Nr. 15* 34. Jahrg. HbonnementS'Bcdingungtn: KbaratmentS■ Preis vrSmlmer-nt» StmenöW. 6.90 Ml. monatl tso Ml. wScheruliil, 80 Big. frei WS Hau» Swzelne Nummer ö Btz. Sonnwg«. n Ummer mu>llul«r>crler SommigS- vellogc.Die Neue Welt' 10 Pw Poll. «bonnement! 130 Marl vr» Monat teinaetraaen in die Poi!. Zeinm�S» P.-rSIille. Unler kreuzbonl, lür Deulichloud und Oeslerreich- Ungarn aöO Mark, für da! übrige fcuSIanb i Marl vro Manar. PoslabrmnemeniS nehmen an Belgien. Dänemark pollaud. Italien. Luiemburg. Portugah KumSmen. Schweden und die Schweis Vwtwt lsgNch. Devlinev Vollrslklcrkk. f 5 Pfennig") Die intertionS'Gcbiiiir betrügt für die sechSgcwaltene Kolanei- teile oder deren ZLruiii 60 Psg., für doiitilche und gcwerlschaftliche BereinS- uiid VrriainmiungS- Anzeigen:«> Big. „Kinne Anaeigen", das fellgedruclie Wort 20 Big.(gulöisig 2 fellgedrilllte Koriei, jedeS weiicre B-ort lO Big. Slcllcngeiuche und Echlanlellemiiu «eigen da! eriie Kerl 10 Big., jedes »euere Worts Big. Worte über lö Buch» ilabcn zähien iür zwei Warle. Iiziciaie iü: die nächste Nummer müsien InZ S Ndr nachmittags in der Errcditio» «bgegeden werden. Die Errcsuwn iji bis 7 Uhr abends gcöünct Delegramm-Sidrefle: .Sasliliiirmolilsl«erlli". �entralorgan der fozialdcmokrati fehen Partei Deutfcblands. Neöaktion: SW. 68, LinSenftrahe Z. Fernsprecher:«ml Morivplau. Str. 151 90—131 97. I Dienstag, den 16. Januar 1917. Cxpedition: EW. 68, Linöenstraße 5. Fernsprecher:«ml Morivvlan. Str. 15190—15197. Swlie runUclK Angriffe im ScrctDgcbict. Im Westen Patronillengefechte.— Rus- stsch- rumänische Angriffe nördlich des Sufitatals.— Südlich des untersten Sereth alle Orte genommen. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 15. Ja- «aar 1917.(SB. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich der S o m« e hält das lebhafte Artilleriefeuer an. Währeud au«ehrerm Ttrllen Borstöße feindlicher Patrouillen abgewiesen wurden, gelaug rS eigenen Erknndungsabteilungen durch erfolgreiche Unternehmungen. Gefangene und Maschinen- gewchrc einzubringen. Lcstlicher Kriegsschauplatz. Front des G e n e r a l f« l d m a r s ch a ll« Prinz Leopold von Bayern. Lei trübem Wetter blieb die Gesechtstätigkrit gering. Front deS Generaloberst Erzherzog Joseph. Nöcd ich deS Susita- TaleS wurden unser« neugc- «onuenen Stellungen von stärkeren russischen und rumänischen Kräfte» angegriffen. Der Feind ist überall abgeschlagen. Heeresgruppe des G« n e r a l f e l d m« r s ch a l l s voaMackeusen. Zwischen'Buzaui. und Srreth-Mündung wurde troi, u». günstiger Witterung der lebte von den Russen südlich des Sereth »och gehaltene Ort Badrni im Sturm genommen. Mazedonische j�ront. lluveräudert.'> Ter Erste Generalquartiermeister. Ludendorfs. slbenöbericht. Amtlich. Berlin, 15. Januar, abends. Im Westen und Osten geringe EefechtStätigkeit. Zwischen C a s i n u- und S u s i t a t a l sowie bei Fundeni find starke russische Angriffe abgeschlagen. Der österreichische öericht. Wien, 15. Januar 1917.(W. T. L.) Amtlich wird verlautbart: westlicher Kriegsschauplatz. OSmanische Truppen erstürmte» gestern nachmittag da? Dorf Laden», de» lebten durch de» Feind noch beseht gehaltenen Ort südlich deS Sereth. Am Südstugrl der Heeresfront des Generalobersten Erz- herzog Joseph führten Russe» und Rumänen starke Angriffe gegen dir in den lebten Tagen von»ms gewonnenen Stellungen»ord- lich deS S u f i t a- Tales. Die Angreifer wurden überall ab- geschlagen. Weiter nördlich nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. An der Tolomitrnsront sprengten unsere Truppen in der vergangenen Nacht am Großen Lagazuoi das F e l S b a n d an der Südwand zwischen eigener und feindlicher Stellung ab. Die Sprengung ist vollkommen gelungen, eine breite Kluft trennt nun die driden Gegner. An der Karstsront zeitweise etwa« leb- haftere Ärtillerietötigkeit. Südöstlicher Kriegsschauplatz Unverändert. Der Stellvertreter deS CbefS de» Genrralstabr». v. H o e f e r, Frldmarschallrutnaut.. Der pariser Munitionsarbeiter- streik. Bern, 13. Januar. Nach dem„Matin" ihat die in den letzten Tagen mit Ungeduld erwartete Lösung des Aus-! standes der Munitionsarbeiter noch nicht stattgesun- den. Arbeitgeber und Vertreter der Arbeiterschaft legten dem Munitionsminister Lohnwrisc� Nor. die starke Unter- schiede ausweisen, so dost beide Parteien den Vorschlag der Gegenpartei für unannehmbar erklären. Tie Vertreter der Arbeiterschaft fordern, daß di? L o h n t a r i f e von Zeit zu Zeit redigiert werden sollten, da bei fortdauernder LebenSmittelteuerung die für heute ausreichenden Lohntarife in wenigen Monaten schon zu dem Lebensunterhalt der Arbeiter nicht mehr genügten. Ein obligatorisches Schreds- gerichtsverfahren in der Lohnfrage stößt bei der Arbeiter- schaft auf starkes Mißtrauen. Auch auf Frauen und nicht- mobilisierte Arbeiter, so erklären die Vertreter der Arbeiter« schaft, dürfe das Verfahren nicht angewandt werden, die Re- gierung habe ja auch nicht das Recht, z. B. das Kapital für Zwecke der Landesverteidigung zu requirieren. Minister Thomas werde wohl seine ganze Autorität aufbieten müssen, um zu einem schnellen Kompromiß zu gelangen. Der Kampf um Schiffsraum. England beschlagnahmt norwegische Tonnage. Wie der„Frankfurter Zeitung" aus Kristiania gemeldet wird, erregt die Mitteilung Aufsehen, daß England begonnen hat, die in England bestellte norwegische Tonnage zu bc- schlagnahmen. Nach dem„Jntellegenzseddcr" ist der neue gerode abgelieferte LOM-Tonnen-Tampstr„Modesta" und der neue ebenfalls nbergcbene 10(Ov- Tonnen- Dampfer „Rinda", die beide schon die norwegische Flagge gebißt und eine norwegische Mannschaft bekommen haben, von den englischen Behörden beschlagnahmt worden.„Rinda". die seit drei Wochen mit der norwegischen Flagge im Tynefluß liegt, ist nunmehr mit der englischen grauen 5kriegSfarbe angestrichen, die norwegische Nationalfarbe ist übermalt und achteraus sind Geiwützc aufgestellt. Die Mitteilung, daß die Reeder einiger neu- traler Länder, wie Dänemark, ohne Rcgierungs- erlaubnis die Fahrt für das Ausland verboten haben, erweckt in der Eich Verwunderung. Dadurch würden die Frachten höher steigen und die Frachtabschlüsse noch schwieriger gemacht. Man fürchtet in London offenbar, daß Norwegen, wie bereits die Presse in Kristiania angeraten hat. Dänemarks Beispiel folgt und es sich nach „Vcrdensgang" anschicken möchte, in den Repressalien Schwedens Beispiel zu folgen.___ Die Lage in Sriechenlanö. Eine neue venizelistische Juselbcsetzung. London, 14. Januar. Reuter meldet aus Athen: Aus griechischen amtlichen Kreisen verlautet, daß die Vcnizelisten die Insel Cerigo besetzt haben. Cerigo ist der östlichen von den beiden großen Südbuchten des PeloponneS vorgelagert. Tie Insel sperrt diese Bucht und ist auch für die Verbindung mit Kreta und die Durch- fahrt auS dem Mittelmcer ins Aegäische Meer von Wichtigkeit. * Griechische Truppenansaunnluug auf Euboea? London, IS. Januar.„Daily Chroniclq" meldet aus Euboea. das griechische Truppenkontingent auf der Insel sei nicht vermin- dert worden, es sei im Gegenteil verstärkt worden, und noch immer zögen Soldaten über die Brücke bei Chalki« noch der Insel. An- geblich seien diese Truppen Urlauber, aber das Merkwürdige an der Sacbe se», daß sie nur deS Nachts über die Brücke marschierten und daß dabei auch Geschütze herübergeführt würden. Außerdem seien drei- bis viertausend Gewehre und eine Menge Miinitjon noch der Insel geschickt worden. In Ehaffis kommandiere der be- kannte General BairaS. dem vor kurzem angekommene königs- treue Offiziere zur Seite stünden. Derselbe General habe die Bcr- Haftungen zahlreicher Venizelisten durchzusetzen verstanden; er rufe jetzt alle oenizelistischen Beamten von ihren Posten ab und befehle ihnen, sich in Chalki Z zu melden. Griechenland und Jtalieu. Vor der Antwort der griechischen Regierung auf datz Ultimatum der Entente hatte der griechi'che Ministerpräsident mehrere Besprechungen»nit dem italienischen Gesandten BoS- dari. um Verhandlungen über diejenigen Forderungen des Ultimatums herbeizuführen, bezüglich deren die griechische Regierung Vorbehalte gemacht hatte.* * französische Kammerdelegierte nach Taloniki. Paris, 14. Januar. Der.Kammerausschuß für Aus- wärtige Angelegenheiten hat drei Mitglieder der Kammer nach Saloniki entsandt, wo sie genaue Untersuchungen über die militärische und politische Lage vornehmen sollen. die englische Seeschiffahrt unö öer Unterseebootskrieg. Von Heinrich Cunow. Die zunehmende Torpsdicrung euglischcr Haudelsschlsse und die dadurch hervorgerufene Frachtraumnot>mrt> in der englischen Handelswelt immer schwerer empfunden. ES ist daher nur allzu begreiflich, ivcnn in der englischen Handel? Presie neben dem üblichen Lob auf die stolze englische Kriegs flotte, die Teutschland von jeder NahrungSmittclzufuhr über See abgeschnitten habe, die dringende Forderung eines schärferen Vorgehens der britischen Kriegsschiffe und der be waffneten HandclSdampscr gegen die deutschen Unterseeboote auftaucht. Die englische Kriegsflotte, heißt es, verfolge eine zu defensive Politik und zeige allzu wenig Initiative. U» bedingt müsse mit aller Qffcnsivkraft versucht werden, die deutsche Kriegsflotte, besonders die immer gefährlicher werdende deutsche Tauchbootmarinc, zu zerstören. denn Deutschland dürfe, wenn der Krieg zu Ende gehe, in keinem FrfUe mehr seine Flotte haben. Wäre beispielsweise in der Seeschlacht bei Jütland die deutsche Flotte vernichtet worden, dann hätte England die volle Verfügung über die. Ostsee, die deulschen Unterseeboote kömsten nicht aus ihren Häsen und Sä luvi winkeln heraus und England vermöchte eine freie unmittel bare Schiffsverbindung mit Rußland herznstellcn. Tie Aufrcchterhaltung der englischen Schiffahrt ist tatsächlich heute Englands größte Sorge. Sie ist weit wichiigcr für England als Siege in Siidflandcrn. an der Sommefropt oder sonst irgendwo, denn die Fortsetzung d e e- Krieges in seiner jetzigen?l n S d e h n u n g i si dem Vicrverband nur möglich, wenn England die Verfügung über einen gcniigcndcu Handelsschisssrauin behält. Gelingt es. die schon jetzt vorhandene Knappheit dieses Raumes immer mehr zu steigern, so steht die Entente vor dem Zusammenbruch. Frankreich und Italien vermögen ohne die stetige Heran- schaffung von Kohlen, Eisen und Lebensmitteln weder ihre Munitionssabrikation, noch ihren Eisenstahndienst, noch ihre industrielle Tätigkeit fortzusetzen. Ebenso wäre Rußlands Kriegführung mattgesetzt, wenn ihm die Zufuhr von Munition. Waffen und Chemikalien aus den Ententcländern völlig ab geschnitten würde. England selbst aber braucht dringend die freie Meereszufuhr von Nahrungsmitteln, die durch die Tätigkeit der deutschen Tauchboote immer mehr in Frage gestellt wird. Wenn in Eng- land die Nahrungsmittelpreise ständig steigen und zum Teil bereits beträchtlich höher stehen als im blockierten Deutschen Reich, und wenn daher England, der Hort der individualistischen Gesellschafts- und Staatsanffassung. sich gl zwungen sieht, zu ähnlichen staatSsozialistischen und diktatoii schen Maßnahmen zu greifen wie Deutschland, so liegt das keineswegs allein daran, daß fast überall, auch in deionicht- kriegführenden Ländern, die Preise gestiegeil sind um die Weltgetreidcerntc im Jahre 1916 besonders ungünstig aus gefallen ist. Diese Verändeningen der Lage des Weltmarktes vermehren siur noch die Lebcnsmittelknapphcit und zu nehmende Teuerung in England; der hauptsächlichste Grund ist jedoch die Schiffsraumnot und das dadurch bewirkte Steige» dar Schiffsfrachtraten. Die Getrcidcfrachtcn von New Iörk nach London sind seit Kriegsbeginn sast um das Zehnjachc. von Buenos Aires nach London um das Zwölffache gestiegen Freilich kommt dieie Verringerung des dem Handel zur Verfügung stehenden SmiffsfrachtraumeS nicht allein aus Rechnung der Tauchboottäligkeit; nicht minder trägt dazu bei, daß die englische Admiralität zum Zweck der Truppen- und KrirgsmaterialientranSporte der britischen Handelsflotte einen beträchtlichen Teil ihres Schiffsbestandes entzogen und in. ihren Dienst gestellt hat. Ter Verlust,, den die englische Handelsflotte durch Unterseeboote, Minenexplosionen, Unglücks sälle usw. erlitten hat, dürste bis Ende des Jahres 1916 vielleicht an 2,8 Millionen Brutto-Registertonnen betragen haben, fast 14 Proz. der Gesamttonnage der britischen Handelsmarine zu Beginn des Krieges. Dieser Verlust. wird ireikich zum Teil durch die Indienststellung neuer Schiffe ausgeglichen, aber doch nur zum Teil, so daß sich im ganzen immer noch eine Abnahme von ungefähr vier Prozent ergibt. Das scheint nicht viel zu sein, doch kommt in Betracht, daß wie schon erwähnt wurde, die englische Admiralität einen großen Teil der englischen Handelsflotte für mi litärische Zwecke reqniriert hat. Nach einer kürzlich von Lord Balfour gehaltenen Rede sind jetzt an 42 P r o z. der gesamten englischen Handelsflotte von der englischen Adniiralität in Be« ichlag genommen. Ferner muß in Rechnung gestellt werden, daß die Handelsflotte der Mittelmächte größtenteils aus dem intcr nationalen Verkehr ausgeschaltet ist; und diese Flotte war vordem Stieg qu der Gesamttonnage der Welthandelsftotte mit fast I t Proz. beteitigt. Telbst heute dürfte der in in- und ausländischen Häfen festliegende Schiffsraum der Mittelmächte immer noch an ll Proz. der Welttonnage betragen. Weiter kommt hinzu, daß ein Teil der neu in Dienst gestellten Schiffe aus älteren scholl abgesetzten, jetzt notdürftig reparierten Schiffen besteht, die weniger leistungsfähig sind, während nicht nur iür militärische Zwecke, sondern auch für den Transport mancher Lebensnüttel, ferner für Kohlen, Eisen, Holz usw. heute mehr Schiffsraum verlangt wird, als vor dem Kriege. Ilm die drohende Gefahr abzuwehren, haben die eng- lischen Reedereien nicht nur zahlreiche Schiffe der neutralen Staaten, vornehmlich Norwegens, gechartert, die englische Regierung ist auch dazu übergegangen, fremden Schiffen das Einnehmen englischer Kohlen und die Uebernahme von Frachten in englischen Häfen zu versagen und zu erschweren, salls die neutralen Schiffe sich nicht zur Ausführung sogenannter Pflichtfahrtcn verstehen, d. h. England Bannware zuführen oder Transporte solcher Waren nach Frankreich und Italien übernehmen. Zugleich hat mau begonnen, den englischen Schiffsbau M forcieren. Während nach Lloyds Register im ersten Viertel- fahr 1916 in England nur 67 Schiffe mit einem Raumgehalt von 89 161 Brutto-Registertonnen vom Stapel liefen, sind im dritten Vierteljahr 1916 86 Schiffe mit 19L267 Brutto- Registertonnen vom Stapel gelassen worden, und während im ersten Vierteljahr 1916 nur mit dem Bau von 192 728 Re- gittertonnen begonnen wurde, sind im dritten Quartal 829129 Registertonnen neu in Angriff genommen worden. Doch stärker alS dieser Zuwachs ist der Verlust durch deutsche Unterseeboote, und so nimmt trotz aller Gewalt- maßnahmen, trotz allen Zwanges auf die Reedereien der neutralen Staaten der HandclsschiffSverkehr i n den englischen Häfen fast ständig ab. Beispiels- weise hat die Gesamttonnage der im letzten Monat November «vom Dezember fehlen noch die Nachrichten) in englische Häfen eingelaufenen Schiffe aller Nationen nur 2553593 Register- rönnen betragen, lU.5 625 Tonnen weniger als im November >915- und 432 963 Tonnen weniger als im November 1914.— Und dieser Verkehe droht sich in allernächster Zeit noch be- irächtlich zu verschlechtern, denn trotz der hohen Frachtpreise und � Gewinne zeigen infolge der energischen Tätigkeit der deutsche� Tauchboote die holländischen, norwegischen, dänischen Reeder immer weniger Neigung, Bannwarentransporte für englische Rechnung auszuführen. Die Lage wird für England äußerst gefährlich. Es ist anders gekommen, als man dort zu Beginn des Krieges träumte. Man gedachte Deutschland durch die englische Kriegsflotte leicht alle Zufuhr abschneiden und dadurch binnen kurzem auf die Knie zwingen zu können. Die Verhinderung aller Lcbcnsmittelzufuhr nach Deutschland ist England ja auch größtenteils geglückt, zugleich ist aber seine eigene Lebensmittel- zufuhr selbst immer mehr ins Stocken geraten.(?) die neuen Noten üer Mittelmächte unü üie Antwortnote üer Entente. Basel, 13. Januar. Havas meldet aus Paris: Tic Blätter iehen die neue deutsche und österreichische Note als eine Fort- ietzung des Friedensinanövers an. Sie stellen die armseligen und?aum beachtenswerten Ploidoyers der klaren und gc- nauen Antwort der Entente gegenüber. Bon dieser Klarheit und Genauigkeit find manche französisch« namhafte Blätter keineKwees uber-ieugt. Ter republikanische ..Prögres de Lyon" sagt laut WolffS Bureau zu der An!- moruiote der Entente an Wilson geradezu: Einige Punkte der Note sind unklar. Wenn Einzelheiten in den ÄriegSzielen erst bei den Unterhandlungen bekanntgegeben werden sollen, so mutz man dafür sorgen, datz die Diplomatie nicht, wie so pst zuvor, allzu willkürlich mit de» Rechten der Völker umgeht; darunter hat der frieden Europas schon zu oft gelitten. Tie Frage der Verweisung der Türkei aus Europa mutz man im gegebenen Augenblick ein- gehend prüfen. Freie Durchfahrt durch die Dardanellen und den Bosporus ist eine Lebensfrage für Rutzland, aber ob es deS- halb nötig ist, K o» st a n t i n o p e l an Ruhland als Eigentum oder in Wahrung der Recht« aller Nachbarn nur als Besitz gleich- iam zur Nutzniehung zu überlassen, darüber schweigt sich leider dt« Rote aus. In militärischer Hinsicht mutz man gewitz Vorkehrungen treffen, aber wenn sich hinter den Ausdrücken �Internationale Konventionen" etwa Nnnexionsabsicht verbirgt, so wolle man nichts davon wissen. In der„H u m a n i te" schreibt der Abgeordnete Renan- d e l: Die Entente hätte präzisieren sollen, was sie unter„Terri- lorialen Konventionen und Rückgabe der früher den Alliierten ent- -iffencn Provinzen oder Gebiete" verstehe. Man hätte Elsatz- Lothringen nennen und sqgen sollen, datz man keine Erobe- rungs- oder AnnexionSobsichtcn unter unpräzisen Ausdrücken der- berge. Man hätte dann vermieden, datz man von der Rückkehr FranMichS ans linke Rheinufer gesprochen habe, wie dies jetzt wieder der Fall sei. ES sei erklärlich, datz die Mittelmächte die Bedingungen der Alliierten übertrieben finden würden. * Kriegszielc und Ffriedensbedingungen. Ter Washintoner Mitarbeiter der„Köln. Ztg." meldet seinem Blatte unterm 12. Januar: Heute besteht mehr Neigung, die Lage noch als hoffnungsvoll zu betrachten. Aber die Verbandsnote hat nicht nur Ueberraschungen. sondern auch Enttäuschungen berbor- gerufen, da die erwarteten Zeichen einci� wenn auch nur schwachen Friedeusueigung sich nicht gezeigt kwben. Die omilichen Kreise bewahren das aller strengste Stillschweigen, ober die ernüchternde Wirkung der Berboirdsnote ist unleugbar. Präsident Wilson soll, wie berichtet wird, sehr verschnupft sein .und die Note geradezu als eine Beleidigung empfiuden. Er sei aber noch nicht gan� entmutigt. Tie öffentliche Meinung »crdichlet sich dahin, datz der Verband mit seiner Note seine amerikanischen Sympathien nicht verstärkt habe. Seine Forderungen werden als matzlos, übertrieben uird als ge- radezu lächerlich angesehen, sie wären nur dann berechtigt, wenn sie von einem Tieger kämen, der durch das Brandenburger Tor in Berlin einzog. Einige neutrale Beobachter finden, es stecke noch ein Ausweg in der Unterscheidung zwischen Kriegsziel und Friedensbedingung. Die angeführten Kriegsziele seien bestimmt mr Ermutigung der eigenen Völker, die grtedensziele aber für den Verhandlungstisch. Ein Ergebnis der Verbanisnote wird überall zugegeben: datz sie den Bund der Mittelmächte fester denn je zu- sammengeschweitzt hat, namentlich soweit die Türkei und Bulgarien in Frage kommen. Die Bemerkung über die Umgestaltung der Landtage nach dem Grundsatze der Nationalitäten wird als eine für England äutzerft gefährliche Sache angesehen, da Deutschland mit Recht erwidern könne: Dann laht unS mit Irland den Anfang mache». Amtliche Berichtigungen und belgische Note. Vera, 14. Januar. Die Poriser Blätter veröffentlichen folgende amtliche Berichtigung der belgischen Note an Wilson: Anstatt wie gemeldet:„Belgien könnte nur einen Friede» annehmen, welcher ihm seine vollständige politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit zurückgibt, welcher die Unversehrtheit seines Gebietes und seiner afrikanischen Kolonie verbürgt und ihm gleichzeitig gerechie Wiedergutmachungen und sichere Garantien für ine Zukunft schafft" usw., mutz es beitzen:„Belgien könnte nur einen Frieden annehmen, welcher ihm gleich-eitig gerechte Entschädigungen and Sicherheiten sowie Garantien für die Zukunft verbürgt." Ferner anstatt:„Die Regierung des Königs bat die berechtigte Hoffnung, datz bei der endgültigen Regelung diese? langen Krieges die Stimme der Vereinigten Staaten sich mit Kraft erheben wird" usw. mutz ed heitzen:„Die Regierung de? Königs hat die berechtigte Hoffnung, datz bei der endgültigen Regelung dieses langen Krieges die Stimme der Ententemächte in den Bar- einigten Staaten einmütigen Widerhall finden wird" usw. Koloniale Kriegsziele Englands. London, 14. Januar.„Qbsevver" schreibt: Es wird in der Note der Entente nichts von England und der Zukunft der von den Alliierten eroberten deutschen Kolonien gesagt. Im all- gemeinen verlangt das englische Mutterland nichts für sich selb st. Südafrika, Australien und Neuseeland sind freie Dominion?, jedes mit seiner Monrosdoktrin, und sie werden nicht zugeben, datz die deutsche Gefahr wieder in ihrer Nachbarschaft auftaucht. Was die anderen feindlichen Kolonien betrifft, so wird viel von dem System abhängen, das in Deutschland selbst bestehen wird und von dem Werte der Garantien, die für. die Erhaltung des zukünftigen Friedens gegeben wenden. Niemand denkt daran, das deutsche Volk aller billigen wirtschaftlichen Aus- sichten zu berauben, aber der Handel darf nie mehr dem Militaris- mus dienstbar gemacht werden. Deutschland wird keinen Fing« breit seines Kolonialbesitzes jemals wieder zurückerhalten, wenn eS nicht vollkommen sichere Garantien für sein zukünfitges gutes Ver- halten gibt. Abgesehen von diesen Bedingungen wünschen wir nicht, das deutsche Volk ausreichender wirtschaftlicher Gelegenheiten auherhalb seiner Grenzen zu berauben. Wahrscheinlich würde es am besten sein, im oSmani scheu Reiche und in Afrika ein internationales Gebiet zu schaffen, das unter gleiche/, Bedingungen Deutschland und allen anderen Ländern, natürlich auch den Vereinigten Staaten offen stehen würde. In dieser Sache sollte die britische Regierung, wenn die wichtigsten Kricgszicle er- reicht sind, mit Mätzigung und Klugheit zu Werke gehen, voraus- gesetzt, datz eine Aendcrung des Systems und der Gesinnung ,n Teutschland selbst bemerkbar ist. (Ter„Observer" ist also so gütig, es im Fall eines guten Ver- Haltens— wie der Pater in den„Räubern" sagt—„beim Rade bewenden zu lassen".) Die parlamentarische tzeereskontrolle in Frankreich. Paris, 14. Januar. Lyoner Blätter melden, der Vor- sitzende des Heeresausschusses der Kammer Maginot habe dem Ausschuß eine Vorlage auf Ausdehnung und Verstärkung der Kontrolle und Unter suchungsbesugnisse der Armeekommissare vorgelegt. Die Kontrolle soll künftig ständig sein, und die Zahl der Armeekommissare auf 29 erhöht werden. An den Kriegsminister wurde eine Liste oller in der Schwebe befindlichen Fragen gesandt, über die dem Heeresausschuß trotz wiederholter Anfragen niemals Bescheid erteilt wurde. Dieser Kamps um die Verstärkung der parlamentarischen Kontrollbefugnisse in Heeressachen zieht sich in langer Linie durch die Zeit des Krieges. Die Kurve hatte ihren Höchst- punkt bisher in dem Kriegsabschnitt, der durch den Zusammen- bruch der Dardancllenakiion und das ihr parallele Ereignis der Absägung Millerands als KriegLminister und Vivianis als Ministerpräsident bezeichnet ist. Jetzt hebt sich die Kurve abermals im Zeichen orientpolitischer Bedrängnis, und wiederum geschieht es unter der Begleitmusik von Klagen, die damals auch Millerand die Tage schwer machten. Die Sorge des französischen Parlaments um Saloniki wächst mit dem Grade der Bedrohung der fünf Milliarden Frank, die an diesem Platze investiert sind, und Saloniki ist Briands geschworenste Angelegenheit. Einer von Safonows Leuten. Sasonow ist aufgestiegen und seine Spießgesellen steigen ebenfalls. Wie englische Blätter aus Petersburg erfahren, sind Entlastungen und Neuernennungen von Mitgliedern des russischen Rcichsrats, in dem das Gewicht der Liberalen im letzten Jahre gewachsen war, vollzogen worden. Der fortschrittliche Block ist von der Rechten jetzt uin ein Dutzend Stimmen überflügelt worden. Das findet seinen Ausdruck in der Ernennung des während der großen inneren Krise von 1913 zurückgetretenen crzrcaktionären Ministers S ch t s ch e g- lowitow zum Reichsratspräsidenten. Die Bedeutung der Ernennung dieses Mannes, der als der Häuptling der echtrussischen Leute galt und dessen Sturz als Justizminister die russischen Liberalen als wichtiges Ereignis gefeiert hatten, hat ihr Signal in dem seit Dezember merklichen Wiederhcrvortreten Sasonows. Im Herbst 1915 war der englische Gesandte Buchanan Sasonows Wider- sacher, und Buchanan hatte damals in N e r a t o w einen Helfer. Jetzt ist zwischen dem in Petersburg mächtigen Lcrtreter Englands und Sasonow eine Einigung zustande ge- kommen, die in demonstrativen Ehrungen vor der Oeffentlich- keit bezeugt wurde und vielleicht mit dem Anschluß Rußlands an den Wirtschaftssperrkrieg gegen Teutschlana in einiger Beziehung steht. Auch dein Autzenminifterium wurde Sasonow unlängst angegliedert, und nun vollzog sich alsbald der Rücktritt jenes Neratow von seinem nicht lange vorher unter Trepow erworbenen Gehilfenposten im Ministerium des Aeußern. Sasonow ist eben wieder eine wichtige Nummer geworden. und vor ihm müssen andere weichen, ob sie auch wegen ihrer Sachkenntnis zu brauchen wären, wie das bei Neratow, der als ein Kenner des russischen Ostens gerühmt wurde, der Fall zu sein scheint. Sind diese Schiebungen Anzeichen des Verlaufs der weiteren Veränderungen in der Ministersphäre Rußlands? Es ist ja davon die Rede, daß das Ministerium Golizyn keine abschließende Lösung darstellen werde. Besonders aus englischen Blättern kommt diese Botschaft, uud dort weiß man über das. was in den oberen Regionen Rußlands vorgeht, heute besser als je Bescheid. Bis in den Mordfall Rasputin hinein sollen nach neuesten Meldungen die Hände BuchananS reichen. Oje Beschießung von Galatz. Ter bulgarische Heeresbericht. Sofia, 13. Januar. Bulgarischer Heeresbericht. Mazedonische Front: Oestlick der C e r n a versuchten zwei feindliche Kompagnien, sich unseren Stellungen zu nähern, sie wurden aber durch das Feuer vertrieben. Rur an manchen Stellen der Front schwaches Arttlleriefeuer. Rumänische Front: Vor Jsaccea setzten wir durch Artillertefeuer ein semdliches Schiff in Brand, daS brennend donau» abwärts trieb. Sefi«, 14. Januar. Bulgarischer Heeresbericht. Mazedonische Front: Nur zwischen dem Barbar und dem Doiransee lebhaftere Tängleit der feindlichen Artillerie. Der Feind griff südlich vom Dorfe S t o j k o w o an, aber sein An- griff wurde schon durch unser Feuer abgewiesen. Auf den übrigen Abschnitten der Front schwaches Artilleriefeuer. Rumänische Front: An der unteren Donau, zwischen G a l a tz und Jsaccea vereinzeltes Arlilleriefeuer out beiden Seiten. Von unserem Uker aus bombardierten wir Mililäranlagen in Ealatz sowie den Bahnhof und die Elsenbahnbrücke in der Nabe der Stadt. Im Bahnhof brach ein Brand au«. Unsere Flugzeuge warfen Bomben auf den St. GeorgShafen und aus dir nahe Flug- zcugstalion ab. >>> Tie Kämpfe in der Moldau und am unteren Sercth. Der russische Heeresbericht vom 13. Januar meldet: An der rumänischen Front vertrieb der Feind unsere Truppen von einer Anhöhe nördlich des S l o n i c- F l u i s e§. Die temd- lichen Angriffe auf die Anhöben südlich vom Oit oz-Flu tz wurden alle abgeschlagen. Di« Rumänen griffen den Gegner westlich von Monastirka Kafinul om Kasinu-Flutz an. Nach einem heftigen Nabkampf gelang es ihnen, den Feftid zurückzuwersen, seine Gräben zu besetzen und 3 Maschinengewehre zu erbeuten. Der russische Bericht vom 14. Januar sagt von der rumänischen Front: Die Oesierreicher versuchten ö'iltch von dem Dorfe Putna im Tale des Putnoflusies eine Offensive, wurden ober durch Feuer zurückgeworfen; ihre Angrific auf unsere Abteilungen nördlich vom S l o n i c« Flusie und südlich vom Ottos wurden abgeschlagen. Der Feind hat die Rumänen« Werst westlich von Plaedea, 18 Werst südöstlich von dem Zusammenfluß deS K a s in mit dem T r o t u S angegriffen, wurde aber abgeschlagen. Feindliche Abteilungen ver- suchten eine Offensive in der Gegend von Ra du leset, 19 Werst östlich von Focsani, wurden aber durch unser Feuer in ihre AuSgangSgräben zurückgeworfen. In Stärke von etwa drei Regt- meutern und von starker Artillerie unterstützt, hat der Feind an der Front unserer Garden von Kotuinichati am Serrth bis nach Vadeni, 10 Werst nördlich von R r a i I o w dir Offensive ergriffen; nachdem unsere Vortruppen mehrere Angriffe abgeschlagen honen, räumten sie unter dem Druck der feindlichen Ueberlegenheit daS Dorf K o t u m i ch a l i. » Tie Verluste der Rumänen. Bern. 14. Januar. Französisch, Blätter veröffentlichen Nach- richten aus Rumänien, wonach von ßOOOOO Mann, die Rumänien zu Kriegsbeginn unter Waffen batle, ungefähr 290 909 tot verwundet oder vermißt sind, während sich etwa 199990 in deutscher Gefangenschast befinden. ?S?*Der türkißhe Kriegsböricht. Konstautinopel, 14. Januar. Amtlicher Bericht. Oestlich von K u t el Amara Sriillerietätigkrft und Gefechte zwischen Aufklärungsabteilungen. Persische Front: Wir warfen eine russische Kompagnie zurück und zogen in R a y a t«in. Kaukasusfront: Kein Ereignis von Bedeutung. Auf den anderen Fronten nichts Wesentliches. » Von russischer Seite wird von der Kaukasusfront ge- meldet: In der?tachl zum 12. Januar haben unsere Äbleilungen südlich von dem Dors« T e l m e, 20 Wersi südwestlich von K a l i r t. die Türken angegriffen; Hcie flohen; wir machten Gefangene, er- beuteten Waffen und zerstörten die Verreid'gungswcrke des Feüides. Der Seekrieg. Der U- Loot- Kreuzerkrieg. französische Schiffsnöte. Bern, 14. Januar. Der Porstand des Zentral- komitees der Reeder Frankreichs stellte in der letzten Sitzung fest, daß die Vernichtung von Handelsschiffen durch den I7-Bootkrieg immer größeren Umfang annehme. In der letzten Woche seien 99 Handelsschiffe, darunter 29 ftan- zöfische, versenkt worden. Infolge eines Regierungsverbotes sei es unmöglich, den Schiffsverlust durch Ankäufe im Aus- land wieder zu ersetzen. Die französische Handelsflotte könne nur durch Neubauten reorganisiert werden, aber auch das sei unmöglich, da die Regierung trotz wiederholter Bemühungen der Reeder und Schiffsbauer noch keine Maßnahmen ergriffen habe, die den Werften gestatteten, sich mit dem nötigen Her- stellungsmaterial zu versehen. DaS Zentralkomitee macht die Regierung nochmals darauf aufmerksam, datz die f r a n- zöfische Handelsmarine völlig zu verschwin- den drohe, wenn die Werften nicht schnellstens Neubauten vornehmen könnten. Ferner habe die Neubildung des Marineministeriums leider zu weiterer Dezentralisatton der Verwaltungsstellen für die Handelsmarine geführt. Oesterreichischer Paffagierdampfer ohne Warnung versenkt! Wien, 15. Januar. Am 14. Januar vormittags wurde in den Gewässern MitteldalmatienS der kleine Passagierdampser..Zagreb"(ungefähr 599 Tonnen) von einem feindlichen Unterseeboot ohne Warnung versenkt. Drei- zehn Mann von der Zivilbemannuug und dreizehn Fahrgäste sind ums Leben gekommen. Die Tat erinnert wieder an die Versenkung des Spital- schiffes ,. E l e k t r a" und des kleinen Kurzdampfers„Du- b r o v n i k". Oesterreichische v-Boot-Berluste. Rom» 14. Januar. Ein amtlicher Bericht deS Marineministc- riumS sagt: Das feindliche Unterseeboot U. C. 12, dos die deutsche Warine der österreichisch-ungarischen abgetreten hat, fiel in unsere Gewalt und wurde unseren Torpedogeschwadern eingereiht. Ein anderes Unterseeboot. U. 12. der österreichisch-ungarischen Marine ist ebenfalls in unserem Besitze. Außerdem gibt daS Marineministerium bekannt, daß italie- nische und französische Wasserflugzeuge am Freitag eine Auftlä- rungsoffensive unternahmen und über Pola Bomben auf feindliche Einheiten abwarfen. Gegenangriffe feindlicher Flugzeuge »utben"at SufiTamSf zilrüLgeschlage«. Eines unserer Aaiserflu� zeuge kämpfte nacheinander mit drei feindlichen Flugzeugen und zwang sie zum Rückzüge. Bomben, die feindliche Flugzeugs auf unsere Torpedoboote auf hoher See warfen, hatten keinen Erfolg. Me unsere Luft- und SchiffKeinheiten kehrten unbeschädigt an ihren Ausgangspunkt zurück. U-Bunt gegen bewaffnete Handelsdampfer. Tos vom Kapitänleutnant Arnauld geführte deutsche U-Boot bat auf seiner letzten Fahrt wieder fünf englische Handelsdampfer, die bewaffnet waren, versenkt, die teils mit Weizen für England und teils mit Kohlen und Kriegsmaterial für Saloniki beladen waren. Bon vier der versenkten Schiffe wurden die Kapitäne gefangengenommen. Aufgebrachter Dampfer. Kopenhagen, 14. Januar. Der dänische Dampfer„ T 6 y r a � der von Kopenhagen nach Norwegen abgegangen war, ist der.Be/- lingske Tidende* zufolge an der schwedischen Küste bei Halmsiad von einem deutschen Wachtichiff aufgebracht worden. Er passierte gestXn den Sund auf der Fährt nach einem deutschen Hafen. Post über Bord. Kopenhagen, 14. Januar.„Politiken" berichtet, der schwedische Dampfer„Jngeiorg" fei vorgestern in der Nordsee von einem deutschen Untersetboor angehalten und gezwungen worden, 700 Postsäcke, die für Rußland, Rumänien, Italien und Japan bestimmt waren, über Bord zu werfen. Der Dampfer trw gestern in Göteborg ein und hatte noch 200 Postsöcke an Bord, die für neutrale Länder bestimmt, daher unberührt geblieben waren. » Bersenkt. Reuter meldet: Der norwegische Dampser „Aestsold" ist versenkt worden. Die dänische Kriegsversicherung erhielt ein Telegramm, wonach der dänische Dampfer ,T u ü o r g' (2250 Tonnen) von einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde. Der Dampfer befand sich auf einer englischen Pflichtreise mit Kohlen« ladung von England nach Lissabon. Kleine Kriegsnackrichten. Der Militärflieger Snuvage, der im französischen General- stobsvericht mehrmals erwähnt wurde, ist kürzlich im Luftkomp' an der Somme abgeschossen worden. Englisches Ausfuhrverbot für Leinwand. Tie Vereinigung Rattevdam hat vom niederländischen Ueberseetruft den Bericht empfangen, daß die englische Regierung keine Bewilligung für Ver- iendung von Lcinwandwaren irgend welcher Art nach den Nieder- landen gestattet. Militärisches aus Holland. Amtlich wird aus dem Haag mit- geteilt: Der Jahrgang lOll der unberittcnen Wafsen. mit Ausnahme des Torpedororps und der Fortsartillerie, wird vermutlich in der ersten Hälfte des Monats März beurlaubt werden. politische Uederflcht. Ter liebe Gott für den verschärften v-Boot-Krieg. Auf einer Tagung deS schleswig-holsteinischen Provinzial- verbandes des Bundes der Landwirte hat der Vor- sitzende dieses Bundes, Dr. R ö s i ck e, eine Rede gehalten, die nach mancher Richtung hin auffällig genannt werden mutz. Herr Dr. Rösicke gilt in den Kreisen der Landbündlcr als agitatorische 5kraft; wir sehen in ihm insofern einen Agitator. als er sich in stinetz Reden mit Vorliebe nguotorifcher Mittel bedient, wie sie ein Politiker, der nicht rein auf das Agitatorische eingestellt ist, verschmähen würde. Nach Herrn Dr. Rösicke ist auch der liebe Gott ein All- deutscher! Wenigstens Dr. Rösicke weiß dies ganz genau. denn er bekommt eS fertig, zur Frage deS I7-Boot-Aneges folgendes auszuführen: Ter liebe Gott hat uns einen Fingerzeig gegeben. Er hat die Welternte io schleckt gestaliet, daß England seine Schwierig- keilen hat. um sich zu ernähren. Wenn wir aber England dre Möglichkeil lasten. Schrffe. gefüllt mit Weizen, aus Australien. Indien usw. kommen zu losten und wir dies nicht durchkreuzen, dann ist es zweifelhaft, ob der lieb« Gott uns„ock einmal eine iolcke Gelegenheit gibt. Denn er verlangt, dah man die Hand ergreift, die er ausstreckt. Ick baffe, daß unsere Reichs- leilung diese Hand ergreifen wird, daß sie eS verstehen wird, sie zu ergreifen. Also der liebe Gott selber verlangt den rücksichtslosen II-Boot-Kricg! Dann ist freilich jeder Widerspruch ausge« schlössen. Sind sich die Kreise um Dr. Rösicke. die sich so gern ihres festen Gottesglaubens rühmen, der ungeheuren Blasphemie dieser Worte'wirklich nicht bewußt?!— Uns scheint, der liebe Gott hätte nach diesen Worten seines an- geblichen VcrkünderS weit mehr Ursache, Herrn Dr. Rösicke abzuschütteln, als der Reichskanzler, wie der Herr Dr. Rösicke wieder einmal verlangt hat, Pen Genossen Scheidemann. Die Ententcnote an Wilson beantwortet Dr. Rösicke mit der Aufstellung folgenden KriegzielS: Tann dürfen wir un« auch nicht scheuen, dem Gegner zu sagen, was für einen Frieden wir haben wollen. Sckeidemann. der den Franzosen sagte:„Sie wiffen gar nickt, welchen günstigen Frieden Sie haben können", hat dann beiseite zu trete». Die Anlworl auf die enthüllte Vernichtung Sgier der Entenie ist:„Ihr wollt uns berauben! Dan» Aug' um Auge, Zahn um Zahn! Dann«ollen mir uns nehmen, waS wir zum nützliche» Bestände Deutschlands brauchen.(Bravo!) Beweist man seine moralische Ueberlegenheit über einen Räuber dadurch, daß man ihm nach seiner Niederwerfung erklärt:„Nun beraube ich dich meinerseits"?! Wiederaufnahme der Landtagsarbeiteu: Am Dienstag tritt der Landtag nach einer vierwöchentlichen WeihnachiSpaui« wieder zusammen. Zunächst versammelt sich nur da» Abgeordnetenhaus, um den Etat und im Zusammen« hang damit die Vorlage betreffend Bereitstellung weiterer Mittel für Zwecke der KriegswohlfahrtSpsiege entgegenzunehmen. Beide Vor« lagen wird der Finanzminister begründen; die eigentliche Etats« beratung wird nicht vor Donnerstag beginnen. BoroiiSsichtlich wird sie in diesem Jahr einen hockpolmichen Charakter tragen. Nach den zahl« reichen Auslastungen in der bürgerlichen, besonders der rechtsstehenden Presse zu urteilen werden die Parteien deS Hause« e» sich nicht nehmen lasten, wieder des langen und breiten über Angelegenheiten zu reden, die im Grunde genommen zur Zuständigleit des Reichs ge- hören. Wir haben es ja schon im vorigen Jahre erlebt, daß von der Tribüne deS preußischen Abgeordnetenhauses eingehend die KriegSziel« debattiert sind, daß man dort den Zensur- und Be- la�erungSzustand einer Erörterung unterzogen und sogar versucht hat, für den verschärften II-Boot-Krieg Propaganda zu machen. An sich sind wir die letzten, die den Parlamenten der Einzelstaaten das Recht bestreiten, auch über Angelegenheiten des Reich« ihrer Meinung Ausdruck zu verleihen, schon mn ihre Vertreter im Bundesrat von den Wünschen und der Stimmung des Volkes zu unierrichten. Aber e« verdient hervorgehoben zu werden, daß der preußisch« Landtag sich bisher in Reichsangelegenheiten immer nur dann einzumischen pslegie, wenn e» galt, reaktionären Sttö- mungen Borschub zu leisten. Sache der Vertreter der Sozialdemokratie vor allem wird eS sei». Sorge dafür zu tragen, daß die eigentlichen preußischen An- gelegenheiten, i» erster Linie die Wahlrechtsfrage, i» den Debatten nicht zu kurz kommen und daß die Regierung gezwungen wird, sich endlich deutlicher als bisher über die Grundzüge der von ihr verheißenen Neuorientierung der inneren Politik zu äußern. Bon sonstigem Beratungsstoff liegt deni Abgeordnetenhause bi« jetzt nur noch vor das Diätengesetz, dessen kommissarische Vorberatung noch nicht abgeschlossen ist, und einige Antröge aus der Mitte des Hauses, darunter der über die Befreiung derDissidenten- kin d e r vom Religionsunterricht. Dieser Antrag ist schon vor fast Jahresfrist der verstärkten UnterrichtSkommission überwiesen worden, die ober bis heute noch keine Zeit gefunden hat. mit seiner Beratung zu beginnen. Erwartet wird in aller- nächster Zeit noch die Einbringung eines neuen Fideikommiß« gesetzentwurseS, der im wesentlichen auf der Grundlage des 1914 eingebrachten, aber nicht verabschiedeten Entwurfs aufgebaut sein dürsie, ober in einigen Punkten den Wünschen der Parteien Rechnung tragen soll. Das Herrenhaus findet an Beratungsstoff von größeren Vorlagen nur den Entwurf eines SchätzungSamtSgesetzes und den Gesetzentwurf betreffend die Förderung von Stadt« schatten vor, die beide das Abgeordnetenhaus bereits passiert haben. In beiden Häusern harrt außerdem noch der in Form eines Gesetzentwurfs gelleidete Antrag betreffend Freilassung der Teuerungszulagen von der Einkommensteuer seiner Verabschiedung. Was die Regierung noch darüber an gesetzgeberischer Arbeit plant, darüber hat ffe sich bislang nicht geäußert. Deutfch-törkifche Verträge. Unterm 11. Januar sind im Auswärtigen Amt« von Bevoll- mächtiaten de« Deutschen Reiches und des OSmanischen Reiches eine Reihe von Verträgen unterzeichnet worden, die be- stimmt sind, die Rccktsbeziehungcn zwischen den beiden Reichen in erschöpfender Weise zu regeln. Es sind vieS: ein Konsularvertrag, ein Vertrag über Rechtsschutz und gegenseitige Rechtshilfe in bürgerlichen Angelegenheiten, ein Auslieferungsvertrag, ein Nieoerlaffungsvertrag sowie ein Vertrag über die gegenseitiae Zu- führung von Wehrpflichtigen und Fahnenflüchtigen der Land- und Seestreitkräfte. Dazu kommen fünf weitere Verträge, wonach die Bestimmungen der bezeichneten RcchtSverträge aus die deutschen Schutzgebiete, den besonderen Verhältnissen dieser Gebiete cnt- sprechend, ausgedehnt werden. Die Verträge sollen das in der Türkei bisher in Geltung ge- wesene System der sogenannten Kapitulationen durch neue, dem modernen europäischen Völkerrecht entsprechende Beittmmun- gen ersetzen._ CSln Versprechen. An der Spitze ihrer Montogabend-Ausgabe veröffentlicht die„Deutsche Tageszeitung" eine Reihe Kundgebungen zur kaiserlichen Botschaft aus ihr nahestehenden Kreisen, darunter eine Kundgebung des Vorstandes der deutsch-konser- vativen Partei und eine solche des Bundes der Landwirte. In dieser heißt eS: In beiligem Zorn über unsere Feinde, die Euer Majestät echabeueS Friedensangebot höhnisch zurückwiesen, begeistert stir einen Kamps, der alles einsetzt und Deutschlands ganze Kraft entfaltet, sind wir bereit, jedes Opfer, jede Sei- stung und jede Entbehrung zu übernehmen, die in einem solchen noch gesteigerten Kampf« für Deutschlands glücke li che Zukunft daS Vaterland von uns verlangt. DaS Gelöbnis jedes OvferS. jtzder Leistung und nicht zuletzt jeder Entbehrung beziehen wir in erster Linie auch auf die Lösung der Ernährnugssrage. Wir werden uns erlauben, zu gelegener Zeit an dieS feierliche Versprechen zu erinnern.' Reformbedürfnisse i» der Z?reikonservativen Partei. In einer Artikelserie der„Post" wendet sich der freikonservadive Gras Otto Moltle, Mitglied des preußischen Abgeondneten- Hauses, an seine Parteifteunde, um sie für eine Modernisierung der Freikonservativen Partei zu gewinnen. Er will die„Neu- orienticrung" im eigenen Hause beginnen, doch erwartet er mit diesem Vorhaben offenbar heftige» Widerspruch seiner bisherigen Parteigenossen, die er einwenden läßt:„Woher nimmst du das Recht zu solcher Kritik?... Wir sind und bleiben die bewährten Alten. Wir füllten bisher unseren Platz aus und gedenken es fürderhin zu tun— mit oder ohne dich 1"—„Gut, dann ohne m i ch" erwidert Gros Moltke mit bemerkenswerter Entschluß- festigkeit. Die innere Berechtigung seiner Kritik verteidigt Graf Moltke mit einer Betrachtung über die geringe Werbekraft seiner Parter. die sich„trotz vieler und großer Verdienste und Erfolge in politischen Einzelsragen, in der breiten Oeffentlichkeit im Bewußt» sein und Verständnis der Gesamtheit nicht hat durchsetzen können." Er fragt bekümmert: Sollen wir in der größten Zeit deutscher Entwicklung wie bisher als bescheidene Mauerblümchen an der Wand sitzen und warten, bis uns ein Verspäteter freundlichst trotz unserer vielleicht etwas verblichenen Reize enga- giert? So entscheidet sich denn Graf Moltke für den Weg der Neu- orientterung.„wenn er auch etwas uneben, holprig und teilweise nicht ungefährlich ist." In einem zweiten Artikel sucht Graf Moltke einige Richi- linien für die Neuorientierung in der Rcichspolitik zu geben. Zwei Punkte greift er heraus. Bei dem ersten kommt er jedoch nicht über einige Allgemeinheiten hinaus. Er will angesichts der gemeinsamen Opfer für daS Vaterland, der' Ileberwindung aller Unterschiede im Schützengraben, das Einigende mehr hervortreten, das Trennende zurücktreten lassen. Der„keusche, spröde, adlige Gedanke der Voßsanheit dürfe nicht wieder verkümmern." Uebar die praktische Durchführung dieses Gedankens, der u. E. notwendig aus die Forderung„gleiches Recht für alle" hinausläuft, erfahren wir nichts.— Der zweite Punkt betrifft die auswärtige Politik. Hier erklärt sich der Verfasser mit der Schaffung eines ReichstugsausschussöS für auswärtige Angelegenheiten einverstanden. Weitere Artikel sollen folgen. In ihnen wird sich Graf Moltke vermutlich auch mit preußischen Fragen beschäftigen. Man darf daraus gespannt sein, ob er die Lebre der Schützengrabengleichheit auf das preußische Wahlrecht anwenden wird. Tisza sitzt fest. Halbamtlich wird im Budapest verlautbart. daß die Gerüchte über eine Krisis im Kabinett TiSza auf haltlosen und unwahren Behauptungen beruhen. Zur österreichische» Parlaments frage hat die Wiener„Arbeiter-Zeitung" in einer Artilelreiho ihres Chefredakteurs Austerlitz über die Reform der Geschäftsordnung interessante Beiträge geliefert. Austerlitz hält bei der Größe des Hauses (516 Abgeordnete für 30 Millionen Staatsbürger), die geradezu zu marktschreierischer Reilame und zu Hervortreten durch Skandalinacherci anreize, bei der Undiszipliniertheit und dein Unernst so vieler Mit- glieder und bei der Unselbständigkeit und RechnungSträgerei des Präsidenten eine Reform der Geschäftsordnung, die leichlsiunige Ob- struktion unmöglich macht, für durchaus nötig. Er legt dar, daß diese Reform unter voller Einhaltung der Borschrifleil der Geschäfts- ordnung in vier Sitzungen erledigt sein könne und daß alle Par- teien nunmehr ein arbeilendes Parlament wollen. Ein« Oktroi- ierung der Geschäftsordnung würde aber nur Erbitterung schaffen und da« ihrer Absicht entgegengesetzte Ergebnis erzielen. Clam- Martinitz möge sich also nicht zu einem solch verderblichen Schritt entgegen seinem Willen bestimmen lassen. Skandal und Duell. Großes Aussehen erregt iu politischen Kreisen Budapests hie Enthüllung des„Az Est", daß der Vizepräsident der Re- gierungspartci Baron(Sabriel Daniel im Interesse eines Lieferungskonsortiums beim Kriegsminister K r o b a t i n vermittelt habe. Als Mittelspersonen figurierten der Grund- besitzcr S e b a st i a n i und das Mitglied der Regierungs- Partei M u z s l a y. Die Enthüllung erfolgte nach Angaben S e b a st i a n i s und M u z s l a h s. Darauf wurde in der Presse die Darstellung Sebastianis als eine niederträchtige Verleumdung erklärt. Nunmehr hat Sebastiani den Ab- geordneten Muzslay wegen Beleidigung zum Duell fordern lassen. Die Angelegenheit wird auch die Untersuchungskom- mifsion des Abgeordnetenhauses beschäftigen. Wunderbar ist, wie immer so auch hier, der naive Glaube, daß mit dem Florett ein Skandal getilgt werden könne. Ter Bundesrat beschloß gestern über die Festsetzung von Kursen der zum Handel an deutschen Börsen zugelassenen Wertpapiere für sie Veranlagung der Besitzsteuer und KriegSsieuer. Zur Einberufung des bayerischen Landtags. Am 80. Januar wird der bayerische Landtag zu einer außerordentlichen Tagung zu- sammentreten. Eine der ersten Ausgaben der Kammer wird die Neuwahl des Präsidenten sein, da der bisherige Präsident. Dr. v. Orterer, gestorben ist. Voraussichtlich wird nach einer Mit- teilung des„Verl. Tagebl." Hofrat v. Fuchs zum Präsidenten, Oberbürgermeister v. Casselmann zum ersten Vizepräsidenten gewählt werden. DaS Schwergewicht der Verhandlungen werde auch diesmal wieder dem Hauptauöschuß zufallen. Liebknecht aus der Anwaltschaft ausgeschloffen. Der„Reichs- angeiger" meldet, daß der Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht in den Listen der bei den Landgerichten I, II und III Berlin zugelassenen Rechtsanwälte gelöscht worden ist.— Diese Streichung Liebknechts aus der Liste der Rechtsanwälte ist eine automatische Folge seiner rechtskräftigen Verurteilung zu einer Zuchthausstrafe sowie der Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Eine einmalige DeuerungSunterstützung soll, wie von zu- ständiger Stelle mitgeteilt wird, auch den pensionierten Reichs- beamten und ihren Hinterbliebenen zuteil werden. flus der Partei. Ein„verräterischer Akt". Das Züricher„VolkSrecht". ein Blatt, das sich noch sozialdemokratisch nennt, obwohl es schon ganz in den Anarchismus übergeschnappt' ist, schreibt zum„Manifest" der deutschen Parteioppositton das folgende: Obwohl dieses Manifest nicht frei ist von pazifisti- schen Verschwommenheiten und Illusionen, ist es doch al« eine solche Kundgebung der in der Frage der Ber- neinung jeglichen Burgsriedens mit der Regierung und den herrschenden Klassen und der Erkenntnis der Notwendigkeit des Klassenkampfes auch während de« Krieges einigen Opposition in Deutschland zu begrüßen. DaS Manifest kam umso zeitgemäßer und ist umso wertvoller, als zu gleicher Zeil die deutsche P a r t e i m e h r h e i t sich nicht scheut, die Ablehnung deS Friedensangebotes durch die Entente dazu zu benutzen, um die Mosten neuerdings zum Durchhalten aufzufordern, die Ver- antwortung für die Fortsetzung des Krieges den„Feinden" zu- zuschieben und somit geradezu die Geschäfte der reaktiv- närsten und rücksichrSloseste» imperialistischen Erobererparteien zu besorgen. Da war eS schon not- wendig, daß gegenüber diesem neuesten verräterischen Akt auch die Summe der anderen sich hören ließ, die ihr sozialistisches Gewissen noch nicht ganz(!) verloren haben. In derselben Nummer veröffentlicht dasselbe Blatt einen „theoretischen" Leitartikel, der zu dem Ergebnis kommt, daß es dem wahren Sozialisten ganz Wurst sein könne, wer in einem Krieg zu oberst und wer zu unterst zu liegen kommt. Allerdings ein Standpunkt, der sich von jeder„Verschwommen- heit" fern hält. Da sich die Mehrheit der deutschen Sozial- demokratie aber zu diesem Gipfel der„Theorie" noch nicht durchgerungen hat. wird sie weiter so„verräterisch" sein, an ihrem eigenen Volk in Not und Gefahr keinen Verrat zu begehen. Was einige bedauernswerte Leute schreiben, die der Krieg um ihr bißchen Verstand gebracht hat, berührt sie wenig. Leiste Nackrichten.- Eröffnung dcb polmschen Staatsrats. Warschau, 15. Januar. Ter provisorische Staatsrat wurde nach einem feierlichen Hochamt vor dem SitzungSpalais von Zlbordnunge» der Legionen empfangen. Graf Szeptycki an der Spitze einer Ehrrnkompagnie, sowie Offiziers- und Soldatendepu- tatione« aller Regimenter meldeten, daß die Legionen der erste» rechtmäßigen polnische» Regierung militärische Ehren erweisen wollen. Tie StaatSratSmitglieder stimmten als Antwort in den Ruf: Es lebe die polnische Armee! ein. Waelaw von NiemojewSti wurde zum Kroumarschall ge- wählt. Er legt« das Gelöbnis ab» treu dem Batvrlande zu diene». Zu seinem Vertreter wurde». M i k u lo w s ki- Pomorski ge- wählt. Ter schwedische Reichstag. Kopenhagen, l5. Januar.„Berlingsle Tidende" meldet au« Stockholm: Die neue Tagung deS schwedische» Reichstag» ist heute eröffnet worden. Wie verlautet, wird die Regierung im Reichstage eine Gesetzvorlage betreffend Einführung einer Luxus- steuar aus Zigarren und Wein einbringen. Tie Brotkarte in Schweden. Kopenhagen, 15. Januar.„Berlingske Tidende" meldet au» Stockholm: Heute tritt in Schwede« das Brotkartenstzstem i« Kraft. Gewerksthastliches. Eine falsche /luslegung ües tzilfsüienft- gefehes. Man schreibt uns von besonderer Seite: Eine Berliner Kohlenfirma hat in ihren Geschäftsräumen ein Plakat ausgehängt mit der Ueberschnft„Vaterländischer Hilfsdienst". Das Plakat hat folgenden Wortlaut: „Auch unser Betrieb gehört zu den im HilfZdienstgesctz an- gciüvrten Betrieben. LZir verweüen daher auf folgende Bestimmungen dcS Gesetzes über den vaterländüchen Hilfsdienst vom 5. 12. lJHS. § 1. Jeder männliche Deutsche vom vollendeten siebzehnten und bis zum vollendeten sechzigsten Lebensjahre ist. soweit er nicht zum Dienste in der bewaffneten Macht einberufen ist, zum Vater- ländlichen Hilfsdienst während des Krieges verpflichtet. 8 S. Niemand darf einen Hilisdienstpflichügen in Beschäftigung nehnien, der bei einer der bezcichnercn Grellen beschäftigt ist oder in den letzten zwei Wochen beschäftigt gewesen rst. sofern der Hilis- dienstpflichtige nicht eine Bescheinigung seines letzten Arbeitgebers darüber beibringt, daß er die Beschäftigung mit dessen Zustimmung aufgegeben hat. ß 13. Mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mir Geldstrafe bis zu zehntausend Mark oder mit einer dieser Strafen oder mit Haft wird bestraft: 1. Wer der angeordneten Ueberweiiung zn einer Beschäftigung nicht nachkommt oder stch ohne dringenden Grund beharrlich weigert, die ihm zugewiesene Arbeil zu verrichten, 3. wer der Vorschrift in§ 9 Abs. 1 zuwider einen Arbeiter beschäftigt. Die Platzverwalter sind angewiesen, der Geschäftsleiiung von jedem unbefugten AuSIriit eines Hilfsdienstpflichtigen Mitteilung zu machen, damit alle derartigen Fälle in schärfster Weise verfolgt werden können. llnierichrrft der Firma." Das ist ein Mißbrauch des Gesetzes. Von dem wichtigen s; 9 wird nur der erste Absatz abgedruckt. Der zweite Absatz des 9 gibt aber dem Arbeiter, dem der Abkehrscheiu der- weigert rvird, das Recht der Beschwerde an einen Ausschutz. Dieser Ausschutz, der sogenannte SchlichtungsauSschutz, besteht aus einem Beauftragten des KriegSamts als Vorsitzendem und aus je drei Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeit- nchmer. Der Ausschutz hat den Fall zu untersuchen und, wenn ein wichtiger Grund siir daS Ausscheiden des Arbeiters vorliegt, diesem einen Abkehrschein auszustellen. Als wich- tigec Grund— dies steht im dritten Absatz des K 9— soll insbesondere eine angemessene Verbesserung der Arbeits- bedingungen im vaterländischen Hilfsdienst gelten. Wer nun durch verstummelten Abdruck des§ 9— also unter Weglassnng der Absätze 2 und 3— alle diese Bestimmungen, die zum Schutze des Arbeiters dienen, irnterdrückt, der verfälscht damit den Sinn des Gesetzes. Das Kriegsamt wird gcwitz nicht dulden, daß sich ein derartiger Fall wiederholt. Wenn über- Haupt solche Anschläge gemacht werden, müssen sie den In- halt des Gesetzes sachlich und unparteiisch wiedergeben und dürfen nicht den Anschein erwecken, als sei durch das Gesetz der Arbeiter dem Betriebsinhaber auf Gnade und Ungnade verfallen. Das Gesetz ift im Interesse deS Vaterlandes erlassen worden und ruft das ganze Volk zur Mitarbeit aur. Dabei ift in erster Linie auf die freiwillige Teilnahme der Hilssdienstpflichtigen, gerechnet und die bisherigen Erfahrungen haben den erfreulichen Beweis erbracht, daß diese Rechnung richtig war. Gewisse Bcschrän- kungen der persönlichen Bewegungsfreiheit waren natürlich unumgänglich. Aber sie alle sind durch paritätisch besetzte Ausschüsse mit den nötigen RcchtSgarantien versehen und ganz gewiß nicht bestimmt, dem einzelnen Arbeitgeber eine erhöhte Macht über seine Mitarbeiter zu verleihen. Daher verletzen Plakate, wie das angeführte, den Geist des Gesetzes und können nicht scharf genug gemitzbilligt werden. Beschwerde bei dem OKmann der Arbeitnehmer- Schlichtungs- kommisfion, Kollegen W. Siering, einzureichen. Dem scher Melallarbeiterverband Berwaltungsstelle Berlin. _ Die OrtSverwaliung. Forderungen der Eisenkonstruktionsarbeiter. Die in den EisenkonstruklionSbelriebcn beschäftigten Aibeiier irnd Arbeiterinnen beben durch ihr Vorgehen wäbrend der TeuerungSzeii Zweimal Zulagen erhalten, die zusammen 16 Pf. für Verheiratete, 16 Pf. für Lcdige pro Stunde beiragen. Seit Be- lvilligung dieier Zulagen find die Lebensmittelpreise weiter gestiegen. Die Arbeiter sehen sich deSbalb genötigt, auch eine weitere Erhöhung ihrer Teuerungszulagen zu fordern. Zu diesem Zweck hielten sie am Sonntag eine stark besuchte Versammlung im Sophien- j iaal ab. Ter Referent Wuschick begründete die von den Vertrauensmännern beratenen Forderungen: Gewährung einer erneuten Zulage zum Stundenlohn von 26 Pf. für Verheiratete und 1ö Pf. für Ledige autzer den be- reiiS früher bewilligten Zulagen. Tieie Forderung gilt für alle Ar- bester und Arbeiterinnen, auch iür die neucingcstellten. Dies zu be- tonen ist notwendig, weil es vorgelommen ist, datz nach Bewilli- gung der ersten Teuerungszulage emgesiellle Arbeiter nur die zweite Zulage, olio 8, beziehungsweise 5 Pf. statt 16, beziehungsweise 16 Pf. erhalten haben.' ES toll deSbalb ausdrücklich festgelegt werden, datz alle Arbeiter und Arbeiterinnen, gleichgütliq, wann sie eingestellt werden, den vollen Betrag oller bewilligten Zulagen erhalten. Anlätzlich der vorigen Bewilligung hatte eine Firma sämtliche Ar- bciterinnen, angeblich wegen Mangel an Arbeit, entlassen, sie aber bald darauf wieder eingestellt, jedoch zu soweit herabgesetzten Löbnen, datz diese emichlietzlich der Teuerungszulage auf der allen Höhe blieben. Um die Wiederholung solcher Vorkommnisse zu der- bindern,'oll jetzt auch für Arbeiterinnen, ebenso für Arbeiter uutet 17 Jadren, ein EinstellungSlohn von 50 Pf. gefordert werden. Für erwachsene ungelernte Arbeiter beträgt der Einstellungslohn 65 Pf., für gelernte Arbeiter aller in der Eisenkonstruklion vor- kommenden BerufSzweige 80 Pf. pro Stunde. Wo bereit? höhere Löhne gezahlt werden, dürfen sie nickt herabgesetzt werden. Der Referent betonte, datz diese Forderungen iebr mätzig sind, nickt nur im Hinblick aui die gegenwärtigen TcuerungS- verhältnifle. sondern auch mit Rücksicht darauf, datz die Löhne in keinem Zweige der Metallindustrie so niedrig sind wie in den Eisen- konstrukltonsbeiricbcn. Einstimmig erklärte sich die Versammlung damit einverstanden. datz die vorstehenden Forderungen den Uuiernebmern cingereickl werden. Gleichzeitig wurde eine Verhandlungskommission eingesetzt. Serlin unö Umgegenü. Achtun-z! Rohrleger und Helfer. Nach Vereinbarung des Arbeitgeberverbandes iür daS Rohrleger- gewerbe mit dem Deutfchen Metallarberierverband vor dem Eini- gungsamt des Gewerbegcrichts am 24. Oktober v. I. tritt mit Montag, den 1ö. Januar d. I., eine weitere Erhöhung der Teuerungszulage um 7 Pf. pro Stunde ein. Arbeitnebmer. die diele Zulage nickt erhalten, werden eriucht. Mus Industrie unö Kanöel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Zur Herstellunci und zu dem Vertrieb von Karamel- und Malzbier ist in Berlin die Berliner Brau- Vereinigung Monopol G. in. b. H. von fast ollen biesigen Brauereien mit Ausnahme der E. Engelhardt A.°G. mit einem nominellen Kapital von 100 000 M. gegründet. Durch die erweiterte und intensive Herstellung von obergärigem, gerstesparendem Malzbier an einer Produk- tionsstätte hofft man nach der„Fr. Ztg." nicht nur den Schwierigkeiten in der Gerstebeschosfung, die sich zurzeit zu einer Gcrstensperre verdichtet haben, besser begegnen zu können: man bofst auch rationeller zu arbeiten, indem man nur an einer Stelle fabriziert und die gegenseitige Kon- kurrenz ausschaltet, damit gleichzeitig die schwierige Frage des Kundenschutzes löst, und man denkt ferner gn eine Art Vorsorge gegen die Beschränkungen und Erschwerungen, die das HUfsdienstgesetz den Brauereien wahrscheinlich nicht er- sparen wird. Als gemeinsame Betriebsstätte ist das früher der Berliner Brauerei Hilsebein gehörige, vor Monatsfrist von der Aktien-Brauerei Friedrichshain für 1.36 Millionen Mark erworbene Brauereigrundslück Tempelhofer Berg für einen längeren Zeitraum gepachtet. Tie Engelhardt- Brauerei, die neben ihrem Berliner„Pilsner" besonders obergäriges Malzbier herstellt, hat die neue Konkurrenz noch im letzten Augenblick ausschalten wallen, indem sie in der Generalversammlung der Berliner Braucrm Hilsebein A.-G., die den Verkauf des Unternehmens an die Aktienbrauerei Friedrichshain am 5. Dezember 1916 beschlossen hat, ein höheres Angebot machte, das aber, sust nicht zum Nutzen der Aktionäre, von der sich bereits gebunden fühlenden Verwal- tung der Hilsebein A.-G. abgelehnt und von der durch die Parteigänger der Verwaltung beherrschten Gencraloersamm- lung auch verworfen wurde, worauf der Vertreter der Engslhardt-Brouerei Protest einlegte. Das Ergebnis ist also: Zusammenschluß der Berliner Brauereien gegen eine bisher sehr prosperierende Außenseiterfirma. Die Brauern? Engel- Hordt bat in den letzten drei Jahren 10, 13, lo Prozent Dividende verteilt.___ Rekord der V.«ugarische« Kriegsanleihe. Die ungariicke Kriegsanleihe, deren Ergebnis aenau lisch nickt feststeht, dürste mehr als 2366 Millionen Kronen bringen, und so daS Reiuliat der bisherigen Kriegsanleihen überflügeln. Gegen Prüfungen der Preisberechnung, die bei den Textil« konveniionen im Bereick des 7. Armeekorps durckgekührt wurden. bat die Elberfelder Handelskammer mit Eriolg Beschwerde unier Berufung auf die Erklärung des StacUSfekrelärs deS Innern geführt, dgtz Gewinnbeickrä Ii kungen der Industrie nur mit steuerlichen Mitteln eintreten sollten I Wir erinnern mtS nicht des ZmammenbangeS. in welchem der Slaalsiekrelär des Innern die behauptete Erklärung abgegeben haben toll, verweisen aber darauf, datz KriegSamr sowohl wie vreutziicheS Handelsministerium seit einiger Zeit nicht ohne jeden Erfolg versuchen, die Preise wichtiger Rohstoff- und Fabrikale niedrig zu halten. Gencktszeitung. Zu 37 000 Mark Geldstrafe wurden vom Chemnitzer Amts- gericht die Inhaber der Firma Theodor Rauer. Frau Linda R a u e r und deren GcichäilSiührer Ernst Rotzberg, verurteilt. Beide halten Preiswucher mit LebenSmittelkonserven, dänischem Speck'chmalz. Sparkaffee, Vanillepulver u. a. m. getrieben. AuS Fürsorge für ihr Kind hatte die Arbeiterin Emma B. einen Eid geleistet, der ihr eine Anklage wegen wissentlichen Meineides einbrachte, die gestern das Schwurgericht am Land- gericht 11 bestdäftigte. Die Angeklagte kam als ostpreutziicher Flüchtling nach Neukölln, wo sie nach-inigen Monaten einem Kinde das Leben schenkte. Als diesem ein Vormunv bestellt wurde, gab sie dem letzteren an, datz sie bei dem Ruffeneinfall in Ostpreußen das Opfer eine? Nolzucktattentais durch drei russische Soldaten geworden und das Kind die betrübende Folge wäre. Der Vormund wandte sich deshalb, was sie beabsichtigt hatte, an den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreutzcn, um die FlückilingSfürforge zu veranlassen, sich des Kindes anzunehmen. Der Oberpräsident ver- anlatzte ihre eidliche Vernehmung vor dem Neuköllner Amtsgericht und hier wiederholte dann die Angeklagte nicht nur rhre ftühcren Angaben, sondern schilderte das Attentat noch mit allen Einzelbeiten. Diese Erzählungen stellten sich bald als völlig un- richtig heraus, denn es ergab sich, datz das Kind aus einem Liebes- vorbaltnis stammte, das die Angeklagte auf der Flucht mit einem Schweizer angekmipft balte. Ihr Verteidiger machte nun für sie geltend, datz ihre eidliche Aussage nickt als eine solche zu gelten habe, da sie irrtümlich in einem Verfahren vernommen worden sei. daS taifäcklich gar nickt eingeleitet war. Die Geschworenen ver- neinten die Schuldfragc und die Angeklagte wurde frei- gesprochen. Salatölersast mit 99 Proz. Waffcr und 49 Pro;. Remgewiilu. Der ehemalige Gastwirt Hemme und die Kausleute Herold und Moses in Leipzig hatten sich im Februar vorigen Jahres zusammengetan zur Herstellung eines SalatölerfotzeS, den sie . G e r m a" nannten. Sie haben damit ein sehr gutes Geichäst gemacht, denn bei einem Umsätze von 13 766 M. vervienten sie in vier Monaten rein 6 785 M. Im Juni wurde der Betrieb behörd- lich getchlopen. da erne grotze Anzahl Anzei-gen Geschädigter einlies. Die'dr«, genannten Personen standen jetzt unter der Anklage der NahrnngSmittelfälschung und des KriegSpreiswuchers vor der sünflen Strafkammer des Landgerichts Leivzig. Nack dem Gutachten des Sachverständigen bestand das„Germa" ans 99,18 Proz. Wasser, der kleine Rest waren einige Gewürze, wie Salep, Tragant und dergleichen. Agar-Agar war der Verdickung balbcr zu- gesetzt und ein gelber Farbstoff zum Färben. Ter Preis für das Kilogramm betrug zuerst 1,56 M.. später 66 Pf. Die Preis« prü'uugsstelle Stuttgart hat den Kleinbandelspreis auf 46 Pf. fest« gefetzt. Die Angeklagten zahlten an ihre Reisenden 3176 M. Pro- Vision, was als ganz übermäßig bezeichnet werden mutz. Trotzdem haben sie mit 49 Proz. Reingewinn gearbeitet. Das Gericht erkannte gegen die Angeklagten auf je einen Monat Ge- fängniö wegen Nahrungsmittelfälschung und KriegSpreiswuchers. Verantwortlich für Politik: Hermann Atuller. Temvelhot? für den übrigen Teil d. Blattes: Alfred Scholz, Neukölln; für Inserate: Tb. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckaxi u. VerlagSanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilpqe und Unterhaltuugsblatt. Direktion Max Bernhardt. Deutsches Theater. Dhr: Flgarosi Hochzeit. Kammersplele. Tl3 Dhr: Arnint. Volksbühne. Theat. a.Bülowplatz. Dntergrundb. Schönhatiser Tor. VI- Uhr: I»le Ratten. Theater i, d. Königgrätzerstr. 7i/3U.: Jan der Wunderbare Komödiei�aus 7)/- ühr: Die verlorene Tooliter. Beritner Theater. V'/.Dhr: Auf Flügeln des Gesanges. Mit-tw. n. Sonnab. nachm. 31/, Uhr: �isl's Märchenreise. Ssssmg'Thgater. Direktion: Victor Barnowskv. 7 U.: Peer Cynt. Ma-ikv.Grieg. Mittwoch, Donnerstag: Diebeiden Klingsberg. Deutseh. Kunstler-Theater. 76. D.: Wölte In der Kacht, Mittw., Donnerst.; Wdlfe in d. Nacht URANIA Tanbenstraße 48/49. 8 Uhr; Winter in der Schweiz. Theater für Dienstag, 16. Januar. Metropol-Theater Deutsches Opernbaus, Charlottcnb. . Die Entführung aus dem Serail. ' Oer Schneemann. FrJedrich-Wilhelmstädt. Theater. 7 uhr; Das Dreimäderlhaus. Gebr. HEmifeld-TI,cater VU Uhr: Oer doppelte Buchhalter. Posse mit Gesang und Tanz. Kleines Theater 8 Uhr; Äffl TeCltSCh. Komische Oper u/, uhr: Der Puszta-Kavalier. Lustspielhaus 7'/.u.- Der selige Balduin mit Henry Bender. Neues Operettenbaus Kassentelephon: Norden 281. vu u.; Der Soldat der Marie. lOMti..: Die Csardasfürstin. Residenz-Theater t�Die Warschauer Zitadelle. Schiller-Theater t» 77,uhr: will und Viehke. SrhlUer-Th.Charlottenbg. 7;u: Der Familientag. Thalia-Theater. 77. u.: Das Vagabundcnmädel. Theater am oilendorfpl. 37. Dhr: Die verkaufte Braut(Oper). 77, u.; Blaue Jungens. Theater de» Weatene 77. u.: Die fahrt ins Glück mit Guido Thielacber. Trianon-Theater 77« u.t Willis Hochzeitstag? Tägl. 77,. Ebd. u. Stg. 37- u. 77, U. dos großartige Jnnuarprogramm. "771 Tie erfolgreiche, deliedte ,,?.l Prunk-Äusstattuugs- » Pantomime Die ßeierprinzessin. Sonnabend 3'l- Uhr wiederum: Beim Weilmachtsmann. Sonntag o1!, Illir auch nachm.: Tie Geicrpriuzefstn. RosesTheater. 7-7, Uhr: Gastspiel der Schliers eor: St. Georg der Dra chentöter. Walhalla-Theater. 77. Uhr: Das Htusikanteiimädsl. Admiralspalasl. Schlittschuhläufer- Uallett � a. d. Oper ,.Der Prophet1' und 7rsu Fantasie. Vorzügl. Küche. Anfang T5/,. Ziikus A. Sclmann Beute und tttgllch des grelle, anerkannt ausgezeichnete Zirkusprogramm und Die Seeräuber, Clroße Ansstattonss- Pantomime in t Akten. Die an Personal und Ausstattung sowie in ihrer Inszenierung großartigste Pantomime, welche je aufgeführt wurde. BstMA Anfang 77» Sonnt. 37, u. 77, „Serlmer Site" Otto Reutter | o. d. große Jannar-Progranim. Wlcdep- Auftreten Lillebll Chrlslensen in: „Die grüne Flöte" Ballettpantomime. Inszenierung von Max Reinhardt sowie der neue, abwechslungsreiche Variete-Spielplan. M* Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute. Gr. Konzert des Berliner Koniserthans-Orchestcrs Leiter: Komponist Frz. v Blan. Anfang?>/. Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 77, Uhr. An allen Wochentagen: Kaciiniitta�H-KonBert bei freiem Eintritt und voller Orchesterbesetzung. Friedriohstr.218. Tel. Lülzow 7341 7 Uhr 15 Der gläraie farietg-SpieipIan. Dazu Neptun auf Reisen Ausstattnngsposse von Arnold und Bach. Musüc von R. Xoleor.. Seosationeiler Reiierkeitseilolg! Possen- Theater. Täglich 77, Uhr; Des Löwen Erwachen Ent oder weder Hoffmanu*s Schmus. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 7V, Uhr. Um 77, USc; Buntes Programm. Um 87? Uhr: Die Schlagerpoile Einzig in Grotz-Berlin Lwei'nsNe Serlmer Berliner Humor— Berliner Figuren. Sonntag it1!, Uhr: Einer vom U-BeeL Voigt-Theater. Badstr SS Badstr. 58 Täglich: Asryoläfueks Gelangsvoste in 1 Allen von G. Jacobion und 2. Eist. Montag, den 22. 1.: Der Geizige. Benefiz für Obe: spielt. Heinrich Bach. Kasleneroffn. 67, U. Anfang 7'!- U. Reichshallen-Tiieaier. Stettiner Sänger. Anfang 7 7, Uhr Sonntag nachmltt. 3 Uhr obonfalla CahapetFeldgrän Ermaß. Preise. einer Leibbinde? Sämtliche Systeme am Lager reap. nach MaCanfertigung sowie Bruchbandagen aÄnr Artikel z. Gesundh.- u. Krankenpflege Pollmann, Bandagist Berlin N., Lotliringer Str. 60.* Lieferant für Krankenkassen. j* MaNItMS 6f.U 25 Jahren erfolgreich erptovt n. tierühmt durch ihre große Witiimg be» ollen Mazenbeschwerden. FI.S.SV M. skleine Ft. 1.— ÜJIJ. Echt nur mit Maick« «Medice-. Wo nicht«hälll., durch Otto Reichel, Declür 43, Erieahahnftr.4. EMS OniltOt Der Ctat der Lanöesverstcherungs- anftalt Serlin für das?ahr 7�17. Im Monat Dezember sind die ZZerbandlunqen über den El.it der LandeSversiitierunflDanstalt Berlin für das Jahr l917 ,um Ab- sckiliiB flelanpt. Einnahmen und Ausgaben bilanzieren mit 19 057 500 Mark, beide sind, wie die« heute überall der Fall ist, von den Kriegs- verbälinisfen stark beeinflußt. In der Einnahme werden an Bei- irägen iür VersickerungSmarken 12 300 000 M., an Zinsen 4 000 000 Mark erwartet. Tie Einnahmen an Beilräaen iur 1915 betrugen 12 081 036,42 M., für 1916 waren sie auf 12 000 000 M. verein- fchlagi worden. Da dieser Voranichlaa überschritten werden wird, sind iür 1917 300 000 M. mehr eingestellt. Im RecdnungSsahre 1914 betrugen die tatiälblnhen Einnahmen aus Beiträgen 13 601 602 Mark: die ÄriegSverhältnisie haben daher, wenn aucb nur verhält- nismäßig niÄit bedeutende Mindereinnahme getcitigt. Wenn sich trotzdem die Einnahmen auf einer erfreulichen Höhe halten konnten. so ist dies dem Umstände der Zunahme weiblicher Arbeitskräfte zuzuschreiben. Im Titel„Allgemeine Maßnahmen gemäß§ 1274 der ReicbSversicherungSordnung' werden-I 075 050 M. als Einnahmen aus der Verpflegung, der verwundeten und erkrankien Soldaten in dem Lazarett der Beelitzer Heilstätten erwartet. Die Einnahmen von Krankenkassen, die für Zabnleidcnde, welche von der Anstalt behandelt werden, einen gewissen Zuschuß zahlen, sind mit 7500 M. veranschlagt; aus Ersatzleistungen der Krankenkassen gemäß K8 1518 und 1521 der RVO. werden, wie im Vorjahre, 162 000 M. er-- wartet, die Eninabme ans dierem Kapitel betrug im RechnungS- jähre 1915 tatsächlich 212 721 M. Unter den Ausgaben interessieren die � Nentcnleistungen nach den Bestimmungen der RVO. Die laufenden Rcntenleistungen, insbesondere die Alters- und Invaliden- renten, sind in den Ausgaben mit 8 750 000 M. vorgesehen, eine Steigerung des Voranschlags gegen das Vorjahr uin 750000 M. Begründet wird diese Erhöhung der Ausgabe dieses Kapitels mit der erwarteten Steigerung der Alters- renten, durch die Herabsetzung der Anwartschaft vom 70. auf das 65. Lebensjahr. Jin Rechnungsjahre 1915, in welchem die neue gesetzliche Bestimmung noch nicht in Frage kam, sind für diese Zwecke 7 161 890 M. verausgabt worden. Gegen dieses rechnungsmäßig abgeschlossene Jahr beträgt die veranschlagte Mehr- rmSgabe über cinundeinbakbe Millionen Mark. Die Ausgaben für Witwenrente sind mit 170 000 M.. die Waisenrente mit dem recht geringen Betrage von 5000 M. veranschlagt. Dieser geringe Betrag für den Zweck der WaisenauSsteuer, wo auf den Einzelfall nur wenige Mar! entfallen, zeigt, wie wenig den armen Waisen aus- reichend Hilfe zu teil wird. TaS liegt jedoch lediglich an den Vor- schriften der RVO. Bei dein Witwengeld, daS bekanntlich nur ein- mal gewährt wird, ist eine Mehrausgabe von 70 000 M. vorgesehen. Bei dem leider noch immer anhaltenden Kriege ist auch eine Steige- rung des Witwengeldes zu erwarten. Es betrug bereits im Rechnungsjahrs 1915 52080 M. gegen da§ Jahr 1914 mehr 38 000 Mark, da in diesem Jabre nur rund 14000 M. an Witwengeld zur Auszahlung gelangte. Die Ausgabe für WastenauSsteuer betrug im Rechnungsjahr 1915 nur 424 M.! Während der Dauer des Krieges wird den Patienten, die gegen Krankheit versichert und auf Kosten der Anstalt einer Heilstätte überwiesen sind, bezw. deren zurückbleibenden HauSangehörigen daS volle Krankengeld ihrer Krankenkasse als Hausgeld gezahlt. Im Etat für 1917 ist infolgedesien der Vor- anschlag der Ausgaben um 80 000 M. von 140 000 M. auf 170 000 M. erhöht worden. Unter dem Titel„Allgemeine Maßliahmelt� gemäß§ 1274 der Reichsverstcherungsordnung sind in den Ausgaben 801 000. M. zu verschiedenen Zwcckenm Bereitschaft gestellt, u.a. für die Tuberkulin« stativneu der Betrag'von ISS 000 M., sitr die Erholungsstätten des VollsbeilstättenvereinS vom Roten Kreuz 10 000 M., an laufenden Beiträgen für gemeinnützige Vereine und Veransialtiingen 21 000 M., an Kosten für Kinderkuren 40000 M., für. Kosten der Arbeitslosen- fürsorge 100 000 M.; derielbe Betrag wird an außerordentlichen KriegSbilfen für gemeinnützige Zwecke und für die Fürsorge iür KricgSvcrletzte zur Verfügung gestellt. Zur Bekämpfimg von In- fektionSkrankheiten und Seuchen find gleichfalls 100 000 M. auSge- worfcn. zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Beschaffung von Arbeitsgelegenheit 50 000 M., für Liebesgaben an die Truppen 100 000 M. An den Tuberkiiloieausschuß der Zentralstelle für Kriegs- Wohlfahrtspflege werden 30 000 M. gezahlt. Tie Kosten dcS zahnärztlichen Instituts. daS von der Landes- Versicherungsanstalt unterhalten wird, und ebenso die Kosten für das Röntgenkabinett sind, wie im Vorjahre, mit 143 600 b.ezw. 6000 M. veranschlagt. Für Taschengelder und Unterstützimgen an Pfleglinge sind 24 000 M., für Kuren in WalderholungSstätteir außerdem 40 000 M. ausgeworfen. Das Kapitel„Persönliche Aufwendunocil". Gehälter für die Bureau-Kanzlei- und Untcrbeamten, für die besoldeten Mitglieder deS Vorstandes und sonstige Ausgaben sind mit 1 258 000 M. in Voranschlag gebracht. Mehr als 200 der Beamten und Angestellten der Anstalt befinden sich im Felde. Für das aus Anlaß deS Krieges eingestellte Hilfspersonal werden 120 000 M. angefordert, für Kriegs- tcuerungSzulagcn 60 000 M.,' für außerordentliche KricgSunler- flützimgen 31 800 M.'Die Pensionen für Beamte und die Bezüge für die Hinterbliebenen ehemaliger Beamten und Angestellten er- fordern 80 000 M. Die Ausgaben für sachliche Aufwendungen, In- standhaltung, Reinigung. Heizung, Beleuchtung. Steuern usw.. Bureau« und Kassenbedürmiife u. a. sind mit 330 000 M. in Vor- anschlag gebracht. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen sZZ 1465, 1468 und 1470 der ReichSversicheruiigsordnungj find für die Ueber- wachung insgesamt 2l0 000 M. als Ausgaben vorgesehen. Es wird mit einem etatSmäßigen Ucberschuß von 2 325 764 M. gerechnet. Die SpezialetatS Beelitz und Lichtenberg(Heilanstalten) kommen mit 1 154 200 M. in Einnahme, mit 3 616 952 M, in Ausgabe für Beelitz, mit 6 200 M. Einnahme und 230 000 M.?luSgobe für Lichtenberg in Rechnung. Dem Boranschlage für die Heilanstalt Beelitz ist eine Leistung für 1412 Kranke bei einem Personalbestande von 459 Beschäftigten und rund 40 Gartenarbeitern zugrunde gelegt, desgleichen bei der Heilanstalt Lichtenberg für 90 Kranke, 49 stationär und 41 ambu- latorifch bei einem Personalbestande von 80 Personen. Die Ge- hälter und Löhne und was damit zusammenhängt, machten für Beelitz die respektable Summe von 834 754 M. auS, für Lichlenberg 58 500 M. Darunter befinden sich für Beelitz nahezu 200000 M. Löhne für Aushilfen während dcS Krieges. Bei Beelitz kommen neben der oben genannten Hanplsumme außerdem noch 74 100 M. NliSgabeu iür Löhne und Kiiegszulage» für Maichinenpeiional uno Hanvweiker in Betracht. Sämtlichen Beamie», Angestellten und Arbeitern winde die Teuerungszulage um 50 Proz.l von 15 M. monatlich auf 22,50 M., ebenso auch die KinderieuerungSzulage erhöht. Den Handwerkern in der Heilanstalt Beelitz wurde die tägliche Kriegszulage von 1,50 M., die bisher nur an einen kleinen Teil Handwerker gezahlt wurde, allgemein gewährt. In der SandeSversicheriingsanstalt Berlin führt im Ausschuß jede« Jahr abwechselnd je ein Veitreier der Arbeitgeber und Arbeit- nehmer den Voisitz. Für daS Jahr 19l7 wurde als Volsiyeiider deS Ausschusses ein Vertreter der Versicherlen, der Schlosser Eduard Warnst geivöhlt, als sein Siellverueter fungiert für dieselbe Zeil der Kau'inann J-rael. Trotz d.r vier Etatjahre, die nuii schon der Weltkrieg lob». bieiel derJEial der Landesverstcherungsaiistalt Berlr» im ollgemeinen ein erfreuliche« Bild. Er legt Zeugnis ab von der kraftvollen Oiganiialion, die durch Mithilfe der organifierien Arbeilerichait in der sozialpolitischen Versicherungsgesetzgebung geschaffen»st. Die des Joraiörts" fiftli organisierten Arbeiter können diele Kraft und den Einfluß, den sie bei der praktischen Durchführung der sozialpolitischen Gesetze bisher gehabt haben, nur erhalten durch einheitliches und geschlossenes Auftreten. Möge der Tag nicht mehr fern sein, wo wieder über eincil FriedenSetal der Anstalt berichtet werden kann. �us Groß-öeriin. Ter Magistrat zur Verkehrsnot. Dem Ersuchen der Siadtverordneteri, bei dem Polizeipräsidenten um Anfbebung oder Abänderung der Verordnung über die Verkehrs- beichränkuvgen vorstellig zu werden, bat der Magistrat in einem Schreiben vom 3. Januar entiprochen, daS erst jetzt bekannt wird. Es wird zunächst darauf hingewiesen, daß die Beschränkungen nach Ansicht der Stadlverordneten„nur einen verschwindenden Einfluß airf den Kohle»verbrauch der Elektrizitätswerke ausüben, dagegen ganz außerordentliche Erschwe- rungen für d�e g e s a in t e erwerbstätige Bevölkerung mit sich führen". Von sich ans bemerkt der Magistrat, er glaube, daß die Anordnung einerseits erheblich über das Ziel hinausschießt, anderseits die erwünschte Eriparnis nur zu einem verhältnismäßig ganz unwesentlichen Teil zur Folge hat." Dann heißt eS u. a. weiter: „Wenn wir auch glauben, daß die Verkürzung der Polizei- stunde in der Tat einen erheblichen Einfluß aus die Zeit, zu der die Verkehrsunternehmungen nächtlich benutzt werden, ausübt, so möchten wir doch darauf hinweisen, daß die Kürzung der Fahipläne um l'/z Stunden den Ver- bältnissen nicht gerecht wird. Riecht unerhebliche Teile unserer Arbeiterschaft sind genötigt, nachts von ihrer Arbeitsstätte fortzugehen und eine Bahn zur Erreichung ihrer Wobnnng zu benutzen, ohne daß die Festsetzung der'Polizeistunden hieraus von Einwirkung wäre. Nicht nur das Z e i l u n g S- gewcrbs, in denr nachts gearbeitet werden muß, sondern auch andere Betriebe sind, besonders feit in der Kriegszeit olle Kräfte aufs äußerste ausgenutzt werden müüen, genötigt, nachts zu arbeiten. Eine Anpassung der Arbeitszeiten an die veränderten Fahrpläne wird nur in wenigen Fällen möglich sein. Denkt man ferner an den großen Kreis der Angestellten deS GastwirtSgewerbeS, die ihre Arbeit erst ledigere Zeit»ach der Polizeistunde abschließen können, sowie an die Aerzre und Hebammen, die ebenfalls bäusig ge- nötigt sind, Wege in der Nacht zurückzulegen, so dürste ersichtlich sein. daß die Verkürzung der Fahipläne außerordentliche Bedeutung für einen erheblichen Teil der Bevölkerung bat, und daß schwere Schädig rin gen unausbleiblich sind, wenn die Verordnung durchgeiührt wird. Ueber die Zahl der Personen, die in der Nacht die Straßen- bahn benutzen, haben wir am 19. Dezember Erbebungen an- gestellt. Hieraus ergibt sich, daß ei» starkes Bedürfnis nach Benutzung der Bahn bis etwa 12i/z Uhr besteht, und daß für die solgeude Zeit immerhin noch eine größere Anzahl von Per- sonen die VerkebrSunternehmnngen benutzen." Zum Schlusie ersucht der Magistrat,„eine Abänderung der Kürzung des SlraßenbahnverkehrS»ur in der Weise vorzunehmen, daß der Betrieb auf den verkehrsarmen Linien früher als bisher endet, daß aber auf allen verkehrsreichen Linien die Möglichkeit offen bleibt, daß auch noch in späterer Nachtzeil das Publikum von seiner Arbeitsstätte nach Hause fahren kann." "...*■...> Die in der Eingabe erwähnte an neun Stellen' vorgeitoulinenc Zählung bat ergeben, daß an diesen Stellen von 10 Uhr an bis l'/g nachlS über 52 000 Fahrgäste ans dem Stadtinnern und 37 000 nach dem Stadtiunern fuhren. Wenn man berücksichtigt, daß nur an 9 Punkten diese Feststellungen gemacht worden sind, dann kommt man zu der Ueberzcugung, daß ein sehr starkes Bedürfnis besteht, auch nochrs die Straßenbahn zu benutzen. Von 12. bis V.,2 Uhr nachts wurden noch rund 30000 Personen gezählt, die sich der Straßenbahnen an diesen 9 Stellen bedienten. Die Karioffelratio« der Borversorgten. Das Nachrrchtenamt des Berliner Magistrats teilt mit: Durch Bundesratsverordiiung von: 1. Dezember 1916 und MagistratSvcrordnung ist der höchstzulässige Tagesverbrauch für die Verbraucher zurzeit auf ♦/, Pfund für jeden Kopf festgesetzt worden. Dieser Regelung find auch diejenigen Personen unterworfen, die ihren Bedarf durch Vermittlung der Stadt Berlin bei der Winter- veriorgung zentnerweise gedeckt oder von auswärts Kartoffeln eingeführt haben. Auch diese Personen dürfen von ihrem Wlnlcrvorrat nic�t mehr als V? Pfund für jeden Tag oder 4 Pfund für jede Woche verbrauchen. Der Vorrar der Personen, die mit IV, Zentner, l1/« Zentner oder 1 Zentner durch Vermittlung der Stadl' beliefert worden find, muß daher über den ursprünglich in Aussicht genommenen Endtermin vom 18. Mä:z 1917 hinaus mindestens bis zum 6. Mai 1917 reichen. Soweit eine Bc- lieferung von auswärts statlgciunden hat. erfolgt die Berechnung in der Weise, daß bis zum 3t. Dezember 1916 für jeden Tag und Kopf 1 Pfund und vom 1. Januar 1917 an*/7 Pfund in Ansatz kommt. Niemand darf von seinem Borrat mehr verbraueben, als dieser Berechnung entspricht. Wer vorzeitig Anträge auf Ausgabe neuer Kartoffelkarten stellt, hat die unbedingte Ablehnung seines Antrage« zu gewärtigen. Damit der Verbraucher feinen tägliche» oder wöchentlichen Höchstbedarf von*!■, Pfund oder 4 Pinnd leicht feststellen und sicher einhalten kann, wird ihm dringend angeraten, haß. er sich auf seiner eigenen Wage ein dicie Menge enthaltendes Maß genau aus- wiegt und dicieS Maß feinem täglichen oder wöchentlichen Verbrauch stets zugrunde legt. Soweit der Verbraucher keine Wage besitzt, und diese auch nicht van seinem?dachbar zum einmaligen Abwiegen deS ProbemaßeS beschaffen kann, wird ibm bei seinem Kartoffelhändler oder auf der Lrolkommisfion eine Wage zu diesem Zweck bereinvillig zur Verfügung gestellt werden. Es liegt im eigenen Jnteresie des Verbrauchers, die Jnnehaltung des ihm gesetzlich zustehenden Höchst- Verbrauches genau zu überwachen. Warschauer Gäste. Eine Abordnung der neugegründeten Stadtverwaltung von Warschau ist in Berlin eingc- troffen, uni die Verfassung und Verwaltung der RcichShauplstadt im einzelnen zu studieren. Die Abgesandten wurden vom Oberbürger- meiner Wermuih empfangen und in den Kreis der iknein Siudium unterliegenden Ausgaben eingeiührt. Demnächst vesichligen sie die sie besonders iniereisierenden Verwaltungsstellen, däneben aber auch die KriegSeinrichiungen der Stadt Berlin, so die Brotversorgung und andere?. Nnterfagte Kundgebung. AuS Anlaß der auch an den Plakat- stellen angehefteten Kundgebung dcS Kaisers„An daS deutsche Volk!" Halle die Studentenschaft der Berliner Universität eine Vater- ländische Kundgebung geplant, wozu die Teilnehmer sich Sonnlag- abend'/z6 Uhr im Umversitäisgebäude einfinden iolllen. Wie die Dkmonilralio» gedaevl war(Umzug. Fackein. Anipiacben?>. darübei verlautete nichts. Sie wurde indes vom Po>i,eipräsidenlcn unlerjagt. Fclistellc Griß-Berli»(Milch) Der giößie Teil der Bureaus ist»ac�tzosistr. 6. Burgstr. 7 verlegt worden. AuStunst wiid von je� ab an die Milchdändler in Burgstroße 7(Laden), an das Publikum Postjtr. 13, Hof I. erteilt. Fernanschluß durch Zentrum Zlr. 9089, 8285. SS8S. 8883, 8784, 8785. Zienstag. 16. Janvar 1917. Wegen der Beleuchtung der Straßemihren hatte der Deutsche Uhrinacherbund an das Oberkommando eine Eingabe gerichtet, in der um Erlaubnis zur Erleuchtung dieier Uhrllt gebeten wurde. Auf das Gesuch ist jetzt der Bescheid ergongen, Wß die Bekeuchtung der Tran-parentuhren an den Uhrmacherlädcn j:lS verbot c n anzusehen ist und Zuwiderhandlungen hoher Strafe unterliegen. Kriegsfürsorze iu der Schuhindustrie. Für die Arbeiter und Angestellten in der Schuhwaren i n d u st r i e Berlins har der Magistrat Befdilosi'cti, eine besondere Kriegssürsorge zu errichten, wie sie schon sür die TeLlilindustrie besteht. Umsteigcverkehr aus der Berlin—Charlottenburger Straßcuhahn. Fahrgäste, die mit Umstcigefahricheincn auf den Linien 80 und 81 auS der Schlotzslraße kommen und mir den Linien P und E in Richtung Spandaner Bock weiterfahren wollen, dürfen sür die Folge nach Wahl am Luise»platz oder am S t r a ß e n b a h n h o s Westend umsteige». Für die Gegenrichtung verbleibt es bei der bisherigen Umsteigesielle Luisenplatz, Ecke Schloßstraße. Ein studentischer Mittagstisch soll Mittwoch, 17. Januar eröffnet werden. Für diese Zwecke ist das Haus Friedricbstraße 80, Ecke Bebrenstraße, bereitgestellt, in dessen drei Etagen 250 Personen zu gleicher Zeil ibr Miriag-mabl zum Preise von 1,25 M. einnehmen können. Die Gründung ist finanziert ans Geldbetrögen, die von Gönnern der Universität in Höhe von ca. 65 000 M. gesammelt wurden. � Zu dem Warcnbctrugr gegen die Stadt Neukölln wird gemeldet, daß es jetzt gelungen ist, auch den flüchtigen Kaufmann R ö s e n e r hinter Schloß und Riegel zu bringen. Er wurde in Singen in Baden ergriffen. Bei ihm fand man noch eine erhebliche Summe Geldes, die für die betrogene Sladtgemeinde sichergestellt winde. Röicner.wurde zunächst dem Amtsgericht Freiburg i. Br. zugeführt, und wird von dort erst nach Köln gebracht werden. Dorthin ist auch von G'rünberg r. Schl. der Schwindler Rindfleisch übergeführt worden. Kcllcrmann, der in Greiz ergriffen worden war, ist eben- falls nach Köln gebracht worden, wo die Staatsanwaltschaft schon vorher einen Steckbrief gegen ihn erlassen halte. Aus der Straße gestorben ist Sonnabend die 72jährlge Frau Wilhelmine Krause geb. Lobsin aus der Wilmersdorfer S t r a ß e 65. Die Greisin wollte am Nachmittag eine Besorgung machen und brach plötzlich vor dem Hauie 46 in der genannten Straße bewußtlos zusammen. Vorübergehende brachten die Er- krankte zu einem Arzt, der.aber nur den bereits infolge Herzschlages eingetretenen Tod seslsiell-n konnte. fllls den Gemeinöen. Zur Nachwahl in«Handau-Ofthavelland. In Nr. 357 vom 30. Dezember brachten wir eine Erklärung des Bezirk Svor st andeS der Provinz Brandenburg gegen den Beschluß der Generalversammlung deS KreiSwahlvereinS für Spandau-Lsthavelland in Sachen der Kandidatenausstellung sür die bevorstehende Nachwahl. Zu dicker Erklärung nahm die neue Generalveriammlung des Kreises, über die wir gestern berichtet, haben, in einer lauge«! Erklärung Stellung, der wir das Fol- � gendc entnehmen:. � „Die Art, in welcher die Kandidatenaufstellung erfolgte, war:. folgende: Nach einer zirka dreisliindigcit prinzipielle» Aussprache gab der Vorsitzende die vorgeschlagenen Kandidaten bekannt und wollte zur Abstimmung schreiten. Da jedoch bis dahiir auch noch mit keiner Silbe über die Personenfrage gesprochen war und auch sonst die lange Aussprache zwecklos gewesen wäre, beschloß die Versamm- lung. zunächst eine Abstimmung vorzunehmen, ob ein Kändi« bat der FraktionSmehrheit oder der Opposition aufgestellt' werden soll. Die Abstimmung ergab mit 17 gegen 15 Stimmen die Ausstellung eines Kandidaten der Opposition.' Nunmehr forderte Genosse Wels, als Vertreter des Bezirksvorstandes der Provinz Brandenburg, diejenigen 15 Genossen, die für die Mehrheitskandi- daten gestimmt hatten, aus. bei der Abstimmung ihre. Stimmen für den Mehrheitskandidaten E. Stahl abzugeben. Weil aber doch der Beschluß gefaßt war, einen Kandidaten der Opposition aufzustellen, konnie die Versammlung gar keinen anderen Slaiidpunkt einnehmen, als die Stimmen für ungültig zu erklären, wenn sie nicht den so- eben gefaßten Beschluß wieder aufheben wollte. Daraufhin erklärte der Vertreter des Bezirksvorstandes, Protest gegen die Wahl des Kandidaten zu erheben. Die nunmehr stattfindende Abstimmung ergab da« bekannle Resultat: Genosse Stahl 15, Franz Mehring 9. Stab 8 Stimmen. Der Vorsitzende erklärte darauf Gen. Mehring als den Kandidaten des Kreises...." Ferner enthält die Erklärung den Satz:„Dazu komnit noch, daß die Anhänger der Opposition, mit 17 gegen 13 Stimmen, ihre zwei Stimmen betragende Mehrheit nur durch die Gültigkeils- erklärung zweier unter allen Ilmständen ungültigen Mandate er- reichten." Woher weiß denn der Bezirksporstand, wie der eine oder andere Delegierte gestimmt hat? Da doch die Wahl, gerade auf Antrag der Anhänger der Fraklionsmehrhclt, per Stimmzittel"' vorgenommen wurde. Aber abgesehen davon haben die Anhänger der FrakiiouSm ehrheil ihre 15 Stimmen nur durch die Gültigkeitserklärnng zweier unter allen Umständen ungültigen Mandate erreicht. Denn die vor der Rreisgeneral-� Versammlung stattgefundene erweiterte Kreisvorsiandfitzung hatte, auch mit Zustimmung des Vertreters des Bezirksvorstandes, den einstimmige» Beschlutz gefaßt:„Die Zahl der Delegierten zu dieser Kreisgeneralversammlung nach dem Mitgliederbestand der letzten LuarralSabrechnung zu bemejien. Der Krelsvorfitzende und-gleich- zeitige Kandidat der FraktionSmehrheit Genosse.E...Stahl. Halle jedoch aus zwei Orlen, von denxn der eine während der Dauer des Krieges überhaupt nicht und der andere am 31. März 1915 das letzte Mal abgerechnet hatte und auch laut der letzten Quartals- abrechnung keine Beitragssammler und Matcrialempfänger vorhanden waren, je einen Genossen geladen. Die beiden Mandate wurden vo» der Opposition beanstandet. Daraufhin beanstandeten die Anhänger der FraktionSmehrheit daS Mandat der Vertreterin der Frauen, sowie daS deS Mitgliedes der Preßkommilsion der„Vraiidciibnrgcr Zeitung". In allen übrigen KielSaclicralversaiiiniluiigen bat stets die Vertreterin der Frauen ein gülliges Mandat innegehabt. Die Wahl des erledigten Postens eines PreßkommiifionSmitgliedeS war ordnungsgemäß iir der KrciS- generalveriammlimg vorgenommen worden. Nach einer stundenlangen Debatte wurden dann durch Kam« promrßantrag sämtliche vier Mandate für gültig erklärt. Hinzu kommt'aber noch, wie sieb allerdings erst nachher herauSgejieLl hat. daß gerade ein Orlsverein, von dem bekannt war, daß er auf feiten der Opposiiion stand und derselbe sich auch in einem Brief an den KreiSvorstand zur„ArbeilSgemeinichaft" bekennt, gar niebl zur Kreisgeneralversammlung geladen war. Vom un- parteilichen., ordnungsgemäße», demokiaiischen Standpunkt aus wäre das SnnimeiiverhäUtiiS 18 für einen Kandidaten der Opposilio» und 18 iür einen ver Fialtionsmehrhen gewesen. Daß die Opposition die bestimmte Erklärung abgegeben habe,»das Mandat lieber einem Äonservaliven wie einem Anhänger der Fraklionsmehrheit" zu überlasien. ist purer Schwindel. Der Ge- nosfe Wels und noch ein Anhänger der FraktionSmehrheit waren eZ ja gerade, die der Opposition diasen Vorwurf machten.' Abcrkeinmng von Gemeindebertretermandaten in Weitzensce durch die Partciopposition. Am Tonnerstag hat eine Generalversammlung des Wahl- tiercinS Weihensee, die von 50—60 Personen besucht war, mit Mehr- beit beschlossen, dah die Genossen Block, Schlem minger und T a u b m a n n ihre Gcmeindeverireterämter nicht mehr im Ans- trage des Wahlvereins ausüben. Legten sie ihre Aemter nicht nieder, so könnten sie diese nur aus eigene Rechnung und Gefahr weitersührem Ter Grund dieses Beschlusses ist, daß die drei Genossen das AWnnemont des„BortotmS" nicht ausgeben wollen, und zugleich auch Mitglieder des Lesellubs..Vorwärts" sind. Dazu wird uns von den Gemeindevertrctern geschrieben: Mit einem Schlage will eine kleine Gruppe die Vertretung Tausend-r von Wählern rechtlos machen. Um diesen Wählern die Rechte nicht absprechen zu lassen, werden diese Genossen ihre Wahlperiode hin. durch die Aemter nicht niederlegen, und nach wie bor die Interessen der Allgemeinheit wahrnehmen. Die Wähler sowie jedermann aus dem Volke wollen sich weiterhin vertrauensvoll an ihre Erwählten wenden, ihre Rechte werden durch unsinnige Beschlüsse einzelner reckithabcrischer und unwissender Leute keinerlei Einbuße erleiden. Lebensmitteliiachrichtcn aus Schöneberg. Vom 22. Januar ab werden die jetzt gültigen Äundeiilisten sür den Fleischbezug ausser Krast gesetzt. Die Einwohner müssen sich daher in der'�eit vom 30. bis 22. Januar in den bei den Schlächtermeistern ausgelegten Listen ye» eintragen lassen. Der Magistrat verteilt von jetzt ob bis einschliesslich 2 S. Januar In den durch besondere VerkaufSanschläg« kenntlich gemachten Geschäften auf Abschnitt 49 der Lebensmittelkarte 27ö Gramm Speisesirup zu 26 Pf. oder 2ö0 Gramm Marmelade zu 80 Pf. 0 d e r 250 Gramm Kunsthonig zu 25 Pf. Die Ländler werden so reichlich mit Waren versehen, doss ein Anstellen zweck- loS ist. Vom 18. Januar ab— jedoch nicht früher— erteilt die AuSlunftSstelle— Neues Rathaus. 2 Treppen, Zimmer 261— mündlich nur am Fernsprecher Auskunst, in welchen Geschähen noch Ware vorhanden ist. LebenSmittelverkaus in Reinickendorf. Vom Miiiwach. den 17. Januar bis zum 31. Januar wird in den grösseren Lebens- mittelgcschäflen(darunter de» drei Verkau'Släden der Konsum- genossenschast) Sirup zum Preise von 35 Pf. pro Pfund verkauft. Verabfolgt werden auf Abschnitt 11 der Lebeiisnnitelkaite 75 Gramm. Vom Donnerstag, den 18. bis Dienstag, den 30. Januar. werden in den fünf amtliche» Verkaufsstellen gegen Abstempelung der blauen AuSweiSkarte Heringe zum Preise von 88. 48 und 50 Ps. verkauft. Es erhalte» Haushaltungen von ein bis zwei Personen einen Hering, von drei bis vier Personen zwei Heringe, von fünf Personen und darüber drei Heringe.' Nachdem der KreiSauSschuss von Niederbarnim den Umtausch von Fleischkarten gegen BezugSkarten auf andere Lebensmittel zugelassen hat. soll zunächst versuchsweise davon Gebrauch gemacht werde». Der Umtausch der Fleischlarte» gegen BezugSkarten auf Graiipeii, Griess, Hülsenfrüchte oder Teigwaren kann un LebenSmittelbureau der Gemeinde erfolgen. Kliitdenlifieii für den Sartoffelbezug in Weißensee. Vom 22, Januar 1917 ab dürfen Speisekartosseln nur in derjenigen Ver- k.iussstclle abgegeben werden, in der der Karleninbaber in die Kundenliste eingetragen ist. Tie Anmeldung dazu erfolgt in der Zeit bis zum 18. d. MtS. Wer ohne Verschulden an der Eintragung verhindert war. bat nachträglich einen schristlichen Antrag an daS LebenSiiiitlelamt, PistoriuSstr. 24. zu richten. Diejenigen Personen, die Kartoffeln als Wintecvorrat bezogen haben, sind eist dann be- rcchtigt, sich anzumelden, wenn ihr Ouanlum nach den jetzt fest- gesetzten Rationen verbraucht sein darf. Eine Garantie, dass auch jeder die auf ihn entfallenden Karloffelmcngen erhält, übernimmt der Gemeindcvorstand nicht. Stellungnahme zum HilfSdienstgesetz in Köpenick. Mit dem Hilfsdienstgesetz beschäftigte sich eine öffentliche Volksversammlung, die von 800 Personen beiucht war. In IVH stündigen Ausführungen be bandelte Genosse Cohen die Bestimmungen des Ge» sctzeS. In der Aussprache nahm Genosse Gruhl(Tertil- arbeit er) dos Wort, um die Verhältnisse bei der„Welt- firoia" W. Spindler vorzutragen. Großen Eindruck machte die Mitteilung des Redners, daß, als auf Ersuchen der Firma vom Arbeitsnachweis in Berlin einige weibliche Arbeite- rinnen verlangt und mehrere Arbeiterinnen zur Arbeitaufnahme bei der Firma hinauSgesandt wurden, diesen ein Stundenlohn von 22 Pf. geboten wurde. Die üblichen Stundenlöhne betragen über- Kaupt für olle Arbeiter und Arbeiterinnen dort 20 bis 45 Ps. Ein Schreiben des Arbeitsnachweises um Verbandlung zur Rege- lung der Lohnverhältnisse beantwortete die Firma ausweichend mit dem Bemerken, daß sie erst die weitere Anwendung des AilfS- dienstgesetzes abwarten will. An die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma W. Spindler richtete der Redner die dringende Auf- forderung, sich der Organisation anzuschließen, wie Genosse Cohen am Schlüsse seiner Ausführungen an die Versammlung im all- gemeinen das gleiche Ersuchen gestellt hatte. Stadtverordnetenversammlung in Bernau. In der letzten Sitzung wurde zunächst die Wahl deZ Vorstandes zur Sladtverordneten« Versammlung vorgenommen. Gewählt wurden als Vorsteher Gruban, als Stellverlrelcr Thiele und als Schrififübrer Genosse Helbig. Bei der Wahl der RewnungSrevisionS- und EtalSkommission wurden auch die Genossen Griese und Helbig wiedergewählt. Der Jj 15 des GcmeindebeschlusseS der Stadt Bernau zur Kriegsfürsorge sür erwerbslose Angestellte und Arbeiter der Textiliudustri« wurde auf- gehoben, Dadurch erhalten von jetzt au aucki die hauSgewerb- Ii ch beschäftigten Textilarbeiter Unterstützung. »LetterauSsickite« für vaS mtrelere Storddeiitsrdlan» l>t» Mittwoch mittag. Ziemlich kalt, vorwiegend wolkig oder tieblich und besonders im Süden öfter leichte Schneefälle, dazwischen zeitwelsc aus- klärend. (SozialtlemokratisctieF insvereiii I ßritz-ßiiekow. Am 12. Januar verstarb Plötz- llich an HerzlShmuiig, in Verl Garnison, unser Mitglied TvttnicK. Ehre seinem Andenken t 1 138/17 V«» Vorntond. ZeDtnlferband der Zimmerer Deuiseiilaiids. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 10. Den Berussgenossen zur Nachricht. daß unser Mitglied Friedrich Fräßdorf verstorben ist. Ehre seine« Andenken Die Leerdiguitg findet heute nachmittag, 2'/, Uhr, von dem Traucrhause. Strasse 18 Nr. 8 in Blankenburg, aus statt, Um rege Betelligang wird ersucht, Den BerusSgenofsen zur Aach- rlcht, dass unser Mitglied ffennsnn Giebel plötzlich am Herzschlag verswr- den ist. Ehre seine« Andenken: Die Deerdiauna findet am Mittwoch, den 17. b. MW., noch. mittags 2 Uhr, von der Halle des Sarmson-KirchhosS in der Hasen-! Heide aus statt. 258/11{ Um rege Beteiligiiiig ersucht D«» Vorotand. 1 Idanksagung'. . Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung unserer unoer- gesslichen Gattin, Mutter. Schwester und SchiaSgenn, Frau 17öt-b kzorgseste starnoeber gnb. Putzki, sowie die vielen Kranzspenden und die sonstigen Beweif« herzlicher Teil- nahm«, insbesondere die Ausmerksam- kcit der organisierten Kollegen und Kolleginnen der Mrma Pinner und die trostreichen Worte des Herrn Manalle sagen ihren besten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Leneral-Verssminliiiig dar Sterbe- u. Kranken-Unter- slützongskasse Nr, 55 am DienStag. den 28. Nanuar 1317, abends 8 Ubr, Im Kassenlokal. Linienstr. 8. Tagesordnung: 1, Rechenschaftsbericht. 8. Ergän- »ungSwahl des BorstandeS und der Revisoren. 3. BertchiedeneS. 5/1 Itnr Voratand. Danknagrane. Bon der Einäscherung meines lieben Mannes. deS SchankwnteS llazro Morrer, Tegel zurückgekehrt, sage ich auf diesem Wege allen Angehörigen. Verwandten, Gästen sowie dem, Turnverein Eiche- Tegel, den Herren Lackierern der Firma Bärtig, dem Taubenvcrein „Tegel 130ö" sowie den Herren vom Verband der freien Gastwirte, für die trostreichen Worte am Sarge des Entschlafenen meinen herz- »chsten Danl. 136a Frau Emilie Sarrer, Gastwirtin, Tegel. Danksagung. Für die oielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigimg meines lieben Mannes und guten Baiers, sagen wir allen Verwandten, Freunden Bekannten sowie der Direktion und dem Personal der Brauerei Julius Bötzow, dem Verband der Böttcher, msbeiande« Herrn Baldeck Manasse siir die trostreichen Worte unsere» tiefempfundenen Dank, Witwe-kagast« Kuosp« nebst Tochter. 136» Spezialarzt Dr. med. WockenfaB, Priedrlehstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlloh-HaU-Kor(Dauer ISTagre), Blutuntersuohung. Sohnelle, tiehere schmerzlose Heilung ohne Beruis- 8flä/lä* Störung. Teilzahlung. Sprechstunden s 11—1 una 5—8. 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Teilzahlung, Gprechstimden 10—1 und 5—8, Sannt. 11— 1. ■mtr Stärk» lieh rjo» Dtufrchi Vo», m Bktund Wunflit«. abw taem m«iwr S and riitenhafl in mintr Gmt*. im tanif Dmkait Volk hol nunmehr et hoben, am medrrtVTwInitn seine teinit. Oer mchtiwüriilllte Amehhg, den /» Neid. Haß. Raubgiet und lüekisdw Verrat ceboten haben, ztrschtlU an der heldenharlen Kraft und dem überxeutien Opfer mute dieses_ Volkes.« Den troüen Cesthichisschreibem kommender lote wird es vorbe- halfen sein, dem Weiikriese ihre monamentalen Werke ta hauen. In diesem Buche ist nur der bescheidene Versuch unternommen, in engstem Rahmen die geschlchllichen und psycho h tischen Vorgänge, die zu dem ünceheuerhchen geführt haben, dem Verständnisse des Deutschen Volkes nähet zubringsn.., ,.,., u,__, Ihm. das mit ehernem Willen bereit tsi. seine herrlichen Bruder in Watten mit der Arbeit seiner Hände und seines Geistee im telzlrn schweren Kamnic ta stärken, dem Denlschen Volke in seiner Cesamiheit, sind die.Nationai-Üucher" der National- Zeitung geweiht. Erhältlich in allen Buehhand lun gt n oder direkt oom »Vtrlag der National-Zeitung' Abi. Buchverlag, Berlin NW 6, SehiHbauerdamm 19. MektrolyiGeorgHirih fjrtt 61« Zkrtauuna und fördert dm Eteffioechfel. »«t»baid auf d«n gamen Cr« H SM ____ raanlömua. Sin Versuch über» zeugt 3n Pulver- V. lablhtenpatfunatt, für«Pia tu 6 St Jt nach Quantum In den Avvchelen»der»Ire» vvn der Ludwigs- Äpotheke, München 5, Tleuhouferfir.». Wohlriechende UM-VMUe mit miner. 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Durch eine Explosion in den Küblräumen des städtischen Elek- trizitäiSwerkS zu Pforzheim wurden drei Arbeiter verletzt und einer getötet._ parteiveranftaltungen. Tvzialdemokratischcr Ortsverei« Köpenick. Mllgliederhersamm, lung Mittwoch, den 17. Januar, abends 8 Uhr� im Lokal von �lippekchl, Schonerlinder Str. ö. Tagesordnung: t. Stellungnahme zur Kreis- gencraioersammlung und Wahl der Delegierten, 2. Pariciangclegenheitcu und Verschiedenes, Um zahlreichen Besuch bittet der Vorstand, I. A.: Emtl Wissler.___ Jugenüveranftaltungen. Neukölln- Britz- Buckow. Mittwoch. 17. Januar, 8 Uhr, Donaustr. 104! Bortrag über:»Soziale Gesetzgebung". Sonntag, 21. Januar: Besuch der Urania. 2 Uhr Rathaus Ecke Erkftrasse. Sriefkaften üer �eüaktion. Sie lurlstisch««vrechtwnd» sind« für«donnenlen Zindenftr. S, IT. pol («310. parierte, am Moillaa bis Sceitaa von 4 VIS 7 Ugt, am Eonnadend von S»IS« Uhr Natt. Jeder für den«r,e Ii asten beslimmte» Antrag« ist ein Buchstabe und eine Loht nIS Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird ntchr erteilt. Antragen, tzenen lerne AbonnementSauitiung beigetügl ist, werden Mcht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrachsiunde dar. Verträge, Tchrlftslücke»»» dergleichen»ringe mar tu die Evrechtiunde»it. Si. B. 43. DnS Testament ist in der ftzorm gültig.— Xh- K. 15. Wenden Sie sich mit einer Anfrag« an den Verband der Maler, Melchior- strasse 28.—. 1 Salzmesteveiftdekor.... 35 pf. K Lelivürztennohen oemdekor 95 1 Waschgarnitup-] zu5- Kanne........... � 1 Nachtgeschirr..] pi. 1 Waschgarnitur- schüssel........ 1 Seifenschale... de- ' koriert 95 rr. 6 Kaffeehecher Klo�5�!? 95 Verkäufe Geld! Geld: waren Sic, wenn Zic in Leihhaus NoientHalcr Tor, Linienstraßc 203/4, Eike Rosenfhaler- itrahe, kaufe». In Berjatz yeweiene Ülnzüge, Paletots, Ulster fowie neue Maggarderoben, PekzilolaS, Muffen, Skunks, Nerz, ZllaLtasiichsr, Soninicr- preise. 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