Ur. 4Ä. C 5 Pfennig) MvNtltgSltUSgttlte( 5 Pfennig) kdoonemenlk-veckiogmgen: kboimsmentZ• lätriS prünumsrando: Vierleljährl. 3,90 Mr, munctl 1,30 Mr., wöchenllich SO Psg. ftei ins Hau-, Einzelne Nummer 5 Pfg, Sonntag;- numwer mü illustrierter Sonntags- «cllage.Me Neue Seif 10 Big. Post. Zlkounemeni: ILO Marl pro Monat. Eingerragen in die Post< Zeitung;- BretSIisle. Unter kkrcuzband lür Deutschland und Oesterreich. Ungarn ZöO Marl, für das übrige AuSIanO t Marl pro Monat. Posiabonnements nehmen an Selgien, DSnemarl, Holland, Jtallen. Luxemburg. Portugal. Kuntänien. Schweden und die Schweij. «»ei««gl,«. 34. Jahrg. Sie snlcrtlsnz-eedilhr tetrigt für die sechkgespaUene Kolonel- »eUe oder deren Raum SO Pfg, für Wort Li) Big. izulässtg L fetlgcdrutkie kiZorte). tedeZ wittere Lort 10 Psg. Stellengesuche und Schiafsielleuau> zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes toeitere Wort ö Pfg. Worte über IZ Auch» staden zählen sur zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis K Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Spedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adreffe: „ZMialtUBgliNU Rcrlli**. Zcntralorgan der rozialdemohratifchcn Partei Deutfd�lands. Neöaktion: SW. 68, Linöensteaße Z. Kerniprecher: Amt Morivplatz. Nr. ISl SO— ISl. S7. Montag, den 12. Februar IS 17. Expedition: SV. 68, Änöenstraße Z. Kerniprrchcr: Amt MortUplav. Rr. tS!!>v— Ist»7 Internationaler flrbelterhongress in Acht? Englische Angriffe auf dem Nordufer der Ancre, Beaumont, Grandcourt, Beauconrt.— Französische Vorstöße im Ailly-Wald und an der Mosel.— Gefechte bei Postattch, Zlczow und am unteren Stochod.— Feindliche Vorstöße bei Monastir und am Doiransee. Amtlich. Griihrs Hauptquartier, drn 11. Fe- bruar 1S17. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Westlich von Lille, beiderseits des Kanals von La Aassee und der Scarpe, sowie im nördlichen Teil des Summe- Gebiets lebhafter Artillerirkampf. Auf dem Nordufcr der Ancre griffen die Engländer mit starken Kräften»ordöstlich von Beaumont, auf dem Südnfer östlich von Grandcourt und nördlich von Courcclettc mit schwächeren Abteilungen an. Am Wege von Pnistenx nach Beauconrt drangen sie in Kompagniebreitc ein, an allen übrigen Stellen sind sie, zum Teil im Nahkampf, zurückge- wiesen worden. Heeresgruppe Kronprinz. Auf dem linken MaaSufer nahm wie am Bortage daS Feuer von Mittag an zu, ohne dast sich ein Angriff entwickelt«. Im Walde von Aillp(südöstlich von St. Mihiel) und beiderseits der Mosel erfolgten französische Bvrstöhe, die durch unser Abwehrfeuer und im Handgemenge abgeschlagen wurden. ErkundungS- und Angriffsaufgaben führten unsere Fliegergeschwader weit hinter die feindliche Front. Für die Gegner wichtige militärische und Berkehrsanlagen wurden bei Tage und bei Stacht wirkungsvoll mit Bomben beworfen. Oestlichcr Kriegsschauvlatz. Front dcS GencralfeldmarfchallS Prinz Leopold von Bayern. Mit nachlassender Kälte nahm die GefechtStätigkeit in vielen Abschnitte» zu. Bei Postawy(nördlich deS Naroez-SeeS) und südöstlich von Zloczow wurden russische JagdkommandoS abgewiesen. Am Unterlans dcS Stochod holten unsere Stoßtrupps ohne eigenen Berlust eine Anzahl Gefangener aus den frindlichen Gräben. An der Front deS Generaloberst Erzherzog Joseph und bei der Heeresgruppe deS Generalseldmarschall» von Mackensen arßer Borseldgefechten und nur vereinzelt lebhafterem Ge- schützfcuer keine besondere« Ereignisse. Mazedonische �rout. Nordwestlich von Monastir blieb eia französischer Borstoß, südwestlich dcS Doiran-SceS ein nach starkem Borbcrritnngs- fever einsetzender Angriff der Engländer ohne jeden Erfolg. Der Erste Generalquartiermeistre. Ludendorff. » /tbendbericht. Amtlich. Berlin, de« 11. Februar 1917, abends. Beiderseits der Ancre lebhafte Artillerie- und Grabenkampftätigkeit� Sonst im Weste« und Osten nichts Wesentliche?. »« vsr österreichische öericht. Nichtamtlich. Wien, 11. Februar. Amtlich wird Verlautbart: Westlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von V v n a bei B e k a s und südöstlich von Aloezow wurden feindliche Jagdkommandos abgewiesen. Am unteren Stochod holte ein Stoßtrupp eine Anzahl Ge- fangenrr aus de« russischen Stellungen. Italienischer Kriegsschauplatz. I« Görzischen wurde an mehreren Stellen um die von unseren Truppen eroberten Gräben gekämpft, die feind- lichcn Gegenstöße scheiterten. Weitere 370 Gefangene blieben in unseren Händen. Abteilungen dcS k. und k. Land- wehr-Jnfanterie-RegimentS Nr. 37 zeichneten sich im Angriff auS. Italienische Flieger warfen auf Trieft, Muggia, die Werft San Rocco und das Feldspitol in O p o i n a Bomben ab. Nördlich von T o l m e i n brachte eine gelungene Unternehmung 42 Italiener ei«. Ein feindlicher Angriff auf unsere Stellungen am Stilfser Joch wurde blutig abgc- wiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Stellvertreter des EhefS des GeneralstabcS. v. Hoefer, Feldmarfchalleutnant. Amerikas Vorbereitungen. Ter Senat für allgemeine Wehrausbildung. Washington, 10. Februar. Rcuterm�lduug. Ter Seuatsausschuß für militärische Angelegenheiten hat sich ,u- guustcn eines allgemeinen Militärdienitaesetzes ausoesprachen» das vorsieht, daf? sämtliche männlichen Bürger zwischen 13 und 20 Jahre» sich sechs Monate einer militärischen oder Marine- ausbildung zu unterziehen habe«. » Wilsons Weg. Frankfurt a. M., 11. Februar. Die„Frkf. Ztg." meldet aus New Aork: Für den Fall, daß Deutschland eine u n« zweideutige Handlung gegen amerikanische Schiffe unternehmen sollte, wird Wilson dieFragedem Kongreß vorlegen; aber er wird nicht die Kriegs- erklärung beantragen, sondern lediglich um die Ermächtigung nachsuchen, Maßnahmen zum Schutze der Ameri- k a n e r zu trefien. Ueber die Frage des Tages, was Amerika tun werde, wird weiter der„Frankfurter Zeitung" aus Bern mitgeteilt: Zur Frage, ob die V c r e i n i g t e n S t a a t c n sich im i�lle des Kriegsausbruches an die Alliierten anschließen, oder. ihrer Doktrin getreu, ihren eigenen Krieg fübren werden, wird dem„Petit Parisien" aus N � Bork gemeldet, daß die zweite Möglichkeit w�lirscsteinli-ster sei. Daß die Vereinigten Staaten die verschärfte deutsche U-Boot-Kricgführung in ihrer Geltung für Amerika auf die Probe stellen werden, gilt englischen Meldungen als gewiß. Erst hieß es, ein großer bewaffneter Dampfer werbe fahren; jetzt ist von zwei unbewaffneten Dampfern die Rode. Reuter meldet gestern aus New Aork: Zwei unbewaffnete amerikanische Frachtbamp- s e r werden voraussichtlich heute nach dem Seesperre- gebiet abgehen. Sie werden die ersten Schifte unter amrrikani- scher Flagge sein, die von hier in daS seit der deutschen Rote über den uneingeschränkten Unterseebootkrieg gefädrdete Gebiet fahren. Kein? der beiden Schifte hat dir von Deutschland v o r g e- schriebene» Streifen ans den Seiten, fondern beide tragen nur die großen Buchstabe« 17. S. A. Die Schiffe treten die Ausfahrt an, da sich die Eigentümer auf das Recht amerikanischer Schiffe, das offene Meer zu befahren, verlassen. Die Schiffe werden keine Geschütze führen, um gegen ungesetzliche Angriffe Widerstand zu leisten. Das eine mit Namen O r l e a n S hat einen amerikanischen Kovitan namens Tucker und eine Besatzung von 3b Mann, darunter 32 amerikanische Bürger. DaS andere Schiff heißt R» ch e st e r. ES wird erklärt, daß keines von beiden Bannware führt. Beide gehen nach Bordeaux. Räch einer späteren Meldung sind die beiden Frachtdampfrr am Nachmittag ins Sperrgebiet abgefahren. Weiter meldet Reuter aber: Wie die Zollbehörden mit- teilen, wird aus Anweisung aus Washington jede V e r» öffentlich ung über d i c Abfahrt von Schiffen gegenwärtig unterbleiben. Sind die beiden Un- bewaffneten ohne Streifen und Bannware also wirklich ge- fahren? Oder gilt die Anweisung der Newyorker Zollbehörde nur für Schiffe m i t Bannlvare? « Teutsche Matronen auS amerikanischen Diensten entlasten. Haag, tt. Februar.(„Frkf. Ztg.") Reuter meldet auS New AorZ: Fünf Matrosen deutscher Abstammung, die bereits die ersten Formalitäten zur Naturalisation erfüllt hatten, sind aus dem Mannschaftsbestande der Küstenschiffahrt entfernt worden. Man nimmt an, daß ähnliche Fälle sich wiederholen werden. Sie Gewerkschaften als Zrieöenspioniere. Aus Stockholm wird der„Internationale� Korrospon- dcnz" gemeldet: Auf Beronlassung der gewerkschaftlichen Zentrale Schwedens hat das Internationale Gewerkschaftliche Sekrr- t a.r i a t in Berlin bei den Gewerkschaften der skandinavischen Länder angefragt, ob sie geneigt wären, sich auf einer Internationale« gewerkschaftlichen Konferenz vertreten zu lassen. Die französische«, belgischen und deutschen LandeSzrntralen haben einer solchen Konferenz zugestimmt, wäh- reud von englischer Seite keine Zusage über eine Teilnahme eingetroffen sei. Tie schwedische Landeszentrale hat ihre Test- «ahme zugesagt, vorausgesetzt, daß auch die anderen nordischen Lnn- der sich vertreten lassen. Eine spätere Meldung aus Kristiania besagt: Das Sekretariat der gewerkschaftlichen Landeszcntrale der Ar- heiter Norwegens hat vom Präsidenten des internationalen Ge, werkschaftSbundrs, Karl Legirn, eine Mitteilung erhalten, daß dir Delegierten der schweizerischen LandeSzentralc, die dir Weih- nachtökonferenz der französischen Gewerkschaften besuchten, ein Einverständnis erzielte», wonach dir französischen, spani- schen, italienischen, belgischen und möglicherweise auch die englischen Landes, entralen sich bereit erklärten, Bertretrr zu einer internationalen gewerkschaftlichen Konferenz, die von der schweizerischen LandcSzentrale in der Schweiz veranstaltet werden sollte, zu senden. Aber nnr unter der BorauSsetzung, daß Legten diesem Borschlage zustimmt. Legicn teilt in seinem Schreiben mit, daß er die Frage als außerordentlich wichtig betrachte und daß nichts versäumt werden dürfe, was geeignet sei, die gewerkschaftliche Jntcr- nationale wieder zusammenzubringen und gleich- zeitig für die Berbreitung des Friedensgedankens unter den Arbeitern aller Länder zu wirken. Er sei deshalb mit dem schweizerischen Bor- schlag eiuvcrstande« und diese Stellungnahme werde von den beut- schen Gewerkschaften gebilligt. Legten bat somit die Angelegenheit den LnndeSzentralen zur Abstimmung vorgelegt. Da« norwegische Sekretariat hat dem Borschlage über die Abhaltung der Konfereuz zugestimmt und Legion hierüber telegraphisch benachrichtigt. Es wird auch, erwartet, daß die Kon frrenz so zahlreich und möglichst vollständig beschickt werde, daß sie alS wirkliche Bertreterin der gewerkschaftlichen Internationale werde betrachtet werden können. »* • Zum erstenmal seit dem Ausbruch des Krieges nimmt somit der Gedanke eines internationalen Arbeiterkongresscs während des Krieges festere Gestalt� an. Daß seine Verwirklichung solange auf sick> warten ließ und auch� jetzt noch nicht vollständig gesichert ist, liegt an den tragischen Um- ständen der Kriegsentstehung und an den bedauerlichen Irrtümern, denen sich die Arbeiter des Auslands über die Hai tung ihrer Kameraden in Teutslbland hingaben. Es liegt vislleicht bis zu einem gewissen Grade daran, daß sich die Arbeiter anderer Länder den seelischen Einflüssen der politi- schen Kriegführung, wie sie von den Regierungen getrieben wurde, zugänglicher zeigten als die deutschen. Aber davon soll in diesem Augenblick nicht mehr gesprochen werden. Festgestellt sei nur, daß die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ebenso wie die freien Gewerkschafter! vom Ausbruch des Krieges afi stets bereit waren, zu einem internatio- n a l c n K o n g r e ß z u e r s ch e i n e n, daß sie einen solchen Kongreß wiederholt angeregt haben, daß diese Anregung aber immer wieder gescheitert ist aus Gründen, die nicht bei denen lagen, von denen sie ausging. Das Verdienst, das Eis gebrochen zu haben, gebührt den französischen Gewerkschaften. Auf dem Weihnächte- kongreß vorigen Jahres in Paris hatte Jouhaux folgende Erklärung abgegeben: Die Regierung darf nicht der Presse folgen und daö deutsche Angebot einfach für eine Schlinge erklären. Enthält es eine Schlinge, so soll man sie nachweisen und der Welt denunzieren. Nur durch eine Veröffentlichung der Kregsziele wird es gelingen, Klarheit über die Lage zu schaffen.— Was uns Gewerkschaftler betrifft, so sind wir bereit, auf einem internationalen Friedenskongreß zu erscheinen, und wenn dir Deutschen durch Sermittelung der schweizerischen Genosse» einen internationalen l�lewerkschaftskongress einberufen wollen» so werden wir der Ein- ladung folgen. Damals schienen die Umstände der Abhaltung eines internationalen Arbeiterkongresses besonders günstig. Denn die deutsche Einladung zur Friedenskonferenz war noch nicht abgelehnt, die Eroberungsziele der Entente waren noch nicht aufgestellt, und vom verschärften U-Boot-Krieg war noch nicht die Rede. Und noch eins war bis dahin noch nicht geschehen: der englische Arbeiterkongreß hotte noch nicht seine Solida- rität mit dem Kabinett Lloyd Geortje ausgesprochen. So liegen die Dinge heute in vielfacher Beziehung viel unastnstiger als damals, da Jouhaux seine verheißungsvolle Erklärung abgab. Daß man aber trotzdem den Kongreßge- danken nicht aufgab, ist gut. Wir dürfen jetzt die Hoffnung hegen, daß sich die Avbeitervertreter doch noch früher mitein- ander an den Friedenstisch setzen werden als die Diplomaten und daß sie sich von ibrer großen Aufgabe durchdringen lassen werden, die Wegbereiter einer besseren, friedlichen Zukunft Europas zu sein. Zwei Fragen tauchen dabei auf: werden sich die eng- tischen Arbeiter von ihren französischen Kameraden trennen und den von diesen angeregten Kongreß nicht beschicken? Und werden die Regierungen der Entente am Ende den Arbeiter- Vertretern ihrer Länder die Pässe verweigern, wie es die englische Regierung schon einmal getan hat? Daß wenigstens ein T e i'l der englischen Arbeiterschaft auf dem Kongreß vcr- treten zu sein wünscht, ist gewiß, nur Gewaltmaßregeln könn- ten sie von ihrem Vorhaben abhalten! In einer Zeit, die uns soviel Enttäuschungen gebracht bat, kam: man die Aussichten des geplanten Unternehmens nicht vorsichtig genug einschätzen. Einstweilen darf man nur hoffen, daß der nüchternen, handfesten Arbeit der G e w e r k- s ch o s t e n gelingen möge, worum sich wohlmeinende Aufge- regtheit vergebens bemuht Hot. Sie tragen in hohem Maß« den Beruf in sich. Brücken der Verständigung zu schlagen, Pioniere des Friedens zu sein. Möge es ihnen gelingen! die Schweiz imü öie üeutsche Seesperre. Tie N o t e, die der Schweizer Bundesrat am 9. Februar an die deutsche Regierung gerichtet hat, ist jckt im Wortlaut bekannt. Sie skizziert eingangs den In- halt der deutschen Note vom 31. Januar, von der es heißt, daß sie„in einläßlicher Weise die Gründe auseinandergesetzt habe, welche die Regierung„zu der Entscheidung führten, alle Beschränkungen fallen zu lassen, die sie sich vordem in der Ner- iveudeng ihrer Kampsmittel zur See auferlegt Hobe". Alsdann sagt die Note der Schweiz: „Co konnte der Kaiserlichen Negierung nicht entgehen, daß durch diese in der Denkschrift aufgeführten Mahnahmen ein schwerer Eingriff in das der Schweiz alS neutralem Staate nach den Grundsätzen des Bölkerrechts zustehende Recht des friedlichen Handels begangen wird. In der Tot bedeutet dir Blockade fast aller für die Benutzunng durch die Schweiz in Betracht fallenden Häfen eine ernste Gefährdung unserer Lebensmittel- und Rohstoffversorgung und unsere« überseeischen Exports. Auch wenn durch freundschaftliche Verständigung mit nn französischen Regicrnng die Benutzung des Hafens von Kette, der außerhalb der blockierten Zone liegt, ermöglicht wird, sind die Seetransporte in einer Weise ringe- , ch r ä n tir daß unserer Bolkswirtfchaft die e mvfindlichsten S ch ä d ig u n g en zugefügt werde«. Die von der deutschen Reichsregiernng verhängte Seefverre iolgt auf eine ganze Reihe von Maßnahmen, durch die im Laufe des Krieges von beiden kriegführenden Teile« in Widerspruch zu völkerrechtlichen und vertraglichen Normen unsere Volkswirtschaft- liche Bewegungsfreiheit bereits eingeengt worden ist und gegen welche wir vergebens unsere Stimme erhoben haben. Tic Sperr« ist unter b-cfen Umständen nur um so drückender und folgenschwerer. Der Bundesrat sieht sich daher gezwungen, gegen die von der Kaiserliche» Regierung angekündigte Blockode und deren Durchführung, soweit dadurch nach den gemeingültigen Grundsätzen des Bölkerrechts Rechte der Neutralen verletzt werden, Uebergangswirtschast unü�rbetterftage. Von Heinrich Cunow. Der Friedensschluß wird eine weit größere Umwälzung unseres ganzen Wirtschafts- und Erwerbslebens nach sich ziehen, als der Kriegsausbruch vor 2lj, Jahren. Das Aufhören eines großen Teils der heungen Produktion für den Heeresbedarf, die Wiederumschaltrmg der während der Kriegs- zeit zu anderen Erzeugungsweisen übergegangenen Be- triebe, die Heranschafsung neuer Rohstoffe, die nrafsen- haste Freisetzung bisher durch den Kriegsdienst der Produktion entzogener Arbeitskräste und ihre Unterbringung in neuen Verhältnissen: alle diese Aenderungen des in der Kriegsperiode Gewordenen bedeuten eine erneute tiefgreifende Umgestaltung des ganzen Wirtschaftslebens. Soll diese Rück- kehr zur Friedenswirtschaft nicht zu schweren nachhaltigen Er- ichütterungeu, zu einer Wirtschaftskrise führen, wie sie die jetzige Generation noch nicht erlebt hat, so darf die Wieder- cinreukung des durch den Krieg aus seiner Bahn heraus- geschleuderten nationalen WirtschastSgetriebes nicht dem Spiel der sogenannten freien Kräfte überlassen bleiben. Es muß riue allmähliche planmäßige Ueberleitung der unter dem nnegsdruck entstandenen anormalen Wirtschaftsverhältnisse in den Friedenszustand stattfinden. Diese Notwendigkeit eines planmäßigen Ueberganges hat auch die Reichsregiernng erkannt, indem sie einen Reichs- kommissar für Uebergangswirtschast bestellt und ihm einen sachverständigen Beirat zur Seite gegeben hat. Seine Auf- gäbe soll nach dein aufgestellten Programm sein, die nötigen wirtschaftlichen Vorbereitungen für die Zeit zu treffen, wenn endlich das heutige blutige Ringen aufhört und unsere Feldgrauen iit die Heimat zu neuem Schaffen zurückkehren, vor allem für die Heranschaffung von neuen Rohstoffen zu sorgen, ohne welche wichtige Industriezweige ihre frühere Arbeits- lätigkeit gar nicht wieder aufzunehmen vermögeu, den Handels- verkehr mit dem Auslande zu regeln, die mißlichen Kredit- Verhältnisse zu ordnen und für die aus demMilitär- dienst Entlassenen lohnende Arbeit zu be-- schaffen. Diese letztere Tätigkeit, die Unterbringung der aus dem »Felde zurückkehrenden Kämpfer in passenden Arbeitsstellen, ist das Wichtigste. In keinem Fall darf die Mannschaftsentlassnng lediglich nach militärischen Gesichtspunkten erfolgen; sie kann nur nach sorgfältigen sozialen und wirtschaftlichen Erwägungen unter Berücksichtigung der Arbeitsmöglichkeit und des Arbeiter- bedarss vorgenommen werden, und zwar haben die Heim- tehrenden, die im Felde so' oft ihr Leben für das Reich ein- gesetzt haben, nicht nur ein Recht, eine ihren LeistungSsähizkeiten entsprechende Arbeit. nachdrücklickift Brvtest und Reckitsverwuhruns einzulegen und vorab für den Fall, daß die tatsächliche Durch- führung der Sperre sich als«nvvllständig erweisen sollte, alle Rechte vorzubehalten, wenn durch die von Teutschland und seinen Ber- kündeten angewandten Mitte' schweizerische Staatsangehörige und schweizerische Ladung der Vernichtung preisgegeben werden sollten. Der Bundesrat zweifelt im übrigen nicht daran, daß die deutsche Reichsregicrung alles tun wird, um den für die Sicherheit der schweizerischen Staatsangehörigen und für das wirtschaftliche Leben der Schweiz aus der Blockade sich ergebenden schwierigen Folgen nach Möglichkeit vorzubeugen. � Eine g l e i ch l a u t e n d e N o t e ist der K. u. K. o st e r- reich-ungarischen Regierung zugestellt wor- den. Die Schweiz an Amerika. % Zugleich mit der an die deutsche Regierung gerichteten Note über die deutsche Seesperre gibt die Schweizerische De- peschen-Agentur den Inhalt der vom Schweizer Bundesrat ebenfalls am 9. Februar an die amerikanische Regierung ge° richteten Antwort auf die Einladung des Präsidenten Wilson näber bekannt. Der Bundesrat sagt darin eingangs, er könne auch heute nur aus die am 4. August 1914 abgegebene Neu- tralitäts-Erklärung verweisen, die von den Vertragsmächten vom Jahre 1815 ausdrücklich anerkannt sei, und sagt dann: Die Ereieuisse während des gegenwärtigen Krieges habe« den Bundesrat in seiner Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Ein- Haltung einer strikten und loyalen Neutralität bestärkt und den Beweis geleistet, daß heute wie im Jahre 1815 die U n v e r- letzlichkeit und Unabhängigkeit der Schweiz im wahren Interesse der Politik Europas liege«. Tie Schweiz wird an dieser Neutralität festhalten, solange uicht die Unabhängigkeit, die Integrität des Landes, die Lebensinter- essen oder die Ehre des Stontcs verletzt werden. Der Bundesrat darf auch die Aufmerksamkeit von Präsident Wilson aus die ein- zigartig geographische Lage der Schweiz lenke«. die von allen Seiten von kriegführenden Staaten eingeschlossen ist und mit Sicherheit zum allgemeine« Kriegsschauplatz werden müßte, sobald sie aus ihrer Neutralität heraustreten würde. S« drückend sich daher auch die wirtschaftlichen Verhalt- nisse der Schwerz zufolge der angekündigten Blök- k a d e gestalten und so sehr je nach deren Durchführung Völker- rechtliche Prinzipien verletzt werden, so kann sich der Bundesrat doch nicht entschließen. Präsident Wik- s o n in den auf Grund einer anders gestalteten Sachlage von ihm gegenüber der deutschen Reichsregierung unternommenen Schritten zu folgen. Der Schluß der Note verweist alsdann auf die an Deutsch- land gerichtete Antwort. » Bern. 10. Februar. Die Schweiz hat auf Ansuchen Deutsch- lands außer in Frankreich und in den Vereinigten Staaten auch noch die Vertretung der deutschen Interessen in England. Japan und im nicht besetzten Teile Rumä- niens übernommen. Spanisches Ersuchen um Sperremilüerung. Amsterdam, 11. Februar. Wie„Daily Telegraph" aus Madrid meldet, erklärte der spanische Minister des Innern in einer Unterredung, daß er im Interesse der spanischen Fischer die deutsche Regierung um eine Vergrößerung der neutralen Z o n e innerhalb der spanischen G e- w.ä s s e r ugi 20 Meilerh ersucht.Hobe, Die guten Fangpläbe lägen nämlich in einer Entfernung von 80-H80 Mcilcu von der Küste.'_ Engtand und die Schiffe der Neutralen. Die Forderung der freien Fahrt. Haag, 11. Februar. Nach hier eingetröfsencn Nachrich» ten hat die englische Regierung im Prinzip zuge- st i m m t, daß h o I l ä n d i s ch c S ch i f f e, die von Arne- r i ka nach Holland fahren, in Zukunft nicht verpflichtet sein werden, einen Hafen in England anzulaufen, sondern sondern auch einen dieserArbeit entsprechen- den Verdienst zu fordern. Unter diesen Umständen verdient eine jüngst unter dem obigen Titel„Uebergangswirtschast und Ar- beiterfrage" erschienene kleine, sachlich gehaltene Schrift lKarl Heymanns Verlag, Berlin) besondere Aufmerksamkeit, in der der Verfasser, Dr. Gerhard Albrecht, unter- sucht, was zu geschehen hat, damit sich die Unterbringung der freigesetzten Arbeitskräfte in Industrie und Handel möglichst ohne nachhaltige Störungen vollzieht. Wie der Verfasser vorschlägt, muß zunächst in den einzelnen Landesteilen festgestellt werden, ob die jetzige Ar- beitstätigkeit dort nach Friedensschluß voraussichtlich im bis- herigen Umfange andauern wird, welche Arbeitszweige weiter ausgebaut werden können, und wo vielleicht eine Berminde- rung der Beschäftigung eintreten dürste. Dabei ist zu be- rücksichtigen, inwieweit die nötigen Roh- und Hilfs- stoffe für eine Ausweitung der industriellen Tätigkeit vor- handen sind oder leicht beschafft werden können. Besonders ist darauf zu halten, daß schon vor der Rückkehr der Feld- grauen Kohle und Eisen, die wichtigsten Grunderfordernisie des industriellen Wiederaufbaues, in genügender Menge bereit- gestellt werden. Und ferner muß untersucht werden, wie sich wahrscheinlich die Nachfrage des neutralen, vielleicht auch des jetzt feindlichen Auslandes nach wichtigen Bedarfsartikeln ge- stalten wird, damit ungefähr abgeschätzt werden kann, auf welchen Export in den verschiedenen Industriezweigen nach Beendigung dcS Krieges gerechnet werden darf. Wo es au anderer Arbeit fehlt, müssen überdies von Staat und Stadt öffentliche Arbeiten in Angriff genommen werden. Wie der Verfasser ausführt, sind während des Krieges unend- lich viele Arbeiten liegen geblieben, außerdem umfassende Reparaturen nötig: so müssen zum Beispiel viele Eisendahn- unterbauten erneuert, Straßen und Wege im deutschen Operations- und Etappengebiet gründlich ausgebessert werden. Im ganzen wird es nach Ansicht des Ber- fasserL keineswegs au Arbeitsmöglichkeit fehlen, wewi es auch vorerst noch in manchen Industrien mit der Rohstoffzufuhr hapern wird: daher kommt eS vor allem darauf an, die vorhandenen Möglichkeiten rechtzeitig und richtig zu erfassen. Das aber läßt sich, wie er meint, durch eine Zentralstelle nicht erreichen. Ein einheitlich leiten- der Wille sei zwar nicht zu entbehren; aber die Aufgabe der Reichszentralstclle sei lediglich»die Einheitlichkeit der Dezen- tralisation zu gewährleisten", vornehmlich die richtigen Stellen auf die Notwendigkeit bestimmter Vorarbeiten und auf daS Studium örtlicher Verhältnisse hinzuweisen, allgemeine Anweisungen zu erlassen und deren Durchführung zu über- wachen. Die eigentliche Arbeit aber müsie in der Hand ort- licher Stellen liegen,»örtlicher Zentralen", wie er sie nennt, statt dessen Halifax oder die Bermudas anlaufen können. Ueber die Schiffe aus anderen Ländern sowie über die von Holland und den Kolonien nach Holland ausfahrenden wird noch verhandelt, Haag, 10. Februar. Nach einem Telegramm des Korrespondenzhureaus schreibt.Nieuwe Couraut": Es hat den Anschein, daß England nach der Ankündigung des verschärften U-Boot-Krieges ein allgemein auch für die Kolonialhäfen gelten- des AusklarierungSverboi erlassen hat. Diese Maßregel kann nicht als dauernd gedacht sein, aber trotzdem fragt man sich nicht ohne Aerger, wie lange sie in Kraft bleiben soll und was sie be- deutet. Kaum weniger unangenehm ist die neue Forderung, die England an unsere Schiffahrt stellt, daß ein niederländisches Schiff, daS in einem englischen Hasen oder einer englischen Kohlenstation Bunkerkohle nimmt, sich zu einer Reise mit einer Ladung für die britische Regierung oder mit Kohlen von England nach Frankreich verpflichten muß. Wenn diese Forderung bestehen bleibt, dann wird unsere Schiffahrt darauf bedacht sein müssen, ohne Bvn- kern in englischen Häfen oder Stationen zu fahren, was keine einfache Sache ist. Stockholm. 11. Februar. Noch hier aus London einge- troffenen Nachrichten läßt England keine schwedischen SchiffemehrausenglischenHäfenheraus.. Der Dampfer T u l e war der letzte schwedische Dampfer, welcher Großbritannien verlassen durste. Stockholm, 10. Februar.„Dagns„Nyheter" meldet, daß die gestrige Zusammenkunft der schwedischen Reeder bekanntgegeben hat, daß die schwedische Tonnage ausreiche, um Schwedens notwendige Einfuhr sicherzustellen, unter der Vor-- aussetzung, daß die in den Häfen kriegführender Länder be- findliche Tonnage freigegeben werde und freie Fahrt nach Schweden erhalte, sowie, daß die notwendigen Bunker- kohlen zu erhalten wären, ohne dabei Fahrten ausführen zu müssen, die nicht den schwedischen Interessen dienten. Eine Deputation der Reeder gab obige Beschlüsse dem Ministerium bekannt und forderte Maßnahmen, welche Schweden die für seine vitalen Interessen nötige Tonnage sichern. der Krieg aus öen Meeren. 52000 Tonnen Schiffsraum versenkt. Berlin, 11. Februar. Unter den am 9. Februar als versenkt gemeldeten sicbeu Dampfern und drei Segelschiffen befanden sich zwei Dampfer, die Eisenerz geladen hatten, je einer mit Ladung Weizen bzw. Nüssen und rincr» der Grubenholz für England an Bord hatte. Von den Segelschiffen führten zwei Lebensmittel nach England. Weiterhin wurden versenkt zehn Dampfer und dreizehn Segelschiffe mit insgesamt 32 9 9 9 Tonnen sowie acht F i> ch d a m p f c r. versenkt- SBccdftree(1277 Tonnen), englischer Dampfer.(Lloydsmeldung). Port Ad cl aide(8188 Tonnen), englischer Dampfer von der Commonwealth- und Dominion-Line, von London nach Austra- lien unterwegs, am 3. Februar versenkt(englische Blätter- Meldung). Japanese Prince(4876 Tonnen), englischer Dampfer. (Lloyds.)_ Ellavors(2787 Donnen), norwegischer Dampfer; der Kapitän gelandet, der Maat und Ks Mann vermißt.(Lloyds.) Havgard(1279 Tonnen), norwegischer Dampfer.(Lloyds.) Ida, norwegischer D-ampfer. lZkvrwcg. Dieldung.) * London, 10. Februar. Lloyds meldet, daß die englischen Dampfer„L u l l i n g t o n" und„M atola" versenkt wurden. Tie Besatzung des„Lullingion" wurde gelandet. Der norwe- g i ich e Tarnvfer„S o l d b a? k e n" soll versenkt worden sein. Zwei Mann sind umgekommen. Der norwegische Segler »St or slow" wurde von einem U-Boot versenkt. die unter Mitwirkung der Handels-, Handwerks- und Land- Wirtskammern, der staatliches und kommunalen Verwaltungen, der Vauämter, der Industrie, der Arbeiterorganisationen usw. zu versuchen haben, sich einen Ucberblick über die Arbeiislage ihres engeren Bezirks zu verschaffen und dann im cligsteu Anschluß an die vorhandenen„Arbeitsnachweise" den voraus- sichtlichen Bedarf an Arbeitskräften zu ermitteln. Im einzelnen weist Dr. G. Albrecht diesen örtlichen Arbeitszentralen folgende Aufgaben zu: .Genaue Kenntnis der in dem betreffenden Bezirk vorban- denen Industrie und der augenblicklichen und der zukünftigen Pro- duktionSmöglichkeiten sowie der Möglichkeiten, die für sie Hinsicht- lich des UebergangeS von der Kriegsmaterialienproduktion zu anderen Produktionszweigen bestehen; Kenntnis der vorhandenen Rohstoffe und der BezugSmöglichkeilen nach Beendigung des Krieges; Kenntnis aller Pläne für Arbeiten, die nach dem Kriege in diesem Bezirk in Angriff genommen werden können, sowohl solcher der Industrie wie der öffemlichen Organe. Kenntnis des ArbeitSmarlteS. sowohl deS Bestandes der zurzeit Beschäftigten als auch des Bedarfs an Arbeitskräften nach dem Kriege. Hier ist eS nötig, zwischen solchen Arbeitern, die nachher in den Be- trieben verbleiben können, und solchen zu unterscheiden, die voraussichtlich entlassen werden.(Arbeitskräste, die nur auS- hiffSweise eingestellt sind, die das Alter überschritten haben, bi» zu dem unter normalen Verhältnissen die Arbeit geleistet wird; Jugendliche, die nach Eintritt normaler Verhältnisse an anderer Stelle, als bisher, zu beschäftigen sind.) Eine besondere Stellung kommt den weiblichen Arbeitskräften zu. Soweit es möglich ist, wird cZ eine der wichtigsten Ausgaben der neuen Friedenswirtschaft sein, die Frauenarbeit wieder wie vor dem Kriege auf das nötigste Maß einzuschränken. Natürlich darf ein unterschiedloses, rigoroses Entlassen der Frauen aus Beruf und Verdienst nicht stattfinden, sondern es find Unterschiede nach der Richtung zu machen, daß ein Teil der beschäftigten Frauen durch Verlust des Mannes und andere Notlagen gezwungen ist, die Arbeit beizubehalten, um wirt'chaftlich gesichert zu sei»! und daß ein anderer Teil noch Rückkehr ihres Manne« aus dem Felde in ihren Beruf als Mutter und Hausfrau zurück- kehren mutz, um de» Männern im Berufe Platz zu machen." Diese Arbeitszentralen haben sich dann mit den Militär- behörden, in erster Linie mit den Bezirkskommandos in Ver- bindung zu setzen, ihnen Auskunft über den Bedarf an Ar- beirskräfren und über die vorhandenen Arbeitsgelegenheiten zu erteilen und ihnen auf diese Art das Grundmaterial für die militärische Demobilisation zu liefern. Keinesfalls dürfen die Mannschaften von den Standorten ihrer Truppenteile aus ei ti fach nach Hause entlassen werden. Die Entlassungen haben vielmehr derart zu erfolgen, daß jeder dem Bezirkskommando semer Heimat oder desjenige» Dke Verseukultg der„Ida". Kristiauia. 10. Februar. An das Ministerium des Aeusteren gelangte ein Telegramm aus Grimsby, dem zuiolge ein U-Boot am 8. Februar, 7 Uhr 45 Win. vormittags, einen Angriff ohne Warnung auf den Langesunder Dampfer„I d a", der mit Ballait von Leiih nach Loirdon unterwegs war, gemocht hat. Ehe das U-Boot gesichtet wurde, feuerte es vier Schüsse ab, danach im ganzen über 20 öranaten. Zwei Biann wurden getötet, fünf ve» wundet. AIS der Rest der B e f a tz u n g in d i e B o o t e ging, wurde das Schietzen eingestellt und die U-Bootsmann- ichaft versenkte die«Ida" mittels Bomben. Ein britischer Torpedo- jäger nahm die Danrpfermannschaft auf. G ?! eutral itätsverletzuug. Aristiaota» 19. Februar. Wie„Dagbfadet" meldet, ist der norwegische Dampfer„S o r t l a n d" vorgestern nacht innerhalb der territorialen Grenze von zwei englischen T orpcdojägern beschossen worden. Lustangriff auf Karlsruhe. Berlin, 44. Februar. Wolffs Bureau teilt mit: In der Rächt vom 9. zum 40. Februar war an der Westiront die Tätigkeit unserer und der feindlichen Flieger eine besonders rege. Deutsche Gc- schwader belegten mit ausgezeichnetem Erfolg den Bahnhof von Avclny bei Albert mit 1500 Kilogramm, den Ostbahnhof von Amiens mit 3300 Kilogramm Bomben. Infolge des Angriffs brach auf dem letzteren ein Brand aus, der an dort aufgestapelten großen Vorräten immer erneute Nahrung fand. Der gewaltige Feuerschein war noch um 7 Uhr morgens weithin zu sehen. Andere Geschwader verursachten durch ihren Bombenwurf Brände in den Barackenlagern von B o y a r t und E c l u s i e r. Tie Industrie- anlagen von Neuve Maison wurden erneut mit über 2000 Kilogramm Sprengstoff beworfen, die von P o m p c y mit 300 Kilogramm. Ein weiterer nächtlicher Flugzeugangriff richtete sich gegen den Flughafen und die Luftschiffhalle von Spinal, die mit 300 Kilogramm Bomben eingedeckt wurde. Demgegenüber unternahmen die G o g n e r mehrere Nacht- flüge in das lothringische Becken und Saargcbict. Ter durch diese Besuche angerichtete Schaden ist jedoch ganz un- erheblich. Unser Abwehrfeuer zwang bei Dlffcrdingen einen der nächtlichen Angreifer, einen französischen Farman-Toppel- dccker. zur Erde. Das Flugzeug ist zertrümmert, sie Insasse« Unterleutnant Lautiron und Korporal Fourgerot beide tot. Eine neue Schmach haben die Franzosen durch eine« i» der gleichen Nacht auf die offene Stadt Karlsruhe unter- n ommenrn Angriff auf sich geladen. Tie traurige Tat unternahm ein Flugzeug, das einige Bomben auf die friedliche Stadt abwarf. Drei Bürger wurden dadurch Verl cht, der nugerichtetc Sachschaden ist bedeutungslos. Am Tage des 40. Februar schössen darauf unsere Flieger drei sciiidliche Flugzeuge in Brand. Das eine stürzte in der Gegend von La B a s s e e brennend nieder, die anderen beiden zerschellten an der Sommcfront. Der fronzöstsche Heeresbericht vom Sonnabend meldet: In der Nacht vom 9. auf den 19. Februar bewarf eines unserer Flugzeuge den Bahnhof und die Kasernen von Karlsruhe: die Ziele wurden getroffen. Der französische Apparat toar um 19 Uhr 59 Mun abends aufgestiegen und kehrte uin 2 Uhr 19 Min. nach erfüllter Aufgabe zurück. Nachtbackverbot in Gesterreich. Wie«, 19. Februar. Tie morgige»�Liener Zeitunch' vxr- iUicntticht eine ministerielle Verordnung betreffend da» Verbot der Nachtarbeit für Bereitung von Brot und sonstigen Back- waren. Tie Wirksamkeit der Verordnung, die drei Mo- nate nach ihrer Bekanntmachung in Kraft tritt, istvorläufigausdieDauerdcr durch den Kriegs- z u st a n d verursachten außerordentlichen Verhältnisse bc- schränkt. OrtcS. wo der einzelne sich niederzulassen gedenkt, angewiesen wird, und dieses Bezirkskommando hat dann für die weitere Zuteilung an die nächst dem Heimals- oder Niederlasiungsort liegenden Truppenteile Sorge zu tragen. Ein solches Ver- fahren bedeutet zwar, wie der Verfasser zugibt, einen tiefen Eingriff in das Recht der Freizügigkeit; doch ist nach feiner Ansicht diese Maßnahme im Interesse der Allgemeinheit wie jedes einzelnen unvermeidlich. Bei den Entlassungen ist in allen Fällen aus die für den einzelnen bestehende Möglichkeit Rücksicht zu nehmen, baldigst in einem sicheren Arbeitsverhältnis Unterkunft zu finden. Wer nachweist, daß er sofort in feine frühere Stellung zurückkehren kann, wer also z. B. den sogenannten freien Berufen angehört, selbständiger Handwerker. Beamter, Festangestellter oder ein Arbeiter ist, der des sofortigen Eintritts in fein früheres Ar- beitSverhältnis, sicher sein darf, soll sofort entlassen werden. Jener hingegen. für den sich passende Arbeit in seinem früheren oder einem anderen Beruf nicht gleich findet, soll vorläufig in seinem Militärverhältnis bleiben. Ferner sollen, wie der Verfasser vorschlägt, die örtlichen Arbeitszentralen in allen Fällen, in denen sich beim Wieder- eintritt in alte Arbeitsverhältnisse und bei Neueinstellungen Schwierigkeiten ergeben, die Vermittlung des Rechtsschutzes übernehmen, ebenso bei Lohnstreitigkeiten, bei VersicherungS- und Entschädigungsfragen usw. Einer besonderen Fürsorge bedürfen, wie Dr. G. Albrecht ausführlich darlegt, die Kriegsverletzten. Er fordert daher für diese eine eigene.Kriegsarbcitszcntrale". die alle der Kriegsbeschädigtenfürsorge dienenden Stellen zu ein- heitlichem Wirkell zusammenfaßt und vermittelnd zwischen den Kriegsbesckädigten und den Unternehmer tritt. Manchen Ausführungen des Verfassers kann mau zustimmen. Greifen die empfohlenen Maßnahmen auch tief in die Rechte des einzelnen ein, so wird doch der Ueber- gang zur Friedenswirtschaft, wenn nicht dem Friedens- ichkuß schwere wirtschaftliche Erschütterungen folgen sollen. s? ch nicht ohne Einschränkung des freien Wettbewerbs aus dem Arbeits- wie aus dem Warenmarkt durchführen lassen. Aber im ganzen sind die vorgeschlagenen Maßnahmen reichlich dureaukratisch. Die örtlichen Arbeitszentralen erhalten eine Versügungs- gewalt, die dort, wo das Unternehniertum die Macht in Händen hat. den auS dem Heeresdienst entlassenen Arbestern sehr gefährlich werden kann. Zwar soll auch den Arbester- organisationen eine gewisse Mitwirkung zugestanden werden, doch sowest sich den Ausführungen entnehmen läßt, nur in engem Rahmen. Erforderlich ist. daß den Gewerkschaften als Vertretern der Arbeiterschaft eine weitgehende Anteilnahme an der Arbeitsbeschaffung eingeräumt wird und daß ferner strenge Kautelen gegen Willkürmaßnahmen aufgerichtet werden.. Diese RerorZnmtg. Zewvt R�euktmz Kar Zusage Regt, sollte beschleunigt durchgeführt werden. Kohlennot, Transportkrise und Kammerunruhen. Angriffe auf Herriot. Bern, 19. Februar. In der gestrigen Sitzung des fran- zösischen Senats kam es bei der Erörterung der Interpellation über die Äoblenkrise zu heftigen Angriffen auf die Regie- rung. Besonders wurde dabei die Unfähigkeit des früheren Transportministers S e m b a t gerügt. Minister Herriot verwarf eine Tagesordnung, in der Sembat ein Tadel aus- gesprochen werden sollte, und stellte unter bissigen Zurufen gegen Seinbat die Vertrauensfrage.(Lebhafte Erregung.) Sodann wurde eine Tagesordnung angenommen, in der der Regierung das Vertrauen ausgesprochen und gewünscht wird, sie möge der Kohlennot und der Transportkrise glücklich steuern. In der Debatte sagte.Herriot: Sie wissen, wodurch gegenwartig die Schiffe verhindert werden, in unsere Hafen zu gelangen. Wenn wir das Abkommen mit England nicht lösen, so müssen wir es loyal einhalten, es ober nicht in Einzelheiten durchlöchern. Das Abkommen hat übrigens große Vorteile. Es ist gegenwärtig das größte Glück, das man baben kann, auf dem Meer« Englands Bar- bünoetcr zu sein. Großbritannien bat seine Einsuhr entschlossen herabgesetzt, wie wir cS auch tun müssen. « Bern, tO. Februar.«Temps" zufolge haben die Direktoren der Marseiller presse Depeschen an das Parlament gerichtet, um sofortige Maßnahmen zur Kohlenversorgung von War- seille zu fordern: die Gasgesellschaft in Marseille habe nur noch vierzehn Tage Kohlend orrat, bereits jetzt sei die Kriegsindustrie beeinträchtigt. » Seit einigen Tagen, meinte„Radical" vor«inigen Tagen, sieht Minister Herriot alles schwarz in schwarz, freilich nicht aus Uebersluß an Kohlen. Er hat nicht viel Glück mit seinem Ansang. Aus gewissen Gebieten hat er sogar das Gegenteil von dem er- zielt, was er wollte. Vor einigen Wochen erklärte er das Frachten Monopol für absurd. Nach seiner Rückkehr von London war er zum Gegenteil bekehrt. Di« Eisenwerke an derunterenLoir« waren bis November 4016 mit Kohlen ver- sehen. Trotz aller Mühe und Warnungen an die Adresse des Munitionsministers haben sie nicht das Äohlenquantum erhalten können, um den Betrieb regulär ausrechtzu- erhalten.(Zensurlückc.) DaS ist also das lvunderbare Er- gebnis des von Herriot erfundenen Simili-Monopols. Auch andere Ergebnisse sind nicht besser. So iann es nicht weitergehen. flue der flrbeitsgemeinschast. Der Verband der aus dem Boden der A. W. stehenden Wahlvereine Berlins und Umgegend hielt am gestrigen Sonntag eine von 320 Dcelgicrten besuchte Generalversammlung ab. Der Rese- rent Haas« besprach die in der Arbeiterbewegung bestehenden Gegensätze und führte aus. daß die Politik und das Verhalten des Parteivorsbandes einen Zusammenschluß der Opposition innerhalb des Rahmens der Partei notwendig gemacht habe. Ausgabe der Opposition sei es, dafür zu kämpfen, daß die alten Grundsätze der Partei aufrechterhalten werden und der sozialistische Gedanke wieder in alier Reinheit erftrahle. Dazu bedürfe es des Zu- sammenichlusses aller oppositionellen Elemente. Ohne Diskussion nahm die Versammlung einstimmig folgende Resolution an: Tie VervandS-GenevalveriamMung von Grotz-Äerlin er- klärt die Gründung von Gegenorgarnsationen gegen die rechtmäßigen WahlkreiSorganisalionen als Maßnahmen, die die organisatorische Besiegelung der a n t i s o z t a l i st i s ch c n und im per! al istischen Politik des Vorstandes und der Frak. iion darstellen und die Zertrümmcrunastätigkeit des Parteivorstandes krönen. Durch dieses Vorgehen bot sich der Partei- vorstand und sein« Gefolgschaft in gleiche KvmpseSsront gestellt. in der die Gegner des Sozialismus und der Demokratie stehen. Aus diesen Gründen erklärt sich die Verbands-Gencralver- sammlung einverstanden mit der im Ausrufe des Vorstandes der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft vom 8. Februar d. I. enthaltenen Aufforderung zu einem organisatorischen Zusommenschluß aller vom Parteivorstand vergewaltigten Organisationen und Genossen und beauftragt die Verband». leitung, die notwendigen Schritte zu tu», damit die Berliner Wahltreisorganisationen dieser Aufforderung nach jeder Richtung hin entsprechen. Ueber die organisatorische Form des Zusammenschlusses der Opposition und die Art der eiriheitlich-posi tischen Tätigkeit hat die aus Vertretern aller vom Parteivorstand entrechteten Kreise bestebende Konserenz nach den Grundsätzen der Demokratie zu entscheiden. Ebenfalls einstimmig erklärte sich die Versammlung einver- standen mit einem in mehreren Parteiblärtern verössentlichten Aufruf der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft. Er fordert alle Organisationen und Genossen, welche gewillt sind, mit der Ar- beitSgcrneinschaft zusammenjuwirlen, auf, sich an einer demnächst abzuhaltenden Konferenz zu beteiligen, welche die zur Bekamp- jung der PartcivorstandSpolitik erforderlichen Wahnohmen tres- sen soll. � Aus den Ausruf der Arbeitsgemeinschaft kommen wir noch zurück. Für heute sei nur gesagt, daß die Tatsachen aus den Kops menschluß der aus der Partei ausgeschiedenen Arbeitsgemein- schaftler solle— wegen irgendwelcher sogenannter Ver- gewaltigungen— erst jetzt erfolgen. Dieser Zusammen- schluß ist bereits in der berüchtigten Sonderkonserenz erfolgt, und die Antwort aus diese Organisation», gründung gegen die Organisation waren die unumgäng- lich notwendigen Abwehrmaßnahmen der Partei, die jetzt als«Ver» gewaltigungen" bezeichnet werden. Schließlich, die angenommene Resolution nennt die Politik der Partei„antisoziolistisch" und..imperialistisch". Die ArbeitSge- meinschasiler glauben aber das dumme Zeug, das sie da beschlossen haben, selbst nicht, sie müßten sonst froh sein, daß sie jede Gemein- schast mit der«antisozialistischen und imperialistischen" sozialdemo- krati scheu Partei Deutschlands los find. Hamburg steht fest zur Partei! Hamburg, 44. Februar.(Eig. Ber.) Eine von etwa 500 Delegierten der Hamburger Landesorganisatio» besuchte, nach dem GewerkschastShause berufene Versammlung beschäftigte sich am Sonntag in mehrstündiger Beratung mit der ReichSkonserenz der Parteiminderheit. den Sonderbestrebungen der Opposition und dem bekannten Aufruf des Parteivorstandes, der strenge Maßnahmen gegen die Parteizerstörer ankündigt. Genosse Grünwaldt, Mitglied de? ParteiauSschusseS, be- richtete über die Lage innerhalb der Partei und sprach sich energisch gegen die Sonderbündelei der Opposition aus. Den jetzigen Zustand könne sich die Partei einfach nicht gefallen lassen. In der AuS- spräche, die sich stundenlang hinzog, kamen nacheinander vier Ber- kreier der MinderhKI gu Nor!, fit sich unker scharfen Ausfällen gegen die Vertreter der Mehrheitspolitik wandten und sich teil- weise in Beleidigungen der örtlichen Führer ergingen. Nach ihnen sprach Reichstagsabgeordneter S t u b b e im Sinn« des Referenten. Es wurde sodann mit mindeste ns Dreiviertel- Mehrheit eine von den Vorständen vorgelegte Resolution an- genommen, an deren Schluß es heißt: Die Landesversammlung erklart sich mit dem Aufruf des ParteiuorstandcZ vom 30. Januar dieses Jahres c i n v e r- standen und beauftragt die Vorstände, unter Wahrung der freien Meinungsäußerung innerbalb der Organsiation die notwendigen organisatorischen Maßnahmen zu ergreifen und durchzuführen. Die Landesversammlung erwartet von allen Parteigenossen die Beachtung und Innehaltung der organisa- tiirnStnößig gefaßten Beschlüsse, um so mehr, als notwendiger denn je eine starke und einheitliche Sozialdemokratie ist, um mit möglichstem Rachdruck für einen baldigen Frieden und als- dann für die freiheitliche Ausgestaltung des Reiches und Staates mit voller Kraft wirken zu können, damit wir der Verwirk- lichung unserer Ziele näherkommen. Letzte Nackrichten- Depesche««ach Deutschland— verbürgte Rücksichten Amerikas. New Kork, 8. Februar. sFuirkspruch des Vertreters von W. T. B.)„Associated Preß" meldet auS Washington, daß amtlich mitgeteilt werde, es bestehr keine Abficht, deutsche Schiffe wegzunehmen. Durch BermiUlung der spanischen Botschaft seien Depeschen nach Deutschland gegangen betreffend die Rücksichten, dir den früheren deutschen Vertretern in Amerika verbürgt würden, und man boffe, daß sie irgendwelche Mihverstäudnisse in Deutschland betreffend Amerikas Haltung vollständig beseitigen würden. Ein weiterer Funkspruch des Newyorker Wolsf-Vertretsrs «agt, daß auch die in den Häsen von Manila und anderen. Orten auf den Philippinen, von Colon und Panama liegenden deutschen Schiffe nicht beschlagnahmt worden sind. Die Regierung habe ihnen gegenüber genau so verfahren, wie im Falle der in amerikanischen Häfen liegenden Schisse. Hochverratsprozess i« Serajewo. Wie», 11. Februar. Der am 6. und 7. Februar in Serajewo gegen den serbischen Gemeindevorsteher Rade Banjac auS Ljesnica durchgeführte HochvcrratSprozeß bat weitere Beweise für die Be- teiligung der amtlichen serbischen Kreise an dem Movdanschlag gegen das Thronsolgerpaor geliefert und erwiesen, daß der bekannt« ler- bische politische Verein„Narodna Odbrana", der die Revolution in Bosnien und in der Herzegowina vorbereiten sollte, eine staatliche serbische Institution war. Rade Banjac ist überführt worden, den Mördern Princip, Cabrinovic und Gratez die Reise und den llebcrgang nach Bosnien erleichtert zu haben, obwohl er ihre Absicht im allgemeinen kannte. Das Urteil lautete aus 12 Jahre schweren Kerkers wegen Hochverrat._ Mus Groß-Serlin. Tic geplagte Feuerwehr. Die Feuerwehren von Groß-Berltn hatten in den letzten Tagen, besonders aber am Sonnabend und Sonntag, un unter- b r o ch e n zu tun. Die Alarme folgten sich Unausgesetzt. Es wur. den seit t. Februar bereits über 600 verzeichnet. In der Nacht zum Sonntag kam an der Weidendam mer Brückc, Friedrich- straße 106, ei« großer Fabrikdrand zum Ausbruch.— In der Großen Frankiurter Straße 43b brannte am Sonntag- früh im 3. Geschoß«ine Wohnung. Die Mieter wurden im Schlafe überrascht, flüchteten und ließen die Türen nach dem Treppenhause weit offen. Die Mieter im 4. Geschoß konnten nun die Treppen nickt benutzen und versuchten aufs Dach zu klettern. Es gelang über die Treppen und durch eine aufgerichtete große Mo- schinenleiter, die arg gefährdeten Bewohner zum Teil im tiefsten Nachtanzug in Sicherheit zu bringen.— Zahlreiche Brände sind dagegen aus Unvorsichtigkeit, Fahrlässigkeit und mangelhafte Beschaffenheit von Oese», Heizungsanlagen usw. zurückzuführen.— Eine Frau erkühnte sich sogar, nach der eFuermehr zu rufen, damit diese ihren entlaufenen Hund wieder in ihren Schatz zurückbringe. Mebr als ZOOmal mutzte bei Wasserroh-örüchen jede Hilfe, weil keine Gefahr für Gesundheit. Leben und die Häuser vorhanden war. von vornherein abgelehnt werden. Tie Mann- schaften kamen schon nicht au» den Kleidern heraus und hatten Tag und Nacht keine Ruhe. Man sollte sie wenigstens nachts mit un- nötigen Alarmen und Anrufen verschonen. Reue Buttervcrordnungen für Groß-Brrliit. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat im Einverständnis mit dem Präsi- Kenten des Kriegsernährungsamtes, Herrn v. Batoeki, für den Bezirk der Speisesettstelle Grotz-Berliu eine neue Verordnung erlassen, nach der der bisherige Grundpreis für Butter im Großhandel auf 240 M. für den Zentner bestehen bleibt, die Zuschläge für den Weiterverkauf im Groß- und Kleinhandel aber auf 30 M. pro Zentner erhöht werden. Von diesem Zuschlag entfallen auf die Landessettstelle wie bisher 4,50 M.. aus die liefernden Ber- teilungs stellen und Kommunalverbände 6.60 M., auf die Rtzichsfett- stelle 0,50 M. und 43 M. gegen bisher 11 M. auf den Klein- Handel, lieber die verbleibenden 6>50 M. verfügen die Fettstelle Grotz-Berlin sowie die Kreise Teltow und Niederbarnim. Dem Groß- Handel, dem bisher ein Verdienst von höchstens 4 M. pro Zentner verblieb, muß mindestens diese Summe in Zukunft gezahlt werden. Außerdem sind ihm alle Kosten der Lagerung. Verteuerung und des Gewichtsverlustes zu zahlen.— Ob infolge dieser Neuverteilung des Zuschlage» eine kleine Erhöhung des Butterpreises sür den Ber- braucher eintreten wird, steht noch nicht fest. Kein vollständiges Kuchenbackverbot. Die Bäckerinnungen haben sich kürzlich mit Eingaben an die Brotkartengemeinschast Groß-Berlin gewandt, nicht nur den Konditoren, sondern auch denjenigen Bäckermeistern zukünftig das Backen der vom 20. Fe- bruar noch erlaubten Kuchensorten zu gestatten, die bisher neben Gebäck Kuchen in größerem Maße hergestellt haben. Der Siebener- Ausschuß der Brotlarten-Gemeinschaft hat diesen Vorschlag abge- lehnt, er will aber den Bäckern insofern entgegenkommen, als er sie, soweit sie bisher gelernte Konditoren zur Herstellung von Kuchen beschäftigten, bezüglich des späteren Kuchenbacken» gleichstellen will. Welche Kuchen- und Tortensorten erlaubt wer- de», steht noch nicht fest, ebensowenig wie die Pdeise. Gewissens, ualcn eines Tchweinemörders. Eine verunglückt« Hausschlachtung wird in einem Vororte im Südosten viel besprochen lind belacht. Ein angesehener Herr in dem Vorort schaffte ein Schwein in die Wohnung und in die Badewanne, um eS dort tot» zuschlagen und auszuschlachten. Als nun das Schwein zu schreien begann, erschrak der Herr so, daß er davonlief, aber auch vergaß, die Tür hinter sich zu schliefen. So entstieg auch das angeschlagene Tier der Badewanne, siel die Treppe hinunter und blieb draußen liegen. Dort fand eS die Polizei und beschlagnahmte es. Gegen den Herrn, der sein gutes Herz unterschätzt und sein Schlächter- talent überschätzt hatte, ist Anzeige erstattet worden. „Frau Gutsbesitzerin von Stein" nannte sich eine Schwindlerin, die gestern dingfest gemacht wurde. Eine 26 Jahre die Verkäuseri« Gertrud Prüfer ftiejj?,'er in Heiels dS imb Ite� sich als Guts» besitzerin anmeld In der Reriel nannte sie sich v. Stein, ein paarrial auch v. Bergen. Sie nahm Bestellungen auf Lieferungen an und erntete dafür reichlich Lorschüsie. In Wirtlichkeit kam sie aber aus der Strafanstalt Düsseldorf, wo sie wegen ähnlicher Schwindeleien eine Strafe verbüßt hatte. Bestellslistem in Tchöneberg. Um jedes Ansiellen der Käufer und jedes Suchen nach Ware zu vermeiden, soll in Berlin�chönc- berg bei der bevorstehenden Verteilung von% Pfund Sauerkraut an jeden Einwohner eine vorherige Anmeldung beim Klein-' Händler stattfinden. Zu diesem Zweck ist in der Zeit vom l3. bis 14. Ziebruar in den durch besonderen Anschlag kenntlich gemachten Geschäften der Abschnitt Nr. 70 der Berlin-Schöneberger Lebensmittel? arie gsgex Aushändigung einer Quittung ahzugeden. Nach dem Ii. Februar finfc-t eine Anmeldung nicht mehr statt. Ter Be- ginn der Verteilung wird besonders bekanntgegeben. Verkauf von Salzfifckicn i« Berlin-Witmcrsdorf. Das städtische Lebcnsmittelamt Berlin-Wilmersdorf gibt auf Nr. 14 der Haus- haltungSkarte bis zu 1!� Pfund Salzfischc zum Preise von IchO M. für das Pfund ab. Plakate an den Anschlagsäulen unterrichten über Einzelheiten. Wetteraussichtcn für das mittlere Norddcntschland bis Dienstag mittag: Zeitweise heiter, jedoch vorwiegend wolkig oder neblig ohne erhebliche Niederschläge. Temperaturen um den Gefrierpunkt schwankend. Mus aller Melk. Minencxplosion infolge Eisgangs. Kopenhagen, 11. Februar.(„Frkf. Zig."') Zahlreiche Minen wurden bei dem schwierigen Eisgange zur Explosion gebracht. In Malmö und Nakskow wurden viele Detonationen vernommen. Verantwortlich sür Politik: Hermann Müller, Tcmvclfioj; für den übrigen Teil d. VlaUcS> Alfred Scholz. Neukölln! jür Inserate: lv. Glocke, Berlin Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. DerlagSanstalt Paul Sinzcr& Co ff Berlin SW. Wahlspruch: Semper idem Underberg-Boonekamp wird nur noch unter der Bezeichnung Underberg In den Verkehr gebracht. Die alte anerkannt vorzügliche Qualität bleibt unverändert. H. Ünderberg-Albrecht Hoflieferant Sr.MaJ d Deutschen Kaiser� Konica ▼. Prcusaen. RHEINBERG(Rhld.)» Gegründet 1846. Kammerlieferant Sr. Maj. d. Kaisers v. Oesterreich. König« v Ungarn. r■■_■■■• V-•:.•,■■" v Vi 3Bfr Berliner Sängerchor. JJliigl. des Deutsch. Arb.-Zängerb. Xai Bölkerrmxcn bat ei» weiteres Dpscr aus unseren Reihen gefordert. Unter seit 30. Oktober 19U als vcrnngt gemeldet«: SangeSüruder Karl Elappenbacli ill nunmehr, am'lll. Januar 1917� jür lot erklärt worden. In langjähriger Mitglicdschatt sür die Jnlcrcssen des Vereins wirkend, verlieren wir in ibm ein Irenes Milglied und beklagen, zu- sammelt nm seinen Angehörigen, das lraurigc Geschick des in der Blüte des üebens Dahingerafften. rein Andenken sei bewahrt! SO S Der Borftand. ükren- Coldw9.ren Piltü& Co., Liudenstr. 109. Speziat-Hrzt Dr. med. Hasche, Friedrictistr. 90 ÄÄ Bebanal, von SyphUl». Haut-, Hur« l rauerrl, i>I., ipez chron Fälle. Ehrlich-Hala-Kuren, schmerz- lose, kürzeile Behandlung ohne Bc- rufstiörung. Blutuntersiichnng. Mäg. Breite. Dellzahlmig. Spicchitundcn 10—1 und S— 8, Sonnt. 11— 1. 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(SU chzeilig wird zur Bebebung von Zweisein daraus hingewielen. daß bis am weiteres, da eine entsprechende Userenleistung gewährt wird. vier gültige lgeftrichclte» Bbichnill- der Karloffelkarte sür jede Woche und Portio» abgegeben werden müssen. Berlin, den 8. Februar 1917. �islsel der Königlichen Haupt- uwl Residenzstadt. Werraotli. F Admlralspaiast. Cchlittsobuhläufer- llalleti � a. d. Oper ,.Oer Prophet'- und ?rau?antasie. Vorzügl Küche Anfang 7'/,. Tüchtige Ichraudeildtthkr lotort getucht. 11115' Ält.-Ges., Krautstr..°»3. lüedlige hauptiächlich f. Schweizer. Auto matcu. werden sofort gesucht. Dauernde Arbeit zugestchcrt.* Scl)weizeri[(l)e liieiainchraukn- fabrih«.«.>.« X enstadt l Dchwarzwald,