Nr. 23. 34. Jahrg. Nbornicmentz-Redlugiiiigen! CbcrmemcnlS• Breis prönumetanbo l'ictlcljöljtl S 90 Mk, nionotl 1,30 MI, »'öcheiillich 30 Big, frei in5 Hau!. Einzelne Nummer ö Pfg. 6onntagJ> nummet mit illultricrier KonmagZ, Beilage.Die Neue Welt' 10 Big, Posl- Abonnement 1.30 Marl pro Monat. Eingetragen in die Boll. Zeitung«. Breislisle. Unter kireuzband ib? Teutichland und Loslerreich• Ungarn 2,50 Mark, fit das ädrige Ausland « Marl pro Monat. PoltadonnetnenlS nehmen an Belgien. Dänemarl. Rolland, Italien. Luxemburg. Ponugal. »umänicn. Schweden und die Schweiz. Erlitcint täglich. X ( 5 Pfennig) Die TnfertlonS'GebflRr beträgt für die scchsgespaliene Kolonel- teile oder deren Rauin 00 Big, sür politische und gewerlschasiliche Bereln«. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. „Aleine)ln:eigen", da« lettgedruck!« Wort 20 Big.(zulässig 2 settgedriickie Worte), jedes Iveiiere Won 10 Big. Siellenge'nche und Echlaislellcii.nl. zeigen das ersi? Wort 10 Big, jedes weitere Wort SBig. Worte über 15 Buch. iiabcn zählen iür zwei Worte. Jnserme sur die nSchlle Nunimer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition idgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Verlinev Volktsblakk. Zentralorgan der fozialdemokratt fchen Partei Deutfchlands. lrelegramm-Ndrefl«! Stzialüemolirat Rtrila" Redaktion: Ew. öS, Linöenstraße Z. Kerniprecher: Amt Mortvpla«, Nr. ISl UV— 151 97. Freitag, den 26. Januar 1917. Expedition: SV). öS, Linöenstraße 5. ffrrniprecher: Am« Morivviau, Nr. 1»1»»— 1Sl.S7. Bonar Law und tlsza zur Slllfon Botfcbaft. Krieg aus Friedensliebe. Die Rede, die Bonar Law namens des englischen Kabinetts am 2i. Januar in Bristol gehalten hat, zeigt, daß auch die englischen Kriegstreiber— so wenig sie ihr Ziel aus dem Auge lassen— genötigt sind, auf jene Volksstimmungen Rücksicht zu nehmen, die das deutsche Friedensangebot und die wiederholten Botschaften Wilsons wachgerüttelt haben. ., Die Herzen unseres Volkes sehnen sich nach dem Friede ü sagt Bonar Law und seine ganze Beweis- führung läuft darauf hinaus, daß man nur aus Friedens- liebe gezwungen gewesen sei. das deutsche Friedensangebot abzulehnen, Laß nian aus lauterer, reinster Friedensliebe den Krieg weiter fortführen müsse. Es wird aber auch in England Leute geben, sür die Bonar Laws Gedankengänge nicht ganz beweiskräftig sind. Der englische Minister versichert, man habe den von Deutsch- land angebotenen Frieden ablehnen müssen, weil ihn die Deutschen als Sie g begrüßt haben würden. Auch in Eng- land dürste man wissen, daß zwar nicht die besten, aber doch die lautesten Deutschen von einem jetzt zu schließenden Frieden alles andere erwarteten, als einen deutschen Sieg, und daß sie das Vorübergehen der sogenannten„Friedens- gefahr" mit einem jauchzenden„Lloyd George sei Dank!" auf- nahmen. Ein Sieg jenes Deutschlands, das Bonar Law seinen Hörern vorstellte, eines Deutschlands, das angreist, um zu erobern, lväre dieser Frieden.der gegen- keiiigen Achtung und vollkommenen Gleichberechtigung" ganz gewiß nicht geworden. Der Frieden, sagt Bonar Law weiter, Ivürde die„deutsche Militärniaschine" ungeschwächt gelassen haben. Ein schlechtes Zeugnis sür die Alliierten, daß es ihnen in Jahren nicht einmal gelungen ist, die„deutsche Militärmaschine" zu schwächen! Aber auch wieder— so wie Bonar Law es der- steht— ein falsches Zeugnis: denn die„Militär Maschine" ist in allen Ländern geschwächt, und in keinem wäre es nach den Erfahrungen des Krieges möglich, das Militär rein .maschinenmäßig" in Betrieb zu setzen. Die deutsche„Militär- Maschine" würde trotz ihrer Vollendung auch heute nicht funktionieren, erhielte sie nicht ihre Triebkraft aus der all- gemeinen Ueberzeugung, daß sich das deutsche Volk gegen die Vernichtungsabsichten seiner Gegner verteidigen muß. So schlingt sich eins ins andere:' Hindenburg ist nur der Maschinenmeister, am Kessel stehen aber die Verfasser der Ententeantwort an Wilson und— heizen! Bonar Law sagt weiter:„Der Frieden würde die H e r r- schaft über diese Militärmaschine in den Händen von Männern lassen, welche sie Generationen hindurch zum Kriege bereitmachten, und diese Vorbereitungen würden von neuem beginnen. Sie würden wieder den ihnen günstigsten Zeit- Punkt lvählen, um die Welt mit gleichen Greueln zu über- ziehen, wie wir sie jetzt erleben." Wir wollen mit Bonar Law über die„Männer" und ihre Absichten nicht reden, aber wir fragen: Woher weiß der Mann das so genau? Alle Wahrscheinlichkeit spricht dafür. daß der Krieg in allen Ländern sehr bedeutende Machtvcr- schiebungen hervorrufen wird, und daß er den Einfluß des Volkes, gerade in seinen friedliebendsten Teilen, auf die Staatsgeschäfte gewaltig vermehren wird. Mag man in Eng- land von den„Männern" wie immer denken, von den Massen des deutschen Volkes, in deriin Namen wir reden, weiß man auch drüben, daß sie den KriSg nie gewollt haben, daß sie ihn auch heute nicht wollen und daß sie nur kämpfen, weil sie sich nicht von fremden„Militärmaschinen" zer- schmettern lassen wollen. ES ist eine beleidigende Unterstellung, wenn man das deutsche Volt als eine Schachtel hirnloser Puppen schildert, die einige verbrecherische Drahtzieher auf ihren Drähten tanzen lassen. Und wollte man diese Beschimpfung schon für die Vergangenheit hinnehmen. was berechtigt den englischen Minister, seine Hörer in den Glauben zu versetzen, wir in Deutschland wären für alle Zukunft dazu verurteilt, das willenlose Spielzeug in der Hand von Machthabern zu bleiben, die nur daran denken,„die Welt nochmals mit den gleichen Greueln zu überziehen"? Sollen wir nie imstande sein, uns auf die Höhe der Intelligenz und der sittlichen Weltaufsassung zu erheben, ans der sich nach Bonar Laws Ueberzeugung z. B. die Engländer befinden!? Es ivare gewiß kindisch zu glauben, mau könne den Kriegswillen der englischen Regierung durch Widerlegung der Ungereimtheiten erschüttern, die ihre Minister zum besten geben. Denn dieser Kriegsmille entspringt nicht einer be- stimmten Art von Beweisführung. sondern umgekehrt, die Beweisführung wird vom Willen diktiert und— Gründe sind billig wie Brombeeren in der Friedenszeit. Aber interessant ist es doch zu zeigen, welches Luft- gebäude willkürlicher Behauptungen für Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft ein englischer Minister heutzutage errichten muß, um seine Theorie des Krieges aus purer Friedensliebe seinen englischen Hörern plausibel zu machen. Denn:„die Herzen unseres Volkes sehnen sich nach Frieden", sie sehnen sich so sehr nach Frieden, daß der konservative Minister versichern muß, England wolle diesen Greueln ein Ende machen„nicht aus Eroberungslnst oder aus dem Wunsche nach glänzenden Siegen". Aber die deutsche Regierung wollte doch diesen Greueln ein Ende machen durch den Frieden, und Bonar Law muß seinen Hörern beweisen, daß man ihnen ein Ende machen kann— nur durch neue Greuel, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen! Das allerschlimmste Loch hat aber die Beweisführung Bonar Laws dort, wo sie sich direkt gegen die Friedcnsbot- schast Wilsons wendet. Der gesicherte Frieden, versichert er,„ist auch unser Ziel, unser einziges Ziel". Nun beruht der gesicherte Frieden nach Wilsons Vorschlag auf einer Friedensliga, für deren Bestand auch Amerika mit die Garantie übernehmen würde. Jedermann erkennt, daß diese Garantie vollkommen ausreichend sein müßte, da gegen einen derartigen Friedensbund der Weltstaaten kein Friedensstörer aufkommen kann. Trotzdem sieht Bonar Law den Frieden noch immer nicht gesichert genug, er will ihn noch weiter „sichern"— durch weiteren Krieg. Tarin liegt eine verletzende Zurücktveisung des anieri- kanischen Garanueangebots, aber durchaus keine Widerlegung der unwiderleglichen Behauptung Wilsons, daß nur der Frieden Dauer verspricht, d-r< l. n e T e ü t i g n n g eines der beiden Streitteilc geschlossen wird. Bonar Law behauptet, den Frieden Wilsons gls„einziges Ziel" anzustreben, er geht aber zugleich darauf ans, die Voraussetzungen zu zerstören, auf denen ein solcher Frieden allein möglich ist. Denn auch er gehört zu de» Mitverantwortlichen jener Ententeantwort an Wilson, jener wahnwitzigen Forderungen, deren Aufstellung den Frieden unmöglich macht, deren Erfüllung aber auch die Anfrechterhaltung des Friedens in der Zukunft un- möglich machen müßte. An der Rede Bonar Laws ist so ziemlich alles schief und verkehrt bis auf den einen Satz, der nnzweifelhast richtig ist, weil ihn jeder' Minister jedes Landes genau so hätte anS- sprechen können: Die Herzen unseres Volkes sehnen sich nach dem Friede nl_>_ Die Rede öonar Laws. London, 25. Januar.(Reuter.) In einer Versammlung in Bristol hat Bonar Law oni Mittwoch abend, wie man an- minint im Namen des Kabinetts, auf die Botschaft Wilsons die folgende Antwort erteilt: DaZ Ende des Krieges ist der Friedeg. Deutschland hat uns ein Friedensangebot, wie es das z» nennen beliebte, gemacht; es hat daraus von den Regierungen der alliierten Staaten die Antwort erhalten, die möglich loar. Die meisten von Ihnen haben wohl die Rede des Präsidenten Wilson gelesen, die gestern in den Zei- hingen abgedruckt worden ist. Es ist eine offene Sprache, und es ist richtig, daß jedes Mitglied einer Regierung der Alliierten, das darüber redet, mit gleicher Offenheit spricht. Es ist unmöglich, daß Wilson die Fragen von demselben Gesichtspunkte aus betrachtet wie wir. Das Haupt einer großen neutralen Nation- mutz, was auch seine privaten Ansichten sein mögen— und ich weiß ebensowenig wie irgendeiner von Ihnen, was für welche er hat—, eine neutrale Haltung annehmen. Amerika befindet sich sehr weit entfernt von den Schrecken dieses Krieges, wir befinden uns mitten darin. Amerika ist neutral, wir nicht. Wir glauben, daß die Hauptfrage in diesem Kriege die ist, die so alt ist. als es eine Zictrechnung gibt, der Unterschied zwischen Recht und Unrecht. Wir glauben und wir wiffcn, daß dieserKrieg, der Krieg un verhüllter Angriffslust ist. daß die Verbrechen in der Kriegführung, die seil Jahrhunderten der Welt unbekannt gewesen sind, klein erscheinen im Vergleich mit dem Grundver- brechen, die Welt durch kaltblütige Berechnung in den Krim; zu stürzen, weil diejenigen, die dafür pcranüvortlich sind, glaubten, er würde sich bezahlt machen. Die Rede des Präsidenten Wilson hat zum Ziel, jetzt Frieden zu erreichen und für die Zukunft den Frieden zu sichern. Das ist auch unser Ziel und unser einziges Ziel. Er hofft, den Frieden durch einen Friedensbuud zu sichern, und er hat nicht nur für einen solchen Bund gesprochen, sondern.er versucht auch, den ameri- kanischen Senat dazu zu bringen, die zu seiner Verwirklichung nötigen Schritte zu unternehmen. Es wäre unrecht, diesen Vorschlag als völlig utopisch anzusehen. Sic wissen, daß das Duell sich fast bis in unsere Tage hinein erhalten hat, und ebenso wie die Erledigung privater Streitfragen durch das Schwert jetzt undenkbar geworden ist, so glaube ich, können wir hoffen, daß die Zeit kommen wird, in der alle Nationen der Welt die Rolle spielen werden, die Cromwell als seinen Lebens- zweck bezeichnete, die Rolle des Polizisten, der für Ruhe in der Gemeinde sorgt. Diese Zeit wird, so hoffe ich, kommen. Aber diese ganze Frage ist keine abstrakte ZukunftSsrage. sondern sie ist eine Frage auf Leben und Tod w der Gegenwart. Bei Beurteilung der Frage, ob dieses Ergebnis aus dem bau Präsident Wilson vorgeschlagenen Wege erreicht werden kann, können wir unmöglich die Vergangen- heit vergessen. Seit Generationen haben menschlich denkende, gut- gesinnte Männer in allen Völkern danach gestrebt, durch die Haager Konventionen, durch die Friedenskonferenzen und auf alle mögliche Weis« den Krieg unmöglich zu machen oder wenigstens die Schrecken des Krieges zu mildern. Wenn ein Krieg ausbricht, wodurch können diese gegen die Barbarei errichteten Schranken aufrechterhalten werden? Von den Kriegführenden können sie nicht aufrechterhalten werden, wenn es einem von ihnen beliebt, sie außer acht zu lassen. Nur die neu- tralen Staaten können ihre Wirksamkeit sichern. Wie ist es gewesen? Unmittelbar bei Ausbruch des Krieges haben die Deutschen auch jede dieser Schranken beiseite gefegt. Sie Häven Verträge zerrissen, die sie selbst feierlich unlerschrieben hatten. Sie haben in der offenen See Minen ausgelegt. Sie haben zu Wasser und zu Lande jedes Verbrechen gegen die Haager Vonben- hon, die sie selbst unterzeichnet hatten, begangen. Sie haben gegen Frauen Und Kinder Krieg geführt. Sie lrnbcn Neutrale ebenso rücksichtslos getötet wie ihre Feinde. Fn diesem Augenblick sind sie dabei, die Bevölkerung eroberter Gebiete in Sklaverei zu schleppen, und, schlimmer selbst als das, sie veranlassen Untertanen ihrer Feinde dazu, gegen ihr eigenes Land die Waffen zu ergreifen. Alles das ist geschehen, und kein Neutraler ist imstande gewesen, dem ein Ende zu machen. Nicht einmal ist von einer neutralen Macht ein Protest dagegen erhoben worden. Wir müssen also andere Wege einschlagen, wenn wir in Zukunft den Frieden der Welt sichern wollen. Wir haben das deutsche Angebot, in Verhandlungen einzutreten, abgelehnt, nicht aus Erobe- r chn g« lusi oder weil n n% WM grnnrfe n den Siegen' verlangt; wir haben es zurückgewiesen nicht aus haßerfülltem Geist oder aus Rachsucht, sondern weil ein Frieden, der jetzt ge- schlössen loürdc, ein Frieden wäre, der ans einem deutschen Siege beruhen loürdc: es wäre ein Frieden, der die militärische Maschine ungebrochen ließe, und wir würden auf dem halben Wege zu dem Erfolge ihrer Einkreisung stehen bleiben. Der Friede würde diese Maschine in den Händen von Menschen lassen, die sich seit Generationen auf den Krieg vorbereitet haben, die dieselben Vorbereitungen Wiedel trsfen und die ihnen passende Zeit wählen würden, um die Welt von neuem i» die Schrecken zu stürzen, die lvir jetzt erleben. Unser Ziel ist dasselbe wie dnS des Präsidenten Wilson. Wonach er sich sehnt, darum kämpfen wir, dafür setzen unsere Söhne und Brüder ihr Leben ein, und lvir gedenken die Sicherheit dafür zu erlangen. Die Herzen des Volkes in unserem Lande sehnen sich nach Frieden. Wir beten für einen Frieden, der uns die wohl- behalten zurückbringt, die unsere Schlachte» schlagen, und einen Frieden, der bedeutet, daß die, die nicht zurückkehren, ihr Leben nicht umsonst dahingegeben haben. Tisza zu Wilsons Sotschast. In der am 24. Jannar abgehaltenen Sitzung des Ab- gevrdnetenhauses interpellierte der Abgeordnete L 0 v a s z y von der Karolyipartei, die schon vor dem Kriege eine einseitige Zuspitzung der europäischen Lage. vermeiden lvollte, nin Ungarn den Zugang aus die großen westenropäischen Geldniärkte freizuhalten, über die F r i c d e. n s b e m ii h» n- gen Wilsons und seine letzte Botschaft. In der Begründung der Anfrage erklärte Lovaszy: Wir haben e h r l i ch e F r i e d e n s a b s i ch t e n. Bei den krieg. führenden Völkern, wie bei den Neutralen würde eine Gegen- übcrslellung unserer entgegenkommenden Bedin- gangen und der überspannten der Entente eine gute Wirkung ausüben. Auch die Vorschläge Wilsons zum Weltsrieden, zur Abrüstung und zu dein Recht der kleinen Völker seien der Erwägung wert. Er frage daher an, ob die un- garische Regierung auf die Zentralmüchte dahin wirken wolle, daß die Grundsätze der Botschaft Wilsons als Basis sür die Friedensverhandlungen genommen werden? Der Abgeordnete Lovaszy hat in seiner Anfrage nur die praktische Nutzanwendung ans der Haltung der besonnenen Presse der Mittelmächte gezogen, die die Vorschläge Wilsons zwar nicht ohne weiteres mit Absichten und Zielen des Vier- bundes gleichstellte, sie aber als diskutabel erklärte. Graf Tisza widersprach dem Interpellanten n i ch t. Er erklärte vielmehr unter lebhafter Zustimmung, daß Ungarn nur mit Sympathie jedes Bestreben begrüßen kann, welches auf die Herstellung des Friedens gerichtet ist. „Wir sind geneigt, den Gedonkenaustunsch bezüglich dcS Friedens mit der Regierung der Vereinigten Staaten weiter fortzusebc». Dicfrr Gcdantenaustaiisch muh naturgeinäh im Einvernehmen mit unseren Verbündeten gc- schehen." In der Fortsetzung seiner Rede polemisierte der un- garische Ministerpräsident gegen den Zehnverband, der trotz Rußland munter das Banner des Nationalitätcnprinzips schwenkt. „In solchen Territorien, auf welchen verschiedene Volksftäinme und Nationen gemischt wohnen, ist eö unmöglich, daß jeder einzelne Volksstamm einen Nationalstaat bilde. Dort kann nur ein Staat Oefdwffcn werden ohne nationalen C?aruk!er, oder dassenige Volk drückt dem Staate den nationalen Stempel ans, welches seiner Zahl und seinem Gewicht nach vorherrscht. Unter solchen Umständen ist daher nur jene beschränkte Geltendmachung des Nationalitäten- Prinzips möglich, welche der Präsident der Vereinigten Slaaten richtig ansdrückr, indem er solgendc Forderung ausstellt: Man muß für jedes Volk Sicherung des Lebens, des Gottesdienstes und der individuellen und sozialen Entwickslung schaffen. Ich glaube, daß diese Forderung n i r g e n d in solchem Maße verwirklicht wird wie in den beiden Staaten der Monarchie und auch in dem einen kräftigen nationalen Charakter besitzenden ungarischen Staate." Graf Tisza hat v o r lv e g g e n o in m c n, was der frieden und die Neubildung der Tonaunionarckie hoffentlich bringen wird: die rechtliche Organisation aller Nationen des vielsprachigen Staates, il?re Anerkennung und Gleichberechtigung in, politischen Leben und in der Acrwaltungs Praxis. Turch Erfüllung dieser unerläßlichen Voraussetzungen wird Oesterreich-Ungarn ein Vorbild für die Anerkennung des großen nationalen Prinzips werden. Graf Tisza versichert seinen ehrlichen Willen zu dieser gewaltigen Reform der Zukunft: „Wir fühlen uns voll st ii» big eins mit de» vom Präsidenten der Vereinigten Staaten aufge- st eilten und jevt verlesenen Forderungen, und wir werden bestrebt sein, dast in dem in unserer unmittelbaren Nähe licgeildcn Gebiete dieses Prinzip ldas nationale Prinzip) mag- lichst verwirklicht werde. Ich kann nur wiederholen, das) »vir getreu unserer traditionellen a n s w ä r t i g en Politik, getreu unserem, in unserer Friedens- aktion eingenommenen Standpunkte, im Verein in i t unseren Bundesgenossen bereit sind, alles zu tun, was den Völkern Europas die Segnungen eines dauernden Friedens sicher t." Tic Rede Tiszas läßt darauf schließen, daß die Mittel- inächte gewillt sind, ibre Verteidigung weiter fortzusetzen. ohne den bisherigen Kurs ihrer.�riegspolitik zu andern, daß sie wie in der Abwehr feindlicher Eroberungs- vlänc so auch in ihrem Willen zum Frieden b e- harren wollen. Der Emöruck üer Wilson- öotschast in Amerika. Für die europäischen Länder besteht die Bedeutung der Botschaft Wilsons in dem Gewicht, das sie für das Entweder- Oder von Krieg und Frieden haben kann, und da bleibt es auch nach den heute bekannt werdenden Aeuherungen der Presse bei dem gestern Gesagten: man nimmt die Rede init Anstand auf und läßt sich im übrigen nicht ernstlich auf die Ansicht ein, als könnte die Rede die Kraft haben, die gewaltige Frage des Tages in ein anderes Gleise zu heben. Für die Ver- einigten Staaten hat die Botschaft aber noch eine besondere Bedentung, die sich in den amerikanischen Meldungen alsbald abzeichnet. Ein Newyorker Funkspruch vom Vertreter des Woln-Bureans sagt: Wilsons heutigr Rede vor dem Srnat kam unerwartet, unan- gemeldet und überraschend. Sie war eine der bebe» tsam- st e n Erklärungen, dir sich mit der Frag- beschäftigte, o b d i c Bereinigten Staaten von ihrer traditionellen Politik der Isolierung und des N i ch t e i n g e h e n s von Bündnissen abgehen, und an einem Weltbünde zur Er- Haltung des Friedens nach dem Kriege teilnehmen sollten. Wilson sprach ungefähr eine Stunde lang. Senat und Gale- ricn waren überfüllt und lauschten andächtig. Als der Senat sich wieder den gewöhnlichen Geschäften zuwandle, sagte Senator La Follctte:„Wir haben soeben sehr wichtige Stunden im Leben der Well durchlebt." Während bisher keine redaktionellen Kommentare zu erlangen spiegelt sich der von der Rede gewonnene Eindruck darin wider. daß die New Yorker Blätter Wilsons Verlangen nach der Freiheit der Meere hervorhebe». Die Rede wird als Be° weis angesehen, daß Wilson n i ch l d i e Absicht bat, die Ver- Handlungen ü b e r d e n Frieden fallen zu lassen oder ein passiver Beobachter bei dessen Besprechungen zu tv c r d e n. Nach einem Bericht aus New shork wird gegen die Bot- schast Wilsons hauptsächlich eingerveirdet, daß Anierika bei einem zukünftigen Krieg in Europa in den M a h l st r o m der Kriegsrüstnngen hineingezogen werden könnte. Es gibt Stiminen, die die Botschaft überschwenglich rühmen: als das Zutreffendste und Edelste, wns feit der Unabhängig- keitscrklärnng von einem Staatsmann der Union geredet wurde. Es fehlt aber auch nicht an Aeußerimgen, die das Er- habenc in den Stmch ziehen. Denn R o o s e v e l t will nach holländischer Meldung in der Rede lediglich den Wunsch der Regierung Wilsons sehen, ihre'jämmerliche Schwäche und Angst zu verbergen. * Ter Eindruck auf den englischen Liberalismus. Haag, 35. Januar. HavaS meldet aus London: Es ist nicht zu leugnen, daß die Botschaft Wilsons au den Senat einen tiefen Ein- druck auf die englische Stimmung gemacht hat und besonders auf den liberalen Idealismus, der in der Entwickelung der politischen Geschichte Englands so spezifisch englifchf gewesen ist, und für den die Rede des Präsidenten Wilson ein glänzendes Vorbild liefert. Doch verfehlt sie auch bei den liberalsten Geistern ihre Wirkung in dein Maße, indem sie Wilsons Idealismus auf die verwickelte Wirk- lichkeit des heutigen Europas angewendet wissen will. * Frankreich und Wilson. Kopenhagen, 22. Januar. Wie„Politiken" aus Paris meldet, wird in dortigen offiziellen Kreisen die Botschaft WilsgnS mehr alsdaSVorspielzubevorfteheiidenErörterungen und einem neuen?l n s t a u s ch der Gesichtspunkte für den Frieden angesehen, wie als Berich: über einen endgültigen Plan. Allgemein wiro bcrvorgchvoen. daß die neue Politik Ame- rikas, die durch den Satz über die Monroodokirin charakterisiert wird, den Anlaß zu einem sehr erregten parlamentarischen Feld- zuge geben dürfte. * Senatsdebatte über Wilsons Botschaft. Washington, 25. Januar.(T. U.) Im Senat beantragte her Senator CummingS. der notwendigen Besprechung her Rede Wilsons eine volle Woche zu widmen. In der Be- gründung seines Antrags erklärte Cummings, daß die Dar- legungen des Präsidenten Wilson zweifellos die bedeutendsten seien, die jemals von einem Präsidenten der Bereinigten Staaten genracht worden wären. Der Senat müsse die Ge- bankengänge des Präsidenten, seien sie nun richtig oder falsch, jedenfalls aufs eingehendste besprechen. Offen und mutig sei der Präsident vor den Senat getreten. Wenn nun die Senatoren ihrerseits nicht ihre Meinung zu den vom Prä- sidenten berührten Problemen aussprächen, so könne das wohl von manchen Seiten so ausgelegt werden, als ob der Prä» sident den Senat nur als eine Art Sprachrohr habe benutzen wolle», um seine Anregungen den fremden Regierungen und der ausländischen Presse mitzuteilen. Cummings bemerkte zum Schluß, daß wohl niemand dem Präsidenten einen solchen Mißbrauch der Rechte des Senats unterstellen werde. S t o u e, der Vorsitzende der Kommission für auswärtige Angelegenheiten, wandte sich gegen den Antrag Cummings mit der Begründung, daß der genannte Antrag zwecklos und nur zeitraubend sei. Neues würde der Präsident durch die Debatte doch nicht erfahren. Einen ähnlichen Standpunkt wie Stone vertrat Senator WeekS. W e e k s ging so weit, zu behaupten, daß Wilson den Senat nur dazu benutzt habe, um seine Friedensideen der Welt in großem Stile mitzu- teilen. Senator S h e r m a n nannte die Rede eine verspätete Wahlrede, die sozusagen vom„Throne" herab gehalten wor- den sei. Ter Antrag Cummings wurde schließlich abgelehnt. -* Ter„Avant!" und die Wilson-Note. Lugano, 23. Januar.(T. U.) Ter Abgeordnete T u- rati beschwerte sich telegraphisch beim Justizminister Or- lando wegen der Unterdrückung der Besprechung des„Avant i", indem er erklärte, oa die Botschaft Wilsons eigentlich nur Gedanken und Wünsche wiederhole, die bereits von italienischen Sozialisten in Anträgen im Parlamente gc- äußert wurden, stelle die Zensurierung den Gipfel des Gro- testen dar. Der römische Korrespondent des„Avanti" erklärt, die Botschaft habe in den politischen Kreisen Roms tiefen Eindruck gemachl und werde als der Vorläufer einer neuen Frievensaktion Wilsons betrachtet. Viel Beachtung finde namentlich der präzise Absatz über die Freiheit der Meere. Der Krieg auf den Meeren. Ter Fall„Ursula Fischer". Amsterdam, 24. Januar.„Algemeeu Handelsblad" zufolge sind die Gründe, aus denen die niederländislbe Regierung dem deulswen Handelsdampfer„Ursula Fischer" aus Zeebn'igge nicht gestaltete, über die Scheide nach Antwerpen zu fahren, noch nicht bekannt. Der„Middelsburgsche Courant" glaubt, daß dem Dampfer die Reise deSbalb untersag: wurde, weil er ein erbeuwres englisches Handeisschiff sei und weil die niederländische Regierung der britischen Regierung seinerzeit auch nicht gestattet habe, die deutschen und östemichücken Schiffe, die sich zu Beginn des Krieges in Aniweipen befanden, über die Scheide nach England zu bringen. Bewaffnete Handelsschiffe„nd Pananiakanal. Washington, 24. Januar.(Meldung des Neulcrschcn Bureaus.) Das Krieg Samt hat verfügt, daß Handelsschiffe, die ausschließlich für die Verteidigung bewaffnet sind und den Panamakanol benutzen, ebenso behandelt werden sollen, wie andere Handelsschiffe. „hl 56" nicht versenkt. Berlin, 22. Januar. Der Kommandant des kürzlich in Cadix eingelaufenen englischen Zerstörers„Delphin" behauptet, am 14. Januar,& Ufir morgens. 14 Seemeilen westlich von Huewa das deutsche U-Boot 26 versenkt zu haben. ES wird hiermit festgestellt, daß weder II 2 6 noch ein anderes deutsches U-Boot in Frage kommt. * Versenkt. Lloyds iiieldei, daß der englische Fischdampfcr „Lucy" versenkt wurde. Die englischen Fischdampser„G lad Ys" und„Star o f the Sea" sind wahrscheinlich versenkt worden. Lloyds meldet ferner als versenkt das e n g l r s ch e Fischerfahrzeug ., E t h e l" und den holländischen Dampfer„Holland". Die MaiiN'chaft des Dampfers„Holland" wuide gerettet. Der Danipfer T r e:n c n d o u r" wurde von einem Unterseeboot ver« senkt, die Besatzung wurde gerettet. die Zwangsbefrachtung neutraler Schiffe. Kristiania, 24. Januar.„Verdensgang"' bezeichnet die „Zwangsbefrachrung" der griechischen Schiffe als einen sehr starken Eingriff der britischen Regierung in-die Rechte eineS neutralen Landes, weshalb alle neutralen Länder allen Grund hätten, die Sache mit Interesse zu verfolgen. Männersuche in§rantreich nnü Englanü. Die ungeheucrlichen Kriegserergnissc, die das Jahr bringen soll, wirken in den fieberhaften Anstrengungen, den letzten'Mann an die Front zu holen, voraus. Nach Lyoner Meldungen brachte BeSnard am DienSlag in der französischen Kammer einen Gesetzeocmtrag über eine Nachmusterung ein. Tie Rc- girrung verlangte dringliche Behandlung der Vorlage. Sie wurde dem Kammeraiisschutz überwiesen. In Zusatzanträgen zeigt sich, daß die Vorlage nicht ohne Kampf ihren Weg machen wird. Nach Lyoncr Blättern sind vier Zusatz- anträge eingereicht worden, in denen die Befreiung aller zur Territorialarmee gehörenden Mannschaften von der Nachmusterung verlangt wird. Die Vorlage will nur die während des«Krieges schwer Verwundeten und Pensionsberechtigten von der Nachmuste- rung befreit lassen. Zu den Blättern, die Widerstand leisten, gehören auch „Journal" und„Evenement". Sie erklären, Frankreich habe bedeutend mehr Verluste gehabt als seine Verbündeten. Deshalb sollten diese Solda:en schicken, statt daß man in Frankreich nachmustere. General Mallkme erklärt in„France Militaire", daß durch die Nachmusterung kaum einige tausend Mann gefunden werden würden. Von den englischen Bemühungen, neue Heere aus der Bevölkerung herauszustampfcn, zeugt folgende amtliche Meldung des Reuterschen Bureaus:„Künftig werden die jungen Männer statt wie jetzt im Alter von 18 Jahren und sieben Monaten im Alter von 1s Jahren zur Ausbildung im militärischen Laudesver- teidigungs dienst aufgerufen werden. Es wird keiner bis zum 19. Jahr' außer Landes verwandt werden. Der Zweck der- Matz» nähme besteht einfach darin, das Bedürfnis nacb älteren Männern und gesundheitlich schwächeren Kategorien einzuschränken." Lovat Fräser schreibt in„Daily Mail":„Die allergrößte Notwendigkeit sind Männer für die Front. Alles andere ist gleichgültig, selbst eine vollständige Zufuhr von Lebens- Mitteln für die JnlandZbevölkerung kommt erst m zweiter Linie. Die Zivilbevölkerung in Deutschland mutz sich dort seit mehr als einem Jähre Entbehrungen auferlegen und Deutschland kommt doch weiter. Diese? ist unser SchicksalSjahr. Wir können niemals hoffen, im Felde stärker zu sein als wir in diesem Jahre sein werden. Um den Krieg zu gewinnen, brauchen wir augenblick- lich jeden entbehrlichen Mann. Was nutzt es, volle Mägen zu haben, wenn wir nicht den Krieg gewinnen?" Wie die„Frankfurter Zeitung' erfährt, werden jetzt die eng- tischen Bergleute, die seit dem 14. August 1912 in Kohlen- bergwerkcn beschäftigt sind, soweit sie dienstpflichtig sind, unter die Fahnen gerufen. Auch die T a g e a r b e i t e r, die während der letzten drei Monate ohne besonderen Grund durchschnittlich zwei Arbeitstage in der Woche versäumten, müssen den Kriegsrock an- ziehen. Alle Mittel, die die Heeresziffer emportreibcn können, lassen die englischen Kriegstreiber spielen: den nationalen Appell und die Peitsche, die mit dem Schützengraben straft. Die Stimmung öer Iren. Rotterdam, 24. Januar. 9!ach hier eingetroffenen englischen Blättern ist es in einer politischen Versammlung in L i m e r i ck(Irland) zu einer cnglandfeindlichen Kundgebung gekommen, die die Polizei zum Einschreiten veranlaßte. Wie T. U. aus London meldet, balte die Vsrsammtung. in der drei engliicbe Parlamentsmitglieder iprewen iollien, den Zweck, den Vor'chlag, alle Mielen um 20 Proz. berab, wetzen, einer Erörterung zu unterziehen. Ais die Veriaminlung eröffnet wurde, begann man Lärm zu iäilage», weil sich unter den Rednern das Parlaments- Mitglied Lundy befand, der im Untcrdauie über die Eniwais- n u n g der irischen Freiwilligen eine Rede gebalien fmtte. Es wurden Schmährufe laut, und m> a riet: Gedenk: der Oster- woche! Mii Stöcken bewaffnete junge Leute stürpen aui die Redner- tribüne und verletzten Lundy der sich mii einem Stuhle verleidigte. Die Polizei machte dem Tumult ein Ende. * Irland— eine Kriegsfrage für die Entente. In einem Leitartikel über die irische Frage fordert„Eve- ning Post" die englische Regierung auf, eine schnelle und edelmütige Lösung dieser Frage herbeizuführen. Das Blatt schreibt: „Nicht nur ist Irland naturgemäß die erste Entgegnung, die Deutschland denÄlliie'ten ins Gesicht schleudein kann, sobald diese von den Rechien der kleinen Nationen sprechen. Irland ist für die Alliierlen auch eine Kriegsirage." Das Blatt weist weiter darauf hin. wie der Ost er- aufstand und sein Nachspiel Englands Kräfte lähmte, und zeigt, daß eine Versöhnung die englische Kampfkraft tatsächlich verstärken würde. Besteuerung öer Kriegsgewinne. Bern, 24. Januar. Wie„Petit Parisien" meldet, hat Finanzminister Ribot den vom Senat bereits genehmigten An- trag auf Besteuerimg der Gewinne aus Industrie, Handel und Landwirtschaft in der Kammer eingebracht. Erst öer Gewinn, öann öer Patriotismus! „Daily Telegraph" meldet aus New Aork: Marine- sekret.är Daniels hat eine sehr ungünstige Kritik über die in Amerika hergestellte Munition geübt. Bei der Prüfung von 14zölligen Geschossen aus den Werken der Bethlehen: Steel Co. entsprachen nur 8,8 Proz. den Anforderungen, von denen der Lrucible Steel Co. 37,7 Proz. und von denen de3 Midvalc Co. 73 Proz. Von den Fabrikanten sagte der Marinesckretär, sie stellten den Gewinn über den Patrio- tismus. Streik französischer Munitionsarbeiterinnen Bern, 23. Jamiar.„Temps" meldet aus Le Havre, daß die Munitionsarbeiterinnen von Schneide r-Creuzot in Harfleur vorgestern unerwartet in den Ausstand getreten seien. MnnitionSininister Thomas habe die Arbeiterinnen durch Maneranschläge aufgefordert, die Gefahr zu bedenken, die durch den Ausstand für die Landesverteidigung entstehe, und sofort die Arbeit vollständig wieder aufzunehmen. andernfalls würden die Arbeiterinnen Zwangs» we i 1 c eingestellt Werden. Bern, 23. Januar.„Progrös du Lyon" zufolge haben einige Arbeiterinnen infolge des Aufrufes von Thomas bei Schneidcr-Creuzot die Arbeit wieder aufgenommen. Norwegen als Kriegsgefangenen Kopenhagen, 24. Januar. Wie„Nationaltidende" aus Kristiania meldet, teilt das norwegische Verteidigungsministerium mit, daß die Vorbereitungen für die Aufnahme kranker und ver- wurrdeter Kriegsgefangener in Norwegen beendet sind. Frank- reich habe das norwegische Angebot abgelehnt, weshalb Nor- we�en nur deutschen, österreichischen und enffifchen Krwgsgcsangenen Gastsreundschait erweisen werde. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 24. Januar. Gcneralstabsbericht vom 24. Januar: Rumänische Front. Bei Galatz Artilleriefeuer, bei Tulcca Austausch von Jntanterie- und Maschinengewehrfciier zwischen unseren Aufklärern und feindlichen, das nördliche Ufer des S t. G e o r g a r m s haltenden Abteilungen. Gegenüber von Mah, mudieb, Karabussuat und Prislava zerstreuten wir durch Artillerie. fencr schwache feindliche Abteilungen. Kleine Kriegsnachrichten. Mnnitionsarbciterinnen in England. Der englische MumtionS- minlsler hat Kurse für die Ausbildung von Frauen und Müdchm im Alter von 20—32 Jahren als maschinentechnische Arbeiter, Schlosser, Dreher und�.Konstrukteure eingerichtet. Ter Kursus dauert 3 bis 9 Wochen. Während dieser Zeit wird den Studieren- den Unterhalt gezahlt. Wenn sie ausgebildet sind, erhalte» sie 2 Pfund Sterling Wocheniohn. Ter Mangel an Farbstoffen in Norwegen ist gegenwärtig außerordentlich kritisch. Eine Anzahl von Woll- und Baumwoll- fabriken werden gezwungen sein, zwei Wochen lang den Betrieb cinzustellew wenn die Einfuhr von Farben nicht zunimmt, wozu nur geringe Aussicht zu bestehen scheint. Ukrainisches. Das Wiener„Ukrainische Correspondenzblatt", da? sich in letzter Zeit besonders viel mit der durch kaiserliches Handschreiben angekündigten Sonderstellung Galizicns beschäftigt und dabei toiederholt Bürgschaften für die nationalen Rechte der starken ukrainischen Minderheit in Galizien verlangt hat, teilt mit, daß es infolge verschiedener Schwierigkeiten fortan unperiodisch erscheinen wird. Eine Spezialkarte von Boffarabien und der Moldau ist als 32. Nummer der Flemmingschm Kricgskartenserie erschienen. Sie hat die Größe 88 zu 71 Zentimeter und kostet 1 M. Die Karte geht mit farbigem Hervorheben auch auf die umfangreichen Gebiete deutscher Ansiedler im Raum dieser Karte, namentlich in Besiara- blen ein. Getreideschmuggel.„Eyoloz Oral Ujsag" zufolge stellte die Pretzburger Grenzpolizei fest, daß im Jahre 1912 hereits nach der italienischen Kriegserklärung sowie im Jahre 1916 mehr als 800 Waggons Getreide aus Ungarn nach Italien geschmuggelt worden sind. Die Bande, die bereits verhaftet werden konnte, be- trieb den Schmuggel mittels gefälschter Frachtbriefe über die Schweiz. ftaic Kämpf« j An vielen Stellen Erkundungsgefechte— Rusfische Waldstellungen beiderseits der Aa genommen und gehalten. Amtlich. Großc-Z Hauptquartier, den 25. Januar 1917.(29. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz RupPrccht. Jui Artois, zwischen Sliicrc und Tomme und au der SliSnc- Froitt nahm die Kampftätigkcit der Artillerie und Minenwerfer zeitweilig zu. Mehrfach kam es im Korfeld der Stellungen zu Zusammenstößen von Erkundungsabteilungen. Südöstlich von Berrh au Bac snordwestlich von ReimSj drangen preußische und sächsische Stoßtruppen in die französischen Gräben und lehrte» nach erbittertem Kampf mit 1 Offizier, 99 Gefangenen und 2 Maschinengewehren zurück. Heeresgruppe Kronprinz. Turch forsches Zupacken gelang es an der Combres-Höhe zwei Erkundcrn eines hannoverschen Rcscrvc-Rcziments, einen an Zahl dreifach überlegenen Posten der Franzosen zu über- wältigen und mit 1 Maschinengewehr in die eigene Linie zurück- zubringen. In den Pogesc» scheiterte am Hilscnfirst der Borstoß einer französischen Streifabtcilung. Klares Wetter begünstigte dir beiderseitige Fliegertätigleit. westlicher Kriegsschauplatz. Front des Gcncralfeldmarfchalls Prinz Leopold von Bayern. Beiderseits der Aa brachten unsere Angriffe mehrere rusfische Waldstellungen in 19 Kilometer Breite mit li Offizieren, 1790 Mann und 13 Maschinengewehren in unsere Hand. Starke Gegenstöße herangeführter Reserven konnten unsere Fortschritte nicht hindern. Westlich von Luck brache» Sturmtrupps Rheinischer Regi- menter in die Torfstellung von Semerynki ein und holten 1� Gefangene heraus. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. Gefechte von Jagdabteilungen und nur vereinzelt stärkeres Artillerirfcucr wiederholen sich täglich in dem verschneiten Gr- birge. Zwischen Easinu- und Pntua-Tal wurden dem Gegner 59 Gefangene abgenommen. Englische Arbeiter gegen ßrieüen unü Internationale! Heber den in M a n ch e st c r tagenden 17. Jahreskongrefz der englischen Arbeiterpartei wird dem„Nieuwe Rottcrdamsck'e Courant" ans London gemeldet: ..Tie Mehrheit, die auf dem Kongreß der Arbeiterpartei zu- gunsten der Teilnahme von Mitgliedern der Partei an der Re- gierung stimmte, habe sechs zu eins betragen, während sie auf dem letzten Kongreß in Bristol nur etwas mehr als drei zu einS gewesen sei. Tiefe Zunahme der regierungsfreundlichen Stim- men sei von großer Bedeutung und werde die Stellung der Re- gicrnng stärkrn. Sie betveise von neuem, daß die Slrbeiterllassen in England von denselben'Gefühlen und Strömungen beherrscht würden wie die Bevölkerung im allgemeinen. Tie Regierung Lloyd Georges sei bei den Arbeitern offenbar beliebter als die Asquiths. da sie mehr den Aspirationen de? Volkes entspreche." Die„Westminster Gazette" schreibt, der Beschluß des Kongresses bedeute, daß die Arbeiterichaft mit ganzem Herzen fiir die Fortsührnng des Krieges bis zum gerechten Ende eintrete. London, 25. Januar. Rruter meldet weiter: Ter Kongreß der Arbeiterpartei in Manchester entschied mit 1 498 999 gegen 996 999 Stimmen dagegen, daß gleichzeitig mit der Friedens- konfmnz ein internationaler Soziali st enkongreß abgehalten werde» soll. Ter Kongreß nahm mit 1 936 999 Stimmen gegen 484 999 Stimmen den Vorschlag, eine Arbeiterkonferenz der Alliierten abzuhalten, an. Außerdem verwarf der Kongreß mit 1 697 999 gegen 392 999 Stimmen eine Resolution, in der so- sortige Friedensvorschläge verlangt werden.(Wörtlich: rcsolution immeckiate peace proposals.) politische Ueberslckt. Rechtliche Besserstellung der Landarbeiter? In der.Deutschen Tageszeitung" verlangt ein Einsender, den landwirischasilichen Arbeitern in den Landwirtschaftskammern Sitz und Stimme zu geben und beruft sich hierfür auf den Freiherrn v. W a n g e n h e i in, den Vorsitzenden des Bundes der Landwirte, der unlängst in Dresden auf der sächsischen Landcsversammlung des Bundes der Landwirt« gesagt habe: .Die Landwirtichastskammern und Kreistage werden wir spälcr so ausbauen, daß wir den l a n d w i r l s ch a st l i tb e n Arbeiter als vollberechtigtes Mitglied aufnehmen. Nicht Kampf gegeneinander, sondern gegenseitige friedliche verftänd«« gurni." Die heutige Rechtlosigkeit des Landarbeiters ist von der Sozial- bemokralie stets ans das schärfste kritisiert worden. Aber wir be- fürchten, daß die genannten Vorschläge nichts bezwecken, als durch ein paar willkürlich ernannte und praktisch ebiflußlose Konzessions- schulzen eine Kulisse für die Rechtlosigkeit des ländlichen Gesindes zu schaffen. Wie wenig man in den herrschenden preußischen Kreisen an eine wirkliche Modernisierung des Landarbeiterrechts denkt, be- weist der Umstand, daß sich die PetitionSkommission de« preußischen Landtages wiederum gegen die Aufhebung der aus dem Jahis I8l9 flammenden preußische» Gesindeordnung auS- gesprochen bat. Allerding» wurde eine Revision der am meisten unhaiibar gewordenen Zustände empfohlen. Aber selbst auch daraus wird nichts werden, denn ein Vertreter des Ministeriums des Innern crklSrie: „Eine Neuregelung der Rechtsverhältnisse de» Gesindes kann zurzeit nicht in Aussicht gestellt werden. Die Geschäftslage ge- Italrel es jetzt» cht. dem Gedanken einer Vereinbeitlichung deS G-siiiderechls in Preußen näher zu treten, dessen Verwirklichung eine erbebliche gesetzgeberische Vorarbeit in sich schließen müßte. Die Prüfung der Angelegenheit mutz vielmehr normalen Zeiten vorbcbalren bleiben." Naiürlich. wenn wie der Herr Minister man mit der Sorge für ideikommißbe litzer überlastet ist I Unbegründete Erregung. Sehr aufgebracht über die von uns veröffentlichte Unter» redung des Genossen Scheide mann mit dem amerikani- schon Journalisten Swing ist die alldeutsche„Post". Beson- ders hat es ihr der Satz angetan, in dem Scheidemann er- klärt, wenn die deutsche Regierung ein feindliches Friedens- m Coten Mann. Heeresgruppe des Generalfcldmarschall» von Mackensen. In der rumänischen Ebeiic herrschte bei strenger Kälte im allgemeinen Ruhe. Längs der Donau Geschützsencr von User zu User und Postengeplänkel. Mazedonische Front. Fcurrübcrfälle im Eerna-Bogc» und Gefechte ohne Belang in der Struma-Ebene. Der Erste Generalquarticrmeistcr. Ludenborff. * Menübericht. Amtlich. Berlin, den 25. Januar. Abends. Auf dem westlichen Maas-Ufer rege Kampf- tätigkrit am Toten Mann, sonst an der Westfront nichts Wesentliches. Im Osten machten»usere Truppen auf beiden Aa- Ufern Fortschritte. ** * der österreichische öericht. Wien, 25. Januar 1917.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Ocstlicher Kriegsschauplatz. Bei der Sirmec des Generalobersten v. TersztYanSzk>> eine von Erfolg begleitete Unternehmuiig eines deutschen Stoßtrupps. Sonst an der Ostfront südlich von Pripjat nirgends größere Kampfhandlungen. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS. v. H o e f e r, Fcldmarschalleutnant. »*' * Lustkämpfe an üer Westfront. Berlin, SS. Januar.des Hilf»- dienstgesetzes so auf, daß sie das Recht hätten, einem Hilfsdienst- Pflichtigen die Herausgabe aller Logitimationspaprcre zu ver- weigern. Das ist natürlich ein Irrtum. Wie unzweifelhaft aus den Bestimmungen des Hilssdienstgesetzes hervorgeht, ist'der Ab- kehrschein eine besondere, von den anderen Legitimationspapiercn getrennte Bescheinigung, die lediglich nur die Angaben enthält, daß der Arbeiter die Beschäftigung mit Zustimmung des Arbeitgebers ausgegeben hat. Der Unternehmer ist daher auf keinen Fall berecktigt, die Ausfertigung eines Zeugnisses zu verweigern, wie es in 8 630 des Bürgerlichen Gesetzbuches,§8 113 und 127 der Gewerbeordnung und§§ 73 und 80 des Handelsgesetzbuches vor- gesehen ist. Dieses Zeugnis mutz mindestens über Art und Dauer der Beschäftigung Auskunft geben. Dcr Beschäftigte kann aber auch verlangen, datz in dem Zeugnis Angaben über seine Führung und seine Leistungen gemacht werden. Wird dies' nicht verlangt, so darf der Unternehmer auch darüber nichts angeben. Ebenso- wenig darf der Unternehmer die Herausgabe der Jnvalidenkarte verweigern. Die Reichsversicherungsordnung enthält die ausdrückliche Bestimmung in 8 1425, daß niemand eine Ouittungskarte wider den Willen des Inhabers zurückbebalten darf. Alle Dienst- bestimmungen sind durch das Hilfsdienstgesetz nicht aufgehoben wordestr. Weigert sich der Arbeitgeber, den vom Hilfsdienstpflichtigen verlangten Abkehrschein auszustellen, so steht diesem die Beschwerde an den Ausschuß zu, der für den Bezirk jedes Bezirkskommarrdos gebildet worden ist. Erkennt der Ausschuß nach Untersuchung des Falles an, datz ein wichtiger Grund für das Ausscheiden vorliegt, so stellt er eine Bescheimgurrg aus, dre in ihrer Wirkung die Be- schcinigung des Arbeitgebers ersetzt. Ein ohne den Abkehrschein oder eine entsprechende Bescheinigung des Ausschusses abgegangener Arbeiter kann von jedem Arbeitgeber in Beschäftigung genommen werden, wenn mehr wie zwei Wochen vergangen sind. Weigert sich der Arbeitgeber, ein Zeugnis auszustellen, wie es der Beschäftigte aus Grund der anderen oben erwähnten Gesetze fordern kann, so sind die sonst hierfür zuständigen Gerichte anzurufen, also in dcr Regel das Gewerbegericht oder Kauftnannsgericht, im übrigen das Amtsgericht. Behält der Unternehmer die Jnvalidenkarte zurück, so ist die Polizeibehörde anzurufen. Diese nimmt»ach 8 1425 Reichsversicherungsordnung dem Unternehmer die Karte ab und händigt sie dem Berechtigten aus. Hat der Beschäftigte durch das widerrechtliche Zurückbehalten des Arbeitszeugniyes und der In- validenkarte nachweislichen Schaden, so muß ihn nach wie vor der Unternehmer ersetzen. Vom Jmpsgcsctz. Das Kind des Herrn Freese war nicht geimpft worden und es war auch eine Bestrafung deswegen eingetreten. Dann erließ die städtische Polizeiverwaltung von Köln an F. eine Verfügung ye-, maß tz 4 des Jmpfgesetzes, wodurch er aufgefordert wurde, das' Kind binnen 14 Tagen impfen zu lassen. Eine Beschwerde beim Oberpräsidenten hatte keinen Erfolg. Darauf klagte F. beim Ober- Verwaltungsgericht. Er bestritt, daß durch das Jmpfgesetz ein Impfzwang eingeführt worden sei. Außerdem legte er ein ärzl- liches Attest vor. Das Ob erver waltuugsgericht setzte die polizeiliche Verfügung außer Kraft und führte aus: Der Einwand de» Klägers, datz ein Impfzwang nicht gegeben sei, wäre allerdings zu verwerfen. Für Kinder sei durch das Jmpfgesetz ein Impfzwang eingeführt, wie sich auS der Entstehungsgeschichte des Gesetzes ergebe. Aber die pvlizeilicke Verfügung sei au» einem andern Grunde aufzubeben. Die Verfügung fei im August ergangen. Bis zum Frühjahr vorher war aber nach einem ärztlichen Attest wegen Gesundheitsgefahr die Impfung nicht möglich. Nach dem 8 2 des Jmpfgesetzes hätte darum wenige Monate später die Impfung noch nicht verlangt werden könircu. 8 2 Absatz 1 des Jmpfgesetzes bestimme:..Ein Jmpfpflichtiger, welcher nach ärztlichem Zeugnis ohne Gefahr für sein Leben oder seine Gesundbeit nicht geimpft werden kann, ist binnen Jahres- ftist nach Aufhören des diese Gefahr begründenden Zustandes der Impfung zu unterziehen." Das Oberverwaltungsgericht lege die Bestirrunung so aus: Werde für einen Jmpfpflichtigen ärztlich be- scheinigt, datz aus Gesundheitsgründen die Impfung bis zu eineirr bestimmten Zeitpunkt zurückgestellt werden müsse, dann könne die Vornahme der Impfung erst verlangt werden bis zum Ablauf des i e s e m Zeitpunkt f o l g e n d en Jahres. Hier sei die Impfung durch die polizeiliche Verfügung aber für einen Zeit- Punkt verlangt worden, der mitten in dies Jahr hineinfiel. Daher rechtfertige sich die Aufhebung der Verfügung. Gerichtszeitung. Die Kriegsverdiettste des DarmhäudlerS. Enren imeressmilen Einblick in die Geschäfte gewisser Krieg»- Verdiener lieferte eine Verhandlung, die vor der 4. Kammer de» Berliner KausmannsgerichtS stattfand. Der beklagte Kauf- mann P o t I r tze r, der rnit Därmen für Würftckien handelt, hatte im Jahre 1905 mir dein Kläger Rcwy einen bis zum Jabre 1920 laufenden Alistellung-verlrag geschlossen, nach ivelchem � R. kein Gehalt erhalten, dagegen aber mit 40 Proz. am Reingewinn beteiligt sein sollte. Bis zu 1500 M. im Monat durfte er vom Reingewinn abheben, der Rest mußte stehen bleiben und ivurde mit 6 Proz. verzinst. Der Beklagte hatte sich ferner vorherige Auflösung des Vertrages unter bestimmten Voraus- sctzungeir vorbehalten, während dcr Kläger bei Vermeidung einer Konveniionalstrase von 25000 M. zum Ausharren bis Ende 1920 verpflichtet war. Von- diesem Vertrage sucht nuir R. loszukommen, weil ihm im vergangenen Jahre nur ein Anteil am Neingcwrmi in Höhe von 800 M. infolge der Unter- bindung der Würstchenfabrikation verblieben sei. Bei einem solchen minimalen Einkommen sei er, so führte dcr Kläger au», nicht in der Lage, rnit seiner Familie zu leben. R. klagt darum auf Feststellung, daß seine zum 1. April d. I. erfolgte Kündigung zu Recht erfolgt sei. Hiergegen wendet aber dcr beklagte Darm- Händler ein, 9t. könne ihn nicht jetzt, da mal ein mageres Jahr eingetreten sei, im Stiche lassen, nachdem er vorher d i e zehn fetten Jahre genossen habe. Wie sich die Verdienste des Klägers in diesen Jahren gestalteten, geht aus einer Auistelluirg hervor, die vom Beklagten über- reicht wird. Danach bewegen sich die auf R. entfallenden Gewinnanteile in den Jahren 1905— 1911 zwischen 17 und 29 000 M. im Jahre, um in den Jahren 1912 und 13 aus 44,000 beziehungs« weise 40,000 M. emporzuschnellen. Auch dieser gewiß ansehnliche Gewinnanteil schwillt aber bezeichnenderweise im ersten Kriegs- jähr auf 51,000 M. und im zweiten Kriegsjahr auf 66,000 M. an! Entsprechend dem höheren Gewirinanteil des Beklagten ergibt sich für diesen allein aus den beiden ersten KriegSjahren ein Reinverdienst von weit über einer Achtel Million. Der Vor- sitzende legte darum auch dem Beklagten nahe, den Kläger auf güllicheirr Wege gegen Zahlung einer mäßigen Abstandssumme vom Vertrage zu entbinden. Wenn auch R. in früheren Jahren gut verdient habe, so sei doch zu bedenken, daß auch P. zum großen Teil durch die Tüchtigkeit des Klägers ein reicher Mann geworden sei. Der Darmhändler lehnte aber jeden Vergleich ab. DaS Kaufmannsgericht entschied im Sinne des Klägers, indenv eS die erfolgte Kündigung als zu Recht bestehend ansah. Es könne, so heißt eS in der Begründung, einem Angestellten nicht zugemutet werden, ein ganzes Jahr ohne jedes Gehalt zu arbeiten. Nach menschlicher Voraussicht werde noch eine lange Zeit vergehen, ohne daß der Kläger darauf rechnen könne, aus der Anstellung Nutzen zu ziehen. Wenn er auch früher groye Gewinne hatte, so braucht er deshalb nicht später unentgeltlich für den Chef zu arbeiten. Jugenüveranftaltungen. Märkische Spielvcreinigung. Sonntag, 28. Januar. Play ischiedsrichter A. Lichtenberg— Wilmersdorf I. FriedrichSscldc. Wcißenscc. Walderseestr. 49. ObcrjpreeJahn— Luckenwalde I. Oberjchöneweidc. Weißensee. B. Fichle 16— Moabit. Reinickendorf-Ost. Velten. Luckenwalde II— Luckenwalde III. Luckenwalde.� Luckenwalde I. C. Neuenhagen— Fichte 7. Neuenhagc» Ostb. Neukölln. Am Montag, 29. Januar, findet die Vertrctcrjiyung im Restaurant des Holzarbeiter-Verbandes, Rungestraße 30, Ecke 81m Köllnischen Park, um s Uhr statt. Neukälln-Britz-Vuckow. Sonntag, 28. Januar: Partie nach Erkner. Löcknitz. 8Ut-Buchhorst, Äleiner Wall, Fanglchleujc. Trefipunkl 8 Uhr Rat-' Haus, Ecke Erkstraße. 1,29 M. Fahrgeld. Allgemeine Familieutterdekafic. iSoimtag. 28. Januar: Zahl- und Auinabmeiag von 3—6 Uhr in den RestouraMs Gerichtstr. 12/13 und Buckower Str. 14. Arderrer- Samartterbund. Kolonnerts"ssege zu tun und nach Möglichkeit den Gemeinden entgegenzukommen. Ein Zentrumsredner vermißte eine genügende Fürsorge für Kriegsbeschädigte. Ein weiteres Zcntrumsinitglied trat für den Antrag des Abg. Dr. König sZtr.) auf Beihilfen an Beamtenfamilien, deren Ernährer im Felde"-*»•. ein. Er verlangte, daß dieselben Beihilfen, die für die in der Heimat bc- findlichen Beamten gezahlt werden, auch diesen Beamtenfamilien gewährt werden. Ein Regieruugskommissar erwiderte, daß die Regierung dem Antrag nicht zustimme, denn tatsächlich würden doch Ersparnisse erzielt, wenn der Mann abwesend sei. In besonderen Fällen könnten aber die Behörden kinderreichen Familien Unterstützungen gewähren. Ein sozialdemokratischer Abgeordneter stellte fest. daß noch verschiedene Gemeinden bei Gewährung der Unter- stützungcn nicht gesetzliche Verpflichtungen erfüllen. Ein Volks- parteiler erklärte, daß bezüglich der Mietentschädigung den Hausbesitzern geholfen werden müsse, da sie jetzt nicht mehr auf den Ersatz so hoher Ausfälle verzichten könnten. Im übrigen stellte er fest, daß den Gemeinden ursprünglich alle Kosten der Kriegswohlfahrtspflege ersetzt werden sollten. Jetzt scheine man davon schon etwas abzukommen. Seiner Meinung nach hätte diese .Kriegswohlfahrtskosten allein das Reich zu tragen. Die Lasten weiden für die Gemeinden unerträglich. Ein weiterer Zentrumsredner erkennt die Leistungen des Reiches und Staates an, auch die großen Aufwendungen der Privatindustrie verdienten Anerkennung. Der Berichterstatter stellt einen von nationalliberaler und steikonfervativcr Seite unterstützten An- trag, in dem verlangt wird, daß den Familien der zum Heere ein- gezogenen Beamten und Staatsarbeiter in besonderen Fällen die Kinderzulagen, die jetzt den in der Heimat gebliebenen Beamten gezahlt werden sollen, soweit diese zum Heere einge- zogenen Beamten Gemeinen- oder Gefrei tenlöhnung beziehen. Dieser Antrag wird angenommen, nachdem ein Zusatz- antrag des Zentrums, auch den im Unteroffiziersrange stehenden eingezogenen Beamten diese Kinderzulaaen zu zahlen, keine Mehr- heit gefunden hatte. Der Etat des Innern ist damit beendet. Am Freitag wird der Medizinaletat und nachher der Bauetat beraten. Die Kriegsorgam'sation öer£ond- wirtschast. In einer am 18. Januar im Herrenhaus staitgehabten Be- sprcchung hat sich der Chef des Kriegsamtes, Generalleutnant Groener des näheren über die Aufgaben der neuen Kriegs- Wirtschaftsämter geäußert. Als solche nannte er: 1. Beschaffung und nötigenfalls militärische Zurückstellung von Betriebsleitern und Arbeiter». Als Betriebsleiter müssen vornehmlich Leute gewonnen werden. die über den Bereich ihres eigenen Besitztums hinaus die Produktion übersehen und fördern, mit Rat und Tat den Landwirten beistehen können. An Arbeitern sind vor allem Kräfte zur Bedienung und Reparatur der landwirtschaftlichen Maschinen erforderlich. Im übrigen nruß je nach den provinziellen Verhältnissen versucht werden, alle Möglichkeiten auszunutzen, die für Beschaffung von Arbeitskräften ohne Schädigung des Feldheeres bestehen. Es gilt aber nicht nur, Arbeitskräfte zu beschaffen, sondern sich auch um ihre Unterbringung, Verpflegung und E n t l o h- n u n g zu kümmern, zumal wenn Angehörige anderer Be- rufe herangezogen werden müssen. 2. Befchasung von Arbeitspferden. Grundsätzlich muß erstrebt werden, daß der Landwirt auf Ver- langen für abgegebene Pferde Ersatz erhält. 2. Beschaffung von Arbeitspferden. Benzol usw. Noch mehr als bisher muß mit Maschinen gearbeitet werden. Die bei der Maschinenbeschasfungsabteilung des Kriegsamts er- richtete landwirtschaftliche Maschinenvevsorgungsstelle soll zu- sammen mit den Kriegsamtsstellen. den Maschinenausgleichstellen des Vereins Deutscher Ingenieure und den Kriegswirtschaftsämtern dafür sorgen, daß alle landwirtschaftlichen Maschinen, ganz be- sonders Dampf- und Motorpflüge, auch tatsächlich in Betrieb ge- nommen und restlos ausgenutzt werden. Was die Kohlenversor- ung betrifft, so haben die gegenwärtigen Verkehrsschwierigkeiten ie Lehre gegeben, daß die Kohlenversorgung der Landwirtschaft bereits tm Sommer bis zum übernächsten Frühjahr sichergestellt werden muß. Fürsorge für die restlose Bestellung der Felder. Wo die Herbstbestellung unzulänglich war, muß dies durch die Frühjahrsbestellung nachgeholt werden. An das Kriegsamt sind vielfach Anträge zwecks Uebernahme mangelhaft ge- leiteter Betriebe in Staats- und Militärbetrieb gerichtet worden. Diese Frage wird seitens des Kriegsamts einer befon- deren eingehenden Prüfung unterzogen werden. 5. Fürsorge für die Einbringung der Ernte. Auch hier sind weitausschauende Vorkehrungen zu treffen. Insbesondere find die entsprechenden Anforderungen an General- kommandos und KriegSamtSstellen nach genauem Plan recht früh- zeitig einzureichen. Zunächst muß für das Dringendste gesorgt werden, das ist die F r ü h j a h r s b e st e l l u n g. Dann konimt das übrige. Der Vorsitzende des Kriegswirtschaftsamts muß sich genau wie ein Feld- Herr seinen Operationsplan zurechtmachen. Nach diesem mach er die einzelnen Aufgaben an seine Mitarbeiter, in erster Linie die ihm beigegebenen Landwirte, verteilen. Die Kriegswirtschafts- stellen haben die Bedürfnisse in ihren Kreisen schleunigst festzu- stellen, die Kriegswirtschaftsämter für den Ausgleich zu sorgen. Das Kriegsamt wird seinerseits alle Hilfe leisten, die von zentraler Stelle irgend erbracht werden kann. Mus Groß-öerlin. Januar. Vor einem Jahre um diese Zeit hatte der Januar einen Vorfrühling gebracht. Die Luft war warm, es fehlte nicht an mildem Sonnenschein, von Schnee war keine Spur vor- handen, und draußen blühten die Haselkätzchen.> Diesesmal aber hat sich der Januar, wenigstens seine gtößere Hälfte, Mühe gegeben, den kalenderniäßigen Charakter zu bewahren. Obwohl das Thermometer anfangs nicht viel unter den Ge- frierpunkt sank, blieb der Schnee doch liegen, und die meisten Sonntage waren richtige Schneesonntage mit Rodelvergnügungen im Grunewald. Wir wissen nicht, wie sich der Rest des Januar verhalten und ob es ihm gelingen wird, sich die Sympathien der hustenden Menschheit zu gewinnen, die alljährlich unter dem Berliner Stratzenwinter, jenem üblen Gemisch ans Regen und schmelzendem Schnee, dem keine Stiefclsohle widersteht, zu leiden hat. Jedoch die Gegensätze berühren sich, und es gibt Dinge, die uns mit dem Januar versöhnen, möge er sich ver- halten, wie er wolle. Denn er bringt uns langsam länger werdende Tage, und er läßt uns träumen von der in wenigen Monaten nahenden„Sommerzeit", von dem Vorrücken der Uhren um eine Stunde. Und während die Baumkronen sich noch in erschreckender Leere vom grauen Himmel abzeichnen, geht schon ein Vorbote des Frühlings durch die baumbepflanztcn Straßen: der Mann mit der Baumschecre an langer Stange. Prüfend schaut er in die Wipfel, und wo auch nur leise Anzeichen künftiger Raupennester bemerkbar sind(für ihn, nicht für unsere ungeübten Augen), da greift er euer- gisch ein. Von dem Hochwasser, das aus allen Gegenden gemeldet wurde, hat auch die Umgebung Berlins ihren Anteil erhalten. Auch ohne Dammbrüche stieg das Wasser in den weiten Niede- rungen des Spree- und Havelgebietes langsam an, füllte die Gräben und Teiche und überschwemmte die Wiesen: ein rechtes Froschparadics, würdig dieser Berliner Gegend, in der. wie sonst nirgends in Deutschland, vier verschiedene Froscharten leben, blühen und gedeihen. Einstweilen ruhen sie noch winterschlafend tief tm Schlamm. Ihre Zeit ist noch nicht gekommen, und die Störche, jene un- angenehme Seite im froschlichen Dasein, sind ja auch noch lange nicht da. Von den Blumenständen an den Straßenecken und aus glänzenden Schaufenstern schauen prächtig blühende Gewächse auf die mißfarbiqen Straßen. Maiglöckchen und Tulpen sind längst da, und bald werden die ersten Schneeglöckchen aus- gerufen werden. Wir aber gedenken der zarten Halme der grünen Wintersaaten, die draußen langsam höher streben, dem Frühling entgegen!___ Gegen die Einführung des Einheitsbrotcs erklärt sich auch die Berliner B ä ck e r- Z iv a n g S i n n u u g. Räch den Hamburger Erstchrungcn, so wurde in der jüngste« BierteljahrS- sitzung ausgeführt, sei die erwartete Ersparnis in den Klein- betrieben nicht eingetreten, das Publikum verlange größtenteils dringend nach Weißbrot und die Bäcker hätten Verluste durch das Aufichneiden von kleinen Menge» des EinheitsgcbäckS. In Berlin aber, wo der Bedarf nach Weißbrot noch viel größer sei, werde das Fehlen der Schrippen sich besonders peinlich fühlbar machen. Als Haupturfache des MehlmangelS in den Bäckereien be- trachtet die Innung die Verringerung der StreckungSmittel/ • Auch aus den Groß-Berliner Einzelgemeinden werden Einsprüche gegen das Einheitsbrot angekündigt. Eine Korrespondenz will wissen: Die Vertreter der Groß-Berliner Gemeinden außerhalb Berlins waren über den vom Berliner Magistrat auf- gestellten Plan des EinheitSbroteS im einzelnen noch gor nicht unterrichtet worden, als die Sitzung mit der Tagesordnung„Reform der Brot- und Mehlversorgung' einberufen wurde. Sie fanden den Entwurf hierfür in der Sitzung des Siebenerausschusses der Brotkartenge m ein fchaft in großen Zügen fix und fertig vor, so daß es den Verfechtern dieses Plans verhältnismäßig leicht war, den Plan durchzudrücken. Jetzt allerdings tauchen in den anderen Groß-Berliner Kommunalverbäuden die Bedenken auf. Erst jetzt sollen aber auch, was vorher hätte geschehen müssen, Back« versuche und andere Proben angestellt werden. Das Zeugnis, das gewisse Vertreter der Einzelgemeinden sich hier ausstellen, ist nicht schmeichelhaft. Sie erltären, daß sie sich haben über den Lössel balbieren lassen. Hinterher ist ihnen dann die Erleuchtung gekommen, nachdem diejenigen, die daS neue Brot essen sollen, Lärm geschlagen haben. Gegenüber dem Hinweis auf Hamburg wird eingewendet, daß man dort neben dem Einheitsbrot das alte kräftige Hamburger Schwarzbrot weiter verkauft. Im übrigen seien die Beratungen über die Aenderung der Groß-Berliner Brotversorgung noch nicht weiter- geführt worden. Vorläufig ist nur die Meblverwaltungsstelle Groß- Berlin damit beschäftigt, die Einzelheiten der Frage festzustellen, ,z. B. Gewicht und Preis des Einheitsbrotes. Die wichtige Preis- f r a g e ist in der Sitzung des Sicbcncrausschusses gar nicht be- handelt worden. Wie überhaupt die technischen Vorbedingungen für die Einsührung des EinheitSbroteS noch gar nicht erörtert worden sind! » Tag für Tag hängt bei den Bäckern daS Schild„Brot auSver- kaust!"; die Folge ist, daß der Aushang bald auf die Schrippen ausgedehnt wird, und derjenige, der nicht Polonäse gestanden und vornan gewesen ist, überhaupt keine Brotnahrung bekommt. Dabei hat daS Kriegsernährungsamt dem„B. T." auf Anfrage mitgeteili. daß Groß-Berlin bis Anfang März»im Mehl durch die Reichs- getreidestelle genau nach dem Reichsverleilungsplan beliefert sei. Gleich uns fordert das„B. T." das Kuchenbackverbot, da das Kuchenbocken„unbedingt einen großen Teil'des Mehls absor- biere"; der Magistrat habe hier längst einschreiten müflen. Wie unsere Leser wissen, haben wir zugleich gefordert, daß das durch ein Kuchenbackverbot gewonnene Mehl zur Erhöhung der Brotration verwendet werde. Statt dessen wird, wie das„B. T.' weiter schreibt. „in eingeweihten Kreisen erzählt", eö werde bereits daran gedacht, die Brotration von 1900 Gramm„etwas herabzusetzen". Wir glauben daS einfach nicht; denn für' so weltfremd können wir selbst den in jüngster Zeit wieder reichlich oft unangenehm auf- gefallenen„grünen Tisch" doch nicht halten. Wir warnen aus das eindringlichste vor einem solchen schlechterdings gesahr- vollen Schritt. Auch gegen die K u n d e n l i st e für Bäckereien. von denen das genannte Blatt gleichfalls gehört hat, muß cm» fd)iebenfter Einspruch cr?oBctt luctbou. Die Erfahrungen sollten schrecken. kann nian, wenn der eine Bäcker ausverkauft Bat, zu eineni zw-nen, dritten und weiter geben; bei der Kundenliste wäre man aber einfach zum Hungern verdammt.??nch die Arbeiter und Angestellten würden nicht mehr wahlweife am Wohn- und am Arbeitsort kaufen können. Jedenfalls muß aufs energischste gefordert iverden, daß da« Experimentieren endlich aufhört; das Boll will Taten, das heißt Brot sehen. Nm die Aufhebirnii der fleisch- und fettlosen Tage petitioniert beim Bundesrat der Interessen verband des GastwirtSgcwerbes. Die Petition stützt sich darauf, daß die Verschwendung von Fleisch und Fett jetzt durch die Reichs- fleisch karte genügend wirksam verhindert wird und daß die Aufhebung der fleischlosen Tage eS den Gastwirten ermöglichen würde, ihre Fleischvorräte besser zu verteilen und die II e b e r- rcste in angemessener Weise zu verwenden, ohne daß sie— namentlich in der heißen Jahreszeit— den: Verderben ausgesetzt werden. Lichteinschränkung. Daö Polizeipräsidium gibt zur ZluS- führung der BundeSratSverovdtuing vom lt. Dezember v. I. einige detaillierte Amvcisungen. Danach darf vor Schaufenstern und Schaukästen nur eine Lampe als A u ß e n b c l c u ch t u n g brennen. Die Fenster'der Gastwirtschaften dürfen weder außen noch innen Beleuchtung haben/ Dagegen ist an den Eingängen der Gastwirtschaften, Gasthöfe, Versammlungsräume und Theater das Brennen einer Lampe gestattet. Berkaufslädcn dürfen vor den Eingängen nur damn Lampen brennen, wenn die Schaufenster unbeleuchtet stich. Bei der Jnnenbeleuchtung der Läden, Schaufenster, Gastwirtschaften. Theater, Konzerte usw. ist die Be- leuchtung auf ein bis zwei Drittel des bisherigen Maßes herabzusetzen. Die Notbeleuchtung der Theater usw. bleibt unverändert. Schaufensterbeleuchtung bei Tage ist nickt erlaubt; Ausnahmen können an trüben Tagen genehmigt werden. Nach Ladenschluß stich für Schaufenster und Jnnenräume nur Sichcrheitslampen gestattet. Z» Lindentunnel fand Mittwoch abend eine Verkehrsstörung statt, die durch das Durchbrennen einer Sicherung der elektrischen Straßenbahn hervorgerufen war. Em neues Merkblatt über den Po st verkehr mit den Kriegs» und bürgerlichen Gefangenen im Au«» lande hängt in den Schalterräumen der Postmistalwn aus und wird auf Wunsch auch von der Geheimen Kanzlei des ReichZ-Post- amtö kostenlos zugesandt. Die Brotkommissionen sind am Geburtstag des Kaisers wie an den übrigen Wochentagen auch nachmittags' von S bis 7 Uhr geöffnet. Der„Wahre Jakob" ist. wie uns die Buchhandlung Vorwärts mitteilt, nunmehr eingetroffen. Die Gräfin mit den schmutzigen Fingernägeln. Von einer Hoch. siaplerin, die sich.Frau Generalober st Gräfin von WeyerSheim-Bergen" nannte, wuidc ein hiesiges erst- klassigeZ ModehouS erheblick begaunert..Exzellenz" suchte sich für einige tausend Mark erstklassige Waren aus. ließ diese m ein erstklassiges Hotel schicken, ging mit ihnen angetan ins Nebenzimmer, um sich mit den Wonen:.Sieh mal Maust, das neue Kostüm", ihrem augeblichen Hcrrn Gemahl zu präsentieren, und verduftete auf Nimmerwiedersehen. Vollkommen unbcgreislicb ist eS, daß man in einem evsiklassigen Modehaus und in einem erstklaisigen Hole! diese Gräfin für eine Angehörige der ersten GeiellickasiSklaffe kalten konnte. Die Perlon hatte nämlich, wie sofort bemerkl wurde. verarbeitete Hände mit schwarzen Fingeinägeln und wußte in den Toilettengebräuchen der wirklich vornehmen Welt so wenig Bescheid, daß sie sich— man wird eS nicht für möglich halten— auf ihren Reisehut einen großen Reiherbusch setzen lasten wollte'. EcchS Feuerwehrleute verunglückten am Mitiwochabend durch Einstürzen einer Giebelwand beim Blande der Teppich'abnk von C. F. Schwendy sen. in der Köpenicker Straße. Drei von ihnen sind sehr schwer verletzt. Ei« schwerer Betriebsunfall ereignete sich Mittwoch in der Maschinenfabrik von Gottschalt u. Michaelis in Neukölln. Der schwere Teil einer Stanzmaschine stürzte um und fiel dem Preß- meister Reinhold Schnitze auf den Kops. Der Verunglückte er- litt schwere Quetschungen und wurde besinnungslos nach dem Ärankenhause in Buckow gebracht, wo er bedenklich daniederliegt. Tödlicher Absturz bei Johannisthal. Ter Flicgerleulnani B e r n i u s, der Miuwoch früh zu einem Probeflug ausgestiegen war, überschlug sich mil seiner Maschine über einem in der Nähe befindlichen See und stürzte ab. Der Avparat brach durch die Eis- decke und versank. Die Leiche konnie noch nicht geborgen werden. BerniuS war, bevor er sich dem Luftsport zugewandt hatte, Jout- nalist gewesen. Krankheit und RahrungSsorgen baben daS betagte Arbeiterche- tzaar M. aus der Usedomsln 18 in den Tod gciriebcn. Die Ehe- leute ließen sich seit vergangenen Soniiabend nickt mehr sehen. Mittwoch öffnete man ihre Wohnung und fand sie iol auf. Sie hatten sich mit EaS vergiftet. Briese, die sie hinterließen, gaben Aufschluß über den Belveggrund zu ihrer Tal. /tos öen Gemeinöen. Tie Kartoffelnot vor der ZZcuköllncr'Ttadtverordnetenversawmlung. Den von der sozialdemokratischen Fraktion eingereichten An- trag, den wir gestern bereits veröffentlichten, begründete Stadtv. S e i t m a n n.' Einleitend übte er Kritik an der LebenSmittelver- sorgung, die den iommNualen Venmiltungen vielfach nur noch auf sehr fragwüvdigen Wegen möglich ist. Unbegreiflich sei es, wie nicht einmal in der Kartoffelversorgung datz Notwendige geschieht. Angesichts der absoluten Unzutänglichkeit der jetzt geltenden Ration eine weitere Herabsetzung auf 3 Pfund für 10 Tage vornehmen zu wollen, ist einfach nicht zu verantworten. AuS landrätlichen Bekanntmachungen und dergleichen erfährt man, daß auf dem Lande von einer solchen Einschränkung des Bedarfs nicht die Rede ist. Es darf bestimmt angenommen werden, daß Kartoffeln� mit Rücksicht auf die im Februar kommenden höheren Preise zurückge- halten werden. Die Reichszentralstellen versagen vollständig, wie auch die unglaublichen Zustände aus dem Fischmarite beweisen. Schon jetzt kommen täglich Hunderte Frauen ins Rathaus und verlangen kategorisch Lebensmittel. Um den vcr- antwortlichen Stellen den Ernst der Situation klarzumachen, ist die einstimmige Annahme des Antrages notwendig. In seiner Antwort erklärte Stadtrat M i e r, daß die Be- schaffung ausreichender Lebensmittel auf geordiPtem Wege nicht mehr möglich sei. Es müsse deshalb jede Möglichkeit wahrge- nommen Wersen; denn die jetzt festgesetzten Rationnen reichen für Bürger, die arbeiten müssen, keineswegs aus. Deshalb habe er auch in der Berliner Zentralstelle gegen die Herabsetzung der Kar- toffelration auf 4 Pfund Einspruch erhoben, leider ohne Erfolg; denn alle Vertreter der Groß-Berliner Gemeinden erklärten sich lmit einer Ausnahme) mit 3 Pfund pro Woche einverstanden. Neu- kölln könnte seine Bevölkerung mit der Ration von 4 Pfund noch bis zu seckiS Wochen durchhalten, müsse sich aber trotzdem der von der Regierung geforderten.Herabsetzung aus 3 Pfund fügen. Leider kämen zu den allgemeinen Schwierigkeiten noch Mängel hinzu, die in der lokalen Organisation liegen. Das trifft zu auf die Scyäden, welche sich bei der Brotversorgung jüngst in den westlichen Ge- msrnde» Groß-BerlmS herausgestellt haben; Neukölln ist davon berschont geblieben, weil hier die städtische Mehlversorgung gut ar- bcitet. Statt nun die Organisationsmängel zu beseitigen, greift mau zu dem Mittel des keineswegs idealen Einheitsbroies. Im Ganzen genommen, ist die Lebensmittelversorgung der Städte an einem Punkt angekommen, der äußerst ernst ist. ES besteht sogar die Gefahr, daß uusere Kriegsküchen bald nicht mehr die nötigen Produkte zur Verfügung haben. Wenn die Reichsstellen nicht bald Wandel schaffen, dann kann matt wirk- lich nicht mehr die Beraiitwortung tragen. Die Vertreter der anderen Fraktionen stimmten rückhaltlos dem Antrage zu und forderten schleunige Hilfe von den maß- gebenden Instanzen. Stadtv. Scholz(Soz.) erweiterte den Antrag noch dahin, daß er sich auch gegen die beabsichtigte Herabsetzung der Brotration richtet. Er unterstrich noch besonders, wie beschämend es ist, wenn die Städte in Deuffchland die fragwürdigsten Wege gehen müssen, um die Bevölkerung vor dem Hunger zu bewahren. Es ist Zeit, daß ein Städtetag dazu öffentlich entschieden Stellung nimmt. Die Versammlung stimmte einmütig dem im Antrag liegenden Protest zu._ Ttencrkoi.flikt zwischen Charlottenburger Wasserwerk- Aktiengesellschaft und Tchöncbcrg. Das QberverivaltungSgerickt hatte DonnerSlag in einem schwierige» Steucrvctleilungsprozcß zu entscheiden, der seit einer Reibe von Jahren ichwebt und die Verteilung des gemeinde- steuerpflichtigen Einkommens der Aliicngeiellschaft Cbarlotienburger Wasieiwerk unter die beteiligten Berliner Vorortgemeinden betrifft. ES bandelte sich hierbei um daS Eteuerjahr ISlO. Im Votdot- grunde stand besonders die für die Gemeinde Schöneberg sehr wichtige Frage, ob die in Schöneberg befindlichen Räume der Verwaltung der Aktiengekellsckosl eine besondere Be- triebs statte für sich sind oder ob sie zusammen mit dem Rohr- netz der Wasserwerke in allen beteiligten Gemeinden eine einheit- l i ch e Betriebsstätte bilden. Der Bezirksausschuß hatte daS letztere angenommen und durch seine Entscheidung, die die Steiierverteilung über die zahl- reicken interessierten Berliner Vorortgemeinden für das strittige Steuerjahr vornahm, der Stadt Schöneberg nur einen Steuerameil von 4000 M. zugesprochen. Das Urteil focht Schöneberg beim Bezirksausschuß durch Rem- sion an. Der Veitreter der Stadt betonte unter onderem, daß für Schöneberg als Sitz der kaufmännischen Leitung und Verwaltung eine besondere Betriebsstätte der Wasserwerke anzunehmen sei. ilnd daß daneben Scköneberg noch beteiligt sei an einer zweiten Be- triebsflötte der Gesellschaft, als welche das geianite Rohtnep zu gelten hätte. Wenn das Oberverwaltungsgericht dies anerkenne, dann müßten in einer neuen Verhandlung vor dem BezitkSauSichuß die für die Stadt Schöneberg sich daraus ergebenden Rechtsfolgen gezogen werden, durch die die Stadt bei der Steuerverteilung weit günstiger fortkomme. Das Oberverwaltungsgericht hob auch die Vor- enUckeidnng aus und verwies die Suche an den Bezirksausschuß zurück. Es wurde ausgeführt: Die Aushebung des Urteils des BezirlSausickusseS müsse aus verschiedenen Gründen erfolgen. Ins- besondere sei mit der Stadt Schöneberg anzunebnten, daß die An- pabme einer einzigen Betriebtstätte. die auch das Verwaltung«- gebäude in Scköneberg umfasse, unrichtig sei. Die VerwallungS- bureauS in Schöneberg bildeten eine besondere Betriebsstätte. Bezüglich SchönebergS müsse darum einmal eine Verteilung nach Gehältern und Löhnen zwischen Schöneberg und den übrigen Ge- meinden erfolgen und außerdem sei Schöneberg zu beteiligen bei der Unterverletlung nach Flächen de» GeianttrohrnetzeS usw. /tos aller welk. Eiseiibahnungluck. Donnerstag früh rissen sich, wie ouS Düsseldorf gemeldet wird, ans der Bergfahrt nach Hochdahl die Wagen eines Güterzuges dicht hinter der Zuglokomotive los und liefen Mit der Schiebelokomoiive nach Erkrath zurück, wo sie mit großer Gewalt aus einen Prelllwck stießen. Hierbei wurden ein Lokomotivführer und ein Hilfsschaff«er ge-- tötet, die Schicbelokomotwe und eine Anzahl Güterwagen zer- trümmert. Mutter und Sohn erstickt. Wie uns Forst(Launtz) berichtet wird, wurde» die Witwe Spaarickuh und ibr uuverhe rateter Sohn, ei» Tiichlet meister, tot in den Betten ausgeiunden. Die Zimmer lvareu mit Leuchtgas gefüllt. Man fanv eine Bruchstelle an einem ZuleitungSrobr. durch die das Gas in den Hauskeller und von Sort in die Wohnung gedrungen war. London, 24. Januar. Lloyds meldet: Der holländische Dampfer„Z e i a" und der e n g l i s ch e Dampfer„N e u q u e n" sind untergegangen. Der jüngst als vermißt gemeldete Fisch- dampfer„(5 c r t u s" ist in den Hafen eingeschleppt worden. LeienSmittekabgaie iu Britz. Zwiebeln und ganzen weißen und Äbgabe erfolgt gegen Vorlegung der Verkaufsstelle der Gemeinde bändler. Die Gemeinde hat ausländische schwarzen Picffer beschafft. Die der Brttzei Lebensmittelkarte in sowie durch die dortigen Klein- parteiveranftaltungen. Spandau. Hierdurch lobe ich alle diejenigen Genossen und Kc- nossinu en, weilte der alten sozialdemokrottschen Partei auch serneihin die Treue betrah'.en vollen und auf dem Slandpunkl der FraktionSmehrdett steten, zu einer sehr wichtigen Beirrechung zu heute, abends Uhr, nach dem Lolal von Wille, Linde nuser 17, ein. Emil Stahl, Spandau. Snefkasten üer Reüaktwn. Tie iuristische Cprcchstund� findet für Abonnenten Lindeaftr. 3, IV. Hof rechts, parterre ain Montag bis Freitag von l bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis ü Uhr palt. Jeder tiir de» r i c f l a si e n bcstiminlen Aufrage tfl eui Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen beizufügen. Briefliche Autwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnementSoulUung beigefügt tjt, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen wag« man in per Svrechfiunde vor. Verträge, Schristsiiiikr und bergleichcu bringe man i» die Sprechstunde mit. M. R. lin dem vom Generalkommando erlassenen Ausruf vom uO. Dezember ist die Art der Beschäftigung und die Meldestellen für HilsS- dicnslpilichtige aiigegebcn.— L. Zch. 18. Sie müssen sich an daS Zentral- nackwciSdureau des Jlrieg-ZiiliMsteriums. Dorotheenilraße 48, wenden.— B. WO. I. Bis Ende Zlanuar. 2. Ja.— R. Ti 0. Sie werden nach dem jchigcii mutmaiilichen Ardsitsoerdienst zur Sleucr veranlagt, weil ein voller JahleSarbeilSverdicnst für daS vorige Jahr iür Sie nicht vorliegt. Vorn 1. Januar au sind Sie steuerpslicklig.— Neukölln. Friedelstr. 1, Zkeiti. 2 und 3. Erledigt sich durch Beanuvoitung zu l. 4. Sie sind zur Okfiuiing der verschlossenen Gegenstände dem GerichtSoollzicdev gegentiber veipsilchlet.— Rostock. 1. Wenden Sie sich an die Stadl- bibliotbei. Zlmmcrstrare 90,91. 2. Eine nochmalige Musterung ist nicht ausgeschlossen. 3. Da Sie nicht angeben, auS welchem Grunde eine Leschlagnabme erfolgen könnte, können wir Ihre Frage nicht beantworten. 4. Wenn Sie einen Paß vom Poli-eivräsidium er- hallen. S. DaS wlstcn wir nicht.— SO'. 176. I. und 2. Nein. — Sl. 21. 1. Ja. Sie bcdart dazu eines Passes. 2. und 3. Wahrscheiu- -ich nicht; eS würde sich äber cmplchlcn, daß Jbrc Frau sich bei der Unter- stühunpokommission vorher erkundigt.— Colombus 40. Em solches Gesuch wäre an den Bot sitzenden der Deranlaguiigs kommlssion zu richten. — lh. 1. Sie müßten den Wirt aussordmt, innerhalb einer angemessenen Frist die Mängel zu bclcitigen, coeut. könnten Sie aus Lösung des Ver» träges klagen. Emen Abzug von der Miele dürfen Sie nicht machen. Die Fensterscheibe müssen Sie ielbtt bezahlen.— M. H. 55. 1. Wenn sich in Ihren Verhältnissen leine Aenderung vollzogen hat. wird Ihnen die Kliegs- Unterstützung verweigert werden. 2. Ja. 3. Au die zuitändige Steuerlasse. Svcttcreuffiduen»iit da« uuttlere OtordbeuHrtilnnd bis Sounobeud mittag. Vielfach wolkig oder nebelig bei leichtem Frost, in den meisten Gegenden geringe Schnccsällo.- 53 DeaisEderMlarbelleMspöMi! Vsrwaltungsttelie Berlin. Den Kollegen zur Nachricht daß unser Mitglied, der Schmied Kai-I Fechner am 22. Januar an Rückenmark. leiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken I Die. Beerdigung findet am Freitag, den 26. Januar, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des Bartholomäus< Kirch- hoseS in Weißenjee, Falkenbergcr Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 129/2 Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten. Freunden und Bekannten die traurige Nach- richi, daß der Möbelpolierer und langjähriges Milglied des Holz- aibcitci Verbandes Bernliaril Arndt swohnhait Tilsiter Straße K9) Im Mter von 44 Jahren am 22. Ja- nuar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags l'/.UHr. von der Halle des Zciitral-Fricd- HoseS in Fliedrichsstidc au- statt. Um stilles Beileid bitten KiA Die Angehörigen. lZüiMei' Bansrheiler-VErtani, Zwefffveretn Berlin. Bezirk Pankow. Am 20. Januar starb unser Mitglied, der Maurer (korx Beyer. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet heute Freitag, nachmittag« 3 Uhr, aus dem III. Gemeinde-Friedhos in Schönholz statt. Um rege Beteiligung ersucht 143/13 Die örtliche Vorwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichem Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guicn BalerS �uxu8t TKetmeyer, Rcatanratenr, sagen wir allen Verwandle». Freunden, Bekannten, sowie den Vereinen unieren ttesgesühlten Dank. A 01« trauernden Hinterbliebenen Fra« Ernestine Thetmeyer nebst Kindern. Berlin-Lichlcvberg, Kronprlnzenstr.13. AIS Opfer dieses Welt- kiiegeS starb den Helden» tod unser Kollege, der ÄuSketier ICarS Schtiebol im Aller von 19 Jahren. Ein ehrendes Andenken be- wahren ihm Lie Sollep üQd Kolleginnen der Firma Iii. Harsetiall, RiUeretr. 71. 18016 Sank metze Gemüse, doch lest uns» Such. um« recht 1» machen., Zrühgemüse, Späigemüre, tankbare Blumen./ AAer« Früh. u.Späigemüsestmen doben Weltruf. Such u.Sefamtpreislisie gegen Gnsendung von 45 Pf. in Marken Adler v Eo. Samenzüchter Erfurt V2 VewsHunxzLtells Eerlln. N 54, linienstr. 83-85. GeschäslszeiOvon 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon! Amt Aottzen 185. 1239, IS87, 9714. Zonntag, den 5W. Januar 1017, vormittags 10 Uhr: Brancheu-Versammlung aller in der Metallindustrie beschäftigten Maschiuenarbeiter und-Arbeiterinnen in den Germania-Prachtsälen, Chciusseestraßc 110. Tag eSordnung: 1. Bortrag de« Kollegen W. Tiering:»Da« GetcN über den Batcrlandtschen Hilfsdtenst«. 2. Distusfion. 3. Verband-- und Branchcnangelcgcnheiten. Zur Beachtung k Die Wicktigkeit dexAusfübrungsbestimmungen de« Gesetze« bedtugt da« Erscheinen aller«ollegen und Kalle- giunen. Jeder Betrieb mutz deshalb vollzählig vertreten fein. »>> Ohne Mitgliedsduch kein Zutritt.____ 129/3______ l>le Ortwverwal tnng. Kranken- und SlErtekasse öer Baiiartieiter in Berlin m—mmmm OrdCH 1 1 l C llO—— Generaifersaßimlung am Sonntag, den Ztti. Januar 1017, vormillagö 10 Ubr, im Lokal des Hcrin Irin Wilte, Sebastian. ftraße 39. Tagesordnung: 1. Jahresabrechnung fcc® ersten Kassierers, Bericht de- Vorstandes und AulfichtSralS. 2. Ecwtzwabt des Vorstandes, ersten KaisicicrZ, ztvciien Borsitzeu- den, zweier Beisitzer und zweier Eijatz- Männer. 3. Wahl deS Aussichtsrats und der Ersatzmänner. 4. Innere Kassenangelegenhelleii, darunter Beschlußsassung über das PubtiialtonSorga« der Kasse. Mitgliedsbuch legitimiert. PüntUicheS und zahlreiches Er- tcheüien erwartet 38/2» Der Borstand. I. A.: Heinrich Metzke. Lagerdisr Lrsat� ist Spezial-jlrzt l>r. med. Hasche, Frleiriolistr, 90 sKA Seh an dl. von Syphilis, Haut-, H«rn-.li'paneuleid.,steä.chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Kuren. schmerz. kose, kürzeste Behandlung ohne Be- rujsftörung. Btutunterluchung. Mäß. Preise. Tellzablung. Sprechstunden 10—1 und S— 8, Sonnt. 11—1. Kletus-Gold, Schaum n. Paruo wio Lagerbier. Klatzbier Ersatz ist Kletus- Caramel vollmundig, süffig, nahrhaft und wohlschmeckend. Bei d.O e tränke sind ges. geschützt, worden unt. Garantie weder trübe noch sauer Cider-Trank, Apfclgetränk v. Apparat. Bicmntersetzer auf Wunsch grat. Versand auch nach außerhalb nicht unter 6 Liter. Man vorL Gebrauchsanweisung l Hermaou Führer, Berlin, narsliiosstr. 21. Fernspr. KOnigstadt 2949. Möbelfabrik Hob. Seelisch BERLIN 0 112. Rigaer Str. 71-73a empfiehlt gute preiswerte.71 Obel noch zu billigen Preisen.• 154 Klusterräume. Lagerräume: 6696 □•Meter groß. Beslctatlgnng ohne Kaafxwang gestattet. Illustrierte Dialoge Nr. 13 gratis und'' franko! i Sonntags v. 1S-2 Ihr scOflnet.aag 8t. 25.— 1917. Unterhaltungsblatt öes vorwärts hunösrt?ahre§ahrraü. � Um das Jabr �fSov hat sich der gelähmte Nürnberger Stephan svarfler ein dreirädriges Fahrzeug gebanl, dessen Aorderrad mit Handkurbeln angetrieben wurde, und in allen Geschichiswerken finden sich allerband Beschreibungen von Wagen, die mir Uhrwerken aus- gerüstet waren. Tieie Schöpsungcn dürsen jedoch nickr als„Fahr- räder" angesprochen werden, weil man al-Z Wesentliches bei solchen irgend einen Antrieb mit den Fügen ansehen mujz. Der Erfinder des ersten Fahrrades, der irack ibin genannten„Draisine", war viel- urebr der badische Forstmeister Kammerherr und Premierleutnant «. D. von Drais-Sauerborn, nachmals auch Professor der Mechanik, sowie Erfinder einer Fleischhackmaschine, einer Schreibmaschine und eines Spiegels, mit dem man um die Ecke sehen sollte. D>e von Drais trdachtr Maschine war>ckon im Winter von 3t3 auf l8t4 dem Kaiser von Rugland vorgeiübrt worden; als eigentliches Geburtsjahr des Fahrrades muj> jedoch das Jahr 1817 bezeichnet werden, in dein Trais die Brauchbarkeit seiner Schöpfung dadurch öffentlich erwieS, dag er den Weg von Mannheim nach Schwetzingen, der 12 Kilometer beträgt, in einer Stunde zurücklegte, was gegen- über den Leistungen eines Fufigängers immerhin bedeutsam loar.� Sein badiiches Patent erwarb Drais allerdings erst im uächsten Jahre. Die„Karlsruber Zeitung" halte die Erfindung aber bereits in ihrer Nummer vom 1. August 1817 eingehend be- sprochen. Die Draisine bestand im wesentlichen auZ einer Bank mit Sattel, auf dem der Fahrer rittlings Platz nahm, und es war die Höbe so bemessen, dofi die Füge oder Fugspitzcn den Boden berühren konnte». Born und hinten war dann je ein Holzrad von entsprechendem Durchmesser angebracht, und es konnte dos vordere zum Lenken nach links und rechts gedreht werden. Beim Fahren mufite man sich nun beständig mit den Fügen abstofien und dann den erhaltenen Schwung fahrend ausnutzen. Der vtelverlachte Erfinder scheint übrigens recht gute Kennlmsse in der Mechanik besessen zu haben, wie auö folgender Aeugerung von ihm hervorgeht: So gut ein Pierd auf der Land- jlroge im Durchschnitt die aui eine» verbältniSmägig wohl gearbeiteten Wagen geladene Last viel leichter samt dem Wagen zieht, als ohne ihn die Ladung auf dem Rücken trägt, so gut schiebt der Mensch sein eigenes Gewicht viel teichler aus einer Maschine fort, als er es selbst trag: Das ist um so mehr der Fall, als man mit dem nur einzigen Gleise sich immer die besten Strecken der Landstrahe aussuchen kann." Drais erkannte also gan-, richtig, dag man an sich mit einer Maschine nicht mehr Muskelkraft aus den Beinen berauöhotcn kann, als sie besitzen. dag sich aber ein Vorteil gewinnen läßt, wenn die Art. wie die MuSkeln benutzt werden, zweckmägiger als beim Gehen ist. Drais baute Maschinen zum Preise von 44 bis Ivb Gulden und eS gab Laufmaschinen mir verstellbarem Sitz, solche mit zwei Sitzen hinter einander, sowie Drei- und Bierrädcr. Sie wurden viel ge- kauft und weit gebraucht, und wir dürfen durchaus die Vorteile der Draisine nichi allzu gering anschlagen. Sein Patent erhielt Drais nach einer Faffrt von Karlsruhe nach Kehl, welche Strecke in vier Stunden zurück iclegl wurde, obwohl die Entfernung beider Städte wenigstens 60 Kilometer beträgt. Wenn ein heutiger Radler diese Leistung herausbringen soll, so darf er immerhin lein Aniänger lein. Das heutige Fahrrad siebt freilich anders aus als die Draisine; • aber es bat sich aus dieser entwickelt. Betrachten wir zunächst die weiteren Einrichtungen, die zur Verminderung der Reibung und der Slöge bestimmt waren. Hier ist an erster Stelle die Erfindung der Kugellager zu nennen. Bei den verbesserten Maschinen laute» nämlich die Raben unter Vermittelung kleiner Stahlkugeln auf den Achien, io dag die sogen, gleitende in die rollende Reibung um- gesetzt wird. Sehr wichtig war auch die Einsührnng eiserner Ge» stelle. Räder und Speichen, wobei die letzteren fast stricknadeldünn ausgeführt werden konnten, indem sie vorwiegend auf Zug bean- ipruchl wurden, so daß sie nur einen kleinen Onerschnitt zu haben b-auchien.. Und unentbehrlich ist heute die Gummibereifung auch beim Fahrrad, die erst mit Vollgummi ausgeführt wurde, bis dann der ichollrsche Tierarzt Dunlop seine„Pneumatiks" auf den Markt brachte. Ter wichiigste Forts ihritt bestand aber darin, daß für die Füge Treikurbeln angeordnet wurden, die man zunächst mit dem Vorder- rade unmittelbar verband, daS dabei gröxer als daS Hinlerrad be- messen wurde. Aiö Etfindcr dieser Tretkurbeln werden verschiedene Leule angegeben. Nach einer Quelle war es ein Turn- lehr« Treiz, nach der anderen ein gewisser Fischer aus der Gegend von Schweinfurl, der die Draisine»x dieser Weiie fortbildete. Jedenfalls scheint eS sich aber um eine deutsche Er- findunq zu handeln. So entstand denn das den älteren Leiern ge- witz noch wohlbekannte Hochrad Der Halbmesser des HauplradeS »nutzte io lang sein, datz der oben fan über seinem Mittelpunkt sitzende Fahrer die Beine bequem beim Treten ausstrecken konnte. Der Ppltzeimeister. Ei n russischer P o l i z e r r o m a n von Gabryela Zapolska. Erster Teil. I. WaS zur Nachtzeit im Städtchen geschieht. Ein Schrei gellte durch die Lust. Dann wurde alles still. Doch furchtbar war der Schrei gewesen; er drang aus einem Mund, in den eine geballte �anst hineingezwängt wurde, aus einer Brust, jnif der jemand kniend würgte... Durch die Stille der feuchten Nacht tönte er aus der Ferne her, wo die Wellen des Flusses langsam fortrollten und einzelne spärliche Petroleumlaternen hoch über ihnen flackerten. Jüach einer Weile wiederholte sich der Schrei. Jetzt klang er schwächer, wie von einem Menschen, der erschöpft in Ohnmacht fiel, ohne sich zp verteidigen oder auch nur eine Klage hervorbringen zu können. Tann hörte man nur noch Klitzki blieb stehen. Sollte man nicht zu Hilfe eilen? Dort wird zweifellos jemand ermordet. Aber Horski zog ihn rasch am Aermel. „Gott bewahre! Nur sich nicht einmischen!" „Aber hören Sie denn nicht.Mörder' rufen?" „Trotzdem." Janka fügte hinzu: „Wir sind das schon gewöhnt." Klitzki wurde durch diese Gleichgültigkeit unangenehm be- rührt. Er hätte in diesem reizenden Mädchen lieber weniger Egoismus gesehen. „Ich bin aber kein Hiesiger, und bin eS nicht gewöhnt. Ich werde also zu Hilfe eilen." Janka ließ den Vater los und zog Klitzki am Mantel. „Herr Wladyslaw. bitte gehen Sie nicht! Sie kennen nicht die hirsigen Verhältmffe. Sie wissen nicht, daß es vielleicht nur eine Falle ist, in die jemand auf den Wall ge- lockt werden soll, um dort beraubt und hingemordet zu werden." � „Aber diese verzweifelte Stimme.. „Sie ahnen nicht. Jene Leure verstehen Menschen- und Tterstimmen glänzend nachzuahmen." „Wer sind denn jene Leute?" Janka sah sich um. „Die Polizei", flüsterte sie. „Wie denn? Die Polizei ist doch dazu da, die Menschen zu schützen." Horski begann langgedehnt zu lachen. „Bei Ihnen in Galizien vielleicht, lieber Herr, aber hier ist es anders. Doch wir wollen weiter gehen." Sie sprachen im Flüsterton, als fürchteten sie, ihre eigene Stimme zu hören. Ringsuniher nahmen regungslose Schatten ihre Worte auf. „Sic wissen nicht." begann Janka von neuem,„unser Polizeikommissar.. Kann man Sie Menschheitsrassen schon bei üen siffen erkennen! In einem Berichte über die Forschungen deS Amerikaners W. K. Gregory zur SiammeSgeschichte der Halbaffen und Menschen- äffen, den Th. Arldt in„Den Naturwissenschaften" veröffentlicht. gehl er auf die interessante Frage ein, ob die MenschheitSraffen sich auch schon bei den Affen erkennen laffen, und er meint, daß die drei Hauplstämme der Menschheit, die schlichthaarigeir Weißen, die straff- haarigen Gelben und die wollhaarigen Schwarzen, die in den Mittel- iiiiidern, den Mongoloiden und den Negern gipfeln, anscheinend auch schon in den Menschenaffensiuten getrennt waren, wobei die obigen Stämme der Reihe nach Schimpanse, Orang Utan und Gorilla zuzuordnen wären. Ja. diese Gliederung ist selbst bei älteren Siuien noch durch einige Beziehungen, wie durch die biologische Blutreaklion wenn auch nur unsicher, angedeutet. Die Entwicklung der Ha'.baffeii muß dabei bon der Nordatlantis ausgegangen sein. Im Westen der Südatlantis entwickelten sich aus ihnen im Alt- Tertiär die Brei:na>'en, und aus diesen im Osten die Echmalnascn und schließlich die Menschenaffen, die beide kurz vor dem Miocän nach Eurasien s Europa und Asien) gelangten und sich hier in mehreren Linien bis zu den Menichensrufen weiter ent- wickelten, am wahrscheinlichsten in Afieit, wobei in dem Hauptentwickinngsgeblele die Schlichthaarigen vortviegend tut Westen, die Swffbaarigen im Osten, die Wollbaarigen im Süden saßen. Bei der Wetterentwicklung von einer Stufe zur anderen dürften die llimatitchen Vctschlechlerungen der einzelnen Eiszeiten einen Hauviaiistotz geaeben haben. Die dritte/,ü.: Das Dreimaderlhaus. Gebr. Herrnfeid- Theater ?'/, Uhr: Der doppelte Buchhalter. Bosse mit Gesang und Tanz. Kleines Theater s uhr: im Teetlseh. Komische Oper 77, uhr: Der Puszta-Kavalier. Sonnt. 37« U.: Stsstssn�. Alotnndor. Lustspielhaus ?'/.u.-Der seiige Daiduin mit Henry Bender. Residenz-Theater ui�Diß Warschauer Zitadelle. BlIIcll Tügl.T�.Sbiz.u Stg. 3-,,u.77,U. des g roxartigc JanuarProgramm. Die ersolgreiche, delieble r>� Ilbrl Prunt-AuSstattungs- tzhv iiHJ Pnutomime tZ. Die Geierprinzessin Anlifil. des Geburtst. Sr. Majestät morgen nachmittag 37. Uhr: Bmholtsprels lür Mllltk,' ZQ Pf. kose-Tkeater. 7-/, Uhr: Gastspiel Laver Terasal mit seinem Schlierseer Banerntheater: Wildes»int. Walhalia-Iheater. 77, Uhr: Kastipiel Fritz 1 Arco: Das Ütusikantenmädel. Sfoolt« PRIEPRJCnSTil- AN- PCR- KOOfSTB- Anfang 7 Uhr oO Minuten Der VariPtlL Spiel- glänzende Ittllvlv plan. Dazu Neptun auf Reisen Ausstattungsposso i. 3 Bildern von Frz. Arnold u. Emst Bach. Musik von Rudolf Nelson. Stürmische Heiterkeit! Prächtige Kostüme und Dekorationen._ „Die grüne Flöte" Ballettpantomimc. Inszenierung von Max Reinhardt sowie der neue, abwechslungsraiche Tarietö'Spieiplan. Casino- Theater Lothringer Str. S7. Täglich 77- Uhr. Um 77, Uhr: Buntes Programm. Um 87, Uhr: Die Schiagerpojse Einzig in Grob-Berlin ZweihelleBertiner Berliner Humor— Berliner Figuren Sonntag 37, Uhr: Einer vom U-Boot Admiraispalasl. Schlittschuhläufer» Ballett a. d. Oper„Der Prophet" und Trau Tantasie. Vorzügl. Küche. Anfang 7*/,. Metropol-Theater 10 Min.: Die Csardastlirstin, Sonntag 7,3 Uhr: Die Kaiserin. Neues Operettenhaus Kassentelephon: Norden 281. Ti. u.; Oer Soldat der Marie. Schiller-Theater O. 77- uhr.* Will und Wiehke. Schlller-Th. Charlotten hg. 77, u.: Der Familientag. Thalla-Theater. 77. u.: Das Vagabundennräder. Theater am.\ollendorfpl. 77. u.- Blaue Jungens. Theater des Westens 77, u.; Die Fabrt ins Glück mit Guido Thielscher. Trlanon-Ttaeater 77. u.: Willis Hochzeitstag. Zirkus A. Schumann Freitag, 28. lan., abends 7 Uhr: Generalprobe des vaterl. Spiels Der deutsche Schmied. Sonntag, 28. Jap., 3 u. 77- Uhr; 2großeZirkuy-forste!lyiigen2 (Nackmittags i Kind frei.) In beiden Vorstellungen: Die Seeräiiber u d. vollst, gr. Zirkusprypgramm. Montag, 29. Jan., abends Z Uhr: Zweite Aufführung Der deutsche Schmbcd. Voigt-Theater. Badstr. 58, Badstr. 08. Täglich: Der Geizige. Eröfsnung ß1/, Uhr. Ansang 77- Uhr. Sonntag, den 28. Januar: Nachm. 3 Uhr: Der Goldfnchs. Abends 7 Uhr: Der Geizige. Ab Montag, den 29. Januar: TaS Dchloft am Meer. Anfang 77-, Sonnt. 37- u. 77, „Berliner Bilder" 6tto Rentier u. d. große. Januar-Programm. Possen- Theater. Ti, Beute: Im 1. Male: I1!* Der fliegende Holländer. Der alte Wölfl. Reicbsballeu-Tbeater. Stettiner Sänger. „Cabaret Feldgrau" Anfang 77sühr. Sonntag nachmitt. 3 Uhr Brmttßlgtc Preise! J\fvf}4ÄA vr~ -fäilMkth/ Berliner Konzerthaus. Banerstr. 88. JBlmmerstr. 90/91. Heute: Große nationale Veranstaltung des Hilfsbundes..Bein Deutschland" anläßlich des Geburtstages Sr. Majestüt des Kaisers. Unter Mitwirkung des Berliner Konzerthaus-Orchestors, Leiter: Komponist Frz. v. Blon; des Vortragskünstiers Willi Karzin; des Berliner Sängervereins, E. V,(Gaeoilia Melodia 1856),-während der Kriegs- y.oi' unter Anschluß vom Berliner Männergesangverein und Berliner Sängerkranz, Dirigent: KgL Musikdirektor Max Esch.,e; des Tambourkorps der Neuküllner Jugendkompagnien, Dir.: Jungmann Herrn. Rossel Anfang 77, Uhr.„ Eintritt 50 Pf Anfang 77, Wr. AH© Vergoastigungen aofgetobenl Berlin, Kotflioser Straße Hohb.-Haltest VIKTORIA-THEATER Fernruf: Kottbnser Tor(traher Sanssouci) Moritepl. 14 814 HAGENBECK Ständige Adresse: Hamburg IV. Fernruf: Gruppe I, 3527. I Hamburger Telegrammadresse: Elephantus.| Berliner Gastspiel IST Eröflnung: Abends ?'/-> Uhr Sonnabend| 27. Januar Abends ?'/- Uhr WE LT STADT= SPIELPLAN! TftgUch: Abendvorstellung um 7'!, Uhr, ' Sonntags mittwochs Sonnabends je 2 Torstellungcn nachm. 37,. abends 7'/- Chr. Preise der Plätze(einschließlich Kartensteuer): Stehplatz.. 55 Pf. I. Platz, Mitte. f. 64 I Sperrsilz II.. 2,79 II. Platz..... 1,09 Parquett.... 1,95; Sperrsitz I R.. 3.39 I. Platz. Seite. 1,40! Tribüne.... 2,19 I Logensitz... 4,49 Wochentags• Nachmittagsvorstellungen; Vorzugspreise. Vorverkauf: Theaterkasse Kottbuser Straße 6, Femruf Motitzplatz 14 814, sowie Theaterkassen W ertheim. Oewerk sch«fish aus. Sonntag, den 28. Jannar ISA?, im großen Saal: dnterkaltungs-)Zbenä der Freien Tornerfchnft Neukölln- Kriii zum Besten der im Felde stehenden Tnrngeuojien. Zur Dorsührung kommen: Turnerische Leistungen— Gebrüder Herb st: Exentric-humoristische Vorträge— EIN Organti, Vortrags-SoudreUe m, ernste und heitere Lieder. Ansang 5 Uhr. Emma Muschel, Konzerisängerü saaleröfsnung 1 Uhr. Im Mahagoni-Saal: Erweiterter ReftanrationSbetried. Im Parterre-Restaurant: DoppSl» KODZGrt. Harry Herold, die Unterhalwngstanone— Die Geschwister Ryt mit ihren heiteren Verträgen und Liedern zur Laute. Trott der Knappheit hat die RestanrationSleitnng deS GewerkschaftshaukeS vorsorglich gesorgt und ist noch anf ouate verteheu mtt Wild und Geflügel aller Art und kommen Sonntag abend Dar* 50 Gänse und Wild-H» auf dt« Abendkarte zu bMigen Preisen. Ochsenschwanzsuppe.... 9,25 Krastbrübe mit Einlage... 9,25 Rbcin. Rüben mit Pötelfleisch. 2,99 Bayer. Knödel mit Kraut.. 1,50 Sonntag mittag: Bierländer Tnte...... 2,50 Roaslbees bulgarisch.... 2,50 Kompott oder Salat.... 0,25 Speste......... 0,50 u.Se«: Ein sehr billiger Schnellverkauf: Ein zoster Posten Gänse......... a Pfund von 6,00 M. Ein großer Posten Huhner........ a Pfund von 4,00 M. B»- Der Setfauf erfolgt wegen der Einschränkung nur au gewerkschaftlich organisierte Mitglieder und d a S Buch legitimiert. 2 olange Vorrai reicht liefert die Buchhandlung Vorwäris SW. 66, Xinbenffr. 3, und die Ausgabestellen Die Neue weif. Illustriertes Unterhaltungsblatt für Wissen- schaft/ Belehrung und Unterhaltung. Es sind vorhanden: Jahrgang 1899, 1901, 1908, 1909, 1911 bis 1915. Geschmackvoll gebunden 4,— Mt. Marx, fi., Das Kapital. 3 Bände. yalbsranz gebunden früher 36,— Stf., jetzt 25,— 551 f. Schlosser, Jr. Chr., Weltgeschichte. 20 Bände in 10 Bänden. Statt Gebd. 50,— Mk. für 35,— Mk. Beyer, C., 3m pharaonenlande(Aegypten). Reiseschiwerun. gen aus Aegypten. Statt Gebd. 6,— Mk. für 1,50 Mk. Mantegazza, Die Phyflologie des Höstes. Statt 7,— Mk. für 1,50 Mt. Dehet. Christian. Die Blütezeit der deutschen politischen Lyrik von 1840—1860. Statt Gebd. 10,— Mt. für 3,50 Mt. Seidel. B., Friedrich der(strotze.»Der Heros der deutschen Volksbildung" und die Volksbildung. Statt Gebd. 1,50 Mk. für 1�- Mk. Kobelt. Dr. W.. Die Beebeeilung der Tierwelt. Mit zwölf Tafeln und vielen Textillustrationen. Statt Gebd. 20,— Mk. für 6,— Mk. Sinclair, Der Zudustriebaron. Geschichte eines amerika- Nischen Millionärs. Statt 2.— Mk. für 0.50 Mk. Preczang, Crnst, Die Glücksbude. Statt 2,— Mk. für 0,50 Mk. herzvche Grütze. Geschichten van Grotzmann. Statt 2r- Mk. für 1,20 Mt. Aus dem Jichalt: Ein nächtlicher Ruf.— Der Ber- leidiger.— Debatte über das Beten.— Der Staats- anwatt Dunker.— Die Hinrichtung. Rehm, Herrn. Siegst., Das Buch der Marionetten. Statt Gebd. 12.— Mt. für 6,— Mk Ruppius. Otto, Amerikanische Reiferomane und Erzählungen. Jeder elegant gebundene Band ist einzeln zu Häven und kostet statt 2,— Mt. 1,25 Mt. 1. Der Pedlar. 2. Vermißt. 3. Zwei Welten. 4. Ber. mächtnis des Pedlars. 5. Mary Kreuzer, ü. Ein« Karriere in Amerika. 7. Buschlerche. 8. Geld und Geist. S. Schul- lehrerleben im Westen. Außerdem empfehlen wir einen Posten älterer Reclain- bändchen. 3« 4 Nrn. für—>50 Mk. Verkäufe Teppich-Tbomas. Orontenftc. 44 ivottbillig iarbteblerbafte Tevviche, Gardinen. VorwärtSIeiern 5 Prozent Extrarabatt 64» Leihhans Morittplan SBa ver- kauft Skunksstolas, Musseh. Marder, Nerz, Alaska, Blau- und Weißfüchse, Pelzmäntel, Wagenpelze. Plüsch- und Aslrachanmäntel. Kostüme, Ulster, infolge des Krieges statt 40—250 jetzt 20—125 Mark. Gelegenheitskäufe von Kavalieren im Versatz gewesene Jackett-, Rock-Anzüge, Ulster, teils aus Seide, Serie l 30— 35, Serie ll 36— 45 ML Extra-Angebot in Lombard gewesener Teppiche. Gardinen, Por- tieren, Betten, Uhren. Brillanten, enorm billig. Leihhaus Moritzplatz58a. Pelzgarnitnren! Skunksstolas! FuchSgarnituren! OpossumnolaS! Muffen! Herrengarderobe t Uhren- verkauf! Schmucksachen! Waren aller Art! Allerbilligste Preise! Leih- haus! Warschauerffraße 7.+ Möbel 100! entzückende farbige Küchen sind ausgestellt. Auch lasiert in groger Auswahl Reizende Anrichte- küche mit Lmoleumbelag. fomvtett 135.—. Elegante Anrichtefüche 175.—. Besichtigung lohnt. Möbelhaus Osten, nur Andreasstr. 30. Ksufgesuche Leinölfirnis, Kilogramm 7 Mark. Standöt, Kilogramm 7 bis 8 Mari, ftugbodenöllacke, Emaillelacke, Boots- lacke,!k!Iogramm 3—4 Mark, Kopat, Kilogramm 5 Mark. Bienenwachs. rein, Kilogramm 6 Mark, Schellack. Terpentinertav und ähnliches kautt Wolter, Thaerstraffe 6. Terpentinerfatt kaust Wolter, Thaerstrahe 6. � Platinankauf, Gramm bis 7,60, ebenfalls Antau! alter Zahngcbisse, Bestecken, Ringe. Schmuckiachen, Kelten, Glühstrumpsaiche zu gesetz- lichen Preisen. Metallkontor Jobn, gegründet 1903, nur Alte?crkob- straffe 138 und Kottbuserstraffe 1 (Kottbusertor). Moritz-platz 12358. Firma genau beachten.__ Leinölfirnis Mark 7,—, Standöl Marl 8,—, Wachs, rein, Marl 6,- Lacke Mark 4,—, Schellack bis Mark 13,— per.Kilogramm. Terventin, Terpcntineriatz, Parasin. Lercsiu, Borax laust, auch Ileinste Menge». C. Ubticke, SO.. Adalbertslraffe 76.* Schellack bis Mark 13 per Kilo- gramm, auch kleinste Mengen, laust C. Ubticke, SO., Adalb-rtstraffe 76.* Arbeitsmarkt Stellenangebote Bürstenmacher, Mä:mer und Frauen zum Einziehen und Pechen verlangt Schächter, Memelerstrahc 40. Heizer sofort gesucht Zu melden A. Jandors u. Co.,(Siotze Frankfurt erswaffe 113, beim Maschinenmeister.- Bauarbeiter und Arbeiterinnen werden tür Arbeiten in geschlossene» Räumen sürKammer ichwerkeWitlenau, Wittestraffe, sofort verlangt. Wcstphal, BaugeschäsL Sekttorken 20 Pfennig. Weintorlen 1 Pfennig, aller Art, Schallplatten, Walzen, jeden Posten, kaust höchst- zahlend Matthäus, Alte Leipziger- straffe 21.« Lel, Kacke jeder Art, Ktlo 3— 4 Mark, Terpentinertatz, SpirwSlacke, kauft höchstzablend Farbeninduitrie, Boxbagenerstraffe 24 c, zwischen Warschauer- und Niederbarnimstraffe. «opal Kilo 5 Mark, Wachs 6 Mark, Schellack kaust bächstzahlend Farben- mduftri«, Boxhagenerstratze 24o, zwischen Warschauer» und Nieder- barnimsttaffe.' LetnölfirniS, Kilo 7 Mark, kauft selbst kleinste Mengen, Farben- Industrie, Borhagen ersiraße 24 o, zwischen Warschauer- und Nieder- barnimsiraffe. Borax, Bienenwachs kaust höchst, zahlend»Phönix'-Drogerie, Frank- surter Allee 33. 6/18» Paraffin, Zereftn kauft höchst- »ahlend.PHönix--Drogerie, Frank- surter Allee 33 6/14» Firnis» Standöt taust höchst- »ahlend»Phönix'-Drogerie, Frank- surter Allee 33. 6/15- Kopal, Schellack taust höchst- zahlend.Phönix'-Drogerie, Frank- surter Allee 33. 6/16» Kaufe alles. FirmS, Schellack, Bienenwachs, Parasst» usw. Zahle anerkannt höchste Preise. Noack. Große Franksurterstraffe 25. 6/17- Platinabfälle t Gramm bis 7,30 Zahngebiisc! Schmucksachen! Ketten! Ringel Dtilitärlressen! Glühstrumps- asche! Fitmabsälle I höchstzahlend! Silberschmelzerel, Memll- Einkaufs- bureau, Wcbcrstraffe 31. Alexander 4243. Telephon 98» «opal, spritlöslich. Kilogramm 5 Mark, laust Woller, Thaerstraffe 6. Hansreinlgung zu vergeben Koch- baimilraffe 38._ r Bertänterinuen, tüchtige, für ver- schiedene Abteilungen sofort gesucht. Meldungen von 4—2 Uhr mittags oder 6— 7 Uhr abends. A. Lan-> dors u. Co.. Belle.Zllliancesttaffe 1/2. Blusenarbeiterinnen für Crepe- de-Chine und Schleierbiusen aufferm Hauie mit Borlage suchen Lewtt ». Wedel. Kommandantenstraffe 10/11. Perfekte Auarbeiterrn sür Blusen und Kleider im Hause suchen Lewit u. Wedel, Kommandantenitratze 10/1 l. Zeitungsausträger! n�sofoit ver- langt.„Vorwärts"-Spedition Markus- straffe 36. ZeitungSauSträgertu sofort ver- langt.BorwärtS'-Speditwn Tenrvcl- Hof, Kaiser- WUbelmstraffe 74, Ecke Werderftraffe. Zeitungsausträger' tu »fort verlangt..Borwär � mll Hilfe sofort verlangt..Vorwärts'-Spedi- tion Pankow, Mühlciistratze 30. Zeitung frauen für HermSdors und Waidmannslust sucht Kienast. Borfigwalde. Räuichstraffe 10._* ZritungSauSträgerin verlangt „VorwärtS"-Spctition, Wattstraffe 9. ZüusohlLgvP verlangen Oskar FriN u. Eo.. Schöneberg. Eiscnacher Str. 44. Sattler uud Sattlenaueu besonders aus Bruftblätter und Ee- schirre geübte, sofort und dauernd gesucht. Militäriattlerei Erfnrth, 179Zb' Neuenburger Str. 7. ALatagea- Scbwclvcclnaea aus Flugzeugteile sofort R. Neste. Neukölln, Bergstraße 182. 1800b Wakerblustanäherm, Näherin, Stepperin in und aufferm Hause, gute Sachen, höchste Bezah- lung, auch Vochenlohn. 7/18 Bluiensabrik Wall, Neue Wmterseldtstraffe 17. Sshioffer oder Mechamker lllitärsrei, zum Anlernen an Zigarettenmaschmen, sotort gesucht. ZiPtellöiikiitil! Gaibäty, Beiiin-Pankow, HadllchotraOc. Kriegshilfsdienst 30 für Holzschlag. Spreewald, stellt cm gegen TageSattordtohn bis zu 11 Mark L Pekel& Co., Lübben N.-L Wir suchen für dauernde Beschäftigung und bei gutem Lohn sür unseren Bettieb 4/11* ungelernte Hrbelter in größerer Zahl. Reisegeld wird bedingungsweise vergütet. Arbeit- uchende wollen sich schriftlich oder mündlich wenden an Arbeitsnachweis der pulvsptaliinh Premniiz, Rathenow, Vahnhofftr. SÄ. Autoxensekweiker kür B«»cbdi-acbc»l»?lcltaag«a bei hohem I-ohu kür Bdcgaarbcltcn zmn sofortigen Eintritt sucht Gebrüder Körting Aktiengesellschaft, -Ut-Hoabit 3. 1802b Hehrere junge Mädchen für Innendienst und leichte Botengänge im Bodaktioas- und Druckereibetriebe verlangt. Zu melden in der L„Vopwttrta''-BedaktIon, I-lndenstr, 3. 20 kräftige Frauen für Transport Eisellbsaäluax C. ü Bertiu-Ltchtcabcrg, für Transportarbeit verlangt Am Fesca ft Sohn GettftetcIlMfec 197.