Ar. 30. 34. Jahrg. flöonnfmtntS'Bfdlngun�en: llbotmetnems>*rci» vdnmnaanbo Etcrtcljä&a 5,90 Ml. monatL 1,30 MI. wöchemlill, 30 Sfg. hei WS HauS. Sinzeine Nummer B Sta. KonmazS- nummer mi: tHufhicnet EonmagS. Beilage.Die Neue Well' 10 Pf»,«oft- ülbonnememi 1.30 Mari pro iKonat Singelragen in die Nolt-ZeUungS. Vreislisle, Unler kheuzbano lür Deutichland UNS Oeilerreich- Ungarn L,ö0 Marl, iür das übrige Ausland « Mark xro Manai VallaoannememS nebnien an Belgien, Dänemark Mailand, Ilalien. Uuxeniburg, Ponugal. Niunünien. Schweden und die Schweiz. celchclol tätlich. Berliner VolKsblnkt. ( 5 Pfennig) Vit TnSertlons-GeMlir tetrögi|ür die lechSgespaltene«olmlei- zeile oder deren Rauln«0 Big. für _»•.>«< Hnzeigen". daS irllfli'bnKfic feott 20 Big,(zulülsig 3 setlgedruiNe B-onet, jedeö weitere©ort 10 Big, Stelleng e,uche und Lchlalltellenun.' »eigen das erste War! 10 Big. jede» _■!""«ich» weitere Warl 3 Big, Warle über IS stoben zahlen iür zwei Sorte. JnseralQ sür die nächste Numnn K I ncr münen bis Ubv nachmittags m der Sxprdilidie (bacgcbcn werden. Sie Srveditia» ül Hl 7 Ufte abends geöffnet Teiegramm�ldresse: .Stxlaidtiitknt Berti»". Zcntralorgan der rozialdcmokratifchcti Parte» Deutfcblands. Neüaktion: EW. HS, Linvenstraße Z. aernivrertier:«mi Morwplad. Str. lös SO—»5» 97. Freitag, de« 9. Februar 1917* Expeütttoa: EW. öS, Linöenftraße Z. Zsernivrecher: vmt Morttzplatz. Str.»S1SV—»S1S7. Oer Meg der Neutralen. Tätigkeit in Flatider«— Englische Angriffe auf dem Ancre-Nordufer und bei Bouchavesnes— Streifgefechte in der westlichen Moldau. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 8. Fe- bruar 1917. lW. T. B) Westlicher Kriegsschauplatz. Armee des GeneralseldmarschallS Herzog Albrecht von Württemberg. Im Jpern-Bogen herrschte abends lebhafte Feuertätigkeit, Im Wqtfchaeie-Bogen zerstörten wir durch umfangreiche Sprengung einen erheblichen Teil der feindlicher Minengänge Ein englisches Fliegergeschwader warf auf die Stadt Brügge Bomben ab, durch die nebe» Häuserzerstörungen in einer Schule 1 Frau und 1K Kinder getötet, 2 Erwachsene schwer der- wimdet wurden. In militärischen Anlogen ist ein Schaden nicht entstanden. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Beiderseits deS Kanals von La Bassse. an der Ancre und bei BouchaveSneS war»er Artilleriekampf gegen die Bortage gesteigert. Nach Mitternacht griffen die Engländer auf de« Nordufer der Ancre und südöstlich vo» BouchaoeSnes an, Be- grenzte Anfangserfolge wurden durch unseren Gegenstoß schnell ausgeglichen. HeereSgruppeKroupriuz. Im Aire-Tal und de» BauquoiS östlich der Argonnen hosten Stoßtrupps 17 Gefangene aus den französischen Gräben. westlicher Kriegsschauplatz. Front des GeneralseldmarschallS Prinz Leopold von Bayern. Bei Kisielin, westlich von Luek, war ein Erkundungsvorstoß sür uns erfolgreich. Fron» des Generaloberst Erzherzog Joseph In den verschneiten Karpathen und im Berggelände der wep- lichen Moldau mehrfach rege Feuertätigkeit und Gefechte von Itreifabteilungen. Heeresgruppe deS GeneralseldmarschallS von Mackeusen Die Lage ist unverändert. Mazedonische Zlsront. Zwischen Ochrida- und Prespa-Tee Borposteuscharmützel, bei denen französische Gefangene eingebracht wurden. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. m• ffbenübericht. Amtlich. Berlin, den 8. Februar. Abends. Im Somme-Gebiet zeitweilig starkes Feuer. Lei S a i l l y find Teil kämpfe im Gange. An den anderen Fronten nichts Wesentliches. Oer österreichische öericht. Wien, 8. Februar 1917.(W.?. B.) Amtlich wird verlautbart: westlicher Kriegsschauplatz. Ein AugriffSversuch des Feindes östlich des E a s i n u Tales wurde bereits in seinen ersten Anfängeu durch unser Feuer v ereilest. Westlich Wororczyn in feindliche Stellange» eingedrungene deutsche Stoßtrupps fügte« deren Besatzungen erhebliche Ber- litste bei und kehrten ohne eigene Berlnpe mit einigen Gefangenen zurück., Italienischer Kriegsschauplatz. Außer kleinen für uns erfolgreichen Unternehmungen bei T o l m e i n und in der B a l a r z a stüdöstlich Rovernto) kein Ereignis von Belaug. Südöstlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend von Berat wnrde ein italtznischeS Fing zeug durch einen patrouillierenden Gendarmen abgeschossen. Der Stellvertreter des Ehefs des GeneealstabeS. v. H o e f e r, Feldmarschallentnant. Räumung von Granöcourt* In der Nacht zum 3. Februar räumten die deutschen Truppen Grandcourt planmäßig, um in eine neuangelegte Stellung östlich von Grandconrt zu gehen. In der Nacht zum 8. Februar drangen die Engländer in das drei Tage vorher ge- räumte Torf ein. die Neutralen an Wilson. Kein Weg für tzollanü. Wie das Haager Korrespoadenzbureou meldet, hat der Geschättsträgcr der Vereinigten Staaten Langhorne am 4. Februar den Minister des Aeugereu amtlich vom Ab- bruch der diplomatischen Beziehungen Mischen Ainerika und Deutschland infolge, der Wiederausnahme des verschärften U-Boot-Kricges in Kenntnis gesetzt. Er hatte den Austrag, hinzuzufügen, daß der P r ä s i- d e» t noch nicht glauben wolle, daß Teutschland tatsächlich die Drohung gegen den Handel der Neutralen durchführen wende, daß er aber, falls das geschehen sollte, den Kongreß um die Ermächtigung ersuchen werde, die Machtmittel des Landes zum Schutz der amerikanischen Bürger beim friedlichen und gesetzlichen Verkehr auf offener See zur Anwendung zu bringen. Der Prä- sident sei davon überzeugt, daß es dem Weltfrieden dienen wunde, wenn andere neutrale Mächte in ähnlicher Weise handeln würden. Daraus hat der M i n i st e r des Aeußercn e r to i* d c r t, daß furdieNiederlandekein Anlaß bestehe, denselben Weg einzuschlagen, wie die Vereinigte» Staate», da die.Haltung der Vereinigten Staaten im Gegen-- sab zu der der Niederlande eine Folge der bekannten früheren Verhandlungen zwischen Washington und Berlin sei. Es ist von der Regierung der Vereinigten Staaten bei den Niederlanden kein anderer Schritt getan worden. Erklärung üer holländischen Regierung. Amsterdam, 8. Februar. Im Namen der Regierung er- klärte heute wahrend der Sitzung der zweiten Kammer der Ministerpräsident Cort van der Linden: „Die holländische Regierung hat im Laufe dieses Krieges gegen- über allen neu auftauchenden Schwierigkeit«» ihre Haltung stet? völlig selbständig bestimmt. Ebenso ist dies i»i der Frage deS neu angekündigten verschärften ll-Bvvt-Kriegeß geschehen. Die hvllän- dische Regierung hat sich während deS Krieges unverbrüchlich an die Regeln des Völkerrechts gehalten. W«S Recht ist. bleibt Recht! Bei dieser Auffassung muß es gleichgültig sein, durch wen das Recht ge- brachen wird. Die Regierung bat nicht unterlassen, jedesmal. wenn den Interessen der Niederlande Abbruch getan wurde, gegen das völkerrechtswidrige Auftreten der betreffenden kriegführenden Nation aufs ernsthafteste zu protestie- ren. Namentlich ist die Regierung für den Grundsab der Frei» heit der Meere eingetreten. Hinftchtlich der Ankündigung deS verschärften N-Boot-Krieges hat die Regierung sowohl gegen die Lähmung der freien Schiffahrt, wie gegen den mit den Prinzipien des Völkerrechts nicht im Eintlaug stehenden Gebrauch der T a u ch- boote nachdrücklichst in Berlin protestiert. Die Re° gierung hat jedoch ebenso wenig wie bei früheren Anlässen jetzt einen Grund gefunden, ihre bisher befolgte internationale Politik jn ändern. Die Regierung hält fest an einer Politik strik- tester Neutralitätt, die ihr unverbrüchliche Unparteilichkeit zur Pflicht macht. Die Regierung weicht aber auch nicht von ihrem Entschlüsse ab, jeder Schändung holländischen Ge- b i e t e s oder der holländischen Oberhoheit mit de» Waffen in der Hand entgegenzuteeteu, von welcher Seite aus diese Berletznng auch immer erfolgen möge. Die Regie- rnng hofft, auch die durch die neue Lage ins Leben gernfene« Schwierigkeiten mit Entschlossenheit.zu beseitigen."(Allseitiger an- haltender Beifall,) ttorwegen gegen Wilson. Kristiania, 7. Februar, i Meldung des Norwegischen Telegramm-BurrauS.) Die Aufforderung der amerikanische« Regierung au Norwegen, eine ähnliche Haltung wie die ameri- konische gegenüber der dcatscheu Erklärung bezüglich des See- kriegeS einzunehmen, beantwortete die norwegische Re- g i e r u> g dahin, daß sie nicht der Meinung sei, sich dem Schritte der Bereinigten Staaten an» schließen zu können. Die Regierung fugte hinzu, eS seien augenblicklich in Stockholm Verhandlungen zwischen de» drei nordischen Reichen im Gange über die Stellung, die sie ans der Grundlage des Völkerrechts zu der Erklärnng Dentschtaud» einnehmen werde«. Spaniens Neutralität. Von HeinrichCunow. Herr Wilson findet mit seiner an die neutralen Mächte gerichteten Aufforderung, sich dem Vorgehen der Vereinigten Staaten-Regierung gegen Deutschland anzuschließen, bei den Neutralen wenig Anklang. Abgesehen von einigen mittel- und südamerikanischen Republiken erkennt man allenthalben, wie wenig die Aktion des Präsidenten der Dereinigten Staaten durch hohe Friedensideale bestimmt wird, und so ungelegen allen neutralen Mächten selbstverständlich die von Deutschland über England und Frankreich verhängte Seesperre kommt, da sie ihr« Schiffahrt und den Ssehandel beträchtlich einengt. so wenig Neigung verspüren sie, zugunsten der englischen und mnerikanischeu Interessen aus ihrer Neutralität lierauszu- treten. Holland. Schweden. Dänemark, die Schweiz lehnen deshalb Herrn Wilsons Ansinnen, ihm Assistenz zu leisten, Höf- lichst ab, und selbst Spanien, auf dessen Mitwirkung Wilson besonders gerechnet zu haben scheint, gedenkt sich nach den neuesten Meldungen aus Madrid aus einen scharfen Protest gegen die Torpedierung von Handelsschiffen ohne vorherige Warnung beschränken zu wollen. Für Herrn Wilson eine um so unangenehmere Ueberrafchung, als er schon zugleich mit seiner ersten Friedensnote an die spanische Regierung das besondere Ersuchen gerichtet hatte, seine Friedensaktion durch ihre offizielle Zustimmung zu unterstützen. Daß die spanische Regierung nicht auch auf diesen scharfen Protest verzichtet hat, wie ihn ähnlich auch die skandimwischen Reiche beabsichtigen, laßt sich aus der wirtschaftlichen Lage Spaniens, aus den dortigen Parteiverhältnissen und der En- tentcsreundlichkeit des jetzigen spanischen Kabinetts, besonders des Ministerpräsidenten Trafen Romanones, durchaus ver- stehen. Niemand, der Spaniens- politisches Leben einiger- maßen kennt, dijrfte erwartet haben, daß die jetzige spanische liberale Parteiregierung einfach die Absperrung Englands und nehmen und auf jegliche Gegendemonstration verzichten werde. '" Deutschland in Spanien sehr starke Sympa- Frankreichs durch die deutschen U-Boote als Tatsach« hin- Sicherlich defitzt I. W thien; aber es sind doch nur bestimmte, ziemlich enge politische Kreise, die eine wirkliche Hinneigimg zu Deutschland empfin- den und diesem den Sieg wünschen. Der größte Teil der Durchschnitts-Spanier erblickt nicht nur im Franzosen den romanischen Rassenverwandten, er steht auch geistig und poli- tisch völlig unter dem Einflüsse der französischen Literatur, deren Haupterscheiuungen meist sofort dem spanischen Lose- Publikum zugänglich gemacht werden, Oft heißt es, die klerikalen Kreise Spaniens seien sämtlich deutschfreundlich gesinnt. Das ist in dieser Allgenieinhoit nicht richtig. Die große Masse der Klerikalen weiß recht wenig von deutschen Verhältnissen, deutscher Wissenschaft und Knl- tur— noch weniger als der deutsche Arbeiter, Handwerker und Bauer von Spanien. Mit Deutschland sympathisieren meist nur die akademischen Kreise'der Klerikalen, die freilich ichen Gegenden ans das katholiickiv Vdlk einen beträchtlichen Einfluß haben. Und selbst auf diese trifft daß nicht überall zu. Unter dem höheren Klerus an oer Westküste, vor- nehmlich Cataloniens und Valencias, der meist nähere Be- zidhnngen zu Südsrankreich nuterhält, hat die Entente man- wen Anhänger, ferner sympathisieren mit Deutschland meist die strengen Karusten. die im„Correo Espanol"(„Spanische Post") ihr Organ erblicken, ein Teil der Kvmerdativen und schließlich ein beträchtlicher Teil der fvrffchrittlichen Gelehrten- Welt,'die sich mit deutscher Wissenschaft beschäftigt hat, Spa- nien aus dem jetzigen Zustand geistiger Depression theraus- helfen möchte und in dem deutschen Bildungs- und Erziehungswesen ein Mnster für Spanien erblickt. Demgegenüber stehen jedoch die Republikaner, die durch- aus zur Entente halten, und zwar fordern die extrem liberalen, stark anarchistisch angekränkelten Republikaner der Gruppe Lerrour, die haupffächlich in Eakalonien eine zahlreiche Anhängerschaft hat. ein direktes Eingreifen Spaniens in de» Krieg zugunsten Frankreickö und Englands, während di<: Gruppe Soriano wohl sine gewisse Unterstützung Frankreichs nicht aber die Beteiligung Spaniens am Kriege wünscht. Ebenso stehen die drei liberalen Parteigruppen durchaus auf Seiten der Entente, wenn auch die meisten ihrer Anhänger und ihre größeren Blätter, wie der„Jmparcial"(der Unparteiische), der..Liberal" und das„Diario Universal"(Allgc- meines Tageblatt) die direkte Intervention ablehnen. Eine eigenartige Stellung nimmt die freilich im ganze» recht unbedeutend« soMliftiiche Presse, voran das Madrid« Zentralorgan„El Sonalista"(der Sozioffst), ein. Sie unterstützt die Entente. Das ist durchaus begreiflich. Hervorge» gangen aus dem baknninschen Anarchismus, der in Spanien noch heute stärkere individualistisch-liberale Züge aufweist als anderswo, haben sich im spanischen Sozialismus manche reyo- Kitianftr-anarchHitisch gefärbte Traditionen achalt«, die m SSaufe ifrci; letzten Falire noch vorübergehendem Widerstand zu einem immer engeren Anschluß des größten Teils der spanisch- sozialistischen Partei an den bürgerlich-revolutionären Rcpu- blrkantSmus geführt hoben, so daß man heute die spanische Partei gewisserrnaßen als Anhängsel der Lerroux-Grnppe be- trachten kann. Zwar plädiert auch der„Socialista" nach außen mr Aufrechterhaltung der Neutralität, gefällt sich aber in der Verbreitung geradezu alberner Fabeln über Delrtschlands Kriegfiihning und Kulturleben.— Die Entente hatte also von vornherein die Mehrheit der spanischen Politiker für sich: dennoch trat das znnächst nach den» Beginn des Krieges öffentlich nicht deutlich genug hawor. denn noch herrschte in den gang oder halb liberalen Geschäfts- kreisen die Verstimmung über das Auftreten Frankreichs in Marokko vor. und zudem wirkte der Krieg anfangs sehr giin- stig ans das Geschäftsgetriebe Spaniens. Die Ausfuhr von Nahrnngsmitteln, Vieh und Fabrikaten, die im Jahre 1913 nur 231, im Jahre l914 nur 253 Millionen Pesetas betragen hatte, stieg im Jahre 1915 auf 609 Millionen Pesetas. Spaniens Industrie und Handel erlebte einen enormen Am- ichwung, vornehmlich die Strick-, Wirkwaren-, Hanp und Leinen Industrie, die Leder- und Papierindustrie, die Hütten- Industrie und vor allem die Schußioaffenindustrie. Die Ge- 'chästskmse fanden also vorerst au dem.Krieg, der so gute Prosite brachte, nicht allzu viel tNiSzusehen. Nach und nach zeigten sich aber allerlei Nachteile dieser Entwickdung. Die Preise für Lebensmittel und Jndusttieartikel schnellten l.nlM und höher empor, ohne daß die ohnehin in Spanien sehr rar- gen Beamtengehälter und Arbeitslöhne in gleichem Verhältnis stiegen. Die Folge waren zahlreiche große Streiks. Und dazu gesellten sich die Hinderung des Exports nach England, Frankreich und Italien durch den deutschen und österreichischen Unterseebootkrieg, dem bald auch spanische mit Bannware be- ladene Schiffe zum Opfer fielen. Vor allem traten in den am Südfrucht- und Wein Handel beteiligten Kreisen bald heftige Anklagen gegen Deutschland hervor, die von den im Dienste der Entente stehenden repiiblikamschen und liberalen Blättern mit Geschick zur Sttmmungomache gegen das augeblich „spanienfemdliche" Deutschland«uSgemcht wurden. Und da direkte Nachrichten kaum mehr aus Deutschland nach Spanien gelangten, blieben die faustdicken Lügen vielfach ohne Abtvehr. Solange das konservative Kabinett Dato am Ruder blieb. fanden jedoch die Beirr ebnngen, Spaniens Politik in den Dienst der Entente zu stellen, an Regierungsstelle keine Unter- stützUttg. Das änderte sich, als im Mai 1916 der liberale Par- teiführer Gras RomanoneS den Auftrag zur Bildung eines neuen Ministeriums erhielt und durchführte. Nach außen betonte auch Romauones. das neue Kabinett halte an der Neu- tralität fest, tatsächlich aber nahm es eine rmmer„wohlwollen- dcrc" Haltung zu den Ententebestrebungen ein. NachSeni die liberale Presse im Austrage des Mimsterpräsidenheu Roma- nones genügend vorgearbeitet hatte, veröffentlichte am 28. Dezember 1916 d«rs sMnische Staatsmmisterium eine zu- guusteu der Entente gefärbte, mit nn richtigen Auslegungen des Seerechtö arbeitende öffentliche Erklärung gegen den denk- ichsn Unterseebootkrieg. Die Folge war, daß ein Teil der streng neutraltstrscheii Presse sich scharf gegen RomanoneS wandte, ihn beschuldigte, nicht spaittsche. sondern Entente- volitik zu treiben und zugleich auf einige Beteiligungen des sehr reichen Grafen an nicht ganz einwandfreieil Exportge- schäfteu hinwies. Die Anschuldigungen erregten großes Aiifsehen. zumal wohl Romanoneö mit polizeilichen Sckikmicn gegen die neu- tralrstischen Blätter vorging, deren Aufforderung aber, sie vor das Gericht zu ziehen, damit sie dort ihre Angaben über seine Beteiligung an gtveifelhaften Auslandsgeschäften nachweisen könnten, völlig unbeachtet ließ. Dagegen unterbreitete er am 9. Januar dein König Alfons sein Entlassungsgcsuch. Der König berief die beiden konfervanven Parteiführer Dato und Maura zu sich, da aber diese ablehnten. daS Erbe des Roma- nones anzutreten, blieb dieser im Amt, heftig bekämpft von öeii streng neutralistischen Blättern wie„Corrco Espanol", „Accion"...Naeioi»",„Debate".«Tribuna".„Dia"(der Tag) usw., besonders aber von den eine fortschrittliche Neuorgani- 'ation Spaniens anstrebenden Blättern, wie„Espana Nneva" (das neue Spanien) und„Abc". Unter diesen Umständen ist durchaus begreiflich, wenn das Kabinett RomanoneS zwar nicht gewagt hat, sich Wilsons Äorgshen gegen Deutschland onzuschlietzen, andererseits aber sich dock» nickt zu versogen vermochte, einen gepfefferten Pro- test gegeir Deutschlands Kriegführung zu stilisieren. Von diesem Schritt bis zur offenen Kriegserklärung ist jedoch n o ch ein zioinlich langer Weg— gerade in Spanien,>ro Deutschlaiiü in den gebildeten Kreisen zahlreiche Freunde be- sitzt. Zudenr steht Graf Romanones. wenn auch die Nichtan- nähme seines EntlassungSgesuches seine Position vorläufig »oieder ettvas gestärkt hat, keineswegs so fest, daß er nicht demnächst falle»» könnte._„ Süöamerika und Speergebietserklärung. Absage an Wilson. P-erlin, L. Februar. Nach hier vvrtkgeadeu Nach- richteil lehne» Sie südamerikanische» Staater es ab, sich dem Borgehen Wilsons anzuschließen. Sic werden sich vermutlich mit Protesten gegen die deutsche Sperrgebiets- erklär»«gen brgnügen. Die Antwort Brasiliens wurde, wie die Agence Havas aus Rio de Janeiro»neldet, dem deutschen Gesandten über- mittels. Die Note protestiert, tvie Reuter mitteilt, gegen die Verletzung des Völkerrechts, mit der Begründung, daß eine derartige Sperre gar nicht effektiv sein könne, ein Zustand. den man nicht dulden dürfe. Des weiteren erhebe die brasilianische Regierung Einspruch von vornherein gegen jeden feindlichen Akt gegenüber brasilianischen Handels- schiffe». Für jeden solchen Akt würde die deutsche Regierung verantwortlich gemacht werden. » Vie Stellungnahme Argentiniens. tzsiusterdmn« I. Fobwurr»(& U.) Nach Xologra«»« au« Nu»- nos' LkireL sdrtcht die awenKntsche 8l«f i«u*§ in ihr« dorn deutsch«! Gescuchleu überreichten Antwort auf die Verkünduug de» verfchärftou Il-Büot-Kricges das Bedauern aus, daß Deutschland solche äußersten Maßnahmen für nötig erachtet. Die Note erklärt, daß die Regierung von Argentinien ihre Haltung wie stets «n den Grundsätzen des AölkexreKts abhängig machen werde,_, Bolivien unterstützt öie amerikanische Politik Basel, 8. Februar. HavaS meldet aus Rio de Janeiro: Der Ge- sandle von Bolivien stattete dem Minister des Aeußercn Laura Müller einen Besuch ab und erklärte ihm, daß Bolivien die ameri- lcmische Politik vorbehaltlos unterstütze.(„Fm. Ztg.") Der ameeikanisthe Senat für Mbruch. Washington, 7. Februar. Der Senat hat mit 78 gegen 5 Stiuinien den Abbruch der diplomatische!« Be- zirhnngeu zu Deutschland ratifiziert. * Der Kriegslieferant üer Entente. Bern, 7. Februar.„Gazette de Lausmme" meldet aus Paris: Die Kaufverträge der Alliierten in den Vereinigten Staaten von Amerika, die im ersten Halbjahr 1917 aus- geführt«verden sollen, umfassen insgesamt 600 000 Tonnen Granatenstahl(für das zweite Halbjahr sogar 800 000 Tonnen) für England, Frankreich und �Italien. Außerdem bestellten diese Länder für denselben Zeitraum 100000 Tonnen Panzerplatten, 160000 Tonnen Schienen, 100000 Tonnen Roheisen, 50000 Tonnen B a u e t s e n und-l 0 0 0 0 Tonnen E i s e n d r a h t. Diese Bestellungen nehmen die amerikanische Metall- induftrie derart in Anspruch, daß sich die Vereinigten Staaten über eine Beeinträchtigung des eigenen inneren Marktes be- klagen. * Propaganda gegen den Krieg in Amerika. Amsterdam, 8. Februar. Nack» einem Telegraimn des„Al- gemeen Handelsblad' aus London wird auS New Jork berichtet, daß in den Vereinigten Staaten eine große Propaganda gegen den Krieg begonnen hat. ES werden die großen Vorteile, die den Vereinigten Staaten aus der Erhaltung deS Friedens erwachsen würden, geltend gemacht und olle Hebel in Bewegung gesetzt, um Wilsons Erklärung, daß er die Feindseligkeiten noch a b z u tv e n d e n hoffe, miszaniitzen. * Erhöhte Bersichcrungsprämieu für alle Schiffsrouten. Amsterdam» 3. Februar. Reuter meldet aus Washington vom 7. Februar: Der Schatzsckretär teilte mit, daß das BundcSversichc- rungSbureau die BersichcrungSprämie gegen>KriegSrisiko um bis 90V Prozent erhöhte. Tie höheren Prämien gelten für alle SchiffSroutcn._ Gefterreich-Ungaen und Amerika verhandeln noch. Die Beziehungen zwischen den Bereinigten Staaten und Oester- reich Ungarn bestehen»och, weil, wie gesagt wird, vor allem auf amerikanischer Seite der Wunsch besteht, dir letzte Brücke zu den Mittelmächten erhalten. Politische Bedeutung und politischer Erfolg der schwebenden Bcrhnndlungcn sind noch iinklar. Dir Freunde der Mittelmächte in den Bereinigten Staate» scheinen init dem Bestreben zu siinipathifimn, den letzten Weg zu der deutsch- Lsterrcichisch-unga- tische» Mächtegruppe nicht zu versperre». Die deutschen Interessen im feindlichen Auslände. Tie Aenderuugen in der Vertretung. A II! t l t ch. Berlin, 8. Februar. Ter Schutz der deutschen Interessen im feindlichen Auslände, insoweit er bisher von den Vereinigten Staaten ausgeübt wurde, ist im allgemeinen von der Schweiz, für Rußland und auch für Aegypten von S ch>v o d e n. ferner in Marokko für die französische Zone und für die Tanger-Zonc von den Niederlanden übernommen svordrn. Die Regelung der Vertretung unserer Interessen in einzelnen Gebieten oder Orten. Ivo die Schweiz diese nicht übernehmen kann, bleibt vorbehalten. Den Schutz der amerikanischen Interessen im Reich sowie den bisher von den Vereinigten Staaten«vahr- genommenen Schutz der Japaner, Rumänen und Serben hat die spanische Regierung übernommen, so daß deren Vertretungen jetzt hierfür ebenso tvie bereits für den Schutz der Russen, Franzosen, Belgier und Portugiesen zuständig sind. Dagegen ist die Wahrnehmung der britischen Interessen auf die nieder- ländische Gesandtschaft und die niederländischen Konsulate übergegangen.__ Die Schweiz und der verschärfte U-öoot-Krleg. Ter schweizerische Bundesrat hat in der Frage, ob gegen den verschärtten Tauchvoolkrieg bei der dcutichcii Regierung eine RcchlS« Verwahrung einzulegen fei. nach Meldung der„Frankfurter Zeitung" noch keinerlei Entschluß gefaßt. Die Schweizer Einfuhrftraße nach Celle unterbrochen. Die Schtveizer Ocffentlichkcit hatte anerkennend hervor- gehoben, daß die deutsche Seesperrc-Erklärung den für die Schweiz überaus«vichtigen Hafen Cette blockadefrei gelassen hat. Jetzt meldet die„Tribüne de Lallsanne": Infolge der Verstopfung der französischen Linien, die«vahrscheinlich durch die zahlreichen Truppentransporte der letzten Zeit verursacht lvuroe, nah ni die Eiscnbahngesellschaft Paris-Lyon-Medi- tcrrairvc keinen einzigen Schweizer Zug mit Bestimmung nach Cette und Marseille an, was einen Ausfall von 12 000 bis 15 000 Tonnen Einfuhr bedeutet. Der Krieg auf öen Meeren. verschärfte U-Soot-Leiftungen. Berlin, 8. Februar. Nichtamtlich. Ein zurückkehrendes U-Bvot hat im Atlantischen Ozean zehn Schiffe mit einem Gesamulttonneugehalt von 13 000 Tonnen ver- senkt.— Außerdem wurden in der Nordsee versenkt ein unbekannter englischer Dampfer von 3000 Tonnen, die englischen Fischdampfer Shamrock und T h i st l e, sowie je ein englischer und französischer F i s ch k u t t er» * Bewachung in spanische» Häsen internierter Schisse. Madrid, 8. Februar. Im Hafen L a S Palmas bewacht der kircnzer Eataluna den Eingang der Bucht, um die Ausfahrt der internierten österreichisch-deutschen Schiffe zu verhindern. Kein Fahr- zeug kann zwischen Sonncnauf- und Untergang in den Hafen ein- oder ausfahren. Englische Vergeltungsmaßnahmen? Nach einer Haagcr Meldung der„Frankfurter Zeitung" findet sich in den englischen Blättern eine Bekanntmachung des Auswärtigen Amtes, die auf die Verkündigung deS uneingeschränkten Tanchbootkrieges hin erging. In diesem Erlaß ist der Satz enthalten, daß die englische Regierung beschlossen habe, bei Ausführung der Tauchbootbcdrohungen sofort Ver. geltungsmaßnahmen anzuwenden. Keine Kohlenzusuhr mehr aus England nach Holland. Berlin,?. Februar. Wie wir aus guter Ouelle erfahren, hat England die Kohlenzuführ an Holland bereits vom 29. Januar � ab von Bedingungen abhängig gemacht, die für Holland u n a n n e h in b a r«varen und die daher don der holländischen Regierung abgelehnt werden mußten. Hiernach hat England schon vor der deutschen Er- klärung vom 31. Januar die Kohlcnzusuhr nach Holland tat- sächlich unmöglich gemacht. Dampfer ohne Nlannschaft in Eadix. Madrid, 8. Februar. Nach hier eingetroffenen Meldungen liegen in Eadiz 30 Diniipftr ohne Besatzung: in Ne>v Castle sollen 55000 Tonnen Bunkerkohle lagern, die täglich auf Abtransport warten. Ein norwegischer Dampfer nach England. KNprnhagr», 7. Februar.„Politiken� meldet aus Göteborg: Als erster skandinavischer Dampfer ist nach der neuen deutschen See- sperreerkläruug gestern der norwegische Dampfer Rh t a a r von hier nach England abgegangen. Schwedens Versorgung mit deutschen Kohlen Stockholm, 8. Februar. Die schivebischc Regierung hat an alle Behörden die ernste Mahnung ergehen lassen, mit Kohlen und Ocl zu sparen. Nach Stockholms„Tidntngcn" sind die Kohlenvorräte in Schweden keineswegs gering, doch«Pill man beizeiten einem etivaigen Mangel zuvorkommen. In den letzten Tagen sind große Ladungen Kohlen aus Deutschland angekommen. Italienische Schiffsauftäufe. Lugano, 8. Februar. Italien gibt lveitcr die Riesensumme von 180 Millionen Lire zum Ankauf und zur Miete aus- ländischer Schiffe auS. -i» versenkt. Romeo,(114 To.), englisches Fischersahrzcug.(Lloydsmeldung.) Ferrucio, englischer Damyser.(Lloydsmeldung.) ?l n o n y m o n S, englisches Flscherfahrzeug.(HavaSmeldung.) Er olvii Point(SSIS To.), englischer Dampfer.(HavaS.) Vestra(102t Ta.), englischer Dampfer.(HavaS.) Azul(3074 To.), englischer Dampfer.(HavaS.) Saxon Briton(1337 To.), englischer Dampfer.(HavaS.) P r i m e r o s e(113 To.), englisches Fischer fahneug.(Havas.) Brome(163 To.), französisches Fischerfabrzeug.(HavaS.) Lorton s14l0 To.), peruanische Bark.(Havas.) S y l v i e(2390 To.), französischer Dampfer. Besatzung in Marseille gelandet.(.TempS'.), K i n a k, norwegischer Dampfer, auf der Fabrt von Rotterdam na England, ii'mf Meilen nordwestlich vom Leuchtschiff Nordbinder. 24 Mann der Besatzung unvcrivundet auf das Leuchtschiff gebracht. (Haager Korresp.-Bureau.)— Dazu wird unS mitgeteilt, daß das Schiff versucht hatte, das Sperrgebiet zu durchfahren und daß es mehrmals vergeblich gewarnt ivorden war. * Schiffsraum-Erpressung. Berlin, 8. Februar. lW. T B.) Ein neues Beispiel der Ver- gctoaltigung der neutralen Schiffahrt durch England gibt der Bericht des Koiiiiiiandanteli eines unserer dieser Tage von einer Uuternebmniig zurückgekehrten U-Boote§. Das U-Boot hatte Anfaiig Januar einen auf der Reife von BuenoS-BireS über Falmomh nach Amsterdam bestimmten holländischen Dampser angehalten, der unter anderem auch ttne für die englische Regierung bestimmte Ladung von 18 000 KolliS Tomaten und Bananen im Werte von öOOOOO M. an Bord halte. Diese Ladung wurde als Bann- war« auf Besehl des Il-Boot-Kommandantcn über Bord geworfen. Bei diesem Anlaß erklärte der Kapitän dcö Dampfers, daß er diese Ladung gegen seinen Willen in einem neutralen Hafen habe an Bord nehmen müssen, weil er sonst keine Kohlen erhalten hätte. Auch seine Besatzung habe sich volle zweiTagcgeiocigert.die Bannlvare an Bord zu neb»i e n, weil nach dem Heuerlontrakt der Dampfer keine Bann- wäre führen durste. « Auf Nordseeniinen gelaufen. Kristiania, 8. Februar. Wie die Geretteten vom norwegischen Dampier A r g o, der eine Tagereise von Hüll am 28. Januar auf eine Mine gelaufen ist. ausgesagt haben, sind an demselben Vormittag sechs englische Dampfer an derselben Stelle in die Luft geflogen. Die Minen wären deutsche gewesen und in der Nacht vorher ausgelegt worden. * Angespülte Nordseemine»». Haag, 7. Februar. Im Januar wurden 237 Minen au der niederländischen Rüste angespült, davon 230 englischen, eine deutschen und 6 unbekannten Ursprungs. Seit Beginn des Krieges wurden angespült: 1229 englische. 60 französische, 258 deutsche Minen und 326 Minen unbekannten Ursprungs. Englifthe Sombenftreifen nach Hrügge. London, ti. Februar. Tic Admiralität gibt bekannt: Marine- flugzeugc unternahmen am L. Februar eine Streife gegen de» Hase» von Brügge. Es wurde» zahlreiche schwere Bomben auf den Torpedoboots Hasen geworfen. Gebäude und Docks wurden in Brand gesetzt. Die Flieger hatten infolge der starken Kälte mit beträchtlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine andere erfolgreiche Bombrnstrrifr wurde in der folgenden Nacht unter- brachen. Es wurde beobachtet, daß die Bomben die Docks und Eiscnbahnstreckeu beschädigten. Alle Flieger und Fingzeuge find wohlbehalten zurückgekehrt. » Von amtlicher Stelle wird zur Meldung.der britischen Admiralität festgestellt, daß bei den er- mahnten Fkiegerangnssen gegen den Hasen von Brügge außer einem leeren Schuppen weder irgendein Gebäude noch Docks in Brand gesteckt worden sind: uuck] sind keine Eisenbahn- strecken beschädigt. Von unseren Fahrzeugen im Hasen ist keines getroffen ivorden. Debatte über Sie englische Thronrede. Asquith und Bonar Law. London, 7. Februar.(Meldung des Reutsrschen Bureaus.) Unterhaus. Bei der Beratung über die Beailtwortung der Thronrede hielt Asquith als Führer der liberalen Partei eine Re�e, in der er erklärte, es dürfe sich keine Stimme eines Gegners aus persönlichen, parteilichen oder ileinlichcn Gründen störend vernehmen lassein Asquith kenn- zeichnete Deutschlands jüngste Politik als eine Politik unver- büllter Wildheit nnd als eine Kriegscrklä»ng gegen die Neutralität. In seiner Antwort sagte B o n a r L a w, Asquiths Rede sei dos bestmöglichste Zeugnis für die Einigkeit des Landes in dein grossen Kampfe. Seine Schlußworte gaben, so gut wie Worte es nur vermöchten, die Meinung des Landes be° züglich dep Gerechtigkeit der eigenen Sache und den Anteil wieder, den, wie England hoffe, die Neutralen in dem Kampfe übernehmen würden, deren Rechte ebenfo sehr wie die englischen in Frage gestellt worden seien. In Beantwortung einer von Asquith bezüglich der Lchifsahrt gestellten Anfrage crffärlc Bonar Law, die Handelsschiffe würden mehr und mehr der Regierung unbedingt zur Verfügung gestellt werden in der gleichen Weise wie zu einem früheren Termin die Eisenbahnen. Alles Nötige'werde getan» um die durch den II-Boot-Krieg zerstörten Schiffe zu ersehen. Die Beherrschung der See über der Oberfläche sei vollständiger als in irgend- einem Krieg vorher; um der U-Boot-Gefahr zu begegnen, müßten aber neue Maßnahmen erdacht werden. Teutschland habe keine Aussicht, das Land auszuhungern. Bona Law gab dann einen Ueberblick über die militärische Lage, die er als an allen Fronten gut bezeichnete. Er. feierte die Fortschritte der Russen bei Riga und die..vielleicht geringeren" in der Bukowina und sagte dann von Rumänien: ..Daö Uebcrrenncn Rumäniens war ein schreckliches weiteres politisches Unglück für die Alliierten, aber es ist kein militärischer Eiewinn für unsere deutschen Feinde; sie haben die Ziele nicht er- reicht, nach denen sie strebten; sie halicn schtvcve Verluste erlitten v.ii) sind um so viel weniger als sonst imstande, die Anstrengung auSzuhalten. die ihnen an anderen Fronten auferlegt werden wird, tvenn die Jahreszeit vorrückt. ES sind alle Anzeichen vorhanden, daß dank namentlich der Tätigkeit britischer Offiziere ein großer Teil des Getreides, das die Deutschen in Rumänien zu erbeuten bossteu, zerstört worden ist, und wir haben Grund zu glauben, daß die Petrolemnquellen m wissenschaftlicher und erfolgreicher Weise verstopft worden sind.' Bonar Law sprach weiter von der Säuberung der Sinaihalb- insel, von der Wiederherstellung der Lage in Mesopotamien, der Eroberung Ostafrikas, die so. gut wie vollendet sei. Die letzte Kolonie entgleite dem Szepter deS Deutschen' Kaisers. Von den Operationen in Frankreich sagte der Minister, die Strci- fen gegen die Deutscheu seien soft unterschiedslos erfolgreich ge- Wesen und bewiesen daS uwrali'che Ueb er gewicht der Verbündeten. Bonar Law schloß: „Ich habe kürzlich Jemen id sagen hören» dieser Krieg habe oneubär gemacht.!mß eS zwei verschiedene Dinge gebe, nämlich die Natur der Menschen und die Natur der Deutschen. In seiner letzten Red« hat der deutsche Reichskanzler gesagt: Wenn lie rücksichtslosesten Methoden als zweckdienlichste zur Erreichung deS Sieges und-fine? schnellen Sieges anzusehen sind, so müssen sie angewandt werden. Da haben Sie die Natur der Deutschen. Wir haben sie schon vorher bei dem Einfall in Belgien und den anderen Grausamkeiten dieses Krieges gesehe». Hier hören wir es unverhüllt aussprechen, daß die wahre Menschlichkeit darin besteht, alle Haager Uebereinkünfte und alle bisher gemachten Bemühungen zur Hcrabmindcrung der KriegSschrccken zu mißachten und dafür jedes Veriabren anzuwenden, welches ihrer Meinung nach den Sieg sichern wird. ver Rücktritt Protopopows� Dia immer noch schleichende Mimsterkrise in Rußland scheint wieder ein akutes totoimim erreicht zu haben. Wilde Nachrichten der letzten Tage deuten das an. Daß Golitzin an Rücktritt denke, wird wiederholt angedeutet, und zugleich wurde die Möglichkeit der Rückkehr Trepows und Ssasonows angedeutet. Heute bringt eine Mitteilung des»Pariser Journal" die Botschaft. P r o t o p o p o w. der Minister des Innern, der in den letzten Monaten der Krise fast als ein un- erschüttcrlich stehender Fels erschien, au dem sogar ein Trepow zerschelltS» sei zurückgetreten. Dieser Rücktritt würde im Ge- dränge der fast unzählbar Bielen, die in letzter Zeit im uussi- schen Ministerium als Berufene und als Kandidaten ge- kommen, genannt und gegangen sind, wirklich einmal ein Er- elgnis sein. In welcher Richtung sich in letzter Zeit die Mühen um die Kabinettsbildung bewegt haben, ging dieser Tage aus einer Meldung des»Utro Rossij" hervor, tvelckies Blatt auS angeblich durchaus zuverlässiger Quelle wissen wollte, daß Graf B o b r i ii s t i bereits vom Zaren den Auftrag erhalten habe, ein neues Ministerium zu bilden. Dieser l)obe jedoch die Be- dingung gestellt, daß ihm das Recht erteilt»verde, ein Koali- tionsministerium zu bilden. Der Zar habe hierauf nicht ein- gehen wollen, worauf Graf Bobrinfki den Austrag abgelehnt habe. „Rjetsch" zufolge arbeiteten verschiedene mijnche Kreise für die Bildung eines Geschästöministerinms. Die Regierung beschäftige sich mit dem Vorschlag, daß. um den häufigen Ministerveränderungen entgegen zu wirken, ein Ministerium mindestens ein Fahr tm Amte bleiben müsie, Minister- Veränderungen könnten nur beim Jahreswechsel stattfinden. Im Laufe des Jahres könnten in den einzelnen Ministerien Wechsel nur dann ersolgeu, wenn besondere Gründe vorliegen und der Ministerpräsident seine Zustimmung erteile. Die Idee einer solchen Regelung der Ministerschafton nach dem Kalender ist eine bissige Satire auf ein Regierungsshstcm. das nichts wissen will von der Abhängigkeit seiner Maß- nahmen von scner politisckien WirMckikest, in der dem Willen der Volksklassen bestimmende Gewalt eingeräumt werden muß. wenn die Entwicklung sich vernünftig vollziehen soll. Kleine Knegsnach�ichten. Der Großadmiral der österrrichisch-ungiirischrn Flotte Anton H a u S ist an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Tie..Continental Times" teilt laut K. H. mit, daß der Abbruch der diplomatisebeti Beziehungen zwischen Deutschland und den Ver- einigten Staaten von tiiordamerika daS Weiterer scheinen genannten BlattcS nicht hindern werde, politische Ueberstcht. Graf, Bauer» und Kartoffeln. Im„Tag" schildert der Wirkliche Geheime Rat C. A. Graf K o s p o t h, Mitglied des Herrenhauses, die verschiedenen Phasen unserer Kartoffeltragödie und bekennt bei dieser Ge- lcgcnheit: Der kleine Mann versteckt nun»ach Möglich« k e i t s e i n e B o r r ä t e. Er riskiert eine Lippe, und wenn er selbst dafür ein paar Wochen brummen»nißle. berliert er deshalb bei seinesgleichen noch lange nicht Ehre und Repu- tation, während uniereinS als Reserveoffizier den ichlichten Abschied bclonimt und nach Auierika auswandern kann. Graf Kospoth macht daim den Vorschlag, jeder Lieferant sollte von 10 000 Zentnern Kartoffeln 1000 Zentner als Saatkartoffeln(also zu erheblich höherem Preis) verkaufen dürfen, und fährt dann fort: Da würde s o m a n ch e r P o st e ti K a r t o f f e I n z u m Vorschein gekommeit sein, der jetzt in der Hoff« iiung. daß et im Frühjahr 8 b i S S Mark pro Zentner mehr bringen würde, nach Möglichkeit verheimlicht wird. Was sagt der Bund der Landwirte zu dieser Schilderung ländlicher Verhältiusse und des eigenartigen Standesunter- schiedeö auf dem Lande? Wir»vollen nicht.verallgemeinern", aber tvenn Graf Kospoth die sittlichen Auffassungen deS .kleinen Mannes' richtig schilderte, und tvenn er recht hätte mit der Behauptung, daß sich die Großgrundbesitzer»zur auS Angst»nn den Reserveoffizier zu einer höheren Moral be- kennen, so tvürde daS zu einer Verbesserung deS Ver- hältnisseö zwischen Stadt und Land kaum beitragen. Auf Grundlage der Leistungen. Die konservative Presse findet nach und nach die Sprache »viedcr. Nach der„Deutschen Tageszeitung"»vendet sich jetzt auch die„Kreuz-Zcitung" gegen den Aufsatz Dr. Meineckcs in den„Annalen für soziale Politik und Staatslvissenschaft", in dem der bekannte Historiker die sofortige Reform deS preußischen Wahlrechts fordert. AuS ihrer Polemik nur ein einziger Satz: DaS preußische Wahlrecht, das doch aus der gesunden Grundlage der Leistungen für de» Staat aufgebaut ist, wird einfach al» ein Unrecht an denen empfunden, die infolge ihrer gcringercn Leistungen auch ein geringeres Wahlrecht haben, und aus dieser Empfindung heraus soll den Sozialdemokralen gewissermaßen als Lohn dafür, daß sie ihr Volk in seinem Kampfe u>n sein Daseüi nicht im Stiche gelassen haben, ein Wahlrecht nach ihre» Wünschen zuteil werden. . Auf Grundlage der Leistungen für den Staat!— Nach zweieinhalbjährigem Krieg»vagt man also noch, die Leistung für den Staat nach dem'Geldsack abzuschätzen, ohne schamrot zu»verdcn! Die draußei» vor dem Feinde liegen und tag- täglich ihr Leben für das Wohl des Landes in die Schanze schlagen, das sind die Leute, die nack, Ansicht der„Kreuz- Zeitung"»infolge ihrer geringeren Leistungen auch ein ge- ringereS �Wahlrecht haben." Die Millionen schlichter fe'ld- grauer Helden draußen müssen diese»» Satz als einen in ihr Gesicht gezielten Schlag empfinden. Der Anti-Europäer. Der deutsche GesturMe in Sofia, Graf Oberndor ff, bat bei der Kaifers-GcburtStagsfcier der deutschen Kolonie in Sofia eine Ansprache gehalten und darin auch einige Worte deS Bedauerns über die europäische Selbstzerflcischung ge- sundcn. So sprach er von dem„armen Europa", über daS die Greuel des Krieges noch immer in ungebrochener Wut rasen. von dem„unseligen Bruderkrieg" und warf mit Hinsicht auf die Ablehnung des deutschen Friedensangebots die Frage auf: „Wie lange soll es»väbren, bis sich das menschliche. daS ver- nünstige, das europäische Gefühl endlich durchringt". Jeder Kultur meufch»vird in diesen Worten nur den felhst»>crständlichon Ausdruck eines allgemeinen Ge- f ü h l s erblicken. Der alldeutsche Graf Revcntlow aber gerät durch sie iu eine»» Wuttaumel und sollt in einem tobenden Leitarnkel der»Deutschen Tageszeitung" über den Grafen Dberndorff her. Er findet die Ausdruckstveise des Gesandten „larmoyant"(ei, ei.»velch Frenrdwortl). der Ausdruck „Bruderkrieg" dünkt ihm erstaunlich. Der Bulgare sehe weder Rumänen, noch Serben, noch Ruften als seine Brüder an, noch dächte er an das„arme Europa". Dattiber hinaus gibt Graf Oberndorff dem bulgarischen Volke auch eine ganz unrichtige Auffassung von dem Gefühle, welches die erdrückende Mehrheit des deutschen Voltes in Beziehung auf diesen Krieg erfüllt. „Europa" mW„die Welt" oder die„Menschheit" sind trnS in diesem Augenblick völlig gleichgültig. Sie bilden leere Begriffe. die höchstens schädlich wirken können, indem sie als Fetische für gewisse Phantasien fungieren und damit die Erkenntnis der hat- tcn Wirklichkeit und den Siegeswillen schwächen. Es ist gut. daß die Menschheit nun lvenigstenS»veiß. daß sie abgeschafft ist. Die»Deutsche Tageszeitung" und Graf Reventlow pflegen bei anderen Gelegenheiten ihr„positives Christentum" stark hervorzuheben. ES wäre doch interessant, einmal zn erfahren, wie sie die Aufhebung deS Menfchheits- begrifftz mit ihrer christlichen Weltanschauung vereinbaren. Die bayerischen Malzschiebungen. München, S. Februar. Im Finanzausschuß der Abgeordneken- kaauner gab KriegSminff'ter v. Hellingratki«ine Schilderung der Entwickelung der Malzschiebungen, der zu entnehmen ist, daß die beschuldigten Personen sich frerwillig bei der BerteilnnaSstellc gemeldet hätten. Das Generalkommando hätte die Verhängung unzureichender Strafen durch die Gerichte befürchtet. Die Massen» hafte Malzausfuhr habe die Lage der bayerischen Volksernährung verschlechtert. Den guten Willen des stellvertretenden General- kommandoS des 1. Armeekorps erkenne er an, er müsse aber die Unterlassung einer Anzeige beim Staatsanwalt auss lebhafteste bedauern. Vestkehrsminister v. Scidlein bestritt, daß der Verkehrs- Verwaltung irgendwelche Unterlassungen vorgehalten werden könnten.— Im weiteren Verlauf der Erörterungen teilte der Mi- nister des Innern v. Arettrcich mit, daß die cm den Malz- schiebungen beteiligt gewesenen Kommissionäre abgesetzt worden seien, und daß eine außergerichtliche Erledigung der Angelegenheit unmöglich sei._ BimdeSratSarbrit. In der BundeSratSsitzung vom Donnerstag gelangten zur Annahme der Entwurf einer Bekanntmackning wegen Anwendung der VertragSzolliStze auf Waren rniS Rumänien, der Entwurf einer Bekanntmachung wegen Zollerleicksterungen für Ar- beitöerzeugnift« der in der Schweiz uniergebrochteu deutschen Ge- fangelien, der Entwurf einer Bekanntinachmig über den ZahlmigS« verkehr mit dem Ausland, der Entlvurs einer Bekannlinachung über Goldpreise, der Entwurf einer Bekanntmachung über Kcuenhandel in Textilien und Textilersntzstoffen usw., der Entwurf einer Verordnung über den Ausschluß der Lessentlichkeit für Patente und Gebrauchsmuster, der Entwurf einer Bekanntmachung zum Schutze von Kriegsflüchligen und der Entwurf einer Bekanntmachung, be- treffend Entschädigung für Verhaftung oder Aufenthaltsbeschränkung auf Grund des Kriegszustandes und des Belagerungszustandes. LandtagSerfatzwahl. Bei der durch den Tod de? Abg. Giafeu H a r r a ch notwendig gewordenen LandtagSen'atzwahl in B r e S« lau-Land ist der lomervaiive Kandidat,'Oberregierungsrat o. T. v. LiercS- Kaltowitz gewählt. Zur Brotstreckung. Der ,Neich-°aiizeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung vom 5. Februar 1817 über die Verwendung von. Rüben bei der Bereitung von Roggenbrot. Danach können zur Bereitung von Roggenbrot statt Kartoffeln Rüben, mit Ausnahme von Zuckerrüben verwendet werden. Dabei entsprechen 100 Ge- wichtSteile Trockenrüben 100 Gewichtsteilen Kartoffelstöcken und 100 Gewichtsieile frischer Rüben, 30 GewichtSleilen gequetschter oder geriebener Kartoffeln. Ein preußisches LandeS-Zuckeramt. Der„ReichS-Auzeiger" per- öffeniltcht eine Verordnung, wonach für den Preußiichen Stasi als besondere Bermiltlungsstelle zwischen der Reichs-Zuckerstelle und den Kommunalbebörden ein LandeS-Zuckeramt errichtet wird. Dieses hat seinen Sitz in Berlin. Tie Aufsicht führt der Minister des Innern. Lohleumairgel iu Sachse». Dem sächsischen Landtage wird ein Gesetzentwurf über«in Kohlenregal in Sachsen zugehen. Daß Gesetz bedeutet emei» einschneidenden Eingriff in die Berggesetzgebimg Sachsens. Einzelheiten über den Gesetzsiilwutf sind«och nicht be« kamst. Letzte Nachrichten. Kvhlnibeiierhebinrfl. Berlin, S. Februar. Vom Polizeipräsidium ergeht die Auffsrdc- urng an alle öffentlich-rechtlich ert Körperschaften und Verbände, alle Landwirtschaften und gewerblichen Unternehmer, in deren Beirieheu Kohlrüben geerntet und verarbeitet werden und alle diejenigen» die Kohlrüben auS Anlaß ihres Handelsbetriebes oder sonst des Erwerbes wegen in Gewahrsam haben, kaufen oder verkaufen, diejenigen Mcn- gen Kohlrüben(Steckrüben, Wrucken, Bodenkvhlrabi', die sich am lt>. Februar 1017 in ihrem Besitz befinden, spätestens bis gum 12. d. M. dem Polizeipräsidium schriftlich«ach Gewicht anzuzeigen, wobei auch Mengen unter 1 Zentner auszuführen sind. Utsterlasien der Anzeige und falsche Angaben sind mit Strafe bedroht,' 52000 Tonnen in 24 Stunöen vernichtet. Bern, 8. Februar. Der Loudoucr Mitarbeiter bes „Servlo" drahtet uutcrm 7. Februar, in de» lehtm Ttun- den seien 52000 Tonnen Schiffsraum verloren argangen. Die Ersolae seien um so bedauerlicher, als zwei Ilcderser- damsifer, Port Adelaide(8181 Tonnen) und F l v- r i d» a u(17 7 7 Tonnen) dem U-Boot-Krieg zum Opfer fielen. Lonbun, 8. Februar.(Reutermeldniig.)-Der britische Passagierbaulpfer California wurde von einem beut- schen U-Boot versenkt. Besatzung und Passagiere zahlten zusammen R»ö Personen. 28 Mann der Besatzung und drei Passagiere sind er- trunken. Bier Personen wurden durch die Explosion getötet. Die Ueberlebendcn sagen, daß keine Warnung gegeben wurde. Die beschädigten deutschen und österreichischen Schiffe. London, 8. Februar.„Times" berichten ouS Washington: Während aus New Kork gemeldet wird, dafi nach einer offiziellen Untersuchung die B a t e r l a n d und die anderen großen Schiffe nicht vernichtet seien, berichtet man aus Washington, daß dir mei- sten deutschen nnd österreichischen Schiffe nicht uawiederhcrftcllbar beschädigt seien,»vohl aber so gelitten hätten, daß sie vorläufig nicht benutzt werden tönnten. „World" teilt mit, daß Beschädigungen durch das Wegschaffen der bedeutendsten Unterteile der Maschinerien ausgeführt wurden, so daß die Maschinen im Falle de» Friedens repariert werden können. Keines der großen Schiffe könne jedenfalls vor Ab» lauf von sechs Monaten fahrtbrreit sein. Ei» Verträumter Attentäter. Budapest, 8. Februar. Der Urheber des Rcbolpcran- s chfl a g s im Parlament gab bei dem Verhör an, Georg Palafalvi zu heißen und Schieferdecker zu sein. Er sei be- trunken gewesen auf der Galerie vor Ermüdung eingeschlafen und habe geträumt, da er 18 Monate im Felde gewesen sei,«r stehe auf Posten und werde voui Feinde angegriffen Er habe nach dem Revolver gegriffen und geschossen. Es wurde festgestellt, daß der Mann tatsächlich beir unken war. Nach dem Verhör verfiel er in tiefen Schlaf, aus dem cr erst nach einigen Stunden crwachtc� Versrukt. Bern, 8. Februar.„Matin" zufolge trafen iu Havrr 8V Mann der Besatzung deS versenkten Dampfers Bifago ein. L» n d o n, 8. Februar.„Lloyds" meldet, daß der englische Dampfer T o r i n o(1820 Tonnen) von einem deutsche« U-Boot versenkt wurde; die Besatzung wurde gerettet. Ter norwr- g i s ch e Dampfer S o n g c l v wurde versenkt; die Besatzung wurde gerettet. Der englische Tampfcc H» l( i n s i d e(2682 Tonnen) wurde versenkt; dir chapitän wurde gerettet, dir Besatzung wurde in einem Boote zurückgelassen. Der englische Dampfer Danntleß(Lisi? Tonnen) wurde versenkt; von 23 Mann der Besatzung wurden sechs gelandet, wovon seither zwei Personen ge- storben sind. Londyn, 7. Februar.(Meldung des Rcuierschen Bureaus.) Bon der Besatzung des, wie man glaubt, versenkten belgischen linier- stützirngsschisseS LarS Kruse ist nur ein Mann am Leben ge- blieben. Wie Lloyds meldet, wurde der Tarup ffr L o r s i c a n P r i n c e(2776 Brutto-Registertonnen) heute morgen verstnli. Ein Teil der Besatzung wurde gelandet. Der Kaffecdampfer Paraua, London, 8. Februar.(W. T. B.)„Times" meldet aus Rio de Joneir» vom 7., daß der brasilianische Dampfer Paraua mit 65 666 Säcken Naffee seine Abreise verschoben hat, bis mau»vriß, ob Eette, das Deutschland für die Einfuhr nach der Schweiz an- gewiesen hat, außerhalb des Sperrgebiets liegt. Tie Reeder, denen der Dampfer gehört, besitzen ein« große Flotte von Schiffe«, die regele mäßig nach Havrc fahren; sie haben bisher nie Schwirrigkeffe« mit U-Booten gehabt. Ein Sinnferner ms Unterhaus gewählt. Rotterdam, 8. Februar. Dem„Nieuwe Rotterdamschen Cou- rant" wird von seinem Londoner Korrespondenten berichtet, daß der in dem irischen Bezirke Nord-RoScommon gewählte Kan- didat? l u n k e t t ein S i n n f e i n e r ist. Bisher war der D i- strikt durch einen Nationalisten verirtteu, der als einziger Kandidat aufgestellt worden war. Plunkett wird, entsprechend einem Gelöbnis an seine Partei, seinen Sitz im llnterhause nicht einnehmen. I Gewerkschaftliches. Keine Gelben in den Ausschüssen des Hilfsdienst- gesetzes. In unserer gestrige» Notiz über die Gelben als Arbeitervertreter im Hilfsdienstgesetz batten wir u. a. mitgeteilt, dah in die nach§§ 7 und'.) des HllfSdienstgesetzes zu berufenen Ausschüsse in einigen Fällen auch schon Gelbe vertreten sind. Um Mißverständnissen vor- zubeugen, wollen wir ergänzend miiteilen, daß es sich in diesen Fällen nur um Vertretungen in den bis zum 1. Februar dcstebenden provisorischen Ausschüssen handelt. In den nach dem 1. Februar einzusetzenden Ausschüssen, die auf Grund der von den vereinigten Gewerkichaflsiichtungcn eingereichten Listen vom KriegSamt ernannt werden, find Gelbe nicht vertreten. Deutsches Keich. Ter Zentralverband der Bäcker und Konditoren im Jahre 191«. Auch im Kriegsjahre 1916 hat der Verband verhältnismäßig ziemlich gut abgeschnitten, wenn auch seine Miigliederzohl naturgemäß weiter zurückgegangen ist. Die JahreSdurchschniitszalilen be- trugen 1916 an männlichen Mitgliedern 6(X)o, weiblichen 2245, zusammen 8250; 1015 betrugen sie 8188 und 2645, zusammen 10 833, so daß im Jahresdurchschnitt ein Mitgliederverlust von 2183 männ- lichen, 400 weiblichen, zusammen 2583, eingetreten ist. Am Jahres- ende war gegen seinen Anfang aber der Unterschied bei den mann- lichen nur 1338, bet den weiblichen 288, zusammen 1626. Außer durch Einziehungen waren durch Austritte keine Verluste von mann- lichen Mitgliedern zu verzeichnen. Die Ägilationslätigkeit brachte im Laufe des Jahres immer noch Erfolge, obgleich von den in Friedenszeiten zirka 103 000 Ge- Hilfen im ganzen Lande heute kaum noch 18 000 gezählt werden. Slin geringsten war der Erfolg der Werbetätigkeit in der Süßwaren- industrie, weil dort infolge weitgehender Betriebseinschränkungen der Beschäftigungsgrad immer mehr zurückging. Aus diesen Ursachen resultierr auch der bedauerliche Rückgang der weiblichen Mitglieder. Auinahinen wurden im ganzen noch 3997 ge- macht. Der Kassenbestand war am Ende 1916 um 8669 M. geringer als zu Beginn des Jahres, sicher ein gutes Ergebnis angesichts des UmstandeS, daß zu Weihnachten wieder die Summe von 40 456 M. allein für die Frauen der eingezogenen Mitglieder ausgegeben iourde. An Unterstützungen wurden insgesamt ausgegeben 122047 Mark, die Hauplposten sind die schon genannte Weihnachtsunter- ijützung, ferner die Familienunterstüyiuig in Höhe von 28 754 M., Krankeuunterstutzung mit 29 783 M., Arbeitslosenunterstützung mit 13 936. M. Streiks fanden im Berichtsjahre nicht statt. Ein Anzahl Lohn« und Tarifbewegungen brachlen einige Erfolge. In 120 Betrieben waren 350 Kollegen an den Bewegungen beieiligt. Die am Jahresschluß bestehenden 286 Tarife verteilten sich auf 254 Bäcker- und Ktonditorenbelriebe, 18 Schokoladen- und Zuckerwarenfabriken, drei Leb- und Honigkuchenbäckereien und 10 Keks-, Waffel und Zwieback- betriebe. Ein großer Teil der Verbandstätigkeir war auf die Er- langung von Teuerungszulagen gerichtet. Weiter erstreckte sich der' Kampf auf ein dauerndes Nachtbackverbor und für die Er- Weiterung der Sonntagsruhe, die die Verbandsleitung und die Bäcker sortgeietzt in Bewegung hielt. Leider haben auch heute noch die alten Gegner des Nachtbackverbots ihren Widerstand �nickr völlig tollen gelassen, sondern versuchen fortgesetzt, auf Schleichwegen dagegen anzukämpfen. Die Organisation hofft jedoch im neuen Jahre auf die rücksichtslose Unterstützung ihres Kampfes durch alle Glieder der Arberterbewegung. Serlin und Umgegend. An die Möbelpolierer und Beizer! Von der Branchcnlcrtung der genannten Berufe(Zahlstelle Berlin des Holzarbeiterverbandes) geht uns nachfolgender Aufruf mit der Bitte um Veröffentlichung zu: Sobald der Friede die wirtschaftliche Sicherung gebracht hat, müssen auch unsere Kollegen»nd Kolleginnen allerortS fest zu- fainmeustehen, um ihr Leben wieder besser gestalten zu können. Auch sie müssen wirtschaftliche Sicherstellung fordern. Leider fehlt unserer Branche ein tariflich festgelegter Grundlohn, auf dem sich bei jeder Verlragserneuerung weiterbauen ließe. Auch der weiblichen Kollegen sowie der jungen Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen. die uns der Krieg in immer größerer Zahl beschert, muß bei zukünftigen Vertragsobichlüffcn im besonderen gedacht werden� Darum be- fchäftigte sich dw Branchenleitung in ihren letzten Sitzungen ganz besonders mit diesen Gegenständen. ES wird zuerst an die Kollegen Groß-Bcrlins eine Umfrage ergehen, um über die Verhältnisse in der Branche eine genaue Uebcrsicht zu gewinnen. Es werden Frage» bogen an die einzelnen Werkstätten ergehen, aus denen die Kollegen um Auskunst gebeten werden über die Art der Arbeit, die Zahl der int Betriebe Beschäftigten, ob junge Kollegen und Kolleginnen unter 17 Jahren beschäftigt werden, im weiteren� über Arbeitszeit, Ver- diensthöhe, Verbandszugehörigkeit usw. Später wird sich diese Um- frage auch auf die Gaue im ganzen Reiche erstrecken. Um nun all diese Fragen schnell und geioiffenhaft beantwortet zu erhalten, bedarf es der Mithilfe aller Kollegen. Zumal iit den größeren Betrieben, wo die Kollegen oft voneinander räumlich ge- trennt atbeiten, dürfen sie sich nicht fremd gegenüberstehen. ES muß einer über des anderen Arbeitsbedingungen genau unter- richtet sein. Und im ganz besonderen über Lobn- und Arbeits- Verhältnisse der Unorganisierten sowie der weiblichen imd jungen Kollegen, so daß in den Werkstattsiyungen wahrheitsgemäße An- gaben über den ganzen Betrieb gemacht werde» können. Alto, Kollegen, folgt dein Rnfe der Kommission, denn nur mit Eurer Hilfe wird es unS möglich sein, bei zulünftigeir VertragSverhandlnngen vorteilhafte Bedingungen für unsere Branche festzulegen. _ Die Branchenleitung. Mus Industrie und Handel. Die Syndizierung der L-Produkte. Im Stahlwerksverbande sind nur die Eisen- und Stahlprodukte syndiziert, in denen es nicht viele Typen gibt, so Eiscnbahn-Ober- baumaterial, Halbzeug und Formeisen. Röhren, Bleche, Drähte unterlagen vor dem Kriege dem freien Wettbewerbe. Im Kriege sind Verkaufsvereinigmigen geschaffen worden, denen besonders die Regelung und Verteilung der Ausfuhr nach dem Auslande obliegt. Das Streben geht nun dahin, auch für die nichtsyndizierten söge- nannten L-Produkte— die im Sbahlwerksverband kartellierten Pro- dukte werden.�-Produkte genannt— auch zu syndizieren. DaS erste Interesse daran hat das Reich, das bisher bereits die Preis- enlwickelung in der Eisenindustrie kontrolliert und nun nach einem unmittelbaren Einflüsse auf die Produktionsverteilung strebt. Da- mit wird an die schwierigsten Probleme der Eissnindustrie gerührt. Die großen Werke waren zwar mit der Syndizerung der Stahl- werks-produkte einverstanden, die ihnen für diese Produktions- zwc'gc hohe Gewinne sicherte, wehrten sich aber gegen die lieber- kragung des Kartellgedankeus auf die B-Produkte. In diesem Teil der Produktion wollten sie von allen Hemmungen frei nach Be- lieben produzieren und selbst unter den Selbstkosten verkaufen, um nur ihre Werke in vollem Gang zu erhalten. In immer höherem Grade wandten sie sich der weiterverarbeitenden Eisenindustrie zu. Im Jahre 1905 wurden durch den StabkwerkSverband 51,81 Progent der ganzen deutschen RohstaLerzeugung verkauft, im Jahr« 1913 33,47 Prozent und im Jahre 1916 gar nur 20 Prozent. Doch muß berücksichtigt werden, daß der Krieg der Erzeugung der �.-Produkte nicht günstig und uni so förderlicher, der der B-Produkte gewesen ist. Aber die Verhältnisse haben sich doch so weit entwickelt, daß die großen Werfe auf das Bestehen deS Stahlwerksverbandes kein allzu großes Gewicht mehr legen, währeitd die kleinen Werke in der Kartellierung die Rettung vor dem übermächtigen Wettbewerb der ganz Großen sehen. Das„Berliner Tageblatt" spricht sich zwar für eine Regelung in der Erzeugung der B-Produkte während des Krieges und des Uebergangsstadiums aus, will aber eine dauernde Bindung der Eisenindustrie auch für die normalen Frieden'sjahre vermieden wissen. DaS Problem wird noch dadurch kompliziert, daß die großen Werke auch über eigene.Kohlenzechen verfügen. Da das Kohlen- syndikat hohe Preise verbürgt, so können sie um so leichter in den B-Produkten schleudern. Stahlwerksverband und Kohlensyndikat. die die Preise für einen sehr großen Teil ihrer Erzeugung stützen, erlauben ihnen einen um so rücksichtsloseren Wettbewerb in anderen Produktionszweigen. Das Problem ist deshalb so schwierig, weil die Bildung ganz großer Unternehmen mit weitgehender Selbstver- arbeitung ihrer Rohproduktton im Interesse des technischen Fort- schrittes liegt, aber andererseits die Zusammenballung einer un- geheuren wirtschaftlichen und auch politischen Macht in den Händen ganz toeniger Privatpersonen begünstigt. Außerdem fallen die klei- neren und mittleren Werke, auch wenn sie an sich ganz respektable Unternehmen darstellen, dem schrankenlosen Ausdehnungsstreben der überlegenen Konkurrenten zum Opfer, was allerdings technisch und volkswirtschaftlich kein Nachteil fein muß. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Metropol-Theater-Akt.-Ges. hat 1916 einen neuen Verlust von 242 674 M. auszuweisen, so daß sich eine Unterbtlanz von 475 933 M. im ganzen ergibt. Die Gesellschaft hofft aber, daß die Unterbilanz im laufenden Jahre infolge Besserung der geschäftlichen Erfolge schwinden wird. ES wird weiter glänzend verdient! Die Leipziger Wer?zeug-Ma- schinenfabrik vorm. W. v. Pittler Akt.-Ges., Waren-Leipzig, weist einen Reingewinn von 2,35 Millionen Mark gegen 1,78 Millionen Mark im Vorjahr ans, woraus 30 gegen 25 Proz. Dividende verteilt werden, obwohl die Gesellschaft ihr Kapital im Borjahre von 2,1 auf 3 Millionen Mark erhöht hat. Soziales. Neue Aussührungsbestimmungen zum Hilfsdieustgeseh. Im Reichsgesetzblatt Nr. 20 find die Bestimmungen zur Aus- führung des HilfSdienstgeietzeS vom 30. Januar 1917 zum Abdruck gebracht. Da sie drei Seiten des Gesetzblattes umfassen, geben wir hier nur die wichtigsten Vorschriften wieder. Wird das Beschäftigungsverbälwis eines Hilfsdiensipflichtigen durch den Arbeitgeber oder mit seiner Zustimmung aufgelöst, so bat dieser dem Hilfsdiensipflichtigen hierüber eine Bescheinigung(Abkehr- schein) auszustellen. Erhebt ein Hilfsdienstpflichtiger, dem der Abkehrschein verweigert wird, keine Beschwerde bei dem darüber zur Entscheidung berufenen Ausschuß, so kann er von diesem trotzdem eine schriftliche Auskunst (Befreiungsschein) darüber verlangen, ob der Betrieb seines bis- herigen Arbeitgebers oder die Organisation, bei welcher er bisber beschäftigt war. der Kriegswirtschaft oder der Volksversorgrmg diente (ß 2 deS HilfSdienstgesetzes). Ist die Auskunst erreilt, daß dieses nicht der Fall ist. so darf der Hilfsdienstpflichtige auch vor Ab- laut von 14 Tagen seit Aufgabe der letzte» Arbeit beschäftigt werden. Jeder Arbeitgeber, der sich weigert, den von dem Hilfsdienst- pflichtigten beantragten Abkehrschein auszustellen, ist verpflichtet, den Hilfsdienstpflichtigen zu Arbeitsbedingungen, die mindestens nicht ungünstiger als die bisherigen sind, weiter zu beschäftigen. Der HilfSdienstpflichlige, der von der Beschwerde wegen Ber- Weigerung des AbkehrscheinS Gebrauch macht, hat das BeschäftigungS- Verhältnis bis zur Entscheidung über seine Beschwerde fortzusetzen, es sei denn, daß ihm die Fortsetzung nach den Umständen deS Falles nicht zugemutet werden kann. Hierüber entscheidet auf Anruf durch den Arbeitgeber oder Arbeitnehmer der Vorsitzende des Ausschusses. Diese Vorschrift ist nicht mit Strafe bedroht. AuS dem Abkehrschein müssen Name oder Firma deZ Arbeitgebers oder der Organisation sowie Ort, Straße und Hausnummer der Beschäftigungsstrlle, wo der Hilfsdienstpflichtige zuletzt tätig war. sowie die Dauer der letzten Beschäftigung ersichtlich sein. Der Ab- kehrschein muß auf einen besonderen, von den Arbeitspapieren deS Hilfsdienstpflichtigen getrennten Blatte erteilt werden. Bei Ein- gehung eines anderen BeschäftigungSverhälwisseS hat der neue Arbeitgeber dem Hilfsdiensipflichtigen den Schein abzunehmen. Der Abkehrschein und Bescheinigungen de? AuSschusieS sind stempelsrei. Das Verfahren vor den Ausschüsse« auf Grund des HilssdienstgesetzeS sind gebühren- und stempelfrei. Ein Hilssdienstpflichtiger. der nach Empfang einer be- sonderen schriftlichen Aufforderung zur Aufnahme von HilfS- dienstarbrit, solche Beschäftigung annimmt, hat hiervon unverzüglich dem Ausschüsse, von dem die Anfforderung ergangen ist, unter An- gäbe deS Arbeitgebers und der Art der Beschäftigung Mitteilung zu machen. Die Richtigkeit dieser Angabe hat der Arbeitgeber durch seine Unterschrift zu bestätigen. Unterläßt der Hilfsvienstpflichtige die Mitteilung, so kann er vom Borfitzenden deS AnöschuffeS mit Geldstrafe bis zu zwanzig Marl bestraft werden, wenn er hierauf im Aufforderungsbescheide hingewiesen ist. Dem Auf- forderungSbescheide ist ein zur Versendung mit der Post geeigneter Vordruck beizufügen, die die Mitteilung der nach dem obigen erforder- ichen Angaben durch Ausfüllung ermöglicht. Den Arbeitgebern und ihren Vertretern ist bei Vermeidung einer Geldstrafe bis zu 300 M. oder Hast untersagt, die Arbeiter oder die nach dem Versicherungsgesetze für Angestellte versicherungS- Pflichtigen Angestellten ihres Betriebes in der Ausübung des Wahl- rechts bei den nach§ 11 des Hilfsdienstgesetzes vorzunehmenden Wahlen zu den SrbeiterauSschüffen oder den AngestelltenauSschüsien oder in der Uebernahme oder Ausübung der Tätigkeit als Mitglied eines solchen AusichuffeS zu beschränken oder sie wegen der lieber« nähme oder der Art der Ausübung zu benachteilen. Diese Bestimmungen sind anr 2. Februar 1917 in Kraft ge- treten. Das Verfahren hei den Ausschüssen des Hilssdienstgesetzrs. DaS Hitfödienstgesetz kennt dreierlei Arten von Ausschüssen; sie werden in einer vom KrieySaint in Nr. 20 des Reichsgesetzblattes veröffentlichten Anweisung über das Verfahren vor den Ausschüssen als FeststellungSausschuß, Einberufungsausschuß und SchlichtungsauS schuß bezeichnet. Der Feststellungs- ausschuß hat zu entscheiden, ob ein Beruf oder Betrieb ein kricgs- wirtschaftlicher ist oder der Vollsversorgung dient; er kommt für unsere Darlegungen nicht weiter in Betracht. Der Einbe- rusungsaus schuß entscheidet über die Heranziehung der Hilfsdiensipflichtigen zum Hilfsdienst, der Schlichtungsaus- schuß über die Erteilung der Abkehrscheine und die damit in Zu- sammenhang stehenden Fragen. Zuständig ist der Einberufungsausschuß, in dessen Bezirk der Hilfsdienftpflichtige seinen Wohnsitz hat oder sich aufhält. Für die Entscheidung von Beschwerden über die Berweigung des Abkehr- scheinS ist der SöAiHtvngSauSschuß zuständig, in dessen Bezirk da» Unternehmen liegt, bei dem der Hilfsdienftpflichtige die dar Be- schwerde zugrundeliegende Beschäftigung ausübt oder ausgeübt hat, und, wenn diese Beschäftigung an einem Orte außerhalb des Be- zirks stattfindet oder stattgefunden hat, auch der Ausschutz, in dessen Bezirk dieser Ort liegt. In Fällen, wo hiernach kein Ausschutz zu- ständig sein würde, bestimmt der Vorsitzende der beim Äriegsamt errichteten Zentralstelle den zuständigen Ausschuß. Entscheidungen und Anordnungen sind nicht deshalb unwirk- sam, weil sie von einem örtlich unzuständigen Ausschuß ergangen sind. Der Vorsitzende der Ausschüsse hat das Verfahren so vorzu- bereiten, daß dem Ausschuß selbst eine schleunige Entscheidung er- möglicht wird. Der Vorsitzende des Schlichtungsausschusses hat Be- fchwerden innerhalb einer Woche nach ihrer Anhängigmachung vor den Ausschuß zu bringen, wenn nicht vorher eine Verständigung er- folgt oder die Beschwerde zurückgezogen wird. Er kann jedoch sofort nach Eingang der Beschwerde einen Befreiungsschein er- teilen, wenn er einen Abkehrschein nicht für erforderlich hält, weil er die bisherige Beschäftigung des Beschwerdeführers nicht unter das Hilfsdienstgesetz fallend, ansieht. Die Entscheidungen der Ausschüsse können ohne mündliche Verhandlung erfolgen, doch soll bei den Schlichtungsausschüssen die mündliche Verhandlung die Regel bilden. Ist mündliche VerHand- lung angeordnet, so kann die Entscheidung auch beim Ausbleiben der zur Verhandlung Geladenen ergehen. Der Abkehrschein darf nur erteilt werden, nachdem dem Arbeitgeber von der Beschwerde Kenntnis gegeben ist. Die Verhandlungen vor den Einberufungsausschüsselt sind nicht öffentlich. O e s s e n t l i ch dagegen die Verhandlungen vor den Schlichtungsausschüssen. Doch kann wegen wichtiger Gründe die Oeffentlichkeii ausgeschlossen werden. Im Interesse der Landesverteidigung kann das Kriegsamt für einzelne Bezirke den Ausschluß der Oeffentlichkeit allgemein anordnen. Der Vorsitzende kann jedoch in allen Fällen einzelnen Personen den Zutritt zur Verhandlung gestatten. Beteiligte können sich in jeder Lage des Verfahrens eines Bei- standeS und, sofern nicht ihr persönliches Erscheinen angeordnet ist, eines mit schriftlicher Vollmacht versehenen Vertreters bedienen. Beistände und Vertreter können durch Beschluß deS Ausschusses zurückgewiesen werden, wenn sie das Verfahren durch unsachliches Verhalten übermäßig erschweren. Entscheidungen über Beschwerden wegen Verweigerung des Abkehrscheins, soweit sie auf mündliche Verhandlung ergehen, wer- den im Termin öffentlich verkündet. Schriftliche Abfassung Findet nur statt, wenn sie von einem Beteiligten beantragt wird oder der Ausschuß sie für erforderlich erachtet. Gibt ein Hilfsdienstpflichiiger, ohne durch besondere Aufforde- rung des EinüerufungSausschusses herangezogen zu sein, seine Be- schäftigung unter Nichtachtung entgegenstehender Vertrags- bedingungen auf, um in den Hilfsdienst einzutreten, so kann sein bisheriger Arbeitgeber den Vorsitzenden des zuständigen Einbe- rufungsauSschusses behufs Aufrechterhaltung des Beschäftigungsverhältnisses um seine Vermittelung angehen. Gegen die besondere schriftliche Aufforderung können der Hilss- dienstpflichtige oder sein bisheriger Arbeitgeber bei dem Ausschuß, von dem die Aufforderung ergangen ist, Vorstellung erheben. Die Aufforderung ist zurückzunebmen, wenn die Auflösung deS bisheri- gen Beschäftigungsverhältnisses einen übermäßigen Schaden be- reiten würde, sosern nicht die Bedürsnisse deS Hilfsdienstes überwiegen. Auch die Frist zur Uebernahme eines Hilfsdienstes kann unter den gleichen Voraussetzungen verlängert werden. Gegen die Uebe Weisung zum Hilfsdienst steht die Beschwerde sowohl dem Hilfs- dienstpflichtigen als auch seinem letzten Arbeitgeber zu. Im Versahren vor den SchlichtungSausschüssen sind Beteiligte nur der Beschwerdeführer und der Arbeitgeber, gegen den die Be- schwerde sich richtet. Bei zurückgestellten Wehrpflichtigen hat der Schlichtungsaus- schuß auf Verlangen der Militärbehörde auch in den Fällen, die nicht vor den Ausschuß gebracht sind, festzustellen, welche Gründe zu der Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses geführt haben. Dabei kann der Ausschutz vorschlagen, den Wehrpflichtigen einem anderen Betrieb zu überweisen. Diese Anweisung ist ebenfalls am 2. Februar 1917 in Kraft getreten. Keine Aufhebung der Fortbildutigsschulpflicht iu Sachsen. Von vetickiedenen Seiten ist, wie auch wir wiederholt meldeten, auf die sächsische Regierung eingewirkt worden, um während dcS Krieges eine Befreiung von der ForibildungSschulpflicht herbei- zuführen. Dos Kultusministerium bat dies jetzt abgelehnt. Es be- gründet seine Stellung damit, daß der Unterricht später nickt nach- geholt werden kann. Dabei verweist es zugleich auf die Notwendig- keit einer ausreichenden Vorbildung des gewerblichen Nachwuchses bei den großen Aufgaben, die die Ziilunft stellt. Die Konzession macht das Kultusministcriuni jedoch, daß alle FortbildiingSschüler deS dritten Jahrganges, soweit sie nach sicherer Kenntnis der BezirlS- fchulinspektoren in industriellen Betrieben ausschließlich für Heeres- lieferinigen arbeiten oder in den lediglich für die Ernährung der Bevölkerung tätigen gewerblichen Betrieben beichäftigt und dort un- entbehrlich sind, bis Ostern 1917 beurlaubt werden können. Bei den anderen Schülern des zweiten und dritten Jahrganges bleibt es bei dem bisherigen Zustande. Wir glauben, daß diese Konzeision den Interessenten den Mut gibt, nach Ostern 1917 von neuem ihre An- träge z» präsentieren._____ Genchtszeitung. Durch unrichtige Angabc von Fleischvorräten sollte der Berliner Schlächtermeister Müller die am 2. Februar 1915 erlassene BundeS- ratsverordnung über die Borratserhehung übertreten haben. Er hatte einem Polizeibeamten, der Auskunft haben wollte, das Vor- bandensein von 280 Pfd.Schlackwuist aus dem Boden verschwiegen. Das Landgericht II verurteilte ihn zu einer Geldstrafe und führte aus: Es könne den Angeklagten auch nicht entschuldigen, daß die fragliche Schlackwurst noch weilerer Räucherung bedurste. Unter die NahrungS« mittel aller Art. aus die sich die Auskunftspflicht beziehe, falle auch noch nicht geräucherte Wurst. Daö Ka mmergericht schloß sich dieser Auffassung an und verwarf die Revision des Angeklagten. Eingegangene Druckschriften. Deutscher Jungmannen Kalcndcr 1917,18. Bon 3J. Sackmanm 73 Pf. Verlag R. Herros». Wittenberg. BSas ist Kriegswuchrr und w,e bekämpfen wir ihn? Bon Prof. Dr. Georg Obst. Geh. IM.— Das Wesen»nd dir Anfgaben der «rieqshinterbliedenru. Fürsorge im Deutschen Reiche. Von Dr. Luppe Geh. 1,50 M. V et lag B G. Teubncr, Leipzig. Das Warenumsatzstempel-Gcsetz nebii amtlichen Auslegungen und gemeinverständlichen Crläuterunge». Bon P. Ch. Martens. 1 M. Gesetz- verlag it. Schwarz u. Co., Berlin 8, Dresdener Str. 80. Bismarck. Stell««« zum parlamentarischen Wahlrecht. Von Richard Äugst. 3,50 M. Lcrlag F. Brandstetter. Leipzig. Verantwortltch sllr Politik: Hermann Müller, Tcmpelhos; für den übrigen Teil d. BlatleS: itllsred Scholz, Neukölln; für Inserate: Ih. Glocke, Berlin Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerri u. VcrlagSanstalt Paul Singer&go. Berlin BW. tzKer zu 1 Beilage»nd NnterhaltungSdlatt. Hr. 39. 31. Zaimaug. M\ut des Jorwts" Kerliner Jollisblfitt. Mn unsere Mbonnenten! In letzter Zeit ist der„Vorwärts" vielen Abonnenten leider wiederholt verspätet zugestellt worden. Die Ursachen liegen in der wirtschaftlichen Lage. Diese zwingt viele unserer Botenfrauen, die Arbeit aufzugeben und in die Fabriken zu gehen, um bei voller Tagesarbeit das zum Leben Notwendige heranzuschaffen. Leider ist es uns nicht immer gleich gelungen. geeignete Ersatzkräfte zu bekommen, und neu eingc- stellte Frauen sind naturgemäß mit der Tour nicht vertraut und muffen sich erst einarbeiten. Störungen in der Zustellung sind dadurch leider unvermeidlich. Indem wir höflichst bitten, diese Umstände zu berück- sichtigen und Vorkommendenfalls Geduld und Nachsicht zu üben, versichern wir, daß alles, was in unseren Kräften steht, getan wird, um den„Vorwärts" so früh wie irgend möglich zu liefern. Die Hauptexpedition. Der preußische Eisenbahn-Etat. Tariferhöhung— Koalitionsrecht. der Staatshaushaltskommission gab der Eisenbahnmi- n i st e r bekannt, daß eine allgemeine Erhöhung der Nüter- und Personen tarife nicbt zu umgehen sei. Er sträubte sich aber dagegen, sie schon während des ftttetttS zur Elnsübrung zu bringen; es sei bester, wenn vorher die Verkehrs- steuern de Reiches feststehen. Vorläufig werde aber eine Be- scingung gewisser AuSnahmetarife erfolgen, um eine größere Gleich- mäßigieit in den Tariffragen herbeizuführen. Der fozialdemo- kratifche Redner forderte, daß bei Erhöhung des Personen- tariseS die Arbeitsrfahrkarten, Sonderfahrkarten und die Fahrkarten der?. und i. Klaffe von jeder Erhöhung freibleibe» müßten. Not- wendig fei, daß alle Schnellzüge Wagen 3. Klaffe führten, daß auch Schlafwagen für die 8. Klaffe eingerührt würden. Die Eisenbahn- hauten find nicht sämtlich zur Ausführung gekommen, tsi! Ril- siarde stehen dafür noch zur Verfügung. Hier verlangte das sozial- demokratische Mitglied, daß die Staatsbauten soweit vorbereitet würden, daß nach Friedensschluß beim Zurückströmen der Heeres- angehörigen sofort für sie Arbeit vorhanden fei. Ter Minister sagte zu, die Angelegenheit in diesem Sinne zu erledigen. Darauf wurden Arbeiterfragen behandelt. Nach dem freisinnigen Redner beschäftigte sich der sozialdemokratische Vertreter mit der llntsrstellung der Eisenbahnbetriebe unter das Hilfsdienstgesetz. Er ersuchte den Mi- nistcc, da die Schlichtuugsausschüsse nicht für die Eisenbahnbetriebe gelten. Einrichtungen zu schaffen, die unter Vorsitz eines Offiziers, aus Vertretern der Verwaltung und der Arbeiter dieselben Aufgaben erledigen, wie sonst die SchlichtungSausschüffe. Ferner beschäftigte er sich mst den Löhnen. Nach den Nachweisnngen wurden im Ersen- Bahnbetrieb im Jahre 1915 nur ganz geringe Lobnerhöhungen ge- währt. Er verlangle eine allgemeine namhafte Lohn- erhöhung. da sonst die Eisenbahnarbeiter aus Grund des Hilfs- dicnstgesetzes sich der Mnisitionsindustrie zuwenden würden. Seit Anfang 1917 würden die Ueberstunden mit 20 Pf. Ausschlag bezahlt. Diesen Ausschlag forderte er auch für sämtliche Hilssbedienstete, denen jetzt Ueberstunden nicht bezahlt werden. Des weiteren trat er ein für eine Erböhung der Bezüge der Werksührer und Gleichstellung der Wagenmeister mit diesen. Die Werkführer haben teilweise ge- ringere Löhire als die unter ihrer Leitung beschäftigten Arbeiter. Eine Nächweisung der Löhne für die 80 000 weiblichen Arbeiter müsse gegeben werden, um festzustellen, ob deren Entlohnung eine ge- nügende ist. Die Teuerungszulagen solle man sämtlichen Arbeitern gleichmäßig gewähren und keinen Unterschied wegen der Lohnhöhe machen, zumal bei Beamten bis zu 4500 M. Teuerungszulagen ge- währt werden. Eine weitere Verbesserung in der Ver- sorgung mit Lebensmitteln, namentlich für die Schwer- und Schwerstarbeiter, sei erforderlich. Den Arbeitern müffe mit- geteilt werden, zu tvelcher Gruppe von Arbeitern fie gehören, damit Unregelmäßigkeiten in der Verteilung der Brotmarken usw. nicht vorkämen. In Breslau hätten Schwerarbeiter Ueberstunden ver- weigert, weil fie keine Brotmarken erhielten. Es wurde ihnen erklärt, sie erhielten keine Brotmarken; nach Verweigerung der Arbeit aber konnten sie sofort verteilt werden. Besondere Fürsorge müffe für das Fahrpersonal getroffen werden, das oft verspätet ankomme und sofort weiterbeschäftigt würde, ohne die Möglichkeit zu� haben. Lebensmittel zu erhalten. Dem gesamten Personal müsse die Zeit zur Bestellung von Land gewährt werden. Uebcr die Gewährung des KoalitionsrechteS erklärte der Red- ner. daß durch das Hilfsdienstjjesetz auch den Eisenbahnarbeitern die Ausübung des ihnen gesetzlich zustehenden Vereins- und Ver- sammlungsrechtes nicht beichränkt werden dürfe. Die Erlaffe des Ministers vom Oktober 1916 verbieten den Arbeitern. Mitglied deS Deutschen Eisen bahncrverbandes zu werden. Der Erlaß sei durch dos Gesetz hinfällig geworden. Trotzdem sei es erforderlich, diese Frage endlich zur Erledigung zu bringen. Er könne erklären, daß der Deutsche Eisenbabnerverband nickt zu deu Organisationen, welche die Arbeitseinstellung zur Durchführung ihrer Forderungen in Anwendung bringen, gehöre. Seine Satzung ergebe, daß er keine Einrichtung habe, die es ermöglicht, bei Lohn- streitigkeiten das Kampsmittel ver Arbeitseinstellung anzuwenden. Zu Unterstützungen von Streiks könne er weder von anderer Seite herangezogen werden, noch selbst Mittel dafür aufwenden. Diese Erklärung über den Ebarakter des Deutschen Eisenbahnerverbandes könne in dem Statut Ausnahme finden. Die Gcneralkommission der Gewerkschaften Hab: bei dem RerchZkanzler Beschwerde geführt, und er glaube, daß durch diese Erklärungen die Angelegenheit er- ledigt werden könne. Der Minister erwiderte, es sei ihm zuwider, wenn während des Kriege? Beschwerden über das Vereinsrecht kämen. Er lege gar kein Gewicht darauf, daß die Eisenbabnvereine die Tagesordnung ihrer Versammlungen ihm mitteilten. Die Arbeiter- ausschüffe würden entsprechend den Bestimmungen des Hilfsdienst- gesetzes umgeändert. Es werden eine Reihe Ausschüsse mehr er- richtet und für joden DirektionSbezirk ein aus den Mitgliedarn der Ausschüsse gewählter Arbeiterdezultausschutz errichtet. Die Auf- gaben der Ausschüsse seien dahin erweitert, daß sie sich in allge- meinen Lohnsragen, mit den WohnungS- und BetriebSverbältrnnen und Ernäbrungsfragsn beschäftigen konnten. Lohnfragen für den einzelnen Arbeiter würden sie nickt behandeln dürfen. Schlichtuna?- stellen gemäß Z 13 des HilfsdienstgesctzeL werde er nicht errichten. Den Mitgliedern der Ausschüsse fehle die Sachverständiakeit im Eisenbahnbetriebe. Es werde demnächst ein neues Lohnsystem aufgestellt, mit Grundlöhnen, die entsprechend der Teuerung der einzelnen Gegenden erhöht würden. Eine namhafte all-em-inr Lohnerhöhung werde eintreten.— Die Vertreter der bürgerlichen Parteien erklärten sich mit dem Standpunkt de? Ministers eiiwer- standen. Der sozialdemokratische Redner beschäftigte sich weiter mit den außerordentlichen Zuwendungen an Beamte und Arbeiter und stellte da« große Mißverhältnis dieser Vergütungen zwischen höheren und mittleren Beamten und Arbeitern fest. Bon U RUlio- neu Mark seien für Arbeiter und für deren Hinterbliebene nur 3 Millionen vorgesehen, während für höhere und mittlere Beamte 3)4 Millionen Mark, für Kanzlei- und llnterbeamte 4 Millionen Mark ausgegeben werden. Der?)!inister erkannte an, daß die Summe für Arbeiter zu gering sei. Er werde eine Erhöhung herbeiführen und auch das von dem sozialdemokraien Redner be- mängelte Formular zum Bezüge der Unterstützung der jetzigen Zeit entsprechend gestalten. Nach Erledigung der außerordentlichen Ausgaben war die Be- ratung des Eisenbahnetats erledigt. Am Freitag steht der mänen- und Forstetat zur Beratung. Kits öer Partei. Die Schicksalsstundc der Partei. Die sozialdemokratische Bezirksorganisation für O I d e n- bürg und Oftsriesland erlätzt einen Ausruf an die Partei- genossen zur Wahrung der Parteieinheit. Es beißt darin:„Alle Versuche, die Partei zum Tummelplatz anarchistischer oder anarcho- sozialistischer Agitation und Ideen zu machen, sind zurückzuweisen. Nichts liegt heute mehr denn je im Interesse der Arbeiterklasse, als der Partei die Treue zu bewahren und die Mehrheitsbeschlüsse der berufenen Organisationen zu achten. Die Einheit und Geschlossen- heil der Partei im Bezirk Oldenburg-Ostfriesland, auf die wir mit Recht bisher stolz sein konnten, dürfen nicht durch die Politik von Konventikeln und Sonderorganisationen zerstört werben. Ver- suchen, solche zu bilden, ist in jedem Falle und mit den zu Gebote stehenden organisatorischen Mitteln zu begegnen. Wer im Verbände der deutschen sozialdemokratischen Partei bleiben, nicht bloß, um sie von innen heraus zu zerstören, sondern um sie innerlich einig und äußerlich ungeschwächt erkalten und so über den Krieg hinüberbringau will, der muß alle Sonderbestre- bungen ablehnen. Die Meinungsfreiheit ist innerhalb der Partei nicht beschränkt; wer aber nickt mehr auf dem Boden der Parter steht, den Weisungen von außerhall' der Partei stehenden Ver cinigungen folgt, der kann auch nicht mehr in der Partei bleiben, der muß von selbst von ihr gehen, wenn er eine ehrliche Gesinnung besitzt." Die Vorstände des Bezirks und der Kreise für Schleswig Holstein und das Fürstentum Lübeck erlassen einen Auf- ruf. in dem sie sich zu den Beschlüssen des Parteivorstandcs und Par- teiausschusses bekennen. Gemeinsam mit den Vertretern der Kreise wurden Richtlinien festgelegt, die unter anderem besagen: Gruppen und Personen, welche durch bestimmte Handlungen ihr Eintreten für die Bestrebungen der Opposition bekunden, haben damit im Sinne des Organisationsstaluts ihren freiwilligen Austritt aus dem Verbände der Gesamtpartei erklärt. Von derartigen Personen werden natürlich keine Beiträge mehr angenommen, sie haben ebenso natürlich keine Rechte als Parteimitglieder und kein Recht, in irgendeine andere Parteiorganisation aufgenommen zu werden, weil bei ihnen die Voraussetzungen des Organisationsstatuts nachweisbar nicht mehr zutreffen. * Die Parteigenossen in Frankfurt a. M. nahmen in einer gutbefuchten Versammlung am Dienstag zu den Beschlüssen des Par- teiausschusses Stellung. An das Referat Quarcks schloß sich eine ausgedehnte Debatte, bei der Diiima» den Standpunkt der Oppo- sition vertrat. Mit übergroßer Mehrheit wurde folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung erklärt, daß die Grüirdung und Erhaltung von Sonderorganisationen in der Partei, wie sie die Beschlüsse der Minderheitskonserenz am 7. Januar in Berlin vorgesehen hat. so wie die Mißachtung von ordnungsmäßig gefaßten Mehrheitsbeschlüs sen unvereinbar sind mit den organisatorischen Grundsätzen der Partei, ohne die eine einheitliche Partciaktion unmöglich ist. Die Versammlung tritt deshalb den letzten Beschlüssen des Parteiaus schusses und Parteivorstandes bei und gelobt, für deren Durchsüh runa im Interesse der Einheit der Partei mit allen Kräften tätig zu fem." Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins für Danzig-Stadt nahm am 5. Februar zu den Beschlüssen des Parteiausschusses Stellung, Die Parteiopposition hatte sich große Mühe gegeben, aus dieser Versammlung die Oberhand zu bekommen. Es tauchte sogar der zur Arbeitsgemeinschaft gehörende Reichstags- abgeordnete für Bremen, Henke, in dieser Versammlung auf, und ein Miuderhettsanhänger beantragte, ihn als Korreferenten zuzulassen, weil er„zufällig" in Tanzig anwesend sei. Es wurde sofort nachgewiesen, daß Henke sich keineswegs zufällig, sondern schon seit mehreren Tagen in Tanzig befand und bereits eine besondere Versammlung der Minderheit hinter dem Rücken der Mehrheit abgehalten hatte. Die Versammlung lehnte es darauf durch Beschluß ab. Henke zuzulassen, weil er Mitglied eines Vereins ist. der sich von der sozialdemokratischen Partei durch Beitragssperre losgelöst hat. Das Referat hielt Parteisekretär Genosse Gehl. In der Debatte sprachen drei Redner der Minderheit und zwei Redner der Mehrheit. Der Referent legte der Versammlung folgende Re solntton vor: „Tie am O.�Februgr tagende Generalversammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des PaneiausschusseS einverstanden. Die Genossen. die sich mst den Beschlüssen der Reichskonferenz der oppo- sitionellen Gruppen solidarisch erklären, können nicht gleichzeitig Mitglieder der sozialdemokratischen Partei seiu oder bleiben. DaS eine schließt das andere auS." Die Opposition hatte eine von Henke verfaßte Resolution vor gelegt, die von Beleidigungen der Parteimehrheit strotzte. Ihre wüste Sprache machte aber wenig Eindruck. Die von Gehl vorgelegte Eni- schlietzung wurde mit 109 gegen 52 Stimmen angenommen. * Auch die Genossen von Ohra, der größten Gruppe der poli- tischen Organisationen des Wahlkreises Danzig-Land haben in einer Versammlung mst über Zwei-Dristel-Mehrheit den Beschlüssen des ParteiausschuffeS zugestimmt und sich damit ebenfalls für die Eiicheit der Partei ausgesprochen. Der sozialdemokratische Berein Breslau hielt am Montag abend eine sehr zahlreich beiuchie Gener alveriammluna ab. Nachdem ein Spitzel vor die Tür geietzl worden war, hielt Genosse Löbe einen Vortrag über die politische Lage, in dem er die Politik der Reichs- lagSsraktion verteidigte und sich gegen die parieizeistörende Tätigkeit der Arbeitsgemeinichatt und Spariakuölenre wandte. Der Redner schlug eine Resolution vor, welche die Einiakeit der Parlei und das Festbalten der Partei an der bisherigen Parieipoliiik betont und den Voistond am Orte auffoidert, Vereinsbeiträge von d e n j e n t g en M> t g li e d er n nicht mehr entgegen ,u nehmen, die sich den Sondergruppen der Arbeits- gemeinichaft, der Spartakusleute und der „Internationale" anschließen. Er fand lebbasten Beisoll.— In der Diskussion sprachen Vertreter der verschiedenen Richtungen. Die Fortführung der Aussprache mutzte wegen borge- rückler Stunde ans Donnerstag, den 15. Februar, vertagt werden Kits Groß-Serlin. Tchnhmacherineisterstreik in Sicht? Wie wir mitteilten hat die Gutachterkommiffion für Schuh- machermeister Richtsätze für Reparaturen aufgestellt, wodurch u. a. Herrensohlen nicht mehr als 5,60—6 M., Absätze bis 1,50 M., Vonchuhen 8—12 M, alles je nach der Güte des Materials, kosten dürfen. Der von der Kommission ins Auge gefaßte Gewinn soll sich je»ach der Klasse auf 10—20 Proz. belaufen. Gegen diese Richtpreise hat die Berliner Schuhmacherzwangsinnung Einspruch erhoben und diesen Beschluß gefaßt:.Die Ver- sammlung erhebt Protest gegen die Richtsätze für Schuhwaren- reparaturen, da der in den Richtsätzen festgesetzte Gewinn als zum Lebensunterhalt der Schuhmacher imd zur Deckung der Unkosten nicht angemessen ist, und da man den mindestbcmessenen Forderungen der Vertreter des Handwerks in der Gutachterkommiision für Schuhmacherpreise nicht Folge gegeben bat. Die Versammlung beaustragt den JnnmigSvorslcmd, bei der Gutachterlommiision sowie beim Reichsamt des Innern hiergegen Beschwerde zu erheben und verpflichtet sich, bis zur Genehmigung der gerechten For- derungen des Handwerks vom Tage des Inkrafttretens der Verord- nung die Annahme von Reparaturen zu ver- weigern, da die Schuhmacher bei den vorgeschriebeuen Preisen nicht bestehen können." Die Angelegenheit wird nun die zuständige Stelle sin Reichs- amt des Innern beschäftigen. Die Arbeirseinstelluiig würde ab 15. Februar, an welchem Tage die Richtpreise Geltung bekommen, eintreten. Die Schuhmachcrinnung erklärt, die Preise für daS Leder und die anderen Materialien seien derart gestiegen, daß die Richt» sätze kaum soviel Gewinn ließen, daß der Schuhmacher existieren könne. Die Zuteilung deS Leders erfolge in so geringen Mengen, daß der Schuhmacher zurzeil nur eine weit kleinere Anzahl Rc- paraturen aussührcn kann als im Frieden, die ErwerbSmöglichleit sei demnach gemindert. Das klingt so. als ob die verlangte Erhöhung zum Teil als— ErwerbslosigkeitSunterstützung für die Meister gedacht sei. UebrigenS wird auch berichtet, daß in der Sitzung, die die Richtsätze bestimmte, Vertreter der Innung zugegen waren, die sich mit den Sätzen ein- verstanden erklärten. Daß die Lederpreise übermäßig hoch sind. ist richtig und kann den nicht wundernehmen, der die märchenhaften Gewinne der Lederindustrie kennt; hat doch eine einzige Lederfabrik in einem KriegSjabre nicht weniger als 25 Millionen Mark Ueberichuß gemacht; selbst kleine Händler haben in wenigen Monalen Hunderttausende„verdient". Diese Riesen- gewinne müssen die Kvimimemen, auch die ollerärmsten, aukbi ingen Das Leder gehört mit zu den unembehrlichsten Bedarfsartikeln Wie bei so vielen anderen Dingen hat auch hier die Regierung nicht rechtzeitig eingegriffen, um die ungeheuerliche Schröpfung der Ver- braucher zu verhindern. Berliner Lebensmittelnachrichten. Wie der Magistrat Berlin bekanntgibl, soll m der kommenden Woche, 12,— 18. Februar veriuchl werden, auf die 6 blau schraffieric» Abschnitte der Berliner Kariofselkarte bis 3 Pfund Karioffeln zu verteilen, auf jeden Abschnitt V. P'und. Da aber wegen deS Frostwetters es unsicher ist, ob dies'möglich ist, wird denjenigen, die nicht in der Lage waren, Kartoffeln m der angegebenen Meng« zu erhalten, vom Donnerstag, 15. Februar, ab, die Möglichkeil sin- geräumt, auf jeden der noch nicht zum Ankauf von Karioffeln ver» wendeten Karloffelkarlenabschnitte(jxi gleichzeitiger Vorweiiung der Berliner Lebensmittelkarte je 100 Gramm Gebäck, also, höchstens 600 Gramm Gebäck, zu entnehmen. Selbstverständlich können auch nach dem 14. Februar die Kartoffelkarten zum Ankauf von Kartoffel» verwendet werden. Außerdem kann jeder Kartoffclkarteninhaber auf Grund der vier weißen Abschnitte der Berliner Karloffelkarte in Ver- Bindung mit dem Abschnitt 30 der Berliner Lebensinittelkarte 200 Gramm Mehl bei Berliner Mehlkleinhandelsgeschästen gegen Voranmeldung in der üblichen Weise am 9., 10. und 11. Februar erhalten. Alle diejenigen, die ihren Wimervorrat an Kartoffeln im voraus eingedeckt haben, also mangels einer Kartoffelkarte die Ersatzmengen an Brot und Mehl nicht beziehen dürfen, sollen be- rechligt sein, in der Woche vom 12. bis 18. Februar bis 5 Pfund Kartösteln aus den Kopf von ihrem Borrat zn verbrauchen. Die M e b l a b i ch n i t t e der Berliner Brorkarte für die 104. Woche dürfen vom 12. bis 13. Februar wieder nur zur Em- nähme von je 200 Gramm Mehl benutzt werden. UeberdieS wird der Ausfall an Kartoffeln in der folgenden Woche unseren Bewohnern auch deswegen wenig fühlbar werden, weil auch die F l e i s ch r a t i o n für die kommende Woche, und zwar gerade mit Rückficht auf die Kartoffelknappheit erhöht werden soll. ch ES ist öfter vorgekommen, daß von Kleinhändlern auf die Ab- schnitte der Z u ck e r k a r t e, die zum Bezüge von Kunsthonig, Malzzuckerausstrich, Rübensajr und Speiiessrup vorgemerkt find, in Nichtbeachtung der Verordnung de» Magistrats Zucker abgegeben wurde, weil nicht genügend Vorrat der Ausstrichmittel zur Berfügung stand. ES wirb darauf ausmerkiam gemacht, daß auf solche Zucker- kartenabschnitie Zucker nicht verabfolgt werden darf. Nur in ganz besonderen Fällen kmin gegen ausdrückliche Genchmigung des Magistrats, Zuckerversorgungssielle, Kommandanlenstr. 80/81, hier- von eine Ausnahme gemachl' werden. Zuckerkartenabschnitte, die zur Beschaffung von Ausstrichmittel als solche bezeichnet find, verlieren nicht ihre Gültigkeit. Auf diese Abschnitte kann auch nach dem darauf angegebenen Verfalltage Kunsthonig, Sinip u. dergk. bezöge« werden. * Nach der Bekanntmachung des Magistrats Berlin entfällt auf Abschnitl 23 der Lebe»Sm>tielkarte je>/, Pfund Sauerkohl. Der Abschnitt ist nur in den durch ein Aushängeschild gekennzeich« neien Geschäften gegen Empfangsbescheinigung abzuliefern uild zwar am 9., 10, und 11. Februar. Wer sich beim nächsten Anmeldetermin zur Volks speisung anmelden will, darf Sauerkohl im Handel nickt beziehen. Er hat sich also nickst in den Kleinhandelsgeichästen anzumelden, sondern muß bei der nächsten Anmeldung(vom 12. bis 15. Februar) die Lebensmiitelkarte ebenso wie die Kartoffel- und Flestchkarte bei der Volksipeisung mit vorlegen, wobei der Abschnitt 28 abgetrennt wird. Inhaber von Karlen, denen der Abichniit 23 fehlt, können zur VolkSspeisung für die nächste Periode nicht zugelassen werden. Bei den äußerst schwierigen TranSpvrtverhälwiffen läßt eS sich nicht ermöglichen, alle Händler gleichzeitig zu beliefern. ES wird daher jeder Händler mil dem Berkauf beginnen, sobald er Ware hat. Bei einem Teil der Händl« wird dreS voraussichtlich binnen wenigen Tagen der Fall fein._ Dritter Wahlkreis. Eine Besprechung aller aus dem Boden der Beschlüffe deS Parteiausschusses und des Parteivorstandes stehenden Genossen und Genosfinnen findet heute abend 8 Uhr im Gc- werkschastshause, Cngeluser 15, Saal 3. statt. Zweck der Besprechung ist die Konstiiuierung deSWahlvereinö für den dritten Berliner Wahlkieis der sozialdemolratischen Partei Deutschlands. Um zahlreichen Besuch ersucht Aug. Pohl, Naunynstr. 80. Vierter Wahlkreis. Ale auf dem Boden der Beschlüsse de» ParieiauSichusies und des Parteivorstandes stehenden Genossinnen und Genossen werden zu der ain Freilag(heute) abend 8 Uhr im Gewerkschaftsbau se, Engeluser 15, stattfindenden Ber- sammlung eingeladen. Tagesordnung: Die Konstituierung «rneS$aTt«lt)€rei scheinen erwartet n k für den vierten KreiS. ZaMeiÄ»« Er« Karl N l i n n l r r. Apfelsinen und Zitreucn. In der PrciSprüfungSstelle Ärag- Ner-Iin kam der Kißbrauch zur Zproche, daß im Hanssl vielfach bei Abgabe von Apfelsinen der gleichzeitige Kauf von Zitronen ge- foroert wurde. Zliese Anforderung ist nach der Bundesrats- besrimmung uiizulässtg; der Handel wird erneut auf das Verbot bingewiesen. Sollte es sich ergeben, dasi der Großhandel dieselbe Anforderung an den Klenchandel stellt, so werden geeignete Maß- nahmen ergriffen Ivetten, um eine Aendcrung herbeizuführen. Zur Bkhctuug der Kshtennot hat der Magistrat cner- giswe Maßnahmen genoffen.<&t hat fetzt über sämtliche Vorräte ü» Kohlen, die bei den Händlern lagern oder noch ein- ne'fsir, verfügt und die Kohlenverlorgung der Einwohner in der Welse geregelt, daß für den Zcitraurn von drei Tagen nichr mehr als ein Vierte! Zentner an den einzelnen Verbraucher abgegeben werden darf.— Co lautet eine Meldung, die uns leider mchi auö Berlin, sondern aus Rathenow zugeht. 'Hie Tirnststunden der Polizeireviere. Das Berliner Polizei« präsidmui hat angeordnet, daß vom Ist. Kedruar ab die Geschäfts- xitmner der Polizeireviere an den Wochentagen von 8 tlhr vor« mittags bis 7 Ubr abends, an Tonn- und Festlagen von 8 Uhr vor- mittags bis 1 Ubr nachmittags geöffnet sein werden. Zur Entgegen- nähme iwit Wobnuiigsmeldiingeir ist auch an Sonn- und Festtagen vis 1 Uhr nachmittags ein Schreiber anwesend. Lebensmittelzulage« für die Rüflunstsinduftric. Einer Mitteilung der Kriegsamtstelle entnehmen wir fol» geudesi Den vom Kriegsamt ailerkairnten Werken und Industrie» betrietwn sind die Zudaycu an Fleisch so zuzumessen, daß durch sie einschließlich des den Arbeitern weiter auf ihre FlitsMartru zu- siedenden unnlittelliaren Begugsrcchtö aus Fleisch im ganze« auf jeden in ihren Betrieben beschäftigten Schwer st arbeit«« eine GesaMku'cnge von sSV Gramm, auf jeden sonstigen A r» beiter Z st st Gramm wöchentlich an Fletsch mit eingewachfenen Knochen einfallen. Die Floischmeiigeii sollen je nach dort örtlichen Verhältnissen den Werken in Fleisch oder Wurst zu Massen- speisungen, oder aber in Gestalt von Zusatzkarten, deren Verteilung den Werken tin Benshuren mit dem Arbeitsrausschuß überlassen bleibt, zugewirsat iverden. Die vom Kriegsamt als in der Rüstungsindustrie tätig bezeichneten Werke erhalten, sofern sie Mafsenssieisungen eingeführt baden» eine Fettzulage von 40 G r a m m pro Woclw ttnd Arbeiter, sofern sie keine Massen sbeisungen eingeführt haben, nur ZT Gramm pro Kopf und A-ocke. Die Zulagen werden den Werken durch die Kommunal- Verbände zilgewiessn, wäbrmrd ei« Anspruch des einzelne« Arbeiters auf sie nicht gewahrt wenden kann. Lichtspirk Tonrntzien-Patafi. Heute Freitag findet die Erst- miffichtimg des Filmwerls.Friedrich Werder? Sendung",«in Mcn'chrnschicksal in vier Skteu von Hana Land stau. Dt« Haupt rollen liege» in den Händen Theodor Laos'. Eva Speier» und Karl d« Vogt».— Im lustigen Teil ist.Sein süße» Mädel", drei Akt« von Edmund Edel zu sehen. Erfroren sind anscheinend der 7< Fahre alle Rentier Oskar Schenk aus der Schrv clbei norstraß« äst und die st'2 Jahre alle Räberin Auguste Wendt aus der Palisadenstraße M. Der alte Mann saß abends erstarrt auf einer Bank ans dem Alexanderplatz. Ein Schutzmann schaffte ihn nach der nächsten Rettungswache, wo der Arzt nur nvch den Tod feststellen konnte. Die Näherin wurde in ihr«! kalten Wohnung wt aufgefunden. Von eine« Elscnbvbnzuge übersahrcu. Aus der BahnstreFe W ilhpa rk— W srder ist die zerstückelte Teiche einer r'eiLlichen Person aufgefunden worden. Die Tote ist etwa Ä Jahre alt und bat dunMblondrs Haar. Da» Gesicht ist vvlli, unkeirnmch. Bei der Teicha wurden zwei Geldbeutel mit fas � w» Ü'k. Inhalt und vier Bezugshefte der Stadt Wilmersdorf vor- gefunden. Aus letzterem Umstände ist zu schließen, daß die Vrr- storbeae aus Wilmersdorf stammt. Druckfchlrr. In dem gestrigen Artikel»Brot, Kohlen. Schuhe muß es statt.Zenlralverband" der Läckeriniiuiigen Zweck verband, und am Schlüsse statt»Massenversorgung" Wasserversorgung heißen. Mus öen Gemeinöen. Tic Mleinwohnungssrage vor dem Charlottenburger «tavtpnrlament. Auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion hatte die Stadt dcrordneienversmnmlung im Januar v. I. derr Magistrat ersucht, in Beratungen einzutreten, um den, aller Voraussicht nach bevorstehen den Mangel an Kleinwohnungen vorzudcuge». Dt« Antwort de» Magistrats ist erst jetzt eingelaufen. Der Magistrat erklärt, laß es bisher nicht möglich gewesen sei, endgültig« Beschlüsse zu fassen, denn es bedürfe zunächst näherer Unterlagen zur Prüfung der Borfrage, ob nach dem Kriege in Charlottonburg eine Klein- mehnungönot zu erwarten fei, zumal da die Ansichten hierüber nach wie vor erheblich auseinander gingen. Mit dieser Anschauung setzt sich der Magistrat in direkten Wider« ivruch zu den Anschauungen aller, mißgebenden WohmingSpolltikrr nicht nur. kondem auch der preußischen Stoatsregirrung, dir ja ihrrn lLohnungöyrietzentwurf hauptsächlich deshalb gerade jevr ciagebrücht hat.»veil fi« mit Bestimmtheit mit einer Klein. wohnrntgsnot»ach dem Krieg« rechnet. In der Antwort heißt e» weiter, daß die Mittel zur Förderung des Klennvohnungsweiens zu einem erheblichen Teil außerhalb der Zuständtgieit der Stadt liegen, da durch dir neuen Gesetzentwürfe über Scdatzungiämter und Stadt» i..asten, den neuen WvhnnngZgrietzentwurf und da» BürgswaftS» sickeruNgSgesetz voraussichtlich wesentlich veränderte, rechtlich« imd Ivirischastliche Grundlagen zur Lösung der Kleinwohnung»« trage geschassen werden. Aus Airlaß dieser Antivort kanr es in der Charlottenburger Stadlverordnetcnbcrivmmlmig vom letzten Mnrwoch zu heftigen Debatten. Genosse Katzensteirr ubre scharfe Kritik an der biö» herigcn Untätigkeit deS Magistrats, er zeigte im ernzelaen. wie groß die Wohnungsnot jetzt schon in Eharl»ttcubmg ist. nnd wieö nach, daß sich dies« Zustände bei Beendigung de» Kriege» biö zur Un- erlräglichkeit gesteigert haben werden. Die bürgerlichen Fraklianen stellten sich mehr oder weniger auf den Standpunkr des Magistrats. Stadiverorbucler B y ck, einer der eifrigste» Dcrrretcr bausagrariicher Jittcresie«, bekam e» sogar fertig, von einem Uederfluß an Klein» Wohnung«» zu reden. Aehnsich äußert« sich Sladiverordnettr Bergmann(tid.s, während sein FrakrtonSkollege Stadtverordneter Wo Ilm er zwar nicht ganz so wert gina, sich aber doch da» Kunst« siäck leistete, dem Magistrat für seine ÜntätigkeN Dank auszusprechen. Der Vertreter de? Magistrats, Stadtrat Eembrttzty. gab die Er'läruNg üb. daß er die Wohnungsfrage keineswegs in ihrer Be- deuiuug imtcrfchätze, daß auch er mit einein Mangel an kleinen Wohnungen nach dem Kriege rechne und daß iu iiächster Zeit die zuständige Dcputalion zur'Erörterung von Maßnahmen zusammen- lr»lett werde. Ein von unsere«, Genosie« Hirsch begründeter An- nag, die Mag istrattmineilung einem Ausschuß zur Lorberaiung zu überweii«,. wurde abgelehnt, die Versammlung begnügte sich mir bloßer ÄermtniSnahme. Emen größeren Eifer legte die Mehrheit an den Tag angesichts der Mitteilung des Magistrat«, daß er der Frage de» Erlasses der Umsatzsteuer beim Etwerb nolleidender Grundstücke erst dann näh« treten wolle, wenn der Staat mir enispiechenden Maßnehmen vor- angegangen sei. Dieselben Herren, die für die Verzögerung der gegen die Dohn,mg§not zu ergreifenden Schritte kein Verständnis zeigten, erh bei, hier, wo es sich um die Iniereffen von Htzpolheken- gläubigern handelt, scharfe Vorwürfe gegen den Magistrut, sie bi- gnstgten sich m diesem Falle, nicht mit erner bloßen Kenntnisnahme, sondern ersuchten den Magistrat, riochmalS zu der Ängelegnthrit Stellung zu nehmen. Zeitweise TchsießvAg der Tharsottendurger Schuke«. Der Magistrat hat beschlofse«, wegen bsk Kohlen-nantzel» sämtliche städtisch«» Schulen vom Sonnabend, den ist. Februar bi» eiaschlivßtich Gönn abend, den Lt. Februar, zu schließe«. Die Schnlspstsimg Wied fortgesetzt. Kncgs- klnderhorte Utck Kindergäeten werden in beschränktem Umfang wettergeMrt. In einzelnen über da» ganze Stadtgebiet rerteilten Schulen tveeden ewige Klassen geheizt, in denen Kinder, die zu Sause kein warmes Zimmer haben, sick' aufhalten und unter Auf- ficht sich nützlich beschäftigen können. Lehc»i»mittrln«chrichtel, ans Wilmersdorf. In dieser Woche kommen in Wilmersdorf zur Verteilung: pro Person lOo Gramm Gerstengrimpe oder Grütze auf den Buchstaben 8 des Bezughefte». aus den Haushalt Pfund Salzsiiche ohne Kops und Rückengrälen) auf Ziffer 14 der Hauöhaltungskarte und V« Pfund Senf auf Nr. 18 der Haushaltungskarte. AuS der Tegeler Gemeindevertretung. In der letzten Gemeinde- Vertreters, tzung wurde einem Antrage der Firma Borsig, betreffend lleberführuug der WafferleitUng für Feuerlöichzwecke über die Schönebcrger Straße nach den Neubauten der Firma, unter Gc nehmiguug eine« entsprechenden Vertrage» zugestimmt.— Ferner wurde einer Ermäßigung der diesjährigen Bcxiusuimne von 2000 M. auf 15Ö0 M. für den Platz an der Schloßstraße und Industriebahn Mgestimmt.— Die beabsichtigte Anschaffung einer«uto- mobilfeuerspritze wurde zurückgestellt, da die geprüfte Spritz« den Snsordernngen nicht genügte.--- Eine umfangreiche Ziegelei in Ketzin an der Havel war der Gemeinde für den Preis von 300000 M. mit Inventar, Vorrat und Grundstücken anaeboten worden. Nach Darlegung der Vrrtzälinisie entschied sich die Ser iretung für Ablehnung des Ankauf».— Die Lieferung von Elek trizitot an den Krei» szu Kraft» und Leuchizwcckeu a>it Jiidustrie bahnhvf Und Hafen) durch die Gemeinde Tegel hat zu Verhandlungen zwischen KntSvnwalhmg und Gemeinde geführt. Tegel bekommt nur 20 Pf. für die Kilowaitstund«. während dir Selbstkosten 40 Pf. betragen. Nach den Berhandluugen ivill der Kreis an Stelle der jetzt geforderten 40 nur 00 Pf. zahlen, nebenbei will er auch noch anverwärts GerHandtungen pflegen. Tegel soll ihm nun andere Bedingungen stellen. Es wird beschlosien. die Sache weiter vertraulich zu behandeln. Dem Antrage de» Vater ländischen HtlfsvereinS auf Uebernahme der Unkosten für EinNtiduiig von bedütftige«, auö der Schule zu entlastenden Kindern wird zu- gestimmt. Die Kosten betragen etwa 1200— 1600 M.. die zu zwei Drittel vom Kreist! ersetzt werden dürften. Lebensmittelnachrichten an» Rrinickrndvrf. In den amtlichen Vertanfsstelleu gelangt zum Verkauft Kaffee-Ersatz-Msichum, fPstind 1,80 M.). gesalzen« Makrelen(Pfund 2.V0 M.). Holländische Roll möps«(Stück 4S und 00 Pf.), Scholle in Gelee(4-Ptund-Dose (14.00 M.). Dorsch in Bmter tl-Pfund-Dose 6,60 M.). Rauchsi'w (Pfund 2,00 M.), Bouillonwürfel(3 Sück>0 Pf.), Zitronen(Slück lö Pf� 2 Stück 23 Pf.), Perlsago(bis 2 Pfund an emen Haushalt, pro Piund 83 Pf.) Di« Btlieserung der Gemeinde mit Kern tBerksufSprei» 32 Pi.) ist in ungenügend« Meng« erfolgt, s» daß vorläufig nur ein Test der Bevölkerung versorgt«erden kann. Die Abgab«(gegen Lochnng der B, itterkarte) ist to geregelt, daß nach und nach alle Ein- wvhner befriedigt werden köimen. Auf den Kopf der Sevölkcruno entfällt ein St. Bei der Festsetzung der Preise für Kaffee-Ersatz- Mischung sind allem Anscheine nach die seinerzeit bestehenden Höchstvrerf« bedeutend überschritten. Von einer Ge- meinde sollte erwartet werden, daß sie sich an die bestehenden Höwst- preis« gebunden hält Mitaliedemrsammlung i* Lichtenberg. Am 7, d. M. fand hier eine Versammlung der auf dem Boden der alten Paitetorganisation stehenden Genosten statt, um zur Deitertührung der im bisherigen Rahmen gegliederten Lrgantfativn Stellung zu nehmen. Nach reger Aussprach« wurdeti zur Leitung gewählt äld Vorsitzender Richard Peterhansel, Wühlischstr. IS/IS, Kassierer Daniel Bockel. Rittelgul- straße 25, Schriftführer Gustav Trink». Rittergulstr. 23. AIS Ver- treteri» der Frauen wurde die Genossin Else Scheiben huber. Bahn- Hofstraße 1 gewählt. In der Versammlung gelangte eine Ltesolunon zur Annahm«, in der da« Bedamrn darüber zum Ausdruck kam, daß dir Opposition durch ihr Verhalten die Spaltung der Partei herbeigeführt hat. Mtglirderversawwlung für Pankew-NiederschSnhnusru.Buchholz. Mittwoch, den 7. Februar, fand bei Reibe in Ricderschönbauien. am Ktrchplatz. eine gut besuchte Versammlung statt, welch- sich n,it der Reorgantsation de? Sozialdemokraitschen AZahlvereinS für obige Orte beschäftigte. Räch einem einleitende» Referat des Genosten D v m» i ck und AuSsübrungeu de« Genvsteu Müller über die Beschlüsse der ReichSkonferenz wurde beschlosien, die Sitzungen für die drei One vorläufig gemeinsam abzuhalten. Einstimmig gewählt wurden: Als erster Bv, sitzender Max Vieth. Aiederlchönhame». TreSkowsir. 62; zweiter Vorsitzender Fritz John. Pankow. Mendel» stroße 60; Kassierer Fritz Detz. Riederschönhausen, Marthastr. 10; Schriftführer HSuSler; Beisitzer: Schliebner. Genossin Heinz« und Schulz, Pankow. Beiträge süid abzuführen a« die Genossin Tietz. Riederichönhausen, Marthastr. 10, F. John, Pankow, Mendelstr. 60 und A. Domnick, Buchholz. PosewaUer Str. 100. Weißensee. Der Parteivorstand Hai teil Berliner Partei- genossen mitgeteilt, daß dir Groß-Berlincr Parteiorganisation sich von d-er ioziatdemokvatischen Gesvmtpartei losgelöst und der neuen Partei der Urbettsgemeinschost üngeschlossen habe. Di« Mitglied- schaft in diesen Organisationen ist mit der Zugehörig k-ic zur sozial- demokraltschei, Partei nicht vereinbar. Auch wir Weißenserr Ge> nassen miisien unS nun entscheiden, ob wir der alten sosialdemo« kratischen Partei treu bleiben oder ob wir ihr den Rücken kehren wollen. Im Austrage einer Anzahl alter Parteigenosien lade ich alle Partrtgrnosirn, die auch ferner im Rahmen der Gesamtpartei ihrer bisherigen Parteivrganssativ» treu dleibeu wollen, zu einer heute, abend» 8 Uhr, in den Borussia-Säle», Berliner Allee 211. stattfindenden Versammlung ein, tu der wir über die Löicderher- stellung der Panriorganisvtivn spreche» wollen. Albert Taubtnvnn.» Ms aller Welt. Furchtbares Erdbeben in Astasien. Nach einer Meldung au« Petersburg ereignete sich am 80. Januar im nördliche« Ostafien«in furchtbares Erdbeben. Man nimmt an. daß der größere Teil Vau Kamschatka im Meer verschwunden ist. Bombenexplosion vor der Amsterdamer Börse. Mittwoch abend explodierte am Haupteiugaug der Börse eine Bombe. ES wurde niemand verletzt und kein Schaden angerichtet. lieber den Täter ist mchtS bekannt. FeuerSbrunst i» Tokio. Räch russischen Meldungen wurde fast daS ganze BahnhofSviertel in Tokio durch eine Feuersbrunst zerstört Parteiveranstaltunsen. Lankwitz. Sonata«, den II. Februar, nachmütazs S Ubr. fwdet im mm L.»oh». kakler.Si!br!m.«u-ik«. E-te Skyhlihilra�e. eine stul-mmenMnft d« zur«efamwarte, stehenden Yenolstmien und Eenoffen zwecks Gründung eine» DttvoereinS statt. Beiträge und„BonvSv«-. dcstellnngen«erden hierbei entgegengenommer'. All«„Vorniirts'Ieler sind bw.;u cuigeladeu. Mu zohsieicht Settiligunz bitte, Pdut Lampke, Chailsttenftrasj« 60, t Sioioaw«». Svantag. de» il. Fthruar.«wchmiltag» IV, Uhr. im Lokale von Max Singer, Priesterstr. Li: Bersammlimg des Gahlvereins. Tagesordnung! SeschSsUiches-, Lottrag dcS Guioffm Barth c l, Mit- 'glltd de» Bmlessorsionde»: SSeidimg und Klaritil in der Partei!««rfdBt von der fintlf irfne«iön1an,n,lu«g. Alle z»r Partei-lnbeii döltend« Er» ! osiiiimn imd Genossen lorvic die Uescr des.Vorwärts" und der„Branden« burgrr Zeitung" wrricn gebeten, tu der Berfauunlang zu rricheinen. _ Der Lvrstand. Sriefkasten öer Reüaktioa. Arbeiterlchntz. 1. Nenden Sie sich an de« Verein Nrbtlteipresie, Rodert Schmidt, Engeiuser lo. S. Teutlch« GeseMchast süt vfiack ich« Gc- lundbcitspflcae, Schrist'üdrer Brot. Tobernbeiln, Berlin, stlfcherstr, 3�— — BS.!!. Sollen Sle Ihre Adresie mitteilen, dam» islc das Gewiinsibte brieflich zusenden könne». R. 8?. SarSder erhalten Sie«Uslunst bei der Leitung des Gew-rkichastsbauses, Jok>. Sassenhoch, Engeluser IS.— F. I. SO. Ost nur Ltcbbabcrwert. ohne bestimmte Taxe.— A. D> Sl. Wenden Sie sich an den Berliner WsgiNmt, Wtellang für Brvtvessokgnng. Poststr. IL. � »üetterauSstistren Me das mittlere Rorddeattauand»i» Sonundrnd mitiai,. Langsam von Noideti nach Süden sortschreiiende Erwäriiumg. Zunächst trocken und vieffach beiler, später im Norden neue Auvabme d-r Bcwvlmng und an der Käste etwas Schnee. Die Bekamiimachnng des OVerlsmmandos in den Karten betreffend Brlwiagnabme, Besiandserdeduna und Oneeignung von Birrgtae- decket« und Birrkrugdcckcln au» Zinn und feeiwillige« Ablieterunz von andereli Zinngegenständen in» mst ihrer Vertunoliiist in Kraft. Tie rsvstäudiae amtliche Bekanntmachuna eriolgt«n dkl, Anschlag- saulen und in der„Norddeuvchen Allgemeinen Zeitung". Berlin, den 8. Februar 19 1 7. 76. 1. Mtl. 1k. Der Polizeipräsident. Todes-Anzeigen Seaisclier KetMeiieMeM V«rwa!tunguar, nach. mittag» 3 Ahr, von der Leichen« Halle drs Dom-KirchhoseS, Allllcr- snnße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen serner zur Nach- ncht, daß unser Mitglied, der Bidchwatzer (leorg �oeslce Lortzingstr. 35 am 6. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Dir Beerdigung findet am Sonnabend, den 10. Fedruar. nach- mittag« Bs, llhr. von der Leichen» Halle de» CdarltS�ttrÄbofe» in der Müllers!, atze. Ecke SeejUnße. au« statt. Rege Beteiligung erwartet 120/16 DU ertSdcrwalNnig. Krankes-, Stprlie-«,Z.t!Scliaßk<� tflr männl. Person c« aller Berufe GroB-tterlin. Nachruf. Am 1. Februar 1S1> verstarb da« Mitglied tiermann Hönicke (Sederarheiter). Ehre seinem Andenken! Äb/lö Der Vorstand. stttoii öer C-emelfiilf-a. Staats- arbeiter, Filiale GrcS-Eeriin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Frame Stubinski vom Gaswerk Lichtenberg. Ghre sei»«««ndraken! Die Bee»k>tgimg sindet am Sonnabend, den 10. Februar, nach, mittags 30, Uhr,«o» der Leichenhalle des Kirchhof et M Marzahn au» statt. Um rege Beieiligmig bei der Bestattung de» Kollegen crfwäjt 85/14 Die CrtsnVneaiiuHg. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß am Sonn- tag, den 4. Februar, nacht« st, 1? Uhr, unser guter Vater, Bruder, Schwager, Schwieger- rater. Großväter und Onkel, der Schlosser WHIielm Schamann Im 65. Lebensjahr« ruhig en!> lchiastn sit. Im Namen der trauernden Hinterbliedenen Anna Schnmaun.«IS Tochter. EharioNendurg-Reinlckendorf. Die Beerdigung sindet am Sonntag, de» 10. Februar, nach- mittags 4st, Ubr. von der Leichen« Halle des alten Luffen-Kirchhos«, Aestend, aus statt. l837b Am 7. Februar verstarb naid wrzem. schwerem Leide« mewe liebe mir unvergeßlich« Frau IliiA jiechs geb.>VittlZ nach Mjäbriger glücklicher Ehr Im Est. Lebensjahre. U« stille» Seileid bittet der tiestraunge fflaU« Frilz Heojes, s�pniaw. NaMeuffeker. 26. Die Einäscherung findet cm Sonntag, den tl. Februar rr., nachmittags präzis« S Ubr im sttemotarimn Baumschulenweo, kssesholzstiage, statt. 'Tanksaguug. Für die Beweise derzlicher Teil- nähme keim Hinscheiden meine» »eben Manne», unsere« guten Bäte,». lagen wir allen Betamiten, die ibm die letzte Ehre erwiese» haben, sowie dent Gesangoelein.Schbncbergcr Männerchor" und Heren Kuier für die ti-osNeichen llSort« am Grabe des EMschlafenrn unsrrn wnigsten Dan!. Wwe. Eichhorn geb. Schulze uedst Kindern, flist Grunewaldswaße Sit. öS. ■ Fredy-« ZigtetiHziiFirilipfeiseo! 1600 Zig., Ueiurerk, 1.« Pf., 1« AI 1000,, 8,0, 23 31. 1000 r. 4,2. 33 M. 1000„ 6.2. 48 51. Versand nur gejreu Nfacha&Lmo von 300 Stock an. Zijrorron ata l�gor. Ffßdy-Zigarattefl-Verlrieö N. Berun Brnfliienstr.lTHvfu Gööflhftt B— 7, Soiiöt»�-2 Ulir. * Tel. Nentai SM. Yeiwalttniisstelli Berlto. fl 64, Linienslr. 83-85. «efchäswgr«»on S-l Uhr und»,n 4—7 U»r. Teiephom Ami Kord«, tllS.»WS. l«S7. S714. üäi Betuanschliigct■ Souniafi, den 11. Februar 1917, vorm. 10 U�r, im Lokal voo Hummel, Sophieufiras-e Nr. 0: Svaneben- VepsammlunF Tagesordnung: tLSfl? !. Jahresbericht, Bericht der Revifvrea. 2. SerLaiids- und Brauchen« angrlegenheUen. ii. Bafchieden«». Es wird alten KoLege« zur Pflicht gemacht, zahlreich und pünktlich zu reiche, neu. Dia OrtSverwaU«,,. »Z»ilim P!i«k3»»ktkoumin w SjM. MlLWSti8«v8 iisijj 8«sVel!50KMDs!«i>. Uhr: Das I& unzart. VolksbOliBe, S!Ä." VI, Uhr: Hamlet. Theater i. d. Köniogrätzerstr. VI, Uhr: Faul I.aDsc und Tora Farsherg, Komödienhaus Vi, Uhr: Die verlorene Tochter. Berliner Theater U/j Uhr: Auf FIDgeln des Oesangos. Sessing-Theater. Direktion; Victor Bamowsky. tu u.- Die beiden Klingsberg. Sonnabend: Peer Gyst. Sentsetifftastler-Theater. Allabendlich l1], Uhr: Her Hrisebeglrlter. URANIA Taubenstrale W/49. 8 Uhr; im IM? Mi Theater für Freitag, 9. Februar. Deutsches Opernhaus, Cbarlottcnb. 7 uhr Die loten Äugen. Friedrkh-Wiibelmstädt. Theater. 7'/,u.: Das Dreinäderihaus. <>ebr. Herrnfeld-Thratcp u/z Uhr: Oer doppelte Buchhalter. Posse mit Gesang und Tanz. Kleines Theater s u�: Ära Tcellseli. Komische Oper vi, Uhr: Der Puszta-Kavalier. Sonntag O'/jü: Minna v»n Barnhelm. Lustspielhaus 7'/. u.: Der sel�e fiaidura Metropol-Theater io Min.: Die Csardasffirstin. SoDntag 3/43 ükr: Die Kaiserin. Neues Operettenhans Kassentelophon: forden 281. tu u.: Der Soldat der Llarie. Residenz-Theater Warsehauer Zitadelle. üetalller-Theatep O. tuv.: Der Familientag. »A«bill«»>e-Tb.CbaTlottenbg. hr fierr im Bause. Thal Ja-Tb rsvter. tu u,: Das Vagabondenmädel. Theater am Mellendorfpl. tu u.: Blaue Jungens. Theater de» Weatena vun.: Die Fahrt ins Glück mit Guido Thielscher. Trlanen-Theatcr tu v.-. Willis Hochzeitstag. JBiisdi Heute Freitag geschlossen wtzcn technischer Vorbcreitunqen her neuen Riesen-Pracht-Aasser- Pantomime llievsssrnihneSIM Urnnffuhrnng Sonnabend, den 10. Aebruar, abends 7V, Uhr. 'Ciilebils/teeiizeitsrsise A ogypt. Burleske in 7 BUdom. Musik v. Blzet. Inszenierung von 4 Max Reinhardt. t Haas Wassmann a. G., M Lillcbil Ohristensen. Katat Sterna. Ernst Mutray, .sowie d. grolle Febroar-Spielplän u. u.:„Akropolla" Meisterwerke der Plastik nach neuer künstler. Methode. Geschw. Birkeneder, Drahtsaü Anita Bertling, Bangspiele Willi, der stüraende Mann Ooleyn. Partner, kom Jladfahror. Martin Kettaer. RosesTheater. vi, Uhr: Tas Glücksmädel. Walhalla-Theater. VI, Uhr: Das Musikanlenmädel. �fpolfo PRlCDtUCMSTR- AN• DER* KOCttST» Anfang VjS Uhr. Xcne« Februar-Programm. Dazu Neptun auf Reisen. Ausstattungäpo.sse i. 3 Bildern Stürmische Heiterkeit! Pracht Kostüme u. Ookorationen. Das Theater ist gut geheizt. Possen- Theater. Täglich 71/, Uhr; Der fliegende Holländer. Der alte Wölfl. TSgi. Vl„ Senat. 3*;, u. Vj, Der«Sektvolle Telefonscharz: „Hallo, wer dort?" Dazu: BerL Typen a. R. Steidl und Ann» MSller-Lincke u. d. neue Febr.-Progr. Ziikos A. Schumann Der Zirkus ist gut geheizt. EinlaB 7 Uhr. Anfang 7'/, Uhr. Täglich das große glänzende Zirkus-Programm und Die Seeräuber Große Ausstnbt.-Pant. i. 4 Akt. Jed. Sonntag 2 gr. Vorstellungen, 3 Uhr u. 7'/, Uhr. Nachmittags 1 Kind' fpol. In beiden Vorstellungen: Die Soerttaber und das vollstand. Programm. "18 Hational- Theater Köpenic'cr Strohe 68, Mpl. 9344. Unbeschreivlicher Grfalg! Studeuteulielecheu. Operette w!! Sitten»an Hallo». Jnig. Dr. Zickel. ZEufit v. Sr.mme. 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