Dr. 31. 34. Jahrg. kldonoemeats-StcNnqviiqeo: Rboraimimt»• SteU riönumetmtho CterteljäStl 3,90 M. monall 1,30 AI. rcödlEtufitfe 30 Cfg, frei mS Hau!» Einzelne Siummei ä Wg, konmag!. NUMNI« ll'.il Uluimeaei SanmagZ» Seilage.Die Sieue Sei:' 10 Lig. Loit- LbonncmeM: ILO Mar! Uro Monat. eingetragen m die Po!:- Zettung»- LreiSIiile, Ilmer kreuzt ano iS: Deiuichland mit velterreich, Ungar» ZLO Marl, fit 6a! bvrige ilnslant ( Marl no SK»nal Loftabonnemem» nehmen an Belgien Dänemarh Hallan�. Italien. Luxeaiburg, Lorlugah SiumeHiM. Schweden und die Schwrik cüldeim rsgllch. Devlinev Volksblcrkk. �entralorgan äer foÄaläemoKratiscKen Partei Veutf�lanäs. m« Inleriions-<-eva!>s MtSgl(Qt die lechsgewaltene«olonel- !«ilt oder deirn Raum SO Big,, iür »eliiilche und gewerllchaitlichc Zerein». und IZersanmilungK-Zlnzeiaen SO Pig. „Kleine Zlnreisen". da! leugcdruttte Wort 2V B>g, uttiiiifig S ieligedruSi« Sonn. iedeS weitere San 10 Big. Stellengesuche und«chlatticllenan- t eigen daS ertte Sort 10 Btg. jedes weuere Dans Big, Worte über IS Buch. Üüdcn zählen für»nrei SSme. Smcroie tot die nächste Stumme? Müllen MZ 6 Ubr«achiuiitagS in der EMtditioii »dgegeden werdet?. Die EWcdilio« ij! dl» 7 Uhr abend- geöftnet, Delegramm-Zldreile: .SoziiläioeiiM«cili»". Reüaktiou: SW. 68, Ltaüeastraße 3. Seriivrechier:«mi Momitvla». Slr. 15190—15197. (xpedition: EW. 68, tinöenstraße Z. ÜetKitireeficr: flmt Morinvlatz. Nr. 151 90—161 97. Verfchärster Ll-Bootkn'eg. Eine Rede des Reichskanzlers. Note an öie vereinigten Staaten. Berlin, 31. Januar 1917. Der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika ist heute die folgende Note übermittelt wovden: Berlin, de» ZI. Januar 1917. tfurc Exzellenz habe« die vilte gehabt, mir unter dem 22. d. M. von der Botschaft Mittrilung zu macheu, die der Herr Präsident der Bereinigte» Staaten von Amerika am gleichen Tage an den amerikanischen Senat gerichtet hat. Die Kaiserliche Regierung hat von dem Inhalt der Botschaft mit ernster Aufmerksamkeit Kenntnis genommen, die den von hohem Berantwortlichkritszcsiihl getragenen Darlegungen dcS Herrn Prä- sidenten zukommt. ES gereicht ihr zu großer Genugtuung, feftzu- stellen, daß die Richtlinien dieser bedeutsamen Kund- gebnng in weite« vmfange mit den Grundsötzrn und Wünsche» übereinstimmen, zu denen sich Deutschland bekennt. Hierzu gehört an erster Stelle das Recht der Selbstbestimmung und dir Gleich- berechtigung aller Nationen; in Anerkennung dieses Prinzips würde Teutschland es aufrichtig begrüßen, wen» Lölkee, «ili Irland und Indien, die jich der Segnungen staatlicher Unabhängigkeit nicht rrfrene», nunmehr ihre Freiheit erlangten. Bündnisse, die die Böller in den Wettbewerb um die Macht hineintreiben und in ein Netz eigennütziger Intrigen verstricken, lehnt auch das deutsche Boll ab. Da- gegen ist seine freudig« Mitarbeit allen Bemühungen gesichert, die aus die Berhütnng künftiger Kriege abzielen. Die Freiheit der Meere als Vorbedingung für den freien Bestand und de« friedlichen Verkehr der Völker hat ebenso wie die offene Tür für de» Handel aller Nationen stets zu de» leitenden Grundsätzen der deutsche» Politik gehört. Um so tiefer beklagt es die Kaiserliche Regiernag» daß das friedenSfrindliche Verhalten ihrer Gegner es dar Welt unmöglich macht, schon jetzt die Verwirklichung dieser erhabene» Ziel« in Angriff zu nehmen. Deutschland und seine Berbündeten waren bereit» alSbald in Friedensverhandlungen einzu- treten und hatten als Grundlage die Sichcrnng des Daseins, der Ehre und der Entwickeln« gsfreiheit ihrer Völker bezeichnet. Ihre Pläne waren, wie sie in der Note vom 12. Dezember 191S ausdrücklich be- tonten, nicht ans die Zerschmetterung»der Vernichtung der Gegner gerichtet und nach ihrer Ueberzeugung mit den Rechten der andere» Nationen wohl vereinbar. Was insbesondere Belgien anlangt, das den Gegenstand warmherziger Stzmpathie» in den Bereinigte» Staate» bildet, so hatte der Reichskanzler wenige Woche» zuvor erklärt, daß eine Einverleibung Belgiens niemals in Deutschlands Absichten gelegen habe. Deutschland wollte in dem mit Bel- gien zu schließenden Frieden lediglich Borsorge da- für treffen, daß dieses Land, mit dem die Kaiserliche Regierung in guten nachbarlichen Verhältnissen zu leben wünscht» von den Gegner» nicht zur Förderung feindlicher An- schlage ausgenutzt werden kann. Solche Borsorge ist um so dringender geboten, als die feindlichen Machthaber in wiederholte« Reden und namentlich in den Beschlüssen der Pariser Wirt» schastSkonfereuz««verhüllt dir Absicht ausgesprochen haben, Deutschland auch nach Wiederher st rllan» des Friedens nicht als gleichberechtigt anzuerkennen, vielmehr shstematisch weiter z u bekämpfen. AoderEroberungSsn6jtderGesner,die den Frie- de« diktieren wollen, ist der Friedeasversuch der vier Verbündeten gescheitert. Unter dem Aushänge» schild deS Nationalitätenprinzips haben sie alS KriegSziel enthüllt, Deutschland, Oesterrrich-llngarn, die Türkei und Bulgarien zu zerstückeln und zu entehren. Dem Bersöhnungswunsch stelle» sie ihre« BernichtungSwillra entgegen. Sie wolle» de« Kampf bis aufS äußerste. So ist eine neue Sachlage entstanden, die auch Deutsch- land zu neuen Entschlüsse» zwingt. Seit zwei und rinhalb Jahren mißbraucht England seine Flottenmacht zu dem frevelhaften Versuch, Deutschland durch Hunger zur Unter- wrrsnng zu zwingen. I» brutaler Mißachtung des Völkerrechts unterbindet die von England geführt« Mächtegruppe nicht nur den legitime« Handel ihrer Gegner; durch rücksichtslose« Druck nötigt sie auch die neutralen Staaten, jede» ihr nicht genehme« Handelsverkehr auszugeben»der de« Handel nach ihre« willkürlichen Borschriftrn ein- zuschränken. Das amerikanische Bolk kennt die Bemühungen, die unternommen wordcn sind, um England und seine Bundesgenosse» zur Rückkehr zum Völkerrecht und zur Achtung vor dem Gesetz der Freiheit der Meere zu bewegen. Die englische Regierung verharrt bei ihrem Aushungerungskrieg, der zwar dir Wehrkraft des Gegner? nicht trifft, aber Frauen und Kinder, Kranke und Greise zwingt, um ihre« Vaterlandes willen schmerzliche, die Bolkskrast ge- sährdende Entbehrungen zu erdulden. So häuff britische Herrschsucht lallen Herzen« die Leiden der«ell unbekümmert um jede»' Gebot der Menschlichkeit, nnbelümmert m» dir Protest« der schwer geschädigten Neutralen, unbekümmert selbst um die stumme FriedenSsehnsncht bei de« Böllern der e i g e- ne» Bundesgenossen. Jeder Tag, de« da? furchtbare Ringe» andauert, bringt neue Verwüstungen, neue Not und neneü Tod. Jeder Tag» nm den der Krieg abgekürzt wirb, erhält ans beiden Seiten Tausenden tapferer Kämpfer daS Leben und ist eine Wohltat für die gepeinigte Menschheit. Die Kaiserliche Regierung würde es vor ihrem eigenen Gewissen, vor dem deutschen Bolk und vor der Geschichte nicht verantworte» können, wen» sie irgendein Mittel nn- versucht ließe, daS Ende deS Krieges zu beschlenni- ge«. Mit dem Herr« PrSstdente« der Bereinigten Staate« hatte sie gehofft, dieses Ziel durch Berhandlungc« zu erreichen. Nachdem der Brrsnch zur Verständigung von den Gegnern mit verschärfter Kampf- ansage beantwortet worden ist, muß dir Kaiserlichen Regierung, wenn fit in höhere« Sinne der Menschheit diene» und sich an den«ige- neu Bollögenosse« nicht versündigen will, den ihr von neue««nfge- drnngene» Kampf um» Dasein nunmehr unter»ollem Einsatz aller Wafftn sortführen. Sir muß daher auch dir Beschränkungen falle« lassen, die sie sich bisher in der Brrweuduag ihrer Kampfmittel zur See auferlegt hat. Im Bertranen darauf, daß das amerikanische Volk und seine Regierung sich de» Gründen dieses Entschlusses und feiner Ratwen- digkcit nicht verschließen werde», hofft dir Kaiserliche Re- gierung, daß die Bereinigte« Staate» dir neue Sach- läge von der hohe« Warte der Unparteilichkeit würdigen und auch au ihrem Teil mithelft» werden, weiteres Elend und vrrmridbare Opfer an Menschenleben zu verhüten. Indem ich wegen der Einzelheiten der geplanftn KriegSmaß- «ahmen znr See auf dir anliegende Denkschrift Bezug nehmen darf, darf ich gleichzeitig der Erwartung Ausdruck gebe», daß die amerikanische Regier«»« amerikanische Schiffe vor dem Einlaufe» in dir in der Anlage beschriebene« Sperrgebiete und ihre Staatsangehörige« daver warnen wird, de» mit Häfen der Sperrgebiete ver- kehrende« Schiffen Passagiere»der Ware» anzn- vertraue«. Ich benutze diesen Snlaß, nm Euerer Exzellenz de» Ausdruck meiner«mSgezeichneten Hechachtnng zu rrneuer«. (gez.) Zimmermann, die denkfchrist. Die in der Note erwähnte Denkschrift lautet wie folgt: So« L Februar 1917 ab wird in den nachstchend bezeichneten Sperrgebieten um Großbritannien, Frankreich und Italien herum und im östlichen Mittelmeer jedem Seeverkehr»hnr weiteres mit allen Waffen rntgegengetreft« werden. Solche Sperrgebiete sind a) � im Norden ein Gebiet am England und Frank- reich, daß begrenzt wird durch eine Linie in 20(zwanzig) Seemeilen Ab st and längs der holländische« Küste� bis Terfchelling-Feuerfchiff, den Längengrad von Ter- fchelling-Feuerfchiff bis lldsire, eine Linie von dort über den Punkt S2 Grad Nord 0(Null) Grad Länge nach 62 Grad Nord 5 Grad West, weiter zu einem Punkt 3(drei) Seemeilen südlich der Südspitze der Faroer, von dort über Punkt 62 Grad Nord, 16 Grad West nach 61 Grad Nord kb Grad West, dann S7 Grad Nord 20 Grad West, bis 47 Grad Nord 20 Grad West weiter nach 43 Grad Nord IS Grad West, dann auf dem Breitengrad 43 Grad Nord entlang bis 20 See- meilen von Kap Finifterre und in 20 Seemeilen Abstand ent- lang der spanischen Nordküste bis zur französischen Grenze; b) im Süden das Mittelmeer. Der neutralen Schiffahrt bleibt offen das Seegebict westlich der Linie Pt. de llESpiquette bis zu 38 Grad 20 Minuten Nord und 6 Grad Ost,, sowie nördlich und westlich emcS 60 Seemeilen breiten Streifens längs der nord- afrikanischen.Küste beginnend aus 2 Grad Westlänge. Zur Verbindung dieses Seegebicts mit Griechenland führt ein 20 Seemeilen breiter Streifen nördlich bzw. östlich ftlgeuder Linie: 38 Grad Nord und 6 Grad Ost nach 38 Grad Nord und ZO Grad Ost nach 37 Grad Nord und II Grad 30 Minuten Ost nach 34 Grad Nord und 11 Grad 30 Minuten Ost nach 34 Grad Nord und 22 Grad 30 Minuten Ost. Von hier führt ein 20 Seemeilen breiter Streifen westlich 22 Grad 30 Minuten Ostlänge in die griechischen Hoheitsgewässcr. NeutraleSchiffe, die t-ie Sperrgebiete befahren, tun dies auf eigene Gefahr. Wenn auch Borsorge getroffen ist. daß neutrale Schiffe, die am 1. Februar auf der Fahrt nach � Häfen der Sperrgebiete sind, während einer angemesse. nen Frist geschont werden, so ist doch dringend anzuraten, daß sie mit allen verfügbaren Mittein gewarnt und umgeleitet ' werden. Neuirale Schiffe, die in Häfen der Sperrgebiete liegen, können mit gleicher Sicherheit die Sperrgebiete noch Verl äffen, wenn st:: vor dem S. Februar auslaufen und den kürzesten Weg in freies Gebiet nehmen. Der Verkehr der regelmäßigen amerikanische» Passagierdampfer kann unbehelligt weitergehen. wenn s) Fal m o u th als Zielhafen genommen wird, i>) auf dem Hin- und Rückwege die S c i I l y S sowie cm Punk: 60 Grad Nord, 20 Grad West angesteuert wird. A u f d i e s e m Wege werden keine deutschen Minen gelegt werden. c) die Dampfer folgende besondere in den amerika- Nischen Häfen ihnen allein gestattete Abzeichen führen: Anstrich des SchifsSrumpfts und der Aufbauten 3 Meier breite Vertikalstreiftn abwechselnd weiß und rot. In jedem Mast ein« große weiß und rot karierte Flagge, am Heck ameritanische Ratünialslagge und Anstrich der Schiffe nach Möglichkeit von weitem gut erkennbar und die Schiffe durchweg hell erleuchtet sei». ä) ein Dampfer»rHchentlich in jeder Richtung geht, deffcn A n kunft in Folmouth Sonntags. Abfahrt au« Folmouth Mittwoch« erfolgt. c) Garant« der amerikanischen Regierung(«geben wird, daß diese Dampft« keine Bannware(nach deutschen Baimwarelisten) mit sich führen.> Karten, in welchen die Sperrgebiete eingezeichnet sind, sind iu je zwei Exemplaren beigefügt. Den Regierungen der anderen neutralen Staaten sind entsprechende Noten übermittelt worden. »* •* Die neuen Entschlüsse, von denen in der vorstehenden Note die Rede ist, sind von der obersten Reichsleitung gefaßt worden, die in Deutschland nicht aus Vertretern der polit:- schen Parteien besteht. Man erkennt bei dieser Gelegenheit den Vorteil des parlamentarischen Systems für die Regie- rungcn selbst: Unter diesem können sie die Verantwortung� für ihr Tun und Losten ausvieleSchultern verteile!!,! während unter dem deutschen System die Regierung allein! die Verantwortung zu tragen hat. Diese Trennung der Verantwortlichkeit ichließt— zumal unter de» gegenwärtigen Umständen— eine Gemeinsamkeit der Endabsichten nicht aus. Das ganze deutsche Volk ist einig in dem Wunsche, seine Verteidigung so batd wie möglich erfolgreich zu beenden. DaS ganze deutsche Volk ist einverstanden mit der Anwendung von Mitteln, die geeignet sind, diesem Zweck zu dienen. Die Frage, welche Mittel als geeignet zu betrachten sind, kann aber nicht durch Diskussion in Versammlungen und in der Prestc, sondern nur in einem engen Personenkreis entschieden werden. Auch in einer vollkommenen Demokratie könnte das nicht anders sein, nur wäre dort der Personenkreis ein anderer.. Darum haben wir nie einen Nutzen davon erwartet, wenn man! versucht, die Kriegführung in der Anwendung bestimmter' Mittel agitatorisch zu fördern oder zu behindern. Niewand in Deutschland verkennt, daß die Schwierig- ketten, unter denen die Neutralen durch den Krieg zu leiden haben, durch die neuen Entichlüste der deutschen. Regie rung eine weitere Steigerung erfahren. Sie können— von der einen für Amerika gemachten Ausnahme abgesehen— mit den uns feindlichem Staaten auf dem Seewege nicht mehr der» kehren, ohne Mannschaft und Ladung schweren Gefahren an-: zusetzen. Es kann nicht ausbleiben, daß sich die Gegner Deutschlands diesen Umstand zunutze machen und däß sie versuchen werden, die Neutralen, insbesondere Amerika, zum Anschluß an ihre Koalition zn veranlassen. Diese Versuche find nicht neu, sie werden aber in der nächsten Zeit mit er- höhtem Eifer wieder aufgenommim werden. Die Neutralen werden sich fragen, wo ihre Interessen liegen. Aber sie mögen sich sogen, daß ersten? eine zcr- schmetternde Niederlage Deutschlands nicht in ihrem Jnter- est? liegt, und daß zweitens— selbst wenn sie in diesem Punkte anderer Meinung sein sollten— eine solche zerschmetternde Niederlage Teutichlands auch durch ihren Beitritt zur gez- nerischen Koalition nicht zu erreichen wäre. Sie wollen, was auch wir, und ganz besonders wir deutschen Sozialdemokraten wollen: den Frieden, der nicht durch physischen Druck auf Deutschland, sondern nur durch moralischen Druck auf die friedenweigernden Gegner zu erreichen ist. Mehr denn je sollten sie also— dies ist unsere Hoffnung— jetzt alle ihre Kräfte daran letzen, um dem K r i e g c i n E n d e zu bereiten. Die Grundsätze, die Präsident Wilson in seiner Botschaft an den Senat ausgesprochen hat. sine richtig und bleibm richtig, und nichts Gutes würde der Welt daraus entspringen, luöwn fite omorrkanische Politik ste oerlassen wollte. Die Uti» aeheure Mehrheit des deutschen Volkes ist mit der- deuischeu Regierung einig in dem Wunsche, die guten Be- Ziehungen zu den Vereinigten Staaten auf- rechtzuerhalten. Amerikas große geschichtliche Rolle ist nicht die des Verbündeten einer der beiden. Streitteile, sondern die des Verbündeten aller Friedensfreunde dies- ieits wie jenseits der Schützengräben! Das ganz deutsche Volk hegt den Wunsch, daß die neuen Entschlüsse der Reichsleitung eine Abkürzung des Krieges herbeiführen mögen. Die Stellung der P o r- leren wie der Blätter.� die sich zu dieser Frage ge- äußert haben, auch die des„V o r w ä r t s". ist bekannt. Wer jetzt handelt eS sich nicht mehr um Meinungen, sondern um die deutsche Kriegführung, um neue Entschlüsse, die die Reichsleitung gefaßt hat und von denen sie e r ft d a n n dem Reichstag und dem deutschen Volk Mitteilung gemacht hat. Fetzt haben'die Tatsachen das Wort! Der norwegische U-Soot-Crtoß in abgeänderter Fassung. Kristiania, 31. Januar. Durch Königlichen Erlaß wurde heute verfügt, daß der Königliche Erlaß vom 13. Oktober 1916 betreffend Tj-Boote mit Wirkung vom 6. Februar 1917 an folgendermaßen lauten soll: U-Boote, die zum Kriegsgebrauch aus- gerüstet sind und kriegführenden Mächten gehören, dürfen sich nicht in norwegischen Hoheitsgewässern bewegen oder aufhalten. Wenn sie diesem Verbot entgegen- handeln, laufen sie Gefahr, ohne Warnung mit Waffengewalt angegriffen zu werden. Das Verbot soll nicht gegen U-Boote ge- richtet sei«, die sich wegen schlechten WetterS, Havarie oder um Menschenleben zu rette«, auf norwegisches Geegebiet begeben. Das U-Boot soll sich dann innerhalb deS Seegebiets in Ueberwasser- ftellnug mit gehißter Rationalflagg« oder internationalem Signal halten, welches den Grund seiner Anwesenheit angibt. Das U-Boot soll das norwegische «eegebiet verlassen, sobald der Grnnd, welcher es zum Ber- weilen berechtigt, weggefallen ist. U-Boote, die für Kriegsgebrauch ausgerüstet sind und einer nichtkrieaführenden fremden Macht an- gehören, dürfen ebenfalls nicht in norwegische Hoheitsgewässer einlaufen oder sich dort bewegen. außer bei hellem Tag in sichtigem Wetter und i n Ueberwasser st ellung mit gehißter Nationalflagge. m Ter norwegische Erlaß vom 13. Oktober, der zu heftiger Abwehr von deutscher Seite Anlaß gab, stützte sich auf die Ansicht, die norwegische Regierung sei berechtigt, U-Booten, die zum KriegSgebrauch eingerichtet sind und den kriegführen- den Mächten angehören, jeden Verkehr und Aufenthalt auf norwegischem Seegebiet zu verbieten. Gegen irgendeine der lrtegsühkenden Machte ein solches Verbot zu erlassen, hiett 'ich die norwegische Regierung nicht für verpflichtet. Der neue Erlaß mildert die Bestimmungen des ersten Textes insofern, älS er neben dem Verbot von Kriegshandlungen innerhalb der norwegischen Seezone nunmehr einige Möglichkeiten zu vorübergehendem Aufenthalt auf dem norwegischen Gebiet gelten läßt. DaS Vorbild zu diesen Ausnahmen geben die norwegischen Bestimmungen über den Aufenthalt von Handels- -.auchbooten in den norwegischen Seegewäffern. Erst die Kriegspraxis wird über den Wert deS neuen Erlasses Aus- sihluß geben können. Das glückliche Merika. Der letzt« Ausweis der United States Steel Corporation sStahltrnst), die mit ihrem fast fünf Milliarde» Mark Aktien» und Schuldverschreibuagskapital die größte Aktiengesellschaft der Welt ist, gibt ein sprechende» Bild von de« riesigen Gewinne«, die Amerika aus der Selbst- zerfleischnng Europas zieht. Es betrog»ach Bor- »ahme der Abschreibungen der Reingewinn im vierte« Quartal 1914.. 8 919 598 Dollar im vierte» Quartal 1915.. 49 853 113 Dollar im vierten Quartal 1916.. 96 322 999 Dollar Da ei» Dollar heute 5,52 M. wert ist, so beträgt der Reingewinn deS Stahltrust» i» dem einen letzte« Bierteljahr 1916 allein 529,65 Millionen Mark, also sehr erheblich mehr als Aktienkapital und Re- serve» derDeutschenBau!.' ckaglanü unö öle Zreihdt der Neutralen. Schwarze Listen nnd graue Liften. Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Freiberr »v b. B u s s ch e hat mit dem Berliner Vertreter der.Associated Vreh" eine Unterredung über die völkerrechtswidrigen Maßnahmen ?er Engländer gepflogen, in der eS heißt: Wenn England in seiner an dl« Bereinigten Staaten ge- richteten Antwortnote betreffend die schwarzen Liste« behauptet, daß diese sich nnr auf die Handelsbeziehungen britischer Firmen bezögen, ohne Handelsgeschäfte zwischen den Neutralen zu berühren, so hat sich doch tatsächlich da« Verbot des Handelstreiben» mit dem Feinde in völkerrechtswidriger Weise ausgeweitet, indem als Feinde im Sinne des englischen Gesetzes auch neutral« Firmen in neutralen Ländern angesehen werden, soweit sie Geschäfte mit Angehörigen von mit England im Kriege befindlichen Mächten machen, oder nur im Verdacht stehen, solche zu machen. Zur Rechtfertigung dieser sehr erweiterten Maßnahmen behauptet« nun die englische Regierung, daß keine Rechte oder das Eigentum von Firmen, die aus der schwarzen Ltste stehen, irgendwt« betroffen würden. Diese Firmen genössen m jeder Beziehung Handelsfrei. heil, da sie ja keinen anderen Schaden erlitten, als daß eben eng- lischen Untertanen verboten werde, die Borteil« de» englischen Han- delS und Kredit» den auf der schioarzen Liste stehenden Firmen zuteil werden zu laffen. Gerade über den wichtigsten Punkt, der die englischen Argumente völlig zunichte macht, geht jedoch die englische ywte mit nichtssagenden Redensarten hinweg. Bekanntlich wird nämlich durch den von England eingeführten Kettenboykott jede auf der schwarzen Liste besinolich- Firma selbst der Möglichkeit b«. raubt, mit anderen neutralen Firmen Handel gu treiben. Wer mit einer auf der schwarzen Liste stehenden Firma irgendwelche Handelebeziehungen unterhält oder anzuknüpfen versucht, oder wer nur im geringsten Verdacht eine» solchen Handel» steht, dem droht van England ebenfalls das Geschick, aus die schwarze Lift gesetzt zu werden. Da» Bestreben der Engländer geht also, wie Li« Franzosenangriss an der Lothringer Grenze — Russenstellung am Ostuser der Aa ge- stürmt— Russenangriffe im Mesteeanesci- Abschuitt und nahe der Sereth-Mündung. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 31. Ja- unar 1917. iW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Starker Frost und Schneefälle schränkten die Gefechistätig- keit ein. An der Lothringer Grenze bei Lemtrey war von Mittag an der Artilleriekampf stark. Abends griffen die Franzose» einen TeU unserer Stellungen an; sie wurde» abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front de» G e» er a lf r l d m a rsch al l» Prinz Leopold von Bayern. Auf dem Opnser ber Aa stürmten unsere Truppen eine russische Waldsirlluug und wiese» in ihr mehrere starke Gegeu- angriffe zurück. 14 Offiziere und über 999 Mann wurden ge- fangen, 15 Maschinengewehre erbeutet. Front deS Generaloberst Erzherzog Joseph. Nach heftigem Feuer griffe« die Ruffen mehrmals die Stellungen südlich der Balcputna-Straße an. Zwei starke An- griffe scheiterren, beim dritten Ansturm gelang es einer russischen Abteilung, in einen Stützpunkt einzudringen. Heeresgruppe de» GeneralfcldmarschallS von Mackensen. Nahe ber Donau gingen starke feindliche AufllänmgS- abteilungen vor; sie wmdrn von den oSmanischen Posten zurück- getrieben. sehen, dahin, neutrale Firmen die sich der allgemein anerkannten kommerziellen Handlungsfreiheit freiwillig nicht begeben wollen, völlig zu isolieren und lahm zu legen. Selbst die P o st s e n d u n- gen solcher Firmen werden von der englischen Zensur beschlag. nahmt, und die Ueberwrisuna v»n Bankguthaben oder Zahlungen von englischer Seite an solche Firmen ist verboten. In einzelnen Ländern, wo sich die englische Faust am fühl- barsten macht, z. B. in Niederländisch-Jndicn, steht die Sache einfach so, daß die neutralen Firmen beim englischen Konsul anfragen müssen, mit wem und welche Geschäfte sie abschließen dürfen. Sonach richtet sich die englische schwarze Liste mehr gegen die neutralen Länder als gegen Deutschland, da das neutrale Ausland in verhäliniSmäßig höherem Grade geschädigt wird als wir, die wir seit über zwei Fahren vom Handelsverkehr mit Ueberse« so gut wie abgeschnitten find. Neben der schwarzen Lifte besteht auch eine englische graue Liste, die sehr gebeim gehalten wird. Während für Engländer ein absoiutes Handelsverbot, mit allen auf der schwarzen Liste befind- lichcn Personen und Firmen Geschäfte zu machen, besteht, werden die auf der grauen Liste befindlichen Personen und Firmen alS solche bezeichnet, mit denen Geschäfte zu machen von englischer Seite ans nicht erwünscht»st. Die Zahl der Personen und Firmen, die sich auf dev grauen Liste befinden, scheint sehr viel größer zu fein als die auf der englischen schwarzen Liste. Gegenüber den auf der schwarzen List« befindlichen Firmen-besteht eine absolute Warensperre und«ine erhebliche Postbaschränkung. während ein Engländer mit Personen, die auf der grauen. List« stehen, noch korrespondieren darf. Jedoch kommt es auch in der Mehrzahl der Fälle infolge einer eigenartigen dilatorischen Behandlung nicht zu einem Geschäftsabschlüsse. In dem englischen Vorgehen herrscht also trotz der Besthöni- gungSversuche Lord GreyS System, da? daraus ausgeht, Engl and auf Kosten der Neutralen zu bereichern. Die unzulängliche Slockaüe. London, 3l. Januar. Reutermeldung. Lord Robert C e c i l hat in Nottingham eine Rede gehalten, in der er sagte, daß eS seiner Ansicht nach verkehrt wäre, sich auf die Blockade allein zu verlassen. Es fei zwar viel geschehen, und man werde erst später beurteilen können, welche großen Schwierigkeiten bei der Durchführung der Blockade zu über- winden gewesen seien; aber das waS England brauche, könne nicht durch die Blockade allein erreicht werden sondern nur durch den Sieg im Felde. -ft Schweren Zeiten entgegen. Amsterdam, 39. Januar. Auläzlich deS jüngsten Vorstoßes eine» deutscben Kriegsschiffes an die K ü st e von S u'f f ol k schreibt die.Daily Mail', eS sei nicht unwahrscheinlich, daß das kleine Schiff, welches in der Nacht zum Donnerstag die englische Küste beschoß, ein Unterseeboot war. DaS Blatt bereitet das Publikum bereits auf eine Wiederbolung des Vorstoßes in den nüchsten Tagen vor. Diese Vorstöße aber hätten nur die Be- deutung, die öffentliche Ausmerlsamkeit vom Unterseebootkrieg abzulenken. DaS Hauptziel der Deutschen sei und bleibe nach wie vor, den Handel und den Transport von Waren und Lebensmitteln zu unterbinden. Der Artikel klingt in WarnungSruic aus und crmahnt. dieNation müsse begreifen, daß sie schweren Zeiten entgegengehe. Alle Bevölkerung»- schichten müßten sich der größtmöglichsten Sparsamkeit befleißigen. Die Nahrungsmittel seien in England nicht gerade im Ueberfluß voihanden. Darum müsse jede Vergeudung vermieden werden. Die Deutschen seien in der U-Boot« W a s s e ihren Gegnern überlegen, dank ihrer besseren mili- tärischen Vorbereitung. Die Deutschen hätten immer bebauptei. sich in gleicher Weise auf die Srniee wie auf die Marine verlassen zu können. Jetzt haben wir zu zeigen, schließt die.Daily Mail', daß dies nicht zutreffend ist._ Menschenopfer bis zur Erschöpfung. Der Nachmusterungsantrag in der französischen Kammer. Bern, 39. Januar. Der Berichterstatter zun. Nach- musterungsantrag m der französischen Kammer. Deputierter Ossole, führte aus, die Frage der Effektivbestände muffe von den Alliierten gemeinsam geregelt werden, man dürfe sich nicht scheuen, zu sagen, daß Frankreich Opfer ge- bracht habe, diedaS Land bis an die Erschöpfung geführt hätten. Man müffe heute mir ein einziges Jnter- effe haben, nicht Frankreich allein schwächen zu lassen. Offole dertriit diesen Standpunkt auch im„Marin". Path« schließt sich ihm im„Journal" an. Andere Blätter, unter ihnen...l'Heure". fordern, daß die Kriegsmaterial- erzeugung beschleunigt werde. Deutschland habe gezeigt, wie man mit Artillerie Menschenleben sparen könne. Mazedonische Front. Deutsche Erkunder brachten von einer Streife im Genta- Boge« mehrere Italiener gefangen ein. Der Erste Geüeralqnartiermeifirr. Ludendorsf. 9 Menübencht. Amtlich. Berlin, den 31. Janaar. Abends. Bei Kälte und Schneefall au alle« Fronten nur geringe Gefechtstätigkeit. •* 4 der österreichische Sericht. Wien, 31. Januar 1917. sW. T. S.j Amtlich wirb verlautbart: Oestlicher Kriegsschnuplav. Heeresgruppe des GeaeralfeldmarschallS von Mackensen. Die oSmanischen Truppen wiesen zunächst der Sereth- Mündung stark« russische ErkundungStruppen ab. Heeresfront des Generaloberst Erzherzog Joseph. Im M est« eanrS ei-Abschnitt nahmen die Rnffe« ihre Angriffe wieder auf. Zwei ihrer Anstürme wurde» restlos ab- gewiesen, bei einem dritten ging unS ein Stützpunkt südlich der Baleputna- Straße verloren. Heeresfront d c S Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Südlich des P r i p j a t keine besonderen Ereignisse. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Ter Stellvertreter des EhefS des GcneralstabeS. v. H o e f e r, Feldmarschalleutuant. die schwierige Zrage in Griechenland. Tic Reservistenbündc. Haag, 31. Januar. Der»Nieuve Rotterdanvsche Courant" meldet au» London; Die griechische Regierung beeilt sich nicht, aber all- gemein darf man sagen, daß sie die Forderungen der Alliierten in befriedigender Weise ausführt. Verschiedene Offiziere des MiliiärtonlrolldiensteS sind bereits feit einiger Zeit auf ibreu Posten in Jan i na. Lanssa, Lamia, Patras, Korinlh, CballiS und Bolo. AuS ihren Berichten ergibt sich, daß die Bewegung der griechischen Truppen an dieicn Plätzen und iu der Umgebung entweder bereit» ausgeführt sind oder sich ihrem Ende näheni. Die Alliierten und die Regierung find damit beschäftigt, die schwierige Frage der Auflösung der Reservistenbünde zu lösen. Alle Vorsitzenden der Reservistenbünde de« Lande» haben bereits von der Regierung den Befehl erhalten, die Bünde aufzulösen. So- weit zu beobachten ist. geschieht das ohne Protest und ohne Ber- zug. Die Frage bleibt jedoch noch sehr schwierig. Die Reservisten beabsichtigen nämlich, sich jeden Augenblick wieder zusammen- zuschließen und eS ist sehr schwierig zu iagen, wenn weitere Schritte noch getan werden könnten, um mit ihnen abzurechnen. Ter Blockade-Knebcl. London, 39. Januar. Wie dir.Morningpoft" aus Athen per- nimmt, befinden sich noch immer einige Äenkzeliften im. Gefängnis. Eine Anzahl Unteroffizier« wird noch in Athen und in der Provinz gesangen gehalten. Die BierverbandSmächtc werden sofort die Jnsreiheitsetzung derselben verlangen. Die Blockade mache sich erst setzt deutlich durch ihre Schärfe bemerk- bar. DaS Brot sei nicht mehr genießbar. Die Presse protestiert heftig gegen die Unmenschlichkeit der Blockade.»Daily Chronicle" zufolge ist die Verlegung deS größten Teiles der griechischen itzr m« e nach dem Peleponne» durchgeführt. Aus P a t t a Z kommen Berichte über ernste Unruhe«. Die Bratknappheit Hot dort zu einer Aufruhrszene geführt, wobei die Demonstranten öffent- lich ihren, gegen die Regierung gerichteten Ausfällen Ausdruck gaben. In Athen sei die Stimmung viel gemäßigter, denn die kräftig durchgeführte Blockade Hobe das Volk am eigenen Leibe fühlen lassen, daß auch ohne Kampf Griechenland aufs strengste be- droht werden könne. perfische Demokraten aa Wilson. Zwei Führer der persischen demokratischen Partei und Mitglieder des persischen Parlaments haben aus dem Haag folgendes Telegramm an Präsident Wilson abgesandt: Ihre jüngste Botschaft an den Senat betreffend die geheiligtnl Rechte der kleinen Völler bat in dem Buken deS persischen Volkes glühende Hoffnung erweckt für die Zukunft feines Vaterlandes. Im Auftrage unseres Volkes wenden wir uns an Sie und an die edle amerika, tische Nation und bitten Sie. Ihren mächtigen Einfluß auf- zubieten, um auch für die alte persische Raiion die Anwendung jener geheiligten Grundsätze zu sichern, welche Sie in Ihrem edlen Mensch- ltchkeitSgefühl für eine gerechte Vorbedingung für einen dauernden Weltstieden erklärt haben._ der Krieg auf öen Meeren. Das Kapitel von üer Möwe*. Frankfurt a. M., 31. Januar. Dir„Frankfurter Zeitung" meldet aus Bern vom 39. Januar: Der Agenzia Amerika»« zufolge wurde dir englische Gesandtschaft in Rio de Janeiro benachrichtigt, daß der im Atlantische« Ozean operierende Hilfskreuzer gemeinsam mit deutschen vntersrebooteo arbeit«. » Frankfurt a. M., 31. Januar. Ter„Fraakfnrter Zeitung" geht über Stockholm solgeode Meldimg aus Totio zu: Infolge der Nachrichten über daS Auftauchen zweier deutscher HilfS- lrenzer im westindischen Ozean pellten die jap»- nische» Schiffahrtslinie« die Veröffentlichung ihr« Fahr- Pläne ein. Die �Uöwen�-Sperre. Haag, 31. Januar. Die Zeitung„Het Aaderland" schreibt über die neue englische Minensperre in der Nordsee: Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß ein wichtiger Grund vorlag, in Zukunft z u verhindern, daß deutsche Schiffe durch die Blockadelinie schlüpfen und als Hilfskreuzer de» Ozean unsicher machen. Der Schreck, den der letzte Fall dieser Art in England verursacht hat, be- sagt viel. WaS die neutrale Schiffahrt betrifft, so ist sicher, daß die mit der neuen Maßregel beabsichtigte Abschließung des a« unser Land angrenzenden deutschen Seegebietes für uns nur Nachteile mit s«h bringt und keinen einzigen Vorteil. Hr. 31.- 1917. Unterhaltungsblatt ües vorwärts Dsonttstag. I.Februar. ?n öem bitterkalten, ernsten Paris. Bei zebn Grad Kälte tagelang ohne 5kohlen zu sitzen, ist für den an mildere Winter gewöhnten Pariser eine böie Beigabe zu der auch an der Seine eingekehrten Lebensmittelnot. Der dortige Berichterstatter der„Stampa" meldete unter dein 23. Januar:.Das Thermometer zeigt heute bereit? sieben Grad unter Null. Da? ist die tiefste Temperatur seit Winteransang. Leider verbeisten die Wetterkundigen ein weitere? Sinken. Der Rückschlag ist unveimeid- lich. Die Aufregung wegen de? Kohlenmangel? ist ungeheuer. Ueberall hört man die Boulevard? entlang die Frauen, die in langen Zügen Kundgebungen veranstalten, ruien:„Kohle! Kohle I* Auf dem Opernvlatz kam e? zu schweren Zuiammenstösten mit der Polizei. Und da hörte man wieder neue Ausruie t„Eine ganze Kategorie von Bürgern stirbt vor Kälte. Wir wollen nicht länger warten. Die Regierung Hai für Kohle zu sorgen. Sie soll sich nicht mit Reden aushalten, sondern von Worten zu Taten übergehen." Und am Tage darauf berichtet derselbe Korre'pondent nach Turin:„Die sehr ernste Kohlenkrisis hat in Frankreich den Höhe- punkt erreicht. Das Thermometer zeigt heute 10 Grad. Eine An- zahl Kohlengeichäfle sind genötigt, ihre Räunie zu schliesten. In den Bolksvierteln hat es heute vielen Ausruhr gegeben." Bemerkenswerter aber erscheint eine Schilderung de? Pariser Bcrichterstaiicr? de?„Corriere dclla Sera":„Diejenigen, die nach längerer Abwesenheit nach Paris zurückkehren, sinden die Stadt total verändert. Pari? ist ernster, schweigsamer, trotz des Geräusche? der Wagen, mehr vcrsunken.in seineKriegsauigaben geworden. Diejüngsten Mastnabmcn zur Einschränkung der Beleuchtung, die soweit gehen, dast es in der Nachtzeit bald gar kein Licht mehr gibt, tragen nicht wenig dazu bei, einen Eindruck de? Ernstes, um nicht zu sagen, der Trauer hirvorzubringen. Auch wenn an einigen Tagesstunden der Andrang der Massen so grost ist, dast man in den Untergrundbahnen keinen Platz erhält, und auch wenn die Theater gefüllt sind und die groben Geichäste guten Absatz haben, io gibt sich da? Volk mehr zurückhaltend, fast verschlossen iiud hält sich von jeder lärmenden Kundgebung fern. Ich will damit nicht behaupten, dast es von der Kriegslast ganz und gar niedergedrückt wäre, oder dast es die neuen Opfer mit grostem Widerstreben auf sich nähme. Man zeigt eine große Resignierlheit und ist dabei bereit, jedwede Berschärfulig in den schlimmsten Maßnahmen willig hinzunehmen, wenn nian nur die Gewißheit hätte, dast diese Maßnahmen auch zweckdienlich sind. Heute be- greift da? Volk, dast es bester gewesen wäre, wenn man beizeiten sich Entbehrungen auferlegt und einer Vergeudung der Vorräte vor- gebeugt hätte, und man kann nicht umhin, die geringe Boraussicht der Regierenden zu beklagen, die jetzt da? Volk zu ungewöhnlichen Einschränkungen zwingt. Einige Wochen austerordentlich milden Wetters hatten den Parisern gestattet, den Mangel an Kohlen ohne große? Ungemach hinzunehme». Aber seitdem der kalte Winter ein- gezogen ist, bringt uns die Tyrannei der Kohlenhändler zur Ber- zweisluug. Wer am meisten bietet, kommt am besten weg. Nicht selten findet man in den kleinsten Koblenkellern die feinsten Kunden. Das gibt dann immer eine merkwürdige Gesellschaft beiemander. Da werden Wein und Kohlen zu gleicher Zeit verkaust. Und gar manches hochherrschaftlichc Auto läßt sich ein paar Säcke mit Kohlen aufladen, ohne aus die Gefahr einer Beichmutzting zu achten. Die Pariser wollen offenbar auch nicht einmal mehr Siegesbotschaften mit Kundgebungen des Jubels austichmen. Sic sparen sich da? auf siir den großen Tag des letzte» Siege?." So der Mann vom Corriere. der aus seinem Herzen gewist keine Mörder- grübe macht. Im Pariser„Journal" vom 25. Januar lesen wir: „Wir stehen inmitten dcZ dritten Kriegswintcrs. Ein eisiger Wind iveht daher. Der Schnee bedeckt Felder und Dächer. Kohle ist selten und nur für schweres Geld zu haben. Tie Ausgaben für Kleider und besonders Unterkleider steigen von Woche zu Woche immer mebr in die Höbe. Die Preise für Lebensmittel kennen überhaupt nur noch die größte Höhe. Die Kälte hat uns aufs neue heimgesucht. Wenn wenigsteus die Kohle den: Beispiel der Kälte folgen wollte! Man würde sich nicht so sehr zu beklagen habe». Aber... Mit Regen, Wind und Schlamm ist matt fertig geworden. Der Kälte gegenüber ist man machtlos. Der Leiter der Wetter beobachterstclle meint, dast diese Temperatur gar nicht mehr normal ist. Unter 10 und 11 Grad werden wir in der nächsten Zeit nicht herunter- . iZehen."_ Entrüstung erster klaffe. Frau Kupfer--- Es ist. als ob der ganze v-Zugwagen bei der Nennung dieses Namens einen Hops vor moralischer Entrüstung macht. Tie roten Plüsckhezüge der ersten Klasse blähen sich--- „Rein, solch' eine Person," sittlichkeitZrichlert das magere' ftäulein in Rodeldrest.„vierzig Jahre alt, hat eine erwachsene ochter und umgibt sich mit Liebhabern". Sie ist auf der Rückreise von einem bekannten Wintersportplatz. Die Exkursion ist ohne da-s erwünschte VerlobmtgSreiiilat geblieben. Vergangenen Sommer an der See war'-? auch nicht bester. Und sie ist erst dreißig I „Hamstervorräte hat die Frau besessen: Schinken, Würste. Butter—", der dicke Herr schnalzt mit der Zunge,„unerhört, dast so etwas noch möglich ist". Oben iin Gepäcknetz schaukeln zwei schwere Handkoffer. Wird er glücklich der Gcpäckrevision entgehen? Was man heutzutage um lumpige vier Landschinken und zehn Pfund Butter für Angst aus- stehen must l „Ja. aus Hannover hat sie's besorgt." „Hannover?" Alles lauscht. Für alle Fälle wird man sich den Ort merken. Ein Hagerer sieht einen Augenblick von seinem Notizbuch auf. „Und die vielen kleinen Leute, die solch eine Schwindlerin um da? ihte bringt." Dann notiert er weiter. Er hat soeben einen Posten Oel« sardinen, die Büchse für 80 Pst, erstanden. Nun gilt es zu kallu- licrett, was herauskommt, wenn er sie im Berliner Norden als AuSIandSware zu 2.50 M. absetzt. Er rechnet angestrengt. „Ucberhaupt. was soll werden, wenn sich nun selbst in Staats- lieferungen der Betrug einmischt", klagt der dicke Herr. Er liefert seit Krieg? begintt. und ihm ist es ein Evangeliutn, dast hierbei niemand außer dem Staat betrogen werden darf. „Natürltch— 26— der Lebensmittelhandcl" schnarrt der vierte Mitreisende, ein Herr mit weißem Schnurbart, Monokel und Reit- gamai'chen, der bisher in der Zeitung la§,„alles Schiebung, nachher — Landwirtschaft— 2h— soll da-s au-Sbadcn. Heißt dann, wir wucherten Volk aus. Lächerlich." Und er verfolgt wieder mit beifälligem Schmunzeln den Artikel seines Freundes Oldcnburg-Januschau, der sür Kartoffeln einen Er- zeugervreis von 8 M. sordert. „Eine unmoralische Person, die Madam Kupfer" resümiert da? Fräulein. Und das ganze Kottpee nickt Beifall. E. R Der hornung. Rl? Walther von der Vogelweide um 12lö von Kaiser Friedrich II. sein Reichslehen bei Würzburg erhielt, jubelte er: „Ich Hab' mein Lehen, alle Welt! ich Hab' mein Lehen! Und will die bösen Herren alle desto minder flehen. Nun furcht' ich njmmermehr den Hornuug an den Zehen. Der edle König mild hat mich so wohl beraten, Daß ich im Sommer Lust, im Winter Wärme haben kann." Ja. der Hornung hat e-Z in sich. Er verdankt zwar seilten Rainen seinem grösteren, ihm vorangehenden Bruder, den wir beute mit einem Fremdwort Januar nennen, detf aber einst in Deutsch- land auch Horn< Frost und Froslmonat) genannt wurde. Aber der kleine Horn, der Hornung, ist nur körperlich kleiner, tvie man wohl in dezug auf einen nur an? Tagen bestehenden Monat tagen kann, denn er hat nur 28 Tage und bringt c? nur itt Schaltjahren aus 29 Tage, während der größere Bruder deren 3l sein eigen nennen kann. In bezuz aus die Tinterkälte ist aber der Hornung seinem längere» und ältoren Bruder gar oft und sogar metsten? überlegen. Das tfi schon unserem berühmtesten mittel- hochdeutschen Dichter deutlich zw» Bewußtsein gekommen, denn sonst hätte er nicht den Namen zur Bezeichunng de? Winters und der Wiuterkälte gebraucht. Auch, unsere Bauern schenken dieser Tatsache seit seSer besondere Beachtung, ja. sie messen ihr eine besonders günstige Borbedeutung für den b-vorstsheuden Frühling und Sommer zu. Ein milder Hornung bedeutet in den Bauernregeln gewöhnlich ein schlechtes Jahr. Dagegen:„Im Hornung Schnee und Ei? macht den Sommer heiß." Andere Sprüche besagen: „Wemi der Winter sich nicht im Horiiung stellt ein, Wird'? um Ostern gar grimmig sein." „Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, Muß man im Marz die Ohren wärmen." „Wenn's der Hornung gnädig ntacht, Bringt der Mai den Frost bei Nacht." Ein hübscher, in der Schweiz verbreiteter Spruch lattiei: „Wenn im Februar die Stürme fackeln, Dast dem Ochsen die Hörner wackeln, Da? haben die Bauern von Bern Sehr gern..." In den meisten Bauernregeln trifft man noch meist die Bezeichnung Hornung gegenüber der heutigen Monatsbezeichnung Februar au. In viele» ländlichen Gegenden unseres Vaterlandes sagt man heule noch Hornung statt Februar. Erst die„deutsche" Kanzleisprache hat den lateinischen Monatsnamen gegenüber den schönen alten deutschen Monatsbezcichnungcn zum Siege verholfeu. Der Kunstwucher. Die überaus hohen Preise, die diesen Winter und friilkr aus den Äunstauktionen bezahlt wurden, haben mannigfaches Staunen erregt. Waren sie ein Beweis für die wirtschaftliche Kraft gewisser Schichten, für das Kunstistteresse des im Kriege erworbenen Reich- tums? Wilhelm Bode, der in allen Kunstgeschäften erfahrene Äe- neraldirektor unserer Museen, behandelt die Frage einmal von ganz anderem Gesichtspunkt im„Tag" CDie hohen Preise im Kunsthandel, Ursachen und Folgen.). Er vertritt die Auffassung, daß der Kunst- Handel durch allerlei raffinierte Manöver künstlich die hohen Preise züchtet. Und er gibt— offenbar aus Grund intimer Einblicke— ein Bild von diesem Treiben, daß man sich lebhaft an die Tricks und Schiebungen des PkerdehandelS erinnert fühlt. Nun könnte co der grösteren Oesfcntlichkcit gleichgültig sein, wie die verschiedenen Schichten der Spekulanten sich gegenseitig dte Taschen leeren— wenn nicht dieser Kunftwucher auch weitere Kreise äög!. Herr Bode bemerkt in der Hinsicht mit gutem Grunde: „Eine Folge dieser unsinnigen Preistreibereien ist die außer- ordentliche Erschwerung bei Vermehrung unserer öffentlichen Sammlungen. Fast ebenso bedauerlich ist es, daß dadurch für die allermetsteu.Kunstfreunde der Erwerb von Originalen, auch der bc- scheideusten Kleinkunst, wenn sie wirklichen Kunstwert haben, so gut wie unmöglich gemacht wird, so daß jeder, der nicht sehr wohlhabend ist. sich nur noch mit Nachbildungen umgeben kann. Wirkliche Kunst- werke geben daher, soweit sie nicht über den Ozean wandern, in die Hand einer verhällnisrnästig kleinen Zahl ganz reicher Leute, von denen manche— wie es bei dem jungen Reichtum und der tnomgel- haften Vorbildung begreiflich ist— weder Verständnis für ihren Besitz haben, noch je bekommen. Für den Kunschandel, wie et sich in Teutschland während de? Krieges entwickelt hat, treffen die Worte, welche ich dieser Tage von einer unserer Autoritäten im Schiffbau las, leider im vollen Mäste zu:„Die Borgänge dieses Krieges zeigen mit absoluter Sicherheit, dast auf allen Gebieteti, aus denen irgendeine Not besteht— und eine solche ist für die Ware auf dem Kunstmartt in hohem Matze vorbanden—, sofort der gemeine Wucher einsetzt und die Notlage verschlechtert." Wird es nach dcut Kriege besser werden?"_ Nottje». — Eine Frau ohne Magen stellte Pros. Lohrcntz kurzlich tu der Gesellschaft der Aerzte tu Wien vor. Durch ein schwere? KrebSleidcn war die Magenentsernung notwendig geworden. Die Frau, die früher 80 Kilo wog. hatte unmittelbar vor der Operation nur mehr 38 Kilo Gewicht. Die Frau vertrug die Operation, die ohne Kompsikativncn vonslatien gjitg, gut. Seit der Operation hat sie bereits 12 Kilo zugenommen und verträgt allerlei Speisen. Nach der Ansicht von Lohrcntz kann man künftig da. wo nicht besondere Gründe dagegen sprechen, im Notfall den schweren operativen Ein- griff ruhig iuagett. — D i e ölte st e Erkennungsmarke. Bekanntlich er- halten die Soldaten der Kriegsheere, damit man sie im Todesfalle zu identisizieren verinag. Erleimungsmarken. Der Brauch bat ein ur- alte? Vorbild. So heißt eS bei Justin, daß die Lacsdämonier tu einem ihrer Kämpfe gegen die Messsnicr an den Armen besondere Zeichen mit dem eigenen Namen und dem ihres Vaters trugen, und zwar zu dem Zweck, ihre Persönlichkeit festzustellen, damit man sie aus dem BegräbniSplatz bestatten konnte. — Geld und Kunst wandern au S. Amerika zieht aus Englands KriegSverlegenheiten nicht nur Gold, Wertpapiere und Juwelen an sich, sondern auch Kunstschätze, die sich mit einem. ordentlichen Hausen Geldes aufwiegen lassen. So ist. wie die„Köln- Zeitung" meldet, die wegen ihrer van Dyks berühmte Gemälde samMlung, die nun schon weit ins dritte Jahrhundert htitetn den Edeljitz Lord Denbighs zierte, in den Besitz eines New Jorker Händlers übergegangen. Cj Der pollzeimeister. Ein russischer P o l i z e i r o m a n von Gabryeka Znpolska. ,?ku!t, über mich wird er sich nicht ärgern." „Btelleicht haben Sie auch recht, vielleicht wurde wirklich jemand ermordet." „Vielleicht... waS soll das heißen?" „Nu, wenn Sie gesehen hätten, wie sie geflohen sind, dann..." „DaS habe ich ja gesehen!" Diese Worte waren Klitzki unwillkürlich entschlüpft. Jossele sprang auf, als wäre er über einen Stein gc stolpert. „Das ist'was anderes." sagte er überlegen.„Aber sie brauchen doch nicht gemordet zu haben. Sie können sogar Blut gesehen haben und braucht lein Mord vorzuliegen. Einer konnte Nasenbluten haben." Klitzki schwieg, denn er fühlte, daß ihn der Wunsch über- uiannte, sich auszusprechen. Er umklammerte die Waffe mit aller Kraft und versuchte. mit dem physischen Schmerz das Bedürfnis zu unterdrücken, Worte hinauösvrudcln zu lassen, die ihm Linderung bringen sollten. „Aber bei Nasenbluten", begann Jossele von neuem, „läuft das Blut über das Maul, und man kann es genau sehen... Hat der gnädige Herr gesehen, daß ihm das Blut über das Maul lief?" „Nein!" „Oder über die Hände? Ueber den Anzug? Wahr- scheinlich über die Hände. Warum hat der Herr ihn nicht angehalten? Tie Kerle rennen zwar schnell, aber man kann sie einholen. Nein? Ter Herr ist ihm nicht nachgelaufen? Wurden sie vielleicht von einem Polizisten verfolgt?" Klitzki brach in Lachen aus. „Jawohl, schön hat er sie verfolgt!" rief er. „Er ist etwas dick, das Laufen fallt ihm schwer. Es ist der Ticke, der auf dem Stadtwall Nachtwache hält. Sicherlich hat er sie fassen wollen." „Wollte er das wirklich?" Jossele lachte leise. „So ein Dickwanst läuft nicht gern im Schmutz... Er ist ein anständiger Mensch, nur etwas korpulent." „Ein Gauner ist er!" i Üluch dieses Wort entschlüpfte Klitzki fast unbewußt. Es schien ihm, als hätte es ihm jemand au-Z der Kehle gezogen. Um diesen Eindruck zu verwischen, fragte er bald darauf: „Ist es noch weit? Warum schleichen wir so?" „Gleich hier um die Ecke... Aber warum sagt der gnädige Herr, daß Wakowlin ein Gauner ist? Ich weiß zwar so manches von ihm, aber er ist gut angeschrieben." Jossele verstummte einen Augenblick und fügte in gut mutigem Ton hinzu: „Vielleicht weiß ich auch nichts, vielleicht verstellt er sich so geschickt. Ich bin ein dummer Kerl. Ich verstehe aus der Geige zu spielen, damit verdiene ich mein Geld. Sonst weiß ich nichts. Ten Wakowlin kenne ich nur von der Polizei her. Ich hielt ihn für anständig... SIu wei, wie schade, daß er heute so was Häßliches angerichtet hat. und daß der gnädige Herr ihn dabei gesehen hat. Au wei! Das wird ihm bei dem Herrn Polizeikommissar sehr schaden. Und er hat Weib und Kinder." Jossele blieb auf dem Trottoir stehen und zupfte Klitzki am Aermel. „Vielleicht möchte der gnädige Herr dem Herrn Polizei- kommisscr lieber gar nichts sagen. Er wird ihn fortjagen, denn er ist ein Mann von Charakter." „Doch will ich es ihm sagen", erwiderte Klitzki trotzig. „Tann wenigstens nicht alles." „Alles. Auch, daß er die Diebe nicht verfolgt und das erbeutete Geld mit ihnen geteilt hat." Einen Augenblick herrschte Schweigen. Klitzki sah sich und Jossele deutlich,' wie sie einander gegenüber standen und sich im Dunkeln mit den Augen maßen. AuS Josicles Gcsichtsausdruck ersah er. daß er dent Juden sehr bedeutungsvolle Worte gesprochen hatte, denn nervöse Zuckungen verzerrten die Fuchöschnauzc, und die Slugcn begannen wie auf Sprungfedern hin und her zu laufen. Klitzki hatte begriffen, daß etwas geschehen war. das nicht wieder gut zu machen war. das er vielleicht sein Leben lang bedauern konnte. Doch holte er ans seinem Gewissen wieder allen Eifer hervor, mit dem er soziale Pflichten zu crmllen pflegte. Der Vorrat war groß genug, und das tröstete und ermutigte ihn. Auch Jossele hatte inzwischen sein Gleichgewicht wieder erlangt. „Nu, wenn der Herr es gesehen hat... Aber der Herr war nicht allein, nicht wahr? Der Herr war im Theater mit dem Kaufmann Horski und seinem Töchtcrchen! Die haben eS also auch gesehen?" Klitzki erriet instinktiv, daß die„Hiesigen" vor einer Ge» fahr geschützt werden muffen. „Rein, nein. Ich war allein. Sie hatten sich von mir verabschiedet und waren schon zu Hause." „So?... Das sind sehr anständige Leute. Wirklich an- ständig, und daS Fräulein ein schönes Mädchen." Er lachte schlau. „Der Herr ist vielleicht verliebt? Nehmen Sio'S mir nicht übel... Joffelc steckte seine Nase immer in solche Sachen. denn Joffcle spielt auf allen Hochzeiten auf. Ich spiele Ihnen noch eine Mazurka, gnädiger H crr, ja?" Wie von einer plötzlichen Lustigkeit erfaßt, hob er Klitzki fast empor. „Jetzt gehen wir zur Polizei. Wir haben nämlich einen kleinen Umweg gemacht. Aber der Herr braucht nichts zu fürchten." rief Joffcle erregt, indem er Klitzki mit einem kräftigen Ruck umwendete,„der Herr Polizeikommissar ist ein höchst anständiger Mann und wird Ihnen nichts Böses tun. Ich werde ihn selbst wecken, wenn er schläft und ihn be- fanfttgen. Haben Sie keine Angst!" Sie waren an einem Flur angelangt, dessen Tür halb offen stand: an der Wand brannte eine kleine Nachtlampe. „Hier ist die Polizei," sagte Jossele und ließ Klitzki ein» treten,„die Lampe brennt die ganze Nacht, das verlangt die Ordnung und Sicherheit. Der Herr braucht gar keine Angst zu haben." Er blieb stehen, hob einen Finger in die Höhe und horchte. Klitzki betrachtete ihn jetzt und fand ihn genau so, wie er ihn dorr im Dunkel der Straße vermutet hatte: wider- wärtig. übelriechend, nervös und mit außergewöhnlicher Körper- und Geisteskraft ausgerüstet. Wie ein Hexeiuneister zog er die Gedanken au? seiner verborgenen Seele heraus. Leise Geigcntöne ließen sich aus dein oberen Stockwerk vernehmen. „Der Herr Polizeikomniiffar schläft nicht!" sagte Jossele, „er spielt Geige, er spielt gern... und gut..." ?lls er bereits auf der schmutzigen Treppe stand, auf die er Klitzki wie aus einer Leiter hmauszog. sägte er mit jenem Ausdruck von Stolz und Ironie hinzu, die den Juden eigen ist, denen es gelang, einem Christen das Maul zu zäumen: „Er ist mein Schüler... der Herr Polizeikommissar." Worts, folgt.) Direktion Max Seiniarat: fieotsciies Theater. "i'rj Uhr; öantons Tod. Kammersplele. Vls Uhr: Gcsij»cn»-,U. Po« progart, neu- Fekrunr-Propr. -ql DI««llolgreich«. deliedt« rTT „TJ Prunk AuSstattungs- lut.r Ponton,»ne LH Die Oeierprlnzessin Sonntag S1/, Uhr auch nachm.: Tic(Bcifrprtntrifln. RosesXheater. vi, U'ar: Das Gliicksmädel. Walhalla-Theater. VI, Uhr: Das Musikantenmädel. Heute zum ersten Mals; DillebilsKoßbzeitsreise Aegyptische Burleske in 7 Bildern von Ernst Stern. Musik von Blzel(eingerichtet v. Einer Nilson). Entwurf der Dekorationen n. Kostüme v. Ernst Stern Inszenierung von Max Reinhardt. Hauptdarsteller: Hans Wassmann Lillebil Christensen, Katta Stema, Emst Matray. -- Das groBe Ballettkorps- Krieger, Priester. Götter, Tiere. Dämonen, Tänzerinnen, Sängerinnen, Sklaven, Frauen des Palastes. Choreographie v. Q. Chrisleosen Ferner: VollBtÄndiRep Wechsel des Varletd-Spleltelles u. a.; „Akropolts" Meisterwerke der Plastik nach neuer känstler. Methode. Richard Beliack, Humorist, stürmischer Laoherfolg. Spezialitäten-Programm ersten Ranges Ziikus A. Schumann Der Zirkus ist gut geheizt. Donnerstag, den 1. Februar, und tolgenda Tag» 7'l, Uhr: Das glänzende Elrkaa- Programm. NeuiMatensiiIilein Globus Die Seeräuber Grolle Ausstatt-Pant. i. 4 Akt. cnntag: 2 gr. Vorstellungen. 3 Uhr u. VL Uhr. Nachmittags 1 Kind frei. SMjsoUo PRIEPtUCHSTR- AN PCR■ KOOtST» Anfang'1,8 Uhr. Neues Februarprogramm. Dazu Neptun auf Reisen. Ausstattungsposse 1. 3 Bildern Stürmische Heiterkeit. Prächt Kostüme u. Dekorationen. Possen- Theater. Täglich VI, Uhr: Der Biegende Holländer. Der alte WollT. Voigt-Theater. Badstr 53. Täglich- ßadstr. 58. Da» Schloß am Meer Schauipiel i» 4 ANen o. Osf. Walther. Eröffnung SV, Uhr. Ansang 7'l, Uhr. Freitag, den 2. 2. � Benesiz sür Frl. Hedwig Krahmer: Grisrlhts. ei» edles Franeuherz. Admiralspalasl Cchlittschuhläufer- Ballett � a. d. Oper„Oer Prophet" und ?rsu Fantasie. Vorzüßl. Küche. Anfang 7»/,. Reichsballen-Theater. Slettiner Sänger. „Caharet FeliigraiT Anfang 7'/, Uhr. Sonntag naehmitt. S Uhr GaliaretFeidgrau ErmABiste 1'relHe! Tägl. 7';» Sonnt. 3'/, u. V/, Der effektvolle Telofonscherz; 1« (3 Personen am Apparat) " P.-PPORP. u. d. neue Febr. heinesWerke 3 Baste i Blatt. Buchhandlung Vorwärts Mg Serimer KoiLertüsuz MßX l�suerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute: Gr. Konzert dos Berliner Konrerthans-Opchost�r* Leiter: Komponist Frz. v. Bloa. Anfang 7'l, Uhr. Eintritt 80 Pf. Anfang 7»/, Ohr. An allen Woohentagen; MachmlttagB-Konnert bei freiem Eintritt und voller OrcheetorbeMtzung. Fernruf: Montzpl 148 14(früher Sanssenol) Kottbuser Tor H TOgllcb AbendvorMtellung um 7'/, Ehr. HAGENBECK Bonnab. n. Sonnt je 2 Vorstellungen, um SV, u. TV, Uhr. Vorverk. Hagenbeckkasse. Kottbuser Str. 6, u.Wertbeim Casino- Theater Lothringei' Str. 37. Täglich 7V, Uhr. Um VI, Uftr: Puntes Programm. Um SV, Uhr; Tie Schlagerpoffe Einzig In törtni-BcrIW Iwsi helle Serllner Berliner Humor— Bertiner Figuren Sonniag 4 Uhr: Einer vom U-Boot. ReufcrsBerfc 3 BänOt 5 BJflrt• Buchhandlung vorwärts Deutsches Bauwesen im Kriege Ausstellung von Fotografien in den Räumen der KKl.AkBdt n. icdt r Künate Pariser Fiat» i Hoch- u. Tiefbauten, die während des Krieges ganz oder zum größten Teil entstanden sind. Geöffnet 10— 3. Eintritt frei. Dauer der Ausstellung 28. ianuar hie 11. Februar.* vöct dter' wJterBtodiiLffdbcn (UfraieMtj Klkht? In der soeben erschienen Schrift: Gesetz Ober den vaterländischen Hilfsdienst mit Erlftnterangen fUr jedermann von Jnstizrat Bernhard Schoenlank in Berlin, finden Sie die Krügen, die sich Ihnen als älllf»dlen*t- pUichtiger aufdrängen, in klarer Weise beantwortet Die Schrift ist ein Wcgwclnor für die Pflichten und Rechte, die im Gesetz verlangt und gegeben werden._ Preis M. 0,78. Bei vorheriger Einsendung(durch Postanweisung, nicht Marken) franko Zusendung, unter Naohnanme 20 Pf. mehr. Verlag von Fritz Hessemer, Berlin 8. 42, Oranienslr 140/2; auch durch alle Buchhandlungen zu beziehen. finnahrcftcilen für„Kleine Anzeigen" Sellin C. H. O.«arl SKti NO. N. ...... A-ferstr. 174. [«,' Petersburger Platz Jniniamielkirchstr. 12. 4. R. Weng«!», MarkuSstraße 36. L. Zucht, In---------------.------ ~ ffiolfioff, Wattstr. 9� H. Fischer. Bapianstr. S. Karl Ast», Gteifenbagener Straße 22. I. Hönisch, Mullersir. 34». H. Vogel, Lvrtzrngstr. 3. NW. Talomon Joseph, Wilhelmshavener Straße 48. SW. G. Schmidt,«arwaldslr. 42. S. St. gri«. Prinzcnstr. 81. H. Lehman», Koilbuser Tamm 8. 80. Paul Böhm. Leusitz-r Platz 141 lo. P. Horsch. Engelnfer 13. Baumschnienweg. H. Hornig, Marienthaler Straße 13, I. Lorsiawald«. Paul Kienaft, Räuschstr. 10. Charlottenburg. Gustav Scharnberg, Seseichelmer Straße L Friedrichshagen. Ernst Weikmann, Äöpenider Straße 18. Ätlinau. Franz Klein. Friedrichstr. 10. Johannidlhal. sillax Gonlchur, Parkstr. 23. «arlshorft. Hermann villing. TvlchoMr. 28. Köpenick. Emil Vißl-r. Kietz« Straße 6(Laden). Lichtenberg X. Otto Seiiel. Wartenbergstr. 1. Lichtenberg II. S. Rosenkranz. AII-Loxhagen 56. Neukölln M. Heinrich, Reckarstr. 2. G. Rohr. Siegfrieds«!. Niederschöneweide. Sri/H. Unrub, Brückenstr. 10. Nowave». Karl Krehnberg. Eisenbahnstr. 10. Oberschöneweide. Otto Freibank. Bismardstr. 28. Pankow. Ott» Ritzmonu, Mühlenstr. 30. Reinickendors. SchLuebLrg.'.,. licaudaa. Schumacher. Siegkist. H. Beruset, Alsenstr. S.. Tenchelhos. Ueckeemanu, Kaiser-Mthelm-Straße ,4. Treptow, Robert Gramenz, Krefhclzstr. 412(Laden). Weißens««. Gustav Roßkops. Berliner Allee 11. «ilmerSdors. Paul Schubert, Wilhelmsau« 27. 28/23. . P. Gurstf. Provinzstr. 56(Laden). Wilhelm Bäumler, Meininger Straße g(Laden). Schumacher, Breite Straße 64. f Die Befanntmachrmz deS Oberkommandos in den Marken betreffend 'Beschlagnahme von 3iatron-(Iulfai>)Zellstoff, Zpinupapier unv Papiergarn tritt am 1. Februar 1917 in Krujl. Die volliiändige amiliche Belannlmachuug ersolgt an den Anschlagsäulen und in der.Norddeutschen Zlllpemeinen Zeitung- Berlin, den 1. Februar 1917 36. I. Mit. 17. Per PelizeiPrSsthent. ÄbUrfaaf Zemt meist Otroßfe, doch lest tmftr Luch» um« recht zu machen./ FrüHgemlise, SpStgemlise, donldar« Llumen./ Adler» F.-üh- u. Spätgemüsesamen haben DeUnis. Äuch u.Sesamtpreisliste gegen Sinsendung von 45 Pf. in Marten Adler» S». Samenzachter Erfurt 62 lopezialarzt Ur. med. C»le:u»uii t.Geschlechtskrankh, Haut-, Harn-, Frauenlold., vsrv. Schwache, Sein- kranke. Ehrlich- Haxa-Kuren (Dauer 12 Tage). Behandlung schnell, sicher u. schmerzlos oh.Beruisstör.i, Dr.Uom(>yer dfc Co. Konz. Labor, f. Blut- unters.. Fäden im Horn usw. anoptikum Frieiifieiistr. 81, Rßaigsir.M, MläZ. Spr. 10— 1 u. 5—8. Sonnt. 10— 1. Honorar mäbig. auch Teilzahl. — Separates Damenzimmer.—- Verkäufe ®f lb!«ielb! ivaren Sie. wenn Sie im Leibbau» Roientdaier Tor. flitiiettstrage 303/4. Scke Roientbaler. straße. kauten. 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Sitzung öes Reichstagsauslchusses. Sethmann überöen U-Sootkrieg. In der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses des Reichstages nahm der Reichskanzler Dr. v. Bethmann Hollweg das Wort zu folgenden Ausführungen: Zlm 12. Dezember habe ich im Reichstage die Erwägungen dar- gelegt, die zu unserem Friedensangebot geführt hatten. Die Ant- wart unserer Gegner hat klipp und klar dahin gelautet, daß sie Verhandlungen mit uns über den Frieden ablehnen, daß sie nur von einem Frieden etwa» wissen wollen, den sie diktieren. Damit ist vor aller Welt die Schuldfrage Wege« der K«rtfehm»s deS Krieges entschieden. Die Schuld lastet allein auf unseren Gegnern. Ebenso fest steht unsere Aufgäbe, lieber die Bedingungen deS Feindes können wir nicht diskutieren. Nur von einem aufS Haupt ge- fchlagenen Volle könnten sie angenommen werden. Kämpfen also heißt es. Die Botschaft des Präsidenten Wilson an de« Kongreß zeigt seinen ernsten Wunsch, den Weltfrieden wieder herbeizuführen. Viele der von ihm aufgestellten Maximen begegnen sich mit unseren Zielen, Freiheit der Meere, Beseitigung des Systems der balance ok power (deS Gleichgewichts der Kräfte), das immer zu neuen Verwicklungen führen muß, Gleichberechtigung der Nationen, offene Tür. Was aber sind die Friedensbedingungen der Entente? Deutschlands Wehrkraft soll vernichtet werden. Elsaß-Lothringen und unsere Ostmarken sollen wir verliere», die Donaumonarchie soll aufgelöst, Bulgarien aber- nials um seine nationale Einheit betrogen, die Türkei aus Europa verdrängt und in Asien zerschlagen werden. Die Bernichtungs- Absichten unserer Gegner können nicht stärker ausgedrückt werden. Zum Kampfe aufs letzte sind wir herausgefordert. Wir nehmen die Herausforderung an. Wir fetzen alles ei», und wir werden siege«. Durch diese EntWickelung der Dinge ist die Entscheidung über die Führung des U-BooikriegeS in ihr letztes und akutcS Stadium gedrängt worden. Die Frage des U-BootkriegeS hat uns, wie die Herren sich erinnern weiden, gemeinsam in diesem Ausschuß dreimal beschäftigt, im März, im Mai und im September vorigen Jahres. Ich habe jedesmal den Herren in eingehenden Darlegungen das Für und Wider der Frage vorgetragen. Ich habe mit Nachdruck darauf hingewiesen, daß ich jedesmal pro tempore (für die Zeit) sprach, nicht alS grundsätzlicher Anhänger oder grund- sätzlicher Gegner der uneingeschränkten Anwendung der U-Boote, sondern in Erwägung der militärischen, politischen und Wirtschaft- Uchen Gesamtsituation, immer von der Prüfung der Frage auS- gehend: Bringt uns der uneingeschränkte U-Bootkrieg dem sieg- reichen Frieden näher oder nicht?„Jsd�S Mittel— sagte ich im März— daS den Krieg abzukürzen geeignet ist, ist dos aller- humanste."„Auch da? rücksichtsloseste Mittel, das unS zum Siege und zum schnellen Sieg führt— sagte ich damals— muß angewandt werden." Hinzu kommt namentlich für England die Zufuhr von Erzen für die Munitionsfabrikation in westestem Sinne und von Holz für den Kohlenbergbau. Noch gesteigert werden die Schwierigkeiten unserer Feinde auf diesen Gebieten durch die Zunahme der feindlichen Frech traumust. Hrer hat die Zeit und hat der Kreuzeiürieg der U-Boote dem entscheidende« Schlag vorgearbeitet. Unter der Frachtraumnot leidet die Entente in allen ihren Gliedern. Sie macht sich für Italien und Frankreich' nicht weniger als für England geltend. Dürfen wir so jeyt die positiven Borteile des uneingeschränkten U-BooiSkriegeD sehr viel höher einschätzen als im vorigen Frühjahr, so find gleichzeitig die Gefahren, die unS auS dem U-BooiSkrieg er- wachsen, seit jener Zeit gesunken. Der Reichskanzler erörterte daraus eingehend die allgemeine politische Lage. Er fuhr dann fort: Ter Feldmarscholl Hindenburg hat mir vor wenigen Tagen die Lage wie folgt bezeichnet: Unsere Fron: steht auf allen Seiten fest. Wir haben überall die nötigen Reserven. Die Stimmung der Truppen ist gut und zu- versichtlich. Tie militärische Gcsamtlage läßt es zu, alle Folgen auf uns zu nehmen, die der uneingeschränkte U-Bootkrieg nach sich ziehen könnte. Und weil dieser U-Bootkricg unter allen Umständen ein Mittel ist, um unsere Feinde auf das schwerste zu schädigen, muß er begonnen werden. Admiralstab und Hochserflotte sind der frsten Uebcrzcugung, einer Ucberzeugung, die i« de« Erfahrnnse» des U-Bootkrruzer- kriegeS ihre praktische Stütze findet, daß England durch die Waffe zum Frieden gebracht werden wird. Unsere Verbündeten stimmen unseren Ansichten zu. Oester- reich-Ungarn schließt sich unserem Borgehen auch praktisch an. Ebenso wie wir um England und die Westküste von Frankreich ein Sperrgebiet legen, in dem wir jede Schiffahrt nach den feindlichen Ländern zu verhindern trachten werden, ebenso erklärt Oesterreich- Ungarn ein Sperrgebiet um Italien. Men neutralen Ländern ist für den Verkehr untereinander außerhalb deS Sperrgebietes freie Bahn gelassen. Amerika bieten wir ebenso, wie wir es schon 1918 getan haben, unter be» stimmten Modalitäten gesicherten Personenverkehr auch mit den bestimmten englischen Häfen an. Darauf verlas der Reichskanzler die Not« an die Regierung der Vereinigten Staater. und teilte mit. daß entsprechende Noten an die übrigen Neutralen gerichtet worden sind. . Der Reichskanzler schloß mit folgenden Worten: Niemand unter uns wird vor dem Ernst drS Schrittes, den wir tun, die Augen verschließen. Daß es um unser Leben geht, weiß seit dem 4. August 1914 jeder. Und durch die Ablehnung unseres Friedensangebotes ist dies Wissen blutig unterstrichen. Als wir 1914 gegenüber der russischen Gencralmobilmachung zum Schwerte greifen muhten, da taten wir es in dem Gefühle tiefster Verantwortung gegen unser Boll und in dem Bewußtsein entschlossener Kraft, die da spricht: Wir müssen, darum können wir auch. Unendliche Ströme Blutes sind seitdem geflossen, aber das Müssen und Können haben sie nicht wcggewaschen. Wenn wir uns jetzt zur Anwendung unserer besten und schärfsten Waffe ent- schlössen haben, so leitet uns nichts als nüchterne Erwägung aller in Frage kommenden Umstände, nichts als der feste Wille, unserem Boll herauszuhelfen aus der Not und Schmach, die ihm unsere Feinde zudenken. Der Erfolg steht in höherer Hand. Was Menschen- krafl vermag, um ihn für«nser Vaterland zu erzwinge«, seien Sie sicher, meine Herren, nichts dazu ist versäumt, alles dazu wird ge- schehen. Der Reichskanzler führte dann weiter aus, weshalb er im März und im Mai des vergangenen Jahres gegen den unein- geschränkten U-Bootkrieg gewesen sei und weshalb die Frage auch im September nach dem übereinstimmenden Urteil der politischen und der militärischen Leitung nicht spruchreif war. Er kam in diesem Zusammenhang auf seine frühere Aeuherung zurück: „Sobald ich in Uebereinfrnnrmrng mit der Obersten HeereS- leitung zu der Ueberzcugung komme, daß unS der rücksichtslose U-Bootkrieg dem siegreichen Frieden nähert, dann wird der U-Boot- krieg gemacht werden." Dieser Zeitpunkt, fuhr er fort, ist jetzt gekommen. Im vorigen Herbst war die Zeit noch nicht reif, aber heute ist der Augenblick gekommen, wo wir mit der größten Aussicht auf Erfolg das Unternehmen wagen können. Einen späteren Zeitpunkt dürfen wir aber auch nicht abwarten. Was hat sich geändert? Zunächst daS Wichtigste. Die Zahl unserer U-Boote hat sich gegen daS vorige Frühjahr sehr wesentlich erhöht. Damit ist eine feste Grundlage für den Er- mlg geschaffen. Dann der zweite miiauSschlaggebende Punkt. Die schlechte Weltgetreideernte. Sie stellt schon jetzt England, Frankreich und Italien vor ernste Schwierigkeiten. Wir haben die feste Hoffnung, diese Schwierigkeiten durch den un- beschränkten U-BootSkrieg zur Unerträglichkeit zu steigern. Auch die Kohlen frage ist im Kriege eine Lebensfrage. Sie ist schon jetzt, wie Sie wissen, in Frankreich und Italien kritisch. Unsere U-Boote werden sie noch kritischer machen. Der Staatssekretär des Reichs marincarntes machte danach Mitteilungen vom militärischen und marinetechnischcn Standpunkt auö.— Ter Staatssekretär des Innern bc- handelte an der Hand ausführlicher statistischer Angaben die Wirt- schaftlichc Weltlage. Sodann machte der Staa�sekre- tär deS Auswärtigen Amtes Mitteilungen über eine Reihe besonderer Fragen. Es folgte eine geheime Sitzung des Ausschusses. Bei der alsdann wieder aufgenommenen vertraulichen Beratung nahmen Vertreter des Zentrums, der nationalliberalen Partei und der fortschrittlichen Volkspartei das Wort. Morgen vormittag wird die Beratung fortgesetzt. Das Enöe öer �aurentic�. Lo«do», 31. Januar. Die Admiralität teilt mit: Es ist setzt festgestellt, daß die„Laurentie" durch eine Mine unter- gegangen und nicht durch ein Unterseeboot versenkt worden ist. » Londv«, 31. Januar. Ueber de» Untergang der.Laurentic" werden aus Belfast noch weitere Einzelheiten gemelder. Tanacki ereignete sich das Unglück am Freitag morgen an der Nord- käste von Irland. Kurz nachdem der Hilfskreuzer den Hafen verlassen hatte, lief er auf eine Mine. Da? Schiff hatte eine Be- fatzimg von 47ö Mann an Bord, von denen etwa 260 um- gekommen sind. Die Explosion war gewaltig. Ein großes Leck wurde in die Seite des Schiffes gerissen, eine erhebliche Anzahl von Heizern wurde aui der Stelle getötet. DaS Schiff sank fast unmittelbar darauf. Da jedoch die Disziplin der Mannschailen gewahrt blieb, konnten zahlreich« Personen, die ins Wasser gefallen waren, von den übervollen Booten aus gerettet werden. Die In- f a i i e n waren nur halb angekleidet und hatten unter der bitteren Kälte furchtbar zu leiden, da es erst nach einigen Stunden Fischern gelang, sie aufzunehmen. Bisher find 190 Leichen von der Besatzung des Hilfskreuzers an Land gespült worden. Tie Versenkung des„Amiral Magou". DaS französische Marineministerium berichtet: Das Schiff der „Eompagnie de« Chargeurs ReuniS"„Amiral Magon", das 900 Mann Truppen in der Nähe von Saloniki beförderte unv von dem Torpedobootszerstörer.Are' begleitet war, wurde am 2S. Januar durtb ein feindliches Unterseeboot tor- pedtert. Das Periskop wurde erst in dem Augenblick bemerkt, als der Torpedo abgefeuert wurde. Der»Amiral Magon" sank binnen zehn Minuten. 80 9 Rann wurden durch den begleitenden TorpedobootSzerstöter. den in der Nähe parroutlliercnden und sehr schnell herbeigeeilten TotpedobootSzerstörer.Bombarde" sowie sieben Schaluppen gerettet. Der Kommandant und die Besatzung des »Amiral Maqon" sowie die beförderten Truppen zeigten eine aus- gezeichnete Haltung. Der Stab und die Besatzung deS.Are" gaben Bewetse größter Aufopferung. Die Leute stürzten sich wiederholt trotz des schlechten Wetters ins Meer, um sich den Soldaten des torpedierten Schiffes zu nähern und sie an Bord zu ziehen. Die meisten Opfer wurden durch die Explosion auf der Stelle getötet. Versenkt, gesuukeu, aufgebracht. Lloyds meldet, daß der eng- l i s ch e Fiichdampfer.Alexandra" versenkt wurde. Diedänische Goelette„B e g g" wurde am 24. V. M. versenkt. DaS norwegische Telegrammbureau meldet, der Dampfer„Argo" von Haugesund ist am 28. Januar bei Jnnerdowstug aus eine Mine geraten. Der Kapitän und achr Mann ertranken, neun wurden gerettet. Der Dampfer.Fulten" wurde vor der Nordküste Spaniens von den Deutschen ausgebracht. Die Besatzung wurde gelandet..All- gemeen Handelsblad' berichtet, daß der vermißte niederländische Tankdampfer.Juno" mit völlig aufgerisienem Deck im Hoek van Holland angekommen ist. DaS Schiff ist zuerst auf eine Mine gelaufen und dann in den DownS mit einem anderen Schiff zusammengestoßen. Der Fall des„Trondhjemfjord". Die norwegische SchiffSrceder- Vereinigung erhielt von dem deutschen Oberprise ngericht die Mitteilung, daß die Versenkung des Dampfer«.TrondhjemSfjord' von der norwegisch-amerikanischen Linie zu Rechr erfolgt sei. Die norwegische Vereinigung wird den Fall vor ein internatio- nales Prisen gericht bringen, da man der Anficht ist. daß die Uebernahme des früher englischen Dampfer« durch die norwegische Reederei nicht gegen die Londoner Deklaration verstößt. In gleicher Weise will man bezüglich deS versenkten Dampfer»»Eubasso' vorgehen._ Neuer ßrieöensvorstoß öer italienisihen Sozialisten. Lugano, 31. Januar. Der„Avanti" veröffentlicht de« Text de« angetündigten Antrag« der Sozialisten, der vrr- langt, daß die italienische Regierung Wilsons FriedenSbestrebnngen aufs energischste bei den Alliierten unterstützen solle. Ein Anschlag gegen Llopö George? Amsterdm», 81. Januar..Daily Mail" berichtet, daß gestern vier Personen(drei Frauenrechtlerinnen und ein Mann mit xesi» l giösen Skrupeln) unter dem Verdacht, einen. Anschlag geplant zu haben, verhaftet wurden.„Daily Sketsch" meldet, daß drei Frauen und ein Mann unter der Beschuldigung verhaftet wurden, daß sie den Premierminister mit Gift aus dem Wege räumen wollten. die sechste Mobilisationsanleihe öer Schweiz. Bern, 31- Januar. Die Zeichnung auf die sechste schweizerische Mobilisationsanleihe hatte folgendes Ergebnis: Zur Konversion in sechste Anleihe wurden 22 174 100 Fr. der ersten Mobilisationsanleihe angemeldet. Dia übrigen Zeich- nungen machten 133 154 600 Fr. aus, die Zahl der Zeichner betrug 25968. Das Ergebnis wird als glänzendes Zeugnis dafür angesehen, daß das Schweizer Volk bereit ist, dem Staat die notwendigen Mittel zum Schutz der Neutralität zur Verfügung zu stellen. Weltwirtsthast, Staatswirtsthast unö Kriegsernährung. Ueber dieses dankbare Thema sprach am Mittwochabend Dr. August Müller als Gast der Bereinigung für staatSbürger- liche Bildung und Erziehung im preußischen Abgeordnetenhaus. Der Redner führte auö: Tte Kriegswirtschaft hat die alte Frage nach der Abgren- zung der Staatsgewalt vom Wirtschaftsleben zur Diskussion gestellt, die aber, wie sie bisher geführt wurde, zu wenig Respekt vor den Tatsachen zeigt und zu sehr von aus deni Frieden übernommenen Doktrinen beherrscht ist. Als die Mobilmachnngsorder erschien, begann die Unterwerfung des Individuums unter den Staat— eine Unterwerfung, die immer vollkommener wird und doch ertragen wird, weil das Gefühl allgemein ist, daß das Land unseres Lebens und unserer Arbeft bedroht ist. Der Kritiker der zwangsläufigen Wirtschaft hat den offenbaren Borteil, daß er auf empfindliche Beschränkungen oder sogar offen- bare Nachteile nachweisen kann, daß ihm aber nicht entgegengehalten werden kann, wie sich das Leben wohl bei freier Wirtschast gestaltet hätte. Nur das Beispiel der Gänse gibt eine Vorstellung von den Folgen der freien Wirtschaft. Calw er hat als Verteidiger der freien Wirtschaft höhere Preise als Voraussetzung stärkerer Produk- tion gefordert. Aber es ist von vornherein unmöglich, durch Steigerung der landwirtschastlichen Erzeugung den auf% der Friedensration zu schätzenden Fehlbetrag an Nahrungsmittel auszugleichen. Schon für die guten Böden fehlt es an Dünger, Gespannen, Arbeitskräften. Die objektiven Faktoren, die den Rückgang der land- wirtschaftlichen Produktion bewirken, lassen die Aufhebung der Höchst- preise als untaugliche? Mittel zur Produkttonsförderung an- sehen. Die M a s s e n s p e i s u n g soll die breiten BolkSmassen von dem Druck der hohen Preise befreien. Aber die Massenspeisung würde Reich, Staaten und Gemeinden ungeheuerlich belasten unb schließt doch nicht auS. daß zahlungsfähige Käufer von Warenschiebungen profitierten. Die Hemmungsws gestiegenen Preise würden eine Er- bfttcrung gegen die Landwirte anschwellen lassen, die sich in der Be- Wertung und Behandlung der Landwirte im politischen Leben spiegeln würden. Im Grunde gibt es keine schnödere Beleidigung gegen die Landwirte als der Schlachtruf: Lasset die Landwirte erzeugen, dann werden sie erzeugen und liefen:! Gegenwärtig wird versucht,, eine bessere Preisrelation zwischen den verschiedenen PrrHuktion herzustellen, wodurch einige emp- findkiche Verschiebungen in der Produktton eingetreten sind. Der Handel ist soweft auszuschalten, als er spekulativ ist. und nur soweit in der Kriegswirtschaft zu beschäftigen, als er tech- nisch für die Verteilung notwendig. Ungenügend ist die Verteilung, deren offenbare Mängel sich in dem blühenden Schleichhandel zeigen. Bei gleicher Verteilung kämen wir gut auS. Schon der Erzeuger leidet nicht, wenn er auch nicht schwelgen mag. Dazu kommt der Lebensmittelschmuggcl. Wer zu diesen Schichten nicht gehört, der leidet unter unzulänglicher Ernährung. Der Schleichhandel wird zum Teil aus den HauSschlach- Lungen gespeist, über die allzu liberale, reformbedürftige Be- stimmunge« bestehen. Der Schleichhandel wird nur zu unter- drücken sein, ioenn die Erzeugnisse beim Erzeuger erfaßt werden. Di« größte Schwierigkeit ist die staatliche Zersplitterung Deutsch- lands, dem das KriegSernährungsomt als reine Verord- irurigsbehördc ohne eigene Exekutivorgane machtlos gegenübersteht. Daher jetzt und in Zukunft: Mehr Zentralismus, weni-- ger Pflege hi st ori scher Eigenarten in den Bun- de s st a a t e n!*, Aüch in der UebergangSwirtschaft wird Mangel herrschen, der. wenn der freie Verkehr eingeführt wird. daS deutsche Volk Wucherern ausliefert.- An der zwangsläufigen Wirt- schaft darf nicht gerüttelt werden! Letzte Nackrichten. Petersburger Kouferenz.' Lugano, 3t. Januar. Sonninos„Giocnale d'Jtalia" erklärt, daß das kolossale Ruhland bisher noch unfähig gewesen sei, der ge- meinsanren Sache der Entente diejenige Unicrstützuna zu leihen, die. seiner Riesenausdehnung entspricht. Rußlands Krästemögtichkeitcn seien unbearLnzi, aber leider seien Einflüsse am Werke, durch welche Rußland an der ungehinderten Entfaltung seiner Kraft ein- geschränkt werde. Rußland sei eben zum Unterschiede von seinen anderen Verbündeten vom Kriege völlig überrascht worden und sei daher im Augenblicke einschneidender innerer U m- Wandlungen in seinem Gleichgewicht gestört. Die Rettung der U-Bootmaunschaft. Kristiania, 21. Januar.„Tiden« Tegn" erfährt aus Hammer fest über die Rettung der deutschen U-Bootbesatzong, daß ein kleineres Boot, das mehrmals hinausgehen mußte, die Rettung bewerkstelligt hat. Die meisten Deutschen mutzten ins Wasser springen und mittels einer Leine an Bord gezogen werden. Während der letzten Fahrt des Rettungsbootes sank das U-Boot, und das Rettungsboot entging mit knapper Not der Gefahs, mit hinabgezogen zu werden. Die Mannschaft wurde m Hammerfest interniert, am nächsten Tage jedoch freigegeben und reiste südwärts weiter. Neue U-Boot-Erfolge. Bern, ZI. Januar.„TempS" zufolge wurde der russische Dampfer„Egreu"m Zinksyndikat vorhandenen Bestrebungen auf eine Erhöhung der Preise sind also fruchtlos geblieben/______ /Zus Gross- Serlin. Mehr Licht! Sch'vcr drückt die Kriegsnot uns alle. Klein nur ist die Zahl derjenigen, die vom Kridge Gewinn und Vorteil haben. im Vergleich zu den Nöten, die ungezählten Tausenden jeder neue Tag bringt. Mit bewundernswerter AnpasiungS- fähigkeit erträgt der Mensch immer mehr Eni» behrungen.— Winterlich hart schaut auch die Natur auS in dieser schweren Leidenszeit. Aber unsere große Trösterin bleibt sie doch, und gerade in diesen Tagen erfreut sie uns mit ein Paar Lichtstrahlen, die sie des Morgens und Abends mehr spendet als bisher. Im ewigen, unveränderten Kreis- lauf der Welten sind wir wieder bei den zunehmenden Tagen angelangt, von denen es im alten Kalender heißt: Lichtmeß, Da können die Herren bei Tage est' 1 Freude belebt des geplagten Menschen Herz, wenn daS Tageslicht morgens schon ein wenig früher kömmt als sonst, und abends uns noch leuchtet, wenn sonst schon Dunkelheit uns umgab. Ist es auch nur wenig Licht mehr, so empfinden wir doch als Lichtgeschöpfe diese kleine Zunahme schon be- lebend. Gestärkter Lebensmut löst die Gedanken von der Kümmernis rings umher, und daS Herz durchzieht ein Hoff- nungsschimmcr auf eine wiederkehrende bessere Zeit, die sich freilich nur in ganz fernen schwachen Umrissen zeigen will. Z?reie Bahn— nicht jedem Tüchtigen!? Nach der Einheitsschule rufen ihre Anhänger in der Kriegszeit dringender als zuvor. Auch incrnchem ihrer Gegner beginnt angesichts der Menschcnverluste dieses Krieges einzulcnch- ier.. daß es dem Wohl der Gesamtheit dient, allen Tüchtige» freie Bahn zu schassen. Vom Standpunkt nicht nur deS Schulmannes, sondern auch des Arztes wurde die Emheitsschul- frage beleuchtet in einer von der„Deutschen Gesellschaft für vffent- liche Gesundheitspflege" und von dem„Berliner Berein für Schul- gesundheitspflege" veranstalteten Gemeinschaftssitzung. Mädchen- schuldirekwr Prof. Cauer empfahl zwar gcmernsamen Grund- Unterricht aller Kinder in den ersten Schuljahren, im übrigen aber wollte er sich nicht für die Forderung erwärme», unbedingt allen Tüchtigen aller Volksschichten den Weg zu höherer Schul- Bildung zu ebnen. Er meint, daß hiermit den Kindern der Un-- . bemittelten oft recht wenig genützt werde, und auch für Staat und Gesellschaft crtvarlel er SaBoir keinen großen Gewinn, sofern c3 sich nicht um hervorragend Befähigte handelt. Bros. AaginSky tvarnie als Arzt sehr eindringlich davor, die meist gut entwickelten Knider der Wohlhabenden zusammen mii deu oft schlecht e.3- wickelten Zkindern der UnbemittÄten zu unterrichten. Er sei nicht antisozial, sondern ein freisinnig denkender Mann, fügte er hier ausdrücklich hinzu; aber man könne nicht die soziale Frage durch die Schule lösen. Für viele in die höhere Schule eintretende Kinder, die aus der Volksschule herüberkommen, und vollends für diejenigen, die gerade in der Pubertätszeit ans der Mittelschule übertreten, müsse man gesundheitlichen Schaden furch- ten. An der Besprechung der beiden Vorträge beteiligten sich nur Schulmänner, aber leider keiner der anwesenden Aerzte, so sebr dies gegenüber den die Einheitsschule schroff ablehnenden Aus- führungen Baginskys zu wünschen gewesen wäre. Gegen Caner ivroch Gemeindeschülroktor P r e tz e l für die Einheitsschule im Sinne der deutschen Bolksschulllehrerschast. Tie Tpcrsuu.q der Schulkinder ist in Berlin seit Herbst 1916 an die allgemeine Lolksspeisung angegliedert. Für die Speiscnzubereitung bietet das den Vor- teil, daß es einen einheitlichen und darum billigeren Betrieb ermöglicht. Warum aber werden auch für die Speisenentnabmc die Schulkinder auf die Speisenausgabe- stellen der Erwachsenen verwiesen? Das Miß- liche dieses Zustandes zeigt sich jetzt, wo die Beteiligung oir der Volksspeismig mit jeder Woche wächst. In den als Aus- gabestellcn benutzten Turnhallen wird gerade zur Zeit des stärksten Betriebes, wo alle Teilnehmer rasch abgefertigt sein möchten, auch den Schulkindern ihr Mittagesien aufgetischt. Ließ sich das anfangs noch mit einander vereinen, so erweisen sich jetzt die meisten Turnhallen als zu klein für die gleich- zeitige Abfertigung solcher Massen. Das Gewimmel und Ge- tümmel, das sich da abspielt, ist manchmal„nicht mehr schön". Warum sammelt man nicht die Schulkinder in Klassenräumen, damit sie dort ihr Essen verzehren? Zum Teil sind ja schon Klaffenräume zur Speisung der Schulkinder hergegeben, aber daneben werden immer noch auch die all- gemeinen SpcisenauLgabesiellen hierzu mitbenutzt. Das ge- schieht z. D. auch in der MarkuSstraße, wo die Turnhalle be- sonders klein ist. Wir sahen uns dort die Schulkinderspeisung in der Turnhalle und die gleichzeitig in zwei Klassenräumen stattfindende an. Tie Speisung in den Klassenräumen vollzog sich in merklich angenehmeren Formen als die in der Turn- Halle. Bei weiterer Mehrung der Volksspeisungsteilnehmer wird es dazu kommen müssen, daß überall den Scknrlkindern nur in den Klassenräumen ihr Mittagessen gereicht wird. TLar das Bedürfnis nicht grösier—? Zinslose Darlehen können an Bedürflige aus zwei von der Stadt Berlin verwalteten Wohlfahrtieinrichtungen gegeben werden, aus der Fr ie d r i ck>- W i lb elm- A n si al t' sü r Arbeitsame(die aber keine Anstalt in dein sonst üblichen Sinn, iondern nur ein Fonds ist) und aus der mit rhr verbundenen Viedersee-Strtlung. Wälnend des Krieges haben bei diesen beiden Stiftungen die Fälle von DariebuSgewährung sich nicht etwa gemebrt, sondern sich in ausfälliger Weis« gemindert. Für das Verwa!tung*johr 1915/16, auS dem jetzt ihr Jahtesbericht vorliegt, haben sie nur noch ganz gering« Leistungen zu verzeichnen. In den d'.n letzten Jahren 1913/14, 1914/15, 1915,16 wurden Darlehen gegebe»: aus Mittel« der ein Vermögen von jetzt über% Million Mark besitzenden Friedrich-Wilbelm-Anstalt an 283, IM, 43 Personen 25 520 M., 17 345 M., 5590 M., auS Mitlein der mit nur wenig Vermögen ausgestatteten Biedersee-Stifiung an 69, 51. 13 Personen 5165 M,. 3525 M., 065 M. Sollen wir glauben, daß i:n letzten.Jahr das Verlangen noch zinslosen Darlehen wirklich nicht glötz-r gewesen sei 1 Zutreffender dürite die Annahme sein, daß beide Stisiuiigen die Hilfeleistung aus Fälle dringend st en Bedürfnisses eingeschränkt haben. In de» letzten Jahren haben sie aus ihren Einnahmen große und immer größere Be- träge zurückgelegt, wa? ihnen nur infolge der Verminderung ihrer DarlchnSgewährungen möglich war. Am Schluß der drei Veiwal- tungsjahre 1913/14, 1914/15, 1915/16 stellte sich der außer dem Vermögen noch vorhandene Kossenbrstand bei der Friedrich-Wilhelm- Anstalt auf 9581 M., 16 901 M.» 26 255 M., bei der Biederfce» Stiftung auf 3036 M., 4025 M.. 6720 M. Mir dieser bis zum Schluß des letzten Verwaltungsjahres erreichten Höhe des Kassen- bestand«? vergleiche man den oben angegebenen winzigen Gesamt- betrag der Darlehen, die in dcmielben Jahr noch gewährt wurden. Wahrscheinlich glaubt die Verwaltung,' die aus den ZinSeiunahmen und den DarlehnSrückzahlungen einkommenden Gelder jetzt zu- fammenbalten zu sollen. Sie will wohl für spätere Zeiten gegen- über einem etwa eintretenden stärkeren Rotstand gerüstet sein. Bibliofhekcn und Lesehallen der Stadt Berlin. Aus die Bibliotheken und Lesehallen der Siadt Berlin hat der Krieg im zweiten Jahr anders als im ersten cingeloirkt. Im ersten KriegSjahr ließ die Biblis thekenbenutzung betrachtlich nach, aber der Lesehallen besuch nahm zu. Die Libliothcksverwaltung wies iu ihrem Jahresbericht 1914/15 darauf hin, daß durch die Einberufung zum Heeresdienst die Reihen der Bücherleser gelichtet worden seien. Daß dagegen die Leseräume in den ersten Monaten nach Kriegs- ausbmch eine Mehrung der Besucher hatten, erklärte sie aus dem lebhaften Verlangen nach den dort ausgelegten Zeitungen und Zeitschriften mit KriegSlektüre. DaS zweite Kriegsjahr hat nun, wie wir aus dem jetzt erschienenen Jahresbericht für 1015/16 ersehen, eine Umkehr des Verhältnisses gebracht. Während die Benutzung der Stadtbibliothek nur noch wenig sank und die der VolkSöibltotheken sogar wieder stieg, geigte der Besuch der Leseräume eine sehr merkliche Abschwächuo.g. Offenbar hat die Neigung, sich in ein Buch gu vertiefen, allmählich wieder zugs- nommen. Tie Stadtbibliothek hatte 1015/16 eine Mehrung ihres Bücherbestandes auf 148244 Bände. Im Laufe des Jahres wurden 158 763 Bände nach Haufe verliehen, 17 852 weniger als im Vor- jähr. Unter den neu eintretenden Lesern waren diesmal besonders viele Handelsangcstcllte und Handlungslehrlinge: die reichlichere Ausstattung der Bibliothek mit Büchern über Handel und Verkehr atte sie dieser Bildungsstätte zugeführt. Den mit der Stadt- ibliothek verbundener. Lesesaal benutzten 61 120 Männer und 10641 Frauen, zusammen 71581 Personen, während im Vorjabr hier 08 862 Männer nnd 0103 Frauen, zusammen 107 965 Personen als Besucher gezählt worden waren. In den 2 8 Volks- b i b l i o t h c k c n stieg der Bücherbestand auf 235 653 Bände. Avs- gelirhen wurden diesmal 1531211 Bande, 85 375 mehr als im Vorjahr. Die stärkste Benutzung hatten, wie in: Vorabr. wieder die Bibliotheken in der Ravenestraße und in der Sonnenbucger Straße, aus denen 152 810 und 130 890 Bände entliehen wurden. Die mit BolkSbibliotheken verbundenen 13 Lesehallen wurden besucht von 107 047 Männern und 14 691 Frauen, zusammen 122 632 Personerr, im Vorjahr von 1W 415 Männer:: und 15 504 Frauen, zusammen 148922 Personen. Die Frauen sind unter den Besuchern der Leseräume stets nur spärlich vertreten. Heber die Kinderlesehallen habe» wir bereits Sonnabend berichtet. Tie Zahl der Armenkou: Missionen hat sich nach dem soeben erschienenen Bericht der Armendireliion von 431 auf 452 erhöht. Die als Zwiicheninstanz zwischen der Armendireltian und den einzelnen Armenkommissionen fungierenden Kreisversammlungen haben im Berichtsjahr 6912 Sachen cilebiöh Iii der Eiuieiluüg der M s d i z i n a l b e z i r k e vi gegen da-Z Lorjabr eins Aendsrung nickit eingetreten: e� bestehen nach wie vor IIS Beziria. An H e i I st ä t t e u k u r e n stir Kranke beziehungS- weisa erhatlnngZbednrstige Kinder wurden 1-i21 bewilligt. Die Kinder wurden je nach der Art ihres Leidens entweder den siädti- in"i Heilstätten oder anderen Anstalten, besonders Lungenheil- ktältrn. überwiesen. In offener Armenpflege wurden ins- gesamt l)40 223 M. verausgabt. Dem steht eine Einnahme, von 20Vo&l7 M. geaeniiber, so dast die Armenverioolrung im Berichts- fahre eineS Zuschusses vcn 11026 376 M. bedurfte. ES wurden lautend uiitersliitzt 36 773 Alnioseiicmpfönger und 11876 Pflege- iinder. Tie freien Hochschulen wnhrend deS Krieges. Der Tätigkeitsbericht, der in der Mitgliedervarsammlunz der vereinigten freien Hochschulen erstattet wurde, tonnte trotz der Un- gunst der Zeitverhaltnisse von einem wesentlichen Aufschwung der Hörerzahlen berichten. 7376- in 1914/15 standen 15013 in 1615/16 gegenüber, und da im Otwöer— Dezember 1916 allein 10 150 Hörer eingetragen wäret:, lätzt das im Ortober begonnene 30. Ztudienjabr ein weiteres Anwachsen der Hörerzifferu erhoffen. Auch die Anzahl der Besuchcr� zu einzelnen Vorträgen Hai sich außerordentlich gehoben: 1086 in 1015/16 gegen 132 ui 1014/15. Außerdem hoben 5500 Besucher cm den wissenschaftlichen Abenden teilgenommen. Ganz besonders erfreulich ist ferner die ftarke Zunahme der Hörerzahlen bei den Arbc:iervorlefungen: 4 185 in 1915/16 gegen 1540 im Vorjahre. An den veranstalteten Führungen und Vorträgen für Kriegsverletzte beteiligten sich 15 800 Mannschaften.— Die im abgelaufenen Studienjahr stattgehabte Verschmelzung der beiden Volkshochschulen Humboldt-Akadeune, Freie Hochschule hat, wie die. Ziffern beweisen, der nunmehr veremigien Volkshochschule van Groß-Berlin viel innere Kraft und äußere Geltung zugeführt. Das erfreuliche Ergebnis ist nicht zum wenigsten auf die uneigennützige und angestrengte Tätig- teit der Tezentenschaft zurückzuführen. „Radiumbrot". Die deutsche Wissenschaft schreitet trotz be-ö Kriege? vorwäris. Das Heilmittel Radium rst, wie eine Korrespondenz zu melden weiß, von einem Erfinder zur Herslcllrrng eines Radiumbrotes ver- wandt worden. daS den Verdanungsprozeß auf das fegensreickfst« beemflusien soll. Gegenwänig suchr er einen Kliniker von Ruf znr wissenschaftlichen Erprobung seiner Erfindung. Wir unterschätzen die Wichtigkeit des Leidaunngsveozesies gewiß nicht, aber wir find dock der Meinung. daß gerade dieses Problem nicht aktuell ist, sintemalen die Verdauung? organe gerade gegenwärtig viel ' iveniger in Anspruch genommen werden, als den meiüen Zeitgenossen lieb ist. Unsere Lc'.stungsfäbigkeit ist in dfd'er Hinsicht noch lange nicht erschöpft. Wir könnten und wüiden gerne noch sehr viel mehr verdauen— wenn wir nur noch mehr zu essen hätten. Aber das Radium besitzt bekanntlich auch die Fähigkeit, die chemische Zwammen- setzung der Dinge bis in die Atome hinein to:al zu verändern. Diese Eigenschaft, so scheint unS, hätte der Erfinder ausnutzen sollen. Man stelle sich z. B. ein Radiumbrat vor, daS, nachdem man es binuntergegessen hat, die im deutschen Kriegsmagcn befindlichen Mengen von Milfix, Ei-Ersatz, Bouillonwürfel, Einheilsbrct und KohlrübenfiletS in Sahne, Trinket er, Kraftbrühe, Schrippen und Beefsteak verwandelt. Tas CrinhcitSbrot. DaS Nachrichienamt des Berliner Magistrats schreibt: In einer Pressenotiz ist bestritten worden, daß daS EinheitSbrvt m Ha?nburg sich bewährt habe. Wir find demgegenüber in der Lage, eine gestern ans Hamburg vom KriegSernährnngsamt eingegangene amtliche Auskunft mitzuteilen. Danach sind die Ersah: ünaeu mit dem Einheitsbrot durchaus günstig. Eine wesentliche Verbesserung dcS Roggen- brol» ist damit erreicht. Klagen der Bevölkerung über das. Fehlen dsS Weißbrotes sind nicht taut geworden. Selbst für.Kranke wird nicht Weißbrot gebacken, da die Aerzte ti für entbehrlich halten. Hamburg ist in der Lage, eine allgemeine Brotration vom 1 8. Februar ab ans 1850 Gramm zu erhöhen und hofft, durch die Einführung des Einhcitsbrotcs zu einer noch lv eiteren Erhöhung befähigt zu werden.— Auch in Wies- baden, wo das Einheilsbrvt eingeführt, das Weizenbrot aber ver- boten ist und nur auf ärztliches Ailcst verabfolgt wird, find laut amtlicher Mitteilungen die Erfahrungen mit dieser Brotversorgung gut._ Berliner Lebensmittelnachrickiten. Com Montag, den 5. Februar ab wird einem jeden Berliner Einwohner auf Abschnitt 14 der Eicrkarte e i u E i gewährt. Die bcrrichende Kälte hat die Legctätigkeit der Hühner sehr beeinträchtigt. Unter diesen ungünstige» Umständen gehen auch die Zufuhren spar- lich und unregelmäßig ein. Wenn also die Käufer in den Eier- Handlungen in allen Fällen nicht sogleich befriedigt werden können, so ist dies in erster Linie auf jene Umstände zurückzuführen, denen die Käufer sicherlich Rechnung tragen werden. Die KriegSamtSstelle in den Marken gibt bekannt: Besitzer von Pferden, die nicht oder nicht voll beschäftigt sind, werden ersucht, ihre Pferde und Kutscher bei der Handelskammer von Berlin, Dorotheenstraße 8, zur Verwendung zum Trans- port von Lebensmitteln und Kohlen anzumelden. Für Gespann und Tag werden 50?.>i. und an den Kutscher 1 M. bezahlt. Die Reichsfutterstelle ist vom Kriegsernährungsami er- mächtigt worden, für derartige Pferde eine vorübergehende außerordentliche H a s erzu w e i su n g zu gewähren. In Char- lifttenhurg wurden bereits für Pferd und Tag 11» Pfund Hafer ausgeteilt., Amtliche Fürssrgestellcn für ZriegShintetbliebene sind fetzt in fast alle» Städten und Gemeinden crrichlcl oder in der Bildung be- gliffen. Das Kriegsministeriuu: bat deshalb den beteiligten Stellen und Behörden empfoblen, alle Untirstützungsgesuche zunächst der Fnrsorgeslelle znr Prüfung und weiteren Veranlagung zuzuführen, soweit eZ sich nicht etwa um einen Einspruch gegen die Versagung gesetzlicher BersorgungSgebührnisie handelt. Für die Prüfung der Gesuche find bestimmte Fragen vorgesehen. Den Füriorge stellen wird empfohlen, zu den Ermittelungen einen geeigneten Kreis frei- williger und erfahrener Helfer imd Helferinnen zur Mithilfe im Ehrenamt heranzuziehen. Bon kleinlichen Ermittelungen soll ob- gesehen und die Erledigung nach Möglichkeit beschleunigt werden. Empfohlen wird auch, gleich die Höhe des etwa zu bewilligenden Betrages vorzuschlagen Dabei ist mit sirengster Unparteilichkeit zu verfahren. Die KriegSbinterbliehenen sind darauf aufmerksam zu machen, daß die Einreichung von UntersiützungSgesuchen und Ein- gaben unmittelbar bei dem Kriegsministerinm die Erledigung ihrer Angelegenheit in den meisten Fällen nur verzögert. Die Gesuche werden doch den Fürsorgestellen zugeführt. Dir Minintaltarife für die Benutzung von G a Z a n t 0 m a t e n mögen in normalen Zeiten ihr« Berechtigung haben. Gegenioäriig, wo der Gasverbrauch nach Möglichkeit eingeichränkt werden soll, sind sie zweifellos nicht am Platz.'Wer z. B. für eine Stark Gas„zu wenig" verbrannt hat und die Mark trotzdem zahlen muß. wird in der Regel durch diese„Geldstrafe" veranlaßt werden, Hinsort das ganze Quantum zu verbrauchen, auch wenn er es nicht durchaus nötig bat. Jedenfalls steht dies« Einrichtung in einen: bedenklichen Wide,- spruch zu den wiederholten Aufforderungen an die Bevölkerung, mit Licht und Brennmaterial nach Möglichkeit zu sparen. Kerne PreiSimschristcn bei Web-, Wirk- und Strickwaren. Nach einer vom Oberkommando erteilten Auskunft ist cs verboten, so-' wohl in Tageszeitungen, periodischen Truck'chrislen. Preislisten, auf Anschlagsäulen. Berteilzetteln und in Schaufenstern Web-, Wirk- und Strickwaren mit Preisen zu versehen. Tauchbootbriefe vom Heer. Die Auflieferung von Tauchboot- briefen ist jetzt auch durch"deutsche He«e»angehör,ge im Feld« aus- drücklich zugelassen worden. Sie sind„An da' CermitttungSaint in Hamburg 1" einzusenden. Die Bedingungen und Gebühren sind die- selben wie für die bürgerliche Bevölkerung. Bezugsschrine. Wenn der Inhaber eines Bezugsscheines in einem Geschäft die volle Menge der auf dem Bezugsschein ver- merkten Waren nicht erhält, dann ist der Verkäufer nicht befugt, den Bezugsschein an den Käufer zurückzugeben. Ebensowenig ist es zulässig, daß der Verkäufer den Bezugsschein behält und dem Käufer bescheinigt, daß er nicht die volle auf dem Bezugsschein angegebene Warenmenge erhalten hat, sondern der Kunde muß den Bezugsschein bei der zuständigen AuSfertigUngsstelle gegr.: soviel Einzekoezugsscheftie umtausche!'., als Geschäfte liefern sollen. Zum Fall Kupfer. In der Pension der Frau JablonSki, Kur- fürstendamm, wurde das Zimmer des dort wohnenden Leutnanis Gerbrecht vor. Kriminalbeamten durchsucht und er selbst ver- haftet. Die Polizei hatte in der Wohnung der Frau Kupfer Flieger- Photographien gesunden, die den: Leutnant Gerbrecht gehören, und auch aus andern: Anzeichen geschlossen, daß er zu dem intimeren Kreisender Schwindlerin gehöre. Der Rummelsburgcr See ist für den Eissport freigegeben worden. Bis 2 Ubr narlmuttagS steht die Eisbabn den Scki, Hindern Groß- Berlins, soweit sie in Begleitung ihrer Lehrer erscheinen, zur un- entgeltlicken Benutzung zur Verfügung. Zirkus Busch. Die ausgezeichneten Vorlüörungen des Direktors Wille mir seinen dressierten Bären und Pferden und die seiner Gattin, die ihre n-äckitigen Zöglinge, die Elefanten, wunderbar meistert, haben einen so großen Beifall gefunden, daß sie auch in vaS neue Progranim übernommen worden find. Ein besonderer Tvp der Manege ist der Türke Miligui, der Bulkanmensch, dem das Feuer sein ureigenstes Element zu sein scheint. Die Radfahrtruppe Cape hat einen hohen Ruf auf dem Gebiete künstlerischen Rad- iohrens. Auch sonst weift das neue Programm eine Reihe bester Kräfte auf. ZirkuS Schumtiun. Oögleich die Aussiatlungspantomim« r,Die Seeräuber* eine durchaus ernste Handlung ausweist, kommt darin der Humor doch voll zu seinem Rechte. � Im ersten Akt tritt bei dem holländtschen Fest � ein niederländisches Damenensemble mir Gesang und Tanz in Aktion: ein lustiges Faßrennen findet statt und allerlei fröhliche Scherze werden getrieben, bis das Austreten des Piraten ollen Frohsinn bannt. Die dann folaenden Szenen führe» uns schließlich ins Wunderland Indien. Ueberwälngend wirkt die gewollige farbenprächtige Apotheose, die den Schluß de' wirkungsvollen Manege-Schausp'.els bildet. Von einer Eisenbahnmaschlne Lherfahrc» und g-töket wurde die 62 Jahre alte Wagcriputzerin Frau Marie Riemaun aus der EKlauer Stiaße 0, die auf dem Potsdamer Bahnhof beschäftigt war! Sic geriet beim Ucberschreiten eines Gleises der Wannseebahn unter die Naschine und wurde so schwer verletzt, daß sie auf der Stelle starb. Celbstnwrdversuch. Mit Leuchtgas versuchte der 58 Jabre alte Arbeiter K..miZ der Swinemünder Straße sich daZ Leben zu iiehnicii. Der Manu war schon länger lebensüberdrüssig. Als seine Frau und Kinder nicht zu Hause waren, schraubte er die Gaslampe ab und legte sich hin, um den Tod zu erwarten. Zum Glück kehrte die Frau bald zurück. Die Feuerwehr rief den Bewußtlosen in das Leben zurück und brachte ihn zur Eharilj. Eierdrebe. Bei einer Trödlerin in der Kopernikußstraß« fand die Polizei drei Kisten voll Eier. Die Frau behauptete, sie für 1400 R. gekauft zu haben, um sie für künftige Zeiten für sich ein- zulegen. Die Polizei konnte mdeS feilste llen, daß der reiche Borrat aus wiederholt beobachteten Eierdiebstählen au! Güterbahilbpsen in Verbindung sieht. Ungetreue Kutscher halten die für den Magistrat bestimr.iten Eier aus Elteiibahmvagen gestohlen. und unter der Hand verkauft. Die diebischen Kut'cher wurden verhaftet. flm öen Gemeinöen. Gedöck für Kartoffeln in Eharlottenburz. Im Anschluß an die Bekaiin'.niachung betr. Verabfslgung von Gebäck als Ersetz für Kar« löffeln Hai der Magistrat Ebarlottenburg bestimmt, daß in der Woche vom 20. Januar bis 4. Februar 1917 an Stelle der Kar- toffeln auch auf jeden der vier Abschnitte 14 der Zusatz- lartoffelkarten je 100 Gramm Gebäck entnommen werden dürfen. 4 Kertoffelvrrsorgung in Neukölln. Vom Magistrat wird uns mit- geteilt, daß von der Bevölkerung verichiedenllich über die Belieferung mil Kartoffeln durch die Kleinhändler Klage geführt wird. Eine größere Anzahl Klemhändler hat die Anmeldung zur Kunden- ltste cutgegengcvommen, und trotzdim sie von den Großhändlern ausreichend versorgt worden sin», die Geschäfte nichr geöffnet, sondern überläßt die angemeldete Kundschaft der vom Donnerstag jeder Woche eintretenden Bcrmrgung aus den städtlschen Geschäften. Es ist Anweisung gegeben worden, daß die Fülle, in welchen d>e einzelnen Kunden von ihrem Kartoffelhändler nicht best iedigt worden find, nachgeprüft werden. Wo festgestellt wird, daß trotz der Be- lieserung durch die Großhändler e:ne Befriedigung der Kundschaft nicht stattgefunden hat, werden die Kleinhändler von der künstigen Belieferung ausgeschlossen. SriegSwirtschift im Kreise Teltow. Einem Bericht über die Knegksürsorge der KreiSverwaliung im Jahre 1016 entnehmen wir folgende Zahlen: Die LebenSmittelfürsorge der Kreisverloalmng fand im Mai 1016 ihren Mittelpunkt in der Teltotoer Kriegslvirt- schaitS-Gesellschaft rw d. H.. deren Umsatz sich in den Monaten Mai bis September 1016 auf iricht weniger als 17 Millionen Mar! beste f. Brotkarten wurden im zweiten Krregsjahr an 500 047 �Einwohner auSgeteiU: die Zahl der Selbstversorger betrug 19 541. Für Jugendliche von 14 bis 17 Iahren wurden 115 000 Lrotzufatzkarten ausgegeben. Der monatliche Meh /bedarf des Kreises betrug durch- fchnittlich 32 500 Doppelzentner. Zur Sicherstelluvg der Kartoffel- Versorgung bezog der Kreis Telw« im Frübfahr 1016 von der Provinziallartoffrlstelle 820 000 Zentner Sp-isekartoifeln. Für die Winterversorgung bis zum � 15. April 1017 wurde bei der Reichs- kartofielftelle ein Fehlbedarf von 667 000 Zentner angemeldet. Bon der eigenen Kartoifesernte des Kreises wurden 1227 000 Zentner für den Bedarf der verbrauchende:: Bevölkerung beschlagnahmt. Im April 1016 trat der Kreis Teltow der Viebvevtcüur.gsstelle Groß- Berlin bei. von der er 12,08 Prozent des für Groß-Berlin arige- lieferten Schlachtviehs erhält. Für den Bezug von Butter nfti>. durch Speisefettiarten sind im Kreise etwa 480 000 Einwohner be- rechtigt. Die Zuckersartenregelung umiaßt dagegen alle Einwohner des Kreises. An Einmachezucker wurden 1916 368 000 Pfund ab- gegeben. Insgesamt bat der Kreis Teltow nach Erniubrung der Zuckcrkarten bis zum Ende des Zuckerwirtschaftsjahres 1016 26 092 Doppelzentner Zucker verteilt. Für die Fem istcr Unterstützungen wurden feit Kriegsausbruch bis zum Oktober 1016 insgesamt 36.7 Millionen Mark ausgezahlt. Die Zahl der Unterstützungsoerechtigien erhöht« sich auf 100 033. Die Ausgaben der Gemeinden für die übrige Kriegswohlfahrts- pflege' heliefell sich bis Oktober 1016 auf 6,3 Millionen Mark. Soziales. HilfSdittlst und ArrcgZbeschädigienfursorge. Das HilfSdienfigesetz hat auch auf die K-iegSbefKäöigienkuv- sorge eingewirkt. Bisher war cS oberster Grundsatz aller Berufs- bsratung, jeden Kriegsbeschädigten nach Möglichkeit wieder dem alten Berufe zuzuführen. Dort nur kann er die beruflichen und fachtechnlschen Kenntnisse am besten ausnützen. Das wurde aber � bisher fehon oft verhindert durch die vom Krieg stark beeinflußten Berhältnisse. Ich manchen Zweigen der Scxlilindustcie und der Luxusindustrie war cs bisher schon unmöglich, AriegsSefchAzigte umerzubringen. Lagen sie doch fast still. Den oben eriv'äSnken Grundsatz durchzuführen, wird in der Zukunft noch schwerer werden, weil die Einstellung unseres ganzen Wirtschaftslebens auf die Kriegsunterstützung besondere berufliche Unterscheidung bei den Kriegsbeschädigten aus manchen, mit der Kriegsindustrie nur eni- fern:, oder gar nicht im Zusammenhang stehenden Berufe» bindern wird. In einem in der neuesten Nummer der„Kriegsbefchädigien- fürforge" veröfsiuitlichteu Erlaß des Kriegsamts vom 27. Dezember 1016 wird darauf hingewiesen, jode verfügbare Arbeitskraft der .Kriegsarbeit' zuzuführen; diese Notwendigkeit müsse auch für die Eingliederung der Kriegsbeschädigten in den Wirtschaftskörper aus- schlaggebend sei». An den schon bestehenden Verhältnissen ändert der Erlaß wobl nur wenig, da jetzt eine andere Tätigkeit als in der.Kriegsindustrie nur selten zu finden seist wird.. Besser wäre es ja, wenn die Kriegs- beschädigten Stellung finden könnten, in denen sie eingearbeitet und gesichert wären, wenn nach Beendigung des Kriege? die gesunde« Arbeitskräfte zurückfluten. Die Verhältnisse macken dies leider zu einem frommen Wunsch. Wird aber für die Unteroringung der Kriegsbeschädigten in der Kriegsindustrie gesorgt, dann wird zu- gleich gesorgt für die Eingewöhnung in die Arbeit. DaS ist von großem Wert. Denn wenn diese Eingewöbnnng an sich erst einmal erfolgt ist, dann wird die spätere Umstellung auf das Ursprung liche Arbeitsgebiet nicht allzu schwer sein. Hoffentlich folgt nun aber auch recht bald«in Erlaß an die Arbeitgeber in der Kriegs- Industrie, der diesen Anweisung zur Einstellung Kriegsbeschädigter gibt und dabei auch auf die Lohnfrage eingeht. en ist. daß ein gänzlicher Fort- soll der Rente und der KriegSzulag« nicht eintreten kann. Wenn ein- Verstümmelung vorliegt, die die VelstiiimnelnugSziikagc im Getolge hat, dann soll sich die> Bescheinigung auch auf diese erstrecken. Dfti« Befcheinigmlg wird gelegenllich von den KliegSbeschädigieii dazu kieimtzt, gemäß*5 1237 der RBO. den Antrag ans Besreumg von der PersicherungSpfltcht zu beamragen. Der ff 1237 läßt diese Befreiung' zu für den, dem vsm Reiche»der einem Bundesstaat Riihegcld, Wartegeld oder ähn liche veptge'im Mmdeftbelrag der Invalidenrente nach den- Sätzen der ersten Lohnkläsie de- willigt find und daneben Anwartscheft»uf Hinterbliebenen- sürsorge gewährleistet ist. Uester die Fr«««, ob eine Milirär- rento" zu den ähnlichen Bezügen gehört, ist unter der Geltung der RLO. noch keine Enticheidrnig de« ReichSberilcherungSamtZ ergangen. Aber selbst wenn diese Rente zu den ähnlichen Bezügen gerechnet werden sollte, ist die Befreiung von de: VerstcherüngS- Pflicht deshalb nicht angängig, weil ihr Bezug die Amvarki'choft auf Hinterbliebenenrente nicht gewährleistet. S-Z muß das auch für un- verheiratete Personen gellen,!-a da« Gesetz keinen Unterschieb zwischen Verheirateten und Ledigen macht und naturgemäß auch nicht machen kann, weil eS sich d«b»i um Verhältnisse handelt, die sich andern lönne». DaS Gesetz bat vi« Huiterbiiefmien schütze:: wollen in den Fällen, in» der Versicherte selbst unter Umständen sich für genügend versorgt hält. In keinem Falle garantiert aber eine Miliiärreuw den Bezug der Hwteiblubenenrente. Selbst cui miheilbarcr Kranker, ein schwer LanflenUideiider z. 85., kam: an einem plötzlich ewsetzenden anderen Leiden sterben und dann besieht kein Anspruch der Hinterbliebenen auf Bersorsemg. die. falls das Lmigenleiden, da? als Dienst-»der KriezSdienftbeschädigung anerkannt war, zum Tode geführt hätte, hätte gewährt werden»nüsten. Aber auch wenn zuträfe, daß die Mililärreute von der J11- validenversidierung befreite, läge eS im wohlverstandenen Interesse des Kriegsbeschädigten, diesen Antrag. nicht zustellen, sondern �ich auch die Bezüge»ach d:r RcichS-verstcherunasordnung»u sichern. Darf er« Arzt einen Unfallverletzten als Siinlitanten bezeichnen st Einen befremdendei: Beschluß hat der„Aerztlichen Sachvcrstän- digeii-Zeiiuiig" zufolge baS Amtsgericht Bochum gesaßt.' ES hat einen Antrag eines Verletzten, der vom Arzt als Simulant be- zeichnet wurde, zurückgewiesen und dabei begründend ausgeführt. daß die Stellung des Arzte» zu den Kranken e» im allzememen mit sich Brtttflf, dah man ifim daS Reckt zuerkennen müsse, aus fch(nffe,_ encrgieloie Kraule mit einer den milnänschen Gepflage»- Seiten ähnelnden Straffheit und Schärfe einzuwirken. Vielmehr sei das aber bei den der ReichSveisicherung anqedöriaen Kranken der lyall. ErfahrungSgemätz ieien unter diesen sehr viele Simulanten, die nach Erlantiiing einer Rente streben und zu die cm Zweck eine Erkrankung varipiegeln. Habe der Arzt die Neber, euguiia. das, er einen iolcken Kranken vor sich habe, dann habe er da- R�cht ,u derartigen scharten Vorhaltungen und dem Veickuldiglen könne seine Vebaupiung, er babe den Pnvalkläger für einen Simulanten angesehen, nickt widerlegt werden. Der Antrag des'-K-leidigten auf Es Öffnung de« Haupivei sabrenK wurde daher zurückgewiesen. Gegen eine derartige gerichtliche An- ertennung der Schiinpisreibeit der Aerzie müssen die Arbciier dock gan, entschieden protestieren. Ter Arzt braucht blotz zu tage», dah er überzeugt sei, der Arbeiter simiiliere und dann darf er diese», dieie Beleidigung nicht nur ins Gesicht schleudern, er darf sie ihm sogar schriftlich geben, indem er sie in daS Gutachten hineinbringt. Dagegen muß umion ehr proiesticrt werden, weil der veschlust des Lochumer Amtsgerichts von Sachkenntnis nicht im geringsten ge- trübt ist. Gewitz, eS gibt Simulanten.„Dies ist eine bedauerliche, aber keine neue oder der Aibeiterversickerung eigentümliche Er- scheinung. Auch aus anderen Gebieten und bei den wirlschaftlich besser gestellten Ständen ist sie anzutreffen. Bei letzteren ivie die Versicherungsgesellschaslen wissen und erfahrene Aerzie bestätigen keinesfalls seltener, oft aber viel hartnäckiger wie bei den Arbeilern Diese sind eben nicht besser, aber auch nicht schlechter als der Durchschnitt der Ration." So sagt Kaufmann, der V'.äsident des ReichsversicherungSamtS in seinem Schrificken „Licht und Schatten bei der Deutschen Arbeiterversicherung", und diesem wird wohl eiwaS'mehr Einblick zugeliaut werden dürfe» als"den betreffenden Bochunier Amtsrichter. In dem gleichen Schriftchen weis! Kaufmann auch daiauf hin, datz früher, als grötzere Erfahrungen noch fehlien, die Simulation bedeutend übel schätzt wurde. So wurde finber die Zahl der Simulationen bei Neurosen auf 2ö bis 3b vom Hundert angenommen, während genauere Beobachiungen ergeben haben, dag die Zahl von 8 vom Hundert, die ein späterer Forscher angenommen hat, Wahl scheinlich noch zu hoch ist..Immer mehr" sagt Kau'mann,.hat sich das Wort von Möbius bestätigt, datz die Zahl der Simulanten, welcke der Arzt beobackiet baden will, gewöhnlich im umgekehrten Verhältnis zu dem ärztlich-psycho- logischen Wissen des Beobachters steht". Wenn Beschwerde gegen oen Bescklutz eingelegt worden ist. waS hoffentlich geschah, dann dürften die Kaufmannschen Darlegungen dabei recht gute Dienste leisten. Gerichtszeitung. Aufhebung einer Verkürzung der Polizeistunde. Gegen den Bergbaudenbesitzer Thiele, der oberhalb von PetcrS» sorf daS Lokal WilhelmShöhe betreibt, hatte die Ortspolizei- Verwaltung von Petersdorf eine Verfügung erlassen, durch die ihm die Polizeistunde von Uhr nacht« auf lv Uhr verkürzt wurde. Die Verfügung hatte die Tatsache zum Bnlatz, datz während der KriegSzeil mehrfach im Lokale de« Thiele geianzl wurde. Schon 1915 war er deswegen angezeigt worden und man hatte ihn zu einer Geldstrafe rechtskräftig verurteilt. Dann käme» für die Verfügung eine Reihe späterer Tanzfälle in Be- tracht. In dreien' Fällen war aber vor dem Schöffengericht. lvie auch vor der Strafkammer Freisprechung erfolgt. Die Straf- gerichte hatten hier ein Verschulde» Tbieles verneint. Th. beschwerte sich nun wegen der Herabsetzung der Polizeistunde. Landrat und Regierungspräsident wiesen die Beschwerden ab. Darauf klagte Tb. gegen den Regierungspräsidenten beim Oberverwaliungsgericht mit dem Antrage, jene polizeiliche Verfügung hinfichllich der Polizeistunde aufzubeben. Do« OberverwaltungSgerickt ha! jetzt die polizeiliche Verfügung, durch die die Polizeistunde aut 10 Uhr herabgesetzt worden war, autzer Kraft gesetzt. Begründend wurde ausgeführt: Die fraglichen Tanzlustbai keilen seien im wesenlkichen. mit gan, geringen AliSnahmen,»m ll> Uhr abends beendet gewesen. Denn unter dieien Umständen eine Verfügung ergehe, die die spätere Polizelstunde eben au! 10 Uhr abends herabletze, dann sei da« nicht daS geeignete Miitel, Tanzlustbarkeiten, die nur bis 10 Uhr zu dauern pflegten, für die Zutuiifl zu verhindern. Nach§ 10 Teil 2 Titel 17 des Allgemeinen Landrechis sei eS aber die Aufgabe der Polizei, zur Er- Haltung der öffentlichen Orenung und Sicheibeir die.geeigneten' Miiiel zu er.ireisen. Da die Herab'evung der Polizeistunde am 10 Uhr nicht das geeignete Mittel sei. bis 10 Uhr dauernde Tanz- lustbarketien zu Verbindern.>o sei die Polizeivelfü.iung autzer Kra'l ru setzen. Und die Herabsetzung der Polizeistunde blotz als eine An Be st raiung würde unzulässig sein. Mit zwei jugendlichen Raubmörder« hatte sich daS Reichsgericht zu befassen. Das Landgericht II in Berlin hat am 8. November den Bäckerlehrling Richard Klaus und dessen Bruder, den Laufburschen Otw K l a u tz, wegen Mordes zu je 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Der erste ist 18, der zweite 16 Jahre crlt. Beide waren in Fürsorgeerziehung gewesen. Sic entflohen aus der Lehre In Berlin trieben sie sich einige Zeit umher und gingen dann zu einer annten ihrer Eltern, der 53 Jahre alten Blumenhändlerin Anna R u d o l p h i, Maybach- user 2. Am 25. September überfielen beide die R., als sie allein in der Wohnung war. und ermordeten sie durch Messerstiche, welche von Otto geführt wurden, während Richard das Opfer festhielt. Als die Frau wt war, eigneten sie sich etwas über 2 M. sowie eine Anzahl Gebrauchsgegenstände an, mit denen sie sich entfernten. Von dem Erlös der Sachen lebten sie bis zu ihrer Verhaftung. Revision gegen das Urteil hatte der Vater der beiden Ange- klagten eingelegt. Gerügt wurde, datz kein Sachverständiger über den Geisteszustand der Angeklagten vernommen worden ist, wie es der Verteidiger beantragt hatte. Das Landgericht hat den Antrag abgelehnt, da es sich selbst für sachverständig genug hielt, die Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten zu prüfen. Das Reichs- gericht verwarf, da eine Gesetzesvcrletzung nicht vorlag, die Re- Vision.__ f\m aller Welt. Wölfe an der Ostfront. Einem Bericht des Korrespondenten der.Wetschernesa Wremja" zufolge machen zahlreiche hungrige Wölfe die ruisiicke Front in Polen unsicher. Die Wöife fallen sogar in die Frontstellungen ein. Ihre Anzahl ist miiunler fo grast, datz die Russen gezwungen sind, zur Abwehr der Raubtiere mit Ma'chinenaewebrcn zu schietzen. Vor lurzem begegneten deutsche und russische ErkundungSabteilunpen ein- ander und waren in ein heftiges Geleckt verwickelt, als plötzlich ein grosses Rudel Wölfe auf dem Kampfplatz erickien. Die Feindselig- feiten wurden sofort eingestellt und beide Parteien vereinigten sich zu einer Wolfsjagd. Tie Wölfe wurden verlrieben und die Sal- datcn kehrten in ihre Laufgräben zurück/ Das Erdbeben bei Agram richtete in Munkendors grossen Schaden a». Beinahe alle Häuser wurden beschädigt. Einzelne sind ganz eingestürzt. Die Bevölkerung verliest fluckiartig die Wahn- stäiten und suchte in Holzhäusern und Stallungen Zuflucht. Zwei Bauernsöhne wurden von den einstürzenden Mauern verschünet, aber durch sofort eingeleitete Räumungsarbeiten gerettet. Von militärischer Seile wurden Zelte, Decken. Feldküchen usw. nach Munkendorf abgesandt. Auch in Rann find infolge des Erdbebens last sämiliche Häuser beschädigt. Die Bevölkerung wurde zum Teil in Zelten untergebracht. Dem Erdbeben ist ein Menschenleben zum Opfer gefallen. Das Dissidentenkind. Unsere Freundin Else ist schon ein grohes Schultiiid. Da sie zu der augenblicklich wieder gesetzgeberisch be- bandelten Gattung der Dissidenienkinver gehört, fragten wir sie. ab sie in den Religionsunterricht geht. Ja. aber bald vielleicht nicht mehr. Warum? Na. es wird ja jetzt darüber verhandelt, aber das Zentrum will nicht. So, so, was ist denn das, das Zen« trum? Na-- Berlin-Mitte! parteiveranftaltungen. vermsdors. Sonntag, s. Februar, vormittags S'/, Uhr, findet im „ Gasthaus Eggebrechl" ein Extra-Zadiabend statt. Vriefkasten der Redaktion. Tie lurtfttfdM Evrcchswnde findet Ibr Adonnenten Linden ite. S, IV Hol reckt«, varterre am Wonlag biS Freitag von t bis 7 Uhr, am Sonnaven!» von b bis 6 Um statt. Jeder für den t>rieslallcn detilmmlen eintrage ist ein Vuckslavt und eine gahl alS Merlzsicken derzulügen. Srietlicks Antwort wird nickt ertetU. Antragen, denen leine Abonnementsouittung beigefügt ist werden Nickt beantwortet. Erlig! Fragen trage man in der Tvrecklmnde vor. Bcrirögc, EckrtfrirAckc und dcrgllickcn bring« ins» tu dir Tprrchftuudr«t:. H. AK. 57. 1. Meldungen zum Schreibdienst in Sleuerkassen, Brot- kommissionen mw. find zu richten an dos Generalbureau des Berliner Maglnrats lRatliauS, Zimmer St— 45). 2. Meldungen ,um Vaterländifchen HilfSdienfi werden enigegengenommi n von allen niilliärifchen Dieiiflllellen. die Bedarf an Hilfskiäften haben. Für weidliche Pcrlonen kommen in Be- tracht z. B. ReinigungSarbeiten aus de» Bekleidung-tammern der Kasernen und BezirkstonimandoS. Küchenarbeilen in Kasernen und Lazarellen, Näh- arb ilcn in den HandwerkSstuben der Truppen, Walchoibeiten in den Garni'onwälche eien, Kran kenwartedicnst in den Lazazclten. HlliSarbelten in den LebenSmltlellaaern der Provlanlömter. der Prov antdcpotS und der Eriavmagazine. Schieck-, Maschincnlchreib-, Slenographie- und Ftrnwrech- dienst bei den mUitärifdicn Behörden. Meldünqeii tönnen auch gerichtet werden an die militärilchen Meldcämler, Haupimeldeämter. Bezirks- tommandoS und Garnstonkommaiidoz.— M. U., Brüssel. Herrn Martin Wenck, Berlin SW 48, Wilhelmstr. 116.— P. 88. König!. Hol- kainmer, Ebarlolterbura, Am Luisenplatz.— P. 330. Ni 1 daS Reichs- lagSwablrecht, wohl aber daS preutzische LandlagSwablrecht beruht aui der Dreitlasfenwahl, weit die Urwähler nach ihrer Sieuerleislmig in diel Kassen eingeteilt sind. So umsasste z. B. bei der LandlagSwabl 1908 die erste 3,82, die zweite 13,87, die dntle Klasse 82,32 Pr z. der Urwähler. Die drei Wähler erster ballen ober durchschnittlich dieselbe Anzahl von Dahl- mönnern zu wählen, als die 82 Wähler der drillen Klasse. Daher die Bezeichnung Dreiklassenwahl.— P. 175. Ein sranzösifcheS Wörterbuch können Sie jchon zum Preise von 1,20 M. von bei Buchhandlung Varwörts oder auch durch Ihren ZetMngSfpcditeur beziehen. Sie werden damit aber nicht in Lage sein, ohne jede KeniilniS der fianzössschen Sprache Briese zu überfetzen oder folche zu schieiben. Sie tun daher gut, fich den Briet übersetzen zu lassen. — E. K. II. Sie können Anspruch aut RcichSwochenhitje geltend machen, und zwar ist t«r Antrag, wenn Sie felbit Mitglied einer Krankenkassc sind, bei dieser zu stellen. Sonst mutz der Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden, der Irr Mann als Mitglied angehörle.— A. B. IS. Die Beant- woriung Ihrer Anfrage ist im Briefkasten nicht angängig. Der Kurszettel ist an jedem BabnhofSlchaller erhältlich.— B. F. 49. 1. Die Unter flühunz kommt in Fortfall; Sie haben Anspruch auf Wiiwenrent«. 2. Sie können dazu rechtlich nicht verpflichtet werden. 3. Sie würden fich mit einer folchen Androhung wegen Erpressung ftratbar machen.— B. Dch. 4. Ihr Mann bat Anspruch auf Kranleu geld. Er mutz durch Erbringung eine« ärzt- lichen AltesleS sofort der Krankenkasse davon Mitteilung machen.— Paul Bansin. Eine Klage gegen die Ebesrau ist deswegen nicht zulässig. Cr. H. 4. Ter Kontrast kann nicht rückgängig gemacht werden, es sei denn, datz der Hauswirt damit einverstanden ist.— F. E. 25. 1. Wenn Sie von der Firma einen Abkehrschein erkalten, tönnen Sie ander- weilig in Arbeit treten. Berweigeit Ihnen die Firma einen solchen Schein, so können Sie fich mit einer Beschwerde an den Ausschuh. Linienstratze 83/85, wenden. 2. Einer solchen Reklamation wird nicht slaltgegeben werden. 5. Nein. t. Gie müssen dem BetirtSseldwedel Mitteilung davon machen.— BS. S. 1800. 1. und S. Nein. — 9t. B. 68. Wann die einzelnen Linien der.Grossen Berliner" eleklrisie'.l wurden, haben wir nicht notiert. AlS erste Linie dieser Ge- scb'chast ging am t. März 1898 die Strecke Schöneberg— Alexanderplatz in elektrischen Beirieb über.— H. 14. Anmeldung zur Jugendweihe a» das Bureau des Verbandes der Wahloereine, Berlin SW 68, Lindenstratze 3. — Landsturm. Rodt fiel am 18. Juni 1910 dem Flugsport zum Lpser. — Z. BS. 14. 1.— 3. Nach den allgemeinen Bestimmungen nicht. ES ist aber nicht ausgeschlossen, datz unler den jetzigen Umständen Ausnahmen zulässig find. Wir mölhien Ihnen raten, sich brieflich mit einer Anfrage an die Oberposidirekiion zu Berlin zu wenden. Von dort erhalte» Sie sicher sachliche Auskunft. AissangSgehalt 1-00 Mark, steigend bi, 3300 Mark.— K.«. 1. KriegSrohftossgesellichast, Berlin, Hede„ mannslrahe 9—10. 2. Bestellungen nimmt unsere Spedition entgegen LVetrerauSstckten für das mittlere Norddeuttitiianv dt« Freitag mittag. Im Nordwesten vielfach heiter, in den anderen Gegenden überwiegend bewöltt, mu messt geringen, nur im Südosten etwas stärleren Schneefällen, zunächst Nock ziemlich strenger Frost, später etwa» gelinder. Allen Freunde« und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn Rudolf am 15. Januar 1917 durch Koi fschutz aus dem Schiachtseid, kurz vor seinem 21. Geburtstag, gesalleti ist.+4 Oskar Jenscih und Frau Frida Jcnsch als Schwester Walter Jensch atS Bruder. Waldemarstratz e 15. ZvÄsIiIesZivIsl'stizeliLkVstilvLi'eiii Berlin-SchöDelierg. Bezirk II. Am 29. Januar verstarb nach langem Leiden im Alter von 67 Jahren unser Mttglted, der Ktullaleur Rudolf Eieiihoro. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 3. Februar, »achmittags 2 Uhr, von der Halle des II. Schöneberger städti- schen Friedhofes, Eythstratze(Blanke Hölle), aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 198/11 Oer Vorataad. ßeutseber Iransportarlielter-Veriiani]. Bezlrksverwaltung GroB-Berlin. Nachrufe. Den Mitgliedern zur Nachricht. datz unser Kollege, der Industrie- arbeiter ffennaim Möllmer am 20. Januar im Alter von 40 Jahren verstorben ist. Den Mitgliedern serner zur Rachlicht, dag unser Kollege, der Hausdiener Ksr! Tatschink am 27. Januar im Alter voi 37 Jahren verstorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Rachricht. daß unser Kollege, der Hausdiener timst Weber am 20. Januar im Alter von 47 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Audeute» k y 71/11 Dl« Bezlfkmrwaltmig. Verb. 1 Sehneider, Sehneiderlnneii d. Wbscbearbelter Deutschlands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Kollege Zrnst Winkel (Musterkonfektion), geb. 11. Januar 1874, am 28. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Februar, nach. mittags Eist. Uhr, aus dem ftädt. Friedhos, Seestraße, Ecke Müller- stratze, statt. 164/13 Sie Ortsverwaltung. Allgemeine Kranken- n. Sterbekasse der deutschen Drechsler and deren Beralsgenossen (Ersatzkasse.) Verwaltungsstelle Berlin B. Am 29. Januar Serftarl unser Vorstandsmitglied Oswald Seeler Neukölln, Friede! ftr. 26. Ehre seinem Andenke«! Die Bee' digung findet am Donnerstag, den 1. Februar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen. ba w des neuen Jakobi-KIrchhoses Hermannstraße, aus statt. 39/17 Verband der Haler, Lackierer, Anstreicher usw. Filiale»crlt«. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Miiglied. der Maler Em\\ Seyser (Bezirl Lichtenberg) am 29. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenke« I Die Beerdigung findet am Freitag, den 2. Februar, nach. mittags 3 Uhr, auf dem Friedhof in Marzahn statt. 137)13 Die VrtSverwaltnng. Gewidmet znm 28. Gebanstag meines lieben jüngsten Sohnes, unseres gutenBruders, des Jägers Geong Gackau 5. Jäger-Bav, 5 Komp.. gefallen am 9. Januar 1916, durch Kopfschuß. Man hat in fremder Erde fein letztes Bett gemacht, dort rulst er ohn' Befchwerden. ein Stein bält stille Wacht. Der spricht von Kampfgebraufe, ruht hier ein Krieger aus; er kann nicht mehr nach Haufe, und doch ist er zu Haus'. Als Held liegst Du ge- betict, sübli' nichts von schwerer Zeit; uns bleibst Tu unvei gcssen sur alle Ewigleit. flb Dein tieibetrübter Vater Richard Rackau und Geschwister. Allen Derivandlcn, Freunden und Betannlen die traurige Nach- richt, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Stuktaleur Rudolf Eichhorn im Atter von 67 Jahren»er- schieden ist. A Di« Beerdigung findet am 3. Februar, nachmittags 2 Uhr, aus dem 2. städtischen Schöne. bergerFriedhof(BlanteHölle) statt. Um stilles Beileid bittet Die Familie Eichhorn. Grunewaldftr. 33. Nachtrag zur Bilanz am 30. September 1916. Die Haiti umme, für ivelch« am Schluß des Aeschäftsjahres alle Ge- nassen zulammen auszukommen haben, belrägt 1335.— M. 18286 Bäckereigenossenschast„Solfcbm", Eingetragene Genossenichast mit beschräntter Haftpflicht. Beust er. Otto Korn. Spezial'jtact Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90«ÄbXf Behandl. von feyphllls. Haut-, Hnrn-.Franenieid.,|ptj.chron. Fälle. Ebrlich-Hala-Kuren. schmerz. lose, kürzeste Behandlung ohne Be- rufsstörung. Biutuntersuchung. Maß. Presse. Teilzahlung. Sprechstunden 10—1 und 5— s, Sonnt. 11—1. � Auf den(Schulweg sollten Sie ihre« Kindern einig« Wybert-Tabletten mitgebe«, um sie vor den Folgen rauher Witterung zu bewahre«. 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