Nr. 86. 34. Jahrg. flbonncmcnts-Bedingunge«: eßonnraeus• Stnä orÄnumrecntio CTettfljäbrl?,M ZA. monnü ILV ZU. möAmütd» 80 Sfft tto m« öau» etn?emf Jlucimet 5 Ng. 6 artmag;- ■mmawt mit tüutomet SontitaxS- Süüage.Die Keue Seit* 10 trg Poll. iüjonnemjitt ILO Marl fcta Monat etnqetragsji m die Soft. �emingf« ütfUüite Um et Rtettjbona tia DcuHifilatte imd Ceitetznb■ Ungarn MO Marl, rät t>ai ütmge Slllland « Marl vro Monat Loslabonncmemg nebnt-n an Selgien. DSnemari. bollant». Italien. Lttxcmbvrg. Portttgal. kuntättieti. Srbweden und die TÄtreij. eUitii»! ligllit 5 Pfennig) Bit Infertiont'Gttifllir »«tragt für die sechSgeldallene ftoloitet« jeile oder deren Raum SO?fg.. lür «olitilch« und gewerlsrdauliche Sercin»- und Seriammlungs. Anzeigen 80 Vig. „Kleine Zlnreigen das Tettgchniäte Soa 20 Big. ijwäipt 2 tengedruckle Boael, jedes weitere Wort 10 Big. ktellengefuche und SSlaisiellenan- zeigen das erite iScri 10 Big., jedes wettere Sott 5 Big. Worte über 18 Buch- ftaden zäblen für zwei Worte. Inserate > Kit die näckiie Rümmer müfjen Bis S lldr nachinitlagK in der Bzvedlttoti «daeaeden werden. Tie krveottio« ijt bis 7 Uhr abends geöffnet N Berliner Volksblntk. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. i telegtctmifSbrefle: pSMlaiaenebrii Rcrlii". Reüaktion: TW. 6$, LiaüenltraHe Z. Seraittredter:«m, Mortupla«. Nr. iöl S«— l.�I S7. expeöitioa: GW. 68, LmSenstroße Z. ifemtiitediex: Amt Moritzpla». Nr. ISl SU— 1»1 S7. Der Konflikt mit ZZmerika. ßcfchlagnahim deutfeher ßandelsfchiffe. Amerikas Mbbruch öer öeziehungeu unö öie Wirtschaft. Dcr Abbruch�dcr Bezichuiigc» zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten, der unter Umständen erfolgt ist. die die baldige Kriegserklärung möglich machen, wirkt stark auf die Wirtschaft aller beteiligten Länder zurück. Die Vereinigten Staaten geben den großen Vorteil auf, der mnen bisher aus der Neutralität erwuchs: am Kriege unge- heitre Summen zu verdienen, ohne selbst die druckenden Lasten und schweren Leiden des Krieges auskosten zu müssen. In noch höherem Maße als bisher wird ihre Industrie auf die Herstellung von Kriegsbedarf eingestellt sein. Daraus . und aus dem Wunsche, für Wilson und seine Knegspolitik zu demonstrieren, durfte sich die Haltung der New Dorker Sonn« abendbörse erklären, die Wilsons Rede im Senat mit einer kräftigen Hausse beantwortete. Dadurch, daß Ämerika ge° zwungen ist— und sei es auch in relativ bescheidenem Maße — auszurüsten, wird es seine Schuldenlast vermehren und damit des großen Vorteils verlustig gehen, alle Gewinne der KriWswirtichaft ohne eigene finanzielle Belastuna einzu- heimse». Die Vcrbandsmächtc sehen ihre drückende Sorge � wesentlich gemindert, ihre Lieferungen in Amerika zu bezah- . len und ein sinken oder Schwanken ihres Wechselkurfes zu verhindern. Für die omertkoniichen Banken wird die Ge- Währung van Anleihen, bisher ein Geschäft wie jedes andere, eine patriotische Pflicht. Gewiß, die'geriebenen Bankers werden nicht auf die finanzielle Ausbeutung ihrer iicuen europäischen Alliierten verzichten. Aber eS ist nicht unwahrscheinlich, daß die amerikanische Regierung die Ge« Währung von Geldern und die Lieferunc; von Kriegsmaterial oller Art als ein nobile akkietum sPshcht der Vornehmheit) empfiirdet. vielfacher Beziehung wird auch die ö e u t f ch e W i r t- schart betrofien. Tie Bereinigten Staaten waren der letzte neutrale Großstaot. Ihr Markt war im Frieden für die deutsche Wirtschaft von großer Bedeutung. Die deutsche Ausfuhr in dieBercinigten Staaten betrug im Jahre 1913 713.2 Millionen Mark und machte 7,1 Proz. von der deutschen Gesamtausfuhr aus. Die Vereinigten Staaten waren der fünftstärkste Käufer deutscher Waren. Besonders wurden ausgeführt: Ghlorkalium. Äinderipielzeug, Teerfarb- ftpffe. Abraumsalze. Felle zu Pelzwerk, Gloröhandschuhe. Spitzen, Palmkernol, Porzellangejchirr, Kautschuk, bäum- wollsne Strümpfe und Handschuhe, schwefelsaures Kali, Wall- gewebe. Säuren usw. Daraus ergeben sich die Industrien und Gewerbe, die durch den Abbruch der Beziehungen mit den Vereinigten Staaten am schwersten getroffen sind. Sie haben in Zukunft mit einem wesentlich erschlvertcren Zugang zu ihrem bisherigen Absatzgebiet zu rechnen. Die Vereinigten Staaten werden sich auch um die Emanzipation von dem na- türlichcn Kalimonopol Deutschlands durch Erdohrung eigener Lagerstätten in Euba und Kalifornien und von dem technischen Monopol Deutschlands in der chemischen Industrie mit er* höhtem Eifer bemühen. Unsereeigene Einfuhr war ans keinem Laude so groß, wie aus den Vereinigten Staate.N. Sie betrug im Jahre 1913 1711,2 Millionen Mark und machte 15.9 Prozent der ganzen deutschen Einfuhr aus. In der Verfügung über öie iür uns lebenswichtigen Rohstoffe liegt auch e i n g u t T e i l d e r p o l i t i f ch c n B e- d c u t u n g des Anschlusses der Vereinigten Staaten an unsere bisherigen Feinde. Die amerikanische Regierung wird auf dem Friedenskongreß versuchen, ihre Liefcrgewalt zu un- seren Ungunsten in die Wag''chole zu Wersen. Die wichtigsten Einfuhrgüter Deutschlands aus der nordamerikanischen Union waren Rohbaumwolle(161.7 Millionen Mark). Rohkupfer (291 Rillionen Mark). Weizen(168 Millionen Mark). Schweineschmalz(112,2 Millionen Mark). Rohfelle für Pelz- werk(66,5 Millionen Mark), gereinigtes Erdöl(83 Millionen Mark), dann Oelkuchen, Holz, Gersie, Mais, phosphorsaurer Kalk. Oleomargarin, Schmieröle usw. Tic Verseindung Deutschlands mit den Vereinigten Staaten bewirkt nicht nur, daß wir nach dem Kriege nur unter schlechwren Bedinaunaen liefern können und daß mit der Er- lchweruna unserer Einfuhr aus den Vereinigten Staaten unlere Umstellung auf die Friedenswirtschaft mühseliger wird. Eine nicht weniger bedeutungsvolle Folge ist. daß auch die deutsche HandelSorganiwtion in den Vereinigten Staaten zerstört wird oder zumindest erheblichen Abbruch leidet. Diese Schäden können freilich wesentlich gemindert werden, wenn stch die Bereinigten Staaten streng an den preuhisch-ameri- konischen Handelsvertrog vom Jahre 1799 halten und damit ihre vor aller Welt oft selbst gerühmte Vertragstreue glän- zcnd bezeugen. Die Vereinigten Staaten haben zu ihrer sprunghaften EntWickelung Geld und Menschen gebraucht. Beides bekamen sie reichlich aus Deutschland. Als das Deutsche Reich noch arm und zerrissen war. lieferte es Menschen, die den Grundstock zu der politischen und wirtschaftlichen Größe der Vereinigten Staaten mitlegcn halfen. Diese Menschen sind uns zu sehr großem Teile verloren, wenn auch eine Anzahl Deutsch-Amerrkaner dem alten Vaterlande ein warmes Gc° denken bewahrt hat. Aber die meisten von ihnen stammen. da die Auswanderung aus Deutschland in den letzten Jahr- zehnten glücklicherweise sehr zurückgegangen ist, nur von deutschen Eltern ab und haben daher nur mittelbare Bc° Ziehungen zum Mutterlande oder sind schon so lange über dem großen Wasser, daß ihnen das Dollarland zur zweiten Heimat siöworden ist. Ais Deutschland keine Menschen mehr in die Vereinigten Staaten exportierte, weil es selbst reich wurde, führte es Gelder aus. Die kolossale Enttvickelung der amerikanischen Industrie, die großen Gewinne, die einige Glückliche an der New Aorker Börse erzielten, verlockten auch in Deutschland nickt wovigx. ihr. Geld in ginxrikaviickeo Pa- vieren anzulegen, wobei ihnen manchmal recht herbe Enttäuschungen blühten. Die Höhe der in den Vereinigten Staa- ten„arbeitenden", in Deutschland beheimateten Kapitalien wurde vor dem Kriege auf v i e r M i l l i a r d e n Ä! a r f. geschätzt. Im Kriege ist ein kleiner Teil der Schuldtitcl Amerikas'zurückgewandert, wobei die Besitzer infolge der Unter- Ivertung der Mark nicht selten erhebliche Erlöse in deutscher Währung erzielten, die freilich erst voller Gewinn sein wer- deiz, wenn die Mark aus ihren alten stand zurückgekehrt ist. ie Engländer suchten diese Zurückziehung deutscher Kapi- talien aus Amerika vielfach mit Erfolg, wenn auch in Völker rechtswidriger Weise, durch die Kontrolle über die in neu- tralcnschi ffen beförderten Postsendungen zu verhindern. Am meisten springt aber die Rückwirkung der Verfeindung Deutschlands und der Verei- n igten Staaken für die deutsche Schissahrt ins Auge. Eine große Zahl vom Krieg überraschter deutscher Schiffe flüchtete sich in neutrale Häfen. Diese Damvser waren nicht wohl geborgen, wie das Schicksal derer schon früher zeigte, die in portugiesi'chen oder italienischen Häfen eine Zuflucht gesucht hatten. Nun fallen auch die Dampfer in den Vereinigten Staaten dem neuen Gegner in die Hände. Lan- üug soll bereits beantragt haben, daß diese Schisse zum Ersatz für die durch den U-Bootkrieg verursachten Verluste b("schlag- nahmt werden. Reuter-Depeschen melden, daß bereits auf einige dieser Schiffe Hand gelegt wurde. Die Hamburg« A m e r i k a- P a l c t s ch i f s a h r t s- Ä k t i e n- G e s c l l- s ch a f t(Hapag) hat drüben 38 Dampfer mit 248 301 Tonnen liegen, darunter Schiffe wie die„V o t e r l a n d"(!)(8t 282 Tonnen). Der Norddeutsche Lloyd hat 12 Dampfer mit 1 17 887 Tonnen zu beklagen, darunter den„George Washington"(28 870 T.) Im ganzen erfährt die fcind- Ückie Handelsflotte den beträchtlichen Zuwachs von 480 000 Tonnen. Präsident Wilson deutete schon seine Hoffnung cm, dieNeutralen mit sich fortreißen zu können. Die Nachbarn Deutschlands werden in diesem Punkte wohl ihre eigenen Gedanken haben. Ein anderes aber ist es mit den südamerikanischen Staaten und mit Spanien, in denen. will man der freilich nicht sonderlich wahrheitsliebenden Agence Havas glauben, Strömungen vorhanden sind, die das Beispiel Amerikas für voickildlich erklären. Sollten sich diese Staaten in der Tat dem oiinge unserer Feinde anschließen oder auch nur zu einer Beschlagnahme der in ihren Häfen liegenden deutschen Schiffe schreiten, so würden sich die denk- scheu SchissahrtSverluste leider nicht unbeträchtlich erhöben. Tie deutsche. Handelsmarine zählte im Jahre 1913 2098 Dampfschiffe mit 2,66 Millionen Registertonnen und 2782 Segelschiffe mit 498 000 Registertonnen. Davon ist schon ein Teil teils zerstört, teils früher von den Verbandsmächten mit Beschlag belegt worden. Die deutsche Reederei hat durch diese Schicksals'chläge ihren Mut nicht verloren. Wie Herr Ballin vor einiger Zeit mitteilte, haben die Hapag und der Norddeutsche Lloyd bereits den Wiederausbau ihrer Flotte begonnen und eine große Zahl modernster Schiffe»wischen 9000 und 56 000 Tonnen in Bau gegeben. Die in Aussicht stehenden Reichskredite für den Wiederaufbau unserer Handelsfloite werden das löbliche Be- mühen kräftia unterstützen, dem deutschen Volke die für die Friedenswirtschaft unentbehrliche Zahl von Handelsschiffen zur Verfügung zu stellen. Es gibt wohl keinen Deutschen, den der Verlust so vieler schöner, großer Schiffe nicht schmerzlich träfe. Noch tiefer werden ihn jene empfinden, die im Auslande der deutschen Technik erlebten, den„Imperator land" der Welt verkündeten, und Chauvinismus von ganzer Seelö Zeugen deutscher Schaffenskraft grüßten. den Triumps oder„Vater- die, waren sie auch jedem abhold, die weltfahrenden mit frohem Herzen be- Der Griff nach den öeutschen Schiffen. Das Reutcrsche Bureau meldet: Der deutsche Dampfer .„Kronprinzessin Eäcilie" wurde in Boston be- schlagnahmt. Die amerikanische Regierung erwägt, od die amerikanischen Schiffe durch die Seesperrc durch Kriegs- schiffe geleitet werden sollen. In P a n a m a wurden v i e r Dampfer der H o m b u r g- A m e r i k a- L i n i e, die sich dort seit Kriegsausdruck, befinden, von den Behörden der Panamakanalzone mit Beschlag belegt. * Diese fünf Schiffe traf der erste Stoß. Weitere Reuter- Meldungen wissen bereits eine lange Liste beschlagnahmter deutscher Schiffe aufzuzählen. Nach einer New Aorker Reuter- Meldung, die Per„Tag" mitte sti. iollep säimlickw deutjch-'i> Schifte in New Äork und Hovolen. varunter" Dampfer..V a t e r l a n ö" beschlagnahmt worden sein. Weiter verlautet, daß die Bemannung der deutschen Schiffe, die in de» Häfen den Philippinen interniert sind, versychte. die Ma schinen zu zerstören..- Die Behörden- ergriffen darauf die nötigen Maßnahmen, um auf den 2 2 i n d e n H äsende e Philippinen liegenden deutschen Schiffe Beschädigungen zu verhindern. Eine weitere Reutcrineldung aus Philadelphia lautet: Die deutschen Hilfskreuzer „.Kronprinz W il h e l m" und ,.P r i n z Eitel Friedrich", die in der Marinewerst interniert warcu, sind auf Befehl des amerikanischen Marinedepartements beschlagnahmt worden. Die Mannschaften sind in den Marinebaracken untergebracht worden. Auch der Name' der„A p p a in" sieht bereits in den gestrigen Nachrichten. Nach einer Roiterdamer Depesche der ..Nationalzeitung" sind Hans Berg und seine deutsche Prisen Mannschaft in Newport durch Küstenwachsahrzeuge von der „Appani" weggeholt worden. Wie Reuter aus Washington meldet, ist das Kaliöueu- boot„G e i e r", das in Honolulu interniert war. von seiner Besatzung in Brand gesteckt worden und vollständig verbrannt. Wieviel von diesen Nachrichten auf Tatsachen vernhi, wird wohl erst in einigen Tagen zu erfahren sein. * Deutsche Schiffe i» ameritauischeu Häfen. Vor einem Jahre bat die„New Jorker Staatszeitung" eine Liste der in den Häfen der Vereinigten Staaten liegenden "Schiffe veröffentlicht. Danach befinden sich dort: Hamburg-Amerikq-Linie:..Vaterland", New-?)orl, 5>1 282;„Amerika", Boston, 22 022;„President Lincoln", New Aar!, 18 180;„Presidenl(harnt", New-Nvrk, 18 000;„Cincinnati", Boston, 16 83t);„Pennsyloirnia",'Jkw Aoci, 13 886;„Bulqarin". Baltimore. 11 440;„Hamburg". Nero-floci, 10631;„Kon ig Wü Helm II.", New Amt, 0408;„Btchemia" New Vor!, 8414;..Rhu: tia", Philadelph-m, 0600;„Prinz Oskar", Philadelphia", 0020; „Ärmenia", N-ew Llork, 6404;„Arcadia", Norfolk, 6464;„Pisa", New Kork,'1970;„Prinz zioachim". New Kork. 4767;„Prinz Attgnsl Willtclm". New Kork. 4733;„Prinz(fitcl Friedrich", New Nor!, 4660;„Alemannia", New Kork. 4l!iO:„Tazonia", SocUIc, 4414t „Silnria", Baltimore, 8686;„Sarnia", New Kork, 8402;„Gror gm", New Orleans. 3148; zusammen 248 301 Tonnen, und 36 Tampser. Der Norddeutsche Lloyd hat l2 Dampfer stilliegen, die zusammen 147 887 Tonnen haben:„George Washington, New Kork. 26 670-„Kronprinzessin Cecilie". Boston. 10 608:„Kaiser Wilbelm II.", New Kork. 19861;„Großer Knrfiini", 18 102;„Barbarossa", New Kork. 10 084;„Priitzesiin sjrene". New Kork, 10 808; „Friedrich der Große", New Aori. 10 771;„Rhein", Baltimore. 10 0X8;.Neckar". Baltimore. 9886;.„Köln", Boston. 7409;„Witte lurd" Boston. 6640;„Willehad". Boston. 4761. Die Deutsch- Amerika nische Petrolrum-Ge sellschaft ist mit 8 Tampfcrn und einer Tonnage von 48 728 Tonnen vertreten,„ssuvitcr". Norfolk. 10 073 Tonnen;„Delphin", Norfolk, 7120;„Buffalo", San Francisco, 0631;„PhocbuS", San Francisco. 6268;„Iowa". New Kork. 6469;„Rheims", Phile. delphia, 4046. und„Zeppen", New Kort. 4046. Das sind zusammen 44» 916 Tonnen. Zu Beginn des Krieges war diese Ziffer noch größer. Aber schon im September 1914 wurden sieben Schiffe der Deutsch-Ameri« konischen Petroleum-Gesellschaft mit 27 378 Tonnen auf amerikanisches Register umgeschrieben. Außerdem hat die österreichische Reederei„Austro-Americana"(Trieft)' sieben Dampfer mit 88 780 Tonnen in den Häfen der Vereinigten Staaten liegen." Amerika unö VeotfthlanS. Der Abbruch üer Beziehungen. Die Formolien, die den Bruch der Beziehungen der Ver- einigten Staaten zum Deutschen Reiche bezeichnen, sind voll- zogen.. Am Sonntagmittag wurden dem deutschen Botschafter in Washington Grasen B e r n st o r f f die P-ä sse zu g e- stellt, und inzwischen hat auch der Botschafter Gerard seine Abbe rusung erhalten. Er hat gestern nach- mittag seine Pässe verlangt. Zugleich wird van Paris aus eine Madrider Meldung in Umlauf gefetzt, haß die� Bereinigten Staaten auch die diplomatischen Beziehungen zu O e st e r r e i ch- U n g a r n abgebrochen haben. Hierzu �liegt indessen noch leine zureichend sichere Nachricht vor. Aus Wien verlautet nur, daß Graf C z e r n i n am Sonntag eine ein- stündige Besprechung mit dem Botschafter der Vereinigten Staaten P c n f l e l d gehabt habe.,■ 5 Wolsss Bureau meldet gestern aus Wien: Die Blätter nehmen die Meldung vou dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Amerika und Teutschland mit großer Ruhe auf. indem sie die Zuversicht ausdrücken, daß die Ent- fcheidung Wilsons die deutsche nnd die österreichisch-ungarische Regierung isscht unvorbereitet treffe. 9 London, 4. Februar. Reuter meldet aus Washington, daß das Staatsdepartement die a m e r i k a ii i s ch e n Bot- s ch a ft er. Gesandten und Konsularvertreter in England, Frankreich, Rußland, siopan, Rumänien, Serbien. Griechenland, Aegypten und Marokko'a n ge w i e s e n bat, die ibnen übertragenen Vertretungen der deut- scheu Interessen einzustellen und abzuwarten, bis Teutschland durch ein? neutrale Regierung bekannt gibt, wem es den Schutz seiner Interessen anvertrauen will. Das Staatsdepartement hat bekanntgeniacht, daß die Wahrneh- mung der britischen Interessen in Deutschland den Nieder-. landen überkragen würde, die der japanischen und serbischen Spanien und die rumänischen vorübergehend, bis die ru- manische Regierung ihre Wünsche geäußert hat, auch Spanien. Ferner wird mitgeteilt, daß a ll e amerikanischen K o n s ü I tt B e f e h l erhielten, Teutschland zu ver- lassen. Man erwartch daß Teutschland ebenfalls seine Konsuln aus Amerika abberufen wird. Ihre Exequatur wird nicht eingezogen werden, da das- ein.e Kriegshandlung wäre.- Die Ausgabe pon Pässen nach Deutschland ist eingestellt. Wenn Ocsterreich-Ungarn in. dieselbe Lage kommen sollte wie. Teutschland, werden auch für dieses Land keine Pässe mehr ausge- ' g e b.c n w erb c n._______ Die amerikanischen Vertreter in Delgien. Washington, 4. Februar. Reutermeldung. Dem belgi- schcn Ecsaribten wurde mitgeteilt, daß hie. Vereinigten Staaten. ihre diplomatischen Vertreter in Belgien nicht abberufen, außer wenn die deutschen Militärbehörden' ihnen ein längeres Bleiben wnniöglich.. machen.. Auch.di? A w erik.an e r, die' ür dt." Li sfSko in Mission orbeitey, sollen v o fc- 7 g ti s i g'i N B r I g i e ri bleiben..* ■T,7%.>. Tin* e i*.♦»■"!•• Siebzehn Gesehe gegen Neutralitätsverletzungen. Washington, 4. Februar.«Reutermcldung.s Die Senats- kommiiston hqt 47 Gelctzentivürse angenommen, die die Bekämpfung von Neutralitätsvorlctzungcn erleichtern.sollen. Präsident Wilson hat auf die rasche Erledigung dieser Gesetze gedrungen. Auf Schrisisälschungen und falsche Erklärungen zum Zweck, sich in den Besitz eines falschen ijaffeS zw setzen, wird eine Gefängnisstrafe von fünf' Jahren eietzt, Brandstiftung, Zerstörung von Maschinen oder das Legen von Bomben auf aincritanischen Schiffen wird mit zehn Jahren Gefängnis bestrast.' wirö Sie Kriegserklärung folgen! Badapeft, S. Februar.„Pesier Llshd" meldet aus Wien: Nach Aussasiung hiesiger diplomatischer Kreife ist. es nicht not- wendig, als sicher anzunehmen, daß Wilson u n b e- dingt auf einen Kriegs mit Deutschland' hin» arbeitet. Wilsen und Amerika waren Zeugen der verbrecheri- schen Gewrffenlosigkeit, mit der nicht bloh unser- Fried.nsangebot, sondern auch alle Schritte zur Herbeiführung eines Friedens seitens der Vereinigten Staaten in hohnvollcr Weise vereitelt wurden. UgS ist kein anderes Mittel gelassen worden als die Ausübung des. NotwehrrechtS gegen die britische Scctyrannei. Wilson kann un- möglich der Meinung sein, daß der Eintritt.Amerikas. m den Kricg'- die Dauer, des WafiengangcL abkürzen toerd�; denn von allen möglichen Wirkungen der Kriegserklärung Amerikas ist eine Verlängerung des Krieges die einzige, ziemlich wahrscheinliche. Es ist kaum anzu° nehmen, daß. Amerika die Kriegslage selbst durch ein kriegerisches Einschreiten irgendwie wesentlich zu verändern vermöchte. Haag, S. Februar.(T U.) Nach Meldungen auS Paris bringen die französischen Blätter über den Abbruch der Beziehun» gen zwischen Amerika und Teutschland große Freudenartikel, und für, Wilson. findet man.nur Worte schmeichelnder Anerkennung. Unter anderem schreibt der»TcmPS". Wir sind-jetzt vielleicht an einem für die Weltgeschichte entsckeidenden Punkte, angelangt. ES ist.nunmehr an de-> Neutralen, ihren Weg zu w ähl en. Wilson rüblt, daß die Ehre Amerikas auf dem Spiele stehe und macht dem Schwanken ein Ende. Amerika hat nunmehr seine Entschließungen gefaßt, die anderen Neutralen überlegen noch. aber ihr Urteil und ibre Haltung gegenüber Deutschland kann kaum' anders sein als das Amerikas.„Journal des Dcbats" und ..Liberte" warnen allerdings vor übertriebenen Erwartungen. Das erstgenannte Blatt sägt: Wir dürfen nicht glauben, daß eine Jntcr- veniion Amerikas, selbst eine militärische, das Ende der Feind- seligkeiien stark bcsüilcunigen tar.n, Stsckhslm, i. Februar.„Aftonbladei" behandelt im Leitartikel die Möglichkeit filr die VcrÄnigtcn Staaten, bei der gegenwärtigen politischen Lage eine entscheidend« Rolle zu sp'elen. Der Verfasser eeS Aussatzes betont zunächst daß Wilson als Friedens- Makler eine nächtige Stimme sein könnte und imstande. wäre, sich die Dankbarkeit der ganzen Welt zu erwerben, wenn er im rechten Augenblick die Kämpsenden zum Frieden bewegen würde.' WaS aber werde gesäbehen, wenn»r an der Seite' der Entente in den Krieg eingreise? Die Mittel- mächte seien sicher auf diese Möglichkeit vorbereitet; denn, so heißt cä weiter, leichtsinnig hat ihre Leitung nicht den schicksalsschwrren Schritt getan. Lange und sorgfältig hat'sie überlegt und nach ein- jährigem Erwägen und Meinungsaustausch war-man sich zweifcl- los über die Bedeutung der denkbaren Folgen seines Beschlusses vollkommen klari Ganz gewiß wurden die weitestgehenden Vor- bereiiungcn getroffen. Tcmgcggenüber kann aber Amerika durch Teilnahme am K rieg nicht viel erreichen. Für den Kampf auf den Schlachtfeldern wird es bedeutungslos sein. An der Kriegsbereitschaft, seiner Flotte kann man zweifeln. Tic Lcbensmittclzuruhr für oie Westmächte wollen Deutschland und Yesterreich-Ungarn jetzt lahmlegen. Ter deutsche Schiffs- räum, den Amerika jetzt beschlagnahmen und der Entente zur Verfügung stellen könnte, ist nicht mehr als das, was die deutschen Boote im Dezember versenkt haben. Alles in allem macht das Eingreifen Wilsons die Lage der Mittel- mächte keineswegs verzweifelt und-kaum wirklich schwieriger. Lugano, Z. Februar.(T. U.) Die italienische Presse benutzt den Abbruch der diplomatischen Beziehungen der Vereinigten Staaten zu Deutschland zu Jubelausbrüchen. Doch geht aus ihren Telegrammen herbor,. daß: auch die amerikanischen Frie- d e n S p a r t e i l e r, Antimilitaristen und Deutschenfreunde lebhafte Tätigkeit entfalten. Sie drängen WAson, die Gründe zu erwägen, die däs amerikanische Volk zu seiner Wiederwahl veranlatzten und legen ihm nahe, eine Konferenz der Kriegführenden vorzuschlagen bzw. seine'B'crmitteliing erneut anzutragen. Ter AnIimUitaristenvkrein erläßt einen flammenden Aufruf zugunsten des Friedens. Andere Depeschen melden, daß umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden zur Verbinde- rung von Unordnungen, Attentaten, Sabotagen und der Zerstörung und dem Entweichen von Schiffen, die iw Amerika festgehalten sind. Kopenhagen, 4. Februar Tie dänische Presse vertritt die Auf- fassung, daß dies er Schritt nicht notwendigerweise zum Kriege zwischen beiden Staaten führen müsse, ebenso allgemein aber herrscht auch die Uebcrzeugung, daß durch das Vorgehen Amerikas den neutralen Kleinstaaten neue bedeutende wirtsckafiliche Schwierigkeiten entstehen werden. „Politiken" führt unter anderem auö: Man kann darüber streiten, ob Amerikas Teilnahme am Weltkriege in militärischer Beziehung von größerer oder geringerer Bedeutung sein wird. Aber niemand kann blind dafür sein, daß sich die Aussichten f ü'x e i n e n baldigen Frieden verschieben, wenn der- jenigs Staat, der bessere Bedingungen hatte als irgendein anderer, als Friedensstifter auszutreten, in der Reihe der kriegführenden Mäcbte Platz nimmt. Für die neutralen Staaten besteht nun die G e f a h r. g a n z isoliert zu werden. Die Lage ist also ernst genug für die Neutralen. Ss� gilt aber Ruhe und Kalt- blütigkeit zu bewabren und das-Wirtschaftsleben aufrechtzuerhalten trotz aller Schwierigkeiten, in der Hoffnung, daß die Zeit nicht mehr fern sein kann, wo- der Frieden Ivied'er einkehrt. '„Socialdcmokratcn"- sagt: Der Abbruch der diplomatischen Be- Ziehungen 6 t au cht' n i ch t K'r»e g'-z u bedeuten, aber selbst dieserwürde den Verl auf des eigentlichen Kric» d e s k a u m d i r e k t b e e i n f l u f s e n. Wilsons Empfang im Kongreß. Amsterdam, S. Februar. Nach Meldungen aus Washington waren während der Rede Wilsons im Kongreß fast alle südamerikanische' Diplomaten und viele Diplomaten anderer neutraler Staaten anwesend. Die Mitglieder des Kongresses erhoben sich von ihren Plätzen,-als- Wilson eintrat.-Sofort brach ein Beifalls- stürm los. Eine tiefe Stiite harschte-im. großen Saal, als- Wilson den Gang der Unterhandlungen, mit Deulschland schilderte. Als er geendet- hatte, Mchobcn ssch div Anwesenden vzn ihren Plätzen und blieben Beifall klatschend noch im Hause, während er den Saal verließ. Der U-Doot-Krieg und die nordischen Neutralen. Die Meinung HclfferichS. Cjn norwegischer. Berichterstatter hat den Staatssekretär Helfferich über d.ie Art der Durchführung des U-Boot-Krieges in den nordischen Gewässern befragt. Wie Wolfs meldet, hat der Staatssekretär gesagt: Wir sehen in dem ungehemmten U-Boot-Krieg ein sicheres und wirksames Mittel, den Krieg abzukürzen und die Seetyrannei Englands ein für allemal vom Throne zu stürzen. Gewiß werden -die N e u i r a l e n unter dem U-Boot-Krieg mancherlei zu leiden haben, aber ist das nicht auch heute schon der Fall? Fragen Sie bei Ihren eigenen Landsleüten. unter welchen Mißhandlungen England Ihre Reeder zwingt, Bannware zu fahren, wie eS mit allen Mitteln die norwegische Fischerei er- drosselt, wie es Ihre Industrie' durch Vorenthaktung von Kohlen lahmlegt. Sie können überzeugt seini dah die Schwierigkei'- t c n Ihres Lqndes U n t e r u n s cr em U-Boot- Krieg ge- ring sein'werden i m Vergleich zu denjenigen, die Ihnen durch England verursacht sind. Wir werden außer- dem alles tun,- um diese Schwierigkeiten nach Möglichkeit-. a b z u m i l d e r n.- Wir wissen, daß die K o h k c n f r a g c für Sic im Vordergründe steht und werden trotz der Verlegenheiten, mit denen wir'selbst unter den jetzigen TranSportverhältnissen zu leiden haben, Ihnen aushelfen soviel wir können. Wir haben nach Norwegen im Jahre 1913 nur 413 MV Tonnen Kohlen. an Sie geliefert und haben diese Menge im Jahre 1916 bis auf über 4 Millionen Tonnen gesteigert. Danach können Sie er- messen, wie groß unsere Leistungsfähigkeit ist. Was aber den U-Boot-Krieg betrifft, so gibt es für uns kein Zurück, wir gehen den Weg, den wir jetzt eingeschlagen haben, bis zum Ziel und sind überzeugt, daß die Neutralen uns noch ein- mal dan-ken werden. � Im Aisschluß cm diese Aeuherungen teilt der„Lokal- anzeiger mit. daß zurzeit Verhandlungen in i t der n o r w e g i sch.c n R e g i e r u n„»ichweben, um Mittel und Wege zu finden, wie ihr B e d a r f a n Kohle und Eisen trotz der bekannten Transvortschwierigkeiten nach Möglichkeit gedeckt werden kann. Dabei werde, sagt das Blatt, vor- ausgesetzt, daß auch die Norweger das ihrige dazu tun, um der Dransportschwicrigkcitcn Herr zu werden. Wirkungen der Seesperre. England nnd die neutralen Schiffe. Die Nachricht, daß die britische Admiralität den neutralen Schiffen verboten hatte, die en ischcn Häfen �zu verlassen, bleibt nicht unbestritten. Wie die ankfurter Zeitung" berichtet, erfährt die Kopenhagener„Nationaltidende', daß verschiedene dänische Nouiendampser � aus den englischen Häfen abgefahren sind. Bon 'Trampbooten liegen dagegen keine Nachrichten vor. Tie Haltung Spaniens. Budapest,?. Februar.„Az Est" meldet in einem Funkeniele- gramm aus Madrid: Der Ministerrat beschloh.'-'.gegen-die Sperre Protest einzulegen.-Die Angelegenheit eines jeden späni-" schen Schiffes wird untersucht werden. Auf die Note Deutschlands wird Spanien erst nach Kenntnis der Haltung Amerikas und der übrigen neutralen Staaten Antwort geben. Der amerikanische Botschafter hatie eine längere Besprechung mit dem Minister des Auswärtigen. Eine Genfer Meldung der„Nationalzeitung" sagt, die abwar- tende Haltung Spaniens, die auf Amerikas Entscheidung Bezug nimmt, werde als Ankündigung eines in Aussicht genommenen ae- meiusamen Schrittes der neutralen Regierungen gedeutet. Einstellung der spanischen Südfruchtausfuhr. Madrid, ö. Februar. l,.Frkf. Ztg.".) In Valenzia beschlossen mehrere Schiffe, die Früchte verladen hatten, nicht abzufahren. Vertreter der Provinz Valenzia schätzen die in den Häsen durch die Tauchbootblockade festgehaltenen, zur Ausfuhr bestimmten Süd- fruchte auf 250 009 Kisten Drangen. Ferner liegen noch dort 200 or*1 Faß Wein und 300 000 Faß Oel. Tie Tampfrr aus Watavia stillgelegt. London, 5. Februar. Reuter meldet aus Batavia: Die Po't- und Frachtdampser, die den Hafen verlassen hoben, erhielten den Befehl, den. nächstgclegenen Hafen anzulaufen und auf Anweisun- gen aus Holland zu warten. Rotterdam, 5. Februar. Aus Semarang wird dem»Nieuw? Rotterdamsche Courant" gemeldet, daß in Batavia ein« große Pro- testversammlung gegen die Anholtung der niederländischen Post durch England abgehalten wurde. Verlegung des Terschellinger Leuchtschiffs. Amsterdam, 5. Februar. Das„Algcmeen Handeleblad"«r- fährt, daß daS L-euchrschisf Terschellinger Bank dieser Tage nach eine in 53 Grad 29 Minuten nördlicher Breite und 4 Grad 17 Mi- nuten östlicher Länge Greenwich gelegenen Stelle verlegt werde?, soll. Der Krieg auf- öcn Meeren. Die*f>oufntoni� vor der Versenkung gewarnt Amsterdam, 4. Februar. Nach einer Reutcrmeldunq aus Washington ist beim Staatsdepartcsment eine Depesche vom amerikanischen Konsul in Plyinouth eingetroffen, daß der Dampfer„Housatonic" vor der Versenkung durch das deutsche Unterseeboot eine Warnung und Gelegenheit zur Rettung der Besatzung erbalten hat Lloyds meldet, daß der Kapitän und die Besatzung der „Housatonic" gelandet worden sind. Bcrfcnkt. Lloyds meldet: DaS russische Segelschiff„P o- motchaik" wurde versenkt.„Petit Parisieu"" meldet die Ver- senkung des spanischen Dampfers»Nueva Montana" (2030 Tonnen). Tos„Allgemeen HandelSblad. meldet, daß Ver Fischdampfer„Cetus" aus Boston, der seinerzeit als versenkt gemeldet wurde, auf der Tee treibend aufgefunden und in einen Hafen geschleppt worden ist. Kriegsmmister Lpautep stellt dievertrauens- frage. Bern, 4. Februar. Als in der gestrigen Sitzung der französischen Kammer G u i cha r d die sofortige E n t l a si u ng der Mannschaften des Jahrgangs lZZZ,89 ver- l a.n gt e, orhowsich Pariser Blättern zufolge Kriegsminister L y äu t c y und erklärte den Antrag nicht»nsiehmen zu können, da derart der Armee HOO 000 Mann entzogen würden. Er müsse feine Ablehnung verlangen und die B e r- trauensfrage stellen. In der Kammer herrschte leb- hafte Ausrrgung. Maginot unterstützte den KriegSminister, welcher sich nochmals erhob und betonte, die Bertraiirnsfrage gestellt zu haben. Der Zlntrag wurde schließlich mit 396 gegen 85. Stimmen abgelehnt. ♦ Tie Opposition gegen Briand. lleber das Vertrauensvotum, das Briand nach den Geheim- sitzungen(in denen er eine sechsstündige Rede gehalten bat) in öffentlicher Sitzung kür seine Griechenpolitil erhielt, wild dem .Berner Bund" aus Paris qetchreben: Betrachtet man diefrS Votum vom innerpolilischen Standpunkt au», so drängt sich dir Feststellung aus. daß die Dppoiuion B o d e n verloren bar. während sich die Regierungsmehrheit un- geiühr gleich geblieben ist. Nach der letzten Gehctmtagung sprach die Rammer dem Kabinett Briand mit 814 gegen 165 Summen das.Ver- trauen aus. Tie dreißig Milgtieder, die aus der förmlichen Orpe- filion auSgetreirn sind, habe» sich am letzien Samstag zumeist der Stimmabgabe embalten. Die Fluch« in die Slimmentbaliung ist gewöhnlich ein Ueberaangsstadium und bereuet in diei'em Fall wohl einen W'edrreiiUrilt in die Mehl heil vor. Bon den 135 Männern der Opposition sind 52 ioziatistrche Rodikaie und einige dreißig MindethtiiSioziatislen. die gegen jede Regierung wären, die den Krieg»biS zum äußersten" führen will. Tie übrigen Oxpontions- n'änncr sind in den verichiedenste» Parteien zerstieui.-und der Mangel an Äoniisstenz der Opvoiilion erbelll vielleicht am besten anZ der Tatsache, daß man Männer so veiichiedener Ten- denzen wie Caillaux und Barthou darin findet.- SolanAe es mu der Opposition io bestellt ist, bot das Kabinett Briand nicht» von ihr zu fürchten. « Keine Zivildienstpfiicht in Frankreich? Wie Pariser Blätter melden, beabstchtigt die Regierung nicht, wie gemeldet wurde, dieZivildienstpsticht einzuführen, sondern lcdig- lich das Recht aus die Requirierung von Arbeits-- lrästen jeder Art auszudehnen. Die Schweizer Städte fordern Schutz vor den Landwirten. Lausanne, 5. Februar. Die„Gazette de Lausanne" teilt mit, daß der Bund der schweizerischen Städte an den Bundesrat in Bern eine Denkschrift gesandt hat, in der verlangt wird, daß die schweizerischen Zentralbehörden alle Mittel in Bewegung s e tz e n. um eS dahin zu bringen, daß die Landwirte ihre E r- zeugntsse nicht zum Nachteil der Städte zurück- halten oder ausschließlich für ihre eigenen Dedürfniffe herstellen. Das sei besonders mit der Milch der Fall, welche immer teuerer werde, aber auch in immer geringeren Quantitäten in die Städte komme. Ohne die Schwierigkeiten, mit denen die Landwirte zu kämpfen hätten, verkennen zu wollen, sei es doch Tatsache, daß die Landwirte in der gegenwärtigen Krise eine bevorzugte Klasse darstellen, indem t£ ihnen möglich sei. ihre eigenen Bedürfnisie zc decken. Die Städte müßten daher van der BundeSgcwalt Schutz ihrer Jntereisen verlangen Verschiedene daraus awiek«"''' Maßnahmen werden dann vorgeschlagen und verlang« Ein neues türkisches Kabinett. Großwesir S a i d H a l i m Pascha hat seine Entlaffung genommen, die ihm der Sultan unter Anerkennung der Ver- disnste, die er sich seinerzeit um die Frage von Ädrianopel Artillcriefener und Jnfanteriekämpfe zwischen Ancrc und Somme— Gräben östlich Beancourt zurückgewonnen— Kämpfe von Grandeourt bis Pys— Kleine Vorgänge an der Narajowka. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 3. Fc- truar 1917. iW. T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Vom Nordufer der Ancre bis zur Summe spielten sich bei ftarkeul Artillcriefener in einzelnen Abschnitten auch Infanterie- tämpfc ab. I« Gegenstoß wurde den Engländern der größte Teil der Gräben östlich von Braucourt wieder entriffen: dabei blieben ruud 199 Gefangene in unserer Hand. Nachmittags scheiterte ein heftiger englischer Angriff nördlich ron veaueourt, nachts wiederholter Ansturm starker Kräfte gegen unsere Stellungen von östlich Grandcourt bis södlid» von PPS. Auch am Wege von Beaulcncvurt nach Gueudecourt wurde gekämpft. Südlich der Somme holten Stoßtrupps über 29 Franzose» und Engländer auS den feindlichen Linien. westlicher KrtegSschanvlap. Front deS Gener alfcldmarfchallS Prinz Leopold von Bayer». An der Nmajowla fühlten kleine russische Abteilungen gegen unsere Sicherungen vor, die sie durch Feuer zurückwiesen. An der Front deS Geueralob'erst Erzherzog Joseph und bei der Heeresgruppe bei Ge« e r a l f e ld m a r s ch a l l» von Mackensen iK die Lage bei geringem Artilleriefeuer und Borfeldgefechten »»»erändert. �»Tirrrnrnwr-n�-r�Ti',,■ rinn' r— m-Ti-n---- rr-r-n--- T-n-i-rnTr-rrMi und um den Abschluß des Bündnisses mit den Mittelmächten ermorben habe, ipwährte. Der Minister deS Innern Talaat Bei hat die Bildung eines neuen Kabinetts übernommen. Dieses setzt sich folgendermaßen zusammen: Talaat: Großwcür und Inneres sowie zeitweilig Finanzen; Musia Kiazim Effendi: Scheich ail- Islam und Wakuf l Nessimh Bei: Acußeres; Halil Bei: Justiz und Vorsitz des Staatsrats: Enver Paicha: Krieg: Djemal Pascha; Marine; Schükri Bei.- Oeffentlicher Unterricht und zeitweilig Post und Tele- graphen; der Abgeordnete für Caesarea Scheref Bei: Handel und Ackerbau: Ali Münif Bei(Gouberneur des Libanon): Oeffentlicke Arbeiten. Die Agentur Milli meldet dazu: Das Kabinett, von dem mehrere Mitglieder dem vorigen angehörten, wird die bis- hcrige Politik weiter verfolgen, nämlich energische Fortsetzung des Krieges an der Seite der Verbündeten bis zur Erreichung deS Endsieges._ Der bulgarische Kriegsbericht. Sosi», 4. Februar. Amtlicher Heeresbericht. Mazedonische Fron t; Norlvestlich von B it o l i a recht bäusigeS Trommelfeuer der feindlichen Artillerie. Zwischen dem War dar und dem Doiran-See lebbaste Arlillerielätigkeit.. Auf den übrigen Fronten das übliche spärliche Artillericfeuer. Am Fuße der B e l a s i c a und in der Ebene von Serres Patrouillen- geiechle. Rumänische Front: Bei Jsaccea spärliches beider- seiliges Arulleriefeuer. Bei Tuleea und beim Dorfe PreSlava Artillerie«, Minenfeucr sowie Feuerwechsel zwischen Ftidwach- ableilungen. politische Ueberstcht. Tie nnzeitgemäste Wahlreform. Endlich fühlt sich die„Deutsche Tageszeitung" doch be- müßigt, aus die Ausführungen Meineckes über die Notwendig- keit der Preußi'chen Wahlreform einzugehen. Sie sorgt für strmmungsgemäße Einleitung, indem sie hervorhebt, daß die Zeitschrift, in der Meineck« seinen Artikel erscheinen ließ, von einem Sozialisten herausgegeben wird, und macht dann gegen das Reichstagswahlrecht die tiessinnige Bemerkung, daß es„der grundsätzlich antimonarcbi scheu Partei außer- ordentlich förderlich gewesen ist". Im Frieden werde das Volk andere Dinge zu tun haben als an seine politischen Rechte zu denken, und nun gar eine Wahlreform im Kriege? Degr Herrn sträuben sich die Haare vor Entsetzen, indes er schreibt: Ein Mann der Wisienschast sollte docki am allerwenigsten der Meinung Vorschuh leisten, daß so tiefgreifende Acnderungen im rechtlichen Uüsbau des staatskörpcrs, Sic er sie anregt, in einer Zeit durchgeführt, werden könnten, wo- alle Energie, das ganz« Denken. Fühlen mid Arbeiten des gesamten Volkes ganz anderen und wirklichen Lebensfragen gestört.... ... Schließlich möchten wir annehmen, daß die neue große Wendung unserer Kriegführung, die die Vermeidung inneren Unfriedens dringlicher macht als je, auch Herr» Vrofesior Mci- neck« zu der Ansicht bringen werde, daß sein Vorschlag sowenig zeitgemäß wie nur m 5 g I ich ist. Also, die Wahlreform war vor dem Kriege nicht zeitg?» mäß, sie ist während dch Krieges nicht zeitgemäß, und nach dem Kriege wird sie erst recht nicht zeitgemäß sein. Alles in der Welt hört einmal auf. zeitgemäß zu sein, nur das preu« ßiiche Dreiklassenwahlrecht bleibt ewig schön, gut. jung, friichi unübertrefflich. Solche Beweisführung bringt einen erst recht aiis den Gedanken, daß es sich hier für die Schichten, die die ..Deutsche Tageszeitung" vertritt, doch um eine wirkliche Lebensfrage handeln könnte, nur daß sie von ihr anders beantwortet wird als von neun Zehnteln des Volkes, das draußen in den Schützengräben steht und wissen will, daß es mr seine F.re i he i t kämpft. Der Regierung aber kann der Verwuri nicht erspart bleiben, ein wichtiges Mittel der nationalen Verteidigung in seinem Wcrtcnichtcrkannt und nichtangewcndctzu haben. �lamen. Valten, Briey«nv keinen«friedensbunp! Ter Zentralvorstand der nationalliberolen l a r t e i trat am Sonntag im Reichstagsgebäude zu einer ?it)ung zu'ammcn. Man war sich darin einig, daß die bei- gische even'o wie die balti'che Frage dem Deutschen Reich eine weltgeschichtliche ,?lufgabe stelle.» Gelingt es diesmal nicht. den flämischen Volksteil und 5k baltischen StammeSgcnossen Mazedonische Front. Nichts Nenes. Der Erste Genertckquartiertneister. Ludcndvrff. « Menöbericht. Amtlich. Berlin, de» Z. Februar. Abends. Bon de« Fronte» find größere Kampfhand- l u n z e o nicht gemeldet. «« O Der österreichifihe Stricht. Wien, 5. Februar 1917.vfcr „Baterland" in Hoboken beschädigt ist und daß die R e- paratur mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Die deutsche« Dampfer iu Manila. Manila, 3. Februar. Rcutermeldunp. Tie Zollbeamte», die dir hier liegenden deutsckc» Dampfer untersuchte», fanden, baß die Maschine»»»« nenn Dampfer» zerstört waren, und daß bri den übrigen Schiffen die Feuer unter drn lrerrn Kessel» brannte». „Titanic"-Prozesse. Amsterdam, 3. Februar.(DU.) In den„Titanic"» Prozessen,- die vor einiger Zeit endgültig erledigt wurden, hat die Withe-Star-Linie einen Schadenersatz von insgesamt lNstOst Pfund Sterling bezahlen müssen. Griechenland«och immer unter Blockade. Athen. 3. Februar. Meldung bep Reutrrsche« BureanS. Der britisch«»nd der sraazöfisch« Gesandte hatten nacheinander Unter- redungen mft dem Minister des Aeußerr» über dir Durchsfih- r un g der«och nickt erfüllten Fardrrungr» der En- trnte. Die Regierung Verkält sich schweigend, man glaubt aber, daß die Lage sich günstig entwickelt, und daß Aussicht auf eine teilweise Minderung der Bl» ck a d e, deren Folgen sich ernstlich d r- merkbar zu mache« beginnen, besteht. Gewerkschaftliches. Die fteigeWerkfthaMche Bewegung öes Staatsperfonais auf Sem MarMe. Mon schreibt uns: Sämtliche Organisationen des deutschen Staatspersonals stimmen darin übexein, daß die F c st b e s o l d e t c n die wirtschaftlichen Begleiterscheinungen und Folgen dieses Krieges in viel höherem Matze empfinden, als alle anderen Berussstände. In dieser Feststellung gehen also freigewcrk- schaftliche und nicht gewerkschaftliche Organisationen einig. Auch darüber herrscht Einnuitigfeit, daß im Laufe der letzten drei Jahrzehnte das Staatspersonal aus der wirtschaftlichen Stufenleiter ganz erheblich herab geglitten ist. ein Zu- stand, den wir längst vor dem Kriege festgestellt haben, der nun aber infolge der rapiden Geldeirtwcrtung dieses Krieges besonders kratz zutage tritt und nun auch anderen Staatsbeamten- und Staatsarbefterorgonisationeu mit einem Schlage die Augen geöffnet hat. Tie wirkliche Lage des Staatspersonals liegt nun klar zutage und kann durch keine äutzerlichen Momente, die vor dein Kriege so gern zur Ver- schleiccung der Stellung des Staatspersonals vorgeführt wurden, beschönigt werden. Es ist nun wteressmit, iesiz»stellen, datz jetzt ein Teil der nichtgew er kschastlichen Staatsarbciter- o r g a ii i i a t i o n c n sich überbieten in der Feststellung die'es Zustandes und darin zurzeit ihre ganze Organisaftons- arbeit sindcn. Sie vergessen die Haupftache: die Begründung der Ursachen und die Vorschläge zur Verbesserung der Lage. Damit ist doch dem Staat sperjonal nickt gedient, datz man chm immer wieder feine Notlage nachweist. Dazu bedarf es nicht der Organisaftonen, denn diese Notlage spürt es schon am eigenen Leibe. Ein anderer Teil der Staatsarbeiter- organisationen glaubte die Lage des Staatspersonals durch das Anstreben eines Staatsarbeiterrechts verbessern zu können. Diese haben einige Professoren gewonnen zur Aus- arbeitung einer Denkschrift und glauben mit reckt viel Papierverschrieb die Notlage des Staatspenonals totschlagen zu können. Sie haben aus der Geschichte der Organisierung des Staatspersonals nichts gelernt und setzen auf den seit Jahrzehnten eingeschlagenen Wegen ihren Trab fort. Aus den Nethen der S t a a t s b e a m t e n o r g a n i- jationen dringt energischer der Ruf nach zwecknätzigercn neuen Praktiken im Orgonlsationswesen. Mau ist sich dort des Ernstes der Lage voll bewußt, konstatiert, datz es vor dem Kriege an Vorschlägen für Gehalts- und Lohnerhöhungen nicht gefehlt habe. Die Hebel mützten also an anderer Stelle ein- gesetzt werden. Die Verbraucher und Wahnungsmieter mützten sich zusammenschließen, um nach dem Kriege so wirk- jam in der Bestimmung der Lebensmittel-, Waren- und Woh- nungspreise mitzuwirken. Das t o n s u m g e n o i s e n- schaftliche, antikapitalistische. Wirts chafts» s o z i a l i st i s ch e Prinzip soll also in die Tat umgesetzt werden. Hierin gehen also die Beamtenorganisationen mit uns einig. Sie dürften sich aber den Tatsachen nicht ver- schlietzen, datz dieser Weg allein nicht zum Ziele führt. Die Beeinflussung des Lebensmittel- und Wohnungs- Marktes usw. durch besondere Aktionen des Staatspersonals hat bekanntlich im Frieden schon zur offenen Kampfansage der Handels- und Kaufmannswelt und des.Handiverkerstandes geführt, und dort wurde— trotz der ungenügenden Gehälter und Lohne— die ungerechtfertigte Redensart geprägt Won der Begehrlichkeit des Staatspersonals und in � der Oeffentlichkeit damit krebsen gegangen. Die Folgen eines lückenlosen Zusammenschlusses sämtlicher Staatsbeamten und Staatsarbeiter zu dem alleinigen Zwecke, die Produzenten. Händler, Kaufleute, Bodenspekulanten und Hauseigentümer zu beeinflussen, hat aus der anderen Seite das Bestreben zur Folge, den Staatssäckel zur Besoldung der Staatsbediensteten zu verschließen. Bekanntlich finden solche Bestrebungen autzenstehender Kreise gegen die Staatsbcdiensteten bei den Regierungen keine tauben Ohren. Wir stnd ganz und gar nicht für eine Angstmeierpolitik und für eine Politik der großen Rücksicht- nähme auf die Produzenten-, Händler- und Wohnungs- Interessentenkreise. Wir sind aber der Ansicht, daß man nach Wegen suchen muß, die ohne grobe Reizung jwr anderen Be rufsstände zur Besserstellung der Lage des Staatsversonalö führen, zu Wegen, die Besoldungserhöhungen schaffen, wird zwar solche, die nicht beim nächsten Wohnungsquartal auf die Miete geschlagen werden oder restlos in den Beutel der Produzenten fließen. Der Weg ist gefunden: er ist mit Erfolg von den freigewerkichastlichen Privatarbeitern beschriften worden und hat im Kriege seine Kraftprobe bestanden. Es ist die freigewcrkschoftliche Regelung durch ständige Tarif- tommi'sionen. Die allgemeine Wirtschaftslage und die Entlohnungen müssen in Einklang gebracht iv e r d e n. Teuerungen auf dem Lebensmittel- markte, W a r e n p r ei s e r h ö h u n g e n und M i e t- st e i g e r u n g e n müssen sofort in G e h a l i s- und Lohnerhöhungen umgesetzt werden. Da 3 ist das Grundprinzip der sreigewerkschast- Ii che« Regelung. Von einer Bevorzugung des Staats- Personals gegenüber anderen Berussständen ist hier also keine Rede, und damit fallen all die Argumente der übrigen Steuer- zahler(das Staatspersan-al ist nämlich auch Steuerzahler) ins Wasser. Die Erlangung höherer Löhne und das gleich- zeitige Bemühen, diele höheren Löhne nicht durch Sinken des Geldwertes illusorisch zu machen, ist die.Hauptaufgabe der Tariskommisssonen. Wir sind uns wohl bewußt, daß die nicht sreigewerkschaft- liehen Staatspersonalorganisationen wohl schwerlich dazu beredet werden können, uns hier auf diesem Wege zu solgen. Sre schleppen die Praktiken einer hundertiährigen Beamten- geschichte wie eine schwere Kette hinter sich Jjer. Die Angst der Verirrungen in sozialistische Prakftken hält sie von dieser einfachen und einzigen Lösung des ganzen Stoatspersonal- Problems dauernd fern. Sie mögen wollen oder nickst: stärker als die Einflüsse der sogenannten staatserhaltenden Organisaftonen wird der Einfluß der Erfolge der sreigewerk- schaftlichen Methoden kein. Der kommenden Friedenszeit ist das eine sicher, daß der Krieg noch lange seine Schatten auf die wirtschaftlichen Zustände werfen wird. Die kapitalkräftigen Kreise der Kriegszeit werden dort erst recht das Feld behauvten. Das Staatspersonal wird in seiner wirtschaftlichen Lage noch weiter nach abwärts rücken, trotz regierungsfreundlicher Organifafton, trotz Staatsarbeiter- xecht, trotz Berbraucherbewegung. Hingegen werden die Pribatarbeiterkreise tn'ft ihren rem sreiaewerftchaftlichen Praktiken auf Grund der Tarifverträge sich weiter fest im Wirtschastsprozeß austvartsarbeiten. Die Tatsachen werden uns recht geben, und ans Grund dieser Totjachen w j r d die Organ isationsbewegung des Staatspcrso- nals einen freigewerkichastlichen Eharak- t e r annehmen, nicht zum Schaden des Staatspersonals und auch nicht zum Schaden der Staatsverwaltungen selbst. Verlin unS Umgegend. Jahresbericht der Textilarbeiter. In dem Geschäb�berickit. der in der Generalversammlung der Filiale Berlin des TexlilarbeiterverbandeS am MiliwoÄ erftaUet wurde, wird unter anderem getagt: Tos Fabr tvis war für die Berliner Tertilarbeiter kein günstiges. Alle Branchen der Textil- industrie mit Ausnabme der Seilen baben weaen des Material- manaelS stark pelitieir Es herrschte eine grvhe Unsicherheit in der Beschäiiigung. Zeiitveiie war viel, dann wieder wenig oder gor leine Arbeit vorhanden. Infolgedessen wurden manche Beiriebe gc- schlössen andere verkürzten die Arbeits, eit. Eö herrichte eine fort- währende Beunruhigung. Die Bemühungen der Organisation gingen dahin, die Betrietze, wo es anging, zur Jmiehalmng der vollen Arbeiiszeit zu veranlassen, und Ivo das nicht durchgesübrt werden konnte, muhte die Textilsürsorge in Anspruch genommen werden. Die Filialleilung hat auch gemeinsam mit den Uniernehmern bei den Behörden Schritte getan, um Material srcuubekommcn. damit der Betrieh nach Möglichkeit aufrechterhalien werden konnte. Ferner war die Tätigkeit der Organisasson auf die Bcrbesserung der Löhne gerichtet. Ter Eftolg war derart, datz last überall Lohnerhöhungen bis zu SV und 3S Proz. erreicht wurden. Manche Betriebe haben im Larife des JahreS inebrmalS TeuerungSzulaaen bewilligt. Aber trotz der Lohn- und Teuernngszulagen ist der Verdienst der Tertil- arbeiter, die ja fast auSschlietzlich in Akkord arbeiten, nicht höher gestiegen, als er im Jahre 1913 stand. Das kommt daher, datz das setzt zur Leriiigung stehende Material viel schwerer zu bearbeiten ist als das früher verwendete. Tie Stiaereibranche leidet am schwersten unter de» Zeit- Verhältnissen. Ihre Erzeugnisse dienen lediglich dem Luxus. Sie werden während des Krieges iebr wenig begehrt, und soweit noch Nachfrage vorbanden ist. kann ste wegen Maierialmangel nicht be- friedigt werden. Die Stickereibranch? beschöfliote vor dem Kriege in Berlin 10— l 2 000 Arbeiter. Jetzt liegt sie völlig danieder. In den Färbereien herrschen insofern unbefriedigende Lohn- Verhältnisse, als die Löbne sehr verschieden stnd. Der Verband bat sich mit einem Schreiben an die Untcrnchnier gewandt, um durch Verhandlungen eine Gleickmötzigkeit der Löhne herbei- zuführen. Doch die Unternehmer haben gar nicht geantwortet. Nachdem daS HiliSdienstgesctz in Krait getreten war, erinnerten stch die Unternehmer der Arbeilerorganisation. Sie machten den Vor- schlag, gemeinsam mit den Arbeitern dahin z» wirken, datz ein be- ionderer Kriepsausschntz für die Textilindustrie eingesetzt werde. Aus diesen Borschlag ist aber die Arbeiterorganisation nicht ein- gegangen, weil sie der Meinung ist, datz die Jnteresicn der Arbeuer in dem Kriegsausschutz der Berliner Metallindustrie, der ja auch für die Textilindustrie zuständig ist. besser gewahrt werden, als es in eineiK' besonderen AuSschutz für die Textilindustrie der Fall sein würde. Die Statistik des Arbeitsnachweises zeigt jetzt auch im dritten Kricgsjabre kein« erheblichen Schwankungen in Angebot und Nach- frage. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist gegen das Vorjahr um ILO zurückgeganaen. Tis Zahl der offenen Stellen hat sich um 233 vei mehrt. Die Zahl der besetzten Stellen ist um 142 geringer geworden. Die Zahl der Mitglieder ist von 1433(933 männliche und 408 weibliche) aus 1362<710 männliche und 652 weibliche) zurückgegangen. ES ist also bei den mömilichen Mitgliedern eine Ver- Minderung von 225. bei den weiblichen eine Vermehrung von 154 eingetreten. Ter Rückgang der Gesamtzahl beläust sich somit aus 71.' Daraus ergibt sich, datz der durch den Krieg verursachte Mit- gliedervnlust jetzt nicht mehr weiter fortschreitet, sondern datz eine gewisse Stabilität des Mitgliederbestandes eingetreten ist. Jahresbericht der Hut- und Ffilzwarenarbeiter. Nach dem von M ö ck c l in der Jahres-Generalversaminlung am Mitllvoch erstatteten Bericht sind die Aussichten für den Berus jetzt nicht gerade sehr günstig. Die W o l l h u t f a v r i t a t i o n ist durch die Beschlagnahme der Rohmaterialien ganz lahmgelegt. Während zu Ansang des Jahres 1916 durch den Bezug ausländischer Mate- rialien die Arbeit in etlichen Berufen wieder ausgenomnien werden konnte, änderte sich die Situation mit einem Schlage, als die Kriegserklärung Italiens erfolgte; von da ab Hörle jede Riöglich- teil aui, ncich Wollhüte zu fabriziere a. Die vier in Betrocht kommenden Betriebe versuchen nun, Haarhüte aiizuferligen, sind aber npch nickst groß über den Versuch hinausgekommen.— In der Seidenhutbranche haben sich die Arbeitsverhältnft'sc nicht gebessert; es find im ganzen in drei Betrieben 11 Kollegen be- schästigt.— Etivas lebhafter war die Damen- und Stroh- hutfqbrikgtion beschäftigt. Trotzdem der größte Teil der Mitglieder in anderen Berifte» beschästig: ist, war es doch möglich, alle vorhandenen Plätze mit männlichen Arbeitskräften durch den Bcrbandsgrbeitsnachweis zu besetzen. Die weitere Steigerung der LvbenSmittelpreisc und aller Ber- brauch sgegcirftände zwang euch im Jabre 1916 zu dem Versuch. einen Ausgleich zpffcheu Lohn und Lebenshaltung herbeizuführen. Dem eifrigen Bemühen der Organ tfation und der Kollegen selber gelang es, Lohnaufbesserungen zu erzielen, die schließlich auch ver- traglich fixiert wurden. Im Herbst wurde dann nochmals die Lohn- frage angoschnitteu. Die Folge war das schließliche Zustande- kommen eines Lohntariis. der zwischen der Arbeitecorgani- sation und dem Verbände der Berliner Damcnhutfubrikanten ab- geschlossen wurde. Dieser Tarif gilt seit dein 1. Dezember 1916. Im Lause des Jahres waren auch eine Anzahl Differenzen zu regeln. Die Erfolge des Jahres find als erhebliche anzuerkennen. Als ein Ausgleich gegenüber der großen Teuerung find die erhöhten Lohne jedoch nicht angusehen. Die Mitgliederzolil sank von 601 auf 600. Die VerbandtSusse rechnete in Einnahme und Ausgabe mit '2l)0L4 M. ab. Die Lokalkaffe hatte einschließlich des BeslandeS vo» ILIO M. eine Jahrescinnahme von 4310 M. Nach Affzug der Ausgaben vcrbliclb ein Bestand von 934 M. Gewählt wurden als Vorsitzender George lowi tz, als Schriftführer Ä rl t, als Bei- sitzer Klatt und Kobowsky. Mus der Partei. KtckruuA auch in Sachsen. Der LandeSvorstond für Sachsen rief auf de» 3. Februar eine Sitzung der LandeSinstanzen«in, um Maßnohmen zur Sicherstellung der normalen Parteitäiigkeit zu veranlassen. Zu Beginn der Sitzung wurde ein« Klärung darüber versucht, wer von den Anwesen- den sich aus den Boden der Beschlüsse der Sonderkonserenz vom 7. Januar stelle. Die Mitglieder des Bezirksvorstandes Leipzig verweigerten jede Erklmung, ebenso der Bezirks- vorfitzende von Dresden. F l e i ß n e r, und das Landesvorstands- Mitglied Schul, e-Cos'ebaude hatte schon vorher in einer Landesvoistandssitzung erklärt, daß er die Beschlüsse der Sonder- konteren, anerkenne und für sie wirken werde. Die übrigen Mit- glieder de« LandeSvorstandeZ und der Bezirksvorstände wiesen jede Gemeinschaft mit den Beschlüssen der Sonderionferenz zurück. Da die Opposition weiter im Sitzungszimmer verblieb, wurde die Sitzung anderweitig fortgesetzt, um über die zu treffenden Maßnah«« zu beraten. Aur Sonntag fand auch eine Konferenz des BezirkSderbandeZ für die neun o st s ä ch s» s ch e n Wahlkreise statt. Nach mehrstündiger. erregter GeichästSordnungSdebaite wurde mit 19 gegen 9 Stimmen beschlossen, mit denjenigen Mitgliedern, die die Beschlüsse der Oppo- sitionskonscrenz anerkennen oder keine genügende AuSkuntt über ihre Stellung gaben, jede Gemeinschaft und Weiter- arbeit abzulehnen. Die hiervon Betroffenen beteiligten sich an der Abstimmung. Hieraus mutzte der bisherige Bczirksvorsitzende Fleitzner, zwei Vertreter aus dem 8. und ein Vertreter aus dem 9. Kreii'e die Sitzung verlassen. Dann wurde die Tagung sachlich erledigt und dabei betont, datz die Achtung vor der Anschauung des einzelnen nach wie vor hoch- gehalten werden soll. Vom Niederrhnu. Tie Bezirksleitung vom Niederrhein hat mit lö gegen II Stimmen eine Resolution angenommen. die organisatoriicke Sckritte gegen oppositionell gesinnte Partei- Mitglieder und Parteiorganisationen ablehnt und die Er- Haltung der Parteieinheit für möglich erklärt. Weiter heißt eS: Sie spricht sich für gegenseitige Duldung und für Meinung?- freiheil in der Partei aus. zugleich erklärend, datz sie m der pai- lamentarn'chen Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft und ihrer An- bänger unier den Ilmständen. die der Krieg schafft, keinen Ver- siotz gegen die Grundsätze der Partei oder ihre Organisation er- blickt. Sie bestreilet dem Parteivorsiande, dem PaeteiauSichutz oder anderen Parteilörperichosten autzer dem Parteitage das Recht, Parteimitglieder oder Parieiorganiiaiionen aus der Partei zu weisen oder als cutzerhalb der Partei siebend zu erklären. Sie soider» die Parteigenossen und Parteigenossinnen deö Bezirks auf. den Brudetkampi zu vermeiden und für die Höchhaliung der sozialistischen Grundsätze und die Ausbreitung der Partei nach Kränen zu wirken. Die 13 Mitglieder der Bezirksleitung decken den Brunnen zu, nachdem das Kind hineingefallen ist. Hätte die Minderheit eben nickt gegen die Mehrheit den rücksichtslosesten Bruder- kämpf geführt, hätte sie in gegenseitiger Duldung das Beschluß- reckt der Mehrheit anerkannt, so märe es nie so weit gc- kommen. Keinem, der Duldung üben und den Bruderkampf Venneiden will, ist es benommen, in der rechtmäßigen Parteiorganiiatson zu bleiben oder in ste wieder einzutreten, mag er die Beschlüsse der Mehrheit auch sachlich bekämpfen. Ferner wurde mit 14 gegen 11 Stimmen ein Protest gegen folgende Erklärung dcS BezirkösekretärS Genossen Haberland angenommen: .Die Trennung der Partei ist durch die Opposition bereits durchgeführt. daS könne er aus seiner niederrheinischen Erfabrung nur bestätigen. Er als B e z i r ksf c Ire t ä r sei dort vollkommen aus- geschaltet, weil er zur Partei mebtbeit gehöre." Wenn die 14 Mitglieder der Bezirksleitung auch jetzt gegen diese Erklärung protestieren, so beweist sie doch, daß Genosse Haberland von der„gegenseitigen Duldung", die nun gepredigt wird, und vor der Vermeidung dcS Bruder- kampfes nichts gemerkt hat. Zum Verhänguis. Das aus dem Boden der Arbeits- gemeinschast stehende Hallesche.Volisblatt* setzt sich sür die Berliner Organssatüm seiner Partei mit folgenden bewegten Ausführungen ein: Die Berliner Organisation ist nicht eine Rotte von Partei- Verbrechern, wie ste danach ericheinen müßten. Die Mehrbeit der Berliner Genossen wirkt nur sür emc Politik, wie sie von der Partei bis zum Kriege als iozialistis« getrieben wurde. DaS ist ibr Verbrechen. Die enifchiedene Oppofiiion gegen die KiiegS- volini der FraktionS- mid ParteivorstandSmehthei: wird ihr zum Verhängnis. Das ist eine viclleichi von Gutmütigkeit diktierte, aber vollständig irreführende Verteidigung der Organisation;-- zcrstörer. Kein Mensch ist gehindert, in der sozialdemokratischen Partei das zir ver- treten, was er für die richtigesozialistische Politik hält. Aber, daß die Lftbeitsgemeiuschasten jeden. der anderer Meinung zu sein wagte als sie, als Verräter rmd Ehrlosen brandmarkte, daß sie auf dcmokraftsche Disziplin pfiff, erst die Rcichsiagssraktion sprengte, dann die Partei im Bunde mit den Spartaiuslcuten zu sprengen versuchre, und schließlich eine eigene Parteiorganisation gründete, das ist ihr— um diesen treffenden Ausdruck des„Volksblatt" zu wiederholen— in Wahrheit„zum Verhängnis" geworden! Mus ZnSustris unö hanöel. Börse und WUsous Trohimg. Die Berliner Börse war Montag ganz natuplichevueis, schwach. DaS wichtige charakteristische Moment bleibt bestehen: die Kurse sinken weniger uisolge drängenden Angebots als maugclnder Ausnahmelust, das„Publikum" der Kapitalisten hält an seinem Aktienbesitz fest, weil es in der Beteiligung an der deutschen Industrie einen gegenständlichen Wert siebt und weiß, daß heute noch wie gestern glänzend verdient wurde. Zum erstenmal seit Kftcgsbeginn teilt der„Lokal-Anzeiger"— es besteht bekanntlich ein Verbot der KnrsveröffenUlchung zur Vermeidung spekulativer Anreize— die ungefähren Abschläge zu Borsenbeginn mit: Aus dem Montangebiet büßten Rombackier und Thale zirka 3 Proz. ein, Bockumer. Hohenlohe. Menden und Schwerte und Gobi Uder Böhler 3 Proz.. Phönix, BiSmarckhülte und Gaggenauer Eisenwerke zirka 4 Proz. matter. Von RüstungSwerten verloren Renimetall 3 Proz.. Deutickie Wasicnaktien 6 Pro;., GutzstoSlkugel 7 Proz., ferner Dynamit, Horck. Hansa-Lloyd. Benz und Rottweiler enliprecvend nachgebend, SwiffahrtSaktien angeboten, aber nicht in grötzeren Beträgen. Hapag. Lloyd und Hansa bis zirka 5 Proz. nachgebend. Elektrische Werke still und durckiweg matter. Deutsche Anleihen gingen um kleine Bruchteile zurück, ebenso Oesterrerchiich- Ungarisch« Renten abgeschwäckU.«Im rpäteren Verlauf gingen die Kurse der führenden Werte weiter zurück." Eingegangene vruckstbristen. «uS Slatur und Geisteswelt. SandZöS/dM. Umrisse htt«elt- Politik. Von Prof. Dr. LnftirS H aShag cn. 1. Band 1871—1907, 3. Band 1908—1911. Geh. je 1,20 M., geb. je 1,50 M. Verlag B.(?. Trubner, Leipzig. Neue Welten. Die ckroücoung der Lrbc in Darstellungen yrr.jzer Nawlsorlcher. Von Wilhelm Bölsche. In Leinewand geb. 6 M. Verlag Deutsche Bibliothek. Berlin W 06. Bei Tüd- und Bug-Armee>915. KiiegSberichte von Ofstziru» de» 9i..C-ft. Linsingen. Geb. I M. Deutsche Berlagsannalt, Twltgart. Bestarabien und die Moldau. Memminz» ftrteg»tart« Nr. 35 1 SQ. Verlag KarlFlcmming. A..G.. Berlin IV 50._ Bermilwortlich sür Politik: Hermann Müller. Temvelhoi: sür denßSrigei, Teil d. Blattes. Alfred Scholz. Neukölln: sür Inserate: Dst. Gtocke. i Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u BerlagSanstalt Paul Singer riev. Berlin SW. Hierzu 1 Beilage nnd Unter haltuagSblatt. !tt. 36 31. Ziwauz. Mm des JorroW Mm Vlllksdllltt. M-«-- s k-»n.«,st7. AUttelstanösschlch im Kriege. Dar verstärkte Staatöhausholsausschuß des A bgeo r d n e re v h a u sc s beriet am Montag den Haus- balt der Handels, und Gewcrbcvcrwaltung. Der Serichtersiarter Wg. Oeser(Bp.) wies auf die Lasten des Krieges für die nrbrtkantM und besonders auch für die Handwertcr hin. Der Minister führte aus: Im letzten Jahr ist das Hand- w e r k an den Kriegslieserungen mehr beteiligt worden, es wurden lOst Millionen Mari an Aufträgen vermittelt. Tie Lehrlings- frage liege ungünstig, in Berlin seien statt 30000 nur 7000 Lehrlinge. Die Iirdustrie nehme die Lehrlinge durch bessere Bezahlung weg. Lm Ministerium beschäftigt man sich mit der Frage, wie nock dem Kriege das Handwerk bester init Lehrlingen �versorgt !«rdcn könne. Ter Minister will mit dem Finairzmiuister»er- bandeln, ob eine Ausdehnung der KriegShilsslasfen möglich sei,— Ein freikonservativeö Mitglied stellt fest, daß an 800 Lie- ferungsvcrbände der Handwerker Lieferungen der Behörden ge- geben wurden! die Lieferungen hätten voll befriedigt. Nach dem Bericht der Handwcrtskammcr Berlin seien die Zahlen für die fehlenden Lehrlinge noch größer als der Minister mitgeteilt habe: früher JSOOO und jeyr nur 7800 Lehrlinge. Die Kriegsge- f r l l s ch a s t c n seien eine große Gefahr für den Mittel- st and. Bei der Verteilung der Lebensmittel sollte» die Klein- bändler mehr bcrürfstchtigt werden. Ter Minister erllärt, daß seine Tätigteit auf letzterem Gebiete sich nur auf Anregungen beschränken könne.(Än konservativer Redner bedauert, daß der Minister hier nicht durchgreifen wolle. An wen solle man sich denn wenden, wenn der Minister versage. Bei der Vergebung der öffentlichen Arbeiten sollten zunächst die triegsbeschädigten Handwerker berücksichtigt werden. Auch in dem Retchjtommisiariat für Ueüergangswirtschaft müßten die Handwerker vertreten sein. D«r Minister teilte mit. daß demnächst im ÄriegSernährungS, amt eine Besprechung stattfinde, über eine beffcrc Beteiligung deS Groß- und Kleinhandels bei der Lebensmittelvcrdeilung. Ein Zentrums red»er wies aus das Bestreben des KriegSamtS hin. kleine Handwerksbetriebe sti Umlegen: das gehe nicht an. Auch die weiteren Redner setzten sich für den gewerblichen Mittelstand ein.___ vom preußischen Ziöeikommißgefetz. Die Beratung deS g i d c i ko m m i ß ge s c tz e s im Ausschuß des Abgeordnetenhauses ist bis zum tz ÄI ge- dlehen. Ter fortschrittliche und nationalliberal« Antrag, den zu- lässigen Höchstbetrag des landwirtschaftlichen Besitzes für Neu, gründunpen(neben unbeschränktem forstwirtschaftlichen Besitz) von täOO Hektar auf 1500 Heltac herabzusetzen, wurde abgelehnt, rranso der Antrag, die unbeschränkte Zulasiung der fidei tomin ista- riichen Bindung öOjährigcn Besitzes zu streicben. Ein Zentrums« antrag. die Höchstgrenze auf 2000 Hektar festzusetzen wunde angenommen. Abgelehnt wurde ferner der fortschrittliche Antrag, den.KreiSoussckiuß als begutachtende Behörde durch den BezirkSauesckiuß zu ersetzen. Abgelehnt wurden serner sämtliche dgn der Linken gestellten Anträge hinsichtlicki der Kon t in- gentierungsgrenze. Angenommen wurde ein national« liberaler Antrag. nock> welchem bei eine Fidcikommißgründung in der Regel Grundbesitz zur Bildung selbständigen mittleren oder kleinen Besitzes zur Lerfügung gestellt werden sollte, jedoch mit einet» konfcrtwiiven Zusatz:..bct Mangel an geeignetem unge« bundenen Grundbesitz in der Nachbarschaft". tz 12 des Gcietzed kann ein Fideikommiß anch für einen Mmderjahrigcn oder Geschäfts unkundigen oder in der Geschäfts- iähigleii Beschränkten mit Genehmigung der Behörde durch einen gesetzlichen Vertreter errichtet tverden. Diese Bestimmmtg lvurdc von fortschrittlicher Seite mit Unterstützung der Ngsionallrbcralen und der Fveikonservativen als eine grobe Durchbrechung unseres bürgerliche« Rechts bezeichnet, nach welchem auch die geringsügiglte Aenderung der gesetzlichen Erbfolge nur durch den Erblasser Per- Gülich. ntemals aber durch einen gesetzlichen Vertreter geschehen könne. Die Regierung verteidigte diese Bestimmuna mit der Be- g-ündung, daß die Fideikommißgründung ein Geschäft unter Lebenden und keine Ictztwillige Berfügung sei. trotz des HinlveiseS dimut, daß dies auch vom Erbvcrtrag« gelte, den auch nur der Erblasser selbst schließen dürfe. Die Mehrheit, bestehend aus Kouservakiven uttd Zentrum, genehmigte die Regicrungsvor- lag« und nahm lediglich einen Zusatz deS Inhalts an. daß für einen wegen Trunksucht oder Verschwendung Entmündigten der Vor- mund kein Fideikommiß gründen dürse. Weitere Versuche der Linken, das Vrivilegienrechi der Kidei- kommißinbaüer zu mildern, stießen auf geschlostenen und erfolgreichen Widerstand der Regierung und der Rechten. Mus Groß-Serlin. Vor dem Laden. Schnee und Eis und eisigem Matsch stehe» Krauen und Kinder wieder vor den Läden, um Brot und Mehl und Kaffsersatz. Und haben sie nach Stunden etwas erstanden, so sagen sie mit den vaar hundert Gramm unweigerlich auch den Schnupfen, im Wiederholungsfall den Halskatarrh und wenn Gott will schließlich auch die Influenza oder gar eine Lungenentzstndung mit nach Hause. Vorn an der Front der Kolonne steht der Schutzmann im Pelzkragen und warmen Mantel. Jeder gönnt dem Mann, dessen Dienst sich auf der Straße vollzieht, diesen Äälteschutz Aber man fragt sich, od denn die Oeffentlichkeit nicht auch die„Angestellten" schützen müßte! Wenn alles richtig rationiert und verteilt würde, gäbe es zweifellos kein Anstellen, also haben die für die Verteilung Verantwortlichen auch die Opfer ihrer Mißerfolge zu schützen. Darum Magistrate und ttriegSernährungbamt. heraus mit dicken Mänteln und Koksöfen für die in Eis und Schnee Siebenden! Und nickt erst erwägen, bis— der Himmel, der ihn gesendet, den Dreck. der Himmel, er tout ibn au» wieder weg! Eine Erhöhung der Kohlenpreise. Der verband der©nlinet Kpbleugroßhandler hat sowohl die Rt»t- als die Ti anSportpreis« iür Breirnmoteiial erhöht, und zwar isir 100 Glück Brite tt« ob Lager um 10 Pf. irei Haus um 25 P'.: kür Kohlen zu gewerblichen Zwecken tritt ein Traneport- zu'chlag von SS Ps. pro Zentner ein. Für Briketts beirSgi die Ber- rruerimg od Sager l M..'rei Haue 2.50 M. Di« Verteuerung wird begiündet mit erböhien Ausgaben für Transport und mtt einer er- höhten Lohnzablung an Arbeiter und Fubrlems. Dir neuen Richtpreise iür Hausbrandzwecke sind: Ab Lager: Ilie Kaiser Krone Vulkan M. M. M. M. ,00 Siück... 1.50 l s5 i,<0 135 I0o0 Elück... 14,00 18,50 13,00 12.50 Frei HauS: 100 Stück... 1.85 1,80 1,75 1,70 1000 Stück... 18.00 17.50 17.00 10.50 Soweit auf den Bahnbösen Verläufe au« den aus öfsent- lichsn Ausladegleisen stehende« Waggons erfolgen, tritt eine Er» inäßigung von 25 Pf. für 100 Stück HauSbrand-Vriketts aus die festgesetzten Preise.— Für 10 Ps. sind S Stück Ilse- bezw. Kaiseroder 7 Stück Äronc- bezw. Vulkan-BrikettS zu verabfolgen. Der Großbändlerverband sagt tn seinem Anschreiben an die Händler:„Es wird uns berichtet, daß ungeachtet unserer wieder- bolten Aarnunss. die vom„Verband der Berliner Kohlen-Groß- Händler" bekauntgegebencii Richtpreise nicht zu überschreiten, in letzter Zeit wiederholt höhere Preise vom Publikum bezahlt worden sind. Auch soll bei Verläufen a u S dem Waggon ans öffentlichen Auslodegleisen hiesiger Bahnhöfe kein angemessener Preisabschlag bewillig: worden sein. Ein solcher muß aber mindestens in Höhe von 25 Pf. für den Zentner bezw. l00 Stück un Hinblick auf die ersparten Fuhrlohn- uiw Kosten eintreten. Die Behörde betrachict. wie wir nochmals betonen, die Richtpreise dcö Verbandes pls Höchstpreise nnd erblickt in deren Ueber schreitung eine Be Wucherung des Publi kums. gleichgültig ob der betreffende Händler selbst eine» Preis auficklag gefordert, oder ob er nur von dem Anerbieten der Kund- schaft, einen böberen Preis zu zahlen. Gebrauch gemacht hat." Zuwiderhaiidlungen würden, so sagt das Am'chreiben, unter Umständen empfindlich, selbst mit der Schließung des Geschäfts, von den Behörden bestraf:. Da» ist recht so! Die Großhändler haben'» freilich bequemer: sie erhöhen ihre Preise aus»legale" Weise, und so kann ihnen niemand clwaS wollen. Die Verbraucher find macht- los und müsie» zahlen. Zu oll den Röten und Entbehrungen koinml nun noch eine empfindliche Verteuerung pe» Brenn- materiass, zu einer Zeit, wo die nahezu sibirische Kälte(heute 22 Grad EelsiuS unter Null in Berlin. 20 Grad in Zehlendorf. 83 in Potsdam st zu bedeutend erhöhtem Brennstoffverbrauch zwingt, zumal da der Nahrungsmittel- und besonders der Fetlmangel den menschlichen Körper viel weniger widerstandösähig gemacht bat. Man hat den winterlichen Kohlen- und Brikettverbranch Groß-BerlinS natürlich schon vor vielen Monaten vorausgekannt und dennoch nicht vorgeiorgt. Fetzt aber müsieu die Verkehrs- und Anfuhrschwierigkeilen als Barwand zu einer neuen schweren Belastung der nichtbesitzenden Bevölkerung dienen! Sicue miuisterielle Grundsätze für die Kriegs- speisehäuser. In einem Erlaß an den Oberpräsidcntcn von Berlin und die Regierungspräsidenten bat der Minister des Fnncrn eine Reihe neuer beackienswerirr Grundsätze für die Massenspeisung durch die Ge- meinde» aufgestellt. In diesem Erlaß wird gleichfalls Wert daraul gelegt, daß alle Gemeinden, in denen bierzii ein Bedürfnis vorliegt oder im Laufe de» Winter« eintritt, baldigst Einrichtungen schaffen. die es ermögliche». daß jedermann, der da-s Bedürfnis empfindet, aus öffentlichen Speiiungen genußfertigs Speisen zu ongemesienen Preisen be-iehen kann. Die AufsichlS- be Hörde» haben zu diesem Zweck, wo ti erforderlich erscheint, die Schaffung entsprechender Einrichtungen, soweit sie noch nicht vorhanden sind, zu f o r d e r n. Bei der Regeluug dieser Ein- richtungen sind von den Gemeinden, nötigenfalls von den AufstchtS- deHörden, die ministeriellen GnindiStze zu beachten. Danach toll die SpeisenauSgobe zu den Selbsttosten, ausgenommen die ersten Einrichtungen, erfolgen. Die Berechiigung zur Inanspruchnahme der Speisung darf nicht an den Nachweis der Bedürftigkeit geknüpft werden. Der Gemeinde ist gestattet, verschiedene Artcn von Küchen einzurichten sMiltelstondSkücheii uiw), jedoch darf deren Benutzung nicht an besondere Boraussetzungen gebunden sein. Die Speisung darf nur gegen Ablieferung der Lebensmittelkarten erfolgen. Tie Anrechnung der Lebensmittel in den Gastwirtschaften muß nach den gleichen Grundsätzen wi« in der KriegS'peifung erfolgen. Für die Entscheidung der BedürfniZsioge sind kein« allgemeinen Grundsätze aufgestellt worden.__•■- Freizügigkeit vou Bottsspeisnugsteiluchmeru. Bei der Berliner BolkZspeisung wird die in den Speiseausgabe- stellen gebotene Möglichkeit, die entnommenen Speisen auch sogleich dort zu verzehren, von vielen Personen gern benutzt. Manchen wäre aber sehr damit gedient, wenn sie nicht für ihr tägliches Mittagsmahl au eine bestimmte Ausgabestelle gebunden wären. ES gibt Arbeiter und Angestellte, die tagsüber viel unterwegs find und nicht immer zur Effenszeit ihre Speisenausgabestelle erreichen können. Der bei der Bo>auSbestellung ihnen für die ganze Woche ein- gehändigte SpeisenbezugSschein macht eS jedoch unmöglich, die AuS� gabestelle nach Belieben zu wechseln. Dem Uebelstand soll, wie wir hören, abgeholfen werden durch Einführung besonderer Schein«, die eine Freizügigkeit zulasse». Ties« Speisenbezugs- scheine werden nicht für Ausgabestellen gelten, sondern nur für Küchen, weil man dort leichter auch mal einen unangemeldeten Gast beköstigen kann. Die Inhaber solcher Scheine find berechtigt zur Entnahme von Speisen auS jeder beliebigen Küche der Berliner Bolk-speisung. Das muh endlich anders werde»! Die Magen, daß bei der Berliner V o l k s s p e i s u n g man in den Ausgabestellen manchmal das Essen mit großer Verspätung erhält, hören nicht auf. Heute wird das Esten nicht pünktlich aus der ftüchs angeliefert, morgen reicht die gelieferte Menge nicht für alle gemeldeten Teilnehmer, und so geht daS fort. In der letzten Woche widerfuhr es cinci im äußersten Teil der Schönhauser Vor- stadt wohnenden Familie, daß sie ihr M i t t a g e s s e'i gar erst gegen Abend erhielt. Bei der Speisenausgabestcllc in der Ibsenstraße, wo die Mutter durch zwei Mädchen das Esten holen lasten wollte, wurde nach stundenlangem Warten der Bescheid gegeben, es sei nichts mehr da. Dem Rat der Kassiererin folgend, machten die Kinder den für sie etwa dreiviertelstündigen Weg nach der Küche in der Tresckow- straße, von wo die Speisenausga bestelle beliefert wird, und nachdem sie nochmals gewartet und dann glücklich noch Essen erhalten hatten, wanderten sie niit ihren Töpfen denselben Weg zurück nach der in der sfinnländischen Straße gelegenen Wohnung. Als sie endlich zu Haufe ankamen, war es bereits'/«S Uhr. so daß die sfamilie bald an das Abend- brot hätte denken können. Solche verdrießlichen Erfahrungen könnten wirklich die Beteiligung an der VollSspeisung ver- leiden, wenn sie nicht der Bevölkerung durch die Schwierig- ketten der RahrungSmiitelbeschaffung aufgezwungen würde. Man komme uns nicht mst dem Einwand, daß die durch den Schneefall geschaffenen BerkehrSschwieriakeiten die Speisen- anlieferung verzögern oder daß die gelieferten Mengen wegen zu„freigebiger" Bemessung der Portionen nicht reichen. Ein Hauptfehler scheint unS das zu sein, daß man zu wenig Küchen eingerichtet hat. so daß der Verkehr zwischen ihnen und den dazu gehörenden Speisenausgabrstellen sehr zeitraubend ist. Berlin hat jetzt, wenn wir recht unterrichtet sind, nur acht solche Kücken mit 62 Ausgabestellen. Wenn der Stadt keine eigenen Räume mehr zur Einrichtung neuer Küchen zur Verfügung stehen, so sollte sie eS einmal mit gemieteten Räumen versuchen.____ Eine seltsame Stadtverordnetenwahl. Unter dieser Uebeischrtfl lesen wir in bürgerlichen Blättern: Im vorigen Jahr« wurde der sozialdemokratische Redakteur Emil Sich- 'Horn im 7. Berliner Gemeindewahlbezirl der dritten Abteilung mit rund 300 Stimmen zum Stadlverordneten gewählt. Die Wahl wurde für ungüliig erklärt, weil E. nicht die Qualität eines Haue- besitzerS bciaß. Vor acht Tagen fand eine zweite Wabl statt. E.. der sich»n Scbutzbaft beftuder. reifte mit. daß er den Nießbrauch eines Hauie» erworben habe. Bei dieser zweiten Wabl erhielt E. 170 gültig« Stimmen, alle übrtqen haben sich zcriplitlort oder sind ungüftig. Ein Gegenkandidat war nickt ausgestellt. Nunmehr stellt sick her- auS. daß E. gar nicht einmal Nutznießer eines Hauses in Berlin ist. Er soll vielmehr nur Nutznießer des Begräbnisplatzes der Freireligiöse«'Gemeinde in Berlin sein, deren entei: Vorsitzender der Abgeordnete Adolf Hoffmann �Berlin) ist. Aber auch dies trifft, wie eine Korrespondenz meldet, nichl zu. Im Grundbuch ist ein Nedakleur Ernst Eichhorn(Berlin) als Nutznießer de» freireligiösen Begräbnisplatzes an der Pappelalle« kürzlich eingetragen, gewählt ist aber Emil Eichborn. Der Stadtverordnetenversammlung wird nun vermutlich nichts anderes übrig bleiben, als zum Zwesten Mal« diese Wahl für ungültig zu erklären. Die„Stärke" der ArbeitZgemeinschastler» liegt bekanntlich auf dem Gebiet« der Doklriu und der ganz hohen Politil. Dabei vermöge« die Lenichen nicht mal einer so einsacken Sache wie der Ordnung einer Stadwerordnetenkandidatur Herr zu werden. Ter Brandeuburziiöie ProvinzialauSschuß hielt am lt. Februar eine Sitzung ab, die hauptsächlich der Einzelberatung des Haus- haltSplanes für die Hauptverwaltung und die Anstaltsverwaltungen gewidmet war. Der Zuschlag von 14 Proz. a» Provinzialsteuern wurde beibehalten. In einer Vorlage an den Provinzrallandtag wird die Abzweigung von 500 000 M. aus den Mitteln der Kriegs- Hilfskasse zur unmittelbaren Hergäbe von Darlehen an de- dürftige Schiffer beantragt werden. Zur Hebung der Säuglingsfürsorge wurde die Hälfte der durch eine« ForibÄdungslahrgong für Hebammen im Äuguste.Vikwria-Krmickeu- haus in Charlot.enburg erwachsenden Kosten übernommen. Auch stimmte der ProvinzialauSschuß bei der andauernden Steigerung der Zahl der F ü r s o r g e z ö g l i n g e der Einrichtung von kio neuen Plätzen tn der Brandenburgischen Schul- und ErziehungS- anstalt in Strausberg zu. Abholung von Postpaleteu. Nachdem die Palet annähme wiederholt für mehrere Tage eingestellt worden ist, fängt die Oberpostdirektion jetzt an, mich die Paket be sie l l u n g einzu- schränken. Vom heutigen Dienstag an werden im L- und dl l B e z i r k Berlins Einschreibe- und getvöhnliche Paket« bis auf weiteres nicht bestellt. Die Sendungen werden beim Paketpostamt in der Oranienburger Str. 70/70 zur Abholung durch die Empfänger bereitgestellt. Dies« werben vom Vorliegen der Sendungen durch Zustellung der Paketkarten bei der Briesbe- stellung benachrichtigt. Aus seder Paketkarte wird ein Hinweis. zettel befestigt, durch den der Einpfänger zur Abholung beim Paket- amt aufgefordert wird. Leine Emschrribepiikete«ehr. Von morgen. 7. Februar, ist die Einschreibung von Privat Paketen bis aus weiteres ausgeschlossen. Pakete au Kriegs- und bürgerliche Gefangene in England, Poriugal und deren Besitzungen sind wegen der Llörung der Post- Verbindungen zwischen Holland und England bis auf wcstereS von der Annahme bei den Postanstalten ausgeschlossen. Tie Annahme von Eilftückgut und Frachissückgut aus den Berliner Bahnhöfen und Ringbahnstatioiien»ach den DireklionSbezirken Halle, Magdeburg, Hannover und darüber hinaus ist am 6. und 7. b. M.. also heute und morgen mit Ausnahme der nach der Sp-rrliste zugelassenen Güter, nicht angängig. Ti« Persteigerungeu der Königliche« Lechämter haben be- gönnen. Zum Berkauf gelangen die Pfänder auS den Monate» Juli, August. September 1015. Nach dem Gesetz dürfen Web-, Wirk- und Strickware» sowie Erzeugnisse auS ihnen nicht versteigert. sondern müssen der ReuliSbekleidungöstelle überwiesen werden. Im Interesse der Pfandgeber liegt es. ihre Pfänder be- zeichnete! Art— also auch Kleidungsstücke und Wäsche— einzulösen, oder durch Zahlung der Zinsen das Darlehn zu verlängern. Achtet aus dir eingelagerte» Kartoffeln? Jnsolge des stallen Frostes konnte in den legien Tagen wiederholt die Beobacklung ge- macht werden, daß Keller und AufbewahrungSstäiten iür Kartoffeln. die b«i normaler Witterung genügend Sckutz gegen Frostgefahr bieten, sich als nicht frostfrei erwiesen. Für die dort laaernden Kartoffelvorräte liegt die Gefahr des Verderben» vor. ES wäre da- her wünschenswert, entweder den Kartoffeln einen bessere» Play zu geben, oder sie so zuzudecken, daß sie der Einwirkung de- Frostes nicht erliegen. Wo bleiben die Fisch«? Ueberall sind die fischreichen Seen mit GiS bedeckt, wodurch dos sogenannte EiSfischen sehr erleichtert wird. Trotzdem werden nirgends Anstalten getroffen, die Bevölkerung init Fischen zu versehen. In der Mark gibt es eine Menge großer Seen, zu diesen zählen u. a. auch der Wandlitz-, Rohmer- mtd Liepnitzsee, die seit Kriegsbeginn nicht einmal gründlich abgefischt worden sind. Tauscupc von Zentnern Fische konnten heute noch gewonnen werben. In den Berliner Markthallen werden Preise für Fische bezahlt, die märchenhaft anmute». Sollte es an Bei.ufs- fischern fehlen, dann sind unter den Gefangenen genügend zu finden. Bratheringe in Schmieröl sind die neueste Delikatesse, die von gewisseuloseu Jischkonservenfabrikanten auf den Markt gebracht wird. In Hamburg wurden Mineralöle(Schmieröle) schon früher zum Bestreichen von Brot in Bäckereien benutzt und dadurch natürlich Gesundheitöschädigungeil nach dem Genuß dieses BrotcS hervorarrufeii. Selbstverständlich ist auch die Berivendung von Mineralölen bei der Herstellung von Fischkonserven als eine Verfälschung zu bezeichnen. Die Ungenießbarkeit der Schmier- öle, die ekelerregende Beschaffenheit der damit gebratenen Heringe und die völlige Nnverdaulichkeit solcher Ware muß Erkrantungen hervorrufen. Beim Einkauf von Bratberingen sollte man sich daher in allen Fällen vom Vertäufer die Konservendosen vorher öffnen lassen und den Inhalt auf seine Genießbarkeit prüfen. Dir Feuerwehr hat unier der Eiiuvirkuiig der großeil Kalle besonders zu leiden. Bei den Löscharbeiten friere» nicht nur die Schläuche ein. sondern auch die Motoren von den Spritzen und die Verschlüsse der Hydranten. Bei einigen Bränden konnten die Hy- dranten nicht sofort benutzt werden, well sie mit hohem Schnee bedeckt waren. Montag früh stand das Atelier des Kunstmalers M. Wiztzer, Lützowst?aßc SS. in Flammen. Ties« hatte» auck den Dackstulss des Borderhauses ergriffen und die Hausbewohner vollständig überrascht. Die Feuerwehr mußt« gleich mit mehreren Schlauchleitungen über Masch tnenleitern und Trevpsn vorgehen. Erst nach aNgestrenat« Tätigkeit gelang e». den Brand aus den Dackstuhl und da» Maleratelier zu beschränken. Gleichzeitig hatte die Feuerwehr einen Dachstublbrand in der Frankfurter Allee 44 zu löschen. Dort stand da» Dachgeschoß bei Ankunft der ersten Löschzuge schpn in halber Ausdehnung in Flammen. Auch hier war die Löschung de: Flammen durch die bittere Kälte erschwert. Hhdranten und Pumpen vereisten schnell und mußten aufgetaut werden.— Die Berliner Feuerwehr hatte bis Montag schon ISOmal Alarm In diesem Monat zu verzeichnen, fast so viel wie in einem ganzen Sommermonat. Schleichhandel. Im Wessen der S adt erwischten Pollielbeamte einen Kut'cher. der vier Sack Mehl»nd einen Zeittner E>b!en ge- laden hatte, beim Schleichhandel. Die Ermineliinaeii ergaben, daß der Kutscher die Fuhren in, Autirag« zweier Händler M. und R. au» der Provinz besorgte. Sie wohnten hier in einem Pensionat, wußten sich Mehl, Erbsen, Grieß, Reis und vielleicht auch noch andere Sack«» zu beschaffen und berftmften sie unier der Hand an Privaileute zu hoben Preisen. Als Abnehmer wurden. mehrere Herren au» dem Westen ermittelt, darunter ein Bankier. Bei diesem fand man noch awei Eäcke Mehl und gröhere Mengen Grieß. Reis und Erbi'en, bei einem anderen eine ungefähr gleilbe Menge. Die Schleichhändler wurden verhaftet und ein Straf- Verfahren gegen sie und ihre Abnehmer eingeleitet. .ßu der Verhaftung von fünf WarcnhauSdiebinnen erfahren wir weiter: Die ssrauen kamen aus Linden bei Hannover nach Berlin. Den grostcn Reisekorb, in dem sie die Beule wegschaffen wollten, lausten sie in demselben Warenhaus, in dem sie ertappt tourden. Abwechselnd mufften einige der Frauen die Diebstähle ausführen. Eine von ihnen trug die Beute nach dem Bierlokal, wo die Stoffe in dem Korb verschwanden. Man fand bei den Verhafteten für 1100 M. Seidenstoffe. Eine IKköpfige Einbrechcrbande ist durch die Charlottenburger Kriminalpolizei unschädlich gemacht worden. Das Haupt der Bande ist ein gewisser Friedrich Maro», der in Verbrccherkreiscn da» Spitznamen„Mützenbäcker" führt. Siebzehn Einbrüche konnten den Festgenommenen bisher nachgewiesen werden, doch unterliegt es keinem Zweifel, daß noch eine ganze Anzahl von Straftaten auf das Konto der Verhafteten zu setzen ist. Auch ein Teil der Beute konnte ermittelt werden. Alle Genossinnen und Genösset-, die sich nicht ctufferhalfi derl WettevauSffchteu für»a? mittler« Rorddeuttchlau» bis Gesamtpartei stellen und die ihrer alten sozialdemokratischen Partei Mittwoch mittag. Trockenes, vorwiegend heiteres Frofiwetter. nur im die Treue bewahren wollen, werden hiermit dringend ersucht, ihre Östlichen Klistengebiet an-angs noch stärker bewöllt und stellenweise etwas fius öen Gemeinöen. Starker Andrang zur Majseilspeisung in Charlottenburg. Charlotlenburg ist der Andrang zu den Speisestellen der städtischen Massenipeil'ung so stark gestiegeti, daff eine richtige Abfertigung der Teilnehmer nicht mehr möglich ist. Die Eröffnung der neuen Speiscausgabestellen bat sich verzögert. Der Magistrat Charlotten bürg hat sich daher genötigt gesehen, Meldungen von neuen Teil nehmern für etwa eine Woche nicht mehr anzunehmen. Die neuen Ausgäbestellen weiden aber voraussichtlich schon im Laufe dieser Woche eröffnet werden. LrbrnSmittelabgahe in?ieukölln. «>,1 Für diejenigen Einwohner. welche bisher nicht in der Lage waren, die ihnen durch Bekannt machung des Magistrats zugesicherten Waren einzukaufen und infolge� dessen noch im Besitze der HauShaliungSkanen-Abschniite A bis D sind, sind an nachgenannte Geschäfte Bohnen. Nudeln, Grieff und Graupen bezw. Grütze ausgegeben worden: Richard Heinrick, Berg straffe Hl. Hermannplatz 4. Hermannstr. 59/60; Otto Wienecke, Bergsir. 16/17. Hobenzollernplotz 5; Fritz Brosius, Bcrgstr. 67, Hetriurlbsir. 3. Richardsir. 63; Hermann Schwadtke, Elbestr. 39. Die Geschäfte geben von Dienstag, dxn 6. Februar v.J.. die Waren an die Inhaber der vorbezeichneten Kartcnabschiiiite ab. Es wäre dringend notwendig gewesen, auch gleichzeitig die Geschäfte bekannt- zugeben, in denen die Einwohner die ihnen' zugesprochene Marme- lade erhalten können. Ter Unwille über diese gänzlich verfehlte Verteilung ist so groh, daff es wünschenswert ist, so schnell als möglich mit diesem System zu brechen. Keine Einkommeusteuererhöhung für Schöneberg. Der Magistrat hat jetzt den Boranschlag für den neuen Haushaltsplan ausgelegt. der mit 24 087000 M. in Einnahme und Ausgabe abichliefft. Der Einkominonsteuerzüschlag von 170 Proz. soll beibebalten, dagegen eine Erhöhung der Hundesteuer durchgeführt werden. Nach dem Vor onschlag soll in Zukunft der erste Hund anstatt bisher 80 M. 60 M. und der zweite anstatt 30 M. 80 M. Steuern kosten. Die Erhöhung der Steuer soll die Abschaffung der Hunde bewirken, da« mit nicht die den Menschen zustehende» Nahrungsmittel durch Fütw- rung der Hunds vermindert werden. LebenSmittelnächrichten an» SchSneierg. Neben Mehl. Grieff und Graupe» gibt auch der Magistrat von Schöneberg in der Zeit vom 6. btS IS. Februar eine besondere Zulage von st�Pfuffd Zucker. Die Verteilung erfolgt apf Abschnitt Nr. 67 der Ledensmiltelkarte bei den Schöneberger gucket Händler» auf Gründ der Kundenlisten. Sozialdemokratische Lkbensmitteliitterpcllatiou in Steglitz. Die mangelhafte Lebensmittelversorgung hat in der Biirgeischaft eine sehr gereizte Stimmung gegen die Gemeindeverwaltung hervor- gerusen. der man de» gröhteii Teil der Schuld an diesen unHalt- - baren Zujianden zuschiebt. Das ist sehr begreiflich angesichts der Taliache. daff seit ungefähr sechs Wochen keine Gemeindvertreler» Sitzung stattgefunden bat und auch der LebensmiltelauZichuff fast ebenso lange nicht einberufen wurde. Dieses geradezu unbegreif- liche Berhalien Hot die sozialdemokratischen Berireler veranlafft, den Gemeindevorsteher zu ersuchen, auf die Tagesordnung der für Frei- tag, 9. Februar, in Aussicht genommenen Gemeindevertrelersitzung folgende Anfrage zu setzen: .Was gedenkt die Gemeindeverwaltung zu tun, um die jetzt völlig ungenügende Ernährung der Bevölkerung ausreichender zu gestalten Die Sitzung beginnt abends 6 Uhr, jedes Gemerndemitglied kann als Zuhörer daran teilnehmen. Lebensmittelversorgung in Weißensee. Auf Abschnitt 4 der Eier- karte wird je ein Ei zum Preise von 32 Pi. abgegeben, aufferdem gebrauchsfertig gemischter«affee das halbe Psuiid für 90 Pf.; durch die Kleinhändler wird auf die beiden Abschnitte 4t o der Kartoffel- karte je'/« Pfund Kunsthonig abgegeben. Poukowrr LebenSmittrlnochrichten. In dieser Woche dürfen auf die Kartoffelkarte dreiPfund Kartoffeln entnommen werden. Di« Abschnitte 41» und 41s düifen bis auf weiteres nicht(auch nicht in Spciie- und Schanlwirlschafien) abgetrennt werden. Bei Teilnahme an der Speisung in den Kn-gsküchen oder in Kantinen gewerblicher Betriebe sind auf die Woche für ganze Pottionen 4, iür halbe 2 Abschnitte abzutrennen.— Zum Ausgleich der geringe» Kartoffelralion werben vom Dienstag ab auf Abschnitt 67 der- Lebensmittelkarte 200 Gramm Weizenmehl in den Klein- handlungSgeschäften verabiolgt. Ein Anstellen vor diesen Geschäften ist wegen ausreichenden MehlvorraiS unnötig.— Auf Abschnitt 66 der Lebensmittelkarte werden in dieser Woche vier Pfund Kohlrüben verabfolgt. Gemriudewahlcrgrbni» in Britz. Die am Sonntag stattgesundene Gemeiudewahl der 3. Abteilung endete mit dem Ergebnis, daff der Genosse Buten schön mit 45 Stimmen ohne Gegenkandtdalen ge- wählt wurde. Die der SpartakuSorganisation angehörenden Wähler hatten sich mit einem Plakat vor dein Wahllokal aufgepflanzt, auf dem folgendes zu lesen stand:.Nicht wählen, wir haben keinen Kandidaten!" Dieser freundlichen Aufforderung folgten 2 Wähler. WahlvercinSgründung in Spandau. Am 4. Februar wurde in einer Besprechung von aus dein Boden der Mehrheit stehenden Genoflen einstimmig die G-ündung eines, dem„Sozialdemokratischen Wohlverein für den Wahlkrers Potsbam-Ost-bavelland" und der Gesamipartei angeschlossenen Ortsvereins siirSpandau beschlossen. In den Ortsvorsianb wurden folgende Genossen gewählt: Willi Iahnte, 1. Vorsitzender; Karl Lmz, 2. Borsitzenber; Max?lahnke, 1. Kassierer; Wilh. Bock, Schriftführer; Beisitzer: Robert Rabe und Genoisi» Nppoldt. Als. Revisoren die Genossen Pieck. Krause und Bohle. Weiter wurde beschlossen, im Interesse der Einhaltung des Burg- friedenS-im dritten Kommunalwahlbezirk bei der Erlotzwabl iür den ausgeschiedenen Stadtverordneten Kirch keinen eigenen' Kaudi- baten aufzustellen. ,> An die Parteigenossen in Spandau. Durch die Verhältnisse und Treibereten in der Partei gezwungen, haben die auf dem Baven deS MrhrheitSprntzipS stehenden und der alten sozialdemokrali'chcn Pattei ireubleibendcn Genossinnen und Genossen die Gründung »ineS WahlvereinS für Spandau vollzogen. Nur unser Verein gehört der sozialdcmotrati'chen Partei Deutschlands an. Wir sind weiter der Bczirksorganisation der Provinz Brandenburg angeschlossen und gehören dem„Sozial-. demokratischen Wahlverein für den Wahlkreis Polsdam-Osthavelland' als Ortsverein an.< Anmeldung baldmöglichst zu vollziehen. Die Genossen Willi Jahnle. Weiffenburger Str. 16». II. Wilh. Pieper. Pichelsdorfer Straffe 11� Karl Linz. Waldstr. 4. Max Jahnle, Streitstr. 26. II. und Emil Stahl, Marichallstr. 10. III. nehmen federzeit Anmeldungen entgeaen. Alle geschäfllichei, Angelegenheiten für den Wahlverein Spandau sind nunmehr nur noch mit dem Boisitzenden Willi Iah nke Weiffenburger Str. 16». alle Beitragsleistungeit. Kassierer angelegenheiren uiw. mit dem Kassierer: Max J�hnke, Streit straffe 25. II. zu erledigen. Alle bei anderen Personen noch gezahlte ir Bei träge sind nicht mehr als für die Gesamtparte geleistet zu betrachten und dienen zum Zwecke von Sonderorganisationen. Wir ersuchen daher nochmals die auf unserem Boden stehenden Parteigenossen, baldmöglichst ihre An- b-zw. Neumeldimg vornehmen zu wollen. Ter Vorstand des WahlvereinS Spandau. Aotkstümliche Borträge in Schöneberg. Im.Schwarzen Adler" in Schöneberg, Hauptstr. 144, tr erden im Februar und März drei Bolksabcnde veranstaltet, um in allgemeinveiständlicher Sei je und unter Borführung von Sichtbildern einen Ueberblick zu geben über die Wirtschaits- und Finanzlage Deutschlands. Sin Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Der Beginn ist aus s Uhr und der Schluß aus etwa',',10 Uhr festgesetzt. De: erste Abend. Mittwoch, den 7. Februar, wird eingeleitet durch zwei Gesangs oorträge emes Schülerchors Daraus wird Oberbärgermeister DominicuS in großen Zügen aussübren, was diese neuen Bolkjabende wollen. Dann wird der Direktor der ßommcniuSschuIe. Herr Pros. Dr. Stoewer, mit Lichtbildern daS Thema behandeln:.Die SirOchaitSkrüste Deutschlands als volle Sicherheit stir unsere Kriegsanleihen". Soziales. Znr Not der Nentenempfänger? Schwer lastet die Rot der Zeit auf den Rentenempfängern. Noch laufen Unfallrenten aus den achtziger Jahren mit ihren geringen Verdiensten. Die Invalidenrenten sind an sich schon so gering, daff die Bezieher schon in Fliedenszeiten hart an der Grenze der öffent- lichen SrmenunlerstützungSbedürftigkeit standen. In vielen Fällen war trotz der Invalidenrente diese Bedüiftigkeit schon gegeben. Für sie alle ist die Teuerung ein weiterer Moment de§ HerabfinkenS in tiefere Armut. Nun lastet auch noch die Kälte der letzten Wochen auf diesen Personen. Woher daS Geld für die Kohlen nehmend Die ArmenunterstützungSsätze erreiche» heule bei weitem nicht mehr zur Fristung des notdüritigsten Lebensunterhaltes. Sind sie doch nach den Verhältnissen des Friedens bemessen worden. Für die von der Armenunlerftützung erfahten Kreise der Bevölkerung ist dringende Hilfe notwendig. Sie wird von den Gemeinden kommen müssen. Einmol durch Erhöhung der Unterstützungssätze und zum andern durch eine viel weiter gehende Gewährung von FeuerunoS- Materialien, als sie bisher üblich war. Der engherzig« siskalitch« Standpunkt, der noch immer io mancheArmenverwoliung beherrscht, wird weitherzigerem Handeln Platz machen müssen. Darauf i» den Ge meindeparlomenten hinzuweisen, ist eine dringliche Aufgabe unserer Genossen. DaS Reich hat durch eine allerdings zu geringe Erhöhung der FamilienunterstützungSsätze die Notlage in der minderbemittelten Bevötlerung anerkannt. Wie viel mehr muff sie anerkannt werden bei denen, die ohne die öffentliche Unterstützung nicht auskommen können, oder die an der Grenze dieser Bedürftigkeit stehen. Sowett eS sich hier um Jnvalidenrentenempfäiiger handelt, würden die Träger der Invalidenversicherung gemäß ff 1274 RVO. eingreifen müssen. Hier handelt«S sich um Mahnahmen zur Hebung der gesund- heitlichen Verhältnisse der versicherungspflichtigen Bevölkerung, die durch die Zettlage nicht nur gerechtfertigt, sondern dringend geböten find. Eventuell muff hier der Reichstag in fe ner nächsten Tagung eingreifru. Und das wird er auch bei den Unfallrenten- empfängern, bek tzcnen die Rente nach einem Mahe be- rechnet ist. der den heutigen OrtSlobnsätzcn nicht entspricht, tun müssen. Die dadurch bedingten Mehrausgaben könnten zunächst auf den Reservefonds der Berufs- genossenschaften übernommen und die endgültige Tragung der Last päterer Entscheidung vorbehalten werden. Nur muff etwas ge- scheben für die Rentenempfänger. Unser soziale» Gewissen erheischt es dringend._ AuS de« dänische» Geuoffenschafte». DaS Zentralorgan der dänischen Genossenschaften„Andels- bladet" gibt folgende Umsatzzahlen für daS letzte Geschäftsjahr 1915/16 bekannt: Kronen Landwirtschaftliche EinkaufSgenoffenichaftei,... 118 80p000 Produktiv- und Absatzgenossen- schafien.............. 641 900 000 Kon'umgenossensckasten 125000000 Andere Genossenschaften.......... 4 400 000 890 100000 Im Fahre 1914/13 betrug der Umsatz 711100 000 Kronen, so daff eine Steigerung um nicht weniger al« 179 000000 Kronen zu verzeichnen ist. Nicht eingerechnet sind folgende Umsätze: ButterauSsuhrgenossenschasten....... Dänische Bacon-Gesellschast........ GroffeinkaufSgesellschaft dänischer Konsumvereine WareneinkaufSgenossenschast für Ringkjöbing-Smt Kronen 78 700 000 38 500 000 71 500 000 3 900 000 192 600 000 Hier beträgt der Zuwachs 35 100000 Kronen. Ferner hatten noch die landwutichastlich« Saatgulbe'chaffungSgenossenschait 2 200 000 Kronen und die ViehauSfubrvereine rund 20 000000 Kronen Umsatz. während der Umsatz der GenoflenschoflSbonk rund 21/s Milliarden Kronen betrug.__ parteiveranftaltungen. ebruar, abends 8>/, Uhr, bei det eine Versammlung der treu statt. Um rege Vetetlizong bittet Lichtenberg. Mittwoch, 7. Pfassenböser. SlSmar-Platz 1, zur Äesomtpartei ftehmden Genossen A. Kleemamr, GrvpbiuSstr. 13. Karlsharft. Dienstag,«. Februar, abends S'/, Uhr,!m Lolal von Poser. DSnhossftr. S, findet eine Bersammlung der treu zur Ge-anitpartet flehenden Parteigenossen statt. Um rege Beteiligung bittet P. Dupont. Pankow, Niederschönhanse«. Vnchholz. Am M i t t w o ch, den 7. Februar, abends S',', Uhr, findet bei Reibe(trüber Liedemtt). N> e d e r s chönbausen. Am Kiichplotz. eine wichtige Beiprechimg aller treu zur Gesamipartei stehenden Genossinnen und Genossen statt. Um regen Besuch bittet Max Bieth, Niederfchönhausen, Treskowstr. 52. FrrderSdorf-Petershage«. M, t I io o ch. 7. Februar, abends S Ubr, bei Kirchner in Fredersdorf, am Bahnhof, Zusammenkunft aller BorwärtS-'-Leier des Bezirks zweck» AuSspiache über die Parteiiiluation und die Zugehörigkeit zur Sozialdemokratischen Partei cullchlllnds. H. Kreuer, Fredersdorf(Ofibahn), P.'atanenstraß«. Schnee. Jugenüveranstaltungen. Tie Konferenz der Jugendausschüsse be» Kreiies Teltow- BeeSkow findet nunmebr benimmt om Sonntaag, IS. Februar, vormittags S Uhr. im SitzungSz rnmer der Arbeiter-Bildm'g-Ichule. Ltnden- straße S. statt. Sin anderes Datum kommt nicht in Betracht. DI« Funktionär« werden gebeten, sich dielen Tag freizuhalten. Freie Tnroerschaft Schönbolz(Mitglied des Arbeit er-Turnerbund-S). Mittwoch, 7. Februar: Tururtund« in der T ur»Halle d e r 4. G e- meinde schule, am Houlottervlatz. t* Turnzeit von jetzt ab jeden Mittwoch, abends S— 10 Uhr. Allzu früh und sern von der Heimat und seinen Lieben starb den Heldentot iür» Vaterland am 20. Januar 1017 an Bauchschuß mein über alle» geliebter Mann und Pater seiner Kinder, uMer'lieber Bruder. Schwager und Schwiegersohn, der Land- sturmmann Karl Korzinsky im blühenden Me: von 36 Jahren Dies zeigen tietbetrübt an Ufa' Gliiabetb Korzinsky geb. Bielawcu als Gattin nebst Kindern. Albert Pasewald als Binder nebst Frau. Witwe Ida Prensi als Schwester nebst Kindern. Joseph Pielawen als Schwager, zurzeit Garnison. BOitwe Bielawctz als Schwiegermutter. Witwe Glla Schmück geb. Bielawev als Schwägerin nebst Kindern. Du gingst von uns niit schwerem Herzen— Und hofftest auf ein Wicderieh'n:— Ach. eS bluten unsre Herzen,— Daß dieses nicht»zehr kann geschehen. Kenn die Glocken den Frieden verkünden,— Und sich dir Streiter zur Heimat einfinden,— Dann bricht uns von neuem das Herz entzwei,— Den» unser Liebstes ist nicht dabei?l So schlaf denn Wohl, geliebter Mann und Vater.— Ki: denken Dein mir Schmerzen,— Die Kugel, die Dich zu Tode traf,— Die traf auch unsre Herzen. Ruhe santt in Feindesland.' Deutscher Transportartelter-ferhaiiil. Seelrksverwaitniitz Grtt-Beriin. Ten Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Hausdiener Leonhard Strunk von der Finna Voletti, Wuster baufener Straße, am t. Februar im Alter von 64 Jahren oer- florben ist. Ehre seinem Andenke«: Di« Einäscherung findet beute Dienstag, den 6. Februar, nach- mittags 4 Uhr, im Krematorurm Treptow. Kiesbolzstraße, statt. Um rege Beteittgung wird ersucht. Xachrnf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unier Kollege, der Hausdiener »ermann Koehinski am 29. Januar im Alter vo 38 Jahren verstorben ist. Den Mitglied er» ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Sermann Simon von der Firma Lunttz, Ritler- straße. am t Februar im Atter von 47 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! 0!« Bazirksverwaltuni. SezIiidefflokratlseherVshlYereiii Treptev-Eiufflseinileiiveg. Den Genosten zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Genosse Leonhard Strunk BeHringswatze 48, im Aller von 64 Jahren verstorben ist. Ghrr seinem Andenken! Di- Einäscherung findet hrnte Dienstag, den 6. Februar, nach- mittags 4 Ubr, im Krematorium Baumschulenweg. Kiesbolzstrage, statt. kBahnstat. Baumschulenwez). Um zahlreiche Beteiligung ersucht 198/19 Der Vorstand. Ms Opfer des Weltkrieges starb am 25. Januar durch Brustschutz mein mmg geliebter Mann, der weusorgende Vater seines einzigen Kind-S-,-ISl Franz Galzke im Alter von SS Jahren. Ties zeigt im tiefsten Schmerze an im Namen allerHinterSIiebenen Helene Gaizke geb. Selm arn liebst Tochter Hildchen. Mein ganzes Glück ist nun dabin. Dem Troll, wenn ich verlassen bin, Dein Mitleid, wenn ich leide. Mir sehtt des Gatten treue Hand. Mir sedll daS Herz. daS mich verstand. Mir sehtt deS Lebens Freude. Klnmrn- und Üriimliiudtrei MN Robert Meyer,' Jnh.: P. Qolletn Mariannenstr. S. Tel. Mtzf. 10 W3 Königliche Ei>endahndlr«ltton. — 33. S 5.— Hall« fSaale),'dcn 3. Februar 19 i 7. Bon Montag, den ä. Februar d. I. ab talleu die Schnellzüge: v 4» München—).'Setffenfe»»— Halle(an 6.2S, ab 6.33), Biiter- irld(an 6,58. ab 7.0(y— Lucken- wwde(ab 8.13)— Berlin Lnh. Bahilboi(8.J8)» und 14 50 Berlin Anh. Babnbof. (ab 8.24 abds.)— Jüterbog(an 9.27, ab 9.2« abds.)— Hall«(an 11.02. ad 11.07 abds.) SerßenselS(— München) fort. � 260-9 Sagerbier Ei'satz. ist• Meius-Gold, Schauia u. Färbe' wie Lagerbier. Malzbier Ersatz ist Metus- Caramel vollmiLndie, süffig-, nahrhaft und wohlsehmeckend. Beid Geträntesicd ffes. geschürt, werden unt. Garanne weder trübe nach sauer Older-Trank. Aptelgetränk». Apparat. Bienmtersetzer auf Wunsch grat. Versand auch nach außerhalb nicht tui t er 5 Liter. Man verl. Gcbraucbsanweiaunit•' Hermann Führer, Berlin, narailianntr. 21. Fernspr. KSnigstadt 2949. GllShpunsch Liter 2,00 M. 1 Teil Punsch. 2 Teile sieden aes Wasser ergeben ein herrliche- Getränk. BiUiger als Bier, Kaffee. Tee hW. Bin Glas Warmes- steUt sich auf 5 PL da« heKtP tÄKllche Getränk in jedem Hansbalt Es wird höfl. gebeten, mSx- liehst Flaschen oder Gefäße zum Abfüllen mitzubringen. H. Krötner« Berfia st, Oranienburger Str. 66 2. Terkaufs stelle: Ralnickendnrfer 8tr«6e<09. O Haben Sie Fotaliver�ii? empfehle nach Maß paüen! earbeitete StOtreinlagsii fowi« lni<*hbanda|gen aller Art. Leibbinden. Stützkorsetts usw.. Zlrkiker zur Gesundheils- u Kranlenpfiege.* Pollmann, AaadaglS, Berlin N, Lothringer Str. 60, LieferaBt(iir Kraukeiikaeeeii. Spezialarzt Dr. med. WoeUenfnC, Friedrlchstr. 125•(Cranienb. Tori, fllr Syphilis. Harn- u rraaenlsiöen— Ehrlteh'Hata-Hur(Bauer 12 Tage*, Biotontersuchung. Sehnelle, sichere sehmerzlese Heilang ohne Beruts- 225/ IS'- stSrung. Ttllrahlong. bprechetnnden 11—1 und 6—9. Ungeahnte Erwerbs-- NOgllchkelfen rreifeod« Andenxng unstres gesamten Wirtschaftslebens, ein gewaltiger Aaf- schwang unserer Indusbte u. des Han- Metel die»Jehste IckenJt Eine Cef- ! An w WWWF-vWWWW dels steht bevor, end es«erden überall geschulte Krähe gesucht tetn..Angehörige technUchet Berufe a. Handwerker Jollen nicht verslumen. Ihr« Kenntnlsie and Fcrtijkellea de» ko.-nmtnden Zelt aneuptsien. am teil- »unehaien an dan virtachaflllchen Erfolgen, die BatufMnit#' da« Ergebfii« de« gewaltire.i Ringena bei» mfitaeu. Dae betta Mittel; eaaeh and grSadllclt, ohne Lehrer, durch elttachea Selber- anterriihl eine grfindlitiie AashUdurg in technischen Wissenachaftea tu et- «erbac, sind die techniachen Selbat- iir.terrichtswerke„Syst.uaroack. RactateK". SO S. atarko Bro achfirc koatenlos. Bcmncss S Hachleld, Potsdam. posttie» ist Spezial-Jlrzt Dr. med. Hanehe. Friedrichstr. 90 BetzandL von hyphilis. Haut-, Harn tzraaealeld spez chron Fälle. Ehrlich-Hata-Kuren, ichmerz- lose, lürzeste Behandlung obne Be- rilsSstSrung. Blutuntersuchung. Maß. Preise. Teilzablung. Sprechstunden 10— 1 und 5—8, Sonnt. 11— 1. 3 nFreien Stunden. Roman« und Erzählungen sür das arbeitende Volk Pro Heft ISPs. Buchhandlung Vorwärts, Berlin EW. SS, Lindenstratz« 1 Nr. 36.- 1917. Unterhaltungsblatt ües vorwärts Sleltsitß,6.kebMl»k. Europas nieöeigste Temperaturen. D e U t s ch l a n ö s„Kältepol". Ti.« zahlreichen»nlden Winker der lehkcn Jahre haben uns so verwöhnt, tax uns der strenge Frost dieser Tage schon säst abnorm erscheint. Doch das ist. von einigen KuZnaknnen abgesehen, durch- ouZ nicht der Fall; auf 10 bis 15 Grad unter Null müssen wir. in unserem an sich durchaus noch gemäßigten Wimer immer gefaßt fein.£iie_ genannten Au-Znahmen. haben diese. Grenze sreilich wesentlich überschritten: so war cS während der vergangenen Woche in Thüringen außerordentlich kalt, und Erfurt halte beispielsweise zu Beginn der vierten Januarwoche 22 Grad Kalte. Ebenso kalt war es in Eardelegen, kurz darauf auch in Plauen. Tie letzte» Tage haben stellenweise sogar- noch eine weitere Verschärfung des FrvstcS im Gciolge gehabt; so brachte eS München am 20. Januar auf 25 Gkab unter Rull, und ebenso kalt war eS an diesem Tage in Marggrabowa. Dort, in Maturen, befindet man sich ohnehin in Lcutschlaiids kältester Gegend, das sarmamche Dtcppenklima. dem Rußland seine strengen Vinter verdankt, macht stch eben noch in Masiirc» mit allere Schärte geltend. Es vergeht kaum ein'Winter, in dem dort das Quecksilber nicht auf 20 bis 25 Grad Külte, ja■ sogar. noch tiefer, sinkt; weiter westlich bilden derart niedrige Temperaluren aber eine mehr oder weniger seltene Ausnahme. Eine solche Audnahnie haben Wir in Deutschland zuletzt vor genau fünf Jahren erlebt � es waren die Tage deS 4. und 5. Februar 1912, in denen als Abschluß einer vier- wöchigen Kälteperiode fast im ganzen Lande außerordentlich strenger. Frost herrschte. So sank zu Neumünster in Holstein das Tbermo- meier in der Nacht- zum 5. Februar 1912 auf 80,5 Grad EelsinS unter Null, die tiefste Temperatur, die dort je beobachtet worden ist. Gleichzeitig hatte Nenstrelitz 29, Bromberg 28, Schwerin und. Graudenz 27 Grad Kälte. In jenen Tagen bildeten sich auch in der westlichen Ostsee dicke, starke EiSmassen, in denen viele Handels- schiffe einfroren und borübergebend in schwere Seenot .gerieten. Noch lülicr als vor fünf Jahren wgr es strich- weise sin Dezember 1809 und namentlich' im Januar 1893. Uebcrbaupt muß man ziemlich weil zurückgreifen, um. die allerlältesten Tage zusammenzutragen.. jene Tage, von denen man nach hundert- bis zweihundertjührigcr Erfahrung sagen kann, daß sie die niedrigsten Temperaturen gebracht haben, die in inissreni Klima überhaupt vorkommen. So war der allerkälteite Tag. den man in Berlin jemals seit dem Jahre 1710, dem Bcgip.n rege!» mäßiger meteorologischer Auszeichnungen in der prenßiichen Hauptstadt. beobachtet hat, der 28. Dezember 1783 mit 29 Grad Celsius unter Null. Auf Grund einer zweihundertjäbrigen Ersahrung wird man asto sagen dürfen,.daß dieser Kälterekord für Berlin die med- rigste Viutertemperalur bildet, die hier möglich ist. In» deutschen Nordosten kommen uatürlrch, dem hier.stärker ausgeprägten Kontinentalklima entsprechend, noch niedrigere Tetn- veraluren vor. So beträgt z. B. daZ absolute Minimum von Königsberg i, Pr. 30 Grad unter Null. Tie alleruiedrigste Temperatur, die man tot Deutschen Reiche je beobachtet bat. wurde. am IS. Januar 1893 zu Marggrabowa mit 36'/* Grad Kälte registriert. Mm.» kann somit annehmen, daß dies io zienilich die äußerste Grenz« ist. bis zu der bei uns das Oueckstlber sinken kann. Viel tieiers Temperaturen würd« ja auch das gebräuchlich« Oueckfilöer- thermomet.er gar nicht anzuzeigen vermögen, da- die,'« gebräuchlichste Thermometerfüllung bekanntlich bei SSstz Grad Eelnu« unter Null gefriert. Jedenfalls.stellt, wie schon erwähnt, Masuren klimatisch DeUkichlonss„Sibirien", Marggrabowa sozusägeu den-„Kältepol" des Deutschen Reiches dar. Doch selbst. die-in Masuren vargekominene. abnorin gsteuge Kälte ..ist noch weit, entsexnl.. v.on den ntedrigsten T.cmper.oturen, die. in. unserem Erdteil vörlominen können und vorgekommen sind. Ruß- land hat noch, weitaus härteren Frost durchzumachen, wie ja. die Winkerkälte nhcrhoupt um so intensiver wird, je weiter man ost- lvär'.S in den eilropäisch-asialjschen Kontinent eindringt. Während z.'B. die JabreSisotherme ib. h. die Linie, die alle Orte miz gleicher Dnrch'chn.ttSjahreslemperaiur verbindet) von Null Grad in Europa das Nördkap und die Sradt Hammerseil berührt, verläuft sie in zu-. m.eist südöstlicher Richtung nach- einem Punkte der oftasiatischen Küste. der aus gleicher nördlicher Breite mit Paris liegr. Petersburg z. B. verzeichnete an feinem überhaupt kästssten Tag« SO. Moskau 43 und Archangelsk sogar 48 Grad Celsius unter Null. Selbst in Südrutzland wird es oft genug amgemsin kalt: Odesia hat trotz seiner Lage an dein die Kälte mildernden Schwarzen Meer ein ab- foluteS Minimum von—17 Grad und Tiflis von— 2SEclsiuS. IIa- geachtet der Härte des russischen Winters hält dieser nicht den wirk- lichen eurspäischen KSlterekvrd. Dieser ist vielmehr im im- bestrittenen Besitze Schwedens und beträgt 80 Grad Celsius unter Null. Eine solche wahrhaft arkltsche Kälte wurde am 13. Januar' 1893 zu Sorsele in der schwediichen Provinz Aorrland verzeichne!, und nicht viel geringer war die cmj gleichen Tage in. Aaseke. gkeichfalls in Norrluud. mit, — 50. Grad. EcifiirS registrierte Käste. Ticic Extreme find nicht' mehr allzu weit von den allernisdrigsteii-Tcmperamren entfernt, die? auf der Erde je gemessen worden sind: Sie stammen ans den: öst- j licken Sibirien, wo zu Jakutak einmal 02 und zu Wrrchojansk sogar! 70 Grad Miste beobachtet ivurdcu. Es ist das die siberhoupi! niedrigst«-emperatnr aus unseren» Planetiil und die Gegensinn! WerchojanSk bildet demgemäß den Kältepol, der Erde. Ans der i Polarregion sind so furchtbare Kältegrade nicht bekannt. DaS s Gebiet um WerchojanSk' leuva von 05 bis 70 Grad nördl. Br. und! 130—140. Grad östlicher Länge) hat eine mittlere Jon mir»■ teaiperalnr von 50 Grad unter Null. Der dort nur iechs Wowen.! donenlde Sammer. in dem Übrigens gelegentlich 25—30 Grads Wärme vorkommen,. reicht nicht aus. um den Boden völlig anjzn-! tauen; von einer gewissen Tiefe an ist dort das Erdreich ewig ge-\ svoren..• 'Rngleick günstiger als der Osten ist die westliche Hälfte Europas! daran. Paris z. B. verzeichnete an'seinen» übeihaupt kältesten Tage! —24. Grad, während cs in Madrid noch nie kälter als— 18 Grad, gewesen ist. Lissabön halte überhaupt Nitr.einmal sei! Meuschou- gedenken.1 Grad Kälte, und.auch in dem zwar viel nordlich« ge- kegencn. aber gleichfalls überaus milden Irland hat Vaiemia als! Minimalteinperoruc—4 Grad EelsiuS zu verzeichnen. Norwegen.- das unter dem Einfluß dc-Z Golfstroms sich eines l'Lc ieinr nördlich«; Lag« ganz besonders milden Klimas erstellt, eircia,! in seinen nid-: lichen LandeSteilei! de' weitem nicht so niedrige Temperaturen wie i das mitteleuropäische. Festland. So betrug das abioline Minimum! in Bergen nur—15, bei den Lost'ten. wo gerade die Golsstroin-! trist ailsläust,—11. Grad, in Chrisliania allerdings—30 Grad- Eeljilis."' i 'Auch im Bereich des Minelmeeres. ä» den Rüsten Siidspaniens und Sndiialicns. Äriecheulands pnd der Miitelmeerinieln, kommen gelcgenNich Fröste vor: sie sind aber niemals von langer Dauer und' nicht schärfer alS.'von ganz vereinzelken Anwahtnen abgesehen, unsere leichten Ncichststyste! Ein Schumann-flbenö. Robert Schumann, dem Hanpt der romanii'chen Schule, kommt in mehriachcr Hinsicht Bedeutung zu. Als literarisch ieingedildeter Musikkritiker wirkt« er reiormstoiisch indem er das Amt des»ach- liwen Bentieiler? und ksinstlerischen Pflegers dilettantischen, ge- schäsiSkundigen Händen entwand. At? miifikschöpferischer Geist über- ragte er alle seine»iststrebenden Znnstgenosici!. In der deutschen Musikperiode von Beethoven bis ans Wagner nimmt er eine Mittel- stellnng ein.- Sein persönliches Geiühl kommt mir der Poests aists innigste vers chwister: in seinen Instrumental« und Vokalwerken zum Alls druck.-.- • DaS oui Sonnabend iui üoervollen Bcethoveniaal veranstaliete Schumann-Konzerl verdankte.-man. dem ha auch in dep Berliner Arbeiteri'chail hochgeachteten Riinsilerpaar Artnr und Therese S-ch nobel.-Zum Vortrag gewählt waren drei Sachen für Klavier aus Schumanns frühester Schaffenszeir, in denen der Romantiker am bündigsten.-sich ausgesprochen Hot. Auw gerade i» seinem persönlichen Erleben. Die bctrl'che dreisätzige E-Öm-Fantafie fOp. 17- bcgrei't ein« Epikod« aus seiirer zunächst unglücklicheu Liebe für Klara Wieck, seine sehr viel später errungene Frau und Kunst- oenossin.„Eure, tiefe- Klag« uni Klaras nennt er die Fantone selber,-.In-.den'.PapillonH" jöp. 2.s— also bezeichne: Schumann ein Dutzend kleiner flatternd« und schäke'rnder Stückchei» in Tanzform— ist das letzte Kapitel atÄ seines Lieblingsdichter» Jean Paul Roman..Flegeljal-re" in -Tönchi gesprn«,-'- Auch-----das.-.Schlußstück.. die stonphonifchs» -ClüdK» fOx..13l>. eritzliirt cu». Schmnanns Freundschaft mit dend-ei�tiichen Musiker Sterndgle Byzets., Echt- romantische P«» ftiegrnheiten und geistreiche Schrullen von poestschem Zauber, der dir Sinne gesangen hält: zumal dann, wenn ein tirfschiirsender Deuter von der Art eines Ärtur Schnabel sie uns aru Flügel erstehen läßt. Der Vortrag des �Lieder.-flrds"-Zpkais. bildete daö Miltelslück des Programms. Man wird hier gewahr� iiiwiesen» Schumann sich von Schubert-, unterscheidet, über ihn hinausgeht. Schon in der Wohl der Texte zeigt sich das. Schubert, hält sich an Goethe und Volks- tümlicher Lprik. Schumann kehrt fast immer bei den Romantikern ieiner Epoche ein. Manchmal ist die Melodie nur Deklamation. Aber in der Klavierbegleitung liegt, was ouS de« zarten, keuschen Eich.endorffschen Versen klingt:-- alle Sehnsucht, aller verschwommene Dust und Glanz einiam-schöner Naturberrliwkesien. Wie aber' das Äünstlerpaar Schnabel diese Köstlichkeiten kredenzt:— daS ist eben fast unnachahmlich eigenartig. Ma» höre, wenn die Sängerin weinende Schmerzen, geisterhafte Natursulle, flirrende Lichtstrahlen unsagbar leise hnipancht, oder(in Zwielicht) die Mahnung„Hüte dich usw." spricht, oder(in Frühling spracht) dein ganzen grvßen Jubel einer suugen Menichenseele über den Vollbesitz aller dieser knospenden blnhenden' Herrlichkeit Worte und Töne verleibt. Mit dieser Stimme airnt v?» webt ihr Begleiter am Bechsiein. all? Vei-soiNirnbeit. alle zaubennächtig« Schönheit, die der Liedschöpser«rtrSnvy, geschaut. nis er mit dem Dich:« die Seelenflägek onSspanntes wn n>ei!. weit durch dir stillen Lande„heirnwärtö" zu fliegen.... e�.- Zettersparni» öurch Wiinn»K?»nvmie. !!ui den FeiUnangel unserer Aahiuirg anSzugkeichrn.>>: warme Kleidung in diesem Winter besonders«inpfehlenswer:. Man wird iagei»: die Preise der Wotleüstost? ieirn nr.ersäMliimlfch st'ü� die ärmere Vevölternilr!. Ami. einige Laptien inch Reste von ver- brnnch'.en Rlcidniigssisicken giör«S-überall. Man kam! sie zwischen Sion ims Füller einsetzen, im» be> anders kältcemhsindliche Stellen zn schützen. Auch, bedarf es der Wall« nicht. Papier ist ebenfalls ein schlecht« Wärmeleiter. Die japanischen Soldaten trugen ebenfalls in ihrem Feldzug gegen Rnßkarid papierne klnter- kleider. allerdings aus dem besonders zähen japmsisck�n Papier. Aus n liserem Zeiiimgsvapier kann n:an keine Ilnterwämser und Unterhosen machen, aber man kann eS zwischen die Kleider schieben und mit Reihestiibeil befestigen, und ist es zerrissen, es erneuern. Pupierelnlage in feuchte Stielet ichiitzl betnunUich vor Erkältinig und ist also auch ans dem Gesichisviuiki de» HruwiiaUenS mir dem Wärnievorra: anzuempfehlen. Ebeino ist von dem Laiisenlasien der Kinder mit bloiien Beinen, jetzt noch mehr als m anderen Zeiten.«nlsillleden im Interesse der Sparsamkeit uiü Energie!!, die nur durch tüchtige Fe.'teinäinnnz geliefert werden und zurzeit nicht b-'-Hasst werden kömten. ab-uratrn. Etidkich dürste es sich«mpiehkn, daß»!i? oder schwächliche. nicht mehr leistungsfähige Leute oriä. einen Teil des Tages im Bette zubringen, m dem j» zur Aot auch einige Arbeiten noch verrichtet löerden können. Vor hnnderi Jahren kam es apw in itörmaken Zeiten auf dein Laude, viel vor. daß alte Leute cinc!! großen Teil de» Winters im Bette zubraailen. Gewiß ist es. all- gemein gesprochen, ei» Farlstkriit, daß mit diesem Gebrauche ge- brochen»»erden konnte. Aber in der Zeit der Rot irn.ß man eben.in vielen Dingen gl»' dir verlassenen Stnstn einer tieieren Kulwr bniub- steigen. Der Vorschlag, den bier Proiesior Adali Mauer. Heidel- berg. macht, steht auct» nicht in Widerspruch mit der Empsohsung tüchtiger Körperbetvegmtg zur Bewältigniig schwerer verdaulicher Kriegsnahrung. Tüchtige Bewegung für. die Leistrrpgs'Wgen. aber Schonimg der Körperenergie für die htlieii ir.id Hinsälligen und Er- sparnrig. unnötiger WärnirpuSftrnhwtig'iir alle. Ruch der in sive Winteriport, der zwar.daS Nervenleben»läckiiig anregt, aber mit außergewöhnlichen Wärme Verlusten Vervnnden iil: SchMi'ö!:!'.. Skilou'en'imd Siodeln,»ullß in dfrsem außergelvvhnlichen Witt: r eingeschräitkl werden.____ Ein Meteorit in Sibirien. rlsiiicheS>. Betoervnngen von Truppen- teilen»m» unengeltsiche?tbgahe sind an sie zn richlen. m Ott polizeimeister. Ei» russischer P ali z e» r ö nr a n vor« Gebrvrla Zapokeka. Vk.. Bus dem 23a1k.' P-ässil- AnempodiMsch Barlamow. Sie erreichten den Wall ziemlich leicht, denn die umher liegenden Stangen und die in die Erde eingeschlagenen Pfosten verhinderten das Abgleiten und das Versinken im Morast. Nach einigen Minuten befand sich der ganze Trupp auf dem Wall. Markowski ließ wieder, cincn Pfiff ertönen. Eine leise Antwort ließ stch hören. „ Semipudow.geh, sag', er soll herkommen befahl Markowski. Tann wandle er-sich an Klitzki: „Der Polizist, der auf dem Stadtwall Wache hat. wird fvfort kommen. Er wird- uns aufklären, wenn ekwas vor- gefallen ist." Die riesengroße Gestalt des Polizisien trennte sich von -der übrigen Schar und ging den Ball entlang nach dem dunkelnden Gebäude zu. Alitzki. stand ergeben da und starrte in daS undurchdring- -Ii che Dunkel, das sich jenseits des Walles auSbreltere. Unsichtbar und mächtig strömte der Nutz in breiten Wogen zu feinen Füßen hin. Älitzk» verlor sich ganz in Gedanken. Seine Kraft der- siegte, der Eifer verlöschte, das heiße Blut erkaltete, nur die, Wogen dort unten sluteren unablässig und unermüdlich der Befreiung aus den sie umsäumenden Ufern entgegen. Inzwischen näherte sich die dunkle Gestalt. Klitzki geivanir »mmcr mehr die Uebcrzeugung. daß. cs derselbe Polizist war, der angeblich den beiden Spitzbuben nachgejagt war. Er war seiner Sache so sicher, daß er seinen Triumph so schnell wie möglich mitteilen wollte. Er ging dem herbeikommenden Po- lizisten einige Schritte entgegen und sagte im Vorübergehen zu- MarkowSki: „SS ist derselbe, ich erkenne ihn." Dann wandte er sich an den Ankömmling: „Ihr seid doch den Mördern bis zum Marktplatz nachgelaufen, nicht wahr?" Es erfolgte keine Antwort. Dagegen trat Markowski zwifchefl Barlamow und Klitzki: ..Verzeihen Sie," sagte er irockcu zu Ksinfi. ftduS ist meine Sache." Barlaniow nahm feine dienstliche Haltung ein. Sein runder Bauch hob wie bei einem alten Weib den Mantel einpor. auf den» die Knöpfe glitzerten. Zwischen Tagejews Gehilfen und dein Polizisten begann folgende Unterbaltimg in russischer Sprache: „Bist du schon lange auf Wache. Barlamow?" ..Seitdem eS Abend wurde. Euer Hochwöhlgeboren.". „Ist hier nichts vorgekommen?" „Nein, zu- Befehl!" „Kein Uebcrfall, kein Mord!" „Nein!" „Bist du dessen sicher?" „Ganz sicher, ich kann'L beschwören!" Markowski wandte sich an Klitzki: „Er ist ein höchst anständiger Mensch, trinkt nicht, des- halb wird er auf diesen Ppsicn geschickt. Haben Sie sich jetzt überzeugt?" Aber.Klitzki ritz Iosiele die Laterne.aus der Hand und leuchtete- Barlamow ins Gesicht. Es»aar ein wie in Stein gphaurnes Gesicht mit den chärakteristsichen gradlinigw» Zügen. die dem echten Nüssen eigen sind, Soviel starker Wille und naive Gemeinhctt malte sich darsii, daß es sich dem Gedächtnis ein für allemal einprägte. Klitzki wurde es klar, daß or es mit einein Felsen zu hu: hatte, der von keinem Sturm zerschellt werden konnte. Trotzdem richtete er ack ihn mit erregter Stimme die Frage: „Erkennt Ihr mich?" t. Barlamow schaute Klitzki fest an, ohne»nit den Wimpern zu zucken: '„Nein!" „Erinnert Euch.' Vor einer Stunde ranntet Ihr über die Gassen, die nach dem Markt führen. Zwei hell gekleidete Männer suchten zu entkommen. Ihr lieft an mir vorbei und sähet mich an. Ich stand der Laterne gegenüber... Wißt Ihr eS noch?" Barlamow zuckte nicht. Kein Muskel bewegte sich in sxinem Antlitz. „Nein'."..sagte e.r schlietzlich aus russisch.„däS iü unmög- sich. Ich habe, den Wall nicht'verlassen." Klitzki biß sich.chie Lippen blutig. „Erinnert Euch doch, was.'Ihr dann gemacht habt." Barlamow wiederholte:-, „Ich habe den Wall nicht verlassen." „Dann will ich Euch erinnern, was Ihr in jenein Ver steck gemacht hnkck. vor Sem die Erde ausgeschüttet ist und ci»ie Laterne ans einer Stange brennt. Ihr habt das Geld geteilt, das die Spitzbuben hier einem Bauern geraubt habe». Hört Ihr?" .Niemand regte sich; einen Augenblick herrschte tiefes Schweigen. Nur die Wogen des FlusstS brausten-ruit doppel- ter Gewalt. Schließlich ertönte BarlcmiowS leiernde Baß- stimuic von neuem: CO UVlif yCfvljCIU C\UJ iUMM V 1. CsU�U'V'i-Cli. Da ertönte Markowskis Stiimne in der Finsternis: „Auch er wird schwören." „Dann wird er falsch schwören." erwiderte Klitzki und wandte das Licht dem Wachtmeister zu. „Unsere Lenke sthtoören lädst falsch, noch lügen sie. mein Herr. Wen» Barlamow etwas sagt, so uratz man es glauben. dein» er ist der Hüter der Wahrheit!" sprach Markowski, aus besten gelbein. gelarigweiltein Gesicht ein paar stählerne, kühle Augen hcrvörluat?»'S Klitzki- Hand mit der Laterne sünk herab. Io fiele benutzte diese Gebärde und»uiftu ihm Sie Latenft fort. „Gehen Sie ans Ihren Platz zurück, BrUamölv," befahl MarkowSki. ...Zu Befehl After Klitzki beruhigte sich noch nicht. .Gut," riet er,„wenn Ihr Barlamow* Beteiligung o» '''""" Uebel. �------,...............—............------ sie Ihnen zeigen." Klitzki schien es, als hätten seine Worte einen gewissen Eindruck gemacht. Barlamow blieb in'seiner Halbwendung stehen. Markowski erhob den Kopf, als gelte' es die Wachsamkeit zu verdoppeln. Aber jetzt mischte sich Iosiele Pinkas ralch ein: ■..Bei.Muttern'?" schrie er.„wie können sie de:.Muttern' söln,? Tie schläft jetzt und alle anderen bei ihr ebenfalls. Und dann.., der Herr wird doch nicht an solch einen haß-' lichen Diu gehen? Anständige Bürger gehen dort nicht H'm. Dort verkehrt die schlimmste Sorte.". tFvrij. s-lgt.) Ziohvu.u scfiOrt iUu>2. dich IS febr. I Zlshuug am 6. t. 7. März Ziehdü� 9. U, 10. März woitls-Geiiiin! GroBe Berliner Loiierie Nalortie-Geiolierle £ihi«r Hauptiewiim Mark:! ücäaiuUv. der Gca-iDne Mark: Erster Hauptgewinn Mark: 75000 70000 100000 Erster Hauptgewinn Mark s Zweiter Hauptgewinn Mark: 10000 40000 lose u M. j- WaeSsX I Lose ZÖ M. 3. 30 WL.«..«. . u. List« Zweiter Hauptgewinn Mark: 40 000 teaM.ä.EOSÄÄ (0 Lose"ÄS?' M. S6. 10 lose"JäsSsi K. 10. 1 10 Lose"JUssS�T IL«. Elte feite iMbiUastkc M I MUrt-.! EerUter 0! NiMrott-Losei«16.- 1 Elte leite Biiktoieinselie tili! WitlUns-. II leelltee 1. 1 liMtiUosti 1.31.- 1 uiSTuSn. Gustav Baase Big.(Äl Berlin lo il��Ä 84, Rose»Theater. 71/, Ubr: Das GluckSmadel. >Vg!kgl!g.Ikester. v;.. Uhr- Das Masikantenmädel. BHMHHBR« Tslagramme: Schwarz Berlin Hewsktfnlgstr, t) Mas Kemliardt Direktion Deulsches Thealer. 7',', Cltr: f'Ignrow H«ehzst*i». Kammerspiele. 7;'.. Uhr: WH" K«»n«cpt. Yolksbübne. Ä.17 7'/, Uhr: M»«*both. Theater i. d. Koniggratzerstr. Dii. C, Meinharä— R. Boraagor. 'i'l, Uhr: EprlRPUt. Komödienhaus V'.j U'hr: Die verlorene Tochter. Berliner Theater TV, Uhr: Auf FlSgeln des Oesanges. ßessing-Theatep. Direktion: Viotor Bernowity. vit uhrt Charlotte Stieglitz. Mittwoch.' Reer Sr«t Deutsch. tetler-Theafer. Ailahondlich T'/j Uhr: «er KrleebeclvK«!'. ÜRANiA'-jirar- S Uhr: Dr. Haneer: Der Mensch vor hnnderttansend Jahren. HörHeal S Uhr: Profeseor Dr. P. Sehwnhn: Wie Gebirge enutehen und Erdbeben wirken. Betcbshallen-Ttieater. Stettiner Sänger. „Cabaret Feltlgrar Anfa-ng T'/.Uhr. Senntag naehmltt. 3 Uhr: Frmaitlde Hreiee! Theater für Dienstag« 6. Februar. OeHtscbcä Operntuu», Cbarlottenh. s'.'-v.- tohengrin. irrledrieb-WilhclmBiidt, Tbe»l«r. u-.u.: Das Dreimaderlhaus. Thealer «ebr. Herrnfeld' 7'/, Uhr; Oer ioppeltB SoehhaUer. Posse mit Gesunjj und Tan�. Kleines Theater ' um: Am Teelisch. Komische Oper 77, Uhr: Der Pöszta-Kavatiet. Lustspieihaus Der selige Balduin mit Henry Bonder. Neues Operettenhaus ETassentolepbon: Kordon 2S1. 77. u.: Dar Soldat der Marie. Metropol-Theater ioMin. Die Csardastörstin. Residenz-Theater n�:0lB Warschauer Zitadelte, »ehllleP-Theatwp O. Tv.n.r Will und Wiebke. Scht«lPP-Th.Ch*plo»Z«Bbg. 77. Uhr: GlltZ fOl M�Sß. niÄllB-ThPÄter. T'/.u.t Das Vagahondeninädel. Tbwster»m\wll«uHorf|il. 3", Uhr: OaoKIthchenvoo Haitbronn 77, u.: Blaue Jungens. Theater«lea Wewtenw T'.uu.VOIe Fahrt Ins Block mit Guido Thiolsohcr. Trlan« ii-Thcater vu u..- Willis Hochzeitstag. It E H I.»\ lernruf: VIKTORIA-THEATER Montzpl. 14314(früher Saassonci) Täglich Abondvorstollung um?'/, l'he. HAGENBEC Mittwoch SS Voratollungeu NVohmittag Vamgeprtioe. IHegenbeck« Pt doh'M.en Oomtiieur Cosdioy Chrioteneen 1 sowie der gewarnte«eblagsr»plolplaa.| Vorcerk. Hugenbeoktwoo, KottbawerStr.6 a Worthoim. •frw«b Ctrcus■» JBliSCftL �igl'7„«bb, iL Äg. 27',». 777, 1U hc.' g iDi:att.l!aie Februar-iiirJaj -TTl Xu- ntola.tridii, bdlcWc PTT" irt.l Vrunf.aMeftnftnngt.lusr «ntttomimc L_. Die Qeierprinzessln S annlag 27, Uhr euch nuchm.: ����ic�Gcierpriii�� ?osseil-7Ile»ler. Tiislicii 7, Ahr: Der fliegende Holländer. Der alle Volss. Admlralspalasl. _ 10/11 <6ehpelz. schwarz. Strogen, schwar- >eS puticr, guter Tuchbezug. Ke- eaenpeit. Blauer Sazar. Kaiser« Ljiihelm-Tlrcbc IS, beim.Alexander- H i Izqa�nttnrrn I FilchSgarniluren! Llnntc-stoiaS, Pelzmusien, Beileu- »o-.laus, Herrrngarderobe, Schmuck- sacheu, alles»xlrabMig. Leihhaus Kollbuserdamm Z. nebe» Jancvrf.* Mobcl Stuben- und stöt billig. Mäbelschatz, Brunnenslrag- gang HnNamerstrage. mV Kücheneinrichtunz Teiizahtung gestatiet. runnenstrage ISO. Sin- W/IL» IÄV! entzückende tärbige Küchen sind anSgestelll. Konturrenzlosc billigste Preise. Besichtigung lohnt. Möbelhaus Lften, nur tzindreaä- straße 3a Bis aus weiteres noch riesig preis- wert wunderbare Külheueinrichlungen, farbig uuv lasiert. lieber 60 moderne Muster in allen Preislagen vorrätig. Besichtigung lobnt. M. Hlrschowih, Stalitzerftratze S!-. Ksufgesucke MetaUfchmeize._ 0 Meerichweinchen zahlt Iaö den ganzen Monat. Meyer, KoUbuser- user SL._____* "�tlndlSrnid, Bienenwachs, rein, Borax. Kopal. Zerestn. Parasfin, sämtliche Oellacke, Schellack, Terpen- linersatz und ähnliches taust, hoch sie Preise zahlend, Wolter, Thaerstratze ü. Königilndl ms. StT I Hl Ii®'.aniai bis 7,30, gebificl Schmucksachen I Ketten! Ringe! MUitärtteffen! NUidsirumpi- alchel Ziimai-sälle! hächftzahlendl Siibei schweizerei. Moall• Sinkausü- bureau, Wederstratze 3 Alexander 4243. Telephon 98* Settkorke» L27, Psennig, Kein karten bis 8 Pseniag, all« Ar». Schalle lallen, Wa.;cn. jede» Posten, kaust höchstzablend Matthäus, Alle '-'eipzigcrlirasi« SU' !«MzigcrItriisie. dloiorsiahl, gebrauchte und neue Kerkzeuge, Tre briemen, Sptral- botuwr, Fräser. Wvckzeugmolwmen, Abreitzmagnete kaust lausend für eigenen Betrieb Heinrich Briesi. S-�llichiiibentvas« 69 und Betiffel« siratze 5. Lade». Telephon Moabit > sjahngebific,P!atmabiäUc,C4ramm i 7 So. höchftzahlend. Süberichmelte i Chrisiionat, Köpenickcrlttatzi: SO* /gegenüber-.chaiilcusicUtra'ic�. ö Leinölsiruis, Kilo 7 Mark, kau:! ielblt kleinste Mengen, J-arbei-. indutlrie, Boxhagcnerstratze Li c, zwischen Sarschauer- und Riedo.- baniimstratz».- Lei Lacke jeder Srfi Silo 4 Mark, Terptniinersatz, Spiriuslacki-, taust höchsizablend.lardcnindusttte, Boxhagenerslratze Ä>.-., zwjschrn Warschauer« und Sücbcriiarmmstvoi; «Opal Kilo 5 Mark. Koch«(i'ttmk. Schellack kaust höchstzahlend Farbru- Industrie, Sorbagenersiratze Ate, zwischen Warschauer» und NIedc:- barnimstrave.- Versckiecienes Snnititcipierci Grozegraiitturlcr. ftrar.e 67. 68il» Vermietungen Schlafstellen �reniibltd,« SchlasacUe jür zwei Herren, auch KriegSmoaliCen, Zorn« dorsersiratze 17 bei Wchnmnn.-sll /Ardeitsmsrkt ktzlafchenüieriayrer. wilitärfrci. kauttonSsähig, bei bobem Berbtensi gesucht. Teultche Bicrdrauerci SL«»->.. Berlin ,VW 87, Kaiserin• Augusta- Allee 110/111. 260/8'- Korbmacher aus 03 sucht kl ran T. Tch illingstrahe�24.__-J-ol Aarbigmacher verlangt Gold- leisienjabrik Wnezenersttatze 6. y sn M ehrere tu chtiae Äanttschler werden ewgesiellt bei guleui Hohn nach Spandau. Aabrzeit wird v«> gütei durch Genle, Friedenftratze Ii. Zunge Äiäbchc» über�lS Zubre für ietchle dauernde Be'chäftigung hei hohem Lohn sucht sofort Zigareitc::- sadrik WarSaty, Ymtkow. Hadlich- siratze. Lehrmäbchrn im lliier von 14— 16 Jahren aus achtbar« stzamilie gegen nionalliche Vergütung tosort goitcht. Meldungen in Begleitung der Liitern oder des Vormundes iO— 2 Uhr vor« mlttagö oder 6—7 Uhr abends in der Perlonaiverwalwng. 4 Stock. A. Zanders& Co., Belle-Mianec- ittatze 1/2.. sttitnngSaubtrdgrrin sofort ve:- langt..Vorwärts-'.Spedition Pankou. ZtZühtenttratz« S). -�eitungsausiruqcrin fotöit ver« langt..VorwärtS-'-TpedtiionMarlns- stratze«.___• Leitung fraiien iüö'.HeimtSdö" und BaidmaunSlwi sucht Kienai-. Borsigwalde. Ztäuschsiratzr 10._* Z kiiungSäuSira fi crlü verlangt „?orwärt«-'-Svedition. Latt /trage 0. ZeitungoaustrAgrrt» sosrrt vci- langt.VorwärtS''-Speditwn TemveB dos, Kais«- Vilhelmstrahe 74, Ccke W-rdersiratze. ZestungOfrauen verlangt lasari Tpedilton Greiseiihagenersiratzs 22.'' AettuugSirägerin verlangt ,'öär- waciS"-?lusgab«» elle Pt inzensira ijad t. Hos rechts parterre.>- Sprechen. Sranlensiratzo 148 l Schlosser für Schrank- und Türcnbau{letzt fosoti cbi h König, Kücken& Co., ftolamcftrafce 89—30. Zllvtrläsöye« Kutlcher verlangt Keierstein'acb«; Papier tiaudloog. Zweigniederlassung(icrlla SW. SS, l?43u-: IHndenetr. I« 17. Tüchtige !. hanpt'Schlich f. Schwrlzer-Luto maten, werden sofort gesucht. dauernde Arbeit zugesichert.« Schiveizei'iicve IlielsIIschrsiidell- ksbrik«....» Ztvsantasdt L VchwaeztoaQi. Sir suchen für dauernde Veichostignug mW bei gute» ckohn sur unseren Betrieb_ i/U# ungelernte Arbeiter in grösserer Zahl. Reisegeld wird bedingungSwesie vergütet. Arbeit- uchende wellen sich schrilllich od« mündlich wenden an Nrbeitsnachweis der Pulverfabrik Premnltzi Rdthevow, Bahiahofstr. 99.