Ur. 27. fltionnemtDts-BedlnpngeB: ftSoitnenientä• Preis ctimumeitmid aterteljöScl 3,90 M. monofl. 1.30 Ml. »ä(6emli<6 SO Cffl. ftct mä HauS. Einzelne Sumtnei ö Sia SorouoflS. nmnmei mit tüuftnertct Sottntan». Beilage.Die Neue Sein 10 Pin Poll- «Sonnemenr: ILO Marl pro Monat. vuigerragen in die Poil- ZeUnngS- BreiSiiiie, Unter Kreuzband iür Teimchland und Oeilerrsich- Ungarn 2L0 Marl, für daS übrige Äusland « Mar! pro Monat, PoitabannemeiuZ nedmcn an Belgien, Dänemarl Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. kuinänicn. Schweden und die Schweiz. eiMcint lZgNch. 33. Jahrgang. B?e TnlerflonS'GcbQftr üeträgt für die iechSgeipallene kollliiel» «eile oder deren Raum 60 Pig„ iür dolitUche und gcwcrlschaitlichc Vereins- and ZZeriamnilungS- Anzeigen 30 Pig. „Kleine ZZnreigen". das lettgedruckie kort 20 Pfg,(zulälstg 2 iellgedrurlic Worte), jedes weücre Wort 10 Pig. klellengeiuche und Schlaiilellenau- teigen daS erste Wort 10 Psg, jede-Z «euere Wort 6 Big, Worte über 15 Buch- Kaden zählen iür zwei Worte. Inicrat« Mr die nächite Nummer müssen bis £> Uhr nachmittags in der Expedition «dgegcben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends grbftnct. Verllnev VolksblÄkk. Zcntralorqzn der rozialdemohrat» fchen partei Deutfchlands. relegramm-ildrcg-r .Sesiaisicfflckrat Bertis" Neüaktion:©QJ.»8. Linöenstrahe Z. Fernivreiber: Am: Morinpla«, Str. ISt SV— läl S7. Sonntag, den 28. Januar 1917. Expedition: SW. HS, Linüenstraße Z. tseritivrecber: Amt Morinvlan. Rr. ISl SV— lSI S7. I�ene Kampfe an der Komme. feindliche Vorstöße bei La Bassöe und Chilly— Vergeblicher französischer Angriff aus Höhe 304— Gewinn an der Aa gehalten. Amtlich. Großes Hauptquartier, drn 27. Ja- uuar 1917. jW. T. B.> Westlicher Kriegsschauplatz. Armee deS Ge«er alf el d marsch al ls Herzog Albrecht von Württemberg. Südwestlich vou Tixmude wurde eiu belgischer Posten vo» 19 Mann ohne eigene» Verlust aufgehoben. Heeresgruppe Kronpriuz Rupprecht. Südlich des Kanals vou La Bassö« scheiterten mehrere durch Feuer vorbereitete Borstöße euglischer Abteilungen. Südönlich vou Chilly wurden gegen Misere Gröben vordringende Franzosen abgewiesen. Eigene Erkunder fanden bei Barleux die feindliche erste Linie leer. Heeresgruppe Kronprinz. Dem fehlgeschlagenen Nachtangriff der Franzose» gegen die vou uns gewonnenen Stellungen aus Höhe 394 folgte in de« Morgenftoude« ei» weiterer Augriff, der gleichfalls blutig zusammenbrach. Bei Manheulles in der Woevre, aus der Combrrö-Höhe und im MaaS-Bogen westlich von St. Mihi«! drangen AustlärungS- obteilungen in die französischen Gräben ein und holten etwa 29 Gefangene heraus. Dabei zeichneten sich wie an den Bor- tagen Stoßtrupps des Hannoverscheu Reservq.- Infanterie- Rrgimeuts Nr. 73 aus. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Front des GeneralfeldmarfchallS Priuz Leopold vou Bayern. O estlich der Aa konnten auch neue Bcrstärkungeu der Rossen das vou unseren Truppen erkämpfte Gelände nicht znrüsgewinneu. Front deS Generaloberst Erzherzog Joseph. Zwischen Cofinu- und Putna-Tal nahmen deutsche und österreichisch« ungarische Streifabteilungen dem Feindr 199 Ge- sangene ab. Bei der Heeresgruppe des GeneralfeldmarfchallS vo« Mackeufr«. und an der Mazedonische« Front ereignete sich nichts von Bedeutung. Der Erste Generalauartiermristcr. Ludendorff. * Menübericht. Amtlich. Berlin, de» 27. Januar. UbeudS. Zwischen Auere und S o m m e und a» f beideuAa-Ufern zeitweilig rege Kampftätig- keit der Artillerie. »» * Der österreichische öericht. Wien, 27. Januar 1917.(W. T. B.) AmtlichMrd vcrlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. �, Di« österreichisch- ungarischen und»euticheit Truppen des FeldmarschallrutnautS». Ruiz brachten bei ihren Streifnngea im Putna» und Casiau-Tal 399 Gefangene ein. Sonst im Bc- reiche öftrrrrichi ch-ungorischer Streitkräfte nichts von Bedeutung. Italienischer Kriegsschauplatz. Geschützkamps und Fliegertätigkcit waren im Görzischen lebhafter als gewöhnlich. In der Gegend des Doberdo-SceS hielt das AetillcrirsWir in unverminderter Stärke bis gegen Mitternacht an. Südöstlicher Kriegsschauplatz Nichts Neues. Der Stellvertreter des Chefs de? GeneralstabeS. v. Hoefrr. Feldmarfchallrutnant. Franzosen unü Internationale. Ein holländisches Urteil. Das Niederländische Exekutivkomitee des Internationalen Sozialistischen Bureaus hatte Vandervelde als den Vorsitzenden des Komitees ersucht, bei der englischen und französischen Partei darauf zu dringen, daß sie Vertreter zu einer Zu sammenkunst der belgischen und niederländischen Komitee- Mitglieder entsenden möchten. Hierin soll ein Antrag, das gesamte sozialistische Bureau zusammen zu berufen, beraten werden. Die französische Partei hat mit dreizehn gegen elf Stimmen es abgelehnt, an dieser Sitzung teilzunehmen. Das holländische Parteiorgan„Het Volk" nennt diese Weigerung dumm und erinnert die Mehrheit der französischen Partei daran, daß sie ein gewagtes Spiel spielt und eine entsetzliche Verantwortung auf sich lädt, da sie die brennende Frage des Augenblicks nicht einmal mit dem Mandatar aller angeschlossenen Parteien beraten will. Es sieht ja in der Verzögerung in der Sammlung der proletarischen Kräfte zur Einwirkung auf einen Frieden im Sinne der sozialistischen Forderungen einen Freipaß für alle imperialistischen Hetzer zur Fortsetzung des Krieges und Eroberung und Befestigung der großkapitalisttschen Herrschaft. Das holländische Parteiorgan will aber trotzdem, daß die niederländische Delegation im Exekutivkomitee verbleibe, da der französische Beschlutz nur ein letzter, verzweifel- ter Versuch"ist, hie Entwicklung aufzuhalten. und erwartet, daß die französische Partei wieder zum nor- malen Dxnken einer Abteilung der Internationale zurückkehre. Keine Konferenz öer Neutralen. Bern, 26. Januar. Die Agence Havas meldet aus dem aag, aus Ansuchen der Schweiz sei der holländische iesandte in Stockholm mit der Einleitung von Vor- erHandlungen über die Frage der Einberufung einer onferenz der Neutralen zur Besprechung der ttrtschaftlichen Lage nach dem Kriege beauf. -agt worden. Nach Erkundungen der Schweizerischen De- eschen-Agentur an zuständiger Stelle ist von einem solchen Insuchcn der Schweiz in Bern nichts bekannt. Sasonow Londoner Sotsthaster. Petersburg, 27. Januar.(Meldung der Petersburger Telegraphen Agentur.) Tie Ernennung Safouvws zum Botschafter in London ist amtlich bekanntgegeben worden. An vierzehn Tage liegt die erste Nachricht von der Er nennung Sasonows zurück, die als ein Aufstieg des über ein Jahr lang auS den engen Kreisen der Regierung Beseitigten gedeutet wurde und zugleich die Frage aufbrachte, ob der Londoner Posten nicht einer Kaltstellung gleichkomme. Ist es auch nichts Seltenes, daß in Rußland die amtlichen Bekanntmachungen wichtiger Veränderungen in der Besetzung der Ministerämter lange auf sich warten lassen, liegt doch in diesem Falle die Vermutung nahe, daß die Verzögerung mit dem endlos fort dauernden Ministerschiebcn Verbindung haben könnte. Zu entwirren ist der verfilzte Knäuel allerdings nicht. Tatsachen und Gerüchte schwirren in dichtem Gedränge durcheinander. Ein neues Gerücht, das der„Rjetsch" weitergibt, und auf das im ,B. T." Bezug genommen wird, mischt wieder einmal den Exgencralissimus G r o ß f ü r st e n Nikolai ins Spiel. Seit dem Stillstand der russischen Offensive in Wol hynien und den Ostkarpathen und erst gar seit dem Niederbrechen Rumäniens lassen Pressemeldungen ihn an allen Fronten herum- reisen, und jetzt heißt es, er werde nach Petersburg übersiedeln, um das Amt eines Diktators, das der Zar ihm verliehen habe, zu verwalten. Sasanow und Nikolai waren zwei Pfeiler, die gemeinsam trugen und gemeinsam stürzten. Es scheint nicht recht glaubhast, daß der Zar jetzt, wo er das Reskript an Golitzin erließ und um gute Miene von Duma und Semftwos warb, mit einem Nikolai diese Körperschaften gegen sich aus- zureizen suchen sollte. Die D u m a- O p p o s i t i o n traut dem Reskript ohnedies nicht, wie eine Erklärung KapnistS, Miljukows. Schld- lowskis und anderer beweist, auf die in der„Vossischen Zeitung" hingewiesen wird. Diese Dumaführer erklären einstimmig, daß die im Zarenreskript an Golitzin erwähnten Reformen nur von einer Regierung durchgeführt werden können, die Vertrauen zur Duma und zum Volke habe. Man sagt, daß Reskript sei dem von Golitzin früher vertretenen Standpunkt geradezu entgegengesetzt und Milkujow, der also nicht, wie es neulich hieß, verhaftet ist, weist darauf hin. es wende sich zwar nicht an die Duma und die Semstwoeinrichtungen. jedoch während des Krieges geschaffenen sozialen Einrich- lungen. Das ist immerhin deutlich und es ist auch für eine Reaktion logisch, diese Deutlichkeit zurzeit zu achten, selbst wenn ihr Plan mit den Wünschen der VcrfassungSforderer nichts gemein habe» will. Englands Kriegsziele. , Von Heinrich C u n o!v. In der Antwortnote, die nach tvochenlangcn Erwägungen die Ententemächte dem Präsidenten der Vereinigten Staaten überreicht haben, schweigt sich, obgleich der Grundtext dieser Note in London fertiggestellt ist, die englische Regierung vor .sichtig über ihre Kriegsziele aus. Einige englische Blättci haben diese Zurückhaltung als Bescheidenheit bezeichnet. England, meinten sie, verlange eigentlich für sich nichts: es trete in seiner Großmut bescheiden hinter seine Alliierten zurück. Wenn deren berechtigte Forderungen bewilligt seien, begehre. das englische Volk für sich nichts Wesentliches— vorausgesetzt natürlich, daß von Deutschland die nötigen Garantien gegeben würden, die dessen weitere Vor Herrschaft auf dem Festland unmöglich machten und dort dao einstige Gleichgewicht der Kräfte wiederherstellten. Echt englischer„Gant". Zunächst hat England schon eine recht ansehnliche Beute für sich vorweggenommen, iichem�eS Aegypten annektierte und als englischen Besitz erklärte. So- dann aber nennt die Entente in ihrer Antwortnote an Wilson als eines ihrer obersten Kriegszielc:„Die Befreiung der Bc- völkerungen, die der blutigen Tyrannei der Türken unter- worfen sind, und die Entfernung des Osmanischen Reiches aus Europa'. Das heißt aus tz.i- rnolisch-diplomalffh- „Gant" in einfaches Deutsch übersetzt: die Türkei muß zerstückelt und wenigstens teilweise aufge- teilt werden. Will England bei dieser geplanten Aus teilung bescheiden zurückstehen und sein« Verbündeten�Fran- zosen, Italienern und Russen, die Äufterlung der Sieges- beute allein vornehmen lassen? Wer das glaubt, nachdem die Engländer sich 1839 Adens an der Südspitze Arabiens bemächtigt und von dort ihre Herrschaft über die Insel Sokotrck, über Hadramaut und Oman(das nur nominell selbständig ist) ausgedehnt haben, nachdem sie ferner 1878 von der Türkei Eypern erpreßt, 1883 Aegypten mit Beschlag belegt, sich 186! die Bahreininscln im Persischen Golf angeeignet, 1991 dos Protektorat über das Sultanat Kueit übernommen und seit dem mit allen Mitteln die Araberstämme am unteren Euphrat und Tigris gegen die türkische Herrschaft aufgehetzt haben— der muß politisch total blind sein. Was England schon seit vielen Jahrzehnten mit rücksichtL- loser Energie erstrebt, ist die völlige Herrschaft über die Küstep Arabiens und über Mesopotamien, die völlige Beherrschung des Seeweges nach Indien und des Persischen Golfes', und es ist ganz zweifellos, daß es bei einer Aufteilung des Osmanischen Reiches die genannten Gebiete mit allem Nachdruck als seinen Anteil fordern würde. Vielleicht nähme es, wenn es ihm gelänge, noch ein'ge Inseln und Hafengebicte an der kleinasiatischen Küste dazu, um weitere Stützpunkte für seine Herrschaft über Aegypten zu gewinnen. Und wie steht es mit den eroberten deutschen Kolonien? Gedenkt England sie, wenn die Entente die von ihr in der Antwortnote an Wilson aufgezählten Kriegszicle erreicht hat. kurzweg zurückzugeben, trotzdem das britische Südafrika und Australien dringend die Annexion der in ihrem Bereich liegen- den deutschen Kolonien und deren Angliederung an ihr Ge biet fordern? Was das Lloyd Georgesche Kabinett dazu bewogen hat, sich vorläufig auszuschwcigen, ist ausschließlich das Bestreben. sich nicht auf bestimmte Kriegsziele festzulegen und dadurch bei späteren Verhandlungen an selbst aufgestellte Forderungen gebunden zu sein, vor allem aber das Bemühen, in den neutralen Staaten den Anschein aufrechtzuerhalten, als führe England gar keinen wirtschaftlichen Vernichtungskrieg gegen Deutschland, sondern opfere sich totsächlich für das Wohl der kleinen Nationen und die Ansvrüche seiner Alliierten auf. Zum Teil mag auch der Wunsch mitsprechen, sich nicht schon heute mit seyien Kolonien über die Frage auseinandersetzen zn müssen, wem die besetzten deutschen Kolonien im Fall eines günstigen Ausgangs des Krieges zufallen sollen. Indes ist die Erwerbung der deutschen Kolonien keines- Wegs für England die Hauptsache. Sein Hauptziel ist, Deutschlands politische und Wirtschaftliche Machtstellung so zu schwächen, daß weder Deutschland noch Rußland, noch Frankreich auf dem europäischen Festland ein llebergewicht erlangen, sondern sich diese Mächte derart das Gleichgewicht halten, daß das geschieht, wofür sich England entscheidet, der europäische Kontinent also wieder völlig unter Englands Diktum gestellt wird. Das leitende Motiv für Englands Be- teiligung am Weltkriege wie für die Formulierung der Kriegs- ziele seiner Verbündeten in der Antwortnote auf Wilsons Friedensmahnung ist die Furcht vor einer heranwachsenden politischen und wirtschaftlichen Vorherrschaft Deutschlands auf dem europäischen Festlande. Solche Machtstellung des Deutschen Reiches muß nach englischer Auffassung um jeden Preis verhindert werden. Deshalb soll dessen Handel und Fman�kraft, die in Cnoland als die ökonomische Grundlage der deutschen Wehrmacht gelten, geschwächt werden. Dos wird meist nicht ganz of�-n von der englischen Presse als Äriegsziel verkündet. Die offene Drolmng mit der Vernichtung seines Wirtschaftslebens könnte leicht das deutsche Volk zu noch größerer Anspannung seiner Kräfte bewegen. Man verfährt diplomatischer, indem man imter Entlehnung demokratischer Redewendungen erklärt, der deutsche Miliiaris- mus müsse gebrochen und die deutsche Flotte derart gestaltet werden, daß sie keine Bedrohimg der englischen Seemacht mehr bilde. Rur hin und wieder wird unter der Formel, das ehemalige politische Gleichgewicht müffe aus dem europäischen Kontinent wiederhergestellt werden, zugegeben, daß xs sich für England darum handelt, einen lästigen Wirtschaftskon- kurrenten los zu werden und Deutschlands Machtstellung möglichst herabzudrücken. Wie die englische-Kresse orgumeu- tiert. zeigt der„O b s e r v e r". der die Antwortnote an Wilson folgendermaßen kommentiert: „Es wird in der Note der Ewiente nichts von ßhiglaiib und der Zukunft der von den Alliierten eroberten deutschen Kolonien gesagt. ssm allgemeinen verlangt das englische Mutterlozid nichts für sich selbst. Südafrika. Australien und Neu-Seeland sind freie Dominions, jedes Mit feiner Monroe-Doktrin. Sie werden nie zugeben. daß eine deutsche Gefahr wieder in ihrer Nachbarschaft auftaucht. Was die anderen feindlichen Kolonien betrifft, sowirdbielvon dem System abhängen, das in Deutschland selbst bestehen wird und von dem Werte der Garantien. die für die Erhaltung eines zukünftigen Frie- d e n s gegeben werden. Niemand denkt daran, das deutsche Volk aller billigem wirtschaftlichen Aussichten zu berauben. Aber der Handel darf nie mehr dem Militarismus dienstbar gemacht wer- den. Deutschland wird keinen Daumen breit seines Kolonialbesitzes wmals wieder zuerückerhalten, wenn es nicht vollkommen sichere Garantien für sein zukünftiges gutes Verhalten gibt. Abgesehen von diesen Bedingungen wünschen wir nicht,-das deutsche Volk aus- reichender wirtschaftlicher Gelegenheiten außerhalb seiner Grenzen zu berauben." Also England will„im allgemeinen" kein deutsches Ko- lonialgebiet annektieren, aber die englischen Kolonien lassen nicht zu. daß Deutschland seine Kolonien sämtlich wieder 'iurückerhält. Nur einen Teil davon darf Deutschland allen- falls zurückerhalten— aber Bedingung ist, daß es zuvor sein System ändert und Garantien bietet, die England befriedigen, d. h. Deutschlands Unterordnung unter die englischen Macht- anspräche gewährleisten. Zwar ganz soll das deutsche Volk nicht der Aussicht beraubt werden, sich wirtschaftlich wieder -.u erheben, aber seine Wirtschaftskonkurren?-muß der„Billig- keit" entsprechen— und was als billig und angemessen zu gelten hat, bestimmt England.— Das ist tatsächlich das Ziel, das sich, aller schönen Phrasen entkleidet, die englische Bourgeoisie gestellt hat. Deshalb ist es eine naive Selbsttäuschung zrt meinen, England sei schon heute zu einer Friedensverständigung bereit. Zu einer Ver- ständigung wird es erst dann bereit sein, wenn es sieht, daß es keine Aussicht mehr hat, im jetzigen Kriege seine Pläne durchzusetzen. Die schöne Formel, es solle jedem Land ver- bleiben,-was es zu Beginn des Krieges besessen hat, macht in England keinen Eindruck. Selbst die Herausgabe Elsaß- Lothringens an Frankreich, die Abtretung des Trentino an Italien, die Annexion Siebenbürgens durch Rumänien, die Wiederherstellung Serbiens usw. vermögen England nicht zu genügen, denn solche Zugeständnisse lassen Deutschland immer noch die Möglichkeit, sich bald wieder zu erholen/ Sie vernichten das Ansehen nicht, das Deutschland sich bei den Völkern Südosteuropas erworben hat, und ver- bindern nicht, daß Deutschland noch dem Frieden mit den Balkanvölkern ein Bündnis schließt. Deshalb muß Deutsch- land nach englischer Ansicht so geschwächt werden, daß es in Jahrzehnten nicht wieder zu erstarken ver- mag. Das ist die Forderung, die bald offen, bald halb versteckt immer wieder aus den Kriegszielerörterungen der englischen Presse hervortritt, und zwar nicht nur aus Blättern vom Schlage der„Times" und„Morning Post", sondern nicht minder aus demokratischen und sozialistisch angeschnünkten Blättern. So erklärt Z. B.„New Statesman", dessen Mit- glieder zum Teil aus sozialistischen Fabiern bestehen, in seiner Nummer 195. daß alle in der Antwortnote der Entente ver- langten Zugeständnisse wenig Wert hätten, solange nicht Deutschlands Kraft gebrochen und ihm nicht die Fortsetzung seines Verhältnisses zu seinen Verbündeten unmöglich gemacht würde. � t „In jedem Fall ioerÄen sie �Deutschland mit seinen Verbünde- ten) sich so lange getreu bleiben und die europäische Lage beherrschen, als nicht die militärische Kraft Deutschlands ge- krochen ist. Das ist es, was unsere Verbündeten meinen, wenn sie erklären, sie fechten nicht gewisser Grenzen wegen, sondern um Ken Sieg. Untersuchen wir, was damit gemeint ist. Nehmen wir an. Deutschland wäre bereit, Frankreich und Belgien zu räumen und dem letzteren verschiedene Entschädigungen zu zahlen, ferner Nussisch-Pole», die baltischen Provinzen und Serbien zu räumen, die Bulgaren zum Abzug aus Serbien und Mazedonien zu zwingen, und Oesterreich zu veranlassen, daß Trentino an Italien auSzu- liefern, ja, gehen wir noch weiter und nehmen wir an, daß sogar Deutschland bereit wäre, Elsatz-Lothringen mit Frankreich zu teilen, Trisst an Italien zu übergeben und auf seine Kolonien zu verzich- 'en, Bedingungen, die, obgleich Deutschland bereit ist, sich im Westen „generös" zu zeigen, weit über die Zugeständnisse hinauszugehen, die es bisher zu machen willens war—, selbstwennwiralleS das von Deutschland gegen die dringend von ihm begehrte Gewährung eines sofortigen Friedens erhalten könnten, hätte doch ohne Frage Deutsch- l a n d d e n K r i e g g e w o n n e n; denn es würde ihm noch immer Sie Möglichkeit bleiben, Weftn auch nicht zurzeit, die Gebieterin des europäischen Festlandes zu spielen, ohne daß irgendwelche Aussicht auf künftige Brechung dieser Oberherrschaft bestände." Deshalb, so führt der„New Statesman" weiter aus, könnten alle die genannten Zugeständnisse der Astittelmächte nicht genügen: Deutschland müsse mehr entkräftet werden. Das ist klar und deutlich. Wer sich nicht absichtlich selbst aus irgendwelchen Gründen über Englands Absichten täuschen will, der sieht, daß sein Kriegsziel in der völligen politischen und wirtschaftlichen Schwächung Deutschlands besteht. Und dieses Ziel verfolgt nicht etwa nur die Masse des englischen Bürgertums, sondern bis auf kleine pazifistisch-sozialistifche Gruppen, die politisch gar nicht in Betracht kommen, auch die englische Arbeiterschaft. Tatsächlich ist ein Teil der englischen Finanzwelt weit mehr zu einer halbwegs billigen Friedensschließung bereit, als die englische Arbeiter- klasse, wie denn auch der„Genosse" Henderson, der jetzige Arbeitsminister im Lloyd Georgeschen Kabinett kürz- lich offen erklärt hat:..Was das Verhältnis zwischen Deutsch- land und seinen Verbündeten anbelangt, so ist es unmöglich, zum Statusquo zurückzukehren, und das allein würde es un- möglich machen, in dem Verhältnis zwischen Deutschland und i einen Feinden den Status quo ante bellum anzunehmen. Wir können nicht eine so starke und in so star». kcr Stellung stehende Militärmacht er- tragen, wie sie durch Deutschland, Oester- reich, die Türkei und Bulgarien, unter Deutschlands Aufsicht wirksam verbunden, dargestellt wiird e."— Wirkungen üer Sotschast Wilsons. „Tie Charte des zivilisierte« Weltalls." Paris, HG. Januar. Havas meldet: Die Kammergruppe der unifizierten S o z i a l i st e n, die aus 89 Mit- gliedern besteht, hat heute eine Tagesordnung ange- ryommen, welche die Botschaft Wilsons mit Freude verzeichnet. Die Ausfassung von einem Frieden, der sich auf den freien Willen der Völker und nicht auf Waffengewalt gründe, eine Auffassung, die eine Erbschaft der französischen Revolution sei, müffe die Charte des zivilisierten Weltalls werden. Die Tagesordnung schließt, indem sie die Vertreter aller kriegführenden Nationen auffordert, um die Zukunft einer friedlichen Zivilisation sicher zu stellen, einen Druck auf ihre Leiter auszuüben, damit der edle Versuch, welcher der Menschheit durch Wilson dargeboten worden sei, ehrlich unternommen werde. » Tie wihverftandene Botschaft. Paris, 26. Januar.„Petit Parisien" Meldet aus Washing- ton. die Tatsache, daß die Botschaft Wilsons im Auslande kühl aufgenommen Morden sei, was man in Amerika eigent- lich nicht erwartet habe, zeige, daß die Botschaft-mißverstanden worden sei. Voraussichtlich werde von amtlicher Seite eine neue genauere Erklärung abgegeben werden. Der englische Schiffsbau in öeürängnis. Das Heer reißt die Hände aus der Produktion und die Produktion, auf die auch dos Heer angewiesen ist, fordert die Hände zurück, weil sie ihre Aufgaben nicht mehr lösen kann. Von diesem Kriegszustand fühlt sich der englische Schiffsbau schwer bedrängt. Wie dem„Nieuwe Rotterdamschcn Eourant" aus London gemeldet wird, widmet der Marmemitarbeiter der„Daily News" dem ernsten Charakter des v-Bootkrieges einen längeren Artikel. Er schreibt darin: Die Warnung, die Jellccoe vor einigen Monaten ausgesprochen bade, sei nicht genügend beachtet worden. In den letzten neunzig Tagen seien 479 Schiffe in den Grund gebohrt worden, darunter 187 englischer Nationalität. Der Vetfasier des Artikels gibt zu, daß es schwierig sei. die neuen U-Boote mit ihrem großen Aktionsradius zu bekämpfen und fordert daS Publikum aui, selbst an der Bekämpsimg der Gefahr doduich mitzuarbeiten, daß eS weniger eingeführte LuxuSattikel derbrauche und daß für den Bau von mehr Schiffen gesorgt werde. In einem Leitartikel schreibt die„Daily News" über den- selben Gegenstand: Während Deutschland die Schiffe in den Grund bohrt, bauen wir in einem Augenblick, in dem.wir so viel Schiffe als möglich herstellen sollten, nicht genug, um den riesigen Verlust wettzumachen. Wir bauen viel weniger als in normalen Zeilen und zwar aus denselben Gründen, warum wir auch weniger Lebensüüttej in unserem eigenen Lande anpflanzen, nämlich, weil wir nicht über die nöuaen ArbeilSkräfte verfügen. Schiffe mit einem Inhalt von Hunderttausenden von Tonnen warten auf ihre Fertig- stcllung. Man nimmt an, daß wir im Juni 700 000 Tonnen vom Stapel lassen können und wenn wir uns gegen den Angriff Deulich- lands entsprechend wehren wollen, so müssen wir diese Schiffe auch um jeden Preis fertigbringen. Das kann aber nur geschehe«, wenn wir alle geschulten Arbeiter, die in der A r m e e oder anderSwo aufzutreiben sind, zum Schiffsbau ver- wenden. Volk und Heer müssen verpflegt und mit Borräten ver- sorgt werden. Deutschland gebt da, auf ovs'. unsere Zuiuhr obzu- schneiden. Es ist feine einzige Ausficht, zu ffcgen. Wir müssen diesem Ausbungerungsfeldzug auf unseren Aeckein und noch mehr auf unseren Schiffswerften entgegenarbeiten. Wie der„Frankfurter Zeitung" gemeldet wird, beschloß die englische Regierung, daß der Weiterbau der bereits in Angriff genommenen Personendampfer einge- stellt und alles für den Bau von Frachtschiffen verwendet werden soll. « Der Tezeuiberverlust der englische« Flotte. Archibald Hurd stellt nach der„Rh.-W. Ztg." im„Daily Tele- graph* fest, daß im Monat Dezember 1V16 162 englische Schiffe mit-IIS 099 Tonneu versenkt worden seien, seit Anfang des Krieges 1245 englische Schiffe mit 2 947 475 Tonnen. Hurd warnt die Regierung mid das Boll, eine Blockierung Englands durch V-Boote als unmöglich zu verspotten. Der nationale Hi'lfsüienft in Englanü. London, 27. Januar. Der Generaldirektor des nationalen Dienstes Neville Chamberlain hat am 21. Januar in einer Rede in Birmingham mitgeteilt, er werde demnächst Rekruten für ein Nationaldien st korps auf- rufen. daS die sonst unabkömmlichen Männer militärischen Alters in bürgerlichen Betrieben ablösen solle. Dieser neue Rekrutierunasplan sehe die freiwillige Dienst- übernähme durch Männer von 18 bis 60 Jahren vor. Die Frauen würden vorläufig noch nicht auf- gerufen werden. Das Nationaldienstkorps werde dem neuen Ministerium zur Verfügung stehen. Die Mitglieder erhielten die normalen Löhne. Männer, die bereits Arbeit von nationaler Wichtigkeit verrichteten oder in der Munitions- industrie tätig seien, würden sich trotzdem einschreiben lassen müssen, und das Ministerium werde Männer, die schon in einem wichtigen Betriebe arbeiten, aus einer Fabrik, wo sie nicht so nötig seien, in eine andere versetzen können. Der ganze nationale Dienst solle sich auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit aufbauen. Wenn das keinen Erfolg habe, werde man möglicherweise zum Dienstzwang übergehen. Da die internationale Konkurrenz ini Einschirren von Menschcnkraft in die Dienste des Krieges ohne Grenzen ist, wird dieser Weg von der Freiwilligkeit zum Zwang, den die Engländer schon bei der Organisation des Heeresdienstes kennen lernten, sehr wahrscheinlich auch im Nationaldienst bis zu Ende abgeschritten werden. Die Aufgaben üer Reichskriegskoaferenz. Die„Morning Post" vom 17. Januar erhofft große Dinge von der RetchSkriegskqnferenz und schreibt: Die ReickSkriegSkonferenz. bei per Börden für Kanada. Ward und Mafley. für Reuseeland. SmulS für Südafrika und wahrscheinlich HugheS für Ansiralien zugegen sei« werden, wird hoffentlich große Dinge zustande bringen. Sie wird folgende Fragen zu erörtern haben: 1. Die Friedensbedingungen des britischen Reiches. 2. Die- wirtschaftliche Unabhängigkeit deZ briti- fchen Reiches von seinen möglichen Feinden in bezug auf Rohmaterial. 3. Die Verbesserung und Stärkung der wirtschaftlichen Orgmü- sation der Produzenten verschiedener Branchen, wie zum Beispiel die neuerdings erfolgte Verbindung zwischen der Zuckerindustrie und der clekirischen Maichinenindustiie zum Zweck gegenseitiger Kräftigung. 4. Die Verwirklichung des Ce'cil Rh odes fchen Kap— Kairo-Planes. Dazu gibl mis jetzt die politische Lage eine nie wiederkehrende Gelegenheit.' Die ReichskriegZ- konferenz darf biete Gelegenheit, Afrika englisch zu machen, nicht vorübergehen lassen. Der fromme Wunsch, den schwarzen Erdteil für England mit Beschlag zu belegen, wird erst nach dem englischen Steg Erfüllung finden. Bis dahin ist noch ein e-tück Weg. Die Schwierigkeiten einer voMänüigen Hlockaüe. Paris, 26. Januar. Bei der Verhandlung im Senat über die Interpellationen betreffend Maßregeln zur Verschärfung der Blockade gegen Deutschland und zur Verhinderung der Ausfuhr von für die Landesverteidigung unentbehrlichen Landeserzeugnissen machte Cazenenve darauf aufm erlsam, daß Frankreich, ohne es zu wollen, Deutschland mit Tierknochen und Seife ver- sorge, und zwar durch Vermittlung der Schweiz, und per- langte Verschärfung der Blockade in dieser Hinsicht. Namens der Regierung setzte Denis Cochin, Minister ohne Portefeuille, die Schwierigkeiten einer vollständigen Blockode auseinander, erklärte aber, die Verträge mit der Schweiz böten genügende Bürgschaften: eine Versorgung Deutschlands mit Blei und Kupfer durch Vermittlung der Schweiz hielt er für unwahrscheinlich. Er schloß: Wenn wir Deutschland durch Hunger zu bezwingen suchen, so geschieht eS, um die Freiheit unseres Vaterlandes zu sickern. Wir bleiben den liberalen Ideen treu, die stets die unftigen gewesen sind: daS soll uns aber nicht hindern, unS mit ollen rechtmäßigen Waffen, auch der Blockade, zu verteidigen. Auf Ersuchen des Ministers wurde die einfache Tagesordnung durch Handerhcben angenommen. Die Entjcheiüung mit üer Pistole vor üer Drust. London, 27. Januar.„Daily Ehronicle" meldet aus Athen, daß die griechische« Reeder den Borschlag der Alliierten, die griechischen Schiffe zu chartern, angenommen haben. Wegen der transatlantischen Schisse wird ein besonderes Abkommen getroffen werden. Der Beschluß, der unter schwerstem Zwang gefaßt wurde, bedeutet die Hinopferung der griechischen Handelsflotte für die Zwecke der Entente. Inzwischen hat Griechenlands Erfüllung der Forderungen des Ultimatums in der F o r t d a u e r der von der Entente verhängten Blockade nichts geändert. Durch die Charterung der Handelsschiffe— für militärische Zwecke— werden die' Wirkungen, auf die jene Blockade aus- geht, nunmehr sogar zum guten Teil andauern, selbst wenn die Blockade aufgehoben wird. Der Sieg an üer höhe 304. Ueber die Erstürmung der französischen Verteidigungs- anlagen auf der östlichen Seite der vielumstrittenen Berg- kuppe 304 in einer Ausdehnung von 1600 Metern schreibt unser Xpr-Müarbeiter.: Das Unternehmen war von uns sorgfältig vorbereitet worden. Nach einer eingehenden Artillerietätigkeit. die noch unterstützt wurde durch unsere Pioniere und Minen- werser, konnte der angesetzte Angriff in vollem Umfange durchgeführt werden. Die Franzosen wurden hierbei durch gleichzeitig vorgetragene Unternehmungen auf beiden Flanken der Hauptangriffsstelle, d. h. also im Gebiete des„Toten Mannes" und jiordöstlich von Avfocourt, über unseren eigentlichen Plan in rlnkcnntniS gehalten, so daß sie nicht imstande waren, den Schwerpunkt ihrer Gegenmaßnahmen rechtzeitig aus ihr Grabensystem bei der Höhe 304 zu legen. Die strategische Bedeutung unseres Erfolges basiert in der Hauptsache auf der großen Wichtigkeit des Geländes an und östlich der Höhe 304. Diese Erhebung ist zirka zwei Kilometer von dem wichtigen Dorfe Esnes entfernt und von diesem noch durch eine Talsenke und einen sich hieran an- schließenden kleineren Bergrücken getrennt. Durch den �rlusr der französischen Gräben ist eine Lücke in die feindlich/ Ver- teidigungsfront geschlagen worden, die keilförmig sich auf ESneS hin erstreckt und die dabei gleichzeitig in der Höhe 304 selbst einen hervorragenden artilleristischen Stutzpunkt besitzt. Um den durch unseren Vorstoß erlittenen Nachteil wieder aus- zugleichen, wird die französische Heeresleitung gezwungen sein, nunmehr zum inindesten eine stärkere Belegung des gesanrteir Geländes vorwärts Esnes anzuordnen, obgleich sie durch die Höhen 299, 310 und 239 hart östlich des Dorfes günstige Artilleriestützpunkte hat. Unsere neue Frontlinie bei Verdun und speziell auf dem linken Maasufer ist nunmehr durch eine Reihe von natür- lichen Stützpunkten gekräftigt, die den Franzosen bei weiteren Gegenvorstotzversuchen den stärksten Widerstand ent- gegensetzen werden. Dies ist zunächst der Höhenrücken des „Toten Mannes" mit der Erhebung 295, dann die jetzt er- wetterte Stellung auf der Bcrgkuppe 304 und anschließend hieran unsere Waldstellungen in den Wäldern von Malan- court und Avocourt. * Französischer Heeresbericht vom 26. Januar, nachmittags. Auf dem linken MaaSufer griffen gestern die Deutschen gegen Ende de» Tages nach heftiger Beschießung an vier Stellen der Front vom Gehölz von AvocouN bis östlich des Toten Mannes an. Durch Sperrfeuer, Infanterie- und Maschinengewehrseuer abgeschlagen, mußieil die Angreifer gegen ihre Gräben zurückgehen. Nur einigen Abteilungen gelang es. in vorgeschobene Teile eines Abschnittes auf der Höhe 304 einzudringen. Bei diesem Au- griff erlitten die Deutschen sehr hohe Verluste und ließen zahlreiche Leichen vor unseren Linien, insbesondere im Gehölz von Avoco/te Während der Nacht versuKteir die Deutschen, gegen kleine iranzösiscke Posten nördlich von Chilly(Somme) und nordöstlich von Vingrö Zwischen Oise und Aisn«) Handstreiche, die mißlangen. Im Oberelsaß ver- ließen die Deutschen bei Largitzen nach heftiger Beschießung ihre Gräben an zwei Punkte». Unser Artilleriefeuer hielt diesen Versuch glatt aus. Geichützseuer mit Unterbrechungen auf der übrigen Front. Abends: Nach neuen Nachrichten ist der gestrige feindliche An- griff auf dem linken Maasufer außerordentlich hestig gewesen: mehrere deutsche Regimenter nahmen daran teil, der Kampf führte an einigen Punkten bis zum Hgndgemenge. Am Morgen fetzte un« ein lebhafter Gegenangriff unserer Truppen in der Gegend der Höhe S04 wieder in den Besitz des größten Teils der Grabenstück«, in die der Feind eingedrungen'war. Ziemlich lebhafter Geschützkampf auf dem rechten Maasufer in der Gegend von Bezonvaux— Lonve- mont, in der Woevre-Ebene, im Abschnitt von Regrnöville und im Abschnitt von Beho(östlich von Lunöville). Gstafrika hält flch! L»»do», 26. Januar. Amtlicher Bericht aus Ost- Afrika. Generalleutnant HoSkinS Äernaüm den OHerbefeKl als Nachfolger von SmutZ am 26. Januar. Nördlich und südlich des unteren Ruf&schi und im Delta deS Flusses weichen deutsche Abteilungen in der Richtung auf Utete und den�ltembe-See vor unseren vorrückenden Äolonnen zurück. Kleine feindliche Abteilungen wurden mit höheren europäischen Offizieren in diesem Gebiete ge- fangen genommen. In der westlichen Zone ziehen sich starke feind- liehe Kräfte südlich aus der Richtung Mahenge und des Ruhudje- Flusses zurück. Eine vorgeschobene Abteilung diefer Kräfte war in Likuju. 53 Meilen norvösilich von Songea, isoliert und wurde noch einer ein« Woche dauernde» Einschließung und nach ernstem Kampfe am 24. Januar gezwungen, sich einer Kolonne unserer Oruppen zu ergeben. Vier deutsche Offiziere, darunter der Osfizier. der bisher das deutsche südliche Delachement befehligte, ferner 38 andere Europäer, 28» Askaris, ein 2?-MiIlimeter-Feldgeschütz und 2 Maschinengewehre kamen bei der llsbergabe in unsere Hände. Weiter nördlich nimmt der Kampf in diesem Gebiet in der Nachbar- ichoft von Isings seinen Fortgang. » In einer Order an den Staatssekretär des Reichskolonialamts spricht der Kaiser der ostasrikanischen Schutztruppe, die seit 30 Mo- naten abgeschnitten von jeder Verbindung mit der Heimat und nur mit den einfachsten Mitteln versehen einer überwältigenden lieber- macht standhält, seine hohe Anerkennung aus. Wilson und Englanö. Ter Leser der alldeutschen Presse hält sich fest überzeugt, daß Wilson ein gefälliger Handlanger Englands und gefährlicher Schäd- ling Deutschlands sei. Just dieselbe Meinung hat aber die chauvi- nistische Presse Englands von dem' amerikanischen Präsidenten, der nach ihr der Deutschfreundlichkeit dringend verdächtig ist und der nvr auf den Augenblick warte, um den Berbandsmächten in den Rücken zu fallen und sie, besonders durch den Erlaß eines Ausfuhrverbotes für Kriegsbedarf, schwer zu treffen. Die „National Review" schreibt, daß die Bereinigten Staaten englandfeindlich feien und von ihrer Antipathie nicht zu bekehren wären, auch wenn England 200 Millionen Mark jährlich für ..Propagandazwecke" an seine geschicktesten jungen Journalisten gezahlt hätte. „Es gibt Dinge, die sich nicht ändern lassen und zu denen gehört der historische Haß gegen alles Englische, der in die großen Massen der amerikanischen Kinder eingepflanzt ist und dauernd durch die englandfcindliche Presse aufrechterhalten wird. An' jedem 4. Juli wird die englische Flagge in der großen amerika- nischen Republik öffentlich verbrannt.... Welchen Krieg Eng- land auch führen mag, die Sympathien der Vereinig- ten Staaten sir/d immer auf der Seite seiner Gegner, ohne Rücksicht auf die Kriegsursache oder den Lauf der KriegScreignisse." Das sind natürlich Uebertreibung?n, aber in i>eij Uebertrcibungen steckt ein wahrer Kern. In Deutschland, wo die Kenntnis der auswärtigen Dinge minimal ist, ist man sich im Kriege niemals der Tatsache bewußt g.Uoorden, daß die Vereinigten Staaten bor noch nicht allzu langer Zeit jede Gelegenheit benutzten, um England eins auszuwischen. Von dem Unabhängigkeitskriege und dem zioeiten englisch-omeri- lanischen Kriege an, der infolge der englischen Svetyrannei am Schluß der Äoalitionstriege gegen Napoleon ausbrach, läßt sich dafür eine sehr stattliche Zahl von Belegen anführen. Die ..National Review" hat auch damit recht, daß die amerikanischen Kinder in den Schulen England als Erbfeind schildern hörten und daß der Nationalfeiertag als Erinerung an die Erlangung der Unabhängigkeit von England just nicht englandfreundliche Gefühle ausloste. T»« Amerikaner hatten sogar für ihre Vorliebe, Eng- land einS zu versetzen, ein eigenes Sprüchlein geprägt:„Dem Löwen auf den Schweif zu treten." Aber eines vergißt die„National Review" oder will sie vcr- gessen: daß die englische Regierung und die englische Presse seit zwei Jahrzehnten, genauer gesagt, seitdem Deutschland an den Bau einer Hochseeflotte'in der Nordsee heranging, mit allem Eifer die alten Antipathien in den Hintergrund drängte. Im spanisch-amerikanischen Kriege nahm das kontinentale Europa für Spanien Partei, England für die Vereinigten Staaten. Die UoilkeeS waren dafür nicht unempfäng- kich und revanchierten sich, indem sie den Buren moraliick« Unter- jtützung verweigerten. England verzichtete auf seine Rechte am Panamakanal und gab bei der Festsetzung der Grenze Kanadas gegen Alaska und im Streit um die Neufundländer Fischercirechte mit systematischer Bestänl�zkeit nach, und zwar in einer Weise, daß sich in Kanada lebhafter Widerspruch regte und der ehemalige kanadische Ministerpräsident Laurier die Frage aufwarf, ob die Dominion mit einer eigenen auswärtigen Politik,• unabhängig von Downing Street, nicht besser fahren. Den Lohn dieser klugen Politik erntet heute Groß-Britaiunen. Es hat sich, was die ,.N.itional Review" verschweigt, die Freundschaft der meisten Ame- rikaner erworben, alte Antipathien verdrängt und sich dadurch für hie Auseinandersetzung mit Deutschland den Rücken freigemacht. Diese Politik war vom englischen Standpunkte höchst weise, und die einzige Frage, die sich aus ihr ergibt, ist die, ob Deutsch- land nicht durch eine ähnliche Politik hätte versuchen können, sich den Rücken in Europa frei zu machen, mit anderen Worten, die von Bismarck gefürchtete Koalition feindlicher Mächte sich nicht bilden zu lassen. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 26. Januar. Bericht dos General st abeS. Mazedonische Front: Westlich vom PreSpa-See schwaches Gewehrfeuer unter den Feldwachen. Zwischen PreSpa-See und der Cerna schwache Artillerielätiqkeit. Im Cerna-Bogcn vereinzelte Kanonenschüsse. In der Gegend von M o g I e n a ver» einzeltes Gewehrfeuer, Minenwerfen und Geschützkampf. Schwache feindliche Ableitungen versuchten gegen BüjükiaS vorzugehen: sie wurden aber durch Anilleriefeuer zersprengt. Im Wardar-Tal schwaches Gesckützfeuer: läng» der Südabhäng« der Belasitza P l a n i n a und an der Struma vereinzeltes Geschützfcuer. An der Front am Uegäischen Meere haben feindliche Schisse die Küste westlich von der Mündung der Mesta ergebnislos beschössest. Rumänische Front: Zwischen T u l c e a und Di a h- nl u d i e Geschütz- und Jnsanteriefeuer zwischen beiden Usern de» St. GoorgSarmes. Feindliche Mynitore haben vom Sulina-Kanal aus P r i s l a v a beschossen. » London, 26. Januar.„Times" meldet auS 3 a s s y vom 23. Januar: Intensive Kälte mach« all« militärischen Opera» uonen unmöglich._ Das türkische Vorrücken in Persien. Der amtlichg Bericht des türkischen Gensrakstabes meldet pc>m 24. Januar von der Persischen Front: Der östlich von Devletabad zu- rückgewortene Feind setzt seinen Rückzug in Richtung nordöst« lich von Dizabad und südöstlich von Tula fort. Wegführung politisch unverläßlicher Serben Aus dem österreichischen KriegSpressequarticr wird unter der Ueberschrift„Russenlügen" gemeldet: Petersburger Zci- tungen haben die Nachricht verbreitet, daß 400000 Serben nach Ungarn und Oesterreich deportiert und in Konzentrationslager gebracht worden seien. Diese Nachricht ist unwahr. Es wurden lediglich in politischer Hinsicht unverläß'liche Wehrfähige interniert, deren Zahl nur einen geringen Bruchteil der in den russischen Blättern genannten beträgt. der Krieg aus öen Meeren. Versenkt. DaS dänische Mnisterium deS Aeußern teilt mit: Bei der Verienlung des dänischen Dampfers„ H r o p t a t y r" orn 22. 12. kamen durch Zusammenstoß deS Unterseeboots mit einem Schiffsboot und dem Schiff der Kapitän und ein Matrose um. Der hiesige deutsche Gesandte drückte dem Ministerium des Aeußern gegenüber das aufrichtige Bedauern der deutschen Regierung anläßlich de-Z traurigen UnglückSsallS aus, durch den zwei brave Seeleute ibr Leben eingebüßt hätten.— Wie italienische Blätter melden, ist der italienische Dampfer„Taormina" (1826 Tonnen) versenkt worden. Lloyds Register gibt einen nor- wegifchen Dampfer von 134.8 Br.--R.-Tonnen und einen italienischen Dampfer von 82SS Br.-R.-Tonnen an;«S ist zweifelhaft, um welchen von beiden es sich hier handelt. Der dänisch« Schooner ,S t. Peter" ist gleichfalls versenkt worden. Bei Lloyds werden folgende drei Schiffe als vermißt bezeichnet:.Hildawell" von West« hartlepool(2434 Br.-Reg.-Tonnen).„P. L. M. J." von Havre und Seafisher" von Narrow. Auch von der ,. 2 o u i s e A n n e" aus Lonnion, die am 15. November von Swaniea ausgefahren ist. hat man seitdem nicht» gehört. Ferner meldet Lloyds als versenkt den schwedischen Dampfer„O. A. Brodln". Kleine Kriegsnachrichten. I« HedschaS wurde, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, eine Anzahl Aufständsicher, die eine zur Unterdrückung d?S Aufstandes ausgesandte Truppenmacht angrirf, unter großen Verlusten verjagt. Drei Milliarden Lire Borschüffe. Wre aus Rom gemeldet wird. wurde der Schatzminister durch Dekret ermächtigt, von den drei italienischen Emissionsbanken einen weiteren außerordentlichen Bor- schuß in Höhe von 400 Millionen Lire zu erheben. Diese Borschüsse erreichen damit fast drei Milliarden Lire. politische Uebersicht. Die moralische Kraft des Privatmanns Bethmanu Hollweg. In München wurde unlängst ein entlasiener Sefteiär des „VolksausschusscS zur raschen Niederkümpfung Englands" zu längerer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er eine Mappe mit Schriftstücken des Vereins entwendet hatte. Die Schriftstücke waren in den Besitz unseres Parteisekretärs, des Landtags- abgeordneten Genossen Auer, gelangt, gegen den deswegen von der Zentrumspresse ehrenrührige Vorwürfe erhoben wurden. Demgegenüber erläßt Genosse Auer in der„Münchener Post" eine Erllärung, aus der hervorgeht, daß er die Papiere seiner- zeit in gutem Glauben erworben hat. Nachdem Genosse Auer bekannt geworden ist, daß die Papiere auf unerlaubte Art in die Hände des Verkäufers gelangt waren, hat er sie an den Ausschuß zurückgehen lassen mit nachfolgendem Begleit- schreiben: „Beiliegend übersende ich die Papiere, von denen ich seit der Verhandlung gegen Karl Held annedme, daß sie auf unsrlaubte Art in den Besitz des Verkäufer» gekommen sind. Verzeichnis der Schriftstücke: 1. Ein vervielfäliigier Brief an die Fürstin zu Hohenlohe- Waldenburg belreffend die moralische Kraft des Privatmanns Bethmann Hollweg und die geradezu verbreckerifche Eitelkeit und den fluchwürdigen Eigensinn des Reichskanzlers. Abgesandt Müncken, Elisabethstraße 31.• (In der Elisabetbstr. 31 wohnt Prinz Friedrich von Hohen- siein-Bergheim. D. Red.) 2. Ein Telegramm deS Grafen Reventlow an Stoehr. 3. Ein vervielfältigter Brief an Exzellenz von Kessel, Berlin, betreffend eine Sckrift: Deutschlands Kampf mit England. Ab- gesandt München, Elisabethstr. 3t. 4. Die Kariofselveri'orgung von Dr. Schlittenbauer. 8. Vervielfältigte Darstellung von Verhandlungen, die Graf Preising mit dem Grafen Zeppelin führte zur Information der Mitglieder des VolkSausichusseS.— Dieser Darstellung vorausgebend ist ein Brief an die Mitglieder de? BolSauSschusieS mit dem Hinweis auf die Erpressung durch die Beauftragten deS Reichs- kanzlerS. wodurch Zeppelin zur Unterzeicbnung deS sogenannten dritten Zevpelinbriefes,-der ihm vorgelegt wurde, veranlaßt wurde. Datiert 13. Oktober 1314, abgesandt Hotel Stadt Wien, München, Elisabethstraße 3. Die kurze Inhaltsangabe wirft ein bezeichnendes Schlag- licht auf den Inhalt der Schriftstücke und die geistigen Waffen, mit denen die Niederkämpfer Englands zwar nicht gegen England, aber gegen den deutschen Reichskanzler kämpfen. Der abgeschüttelte Dr. Peters. Zu den Verfechtern de? rücksichtslosen tl-BvotkriegeS mit kanzlerstürzenden Nebenabsichten gehört auch Dr. Karl PeterS. den wir unseren Lesern nickt weiter vorzustellen brauchen. Um die ongeb- liche Lässigkeit der Regierung recht bloßzustellen, verstieg sich PeterS unlängst zu der Behauptung, die Regierung habe es durch Unter- lassung des rücksichtslosen O-BootkriegeS geschehen lassen, daß Eng- land sich auf zwei Jahre vollständig verproviantiert habe. Die Freunde Dr. PeterS überlief, als sie diese Leistung zu Gesicht bekamen, ein gelinde« Entsetzen, denn ein kräftigeres Argument gegen einen noch zu unternehmenden rücksichtslosen O-Bootkrieg konnte gar nicht aufgestellt werden. Man forderte daher Dr. Peters auf, seinen Lu§- ipruck zu begründen oder zurückzunehmen. Statt dessen bekräftigte Dr. Peter« seine Behauptung, als deren Grundlage er angab, daß er „nack wie vor Beziehungen zu durchaus einwandfreien und zu- verlässigen Deutscken in London" habe. Auf Grund dieser Be- ziehungen behauptete PeterS sogar weiter, man lebe in London genau wie vor dem Kriege, der jetzige ll-Bootkrieg berühre England gar nicht. DaS geht nun selbst» seinen Freunden über die Hut. schnür, und die„Unabhängige National-Korrespondenz", ein Hauptorgan der Kanzlersronde, schüttelt PeterS mit einem längeren Artikel ab, an dessen Schluß e« heißt:, Hier hören die unzeitigen Aphorismen de« Herrn Dr. PeterS auf, scherzhaft zu tein. Man wird ihn sich selbst und dem großen Unbekannten in London überlassen müssen. Und der verbletbende Rest des unrühmlichen Intermezzos besteht in der alten Wahrheit, daß ein alter Ruhm am schnellsten und gründlichsten von seinem eigenen Träger— erledigt wird! Wir bedauern Dr. PeterS nicht. Für uns ist er nicht erst seit jetzt erledigt._ Ein Kapitalistenblatt für VermögenskonstSkatio«! In der..Rheinisch-Westsälischen Zeitung" finden wir mtter der Ueberschrift„DaS Bleigewicht der Milliarden" eine Betrachtung über die Deckung der Kriegskosten und die daran» erwachsenden Steuer- Probleme. Dabei stießen wir auf die absonderlich« Vrscheimmg. daß der Gedanke einer BermögenSkonfiSkation von einem Drittel. ja sogar der Halste des Vermögen»,_ den bekanntlich Stresemann zuerst in die Debatte warf, von diesem Organ großkapitalistischer Interessen keineswegs zurückgewiesen wird. ES wird gesagt, daß eS schließlich eine Frage zweiten Ran g eS sei,„ob wir die Abwälzung der Milliardenlast durch eine alle bisherigen Grenzen übersteigende und darum volkswirtschaftlich auf alle Fäll« nachteilige Erhöhung der Steuern verschiedenster Art versuchen, oder ob wir den Prozeß vereinfachet:, indem wir kurzer Hand eine Amputation an dem Vermögen vornehmen. So oder so wird die Wunde brennen, und die Konfiskation der Vermögen hat sogar gewisse Lorzüge gegenüber anderen Methoden. Der Zugriff erfolgt vorher, wirkungsvoller, ist einfacher, jedenfalls sympathischer als ern Sckrecken ohne Ende." Wer hörr, daß dies die„Rheinisch-Westfälsi'che Zeitung" schreibt. wird zunächst an einen schlechten Scherz glauben. Aber eS ist etwa« anderes— ein Trick! Durch die Ausmalung einer VermögeZ- konsiskation bis zu 50 Proz., die man unter Umständen selber befürworte» müsse, soll die gesamte Kapitalistenklasie scharf gemacht werden für die Forderung einer umfangreichen Kriegs- entschädigung. Die.Rheimsch-Westsäliscke" verfährt nach der Methode des Bangemachens, indem sie ihren befitzenden Lesen: sagt:„Falls wir keine Kriegsentschädigung bekommen, ist die Der- mögenSkon siSkation unausbleiblich." Sollte es sich nach Friedensschluß gleichwohl als nötig erweisen. über die Aufbringung der KriegSkosten durch Steuern zu beraten, so wird uro» jedenfalls an der Befürwortung der.Rheinisch-Westfälischeu Zeitung" zugunsten einer erheblichen einmaligen Vermögensabgabe gegenüber anderen Steuern nicht vorübergehen dürfen. Steigerung der Eink»nmen 7 Aus Lehrerkreisen schreibt man uns: Der Finanzminister Dr. Lentze hat im Wgeordnetenhause die vorjährige Einkommensteuererhöhung mit den Sätzen verteidigt: „Die allgemeine Teuevung mußte eine Steigerung der Einkommen zur Folge haben. Ob sie aber so in die Erscheinung getreten wäre, ohne die starken Steuerzuschläge, möchte ich bezweifeln." Die Wen- düngen und diese �Logik werden jeden nur auf sein Dienstein- kommen angewiesenen Beamten sonderbar berühren. Er hat nur die Preissteigerung gefühlt, sein Einkommen ist um mehr als die Hälfte an Wert gesunken. Ihm wenden erhebliche Mehrarbeiten zugemutet, während er die„Kriegskonjunktur" der Landwirte, Industriellen und Händler in vollster Schärfe zu tragen hat. Ausgenommen sind höchstens die als Etappenofsiziere tätigen und die in den Kriegsämtern beschäftigten Beamten, die Kriegszusagen erhalten. Die„Teuerungszulagen" und Weih- nachtSgratifikationen sind ganz unwesentlich und ver- fahren außerdem ganz schematisch. Sie werden nach der Höhe des A m t seinkommens gezahlt. So streicht mancher schwer Reiche schmunzelnd einige hundert Mark ein, während der Kollege ohne Privatvermögen, der aber eine Bagatelle mehr AmtSeinkonunen hat, daneben nichts erhält und schwer Not leidet. Jede„Teue- rungszulage" sollte vernünftigerweise nach dem Gesamteinkommen, d. h. unter Zugrundelegung der Ein- kommonsteuerhöhe, zugestanden wenden; sonst wird sie zur Farce, zum Teil zur direkten Geldverschleuderung. Di«„höheren" Beam- ten, die noch.altpreußisch bescheiden", d. h. nicht auf kapitalistischer Basis, loben, sinken rettungslos aus jeder erträglichen Lebens- Haltung heraus. Statt an diesen Stiefkindern durch Steuer- evhöhung eine nicht vorhandene„Einkommenserhöhung" in„Er- scheinung treten" zu lassen, hätte man besser die wirklichen Einkommens erhöhungen der Kriegsspekulanten und-Wucherer in Stadt und Land noch mehr zu treffen suchen sollen, sie allein, dafür aber gründlich. Keine Last zu schwer, kein Opfer zu groß. In einem Geburtstagstelegramm des Präsidenten des deutschen Landwirtschaftsrates, Graf v. Schwerin-Löwitz. an den Kaiser heißt es: „Angesichts des bevorstehenden schwere» EntscheidungSkompfeS. zu welchem CÄire Majestät unser Volk nach der schnöden Ab- Ishnung unserer FriedenSbereitschaft aufriefen, darf ich für die deutschen Landwirten heute mit dem erneuten Gelöbnis unverbrüch- licher Treue zu Eurer Majestät die Versicherung verbinden, daß uns Landwirts keine Last zu schwer und kein Opfer zu groß sein wird, um auch den uns aufgezwungenen WirtfchaftSkampf siegreich zu besteben." Das Telegramm erinnert an das Gelöbnis deS Bundes der Landwirte vom 13. Januar, wonach dieser namens der Landwirte»jedes Opfer, jede Leistung und jede Entbehrung" zu übernehmen sich bereit erklärte. Unseren Lesern wird er- innerlich sein, daß wir dies Gelöbnis bei mehrfachen Gelegen- Helten zitiert haben._ Der Zitatensack. Die„Deutsche Tageszeitung" leistet sich da? billige Vergnügen, das allgemeine gleiche Wahlrecht mit Aussprüchen emzelner Fort- schrittler und Liberaler zu bekämpfen. Sie muß hierzu immerhin sehr weit in die Vergangenheit de« deutschen BerfassungSwesens hinabsteigen und neben Sybel und Treitsckks selbst jenen v. Unruh antreten lassen, der in, 4Ser Landtag eine recht klägliche Führerrolle gespielt hat.— DaS Volk macht seine Forderung nach Beseitigung deS preußischen DreiklasscnwahlrcchtS nicht von Zitaten abhängig und würde sich auch durch eine imposantere Sammlung, als sie vie „Deutsche Tageszeitung" hat aufbringen können, nicht deirren lassen. Lette Nachrichten. Erfolge des U-Boot-Kreuzerkriege». Amsterdam, 27. Januar. Der dänische Dampfer„Hans Haersk", der gestern mit einer Ladung Eisenerz in Dmuiden au- kam, hat im englischen Kanal vier Riatrosen der französischen 2200 Tonnen großen Bark„Brenn"(1) übernommen, die von cinern deutschen U-Boot versenkt worden war. Englische Blockade gegen die Neutralen. Eine englische Note künidigt nach oiner Meldung des „B. T." die Blockierung der deutschen Nord seebucht ein- schließlich eines Teiles von Dänemark und Holland an.___ Tos Ergebnis der Hiudeuburgspende. In einem Telegramm an den Kaiser teilt Graf von Schw e- rin-Loewitz als Vorsitzender der Verwaltungsstelle der Hindsn- burgspende mit, daß in der Zeit von etwa 6 Wochen bereits mehr als m Millionen Kilogramm Schmal», Speck und Fleischware» für die Rüstungsarbeiter der deutschen Industrie gespendet wurden. Zum Tode verurteilt. Hamburg, 27. Januar. Das Schwurgericht verurteilt« den Hausdiener Bernhard D r a h e i m wegen M o r d e S und wegen gefährlicher Körperverletzui� zum Tode und zu fünf Jahren Ge- fängniS. Draheim hat am 18. Mai 1316 den Arz» Dr. Grumbrecht. weil er ihm die Ausstellung eines Atta st es wegen Arbeitsunfähigkeit verweigerte, durch sedjs Schüsse aus einer Browningpistole getötet und einen Schutzmann, der ihn festnehmen wollte, durch einen Schuß in die Schulter verletzt. Gewerkschaftliches. Serlin and Umgegend. Das Muster eines neuzeitigen Gewerkschaftsreformators. In Nr. V deZ«Vorwörls", vom 10. Januar, hatten wir von einem Zirkular Noliz genommen, dos in Berliner Gewerkschafrs- Ireisen verbreitet wird. Darm wurden unter der Bebauplung, daß sich unter den gewerkschaftlich organisierten Genossen schon seit langer Zeil eine tiesaehende oppositionelle Stimmung bemerlbar mache, alle opposinoncllen Elemente zu einer Aussprache eingeladen, jedenialls um den Grad und den Umfang dieser Mißstimmung zu messen und Gegenmaßnahmen gegen die dem Verderben der Gewerkichasten zu- steuernden Gewerkschafrsleitungen ausznspintisisien. Vom Unterzeichner dieses Zirkulars, Karl Kiirbs, hatten wir behauptet, daß er i» Berliner GewerkschastSkreiscn ein völlig Unbekannter ist. Das ist richtig. Denn die Berliner Gewerkschaften nennen ihn erst wegen des Erzlich vollzogenen Zuzuoes deS K. nach Berlin ihr eigen. Sonst ist aber St. kein io völlig unbeschriebenes Blatt. Doch nicht der verehrlichen Person des K. zuliebe, sondern nur. um den Ge- Nossen zu zeigen, wer sich ihnen so eilfertig als neuer Heerführer anbietet, sei uns seine nähere Lorstellung gestaltet. Kürbs war einige Jahre Angestellter der Ortsverwaltung Halle a. S. des Fl>brikarbeiterverbandes. Er ge- bürdete sich dort— der Parteiströmung angepaßt— sehr radikal. Frühzeitig schon erkonnte er die Schlechtigkeit der Gewerkichaslssükier, was fem in einer Partciveriammlung in put sächsischer Mundart getaner Äastandrarus:»Genossen, brieset Eire Fiehrer!' erkennen ließ. Denn dieic Mahnung zur Vorsicht konnte sich natürlich nur aus die Gewerkichaftssührer beziehen, dieweil gegen die Parteiführer in Halle gerichtet, er natürlich absolut unangebracht gewesen wäre. Kein Wunder, daß Kürbs von den Hallenser Genossen alsbald zum Parteitagsdelegierten gewählt wurde. Während nun in der Kiicgszeit so mancher GewerkschastZ- angestellter wieder Arbeit in seinem früheren Berus nehmen mußte, weil die Finanzen der GewerlschaftSkasien. auch die durch Mitglieder- Verlust und teilweiser Stillegung der Betriebe verminderte Arbeit in den Bureaus dazu zwangen, widerstand K. dieser Versuchung mannhast, obgleich auch seine ArbeUSkrast im Fobrikarbeiierverband überflüssig geworden war. Er wollte am lieftsten am„Beamten- sesiel Heben". Schließlich trat doch die Notwendigkeit seiner Ent- lasiung ein. In Halle selbst oder im nahen Leipzig Arbeil zu be- kommen, wäre ihm gewiß ein leichte-Z gewesen. Aber er zog es vor nach Berlin überzusiedeln. Hier bat er sich dann nickt gescheut, Unterstützungen vom Verband der Fabrikarbeiter zu beziehen, obgleich er in Arbeit st and. Ohne die Zustimmung der Ortsverwaltung Halle einzuholen, hat K. sich einen Vorschuß von 3M Marl zu verschaffen gewußt, den er, nach einer von ihm in der General- Versammlung abgegebenen Erkiärung, nach dem Kriege abzahlen will,„wenn er wieder in feine Stellung olS AgitationSlciter eingesetzt ist". Der Mann huldigt also, wie Figura zeigt. ganz netten gewerkschaftlichen Grundsätzen. Will er diese auch bei der jetzt von ihm geplanten Reformation der Ge- werkschaften in Anwendung bringen, dann wird es wohl in guter demokratischer Gleichheit bald zu einer Aufteilung der Gewerkscha'ts- koffen kommen. Denn waS Kürbs recht ist, ist jedem anderen Mit- gliede billig. Er gehört als Probe vom Dutzend der neuzeitigen GewerkschastSreformatoren obenauf gebunden. Wer also Lust hat, seinem Panier zu folgen, der folge ihm. Ja: Genossen, prüfet Eure Führerl__ Teuerungszulagen und Lieferung von Nahrungsmitteln an städtische Arbeiter. In der G e n er a lv e r s am nr lung des. G eme in de- arbeiterverbandes sprach Müntner über den setzigen Stand der Teuerungszulagen und die Lieferung von Nahrungsmitteln an die städtischen Arbeiter Berlins. Die Teuerungszulagen in Groß- Berlin' bieten ein ziemlich buntes Bild. Die letzte Regelung ist in Berlin vor Weihnachten erfolgt. Zu erwähnen ist, daß eine von Lichtenberg eingeführte generelle Zulage sich vorteil- Haft von der Regelung einzelner Gemeinden abhebt. Für die Versorgung der städtischen Arbeiter mit Nahrungsmitteln ist die Ortsverwaltung bei den städtischen Behörden lebhaft eingetreten. Einzelne Betriebsverwaltungen der Stadt Berlin haben hm und wieder etwa? abgegeben. Zum Bei- spiel Gemüse, Wurstkonierven. Heringe. Es fiel aber wenig ins Ge- wicht. Unter Hinweis auf die großen Schwierigkeilen der Nahrungs- mittelbeichaffung und auf die dadurch bedingte Schwächung der Arbeitskraft, bat die Verwaltung einen Antrag an den Oberbüraer- meisier gerichtet, der dringenden Frage der Versorgung der städtischen Arbeiter mit Nahrungsmitteln Beachtung zu schenken und dafür zu sorgen, daß möglichst bald in allen städtische» Betrieben Lebensmittel zu an- gemessenen Preisen an die Arbeiter zur Verteilung gelangen. Infolge des Schreibens an den Oberbürgermeister erhielt Müntner eine Ein- ladnng zu einer Besprechung mit dem Magisirarsrat Hentschel. Dieser veriprach, im Sinne der vorgebrachten Wüniche zu wirken. Demnächst übermittelte er Müntner eine Erklärung des Stadtrats Simonsobn, des Vertreters des frädlilchen Lebenmittelamis, die etwa dahin ging: Tie nichtkontingentierten Lebensmittel erhalte die Stadt zur Verteilung an die Allgemeinheit zugewiesen. iEs lasie sich daium nickt eine besondere Klosie der Bevölkernng oder eine besondere Gruppe von Arbeitern bevorzugen. Alle städtischen Betriebsleitungen seien aber angewiesen worden, olle Arbeitergruppen darauf zu prüfen, wie weit sie unter den Begriff Schwerarbeiter fallen. Diesen sollen dann, wie in den Betrieben der Heeresindustrie, die Nahrungsmittel zugewiesen und auch die Bezüge aus der sogenannten Hindenbnrgspende gewährleistet werden. Es etbielten bereits in den städtischen ElektrinlätSwerken 320 Mann und' in den Gaswerken'000 Mann die erhöhien Rationen.— Mit Rücksicht auf diese Erklärung erachtete Müntner es iür notwendig, daß die Kollegen schleunigst in allen Betrieben bei ihren Betriebs- leiiungen durch Kommiisionen oder dur» die ArbeiterauSschüsse nach- Helsen, damit alsbald eine Nachprüiung stattfinde. Alach einer lebhasten Debatte, in der manche Mißstände vor- gebracht wurden, nahm die Versammlung einstimmig eine Reio- lulion an. in der die Bemühungen der OtlSverwaltung. iür die städtischen Arbeiter in der jetzt so schwierigen Frage der Ernährung Erleichterungen zu schaffen, anerkannt werden. Desgleichen nahmen die Versammelten mit Befriedigung Kenntnis von der Erklärung des Magistrats, daß die Arbeiterinnen und Arbeiter der städtischen Be- triebe bei der Zuweisung von höheren Nahrunasrationen den Arbeitern der privaten Betriebe gleichgestellt werden sollen. Bon den einzelnen Betriebsleitungen erwarten sie, daß sie mit Hille der Arbeiter- auSschüste. und wo solche nicht vorhanden sind, mit von den Ar- be-tern gewählten Vertietern io schnell wie möglich in die P'üiung der Frage eintreten. weleU Gruppen von Arbeitern als Schwerarbeiter zu gelten haben. Sie erwarten ferner, daß die Prüfung unter gerechter Würdigung der tatsächlichen Arbeitsleistungen der einzelnen Arbeiter vor sich geht und daß die Verbesierung der Er- nährungsrntronen schleunigst erfolgen wird.— Für den Fall, daß in angemessener Zeit eine befriedigende Regelung dieier An- gelegenbeit nicht erfolgt isl. beaustragt sie eine Kommission ouS sechs Vertreter» der städtischen Arbeiter und einem Vertteter der Ortsverwaltung, beim Oberbürgermeister persönlich vorstellig zu werden und dort um Abhilfe zu ersuchen. Dann wurde der Geschäfts- und Kasienbericht für das L Quartal 1916 erstattet. Die Neuwahl der OreSverwaltung hatte folgendes Resultat: Bevollmächtigter Müntner, Kassieret H o s s m a n n, Agilations- leiler Sckabel. Kamerowski und Fräulein Friedrich. Beisitzer wurden: Elitz, Krüger. Graefs, Brumm, Werk, B r e rt b o f f. L u tz und Dolbersiein. AlsMevi- 's oren wurden Krumm, Klokow und F e h f e und als Redlsor der Hauptkasie Otto gewählt. Em Antrag aus der Versammlung, der Borwärtsdruckerei keine Drucksachen mehr zu übergeben, wurde abgelehnt. Aus der Schlichtungskommisfion für Milttürfchneider- arbeiten. Ein bedenklicher Versuch, eineeidesstattliche Versicherung zu erhalten. In dem Prozeß Weinkeller wider Frau Sndermann, über dessen Werdegang wir bereits berichieien. stand in der letz'en Sitzung der Schlichiungslommission iür Militärschneiderarbeiten wieder mal Bewcislermin an. Tie Zwischenmeisterin Frau Weinkeller halle ihren Arbeiterinnen nicht die tarffniötzigen Löhne gezahlt. Die Zwischenmeisterin aber halte von Frau Sudermann, die die strittigen MUttörunterhoien vom Bekleidungsamt in Auitrag hatte, ebenfalls nicht das ihr zustehende Tarifgeld erhalten. So diente der Rechtsstreit Weinkeller wider Sndermann dem Zweck, den Arbeilerinnen der Frau Weinkeller die larifmäßige Bezahlung durch Nachzahlung zu sichern. Es mußte festgestellt werden, wie viel der vom Be- kleidungSamt erbaltenen Hoi'en- Frau Sudermann im frag- lichen Zeiträume an Frau Weinkeller ausgegeben hat. Der Frau Sudermann war von der Kommission ausgegeben woiden, dies nachzuweisen. In einem Zwischemermin balle sie die Aufgabe ober nicht gelöst. So war der jetzige neue Termin an- beraumt worden. Auch diesmal blieb Fran Sndermann einen lückenlosen Beweis schuldig. Ein Arbeitgeber-Beisiyer. der sich der Klärung der umstrittenen Tatlachen besonders annahm, sah sich durch den Gang der Verhandlungen gezwungen, an der Art der Beweis- sührutig der Frau Sudermann und ihrem Verhalten schärfste Kritik zu üben. Wie Frau Sudermann zu overieren pflegt, das zeigte Beisitzer Kunze vom Schneiderveiband durch folgende„zur Kennzeichnung" gemachte Mitteilungen:»Ich hatte'Mit Voll- macht einer Frau N. gegen Frau Sudermann geklagt. Einen Vergleich, den ich vor der Schlichiungslommission abgeschlossen habe, hat Frau S u d e r m a n n bei der Klage- Verhandlung vor dem Charlottenburger Gcwerbegerichl schlankweg bestritten. In Charlottenburg erzielte ich gegen Frau Sudcr- mann ein Urteil und ich ließ bei Frau Sudermann piänden. Was tat Frau Sudermann? Sie übermittelte meiner damaligen Man- daniin N. ein Schrifistück, das die Ausarbeitung einer durch Fi au Sudermann von jener Frau?!. gewünschten eibesstattlichen Versicherung enthält und lautet:»Ich versickere an EideSstatt, daß ich keine Forderungen an Frau Sudermann habe und in- folgedesien auch keine Bollmacht gegeben habe." So handelt Fran Sudermann. Wenn es sich auch nickt auf den augxn- blicklicken Prozeß bezieht, so dient es doch sicher zur Kenn- zeicknung." Das Schriftstück wird auf den Tisch des Haui'eS niedergelegt. Eran Sudermann kommt, wie oft, mit Erklärungsversuchen, die opkschütteln erregen. In der Sacke selbst wurde ein neuer Termin zur Urteils- Publikation angesetzt. Eingegangene Druckschriften. Die Wahrheit über den Weltkrieg und seine voraussichtliche» Folgen. Von F. Güntberberg. Preis 1,20 M.— Wird Holland eingreifen? Von Bernhard Baumstetten. Preis 60 Pf. Verlag Otto Hill- mann, Leipzig-Go. Verantwortlich sitr Politik- Hermann Müller, Temvelhof; für den übrigen Teil d. Blattest Alfred Tcholz, Neukölln; für Inserat«: lb. Glocke. Berlm. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruck««! u. DerlagSanstalt Paul Singer är Co. Berlin BW.•. Hierzu 3 Beilagen. Lnniiiien des 5. Kn'eqsjahres und angesichis zahlreicher Hemmniffe Hai die deutsche Industue in rastlosem Bemühen eine völlig neue Mode geschaffen, die an(Schönheit und Vielseiiigteit ihresgleichen sucht. prächtige, farbenfreudige(Stoffe und kleidsame Formen wetteifern miteinander um IhremWunsch, modern und fesch gekleidet zu gehen, zu genügen. In späteren Anzeigen, die wir Ihrer Aufmerk- famkeit empfehlen, werden wir eingehender darüber berichten. Königflraße 33 am Bahnhof Alexanderplah Ehauffeefiraße 113 beim Steltiner Bahnhof Sonn'.ags geschlossen! Hr. 27. 34. Mrrflng. t KeilU i>ks JotiDärtü" Knlim flus Groß-öerlin. Der Neiökopp. Hamsternden Damen, die ihr Herz erfreuen wollen, raten wir, die heutige Sonntagsmuße zu einem Spaziergang nach der H e i l i g g e i st st r a ß e zu benutzen. Dort können sie an der Front des Hauses Nr. 38. in der Höhe des zweiten Stockwerks, ihr wohlgetroffenes, wenn auch etwas idealisiertes Konterfei erblicken. Obgleich das Bildwerk bereits 200 Jahre zählt und eine ihrer Ahnfrauen darstellen soll, ist die Familienähnlichkeit auch heute noch unverkennbar. Dieser„Ncidkopp", wie die-Berliner das Weib mit den gierigen Gesichtszügen, dem Schlangenhaar und den hängenden Brüsten nennen, ist das Porträt einer reicken Goldschmiedsgattin, die einst das Haus vis-a-vis bewohnte und im ganzen Viertel berüchtigt war, weil sie alleS für sich zusammenraffte und keinem Menschen etwas Gutes gönnte. Besonders ein kleiner Goldschmied, dessen Werkstatt ihr gegenüber lag. mußte täglich die wütenden Grimassen sehen, die sie ihm. dem Konkurrenten, ans ihren Fenstern heraus schnitt. Als dieser Mann zu Wohlstand ge- kommen war und sich ein neues Haus bauen konnte, ließ er an der Faffade jenen Kopf anbringen, den sie nun zur Strafe bis an ihr Lebensende stündlich vor Augen hatte. Mehr Entgegenkommen tut not! Die Berliner Volks speisung könme noch viel mehr Teil- nebmer haben, wenn in den Speiseausgabestellen die Abfertigung erleichrerl würde. Die Speisen erhält man meist mit nicht allzu- großem Zenverlust, falls nickt die Anlieferung aus den Küchen sich wieder mal verzögert hat. Es wird aber als sehr lästig empfunden, daß an den Kafsentischen inanchmal recht lange auf Abfertigung gewartet lv erden muß. Eine Klage über diese Erschwerungen gebt uns zu von einer Frau, die aus einer Spersenausgabestekle des WeddingS täglich ihr Esten bezieht. Mit Recht weist sie darauf hin, daß essenholende Frauen oft daheini ihre Kinder un- beaufsickligt zurücklasien müssen und daß Arbeitern und Arbeite- rinnen nix ihr Mittagsmahl doch nur eine kurze Pause gewährt wird. Sie schlägt vor, die in jeder Woche bis Donnerstag zu be- ivirkende Vorausmeldung der Teilnehmer für die nächste Woche und auch die immer am Freitag zu leistende Vorausbezahlung des t-ronntagsesiens nickt da entgegenzunehmen, wo täglich das Wochen- tagSesien bezahlt wird. An Donnerstagen und Freitagen ist der Andrang zu den Kosientiscken ganz besonders stark, so daß hier das Verlangen nach mehr Entgegenkommen für die Volksspeisungs- teilnehmer durchaus berechtigt erscheint. Vielleicht ließe sich auch dadurch einige Abhilfe schaffen, daß Vorausbezahlung des Essens für die ganze Woche zugelassen wird, wenn der Teilnehmer das wünscht. kauft. König!. Güterabfertiigung Charlotten- bürg." Wie miigeieilt wird, ist die Ware nicht über den Höchstpreis verkauft worden, womit noch nicht gesagt ist, daß sie nun auch zum Höchstpreis in die Hände der Verbraucher gelangt. Jedenfalls wäre es richtiger gewesen, sie der Gemeinde Cbarlottenburg anzubieten, dann wäre eine Garantie dafür vorhanden, daß die Möhren zu richtigen Preisen an die Verbraucher gelangen würden. Das Kriegsernährnngsamt gegen Neukölln. Vom KriegSernährungSamt geht der Presse eine Entgegnung über die Verhandlungen der Neuköllner Stadl- Versammlung zu. Wir entnehmen daraus, daß die Herabsetzung der Kartoffelralion begründet ist durch die geringe Haltbarkeit der Kohlrüben, die bis zum März verzehrt sein müssen. Auch der Transport von Rartoffeln nach den Städten ist bei dem jetzt herrschenden Frost so gut wie ausgeschlossen. Es wird weitex-mttgeteilt, daß von einer K 2 r z u n-q d-e r B r o t r tr t t ihr weder dem Kriegsernährungsamt noch der Reichsgetreidestelle etwas bekannt sei. Ebenso aus der Luft gegriffen sei die Angabe, in den Hafenstädten lagerten Berge von verfaulten Fischen, weit die Organi- sation nicht fertig sei. Bestätigt wird dann, daß die von Neukölln ab- geschlossenen Verträge aus Lieferung von Räucherwaren aufgelöst sind, weil diese Fische nach anderen Teilen Deutschlands geben. Die mit der Versorgung Neuköllns beauftragten Fanggesellschaflen seien aber augenblicklich aus Mangel an Ware nicht in der Lage zu liefern._ Lebensmittelversteigerung durch eine— Königliche Behörde. Wie ein Hohn auf alle guten Mahnungen des KriegSernährungs- aurtS, das im Interesse einer gesunden Preisgestaltung noch jüngst einer Einschränkung der Versteigerungen von Lebensmitteln daS Wort redete, liest sich folgende»Bekanntmachung: Am Sonn- abend, 27. Januar, um 10 Uhr vormittags/ wird hier auf Gleise 72 ein Wagen Möhren, 200 Zentner, öffentlich meist bietend der- Ter beratende Ausschnst des Kriegswncheramts, der anfangs dieies Jahres gebildet wurde, bält am 29. d. M. zu- iammen mit den Mitgliedern des KriegswucheromlS seine erste Sitzung ab, zu der auch Vertreter aus den versckiedenen Ministerien"und dem KriegSernährungSamt eingeladen sind. Den Vorsitz führt der Polizeipräsident v. Oppen. Referieren werden u. a. der Leiter des Kriegswucheramts, Regierungsrat Dr. D o y ö, über .Einrichtung und Aufgabe des K r i c g S w u ch e r a in t s",- und SlaatSanwalt Dr. F a l ck über.Wesen und Bedeutung d eS Kettenhandels". Die Sitzung ist nicht öffentlich. Berliner Lebensmittclnachrichten. Auf die Abschnitte Nr. 23 und LI der Lebensmittelkarte ent- sollen je 100 Gramm Med l. Die Abichnitte find am 29. und 30. Januar in den durch besondere Verkaussschilder gekennzeichneten Kleinhandelsgeschäften gegen Empfangsbescheinigungen abzugeben. Nach etwa 6 Tagen kann die Ware dann in Empfang genommen werden. Die z. Z. schwebende Mehlverteilung aus die Abschnitte Nr. 20 und 21 ivird hierdurch nicht berührt. Aus die secks Abschnitte der Karloffelkarte 40s bis 40o können in der nächsten Woche höchstens 3 Pfund Kartoffeln abgegeben werden. Die vier Abschnitte 406 und 40s sind bis auf weiteres von der Kartoffelkarle nicht zu trennen. Auf Abschnitt Nr. 22 der Ber- liner Lebensmirtelkarle tonnen 4 Pfund Kohlrüben entnommen werden. Schank- und Speisewirtschasteu können auf ihre Kartoffel- bezugsschcine nebenbei Kohlrüben bezieben, und zwar werden auf einen Bezugsschein über je 3 Zentner Kartoffeln 4 Zentner Kohl- rllben gliedert. Der Magistrat weist nochmals darauf hin, daß vom 28. d. M. ab Knochen aller Art, die in Haushaltungen, Anstalten, Gast- und Speisewirtickasren und ähnlicken Betrieben abfallen, getrennt von anderen Abrällen, bis zur Abholung aufzubewahren und an die städtischen Sammler abzuführen sind. Von DienSlag. den 30. Januar ab kann derjenige Teil der Berliner Bevölkerung, der bisher nicht in der Lage war, die ibm auf die Abschnitte Nr 20 und 21 der Berliner Lebens- mittelkarte zustehenden 200 Gramm Mehl zu er- holten, diese Mchlmenge in sämtlichen städti'chen Markthallen in den dort eingerichteten Verkaufsständen gegen Ausbändigung der Ab- schnitte Nr. L0 und LI entnehmen. Wer also sein Mehl bei seinen, Meblhändlcr bisher noch nickt bekommen hat, kann es sich von Dienstag ab in diesen Verkaufsstellen in den Markthallen be- schaffen. Die Reklamationen der Straßenbahn sollen, wie eine Korrespon- denz zu melden weiß, vom Kriegsamt in vielen Fällen be- willigt sein, so daß der Personalbestand demnächst wieder auf- gefüllt werden wird. Wir sehen der mithin bestimmt zu erwartenden Ausdehnung des Betriebes mit freudiger Erwartung entgegen. 200 000 M. gerettet. Wie uns der Magistrat N e« k ö I l n mitteilt, bat die Stadigemcinde von den 210 000 M., um die sie bei dem kürzlich mitgeteilten Warevichwindel geprellt worden ist, 200 000 M. zuxückerHalteii, so daß der gescunle Verlust nux lO 000 M. beträgt. Bctricbsinderungen in den städtische» Bolls badeaustalten. Von Montag. 29.. ab treten bei den städtischen Volksbadeanstalten sol- gende Betriebsänderungen ein: Die Anstalten in der Wall straße und in der Ä a r t e n straße bleiben ivie bisher von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, Sonntags von 8 bis 12 Uhr vormittags' ge- öffnet; die Anstalten S ch i l li n g�s brücke und B ärw al d straße bleiben voll geöffnet. Je ein Schwimmbad dieser beiden letzteren Anstalten dient zur abwechselnden Benutzung für beide Ge- schlechter; die Anstalt G e r i 6) r straße bleibt, jedoch nur für Wannen- und Brausebadverkehr, am Freitag. Sonnabend und Sonntag geöffnet; die Anstalten Turm straße, Bennewitz straße und Oderberger Straß« bleiben bis auf weiteres gänzlich ge- schlössen. Tie Urwählerlisteu für die im 11. Berliner Landtags- Wahlbezirk notwendig gewordene Abgeordnetenersatzwahl iverden am S ontag, 28. Januar, 10— 3 llhr, am Montag, 29. Januar, und am Dienstag, 30. Januar. 9—2 Uhr, im Wahlbureau, Stralaucr Str. 44/4ö I, Zimmer 10. lEingang 3j Der poltzeimeister. Ein russischer Polizeiroman von Gabrycla Zapolska. II. TaS Gehemmis der Wakowlin und zweier weißer Schallen. Älitzki begab sich langsam nach dem Hotel. Er hatte es nicht eilig. Der Marktplatz war leer. Die Uebeltäter und der ihnen nacheilende Polizist— alles war verschwunden, wie verzaubert. Unwillkürlich begann auch Klitzki, leise zu gehen und ge- räuschlos aufzutreten, wie es die meisten Bewohner dieses merkwürdigen Städtchens taten. r In der linken Hand hielt er den Stock, mit der rechten umfaßte er die Waffe in der Manteltasche. Denn er hatte beständig das Gefühl, daß jemand vor ihm auftauchen, ihn überfallen und ihm einen Messerstoß versetzen würde. Er ging bis zur nächsten Gasse. Hier vernahm er Geflüster. Die Gasse nründete in eine dunkle Mulde, die von einem aufgeschütteten Erdwall abgeschlossen war: eine unruhig flackernde, an einer langen Stange hängende Laterne spendete mattes Licht. Neben dieser Laterne bewegte sich ein Schatten. Klitzki wich zurück. Er fürchtete sich jetzt, als er allein war. Er hörte das Geflüster ziemlich deutlich und wußte nicht, ob er weitergehen oder umkehren und um den Markt herum- gehen sollte, In diesem Augenblick vernahm er: � �„Mb die Hälfte her!" „Fort! Das geht nicht! Soll für uns beide zusammen sur eine Hälfte bleiben?!" „Verfluchte Kerls! Gebt die Hälfte her, wenn nicht... dann..." Nun begann die Teilung eines Raubes. Man hörte Münzen klingen. Die Gestalten hatten sich im Schein der Laterne niedergesetzt und zählten. Eine große, im Dunkel verborgene Gestalt streckte die Hand aus. „Los!... Beeilt euch I" Dumpfes Stöhnen, und wieder Geldgeklirr. Plötzlich begriff Klitzki. Die fliehenden Diebe teilten die Beute mit jemand, der sich im Dunkel verbarg. Er sprach russisch und verlangte die Hälfte. Die Teflung war vollzogen. Schwere Schritte, Säbelgerassel, urrd aus dem Versteck tauchte die Gestalt des Polizisten hervor. KlitzkiS Atem stockte nervös. Welche Zuchtlosigkeit! Dennoch erfaßte ihn eine bange Angst. Er drückte sich fest gegen die Mauer und hätte am liebsten daran anwachsen nrögen. Lieber wäre er vorhin jenen beiden Flüchtlingen in die Hände gefallen, von denen der eine seine weißen Wolfs- zähne im Vorüberlaufen sehen ließ, und der andere von Blut troff, als der Gewalt dieses Sicherheitshüters � ausgeliefert zu sein, der um sich her Grauen und bange Angst der- vreitctc. Der Polizist blieb einen Augenblick stehen und blickte umher. Als er aber auf dem Marktplatz nichts bemerkte. ging er langsam nach der entgegengesetzten Richtung und per- schwand in der Finsternis. Aus dem Versteck ließ sich von neuem Geflüster vernehmen. „Das Aas hat die Hälfte eingesteckt!" „Du hättest schlauer sein sollen! Hättest während der Flucht einen Teil verstecken müssen!" „Wie konnte ich was verstecken! Es war in einem Tuch eingebunden." „Als der Bauer zur Erde fiel, hättest du öS aufbinden sollen." „Das Luder hat ja geschrien!" „Nu. er schreit vielleicht immer noch. Man hätte ihn vom Wall ins Wasser werfen sollen." „Wozu das? Sollen sie ihn finden I Was geht's uns an?" Einer der Spitzbuben stand auf und war mit einigen Sätzen auf dem Erdhügcl. „Ich gehe zu.Muttern'! Leb wohl, Gaunerbruder!" „Ich komme mit!" Ter zweite sprang ebenfalls auf, sie schwankten eine Weile wie zwei bleiche Schatten, ließen sich in die Tiefe hinab und verschwanden auf der anderen Seite der Mulde. Klitzki trat endlich ganz erstarrt aus seinem Versteck hervor. „Gemordet haben sie ihn!" sagt» er.„vielleicht ist das Opfer nicht tot, aber sie wollten es doch ermorden. Tort liegt der Bauer,.den sie beraubt haben. Der Polizist hat mit ihnen die Beute geteilt. Entsetzlich!" Er fühlte einen tiefen Groll gegen Horstt und dessen Zsitrotu� 28. Immer 1917. « 1. Hof rechtsj zur Einsicht öffentlich. auSliege n. Jmierkalb dieser drei Tage steht eS jedem frei, sowohl gegen die Richligkeit oder Vollständigkeit dieser Listen als auch gegen die Richtigkeit der darin aufgeführten Steuerbcträge seine Einwendungen im Wahlbureau schriftlich oder in der Auslegestelle daselbst bei den dort abwesenden Beamten zu Protokoll anzubringen. Schule und Familie. Im»Vcrcilt Berliner Volksschullehrerinnen" sprach Lizcntiot S i e g in u n d- S ch u l tz e über Kinderfllrsorge während des Krieges. Er empsahl unter anderem, daß die Lehrerschaft mehr als bisher Beziehungen zu den Familien der Schul- linder Pflegen möckie. Seine Ansichten fanden nicht in allen Teilen den Beifall der Zuhörerinne». Gegenüber der Behauptung, daß in Arbeiterfamilien die Eltern sich sehr wenig um die Schularbeiten ihrer Kinder kümmern, erklärte eine Lehrerin, sie lönirc hierüber durchaus nicht klagen. Nach den Beobachtungen, die wir in Berliner Arbeitersamilicn gemacht haben, müffcn auch wir jenem abfälligen Urteil widersprechen. Was für Arbeiter- familien mögen das sein, bei denen der Redner seine Er- fahrungcn gesammelt hat! Unterschreiben können wir die For« derung, daß Sckule und Familie in engere Beziehung zueinander treten sollen. ES ist sehr wahrscheinlich, daß dabei die Schule so- gar mehr gewinnt als die Familie. Will die Sckule nicht nur drillen, sondern wirklich erziehen, so darf sie sich nicht von der Familie abschließen. Die sogenannten Schulpflegerinnen, die man lir manchen Städten hat, reichen schwerlich als Bindeglied aus. Lehrer und Lehrerinnen müssen sich bemühen, selber Fühlung»nit' der Familie zu nehmen. Auch in der Versammlung wurde dem zu- gestimmt, allerdings unter Betonung der Schwierigkeiten, die in den besonderen Verhältnissen der Großstadt liegen. Eine Lehrerin er« zählte, wie sie nur mit einiger Scheu sich entschlossen Hobe, ihre Wohnung in der Nachbarschäst ihrer Schule zu wählen. Sie habe aber bald gemerkt, daß sie einen Gewinn davon hatte, weil sie so die ihr anvertraute Schuljugend ganz anders kennen lernte. Hilfsdienst für deutsche Gefangene in Frankreich.- Vor einiger Zeit wurde zwischen der deutschen und der franzv- sischew Regierung ein Abkommen getroffen, wonach jeder in Deutsch- land besindliche gefangene Franzose aus Frankreich oder der Schweiz wöchentlich 2 Kilogramm Brot in Sammelsendungen erbält. Als Gegenleistung hat die sranzösische Regierung einmal die Erhöhung der täglichen Brotration für"die gefangenen Deutschen irr Frankreich auf 000 Gramm zugestanden, ferner die Genehmigung er-, teilt, daß deutscherseits die in Frankreich befindlichen Gefangeneir mit Zusatznabrung. Bekleidungsstücken und sonstigen Llebes- gaben in Sammelsendungen versorgt werden können. Erfreulicher» weise fiel der Abschluß dieses Abkommens mit der Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen zusammen, die das hohe Ergebnis von 12'/� Millionen erbracht hat. Die VolkSspenda ermöglichte eine großzügige Organisation dieses Liebesdienstes. Zur Erledigung der Arbeil wurde in Bern unter dein Namen„Hilts- dienst für die Kriegs- urrd Zivilgefangenen in Frankreich" eine Stelle errichtet, die in' ganz kurzer Zeit mit dem Versand beginnen konnte. Bon der Berner Stelle werden monatlich für über 100 000 M. Zusatznahrungsmiitel an die Gefangenen in Frankreich geschickt. Auch die Reuausstattung der Zivilgefangenen, deren Bekleidung in- folge der langen Gefangensckaft außerordentlich gelitten hat, wird von dieser Stelle aus bewerkstelligt. Der Hauptarbeilsausichuß der Volksspende hat für die Reueinkleidung der Zivilgefangenen 200�00 Marl zur Verfügung gestellt._■~ Ekrichrönkvo� dkr Paketannahwr«n Berlin. Düt UNgLnfiige~ Witterung und die Besörderungsverhältnisse machen es notwendig, daß in der Zeit vom 29. bis einschließlich 31. Januar, gewöhnliche Pakete sowie Wert- und Einschreibpakete zur Beförderung bei den Postanstalten des Oberpostdireklionsbezirks Berlin nickt angenommen werden. Ausgenommen sind dringende Sendungen. Pakete von Bc- Hörden. Pakete mit Zeitungen und Matrizen und Privatpakele nach dem Feldheere. Die Ausstellung„Deutsches Bauwesen im Kriege", die heute mittag 12 Ubr in der Akademie der Künste, Pariser Platz 4, eröffnet wird, zeigt eine große Anzahl Photographien von Bauten. die während des Krieges in Deutschland hergestellt wurden. Sie wird bis zum 10. Februar täglich von 10—3 Uhr geöffnet sein. Der Eintritt ist unentgeltlich. Die A. E. G. teilt unZ mit, daß sie mit Rückficht auf die Steigerung der Lebensmittelpreise die Teuerungszulagen ihrer Au- gestellten erhöht hat. Im Zoologischen Garten findet am heutigen Sonntag von 4— 10 nachmittags Konzert statt. Eintritt 50 Pf., für Kinder unter Tochter, die ihn gehindert hatten, dem Ueberfallenen zu Hilfe zu eilen. „Ich hätte ihn vielleicht gerettet, oder Ivenigstens einen der Mörder mit meiner Waffe gezeichnet." Eine große Traurigkeit beschlich ihn bei dem Gedanken, daß um ein paar elender Kupfermünzen willen Blut geflossen war und ein Mensch vielleicht in Qual und Schmerz hätte umkommen müssen. „Die Polizei muß unbedingt benachrichtigt werden, um Rettung zu bringen." dachte er. Dieser Entschluß belebte ihn. Er lief nach dem er- leuchteten Hoteltor zu. Als er cS erreicht hatte, hörte er dünne Geigentönc, die das bekannte Walzerlicd„Tigrionok" spielten. Die Dragoner vergnügten sich im Restaurant. Von Zeit zu Zeit erklang eine Tenorstimme, die die Melodie mitsang. Dann spielte die Geige wieder schluchzend und leise; plötzlich aber erdröhnte das Gelächter männlicher Stimmen, vermischt mit dem Geklirr zerbrochenen Glases, das sich mir allmählich beruhigte und die langgcdehnten Geigentöne wiedar hören ließ. Im Torweg saß auf einem Stuhl der Hausdiener des Hotels, ein einsilbiger Mann mit seltsam düsterem Gesicht und fast weißem Haar. Seine zusammongekauerte, versckwch- tcrte Haltung paßte seltsam zu dem ringsumher herrschenden Grauen. Er schien zu schlummern oder tief in Gedanken vcr- funken; denn er sah nicht, daß Klitzki den Flur betreten hatte. Der junge Mann rüttelte ihn an der Schulter. „Hört!" sagte er,„auf dem Wall wurde Raubmord be- gangen. Sofortige Hilfe ist nötig! Ihr seid doch ein Hiesiger! Sagt mir, was ich tun, zu tvem ich gehen soll." Der Hausdiener erhob seine schläfrigen Augen zu Klitzki und ließ sich dessen Worte durch den Kops gehen. „Auf dem Wall?" wiederholte er. ..Jawohl!" Klitzkis fieberhafte Erregung traf die unerwartet gleich- gültige Frage: „WaS ist denn dabei?" Klitzki verstummte für einen Augenblick. (Forts, folgt.) 10 IaHron die Aälfie: rvenso Mr da? Fquanum, das von s Uhr morgens bis 6 Uhr abends geöffnet ist. Ter Schausplieler Ingo Brandt, Haus- und Geschäftsfreund der Dame Kupfer, ist verhaftet worden. tZisenlmhmmfall auf dem Anhalter Bahnhof. Sonnabend früh A.'- Uhr überfuhr der Frantfurler V-Zug bei feiner Einfahrt den Prellbock und den Kopfbahnsteig samt SchalterhäuZchen mid eiserner Barriere, und lam erst vor dem massiven Pfeiler neben der Uhr am Haupteingang zum Stehen. Der Post, und Gepäckwagen sind erheblich beschädigt, Personen nicht verletzt. Ei« Kriegsgefangener als Lebensretter. Ein zwölfjähriger Schüler aus Krenrmen lief auf dem Maertenpfuhl Schlittschuh und brach dabei ein. Der Knabe geriet unter das Eis und wäre er- trmtten. wenn nicht ein in der Röhe be.schäitigier k r i e g s g e- fangen er Franzose herbeigeeilt wäre, der den Schüler im Augenblick höchster Gefahr rettete. � Mus den Gememöen. Antwort des Neuköllner Magistrats. Auf die in, gestrigen Leitartikel wiedergegebene Antwort des Berliner Magistrats zu den Verhandlungen der Neuköllner Stadt- verordnetenversammlung geht uns von, Magistrat Reukölln eine längere Entgegnung zu, der wir entnehmen, dafe in der Sitzung der Grotz-Berliner Äartofselgemeinschaft die ungünstigen Verhältnisse auf dem Kartoffelmarkt auf die durch das anhaltende Regenwetter ganz- lich unpassierbar gewordenen Landwege zurückgeführt wurden. Es wurde ferner erwähnt, daß schon in einzelnen Städten im Westen Deutschlands die Ration auf drei Pfund heruntergesetzt und in AuG- ficht genommen ist, dasselbe für Groh-Berlin zu beschließen. Die Vertreter der Groß-Berliner Gemeinden stimmten diesem Vorschlage zu, da auch ihre Bestände diesen Ausweg notwendig machten. Rur der Neuköllner Vertreter erklärte, zu dieser Herabsetzung nicht ge- zwungeu zu sein, da die eingemieteten Kartoffelvorräle noch vier bis sechs Wochen die Verabiolgung von fünf P>und gestatteten Ein Ausgleich der fehlenden Kartoffelmenge durch Kohlrüben lasse sich schwer schaffen, da es gerade der ärmeren Bevölkerung Neuköllns an den notwendigen Zutaten fehlte, die sich die besierbemittelte Bevölke- rung immer noch eher beschaffen könnte. Der Einführung des EinheitSbroteS hat der Neuköllner De- zernent widersprochen, weil die Notwendigkeit zu einer solchen Matz- nähme einwandSfrei keineswegs festgestellt ist. Das reichliche Bor- handcnsein von Brot in Neukölln und Lichtenberg und der Mangel desselben in den westlichen Bororte» kann auch schon für den Laien erkennbar oder« doch nnr auf einen OrganisationSfehlcr zurückzuführen fein. Die RcichSgetreidc- stelle hat der MehlvecteilungSstelle Grotz-Berli»\ö viel Mehl zur Verfügung gestellt, datz die festgesetzten Brot- bezw. Mchlmengen an die Bevölkerung ausgegeben werden können. Wenn bei der Ausgabe dieses MehleS nun wesentliche Verschiebungen eintreten, so ist es die Ausgabe der zuständigen Verwaltungsstellen, den Ursachen nachzuforschen. Wie der Dezernent schon in den Vor- Handlungen im Siebener-AuSschutz hervorgehoben hat, kann einem WibnerSdorscr Bürger nicht zugemutet werden, weil der Ver« teilungSsaktor falsch gewählt ist, sein Brot in Neukölln zu kaufen. Dieser Uebelstand würde aber schon ohne weiteres durch die Kundenliste beseitig, werden können. Einheitsbrot und Kundenliste. welch letztere auch ihre erheblichen Schwierigkeiten mit sich bringt, der Grotz-Berlmer Bevölkerung in einem Atemzuge zuzu- muten, gebt über den Rahmen des Notwendigen unbedingt hinaus. Die städtischen Körperschaften der Stadt Neukölln haben nach noch- maliger eingehender Erwägung sich dahin entschieden, datz ein Anlatz zur Einführung des EinheitSbroteS noch nicht gegeben ist, und haben in diesem Sinne auch bei künstigen den Dezernenien beauftragt, Beratungen zu wirken. Eiemrtcilung auf HauShaltuagskarte« in Reukölln. In der Zeit von Montag, den 29. Januar, bis Sonnabend, den 10. Februar verteilt die Stadlgemeinde Eier an die Inhaber von HauShaltungs- karten für eine Person, zwei und drei Personen. Die Abgabe erfolgt in den Geschäften, in denen die Haushaltungen in die Kundenliste eingetragen sind, gegen Vorlage der HaushaltungSkarten und Ab- trennung des Abschnitts 14 der Eierkarte. Die größeren Familien werden später beliefert. Ttellunguahme von Borortgemeindc« zum Einheitsbrot. Wie eine Lokalkorrespondenz mitteilt, wird in der am Montag statlsindenden Sitzung der Berliner Brotkartengemeinichast neben Neukölln auch Charlottenburg und Wilmersdorf gegen die Einführung des EinheitSbroteS stimmen. Die Charlottenburger Lrbensmittelvrrteiluug in der ko«mendru Woche. Der anhaltende Frost hat die Kartoffelzufuhr noch Char- lottenburg fast unmöglich gemacht. Man mutz darauf rechnen, datz in der kommenden Woche Kartoffeln noch knapper werden. Als Er- satz wird für die auSjallenden drei Pfund Kartoffeln Brot an die Bevölkerung abgegeben. Auf die sechs schraffierten Abschnitte 40» bis 40« der neuen grünen Kartoffelkarte dürfen höchstens je>/z Pfund, also höchstens zusammen drei Pfund Kartoffeln abgegeben'werden. Auf die vier nicht schraffierten Abschnitte 40d und 4Öe, die nicht von der Karte getrennt werden dürfen, können Kartoffeln nicht ab- gegeben werden. Auf die schraffierten Abschnitte 40» bis 40o oder auf eines dieser Abschnitte können in der folgenden Woche an Stelle der Kartoffeln Brot- und Weißbrot gekauft werden und zwar für jeden Abschnitt 40», 40b und 40 o 200 Gramm oder Schrippen. Jede Marke gilt also für 100 Gramm Gebäck,'/« Marke für 60 Gramm Gebäck. Auch in Gast- und Schankwirtschaften kann auf diese Abschnitte der Kartoffel- karte Brot entnommen werden. Auf Abschnitt 28 der roten NabrungS- mittelkatte werden 4 Pfund Kohlrüben abgegeben, auf Abschnitt 29 t/. Piund Graupen oder Gerstengrütze, auf Abschnitt 30 V« Pfund Haferslocken oder Hafergrütze, auf Abschnitt 31 l/s Pfund Kunsthonig oder Vj Pfund Marmelade oder Vz Pfund Sirup und auf Abschnitt 32 der roten Nahrungsmittelkarte, ober erst von Mittwoch, den LI. d. M. ab, 200 Gramm Mehl für jede Person. Das Mehl kann in allen Ge- schäften, Sie Mehl verkaufen, gekaust werden, auch in denen, in deren Kundenliste der Käufer nicht eingetragen ist. Für die LebenSmittelkartenauSgade in Wilmersdorf sieht sich der dortige Magistrat zu einer gleichermaßen an Hausbesitzer und Mieter gerichteten Mahnung veranlaht, in der er darauf hinweist, daß jeder Ausgabe neuer Karten die HauSliste den einzelnen Hau"« SaltungSvorständen zur OuittungSleistung vorzulegen ist. Wer diesen Verpflichtungen nicht nachkommt, hat, außer der event. Bestrafung, nicht rechtzeitige Aushändigung der ihm zustehenden Karten zu gewärtigen. Klciilgürten.Höchstpreise für Wilmersdorf. Der Magistrat von Wilmersdorf hat Pachlhöchstpreise für Kleingärten festgesetzt. Da- nach darf der PachtprriS für den reinen Gemüse- und Kartoffelbau im Kleingartenbetriebe in Berlin-WilmerSdorf nicht übersteigen: für Kulturland 12 Pf. für 1 Ouadratmeter und Jahr, für Brachland 6 Pf. für 1 Quadratmeier und Jahr. Gcmeindevertretcrsitzung in Britz. In ihrer Sitzung am Freitag beschloß die Vertretung bis 1000 Paar Kriegsschubwerk anzukaufen und an bedürftig« Einwohner eventuell unentgeltlich abzugeben. Zum Bericht über die Lebensmittelversorgung hatten die sozialdemo- kratischen Vertreter einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, wonach der Gemeindevorstand beauftragt wird, bei den zuständigen Stellen dahin zu wirken, datz die jetzige Kartoffelration nicht eingeschränkt wird. In seinem Bericht erklärte der Bürgermeister noch vor einer Begründung de! Antrages, der Gemeindevorstand sieht auf dem Standpunkt des DringlichkeilSanirageS und wird diesem entsprechend verfahren. Räch einer längeren Debatte schloß sich die Gemeinde- Vertretung dem einstimmig an. Ueber die Notwendigkeit, die Ein- sührung eines Einheitsbrotes für Grotz-Berlin e n e r g i s 61 zu bekämpfen, herrschte E i n>n ü t i g k e i t. Für eine von der Gemeindevertretung für ungüllig erklärte Wahl eines Vertreters der dritten Abteilung wird eine Ersatzwahl am Sonntag, den 4. Februar, in der Turnhalle der Gemeindeschule, Werderstraße� stattfinden. parteiveranstaltungea. Vorwärts, Lese- und Diskutierklub Grotz-Berli«. Zettiou IT. Montag, den 29., obenbs 8 Uhr. finden nachstehend« Versammlungen statt, zu denen die Leser des.Vorwärts" ein- geladen find: S ü d o It e n: Im Lokal von Fröhlich. Muskauer S t r. 1, Erle Zeughoffiratze. Bortrag d«S Genossen Hugo P o c tz s ck. O st e n: Im ttokal von Fredersdorf, Fr an is urt e r Alle« 2t. Vortrag des Genossen Bartels(Parteioorstond). Im Lokal von Heinrich, Kratze Frankfurter Str. 29. Bottrag des Reichs- tagsabg. O t t o W e i s.« Spandan. Alle diejenigen Genosse« und Genossinnen, die aus dein Standpunkt der Fraktionsmehrheit stehen und Mitglied der alten sozial- demokratischen Partei bleiben wollen,«erden dringend ersucht, ihre An- Meldung bezw. Adressen baldmöglichst an die Genossen Wilhelm Pieper. Spandau, PichelSdarser Str. 11, oder Emil Stahl, Spandau, Marschallstr. 10 III, gelangen zu lassen. Zrauen-Leseabenüe. Charlottenburg. Bolkshaule. .... Montag, de» 29. Januar, pünktlich abends V,9 Uhr, im Volkshaule, Rofinenstr. 4, Vorderhaus t Treppe links: Frauen-Leseabend. ES wird mn vollzähliges Erscheinen aller dem Soz. Wahloerein Charlottenburg angehörenden Frauen ersucht. Nutzer der Wohl einer Lescabend-Leiterin sollen noch einige sehr wichtige Fragen besprochen werden. Der Vorstand deS Wahlvereins. J. 31.: Johann Schneider. önefkasten der Reüaktion. Vructmofin, M. Sie baben nur Ansvruch auf Witwenrente, wen» Sie selbst dem Sinne des Gesetzes nach als invalide erachtet werden. — Elbe 17. Diese Strase fällt nicht unter den Gnadenerlatz. Ihre ander« Frage lätzt sich vorher nicht beantworten.— E. H. 48. Ihr Verdienst in der Türlei gehört zum iteuerpiliastigen Einkommen. Sie können aber in Rückficht au> den doppelten Wohnsitz um Herabsetzung der Steuer ersuchen. — F. P. 100. Die Buchstabe» bedeuten keine Krankbett.— W. 9Ü. 1. Sie können schon setzi den Antrag aus Reichswochenhilfe bei der Kranken. kaffe der A. E. G. stellen. 2. Das entscheidet der Wilttärarzt.—@. G. 100. Ja.— Zl. B. 37. ES besteht keine Dattezett für Sie. C- C. 50. 1. Ja. 2. Die Waisenrente wird bei Wiederverheiratung der Mutter weiter- gezahlt.— K. I. Nr. 4SI. New.— H. A. 47. Ihre Schwester könnte fich mtt einer Beschwerde an den zuständigen RegierungSpräfidente« wenden: sie erscheint uns aber aussichtslos.— Landw. 48. i. TT Mark StaatSei» kommensteuer und 9 Mark Zuschlag. 2. Nein. 3. Ja 4. Das können wir im Brieskasten nicht angeben.— G. 400. BerbandS- beiträge nicht, aber Kranken- und Jnvalidenverficherungsbeiträge. — R. I. ArbeitsverlvendungSsähig im Felde; Blindheit eines Auge«. — P. R. 40. Die Frau ist zur Räumung der Wohnung verpssichle». — ifl. 49. Sie müssen dazu zunächst die Erlaubnis vom Bezirks- kommando haben. Aber erst nach Ihrer militättschen Ausbildung als Artillerist werden Sic sich als Feuerwerker melden können.— K. K. 85. t Wenn er Krankenträger der.Kompagnie war, nein. 2. New. 3. Da« ist nicht ausgeschlossen.— C. 9t. K. 1. Mit der Einziehung zum Mttiiär kommen die Versorgungsgebührnisje, auch die Kttegszulage in Wegsoll. 2. Antrag ist an das Bezirkslommando emzureichen. 3. Anspruch auf Familienunierstüdung besteht nicht, wohl aber kann die Familie den differenzbetrag, der sich zwischen Löhnung. VerPflegungS» und Kleidung«. geld und IamUieimnIerstützung emersetts und dem jetzt verdienten Lohn andererseits ergibt, beanspruchen.— W. K. New.— C. 4. Ja. WetteranSstchten für das mittlere Rorddenttckiland vi» M ontag mittag. Vorherrschend wolkig oder neblig bei mätzigem Frost. An vielen Orten etwa» Sjchnee. — <5chfMche Veftellungen können nifit berMßfitigt werden. Verkauf nifit an Wederverkäufer. Montag Soweit Borrat: Kolonialwaren Salz................. n-tt. 11 vi. Deutscher Wald-Tee. to* SO vi „Ceka" i-ss»«»«ssi»..... sl-s.Ps-nd.s-s« l85 Hering w»«>«...... 2i0 D-likat..Sischsülze>.Ps«»»� l80 Muscheln w«fit..... t.Pi«».»»s« l00 Muschel»««i-wt.,,. t-Pfimb-D-s,\ z Stinte Mmbttat l»Ps»i>b-D»s« t88 Se«sg»rke«............... 87 p?. Delik.-Salzgurke«• 270 Gsfig'GewÜrzgvrke» 3 90 Tischklötze..................... 475 Tischklöße..................... 248 Delikat. Dorschroge« 450 Prima Sardelle»... ,.Pftmd-D-se 5°° Feittkost.Paste w'TTl 40, 75 vi Hering w.......... 285 Speiset««»- SiiÄ l75 3°° Oelsardinen, Sardinen in Bonm-n Echter Kaviar Fische und Geflügel». Lebeade Karauschen.......................... Pwnd 32° Lebende mittelstarke Aale......,.............. Pstmd 625 Frische Kaulbarsche......................... Pfund 68 Pf- Sänsepökelfleisch�............................ Pfund 490 Gänsekeulen g-rSuchctt........................... Pfund 900 Wildenten.............................. stM von 600 an •9{f4c uitb«cfl8«cl IIIIC Leipziger Straße und Alexa«d«r»lntz Fischwaren 'Salzstiche............. Pf-»» 1" ' Gesalzene Makrele« Pfi»»95vs. Delikateß-Heriuge 95 Pf Sardelle»>»?-............ Pw» 6°° Röucherheringe......««« 85»s Scholle f»«->».........»fi»» Tischs filze'h w«*» 95 ek Heringsrog'».......... Pf«» 2°° Heringsmilch...... Pf»*» 220 Dorschroge».......... Pw*» 1« Gewürzgurke»,.........Pfi»» l40 Saure Gurke» 15 Ps« Große Seemuscheln Starke Räucher-Aale Frische» Gemüse zu Tagespreise« und Spirituosen Preis« inkl. Flasche Mosel- und Rhein-Weine 1S15» Wormeldinger.............. l50 1910" Dürkheimer-Trohnhof...... l7* 1911" Nerzige-Würzgarten....... 5i«f* 288 1911« Wack enh.« Schönfelderweg• sw* 270 1911" D- ohner-Hosberg 378 1911" Wiltinger-K»pp«-«»,»»«.... R-i«- 488 1899" Berncastler-Doktor». 5°° 1905" Winkler-Hasensprung Sl. 5" Spirituosen 3amaika*Rum». svproz— Deutscher Kognak••••-.. Batavia Arrak-Verschnitt V, Nasch« lg«. Düffeld. Punsch.Sxtraktc XiSS Punsch-Extrakte vorzüglich« s�ar«tat�.7MÄ4ce Diverse Liköre.. v, Original-siasche von 750 an Rot- und Oessert-Weine Montagna, vorzügl. Rotwein......... 27s 1911" Ehsteau La Tour de Beffa« v. m-sch, 3°° Tarragona, Seiner Alter.......... Süsel Samos, Alter............... Sonnenpartner, fpa». rot. Süßwein Donro-Portwei», Alter............ Madeira, Seiner alter............ Sherry, Seiner alter.............. *h SN. 350 91. 450 Nr. 27. 34. Iahrgasg. 2. Ktilme des Jormärts" Strlinct Doltelilntl. Somtilg, 28. fmm 1917. Zur Reform öes Mannfchasts- verforgungsgefetzes. Taß das Mannschaftsversorgungsaesetz erhebliche Mängel hat, darüber besteht kein Streit. Auch Regierung und Reichs- tag waren sich im Mai 191A darüber einig geworden, daß, sobald die Verhältnisse eine allgemeine Uebersicht zulassen, was allerdings erst nach dem Kriege der sisall sein wird, eine Neuregelung Platz greisen mutz. Diese darf sich allerdings nicht nur auf die Versorgung selbst, die vor allen Dingen be- mangelt worden ist, erstrecken, sondern es müssen auch sonst umfassende Aenderungen vorgenommen koerden. Es ist g. B. ein unhaltbarer Znstand, datz die obersten Militärvertval- tungsbehördcn nach dem heutigen Recht allein darüber zu entscheiden haben, ob eine Gesundheitsstörung als eine Dienst- bcschädigung anzusehen und ob eine Dicnstbeschädigung als durch den Krieg erlitten anzusehen ist. Diese wichtigen grundlegenden Kragen sind der Nachprüfung auf dem Rechts- Wege gänzlich entzogen. Eine einzig dastehende Erscheinung auf dem gesamten Rechtsgebiet', denn datz eine in Anspruch genommene Partei endgültig über den Hauptgegenstand des Streites, d. h. darüber, ob sie überhaupt zur Zahlung vcr- pflichtet ist. zu entscheiden Hot, das ist sonst nirgends Rechtens. Es hat leider auch den Anschein, als werde bei der Prüfung der der obersten Militärbehörde übertragenen Fragen ob- jektiv nicht immer nach den'Grundsätzen der allgemeinen Billigkeit verfahren. Merkwürdigerweise liefert ein Vertreter des Kriegs- Ministeriums die Grundlage für diese Annahme. Es ist erklärlich, daß bei der grgtzen Zahl der in den Heeresdienst eingetretenen Acrzte die oberste Heeresleitung das Bedürfnis hat. diese Aerzte über die militärärztliche Sachverständigentätigkeit auf dem Gebiete des Ersatzwesens und der militärischen Versorgung genau zu unterrichten. Zu diesem Zweck sind in Berlin unter Förderung der Medizinal- abteilung des Kriegsministeriums vom Zentralkomitee für das ärztliche Fortbildungswesen in Preußen Vorträge ver- anstaltet worden. Ueber die ersten Vorträge berichtet in der Tezembernummer der ärztlichen Sachvcrständigenzcitung der 'Oberstabsarzt im Kriegsmimsteriuni, Dr. Martineck. In diesem Bericht gibt Martineck auch den Inhalt eines eigenen Vortrages wieder, den er über die militärärztliche Gutachter- tätigkeit gehalten hat. In demselben wird das Gesetz in einer so engen Weise ausgelegt, datz die Interessen mancher Kriegsbeschädigten aufs schwerste beeinträchtigt werden. Namesitlich die Erläuterungen der Ticnstbcschädigung als Fetge der„dem Dtilitärdienst eigentümlichen Verhältnisse" sino es, die zum Widerspruch herausfordern. M. meint, eS handele sich hier um Einwirkungen, die sich nicht nur gegen- über den Schädigungen unter den Verhältnissen des bürgcr- lichen Lebens manchmal schwer trennen ließen, sondern auch in ihren krankmachenden Wirkungsmöglichkciten im Einzel- falle nicht immer mit der wünschenswerten Eindeutigkeit zu erfassen seien. Daher— so sagt Martineck— scharfe Kritik namentlich bei den inneren Krankheiten und hier wieder bei den endogen(ans inneren Ursachen) bedingten. Beim Leisten- bruch, bei den Krampfadern müßten bestimmte ihrer Natur nach als schädigend in Betracht komniende Vorgänge nach- gewiesen sein. Die„dem Militärdienst eigentümlichen Per- Hältnisse" schlechthin gen ü g t c n hier also nicht als Tat- bestand einer Dienstbeschädigung. Martineck fordert hier mehr als das Gesetz selbst. Für das Gesetz geniigt eine durch die dem Militärdienst eigentümlichen Verhältnisse verursachte oder verschlimnierte Gesundheitsstörung. Und wenn eine solche Auffassung den im Militärverhältnis oder im Vertrags- Verhältnis zu ihr stehenden Aerzten von einem Vertreter des Kriegsministeriums vorgetragen wird, dann wird das natür- lich nichJ"> der späteren Gutachtertätigkeit dieser Aerzte sich geltend machen. Natürlich zuungunsten der Soldaten, deren Ansprüche abgewiesen werden, weil sie den Angaben nach den über das Gesetz hinausgehenden Anforderungen fiir die An- orkcnnung nicht gerechtfertigt erscheinen. An anderer Stelle sagt Martincck, daß, wenn es sich um Erkrankungen handelt, die ausschließlich oder vorwiegend endogen bedingt zu sein pflegen, es einer Prüfung bedürfe, ob die exogenen— von außen wirkende»— Kriegseinflüsse eine wesentliche mit- wirkende ursächliche Bedeutung gehabt hätten. Er wendet sich auch gegen die Dienstanweisung zur Beurteilung der Militärdienstfähigkeit, in der es heißt: Bei allen Erkran- kungen während der Teilnahme an eincin Kriege wird ohne weiteres Dienstbcschädigung angenommen werden können, es sei denn, daß die Gesundheitsstörung mit den Sondervcr- Hältnissen des Krieges augenscheinlich keinen Zusammenhang h�t oder vorsätzlich herbeigeführt worden ist. Er sagt, sie müssen bei vorhandener Krairkheitsanlage oder Grundkrank- bei t lauten: Hat die ursächlich angeschuldigte militärdienstliche Schädigung eine vorhandene Anlage oder Grundkrankheit zu eineni über den gewöhnlichen Entwicklungsgang hinaus be- sckleunigten oder ungünstigen Fortschreiten gcöracht»(Ver- schlimmerung ini eigentlichen Sinne), oder hat sie auf dem Boden einer Aistage oder Grundkrankheit vorzeitig oder in ungewöhnlicher Forin Krankheitserscheinungen hervorgerufen, ohne die Anlage oder Grun.ükrankhest selbst zum Fortschreiten zu bringen. Wir sind der Meinung, daß, wenn Leute in den Heeres- dienst eingetreten sind, bei denen eine Anlage oder Grund- krankhcit vorhandeu war. jede Verschliniinermig als auf die dem Militärdienst eigentümlichen Verhältnisse auch zurück- zuführen ist. Es ist ganz unmöglich, hier zu fordern, daß der Militärdienst eine wesentlich mitwirkende ursächliche Bedeutung gehabt haben müsse oder daß die Krankheit über den gewöhnlichen Entwicklungsgang hinaus beschleunigt oder zum ungünstigen Fortschreiten gebracht worden ist. Das läßt sich gar nicht feststellen. Wie der gewöhnliche Entwick- lungsgang ist, läßt sich im einzelnen Falle nie sagen. Mög- licherweise wäre es überhaupt zu keiner Entlvickliuig ge- kommen. Wird ein in der Gesundheit irgendwie Angegriffener zum Heeresdienst gebracht, dann spricht auch die große Vcr- mutung dafür, datz die weit über den Rahmen der im gewöhn- lichen Leben zu verzeichnenden Anstrengungen hinausgehenden des Heeresdienstes hier auch die Ursache bilden. Mehrere Ursachen koinrnen hier allerdings für das Zustandekonunen des dann offenbar gewordenen Leidens in Betracht, aber jede derselben ist als mitwirkende in Anspruch zu nehmen. In erster Linie gerade die besonderen Anstrengungen des Heeres- eienstes. Wenn die Auffassung Martinecks in der Militär- ärztlichen Gutachtcrtätigkeit Eingang findet, dann werden' Der Bezi°r!svorsta»st> des Chemnitzer Agitationsbezirks erläßt manche Ansprüche abgesincsen werden, weil die Heeresver- an die Parteigenossen des iE, Ib.. ib., 17., iL.. 20. und 2l. sächji- waltung auf Grund ärztlicher Gutachten Marüneckscher Auf- scheu ReichstagsivahllreiseS einen Ltusruf, in dem es hcitzi: fassung den Zusaminenhang mit den? militärischen Dienst ablehnt. Jede gerichtliche Instanz fehlt dann, an dem Wort- i laut des Gesetzes nachzuprüfen, ob die ärztlichen Gutachten von zutreffender rechtlicher Voraussetzung ausgeben. Heute ist es so, Satz reine Rechtsfragen lediglich vom Militärarzt entschieden werden, datz sich ihm auf einem Gebiete, auf dem er naturgemäß gar Picht so bewandert sein kann, das fast entscheidende Wart zusteht. Deshalb aber ist es um so dringender geboten, daß auch die Frage des ursächlichen Zu- sammenhanges eines Leidens mit dein Heeresdienst die Frage der Dienst- oder Kriegsbeschädigung, nicht allein dem Urteil der Heeresverwaltung überlassen bleibt, sondern die Entscheidung hierüber auch zum Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens gemacht wird. Heute entscheidet diese Fragen ausschließlich die Heeresverwaltung. Daß sie ihr nicht über- lassen bleiben dürfen, wird bewiesen gerade durch die Aus- führnngen Martinecks.____(z) Das Wohnungsgefch »ach den Kommifsionsbeschlüffen erster Lesung. Die Kommission des Abgeordnetenhauses hat i» erster Lekung de§ WohnungsgeietzeS eine Reihe nicht unwesenrlicher Aenderungen beichlosien. So ist es diesmal gelungen, wenigstens einige sozial- demokratische Anträge zur Annahme zu bringen. Von der obligalvrischen Vorschrift deS Erlasses von WohnuuqS- orduungen für alle Gemeinden und GutSbezirle bat die Kommission Abstand genommen, dagegen hat sie den§ 2 des Artikels 3. der in der Regierungsvorlage nur besagte, daß durch WohnungZordnungen die Benutzung baupolizeilich nicht genehmigter Räume als Wohn- oder Schlafräume verboten werden kann, folgendermaßen ab- geändert: Durch Wohnungsordnungen ist vorzuschreiben, daß als Wohnoder Schlasräume(auch Küchen) nur solche Räume benutzt werden dürfen, welche zum dauernden Ausenthalt von Menschen baupolizeilich genehmigt sind.— Ausnahmen sind nur zulässig fiir Gebäude, die zur Zeit deS Inkrafttretens des Wohnungsgesetzes bereits bewohnt waren. � Im§ 3, der die besonderen Vorschriften enthält, die die Wohnungsordnungen treffen könne», sind einige von unserem Ver- treter bcantragicn Abänderungen angenommen worden. Es heißt jetzt, daß auch Vorschriften getroffen werden können über eine den gesundheitlichen Anforderungen entsprechende bauliche Beschaffenheit und Instandhaltung der Hausflure, Treppen, Höfe und sonstigen der gemeinsamen Benutzung der Hausbewohner dienenden Teile des Hauses; ferner daß Vorschriften getroffen werden können über die Aborte, wobei in städtischen Verhälurissen in der Regel zu fordern est, daß ein Abort von höchstens zwei Familien benutzt werden darf. Das sind Verbesserungen von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Roch mehr fällt ins Gewicht die Acnderung zu§ 4, wo es geglückt ist, die Bestimmung hineinzubringen, daß durch Polizei- Verordnungen, durch welche die Unterbringung voit Arbeitern geregelt wird. M> n d e st a n fo r d e r u n q e n getroffen werden in ü s s e n(die Regierungsvorlage lvollte sich auch hier mit Kann- Vorschriilen begnügen). Ferner ist in den§4 aus sozialdemokratischen Antrag folgende Bestünmung aufginomn.cn: Die gemeinsamen Wohnräume für Arbeiter(Arbeiterkasernen) müssen so eingerichtet sein, daß in der Regel für jede Familie ein besonderer abichließbarcr 3!ouni vorhanden ist, der den allgemeinen Ansprüchen an Gesundheit und Sittlichkeit entspricht. Für lediges Arbeuspersonal müssen Räume zur Verfügung stehen, die die Trennung der Geschlechter gewährleisten. Von den zahlreichen sozialdemokratischen Aniragcn zu Artikel 4 (WohnungSaussicht) gelangte ein Antrag zur Annahme, wonach, so- fern nicht für die Nachwcisung ilemerer Wohnungen durch andere Einrichtungen in ausreichender Weise gesorgt ist, in Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern gemeindliche WohnungS- nachweise zu errichten sind und wonach ferner zugleich durch Polizcivcrordnung den Vermietern solcher Wohnungen die Pflicht zur Anmeldung verfügbarer Wohnungen lind zur Abmeldung ver- mieteter Wohnungen aufzuerlegen ist. Der Artikel 0(Pereitsiellling staatlicher Mittel) erfuhr auf An- trag deS Zentrums einen Zusatz, wonach der von der Regierung ein- geforderte Betrag von 20 Millionen Mark nicht nur zur Beteiligung deS Staates mit Stanuneinlagen bei gemeinnützigen Bauunlcr- nehmungcn zu verwenden ist, sondern auch als Bardarlehen .an gemeinnützige B a u u n t c ru c h in u n g c n verwendet werden kann. Die Kommission beabsichtigt noch, eine zweit: Lesung der beiden Gesetzentwürfe vorzunehmen. flus öer Partei. Tic Schicksalsstunde der. Partei. Tie Kundgebungen des Partcivorstandes und des Partciaus- schusscs haben in der Partei ein gewaltiges Echo. geweckt. Allerorten beginnen sich die Lrgaiiisatioiren mit Macht gegen die Quertreiber und Parteizcritörer zusammenzuschließen. Für die Provinz Schlesien ergeht sockcn ein Aufruf, der unterzeichnet ist von sämtlichen sozialdcmotratischeu RcichStagsabgeordneten der Pro- vinz(mit Ausnahme Bernsteins), den sozialdemokratischen Reichs- tagskandidaten und den vier Bezirksleitungen für Oberschlcsicn, Mittelschlesien, Nicderschlesren und Ober-Lairgenbielau. dem Aufruf heißt eS, nachdem ein Ucberblick über das Treiben der Parteizerstörer gegeben ist: Wohin soll das führen? Lange genug bat der Vorstand der Partei in Aufrufen und Warnungen an die Zerstörer aufge- fordert, die Einheit der Partei zu schütze.n und von dem gefähr- lichen Treiben Abstand zu nehmen. Nur Hohn tönte ihm als Antwort entgegen. Wollte er die Partei nicket ganz zerstören lassen, mußte er endlich energisch eingreifen und bat das nun geian, indem er joden einzelnct, von uns. jeden Verein im Lande vor die Frage stellte: Wo gehörst Du hin? Willst Du»m Verbände der deutschen Sozialdemokratie bleiben, dann soll Deine Meinungsfreiheit nicht beschränkt sein, die Aktion der Partei aber darfst Du nirbt hindern, stören und durchkreuzen! Willst Du aber den Weisungen der Sonderorganisation folgen, dann trenne Dich ans dem Rahmen der Gesamtyartei, �n deren Toten- gröber Du sonst werden würdest. Die reinliche Scheidung ist ein Gebot der Klarheit und der Ehrlichkeit für die Anhänger beider Anschauungen. Sünt sich in unfruchtbarem Bruderzwist zu verzehren, ziehe jeder seine eigene Straße uitd wirke fiir seine Air- schauungcn. Der Aufruf konstatiert, daß es den Parteizerstörern noch nicht gelungert sei, in Schlesien Boden zu gewinnen, er ermahnt die Genossen und Genossinnen, alle Zersplitterungsversuche zurückzu- weisen und schließt mit den Wörter!: Gemäß dein Gutachten des Mrteiousschusses vom 18. d. M. und dem Aufruf des Partcnvorshandcs vom 20. Januar, d i e wir durchaus billige»» n.d begrüße», weisru auch wir darauf hin, daß Genossen u»d» Organisationen, die sich mit den Beschlüssen der Reichs-SondciDonfcrrnz der Gruppen Ar- britsgeinri-rschaft, Svartakns und Jolternarionale solidarisch er- klären, nicht gleichzeitig Mitglieder der sozial- de vi akratisch er» Partei sei« oder bleiben tön- » e u. Wir werden in jedem Falle iv unserem Bezirk die er- forderlichen Maßnahme» treffen. Au dtze Parteigenossen unseres Bezirkes richten wie die dringende Mahnung, jeder Art von Sondcrbcstrebuugen und Sonderorganiigstion auf das entschic- dcnste entgegenzutreten, wie bisher die �Disziplin gegen Mehr- bcitöbeschlüffc, die unsere Partei stark machte, zu üben und der Partei unbedingte Treue zu bewahre». Tie Vertreter der Bezirksvereine beS IC. sächsischen Sketchs- tagswahlkreiseS(Ebemnitz) nahmen nach einem Referat des Land- iagsabgcordneteit Genossen Mehuert über du: Verhandlungen deS Pcrriciausschujses mit C5 gegen 2 Stimmen ci-stc Entschließung an, in der gesagt wird: Tie AuSschußverlreter deS Sozialdcnwkratischen VereittS für den 16. sächsischen ReichstagZwahlkreis verurteilen iinfS schärfste die Abhaltung der Sonderkonferenz der AnbeiEgemoinschaft, Spartakusgruppe und Internationale.... Die proUamierte Or- ganisation der Minderheit innerhalb der Parteiorganisation be- deutet nichts anderes als die Anseinanderreißung der Partei und damit die schwerste Schädigung der proletarischen Interesse». Tie Organisationsvrrtrcter des 10. Kreises begrüßen deshalb das entschiedene Borgehen des Parteivorstandes und des Partei- ausschusscs»nd billigen die in der Parteiausschußsitzung vom 18. Januar 1917 gefaßten Beschlüsse. Der Gauvorstand der sozialdemokratischen Partei Nord- ba Horns gibt in einem Aufruf seinem tiefen Schmerz über die Verschärfung der Parteiwirren Ausdruck. Am Schlüsse deZ Auf- ruft heißt cS: Deshalb ergeht an alle Genossen und Genossinnen in Nord- bahern unsere Bitte, keinen Stein aus unseren sturmerprobten Organisationen auszubrechen, sie unversehrt einheitlich und ge- schlössen zu erhalten und gegen jeden Versuch zu wirken, der eine Sonderorganisation anbahnen soll. Zwei Reuegateu predige« Grundsätze. Die»Leipziger Volkszeitung" zieht jetzt jeden Tag mit schwerein Geschütz gegen die sozialdemokratische Parici zu Felde. In ihrer jüngst erichieitenen Rümmer hat sie sich die richtigen Männer zu diesem Zwecke ausgesucht: Auf der Vorderseile hält Eduard Bernstein gewaltige Moralpauken,»vährend Kurt EiSner mir Kaffeehauswitzeleien uns weiter hinten— auch nicht imponieren kann. Die beiden glorreichen Matadorc, deren einer als Mitglied der sozialdemokratischen ReichStagSfraktion am 4. August 1914 mit am eifrigsten für die Belvilligung der Kriegskredite eintrat, während der andere— außerhalb der Fraktion stehend— seinen ganzen moralischen und persönlichen Einfluß bei den Frakiionsmitglicdern und der Parteiprcffe für die Kredit- b e w i l l i g u n g einsetzte, die dann beide unter neurasthenischen Be- gleiterscheinungen eines Tages umfielen, bilden jetzt die Kronzeugen der»Leipziger BolkSzeitung" für wahre Prinzipienfestigkeit..In solchem Zusaminenhang macht cS sich herrlich, wenn Eduard Bern- stein schreibt: Dagegen ist gar nicht zu bestreiten, daß die Politik der ReichStagSfraktion. gegen die die Opposition� sich wendet und zu deren Schutz die Vergewaltigung der Opposition betrieb.'» wird, in offenbarem Wideriprnch steht mit' unzweideutigen Beschlüssen der Parteitage über Militarismus, Imperialismus, Budget- und Sleuerbewilligungen. Ist Eduard Bernstein, als er am 4. August die KriegSkredile bewilligte, auch schon der gleichen Auffassung gewesen?— Mag die Antwort lauten wie sie will, eS bleibt iedcnfalls ein erhebendes Beispiel, die Renegaten Bernstein und Eisner von der Plattform der„Leipziger Volkszeitung" aus den Maffcn zurufen zu sehen t „Wer seilte Ueberzeugung nicht so oft wechselt wie wir, ist ein Gesinnungslump___ Der Tod drs Genossen Gnocchi-Viani. Im Alter von beinabc 80 Jahren ist am 9. Januar in Mailand Genosse Osvaldo Gnocchi-Viani unerwartet einer Adcrnverkalkung erlege». In Gnoccksi-Viani verliert das italienische Proletariat einen seiner ersten und ältesten Agitatoren. Der Berstorbonc gehörte anfangs der republikanischen Partei an. Sein UebertrittWiM Sozialismus erfolgte zn Ende der siebziger Jahre. Seit ihrer Gründung gehörte er der Arbeiterpartei an, um deren Klärung und Ansreifnng zur sozialistischen Partei er sich große Beodienste erwarb. Obwohl er wiederholt Parteikandidat war— er entschied sich mit Vorliebe für Wahlkreise, in denen keine„Gefahr" bestand, gewählt zu werden — stand Gnocchi-Viani nie im Vordergrunde der politischen Bcwe- guitg. Er stand zwar wacker setnett Mantt, als er im Jahre 1890 als einziger sozialistischer Stadtverordneter in Mailand gewählt wurde, aber das Hauptfeld seiner Tätigkeit war das der Gewert- schaftsbewegung. Der Verstorbene hat fast sein ganzes Leben lang an einem technischen Fackblatt als Redakteur gewirkt, war dann kurze Zeit Sekretär der„Umanitaria" und ist in sehr beschränkter wirtschaftlicher Lage gestorben, in der er, trotz seiner großen Intelli- genz und'Ärbeitskrasi, stets gelebt hat. Er hatte auch für unsere Bewegung wiederholt Gefängnisstrafen erlitten. Zum Hilfsdicnstgcsctz haben in letzter Zeit wieder eine Anzahl von Versammlungen Stellung genommen. In K o t t b u s nahm eine von über 1600 Männer und Frauen besuchte Versammlung, in der ReichslagSabgeordneier Genosse Giebel referierte, einstimmig eine Resolution an. die die Zustimmung der sozialdemokratischen Fraktion zu dem Gesetz gur heigt und ebenso die auf dem Grund- icktz der Landesverteidigung fußenden FriedenSbestrebungeit billigt.— Eine Resolution in gleichem Sinne nabm, ebenfalls nach einem Sie- ferat Giebels, eine stark besuchte öffentliche Versammlung in Brandenburg an.— Eine zahlreich besuchte Versammlung der Stuttgarter Holzarbeiter stimmte einem Vortrag de« Genossen Keil über das Hilfsdienstgetetz mit großer Mehrheit zu. Ein Antrag im Sinne der Arbeitsgemeinschaft erhielt nur vier Stimmen. Das Elenö in öer SpielWareninöuftrie. Tie deutsche Spicllvarcnindustrie Hut im Frieden alljähr- lich an Waren, die im einzelnen nur einen geringen Wert repräsentieren, für mehr als 100 Millionen Mark ausgeführt. Die deutschen Spielwaren gingen in alle Weltteile und sie haben jede Konkurrenz aus dem Felde geschlagen. Das ist der B il l i g k e i t der deutschen Spielwaren zu danken und diese wiederum gründet sich auf die niedrige» L ö b n e, die Wi7 g�ben"nichts auf 7-7 den großen Zielen drs Sozialis- Arbeitern gezahlt warde.n Der Hauptsitz der Holzspiel. mus und der Demokratie, aber wir stehen a» der Seite des>v>ireninduitrie Uldm,/ sa ch s t s ch e Erzgebirge, loa der Volles in den Tagen der Not, bis endlich der ersehnte Friede, Tand, der die Kinderherzen erfreut, zum Teil fit Fabriken, kämmt! Entscheide sich jeder, wahin er gehen will und dann t überwiegend aber in der Heimarbeit hergestellt wird. Auf, Sozialisten, schließt dir Reihen! I Von der Lage dcr Heimarbeiter in der Spielwarenindustrie Fläche von 10300,12 Hektar in 1914 auf 9015,43 Hektar zuruckgcgan>- fen Ift, demgemäß auch der Gesamtertrag des geernteten Tabaks in achreisem, getrocknetem Zustand- uon 22 811557 Kilogramm auf 21 528 514 Kilogramm. Der durchschnittliche Ertrag auf 1 Hektar ist dagegen gestiegen von 220!> Ktlogramm auf 2383 Kilograuini. Der mittlere Preis für 1 Doppclzentner stellte sich ohne Steuer ans ISOLg Mark gegen 66,04 Mark in 1914. Die Kriegsteuerung machte sich also in ganz erheblichem Maße bemerkbar. Der Gesamtwert der Tabakernte stellte sich auf 25 050 027 Mk. gegen 10 065 883 Mark in 1914. Gerichtszeitung. Ffi Grützwurst als„Fleisch", augusche»? Mit dieser Frage mußte sich das K a m m e r g e r i ch: in einer Strafsackie gegen den Fleischermeister D. beschäfligen. D. sollte sich gegen die Bundesrats- Verordnung zur Einschränkung des Fleisch- und Fettverbrauches da- durch vergangen haben, daß er Grützwurst an einem Freitag ver- lanrie. Schöfiengertchi und Landgericht stellren sich übereinstimmend auf den Standpunkt, daß Grützwurst auch als„Fleisch" in, Sinne jener Verordnung anziehen sei, und verhängten über den Fleischer- meister eine Geldstrafe. Das Kammergericht hob jedoch das Urteil auf und entschied, daß Grützwurst nicht unter den Begriff des Fleisches falle. Wenn K 8 der Bekanntmachung„Würste aller Art" als Fleischwaren anspreche, so könnten damit nur solche Würste ge- meint sei»', die ganz oder teilweise aus Fleisch bestehen. Die vom Angeklagten aus Blut Fletichbrübe und Grütze hergestellten Würste enthalten kein Fleisch, seien also keine Fleiichware. Die entgegen- stehende Ansicht deS Berufungsgerichts würde ,ur Folge haben, daß auch Erbswurst und andere in Därme gefüllte NahrungSmiltek lFiichwürsie u. a.) unter die Verordnung fielen. Fleischbrühe sei noch kein Fleisch, und ebensowenig sei nach dem gc- wohnlichen Sprachgebrauch Blut als Fleisch anzusprechen. Mus aller Welt. Tchiffbruch. Lern, 27. Januar. Nach einer Meldung des„Teinps' aus Madrid ist der norwegische Dampfer.Hangland" (5000 Tonnen) an der spanischen Küste gescheitert. Wegen Malzschiebungen verhaftet. Würzburg, 27. Januar. Wie das„Schweimurler Tagehlait" meldet, wurde Direiior Budy von der Malziabrik Mellrichstadt wegen Malzschiebeleien von Bayern nach Norddcutschland verhaftet. Beim Erdbeben auf der I n i e l Bali in Nicderländisch-Osi- iiidien haben 550 Menschen den Tod gesunden. Zahlreiche Gebäude sind total zerstört. Berhastnng eiueS BcrdrecherpaareS. Die des Mordes an Frau Losctiitz in Wien verdächiigen Wtldelmine Lichlenecker und Alexander Hin wurden Freitag nackinittag in einer Kafieeiitienke in Graz vcr- haftet. Hirt wehrte sich mit einem Revolver, konnte aber über- wältigt werden. Spitzel». D. Die englisch? Presse widmet begeisterte Zeilen dem Detektiv William He st er. der dieier Tage in den Ruhestand getreten ist. Seine Spezralarbeit war die Jagd«ach Anarchisten, und Ivenn der russische Zar e ne Reise nackr dem Ausland uiilernabm. so geschab rS nie obne die Begleitung dieses Gentlemans. Seil Kriegsausbruch widmete er sich ganz der edlen Aufgabe, nach deutschen Spionen zu fabnden, was ihm gewisse Eni- täuichungen brachte, da er in jedem harmlosen Friseur einen gesähr- lichen Spion witterte. Verband der Seitneider. Sehnetderinnen und Väsekarlieiter Deutseblands. Filiale Berlin. Sebaftiausir. 37/38. haben die verschiedenen Heimarbeitsausstellungen erschütternde Bilder entrollt. Kinder in» Alter von 4 bis ö Jahren werden schon zur Arbeit angehalten und die Arbeitszeit des Heim- arbeiters währt im Winter von morgens 6 oder 7 Uhr bis abends 11 oder 12 Uhr. Im Sommer wird schon um 4 oder 6 Uhr angefangen und bis abends 8 oder 9 Uhr gearbeitet. Und der Lohn? Bei der Heimarbeitsausstellltng in Berlin im Jahre 1906 waren Spielwaren aus dem Erzgebirge aus- gestellt, bei denen der Durchschnittsverdienst der Erzeuger zwischen zwei und sechs Pfennig in der Stunde schwankte. Hierbei ist noch die Arbeitsleistung der kleinsten Kinder von 4 bis 6 Jahren unberücksichtigt geblieben. Unter dem Einfluß des Krieges hat natürlich auch die Spielwarenindustrie schwer gelitten, da ihr die Exportmöglich- keit fast völlig abgeschnitten ist. Schwer wird es aber von den Interessenten empfunden, daß man jetzt im Auslande daran geht, durch Aufnahme der Produktion den deutschen Spielwaren ernsthafte Konkurrenz zu bereiten. Die Herstellung von Spielwaren in Amerika und in England, womit während des Krieges begonnen wurde, würde wenig besagen: wenn erst wieder-1 bis Exportmöglichkeit gegeben ist, würden die billigen Preiste des deutschen Fabrikats diese Konkurrenz leicht schlagen. ES ist kaum anzunehmen, daß sich in Anicrika und in England Arbeiter finden, die bei so niedrigen Löhnen so viel leisten wje die deutschen Heimarbeiter in der Spielwarenindustrie. Denn nicht sowohl auf dem technischen Fort- schritt und der Massenherstellung in den Fabriken, sondern auf dem niedrigen Lohn st and der Heim- arbeiter beruht die Blüte der deutschen Spiel Warenindustrie. Neuerdings hat man auch in Frankreich begonnen, mit dem Gedanken der Deckung des Bedarfs an Spielwaren im eigenen Lande zu liebäugeln; ob der Versuch zu nennens- werten Ergebnissen führen wird, darf jedoch nach dem, was über die ersten Schritte auf diesem Wege bekannt geworden ist, billig bezweifelt werden. Nach einem Bericht des„Temps" ist vor einiger Zeit in den Tuilerien in Paris eine Aus- stellung deutscher Spielwaren arrangiert worden. Das große Publikum war von dieser Ausstellikng. in welcher die beschlagnahmten Musterlager der deutschen Händler in systematischer Anordnung zur Schau gestellt waren, auSge- schlössen. Nur französische Kausleute und Fabrikanten waren zugelassen und der ausgesprochene Zweck der Ausstellung war es, Anregungen zu geben, um Frankreich von der deutschen Spielwarenindustrie unabhängig zu machen. An gutem Willen wird es sicher nicht fehlen, es besteht aber guter Grund zu der Annahme, daß der Erfolg den Erwartungen nicht ent- sprechen wird. Ernster zu nehmen sind die neuerdings in der Schweiz unternommenen Versuche, neue Zweige der Heimindustrie im Lande einzubürgern, wobei man auch ein Auge auf die Spielwarenindustrie geworfen hat. In jüngster Zeit der- anstaltete Heimarbeitsausstellungen sollen ein günstiges Er- gebnts gezestigt haben. Daß ihnen von dieser Seite eine ernste Gefahr droht, haben auch die sächsischen Spielwaren- fabrikanten erkannt. Die Handelskammer Dresden hat bereits eine Eingabe an das Staatsministerium ge- richtet, in der darauf hingewiesen wird, daß die Entsendung von Fachleuten und die Lieferung von Rohstoffen aus Deutschland nach der Schweiz zur Errichtung eines Fach- betriebes der Spielwarcnherstellung, in dem deutsche Kriegs- gefangene beschäftigt werden sollen. der deutschen Spiel- warenindustrie dauernd schaden könnten. Die„Holzarbeiter-Zelhing" nimmt diese Vorgänge zum Anlaß, um auf den Nachteil hinzuweisen, der von der aus- ländischen Konkurrenz den deutschen Spielwaren arbeitern droht. ES ist naheliegend, daß verrucht werden wird, deren Löhne noch weiter zu drücken, ihre elende Lebenshaltung noch weiter zu verkümmern. Das Blatt regt an, zu erwägen, ob nicht der gegenwärtige Zeitpunkt besonders geeignet sei, wenigstens den Nachwuchs lohnenderen Erwerbs- zweigen zuzuführen. In der Broschüre„Bilder aus der Heimarbeit in der Holzindustrie", die der Vorstand des Deutschen Holzarbeitervcrbandes anläßlich der Heimarbcits- ausstcllung im Jahre 1906 herausgegeben hat, wird auch dieser Gegenstand erörtert und hierbei au-Sgeführt: «Das einzige wirksame Mittel zur Beseitigung der tznwür- digen Ausbeulung ist ein langsames Aussterben der Alten und eine systematische Hineindrängung des Nachwuchses in die Fabriken. Mit Hilfe der gewerkichaUlichen Organl- saiion dürfte es diesem Nachwuchs innerhalb der Fabtiken leichter möalich fein, doriselbst bessere Zustände zu schaffen." Ditz�Durchführung eines solchen Planes dürfte freilich erheblichen Schwierigkeiten begegnen; nicht nur die Fabrikanten und Händler werden sich für die Erhaltung der Heimarbest ins Zeug legen, auch die Heimarbeiter selbst werden nicht übermäßig davon erbaut sein. Aber solche Widerstände dürfen den weiter blickenden Sozialpolitiker nicht hindern, ein not- wendiges Wert in Angriff zu nehmen. Auch das ift ein wich- tiges Stück der UebergangSwirtschaft. Diese darf ihre Aufgabe nicht nur darin erblicken, die Verhältnisse in der Industrie auf den früheren Zustand zurückzuführen. Zu den Zivetgen, die vermorscht sind und zurückgeschnitten werden müssen, gehört auch die Spielivarenindustrie als eine Brut- stätte des Heimarbeiterelends. Es ist möglich, die deutsche Spielwarenindustrie auf eine gesundere Grund- läge zu stellen, als auf die Not und das Elend der Heim- arbeiter. Eine gründliche Reform in Angriff zu nehmeu, ist jetzt der günstigste Zeitpunkt; möge man ihn nicht ungenützt verstreichen lassen. Die �Eingemeiabung" von LongWp-Drlep Zu diesem Thema schreibt Genosse Otto Hue: Ein imperialistischer Wirtschaftspolitiker hat versichert: Das Erzgebiet von Brich un-o das Revier der bituminösen Kohle sind für Deutschland Lebensbedürfnis." Wenn die„Eingemeindung" des Erzbeckens von Longwv-Briey und der nordfranzöfisch-belgischen Kohlenbecken ein„LebenSbedürf- niö Deutschlands" wäre, so wäre daraus zu folgern, daß „Deutschland" der Besitzer ser betreffenden Gruben und Hüttenwerke werden muß, also das Deutsche Reich den Betrieb jener industriellen Anlagen sowie den Vertrieb ihrer Erzeugnisse in eigener Regie übern, mmt. Wer man wird in der alldeutschen„EingcmeindungS'-Agita- tron vergeblich nach dem Vorschlag suchen, in den zu annektierenden Grenzgebieten ein bergbau- und Hütte nindu st rielleSl Reichömonopol zu etablieren! Vielmehr sind gerade die ag- gressivston.Eingeme>n-dungS"-Agit-toren auch zugleich die hef- tigsten Gegner der Bergbau Verstaatlichung bzw. von industriellen Reichsmonopolen, llnter de: Hand dieser alldeutsch-imperialistischen„Etngemeinde'politiker verwandelt sich das„Lebensinteresse Deutschlands" flugs um in das Aus- dehnungsbedürfnis der privatkapitalistisch-syn- dizierten Großindustrie. Schreibt doch z. B. Herr Bckrl» Sold N o t h m a n n, Direktor der Oberschlesischen Stahlwerks- gesellschaft, in der„WirtschaftSzeitung der Zanträlmächte" vom 5. d. M. rund heraus,„sollte Belgien auf Grund der Friedensverhandlungen von uns wieder geräumt werden, so werde doch der Absatz der belgischen Kohle und des belgischen Egens ins Aus- land nur im Einvernehmen mit de» deutschen indu- striellen Verbänden(!)... erfolgen dürfen!" Das westdeutsche Kohlensyndikat und der deutsche Stahlwerksverband sollen mithin auch die Kontrolle über die belgische Dlontainndustrie bÄommen. Kann aber denn außerdem nachgewiesen werden, daß Deutsch- land seinen Eigenbedarf an Kohle, Erzen. Eisen und Stahl nicht decken kann ohne„Eingemeindung" deS französischen Minetteerz- revierS und der novdfranzöfisch-belgischen Kohlenbecken? Ein Blick auf unsere ProduktionS- Und Handelsstatistik zeigt uns. daß, gemeinwirtschaftlich gesprochen, ein„Leben s- bedürfnis Deutschlands" für jene„Eingemeindungen" nicht vorliegt. Wir litten vor dem Kriege weder untereinemMangelanKohleundKoks, nochunter einem Mangel an Erzen. Eisen und Stahl. Bielmehr wurde bei uns ein solcher Kohlenübersluß gefördert, daß von 1900 bis inkl. 1913 unsere Steinkohlen ausfuhr von 15L4 auf 34,50 Millionen Tonnen stieg; unsere Koks ausfuhr nahm gleich- zeitig von 2,23 auf 6,43 Millionen Tonnen zu. Dieser gewaltigen AuSsuhrstoigerung stand 1913 eine Kohleneinfuhr von 10,3(davon OL allein aus England) und nur eine Kokseinfuhr von rund 0,6 Millionen Tonnen gegenüber. Wir hatten mithin einen riefigen A-uSfuhrüberschutz; und gerade die Wirtschaftsgebiete, deren Kohlen- bezirke angeblich ein„Lebensbedürfnis Deutschlands" sein sollen. Frankreich und Belgien, waren nach Oe st erreich- Ungarn unsere größten Kohlen- und Koksabneh- mergewordenl Unsere Kohlen- und Kokscinfuhr nach Belgien- Frankreich war zeitweilig so massenhaft, geschah noch dazu zu so relativ niedrigen Preisen(unter den deutschen In- landSpreisen!), daß die Vertreter der belgischen und französischen Bergarbeiter im Internationalen Bergarbeiterkomitee uns wieder- holt dringend ersuchten, doch dieser billigen Massenaussuhr entgegen- zutreten, weil sie in Belgien und Frankreich Veranlassung zur E r- niedrigung der Bergarbeiterlöhne gebe! Unser Verbrauch an Eisenerzen konnte allerdings vor dem Kriege nicht mehr völlig im Inlands gefördert werden. Von den etwa 42 Millionen Tonnen Eisenerzen, die 1913 von der deutschen Hüttenindustrie verbraucht worden sind, kamen etwa 11 Millionen Tonnen aus dem Auslände, wovon aber nur 3L aus Frankreich (hauptsächlich ostfranzösische Minette), dagegen rund 814 Millionen Tonnen auö Skandinavien und Spanien kamen. Andet?r- seits wurden 2,6 Millionen Tonnen im deutschen Zollinlandc gc- wonnene Eisenerze(wohl fast nur lothringisch-luxemburgische Mi- nette) nach Belgien und Frankreich ausigeführt! Die oberschlesische Hochofenindustrie hat so gut wie gar keine französischen Erze verhüttet— 1913 nur 2733 Tonnen bei einem Gesamtverbrauch von 1,14 Millionen Tonnen—, sie konnte sich immer noch vorteilhafter aUS Skandinavien, Siegcn-Nassau, Oester- reich-Ungarn und Rußland versorgen, weil die relativ geringhaltige Minette(durchschnittlich nur 30— 33 Proz. Eisen) den weiten Bahn- tranSport nicht vertragen kann. Daran würde auch durch die„Ein- gemeindung" von Longwy-Brieh gar nichts geändert. Unsere westdeutschen Großhütten haben die Einfuhr von Qual'- tätserzen(die nicht im Becken Longtpy-Briey vorkommen!) in den letzten Jahren vor dem Kriege so forciert, daß darüber ein- heimische Erzgebiete schwer ins Gedränge gekommen sind. In einer Denkschrift(1909) siegen-nassauischer Erzgebiets- interessenten wurde von der Regierung� schon eine Erschwerung der Erzeinfuhr durch Einsuhrzölle verlangt und erklärt:„AIS die H a u p t u r s a ch e der jetzigen t r o st I o s e n Lage unseres Eisenerzbergbaues muß die K o n k u r r e n z d e r a u S d e m A u S- lande in riesigen Rengen eingeführten Eisen. erze Sezeichn et w e r d e nl" Die deutsche Roheisenerzeugung betrug 1913 rund 19 Millionen Tonnen. Gesetzt der Fall, wir hätten damals gar kein Erz aus Frankreich bekommen, so hätte daS einer Mindererzeugung von nur einer Tonne Eisen entsprochen. Auch dann wäre unsere Eisen- erzeugung noch weit über den Eigenbedarf hinaus- gegangen, wir konnten immer noch zirka 6 Millionen Tonnen ausführe». Damit standen wir immer noch weit an erster Stelle mit der Eisenerzeugung in Europa. Ist also aus unserer ProduktionS- und Handelsstatistik kein „Lebensbedürfnis Deutschlands" nach der„Eingemeindung" der fraglichen Kohlen- und Erzgebiete nachweislich, so muß man erst recht warnend fragen, wie sich die allseitig als selbstverständlich be- zeichnete Wiedereinführung unserer nationalen Volkswirtschaft in die Weltwirtschaft nach solcher„Eingemeindung" vollziehen soll! ES genügt nicht, zu produzieren, man muß auch Verbraucher haben. Und gerode wenn man den schon zitierten Artikel in der„Wirt- schaftszeitung" mit seinem besorgten Ausblick auf die drohende amerikanische Konkurrenz auf dem europäischen Markte nachdenklich liest, kann man allen Deutschen nur dringend raten, keiner ,.EingemeindungS"-Politik das Wort zu reden, die ver- hindern würde,„daß ein gerechter und für alle Krieg- führenden annehmbarer Friede möglich sei". fius Industrie unö Kandel. Getreidemonopol nach dem Kriege? Nach dem„Berl. Tgbl." ist die dauernde B e i b e- Haltung des Getreide monoPols nach dem Kriege in Kreisen der Regierung bereits eine beschlossene Sache. Eine Abfindung der Getreidehändler soll nicht in Betracht kommen._ Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Bilanz der Aktiengesellschaft für chemische Produkte vormals H. Scheidemandel in Berlin ergibt nach Abschreibungen von 2 150 096 M. und Rücklagen von 2,38 Millionen Mark (im Vorjahr betrugen Abschreibungen und Reservebildung 1.975 Millionen Marks einen Ueberschiiß von 2794 312 M. (i. V. 7u3 670 M.) Die Verwaltung schlägt vor. hieraus den ordentlichen Reservefonds durch Zuweisung von 764 816 Mark(i. V. 285 183 M.j auf 19 Proz. zu bringen, den Aktiv- näreu eine Dividende von 12 Proz. gegen 6 Proz. im Vorjahr zu zahlen, 599 999 M. einem Preisausgleichsfonds und 259999 M. einer Unterstützungskaffe für Beamte und Arbeiter zuzuweisen. Tie Gesellschaft hat die Grundstücke Berlin. Schelltngstraße l9/1l. zur Errichtung eines Per- ivaltungsgebäudes erworben und eröffnet in München mit Rücksicht auf die großen bayerischen Jntercffen ein Zweig- burean. Der Umsatz der Gesellschaft und der unter deren Verwaltung stehenden Fabrikationsgesellschaflen bcläuit sich auf 53(553 987 M._ Tabakbau und Tabakcrnke in Teutschland 1915. Die_„Vierteljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reiches" bringen jetzt das abschließende Ergebnis der Tabakernte in Deutsch- land für das Jahr 1015. Wir entnehmen daraus, daß die bebaute 0 leiKung! Daraenltonfchtion! ledw»! Montag, den 29. Januar, abends 7 Uhr, in den Musikersälcn, Äaiser-Wilhelm-Straße 31: w Versammlung. JageSorbnunn: 1. Welche Brdentnna bat die Arbeiislokensürsorge der Siadt Berlin iiir die Tamenkonfrktiou? Reserent: Kollege tivitnisiin. 2. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! In Anbetracht der wichtigen Tages- ordnung und der vielen Unllm leiten, die noch In den Kreisen der Damen- tonseliwn vorhanden sind, ersuchen wir um recht zahlreiches Erscheinen. Die Kommlssleii. Sonnabend, den 3. Februar, abends 8 Uhr, bei Schulz, , Königsgraben 2: ms* Versammlung"Vt der taubstummen Kollegen in der Herrenkonfektion. In dieser Verlamml mg wird ein taubstummer Kollege elneu Voilrag halten und bitten wir daher, vollzählig zu erscheinen. 164(9 Dte Koiumlsslon. Verband der Kut- und Tibnarenarbeiter nnd Jlrbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung: Berlin. Am Mittwoch, den 31. Januar, abends?'/„ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufcr 13, Saal 3: = General= Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Bericht der Koinmisston. 2. Borstands- Wahl und Wahl der Kommission. Wegen lrüderen Lokalschlulseri wird die Versammlung Punkt 3 Uhr eiöffml.— Das Erscheinen aller Milzlleder ist dringend cr ordert ich. 77/1 Der Borsiaad. Deutscher Textilarheiter-Verbanä. �— r—.— j Filiale Berlin.----— m «rbeitSnachweiS: AndreaSstr. 17, in der GeschästSflelle. Del.:«flft. 1873. Mittwoch, den 31. Januar 1917, abends 8 Uhr, im Lokal von Rowotnik, Laugeftraße Nr. 30: General- Versammlung. Tagesordnung:, 1. Konen und Geschäftsbericht vom Jahre ISi«. 2. Diskussion. Die Mitglieder werden ersucht, snr einen guten BersammlungSbesv.ch zu sorgen, 19/08 Ber Vorstand. Direktion Mas Keinhardt: Oenttictae« Theater. I1/« Ulix: Dautons Tod. Ka«hm. 21/. Uhr(kl. Pr.); Hamlet. Montag: Dantons Tod. Kammerttpiele. T'/j Uhr: CteapeDetereonate. �achm. 2l/j Uhr(kL Pr.): Minna von Barnhelm. Montag: Gespenstersonate. Volksbühne. Theat. aBülowplatz. T'/, Uhr: Die Ratten. Machm. 3 Uhr(kL Pr.): Nachtasyl. Montag: Armut. Theater in der Königgrätzer Str. il/jU.: Jan der Wanderbare ICaohm. 3 Uhr: Kameraden. I�omiidienhans. T'/j Uhr; Die verlorene Tochter, ■Kachm. S Uhr: Der 7. Tag. Berliner Theater. I1/, Uhr: Auf FIBgeln des Gesanges. Xachm.3 U.: Wenn zwei Hochz. mach. Fjrliaiifl der Freien MsUnen Sonntag, den 28. Januar 1917: Nachmittag» 3 Uhr: Polksbuhne, Theater am Bülowplah: Nachtasyl. Schiller-Theater, Charlotienburg: Kater Lamve. KünsUer-Tbeater: Schwarzer Peter. Schiller-Theater Ost: JohanniSseuer. Nachmittags 2>/, Uhr: Leising-Theater: Die gutgeschnittcne Ecke. Deutsches OpernhauS: Die Entfüh- rung aus dem Serail. Abend! T'/j Uhr: Volksbühne, Theater am BiUowvlah: Montag, Mittwoch, Donnerstag: Armut. Dienstag: Rose Bernd. Freitag: Die Ratten. Ab ends 8 Uhr: Gymnasium zum Grauen Kloster: Leseabend. Hieater für Sonntag, 28. Januar. Metropol-Theater Ueotsches Opernbans, Charlottenb. eveü.: Lohengrin. Priedricb-Wilbelinstädt. Theater. 3 Uhr: Figaros Hoebsclt. V'/jU.: Das Dreimäderlhans Webr. Bermfeld- Theater 7'/, Uhr: Der doppelte Buchhalter. Posse mit Gesang und Tanz. 'ölU Uhr: Krieg im Frieden. Kleines Theater s uhr: im Teetiseh. 3'/, Uhr: Henriette Jacoby. Komische Oper u/, uhr-. Der Puszta-Kavalier. Ii1/. Uhr: Staatsanwalt Alexander. Lustspielhaus ''/« u.: Der selige Balduin 3 Uhr: Oer Bibliothekar. Thalia-Theater. 7'i.u.: Das Vagabundenmädel. 3 Uhr: Blondinchen. Trianon-Theater 7=/, Uhr; Willis Hochzeitstag. 3'/» Uhr: Die Waise aus Lowood. io Mh,.: Die Csardasfürslin. '1,3 Uhr: Die Kaiserin. Neues Operettenhaus u/,u.: Oer Soldat der Marie. 3 Uhr: Der Togelhfindler. Residenz-Theater X'�ie Warschauer Zitadelle. I Uhr: Gebildete Renschen. Schiller Theater O. 3 Uhr: Johannisfoner. 7>/su.: Ält-Heidelberg. Schlller-Th.Charlottenbg. 3 Uhr; Kater Dampe. u/.u: Der Famiiientag. Theater am Xollendorfpl. S'l, Uhr-: Immer teste druff! u/s u.: Blaue Jungens. Theater des Westen» 7i/. u.: Die Fahrt ins Glück mit Guido Thielsohaf. S'l, Uhr: Ein Walzertraum �oiascffL, Sonntag Ä Porstellungen: 3'/, und 7'/, Uhr. An beiden BoriteUiingeu: Die erfolgreiche, belieble gioxe Prunl-Au'sstattuilgS-Pantomime: Die Geierprinzessin. Vorher das glänzende Programm. Nachmittags 1 Kind frei, weitere Halde Preise. üaciM. 2 ültr DCllSC. AlieniisY'ialllir die Itttltö litiäBi ninpn der Ballettpantomime „Die grüne Flöte" Inszenierung von Max Reinhardt sowie der abwechslungsreiche Yarietd-Spielpian. Ziikus A. Schumann Der Zirkus ist gut goheizt. Sonntag, den 28. Januar 1917: ZuroßeZirWflrslEÜunp? " 3 Uhr und 7'L Uhr. In beiden Vorstellungen: das vollständige Programm und Die Seeräuber Nachm. 1 angehör. Kind frei. Montag, den 29. Januar: Der deutsche Schmied. (Keine ZirkusvorsteUung.) RoseoTheater. Gastspiel Xaver Xcrofot mit seinem«chlierseer Bauerntheater 3 Uhr: Lt. Georg der DrachontStor 7'/, Uhr: Wildes Blut. Walhalla-Theater. 3 Uhr: Wilhelm Teil. 7';,; Das Hasikantenmhdel Lipollo PRieraicnsr-a- am• per- koouth- Heut« 2 Vorstellungen Nehm.§ Uhr, ab ds. 7 Uhr 30 In beiden Vorstellungen: Das vollständige Varieti-Programm und Neptun auf Reisen Ausstattungspoase i. 3 HUderu von Frz. Arnold u. Ernst Bach. Musik von Rudolf Nelson. Reiehshaiien-Theater. Stettiner Sänger. Heute nachmittag 3 Uhr und abends 7'/, Uhr: CabaretFeldpo. Nachmittags: Ennäsi. Preise: Parkett 39 Ps. Balton 75 Ps.. Logen 1 M.) gjaiast, Anfang 7'/,, Sonnt. 3'/, u. 71/, Dctzter Sonntag;: „Berliner Bilder" Otto Reutter u. d. große.Tannar-Programm. V oigt-Theater. Badstr. St. Badstr. 5» Täglich: Der Geizige. Eröffnung d1/, Uhr. Ansang 7'. Uhr. Sonnlag. de» 28. Januar: Nachm. 3 Uhr: Ter Goldfuchh. Abendt 7 Uhr: Ter Geizige. Ab Rontag. den 29. Januar: Tas Schloß am Meer. Flümirsls?a!ast \ Heule 2 Vorstellg., 4 u. 7'/, Uhr. MU" In beiden Vorstellungen Scblittscbobläufer-Ballett aus der Oper„Oer Prophet" und das herrliche Eis-Ballett Frau Fantasie. Vorzügliche KUche. J3U Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 9�91. Heute; Qf. KOHZCrt d«s Berliner Konzerthaas-Orchcsters Leiter: Komponist Frz. v. Blon. Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. An alfon Wochentagen; ÜVaehmlttags-Konzert bei freiem Eintritt und voller Orcheeterbeeetzuni. Sessing-Theatev. Direktion; Victor Barnowskj1. 7',. u.: Die beiden Klingsberg. Nachm.'J'l,: Die gutgeschnitt. Ecke. Dentseh. Künstler-Theater. T'Lühr: Der Relsebcg:! eitor. 3 Uhr: Schwarzer Peter URAN lA ra�atr Sonntag i Uhr(halbe Preise): Die Bagdadbahn. 8 Uhr: Winter in der Schweiz. Montag 3 Uhr: Alice Sohalek: Drei Monate an der Isonzofrorit. Ilürsaai 8 Uhr: Dr. A. Keßner: Eisen- und MelallgieBerei(1. Teil). szsMM Allgemeine Ortskrankenkasse Niederbarnim. BehanntnacbHDg. Bcm:J3. Tezember 191« ab gewähren wir unseren Mitgliedern wieder daS ikrankengeld bezw. Hau-:- geld silr d:e aus einen Wochentag sallenden Feiertage. 273/18 Zaiihn.«mtdvorsteher, Vorsitzender._____ Sjsezial-Brzt Dr. med. Uastchc, Frledfichstr. 90 3tÄchos Behau dl. ton SjpllUl*. Haut-. Harn-.Frauen leid., fpcj.chrou. Fälle. Ehrlich-tzata-Auren, schmerz lose, kürzeste Behandlung ohne Be- rusSftSrunz. Blutuntersuchung: Mäg. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 1D— l l:nd 5—8, San»!, it— f. t i Casino- Theater Lothringer Str. 37, Täglich 71/. Uhr. Um 71/, Uhr: Buntes Programm. Um 8';. Uhr: Tie Schlagerpvfse Einzig in GrvsgBerlih Zwei kette Serttner Berliner Humor— Berliner Kiguren Sonntag S'/, Uhr: Einer vom U-Saot. C. Richter. Jed.Sonntg. P. Mantbcys Lust. Sänger u. Konzert. Neues Prog. Auf. 61/, Uhi'. Eintritt 50 Pf., lO�Swuer�iClitä�iWW�� Possen- Theälef. Täglich 7lls Uhr: Der fliegende Holländer. Der Site Wölfl. Deutsches Bauwesen im Kriege Ausstellung von Fotografien in den Bäumen der Kgl. Akademie der Künate Pariser Platz 4 Hoch- u. Tiofbauten, die während des Krieges ganz oder zum größten Teil entstanden sind. Geöffnet 10— 3. Eintritt frei. Dauer der Ausstellung 28. lanuar bis 11. Februar.* während des Krieges und dem Oestu Ober den VaterlSndischen i: Hiirsdienst:i Preis 40 Pf. 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