Ar. 33. 34. Jahrg. flbonoenentS'BedingDngeR; Kcmtjmenlä• fltfiä pxdmimeranlii) S-etteljatal 3,90 SRI. monatl 1.30 SRI, reocSoraHii 30 Pfg, itci lnö öauS. emjeint Nnuunei ö Pig. gmimagä» minimet ttnl lllultrieriei gonmogS. Beilage ,D>e Neue Bell' 10 Pig, Post- Wiannemcnl! 1.30 Mar! vro Mona� »ir.gelraqeli m die Ball-Zeitung»- Vrei-Iliis. llluer Kreuzband rür Toutichland und Oesterreich. Ungarn iao Marl, für da» übrige LWÄand i Marl vro Monat. Bottadannemeni» nebnien an Belgien. Tänemart, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, SutNäuien. Schweden und die Schweis ciichiivl liglli». Verlinev VoZlrsblcrkk. ZcntraXorqun der foztaldemohrati fehen Parte» Dcutfcblands. 5 Pfennig) Die TnfertionS'Gebübr »etiSgt iüt die sechSgeipaltene Koloncl- »eile oder deren Siauni K0 Big, mr doliiiiche und gewerlichaitlichc ScreinS- und Lcrsamm!ung»°Slnzeigen 30 Pfg. ..Kleine �nreigen". das leltgedruckie Bort 20 Pig.(zuläiflg S fetigedruckie Bortei. jede» weitere Wort 10 Big. Klellengeiuche und Schlaillellcnan- zeigen das erste Bor! 10 Big. jede- neuere Worts Big. LLorie über Ib Buch- liaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nlumner inüsscn bis ä Uhr nachmittag» in der Erveditio» '»bgcgebc» werden. Tie Crvedilie» ijl bis 7 Uhr abends geossne«. rclegramm-Adresse: .5»siZI»t«0»!»I Htllil". Reöaktion: Ew. 68, Linüeastraße 3. Sernivrecher:«mt M-ritzvla«. Rr. 13190—15197. Kn Expedition: SW. öS» Lindenstraße Z. Xernivrecber: Amt Maristplav. Rr. 131 90—151 97. Die Aufnahme der Seefperre-€rHlärung. das ist die innere Unwahr- hastigkeit. Erstens: Hat die Sozialdemokratie die Pflicht der Voterlandsverteidigung? Zwej- tens l Ist diese Pflicht im jetzigen Kriege für uns positiv gegeben?— diesen beiden Fragen liegt der Kern des ganzen Parteistreites, ihre Beantwortung führt zur Svartakusgrupve, zur Arbeitsgemeinschaft oder zur alten sozialdemokratischen Partei. Alles andere ist zweiter Ordnung.' Tie SpartakuSgruppe verneint die Frage eins. Für sie gibt�es überhaupt keine Landesverteidigung, damit erledigt sich Frage zwei ohne weiteres für sie. Es ist dies cine Hal- tnng, die den Vorzug�der Klarheit, aber nichts mit dem ge- mein hat, was die Sozialdemokratie bis zum Kriege gc- schlosicii als ihren Standpunkt verkündete. Tie Arbeitsgenreinschaft bejaht dagegen Frage eins. Ihre jetzige Haltung ist nur dadurch verständlich, dasi sie den gegenwärtigen Krieg nicht als Verteidigungskrieg für Deutschland anerkennen will. Tie beste Illustration bietet jener Teil der Gruppe, der wie z. B. Bernstein am-t. August wll die Kriegskredite mit vdller Ueberzeugung bewilligte, st'öter jedoch zur gegentestiaen Hstruna umschwenkie. ang;r-- sich, weil. er auf Grund neuen Tatsachenmaterials einen anderen Eindruck vom Charakter des Krieges gewonnen habe. Namentlich durch das Studium der K r i e g s u r s a ch c n sijollen iege.Elemente zu der Ueberzeugung gelangt sein, daß der jetzige Krieg für Deutschland linn Krieg der Vcrteidi- guna sei. Dag sie hier ihre Hauptstütze erblicken, erweist die Leidenschost. mit der sich die K a u t s k y, Bernstein vsiv. in der„Neuen Zeil" alis jeden stürzen, der wie die Ge- nassen H e i l m a n n oder Tr. D a v i d die diplomatische Schuld an der Entstehung des Krieges aus feiten unserer Gegner erblickt. Bernstein schließt seine Polemik gegen David mit dem höhnischen Ruf: er nähme ihm dies und jenes nicht übel, denn wo bliebe Davids ganze Polrtlk, wenn sein Glaube an die Schuld der Gegner zutammenbröche? ._ In Wirklichkeit hat Bernstein damit gerade die Schwäche seiner eigenen Politik erchhüllt. Tie ganze Politik der Arbeitsgemeinschaft steht midVfällt? mit dem Satz: daß. man zjyar als Sozialdemokrat grümsiotzlich für die Landcsvcr- tcidigung eintreten müsse, daß dieier Fall aber heute nicht gegeben sei, weil eben Teutschland keinen Verteidigungskrieg führe. Bei der Beurteilung des Kriegscharakters sind wir cchsr längst über die Frage der Schuld am Kriegsausbruch heraus. Gewiß behält diese Frage ihre bleibende Bedeutung. Aber wie sie auch gelöst werden mag,— heute, nach z w e i c l n-- b a l b s ä h r i g e r K r i c g s d o u c r tritt sie völlia in den Hintergrund Qfficst) der ungleich brennenderen: Wer ist schuld an d eTli r icgsverlängerung? Wir baben im Kriege von 70/71— trotz seiner viel gc° ringcren Dauer— ein tlassisches_D�ustcrbeispiel. Als der Krieg entstand, fragte natürlich chllcS chrach der Schuld am Kriegsausbruch, und da diese schwdrTesizusiellen war, blieb die Sozialdemokratie gespalten. Die Lassalleaner gaben Napoleon die Schuld und stimmten für die Kredite, die Eisenacher Bebel und Liebkueckt hielten Napoleon und Bis- marck für gleich schuldig und enthielten sich der Stimme, Als aber nach der Sckllacht von Sedan feststand, daß Deutsch- land nur noch zum Zwecke der Eroberung von Elioß-Loth- ringen den Krieg fortsetzte, lehnten beide Teile geschlossen die Kredite ab. Diese zweite Abstimmung fragte also nicht mehr iwch der Schuld am Ausbruch, sondern allein nach der Sckiuld an d«r Verlängerung des Krieges und bemaß hiernach Angriffs- und Verteidigungskrieg. Kein Zweifel, daß wir heute nach viel längerer Kriegs- daner und bei viel fürchterlicheren Kriegsfolgen? r st reckt ebenso zu handeln haben. Aber freilick, wenn kdir prinzipiell handeln, wie die Sozialdemokratie von 1870. muß dock der praktische Erfolg der umgekehrte sein: weil zweifellos die Sckuld an der Verlängerung des Krieges diesmal nicht Deutschland, sondern unseren Gegnern zufällt. Bebe! und Liebknecht wendeten sich im Oktober 1870 gegen Deutschland nicht, weil es ihr eigenes Land war und sie etwa meinten, daß der Sozialist immer gegen sein eigenes Land Stellung zu nehmen habe, sondern weil es das Land war. das zu Eroberungszwecken den Krieg verlängerte. Aus dem gleiten Grunde müssen w'r gegen die Entente Stelluua nehmen, die durck ihre Note an Wilson geradezu ungebetierliche Eroberungsziele enthüllt hat. Aber hier setzt die inner? Unehrlichkeit der Arbeits- gemeinlchaft ein. Ter Tag der Entente-Note hätte für sie das Signal zu einer völligen Schwenkung ihrer Politik werden müssen.' so fern ihr theo- retisches Bekenntnis zur Vaterlandsverteidigung überhaupt ehrlich gemeint war. Zu dieser Tat fand sie nicht den inneren Mut. ES wäre ja in der Tat sehr peinlich für Leute wie Bern- stein, bekennen zu müssen: Ich habe nun zum zweitenmal ge- irrt. Dazu aber kommt, daß die Arbeitsgemeinschaft einen Teil ihrer Anhängerschaft gegen die Spartakuskoukurrenz nur dadurch bält, daß sie faktisch dasselbe tut wie diese, freilich aus angeblich anderen Motiven. Und bisher hat sie sich schwer gehütet, diesen Leuten zu sagen, daß nach ihrer Theorie sehr wohl der Fall eintreten könne, wo die Arbeitsgemeinschaft genau so handeln müsse wie die verlästerte Mehrheit. Deshalb muß die Arbeitsgemeinschaft jetzt um die Entente-Kriegszielc wirres Zeug herumreden und schreiben, um die innere Unlogik ihrer eigenen Stellung zu verbergen. Typisches Beispiel ist L i p i n s k i, der nickt gewählte Kan- didat von Q s ck a tz- W u r z e n. Unter dem Panier der Vatcrlandsvcrteidigung hat er den Wablkamps geführt, immer wieder betont, auf dem Boden der Verteidigung Dcutscklands zu stehen. Ader„im Staatsrat sprech»ck miders", wenn ich nämlich nicht vor halbländlichen Wählern, sondern inmitten der zuverlässig radikalen Leipziger Wahl- vercinsmitgsieder bin. To heißt es: .D». M.'d iiiejuu u hex Pvfci erkennt das TelbstbestininningsrAht der Völker an. Dies schließt die Abwehr eines fremden Angriffs ans die Selbständigkett der Nation ein, Es fragt sich aber, ab Drutschland jemals in einer solchen Abwehr war." Diese Formulierung bedeutet natürlich ein~ ans nabe- liegcnden Gründen vorsichtig umschriebenes— Nein. Teutschland ist niemals in einer solchen Abwehr gewesen. Nie- m o l s— also mich jetzt nicht, weder zu Beginn des Krieges noch beute, nachdem die Entente außer Ariegsentschädigung und Kolonien von uns die Abtretung von Ost- und West- Preußen, Posen. OBerichlesieu, Elsaß-Lothringen,� kurz und gut von etwa einem Fünftel unseres Bodens, einem �Achtel unserer Bevölkerung fordert. Von der Austeilung � Oester- rcich-Ungarns und der Türkei, der wirtschaftlichen Erdrossc- lung ganz zu sckweigen. Aber Lipinski muß doch auck ein Wort von sener Note sagen. Er tut es:„Die Gegner haben ihre KriegSziele aufgestellt, sie sind phantastis ch." Gewiß phantastisch. Warum irickt humoristisch, necki'ch. schalkhaft? Nur einen möglichst nichrssageuden Ausdruck gewählt, damit die Hörer nicht merken, daß gerade diese Kriegsziele das sind, was heute den Krieg iür uns u n w e i g c r- lich zum Verteidigungskrieg macht.— Das ist die innere Unehrlichkeit! Mitunter entschlüpft aber selbst dem Oppofitionsmmrde unversehens das Bekenntnis der Wahrheit. Das Hallesche „Volksblatt", ein sicher unverdächtiges Organ der Arbeits- gemcin.schaft, schreibt am 1. Februar in einer Betrachtung zum uneingeschränkten U-Boot-Krieg. Und nun troy allem noch der unelhört ernste Entschluß der Entente, in einer Frühjahrsoffensrue alle verfügbaren Kräfte. bei- spieklos zu steigern. Es soll nicht vrrftandrlt werden, che nicht die letzte Krust in den Dienst der Niederringnno des lllegnerS grstcUt�st. Wir geben einem Bernicktungstaumel entgegen, den selbst dieser grauenhafte Weltkrieg noch nicht sah. Hört Fhr's, Arbeitsgemeinschaftler? Lest e» genau, Wort für Wort: Der unerhört e r n st e Entschluß der Entente: Es soll nicht verhandelt werden, ehe die letzte Kraft in den Dienst der Nisderringung des Gegners gestellt ist. Genügt dos noch nicht für jemanden, der grundsätzlich auf dem Boden der Landesverteidigung steht? Selbst ein Blatt der„Spartakiisgruvpe", die„Arbeiter- volitik", bekennt in ihrer Nummer vom 27. Januar: Die Zentralmächie haben der Entente zwar keinen Frieden, wohl aber Friedensverhandlungen vorgeschlagen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß sie den Frieden wollen, und obwohl ste sich bisher weigern, zu s«gcn, wie dieser Friede bestellt sein soll, weiß es jeder, der nicht ein Interesse daran hat, Hans den Naiven zn spielen. Von Englands Kriegswillen aber'agt dieselbe„Arbeiter- Politik: Genützt auf die Millionen seiner aus Sem Loden gestampften Soldaten, auf die Hunderte und aber Hunderte»cu organisierter Munitionsfabriken, hat England die kriegführenden Cliquen Frankreichs und Ruhlands mitgerissen, die von ihm„geschützten" — bis zum völligen Zerreiben„geschützten"— Kleinstaaten mitgeschleppt und ist entschlossen, den Kampf bis zu Ende zu führen, soweit das von ihm abhängen wird. B!S zu Ende, daS heißt bis zur Risderlage der Zentralmächie, die ihm ermöglichen würde, die VöLer der Türkei zu befreUn, daS heißt Arabien von der Türkei abzutrennen, damit es ein Bindeglied zwischen Aegypten und Indien, den beiden Pfeilern der englischen Herrschaft, bilde. die if>m ermöglichne würde, die durch die seroischen und rumänischen Siege Deutschland: hergestellte Berbindung Mitteleuropas mit der Türkei zu zerschneiden. Alles andere sind erwünschtc Mittel der weiteren Schwächung des deutschen Imperialismus, oder Preise, die England seinen Bundesgenossen fiir die Mithilfe zu versprechen genötigt ist: so Elsaß-Lothringen Frankreich; ' Armenien, Äonstantinopel und Ostgalizien Rußland; die Ostlüste Mrias Italien; dazu Kriegskoutributionen, die dem dcntschrn Imperialismus die Schwingen ans Jahrzehnte durchschneiden würden. Tie„Arbeiterpolitik" geht das alles nichts an, denn sie lehnt ja die Landesverteidigung in jedem Falle ab und fällte dieser Staudpunkt zur Fremdherrschaft � führen. Wer aber stets betont hat.»m Prinzip die Landesverteidigung anzst- erkennen, der muß aus solchen Bekenntnissen die Konsequenz ziehen— oder er'euthüllt sein? innere Unehrlichkeit näch'der einen oder anderen Seite!_ die Neutralen und die verschärsimgsnote. Berge von Noten, in denen dokumentarisch verbürgte Totsachen dicht wie Sand am Meer abgesetzt liegen, beweisen. daß die Ententemächte, um ihren Zielen näher zu kommen, unzählige Male über die Rechte der Neutralen Hingeschritte» sind, als od sie nickt da wären. Angesichts dieser goschicht lichen Unarhewcrlrchfcit wirkt das Treiben der Entente Prem wahrhast grotesk. Die englische„Daftv News" redet z. B. von einer„schwarzen Frage", worunter sie versteht: man dürfe gespannt sein, ob Amerika und die Neutralen gegen über den deutschen Plänen mit ihrem ungeheuren Schrecken gleichgültig bleiben werden. Da der Beschluß der deutschen Scekriegführung der Auf- takt zu unmittelbar einsetzendem Handeln ist, wird die Am- wort auf die„schwarze Frage" schnell genug laut werden, und so steht auch das, was die deutsche U Boot-?cote in den neutralen Ländern zunächst auswirkt, alsbald für jedermann im. Vordergrund des Interesses. Es ist gewiß, die Verschärfung des U-Boot-Krieges zu einer Form, deren Maß ein Vergleich ivohl nur in der Steigerung der Feldkämpfe etwa zu tagelangem Trommelfeuer gegeben ist. Aber nach allem, was der Krieg den Neutralen aufbürdete, wäre cS vom Standpunkt ihrer Interessen durchaus logisch, wenn sie zu dem Entschluß kämen, in dieser Probe durchzuhalten, wie heftig auch vielleicht da und dort der Widerspruch anrennen mag, den die Entcntc-Jntvressen zu entfachen wissen werden. * Die Haltung der vereinigten Staaten. Amsterdam, 2. Februar. Dir Nuionsrrgierung macht de. kännt, dost Schiffe wie gewöhnlich aus dem Hafen von New Dort ausfahren dürfen, daß die Washingtoner R c g i r- rung aber keinerlei Verantwortung trage. New Dort, 2. Februar. Die..Frankfurter Zeitung" meldet: Die Presse ist ungefähr einstimmig in ibrer ungünstigen Beurteilung des neuen deutschen Tauchbvotkrieges; sie erklärt, daß Amerika seine Rechte schützen müsse. Viele iu der Oeffentlichkeit stehende Männer mahnen indessen zur Vorsicht, und in Kongreß- kreisen ist man geneigt, sich das Urteil noch vorzubohalten. Der New Dorker Hafen wurde Mittwochabend 10 Uhr plötzlich ge- schloffen, so daß keine Schisse abfahren konnten. Ein Grund daftir ist nicht bekannt. r Graf Bernstorff warnt die Amerikaner. London, 1. Februar. Die„M�rningpost" weiß zu berichten, daß Graf Bernstorff, obwohl er vom Frieden spricht, doch die Ameri kaner warnt, auf bewaffneten Handcl-Kchiffen zu reifen. Diese bilden für die Passagiere eine ernite Gefahr, da sie al? Hilfskreuzer angesehen werden, die man ohne jede twrherige Warnung versenk: » Das Echo in Holland. Amsterdam, 1. Februar. tT. U.) Auf Einladung der Regierung findet heute mittag im Marineministcrium eine Konferenz zur Besprechung der Maßnahmen statt, die die Ankündi- pung dos verschärften U-Boot-Krieges notwendig macht. An dieser Konferenz nehmen die Direktoren aller'stroßcn Dampfschiffahrt»-' gefellfchaftcn teil. In Erwartung der zu ergreifenden Maßnahmen lassen die großen Gesellschaften vorläufig kein Boot auslaufen. Das Postboot„Princc Hendrick" wird in- folge des verschärften U-Boot-Krieges heute nicht nach England ab- gehen. Ein hiesiges Blatt hat sich anläßlich der Verkündung des ver- schärften U-Boot-Krieges an verschie-dene Rotterdamer Reedereien gewandt mit dem Ersuchen, ihrer Meinung über die Maßnahmen der deutschen Regierung Ausdruck zu geben. In: allgemeinen wolle» die Rotterdam er Reedereien eine abwartende Haltung einnehmen. Die Amerrka-L'.nie hat U Tage Zeit, um sich auf die neue Lage vorzubereiten. Die Direktion des Rotter- damer Lloyd hat heute morgen mit den Amsterdamer Gesellschaften, welche«ach Indien sichren, ein« Besprechung gehadi. Man will versuchen, eine sichere Route tr,cch Ostindien M erlangen. Wahrscheinlich wird man den Wieg um das Kap der Guten chassnung wählen. Bei einigen Direktioiecn herrscht die Meinung nor. datz die neuen deutschen Maßnahmen besser ie?en, als sie allgemein erwartet wurden. Aber man lniiffe erst Zeit haben, sich den neuen Verhältnissen anzupassen.> Hnag.!. Zebruar.(W. T. B.) An der Heutigen Konferenz im Marinemtnlsterinm haben teilgenommen: Der Marine- minister, der Ackerbanminifter. der Kolovialminisier. ferner der Chef des Marinestabes, der Präsident des Niederländischen lieber- icetrwft«. DirekiionSmitglieder der DampffchisfahrtSgesellschaften und der DireSior des ReichsgetreidobureauS. Man glaubt, daß hauptsächlich üver Maßregeln zum Schutze der Schiffe, die sich unterwegs befinden, gesprochen wurde. Tie Aeela adgese ll sch a f t hat auf Anordnung der Rc- gierung ihren Dienst mit England eingestellt. DaS Reichsbureau für die Ausfahrt von Schiffen teilt dem «orrespondenzbureau mit. daß zwei Schleppdampfer, die»Zwarte :see" und die..Witte Zee". abgeschickt wurden, um den Dampfer „W e st e nd i j k", der sich noch immer mit einer Ladung Regie» tung-ige treibe in Storrwway befindet, nach Holland zu schleppen. Die beideir Schleppdampfer sind heute nachts aus dem Ricuwe Waierweg ausgefahren. * Nmuide».>. Februar. Den Fischerfahrzeugen wurde mied« gestattet auszufahren.ter der Auswärtigen Angelegenheiten hat den Präsidenten der ReedervereinigungdesMittelländischenMeeres eiilPsangeu, der ihm mitgeteilt hat. die Bereinigung habe zehn Schiffe mit Geleitbriefe» unterwegs Ministerpräsident Graf RomanoneS hat nach einer Be- iprechung mit dem Kammerpräsidenten erklärt, man könne nicht leugnen, daß man in sehr schwieriger Lage sei; die Re- gierung habe beschlossen, sich von jeder Erörterung fernzuhalten. 7-m Senat hat der Ministerpräsident dieselben Erklärungen ob- gegeben wie m der Kammer. • Die skandinastischen Neutralen. Dänemark. Kvpeuhaztn. 1. Februar.(W. T. B.) Die im Laufe des Tages von Vertretern der verschiedenen Handels- und Schiff- sahrtSkreise abgehaltenen Beratungen anläßlich der deutschen Note haben zur Folge gehabt, daß die gesamte Ausfuhr von Lebensmitteln nach England sowie aller Schiffs- verkehr nach England und Frankreich vorläufig eingestellt ist. lleberall ist die Ansicht vorherrschend, man müsse wegen der neuen Lage eine abwartende Haltung einnehmen. Der dänische Amerikadampfer»H e l l i g s I a f. der heute von i'lao ffoti nach Kopenhagen abgehen sollte, erhielt drahtlichen Be- f-hk. die Abreise bis auf weiteres zu verschieben. Die sänische Kriegsversicherung hat bis auf weiteres alle neuen Ber- >?cherungsabsch!üffe abgelehnt. Gleichzeitig wurden die Reeder auf- gefordert, ihr« unterwegs befindlichen Schiffe zurückzurufen, falls Gefahr besteht, daß sie bis zum b. Februar in die Sperrlinie ge- langen. An der heutigen Geheimsitzung des Reichstags teilte der Minister des Aeußcren zunächst die deutsche Note mit und gab dar- auf eine Darstellung der neugeschaffenen Lage. Kopenhagen, 2. Februar. Meldung deS Ritzauschen Bureaus. An der heutigen elnstündigen geheimen Reichstags- > i tz u n g, der alle Mitglied« der Regierung und alle Abgeord- neten beiwohnten, machte der Minister des Aeußeven Mitteilung über die gegnwärtige Lage. Er teilte mit. es sei die Absicht des Ministeriums, im Zusammenarbeiten mit den verschiedenen Er- werbsorganisationen dahin zu wirken, daß der Umsatz mit dem Aus- lande unter den gleichen Grundsätzen wie bisher aufrechterhalten rnerdc. Die Führer der verschiedenen Parteien«klärten ihre Zu- stimmung zu dem seitens des Ministeriums vorgeschlagenen Ver- fahren. Der Minister des Innern gab Aufklärungen über die ge- troffencn oder beabsichtigten Veranstaltungen. Der Folkethings- Präsident schloß in Uebereinstimmung mit dem Minister des Aeußeren die Sitzung mit der Aufforedrung, der neuen Lage mit würdiger Ruhe und Kaltblütigkeit zu begegnen. „Ratoonaltidende" zufolge waren die Ausführungen auf eine Hoffnungsvollere Form gestimmt, als man befürchtet hatte. Die Tagung stand ganz unter dem Eindruck der Rode des Ministers. bei allen herrschte volles Verständnis für den Ernst d« Lage, jedoch .oaren nirgends Anzeichen einer Panik zu bemerken. Nach dem Minister des Aeußeren ergriff der Minist« des Innern das Wort. eilte die im Laufe des Tages von den Vertretern der verschiedenen Erwerbszweige gefaßten Beschlüsse mit und deutete die Matz- nahmen an, die infolge der neuen Lage notwendig werden könnten, wobei ex auch darauf hinwies, daß Dänemark gegen- w ä r t i a über verhältnismäßig bedeutende Kohlen- Vorräte verfüge. Kopenhagen, 2. Februar.(T. ll.) Zur Plenarsitzung waren alle Mitglieder der Regierung und fast alle Angehörige beid« Kammern zugegen. Wie man dem Korrespondenten der„Telegraphen- Union aus parlamentarischen Kreisen mitteilte, war die Rede, in der der Minister des Aeußeren üb« die neugeschaffene Lage einen lleberblick gab, nicht g a n z so pessimistisch gehalten. w,e man eigentlich befürchtet hatte. Er teilte mit, es sei die Absicht des Ministeriums, durch Mitarbeit mit den verschiede- nen Erwerbsorgaiistationen darauf hinzuwirken, daß der Umsatz mit dem Auslande aus denselben Grundlagen wie bisher aufrechterhalten bleiben könne. Die Wortführer der verschiedenen Par- teien äußerten ihre Zustimmung zu der vom Ministerium ge- wählten Politik. Kopenhagen, 1. Februar.„Sozialdemokraten" schreibt: Die Lage ist natürlich schwierig, aber Dänemark hat es schon früher vet standen, Produktion und Hand'el den Verhältnissen anzupaisen und wird eS wahr schein- lichauchjetzt tun können. Es gilt i» erster Reihe, Ruhe, Festig- keit und gutes Zusammenarbeiten zwischen Regierung, Reichstag. Bevölkerung und Presse zu bewahren, dann kommen wir auch wohl durch den letzten Teil des furchtbaren Weltkrieges. Kopenhagen, 2. Februar. Die Kriegsvers icherungs- gesellschaften nehmen bis aus weiiereS keine Versicherungsanträge an. In der„Nartonaltidende" macht ein SckiffSreeder den Vorschlag, der Staat solle eventuell die Scebeesicherungen über- nehmen, um die Zufuhren arsrechtzutthalterr. Norwegen. Kristiania, 1. Februar. Die Morgenpresse veröffentlicht unter großen Ueberschrifkn den Wortlaut der deutschen Seesp«reerklä- rung, die, wie„Afwnposten" schreibt, klar und bis zum äußersten konsequent sei. Sie werde den Verbands mächten Schwie r i g k e i t e n schaffen, die man nicht unterschätzen dürfe und wahrscheinlich den neutralen Schiffsraum weg scheuchen, solange man nickt auf effektive» Schutz durch Konvoi oder anders Mittel rechnen könne. Schwede». Stockhol«, 2. Februar. Die schwedischen Blätter enthalte» zahlreiche Rachrichten üb« die ersten Wirkungen des verschärften deutschen ll-Boot-Krirgos. Nach„Svenska� Dagbladet" hat dii Kriegsversicherungskoin Mission beschlossen alle Versicherungen für Lasten nach England und Frankreich aufzuheben. In Kalmar wurde nach dem gleichen Blatt die Einschiffung von Holz eingestellt. Außer dem ist der Postverkechr Schwedens mit England und Westeuropa seit Tonnersrag vollständtg unterbrochen. Stockholm, 2. Fe/stru«.(„Franks. Zig.") Die Reeder be- zeichnen im allgemeruen die schwedische Schiffahrt als größtenteils lahmgelegt und die Auslegung aller an der Nordseefahrt beteiligten Schiffe. Liniendampfer wie Trampdampfer gilt als unausbleiblich. die Schweiz. B«n, 1. Februar. Der Bundesrat hat in außcrordent- lichcr Sitzung sich mit der dadurch geschaffenen schwierigen Lage der Lebensmittel- und Rohstoffversorgung der Schweiz befaßt. Anschließend an die Sitzung fand eine Kon- ferenz zwischen Vertretern der verschiedenen Departements statt, die sich mit Versorgungsfragen beschäftigen, in wecher im einzelnen die durch die neue Lage notwendig gewordenen Maßnahmen be- sprachen wurden. Bern, 2. Februar. Tie„Züricher Post" schreibt üb« oie Stellung der Neutralen zu dein U-Boot-Krieg unter anderem: Von Wichtigkeit für unsere wirtschaftliche Versorgung ist, daß der s r a n- zösische Hafen Cette nicht in der durch die deutschen Sperr- maßnahmen geschaffenen Zone liegt. Diese Ausnahme ist, wie von deutscher Seite ausdrücklich hervorgehoben wird, mit Rücksicht darauf erfolgt, daß die Anfuhr aus den Ländern der Entente nach d« Schweiz bisher zum großen Teil über den Hafen Cette geführt worden ist. Cette ist während dieser KriegSzeit der eigentliche Hafen der Schweiz geworden. Man wird m i t Genugtuung feststellen dürfen, daß Deutschland auch bei sein« folgenschweren, den Seekrieg zur höchsten Erbitterung und Rücksichtslosigkeit steigernden Maßnahme die Rückficht auf die Schweiz nicht außer acht läßt. Dieses Entgegenkommen ist unt« dem Gesichtspunkt zu betrachten, daß Teutschland um seiner eige- nen, auf das allerschwevste bedrohten Interessen willen heute alles daransetzen mutz, um militärisch und wirtschaftlich bestehen zu können. Das„Berner Tag-blatt' erkennt ebenfalls das Entgegenkommen betrefts Cette an und schließt:„Die heutige Erschwerung deS Welthandels dürfte die E n t e n t e l ä n d e r der- art hart treffen, daß an eine l ängere Fortdauer des Krieges nicht zu denken ii st." /lenüerung üer(dftgrenze öes Sperrgebiets in Englanö. Berlin, 2. Februar. Amtlich. Die Ostgrenzc des Sperrgebiets um England ist folgendermotzen geändert worden: Von Punkt 62 Grad 30 Minuten Nordbreite 4 Grad Ostlänge über Punkt 66 Grad Nordbreite 4 Grad Ostlänge nach Punkt 66 Grad Nordbreite 4 Grad 60 Minuten Ostlänge. Im übrigen verläuft die Grenze wie bisher. Die öörsen unö öer Lt-Soot-Krieg. Grofter Kurssturz in New Jork. Die Berliner Börse hat aus die Ankündigung des ver- schärften U-Boot-KriegeS am Donnerstag durch eine leichte Hausse geantwortet, die sich sogar auf SchifsahrtSaktien erstreckte. Am Freitag ist, als von New Jork sehr schwache Kurse gemeldet wurden, eine Abschwächitng eingetreten, für deren Beurteilung aber wesent- lich ist, daß im ganzen großen nur die spekulierenden Börsen. besucher»erkauften, nicht da» altienbesitzende„Publikum". Auch am Freitag fiel die relativ feste Haltung der Schiffahrtswerte auf, die sich aus de» Käufen von Banken und Großindustriellen erklären dürften. Die Bestrebungen der Thbssen und StinneS auf größeren Einfluß in der Grotzrrederei sind bekannt. Ein ganz anderes Bild zeigt die New Yorker Börse vom Donnerstag. Man kann vielleicht noch nicht von einer Panik sprechen, aber panikartige Stimmungen traten sicherlich auf. Seth- lehem-Steel-Akticn— ein Unternehmen, das vor de« Krieg« ziem- lich kümmerlich vegetierte und durch riefige' Lieferungen für die Berbanbsmächte ungeheuer aufblühte— fielen um 30 Dollar. Bor wenigen Wochen notierten die Aktien noch 660, heute nur mehr 370 Dollar. Bor dem Kriege waren sie freilich für 30 Dollar er- hältlich. Auch die riesigen Gewinne des Stahltrusts vermochten den Sturz feiner Aktien nicht aufzuhalten, dir 12 Dollar einbüßten. Kupferwrrt« sanken um 9. Schiffahrtswerte um 13, Bahnen um Z bi« 5 Dollar. Nicht weniger heftig war die Erschütterung der amerikanischen Warenbörse». Getreide aller Art wurde au» Furcht vor Ber- schiffungSschwierigkeite« erheblich billiger angeboten. Auch Baum- wolle sank stark. Dir Schließung aller Baumwoll- b ö r s e» für die nächste kritisch« Zeit ist beantragt. Aus de» Kursrückgängen dürfe» nicht ohne weiteres politische Schlüsse gezogen werbe«, wenn auch der Kurssturz der Mark be- merkenswert genug ist. Am 31. Januar wurde« für 400 M. 68%, am 1. Februar 2 Dollar weniger, 66% Dollar gezahlt.{Friedens- türs von 400 M. 95 Dollar.) Tie Börse sieht zuerst die Beein- trächtigung des Liefernugsgeschäfts durch die U-Boote und die daraus folgende Verminderung der Gewinne. Aber natürlich blicken alle jene, die schwere Verluste erlitten, nicht mit frohen Augen aus die Ursache ihres Unglücks. Recht schwach war auch die A m st e r d a m e r Börse, was bei den starken Schiffahrts- und Kolonialintcressen der Niederlande begreiflich genug ist. Einen„schwarzen Tag", wie er im Buche steht. hatte die kopenhagencr Börse, an der bisher die hohen Gewinne der neutralen Schiffahrt zu einer iu Anbetracht des Risikos ungeheuerlichen lleberwrrtung von Schiffahrtsaktien geführt hatten. Tie Börse mußte für diese und die nächste Woche geschlossen werde», was nicht weniger als ein Teilmorotorium für die Bärfenbefucher darstellt. Die Londoner Börse behauptete die Kurse. Das Er- gcbnis läßt sich dahin zusammenfassen, dafi am wenigsten die Börsen in den kriegführenden Ländern, am meisten die in den neu- trale« litten. Im Gegensatz zu New Aorl behauptete sich in Zürich und in Amsterdam die deutsche Währung. Tie Mark wird noch immer höher bezahlt als Anfang Dezember. Wie erinnerlich, hat dos deutsche Friedensangebot zu einer starke» Preissteigerung der Mark geführt, die zwar nicht voll behauptet werden konnte, die aber auch nicht ganz verloren gegangen ist, obwohl das deutsche Friedensangebot nur noch eine geschichtliche Erinnerung ist. Die Deutsche Reichsbank scheint sich die Mahnungen zu Herzen ge- nommen zu haben, die dabin gingen, daß sie mehr für die Fesn- gung des MarkkurscS im neutralen Auslände tue. Wirkungen in Englanö und Frankreich. Von englischen Preßstimmen liegen uns heute nur kurze Einzelheiten vor. Wie die..Rordoeulsche Allgemeine Zeitung" schreibt, antwortet die englische Presse aus die deutsche ll-Boot-Note mit Wutausbrüchen, die vom Reuterschen Bureau aus- fübrlich in alle Welt verbreitet werden. Mit größtem Nachdruck verlangt die englische Presse nach den von Reuter weitergegebenen Meldungen Vergeltungsmatzregeln. Der„Globe" z. B. fordert Er- schietzung gefangen« deutscher Offiziere für den Fall eines An- griftS auf ein sogenanntes Hospüalschiff. Die.Westminst« Gazette" bemerkt mit besonderer Feinheit:„Was auch unsere Gegenmaß- regeln sein werden, sie werden sich nicht gegen Verwundete richten." Im übrigen stimme die englische Presse dahin überm, daß eine sehr schrcckenSvolle Phase des Krieges bevorsteht. Die„Nordd. Allg. Ztg." sagt weiter: Mit sorgfältiger Aus- tvahl, wie es scheint, hat Reuter sodann aus der amerikanischen Presse alles zusammengestellt, was an Stimmen gegen Deutsch- land vorliegt und den Bruch mit Deutschland verlangt. Da wir vom direkten Nochrichienverkehr mit Amerika abgeschnitten sind, so fehlt uns zunächst noch die Möglichkeit, die Reutersche Mache im einzelnen nachzuprüfen. Die Seesperre�Erklärung in öer französischen Kammer. Paris, 1, Februar. Am Senat interpelli«te d'Sstour- nelleS d e Konstant die Regierung über den Unterseeboot- krieg. Er verlangte Vermehrung der Patrouillenschifte und der bewaffneten Handelsschiffe unter Hinweis aus eine englische Stati- stik, nach welch« von 76 bewaffneten Dampfern, die angegriffen wurden, 72 entkommen seien, während von 100 nichtbewaffneten nur 7 dem Angriff entgangen seien. Er schloß: Unsere besetzten Ge- biete leisten dem deutschen Schrecken bewundernswerten Widerstand, ebenso werden wir aus dem Meere widerstehen. DaS hassenSwerio Softem uns«« Feinde wird sie dem Fluche d« Welt preisgeben. (Beifall.) Marineminister Lacaze antwortete, er könne in öffentlicher Sitzung keine vollständige Aufklärung geben, könne aber sagen, daß die Scesperre-Erklärung Deutschlands der allgemeinen Haltung Deutschlands seit Ausbruch des Krieges entspreche, welche alle im Haag feierlich übernommenen Verpflichtungen verletze. Die Deutschen könnten nichts Schlimmeres mehr tun, als sie schon getan hätten. ES gebe keinen Seemann, überhaupt keinen Menschen, der ihre auf See begangenen Verbrechen nicht verdammte. Angesichts der neuen Erklärungen des Feindes werde Frankreich ruhig und furchtlos bleiben.(Beifall.) Der Minister fügte hinzu, daß kein Verteidigungsmittel unbenutzt geblieben sei. In den letzten elf Monaten wären von 51 Millionen Tonnen, die nach französischen Häfen bestimmt gewesen seien, nur 273 000, d. h. % Prozent, durch Unterseeboote versenkt worden; wenn diese Ber- hältniSzabl künftig ein wenig zunehme, so werde das Frankreichs festen Willen nicht brechen. Das Land werde gewisse Entbehrungen tapfer«tragen und das Heldentum seiner Seeleute und Soldaten, die ihr Leben für die Verteidigung und Ernährung des Vaterlandes opferten, noch mehr bewundern.(Einmütiger Beifall.) Daraus nahm der Senat die einfache Tagesordnung an. » Die U-Boot-Kriegsgefahren für die Alliierten. Bon der schweizerischen Grenze. 2. Februar.(„Köln. Ztg.") In einer Unterredung mit dem Vertreter des Pariser„Journals" erklärte d« italienische MunittonSminist« General Dall Olio: Die Unterseebootstätigkeit werde zu großen Gefahren führen, wenn die Alliierten sich nicht unverzüglich hinsichtlich der zu treffenden Matznahmen, um sie zu bekämpfen, einigen würden. der Krieg auf öen Meeren. 30000 Tonnen von U-öooten versenkt. Berlin. 2. Februar.(23. T. B.) Bon in diesen Tagen zurück- gekehrten U-Booten sind 21 Fahrzeuge mit rund 30000 Brutto- Rcgi st rrtonncn versenkt worden. Unter der Ladung der versenkten Fahrzeuge befanden sich unter anderem zirka 7500 Tonnen sohlen. 5000 Tonnen Erz. außerdem Phos- p h a t und Grubenholz. « Bersenkt und gesunken. Nach englischen und französischen Mel- düngen wurden verienkt: Der spanische Dampier„Punteno" (Beiatzung geiandet). der griechische Dampfer„Aristoteles" (Besatzung in Cadiz gelandet), die Segler„Helena" und„Sa- m u e l", der englische Dampfer ,Trevon",der belgische Dampfer„ Euphr ateS" i280g Tonnen). Ter Schlepper„Ida D u n e a n" ist auf eine Mine gestoßen und gesunken. Versenkt wurden ferner der norwegische Dampfer.Dandy"(Be- satzung bis auf einen Mann gerettet), der Segler.Trevoune" (drei Mann gerettet, Kapitän und Kock ertrunken), der h o I l ä n- bische Dampfer„Epsilon"(Mannschaft gelandet). Der eng- tische Dampfer„Ravensbourne" und der norwegische Dampfer H e k l a Der norwegische Dampfer � Z a r- dinia" soll versenkt worden fein. Die Segelschiffe, M e r i t 23 ah" und»Wetherill" Der im Kanal vernichtete englijche Zerstörer. Entgegen der amtlichen Meldung aus Berlin vom 30. Jaitucn in der mitgeteilt wurde, dag ein deutsches Unterseeboot im englischen Kanal am 13. Januar einen englischen Zer- st ö r e r der U-Klasse durch Torpedoschutz versenkt habe, erklärt die englische Admiralität, dotz kein britischer Zerstörer der M'-Klasss oder irgendein anderes englisches Kriegsschiff zerstört worden ist, wie von der deutschen Admiralität behauptet wird. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat der Kommandant des betreffenden deutschen U-Bootes den Torpedolreffer aus den englischen Zerstörer der dl-Klasse am 18. Januar einwandfrei beob- achtet und den Zerstörer in sinkendem Zustande gesehen. Der Fortgang üer rustlschen Mtnisterkrise. �inanzminifter Barls Rücktritt. Auch Fmanzminister Bark geht, wie schon neulich berichtet wurde. in dem Trepow- Strudel unter. Der„Frankfurter Zeitung" wird aus Zürich auf Grund von Pariser Depeschen gemeldet, daß Bark nicht mehr von feinem Urlaub in das Finanzministerium zurückkehrt: er beabsichtige, wieder in die Wolga-Kama-Bank einzutreten. Der bisherige Gehilfe des Fi- nanzminisieriums Nicolaenko übernimmt die provisorische Leitung des Ministeriums._ Strafbestimmungen für Straßenunruhen in Rußland verschärst. Kopenhagen» 2. Februar, f..Köln. Ztg.'") Dem in Moskau erscheinenden„Utro Rossij" zufolge beschäfrigt sich die russi- iche Regierung zurzeit mit der Verschärfung der Straf- bestimmungen für Straßenunruhen, da der Minister des Innern glaubt, schon in nächster Zukunft Ge- lcgenheit zu ihrer Anwendung zu erhalten. Die Staatsschulden Oesterreichs. Die Staatsschulden- Kontrollkommission des ReickiSrats veröffentlicht eine Nachwcisung über den Stand der Staats- schulden Oesterreichs. Danach betrugen die Kriegs- schulden Oesterreichs am 30. Juni 1916 insgesamt L4»o5 Milliarden Kronen. Davon ist der überwiegende Teil durch die ersten vier Kriegsanleihen durch Begebung in der gesamten Bevölkerung fundiert. Der geringere Teil sind Vorschüsse bei der Noten- bank. beim Konsortium der österreichischen Banken und im Deutschen Reiche. Bis Ends Juni 1916 waren an vier fundierten Kriegsanleihen 19.61 Milliarden begeben. Das fährliche Zinsencrfordernis für die Kriegs- a nleihen ist in der Nachweisung mit 10»27 Milliotte n eingestellt. Zu den Kriegsschulden von 21.33 Milliarden kommen die übrigen Staatsschulden von 11,47 Milliarden mit einem Zinsenerfordcrnis von 459,784 Millionen. Die ganze Staatsschuld Oesterreichs stellte sich Ende Juni 1916 auf 36,92 Milliarden gegen 27.048 Milliarden per Ende Dezember 1915. DaS Verzinsungs crfordernis bezifferte sich Ende Juni 1916 mit 1478 Rillioneu gegen 1123,3 Millionen Ende Dezember 1913. Englanü leugnet öen Mißbrauch von Hofpitalsthiffen. London, 31. Januar. DaS Auswärtige Amt gibt folgende Mitteilung auS: Tie deutsche Regierung erklärt,-sie habe mehr- fach« schlüssige Beweise dafür, datz fcindlichei Hospitalschisse in mehreren Fällen zur Beförderung von Munition und Truppen mißbraucht worden seien; sie gibt weiter an. sie habe diese Beweise auf diplomatischem Wege der britischen und der sranzösischen Regierung vorgelegt, und hat zugleich erklärt, datz der Verkehr von Hospitalschisfen auf den militärischen Fahr- siratzen für die in Frankreich und Belgien kämpfenden Streit- kräfte innerhalb einer Linie zwischen Marborough Head und Ter- schelling auf der anderen Seite und zwischen Oueffont und Lands- end aus der anderen nicht länger geduldet- werden solle. Die britische Regierung hat noch keine solche Mitteilung auf diplomati- schem oder anderem Wege von der deutschen Regierung erhalten, wie behauptet worden ist, und sie stellt mit aller Ent- schiedenheit in Abrede, datz britische Hospitalschisse für die Beförderung von Munition und Truppen oder in irgendeiner Weise gebraucht worden sind, die gegen das Haager Abkommen der Ueb ertragung der Grundsätze der Genfer Kauvention auf den See- krieg verstötzt. Nach diesem Abkommen haben die Kriegführenden das Recht, Hospitalschiffe zu durchsuchen, und die deutsche Regierung hat daher einen naheliegenden Weg, im Falle deS Verdachtes Abhilfe zu schaffen, von dem sie jedoch n i e Gebrauch gemacht hat. Aus der deutschen Mitteilung, datz Hosprtalschffse innerhalb der erwähnten Grenzen nicht mehr geduldet werden sollen, kann nur der eine Schluß gezogen werden, daß es die Absicht der deutschen Regierung ist, neue und noch unaussprechlichere Verbrechen gegen das Völker- recht und die Menschlichkeit der langen Liste, die ihre Vergangen- hell entehrt, hinzuzufügen. Unter diesen Umständen hat die britische Regierung die Regierung der Vereinigten Staaten ge- beten, der deutschen Regierung mitzuteilen, dotz die britische Re- gierung sich dahin entschieden hat, datz, falls die Drohung zur Tat gemacht wird, sofort von den in Betracht kommenden beteiligten Behörden Vergeltungsmatzregeln ergriffen werden sollen. Die englische Admiralität veröffentlicht gleichfalls eine Erklärung, die mit Entschiedenheit betont, .daß bei keiner Gelegenheit seit Kriegsbeginn an Bord eng- lischer Hospitalschisse andere Personen als Invalide und Lazarett- Mannschaften eingeschifft worden sind." Hierzu bemerkt W. T. B.: Munitionsiransporte werden also nicht geleugnet. Datz Eng- land wegen der Truppentransporte nach dem Grundsatz handeln würde, si lecisti, nega,(Wenn du's getan hast, so leugne es ab) war vorauszusehen._ politische Ueberstcht. Ein Ruf nach der preußische» Wahlrefsrm. Prof. Meinecke für»heroische Entschlüsse". In den„Annolcn für Soziale Politik und Gesetzgebung" �Herausgeber Dr. Heinrich Braun) veröffentlicht der bekannte .Histopiker Friedrich Mein ecke, der auch der konservativen Presse ein willkommener Mitarbeiter ist, einen Aufruf zur Englische Vorstöße Mischen Armentieres nnd Arras, am Wege Gueudeeourt- Beaulencourt— Artilleriekampf an Ancre und Somme. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 2. Fe- bruar 1917.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Zwischen Armentitzres und ArraS scheiterten zahlreiche Bor- stöße englischer Aufklärnngsabteilunge«. Beiderseits von Ancre und Summe herrschte lebhafter Ar- tillerickampf. In de» Morgen- und Abendstunden rege Tätigkeit unser Erkuader, die südwestlich von Miraumont und nordöstlich von Le SarS 1 Osstzirr und 12 Mann aus den feindliche!, Gräbcu holten. Am Wege Gorudeeourt-Lcaulencourt drangen nach starkem Feuer die Engländer in Äompagniebreite ein. Im Gegenangriff wurde die Stellung gesäubert, eine Anzahl Gefangener blieb in unserer Hand. Heeresgruppe Kronprinz. An der Eombres-Höhe nnd im Ailly-Walde kehrten Stoßtrupps aus den zcrschoffenc» sranzösischen Linien mit 20 Gefangenen zurück; in den Bogescn brachte» unsere Aufklärer 6 Franzosen von einer Unternehmung ein. An der nördliche» Westfront waren unsere Flieger sehr tätig. Unsere Geschwader machte» im englischen Teil Frankreichs wert- volle Festfistcllungen. Tie Gegner büßten bei Luftkämpfe» 7 Flug- zeuge ein. L estlicher Kriegsschauplatz. Bei starkem Frost und Schneefälle» keine besonderen Er- eigniffe. Mazedonische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erste Genrralauartiermeister. Ludendorfs. * Amtlich. Berlin, 2. Februar. Am 1. Februar nachmittags hat einer unserer See-Kauipfeinsitzer an der flandrischen Küste eine« englischen Land-Kampfeinsitzer abgeschossen. Das feindliche Flugzeug fiel in unsere Hönde: der Flieger, ein englischer Seeoffizier, wurde gefangen genommen. * fibenödericht. Amtlich. Berlin, den 2. Februar. Abends. Än keiner Front besondere Kampf- Handlungen. »--» * Der österreichische Sericht. Wien, 2. Fcbrnar 1917.(W.T.B.) Amtlich wird verluutbart: Auf allen drei Kriegsschauplätze« keine besonderen Ereignisse. Der Stellvertreter deß EhcsS des GenrralstabeS. v H« e f e r. Felwnarschalleutnant. sofortigen Durchführung der Wahlresorm in Preußen Er schreibt: Die Dinge drängen zu heroischen Entschlüssen auf allen Gebieten, um neue Quellen der Mackit zu ersckilietzen. Man bat den polnischen Staat aufgerichtet und die Bedenken, die man dagegen haben mutzte, nicht leichtsinnig vergessen, son« dern zurücktrclen lassen hinler das Gebot der Stunde. Man hat die Arbeit in den Werkstätten zu einer Ehren- lind Zwangspflickt aller arbeitsfähigen Männer in der Heimal gemacht, ohne die winschafilichen Erscbiitterungen zu scheuen, die sie haben könnte. Hier wie dort bricht man mit alten unlaucilich gewordenen Traditionen und wagt den Sprung in das Neue. Sollte man ihn nicht da wagen, wo der Sprung schon längst erwogen und wiederholt angelündigt war? Jetzt und gerade jetzt ist der psychologische Momen» gekommen, um än die Nenoneniiening unserer inneren Politik, voran an die Reform deS preußische» Wahlrechts zu Jehen und damit nicht nur einen Hauptwunsch unserer arbeitenden Massen zu erfüllen, sondern auch ein neues slarleS Band um sie und den nationalen Staat zu knüpfen. Meinecke, der Geschichtsschreiber, preist dann die einigende Kraft des Rcickstagswahlrechts: Man hat sich doch nur zu fragen, wie es gegangen wäre. wenn wir im Reiche statt deS jetzigen Wahlrechts d a S preußische Dreiklassenwahlrecht gehabt hätten. Gewiß, vielleicht wäre eS dann nie zu Auflösungen gekommen,- die Regierung hätte in manchen Dingen ein bequemeres Leben gehabt und die durch das Dreiklassenwahlrecht begünstigten Parteien erst recht. Aber eins brennende Unzufrieden b e i t in den Mafien wäre entstanden. mit der ver- glichen alle bisherige Agitation der Sozialdemokratie harmlos gc- nannt werden kann. Ein fortlaufendes Stoßen. Pochen und Hämmern von unten, eine in Wahrheit revolutionäre Grund stimm ung hätte sich entwickelt. Tie Regierung aber hätte die freie Stellung über den Parteien, die sie sich wünscht und die auch wir ihr wünschen, verloren, und wäre uiienttinnbar an die konservativen Parteien gekettet ivorden. Alle schon vor- ban denen Gegensätze im Reickie hätten sich verschärft und verbittert, das Reich wäre nicht zusammen-, sondern auseinandcrqewachsrn. Und er fährt, gegen das preußische Dreiklassenwahl- recht gewendet, fort: Man darf unter keinen Umstände«. Einrich« tungen aufrecht erhalten, die einen: großen Teile der Bürger die Freude am Staate ver- gällen müssen. Mochten sie notwendig sein, solange die von ihnen Getroffenen siw ftlber nicht als Bürger des nationalen Staates im vollen Sinne fühlten, so müssen sie nun so rasch wie möglich weggeräumt werden. Den Pfahl im Fleische sitzen zu lassen, ist unklug und unrecht zugleich. Oder will man durchaus den revolutionären Stachel des Klassenkampfes, den dieser ftüher hotte. verewigen? Sollten wir nicht iroh sein, auS dem alten Elend jetzt endlick herauszukommen? Wir könne« in Zukunft»vr unseren sozialdemokratische» Volksgenosse» nicht mehr die Augen aufschlagen, wenn wir ihnen, die in heroischer Anstrengung mit allen übrigen Schichten der Nation gcwetteifert haben, auch feriier die politische Gleichberechtigung im preußischen Staatslcbcn versagen. Zum Schluß erklärt sich Meineck? ztvar persönlich für das gleiche Wahlrecht, er rechnet aber mit der..Möglichkeit, daß die Regierung so weit nicht zu gehen wagen wird".(Wo bleiben aber dann die„heroischen Entschlüsse"?) Und so rät er der Regierung, das— Pluralwablrccht nach dem kompli- zierten Thimmcschcn Vorschlag einzusührcn. So kommt Pro- fessor Meinecke nach einem prächtigen Anlauf doch zu einem schlechten Sprung. Nein, hier hieß es nicht: Auf Haiben Wegen und zu halber Tat Mit halben Mitteln zauderhaft zu streben. Sondern es heißt: Ja oder nein, hier ist kein Mittelweg! Fürchterliche Drohung. Diö„Deutsche TageZzeitung" schreib!: Der Abgeordnete Scheid emann hat in den letzten Tageir in Südwestdeutschland, so in Heidelberg und Ludwigshafen, öffenl- liche Vorträge gehalten, tlt denen er seine Treibereien zugunsteii eines Verzichtfriedens in einer womöglich noch bedenklicheren An als vorher fortsetzt. Wir möchten die Hoffnung nicht aufgeben, daß die jetzt eingetretene Wendung auch Herrn Scheidemami zu größerer Zurückhaltung veranlassen werde. Sollte das nicht der Fall sein, dann würden wir zu unserem Bedauern auch genötigt sein. auf Aeußerungen Scheidemanns aus seinen letzten Reden zurückzukommen. Dem armen Scheidemann wird wohl nun nichts anderes übrig bleiben, als sich in das nächste Mauseloch zu verkriechen. Denn datz die»Deutsche Tageszeitung" auf ihn zurückkommt, das wird er doch nicht riskieren! Roch ciue Stimme vom U-Boot-Krieg. In der»Deutt'chen Warte" spricht der Abg. Bacmeistcr, der den neuen Entschlüssen der Reichsleitung stets ein entschiedener Lorkämpfer gewesen ist. seine tiefe Bcsriedigung aus. Er schließt: Ohne genügenden Schiffsraum gehen die westlichen Entente- siaaten der Katastrophe entgegen. Und dann geht eS� vor allem für England aus Leben und Tod. Räch menschlichem Ermessen aber ist sein Schicksal besiegelt. Ter neue schweizerische Gesandte in Berlin. Der Schweizer Bundesrat hat als Nachfolger des aus Alters- und Gesundheitsrücksichten zurücktretenden Dr. Claparsde als Gesandten der Schweiz in Betlin Herrn Dr. Robert Ha ab gewählt, den Generaldirektor der schweizerischen Bundesbahnen. Dr. Haab übernimmt die Ver- tretung beim Deutschen Reich, dem Königreich Bayern und dem Königreich Schweden interimistisch, der Posten eines Generaldirektors der schweizerischen Bundesbahnen wird für ihn offengelassen,_ Der neue Gesandte steht im Alter von ö2 Jahren. Er gehörte früher dem Züricher Obergericht und der Züricher Regiernng an. Seit 1911 war er Mitglied der Generaldirektion der Schweizer Bundes- bahnen als Vorsteher des RechtsdeparlemeutS. Letzte Nachrichten. Bis zum leütcv Franzosen... Bern, 2. Februar. Lyoner Blättern zufolge wurden in der gestrigen Sitzung der Kammer die Artikel 3 und 4 des Nach- Musterungsantrages angenommen, die bestimmen, daß die taug Ii ch Befundenes ihrer Jahresklasse einverleibt werden sollen. Ein Antrag des Abgeordneten Jgnace, daß alle, die sich frei- willig für Spezialdienste anboten und eingezogen wurden, neu- gemustert werden sollen, wnrde mit 226 gegen 222 Stimmen angenommen. Tie englische Presse tobt. London, 2. Februar.' Reuter verbreitet noch eisten ausgesuchten Stimmenchor der englischen Presse über die neue deutsche Maß- Maßnahme.„D a i l y T e l e g r a p h" schreibt, daß es nicht Zweifel- hast sei, wie die. Alliierten nun handeln müßten. Sie werden ihre Blockade verschärfen und keine Mühe scheuen, um dieser Soepest zuvorzukonunen. Archibakd Hurd sagt im„Daily T e l c g r a p h", daß der Kampf gegen die U-Boot-Piraten ein Kriegsproblem sei, welches, was England angehe, jedes an- derc Problem übertreffe. Die„D a i s y Ma i I" meint, das britische Volk habe niemals begehrt, daß die Vereinigten Staaten in diesen Krieg verwickelt würden und verlange daS auch jetzt noch nicht. Aber es sei schwer anzunehmen, daß die Ver- einigten Staaten sich mit dieser Note zufrieden geben würden. Den Deutschen würde eS nicht gelingen, England auszuhungern. Die „T i m e s".sogt, es sei allein Sache, der amerikanischen Regierung und des amerikanischen Volkes, eine Ent- scheidung über Teutschlands unverschämte Absichten zu rrefsen.„Daily New»' meint, Deutschlands Zuflucht zu dieser verzweiflungsvollen Methode sei der überzeugendste Beweis für die Lage, in die es gebracht sei.„Daily Chro- nicle" will, datz die Alliierten sich über die Strafe für die neue Methode und die dafür in Frage kommenden Personen, welche für den neuen Unterseebootkrieg verantwortlich sind, einigen sollen. Das Blatt wünscht, daß die Alliierten in einer Kollektivnotc Teutschland davon unterrichten sollen. Ein Il-Boot-Erfolg. London, 2. Februar. Lloyds meldet, datz der norwegische Dampfer„Portia", 1127 Bruttorcgistertomien, verseqkt und die Besatzung gelandet wurde._ Die Sicherung der neutralen Schiffahrt. Haag, 2. Februar. Das Korrcsvondenzbureau erfährt, daß in der gestrigen Konferenz der Reeder mit der Regierung darüber ver- handelt wurde, wie man die neutrale Schiffahrt, besonders dir nach Indien, in Gang holten könnte, ohne dabei mit den Interessen der kriegführenden Parteien in Kollisürn zu geraten. Di« Regierung hat sich bereit erklärt, sowohl dazu als auch zu« Schutz der in Fahrt befindlichen Schifte beizutragen, was sie tan«. Inzwischen wurde den Reedern empfohlen, ihre Schiffe nicht auS- fahren zu lassen, ohne darüber zurrst mit der Regierung be- raten zu haben. Tie Schiffe der Zeelandgcsellschaft werde» für de» Post- und Passagierverkehr mit England mit besondere» Kennzeichen versehen werden. Ten Kapitänen der niederländischen Schiffe im Ausland und in Niederländisch-Indien wird telegraphiert werden, daß sie bis zum Empfang näherer Instruktionen nicht ausfahren sollen. Was die Schifte, die berestS unterwegs find, betrifft, so wird beschlossen werden, der deutschen Regierung Angaben darüber zu machen und sie z» ersuchen, diese Schiffe unbelästigt zu lassen. Holländische Schiffe fahren nicht aus. lllotterdam, 2. Februar. Der Dampfer„Nieuw A m st e r b a in" der Holland-Amerika-Linie, der vorgestern von hier nach Nelv Jork abgefahren ist, ist heute zurück- gekehrt.— Die beiden Schlepper„Zwarte Zee" und „Witte Zee", die den Dampfer„Westerdijk" aus England ab- holen sollten, find nicht ausgefahren. Schwedens Äohleumangel. Stockholm, 1. Februar. Der Minister des Jrtnern stimmte Sem Vorschlag der Staatsbabncnverwaltung wegen Einschränkung deö Personenverkehrs infolge des Ä oh I e n m a n geks zu und ermahnte die Staatsbahnenverwaltung, baldigst Riaßnahmen auch zur Einschränkung des Güterverkehrs zu treffen. Dieselbe Mahnung richtete er an den Verband schwedischer P r i» vatbahnen. Die Regierung plante ferner Maßnahmen zur Einschränkung des Kohlenvcrbrauches auch aus an- deren Gebieten. El» euglljcher Dreimaster gescheitert. Bern, 2. Februar.„Petit Parisien" meldet au» Chestdourg: Der englische Dreimaster„Help y" ist bei Omonville g e- scheitert. Das Schiff ist verloren, der größte Teil der Besatzung ertrunken. Gcwerkfchaftlickes. Chinesische Arbeiter in Rußlanö unü in Engianö. Nicht nur in Frankreich, auch in Rußland und England ioerden chinesische Arbeiter bereits in großer An�abl be schästigt. Der Petersburger Korrespondent der„Stampa" schildert den starken Zustrom von chinesischen Arbeuern nach Rußland, der schon mehr einer Ilebcrschwemmung gleiche. Nicht nur in den tvcftlichen Provinzen, sondern bis nach Petersburg hin finden sich Kulis in der Landwirtschaft tätig. Es wäre falsch, weint der Gewährsmann der„Stampa", anzunehmen, daß Rußland wegen sginer 170 Millionen Einwohnar über em ganz unerschöpfliches Menschenrcscrvoirc gebiete. Sonst hätte es die nach Einziehung der besten Arbeitskräfte einsetzende und bis zur Not sich steigernde Krise des Getreide- und Brennstoff- Handels nicht erlebt. Die Bebauung des Landes erfordert in Rußland wegen der Primitiven Einrichtungen weit mehr Arbeits- kräfte als andersluo. Nachdem nun früher das Eindringen der Kults, selbst im Osten, aus jede Weise zu verhindern gesucht Wurde, griff jetzt sogar die Regierung ein, um eine recht starke Heranziehung chinesischer Arbeiter zu organisieren. Zm letzten Frühjahr wurde der Gouverneur von Amur mit dieser Arbeit betraut. Mit welchen- Erfolge er sie ausführte, geht daraus hervor, daß in Petersburg schon ein paar Tausend Chinesen in einem eigenen chinesische!- Viertel wohnen. Sre sind in den riesigen russischen Wäldern massenhaft beim Holzfällen tätig, arbeiten in den Minen von Tonez. Am Murmanbahnbau waren 40000 Chinesen beschäftigt. J n in- dustciellen und landwirtschaftlichen Bc° trieben arbeiten zurzeit etwa 70 000Chincsen. Nicht minder groß scheint das Bemühen der englischen Regierung, chinesische Arbeiter nach England anzuwerben, zu sein. Hat doch' die britische Gesandtschaft in Peking bei einer Anwerbung von 30 000 chinesischen Arbeitern in Tschifu und Weiheiwei mitgewirkt. Leider erfahren wir nichts darüber, unter welchen Be- dingungen diese chinesischen Arbeiter für Rußland und Eng- land angeworben worden sind. Interessant wäre auch zu wissen, wie sich insbesondere die englischen Gewerkschaften dazu stellen und ob sie versuchen, irgend welchen Einfluß bei der Festsetzung der Arbeitsbedingungen für diese chinestjchen Arbeiter geltend zu machen. Serlin und Umgegend. Einheitliche Tcilftücklvhnsaste für die Militärschneiderei. Nachsteh erD üringen wir den Schluß des Tarifvertrag-: Umhang für Radfahrer. Einrichten 0,20. Maschinenarbeit 1,82. Handarbeit 0,68. Knopflöcher(ohne Riegel) 0,18. Bügeln 0>50 M. Gefamtlohn für den Radfahrerumhang 3,38 M. Arbeitskittel(aus Drilch-s Sommer- oder Zeltbahnftoff). Einrichten 0.08. Maschinenarbeit 1,—. Handarbeit 0�Z. Knopf- löchcr(ohne Riegel) 0,2-1. Bügeln 0,13. Schnürlöcher 0,21 M. Gc- samtlohn für' den Arbeitskittel 2,01 M. Aufnähen der Untcroffizierborbc mehr 0,08 M. Trilchrrck(auch aus Sommer- oder Zelltbahnstoffl. Einrichten 0,08. Maschinenarbeit 1P5. Handarbeit OKO. Knonk- löcher(ohne Riegel) 0,12. Bügeln Ostö. Schnürlöcher 0,12 M. Ge- samtlohn für den Drilchrock 1,92 M. TrilchjaUe(auch aus Sommer- oder Zeltbahn, tofff. Einrichten 0,05. Maschinenarbeit 0,60. Handarbeit OBO. Knopflöcher(ohne Riegel) 0,12. Bügeln 0,10 M. Gesamtlohn für die Drilchjacke 1-17 M. Khatijacke. Einrichten 0,08. Maschinenallbeit 1L1. Handarbeit 0,70. Knopf- löcher(ohne Riegel) 0,15. Bügeln 0,20. Schnürlöcher 0,20 M. Gesamtlohn für die. Ähakijackc Äl M. Unterhose neuer Art(aus Köper, auch aus Barchent oder Flanell). Einrichten 0,01. Maschinenarbeit 0,58. Handarbeit 0,08. Knopflöcher(ohne Riegel) 0,02. Bügeln 0,03 M. Gesamtloibn für die Unterhose neuer Art 0,72 M. Hemden. Maschinen- und Handarbeit 0,47�. Knopflöcher 0,05 M. Gesamtlohn für Hemden 0,52 1- M- . Wachtin autel. und Aufhänger annöbcn, vordere Kanten und Rücken. schlitz irren, sömstliche Riegel, and Selen anbringen, sämtliche Knopflocher verriegeln, die übrigen 6 Haken annähen IM. Knöpfe am Vorder- tc:l und Rücken abzeichnen 0,06. Knöpfe annähen 0,17. Kragen- schlaust annähen 0,02 2i(, Fn Summa 4.13 M. e) Bügeln. Vorderteile ettrbügÄn und Futterstreifen ein- ileben 0,15. Eckenband verbügeln. Besetzen ausbügeln und Taschen- Patten fcstdüglu'n 0,04. Rückenuntertritt ausbügeln 04)2. Seiten- nähte ausbügeln 0,04. Achsel ausbügeln 0,02. Acrmelnähte aus- bügeln 0,06. Aermel abbügÄn 0,03. Oder- und Untsrkragen ziehen und Rähti.' ausbügeln 0L1. Kragen abbügeln 0,11. Kragen aus- bügeln 0413. Mantel abbügcln VIS M. In Summa Ifil M. Gesamtlohn für den Wachunantel 7,54 M. Schnccmantel. Einrichten 0,0l. Maschinenarbeit 0,70. samtlohn für den Schneemantcl 0,75 M. Bügeln 0,01.M. Ge- Ausland. Ter niederländische Teemannsstrcik. In einer am DonnerSlag abgehaltenen Versammlung de-Z Allgemeinen Niederländischen Seemanns bundes wurde einstimmig be- ichlosien, den S t r e i k a u f z u h e b e n. n) Einrichte n. Taschen, Taillenlänge und Rückenschlitz abzeichnen, Gurte und Aermclauffchläge zurechtschneiden, Futter schneiden, nach Farben sortieren, lausende Nummer anheften und Zutaten zuteilen 0,42 M. d) Maschinenarbeit. Ssistnlaschen anfertigen(ohne Riegel), Vorderteilbesetzcn stückeln 0,50. Rückcnschlitz und Gurte anfertigen 0,30. Kanten und Knopflinic steppen 0,13. Rückciifalte steppen 0,04. Brujttasche anfertigen(ohne Riege!) 0/tf>. Seitennähte zusammennähen 0,07. Gurte an den Scitennähten durch- steppen 0,02. Aermel mit Ausschlag und Futter zusammennähen 0,22. Achsel mit Futter zusammennähen 0,04. Untcrkragen stückeln und absteppen 0,13. Lbcrkragen und Kragenscküaufe steppen 0,07. Kragen aufnähen 0,05. Aermel einnähen und Aufhänger an- fertigen 0,05 M. In Summa IM M. c) Knopflöcher anfertigen(ohne Riegel) 0,80 M. ck> Ha nd arbeit. Kanten abzeichnen, verschneiden und säurt- liche Knopflöcher abzeichnen 0,14. Eckcnband vorlegen und an- staffleren 0,10. Kante» umHeften und Besetzen unterhcften 0L0. Verschlutzhaken und Oese einziehen 0,02. Futter in den Vorder- teilen und Rücken unterheften 0,50. Futter am Rückem'chlitz aus- beste» 04>1. Äervrel unterziehen und Aufschlag fesffiicheln 0,11. Aermel einheften 0,10. Kragen verschneiden 0,09. Oberkragen aufheften und umsäumen 0,23. Haken und Oasen einnähen 0,23. Kragen aufheften 0,06. Oberkragen übernähen 0,05. Leibfutter und Besetzen staffieren, Zwickel aufnäb'en, Aermelsutter übernähen Mus der Partei. Die Logik der Tatsache». Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht Genosse Otto Braun in einer iozialdemokratischen Korrespondenz einen Artikel, dein wir folgende Ausführungen entnehmen: � Mit unbeimlickier Folgerichtigkeit hat die Logik der Taliaiben sich hier durcbgeietzt. Die Nolwcndigkeit. ibre Existenzberechtigung nachzuwelsen. zwang die Arbeits- gcmeinschast. sich andauernd im Gegensatz zur alten Fraktion zu bewegen, diese� forlgeietzt im Parlament zu bekämpstn. Wollte sie mit dieser ihrer Politik nicht in der Lust schweben. mutzte sie diesen Gegensatz ins Land hinausiragen und sich Organisationen als Grünt läge für ihre Politik schaffen. Ver- breilung von die Parte: und ibre Polink bekämpfenden, die Parteileitung wie die Fraktion verunglimpfenden Flug- blättern, Sonderkonferenzen, Sonderorgan:- s a l i o n e n mit eigenen Beiträgen neben der Panei. Gegen- kandidaten gegen die offiziellen Parwikandidaiurcn bei Wahlen war die u n a u s b l e i b l i ch e Folge. Und schlretzlich mutzte der Sonderpartettag der Arbeitsgemeinschaft vom 7. Januar das parteizerrüttende Wer! vollenden, die Parteispaltung sanktionieren. Obgleich ein Mindetbeitsblatt, der Brcnschweiger'„Volks- freuno' fordert datz die Oppostiion nunmehr die Fübrung der sozialistischen Bewegung an sich reitze und dabei hervorhebt, datz sie die Fübrung nur ergreifen könne, wenn sie eine politisch selb- ständige Partei werde, obgleich auch> Slröbel in der Soz. Aus- laudskorreipondenz der Arbeitsgemeinschaft schrieb, die Mchrbeit habe die reinliche Scheidung gewollt. Pflicht der Minderheit sei es nun, sie ibrerieirs mit allen Konseguenzen und äutzerster Energie durSzufübren, scheint den Arbeit-gemeinichasilertl doch der Mut zur Offenheit zu seblen. Sie wollen es offenbar weiter mit der bisher geübten Wanzentaktik halten. Diesem unehrlichen Spiel mutz ein Ende gemacht werden. Die Zeit der Zweideutigkeit ist endgültig vorüber. Genosse Braun sagt weiter, so schmerzlich der Vorgang auch sei, so dürfe man doch keine VoAel-Strauß-Politik treiben. ..Klar und unzweideutig muß jetzt überall zum Ausdruck gebracht werden, daß, wer zu der n e u e n P a r t c i d e r A r b e.i ts g e m c i n s ch a ft" steht, nicht gleichzeitig der sozialdemokratischen Partei angehören kann, daß die Pro- paganda für die Arbeitsgemeinsckiaft und das Wirken im Sinne der Beschlüsse ihres Sonderpariettages unvereinbar sind mit der weiteren Zugehörigkeit der Partei. Nur so kann die Einhest und Geschlossenheit der Partei und ihre Aktions- fähigkcit. die unter den Parteiwirren bereits schwer gelitten hat, wieder hergestellt werden." Gegen die Gewerkschaften. In einer Versammlung in Rüsttingen wurden von Gegnern der Partei Broschüren ver- breitet, die den Titel führen:„Wohin werden die deutschen Gewerkschaften gesteuert?" Tie Schrift behauptet, in den Gewerkschaften herrsche weder Demokratie noch sozialistischer Geist. Gie verlangt politische Gewerkschaften in anarcho- syndikalistischem Sinne.— Zu hiesem Vorgang schreibt das Rüstringer Parteiorgan, das„Norddeutsche Volksblatt": „Dtt springende Punkt bet der gekennzeichneleii ZerstörungS- arbeit ist mm der, datz die Wortführer der Oppofiiioit, die sich in den Versammlungen int Eolofieum und auch stüher in den Parteiversammlungen breit gemacht baben, md>t Anhänger der Soztaldemokrauichen Arbeitsgemeinichast, sondern der Spar- takusgruppe sind. Die letztere urnersweidet sich von der elfteren dadurch, datz sie gegen die Vaierlandsverleidigung ist und die parlamentarische Milatbeit verwirst. Trotzdem aber benützte sie die Agitationsmittel der Arbeits- gemeinschast, um Spalttingsversuche in der Orgaiiisaiion der Mehrheit zu betreiben. Mit anderen Woiien: Es ist dieser SpariakuSgruppe jedes Mittel recht, die Politik der Mehrheit, deren Berlrelcr in Mitzkredii zu bringen. Krakeel in deren Organisationen zu bringen und sie dann zu beherrschen. Nachdem die neuesten Maßnahmen organisatorischer Natur den Spartakusleutcn den Zugriff auf die sozial- demokratische Partei verwehrt haben, bleibt ihnen nur die Arbeitsgemeinschaft übrig, in deren Teich sie die Rolle des Hechts spielen können. Arme Karpfen! Ter Wage» des Sumpfes.„Die Bewegung im„Rhein- Matngau" betitelt sich ein Artikel des Duisburger Spartakus- Blättchens„Kampf". Gemeint ist damft die Bewegung gegen die sozialdemokratische Partei, über die folgendes berichtet wird t Am Ngiiafionsbezirk Fraiiksult a. M. sind die Parieiberhali- nisse arg zerklü'tet. Während im ersten Kricgsjahre es nur zwei Richtungen gab. find es setzt deren drei. Seit Weihnachten 1915 h a t s i ch die Opposition nochmals gespalten, besser g e- sagt, sie mutzte eine reuilichc Scheidung vornehme ir. Tenu die wirklich oppositionellen Genossinnen und Genossen konnten nicht länger dulden, datz sie enigegen ihrem Willen durch die Intrigen einzelner Leule vor den Wagen deSSumpseS gespannt wurden. Wir werden gelegentlich dies Kapitel ausführlicher zu behandeln haben. Znnächft genügt die Feststellung, datz die Gründung einer Filiale des Frei denkerb u»des nichts anderes bezwecken sollte. als die oppositionellen Elemente in der Partei zu sammeln, und als Redner in den jeweiligen Beransialiungen konnien nur Genossen in Frage kommen, die out dem äutzersien sinken Flügel kämpflcn und aus dem Verrat der MebrhcitSparieiler die letzten Konseguenzen zu ziehen bereit waren. Die„Bewegung" hat aber nicht viel Lorbeeren geerntct. Das gibt der Bericht selbst zu, indem er weiter schildert,>vie der Genosse Qtiarck und die Genossin Hammerschlag Frankfurt „regieren". Die Frankfurter„Volksstimme" bemerkt dazu trocken:„Sachlich bemerkenswert sind nur die beiden Fest- stellungen: in der Frankfurter Ftliale des Freidenkerbundes hat man seinerzeit eine Sonderorganisation für die Opposition geschaffen, und Frankfurt a. M. ist sicherer B e s i tz st a n d der Mehrheit. DaS sind die beiden einzigen Wahrheiten, die dem Berichterstatter der Oppo- sition ans Versehen untergelaufen sind." flus Industrie und Kandel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Einnahmen der Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen und der Großen Berliner Straßenbahn sind im Januar wieder stark gestiegen. Die Hoch- und Untergrundbahn beförderte ohne die Schöne- berger. Wilmcrsdorfcr und Dahlemer Bahn 9.3 gegen Millionen Personen im gleichen Monat des Vorjahres. Die Einnahmen sind von 918 8L3 M. auf 1241741 M. gestiegen. Die Einnahmen der Großen Berliner Straßen- bahn sind von 4.3 auf 3,1 Millionen Mark in die Höhe gc- gangen. Tagegen hat die Allgemeine Berliner O m n i b u s g e s e l l s ch a f t nur 281 422 M. eingenommen und 135 095 M. weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Ivas auf die VcrkehrSschwierigkeiten infolge der Schnee- fälle zurückgeht. Für die Berliner Brauereien und die Berliner Biertrinker ist die Nachricht von erheblichem Interesse, daß die Gerstenspcrre vielleicht bis Ende Februar noch nicht aufgehoben werden wird. Als vor einigen Wochen die Gerstensperre angekündigt war. wurde mitgeteilt, daß Hoff- nung bestehe, die Brauereien Mitte des Monats wieder be- liefern zu können. Unter dieser Voraussetzung wäre eine Be- tiiebsstörung wohl vermieden worden. Unter den jetzigen Ver- Hältnissen dürfte aber eine Stockung des Bier- a b s a tz e I wahrscheinlich sein. Der Äamps um China. Ter Kampf der europäischen Mächte, Japans und der Ver- einigten Staaten um das cknnesiichc Ri�senreich spielt sich vielfach in finanziellen Formen ab, Sind doch Anlechrn' seit jeder ein pro- bates Mittel, um Geld suchende Staaie» unier das schwere Joch politisch starker Mächte und m wtrischaitliche Hörigkeit zu bringen. Der chinesischen Regierung wurden bisber Gelder von einem Bank- koiliortium vorgeinccki. an dem die Banken der witdiigsien m Ost- asien interessier wn Mächte' beteiligt waren. Nach Ktiegsausbruch verlangten die Verbandsmächte. datz die deutschen Banken ausgeschaltet werden, an deren e>ielle die Amerikaner zu treten hätten, die bisher an dem chinesischen Anleiksegeschäst nicht beteiligt waren. Diese Versuche schlugen aber fehl. Darauf Icgie die japanische Regierung eine chinesische An- leide in Tokio am. womit sie wieder ihr Bestreben bekundete, sich die Borhand in China zu sichern. Da auch ipäler unter den Mitgliedern der bisderigen Bankengruppe keine Einigung erzielt werden komiie, erklärle die chinesiicbe Regierung, datz sie die'e Bankenoruppe als zerfallen bcirachie und sicv für frei in der Auswahl ihrer Gläubiger halte. Sie wandle sich an das Chikagoer Bankhaus Hugo Mcyep, dtnter dem aber, wie die„Rowoje Wrcmsa denunziert, wieder die verfemte Deutt'ch-osialische Van! stebr. Selbstvei siandlich pro- testterten die Verbandsmächte gegen den Versuch der chinesischen Re- gieruitg, selbständig zu handeln. Das Remltat wird sein, datz Japan im fernen Osten triumphiert, das vielleicht den Bereinigten Staaten einige Konzeisionen machen wird, und datz die europäischen Mächte mehr oder minder auSgeschaltel werden. Ein Drutichcr Zcwrntbnnd ist aus Wunsch der Behörden ge- gründet worden. Sein Zweck ist die Schaffung einer einheitlichen Verireiung der Zementindustrie. Holzschläge und Kriegsgcwinnsicuer. Da Waldbesitzer Holzungen vermeide»� könnien, um wegen des hohen Erlöses nickt tu Kriegs- gewinnsteucrn herangezogen zu weiden, da aber andererseits Holz jetzt sehr begehrt ist, so werden die Erlöse aus nicht innerhalb der regelmäßigen Nutzung liegenden Holzerirögen bis zur Höbe der letzten Friedenspreise von der KriegSgewinnsleuer nach sorgfältiger Prüfung freigestellt. FreireligiSie Gemeinde. Somitag. 4. Februar. uormlttagS 9 Uhr, Papvttallee 13/17. Neukölln. Wealkujmo, Weichseikratze 8: Ober- schöncweide, Klarasw. 2. Freireliaiöse Borlelung.— Vormittags 10'/, Ufir, Kleine Frankfurter Siratzc Sc Vortrag von Herr» Ernst Dßumigr »Wandeiungeu durch die Kirchengeschichle." I. Voraussetzungen' und Nr- iprung des Christentums. Gäste willkommen. Verantwortlich für Politik: Hermann Müller, Tempelbos; für den übrigen Teil d. BlaUcS Alfred Scholz, Neukölln: für�Znseratc: td. Glocke, Berlin Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. VerlagSanstall Paul Singer& Co. Berlin SW. Hierzu l Beilage und Unterha ltuugsblatt. liM». MMü. M\Ml EagroM F. Ernst Bordi. Elsasserstr. 21. 4 fliCohotfr. PetrtiiBkp""� Franz Abraham L,»I>. M«f»i!ia-a.R3m8rtrsnV-E«tI. 0.?-!!»»»litt, s». Feriiarj. Kgtt.12706 4' BaNe-anttlisiFen_ V MllM AovÄw'r".». ÖigMÖ&�o'Xcr. Katiooal-Badi Bmnaenstr. S. Passage- Bad Da»»"'" Reform-Bad. Wiener Str.«. 4 TiArlier. □. Konriitorelen d 3-5-==—-Ii- Erscheint 2 mal wöchentlich- Bezugsesueilen-Ve�z'sichnis. J Untenstehende Geschäfte -mpfehlen sich b. Einkauf. Otlo Waljf, Treptow. KrCtlst. 16 Zechsn, Gr.-Liehterf.,Cltmtt»UI5» ' nw, eorn.-flfsir."» 4 Bamfage R. Banjre, Sü R. Böake, Strslauer Str. füT E. Hjobs, Ktmaduuistr. 5t. A. E. Cnnee, Urnnnenati'.'.S6 4 Butter, fcier» RS»» p WiEheim Göbef j August Holtz �ilerbraoerel., BlerhdandlgT� 25 eigene FUialeB. liHTiail 48 tigem bfiaH-ffUfl« 73 Oe&cHSfte iii allen Stadtteilen Berlin# %owiti in Neukölln u. Treptow �. Rlesewettar, Bciiur»iUlac;il7> IS. G. Meier» Crtaerweg 27. i«.; Schröter, R. PCTt»iutesttH •TT HAK SW<*"1* Radstr. 2�, Ecke «a.ÄSater pnnzen-AIloe. LeikoASlupeckl, Sehoak-Ui««? FaliiiaiCi�rS� 4 Kolonialwaren» Ada« SaeaüS;£uüIäniiTini«.11. �< Iis «I h y Irr 4 Eieen.Staiilw, Watten, Werki. d Röhlniaiin,P..Mfll!erBt.40b,E.8eo«« IHlehlhanillunaen» BethHe, Georg, NsokelU» ElbcsiT.u*, Kaiser-Friedr. Ltr. 64. W'tMrftr. ISS. Friedelatr. 2S | Treptsv. Gräts-StraBc 14, Gaege,OttoCbabr�ten- f.l.SidtfffSS'Ä.S. 4 l«8ii-n»«chinen Gollnowstr. 26 Nähmaschinen Bcllmami, E. SIHSer 4 Hflte. Mützen, l elzwaren � Vestep,E�S�- 4 Kur/..VVt-i'■•.Woilw.,Tfi)toiag.» Hermaan Meyer, Sf>i»-.:t«iner8i-l. 4 pllötor p. Appn.-ite>> 4 Weine, Likarf.Frnrtrtsatte d I 60 Filialen in allen Stadteilen. I Nähmaschinen Mdaa i» alle» Stadttaü n Üi Herrn, lüeyer&co. CiiSOVcrWssl»!!. Sr;-ßerl. Meierei C Bolle Bertinn.w.aM�i Ältester mid grösster MllcbwirtschjirtUcher - Groysbetrieb- lpt1 Schnbei < � flmtik?rr�ech»n7rei�h rtiCarl. NkllD.Bergatr"U8 ."Sciireibwarei» O. Procfinew.titilH lerg�tunr. II 4 Uhran u. Ogl iwaaen» Lehpiann. Alhfl trankt,\ 1 1 10 4 Versicitapunaen p „Oeutschlanu" Berlin Arbeitcrvcnichemsg— ScbtltMD- Surbeliawnvtrslebtft.«tra*. S. 4 Spandau ► i 5chenerleli.B;«l!»iL2äJUä.-)vm». fit. 3B 34. Zadrclmg. M\m des„Pormirtf berliner Somübtud 3 Felirnar l9!7. verficherungspfiicht öer Kriegs- beschädigten. Mehr denn je hat sich im Laufe der Zeit gezeigt, daß es mit der Vcrjicherungspflicht der noch im Hceresverbande befindlichen Kriegsbeschädigten, so wie die Rechtslage zurzeit ist, nicht bleiben kann, einmal im Interesse der Kriegsbeschädigten selbst, dann aber auch im Interesse des Strebens, die Kriegsbeschädigten möglichst frühzeitig wieder in die Industrie zurückzubringen und sie durch Arbeitstherapie bor endgültiger Entlassung auch wieder in die Arbeits- Verhältnisse hineinzugewöhnen. Heute gibt es unter den noch im aktiven Dienst stehenden Soldateit zwei Gruppen, von denen nur eine versichert ist. Wir heben die jetzt geltende Rechtslage im Nachstehenden noch einmal wieder hervor. Tie Erfahrung der Zeit hat gelehrt, daß eine möglichst frühzeitige Arbeitseingewöhnung die Ucbergangsschwicrigkeit bei schwerer beschädigten Soldaten wesentlich erleichtert. Zu diesem Zweck ist man vielfach dazu übergegangen, sie noch während der Lazarcttbehandlung zu bestimmten Teilen in einzelnen Betrieben schon zu beschäftigen. Soweit es sich hierbei um eine Beschäftigung handelt, die lediglich aus Gründen der sogenannten Arbeitstherapie erfolgt, ist eine Ver- sicherungspslicht der hierzu kommandierten Soldaten nicht gegeben, und zwar weder gegen Krankheit, noch gegen Unfall. Erleiden sie während dieser Arbeitstätigkcit etwa durch Unfall weiteren Schaden, so gilt das als eine Dienst- Beschädigung, die die Heeresverwaltung verpflichten würde, eine entsprechende Rente bei zurückbleibender Erwerbsunfähig- keit zu gewähren. Neben diesen gibt es nun aber auch noch eine Reihe von .Kriegsbeschädigten, die nur zur Arbeit beurlaubt sino. Es ist ihnen anheimgcstellt. in irgend einem Betriebe. der sich dazu bereit erklärt, eine Arbeit anzunehmen. Bei diesen Personen besteht die. Veisicherungspflicht auf Grund der reichsgesetzlichen Arbeiterversicherung. Erleiden sie einen Betrirbsunicill, so hat der Versichcrungs- träger hierfür einzutreten. Nun kommt cs jedoch in vielen Fallen vor. daß auch von den zur Arbeit kommandierten Kriegsbeschädigten der eine oder der andere über die für seine Beschäftigung festgesetzte Zeit hinaus im Betriebe weiter tätig bleibt. Diese Beschädigten erhalten natürlich einen Lohn. Haben sie eine ihnen zusagende Arbeit und fühlen sie die Kraft und Fähigkeit, über die ihnen vom Arzt festgesetzt Zest hinaus tätig zu sein, dann tun sie das in vielen, Fällen. Erleiden sie nun während dieser sogenannten Ueberarbeit einen Betriebsunfall, ist es hinsichtlich der Vcrsichcrungspflicht sehr zweifelhaft. Lb in diesen Fällen der Anspruch auf Unfallrente gegeben ist, wird eventuell iin Wege der Recht- spxecküng entschieden werden können. Bei der langen Dauer deS Verfahrens bis zur endgültigen Klärung dieser Streit- frage kann aber unter Umständen Jahr und Tag vergehen. Es ist natürlich überaus mißlich, daß die für die Kriegs- beschädigten so überaus wichtige Frage, ob und wer für sie einzutreten hat, erst nach so langer Zert zur Entscheidung gebracht werden kann, zumal die Möglichkeit besteht, daß auch die Heeresverwaltung die Entschädigunas- Pflicht schon vorher ablehnt und ein gleiches Resultat auch durch die Rechtsprechung auf dem Gebiet der Arbeiter- Versicherung herbeigesührr sein kann. Aber noch eine andere Frage entsteht, deren endgültige möglichst baldige Klärung geboten ist. Soweit in gegen Unfall versicherten Betrieben Kriegsbeschädigte aus Gründen der Arbeitstheraphie beschädigt werden, und daher eine Versicherungspflicht dieser Personen nicht besteht, ist die Gefahr gegeben, daß der Unternehmer von der entschädigungspflichtigen Heeresverwaltung zum Ersatz des Schadens. der ihr durch die Gewährung einer höheren Rente an den Kriegsbeschädigten erwachsen ist. oder auch vom Verletzten für den nicht durch die Militärrente ersetzten Schaden herangezogen wird. Voraussetzung iit nanir- lich, daß dem Unternehmer am Zustandekommen dieses Schadens ein Verschulden b'cizumefien ist. Das kann unter Umständen auch dann gegeben sein, wenn er alle die Unfall- verhülungsvorschriften beachtet hat. die heute von der Berufs- genoffenschaft zur Berhütuug von Unfällen vorgeschrieben sind. Diese Möglichkeit schreckt naturgemäß manchen Unternehmer ob, solche Kriegsbeschädigten in seinem Betriebe zu beschäs- Ilgen. Damit aber wieder wird die Möglichkeit, den Kriegs- beschädigten früh in die Arbeit zurückzuführen, verhindert. Es ist deshalb eine generelle Regelung der Bersicherungs- Pflicht der Kriegsbeschädigten geboten. Wir halten eine Regelung für erforderlich,"die von folgenden grundsätzlichen Erwägungen ausgeht: 1. Versicherung der Soldaten, einerlei, ob sie kommandiert oder beurlaubt werden, soweit sie in Betrieben tälig sind, die der Versicherung unterstehen. 2. Jede Beschädigung eines kriegsverletzien Soldaten auf den, Weg» von und zur Arbeit,' soweit sie outzeihalb des Ge« iahrenbereichs des Betriebes und damit antzclhalb des Sauitzes der Versicherung erfolgt, gilt als eine Dieust« bcschadigung. L. soweit es sich um eine mir Zustimmung der Lazareltverwal- tung ausgeuoiiimenc Arbeit in nicht versicherten Seirieoen— geweiblichcn Fachschulen usw.— handelt, bleibt die Hailung der MilitärverwaltlMg für Beschädigungen bestehen. Sie gilt ali'o als eine Dieirltbeschädigung. Im einzelnen wäre zu diesen Forderungen noch folgcrides zu>agen: Zu 1. Würde die grundsätzliche Versicherung der Kriegs- beschädigten ausgesprochen sein, eistfielc für den Unternehmer die Gefahr eines gegen ihn gerichteten Ersatzanspruches und weiter auch die Notwendigkeit einer besonderen Haftpflichtver- sicherung, wie sie vielfach sogar von den Generalkommandos gefordert wurde. Zu 2. und 3. Das Interesse der Militärverwaltung er- heischt. eS ebensosehr wie die persönlichen Interessen des ein zelnfn Beschädigten und die gesamten Volks wirtschaftlichen Interessen, daß der Kriegsbeschädigte möglichst frühzeitig wieder mit der Arbeit beginnt. Erfolgt eine solche Arbeits- aufnähme, wenn auch freiwillig, durch den Sildatcn, so darf man ihm, der er sich immer noch im Heeresvei bände befindet. für ihn auf den Wegen zur Arbeit zlistoßcndc Gefahren nicht auf fem eigenes Risiko verweisen. Auch die, wenn auch frei-. willig, geleistete Arbeit ist ein— man kann sagen— freiwillig geleisteter Heeresdienst. Daher muß eine solche Be- schädiguug als Tienstbeschädigung gelten. Soweit der Schutz der Versicherung sich auf den Soldaten erstreckt, wird natürlich i die Heeresverwaltung frei, l Bus Groß-öerkin. Tas Ende der Schrippe. Im Magisirat-sitzungssaal des Berlnier Rathauses fand gestern abend die Vollversammlung der Groß-Berliner Brolkarlengemein- schafl llnter Vorsitz des Berliner Oberbürgermeisters Wermut h statt, welche die letzte Entscheidung Über die künftige Gestaltung des Brotgebäckc-Z zu treffen haue. Ramens des Siebener-AuS- schnfies erstattete Stadtrat Licht- Schöneberg Bericht über desien Vorberatungen und empfahl die Annahme der von uns bereits gestern mitgeteilten Beschlüsie deS Ausschusses. Ohne nennenswerte Debatte stinnnte die Versammlung den letzteren zu: nur eine Stimme(Neukölln) wurde gegen die geplaniq Neuregelung abgegeben. In Grotz-Berlin wird also die Schrippe als RriegS- ovier fallen: als Einbeitsbrol soll nur noch ein. solches in der Mischung von B5 Proz. Roggen, 35 Proz. Weizen und 10 Proz. Streckungsmitteln und daneben ein reines Weizenbrot gebacken werden, letzteres gegen Anmeldung der darauf reflektierenden Kunden. Für beide Br oianen sind zwei Größen von 1000 und 1000 Gi amm geplant. Die Einführung der neuen Gebäckformen ist in der Zeit vom 12. b:s 19. Februar zu crwarlen. Eilt weiterer Beschlutz, der einstimmig geflitzt wurde, iprach sich prinzipiell für das K u ch e n b a ck v e r b o t in Bäckereien aus. Man will darin fest durchgreucn, um jede un- lauiere Verminderung der aus den Kopf der Bevölkerung nur iehr knappen Mehlmenge zu verhindern. Die Durcharbeitung der Einzel- beiten wurde einer Unterkommijsion unter Vorsitz des Stadtrats M i e r- Reukölln überwiesen. Schorlemcr gegen Magistrat Berlin. Woher sollen die Städte Fleisch bekommen? Ter preußische Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schorlcmer hat heute an den Berliner Mogistrat ein Schreiben gerichtet,.in dem es heißt: „Das Nachrichtenamt des Berliner Magistrats hat eine Mit- teiluna über die Verhandlungen der Stadt Berlin mit der..Posener Gesellschaft zur Beschaffung von Fettvieh" wegen Abschlusses eines Licferungsv�rtrages für Fetticbweine verbreitet und darin de- bauptel, daß das Zustandekommen dieser Verband- l u n g e n durch meine A n w e> s um g. daß die Mast- organisatioiien die auf Ma st vertrag zu liesern- den Schweine dem Viehhandelsverband d.urch die Haupthändler zur Verfüg ungzu stellen haben. v c. r h i n d e r t w o r d e n s e t. Mir ist von solchen Verhandlungen zwischen dem Magistrat von Berlin und der Posener Gesellschaft zur Beschaffung von Fettvieh nichts bekannt. Dagegen ist es allerdings richtig, daß ich nicht nur die Posener Mastorgani- saiion, sondern auch die übrigen M a st o r g a n i s a t i o ne n an- gewiesen habe, grundsätzlich die Ablieferung ihrer Schweine durch die Viehhandelsverbändc zu bewirken. Trotzdem habe ich die Vicbhandelsverbände angewiesen, soweit es mit ihren übrigen Verpflichtungen vereinbar ist. frühere Beziehungen zwischen Städten und LieferungSverbändcn nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Insbesondere ist, wie dem Magistrat bekannt, dafür Sorge getragen, daß der LicferungSver- trag zwischen dem Magistrat von Berlin und dem Pommerschen BiehverwertungSverband fieb weiter ungestört abwickelt. Es ist durchaus irreführend, wenn in der Presse aus meiner Anordnung em Gegensatz zu den Lorschlägen des Präsidenten� des Äriegsernährui�Somrs. auf Eingehen von Lieferungsverträgen durch die-Zläöte hergeleitet wird.'''-• ' Hierzu'crfährest wip vrni'scsteü des-Magifirats Berlin:-- z ».Die in der Notiz des Magistrats vom'24. Januar mitgeteilten �raiiachen werden aufrocht erhalten. In dem Schreiben der Gc- lellstkiast für Beschaffung von Feitvich in Posen an den Magistrat Berlin beißt es: „Ter Herr Minister für Landwirtschaft hat verfügt, daß aua, die auf Zivilmastvertpag zu liefernden Schweine von der Mastorganisation den Piehhandclövcrbänden durch die' Haupt- Händler zur Verfügung zu stellen sind, der nicht nur ihre Verteilung, fondern auch die Abrechnung und Bezahlung dieser Schweine zu vermitteln hat. Wir sind daher zu unserem leb- bastelten Bedauern nicht mehr in der Lage, mit der Stadl Berlin den in Aussicht genommenen und in mündlicher Verhandlung besprochenen Lieserungsbcrtrag abzuschließen." Soviel aus dieser Mitteilung ersichlich, n'uiß Berlin annehmen, daß die Posener Gesellschaft sich nickit für verpflichtet hält, die von ihr vertraglich in Aussicht gestellten Sck'wcinc durch V e r m i t t e- lung der V i c h b a n d cl S o r ga n i sa t i o n zu liefern. Was auch von städtischer Seite angesichts der bestehenden Organisation der Flcischversorgnng stets ebenso als selbstverständlich angesehen ist. wie die Anrechnung der Bert ragölieserung aus daö allgemeine Kontingent. Berlin mußte aus dieser Mitteilung auch entnehmen, daß d'c Posener Gesellschaft den Abschluß dieses Vertrages über- Haupt als ungültig ansieht. Die Stadt Berlin glaubte mit ihren Verhandlungen gerade im Sinne der Anregung der Reichsstelle vorzugehen, welche den Abschluß von Lieferungsdcrträgeu überhaupt anstrebt und gerade die Schwcincma st vertrage als ein beachtenswertes Beispiel bezeichnet und besonders empfahlen hat." PrciSprnsungSitclle Groft-Berlin. Der Fackausickiutz für Obst und Gemüse in der Preisvrüflmgsstelle Gioß-Berlin beschäftigte sich mit den von der Rcichsstelle für Obst und Gemüse in Aussicht genommenen LieserungS Verträgen. Diese Verträge, die für Früh- und Herbstgemüse gesondert eiuworien sind, sollen den Gemeinden die Möglichkeit geben, mit tcn Gemü>eboue:n Anbaiiveriräge abzuichlietzen, wonach die Erzeugnisse zu einem beslimmien Preis den Gemeinden oder auch den großen Fabriken der Rnmmgsindustrie zur Verfügung ge- stell- werden. Von den Vertrclern des Handels und der Produzenten wurden bei der Blüfung der Zweckmäßigkeit solcher Verträge crkcbliäe Bedenken lau:. Es wurde bezweifelt, daß die Versorgung d.-S Marktes, besonders mit Frübgemüie, durch solche Verträge besier geregelt werde. Vor allem wandte man sich gegen die PreiSsestsetzung für Frühgenrüie und erklärte, daß die in Aus- ficht genommeiien Richtpreise zu niedrig seien. Von den städtischen Vertretern wurde auf dad schnelle Verderben der Ware bingewieicn, die eine schcinatische Bebandlung durch Lieserungsverirags nichl vertrage. Frühgcmüsc sei im vorigen Jabr genügend an den Markt herangekommen. Die Snnation'ei so, das; der Preis nicht äuSschlaggeberid sein dürfe für die Wäre. sondern dte Beschickung des Marktes. Mau lie-e Gefahr, mit den neuen Orgauisationeu nur abermals Schaden anzurichten, die Lsient« liehe Bewiclschasiiing habe nicht in jedem Falle ihren Lorzug er- wiesen. Bon anderer Seite wurden diese Bedenken etwas gemildert. Man habe gerade von der Stadt den Vorwurf erhoben, daß bei Lieicrimrsverlrägen die Fnnehallung der Vereinbarung durchbrochen iei. Wenn jetzt die Gelegenheit geboten würde, Vertläge abzü- schlictzen. könne man sich dem nicht entziehen. Von Vertretern der Koiisnmeinen wurde der Abschluß von Leiträgeu unter' selten Preisvereinbariingeii besllrwortel und darauf bingewieien. daß schwankende Preise für FrübgemLie durch Preis- kommissionen für größere Bezirke geregelt werden sollen. ES müsse unter allen Umständen vermieden werden, daß im Frühjahr die Preise für Frühgemüse regellos sich entwickeln körmen; denn cs stehe zu besiirchtcn, daß bei der Knappheit an Lebensmitteln ein starker Bedarf an Frübgeniüse eintreten werde, öer io'ort sich in einer sehr lebbasteu PreisouswärtSbewegung bemertsar machen würde. Die Behauptung, sich Frübgemüie sei ein fester Vertrags» abschlutz zu einem festen Preis nicht möglich und habe bisher sich als undurchführbar crtvieflni, könne nicht als stichhaltig bezeichnet worden: denn auch bisher baben die Koniervenfabriken für Frühaemiise Verträge mir festen Preis- Vereinbarungen abgeschlossen..Was hier möglich ist, kann auch für den allgemeinen Mark: durchgeführt iverden. Der Einwand der Händler und Produzenten, daß bei der leicht verderblichen Ware der Handel die einzige Möglichkeil bietet, zweckmäßige Verwertung auf dem Markt herbeizuführen, iei nicht zutreffend.� Gegen- wärtig habe man damit zu rechnen, daß Gemüse sehr schnell Absatz ftndet' Und sollte wirklich ein Uebersluß aus dein Markt vorhanden sein, so find die großen Einr,chlungcn für Dörrgemüie sebr leicht in der Lage, große Warenbestände auszukaufen. Der Abschluß der Verträge sei kein zwingender, nur indirekt werde ein Zwang ausgeübt und zwar derart, daß Gemüse« bauern, die keine Verträge abichltcßen, mit Höchstpreisen zu reckine, i baben. die unter den Berlragspreiren sich halten. Wer dieicS Risiko übernehmen will, kann sich dem Zwang entziehen. Vom Stand- Punkt der Konsinnente» muß dringend davor gewarnt werden, diese Bemühungen. VertragSabschlüsss zu geregelten Preisen herbeizü- führen, zu durchkreuzen, und cS wäre außerordentlich bedauerlich. tvenn die städtische Verwaltung lischt ein Intercssc für diese Rege- lung des Marktes zu erkennen gäbe. Eine Bcschlußiasiung über diese wichtige Frage wurde nräit beliebt. Es konnte nur sestgesiellt werden, daß der Abschluß von Verträgen durch die Vertreter deS Handels und der Produzenten und einige Herren der städtischen Berwaltmrg keine Befürwortung fand. Bemerkt iei bei der Gelegenheit, daß in einer früheren Sitzung sich der Fachausschuß mit einem Antrage beschäftigte, der aus Grund der Bundesralsverordnuiig eine Zwangsorgaiiiiatton deS Großhandels für Obst und Gemü>S besürworielc. Diesen Antrag � deS Fachausschusses ha: die PreiSprüfungsstelle Groß-Berlin vor- läufig zurückgestellt, um die weiteren Maßnahmen der Rerchssielle für Obst und Gemüse abzuwarten. Hcranzichung des Kleinhandels bei der Lebensmittel- Verteilung. Zu dieser Frage äußerte sich Herr v. Batocki!n einer längeren Zuichritt an den Deutschen Städteiaa, der wir folgende EinzelheUcir ! entnehmen:.Um den Kleinhandel bei der Verteilung der rationierten j Waren heranzuziehen, ist cs nadi Ansicht des StädletageS nötig, den Kleinhändlern einen angemessenen Verdienst zubelasien. Dieser ; Ansicht schließt sich der Pläfident des ttriegsernährungSamtS unbedingt an. Dagegen kann er einem zwetlen Vor schlage deS SiädtetageS, die Festsetzung der K l e i n h a ir d e ll?-(Verbrauche r->) Preise den Gemeinden zu überlassen, nicht allgemein zustimmen. Er befürchtet, daß dadurch leicht Mißstiinmung in der Bevötlerung erregt werden könnte und daß bei manchen Waren ein Abschließen nach den Orten mit höheien Preisen stallfinden werde. Nur iotoeü solche Bedenken nicht bestehen, will er— wie es schon jetzt geschrehl— den Rommunalverbänden die selbständige Fest- ictzuug der Kleinhandelspreise überlassen. Im. übrigen verspricht er, daß er in tveilcrem Umfange als bisher den großen Gemeinden die Befugnis erieilen werde, Zuschläge zu erheben, wenngleich cr sich nicht verhehle, daß derartige Zuschläge leicht bei den nicht bc- lrosfenen etwas kleineren Gemeinten Unmut auslösen lönnerr. Zweiter Berlntcr Reichstagswahlkreis. Sonnt äg, d.cir 1 Februar, vor m. 10 Uhr, findet im Hause Lindeü- Kratze 3, drsttcr• Hoi.r ygrt. r-M«,.. eine B'e s p re chung • a I Ix r a« j' d enu; Ä.o d e.n. d.e.r.-- A c sich lmsse-des 'Ca cCe r a AS s chu fftz K« n d d' e.'s- P.a r tx i v o.r stau d.c s st e h e n d c n Genossinnen li n d Genossen stast. Zweck der Besprechung ist die. K o n st i t u i e r u n g des Parteivcreins für d e ir 2. B e r I i ir e r Wahlkreis. Um zahlreichen Besuch bittet, . H e.i n r i ch• S ch r o d e r, Hagelbergerstroße 53,' (Wie wir erfahren, siiiden in den nächsten Dogen in den anderen Berliner Wahlkreisen Besprechungen mit der gleichen Tagesordnung statt.)__ Tie Feldpostadrcssen. Nach einer Veröffentlichung der Heeresverwaltung werden vom 13. Februar ob d'.e Barschrisren über die Adressierung der Feldpost- i'endungen an Trnppeiiängehörige dahin geändert, daß in den Auf« schristen jegliche Angabe über Kriegsschauplatz, Armee, Armeegruppe oder Arnreeabteilung. Arnteekoips. Division und Brigade wegfällt. Tic Angabe eines höheren SlabeS darf nur bei der Adresse von An- gehörigen dieser Släbe erfolgen. Die Feldadrcsien dürfen daher künslig im allgemeinen außer dem Namen und Dienstgrad des Ein- pfängers nur die Bezeichnung des Truppenteils bis zum Re>z>meitl auswärts enthalten. Wie bekaiml geworden ist, haben Truppengngehörige bei der Mitteilung ihrer neuen Fcldadresien nach der Heimat angegeben, daß dieie von: 1. Februar ab gelte». Das trifst. woraus ausdrücklich hiltgelvieseu wird, nicht zu. Vielmebv treten die vorstehend ivieder- gegebene» Bestinunungeii durchweg erst am!3. Febrnär in K r a f t. Zur Verhütung arger Störungen im Fcldposibetricb ist es unbedtugt erforderlich, daß der nelic von den Heeresaugehörigen miigcieitte Adressenwortlaut aus keinen Fall vor dem 13. Februar bei der Abfassung der Ausschriften angewendet wird. Die Milchvcrsorguiiz Grvß-Berluis. Die Berliner Mflchpächier haben beantragt, die Stadtverordnete» der Einzelgemeinden möchten sich in ihrer nächsten Sitzung mtt der Frage der Milchveriorgting befassen,.da die jetzigen Zustände gebieterisch energische Abhilfe erhetichren. ES heißt in dem Rundschreiben:„Nichl nur, daß die nach Berlin cmgesührlen Milchmengen.ttnmer geringer werden, und zwar m»och weit itärlercur Maße geringer werden als die Er- zeugung der Blikch zurückgegangen ist— es zeigt sich auch, daß die nach Berlin cingeluarle Milch in ,h rem Werte ständig im •Sinken legi.sicn ist insofern, als sie zu einem ganz erheblicken Teile in saureui, d.h. aiio in einem zur Ernährung der Kinder irnd .Kranken ungeeignete» Zustande ankommt. Auch der Magistrat selbst bar. gestützt aus die Gnlochlctl von Sachverständigen, öffentlich der Befürchtung Ausdruck gegeben,„daß, wenn die gegcnwäiligeir Ver- bälimsie nicht grundlegeird geändert werden, in den tünftigcii Monaten die ankommenbe Milch bis zur Häeste in saurem Zustande hierher« gelangen kann." E> hülste Zuckerriiiian. Um der Berliner Bevölkerung in Au« oekrncht der besondere» Znweisnng von Mehl die Möglichkeit zu geben, auch>üße llstchli'peijen herzustellen, bat der Magistrat be- schlosten, aus den Adschnitr der Berliner Zuckerkarte'/4 Pfund Zucker mehr, also ein Pfund statt 373 Gramm zu verteilen. Die Gültigkeit des Abschnitts 3 der Berliner Zuckerkarte beginnt am 11. und endet am 28. Februar. Bei der siädtischen VoltSIPcisung hat ti, der Regel die tägliche Vorausbezahlung zu cisolgen. Wegen der schnelleien Abfertigung wird aber bei der Ausgabe des Essens in den Äusgahestellcil die Vorausbezahlung der Speiieporiionen sür eine-ganze Woche vom nächsten Montag ab zugelasteu. Wer hicr» von Gebrauch machen will, hat in der Zerr vom Montag bis Donnerstag jeder Woche gelegentlich der EnMahme der Spcisungs« fartai für die folgende Woche gleichzeing den Beirag für d!e ganze folgende Woche im voraus gegen Empfangnahme eines besonderen Gutscheins zu entrichten. JDie Vorausbezahlung ist nur für die ganze Woche einschließlich Sonntag zulässig. Die Gutscheine sind nur gültig, wen» sie mit der Unterschrift des Inspektors versehen sind; sie dürfen iminer nur zusammen mit der Speisungskarte vor- gelegt werden: vom Teilnehmer vorher abgetrennte Abschnitte des Gutscheines oder der Spcisiingskarte sind ungiilrig; � da-z gleiche gilt von Abschnitten, die nicht an demselben Tage, für den sie gellen, eingelöst werden. grauen in den städtischen Berwattungsdcputatiouen. Der Magistrat hat beschlossen, bei der Stadtverordneten-Ver- sammlung die Wahl je einer Frau in folgende Berwaltungs- deputationen zu beantragen: in die Deputation für den Arbeits- Nachweis, die Deputation für die Krankenanstalten, Kuratorium für die Hei m statten, Kuratorium für die H o s p i- täler, Deputation für die Irre»pflege, die EtiftungS- deputation, Deputation für das W o h n u n g S w e s e n, Deputation für die Markthallen und in die Deputation für das Fach- und Fortbildungsschulwesen. Bekanntlich gehören Frauen bereits der Armcndirektion und der Waisendeputalion an. „Die Zivildienstpflicht und die Ladcngeschäftsinhahcr" beschäftigte am Mittwoch abend die Generalversammlung der Zentralvereinigung deutscher Vereine für Handel und Gepzerbe/ Der Vorsitzende des deutschen Arbeitsausschusses für das Zivil-Hilfsdienftgeietz. Karl Galniert, teilte mit: Dem Arbeitsausschuß haben sich 40 Reichs- ticrbände und 300 deutsche Handelskammern angeschlossen. Einzel- vereine werden in den Arbeitsausschuß nicht aufgenommen, sondern nur Reichsvcrbände und Korporationen, dazu gehören auch die Ge- Iverkschaftcn. Dem Arbeitsausschuß gehören alle Berufe, die kleinsten und auch bedeutendsten Kaufleuio, Fabrikanten und Arbeiter an. Seine Aufgabe sei, die Mitglieder in sinngeinäßer und augemesseuer Weise dem vaterländischen Hilfsdienst zur Verfugung zu stellen.— Weiterer Ausfall von Schnellzügen. Amtlich wird mitgeteilt: In nächster Zeit wird es erforderlich werden, noch einzelne schnell- fahrende Züge ausfalleu zu lassen, um den starken Güterverkehr besser bedienen zu können. Die Reisenden werden daher gut tun, sich am Tage vor der Abreise davon zu der- gewisser», ob die Züge, deren Benutzung beabsichtigt ist, verkehren. Die Eisenbahndirektionen sind vom Minister der öffentlichen Arbeiten angewiesen, unbedingt dasür zu sorgen, daß etwaige Fahrplanänderungen am Tage vor dem Inkrafttreten durch Anzeigen in der Presse und durch Aushang auf den Bahn- Höfen bekannt gemacht werden. Der Wegfall mehrerer D-Züge zwischen Berlin und Köln und zwischen Berlin und Brest-Litowsk ist bereits angeordnet. Beschlagnahme nicht schnell genug entladener Kohlcnjendnngc». Amtlich wird mitgeteilt: Da die Empfänger von Kohlen». Koks- und Briketlsendungen die Entladungen der Güterwagen noch immer rncht mit der erforderlichen Beschleimigung vornehmen, so wird das Oberkommando fortan auf Antrag der Eiscnbahnverwaltung derartige Kohlentendungen zur anderweitigen Verfügung, ins- besondere jür die Militärverwaltung beschlagnahmen. Zugochsen für Groß-Bcrlin. Auf dem Magerviehhof in Friedrichsfelde werden demnächst aus den besetzten Gebieten im Westen Zugochsen eintreffen. Tie Preise für die Tiere stellen sich einschließlich des Zuschlages für Transport auf llv M. für den Zentner. Feste Bestellungen lverden schon jetzt entgegengenommen. Für die Ochsen wird jedoch keine Garantie geleistet, weder für ihre Zugleistung noch für die Beinbeschaffcnheil. Der Kaufpreis ist vor der Verladung auf dem Magcrviehhof zu erlegen. Die Verladung erfolgt nach der Reihenfolge des Eingangs der Bestellung. Lichtiildervortrag. Tie Akademischen Unterrichlskurse für Ar- beiler(6. B.) veranstalten am Sonntag, abends 6 Uhr, im Museum für Meereskunde, Georgenstr. 34, einen Lichtbildervortrag„Die Bag- dadbahn. Eintritt 15 Pf. Gäste willkommen. Der Botanffche Garte» in Dahlem ist am Sonntag von 11 Uhr vorm. bis 4 Uhr nachm., das Botan. Museum von 11— 2 Uhr, dem allgemeinen Besuch geöffnet. Kinder unter 10 Iahren haben auch in Begleitung Erwachsener leinen Zutritt. Ein Findling. Am 21. Januar ist auf dem Potsdamer Fern- bahnhoi ein 5 bis 6 Jahre alter Knabe hilflos aufgefunden und dem städtischen Waiienhaufe. zugeführt worden. Er ist mit dem Personenzug von Magdeburg gekommen und hat eine Fahrkarte Magdeburg— Berlin besessen. Der Knabe, der angeblich Stanislaus Tembinski heißt, spricht polnisch, trägt blaue Schirmmütze, graues Jackett, graumelierte Hose, weißes Leinen- und weißes Baumwollen- Hemd. Er hat am Hinterkopf zwei kleine Narben. Nachricht über die Persönlichkeit des Knaben wird von jedem Polizeirevier ent- gegengenommen. Reiche Beute machten Einbrecher in der Nacht zu Freitag in einer Blusenfabrik in der W a l l st r a ß e. Sie drangen mit Nack- schlüsseln ein. durchsuchte» alle Räume, die sich über mehrere Stock- werke erstrecken, wählten für 20000 M. Seide aus und schafften sie wahrscheinlich mit einem Geipann oder einem Handwagen weg.— Durch die Decke einer leerstehenden Wohnung drang eine andere Bande in der B r u n n e n st r a ß e in einen Schuhwarenladen ein und stahl für 10 000 M. Waren oller Art. An unsere �eldpostabonnenten. Die am 15. Februar in.Kraft tretenden neuen Bestimmungen über die F e l d p o st a d r e s s e n(siehe oben) gelten auch für den ZeitungSbezug. Ans technischen Gründen bitten wir unsere Fcldpostabonneiiten, der Expedition des„Vorwärts"(Berlin SW 68, Lindenjtr. 8) die neue Adresse sofort mitzuteilen. �us üen Gemeinden. AuS der Pnukower Gemeindevertretung. Tie letzte Sitzung beschloß unter anderem eine Neuregelung derTeuerungS- resp. Äricgszulagen vorzunehmen. Danach betragen diese Zulagen für Arbeiter, Angestellle, Beamten und Lehrpersonen: 1 für Ledige mit emem Gesamtdiensieinkommeu bis zu 3000 M. einschließlich a) unter 18 Jahren 12 M., b) über 18 Jahre 20 M. monatlich; 2. für Verheiratete ohne Kinder mit einem Gesamt- einkommen bis zu 4500 M. einschließlich 25 M. monatlich; Ledige, die im eigenen Hausstand Angehörige unterhalten, stehen linder tos Verheirateten gleich: 3) für Verheiratete mit Kindern bis zum vollendeten 16. Lebensjahre(und wenn die Kinder ohne eigene? Ein- kommen sich noch in Schul- oder Berufsausbildung befinden und vom Vater unterhalten werden, bis zum vollendeten 18. Lebensjahre) mit einem Gesamteinkommen bis 6000 M. einschließlich: bei 1 Kind 80 M., bei 2 Kindern 35 M. und so fort für jedes weitere Kind 5 M. monatlich mehr.— Aus Anlaß eines vor kurzem dem Ge- meindevorstand gemachten Vorwurfes der Benachreiligung des ein- gesessenen Gewerbes— eö bandelt sich um drei hiesige Druckereien — durch die beabsichtigte Vergebung des Druckes des Voranschlages au eine Bernauer Firma, kam es zu einer slundenlangeu lebhasten Ausiprache. Letzlere endete mit dem Be- schluß, den Druck zwar nicht an die Bernauer Firma, aber auch nicht an die hiesigen beteiligten Druckereien, sondern aus dem Wege er» neuier Ausschreibung an eine Berliner Firma zu vergeben. Leliensmittelnachrichtcn aus Schiinebcrg. In Schöneberg lverden noch ani heurigen Tage auf Abichnitr 62 der Lebensmittelkarte 200 Gramm Weizenmehl zum Preise von 12 Pf. verteilt. Bei Eui» läiung mehrerer Abschnitte müssen jedoch 500 Gramm für 28 Pf. abgegeben werden, so daß 600 Gramm Mehl(3 Abschnitte) 34 Pf., 1 1000 Gramm 56 Pfennig kosten. In der nächsten Woche wird eine Verteilung von Grieß und Graupen erfolgen, über die noch nähere Bekanntmachungen ergehen. In der nächste» Woche wird auf die Kartoffelkarten als Ersatz für die fehlenden Kartoffeln Brot und Mehl abgegeben. Zuckcrversorgung in Neukölln. Infolge des eingetretenen Frost- Wetters ist die auf dem Wege zwischen Magdeburg und Berlin be- findliche Kahnladung Zucker eingefroren. Wie unS der Magistrat mitteilt, wird ioforr für Lieferung durch Eisenbahn gesorgl werden. Ehe diese Sendungen eintreffen, werden jedoch noch mehrere Tage vergehen. Mit den vorhanden gcweiencn Beständen ist ein Teil der Händler beliefert Worten, io daß ein Teil der Bevölkerung die Zuckerkarieii wird einlösen können. Dem andern Teil wird aus jeden Fall die ihm zustehende Zuckermenge sichergestclll werden. Notwendig ist nur, daß alle Karlen und Abschnitte sorgfältig auf- gehoben werden. Die Köpenickcr Schulen wegen Kohlcnmangel geschlossen. Ter Magistrat bat in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, infolge des herrschenden Koblenmangels den Schulunterricht sämtlicher Schulen bis zum 10. Februar ausfallen zu lassen. Kein Einheitsbrot in Potsdam. Zur EinheitSbrolsrage hat der Potsdamer Magistrat beschlossen, im Hinblick auf die durchaus ge- regelte Bröl- und Mchlveriorgung von der Einführung des EinHeils- brotes abzusehen. Milbestimmend wor die Erwägung, daß für die Bevölkerungskreise, die mit Aussirichmilleln nicht veriehen sind, ein Gebäck erhallen bleiben soll, das den Aufstrich entbehren läßt und dadurch für Kinder und Kränkliche besonders geeignet ist. Mus aller Welt. Kälte und Kohlenmangcl in Frankreich. Tie Temperatur in Südfrankreich ist noch weiter gesunken. In Toulouse. Momauban, Bordeaux und an der Miitelmeerküste traten ichwore Schneefälle ein.— Der Zugverkehr im ganzen Lande er- leidet schwere Störungen. Die Kohlennot in Paris wird immer i empfindlicher, da die Schleppkähne auf der Seine und den Kanälen ! seil zwei Tagen überhaupr nicht inehr verkehren können.— Au? Sens ivird gemeldet, daß»liolge des vollkommenen Kohlenmangets ! der Bürgermeister die Beschlagnahme sämtlicher 500 Kilo über- steigenden Brennstoffvorräte anordnete. Gerichtszeitung. s ch w i n d e l. Was alles zeigte eine Verhandlung, wegen Urkundenfälschung gerichis I stattfand. kommisfion angehalten, Das sogenannte„Kaffee Dalles" in der Alien Schönhauser Straße ist einer der Hauptplätze für den Brotkarten- dort in dieser Beziehung zu Koben ist. die gegen den Arbeiter Max Schmidt vor der ersten Strafkammer des Land- Schmidt wurde auf einer Brot- als er dort zwecks Zuweisung von Brotkarten vorsprach und dazu neben polizeilichem Anmeldungsschein einen militärischen Urlaubsschein vorlegte. Dieser Schein war ganz vorichristSmätzig und trug den militärischen Stempel. Die Probe ergab jedoch, daß er wie die Anmeldung geschickt gefälscht war. Vor Gericht behauptele der Angeklagte unwiderlegt, daß er diesen Schein in dem Kaffee käuflich erworben habe. Dort finde, um zu Brotkarten zu kommen, ein richliger Handel mit solchen Papieren statt, die für den jeweiligen Käufer ausgefüllt würden. Das Gericht ahndete diesen neuartigen Schwindel mit 6 Monaten G e f ö n g» i S. B.'etrerousüchren für das mittlere Norddeut, ltilnud bis Zonntag mittag. Zeitweise heiter, jedoch vorwiegend wolkig oder neblig und im Süden öfter tcichie Schneefalle. Zunächst noch ziemfich strenger Frost, später im ivestlichen Küstengebiet etwas gelinder. Jugenüveranftaltungen. TaS Arbeiter-Jugendheim 1, Drunncnstr. 70, begebt beute, Sonnabend, sein diesjähriges Stiftungsfest mit lünfricriittjcn, musikalischen Darbietungen. Rezitationen und Festrede. Ansang pünktlich 8 Uhr. Eltern und Freunde des Jugendheims sind herzlich eingeladen. Sriefkasten üer Reüaktion. Sie illristische Sprechstunde findet sü- Wonnenien Zindrnür. S. I?. Hos rechts, parterre am Montag bis Freitag von 4 vis 1 Uhr, am Tonnabend von 5 MS 6 Uhr statt. Jeder tür den �rieslasten bcstianmcn Ansrcge ist ein Suchstabc und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Sriefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonncmenISauittung beigefügt ist. werden nicht beantworte». Eilige Fragen trage man in der Tprechstunde vor. Beriröge, Tchriftstütke und dergleichc» bringe man in dir Sprechstunde mtl. G. I. 37. Sie haben nur Anspruch auf Unsallrente, nicht auch auf Aüliärrente.— H.®. 24.. Krankheiten des Obres und der?!a!e, zeitlich untauglich.— F. I. D-n Wunsch könnte Ihr Mann Öufiern; er wird auch, wenn er transportfähig ist, berücksichtigt werden.— H. A. H. Fg. 1. Lichtenberg ist zur Zahlung dann nicht verpflichtet, sondern die(«c- meindc, in dar Sie Ihren jetzigen Wohnsitz haben. Wen» don kein Äomninnalzufchlag erfolgt, so erhält Khre Frau nur die StaalZunter- stützung. 2. Nein.— F. H. 10. Verjährung tritt erst in 30 Jahren ein; es kann aber nur Zahlung für vier Jahre verlangt werden.— M. K. 100. Versuchen Sie doch, durch ernstliche Vorhaltungen eine Besserung zu erwirken.— I. U. 83. DaS Testament ist in der Form nicht rechtsgüllig; Ihre Ramen-unterschrift mutz zuletzt unter der Orts- bczcichnung stehen.— BS. 49. Bestrafung kann nur erfolgen, wenn die Ehe geschieden ist. Tie Frau ist dazu nicht berechtigt.— F. K. 9909. Ja.— Allgemeine Kranken- n. Sterbekasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen (Ersatzkafse.) DerwalinngSstellc Berlin B. Am 25. Januar verstarb unser Mitglied 39/18 VlsdiZlsus Zprivgei' «chmidsiraße 2a. Beerdigung Sonnabend, den 3. Februar, nachmittags 3'/, Uhr, von der LeichenbaZe dcS Michael- Kirchhoseö.Mariendorfer Leg, anS. Danksagung. Sage allen Kollegen und bekannten, sowie den Kollegen der Flugzeugwerke.Hansa", RummelSburg, und dem Metallerbesterverband für die Teilnahme bei der Beerdigung meines Bruders RiegCr herzliche» Dank. IIA Anna Kieser, als Schwester. DwtsclierSetillarbelter-fephan!! Verwaltungssteile Berlin. Den Kollegen serner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Maschinenarbeiter August Luck Rostocker Str. 45, am 31. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Februar, nach- mittags Z'!, Uhr, von der Leichen- halle des' neuen Johannis- Kirchhofes in PIStzensee ans statt. Den Kollegen jerner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Gürtler ha ns Rabener Jablonsltslr. 12, am 30. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Februar, nachmittags 2«/, Uhr. von der Leichcnballe des Bartholomäus- Kirchhofe» in Weißensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet. �savkr-nk. Den Kollegen zur Nachricht, daß unier Witgiied, dcr Werk- zeiiginachcr Otto hammer, Friedenau, am 29. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! >»<->> ruf. Den Kollegen ferner zur Nach- richt. daß unser Mitglied dcr Schlosser Reiahold Lchulie Grüner Weg 28, am 24. Januar gestorben ist. Ebre seinem Andenken! 129/10 Tie Drtsverwaitnng. Miiimig i I i m ii i■iiiiii mnw M. Verb. d. Schneider, Selaeiderten ii. Wäschearheiter Deutschlands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, Laß die Wäsche- näherin, Kollegin Frau Huids SCIuth geb. U. Mai 1872, am 31. Januar verstorben ist. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den i. Februar, nachmittags 1 Uhr. aus dem Gemeinde- Friedhof. Reinickendorf, Humboldt- straße, stoit, 164/14 Die Ortsverwaltung. Spezialarzt Dr. med. WockenifaiS» Friadrichstr. 125(Orsnienb. Tür'1, für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Xa-ra), Blutuntersuchung. Sohnelle, sichere schmerziese Heilung ohne Borufs- 225/18* Störung. Teilzahlung. Sprechstunden; 11—1 und 6— 8. 2Cm 30. Januar starb nach kurzem Krankenlager unser lieber Kollege 1837b Gu8tav Kappe!. Wir werden ihm ein dauerndes ehrendes Andenken bewahren. Kollegen d. Fa. Gottsehaik 4 Laske Tie Beerdigung findet heute Sonnabend, den 8. Februar, nach- mittags 2 Uhr. aui dem Andreas- friedhos in Hohenschönhauien statt IVachrnt! Zum Geburtstage unseres lieben. guten Bruders und Schwagers Richard ßohnsack geb. 3. 2. 1888, acf. 7. 3. 1916 mif dem Felde der Ehre, zur bleibenden Erinnerung. sl83Sb Ortskranktnkasse der öuliibinder;u ötrlm. Bekanntmachung. Den Mitgliedern zur Kenntnis. daß in Anbetracht der herrschenden Teuerung der Vorstand der Kasse deim VerficherungSamt der Stadl Berlin beantragt dat. den Mitaiiedern, welche Anspruch aus Mehrleistungen haben, die bisherige Krankenunter- stützung vom Beginn der vierten KrankbeiiSwoche um lO Prozent und vom Beginn der neunten Woche nvchmols um 10 Prozent zu erhöhen. Dieser Antrag bar die Genehmi- gnng der AussichtSbehörde geiunden und tritt mit Montag, den 29. Januar 1917 in Kraft. 274/2 Ter Vorstand. Faul Hauptmann, Fr. Keesa. 2. Vorsitzender. Schriftführer. BazugsQueiisiMierzeiM äcrUR-Nonrieri t«i lUliatd mpfOln. Opoeen, Farben 5m H-ehnr. 5> H liduSekalieedorfif. j Fleiaoh. n. iÄurstv».*1 i Wickert J . Str. UiM -Mepp.*, Dom.-, Knab.-—. ir. Madohen-Qapaer.H ■ Veterinemtr. itn nV H llv.MlvW�i- u. n.) Kolontalwapon 5jj asgeharih ii;o,"'er 5 eblhpndlungen � L L klsii. PagM. 8Z. ü i tfäfioli'naßazlna-S} IlfflittitlÄÄSB Bezugsqueiien-Verzaictiflis Berlin-Osten krsf i.n«cektllliok einssl. Bei tiitimo«»pl»dl»._ OButtep. Eier, KBse u .yfteMgjniialeiia Mehlhandlunn KPielsöi Iät B acu O , Phetoareph. AteSlers> iHaynn, trankfurt. Alice 92s eg. Rlntbnii. rraukt.Allef.f n.-i.eiinl.U.t.ielitc ADinii- Vcfiicltir.28 a. A«drmiil> 1 schnell und billig. »W SS Lsdsrs W�Schuhw. u. Ve»vh!»N8ts!teo z vi. mm Bt—- rikarenhSusrp sra« llambarc-r W tmhtullax Fltsn All-Slr«hi�O�Vonr�Uj�� Zahn-Atelier Wohlfell„ -"r'"D*'"-""1*oi�ü Bekanntmachung. StäötiMe Volksfpeifung. Zur schnelleren Abfertigung des PubliÜmnS bei der Ausgabe dcS SsscnS in den Ausgab estellen wird die Vorausbezahlung der Speileportionen für eine ganze Woche vom Montag, den 5. Februar, ab zugelaifen. Der hiervon Gebrauch machen will, hat in der Zeit von Monlag bis Donnerstag jeder Woche gciegcntlich dcr Entnahme der SpeiiunzSkarten inr die ivigende Woche gieichzeilig den Betrag für die ganze foigende Woche im voraus gegen Empsangnai?me eines besonderen GuticheincS zu entrichten. Die Voransbeifablunz in nur jür die ganze Woche einschließlich Sonntag zulässig. Die Gutscheine find nur gültig, wenn sie mit der handschristlichen Unterichrist drS Jnipettors versehen sind; sie dürfen immer nur zusammen mit der Spei'nngSlarte vorgelegt werden! vom Teilnehmer vorher aögc- nennte Abichviit« des Gutscheines oder der SveisunASkarte find ung-Atig.- das gleiche gilt von Abschnitten, die nicht an demselben Tage, für den sie gelten, eingelöst ir-.i-.," Berlin, neu!. FibrNa.' 1917. sdsgishsi der Königlichen KaupN Wcriauvi. und Residenzstadt. 81.33.-1917. Unto�aUimgeblatt dcö Vorwärts arbeitenden Kolonnen war fast unmöglich, jede ivar allein auf sich selbst angewiesen, und nur Mann gegen Mann konnte man sich hier sozusagen von Baum zu Baum vorkäiirpfen. Tic meist völlig mangelnde Uebersichl und das Fehlen von verbindenden Wegen erschwerte auch im höchsten Grade die einheitliche Führung und stellte an die Selbständigkeit der Unterführer, ja des einzelnen Mannes die größten Anforderungen. Seit Wochen wird nun in Räumen erfolgreich gekämpft, die man nach den Anschauungen vor dem Kriege militärisch höchstens für kurze Unternehmungen kleinster Körper geeignet befunden hätte. Mit immer heftigeren Gegenangriffen, besonders in dem Abschnitte zwischen dem Slanic- tale und der Putna, versuchen die Gegner unser zähes Vorrücken gegen die TrotuSnicderung aufzuhalten. Gerade der Vorteil der so nahe hinter der feindlichen Stellung und parallel zu ihr ver- laufenden Bahn- und Straßcnlinie würde in dem Augenblick zum Verhängnis, wo es uns gelänge, diese möglichst tief an der Wurzel abzuschneiden. Dem Becken von Tirgul-Oxna, dem Zentrum des russisch-rumänischcn Flankenschutzes für die Scrcthstellung, haben wir uns bereits bis auf 10 Kilometer genähert. Wir sind auch sonst auf dieser ganzen Linie schon im Abstieg gegen die Tiefe und am Beginn einer zurlehmcnden Milderung der bisherigen Gc- ländcschwicrigkeiten. Es ist nur natürlich, daß die feindliche Heeres- leitung alle Mittel anwendet, uns wcnis»tenS nicht näher heran- kommen zu lasten, da es ihr nicht gelungen ist, unsere Front auf sicherndev« Entfernung zurückzudrängen. Tie südlichen Moldau- berge haben sich zu einem Brennpunkt dcS Krieges in Rumänien entwickelt. Eisgang auf öer Elbe. Aus Hamburg wird geschrieben: Oben von der großen Elb- brücke im Beddeler Gebiet blickt man wie auf einen mächtigen Gletscher herab, der ins Gleiten gekommen ist. Bor und zurück lebt der Fluß als eine weitzgraue, in zuckenden Gärungen �drängende Masse, mit tausendfachen Verschiebungen darin, und die Strömung, die das Heer der Schollen fortträgt, bat etwas Unheimliches an sich, das einen schaudern machen will. Dies Unheimliche wird mit her- vorgerufen durch eine gleichmäßige, eintönige Mini! der Wasser und des treibenden EiseS. Sie hört sich an wie ein schleifendes, von Ele- menten einer düftern Raturstimmung gedämpftes, singendes Zischen, das alle Wechselspiele im Eisgang begleitet. Gewaltig und in der Art des Tachicn zugleich, zögernd gehalten, als wären Geistermächte dabei im Werke, ist das Gedränge der Eisschollen. Im Zuschauen steht man wie gebannt. Tas gegenseitige Berühren der Ränder gebt Augenblick für Augenblick in ungezähltem Zucken über das Stromfeld bin. Kanten splittern ab. werden zu Schnee zerschlürsk! Ter Schnee bauscht sich in schäumigcn Ballen auf. sinkt wieder zusammen, wird von Scholle zu Scholle nach den Ufern gedrängt. Hier wird die Ar- beit des Eisganges zu einer bauende». Unbändig in der Phantastik, läppisch und läppisch in der Nrkraft, schiebt er sein Material zu- sammen, ineinander, übereinander, versucht Bänke und Terrassen zu errichten, vernichtet sie wieder in den Anfängen. Aber zu äußerst ist endlich doch ein Werk entstanden, das sich erhält, von den Spuren der unheimlichen Bewegung im Strom befreit. Hamburgs Wasserstraßen bat der Winter inzwischen alle mit Eis verstopft. Ter Verkehr ruht. Kalt und öde liegt das große Hafengebiet da. Der Eisgang ist in der ersten wilden Strömung hereingebrochen, mir einige» Schrecken im Gefolge. In diesem gleich- mäßigen, unheimlichen Hingloiren der Schollcnheerv drängte sich das Furchtbare mit herauf. Es will in jedem Falle überraschen. Es entwickelt in einem Male seinen ganzen Druck, stößt vor, und eh' maus denken kann, ist schon ein Unglück geicheben. Auf der Brücke neben mir standen zwei Arbeitsleute, die sich über den tragischen Unfall unterhielten. Ich horchte hin. während mein Blick nach unten dem Zuge des Eises auf dem Flusse folgte. Meine Sinne vergegenwärtig- den sich das Bild; und direk? an dem Eindruck deö schuldigen Elements gemessen, schien mir das Verhängnis grausiger, härter, weher. Hier -n der Näbe kenterte ein Tchlevpdampser. Tie Strömung hetzte ihn, die Heere der Eisschollen knirschten gegen die Bordwand. Drei Leute ertranken, zwei retteten sich ans einem Eisfloß. Uebcrall hörte man von Flußschiffen, die von der Strömung losgerissen und fortgeirieben wurden, indessen der Eisgang in die Häfen drängte, wo er fein Bau- Material anhäuft. Aber nun gill es, die Eismassen i» Bewegung, die Fahrtrinnen offen zu halten. Versperrte Zugänge iiuissen freigelegt werde». Nicht weit vo» mir sehe ich zwei Eisbrecher bei der Arbeit, kleine schwarze Ungetüme in der großen wcißgrauen Eisszenerie. Unvermeidlich rennen sie gegen das große Hindernis an. Im flotten Lauf anfangs. dann ruckweise, lang nachdrängend, bis der Bug sich iibcr� das Eis- chaos emporhebt. Ein Klingelzeichen ertönt, der Dampfer gleitet zurück. Ein abermaliges Glockenzeichen, und von neuem rennt er vor. So gelingt es, mühselig und allmählick� eine Bresche in die Eis- schichten zu brechen, die dann Stoß für Stoß immer weiter aus- gebuchtet wird. Sonst ereignet fick nichts. An einer Stelle wird eine verlorene Schute eingebracht. Nur die Eisschollen im Strom ziehen sachte, unablässig dahin, mccrwärts.' H. C. Heeressprache. Kein Gebiet unserer Sprache wimmelt so von Fremdwörter u wie die HeeresspraÄe. Unsere Heercsverwckliung geht schon inr Jahren den Fremdwörtern zu Leibe. Das Erscheinen der Felddienst- ordnung und der Schießvorichrift für die Infanterie im Jahre 1857 bezeickmet den Anfang ihres zielbewußten Kampfes gegen die Fremdwörterei. Darin Ivurden 200 Wörter verdeutscht. In der 1890 vom Großen Gcneralslabe herausgegebenen Gcschichic des Zweiten schlesiichcn Krieges erschienen Stirnseite für Froiu. Schießvvrrat für Munition, Briickenboot für Ponton,_ Book- brücke sür Ponionbrücke, Strcisreitec für Patrouille, Marschsäule für Kolonne, Pfahlrcihe für Palisade. Gestückung für Armierung. Viereck sür Karree. Planvoll hat die Heeresleitung seitdem auf allen Gebieten gesäubert. Beispielsweise ist Besichtigung für Inspizierung. Gebührnisse für Kompetenzen, Geräte für Inventar ien, Küche für Menage, Stammtiste für Nationale,_ Verpflegung sür Raturalveipslegung eingeführt. Ein lvahrhast mustergültiges reines Deutsch stellen uns die heutigen Kriegsberichte täglich vor Augen. ?la!ürlich fehlt es in unserer Zeit nicht an einer Fülle neuer gui- gemeimer Vorschläge für die Benennung von Truppen. Graden, Titeln, Behörde». Aber die sprachliche Neuerung stößt im Kriege aus besonders große Schwierigkeiten; sie würde Verwirrung an- richten. Es wäre verkehrt, die Rücksicht auf die Sprach- jetzr über die Rücksicht aus das Bedürfnis zu stellen. Die Heeresleitung hat den richtigen Weg eingeschlagen, indem sie das vorläufig Erreichbare erstrebt._ vos schnellste amerikanische Motorboot. In den Vereinigten Staaten haben auch während des Krieges die Motorboolreuncn ihre Forlsetzuna und gute Betcitignng gc- sunde». Dank der vielen Versuche iv.it neuen Rennbooten nähert man sich jetzt mit de» neueste» Fahrzeugen der Stundenleistung von 100 Kilometer. In diesem Jahre bar, wie„Prometheus" berichtet. ei» neues Boot eine Höchstleistung von 07 Rilonieter in der Stunde erreicht. ES ist dies das in Mimrenpoiis erbnute Rennboot.Miß MinueapoliS". Da? Fahrzeug ist nur 0 Meter lang und fast-J Meter breit, ein kleine? kasiensönmgeS Ding atio. Der Apirirv ersolgr durch einen achtzhlindrigen Tterling-Motvr. der beinahe 200 Pferdeslürken bei 1S00 Umdrehungen leistet. Eigenartig ist die An- ordnung von Motor und Welle. Der Motor steht ganz hinten im Boot. Um nun zu vermeiden, daß die Schralibentvelle eine starke Neigung nach unten bekommt, ist zwischen ihr und der Kurbcltvelle ein Radgetriebe eingeschaltet. Die Kurbeltvclle ist vom Motor nach vorn geführt, wo sie mit dem Radgetriebe in Verbmdnng steht. Zugleich ergibt sich dabei eine Erhöhung der Ilmdrehimgszahl sür die Schraubenwelle. Da? kteinc Rennboot Hai bisher in allen Reimen gesiegt. ES bat die Höchstleistung von 07 Kilometer über eine Strecke von einer halben Seerncilc erreicht, die Hin und zurück zweimal durch- fahren wurde. SkoNze«. — G e r h a r t Hauptmann hat. wie die.Voss. Ztg." erfährt, ein geschichtliches Drama.Monlezuma" und ein weite«? Stück vollendet. Nach einer Erzählung von Selma Lagerlös f. Herin Arnes Schatz") hat er ein anderes Drama gestaltet, das demnächst von Reinhardt aufgeführt lverden sollt — Gustav Schön leb er f. In Karlsruhe, wo er feit >880 als Lehrer an der Kunstakademie ivirkte, ist Gustav Schönleber am DienStag im 07. Lebensjahre gestorben. Seine deutschen und italienischen Lmidschasteu. die überall in nmeren Museen von ihm künden, haben alle die gleiche innige Versenkung in die Natur und die hohe Malkultur. die er im Miinchener Atelier von Licr be gründete und unter holländischen und sranzostschru Eindrücken ver- cdelte. Der dunkle Atclierlou war teil den 80er Jahren bei ihm einer hellere» und naturnuhcren Skala gewichen. Aber bei allem Realismus verstand Schönleber die schöne Farve und das Dekorative des Bildes zu bewahren. Er ivar der Meisler der lhrischen Slinmiung. In Berlin ist er uiUer anderem vertreten durch feine..Herbststiirme in Rapallo" fNationalgakerie) und durch sei»„Strasburg mit dein Münster" sReichSlagSsaalv Das Kampfgebiet in öea Molöaubergen. Schon seit Woche» währen die Kämpfe im Grenzgebiet der unteren Moldau östlich der Siedenbürger Grenze. Die Langwierigkeit gerade dieser Kämpfe ist besonders den ganz riesigen Schwierigkeiten des Geländes zuzuschreiben. Unsere Front wurde zwar in Uebereinstimmung mit den Fortschritten am Sereth regelmäßig weiter vorgebrückt, so daß wir heute über eine vollkommen gerad- Linie in Verlängerung vom Putnaknie in genau nordwestlicher Richtung über die Grenzgebirge der unteren Moldau verfügen, doch war gerade der nach Norden entsprechend geringere räumliche Fortschritt ein technisches und militärisches Meisterstück. ES führt nur eine einzige, noch dazu eingleisige Bahn über die Siebenbürgischc Ostgrenze in die Moldau lGrenzstationen Ghimes und Palanka). und diese ist auf der siebenbürgischc» Seite in der Luftlinie gemessen über 20 Kilometer von unserer Kamps- front entfernt, während die Rumänen und Russen die Fortsetzung derselben Bahnlinie parallel zu ihrer Front verlausend durchschnitt- lich nur 10 Kilometer weit hinter sich haben. Dieses Mißverhältnis der Verkehrsmöglichteitcn wird noch außerordentlich verschärft durch den Unterschied im Ausbau des WegnetzeS auf beiden Seiten. Der Feind verfügt nicht nur über die längs der erwähnten Bahn- linie verlausende große Straße, sondern auch über drei weitere von Norden aus dem Bistritz. und Serethtale durchlaufend heran- führende Straßen sowie zahlreiche Nebenwege. Alle diese Verbin- düngen münden durchweg in das von der Eisenbabn durchzogene Trotustal, einem von der Natur gegebenen, äußerst günstigen TruppenversammlungSraum. Dieser schließt sich sogar den jetzigen militärischen Verhältnissen in idealer Weise an, ist dicht bevölkert, bietet also zahlreiche Unterkünfte und Hilfsmittel aller Art für die Truppen. Hierzu kommt noch, daß die rumänische Regierung schon in Friedenszeiten eine Reihe guter Straßen aus der Trotus- Niederung bis an den siebenbürgischen Grenzkamm gebaut hat, die aus unserer Seite entweder gar keinen oder nicht entsprechenden Anschluß finden. Truppen und Material können daher überall aus dem Trotusbecken sehr bequem nach Westen und Südwesten in die nahe Kampflinie gebracht werden, um so mehr, als es sich in dieser Zone nur um Uebertv'ndiing geringer Höhenunterschiede bandelt. Eine sehr bedeutende Erleichterung bieten auch zwei Schmalspurbahnen, eine von Onesti, östlich Tirgul-Oena. die andere von Darmanesti, nordwestlich jeuer Stadt, beide aber vom Trotus- tale ausgehend und unmittelbar an die Kampffront führend. Die siebcnbürgisch-rumäiiische Grenze läust nun im Räume von Gyimes bis herab zum Ursprung der Putna. also etwa in 80 Kilometer Länge gegen Süden, fast durchweg über die höchsten Gebirgskämme, die sich ungefähr bis zwischen 1000 und 1600 Meter erheben. Längs dieser ganzen Grenze hat unser ehemaliger Verbündeter seit Jahr und Tag eine mehrfache Reihe starker Stellungen und beherrschender Stützpunkte gegen uns errichtet, die oft mit großer Kunst und modernsten Mitteln, wie kleinen Panzertürmen, Drahtseilbahnen. Betonierungen, eisernen Trägern, starken Hin- derniszoncn und sonstigen Erfordernissen einer zumindest verstärkt feldmäßigen, wen» nicht festungsartigen Anlage ausgestattet wurden. Gegen diese äußerst starken Linien, vollgestopft mit Berteid i- gungsiruppan und reichlich aufgestapelter Munition, hieß eS nun unsere Angriffe vortragen über einen oft mehr als drei deutsch« Meilen breiten Gebirgsstock, der zum Teil mit Urwald bedeckt, vielfach zerklüftet und in vielen stets ouer zur Vormarschrichtung hintereinander verlaufenden Höhenzügen eine wahre Häufung natürlicher Hindernisse darstellt. Nur zwei gute Straßen führen, 50 Kilometer voneinander ge. trennt, überhaupt durch dieses menschenleere, unwirtliche Gebirge; die eine an der Nordgrenze des Abschnitts längs der Bahn über den Gllimespah und die zweite über den Oitez, während eine dritte minderwertige Linie noch im llztale verläuft. Sonst nur elende Wald- und Saumivcge und sogar breite Räume, die nicht einmal solche ausweisen. An Unterkünften fanden sich nur weit zerstreute, hölzerne Sennhütten vor, jegliche Vorsorge für die sckpvergeprüstc Truppe mußte daher erst aus dem Nichts von ihr selbst geschaffen werden. Eine gegenseitige Unterstützung der einzelnen, sich vor- e] Der polizeimeister. E i n russischer Polizeironian von Gabryela Zapolska. In TagejewS Augen blitzte etwas auf. Er begann Plötz- lich zu lachen. „Ihr habt uns dort nicht sonderlich gem. wie? Ich habe in Eurem Land einmal im Theater ein Stational- stück gesehen, in welchem ein betrunkener russischer Offizier auftrat." „Herr Polizeimeistsr. davon kaun jetzt nicht die Rede fein. Dort auf dem Stadtwall liegt vielleicht ein Mensch im Sterben." „Ach. gleich im Sterbeil!" „Herr Polizcimeister, ich kain her. Sie zu bitten, daß Sie jemand hinschicken. Ich will mitgehen und ungefähr die Stelle angeben, von Ivo der Schrei ertönte und wo die Uebeltäter entkamen. Es müssen Blutspuren vorhanden sein." „Schön, ich werde meine Leute hinschicken, sobald sie kommen. Sie sind angeblicklich beschäftigt. Hier gibt eS jeden Abend Ueberfälle. Für einen wohlerzogenen Menschen ist eine solche Stadt gcradezn eine Verbannung. Nehmen Sie vielleicht eine Zigarette?" Tagejew reichte ihm ein schweres silbernes Zigaretten- etui. Klitzki dankte. „Oder vielleicht trinken Sie Tee? Bei mir dampft der Samowar ununterbrochen Tag und Nacht." Er zeigte mit der Hand nach dem Speisezimmer, wo auf einem mir Kandelabern erleuchteten Tisch tatsächlich ein blitzender Samowar, zwei Flaschen mit Rum und Wein und eine Zuckerpyramide mit einem daneben liegenden kleinen Beil standey. Klitzki zuckte die Achseln. „ES ist bereits eine Stunde vergangen, seitdem der Raub- mord auf dem Wall verübt wurde Bielleicht ist der Ueber» fallene gar schon tot?" „Ach. lieber Herr," erwiderte Tagejew schlau, indem er sich den Kopf kraute...Sie sagten doch, daß ein Polizist die Verbrecher verfolgte. Wenn er sie nicht erreicht hat, so wird ßr umgekehrt und ihm zu Hilfe geeilt sein." Klixki sühlre. daß Tagejew von ihm alles wissen wollte, was er gesehen hatte. Josielc mutzte ihn bereits informiert haben, aber Klitzki zögerte noch, die ganze Wahrheit zu sagen. Als Tagejew ihn aber Wiederum aufforderte, Tee zu trinken, empörte sich sein Blut und er rief: „Der Polizist ist nicht zu dem Uebcrfallenen zurückgekehrt. er hat mit den Spitzbuben die Leute geteilt. Ich habe gesehen, wie er in der dunklen Gasse hinter dem ans- geschütteten Wall die Hälfte des Geldes nahm, das die Räuber einem Bauern auf dein Stadtwall abgenommen hatte»." Tagejetv erhob sich, schob die Hände in die Rocktaschen und trat so nahe zu Klitzki heran, daß dieser seinen von Tabak, Pscfferiniinz und Alkohol gesättigten Atem fühlte. „Sie haben das gesehen?" fragte er. Der Ausdruck in seinem runden, etwas aufgedimsenen Gesicht veränderte sich so plötzlich und heftig, daß Klitzki erschrocken zurückivich. „Sie haben es gesehen?" wiederholte er. nervös. „'�a. mit eigenen Augen!" entgegnete Klitzki. „sie können es nicht genau gesehen haben!" sagte der Polizeimeistcr und jedes seiner Worte klang hart und deutlich. „Es ivar eine Vision, weiter nichts." „Verzeihen Sie." unterbrach Klitzki gereizt.„Ich bin nüchtern, gesund und leide nicht an Visionen. Ich bitte Sie um polizeiliche Assistenz; ich werde nach dein Stadtwall niit- koinmen." „Meine polizeiliche Assistenz will ich Ihnen geben. Aber was den Polizisten betrifft, der die Beute geteilt haben soll, so müssen sie wissen, daß die Polizeibeamten oft ihre alte Unikorm verkauken, und ein Spitzbube vielleicht einen solchen alten Rock angezogen hat." „Nein, er trug die richtige Uniform." „Wie eigensinnig ant.!!■/. U.: Slaataanw. Alexander. Lustspielhaus 7-u.: Der selige Balduin Morgen i! 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Neu! Akzoliaten au! dem Glehns Die Seeräuberl Große Ausstatt.-Pant. i. 1 Akt I .•ionntag: 2 gr. Vorstellungen. 3 Uhr u. TL Uhr. Nachmittags 1 Kind frei. Heaic lülleliils Hochzeitsreise I Aegypt. Tinrlefitc in 7 Bildern. Musik von Bitet. Inszenierung van Max Reinhardt. Hauptdarsteller: Hans Wassmann Tjillobil Christensen. | Nfitts, Stoma, Ernst Matray. — Das grole Ballettkorps—— Ferner da« nene Variete- Programm U.».: ..Akropoll«*' Meisterwerke der Plaslik (uach neuer kiiu.bler. Methode. Richard Bellach, Humorist, Stürmischer Lac.herfolg. J Spczlalitätenprogramin 1. Ranges —ii ii> in—>aia Possen-Theater. Täglich 7','s Uhr: Der fliegende Hollander. Der alte Vollf. Tägl. Tis, Sonnt. 3'U u.?■/, Der effektvolle Telelonscherz; I« ««llUJIWy IS VI UWI». (? Pereonen am Apparat) u. d. aeae Febr.-'Progr. raimaoofrtAw•««• Kasusw Anfang'J.ß Uhr. ZM-.Neues Februarprogramm. Dazu Neptun auf Reisen. AusstatMiugspo-se i. i! Bildern Stürmische Heiterkeit. Brächt. Kostüme u. Dekorationen. RosesTheater. 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