Kr. 10. 34. Jahrg. flbonncratntS'Btdlngungeo: Rbomtemaüä• Preis otörannttoniio Vieri cliährl 8,90 SRI, monall ILO Mi. IvöchenUick 80 Psg. frei ins Haus. tinjelue Rümmer 6 Vig. gomtlaa?. »ummer mit tüuftrtcucr Somuags- Beilage.Die Reue Welf lO Pix. Posl. Slk-nnemeM: ILO Mar! vro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- vretsliltc. Unier Kreuzband lür Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2JÖ0 Mar!, für das übrige ausländ ( War! vro Monat. Postabonnemems nehmen an Belgien. Dänemarl, DCllctüi. Italien. Luvemburg. Portugal. —'Nten. Schweden und die Schwctj. klstdeiil LgNch. Zerlrnev Volksblntk. ( S Pfennig) Die Inlcrtions-Gfbüljr srttögt für die sechsgcjpaltene Kolaitel. teile oder deren Raum 60 Psg.. für dolitilche und gewertschasUiche Bereitts- und VersanMilnnge- Anzeigen ZV Pig. „RIeine Snreigen", das tcttgedruck.'e lLart 20 Pig.(zuläffig 2 fettgebrudte ßotte), jedes weitere Wort 10 Pjg. Siellengesuche und Schlasstellcitau- zeigen das erste Wort lv Psg.. jedes weitere Wort ö Psg. Worte über 15 ä!mi)> staben zählen für zwei Worte. Inserate stir die Nächsie Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Exvcdstion abgegeben werden. Die Exvedition>>1 bis 7 Uhr abends gcölftiet. Delegramm-Zldrelset .Zs-Isstiemolt!« steelii". 2entra1organ äer fosialäemokrstifcken Partei Veutscklanäs. Expedition: EW. od, riodevstroße Z. Fernsprecher: Amt Moritzvlast. Nr. ISI»»-151»7. Neöaktion: SM. öS, Lioöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzvlatz. Rr. 151 SO— 151 S7. Donnerstag, den 11. Januar 101?. Der Sturz Crepow®. Die Hüffen hinter den Sereth zurückgeworfen. Kämpfe an der Dünafront— Fortschritte im Sufita- nnd Cafinutal— Der Feind bei Focfani-Fundeni hinter den Sereth zurückgezwnngen. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 1». Ja- uuar 1917.(28. T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Sturm uud Regen blieb die GefechtStätigkeit gering. Rur an der Ancrc lebhaste Artillericlämpfe. Oestlicher Kriegsschauplatz. Fr�int des Generalseldma.r schall? Prinz Leopold von Bayern. «tärlere russische Angriffe südwestlich Riga sowie zahlreiche Borstöße kleinerer Abteilungen zwischen Küste und Nnrorz-Ser bliebe» auch gestern ohne jeden Erfolg. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. vergeblich versuchten Russen und Rumänen dir ihnen ent- riffcnrn Höhrnstellungen beiderseits des Sustta-TulS zurückzu- grwinvcn Unlcr blutigsten Verlusten scheiterten die mit starken Krilstrn ausgeführten Gegeuangrissr. Nördlich und südlich des Easinu. Tals wurde der Feind weiter zurückgedrängt. In den Käuipsrn der beiden letzte» Tage steten 6 Offiziere, WO Mann und 3 Maschinengewehre in unsere Hand. Heeresgruppe de? Generalfeldmarschalls von Mackensen. Nördlich von Focsani gelang rS un?, auf dem linken Pittna- Ufer Fuß zu fassen. Zwischen Focsani und Funden! zwangen wir de» geschlagenen Gegner, feine Steltungen hinter der Putna auszugebrn und hinter den Sereth zurückzugehen. 550 Gefangene wurden eingebracht. An der Rimnicul-Sarat-Mündung hielten wir im Angriff er- rungene Fortschritte gegen mehrere feindliche Vorstöße. Mazedonische Front. Nächtliche Angriffe an der Struma wnrdcn abgewiesen. Ter Erste Generalauartiermrister. Ludendorff. * �benöbericht. Amtlich. Berlin, 10. Januar abends. Au der Westfront stärkeres Feuer nördlich der Aucre. In Rnmänien Lage im allgemeinen nnveräudert. ». * der österreichische Sericht. Wien, 10. Januar 1917.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbarl: Oestlicher Kriegsschauplatz. Zwischen der Putna Mündung und Focsani wurde der Feind hinler den Sereth zurückgeworfen. Beiderseits der Susila vcrsucheu Russen und Rumänen sich de? Druckes unserrr Truppen durck vpferrriihe Gegenangriffe zu erwehre». Ihre Anstrengungen blieben erfolglos. Neuerlicher Raumverlust und ein« Einbuße von 990 Gefangenen und drei Maschmeugrwehren waren bort für den Feind das Ergebnis der beiden letzte» Kampftage. Weiter nördlich bei den k. und 1. Truppe« keine besonderen Begebenheiten. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nicht? zu melden. Ter Stellvertreter de? EhefS des GencralstabeS. v. H o e f e r, FrldmarschaNeutnant. Gegen bewaffnete hanöelsschiffe Eine deutsche amtliche Erklärung. A m i l i ch. Berlin, 10. Januar. Eine durch Poldhu verbreitete Mitteilung der englischen A d m i r a- l i t ä t besagt:„EL würden von Deutschland Anstrengungen gemacht, Zweifel auf den streng defensiven Charakter der Ba waffnung zu werfen, die die britischen Handelsschiffe tragen. Die Admiralität sagt, der britische Grundsatz sei ganz klar, sie könnte keinen Unterschied zugeben in den Rechtest un- bewaffneter Schiffe und der allein zur Verteidigung bewaffneten Schiffe. Jeder hat das Recht, sich gegen Angriffe. Besuch oder Durchsuchung durch den Feind mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen, darf aber den Feind nicht zum Angriff aufsuchen, was die Pflicht der Kriegsschiffe ist." Dazu wird von deutscher Seite anitlich bc- merkt: Mit solcher durchsichtigen Dialektik wird kein sachliches Urteil getrübt werden, es sei denn, daß man die Hülle des Wortschwalls absichtlich nicht zu lüften wünscht. Wir stehe» in hartem Kampfe und halten uns an Tatsachen, nicht an RäsonnemeutS. Tie feind- Nchcn Handelsschiffe tragen ihre Bewaffnung, um anzugrrise». wobei dir englische Marine nach dem Grundsatz handelt, daß der Angriff die b r st e B r r t e i d i g u n g ist. DaS ist erwiesen nach den erlassenen Befehlen und deren tatsächlichen Durchführung, die unsere Handlungsweise bestimmen. Eine Vereinbarung wegen üer bewaffneten Handelsschiffe mit Amerika? Di-„Deutsche Tageszeitung" reibt sich in alldeutschen Angelegenheiten an der„Frankfurter Zeitung'". Sic weist darauf hin, das Frankfurter Blatt bemerke: der größte.Teil der deutschen Presse unid gewiß auch des deutschen Volkes würde sich freuen, wenn es z. B. über die Frage der bewaffneten Handelsschiffe zu einer Verein- baruüg käme. Daran knüpft Herr Rcventlow die Worte: „Wir nehmen nach diesem Satze eines so wohlunterrichteten Blattes, wie die„Frankfurter Zeitung", ohne weiteres an, daß eine solche Bereinbarung zwischen dem Deut- schcn Reiche und de n Berein igten Staaten im Wege ist und ball» irgendetwas laut werden wird." Natürlich ist der Herr Graf über solche Aussichten keineswegs erfreut. Wilson üankt üer Schweiz. Washington, 10. Januar. Reuter meldet Wilson dankte ! dem schweizerischen Gesandten persönlich für das Angebot der Schweiz, die Note Wilsons zu u n t e r st ü tz c n. ZensurwiUkür unü Grientaktion. In Frankreich haben Deputierrcnkammer und Senat am Dienstag ihre Sitzungen wieder aufgenommen. Wie Lyoner Blätter ans Paris melden, hat der Senat D n b o st zum Präsidenten, die Senatoren Boivin Ehampcaux, st. Gcrmain, Chautemps und Rcgismanset zu Vizepräsidenten gewählt. In der Kam m e r wurde der vorjährige Präsident D c s ch a n e l mit 308 von 339 Stimmen wiedergewählt. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt die Deputierten Abel. Monestier. Rene Renoult und Violet. Der Deputierte Alexandre Blanc reichte einen I n t c r pcllationsantrag über die politische Zensur ein, die trotz des Versprechens der Regierung, sie abzuschaffen, un- verändert bestehe und genau so willkürlich gehandhabt werde wie zuvor. Die radikal-sozialistische Kammergruppc beschloß, die Re gierung aufzufordern, vor dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten genaue Erklärungen abzugeben, welche Maßnahmen getroffen worden seien, um Genug- tuung für die(freigiiisie nrn 1. Dezember in Athen zu erhalten und ihre Wiederholung unter allen Umständen zu verhindern.____ Eine Guilühall-Neöe LlopüGeorges in Sicht. Auisterdem, 10. Januar. Einem hiesigen Blatte wird aus London gemeldet, man erwarte, daß Lloyd George am Donnerstag in der Guildhall eine wichtige Erklärung abgeben yierde. Die Rede wird also gehalten werden, wenn das griechischr lUtimatum abgelaufen ist.__ die Kniippelgarüe des Weltkrieges. London, 10. Januar. Bei einer friedens freundlichen Versammlung, die S n o w d e n und R a m s e y M a c d o- n a l d gestern abend in Walthamstow abhielten, wurden die Redner durch die Anwesenden fortwährend unterbrochen: eine Anzahl Soldaten stürmte die Tribüne und trieb Snowden und Macdonald hinaus. Danach wurden Reden für die Fort- setzung des Krieges gehalten. Kujsische Ueberraschung. Petersburg, 9. Januar.(Meldung der Pelcr?- burger Telegraphen AgenNir.) Ter Miniftcrpräsi- d c n l und BcrkrhrSminister T r e P o w und der ll n! c r- richtSministcr Graf Jgnatiew sind in den Ruhestand versetzt ivordrn. Der Senator nnd Mitglied des ReichSratcs Fürst G o l i z y n ist zum Ministerpräsidenten rruannt worden. Der Senator K u l- tschits kh ist mit der Führung dcS Il»terrichtsministe> riumS betraut wordru. Der Gehilfe im Ministerium dcS Acußern N e r a t o w ist zum Mitglied deS Reichs- ratcs ernannt wordru. Ein abermaliger Ainisterwechsel in Rußland! Kaum sechs Wochen ist Herr Trcpow am Richer geblieben. Er trat plötzlich aus dein Dunkel als Kreatur des englischen Bot- schaftcrs Buchanan, hielt in der Duma eine schiuettentde Eroberungsrcde, deren Ziele vom Gesichtspunkt der tatsäch- lichcn Kriegslage aus als wahnwitzig bezeichnet werden müssen, beeilte sich, durch den Mund seines Kollegen P o k r o w 8 k y alS erster das deutsche Friedensangebot in hochmihigsler Form abzulehnen, nnd verschwindet datani ebenso geheimnisvoll im Tuntel, wie er gekommen ist. So sieht wenigstens die Episode Trepow für uns in Deutschland aus. Aber was wissen wir säfließlich seit Kriegs o uSbruch von Rußland. Wie in einem Schattenspiel glcitey Personen über die politische Bühne, von denen wir kaum die- groben llmrissc, geschweige denn die feineren Züge ihres Antlitzes, erkennen. Das bißchen über Schweden importierte Wahrheit ist mit so viel Lüge und Ucbertrcibung durchsetzt. daß der ehrlichste Forscher daran verzweifeln möchte, beides zu trennen. Int ersten Augenblick erscheint die Absetzung Trepotvs wie eine Bestätigung der dunklen Gerüchte, die seit Wochen us Rußland zu uns herüberströmten. Seit dem ersten ricgslage ist es sa mit Nachrichten vom Ausbruch der russischen Revolution nie völlig stille geworden. Freilich wurden die ersten großen Scnsationslügen rasch als solche cntlarvt und seitdem ist man gegenüber derartigen Meldungen sehr vorsichtig geworden, besonders wenn man sah. in welch ungeheuerlicher Uebertreibnng die kleinste Ruhestörung bei uns in der feindlichen Auslandspresse auftauchte. Doch die letzten Nachrichten trugen immerhin etivas anderen Charakter, es ivehte in ihnen etivas von der Revo lutionsluft der Jahre 1905/06. Zu den Gerüchten von Hungersnöten in den großen Städten, von Straßen- kämpfen in Moskau gesellt sich die geheimnisvolle E r m or d ung R a f p u t i n s, nur. daß man auch von dieser trotz inchrfachcr Meldung nicht iveiß. ob sie wirklich stattgefundeil hat. Aber irgend etwas zwischen den Zeilen jeder russischen Nachricht sagt immer wieder: ES geht dort etivas vor, bereitet sich ctwaS, dabei jedoch kommen wir über das Raten und Vermuten nicht heraus. Auch heute glauben tvir nicht an einen Sturz Trepows infolge revolutionärer Beklemmnisse des Zarismus. Aus dem Grunde nicht, weil zwar gegen die reaktionäre russische Re- gierung eine stärkere Opposition besteht denn je, diese aber sich in ihrem Kampfe gegen den.Zarismus aus ein ganz an- dcrcs Mittel stützt als die revolutionäre Erhebnüg— ans den Krieg. Zu dem wenigen, was wir über das kriegführende Ruß- land mit Bestimmtheit wisse», gehört die Erkenntnis, daß die haupttreibende Kriegspartei die l i b c r a l- d x m o k r a tische Opposition ist. Die Miljukow und Genossen, die Oktobristcn und Kadetten verfolgen ein doppeltes Ziel: Durch den Krieg nach außen hin erstreben sie einen mächtigen Ausschwung der russischen Industrie nnd Bourgeoisie, indem sie diese durch den Krieg von der übermächtigen deutschen Konkurrenz befreien suchen. Gleichzciiig trachten sie nach i n n c n hin nach der politischen Herrschaft, und dazu stellen sie sich an die Spitze der nationalen Kricgsbewegnng,. die den Krieg bis zum Endsiege fortführen will. Man liest mitunter die Behauptung, die russischen Libe- ralcn verfolgten die Taktik, den Zarismus immer tiefer in den Krieg hineinzuhetzen, um ihn— in sicherer Loraussicht der schließlichen Niederlage— der Katastrophe zuzutreiben. Das ist natürlich Unsinn, dazu sind die russischen Liberalen selber viel zu stark am russischen Siege interessiert, als daß sie ihre Herrschast um den Preis einer Niederlage erkämpfen wollen. Der Sieg über Deutschland bleibt ihnen Haupt- zweck, aber sie, sie selber wollen diesen Sieg errungen haben. Deshalb organisieren sie über die russische Regierung hinweg, die als unfähig beijci'e geschoben wird, die wirtschaU- liche Kriegführung in den gcjeüschaftlichen Selbsthilfcorgnni- faftöiicn, SclTjoIö beschuldigen sie den Zarisutu? bei seder GS- legenhcit der inangelirden.Kriegsenergie, der he!inkichen ZZer- ständiguirgssucht. des'Hinneigens Zum Sonderfrieden. Sie von ihnen betriebene Kriegsverlängerungspolitik führt Ruß- land zwar, je länger, sc mehr, in die völlige Abhängig- keitvon England, aber darin erblicken jene Liberalen vom Imlage Miljut'ows keine Gefahr; sie lechzen geradezu danach, sich EnglaniDan den Hals zu werfen, weil sie von Eng- lands Machtstellung über Rußland die endliche Rcforni der inneren russischen Zustände erhoffen. Um den liberal-demokratischcn Sumablock hat sich heute -- von der sehr geschwächten Schicht der revolutionären Ar- beiterschaft abgesehen— alles geschart, was in Rußland noch Äillcn für die Zukunft hat und nicht der stumpfen Lethargie des„Nitschewo" verfallen will. Dieser Bewegung gegenüber stehen Zarismus und Burcaukratie in tödlicher Verlegenheit: aus allgemein nationalistischen Gründen müssen sie ihr nach- geben, ans Gründen der eigenen SelbsterhuUnng dürfen sie ihr nicht zu weit entgegenkommen. Tie hinder der Opposition stehenden gesellschaftlichen Kräfte sind stark, so stark, daß die Regierung ohne sie den Krieg nicht fortführen kann. Des- wegen mußte sie Stürmer fallen lassen, als die Dunia sich gegen ihn �hob. Der Aufstieg des von England begünstigten Trepow konnte als Sieg der Opposition erscheinen; aber es war doch nur ein halber Sieg, denn Trepow war keiner von den ihren, auch er gehörte gesellschaftlich wie innerlich den bureaukratisch-reaktionären R e g i e r u n g s k r e'i s e n an. Trepows Ernennung enthüllte einen Zustand, der in jede m Land ans die Dauer unhaltbar werden muß: das oppositionelle Parlament hat zwar die Macht, die Regierung zu stürzen, ist aber auf ihre Neugestaltung ohne Einfluß. Die russische Regierung sucht sich dem umgestümen Drängen der Opposition durch einen raschen Wechsel der Personen zu ent- ziehen, aber es sind nur die Personen, die wechseln, das System bleibt das gleiche. Von dem neuen Ministerptäsi- dentcn, deni Fürsten G o l y z i n, wissen wir nicht mehr, alc wir beim Antritt Stürmers oder Trepows von deren Perion wußten: er entstammt einer alten Fürstenfamilie, ist in der bnreaukratischen Maschinerie ausgebildet und im übrigen ein unbeschriebenes Blatt. Wodurch er sich von Trepow unterscheidet, was er anders machen soll als dieser, darüber lassen sich nicht einmal Vermutungen anstellen. Aber das Rätselraten dürfte hier zwecklos, sein, da es sich bei den Pcrsonenschiebungen in der russischen Regierung doch lehtcu Endes immer wieder um dasselbe Ziel handelt: durch Menschenwechsel den Svstemwechsel zu verhindern. Ob Fürst Golizyns Herrlichkeit länAr dauern wird als die seiner Vorgänger? Wir möchten es bezweifeln, die Taktik des Personenwechsels wird auch ihn eines TageS beseitigen. Interessanter schon ist die Frage, wie lange sich diese Taktik überhaupt aufrechterhalten lassen wird. Ilm stärksten aber drängt sich die Frage in den Vordergrund: Wird Trepows S turz die außerpoliti scheu Ver- h ä l t n i s s c R u ß l a unberührt lassen? So schwer auch heute die Frage zu bcanttvorten ist, wir glauben sie be- jähen zu müssen. Ueber welche Vorgänge Trepow auch speziell und letzten Endes gefallen sein mag— kein Mensch in Teutschland weiß das heute—, über seine blutrünstige Tuinaredc oder die seines Kollegen Pdkrowsky ist er nicht gestürzt. Dafür spricht auch der Umstand, daß der. letztere im Amte bleibt. � /• Z Irgendwelche Friedcnsboffmingeii. dükfen wir also, an den russischen Ministerwechsel nickst knüpfeii. Er ist Wohl ein Beweis für eine immer unhaltbarer werdende innerpolitische Situation, aber nichts spricht einstweilen dafür, daß Ruß- land seine allgemeine Kriegspolitik ändern will. vie Gesellschaft öer Völker. Ein Vorschlag von rustst über.die. Krisis ausgegeben wird, geht nicht hervor, daß die Krise entstanden ist. wen nunmehr etwa dem. mtlstärischen Problem, die' größere Bedeutung in Syanieu, zugemessen wird. Es fiel jedoch immerhin aus, daß der Nachricht vom Rücktritt des Kabinetts Mitteilungen vorauslicfen, die von der Reise spanischer Offiziere'an die französische Front und den starken Eindrücken, die sie dort empfangen hätten, zu erzählen wußten. Die Kabinette, die Spanien während der Kriegszeit hatte. hielten sich an den Standpunkt, daß die Neutralität zu wahren sei. Sie bekräftigten diesen Standpunkt in wiederholten Er- klärungen. Juterventlonistische Strömungen gaben die Ge- legenheit dazu, und es mag sein, daß diese jetzt wieder stärker hervorgetreten sind. Die Note der spanischen Regierung gibt auch kein Anrecht, aus ihrem Wortlaut zu schließen, daß die Krise über Meinungsverschiedenheiten ausgebrochen sei, die an die Friedensnote des Präsidenten Wilson anknüpften. Spanien hat diese Note nicht mit einem Willkommen begrüßt; seine Antwort bestand alle» in allem in einem kühlen Ablehnen, weil der für die Anregung gewählte Zeitpunkt als nicht günstig anzusehen sei. Das läßt Hemmungen vermuten, mit denen die Neutralitäts- erklärung sich diplomatisch ohne eigenes Opfer abzufinden suchen mußte. Neben der Note Wilsons spielten aber noch andere„internationale Ereignisse", auf die insoweit Rücksicht genommen wurde, daß man die amtliche Nachricht von der Ministerknse zurückhielt. Welche Ereignisse das sind, wird nicht verraten. Es fällt aber in die allerjüngste Zeit der Druck Englands auf die Schiff- fahrtsgesellschaften der neutralen Länder, der in Spanien Forderungen der Reeder an die Regierung auslöste und die Situation des Kabinetts sicher nicht erleichtert haben wird. Wenn sie auch nicht in dem Ruf bestanden haben werden, gegen Drohen Englands Androhen der Hafensperre bei seinen Wünschen widerstrebender Haltung Front zu machen, so gingen sie doch das Neutralitätsprogramm intensiv an. Auch von hier aus könnte einiges neue Wasser auf die Mühle der Kriegsinterventionisten geflossen sein. Die Krise wird indes keine schweren Formen annehmen. Der amtlichen Veröffentlichung ist schnell die Nachricht gefolgt. daß sie behoben ist. DaS Wechselspiel zwischen Konservativen und Liberalen wird also für jetzt zu keinem neuen Kabinetts- bilde führen. Sogar gewichtige konservative Elemente sind damit einverstanden.' Folgende Telegramme liegen vor: Madrid, 9. Januar.(HavaS.) Nach dem hcutiqea Minister- rat begab sich Graf Romanones zum König, um ihn zu bitten, die ehemaligen Ministerpräsidenten und die Eortes um Rat zu frageu,«m der Mioiftertrise die bestmöglichste Lösung zu geben. Eine Nvt« der Regierung besagt, die Krise sei zugleich mit der Vertagung der EorteS infolge parlamentarischer Schwierigkeiten entstanden, aber wegen intern atio- naler Ereignisse, namentlich der Nvte Wilsons, nicht amtlich bekanntgegeben worden Graf RomanoneS erklärte, die Lage werde noch heute geklärt werden. Di« Präfidente« des Senats und der Kammer gaben bekannt, sie hätten de» Könige geraten, das Kabinett RvmauoacS beizubehalten. Auch Maura hat dem König den gleichen Rat gegeben. Madrid, S. Januar, S Uhr abends. lReuters Graf Romanones gab belaunt, daß daS ganze Ministerium im Amte bleiben«erde. Der König habe ihm neuerdings sein volle» Vertrauen ausgesprochen. *..*■- Haag, 10. Januar./ Die„Times" meldet aus Madrid: Eine Atzsstellung zugunsten der' spanischen Freiwilligen im französischen Heer, die am letzten Mittwoch eröffnet wurde, ist am Sonntag von der Polizei geschlossen worden. Der bulgarische Kriegsbericht. Tofia, 9. Januar. Bulgarischer Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Englische Kompagnien der- suchten im nördlichen Teil der Ebene von Serres gegen Barakli-Tschi-iniaja und Umgebung vorzurücken. Wir ver- trieben sie jedoch durch Artilleriefeuer. An gewissen Punkten der Front spärliches Artilleriefeuer von beiden Seiten und stellenweise vereinzelte Schüsse des Feindes. Rumänische Front: Ein feindlicher Monitor be- schoß vom Kilia-Arm die Stadt Tulcea. Wir versenkten durch Artillcriefeuer ein feindliches Transportschiff westlich von Tulcea. Der türkische Kriegsbericht. Äonstcuitmopel, 9. Januar. Gencralstabsbericht vom 9. Januar. An der persischen Front hatten die Verteidiger von D e v l e t- A b a d, die sich zum Teil aus persischen Frei- willigen zusammensetzten, die Stadt vor einigen Tagen be- fehlsgemäß aufgegeben worauf sie von den Russen besetzt wurde. Durch einen in der Umgebung von Devlet-Abad unternommenen Angriff haben wir den Feind wieder aus der Stadt verjagt. Ter Feind, der über fünfhundert Mann verlor, entfloh nach Nordosten und Südosten. Wir machten achtzehn Gefangene. An der Kaukasusfront unternahm unser linker Flügel einen günstig verlaufenen Ueberfall auf die Russen. Wir verfolgten den Feind bis in seine Unterstände. Cr ver» lor fünfzehn Tote und Verwundete. Außer einer Menge Bomben und Kriegsmaterial erbeuteten wir für uns inter- essante Dokumente. Kein wichtiges Ereignis an den übrigen Fronten. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. « Der russische Bericht vom 8. Januar meldet aus Pcrsien: Am 4. Januar vertrieb unsere Abteilung den Feind bei Nikilabad. Nachdem die Türken um diese Zeit jedoch beträchtliche Verstärkungen aus der Richtung von Hamadan erhalten hauen, griffen sie an und lvarfen unsere Abteilung infolge ihrer großen Ilebcrlcgenhcü zunächst jenseits Dovlefabad, dann auf Dizabad, 30 Werst nordwestlich Tovlefabad, zurück. Der Seekrieg. Nach Zeebrügge aufgebracht. Berlin, ll>. Januar.(Amtlich.) Am 10. Januar haben unsere flandrischen Tcestrcitkräfte den holländischen Dampfer „Import" l847 Bruttoregistertonnen), der von Rotterdam nach London bestimmt war, nach Zeebriigge ringebracht. Die Ladung enthielt u. n. Baumwollwarcn, Orlr» Getränke. politische Uebersicht. ..Frieden zur Unzeit." Am Sonnabend sprach vor seinen Wählern in Köln- Mühlheim der Oberlandesgerichtsrat und Reichstagsabge- ordneie Dr. Marx(Zentrum) über Kriegsfragen. Seme Ausführungen waren in alldeutscher Tönung gehalten. An einer Stelle beschuldigte er alle jene, eine schwere Verant- Wartung auf sich zu laden,„die nur um des Friedens willen den Frieden zur Unzeit fordern". Es muß sehr� auffallen, daß der vom heiligen Vater wiederholt ausgezerchnete Katholik Marx sich in dieser Weise gegen ,den Papst wendet, der seit Jahr und Tag den Frieden fordert. Prüfung deru�ieferungsverträge. In der RgichStagSkommistßjn zur Prüfung von Verträgen über Kriegslieferungen, die am Dienstag ihre zweite Sitzung hielt, legte ein Vertreter des Kriegsminister imnS dar, daß infolge der ungeahnt großen Anforderungen des gegenwärtigen Kriege« die im Frieden für den Kriegsfall getroffenen Borbereitungen sich als unzureichend erwiesen haben, wie infolgedessen in kürzester Frist alle Bestimmungen geändert, zahlreiche neue Ver- krage abgeschlossen und neue Fabrikbetrieoe eingerichtet werden mußten, und daß die« alles eine große Preissteigerung zur Folge gehabt hat. die aber jetzt durch die Bemühungen des Kriegs- ininistcriumS in den Grenzen des Möglichen behoben worden sei. Ein sozialdemokratischer Abgeordneter übte an dem Beschaffungswesen eingebende Kritik. Er bemängelte besonders, daß infolge mangelnder Voraussicht am Anfang des Krieges große Unsicherheit, ungeheure Preissteigerungen, zum Teil durch das Da- zwischentrelen unnötiger und unberufener Zwischenpersonen, und Arbeitslosigkeit eingetreten seien. Er forderte eingehende Bergleiche mit den Friedenspreisen und berührte zahlreiche Emzelfragen, deren Prüfung zugesagt wurde, Ein iiationalliberaler Abgeordneter äußerte Zweikel, ob die Organisation ausreichend vorbereitet gewesen sei. Temgegenüber wies der Vorsitzende Stellvertreter deS Kanzlers, darauf hin, daß die Schwierigkeiten am Ansang des Krieges zum Teil auch durch die Unsicherheit veranlaßt worden seien, dir damals im Erwerbsleben über die Kriegsdauer bestanden und zur Zurückhaltung von Kapital und Kredit geführt hat; jetzt scieir diese Schwierigkeiten längst behoben. �!lm 10. Januar wird die Kommission die staatlichen Werkstätten in Spandau besichtigen, Ermäßigung der Getreidepreise. Amtlich wird gemeldet: Tie Reichsgetreidestelle teilt mit: Die Höchstpreise für Roggen und Welzen ermäßigensich nach dem 31. März 1917 um 15 M. für die Tonne. Maßgebend für die Berechnung des Höchstpreises ist der Tag der Abliefe- r u n g des Getreides. Nach dem 31. März darf auch in solchen Fällen der bisherige Höchstpreis nicht mehr bezahlt werden, in denen die frühere Ablieferung infolge von Um- stäiiden unmöglich war, die der Getreidebesitzer nicht vermeiden und nrcht voraussehen konnte. Die zurzeit schon be- stehenden großen Schwierigkeiten der Eisen- bahnwagen st ellung. durch die an mdnchen Stellen auck) Kohlcnmangel hervorgerufen wird, dürsten voraussichtlich in den nächsten Monaten bestehen bleiben. Sie werden sich naturgemäß noch verschärfen, wenn in den letzten Wochen vor dem 31. März von allen Seiten Eisenbahnwagen für Ge- tmdeverladungen angefordert werden. Deshalb wird den Getreidelieferonten dringend empfohlen, s o schnell als möglich ihr Getreide auszudreschen und zur Ablieferung zu bringen. Es muß davor gewarnt werden, bis in die letzten Wochen des März mit den Vctreidelieferungen zu warten.__ Tie Gctreideversorguug jetzt und»ach dem Kriege. Heber unsere Getreideversorgung äußert sich in den vom KricgSpreffeamt herausgegebenen„Deutschen Kriegönachrichtcn" der II n t S v st a a!< s ek r S i ä r Micha elis. Vorsitz&ldcr des Direktoriums der ReichSgetreidestelle. Ter Unterstaatssekretär geht davon aus, daß die zwangsweise Erfassung und Verteilung der wichtigsten Lebensmittel eine große Last sei. Wir seien gründ- lich von dem Gedanken geheilt, daß durch eine staatliche Bertci- lung der Lebensmittel gerechte Zustände herbeigeführt werden.— Diese Auffassung ist durchaus einseitig und tendcn- z r ö S. Eingesehen haben die Weitsichtigen allein, daß Die staatliche Verteilung nicht die Mängel einer ungeregelten und egoistischen Produktion aufwiegen kann. Im übrigen sind jedermann die Zustände auf dem staatlich ge- regelten Arotmarkt bedeutend lieber, als etwa aus dem dem freien Spiel der Kräfte überlaffencn Gänse- und O b st m a r k t. Bon großer Bedeutung ist jedoch, was Unterftaatssekretäc Michaelis von der Getreideversorgung nach dem Kriege schreibt. Er sagt: Nun besteht wohl allgemein die Hoffnung, daß, wenn der Friede kommt, alle diese Unnatürlichkeiten beseitigt werden,' die Knappheit der Portionen aufhört und daß jeder wieder s kaufen und verzehren kann, wie er will. Diese Hoffnung ist leider eine trügerische. Wir werden damit rechnen müssen, daß wir für eine geraume Zeit, vielleicht für mehrere Jahre, mit einer weiteren Beschränkung des Verbrauchs und einer Rationierung der wichtigsten Lebens- mittel uns abfinden müssen. Deutschland wird auch in den kommenden Friedensjahren zunächst fast ausschließlich au das angewiesen sein, was in seinen eigenen Grenzen an Lebens- Mitteln hergestellt wird. Als Gründe hierfür fübri der UnterstaatSsekretär an unsere Handels- und Währungsverhältnisse, die nach dem Kriege sicher zu erwartende Knappheit an Schiffsraum, die Verschlechterung un- serer Valut, die zur möglichen Einschränkung dcs.Jmports zwingen wird, einen eventuellen Handelskrieg unserer Gegner und schließ- lich den Rückgang der Ernte in den Hauptexportländern. Dieser werde sogar zu dem merkwürdigen Bild führen, daß Teutschland nach dem Kriege mit Getreide besser versorgt sein wird als seine Gegner, die es aushungern wollten. Teutschland sei nun aber unter normalen Verhältnissen schon nicht in der Lage gewesen, das nötige Brot- und Futtergetreide selbst zu produzieren. Durch den Krieg sei daS nicht besser, sondern noch schlechter geworden, die Einschränkung der Zahl der Land- arbefter, die Einschränkung in der Belieferung mit künstlichem Dünger, die Behinderung der landlvirtscbaftlichen Maschinen wegen Stockung der Kohlentransvorte usw. hatten doch eine derartig hemmende Wirkung auf die Produktion ausgeübt, daß wir mit vollen Ernten— selbst bei durchweg günstigem Wetter— nur nach Ablauf mehrerer Karcnzjnhrc werden zu rechnen haben.— Staats- sekretär Michaelis kommt also zu dem wenig tröstlichem Schluß: W wird also auch nach dem Frieden nötig sein, den Riemen eng geschnallt zu halten. Wir werden weiter scharf rationieren müssen. Wir werden weiter alles Brotgetreide, aucki daS minderwertige, für die menschliche Nahrung erfassen müssen, und wir werden bis über den Bäcker hin den Konsum zu regeln haben. Erleichterungen werden erst allmählich ein- treten und werden dann mit großer Befriedigung entgegen- genommen werden. Man muß aber den Gedanken mit vollem Ernst erfassen, daß zunächst wegen des Friedens- schlusscs eine Erleichterung auf dem Gebiete der Lebensmittelversorgung— soweit eS sich wenigstens um die Massengüter handelt— nicht eintreten w i r o. Der Sehnsuchtsruf„Gebt uns Frieden, gebt uns mehr Brot!" bot keine inner« Begründung. Dessen müssen wir uns bewußt bleiben und nicht wegen des Mangels, unter dem wir leiden, nach Frieden schreien. Soweit Herr Michaelis meint, daß man nicht nach einem Frieden um jeden Preis schreien dürfe, ist ihm recht zu geben, einen solchen lehnt die Sozialdemokratie bi» in ihre äußerste Opposition oh. Wer schließlich müssen gerade die Aus- führungen des Staatssekretärs ein Ansporn sein, soweit dies mit den Interessen Teutschlands vereinbar ist, auf eine baldige Beendigung deS Kriege» hinzuwirken, da mit der Ausdehnung deS Krieges auch der Zeitraum nach dem Kriege wächst, für den die von Herrn Michaelis geschilderten schädlichen Folgen anhalten. Die HilfSdienstpflicht der Deutschen im Auslande. Die Wirkung der Berträgc. Die Rechtsabteilung des KriegSamteS gibt hinsichtlich der Hilfsdieustpflicht einige Anweisungen: 1. Es� ist hereits mitgeteilt worden, daß das Hilfsdienst- gesetz für jeden Deutschen gilt, auch für die Deutschen tat Auslände. Es ist also nicht möglich, sich der Hilfsdienst- Pflicht durch Austritt in das Ausland zu entziehen. Nach der Verordnung betr. anderweite Regelung der Paßpflicht vom 21. Juni 1016 hat sich jeder, der das Reichsgebiet verläßt, durch einen Paß über feine Person auszuweisen, und dieser Paß be. darf vor dem jedesmaligen Grenzübertritte des Sichtvermerks der zuständigen deutschen Behörde. 2. Es ist die Frage aufgeworfen worden, ob etwa die Hilst- dienstpflicht nur innerhalb des deutschen Reichsgebiets zu leisten sei. DaS Gesetz kennt eine solche Beschränkung nicht. 3. Eine außerordentlich schwierige Frage, die die Kreise der Hilfsdienstpfticht�en lebhaft beschäftigt, ist die: Inwieweit wirkt die Hilfsdienstpflicht auf bestehende Verträge ein? Es ist nicht möglich, diese Frage mit einer allgemein gültigen E~ormel zu beantworten. Tic Entscheidung hängt ganz von der age deS einzelnen Falles ab. ES können nur Richtlinien und Grundsätze bekanntgegeben werden. Wer im Zweifel ist, muß sich an«ine der vielen Auskunftsstellen und, wenn die Rechtslage nicht ganz einfach ist, an einen Rechtsanwalt wenden. Ebenso steht es mit dem Fall, ob ein?luftrags« oder Gesell- schaftsverhältnis und mit welcher Frist gekündigt werden kann, weil die HilfSdienstpflicht dem einen oder anderen Teile einen wichtigen Grund zur Kündigung gab. Selbstverständlich»kann sich schon aus dem Bertrage selbst ein besonderer Rücktrittsgrund(B.G.B.§ 3-16 ff.) ergeben, lieber Werkverträge enthält das Gesetz(B.G.B. Sj 631 ff.) einschlägige Borschriften. Sonstige Vertrag«, die nur zu einzelnen, bc- stimmten Vermögensleistungen verpflichten, wie Darlehn, Leihe, Bürgschaft, werden durch die Hilfsdienstpflicht fast nie berührt werden. Dasselbe gilt auch für den Miet- und Pachtvertrag, der ja bekanntlich auch gegenüber der Wehrpflicht des Mieters grund- sätzlich bestehen bleibt. Am ersten und vielleicht auch am empfindlichsten tönntc die Hilstdienstpflicht in be st eh ende Dienst ver träge ein- greisen und zwar auf beiden Seiten: sowohl auf der Seite des Dicnsrber echtigten(Prinzipal, Arbeitgeber), wie auf der des Dienstverpflichtete»(Handlungs- oder Gewerbegehilfe, Angestellter und Arbeiter jeder Art). Alach B.G.B, ß 626 kann das Dienstverhältnis von jedem Teile ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden, wenn ein wich- tiger Grund vorliegt. DaS Gleiche gilt für das Gebiet der Gewerbeordnung und die Handlungsgehilfen, lleber den Fall, daß der D i e n st b e r e ch t i g t e i Prinzipal, Arbeitgeber) zur Dienstpflicht herangezogen wird, läßt sich Grundsätzliches kaum sagen. Die totsächliche Fortführung seines Betriebes wird in der Regel einen Anhalt dafür geben, daß genügende Vertretung durch einen Sozius, Prokuristen usw. vorhanden ist, und daß deshalb sein persönliches Ausscheiden keinen wichtigen Grund nach K 626 abgibt. Wichhger dürften die Fälle sein, wo die Hilfsdiensipsiichl 'den Dienstverpflichteten(Handlungö- oder Gewerbe- gehilsen, Angestellten, Arbeiter) trifft. D-'e bloße Taffache,'daß ein Zlngestellter oder Arbeiter nach tz 1 des Hilssdienstgeietzcs hilft- dienstpflichtig ist und Kenntnis von der allgemeinen Aufforderung zur. freiwilligen Meldung erhält, berechtigt ihn noch nicht, ohne Rücksicht auf einen ihn bindenden Dienstvertrag seine Stellung auf Knall und Fall zu verlassen. Ausnahmen sind natürlich denk- bar: Sa, wenn die Aufforderung zur Meldung an alle Angehörigen eines bestimmten Berufes ergeht, oder es keinem Zweifel unterliegt, daß gerade dieser Mann unbedingt zum vater- ländischen Hilfsdienst sofort gebrgucht wird. Dagegen muß grund- sätzlich ein wichtiger Grund für den Dieustvertragsverpflichteten angenommen werden, wenn die Heranziehung zum Hilfsdienst durch schriftliche Aufforderung des einzelnen Hllftdicustpflichtigen erfolgt. Die Kündigungsfristen sind nach Möglichkeit einzuhalten, denn es liegt nicht im Sinne des Gesetzes, rauh in die bestehenden Verhältnisse einzugreifen._ Eine Kriegstagung des Hausabundes. Zur Besprechung der Lage der einzelnen Berufögruppen und ihrer Friedensausfichten hatte der H a n s a b u n d gestern eine Ver- sammlung seiner leitenden Körperschaften einberufen. Der Vor- sitzende. Reichstagsabgeordneter Rietz er. gab bekannt, daß das auf der Tagesordnung stehende Referat L e g i e n S ausfallen müsse und daß auch Bauer, der als Ersatzmann kommen sollte, nicht ko-ttzmen könne. In seiner Eröffnungsansprache erklärte R i e ß e r, überzeugt zu sein, daß trotz der höbnuchen Ablehnung deS Friedensangebots der Frieden auf dem Marsche sei. Er wendete sich dann der Frage der noch anzuwendenden Kampfmittel zu, dabei erkannte er vollauf an, daß die ReichSregierung reckt daran tue, wenn sie es in der Frage der Anwendung des rücksichtslosen I7-BootlriegeS mit dem Moltkeschen Worte halte:„Erst wägen, dann wagen'. Aber nach schweren inneren Kämpfen sei er zu der Ueberzeugung gekommen. daß der BernichtungSwillo unserer Feinds uns voraussichtlich trotz iller Bedenken die Anwendung dieses äußersten Mittels vorschreiben werde.(Stürmischer Beifall.) Er verlangte dann, daß beim Friedens- schluß das Volk nicht ausgeschaltet werde und erklärtr, daß das durchzusetzen versucht werden müsse, was vom militärischen, poli- litischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus zur Sicherung unserer Entwicklung und Bewegungsfreiheit erforderlich ist. Von diesem Grundsatz könne auch für Belgien keine Ausnahme ge- macht werden, auch wenn etwa hier die rechtliche Form der Annexion mit Rücksicht auf unsere eigenen innerpolitischen Verhältnisse nicht gewählt werden sollte.— Für die zukünftige innere Politik sei eine der allerwesenrlichsten Forderungen, eine Reform des preußischen Wahlrechts auf der Grundlage des geheimen und direkten, sowie eines P l u r a l w o h l r e ch t s.(!) So rasch wie möglich müsse die st a a i S s o z i a l i st i s ch e Richtung, die wir im Kriege nicht entbehren konnten, auS unserem wirtschaftSpolitischcn Lebe« aus- geschieden werden. AuS dem Bericht des ReichStagSabgeordneten Dr. Böhme über die Landwirtschaft ist das Zugeständnis hervorzuheben. daß die Ankündigung der Deckung des Bedarfs durch die eigene Landwirtschaft vielleicht etwas optimistisch war. lieber die Lage der Industrie sprach Dr. Waldschmidt- Berlin, der auf den Wirrwarr der Verordnungen hinwies. Dr. R i e ß e r wicS darauf hin, daß noch niemals ein Boykott von Waren, Personen und Unternehmungen Erfolg gehabt hat. Obermeister Rahardt teilte mit, daß das Handln er k augenblicklich nur noch etwa W Proz. seiner früheren Gesellen hat. In Groß-Berlin ist die Zahl der Handwerkslehrlinge von 46 000 aus 7300 beruntergegangeo. Durchschnittlich ein Drittel sämtlicher Handwerksbetriebe sind stillgelegt und auch die anderen werden bei längerer Dauer des Krieges finanziell immer schwächer. Der Redner verlangte ausreichende �taatsbilfe. Steigende Kosten der Kriegssörsorgc. Nach einer Mitieilirng der„Verl. Pol. Nachr.' soll im preußischen?lbgeordnelenbame, das am 16. Januar wieder zusammentritt, ein neuer Kredit für Kriegs- siirsorge verlangt werden. Wahrscheinlich wird es sich dabei um � 200 Mill. Marl handeln. Letzte Nachrichten. öelgisiche Schreckensgerüchte amtlich zurückgewiesen. Amtlich. B e r I i«, 10. Januar. Die„Neue Zürcher Zeitung" vom 28. Dezember enthielt die voa ihr auf eine offiziöse belgische Quelle zurückgeführte Nachricht,„die deutschen Behörden iu Belgien hätten bekanntgegeben, daß über alle Bewohner de« Landes, dir Personen bei sich versteckte«, um sie vor der Deportati»» zu rette», die Todesstrafe verhängt werde". Diese Nachricht ist selbstver- ständlich frei erfunden. Es ist weder eine solche Bekanntmachung erlasse« worden, noch wird wegen der erwähnten Handlungen die Todesstrafe verhängt. Tie süinte osterreiehischc Äriegsaulrihe. W i e n, 10. Januar. Das k. u. k. Post-sparkassenamt teilt mit: Die Zeichnungen auf die fünfte Kriegsanleihe sind heute geschlossen worden und habe» nach den ersten Feststellungen eine Summe von 4 412,8 Millionen Kronen ergeben. Die endgültigen Schluß- ziffrrn können erst an einem sväteren Zeitpunkt berechnet werde«. Galatz unter Nahseuer. Sofia, 10. Januar.(T. U.) Tie verbündeten bulgarische», denffchcn und türkischen Truppen hallen die Landzunge, welche Gala« gegenüber sich in dir Danaubirgung erstreckt, fest. Galatz steht schon unter dem Feuer unserer Nahartillcric. Zwar ist die Umgebung der Stadt sumpfig, doch ist die Stadt selbst gegen An- griffe nicht geschützt. Sogar wenn die Russe« mit größeren Kräfte« sie verteidigen wollten, werden sie schwere Berlustc erleiden. DaS Ultimatum und die Vrnizclistcn. Athen, 9. Januar.(W. T. B.)(Reuter.) Die Entente- mächte habe« in dem letzten Ultimatum an Griechenland auch dir Zusicherung gegeben, daß die Tätigkeit der Benizelisten sich auf die Oertlichteitr« beschränke« werde, die gegenwärtig von den Alliierten besetzt seien. Ein Kronrat sei in Eile berufe« worden, während gleichzeitig daS Kabinett zusammengetreten sei. Die Borgänge in Griechenland. Lern, 10. Januar. Einer Meldung des„TcmpS' aus Sa- loniti zufolge berichtet„Chrono»", daß zwei Züge, welche Truppen von Thessalien noch PclopvnnrS brachten, von den Reservisten aufgehalten wurden. Trotz der Blockade fahren diese mit ihren .Herausforderungen fort; sie zwangen den Stadtrat von Piräu» durch eine förmliche Belagerung, Stadträte und Beamte, die vcni- zelistischcr Sympathien verdächtig sind, abzuberufen.(Frkf. Z.) Lloyd Georges Jnsormationsamt. Rotterdam, 10. Januar.(W. T.«.) Nach dem„Nieuwe Rollrrdamschen Conrant" meldet die Londoner„TimrS", daß Lloyd George iu dem Garten von Downingstrert Nr. 10 ein Gebäude auf. führen läßt, in dem ein Jnformationsomt untergebracht werden foll. Nach der„Dailp News" soll dieses Amt einen persönlichen Stab für den Premierminister bilden, von den einzelnen Ressort» unabhängig sei« und vielmehr über diesen stehen. Gewerksthastliches. Englische und öeutfthe Frauenarbeit während des Krieges. Die Zahl der in Industrie, Handel und Landwirtschaft bc- schäitigten Frauen stieg während der Rriegszeit in England erheb- lich mehr als in Deutschland. Vor Kriegsausbruch wurden in Eng- land 3.2 Millionen Arbeiterinnen beschäftigt, in Deutichland beinahe 3,7 Millionen. Während jedoch in England seit KriegSbeginu eine Zunahme von 27 Proz. stattgefunden hat. betrug diese in Deutschland nur 3,3 Proz. Tatsächlich durfte die Zunahme auch in Deutschland eine gröbere sein, da in den hier benutzten amtlichen Feststellungen der Krankenkassen Fehlerquellen enthalte» sind, die die Genauigkeit der An- gaben ungünstig beciufluben. Immerhin war bisher auf dem deutschen ArbeitSmarkt ein Fehlen weiblicher Arbeitskräfte nickt jtu verzeichnen, im Gegenteil, das Angebot überstieg vielfach noch die Nachfrage. Gewiß nicht zuletzt aus diesem Grunde berührt daS deutsche Hilfs- dienstgesctz die Frauen nicht. Anders in England. Dort sind schon seit November llllä Maß- irahmen getroissu toorden. die eini Heranziehung der im Lande be- findlichen weiblichen Arbeitskräfte zur KriegSairbeit bewirken. ES sind in verschiedenen Teile» des Landes sogenannte OrtSbeiräle gc- bildet, aus Vertretern der Unternehmer, Arbeiter und Mitglieder der weiblichen Gewerkschaften zusammengesetzt, die die ArbeilSver- mittelungSämler bei der Ausdehnung der weiblichen Beschäftigung jn der Industrie unterstützen sollen. Bon diesen OrtSbeiräten werden Äusruse erlösten und Versammlungen veranstaltet, um die Frauen zur Er- setzung der männlichen Arbeitskräfte zu veranlassen. In Glasgow haben sich auf einen solchen Aufruf hin 30) Frauen für den Straßen- bahnbetrieb gemeldet.— Der Beirat in Todmordcn hat zuni Zwecke der Beschaffung von 1000 Arbeiteriimcn für die Baumwollenindustric des Bezirks das Nationalregister durchgesehen und festgestellt, daß sich im Bezirke»och eine Anzahl unbeschäftigter Frauen befand. die früher in dieser Industrie beschäftigt waren. Der Beirat sandte Werbcrinneu von Haus zu Haus und ließ die Dringlich- keit deS Bedarfs weiblicher Arbeitskräfte vorstellen. Dadurch wurde eine Anzahl von Arbeiterinnen der Erwcrbsarbeit zugeführt, und 400 Webstühle konnten wieder in Betrieb gefetzt werden. Jn Bristol hat der Beirat eine Anzahl unbeschäftigter Frauen bestimmt, sich einem LehrkursuS für Arbeiten in der Schuhindustrie, für die bisher nur Männer in Frage kamen, zu unterziehen. An die Stelle von männlichen Arbeitskläften waren denn auch bis Juli 1916 schon 766 000 Arbeiterinnen getreten. Außerdem ist die Beschäftigung Jugendlicher und Kinder be- deutend gestiegen. Im Jahre ISIS wurden rund 4S 000 Kinder im Aller von 12—16 Jahren mehr als sonst von der Schule entlasten, um ins Erwerbsleben einzutreten. Nicht ein- gerechnet find dabei die für landwirtschaftliche und andere Dienste zeitweise vom Unterricht befreite Schulkinder. Im Mai 1916 wurden allein 16 000 Kinder zu landwirtschaftlichen Arbeiten vom Schulunterricht befreit. Die Frauenarbeit hat also während des Krieges in England noch weit stärkeren Eingang gefunden als in Deutschland. ftis öer Partei. Ein unparteiisches Urteil über die Mindcrheitstagung. Unser Nürnberger Partciblatt, die„Fränkische Tagespost" nimmt bekanntlich eine vermittelnde Stellung zwischen Partei Mehrheit und Minderheit ein. Sie befolgt sogar nach ihrem eigenen Bekenntnis die Taktik, um den Partciftreit nicht zu schüren, nur soweit über den Parteistreit zu berichten, als„ganz wichtige Kund gebungeu einzelner Gruppen dies unumgänglich notwendig machen". Deshalb dürfte ihr Urteil über die Konferenz der Mim dcrhcit von besonderem Interesse sein. Für dos Ergebnis dieser Konferenz scheinen uns zwei Punkte als entscheidend hervorzuheben, die weder neu, noch erfreulich find. Zusammengeführt wird die Opposition ouS- schließlich durch den Gegensatz gegen die Politik der Mehrheit im allgemeinen, gegen die Betätigung des PartcivorstandcS im besonderen. Aber die Konferenz schafft kein genügend klares Bild über die Strömungen innerhalb der Opposition. Wohl fft erfreulich, daß die an der Einheit der Organisation festhaltende Gruppe, deren parlamentarischer Ausdruck die Sozialdemokrat tische Arbeitsgemeinschaft ist, die weitaus stärkste ist. Neben diesen Gruppen bestehen zwei andere, die sich nur für den Tag der Konferenz mit der Arbeitsgemein- s ch a f t zusammengefunden hatten. Wir wissen nicht, wie weit diese zwei kleineren Gruppen, die Spartakusgruppe und die Intern arionale Sozialisten, die von Julian Borcherdt geführt werden, in sich einig sind. Daß aber die Arbeits- gemeinschaft keine innere Geschlossenheit bil- de!, weiß man. Einerseits hält der Gegensatz gegen die Mohr- beitsgruppen. andererseits die starke Tendenz, für den Frieden zu wirken, diese Gruppe zusammen, aber sonst gibt eS mannigfache Unterschiede, so Hot Bernstein betont, daß er nichts von seinen revisionistischen Anschauimge» durch seine Zugehörigkeit zur Arbeitsgemeinschaft aufgegeben habe, und daß K'autskh von feinem Standpunkte dem Bernsteins nicht nähergc- treten ist, weiß jedermann. So gibt es andere Unterschiede zwischen Geyer und Wurm, manch anderer Eiugänger ist in der Arbeitsgemeinschaft. Mehr eine Einheit im Verneinen als im Wollen, Fordern und Streben findet sich in dieser Gruppe. Der Artikel beeilt sich dann, zu betonen, daß die Mehrheit kein Reckt habe, diese Zerklüftung der Minderheit zu verspotten, weil es auch in ihr zwei stark getrennte Gruppen gäbe, und wendet sich alsdann wieder der Minderheitstagung zu: An all diesem Unerfteulicken(der Spaltung) bat der Tag der Parteiopposition nichts, aber auch gar nichts ge- än d c r t. Er hat auch darüber kein Licht verbreitet, ob der Kanwi. der die deutsche Sozialdeinokratie zerklüftet, ein Kampf der Führer oder auch ein Kampf der Massen ist. Wir fürchten, daß das Wort des Vertreters der Spartakusgruppc auf der Kon- ferenz nur zu richtig ist. daß eS sich um einen Machtkampf fnn.erhalb der Sozialdemokratie auf dem Bo- den unfererOrganifation bandelt. Mr möchten dieses Urteil dahin ergänzen, daß bei Mehrheit wie bei Minderheit der Machtkampf des organisierten Proletari- atS gegen die ihm feindlichen Gewalten immer stärker in den Hintergrund tritt.(Unseres Erachtens triifr das nur auf die Kampfcsmetbode der Minderheit zu. Red. d. V-i Auch der Tag der Opposition hat nichts gebracht, was die Massen mit neuem Zutrauen, mit gesteigertem Kraftgcfühl und mit gehobenen Hoffnungen der Zukunft rntgegenfchreitcn läßt. Gerichtszeitimg. Engländer aus der Flucht. Tie etwas romantische Flucht zweier internierter Engländer kam bei Erörterung einer?lnklage zur Sprache, die gegen den in London geborenen Kaufmann C l a p h a m vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte verhandelt wurde. Die Anklage lautete auf Bestechung und Vcr- gehen gegen die polizeilichen Meldevorschristen. Der Angeklagte. der verheiratet ist und schon jahrelang in Deutschland feine Gc- schäftc betreibt, war nach Ausbruch des Krieges im Lager zu Rublcben interniert. Mit einem anderen Engländer, dem Maler G i b s o n. hotte er den Plan gefaßt, aus Ruhleben zu entfliehen und die Ausführung dieses Planes glückte ihnen in der Nacht des 4. August v. I. Beide Flüchtlinge erreichten glücklich das Christliche Hospiz in der Auguststraße, wo sich der Angeklagte unter dem Namen..Willy Präwrius aus Leipzig", sein Schicksals- genosis unter dem Namen„Fiedler" auf citoa acht Tage ein- quartierten. Sie wollten von Berlin aus die Schweiz zu erreichen suchen und fuhren zunächst über Leipzig nach München, wo sie in drei verschiedenen Hotels Aufenthalt nahmen. Bon München aus hat der Angeklagte unvoriichtiperweife an seine Frau geschrieben und dadurch wurde der Weg bekannt, den die Flüchtlinge einge- schlagen hatten. Von München au» ging es über Sicgmaringen und Mühlhausen in Baden, dann wollten die beiden über Eblingen zu Fuß in die Schweiz hinein. Als sie eine Chaussee entlang wanderten, erregten sie den Verdach zweier Soldaten, die sie fest- nahmen und nach Radolfzell transportierten. Zwei Mann der Be- wachungstruvve zu Ruhleben wurden dann dorthin befohlen, um die beiden Flüchtlinge zurückzuholen. Als die beiden Grenadiere mit den Gefangenen auf der Rückreise im Eisenbahnabteil saßen, traten diese mit dem Anerbieten hervor, sie bei der Ankunft in Berlin auf dem Anhalter Bahnhof gegen eine Belohnung von 130 M. entweichen zu lasten. DaS Angebot wurde mit Entrüstung zurückgewiesen, ebenso ein zweites Angebot, in welchem die Belohnung auf 200 M. erhöht wurde. Tic Soldaten erstatteten in Berlin Anzeige und beide Flüchtlinge wurden darauf nach der Stadtvoigtci übergeführt. Der Maler Gibson konnte nicht vor Gericht gestellt werden, denn es ist ihw gelungen, am 10. November aus der Stadtvoigtci auszubrechen. Gegen C l a p h a m beantragte der Amtsanwalt 1 Jahr Gc- s ä n g n i s und 60 M. Geldstrafe. Das Urteil lautete auf 6 M o- nate Gefängnis und 60 M. Geldstrafe. A. WERTHEIM Konfektionierte Weißwaren 1.50 Biusenkragen, aus Mull mit Hohlsaum und Spitzen.......... 1,35 Blusenkragen, aus MuH, gezackt, reich mit Hohlsaum........ 1,50 Blusenkragen, aus getupftem Tüll mit Volant.......... 1,85 Blusenkragen, aus Mull, V alencienneeinsals Spachtelmotive und plis- siertem Tüllvolant... 2,65 FichU, aus glattem Tüll mit Spitzenansafz und Umlegekragen..... 1.35 2.50 FicllU, aus glattem Tüll mit Hohlsaum u, Blende 2,65 FidlU, aus glattem Tüll mit breitem Spitzen- ansatz und gezogenem Stuartkrügen...... 2.90 FichU, aus gestickler Töllspitze, reich mit_ Hohlsaum........ 3.35 Regenschirme 2.90 Damenschtrme halbseidener Suhra mit seidener Hülle 8.75 herrensekirme halbseidener Suhra mit seidener Hülle 8,75 Damenscbirme halbseidener Satin de Chine, m. seidener„ t.. 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Sellerie.......... Knolle 30 Pf. an Porree............ stück 5u.l0 pr. Meerrettich....... Stack 45 pf. an Zitronen....... Dutzend von 75 Pf. an Berantw. Redakt.: Herrn. Müller, Tempelhof. Inseratenteil veräntw-Lh. Glocke, Berlw. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerIagSanjt,Paul Singer ä: Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterholtungsbl. »» a KnlW des Jnraiärb" Sttlintt Bslkslilitt.»'"■■i« Hefutchheitszuftanö öer deutschen fitam im zweiten Kriegsjahre. Ueber dieses Thema»«erden m der.Norddeutjchen Allgemeinen Zeitung" a n/ t l i ch e A n gaben veröffentlicht. Im ersten Kriegs- jahrc betri/g der durchschnittliche Monatökrankenzuzug bei den Truppen, acrechnet auf Tausend der Kopfstärke Voo Ä) 120, im Mette»«-ui noch 100. Der Johreszugang a n Kriegs- s e u ch e.» und sonstigen bemerkenswerten Krankheiten betrug, gleichfalls berechnet auf je 1000 der betreffenden Kopfstärke: im Kriegsjahre I II tdvlken..»W»»»»», 0,01 UnierleibSlyphuZ........ 5,6 1,4 Fleckfieber.......... 0,03 0,08 Ruhr............ 2.8 1,8 Asiatische Cholera........ 0.32, 0,24 Wechselfieber.......... 0,17 0,80 Scharlach........... 0,18 0,15 Masern. 0,07 0,06 Diphtherie.......... 0,24 0,57 Tuberkulose..........2,9 1,7 Lunaencntjchndung 6,8 4,0 Brustfellentzündung....... 7,7 6,0 Zlervenkrankbeiten........ 240 21,0 Also die meisten K r a n Z h e f.t e n zeigen einen d e u l- I i che n, 4 u m Teil erheblichen Rückgang. Die Kricgsscuchcn, Pocken, Cholera und Typ hu« sind dank der Schutzimpfungen und sonstigen hygienischen Matznahmen teils ganz erloschen(Pocken), teils sehr vermindert, namentlich der Typhus. Das will um so mehr besagen, als das zweite Kriegs. jähr die Truppen viel weiter in ungesunde, schlecht versorgte Gegen» den nach Osten und Südosten geführt hat. Bei Ruhr, Typhus und Cholera, spielt neben dem Trinkwasser auch die Güte und Sorgfalt der Ernährung ein« Hauptrolle. Die Zahlen beweisen, wie auch ste sich vervollkommnet hat. Seit Stoveinber 1915 sind von der Cholera überhaupt nur noch vereinzelte Fälle vorgekommen. Fleckfieber und' Wechselsieber sowie Diphtherie haben etwas zugenomutc». Bei letzterer Krankheit ist die gleiche Beobachtung auch für die Zidilbevöllsrung gemacht worden? es handelt sich also um eine grotze epidemiologische Wellenbewegung, deren letzte Ursache noch strittig ist. Verlauf und Ausgang der Krankheit aber wird durch die überall sogleich einsetzende Heil» scrumbehandlung so günstig beeinflutzt, datz Todesfälle nur noch feiten sind. Fleckfieber wird durch infizierte Läufe, Wechfelffeber durch Mücken übertragen. Fast ausfchlietz- lich auf dem östlichen und südöstlichen Kriegsschauplatz sind die Inselten heimisch und verbreitet, die an der Zunahme dieser Krankheiten Schuld tragen. Zu ihrer Vernichtung ist ein ärztlicher Kampf mit allen Erfolg versprechenden Mitteln eingeleitet; seine guten Wirkungen offenbaren sich bereits in einer yrotzen Ver- Minderung der Erkranlungsfällc während der letzten Monate. Manchmal wird die Besorgnis laut, datz der lange, anstren- gen de Krieg die Feldtruppen doch nachhaltig in ihrer körperlichen und geistigen Kraft und Leistung schädigen müsse. Wenn dem so wäre, so würde sich das besonders durch Vermehrung der Lungen- und Nervenkrankheiten äutzern. Statt dessen erfahren wir eine geradezu überraschende Abnahme dieser Krankheiten. Das ist für die Zukunft unseres ganzen Volkes von grötztcm Segen." Die»A. A. Z." bemerkt dazu:.Nicht geschwächt-, anfällige, sondern an Leib und Seele gekräftigt«, widerstand»- fähigere Männer werden aus dem Kriege heimkommen. Das Leben siegt über den Tod. Ter Krieg macht eher gofustd als krank" Dann heitzt eS weiter:-<-. t. .Weirdeniwir uns nun zu den Verwundeten. Die Mittel der Zerstörung sind in diesem Kriege immer zahlreicher und wirk- sanier geworden; also hätte man auch in dieser Hinsicht. von dem Metten KriegSjahre eine Verschlechterung der Heilerfolge bei den Beimnindeten erwarten können. Hingegen gelangen von letzteren, abzüglich der Gefallenen und ihren Wunden Erlegenen, rund 70 Prozent zur Front zurück: bei nur 6.4 Prozent tritt D i e n st unbr a uch b a r k e i t ein, und der Rest verbleibt als garnison- und arbeitsverwendungsfähig. beim Heere. Von allen, ig Heimatslazarctte kommenden verwundeten und kranken Angehörigen des Feldheere» werden rund 90 Prozent wieder dienstfähig(kriegL-, garnison- und arbeitsverwendungsfähig). Di« Eterblichlcit beträgt nur 1 Pro- zent, während der Rest von 9 Prozent dienstunbrauchbar wirb; zum Teil sind das jedoch Personen, die zunächst beurlaubt, in Kurorte usw.gesandt später aber wieder dienstfähig werden. Die Prozent- zähl der Dienstfähigen ist also tatsächlich noch etwas höher, als angegeben. Zum Schlutz sei noch mitgeteilt, datz die Zahl aller seit Kriegs- beginn erblindeten Heeresangehörigen jetzt rund 1250 beträgt. profesior /lbel-Iena über Zettnot. Der zu Ende des vorigen Jahres aus dem Beirat des Krieg«- ernährungsamlS ausgetretene Jenoer Hhgieniker Professor Dr. Ab et ist vor lurzem von den Jenaer Gemeindebehörden ersucht worden. seine Ansichten über die Aeltnot in einem Bortrag darzustellen. Professor Abel ist diesem Ersuchen nachgekommen und hat im Jenaer GesundheitSauSichutz— der au« allen Kreisen der Bevölkerung zusammengesetzt ist— folgendes auSgejührt: Tie Frage der Fetlbeickaffung ist eine der wichtigsten für die VollSernähruug. Ein Genutz von 50—60 Gramm Feit täglich galt früher als das Gewöbnliche. Vielfach ist in den letzten Jahren diele Menge noch bedeutend überschritten worden; namentlich die Kost des Städters hat sich immer fettreicher, ja zu fettreich ge- staltet. Jetzt werden un» nur noch 90 Gramm Fett als Butter oder Margarine wöchentlich zugebilligt, und diese Menge erhalten wir tatsächlich noch nicht einmal. Man kann rechnen, dag wir jetzt in der gesamten Nahrung nicht mehr als 10 bi» 20 Gramm Fett täglich oufnebmen. Nun hat das Fett einen mehr als doppelt so hohen Heizwert für den Körper als Eiweitz nnd Kohlehydrate. Die Folg« des Fettmangel» ist also, datz wir bedeutend mehr als ehedem essen müssen, um dem Körper die gleiche Kraitmenge zu liefern. Das ist aber für die Verdauungs« organe des Städters, der nicht sehr kräftige körperliche Arbeit zu leisten hat, eine schwere und vielen nicht zuträgliche Belastung. Mancher bat daher ständig Hunger, weil er gar nicht soviel esien kann, wie er mutzte;«s fehlt ihm die sättigende Wirkung der Fettnahrung. Endlich darf nicht vergessen werden, wie wichtig� ja unentbehrlich das Fett in der Küche für die Bereitung vieler Speisen ist. Die fettreichen Nahrungsmittel der Friedenszeit find sehr knapp geworden. Das war voiauSzusehen, aber die Regierung hat zur Borbeugung und Abhilfe nicht« Durchgreifendes getan. Es fehlt un« der frühere Reichtum an Milch und Butter. Die Versuche, mehr davon zu bekommen, werden gewitz fortgesetzt werden, aber sehr viel wird nicht zu erreichen sein, da da« Milch- vieh an Zahl geringer geworden ist, auch weniger Milch liefert und die im Frieden auS dem Susland in grotzen Massen eingeführte Butter ichlt. Fette hon Scklachlvieh find ebenfalls knapp geworden; die recht beträchtliche frühere Einsuhr von Schmalz, Talg, Oleo- margarin ist vorbei. An Oelfrüchten, deren Oele zur Margarine- fabrikation und technischen Zwecken dienten, kamen in den letzten Friedensjahren etwa l'/z Millionen Tonnett von Uebersee mit! 30—50 Proz. Oelgehalt nach Deutschland, dazu noch 50—60000 Tonnen fertige Oele.— heute nichts mehr. Bon sonstigen fettreichen Nahrnngsinitteln sind Käse und Eier so gut wie verschwunden, Fische nicht nur für die Aermeren unerschwinglich. Fleisch un» nur in geringen Mengen zugemessen. Die Begetabilien. von denen wir nnS heute hauptsächlich ernähren müssen, enthalten ganz wenig Fett. Was noch irgendwie an Fetten verfügbar ist, sucht der Kriegs- ausschutz für pflanzliche und tierische Oele und Fette an sich zu bringen. Er hat die Hand gelegt auf Fette, Oele mid Oelfrüchte aller Art. Schlachthof- und Abdeckereiabfälle, Jnnenfette, von Schlachtungen, Fettabsälle beim Fleischverkauf, Knochen(bei geord- netcr Müllabfuhr auch, soweit sie im Haushalte abfallen), Fette aus Fäkalien, Leimleder usw.. Seifen, Lacke, Firnisse. Er sucht Fett aus Obstkernen zu gewinnen, schränkt die technische Fetiverwendung für Farben. Firnisse, kosmetische Mittel ein u. a. m. Nötig sind Fette autzer für die Ernährung ja auch für die Munitionsherstellung, da au» ihnen Glyzerin gewonnen wird, für die Seifensabrikation usw. Soweit die F e t t e r s a tz m i t t e I in Frage kommen, führte der Vortragende au«: Die in den Handel gebrachten Fettersatzmittel waren Schwindel. Die Butterpulver, Salatölersatzstoffe usw. waren gelb gefärbter Mehlkleister und dergleichen, ohne jeden Wert, so datz die Herstellung und der Vertrieb solcher Stosse mit Recht seit Ende Juni 1916 verboten ist. Mit Nutzen scheinen sich die bei der Glyzeringewinnung au» Fett übrig bleibenden Fettsäuren auch für RahrungSzwecke verwenden zu lassen. Was im übrigen als AuS- gangsmaterial für Fettgewinnung alles vorgeschlagen worden ist, geht in« Unglaubliche— eS seien nur erwähnt Algen, Regen» Würmer. M a i k ä s e r. Jedenfalls mutz versucht werden, so führte Professor Abel weiter auS, die verfügbare Fettmenge zu er- höben. Dabei einen Umweg einzuschlagen und hauptsächlich tierische Fette zu erzeugen, wobei ja die Städte durch Haltung von Milch- küben und Mästung von Schweinen sich auch beteiligen können, emp- sieblt sich weniger, weil durch die Fütterung der Tiere wieder viel andere Nährwerte verloren gehen. Richtiger ist«S, die Erzeugung pflanzlicher Oele möglichst zu heben, um so mehr, als wir ein schon in Fliedenszeiten bewährtes Verfahren besitzen, aus Oelen. die uns als Nahrungsmittel weniger gewohnt sind, als feste Fette, fabrik- mätzig butteräbnliche, schmackhafte, gut verdauliche und bekömmliche Fette berzustellen(sogenannte gehärtete Oele). Hätten wir ein seinen Susgaben besser gewachsenes KriegSernährungsamt. so wäre eS schon imJahre 1916 möglich gewesen, im grotzen den Anbau von Oelfrüchten herbeizuführen, indem den Land- Wirten je nach Grötze, Beschaffenheit, klimati- schen Bedingungen ihre« Besitze? und Sachver- ftändigieit de? Eigentümers unter Strafe auf- gegeben worden wäre, einen bestimmten Teil ihrer Landsläcke für Oelfrucktbau zu benutzen. Damit darf nicht gerechnet werden. Man muh vielmehr er- warten, datz man wieder den ganz unvernünitigen Weg einschlagen wird, durch Preiserhöhung der Oelfrüchte deren freiwilligen Anbau zu erreichen, d. h. also wieder auf Kosten der Verbraucher zu Wirt- fchaften. Unter diesen Ilmständen empfiehlt Professor Abel den Städten, bei der Oelfruchtpflanzung mitzuwirken. Hauptsächlich sollen sich die garienreichen Städte znr Anpflanzung von Sonnenblumen und Mohn, die in ihren Früchten 40 bis 50 Proz. Oel enthalten, bereit finden. Auch auf Schulhöse und Pachtgärten sollte der Anbau von Oelpflanzen gefördert werden. Durcki Wahl von städtischen Kommissionen und Aufrufe iu der Presse soll für diese Art der Fettgewinnung Propa- ganda gemacht werden.,_ Mus Industrie und Handel. Schweizerrsche Volkswirtschaft tut Kriege. Auch die Schweiz hat zur Sicherung der Ernährung ihrer Bewohner— ein deutlicher Beweis, daß in diesen Zeiten der Warenknappheit der freie Handel auch in neutralen Ländern versagt!— eine Reihe von Kriegsmonopolen einge- führt, die sich bewährt haben. So ein Getreideeinfuhr-, ein Zucker- und Reisinonopol. Die Waren, die aus den Mittel- mächten bezogen werden, iverden durch die Treuhandstelle des schweizerischen Politischen Departements verteilt, die, welche über die..Ententeländer kommen, durch die S.K.K. (Survedllance öconoraiqne. Schweizerische Gesellschaft für wirtschaftliche Kontrolle). Auch die Schweiz hat gewaltige Rüstungsausgaben. Bis Ende 1916 kostete die Auf- rechterhaltttng der bewaffneten Neutralität eine halbe Milliarde Frank, die zu verhältnismäßig guten Bedingungen aufgebracht werden konnte, weil der Zinsfuß recht niedrig ist. Zwar beträgt der offizielle Diskontsatz der schweizerischen Nationolbank 4Y2 Proz., aber der Privatdiskontsatz schwankte zwischen 2 und 4 Proz. Erst gegen Jahresende zog der Privat- diskontsatz an, weil die Eidgenossenschast Schatzwechsel zu placieren hatte, größere Vorschußgeschäfte mit den Na.ch bar staaten abgeschlossen wurden und In- dustric und Handel größeren Geldbedarf zeigten. Eine der bedeutungsvollsten kriegswirtschaftlichen Erscheinungen ist. daß die Währung aller kriegführenden Staaten schlechter ge- worden ist. In dem Maße als die Mark, der französische Frank, die Krone und die Lira billiger wurden, stieg natür- lich der Wert des schweizerischen Frank. Dadurch ist die Schweiz zum Teil in die Lage versetzt worden, im Auslande Waren billiger einzukaufen, soweit Ausfuhrverbote nicht im Wege stehen und das Ausland nicht die Fakturierung in Fronkwährung auf Grund des Friedenskurses obligatorisch gemacht hak. Wie groß die Wertverschlechterung der Wäh- rung der kriegführenden Staaten ist, geht aus folgender Auf- stellung hervor: Unter der„Parität" wird der Glcichwert der verschiede- neu Münzsorten an Gold verstanden. Man sagt, in hundert Mark oder Kronen ist soviel Gold enthalten wie in soundsoviel schweizerischen Frank. Da die Goldzahlungen in den krieg- führenden Ländern setzt eingestellt sind, so ist der Preis der auf die wichtigsten Auslandsplätze(Berlin, Paris, Mailand usw.) gezogenen Wechsel, die als Zahlungsmittel dienen, von dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt, wozu freilich noch einige andere Faktoren treten. Da Deutschland mehr bezieht als ausführt, so ist der Preis der auf schweize- rische Frank lautenden Wechsel gestiegen, der auf Mark lautenden Wechsel gesunken. Die schweizerischen Industrien prosperierten, wenn sie auch mit dem Mangel und der Teuerung von Robmaterialien arg zu kämpfen haben, was besonders von der Stickereiindustrie gilt. Die Hotelindustrie hat sich ziemlich gut erholt, wenn auch der Fremdcnzustrom aus dem Auslände gegen normale Zeiten minimal ist. Teils ist die einheimische Frequenz gestiegen, teils treten die vor dem Kriege oder in den ersten KriegSmonateN eingetroffenen Fremden als Dauergäste ans. Die Bruttoeinnahmen der Bundesbahnen sind zwar gestiegen, ebenso aber auch die Löhne und Kohlenpreise. Den Berg- bahnen geht es schlecht. Die Ausfuhr übertrifft die Einfuhr bedeutend. Die Gestaltung des Arbeitsmarktes ist recht günstig.._ Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Deutsche Bierbrauerei A.-G. hat, obwohl der Rohgewinn von 6 Millionen Mark auf 2,4 Millionen Mark gesunken ist, infolge Verminderung der Generalmikosten von 1,6 auf 1,3 Millionen Mark trotz Steigerung der Ab- schreibungen den Neberschuß von 511601 M. ans 578 487 M. erhöhen können. Die Dividende beträgt 8 gegen 5 Prozent im Vorjahr. Erwähnt sei, daß sich die Außenstände für Hypotheken und Darlehen von 857 720 M. auf 414 911 M., die Außenstände für Bier von 629000 M. auf 430000 M. erniedrigt haben, daß dagegen die„vor- schiedencn Außenstände" von 42 000 auf 300 000 M. gestiegen sind. Die Gesellschaft hat das günstige Ergebnis durch An- kauf ausländischen Malzes und die. Verwertung ihrer Malz und Bicrbcstände erzielen können. Die schwedische Handelsflotte im Kriege. Nach Statistiken über die schwedische Handelsflotte in den Blättern, bat deren Bestand an Schiffen sich 1916 um 102 Fahrzeuge mit 66 958 Tonnen verringert und zwar besonders durch Berkauf ans Ausland in Höh« von 41243 Tonnen.__ Die Reichsbank im Kriege. Der mit dem 6. Januar 1917 abgeschlossene Status der Reichs- bank zeigt eine wesentliche Verminderung ihrer Geldanlage in Wechseln, Schecks und Schatzanweisungen, die um 862 Millionen auf 8,747 Millionen Mark gesunken ist. Da sich aber um fast denselben Betrag(793 Millionen) auch die Depositen vermindert haben, ist der Notenumlauf nur um 68,7 Millionen auf 7985 Millionen gesunken._ Englische Finanzmaßregel». In England wird eine Bestandsaufnahme nicht nur der Forderungen der Engländer an feindliche Untertanen, sondern auch ihrer Schulden an solch« aufgenommen. Nach Mitteilung der Zwang«- Verwaltung der deutschen und' österreichischen Banken hat sich wider die Erwarrung ein Neberschutz der Aktiven dieser Banken über ihre Passiven ergeben. Nach der„Vossischen Zeilung" beträgt der Netto-Ueberschutz der Deutschen Bank 1 540 000 Pfd. Sterl., derjenige der Dresdner Bank 970000 Pfd. Sterl. und derjenige der Disconto-Gesellschaft 410 000 Pfd. Sterl. Da« Defizit der Oester- reichischen Länderbank beträgt 490 000 Pfd. Sterl., das Defizit der Anglo-Oesterreichiichen Bank 450 000 Pfd. Sterl. Bon den Ver- bindlichleiten der deutschen und österreichischen Banken an die Eng- länder, Alliierten und Neutralen wurden bereit« 27 600000 Pfd. Sterl. abgetragen, und von Wertpapieren 7 300 000 Pfd. Sterl. ab- geliefert. Es sind jetzt noch vorhanden Wertpapiere im Werte von 26 000 000 Pfd. Sterl._ Der Zweck des Manövers. Das Gerede der französische» Presse über eine drohende Ver< letzung der schweizerischen Neutralität durch Deutschland hat nach westschweizerischen Blättern vornehmlich den Zweck, die französischen Kapitalisten, die ihre Kapitalien auf schweizerischen Banken in Sicherhett gebracht haben, einzuschüchtern. Der„Reuen Zürcher Zeitung" zufolg« haben die Nachrichten in der Tat bereits die Wirkung gehabt, datz von westschweizerischen Banken bedeutende Gelder abgehoben und nach Frankreich zurückgezogen worden sind. Die Dresdner Bank wird nach der..Fr. Ztg." vernnltlich zur Friedciisdividende von 8)4 Proz. zurückkehren und außerdem einen Millionengewinn aus dem Verkauf der Beteiligung an dem Wallen- dorfer Kohlcnwcrk vortragen. Der Ziakhittteaverband bat vorläufig die Preise nicht erhöht. Die Produktion ist sehr stark. Nächste Sitzung Anfang Februar. Eine neue italienische Farbenfabrik ist unter dem Namen„In- dustria Razionale Collori di Anilia" mit englischer Geldhilfe ge- gründet worden. Die neue österreichische Kriegsanleihe wird nach der.Frankfuri« Zeitung" trotz politischer Trübungen vermutlich das gute Ergebnis von 4 bis 4,5 Milliarden Kronen bringen. Holländisches Ausfuhrverbot. Tie Ausfuhr von Bohnenkraut und Kerbel, Petersilie, Schwarzwurzeln, Sellerie, Gartenkresse, Sauerampfer und Borage(vielleicht Borrce) ist verboten- Ms Groß-Serlin. Ter Berkchrsfkandal. Während die maßgebenden Stellen unentwegt beraten, be- schließen, erwägen, befürworten, empfehlen und anheimstellen, wer- den die Berliner Verkehrsnötc von Tag zu Tag ungeheuerlichere Denn die Pevölkerui'g hat, was ihr niemand verdenken kann, die Geduld allmählich verloren und ist nervös geworden. Auf den Stadtbahnhöfen Oberschöneweide und Spandau und auf der Kleinbahn- strecke Wittenau- Tegel müssen— wie die Gewerkschaftskommission der Presse mitteilt— die Leute oft b i S zu einer Stunde auf den Bahn st eigen warten, che sie Aussicht haben, mit- zukommen. Um jeden Platz werden dann erbitterte Kämpfe ausgefochtcn. Geradezu unglaubliche Szenen spielen sich auch auf der Hochbahn ab. Am Dienstag früh war z. B. auf den Bahnhöfen Scne- felderplatz und Schönhauser Allee der Andrang so enorm. datz Tausende von Arbeiterinnen und Beamten nicht rechtzeitig befördert werden konnten und zu spät zum Dienst kamen. Auf einigen Bahnhöfen vermochten die Fahrgäste infolge des lebensgefährlichen Gedränges die Wagen nicht zu ver- � lassen. Die Schaffnerinnen waren vollständig mochtlos. Beim Ein- und Ausfahren der Züge entstanden derartige Tumulte, datz zahl- reiche Frauen lieber auf die Benutzung chrer Fahrkarten verzichteten, als datz sie sich als Kombattanten mit in das Kampfgewühl stürzten. Angesichts dieser habnebüchenen Zustände erschemt et sehr fraglich, ob die löbliche Absicht der Grotzen Berliner Straßen-- bahn, ihren letzten Wagen einige Anhänger beizugeben, die von Grund aus verfahrene Situation wird wesentlich bessern können. Kommen doch zwei Kommunikationsmittel, die früher cinen großen Teil des Berliner Verkehrs bewältigten, gegenwärtig kaum noch in Betracht. Wir meinen die O in n i b u s g e s e l l s ch a f t, die von ihren ehemaligen 22 Linien mit 450 Wagen nur noch 13 Linien mit 330 Wagen in Betrieb hat und deren Pferdebcstand aüfi die Hälfte MsmmnengeMnÄzen tf£ Einst liefen außerdem auf 12 AuioLuZ- linten nicht weniger als 2S0 Kraftwagen; jetzt ist nur noch die einzige, ewig überfüllte Linie Pankow— Neukölln übriggeblieben! Und wie der weniger bemittelte Teil des Publikums unter dem Ausfall des Omnibusvcrkehrs zu leiden hat, so seufzen die Befserfituierten den entschwundenen Droschken nach, deren Gesamtzahl sich von un- gesähr 5000 auf knapp 1700 vermindert hat und die sich auf längere Fährten überhaupt nicht mehr einlassen können, weil Gäule bzw. Motoren durch die Kriegsdiät zu sehr geschwächt sind. Armcnunterstützung und Wahlrecht. Die sozialdemokratische Fraktion der Berliner Stadtverordneten» Versammlung hat den folgenden, bereits vor einigen Wochen be- schlosienen Antrag nunmehr eingereicht: Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, an den Landtag eine Eingabe zu richten um Erlaß eines Gesetze?, durch daS gemäß des Reich-ZgesetzeS vom 15. März 190S 1. die Krankenunterstützung; 2. die einem Angehörigen wegen körperlicher oder geistiger Gebrechen gewährte Anstaltspflege; 3. Unterstützungen zum Zwecke der Jugendfürsorge, der Er- ziehung oder der Ausbildung für einen Beruf; 4. sonstige Unterstützungen, wenn sie nur in der Form der- einzelter Leistungen zur Hebung einer augenblicklichen Notlage gewährt sind; 5. Unterstützungen, die erstattet find, nicht als Armenuntcrstüvuug anzusehen sind und insolgedessen das Wahlrecht zum Staat und zur Gemeinde nicht beeinträchtige«. Berliner Lebensmittelnachrichteu. Umschreibung für die Fleischerkundenlistcn. Den Berliner Einwohnern ist Gelegenheit gegeben, mit Beginn der neuen Fleischkartenperiode ihren Fleisiblieferanten zu wechseln. In der Zeit vom 12. bis 14. Januar 1017 findet eine Um- schreibung für die Kundenverzeichnisse der Fleischer statt. Wer um- geschrieben werden will,— ein Zwang zum Wechsel des Fleischers besteht nicht—, muß sich zunächst von' seinem bisherigen Fleischer in dessen Kundenverzeichnis löschen und über die A b'm e l d u n g eine schriftliche Bescheinigung ausstellen lasse», aus der die bisherige Nummer de? Kundenverzeichnisses hervorgeht. Er muß sodann unter Abgabe der Bescheinigung und Vorzeigung des Mtttelstücks der gegeuwärtig sbiS zum 21. Januars geltenden Fleischkarte bei dem Fleischer, von dem er in Zukunft Fleisch beziehen will, die Eintragung in dessen Kunden- Verzeichnis bewirken lassen. Der Fleischer muß, sokern die vor- genannten Voraussetzungen erfüllt sind, die Eintragung vornehmen und dem neueingelragenen Kunden eine Bescheinigung über die ihm zugewiesene Ziummer ausbändigen. Beim ersten Einkauf nach Beginn der neuen Fleischkartenperiode sind sodann die neuen Fleischkarten dem nunmehrigen Fleischlieferanten vor- zulegen, der aus der Rückseite des Mittelstücks seinen Namen, Geschäftsstempel sowie Numer des Kundenverzeichnisses zu ver- merken hat. Kartoffelentnahme auf Ziisatzkarten. Inhaber von Kartoffel- zusatzkarten find berechtigt, auf ihre Zusatzkarlen in derjenigen Ver- kaufsstelle Kartoffeln zu entnehmen, in der sie mit ihrer Hauptkarte eingetragen sind. Jeder Kartoffelkleinhändler erhält über sein aus der Kundenliste errechnetes Bezugsguantum hinaus soviel Kartoffeln, daß er die auß ihn entfallende geringe Menge für Zusatzkarten daraus decken kann. Der Kleinhändler ist also verpflichtet, neben der Hauptkarte auch die Zusatzkarten für Kartoffeln einzulösen. Ebenso sind auch aus die mit dem Aufdruck„Urlauber� versebenen Kartoffelkarten von jedem Kleinhändler Kartoffeln abzugeben, ohne daß Eintragung in die Kundenliste erfolgt. Die Milchknappheit wächst, und eine Krisis droht,, wenn nicht Abhilfe geschaffen wird. Der immer größer werdenden Notlage in den Städten muß und kann abgeholsen werden. Berlin erhält heute nur noch 30 Proz. der srüheren Milckmengen. nachdem diese schon im vorigen Jahre auf etwa 63 Proz. gesunken war. Sie ist also abermals um die Hälfte gesunken und zwar seit wenigen Wochen. Hier muß endlich kräftig eingegriffen werden, soll nicht unsere Jugend völlig entkräftet werden. Ist es zu billigen, daß an der einen Stelle Voll- und Magermilch wie im Frieden. ja darüber hinaus vorhanden ist, während an anderen Stellen nicht einmal die Säuglinge und die kleinsten Kinder das ihnen bewilligte Quantum regelmäßig erhalten. Woran liege es, daß die Reichsfettstelle nicht zweckerfüllende Maßnahmen an- ordnet und durchführt?? Heute verfügt Berlin kaum über 275 000 Liter pro Tag gegen über reichlich 1 Million vor dem Kriege. Wenn in allen Gemeinden eine kräftige Organisation ins Leben gerufen wird mit einer festen Kontrolle, dann dürften die Klagen bald verstummen, im anderen Falle werden sie riesengroß werden._ Protest der Milchhändler gegen die Fettstelle Gro st- Berlin. Das Nachrichte namt des Berliner Magistrats hatte Ende Dezember der Presse die Mitteilung zugehen lassen, daß die Mängel in der ungleichmäßigen M Ichliefcruiig an die Ver- braucher aus die Milchhändler zurückzuführen seien. Die Klage» würden zum großen Teil verstummen, wenn die Mrlchhändler genau die Borschristen über die Einsendung der Anmeldeabschnitte be- achten würden, da jeder Händler genau soviel Milch bekäme, als er Abschnitte einsende. Gegen diese Darstellung wandte sich der Vorsitzende der, V e r- einigung derBerliner Milchhändler� in einer zum Zwecke eines Protestes einberufenen AuSschußsitznng. In der Sitzung wurde ausgesübrt. es fei durchaus unwahr, daß „der Milchkleinhändler genau soviel Milch bekomme, als die von ihm übersandten Anmeldeabschnitte nachweisen"; es sei vielmehr vorgekommen, daß von der Feltstelle iAbteilung Milch) aus den bei ihm eingereichten Kundenlisien einzelne Eintragungen gestrichen wurden und der Milchtleinhändler dann soviel Milch weniger erhielt, als jene Eintragungen ausmachten. Des weiteren fänden N a ch m e l- düngen für Kranke nicht etwa umgehende Erledigung, sondern es vergingen immer mehrere Tage, ja sogar bis zu v i e r W o ch e n, ehe der Milchkleinhändler für die nach- genieldeten Bezugsberechtigten Milch erhalte. Der Milch- Händler müsse sich dann von den betreffenden Kunden täglich Borwürfe gefallen lassen und könne doch an der Sache nichts ändern, da die Feltstelle die Nackimeldungen nicht ohne Verzug er- ledige, sondern sich damit auffällig viel Zeit lasse. Dazu komme aber ferner noch, daß die Milchhändler nicht soviel Milch erhalten, als sie auf Grund ihrer Kundenlisten bekommen müßten, daß ihnen vielmehr ständig Abzüge gemacht werden. Es sei unter diesen Umständen ein nicht zu billigendes Verfahren der Fett« stelle, in öffentlichen Blättern den Milchkleinhändlern die Schuld an vorhandenen Unregelmäßigkeiten beizumessen. Die Fetlstelle Groß- Berlin habe also durchaus keine Veranlassung gehabt, eine Mittei- lung verbreiten zu lassen, die unzutreffend sei und bezüglich deren sie daher auch von vornherein überzeugt sein mußte, daß sie nicht unwidersprochen bleiben würde. Fortbildungsschule und LehrliugsschuU. Die tyandwerkskalnmer zu Berlin hatte sich bisher gegen- über den"aus Handwerkerkreisen an sie gerichteten Anträgen. auf Schließung der g e w e r b li ch e n P fli ch t f o r t- bildungsschule» während des Krieges hinzuwirken, ab- lehnend verhalten und die Antragsteller dahin beschiedcn, von Fall zu Fall Beurlaubung ihrer Lehrlinge vom Schulbesuch bei den zuständigen Schulverwaltungcn nachzusuchen. In letzter Zeit haben sich aber infolge der umfangreichen Ein- ziehungeu von Gesellen und Lehrlingen zum Heeresdienst die Betriebsverhältnisse in Handwerk und Gewerbe immer schwieriger gestaltet, und es ist anzunehmen, daß sie bei der jetzigen Durchführung des Gesetzes über den Vaterländischen Hilfsdienst noch schwieriger werden dürften. Diese Umstände haben den Vorstand der Handwerkskammer zu Berlin zu einer anderen Stellung in der Frage der Fortbildungsschulen veranlaßt, da die Lehrlinge heute so nötig für die Werkstätten sind, daß sie nicht ersetzt werden können. Auch alle älteren Lehrlinge sind einberufen worden, wie die vielen Not-Gesellenprüsungen zeigen. Der Vorstand der Handwerkskammer hat deshalb in seiner letzten Sitzung beschlossen, daß die zuständige Stelle in einer Eingabe gebeten werde, zu erwägen, ob für die Zeit der Geltung des Vaterländischen Hilfsdienstgesetzes, wenn auch nicht eine völlige Aufhebung des Fortbildungsschul- zwang», so doch möglichst weitgehende Erleichterungen in der Befreiung vom Schulbesuch gewährt werden können Aus diesen Mitteilungen ist zu entnehmen, daß der Vor- stand zwar für gänzliche Schließung der Fortbildungsschulen ist, eine solche Forderung aber wegen ihrer Aussichtslosigkeit nicht erheben mag; jedoch wünscht der Vorstand so weit- gehende Befreiungen, daß dadurch dennoch die Fortbildungs- schule bis auf weiteres„unschädlich" gemacht werde. Aus den Mitteilungen ergibt sich ferner, daß die zum Schutze der Lehrlinge hinsichtlich der Arbeitszeit bestehenden gesetz- lichen Bestimmungen in der Praxis unbeachtet bleiben. Dagegen muß im Interesse der unzulänglich ernährten, in den Eni- Wicklungsjahren stehenden jungen Menschen entschieden Ein- spruch erhoben werden. Wir erwarten von den berufenen Stellen, daß sie unter diesen Umständen mehr als je sich den Schutz der Lehrlinge angelegen sein lassen. Rücksicht gegen Kriegshinterbliebene. Ueber den amtlichen Beskehr mit den Hinterbliebenen der Kriegs- leflnehmer hat das Versorgungs- und Justiz- Departement im Kriegsmlnisterium eine bemerkenswerte Verfügung an die beteiligten Stellen erlassen. Sie weist darauf hin, daß die Hinter- bliebenen unserer Soldaten mit dem größten Entgegen- kommen zu behandeln sind. Müssen abtebnende Bescheide erteilt werden, so soll dies geeigneten Falles unter dem Ausdruck des Bedauerns, jedenfalls aber höflich und unter Angabe der Gründe erfolgen. Es muß alles vermieden werden, was den Eindruck erwecken könnte, als ob es sich um Almosen handle. Auf die Wünsche ist in entgegenkommender und höitilber Weise ein- zugehen. Gesuche sollen in woblwollender Werse nach jeder Richtung hin gepiüsl werden. Nötigenialls soll auch geeigneter Rat erteilt werden. Auf Beschleunigung der Erledigung der Anträge ist mit allen Mitteln hinzuwirken. Unter keinen Umständen sollen Hinterbliebene monatelang auf die Anweisung ihrer gei'etzlicben Ge- bührnisse warten müssen. Gegebenenfalls ist mit Vorschüssen zu Helsen. Von Zwischenbescheiden ist reichlich Gebrauch zu machen. Bei Rückforderung überhobener Beträge sind Härten zu vermeiden._ Beschlagnahme von Prospektpfeifen aus Zinn von Orgeln usw. Am 10. Januar 1917 ist eme neue Bekanntmachung in Kran getreten, die neben einer Meldepflicht eine freiwillige Ablieferung, aber auch eine Beschlagnahme. Ent- e i g n u n g und E i n z i e d u n g von vollständig aus Zinn be- stehenden slnmmen und iprcchenden Proiprlipfeisen, d. h. denjenigen zinnernen Orgelpfeifen, die im Proipeki einer Orgel— von außen sichtbar— untergebracht sind, oder waien, oder noch eingebaut werden sollen, vorsieht. Alle näberen Einzetbeiten ergeben sich aus dem Wortlaut der Bekanntmachung und den Ausfübrungs- besiimmungen. welche die mit der Durchführung beauftragten Kommunalbebörden erlassen. Der Arbeitsausschuß der KriegShinterbliebenenfnrsorge der Stadl Berlin hat sich mu der KriegSpalenversicherung beschäftigt und beichlossen, von Inanspruchnahme der Versicherung ab- zuiehen. Er ist der Ansicht, daß die KriegSpalenversicherung über- hauvt keine Hinlerbliebenensüriorge darstellt; da es sich um Leistungen handelt, die erst nach 12—20 Jahren fällig werden, während in der langen Zivi chenzeit»ichtS geiwiebl, um gerade in dieser Zeil das Los der Kinder zu bessern. Die bloße Festlegung von Summen für ipärere Zeilen werde zweckmäßiger dura, Einzahlungen auf der Tpai lasse bewirkt. Der Verein Berliner WohnungSmicter hält am heuligen Donners- tag. abends 8 Uhr, eine öffentliche Versammlung im Jüdenzimmer des Berliner Raiskellers ob. Tagesordnung: 1. Stel- lung zum preußischen Wohnungsgeietz. Referat des Pastors a. D. Kölichke. Korreferat Dr.-Jng. Wagner. 2. Beschwerden wegen der Volksernährung. Tauchbootbriefe. Briefe und Postkarten, die mit HandelStauch- boot befördert werden sollen, sind bis Mitte Januar auizu- liefern. Gruße Mehldiebstahle in der Oranienburger Tampfmühlr sind jetzt aufgedeckt worden. Schon seit Monaten fiel es auf, daß sich bei der Versendung von Mehl und Kleie ständig Differenzen er- gaben. Durch einen Zufall fiel der Verdacht schließlich auf den Fubrbcrrn Rieck, dessen Aufgaoe es war, das Getreide von der Mühle zur Bahn zu transportieren Bei einer.Haussuchung wurden weit über zweihundert leere Säcke, die der Mühle gehörten, und größere Mengen von Mehl und Kleie vorgefunden. Das Getreioe hat R. wohl in der Hauptsacht zu Viehfutter verbraucht, worauf der für die jetzigen Verhältnisse ungewöhnlich gute Ernährungs- zustand seines Viehbestandes schließen läßt. Rieck war zunächst geflüchtet, worauf ein Steckbrief hinter ihm erlassen wurde. Vorgestern hat er sich der Behörde gestellt. Der der Mühle zugefügte Schaden soll sich aus niindestenS 40 000 Mark belaufen.' Einmietediebe in Uniform sind in verschiedenen Stadtgegenden aufgetreten. Einer, der sich Friedrich Schmalze nannte, trägt die Uniform eines Poftbeomien. Er erbeutete zuletzt in der Chaussee- praße, wo er nur eine Naddt wohnte, für 160 M. Wäschestücke und Lebensmittel und ist an einer Verkrüpvelung der rechten Sand leicht zu erkennen. Er ist etwa 28 Jabre alt, mittelgroß und schlank und hat Haar und Schnurrbart kurzgeschnitten. Die rechte Hand ist ver- krümmt, die Glieder fehlen nicht. Seine Uniform ist ganz neu. Zwei andere Diebe tragen feldgraue Jnfanterieunisorm. Ihnen sielen in der Lothringer Straße für 300 M. Kleidungsstücke in die Hände. Der eine, der sich Schmied Karl Bari'ewski nannte, ist etwa 35 Jahre alt, mittelgroß und schlank, bat blondes Haar und Schnurrbarl und trug die Nummer 9 aut den Achselklappen. Der zweile nannle sich Schuhmacher HanS Herbst. Er ist etwa 22 Jahre alt, ebenso groß und scblank wie der andere und bat schwarzes Haar und ein schmales, blasseS. bartloses Gesicht. Seine Achselklappen trugen die Buchstaben MW. Bon„stehenden" Fronen verhaftet wurde.gestern nachmittag ein Einbrecherkleeblatt in der Flensburger Straße. Bor einem Schlächterladen standen dort mehrere Frauen, die auf ihre Ab- sertigung warteten Da kamen drei Männer aus dem Hause heraus, die mit Paketen, und Bündeln schwer beladen waren. sofort wurde bei. den Frauen der Verdacht laut, daß es vcrklei- bete Schlächrergesellen seien, die auf Schleichwegen Fleisch verschieben wollten. Kurz entschlossen Jsselien sie sie an. Als die drei sich weigerten, den Inhalt ihrer Pakete zu zeägeii, glaubten die Frauen erst recht, daß ihr Verdacht begründet. sei.«ie riefen einen Schutzmann herbei. Der Verdacht der Frauen erwies sich zwar als hinfällig, aber sie hatten doch einen gute« Fang gemacht. Zwei der Festgenommenen waren ein Kellner Moritz Mirschki, etil der Kriminalpolizei schon bekannter Wohnungscinbrecher, und ein Kellner Kurt Schtoicn. Die drei hatten in dem Hause eine Woh- nung erbrochen und alles gestohlen, was sie an Wäsche, Kleidungs- stücken und Wertsachen fanden. Ein Gespann, bestehend aus einem leeren Rollwagen mit Firnienschtld, bespannt mit zwei braunen starken Pferden, und zwar einer Stute mit weißem Stern und einem Wallach mit sogen. Rattenschwanz, ist der Speditionsfirma I. G. H e.n z e am Dienstagmittag zwischen 2 und 3 Uhr auf dem Hamburger Güter- bahnhof(Jnvalidenstraße) gestohlen worden. Die Firma hat für die Wiedererlangung, diesxs Gespannes eine Belohnung von 1000 Marl ausgesetzt. Mus den Gemeinden. Ter Betrug gegen Neukölln. Zu dem großen Warenfchwindcl gegen Neukölln erfahren wir noch, daß nach dem Ergebnis � der bisherigen Ermittelungen der angebliche Oberleutnant Fritz Hammer, ein 29 Jahre alter /Jus Oberglog au gebürtiger Georg Rindfleisch ist, gegen den die Staatsanwaltschaft zu Köln a. Rh. bereits einen Haftbefehl er- lassen hatte. Rindfleisch gehört zu der Bande Hellermann und Genossen, die nun schon durch Riesenschwindeleien% Millionen Mark erbeutet hat Ueber die Verhaftung Hellermanns, der.eben- falls den Oberleutnant spielte, haben wir schon berichtet..Tie Ver- folgung des Rindfleisch und seiner Helfershelfer hat jetzt die Neu- köllner Kriminalpolizei mit allen Mitteln aufgenommen. Es wird den Schwindlern wohl nicht leicht werden, über die scharf bewachte Grenze zu kommen. Rindfleisch-Hammer ist mittelgroß und schlank, hat dunkelblondes gescheiteltes Haar und einen gestutzten Schnurr- bart und trug bisher einen dunkelblauen Winterübcrzieher mit Rückengurt und einen dunkelgrünen geknifften Filzhut. Er tritt ebenso vornehm und getvandt auf wie sein verhafteter Spießgeselle Hellermann. Ueber den Wert des Warenfrachtbriefes als Eisenbahnquittung schreibt die„B. Z.": In den Kreisen der großen Berliner Spedi- tionsfirmen ist man überrascht, wie leicht es der Neuköllner Magistrat dem Schwindler gemacht hat. Selbstverständlich ist es bei inländischen Versendungen allgemein üblich, sich Duplikatfracht- briefe ausstellen zu lassen, aber diese gelten keineswegs als beweis- kräftiges Dokument bei Zahlungslesstungen. Ein Duplikatfracht- brief stellt lediglich eine Quittung der Eisenbahn dar. daß diese die Ware in Empfang genommen hat. Er überträgt aber nicht das Eigentum auf den Inhaber, d. h. der Versender kann auch nach der Auslieferung der Waren noch jederzeit über diese verfügen. V�n dem Frachtbrief erhält ein Exemplar der Versender als Quittung, während das zweite Exemplar bei der Ware auf der Bahn verbleibt und erst dem Empfänger ausgeliefert wird.. Die Speditionsfirmen pflegen nun bei Abnahme von Waren oder Gütern so zu verfahren, daß sie dem Absender in dem Ort, an dem sich die Ware auf der Eisenbahn befindet, eine Stelle namhaft machen, die die Ware übernimmt, bezahlt und an ihren Auftraggeber wciterrollt. Ist dagegen der Absender dem Emp- fänger persönlich.bekannt, so wird auch die Zahlung gegen Vor- legung des Frachtbriefes geleistet werden. Bezugschciilstatlstik der Gemeinde Tcmpelhos. Ein anickaulicher Beweis iür de« steigenden Bedarf an Kleidungsstücken im Herbst und Winter ist die wocbiende Zunahme der von der Gemeinde Tempeihof ausqygebenen Bezugscheine. Es wurden im eisten Monat August 1916 1693 Bezuoschelne, im September 3684.>m Oktober 7040 im Noveniber 9086 und bis zum 20. Dezember 10828 Bezug» ichcine von der Gemeinde ausgestellt. MandatSniedrrlcgung. Der im Lklober v. I zum Gemeinde- verordneten von Friedrichsielde gewöb te Saniiälsral Dr. Sette- g ast hat sein Amt ouS Gei'undheiKriicksiditeii niedergelegt. BolkStLmliche Borträge in Neukölln. Dienstag, den 16. Januar 1917, abends 8 Uhr, veionstaliet die Stadtgemeinde einen weiteren Bortrogsabend in der Realsibule, Boi'dinstr. 34—41. Herr Prof. Friedrich Cauer-Berlm rpiickit über:.England und Deuiscdland im 20, Jahrhundert". Erntritlekalien zum Pieise von 10 Pi. sind vom 10. Januar 1917, morgens 9 Ubr ab. im Ralhause, Zimmer 212, sowie an der Abendkasse um 7'/� Uhr erhältlich. Soziales. Die Erwerbsfähigkeit der Kriegsbeschädigten. Schon seit einer Reihe von Jahren werden in medizinischen Fachzeilschrislen oder aucb in von inleressierter Stelle berausgegebeneir Werken und Broschüren Bilder veröffentlicht, auf denen man Schwer- verletzte bei der Arbeil beobachten kann, und es soll durch diese Bilder gezeigt werden, daß auch bei schweren Körperschäden die Verletzten wieder in hohem Grade leistungsfähig gemackr werden können, wenn sie die geeigneten Ersatzglieder erhallen. Es werden Handwerker bei allen Verrichtungen, die ihr Beruf ersorderi, dar- gestellt, und daran wird dann die zum Teil ausgesprochene, zum Teil unausgesprochene Folgerung geknüpft, daß diese Leute wieder in den Stand gesetzt seien, ihrem früheren Beruf nachzugehen. Früher ist faS zumeist geschehen, um auf die Rechtsprechung einzuwirken, das beißt, um niedrigere als die bis dabin gewährten Rentensätze für derartige Verletzte zu erwirken. Nachdem der Krieg d>e Zahl der Leute, denen Hände, der Arm usw. ampuliert worden ist. ganz außerordentlich vermehrt bot, find jene Abbildungen auch in immer größerer Anzahl herausgekommen. Es ist ja sehr erfreulich, daß in den Lazaretl-Werkstärten und auch in anderen Emrichrungen in an- erkennenSwerter Weise daran gearbeiiet wird, den Verletzten die Erwerbsiähigkert soweit als möglich wieder zu verschaff»». Aber daS andauernde Photogrophieren aller möglichen Handwerker bei ollen in ihren Berufen vorkommenden Arbeiten ist trotz alledem doch nicht viel anderes als grober Unfug. Es soll ohne weitere« zugegeben werden, daß es möglich ist, daß z. B. ein Tischler, der den rechten Ann verloren hat, mit Hilfe eines geeigneten künstlichen ArmeS wieder alle die Arbeitsleistungen verrichten kann, die sein Beruf erfordert. Aber darauf allein kommt eS doch nicht an, sondern darauf, in welcher Zeit er die Arbeit macht.' Wenn ein solcher Arbeiter die drei- und vier- fache Zeit braucht, die ein DurchscknittSarbeiter notwendig hat. um eine bestimmte Arbeit fertig zu machen, dann ist er für diese Arbeiten nicht mehr braucbbar. Es wird sich wohl kaum ein Arbeitgeber finden, der ihin derartige Arbeilen anver- traut. Denn heute, wo auch bei uns Grundsatz ist, solche Arbeiter. die sich zu einer bestimmten Verrichtung am besten eignen, lediglich mit dieser zu betrauen, und demenlsprecvend die Arbeitsleistung aufs äußerste zu steigern, wird der Unternehmer einen Arbeiter, der das vierfache des Durchscbnitts zur Herstellung einer bestimmten Arbeit braucht, nicht an seinem Platze belassen. ES heißt deshalb falsche Hoffnungen in den Kriegsbeschädigten erwecken, wenn ihnen eingeredet wird, daß sie wieder leistungsfähig sind, wenn sie ganz ohne Rücksicht auf die Zeit, die sie brauchen, wieder ihre ftühere Berufstätigkeit erfüllen können. Sie werden dann ganz außerordentlich schwere Enttäuschung erleben. Es ist deshalb viel richtiger nach dem Grundsatz zu verfahren, den die PrüsungSstelle für Ersatzglieder vertritt. Dieser geht da- hm, daß man bei den Kriegsbeschädigten darauf zu achten BaBe, Bei welcher ArBeitSleistung sie dem Hundert der vyllen ArBeiiS- fähigkeit am nächsten kamen und daß eS gelte, die Verletzten dann in solche Arbeitsstellen hineinzubringen, in denen sie diese spezielle Arbeit dauernd verrichten könnten. Das wird allerdings nur in größeren Betrieben der Fall sein. Nur dort, wo die Arbeitsteilung weitgehend eingeführt ist, werden solche Kriegsbeschädigte ihren Platz möglichst voll ausfüllen, wobei nicht verkannt werden soll, daß die Eintönigkeit chicser Arbeiten manchen nicht befriedigen wird. Daß dos offen ausgesprochen wird, kann die Invaliden unseres Erachtens nicht entmutigen. Im Gegenteil. Wenn ihre Ausbildung darauf gerichtet wird, dann werden sie wieder zu Arbeitskräften, die ihre Stellen voll ausfüllen können. Und das ist unendlich mehr wert, als das Gefühl, in der Werkstatt lediglich geduldet und damit auf die Gnade des Meisters oder' Unternehmers angewiesen ZU sein. Die Verletzten werden dann auch wieder einen verhältnismäßig hohen Lohn verdienen können, was natürlich kein Anlaß sein darf, ihnen die Renten herabzusetzen, denn schon der Umstand, daß sie nur zu Bestimmten Arbeitsleistungen imstande sind, schafft ihnen eine solche allgemeine Beeinträchtigung auf dem allgemeinen Arbeits- markt, �daß der unter diesen Umständen erzielte Lohn gar kein Maß- stab für die in Wirklichkeit geschaffene Erwerbsbeeinträchtigung bilden kann. Dr. Villmar Schwade-ß. AuS Leipzig kommt die Nachricht, daß Dr. W. Schwabe im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Abgesehen von seinen großen Leistungen auf seinem speziellen Fachgebiete ist Schwabe als Bor- sitzender der Ortskrankenkaffe Leipzig durch sein sozialpolitisches Wirken der größeren Oeffentlichkeit bekannt geworden. Unter seiner jahrelangen Leitung sind jene Fürsorgeeinrichtungen: die Erbolungs- Heime Gleesberg, Förstel. Augustusbad entstanden, die den hohen Ruf der Leipziger Ortskrankenkaffe als soziales Musterinstilut begründet haben. Durch eigene Stiftungen hat er die Schaffung dieser Einrich- tungen erst ermöglickt.— In dem großen Streit der Leipziger Kasse mit den Aerzlen im Jahre lövt hat er entschieden den Standpunkt der Kasse und damit der Versicherlen vertreten. Er schied aus dem Vor- stand aus, als die Kreishauptmannschufl zugunsten der Aerzte eingriff. Mit Schwabe ist ein Mann von großem sozialpolitischem Ver- ständnis dahingegangen. Sein großer Reichtum ermöglichte eS ihm auch, seinen sozialpolitischen und Wohltätigkeitsneigungen zu folgen. Gerichtszeitung. Bußtag, Bukarest und Jugcndwchr. Die Firma Hasse u. W r c d c, ein Großbetrieb der Metall- industrie,.hat ungefähr 10 0 Lehrlinge. Zwei derselben wurden kürzlich entlassen, weil sie unentschuldigt von der Arbeit ferngeblieben sind. Der Vater eines dieser Lehrlinge klagte beim Gewerbegericht auf Fortsetzung des Lchrvcrhältnisses. In diesem Falle machte die beklagte Firma als Grund zur Lösung des Lehrvertrags geltend, der Lehrling sei am Bußtag trotz aus- drücklicher Aufforderung nicht zur Arbeit gekommen und an einem anderen Tage sei er nicht wieder zur Arbeit zurückgekehrt, nachdem er sich entfernt hatte, um die Fortbildungsschule zu besuchen, die aber an jenem Tage geschlossen war. Der Kläger führte dagegen aus, er habe seinem Sohn untersagt, am Bußtag zu arbeiten, weil er nicht verpflichtet sei, an einem gesetzlichen Feiertage Arbeit zu leisten. Daß am fraglichen Tage die Fortbildungsschule geschlossen war, habe sein Sohn vorher nicht gewußt. Die Schule sei damals wegen der Einnahme von Bukarest geschlossen gewesen- Uiy den Sieg zu feiern, habe man den Schülern freigepeben, und da könne doch nicht verlangt werden, daß sie, statt zu saiern, in die Fabrik zurückkehren. Die angeführten Entlassungsgriaide seien überdies ein bloßer Vorwand. Der wahre Entlassungsgxund sei der, daß sich sein Sohn auf seine(des Vaters).Veranlassung g ew e i g-e r t , habe, der von dar Firma sehr stark propagierten wJ u g e n d wehr beizutreten. Der Vcrt.ncirr der beklagten Firma Hasse u. Wrede bestätigte, daß sich die Firma für die Jugendwehr lebhaft inte-ressiert, eine Jugendkompagnie in ihrem Betriebe eingerichtet hat, die Kosten für deren Uniformen bestreitet und na t ü r l i ch auch die Lehrlinge zum Eintritt in die Jugendkompagnic zu bewege n sucht. Verlangt werde der Eintritt aber nickt. Nachdem der hier klarzende Lehrling den Beitritt abgelehnt habe, sei die Sache für die Firma erledigt gewesen. Datzdic.M>tgllicder der Jugen d kpmp a gn i e im Betriebe gewisse Vorzüge, besonders in Ge- st-alt von Lohnzuschlägen, genießen, gab der Ver- treterderFlrmazu. Das Gericht verurteilte die Firma, das Lehrverhältnis wieder- herzustellen. Bestimmend war der� Grund, daß die wiederholte Verwarnung wegen der Arbcitsversäumnis nur an den Lehrling selbst, aber nicht an dessen Vater, der den Lehrvertrag mit der Firma abgeschlossen hat, gerichtet worden ist. Im übrigen sei das Gericht— wie der Vorsitzende bemerkte— der Meinung, daß daS Fernbleiben des Lehrlings voi. der Arbeit ein Unfug sei, der aber im vorliegenden Falle aus dem angeführten formalen Grunde nicht zur Lösung des Lehrvertrags berechtige. Vater und Mutter als Prozeßgegner. Ein Prozeß, der dem Sparzwapg für jugendliche Arbeiter nus eigenartigen Familienverhältniss«, seinen Ursprung verdankt, beschäftigte am Mittwoch das Gcwcubegericht. Als Klägerin für ihren minderjährigen, der Sparzwangvcrordnung unter- stehenden Sohn trat eine Frau auf, die von ihrem Manne ge- schieden ist. Der Sohn, der im Haushalt der Mutter lebt, arbeitet in einem Betriebe, wo fein Vater Werkmeister ist. Als die Sparzwangverordnung in Kraft trat, entließ hie betreffende Firma, um den mit dem Sparzwang verbundenen Unzständen aus dem Wege zu gehen, alle jugendlichen Arbeiter. Nur. den Sohn ihres Werk- meisters behielt sie aus persönlichen Gründen. Aber das Spar- geld des jungen Mannes führte die Firura nicht direkt an die Sparkasse ab, wie es die Verordnung tmrfchrcibt. sondern sie händigte es dem Vater aus, damit dieser es bei der Sparkasse ein- zahle. Der Vater aber gab dem Sohn dirs Spargeld mit dem Auftrage, es bei der Sparkasse abzuliefern. Das ist denn auch regelmäßig geschehen. Nur einmal zahlte der junge Mann den Wochenbetrag des Spargeldes nicht bei der Sparkasse ein, sondern kaufte sich dafür einen neuen Hut. Run verlangte die Mutter als Klägerin, daß die Firma den Sparbetrag, den ihr Sohn unbe- stritten ausgegeben hatte, bei der Sparkasse einzahle. Der ge- fchisdene Mann der Klägerin erschien vor dem Gewerbegericht als Vertreter der beklagten Firma. Vater und Mutter des jugendlichen Sparzwangpflichtigen standen sich also als Prozeßgegner gegenüber.— Das Gericht kam zu einer Abweisung der Klage aus folgenden Gründen: Dias Gewerbsgericht ist unzuständig, weil es sich hier nicht um einen Anspruch auS dem Arbeitsverhältnis handelt, denn der Kläger hat kein Neckst auf Zahlung des Betrages, der nach der Verordnung an die Sparkasse abzu- führen ist. Er hat jedoch diesen Betrag, also seinen vollen Lohn, von der beklagten Firma erhalten, mithin hat er crn diese über- Haupt keinen Anspruch. Daß der Sparbetrag nicht an die Spar- kasse abgeführt wurde, ist eine Angelegenheit, über welche die für die Durchführung der Verordnung zuständige Instanz, das Ober- kommando, zu befinden hat. der Wexstraße hundert Sack Kaffee und 140000 M. in barem Gelde sowie große Mengen sonstiger vom freien Handel ausgeschlossener Waren Beschlagnahmt. Bei einem Beteiligten Ewerführer fand man 100 000 Mark, die er auf dem Boden versteckt hatte. ES handelt sich um Waren, die aus cinenr Lager im Freihafen Beiseite geschafft worden sind. Die Angelegenheit zieht noch weitere Kreise. Soviel ist schon festgestellt, daß es sich um in ganz großem Maßstäbe seit längerer Zeit Betriebene Hehlerei und Dieberei hnndclt. Der angerichtete Schaden läßt sich noch gar nicht übersehen. Ein deutscher Fischdampfer gerammt und gesunken. Der dänische Dampfer„Petrolea* von Aalborg nach Kopen- bogen unterwegs, stieß gestern im Kattegat mit einem Fischdampfer aus Geestemünde zusammen, der sofort sank. Vier Mann wurden gerettet, sieben ertranken, darunter der Kapitän und der Steuer- mann.„Petrolea" traf gestern abend mit den überlebenden Deutschen in Kodenhagen ein._ Eisenbahnzusammenftost. Wie aus Hannover gemeldet wird, ist Mittwoch früh 23/4 Ahr auf dem Bahnhof Stadloldendorf der D-Zug 33 infolge Ueberfahrens des Haltesignals mit einem in demselben Gleise ein- fahrenden Güterzug zusammengestoßen. Eine Schaffnerin i st tot, zwei Personen wurden schwer und zwanzig Personen leichter verletzt. Der Materialschaden ist er- hcblich. Die Züge erlitten drei Stunden Verspätung. Raubmord in Halle a. S. Am Dienstagmittag ist die sechzig- jährige Drechilermeinerfrau R i n ck l e b e n auf der Moltkestraßo von einem unbekannten Täter erstocben worden. Ein Huiidertmarkscheiii. den sie bei sich hatte, fehlte. Sie konnte vor ihrem Tode noch mit- teilen, daß der Mann ihr habe Fleisch verkaufen wollen. Der Mörder hatte es verstanden, die Frau in die teilweise noch un- bebaute Gegend zu locken. Er hatte sich, wie festgestellt werden konnte, als Schlosser Konrad aus Teicha ausgegeben. Verunglückte Touristen. Der neunzehnjährige Julius Brunner und die neunzehnjährige Mitzi Welser, beide aus Wie», sind von einer am Sonnabend unternommenen Partie auf die Rax nicht zurückgekehrt. Man befürchtet, daß sie ums Leben gekommen sind. — Vom Kaiserstein im S ch n e e b e r g g e b i e t ist am Sonntag LandeSrechnungSrat Fahrnbauer tödlich abgestürzt. Sriefkasten der Redaktion. W. B. 100. Ein schriftlich begründeter Antrag aus Auszahlung de� Sparguthabens ist unter Angabe der Sparkasse und der Nummer des Sparkassenbuches an die Gemeindebehörde, wenn die Frau in Berlin wohnt, an das Vormundschastsamt in Berlin, Landsberger Str. 48—47, zu richten.— K. K. 42. Sie haben auch noch Anspruch aus die Mietsunter. ftüyung. Die Beschwerde muß ebenialls an das Militärbureau gerichtet werden.— H. H. 37. 1. Nein. 2. Ja. 3. Er inußlc den Arbeiter gegen Stunden- oder Tagelohn beschästigcn.— E. K. 83 und 8. L.» Tegelort. Auch die Teuerungszulagen sind steuerpflichtig. Ueber einen Antrag im preuhischen Landiag, � das; diese Zuschläge nicht werden sollen, ist noch nicht entschiedeil.— W Felddienstfähigkeit entscheidet der Militärarzt. habei! noch Anspruch aus die Unterstützung Erheben Sie wegen Verweigerung derselben hureau des Magistrats Berlin, Klosterstr. 68.— als steuerpflichtig crächtel .. 30. Neber Ihre cvcni. — F. R. 4«. Sie bis zum Lt. Dczembci. Beschwerde beim Militär- Viele Tausend. Nein. ZvetterauSstcvren kür das iiiittiere Norddeutschland bis Donnerstag mittag. Zeitweise ausklarcnd, jedoch vorwiegend trübe und etwas neblig, mit tveiwerbreiieien, im Südosten vielfach starken, in den anderen Gegenden geringen Schneesällen. Temperaturen in der Nähe des Gcsrierpunktcs. flus aller Welt. Riesige Lebensmittelunterschleifc. Die Polizeibehörde in H a m b u r g verhafl.ete bis jetzt 18 Per- sonen, die derHehlerei und desDiebstahls von Waren, namenllich Kaffee, in ganz großem Umfange schuldig sind. Gelegentlich einer Haussuchung «ach gestohlenem Mehl wurden bei einem Kolonialwarenhändler in Dealscher KMiMmMnS. (Zahlstelle Berlin.) Am 8. Januar 1917 verstarb an Lungenentzündung unser lang- jähriges Mitglied, der Buchbinder tkinndi Barthel im 61. Lebensjahre. Ehre seinem Zlndenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 12. Januar, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle des Neuköllner FriedhoseS, Ma- riendorjer Weg. auS statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 25/7 Die Ortsverwaltung. DLiitol' Transportarbeiter-Verliani Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. datz unser Kollege, der Geschäfts- lutsch er Karl Reinke von der Firma Eschmann-Zuckert, Riitersrr. 111/113. am 8/d. M. im Alter von 60 Jahren ver- starben ist. Ehre keinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnersina. den ILJanuar.nach- mittags IS'/jUfjr, von der Leichenhalle des slaLtischen Fricdhoscs u FriedrichS>elde aus statt. Um lege Beteiligung wird er- sucht._ Nachruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Hausdiener Lr-nsi Kellwig am 5. d. M. im Alter von 46 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 71/1 Die Bezirksverwaltung. ientseber Bauarbeiter-feM. Zwclgverein Berlin. Bezirk SOdost. Am 7. Januar starb unser lang- jähriges Mitglied, der Putzer Ulbert psetsck. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 3>/. Uhr, auf d-m Zentral- Friedhof in FricdrichSseidc statt. Um rege Beteiligung ersucht 143/16 Die örtl. Berwaltung. Die Einäscherung unseres verstorbenen Mitgliedes Herrn Rugo Sorrer Tegel, Schlieperftr. 80 findet morgen Freitag, den 12. Januar, nachmittags 3 Uhr, m Krematorium Berlin, Gericht- straße 37, statt. 288/18 Ebre seinem Andenken l Treues Andenken zum 27. Geburtstage (am 11. Januar) meines inniggeliebten Manne?. unsere? lieben Schwiege-sohnes und Schwagers Robert Budewell Ins.-Regt. 99. gefallen am 19. März 1916. In schmerzlicher Erinnerung Deine Gattin Emma Bndewell geb. Wolff. Ruhe sonst in Feindesland. Treues Gedenken 'zu feinem 38. Geburtstage (11. Januar 1917). BIS Ohler dieses furchtbaren Weittrieges fiel am 22 September 1914 durch Kopsschutz unser lieber, unvergetzucher. einziger Sohn, der Gesueile Raul Dupke 2. Sanitäls-Komp., 5. Korps. Du warst unser Glück und Herzens- soirnenschew Und solltest im Alter unsre Stütze sein. Dem btühendcS, junges Leben, Für waS, mein Kind, hast Du e§ gegeben? Wer Dick) gekannt, weih, was wir varlorcu, Heimtückisch� hat Dich die Kugel tum Ziel erkoren. u auch noch so weit, Du bist doch stets an unserer Sest', In unserm Herzen spät und früh Bergessen werden wir Dich nie. In schmerzlicher Erinnerung Die de trübten Eitern Aoisepli Dnpke n. Fran. Bln.-W»lmirSdorf, 11. Januar 1917. Am Sonntag, nachmill 81/, Uhr, verschied vlötziich an Herzichlag mein lieber Mann, der Gastwirl Hugo Sorrer Tegel, Schlieperftr. 80. Um stilles Beileid wild gebeten. Wwe. Emilie Sorrer, Tegel, Schlieperftr. 80. Die Einäscherung der Leiwe findet am Freitag, den 12. d. M., im Krematorium, Gerichtstratze, um 2'/, Uhr statt. il36 Am Montag, den 8. Januar, starb nach turzer Krankheit an Lungenentzündung unser lieber Kollege 1733b Beluiidi Barthel im Alter von 60 Jahren. Sein ruhiges, freundliches Wesen und sein aufrichtiger und ehrlicher Charakter sichern ihm ein ehrendes Andenken Das Personal der Bacddinderei Wübben& Co. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 12. Januar, nachmittags 2 Uhr, aus dem Gemeinde- sriedhos, Mariendorfer Weg, statt. Gewidmet zum Geburtstage meines unvergeßlichen Bruders� Paul Paetseh geb. am 11. Januar 1890, gefallen am 9. April 1916. Ich kann Dir nichts mehr bieten, Mein liebes Brüderlein, Mit nichts mehr Dich erfreu'«. Nicht einen Kranz, ein Blümchen Auf Deinen Hügel streu'». Drunr schmücke ich Dein Bild mit treuer Hand und weine oft viel bitt're Tränen, da Du den Tod im Kriege sandist und nicht mehr wiederkehren kannst. Nur einmal möchl' ich bei Dir sein, Um auch Dein liebes Grab zu schmücken, Wie froh, wie glücklich aber würd' ich sein, Könnt' ich die liebe Hand Dir heute drücken! Wo mag wohl Deine Ruhe- statte sein? In schmerzlicher, trauriger Erinnerung Deine Schwester I-ni»e. Am 8. Januar, froh 2 TUir entschlief sanft nach kurzem schwerem Leiden mein herzensguter Mann, mein Ueber Schwiegersohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Buchdrucker Karl Möhle im 58. Lebensjahre. , Mariendorfer Str. 16. Martha möhle, geb. Lange, Witwe. Familie möhle, Mariendorf. Familie I-ange, Tempelhof-Berlin. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 11. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heilig-Kreuz- Kirchhofes, Mariendorf, Eisenacher Str., ans statt. fl725b Statt jeder besonderen Anzeige! Am Dienstag, den 9, Januar, nachmittags 3 Uhr, ent- 1 schlief nach langem, schwerem Leiden, unser lieber guter Sohn. Bruder, Nefle und Cousin, der Schlosser Artur Hellriegel | im blühenden Alter von 21 Jahren. Um stille-Teilnahme bitten Die untröstlichen Eltern und Geschwister Robert Hellrlegel und Frau nebst Tochter Erna und Sohn Erich, zurzeit im Felde. Berlin-Lichtenberg' Landsberger Chaussee 1. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 12. Janaar, mittags IB/z Uhr, von der Halle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus statt___ 1732b In unserer Mitte wird fehlen Dein edles Herz,' treu und Fein. - In' unseren Herzen.sollfit Du leben Und ewig unvergessen sein. Wer viel verloren, leidet unermessen; Für tiefes Leid gibt's kein Vergessen. Hierdurch sagen wir allen.Verwandten, Bekanntcn, Freunden, der Firma Sprich u. Graetz, dem Bctriebsoerein, den Meistern nnd dem Personal der Abteilungcn'18— ida(Stanzerei), ihren Kolleginnen, den Schreiberinncn unseren wärmsten Dank für die so überaus große Anteilnahme und die zahlreichen wunderbaren Kranzspenden beim Heimgang unserer geliebten Tochter und Schwester Frieda Mefthner Auch danken wir Herrn Dr. Schütte für seine trostreichen Worte am Sarge, dem Grachschen Männerchor und dem Kietzlichschen Ouar- tctt für die herrlichen Gesänge. 215/4 Karl Methner, zurzeit Augenklinik, Paul Methner« zurzeit im Felde, Max Methner. Am Dienstag, den 9. Januar. mittags 12 Uhr, wurde meine liebe Gattin, Mutter, Schwester und Schwägerin, Frau Maiprele Hamacher geb. Putzki, im fast vollendeten 43. Lebens» jähre, nach sünsmonatigcm Krankenlager, von ihren"mit grotzer Geduld er lragenci, schweren Leiden durch den Tod erlöst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen zeigt dies an Fetei' Haniaclier. Berlin- Lichtenberg. Gabriel- Max-stratze 5. Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 12. Januar, nach- mittags 3>/z Uhr, von der Leichen- halle dcS FriedhoseS der Freireli- giösen Gemeinde, Pappel- Allee, aus statt. 1734b Trauermagozin Größte.-luswahl. BUligste Preise. L Uoiirenitrel« 37a (Kolonnadem II. Or. frankfurter Str. 115 (nahe Andreasstr.) Auswahisendungen sofort ! Amt"Zentrum 7890. Sonntag 12—2 Uhr geöffnet Spezialarzt Dr. med. Colemann f.Geschlechtskrankh., Haut-, Harn-, Frauenleid., nerv. Schwäche, Beinkranke, Ehrllch-Hata-Kuren (Dauer 12 Tage). Behandlung schnell, sicher u. sohmorzlos oh.Berufsstör.i. Dr.Homeyer dt Co. konzoss. Laboratorium f. Blutuntersuchungen, Fäden 'fsrfrietlriEtistBlÄ�- Spr. 10—1 u. 5— 8, Sonnt. 10— 1. Honorar mäßig, auch Teilzahl. - Separates Damenzimmer.—— 259/14 Aerztlich geleitete Heilanstalt für naturgemätzc Heilweise i Licht- il. Elektto-Therapic. Homöopathie, Pflanzen- sowie Sauerstoff-Heil- versahren. Eisolgreiche, sachgcmätze Behandlung snscher u. veraltclcr Krankheiten jeder Art! 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Glauben Sie trotzdein einen zu wisien. so schreiben Sie ihn unserem Chef, er ist Ihnen aufrichtig dankbar dajür, weil jede Kritik zur Vervollkommnung anregt■ Sind'3 die Augen, Qth' zu Ruhnke i Wilmersdorf t Berliner Skr. 132-3 a.b. Uhland-Str. Friedenau: «hew-Str. 18, ut lurch-tn. (tgtnfiter der»alser-SIch«. Optiker Ruhnke NJVY/ Sriedrich-Str. 130, ***•• EU» Dae»th«»a-Ste, � Chanffee-Str. 72. Am Ulexander-platz neben«lschinger. c. Spiitetmarft, tat Wtt-Sk. C/~) Otonl«n-Stt. 44, •Jv» nah» vranien-PI W.".'ÄfS'-ia Ha», £lnf-5ft. 1, Frtedrich-Str. ISO, • fi Xanben-Clt Jaoalidra-Sfr. 164. fit Brunnen-Str. bS• V Charlottenburg: Tsnenhien-Str 15. Sit Marburger®ti Zoachimslhaler Str. 2. am Bahnhos Zoo. Arbeiten Noiiz-Kalender MU dem Poreril dt«»er. stordenrnSenogenTSlck« »eschmüN», reiht sich»er dteeiSH«.«ölender seine» DorgSngcrn würdig an. Der vielseitige Inhal« Ist seldgverstiindllch den Beditefnigen der Ar. deiter und der Krieg«, eU angepaßt. 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Z.)(Nachdruck verboten) 1ZS!53 Z2S 47 92 ES« 669 747 108] 360 69« 636 2080 92» 27 3136 336 799 933 4252 436 673 8 003 41 164 98 220 6160 307 920(100) 44 66 65 7026 91 691 949 8 061 144 6U 704 7£4 5 9 018 184 241 375 10179 266 303 46 674 811 11342 413 37 571 713 995 12401 602 939 1 8309 17 76 386 604 1 4062 333 74 622 606 15079 101 206 681 626 877 89 991 16030 119 390 629 1100) » 0 29 966 1 7000 28(100) 48 0 60 663 794 905 1 8104 402 f.,8 72 716 819 82 961 19133 63 261 419 63 830 703(100) 33 66 30468 667 736 647 21421 700 9 2046 107 42 62 S3 364 044 711 819 28 998 2 3014 116 211 470( 200) 674 3(9 938 43 89 2 4173 402 613 68 786 646 2 5 209 434 91 815 7 8 2 6257 398 409 934 42 62(300) 2 7328 402 653 866 977 2 8266 62 319 468 628 32 901 38 2 9040 237 413 42 594 991 80311 43 TOS 81280 86 361 99 642 725 70 8 9119(300) 243 749 89 006 993 8 8038 130 225 76 304 536 40 79 89 34044 126 660 918 85360 422 79 662»0266 662 37225 498 86016 223 667 737 916(100) 89108 96(100) 338 456 998 40368 417 k«6 91t 47119 211 498 682(300) 839 4 9115 58 401 13 605 837 9 3 4 8003 89 143 91 305 737 811 957 4 4299 609 634 827 64 S°2 4 5 017 213 342 92 4SI 802 72 998 48334 817 87 935 97 470-2 46 334 302 48330 49221 423 633 083 763 929 66 5 0061(200) 64 122 349 602 3 697 808(100) 51306 619 785 6 2 001 230 491 806 5 3 036(100) 140 62 248 537 48 864 5 4330 421 576 891 5 6 353 432 743 913 5 0465 647 623 75 724 8 7 016 283 316 22 91 400 42 67 75 738 68 937 501-S 634 798 819 38 78 5 9 671 80574«44 77 914 30 66 61222 314 491 640 TO 82001 3(4 60 7(2 871 63056 137 286 566 872 944 7 4 6 4475 618 •61 7/ 6 5 020 361 602 61 773 6 6037 105 57 77 255 034 8!3 973 6 7 471 603 23 79 759(100) 68067 93 104 84 301(100) 13 449 640 846 87 93 6 9051 478 034 730 60 976 70199(100) 486 93 600 1100) 752 71178 228 315 63 831 7 2 362 414 648 736 7 3 030 161343 66 61 400 84 313 782 866 966 52 7 4376 600 66S 7(8 75387 91 788 760)6 372 482 922 40 7 7 301 904 54 7 6)99 469 678 647 62 916 7 6062 201 61« 6 G 22 34 114 47 76 278 096 789 831«1066 249 352 6Z2 835 0 2341 481 64 501 821 S'Oe? 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