Ur. 38. 84. Jahrg. flbonnonentS'Bcdingungen: HtomicmciUS- VreiZ pränumerando Lierteijährd 3,90 Sit, wonaa t,30 M!. wöcheullick 30 Sfß, itei mS$0 Pf«, E'.ellengeiuche und Schlanieilenan. zeigen da» cr!!e WoN 10 Big. iedc- wettere WoN b Psg, Worte üb er' 15 Buch. llabcn zählen frir zwei Wonc. Iincrate für die Nächsie Summer Ulügcn bis l» Uhr nachmittag» in der ikxvedltion »ogcgeden werden. Die Erdeoitien iii bi» 7 Uhr abend» geöffnet. Verlinev VolKsblstk. Zcntralorgan der fozi aldcmokr ati fehen Partei Deutfcblands. Delegraunn.Ndrrfle: .SciiahKmdlirit Rcrlin" Reüaktlon: Ew.*>$, LinüenKraße Z. Fernilirecher: Ami wlorivnla«, Nr. lSI 90—151 97. Donnerstag, den 8. Februar 1917. expeüition: Ew. t>8. Linöenstraße Z. Thrrniprecher: Amt Morivpla«. Nr. 15190—15197. Nie jVtutrakn lehnen ab. Französischer Angriff bei Sennheim— Erkundungsvorstösie im Westen— Stnrmtrnpp-Aktionen an der Beresiua und an der Kowel— Lnck— Bahn— Rnffenangriff bei Kirlibaba. Amtlich. Großes Hauptquartier, bin 7. Fe- bruar 1V17. Bundesstaaten und Gemeinden und vielleicht auch noch des Neiches allzu ausschließlich aus direkte Steuern verwiesen werde, so müsse das zu ebenso großen. Härte»-«»d-serfweum volkswirtschaftlichen Schädigungen führen, alS wenn der eni gegengesetztc Weg, das ist die übermäßige Beanspruchung der indirekten Stencrquellen, verfolgt wird. Ein sinanziev, volkswirtschaftlich und sozialpolitisch in gleicher Weise zlvcck mäßiges Steuersystem dürfe nicht nur auf die. sinnfälligen Tatsachen des Besitzes(Vermögen, Einkommen usw.) ab stellen, sondern es müsse auch Vorgänge und Handlungen, die der Ausdruck einer durch die direkte Besteuerung nicht ebenso sicher und vollständig zu erfassenden Steuerfähigkeit sind, als Besteuerungsgrundlage anerkennen. Mit anderen Worten: „Die indirekten Stenern bedürfen einer ebenso sorgfältigen Ausbildung wie die direkte n". Zur Begründung dieses seines Standpunktes gibt Ger lofs einen Rückblick über die Eirtlvickelung des Finanzwesens im Reich, den Einzelftaaten und Gemeinden, aus dem hervor geht, daß der ursprüngliche Gedanke, dem Reiche die indirek ten und den Einzelstaaten die direkten Steuern zn überlassen, allmählich durchbrochen worden ist. Wenn auch die E r t r ä g e der Zölle und Auf wand steuern mit zusammen 69,37 Prozent im letzten, vom Kriege noch nicht berührten Finanzjahr 1913 unter den fortdauernden ordentlichen Ein- nahmen der Finanzverwaltung des Reiches noch immer an erster Stelle standen, so haben doch diese Einnahmen während der letzten drei Jahrzehnte an verhältnismäßiger Bedeutung für den Reichsfinanzhausholt verloren. Das Reich hat neue Steucrquellen erschlossen, die, ivcttii auch noch in erheblichem Abstand hinter den Zoll- und Vcr brauchssteuereinnahmen, so doch in keineswegs zu untet schützendem Maße den Finanzstand des Reiches beeinsliisse». Der Anteil der Zölle und Verbrauchssteuern an den ordcnt- lichen Einnahmen des Reiches ist Won 1881 bis 1913 von 93 auf 69 Proz. gesunken, aber trotzdem bilden die Zölle auch heute noch die wichtigste Einnahmequelle des Reiches. Da neben haben die Verbrauchssteuern von Branntwein, Bio» Tabak und Zucker wachsenden Anteil an den Einnahmen ge- Wonnen. Durch die Reichssinanzreform vom Jahre 1906 ist eilte Verschiebung der Steuerbelastung nach der Seite der sogenannten Besitz st euer» eingetreten, der Besitz ist nach Ansicht von Gerlosf zu den steigenden Reichslasten mittelbar oder unmittelbar in beachtenswertem Maße herangezogen worden. Zu diesem Urteil kann Gerlosf nur dadurch gelangen, daß er die seit 1906 neu eingeführten Reichsstcuern fast allgemein zn den direkten Steuern zählt.' Tos ist nicht angängig. und es scheint ihm ja auch selbst nicht entgangen zu sein, daß seine Beweisführung brückig ist, denn sonst würde er nicht so viele Vorbehalte gemacht haben. Auch in der Literatur gehen die Ansichten darüber, ob die Erhöhung des Effekten stentpels, die Zinsbogenstcuer, die GrundstücksübertragungS abgäbe und einige andere seit 1906 neu eingeführte Steuern zu den direkten oder zu den indirekten zu rechnen sind. Das Wesen der indirekten Steuern besteht bekanntlich in der Ab wälzbarkeit, und daß die hier genannten Steuern sich mit leichter Mühe abwälzen lassen, hat die Erfahrung hinreichend gelehrt. Es ist also ganz falsch, von einer Heranziehung des B<- sitzes zu den steigenden Reichslasten in beachtenswertem Maße zu sprechen. Darin hat Gerlosf recht, daß die Enffvickelung in de» Einzelstaaten und Gemeinden dahin geht, die direkten Stevern oltZzuLauen und zugleich die indirekten Steuern, insbesondere die Verbrauchsabgaben zurückzudrängen. Aber das ist nicht die Kernfrage. Es dreht sich vielmehr darum, ob Besitz und Einkommen durch Staats- und Gemeindesteuern wirklich f o h o ch b e l a st e t sind, dost es eine Härte wäre, diese beiden Steuerguellen auch noch von Reichs wegen heranzuziehen. Diese Frage müssen wir verneinen. Will man die steuerliche Belastung der einzelnen Zcn- fiten richtig beurteilen, dann darf man sich nicht aus die direk- ten Steuern be'chränken, sondern dann must man auch die in- direkten in Rechnung stellen, und dann ergab sich vor dein Kriege nach den Berechnungen von Professor Julius Wolf für Preusten z. B. eine Belastung der kleinsten Einkommen von st bis 13 Proz., im Mittel etwa 11 Proz., und für die großen Einkommen eine Belastung von 1a Proz. durch Steuern aller Art. Dost das nicht dem Grund'atz steuerlicher Gerechtigkeit entspricht, leuchtet ein. Roch im Jahre 19(18 schrieb Adolf Wagner in seiner..Rcichs-Finanzresorm": „Schwerlich wird die durch die indirekten Steuern, nament- lich auch durch die Agrarzöllc bedingte Höherbelastung der großen Bolksmasse, der unteren Klassen, für die Reichsztvecke durch dw emzel staatliche und kommunale Besteuerung schon genügend kom- pcniiert. Genügend, d. h. in dem Dtaße, wie es die Minimal- forderungen verlangen, welche aus dem anerkannten leitenden Grundsatz der modernen Steuerpolitik, der Besteuerung nach der Lcistung-fäoigkeit der Klassen, Berufe, Einzelnen folgen. Aber i* selbst, wenn dieses durch die bisherige gesamte Steucrvcrfassung in Reich, Staaten, Gemeinden zusammen erreicht würde, was ich. besonders auch wegen der Wcilerwiefung der Zlgrarzölle auf die Preise von Getreide usw. im Inland überhaupt bezweifle, so ist eben noch mehr zu verlangen: nämlich, daß die mittleren und vollends die oberen Klassen nicht n u r m i n d e st e n s ebenso viel im Berbältnis zu ihrer, namentlichen der Einkommenshöhe liegenden Leistungsfähigkeit im ganzen an Steuern tragen, wie die unteren, sondern daß sie verhältnismäßig mehr tragen. Tas ist aber bei der immerhin schon eingetretenen be- deutenden Steigerung der Erträge unserer Zölle und Verbrauchs- steuern bisher nicht erreicht worden." Dies? Worte sind heute, wo es gilt, die gSlvoltigen La st e ii des Krieges gerecht zu verteilen, noch behcrzi- genswerter als vor einem Jahrzehnt, wo noch niemand mit einem Kriege von solcher Ausbehnnng und solchen Opfern rechnen konnte. Wir wissen nicht, ob Gerlosf sich mit seinem Gutachten zum Sprachrohr des R e i ch s s ch a tz a m t e s gemacht hat; mit der Möglichkeit ist immerhin zu rechnen, und deshalb gilt es für die Vertreter der Arbeiterklasse in allen Pariamen- ken, die Äugen offen zu halten und etwaige Pläne, die darauf hinauslaufen, die Lasten des Weltkrieges in der Hauptsache aus die Arbeiter abzuwälzen, im Keime zu ersticken. Amerikas Vorbereitung. Wafhiugtvu,(!. Februar. Rcntermeldung. Tie Parla- mente fast aller Staaten des Landes haben beschlossen, Wilson zu unterstützen. Tie Arbeiten, die notwendig sind, um auf alle Möglickikertcn vorbereitet zu sein, werden spstematisch fSlitgesetzt. Ter Vorsitzende des Ausschusses des Repräken- tantenhausts für Marineangelegenheiten hat drei Anträge zum Kriegsbudget eingebracht, in denen die Regierung zur Ausgabe von dreiprozentigen, nach fünf Jahren einlös- barer Obligationen zur Deckung der K o st e u für die rasche Lieferung von Schiffen, darunter U-Booten und Torpedojägern, ermächtigt wird. Außerdem wird ver- langt, daß Wilson ermächtigt werde, Schiffe, Maschinen und Arbeiter zu requirieren. * Tie Kriezssrage. Bern, 7. Februar. s.Frankf. Ztg.") Ter Militärkriiiker des „Bund" wirft die Frage auf, was sick> ändern würde, wenn die europäischen Neutralen in den Konflikt cingrist'en. Seine Antwort lautet, es würde sich kaum etwa? zuungunsten Teutschlands ändern. falls es noch über eine Nanövriermasse gebiete, die das strategische Gesetz nach einem neuen Kriegsschauplatz tragen könnte. Davor würde keine militärische Aktion Wilsons den Angreifer Teutschlands schützen. Auch eine englische Landung in Holland, vorausgesetzt, daß Holland sich zum Abbruch der Beziehungen zu Deutschland bereit fände, und daraus der Kriegszustand hervorginge, käme wahrscheinlich zu spät, um Holland vor der im strategischen Ausfall Vorgetragelten aktiven Defensive einer deutschen Armee zu bewahren. Also eine Invasion mehr. * Englische Erwartungen. Was wird Amerika tun? In welcher Weise wird cS in den Krieg eingreifen? Daß es eingreifen wird, scheint zahlreichen Preß- organen d?.r Entente bereits festzustehe», und sie nehmen ohne wci- teres an, daß die Leistung über die sowieso längst uneingeschränk- ten Lieserungen von Kriegsmaterial hinausgehen wird. Wünsche besonderer Art melden sich in der englischen Presse. Die„Times" hält den Illusionären, die an transatlantische Ar- meesendungen glawbcn,«ine belehrende Predigt. Sie zählt die Zchwierigkeiteu auf. die eine aktive Anteilnahme Amerikas an den Dilriegshandlungen undenkbar machen. Präfident Wilson werde«ich lwchstens zu einer»teilweisen" Kriegführung verstehen können. Die Regierung der Pereinigten Staaten beabsichtige keineswegs, sich den kriegerischen- Operationen der Entente aktiv anzuschließen, sondern würde höchstens den Beitritt Amerikas zum Protokoll des Londoner Vertrages erklären. Also Festlegung auf die den Krieg verewigende Bestimmung, wonach keine der Vertrags- mächte einen Sondersrieden mit Deutschland und seinen Verbün- seien schließen darf. Die„Morningpost" faßt in Washingtoner Telegrammen die BeteiligungSsrage an einem anderen Ende an. Sie berichtet: Amerika werde den Ueberwachungsdienst in den n ö r d- l i ch e n und südlichen Teilen des Atlantischen Ozeans aus sich nebmen und so dafür Sorge tragen, daß die an die amerikanischen Hoheitsgetväffer grenzenden Teile des Meeres frei von Kaperschiffen und U-Baoten bleiben. Die Vereinigten Staaten sollen also der englischen Flotte das brenzliche?lmt der Secpolizei in der gefährlichsten Zone abnehmen. Ten Wunsch versteht man. * Tie Nbreise des Botschafters Bernktorff. London, st. Februar. Reuter erfährt, daß Graf Bernstorff und das Personal der deutschen Botschaft in Washington, stiwie alle deutschen Konsuln in den Bereinigten Staaten New sork am Montag verlassen werden. Sie werden über Dänemark reisen. der Krieg aus öen Meeren. Ueberlebenöe versenkter Schiffe gelanöet. Amsterdam, 7. Februar. Wie aus Vigo gemeldet teitb, hat der holländische Dampfer„Samarinda" aus Rotterdam, der gestern abend in Vigo eingetroffen ist, die Neberlebenden von folgenden untergegangenen Dampfern gelandet: S9 Mann der Besatzung und sieben Passagiere des englischen Dampfers„Port Adelaide", 27 Personen dcS norwegischen„Worgsanga", 17 Per- sonen der norwegischen Bark.WaSdale". 22 Personen deS norwegischen Schiffes„Regal" l8v2 Toniiew. Die „Samarinda" setzte diese Ueberlebenden in verschiedenen Häsen ans Land. In bezug auf die obige Meldung stellt die englische Admiralität die in einem anderen T-legramm gemachte Angabe in Abrede, daß diese Schiffe an der brasilianischen Küste gesunken seien. • Versenkt und gesunken. sMeldung des Reuter scheu Bureaus.) Der Fischdampfer„R e s o l u t a"(138 Tonnen) und der russische Ddn-pser„Cerara"(8512 Tonnen) find wahrscheinlich unter- gegangen. Auch der englische Dampfer. Warte nfelS" dürste gesunken sein. Der schwedische Dampfer„Bravalla" <1519 Tonnen) wurde durch ein Unterseeboot versenkt, daS aus die Maniischaft während ibrer Einschiffung in die Boote schoß.(Immer dieselbe haltlose Beschuldigung!)— Llvydmeldung. 20 Mann von der Mannschaft des englischen Danwfers„ S a v a st u S"(?) sind gelandet worden, der Kapitän und vier Mann waren gelötet worden. Der dänische Dampfer„LarS Kruse" soll gesunken sein. DaS englische Schiff. I s l e o f A r r a n" ist am 2. Februar durch ein deutsches Unterseeboot versenkt worden.— Die französische Presse meldet, daß die englischen Dampfer„Solway" und . P r i n c c" versenkt worden sind. das Zurückhalten öer hollänüisthen Schiffe in englischen tzäfen. Haag, 7. Februar. Die holländische Regierung hat seit gestern das Auslaufen holländischer Schiffe nach Eng- land verboten. Es wird zuverlässig berichtet, daß Eng- land am 1. Februar den holläudischen Reedern erklärt habe, daß die in England befindlichen holländischen Schiffe erst nach dem 5. Februar die englischen Häsen verlassen dürften. Außerdem haben die Engländer ihre Kohlenlieferungen für holländische Schiffe seit dem 29. Januar gesperrt, um englischen Schiffsraum zu erpressen. Amsterdam, 8. Februar.„NieuwS van den Dag" schreibt: ES sind vorläufig no i e n mehr auf Seeversicherungen übernehmen. Zwischen den franzosensteundlicken und deutschfreundlichen Kreisen ist em großer und lebhafter Streit entbrannt, der stets schärfer wird. Die öffentliche Meinung Verkält sich jedoch ruhig. Nur in den Hafenstädten macht sich die Nervosität deutlich fühlbar. Madrid» 7. Februar.(.Franks. Ztg.") Mir Rücksicht auf die gegenwärtige Aufregung haben die Behörden die verschiedenen Versammlungen, welche Reeder, Handelsmarine- ofsiziere, SchisfSmannschasten und Hafenarbeiter zur Beratung von TranSporti'chwierigkeitcn abhalten wollten, ver- boten. Ziemlich viele Reeder scheinen entschlossen zu sein, den Seeverkehr mit Frankreich und England fortzusetzen, stoßen aber auf den W i d e r st a n d d e r M a n n s ch a f t e n. die sich weigern, in den blockierten Gewässern zu fahren. Die?agö nach Mensthenkrästen. Mst mächtigem Kraftausivand wird jetzt in England für den nationalen Hilfsdienst gearbeitet. In einer V e r s a m m- l u n g. die am Dienstag in W e st m i n st e r tagte, sprachen tenderson, Hodgc, der Generaldirektor des Hilfsdienstes . Ehamberlain, der Londoner Lordmayor, der Erzbischof von Canterbury und vor allem Lloyd George. Titz Ein- stellungen ins Heer haben den wesentlichsten Industrien die erforderlichen Menschen- k r ä f t e genommen. Run wird nach Ersatzleuten die Werbetrommel g erührt.„damit die Industrien nicht in Verlegenheit kommen." Jedermann im Alter von 18 bis 61 Jahren— Männer und Frauen —, kann sich zunr Nationaldienst melden, und„mst getvissen Abänderungen" soll das Schema der Organisation auch auf Irland angewandt werden. Vielleicht bestehen die Abänderungen darin, daß die steh Meldenden vom Militärdienst befreit werden, was im übrigen England nicht der Fall fein wird. Lloyd. George inühte sich, die Lust zum National- dienst zu elektrisieren. Es muß mit der Freiwilligkeit arg haperten. Er sagte, er sei der Hoffnung gewesen, durch freiwillige Mittel' zum Ziele zu kommen. Er sei aber g e- scheitert. Tie Nation müsse sich selbst helfen und dem Zwange der Regierung n ach kommen, die berech- tigt sei, von seder Klasse zu verlangen, daß sie alle ihre Hilfsmittel beisteuere, um dem Staate zu helfen. Die Nation kämpfe für ihr Leben und für die Zivilisation. Ter Minister scheint zum Schluß mit gröbstem Kaliber gefeuert zu haben. Durch Haß gegen die deutsche Kriegführung suchte er die Be- reitsckaft zun-. Nationaldienst in den Fabriken zu entflammen. Seine Rede war zum Teil auch ein Echo der De- borten, die eben in der s r a n z ö s r s ch e n K a m m« r um die a ch tu u st e r u n g e u kämpften. Der Widerstand gegen das iveitere Ausplündern der Mensckenkräftc Frankreichs hatte sich in Fragen ergangen, was denn Epgland an Menschen eingesetzt habe. Jetzt gestand Lloyd George zu. daß die großen Westmächte, Freund oder Feind, alle im Verhältnis zur Bevölkerung mehr Männer in Heer und Flortc cnr- fandt haben als England. Frankreich habe einen Mann auf sechs gestellt. Aber, sagre Lloyd George. England habe einen größeren Beitrag in anderer Hinsichr geleistet. Er nannte die Flotte, die einen großen Teil der Mtznichenkraft Englands in Anspruch genommen habe. Aus Lloyd Georges Rede ist zu schließen, daß die EnMrte- Leitung den in Frankreich eben zutage getretenen WiderstcMs- zcicheir— Zeichen schwerer Erschöpfimg— sehr ernste Bedeutung beimißt. Mit äußerstem Hochdruck wird nun in England die Pumpe in Betrieb gesetzt, die die Massen von Männern für die Front herauSsaugcn soll, mit denen man in diesem Jahre zu schaffen hofft, was bisher trotz aller Riefen- anstrcngungen nicht gelang. fln öer Seresina. Bcrliu, 7. Februar.(W. T. B.) Fast anberthalö Jahr lang steht bereits die Front an der Bcresina, im Sommer scheinbar im Sumpf versinkend, im Winter zu Eis erstarrt; aber frisch wie am Anfang lebt in der Truppe deutscher Offen- sivgeist, der auch vor den festesten, in langer Zeit ausgebauten feindlichen Stellungen nicht zurückschreckt. Am 6. Februar brachen bei Scweresina Sturmtrupps deutscher Landwehr im Verein mit ihren östcrreichisch-ungarischen Kameraden nach ausgezeichneter Feucrvorbereitnng mit großem Schneid über die Beresina in die russi'chen Stellungen ein, brachten zwei Offiziere, 54 Mann, 9 Mincnwerfer, 2 Maschinengewehre mit 3 Maschinengcwehrjchlitten und viel sonstiges Material heraus und kehrten auftragsgemäß in die eigenen Gräben zurück. Die blutigen Verluste des Feindes waren schwer: an frei- liegenden Toten wurden allein in einem Grabenstück der zer- störten feindlichen Stellung über 39 gezählt. Wie groß der moralische Eindruck des Angriffes aus den Feind war. kann aus dein fluchtartigen Verlassen rückwärtiger feindlicher Stellungen geschlossen werden. Herangeführte feindliche Rc- scrven brachen in unserem Artillerieseuer zusammen. Sorg- söltige Vorbereitung und vorbildliches Zusammenarbeiten aller Waffen bewirkten, daß der erfolgreiche Vorstoß fast ohne eigene Verluste(nur einUie Leichtverwundete) durchgeführt werden konnte._ Zliegertampfe an öer Westfront. Berlin, 7. Februar.(W. T. B.) Trotz strenger Kälte herrschte auch am 6. Februar an der ganzen Westfront rege Fliezertätigkeit. In der Nacht vom 5. zum 6. Februar wurden die wichtigen Bahnhofsanlagon von Albert und Dernau- court von unseren Kompsgeschwadern erneut und mit gutem Erfolg mit Bomben belegt. Aus feindliche Lager bei H e b u- t e r n e und P r o p a r t wurden insgesamt 449 Kilogramm Bomben abgeworfen. Mehrere Treffer wurden beobachtet. Im Lnftkampf wurden fünf feindliche' Flugzeuge abgeschoff-'n. Die Ueberreste von dreien sind in unterer Hand. Die öeutsche Hegenoffenfive bei Riga. Der namhafte Schweizer Militärkritiker Stegcmann schreibt im„Bund": Vielleicht bereut die ruffische Heeres- leitung heute, sich den Gegner dort durch ihren Vorstoß gegen Mitau ans den Hals gezogen zu haben. Tas ist ja der F l u ch solcher Teildurchbruchsver suche im Siel- lungskrieg, daß sie im Falle des Mitzlingens nach ge- wissen Anfangserfolgen den Angreiser in einer zur nach- haltigcn Verteidigung ungeeigneten Stellung st e h c n lassen, die nicht nur einem Gegenstoß Blößen bietet, sondern auch den ganzen, aus der Verankerung ge- hobenen Abschnitt gefährdet. Vor Riga war das doppelt ge- sährlich, weil der Durchbruchsversuch, der zugleich eine Di- Version darstellte, taktisch aus gewisse Geländeverhältnisse ge- gründet war, die dem Angreiser im Falle eines Witterung»- Umschlages oder Steckenbleibens- verhängnisvoll werden mußten. Zwar ist es der Armee Dimitrieffs gelungen, einen deutschen Divisionsabschnitt einzudrücken, aber es sckhlte ihr die Kraft, das OpsraftonsKiel zu erreichen oder sich nach vorn zu befestigen und sich vor dem Gegenangriff zu sichern. Dieser hat bereits zehn Tage später mit großer Wuckit und unter Präziser Ausnutzung der geschaffenen Verhältnisse eingesetzt und die vorgeführten fünf russischen Divisionen, �zu- letzt sogar die aus Riga herangeworfene Besatzungsdwision, schwer mitgenommen. Diese sind in den Tirul sümpfen, die sie bei Harftrost überschritten hatten, verstrickt worden, da sie sie nach dem Verlust von Kalzeem im Trommelreuer schwerer deutscher Kaliber als Haupfttellung halten mußten. Daß es bei dem daraus einsetzenden Gegenangriff zu größeren Abdrängungen gekmnitien ist, nimmt nicht wunder. Die Ver- luste, welche die Deutschen in den ersten Januartagen erlitten haben, sind Kweisellos geringfügig im Vergleich zu den Ein- büßen, die die Russen im Verlause der Aktion der letzten Tage gebucht haben, ganz abgesehen davon, daß die russische Stellung von O l a i bis in die Dünen der Bucht von Riga als erschüttert gelten kann, wenn es ihnen nicht ge- lingt. die Lage wieder herzustellen. Der Rigaer Brückenkopr ist durch die unvorsichtig? Gut- lasttingsosfennve der Russen also starker eingeengt worden, als diesen lieb sein kann. Sie sind ober energisch dabei, sich wieder einzurichten und die Abdrängung nach Norden un- möglich zu machen. Wann sich das Gleichgewicht der Kräfte wieder herstellt, bleibt abzuwarten. Tie ausgezeichneten Ver- bindungen, die Ludcndorff hinter der deutschen Nord- front geschaffen hat. haben sich offenbar glänzend bewährt. Ruma'nkstht Spitälsr. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters Dr. Adolf Köster. Rumänischer.Kriegsschauplatz, R. Januar. Bei mehreren Besuche« in deutschen und rumänischen KrieZS» lazaretten hinter der Sereth-Frant erhielt ich auf Grund von eigener Anschauung und Berichten deutscher Acrzte Einblicke in die traurigen Zustände, die augenblicklich in de» meisten rumänischen Lazarette« herrschen. Trotz teil- weise guter theoretischer Ausbildung ermangeln dir rumänischen durchweg ZeurS Pflichtgefühls, das gerade Zctzi zur J&t- wältig uug ihrer riesengreh angeschwellcnen ilufgabeu nöM ist. Iu einem Spital mit 1100 rumänischen Sertvundete» weigerte ein Lrzt, täglich mehr als eine Operatian am Permittag vSIlm- nehmen. Wochenlang legen hier Perwundete, ohne daß Verhande erneuert wurde». Tie hygienischen Zustände in diesem Spital spetten jeder Beschreibung. Ter Lazarett- Jnfpektar, ein Giimnanaldirektir, wurde bei Lctrüxereieu ertappt, infelgederrn die Ernährung der verwundeten uellkemmen ungenügend war. Infolge des Einspruches des Sürgermeisterk, der schwor, dast sich etwas Aehnliches nicht wiederholte, ließ man den �nspeitor i:n Amt. Wenige Tage später muhte er wegen erneuter Turchstechereien mit Lebensmittellieferanten verhattet werden. Unter der Mihwirtschaft dieses SanitatSwesenS leiden die Russen genau so wie die Rumänen. Als vor turzem rin rumänisches Ariegslazarett von uns gefangen w'.-rde, bäte» fchwerverwundrtc rumänische Offiziere KLnderingcnd unsere Lerzte, doch endlich de» unerhörten Zuständen im Lazarett durch Aerhaftunz der rumänischen Aerzte ein Ende zu machen. Mit ihrer haarst rauben den Nnsauberkeit drohen diese rumänischen Lazarette bei den heute hier liegenden Massen von Serwundete-i zu einem Herd von Seuchen zu werden. Na- türlich ist die Sterbeziffer erschreckend groß. Uner- hört ist die Behandlung der Taten. Man wirft sie aus Wagen und»erfcharrt sie ehne jede Zeremonie auf dem Friedhof. In einem Lirzereit wer die Leiche eine? russischen Seuchenkranke» in die Latrine geworfen worden! Nur«Ilmöhlich macht sich daS energische Eingreifen deutscher Aerzte und Pfarrer bemertbar. Taft der Eirund für diese schreien- den Mißstände wirklich die Faulheit und Gleichgültig- keit der dirigierenden rn manischen Aerzte ist, zeigt ein Seispiel südlich Focsani, wo ein junger rumänischer Ehirurg mit seiner Frau ein vollbesetztes Lazarett in tadelloser Ordnung hält. Tr. Adolf Köster, Kriegsberichterstatter. Thronreöe in Engionö. „Hnrte Nnforderungen." Loaden, 7. Februar. Reutermeldung. Tic bei der E r- ö f fn u n g des Parlaments gehaltene Thron- rede lautet: Es wurden»am Feinde in der Absicht, Friedens- Verhandlungen zu beginnen, gewisse B» r s ch l ä g e gemacht, ihr In h a l t gab aber keine möglichen Grund- lagen dafür an. Meine Söller im ganzen Reich und meine treuen tapferen Serbündeten bleiben fest und einig in dem Entschlüsse, die gerechten Forderungen nach Gntschädigung und Genugtuung für die Vergangenheit und nach Garantie« für die Zukunft durchzusetzen, die wir tlS wesentlich für den Fortschritt der Zivtli- sation betrachten. Fn der Antwort auf die Einladung Wik- sonS haben wir, soweit das gegenwärtig geschebcn kann, die all- gemeinen Ziele, die die Soraussetzuug zur SerwirNichung dieser Ansichlen sind, zitiert. Tie Drohung mit weiteren Verbrechen gegen das Völkerrecht und die allgemeinen Rechte der Menschheit werden nur dazu dienen, unsere Entschlossenheit zu stählen.— Wäh- rend der Wintremonate hat meine Flotte herausgefordert ihre ununterbrochene Wacht aus den Meeren sortgesetzt und mit Strenge die Blockade gegen den Feind durchgesetzt. Meine Armeen haben nicht nur in Europa, sondern auch in Aegypten, Mesopotamien und Ostasrika erfolgreich gekämpst und sind vollständig daraus vor- bereitet, den grossen Kampf in enger, freundschaftlicher Zusam- menarbeit mit meinen Verbündeten aus allen Kriegsschauplätzen zu e> neuern. Ich vertraue darauf, daß ihre vereinten Nnstrengungc» den bereits errungenen Erfolg zu einem siegreichen Ende weiterführen werden. Ich habe die Vertreter meiner Do- m i» i o n s und meines Indischen Reiches, die einen glorreichen Anteil am Kampfe genommen haben, eingeladen, mit meinen Mi- »istern über wichtige Fragen von gemeinsamen Interessen, die ssch auf den Krieg beziehen, zu konferieren. Tiefer Schritt wird, wie ich bestimmt hoffe, zu engeren Beziehungen zwischen allen Teile» meines Reiches führen. Meine Herren vom Unterhause, Sie werden aufgefordert, die notwendigen Bewilligungen zur wirksamen Fortsetzung de? Krieges zu machen. Meine Lords und meine Herren, die Vollendung der Aufgabe, die ich in Angriff genommen habe, wird harte Anforderungen an die Energie und die H i l f s- mittel aller meiner Untertanen stellen. Ich bin jedoch überzeugt, datz»eine Völker jeder Forderung, die für den Erfolg unserer Sache notwendig ist, mit derselben Standhaftigkeit und ge- nügenden Hingabe entsprechen werden, die mich seit dem Beginn des Krieges mit Stolz und Dankbarkeit erfüllt haben. Ich empfehle als» voller Vertrauen Ihrem Patriotismus die Massregel», die Ihnen vorgelegt werden sollen, und ich bete zu dem allmächtigen Gott, daß er Ihre Beratungen segnen möge. Neuer Oberbefehlshaber üer italienischen Ilotte. Ver», 7. Februar. Mailänder Blättern zufolge hat der Herzog der Abruzzen auS �esundheirSrückfichten daS Ober- kommando über die italienische Flotte niedergelegt. Sein Nachfolger ist Admiral Thaon de Revel.der zugleich die Leitung des Admiralstabs übernimmt. die Lage an üer Tigrisfront. ifvglischer Heeresbericht aus Mesopotamien vom ß. Februar.. Infolge un'eres krfol/res vom Sonnabend räumte der Feind das ganze sudliche Ufer des Tigris ästlich der Mündung des Hai in den. Tigris, das wir jedt halten. Mestlich des Hai bat der Feind die Laufgräben bis zu einer Linie westlich der Siißbolzfabrtf, die nordwestlich der Mündung des Hai in den Tigris gelegen ist, geräumt. Bis �etzt wurden 600 Tote' von dem Gefecht am Sonnabend gezählt.___ de? rumänische Sozialiftenfuhrer Raköwszkp in rusilscher GeValt. Budapest, st. Februge. Vei dem' allgemeine» Streik, der in Salntz«ls Protest gegen daS Eingreifen Rumünien? in de» Krieg provamiert worden war, wurde der Führer der rumänische» Sozialisten- Partei RakowSzky»erhastet.' Seit dieser Zeit war er spurlos »rrschwunden. ES gelang ihm nun, ein Schreibe»»ach Galatz durch- zufchmuzgeln, in dem er die Mitteilung macht, daß er nach der Räumung von Bukarest von de» Russen zuerst nach Waslui gebracht und dort interniert wurde. Jetzt befinde er sich in Jassy in sichere« Gewahrsam. Rakowsziy teilt weiter mit, daß ihn die russische» Behörden mit„Verbannung nach Sibirien"' bedrohen. �zlämische Bewegung für slutonomie» Brüssel, 6. Februar. Nach einer Meldung der flämischen Presse fand letzten Sonntag in Brüssel eine von mehr als 300 Obmännern aller aktiven flämischen Gruppen auS dem ganzen Lande beschickte Versammlung statt. Die Versammelten ciklarten sich einmütig für volle Autonomie des flämischen Volkes und setzten einen„Rat für Flandern" ein. dem die Aufgabe zufällt, ivcuerc Sckritte zur Erreichung dieses Zieles zu unternehmen. Ein-einstimmig genehmigter Aufrus an daS flämische Volk setzt Ziel und Zweck. dicicr Aufgabe auseinander. politische Ueberstcht. Tic nächste iUcichstagssitzung. Berliu 7. Februar. Tie nächste Sitzung deö Reichstags findet am 33. Februar, nachmittags 3 Uhr, statt. Tic Tagesordnung wird noch bekanntgegeben werden. - r Ein Tchäbling. Im„Popnlaire du Ceutre'' sind jüngst die Methoden gebrand- marü worden, ticdi denen in der„Humanüs" die Meinung der deulieben Sozioldemokratie gefälscht wird. Totz diese Kritik nicht genutzt bat, zeigt wieder einmal die Nmnnier der.Humonits" vom 2(3. Januar, in der Homo-Trumbach über die Stellung der deutschen Presse zur vitflosienen Friedensbotschaft Wilsons berichtete. Da heißt es: Nicht? ist grotesker, nichts ist heuchlerischer, als wenn die meisten bürgerlichen und mehrheitsiozialistilche» Blätter schreiben, daß das Programm. Wilions, so weit eS den kimflrgen Frieden betrifft,.ganz und aar übereinstimmt mir dem, was Deulschland vor dem Kriege gewollr hat". Die Fälschung ist für jeden denkenden Leser offensichtlich. Die sozialdemotrotiiche Presse bar selbstverständlich nicht gesagt, daß „Deutschland', sondern daß die deutsche Sozialdemokratie schon vor dem Kriege für dauernde Sicherung deS Friedens und nationales SelbstbestimrnmrgSrecht eingetreten ist. Statt den Lesern der �.Humanitv' daS niitzuteilen, verdreht Grumbach die Aeiißerungen der sozialdemokratischen Presse, um sie zu verleumde» und zu beschimpfe». Dieser„Homo" saus deutsch Mensch) sitzt in schöner Sicherheit in der Schweiz, treibt Bölkerverhetzn'ig und lügt die sranzöstsche» Sozialisten systematisch an. Tie Leser der„Humanite" und wahrscheinlich auch ihre Redakrenre wissen nicht, in wie schamloser Weise er die ihm eingeräumte Vertrauensstellung als verichterstaiter über deutiche Borgänge mißbraucht. Wird einmal die Geichidite der verlogenen ZeitungSkietze während des Krieges geschrieben, und nennt man die.besten Namen", dann wird auch der seine genannt werden!_ Tie freie Bahn in Preusten. Ein mit wirklichem Humor begabter Herr- bat sich mit einer Zuschritt au die.Deutsche Tageszeitung" gewandt, um darauf hin- zuweisen, daß die Parole„Freie Bahn dem Tüchtigen" in Preußen schon immer Geltung gehabt habe. Namentlich zwei Einrichtungen unkereS öffentlichen Lebens hätten seit jeher, namentlich in Preußen, den Ausstieg der Begabten gefördert: die Ä i r ch e und daS Heer. Die höheren Schulen, die von kirchlichen Organen im Mittel- alter und noch in späterer Zeit begründet wurden, haben den begabten Kindern der mittellasen DoltSschichteir ebenso offen go- standen wie den Kindern der Reichen: von den Studierenden der deutschen Universitäten ist deshalb tvohl immer die Mehrzahl an? bescheidenen oder bescheidensten Berhäimissen hervorgegangen. In diesem Satze deutet zwar jedes Wort ans die miübertreff» liche humoristische Begabung des Verfassers hin. aber die Schluß- Worte bleiben gleichwohl eine Perle. DaS Spaßhafte der vemerknng, daß die Mehrzahl der UniversitätSstudierenden ans bescheidenen und bescheidensten Verbältnissen hervorgegangen sind, wird um so deut- licher zum Ausdruck gelangen, wenn man etwa die anläßlich des Berliner UiiiversitätSjubilänmS herausgekoimnene Statistik über die soziale Herkunft der Studenten zu Rate zieht. Da findet man bei- spielsweise, daß von je hundert Studierenden der RechtSwissen- schaft achtzig die Söhne waren von selbständigen Fabrikanten und Kaufleuten, von Rentnern, sowie höheren Beamten. Die übrigen 20 Proz. entstammten dem sogenannten Mittelstand, Söhne von Ar- beitern gab eS unter den Rechtstudierendcn überhaupt nicht! Diese Studenten müssen eS in der Tat als prächtigen Witz ansehen, wenn sie nun durch die. Deutsche Tageszeitung" erfahren, daß die Mehrzahl von ihnen aus bescheidenen und bescheidensten. Verhältnissen stammt.__ Nicht heeresvienfchftichtig. Offiziös wird geschrieben: Unter den aus R u s si s ch- P o l e n gebürtigen, zurzeit in Deutschland beschäftigten freien Arbeitern ist, wie mehrere Anzeichen ergeben, eine geivtsse Beunruhigung ein- getreten, an der russische Agenten stark beteiligt sein dürften. Es wird de» Leuten eingeredet, daß sie zwangsweise Ein- st e l l u n g in das Heer deS neuen polnischen Staate? zu gewärtigen hoben. Unter dieser Vorspiegelung werden die Arbeiter dazu ausgereizt. den Dienst zu verlassen; einige haben sogar versucht, über die holländische Grenze zu entweichen. Diese Gerüchte sind völlig sinnlos, soweit sie nicht böswillig sind. Niemand denkt daran, die polnische Bevölkerung zwangsweise auszuheben, weder in Polen selbst noch in Deutschland. DaS polnische Heer wird ausschließlich auS Freiwillige« zusammengesetzt. Alle entgegengesetzten Gersichte beruhen auf böswilliger AuSstreunng unserer Feinde, die den vielen angeblichen Völkerrechtsbrüchen Deutschlands emen neuen hinzuzufügen wünschen. Die polnischen Arbeiter mögen also in aller Ruhe an rhrer Arbeitsstelle bleiben. Noch ein geistlicher Tank an(Sott für den Krieg. Herr Pfarrer v. Philipp?, denen Dank an Gott sllr den Krieg wir jüngst veröffentlichten, hat eine» Gefährten de- kommen. Dieser schreibt für ei» sehr ftomm-S Blatt, den„Kirch- lichen Anzeiger für die Kirchengemeinden Heepen. Sieter, Glieghorst und Ubbeoissen".— In Nr. 2 dieie?„Unter Mitarbeit der Pastoren dieler Gemeinden" vom Verein für innere Mission hcraliSgegebnieii Blärlchens vom 14. Januar 1917 finden wir unter der Ueberschrift „Berlinische?" folgende Belrbchtung: Angenehm verändert fand ich daS SIraßenvild geize» früher auch insofern, als die Stadl viel sauberer ist. DaS ist nicht im eigentlichen Sinne gemeint, denn sauber ist Berlin immer. Der Kaiser lagt« einmal, Berlin tväre die schönste Stadt der Welt, und er hat sich in der Welt umgesehen. Sauber waren die Straßen Berlins früher, nicht iur bildlichen«Sinne. Wen» man nur 10 Minuten in der Friedrichsiraße ging, konnte einen der Ekel erfasse». Jetzt ist es in diesem Stücke weienilich besser, man könnte beinahe lagen, gut bestellt. Gemeint sind die L'.lderläden. Ob der Krieg allein oder das Generalkommando diese Aenderung herbeigeführt hat, mag dahmgestelll bleiben. Jedenfalls kann man sich herzlich darüher freuen. Berlin ist in gewissem Sinne Preuße», ja Deutschland. Wenn es nun erlaubt ist, von der Haltung dieser Stadt einen Schluß auf dos ganze Land zu machen, dann dürfen wir Gott dafür danke», daß er den Krieg geschickt hat. Müller beweinen ihre Söhne. Frauen ihre Männer, Schwestern ihre Brüder,— aber der Herr Pfarrer des„Kirchlichen Anzeigers" dankt Gott, daß er keine unsittlichen Bilder mehr zu sehen braucht.. Leiste Nachrichten. Kein Abbruch mit Testerreich-llngarn? Wien, 7. Februar. Tie„Wiener Allgemeine Zeitung�' schreibt: Tie Besprechungen zwischen dem Ministerium des Aeusser« und dem hirsigen amerikanische» Botschafter dauern«». Die diplo- matischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staate» und Oesterreich-Nngar« bestehen weiter. Zu einem endgültigen Ergebnis hoben die Besprechnngeu vorläufig noch nicht geführt. Fn Amerika find Strömungen und Bcmübungen vorhanden, die darauf hinausgehen, den Fortbestand der diplomatische« Beziehungen zwischen den Bereinigten Staaten und Oestereich-llngarn zu er- möglichen. Deutsche Schiffe in Portorico unter amerikanischer Bewachung. San Juan(Purtoricol, K. Februar.(Reutermeldung,) Um die hicr liegende« deutschen Schifte„Odenwald" und„P r ä s i- d e n t" und das englische Ko h l e n s ch i f s Kb 3, das am Ansang deS Krieges ven einem deutschen Schisse erbeutet und hierher gebracht wurde, sind militärische Wachen ausgestellt. Die deutschen Besatzungen müssen an Bord ihrer Schisse blei- b e n. Das amerikanische Küstenbewachungkfahrzeug„Stasca" liegt neben den Dampfern p»r Anker. Tie deuischrn Schiffe in Honolulu. Haag, 7. Februar. Lloyds meldet au? Honolulu, dass in neun deutschen Schiffen die Kessel und Maschine» zerstört sind. Dir Schiffe stehen jetzt unter Bewachung. Die Besatzungen wurden vrrhnftet. Vorratsankäufe and Zensurmastnahmen. Washington, K. Februar.(Meldung des Reuterfchen Äu- rcaus.) Ter Krirgssekretär hat angeordnet, da« alle Vor- rate Bis zur Grenze der vorhandenen Krc- dite angekauft werden. Alle drahtlosen Tta- tionen befinden sich jetzt unter militärischer Zen- s n r. Dänemark gibt keitic Antwort. Kopenhagen, 7. Februar.„Politiken" meldet, daß die Note Wilsons vom amerikanischen Gesandten im Mini- sterium des Acuheren überreicht worden ist. Tie N o t c e n t- hält keine Aufforderung oder Anfrage, sondern stellt n u r eine Mcinnngsäußeruncl dar, die infolge ibrer Form nach diplomatischem Gebrauch eine Antwort nicht bean- sprucht. Der Inhalt der Note wurde im Ministerrat er- örtert. der noch im Laufe des gestrigen Vormittag stattfand. Sämtliche Minister nahmen daran teil. Später hatte der Mi- nistcr des Aeutzcren Scavenius eine Zusammenkunft mit dem amerikoniichen Gesandten E g a n. bei der er diesem den bereits gemeldeten Standpunkt der dänischen Regierung mitteilte. Eine weitere Antwort wird nicht abgegeben werden.__ Schweden über Wilsons Einladnug. Steckholm, 7. Februor.(W.?. B.) Tie Aufforderung Wilsons o» die Reutrolen, sich seiner Aktion«nzuschliessen, wird von der schwedischen Presse einstimmig aufs fchäriste verurteilt: Granting «eint, die Vereinigten Staaten verdiente» keine Gefolgschaft, da sie bisher jede Gelegenheit persäumt hätte», ihre Stellung als he- deutcndste. neutrale Mo cht für ein gemeinsames Austreten sämtlicher Neutralen»nszunützen. Die Note Schwedens. Stockholm, 7. Februor.(„Frif. Ztg.") Die bevorstehende Note an Deutschlond über die Verschärfung de« TouchbootlriegeS steht«n- geblich«uf dem Vöde» der«n die deutsche und britische Regierung gerichteten gemeinsamen skondmovischen Note vom 1k. Februor 1913. Sie bedeutet, wie„Nha Toglight Allehoud»" bemerkt, keine Parteinahme gegenüber den Kriegführenden. Tie Veröfsenklichung der Schweizer Roten. Bern, 7. Februar.(„Frks. Ztg.") Wie der„Bund" vernimmt, wird die Antwort des Bundesrats«uf Wilsons Rote morgen ver- öffentlicht. Gleichzeitig ist die Veröffentlichung der Note zu erwnrten, worl» der Bundesrat zur deutsche» Blockadenote Stellung nimmt. Wie der Berner Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" erfährt, ist eine Rechtsverw«hru»g der Neutrale» gegen den deuft'chen Tanchbootkrieg in Form einer gemeinsame» Note allerdings nicht zu erwarten, doch wird die Schweiz, wen« sie Protest einleg«» sollte, nicht ohne vorherige Fühlnngnnhme mit de» übrige» Neutralen tun. Versenkung der Edda.— Schwede.» perlangt Untersuchung. Stockholm, 7. Februar.(Meldung von Svens!« Telegrambtiran.) Nachdem das schwedische Ministerium des Aeusser» erfahren hatte» dass der schwedische Dampfer„Edda", auf der Fahrt von Seohamhar- hour«ach Halmstad mit einer Ladung Kohlen, om 21. Januar von einem deutschen U-Boot versenkt worden ist, erhielt der schwedische Geschäftsträger i» Berlin die Weisung, von der deut- fchen Regierung eine Untersuchung über daS Vorkomm- ms unter Vorbehalt aller Rechte zu verlangen. Versenkt. Bern, 7. Februar. Der französische Dampfer„Sylvia" (2591 Tonnen wurde versenkt, die Besatzung in Marseille gelandet. London, 7. Februar, Lloyds meldet, daß die englischen Tampser „A z u l"(3074 Br. R. T.) und„Bar o n Brilon"(1337 Br. R. T.) versenkt wurden: Zwei Mann der Besatzung des„Saxon Brilon" wurden getötet. Haag. 7. Februar. DaS Korresponden�oureau er- fährt, daß heute früh der norwegische Dampfer ,K i n a k"; der von Rotterdam nach England fuhr, fünf Meilen nordwestlich vom Leuchtschiff Norrhindcr torpediert wurde. 24 Mann der Be- satzung wurde» unverwundcr aus das Leuchtschiff gebracht. Revolverschüsse im ungarische« Parlament. Vudapest, 7. Februar. Im Abgeordnetenhause wurde» während der Rede des Grafen Theodor Batthyany(oppositionell) von der zweiten Galerie drei Revolverschüss« abgegeben. Nie- mcmd wurde verletzt. Ter Täter wurde der Polizei übergeben. An- scheinend war er betrunken. Er brach bei seiner Festnahme in Tränen aus. lieber die Ursache seiner Tat machte er unzusammeu- hängende Angaben. Der Zwischenfall verursachie keine besondere Erregung. Batthyany setzte ieine.Rede fort und sagte: Wir dürfen uns nicht durch einige Patronen stören lassen. Nach ihm ergriff Ministerpräsident Grus T. i s za das Wort. Tie französischen Bergarbeiter gege» Urberstu»dk». Paris, 7. Februar.„Petit Parisie»" meldet aus Samte Stiem«»; Tie BergwerkSgesellschasten' des Leireyebietes balle» die Arbeiter auf- getorderr, im Interesse der LandeSberteidigung tgglich zwei Stunde« länger zu arbeiten. Die Bergarbeiter verwarfen den Borschlag, da infolge des achtstündigeki Arbeitstages bereits Uebermüdung herrsche._ Nur eine Division Veuizeliste». Bern, 7. Februar. Laut„Bund" meldet„Nowaje Wrrmja", daß infolge Mangels an Kriegsmaterial die Saloniker National- rrgterung nur eine Tivisisn aufstellrn konnte. Gewerkschaftliches. die Gelben als �lrbeitervertreter im f>ilfsöienftgeseh. Der Dtreit über die Zulassung der WirtschaftSfriedlicheu ol-, Arbaitervertreter in den nach§ 7 nnd 9 des Hilfsdienst- Gesetzes zu bildenden Ausschüssen tvird von den Wcrkvereincn selbst und ihnen nahestehenden einflußreichen Gönnern weiter- geführt Lcgicn hatte bekanntlich iin Reichsiagsaussckniß er- klärt, daß den Gelben eine Ncrtretnng in den Ausschüsse auf keinen Fall zugestanden werden könne, weil sie von den Unter- nehmern unterhalten ivürdcn: sollte der Versuch gemacht werden, die Gelben in die Ausschüssen hineinzubringen. dann müßten die Vertreter der Gewerkschaften aller Richtungen die Mitarbeit in den Ausschüssen iiblehiiew Der Vertreter der Regierung hatte später erklärt, daß die Ausschaltung der Gelbe» wider die Gesehmäßigkeit gehe, die Regierung»verde daher auch Gelbe in die Ausschüsse berufen. Tatsächlich ist daS dann vereinzelt auch schon ge- schehen. Im Interesse der Gelben beinübt sich jetzt auch der nationallibcräle Reichstagsabgeordnctc Dr. Böttger in einen» Artikel im„Tag", Er spricht davon, daß, lvcr das gleiche tkiccht erstrebt, nicht dc»i Gelben die Existenzberechtigung ab spreche»! dürfte und daß ihre Botikotticrung den deinokratischeu Grirndsätze»»viderspreche. Nach einer Gegenüberstellung der friedlichen Veswcbnngen der Gelben zu denen der strcik- prinzipiellen anderen Gelverkschastcn, kommt Dr. Böttger zu dieser Charakteristik der Gelben: „Man kann aus der Geschichte und der Natur der Gelben heraus verstehen, daß sie bei ihre» Gegnern höchst unbeliebt sind, Diese Gegner behaupten, daß sie alle Vorteile mitgenössen, welche die Arbeilcrbeweginig zu erringen versteht, ohne am Risiko und an den Opsern und Leiden beteiligt zu sein.... Die übrige Oefsentlichkeit und politische Welt bringt im allgemeinen den Gelben wenig Sympathien cntgcaen. und das kann und»nutz dcir anderen Gewerkschaften als Entschädigung dienen." So richtig diese Schilderung der Gelben ist, so unlogisch ist die Schlußfolgerung. Wenn die Gelben auch in außerhalb der Gelverkschastcn stehenden Kreisen so lvcnig S»impathie haben, so müssen dieser Unbeliebtheit»vohl tiefere Ursachen zugrunde liegen. Mit dieser Antipathie sich aber bescheiden zu lassen, ist denn doch ein etlvaS zu eigenartiges Verlangen, dein Herr Dr. Böttger in gleicher Lage»uie»vir»vohl auch nicht uachkominen»vürde. Nein, die logische 5konsequenz des von den Gelben ausgestellten Programms und besonders ihres jahrelangen Verhaltens ist,"daß sie als Arbeiter- gewerkschaftcn nicht anzusprechen und sie soniit als Vertreter in den Ausschüssen nicht zuzulassen sind. Wenn cS ohne sie in de,! Ausschüssen absolut nicht gehen soll, dann befolge man doch den schon gemachten Vor- schlag und»vähle sie als Vertreter der Unternehmer! Diese Stellung»vürde ihrem ganzen Daseinszlveck durchaus cnt- sprechen. Ob die Gelben über den Bärcndicilst, den ihnen Dr. Böttger mit seinem Artikel tatsächlich geleistet hat, sehr erfreut sein»verde»», ist jedenfalls billig zu bezweifeln, denn erscheint uns dem gcivolltcn Zivcck nicht sehr dienlich zu sein. Unsere Gewerkschaften lehnen mit guten Gründen die An- erkennung der Gelben als Arbcitervertrcter in den Aus- schüsssn ab, und sie befinden sich mit dieser ihrer Auffassung durchaus im Einverständnis mit den übrigen Gewcrkschafts- richtungcn. Alle gekünstelte Arguinentation zu ihrer Vcrteidi- gung kann diese Auffassung nicht erschüttern. Serlin und Umgegend. Ans der Schlichtungskommissio»» für Militärschncider- arbeiten. Der Tarif des Gardekorps und die Arbeite» der Ersatztruppcn- teile. Einen grundsätzlich wichtigen Prozeß führte der Schneider- verband, verueten durch Kunze, für drei Arbeilerinnen gegen Herrn F. Es wurde Nachzahlung von 73 M. verlang», unter Zu- guindelegmig des Tarifs des GardekorpS. Dcr"Beklaganr»IS Freitag mittag. Ii» Nordwesten überwiegend bcwöllt, mäßiger Fi oü: in den anderen Gegenden zeitweise neblig, joiist trocken und vielfach heiler. außer am Mittag ziemlich strenger Frost, Verantwortlich siir Politik Hermann Müller, Vempelhos; für den übrigen Test d, BlatteS, Zllfrod Scholz, Neukölln; iür Inserate: Tl>. Glocke, Berlin Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckcrci u, BrrlagSanstalt Paul Singer ieCo Berlin LlV. Hierzu I Beilage und Unterhaltuugsblatt. A. WERTHEIM TuscIMclier Weißieinene Taschentücher fa» Herten und Damen. Weißleinene Hohlsaumtücher für Herren und Damen Buntkantige Hohlsaumtücher iür Herren und Damen WeißleineneTaschentücherm.Buchstaben Weiß- und buntkantige Batist-Hohlsaumtücher für Damen, mit Buchstaben Kindertücher mit Buchstaben Kindertücher mit bnntgesticklen Figuren Einsegnungstücher mit spiue Linon-Taschentücher weiß und bunikantig Neuheiten in Damen- Blusen Handarbeiten Tisch- and Mtacher Ausschnitt-Arbeiten auf erdfarbigem Stoff, vorgezeichnet. 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Y9rg«z«icluift, angefangen unsl fartig in . erschiedenen Preislagen Tischtücher in Jacquard und Damast in verschiedenen GröEcn Mundtücher in Jacquard und Damast Droll-Handtücher gesäumt und gebändert Jacquard- Handtücher gesäumt und gebändert Gerstenkorn- Handtücher gesäumt und gebändert Frottier- Handtücher in verschiedenen QröCen Spitzen-Mitteldecken Spitzen-Läufer Spitzen-Nachttischdecken Kaffeedecken bunt gewebt und bunt bedruckt in verschiedenen Größen und Preislagen Neuheiten in Damen-Kleidern v_ !lk. B8 31. IsilttW. ßtilnif ilrs Jontärts" Kcrlim Douuttstag 8. Februar M7. Eisenbahnfragen. Berkrhrsschwierigkriten.— Rcichseisenbahugtmcinschaft. Tie Sitzung der Siantsl'uushaltskomniisiion am Mittwoch ivurdo zunächst ausgefüllt mit der Erörterung der bestehenden Verkehrs- i ch lv i e r i g k e ir e in Ter M i n i it e r teilte mit, dast a ni 1 ü. F e- b r u a r eine lo e i! e r e Einschränkung des Personen- Verkehrs ersolzen werde. Der Schnellzugvertchr solle nicht ein- gestellt werden, auch die Einschränkungen würden nicht allzu schwer lein. Bezüglich der stohlcnvcrsorgung erklärte der Minister, dag vor allen Dingen die Munitionsfabriken, die öffentlichen Betriebe und die Eiiis- und Elektrizitätswerke berücksichtigt werden sollen. Der Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion, Genosse L e i n e r t, er- klärte es für erforderlich, daß eine wesentliche Vermehrung des rol- lendcn Materials der Staatsbahnen erfolgte, damit die Bahnen auch in der Lage feien, alle Bedürfnisse, die nach dem Kriege hervortreten, zu befriedigen. Er wies auch aus den Schaden hin, den die mangel- haste Beförderung namentlich für die Arbeiter bringt, wenn Feierschichten im Bergbau und in den Fabriken eingelegt werden mühten, und fordert umgehende?lbhilse. Die weitere» Erörterungen drehten sich um die Schrift des Mi- nisierialdirektors Kirchhofs über die R e i ch s e i s e n b a h n- aemeinschaft. Tie Redner der bürgerlichen Parteien sprachen sich gegen die dori niedergelegten Ansichten aus. Auch der M i- » i st e r meinte, daß dieses Programm nickt die erhofften Wirkungen haben werde. Er müsse namentlich warnen vor der Behauptung des iderrn Kirchhofs, daß durch Vereinfachung des Verkehrs tausend Millionen Mark an Ausgaben gespart werden könnten. Bei den großen Anforderungen, die an die Sieuerkrast der Bevölkerung gestellt würden, könne eine solche Lehaupstmg irreführend wirken. Der Finanzminister verbreitete sich des längeren über die finanztechnifchm Fragen, die Kirchhoff in feiner Broschüre dargestellt hat. Er meinte, daß Kirchhoff von ganz falschen und unrichtigen Voraussetzungen ausgehe und deshalb auch zu unrichtigen Schlußfolgerungen komme. Die Verhandlungen werden morgen fortgesetzt. Bi» öer Partei. Der Lberzensor der Parteiprcfse. .Ter Angeklagte ist ein schurkisches, gemeingefährliches Jndi- biduuni. Damit Sic sehen, welchen verbrecherifchen Charakter wir por uns haben, führe ich nur zwei Beispiele an: Der Angeklagte ist wegen zu schnellen NadsohrenS mit einem Polizeimandat von 3 M. vorbestraft und hat auch einmal wegen ungenügender Frankierung eines Brieses Sirafport» zahlen möffcn." Nach dieser Metbode klagt Eduard Bernslein in einem Korre- spondenz-Artikel die MehrheilSpresie und namentlich den.Vorwärts' unter seiner neuen Redaktion an, durch schreiende Ucbcrschriften und Wahllosigleit in der Behandlung der Nachrichten dem Leser ein ganz falsches Bild von den Zeitereignissen zu geben. Wer zunächst seine schmetternden Anklagen liest, bereitet sich auf das Fürchterlichste vor. Und dann kommen die Beweise unsererBerbrechernatur: Ein Polizei» mandat, ein Strafporto. Zwei ganze„Fälle' hat Lernstein als BeweiSmaterial für seine vernichtende» Anllagen auftreibe» können und keiner von bxiden hat auch nur die geringste Beweiskraft. Am Sl. Januar brachte Wolsss Bureau ein Telegramm über die französische Kammersitzung vom 10. Januar, in den, u. a. von Skandalszenen zwischen fran zösischen Mehrheit«- und MlnderbeitSsozlalisten berichtet wurde. Ta cm anderer Bericht über die Sitzung nicht vorlag, haben die Viehrheiisblättcr sgenau wie die meisten Mnderheitsblätier!) diesen gebracht, und natürlich auch die Stelle von den Skandalszenen. Nun stellt Bernstein fest, daß in der Nummer der„Humanits' vom 20. Januar, weder im Bericht über die Sitzung noch in dem Leit- artikel RenaudelS von der betreffenden Skandalszene die Rede ist Aber selber gesteht er zu: .Nutz ist das Schweigen der„Humaniiü" natürlich noch kein Beweis, daß sich nicht in der Tat heftige Szenen in d e r K a in m e r oder in der FraktionSfitzung der Sozialisten zwischen einer Anzahl von diesen abgespielt haben. Die find bei dem lebhasten Tempera ment der Franzosen wahncheinlich genug. Was bleibt danach nun eigentlich an dem ganzen„Fall' noch dra»'i Bernstein sagt, solche Temperamentöausbriiche hätten bei Franzosen weiter kein« große Bedeutung. Also wegen dieser Ansicht Bernstein» darf dir MeSrheitkpresse nicht über den Borsoll berichten und keine Konimentare daran hängen sdad letzter« hat der»Bor wärt»' nicht einmal getan). Aber halt, noch ein»! Nach dem Wölfischen Bericht sollte eS zwischen Brack« und Renaudel fast zu Tätlichkeiten grkominsii sein.„Aber im Kammer. baricht', triumphiert Bernstein,. stehen die Rame» Bracke nnd Rcnaudel friedlich gemeinsam unter der Gegenerklärung der fünfzig MehrhcttSvertreter gegen die Interpellation Presiemane. Richtig— und wo» steht in den«„Sensationsblatt', dem.Vorwärts vom 22. Januars Im Anschluß an die Meldung schriebe» wir: „Brocke galt bisher, obwohl alter Guesdist. als sicherer Anhänger der sranzisifchea Mehrheit'. Also wir hatten sofort bei Empfang de» Telegramm?, ohne erst, ivi« Bernstein, das Eintreffen der „Hnmaniiä' abzuwarten, gegen die Richtigkeit dies«? Punktes der Meldung Bedenken und teilren dies« Bedenken den Lesern mit, de» halb sind wir nach Bernstein ein.SensationSblatt". Räch kurioser liegt Bernsteins zweiter Fall. Ueber eine Meldung, in der sich der englische Arbeitlminifier John Hodge. der bisherige Generalsekretär deS Gewerkvereins der Stahlhüttenarbeiter, für Schutzzölle aussprach, hotten wir die lieber schrist gesetzt„Die englischen Arbeiter schutzMncrisch<*. Dadurch haben wir— nach Bernstein— die gesamte, englisch« Arbeiierschast als fchutzzöllneril'ch hinaostellt. Eduard Bernstein ist zwar sehr kurz- sichtig, aber da« Fragezeichen hinter der Uebersckrist kann er nickt übersehen haben, denn er bat es in seinem Artikel mir abgedruckt. Wo« ein Fragezeichen bedeutet, weiß«in Schüler der untersten Volksschulklasie, nur Eduard Bernstein tut, als wüßte er eS nicht, sondern ergehl sich im Anschluß an da« von ihzn wegeökainotierte Fragezeichen in immer schrecklicher«» Versluchungen des.Vorwärts', die darin gipfeln, wie die Reger von Haiti, die bei einem Aufstand gegen die Weißen mit einem MristuSVlld herumzogen und auf da» Bild de« Gekreuzigte» zeigend riefen:.Di« Weißen haben Bhrlstu» getötet, lastet un« die Weißen töten'. Bernstein» Arbeit steht ungekähr auf einer Stufe mit jener SkönchSichrist in Scheffels„Ekkehard', deren Verfasser Ekkehard in endloken Schmähungen als schwärzesten Schurken hinstellt, alle« nur auf Grund der einen Tatsache, daß Ekkehard dem Bersaster einmal einen grammatischen Schnitzer nachgewiesen hat. Aber wir wollen Bernstein mit einer Gegenansrage antworten: ES war einmal eine?arteiredatlion, die hatte die für sie un- angenehme Rnfgabe, ihre Leser davon zu unterrichten, daß das englische Porlainent einstimmig(alfo unter Einschluß der gesamten Arbeiterpartei) die Kriegskredite bewilligt hatte. Und da sie doch diese wichtige Nachricht ntcht gänzlich unterschlagen tonnte. so versteckte sie sie in einer anderen Notiz mit der Ueberschrift„Lord KitchenerS Reise". Tort war die wichtige Tatsache so nebenbei in eineinhalb Zeilen unausfällig erwähnt. Weiß Eduard Bernstein welches Blatt, welche Redaktion das war? Adolf Hesfmailns ergebene Vitt'. Die vier Mann, welche die sozialdemokratische Fraktion de» preußischen Abgeordnetenhauses ver- lagen und eine neue Fraktion gegründet haben, sind von einer kaum glaublichen Naivität. Wie wir in den„Groh-Berliner Mitieilunacn' lesen, waren Adolf � Hoffmann und seine Freunde sehr verwundert, daß die Fraktion aus ihrem Verhalten die notwendigen Konselfuenzen zog. Sie hatten angenominen, daß sie die Fraktion, der sie nicht mehr angehörten, noch weiter in den Kommissionen vertreten könnten. Davon konnte natürlich keine Rede sein. Als die Erkenntnis, daß sie wirklich draußen waren, ihnen dämmerte, bettelten sie den Land- tagspräsidenten um Hilfe an. Adolf Hoffmann bcfctoerte sich in einem Brief an den Präsidenten, die Fraktion habe ihm den Sitz in der llnterrichtskoinmissiou„abgenommen" und„bittet ergebenst', den Wünschen der neuen Fraktion entweder durch Aufstellung einer neuen Anteilsberechtigung oder durch Abwechslung in der Besetzung der Kommissionssitze Rechnung zu tragen.— Die sozialdemokratische Fraktion, der das Hoffmaimsche Schreiben durch den Präsidenten übermittelt Ivurdc. yat diesem erwidert, daß die sozialdemokratische Fraktion eS als ihr Recht betrachtet, die ihr gehörigen Sitze in den Kommissionen auch in Zukunft mit ihren Mitgliedern zu besetzen. — Die Entrüstung der Hoffina»» und Genossen wirkt um so lächer- Iicher,. als sie in der Zeit, da sie noch die Mehrheit der Fraktion hatten, alles getan ljabcn, um die damalige Minderheit mundtot zu machen.' TaS wird durch ein gewiß unverdächtiges Zeugnis bc- kündet, den» das gestand die„Wiener Arbeiter-Zeiiimg" in dem- selben Artikel zu. in dem sie die Erklärung SoffmcnmS gegen Hirsch zu verteidigen suchte.___ Bus Groß-Serlin. Hrot- Kohlen- Schuhe. Drei Tinge, die mnil unstreitig als die unentbehrlichsten von allen Löbens- und BedarfSmitteln bezeichnen muß. hoben abermals eine empfindliche Verteuerung erfahren. Wie wir gestern berichteten, wird das neue Einheitsbrot zu 19CO ftratmn 80 Pf., zu 1000 Gramm 42 Pf. kosten. Ter Preis für das neue Weizengebäck ist, entgegen den ersten Meldungen anderer Blätter, noch nicht festgefetzt worden.- Das jetzige Berliner Brot, das bekanntlich auch 1900 Gramm wiegt, kostet 6-1 Pf,; das voraussichtlich Montag in acht Tagen in Geltmig treteltde Einheitsbrot wird u in V o l l e 16 Pf., also um nicht weniger als 25 P r o z.. teurer fein. Zwar haben tu der beschließenden Sitzung des Siebenerausschusses der Brotkartengemeinschaft drei Snckv verständige des Bäckereigewerbes sogar 84 bis 86 Pf. gefordert: indes sind wir nicht geneigt, diesen Anspruch ernst zu nehmen, denn die Berliner Bäckerinnungen n haben acht Tage vorher selber„nur" 80 Pf. gefordert. Wenn aber eine Körperschaft wie der Zentrawerband der Bäckerinnunaen Berlins 80 Pf. fordert, dann liegt es klar auf der Hand, daß sie nicht die Festsetzung dieses vollen Preises erwartet, sondern daß man mit einer inöglichst hoch gesteckten Forderung einen möglichst hohen Preis erreichen will. Der Preis von 80 Pf. übersteigt also selbst die höchsten Erwartungen der Bäcker. Jede weitere Bemerkung wurde die in dieser Feststellung liegende scharfe Kritik abschwäche». Den Verbrauchern steht keiit Mittel zu Gebote, sich dieser neuen Ungerechtigkeit zu entziehen. Und die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung hat auch nicht die Möglichkeit, die erheblichen Mehrausgaben durch erhöhte Einnahmen weit zu machen. Sie muß zahlen, zahlen, zahlen l Wie beim Brote, so bei den Kohlen und bei den S ch u h re p ara t ur e ni Gerade erst wieder hat der Kvblcngroßhandel den Preis der Briketts frei Haus um volle 2,50 M. pro tausend Stuck erhöhen dürfen. Nach einer Er klärung der Gutachterkommisston aus den letzten Tagen ist der Rlchchreis für die Besohlung von Männerschuhen auf 5,60 bis 6 M. festgesetzt worden, wozu noch ein Preis von t.ZO M. für Absätze hinzukommt. Für Frauenschuhe ist der Satz ilur wenig geringer. Wer die Preise nicht zahlen kann. ist schutzlos der gesundheitgefährdenden grimmigen Kälte preisgegeben, tocis bei dem immer noch nicht aus der Welt Seschafften stundenlangen Anstellen zehnfach ins Gewicht fällt. ind wenn die Kälte dem Tauwetter weichen wird, tritt das nicht weniger gefahrbringende Stehen oder Gcheu in dem aefürchtcteii Schneeinorast ein. Unzählige Frauen und Kin der werden sich unfehlbar wiederum bedenkliche Krank beiten zuzichcn müssen. Mit dem Erwärmen am häuslichen Ofen nach der endlichen Heimkehr hat es feine besonderen Schwierigkeiten, weil eine ganze Reihe von Kohlenhändlern sich weigert, von den vorhandenen Vorräten an die stundenlang stehenden halberfrorenen Menschen zu verkaufen, in welchem gemeinschädltchen Gebaren sie sogar von einzelnen Polizeibeamten gestützt worden sein sollen. Der„Lokalanzeiger bat darüber unter Aufzählung von empörenden Einzelheiten (Verhöhnung der Wartenden durch patzige Händler) genaue Angaben gemacht. Wo bleiben die Früchte unserer so oft und so taut ge- priesenen„Organisation", um die uns die ganze übrige Welt beneiden soll? Man hat sogar von Kriegssozialismus ge» redet. Und dabei sehen wir in Wirklichkeit nichts anderes als klägliche Kompromisse zwischen Erwerbsinteressen und Kriegsnotwendiakeiten. Alles hafte anders sein können, sogar ohne Sozialismus. Es bedurfte nur der Erfüllung sozialdemokratischer Gcgenwortüforderunacn. Aber obwohl man den Verkehr, die Beleuchtung, die Massenversor- ung und vieles andere längst der Privatwirtschaft entzogen at. sind Produktion und Verteilung der lebensnotwendigsten Bedarfsgegenstände immer noch einem Rohstoff und Menschen- kraft vergeudenden zersplitterten Kleinbetrieb und einen: Ge« winn heischenden Groß-, Zwischen-(Ketten-) und Kleinhandel autzgelietertp Wie Wnnte die Lebensmittelversorgung anders beschaffen fern, wenn sie statt dessen in den Händen öffent- licher(insbesondere gemeindlicher) und genossenschaftlicher Betriebe läget_ Die Wohnungspolitit nach dem Kriege. Der„Groß-Berliner Verein für Kletnwoh- nungslvesen' hielt seine diesjährige Generalversammlung gestern ab. Unter den Teilnehmern waren Vertreter von Behörden des Reiches, des Staates lauck der preußische KriegSministeri, der Gemeinden und verschiedener Orgamsatiunen. Durch die Vorhand- lungeu zog sich als leitender Faden die Sorge um die Lösung der besonderen Ausgaben, die der Wohnungspolittl durch den 5msg gestellt werden. In der Begrüßungsansprache hob der Vorsitzende Staatssekre- tär a. T. D e r u b u r g hervor, daß nach dem Kriege die für die Zukunft des deutschen Volkes gefährliche Tendenz der Geburten- abnähme auch durch!v i r k s a m e W o h n u li gsp ol i t i k zu be- tämUeusei. Der vom Geschäftsführer Dipl.-Jug. Loys er erstattete Jahresbericht über die Vereinstätigkeit wies unter anderem hin auf die Notwendigkeit, gegenüber der Gefahr einer nach dem Kriege zu erwartenden Wohnungsnot rechtzeitig Abwchrmaßrcgcln zu treffen. Ein Referai von E a r l Friedrich von Siemens, dem Generaldirektor der SiemenL-Schuckert'Wcrkc. behandelte„Die Be- d e u t il n g der Wohnungsfrage für die I n d u st r i c.' Die Wohnungsfrage der Arbeiterbevölleruna sei von Bedeutung für die EiiM'lcklung der Industrie, und die Industrie habe daher ein starkes Jntereffe an der Lösung dieser Frage. Deutschland verfüge, anders als England, über einen großen Stamm fleißiger und tüch- tigcr Arbeiter. Die deutsche Industrie müsse die durch den Krieg gerissenen Lücken unter den Facharbeiieru möglichst bald wieder auszufüllen suchen. Jedes iiidustrielle Untcriiehmeii wünsche seine Arbeiter an sich zu fess el». darum beteilige sich die In- 'Nistrie an dem Wohnhausbau für die Arbeiterschaft. Tie Industrie der Großstadt habe Vigenherstelluug von Ärbeitrcwohnungen nicht so nötig, brauche aber gesunde Unterbringung ihrer Arbeiter. Die hier- für von ihr zur Verfügung gestellten Mittel müßten den Arbeitern zugute kommen, doch dürfe ein Wechsel der Arbeitsstätte nichl den Verlust des Heims bringen. Durch Vermittclung gemeinnütziger Bautätigkeit könne dieser Gegensatz meist ausgeglichen werden. Es folgte ein Referat des Direktors Fritz T h i e l i ck e vom GrundstückSamt der Stadt Neukölln über ,.G e m e i n d I i ch e Grund st ückLpvlitik nach dem Krieg c". Von den Ge- metnden werde künftig infolge der sozialpolitischen und finanziellen Notwendigkeiten mehr als bisher praktische Grund- stückspolitil getrieben Iverden müssen. Sie habe sich zu richten auf Erlverb und Erschließung von Gelände, auf Verwer- tuiig des Geländes der Gemeinde unter Einwirkung auf Her- stellung und Gestaltung der Wohnungen, auf Verwertung von Grundstücken unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Interessen. auf llnigestaltung schon bebauten Stadtgebietes. An dem Beispiel Neuköllns, das solche Grundstückspolitik bereits beireibe, zeigte er ihre Möglichkeit. Er hob hervor, daß die dort vorgesehene Trennung des Judustriegeländes von dem Wobngclände nicht nur dem Borteil der Bewohner, sondern auch dem ver Industrie dient. Selbst wenn das Gelände nick» immer mit ausreichendem Gewinn der Gemeinde zu verwerten ist, so werde doch durch eine, steucr- kräftige Industrie dem Gcmeindesäckel genützt. Grundsätzlich müsse die H erstell ung von Wob nungen der privaten Grundstücke an Baugesellschaften könne die Bautätigkeit belebt werden. Für die Verwertung von Jndustriegeländc sei längere Stundung des Verkaufspreises wünschenswert, ebenso eine Ver- Pachtung von Bauland aus lange Fristen. Die Gemeinde könne sich auch direkt beteiligen und gemischt-wirtschaftlicke Betriebe er richten. Die Sanierung älterer Bauviertel erfordere nicht nur Straßendurchbrüche, sondern zum Beispiel auch den Abbau von Ouergebäuden. Nötig sei die Zusammenfassung aller dieser Aus- gaben in einem besonderen Grundstücksamt. Eine Debatte fand nicht statt. Der Borsitzende knüvste an das Referat des Direktors Thielickc die Bemerkung, in Neukölln fei ermöglicht worden, was anderswo— er wolle nicht sagen, wo— nicht möglich sein solle. Man lächelte verständnisvoll und sah nach den anwesenden Bertreicrn des Magistrats von— Berlin. Sozialdemokratischer Verein für Berlin Vl. Eine große Zahl Mitglieder des sechsten Kreises, die nicht auf dem Boden der Arbeitsgemeinschaft stehen, sondern sich zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bekennen, hatten sich Dienstag in Frankes Sälen zusammengefunden und wählten nach einer Ansprache des Genossen Pattloch einen neuen Vorstand, der aus folgenden Genossen sich zusammensetzt: A. Pattloch. 1. Vor- sitzender. R. Nürnberg. 2. Vorsitzender. H. Rietz. 1. Schriftführer, F. Seclbinder, 2. Schriftführer, H. Umlauf, 1. Kassierer, F. Hönisch, 2. Kassierer. Beisitzer: Frau Busch. Th. Fischer, P. Schmidt, K. Jänichen. Revisoren: O. Lück, Kurt Heyne, Ad. Schulze. Zu Abtcilungssührern die Genossen: F. Rosenthal, Alb. Höppner, R. Nürnberg, Frau A. Schmitz, W. Goldschmidt, F. Secbinder. L. Krasemann. Ä. Schulze, K. Heyne. H. Krcssin. E Witte, G. Fuchs, K. Jänichen, O. Frank, E. Engel und Trödler. Der Vorsitzende gab hierauf noch die folgenden Zahl- stellen bekannt: Wilh. Burg, Prenzlauer Allee 189, Paul Schmidt, Schönhauser Allee 57, G. Hoffmann, i-owinemünder Straße 17, Paul Dobrohlaw. Swincnmnder Str. 12, Albert Wolgast. Wattstr. 9. Joh. Höhnisch, Müllerstr. 34a, G. Fuchs, Weddingstr. 0, Roscnberg. Turmstr. 21, K. Meiner, Wiclef- straße 23, Abraham. Nordufer 10. Alle Mitglieder des 6. Kreises, welche auf dem Boden der Parteieinheit stehen, können von nun an dort ihre Beiträge leisten. Auch alle Vorstandsmitglieder nehmen Beiträge entgegen. Briefe und Sendungen sind an Aug. P a t t l o ch, U 39, Müller- straße 160, alle Gelder an H. Umlauf. UV, Putlitzstr. 17, zu richten. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit der Aufforderung, recht rege für die Organisation und den„Vor- wärt?" zu agitieren. Ueber die Rüpelszencn, durch welche die„geistigen Führer" der Opposition die Versammlung zu stören versuchten, haben wir schon gestern berichtet. Der sozialdeuiokratische Wahlverriu für den 1. Berliner Reichs- »iigswahlkrcis hielt am Dienstag einen gemeiniamen Zahlabend ilir sämtlicke Bezirke ab. ES wurde eine Eniichließung angenommen, die sich mit den Beschlüssen der opposilionellen ReickSkonserenz einver- standen erklärte. Hierauf legte der langjährige Vorsitzende Genosse Karl Peterniann sein Amt nieder mir der Begründung. daß er die Sondcrbestrebungcn der Reickskonferenz und ihres An- banges nickt mitmacke». folglich daS Ann nickt weiter bekleiden könne. Seinem Beispiel folgten mehrere VorstandSmiigUeder. Also auch hier hat die so dringend nötig« Zusammenarbeit aufgehört. „Kohleupolouisen" auf Güterbahnhöfe«. Der Mangel an Kohlen, der für die minderbemitieli« BeVölle- rung bei dem strengen Frost besonders hart ist.»reibt jetzt viele ?!a>niUon zu den Güiei bahn Höfen, wo sie sogleich von den Eilen- ahnwagen herunler ein paar Hundert Briketts zu kaufe» versuchen. Jfür die größere Mühe, die sie von der Schlepperei haben, winkt hnen der Borteil, daß auf den Babnböfen infolge der Fubrkosten- ersparnis die Kohlen etwas billiger abgegeben werden. Mit ollen möglichen und unmöglichen BesörderungSmineln, mit Sckubkarlen und Kinderwagen, mir Sporiwagen und Schlitten, ja, selbst mit Puppenwögelchen ziehen Frauen, Greise nnd Kinder von nah und fern nach den KohlenauSladestelleu und harren zwei, drei und mehr Stunden auS. bis endlich auch sie herankommen und ihp bißchen Feuerung erobern. Am Güterbahnhof der Görlitz«?«ahn ammeUen sich gestern wieder Hunderte, die samt ihrer Wagenburg eoit den auffiäifSBrenden Po�i�sibeamisn in Reih' und Glied auf- veslellt wurden und die Strajze bis zur Mitte des Dammes besetzt bielien. Wäbrend es hier wenipstens Noblen gab. wurde an dem selben Vormittag aus dem Güierbahubos in Neukölln nahe der Hcrlhabriicke den vielen, die zum Kohlcnkaus sich einfanden, eine bitlere Enttäuschung bereitet. Zwar standen auf den Gleisen mehrere mir Briketts bcladene Eisenbahnwagen', doch kleine Käufer kriegten diesmal nichts ab und durften nur zusehen, wie die mit Gespannen anlnekcuden Händler die begehrte Feuerung aufluden und fortschafften.__ Die Zentralstelle für de» Gemüsebau im Kleingarten� Berliik"W 8, Behrenstr. 50/52, bietet zur kostenlosen Verteilung an Kleingarten besitzer Merkblätter über den Kartoffelanbau und über Winter- arbeiten im Kleingarten an. Klcinaartenbcsitzern und Vereinen wird der baldige Bezug dringend empfohlen. Behandlung erfrorener Kohlrüben. Das Nachrichtenamt des Berliner Magistrats schreibt: In der letzten Zeit werden deS öftcreir Klagen über erfrorene Kobliiiben laut. Bei dem aufzergeivöhnlich starken Frost lägt sich daS Erfriere» der Kohlrüben nicht vermeiden. Selbst wenn bei der Verladung und beim Transport die gröfzte Sorgfalt beobachtet wird, so erfriert die Ware schon bei dem Transport vom Gros;- Händler zum Kleinhändler. Wir machen jedoch darauf aufmerksam, das; erfrorene Kohlrüben in der gleichen Weise wie erkrorene Kar- toffelu behandelt, nämlich sot'orr möglichst mehrere Stunden in kaltes Wasser gelegt werden müssen, wodurch der Frost wieder her- ouSgezooen und die Koblrübe wieder unbedingt genutzfähig gemacht wird. In jedem Falle find aber die Kohlrüben bis zur Verwendung im Haushalt möglichst kühl aufzubewahren; sie dürfen nicht längere Zeit in warnien Räumen gelagert werden, da infolge des FrosteS sonst die Gefahr des Verderbens droht. Kein Schnee auf den Fahrdämmcnk Das Polizeipräsidium gibt bekannt: Es ist bisher zugelassen wo: den, datz der von den Bürger- steigen weggeräumte Schnee auf die Fahrdämme geschafft und bort in Haufen liegen gelassen wurde. Hierdurch werden jedoch die Ver- kehrsschwicrigkeitcn auf den Fahrdämmen noch vcrgrötzerr. Ter Schnee darf deshalb fortan nicht mehr auf den Fahrdämmen an- gehäuft werde», sondern mutz, sofern er nicht durch Abfuhr un- mittelbar entfernt werden kann, an den Rändern der Bllrgersteige in einer Entfernung von etwa 80 Zentimeter von den Bordschwellen liegen gelassen iverden. Damit aber der Berkehr auf den Bürger- steigen hierdurch nicht behindert wird, mutz io viel Raum bleiben, das; die dort Gehenden sich bequem ausweichen können. Falsche Darlchnkasienscheine im Werte von 2 M a r k sind gegen- wältig in der Mark im Umlauf. Die Nachahmungen sind ziemlich gut ausgeführt und als Fälschungen nur bei genauerer Prüfung zu erkennen. Hagcnbccks Naubtier-Drcssur-Schau hat für Miitwoch. Sonnabend und Sonntag jeder Woche Nachmittagsvorstellungen vorgesehen, die um 3% Uhr begilinen. Diese Vorstellungen tragen besonders der KinderweU Rechnung. Eine Saude von GütervahnhofSdieben. Bon den Güterbahnhöfen in Neukölln. Berlin und anderen Orlen Grotz-Berlins verschwanden in grotzeu Mengen Konserven, Roggen, Mehl usw., bis es jetzt der Neuköllner Kriminalpolizei gelang, einen Teil der Täter und Hehler hinler Schlotz und Niegel zu bringen. Die Hauplbeteiligten sind die Kutscher Max Heni'el und Paul MaltheS und der Eiiendreher Emil Dlllsen. Ihre Beute war oft io groß, datz sie sie mir Fuhr- welken wegschaffen mutzten. Als Abnehmer wurden besonders Schank- Wirte in Neukölln ermittelt. Ein Einbrecher in Uniform wurde in der Friedrichsiratze fest- genommen. Em Sohn de« Pförtners des Grundstücks 130 nahm .wahr, dqtz jemand tn eine. Wohnung eingedrungen war., Während er einen Schutzmann holte, verlieh der Einbrecher, der eiiie feld- grgne Unisorm trug und mit dein Seitengewehr ein Fenster aus- gehoben balle, mit mehreren Pakelen das Grundstück. Inzwischen kam ein Unleroffizier des Weges und nahm den Mann fest. Man erkannte in ihm einen Aibeiter Walter Kiese. Die Pakete enthielten Kleidungsstücke und Werlsachen, die er in der Wohnung erbeulet hatte. Äutzerdem fand man bei ihm Fleisch-, Kartoffel- und andere NahrungSmillelkarten, die aus verschiedenen Stadlvierteln stammen und ohne Zweifel auch von Diebstählen herrühren. 14 Tage tot in der Wohnung gesessen hat der 46 Jahre alte Schneider Ludwig Bolle aus der Schmidstr. 18, der dort im 4. Stock «in Einsiedlerleben führte. Bolle Holle am 23. Januar Heimarbeit und Uetz dann nicht» mehr von sich hören. Erst gestern öffnete man seine Wohnung und fand ihn auf einem Stuhl tot am Küchen- tisch sitzen. Mau nimmt an, datz der Mann eingeschlafen und in der kalten Küche erfroren ist. GaSvergiftunge». Am Mittwoch wurde die Berliner Feuerwehr nicht weniger als achtmal geruien, um bei Gasvergistungcn Hilfe zu leisten. Es gelang in der Gienadierstr. 20. Annenstr. 82.� am Eliiabethufer 5/6 und in der Höchstestr, 4 die gefährdeten Personen zu retten. Nach der Kunkelstr. 6 und Sprengelstr. 38 wurde die Wehr zu spät alarmiert. Die vergifteten Personen waren dort schon tot. In der Müllerstr. 48 und Waldemarstr. 76 war Hilfe bei Ankunft der Samariter nicht mehr nötig. flus Ken Gememöen. 170 Prozent Einkammenstcuerzufchlag. Neben Schöneberg werden nun auch Ebarlouenburg und Wilmersdorf den Emkommensteuer- Zuschlag von 170 Piozent beibehalten. Neue Ausgabestellen der Charlottenburger Massenspeisrnig. Die Stadl Charlollenburg eröffnet am heuligen Tage in ver Fiiedberg- ftratze 1 und Königin-Elisabethstr. 6 zwei neue Ausgabestellen für Maffenspeifung. Die Essenausgabe erfolgt zwischen 10 und 2 Uhr. Ausdehnung der Massenspeisung in Schöneberg. Die erste Baracke für die Masienipeiiung auf dem Leuthenplatz zwischen Gustav-Müller- Strotze und Königsweg ist dem Verkehr übergeben. In den fünf grotzeu Kesseln können täglich bis zu 3000 Portionen zubereilet werden. Die Speisen können im Etzsaal, der 180 Personen ratzt, in der Zeit von 11 bis l'/z Uhr eingenommen werden, zu derselben Zeit erfolgt auch die SpeisenauSgabe der Essenholer. Ohne Marke wird kein Essen verabfolgt. An allen Tagen ist Kartoffelkarte, an den Fleischtagen, Montag, Millwoch und Freitag, auch noch die Fleischkarte milzubringen.\ In der Volksküche Rembrandtstratze mutz als Leoitimalion auch die LebenSmillelkarle vorgezeigt werden. Die Kellereien und Räume der Barocke sind grotz und entsprechen de» Bedürfnissen vollständig Die jetzt vorhandenen Volksküchen geben insgesamt täglich bis 14 000 Portionen ab. Die Fertigsiellimg der zweiten Holzbaracke sür Massenspeisung steht im Frredcnauer Orts- teil in der Semperstratze in den Ceciliengärlen bevor und wird in den nächsten Tagen eröffnet. Die Kohleimot im Weißrnseer ElektrizitStSwerk macht sich zur- zeit recht unangenehm bemerkbar, indem die industriellen Werke teilweise zum Stillstand gezwungen werden, denn Kraftstrom wird nur in der Zeit von 7 Uhr morgen? bis 7 Uhr abends geliefert, so datz überall die Nachtarbeit eingestellt werden mutz. Alle Betriebe, die nicht Kriegsarbeit herstellen, haben sich verpflichter, nur bis 4 Uhr nachmittags arbeiten zu lasten. LebenSmittclnachrichten aus Britz. Bis zum 11. Februar wird in der Verkaufsstelle der Gemeinde auf Sebensmitlelkarie abgegeben: Abschnitt 51 Haferflocken(Karlen 1—1�00), Abschnitt 52 Marmelade (Karren 3001— Schlutz). Abschnitt 53 Makrelen(Karlen 2001—3000). Abschnitt 54 Malzknffee(Korten 1001—2000), Wschnitt 55 Scholle in Aipic, Abschnitt 56 Sonderzuteilung, WahlvereiuSversammlung in KarlShorst. Am Dienstag fand die Reorganisation des Wahlvereins unter starker Beteiligung statt. An Stelle des wieder eingezogenen Genoffen Misbach leitete Genosse 1 Dupont die anregende und zukunftsfrohe Versammlung. Nach den Darlegungen des Genossen Paul Müller über den Stand der Berliner Verhällnisie wurde beschlossen, die Reorganisation des Be- zirks KarlShorst sofort vorzunehmen und die alle Parteilätigke,u am Orte wieder energisch autzunehnren. Die neugewählle Bezirks- leitnng besteht aus den Genossen A. Baumeister lFürstenberg- Allee 2) und P. Müller, erster bezw. zweiter Bezirks- führer: A. Heitmann, Kassierer; P. Dupont, Schriftführer; Frau Schulz, Beisitzer, Frau Weitz und I. Döring, Revisoren. Wir bitten alle treu zur Gesamtpariei stcheiideu Genossinnen und Ge- liossen, unsere Arbeit lalkräftig zu unlerstiitzen und Beiträge nur noch an den Genossen Heilmann zu enlrichien. Die nächste Zilsammenkunft findet Dienstag, den 13. Februar, abends 8>/z Uhr, bei Poier, Döiihoffstr. 8, statt. Unter anderem Bericht von der Rreiskonkerenz des reorganisierten WahlvvereinS Ntederbarnim. ES wird gebeten, die Mitgliedsbücher mitzubringen. Lcbensmittclvcrteilung in Bohnsdorf. Am Freilag kommen auf Abschnitt 9 der Lebensmiuelkarte zur Verteilung 200 Gramm Haier- flocken und 1 5 Gramm Grietz. Auf Abschnitt 3 der grünen Fa- milienkarlen 375 Gramm Honig und 200 Gramm Marmelade. Aui Abschnitt 3 der roten Familicnkarten 700 Gramm Honig irnd 300 Gramm Marmelade. Autzerdein sind bei den Käuflenten Rollheringe zu haben._ Gerichtszeitung. Kohlenmangel— höhere Gewalt. Wie in einem Prozeh vor der Kammer 5 des Gewerbegerichts dargelegt wurde, erhielt die Betriebsleitung der A. E.-G. am 19. Januar, abendS 7 Uhr. von den Berliner Elektrizitätswerken ein Telegramm des Inhalts, die A. E.-G. müsse den Nachtbetrieb ein- stellen, weil die Elektrizitätswerke wegen KohlenmangclS nicht ge- niigend Strom lieftrn könnten. Als die Arbeiter der A. E.-G. zum Antritt der Nachtschicht erschienen, erhielten sie durch ein Plakat Kenntnis, datz diese Nachtschicht ausfalle. Zum Beginn der fol- genden Nachtschicht erschienen die Arbeiier wieder. Auch diesmal war wieder ein Plakat angeschlagen welche? den Ausfall der Nachtschicht verkündete. Von der dritten Nachtschicht ab ging der Betrieb, der übrigens am Tage nicht gestört worden ist, in vollem Umfange weiter.— Ein Einrichter, der durch den Ausfall der beiden Nacht- schichten eine Lobneinbutze von 20 M. erlitten hat, klagte gegen die A. E.-G. auf Zahlung dieses Betrages. Das Gericht kam zu dem Urleil, datz der Ausfall der beiden Nachtschichten durch höhere Gewalt verursacht, die Beklagte alio nicht schadenersatzpflichtig für den Lohnausfall sei. Das Telegramm von den Elektrizitätswerken sei so spät bei der A. E.-G. eingetroffen, datz die Arbeiter von dem Ausfall der ersten Nachtschicht nicht rechtzeitig hätten benachrichtigt werden können. Am folgenden Tage hätte eine solche Beiiachrlchligung jedoch erfolgen und den Arbeitern der ver- gebliche Weg nach der Fabrik erspart werden können. Das Gericht hielt es deshalb für angemessen, datz dem Kläger eine entsprechend- Vergütung für den vergeblichen Hin- und Rückweg zur zweiten au?- gefallenen Nachtschicht gezahlt werde, nämlich 2,20 Mark für einen Zeitauswaud von zwei Stunden.— Diesen Betrag zahlte der Vertreter der Firma an den Kläger und dieser nahm die Klage zurück. Mus alier Welt. Eine Kirche niedergebrannt. In S t r o u s b e r g ist die An- stalisklrche in der Klosterftratze bis auf die Umfassungsmauern niedergebrannt. Trotz aller Aiislrengungen der Wehr und zahireichcr Hilfe war fast zrichls mehr zu retlen. Schwerer Straßcnbahniinfall in Wien. Mittwoch früh fuhr an der Ecke Margareleiigürlel und Sleinbauergasse ein Stratzenbahnzug mit voller Keschwiiidigkeil einem andern in die Flanke, so datz der Triebwagen mitten entzwei gerissen wurde. Eine Frau wurde ge- tötet, 33 Personen wurden verletzt, darunter drei sehr schwer. DGQisetier Metallarlieiter-VeM Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. datz unser Mitglied, der Schlosser Reinhoid Dittrich Frankfurter Allee 257, am 4. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andentenk Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 8. gebiuar, nach- mittags-1 Uhr, van der Leichen- Halle des Lichtenberger Gemeinde- Friedhofes in Marzahn aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Kachruf. Den Kollegen ferner zur Nach- richt. datz unser Mitglied, der Edelstcinschleiscr Otto Knicker Lichtenberg, Gabriel-Max-Str. 2, am 1. Ftbruar gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Nachrat. Den Kollegen ferner zur Nach. richt, datz unser Mitglied, der Metallarbeiter Heinrich Hease am 2. Februar an Blutsturz ge- starben ist. Ehre seinem Andenke«: Nachrat. Den Kollegen ferner zur Nach. richt, datz unser Mitglied, der Schweitzer dohannes Pietsch am 18. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Nachrat. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, datz unser Mitglied, der Schmied Otto Wasmiindt am 2. Februar an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Rndenken: 129/15 Die BrtSverwaltung. Benteeksi' Inarheiter-YeFhanil. ZwelsTcrcia Berliu. Bezirk Neröen II. Am 5. Februar starb unser Mitglied, der Putzer Karl Arndt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittag? 3'/, Uhr, auf dem Kirchhof der Frieden?- Gemeinde in Ntederfchönhausen- Nordend statt. 144)1 Um rege Beteiligung ersucht DI« Brtliche Verwaltung. Am 2. Februar entswlies �anst nach schwerem Seiden mein innigst. geliebter Mann, unser guter Pater, der Schriftgietzer 0tts Corner im 45. Lebensjahre. 1851b Die? zeigen tiesbewübt an Auguiie Görner Otto Gö rner, z.Z. im Lazarett Willi Görner. z. Z. im Felde. Die Beerdigung findet am 3. Februar nachmittags 3 Uhr auf dem Gemeindefriedhos Neu- lölln. Mariendorser Dkg. statt. nmiuk'liiL Am 1. Februar starb nach kirr- zem Leiden unser Ehrenmitglied, Kollege tluZo Herkort. Seine mehr denn 30 jährige Mitgliedschaft und langjährige Tätigkeit als-Kassterer sichern ihm bei uns ein ehrendes Ge- denken. Beerdigung deute nachm. &I, Uhr aus dem Friedhhj in Lichtenrade. » der in Sciiriltgießereien hesÄ Arbeiter nJpiieiteriiuien Berlins. Am Freitag, den 2. Februar, verschied nach langem Leiden der Schristgietzer-Jiivalide Otto Görner, Ehre seinem Aiidenken.' Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachiniltag? 3 Uhr, aus dem Gemeindesrledhof Neu- kölln, Mariendorser Weg, statt. Der Vorstand. Todeö- Anzeige. Nach kurzem Krankenlager ver- starb am 4. Februar unser lieber Kollege Reinhoid Dittrich. Dir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 8. Februar, nach- mittags 4 Uhr, vom Kirchhof in Marzahn aus statt. Die Kollegen der Firma Danneberg& Quamlt. Trauennsiazln Größte evaswahi. Billigite PreUe. L UohranstraBs 37. (Kolonnadcx II. Of, Frankfurter Str. 113 mähe Andreaactr.) Aitwahlseadangen tofsn. Ami Zcairum 7800. Seantag 12— 2 Uhr gaiHngt. Ziiaretten " direkt von der Fabrik zu Oriflfinalpreisen 100 Zig. Kleinverkaui 1,0 Pfg. 1,60 100„, 3„„ 2.30 100,„ 3„ 2.50 100,, 4,2, 3,20 100,, 6,2. 4.60 Versand nur gegen Nachnahme von 100 Stück an. 7!nsnt>an prima Qualitäten, vorf iigai I"II 100,- b. 200,- 51. p. Mille Goldenes Baus Zioarettenlabrik G. b. m. iL° Berliu, Frledricbstraße 89. Parteiveranstaltungen. Berlin, vierter Wahlkreis. Barteigenosfinnen und Senossen, die aus rem Boden der Gesamtpartei stehen, sind eingeladen, zu der am Freitag, den g Februar, abend? 8 Uhr, im GewerkichafrShause an- beraumten Versammlung zu erscheinen. Karl K i i n g I e r. Mahlsderf a. d. Lstvahn. Sonntag, de» 11. Februar, nachmittags 4 Uhr, findet im Lokale des Herrn E. Anders, Badnhosisratzc, eine Be- sprechung aller treu zur Gesamtpariei stehenden Geiiassinncn und Genossen statt. Um vollzähligen Besuch bittet Emil Wied cmunn. Dagnersw. 3. Weisiensec. Freitag, den 3. Februar, abends 8 Uhr, findet in den Borusfiasälen. Berliner Allee 211, eine Versammlung aller zur Gesamtpariei siehenden Mitglieder zur Gründling eines Ortsvercins statt. Boinäge werden m der Versammlung entgegengenommen. Um zahlreiches und Pünktliches Erscheinen dillct Albert T a u b m a n n. Oriefkasten öer Neüakttvn. A. H. 100. Unseres Erachten? ist auch dies strafbar.— Gericke 77. Kommen Sie in unsere Sprechstunde.— ll— 14. Fragen Sie denn Amisgericht an.— St. V. 58. l.JäJach Beendigung des Krieges. 2. Nein. 3. Wenden Sie sich an den Schneiderverband, Sebairiannr. 37.— asai ## Marine Zigarette 3pf. einschliesslich Krieqsaufschloq Jrofz öfsuerer flöhung behalfen unsere Zigareffen ihre äff an anerhannfen Quah'fdfea Ceorg A. Jßusmatzi Aktiengesellschaft 99 IM M Ziehung: I2.-I5. bebruar wohlfsMs- Geld-UtM der Dsutschsn Kolonial-Ssseliscbaft 330000 Lose. ItltT Gcldgew.-- Mark 400000 1 75000 ! 40000 f 30000 120000 1 10000 MlkMttSZe ZD H. 3.3fl Porto und Liste sxtr» 35 Pfg, zu haben ta allen Lose rerkeufsst eilen Bertin 1�/56 Werderscfiff MarkHO Grog-€xtral?t, IPunscl)-Extrakt 1 alloholsrei, von seinwürzig. Aroma und kraslig. Geichmatf, fein Zucker nötig, nur 1 Teil mit 2 Teilen heitz. V&l 1.15'Ur. 2--xkl. BeiMchrentnabme billiger. �ltto�leiohe�«3�LI»en�� OSLKpunsvk Uter 2,00 M. ITcil Punsch, 2 Teile siedendes Wasser ergeben ein herrliches sülles Getränk. Billiger als Bier, Kaffee, Tee usw. Ein Glas Warmes stellt sich auf 5 Pf. das beste tätliche Cc- tr&nk in jedem Haashalt Er wird böfl. gebeten, mösr- liehst Flaschen oder Gefäße zum AbfiiUen mitzubringen H. Krömer, Berlin N, Oranienburger Str. 66 2. Verkaufsstelle: Relniekeaderfer StraBe IBS. Nervöse Störungen u. Erregungszustände, Schlailosigteii. neivös« Herzde- stbwerden. 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Ganz außerordentlich erweist sich dieser Unterschied, den Siegfried BaMe m einer Zusammenstellung der Zeitschml„lieber Land und Meer" darlegt, wenn man z. B. an die Zeit der berühmten„PotS- damer Wachlparade" denkt. Damals(1757) konnte irr ic brich II. einen fast dreimal so starken Gegner mit bloß 2i 000 Mann schlagen, und ein Aufgebot von 33 000 Mann genügte, um einen so be- deutungsvollen Sieg wie den bei Leuihen zu erfechten. Heute ist ein einziges deutsches Armeekorps so groß, daß eZ in vorge- ichriebenen Abständen auf einer Straße niarschierend, ungefähr eine Strecke von 00 Kilometer einnimmt, waS also bedeutet, daß die letzten Truppen 10 Stunden ununterbrochen marschieren müßten, um an den Punkt zu gelangen, loo die ersten auibra-den. Auch die Zahlen der napoleonischen Kriege, wie z. B. bei Leipzig 172 000 Mann, bei Wagram 310 000 Mann, bei Dresden 217 000 Mann, bei MarS la Tour 170 000 Mann, müssen unS heute noch als geringHigig erscheinen. Beträchtlich erweist sich schon der Unterschied zwischen dem Kriege 1870/71 und dem ostasiatischen Kriege, �m ersteren Kriege verfeuerte keine deutsche Lotterie in einer Schlacht mehr als 200 Schuß im Durchschnitt, im ostasialischcn Kriege aber war die Schußzahl bei vielen Batterien auf»rchr ajS das Doppelte gestiegen. Der Weltkrieg jedoch hat auch die letztgenamieu Zahlen bei Iveitem übertroffen. Nach einer amtlichen Meldung der französischen Heeres- leitung vom 17. Juni 1910 wurden zum Beispiel nördlich von Arras an einem einzigen Tage von der sraitzöffschen Artillerie fast 300 000 Schöffe gegen die deutschen Stellungen abgegeben, was also sast dem ganzen Verbrauch der deutschen Artillerie im Felvkriege 1870/71 gleichkommt. Die Bedeutung dieser MunitionSmengen wird greif- bar, wenn Baske ausführt, daß das Gewicht der genannten 300 000 Schuß auf nicht weniger als 4 500 000 Kilogramm geschätzt werde» muß, für deren Fortschaffung also mehr als sechs Eisen- bahnzllge von j« 100 Achsen notwendig ivare». Wenn man einen Schuß aus der Fcldkanone mit ungefähr 25 M. veranschlag», so kostete dieser eine Tag bei ArraS die Franzo'cn 7,5 Millionen Mark, wobei die Verwendimg zahlreicher kostspieligerer Gefchosie gar nicht in Betracht gezogen ist. Nach einem Bericht der deuticheu Heeres- leitung verschoß der Feind an einem Fcbrnartage des Jahres 1910 gegen eine Front von nur 8 Kilometer Breite mehr als 121000 Schuß innerhalb 2t Stunden. Diese Schußzahl ist also dreimal so doch wie die der deutschen Artillerie bei St. Privat gegen eine Front von sast 16 Kilometer Breite. Entsprechend dem ungeheuren Anwachsen des MunitionS- Verbrauches ist andererseits die Belagerungszeit der Festungen aus ein erstaunliches Minimum zurückgegangen. Während im deutsch- französischen Kriege Paris vom 19. September bis zum 28. Januar belagert werden mußte. Straßburg von Mitte August bis zum 23. September und Metz vom 13. August bis zum 27. Sktober, siel im gegenwärtigen Krieg« Antwerpen bereits nach drei Wochen, Jwangorod nach 1t Tagen, Lüiiick und Warschau konnten sich sogar bloß zwei Tage halten. Auch hinstchtlich der Vcrpsteguilg sind natürlich die Zahlen im Vergleich zu früheren Kriegen ins Gigantische gewachsen. Nach der Ausstellung Baskcs muß die tag- liche Nahrung für eine Feldarmee von nur 4 Millionen SWann über 1000 Eisenbahnwagen füllen. WaS dw Kosten im gegenwärtigen Kriege betrifft, so kann mau schon jetzt sagen, däss sie so ziemlich die Kosten sämtlicher Kriege des 19 Jahrhunderts aufwiege». Nack einer Berechnung von Edmond Tlierh im„Eeonomist Eupopeen" kostet der Krieg alle Krieg« führenden zusammen etwa 00 Milliarden im Jahr«, also 7500 Millionen im Monat, oder 250 Millionen am Tage, oder 10 Millionen pro Stunde. Uno zwar sind hier nur die reinen Militärausgaben berechnet. Was dies bedentet, läßt sich am klarsten erkennen, wenn man vergleichsweise die Kosten der größten Kriege des 19. Jahrhunderts heranzieht. Es kostete näm- kich der Amerikanische Sezessionskrieg 25 000 Millionen Frank, die Napalconiichcn Kriege 10500 Millionen Frank, der deutsch-französische Krieg 15 000 Millionen Frank, der russisch-türkische Krieg 14100 Millionen Frank, der spanisch- amerikanische Krieg 5000 Millionen Frank, der Transvaalkrieg 4000 Millionen Frank, die italienischen Feldzüge 2300 Millionen Frank, der chinesisch- japanische Krieg 1500 Millionen Frank, die Kämpfe in Algier und Madagaskar 1300 Millionen Frank, der spanisch-portugiesische Krieg 1250 Millionen Fronk und die Kämpfe in Zentralasten 1125 Millionen Frank. Schließlich sei noch ein Vergleich zwischen den Menschenverlusten gezogen: Während die Menschenverluste sämtlicher Kriege des 19. Jahr- bundertö rund 2 178000 Mann betrugen, ist man nach den russischen Feststellungen im gegenwärtigen Kriege allein für die russische Arme« bisher zu einer Gesamtzahl von uugesähr siiiff Millionen KciegS- gesallencii gelangt. fils öie Ostsee zugeftsren war. Ter erste nordische Winier, der geschichtlich überliefert ist, fiel in dos Jahr 1048: damals war die Kälte so streng, doh man mit Pserd und Wagen über das Kattegat von Schweden nach Dänemark fahren konnte. Fast zweieinhalb Jahrhunderte hindurch war tticht wieder ein so langer und strenger Frost zu verzeichnen, der die See zum Gefrieren gebracht hätte. Erst im Jahre 12!,'3 gestalteten sich die Temperaturverhältnisie derart, daß man von Kristiania über das Skagerrack»ach Fütland fahren konnte. Ter nächste „Eiswinter" ließ nicht wieder so lange mff sich warten: im Jahre 1323 konnten Reisende sowohl z» Pferde tvie zu Fuß über das Eis von t/übcck und Danzig nach Dänemark gelangen. Neun Jahre später, im Winter 1332, ritt man von Lübeck nach Kovenhagen iowie von Königsberg und Memel über das Eis nach Lübeck. Auch zwischen der inccklenburgiichen Küste tind der dänischen Küste war die See in früheren Jahrhunderten wiederholt zugefroren, nämlich in den Jahren 1423, 1507 und 1545, wogegen man im Winter 1459 von Stockholm quer über die üitie« nach Reval in Estland und von Memel nach Blekingon in Südschwedeii fahren konnte, und eine tägliche, gefahrlose Veibindung zu Eise zwischen Livkand und Schweden unterhalten wurde.„Es herrschte eine Kälte", he�ßt es darüber in einer alten Chronik,„von der sich vordem kein Mensch hätte einen Begriff machen köitrien. Nur in dem letztgenannten Jahre war die ganze Ostsee zugefroren, Ivährcud sie in einen, Zeitraum von 800 Jahren nur achtmal so weit gefroren war. daß man Renen von Küste zu Küste unternehmen konnte Im Jahre 1458 kam der historische Winter, der durch seine strenge Kälte Kail X. von Schtoeden seinen kühnen Zug über den Bell ermöglichte. Auch im Jahre 1774 herrschte ein strenger nordi- scher. Winter. In einem alteu schwedischen Kirchenbuch heißt es darüber:„Dieses Jabr hmickst ein solcher Winter, daß niemand sich desgleichen crinncrii kann. Der Winter setzte acht Tage vor Weih? nachten mit einer solchen Kälte ein, daß alles zu Eis erstarrte, daß alle Wogen der See sich gleich gehorsamen Tieren niederlegten und eine io dicke Eisdecke wurden, daß man zur Neujahrszeit über die Brabucht in den Stockholmer Schären fahren konnte. Ganze drei Monate hielt jene Kälte an." Das südliche Schweden halte auch in dem strengen Winter von 1844 ganz besonders unter der Kälte zu leiden, die dort 33 Grad v. erreichte, so daß in jenen Gegenden Meirichen und Tiere massen- Iveiie erfroren. Der Erdsrost reichte nach Berichten au° damaliger Zeit zwei Meter tiei hinab, und gegen die haushohen, vom eisigen Wind znsammengcwehten Schiieehaufeii vermochte kein Schneepflug etwas auSziirichlcn, Auf diesen strengen Winter folgte ein iehr regnerischer Sommer mit einer gänzlichen Mißernte.„Elend und Not herrschte grausig, und mancher Bauer mußte in senem Jahre von Hau« und Hos ziehen. Auch der Winter von 1803—04 machte sich in Schweden durch ungewöhnliche Kälte bemerkhar. Im Jahre 1870 setzte bereits im November starker Frost ein, der in Süd- schweben da? Thermometer bis ans—30 Grad C. sinken nnd den Oeresund fest zufrieren ließ, daß mau zioischen Malmö und Kopenhagen zu Fuß gehe» und ztoischeh Heisingborg und Helsingv-r mit dem Schlilleit fahren konnte. � Wie a!t ist öer amerikanische Mensch! In der anthropologischen Gruppe der 69 Generalversammlung der amerikanischen Vereinigung zur Beförderung der Wissenschaften, die Ende Dezember zu New Hark stattgesimden hat, kam es anläß- lich der Erörterung der Funde zu Vera im Staate Florida zu einer bemerkenswerten Aussprache über die Frage, wie hoch das Alter des amerikanischen Menschen zu schätzen sei. In Vero sind Menichenknochen aufgefunden morden, und zwar in Lagen, die mit Ueberresien erstorbener Tierrassen ausgefüllt sind.?kach den Mittei- klingen von Dr. Hah gehören hierzu ausgestorbene Pferde-, Kamel- und Ele'aiitcnrajsen. auch Bkastodonte und ein Faultier von der Größe deS Elefanten. Die Frage ist nun, aus welche Weise die Menschen- knoch-n unter diese Ucbcrreste gelangt sind. Die'Meimmg mancher Forscher geht dahin, daß sie nur in die ältere» Schichten ein- aeivachien worden sind, während Dr. Höh der Ansicht ist. daß die Menschen, deren Ueberrcste in Vero gestinden worden sind, zur selben Zeit wie die dort entdeckte» Tierrassen gelebt haben. Diese Lebenszeit beilegt er in die eiste Hälfte des Pleistozäns, wa? daraus hinauslaufe« würde, daß diese Menschenrasse wenigstens etwa 300 000 Fahre alt sein würde. Diese Ausfaffung wurde von verichiedenen anderen Gelehrten, und besonders von Dr. A. HrdNcka, nachdrücklich bestritten. Er wies darauf hin. daß nach dem gegenwärtigen Stande der Forschung das Alter des Mens»cn zwischen dein Pleistozän und der neueren Erdzeit, das beißt möglicherweise zwischen 3—400 000 Jahren liege. Von dieser Zeit had- das menschliche Geschlecht zweifellos den weitaus größeren Teck jür seine geistige nnd körperlich? Entwickelung. 'eine Vermehrung und Ausbreitung in der Alien Welt, wo seine Heimat war, gebraucht. Bevor diese Vorgänge»ichi zu einem gewiffen Abschluß gekommen waren, hat der Mensch nach der Ansicht von Dr. HrdUrla sicherlich nicht die weiteuiiegrue und isolierte Neue Welt erreichen können: es scheint vielmein. daß die Auswanderung der Menschen in die Neue Welt erst in junger Zeil, nämlich nach der Eiszeit oder srühestens gegen End« der Ouaternärperiode erfolgt ist. Nach ihm dürste alio da? Aller des amerikanischen Menschen mts höchstens 125 000 Jahre angesetzt werden, Es mag dazu bemerkr sein, daß die äUesieii europäischen Menschen rossen, von denen wir wissen, der Horno Mousteriensis Tlauswre utib der Homo HeidelborgensU, von Otto Häuser aus ein Aller von höchstens 140009 bis 150 000 Jahren, geschätzt lv erten. Sanitätshunöe. Nelurr die Erfolge der Sanitätshunde in Oft und West, in Süd und Nord ist während der Krieysjähre viel gemgl und geschrieben n ordeii, und bei Freund und Feind haben die Tiere ausmerksamste Beachtung gefunden. Dort, wo Menschenhtlfe versagt, wo die Natur mi Menschen von der ersten Htifeleistung ausschaltet, lriit der Scharfsinn des Hundes in Tätigteit, und lausende und abertausende brave Krieger verdanken ihre Rottung einzig und allein der emsigen Mitarbeit unserer vierbeinigen Kameraden. Das Tier versteht nichts von dem großen Werte seiner hohen Ausgabe, und doch erfüllt es seine Pflicht mit einer Ilmsicht und Treue, als ob es wüßte, um welchen edler Preis es vom Baser lande j» Dienst gestellt wurde. Mehr und mehr wächst das Interesse, daZ in der Heim ist und besonders auch hier draußen bei unseren lieben feldgrauen Käme- raden den Sauitälehunben gezollt wird, und wer Gelegenheit Tmtt■, die Hunde bei ihrer Arbeit zu sehen, wird sicher ihre Leistungen bewundert haben. Aus ein leises Kommando seines Führers, an den ebenso große wie gefahrvolle Anforderungen gestellt werden, als au den Hund selbst, stöbert das Tier in eifrigem Lauf nach rechts, nach lir.r;. vorwärts und immer vorwärts, durch undurchdringlich erscheinendes Gestrüpp, durch Felder, Wiesen und Wald, bis es gesunden bat. was es suchen soll. Kein Plätzchm im Gelände ist von ihm itvcrsehczi, kems überlaufen worden. Nnd hat er den armen Daliegenden on: deckt, so greift er, unbeirrt nach einer tleinen, von seinem Herron vor dem Ausschicken am Halsband befestigten und herabhängend«!! Leberwurst, ihn sogen.„Bringsel". nimmt dies i» den Fang und bringt es, zum Zeichen, daß er gefunden, auf schnellstem Wege zum Führer zurück. Angeleint, zeigt er seinem Herrn auf gleichem Wege, wo Reltnnp nötig ist. Tic zo-hllosei! Verwundeten, die sich in ihrer Angst und ihrem Schmerze schutzsuchend in für das Auge des Sanüätcrs Icickit über- sehbareu Verstecken verbergen, entgehen seinem guten Spürsinn nicht. Hohle Baumstämme, Wasserrohre, zerfallenes Gemäuer, Gräben, Erdlöcher und Unterstände, überhaupt alles, was nur den geringsten Schutz gewähren kann, wird von den Verioundeten als erste Deckung vor ferneren Verletzungen benutzt. Ein Weiter- schleppen ist für viele der Verborgenen nicht mehr inöglich. Schlaf und Ohnmacht betäuben ihre Sinne, und sie sind einem unbediug- ten Tode des Verblutens oder Hungers preisgegeben, denn die Krankenträger sind schon längst an ihrem Verstecke vorüber. Da tommt ein Hund, ein rotes Kreuz am Halsbande, wedelt, schnuppert. läuft zurück und holt schleunigst die Retter heran. Tägliche Meldungen über vorzügliche Leifistilgen der Daniiät»- Hunde beweisen, wie die Tiere sich draußen im KampMbicstt'�e- währen und welche großartige Einrichtung die Einstellung von Sanitätshunden in die SanitätSformationen bildet. Dem ÄSm- scheu Verein für Sauitätshundo, unler dem Protektorate des Großherzogs von Oldenburg, gebührt großer Dank für seine fleißige Tätigteit auf dem Gebiete des Sanitatshnndwesens. denu er war seit feinem Entstehen eifrig bemüht, strebsamer Förderer seiner nunmehr vertoirklichieii Pläne zu sein.(?) — T h c a i e r ch r o Ii i k. Die königliche� Oper bringt in der nächsten Zeit einen ZykluS sämtlicher Musikdramen Richard Wagners in der Reihenfolge ihrer Entstehung, und zwar beginnend mir „Rienzi" am Mittwoch, den 14. Februar. — Von G o r k i S I» g e n d« r i n n e r n n g e n ist jetzt auch der zweite Teil(Unter den Leuten) erschienen, und zwar zunächst russisch inr Verlag bou I. Ladyschrikow in Berlin. — E i n n e u e r E h e s ch e i d n n g s g r u n d ist vom Obersleu Gerichtshof von Wisconsin anerkannt worden. Dorr gilt die go- norrhoische Erklmikung de? einen Ehegalten als Scheidungsgrund, lvenn die Krankheit dem Ehepartner bei der Heirat verheimlicht worden ist. 12Z Der polizeimeister. Gin russischer Polizeiroman von Elabryelt» Zapelska. Sie betraten jetzt die Landstraße außerhalb des Städtchens. Endlose, traurige Ebenen breiteten sich nach rechts und links aus. Zu beiden Seiten de-� Weges erleuchteten dürftige Laternen elende, erfrorene, am Graben wachlende Sträucher. Hier und dort ragte ein wilder Birnenbaum mit seinen kahlen Arsten in die Höhe empor. Kleinc schwarze, niedrige Häuschen standen vereinzelt an den Wegen. Die Ladcnfeuster waren dicht verschlossen.' nur manchmal flimmerte ein Lichtschein wie hinter einem Lorhang. Autz einem solchen ' Häuschen traten zwei Männer heraus, aber als sie die herbei- eilende Schar bemerkten, verbargen sie sich. Klitzki schien es in der Ferne, als höre er Harmonikatöne. Die Schar blieb plötzlich stehen, nahm aber bald wieder einen neuen Ansatz, setzte über den Graben und erreichte das kleine Häuschen, das ebenso wie die anderen im Schlaf versunken schien. Markowski st'-eß mit den Füßen an die Tür. „Frumelc. mach auf!" rief er mit kräftiger Stimme. Im Hause herrschte Schweigen. „Frumele! Du Affenfratze! Die Tür auf!" Iossele sprang herbei. „Sie schlafen! Ich werde sie sofort von hinten wecken!" flüsterte er und verschand hinter dem Hause. . Nach einigen Minuten ließen sich im Flur Schritte vernehmen, die Tür öffnete sich./ Auf der Schwelle stand eine fettleibsge Jüdin in einer wattierten Jacke, mit gelbem Gesicht und zahnlosem Mund. Sie schützte mir der Hand einen Kerzenstummel, dessen Licht unruhig flackerte. „Der Herr Polizeimeister?" fragte sie erstaunt, als sie MarkowSki erblickte.„Ei wei, bei solchem Schmutz!" „Keine Unterhaltung," fuhr MarkowSki sie an,„steck die Lampe an." Er schob die Jüdin beiseite und ging voran, doch mußte er sich bücken, denn die Tür war niedrig wie in Bauernhütten. Dan» stieß er an eine rechts gelegene Tür mit dem Fuß und betrat die Schaukslube. Ihm folgte die Schar der Polizisten mit Klitzki in der Mitte. Die Jüdin fragte nichts mehr. Sie trippelte rasch hinter den Schenktisch und steckte eine kleine, furchtbar verräucherte Lampe au. die sie auf ein ans dem Schanktisch stehendes Fäßchen stellte. Em gräßlicher Geruch von verfaultem Kohl. Kartoffeln. Lumpen, Schmutz, ungepflegten Meufchenleibern und Zwiebeln umwehte Klitzki, so daß seilt Atem einige Minuten in der Brust stockte. MarkowSki sah sich inzwischen in der Stube um. „Uebernachtet hier niemand bei Dir?" fragte er die Jüdin auf russisch. Diese erwiderte sofort mit gebrochener Aussprache: „Wer soll dcitii übernachten? Es ist uiemaud hier! Der Herr Hauptmann können sich selbst überzeugen." MarkowSki begab sich sofort zur Tür des Alkovens. Er öffnete sie, aber er wandte sich sogleich an Klitzki. „Bitte treten Sie selbst ein und sehen Sic nach." Diese Worte lenkten Frumeles Aufmerksamkeit auf Klitzki. Sie musterte ihn mit raschen», prüfendem Blick. Klitzki hatte das Gefühl, als hätte jemand zwei Dolche in ihn gebohrt. Die Augen der Jüdin waren von wunderbarer Schönheit, aber in ihrem Glanz spiegelte sich der Urbeginn des Vcr brcchenS. „Bitte, der Alkoven ist offen!" ertönte Markowskis Stimme. „Suchen der gnädige Herr jemand?" fragte Frumelc. zu Klitzki treteild. Er maß die Jüdin, deren sorschcnden Blick er auf sich ruhen suhlte, mit Verachtung und trat in den Alkoven. Berge von Federbetten und Kissen türmten sich auf der Erde, aus den Beitstellen und hingen auf aufgespannten Leinen. Hier und dort lugte der Kopf eines Kindes oder einer zerzausten Frau hervor. Es war dunkel, nur das aus der Schankstube hereinfallende matte Licht ließ den Schmutz auf Betten und an den Wänden mit dem abgekratzten den Kalk sehen. Klitzki wich zurück. Was konnte er in diesem übelnechen den Haufen von Betten finden? Selbst wenn sich die Ver- brecher dort verborgen hielten, würde Klitzki vor Ekel die Nach- forschungen aufgeben. Aber Markowski geriet in einen merkwürdigen Eiser. Er betrat den Alkoven, zog rasch, ohne zu überlegen, die Federbetten von den Bettstelleu lind warf sie aus den Boden. Ein Gekreisch von Frauen und Kindern erfüllte die Stube. �Eme fast nackte Frau verhüllte sich rasch mit einem Kissen. Klitzki zog sich in die Schankstube zurück. Hier begegnete er Frumeles prüfenden Blicken. „Wen suchen Sic? Was für ein Mädchen? Bei uns sind nnr solche, die freiwillig kommen. Mit Gemalt wird keine gehalten. Wir sind ehrliche Leute!" Markowski trai aus dem Alkoven heraus. „Kultiapkin, sieh unter den Betten nach!" befahl er. Der kleine, dürre Polizist stürzte in den Alkoven. Das «Geschrei steigerte sich. Mari sah, wie der Polizist mr allen Bieren unter das Bett kroch, so daß nur seine Füße in den beschmutzten Stieseln hervorragten. Frumele lächelte lronisch nnd rief warnend: „Herr Kuliiapkni, werfen Sie die Töpfe nickst um!" Endlich kroch Kultiapkin wieder heraus und erstattete Bericht.. „EL ist niemand da. Euer Gnaden!" Frumele zuckte die Achseln:„Wer soll auch da sein. Bei mir schlafen die Leute tu den Bestien." Markowski drehte sich eine Zigarette. „Dieser.Herr", sagte er. indem ci auf Klitzki zeigte,„be- hauptet nämlich, daß bei Euch zwei Spitzbuben übernachten. Der eine soll eine verwundete Hand haben." „Wieso hat der gnädige Herr einen so häßlichen Verdacht auf mein Geschäft?" entgegnete Frumele, indem sie Klitzki Prüfend ansah. „Ich habe gehört, wie sie verabredeten, daß sie zur Nacht zu.Muttern' gehen. Das habe ich den Herren gesagt. Daraus wurden wir hicrhergesührt." „Ja. sie nennen mich so in der Stadt. Ich tne niemand etwas Böses. Oft borge ich einem Armen eiivas. Deshalb haben sie mir diesen Spitznamen gegeben. Aber der Herr Wachtmeister weiß doch, daß bei mir keine Spitzbuben verkehren, er hätte Ihnen sagen können, daß Sic falsch verstanden Habel», oder daß die Leute geprahlt haben. Auch der Herr Polizcimeister kennt mich und weiß, daß ich ein an- ständiges Lokal habe." (Forts, folgt.) Birekuuii üas UeiuLardl; Deutsches Theater. nnton» T««l. Kammerspieie. S ihr: Oer einoehllrfet» Kranke. Volksbühne, 5Äu! '' s T hr: I>ic KnKcii, Theater I. d. Königgratzerstr.| Jan«ler Wunderbar«! Komödienhaus I 7!'.j Uhr: Dio verl#r8«e Tochter. BeHiner Theater. \ tif t t:t-xein de* Oewange*. Uhr: Zum ISO. Mulo: Sesstng-Theafet*. Direktion; Victor Barnowsfcy. vuvhv. Charlotte Stieglitz. Freitag: Dia beiden Klingshorg. Sentseh.Ms!!er-7hekter. AilabendUoh 71/. Uhr: Der Reisebegleiter. üRliiiA Taubenstrttßs 18/49. 8 Uhr: !!'.? "1,8 National- Theater Köpcnlckcr Straße 68, Mpl. 9344. llnbeichccibltcftcr Cfrfotg! Studenten liebchen. Operette in 3 ütrten von.Halton. iXtt'j. Dr. Zickel. Musik o. Bramme. Porverk. ab 10 U. ununterbrochen. tTKeater kür vonnerstax, 8. k�edruse. deutsches vpernhsnL, Lliarlaltend. 7 uhr: Die Tieöermus. l-'rjetlricd.�VIlhcInisiLtlt. Theater. u.: Das Dreimaderllm Utebv. üernifeid-Thexcr 7:'_. Uhr: Oer doppelte Buchhalter. J'ofse mit GeunnR und Tanr. Kleines Theater * tur: Ani Teelisch. Komische Oper 7'.', uiir: Der Puszta-Kavalier. Vletropo!-Theater Die Csardssfärstin. Die Kalterin. .Neues Operettenhaus l\"u;ienlclophon: Korden 281. 7". u.; Der Soldat der Marie. 7 Uhr 10 Mir Sonntag'Ud Uhr lustspielhaus ' v Der selige Balduin Residenz-Theater F'M Warschauer Zitadelle, Scl»iucr-The«ter O, 7V, u.: Noveiia d'Andrea. SchUlor.Tb.Chartottcnb«. 7. 5u: Freund Fritz. Thalia Tbcater, iv, u,; Das Vagabundenmddel. Tbaatcr am Kvllendorfpl. 31/, Uhr: OasKäthchenvon Heilbronn "v, ut.: Blaue Jungens. Theater de» Wcat«»» Tv.u.t Dia Fahrt ins Glück mit Guido Thiolecher, Trianon-Ttacater 7'/. u.: Willis Hochzeitstag. Casino- Theater Lothringer Str. 37, Täglich 7«/, Uhr. Um Vlt Uhr: Buntrö Programm. Um SV, Uhr: Tie Schlagerpollc Sinzig In Wroß.Berlin 2wsi nslleZsrlinsr Berliner Humor Berliner stigure» Sonntag 4 Uhr: Binor vom U-Boot, Theater des Westen}, Clurloitenbwrg. Kantstrate 9. HW ifteue deutsche Bühne Volksschausplele Dirokbiau: Leopold Thuraor. i Eröffnungsvorstellung Sonnabend, den 10. Februar 1917, nachm. SV, Uhr, Kinn Besten des oesterr-Ung. Hilfsrereinä nnd der Dentoehen Htthnengonosaenäcliaft, H/tV Wilhelm Teil. Vorverkauf u rheaierka sae tftgl. v, I der iSonntcgo l CIpcu* TS Busdn poiiiifrötüij null frfiteg gtschtssst» rr'cijcn technischer Vorbereiiunge» per neuen Aiesen-Pmcht.Wasstr- Pantomime lliö VSsZWllölieStM llranssthrnng Sonnabend, bei, lO-Aebruiu-, abendd 7V, Uhr. Zilluis A. Schumann Der Zirkus ist rat gahelr.t. ElnlaB 7 Uhr, Anfang 7V« Uhr. Täglich das große glftn- zende Zirkus'Programm und Die Seeräuber r.rf'C« AnssUiU-Pmil. i. 4 Akt Jod fjonntiig 9 gr. Voralellungen, 3 Uhr u. 7'/, Uhr Ka cli mittags t lilnd frei. In beiden Vorstellungen: I»f« �««i-auber und d»s voIlstSnd. Programni. Yoigt-Theater 8,0, fr 59. Badttr. 59. Lillebirs Hochzeitsreise, Aegypt.'Burlosko in 7 Bildern, Mu.iilv. Sizel. tn«ronl*rung von Jlax Kcinhurdt. Heaptderstell.: HantWaMnunn, LiUcbil CLrivccnaeu, Kutta Stoma, Um st. Matrey, --- Obs groBo Ballettkorpa-- sowie d. groto Februar Spielplan u.:..Akropulte" Mcistarwerko der piaatik navh neuepTtilnstlvi', Methode. Marlin Kattner Täglich: Qriseldis, ein edles Trauenhsrz. Schauspiel in 5 litten von Jr. Halm. (früffnimg»'s- Uhr. Ansang Uhr. Freitag, ben 9. Februar: Ibas Nf.hlnU»»» Roer. wiii. Rose«Theater. 7", Ufte: Tas Gliicksmädet. Walhalla-Theater. TVt Uhr: Das Muslkantenmädel. SÄÜo fRlEPHiCMSTE ÄN- oat-«aOOKTB'. I Anfang V:» Uhr. Neues Varietö Programm. Dazu Neptun auf Reisen, AusKbrttuogypoeso i 3 Bildern Stürmische Heiterkeit! Das Theater gyt geheizt. Ist Relcltshailen-Tiieater. Stettiner Sänger. „Caharet Feldgrsu" Anfang T'/.Uhj-, tBilfltU nachmltt, 3Uhr: Ftrmttßljtt.. Pref»«: Heues Progranun Possen- Thealer. TigtfCh 7'/, Uhr: Der fliegende Holldndef. Der alte Weiss. Ädmiralspalast. Cohtlttsohuhltturer- Ballett � d, Oper„Oer Prophet" und frau Tantasie. VorrBgl Küche. Anlang Tl* Berliner Konzerthaus. Mantrstr. 82. Zlmmerstr. 90/91, Heute; Großes Konzert dös Bci-iincr K«nä5«rtb»aa-Or«he»l;er* Leiter: IComponiat Frz. t. Blon. Anfang 7Vi Uhr. Eintritt 30 Pf. Anlattg 7V, Morgen; Grolles Konaovt Tewastttltet vom nm Tägl. 7 Vi. Sonnt. S'/a u.'V. Dar effektvolle TolofonscherB: 8 Hallo, wer dort?" acu: BorJ.T, und Annu u. d. nene en ra. B. Steidl or-Lincko Fcbp.-Progr. JirtjLiAvr- ui/( tÄ(}'fäll lvM\ dv cltio 24' Lagerbier Ersatz ist' Meius-Gold, I Schaum u. 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