Kr. 32. 34. Jahrg. iüdonnemeotz-keain�ing«»: vlonnemeMS- BreiZ vrSmmirrando Si:-tsljäk:l?.Z0 MI. manatl I.ZO MI. r-öchenilici, so Pfg. n« INS Hau». Einzelne Nuuune? 5 Big. konnraxi- niuriUici mit tDufirtenet SontuagS- Vcilaze»Die Neue Weif 10 List. Soft» iKannemeM! 1,30 Marl tto Monat, ftnigetrages m Me Loii- ZcüungS- Srn�Rfte. IlrJer Hreuzboit!) ti! Dcmichleatd und Oel!err«ch- Ungarn Marl, tisc das übrige Äueiand » Mar? vto Monal. PostadonneuiemZ nehmen an Belgien. Dänemar!, HollanS, Fi�lien. Luxemburg, PerlugaZ. «umäliien. Schweden und die Schweiz, eilldcini lZsllik. Berliner VolKsblnkk. A Zentratorgan der rozialdcmokrati fehen Partei Deutfchlands. ( 5 Pfennig) Die TnlerllonS'Gebüljr beträgt für die scch§qeft>altene KÄcnel- ,elle oder deren Raum eo Pfg.. für polili'che und gewerlschaftliche Vereins- Und Versammlung�» Anzeigen LO Psg, „Igltine Znreigen", das rcügedrlliZlc Won 20 Vtg,(zulässig 2 scttgedruSle Kortel. jedes mcilece Ed« 10 Pfg. Srellengeluch« und Echlafitelleniin» »eigen das erst« Wart 10 Vfg., jedes weitere Wort 5 Big, Worte über is Buch- staben zählen für zwei Worte. Jiticrai« !vr die nächils Numnier mügen bis k Ndr nachnlittagz m der Exvedition abgegeben werden. Die Exvedition isi bis 7 Uhr abendS gcögnet. Delegramm-Wrcf!«: .Z»riZiiltSi»Ii»l«tili»", Neöaktion: EW. SS, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt M-riNpla«. Rr. 181 SV— 151 97. Freitag, den Ä. Februar 1917. Expedition: GW. PS, Linöenstcaße 5. Fernsprecher: Amt Moritipliin, Nr. 181 itv— 181 S7. Der ll-L oot-krieg und die Zentralen Jedem das Seine! Tos Datum des 1. Febriuir bsdsuiet einen so tiefen Gin-- schnitt in die Geschichte des Weltkriegs, daß R ück blick s- scimmungen der verschiedensten.Art unwillkürlich auftauchen. Auch das Verhältnis der Sozialdemokratie zur Regierung erscheint jetzt als em zum Rückblick ein- ladendes Thema. Zlls die sozialdemokratische Fraktion am 4. August 1914, damals einstimmig, die Kricgskredite annahm, tat sie das weder aus besonderem Vertrauen zur Regierung, noch aus besonderer Vorliebe für die bestehenden militärischen Etnrich- mngen. Sondern sie tat es, weil sie- das deutsche Volk in Not sah, und sie nahm diese Haltung ein, weil sie von jeder anderen eine S t e i g e r u n g d e r G e s a h r e n befürchtete. Vei der Ueber�euguna. daß man durch Ablehnung der Kredite weder die nationale Verteidigung fordern noch dem Frieden dienen könne, ist sie bis zum heutigen Tage geblieben. Diese Ueberzeugung mag man für richtig oder für falsch halten, auf olle Fälle sollte man es unterlassen, die ihr zu- gründe liegenden Motive zu fälschen. Diese Verfälschung ist aber auch nur mit der Zeit möglich geworden, mit der so oieles, was früher selbstverständlich war, gegenüber neuen stärkeren Eindrücken im Gedächtnis zurücktrat. Heute gibt es Leute die wirklich glauben die Sozialdemokratie sei durch W«rÄiweMugung„eine Regierungspartei" geworden, sie übernehme damit für olles, was die Rcichsleitung tun oder lasle. die Mitverantwortung. Im August 191.4 würde eine 'olche Auffassung allgemein als vollkommen unsinnig zurück- gewiesen worden, sein. Man braucht sich nur an das Verhältnis zu erinnern, das damals zwischen Sozialdemokratie und Regierung bestand, um die Unmöglichkeit der Auffassung zu erkennen, daß die Reichstagsfroktion durch die Kreditbewilligung der Regie- rung ihr Vertrauen habe aussprechen wollen, daß sie ihr für ihre Politischen und militärischen Entschlüsse eine weiße Voll- wacht ausgestellt habe, kurz, daß sie regierungsfromm und offiziös' geworden fei. Ein derartiger Gesinnungsumschwung wäre in-cher Tat etwas ganz Ungeheuerliches gewesen, und daß ihn die Fraktiock der 119 bis auf den letzten Mann voll- zogen hätte, war von vornherein unwahrscheinlich. Aber damals- redete von dem angeblichen Gesinnungsumschwung. dachte.an ihn kein Mensch! Noch weniger tonnte man damals auf den Gedanken kommen, daß die Fraktion durch ihre Kreditbewilligung für alle Entschlüsse der Heeresleitung gleichsam die Gegenzeich- nung übernehme. Diese Gegenzeichnung ist nie gefordert und nie geleistet worden. Die Heeresleitung trägt vielmehr die Verantwortung für alle ihre Entschlüsse selbst und teilt sie mit niemandem als mit dem verantwortlichen.Reichskanzler. Das war so am 3. August 1914. das ist auch so am 1. Februar 1917: weder was damals geschah, noch das, was jetzt geschieht, ist auf einen Reichstags- oder Parteibeschluß hin geschehen. Weder damals noch diesmal hat man auch nur die nachträgliche Zu- stimmung des Reichstags und seiner Parteien eingeholt. � Der Sinn der Kreditbewilligung besteht also nicht darin, daß die Sozialdemokratie für alles, was während des Krieges geschieht, die Mitverantwortung übernimmt, sondern er besteht nur darin, daß die Sozialdemokratie die Vcrant- Wartung n i ch t auf sich nimmt für eine Entwicklung im I n n e r n, die in den Absichten der Kriegsgegner liegt und auf die sie seit Kriegsbeginn stets spekuliert haben. Dieses klare Verhältnis erfuhr nun zeitweise eine Ver- dunkelung durch Umstände, die an sich gar nicht unerfreulich sind. Mau kann die sonoldemokratische Politik und die Re- gierungspolitik wäbrend des Krieges mit zwei Linien ver- gleichen, die sich stellenweise nähern, um dann wieder weiter auseinanderzugehen. Wiederholt bat die Sozialdemokratie einzelne politische Handlungen des Reichskanzlers g c- billigt, nicht weil sie aus die Person des Reichskanzlers eingeschworen war,'ondern weil die Handlungen des Reichs- kanzlers den Wünschen und Anschauungen der Partei nahe kamen. So bat z. B. die Sozialdemokratie die deutsche Note an Amerika vom 4. Mai 1916 gutge- heißen, und sie bot den Reichskanzler nenn Monate lang gegen die wüsten Angriffe, denen er wegen dieler Note aus- geletzt war. verteidigt. Und das hat sie nicht um der lchönen Augen des Reichskanzlers willen aetan, sondern sie hat cS ge- tan, weil sie seine Haltung für richtig und die seiner Gegner für fa"ch hsc-st. Denn die Erhaltung guter Beziehungen zu den Vercjniaten Staaten galt ihr stets als ein wichtiges Aktivnm in der Bilanz der deutschen Politik: Die beiden Linien der Reaierungspolitik und der sozial» demokratilchen Politik erreichten dann den Punkt ihrer größten Annäherung am 12. Dezember vorigen Jahres. Dos Wendung der Tinge eingetreien. Ein r Gc sckuckne des'Weltkriegs hat begonnen, Friedensangebot der deutschen Regierung fand bis in die Presse der„Arbeitsgemeinschaft" hinein rückhaltloseste Zu- stimmung. Aber die Gegner haben es anders gewollt! Wäre nur in einem einzigen Lande der Entente die sozialistische Friedensbewegung ebenso stark und ebenso erfolgreich gc-, wesen wie in Deutschland, so wäre längst, vielleicht für immer, der letzte Kanonenschutz in Europa verhallt. Man darf, will man gerecht fein, nicht vergessen, daß die Wendung, die jetzt eingetreten ist, � ihre' erste und entscheidende Ursache in der Weigerung der Gegner hat, sich mit Teutschland an den Ver- hondlüngstisch zu setzen. Oder, noch genauer ausgedrückt: selbst diese Weigerung wäre noch keine Entscheidung gewesen, wenn sie den Weg zu Verhandlungen nicht völlig verschlossen hätte. Zwischen der glatten Annahme der deutschen Einladung zur Friedens- konfcrenz und der völligen Vereitelung aller Friedens- bestrebungen hätte cs noch mehr als einen Mittelweg gegeben, und die Diplomatie der Gegner wäre klug genug gewesen, ihn zu finden wenn sie ihn gesucht hätte. Die Gegner aber haben durch den Wortlaut ihrer Note und durch den Inhalt ihrer Bedingungen Teutschland aufs Neue vor die Lebensfrage gestellt. Wenn sie die„neuen Entschlüsse", die gestern den Neutralen mitgeteilt wurden selber gewollt hätten, hätten sie gar nicht anders handeln können, als sie es getan haben. So ist die neue «chiet'Wschnitt ÜFKi, aber auch in diesem wie in den vorausgegangenen wird die Sozialdemokratie ihre' eigenen Meinungen haben und ihren e ig e n e n Standpunkt vertreten. Das ist der— richtig verstondene-— Standpunkt des 4. August, d'. h. sie wird.sich von. dem Gedanken leiten lassen, nichts zu. unter nehmen, was die Stellung des eigenen Volkes in seinem Da'einskampse erschweren könnte, und alles zu unterstützen, was nach ihrem Urieil einem dauernden Frieden dienen kann. Verantwortung trägt sie nur für ihre' eigenen Taten: für die Taten der Regierung aber nur insoweit, als sie von ihr zuvor verlangt und nachher in Wort und Schrift gebilligt worden sind. Sie nimmt keine Ehren für sich in Anspruch, die ihr nicht zukommen, sie lehnt aber auch Tadel ab, den sie nicht verdient, und sie weist den Trugschluß, daß sie durch ihre positive Stellung in der Verteidigungsfrage zur„Regierungs- Partei" geworden sei, aufs entschiedenste zurück. Der Teilung der Gewalten, wie wir sie im Reiche haben, entspricht auch eine Teilung der Verantwortlichkeiten. Auch hier muß es heißen: Jedem das Seine! s-» ch Reichstaasausschuß unö U-Soot-Krieg. Wolfis Bm-eau meldet: Der HauptcnrSschuß des ReichSiagS setzte gestern die vertrauliche Besprechung der gestrigen Mitteilungen des RsichstanzlerS fori. Zunächst nahm der Vertreter der S o z i a I d c m o t r a.t i s ch e u Fraktion das Wort. Darauf folgten erneute Ausführungen der Staatssekretäre des Auswärtigen Amtes, des Reichsamts des Innern und des R e l ch s m a r i n e a m t e s. Sodcmn legte der Vertreter der Konservativen Partei den Standpunkt seiner Freunde dar. Nach kurzen Ausführungen des CheiS des Kriegsamts sprach der Redner der Deutschen Fraktion. Nachdem der Staatssekretär des Retchsmarineanits nochmals das Wort genommen hatte, schloß die Erörterung in der Vermittagssitzung mit einer Rede des Vertreters der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft. In der Nachmittagssitzung begännet! die vertraulichen Verhandlungen mit Ausführungen eines Mitgliedes der Frei- sinnigen Volkspartei. Danach sprachen erneut die Staats- sekretäre des Auswärtigen A m t e s, des Reichsmari ne- a m t s und des Innern. Nach kurzen Bemerkungen des Ehefs des Kriegsamtes nahm sodann ein Mitglied der National- liberalen Partei das Wort, an dessen Aussührnngen der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes einige Mitteilungen knüpfte. Nachdem noch ein Mitglied der sozialdemokrati- schen Fraktion und ein weiterer Vertreter der Deutschen Partei gesprochen hatten, wurde die Debatte geschlossen. Die presse zum uneingeschränkten U-Sovt-Krieg. Da die Frage des uneingeschränkten U-Boot-Krieges monate- lang in der Presse ventiliert worden ist und die einzelnen Blätter ihre Stellungnahme schon oft dargelegt haben, so bieten die Köm- mentare zu der nunmehr, zur Tat gewordenen Maßnahme keine Ueberraschungen. In der„Deutschen Tageszeitung" er- innert Reventlow an die Worte, mit denen er die erste An- t künöigung des U-Boot-Krieges vom 4. Februar 1315 begrüß: hat und die er jetzt nur zu unterstreichen brauche: Wir haben diesen Augenblick mit Sehnsucht erwartet und glauben schon heute seststellen zu können, daß ein aufatmendes. erleichtertes„Endlich!" die allgemeine unmittelbare.Antwort des - deutschen Volkes auf, die Bekanntmachung der Regierung ist. Weiter heißt es: Ter jetzt vom Deutschen Reiche gefaßte Entschluß ist e:n unbeugsamer und seine Durchführung wird durch nichts beirrt werden. Ganz ähnlich begrüßt die„K r eu z z e i t u n g"(kons.).den Schritt der Regierung„mit einem Gefühl ausatmender Er. l e i ch t c r u n g, vor allem aber mit rückhaltloser und e n t- s ch I o s s e n e r Z u st i m in ü n g". Sie betont: Es ist kein Berzweiflungsschritt, den wir iun; ruhige und sorgfältige Erwägungen haben zu ihm geführt. Man ist aus jede mögliche Folge, die sich daraus ergeben könnte, gerüstet. Des. bald ist auch nicht daran z.U denken, daß der jetzige Entschluß rückgängig g e.in a ch i werden könnte, che er den gewünschten Erfolg gezeitigt hat. Die sreikonservative„P ost" schreibt: Das deutsche Volk hat lange warten müssen, bis diese Ein- sickit von den verantwortlicken Stellen des Reiches gewonnen wurde. Heute endlich ist fein Hoffen und Harren erfüllt. �, Zu diesem Punkt äußern sich auch die„Berliner Reue st e n N.a ch r i ch t« ji"(Unternchmerorgan); Verbannt sei auch daher vom Tisch dcS heutigen Tages jede' Erwägung, ob ähnlickis em'tschlüsie vor Jahresfrist schon, möglich, ob sie heilsamer und cinvringlichcr gewesen sein würden.... Der Entschluß ist' da. Ihn preisen wir, weil wir unser. Volk lieben, weil wir den Sieg wollen. Dagegen schreibt die„Germania", das Berliner Lrgan des Zentrums: Wir gehören, wie gesagt, nicht zu denen, die die Zeit des Wägens zu lange fanden, im Gegenteil sind wir der Ueberzeugung, daß sie bis zum richtigen Zeitpunkt sich erstreckte. Jedenfalls ist sie jetzt vorüber, und die Zeit deS Wagens tritt Nun restlos in ihre Rechte. Die alldeutsche„Tägliche Rundschau" meint, daß das deutsche Volk mit sehr geringen Ausnahmen den Entschluß der Regierung mit Freuden begrüßen werde, tritt aber übertriebenen Hoffnungen entgegen: Nur soll man sich vor übertriebenen Hö f fn u Ii ge n hüten und nicht glauben, daß sich in Wochen, oder Monatsfrist schon die volle Wirkung des U-Boot-Krieges zeigen könne. Wir toerden im Gegenteil erwarten können, daß England alles versuchen wird, nunmehr die Welt erst recht gegen uns aufzu- peitschen, denn nun geht cs reckt eigentlich um seine Existenz. Für uns heißt es daher erst recht, uns vor Illusionen zu hüten und Nerven zu wahren. Der parteilose„Lokalanzeiger" legt folgendes Bekennt- nis ab: Wir haben in unserem Blatte immer den Standpunkt ver-- treten, daß der U-Boot-Krieg kommen muß.-sobald alle in i j i- t ä r i s ch und politisch maßgebenden Stellen über seine Ztotwendigteit einig sein würden. Nun ist es soweit, und wir dürfen uns daraus verlassen, daß der Augen- blick für die unbehinderte Einsetzung unserer Tauchboote weder zu- früh noch zu spät bestimmt worden ist. Durch alle Gaue unseres Vaterlandes wird heute ein erleichtertes Aufatmen gehen bei der Nachricht, daß wir uns freigemacht haben von Pen Fesseln des Seekrieges, die wir vor Jahr und Tag auf uns genommen haben. Die.Bossische Zeitung" ist im höchsten Grade ie- friedigt: Der Schritt, den Deutschland jetzt tut. beweist aller Well, daß es den Sieg will. Nicht um des Sieges willen, sondern weil es erkannt hat, d a ß der Weg zum Weltsrieden nur über den deutschen Sieg fuhrt." In vielem sich mit der hier vertretenen Auffassung bmihre.w, schreibt Theodor Wolfs im„Berliner Tageblatt": Es hat diesmal nicht an Zeit zum ruhigen Studium der Frage, zur Abtvägung aller Möglichkeiten gemangelt, die Ereignisse haben sich nicht, tvie etwa in der JulikrisiS von 1S14, atemranbend überstürzt. Mit dem Reichskanzler, dem nun gerade seine bisherigen Gegner nickt mehr „Schwäche" vorwerfen können, ist die Oberste Heeres- leitung einig in der Ansicht, der unbeschränkte U-Boot-Krieg dürfe und müsse unternommen werden, er sei ein Mittel zum Sieg. Wie im Sommer und im Herbst des vorigen Jahres die Meinung der Obersten Heersleitung ausschlaggebend sein mußte. so muß sie auch jetzt für alle, die bisher diesen oder jenen Standpunkt vertraten, entsckeidend sein. Vor die voll-- endete Tatsache gestellt, kann jeder nur den Wunsch hegen, die geäußerten Bedenken möchten sich als nichtig erweisen, und all die Erwartungen, die an daS in seiner Größe unvergleichbare Unternehmen sich anknüpfen, möchten sich erfüllen. Sptnyebief im MifMnear �Sheilandaf* Ss Orlen* y!* Odsinv"* 'JM •feri/e Iß/lCfa/TCfeS'/'j Wmmmm MAROCCO TRIPOLIS t/rrffi/to fasSperrgeö/ef uming/a/ref upc/Fran/rre/ch If.T.B. jrsa ßALHANSTAATEN ? fy'u 20" IV vr/j 20°# der verschärfte U-öoot- Krieg. Die österreichisch-ungarische Note. Äuch dieösterreichisch-ungarisckieRegierung hat an sämtliche neutrale Staaten eine Note gerichtet, in der mitgeteilt wird, daß vom 1. Februar ab der Unter- ieebootSkrieg in verschärfter Form auf- genommen und innerhalb bestimmter Sperrgebiete jeder See- verkehr unterbunden werde. Der Beschluß ist natürliche ün Einvernehmen mit der deutschen Regierung gefaßt worden, und der In- halt der Note entspricht dem der deutschen Ankündigung. Jedem Seeverkehr wird in den bezeichneten Sperrgebieten „oh n o weiteres m i t a l l e n W a f f e n- e n i g e g e n- getreten". Die gesteigerte Anwendung aller Kriegsmittel allein mache die Abkürzung des Krieges möglich. Die Methode, die Oesterreich-Ungarn und seine Verbündeten gegen Großbritannien, Frankreich und Italien fortan anwenden, sei der von diesen schon angewandten gleich.„Die Gegner waren schon bisher bestrebt, den Seeverkehr Oesterreich- Ungarns und seiner Verbündeten zu unterbinden und diesen Mächten jede Zufuhr abzuschneiden. Gleichwie auf anderen Meeren haben sie auch in der Adria sogar Hospital schiffe und unbewaffnete Personen- ö a nt p f e r ohne vorherige Warnung tor- p ediert." Der Schluß der Note lautet: „Auch dieser Entschlufi wurde von Oeperreich-Uligarn in der Ab- ficht gesasit, durch wirksame KriegLmittel den Kampf abzukürzen und einem Frieden näherzukommen, für den es zum Unterschied von seine» Gegnern mäßige, von keinem Bernichtungs- gedanten geleitete Bedingungen ins Auge faßt,»ach wie vor beseelt von der Absicht, daß der Endzweck dieses Krieges keine Eroberungeu, sondern freie und gesicherte Entwicklang des eigenen wie der anderen Staaten ist. I» vollem Vertrauen ans die bewahrte Tapferkeit ihrer Land- und Seestreitkräfte treten die verbündeten Mächte mit bitterer Entschlossenheit, aber auch mit der Gewißheit in die bevorstehende ernste Phase des Kampfes, daß dieselbe zu einem Erfolge führen werde, der das jahrelange Ringen endgültig entscheiden und hierdurch die Opfer an Gut und Blut rechtfertigen werde." Dem amerikanischen Botschafter wurde diese Note mit einem Zusatz übermittelt, in dem erklärt wird, die österreichisch-ungarische Negierung habe den Inhalt der be- deutsamen und von hohem sittlichen Ernst erfüllten Bot- s ch a f t des Präsidenten Wilson an den Senat einer auf- merksamen Erwägung unterzogen. Sie verkennt nicht die er- fjabeiiea Ziele, die Wilson ins Auge faßt, muß aber vor allem feststellen, daß sein Wunsch, einen dauernden Frieden anzu- bahnen, dermalen schon durch die Ablehnung ver- e i t e l r erscheint, die das Friedensangebot Desterreich-UngarnZ und seiner Verbündeten seitens der Gegner erfahren haß » Das verhalten tzollanüs. Wie auS dem Haag gemeldet wird, erhielt der nieder- lanbische Minister des Aeußern am Mittwoch abend nach ein- ander von den: deutschen und dem österreichisch-ungarischen Gc- sandten die Mitteilungen, in denen die neuen, vom nächsten Tage an geltenden Blockadebestimmungen erläutert werden. Die Wirkung dieser Mitteilung ergibt sich aus folgenden Drahtnachrichten.- Umuiden, 81. Januar. Den holländischen Dampfern„ Z e e- landia",„Dstroom" und„ SR y n st r o o m* ist auf Der- anlaffung der holländischen Regierung die Ausfahrt ver« boten wordein Dos Verbot bezieht sich auf alle holländischen Dampser und Fischerfahrzeuge, die die mcderländiichcii HohcilS- gewässer verlassen wollen, und ist durch die verschärfte deutsche lauchboottaktil, die mit dem 1. Februar beginnt, veranlaßt worden. Fremde Fahrzeuge sollen beim Verlassen der Häfen gewarnt werden. Man wartet aus die Festleguug der ungesährdeten Fahrstraße. Haag, 8l. Januar. DaS vorläusige Verbot der Regie- rung, das den holländischen Schissen die Ausfahrt aus den Häfen nach der See untersagt, erstreckt sich auch ausalLe neutralen in See gehenden Schiffe und bat den Zweck, den Schiffen erst genaue Anweisung über die einzuichlagende Route zu geben. Das Korrelpondenzbureau erfähr«. daß heute nachmittag>m Marine- deparlemenl eine Konferenz der niederländischen Reeder mit den in Betracht kommenden Ministern und Marinebehörden statt- finden wird. Der Postdampfer von Vlissingen nach London ist heute mcht auSge- fahren. Rotterda«, 1. Februar. Infolge der Ankündigung eines verschärften l U>Booi-K,ieges sind heute nackt lerne Schiffe aus dem A l e u w e W a t e r w e g ausgefahren. i ♦ Vlissingen- Southwold. Wolfis Bureau teilt gesteru mit: EbeNio wie kür den Verkehr der regelmäßigen anierilamschen Pasiagierdampier im Sperrgebiet Festsetzungen getroffen sind, ist auch dem Bedürfnis des konlinen- ralen PassagierverkehrS dadurch Rechnung gelragen, daß zwischen Vlissingen und Southwold wochentäglich in jeder Rich- tung ein holländischer Raddampfer unter der B e- ding ring verkehren darf, daß das Sperrgebiet bei Tageslicht passiert und auf den, Hin- und Rückwege Noordhinder- Feuerschiff angesteuert wird. Auch sür dieie Schiffe sind, wie jür die amerikanischen Pafiagier- dampker, besondere Abzeichen für Tag und Aach: vor- gesehen. « Eindruck der Note in Madrid. Amsterdam, l. Februar. Das Reuter icke Bureau. meldet aus Madrid, daß die deutsche Rote dort ungeheuren Eindruck gemachi habe. «' Dänisches Echo. Kopenhagen, 1. Februar. Zu der Verschärfung des U< Boot- Krieges bringt.Politiken' einen längeren Artikel, in dem es beißt: Die deutsche Blockadeanordnung ist ei» Beweis dafür, daß wir»in« im letzten Abichnttt des Kriege» befinden, von der man schon seil langem vorausgesagt hatte, daß fie den neutralen Staaten die größten Schwierigkeiten bringen würde. Dieie Prophezeiung wird leider durch die deutsche Note aus doS deutlichste bestätigt. Es ist einleuchtend, wie groß die dänischen Interessen find, die von der neuen Maßregel getroffen werden, und es wäre auch töricht, ver« bergen zu wollen, daß durch die letzte deutsche Maßnahme gegen- über England auch für Dänemark eine schwierige Situation entstanden ist. Jndesicn wäre eS auch völlig un- richtig, sich zu übertriebener Unruhe verleiten zu lasten. BrSher ist eS der däinfcben Regierung geglückt, Volk und Land L'/z Jahre hin- durch vom Kriege fernzuhalten, selbst wenn die Klammen diedt neben uns ausloderten. Hoffentlich lommen wir auch so durch den letzten Teil des Kriege» hindurch, wenn er auch der schlimm st e sowohl tür die Kriegiührenden oi« auch für die Neutralen sein wird. Die Gewaltsamkeit der Kampt'mitteL die jetzt zur Anwendung gelangen, zeigt, daß daS Ende deS Krieges bald nahen muß._ §rieöensbeümgltngen öer Mittelmächte. Graf Ezeruin a« Amerika. Der Minister des Aeußeren Graf Ezernin gewährte am Mittwoch dem Wiener Vertreter der Asiociated Preß of America, Schreiner, ein Interview, in dessen Verlauf der Minister sich wie folgt äußerte: „Es ist mir unbegreiflich, wie amerikarrrsche Blätter behaupten können, unsere Feinde hätten in ihrer Antwort an den Präsidenten der Vereinigten Staaten ihre Friedensbedingungen genannt, während die Mittelmächte dies unterlassen hätten. Tatsächlich haben wir, wie sich jedermann ailS dem veröffentlichten Texte unserer Noten überzeugen kann, unsere FriedenSbedinguugcu ebenso irr allgemeinen Grundzügen angedeutet, wie dieS unsere Feinde de- züglich der ihren getan haben. Verzichten wir den Inhalt der Er- klärung unserer Feinde, so lasten fich ihre klaren FriedenSbedin- gungen kurz dahin zusammenfaste», daß sie Deutschland territorial amputieren, innerpolitisch seiner freien Selbstbestimmung berau- den. Oesterreich-Ungarn zerstückeln. Bulgarien vermindern und die Türkei gänzlich vernichte» wollen. Wrr dagegen haben er- klärt, daß wir keiueu EroberungS-, sonder« riaeu BerteidigungS- krieg führe«, setzen also klar und deutlich den offensiven Kriegszielen der Entente unsere defensiven ent- gegen. Indem wir erklärten, daß unser Krieg ein BerteidigungS- krieg fei, daß wir nichts anstreben, als Sicherung unserer Existenz und unserer freien Entwickelung haben wir nnsere Krieg»- ziele zum mindesten ebenfo klar definiert, wie u y s« r e G e g n e r d i e i h r e y. Welche vedinguugeu die gemäßigteren und klügeren, find. welche die Zukunft Europas und der Zivilisation sowie einen dauern- den Fnedrn mehr sichern, die unscrigen oder die unserer Feinde, welche Bedingungen eine künftige Versöhnung möglich erscheinen lassen, das glaube ich ruhig dem unparteiischen Urteil solcher Neutraler überlassen zu können, denen das W o b l der gesamten Menschheit wirklich am Herzen liegt und di« sich nicht vorn einer Vorliebe für den einen»der anderen Teil leiten lassen. ES liegt unS sehr viel an dem Urteil deS großen amcrita- nifchen VolkeS. Alles was wir von Ihren Landsleuten wünschen möchten, ist, daß sie die großen Menschheitsfragen, um die es sich handelt, mit jenem Ernst und jener pflichtgemäßen Unbefangen- heit prüfen, welche die amerikanische Jury auszuzeichnen pflegen. Unser Friedensangebot war loyal, ehrlich und redlich gemeint, keineswegs eine Falle oder ein Manöver, wie unsere Feinde be- haupteten. Daß eS abgelehnt wurde, bedauern wir, und w i r zögern nicht, dies offen zu bekennen, selbst auf die Gefahr hin, daß uns dies Bedauern, wie schon so ort. als Schwäche ausgelegt werde. Unsere Feinde haben seit Anfang des Krieges schon so viel falsches von uns, speziell gilt dies von Oesterreich- Ungarn, behauptet und prophezeit, das dann durch die Tatsachen widerlegt wurde, daß sie wirklich schon gegen ihr eigenes Urteil etwas mißtrauisch geworden sein könnten. Wie dem auch sei, ange- sichts der Haltung unserer Feinde, die die Berechtigung unierer in Jahrhunderten gewordenen Existenz einfach leugnen, weil sie ihnen in ihr« egoistischen Theorien nicht hineinpaßt, bleibt uns nichts ander«? übrig, da» wird jeder billig Denkende zu- geben müsten, als uns aufs ä u tz e r st e z u wehren. Die Zukunft wird beweisen, daß wir die Kraft befitzen, dies mit Erfolg zu tun. Unsere Feinde wollen keinen Vermittlnngsfrieden. Wenn sie uns zwingen, das Blutvergießen fortzusetzen, so haben sie sich das selbst zuzuschreiben, und wir hoffen ernstlich, daß me dies in Amerika ein sehen und danach unsere Entschtus wird. Die Zukunft wird' kehren, daß die V e rw C r kl! ch U N g des von der Entente etngekÜnäugte» Planes, uns zu vernichten, unmöglich ist. Sobald sich diese Ueberzeugung auch bei unseren Feinden Bahn bricht, wird der große und schone Augenblick ge- kommen sein, in dem der FrisdenSgcdanke reale Gestalt annimmt. Dann werden wir mit der edlen FriedenSarbeit beginnen, eine Welt zu schaffen, die unS wie alle» anderen Staaten eine freie, gesicherte Entwickelung ermöglicht und die Wiederkehr eines Weltkrieges verhindert." Der Krieg auf öen Meeren. Englisches hoffen auf äeutsch-ameritanifthe Zwischenfälle. Vor Wochcnfrist wurde von London äuS die Meldung verbreitet, die amerikanischen Dampfer„Aniable". ..Naumee" und„Winnebago" seien auf der Reiie nach Buenos Aires verschollen. Das sollte bei den Amerikanern die Annahme hervorrufen, als ob die Dampfer von dem deutschen Hilfskreuzer im Atlantischen Ozean versenkt worden feien. Jetzt gibt der Kopcn- Hagener Vertreter der American Transatlantic Line bekannt, seine Firma habe auf telegraphische Anfrage in New Dor! die Mitteilung erhalten, daß der erstgenannte Dampfer bereits in Buenos Aires eingetroffen sei und die beiden anderen Dampfer dort am 2. beziehungsweise am 12. Februar envartct würden. Die MSwe" an üer Arbeit. London, 80. Januar. Die Blätter melden, daß der englische Dampfer„Eambrian Range"(4231 Tonnen) von dem deutschen Hilfskreuzer in den Grund gebohrt wurde. Pvstraub. Die dänische Generalpostdirektion gibt bekannt, daß von dem dänischen Dampfer„Bonia". der in inlmidischer Fahrt zwischen Kopenhagen und Island verkebrt, bei der Durch- suchunz in Leith die gesamte Paketpost beschlagnahmt worden ist. Versenkt und gesunken.„Lloyd" meldet, daß der spanische Dampser„Pnnta Teno" verienkl wurde. Der englische Dampser„Glan Shaw' ist aus eine Mine gelaufen und gc- iunken.__ Direkter Draht Petersburg— Lonüon. Äopeuhagen, 1. Februar.„Berlingske Tidende" meldet aus Haparanbn: Die direkte Telographenverbindung zwischen Petersburg und London ist jetzt fertiggestellt und nach einer russischen Blättermeidung bereits in Betrieb ge- nommen worden. Die Leitung gcht über Finnland. Die Kohlenkrise in Frankreich. Die französische Kammer debattierte die Koblenkrise. Der Ab- geordnete Lavalle erklärte, die Kohlenvorrät« von Paris würden bald erschöpft kein. Der' Tagesverbrauch sei' 70 00 Tonnen, wäbrend mur 2S00 täglich einträfe». Die GaSgesellschaft käme nur noch 14 Tage mit ihrem Kohlenvorrat aus. Trotz dieser Zustände feierten die Kohl'enverlader in Saint Nazaire», ivcil-«nur' ihnen keine Lohnerhöhung bewilligte'. Valette ver- Nr. 32.- l9t7. Unterhaltungsblatt öes vorwärts FrMg,2.Drvar. Der Wolf. Bon Hermann Hesse. Noch ms war in den französischen Bergen ein so unheimlich kalter und lauger Winter gewesen. Seit Wochen stand die Lust klar, spröde und kalt. Bei Tage lagen die grosicn. schiefen Schnee* jelbet mattweix und endlos unter dem grellblaucn Himmel, nachts ging klar und klein der Mond über sie hinweg, ein griuuniger Frostmond von gelbem Glanz, dessen starkes Licht auf dem Schnee blau und dumpf wurde und wie der leibhaftige Frost aussah. Die Menschen mieden alle Wege und namentlich die Höhen, sie sagen träge und schimpfend in den DorfhüUen. deren rote Fenster nachts neben dem blauen Rondlicht rauchig trüb erschienen und bald erloschen. Das war eine schwere Zeit für die Tiere der Gegend. Die kleineren erfroren in Diesige, auch Vögel crlageil dem Frost, und die vageren Leichname sielen den Habichten und Wölfen zur Beute. Aber auch diese litten furchtbar an Frost und Hunger. Es lebten nur wenige Wolfs* iartrilicn dort, und die Not trieb sie zu festerein Verband. Tagsüber gingen sie einzeln aus. Da und dort strich einer über den Schnee, mager, hungrig und wachsam, lautlos und scheu wie ein Gespenst. Sein schmäler Schalten glitt neben ihm über die Schneesiächen. Spürend reckte er die spitze Schnauze in den Wind und lieg zuweilen ein irockeneS, gequältes Geheul vernehmen. Abends aber zogen sie vollzählig aus und drängten sich mit heiserem Heulen um die Dörfer. Dort war Vieh und Geflügel wohl verwahrt und hinler festen Fensterläden lagen Flinten angelegt. Nur selten siel eine kleine Leute, elwa ein Hund, ihnen zu, und zwei aus der Schar warsn schon erschossen worden. Der Frost, hielt immer noch an. Ost lagen die Wölfe still und brütend beisammell. einer am andern sich wärmend und lauschten vekloimnen in die tote Oedc hinaus, bis einer, von den grausamen Dualen de-Z Hungers gefoltert, plötzlich mit schauerlichem Gebrüll aufsprang. Tann waildleu alle andern ihm die Schnauze zu. zitterten und brachen miteinander in ein furchtbares, drohendes und klagendes Heulen aus. Endlich entschloß sich der kleinere Teil der Schar zu wandern. Früh am Tage verließen sie ihre Löcher, sammelten sich und ichnopperten erregt und angstvoll in die srostklare Lust. Dann trabten sie rasch und gleichmäßig davon. Die Zurückgebliebenen sahen ihnen mit weiten, glasigen Augen nach, trabten ein paar Dutzend Schritte hinterher, blieben unschlüssig und ratlos stehen und kehrten langsam in ihre leeren Höhlen zurück. Die Auswanderer trennten sich am Mittag voneinander. Drei voit ihnen wandtell sich östlich dein Schweizer Fma zu, die andern zogen südlich weiter. Die drei waren schöne, starke Tiere, aber entsetzlich abgemagert. Der cingezogeile, helle Bauck war schmal wie >.ia Riemen, auf der Brust standen die Rippen jämmerlich berauS, die Mäuler waren trocken und die Augen weit und vcrzweiselt. Zu dreien kamen sie weit in den Jura hinein, erbeuleten am zweiten Tag einen Hammel, am dritten einen Hund und ein Füllen und wurden von allen Seiten her wütend vom Landvolk verfolgt. In der Gegend, welche reich au Dörfern und Städtchen ist, verbreitete sich Schrecken und Scheu vor de« nngewohnten Eindringlingen. Die Vostschlitten wurden bewasinct, ohne Schießgewehr ging niemand von einein Tors zum andern. In der fremden Gegend, nach so gutcr Beute, fühlten sich die drei Tiere zugleich scheu und wohl: sie wurden tollkühner als je zu Hause und brachen am hellen Tage in den Stall eines Meierhofes. Gebrüll von Äiihen. Geknatter splitternder Holzschrauken, Hufgetrampel und heißer, lechzender Atem ersüllteit den engen, warmen Raum. Aber diesmal kamen Menschen d.. zwischen. Es war ein Preis am die Wölfe gefetzt, das per- doppelte den Mut der Bauern. Und sie erlegten zwei von ihnen, dem einen ging ein Flintenschuß durch den Hals, der andere ivurde mit einem"Beil erschlagen. Der drille entkam und rannte so lange, bis er halbtot auf den Schnee fiel. Er war der jüngste und schönste von den Wölfen, ein stolzes, herrisches Tier von mächtiger Kraft und gelenken Formen. Lange blieb er keuchend liegen. Blutig rote Kreise wirbelten vor seinen Augen, und zuweilen stieß er ein v'eisendes, scbmerzliches Stöhnen aus. Ein Beilwurf hatte ihm den Rücken getroffen. Doch erholte er sich und konnte sich wieder erheben. Erst jetzt sah er, wie weit er gelausen war. Nirgends waren Menschen oder Häuser zu sehen. Dicht vor ihm lag ein verschneiter, mächtiger Berg. ES war der Ehasseral. Er beschloß, ihn zu umgehen. Da mn Durst quälte, fraß er kleine Bissen von der gejrorenen, harten strujre der Schneestäche. Jenseits des Berges traf er sogleich ans ein Dorf. ES ging gegen Abend. Er wartete in einem dichten Tannenforst. Dann 'chlich er vorsichtig um die Gartenzäune, dem Geruch warmer Ställe folgend. Riemaud war auf der Straße. Scheu und lüsternd blinzelte er zwischen den Häusern hindurch. Da siel ein �chuß. Er warf den Kops in die Höhe und griff zum Laufen aus. als schon ein zweiter Schuß kuallic. Er lvar eelronen. Sem weißlicher Unter- l«ib war an der Seite mit Blut befleckt, das in dicken Tropfen jäh herabrieselte. Dennoch gelang es ihm. mit großen Sätzen zu ent- kommen und den jenseitigen Bergwalö zu erreichen. Dort wartete er horchend einen Augenblick und hörte von zwei Seiten Stimmen und Schritte. Angstvoll blickte er am Berg empor. Er war steil, bewaldet und mühselig zu ersteigen. Doch blieb ihm keine Wahl. Mit keuchendem Atem klomm er die steile Bergwand hinan, während unten ein Gewirre von Flüchen, Befehlen und Laternenlichtern sich den Berg entlang zog, zitternd kletterte der Verlvundete Wolf durch den Halbdunkeln Tannenwald, während aus seiner Seite langsam daö braune Blut hinabrann. Die Kälte hatte nachgelassen. Der westliche Himmel war dunstig und schien Schneefall zu versprechen. Endlich hatte das erschöpfte Tier die Höhe erreicht. Er stand nun auf einem leicht geneigten, großen schneefelde, nahe bei Diont Crosin, hoch über dem Dorfe, dem er entronnen. Hunger fühlte er nicht, aber einen trüben, klammernden Schmerz von der Wunde. Ein leises, krankes Gebell kam aas seinem hängenden Maul, sein Herz schlug sckiwer und schmerzhaft und fühlte die Hand deS TodeS wie eine unsäglich schwere Last auf. sich drücken. Eine einzeln stehende breitästige Tanne lockte ihn: dort setzte er sich und starrte trübe in die graue Schneenacht. Eine halbe Stunde vergingt Nun siel ein inatlroteS Licht auf den Schnee, sonderbar und weich. Ter Wolf er- hob sich stöhnend und wandte den feinen Kopf dem Licht entgegen. Es war der Mond, der im Südwest riesig und blutrot sich erhob und langsam ani trüben Himmel höher stieg. Seit vielen Wochen war er nie so rot und groß gewesen. Traurig hing das Auge des sterbenden Tieres an der matten Woiidscheibe. und wieder röchelte ein scbwacheS Heulen schmerzlich und tonlos in die Nacht. Da kamen Lichter und Schritte nach. Bauern in dicken Mänteln, Jäger und junge Burschen in Pelzmützen und mit plumpen Ga- maichen stapften durch den Schnee. Gejauchze erscholl. Man hatte den verendeten Wolf entdeckt, zwei Schusse wurden aus ihn ab- gedrückt und beide fehlten. Dann sahen sie. daß er schon im Sterben war und fielen mit Stöcken und Knütteln über ihn her. Er fühlte es nicht mehr. Mit zerbrochenen Gliedern schleppten sie ihn nach St. Immer hinab. Sie. lachten, sie prahlten, sie freuten sich aus Schnap« und Kaffee, sie sängen, sie fluchten. Keiner sah die Schönheit des ver- schneiten Forstes, noch den Glanz der Hochebene, noch den rolen Mond, der über dem Ehasseral hing und dessen schwaches Licht in ihren Flinlenlänfen, in den Schneekrisiallen und den gebrochenen Augen des erschlagenen Wolfes sich brach. elektrische Mvsik. Vor einigen Tagen wurde in Kristiania ein bemerkenswerter neuer Mustkavparat sehr erfolgreich zur Vorführung gebracht. Er besieht aus einer Geige und einem Klavier, die von einem elektrischen Motor getrieben, in einem Glaskasten zusammen spielten. Die Vor- sührung in KristioGUi wird als die erste auf europäischein Boden bezeichnet. Das das Aeußcre des Apparates angeht, so sieht man in einem Kasten eine Geige liegen und dahinter eine Einrichtung, die dem Inneren eines Pianos ähnelt. Unter den Saiten der Geige befindet sich eine Einrichtimg, die man etwa als kleine Stahlsinger bezeichnen könnte. Es sind ihrer dreißig, die auf den Sailen ipiclei:. sobald der Strom in Wirksamkeit gesetzt wird. Die Geige Hai vier Bogen, einen für jede Saite. Diese Bogen sind als Rundbogen zu bezeichnen, denn sie sehen etwa aus wie kleine weiße Räder, die auf den Saiten rotieren. Das Zu- sammenspicl der Jnsirznueme zeichnet sich durch große Genauigkeit aus, und man»ruß zugebeii. daß öle Geige einen wirklich großen und rragkähigen Ton hat und daß daa Klavierspiel untadelig ist. Falsches, unreines Spiel soll bei dem Apparat ausgeschlossen sein. Bei der Vorführung wurden schwere Stücke von Sarasale und Paganini gespielt, solche von der Art, die durch ihre Schwierigkeiten und Kunstgriffe den Virtuosen reichlich schwitzen machen. Der Glas- kästen aber blieb bei diesen Schwierigkeiten ganz unbewegt und die Maschinerie überwand sie mit völliger Leichtigkeit und, soweit nötig. mit der größten Schnelligkeit. Zeitmaß und Tonstärke werden durch eine Schraube sowie durch Oeffnung oder Schließung der Türen deS Kastens geregelt. Empfindung und Ausdruck besorgt der Finne, der die Tpielrollen herstellt. Allerdings ist eS dem Eefinder bisher nicht gelungen, Seele und Temperament des Apparates zur Voll- konrinenheit zu bringen, aber vielleicht lommt daS noch. Unzweisel- hast hat diese elekltische Musik große Lorteile. Sie ist völlig be- triebssicher und braucht keine Pausen. Sie kann z. B. in einem Kino durch Druck au' einen Knopf geleitet werden, und zwar so, daß das Zeitmaß den Bildern angepaßt wird. Durch einen einfachen Handgriff köimeu die Stücke gewechselt iverden. Die Maschine gebt in cmcin Augenblick van Beethoven zum Eake Walk über. Auch ist der Koste» bor allen Launen geschützt und kenn: keine Unpäßlichkeit. Auf BlumenspendLn und Hervorrufe leistet er Verzicht und lostet im übrigen nur etwa VOM Ad. ivozu natürlich noch das Plattenmaterial hinzulommt. vom Kaffee-Ersatz. Em voller Ersatz für Kaffee wird sich aus Pflanze» unserer Flora, wefl ihnen durchgängig daS Reizmittel Koffein fehlt, nicht schaffen lassen. Die Ausgabe des Kaffee-Ersatzes reduziert sich daher von ielbst daraus,, mit Außerachtsetzung der nervenerregenden Wirkung des Kaffees seine sonstigen Eigenschäften in einem Präparate ein- zufangen. Ter Krieg hat die Industrie in diesem Punkt vor keine neue Aufgabe gestellt, da der Ersatzsioffvcrbrauch, der bereits unter Friedrich dem Großen einsetzt, schon jahrelang um_ durchschnittlich 18 Millionen Kilogramm den Bohnenkaffeeverbrauch Übertrifft.?cur der Konsum en renkreis hat einen bedeutenden Zuwachs und die in Betracht kommenden Ersatzstoffe eine gewisse Auslese erfahren. Die Beliebtheit des Kaffee« als Morgengetränk beruht auf seiner Fähig- keit, das Gefühl der Nüchternheit auszulöschen, die seinem bitteren Geschmack zugute zu halten ist. Die charakteristische braune Farbe und dieser Geschmack treten beim wirklichen Kaffee durchs das Röste» in einer Temperatur von 200—220 Grad auf und rühren von Karamel und Brandbitler her, die nacheinander aus dem Zucker der Kaffeebohne entstehen. Andere zucker- oder kohlehhdrathaltige Pflanzenterle vermögen daher ähnliche Geschmackseindrücke zu er- zeugen. Von Wurzeln sind Zichorie. Zuckerrüben, Löwenzahn, von Früchten Feigen, Hagebutten, Johannisbrot, Kastanien, von� mehl- haltigen Früchten Roggen, Gerste, Malz, Eicheln. Roßkastanie.?, Leguminosen, von fettreichen Rohstoffen Erdnuß, Dattelkerne, Spargelsamen und Traubenkerne zu nennen. Bon diesen Stoffen scheiden, wie Prof. Dr. A. Wielcr in der„Umschau" bemerkt, alle Rübenarten, Feigen Datteln, Johannisbrot, Leguminosen, Erd- nüsie, Eicheln und Kastanien wieder aus. da sie, wenn überhaupt zu unserer Verfügung stehend, wichtigeren Zwecken dienen müssen. Die für den Kaffee-Ersatz wichtigste Pflanze Zichorie bleib: der Ersatzindustrie ungeschmälert erhalten. Gersten« und Malzkaffee kann nur wegen der Freigabe entsprechender Mengen iür diesen Zweck auch weiterhin in die Enätzstoffe miteinbezogen werden. Da aber trotz der ausgedehnten Anbaugebiele für Zichorie in Schlesien, Württemberg, bei Magdeburg und zum Teil im besetzten Gebiete im Westen der Bedarf nicht gedeckt werden kann, so hat man neuerdings auch behördltcherweisc sein Augenmert auf die Mehl- beeren, die Früchte des Weißdorns gerichtet. Diesen und noch weiteren Bemühungen wird es hoffentlich gelingen, eine praltsich annehmbare Lösung sür die Aufgabe deS Kaffee-Ersatzes zu finden. Nottze». — Ein politisches Puppenspiel. Dos..Marionetten- Theater Münchener Künstler" am Zoo bereitet die Uraufführung eines polilisch-saiirischen Puppenspiels von Fvill von Ostrui vor, das den Titel:„Grev u. Co." oder„Haben Sie nichts xn be- schützen?" führt. Die...Hauptdarsteller" schuf der Simplioisftmus- Mitarbeiter Olaf Gulbranffon. — Eine neue„Fan st"-Bearbeitung. In Che m- n itz wurde Goethes„Faust"(beide Teile) in der Bearbeitung pnd Kompofttton LSeingartners mit großem Erfolge ausgeführt. Während der Komponist im ersten Teil sich damit begnügt hatte, der Musik eine geringere Rolle zuzuweisen und sich in der Hauptsmh- auf die Schaffung einer glücklichen Bühneneinvichtung zu beschrän- ken. fo ist er in der Bearbeitung und Musik zum zweiten Teil weil- aus selbständiger vorgegangen. In der vorliegenden Fassung ist die Anffassungsmöglichkeit auch dieses Teiles der großen Dichtung wesentlich erleichtert. Ein Kunstwerk von geradezu bleibendem Wert, aber ist die Musik. Durch sie werden besonders die zahlreichen lyrischen Stellen des Dramas verrlärt und in ihrer Wirkung ver- tieft. So wird sich z. B. die Musik zur klassischen Walpurgisnacht sicher auch für den Konzertsaal durchsetzen. Die Vertonung der Schlußszene im Himmel ist von wahrhaft überirdischer Schönheit und Reinheit. — Neue Dramen.„DyckcrpottS Erben", die Komödie de-Z TchristlsiterS der„Dresdener Volkszeitung", Robert Grgtzsch, ist vom Dresdener Hosthcater und auch vom Frankfurter StadtHeater erworben worden. — Otto F i nff.ch, der durch vielfache Reifen und«irie langjährige Mufeumstgtigkeit geschulte Ethnologe und Nätnrwisscn- schaftler. ist im Alter von 77' Jahren in Braunschweig gestorben. Seine Sammlungen find zum. Teil ins Berliner Museum für Völkerkunde' gekommen. — Eine amerikanische Rordpolexpedition unter Kapitän Bartleti wird gleichzeitig mit Amundse» im Frühjahr 191 8 aufbrechen. Beide Unternehmungen sollen Hand in Hand arheiten, Barilett will in die Behringsiraße fahren, d. b. also den Weg nehmen, an den Amundsen zuerst gedacht hatte, während er jetzt die Küsten von Sibirien entlangfahren will. Er rechnet auf eine Treib' ah rt von 1% bis 2 Jahren. An der Mündung des Jenissei gedenkt er Hunde. Oel, frisches Fleisch, Eier, Butter und Kartoffeln an Bord zu nehmen. Auch die Hundeschlitten sollen Einrichtung für drahtlose Telegrapbic führen, so daß die Schlittenunternehminr- gen Verbindung mit dem Expedikionsschisfe unterhalten können. >], Der polizeimeister. Ein russischer Polizeiromau von Gabriirla Zapolskl». IV. Der Herr Potizeimdfl« musiziert. „Hier rechts ist die Kanzlei, aber es ist niemand dort. Nehmen der Herr einen Ängenblick Platz, ich loerde den Herrn Polizeimeister sogleich bitten." Jossele machte die Honneurs, als loäre er in seinem eigenen Hause. Als er die Tischschublade offen sah, schloß er sie zu, zog den Schlüssel ab und steckte ihn in die Tasche. „Haben Sic keine Angst! Wenn er spielt, ist er gutcr Laune." Jossele schlich sich zur Tür hinaus und schloß sie ab. Klitzkr stieg das Blut zu Kopf. Zum erstenmal befand er sich in einer solchen Situation. In der Nacht in der einsamen Stube eines russischen Polizei- reviers eingeschlossen zu sein, ist gefahrvoll und peinlich. Tie vorangegangenen Geschehnisse steigerten diese Gefahr noch mehr. Älitzki war zum erstenmal iu Polen. Von Kindheit an dachte er mit Schrecken daran, wie es dort wohl zugehen mochte. Derselbe Schrecken übermannte ihn setzt. Die ver- schloffene Polizeistube, die eindringenden Geigentönc des Polizeimeisters, der ein schwermütiges Zigeuncrlied spielte und jene Unsicherheit, ffvaS wohl hinter jener verschlossenen Tür gegen ihn angezettelt wurde— das alles beunruhigte Klitzki immer mehr. Klitzki liebte Jemka, lies und innig, ohne allen Zweifel. Aber in diesem Augenblick fühlte er einen Groll gegen sie, daß sie ihn herkommen ließ. ..Sobald wir verheiratet sind," dachte er,„bringe ick sie von hier fort. Es ist unmöglich, in diesen furchtbaren Verhältnissen zu leben." Die Geige verstummte, tiefe Grabesstille trat ein. Klitzki begann auf und ab zu gehen und den Raum ge- nouer zu betrachten. Es war ein viereckiges Zimmer mit feuchten, schmutzigen Wänden. Tie hochangebrachten Jenster. die wohl niemals geöffnet wurden, waren mst einem Gitter verkehen, das cm vielen Stellen mit Spftmgewede umsponnen lvar. Aus dem Fensterbrett standen mehrere dunkle Flaschen, iu der Ecke lagen eine Nummer des..Warschawski Dnewmk" und Brotüberrcfte. Das Mobiliar bestand aus zwei schweren, tiutenbefleckteu Tischen mit eingelassenen Tintenfässern, schmalen Bänken, die sich an der Wand entlang zogen und mehreren umberstehen- den schmutzigen Stühlen aus Fichtenholz. Vor dem Ofen war eine Menge Asche aufgeworfen. In der Nähe der Tür stand ein Eimer, aus dem ein gräßlicher Geruch von aufgeweichten Zigarrenstummeln drang. Die Luft war von übelstem Geruch erfüllt und schier unerträglich. In der Ecke führte eine kleine Tür nach einer fensterlosen Kommer, die als Aborr diente. Durch die schlecht schließende Tür strömte eine übelriechende Flüssigkeit auf den Fußboden der Stube. In dieser Flüssig- keit spiegelte sich das matte Licht des flackernden Lämpckens. Klitzki wollte seine trüben Gedanken an einem Born schöner Eindrücke erfrischen und gab sich alle Mühe, an Janka, seinen guten Engel, zu denken. „Tb das teure Herz wohl ahm, wo ich mich iu diesem Augenblick befinde?" dachte er. indem er sich am Ofen nieder- setzte.„Wenn der Vater sie mir nur gäbe?" ging es ihm durch den Sinn,„wer weiß. Horski ist ein wohlhabender Kaufmann. Er hat nur diese Tochter und einen einzigen Sohn, Kazjo, der noch in Warschau die Schule besucht. Janka ist eine wohlhabende junge Dame. Er. Klitzki, ist zwar Mitbesitzer eines photographischen Ateliers in Krakau, ober das Geschäft mußte sich erst entwickeln, die Schulden mußren erst bezahlt werden. Plötzlich vernahm Klitzki Schritte im Flur, das Schloß knarrte, Jossele Pinkao stand vor ihm. „Ter Herr Polizeimeister läßt bilien." Klitzki erschien es sonderbar, daß der Polizeimeister ihn nicht in der Revierstube empfing, sondern in seine Privat- wohnung kommen ließ. Aber während er überlegte, ob er dieser Aufforderung folgen sollte, erschien im Vorzimmer eine mächtige Gestalt, die sich der Entrectür näherte. Es war der Herr Polizeimeister Tagejew. „Bitte, treten Sie ein," sagte er mit einer höflichen, aber energischen Handbewcgung. Als er auf Klttzkis Gesicht ein Zögern bemerkte, fügte er anscheinend gutmütig hinzu: „Ich bin nämlich krank... herzleidend... tun Sie mir den Gefallen." Klitzki mußte angesichts der Krankheit, die der Polizei- meister vorschützte, nachgeben. Er trat ins Lorzimmer. ..Legen Sie ab", sagte der Polizeimeister gastfreundlich. „In den Zimmern ist es sehr warm." Seine Stimme klang angenehm, wenn auch etwas hart. Klitzki ließ den Mantel von den Schultern gleiten. „Ich komme in einer Angelegenheit, die keinen Aufschub leider." „Bsttc. treten Tic nur ein", sagte Tagejew und öffnete die Entrectür nach dem hellerleuchtcten Salon. Eine größere Hängelampe erleuchtete das Zimmer. Außerdem stand auf der Spicgelkonsole ein Kandelaber mit fünf brennenden Kerzen.- In der Mitte des Salons, direkt unter der Lampe, staub ein Pult mit Noten. Auf einem Siuhl daneben lag die Geige. Tagejew legte sie auf das Klavier und sah Klitzki mit einem süßlichen Lächeln an. „Das ist zum Zeitvertreib... aus Langeweile." Klitzki trat ungeduldig von einem Fuß auf den andereti. ...Hexr Polizeimeister," begann er,„hier ist keine Zeit zu verlieren. Ich ging über- die/zlt.7'/»ll. d.ie a rogart. neue Fedruor.Prour. "TUi Die etsolgreiche, velieblc rTT" „k,.i Prunk-ZlnSstathinzo Pcutoiiilmc Die Qeierprinzessin Sonntag SV, Uhr auch nachm.: Die Hente fillebilsKoßtoitsrsise Aegypt. Burleske in 7 Bildern. Musik von Blzct. Inszenierung von Max Reinhardt. H naptdarsteller: Hans Wassmann Lillcbil Christensen, | Kafcta Stensa, Ernst Matray. -- Das grofie Balleftkorps— J'evcer das neue Varlet«- Programm u. a.: „Abropolls" Meisterwerke der Plastik | nach neuer künstler. Metbode. ftiebard Bellsck. Humorist, stfinnisoher Lach erfolg. | SnezIalitStBnprogrEmm 1. Ranges RoseaTheater. 7% Ufer: Das Glücks mädel. Ziikus A. Schumann Der Zirkus ist gut geheizt. Freitag, den 2. Februar, und folgende Tage 7'/. Uhr; Das glHnsende Zlrbnu- Programm. NeuiMstenastdemliloliss Die Seeräuber Große Ausstat6.-Po.nt. i 4 Akt- Sonntag; 2 gr. Vorstellungen. 3 Uhr o. V!, Uhr Kachmüregs 1 Kind frei. aias Sor.nab. u. Sonnte je 2 Vorstellungen, uin B;/2 n. T1/«"Chr. \ orrerk. Hasrenbeokkasso, Kottbuser St�. S, u Wertneinj GewerK sch aftslzan s. Tvuntag, de« i* Februar 1Ö17, int grefcen Sacl: IM" Lichtbilderabend-WW veranstaltet Vv» de« Kollegen der wecha«ischeu Anstalt der �tr»na Goerz für die im �elde stehenden Kollegen. Jlufeerfcfm; Hnmoristische uud GesangSvortrüge und Lieder zur Lnutk. Mitwirkend«: DIsic klübn, Ilrn«» Tarpalil und vetty Wänb. heu Parterreiölc»: t- itveiterter Rcfianraiionsdctrieb. Die hl'ssolistische klspeils, toi. Kci�ihes v. Dssstellös ptuhes Typen. Mai Attas, der humoi istische Tanzparodist. Im Parterre-Restaurant kommen groste Posten Vieri. Enten und Rshriukcn zum Berkauf. Außttd.«; Die hcnioristisciie Kapelle. Uciana, Lieder zur Laote und andere UnfetbaliungSkünsUer. Pelzgarnteure« 1 Zt-inkasielo» FnchSga'.nitureu i Muffen! Bettenvcrka; robe! Ubrcnucrfftt;;'«-diclnitf1 Waren aller Art: Rllrrdillb-fie treffe! LeiSbauS! Wmt.datterktraff« 7.* Tet>i>ilt!,?uonil;S. Crr.srir.n'tr 44 ItottBillig iorbifbiertofte Tcvvicke, särtSIeiern ö lllrazen.' Gardinen. Errrarabati t.I rciddoue Morinpiau 5tä» rer- faaft Sksinfäftolc«, Mnffrn. Marder, Kerj, Riaska. Slau- ur.o W ritzsuch!-. Pelzmäntel, Wagrndeize, Plüsch, und Astrachanmäntct. Äaslüm". 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Belle-Allianccstratzr V,'l_* Verkä«» rinnen, möitigci Tür verschtedenr.Zldtcilungen sofort gesucht. Meldungen 1— 2 llhr nnitao» oder i 6— 7 Ich; abend». iL Piandors Co.. A> lle-Ällianeeftratze 1/2. Logeriltlniic», tüchtige, mit guter Ha..d!chrtft. lviort gcsuch!. Meldungen ! oll 1—2 Uhr mitlag» oder 6—7 llbr ab.'.öS. 21. Anndors u. Co. Belle- rlt.| Ailiaiittsttnfee i/2. !:i.' j ÄrbritSfräuen fofart gesucht ulle. düngen uii: Zeugnigcn von ÄVeisezlmw, r: nb"ig,; wert, da ziitiickgeiommon. B 1,80 breit, entzücke,, d äffen r:i: d teich« KriiloUveiglasuia.,: 2-: ! u- 52 Hör vormittag- unb 5-7 Übt l5r°�p V w," uachm ltnaSinder Pnionawerwalt,:«» '4ellvÄC«b��,r- IV. Stock.«. Sand«? a. Sc. nmiÄÄ M � Pelle-Allumoeitratz. 1/2 Sonntag mittag: Hllbnersupb«....... 0,25 Märkische Rüben tttil Pökel- Meisch......... 2.00 ücberlnodcl mit Kraut... 1,50 Sieyrische?u!e.... Snngc Hamburger Gans Kompott oder Salat.. 2,50 4,00 0,30 3GMo FRIEORICHSTR-AN PEa KOO-OTB- Anfang'-/JS Uhr. W üeaaes"WU Februarprogramm. Dazu Neptun auf Reisen. Ansstattungsposse i. 3 Bildern Stürmische Heilerkell. PrScht. KostUme u. Oekoraticnen. Walhalla-Theater. TL Uhr: Das MDSikaiiteßmädel. Reiebshaiien-Theater. Ststtiner Sänger. „Caharet Feidgräii" Anlang Y'/�Uhr. Sonntag nachmitt. 3 Uhr CahareSFelilip?.!! Erinftplffto Pirelsel Tägh 7% Sonnt. 3>/a u. 7-/, Dar efiektvolle Tele! onschprz: W. III Mf (2 Personen am Apparat) u. d. nene Pobr.-Pi-osr. Casano- Theater Lothnngsr Str. 87. Taglich T'/j Uhr. Um 7!/j Uhr; Buntes Brogramm. Um S'h Uhr: Tie Schlagerpstfe Sinzig in Groij-Berlin Twsi ksUGSsrUuer Belli»« Humor— Berliner sriguren Sonnlag 4 Uhr: Ciner von, U-Zvok H«ZAt-Theatvi'. Saastr 5K. Heute 7'/, U.: Bac.-str.5S. Benefiz für Frl. Heck»Ig Ilrahmei-: Driseldls, ein edles frzlreifherz Schauspiel in 5 Allen von Fr. Halm. Soimab. T/z: Das Schieß am Meer. Sonntag nachm. 3 Uhr: Oer Geizige. Abends 7 Uhr: Pas SciiloB am Maer Possen- Theater. Täglich 7'!. Uhr; Der Siegende Hofländer. 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Verschiedenes. ■tag Zur bcfnithcrrn Beachtung 1 Bei der ticsewschneidcndcii De- Peulung des Keietzes sür die«rbeiterschast soll durch den Bortrag eines d« besten Kenner diiser 27ateri« unteren Kollegen und Kolleginnen Ge- legen.hcit gegebe» werden, über ÄuSsührung und Handhabung des Gesetzes nähere Kenntnis zu«langen. Es ist Pflicht oller Kollegen und Kolleginnen, m dieser Versammlung pSnUlich und t» Mafien zu«scheinen. Ohne mtprliedsbaeh kein Zutritt!-WG S lud e». uro.'ir.her..chc;:..;. kaust billig Föilel, Llvaenerslrushe 2b. Hos vuergedäti!: r-rtkr;o. Abende. -Uhr....r, Kaufgesuche Leluolfiruis. BienemvxchS, rein, Boro�, Kopal..�eresin. Parassin, sämtl.che Dellacke, Schellack. Terpeu- tinersap und öbnitches ia;;'!. höchste Preise zahlend, iyolter. Tdaerslrctze<> fiöuiflflntt 3353.- Zahnqcbtfic. PlotinabtaUe. Gramm 7.50. höchstzahlend. Stlbcrichmri« Christtonat, RiptriiderHtutzt 20« /gegenüber Aanteusselslratzcr ♦ Miiiiitnicficu riiciüde"! himge! Ketten! Schmucksachen! 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Eintritt SO Ff, Anting V/t Uhr, An allen Wochentagen; Stach ml, tagte- Komscvt hol freiem Eintritt and»oller Opchestcrbesrtzang. Jt Heute: Sonntag, de« 4. Februar, vormittags 10 Uhr: Branchen-Versammlung aller in d. eiienkcnftruhtionswerliftätte» beiclMIgten Arbeiter u Arbeiterinnen im„Geivertschaftshans", Engelufer!Z. Tagesordnung: 1. Vericht über die Verhanolungen. 2. Verschiedenes. gjM" In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist daS Erscheinen sövitlich« Arbeiter und ttrbciterinncu«Icrd«liH. 129/9 B»le Ortsverwaltunig. Afpbaltenre, Dacbdecker, Glaier, Porzellan-Arbeiter und Stein-Arbeiter. Sonnten, den 4. Februer. Iw'.mlttage 10 Uhr, im Saat 1 deS Berliner AZewertschafiShausre. Ettgelus« lö: Kombittierte Versammlung."WZ Tagesordnung: 1. De» HtlkSdienftnet'ech. Reserent: Arbeitersekretär G. Link. 2. DiS/uIIton. 51/3 Um zahlreichen Seluch und pStililicheS EHcheinen ersuchen D>e BorftSnhe. Vekanntmachuug. StäötijeHe Volksspeisung. Dk« sortgesetzte«Heblich« Stsig«U!ig der Teilneom« an d« städtfichen Bolksspeilung erfordert eine erhöht« Beihilfe ehrenamtlich tätig« Frauen bei per Ausgabe der speis Brunncnllrajze 23 und S/eukölln. Berlin erst, atze 7G. Piatiliobfatte!(tur.iiun bis 7,30', Zahngebiü« I Schmuckiachen: Ketten: Ringe! aJtililävueffen! i-llühstrumpt- aichc! Filmabsälle! bächilzahteiid! SilbcHchmelzerc;. Me;all- Sni!au!S- durcau, Wcberstratze 3!. Telepson SUegmdcr 424". 93'- �ctirörsc»•j3Ti~ Hiennig. 8Bem~ .'orten MS 3 Pfennig, aller Art, Schallplottcn, Wa>zcn. jeden Posten, � kaust höchslzablcnd MattdäuS, All- s te;pzigeritran» 21.__* Naturitohl. gehrauchte und neue ZSerkzeuge. Tre bricmcr-, Spiral- bobrcr. Fräser, Derkzeugmaichwen, Abreisgnagnet« kanit lausend für eigenen Betrieb Heinrich Briest, Stuyschteiderstraxe äp und Beusjel- ".raffe ö, 2aden. Telephon Moabit 2-198. Unterricht .«levterturius. lärwachiencn «chnellmctbode, RonatSdres» L,—. Klavierübcn jrer Runlakadcmie Tranicnitrage 63 i Mo: itzplatz).' Ichugstschen lliiterrtchs für An- iänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und iraitzöjijche Stunde» er- teilt(S. t£»itn:a, ttbariotlenburg Stuttgarterplatz ü,(Sanenoaui IV Arbeitsmarkt Slell�tiangebote Buicuudikiicr, jüngerer, schart gAucht. Rur wiche Bewerber wollen sich melden, die bereits ewige Heit als Diener in aroßein Bureau tätig waren und im Bert ehr mit dem Vu° flüum gewandt sind. Hoher.Lohn. Persönliche Vorstellung ü, der Fi» von 9— rt Uhr vormittags oder b-�7 llhr nachmittags, 2t. Tjandotf u. Eo., Belle-StUianeestrape 1/2, IV. Stock.- Heizer fosort gesucht. Wir bitte« dah« all« diejenlaen Frauen, welche bereit sind, bei Er' füUmtg dieser rotertänfeKchen Aiiigabe mitzuwirken, sich zu«wer Besprechung am Soiinebeup, den X Medrnor 1917, abends S Uhr, im Bürger. teote des SRothcwieS einzujinde;'. 'Berlin, den 29. Januar 1917. Magistrat der Königlichen Haupt- und Residenzstadt. Wermaeh. Cinricbter auf Zünder werden eingestellt" Meycrbecrstr. 1. Tiiehtige i, Meldunoe» A. Zondotj u. Eo, Im PlaschinendauS. Kotlbuier Damm 1_ Roller oder Rollcrtn, per Mtlle 7,z0 Mark oit. deilanzl N. TiSmar, Perlin-Biichholz._" 9/2' (fiorbmuichc r aus MuiWönSsorbe, gsier, sucht F.'Aneion u. Co., Bilbclin- straffe ,22a. 1829 b» bauptiüchlicki f. Tchweizcr-71u>o. Uloten, werden sofort gesucht. Toiternde Strdett zugesichert.- Schtbesterüche inetallicbrauben- fabrih«.».»« XeaNtadt i. Schwarzwald. Hausdiener für unter Möbetgeschäft suchen iless& Rom, 1SS0D Leipziger Gtr. J.06. Tttcht. Korbmacher für Geftellarbeit bei erhöhtem Lohn und Teueritngo- zulage stellt iosprt ein 1832b Willi Helaermann. Rohrmöbet- fabrik. SUc�andrmensto. 93/99. Sklttt-Abjlkher vrr/angt bc! hohem Lohn 21 Kieprowsk, Blusen-Näheriu in und autz.cr dem Hause. Wochenlobu. Ktückwon. höchste Bezahlung.'Blusen- jabnk Wall, Steuc Vinterjetdtslr. 17. 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Er könne aucki nicht verbergen, dafi Kohlenschiffe versenkt würden. Der Kohlcnmangel sei auch von Hochwasser und Frost bedingt, die man weder belämpfen noch voraussehen könne. Englanös Eroberungsziel. In einer Rede in Westminster bat der Kolonialminisier Walter Long erklärt, keine der eroberten deutschen Kolonien werde jemals der deutschen Herrschaft zurück- gegeben werden. Der Minister scheint nicht gesagt zu haben, daß England selber die Kolonien behalten werde. Das war ja auch in der Note verschwiegen worden, die mit den Kriegszielen der En- tente aufwartete. Die Gründe, die England damals zum Schweigen veranlaßtrn. werden auch heute noch nicht überholt sein, und zweierlei wird dabei eine Rolle spielen: Erstens ist die Beute keineswegs schon gewiß, und zweitens ist es eine Beute, von der England seiner Alliierten wegen nicht sagen dürfte, daß die wichtigsten Stücke zu keinem Traum von dem großen angloasrikaiü'chen Reiche gehören. Aber es konimt bei dieser Frage bekanntlich nicht nur auf afrikanische Gebiete an. Auch deutsche Besitze in der Südsee locken— Rcu-Giiinea vor allem— und wenn die Nachricht des„B. T." zutrisst, so werden eben diese Südsce-Sckwtze es gewesen sein, die, au» das Dringen Australiens und Neusee» lands hin. den englischen Äolonialministcr zu seiner Kund- gebung veranlaßten. Die Lage an öer Korft-Zront. Bon unserem Kriegsberichterstatter Hugo Schulz. Nach Tagen fast völliger Ruhe hat die Kampsiätigkclt auf dem Karstplateau wieder begonnen. Sie hält sich aller- dings in mäßigen Grenzen und scheint zunächst nur die Aus- nützung des klaren, sichtigen Frostwetters zu kleineren Unter- nehmungen zu bezwecken. Die B o r a. die in heftigen Böen über die Steinhalden fegt, ist den wctterhartcn Kämpfern nicht hinderlich und vermag nicht einmal die Flieger auS dem Lkuftmeer zu verscheuchen. Tie Bora ist ein Vodcnwind, der sich nu�in den niederen Luftregionen dem Flieger unan- genehm fühlbar macht: wenn er aber über 1000 Meter hochgegangen ist, segelt er durch völlig windstillen Raum. Während unserer Anwesenheit im Südabschnitt der Karst- front waren wir Aeugcn eines Lustkompfes, bei dem ein feindlicher Flieger durch das ihn immer enger umkreisende Feuer unserer Abwehrgeschütze in harte Bedrängnis geriet, bis er schließlich nach mannigfachem Lavieren doch noch einen Ausweg fand. Tic Artillerietätigkcit erhob sich an diesem Tage trotz des schönen� Wetters nur wenig über das im Stellungskrieg übliche Maß, dagegen hatte es tags vorher im Nordabschnitt dxr Plateausteöuizgeu erne heftige Steigerung gegeben. Dort befindet sich im Zuge des gegen dos Wivpachtal abstürzenden Randkammes dicKuppe Faiti Hrib, die zum Teil in unserem, zum Teil in italienischem Besitz ist. Ihre Loge be- günstigt hüben wie drüben die Beobachtung und die Italiener hielten daher die westliche Gipfelerhebung, die durch eine seichte Mulde von unserer Gipfelstellung getrennt ist, stark besetzt. In der Absicht, ihre Benützung als Luginsland den Italicnern zu verleiden, machte sie unsere Artillerie zum Ziele einer kurzen, ober wie sich zeigen sollte, überaus wirk- sauren Beschießung, die den Feind dermaßen zermürbte, daß er dem Stoß der schwachen Aufklärungsabteilung, die nach Einstellung des Artilleriefeucrs behend die felsige Flanke der Kuppe erkletterte, nicht mehr standhielt. So gelang es fast im Handstreich, den Faiti Hrib zu zerstören, um dann mit mehr als 120 Gefangenen und erbeuteten Maschinengewehren be- selilsmäßig zurückzukehren, noch ehe die italienische Artillerie. die nun ein wütendes Feuer auf die verlassene Stellung richtete, sie erreichen konnte. Die K a r st f r o n t ist heute meiner Uebcrzeugung noch sesteralsje und die lächerlich bescheidenen Raumgewinne der Italiener in den Kämpfen haben nnr die Folge gehabt, daß unsererseits alles aufgeboten worden ist, die Stellungen noch besser zu verstreben und zu verankern. Ihre Abwehrkraft ist in jeder Hinsicht gewachsen und die Italiener fühlen das deutlich. Ihre ficbcrhoste Arbeit entlang der Front zum Ausbau der Stellungen läßt erkennen, wie sehr sie oen Gegendruck fürchten. Insbesondere im Abschnitt zwischen H u d i Log und dem Räume nördlich von Kostanjevica sitzen sie recht unbehaglich auf dem dort gewonnenen Boden, und der flache Keil, den sie dort in unsere Stellungen zu treiben verinochten. hat ihnen nur die Sorge geschaffen, die eine in die feindliche Front eindringende, der Flankenwirkung aller Waffen vreisgcgebcne Bastion immer verursacht. Wenn es den Italienern in den Novemberkämpfen gelungen wäre, unseren linken, an das Meer gelehnten Flügel ebenfalls zu- rückzudrücken, so hätten sich zwar ihre schweren Blutopser noch in keiner Weise gerechtfertigt, der Erfolg hätte aber doch noch das Aussehen eines taktischen Sieges gehabt. Tie Un- erschiitterlichkeit dieses mit rasender Wucht angegriffenen Südslügcls hat aber auch diesen bloßen taktischen Sieg vcr- hindert und im gewissen Sinne in eine Niederlage vcr- wandelt, weil der Raumgewinn westlich von Kostanievica ohne glciebzcitiges Vorwärtskommen im Südabschnitt die taktische Lage des Angreifers nicht verbessert hat. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 31. Januar. Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Ans der gesamten Front schwache Artillerietätigkcit. An einzelnen Stellen spärliches Ek'webr- und Maichinengewehrfeuer zwischen Feldwachen. Im Cernabo gen gelangen Unternebmungen deutscher Patrouillen, die in feindliche Gräben eindrangen, dort dem Gegner Verluste zusiigte» und mit Gefangenen zurückkehrten. Unsere Aufklärungsabteilungen wirkten erfolgreich nordöstlich vom D o i r a n s c e und brachten Gefangene, Gewehre und anderes Kriegsmaterial ein. Rumänische Front: Zeitweilig aussetzendes beider- seiriges Artilleriescuer an der Donau um J saccea. Feind- lichc Monitore beschossen am Sulinakanal erfolglos unfcvc Stellungen östlich von Tulcea. Wichtige Erkundungvorstöße im Westen — Streifvorstoß an der Narajowka— Augrist im Dojrangebiet. Amtlich. Großes Hauptquartier» de» 1. Fe- bruar 1917. tW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Au vielen Stellen der Front brachte» Erkundungsvorstöße wertvolle Feststellungen über den Feind. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des G r n e r al f eld m a r f ch all« Prinz Leopold von Sapern. Lei sehr strenger Kälte nur an wenigen Stellen lebhafte Kampftütigleit. Au der Narajowka, südöstlich von Lipniea Dolna. drangen Teile eines sächsischen Regiments in die russische Stellung und lehrten mit 60 Gefangene» und einem Maschinengewehr als Beute zurück. An der Front des Generaloberst Erzherzog Joseph und bei der Heeresgruppe des GrneralfrldmarschallS von Mackensen kleine Lcrpoflrngefcchtc und verrinzettes Artilleriescuer. Mazedonische Front. Südwestlich deS Dojran-Serö nach starke« Feuer vorgehrndt Abteilungen wurden abgewiesen. Der Erste Geaeralquartirrmeistrr. Ludendorff. « flbenübericht. Amtlich. Berlin» den 1. Februar. Abends. Von keiner Frout sind besondere Er- e i g» i s s e gemeldet. «» * Der österreichische Sericht. Wie», 1. Februar 1317. tW. T. B.s Amtlich wird vrrlautbart: Außergewöhnlich fireugeS Wrntrrwrtter unterbindet auf der ganzen Ostfront jedwede stärkere Kampstätigkcit. Auch vom italienischen Kriegsschauplatz und auS Albanien ist nichts Wesentliches zu melden. Der Stellvertreter de» EhesS des Generalstabes. v. Hoeser, Feldmarschallrutnant._ Die Kämpfe an öer Tipris'ront. Der türki'che amtliche Heeresbericht vom Dienstag meldet von der Tigrissront: Unsere tapferen ErkundungS- Patrouillen, die von unserer Fellahie-Stellung aus- gegangen waren, drangen bis zur zweiten feindlichen Droht- Verhaulinie durch und zerstörten einen Teil des Drahtver- Haus sowie die Telez'honleitung des Gegners. Im Verlaufe unseres Gegenangriffs am 25. Januar erbeuteten wir drei Maschinengewehre und zwölf automatische Gewehre. In der Nacht zum 29. Januar fand südlich vom Tigris kräftiger Ar- tillerie- und Jnsanterieseueraiistausch statt. Am 29. Januar vormittags richtete der Feind starkes Artillericseuer gegen unsere Fellahie-Stellung, das wir wirksam erwiderten. Einige schwache Angriffsversuche des Feindes konnten sich nicht entwickeln. Der türkische Heeresbericht vom Mittwoch meldet: Nach- dem der Feind am 29. Januar mit seinen 6 Batterien die Stellung eines unserer Bataillone auf dem südlichen Tigris- ufer unter Feuer genommen hatte, führte er einen Infanterie- angriff ans. Die feindliche Infanterie, die zum Angriff überging, wurde, abgeiehen von einem Teil, dem es gelang, nach rückwärts zu flüchten, völlig vernichtet. Ein von einem durch zwei Kompagnien Infanterie verstärkten Kavallerie-Rogiment unternommener Einkreisungsversuch mißlang in unserem Artilleriejeuer. Am 30. Januar nabln der Feind mehrere Stunden läng unsere Stellungen bei Fellahie und diejenigen südlich des Tigris unter Artillerie- fcuer. Wir beantworteten dos Feuer heftig. Türkische Fortschritte in Persien. Von der persischen Front meldet der türkische Heeres- bericht vom Dienstag: Wir sintz in Diz Abad eingezogen. Unsere Kavallerie verfolgt den Feind weiter, der sich von Tevlet Abad zurückzieht. Unsere Kavallerie nähert sich S u I t o n a b a d._ Das Kabinett öes polnischen Staatsrats. Warichau, 1. Februar. In der vierten Sitzung deS StaatSrals wurden die Referate folgendermaßen verteilt: Heereswesen— P i l s u d s k i, Finanzen— Dzierzbicki, Politisches— Graf RostworowSki. Inneres— L e m- p i ck i, Volkswirtschaft— I a n i ck i, Arbeitsangclcgcnheiten — KunowSki. Justiz— Bukowiecki. Religion und Bildung— PomorSki. Die Geschäftsordnung wurde an- genommen. Im Anschluß an den Bericht über die letzte StaatsratSsitzung wird eine Erklärung veröffentlicht, in der der Staatsrat erklärt, daß er die Bildung der Armee für eine seiner wichtigsten Aufgaben Halle und die Jugend, die ihre Einberufung erwarte, zur Geduld ermahnt. Ungarische Wahlrechtsfragen. Budapest, t. Februar. Das Abgeordnetenhaus beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit Wahlrechtsfragen. Der Abgeordnete Lehel Hedcrvary, Mitglied der Karolyi-Partei, stellte den Antrag, daß alle zum Militärdienst eingezogenen Wahlberechtigten in die Wäblcrlisten eingetragen werden, weil sie anderenfalls nach dem Wahlgesetz ihr Wahlrecht verlieren würden. In eingehender Rede betonte Hedervarq. daß die Opposition das Wahlrecht für alle im Felde Stehenden verlangen werde. Demnächst wird auch der Abgeordnete Stefan Rakovozk von der Katholischen Volks- Partei den Antrag stellen, daß das Wahlrecht aus alle Kriegs- teilnehmer ausgedehnt werden soll. Der Ungarländische Femimstenverein richtete eine Petition an das Abgeordneten- Haus, daß auch die Frauen das Wahlrecht erhalten sollen._ kleine Kriegsnachrichten. Englands kontrollierte Munitionsfabriken. Wieder find 97 Fabriken unier die Kontrolle de» MunitionS- Ministerium» gestellt worden. Die Gesamtzahl der kontrollierten Fabriken beträgt jetzt 4719. Das holländische SchissSentrignungSgesetz. Die holländischz Zweite Kammer hat da« Schiffsenteignungsgesetz, da» die Regierung ermächtigt, gegen bestimmte Sätze jedes holländische Schiff cinzu» fordern, mit 54 gegen 3 Stimmen angenommen. Getrrideschmuggel zum Feinde. Im ungarischen Abgeordneten- Hause beklagt c der Justizmmister den in manchen Gegenden de» Landes festgestellten Getreideschmugael. Er erwäbnte, daß in einem Falle sogar Getreide ins Feindesland hiniibergeschmilggclt wurde. Wie ist das möglich? Wegen Gctrcideschmuggcls sind zahlreiche Ber- Haftungen vorgenommen worden. Ein Finanzaufsehcr hat Selbst- mord verübt. Mißtrauensvotum in Japan. Das japanische Parlament sprach dem Kabmett mn einer Majorität von HO Stimmen sein Mißtrauensvotum aus. Graf Reventlow verzichtet auf Calais. Graf Reventlwv— ein so schlechter Redner wie Stilist— unterhielt am Donnerstag in der Philharmonie ein Publikum, das ungeduldig war und darum dem aggressiven Redner Beifall spen- bete, mit leicht antisemitisch gefärbten Ausfällen gegen Prosessoren, Intellektuelle und die.selige Berta Suttncr" und gegen die Eng- ländcr. denen Lüge, Verleumdung und Schurkerei im Herzen wurzele. Nur großer Gewinn an Land und Leuten könne die Schäden des Krieges tilgen, wobei sich freilich Herr Reventlow nicht verbürgen kann, daß seine Methode nicht den Krieg verlängert. Er behauptet und hofft eS nur, er beweist cS nicht. Aber seinem Publikum gefällt es. Das Ragout wird angetan mit allerhand feinem und noch vielmehr grobem Gewürz. Ter Redner unterbricht seinen Gedankengang durch Ausfälle gegen LichnowSki, den früheren deutschen Botschafter, der Brey für keinen ausgc- machten Schurken. Stil Neu-Ruppiner Bilderbogen, hält, und gegen andere Personen, die durch die Blume ähnlichen Fehls geziehen wurden.. Graf Reventlow verlangt im Osten Kurland und Siedlungsland schlechthin— auf Polen ist er verdammt schleckt zu sprechen—, im Westen ein Wallonien und Flandern als Basis für eine sehr starke deutsche Hoch- und Unterseeflotte. Von einer inter- nationalen Freiheit der Meere will er nichts wissen, sein Ziel ist die deutsche Freiheit der Meere, die darin bestehe, daß die deutsche Flotte jeder feindlichen Koalition die Spitze bieten könne. Die Eingemeindung des Erzbeckens von Briey und Longwy fei eine Notwendigkeit für Deutschland, die. wie der Redner erklärte, be- sonders im Krieg klar geworden sei. Dagegen erklärte sich der Graf gern zum Verzicht auf Calais bereit, um nickt als Utopist verschrieen zu werden. Den Schluß macht Graf Reventlow mit der verfänglichen Ber- sichcrung. daß er als Heimkrieger den heiligen Beruf in sich fühle. für die politische Zukunft der deutschen Front zu kämpfen. Tic Leute im Schützengraben werden vielleicht zweifeln, ob dieser löb» liche Eifer am richtigen Platz entwickelt ist. Letzte Nackrichten. Frankreich am Ende seines MenschenmaterialS. Paris» 1. Februar. In der Kammer erklärte Favre namens der Opposition, die Regierung verlange immer mehr Männer. Frankreich aber habe dir Grenze seiner Opfer erreicht. Tie Nack- Musterung Herzkranker, Tuberkulöser und sonstiger Schwerleidcuder werde nur die Hospitäler füllen. Die Frage der Effektiv- bestände sei von größtem Ernst. Die Möglichkeit sei ins Auge zu fassen, daß Frankreich angesichts der während des KriegcS gc- brachte« übertriebene« Opfer gegenüber seinen Verbündeten in «inen Znstand der Untcrlrgcnheit gerate. Die Regierung habe dies- bezüglich in den Gohermfitzungen beharrlich die?lntwort verweigert. Gegen jene aber, di« vnnntz Menschenleben verschlenderten, sollten Maßnahmen ergriffen werden..Wir wollen," rief der Redner aus..den Krieg bi» zum siegreichen Ende fortführen, falls wir hierzu die Mittel besitzen, aber wir wünschen«ine voll- ständiger« Mitwirkung unserer Verbündete n." Der Vorsitzende des HeereSausjchusseS Magtnot. der den Nack- musterungSantrag befürwortete, erklärte, daß nach dem jetzigen Borschlag 350 000 bis 400 000 Mann nachgemustert werden, statt wie ursprünglich geplant, 050 000 Mann. Degnise führte bei Besprechung seines Zusatzantrages, nach dem die feit Kriegsausbruch Nachgemusterten nicht mehr nachgemustert werden sollen, aus. die von Frankreich seit Kriegsausbruch gemachte« Opfer müßten endlich aushören. ES sei unmöglich, neue Kontingente auszuheben, ohne das Wirtschaftsleben lahmzulegen. Der Zusatz wurde mit starker Mehrheit abgelehnt. Schließlich wurde der Artikel l, nach dem alle nur ein einziges Mal Nachgemusterten der JahreSkloffen 1896— 1914 einschließlich nachgemustert werden sollen, von der Kammer angenommen. Frauzosisches Kriegsbrot. Paris, 1. Februar..Petit Journal" zufolge wird beabsichtigt, in Parte von Amts wegen ein mit 15 Proz. Maismehl zubereitetes Brot einzuführen._ Dänemark und der verschärfte U-Boot-Krieg. Kopenhagen, 1. Februar. Mau erwartet hier für«vrge» die Schließung der Kopenhagen er Börse» um eine Panik zu vermeide». Man befürchtet, baß viel« Brsiyer der Aktien von SchifsahrtSgesellschaste« r u i n i r r t werden könnte«. Der Wortlaot der Not« ist hier«rst 2 llhr nachtS bekannt ge- morden. Anläßlich der deutsche« BlockadeerNärnng wurde ein g e- heimer Ministerrat abgehalten. Morgen soll eine g e> Heime Sitzung deS Reichstags stattfinden. Eingestellter Berkehr. Bern, 1. Februar. L�nt Meldungen aus Lyon hat die 3lord- bahngesellschost den ganzen Po st Zugverkehr zwischen Paris. AmienS, Trcport und Calais cingestellt, Norwegischer Dampfer gescheitert. Ber«, l. Februar.„ProgreS de Ltzon" meldet ans Lorient: Der norwegische Dampfer„Frederikshall" ist an der Südküste der Insel CT r» i x gescheitert. Das Schiff ist verloren. Dampfer finden keine Käufer! London, 31. Januar. Auf der Getreidebörie sollten gestern fünf englische Dampfer verauktioniert werden, aber angesichts der hohen Preise und der vermutlich weiteren RcquisitionSprelse der Regierung fand n n r s i n c r einen Käufer._ Gegen die farbige Konkurrenz. Manchester, 27. Januar. Wie der„Manchester Guardian"' aus London meldet, wird der Premierminister eine Abordnung des sogenannten JndustriedreibundeS(Bergleute, Eisenbahner und Transportarbeiter) empfangen, die ihm ihre Wünsche wegen der Einführung farbiger Arbeiter darlegen wallen. Gewerksthaftkches. Die chineftjchen Kontraktarbeiter in Frankreich. Im..New Siatcsman" vom 13. Januar berichtet ein Chinese über das Uebereinkommen der chinesischen Regierung mit der französischen, betreffend die Arbeitsbedingungen von chinefischcn Arbeitern in Frankreich. Ter vereinbarte Arbeits* kontratt bestimmt, daß die Arbeit nicht militärische Dienste zum Gegenstand haben darf, sondern nur Tätigkeiten auf dem Gebiete von Handel und Industrie. Der Vertrag ist für fünf Jahre abgeschlossen, nach welcher Zeit den Arbeitern die unentgeltliche Rückreise gesichert iü. Dieser. Anspruch bleibt auch bei einem längeren Ver- bleiben in Franreich und seinen Kolonien aufrecht. Das Uebereinkommen unterscheidet zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern. Für beide Kategorien ist ein Maximal- arbritstag von tri Stunden bestimmt. Als Tagclohn erhalten die Gelernten 1.5(> Fr., die Ungelernten 1,25 Fr., die erneren weiter 40 Fr. monatlich, die letzteren 35 Fr. monatlich für ihre Zlngehörigen in China. Die Auszahlung dieser Beträge geschieht in China. Kost und Wohnung wird den Arbeitern unentgeltlich gegeben und zwar sind folgende Lebensmitrel festgesetzt: 100 Gramm Reis, 1000 Gramm Weizen, ISO Gramm Fleisch, 230 Gramm Gemüse, 15 Gramm Tee, 15 Gramm Fett und 43 Gramm Salz. Ter Gewährsmann des„New Statesman" bezeichnet die Ernährung auf Grund seiner Erfahrungen als sehr gut.— In Frankreich wohnende chincsi'che Intellektuelle haben darauf hingcdrungen. daß die Arbeiter in Frankreich technisch ausgebildet werden, so daß schließlich der nationale chinesische Kapitalismus Nutzen aus dem Abkommen ziehen soll. Zurzeit sind 3000 solcher Kontraktarbeiter in Frankreich tätig und inan'plant die Heranziehung einer vierfach größeren Zahl. Der Artikelschrcibcr sagt, daß von feiten der französischen Arbeiter keine Schwierigkeiten zu erwarten seien. Deutsches Reich. Gemeinsamer Syndikus für Unternehmer und Arbeiter in der Handschuhindustrie. Zur Unterbringung der KriegHverletzten aus der LederbanMchuh- Industrie ist zwischen dem Verband der Leder bandschuhfabrikanien und dem Lederarbeiierverband schon im Vorjahr eine Arbeiisgemein- schast erricklel worden. Mit Beginn dieses Jahres erfuhr diese laut Vereinbarung der beiden Organisationen eine Erweiterung durch Einsetzung eines SyndiklisicS zur Mabrnehmung aller der- jenigen Interessen,' die Arbeiier und Unternehmer innerhalb der Lederindustrie gemeinsam haben. Es handelt sich bei diesem Syndikat zunächst allerdings um eine durch die diversen KriegSmaß» nahmen, wie Lederbeichlagnohme, Ein- und AuSiubrveibok noiwendig gewordene Einrichtung, doch ist als sehr wahrscheinlich anzunehmen, daß diese Einrichtung von beiden Organisauoilen über die Dauer des Krieges beibehalten werden wird. Zum Syndikus wurde der RelchStagSabgeordncte Georg Davids o h n iSoz.) ernannt. Der mit ihm und zwischen den beiden Organisationen abgeschlonene Vertrag bezeichnet es als feine Ausgabe, alle diejenigen Interessen zu vertrete», die beide Organ:- sationen innerhalb der Industrie gemeinsam haben. Der Syndikus erledigt die zur Ersüllung dieser Verpflichtung erioiderlichen Arbeiten, macht, soweit es die Siellung criorderi. Reisen und nimmt, wenn nötig, an Besprechungen, Konterenzen und Versammlunge» teil, in denen wichtige Fragen der Lederhand'chuhinduirrie erörierl werden sollen. Er verfolgt die Vorgänge in Presse und Parlament, die für die Arbeiter und Unternehmer der Jndustne von Wichtigkeit sind und nimnit Anregungen von beiden Verbänden enigegen zur Weilerver» folgung bezw. läßt solche an ieine Auftiaggeber gelangen. In Or- ganisationSangelegenheiten siebt dem Syndikus eine Einmischung nicht zu, die Kosten für das Syndikat werden von den beiden Or- ganlsotionen zu gleichen Teilen getragen. Es ist in Deutschland wohl zum ersten Male, daß sich Unier- neymer und Arbeiter auf eine derartige Einrichtung verständigen und sich kontraktlich verpflichten, auf diese Art die Interessen der Industrie gemeinsam wadrz»nehmen. Der Verband der Leder- handichuhfabrikanlen bat unter einer früheren Leitung«s als feine wichtigste Aufgabe beirachiet. die Gebilfenorganiialion zu bekämpfen und dieser z. B. gelegentlich der Erneuerung des Zoll'alifs den »Kampf bis aufs Meiser" angesagt. Das war freilich ein vergeb- liches Bemühen. So damals. Heute haben beide Organisationen einen Sozialdemokraten zum gemeinsamen Syndikus. Das wird den Ardeitein sicher nicht zum Nachteil gereichen. Teuerungszulagen in der Lederware, nndnstrie. Die vom Verband der Sattler und Poriefeulllcr eingeleitete Bewegung zur Erringung einer Teuerungszulage für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Portefeuilles» und Reifearlikelbetriebe hatte einen kleinen Eriolg. Die Unternebmervcreinigung lehnte trotz der verlängerten Tarifverträge jede zentrale Verhandlung mit Ver- UStsrn der Arbeiierorganiiation über die Zulage ab. Sie balle auf einer Konferenz befchlosien, iblen Mitgliedern zu empfehlen. eins Teuerungszulage zu gewähren, ohne sich zu ver- pflichten, daß die Zulage tarirverbindlich und darum ein- klagbar sei, wie die' letzte Zulage vom 1. April IVlS. Weil zu befürchten ist. daß nichr alle Mitglieder der Fabrikanren- organiiation der Empfehlung, eine Teuerungszulage zu gewähre», nachkommen, haben die OrtSverwaltungen des Verbandes der Sattler und Porteseuiller gegen diese Art der Bewilligung Einspruch erhoben; sie verlangen eine taritrechiUche Bindung.— Die Berliner Fabrikanien haben beschlosien, ihren Arbeitern und Arbeiterinnen ab lö Januar 10 Proz. des Verdienstes zu der im Borjahr bewilligten Zulage zu zahlen. Im Industriezentrum der Lederwarciiindustrie Offenbach-Frankfurt haben im Gegen- fätz zu Berlin und Stuttgart am 27. Januar Verhandlungen statt- gefunden, die auch zu tarifverbindlichen Vereinbarungen führten. Sind diese Zugeständnisse an sich bei der herrschenden Teue- rung für den Lebensunterhalt unzureichend, so mug es geradezu Beiremden erregen, daß die Unternehmer es ablehnten, dieie Frage von Oiganisalion zu Organisation zentral zu regeln, obgleich in den maßgebebeiideit Orlen bereits seit 20 Jahren die AibeiiSbedinglingen tariflich geregelt find. Es bat den Anichein, als wollten die Fabrikanten für den nächsten Tarifabichluß ichon jetzt Vorkehrungen treffen, damit sich nicht das wiederholt, was sie im Vorjahre tarif- verbiiidlich zugestanden haben, nämlich daß die Fabrikanten ersatzpflichtig gemacht werden können, wenn von ihnen beschäftigte Zwiichenmeister ,hrc Hilfskräfte nicht tarifmäßig entlohnen. Diese vorjährige Errungenschast ist geeignet, dem Schwitzmeistershstem ein Ende zu bereilen. Ihre jetzige Haltung zeigt, daß sie während deö Krieges, soweit sozialpolitische Fragen in Betracht kommen, nichts zugelernt haben. Ein Anlaß mehr für die Arbeiter, stets auf dem Pesten zu sein und jür Erstarkung ihrer gewerkschaftlichen Organi- sation zü jorgen. Verlin unü Umgegenö. Eiuheitlicho Teilstucklohnsatze für die Biilitürschneiderei In Fortsetzung unserer gestrigen Veröffentlichung über die neuen Teilftücklöhne bringen wir heute die nachstehenden: Stieselhose. a) Einrichten. Laufende Nummer anbeftcn. Taschen ab- zeichnen und einschneiden, Schnallgurte, Schlitzleiste und Aoseaftucke zurechischnei-den, Zutaten zuteilen 0,21 M. b) Maschinenarbeit. Taschen anfertigen 0,33. Schnall- gurte, Schnallgurtschlaufen. Änopflochleiste und Aufhänger anfertigen. Gesäßfutter zusammennähen, Hochsteppen des linken Teils, Hosenstücke und Knopfstreifen annähen, Stegbänder zusammensteppen 0.28. Seitennähte zusammennähen 0,10. Schritt- und Krcuznaht zusammennähen 0,l4. Knopflochleiste, Bundsutter und Knopfstreifen absteppen 0,17. Futzsuttcr absteppen und Steg- bänder einsteppen 0,11 M. In Summa 1,13 M. ej Knopflöcher anfertigen söhne Riegel) 0,10 M. d) Handarbeit. Knie mit Zwirn einziehen 0,05. Linke Schlitzssite umstaffieren 0,02. Taichenfutter an der Seitennaht an- staffiere» 0,04. Knopflöcher abzeichnen 0,01. Bund- und Bcinenden beschneiden 0,03. Knopf- und Schnallgurtbeilage unterheften, Knopf- lochleiste. Bundfutter, Knopfstreifenfutter und Gesätzfutter ein- beften 0,33. Fußfutter einheften 0,08. Knopflöcher verriegeln 0,09. Bund- und Gesätzfutter anstaffieren,- Taschen und Hosenschlitz sticheln, sowie sämtliche Riegel anbringen, Aufhänger,«chnallgurt- schlaufen und Knöpfe annähen, Schnürlöcher anfertigen 0,87 M. In Summa 1,52 M. e) Bügeln. Hose ziehen, Hoienstücke, Taschenbesetzen und Knopfureifen ausbügeln 0,80. Nähte ausbügeln und Hofe einbügeln 0,20. Hole abbügeln 0,25. In Summa 0,75 M. Geiamtlohn für die Sriefelhofe 3,71 M. Für das Anbringen von Bei ätz lad er 0,42, für Kmeledc: 0,34 M. mehr. Rriihofe. a) Einrichten. Laufende Nummer anhaften, Taschen ab- zeichnen und einschneiden, Schnallgurte, Schlitzleisre und Hosenstücke zurechtschneiden, Zutaten zuteilen 0,23 M. b) Maschinenarbeit. Taschen anfertigen 0,33. Schnall« gurte, Scbnallgurtschlaufen. Knopflochleiste und Aufhänger an- fertigen, Hochsteppen des linken Teils, Gesätzfutter zusammen- nähen, Hosenstücke und Knopfstreifen annähen, Stcgbänder zu- sammanireppen 0,25. Sechs kurze Nähte zusammennähen 0,07. Nähte unter dem Reichesatz mit Kreuzstichen zusammennähen 0,12. Futter zusammennähen 0,07. Reich eiotz auft'teppen 0,13. Seiten- nähte zusammennähen 0,10. Knopflochleiste, Bund- und Knopf- streifen lchstcppen 0,17. Beinenden absteppen und Stegbänder ein- steppen 0,11. Äreuznaht und Rettbesatz zusammennähen 025 M. In Summa 1,35 M. cj Knopflöcher anfertigen(ohne Riegel) 0,10 M. d) Handarbeit. Linke Schlitzseite umstaffieren 0,04. Knopflöcher abzeichnen 0,01. Bund- und Beinenden be'chneiden 0,03. Futter einfchlietzlich sämtlicher linterlagen unterbeften 0,14. Reit- befatz auf- und umheften 0.13. Knopflochleiste einheften, Futter am Bund und Beinende umheften 0,18. Futter anheften und staffieren, Äreuznaht unter dem Reitbesatz zusammenstechen 0,30. Knopflöcher berriegeln 0,07. Taschen und Hosenschlitz sticheln, sowie sämtliche Riegel anbringen, Aufhänger, Schnallgurtschlaufen und Knöpfe annähen, Schnürlöcher anfertigen 0,87 M. In Summa 1.77 Mj e) Bügeln. Hosenstlicke, Taschenbesetzen, Knopsitreifen und die 6 kurzen Nähte ausbügeln 0.12. Seitennähte, Kreuz- und Reit- beiatznaht ausbügeln 0,10. Futter bügeln 0,03. Hofe abbügeln 025 M. In Summa OHO M. Gesamtlohn für die Reithose 4,28 M. Bemerkung: Für das Aufsetzen des KmeschutzeZ 0,19, für Borde an Husarenretthofen 0,49 M. mehr. Blaue Arbeitsjackc. Einrichten 0,05. Maschinenarbeit 0,75. Handarbeit 0,85. Knopf- löcher(ohne Riegels 0.16. Bügeln 0,10. Schnürlöcher 0,09 M. Gesamtlohn für die Arbeitsjacke IchO M. Weifileinenhofc, DrUch- oder blaue Arbritshosr (auch auS Sommer-, Zeltbahn- oder Khaktstoff). Einrichten 0/>2. Alaschinenarbeit 021. Handarbeit 0,28. Knopf- löcher(ohne Riegel) 0,10. Bügeln 0,05 M. Gcsamtlohn'für die Arbeitshose 12« M. lstefangenru-Jacke. Einrichten 0,11. Maschs nenaicheit 1,65. Handarbsit 0,50. Knopflöcher(ohne Riegel) 0,12. Bügeln 025 M. Gesamtlohn für d:e Gcfangenan-Jackc 2,63 M. Tuchhose für Gefangene,.. Einrichten 0,10. Maschinenarbeit 028. Handarbeit 0,50. Knopflöcher(ohne Riegel) 0,10. Bügeln OVO R. Gefamtlohn für dte Gcffangenenhose 1,88 M. Mantel für Gefangene. a) Einrichten. Taschen, Taillenlänge und Rückenschlitz ab- zeichnen, Gurte zurechtjchneiden. Futter schneiden, laufende Num- mer anheften, nach Farbe sortieren, Zutaten zuteilen 025 W. b) Maschinenarbeit. Seitentaschen anfertigen(ohne Riegel), Vorderteilbesetzen stückeln 0,40. Rückenschlitz und Gurte an- fertigen 025. Kanten perstürzen. Kanten und Knopflinie steppen 0,20. Settennähte zusammennähen 0,06. Umbug an der unteren Kante steppen 026. Gurte an den Seitennähten durchsteppen 0,02. Aermel und Futter zusammennähen 0,15. Achsel zusammennähen 0,03. Unterkragen stückeln und absteppen 0,10. Oberkragen ver- stürzen, Kragen und Schlaufe steppen 0.12. Kragen aufnähen 0,04. Aermel einnähen und Aufhanger anfertigen 0,05 R. In Summa 1,48 M. c) Knopflöcher anfertigen(ohne Riagel) 0,14 M. d) Handarbeit. Kanten abzeichnen, verschneiden und sämt- liche Knopflöcher abzeichnen 0,12. Eckenband asthcfteu. Kanten umheften und Besetzen unterheften 0,l3. Verschlußbakcn und Zwirn- äse anbringen 0,03. Futter in den Vorderteilen. Rücken und Schlitz unterheften 0,13. Uuibug an der unteren Kante umheften 0,07. Aermel unterziehen 0,08. Aermel einheften 028. Kragen ver- schneiden 0.07. Oberkragen aufheften 0,10. Haken und Oese am Kragen annähen 0,12. Kragen aufheften 0,05. Oberkragen übernähen 0,04. Leibfutte? und Besetzen staffieren. Aermelfutter über- nähen und Aufhänger annähen, vordere Kanten und Rückenschlitz staffieren, sämtliche Riegel und obere Oese anbringen, sämtliche Knopflöcher verriegeln 123. Knöpfe abzeichnen 0,05, Knöpfe an- nähen 0,12. Kragenschlaufe annähen 0,01 M. In Summa 2,47 M. e) Bügeln. Vorderteile einbügeln und Futterstreifen ein- kleben. Besetzen ausbügeln und Taschenpatten festbügeln 0,15. Rückenuntertrrtt und Seitennähte ausbügeln 0,05. Achsel ausbügeln 0,02. Aermelnähte ausbügeln 0,04. Aermel abbügeln 0,08. Obcr- und llnterkragcn ziehet: und Nähte ausbügeln 0.17. Kragen ab- bügeln 0,08. Kragen ausbügeln 0,02. Manie! abbügeln 020 M. In Summa 0,81 M. Gesamilohn für den Gefangencnmantcl 325 M. flus öer Partei. Tie Partei der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft hielt am Nachmittag des 1. Februar in Berlin eine neue Raichskonferenz ab, an der ca. 30 Delegierte teilnahmen. Es waren neben den Ab- geordneten u. a. Vertreter aus Groß-Berlln, Leipzig, Halle, Königs- barg, Dresden, Frankfurt a. M. ,ufw. anwesend. Henke nicht mehr Redakteur der„Bremer Bürgerzeitung". Der Reichstagsabgeordnete Henke ist aus der Redaktion der»Bremer Bürgerzeitung" ausgeschieden. lieber die näheren Umstände schreibt unser Bremer Parteiblait: »Die GeschäftSleitung bekam mit dem Genossen Henke vor einiger Zeit Differenzen, die aber wieder beigelegt wurden. Am Sonnabend ließ sich Henke während einer Auseinandersetzung mit dem Redakteur Donath und dem Geschäftsführer Rose zu außer- ordentlich schweren Beleidigungen dieser beiden Ge- noffen hinreißen, die ein weiteres gedeihliches Zusammenarbeiten mit ihm unmöglich machten. Die GeschäftSleitung sah sich ge- zwungen, das Anstellungsverhältnis mit ihm sofort zu lösen. Das Austreten Henris trat sehr provozierend und erzeugte den Eindruck, daß er diesen Ausgang selbst herbeizuführen suchte. Wie die»Bremer Nachr." berichte», ist ihnen von einer Seite mitgeteilt worden. Henke habe AuSftchi, an einem auswärtigen Parteiblatte angestellt zu werden. Stimmt didse Nachricht, dann erscheint Henkes Verhalten durchaus begreiflich." Mus Inöustrie unü kanöel. Kurse lederiudustricllcr Aktien. Zu denjenigen Jndusilien. denen durch ÄmgSIiefcrungen und iniolge des Krieges überhaupt ungeheure Profile in den Sckoß fielen, gekört in elfter Linie die Ledeiindusirie. Die Bilanzen der Aktienunieriiebmungen beweise», daß die Lederfobrikanten alle Ur- fache baden, mit der Rentabilität ihrer Betriebe zufrieden zu sein. Es ist bekannt, daß Divtdenden in der Höhe von.30 Pioz. durchaus nickt zu den Seltenheiten gehören und daß Ab'chreibuiigen und Rückstellungen vorgenommen wurden, wie fie selten auzulieffen sind. Die Aktien- Ldderiabril Adler u. Oppenheim er, die bekanntlich in einem Kriegsjahr 25 Millionen Ueberschuß abwari, ichrieb• z. B olle wichtigst->n Konten bis auf eine Mark ab, das rieienhaire Straßburger Grundstück im Werte von 6 Millionen Mark steht infolge Abschreibung nur noch mil einer Million zu Buche. In welchem Umfange die Leder- industris verdient, geht auch aus den diversen Wohl'ahrlsstifiungen hervor. So hat die Lederfabrik von Hermann Sager in Reu- münster, eine der größten Lederiabrikeir Norddeulschlands, der dortigen Sladiverwaltung binnen wenigen Mmtaien 1200000 M. in Form von StiflungSgeldern zur Vermgung gestellt. Der kürzlich zwecks Vo, anlagung zur KnegSgewinnsteuer veröffentlichte Kurs- beucht wies für die Aiiien der Lederindustrie Steigerungen bis zu 150 Proz. aui. Die Aktien der Lederfabriken Spicharz und WandS- bek ballen am 30. Dezember 1913 einen Kurs von 210 bezw. 165 gegen 84 bezw 66 als letzten Friedenskurö. Von sieben anderen Attlenfabriken lasten wir hier eine Gegenüberstellung der Kurie und ihre Steigerungen folgen. E§ weisen auf: Wir sehen eine beträchtliche Steigerung der Kurswerte. Betrug vor dem Krege der niedrigste Kurs 50. der höchste ober 183. so haben wir jetzt Kurse von 135 bis zu 310. ES ist sehr bezeichnend sür die Leeer'abrikanten, daß sie lrotzdem bei der Gewährung zeitgemäßer Löhne recht wenig Entgegenkommeii erweisen. Wenn die Gerber elwaS bester wie in Friedenszetteir verdienen, dann nicht, weil man ihre Löhne aufbesterte, sondern. weil der bessere Verdienst durch Mehrarbeit bei den alten Lohnsätzen entstand. Statt die Löhne zeitgemäß aufzubeffsrn sind in letzter Zeit mehrfach Verichlechterungcn gemeldet worden. Leider sind die Lederarbeiter— wir haben hier die Lob- und Chromgerber im Auge— nicht so gut organisiert, daß fie von der Mitschuld an ihrer ungünstigeu, der Schwere ihrer Arbeit und der Lebensmittel« ieuerung nicht entsprechenden Entlohnung ftet gesprochen werden könnten. Die Terlehnskasicn des Reiches im Zahre 1913. Das neueste Hett der Zeitschrift des königl. preuß. statistischen Landesamts gibt über die Eiilwuklung der Darlchnskassen des Reiche» im Jahre 1915 einen Uebcrblick. dem wir folgendes entnehmen: Seit ihrer Eröffnung am 7. August 1914 bis Ende 1915 gaben die Kasten entiprechend dem jeweiligen Darlebnsbestand Scheine zu 1, 2, 5 und 20 M. im Gesamtbeträge von 2347 Millionen Mari aus, von denen 972,2 Millionen, das heißt 44.4 Proz. in den freien Ver- kehr geietzl wurden. Die vorgesehene Höchstgrenze von 3 Millionen Marl ist somit bis jest nicht erreicht worden. Dagegen zeugt der bisherige ansehnliche Umsatz der Kasten in der Gesamtsumme von 21.6 Millionen Mark davon, daß ihre Inanspruchnahme recht erbeb« lich war. Am lebhai'testen vollzog sich der Kredilverkehr naturgemäß bei der Darlehnskaste in Berlin, die 1915 einen Umiatz von 9329,9 Millionen Mark hatte und Darlehen im Betrage von 5041,5 Millionen Mark gewährte: daS macht von sämtlichen Darlehen im Reiche, die sich aus 8937.4 Millionen Mark beziffern, 56.4 Prozent aus. Dieser Forlaang des DarlehnsgeschätteS ist, von den vorüber- gebenden Vorichüssen an die Kriegsanleihezeichner abgeieben, r« wesentlichen Maße auf den erhöhten Kreditbedarf der Kommunal- Verwaltungen und Bundesregierungen sowie auf die Jnanipruch- nähme der Darlehnskasten seitens der KriegSgeiellschaflen zurück- zuiübren. Insbesondere der Umstand, daß der Zinssatz der Kassen (o% Proz) um V» Proz. niedriger ist als der Lombardiatz der Rerchsbank, bat dazu beigetragen, daß die Kteditinstiture einen großen Teil ihres Uliimobedarfs bei den Darlebnslaffen deckten. Erste niederländische Messe. Pom 23 Februar bis 10. März 1917 findet die»Erste niederländische Messe" statt, die eine» rein nationalen Eharatter trogen soll. Ausschließlich Erzeugnisse, welche in den Niederlanden und seinen Kolonien hergestellt oder bearbeitet worden sind werden zur Messe zugelassen. Besonders werden ver- ireten sein: Porzellan, Gla« usw., Gold- und Silberwaren. Graphische Industrie, Artikel der Chemie. Holz-, Kork- und Stroh- bearbeilung. Modeartikel und Konkeklion, Kunstgewerbe, Leder, Kautschuk usw., Kohlen, Torf usw.. Metallbearbeiluna. Instrumente. Maschinen, Motore usw» Papier und Papierwaren. Textil. Gas und Elekirizität, Ernährungs-, Geimßmittel usw. Babnermäßigungen ab holländischer Grenze durch den Syndikus von«oaher der Ersten Nlederländtschen Kauimannsgilde in Düffeldorf. Eingegangene Druckschriften. Sozialistische M-natShefte. 2. Seit. 23 Jahrg. Alle 14 Tage ein Seft. S0 Pi. Selbstverlag Berlin W 35. Ter Almanach der»Neuen Jugend" auf das Jahr 1917. 1 27. Verlag»Neue Jugend", Berlin-Cbarwltcnburg 4 Ter Krieg 1914116 in Wort und Bild. Heft IM—11 4. Jede Woche rill Hell. 30 Ps. Bnlag Bong u Co.. Berlin W 57. Böltrzführrr und-Vrrsuhicr. Bon B. L. Frhr. v. Mackah. Geb. S M. Verlag Rütte» u. Loenmg, Frankiutt a. M England und wirk Von Dr. Georg Solmssen. 60 Pf. Verlag A. Marcus u. E. Weber. Bonn. .Voltsgesundheit". Jlluftr. MonatSlchrist. 27. Jahrg. Hest 1. Einzelnumm'r 30 Pf. Verlag»Volksgcsundheii". Kötzlchenbroda-DriSdcn. Wirtschaftliche Rutz-Hühuerzucht mit Sbar-Koch- und Backbuch iür die Kriegs- und FiiedcnSzeit. Bon Piof. I. Röder. Broich. 30 Pf Volksbücher-Verlag F. Hossmann, Hamburg 33. Die neuen Reichs-Kriegssteuer-Gesev«. 1 M. L. S. Schwarz u. Co.. Berlin 8, Dresdener str. 80. Kriegsberichte aus dem Grosteu Hauptquartier. Hest 21—23. Jedes Hest 25 Pf. Deutsche VcrlagSanstalt, Stuttgart. Balkan«ud Orient. Sonderausgabe der Zeilschrist:»Die Tex.'ll- Woche". 6 M. Verlag Fritz Hirtchberg u. Co.. G. m. b. H., Berlin C 19. Vom Tode. Blätter aus dem Tagebuche eines SantlätS-ZirafifahrerS. Preis 3 M. Verlag Walter S. Müblau. Kiel. Vatrr!andsvrr«eidigung und auswärtige Politik der Sozial- demokrati«. Von Speltaior. Preis 25 Rappen. PromachoS-Verlag, Bern-Belp. Timur. Novellen von Kasimir Cdschmid. Seh. 2,50 R., geb. 3,50 2«! Verlag 51url Wo Ist. Leipzig. Verauiworilich sür Politil: Hermann Muller, Tcmpelbos; sür den übrigen Teil d. Blattest Alfred Scholz. Neukölln: sür Inserate: Dh. Glocke. Berliu Druck u. Verlag: BorwättS Buchdruckerei u. VerlagSanftall Paul Singer& Co. Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltnugsblatt. �2 üfjianf dts„Vllmarts" Derliller Alksbllltt. Klärung in Groß-Oerlin. Zur Klärung der OrganisationSverhältnisie in Groß- Berlin hatte der Genosse Eugen Ernst namens zahlreicher Parteigenossen sich mit dem nachfolgenden Schreiben an den Vqrteivorstand gewandt: Berlin, den 26, Januar 1617. An den Parteivorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Werte Genoffen! Tie Unterzeilbneten ersuchen den Parreivorstand um Mstteilung. tv:e sie sich in Oroh-Berltn angesichts der durch dl« verichiedenen LvposilionSgruvpen vollzogenen Trennung von der Gesamtpartei zu verhalten beben. Tie Leitungen der Berliner Woblkreiö» organiiaiionen stehen, mit Ausnahme des allen ÄreiSwahlvereinS iirr Telww-Aeeskow, auf dem�Boden der Opposition, sie�nebmen in ihr rührende Stellung ein und stellen ine gesamten Mltel und Ein- r-chtungen der Partei in deren Dienst. Durch Meie Tanäche kommen die aus dem Boden der Eni- scheidungen des ParteiausschusieS und des ParleivorstandeS siebenden Parteigenoffen Grosi-BerlinS bei der ferneren Zahlung von Partei- beitragen in einen schweren Gewiffenstonflikt. Durch Zahlung weiterer Beiträge lieferten sie den von der Partei abgeiplitlerten LpvosilionSorganiiätionen die Minel zur Be kampiiing der Partei. Eine Möglichkeit, die zur Zugehörigkeit zur Partei notwendigen Beiträge an anderer Stelle zu zahlen, ist nicht vorbanden. Sie muh aber geschaffen werden, um der Partei die Mitglieder in Berlin zu erhalten. DaS ist eine Frage der Notwehr I Den» darüber kann kein Zweifel bestehen, daß die gegenwärtig die KreiSorganiialionen beherrichende Opposition bewugl die Spaltung der Parter und die Abslohung der auf dem Boden der Parteimehv heil stehenden Genossen vorbereitet hat. Für die Entwicklung der Dinge rn Berlin erlauben wir uns, nur elnigeö unter Beweis zu bringen: linier bewußter Verletzung der in Berlin geltenden organisa- torischen Bestimmungen ritz die Opposition die Herrschast tn den Olganiiationen an sich. So wählte man im vierten Wahlkreis trotzdem das Statu« Urwahle« vorschreibt— den KreiSvorstand fo- rvie die Mitglieder des ZentralvorstandeS in der sogenannten KreiS- komerenz. Und dies?, weder noch KreiS- noch Bezirksstatut ordnungS- gemäß gewählten Vertreter haben an all den für Berliner Organi- sationsleben io eiiiichneidenden Beichliisien im Aktionsausschuß, im Zentralvorstand und auch in der Prrßkommissiou mitgewirkt. Als zwanzig auf dem Boden der Parteimehrheit stehende Zentral Vorstandsmitglieder gegen die Berufung einer Verbands- generalveriammlung Protest erhoben, weil sie im schroffsten Wider- ipruch zum Statut stand, eventuell ohne Bericht und ohne Möglich- lest der Rechtstrngung der bisherigen OrganiiätionSleitung, nur zu deren Abiögung durchgerührt weiden sollte, beschloß die oppositionelle Mehrheit des Zentralvorstandes bereits offen die zukünftige Schei- dung. Sie schließt eine Erklärung mit der Drohung: „Wenn die zwanzig Mohen. sie würden die Beschlüsse der— sstaiutenwidrig berufenen!>— Gcncralveriamtnlung nicht anerkennen, io würden sie sich mit der Betätigung dieser Drohung außerhalb der Organisation pellen." Der„Vorwärts" iollle unter allen Umständen dem im Partei- statm vorge'ehcnen Emrluß des ParleivorstandeS entzogen werden. Schon am 2S. April llZtS wurde in einer Wahlvereinsversammlung die Parole ausgegeben: »Die Hauptiache ist, Geld in die Hände zu bekommen!"... „Der„Vorwärts" ist aus dem Haufe Lindenstr. 3 heraus- und unter die alleinig« Rontrolle der Berliner zu driuge«. Zuerst ist Fischer zu kündigen, die anderen kommen dann an die Reihe. Zu wenigen Monatco ist alles erledigt."> DaS gelang nicht. Als dann der Parteivorstand das Blatt vor dem dauernden Verbot gerettet, als es wieder seine Aufgaben ol« Zsiitralorgan-ersüllie. erfolgte der»VorwärtS'-Boykoit mit der von dem Redakteur Slröbel im sechsten Wahlkreffe gegebenen Betonung: »Nachdem alles ander« nichts geholfen, bleibt uns nichts übrig, als den.Vorwärts' zu ruinieren." Dieier Boykottbeichluß steht ebenfalls in Widerspruch zum Statut der Berliner Paneiorgamtätion, desien§ 11 beiagt, daß jedes Mitglied„für die weiteste Berbrritouz des„Vorwärts" Sorge zu tragen hat." Gegen Parleigcnoffen. die nach dem Statut handeln, also im Gegensatz zu dem Boykottbeschluß den.Vorwärts' weiterlesen, zahlen und für ihn agitieren, beschloffen die Berliner Orgwationen: „Dir Aberkennung der Befugnis, in Zukunft Ehrenämter in der Partei und in ihren Organlsationru zu betleide»." Die'e tief einschneidende Maßnahme ist nach dem Siatui der Ge'ämtparlei nur auf den« Wege d-S Ansschlnßversahrens zulässig. H'er werden Parteigenossen in Bausch und Bogen die parier- genöisiichen Ehrenrechte aberkannt.— In Konseaueuz dieses BeichluffeS ist man bereits dazu übergegangen, altbewährte Partei- genoffen znr Niederleguttg ihrer Mandate als Gemriudeverireter usw. zu zwingen. Zeigt sich so der..BorwärtS'-Boykott nur als die letzte Phase eines lang vorbereiteten ÄampfeS um seinen Besitz, so nickt weniger die jetzt erfolgte offene Trennung von der Partei als der Schlußakt einer langen Reihe organisatorischer Maßnahmen, die zu Wesen und Geist der EmheitSorgaitisatio» m scharfem Gegensatz stehen. Seit Beginn des Jahres ISIS haben nach der öffentlichen Er- klärung LedebourS und HoffmamiS Gebeimkonfcrenzon die Entscheidungen der Berliner Organisation beeinflußt. Eur fester organisatorischer Zusammenschluß der Berliner Opposition trat mit dem Unierichriften-Flngblatt vom S. Juni ISIS in öffcntlicke Tätigkeit. Tie Kasteit wurden durch Sammlungen zu decken vcr- sucht. Ohne Kontrolle durch die Organisation stellten sich Teile der- selben in den Dienst dieier Tätigkeit. Zu internationalen Kon- ierenzcn der Opposition wurden Delegierte entsandt. Die Gelder dazu sind van der Organisation, angeblich für.Kulturzwccke" be- willigt. In Kienthal bat der erste Borfihcnde der Groß-Brrliner Or- ganisatio», Adolf Hoffmonn. die feste Absicht der Parteispaltung durch die Erklärung bekundet: „Wenn wir auf den nationalen Parteitage» in der Minderheit bleiben, werden wir die Konsequenzen ziehen." Den festen organisatorischen Zusammenschluß aller auf dem Boden der Opposition stehenden Organisationsgruppe» im Reiche unter Führung der Groß-Berliner OrgansiationZIeitung forderte die Resolution Luxemburg, die in der BerbandSgeneralveriammlung vom 29. Oktober ISIS einem ueugebildeten Aktionsausschuß zur Er» ledigung überwiesen wurde. Im Statut der Groß-Beilmer Partei- orgoniiation hat ein solcher Aktionsausschuß keine Grundlage und über seine besondere Tätigkeit ist keinerlei Bericht an die Mitglieder gelannt. Jetzt zeigeu die Einbcrufnug der NeichSkouferenz der Opposition nud die vou ihr gesastten Beschlüsse, die Erfülluni' der in jener Resolution gestellten Forderung. Die Groß-Berliner Organisationen haben nach dieser Vorarbcn die Rcichskonferenz der Opposition offiziell horch Delegierte beschickt. an ihren Beschlüffen witgewirkt. Sie sind weiter durch die offizielle llnterzcichnuug des Aufrufs der Arbeitsgemeinschaft und die von den Wahlkreisen gebilligte Resolution deS ZentralvorstandeS für deren Aussühtung eingetreten. Ganz so wie da§ führende Organ der Arbeitsgemeinichatt, die»Leipziger Bolkszeitung" erklärte, daß»die selbständigen Organisationen der einzelnen Richtungen nebeneinander bestebr» bleiben", io betont auch das oisizielle Blatt der Berliner Organisation,� das.Mitteilungsblatt" vom 28. Januar 1917, daß ans dieier Krise„die Opposition geschloffen über das Reich hervor- gehen müsse". Tie Stellung der Berliuer Organisation ist also völlig klar. Besonders hinweisen wollen wir noch ans die von den Organi- salione» zwar nicht beschloffene, von deren Leitungen aber tatsächlich geübte BeitragSspsrre gegen den Parteivorstand. Sie steht im Widerspruch zu den Bestimmungen des OrgonimtionSstatutS und erfolgt, obwohl verschiedene Berliner Wahlveceine über nicht unerhebliche Barmittel verfügen. Sehr bezeichnend hierfür>st die Er- klärung, welche der zweite Vorsitzende Groß-BrrliuS, Karl Leid, im sechsten Wahlkreise abgab, als ein Redner die BeitcagSiperre fordeite: „So etwas tut mau, aber sagt es nicht!" Nachdem so die offene organisatorrsche Trennung durch die Lt'posiiion herbeigeführt worden ist. ist es eine dringende, schnell zu erfüllende'Aufgabe de? Parteivorstandes, de» Parreigenoffen»n Groß-Berlin die Möglichkeit der weiteren Zugehörigkeit zur Partei zu schaffen. ES muß ihnen schnellstens Gelegenheit gegeben werden, ihre Beiträge an eine Stelle zahlen zu können, die die Verwendung der Parteiinittel im Siiinc des Parteistaluis sicherstellt. « s Dsx Parteivorstand hat dieses Schreiben ivie folgt be- antwortet: Werte Genoffsn! DaS von einer großen Anzahl Berliner Parteigen offen an uns gerichtete Schrerben vom 29. Januar 1917 hat dem Parteivorstand vorgelegen. Unsere Stellung zur Reich?-Sonderkonferenz der Opposition er- gibt sich aus dem Beschluß des ParteiausschusieS vom 18. Ja- nuar 1917, dem wir zustimmten und auS unserm Aufruf:„An die Partei!" vom 20. Januar 1917. In beiden Kundgebungen wird er- klärt: die Sonderkonferenz der Opposition irnd die von ihr be- schloffene Sonderorganisation stehen im Gegensatz zu dem im Partei Programm festgelegten einheitlichen Kampf der Arbeiterllaffe; sie sind unvereinbar mit dem Organisationsstatut der Partei. Organi- iationen, die sich auf de» Boden dieser Konferenz und ihrer Beschlüsse stellen, scheiden damit aus der Gesamtpartci aus. Der Verband der Sozialdemokratischen Wahlvereine Groß- Berlins steht zweifellos auf diesem Boden. Tie Berliner BerbandSgeneralversammlnng vom 29. Oktober 1916 Hai einen besonderen Aktionsausschuß eingesetzt, dem auch die Resolution Luxemburg zur Erledigung überwiesen worden ist. Diese Resolution verlangt den festen organisatorischen Zusammenschluß aller auf dem Boden der Opposition stehenden Organisationen im Reiche zu einer Sonderorganisation. Diesem Verlangen hat die ReichS-Sonderkonferenz Rechnung getragen. Der Antrieb znr Schaffung der Sonderorganisation ging also von den Berllner Organisationen auöi Die Berliner Organisationen waren auf dieser Sonderiouferenz durch assizielle Delegiene vertreten, die im Sinne der gefaßten Beschlüsse wirkten. Nachdem hat sich die Berliner OrganisationSleitung mit den Veranstaltern der Sonderkonfcrenz solidarisch erklärt. In einer gemeinsamen Kundgebung mit dem Vorstand der ArbeitSgemeinschast und in einer im Berliner Zentralvorstand beschlossenen Resolution ist das Borgehen der oppositionellen Gruppen zu rechtfertigen versucht worden. Dazu kommt serner die Tatsache, daß die im Bezirksverband Eroß-Berlin zusammengeschlossenen acht Wohlkretsorgauisationen im lausenden Geschäftsjahr, also seit 1. April 1916 an die Zentral- lasse der Partei keinerlei Beiträge abgeführt haben. Mahnungen durch unS waren bisher fruchtlos, obgleich in dieser Zeit Gelder für die Zwecks der Opposition verwendet worden sind. Auch hat der Bezirksvcrband Groß-Berlin beschlossen, den»Vor-- irärts", der nach dem Organisationsstatut der Partei, Zentralorgan '-er Partei und nach dem Statut des Bezirksverbandes Groß-Berlin. Organ der Groß-Berliner Parteiorganisation ist, zu boykottieren und betreib: heute noch diesen auf die Verurch'ung des ganzen ZeitungSunternehmenS gerichteten Boykot: mit allen Mitteln. Die Groß-Berliner Organisationen haben sogar, enlgegen den statutarischen Bestimmungen den Genossen, die dieses parteischädigende und stamtenwidrige Treiben nicht mitmachen, die Partei-Ehrenrechte ab- gesprochen. ES steht sonach fest, daß die Groß-Berliner Parteiorganisationen sich tatsächlich von der Ge'amlpartei losgelöst haben und zur neuen Partei der ArbeirSgemeiitschaft gehören:- Daraus sind die aus dest Beschlüssen deS PärteiauSichusseK und des Partcivorstandss sich ergebenden Folgerungen zu ziehen. Wir werden beranlassen, daß für Groß-Bsrlm gemäß den Bestimmungen deS Organisationsstatuts der Partei Wahlkreis» organiiationen geschaffen werden, in denen die Parteigenosien, die der Partei treu bleiben und ihre Pflicht gegen die Gesamtpartei erfüllen wollen, sich organisatorisch zusammenschließen können. Mlt Parteizruß Der Parteivorstand. J.Ä.tSbert. Die vorstehende Antwort des Parteiborstandes ging dem Genossen Eugen Ernst mit folgendem Begleitschreiben zu: Berlin, den 31. Januar 1917. Lieber Genoffe Ernst! Anliegend sende» wir Dir untere Antwort aus daS von Dir im Auftrage zahlreicher Groß-Berliner Paneigenossen an unS gerichtete Tchretbeu vom 26, d. M. Du gibst wohl den Mitunterzeichnern von unserer Antwort Kenntnis. Da Du als früherer langjähriger Vorsitzender der Bezirks- organiiatian Groß-BerlinS mit den Verhälimsien vertraut bist. bitten wir Dich, im Einvernehmen mit uns die Maßnahmen in die Wege zu leiten, die erfmderlich sind, um den organisatorischen Zusammenschluß der treu zur Partei stehenden Genossen Groß-BerlinS herbeizuführen. Besten Gruß Der Parteivorstand. F. A.: Ebert. politische ilebersicht. Tie Einberufung des Reichstags. Der HaushaltsauSschutz des Reichstags hat sich am Donnerstag abend vertagt. Die näckstle Sitzung des AuS- ltmsses ist für den 21. Februar in Aussicht genommen, jedoch oll der Abg. Spahn den Ausschuß früher znsammenberusen. obald die politische Lage das erfordert. Man rechnet »eShalb mit einem früheron Zusammen- r e t e n des Ausschusses. Die nächste Plenarfitzung des Reichstages soll am 32. Februar stattfinde«. Belgien muh verschwinden! Ganz und gar unzufrieden mit dem Teil der deutschen forte an Wilson, der sich mit Belgien>»efaßt, ist der Graf ievent lo iv. Er verlangt in der»Deutschen Tageszeitung". aß der Name„Belgien" verschwinde. Er schreibt unier Hinweis auf den Grundsatz der Selbstbestimmung md Gleichberechtigung aller Nationen, wie er in der lote zum Ausdruck kommt: Dieser übrigens von un? voll neteilte Stand- punkl würde aber ailSich'.teßen. m> t Z weckbewußt>«in für die Zulunil von einem.Belgien" zu sprechen, denn in ernem belgrsckcn Sraale«st Frerheit für das flämische Volt eine Unmöglichkeit. Wirkliche Freibeil der beiden Nationalnäteir auf belgischem Boden, der Flamen und der Wallonen, kann lckdiglich durch vollkommene T r e nn u ng beider, und zwar uirier deutschem Schutze eintreten und erhalten werden. Em Werierbestehen der belgischen Regierung und des belgischen Königshauses ist aus demselben Grunde ausgeschlossen und, ebenso wie wir neulich ausführten, etwa«ine Regierung der Söbne des Königs Atderl in Flandern und in Wollomeii. Auch deshalb muß das bisherige Bklgiin perschivindeu und einem freie» Flandern und Wallonren Platz mache». Dreien beiden Völkern kann und will nach Lag« der Dinge aber er n zig und allein das Deutsche Reich wirkliche Freiheit und wirklichen Schutz geben. Dem Sinn der deutschen Note entspricht diese Auffassung in keiner Weise. Wenn Graf Neventloiv wirklich, wie er be- hauptet, das Selbstbcstimmungsrecht der Nationen anerkennt. — warum bestimmt er dann über die Belgier, anstatt diese selbst bestimmen zu lassen, in welcher Form sie ihr staatliches Dasein führen wollen?_ Höchst überflüssige Erregung. Gegen die alldepischen Blätter, die sich aus Grund'urefithrender Zeitungsberichte höchst überflüssigerweise mit der Heidelberger Rede des Genossen Scherdemo nn befaßten, haben wir bexgits in Nr. 29 Vom 39. Januar die Tatsachen mS rechte Licht gerückt. Jetzt schreibt »nö Genoffe Scherdemann, der dieser Tage in Süddentschland politische Vorträge gehalten hat. hierzu noch folgendes: »Die»Deutsche Tageszeitung' greift mich in ihrer Abendausgabe vom 29. Januar, die mir erst heute zu Gesicht gekommen ist. in per ihr eigenen gehässigen Weise wieder einmal an wegen Aeußerungen, die ich jn jüngster Zeit m Beriammlnngen getan haben soll. H'erzu zunächst dieSt Ich bin mw veraniwortffch für das, tpas ich geredet oder geschrieben hybe. nicht für Berichte, die über meine Reden veröffentlicht werden oder gar für offenkundige Fälschungen Meiner Reden, wie ich sie mehrfach in alldeutschen Organen gefunden habe. Die von mir vertretene Politik läuft m vollkommen gerader Smrc. Meine Freunde und ich stehen in voller Treue zur Landesverteidigung deS deutichen Volkes. Wir wehren uns aber auch mit aller Entschieden- heu gegen jeden Versuch, der den schweren LerteidigungSkampf der- deutschen Volkes in einen Eroberungskrieg umfälschen will. Gerade durch die törichten Eroberungsredercien und auch•-Schreibereien wird großer Unwille im Volte hervorgerufen und damit auch die Gefahr der Uneinigkeit heraufbeschworen. Im feindlichen Auslande dagegen wird durch diese Redereien der KriegSwille gestärkt. Ich sehe es als meine Pflicht an, dem entgegenzutreten, weil ich es für schädigend balle in einer Zeit, in der cS notwendig ist. das Volk von der Schwere des Kampfes z» überzeugen, den wir um die Existenz Deutschlands zu führen haben. Ich habe ir« allen meinen Reden das Volt auf- gefordert, trotz allen Verdrusses und aller Wte auszuhalten. Dann wir kämpfen ja diesen schtoeren.Kampf nicht für irgendwelche Sonder- interessen. sondern für die eigene Sicherheit und für die Zukunft deS deutschen Volles. Was die»Deutsche Tageszeitung" aus merneu Bemerkungen über Elsaß-Lothringen gemacht Haft ist vollkommener lln- sinn; ich verliere darüber kein Wori."-" Ein anucxi, mistischer Forkscht ttiler. Der Oberbürgermeister Körte von Königsberg gehört bekannt- lich als Mitglied der F0ltschr!U!ichen Voikeparlsi an. Allerdings drohte er kürzlich mit keinem Austritt aus der Partei, weil der Königsberger Verein eine Resolution gegen den Dietrich Schäferichen »Unabhängigen Ausschuß" angenommen hatte, dem Herr Körte gleichfalls angehört. Es ist jedoch nicht bekannt geworden, daß er den Austritt vollzogen hätte. In einer öffentlichen Versammlung der Ostpreußischen Gesellschaft 1912 in Königsberg führte Herr Körte folgendes nuS» Der Frieden müsse uns einen Z u w a ch Z an Macht und äußerem Besitz in Ost und West bringen. Von einer K«ieg»ents ch ad igung Wnnten wir nicht aögeh«r!. An- nsxionen in Ott und West wüßten eZ ermöglichen, die beim- t-hrenden Ärieger durch Ansiedliinge» in der Heimat seßhaft zu machen, Da Herr etörte selbst im Eingang seiner biedc davor warnte, „vor dem gefährlichen Optimismus, die Kräfte unserer Eegner zu unterschätzen', so ist er sich wohl llar darüber, daß sein Programm unbedingt kriegsverlängernd wirken muß. Ter abgeführte Fuhrmamu Au! Bielefeld wird un-! berichtet: Der natioirallioerale Llb- geordnete Fuhrmann Hatto, liier am Sonntag, den 23. Januar. in einer von den bürgerlichen Parteien veranstalteten Kundgebung eine alldeutsche Propagandarede gehalten, die von Ausfällen gegen ■o ch ei d e in a n u und Acthmaun strotzte. Die sozialdento- tratil'che Partei berief darauf als Antwort zu Dienstag, den ?g. Januar, eine Versammlung mir dein gleichen Thema ein, in der Genosse Severin.; als Referent die„FriedenSzicle der deutschen Arbeit' hoüi sozialdemolratischen Standpunkt aus behandelte. Nach ihm gab der ch r i st l i ch s o z i a l c G e w e r k- schastssekretär Oberbossel namens seiner Freunde eine Erklärung ab, in der er unter anderem ausführte: .Herr Kuhrmami ist hier heute abgeführt worden, wie er es verdient hat. Meine Parteifreunde hatte» sich für ihre Beteili- gung an der. Kundgebung ani Sonntag auSbedungen, daß Angriffe aus den Reichskanzler unterblieben. Das Komitee halte dem zugestimmt. Das ist Herrn Fuhrmann wohl auch gesagt worden, er hat sich ober nicht daran gehalten. Wenn die Kreise um Fuhrmann gegen die Regierung Sturm lausen, dann ist es wohl in erster Linie die Furcht, daß die breiten S 6z ich- teil des Volkes Zu g e st ä n d n i s s e von der Regierung zugebilligt erhalten könnten. Ich kann die Erklarnng abgeben, daß wir mit der heutigen Bersammlung einverstanden sind." Die von etloa 1300 Personen(etwa doppelt so stark als die all- deutsche Versammlung) besuchte Versammlung, in der sich auch zahl- reiche bürgerliche Elemente befanden, nahm einstimmig eine Eni- schließung an, die sich für die energische Verteidigung Deutschlands, aber ebenso gegen jede Verlängerung des Krieges zu Annexions- zwecke» energisch ausspricht. Die Mldeut'chen behaupten mit Vorliebe, daß hinter der sozial- demokratischen Friedenspolitik, uns sie Scheidemann vertritt und wie sie auch in Bieleseld vertreten worden ist, die große Masie der sozialdemokratischen Arbeiter nicht stände. Hier haben sie einen Beweis dafür, daß sogar weite Kreise der nicht sozialdemo- kratischen Arbeiter und des Bürgertums in ihr eine richtige Vertretung der Bolksinterefsen sehen. Die schwergeprüften Aamiliew. Bei den Beratungen des.Haushaltsausschusses des Reich»- tags im Herbst vorigen Jahres ist von sozialdemokratischer Seite angeregt worden, Söhne solcher Familien, die bereit» mehrere Angehörige im Weltkrieg verloren haben, möglichst nicht an vorderster Front zu verwenden. Diese Anregung wurde dahin ausgedehnt, daß auch den Vätern kinderreicher Familien die gleiche Rücksicht zuteil werden soll. Von militärischer Seite ist. darauf hingewiesen worden, daß eine solche Anordnung bereits erfolgt sei. Am 30. November 1916 stellte Abg. Stückle n eine Anfrage, in der eS unter Hinweis auf diese Verfügung heißt: „Ist der Herr Neiäiskanzler bereit, darauf hinzuwirken, daß die Grundsätze für die Llnwendung dieier Verfügung baldigst der Oesfentlichkeit übergeben werden?" Arn 1. Februar d. I., also uach vollen drei Monaten, erhielt Mg. Stücklen folgende Antwort: »Die Veröffentlichung der Grundsätze ist bereits am IS. As- vember ISIS mit folgendem Wortlaut erfolgt: »DaS Kriegsministerium hat Anordnung getroffen, daß bei der Verwendung der Mannschaften aus die Familienverhältnisse der oft schon durch schwere Blutvpfer hart geprüften Familien Rücksicht zu nebmen ist, und daß Familienväter mit vielen Kindern möglichst nicht dauernd in vorderster Linie Verwendung finden." Diese Antwort kann nicht befriedigen. Der Reichskanzler war gebeten worden, darauf hinzuwirken, daß die Grundsätze für die Anwendung dieser Verfügung der Oeffentlichkeit über- geben werden. Von diesen Grundsätzen ist in der erteilten Antwort jedoch mit keinem Worte die Rede. Kleine Äuftageu im Reichstag. Im Reichstag sind eins Reihe »euer KleinerAniragen eingelaufen. Der Abg. Dr. M ü l l e r- Meiningen(Bp.) fragt an, ob der Reichskanzler bei fahrlässigen oder iu entschuldbarem Irrtum begangenen Vergehen gegen die wirtschaftlichen Kriegsgesetze die Einführung der bedingten Verurteilung, wenigstens als Kriegsmaßrcgel. befürworten will. Der Abg. Mumm(Dtfch. Frkt.) stellt eine Anfrage wegen des Zuckers, welcher der Ernährung entzogen und .der Umwandlung in alkoholische Getränke über- antwortet wurde. Der Abg. Jckler(Z.) fragt an, ob das Gesetz über die Versorgung der Personen der Unterklassen deS ReichShepreS und das Milirär-Hinterbliebenengescy. welche den berechtigten Juter essen der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen nicht mehr entsprechen, analog den Bestimmungen der ReichSversicherungSordnung abgeändert werden sollen, und ob schon vor Aenderung der gesetzlichen Bestimmungen im Wege der Verordnung die Vertretung der Kriegsverletzieu und Kriegshtnterbliebencn durch BerusSvereiue, gemeinnützige Vereine und Anstalten zugelassen werde. Der Abg. Held(b. k. Fr) erkundigl sich nach Maßregeln, damit die durch die ausgedeckten Schiebungen im Osten erwiesenen großen Eerstenvorräle für 'die Schweinemast nutzbar gemacht werden können.— Auf einige Anfragen sind Slistworien eingelaufen, die Antwort auf eine Anfrage des Genossen Stücklen behandeln wir an besonderer Stelle. PreufuschrS Herrenhaus. Die nächste Sitzung des Herrenhauses findet av! Dienstag, den 13. Februar, nachmittags 2 Uhr, statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Hibcrniavorlags und das Diätengesetz. Der Landtag in Sachstu-Weimar wird seine Tätigkeit am 12. Februar wieder aufnehmen. Unter den Regierungsvorlagen sieht euie die Erhebung eines Zuschlags vou 2ö Prozent zur Reichs- elbsckiaftssteucr vor. Außerdem wird die Mandatsdauer des Landtags verlängert werden. . Zulagen für Lehrer. Ter Kultusminister hat augeordnet, daß die für die unmittelbareu Staatsbeamten getroffenen Besrimmun- ger» über die Erhöhung der laufenden Kriegsbeihilfen und die Gewährung weiterer einmaliger Kriegstauerungszulagen auch auf die Polksschullehrer und Lehrerinnen, sowie die aufrrags- weise gegen feste monatliche Entschädigung beschäftigten Schul- amtsbowerber und-bewerberinnen Anwendung finden. In der Mehrzahl der Fälle ist die Auszahlung der einmaligen Zulagen bereits erfolgt/die weiteren Zahlung«'allen Abkehrschein einstellt, strafbar macht, und da aus der anderen Seite in sehr vielen Füllen nicht oder nicht rasch und mit Sicherheit festzustellen ist, ob der Betrieb, aus dem der Arbeiter kommt, zu den Hilfsdienstbetrieben im Sinne des Gesetzes gehört, haben die Arbeitgeber vielfach die— von ihrem Standpunkte. verständliche und richtige— Praxis angenommy». H i l f S d: an st p f l i ch t i g e gvund.fätzlich nur mit Ab- tehrschein einzustellen.- Verallgemeinert� sich dieses Ber- fähren—- und das liegt sehr nabe— so würden hilfsdienstpflichtige Arbeiter ohne Schein vor Ablauf- der zweiwöchigen Frist, nach der in keinem Falle mehr ein Schein gefordert zu werden braucht$ 8 des Gesetzes),- ü b erhä u p t keine-Arbeit finden. Deshalb'föll also künstig jeder Arbeitgeber den Abkehrschein erteilen. Freilich kann ihm dies billigerweise nicht zugemutet werden, wenn&, der Auslösung des Arbeitsveichältnisses nicht zustimmt. Aber auch«..diesem Falle soll ein Feiern des Aibeiters in seinem und im allgemeinwirt- schastlichsn Jnteresie vermieden werden. Einmal wird darum der Arbeitgeber, der sich weigert, den Abkehrschein auszustellen, ver- pflichtet, den. Hilssdienstpflichtigen zu Arbeitsbedingungen weiter- z übe sch ästigen, die mindestens nicht ungünstiger sind als die bisherigen. Außerdem kann der Hilfsdienstpslichtige von dem Vor- sitzmden des Ausschusies, der über Beschwerden wegen Verweigerung des Wkshrscheins entscheidet, eine schriftliche Auskunft dar- über verlangen, ob der Betrieb, aus dem er ausscheiden will, ein HilssdieUpbetrieb im Sinne des Gesetzes ist. Verneint dies die Aus- kuust, so kann der Hflssdienstpflichtigc von jedem andere» Arbeitgeber sofort eingestellt werden, ohne daß letzterer sich strafbar macht. Eine andere als diese Reckiswirkung bat der erwähnte„Vorbescheid" nickt; der ordentlichen, durch das Gesetz geregelten Entscheidung über den Hilssdienstcharakter des Betriebs greift er in keiner Meise vor. Ter Pflicht deS Arbeitgebers, den hilssdienstpflichtigen Arbeiter, dem er den Abtchrfchcin verweigert, westerzubeschäftigen, entspricht die Pflicht des Arbeiters, der gegen die Verweigerung Beschwerde ein» legi, biszur. Entscheidung der Beschwerde sein Be- schästigungsverhültnis im Betriebe fortzusetzen, —-es sei denn, daß ihm die Fortsetzung nach den Umständen des Falles nickt zugemutet werden kann(bei Mißhandlung, gröblicher Beleidigung, Gesundhensbedrofiung usw.). Ob diele Voraussetzung vorliegt, entscheidet auf Anruf durch dem Arbeitgeber oder Arbeitnehmer der Vorsitzende des Beschwerdeausschuises. Ter Abkehrschein muß auf einem besonderen Blatte, getrennt von den Arbeitspapieren des Hilssdienstpslichtigen, erteilt werden. Er«rast Angaben über Name der Firma des Arbeitgebers oder der Organisation, Ort, Straße und Hausnummer der Beschäs- tigungsstelle, wo der HUsSdienstpflichtige zuletzt tätig war, und über die Dauer der letzten Beschäftigung enthalten. Er ist ebenso wie die obenerwähnte Auskunft stempelfrci. Auch das Versahren vor den ver- schiedencn Äusschüsien des Gesetzes und vor deren Vorsitzenden sowie vor der Zentralstelle beim KriegSamt ist frei von Stempel- oder Ge- bührenbelastung.- V Einige Bestimmungen regeln das Verfahren vor den Ausschüssen und der Zentralstelle. Es mag erwähnt fein, daß die Vorsitzenden wegen unentschuldigten Ausbleibens oder unentschuldigter Ver- säumnis und wegen unberechtigter Verweigerung einer Aussage O r d n U n g s g e l d st r a f e n bis zu 199 M. verhängen können. Tie Zentralstelle und die Ausschüsse sind befugt, die Amtsgerichte um die eidliche Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen zu ersuchen. - Eine Strafvorschrift beugt der Matzregelung von Arbeitern und Angestellten wegen der Teilnahme an den Wahlert zu den Ar- beiter- oder AngestellteitauSschüjsen der Betriebe oder wegen � ihrer Tätigkeit in diesen Ausschüssen vor. Arbeitgeber oder deren Vertreter, die Arbetter oder Angestellte im Zusammenhange mit den Ausschuß- wählen und der Ausschusitätigkeit beschränken oder benachtettigcn, werde« mit Geldstrafe bis zu 399 M. oder mtt Hast bestrast. Für die Arboitnehmervertretcr in den HilfsdienstauSschüsien und in der Zcn- tralstelle beim Kriegsami ist ein ähnlicher Schutz- bereits durch§ 8 der Verordnung vom 21. Dezember 1916 geschaffen. Für die Hilssdienstpflichtigen, die nach Empfang der besonderen, schriftlichen Aufforderung, sich eine Hilssdienstbeschäffigung zu suchen, eine solche gefimdett haben, ist eine Anzeigspflicht vorgesehen. 'Die Anzeige istranverzügkich zu. erstatten, an den Ausschuß, van dem die Aufforderung ausgegangen ist, zu richten und vom Arbeitgeber durch seine Unterschrist zu bestätigen. Bei Unterlassung der Anzeige kann Geldstrafe bis zu 29 M. verhängt werden. Vordrucke für die Anzeige werden dem Aufforderungsbescheide beigefügt. � Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Staütverorönetenversammlung. 3. Sitzung vom Donnerstag, den 1. Febxuar 1917, nach m i ttags 5 U.h r. Tie Sitzung wird vom Vorsteher Michelet nach" Zz6 Ahr. mit einem ehrenden Nachruf für den plötzlich verstorbenen unbesoldeten Stadtrat Venzky und den verstorbenen Stadw. La soll(Linke) eröffnet. Kriegöfürsorge in der Tchiihiudustrie. .Für die Arbeiter und Angestellten der Schuhwaren- Industrie will der.Magistrat eine besondere KriegSfür- >' o r g e errichten; den Entwurf des bezüglichen Gemeindebeschlusses hat er am 12. Januar der Versammlung zugehen lassen. Am 13. Januar hatte die Beratung begonnen, war aber abgebrochen worden, da. Beschlutzunfähigkett eintrat. Sladtv. Brückner)(Sozh bemängelt, daß die Vorlage Jo spät gekommen ist, und beanstandet Einzelheiten. Die Entschädigung sollte nicht für die Stnnoc, sondern für die Woche fixiert werden; zu vermissen sei aber vor allem die Mitwirkung der Gewerkschaften und die Gleichberechtigung ihrer Zahlstellen als Untcrstützungsein- richtungen. Der Rehner tritt für Ausschußberatung ein. l-rtädiv.©onnrnfefb(Linke) hofft auf Verständigung in einem Ausschusse auch über die bei seinen Freunden, insbesondere hin- sichtlich der Kostendeckung, vorhandenen Bedeuten. Städtv. Map(Fr. Fr.) meint,. die. Vorlage sei eigerrttich über- flüssig, da man von Arbeitslosigkeit im Schuhgewerbe nicht reden könne. Gegen einen A u s s ch u ß habe er aber nichts einzuwenden. Dieser wird sofort gewählt. Ihm gehören Brückner. Glocke, Koblenzer und Ritter an. Äriegsdeschüdigtrnsürsorge. Für die Fortsetzung deS Betriebes der K riegsbeschädig- tenfürsorge ist eine fernere Rate von 1ä9999 M. erforderlich. Sradtb. Brückner(Soz>: Wir stimmen für die Forderung, halttut aber die Kriegsöeschsibigtenfiirsorge in erster Linie für eine Ver- pflichtung des Reiches, wo die Kommunen nur ergänzend cinzu- springen haben. Das Reich hat ja auch den Kommunen für diesen Zweck Mittel übertttiesen, deren Verwendung aber an Boraus- setzuugen geknüpft ist, die die Kommunen in ihrer Bewegung?- sreiheft beschränken. Die einzelnen Fälle sollten mit größter Be- schleunigung, jedenfalls mir größerer als bisher erledigt werden: in der letzten Zeil sef es allerdings besser aewordo». Tie geplante Errichtung einer Rechtr-auskunftssielle in der Poststraße begrüßen wir; dort sollte auch der Arbeitsnachweis dauernd verbleiben. Stadw. Eossel Hinke): In der Tat.handelt es sich hier um eine Verpflichtung dös Reiches. Aber' die Zusagen, daß uns die verauslagten Gelder erstatte! werden, lauten immer unbestimmter. Wir müssen dabei vprharren, daß die Fürsorge für die Kriegs- beschädigten vom Reiche zu tragen ist Stadtrat Dr. Preust verweiit aus einen Erlaß des Reicks- schatzOrits. wonach über die wettere Lereiistellung von Reich?- Mitteln für diesen Zweck Verhandlungen schweben. � Die Antwort aus die bestimmt gestellte Frage der Stadl sei also zwar wohl- wollend, aber auch roch: unbestimmt. Die Bewilligung erfolgt ernsfimmia. Die Petition irr Ortsgruppe Bettin des- BerbandeS der Buresumgestellten Deutschlands um. G e h.a Ii? aufbes s er um g w-ird nach, dem Antrag des PetitionSausschusse», Referent- Stadw. Brückner, dem Magistrat als Material überwiesen.. Der Fonds von 3999, M.„zur Unterstützung hilfsbedürftiger penftünicricx Aehrpersonett' joll mit Aücksicht auf die dusch best Krieg ge'chaffttien VsrWtÄisse für da- Rech«u«gSjahr l&lß Big ga 6000 M. üBcrfchrtricr. und. ieLoniS auch eine. Itecrs Mtzung an Lehrcrwitwen gewährt wcrdey..— Die Zvrssmmlung stimmt zu.'. Bei Vorlag: zur Kenniuisnohmc, daß der MagiftrÄ den Beschlüssen der Versammlung bctr. die � Regelung der Kriegszulogr beigeireten ist, bringt Stadtb. Dr. We>il sSvz.) zur spräche, daß no»h heute ganze Kategorien von Angestellte!! nicht in den Besitz der Zulage gelangt sind, daß darüber Mitte Februar herankommen Weibe. Di die Beschlüsse schon am 21. Dezember gefaßt waren, liege eine unent, schuldbare Saumseligkeit vor, zumal alles"darüber einig gewesen sei. daß die Zulagen möglichst zu Neujahr zahlbar gemacht weiden sollten. Bürgermeister Dr. Reickc: Es lau« sich nur um minimale Fälle Handel:!. In einigen kleinen Verwaltungen bat man obentl. wegen PersonalmaligelS nicht rasch genug arbeiren Linnen. Stadtb. Tr. Weyl: Auch die große Ärankenhausverwaltung befindet sich darunter. Wir Bechen unfern Beschluß am öl. Dezember gefaßt; am 22. hat der Magistrat zugestimmt, und nach 6 Wochen ist" die volle Duvchsührung noch nicht erfolgt.- Ter städtische Arbeitsnachweis. 'Der Zentvalverein für Arbeitsnachweis soll feilte Ein« r-chtungen und seinen Beirieb in die st ad t i s ch e Verwaltung überführen, nachdem der Magistrat einen öffentlichen Arbeitsnach� weis zu errichten beschlossen hat. Ter Leiter soll als Gemeinde- Beamter angestellt werden, die allgemeinen Angelegenheiten, Dbcr- lettung, Aufsicht, Persvnalanftellung, Haushaltsplan uiw., solle» von der Gewerbedeputation, Abteilung für Ärbeitsirachwais, be- arbeitet werden; der Arbeitsnachweis erhält die Stellung einer städtischen Betriebsverwaltung. Die weitete Ausgestaltung zu einem Arbeitsamt ist vorbehalten. Die Stadt tritt in die Mietsverträge des Zentralvecrins ein und übernimmt das Personal zu den bisherigen GehgliSbediugungen; her Leiter soll als Direktor ein Gehalt von 8500 M.,. steigend alle 2 Jahre um 500 M,, bis zu 10 000 M., beziehen. Siadtv. Imberg(Fr. Fr.) ist durchaus für die Kommunali- si-wung des Arbeitsnachweises, wenn jede Schematifierung und Büreaukratifiorung vermieden wird. Für die Vorberatung Ssan» tragt er Einsetzung eines Ausschusses. Stadiv. Tonncnfeld(Linke) erkennt die große Tragweite der Vorlage an, zumal sie eigentlich nur eine Generalvollmacht für den Magistrat darstelle. Man wolle sich über die durch die Vorläge der Zukunft vorbehaltenen. Pläne schon jetzt wenigstens im Aus-- fchusse unterhalten. StaÄv. Ritter(Soz.);- Wir verlangen programmatisch schon. - seit laugen Fahren die Verstadtlichimg des Arbeitsnachweiswefens. Noch 1918 hat uns. diese Frage bei dem Verlangen der Errichtung , eines städtischen Nachweises für die Handelsangestellt«» beschäftigt. VSgs soll denn nun jetzt bezüglich der Handlunzsgebiifcn. geschehen? Die Borlage sagt darüber kein Wort. Inzwischen hat der Verband märkischer ArbÄtsnachweise in Berlin einen solchen Nachweis ein- gerichtet und dieser stuMonert' sehr gut. Was soll ferner bin- ffchnich der Vermittelung der Lehrlinge geschehen? Auch darüber ffndet sich keine Andeutung in der Vorlage; aber auch dieses Gewet muß Berlin in seine Hand bekommen,, es darf sich nicht von dem genannten Verbände, dessen Vorsitzender auch der Vorsitzends des Zentralvereins ist, an die Wand drücken lassen. Die Arbeitslosen- siirsorge soll in Zukunft in Verbindung mit der neuen städtischen . Ginrichtung reorganisiert werben, so deutet die Vorlage an, die auch von einem künftigen A r b ei i s a m t spricht. Für ein solches haben wir uns stets ausgesprochen. Die Vorlage ist noch gar zu sebr durchtränkt von der- Auffassung, daß d'.c. Arbeitsnachweise, für die Arbeiterschaft ein Kampfobjeft seien. Davon kann nicht mehr die Rche sein. Andererseits hat sich bcz�.de.m Vorsitzenden des. Zentral- * Vereins immer mehr die.Tendepz 1�t reichlich Ware ausgegeben, daß jeder Abschnitt eingelöst werden kann. Vom S. Februar ab— jedoch nickt früher— erteilt die AuSkunstsstelle— Neues RathauS. 2 Treppen. Zimmer 201— münd- ich und am Fernsprecher Auskunft, in welchen Geschäften noch War« vorhanden ist. LebenSmittelverkauf in Neukölln, lieber den V e r t a u f von Grieß, Graupen. Nudeln und sonstigen Lebensmineln durch Di« Kolonialwarenhändler find uns Klagen darüber zugegangen, daß eS einem Teil der Einwohnerschasi nickt möglich gewesen wäre, die ihm zustehende Menge zu etwerben. Der Magistrat teilt uns hierzu mit. daß ausreichende Mengen zur Verteilung gekommen find und daß allen denjenigen, die die War« bisher noch nicht erhalten haben, Gelegenheit gegeben wird, die ihnen zustehenden Mengen noch nachträglich zu kaufen. ES werden den betreffenden Ein« wohnern mündlich oder telcphonisch Magistrat Neukölln. Zimmer 188. Leitung 118) vom 7. Februar d. I. ab Geschäft« namhaft gemacht werden, in denen sie ihren Bedarf decken können. Die gleichen Beschwerden wie bei der Verteilung am Montag find auch anläßlich der gestrigen Marmeladenverieilung erhoben worden. Es wird höchste Zeit, daß die Berleilnng bester orgamfieri wird und alle»vießbürgerhchen Grundsätze bei der Berreilung an die L eieranlen bereite gelegt weiden. lieber den Berka»? von Weiß- Wirfing- und Rotkohl denkt der Magistrat, daß auch bei diesen Lebensmitteln infolge der Knavpbeit unbedingt eme Raiiouierung vorgenonimen werden muß. Bei der in Ansfichi genommenen Rationierung sollen die euigedeckien Vorräte des Publikums zur Anierfinling gelangen. Lebensmittel Nachrichten aas Britz. In dieser Woche wird in der Verkauiestelle der Gemeinde auf Lebensmiitelkaite abgegeben: Ab- schnili 44 Weizengrieß sKorien 2001— Schluß). Abschnitt 45 Sirup oder Mmmelade lKarte» 2001— 30001 Abschniil 46 Makrelen sKarten 1001— 2000). Abschnitt 47 Malikaffee(Harten 1— lOOOl, Abschnitt 48 Sonderzuteilung, Abschnitt 49 Scholle in Aspik. Rur Abichnin 69 werden Flußfiiche bei dem Kauimann G-opiuS, Ehauffeestrnße, abgegeben. Ansgabe von Mehl in Notvaives. Die Gemeinde hat fick aui dringende Vorstellnnqen bcreiieikiärt, während der Dauer der herabgesetzten Karloffelrattonen allwöchentlich andere Rahrnngsmittel zur Ergänzung an die Einwohnerschasi zu veneilen. In der Woche vom 1. bis 7. Februar sinoel nun die Beneilung von Weizenmehl stall und zwar von 200 Gramm pro Kops Zu diesem Zweck haben die Inhaber von LebenSmilteikatten bis Ficiiag. den 2. Februar, den Karroffelabschnitl 15 bei ihrem Kleinhändler gegen Beicheiiiiauna abiugebcn. Anmeldungen, die nach dem 2. Februar beim Kleinhändler eingehen, werden nicht berücksichiigt. ersaßs. aus den Häusern auf die Straße. Niemand wagte mehr unter Dach zu gehen. Die meisten Gebäude stürzten zusammen, und die Obdachlosen mußten in Nsenbahnrvagen untergebracht werden Das Erdbeben war so stark, daß der Seismograph auf der Grazer Erd» bebenwarte zerstört wurde. SIrbriter- Zon'vriterbuiid. Kolonne Groß-Aerlin. Lehr, st uude haben ncd flc Woche abends ö'>, Ubr: t. bis 6. Mteilima: Montag, d en 5 Februar, Köper ilker Str. SS. Vortrag, danach praktische Ver- bandsllbunaen. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Mus after Welt. FabrikunffiN. In einer an der Deu�-Mülheimsr Straße in Köln gelegenen Fabrik ereignete sich ein größerer Unfall da- durch, daß eine Sauerstofflasche, welche beim autogenen Schneiden von eisernen Trägern verwendet wurde, zersprang. Drei Ar- beiter wurden fosoct getötet, einer wurde schwer und einer leichter verletzt. Erdbebenschäde« in Steiermark. Dos steirische Grenzstädtch-n Rann wurde durch das gemeldete Erdbeben schwer getroffen. Zahl- reiche Personen sind verletzt worden, von ihnen starben bisher zwei. Als das Erdbeben ausbrach, eilte die Bevölkerung, von wilder Angst Briefkasten der Redaktion. T!s larintiSw Tprechtwird« findet für rlbonneiOen Einfctnür. 3, IV Hai rechts, oarterr« am Montag dl! grettag von 4 ris 7 Uhr, am Sonnadend von 5 HS 6 Ith! ftott. Jeder für den Brresfafken bestlmmten Airlraxe ifi«tit?llchfiad! und ein« Zabl als Merk., eichen dmiifüzen. jiriefiiche Antwort wird Nicht ertefu. Ankragen. denen leine Zlb.innemrntsauittiing beigefügt t!t werden Nicht bcaiuworict. Eilige Fragen trog« man in der Tsrechsunide vor. Lerrrige, Schriftiiucke und drrzlcichen br-.nze man i» die Sdrrchtliriidr mü. R. 99. 1. Die Küchenkounnilsionen werden ernannt, nicht gfwäblt. 3. Den Kommissionen loitncn auch Unitt Offiziere angehören, o. lieber die Besiigrisse diefer Kommislionen bestehen keine bestimmten Vor�chri'er. 4. Dieses Recht stebt ihr nicht zu.— I. 11. 1. Avgcmeine Körperichioächc. — Tr V 78. Allgemeine Körverschwöche. zurückgestell!.— Unzliick« kick 3V. Ihre Anfrage ilt unS nichi bck.rnm. Sie müssen diele w eder- holen oder persö sich zu unS in d e Sprechstunde kommen.— Reuköllu 68. 1. und 9.©enn Si" von der Steuelbcbördc dazu ausnefordert werden, sind Sie dazu verpflicht-t. a.JStmr von der Steuerbehörde An'abne darüber verlangt werde,?, muffen Sie d cse. machen. 4. Das'ft ans dem Formular angegeben.— B. B. IVO. Einen Abzug von der Miete dürfen Sie n cht machen, der Dirt könnte sonst mit Er>olg aus Räumung klagen. Sie werten aber nach den vertraglichen Benimmungen auch von ihm leinen Schadenersatz verlangen können, da. wie Sie ielbst angeben, er sich daraus str'tzen könnic, daß durch böbere Gewalt ihm die Einhaltung der vertrag» lichen Verpflichtungen nicht mörlich war.—® 29. 71. 1. und 2. Nein. — Ä. G. 50. Wir haben Ihre Sache der sozialdemokratischen Fiaklünr überwiesen. Die Rente wild während der Einziehung zmn SeereSdienkt nicht weilerzczablt. Laudsturmmaii» G.elzulchu)ies können Sie bei der betreffenden Steuerlafle bezw. beim Magistrat stellen. rtre rauf iiefeten rtir das mittlere Rorddeneie'' nnd vis Tounabeud mittag. Borwiegend wolkiges und etwa? nebliges Frost- Wetter. Keine erheblichen Niederschläge �iTodes-Anzeigen fcotsder Transportartelier-Verlianil. Sezlrksverwaltung GroS-Berlln. Den Mitgliedern zur Rachiicht. daß uniec Kollege, der Industrie- arbcitcr .�ickael Bonwisk von der Firma LEG. Hutienftr. am SO Aanuar im Alter von 65 Jahren verstorben ist. «hr« seinem«nt> nke«: Die Beerdigung swdet am Sonnabend, den». Februar, nach- mittag» 3 Udr. von der Leichen. Polle des Sebastian-Kirchb>!es ist Retirckcndo'f. Humbold str 68/73, auS statt 71)12 Ol« Beilrkmrwaltungjj W>WWMW>WWMWMWW»MW»»WW»» Sctifinebergsr Männerchor. R. d. D. A.-S..B. Nach längerem Leiden verstarb unser lieber Freund und Ehren- Mitglied Rudolf Eichhorn. Wir verliere» mit ihm mrscrtn langjährigen und ältesten Sanges- bruder. der stets, solang- esseine Geiundbett zuließ, für den Berein eifrig tätig war. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Beerdigung: Sonnabend nach- mitkags 9 Uhr. Is54b Der Vorntand. Klanjttu- Hüb Sterdkkasse dttKavarbeiter islrifin fZuidinfifaarf. Bureau i 0. 5t, Mulackstr. 25. Den Mrtglledern zur Kenntnis, daß sich der Aliisichtsral geblldet hat und zu ieinrm Vorsitzenden das Mitglied liat ll»«Irrend, NV7. 21, Bremer Straße 42. aewädlt. An denfelbui find alle Beschwerden gegen Entscheidungen de» LorstandeS zu richten. SS/3 Ter vorstand. Metallbetten Hol zrahmcnmatratze», Kinderbetten billigst an Private,«atalog frei, «isenmöbelkabrik Suhl L Thür fr 2lehurg: 12.-15. rebruar wsiüfnürts- Geld'Loltcrte lies tewssek» Kginiiil-Bmllicliaft 330(00 Lese Isrn Geisgew«Kork 400000 i 75000 ! 40000 | 30000 120000 T 10000 Wohlfaisrisl�e zu M. 3.j0 Porto und Llt<.-eir» 35 Ptj. zn hiten in alias Loseverkauftsttllan Berti nVi 56 VtnJerscher Vamf/o Bäckerei-Genossenschaft Berlin. Eingetragene Genoflenschast mit beschränkter Hastpsiicht. Berti«. Urbaustrastc 7«- Gewi«», und Verlustkonto per 3k. Dezember 1916. Debet. M. An vtenfilienkonto... 494.88 , tSesPonnkonto... 195.46 , Maschwenkonto... 5 t73A3 „ Svelenkonto F... 20 461,31 , Speienlonto B... 15 520,33 . Kespann-Unlostenkont. 4 688.65 „ Perioirat-Niikoitenioilt. 97 34»', 13 , Spesenkonto A... 4 409,61 . Deiailkonlo.... 3 799,72 , kScwtnnkcnto... 2 1 79 49 153 270,91 Kredit. Per Finsenkonto... , BSaerelionlo.. , Waren konto... , DclaUkomo... M. HO.'.O 145 6>9,94 7 203.33 307,54 153 270�1 Sagerbier Ersatz i&t* Metus-Oold, Schaoin n. Farbe wie Lagerbier. Malzbier Ersatz ist NSetus-Caramel voUnrnndig. eüfflg, nahrhaft and woblse hmeakend. Bcid.GetrSnka sind ges. geschützt, werden unt. Garantie weder trübe □och sauer Oltfer-Trank, Aptelgetrtznk». Appaiat. BierantorseezeT auf Wunsch grat Versand auch nach außerhalb nicht unter 5 Liter. Man verl. Gebrauohsanweisong 1 Bermaon FQhrer, Berlin, Slnrallliintr. 21. Fernspr. Königstadt 2940. Spezial-Jlrzt Dr. med. Haache, ftlidricfitlr, 90 ÄÄ. Sebandt von SiyphiUa. Unat., H nrn-. Francnleid., fpej.ihron. Fälle. Ehrlich-Hala-Kuren, schmerz- lose, lürzeste Behandlung ohne Be- russstörung. Blutuutersuchung. Mäß. Preise. TÄIzadlung. Sprechstunden 10— 1 und 5—8. Sonni. 11— 1. Im Lause des Gelchästsjahre« 1916 ist kein Genoffe eingeneien resp. auSgeichieden. Am Lause des GelchäslSjabres gehörten der Genoffenschast 26 Genossen an mit einer Gesamthastiumme von 6500 M. und einem Äst- glieder guthaben in derietben Höbe. Die Haitsumme und da» Mitglieder- guthaben hat sich gegen das Borjahr nicht vermehrt und nicht vermindert. ver Torrn fand. 18335 Wilhelm Haas«. Wilhelm Wilberg. wSsödlö)- V©5» dter"baJ'®rlüLj?d!ls,eST«rj HiKraiendr WlkMl In der soeben erschienen Schrift; Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst mit Urldntcrangeu für jedermann von Jastizrat Bernhard Schoenlonk m Berlin, finden Sie die Fragen, die sich Ihnen ale Hilfsdlenat- pflichtiger aufdrängen, in klarer Weise beantwortet. Die Schrift ist ein Wegwelaer für die Pflichten und flechte, die im Gesetz verlangt und gegeben werden._ Preis K. 0,75. Bei vorheriger Einsendung(durch Postanweisung, nicht Marken) franko Zusendung, unter Nachnanme 20 Pf- mehr Vorlag von Fritz Hesaemer, Berlin S. 42, Oranlenstr. 140/1 i auch durch alle Buchhandlungen zu beziehen. H.& P. 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