur Apotheken und Verkaufsstellelt, in denen der Verkauf von Lebensmitteln oder Zeitungen als HaupterwerbSzweig betrieben wird. I« Zoologischen Garten ist an diesem Sonntag der billige Ein« tritt von 25 Pf. für Erwachsene und Kinder wahrend des ganzen Tage»; ebenio für das von 0 Uhr morgens bis 6 Uhr abends ge- öffnete Aeiuarium. Von 4 Uhr nachmittags ab ist Konzerl. Der Zoologische Garte» bat im großen Affenhäute Noch- zuchr»t Gestalt einer jungen Rotsteiß-Meerkatze erhalten, die ihren Annamen von roibraunen Borjtenbaaren zu beiden Seiten der Schwanzwurzel hat. Das Kleine ist im Verbälmis zu seiner Mutter, die sich sehr sorgfältig seiner angenommen hat, schon reckt kkästig und groß, zeigt aber noch nichts von der graugrünen Haarfarbe, dem iveitzen Backenbart und dunklen Gesicht der Alten, ist vielmehr dunkel behaart mit heller Haut. In solchem JngendNeid werden anscheinend die meisten Affen geboren und färben sich erst später nach Art der Alten auS. Der 10-Uhr-Thealerschluii ist nunmehr in Kraft getreten und die meisten Bühnen beginnen dementsprechend ihre Vorstellungen früber: Die Bollsbiihne sTheaier am Bülowplatz) um 71/.,, das Deutsche Theater, das Deutsche Opernhaus, das Metrovol- Theater um 7. das Tbalia-Theater und Apollo-Thealer um 7>/«. Das Königl. Opernhaus beitZ um 0''/3 Uhr, die meisten übrigen Thealer um 7'/ä Uhr. Zirkus Sfchitaimm hat von heute, Sonntag, ab den Beginn der Rachiniltagsvvtsielluugen a»s 3 Uhr und den der Abendvorstellungen auf 71/, Uhr festgesetzt. Die große neue AussiattungSpantotnime „Die Seeräuber" schließt sich ohne Pause unmittelbar an den voran- gehenden reichhaltige» Kunstlerteil an. Direltor Schumann hat mit seiner neuesten Schöpfung einen außerordentlichen Erfolg erzielt; dos Publtknm zeichnet die farbenpräcktigei, Bilder täglich durch stürmischen Beifall auS. Ter artistische Teil des Programms»st überaus mannigfaltig und enthält die besten Nomen der Äünstlerwelt. Gebrüder Herrnfeld- Theeter. Die erfolgreiche Ge'angSpoff« „Der doppelte Buckballer'' nähert sich bereits ihrer 80. Aufführung.— Heule nachmittag L'/r Uhr wird„Der Hüttenbesitzer' gegeben. Rose-Theatrr. Sonntag riachmittaz wird zu halben Preisen das Lustspiel„Die zärtychen Verwandten" gegebe». Infolge des Gast- fpiels der Schlierseer, das am 10. d. M. beginnt, gelangt das „GlückSmädel" nur noch bis DienStag zur Aufführung. Palast-Theater am Zvo, Heute— Sl/3 und 7l/„ Uhr— finden wieder zwei Vorstellungen ftatr. Nachmittags hat jeder Erwachsene ein Kius frei. In beiden Borstellungen Ausiührung des ungekürzten Programms mit Otto Reulter,„Berliner Bilder' mit Robert Steidl und Anna Müller-Lincke, PerzinaS Neudreffuren und den übrigen Januar-Spezialitäten. Des Gerücht von einem Morde war Sonnabend vormittags in Schöneberg verbreitet. In den frühen Morgenstunden fanden Arbeiter in der Vorbergstraße in einer Blutlache die Leiche einer Frau. Da sie ichwere Verletzungen aufwies, vermutete man ein Verbrechen. Diese Annahme bestätigte sich jedock nicht. Es handelt sich um eine Frau Martha Th.. die schon seit längerer Zeit schwer nervenkrailk gewesen ist und allem Anscheine nach in einem Anfalle sich aus dem Fenster ihrer im dritten Stockwerk gelegenen Wohnung hinabgestürzt hat. Der SchiffSführer Kanwifcher, der wegen der Bootskatastrophe bei Grünau zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden ist, »ach dein Beschluß des Gerichts aber auS der UnlersuckungShast entlasten werden sollte, wurde jchzt in polizeiliche csckuy- Haft genommen. Seine Verteidiger haben sofort Beschwerde da- gegen"erhoben und gleichzeitig gegen daS Urteil Revision eingelegt. Jp der Herberge crhänht hat sich der 60 Jahre alte Arbeiter Sp., der sich wohnungSloL in Berlin aufhielt und in der Äuguftstraß« ewgclehrt war. Als man ihn auffand, war er schon tot. Erfroren ist wahrscheinlich ein Manu, der Sonnabend früh vor dem Hause Ehausseestraße 12 hilflos aufgefunden wurde. Al» man ihn fand, lebte er noch, verstarb aber schon auf dem Wege nach der nächsten Rettungswache. Tie Persönlichkeit konnte noch nicht festgestellt werden. Ter Mann ist etwa 80 Jahre alt und trug dunkelgrauen Jackettanzug. schwarzen, graukarierten Ueberziehcr mit gesticktem Monogramm W. S., grauen. weichen Hut und graue Strümpfe. Mus öen Gemeinöen. Kinderspeisuug in Neukölln. Der Besuch der Neuköllner Kinder- Volksküchen hat sich m den letzten Monaten lebhaft gesteigert. In den drei Küchen, die in Privaträumen der Häuser Steinmetzstr. 118, S'/anner Str. 4« und Friedelftr. 88 untergebracht sind, werden jetzt täglich 7—800 Schulkinder gegen Entrichtung von 10 Pf. pro Portion, im Bedüiftigkeitöfalle auch unentgeltlich, gespeist. Die Bedürftigkeit wird vom Rektor bescheinigt.— Während der Pausen an den Schul» lagen wird außerdeni an 1200 arme Kinder warmeS Frühstück durch Veimittelung.der Schuldiener kostenfrei verabfolgt. Fürsorgestelle für Lungrlikranke in Ehcrrlottendurg. Das Für- sorgeamt, das sich Cecilienhaus. Berliner Str. 137, befindet, hält jeden Tag von 10'/,— 1 Uhr Sprechstunden ab; für Männer: Montags und Donnerstag«, für Frauen: Dienstags und FrenagS und für Kinder: Mittwochs und Sonnabends. Die Unter- f u ch u n g ist unelttgeltiich, eine ärztliche Behandlung findet nicht statt. Baracke» für städtische Massenspeisunge». Die Stadt Schöneberg hatte vor einiger Zeit eine erhebliche Ausdehnung der öffentlichen Speisung beschlossen. Für diesen Zweck ist die Errichtung von vier großen Baracken aus geeigneten Plätzen der Stadt vorgesehen. Mit dem Bau der ersten Holzhalle ist jetzt auf dem Winterfeldtplatz hinter der katholischen Kirche begonnen worden. Abgabe von Sohlrübrn in Lichtenberg. Der Magistrat Lichten- berg macht bekannt: Gegen Abgabe de« linken Wappens aus der Lichtenberger Lebensmittelkarte können sür die lausende und die beiden folgenden Wochen zusammen fünf Pfund Kohlrüben zum Preise von 6 Pf. sür das Pfund entnommen werden. Wir empfehlen dringend, sich Kohlrüben einzulagern, da es nicht sicher ist. ob die Stadt später Kohlrüben in ausreichender Menge zum Berkauf bringen kann. Die Kartoffelknappheit in Wristenser war Gegenstand einer Be- sprechnng in der letzten FinanzkommifsionSsitzung. Der Gemeindevor« stand hatte durch Vorlegung der Schriftwechsel und Telegramme nach- gewiesen, daß alles versucht worden sei. die Kartoffelknappheit zu beheben. Leider haben die Lieferungskreise völlig versagt und alle Aufforderungen durch den Land rar und selbst der ReichskartoffelversorgungS stelle auf die herrschende Rot und die daraus entstehenden Folgen botlen wenkg oder gar keinen Erfolg. Die Gemeinde hat infolgedessen ihre Reiervekartoffeln schon stark angreifen rnfiffen, so daß. wenn nickt weiter energisck eingegriffen wird, das schlimmste sür die Zukunir zu beiürchtcn ist.— ES wird beabsichtigt, Kundenlisten für den Karloffelbezug einzuführen, um das Anstellen vor den Verkaufs- lüden einzufckränken, und den Händlern je nach dem festgeftelltcri Bedarf Kartoffeln zu übermitrelu. Ein Recht auf Kartofielbezug gewähren diese Listen nicht. Dem Gemeindevorstand ist es uumög- lich, weiter für die nöligen �Kartoffelmengen zu sorgen, wenn nicht die vom Staat eingesetzten Stellen energischere Maßnohmen treffen. Zur weiteren Linderung der Not sollen in der nächsten Zeil auS den noch vorhandenen Beständen Teigwaren. Graupen. Grieß und auch K o h l rü b e n auf Kartoffelkarten abgegeben werden. LebenSmittelnachrichte» aus SdlerShof. Die Eintragung!n die neuen Kundenlrsten für den Fleifchverkauf bar ipä- restenS Montag, den 8. Januar, zu erfolgen. Ueber die Ein- tragung erbält jeder Kunde eine Bescheinigung. Tie ohne Fleisch hergestellte Grützwurst darf ohne Fleiichkarien nur als„fleisch- lose Grützwurst' verkauft werden. Die von der Gemeinde zum Verkauf gesellten Heringe werden vorläufig in unbeschränkter Zahl an die Inhaber der Lebensmittelkarten abgegeben. Gcwerkschaftsknrtell Köpenick. Infolge Einziehung dcS Obmannes zum Heeresdienst wählte die letzte Sitzung des Kartells den Ge- noisen Otto Nickel. Gurenbergstr. 26 III, zum Obmann, an den olle die Unterkommission Köpenick der Berliner GewerkschastS- kommijsion angehenden Sachen zu richten sind.— Mir dem HilfS- dienstgesetz und seiner Bedeutung sür die Arbeilerschoft wird sich eine am Mittwoch, den 10. Jamiar, abends 7'/, llhe, im Stadt« Theater tagende öffentliche Volksversammlung beschäftigen. Da« Referat bat Genosse Adolf Cohen übernommen. An die Genossen und Ge- nossinnen ergeht die dringende Aufforderung, für guten Besuch der Versammlung zu agitieren. Wegen der Polizeistunde um 10 Uhr wird»im pünktliches Erscheinen geVeten. Mus aller Welt. Tas Ende der Wolkenkrafier. In?! e w Jork will man den Wolkenkratzern zuleib« gehen. Es ist dort eine Verordnung erlassen worden, wonach in Zukunft die Wolkenkratzer„nur noch' 2'/, mal so hoch gebaut werden dürfen. wie die angrenzenden Straßen'breit find, und zwar mit Rücksicht auf die Feuerwehr, der eL oft unmöglich war. bei Bränden in den oberen Geschossen au den Brandherd zu gelange». In den Fabrik- vierteln können die Fabriken zweimal und in den MiethauSbezirleu l'/zmal, dagegen in de» reisten Wohnvierteln die Häuser nur to hock erricht-r werden, wie die Straße var dem betreffenden Hause breit ist.___ „Denn nlüfiie sich ei» Viertel der Menschheit schämen." Ein Wiener Bezirksrichter hat in einem Ehrenbeleidigungsprozeß ein Urteil gefällt, das jedenfalls in der Oeffentlichkeit noch viel besprochen werben wird. Eine Frau L. in Wie» hatte in Privat- gesprächen einem Wiener Geschäftsmann nachgesagt, daß er zu zwei Frauen in nahen Beziehungen gestanden habe und Vater eines unehelichen Kindes sei. Der Geschäftsmann, der seit kurzer Zeit verlobt war. verklagte die Frau wegen Ehrenbeleidigung. Lc- sonders fühlte er sich durch die Aeutzerung der Angetlagten ge- troffen, die gejagt bcrben soll:„Da wird eS früher oder später eme• Blamage geben." Der Richter sprach die Angeklagte nur wegen der Aeußerung, daß eS in der Ehe des Herrn W. zu einer Blamage kommen werde, schuldig und vorurteilte sie zu 10 Kronen Geldstrafe, fällte aber bezüglich der sonst inkriminierten Aeuße- rungen einen Freispruch. In der Begründung erklärte der Richter. es sei für einen Mamv überhaupt keine Beleidigung, wenn man ihm nachsage, daß er ein Verhältnis unterhalten habe und Vater eine-- unehelichen Kindes sei. Wenn derartige Be- bauptungcn etwas Beschämendes für einen Mann enthielten und beleidigend wären, dann müßte— so erklärte der Richter— s ich ein Viertel der Menschheit schämen. Kriminalistik der Jugendlichen. In L e e d S wurden bemerken-- werte Mitteilungen gemacht über die erschreckend« Zunahme der Ver- brechen jugendlicher Personen. Offizielle Ziffern zeigen, daß die Zahl der jugendlichen Verbrecher von 801 im Jahre 1014 auf 916 im Jahre 1015 und während dtr ersten 11 Monare des Jahres 1916 auf 910 Fälle gestiegen ist. parteiveranstaltungen. Sozialdcmokratiicher Zentral«Sahlvrrcin Drltvw. NeeSko«. crtsverrtn Lichtcrfeldr. Dienstag, den 9, Januar 1917, abends 8 Uhr. im Lokal von W, Draegert, Hindeuburg- damm, evrcibbnnd« mit. TV. 60. Tie würden tn diesem Fälle gut im», sich an den Mrirll- arbeiterverband zu wenden. Linienstr. 83—85.— 91. Ku. 14. Litten um Angabe Ihrer Zwress� damit wir Ihnen«me Zusammenstellung zusenden können. WetterauSstchtcn für das mittlere Slorddentickland dt» Montag mittag. Westlich der Oder etwas milder, vorherrschend wolkig mit geringen Niederjchlögeo, im Osten vieljach helleres Frostwetter.