c 5 Pfennig) My�UtltAKltUKglt�e C 5 Pfennig) Ur. 14. Bbonncmen«'Bedingungen; (TBoiTncairrttä- Preis Sränumeranija: Pisrteliährl. S.90 Mk, mrmafl. 1,30 SRT, wöchentüch SO Pjg, frei WS HaiiS. Einzelne Nummer S Pfg, Sonntag?» niunmer mit Mustrlcrter Sonntag?» LcUage.Die Neue Welt'>0 Pfg. Poft- Abonnement: 1,30 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post-ZeitungZ- Brelslisle. Unter Kreuzband?ür Teutschland und Oesterreich. Ungarn LchO Marl, für das übrige UuSland s Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an Belgien, DcinematL Holland. Italien. Luremburg, Ponugal, llltunänien. Schweden und die Schweiz. tridirtlit tigll«. 34. Jahrg. Die InlertionS' Gebühr •(trägt für die fechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 60 Pfg. für Vollttlche und gewerlichaftliche LereinS- und BerlammInungS-Anjeigcn Lv Pfg. „nieine Snreizen", das feitgedruitie Wort 20 Pfg. lzulässig 2 settgedruilie Sortej, ledes wittere Wort 10 Pfg. klcllengefuche und Schlgfstellena!,- tsiaen das ers!« Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 10 Tuch- finden zählen für zwei Worte. Nnscrate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expeditton abgegeben werden. Die Erpedition ifl bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Kdresse: „SozIaliKinoknt Btrll«**. Zcntralorgan der rozialdemokratifchcti parte» Deutfchlands. Redaktion: SA). HS, Linöenstraße?. Kerusprechrr: Amt Moritsplatz. Nr.»Sl SV— lS»S7. Montag, den IS. Januar 1Sl7. Expedition: EW. HS, tindenstraße Z. Kernsprecher: Amt Moritzpiatz. Str.».?» S0— 151 V7 Qadenl im Vormarsch auf Galatz genommen. Deutsche Vorstöße an der Goldenen Bistriz— Fortschritt südlich der Qitoz- Straße— Russischer Vorstoß nordwestlich Braila und feindlicher Angriff zwischen Vardar und Doiran-See erfolglos. Amtlich. Großes Hauptquartier, dcn 14. Januar 1917. Westlicher Krieasschauplay. Außer lebhafterem Artillerirfeuer IwtbctfeüS der 3omwt war an der ganzen Front bei Regen und Tchnce nur geringe Gefechtstätigkeft. Während der Rächt wurden an mehreren Stellen feindliche Patromllen-Borftiißr abgewiesen. Ocstlichcr Kriegsschauplatz. Frnnt des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Ladern. «eine Errigniffe von wesentlicher Bedeutung. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. In den Osttarvathrn drangen nördlich der Goldenen Bistriz deutsche Grenadiere an mehreren Stellen in die russische Stellung ein. fügten dem Feind schwere Bcrlustr zu und kehrten besrhls- gemäß mit Leute und Gefangenen in die eigene StcZuttg jt-rü«k. Südlich der Oitoz.Straße wurde ein. vom Feind besetzte Kuppe gestürmt, äst Gesangenc fiele» in die Hand des Angreifers. Heeresgruppe des G e n e r a lfeld m a rf ch a l l s von Ri a ck« n f e n. Ungünstige Witterungsverhältnisse schränkten die Gefechtstätigkeft ein. Ein russischer Borstoß am Sereflj nordwestlich Braila ist abgeschlagen. Mazedonische �ront. Zwischen Barbar und Doiran-See blieb ein feindlicher Au- griff gcgm unsere Stellungen südlich Swjokovo erfolglas. Ter Erst« Generalqnartiermeister. Ludendorfs. Menübericht. Amtlich. Berlin, 14. Januar, abends. West- und Ostfront keine besonderen Kamps- Handlungen. An der Bah» B r a i l a- G a l a tz ist der Ort Laden! genommen. « Die Bahn Braila-Galatz verläusi in stark nach Westen ans- buchtendem Bogen. Auf der wieder nach Osten gerichteten Strecke liegt, südlich vom untersten Sercth, der Bahnort B a d e n i. Westlich davon liegen La Burtea und Mihalea, die schon genommen fmd. ' der österreichische Sericht. westlicher Kriegsschauplatz. Wien, lt. Januar. Amtlich wird verlautbart: Westlich von B a d e n i schlüge»»snumst che Truppen einen russische» Borstoß znrück. Tonst in der rumänische» Ebene wegen schlechten Wetters keine besondere Äampftätigkeft. Südwestlich von Her« st ran»ahmen, gestern früh dir La- taillone des Generals Goldbach in überraschendem Angrift die Höfte,*01. Im Räume von �ölgdes en-iwreich- Jstnt" nefimnngen deutscher Abteilungen, die dem Feinde schwere Ber- lnste zufügten. Weiter nördlich nichts zu melden. Ruhr. Italienischer Kriegsschauplatz. Südöstlicher Kriegsschauplatz Am 11. Januar grisseu Teil« dreier französischer Regi- «enter die österreichisch-ungarischen Stellungen am Südcnde des Ochrida-SeeS von Osten her an. Ter französische Angriff wnrde abgeschlagen, woran auch östlich deS Sees angreffende öfter- reichisch-ungarische und bulgarische Abteilungen mitwirkte». Gestern früh gingen unsere Truppen zum Gegenangriff über und warfen den Feind über die Cerava zurück. Ter Stellvertreter de» Ehefs de? Generalstabes. v. H» r f e r, Feldmarschalleutnant. Der versuch zur Einberufung ües Internationalen öureaus. Haag, 11. Januar. In„Hei Volk" voni 10. Januar be- spricht Genosse Troelstra den imnmr unhaltbarer werbenden Zustand, der durch Verkehrshiniiernisse und die Weigerung der Entenkesozialisten— speziell der französischen Partei—, betreffs Abhaltung einer Vollsitzung des I. S. B. entstanden ist. Selbst über den Vorschlag der zurzeit mit der Exekutive betrauten niederländischen Delegation betr. Einsetzung einer Kommission zur Milderung der Kriegslciden ist infolge der gestörten Beziehungen noch keine Entscheidung getroffen. „Die französische Partei fürchtet offenbar, daß diese Kommission zu einer verkappten Zuiennmenarbeit auf politischem Gebiet zwischen den Parteien sübren könnte." Der Verfasser verweist aus das Zunehmen der Strömung in der französischen Partei, die far Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen ist und Mehrheit auf dem letzten Weihnachtskongresi nur noch winzige 130 Stim- mcn betvagen habe! daß diese Mehrheit zudem nur eine fiktive sei, daß die aus die besetzten Gebiete ent- fallenden(aber nicht vertretenen) Stimmen einfach als gegen die Wiederaufnahme der internationalen Bezie- Hungen in Rechnung gesetzt wurden. Ferner wird auf den Beschluß der französischen Gewerkschaften verwiesen, die sich für die Wiederherstellung der.gewerkschaftlichen Internationale ausgesprochen haben, und dann heißt es wörtlich: »Welches moralische Recht bat ein solches Votum der sranzä- fischen Partei, um in einer Zejt, wo selbst die Vertreter der Herr- schen-dcn Klasse die Initiative(zünHzFricden ergriffen, das Prole- tapiat als Friedensmacht zu lähmen? Darf durch die IM denk- würdigen Stimmen das Organ, das ungeachtet aller Schwierig- keiteü feine Beziehungen zu allen Parteien aufrecht zu erhalten wußte, zu einem toten Pferd am Baum erniedrigt und von jeder wftcklicken Aktion abgehalten werden? Diese Fragen waren in einer Vorstandssitzung der S. D. A. P. und des niederländischen Exekutivkomitees des I. S. B. Gegen- stand ernster Beratung. Das Resultat war, daß das Komitee sich jetzt in aller Form an seinen Vorsitzenden Vandervelde und an die englischen und französischen Parteien gewendet hat, um l. eine Vollsitzung des Komitees(belgische und holländische Mitglieder). abzuhalten; 2. für die Anwesenheit von Vertretern der französischen und englischen Parteien Sorge zu tragen. Auf die Tagesordnung der Versammlung stellte die holländische Delegation die Einberufung einer Vollsitzung des Bureaus, wofür die Parteien der Mittelmächte sich seit langem eqklärt haben. Die holländische Delegation hat es als im Interesse der Sache liegend erachtet, unseren Parteigenossen B r a n t i n g, den Freund der französischen Partei, zu der geplanten Zusammen- kunst miteinzuladen und es sollen Schritte getan werden, um den belgischen Mitgliedern(Anseele und Bertrand) die Reise nach dem Haag zu ermöglichen.... Und in solch einer Zeit sollt« die Fnternatinoale sich durch ISO Stimmen auf dem Papier zum Schweigen und Nichtstun verdammen lassen? Mit Spannung warten wir das Resultat dieses äußersten Versuchs unserer niederländischen Partei- genoffen ab." Die letzte Phase öes Weltkriegs. Die gefährlichste Phase für die Nentrale». Bern, 13. Januar. Im„Bund" kommt der namhafte Kriogskritiker Stejjemann in der heutigen Betrachtung der allgemeinen Kriegslage zu nachstehendem Schluß: Die allgemeine Kriegsloge wird heute von dcn Militär- politischen Gesichtspunkten beherrscht, die durch die Bekannt- gäbe der Kriegszielo der Entente und mehr oder weniger un- bestimmte Umschreibung der Kricgsziele der Zentralmächtc bestimmt worden sind. Sie entzieht sich daher fortan der absoluten militärischen Betrachtungsweise. Dadurch wird ein Element der Unsicherheit wirksam, das die letzte Phase des europäischen Krieges für die kriegführenden Parteien zur blutigsten, krampfhaftesten und gewaltigsten machen und besonders jenen Interessen- verband aktiv sehen wird, der die proklamierten territorialen Ziele noch erstreiten muß, und für die N e u t r o l e n zur ge- sährlichsten Phase, weil man nun von einem Dag auf den andern in wirtschaftlicher und militärischer Beziehung vor eine neue Lage gestellt werden kann. Unter dieien Umständen wird auch die vorn ozeanischen Toben des Weltkrieges um brandete S ch w e i z nicht umhin können, sich ihrer insularen Lage entsprechend vor- zusehen, ihre Lebenshaltung den bittersten Verhältnissen an- zupasscn und ihre militärische Bereitschaft und politische Un- abbängigkeit unter vollkommener Wahrung ihrer Neutralität nach allen Seiten tunlichst sicherzustellen. Kriegführung unö Demokratie. Seit der Ablehnung des deutschen Friedensangebots durch die ölegner wird ein gclvisscr Teil der Presse wieder mit Resolutionen überschwemmt, in denen die deutsche Kriegführung mit mancherlei, mitunter in recht katc- gorische Formen gekleideten Ratschlägen verschen wird. Es ist beachtenswert, daß dieser Resolntionssturm gerade von einer Seite ausgeht, die sich sonst in ollen innern Reichs- angelcgenheitcn als die berufene Vorkämpferin gegen die „überhandnehmende Demokratisierung des Staats- lebens" zu empfehlen pflegt. Hier waltet ein tragikomisches Mißv?rständni§. Die berufenen Bekämpfer der Demokratie verfahren in diesem lebenswichtigen Punkte„demokratischer" als die Deniokraten selbst.- Demokratischer Grundsatz ist, daß die Führung des Staates dem Willen des Volkes entspringen und nur so lange im Amte bleiben soll, als sie sich das Vertrauen des Volkes zu erhalten weiß. Ein solches Vertrauensverhältnis wäre ohne Sinn, wenn es nicht mit getvissen Vollmachten verknüpft wäre. Wenn das Volk letzte Instanz sein soll, so ist damit nickt gesagt, daß es in allen Dingen die erste ist und daß .. tei.�llei Mmialunen de. Staat-leituna netro'um werden durften, bevor das Volt ihnen zngöfttnunt bat. Es ist am ivenigsten damit gesagt, daß die Maßnahmen der Kr i e g- s ü h r u n g von den Abstimmungen abhängig gemacht werden sollen, die in verschiedenen wohlmeinenden, sich selbst als „vaterländisch" bezeichnenden Vereinen stattfinden. Dieselben Herren, die in /hrer Presse und in ihren Ver- sammlungen der Kriegsleitung Direktiven für ihr ferneres Verhalten erteilen, pflegen ihren Widerstand gegen die Demokratisierung des �taatslvcscns auf den soatz zu grün- den, daß ein Staat nur auf d e n Grundlagen gedeihen könne, auf denen er groß geworden fei. Was wohl der alte Fritz gesogi haben würde, wenn ihm ein„vaterländischer Verein" aus Dingsda eine Resolution geschickt hätte, in der ihm vorgeschrieben worden wäre, wie der Siebenjährige Krieg zu führen sei?! �.. Noch im Preußen nach Jena war, in Kriegs- wie in Friedenszeiten, jede Vercinstätigkeit verboten. Auch die patriotische Absicht, die regieruiigsfreimdliche Gesinnung schützte nickt vor schweren Freiheitsstrafen. Wäre es richtig. daß ein Staat nur auf den Grundlagen gedeihen kann, auf denen er groß geworden ist. so würden alle Zeitungsschreiber und alle Vereinsredner, für die das deutsche Alphabet nicksi mit A, sondern mit U ansängt,.längst im Zuchthaus sitzen und bei Rumfutsch und blauem Heinrich darüber nachdenken können.>oas es heißt, dem König von Preußen in seine Geschäfte dreinzureden. Als Demokraten stehen wir auf dem Standpunkt, daß keinerlei Meinungsäußerung unterbunden und mit Strafe belegt werden soll. Aber Ivir meinen auch, daß ein Volk, je freier es ist. desto klarer die Grenzen erkennen soll, die zwischen bloßem Dafürhalten und fachmännischer Erwägung verantlvortlicher Stellen gezogen sind. Wer einer Versammlung zuinutet, sie könne entsckfeiden. wie sich die deutschen U-Boote in Sicht feindlicher oder neutraler Handelsdampfer zu ver- halten hätten, der macht nur sich selbst und die Versammliuig zum Gespött. Denn zur Entscheidung dieser Frage sind Kenntnisse notwendig, die sich heute der Lessentlichkeit entziehen und die weder der Redner noch die von ihm ange- sprochene Versammlung besitzen. Eine Versammlung, die solche Entschlüsse fassen will, mag sich, wenn sie sich dazu für befugt hält, erst die diplomatischen Berichte aus dem Ausland und die Akten des Reichsmarineamts vorlegen lassen. Sie mag dafür sorgen, daß die Frage in allen militärischen, tech- nischen und politischen Einzelheiten öffentlich diskutiert werden kann! Fehlen(wer die notweichigen Unterlagen. so bleibt jede noch so feierliche und stürmisch beklatschte „Beschlußfassung" eine kindische Spielerei. Solche Bocksprünge sind aber auch nur deshalb möglich, weil wir kein geordnetes demokratisches Staatswesen be- sitzen. Während wir auf der einen Seite zu wlssiig Demokratie habe», produzieren wir aus der anderen Seite zuviel von ihr, wobei freilich dann nichts anderes als eine lächerliche Fratze und Karikatur von Demokratie herauskommt. Und die Anbeter dieser absonderlichen Seite von Deniokmtie sind sich gar nicht des grotesken Widerspruchs bewußt, in den sie sich verwickeln, indem sie die„Grundlagen des Staates gegen die überhandnehmende Demokratisierung" verteidige» und zugleich von Wirtshaus zu Wirtshaus ziehen, um ihre Ver- einsgenossen von der Notwendigkeit bestimmter militärischer Maßregeln zu überzeugen. Holst uns zu einer w irklich enVolksresjierung und übertragt ihr die schwere Entscheidung, wie dieser Krieg am best« ttttK am rasHestsn zu einsin gebeihltckssu Tube zu fuhren fef— ober aber, respektiert die„Grundlagen", die ibr angeblich verteidigen wollt, und gebraucht euer Schreib- wie Redewerkzeug mit einiger Vorsicht! Und glaubt nicht, ein Unfug höre auf, ein Unfug zu sein, wenn er sich einen Gummi ftenipet mit den Buchstaben„vaterländisch" kaust. Der Weg zur Rettung geht über die Ordnung wirklicher Demokratie uird nicht über den Wirrwarr„vatcrländi- icher" Vereinsmeierei! Die Ententenote unö Amerika. Der„Kölnischen Zeitung" wird aus Washington vom Freitag telegraphiert: Die Antwortnote des Verbandes findet geteilte Aufnahme. Der allgemeine Eindruck geht dahin, daß üg eine glatte Weigerung darstellt und keine Hoffnung auf frieden im jetzigen Augenblick läßt. Der Krieg müsse aus- gefochten werden. Die größte Uebsrraschung erregte der ichraffe Ton der Note zusammen mit der Forderung, daß die Türkei aus Europa vertrieben und Elfaß-Lothringen zurück- gegeben werde. Ein hoher Beamter äußerte die Meinung, die Zilsaiznotc— also die belgische Note— sei ein effektvolles Bühnenschaustück. Die amerikanische Presse, die es mit der Entente hält, findet natürlich, daß die Note gerade das Richtige ist. Mit einem der Blätter dieses Schlages rechnet der„Nieuwe Rotter- damfche Courant" ab. Er schreibt: Es mutet höchst sonderbar an, wenn die„New Jork Times" es von vornherein für eine „Unverschämtheit" erklärt, wenn die Mittelmächte die Be- dingungen der Alliierten nicht als billige Bedingungen be- trachten sollten. Dasselbe Blatt sagt, daß die E n t s ch u l d i- gung Deutschlands, daß es um seine Eristenz kämpfe, jetzt ganz grundlos geworden sei, denn die Alliierten hätten erklärt, daß sie die deutschen Völker (german pfoples) nicht ausrotten würden. Der„Nieutve Rotterdamschc Courant" fährt fort: Diese Erklärung folgt auf die Forderungen, in denen die Eostrennung einiger deutschen Provinzen und die Aufteilung Ocsterreich-llngarns und der Türkei verlangt wird. Es ist gut, das noch einmal festzustellen, denn es könnte sonst in Ver- gessenheit geraten. Es gibt übrigens auch verschiedene eng- lifche Blätter, die allen Ernstes zu glauben scheinen, daß die Bedingungen der Alliierten die Tafi r e für B e r han d l ü n g e n nicht schließen und daß jetzt an Deutschland die Reihe sei, zu sagen, ob der Friede noch möglich sei. Das kann nichts anderes bedeuten, als daß es den Miitel- inächten noch immer frei gestellt ist, sich für vollständig besiegt zu erklären, denn das würden sie tun, wenn sie die Bedin- gungen der Alliierten annähmen. Eins dieser Blätter ist die„Evening Post", �ie will sogar von wohlunterrichteter Seite erfahren haben, daß. man in maßgebenden Kreisen der Ansicht sei, die Antwortnote der Entente an Wilson verschließe noch nicht den Weg zu weiterer Friedensmöglichkeit. Der Präsident werde die Note offiziell Deutschland mitteilen und erwarte von Berlin daraufhin weitere Vorschläge. Die Rechnung, daß die Ententenote dem Frieden nicht die Luft abschnüre, wird auch in einigen italienischen Blättern aufgemacht. Aber diese Rechnung wird nicht stimmen, wenn sie, was wahrscheinlich ist, darauf ausgehen sollte, die Fric- densweigerüng der Ententestaaten nun auf Deutschland abzu- wälzen. Es ist zu klar: man hat den Ton der Note so gewählt. daß er Deutschland hindern soll, auf dem am 12. Dezember betretenen Wege jetzt seinen Friedenswillen weiterbin zu betätigen., * „Kampf auf Leben und Tod." Amsterdam, 13. Januar. Dir sozialdrmokraüsche Zeitung „Het Volk" schreibt: Das in der Rote der Entente aufgestellte Programm zerstört die Aussicht auf einen baldigen Frieden. Es macht dadurch, daß es daS NationalitStcnprinzip bis zur Absurdität durchfuhren will, den Eindruck der Unausführbarkeit. Wer in aller Welt wollte es wagen, eine Teilung der östcrrcichisch-ungarischcn Monarchie in selbständige Nationen vorzunehmen? Wie kann man einen Tschechen- oder Slawenstaat gründen, ohne dabei von neuem nationale Minoritäteu zu unterdrücken? Diese? Programm schmiedet die Mittelmächte zu einem Kampf auf Leben und Tod aneinander, es bindet sie fester anein- ander als irgend etwas anderes es vermocht hätte. Dazu kommt, daß zwischen der Ausführung dieses Programms und der Lage auf den Schlachtfeldern ein so unermeßlich großer Abstand liegt. Dir Jriedensbedinguugen der Entente können nicht verwirklicht werden, solange sie nicht an allen Fronten im Westen und Osten, in Europa und Asien gesiegt hat. In der neutralen Welt würde die Kraft England« nicht gering gcfchädt, aber daß es, durch die U-Boot- Frage in seiner militärischen Entfaltung gehindert, über so uner- schöpfliche Mittel verfügen sollte, daß es den Sieg an allen Fronten aanz oder teilweise anf seine Rechnung nehmen könnte, wird wohl überall bezweifelt. l1/« Milliarden auf dem Meeresgrunde! In:„Prometheus" versucht der Feuerwerkshauptmann F. Engel eine Berechnung darüber aufzumachen, welche Werte - natürlich nur materieller Art— unsere Gegner bisher im Deekrieg verloren haben. Selbstverständlich kann die Be- rcchnung nur eine schätzungsweise sein, da es sehr schwer ist, die Baukosten für die einzelnen Schiffstypen in den ver- schiedenen Ländern festzustellen, zumal diese Kosten sich im Laufe der Jahre stark verändert haben. So stieg in England der Bauwert der Linienschiffe von 19l)1— 1918/14 von 1400 uns 2880 M. pro Tonne, woraus sich ein Durchschnittswert für die jetzt noch seetüchtigen Schiffe dieser Klasse von 1730 M. pro Tonne ergeben würden. Auch die tatsächlichen Verluste sind natürlich noch nicht genau bekannt, werden es vielleicht »ie werden. Folgende Tabelle ist also mit einiger Vorsicht aufzunehmen. 1.58 Milliarden Mark, der in Form von Schiffen', Maschinen/ Kanonen usw. auf dem Meeresgrunde ruht. Dazu kommt die Ladung der Schiffe an Kohlen. Oel, Munition, Proviant, die auf etwa eine Viertel Milliarde zu veranschlagen ist, so daß sich insgesamt der Betrag von l5*/« Milliarden Mark ergeben dürste, den unsere Gegner bisher im Seekrieg eingebüßt haben. Gemessen an den sonstigen ungeheuren Verlusten, die dieser Krieg gebracht' hat, erscheint die genannte Summe sogar noch ziemlich gering, wenn auch die hier für alle Zeiten versenkten und verlorenen Werte uns besonders eindringlich das sinn- lose Vernichtungshandwerk des Krieges vor Augen führen. Das Saloniki-Unternehmen. Nach einer Berner Meldung der„Frankfurter Zeitung" will die schweizerische Telegrapheninformation aus Paris von diplomatischer Seite erfahren haben, das Salonikiunternehmen solle keines- Wegs aufgegeben, sondern im Gegenteil eher forciert werden. Ter Behauptung gewisser Blätter, daß die Armee Sar- rails auf 800 000 Mann erhöht werden solle, hält das„Journal de Genäve" seine, wie es sagt, sehr genauen Auskünfte aus Saloniki entgegen, wonach die gegenwärtig von Sarrail befehligten Bestände immer noch sehr viel niedriger sind, als bisher angegeben wurde. Selbst, wenn Sarrail über 300 000 Mann verfüge, stelle dies nur 150 000 Kämpfer dar. Die Schwierigkeiten im BersorgungS- und Verkehrswesen seien sehr groß. 7000 Verpflegungsautos seien auf den für Büffel- und Maultierwagen bestimmten Wegen für eine Armee von 60 000 Mann erforderlich. Die Malaria habe die Auf- gäbe Sarrails außerordentlich erschwert. Der türkische Kriegsbericht. Der vernichtete englische Kreuzer„Seaplane".— Die Borgänge. bei Kut es Amarrn— Die Einnahme von Mihalea.— Der englische Erfolg von Schat-El-Havs dementiert. Konstontinopek, 12. Januar. Amtlicher Bericht vom 12. Januar. Wie festgestellt wurde, ist der englische Kreuzer, dessen Zerstörung gestern gemeldet wurde, der Kreuzer„Seaplane" und das schwerbeschädigte Wachtschiff ein feindliches Kanonenboot, wahrscheinlich ein italienisches. Eine unserer Patrouillen von den Truppen, die in der Donauarmee kämpfen, machte einen Ueberfall auf einen feind- lichcn Posten und brachte 21 Gefangene zurück. Eine Erkundigungs- Patrouille, die zu den Truppen an der mazedonischen Front ge- bort, schlug am 9. Januar südwestlich von Serres eine englische Erkundigungspatrouillc zurück. Die Engländer flohen und ließen 12 Tote auf dem Platz. In derselben Gegend zerstörte eine andere unserer Patrouillen einen großen Teil des Drahtverhaues der Engländer. Von den anderen Fronten ist kein beinerkenswettes Ereignis zu melden. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. Konstantinopel, 13. Januar. Amtlicher Bericht vom 13- Januar. An der T i g r i S f r o n t griff neuerlich ein« feindliche Brigade am 11. Januar einen Teil unserer Stellungen östlich von Sütel A m a r a an. Wir wiesen diesen Angriff mit beträchtlichen Ver- lüften für den Feind zurück und drangen nach einem Gegenangriff in die feindliche Stellung. Wir machten Gefangene und erbeuteten A automatische Gewehre. Nach weiteren Mitteilungen haben wir iii dem Kampfe am 9. Januar dem Feinde 6 automatische Gewehre und eine Menge Waffen und Kriegsgerät abgenommen. An der K a u k a s u s f r o n t versuchte eine russische Abteilung. etwas mehr als eine Kompagnie, einen Ueberfall, den unsere Truppen zurückschlugen. Eine unserer Divisionen in Rumänien hat am 12. Januar um Mitlag Mihalea angegriffen. Sie machte 400 Gefangene und erbeutete mehrere Maschinengewehre. Eine große Zahl rufst- scher Soldaten ertrank auf der Flucht im S e r« t h. Sonst lein Ereignis von Bedeutung. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. Konstantinopel, 13. Januar. Amtlich. Die Engländer melden in ihrem Bericht vom 18. Dezember, sie hätten sich in S ch a t- E l- H a y s eingerichtet, und in dem vom 26. Dezember erklären sie, sie hätten einige arabische Forts und Lager zerstört. Vieh erbeutet und unsere Schiffe in den Gewässern vor B a g i l e sowie eine Brücke über den Kut H a y beschossen. Wir dementieren diese Behauptung, die nur erfundene Tatsachen darstellen, kategorisch. Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. Der englische tzanüel unö der Krieg. Der„Statist" zeigt in einer Bergleichung oer englischen Han- delSbewegung in den ersten 9 Monaten von 1916 mit der in den entsprechenden Monaten des letzten FriedenSjahres(1913), daß der Ueberfchuß der Einfuhr über die Ausfuhr im Berkebr mit der übergroßen Mehrzahl der fremden Staaten stark zugenommen hat. Obenan steht der Verkehr mit den Vereinigten Staaten. Der betreffende Ueberfchuß betrug 1913 in der bezeichneten Periode 50,07 Millionen Pfund Sterling(1001,4 Millionen Mark), 1916 160,60 Millionen Pfund Sterling(2332 Millionen M.). Ter Ueberfchuß der Einfuhr aus Kanada und Neufundland stieg von 0,83 auf 47,45 Millionen Pfund Sterling. Im Verkehr mit Britisch-Jndien und Ceylon machte eine Mehr aus- fuhr von 16,51 Millionen Pfund Sterling einer Mehr e i n fuhr von 17,56 Millionen Pfund Sterling Platz, im Handel mit Japan Wurde die Mehr aus fuhr von 8,90 Millionen Pfund Sterling er- fetzt durch eine Mehr einfuhr von 2,67 Millionen Pfund Ster- ling. im Verkehr mit Java die Mehrausfuhr von 3,04 Millionen Pfund Sterling durch eine Mehreinfuhr von 1,06 Millionen Pfund Sterling.(Hauptsächlich Zuckerankäufe.) Ein anderes Bild geben nur die Ziffern der britischen Han- delsbewegung mit Rußland und Frankreich sowie mit Dänemark und Niederland, abgesehen natürlich vom ein- gestellten Verkehr mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Die Mehr e i n fuhr aus Rußland von 8,41 Millionen wich einer Mehr- ausfuhr von 11,09 Millionen, die Mehreinfuhr aus Frankreich von 5.15 Millionen einer Mehrausfuhr von 61,13 Millionen, die Mehreinfuhr auS Niederland von 2.02 Millionen einer MehrauS- fuhr von SM Millionen, die Mehreinfuhr aus Dänemark von 12,57 Millionen sank auf 5,38 Millionen Pfund Sterling.— Die Ausfuhr nach Brasilien und Japan fiel etwa um die Hälfte. Die nach China, Argentinien, Kanada und Australien ist gleichfalls gefallen. Kleine Kriegsnackrichten. Verlegung des Häsens turn Kinstantinnpel. Wie die Blätter melden, hat die zuständige Kommission des BautenministeriumS. welche mit der Prüfung dcr Frage der Verlegung des Konstantino- peler Hafens betraut war, den Bau von Hafenanlagen i n d e r Bucht zwischen K u n i! a p u und I e d i k u I e empfohlen. Eröffnung des polnischen Staatsrats. Warschau, 14. Januar. Bei der heute im Warschauer Königsschlosse erfolgten Eröffnung des Provisorischen Staats- rates im Königreich Polen bielt der Generalgouverneur. Ge- nerol der Infanterie von Befeler, eine Ansprache, in der er sagte: In dem heute erfolgenden Zusammentritt des Provisorischen Staatsrates im Königreich Polen vollzieht sich der erste entscheidende Schritt zur Verwirklichung der in der Kundgebung vom 3. November 1916 Ihrem Vaterlande gemachten Zusage. Sie sind berufen, im Verein mit den Regierungen der beiden Okkupationsgebiete die grundlegenden Arbeiten für die Neubildung des polnischen Staates in Angriff zu nehmen. Die Hoffnung, an diese Arbeit schon im Zeichen eines nahenden Friedens heranzutreten, ist zunichte geworden: unsere Feinde haben die von unseren Erlauchten Monarchen hochherzig! gebotene .Hand zum Frieden schroff zurückgestoßen und zwingen uns zur Fortführung eines Kampfes, den wir nunmehr mit unbeugsamer Entschlossenheit bis zum entscheidenden Siege durchzuführen willens sind. Und unser Sieg wird auch Ihr Sieg sein. Noch einer wetteren Rede des österreichischen Feldzeug- meisters Kuk sprach namens des Staatsrots dessen Mitglied Niemojowski, der den Dank der Versammlung aussprach und u. a. sagte: Die Bildung einer den eigenen Fahnen folgenden n a i i o- nalen, zum Kampfe im Dien st e des Vaterlandes bereiten Armee wird neben der Arbeit zur Organisierung des polnischen Staates unsere große Aufgabe sein. Wir find uns unserer historischen Mission bewußt, die die Ausdehnung unserer Grenzen auf die von russischer Herrschaft befreiten zu Polen gravitierenden Gebiete verlangt. politische Uebersicht. Teutschland und Amerika. Daß wir mit der Weltmacht jenseits der Atlantic im Frieden leben und daß die Beziehungen zu ihr. nach den Worten des Botschafters Gerard zurzeit besser sind als je seit' der Gründung des Deutschen Reichs, dos bedeutet ein Mi- vum in der Bilanz der deutschen Wettpolitik. und der Wunich ist im deutschen Volke sicher allgemein, daß wir uns dieses Akttvum auch erhalten mögen. Man kann sich denken, daß für die Beziehungen zwischen den beiden Staaten gefährlichere Zeilen kommen könnten, Zeiten einer Belafttmgsprobe, von der wir nicht wissen, wie sie bestanden werden würde. Aber geradezu irrsinnig mutet einen dos Treiben von Leuten an, die eine mögliche unerfrouliche E:rt Wickelung im voraus in ihren Willen aus- nehmen und so tun. als könnte uns im Grunde gar nichts besseres Papieren als ein Bruch auch mtt Amertto. Die Leute, die so reden und schreiben, weifen immer auf die Deutschland feindliche Haltung eines großen Teils der amerikanischen Presse hin. Aber ihr ganzes Tun ist im höch- sten Grade geeignet, das Treiben jener Presse zu e r l e i ch- t e r n. So hat, wie wir einem Bericht der„Deutschen Tages- zettung" entnehmen, der konservative Landtagsabgo ordnete Freiherr v. Maltzahn am Donnerstag der letzten Woche zu Stralsund im Wahlkreisausschuß der konservativen Partei für Vorpommern eine wilde Kriegsrede gegen Amerika von Stapel gelassen, in der er sagte: „Sollte Amerika wirklich in den Krieg eingreifen— meine Herren, dann wollen wir un? an das Wort des Alten Fritz halten:„Die Preußen fragen nicht, wieviel Feinde sind, sondern wo sie stehen." Wenn man in Deutt'chland selbst so tut, als ob Amerika in einem gewissen Eventualfall in /den Krieg eingreifen müßte, und sich über dieses Eingreisen mtt einigen groß- sprecherischen Redensarten hinlvegsetzt. dann setzt man die- jenigen Strömungen in Amerika matt, die auch für diesen Eventualfall den Frieden mit Deutschland ausrechterhalien wollen. Man wird ihnen antworten:„Die Deutschen sagen ja s e l b st usw." Ist denn den Herren Maitzahn und Genossen nie der Gedanke gekommen, daß sie das Volk für ihr unbedachtes Vorgehen zur Verantwortung ziehen könnte? Alldeutsche und Auswärtiges Amt. Das„Berliner Tageblatt" hatte kürzlich einige Auslands- stimmen zum besten gegeben, um zu zeigen, wie das Vorgehen dieser kleinen aber rührigen Gruppe im Ausland schade. Dazu bemerken nun die„Alldeutschen Blätter": Daß eine Sammlung derartiger gegen uns gerichteter Aus- landsstimmen im Werke war. ist uns zwar nichts Neues, doch war uns bisher nur bekannt, daß ein« solche Blütenlese im Auftrage des Auswärtigen Am t�es von eigens dafür mit deutschen Steuergeldern bezahlten Hilfsarbeitern vorge- nommen wurde. Do werden einmal„deutsche Steuergelder" zu einer recht nütz- lichen Aufklärungsarbeit verwendet, deren Veröffentlichung dringend zu wünschen- Bekanntgabe der �riedensbedinguugen? Mit Jnteresie erwartet man das Uriell der sozialdemokrati- schen Minderheitspresse über den letzten Notenwechsel. Sie hat bisher— ähnlich den französischen Sozialisten— verlangt, daß die Mittelmächte ihr Friedensprogramm vor Feststellung der Ber- handlungsbereitschast aus beiden Seiten veröffentlichen möge. Die französischen Sozialisten sind mit diesem Wunsch bös hereingefallen, die Veröffentlichung ist erfolgt und nun haben sie die Bescherung: Glatt zugestandene Absicht des Eroberungskriegs! Keine Bereit- schaft zu Verhandlungen'! Nun, nach der feindlichen Ablshnungsnote schreibt die Erfurter „Tribüne": Die beiden neuesten Roten fordern zu Vergleichen heraus. ES muß zugegeben werden, daß sich die des Bierverbandes wesentlich von der des ZehnverbandeS an Wilson zu ihren Gunsten abhebl. Der Ton ist vornehm und bestimmt und auch die Gegner werden zugestehen müssen, daß sie viel B e- stechendes hat, obwohl ste an dem Standpunkt festhält, daß die FriedenSbcdingungen erst bei den Verhandlungen den Be- teiligten direkt mitzuteilen seien Die sehr überhebliche Note des ZehnverbandeS an Wilson ist heute wohl in elwaS aus- führlicherem Inhalt bekannt, aber sie wirkt auch mit mebr Worten nicht sympathischer als der gestern von unS veröffent- lichte Auszug. Das Hallesche„VolkSblatt" bemüht sich, sich in der Taktik der Gegner zurechtzufinden, indem es schreibt: Sei Ä« eegeÄfetfig-en F rteiex�ß sSl xgu h aot jcr» man nie die Tatsache vergessen, daß die Zehnverbandsmöchte aus den europäischen Kriegsschauplätzen überall die Unterlegenen, die Zurückgedrängten, also diejenigen sind, die Land und Landes- teile verloren haben. Die siegenden Eroberer hingegen, die ganze Staaten, Königreiche und gewaltige Länderteile in ihre Gewalt brachten, das sind die Mittelmächte. Kein Wunder, wenn die das erste Mal kundgegebenen Friedensbedingungen zum Teil dia- metral entgegengesetzt lauten, kein Wunder auch, wenn sie beim einen oder anderen Teile mahlos erscheinen und den Blick für das Mögliche vermissen lassen. Das ist bei Beginn von Friedesverhandlungen von jeher so gewesen. Aufgabe von Ber- Handlungen ist es, den Ausgleich zu finden und herbeizuführen. Ja, Verhandlungen, darum dreht es sich. Und hier häufen die Regierungen des Zehnverbandcs schwere Schuld. Tie.Königsberger Bolkszeitung" hält an der Forderung fest, die Mittelmächte sollten ihre KriegSztele bekanntgebeil und meint: Tie Regierugen der Mittelmächte sollten sich, nachdem die Entente ihre Kriegsziele bekanntgegeben hat, ebenfalls näher über ihre Absichten auslassen..Ist ihr Programm ohne An- nexionsbe strebungen und zu einem Ausgleich geeignet, so wird ee wesentlich dazu beitragen, den Friedens- willen aller Völker zu stärken und das ist die Hauptsache. Keine Annexionsforderungen der Mittelmächte, Annexions- forderungen des ZehnverbandeS und dann— Ausgleich? DaS hieße doch, wenn man den Gedanken zu Ende denkt, doch An- nerionen zugunsten deS Zehnverbandes. Wollte man heute durch Angebot und Gegenangebot einen.Ausgleich" erzielen, so mühte man ungefähr ebenso unsinnige Forderungen erheben wie der Zehn. verband, um dann zu dem Ergebnis zu kommen:„Ihr kriegt nichts und wir kriegen auch nichts!" Zwischen einem, der gar nichts will und einem, der alles will, wäre ein.Ausgleich" für den Besch«- denen denn doch ein gar zu schlechtes Geschäft. Z»lr Ausführuug des HilfsdieustgesetzeS. Z?on„besonderer Seite" wird dem„W. T. B." geschrieben: Wiederholt mutz auf§ 8 des HilkSdienstgesetzeS hingewiesen werden. Dort heitzl eS: .Bei der Ueberweifung zur Beschäftigung ist auf das Lebens- alter, die Familienverhältnisse, den Wohnort und oie Gesundheit sowie aus die bisherige Tätigkeit des Hilss. dienstpflichrigen nach Möglichkeit Rücksicht zu nehmen; des- gleichen ist zu prüfen, ob der in Aussicht gestellte Arbeitslohn dem Beschäftigten und etwa zu versorgenden Angehörigen ausreichenden Unterhalt ermöglicht." Hieraus geht ganz klar herbor, daß bei den Arbeitern oder Angestellten, die einem bestimmten Betriebe überwiesen sind, dar- auf Rücksicht genommen werden muh. datz ihr Verdienst auch die Versorgung ihrer Familien deckt. Ter verheiraleie Arbeiter, der ausserhalb seines HeimatsortrS arbeitet, hat naturgemäß doppelle Kosten, da er nicht nur sich selbst sondern auch noch den getrennten Haushalt in der Heimat unterhalten mutz. Die Angehörigen eines Hilfsdienstpflichtigen haben tm Gegensatz zu denen der Kriegsteil- »ehmer, die auf Grund ihrer Wehrpflicht einberufen sind, keinen Anspruch aus die gesetzliche Familicnunterstützung. Das soll aber nach(j 8 deS Gesetzes durch d»e Bemessung des ArbeitSein- kommen» d«S einzelen Hilfsdienstpflichtigen ausgeglichen werden. Diejenigen, die sich ibre Arbeitsstätte im vaterländischen Hilfsdienst frei wählen, müssen natürlich zunächst selbst erwägen, ob ihnen dies autzcrhalb deS Wohnortes ihrer Familie möglich ist. 'Aber auch sie haben nach dem richtig verstandenen Gesetz Anspruch auf angemessenen Arbeitsverdienst im Sinne des§ 8. Den Bc- triebSinhabern, die auswärtige Arbeiter beschäftigen, mutz dringend geraten werden, diesen einen Lohn zugewähren, der nicht nur an sich angemessen ist, sondern den Arbeitern auch die Versorgung ihrer Familien ermöglicht. Es liegt nicht im Sinne de? Gesetzes, ja. der ihm zugründe l'egende große Gedanke könnte gefährdet werden, wenn sich jetzt v« ausstellen sollte, daß die Arbeitnehmer die BetriebSstellc, der sie überwiesen worden sind, allzu leicht nur deswegen verlassen, weil ibnen anderwärts bessere Arbeitsbedingungen geboten wer« den. Der Zweck des Gesetzes, alle Kräfte der Nation zur Kriegs« arbeit aufzubieten, mutz immer der oberste, alles beherrschende Grundsatz bleiben. Es mutz deshalb an den vaterländischen Sinn aller Beteiligten appelliert werden. Zunächst an die Arbeit- nehm er selbst und diejenigen, die auf sie Einfluß haben: aus- zuHarren, solange cS geht, an der alten Betriebsstelle. Nicht min- der aber auch an die'Arbeitgeber: ihren Mitarbeitern genügenden Lohn zu geben und nicht etwa— was besanders bellagenswert üwre— einem anderen Betriebe die Arbeitskräfte durch ein In« aussschtstellen Käherer Löhne �tuszufpannen. Sowohl Lohn- drückerei als auch Lohntreiberei gefährden das Gesetz. Wozu die ergänzende Bemerkung fehlt, datz der Lohn im Verhältnis zu den Lebensmittelpreisen ein entspre- cheirder bleibt. Anderenfalls wird man es keinem Arbeiter verdenken können, wenn er sich im Interesse seiner Familie eine besser« Stellung sucht. Neue Mahnahme» zur Sicherung der VolkSeruährung. In Preutzen soll die Volkscrnährung durch Kriegs- w i r t sch a f t s ä m t e r geordnet werden. Das preutzlichc Staatsministcrium hat jetzt entsprechende Beschlüsse gesatzt und die Grundsätze für die Errichtung solcher Acmter fest- gelegt. Uebcr die Ausgestaltung und Zuständigkeit dieser neuen Kriegs- � Wirtschaftsämter und der für die Landkreise zu bildenden Kriegs- wrrtschaftsstetlcn erfährt die.Boss. Ztg." folgende Einzelheiten: Für jede Provinz wird ein Kriegswirtschaft S- amt gebildet. Vorsitzender des KriegSwirtschaftsamtes ist ein vom KriegSamt ernannter Offizer. der mit landwirtschaftlichen An- gclegenbe.ten genau vertraut ist. Mitglieder des kricgswirtschafts- amtcs sind zw« vom Dberpräsidenten ernannte höhere Berwal- tungsbeainie, je ein Bertretr der Eisenbahndirektionen, zu deren Bereich die Provinz gehört, sechs von der Lairdwirtschaftskammer zu benennende Landwirte und ein vom Kommandierenden General am Sitze des ÄriegSwirtschafisamtes ernannter Veterinär. Der Vorsitzende Offizier vertritt sämtliche Generalkommandos, zu deren Bereich die Provinz gehrt. Bei den nicht am Sitze des Kricgswirt- schaftsamies befindlchen Generalkam mandas werden Nebenstellen des Kriegswirtschaftsamtes nach Bedarf gebildet, die aus einem landwirtschaftlich erfahrenen Offizier als Leiter und den ersorder- licken Hilfskräften bestehen. Das Krtegswrrtschaftsamt hat die Aus- gäbe, innerhalb der Provinz die landwirtschaftliche Produktion, so- weit dies« zum Geschäftsbereich deS KricgSamtes gehört, zu unter- stützen und zu fördern durch Beschaffung und nötigenfalls mili- (Örische Zurückstellung von Betriebsleitern und Arbeitern. Beschaf- fang von Arbeitspferden, Raschinen und Betriebsmitteln lKohlen, Benzol usw.), Fürsorge für die restlose Bestellung der Felder, für die Einbringung der Ernte. Bei der Erfassung und Verteilung der landwirrschaftlichen Produkte wirkt daS KriegswirtschaftSamt nicht mit. Das Kriegswirt. fchaftsamt hat in den genannten Angelegenheiten den zuständigen Stellen Vorschläge zu machen un dauf Erfordern Gutachten zu er- statten. Vom KriegSamt kann ibm die Entscheidung in bestimmten Angelegenheiten übertragen werden. Der Vorsitzende des Kriegs- wirlfchaftSamteS kann einzelne Mitglieder mit der Erledigung ein- zelner Angelegenheiten betrauen. Für jeden Kreis wird eine Krieaswirtschaftsstelle gebildet. Vorsitzender ist der Landrat; sein Stellvertreter spraktischer Landwirt) und vier bis acht Mitglieder werden auf Vorschlag des Kriegsausschusses nach Anhörung der Zauhwirtschaftska««»: durch de» Dberpräside»?«» irnaiOiL Die Aufgabe der Kriegswirtschaftsstelle ist für den Bezirk des Kreises die gleiche, die dem KriegSwirtschaftsamt für den Bezirk der Pro- vinz zugewiesen st Auch der Borsitzende der KriegSwirtschaftSstelle kann einzelne ihrer Mitglieder mit der Erledigung bestimmter An- gelegenheiten betrauen. Die Schaffung der Kriegswirtichastsämter liegd in der Hand der Lberpräsidenten im Einvernehmen mit den stellver- tretenden Generalkomniandos, die die in Frage kommenden Mitglieder ernennen. Für die landwirtschaftlichen Personen werden die Landwirtschoftskammern herangezogen. Da die neuen Aemter bereits auf die Frühjahrsbestellung Einflutz ausüben müssen, soll ihre Errichtung sofort erfolgen. Militärische Ausbildung der Jugeud. Das„Armee- Verordnungsblatt" veröffentlicht eine kaiserliche Kabinettsovder, die ihre Genugtuung über den stand der militärischen Jugendousbilöung ausspricht. Das Kriegsministerium bestimmt hierzu im wesentlichen fol- gendes: t. Die militärische Vorbildung ist eine von der Jugendpflege scharf getrennte militärdienstliche Einrichtung. 2. Zur Unterstützung der Vertrauensmänner und zur Abhal- tung von Führerkursen haben die körnglichen Stellvertretenden Gene- ralkommaudoS sdas königliche Generalkommlssariat) je nach dem Umfange des Geschäftsbereichs des Vertrauensmannes bis zu zwei geeignete inaktive Offiziere ebrenamtlich zu ge- Winnen oder dauernd g. v. Offiziere deS Ariedensstandes oder Beurlaubtenstandes zu kommandieren. In erster Linie kommen hier- für solche Offiziere in Betracht, die schon früher auf dem Gebiet der Jiigeudpflege tätig gewesen sind. 3. Auf die Gewinnung ärztl'cher Berater, infanderheii amtlich bestellter Jugendärzte, wird hingewiesen. t. Die Bestellung der K o m p a g n i esZ u g-',f üh r e r und Ausbilder erfolgt durch den Vertrauensmann. Sie sind dabei ausdrücklich zu verpflichten, die Ausbild img nach den Bestimmungen der Heeresverwaltung zu betreibe.«. Schulen, Bereine. Jugendpflegevereine usw. können Borschläge für die Wahl der Führer und Ausbilder machen. ö. Beim Mangel an KompagniefZug-)sührern und Ausbildern beantragen die Vertrauensmänner beim stellvertretenden General- kommando die aushilfsweise Kommandierung von k r i e g S b e- schädigten Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften. 6. Die Vertrauensmänner, Führer und Ausbilder werden er. neut nachdrücklichst auf ein engstes Zusammenarbeiten mit den Zivilbehörden, den Schulen, der Geistlichkeit. den staatlichen Jugendpflegeausschüssen und den freien Bereinen hingewiesen. Zur Vereinfachung bei den Verhandlungen mit der Geistlichkeit über Sonntagsitbungen empftehlt es sich, eine den jeweiligen örtlichen Verhältnissen entsprechende Uebungszeit im varaus ein für allemal iestzuseHen Für ausgedehntere Uebungen (z. B. Marschübuiujenj ist für jeden Einzelfall ein Einvernehmen mir der Äeiftlichkei; befand«» herbeizuführen. 7. Jede llebernnstrengung der Jugendmannen (z. B. große Märsche mit Gepäckbelajtung) ist verboten. Uebun- gen bei Dunkelheit sollen der jungen Mannschaft nicht den Schlaf kürzen und sind dah?r auf die TämmerungS- und Äbendstunven zu beschränken. 8. Von großer Wichtigkeit ist die Erhaltung und Schaffung geeigneter Uebn nasplatze und Uebungsmittcl. Tie erzielten Erfolge lassen mit Bestimmtheit die Erwartung zu, datz die beteiligten Kreise bei tatkräftiger Unterstützung durch die staatlichen und kommunalen Behörden unserer Jugend die notweudiaen Uebungsplätze— ganz besonders vor den Toren der Großstädte— sowie die erforderlichen UebungKmfttcl im Interesse der Ertüchti- gung und Wehrhaftmachung de: Jugend schaffen werden. In der Winterzeit werden sich in den Flecken und Städten zahlreiche Säle usw.. auf dem. Lande vielfach Diele.« und entleerte Scheunen für die Zwecke deS WehriUrnenS nutzbar mache« lassen. Verstadtlichung diitz Althandels. Die Stadt Kol« hat die Holl- ständige Kommunolisterung de? Altwarenhandels in BekleidunaS- stücken beschlossen. Bon einem gewissen Zeitpunkt an dürfen keinerlei Bekleidungsstücke. Anzüge. Frauenkleider. Wäsche und Schuhe, an Althändler verkauft werden. Derartige Gegenstände sind vielmehr an die Stadt Köln abzuliefern, die in allen Teilen des Stadtgebiets Ankaufsstellcn einrichtet. Das gefestete österreichische Kabinett. Wien. 13. Januar.(Meldung des Wiener K. K. Tele- graphen-Korre'pondenz-Buroaus.) Die tendenziös verbrei- tcten Nachrichten über Unstimmigkeiten im österreichischen Kabinett oder aufgetauchte, unvorherge'ehenc Schwierigkeiten sind Pollständig aus der Luft gegriffen. Ter mexikanische Präsident Carranza und die Arbeiter- betvegung. Solange Carranza und feine Anhänger sich in der Revo- lution befanden, um die Macht an sich zu reißen, biederten sie sich an die Arbeiterbewegung an und erließen ein Dekret, indem sie das Koalitions- und Streik»cht der mexikaniichen Arbeiter anerkannten. Jetzt, wo sie ft-si im Sattel �en. haben Carranza und seine Minister ein Streikverbot erlassen, das nicht nur die Arbeitsniederlegung, sondern auch die Streikagitation mit der Todesstrafe belegt. Der Grund für dieses drakonische Verbot ist der Streik der Arbeiter bei der Wasserleitung der Stadt Mexiko. Wie der New Aorker ..Call" vom 28. Novencher 1916 berichtet, hat der amerikanische Gewerkschaftsbund eine Agitation eingeleitet, um Carranza zu veranlassen, das Streikverbot abzuschaffen. Japans KriegSgewinne. Die enormen Gewinne, die Japan aus dem Kriege zieht, treten immer wieder von neuem zutage. Wäbrend der ersten zehn Monate des Jahres ISlg ist die Einfuhr um 172h, die Ausfuhr um 3l1li Millionen Den im Vergleich zu dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres gestiegen. Ter Wert der Einfuhr betrug im Jahre llilk bis zum 21. Okwber 622,7(430,3) Millionen, der der Ausfuhr 879,5(568) Millionen Yen. Kus der Partei. AreiHgcnrralverfammluag für Spaadau-PatSdam-OfthaveAand. Nach den Borgängen bei der Kandidatenaufstellung für die Reichstag» Ersatzwahl in Spandau-PotSdam-Osthavelland hatte die durch die Mehrheit des Kreisvorstandes beschlossene offizielle Beschick» na der Reichskonferenz der Parteiopposition vier Vorstands- Mitglieder veranlaßt, ihre Aemtcr niederzuiegen. Für gestern war eine außerordentliche Generalversammlung des Kreiswahlvereiu- einberufen, um die notwendig gewordenen Wahlen zur Ergänzung de» Vorstandes zu vollziehen und die Vorbereitungen zur Wahl- ogitation zu besprechen. Anwesend waren 15 Delegierte und 1t Funktionäre. Daß für doZ von der Abhaltung der Generalversammlung benachrichtigte Sekretarial der Provinz Brandenburg kein Vertreter erschienen war, wurde gerügt. Gewählt wurden mtt 13— 14 Stimmen zum ersten Vorsitzenden der bisherige Beisitzer S t a a b- Potsdam, zw» zwe,ten Borfitzenden der bisherige Revisor Paris-Belien, zum Bcrsitzer Beissig-Belten, zum Revisor Kiesel-Potsdam. ferner zum Beisitzer Pieser-Spandau (für Staad), ßum Revisor Peczilles-Poisdam(für Paris)._Ter Kreisvorstand ist jetzt nur aus Anhängern der Opposition zusam- mengesctzt. lieber die Bedeutung der Reichstagswahl in S panda u-Po tsdani- Osthavellaud referierte Haas e. Er erklärte, daß trotz manchem Gegensatz zu Mehring er für ihn eintrete. Wollten� etwa die bürgerlichen Parteien einen Kandidaten ausstellen, so sei es Pflicht aller Sozialdemokraten, gegen sie zu kämpfen. In der Besprechung der Vorbereitungen zur Wahlagitation sagten die?lnhänger der Arbeitsgemeinschaft volle Unterstützung der Kalididaiur Mehring zu. Für die Anhänger.der Fraktionsmehrheit erklärte Fielitz-Velteu, sich noch nicht darüber äußern zu können, wie sich sich zur Wabl stellen würden. Die Generalversammlung beschäftigte sich dann mit der im ..Vorwärts" am 30. Dezember 1916 veröffentlichten Erklärung des Bezirksvorstandes der Provinz Brandenburg zu den Vorgängen bei der Kandidatenaufstellung. Nach langer Tebatte�wurde eine vom Kreisvorstand vorgelegte Gegenerklärung mit 16 Stimmen gegen 9 beschloffen(auf die wir noch zurückkommen. Red. d. V.). Die Berichterstattung über die Reichskonferenz deL Opposition wurde von der Tagesordnung abgesetzt. Gewerkschaftliches. Zur Tariffrage im Rohrlegrrgewerbe nahm am Sonntag eine Versammlung der Rohrleger und Helfer.Stellung. nachdem vorher S i e r i n g ein«: informatorischen Vortrag über das Htlssdienstgesetz gehalten hatte. Zur Frage, ob der Tarif zum 1. April gekündigt werden soll oder nicht, hat nach den Darlegungen des Branchenleiters Kraatz die Branchenkommission und eine Vertrauensmanner-Versammlung bereits Stellung genommen. Schweren Herzens habe man sich ent- schloffen, den gegenwärtigen Tarif weiter bestehen zu lassen und dies der Versammlung zu empfehlen. Das schließe aber nicht au". daß man in Verhandlungen den Versuch zu gewissen Verbesserungen unternehme. Darüber entwickelte sich eine lebhaste Diskussion, in der der- schieden« Anträge gestellt und erörtert wurden. Es wurde beschlossen, den Tarif beizubehalten, aber die Vertreter der Branche zu beauftragen, in Verhandlungen der Schlichtungskommission Aenderungen u n d Besserungen zu erstreben. Als Material sollen dabei die in einigen Anträgen enthaltenen Vorschläge dienen. Zur Lohn- frage schlag: der eine Antrag vor. die Erhöhung des Grund- lohns um 15 Pf., unter Beibehaltung der heutigen Teue- rungszulage.— In den, anderen Autrag wird vorgeschlagen:„Lohn ohne die bisherige Teuerungszulage 1,10 M. für'Rohrleger. 95 Pf. für Helfer; Landzulage 5 M. Die Teuerungszulage blerbt außer- dem bestehen." Zu bemerken ist. datz die Teuerungszulage ab 15. �a- nuar pro Stunde 28 Pf. beträgt. Ferner kommen folgende Vor- schlüge noch in Betracht: Die Einführung deS paritätischen Arbeits- Nachweises ist zu fordern. Seife wird geliefert oder mit 25 Pf. ab- gelöst. Bei Reparaturen ist das ausgelegte Fahrgeld zu erstatten. Bei Bauarbeiten von mehr als 8 Tagen Dauer ist eine Fahrgeld- abstufung nach Zonen zu schaffen. Als schmutzige Arbeiten sind unter anderem auch alle Arbeiten in alten Kesselräumen anzu- erkennen. Dann folgten noch der Jahresbericht der Branchenkommrstwn und Wahlen._ Letzte Nachrichten. Zur Vorgeschichte öcs Zrieöens- angebots. Ei« Kaiserbrief an VethMautt. Berlin» 14, Januar. Tie..Norddeutsche Allgemein« Zeftünz� schreibt: ..Zur Bargefchicht« des Friedensangebots der Mittelmächte, das die Feinde als ein unaufrichtiges KriegSmanövcr hmgestellt hoben, ist das nachstehende Kaiserliche Handschreiben an den Reichskanzler ein Beitrag von besonderer Bedeutung: „Neues Palais, 31. Oktober 1316. Mein lieber Bethwann! Unser Gespräch habe ich noch nachher gründlich überdacht. ES ist klar» die in Kricgspftichofc befangenen, von Lug und Trug>m Wahn des Kampfes und im Haß gehaltenen Völker unserer Feinde haben keine Männer, die imstande waren, die de» moralischen Mut besäßen, das befreiende Wort zu sprechen. Ten Vorschlag zum Frieden zu machen, ist eine sittliche Tat, dir notwendig ist, um die Welt— auch die Neutralen— von dem aus allen lastenden Druck zu befreie«. Zu einer solche» Tat gehört ein Herrscher, der ei« Gewissen hat und sich Gott verantwortlich fühlt und ein Herz für seine und die feindlichen Menschen. Der, unbekümmert um die evrntl. absichtlichen Mihdenrnnge« seines Schrittes, den Willen hat, die Welt von ihren Leide« zu befreien. Ich habe den Mut dazu, ich will es auf Gott wagen. Legen Sie mir bald die Note« vor und machen Sie alles bereit. gez. Wilhelm I. R." Unsere Feinde tonnen sich darauf verlasse««, daß der Ehrlichkeit des in diesem Kaiserlichen Schreiben bekundeten Friedenswillens die rücksichtslose Entschlossenheit entsprechen wird, mit der mir den Krieg, dessen Fortsetzung sie unS aufgezwungen habe«, bis zu« siegreichen Ende durchführen werden." Bulgarisches Echo der Ablehnung des Fricdensvorschlages. Sofia, 14. Januar. Bulgartsche Telegraphen-Agentur. Am 7. d. M. wurde allen Truppen an säottlichen Fronten folgend« Tagesbefehl vom 5. Januar verlesen: Auf Befehl Seiner Majestät des Zaren teile ich mit, daß der von Temer Majestät, unserem gr- liebten Obersten Kriegsherrn, im Verein mtt den Herrschern der»er- bündetcn Staaten gemachte Friedensvorschlag von unsere» Feinden in ihrer unersättliche« Gier, noch Wetter unschuldiges Blut zu vergießen, abgelehnt worden ist. Sie wollen nicht nur unsere« vor nicht langer Zeit befreiten Brüdern in Mazedonien»on neuem die Ketten der Sklaverei auferlegen, sondern auch das geeinte bulgarische Volk vernichte«. Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten! Nur durch die Schuld unserer gierigen Feinde wird der Krieg noch weiter dauern. Aber daS bulgarische Volk hat viel schwerere Prüfungen bestanden, und eS wird in dem langen kommenden Kampfe triumphiere», de« ihm unsere tückischen Feind« auferlegen. Eure» Händen ist das Ge- schick des bulgarischen Volkes, die Freiheit, Unabhängigkctt und Ehre Bulgariens anvertraut. Unser Werk ist heilig. Hierin beruht unsere Kraft und Macht. Eure bewährte Tüchtigkeit und Tapferkrtt sind eine genügende Bürgschaft für den Enderfolg deS erhabenen Einigungs- Werkes. Ter Allmächtige ist mit unS, den« das Recht ist auf unserer Seite. Die geeinte bulgarische Ration enssendet ihren würdigen und teuren Söhnen herzliche Grütze und Wünsche für die endgültige Niederlage der tückischen und gierigen Feinde. ES lebe daS geeinte Bulgarien! gez. Generalissimus Schekpw. Ms Groß-öerlm. (Sowertschastsikommisfion nnd Milchvcrsorgungsfrage. Die GewcrkschaftSkvMmifsion Berlin und Umgegend hut in der Frage der Milchvcrsorgung von Groß-Berlin eine Eingabe an den Magistrat gerichtet, in der aiic-gesührt wird, wie die Einfuhr. von Milch nach Berlin sich dauernd verringert hat und das, xius Arbeitertrelsen ihr täglich Klagen darüber znlauien, das; bei der Milch von Tag zu Tag anstatt eine Besserung eine Ver- schlechtcrung des Bcrsorgnngszustandes eingetreten, ist. Die Ge- werkschaftskommission.bittet den Magistrat dringend, bei den aii- siändigen Reichsstellen unier Hinweis auf die Notwendigkeit einer besseren Versorgung vorstellig zu Werden. Auch der Na tionale Frauen dienst hat in einer Ein- gäbe an den Magistrat die Bitte ausgesprochen, unverzüglich Maß- nahmen in die Wege zu leiten, durch die eine Besserung der jetzt bestehenden, vollkommen ungemigenden Versorgung der Bevölkerung mit Milch in Berlin erreicht wird. . � Den unbestreitbar schweren Unzuträglichkeiten gegenüber scheint, wie das Nachrichtenamt des Magistrats hinzufügt, unerklärlich, wie die Reichs- oder Landesfettstelle sich daraus beschränken kann, ledig- lich eine Besserung von dest natürlichen EntWickelung zu erhoffen, ihrerseits eine entsckeidende Maßregel anzukündigen. Der Präsident des Kriegsernährungsamtes h,it wörtlich erklärt:..Die Bewirtschaftung der Boll- und Magermilch, der sich gegenwärtig noch besondere Schwierigkeiten entgegenstellen, wird zur-eit von ihm mit allem Nachdruck betrieben, und ich erwarte eine Besse- rung der auf diesem Gebiet bestehenden beson- de r e n s ch w e r e n M i ß st ä n d e." Tagegen beschränkt sich die ltandesstelle daraus, ihre eigene Tätigkeit anerkennend hcrvorzu- heben, die«S nicht hat verhindern können, daß die Zufuhr noch der lotadt weit tiefer gesunken ist als die Erzeugung auf dem Lande. ES ist von höchster Wichtigkeit, daß die Absicht des KriegSernährungS- amtes so schnell als möglich zur Durchführung gelangt. „Will und Wiebke." DcS vielgelesenen Romanschriftstellers Fedor v. Zobeltitz bisher ln Berlist noch nicht aufgeführtes Lustspiel, das zu der großen Fa- milie harmlos zufriedener Familien- und Salonstücke gehört, fand in der trefflichen Darstellung im Schillcrtheatcr-O. eine überaus freundliche Aufnahme. Leutchen, die um keine LebenSnot zu sorgen haben und die für diese Gunst sich durch eine gewisse Gut- mütigleit erkenntlich zeigen, werden in gefällig leichleu Verwick- lungen von einigen Herzenstorheiten kuriert. Auch wo das Schick- sal ihnen einmal einen Wunsch versagt, zeigt es sich schließlich wohl- meinend liebenswürdig. So verflachet die Vorherrschaft jenes Genres auf der Bühne wirken muß und so begründet daher einst die Schärfe war. mit der der junge Naturalismus sich dagegen wandte, als gelegentliche Nebenkost wird das Theater daraus so wenig wie etwa aus die Unterhaltung durch tolle Schwankstreicke verzichten können. Und Zobeltitz betreibt das Handwerk in dem Stück mit einer diskreten Geschicklichkeit, die nirgends, um zum guten Ausgang zu gelangen, in aufdringliche Verdrehungen ver- fällt. Das bekannte, eben aus den Backfischeierschalen herausge- schlüpfte Jungfräulem mit der bekannten unwiderstehlichen Naivi- tat, entzündet hier, ehe es hier in den Verlobungshafen bei dem bekannten hübschen jungen Mann landet, in zwei schon älteren Herren der Aristokratie Johannistriebe; der eine, der die schöne kleine Waise mit Brätitigamshoffnungen unier seine Fittiche nahm, ersucht den anderen, das Mädchen'in seinem Hause auszunebmcn und zu adoptieren. Damit die Dame, wenn er heirate, einen Adels- tiiel führe. Wie die Zutraulichkeit des jungen Bluts, die starke Sympathie, mit welcher sie dem neuen, noch immer stattlichen Papa begegnet, dessen.Junggesellenseele, ohne es zu ahnen, noch in ver- spätsten Alarm setzt, und wie der eigensinnige Junter. nachdem sein Hohfnungstrau mverflogen. zuor'schlimmen Spiel« gute Miene macht('nicht anders als der exste Ehekandchat),.das.wird mtt.bühuen- kuüZig munteren Episoden und hier und da zugleich mit einem Ein- schlage intimerer Psychologie in der Komödie unterhaltsam durch- geführt. Die Charaktergeaensätzlichkeit der beiden bemoosten Rivalen er- hielt im Spiel der verren Senger und Harmuth ergötzlich listigen Ausdruck,(sehr frisch war auch das Mädchen G u st i Beckers und Herr Braun in der Figur des flotten jungen Mannes, der die Umworbene zuletzt als Braut heimführt. ckt. Zugzusammenstoft auf Bahnhof Groft-Lichterfeldc- Ost. Amtlich wird mitgeteilt: In Kilometer 7,6 der Fernsirecke Berlin— Halle ist Sonntag vormittag gegen 7 Uhr lä Minuten der Schnellzug O tU durch Ueberfahren des Block signals stet Bahnhof Süd ende auf den am Einfahrsignal B 1 des Bahnhofs Grotz-Lichterfelde-Ost haltenden G ü k e r z u g 7 8 1 0, der Verspätung hatte, mäßig ausgefahren. Atenschen glück- licherweise nicht verletzt. Vom Güterzug ö Wagen entgleiü. Der Verkehr nach Halle mußte umgeleitet werden, der Personenverkehr von Halle wurde durch Umsteigen in Groß-Lichterfelde-Ost aufrecht- erhalten. Störung war um SVj Uhr nachmittag beseitigt. Tie Untersuchung ist eingeleitet. Verwegene Einbrecher. Zwei Kavaliercinbrecher namens Enr- Hardt und Schulz, die in Renzburg schwere Strafen zu verbüßen halten, aber von ihrer Arbeitsstelle in.Hammelmoor ent- Wicken waren, wurden kürzlick, wie wir mitteilten, von der Wengen Kriminalpolizei ermittelt und wieder festgenommen. Jetzt verhaf- tele die Kriminalpolizei auch den dritten Mann, der noch zu der Bande gehörte, einen-68 Jahre alten trüberen Schlächter Friedrich Gerloch, der in Berliner Verbrecherlretsen auch schon lauge eine Rolle spielte. Das Dreiblatt machte in ganz ungewöhnlicher Weise zuletzt die Provinz unsicher. Gegen Ehrhardt und Genossen schwebt bei dein Landgericht Hagen i. W. eine Voruntersuchung wegen 20 großer Einbrüche, �n den meisten Fällen ist die Bande, die große Beute machte, schon überführt. Verdacht fiel auf die drei Reiseirden um so weniger, als sie stets fein gekleidet gingen und in den besten Hotels wohnten. In Weimar glaubte man einmal, die Bande schon im Netz zu haben. Das ganze Haus war umstellt, alle Ausgänge waren besetzt. Aber nickt alle Fenster. Da ergriff Ehrhardt, ein Verbrecher mit Nerven von Stahl, einen Stuhl, hielt ihn vor sich, rannte so durch die Fensterscheiben und ent- floh. Schulz_ und Gerlack folgten ihm blitzschnell und entkamen ebenfalls. Gcrlach aber verlor seinen Hut mit den Anfangsbuchstaben seines Namens. Er verletzte sich außer- dem an den Armen und Beinen. Während er um die Stadt herum- ging, kehrte Ehrhardt ganz dreist noch einmal noch Weimar zurück und kaufte für seinen Spießgesellen einen neuen Hut. Der alte aber führte auf feine Spur. Treibriemcndicbe gefaßt. Einen guten Fang hat der Gendarm in Wandlitz mit Hilfe eines Berliner Äriminalschutzmanns gemacht. Seit Wochen machte eine Bande die Fabriken unsicher, indem sie ein- brach und die Treibriemen entwendete, wodurch die Betriebe still- gelegt wurden. In Reinickendorf. Tegel, Bors ig- Walde usw. ist ihr unersetzbares Material in die Hände gefallen. Als ihr diese Gegend zu..unsicher" wurde, verlegte sie das FAd ihrer Tätigkeit nach anderen Orten. In Schön Walde wurden mehrere Holzbetriebe empfindlich heimgesucht. In Wandlitz lief die Bande dann einem Gendarmen in die Hände. Drei von ihnen.wurden ge- fesselt dem Amtsgericht in Oranienburg zugeführt. Der vierte, der in Schönwalde sich angeschlossen hatte, wies sich als ein— Kriminal- schutzmmni aus. dem die Bande ans den Leim gegangen war. Zum Fortschaffen der Beute benutzten die Diebe Kartons, nachdem sie die Riemen zerschnitten baiten. Abgabe von Kohlrüben in Eharlottenburg. In der Woche vom 13. bis 21. Januar werden auf Abschnitt 24 der roten Nahrungsmittelkarte in Mtrlottenburg 4 Pfund Kohlrüben abgegeben. Ter Hund des Prinzen als Straßcnplagc. Ein großer schwarzer Tobermann, der dem Prinzen Sigismund gehörte, war im Früh- fahr v. J. die Plage der Radfahrer, welche die Chaussee zwischen Wannsee und Glienicke passieren mußten. Der bissige Hund scheint vor allem eine Abneigung gegen die Gendarmen besessen zu haben, denn am 26. Mai belästigte er zwel Wachtmeister, die nacheinander auf derselben Strecke fuhren. Dieser Vorfall führte zu einer An- klage wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den prinzlichen Lakai Ernst Eilhoff, über die das Potsdamer Schöffengericht ver- bandelte. E.. ließ den Hund auf die Straße und sah, wie er einen Gendarm anfiel, der sich jedoch seiner ertvehren konnte. Trotzdem rief er den Hund nicht zurück und erklärte ganz ruhig:.Der Hund hört ja nicht, der fällt iedeu- Radfahrer an." Der später vorbei- fahrende WochiiNeister Werrbach wurde von dem Dobermann eben- falls angesprungen und zteinlick heftig tu dckZ linke"Bein gebissen. Als der verletzte Beamte den Lakai zur Rede stellte, warum er den Hund frei herumlanfen lasse, lachte der Lakai.> In feiner Verneh- mung erklärte der Angeklagte, daß eine besondre Aufsicht über das Tier niemand im Schlosse habe. Er wurde noch dem Antrage des ?lmtsanwolts wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 100 M. Geldstrafe verurteilt.. weil er unmittelbar nach dem ersten Angriff den Hund, der ihm angeblich nicht gehorche, wieder aus die Straße ge- lassen und dadurch die Sicherhett der Passanten gefährdet habe. Eine traurige AustlKrung hat das Verschwinden eines jungen Mädchens gefunden. Die 47 Jahre alte Arbeiterin Berta Becker aus der Zojsener Straße 48 wurde seit dem 7. v. M. vermißt. Bald nach ihrem Verschwinden fand man am Engcluser ihr Umschlagetuch. Die Permttiung. daß das Mädchen in den Kanal gesprungen sei. hak sich jetzt bestätigt. Gestern landete ein Schutzmann ihre Leiche. Wes- halb sie in den Tod gegangen ist, weiß man nicht. Unschuld vom Lande auf Spekulationsfahrten. Vorgestern kehrten in einer Wirtschaft am Blücherplatz zwei Frauen ans Treptow a. R., Mutter und Tochter, mit großen sauberen Pa- ketcn ein. Sie stärkten sich und fragten dann wie beiläufig, ob man nicht Bedarf an E i e r n. B u t t e r. H ü h n e r n, F l c i s ch- und Leberwurst habe. Andere Gäste spitzten die Ohren, und als sie hörten, daß zum Beispiel ein Ei 30 Pfennig kosten sollte, holten ! sie einen Schutzmann. Die Fronen erzählten unterdessen, sie hätten zu Hause gehört, was für Preise in Berlin geMhlt würden. Weil sie nun allerhand übrig hätten, Geld brauchten und.Sändler nickt zu ibnen kämen, so tättcn sie sich selbst auf den Weg nach der .Hauptstadt gemacht. Der Schutzmann brachte die Harmlosen nach der Wache. Ihre Pakete enthielten, was sie angegeben hatten. Sie und ihre Trägerinnen wurden dem Kricgswuchcramtc zur Bere.n- lassung des Weiteren überwiesen.— Aus dem S t e t t i n c r Bahnhof, traf eine Familie vom Lande, Vater, Mutier und Sohn, mit einem großen, schwere:, Korbe ein. Sie waren etwas unbeholfen und fielen zwei Gelegenheits- Händlern in die Hönde. Ihnen offenbarten sie, daß sie mit s r i- schem Schweinefleisch nach der Hauptstadt gekommen seien, um es teuer zu verkaufen. Die Händler boten ihre Hilfe an und man zog mit den Körben nach dem Hackeschen Markt. Als hier die beiden Händler mit den schweren Körben, die 3 Zentner Fleisch enthielten, in ein Lokal hineingingen, um es anzubieten, während die Bauernsamilie draußen blieb, siel die ganze Gesell- schaft einem Schutzmann auf. Kaum sahen die Leute vom Lande, daß dieser den Händlern nachging, da bekamen sie es mit der Angst, ließen alles im Stich und entflohen. Tie Händler wurden.ver- haftet, das Fleisch beschlagnahmt und dem Magistrat überwiesen. Stellengesuche beim Kriegsamt und Kriegsarbeitsamt zwecklos. Fortgcstzt laufen Stellengesuche aus allen Kreisen her weiblichen Bevölkerung beim Kriegsamt und beim Kriegsarbeitsamt ein. Die Absender sind der irrigen Meinung, daß dort auch Stellen vermit- telt werden. Da das nicht der Fall ist sind Siellengesuche an die genannten Aemter zwecklos. Gewerbliche Arbeiterinnen und kauf- männliche Angestellte müssen sich an ihre zuständigen Arbeitsnach- weise wenden. Für Frauen, die in der sozialen Fürsorge und in den höheren Berufen arbeiten wollen, wird näheres nach Einrichtung von Meldestellen bekanntgegeben. Bewerbungen von Frauen um ehrenamtliche Arbeit sind bis auf weiteres an die städtischen und privaten Fürsorge- und Wohlfahrtseinrichtungen zu richten. Warnung! Kaum ist Frost eingetreten und schon laufen Räch- richten über Unglücksfälle durch Einbrechen auf dem dünnen Eise ein. Unter anderen brachen aus der Oberspree hinter der Svrec- brücke bei Ketschendorf vier Kinder am Roggischen Pfuhl ein. Drei konnten mit vieler Mühe gerettet werden, eins, die 14jährige A. Lohmann, ertrank und konnte erst nach mehreren Stunden her- ausgeholt werden. Bei Trebbin brachen sechs Knaben ein.. Zum Glück war dort das Wasser nicht tief. Sie kamen alle mit einem tüchtigen Bade davon. Aus P o t 8 d a m und Spandau werdpn uns gleich drei ähnliche Fälle gemeldet. In N e u e n dorf wurde ein Knabe, der aufs Eis gegangen sein soll, vermißt. Mehrere Schaufenster- und Geschästseinbrüche wurden in der Nacht zu gestern verübt. In der Burgstraße erbeuteten die Ein- brccher Stoffe im Werte von 2000 M., in der Großen Frankfurter und Dennewitzstraße für 700 M. Herren-, Damen und Kinderschuhe. in der Müllerstraße für 2000 M. Schirme und in der Goethestraße zu Eharlottenburg in den Räumen einer Unterstützungskommission für 4000 M. Strickwolle. Beim Aufspringen aus einen Eisenbahnwagen ist in der Nacht zum Sonntag auf dem Bahnhof Döberitz eine junge Dame ans Berlin schwer verunglückt. Sie wollte mit zwei Herren den letzten Zug zur Rücktehr nach Berlin benutzen. Nachdem einer der Herren eingestiegen war. setzte sich der Zug in Bewegung. Die Dame sprang nach, kam aber zu Fgll und-pener aus dck?'Geleise. Der Herv Jbg sofort die Notbremse und der Zug hielt wieder. Die Dame war an den Beinen so schwer verletzt, daß sie nach Berlin in die Charite gebracht werden mußte. Wetteraussichten für das mittlere Nvrddeutschland bis Dienstag mitlag. Zeitweise neblig, vielfach heiter, keine oder unerheo- liche Niederschläge. Um Mittag mild, in der Nacht zu Dienstag im Binnenlan.de ziemlich strenger Frost. Verantwortlich sür Politik:.Hermann Müller, Temvelhoi: für den übrigen Teil d. Blattes: Alfred Scholz, Neilkölln; für Inserate: Sil. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer ch Co., Berlin LK'. jWmirslZpslssl. Schlittschuhläufer- Ballett ®«. 6. Oper„Oer Prophet1' und Trau Fantasie. Vorzligl. Köche. Anfang 7'ft. Zentral-Yerbanii der Töpfer d. Berufspossen DeatseUands. Filiale Berlin. Am Dienstag, d. g.Fanuar 4917. verstarb unser Mitglied, der Töpfer Huguft Bcrcnit (Bezirk Süd- Ost), im Alter von 53 Jahren in der Narkose. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mon» tag. den 15. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Sankt Thomaskirchhose« in Neu- kölln, Hermannstr. 179/184 au«, slati. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Allen Verwandten und Be- kannten die traurig« Nachricht, baß meine liebe Frau Martha Schulze geb. Zimmermann am 12. Januar, abends T'/p Uhr, verstorben ist. Wohnung KoSliner str. 23. Beerdigung am Dienstag, den IS., nachm. 3'/� Uhr. von der Leichenhalle des sradt. Zriedhoss, Müllerstrasze, Ecke Secstraße. Max Schulze. B Lombard-Haas fl H. Grafl, Leipzigerst. 75 II JP ? Volle normale Beleihung e Diikretlon, Reelliläl w Gelegenheitekäufe— IDhpen £ Brillanten Z M Schmucksachen» »1«— Svft« unter Ladenprele.�i Erste Deutsche Ersatzmittel-Ausstellung verbanden mit Lebensmittelmesse EineKriegsscheu deutschen GewerbetleiBes AXSSTEM-CKGS- H ALI-E* A5» ZOO Nachmittags 4—7 Uhr; Konnert. Täglich 10 Uhr bis abends 8 Uhr geöffnet, Eintritt 50 Ut Spezlalarzt k. Geschleohtskrankheiien. Harnleiden, Schwäche. Ehrllch-Hata-Kuren, Blut- und Harn-Untersuchungen. DrT med. Karl Reinhardt, Institute: Potsdamer Str. 1 17* inflrläppnrip Seiten starke Broschüre 50 Pf., nach RUllklAI CUUC anßorhalb III. in verschlossenem Kuvert. a n•i-iror-vf-i-fniTurdiaiti-karvMrn-itdr�an-Hfi-kTOftiTi J�NimmCiichto-Riieuniinbei Gicht, Rheumatismus und Nervenschmerzen. (•Ifinxend besntachtet nnd bewiihrt! In allen Apothek. erhältl. in Tablett, zu 2>lfc. und Salbe zur Massage zu 1,50 und 2.30 Mi. H. Wunderlich, Apoth., Gera-R. fy Wittes Apotheke, Engol-Apotheke, Kreuzberg Apoth., FOrst-Blsmarek- Apotheke. Apotheke zum gekrSeten Schwarzen Adler, Zlons-Apotheke. ■•uwauwu*««' V»WWVW»NW»»»»«»« Fredy Zigaretten direkt In der Fabrik zu Fabrikpreisen 1000 St la...... 14,-- 1000„ F redy-Zi jra rett. 1b 20,30 1000, Harry Waiden S. 25,— 1000, Deutscher Sieg Id 41,50 Wcrkanf anrh in kleinen tyianten direkt In der WM!« Fredy, Berlin, BrUnneOSlf. 17, Hof Spezial-Jlrzt Dr. med. Hasche, Frledrichstr. 90 Bebau dl. von Syphilis, Haut-, Hnph-,l,"ranenleld.,ftieä.chion. Fälle. 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