Nr. 20. 34. Jahrg. flbcnncmeots*Bcdlngungcn; Kboraiemem«■ Ctctä pttomnetinti» Sinldjähtl 5.90 Ml. monail 1�0 Ml. lBöiSem;;d) 30 iijg ras ir.:- HouZ. Einzein« Kunmti ö Pfg. Soniuagt- ttummei niü tDuffricnc: sonmaßö, Seiloge.Die Scut Seit*>0 Pia. Po!- «wonneolenl- ILO Marl pro Monat. vinxetragen>n die Poii�Zemaig»- Steleliite. IXmex Koeu-band iüi DeuiiÄImid uns Deitctteufi. Ungarn 2.oO Marl, tüi oas übrige lins Ions « Marl Iiis Monai Poktadonnememl nebuien an Lelgien. Däneaiarl, Holland. Ilalicit. Luxemburg. Pmaugal, Kumäiiiin. Schweden und die Schweis. erltti«! Ugna. ( 5 Pfennig) Die Inlertions-Gcbüljr detrligi'ür die sechsgcftuilleiic Kulonele ,eile oder deren Raum SO Big. für »oiiüiche und gewerlschailliche BeseiuZ- und Bersamm.'ungd- Anzeigen 30 Big. „Aleine Znreigen", dar ieiigedruilic iüor: 20 Big. izulülsig 2 icngeduidic Rotte), icdcZ weitere Korl 10 Big. Elcllcngcsuche lmd Schlaiiiellmaii- zeigen daö erste ZZor! 10 Big. icdeZ wenere Wort SPfg. Worte über ii>Buch» siabcn jäölen für zwei Worte. Anieraio , iür die nächste Siummer müssen h:i 5 SUit nachmittags in der Erpeditton «ögegcbcn werden. Tic Erredinon i>I btj 7 Uhr aocndS gcßniict Vevlinev Volksblslk. Zentralorgati der fozialdemokrati Pdien Partei Deutfcblan�s. DsIcgramm>NdrsFet ScziaidfmeKrai Rcrlia" Rcdcftien: EW. es. Liaüenltraße 3. �ernivrecher- Am» Morttzvla«. Rr. läl S»— ist 9?. Sountag, de« 24. Januar 4V47. ExpeSition: HS» Linöenstraße 3., Kern'vreltier: Amt Morittpla«. Sir. IZI 90r-!ä1 97. I�anelti am Seretb ertturmt. Erfolgreiche Erkundungen zwischen Dollcr und Rheiu-Rhoue-Kaual— Russenangriffe bei Bclbor in den Cstkarpathe« und nördlich des Tufita-Tals— Nanesti am Sereth erstürmt. Amtlich. Grußes Hauptquartier, dcu 20. Ja- vuar 1917. �S. T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. Sei Wytscharte und westlich La Baffee wurden heute nacht angreifende englische Patrouillen abgewiesen.- Zwischen T oller undNhein-Rhonc-Kanal angrseNteErkundvugS- untcrurhmunge» sind von würtiemlergischen Truppen erfolgreich dnrchgcfiihrt. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Keine iefondeern Ereignisse. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. In den jCstkarpathen nordöstlich Bclbor griffe« mehrfach kleinere russische Abteilungen unsere Stellungen erfolglos an. An einer Stelle überraschend eingedrungener Feind wurde im Handqcmenge anrö-kaeworkeu Nördlich des Susita-Talö erneuerte« die lllumäiie» an den- selbe» Stelle« wie Tags zuvor ihre vrrzweifettcn Angriffe. F«ns- tnal wurden sie nach schwmm Kampf blutig abgewiesen. Außer mchrrrcn Hundrrt Tote», dir vor unseren Stellungen liegen,»er- lor der Angreiicr 4W Gefangene. Heeresgruppe des Geueralsrldmarschallb vonMackensen. Starkes Schiiretrcidcu und schlechte Beleuchtung behindert die Tätigkeit unserer Artillerie. Trotzdem wurde der am Sereth gclezrur Lrt Nanesti von deutschen Truppen gestern im Sturm genommen. ' l r.T-T-----r.-�-rT-n1r�-TTnWTTT-rn,r,-r.T--�l1-rmnr-rT1rnr-rTrrn-M1, Mazedonische Zirout. Tag und Nacht«erliefen rnhig. Ter Erste Gcneralquarticrmeister. Ludendorfs. * stbenöbericht. Berlin, 20. Januar, abends. Amtlich. An der Westfront k e i« c b e s o nd e r e n E r- eignisse. *« *> der österreichische derZcht. Wie«, 20. Januar 1317.- �W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Leftlicher Kriegsschauvlatz. Heeresgruppe des Gen e r alseldmar sch alls v. Mackensen. Der Ort Rancsti westlich von Nomolaasa ist durch deutsche Regimenter erstürmt»orde«. Freut des Generaloberst' Er, erzog Joseph. Nördlich deS Ausita-TalS sandten auch gestern die Nüssen und Rumäne» ihre Truppen zum Angriff aar. Alle fünf Angriffe scheiterte«, wobei Aar Fein» außer schweren blutigen Per- hefte» 409 Gefangene ei«bn?te. Nordöstlich von Betbor wurde« russische ErlimdnngStruppen abgewiesen, bei Balrpntna unternahmen unsere Aufklärungsabteilungen einen Ucbcrfall auf die feindlichen Feldwachrn. Heeresgruppe deS Generalfeld Marschalls Prinz Lepold von Bayern. Nichts zu melde». Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine Aenderong. Ter Stellvertreter des EhcfS des GeueralstabeS. v. H o« f e r, Feldmarschallrutnant. Wer hat üie Schuld? „Sozialdemokraten" zur Berscnkulig norwegischer Schiffe. Kristiania, 20. Jan.(W. T. B.) Aus Anlaß der zaHImchen Torpedierungen von norwegischen Schissen in der letzten Zeit, bei denen angeblich 12 norwegische Menschenleben Per- loren gegangen sein sollen, schreibt die verbandsfreundliche Zeitung„Sozialdemokraten" in einem aufsehen- erregenden Artikel:„Wer bat die Schuld?": „Es fei nicht zu verwundern, daß jedesmal, wenn von Torpcdierungcn norwegischer Schisse ohne Warnung mit Verlust von Mcnschenlebru berichtet werde, die Entrüstung auflodere. Andererseits betrachte das norwegische Volk jetzt die Torpcdierungen ruhiger, weil man sich frage, wo die eigentliche Schuld liege. Zu einer sachlichen neutralen Be. urteilung, ob die Torprdierung berechtigt war, müsse man vor allem wissen, wo und in welcher Fahrt sse stattgefunden hätte und mit welcher Ladung das Schiff gegangen sei, was aber bei den meisten Meldungen fehle. Zweifellos gingen viele norwegische Schiffe in der Frachtfahrt Awischen den Ententcländeru mit Lebensmittel» und Kriegsgcrät zugrunde, selbst jetzt, obwohl England den norwegischen Schiffen und ganz Zlorwcgen Kohlen der-- weigere. Taß die Deutschen diese Schiffe torpedierten, sei zwar empörend, besonder» wenn Menschenleben dabei ver- lvrcn gingen, aber, sagt das Blatt, trotzdem ist nicht eine Stimme io einem von uns, die fragt, können wir etwas anderes erwarten? Können wir erwarten, daß deutsche ll-B oote ruhig daliegen und zuseden, daß ihre Feinde durch neutrale Schiffe mit dem einen oder anderen versorgt werden, wenn sie das verhindern könne«? Wir denken, daß es nur eine Antwort hierauf geben kann. Man kommt dann zu der anderen Frage:„Wie groß oder klein ist dir Schuld der norwegischen Reeder, die ihre Schisse in diese gefährliche Fahrt einsetzen und nor- wcgischc Leben und norwegisches Eigentum der Gefahr aus- setzen?" Das Blatt fährt fort, vielleicht könne man auch fragen, was die norwegische Regierung getan hätte, um nor- wcgischc Schisse zu hindern, Bannwarrfahrtcn nach den krieg- führenden Ländern zu unternehmen. Das Blatt weist darauf hin, daß englische Behörden nor» wegische Schisse gezwungen hätten und wcikcr zwingen, nach Frankreich und Italien zu sahrcu und andernfalls ihnen die Kohlen verweigern. Außerdem melde ein Privattifogramm an„Aftenposten", daß England Frankreich neutrale Tonnage zum Kohlcntrancporl versprochen habe. Das Blatt fragt, welche neutrale Tonnage dies fei, es könne sich nur um die norwegische handeln, ober was habe die norwegische Regierung dagegen getan? Norwegen habe in seiner großen Handelsflotte einen bedeutungsvollen wirtschaftlichen Machtfaktor, der durch Staatscnteignung oder andere Maßregeln der Verfügung der Kriegführenden oder der Vernichtung hätte entzogen werden können. Tos Blatt sagt sodann: Es ist zu befürchten, daß auch hierin die Re- gierung ihrer Aufgabe nicht gewachsen gc° Wesen ist. Wolffs Bureau bemerkt dazu: Norwegische Schiffe sind bisher nickt o b n c Warnung versenkt war- den. Wenn solche Gerüchte auskanien, so ist jedesmal später festgestellt worden, daß sie aus Minen gelaufen oder nach Warnung versenkt waren. poincars will Elsaß-Lothringen. Es liegt jetzt der genaue Wortlaut der Acußerungen vor. die Präsident Poincars gegenüber dem amerikanischen Journalisten Marchall im Perlause einer Unterredung machte. Ter wichtigste Teil dieser?leußerungen lautet nach der..Nationalzeitung" folgendermaßen: „Wir spreckten autfi in unserer Antwort an den Präsidenten Wilson von der Zurückerstattung der uns einst entrissenen Pro- v'.nzen. Vicrundrerzig Jayte lang hat Frankreich den Schmerz seiner alten Wunden unterdrückt. Deutschland bat ihm stn Jahre 1871 E I s a ß- L o l h r i ng c n gegen den Willen der Bc- völkerung fortgenommen und trotz seiner Trauer bat Frankreich niemals einen Revanchekrieg führen wollen,, denn es wußte zu gut, welche Opfer ein solcher Ärieg der Menschheit auferlegen würde. Frankreich wartete und versuchte, allen Konflikten ans- zitweichen. Es. zxigte(itft geduldig, resigniert und ertrug.whl- reiche Provokationen, wie die von Tanger und Agadtr. Aber heute, wo Deutschland ihm ohne Grund den Krieg er- klärte, mutz Frankreiw seine auf Gerechtigkeit gegründete Forderung nach Zurückerstattung Elsatz-Lothringens erheben." Herr Poincarä verschweigt, daß Teutschland niemals in Krieg mit Frankreich geraten wäre ohne das unselige— vor dem Kriege von den französischen Sozialisten unabläisia bekämpfte— Bündnis mit Rußland. Im übrigen � siehe zum Thema Elsaß-Lothringen unseren heutigen Leit- j aussatz! Die kranzöstsihe» Sozialisten unö Elsaß-Lothringen. Bon Her m a n u Wende l. Im..Alma nach röpublicain d'Alsace-Lorrame" hat sich Georges Weil! mit meiner vor Jahresfrist erschienenen Schrift..Elsaß-Lothringen und die Sozial demok ratio" befaßt. Da die„Humamte" den wesentlichen Teil seines Artikels abdruckt, schließt sie sich seiner Auf- sassung an. und man darf sie süglich als die Meinung der französischen Parteimehrheit gelten lassen, die sich ja während des Krieges schon verschiedene Male in der elsaß-lothringischon Frage unzweideutig festgelegt hat. Neuerdings freilich erheben sich im französischen Sozialisinus Stimmen, die auch hierin veniiinsiiger klingen, und namentlich aus dem jüngsten Gc- tverkschaftskongreß sind mannhafte Worte gegen sene Sozia- listen gefallen, die um der Rückeroberung Elsaß-Lothringens willen noch Ströme Blutes fließen lassen möchten. ?lnders wäre es auch nicht gut. denn wie unerträglich hockssalwend der Standpunkt dieser Mehrheit ist. offenbart Wcill, indem er meiner Aliffckssung, Elsaß-Lothringen bilde die Barrikade, die die französische Partei hindere, sich zu einer Verständigung über Friedensmöglichkeiien und Frieden 5 ail-cii mit der deutschen Sozialoeuwriatir an einen Dstai zu sStzon. kühl entgegenhält:„Zwischen ihrer und unserer Art zudenken klafft ein Abgrund, und er wäre auch dann nicht zu überbrücken..wenn sie eines Tacws. unsere Lösung der elsaß lothringischen Frage annehuulti würden." Höher gehtls nimmer! Also selbst wenn wir uns entschlössen, Elsaß- Lothringen auf silbernem Teller Frankreich anzubieten, auch dann noch würden uns die französischen Sozialisten als die unreinen Parias der Internationale ansehen, mit deren- Be- rührung sie sich nicht beschmutzen dürsten! Da hört freilich jede Erörterung auf, ehe sie begonnen hat, und wenn hier einiges zu den sonstigen Auslassungen W c i I l s gesagt wird. geschieht eS ganz gewiß nicht mit der Slbsicht, die unbelehrbare französische Mehrheit zu belehren. Um sich in eine billige Entrüstung gegen die deutsckfe Sozialdemokratie hineinzuichreiben. muß Georges W e i i l neben andern über die Tatsache mit Stillschweigen hinweg- gehen, daß die deutsche Partei nach Kriegsausbruch zur elsaß-lothringischen Frage ruhig und selbstsicher dieselbe Siel- lung eingenommen hat wie vor dem Kriegsausbruch, während der französische Sozialismus seine Anschauungen gerade- zu aus den Kopf gestellt hat. ObschSN die deutsche Arbeiterpartei 1871 gegen die gewaltsame Lostrennung der beiden Provinzen von Frankreich lauten Wider- spruch erhob, trat sie im Lauf der Jahre auf den Boden jener Auffassung, die der französische Sozialistenfiihrer S e m b a t: sust auf die elsaß-lothringische Frage zugespitzt, dahin umriß. daß„nach einer gewissen Zeit die brutale Tat eine vollzogene Tatsache sie fait aetsrnpli) werde." Darum hat die deutsche Sozialdemokratie seit einem Menschenalter keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne durch den Mund ihrer berufensten Führer zu erklären,„daß unter den gegebenen Verhältnissen von einer Rückgabe Elsaß-Lothringens keine Rede sein" könne(Auer) und daß eine erfolgreiche Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich„ohne Verzicht auf die Revanche und die Rückgabe von Elsaß-Lothringen nicht durchzuführen" sei(Schönlank). Tasür hat die Sozial- öemokratie, ebenso sehr von außerpolitischen wie von inner- volitiichcn Gründen geleitet, sich allezeit wacker für Recht und Freiheit der Elsaß-Lorhringer eingesetzt und schon früh Mit großen Buchstaben auf ihren Schild geschrieben: Erhebung der Rcichslande zum deutschen Bundesstaat Elsaß-Loth- ringen den Elsaß i Lothringern! In dieser Forderung berührte sie sich neuerdings immer mehr und in immer erfreulicherer Weise mit der Ansicht der französischen Sozialisten, daß die elsaß-lothringische Autonomie innerhalb des deutschen Staatenbundes die beste Lösung der Frage umschließet noch auf der Basler deutsch französischcu Konferenz von 101t erklärte Jaurss in einer politischen Unterhaltung, daß die Gewährung der Selbstverwalrung an die ReichSlande im Rahmen des Deutschen Reichs für Frank- reich die elsaß lothringische Frage völlig aus dckd Welt schaffen werde! Und wie schrieb doch k'.wz vor dem Krieg derselbe Marcel Sembat, der nachher im Ministerium Brian d für den Krieg um Elsaß-Lothingen bis zum Weißbluten eintrat? Für jeden Deulsckien, ob er Sozialist. ist oder nickil, ist die eliah-Iolhringiiche Frage nicbt inekir eine Frage der äuperen. iondern eine F r a a c der inneren Politik... Deutschland kaini uns Elsaß-Lothringen� nicht geben; c S kann u n S n i ck> t c i n in a l das winzigste Stückchen davon geben; es kann es uns weder ganz nocki teilweise aus dem Weg de-Z AuStaiu'SeS gegen Kolonien� und wären es alle unsere Kolonien, vergeben eS kann u n-Z a li ch seine N e u I r a l i t ä t u i cki r geben/ Diese Stimme» der Vernunft und des Verzichts, die sich beliebig vermehren liehen, sind heute verklungen und verhallt", nicht einmal daran zu erinnern vermögen die französischen Sozialisten sich nock. und auch Georges Weill gleitet mit verbindlichem Lächeln und lässiger Handbewegung über alle Fest» siellungen meiner Schrift hinweg, die ihm unbequem sind. Aus die wirtschaftliche Verknüpfung der Reichslande mit Teutschland- hatte ich hingewiesen und auf den Umsturz aller Verhältnisse im ökonomischen Leben, den der jähe Anschluh Elsaß»Lothringens an ein Produktiousgebiet. einen Absatz- markt und ein Zollsystem von ganz anderer Wesensart mit sich bringen mühte. Was kümmert das Georges Weill! Ich hafte daraetair, dah die Absperrung der deuischsprcchenden Arbeiter des Elsasses an den in Alt-Teutschland sprudelnden Quellen ihrer politischen Bildung der Entwicklung des Sozia- lismus sehr wenig zuträglich sein werde. Was geht das Georges Weill an! Ich hatte aus die Wandlungen in der Zusammensetzung und der Gesinnung der Einwohnerschaft von Elsah-Lothringen hingewiesen, die sich seit 1871 durch Massen- hasten Abzug von Einheimischen und ebenso massenhaften Zuzug von Altdeutschen durch Vermischung von beiden, ferner durch allmählichen Anschluß an'den deutschen Kulturkreis und nicht' zuletzt durch wirtschaftliche Jnteressenvci flechtung voll- zogen haben. Darauf lenvidcrt Georges Weill? AIS das siegende Kaiserreich sich 187l nwerer Departements bemächtigte,� war unsere Erziehung abgeschlossen. Unicre Sinnesart war geformt, und darum waren alle Gerinanisicrlingsvcri'uche bestimmt, zu scheitern. Derart wagt ein Sozialist, der doch wissen muh, wie sich Ideen unter der Einwirkung der Verljäitnisse wandeln, zu behaupten, dah mit dem Jahre 1871 die Denkart der Elsah-Lothringer gewissermahen erstarrt und seitdem un- verändert geblieben sei, und zwar wagt er das in einer Zeit. da in Frankreich die Enttäuschung über die Elsässer, mit denen man während des Krieges zu tun bekommen hat. schier allgemein ist, und da in der nationalistischen Presse begütigt worden muh: Frankreich und das Elsaß seien wie zwei Ver- wandte, die sich seit Jahr und Tag t nicht gesehen haben, und die nun beim Wiedersehen, jeder den andern, sehr verändert finden und nicht immer zu seinem Vorteil verändert! Noch mehr aufs Glatteis begibt sich Georges Weill, wenn er die von Elsatz-Lothringcrn erhobene Forderung nach Selbst- Verwaltung innerhalb des Deutschen Reiches als.Notbehelf" geringschätzig abtut: weil die Elsah-Lothringer um jeden Preis dem Frieden zugetan gewesen waren, deshalb haften sie sich für die Autonomie als einziges Mittel entschieden, ihr Volks ftun möglichst unverkümmert zu erhalten. � Mag dem sein, wie es will:. glaubt Georges. W e i l I ernstlich, daß die Elsässer und Lothringer, die sich, wie er sagt, mit ihrer Lage absonden, um die Schrccknisie des Krieges zu vermeiden, eine Aenderung ihrer Lage mit Verlängerung der Schrecknisse des Krieges erkaufen möchten? Seit zweiundeinhalb Jahren wird Elsah-Lothringen von den Gewittern dieser furchtbaren sjeit als Grenzland ganz anders heimgesucht als die Gaue im fned- ftchen Innern Deutschlands. Will Frankreich wirklich Elsaß- Lothringen mit Waffengewalt erobern, so. kpnnte das nur !w Kämpfen geschehen, die zu allererst das umstriftene LÄth' in c'i�e. Hölle und. üi" eine Wüste verwände! a Mühten. Uesen Preis.uoer würde kein Elsässer und kein LothruiAer iöftöV um nachher auf den"Trümmern, semer Heimat die Trikolore wehen zu sehen! Und auf. den Willen der Bevölkc- rung kommt es doch,.wenn man mft sozialistischen Matzen mißt, auch ein wenig an, nicht wahr? die Erstürmung von Nanesti. Die keilförmige Borfrellung der Russen zerstört. Xpr. Der schlimmste Feind unserer Truppen an der Screthfront ist das jetzt schon wochenlang anhaltende schlechte Weiter, das sowohl die Tätigkeit der Artillerie, als auch den Vormärsch der Infanterie stark behindert: trotzdem ist es dem Zentrum der Armee von Mackensen nunmehr gelungen, durch die Erstürmung von Nanesti abermals die russischen Stellungen am Südufer des unteren Sereth zu durchbrechen und dem Feinde dadurch eine empfindliche Niederlage zu bereiten. Es ist hierbei besonders bemerkenswert, dah der Angriff unserer Truppen an derselben Stelle erfolgreich einsetzte, wo die Russen ihren ersten Entlastüngsversuch unternahmen, d. h. ungefähr stu Räume von Fündeni. Tie Befestigungs- werke, die die Rumänen am Nordufer dieser Stelle des Sereth zwischen Talieni und Vlachmirescu besahen, sollten den gescheiterten russischen Vorstoß damals wesentlich unter- stützen: jetzt waren sie nicht einmal mehr imstande, die Be- ietzung von Nanesti durch deutsche Truppen zu verhindern. In taktischer Beziehung wird uns diese Verbesserung unserer Frontlinic den weiteren Angriff auf die eben erwähnten vermanenten Anlagen am Noröufer des Sereth sehr erleich- tern. i In strategischer Beziehung ist unser Sieg zunächst ge- rade im Hinblick auf die russische Niederlage bei Fundeni ein wichtiger moralischer Erfolg, dessen Bedeutung auch tatsäch- sich dadurch noch wächst, daß wir nunmehr den allerdings immer schwach gebliebenen Keil, den die Russen hier zwischen den beiden Flügeln der Armee Mackensen vorzutreiben versucht hatten, endchiltig zerstört haben. Unterdessen haben die neu ins Gefecht eingeletzten Rumänen abermals mit großer Zähigkeit versucht, den Truppen des Erzherzogs Joses bzw. seines Unterführers, des Gene- ralö v. Gerat, eine ernsthafte Schlappe zu bereiten. An ihrer alten Augriffssront, nördlich des Susitatales, versuchte die feindliche Heeresleitung im fünfmaligen Ansturm rumänischer Truppen die hier verlorengegangenen Höhcnstellungen ivieder zu gewinnen. An allen Stellen wurde dieser ver- zweifelte Vorstoß,'der einen Keil zwischen die Armeegruppen Erzherzog Joses und v. Mackensen treiben sollte, restlos ab- geschlagen, und die Rumänen büßten in diesen Gefechten außer einer großen Zahl von Toten und Verwundeten an Aeiangenen wiederum 400 Mann ein. Sowohl die Kämpfe im.Susitatale,, wie diejenigen bei Nanesti zeigen deutlich den ungeheuren Nutzen, den die Besetzung der Festung F o c s a n i unseren Truppen gebracht hat. Diese Stadt dient jetzt sowohl den Truppen des Generals, v. Gero?, als denjenigen des General v. Falkenhayn als wpe r a ti v e r Stützpunkt, sie verhindert die Durchführung einer aus breiter Front an- gesetzten gemeinsamen russisch-rumänischen Gegenoffensive, da eine solche in che, r östlichen Fotts der besetzten Festung zu starkem Widerstand"begegnen würde. Dergestalt ist eine ge- wiffc''strategische Trennung zwischen den nordwestlich von Tecueiu ckämp'endon Rumänen und den südlich. hiervon stellenden Russen erfolgt, die naturgemäß auf unsere weiteren Operationspläne von wesentlichem Einfluß ist. die Entente unö öas Nation alitätsprinzip. Die Antwort der Türkei auf dip Ententpnote: . Konstantinopel, 1Ü. Januar.(W..T. 23.) Die Kaiserliche Legierung hcu heute che» Neutralen eine Note über die Antwort der Entente aus den Friedcnsvorschlag.übermittelt. Tic Rote, die fast den gleichen Inhalt hat wie die von unseren Verbündeten über- reichten Noten, hebt besonders hervor, daß die Mittelmächte keinen Grund Hollen, einen Krieg zu entfesseln, und daß die Türkei keinen Grund hatte, ohne gczmimgen zu werden, daran teilzunehmen, schon aus dem Grunde, weil niemand von ihnen GsbietSan spräche zum Nachteil' der Entente hatte, was bei den Staaten der Entente nicht der Fall ist. Tie Welt kennt die Absichten Frankreichs auf Aynen und Elsaß-Lothringen, die Italiens ans die österreichischen Süd- wrstprovinzcn, die Rußlands auf Konstantinovcl, die Meerengen und einen großen Teil Anatoliens und die Englands auf Meso- potamicn und Arabien. Ebenso weiß man, welche Intrigen sie ein- geleitet haben, um den natürlichen Aulschwung der Türkei»u hindern und um eines Tages ihren Teilungspla» verwirklichen zu können, und zwar trotz National itätrnvrinzip, das sie immer hervorheben. j~ ■ In Wirklichkeit kümmert sich dir Entente wenig u« eben diese Grundsätze, sobald sie chren eigenen Interessen nicht entsprechen. Die Verkündnng des englischen Protektorats über Aegypten, dessen Bevölkerung in keinem Serhältnis zur eng- lischcn Rasse steht, die Annexion Eyperns, wo nichts englisch ist, die Besetzung von Tripolis durch Italien, wo doch der Italiener nur ein Eindringling ist, der phantastische Plan, Ruß- land Konstantinopcl mit dem Marmarabccken zuweisen zu wollen, wo die überwältigende Mehrheit der Lrvöllernng türkisch und mohammedanisch ist. sind ebenso viele Zerlegungen des N a- tionalitotenprinzips.. Dir Türkei war also gezwungen, gleich ihren Verbündeten zu den Waffen zu greifen zur Verteidigung ihres Bestandes, ihrer Freiheit und ihrer Unabhängigkeit. Indessen glaubt die Türkei mit ihren Ver- bündctcn, daß dieses Ziel heute erreicht ist. Di« feindlichen Mächte dagegen sind in diesem Augenblick von der Berwirllichung ihrer Pläne weiter entfernt alö je, und gerade deswegen lehnen sie nervös den auf- richtigen Börschlag ab und übernehmen daher wohlüberlegt die Ver- ontwortung für die Fortsetzung des Blutvergießens. Die Ilore erwähnt.dann das Schicksal von Serbien, Man- tenegro und Rumänien, die von der Entente in den Krieg geswtzen wurden, und hebt das gar nicht näher zu bezeichnende Bor- gehen hervor, das die Enteilte Griechenland gegenüber eingeschlagen hat, um es in den Krieg zu stürzen. Die Note weist auf die Leiden der Menschheit.hin. die aus dem Kriege entstehen, den zu beenden die Gegner ohne jeden. Grund-obgclchnt haben, so daß die Berantworiung für die Fortdauer des Kampfes auf sie zurückfällt. Die Note schließt mit den Worten, daß die vier verbündeten Mächte im Vertrauen auf die Gerechtigkeit ihrer Sache den Krieg fortsetzen werden bis zur Erzielung eines Friedens, der die Ehre und Freiheit ihrer Völler sichert und ihren Nationen eine freie EntWickelung verbürgt. die französische Kammer öeckt üte Ententenote an Wilson. Preffemanes Interpellation vertagt. P o x i S. lv. Januar. Der Sozialtft Pressemane hchjtschtr, die Regierung über die Antwort det Alliie ftn o« Wilson zu inte» pclliereu. Ministerpräsident B r i a u d verlangte Vertagung dieser Interpellation aus unbestimmte Zelt und erklärte: „In Beantwortung dcS loyale» Ersuchens der großen amrrika- nischen Nation haben wir den Grund, warn« wir kämpfe«, und die Sühne(Bantloas), Wiedergutmachungen und Bürgschaften, welche wir verlangen. freimütig und bestimmt auseinandergesetzt und unsere ÄrirgSziele genannt. WaZ können wir mehr sagen? Warn« sollen wir in einen Meinungsaustausch eintreten und Gefahr laufen, die Wirksamkeit eines Schriftstücke» zu beeinträchtigen, dessen Freimut und Klarheit allen unabhängigen Ländern zum Bewußtsein gekommen ist sLelihasrer Beifall.) Tie Kammer vertagte dir Interpellation auf unbestimmte Zeit mit 437 gegen 37 Stimmen. Bork«. setzte die Kammer in Uebereinstimmung mit der Re. gicrung die Besprechung der Interpellation Abel Ferry über pie Lage des ExvedtrionSkorpS im Orient uns der Jnlervellalion Abrami über die Ä or g ä n g e in Alben am l. und 2. Dezember und die Politik der Regierung gegenüber Griechenland aus den 2L. Januar fest. Golitzin zur Dumavertaguog. Petersburg, IS. Januar. Die Petersburger Tele. graphen-Agentur meldet: AuS Anlaß der Verschiebung des Zusammentritt» der gesetzgebenden Kammern um einen Monat er- klärte Ministerpräsident Fürst G o l i tz i» in einer Unterredung, dies» Serschiebung sei ebensosehr dadurch veranlaßt, daß dir AuS- arbeitung des Budgets noch nicht beendet fei, wie durch die Nvt«- wendigkcit, daß daö neue Kabinett alle schwebenden und zu bc- sprechenden Fragen angesichts deS Wiederzufammeutriits der Kammern erwägen müsse. Die Regierung halte einen festen Kontakt und ein solidarisches Zusammenarbeite» mit der Kammer für unerläßlich. Fürst Goliyin erklärte kategorisch, daß aus leinen Fall der Zusammentritt der Kam- mern eine neue Vertagung erfahren werde. '» Es scheint, öaß Golitzin die Interviews liebt. Denn auch vor einem Mitarbeiter der„Nowoje Wremja" hat er sich dieser Tage über' politische Dinge ausgesprochen. Da bei seiner Ernennung, die ihm selbst, wie er jetzt gesagt hat,„ganz un- erwartet gekommen" ist, in aller Welt ein Fragen nach seinem Namen und seiner Art begann, versteht man sein Bedürfnis einigermaßen. Im„Berliner Tageblatt" wird das für die ..Nowoje Wremja" bestimmte Gespräch skizziert. Es heißt darin: Er begann wie alle anderen Minister mit der Behauptung, daß ein Zusammenarbeiten mitder Duma absolut not- wendig sei, um die vorliogenden Aufgaben beherrschen zu können. Wie er jedoch diese» Zusammenarbeiten durchführen wolle, darüber äußerte sich Golitzin nicht. Er begnügte sich nur damit, zu betonen, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein Zusammenarbeiten sehr schwer sei. Mit rutem Willen und patriotischer Gesinnung ließ« sich jedoch manche? überwinden. Ruh. land könne zweifellos ohne awetzgebende Institutionen nicht er.» stieren. Er betrachte eS jedoch als seine Pflicht, als wichtigste Gründe für seine Tätigkeit das Prinzip aufzustellen, wonach die gegenwärtig« Staatsordnung vollkommen unerschüttert bewahrt werden müsse. Die Regieruyg als solche könne überhaupt keine Experimente auf dem Gebiete des DtaätSregimcS unternehmen, die den Charakter{ünec Umwälzung hätten, dä da? Resultat derartiger Schritte,«np«oslftä stdig?. DeH»xgg»tgatW zur Folge haben' würde. Es konnte daher überhaupt k'e,««.Räch«" vom«ner Vcränt- w o r t li ch k e i t d e r Regierung g e g« n ü b c r d c r D u m a sein. Das JnterpellationSrecht der Duma müsse respektiert werden, und. die Rögierüng müsse den Erklärungen der Duma ihre Auf- merksamteft schenken. Jedoch er könne es nicht unterlassen, zu er- klären, dah die Regierung sich äbolichcn Aüflriften gegenüber, wie sie neulich in der Duma stattfanden, nicht gleichgültig benehmen könne. Achnlich äußerte sick» Golitzin über die bürgerlichen Organi- sationcn.„Solange sie sich in den Grenzen direkter Aufgaben hakten," sagte er...müsse man ihre Bedeutung anerkennen, aber ihren Scitenfprüngen könne er nicht beipflichten." lieber die Frage der Kongresse jener Organisationen solle man von Fall zu Fall entscheiden. Aus diesen Worten schaut das Gesicht eines waschechten Anhängers des alten zoristischen Regimes hervor. Wenn diejer Ministerpräsident zu Taten übergeht— die erste war die Weitervertagung des Parlaments— wird kaum ein anderes Verhältnis zur Duma sichtbar werden, als das, was jetzt Regierung und Volksvertretung in Todfeindschaft aus- einanderfährcn ließ. Inzwischen wird in Rußland, besonders natürlich in den großen städtischen Zentren, mit allen Kräften aehaussucht, verhaftet und verbannt. An diesem System wird sich unter Golitzin nichts ändern. Etitetite-�ppetit auf Eriechenlanös �anöelsstotte. B e nn, 20. Januar. Nach einer Meldung deS„Secolo" ans Athen beabsichtigt die englische Rcgieinng, die gesamte grie- chische Handelsflotte gegen Pachtzahl nng zu r e« quir irren. Die griechische Regicrung sei darüber beunruhigt und beanspruche für dir Versorgung des Landes mit Lebensmitteln eine genügende Anzahl von Schiffen zur eigene» Verfügung. der Krieg auf den Meeren. Jn zwei Tagen zwölf versenkte. Prise„Gerda" als v-Boot-Begleitschiff. Rotterdam, IS. Januar. Hier sind heute zwei Kapitäne und 33 Mann der dänischen Dampfer„Gerda" und „ChassiemaerSt" angekommen, die Mitte Dezember bei Finisterre von einem deutscheu v-Boot versenkt wurden. Am ist. Dezember wurde die„Gerda" von einem deutschen v-Boot ohne Nummer angehalten. Das Schiff erhielt eine ans sieben Köpfen bestehende Priscubesatzung und wurde darauf als Rettnngs- schiff benutzt Am selben Tage wurde die„Chassicmarrks" angehalten und versenkt. Di« Besatzung von 19 Mann wurde ans die„Gerda" gebrach», dann giug daS kl-Boot auf dir Jagd nach andere» Schiffen. Das nächste Opjer war der englische Tanipser„Bayhall", dessen Besatzung von 30 Mann ebenfalls an Bord der„Gerda" ge- bracht wurde. Einige Stunden später ereilte den japanischen Dampfer, T a I i M a r n" dasselbe L»S. Hieraus erhielt die „Gerda" Befehl, Fmisterre anzulaufen. Tort wurden die vre- schwdeocu Besatzungen gelandet, worauf die„Gerda" selbst außerhalb der territorialen Gewässer von der Prckcnbrsatzung mit Bomben zum Sinken gebracht wurde. In zwei Tagen hatte das deutsche v-Boot zwölf Schiffe versenkt, darunter norwegische und portugiesische Fahrzenge. Die neue„Nötee*. Tie Prise Hudson Maru". Bern, 19. Januar.„ProgrSS de Ltzon" meldet ans Rio de Jäneirv: Eft» deutsches Schiff vom Dqp der„Möwe" versenkte eine groß» Anzahl Schiffe. Ter japanisch« Dawper„Hudson W o r»*, der die Brsatznvgcu der versenkte» Schiffe an Bord nehmen mußte, wurde uo» dem deutsche» Fahrzeug gezwungen, bis zum 12. Januar In seinem Fahrwasser zu bleiben. Erst dann wurde dem .„Hudson Motu" gestattet, uach Peruawbuco zu fahren, wo er am 13. Jaanar eintraf. Der HafenlopUäa von Peruambuco wurde benachrichtigt, daß Monuschaftrn anderer versenkter Schiffe, 441 Mann au der Zahl, demnächst durch de» Dampfer„Farrowdale" gelandet werden sollten. Der Dampfer„Theodor", der von dem deutschen Schiff gekapert worden sei, sei bewaffnet worden und werde ähnlich wie die„Appam" benutzt. London, 20. Januar. Das Revtersche Bureau meldet an» Rio de Janeiro, der Moriueminister habe iu einem Interview er- klärt, daß der Dampfer„Hudson Maru" als deutsches Schiff betrachtet und deshalb nicht iu Pernamdue» iut eruiert werde. Er werde als deutsche Prise dort bleibe». Wathington, 30. Januar.(Mclibuny des Reuiersche» Bureaus.) Der amerikanisch« Konsul tn Perncrmbuco meldet, daß die neun Amerikaner von der Besatzung des St. Theodore, die hier von der«Hudson Maru" gelandet sind, wie die anderen lieber- lebenden sich wohl befänden. » Die Persenkung der„Tramatist". Londo», ÖX Januar. Ter„Times" wird aus Per»am« buco vom 18. Januar gemeldet: Ter Dampfer„Tromattst" kam am 18. Dezember in einer Entfernung von sieben Meilen in Sicht des deutschen Handelskreuzers. Das deutsche Schiff kam längsseits, hißte die deutsche Kriegsflagge und fingnalisierte„So- fort stoppen". Gleichzeitig wurde ein Teil der Verschanzung am Borderdeck niedergelassen hinter der zwei Geschütze von zweieinhalb Zoll sichtbar wurden, die auf den„Dramatist" gerichtet waren. Dieser stoppte und ergab sich. Hierauf kamen bewaffnete Plann- schaften an Bord des„Tramatist". Die Offiziere und ein Teil der Besatzung des letzteren wurden nach dem Handelskreuzer gebracht der Rest der Besatzung blieb bis Abend, als das Schiff mit Spreng- stoffen zikm Tinken gebracht wurde, an Bord. Spoter wurde die ganze Besatzung mit Ausnahme von 27 indischen Heizern und 287 Mann von anderen versenk:«» Schissen aus den„Hudson Maru" gebracht. Als de» Schiff in Dicht kam, mußten all«, die sich an Bord befanden, in den Schisssraum gehen und eö wurden die Wasser- dichten Schotten über ihnen geschlossen. Vor den Türen der Schotten wurde eine bewaffnete Wache aufgestellt. » Niederländische Scheldcwacht. Vlisstnge», Ig. Januar. Heute früh ist auf der Fahrt nach Antwerpen der d e u t s ch e Dampfer„Ursula Fisckier" au» Zerbriigge passiert. Der Tampier wurde b e i Tern eu z en von einem niederländischen Marinefahrzeug angehalten und mußte nachBlissingenzurückkebren. '' ch Eine neutrale Tauchboot-Poft? Wie au» Kopenhagen gemeldet wird, ist ein spanisches Tauchboot unterwegs, da«, wie angenommen wird, neutrale Post— wichtige Aktenstücke an die dänische Regierung ans Amerika. ckagt der„Li-A."—• überbringt. Das Boot soll 500 Tonnen groß fein, heißt„Jsaoch Pirel" und w'td in de» nächsten Tagen inKopen« Hägen erwartet. Die dänische Küstenbewachung erhielt Befehl, nach« dem Boot AuSichau zu halten »■■■., „Peius Hendrik" i» Untersuchung Wolffs Bureau meldet: Unsere Torpedoboote brachten am IS. früh den holländischen Post- dampser ,.�nn§ Hendri?', öon Vliinngzn nach London bestimmt, zur Untersuchung noch Zeebrügye ein. Aus Vlissingen wird mitgdetlt, datz sich an Bord des Dampfers .�Prins Hendrik drei Belgier befanden. Es war das erste Mal seit der Aufbringung der„Äoningln Regentes", daß von der Zeeland-Gescllschaft wieder Betgier zur Reise nach England zu- gelassen worden waren. • Brrsenkt und aufgebrocht.„Rouvellisie de Lyon" meldet aus Hortea auf den Azoren: Der amerikanische Dampfer„Bo- r>nguen" landete 27 Matrosen deS verienllen norwegischen Dipnpfers.Bergenhus"<8600 Bruttoregistertonnen).„Progrss de Lyon" meldet aus Madrid: 28 Malrosen des verienkten f r a n- z ö i i s ch e n Dompicrs, S i d n e y" landeten bei Kap Finisterre. Der Kop'tän und die beiden Artilleristen des DampierS wurden an Bord des Unterseeboots genommen.— Das„Algemeen Handels- blad" meldet, daß der Dampfer»Prins Hendryck" der Zee- landgeiellschaft aufgebracht worden ist. Lloyds meldet, dost der spanische Dampser.Balle" versenkt wurde. Lloyds meldet ferner, dast der dänische Dampfer.Dagmar" und der spanische Dampfer.Manuel" versenil worden sind.— Auch die e n g l i sch e Goelette.,L i l i a n" wurde von einem deut- schen U-Boot versenkt. Der Kapitän und die Besatzung wurden gelandet. Sch;ffsraum-Erpref)erei. Amsterdam, 20. Januar. Die Blätter melden, daß der holländische Dampfer„W e st e r d i s k" mit t500 Tonnen Getreide für die niederländische Regierung schon 34 Tage in Stornoway liegt. Das Schiff mußte den Hafen lvegen K ohlenmangels anlaufen. Man bedeutete dort dem Kapitän, daß er nur dann Kohlen bekommen könne, wenn ieins Reederei sich verpflichte, 30 Prozent ihres Laderaums der englischen Regierung zur Verfügung zu st e I l e n oder jedes ihrer Schiffe eine Reise für englische Rechnung machen zw lassen. Die Reederei konnte auf das Angebot nicht eingehen, weil ihre Schiffe von der mederländischen Regierung für die Getreide- anfuhr requiriert sind. Reodcrei und Regierung haben seit- dem vergeblich alle möglichen Schritte unternommen, um den 'Dampfer frei zu bekommen. Die einzige Möglichkeit, das Schiff herauszubekommen, wäre, es durch einen Schlepp- dampf« abholen zu lassen. Aber die Schleppdampserreede- reien weigern sich aus Furcht vor englischen Repressalien, sich unter Golitzin vermutlich nichts ändern. Kämpfe bei Kut el fimara. Ter türkische Heeresbericht. KonstimtinopU, 19. Januar. Amilicher Bericht. Oestlich do» Lrutelilmara griff der Feind nach Artillerievorbereitung von mehreren Stunden dreimal einen Teil unserer Stellung an. Alle diese Angriffe blieben ergebnislos und der sscind erlitt große Verluste. Unsere Mannschasren der freiwilligen Kavallerie griffen eine Brigade feindlicher Kavallerie an, die sich auf dem Marsche befand. Der Femd erlill große Verluste. Uniere freiwilligen Reiier nahmen außerdem dem Feinde drei Maschinengewehre ab und schössen ein englisches Flugzeug nieder. Die Trümmer des Flugzeuges befinden sich in unserem Besitz. Kaukasusfront: Au? dem rechten Flügel wiesen wir An- griffe zurück, die eine feindliche Kompagnie auf unsere Borposie» unlernahm. Der Stellvertretende Lverhefehlshaber. Kleine Kriegsnachrichten. Tie feindlichen Kommandos an der Westfront. In London wird amtlich gemeldet, die Annahme, daß irgendeine Aenderung in den gegenwärtigen Abmachungen betreffend die Beziehungen zwischen dem englischen und dem französischen Kommando an der Wettfront beabsichtigt fei, entspreche durchaus nicht der Wahrheil. Die Frage sei nicht einmal besprochen worden. Wiedereinführuua der Sommerzeit in Frantreich. Aus Paris wird gemeldet, daß die Regierung sich für die Wiedereinführung der Sommerzeit für den. 13. Februar ausgesprochen. hat. Jtolrcniscke Beschlagnahmen. Nack einer Meldung der„Tri- buna" beschlagnahmte die italienische Regierung bei der Handels- bank in Syrakus bedeutende Summen, die aus dem Verkauf von Waren herrührten, die aus den beschlagnahmten deutschen und ö'tcrreichischen Schiffen entladen worden Waren. Diese Summen waren angeblich auf dem Wege neutraler Vermittelung für Wien und Berlin bestimmt. In Verbindung damit fand eine Ha.iS- nichung und ein Verhör der dem Baron de Stefans statt, dem Vertreter der Bremer Firma Hugo Strinz, deren Reederei in eure llakienische Gesellschaft verwandelt worden war. Aur Ausführung öes hilfs- öienstgesetzes. Erklärung des Äriegsamtcs. Dos K r i c g s a m t teilt amtlich mit: Bon verschiedenen Stelleu wird berichtet, daß in der A r- beitcrschaft kriegswirtschaftlicher Betriebe sich neuerdings eine stärkere Neigung zur Abwanderung bemerkbar macht. Zwar wollen die Arbeiter nicht die Kriegswirtschaft über» Haupt verlassen, um in andere Wirtschaftszweige überzugehen i vielmehr findet zumeist nur das Verlangen des Arbeitswechsels inner- halb der Kriegswirtschaft selbst statt. Aber auch ein solcher Wechsel Angemessenheit der Löhne ist unier allen Umständen herzustellen. Lohndrückerei ebenso wie Lohntreiberei zu vermeiden. Ferner ist auf den doppelten Haushalt auswärts wohnender Arbeiter bei der Bemessung des Arbeitsentgelts Rücksicht zu nehmen. Erleichtert wird das durch den Erlaß des Reichskanzlers vom 9. Januar 1917, der vorschreibt, daß bei dem Ausgleich zwischen dem bisherigen Einkommen eines vom Heeresdienst Zurückgestellten und seinem augenblicklichen Arbeitseinkommen ein B c t r a g von 2 Marl für den Tag für den Unterhalt der Familie eingestellt wird. Aber auch darüber hinaus wird für die Fälle des Do p pel h a u sh a l t S die Gewährung einer aus- reichenden Familienzulage durch den Arbeit- geber ins Auge zu fassen sein. Endlich sind auch die übrigen Arbeitsbedingungen, insbesondere hinsichtlich der Unterkunst und Ernährung unter den gleichen Gesichtspunkten einer Nachprüfung zu unterziehen und, soweit möglich, in entgegen- kommender Weise auszugestalten. Ganz unstatthaft aber sind die Versuche van Arbeitgebern, in unlauterer Weise Arbeiter anderen Betrieben abspenstig zu machen und für sich heranzuziehen. Ein solches Verfahren, das die Beunruhigung in die Arbeiterschaft geradezu hineinträgt, verkennt völlig die Gesamtlage dcs Wirtschaftslebens, ist nicht scharf genug zu verurteilen und mutz un- bedingt unterbleiben. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß eine einfache Ueberlegung und der vaterländische Sinn der Arbeitgeber von selbst solche Mitzbräuche abstellen werden.— Werden diese Richtlinien innegehalten, so mutz aus der aude- ren Seite aber auch von den Arbeitnehmern erwartet wer- den, daß sie, sofern ihre Arbeitsbedingungen als gerecht und billig anzuerkennen sind, nicht blotz des- halb auf die sofortige Auflösung de? Arbeitsverhältnisses dringen, weil sie es anderwärts noch besser haben können. Ein solches Ver- halten wäre mit den Zwecken des HilfSdienstgesetzes, die doch schließlich für unser ganzes Wirtschaftsleben und alle an ihr Beteiligten den Ausschlag geben müssen, schlechthin unvereinbar. Das wird jeder verständige Arbeiter, der sich diese Zwecke wirklich klar ge- macht hat, einsehen. Immerhin wäre auch hier die Belehrung' durch die Organisationen als wertvolle Unterstützung zu begrüßen. Ein besonderes Wort muß den in der Kriegswirtschaft beschäftigten zurückgestellte« Wehrpflichtigen, den sogenannten Re- klamicrten, gewidmet werden. Für sie gilt der Satz: Wehr- Pflicht geht vor H i l f s d i e n st p f l i ch t. Heeresdienst vor H i I s S d> e n st. Sie sind von der Erfüllung der Wehr- vflickii und der Leistung des Heeresdienstes nur so lange entbunden» als ihre anderweitige Beschäftigung für das Vaterland noch wich- tiger ist als der Dienst im Heere. Sobald diese Voraussetzung Wegfällt könnte es die Heeresverwaltung gar nicht verantworten, sie Nicht wieder in den Heeresdienst einzustellen, in den sie von Haus aus gehören. Die Voraussetzung ihrer Zurück- stellung entfällt aber unter Umständen auch dann, wenn sie nicht mehr gerade cm derjenigen Stelle arbeilen, für die sie nach ihren besonderen Fähigkeiten als Facharbeiter entweder zurück- gestellt oder doch besonders notwendig sind, sondern an" einer an- deren Stelle, an der sie leichter ersetzt werden können. Sic hätten also in solchen Fällen die Wiedereinziehung zu gewärtigen, nicht etwa aus Rücksicht auf den Arbeitgeber', sondern lediglich aus militärischen Rücksichten. Für die Erledigung von Unstimmig- leiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern und einen sich daraus ergebenden Arbcitswechscl, verbleibt auch den Re- klamicrten der Schutz des HilfSdienstgesetzes und der darin vorgesehenen Ausschüsse. Im übrigen wird Sorge getragen werden, die natürlichen und begreiflichen Wünsche der Reklamierten schon bei der Zurückstellung oder voch spaterbin durch Austausch nach Möglichkeil zu erfüllen. Nur kann dies nicht auf einmal geschehen, sondern verlangt, da eS plan- mäßig erfolgen muß, eine gewisse Zeit. Die Arbeiter, und zchar sowohl die Reklamierte» wie die üpri- gen, können hiernach gewiß sein, daß ihre berechtigten Interessen gewahrt und geschützt werden, soweit eS im Bereiche der durch die Ansprüche de: Zeit begrenzten Möglichkeit liegt. Sollte es trotzdem zu Mißhelligkeiten kommen, so werden sie gut tun, nicht sofort den Abkehrschcin zu fordern, sondern zunächst die Vermittlung des Vorsitzenden dcs Schlich- lungsausschusses oder der K r i e g s a m t S st e l l e anzu- rufsn, die ihnen nicht versagt werden wird. Bei gutem Willen aller Teile wird es unschwer gelingen, auch im Einvernehmen aller Teile und ohne Zwang die großen Aufgaben zu lösen, die dem Vater- ländlichen Hilfsdienst zum Heil des Volkes gestellt sind. politische Ueberstcht. Abgeordnetenhaus. Beamten- und Frouenrechte.— Einheitsschule. Nach dem Sturm der Freitagdebatte geriet das Preußen- Parlament am Sonnabend in das ruhigere Fahrwasser der In i a t l p a n t r ä g e....... Ein nationalliberaler Antrag Fritsch auf A�u fhebunq der. Arrest st rase als Dfiziplinarmitlel für Beb m t e wurde in zweiter und dritter Lesung angenommen und wird nun hoffentlich auch Gnade vor den Augen der Regierung finden I Eine längere Debatte zeitigte der fortschrittliche Antrag auf Zulassung von Frauen zu städtischen Verwaltungsdeputationcn und Stiftungsvorständen. Während die linke Seite des Hauses den Antrag unbedingt billigte, wurden aut der Reckten trotz aller wohl- hat. wenn er gleichzeitig und in größerem Umkange erfolgen sollte,! wollenden Reden über die Betätigung der Frauen während seine ernsten Bedenken. Er führt nicht bloß durch die mit der Vcr- des Krieges doch starke Bedenken geltend gemacht. Man änderung der Arbeitsstelle verbundenen Reisen. Vorbereitungen und' fürchtet vor allem, daß die Annahme des Antrags den ersten Neueinrichtungen den Verlust einer Anzahl von Arbeitstagen mit sich,> Schritt zur llebcrtragiing des kommunalen Wahlrechts auf sondern kann auch durch die plötzliche Entziehung von ArbeiiSkrästen.; die Frauen bedeuten könnte. Besonders drastisch gab dieser insbesondere von Facharbeitern, den ungestörten Fortgang der aus � Besürchung des Abg. Heins(Antis.) Ausdruck, der sogar sie angewiesenen Betriebe gefährden. Es dürste daher geboten sein, von einem Attentat auf das deutsche Familienleben sprach.— den II r s ach en dieser Erscheinung nachzugehen, um ihnen in zweck- Der Sprecher der s o z tza l d e in o k r a t i s ch e n Fraktion dienlicher Weise entgegenzuwirken. Weshalb erstreben die Arbeiter den ArbeitSwschsel? Weil sie an der neuen Stelle mehr zu verdienen hoffen; well sie mit ihrer Familie, von der sie getrennt sind, zusammenziehen und dadurch selbst bei gleicher Lohnhöhe billiger leben können; weil sie überhaupt auS der Fremde in die Heimat und die heimischen Verhältnisse zurückkehren möchten. Das kann man ihnen a n s i ch nicht verdenken; und deshalb wird man. wenn man sie trotz- dem an der bisherigen Arbeitsstelle festhalten will, alles tun müssen, was ohne Beeinträchtigung anderer bercchngter Interessen geschehen kann, um ihnen den Entschluß ss>es freiwilligen Verbleibens zu er- leichtern. Die Arbeitgeber alio, die ihre Arbeiter behalten wollen, werden zunächst zu prüfen haben, ob und wie weit sie die von ihnen bil-hcr gewährten Lühnc im Hinblick auf die Kricgsrtuerung zu steigern in der Lage sind. Zwar kann nicht verlangt werden, daß die iprunghasie EntWickelung der Lohnverhältnisse, wie sie in n:anchen, zeitlich begrenzten Industrien eingesevr hat. anderen mitgemacht wird, die als Dauerbetrieb auf eme stetige EntWickelung dieser Verhältnisse Bedacht nehmen müssen Aber eine den Zeitumständen Rechnung tragende Genosse Hirsch wies diese Ucbcrtreibung zurück und er- brachte aus Grund eigener Ersahrungen den Nachweis für die segensreiche Tätigkeit der Frauen in den städtischen Ver- waltungsdeputationen und forderte die Uebertragung des W a h'l r e chts für Staat.und Gemcindeauf die Frauen. Der Antrag wurde der verstärkten Gemeinde- kommission überwiesen. Der nächste Antrag ging vom Zentrum aus und beiraf die N i ch t b e v o r z u g u n g d e r Schüler aus Vor- schule n. Von seiten der sozialdemokratischen Fraktion wurde der Antrag durch den Genossen H a e n i s ch befnr- wartet, der nicht nur für die Beseitigung der Vorschulen überhaupt, sondern auch für die Einheitsschule eintrat. Die Debatte endete mit Ueberweisiing des Antrages an die Unterrichtskommisstan. der auch ein Antrag> der National- liberalen aus Vergünstigung für höbere Schüler überwiesen von. wurde, die in den Heeresdienst eingetreten sind und zu einem ' techniichen oder landwirtichastlichen Berus überaeben wollen. Montag steht die erste Lesung des Fideikommiß- g c s e tz e n t w u r f e s auf der Tagesordnung. Auszeichnung BetbmaunS. Dem Reichskanzler ist vom Kaiser das Verdienstkreuz für Kriegshilfsdienst verliehen worden. Das Verlcihungs-. schreiben bezeichnet als Zweck dieser� Ordensverleihung, „meiner Anerkennung für Ihre rastlose Tätigkeit auch auf diesen Gebieten dankbar Ausdruck geben" und teilt mit. daß dieselbe Auszeichnung zugleich auch Hin- d c n b u r g zuteil geworden sei. Die Nachricht erhält über den üblichen Hofbericht hinaus ihre politische Bedeutung durch die Tatsache, daß zurzeit Leute tätig sind, die Herrn V. Bethmaim alles andere eher wünschen als Anerkennungsschreiben und Orden. Ei»„Gefangener der Sozialdemokratie". Wiederholt haben wir auf die Versuche hingewiesen, die Sozialdemokrotie mit dem Reichskanzler und den Reichskanzler mir der Sozialdemokratie zu kompromittieren. Hat man uns als Regierungspartei verleumdet, die sich den Wünschen des Kanzlers grundsatzlos füge, so bezichtigt man hinwiederum diesen. Reich und Krone an die Sozialdemokratie verkauft zu haben.. Zu neuen Vorstößen in dieser Richtung hat die Nicht- zulassung der Gelben als Arbeitervertreter in den Hilfsdienst- ausschüsten Anlaß gegeben. Die„Unabhängige National- koirespondcnz" beschäftigt sich ausführlich mit diesem Vor- gang, den sie folgendermaßen darstellt: Bekanntlich hat die Belhmanniche Regierung bei der Organi- sterung des Vaterländijckien Hilfsdienstes es zu Wege gebracht, die nationalen Arbeitervereine zugunsten der alleinherrschenden, sozial- demokratischen Gewerkschaften grundsätzlich ausschließen zu lassen von den wichtigen Schlichtungs- und Rckrulierungsausschüssen bei den Bezirke kommcnidvS und so weiter. Ein nicht gerade unerheblicher Fortschritt auf dem Wege der amtlichen Sanktionierung der Sozialdemokratie. Und zwar bediente man sich dabei deS ebenso bequemen wie erstaunlichen VorwandeS, die wirlschaftSsriedlichen, narianalen Verbände seien keine Arbeiter- Vertretung! Damit aber noch nickt genug! Tie stellveriretenden Generalkommandos lehnten cS ab, sich dem sozdem. Dekret zu fügen. Daraut bat die Regierung sie zwingen lassen, die zu den vorläufigen HilfSauSschüssen der Bezirkskommandos hinzu» gezogenen wrrtschaftSfriedlichen Arbeitervertreter von den Listen zu streichen! In Wirklichkeit haben sämtliche Gcwerkschaftsrichwngen es einmütig abgelehnt, die Gelben als Arbeitervertreter an- zuerkennen, und das mit vollem Recht, da sie ja in Wirklich- kcit Vertreter der Unternehmerinteressen sind. Die„Unabhängige" hält bei dieser Gelegenheit fürchter- lich?' Abrechnung mit dem ganzen Bethmannschen Kurs, der die Gelegenheit, die Sozialdemokiatie im Kriege zu zerschmettern und damit den Wirtschaftsfricdlichen auf die Beme zu helfen, gänzlich außer acht gelassen habe. Herr v. Beth- mann wird dann als hilf- und willenloser Gefangener der Sozialdemokratie beztzichnet. Man müsse, heißt es zum Schluß, irre werden an der deutschen Zukunft, da sich der Reichskanzler dorthin schieben lasse, wo zwar nicht das Reich, aber die Sozialdeinokratie gedeihe. An das Gedeihen der Sozialdemokratie glauben wir auch. Aber ob das wohl anders gewesen wäre, wenn an Stelle Bethmanns die Pfiffikusse von der„Unabhängigen Nationalkorrespondenz" regiert hätten? Ter freund der starken Worte. Der Landesrot Dr. Richard Freund, der auf sozialpolitischem Gebiete bisher nicht unerfreulich gewirrt hat, ist nach der Ententenote an Wilson unter die Choleriker geraten. Vor ein paar Tagen entlud er feinen Grimm in einer Zu- schrift an dos„Berliner Tageblatt", in der er unsere Feinde als gewöhnliche Lumpen und Sch u f t e bezeichnete, den schwächlichen Ton unserer diplomatischen Roten beklagte und statt dessen„Trrtte mit dem Kürassierstiefel" forderte. Das„B. T." hatte hierauf erwidert, daß es nicht auf Worte, sondern auf Taten ankäme, aber Dr. Freund läßt sich nicht bekehren,, sondern preist in einer zweiten Zu- schrift den hohen Wert einer daS Schimpfkvörterlexikon beherrschenden Sprache. ,„Jetzt heißt es! Auge um Auge, Zahn um Zahn? linser größter Staatsmann hat zur rechten Ze-t recht derbe Warte ge- su irden— wie würde er wohl jetzt seinen Gegner angefaßt haben? Wie suggestiv kräftige Worte auf die Massen wirken, darüber brauche ich wohl kein Wort zu verlieren. Jetzt kommt es aber aus die Wirkung auf die Massen an, aus die Masse« in der Front und hinter der Front, nicht auf die Wirkung auf „Aesthetcn" und zart besaitete-Gemüter. Diplomatische Noten werben jetzt nicht nur für Diplomaten und Regierende, sondern für die Massen aller Völker geschrieben: aus ihr Empfinden soll und mutz Rücksicht genommen werden, lind deswegen halte ich es mit dem Kaiserwort: Wer nur aus Gott vertraut und feste um sich haut, hat nicht auf Sand gebaut." Herr Dr. Freund W als Sozialpolitiker ehedem ein höheres Urteil von dem Geiste der Massen gehabt. Wir be- streiten ganz entschieden, daß das Arbeiten mit„Schuft" und.Kanaille" auf die denkenden Arbeitermassen Eindruck macht. Diese richten ihr Urteil- nach ihrer sachlichen Erkennt- nis ein, sie wissen auch den Inhal: der Ententenote zu wür- digen, und je klarer ihnen die Eroberungsabsichten unserer Gegner werden, desto bestimmter stellen sie stch� auf den Boden der Landesverteidigung. Diese sachliche Erkenntnis zu fördern ist Verdienst: aber wenn man durch hysterisches Schimpfen in den Massen den- Eindruck erweckt, als wollte man sie für bestimmte Gedankengänge v o r e i n n e h m e n, so stößt man sie höchstens ab.. Ehrlichen Politikern kommt es auch nicht darauf an...suggestiv auf die Massen zu wirken", sondern sie innerlich zu überz�ugcn. Dre Methode der Massensuggestion wollen wir ruhig denen überlassen, die suggerieren müssen, weil sitz nicht überzeugen können. Es soll übrigens nicht verschwiegen werden, daß Dr. Frcurnd den besonderen Beifall der„Täglichen Rundschau" genießt, die jedes seiner Worte„herzerfrischend" findet. Letzte Nachrichten. Ter Streik der holländischen Binnenschiffer. Amsterdam, 29. Januar. Aus Rotterdam wird berichtet: Hier ist wegen des Teemannsstreiks heute bereits viel weniger Polizei aufgestellt als gestern und vorgestern. Berschirdenc Schiffe, deren Bemannung noch drei Tage lang an Bord geblieben war, sind heute von dereu Mannschafte» verlassen worden. Dir schlössen sich den Ausständigen au. Im Amsterdamer Hafen liege» ungefähr SRI Schiff«, so dah dieser einem Wald von Masten gleicht. Dir S«»'!fe sind unbcfrachtet, und ihre Besit?er weigern sich, mit Ladung auszufahren. Am Mcrwedc-Kanal ist alles ruhig. Die Schiffer nehmen eine abwartende Haltung ei«. Die holländischen Fischer erklären deu Gencralstreit. B a s e l, 20. Januar. Havas meldet auS Amsterdam: Der Ber- band der Fischer hat den Generalstreik erklärt,(Frkf. Ztg.) Gewerkschaftliches. Gctlttt uns UmgegenS. Teuer migszulagc in den Brauereien. � T�r Lerein dcr Brauereien Berlius und der Umgehend Hai die Teuerungszulage für die männlichen Arbeitnehmer um wöchentlich SvZt> M. erhöbt. Die Teuerungszulage beträgt somit siir ledige Arbeitnehmer 8,ö0 Vi., für Arbeitnehmer, die Famil'envorstnnd sind bezw. einen eigene» Hausstand führe», 10 M. pro Woche. Die Ar- beilerinnen im gewerblichen Braucreibetrieb erhallen eine TencrungS- zulage von i M. pro Woche, also eine Erhöhung der TeuerungS- gulage um 1 M. Die Eihöhung der Teuerungszulage tritt init der am 26. Fanuar 1!ti7 beginnenden Lohnwvche in«rast und wird erstmals am 2. Februar 19!7 zur Auszahlung gebracht. Zurzeit etwa bestehende Extrazulagen an einzellre Angestellte oder Kaissorien fallen fort bezw. sind hierbei in Anrechnung zu bringen. Gleich- zeitig bat der Verein der Brauereien beichlosien. die Teuerungszulage auch in Sirankheitsfällen und bei Urlaubsfällen zu gewähren. Tie Handlungsgehilfen fordern den allgemeinen 7 Uhr-Ladcnschlus�. Fn einer am Freitag abgehaltenen Mitgliederbenammlung dcS Zentralverbandes der HandluiigSgehilsen wurde ausgeführt, der Ver- baod Hobe schon vor längerer Zeit in Verbindung mit anderen HanslungSgehilfenorganiiationen für den ausnahmslosen 7 Ubr- Ladenschluy zu wirken sich bemüht, jedoch ohne Eriolg. Damals hätten die zuständigen Behörden verfügt, daß es bei dem 8 Ubr- Ladensckilux bleibe, damit die Frauen die tagsüber der Erwerbsarbcit nachgehen, die Möglichkeit geboten werde, nach, Feiernbeil Lebensmittel einzlikaufen. Diese Begründung entipicche dem Standpunkt. den die Ber- lnier G ewerlschaftcn zu jener Zeit in einer Eingabe an die Be- hörten vertreten Kälten. Wenn jetzt, nachdem durch Verordnung der 7 Ubr-Ladenichlus', festgesetzt ist. tür die LebenSmillelgeichäite die Alisnahme gemocht werde, daß sie bis bis 8 Uhr, Sonnabends bis 0 Uhr offen bleiben dürfen,«o könne diese Ausnahme nicht mehr niit.dem Interesse der erwerbstätigen Francn begründet werden, denn waS jetzt an Lebensmitteln feilgeboten werde, das sei immer so schnell auSveikanst. das; denen, die erst nach 7 Uhr einkaufen können, nichts mehr übrig bleibe. Das Interesse der«äuser, oder auch nur eines bestimmten Teils derselben, würde also nicht geschädigt werden, wenn auch die Lebensmltielgeichäite gleich allen anderen Betkaufsstellen um 7 llfjt geschlossen werden, wie es die HandlungS- ciehilien wünschen.— Um die Mittel und Wege zu beraten, die zur Eriüllung dieses Wunsches führen können, wird am nächsten Dienstag eine Konseienz der Angestellten der LebenSmitielbranche ubgehalten werden._ Stellung zum HilfSdienstgesetz nahm eine Berliner Mitglieder- Versammlung des Zentralverbandes der Handliingsgehilken. Nach einem Vortrage des Genossen v.j?aul Zahn beschloß die Verjammlkbig folgende Resolution: Tie Versammlung bedauert, daß Gewert'chaflSvertreter für An- nähme des HilisdienstgeietzeS gestimmt haden, in welchem ohne Grund eine Aushebung der Freizügigkeit und eine Einschränkung des Koalitionsrechts gegeben ist. Tie angeblichen Vorzüge des Gesetzes, die z. B. darin bestehen iollen. dah den Angestellten durch BetriebSouSichüiie ein Einfluß aus die Ge- staltung ihrer Arbeitsveihällnisse gegeben sei. wiegen die großen Nachteile des Gesetzes nicht auf. Nachdem das Gesetz aber ?n der jetzigen Fassung in«rast gesetzt wurde, werden auch die kausmätiniichen Angestellten beiouders davon betioffen. Tie Ber- sammlung fordert dober alle Angestellten auf, durch Anschluß an die sreigewcrkschasiliche Organisation, den Zentralverbond der Hand- lungSgehilfen, die Schäden dieses Geietzcs nach Möglichkeit zu paralysieren. Besonders sollten die kausmännischcn Angestellten- bei oeii kommenden Wahlen zu den BeiricbSausschüjsen Obacht geben, wen sie m diese Ausschüsse hineinschicken. Mus öer Partei. Ei« Aufruf der Lozialdemokratischcu Arbeitsgemeinschaft. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft er läßt mi die Anhänger feiner Partei einen Aufriif, in dem er gegen die Beschlüsse des Parteivorstandes und des Parteiausichusics der Sozialdemokratischen Partei in der gewohnten heftigen Weile pole- mifiert. Dos Schr>slstück enthält, wie wir bürgerlichen Blättern e n t n e h m c n, in der Ha:ipl>ache dieselben Vorwürfe gegen die Maßnahmen des Parteivolslandes. die zuletzt von den Vertretern der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft in der Parte'onSschußsttzung vom 18. Januar erhoben und. dort ein- gebend widerlegt worden sind. Das Nähere darüber ist in»nieiem gestrigen ausführlichen Bericht über die PurieiailSichiißsitzung nach- zulesen. Die Anhänger der Sozialdemokranichen ArbeitSgemeinschoft. die. sich am 7. Januar niil den übrigen Lppont>onSgnippen als Partei in der Partei konstituiert haben, behaupten, daß sie das im Rahmen der Parteiorganisation tun könnten! Es soll also quasi ein Recht oui nngehinderte Parteizeistörung proklamiert werden, lind das alles, obwohl die Palteiiage sich jeder- zeit gegen Sonderorganisationen in Partei und Gewerkichaflen auS- gesprochen haben. Ter Aufruf sordcrr dann dre Anbänger der Partei der Sozialdemokratischen ArbcitSgcmemicha't unverzüglich zum Zusammenschluß aui, denn es sei kein Tag zu verlieren. Es heißt: .Der Opposition ist ihre Au'gabd vorgezeichnet durch unter gutes Recht und das Ge'amtlnteresse der Arbeiterbewegung. Mir den gemaßregelten Parteiorganisationen und Parteigenossen werven sich alle unsere den gleichen Anschauungen huldigenden Freunde solidarisch erklären. Wie die oppositionell gerichteten Partei- organilationen und Parteigenossen später ihre Rechte zu wahren und die Vertretung unserer Anschauungen im öffentlichen Leben sicker zu stellen haben, muß künstigenEnilchließungen viNtbehalten bleiben. Jetzt ist kein Taa zu ver- lierenl Deshalb, Parteigenosse», schließt euch zusammen zur Wahrung unserer Rechte in den Parieiorganisaiioiicn I Ter Auftui ist nickt nur von dem Vorstand der Sozialdeino- krati'cken Arbeitsgemeinschaft, sondern mich vog dem Voistand der Groß-Bcrliner Organisation unterzeichnet. G. E- Bjclousso« gestorben.# Das reichbewegtc Leben eines begabten russischen proletarischen KämpiorS hat in New Jork seinen tragischen Abichlutz gesunden: am 39. Dezember starb daielbst der sozialdemokratische Abgeordnete der zweiten ReickSduma Grigori Jewgcnjewitich B j e l o u s s o w. Nach Abbüßung der zarischen Äalorga. zu der er zulammen mit den übrigen sozialdemokratischen Tepurierten der zweiten Duma Äniang iüW verurteilt worden war. flüchtete Bjelousioto vor einigen Jahren aus der sibirischen Veibannung(der �Kaiorga folgt lebenslängliche Ansiedlimg in Sibirien) ins Ausland. Tie„Jusiiz" seines Zaren Harle ihm die Liingenschwinduicht mit ans de» Weg gegeben, und dieser erlag sr nun nach qualvollem Leiden— unter den zahllosen Opfern dieses rucklosen Regimes einer der schmerz- lichsicri Verluste. Sobn einet GlaSardeiterS, iolgte er nach Abiol- Vierung der Volksschule im Alter von Ii Iahten seinem Vater auf die GloShütir und blief� 17 Jahre laug Fabrikaibeitcr. Im Aller von 31 Jahren wurde er(1907) in Jekateimoslaw in die Reichsduma gewählt und verließ damit für immer die Fabrik: nach Auflösung der rebellischen Duma wanderte er direkr inS Gc- fängnis. In jungen Jahren schloß sich Bjeloussow, getrieben von einem auigeweckten Geisi und einem mächtigen Wissensdurst, den illegale« Arbeiterorganiiationen an. Später zog es ihn nach dem Süden und mit den Jahren durchstrerrte er Zeniralrußland. durchwanderte Sibirien und war in den stürmischen Jahre» der Revolution im Donschen Erzgebiet tälig. Er harre viel praktische Er'ablung mit- gebracht und wurde zu e'nem der geschicktesten Streikleiier. Er war auch einer der besten Lrgani'atoren der ersten legalen ruisi'chen Gewerlschaften und war Vorsitzender des nunmehr verbotenen Glas- arbeilerverbandes. In einem Lande mit einigermaßen geregelten politischen Zu- ständen wäre diesem tatkräftigen peschullen proletarischen Kämpfer ein langes lind arbeilStreudigeS Wirken beschieden aelveicn. In den fluchwürdigen ZuitänSen des Regimes der RasputinS-RomanaveS und Al'effs mußte er elend zugrunde gehen. I. K. parteiveranftaltunger�. Vorwärts, Leie. und TiSkutierklub. Sektion tt. Montag. 21. Januar, abends 8 Uhr: Bcisannnl'inq im Gcivcrljchaftshaus. Engel- user 15. Tagesordnung: Kriegs- und Fricdcnssragcn. Rcscrent: Reichs- tagsadgeordneler Otto Ä e l s. Sektion 8. Pankow, N i e d c r l ch ö n b g u i e n, B u ch h o I z. Mittwoch, 24. Januar,� abends 8>l, Ugr. in Pankow. Restaurant„Zum Kursürstcn". Berliner SN. 192: OriSvcr'ammlung der„Vorwärts'-Leier. Bortrag des Reichstagsabg. Karl Giebel Steglin-Friedenan. M i I g 1 1 c b e r v e r s a m m I n n g Dienstag. den 28 Januar 4917. abends 8 Uhr. bei E I e m ä n t. Steglitz, Düppel- ktraße 7. Portrag des Landtagsabg. Gen. Otto Braun Alle„Vorwärts'-Leser werden um ihr Erscheinen gebeten. Ter Borsiand. Baunischulkiiwcg. DienStag, den 28. Januar, abends 8 Ubr: Mit- gliedcrveriammlung bei Erbe, Baumschulenftr. 14. Vorirag des Genossen>dugo Pötzich Msigljcdcr!„Vorwarts'-Leser erscheint zahlreich l Der Vorssond. Nicderschöncweide. Milgliederversammlung Moniag. den 22. Januar 1917, abends 7*1, Ubr, im Lokal des.■c-citn Scholz. Brückenstr. 13. Vortrag des Gen. P a g e l s. Zu dieser Versammlung sind alle.Borwäets'-Lcser besonders eingeladen. Mariendorf. Dienstag, den 23. Januar 1917. abends 8°,', Uhr, bei M i e l b r o d t, Chauslecssr. 283, Mitgliederversammlung. Vortrag de? Gen. Bartels. Um zahlreichen Besuch, besonders der„VorwärtS'-Leser, ersucht Ter Borftaud. Krauen- Leseabenüe. Reukölln. Montag, den 32. Januar 1917, abends 81/, Uhr, im „Deutschen Dirtsdaus" iAu'g. Seitcnfl. I), Bergiw. 136/137: Vortrag mii Rezitation über: Fritz Reuter.- Schöncborg. Montag, 22. Januar 19l7. abends 8 Uhr. Im Lokal des Genossen Oblt. Schöncbcrg. Marlin-Luther-Sir. 69: Zusammenkunft der. Frauen. Genossin Bobm-Schuch spricht über das Dhema: Der' Krieg vor einem Jahrbunder! und beute. lreptow. Moi'tag. 22. Januar 1917, abends Z'L Ubr. Leseabcnd im Lokal von Liudstödt, Eiienttr. 97. Tagesordnung: 1. Die Frauen und das HilsSdienstgesetz. 2. Verschiedenes. s-- ------ ---- Verantwortlich für Politik: Hermann Müller, Tempelbos: siir den übrigen Teil d. Blattes Alfred Scholz, Neulülln: iür Inserate: l». Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt» Buchdruckcrci u. VerlagSanstalt Paul Singer& Ca Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen und Unterlialtuugsblat». -...:......•"■•...>.■■., 1>, A WERTHEIM V Bcäo' ders preiswert nur Leipziger Straße Vasen nnÄ Tiere Kopenliagener Art "X r Besonders preiswert AIpnlcn�BesiecRe in verschiedenen Ausführungen und Frei en. Tafeigssciiirr WeiB Speiseteller tief... 28«ach... 25 PL Dessertteller.............. 20 Pf Kompotteller............. 12 Pf Kartoffe näpfe mit DecVei...... 1 25 Kompoltschüssel.... von 18 bis 65 Pf. Bratenschüsseln ovat von 35 b.s 8? Pf Bratenschüssein rund........ 28 Pf. Kaffeekannen......... 20 33 45 pt. Teekannen.............. 39 45*p{. Milchtöpfe............. 5 8 10 pf. Tassen................ 9 15 Pf. Zackerdosen............ L 15 Pk Kuchenjeller.............. 18 Pf. Suppenschüssel mit Deckel..... 1.75 Tunkeschalen............ 48 65pf. Pressglasgarnllur„Hansa" Butterdosen.............. 40 pf. Käseglocken..*............ 65 Pk. Honigdosen........... 30 35 Pf. Obstschalen auf FuS......... 1-20 Konfektschalen............ 85 p,f. Kuchenteller......... 60 75 85 Pt. Komnottsciiüsseln... v»n j3 vis 65 Pf Tabletts........... 27 60 Pk 1.30 Kompotteller........;«•?« WasserkrCge..... von 48 Pf. bis 125 Sturzfiaschen mit Glas....... 35 pi. Porzellan Kaffeepsciilir Glatte Form mit Streublumen-Muster Kaffeekannen..... von 95 Pf. bis 1.75 Teekannen........... 95 pi. 1.85 Milch töpfe.......* von 28 bis 85 Pf. Zuckerdosen............ 38 65 Pf. Kuchenkörbe.............. 95 Pf Kuchenteller.............. 95 p, Brotteller.............. 25 35 p{ Tassen................ 38 48 Pk. Kaffeeservice für 6 Personen................. Kaffeeservice mr 12 Persoiien.............. TafelmcMrr„Gertrüd" 8.90 Feines R-mdmuster Speiseteller tief,«ach......... 65 pf Brotteller................ 40 pf Kompotteller............. 33 pt Bratenschüsseln..... von 1.15 bis 3.25 Kartoffelnäpfe,........... 3.25 Kompotisc. üsseln.... 1.20 1.75 2.20 Tunkeschalen............. 2.65 Suppenschüsseln......... 6.25 7.50 Katfeegescnirr Jarsarele" Feines Qoldmusler Kaffeekannen..... von 85 Pf. bis 1.65 Teekannen........ von 60 pf bis 1.05 Milcntöpfe........ von 13 bis 69 pf. Zuckerdosen........... 39 35 pt. Tassen............... 28 35 Pk Katieeseryice ,e«IR 3.95 5.25 6.90 Kalieeseryiceüg 8.50 10.50 12.25 Taielservice äoieaig 24.50 29.50 faleiseivice«teü-g 46.50 56.00 rafelservce 77� 65.00 77.00 Tassen fein dekoriert 18 22 30 45 Pf. Teller mit Fruchtdekor..... 25 33 Pf. Speiseteller mit Goldrand....... 38 Pf. Brotteller nit Goldrand...... i. 30 Pf Kompotteller mit Goldrand...... 23 Pf Pressglasgarnllur..Krüssel" Kompottschüsseln..... 16 bis 65 pf Komootteüer......,....... 16 pi Zuckerschalen............. 30 p( Käseg ocken............. 85 pt. ßlumenvasen........ 38 50 65 Pf Fußbecher gepresst.......... 12 Pf. Wassergläser gepresst........ 10 Pf. Zuckerschalen gepresst....... 10 pf' Schleitglas Käseglocken.............. 85 Pf Lihö.glaser............. 25 Pi LikÖ. glaser aul hohem Stiel 55 75 p. S UiZf laschen u Qlas60lJf Goldrand 1,15 Wassergläser............ 35 pt Bierpokale gesch« Fuß...... 55 70 pf. Bierpokalege�chi Fuß,m.Goidr.70 80 85 Pf. Irinkgarnituren Rotweingläser.... Rhein Weingläser grün Portweingläser____ Likörgläser...... Bierbecher....... Sektbecher....... ßowlengläser..... „Agm" Bandmust 35 Pf. 38 Pf. 32 Pf 23 Pf. 32 Pf. 25 Pf. Jüg»" gescnliff. Bieibecher in verschiedenen For- meu und Größen 48 Ff. 55 Pf. 42 Pf. 35 Pf. 48 Pf. 40 pf. 65 PL 15 pf. u Moderne Uebergangshüte Kleiner Kunstseidenhut nit Agraffe oder TresseurosGle....... 3,/;> Matelotform mit hohem Tallef oder Kunstseide.... Kopf aus .8.75 Moderner kleiner Straßenhut mit getu'fte n Koos»us Kunstseide, Bänd- ehe» oder Agraffe gar ii rt.... 10.25 G. oSe Schlltenfotm aus Kunstseide i"it Auralfe............... 10.25 Großer Rundhut mit Peri-Agraffe.. 12.75 Schutenform aus Kunstseide mit Schnalle oder ßandgarnitur....... 14.50 Eleganter großer Obergan�shut aus Rips oder gl ttei Seide mit ver- sebiedenen Garnituren............ 1A-50 Mod. Schleier Gitter u. Wabengitter kieidsa Sitzungen berufen werden soll. Die Transportschwierigkeiten sino' bereits eingehend erörtert worden. Die Situation ist ernst, aber � wir werden sie überwinden. Den Eiscnbahnvcrwaltungcn sind be- reits die nötigen Arbeitskräste zur Verfügung gestellt worden; die Absuhr der Güter wird durck> militärische Kommandos, d'e bereit-' gestellt wurden, ausgeführt, gefördert werden. Auf diese Weise steht zu hoffen, daß auch die Kohlenversorgung wieder in geordnete Bahnen gelenkt wird. Die freiwilligen Meldungen zum Hilfsdienst sind in großer Zabl eingegangen, es ist gewiß, daß ein Zwang sobald nicht angewendet werben muß. Die Zusammenlegung der Betriebe bat vorläufig nocki durldaus keine Eile. Die Textilarbeiter werden sich in großer Zabl bei militärischen Einrichtungen beslbästiaen lassen. Sckrwierigkeiten ergeben sich nur nock> in der Frage der Bezablung. Diese muß in Einklang gebracht werden mitden ge steig er- ren Kostendes Lebensunterhalts. Die Arbeitsnachweise der Organisationen zu beseitigen, ist nickst beabsichtigt. Gcheimrat Dr. Junck: Tie Hil fsdienstvilichtigei: unterstehen den M i l i t ä rg e sie tz en nur dann, wenn sie zum HeereZtroß ge-! hören, zum Beispiel auch dann, wenn sie im Eiappengebic' oder in! den besetzten Gebieten verwendet werden. Eine Ausdehnung der Geltung der Militärgesetze kann nur stattfinden, wenn Bundes- rat und Reichstaa das beschließen. Abg. Ebcrt hält eS für gereckstfertigi, den Ausschuß möglichst oft zu berufen..Daß momentan«ize grgße Beweguno unter der- Ar- e beiterschaft herrscht, ist begreiflich, die Arbeilermassen müssen sich in den neuen Verhältnissen erst zurechtfinden. Die Durchführung der zum Schutze der Arbeiter erlassenen Bestimmungen läßt noch sehr zu wünschen übrig. Redner bespricht einen Fall von Verweigerung des Abkehrstheins und einen Fall von Lohndrückerci. Tie Hamburger G-treidebändler haben Leute zur Bewachung der Vor- räte verlangt, denen sie ü.berhauvtnicbtsbezahle n wollten. Wie bat man die Frauen bei den Frauenreferaien bei den Kriegs- am Sstellen ausgewählt? Hat man sich dabei de? Rates der Ge- wcrksckaftcn bedient? Redner erörtert dann die Ernährungsfragc. General Gröncr sagt Berücksichtigung dieser Wünsche, soweit als möglich, zu. Ucber die Frauen-Rcferatc werde er in der nächsten Sitzung Aufschluß geben. Abg. Carstens(Fortschr. Vp.l fordert, daß die beim Bahn- und Brückenschutz vcrloendeten Hilfsdieustpslichtigen dem m i l i- täriseben Disziplinarrecht unterstellt werddn. Auskunft mutz gefordert werden, wie daS Hilfsdienstgesetz gewirkt hat. General Gröncr erklärt, daß es besser ist. Hilfsdienstpflichtigc, die ihre Schuldigkeit nicht mn, zu entlasten, als sie zu bestrafen. Die bisherigen Erfahrungeg mit dem Hilssdienstgesetz sind durchaus gute. Abg. Schiele(t.) fordert, daß sich die Frauen auf dem Lgnde in größerer Zahl zur Arbeit melden. Wenn in den Städten Fleisch- Mangel besteht, dann kann das nur an den mangekbafien Trans» Portverhältnissen liegen. Das Angebot an Bich i st sehr stark. General Gröncr bestreitet, daß die Mängel in der Fleisch- Versorgung in den Transportschwierigkeiten zu suchen sind; viel- mehr ist anzunehmen, daß die Art der Verteilung ist. die zu Unzuträglichkeiten gefuhrt Hätz Abg. v. Tramvczynski lPöle) kritisiert lebbaft, daß die polni- scheu Arbeiter in ihrer Freiheit beschränkt werden. Abg. Gras Westarp tritt für die w i r t s ch a s t S s r i e d- l i ch e n Arbeiter ein. deren Gleichstellung mit den Gewerkschaften er fordert. Wg. Bassermann schließt sich diesen Aussübrungen an. General Gröncr: Wenn cs sich bei den Verhandlungen der Ausschüsse um wirtschaitsfriedliche Arbeiter handelt, dann sollen auch Wirtschasissriedliche als stellvertretende Beisitzer berangezogen werden.— Bei der Stillegung von Betrieben soll stets dafür gesorgt werden, daß die Arbeiter sofort anderweit unter- gebracht werden. Die Weiterberatung wurde dann auf nächsten Freitag vertagtz öeöarf es befonöerer Vereinigungen öer Kriegsteilnehmer unü öer Kriegs- befihäöigten! Von geweikschafilicher Seite wird uns geschrieben: Es ist leicht begreiflich, daß die Schützengrabengeineinschaft verschiedentlich den Wunsch zeitigt, die pertönlichen Verbindungen nach dem Kriege in irgend einer Form ausrecht zu erhalten und zu pflegen. Hierbei kötinre es sich hauptsächlich um rein aesellige Vereinigungen bandeln, oder aber um den Anschluß an die Kriegervererne, eventuell auch um die Neugründung solcher. Während in der ÄriegSzeit die Unterschiede in der Wirtschaft« lichen und sozialen Stellung der einzelnen Kriegsteilnehmer weniger bervoriretcn oder gar gänzlich ausgeglichen erscheinen, müssen sie sich alsbald nach FnedeiiSichlnß mit der Wiederausnahme der Erwerbs- läligkeil wieder einstellen. Die Kriegstet lnebmer werden sich an den einzelnen Orten wieder ihre» früheren Sraudes- und Eeselligkeits- vereinen anschließen oder solchen beitreten. Die Arbeiter wekden die Mitgl'edi'chosi in ibiem Geiong- Radfahrer-, Turn-, Schwimm- oder Wandeiverein, Atblelen-, Ruder- oder Schochtlub wieder auf- nehmen und i» ihrem Bekanntenkreise neue Mitglieder werben. Tie einzelnen Vereine selber weiden eifrig bemüht sein, die erlittenen Mitgliederverlustc durch Ncugelvimiung von Mitgliedern wieder aus- zugleichsn. , G e in eiuss a rn e wirtschairlicbehfuteress-n haHeri die K?-i eg»- teilnebmer als solche nicht, weshalb auch besondere wirt- schailliche Vereinigungen für sie nicht in Frage kommen. lche Interessen ergeben sich erst ans dem ErwerbSverhältntS un reit die Arbeiter und Angestellten dazu, die Mitgliedschaft in ihrer gewertichaftlichen und politischen Organisation fortzusetzen. Bildet sich aber innerhalb der Geielligkeirs- und Sportvereine unter den Mitgliedern, die am Kriege teilgenommen haben, ein lebhaftes und begründetes Bedürfnis heraus, besondere Zusammenkünfte unter sich zu veranstalten, so kann demselben im Rahmen der bestehenden Ber- eine vollaus denügt werden. Die Bildung neuer Vereine ist über- flüssig. Um das eine oder andere persönliche Freundschaftsverhältnis auirecht zu erhalten, bedarf es sicherlich keiner besonderen Vereinigung.- Den traditionellen Kricgerveremen werden organisierte Arbeiter auch dann kaum beitreten, wenn diese ibre Statuten einer zeit» gemäßen Revision uuterzieben und Sozialdemokraten nicht mehr aus ihren Reihen ausschließen. Die Unterstützungseinrichtungen dieser Vereine, iowic Veranstaltungen zur Unterhaltung, findet der organisierte Arbeiter in seinen eigenen Vereinigungen, wo solche sich erforderlichen Falles ergänzen und erweitern lassen. Das Prosekr eines speziellen Zusammenschlusses der Xtciegsieilnehmer aus den Reihen der orgamsierien Arbetterschaft entbehrt der Grundloge mw darf daher als gegenstandslos bezeichnet werden. Dagegen wäre der Gedanke der Schasfnng eines be- sonderen Blattes für unsere Kriegsteilnehmer nicht van der Hand zu weisen, dessen Aufgabe darin bestände, die Erinnerungen zu pflegen, dieses oder jenes besondere Erlebnis festzuhalten und durch zusammenhängende Darstellungen einzelner Kriegsoperationen den Teilnehmern ein Gesamtbild der Vorgänge zu geben, bei denen ue in einzelnen Gliedern mitgewirkt haben. Wie lange Jahre das Be- dürfnis für ein solches Unterhaltungsblatt rege bleibt, wird die Er- sahrung lehren. Die Kriegsbeschädigten hasten jedoch zweifellos g e to i s i e- g e m e i n s a m e I n t e r e s i e n, die sich aus den Folgen ihrer Beschädigung ergeben, noch viele Jahre nach dem Kriege. Von der gesetzlichen Regelung und Verbesserung der Rentenverhältnisse abgeseben, on den Neuermigeii und Vervollkommnungen ihrer Be- helismittel, a» der nötigen Rücksi-btnahme aus ihre Mängel, im Er- werbsleben wie im öffenilichen Leben. Dock je nach der Art ihrer Beschädigung gliedern sie sich in bestimmte Gruppen. Erblindete, ErMuble und ändere bilden besondere Jnteressenkreise. Für sie bc« stehen bereits besondere Vereinigungen; möglich auch, daß weitere notwendig und gegründet werden. In diesen Fällen wird es Sacke des einzelnen Beschädigten sein, über die Zweckmäßigkeit ieineS Beitritts zu befinden. Die Wahrnehmung der Rechts- ansprüche der Kriegsbeschädigten kann durch unsere Albeiter- sekretariaie erfolgen, und wenn nötig können die Geivcrkichasten betontere Rechlsschiiyeiiirichtungen für ihre kriogsbeschädigten Mit- giieder schassen, falls solche sich nicht dem Rahmen der Arbeits- gemeinfchaflen einfügen lassen. Die Gewerkschaften und die Arbeitsgemeinschaften bilden denn auch in der Hauptsache die geeignete Bertretnng der besonderen Wünsche der Kriegsbeschädigten hinsichtlich ihres Ärbeitsverhälinisseö. Außer de: Stärkung der Gewerkschaften ist insbesondere eine weitere Ausbreitung der Arbeitsgemeinschaften noiwendig. die sich zur Ausgabe gemacht haben, für eine geeignete Unterbringung der Kriegsbeschädigten zu sorgen und sich ihrer Bc- ichwerden anzunehmen. Sosern es sich als notwendig erweist, durch besondere Er- Hebungen die wirtschaftliche Lage der Kriegsbeichädigteu oder einzelner Kaiegoiien derselben z» erforschen, gegen elwaige allgemeine Mißstände in Versammlungen und in der Tagesprejse öffentlich Stellung zu nehmen, oder in den Parlamenten zu ihren Gunsten einzugreifen, sind es wiedcrüm die Gewertickaiten und die Partei, die dies veranlaffen kölinen. Tarans ergibt sich, daß auch für die Äriegsbeichädiglen eine besondere Organisation mindestens überflüssig i st. N'cht üüe> flüssig, sondern noiivendig wird cs dagegen sein, daß die Ge- werlschaiten ihrer kliegsbeschädigten Mitglieder sich beianders annehmen und ihnen in jeder Beziehung Yelsend zur Seite stehen. i'. L". »» -'�gtr- fenrettr Anfckhrci&en' bezeiMek'Genosse F. E. best' bor-' stehenden Artikel als Erwiderung aus meiuen Auisatz in der Neujahrs- iiiimmer des„VorwärlS". Ich darf deshalb wohl, kurz entgegnen: Es läßt sich natürlich die Nolivendigkeit jedtzs vorgeichiagenen neuen OrgainsationSzweiges m der Arl ividerlegen. daß man die von ihm zu erfüllenden Aufgaben den bereits bestehenden Organisarionen zuweist. Die Frage ist ttttr. ob hierdurch die Interessenten befriedigt werden, ob es aus diese Weise gelingt, der Arbeiter- Bewegung neue Elemente in Mafien zuzuführen bezw. den Verlust schon gewonnener Mitglieder, die erst lose mit ihr zuimninenhängen. an iolchc Organisationen zu verhindern, die Der Schafer Thomas als Zrieöensftister. Von Dr. Paul L e n s ch. Die Polemik. die Genosse Stampfer gegen mich richtet, beweist zunächst nur, daß er sich über meine Kritik des„Vorwärts" heftig geärgert hat. Und in dieser für fach- licho Auseinandersetzungen höchst ungeeigneten Gemütsverfassting passieren ihm dann die merkwürdigsten Entgleisungen. So beispielsweise, wenn er zweimal andeutet, ich hätte„seit dem 2. Dezember 1914" mein naitonalcs Herz„wieder entdeckt" und sei seit dieser Zeit ein Anhänger der Landesverteidigung geworden. Nur der verärgeite Stampfer weiß nicht, daß er hier der Wahrheit eine Nase dreht. So oft die bürgerliche Presse über die Äreditverweigerer hcrsicl und thnön den Vorwurf machte, sie seien gegen die Verteidigung des Vaterlandes, trat Stampfer ihr entgegen und wies nach, daß das ein völlig falscher Schluß sei. Kreditverweigerung im Parlament und Landes- Verteidigung an der Front schlössen sich keineswegs aus. Und bekanntlich haben auch die Vertreter der Minderheit stets scharf dagegen Einspruch erhoben, wenn die Westarps oder Helfferichs ihnen die Preisgabe vaterländischer Interessen vor- warfen. Jetzt kommt plötzlich Stampfer angezogen, vergißt. was er bisher zur Verteidigung der.Minderheit geichrieben. und eignet sich die Argumente der Westarp und Helfferich an, weil es gegen einen ihm unbequemen Vertreter der— Mehrheit geht! Außerdem aber beweist Stampfer damit, daß er mein Buch über Ende und Glück der Sozialdemokratie, über das er ja ebenfalls eine sogenannte„Besprechung" geschrieben, nur mit fahriger Oberflächlichkeit durchgeblättert hat. Dort begründe ich ausführlich meine Haltung am 3. August 1911, �ie ich heute noch für absolut richtig halte und gegen die bisher kein Mensch irgend etwas Stichhaltiges an- mführen in der Lage ivar. Mag nian nun aber meine Ar- Alimentation dort für richtig oder für falsch halten, jedenfalls >.1 eS eine Achtgros che n de magogic, wenn Stampfer I'atzt wider besseres Wissen und im Gegensatz zu seiner wieder- hstten bisherigen Stellungnahme derartige Redensarten macht. Von dem gleichen Kaliber sind seine Berufungen auf die Stimmung an der Front. Eignete sich in dem einen Falle Stampfer die Arguntente der Westarp und Helfferich an, so hier�dte Argumente der Parteiopposition: denn lediglich bei ihr galt es bisher als ein sehr zugkräftiger Zwischenruf, wenn ein Redner für die Notwendigkeit der 5kredttbeimlltgung und des Durchhaltens einträrt„Weshalb gehst du denn nicht an die Front?", die Mehrheit erblickte darin lediglich daS Eingeständnis geistiger Impotenz, und ich kann darin auch heute, wo Stampfer sich dieses Minderhcitsargument zu eigen macht. nichts anderes erblicken. In der Streitfrage selber Hai Stampfer insofern recht. als er in ihr einen Gegensatz der. Methoden erblickt, und der Vergleich, den er der medizinffchen Wissenschaft entnimmt, ist gar nickt übel, nur muß man ihn etwas berichtigen. Es hat natürlich niemals eine Richtung in der Medizin gegeben, wie Stampfer behauptet, die lcdig- lich die Krankheit erkennen, aber nicht heilen wollte. Das Heilen war immer der eigentliche Zweck. Wohl aber drang in der Medizin, und zwar um so stärker, je mehr sie zur Wissenschaft wurde, die Erkenntnis durch, daß das Heilen keineswegs eine so einfache Sache sei. und daß man. che man ans Heilen denken könne, erst die Krankheft erkannt haben müsse. Und hier setzte nun eine sehr gründliche Arbeit ein. die den ganzen menschlichen Organismus und seine Lebensbedingungen zu erkennen sich bemühte, und erst dann ans Heilen ging. Das aber war nicht nach dem Geschmack jener Kurpfuscher, denen jede systematische Arbeit zuwider war. die an den äußeren Erscheinungen herumdokterten und gleich zeitig ihren Patienten, während sie sie langsam oder schnell zu Tode kiirierten. von Herzen gratulierten, daß sie ihm, dem Herrn Kurpfuscher, in die Arme gelaufen seien; denn cs gäbe für einen Kranken keine größere Gefahr, als einen wissenschaftlich gebildeten Arzt. Puls befühlen, Urin untersuchen! Lächerlich! Veraltete Schule! Wir kurieren brieflich! Aus. ein paar abgeschnittenen Nacken» haaren erkennen wft genau, wo's fehlt. In der Tat: an die Stelle des theoretisch und praktisch gründlichen durchgebildeten Mediziners den Schäfer Thomas gesetzt zu haben, das ist die Neuorientierung, die Genosse Stampfer meint, das ist jene Ueberwindung. der„älteren, jetzt fast ausgestorbenen Schule", die er proklamiert. Und so sitzt er. als der Schäfer Thomas der Internationale, stolz auf dem Redaktion? icisel des Zentralorgans der deutschen Sozial- demokratie, blickt geringschätzig auf die armseligen Tröpfe herab. die, wie er spöttisch sagt, der Weltgeschichte den Puls fühlen und ihren Urin untersucheii, die' mit anderen Worten in mühseliger Arbeit die geistigen, politischen, wirtschaftlichetr Verhältnisse der kriegführenden Länder festzustellen sich bc» mühen. Ilnser biederer alter Schäfer hat das nicht nötig! Wenn er ein paar Nackcnhaare vom Genossen Retraudcl oder Longuet hat. dann weiß er schon, was der gesamten französische» Sozialdeinokratie fehlt und braitcht sich nicht darum zu kümmern, wje es mit Frankreichs Vergangenheit und Gegenivart, seiner Kohlenaussuhr und seiner Bcvölke- rungsvermehrunq steht. Aber, sagt der alte Schäfer Thomas, ich heile doch, ick will wenigstens heilen, aber ihr? Ihr seid nicht„positiv"! In der Tat wirst Genosse Stampfer mir vor, meine Kritik am..Vorwärts" sei nicht„positiv" genug ausgefallen. Dar» über später. Zunächst: wie heilt Stampfer? Nun, vollkommen nach dem Rezept des Schäfers Thomas; Wie dieser für alle Krankheiten nur eine harmlose weiße Salbe hat und für ernste Fälle die ehrwürdige Kunst des Besprechens übt, so verschreibt auch Stampfer für die Leiden der Internationale nur die eine harmlose weiße Salbe feiner Leitartikel im„Vorwärts". bei den englischen und französischen Sozialisten aber, wo der Fall besonders vertrackt liegt, übt er sich fleißig im guten Zu- reden und Besprechen. Diese geschäftige Quacksalberei ist on sich sicherlich unge- fährlich. Nur täuscht sie, und hier erbebt das Problem seilte ernste Seite, den deutschen Arbeitern Dinge vor, die in Wirk- lichkeit gar nicht existieren. Es ist eine Illusion zu glauben, die Internationale habe sich in diesem Kriege als I r i c d e n s f a k t o r bewährt. Das hat sie fast lediglich in Deutschland getan. Nur hier hat sie vom ersten Tage an für den Frieden gearbeitet. In den feindlichen Ländern jedoch, besonders in Belgien, England und Frankreich, ist sie ein aiisgesvrochcnes Kricgsmstrumcnt in den Handelt der Entente geworden. Tie dortigen Partei- führer haben fftir den Krieg agitiert wie für einen Wahlfeld- zug und jeden Versuch einer Friedensanbahnung, sa auch nur einer sozialistischen Verständigung, aufs schroffste zurückge- wiesen. Tie haben das nickt bloß monatelang getan, nicht im Zustande einer kriegspsychologischen Ueberreizung, souderu jahrelang, sie tun cs auch heute noch, wo der deutsche Friedensvorschlag vorliegt. Ich mache ihnen daraus keine Vorwürfe. Moralische Deklamationen�anstellen, wo geschtckt- ltche Tatsachen vorliegen, ist meine Sache überhaupt nickt. Was ich versucht habe, war nur, diese dem deutschen Arbeiter schier unerklärliche Erscheinung begreiflich zu machen. Und dabei kam ick allerdings auf die geschichtlichen Zusammen- hänge und wirtschaftlichen Verhältnisse Frankreichs Zu fvrcchen, aus denen ick die Haltung der französischen Sozialisten ab» leite. Ich wies nach, daß Frankreich ein m der Hauptsache kleinbürgerliches Land ist und daß daher die Psychologie deS großindiistriellen Proletariats auch in der sozialistischen Bc- wegung nicht vorherrscht; daß es noch unter dem Banne der revolutionären Ideologie von 1793 steht, woraus sich die obiolcten Redensarten von dem„demokratischen" Frankreich erklären, das sich gegen die Barbaren verteidigen muß; und daß es drittens ein weltvolitisch absteigendes Land ist. dos seine einst beherrschende" Position immer mehr zerfallen sieht. Ich stellte also eitle„Tiagttosc" an, ich fühlte, wie Stampfer sagt, Frankreich den Puls und untersuchte seinen Urin, mit anderen Worten: ich trieb die einzige Methode, die zur Er- kenntnis der Verhältnisse führt. Und was war das Ergebnis meiner Untersuchung? Die Erkenntnis, daß es ein der« bängnisvoller Irrtum wäre, sich einbilden, wie es Friedrich Stampfer tut, man könne die Internationale in aller Harm» losigkeit dort wieder fortsetzen, wo sie am 4. August 1911 aufgehört habe zu eristiercil, oder, wie es im Neujähxsartikel des „Vorwärts" hieß, die Macht der Internationale sei so groß, ftdj BtSfidr Sei Arbeiterbewegung als feindlich erwiesen haben. TaS doch das Ziel, aber feine Erreichung scheint mir Zweifel« ba't. wenn man alles beim allen Icfct. Die Gewinnung mäglichfi zahlreicher Kriegsreilnehmer für die Arbeilerbewcgung kann gar nichl boch genug angeschlagen werden mit Hinsicht aus die Kämpfe um die nalle polltifche Gleichberechtigung, die nach dem Krieg« zweiicllosohne einsetzen werden.— Äa« Genosse?. iE. speziell als Znleressenverlretung der Krieg sberletzten vorschlägt. kann die'e meines Erachtons nichr berriedigen. Die von ihm angeführten Vereinigungen der Kriez'blinden. Kriegstauben uis. sind doch mehr Organisalione» Tür die Kcieg»verletzt«n al-S der KriegSverletzten. Dasselbe würde letzten Endes auch auf die Gewerk'chasten zutreffen, so sehr eS anzuerkennen ist, wen» sie sich der Kriegsverletzien besonders annebmcn wollen. Die Kriegs» rierletzten wollen aber nicht nur Objekte, sondern Subjekte bei der Lösung ihres sozialen Problems sein, sie wollen aktiv ihre Interessen verjechtcu. De» von Genossen F. E. behauptete Interessen. unterschied je nach der Art der Verletzung lrisit für die g r o si e n grundlegende» Fragen der.«riegsperletzlensürsorge nicht zu. Hier liegt dos geringste Hinoeriiis, dasi die Kriegsverletzte:! ihr Interesse gemeinsam wahrnehmen, genau wie osimalö v e r- ichiedene Branche il eines Berufes demselben gewerkschaft- lichen Zentralverband angehören. _____ Erich Kultner. flus Groß-öerlm. Uuser die Jugend— unser die Zukunft! Teil Jahren betrachtet eS die erwachsene Arbeiterschaft als besondere Ehrenpflicht, sich ihrer Jugend anzunehmen und ihr den Weg zu weisen, der aus der grauen AlltagSnot zu hohen, leuchtenden Zielen, zu ernster Geistesbildung und freudiger Lebensbejahung führt. Zu diesem Zwecke wurde die freie Jugendbcwrguug mS Leben gerufen. Sie ist die Gemeinschaft aller jungen Arbeiter mb Arbeiterinnen, deren Interessen sie m nachdrücklicher Weise vertritt. Sie gewährt ihren Anhängern Rat und Beistand bei Mißständen im Arbeitsverhältnis, sie bietet ihnen Veranstaltungen belehrender und. unterhaltender Art, interessante Vorträge aus allen Gebieten des Wissens, frrschfröhliche Wanderungen in die berrliche Natur sowie Gelegenheit zur zwanglosen Aussprache im Kreise gleichgesinnter AtterSkameraden und-kameradinnen. Dank der Opferwilligkeit der erwachsenen Arbeiterschaft konnten auch die Jugendheime bis jetzt„durchgehalten" werden. Besonders in den gegenwärtigen kalten Wintermonatcn sind sie willkommene BildungS- und Erholungsstätten. In einfach, ober geschmackvoll ausgestatteten Räumen findet sich hier die junge Welt zusammen. Da sieht mair Gruppen mit den beliebten Brettspielen beschäftigt, hier wird gescherzt und gelacht, dort eine ernste Diskussion geiührt. JedeS Heiin hat eine Bibliothek allfzuweisen. Wo mehrere Räunie vorhanden find, fehlt auch ein Lesezimmer nicht. Die Abende in der Woche find{ o ausgefüllt, daß jeder auf seine Rechming kommt. Spiel-- und Lese-, Vortrag- und TiSkutierabende wechseln miteinander ab. Kurz, es ist so recht die Welt, in der die Jugend sich wohlfflhlt. Hier herrscht der Geist der Freundschaft und Kameradschaftlichkeit, aber auch der Solidarftär und des ernsten Pflichtbewußtseins. Die Jugendheime in Groß-Berlin befinden sich: Berlin: Brnnnenstr. 70 und Königsberger Str. 7.— Adlershof: Bismarck» straße 31.— Bohnsdorf: Paradiesstraße.— Friedenau- Steglitz: Kniephofstr. öS.— Friedrichshagen: Scharnweberstr. öS. Hof Part.— Köpenick: Scköiierlinder Str. ö.— Lichtenberg: Dost'estr. 22.— Obcrschönewcidc: Klarastr. 2.— Panlow: Maximiliansir. 43 s.— Reinickendorf- Dsi: Hoppestr. 32.— Reinickendorf-West: Wacholderstraße 44.— Tegel- Borsigwalde: Bahnhoistr. IL.— Tempelhof- Marirndorf: Kaiser-Wilhetm-Str. 76.— Weisiensce: Gäbierstr. 46.— Wilmersdorf: Mannheimer Str. 81. Die Heime sind(bis auf wenige Ausnahmen) geöffnet: Wochen- täglich 6—10 Uhr, SormtsgS 4—10 Uhr abends. Jeder junge Ar- beider, jede junge Arbeiterin ist willkommen! Auch Erwachsenen ist die Besichtigung der Heime gern gestattet. Die Zeitung der freie» Jugendbewegung, daS geistige Band, das deren Anhänger untereinander verbindet, ist die 14lägig er- scheinende, reichhaltig ausgestattete„Arbeiter-Jugend". Bestellungen daß. wenn in absehbarer Zeit der Frieden komme, so nur. weit die Internationale ihn„erkämpft" habe. Das sind sianz nichtsnutzige Phrasen, hinter denen nichts steskt wie Gedankenlosigkeit und sentimentale Phantasie. Tie deutsche Sozialdemokratie, die den Krieg bisher noch am besten überstanden hat. leidet unter dem schweren Siechtum der Parteispaltung, ihr theoretisches Gebäude ist erschüttert, das Gefüge ihrer Organisation ist geschwächt, ihr Parteiporstand sieht �ich gezwungen, wichtige Parteieinrichtungen aus finan- ziellen Rücksichten eingehen zu lassen oder einzuschränken, im Reichstage gibt es zwei Fraktionen, die häufig gegeneinander- summen. Draußen in der Internationale ist die Auflösung erst recht vorhanden, und da bekommt man es fertig zu sagen: der kommende Friede wird ausgerechnet das Werk jener Partei sein, die den Krieg nicht einmal den eigenen Reihen fernhalten können! Heißt das nun etwa, wir sollen nicht für den Frieden arbeiten?— Wir sollen mit verschränkten Armen zusehen, wie der Krieg weitertobt? Davon kann keine Rede sein. Es heißt nur, einen der Gründe aufzeigen, um derentwillen es der Sozialdemokratie nicht gelungen ist, den Frieden herbeizuführen. Wer Politik treiben will, der muß sich über die Grenzen der Macht, die hinter ihm und seiner Klasse steht, klar sein. Berauschende Phrasen führen nur irre. Was die /.nternationale selber angeht, deren Zusammenbruch Stampfer nicht bestreitet, so ist zu sagen, daß sie nie- mals das gewesen ist, was sie� hätte sein müssen, sollte sie ein wirklich leistungsfähiges Organ zur ,. Erkämpfung" des Friedens sein, nämlich eine internationale Altions- und Arbeitsgemeinschaft. Sie war stets nur eine lose Verbindung einer Reihe innerlich in sich abgeschlossener, auf ganz der- schiedenen Organisationsgrundsätzen aufgebauter, ungleichartiger, nationaler Parteikörper gewesen. Als solche hat sie ganz gute Dienste getan und ihre historische Aufgabe erfüllt. Man mute ihv aber nickt mehr zu, als sie leisten kann. Sie entstammte einer Zeit kapitalistisch noch unentwickelter Ver- Hältnisse, wo die inzwischen erstandenen internationalen Kapitalverbände, Trusts und Karlelle noch unbekannt oder erst embryonal vorhanden warem Der kommenden Periode internationaler Weltwirtschaft, der wir entgegen gehen, muß auch eine neue reifere Form der Arbeiterinter- nationalo entsprechen. Hier reicht die übertägige Form der zweiten Internationale nicht mehr aus. Das Ziel, das es zu erreichen gilt: eine internationale AktionS- und Arbeits- gemeinschast kann aber nur das Produkt längerer Eni- Wicklung sein., Ich darf darauf hinwenen, daß Genosze Stampfer auf alle meine sachlichen Ausführungen mit keinem Worte eingegangen ist. Das ist begreif- lich. Sachliche Debatte ist seine stärke überhaupt nicht. Ihm liegt mehr die sentimentale Träne und die persönliche Malice, aus sie werden in ollen Äarwäris"-Zpeditioi!en. sowie im Jugend sekretariar. Beilin SW.. Lindenstr. 3, entgegengenommen. Zuizeadweihe. Die siebente Jugendweibe der Berliner Aibeüer- ickmst findet am Sonntag, den 2ö. März, m der Neuen Philharmonie, Köpenicker Str. 96 07, statt. Anmeldungen zu der- selbe» werden au folgende» Stellen entgegengenommen: 1. Ricbard Rehbock., dl. 20, Thurneyssersir. 7, 3. Anfg. 3 Tr.; 2. Arbeiter- jugendheim I. Brunnenstr. 71; 3. Arbeiterjugendheim II. Königs- berger Str. 7; 4. 35. Kirchmeyer, SW. 68. Alls Jakobstr. 125; ö. Jugendsekretariat. Lindenstr. 3. 3. Hof 3 Tr. Geschäftszeit: Montag, Mitlwoch und Freilag 3—7 Uhr. Tie Berkehrsbeschräukimgeu wirken bei dem jetzigen Frostwetter noch unangenehmer. Zwar empfindet man die Zusammcnpferchung in Eisenbahn- oder Straßenbahnwagen minder schltmm, wenn draußen Kälte von 10 Grad herrscht. Desto schwerer ist aber ein langdauerndcr Auf- enthalt an den Straßenbahnhaltestellen oder auf den Bahnsteigen der Eisenbahn zu ertragen. Tie Bahnsteigwarteräume sind gegenüber dem Massenandrang viel zu klein. Auf den Bahn- Höfen der Bororte mit großen Fabriken werden iv den Stunden des stärksten Verkehrs diese winzigen Warteräume vollgepfropft wie die Heringsfässer. Hunderte stehen draußen und benutzen jede noch sp durstige Deckung, um sich gegen den eisigen Wind zu schützen. Wir beobachteten das anr Freitag in den Abendstunden und am Sonnabend in der Mittagszeit auch in S p a n d a u, als wir uns die dortigen VerkehrSzustände ansahen. Daß in Spandau mit seinem Arbciierhecr es bei den Fahrten nach und von der Arbeits- statte nicht anders zugeht als auf den Bahnhöfen AdlerShof und Niederschöneweide, braucht kaum besonders gesagt zu werden. Für Spandau dürfte es noch leichter möglich sein, durch Einlegung von mehr Zügen die wünschenswerte und notwendige Abhilfe zu schassen. Erwefterung des Spätverkehrs. Wie das Bureau der Großen Berliner Straßenbahn r-iuteilt. wird mit dem heutigen Tage der Spätbetrieb der Straßenbahn auf einer Anzahl Linien erweitert.(Es bandelt sich um die vor eini- gen Tagen angekündigten kleinen Verbesserungen. Red.j Es werden auf Linie 57 die Wagen 10,13 und 10,28 ab Nordend, die bisher nur bis zum Leipziger Platz verkehrten, bis Wilmersdorf. Emser Platz, durchgeführt. In der Gegenrichtung fahren die letzten Wagen ab Emier Platz 11,42 und 12,00. An Sonn- und Feiertagen ab Nordend 10,9 und 10,24, ab Emier Platz 11,42 und 12,0. Linie 73 erhält noch einen Spätwagen, der werktags und Sonntags 11,33 ab Martendorf bis Behren straße. ob Behreiisicaße 12,34 fährt. Auf Linie 164 verkehren die Wagen 11,35 und 11,20 ab Soittelmarkt statt bis Cranfeftraße werktags wie Sonntags bis zur Warlcnvurger Straße in Hohenschönhausen. Linie U: Die Wagen 9,57 und 10,17 ao Hände Iplatz(SonntagS 10,25), sitzt nur bis zum Bahnhof Zoologischer Garten, verkehren bis zum Bahn- bof Heerstraße; ab Bahnhof Heerstraß« 11,10 und 11,30 �Sonntags 1130). L i n i e 01 erhält innerhalb der fahrplanmäßigen Betriebsdauer noch eine auherfabrplan mätzige Spätverbindung um 11,43 ab Spittelmarkt nach Halensee. Serner stehen zwischen Berlin(Alexanderpte) einerseits und Weißensee. Lichtenberg und Hohen- schönhausen anderseits neben den fahrplanmäßigen Ver- bindungen den Fahrgäste» auch die bis auf weiteres verkehrenden Mannschaftswagen zur Verfügung, und zwar: ab Weißensee. Renn- bahnstratze, über Greisswalder Straße bis Alezanderplatz 12,00, 12,30, 1,10, ab Mexandcrplatz 12,30, 1,00, 1,40; ab Lichtenberg, Stratzenbahnbof Siegsriedstraße, über Frankfurter Allee bis Kleine Frairkfucter Straße 12,40, 1,20, ab K lerne Frankfurter Straße 1,20, 2,00; ab Straßenbahn Hof Hohenfchönhaufen über Landsberger Allee bis Waßmannftraße 12,00,' 12,50, ab Watzmannstraße 12,25, 1,15. Tie Lohnerhöhung bei der Straßenbahn und der Hochbahn. Das Bursau der Großen Berliner Straßenbahn teilt der Presse mir: Auf Wunsch eine? großen TeileZ des Beiriebsperfonals sind die in der Vertrauensmännersitzung vereinbarten Zulagen abgeändert worden. Nunmehr beträgt unter Zugrundelegung von 28 Dienst- tagen im Monat und bei einer zehnstündigen täglichen Dienstzeit und zwar dergestalt, daß er die crsterc mehr fiir feine Auseinandersetzung mit ausländischen Genossen und Vertretern der deutschen Minderheit, die persönliche Niedertracht mehr im Verkehr mit deutschen Mehrheiisvertretern verwendet. Beides vereinigt findet sich in der Bemerkung, ich fände am Deutsch- tum alles edel, herrlich, unübertrefflich, an der übrigen Menschheit alles hundsföttisch, albern und spottmiserabel. Ich weiß nicht, hinter welchem Monde Stampfer zu Hause ist, ich weiß nur, daß ich in allen meinen Schriften, auch in meinem Sonnabend-Artikel des.Nortvärts", Worte rückhaltloser Be- wunderung für die französische und noch mehr über die eng- lische Nation geäußert habe; ich weiß aber auch, daß es Leute gibt. die. umgekehrt wie der Genosse Stampfer mir imputiert. im Auslande alles edel, herrlich und unübertrefflich finden, in Deutschland aber alles hundsföttisch, albern und spott- miserabel. Vielleicht sieht sich Genosse Stampfer mal in den Spiegel. Es wäre für Sie, Genosse Stampfer, sehr viel besser ge° wesen, Sie hätten die verschiedenen Methoden, von denen wir beide ausgehen, und deren Wahl schließlich Sache des Tempe- raments des einzelnen ist. ruhig auseinandergesetzt; dann frei- lich hätten Sie den Vorwärts" Lesern sagen müssen, daß es sich hier um die gleiche Differenz handelt, die schon früher einigen Parteidedatten zu Grunde lag. und die Genosse E i s n e r. einer Ihrer Vorgänger am„Vorwärts", einst in die glück- liche Formel ethisch-ästhetisch und historisch-materialistisch zu- sammenfatzte. Mit anderm Wort: Der Unterschied, der uns trennt, ist der Unterschied zwischen Revisionismus und Marxismus oder, um das ihnen näher liegende Gleichnis zu brauchen, zwischen dem Schäfer Thomas und dem wissenschaftlich gebildeten Mediziner. In diesen beiden Methoden haben wir schon seit Jahrzehnten in der Partei die entgegengesetzten Pole vertreten. Sie als Revisionist, ich als Marxist, und werden es auch weiter tun. denn keiner kann nusjeiner Haut heraus. Und um das zu verdecken, machen sie einen großen Schwalm, verhöhnen mich, um das geliebte Publikum aus Nieder- barnim vor Ihre Bude zu locken, als„Umlerner" und hoffen, auf diese Art merke es niemand, daß Sie das, wasSie den Berliner Genossen vor- setzen, nichts ist. als der wieder aufgewärmte Brei aus der Zeit, als Eisner noch in der literarischen Küche des„Vorwärts" den Kochlöffel schwang. Ach, damals schwamm zuweilen doch noch ein Fettauge auf der Brühe, aber jetzt wird die Fettration den„Vorwärts".Lesern gar zu dürftig zugemessen. Dabei will ich keinen Augenblick Ihre Verdienste um unser Zentralorgan verkennen. Sie haben sich der Arbest an ihm in einem Augenblick unterzogen, als diese Arbeit'be- sonders viel Mühe, Selbstentsagung und Fleiß voraussetzre. Das erkenne ich ohne jeden Borbehalt an. Ich erkenne weiter der Schaffnerinnen und achtstündigen der Fahre c innen das Monat-- einkommon: e) für Schafsnerinnen 180 M.. b) für Fakrerinncn 118,80 M. Das Stammpersonal erhält zu seinen bisherigen Be- zögen eine Erhöhung der bestehenden Teuerungszulage um monat- lich 12,20 M. Der Lohnsatz für lleberstunden wird beim Aushilfe- personal von.20 auf 60 Pf., beim Stammpersonal von 20 auf 70 Pf. erhöht. Außerdem erhält das gesamte Betriebspersonal wie bisher eine Teuerungszulage von monatlich 2 M. für jedes Kind unter 12 Jahren. Gegenüber den gestern mitgeteilten Zahlen bedeuten die neuen Beträge für die Schafsnerinnen ein Mehr von 4 M., bei den Fad- rerinnen um 3,20 M. monatlich.— Zu den Lohnfragen werden in der kommenden Woche von Dienstag bis Freitag Versammlungen Stellung nehmen. » Bei der.Hochbahngesellschaft erhält das weibliche Sperren- und Bahnsteigpersonal künftig einen Stundenlohn von 42 Pf., die Zugbegleiterinnen erhalten 20 Pf. Auch für das mann» liche Aushilsvpcrsonal ist die Löhnung entsprechend aufgebessert worden. Das festangestellte Personal erhält eine monatliche Zulage von 8 M. Ferner wird für jedes Kind unter lö Jahren eine monatliche Zuwendung von 2 bis 7,50 M. gezahlt. Auch den Werk- siäiten- und Bahnarbeiiern werden Lohnerhöhungen zugebilligt werden. Ter Humboldthain uud die AEG.- Schnellbahn. In der Oeffenllichkei! sind wiederholt Bedenken laut geworden. daß infolge der Durchquerung der AEG.-Schnellbahn als Hochbahn der Humboldlbain zerrisien und verschandelt werden würde, und es wurde im Anschluß hieran der Wunsch geäußert, an dieier Stelle die Hochbahn in eine Untergrundbahn zu verwandeln. Dazu wird uns mitgeteilt, daß eine Umwandlung der AEG.-Schnellbahn in eine Unlerzrundbahit fiter wegen der hohen Kosten und beionderen technischen Schwierigkeiten nicht möglich t». daß es aber im Benehmen mit der Eiienbabndireklion gelungen ist. eine neue Führung der AEG.-Schnellbahn zn erreichen, und zwar dergestalt, daß die Schnellbahnrampe aus dem Humöoldthain ver- legt wird. Die ganze Bahnanlage, die früher weitlich von der Ringbahnbrücke geplant war. ist nach den neuen Plänen auf die Ostsetle nahe dem Ringbabnbof Gesundbrunnen gelegr. Diese neu- geplante Anlage hat außerdem den Vorteil, daß eme bessere Per- bindiing zwischen dem Sraatsbahnbof und dem Schnellbabnhot und damit ein Umsteigeverkehr zwischen Ringbahn und AEG»«Schnellbahn ermöglicht wird._ Berliner Lebensmittelnachrichteu. Räch einer Bekanntmachung des Magistrats dürfen in der Woche vom 22. bis 23. Januar aus die sechs Abschnitte 30a bis 30c der Kartoffelkarts höchstens je V, Pfd. also zusammen h ö ch st e n S drei Pfund Kartoffeln abgegeben und entnommen werden. Auf die vier Abschnitte?.0ä bis 89o dürfen Kartoffeln weder ab- gegeben noch entnommen weiden. Diese vier Abschnitte dürfen auch bis aus weiteres von der Kartoffelkarte nicht abgetrennt werde». Bei Teilnahme eine? Karteninhabers an der Volksspeisung, an Speisungen in gemeinnützigen Anstalten und in Kantinen gewrrb- iicher Betriebe sind auf die Woche vier Abschnitte abzutrennen. Ferner können in der nächsten Woche vom 22. bis 28. Januar 1017 auf Abschnitt Nr. 10 der Berliner Lebensmittelkarte 4 Pfund Kohlrüben abgegeben und entnommen werden. Krankenhäuser. Kliniken, Lazarette und ähnliche Anstalten, ferne: Schank- und Sprisewlrtschasten und andere BewirtlmgSbetricben können auf ihr« Kartoffelbezugscheine neben den Kartoffeln Kobstüben beziehen und zwar in der Weise, daß aus einen Bezugscheiu über je 3 Zentner Kartoffeln, 4 Zentner Kohlrüben geliefert werden dürfen. » Auf Grund einer heute vom Magistrat veröffentlichten Bekannt- machung entfallen in der Zeit vom 24. bis einschließlich 27. Januar aus Abschnitt 20 und 21 der Lebensmittelkarte j e' 100 Gramm Mehl. Die Abgabe des MeblS gefchiebd in den Berliner MehlkleiithandelSgeichäften Zug um Zug gegen Ablremtuug" der LebettSmittelkartenabfchnitte. • Die Fettstelle Groß-Berlin wird in der nächsten Woche keine Margarine, dafür aber 80 Gramm Butter auf den Kopf der Bevölkerung ausgeben. Den Großhändlern find die notwendigen erhöhten Butterlieferungen bereits gemacht worden. Ob in den tol- genden WoSen wieder Butter und Margarine geliefert werden wird, stebt noch nicht fest. an. daß in einer Zeit, wo alles, auch die Redaktionen, auf Ersatzstoffe angewiesen waren, Sic den vielleicht geeignetsten Redakteureriatz für den„Vorwärts" bildeten. Wenn man keinen Zucker hat, nimmt man Saccharin, obivohl man weiß, daß es nicht den geringsten Nährwert hat. Diese Ansicht habe ich meinen Freunden gegenüber stets vertreten, und habe in guter Disziplin geschwiegen, wenn Sie im„Vorwärts" Ihre merkwürdigen Purzelbäume schlugen. Auch meinen Freunden riet ich zu gleicher Taktik. So damals, als Sie in der Nummer des „Vorwärts" vom 17. Dezember durch die schroffe Zurückweisung der deutschen Friedensnote durch Rußland ganz aus dem Häuschen gerieten und plötzlich entdeckten, daß„die barbarische Macht des Ostens" im entscheidenden Augenblick die Führung an sich geriffen habe, ihren Willen als den einzig maßgebenden in die Welt schreie und in ihren Verbündeten lediglich ihre Ge- sangenen erblicke. Jedem Kenner der Verhältnisse konnte diese grobe Entgleisung, die Sie als Politiker eigentlich er- ledigte, nur ein Achselzucken abnötigen und einige meiner Freunde waren der Ansicht, es sei Zeft, gegen solche Kindlich- ketten zu protestieren. Ich beruhigte sie und versicherte. Sie würden schon alles wieder in Ordnung bringen und bald das direkte Gegenteil schreiben. Das geschah denn auch schnell genug, und einige Tage später hieß es umgekehrtim„Vorwärts": der Zarismus muß den Krieg bis heute mehr denn je wollen, weil er sich finanziell seinem Verbündeten an der Themse bis zur vollkommensten Botmäßigkeit verschrieben habe; schon Ende 1915 habe er zwischen der Finanzsklaverci und der Re- volution zu wählen gehabt und sich für die englische Sklaverei entschieden. Solche drolligen Bockiprünge machte der„Vor- wärts" in jeder Woche mehrers. Aber alles hat schließlich seine Grenzen. Das Saccharin darf nie vcrgeffen, daß es uns den Zucker nur ersetzt, und daß im gleichen Augenblick, wo der Zucker da ift, seine Rolle ausgespielt ist. Für diese Uebergangszeit wollen wir eS uns gefallen lassen, wenn wir auch oft dabei einen ctivas schleimigen Nachgeschmack im Munde haben. Aber bitte, Genosse Stampfer, machen Sic nicht allzu viel Saccharin a>' die Weltgeschichte: ** * Dazu schreibt Genosse Friedrich Stampfer: Mit Rücksicht auf die gegebene Situation. in der mir andere Dinge wichtiger scheinen. verzichte ich auf jede Antwort. »» » jDer Artikel des Genossen Lensch ging der Redaktion de» „Borw." bereits am 9. Januar zu. Er konnte wegen Raum- mangels bisher nicht gebracht werden.) Ar. 20. Bl. ZahtMg. 2. Sfilajt drs Jormärle" KM» Wsdlck. Ssavtag, 2t. Ilmv« t9t7. Mbgeorönetenhaus. � jS. Sitzung, S o n ii abend. 20. Januar 1917, vormittags II Uhr. Äm Ministertisch: Regicrungsvertreter. Der von dem Abg. F ritsch(natl.) beantragte Gesetzentwurf, wonach die A r r e st st r a f e nicht mebr als Difziplinarmittel gegen Uiirerbeaintc angewendet werden dürfe, wivd in zweiter und dritter Lesung angenommen. Ein fortschrittlicher Antrag fordert Zulassung von Frauen zu städtifchen Berwaltungsdeputationen und Skiftungsvorständen. Abg. llassel sPp.s begründet den Antrag unter Hinweis auf die gesetzlichen Hindernisse, die dem Eintritt von Frauen in weitere Deputationen als die für das Armen- und Schulwesen noch ent- gegenstchen. Angesichts der fo erfolgreichen und rü.h- menSwerten Arbeit der Frauen in der Kriegs- fürsorgc müsse ihre Mitarbeit auch für die soziale Fürsorge nach dein Kriege gesichert werden. Hoffentlich werde diese Siche- rung das Ergebnis der Kommisjionsberatung sein.(Lebh. Beifall links.) Abg.«. Kessel(kons.) erkennt zwar die Verdieuste der Frauen an, will sie aber vom politischen Leben fernhalten (Hort! hört? links— Sehr richtig! rechts) und kündig! wohlwollende Prüsting an.(Zirruf der Sozialdemvkraten: Worte?) Abg. Dr. Kaufmann(Z.) erwähnt die soziale Arbeit der katholischen Frauen und dag die Frauen auch jetzt schon in vielen Gemeindebehörden mitwirkten. Abg. Fürbringer(natl.) hofft, daß der Ausschuß einen Gesetz- entwurf ausarbeiten werde. Abg. Liidicke(freik.) wünscht Abgrenzung des Betätigungs- gebiets der Frau. Abg. Heins �Hospitant der Kons.) führt aus. daß die Frauen- siimmrechtsbewegung in England dos Fam'lienlebeu zer- rütt«; es hätten sich ja auch dort mehr Verheiratete als Lcdige bei der Rekrutierung gemeldet.(Heiterkeit.) Die politische Frauen- bcwegung sei ein Attentat aus die deutsche Familie. (Lochen links.) Erhalten die Frauen in der Gemeinde das Stimm- rech!, dann würden sie es auch im Staate verlangen und erreichen. Der Redner lehnte den Antrag grundsätzlich ab. Abg. Hirsch-Berlin(Soz.): Erst durch den Vorredner bin ich darüber aufgeklärt worden. daß dieser Antrag im Grunde genommen ein Attentat auf das deut'che Familienleben bedeute:. Alle übrigen Vorredner haben sich bereit erklärt, bis zu einer gcwisten Grenze das Attentat mitzumachen Die in vcm Antrag erhobene Folgerung hat uns schon vor Jahren wiederholt beschäftigt. Wir, die wir auch das Wahlrecht für die Frauen verlangen, sind natürlich mit diesem Antrag vollkommen einverstanden. Zweiseilos werden wir nach dem Kriege damit zu rechnen haben, daß viele Frauen aus den Bc- rufen, in die sie während des Krieges eingedrungen sind, nicht so leicht wieder entfernt werden können, einmal, weil die Unter- nebmcr sich vielfach an die billigere Frauenarbeit gewöhnt haben, und zweitens deshalb, weil viele Frauen, namentlich die Krieg S- witwen oder die Frauen von Kriegsbeschädigten gezwungen sind, zu der Rente oder Pension noch etwas dazu zu verdienen. Dieser Uebelstand kann nur beseitigt werden, wenn die Kriegerwitrvcn und Kriegsbeichädigien so gestellt werden. daß die Frauen nicht gezwungen sind, einem besonderen Erwerb nachzugehen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraien.) Auch schon bor dem Kriege waren Frauen in städtischen Depu- tationeu hervorragend tätig. Die Städteordnung erlaubt, daß Frauen Mitglieder der A r m c n d i r c k t i o n e n sind, sie baben dort beschließende Stimme. Aus eigener Kenntnis kann ich die Sachlichkeit und den Ernst der Frauen bei dieser Mitarbeit be- künden; alle im Ansang etwa gehegten Zweifel an der Frauen- arbeit haben sich längst als unbegründet erwiesen. Dasselbe gilt für die W a i s e n d e p u t a t i o n e n. in denen aber die Frauen nur beratende Stimme haben köniien. Der Landtag selbst hat das frühere Vorurteil gegen die Frauen über Bord geworfen, als er im Schulunterbaltungsgesetz den Frauen Stimmrecht in den Schul- dcputalionen einräumt«. Ziehen Sie doch die Konsequenzen und erweitern Sie die Rechte der Frauen. Schon die gc- meind.'ichen Aufgaben auf dem Gebiete der Gesundheitspflege, die nach dem Kriege«inen gewaltigen Umfang annehmen werden. können ohne die Mithilfe der Frauen gar nicht erfüllt werden, ebenso der nach dem Kriege zu erweiternde Säuglingsschutz, der weitere Ausbau der Wochenhilfe usw. Das Tätigkeitsgebiet der Frauen in der Gemeindeverwaltung darf daher gar nicht begrenzt Iverdbn. Gewiß schwebt uns als Endziel die Gewährung des politischen Wahlrechts an die Frauen bor Augen, aber wer auch nicht so wcitgöhcn will. bcx muß doch nach den Ersahrungen der KriegSzeit den vorliegenden Antrag als durchaus berechtig! anerkennen. Um politische Betätigung der Frauen handelt es sich ja hierbei gar nicht, die ftädtischen Verwaltungsdeputationen sind völlig unpolitisch. Wenn Sie also den Stadtverordneten ermöglichen, tüchtige Frauen als vollberechtigte Deputationsmitglieder zu wäölcn, dann erfüllen Sie nicht irgendeine schrullcnbafie Forderung, nein, dann dienen Sie dem Vaterlande!(Beifall links.) Abg. Roscnow(Vp.) weist gleichialls die Ausführungen des Abg. Heins zurück und tritt für den Antrag ein. Abg. Heins(Hosp. d. Kons.) bestreitet gegenüber dem Vor- rcdner, die deutschen Frauen mit Sussragettes verglichen zu haben. Der Antrag Aroirsohn geht an die versiärkie Gemeinde- kommisfton.— Es folgt der Antrag Dr. Heß(Z.) auf B e s e i- t i g u u g j e S e r B e v o rz u n g von V o r s ch ü l e r n bei der Aufnahme in die höheren Schulen gegenüber den Bolkd- s ch ü l er u. Abg. Dr. Heß(Z.) bsgrünHet den Antrag. Abg. Jderhois(freik.) bebt einige Bedenken gegen den Antrag hervor. Wenn die Borfchöler«ine Bevorzugung vor den Volks- 'chülcrn genossen, so habe das an der besseren Uuterrichtsleistung der Vorschulen aelegen. Wir beantrage» Verweisung des Antrags an die Unicrrichtökom Mission. Abg. Malle(kons.) äußert ebenfalls Bedenken gegen den An- trag. Abg. Kunze(natl.) wünscht, daß begabte VolkSschnler ohne weiteres in die Sexta der höheren Schulen übernommen werden können. Abg. Hofs(Vp.) spricht sich lebhaft für die B c s c i t i g u n g der Vorschulen aus. Ter bekannte Erlaß des Kultusministers ist zu begrüßen als ein Schritt zur Beseitigung der Bevorzugung der Vorschulen. Mit der Beseitigung der Vorschulen und der An- «rkennur.z der Volksschule als Unterbau unseres gesamten Schul- wei'enS wäre ein wichtiger Schritt getan zur Erreichung deS Ideals des deutschen LchrervereinS. zur deutschen Einheitsschule. Abg. Haeuisch(Soz.): Auch wir begrüßen in dem Antrag einen, wenn auch bescheide- neu Schritt zu dem Schulideal der uati'onaleg Einheitsschule, das meine Freunde immer vertreten haben. Wir hätten es auch für richtig gehalten, wenn der Antrag nicht nur Beseitigung der Vor- rechte der Borschulen, sondern die Beseitigung der Vor- schulen überhaupt verlangt hätte. Eine ganze Reihe von Bundesstaaten in Deutschland kennt schon heute keine Vorschulen, B. Boden, Bevern und Braunschweig, das Königreich Sachsen und alle thüringischen Kleinstaaten. Heute Werden Volksschülcr in die vöhcre Sckule nur aufgenommen, wenn sie eine besondere Prüfung bestehen. Es ist aber selbstverständlich, daß diese Knaben von 8 bis 9 Jahren befangen sind, wenn sie von einem ihnen ganz fremden Lehrer geprüft wifeeit sollen. Der Lehrplan der Volksschüler ist doch keineswegs darauf zugeschnitten, daß die Scbiiler den Anforderungen entsprechen, die bei den Anforderungen au die Sexta gestellt werden. Praktisch führt das dahin, daß die Söhne besitzender E l t e r n.. die ibre Kinder in die Vor- schule schicken konnten, nach drei Jahren in der Lage sind, in die Sexta überzugehen, während ein Vo'.tSschnler im besten Falle vier Jahre warten muß, bis er dieses Ziel— wenn übechanpt— erreicht. Dadurch werden die Kinder um ein Jahr ihres Lebens betrogen und auch für die Eltern der armen Schüler ist dieser Verlust von einem Jahr besonders schmerzlich. So haben sich die Vorschulen in Preußen direkt«ls BildnngSsperre erwiesen. Dazu kommen noch viele andere Gründe, die dahin führen, daß Hnndertansende woblbegabier Arbeiterkinder gezwungen sind, mit der Volksschule vorlieb zil nehmen, obwohl sie wohl das Zeug in sich hätten, nach Erlangung einer höheren Bildung Her- voragendcs als Gelehrte, Künstler, Aerztc, vielleicht als Staats- männer, Gesetzgeber für den Staat zu leisten. Auf der anderen Seite werden eine große Anzahl völlig unbegabter Schüler beute in den höheren Schulen mitgeschleppt, nur weil ihre Väter die Vorschultosten bezahlen konnten, die aber lediglich ein B a l l a ss für die höheren Schulen sind. Wir verlangen als Mindestforderung, daß möglichst schnell der Lehr- plan der Volksschulen und der Vorschule» ein- ander völlig gleichgestellt wird, und daß, solange die Vorschulen nicht beseitnst sind, begabte Volksschüler ohne jede Prüfung in die höhere Schule aufgenommen werden müsseiz, wenn sie ein entsprechendes Zeugnis ihres bisherigen Lehrers, mindestens aber des Rektors oder Schulinfpeklers. mitbringen. Gegen den Gedanken des Fallenlassens der Vorschulen sind nun weniger heute als in der Presse eine Reibe von Ein wen- düngen erhoben worden. Bei einer Preßdebatie darüber bat die ..Krcuz-Zeitung" sich besonders für die Kasten- und Klassenschulcn eingesetzt und hat sogar nocp ein neues, ganz ungeheuerliches Pri- vilen für die Vorschulen verlangt, daß nämlich alle Eltern, die ein gewisses Einkommen vcr steuern, geradezu v e r- pflichtet sein sollen, ihre Kinder in die Vorschule und nicht in die Volksschule zu schicken.(Höril hört! Es bestehe ein tief- greifender Wesensunterschied zwischen diesen beiden Schulen, die Volksschulen hätten nur Kenntnisse zu übermitteln, die höheren Schulen Erkenntnis. Diesen Gedanken der Zweiteilung unseres gesamten deutschen Bitdungswesens, diesen Trennungsstrich durch unser nationales Bildungswescn lehnen wir rundweg ab.(Sehr wahr!) Gegen eine derartige Älassenbildunz in ihrer bösartigsten Ausprägung erheben wir als unnational allerschärfstcn Protest. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Für den Gedanken der allgemeinen Einheitsschule kämpfen alle Pädagogen von Ruf, auch fast all« Standes- Vereinigungen der Lehrer, vor allem der verdienstvolle Allgemeine Deutsche Lchrerverein.— Von anderer Seite bat man gesagt, man könne den Eltern der besitzenden Klassen nickt zu- muten, daß ihre Kinder dieselbe Schulbank einnehmen wie die iinrrzagrneu und ungezogenen BolkSschullinder. Ich hoffe, heute wird dieser Einwand nicht mehr erhoben werden, nachdem in der viel engeren Gemeinsamkeit des Schützengrabens Angehörige aller Klassen des Volkes seit SO Monaten gemeinsam zur Verteidigung des Vaterlandes zusammenwirken. Blut ist ein ganz besonderer Saft. Wenn es auch nicht imstande ist, die Klassenunterschiede und den daraus entspringenden Klassenkamps auszulöschen, so will ich doch hoffen, daß eine solche K a st e n b e s ch r ä n k t h e i t und K a ste n bo rn i c r the i t, wie sie auf dem Gebiete deS Schul- Wesens noch besteht, nach den Erfahrungen dieses Krieges aus Deutschland und Preußen beseitigt wird. Man bat in diesem Kriege wiederholt aus den Reihen der Besitzenden das Erstaunen darüber gehört, daß man erst jetzt erfahren bcche. welch große geisti- gen Kräfte im Bolle schlummerte«,. Es ist 6 c ich 5 in e n d, daß es erst dieses Krieges bedurfte, damit die Menschen der verschiedenen Klassen sich näher fanden. Durch die Einheitsschule hätte man das billiger erreichen können. DaS Wort„Freie Bahn jedem Tüchtigen" mutz auck auf diesem Gebiete endlich zur Tat werden. Ich hoffe, daß die Regierung die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen wird, ohne zu erklären, wie sie sich zu dem Programm der Neuordnung des Schulwesens stellt. Wir fordern diese Reuordnung nicht als Lohn, als Dank für die Taten des Volkes in diesem Kriege, sondern als logisch unausbleibliche Konse- quenz dieses Krieges. Gebe man endlich das Mißtrauen gegen das Volk aus und macke Ernst mit der Reuorientiernng auf diesem Gebiete.(Lebhafter Beifall links.) Damit schließt die Debatte. Der Antrag geht, an die li n t e r r i ch t s k o m m i s s i o n. Gegen den Vorschlag des Präsidenten, auf die Tagesordnung der Moutag-Sitzung die erste Lesung des Fideikommiß- g e s e tz e s zu setzen, erheben Fortschrittlcr, W a l d st e i n und Dr. P.ach nicke, lebhaften Widerspruch unter Hinweis aus den großen Umfang des Gesetzes und aus die Abmachungen im Seniorenkonvent. Bei der Abstimmung nimmt das schwach besetzte Haus gegen die Stimmen der F o r t s ch r i t t l e r und Sozialdemokraten den Vorschlag oes Präsidenten an. Die Montagsitzung beginnt um ü Uhr nachmittags. Schluß. 1�3 Uhr.__ parlamentarisches. Tie WohnungSgesetzkowmission des AbgeordnetenlionseS hat mit ihrer Arbeit begonnen, z 1 der Borlag« handelt vom Bau- golände. die§K 3 und' 5 enthalien u. a. Besiimmungen über die Einwirkung der OrtSpolizci auf die F l u ch l l i n i e n f e st f e tz u n g mit Rücksicht auf das WohnungSbcdürfniS. Diese Paragraphen wurden gegen die Stimmen der Fortschrittlichen Volkspariei und eines RatiönaUibcralcn angenommen. Die Vertreter der wtaats- regiernng stellten sich ans den Standpunkt, daß eine stärkere st a a t l i ch e Einwirkung bei Festsetzung der Fluchtlinien not- wendig sei. ein anderer Weg dafür als der vorgeschlagene, sei nicht zu erkennen. Die Notwendigkeit eines solchen staatlichen Einflusses wurde von der SwatSregierung damit begründet, daß die Städte bier und da mit der Ausstellimg von Fluchtlinienpläncn dem Wohnungsbedürfnis nicht gefolgt seien. Ms Industrie unö Handel. Ausverkallfsvcrbot. Die Handelskammer in Berlin teilt gemäß einer ihr von be- hürdlicher Seile zugegangenen Enlicheidnng mit:„Es ist an sich nicht unzulässig, der Mode unterliegende Waren zu herab- gesetzten Preisen zu verkamen. Es ist aber unzulässig, solche Waren io auszustellen oder anzubieten, daß dadurch auf einen Ausverkaus hingewiesen wird. Deshalb ist es unzulässig,'olche Waren mit ungewöhnlich großen und auffallenden BreiSzettelu zu versehen. ES ist fetner unzulässig, auf die alten PreiSzettel mit den früheren notmalen Preisen kleinere neue PreiSzettel mit den herabgesetzten Preisen anzubringen, so daß daS Publikum auch noch den alten Preis erkennen und sofort die Herab- fetzung bemerken kann. Alle solche in Friedenszeiten erlaubten und üblichen Maßnahmen find jetzt verboten. ES ist lediglich zu- läffig, die herabgesetzten Waren mit neuen Preiszetteln zu vor- sehen, auf denen nur die neuen herabgesetzten Preise vermerkt fein dürfen."_ „Freibleibend." Die Aeltesteu der Kaufmannschaft von Berlin haben für die ElektrizitätSbranche ein Gutachten erstattet, daß der Ausdruck„frei- bleibend" nur die Bedeutung hat, daß der Offerierende an »eine Offerte nicht gebunden ist. Ist aber einmal die Offert« angenommen, ohne daß der Verkäufer widersprochen hat, so ist der Vertrag bindend, und die Lieferung kann nicht etwa mir Rücksicht auf die Klausel„freibleibend" alfgelehnt werden, etwa mit Hinweis darauf, daß andere Bestimmungen wie die KriegSllauiel oder der Hinweis auf höhere Gewalt oder bestimmte Eventualfälle von der Lieferung entbinden.___ Maklerprovision. Die Handelskammer zu Berlin hat folgendes gerichtliche Gut- achten erstattet:„Nach der von nnS getroffenen Feststellung über die M a k l e r g e b ü h r f ü r V e r m i l t e l u n g S g e f ch ä f i e im Grundstücks- und Hypotbeken verkehr betragt die Maklergebühr bei Kaufverträgen 1 Proz. d«§ Kaufpreises. Dies gilt jedoch nur mangels abweichender Vereinbarung, und eS ist zm- bestreitbar, daß für Bermittelung des Verlaufs unbekannter Grund- stücke, insbesondere neuerdings, sehr hätistg eine höhere Gebühr, zu- meist 2 Proz. des Kaufpreises, vereinbart wird. Die Maklergebübr ist. wen» im Kaufverträge ein bestimmter Zeitpunkt Nr die Auf- lasjung festgesetzt ist. zu diesem Zeitpunkte, andernfalls beim Ab- sckluß'deS notariellen Vertrages fällig. Der Anspruch auf die Pro- vistou ist noch unserer Auffassung und der uns bekannten Reckt- sprechung nur zu begründen durch den Nachweis, daß der Vermittler tatsächlich bei dem Verkauf vermittelnd mitgewirkt hat." Prcnsiische SchatzanwetsungSanleihe. An Stelle der im Betrage von 200 Millionen Mark mit 1. Mai fälligen 4 prozentigen Schatzanweisungen werden durch die Seehand- lung neue, am 1. Mai 1920 fällige, mit 5 Prozent verzinsliche Preußische Schatzanweisungen ziun KurS von 99,40 Prozent ausgegeben. Der den Ilmlausch bewirken will, hat die alten Schatz- anweisungen bei der Seehandlung einzureichen. Gegen den Maschinenwucher. Amtlich wird mitgeteilt:„Gegen den Kettenhandel und die über- triebenen Preisforderungen, die sich auch aus dem Gebiete des Handels mit elekiriichen Maschinen und Apparaten anfangen breit zu machen, wird mit aller Schärfe vorgegangen werden. Wfttei- lungen über ungewöhnliche PreiSforderungen werden an daS Waffen- und MunitionSbeichaffungSamt W. Si. Ill erbeten. Von dieser Abteilung werden auch Beschaffungsmöglichkeiten für elektrische Einrichtungen nachgewiesen." Ms aller Welt. Aufgehängte Serben. Wien, 18. Januar. Aus dem Kricgöpiessequartier wird ge- meldet: Im„Seeolo" vom 13. Dezember findet sich folgende Stell«:„Als nackt der Schlacht bei Götz die Taschen der gefallenen Feinde nach Dokumenten untersucht wurden, fand man viele Photo- graphien, die atifgehängte Serben darstellten mid zu Propaganda- zwecken verteilt worden waren Diese Propaganda hatte auch ihren Erfolg, denn am 13. August wurden mehrere Leiche» von Beriaglieri in der Nähe von Rubbia auf Bäumen gesunde«, die aus Befehl des Erzherzogs Josef, Kommandanten des 16. Korps iltngarn), gehängt worden waren." Die eingehenden Nach« forschungen, die sofort angestellt wurden, haben folgendes ergeben: Die Verteilung von Photographien aufgehängter Serben an die Mannsckait zu Propagandazwecken, ebenso wie der Befehl seiner k. und k. Hoheit des Generalobersten Erzherzog Joses sind glatt erfunden. Die Nachforschungen haben aber i» einer anderen Rick;- tnttg zu einem völlig unerwartete» Ergebnis geführt: Vernommene italienische Kriegsgefangene des Infanterie- Regiments Nr. 221 meldeten, daß der Kommandant des dritten Berfaglieri-BataillonS in der Nähe von Görz mehrere Beriaglieri hängen ließ, weil sie desertieren wollten. Es besteht auch lein Zweifel, daß cS sich in diesem Fall um die Betsaglieri handelt, von denen der„Ecrolo" i» seiner lügenhaften Meldung spricht. 72 Jahre im Bett und nicht krauk! In der englischen Seestadt Searborough bat dieser Tage eine alte Dame das Zeitliche gesegnet, die volle 72 Jahre ihrer 94 LebettSIenze im Bett« verbrachte. Mit 2l Jahren halte sie sich verlobt. Da ihr Vater ihr aber die Erlaubnis zur Verheiratung verweigerte und allen Bitten der Tochter gegenüber taub geblieben war, so war diese, wie andere ins Kloster, ins Bett gegangen und seit jener Zeit nicht mehr aufgestanden. Nur einmal in den 72 Jahren ist die ettttäuichte Braut ihrem Bett untre» geworden: als sie genötigt war, von Cambridge nach Searborough über- zusiedeln. Trotz der nicht gerade hygienischen Bedingungen, die eine zwischen den vier Wänden und nur mit der Lusficht auf einen Betthimmel verbrachte Lebensexistenz bietet, hat sich die Dame in diesen 72 Jahren der besten Gesundheit erfreut. Sie verfügte über ausgezeichneten Appetit und auch geistig blieb sie bis zum letzte» Augenblick auf der vollen Höhe. Die Pockeiterkrankuugcn in Rathenow und Umgebung. Trotz der Sicherheitsmaßnahmen find wieder mehrere neue Erkrankungen vor- gekommen, und zwar eine in Rathenow selbst, eine in Neu- Friedrichsdors und vier Fäll« im Nackbarkreise Jcrichow S, die sich aus die Ortschaften Nene Schleuse, Eöltlin, Großwudicke und Klein- wudicke verteile!!. Die geistige Betrfoffimg der Kölner. Sänilliche Kölner Zeitungen berichteten kürzlich, daß sich ein Kölner GerichtSarzt vor Gericht außerordentlich abfällig über die geistige Verfassuna der Kölner ausgebrochen babe. Ter Oberbürgermeister als Vertreter der Kölner Bürgerschaft hat den GerichtSarzt um eine Erklärung ersucht. Wie das Stadtoberhaupt nun den versammelte» Stadl- välent feierlich kimd gab, Hai der GerichtSarzt sich dahin geäußert. daß seine Aeußenmg nur aus die jugendlichen Verbrecher zu beziehen sei. Die Stadtverordneten nahmen von dieser beruhigenden ärztlichen Erklärung gebührend Kenntnis. Der Kötner Karneval ist zwar während de! Krieges verboten, aber die Kölner bleibe» die alte»., In einer Mttttittimsfobrik in der Nähe bo» London ereignete sich eine Explosion. Man fürchtet, einer amtliche» Londoner Meldung zufolge, daß eS dabei zahlreiche Tote gegeben hat und großer Schaden angerichtet worden ist. Eingegangene Druckschriften. Hiudeuburgs Mauer im Osten. Von Fritz Weriheüuer. Ccl 2,56!W., geb. 3,50 M. Deutsche Perlagsanstalt. Stuttgart. Deutschland und Polen. Von gredrit Bööt. Verlag F. Bruck- mann L.-G., Mütflhin. Krieg und schulpssichtiges Alter. Von Dr. F. W. Strauch. Preis 25 Pf. Verlag Gedoner-Schwctschke, Halle(Saale). DireMon Max Reiniardt; Oeatache» Theater. Uhr: FlKaros Hoch seit. Xathm. 2% TThr(H. Pr.); Hamlet. Montag: Oantons Tod. Kaminerspiele. T'/s tJlü". G cspenstersunate. Raohm. 2'L Ubr(KI. Pr.): Minna von Barnhelm. Montag; Gospenslersonai«. Toi ksbflhnc. Theat. a.BSIowplsta. T1!, Uhr: Die Ratten, Naohio. 3 Dhr(kl. Pr.): Nachtasyl. Montag: Die Ratten. Idealer in der Königgrätzer Sir. T'/jü.; Jan der Wandelbare Nauhm. 3 Uhr: Kameraden. Komödienhaas. 7V, Uhr: Die verlorene Tochter. Kachin. 3 Uhr: Oer 7. Tag. Berliner Theater. 7-7, Uhr. Aul TlSgel» des Gesanges. Xechm.STT.. Wenn zwei Hochz. mach. Verbanil der Freien VnlbliBiisei Tont, tag, bin 31. gottuac 1917: Mittags 12 Ubr: Volksbühne, THeatk? oni Büloivplatz: 5ionzert. Nachmittags 2% Ubr: PoikSbüHn«, Theater am Lülowplatz: Nachtasyl. Schiller-Tbeater, CharlotlenLurg: Kater Lamve. Ecktller-Theater Ost: Johazmißsener. Uelnng-Theater: Die gntoeschmüene «de. Deutsches OPervhanS: Di« Ueder- mau». K mutier-Thealer: Schwarzer Peter. Nb end» 7-/, 0br: Volksbühne. Theater am Bnlowplatz: Montag bis Mittwoch: Die Ratte». Donnerstag: Rose Vernb.* Theater für Sonntag, 21. Januar. Deatscbes Opernhaus, Charlottenb. 7 uhr: Mignoo. Friedricb-WiifaelmstSdt. Theater. 77, üa Bas Dreimildorlliaas 3 Uhr: Der Wildschütz. Gebr. HCFFDfCld''Ihe»t®*' 3'/. Uhr: Krieg Im Frieden. 7:J1 Uhr: Der doppelte Buchhalter. Posüe mit Gesang und Tanz. Kleines Theater & uhr: im Teetiseh. 3'/, Ubr: Jcttchea Gebert. Komische Oper 77. Dhr: Dtf filZttZ-XgVSÜSs. if/t Uhr; Die Hanbenlerehe. Lustspielhaus P�Ubr: Der sellce Baldnln mit Henry Bender. 3 Dhr: Charley» Tante. Metropol-Theater Die Csardasfürstifl. 7 Uhr 10 Min. »/,« Uhr: Die Kaiserin. ßessitig-Theater. 7 Uhr: John Balte andere Insal. Nachm. 2';,: Die gotgeschnitt. Ecke. Montag; John Bulls andere Ineel. I)eulscli.)lfinsüer-Theat6r. Allabcndl. 7»/,: Der Reisebegleiter UiiBtepiel von Gustav Kadelburg. Heute 3 Uhr: Sohwarzor Peter. URANIA•"Ä"'- Bonntag 4 Uhr(halbe Preise): Im U-Uool gegen den Feind. Bonntog 8 Uhr: Winter Ja der»chwela. MontagS Uhr: Winter In der Schwel«. Hörsaal 8 Uhr: Dr A. Keßner: Die wichtigsten Metallogierangew. Neues Operettenhaus 7-,. u.t Der Soldat der Marie. 3 Uhr: Der Toselhftadler. Residenz-Theater 3 Uhr: Gebildete SIenneben. �vOie Warschauer Zitadelle. Schiller-Theater O. 3 Uhr: Johanalsfeaer. v!,u. Der Familieotag. Schlller-Th.Charlettenbjt. 3 Uhr: Kater Lampe. Tv.u.: ilt-Heidelberg. Thal la-Theatcr. 7", Uhr: Das VagabundenmSdel. 3 Uhr: Blondlnohen. Theater am holleadorfpi. S1/. Uhr: Immer loato draffl u/.u.s Blaue Jongens. Theater des Westens t*;,u.s Die Fahrt ins Glück mit Guido Thielscher. 3'/, Uhr: Ein Walzertraiim. Trlanon-Theater 7'/, Uhr: Willis Hoehzallstag. 8*/. Uhr: Die Waise aus Lowood. •wgwma ctreu»« JBusch. «onntufl 2 VorfteNange»: S'l, und 7'/, Uhr. In beiden Borstellunge»: Die«rlolgreiche, beliebte große Prunl-AiiSstattunzS-PanIomime: Die Deierpriuzezziv. Borher das glänzende Programm. Ziachmitlags I Kind sret. wettere Haide Preise. Frledrichttr.BIS. Tel. LBteow 734t Das große Varietd- Programm. Dazu Neptun au! Reisen Äusstattungsposse von Arnold und Bach. Musik von B. Koleon. ! Der sensationelle Lacbeiiolg 1 Vorletzter Sonata»! Rente S Vorstellan»en. Nachm. 8 Uhr: Eloin« Preise! Kinder die Hälfte. Abends 7>;, Uhr. In beiden Vorstellungen; „Die»rüne FlAte-' Ballettpantomime. Insrenlerong von ■ax Reinhardt sowie der nene. abwechslungsreiche Variete Spielplan. Casino-Theater Uetbrlnger Str. 37. Täglich 7's, Ubr. Um 7'/, Uhr: Buntes Program«. Um s'i, Uhr: Die Schtagerposle Einzig in Groß-Berlii, ZWeineNeSerUner Berliner Humor— Berliner Figuren Zonnwg N/.Wr: Elnee vom U-Boet Jfo/dMfjf' n t�ujjaskamMaidism daai Anfang 1% Sonnt, S'l, u. 7'/, „Berliner Bilder" Site Kentter a. d. große Januar-Programm. Motarffffai | WoM�yidorfpla'« Täglich grosser Erfolgi Das (ensailenelle nimwerk: In den KRALLEN der OCHRANA Drama In 6 Abteil. Besinn 3 Uhr. Voigt-Theater 1 Badete 58 Badete. 88 Tsglich Vsr tzMjuehs KasienerSstn. D'/.U. Anfang T'/. U. j Sonntag, den LI. t, nachm. 3 Uhr:> (iritic Brau ohne Herz. Wenk» 7 M:: Ter GoldfuchB. ?lb Montag, d. S2. t.: Der«etztge. Benefiz für Oberspiell.«elneich Baoh. I �dmiralsfalasf ! Rente St VoretfUnngcn I Schlittschuhläufer baliett aus der Oper„Der Prophet"| und Frau Fantasie. . VerzDgl KSche auf allen PUt zanj RosewTheater. Kastlplel Laver Ztriial: 3 Ubr: Älmenraysch und Eilelwe!S. U/; Ubr:$. 1. M.: Wildes Blnt. Walhaila-Theater. 3 Uhr: WUiielm Teil. 7'I, Uhr Gastspiel Frltzl Arco: Dns Rani kantenmiidel. Possen- Theater. Täglich U/. Uhr: Des Löwen Grwachcn Ent oder weder Hoffzrann'« Schinna. J|. Berliner Konzerthans, j£Wv\ Mauerstr. 82. Zlmmerstr. 90, Dl Heute: Gr. Konzert des Berliner Kouzerthans-Orchestera Leiter: Komponist Frt. v. Sie*. Anfang 4 Chr. Anfang 4 Ohr. An allen Wechwtegen: KnehnilttaM-Kenserl bei frtlem eintritt und veUee Orehemrr Ein KOnslSer-Schlcksal. Aach dem Roman„IMtoel" von Hermann Bang. Der geheimnSstiolle Meyer. Cttfliutfi«it: PetrI, Poukcpt, PauInnUller, U.T Äurfßrjlcnbamm 26, Nostenbsrfplaß, �riedrschflraße(Sit Taubensiraße. Unser den Linden. In den V.7»Ieraii»erp>as. titeinder««>:,. 0>»ridv>»tz. Hatenbeid, /�pkroÄjte mitjiÄßiÄ CÄßMI. U.T MbachiTd CmptRrett attniffnoorlttltrah» selösfte Ketten mit HENNY PORTEN. Anfang 3 Uhr. Ende 10 Uhr. Leiste VorfUhrunsi 8-10 Uhr. M. d D. A.-S.-B. Dirigout i.V.: Herr Königl. Musikdirektor Dax Eschke. Konzert am Sonntag, den 28. Januar, abends 7 Uhr, in der Garnisonkirehe, Neue Friedrichstraße 46. Mozart: Requiem für Soli, Chor und Orchester. Brahms: Rhapsodie für Aitsolo, Männerchor und Orchester. Brahms: Schicksalslied für Chor und Orchester. Mitwirkende: Elisabeth Ohlhoff(Sopran), Ranis Werner- Jensen(Alt). Richard Knbe(Tenor), Sidney Birten(Baß). Jobannes Robrbach(Orgel), der Berliner Sängerverein(Coecilia Malodiai, d. BIttthncr-Orehcster, d. Berliner Volkschor. Preis 1 M Textbuch 15 Pf. Eintrittskarten sind bei A. Werlheim, Leipziger Straße, in den bekannten Zahlstellen, den Kansum-Genossonschafton und an der Abend- ____________ hasse zu haben. 60,3 "ijtkjtojtki Eisbahn Karpfenteieh Treptower Park ist eröffnet. 17826 Zirkus A. Schumann Heule Sonntag. 21.(Xanuor er. ötrofcc b> rW Borstellongen Ä nachm. 3 Uhr u. abend» 7'!. 11. Nachmittag» 1 angehör. Slinb'frei. piede» weitere Kind halben Preio. In beiden Vorstellungen: Da» vollständige groge Zirtn» Programm und die giohortigste aller bisher gesehenen uieralligen Ausstattung»> Pantomime Sie Seeräuber. Chaussee- str. 110. C. Rlchtsr. Jed.Sonntg P. Manftieys Lust. Sänger u. Konzerl. ___[Neues Prog. Auf. sttt. Uhr, Bintri*� 50 PL, (0 Steuer, Militär 30 Pf. ReieiishalleD-Theater. Stettiner Sänger. Heute nachmittag 3 Uhr und abends 7'/, Uhr: CabaretFelßgrau. Nachmittag»: Ürmätj Preise: Parletl 39 Pf. vaitmi 75 Pf.. Logen 1 M.) Schlaflos IgfeK, neroäie Störungen u. Erregungszustände, Herzbeschwerden. Sttichel'» ,�SaldramenU(reiner pfianzenauszug), ein ungemein be» ruhigended, heilsam wirkendes Speziflkum, die natürlichste Med!- zin für die Nerven. Fl. 2.50. Wo in Apotheken und Drogerien nicht eehältstch, Sit» neletsi, 8«ri» SO. finaitsimsir.l Der Fintler u Visitenkartentasehe! wird gebeten, das Bargeld zu behalten, jedoch die Tasche mit dem sonstigen Inhalt, der für ihn keinen Wert hat, dem Eigentümer zu übersenden. Die Adresse des Eigentümers ist dem Finder durch die mehreren gleichlautenden Visitenkarten, die sich in der Tasche befunden haben, bekannt. Die Zusendung kann, ohne dnU der Finder«einen\anien bekanntgibt, als„Muster ohne Werf* erfolgen. Sollte der Finder indessen so ehrlich sein, daß er das in der Tasche enthaltene Bargeld auch mit zurückgeben will, dann möge er sich zur Belohnung 10 Proz. hiervon als Findorlohn zurückbehalten und diesfalls die Tasche mit dem gesamten übrigen Inhalt dem Eigentümer unter .Einschreiben- übersenden. Auch hierbei hat der Finder nicht ntttlg, dem Eigentümer ■ einen Kamen bekannt r.o geben, da er sich als Absender auf dem Briefumschlag nicht zu nennen braucht. 6/1 i Daljeim kaugenoNenichatt i mit beschränkter Hastpstlcht Charlottenburg. Uhlaudstrahe 1, beschafft unabhängig von den industriellen Serien Handwerkern, inSbeiondere Tischlern. Malern, Zimmerern, Echlossern, Klempnern. Svleihern, Drehern. Mechanltern, Schweitzern. 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Die Berliner Volisspcisung wird in der kommenden Woche eine außerordentliche Mehrung der Teilnehmer haben. Es sind, wie wir erfahren, in der vergangenen Woche wieder 22 000 neue Teilnehmer gemeldet worden. Man geht wohl nicht fehl, wenn man dieses Ergebnis als eine Folge des Rückgangs der Äartoffclzufuhr ansieht. Die Milch wird immtr empfindlicher. Früher bekamen wir sie selbst in den heißesten Sommmageii weither geliefert, selbst Dänemark versorgle uns damit. Jetzt aber ist sie. dasern das Blatt de-Z Bundes deutscher Landwirre gut unterrichtet ist, gegen Auibewahrung und Transport„so empfindtidr geworden, daß sie nicht einmal mir Hilfe einer verbesserten Abnchmerorganisation bis in die VerbrauchSbesirle gelangen kann. Wenn das so weiter geht, wird die Milch wohl nächstens schon in der Handzcntrifuge sauer werden. Tann wird sreilsch nur noch die zwangsweise Ver« butterung übrig bleiben, wie sie bereits im Kreise Grünberg nach anfänglich reilweise großem Widerstand durchgesührr wird. Rohe Kartoffeln mitbringen! Mit Rücksicht aus diejenigen, die sich mit Kartoffeln bereits versorgt haben und deshalb keine Kor- torfelkarte mehr besitzen, haben zahlreiche Berliner Gastwirte ihren Gästen freigestellt, die Kartoffelmengen, die sie verzehren wollen, in rohem Zustande mitzubringen. Genosse Wolfgang Heine ist. wie eine Korrespondenz meldet, als Rachiolger für den verstorbenen Iustizrat Friedmann in den Bor- st and der Berliner Anivaltskammer vorgeschlagen worden. Genarrte Arbeitsuchende. Es wird unS geschrieben: Aus eine Anzeige in der..Morgenpost" ging ich zu der Firma Müller u. Tuß mann, Rungestr. 17, wo Näherinnen in und außer dem Hause „bei hohen Löhnen" verlangt wurden.'Ich mochte ungefähr die lä. Arbeiterin sein; bis 9 Uhr hatten sich e.wa 30 angesammelt. Als die Damen aus dem Konwr kamen, waren sie erstaunt und fragten, was wir wollten; sie wußten von keiner Annonce. Ich las diese vor. Da wurde uns gesagt, die könnte nur ein junger Mann der Firma aufgegeben haben.(Aber doch wohl im Auftrage der Firma.) Die Empörung unter den Frauen war groß. Zur Be- ruhigung wurde gefragt, ob schon jemand von den Frauen Blusen genäht habe. ES meldeten sich mehrere Frauen, doch wurden so niedrige Löhne geboten, daß die Frauen bei dem teuren Garn ver richteten. Tic Frauen, von denen manche weither kamen und zum Teil ihre letzten Groschen verfahren mußten, waren also zum besten gehalten. Wer trägt hierfür die Verantwortung? 12 Grad Kälte herrschten gestern außerhalb der Stadt. Ein fcharser Ostwind bei klarem Himmel machte sie noch emvsindlicher. Zum Glück sind die Saaten durch eine starke Schneedecke gut ge- schützt. Innerhalb der Stadt machte sich der Frost ebcnfaäs sehr bemerkbar. Der„Matsch'" ist hart geworden und wird immer glätter. Der Slraßenbabnverkchr halte unter der Kälte nicht iveiuger zu leiden als daS Pferdefuhrwerk. Auf der großen Verkehrslinie vom Alcxanderplatz durch die Gerlraudlen« und Leipziger Straße nach dem Potsdamer Bahnhos konnten sich die Wagen zeitweilig nur ruckweise bewegen, alle paar Minuten einige Schritte. To brauchte man in der neunten und zehnten Sinndc vom Aletzanderplatz bis nach dem Dönhosiplatz, Ecke Icrufalemer Straße, eine g e- tchlagcne Stunde, während ein guter Fußgänger die Strecke in einer Viertelstunde zurücklegt. Kohlennot in Theatern, Gaslwirtschaftc» und Enses. Die Thealer, Gastwirtschaften und Eafss konnten in den letzten Tagen eiilwader gar nicht oder nur mangelhasl erwärmt werde». In den Theaiern sah mau vielfach Herren und Damen mit dicken Pelzmäniclu sitzen. In den Gastlvirlichaflen und Cafes sorgte, wo keine Heizung statifinden konnie, die Beleuchtung einigermaßen für Erwärmung der Räume. I« de» städtischen Belksbadcanstolten wird von Montag ab der Schwimmhallen betrieb bis auf weiteres e. inge stellt; die Benutzungszeit für die Wannen- und Brausebäder wird bei den B olks badean sr alten mit Schwimmhallen( große. An italtcn) wochentags auf die Zeit von 3 bis 8 Uhr nachmittags, Sonntags auf die Zeit von 3 bis 12 Uhr vormittags beschränkt; die beiden kleinen Badeanstalten in der Wallstraße und Garrcn- straße bleiben wie bisher von 8 Ubr morgens bis 8 Uhr abends, Sonntags von 8"bis 12 Uhr vormittags geöffnet. Kohlentransport am Sonntag. Mit Rücksicht auf die gegen- Wärligen BeiörderungSfchwierigkciten gestaltet die Polizei am heutigen Sonntag die An- und Abfuhr von Kohlen.. Für das Berliner Erzichunzsbaus Lichtenberg hat der Magistrat einen neuen Direktor gewählt in der Person des Oberlehrers Dr. Karl Wilkcr aus Jena. Der jetzige Direktor Pastor Rake ist zum Leiter des neuen Berliner Erzichungöhauscs Struveshof aus- erfehen, das im Frühjahr eröffnet werden soll. Dem Direktor Rake wird sich in dieser lür schwer crziehbarc Jungen bestimmten Anstalt ein neues Arbeitsfeld bieten. Bifazwang in den Niederlanden. Die niederländische Regierung bat angeordnet, daß von jetzt ab die Pässe aller Ausländer, die von Deutschland aus nach den Niederlanden reisen, mit dem Sichtvermerk eines nicderlöndiscden Konsuls veriehen sein müssen. Der„Wahre Jacob" ist bis heule nicht eingetroffen. Die Abornenten und Leser müssen sich daher gedulden. Das Märkische Museum bleibt«von heute ab für kürzere Zeit g e i ch l o s s e y. Im Zoologischen Garten ist heute wieder der billige Eintritt von 25 P'. für Erwachsene und Kinder während deS ganzen Tages; ebenio sür das Aguariiim, das von 9 Uhr morgens bis 8 Uhr obends geöffnet ist. Bon 4 Uhr nochmutogs ab brS 10 Uhr abends findet Konzert stai:. Ezpkosion in Spandau. Sonnabendsrüh fand im Feuerwerks- laborawrium in Spandau eine Explosion statt. Der angerich- tetc Materialschaden ist nur gering, die Betriebsstörung unbedcu- tsnd. Die Zahl der Toten beträgt leider zehn, die. der Verletzten zwanzig. Eifcnbahnunfall bei Kaulsdorf. Kurz vor der Station Kauls- darf war Sonnabendabend gegen le? Uhr infolge Achsenbruchs estt Wagen eines von Berlin kommenden SwdtbahnziigeS aus den Schienen gesprungen und halte sich auf die Seite gelegt. Der Zug konnte fast augenblicklich zum Hallen gebracht werden, worauf die in dem Wagen befindlichen Personen leicht bcircit wurden. Eure Frau erlitt unbedeutende Ouetswungen und Abschürfungen, die übrigen Fahrgäste kamen mi: dem Schrecken davon. Der Unfall hatte aller. dings eine erhebliche Be'.ichrssiörung zur Folge, die sich bis nach Berlin empfindlich bemerkbar machte. Ein giosjer Tachsiuhldraad kam Tonnabend früh im„Gewerbe- bor", Reichen berger Sir. 79—30 und Koltbuier Uier 3 an der Lieg- niycr Straße zum Ausbruch. Die Feuerwehr mußte mit mehreren Schlauchleiiungen über Treppen und mechanische Leitern angreifen, wobei ser ichncidendc Ostwind und die Kalle, die das Wasser in den Schläuchen gefrieren ließ, recht hinderlich waren. Ter größte Teil des Dachstubles wurde ein Raub der Flammen. Erst gegen Mittag konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Ein rätselhafter Leichcnfnnd ist im Rauener Stadtwalde gemacht ivorden. Tin Soldat eindecki« dort im Jagen 13 dicht an der Evausieeböichung eine» Menichen nnler Sandmassen verschiiitet, desien Unrerkörper ziemlich frei lag. Der Kopf fmk lief in einem Loche, in das der Mann wohl hatte hineinkriechen wollen. Da- bäi muß das Erdreich nachgegeben und ihn verschüttet haben. In unmittelbarer Nabe der Unfallstelle e»r- deck'.e man im Schnee die Wort«„C. L. Rache." Ob lind inwieweit diese Feststellung mit dem Leichenfunde in Verbindung sieht, dürste die polizeiliche Untersuchung ergeben. Der Tore ist etwa 50 Jahre alt und gehört anscheinend dem Arbeiterstande an. Bei ihm»and man eine Eisenbahnwochenkartc. au? der erkenntlich war, daß der Verstorbene wahrscheinlich in Berlin-Moabit wodnie. Es wird oerinulei, daß der Unbekannre auf wilde Kaninchen gejagt ba: und in das Loch hineingekrochen ist. um ein Kaninchen aufzu- stöbern oder um sein Frettchen zurückzuholen. Theater. Deutfthes Künstter-Theater:„Oer Reisebegleiter'. An wohlaktredierten Spaßmachern älterer Ordnung geht jede Zeiiperiode. sie mag noch so gewaltsam eingreifen, eindruckSloS vorüber. In dem Plauderspiel„Der Reisebegleiter" geht alles so leicht und seicht zu, wie in Tagen allertiessten Weltsrledcns. Ein Mvtivchen ans..Alt-Hoidelbarg" wird hier auf verwandte Art weitcrgesponuen: Der junge Sprosie des Fürsten so und so wird, statt üudicrenshalber aus die Universität auf Reisen, geschickt. Die„Zukünftige" ist ihm jedoch schon heimlich zuvor von den„Herren Eltern" bestimmt. Gustav Kadelburg setzt nun als Lustspielautor seine ganze „Kunst" darauf: den väterlichen Heiratsplan zu vereiteln: Graf- Fürst Ernst sArtur Schröder) verliebt sich also nicht in die ihm zugedachte Komteß Klar? sie CDagnb T c r v a e S). sondern in eine Generalstochter(Käte H aa ck>; während sein Reisebegleiter Baron Felsencgg iHanS I u n k e r m a n n) die Gcgeupartie spielt. ES geht nichts von Bedeutung vor; es werden nur immer Gespräche geführt. Daß in all dem Wortschwall auch zuweilen ein Körnchen Witz herum- schwimmt, ist freilich nur eine magere Entschädigung. Die Schauspieler setzten alle?? Eifer ein; die Klatscher konnten Gustav Kadei- bürg lächelnd vor die Rampe tänzeln sehen. ck. Siottze». — Theaterchronik. Irene Driesch tritt im Lause der Woche un Theater in der Königgrötzer Straße als„Maria Stuart" zum ersten Male in dieser Spielzeit wieder auf. Ende dieses Monat? wird Strindbcrgö Schauspiel„Das Kloster"(nach Dmna-Skils) zur Uraufsührung kommen. — Der Verl??l er Volkschor sübrt am Sonntag, den 28. Januar, abends 7 Uhr, in der Garnisontirche, Neue Friedrich- straße. Mozarts„Reguiem", Brohms„Schicksalslied" und..Alt- rbapsodie" unter Mitwirkung hervorragender Solisten, des Berliner Sängerchors und des Blürhner-Orchesiers auf. Karten zu 1 M. irr den bekannten Zahlstellen und an der Abendkasse. — Vorträge. Im Institut für Meereskunde ipriän Dienstag, den 23. Januar, Prof. Mancs über: Die Südsee im Weltkriege"; Freitag Prof. Spies über:„Englands Maunschasts- crintz". Außerdem spricht am Montag Prof. Penck übet:„Eine Frühjahrsfahrl durch Polen".(Karten zu IM)— In der Urania iprimt am Mittwoch Prof. Lehmann auS Leipzig über:„Rumänien als KricgSschanvlatz"; am Freilag wiederholt Herr Dr. Häuser auS Basel seinen Vortrag!„Ter Mensch vor hunderttausend Jahren", — Im Z e n l r a l i ii st i t u r für Erziehung und Unter- richl, Potsdamer Str. 120. spricht Mittwoch Pros. Muthesius über; „Handarbeit und Massenorzeugnis". Ernrrilt frei.— Der zweite Borlrag im A b g c o r d n e t e n h a u s c jindet Montag statt. Prof. v. Schulze-Gaevernitz:»Freie Meere". Mus üen Gemeinden. Milchvrrkauf in Ncukiilln. Vom Montag, den 22. Januar 1017. bis Sonntag, den 28. Januar 1017, erhalten in den städtischen Vcrckaufsstellen Familien mit 4 Personen kondensierte Milch bzw. Milchpulvcr, und zwar am Montag und Dienstag Familien init dem Anfangsbuchstaben A—®, Min- woch und Donnerstag Familien mit dem Anfangsbuchstaben H— M. Freitag bis Sonntag' Familien mit dem Anfangsbuchstaben N— Z. Neue Mersch, und Hanshalwngskarten sind zwecks Abstempelung mitzubringen. Verteilung von Teigwaren in Schäncberg. Ter Schöncbcrgcr Magistrat verteilt in der Zeit vom 22. bis 31. Januar wieder Teig waren. Es werden abgegeben auf jeden Abschnitt Nr. 53 der Lebensmittelkarte 200 Gramm zum Preise von 29 Pf. für Ware aus AuSzugmchl und 20 Pf. für Ware aus gewöhnlichem Mehl. Vom 27. Januar ab. jedoch nicht früher, erteilt die Aus- tuirfrsstellc in LebenSmüicl-Angelegcnheüen, Neues Nathan?. 2 Treppen, Zimmer 261, mündlich und am Fernsprecher Auskunft, in welchen Geschäften noch Ware vorhanden ist. Lebensniitteliiachrichtr» aus Wilmersdorf. Montag. 22. Januar, kommt Marmelade auf Nr. 11 der HauShalningSkarle zum Verkauf. Es wird je V« Psimd zum Preise von 30 Pf. abgegeben. Die Ausgabe von Milcbkarten für Kranke erfolgt in der Zeit bis Dienstag, den 23 Januar, da bis»um 24. d. MtS. die Inhaber von Bollmilchkarten diese dem Milchhändle: vor« zulegen hoben. Alles Nähere ist an den Anschlagsäulen zu ersehen. Wo bleibt für Halensee die Maffenspeisung? Au? H a l e n s e e wird uns geschrieben: Noch immer gibt eS ganze OriSteile an der Peripherie der Hauptstadt, die von der Masienlpeiiung bis jetzt unberührt geblieben sind. Man sollte meinen, daß die Genieinden bestrebt sein sollten, die Schwierigkeiten der Ernährung auf schnellstem Wege und auf bestmöglichste Werse zu überwinden. Dem scheint nicht io. Besonders trifft die? für Wllmcrs- dors zu. Trotz aller Vorstellungen ist zum Beilpiel für den großen OrtSteil Halensee noch keine Masien'peisting. eingeführt— angeblich, weil kein Bedürfnis vorliege. Wie verlautet, ist da« ehe- malige Tanzlokal.Kursürstenvork" auch>chon dazu ouSeriehcn und eingerichtet— aber vorläusig soll die Eröffnung noch rncht statt- finden, da kein Bedürinis vorlregs. Für eure gewisse BevölkermrgS- ichichi kommt die Massenipeisung irernch nicht in Betracht, eine große Zahl der dortigen Anwohner würde sie aber mit Freude begrüßen. Die bestehende MiltetitandSküchc kann die Maffenspeiiung nicht er- setzen, weil die Beköstigung durch die Mulelstandsküche für vielköpfige Familien viel zu kostipretig wird. ES wäre daher wünschen«- wen, wenn sich der Wilmersdorfer Magistrat entschließen würde. für den Orrsteil Halensee die Maffenspeisung so schnell wie möglich einzurichten.___ Aleischvcrsorguug in Britz. Der Gemeindcvorstand von Britz macht darauf aufmerksam, daß den Fleischern eine ausreichende Menge Fleisch zugewiesen wird. Es liegt also kein Grund vor, daß Verbraucher nicht die i die ihnen fiir die Woche leuchtung eingestellt werden. Dir Nachtläternen solleil in der bisherigen Weise weiierbrcnnen. Lebendmittelnnchrichtrn au? Köpenick. Der Magistrat hat vom 22. d. M. ab die Wochenration an S p e i s e k a r t o�f f e I u auf 4 Pfund und gii Kohl r ü den auf 2 Pfund festgesetzt. Beim Kauf von 4 Pfund Kartoffeln ist der Verbraucher verpflichtet. 2 Pfund Kohlrüben trbzunehmen, ans Wunsch kann er auch 4 Pfund beziehen. Aur jeden Abschnitt von Kartoffel- Z u s a tz karten wird 1 Pfund verabfolgt. Der Klein kanfspreiS für 1 Pfund Kartoffeln beträgt 22. für 4 Pfund Kohlrüben 24 Pfennige. Montag und Drctistug von 8— 1 Ufr und 3—6 Ubr findet auf dem Hof des Grundstücks Schloßstr. 22 ein städtischer Aepsel verkauf an Kövenicker Einwohner statt. Die Lebensmittelkarte ist als Ausweis vorzulegen. Der Preis für 10 Pfund beträgt 7,— M.' Auf Wunsch werden auch 2 Pfund abgegeben. Sriefkasten öer Reüaktion. sie wrtWche tzt>!«chsunli?e stiivet NU- Äbttimnt«» vwdenftr. 3, IV.»jof rrchts. rnrierrc am riwnjeg vi? Arettag von 4 eis i Uhr. nm Soiraolioi» von 5 Vi» 8 tau statt. Jever für den rtefkaston voMnimte» Ausrase ist et« S'iidbUnße und eine üael at». rviorkzei»«» tnUnfügtn. äri«ft;Jic SiiitiDod wird»ich! erleili, vinirtideti, d-nea fclnr Sttoiincmciiwouütuun votg-fdgl ijt, werde» nicht bci.itlmn'tti. Eiiige arsgen Nage man in de. Sbrechtwnd« vor. Oeiirage, SSsiftiftliffe»nd drigslichrn dringt ntmt in die SVrechstNNde mn —(f. B..IS. Bei dein von dchimi angeztienen Einkommen wird dir nach dem Wesev vvrgeichnedcnc'Ptbib.'sftglei! venirint und kann daher euch die staailich« NntcrKütznm,»erweizeri werden.— W. 101. 1. Nur die Zinsen. 2. Für die Gewährmia der Waistnrcn»« muh ein Exlraantrag dcim PersicherirngsamI Berlin. Klvfterstr. SS'S7. gehellt weiden.— ZI. tztz. 55. Ein solcher Veit, umgsnniing ii, tflnl pvcckiot.— G. 37. ?cml! für Ziuilversone».—.v>. Ät. Sis. Sie müssen den Mielstempel in vAie von 2 M. uchic ir— Zl. 15. Sir haben noch Anspruch nuj die Id.uci-stützuug vis zum 31, Ictmai— K. 38. Neukölln. Iu. Bleior. Nur die Witwe hat einen A-u'irnch aus dir Kriegswilwvirente. — Olschewski 10. Wir,»ekimen an. daß sich Ihre Frage daraus bezieht. ob Sie Leüräge zur Angeuellienve,»che,»ng z» leisten haben. Diese Frage wäre zu bsjaiien.— H. 88. I. und 2. Tic Anmeldung bat mit der Steuerpjllchi nichts zu tun. Wenn Sie jährlich über 900 3K. verdienest, sind Sie itenerpflichtig. Tie»negsunleeüützung u> nicht stenerpilichtig. F. W., Nentölin. Sie bedürfei, temro L-riegSicheius.— F. Ei. 87. I. Die nintllche Todesurkiilidc hätte unsere» Trachtens vorliegen müsset,. Au,, aber der Fmu da? Kriegkwiiweng'.ld znertannt ss>, kann sie dagegen «ich!» unternehmen. 2. Ewo Ermäßigung findet nicht statt.— C. Zlch. 800. So lange Sie als liveizäSlig gelten. Kuben Sie keinen Ansvrttch aus dr 'höhere Löbliung.— Zt. Z. 58. Däd Verlange,!, für die Zeit, in der Sie zum Militär cingezogc» wäre«. S-ieuern ,u zahlen, ist tmöerechiigt. Legen Sic Einspruch Bei der Peranlagmrgstommisjisn ein.— P. Lst. 10. 1. Sie können He Wohnung nicht ohne norde, Ige Kündigung ausgehen, sondern müfeieu eventuell aus Lösung deö Vertrages klagen, ch iverll», Eiigellner Nr. 13. llk. 3. Sir können noch Beruiung bekN. Vorsitzenden der rrttn.: veranIaguirgSkommisfion einlegen. 1. Der Zi,A' M. wöchentlich übersteigende Lohn kann gepsiindet werden.— Kritisch 07. Die Musterung laim zu sammm erfolgen.__ stSittternuSsichten fvt vnS mittlere ZtavVdsuteckNanV vi? Ntontngmtttng. Trocken und vorwiegend heiler, außer in den Alitlagd- stunden strenger Frost. zustehende Fleisch meitge erhalten. Er fordert die Käufer auf, in jedem Falle niai! genügender Fleischverforgung sich ungesäumt an die Fleischver- teilungsstellc iEinwohner-Meldeamt) zu wenden, damit sür Ab- Hilfe gesorgt werden kann. Einschränkung der Gasbelenchtung in Spandau. Infolge> Kohlenmangels und dadurch, daß der Bau dreier neuer I Vertikalöfcn infolge des Krieges nicht rechtzeitig fertiggestellt wer- den konnte, sieht sich die städttsche Gasanstalt in Spandau zu Ein- � schränkungen in der Gaslieferung gezwungen. Für die nächsten Wochen wird in den Nachmittaasstunden von 1 b i s b ll h? stb e r- Haupt kein Gas, weder Koch-, noch Betriebs-, noch Leuchtgas geliefert. Außerdem Wied die Siratzenbeleuchrung insofern eingeschränkt, als nur die eine Hälfte der Abendlaternen brennen darf; bei Mondschein soll die. gesamte Abendbe- „Freier Kmtd" Eindlinfs« rnid slödnktiv- jjrnolTfnfriinft frrirr Gast- iinö Schaniiwirte Ktllius und Nmgrgtud. Eingetragene Genossenschaft mst beschränkter Hufwng. Mittwoch, den 81. Januar 1017, nachmittags 5 Uyr: --------- 0r«lentttode--------- Lensr»!-VerLMMlM beim Genosien'chaster Antvn Boctcr, Berlin, Leberstraße 17. Tagesordnung: Verlesen dcS Protokolls der letzten Generalversammlung. Bericht bcS Vorstandes. Vertese» des RevisionSIzerichteö vom Gelchästsjahr 19tö. Bericht des Aussichtsrale». Beschlußsassung über die Bilanz und die Gewinnurrteilung. Antrag de« Vorstandes: lieber- Weisung der von den seit den Jahren 1909 biS 1914 ausgeschiedenen Genossen uichi ab- gehobenen Eeschäslsanteile' Antra,? deZ Vorstandes und AussichtSrates: Ab mderung des i? 5, Absatz 1 des Statur«. SrgaiizuiigSwahlen zum Aus- sichlsrat.. 1 05/ l ver Vorntaiick. Jos. Franke. Paul Obiglo. Diejenigen ausgeschledtnen Ke- nolseuschastler, welche ihren Geschäfts- miteil bisher nicht abgehodere haoen. werden biermit ausgetordert. ihre Recht« bis zum Beginn der General- Versammlung geilend zu machen, andeinsallS vi« Anicile dem Reserve« jonds überiviefen werden. l. L. 4. ö. 8. Forrl, Prof. A., Di« sexuelle Frag«. VoltsauSgade 2 30 28. Buchhandlung Vorwärlt Lindenstraße 3 Apeswl-ArZlt vi». FriBdrictisfr. 90 Beh an dl. ooir»jphUl», Haut-, Hnpn-.Fpi*nenl«,IH..fprzchieii Fälle. Ehrlich-Hata-Kure», jchntcij- lose, iüizcfit Behandlung ohne Berufs störung. Blutuntersuchunz. MSß.o Peers«. Teilzahlung. Sprechstunde» 10— l und 5— 8, Sonnt. 11— L Hä 1 259'14 Aerztlleh geleitete Heilanstalt für naturgemäße Hoibveiie; Lickst. it. Slektro-Therapie. Homöopalbie. Pflanzen- sowie Sauerftoff-Hell- verjähren. Trsolgreiche, sachgcniäße Behandlung irischer u. oeraltelcr Krankheiten jeder Art 1 Innerer und äußerer, mögl. ohne Berus«- störung. Sprech- u. Behandlung...- zeit 9",— 1 u. 4—>>/,. Sonntags und Feicriags 9—1 Uhr. Oöiiill 80 18 Kruclcvnstr'. am Laimowitz-Bahuhos. Kührer durch das preußische Einkommensteuergeseh Alt! 10 Formularen fi!r«. in e>I«n«»»cheten: wenn nicht uortäNg. auch»ir«n von I„I» du.ch ualet» Bersandapochci«. \ AuSfllhritchc Broschüre kostenfrei. rl«-»»e°..s»ii,LVVb«. j Hauptniedcrlagc: Samaritcr-Slpotheke. Berlin SN. 08, Ncuenburger Straße 4t. Tel.: Roritzplatz 1815. ? mmsm, nerven- n. rrköllungsscänißrzen, Llcdt. 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Knaben-Trägerhosen aus marine Cheviot, für S-I4Iahre, f.ca.SZ. cn Ieix»titne 3U«röSe 75 Ps. mehr M3«k« miltn «niße SB Ps. mehr PC?-»««eitere ita Größe 2.0# mehr 37« Sei««eitere 'a Größe 25 Ps. mehr 10 20 «ei» ca. 2 Jahre Knaben-ü lotterte Stesse, sSr 3—4 Lehre,\ Knaben-Anzüge� qestreiftrt, Stesse», Schwesdlnsenserm mit U-Ser» ir-ze». siir 2—>0 Lehre sie 2 Lehre 47« Leb« weiter« 19 Größe 28 Ps. mehr 13 16* 7e; Jede«eitere 13 Größe 75 Pf. mehr Jede«eitere Größe 75 Pf mehr pelzwaren Pelzkragen 7" 13« 2558 Alaska»5iichse»»,«,-i» Müsse».. 39� 55t0 69°° Herren-Geh'Pelze 150°° 250°° 75°° Damen- Pelz- Paletots 260°° 460°° 790°° Blusen Blllse s" Pelllette, mit»erschieheeserbize« ��75 BlNse s Tetlele, reich Seftitt, S»«r«- Blnse PoIIlett«,»it schön zezezenem THIne- ��75 BlNse � �iiolitöt, mit«wertet* Selbe»- 2�50 «»• Poifletie mit mqetomötrw Porberteil neb reich 1 07C ■vIUJC mit Hehisonm garniert........ Aö ltnierröcke Unterrock. TT. 975 Unterrock aM.V.'." 975 Unterrock II™ Unterrock 13™ Unterrock ff*. rH. TT.T. 1875 11 Damen-Bekleidung Regenmäntel Sewe rnoo /tqoo oqoo neueste Macharten.....\j2s 02/ Regenmäntel 9750 qqso �900 aus verschiedenen Stoffen Uä Seidenkleider qqso viQOO �qoo für Nachmittag und Abend JZr\j2s Jackenkleider /iqoo cooo*7000 nwderne Stoffe und Farben Mäntel. Paletots verschiedener Art..... 49°° 59°° 78' 1975 29-° 39-0 Kleiderröcke-1 075-IQ75 9C50 Glockenform........ JL*J X*7 Zt»J 49°° 59°° 69°° Mantelkleider moderne Stoffe...... Skunks, Zobel, Rerz, S.'einmarder und andere edle pelz-Garnituren preiswert Korsette Korsette aus weiß Datist mit Haltern 5°° 7°° 117° Korsette aus weiß und farbig Batist mit Haltern 850 Korsette aus Modefarben Leinen mit Haltem... 11�° Korsette aus farbig Drell mit Haltem....... 14*° Schürzen Blusett'SchLrze« aus guten Stoffen..........0........ S56 375 47> Vlusen-Schürzen Wiener Form, gemusterte Stoffe.......... 37* 6°° Kleider- Schürzen Smgham, hübsch gamiert............... 59° 725 825 Tikndel- Schürze» mtt Träg«, gemusterte Stoffe............ l79 2° 2« Tee- Schürze» Datist mst reich« Samierung............ 225 24S 205 Schuhwaren V Damen-Stiesel moderne Formen.................. 177* 21« Herren» Stiesel Chevreaurled«................... 2425 26*° Jünglings■ Stiefel gute Verarbeitung 19*° 2325• Mädchen-Stiefel gute Paßform.................. �12« �152° Kinder» Stiefel kräftige Ausführung................ � 7°° W 795 IUI .Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung: Berlin. Tem Andenken unserer im �elde gefallenen und verstorbenen Mitglieder gewidmet. voxer, I'elix, Schi-sser, geb. t. 10, 73, Pollfchippcl. Böhm, Wilhelm,®ürtier, geb. 22. 3. 87. Berlin. Braun, Richard, Feilenha»«. geb. 8. 0. 89, GenSrode. Butzkies, Franz, Schlosser. geb. IL S. fi. Kr. Elxerpönen. Flelitz, August, Schl-ss«. geb. 12. 10. 82, vberSwalde. Boritz, Franz, Schl-sser, geb. 28. 12. 85, Bertin. Rettlx, Fritz, Rohrleger, geb. 11. 13. 90, SJarienborf. Stockhardt, Gustav, Arbeiter. geb. 16. 6. 95, Sern», Weder, Oskar, F-rmer. geb. 4. 11. 75, Berlin. Ehre ihrem Andenke«: 128/18 Die Ortsverwaltnng. Allen Freut den und Bekomiten zur Nachricht, dan auch uns der böse Krieg unlcr Lieb es genommen Hai. Nach langety, vergeblichem Warten und vielen Bemiibungen wurde uns das Unglaubliche zur Kewissbeit. daß mein lieber, unvergefilicher Mann und lreulorgender Vater seines einzigen SobneS..mein lieber Sohn, Schwiegersohn. Schwager und Onkel, der Landdurmmann sZ2 Fritz Gundelach«M-Regt. MI 39. LebebenSjaHte infolge Krankheit in Rumänien gestorben ist. In tief« Trauer auch im Namen der Hinterbliebenen lilna(xiindelarh geb. Rienfechneider und Sohn Werner. Neukölln, München« Str. 45. Wenn Tu auch in fremder Erde I in der Heimat schlagen Herzen, zur letzten Ruh' gebettet bist,| die deiner nie oergesfen werden. Rnlie sanfr in Feindesland. Lieber Pava, lchlas in Ruh', unlere Liebe deckt Dich zu. Vertand der Fabrikarbeiter Deatsehlands. Verwaltung GrsS-Berlin. Am Mittwoch, den 17. Januar. verstarb unser tangjähriges Mst. glied Franz Möwerf Ehre seinem Andenke» k Dl- Beerdigung findet morgen Montag, den 22. Januar, nach- mittags 2>/. Uhr, von der Halle des Zentral-Friedhofs m Fried» richsjctde aus statt. 50/5 vis Ortsverwaltuns. Run ist Dein Mund so kühl und stumm! Du starbst als Held, toeißt Du. warum 7 Als Lbser dieses surchlbaren Weltkrieges starb den Heldentod jür's Va!«iand am 28. Dezember ISIS als Teledhanleitungspatrouille unser hastnungsvoller, herzensguter und unvergeßlicher Sohn, Bruder und Bräutigam, der Pionier Artur Fehrrnann Ritter des Eisernen Kreuzes II. SInffe im biithendcit AI!« von 27 Fahren. 145 Im Namen aller Hststerbliebenen Atvert Frbrmann und Frau geb. Dietiee! als Ella Frstrmann als Schwester -»aber» Fehrman» als Bruder, zurzeit im Lazarett Arnold Fehrmann als Bruder Max Walter als Schwager, zurzeit im Lazarett Erna Mälzer als Braut, nebst Eltern und Schwester, Berlin, Müllerfn. 30a, Gefall«!! Kelch schrecklich lautende Kunde, wie traf sie uns so 'lerj die tieffle Wunde, die nimmer oernarben '' find mit Dir entschwunden, Lebensglück zerstört! Im tiessten Schmerz Deine liebe Erna. Deck Wunsch war stets:.Auf Wiedersehn 1" Doch um so groß» ist der Schmerz, da dieses nicht mehr kann gefcheh'n! Wejaurn«rriry fn�enun) lauicuuc nanuc, l schwer und grub ckS Her, die tiefste Wunde, die i tviro wehr. Einst glücktich« Stunden find mit zu lrüh hat Dich der Tod«eilt, wein LebensglüH Deolscher SaDarbeiter- Verband. Xweifirvercln Berlin. Nezirk Weistrusee. Am 18. Januar starb uns» Mstglied, der Putzer Hermann Mix. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am TienStag. den 23. Januar, nach. mittags 4 Uhr, auf dem Gemeinde- Friedhof in der Rälckestraße statt. Bezirk Neukölln. Am gleichen Tage starb das Mitglied, Maurer Reinhold Rublack. Ehre feinem Andenken! Di: Bc»digung stnd» am Dienstag, dett 23. Januar, nach- mittags 2 Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes, Marien- darf er Weg, aus statt. Um rege Beteiligung»sucht 1 43/17 Die öttL Berwaltnug. Münzen kauft Ball. Münzenhdlg., Berit*, Wilhehafctr. 4S/47. 21/2* Verband der Sattler und Porteleniller. Ortsverwaltung Berlin. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 28. Dezember 1916 der Kollege Ott« Bröke 39 Jahre alt. Ehre feinem Andenke«! 159/7 Tie OrtSverwaltnng. Allg. Kranken- und Sterbekasee der Deutschen Drechnler u. deren Berutsgen. Ersatzkasse. Verwaliungsst. Berlin B. Am 18. Japuar verstarb uns» Mstglied (histav Wachow Reichenberg» Straße 72. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mon- tag. den 22. Januar, nachmittags 2i/z Uhr, von der Leichenhalle des EmmauSkirchhofcs aus statt. 39/16_ Ter Vorstand. 8lm 6. Januar 1917 verstarb im Festungslazarelt plötzlich und un»wartet mein über alles ge. liebt», treu» Gatte, meck Herzens- gut» Bat», der Unteroffizier Otto Franke Feldgendarm in Havelangc. Frau �nna Franke und Tochter Gertrud. Ein treues Herz. hat aufgehört zu fchiagen, wer dich gekannt, d» weiß, was wir verloren. tII Letzte Gdre zum»2. Geburtstage unseres lieben treuen Freundes, des LandstuimmanncS Kenng Fiaite Rcf..Jnf..Regt. Nr. 27. /Gefallen am 23. Oktober 1916.) Mag auch die Zest vorübereilen, Beigefsen werden wir ihn nie. In treuem Gedenken Erich Hilgert. Richard Waldmann. Karl Waldmann. Kurt Knäbel. FrtN Dchmidt. Gastwirt. Horinann Sudan. Molle Schneider. Willi Hart mann. Hermann«tenaft. Kart Haft. Ernst Weber /Posen). Otto Wtesrmaun /varschollen). Karl SeSuq /in England cktern.s Hans Unglaub. zurzeit im Felde Julius Paetzald,... Gert Loewe.„.. Karl Skibbe.... Ott» Hitdebrand... Werner Giebelhaufe», zurzest aui Urlaub. 17706 Ma? Trestcr. Paul Svefche. zurzest in Garnis. Bruno Bote,..» Willi Skibbe /Lazarett). Karl Stephan /Ktel). Menne Kicnaft(engl. Ges.). Rudi u. Otto Platte a. Brüder. �.UNgSN I anck Halskranke. V erlangen| ISie Vostcnl. Prospekt äbeil Ibowälirt-Heilmethod. ohne! 1 Berufsstörung. Sanitätsrat I ' Dr. Weinen Ambulatorium,| l Berlin 1 18, Zimmerstr. 96. Aftftrfaat Je, dich lest nnpsr Vach, um« recht ju machen./ Frühgemlis».: «päta-müs-, chonlbare a/umtn./ Sltlcrd I Fchh. u.SpäksemIisefamen boben Weltruf. Such tk. GefamtpreiSliste gegen � Gnsendung von 45 Pf. in Marken| «bler ist«». Samcnzllcht« Erfurt 52! LpeÄslsrst l»r.-nett. W»ek«ntuL. kriedriedsir. 12s(Oranienb. Dort, tür Syphilis, ffarn- o. Frauenleiden— Ehrlioh-Hata-Kur(Danor 12 Tage), Blutuntersuchung. Sohnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Beraie- 225/18* Störung. 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