Wr. 43. 34. Jahrg. fl bonncmcn ts-Bedingungtn: Hbannemenlä. StnJ Bttaumetanb» Btmdjä&rl S,90 Ml. tnonall L30 Mi. oätSmlldi 80 Big. rrct mä Jxuii Sinzeine Summet 5 Ctg SonniagS- imnunet mit illuftr.cttex SoniuagJ« Beilafle.Die Reue Seif 10 Pia, Soii- llbonncmcnl! 1.30 Mail Sto Wonal. Singeltagen m die Voll. Zeunnq«- Sm�Iiftc. Umct Rttuzbanl) rüt Deulichland und Oefiettctdi• Ungarn 2:50 Mari, lüt das fibrtge Ausland t Mar! bto Monat VoilabonncmenlS Mbmen an Belgien. Dänematt. Voilanb. Ilalien. iluxeniburg Vonugai. Suniänien. Schweden und die Schweiz. Olchelnl täglich c 5 Pfennig) Die Infertions-Gcbübr letrSgl für die lechSgeldaltene floto.ttl- »eile ober deren Saum fifj Vig., für »olitilche und gewerlschaiiliche Älcreing- and Betsammlungs- Anzeigen Z0 Ptg. „15 leinr Znreigen". das iellgedeuckU! Soll 20 Psg. izulüifig 2 iellgedruclte Sorlei. ledeS weitere Werl Kl Crg. Eiellengejuche und Schlaillellen anzeigen da» ente Worl 10 Vig.. jedes »euere Sarl ö Pfg. Worie über 1» Buch» llaben zäblen iür zwei Solle. Minerale liir die nächste Summer müjjen bis i» Übe nachniiltags in der Sxdebition abgegeben werben. Die Erbeoiiion ist bis? Uhr abends gevünel. Verlinev VolKsblslk. relegtamiii-Adresse: �«zizstiemsitlgl«celli". Zentralorgan der rozialdemokratifcben Partei Deutfchlands. Neöaktion: EW. 68, Linöenstraße Z. ileruivrccder: Ami MortSvla«. Sir. lSI Sv— lSl S7. Dienstag, den 13. Februar 1317. Expedition: EW. 08, Linöenstrahe Z. Ztzerulvrechir:«mt Morivvla«, Nr. löl SO— läl»7. vie Zchonfritt im 8perrgebiet abgelaufen. Englische Angriffe bei Armentierese südlich des La Bassöe- Kanals und bei Serre— Deutsche Sturmtrupps an der Düna und bei Kisielin. Amtlich. G r o si es H a u p t q u n rt i c r, den 13. Fc� bruar 1217.«W. T. B.l Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Oestlich von ArmentisreS und südlich des La Baffer-Kanolö scheiterten durch lebhaftes Feuer vorbereitete englische Angriffe. TcgSübrr lag fiarke Artillrriewirkung auf unseren Stellunge« beiderseits der Ancrr. Wahrend der Nacht griffen die Engländer sechsmal die zerschoffeucn Gräben von Serre bis zu« Fluß an. Alle Angriffe find abgewiesen worden. Der Feind, desieu Sturm- truppen vielfach Tchncehemden trugen, hat in unserem Abwehr- scuer, nördlich von Serre im Nahlawpf schwere Verluste erlitten. Die Räumung einer unbrauchbar gewordenen Grabenlinie südöstlich von Serre war vor dem Eiuscneu der englischen Angriffe Plan- gemäß und ohne Störung durchgeführt worden. Lestlicher Kriegsschauplatz. Front drS Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Lorstöße unserer Sturmtrupps au der Düna und bei Kifielin, «estlich von Luck, gelangen im vollen Umfange. Bei Kifielin wurden L Offiziere, 40 Mann und ein Maschinengewehr ein- gebracht. Front deZ Generaloberst Erzherzog Joseph. In den Bergen zu beiden Seiten dcS Ostoz-TalrS und in der Putna-Niederung vielfach Zusammenstöße von Streifabteiluugr». Heeresgruppe des GrnrralfeldmarschallS von Mackensen Am Sereth Borpostengepläntel, an der nnteren Donau mäßige Artillerietätigkeit. Mazedonische Front. Nichts Rencs. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. �benSbericht. Amtlich. Berlin, den 12. Februar. Abends. Ans dem Rordnfer der Somme hielt anch nach Scheitern der englischen Nachtangris�c das Feuer in beträchtlicher Stärke an. Bon den andere» Fronten ist nichts Wesentliches ge- meldet. »-» « Der österreichische öericht. W i e u, l2. Februar 1917.(W. T. B.) Amtlich wird vrrlautbart: westlicher Kriegsschauplatz. Im Putna-Tal scheiterte ei» rufischer Handgranaten- , iiigriff.— Bei Uutcrnchmungen von Patrouillen und Sturmabteilungen, die südlich H a l i e z und nordwestlich Worbrczyn zur Durchführung kamen, wurde» zwei Offiziere, vierzig Mann als Gefangene eingebracht und ei« Maschinengewehr erbeutet. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Südabschmtt der ff a r st> H o ch s l ä ch e und im W i pp a ch- T a l war der Geschützkamps zeitweise recht lebhaft. — Ein feindlicher Flieger warf in der Nähe von Trieft einige Bomben ab, ohne Schaden anznrichtc«.— An der Tiroler Front führten unsere Truppen zwei llntrruchmungen erfolgreich durch. JmSuganer-Tal nahm eine Abteilung de« Infanterie- rcgiments Nr. 14 eine feindliche Stellung südlich der E o a l b a- Schlucht, machte zwei Offiziere und über sechzig Mann zu Gefangenen und erbeutete ein Maschinengewehr, zwei Pistolen- Maschinengewehr« und einen Minenwerfer. Im Ballarsa- Abschnitt überfiele« Kaiserschützen die italienische Borstellnng in der Leno-Schlucht und brachten 33 Gefangene und ein Maschinengewehr ein. Südöstlicher Kriegsschauplatz. An der B o j u s a ist die Lage unverändert. Der Stellvertreter de« Chefs de» Gencralstabe». v. Hoeser. Frldmarschallcutnant. Die Schonfrist im Sperrgebiet ist abgelaufen Amtlich. Berlin, 12. Februar. In der Nacht vom 12. zum 13. Februar ist die bisher nicht bekanntgegebene Schonungsfrist im Sperrgebiet des Atlantischen OzeanS und des eng- tischen Kanals für neutrale Dampfer, denen die Nachricht von der SperrgrbirtSertlärung nicht mehr rechtzeitig zugegangen war, abgelaufen. In der Nordsee ist dies bereits in der Nacht vom 6. zum 7. Februar der Fall gewesen, im M i t t e l m r e r in der Nacht vom 10. zum 1 1. Februar. Nunmehr gilt nnr die allgemeine für die Sperrgebiete erlassene Warnung, nach der die Schiffahrt auf keine Einzelwaruung«ehr rechnen kann. Schiffe, dir dennoch die Sperrgebiete befahren, tun dies mit voller Kenntnis der ihnen und den Besatzungen drohenden Gefahr. Es wird hiermit ausdrücklich festgestellt, daß alle von feindlicher Seite verbreitete» Nachrichten über. Torpedieren neutraler Schiffe ohne vorheriges Anhalten vor obigen, für die einzelnen Sperrgebiete genannten Daten falsch sind. Die angegebenen Schonzeiten galten sogar auch für feindliche Passagicrdampfer, soweit sie unbewaffnet waren, weil aus ihnen ncutralc Paffagicre ohne Kenntnis der See- sperre fein konnten.___ Keine deutsche Note an Wilson. Berlin, 12. Februar. Reuter verbreitet eine Meldung der Associated Press, wonach die deutsche Regierung an die Bereinigten Staaten eine Note gerichtet hätte, in der fie um Borschlöge für die Vermeidung des Krieges ersuchte. Run teilt Wolffs Bureau mit: Tiefe Meldung ist vollständig aus der Luft gegriffen, fiie ist nbrigcuS nach einem von dem„Tcmps" vrröffeutlichten Tele- gramm aus New Aorl bereits von Lansing und dem Schweizer Gesandten in Washington, Herrn Ritter, dcmrilticrt worden. Die füöamerikanijchen Noten. Nach einem Amsterdamer Blatt wird der„Times" aus Valparaiso gemeldet, daß der chilenische Minister des Aeusseren in seiner Antwort an Wilson erklärte, die chilenische Regierung habe der deutschen Regierung mit- geteilt, dass ibrer Ansicht nach die Rechte eer Neutralen durch die angeküudigtr U BootS-Aition verletzt werden und dass diese desbalb nickit gntgeheisscn werden könne. Tie chilenische Regierung glaube, dass diese Hallung den Ansichten der Vereinigten Staaten, durch cinteitlicheo Vorgehen das Recht zu schützen und den Frieden zustande zu bringen, entspreche. Wie zuverlässige Nach iös« Wolffs Bureau meldet weiter: richten ausArgentiuien besagen, tritt die offiziöse Zeitung„Epoca für eine Ablehnung der Wilson scheu Borsihläge und strikte Neutralität ein. Auch die„Prensa" verhält sich scharf ablehnend und bringt die Aufsehen erregende Mitteilung, daß Wilson vor Jahresfrist versucht habe, die südamerikanischen Republiken durch Abmachungen in den Krieg zu verwickeln. Die„Razon", die sich gleichfalls entschieden für eine Ablehnung ausspricht, sagt, dass Wilson in der Frage der schwarzen Liste seine Unterstützung verweigert habe, jetzt wünsche Argentinien ihm nicht Folge zu leisten. Die Stimmung in Argentinien ist ruhig. Aus Brasilien verlautet, dass die Regierung die Auf- forderung der Vereinigten Staaten, sich ihnen anzuschlicssen, mangels gleicher Voraussetzungen abgelehnt habe und sich auf einen Protest gegen die etwaige Beeinträchtigung brasilianischer Jntcr- essen beschränken werde. Eine griechische Note an Amerika. Amsterdam, 12. Februar. Einem hiesigen Blatt zufolge wird drr„Times" anS Athen telegraphiert, daß die griechische Regierung an Amerika eine Note richtete, in der unter anderem erklärt wird, die griechische Regierung habe dei der deutschen bereits Lorstrllnngrn gemacht, wünsche aber an ihrer Politik strikter Neutralität festzuhalten, besonders unter den Bcrhältmffeo» in denen sich Griechenland jetzt befinde. Die spanische Antwortnote an Deutschlanü. Madrid, 12. Februar.(Franks. Ztg.) Graf RomanoneS erklärte dem Vertreter der Radio-Agentur, die Regierung habe die spanische Antwortnote im Geiste"vo.ll- kommener Versöhnlichkeit und mit dem Vertrauen abgefaßt, dass die deutsche Regierung von den gleichen Gr- fühlen der Freundschaft gegenüber Spanien beseelt sein werde. Spaniens Haltung habe sich seit K r i e g s b e g i it n in voller Unabhängigkeit fern von jeder Einflüsterung bewegt und werde das auch weiterhin tun. Alle Parteiführer äusserten ihr Einverständnis mit der internationalen Politik der Regierung. Ein Teil der spanischen Presse meint, der gleiche Protest wie an die Zentralmächte hätte auch an die Alliierten gerichtet werden müssen. Weiter wird aus Madrid gemeldet: Die Regierung der- sanimclte alle Fraktionsfübrer und suchte um ein Vertrauens- Votum nach wegen der Bewilligung außerordcutlicher Kredite, die die Umstände erfordern könnten. Die Unter- stützung dieser Forderungen wurde zugesagt. Japans Kriegspolitik. Der..Rjetsch" veröffentlicht die Programmrede des japa- nischen Ministerpräsidenten M o t o n o, über die bisher nur höchst unzulängliche Drahtmeldungen nach Europa gelangt sind. Die Entwicklung der japanischen Politik im fernen Osten und ihrer Beziehungen zu den grossen Weltmächten darf, alles Interesse beanspruchen. Japan war durch seinen Krieg mit Rußland völlig erschöpft. Seine Finanzen de- fanden sich vor dem Weltkrieg in einem trostlosen Zustande. Heer und�Flotte blieben zurück, und die VolkAvirtschaft trug schwer an den Lasten des Sieges, der zur Erzwingung einer ausreichenden Kriegsentschädigung nicht gross genug war. Russland hatte sich von den Folgen des verlorenen Krieges trotz der Revolution viel rascher und gründlicher erholt als Japan von den Folggn des gewonnenen Krieges. Im Kriege blühte Japan der Weizen. Tsingtan siel in seine Hände. Indem die europäischen Mächte ihre ganze wirf- schastliche und politische Kraft ans gegenseitige Zerfleischung sammelten, räumten sie den schlauen Japanern im fernen Osten das Feld, das von den Söhnen der aufgehenden Sonne mit Eifer sofort bestellt wurde. Auch hat sich Japan durch Kriegslieferungeu und durch Frachtengewinne lvhaschastlich so erholt, daß es nicht nnr seine Ausländsanleihe teilweise abtragen, sondern sogar als Geldgeber Englands auftreten konnte. In China ist es unbestrittene Bormacht geworden. Motono begann seine Rede mit einem Loblied aus Japans Kampf gegen die„deutsche Barbarei". Er erklärte den Bund mit England als die Grundlage ö e r auswärtigen Politik Japa n s und widmete lvarme Worte der neuen r u s s i s ch- j a p a n i s ch e n Freund- schaff:„Alle Kabinette in Japan haben seit.dem Kriege' mit Rußland beständig die Politik der Annäherung an dieses Reich verfolgt. Begonnen mit dem Einverständnis von 1907, endete sie mit der Konvention vvn 1910. Sie belehrte Ruh- land ganz über die Aufrichtigkeit der Gefühle Japans. Ruß- lands Regierung und Volk empfinden tiefe Anerkennung für die grossen Dienste, die Japan Russland durch Lieferung von Kriegsniatcrial erwiesen hat." Weit wemger freundlich klingen die Worte des japa- irischen Ministerpräsidenten über das Verhältnis zu den V e r e i n i g t e n S t a a t e n. Japan habe sich zlvar um aus- richtige und freundliche Beziehungen zu den Vereinigten Staaten bemüht, aber leichte Trübungen seien doch aufgetaucht, wenn auch wieder vergangen.„Natürlich können immer Fragen entstehen, die zwischen beiden Regierungen Meinilngsvcrscksiedenheitcn hervorrufen. Aber mit grosser Freude stelle ich bemerkenswerte Zeichen der Sympathie zwi- scheu beiden Völkern fest." In der diplomatischen Sprache, wie sie zwischen„befreundeten" Nationen üblich ist, kann man kaum deutlicher und gröber reden. Erst in letzter.Zeit scheint wieder eine dieser„Trübungen" aufzutauchen, von denen der japanische Premier sprach. In den Vereinigten Staaten hat die Bestimmung des neuen EinwandcrungSgesetzes Kraft er- halten, die Analphabeten ansschliesst. Da die japanische' Sprache und Schrift nicht zum Nachweis der Kunst des Lesens und Schreibens zugelassen wird, so ergibt sich, daß durch diese Bc-stinmulng alle Japaner von der Einwanderung ausgeschlossen sind, die keine europäische Sprache schreiben und lesen. Der japanische Gesandte in Washington hat bereits Einspruch erhoben. China gegenüber will Motono eine unparteiische und ziirsickhaltendc Politik befolgen, die sich ängstlich vor jeder Einmischung in die inneren Verhältnisse des Reichs der Mitte hüte. Aber natürlich nur unter Bedingungen! Und diese Bedingungen bestehen darin, daß Clüna seine Reformen im Sinne Japans durchführt und die besondere Stellung Japans in der südlichen Mandschurei und im ö st l i ch e n Teile der inneren Mongolei anerkennt.„Dort hat es(Japan) die An erkennung besonderer- Rechte und Interessen durchgesetzt. Diese zu erhalten, ist die elementarste Pflicht der Regierung. China nrnss ivissen, dass die Achtung vor diesen Rechten und Interessen eine wesentliche internationale Verpflichtung ist und zugleich wesentlich für ein gutes Einvernehmen beider Staaten." Eindrucksvoller kann dein ungeratenen Kinde die strafende Rute nicht gezeigt werden. Die Chinesen sind von der Bevormundung durch �-avaii keineswegs erbaut. Sie suchen sich aus Schritt und Tritt dem Einfluß des kleinen Jnselreiches zu entziehen, dessen Stärke auf der früheren Einführung kaviialistischer Wirtschafts- und Herrschaftsformen beruht. Erst in den letzten Tagen meldete der Telegraph, daß wieder einmal ein B o V k o t t japanischer Waren versucht wird. Diese Reibereien mögen für den Augenblick bedentungslos lein und bald wieder verschwinden, aber sie zeigen doch aufs klarste, dass es erneu einheitlichen..Asiatismus" nicht gibt, der für manche Leute eine politische Grösse ist. die ftmerican Line fordert Regierungsschutz. New Zlork� 11� Februar.(Reuter.) Tie American Line teilt mit. ihre Schiffe würden nicht über den Atlantischen Ozean fahren, wenn die Regienmg nicht Bedeckung oder Geschütze und Bedienungs- m annschaften stelle. Zu den Schificn der American Line gehört der Postdamvier St. LouiS, der na» Dtitteilungcn au» letzter Woche bewaffne! und okine die von Deutschland verlangten Schutzzeichen»ach Eng- land fahren wollte.__ Irachtraumnot, Kohlenmangel, Rrdeitslosigkeit. Ein außerordentlicher Mini st errat besprach die außerordentlich schwierige Lage an der O st k ü st e und in Bilbao. Die Frachtraumnot verhindere die Obst- ausfuhr. Die Zahl der Arbeitslose» wächst stetig. Die Hochöfen von Bilbao fürchten, wegen Kohlenmangel feiern zu müssen. Bern. lS. Februar.„TempS" zufolge erhielten die Reeder in Bilbao von englischen Firmen vorteilhafte Angebote auf Schiffs Vermietungen. In der Oeffent- lichleit stehe man der Annahme des Angebotes günstig gegenüber. Vorerst blieben jedoch alle Schiffe in Bilbao, bis ihnen für die lfahrten genügende Sicherheiten gegeben werden. Steigende Schiffsfrachten und Versicherungen in Cette. Bern, 12. Februar. Laut„Matin" sind seit der Der- kündigung deS verschärften U-Boot-Krieges die Gebühren der Schiffsfrachten in Cette uin Alst Proz., die V e r- ficherungStatife von 4 auf 7 Proz. gestiegen. Alle spanischen Schiffe wurden sofort abgerufen. England anlaufen oder— keine Kohle«. Madrid, 12. Februar. Nach Meldungen aus Las Pal- mas(Kanarische Inseln) verweigern die dortigen englischen Firmen den norwegischen Dampfern Storstad und Urjarl, welche beide mit Getreide beladen find, Kohlen, falls die Dampfer nicht Eugland anlaufen. Der Krieg aus üen Meeren. die Sonntagsbeute 25000 Tonnen. Bern, 12. Februar.„Demps" bringt die Lloydliste der versenkte« Schiffe von gestern, die vier englische Dampfer, darunter den bereits gemeldeten Postdampfrr M a r t o l a(82K0 Tonnen), zwei norwegische Schi ff e und drei holländische Segler, insgesamt nngefiihr snnfnndzwanzigtanseud Tonnen anfweist. „Daily Telegraph" gibt den Gesamtverl« st an SchiffSranm vom 7. Februar ans 28941 Tonnen a n. Nach einer Loudoncr Meldung von gestern deS flristiaaiaer „Morgenbladet", die von der„Boff. Ztg." mitgeteilt wird, sollen weiterhin achtzehn englische Schiffe von K9000 Tonnen versenkt worden sei». Ferner berichtet die„V. Z." die Ler- seukung des russischen SflOO-Toaneu-DampferS Cereea, der Kohlen für die frauzöstsche Admiralität geladen hatte. Die „Nation al-Zeitung" gibt eine ZeitnngSmeldung an» Archan» g e l s I wieder,»ach der seit dem 1. Februar fünf russische Schiffe vo»z»sam«en 9400 Tonnen durch U-B-ole oder Minen vernichtet wnrdea. Drei weitere russische Schiffe in englischer(kharter sind al« überfällig ge- meldet worden. Ueber 30000 Tonnen versenkt. Berlin, 12. Februar. Unter den am 11. Februar al« vcrsrnit gemeldeten 10 Dampfern befanden sich außer einem englischen Getrcidedampfer von etwa 7!>00 Br.-R.-Tvnne» drei bewaffnete große Frachtdampfcr und ei» unbewaffneter englischer Frachtdampfcr von 3500 Tonnen. Neu eingegangenen Meldungen unserer U-Boote zufolge wurden ferner versenkt: ein englischer Sdjouer unbekannten Namens von etwa 300 Br.-R.-Toanrn mit Rohgußgranaten, die französische Bark Hoeland(305 Tonnen) mit Salz und Äein, die sranzöfischen Segler Consiante und St. Marie, beide mit Kohlenladungen nach Frankreich, ein abgeblendeter Damp- ser von zirka 4000 Br.-R.-Tonnen, der russische Dampfer Cerera mit 5000 Tonnru Kohlen für die französische Admira- lität, außerdem sieben Dampfer und drei Segler, welch letztere insgesamt 22000 Br.-R.-Tonne« hatten. versenkt. E l i s t i) n i a n(4Ö0Ö Tonnen), englische« S»iff sDaily Tel.). Explorer s7s08 Tonnen),«ngliswer Dampfer(Daily Tel). Xlalmlea f, englischer Dampfer sDaily Tel.). St. R i n i a n(3026 Tonnen), Dampfer auS Glasgow(Daily Tel.). Adelaide<1ö0 Tonnen), englischer Fischdampfcr und drei kleine Schoner(Daily Tel.). Äi a r t h e(1ö4 Tonnen�, französtscher Schoner(TempS). B e n d o r, englischer Leichler(Lloyd). I n v e r l y Ii. englische« Fischerboot(Lloyd). Aiantola(82ö0 Tonnen), englischer Postdampser(Lloyd). 2 a l l a g h(3811 Tonnen), englischer Dampfer. Der Maschinist durch Artilleriefeuer getötet, zwei Mann schwer verwundet, acht nach nenustündiger Bootsfahrt gerettet.(.L.-A.' Rotterdam« Meldung.) der Gamma-Jall unü öie deutsche Regierung. Haag. 12. Februar. Die niederländische Re gierung meldet amtlich: Der Minister deS Aeußeren teilte mit, daß der niederländische Gesandte in Berlin.>vic sein Auftrag eS vorschrieb, sich an die deutsche Regier ting gewandt hat. um Aufklärung über die Vernichtung des niederländischen Dampfers Gamma durch ein deutsches Tauchboot zu erbitten. Tie deutsche Rc- aierung antwortete, daß die V e r n i ch t u n g des genannten BchiffeS in keinem Falle als eine Folge der Erweiterung de« TauchbootkricgeS anzusehen sei. Die deutsche Regierung sagte eine genaue Untersuchung des Falle-5 zu. sobald das betreffende Tauchboot zurückgekehrt fein Werpe.?lußerdem erklärte die deutsche Regierung, daß, wenn sich bei dieser Untersuchung ergeben würde, daß der Bericht über die Vernichtung richtig sei. die deutsche Regierung nicht zögern werde, vollkommene Genugtuung zu geben. Zeinölicher Kriegssthiffverluft bisher S22535 Tonnen. AuS dieser Ziffer, die auf der neuesten Zusammenstellung beruht, ergibt sich, daß seit Beginn deS Krieges an feindlichen Kriegsschiffen mehr Tonnenraum vernichtet worden ist. alS die französische Marine— die drittgrößte der Welt— vor dem Kriege überhaupt an Kriegsschiffen besaß. Taö Mehr beläuft sich auf rund 10000) Tonnen. Hilfskreuzer und Hilfsschiffe sind in der Verlustliste nicht mitgerechnet. Torpeüoboot V H9. Amtlich. Berlin, 12. Februar. DaZ deutsche Torpedoboot V 60 ist, nachdem eS mit eigenen Mitteln seine Seefähigkeit wiederhergestellt hatie, in der vergangenen Nacht a u s D m u i d e n ausgelaufen und heute früh wohlbehalten i n einem deutschen Stützpunkt eingetroffen. Eines unserer Unt«seeb-»te hat am 10. Februar in den H o o f d e n ein franzSsischeS Marinrkampsflugzrug abgeschossen, zerstört und dl« beiden Insassen gefangen genommen. Die Kämpfe bei Serre. Berlin, 12. Februar. In der Nacht vom Sonntag zum Montag tobten heftige Kämpfe zwischen Serre und Ancre. Sechs englische Angriffe wurden unter schweren englischen Verlusten zu- rückgcwiesen. Bereit» am Nachmittag lag aiizerordentlich starkes englisches Feuer auf den deutschen Stellungen nördlich der Ancre, das sich mit Eintritt der Dunkelheit zu heftigstem Trommelfeuer steigerte. Ein Grabenstück bei Serre wurde während der englischen Feuervorbereitung geräumt, ohne daß dies von den Engländern, die besonders heftiges Feuer auf den geräumten Graben richteten, bemerkt worden wäre. Zwischen 0 und 10 Uhr gingen die ersten englischen Sturmtruppen über das verschneite zusammengeschossene Gelände zum Angriff in der Gegend Beaumont vor. Sie wurden blutig zurückgewiesen. Ebenso scheiterten zwei weitere Angriffe, die die Engländer an der gleichen Stelle versuchten. Gegen 11 Uhr wurde ein vierter englischer Angriff öst- lich Beaucourt von einem englischen Bataillon, durch eine große Anzahl von Maschinengewehren verstärkt, vorgetragen. Bei diesem Angriff kam es zu erbitterten Nahkämpsen, wobei ein Offizier und über 30 Mann in deutschen Händen blieben. Der Angriff scheiterte vollkommen. Hierauf versuchten die Engländer noch zwei Angriff« in der Gegend von Serre mit starken Kräften. Etwas nach Mitternacht drangen sie in Schneeanzügcn nach wüten- den Hand�ranatenkämpfen in die deutschen Gräben ein, wurden jedoch durch einen mit großer Wucht vorgetragenen Gegenstoß mit schweren Verlusten an Toten, Verwundeten und mehreren Gefangenen wieder geworfen. Um 4 Uhr morgen? versuchten die Engländer ihren sechsten und letzten Angriff in dieser Nacht. Dieser Angriff brach bereits im deutschen Sperrfeuer zusammen. Tie deutschen Truppen haben sich bei dieser Reihe englischer Angriffe mit bervorragmder Tapferkeit geschlagen und dem Feind außerordentlich schwere Verluste beige- bracht. Englischer Heeresbericht vom 11. Februar: Gestern abend haben wir nördlich von der Ancre eine neue sehr erfolgreiche Operation dmihgeführt. Ein starke» Grabensystrm am Südhang des Hügels von Serre wurde angegriffen und auf einer Front von mehr als drei Viertel Meilen erobert; LlS Gefangene wurden eingebracht, ein« Zahl, die diejenige unserer Gei'amtvcrluste beträchtlich übersteigt. Wir drangen in der Nach: in feindliche Gräben südwestlich von La Bafsee. nordöstlich von Neuve E h a p e l l e und südlich von F a u g u i S i a r t«in. fügten dem Feinde schwere Verluste zu. zerstörten Unterstände und brachten eine Anzahl von Gefangenen ein._ Trommelfeuer am Dojranfee. Sofia, kl. Februar. Generalstabsbericht vom 11. Februar Mazedonische Front. Während dcS ganzen Tages hat der Feind ein ziemlich heftiges Geschütz- und Minenwerfer- feuer unterhalten, welches gegen Abend in«in Trommel- fever auf unsere Stellung südlich vom D o j r a n s« e überging. Gegen 10 Uhr abends ging ungefähr ein Bataillon der Eng- länder gegen unsere Stellung vor. wurde aber von unsercn Truppen mir Bajonett und Bomben angegriffen und blutig zurückgeworfen» wobei eS schwere Verluste an Toten, Verwundeten und Gefangenen erlitt. Viel« tote Feinde liegen in und vor unseren Drahtverhauen. Wir erbeuieten ein Maschinengewehr. Jiifanleriegewehre und andere« Kriegsgerät. Unter den Gefangenen befindet sich ein englischer Offizier. Aui der übrigen Front ziemlich schwach« Artillerietätigkeit von beiden Seiten und Feuerwechsel zwischen Vortruppen. Lebhafte Fliegertätigkeit im Vardartal und längs der ägäischen Küste zwischen Mesta und Struma. Rumänische Front. Durch Geschützfeuer haben wir Ab- teilungen feindlicher Infanterie zerstreut, die auf dem Unken Ufer des St. Georg-Kanals nördlich von Tulcea sichtbar wurden. Die Kämpfe in Mesopotamien. Haag, 12. Februar. Ter„Manchester Guardian" sagt zu den Kämpfen in Mesopotamien: Tie letzten Berichte aus Mesopotamien zeigen, daß dort ein noch ernstes Gefecht im Gange ist. daß Fortschritte jedoch nur schwer zu erzielen sind, und daß wir nicht so rasch vorgegangen sind, wie die etwas unbestimmten Berichte über die Operationen uns Glauben machten. Tie Kämpfe scheinen dort ebenso vor sich zu gehen, wie in Europa. Tie türkischen Heeresberichte von der TigriSfront. Bericht vom 0. Februar: Nach Rachrichten, die infolge Trahtumerbrechung erst kürzlich eingetroffen find, hat a m Z. Februar, südlich vom Tigris ein größeres Treffen stattge- sunden. In der Nacht zum 3. und am Morgen nahm der Feind unsere Stellungen unier heftiges Geschützscuer und griff um 11 Uhr vormittags an. Bei seinem ersten Angriff gelang es dem Gegner. sich eines Teiles unserer ersten Linie zu bemächtigen, er wurde aber dutth unseren Gegenangriff teilweise- zurückgeworfen. Er drang daraus abermals vor, aber es gelang uns. unsere zweite Linie bis auf einen kleinen Bruchteil durch einen heftigen Gegen- angriff wiederzunehmen. Weitere Angriffe am Nachmittag des- selben Tages wurden abgewiesen. Weiter östlich wurde eine Ka- valleriebrigadc nebst Artillerie, welche gegen den Tigris vorzu- dringen versuchte, durch das Feuer unserer Kanonenboote ge- zwungen, den Rückzug anzutreten. Am S. Februar und an den folgenden Tagen Infanterie- und Artillcriefcuer südlich vom Tigris in der Stellung von F e l l a h i c. Bericht vom 1V. Februar: Am 0. Februar griff der Feind nach Artillenevorbereüuna, die bereits am Morgen begann, um 10 Uhr vormittags unsere»tellungen südlich vom Tigris an. Der Angriff wurde unter großen Verlusten für den Feind abgc- schlagen. Bei einem zweiten Angriff des Gegners gelang es anfangs einem einzigen seiner Bataillone, in unsere Linien einzn- dringen, es wurde jedoch durch Handgranaten- und Bajonettkamps wieder aus unserer Stellung vertrieben, und so waren um 3 Uhr nachmittags unsere Stellungen völlig wiedergenommen. Ein feindlicher Flieger wurde durch unser Jnfanteriefeuer zur Landung gezwungen. Bericht vom 11. Februar: Am Nachmittag des 9. Februar griff der Feind unsere Stellungen südlich vom Tigris aiffs neue an. Tie Kämpfe dauerten mit äußerster Heiligkeit bis in die vorgerückten Abendstunden. Nur auf unserem linken Flügel aelana eS dem Feinde. Boden zu gewinnen. Im Verhältnis zu oen Verlusten, die der Feind erlitt, und die nach Feststellungen mindestens drei- oder viermal so groß waren als die unsrigen. Waren seine Erfolge sehr gering. Am Morgen des 10. Februar nahm der Feind unsere Stellungen unter heftiges Feuer feiner schweren Artillerie. ES fand jedoch weder gegen unseren linken Flügel noch gegen unsere Milte ein feindlicher Angriff statt. Drei feindliche Kompagnien, die sich im Schutze des ungünstigen Wetters bis auf 20 Meier unseren Stellungen auf dem rechten Flügel näherten, wurden mit großen Verlusten zurückgeschlagen. » Tie englischen Heeresberichte. Bericht vom 10. Februar: Tie bei unserm Vorrücken am 5. Februar gewonnencn feindlichen Stellungen sind jetzt be- festigt worden. Während der Befestigungsarbeiten wurden mehrere Minen- und Bombenunternehmungen ausgeführt, und die Artillerie beschoß bei mcbreren Gelgenbeiten eine vom Feinde stark besetzte Süßholzfobrik. Zlm 7. Februar wurde bei einer erfolgreichen Kavallerie-Ünternchmnng eine große Menge Korn erbeutet. Am 8. Februar wurde die Offensive wieder aufgenommen und unter dem Schutze schwerer Beschießung ein Teil per neuen feindlichen Fronllinie westlich dcS H a i genommen und angesichts zweier Gegenangriffe befestigt. Weiter westlich drangen wir nach erfolgreichem Bourbenkampf in feindliche Schützengräben ein, die auf einer Front von 1200 DardS gesichert und de festigt wurden. Wäh. rend dieser Unternehmungen trieb unsere Kavallerie auf dem West- ftügcl fe inMicke vorgeschobene Truppen südlich und westlich von Schunran zurück. Berickt vom 11. Februar: In der Rächt vom 9.«ff den 10, Februar haben wir vier türkische Angriffe auf unserem rechten Flügel abgewiesen und unsere Stellung aus dem linken Flügel weiter verbessert. Am Morgen des 10. Februar baden wir die Besetzung der feiiidlichen Gräben durch Angriffe mit Bom- den schnell erweitert: später haben wir nach heftiger Beschießung 500 8)ards der feindlichen Gräben loesllich von der Süßholz- f a b r' k und die Fabrik selbst e r st ü r m t. Dieses Gebäude ist von General T o w n» h e n ö während der ganzen Belagernitg von Kut gehalten worden. Wir machten auch auf dem rechten Flügel stetige Fortschritte. In Ausnutzung der Operationen vom 0. und 10. Fe- bruar haben wir auf einer Front von mehr als 6000 fyards eine neue Linie besetzt und den Feind in einer Tiefe von 800 bis zu 1200 Aards zurückgedrängt. Die Türken haben wieder schwere Ver- lust« gehobt; eine unserer Brigaden ha: mehr Leichen de» Feindes aufgelesen als ihre eigenen Gesamtverluste betragen. * Persische �ront und ttautasusfront. Der türkische Heeresbericht vom 11. Februar meldet: Per- sischeFront. Eine unterer Abteilungen, die nördlich von Ham-i- dan operiert, warf feindliche Kavallerie in nordöstlicher Richtung zurück und machte einige Gefangene. Kaukasusfront. Ein überraschender Angriffsversuch star- ker feindlicher Erkundungsabteilungen gegen verschiedene Punkte unserer Llbteiiungen auf dem linken Flügel zog einen Mißerfolg de» Feindes nach sich, der überall zurückgeschlagen wurde. Nichts von Bedeutung an den anderen Fronten. Die letzte Mehrheit für Drianü. Beru, 11. Februar. Nach zuverlässigen Mitteilungen war im Gegensatz zur Havasmeldung die Mehrheit BriandS bei der letzten Abstimmung in der Kammer über die Kredite der UnterstaatSsekrctariate im Zusammenhang mit der Vertrauensfrage nicht 389 Stimmen, fostdern nur 290.—„L'Heure" und Clömeiiceaus„Hamme Enchain«" machen darauf aufmerksam, daß Briand nicht mehr berechtigt sei, im Namen dcS Landes zu sprechen. Die französische Regierung festigt venizelos. Bern, 11. Februar. Laut„Tempo" hat die französische Regierung die Behörden offiziell angewiesen, mit den Vertretern von Venizelos in Verbindung zu treten. Der Mar- seiller Generalkonsul der Salonikier Regierung wurde aner- tannt. Die Anerkennung der Konsuln in Lyon, Bordeaux und Le Hadre steht bevor.____ Musterung ües Jahrgangs 1918 in Krankreich. Haag. 10. Februar. Havas meldet aus Paris: TaZ Kriegsministerium brachte gestern in der Kanuner einen Ge- fetzcntwurf ein, der es ermächtigt, den Jahrgang 1918 unter die Waffen zu rufen. An der Begründung des Entwurfs wird bemerkt, daß die Tätigkeit der ärztlichen Unterfuchungs- kommifsioncn ainzlS. Marz vollständig erledigt sein muß. so daß also die E i N r e i h u n g der neuen Rekruten in den ersten Tagen deS Monats April stattfinden kann. Ter Gesetzentwurf wird zur Prüfung an die Armeckommission wcitergesondt. Dle Einberufung des Jahrgangs 1917 hatte bereits An-. fang Januar 1916 stattgefunden. Vereinfachung Ser Justiz. Ter Juftizetat im Zlusschuft. Tie Verbandlun�eii bei- StKatSkjau�haltSausichusies de-5 Ab- cie�rdnerenhauses am Montag über den Justizetat brachten eine längere Aussprache über die durch den»Irieg brennend gewordenen Fragen der Justizreform. Ter I u st, z m i>> i st e r regte die Vereinfachung de? Schwur- gericbleverfahrens durch Herabsetzung der Geschworenen- z a K l von zwölf ans sieben an und in Verbindung damit die Ueberweisung �zahlreicher Straftaten von den Schwurgerichten an die Strafkammern. Ebenso würde es sich nach der Meinung des Ministers cinpiehlen. alle Ueber- t r e t u n g e n und auch eine gewisse Gruppe minder b e- deuiungSvoller Vergehen(etwa die mit Strafen bis .%t) M. oder 600 M. bedrohten Vergehen) vom Schöffengericht an den Einzclrichter zu übertragen, während auf der anderen Seite eine Reihe anderer Straftaten der Kompetenz den Strafkammern zu entziehen und den Schöffengerichten zu überweisen sei. Dem Vorschlag, die Besetzung der Strafkammern von fünf auf drei Richter zu der- r.ngern, steht der Justizminisicr an sich nicht unsympathisch gegen- über, er glaubt aber, dag gegen diese Reform in der Oeffcntlichkeit scharfe Opposition sich geltend machen werde, wenn, wie geplant, zugleich zablreiche Verbrechen von den Schwurgerichten an die Strafkammern übergehen. Aber vielleicht laste es sich durchführen, bog wenigstens bei denjenigen Strafkammern, die nur als Berufungsgerichte dienen, die Besetzung um zwei Richter verringen würde, denn hier handle es sich weniger um die fchwierige Ermittlung von Tatbestünden, als vielmehr m erster Linie um die Beurteilung reiner Rechtsfragen. Bei Ueber- uetungeii und kleineren Vergehen würde es sich empfehlen, an Stelle des bisher bestehenden Anklagezwanges das sogenannte Opportunitätsprinzip einzuführen, d. b. der Anklagebehörde zn über- lassen, ob sie Anklage erbeben will oder nicht. Ein nationalliberalcr Redner wünscht, den Schied»- inännern im Privatklagsverfahren größere Befugniste zuzubilligen. um auf diese Weise die Schöffengerichte zu entlasten. Ein Kon- fervativer empfiehlt, auch rückfallige Diebe von Schöffen- gerichten aburteilen zu lagen. Es schade gar nichts, auch den Schöffengerichten die Befugnis zu übertragen, auf Zuchthausstrafen zu erkennen. Auch ein volksparteilichcr Redner fetzt sich für die Vereinfachung des Schwurgerichtsverfahrens und für die Verminderung der Gefchworencnzahl für die Dauer der Kriegszeit ein. Dec� Verminderung der strafkammerrichter von S auf 3 würde er nur unter der Bedingung zustimmen, daß dann zum Schiedsspruch Einstimmigkeit des Richterkollegiums erforderlich sei. Nachdem bin Volksparteilcr Angriffe eines Nationalliberalen gegen die Berliner Notare und Rechtsanwälte zurückgewiesen hatte, er- Horte dar sozialdemokratische Redner, Gen. H a e n i s ch, sich durchaus damit einverstanden, daß der Anklagezwang bei lieber- trclungen umd kleinen Vergehen aufgehoben werde. Ter Anklage- Kwana sollte aber nicht nur für die Daner der Kriegszeii, sondern auch für die kommende Friedenszeit beseitigt und an sein« Stelle das Opportunitätsprinzip gesetzt werden. Jetzt im Kriege sei eS allerdings oft schwer, die notwendige Zahl von Geschworenen zn- sammenzubekommen. Er habe deshalb für die Kriegsdauer nichts gegen eine Verminderung der Geschwocenenzahl von 12 auf 7 einzuwenden. Für den. Frieden aber habe diese Verminderung, die zugleich eine Hcrabdrückung des Ansehens der Geschworenengerichte bedeuten könne, doch ihre irarken Bedenken. Uebcrhaupt. habe aus dan Ausführungen des Minister» die Tendenz herausgeklungen, auch für später möglichst viele Sacken den Schwurgerichten abzu- nehmen und sie reinen Juristengerichten zu übertragen. Das Ge- schworenengericht dürfe nicht preisgegeben werden. Fehle es an Geschworenen, so möge man doch in höherem Maße als bisher Ar- heiter heranziehen. Noch jetzt kämen dem Redner viele Gcschwore- nenlistcn vor Augen, die fast ausschließlich aus Angehörigen der besitzenden Klassen bestehen. Der. Justizministec bestritt dcmaegen- über, daß aus feiner Rede irgendeine Animosität gegen die Laien- gerickte herauszulesen gewesen sei. Der Justiz etat wurde genehmigt. politische Ueberstcht. Ter Arbeitsplan des Landtages. Am Dienstag nimmt das preußische Abgeordnetenhaus seine Plenariitzungeii wieder auf. In den letzten Wochen haben nur Kommissionen getagt und ihre Arbeiten so gefor- dert, daß genügend BcratungSstosf für das Plenum vorhanden ist. In erster Linie soll versucht werden, den Etat diesmal rechtzeitig zu verabschieden. Das wird nur dann möglich sein, trenn das Abgeordnetenhaus die dritte Lesung bis Mitte März erledigt hat, damit dem Herrenhanse noch etwa 14 Tage Zeit zur Etatsberatung übrig bleiben. Ans der Tagesordnung der Dienstagssitzung steht an erster Stelle die zweite und dritte Lesung deS Antrages auf Annahme eines Gesetzenttvurfs de- treffend Steuerfreiheit der Kricgsteuerungs- zulagen. Die verstärkte StaatShaushaltSkommission be- antragt die Annahme in folgender Fassung: Di« aus Anlaß der KriegSteuerung bewilligten Beihilfen und Zulagen der nnmiltelbaren und mitlelbckrcn Beamten, Lehrer, Angestellten und Arbeiter des Reichs, des Staates und der Kom> numalverbände sowie der Geistlichen. Lehrer, Beamten, Angestellten und Arbeiter der Kirchenverbände. Kirchengemeinden und anderer RsUgionsgemeinichaiien und Religionsgememden sind frei von Staat»- und Gemeindesteuern. Die sozialdemokratische Fraktion hat hierzu «inen Zusatzantrag gestellt, wonach auch die während des Krieges den Angestellten und Arbeitern privater Betriebe von deren Besitzern bewilligten laufenden und ein- maligcn Teuerungszulagen frei von Staats- und Gemeinde- steuer sein sollen. Die verstärkte Staatshaushaltskommission hat diesen Antrag gegen die Stinimen der Sozialdemokraten, Polen, Fortschrittler und Nationalliberalen abgelehnt. Im Anschluß daran soll die zweite und dritte Beratung des Gesetzentwurfs über weitere Beihilfen zu Kriegs- wohlfahrtsausgaben der Gemeinden und Gemeinde- verbände vorgenommen und dann mit der zweiten Lesung des Etats des Ministeriums des Innern begonnen werden. In Perbindung hiermit steht zur Debatte die Petition deS Rcichsverbandes der deutschen Presse in Berlin unr B e- schränkung der Zensur polirischer Meinungs- äußerungen und Nachrichten, sowie zwei Anträge der Staats- baushaltskommiisionen, von denen der eine die Regierung ersucht, zur Föroerung von Säuglings für sorge- stellen besondere Mittel in den nächsten Staatshaushalts- plan einzustellen und zur Unterhaltung von SäuglingS- fürsorgeftellen Beihilfen zu gewähren, während der andere die Regierung aufsorderk, bei den Beratungen über die Be- Völkerungspolitik die Beibehaltung der Reichs- w o ch e n h i l f e in Erwägung zu ziehen. Kriegsteilnehmer und Dreiklafsentvahlrecht. Ter...Kreuzzeitung" ist das von uns gebrachte Zitat ihres einstigen Chefredakteurs Hermann Wag euer zum preußischen Wahlrecht sehr unangenehm. Wie zu erwarten, findet sie nicht den Mut, den Ausspruch Wageners, wozw wir sie aufforderten, wörtlich ihren Lesern vorzusetzen. Sie redet vielmehr mit folgenden Sätzen darum herum: Ter„Vorwärts" hat Aeußerungen des einstigen Chcfredak- teurs der„Ärcuzzcitung" Hermann Wagener aus dem Jahre 1866 ausgegraben, in denen er im Abgeordnetenhause das allge- meine Wahlrecht in Preußen als das notwendige poli- tische Korrelat der allgemeinen Wehrpflicht bezeichnete. Liberale Blätter drucken ihm da» triumphierend nach. Wir könnten sie aus die Stellungnahme verweisen, die sehr gute und angesehene Liberale im konstituierenden Reichstage gegen das allgemeine Wahlrecht eingenommen haben, und behalten uns vor, das gelegentlich zu tun. Heute sei dem„Vorwärts" nur kurz erwidert, daß die allgemeine Wehrpflicht ja inzwischen durch daS allgemeine a�l e i ch e Wahlrecht im Reiche, wo über die Frage der Landesverteidigung und die Ausbringung der Mittel für sie entschieden wird, ihr Korrelat gefunden hat. Zu- dem aber können alle politischen Fragen selbstverständlich nur unter den Verhältnissen ihrer Zeit beurteilt werden. Bon 1848 bis zu den im Jahre 1866 eingetretenen Wandlungen konnte die Arbeiterschaft als Gegengewicht gegen das stark demokratisch ge- sinnte Bürgertum in Betracht kommen. Man weiß, daß Bismarck aus diesem Gesichtspunkt heraus der Bewegung LasialleS eine gewisse Begünstigung hat zuteil wenden lassen. Darin ist in dem kalben Jahrhundert, das seitdem verflossen ist, eine gründ- liche Wandlung eingetreten, und unter den heutigen Verhält- nissen würde sicherlich auch.Hermann Mayener nicht für da? allgemeine Wahlrecht schwärnten und seme Einführung in Preußen fordern. Die„Kreuzzeitung" hat den Kern unseres Streites ver- gessen oder sie stellt sich zum mindesten so. Sie hatte das preußische Wahlrecht als gerecht gepriesen, weil es das Wahl» recht des einzelnen seiner Leistung für den Staat an- passe. Daraus hatten wir gefragt, ob man jetzt, nach zwei« einhalb Jahren Weltkrieg, wirklich, ohne schamrot zu werden, die Leistung für den Staat nach dem Geldsack bemessen wolle. Die Kriegsteilnehmer müßten solche verächtliche Einschätzung ihrer Leistung als Schlag ins Gesicht emp- finden. Diesen Hinweis auf die Kriegsteilnehmer rechnete uns die„Kreuzzeitung" als„plumpe Demagogie" an. Daraufhin stellten wir der„Kreuzzeitung" einen zweiten „plumpen Demagogen" in der Gestalt ihres einstigen Chef- redakteurs.Hermann Wagener vor. der 1866 das gleiche Wahl- recht für die Helden von Königgrätz reklamierte und es als Ungerechtigkeit hinstellte, daß ein mit dein Militär- kreuz geschmückter Krieger iveniger Einfluß haben solle, als irgendein Gewürzkrämer. Diesen von den Kriegs- t e i l n e h m e r n handelnden wichtigsten Satz des Wagener- schcn Ausspruches hat die„Kreuzzeitung" bezeichnenderweise vollkommen sortgelassen, und genau ebenso verfährt, was auffällig ist, die„Deutsche Tageszeitung", die gleichfalls diese Sache behandelt. Dieses übereinstimmende zaghafte Ver- schweigen des entscheidenden Satzes beweist doch, daß man sich aus konservativer Seite der Schtväche der eigenen Position vollauf bewußt ist: man weiß auch dort sehr gut, daß die Goldleistung, aus der das Drviklaisenwahlrecht beruht, ver- schwindet neben der Blut- und Opserleistung des Kriegs- teilnehmers, und daß dieses Mißverhältnis zum Richtschwert dieses Wahlrechtsmonstrums werden mutz. Ein falsches Gerücht. Unter der Uebsrschrift„Ein sozialdeniokratischer Partei- tag?" schreibt das„Berliner Tageblatt" in seiner Montag- Abendnummer: Die sozialdemokratische Parteileitung plant, wie wir hören. die Einberufung eine» Parteitage» in allernächster Zeit. Sie hält die Auseinandersetzung mit der Arbeitsgemein- fchasi für unvermeidlich und dringlich. Die erforderliche Zu- stimmung der Behörden zur Veranstaltung eines öffentlichen Parteitages gilt für wahrscheinlich. Die Spaltung der Sozial- demokratie in zwei Parteien würde damit endgültig werden. Von einem solchen Plan ist beim sozialdemokratischen Parteivorstand, wie uns dieser auf Anfrage ausdrücklich be- stätigt, nicht das mindeste bekannt. Eine Ansein- anderfetzung mit der Arbeitsaemeinschaft wäre auch des- wegen gegenstandslos, weil diese ja, wie ihr Ausruf beweist, bereits zur Spaltung der Partei geschritten ist. Ei» Amtsrat als Wucherer. Mit cinem ungewöhnlichen Fall von KriegSwuchcc haite sich di« Königsberg«! Strafkammer zu beschäftigen. Als ein Beauftragter der Stadt Pillau bei dem AmtSrat WiegerS in Neuendorf W ruckt» kaufen wollte, forderte die Frau Wiegers für den Zentner sechs Mark. Sie wurde darauf aufmerksam gemacht, daß der Höchstpreis L.ö0 M. betrage, worauf die Patriotin erklärte:„Unter 6M. verkauft mein Mann keine W rucke ii und im Frühjahr wird der Preis noch höher sein!" Später wurde auf Probe von AmtSrat Wiegers ein Zentner Wrucken gekauft und es mußten sechs Mark bezahlt werden, woraus Anzeige wegen Wucher? erstattet wurde. Der Staatsanwalt beantragte 5000 M. Geldstrafe, er nannte das Ver- halten des AmtSrats als unpatriotisch; eS zeuge von Habsucht. Die Strafkammer schloß sich dem an und erkannte auf 3 00 0 M. Strafe,_ Das Vaterland in Gefahr. In der angeblichen Zurücksetzung der Gelben bei der Be- setzung der auf Grund des Hilfsdienstgesetzes errichteten Aus- schüsse erblicken„Deutsche Tageszeitung" und„Verl. Neueste Nachrichten" einen Bruch des Burgfriedens. Namentlich letzt- genanntes Blatt unternimmt es, die„hohen Verdienste" der nationalen Arbeiter hervorzuheben und behauptet, es würde gegen politische und nationale Vernunft verstoßen, wie auch gegen die Pflicht des Kriegsamts zur Unbefangenheit, wenn den Gelben nicht die gleichen Rechte eingeräumt würden wie den Mitgliedern der Gewerkschaften. Außerdem hoben die Gelben am Sonilabend in Berlin eine Tagung abgehakten, zu der sie sich als Referenten den Pastor Richter aus Königs- walde in Sachsen kommen ließen. Der Verbandssekretör der Gekbcn. Dr. Nathansohn, forderte eine Vertretung der Ar- bester in den Hifsdienstausschüssen, um die—„Arbeiterinteressen" wahrnehmen zu können. Keine Begnadigung wegen Wuchers. An die Justizbehörden der Bundesstaaten gelangen zahlreich« Gesuche von Personen, die wegen Wuchers rechtskräfrig verurteilt worden sind, um Erwirkung des«traferlasses oder der Umwandlung von Freiheiisstrasen in Geldstrafen im Wege eine» Gnadenaktes. Diese Gesuche werden, wie die„Krzzig." meldet, von allen Justizbehörden ausnahmslos abgelehnt, da bei Bestrafungen wegen Wuchers Begnadigungen grundsätzlich nicht erfolgen.— Das fehlte noch, daß man diese Leute auch noch begnadigtl Ruhm de» Toten— wehe de» Lebenden! Bisher war nur da» ielegraphisch gemeldete Ergebnis bekannt— die Ablehnung deS im ungarischen Abgeordnetenhause ge- stellten Antrags auf Verleihung des Wahlrechts an alle Frontkämpfer. Den ausführlicheren Berichten der österreichischen Presse ist zu entnehmen, daß jener Antrag als Zu- satz zu dem Gesetzentwurf auf Verewigung des Andenkens der Gefallenen— Artikel I. rühmendes Gedenken, Artikel II Denkmäler der Gemeinden— gestellt war. Die Oppositionsredner forderten. daß man über der Ehrung der Gefallenen nicht die Pflicht gegen die Ucbsrlebenden vergesse, damit eS nicht heiße:„Ruhm den Toten— wehe den Lebenden'" Ministerpräsident Graf TiSza antwortete unter andorm. man solle sich in- mitten der großen seelischen Spannung des Kriege» selbst durch die edelsten Gefühle nicht hinreißen lassen; das allgemeine Wahlrecht würde den nationalen Charakter Ungarns gefährden usw. TiSza sagte sogar, ein Kind, daS feinen Kameraden auS Wassernot rette, zeige doch auch Heldenmut— aber fei cS deshalb reif für da» Wahlrecht Z! Tie Kinder Ungarns werden ihren Vater TiSza nicht recht dersiehen... Bei der Abstimmung fanden sich nur 122 Re- gierungSleute(gegen 75 Oppositionelle) bereit, den Antrag abzu- lehnen. Ein gewaltiger Teil der Mehrheit ließ TiSza im Stich. » Zur selben Angelegenheit meldet noch ein Telegramm aus Budapest vom 12. Februar: Die Frage der Reform des ungarischen Wahl- rechts ist nunmehr in den Vordergrund getreten. Trotzdem der Antrag deS katholischen VolkSparteilerS Stephan Rakovzky, daß alle Kriegsteilnehmer das Wahlrecht erhalten sollen. abgelehnt wurde, läßt die Opposition die Wahlrechts- frage nicht zur Ruhe kommen. Im Abgeordnetenhause sagte Graf Theodor B a t t h h a n y von der Karolhi-Partei, eS sei eine Unmöglichkeit, daß Graf TiSza, der Träger deS KarltruppenkreuzeS sei, die Konstitution aus den Hallen des Abgeordnetenhauses ver- treiben wolle. Der oppositionelle Abgeordnete Stephan Szabo for- derte, daß alle diejenigen, die gut genug waren, ihr Leben für das Vaterland in die Schanze zu schlagen, das Wahlrecht erhal- ten müßten. Auch der konservativ gefärbte Ex-Ackerbauminister Baron S e r e n y i erklärte sich für die Ausdehnung des Stimmrechts, zumindest müsse die soziale Lage der Krieger gesichert werden. Die berliner Gewerkschaften unö öle Lebensmittelversorgung. Der Ausschuß der Gewerkschaftskominission hat bei den zuständigen Behörden Schritte getan, um eine allge- meine Erhöhung der Lebens in ittelrationen für die gesamte Bevölkerung zu erreichen. Tie Betreibung dieser Äugelegenheit wurde in die Hände einer Kommission gelegt, die aus den Genossen Glocke, K ö r st e u und S i e r i n g besteht. Diese Kommission wohnte kürzlich einer Sitzung bei, an der der Reichskanzler. der Präsident des Kriegsernährungsamts sowie andere Ver- treter von Reichs- und Staatsbehörden und die Oberbürger- Meister von Berlin und den Vororten teilnahmen. Ueber den Verlaus dieser Sitzung wurde gestern abend in einer Versammlung der Gowerk'chaftskommission Bericht erstattet. Die Vertreter der Gewerkschaften haben in der Sitzung mit den Behörden ihre Forderung damst begründet, daß stwi� den jetzt stgwährten Rationen große Schichten der großstädtischen Arbesterschast etne zu knappe Ernährung hätten. Die Vertreter der Behörden erkannten an, daß sich die großstädtische Bevölkerung tatsächlich in einer Notlage besindet und gaben die Versicherung ab, Abhilfe zu schassen, soweit dies möglich sei. Den Vertretern der Gewerkschaften wurde die Zusicherung gegeben, daß für die n ä ch st e n drei Wochen je 166 Gramm Fleisch pro Kopf mehr als bisher gegeben werden sollen. Inzwischen würde der Bestand an Kartoffeln festgestellt sein. Hoffentlich wird es sich ermöglichen lassen, die Kartoffelration vom 1. März ab wieder aus 7 Pfund pro Kopf und Woche zu er- höhen und dadurch die von den Gewerkschaftsvertretern auf- gestellten Mindestforderungen zu erfüllen. So werde mau über die schwierige Zeit hinwegkommen. Die gestrige Versammlung nahm den Bericht der Koni- Mission entgegen. An der Diskussion beteiligten sich u. a. Vorstandsmitglieder der größeren Gewerkschaften, die zum Ausdruck brachten, daß die gegenwärtigen Ernährungsver- haltnisse die große Unzufriedenheit unter der Arbeiterschaft begreiflich machen. Man hone deshalb, daß die gegebenen Versprechungen erfüllt würden. Lette Nachrichten. Sie telegraphieren sich Mut. Berlin, 12. Februar. Der britische Funkspruch Carnarvon vom 12. Februar 1917 bringt eine Meldung der„Dundah TkmeS". die sagt:„Deutschland hat eine voll« Woche lang Amok gelaufen, seine U-Boote haben jedes Schiff versenkt, das ein Zial für seine Torpedos bot; wir können jetzt sicherlich die Möglichkeit des Erfolges seines verzweifelten Spieles einsehen. Es braucht seine Zuflucht nicht dazu zu nehmen, um uns zu überzeugen, daß die neue Politik jetzt schon ein gewisser Fehlschlag ist. ES mutz daran erinnert werden. daß. als zuerst die Piraterei begann, sie nur in den ersten Tagen erfolgreich war; sie verminderte sich aber, als in den folgenden Tagen die Abwehrmaßregeln besser wurden. Notiz des W. T. B.: Die englische Presse tat« gut daran, in bczug auf die Erfolge des uneingeschränkten U-Boot-Krieges nicht den Propheten zu spielen. Die jetzt bereits vorliegenden Ziffern über versenkte Tonnage und die gewaltige Störung des ganzen Schifssbetriebs innerhalb de» Sperrgebiets reden ein« beut- l i ch e r e Sprache, als die Worte der„Sunday Times", hinter denen sich eine gewisse Angst nur schlecht verbirgt. Wenn übrigen» in früheren Phasen des Seekriegs die Erfolge der U-Boote nach einem gewissen Zeitabschnitt nachließen, so ist aller Welt bekannt, auf welche Hemmungen dies zurückzuführen war. Hemmungen, die aber beute nicht mehr bestehen und zu der besten Hoffnung b«. rechtigen, daß auch die„Sunday Times" bald umlernen und die Gefolgschaft der„Morning Post" antreten werden, die soeben erst eine klägliche Jeremiade über die eventuell katastrophalen Fo l g e n des U-Boot-KriegeS herübertönen ließ. Neue Versenkung. Londi«, 13. Februar. Lloyds meldet, daß der englische Dampfer Netherlee(1227 Br.-Reg.-Tonnen) versenkt wurde. Gewerkschaftliches. $in Huf nach dem Dienstbuch mit dem Silde. Tic Unterstellung der Dienstboten oder Hausangestellten unter die Gestndeordnung wird von allen verständigen Leuten als ein abänderungsbcdiirftigcr RccbtSzustand betrachtet. Und von den Arbeitervertrctern wird seit Jahren in den Parlamenten der Kampf für Beseitigung dieser Auönahmo stellung der Dienstboten geführt. Jetzt wird vielfach die Erwartung gehegt, daß nach der Kriegszeit, die mit manchen Vorurteilen aufgeräumt hat, die Gesindcordnungcn vcv schwinden und die Hausangestellten unter dasselbe gewerb lichc Recht gestellt werden, unter dem die gewerblichen Arbeiterinnen leben. DaS Dienstbuch muß— namentlich für großjährige Personen— als eine völlig unnötige Kontroll einrichtung angesehen werden, zumal auch die Eintragungen mancher Dienstherren bei der Lösung des Dienstverhältnisses Anlaß zu polizeilichen und gerichtlichen Streitverfahrcn geben. Während so für viele die Zeit nicht mehr fern erschien, in der die Gesindeordnungen gänzlich verschwinden sollten, behauptet jetzt jemand, die KriegSzcit habe ihm insbesondere eine Verschärfung der Kontrolle für die Dienstboten gelehrt.„In der„National-Zeitung" hat ein Dr. Robert HeindI*Dresdcii mit viel unnötigem Fleiß eine Anzahl kriminalistische Fälle von Dienstboten zu einem Artikel zusanimengetragen und diesen mit der sensationellen lieber schrift versehen:„Wie sckützt man sich vor verbrecherischen Dienstboten?" um als Quintessenz seiner langen Untersuchungen zu verlangen, daß der Dienstherrschaft über die Vorstrafen der Dienstboten von der Polizei Auskunft erteilt werden solle, und daß jetzt im Kriege, da die TicbeS Welt ihr goldenes Zeitalter lebt. mit Recht verlangt werden könne: ein Dienst- buch mit Photographie. WaZ die KriegSzcit doch nicht alles für sonderbare Käuze gebiert!— Daß die Diebeswelt jetzt ihr goldenes Zeitalter lebt, wußten wir nicht. Die Kriminalstatistik im allgemeinen zeigt keine steigende Tendenz. AuS einer Handvoll kriminali- stischer Fälle, in denen sich Dienstboten gegen Eigentum und Leben der Herrschaften vergangen haben, allgemeine Schlüsse zu ziehen, ist nicht erlaubt. Daß es unter den Dienstboten auch Verbrechernaturcn gibt, dazu bedurfte eS nicht erst der Beweisführung dieics Herrn Doktor; solche Veranlagungen soll es bei Personen aller Stände geben. Warum fordert Herr Dr. Heindl nicht auch für andere Stände, bei denen sich in einer Reihe von Fällen Eigentumsvergehen leicht nach weisen lassen, Legitimationen niit Photographie? Herr Dr Heindl dürfte mit seinem Borschlag kein Glück haben. Er hätte sich seine kriminalstatistische Arbeit ruhig sparen können Wer den Dicnstbotenberuf ernsthaft heben will, muß zur Forderung der Abschaffung der Dienstbücher kommen. Handlungen hat die Branchenkommission die Branchenbersamnckung einberufen. Alle Redner sprachen sich in der Diskussion für Festsetzung eine- höheren Mindestlobns der Einsetzer aus, bei dem die Teuerung«- Zulage nichl einzuschließen sei. Einüimmig wurde beichlosiem daß bei den Verhandlungen mil den UincrneKmeru ein M i n d e st st un b e n l o h n von 1.10 Dt. ohne jede Einschränkung für die Einsetzer zu fordern sei. Gesundheitszeugnisse vor der Eheschließung. Veutsivea Reich. Für de» seihen Burcauschluß ist der Verband der Bureau ongestellre» lTitz Berlin O 27) bei der Reichsregierung eingetreten Durch eine Bundesratsverordnung toll bestimml werden, daß olle Bureau», namenltich die der RechiSanwälte und Notare, eine Stunde vor dem örtlichen Ladenschluß, mindesienZ um 6 Uhr abend» zu schließen find, ohne daß die tägliche Arbeitszeit ach: Siunden über schi eilet, Her Bei band weist aus die schwierigen Bcrhätlnrh'e hm. die fich immer schärfer herausbilden, wenn den Bureouangefielllep, besonder» den alleinstehenden� Ängeiiellletr' und derr sehr zahtreichen erwerbstätigen Frauen, nicht mebr Zeit und Gelegenheit bleibt, für sich und ibre Familie die notwendigen Einkäufe und Beiorgungen zu erledigen; mich auf die damit verbundene Ersparnis an Heiz Material und Beleuchtungsmittel wird hingewrescn. Verlin and Umgegend. Erhöhung der Kriegsunterftüvnng für die Familie« städtischer Arbeiter in Berti«. Die Familien der im Feld- siehenden städtischen Arbeiter Berlin» erhalten zur allgemeine» Äriegsumerstützimg, die Reich und Gemeinde zahle», einen Lobniuschuß. Ter Gesamtbetrag an Krieg» Unterstützung und Lohnzuschuß ist für die Frau aus 50 Proz. und für jede- Kind unter 16 Jahren aus je b Proz., insgesamt aber nicht mebr als 7S Proz. de» Arbeitslohnes bemefien, den der im Felde srehende Ernäbrer bezogen Hot. Je höher nun die allgemeine KliegSunlerstützung stieg, um io niedriger wurde natürlrch der Lohn zuichuß, den die Stadt zu leisten hatlc, um die 50 beziehungsweise 75 Proz. de» Lobne» zu erreichen. Eine Milderung fand indessen dadurch statt, daß die bisher voo der Stadt an die in Arbeit fiebenden städtischen Arbeiter bewilligren allgemeinen Teuerung«. zulagen zum FriedenZlobn mit hinzugerechnet wurden. wo- durch auch die Gelamiunterstützung der'Familien eine ent- sprechend« Erböhung erfuhren. Der Verband der Ge rn e i n d e- und Staats arbeiter Halle auch anläßlich der letzten, am 1. Dezember v. I. erfolgten allgemeinen Teuerung« zutage an de» Magistrat den Antrag gestellt, den Kriegeriraucn der städtischen Arbeiter diese Teuerungszulage, analog den irüheren, so Wohl wie die Erhöhung der Reichsunteistützung zu gewähren. Der Magistrot bat, wie wir erfahren, dielen Antrag nur zmn Teil, und zwar miosein berücksichrigl, daß den Familien nur die er höhie Rcich-Zunlerstützung zugute kommt. Sie bekommen die volle Erhöhung aber auch dann ausgezahlt! wenn dadurch die Geiamtunierftützung den Betrag von 50 bezw 75 Proz. de« Lohne» einichtießli» der hüberen Teuerungszulagen übersteigt. Die Familien haben demnach für die Frau 5 M. und sür jede» Kind unter 16 Jahren 2 50 M. pro Monat ab I. November nachgezahlt zu erhalten. Besonder» bedüifliaen(namentlich kinderreichen) Familien kann auch eine Mielsunlerslützung gewäbrr werden. Von dieser waren die Familien städtischer Arbeiter bisher auSgeschlosten. Tie Einsetzer zur Festlegung eines Mindeststuudenlohns. Nach den zentralen Verhandlungen>n der Holzindustrie soll in den Städten, in denen ein Mindestlohn noch nicht sestgelegt ist, die Festlegung eines solchen nachgebolt werden. Zu den Städten gehört Berlin! In den Berhandlungen wurde auSgeipiochen. daß sür Berlin ein Mindeststundenlobn von 00 Pf. einschließlich der Teuerung»- zutage.in Aussicht zu nehmen wäre. Bor einiger Zeit har sich nun die Berliner OrtSverwallung de» Holzarbeiterverbandes mit der Frage beiaßt. Eine Vranchenveriammlung der Einsetzer, die am Soiiniag stallfand, beschästigte sich mit der Angelegenheit. Der Blanchenobmann betonte in seinem einleitenden Referat, daß für die Einsetzer ein Mmdestlobn von 90 Pf., noch dazu einschließlich der Teuerungszulage, äußerst gering sei. In Betracht zu ziehen wäre, daß die Mehrzahl der Berliner Einsetzer schon vor dem Kriege nicht umer 90 Pf. gearbeitet hätten Nun werde aller- ding» geiagl. ein Mindestlohn sei der Lohn, der beim Eintritt in ein Arbeitsverhältnis mindestens gezahlt werden müsse. Es wäre ober zu veochten, daß bei einer etwaigen i'päleren Äenderung der PreiSverbällniste auf dem LebenSmittelmarki die Unternehmer der- kommen kviinien und die Te»er»ng»zlilage vo» dem Mindestlob» abrechnen. Das würde ein Riickichrirr fem qeaenüber den Lobn- Verbältnisten vor dem Kriege, wen» rür die Einsetzer ein Mindest- lodn von nur 90 Ps einichließlich der Teueiungsmlage feitgesctzl werden würde.— Zur Erörlerung der Frage und der Feststellung «ine» Vorschlags für dir mit den Unternehmern bevorstehenden Ter- Auf Einladung einer Anzahl medizinischer, sozialpolitischer und sozialhygienischcr Vereine fand am 6. d. Di. in der Landwirtschaftlichen Hochschule eine Aussprache über die Frage des Austausches von Gesundheitszeugnissen vor der Eheschließung statt. Ausgehend von der in den letzten Jahren vor dem Krieg allgemein beobachteten Tatsache des Geburtenrückgangs und von den un- geheuren Blutopfcrn des Krieges, betonte der einleitende Redner, E-tabsarzt Dr. Christian von der Zentralstelle für Volkswohlsahrt, daß eine Erhöhung der Geburt cngualität durch Verbesserung der Auslese dringend zu erstreben und für diese Aufgabe die Mithilfe des rosicnhygienlsch gebildeten Atztcs nouvendi,; sei. Nach einem Hinweis auf die jüngere itordantcrikanische und schwedische Gesetzgebung dieser Art, legte der Bortragende seine eigenen Vorschläge dar; er empfiehlt einen Zusatz zum Personellstandsgesetz, wonach jeder Ehe- bewcrber vor der Eheschließung ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis beizubringen habe, daS dem anderen Teil vorzulegen und dann mit einem Vermerk über dessen Kenntnisnahme zurückzugeben sei, im übrigen aber jeder die volle Freiheit der Entschließung behalte; das GesundhcüszcugniS solle im einzelnen darüber Auskunft geben, ob körperliche Fehler, Anzeichen von Geistes- oder Nervenkrankheiten. von Vergiftungen(Alkohol, Blei, Morphiums oder von übertragbaren Krankheiten, besonder« Geschlechtskrankheiten vorlägen, die die Er zeugung einer gesunden Stachkommcnschaft unmöglich oder unwahr cheinlich machten, und ob daber von der Ehe abzuraten sei. Von solchen, vorerst kein Eheverbot darstellenden Gesundheitszeugnissen erwartet der Vortragende unmittelbar eine Jurückdrängung der Fortpflanzung Minderwertiger, mittelbar die Aufklärung der weite rc.»e'-ei e über die Gebote der Rasscnhygicne und die Schaffung einer Grundlage für weitergehende Maßregel»«. Bei der Abwägung des Für und Wider dieser Vorschläge war der Redner rocht glücklich m der Polcniik. gegen diejenigen seiner Gegner, die wegen der zu erwartenden Geburtenmindcrung s-flche Maßnahme bekämpfen. Weniger ubcrjjcugeiü) klangen seine Ausführungen gegenüber denen, die nicht eme Geburtenminderung, wobl aber, im Zu- smnmenhong mit der alsdann noch zu erwartenden Ausbreitung des unehelichen Geschlechtsverkehr», eine wachsende Zahl der unehelichen Kinder und damit sogar eine Qualitätsverschleckiterung befürchten und schließlich auch die Ilnzulänglichkcit der ärztlichen Untersuchung für ihre ablehnende Ansicht anführen. Diese Punkte wurden denn auch in der auf das Referat folgenden Aussprache von den Rednern und Rednerinnen, die nur zum Teil den Borschlägen des Referenten bei stimmten, betont. Besonders Professor Blaschko, als Vorsitzender der Deutschen Gesellschast zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten wies für fein Spezialfach darauf hin, daß ein Zeugnis nur auf Grund ganz eingehender Untersuchung Wer: habe, daß im übrigen aber nach dem gegenwärtigen Statche der Wissenschaft selbst die ge. naueste Untersuchung me'st nur negativ da» Fehlen von Krankheils- merkmalen zur Zeit der Untersuchung beweise, aber nickt positiv den Nachweis der Gesundheit erbringen könne. Auch wies er an der Hand der Statistik auf den engen Zusammenhang der vorliegenden Frage mit den Problemen de» unehelichen Geschlechtsverkehrs hui und betonte, daß noch seiner Ansicht, der auch Frau Schreiber von der Gesellschaft sür� Mutter- und KindeSrecht und Fräulein Dr. Stöcker yom Bund sür- Mutterschutz beitraien, die Aufklärung aller Volks» kreise über die Bedeuttma der Gcfnudkest äkS-ÄlvrouSsetzung der' Eheschließung und Fortpflanzung an- erster Stelle stehe. Die Einführung von Gesundheitszeugnissen dürfte in der Tat eine sehr zweischneidige Waffe.. im Kamps gegen die Verschlechterung der Rasse sein. Viel wichtiger dürste es sein, wie Blaschko hervorhob, das allgemeine Verständnis für die Bedeutung der Gesundheit in der Ehe zu wecken. Wird dieser Gedanke durch Schule, Fortbildungsschule und die freiwillige Bolksbildungsarbeit unablässig in die Gemüter der Jugend und damit der künstigen Eltern eingepflanzt und so all mählich Allgemeingut deS ganzen Volkes, dann wird das Gesundbeits- zeugnis mit der Zeit ein Bestandteil der sozialen Moral, eine selbst- verständliche Voraussetzung jeder Eheschließung werde»; zugleich aber wird auch das Erfordernis der Gesundheit ein bedeuffamcr Faktor im freien Geschlechtsverkehr werden und das Gefühl für die eigene fittkiche Verantwortlichkeit gegcnübtzr dem anderen Teil und dem künftigen Geschlecht steigern. Immerhin ist cS erfreulich— und das betonten auch die verschiedenen Redner des Abends—, wenn durch jene Aussprache die Aufmerksamlest der Ocffentlichkeit auf das über aus wichtige Thema der Gesundheit der Ehe gelenkt und so der Boden für weitere Erörterungen dieser Frage geebnet worden ist. die Aktie. Der Gewinn ist scheinbar von 9,8 Millionen Mark auf 5,5 Millionen Mark zurückgegangen. Aber der Rückgang ist nur scheinbar, weil im Vorjahre oV Millionen Mark von dem Reingewinn für Kricgssleucr abgesetzt worden sind, während in diesem Jahre der für die Kriegssteuer entfallende Beirag überhaupt nicht mitgcleilt wird. Für die Umstellung der Betriebe auf die Fric- denstätigkeit werden 10 Millionen Mark(im Vorjahre 0) reserviert. Die Abschreibungen sind von 8,15 Rillionen Mark auf 7,32 Millionen Mark erhöht worden. Soziales. Invalidenrente»ach Betriebsunfälle». Wird ein Arbeiler lediglich durch einen Belriebsunfoll mehr al» 6C-/3 eiwerbsbeschräiill, dann erlisch! domi! nickt grundsätzlich das Rcchl, neben der Unfallreme auch die Jnvaiidenreiitc zu be neben. Diese ist vielmehr zu zahlen, bis die Un'allrente fengeietzt ist. Stelll sich dann heraus, daß die llmallrente höher ist a!S die Invalidenrente, was zumeist der Fall sein wird, dann ruht die Invalidenrente. Ist diese aber boher als die Unfallrenle, dann iommt der die Ilnsollrcnte übersteigende Teil der Invalidenrente auch zur Ausiahlung. Ist die Invalidem enie sür eine Zeil gezahlt werden, für die der Arbeiter einen Am'piuch am Unfallrcnie balle, so kann die Versicherungsanstalt ais Eriatz die Unfallrenle be- anspluchen. Ties gilt auch bei Heilauslallspflege, die der Träger der Uiiiallversichei uiig gewäbrt. Noch dem Geietz baben diese Träger das Recht, an Stelle der Krankenkassen, denen die Leistungen wäh- rcnd der ersten dreizebn Wochen nach dem Unfall obliegt, die Heil- bchandlung zu übernehmen. Sie können dann auch Heilanstaltspflege anordnen. Während der ersten dreizehn Wochen»ach dem Unfall besteht kein Anspruch auf Unfallrenle. Ist der Arbeiter durch den Unfall Invalide geworden, bal er während dieser Zeit stets vollen Anspruch aus Jnvalidcnteme. Tieicr wird, wie das ReichsversscheiungSanlt entschieden hat, auch nicht dadurch beseitigt, daß die Berussgcnosien- schafl anstelle der Krankenkasse während der ersten dreizebn Wochen eine HeilanstaltSpflege angeordnet bat..Diese Fürsorge für den Verletzten seitens der Berufsgenosienschafl während der ersten drei- zehn Wochen unlerliegt ciiiinal ihrem freien Ermessen und sie schlreßt ferner nickt ei» AnerkennlniS ibrer EnlicködigungSpflickt in sich. Ruch kann die BerufSgenosienichast'ür diese freiwillige Leistung nach Moß- gäbe deS K 1513 Abi. 2 der R.V.O. Eriatz ihrer Aufwendungen von der Krankenkasic beanspruchen." Während der eisten dreizehn Wochen ist also bei Unfällen, die die Invalidität deS Verletzten zur Folge haben, sicl« die volle Invalidenrente zu zahlen. Unterstützung kricgsgetrauter Ehefrauen. In bezug auf die Unterstützung kriegsgetrouter Ehefrauen ist neuerdings ein benierkenswerter Erlaß des Regierungspräsidenten rn Potsdam ergangen. Tie UnterstütztingSkonimiision eines Berliner VororiS halte sich auf den Etondpunll gestellt, daß nach§ 3 der Verordnung vom 21. Januar 1916 ein An'pruch auf Kriegssamilien- linlerssüyung in der Regel nicht besieht, wenn trotz der Einberufung de» Heerespflichtigen seine Familse am Einkommen keinen Aussall erleidet, und daß dies in der Regel ber kriegSgetrauien Ehefrauen Wegen Aufreizung und Ungehorsam gegen die Gesetze, begangen durch Verbreitung von Driick'chrisleil. sind vom Landgenckl Leipzig am 30. Oktober vorigen Jahres»ine Anzahl Personen Btegler und Genossen) vei urteilt worden. Ueber die von B. und zwei Mitangeklagten eingelegte Revision wurde Freitag unter Ausschluß der Oeffentlickkeit vom Reichsgericht verhandelt. Das Rechtsmittel wurde al» unbegründet verworfen.(?.) H.»e«»rrauSftckten für das Mittwoch mtrlag. Zeitweise beiter, mittlere Aorddenttchtaad dl« c, jedoch oorwiegend trübe oder neblig, bei wenig veränderten Tempcramrcn, keine erheblichen Niederschläge. einen BonuS(besondere Gewinnausschüttung) von 100 M. auf j Hier»« 1 Beilage und Uneertzatraagsbtatt. Lt. 43. 34. Jadraasg KkilM to Lmülls" Sfrlittt folWlutt Aievstag. 18. 1917. �ln öie Parteigenosten unö Reichstags- Wähler von Spanöau-Gsthavellanö! Die Ersatzwahl zum Reichstage ist auf den 14. März dieses Jahres festgesetzt. Die Auslegung der Wählerlisten erfolgt in der Zeit vom M o n- tag. den 12. Februar, bis einichlietzlich Montag. den 19. Februar. Der Magistrat in Spandau gibt hierzu noch folgendes bekannt: Die aufgestellten Wählerlisten liegen vom 12. bis einschliestlick 19. Februar 1917 in den Wochentagen während der Dicnstunden von 8 bis 1 Uhr und 3 bis<5 Uhr(Sonnabends von 8 Bis 2 Uhr). und am Sonntag, den 18. d. MlS'. von 19 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags zu jedermanns Einsicht öffentlich aus: ») für den Stadtteil SiemenSstadt mit Sternfeld und Paulstern im Magistratsbureau Romiendamm-Allee 95/98; b) kür den Stadteil Haselborst mit Salzhof und Neue Pulver- sabrik im Magistratsbureau, Gartenselder Straste 86: o) für alle übrigen Stadtteile im Rathause. Zimmer 254(1 Tr.). Erinnerungen gegen die Richtigkeit der Listen sind bis ein» schließlich den 19. Februar d. I. unter gleich, eitiger Beibringung der erforderlichen Beweismittel entweder schriftlich oder mündlich zu Protokoll bei uns anzubringen. Die Entscheidung über die erhobenen Einwendungen erfolgt durch uns und wird spätestens bis » zum 4. März 1917 den Beteiligten durch unS bekanntgegeben werden. Tie möglichst allgemeine Einsicht der Wählerlisten ist erwünscht, da nur diejenigen Wähler zur Teilnahme an der Wahl berechtigt sind, welche in den Listen verzeichnet stehen. Hierbei machen wir noch darauf aufmerksam, daß jedermann bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe nur in einem Wahlbezirk. und bei der Haupt- und Stichwahl nur in dem gleichen Wahlbezirk wählen kann. Für die übrigen Orte des Kreises liegen die Listen in den jeweiligen Gemeindebureaus zur Einsichtnahme au«. Parteigenossen, Reichs tagswäbler! Wir fordern Euch dringend auf, Einsicht in die Wählerlisten zu nehmen. Durch die Kürze der Zeit bei Aufstellung der Listen sowie die besonderen Umstände, unter denen sich die Wahl voll- zieht, ist eS wahrscheinlich, daß eine große Anzahl Reichstags- Wähler in den Listen nicht aufgenommen sind. Wer also seines Wahlrechts nickt verlustig gehen will, muß unbedingt Einsicht in die Wählerlisten nehmen. Für diejenigen Parteifreunde, die auf Grund ihres ArbeitSver« hälinisfeS nicht in der Loge find, über die notwendige freie Zeit zu verfügen, haben sich nochstehende Genossen bereit erklärt, die Ein- fichrnahme vorzunehmen: Wilhelm Pieper, Zigarrenhandlung. Pichelsdorfer Str. 11. Emil Stahl, Marschallstr. 19 III. Spedition.Vorwärts', Breit« Str. 64. Wir bitten aber die Genosien, ihren Steuerzettel bei der An- Meldung als Beweismittel mitzubringen, damit die beauttragten Genossen im Fall einer Richteimragung sofort Einspruch erheben können. Wahlberechtigt ist jeder Reichsdeutsche, welcher da» 25. Lebens- jähr au» Tage der Wahl überschritten hat. Das Wahlrecht wird dort ansgenbt, wo der Wahlberechtigte zur Zeit der Wahl feinen Wohnsitz ha». Für Personen de« SoldatenftandeS, des Heeres und der Marine ruht die Berechtigung zum Wählen solange, alS dieselben sich bei der ,jahne befinden. ,, BarteigenoGoal Sebt die Wählerlisten nach, damit Ihr am 14. März Euer Wahlrecht ausüben könnt! Der Porstand des WahloereinS Spandau. Die künstige Gemüseverforgung Deutsthlanös. Ueber die vom Kriegsernährungsamt geplante Regelung der Gemüseversorgung wird uns geschrieben: Deutschland war nie ein eigentliches Gemüseland. Tie Einfuhr betrug in den Jahren 191f)/13 im Durchschnitt 80 Will. M., während der Gesamtwert der inländischen Pro- diiktion auf 300 Mill. M. geschätzt werden kann. Während des Krieges aber ist die Gemüsoeinfuhr der Menge nach auf ein Drittel zurückgegangen. Jetzt soll mit allen Kräften für eine vermehrte Einfuhr gesorgt werden. Besonders legen wir größten Wert auf das Früh- g e m ü s e. Wir haben einen umfangreichen Abschluß ge- troffen, der uns täglich 500 Waggonladungen Frühgemüse sickert. Wir stehen einer ungeheuren Steigerung des inlän- dischen Bedarfs gegenüber, der die 3—-tfache Friedenshöhe erreickt hat. Wollen wir die inländische Produktion erhöhen, so muß der Anhauer die unbedingte Gewißheit haben, daß er das, was er produziert, zu lohnenden Preisen absetzt. Ter Bedarf ober selber muß sich in gewohnter Weise eindecken können. Wir haben vier Arten von Lieferungsvert ragen entworfen: zwei beziehen sich auf das Hcrbstgemüse, zwei auf das Frühgcmüsc. Ter Unterschied war notwendig, weil für das Herbstgemüse, das eine Dauerware ist, ein einheitlicher Preis festgesetzt werden konnte. Das Frühgemüse verträgt keine weiten Transporte und hat in den verschiedenen Ge- genden verschiedene Preise. Die Verträge über das Früh- gemüse können keine einheitlichen Preise festsetzen, es wird in ihnen mir vorgeschrieben, wie die Preise zu finden sind. In jedem Wirtschaftsgebiet sollen Preiskommissionen aus Erzcu- gern und Verbrauchern unter Vorsitz eines unabhängigen Ver- waltungsbeamton eingesetzt werden, die die Preise unter Zu- sstmmung der Reichsgemüsestclle festzusetzen haben. Am 13 März wird die Reichsstellc Richtpreise festfetzen, die so- lange gelten, bis die Preiskommisswnen den Prets gefunden und festgesetzt haben. Es ist vorgeschrieben, daß für jeden Geschäftsabschluß zwischen Kleinhändler und Großhändler und zwischen Groß- Händler und Produzenten in Gemüse Schlußpreise festgesetzt werden. Ein jeder hat den Nachweis zu führen, von wem und zu welchen Preisen er Ware erstanden hat. Es ist anzunehmen, daß durch die Lieferungsverträge die Hälfte der Produktion erfaßt werden wird, die übrige Hälfte der Waren wird auf den freien Markt wandern. Für ihn aber weiden Höchstpreise festgesetzt werden. Immer aber wird dafür gesorgt sein, daß derjenige, der feste Liefcrungs- Verträge abschließt, sich besser steht als derjenige, der den freien Markt versorgt. Bei dem Frühgemüfe wird es sich darum handeln, es mit größter Schleunigkeit auf den Markt zu treiben. Es werden 1200 Sammelstellen im Deutschen Reicks in der Nähe der Bahnhöfe eisigericktet werden, die mit größter Scknelligkeit die Märkte versorgen sollen. Ter Wunsck des Handels, der unbedingt für den Verkehr mit dem Kleinhandel zugelassen werden will, muß von den einzelnen Kommunalverbänden selbst geprüft werden. Auch» hier sind Mißstände vorhanden. So hat Berlin 14 0 00 Kleingern üsehändlcr. Wird das nach Berlin kommende Gemüse an diese 14000 Händler abgegeben, so er- hält jeder einzelne Händler so geringe Quanten, daß sie nur für seine eigene Familie, für seine Bekanntschaft und Freund- sefaft ausreichen und der gewöhnliche Sterbliche unversorgt bleibt. Andere Wünsche des Handels werden erfüllt werden. Die Kommissionäre werden zum größten Teil aus dem Handel genommen werden. �_ Bus der Partei. Tie Schrcksalsstunde der Partei. Dresden, 12. Februar.(Eig. Ber.) Eine außcrordent- liche Londesversammlung der sächsischen sozialdemokratischen Partei, die heute in Dresden tagte, beschäftigte sich mit der «Schicksalsfrage der Partei. Es waren an alle solche Kreis- organifationen vom Londesvorstand Einladungen ergangen, die sich nicht zu den Beschlüssen der Reichs-Sonderkonferenz vom 7. Januar bekannt hatten, doch waren alle Einladungen mit der Bemerkung versehen, daß zur Teilnahme solche Ge- nossen nicht zugelassen werden könnten, die die Beschlüsse der Reichs-SonderkonferenK als für sich bindend ansehen. Von 23 sächsischen Wahlkreisorganisationen hatten daraufhin der 8. Kreis Pirna, � der 9. Kreis Freiberg und der 12. Kreis Leipzig von einer Beschickung der Landesversammlung abge- sehen. Vom 11. Wahlkreis Oschatz war nur ein Vertreter ohne Mandat erschienen, und der 13. Kreis Leipzig-Land war nicht zugelassen worden, weil sich dort die Organisation zur Reichs-Sonderkonferenz bekannt hatte. Die übrigen acht- zehn Wahlkreisorganisationen hatten je zwei Delegierte ent- sondt. Ueber den 1. Punkt der Tagesordnung:„Stellungnahme zur Lage in der Partei, wie sie durch die Beschlüsse der Oppositionskonferenz vom 7. Januar geschaffen worden ist", referierte im Auftrage des Landesvorstandes Genosse Land- tagsobgeordneter S i n d e r m a n n. In der Debatte äußer- ten die Genossen C a st a n, Schmidt- Meißen, I ä ck e l und S e m l e r Bedenken gegen die von Sindermann vor- gelegte Resolution und suchten.zum Teil auch die Politik der Minderheit zu verteidigen. Aber auch diese Redner lehnten eine Gemeinschaft mit der Reichs-Sonderkonferenz ab. Für bc- dingungslose Annahme der Resolution und die von der Reichstagsfraktion eingehaltene Politik der Lanbesverteidi- gung traten zunächst entschieden die Reichstagsabgeordneten Grenz, Molkenbuhr, Schöpflin. Dr. Grad- n a u e r und Kr ä tz i g ein. Im Austrage der Parteiinstanzen begründete nochmals Genosse Eckert- Dresden die Resolution, wäbrend Genosse Braun vom Parteivorftand die Notwendigkeit der Klärung nachdrücklich betonte. Schließlich stimmte die LandeSversammlung mit 69 gegen 11 Stimmen der Resolution Sindermann zu, durch die die Beschlüsse des Partei- e.uöschusseS so lange als bindend anerkannt werden, als keine Mag- lichkeii besteht, durch einen statutenmäßig einberufenen Partei- t a g eine Beschlußsasiung über die Meinungsverschiedenheiten inner- bald der Partei herbeizuführen. Infolgedessen lehnen die Ber- sammelten die Beschlüsse der ReichS-Soichertonferenz der Opposition vom 7. Januar 1917 ans da« entschiedenst« ab. Sie fordern die Wahl- kreiSorganisationen auf, gegen diejenigen Parteimitglieder, die sich mit den Beschlüssen der Reichs-Sonderkonferenz solidarisch erklären oder im Sinne dieser Beschlüsse handeln, die erforderlichen Maßnah« men zu ergreifen, stchem sie dieselben in folgerichtiger Bewertung ihrer Parteinahme für Sonderorganisatwncn als freiwillig aus der Partei ausg: schieden erklären. Der Landesvorstand wird beauftragt, soweit dies durch die Sachlage geboten ist, die- jenigen Maßnahmen zu ergreifen, um die im Rahmen der Ge- famtpartei verbliebenen Genossen Sachsens organisatorisch zusammenzusosscn.— Für den aus dem Landesvorftand ausgeschiedenen Genossen S ch u l z e- Kossebaude wurde Genosse Gradnauer gewählr. S Im 6. sächsischen Reichstagswahlkreis Dresden-Land wurde in einer Vorstandssitzung mit 29 Stimmen beschlossen, daß drei Mitglieder, die auf Anfrage erklärt hatten, auf dem Boden der Beschlüsse der Oppositionskonferenz zu stehen, an den VerHand- hingen des Vorstandes nicht mehr teilnehmen können. Ferner wurde statt des bisherigen Bezirksvorsitzenden F l e i ß n e r. mit dem die Bezirksversammlung für die neuen ostsächsischen Reichs- tagswahllrcise nicht zusammenarbeiten will, weil er für ein« Sonderorganisation eintritt, Parteisekretär Genosse K a h m a n n als Vertreter des 6. Kreises in den Bezirksvorstand gewählt. S Eine erweiterte Kreisvorstandssitzung im 8. sächsischen Reichstagswahlkreis Pirna stellte sich mit 40 gegen 3 Stimmen entschieden auf den Boden der Opposition. Weiter wurde mit 16 gegen 2 Stimmen beschlossen, an der am 11. Februar stattfindenden sächsischen Landeskonferenz sich nicht zu beieiligen. Dagegen wurde die Beschickung der im Aufruf der Arbeits» g e m e i n s ch a f t angekündigten Konferenz beschloffen.— Angesichts diese- Beschlusses muß erheiternd wirken, wenn die Redner der Minderheit pathetisch bestritten, daß aus der Oppositionsion- serenz die Gründung einer Sonderorganisaiion»beschlossen woe» den se' » Ter Vorstand der Bezirksorganisation der Sozialdemo- kratischen Partei Nordwest, der angehören Bremen, der 6., 17.. 18. und 19. hannoversche Wahlkreis, wendet sich in einem von ihm einstimmig gefaßten Aufrufe an die Par- teigenossen des Bezirks Nordwest. In dem Aufruf heißt«S unter anderem:, „Der Bezirksvorstand tritt dem Beschluß deS Parteiausschusses vom 18. Januar und dem Aufrufe des Parteivorstandes vom 20. Januar rückholilo« bei und weist darauf hin. daß Or- ganisationen und Einzelmitglieder, die sich mit den Beschlüssen der Reichssonderkonferenz, welche die Grupvcn Sozialdemokratische Ar- beitsgemeiuschaft, Internationale, Spartakusanhänger und Links- radikale am 7. Januar in Verein abgehalten haben, einverstanden erklären und sich danach betätigen, nicht auch Mitglieder der Sozialdemokratiicben Parte» Deutschlands sein oder ble'ben können. Sic haben sich außerhalb der Partei gestellt. Wir halten fest an den Zielen der Sozialdemokratie, wir geben unsere Grundsätze nickt aus, aber wir stehen an der Seite unseres Volkes in den Tagen der Not. bis endlich der Friede kommt. Der Gesamtpartei wahren wir die Treue." neuen Partei in die Wege leitet. Wir haben diese« Aus- ruses schon in unserer gestrigen Rummer Erwähnung getan; es lohnt kaum, weiter aus ihn einzugehen. Die Einleitung des Auf- rufs ist ein soundsovielter Ausguß der sattsam bekannten Schmäh- ungen gegen die Parteimehrhcit. Mit diesen werden ungefähr vier Fünftel des Aufruf« ausgefüllt. Dann endlich kommt die entscheidende Wendung: „Im Einverftäiidnis mit einer großen Anzahl von Genossen aus allen Teilen Deutschlands richten wir deshalb an alle Cr- ganisationen und Parteigenossen, die gewillt sind, mit der Irak- tion der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft organisa- iorisch zusammenzruvirken, die Aufforderung, sich an einer Oppositionskonferenz zu beteiligen, in der die er- forderlichen Maßnahmen zum Zusammenschluß der Opposition z u t r e f s e n s in d! Zu dem Zweck bitten wir diejenigen Wahlkreisorganisationen, die sich bereits auf den Boden der Opposition gestellt haben oder die einen solchen Beschluß noch fassen werden, sich unverzüglich bei der unterzeichneten Adresse anzumelden. In Wahlkreisen, in denen nach der Anstachelung des PartcworstandeS die oppositionellen Parteigenossen durch Wahltreisbeschluß ihrer Parteirechte beraubt werden, erwarten wir, daß sie sofort eine eigene Organisation gründen und uns hiervon sowie von ihrem Anschluß an ihre. Bewegung gleichfalls in Kennwis setzen. 9 Nähere Mitteilungen über den Zusammentritt der Konserenz werden demnächst erfolgen, doch bitten wir. die organisatori- schen Vorarbeiten dafür bis Mitte März zu beenden! Und nun frisch ans Werk! Kein Tag ist zu verlieren!" Unterzeichnet ist der Ausruf vom Vor st and der sozial- demokratischen Arbeitsgemeinschaft des Reichstags. Haäse, Ledeböur, Bogtherr. Diese Unterschrift hat symbolischen Wert. Sic beweist, wie recht diejenigen hatten, die bei der Spaltung der Reichstagsfraktion erklärten, daß sie notwendig die Spal- tung der Partei nach sich ziehen werde. Run haben wirklich die- selben Männer, welche an der Spitze der Fraktionsspaltung standen, den ersten öffentlichen Sckriti zur Gründung einer Konkurrenz- Partei gegen die sozialdemokratische Partei Deutschlands getan. Sie sind da angelangt, wohin ihre Bahn notwendigerweise führen mußte. Vor der Geschichte werden sie einst als diejenigen stehen. die das stolze Gebäude der einheitlichen deutschen Arbeiterbewegmig in die Lust zu sprengen suchten. Aber noch haben wir die feste Hoffnung, daß dieses Gebäude in seinen Grundfesten sich als stärker cnveisen wird als aller von seinen Zerstörern zusammen- getragener Sprengstoff. flu» Groß-öerlin. Die Wohuungsverhältuiffe kinderreicher Familien. Herr H. Äötschke, Berlin SW. 47, Lichterfelder Sir. 28» schreibt uns: Auf meine Umfrage bezüglich der Wohnungs- schwierigkeiien kinderreicher Familien erhielt ich unter anderem folgenden Brief:„Mit viel Interesse habe ich Ihre Zeitungsnotiz betreffend WohnungSfürsovge für kinderreiche Familien gelesen. Ich bin glückliche Mutter von acht Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren. Ebenso unglücklich bin ich aber über meine völlig un- zureichende Wohnung. Meine Wohnung besteht auS einer 31- Meter breiten und ebenso langen Stube und einer Küche, worin aber kein Bett aufgestellt werden kann. Nun schlafen aber in dieser einen kleinen Stube neun Personen. Daß die Luft außerordentlich schlecht' ist, werhtzn Sic mir wohl glauben.' Wo bleibt nun die gute S»ti- lichkeit, wenn Knaben und Mädchen durcheinander schlafen? Außer- dem liegen die Kinder so eng und unbequem, daß es mir direkt leid tut, denn die Kinder können sich nicht genügend ausstrecken. In einem Bett schlafen z. B. drei, zwei am Kopfende und ein Mädchen zu Füßen. Es stößt eins das andere. Nun war ich kürzlich nach einer passenden Zweizimmerwohnung auf der Suche. In alstu Häusern, wo alles aber nicht nach meinem Wunsch ist, kann ich wohl Wohnung bekommen, nicht aber in anständigen modernen Häusern. Ich mutzte soundso oft hören: Nein, mit 8 Kindern können wir Ihnen die Wohnung nickt geben! Selbst im Vater- ländischen Bauvcrein, wo eine schöne Wohnung war für einen sehr angemessenen Preis, wurde mir die Wohnung vorenthalten. Ist das vaterländisch gehandelt? Ich möchte eine sonnige, helle Woh- nung von zwei Stuben und Küche mit eigenem Korridor und eigenem Klosett, möglichst mit Bad. wo mm» die Kinder im Interesse der Gesundheit einer allwöchentlichen gründlichen Reinigung unterziehen kann. Meine Ausgaben für Wohnungsmiete kann ich höchstens auf 38 M. stellen. Es würde mich freuen, wenn mip endlich jemand mit der Tat helfen würde, nicht nur mit Worten." Es wäre sehr wertvoll für da« Wohnungsprobleni kinderreicher Familien, toenn ich von solchen noch weitere Zuschriften über den Tatbestand in dieser Sache erhielte. Es handelt sich um die Er- kenntnis des Problems sowie um Abhilfe. Die Bewirtschaftung getragener Kleidung. Bon der ReichsbekleidungSstcllc wird uns geschrieben: Der Er- tverb, die Berarbeitung und Beränßerung getragener Kleidung?- und Wäschestücke und getragener Schuhwaren ist den Kommunal- verbänden übertragen worden, während der ReichsbekleidungSstella im allgemeinen nur ein AuffichtSrecht und das Recht vorbehalten ist, den dritten Teil der von den Kommunalverbänden erworbeneu Gegenstände zum Ausgleich im Reichsgebiet zu erwerben. Die Kommunalverbände haben daher Anuahmestellen einzurichten, bei denen getragene Kleidung abgegeben werden kann, sie haben weiser für ordnungsmäßige Instandsetzung der abgegebenen Bekleidung zu sorgen und schließlich Abgabestcllen zu bestimmen, bei denen wieoerbcrgestellte Sachen zum Verkauf an die Bevölkerung gegen Bezugschein gelangen. Für Jedermann, der über ein entbehr- lichcs Kleidung?- oder Wäschestück oder entbehrliches Schuhwerk verfügt, ist es eine vaterländische Pflicht, dies« Sachen bei der nächsten Annahmestelle abzuliefern, damit ste der Allgemeinheit nutzbar gemacht werden können. Für die abgelieferten Sachen wird ein angemessenes Entgelt bezahlt, das im Wege der Schätzung durch Sachverständige festgestellt wird. Auch unentgeltliche Ablieferung ist erwünscht, um allgemein die Verkaufspreise für die wieder- hergestellten Sachen möglichst niedrig halten zu können. Me getragenen Kleidungs- und Wäschestücke und getragene Schuhwaren von Männern, Frauen und Kindern können abgeliefert werden. gleichgültig, ob sie mehr oder weniger abgetragen, ob sie modern oder unmodern sind, ferner getragene Uniformen aller Art, sowohl solche von Militärpersonen als auch von Zivilbeamten, wie den Be- amten der Post, der Eisenbahn und aller übrigen Verwaltungen. Erfolg kann dieser gesamten Bewirtschaftung nur dann zuteil wer- den, wenn jedes entbehrliche Bekleidungsstück herausgegeben wird. Die Vorschriften über Erteilung von Bezugscheinen bei Ablieferung von getragener Kleidung und Schuhwerk bleiben unberührt. Partei Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeitsgemeinschaft läßt nunmehr auch vor der Oeffent- lic�eit jede Maske fallen und schreitet zu der Tat, von der den Ein-' geweihten schon lange bekannt war. daß sie erfolgen würde: zur Gründung einer neuen Partei. Die zu ihr haltenden Blätter, dieselben, die vor acht Tagen bor Entrüstung tobten, weil wir von der„Partei Arbeitsgemeinschaft" gesprochen hatten, ver- öffentlichen jetzt den Aufruf, der die Konstituierung der. Sozialdemokratischer Wahlverein Berlin N lSozialdemokratische Partei DeuischlandS). Gemeinsame Zoblabende am morgigen Mittwoch, abends 8 Uhr: Für die I. und II Abt. Westen bei Schneider, Winterfeldtstr. 8 (Ecke Fiobeustraße). Für die III. und IV. Abt. Friednchstadt, Lindenstr. 3, l. Hof parterre links lJuristische Svrca stunde). V, Abt. Die Bezirke 88, 92. 93 in ihren Zahllolalen, die übrigen Muglieder de, Keufner, Hagelbergerstr. 29». Birektiou Mäs R evnhardt: Deutsches Thealer. 71,', Uhr: Flcaroa HoeliEeit. Kammerspiele. T1-, ühr; Dn« Konzert. Volksbühne, Ni/.? 7-7, Ulir: Weh dem. der! Theater«. d. Königgrätzerstr. Dir. C. Meinhard— R. Bemager. T'/j Dbrr Erderlot. Komödienhaus 77, Dhr; Die verlerene Tochter. Berliner Theater T'/gtJhr: Auf Flügeln des Gesanges. Sessing-Theater. Direktion: Viotor Barnowsky. T'/i Dhr: Charlotte Stieglitz. Mittwoch: Peer Gynt. flentsch. Künstler-Theater Allnbendlieh 7'/, Uhr: Der Relacbexleiter. URANIA T-S|r4Bo.tP 8 Uhr; Dr. Hanser: Der Mensch vor hunderttausend Jahren Hörsaal 8 Uhr: Professor Dr. P. Schwahn: Dir Tätigkeit der Tmrr berge nnd Geyser. Theater för Dienstag 13. Februar. Deutsches ORernbevs, Charlstfenh, v �r: TmnhÄuser Frfedrlcb-Wnbetnstädt Theater. 7V.u.: Das Draimädsrlhaus. Gebr. DC�fUtClÜ 7'/, Uhr: 0er doppelte Beehtialter. Kleines Theater 8 Uhr; Seher«. Satire. Ironie und tiefere Kedentnng. Komische Oper 7v4 uhr: Der Puszta-Kavaller. Lustspielhaus ''uv.-. Der selige Balduin Metropol-Theater iÄ.; Die Csardasförslin. Tbnlla-Theater. Neues Operettenhaus Kassentelephon; Norden 38t. 77. u.; Der Soldat der Marie. Residenz-Theater J�vDie Warschauer Zitadelle. Sehlllor-Thentor O. vuv.: Der Familientag. Srhlllrr-Th.C'hnrlottenbg. vu ehr: Der Berr im Banse. Thrater am Kollendorfpl. 37. Uhr; Zar nnd Zimmermann. 77. u.; Blaue Jungens. Theater de« Weatenn 77, tt.- Die Fahrt ins GlQck mit Guido Thielscher. 87, Uhr; Ein Watzertranm. Trlanon Theater 77. u.: Das Yagabundenmädel.l�. TT.- Willis Hochzeitstag. Chrou« M JSusck Täglich 77, Uhr: Die neue Rieoen-Praeht-Vasser-Paatemime Die versunkene Stadt in I Vorspiel nnd 4 Akten nach der Vlneta hegende frei bearheitet nnd inszeniert von Panla Bnnch. Besonders hervorzuheben: Untergang der Stadt Vlncta, Im Reiche der Waaaergelater, Da« Nixenballett im wellen- bewegten Waeaer der Area», Vorh. des gr. Krkneprognmrm. Lillebirs Hochzeitsreise. Acgypt. Burleske in 7 Bildern. Inszenierung*01 Max Reinhardt. H aupt danteller: Hans Wassmann, LiJlebil Christensen. Eaita Stcrna, Ernst Matrwy. Hieren das große Varielö-Programm. Zirkus A. Schumann Einlas 7 Uhr Anfang 77, Uhr. Der Zirkus ist gut geheizt. Täglich das große glänzende Zirkns-Programm und Die Seeräuber Große Ausstatt.-Pant i. 4 Akt .Ted. bonntag 2 gr. Vorstellungen. 3 Uhr u. 77, Uhr Nachmittags 1 Kind frei. In beiden Vorstellungen: Die Secrttubcr und das voUständ. Programm. Casino* Theater Lothringer 8ir. 87. Täglich 7«;, Uhr. Um 77, Uhr: vunfes Programm. Um 87, Uhr: Ttc SÄlogerpoffe Sinzig tu(SiroR-Serlirt Zwei helle Berliner Berliner Humor— Berliner Figuren Sonntag 4 Uhr: Einer vom U-Boot Anfang 7e8 Uhr. Neues Februarprogramm. Dazu Neptun aut Reisen. Ausstettungepesse i. 3 Bildern Stürmische Heiterkeit! Pracht*. KaeUhne«. Oekoratlsnen. Rose>Theater. vi, Uhr: Das Glücksmädel. Walbaila-Tbeater. vi.varc: Das MnsikantenmüdeL Admiralspalast. Schllttsehahlkuler- Ballett a. d. Oper„Der Prophet" und Trau Fantasie. Vorzügl Kücha Anfang 77. Reiebsballen-Theater. Stettiner Sänger. Cabaret Feidgrar Anfang 77,l7hr. Sonntag nachmltt. 3 Uhr: Vorstellung zu ermäB. Preisen I leaes Programm T Voigt-Theater. Badstr 88. Badstr. 58 Täglich 77, Uhr: In Leid und Freud. Sonnabend, den 17. Februar: Ter Sohn der WildntS. Benefiz für Alexander Gawenda. Sr Öffnung«7, Uhr. Ansang 77, Ubr. Possell- Ikesler. Tlgüch 77, Uhr: Der fliegende Holländer. Der alte WollT. Tlgl. Vi* Sonnt. 3-/, u. V/, Der eflektvoUe Telefonseherz; „Hallo, wer dort?" Dazu; Berl. Typen m. R.Steidl und Ann» Mülier-Lincko w. d. ncae Fcbr.-Frogr. Berliner Konzerthaus. Mauergtr. 83. Zimmerstr. 90/91. Heut«; Gr. Konzert des Berliner KeiiBwrthsas-Orelieater« Leiter; Kempontst Frz. v. Blon. Altug 77. Uhr. Etatrltt SO Pf. Anfang 77. Uhr. AaaHm Wocheatagen; IVaehmlt taga-Konaert bst treten Eintritt and niler Oreheetsr besetz ung. 3|J latiODai-TheatErllÄ Studentenliebchen. Operette in 3 AN Mus. v. Bramme. Anweis. güIt f.t-S Pees.h. 17. Fshr. Parfekt 0.75. Sessel f.—. Orchester-Sessei l.ZO. Borverk. ab 11. ab 611 abdS. 1 VIKTORIA-THEATER (Knnnitonel) KottbuserStr 6 Telephon Hohbhn.-HUst Montzpl. 14814 Kottbus. Tor ] y. AGENBEr� «rossTi luueriCRomssuiucHM Den tnot Täglich Abendvorstellung um 77, Uhr. Mittw., Sonnabds., Sonntags Je 2 Vorstellungen, 37, g. 77, U. Voohentags neebmittags Vorzagspreise. vngendnie krverds- HSgUcdKellen dielet 41« jiZchsie Zohnnft Eine Cef- nsere. ge; 1 gewaltlzi tehaung unserer Industrie a. des Hsu s n erellegd« Anderuog unseres gessraten Virfschsttslebens.«In 1 ger Aul- d-ls steht bevor, und es werden fiberill geschulte Krähe gesucht sein. Angehörige technischer Beruf« u. 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Gleichzeitig wird zur Behebung von Zweiseln daraus hingewiesen, daff bis ans weitere», da eine entsprechende khegenleismng gewährt wird, vier gültige sgesirichelte) Abschnitte der Kartoffelkarte sür jode Boche und Portion abgegeben werden müssen. Berlin, den 8. Februar 1917. Magistrat der Königlichen Haupt- und Residenzstadt. Werinnt.li. KLEINE HNZEIGEN Verkäufe Pelzgarutturen! Tkunksstolas Fuchsgarnituren! Dpossumilolas! Aussen! Bettenverkaus! Herrengarde robe l Uhrenverkaui! Schmucksachen. «aren aller Art I Allerbilligfte Preise! Leihhaus! Warschauerfiraffe 7. Tebvtch-ldomas, Oranienfir. ii ivottbillig sarbseblerbaste Teppiche, Gardinen. BonvärtSIeiern i> Prozent Ertrarabatt. 64» Pfandteibbau« Öennannplag 6. NieienauSwahl verschiedener Pelz- lachen, PelzfiolaS, Herrenanzüge. Herrenpol etotS, Herrenhosen. Spolt billiger Beitenverfaus. Gardinen. verkavs, Teppichverkaus, Nbrenverfaus. 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Die so oft gehörte Meinung� cS gebe in Tc�schland seit langem keine strengen Winter mehr, und e-Z komme nicht mehr so niedrigen Temperaturen, wie sie jedermann aus seiner Jugend- zeit in der Erinnerung hat, hat sich in diesem Jahre wieder einmal als irrig erwiesen. Wenn dos erste Drittel des gegenwärtigen meteorologischen Winters, nämlich der Monat Dezemver, oudr ohne nennenswerte Kälte vorübergegangen ist, und wenn der Winter auch »och einige Wochen vor seinem meteorologischen Ende, dem Februar- ichluß, steht, io lägt sich ihm nach den Ersabrungcn der letzten vier Wochen das Charakteristikum eines strengen Winters doch nicht mehr absprechen. Denn seit dem Ende der ersten Januarwoche herrschte bis vor einigen Tagen in ganz Mitteleuropa Frostwetter, und die Kälte ist während dieser Periode wiederholt ganz austcrordentlich streng gewesen, nicht nur an vereinzelten Tagen, die an sich natür- lich noch keinen strengen Winter machen, sondern durch längere Zeit- abschnitte bindurch. Es gibt also, wie jeder von uns ain eigenen Leibe ausreichend verspürt hat, sehr wohl uoch strenge Winter, die sich in bezug auf die Härte dcS Frostes mit ihren grimmigsteil Vorgängern messen können. Ist eS doch während der letzten Wochen in manchen Gegen- den Teutschlands kälter gewesen, als je zuvor seit einem halben Jahrhunderl und länger. Eine Temperatur von ZZ Grad Kälte, wie sie beispielsweise am 5. Februar in Potsdam registriert worden ist, steht nur unwesentlich hinter dem absoluten Temperaturmininium zurück, das in Deutschland jemals vorgekommen ist. Dieses Mini- mum. am 16. Jaituar 18gg zn Marggrabotva in Masuren scstge« stellt, betrug— Grad CelsiuS. Und nicht minder abnorm waren die niedrigsten Temperaturen der ersten Februarwoche in anderen Teilen Deutschlands. Wenn e« Zehlendorf bei Berlin auf — Sgl/., Dahme in der Mark auf—27, Landsbera a. d. Warthe, Jnsterdurg und eine Reihe anderer Orte auf—LS, Magdeburg auf —24, Berlin auf—22 Grad Celsius brachte, so sind das Kältegrade, die zwar im Laufe eines Jahrhunderts gelegentlich schon ein- mal übertrosfen wurden, die aber nichtsdestoweniger als völlig un- gewöhnlich anzusehen sind. Man erkennt das obnc weiteres, wenn man berücksichtigt, daß in einer Reihe von Wintern der letzten Jahre dos Quecksilber kaum 3 oder 16 Grad unter Stull, und auch dann nur an ganz vereinzelten Tagen, erreicht hat. Wir sehen also, daß es neben ausfällig milden, Wochen hindurch beinahe frühlingS- basten Wintern auch wieder strenge gibt, und die Frage noch der Ursache dieser Erscheinung drängt sich ganz von selbst auf. Run läßt eS sich nicht bestreiten, daß dem Austreten der milden wie der kalten Winter clwaS Zufälliges anzuhalten scheint. So hatte bei- spiclsweiie Skandinavien i», vorigen Jahre bereits einen ganz außergewöhnlich strengen Winter z in Schweden kamen Tempera- turen vor, wie sie dort sejt Jahrzehnten nicht mehr beobachtet tvorden sind. Trotzdem loar der vorige Winter in Mitteleuropa ausgesprochen mild, während sich diesmal die Kälte von Skandinavien rasch über die Ostsee nach Dentschland und von hier aus weiter nach Westen und Süden verbreitet bat. Der Grund dafür liegt in dem Ausbleiben der tiefen atlanti- schen Sturmwirbel, die in milden Wintern unablässig und fast ohne Unterbrechung vom Ozean durch daS Nord- und Ostseegebiet wandern und das nordcuropäiichc Kältegebiet von uns fernhalten. Im Winter 1S1L/16 ließen diese Minima da» skandinavische Kälte- gebiet ni�iolS bis zu unS vordringen: Mitteleuropa blieb fast durchweg mr Bereich warmer, dampfgesättigter Seewinde aus Süd- Westen, während jetzt das über Nordcuropa entstandene Hochdruck- und Kälicgebiet ungehindert von ozeanischen Depressionen die Ostsee überschreiten und mit seinen eisigen Nordostwinden zu unS gc- lgAgen.konnte. Die Frage, woher es kommt, daß die atlantischen Tiefdruck- Wirbel in dem einen Jahre sehr zahlreich sind, um in einem anderen Jahre wieder wochenlang völlig auszubleiben, läßt sich nach dem gegenwärtigen Stande der Wisienslbaft noch nicht einwandfrei beantworten. Man hat aber allen Grund zur Annahme, daß die WitterungSgrstallung sehr wesentlich von der Sonnentätigkeit ab- hängig ist, die sich ihrerseits wieder durch die größere oder geringere Auzahl von Soiinenflcckcn zu erkennen gibt. Wie bekannt, schwankt die Fleckentätigkeit der Sonne innerhalb elfjähriger Pe/ioden. und schon Brückner hat an Hand außerordentlich umfangreicher klimatischer Unteriuchungen nachgewiesen, daß sich Hand in Hand mit den Perioden der Sonneniätigkeit auch etwa elsjährige Schwankungen des Klimas feststellen lassen. Die Sonnenflecken, ungeheure Wolken von Metalldämpsen, bewirken aber eine starke Kothodenstrahlung, die auf der Erde in der Erscheinung von Polarlichtern und sogen. magnetischen Stürmen zum Ausdruck kommt. Dieser Zusammen- hang ist von dem norwegischen Meteorologen Birkeland experi- mentell nachgewiesen worden. Da nun gesteigerte aimosphärische EleliriziiSt eine Zunahme der Niederschlage bewirkt— die in der ionisierien Luft in Massen vorhandenen Elektronen bilden nach den Untersiichiingeii von Elster und Geitel ebenso wie Siaubpartikelchen Kioiidcnsatioiiskcriic. mn die sich Nebeliröpfchen oder Eisnadeln gruppieren— so ist cS begreiflich, daß zugleich mit der Zunahme der Soniientätigkeit auch die Häufigleit der Niederschläge ans der Erde anwächst. Damit wird indirekt in der gemäßigten Zone auch die Temper�jur beeinflußt; denn wenn die Niederschläge häusig sind, wird der Himmel aucki häufiger bedecks sein als bei verhällui?- mäßiger Trockenheit. Bei stark bewölkkcin Himmel aber kommt in unseren Breiten winterlich kaltes StrahlungSwetlcr nicht zur Aus- bildung; je größer also die Zahl der aus niederen ozeanischen Breiten stammende» und unseren Erdteil durchwandernden De- Pressionen ist, um so stärker ist auch der Himmel bedeckt. Erst wenn im Winter die ailantiichcn Minima ausbleiben, vermag sich daS skandinaviich-russische Hochdruck- und Käliegebiet bis nach Mittel- europa vorzuschieben und die Folge ist dann stets auch bei unS die Entstehung strenger Kälte. Nun befinden wir unS gegenwärtig zwar in einer Periode sehr gesteigerter Sonnenlätigreit, aber eö ist bisher»och nicht möglich gewesen, deren unmittelbare Einwirkung auf das Klima verhältnismäßig eng begrenzter Gebiete, wie cö z. B. Mitteleuropa darstellt, nackizutveisen. ES will also nichts bedeuten, daß gerade in einer Zeit gesteigerter Soniientätigkeit die Zahl der atlantisckien Wirbel plötzlich geringer geworden ist; erst ans längere Zeiträume und unter Berücksicdtigung weiter Gebiete der Erde losten sich sichtbare Zu- kammenbänge zwischen Klima und Soniientätigkeit nachlveiien. Be» merkenswert ist aber immerhin der Umstand, daß die gegen- wnrtige Kälteperiode zeitlich im Rahmen der elfjährigen Sonncitflcckenperiode genau der großen Hitze- und Düneperiode des Sommers 1911 gegenübersteht,• seil d�r jetzt gerade S>/, Jahre, mithin die Hälfte des elfjährigen Turnus, verstricken sind. Diesen möglichen Zusammenhang zu ermitteln, muß sreilich weiteren Forschungen vorbehalten bleiben. Ob in der neuesten Zeit, wie so oft behauptet worden ist. kalte Winter überhaupt seltener geworden sind, läßt sich wohl erst nach einer Reihe von Jahren ermitteln; zweifellos haben wir gerade eine lange Reihe milder Winter hinter uns. Diese treten »ach den Untersuchungen Hellmanns ebenso wie die strengen Winter gern gruppenweise aus: gab es von 1899 bis 1816 nenn kalte Winter auseinander, von 1798 bis 1865 deren sieben, von 1783 bis 1787 und von 1885 bis 1889 deren vier. Nach den Untersuchungen von Behre über das Klima von Berlin, die man ohne weiteres auch iiir das ganze mittlere Norddeutschland als gültig ansehen lau», sind aber milde Winter häufiger als kalte; von 1731 bis 1739 folgten acht, von 1768 bis 1775 deren sieben, von 1766 bis 1766 und 1831 bis 1837 deren je sechs, von 1865 bis 1869 und von 1881 bis 1835 deren je vier aufeinander. Warten wir zunächst also einmal ab, wie die nächsten Winter sich gestalten werden. Jedenfalls läßt sich nach den Erfabrungen einiger Jahre, selbst einiger Jahrzehnte, noch keineswegs sagen, daß sich etwa in der jüngsten Zeit unser Klima geändert hätte; ein paar Jahre mit aufeinanderfolgenden strengen und langen Wintern vermögen daS Bild� eben wieder völlig zu ändern, und» es ist natürlich durchaus niöglick, daß der jüngsten Reihe milder Winter nun wieder eine Gruppe von strengen Wintern folgt._______ M. L. Volksbühne:„weh öem, üer lügt.' Am 31. Januar waren hundert Jahre seit dem Hervortreten Franz Grillparze rs als Dramatiker verflossen. Seinem Bühnenerstling: der SchickialStragödie„Die Ahnsrau" folgte eine 'Reihe von Trauerspielen, von denen einige den Rang des Klassischen erlangten. Von einer neuen Seite zeigte sich Grillparzer in dem nun auch schon nghezu acht.Jahrzehnte auf den meisten Bühnen heimischen Lustspiel„Weh dem, der lügt'. Anfang? allerdings be- gegnete eS zumeist einer kühlen Aufnahme. Aber im Lauf der Zeit gewann daS Publikum zu ihm eiimnnigereS Verhältnis— dank auch der Darstellung durch bedeutende Schampieler, die den teils schwank- haften, teils ernsten Charakter gestalten und mancherlei satirisierenden philosophischen Tiefsinnigkeiten in Dialog und Handlung freundliche Lichter aufzustecken wußten. Die jetzige Darstellung„behauptet eine Sonderstufe. Entgegen der seitherigen Ausfassung, die pietätvoll der schönen sprachlichen und gedanklichen Linie nachging, hält sich Ferdinand Gregöri als Spielleiter an de? Stückes Mängel. Was schon hier hin und wieder ans Possenhafte streift, wird nickt bloß unterstrichen, sondern ins Groteske, zum Teil nnfreiwßllig Komische hinauf- gesteigert. Mancherlei llebcrtceibungcn in Geste und Spiel— etwa bei I a n n i n g S als Galomie— brauchen nicht gerade als störend empfunden zu werden. ES ist aber sowohl jedwedes bis zur äußersten Grenze potenzierte Pathos wie aller übersteigerter Naturalismus gar leicht ins tödlich Lächerliche zu verkehren— und das kann nie Kunstzwcck sein. Im übrigen anerkennt man gern das Behagen der Mitwirkenden — voran Riiguste Tünkörsdy(Cdritha). Hermann Thimig(Leon. Ariur Bergen(Aralass. Diegelmarm(Kattwaldi, JanningS(Galomie, und Ferdinand Gregori(Bischoi)— an kräftiger, humorvoller Gc- staltnng. �_ eü. s sonst tut." Markowski machle eine unbestimmte Bewegung mit den Händen: „Ich weiß nicht,— aber vielleicht war Barlamow ein- genickt." Tagejew lief ganz blau vor Wut im Zimmer umher. „Ich möchte Barlamow für die gestrige Nacht am liebsten durchbläueu! Solch ein Gauner... Teilt das Geld auf der Straße und halst uns dadurch den blöden Kerl auf. Und jetzt schickt er uns noch den Bauern, anstatt die Sache so zu er- ledigen, wie gewöhnlich." t Er öffnete die Tür zrmi Vorzimnier und brüllte: „Semipudow!" Wie aus der Erde gewachsen stand der riesenhafte Polizist vor ihm. „Ruf den Bauern herein!" Markowski trat dazwischen. „Hier ist noch ein Gesuch der Rosa Montag wegen ihres Passes." „Nicht herausgeben! Darüber rede ich mit Euch noch später!" „Dann fand ich gestern bei Lcinbram eine Person ans Bialystok ohne Paß." „Leiubram soll hierherkommen!" „Er ist hier!" „Ich tvill ihn sprechen." Aber Semipudow schleppte schon den beschmutzten und blutigen Bauern ins Vorzimnier und zogffWl) selbst zurück. Markowski ging nach der Kanzlei. Tagejew und der Bauer blieben allein. Das Licht, das aus dem Speisezimmer hereiudrang. ließ die unglückselige Gestalt des Bauern sehen. Es war der Typus eines polnischen Vorstadtbauern, jenes Produkts der traurigen Verhältnisse, unter denen sich diese Bauern ent- wickeln müssen, tziue blutige, noch nicht vertrocknete Wunde durchfurchte seine Stirn, Blutgerinnsel bedeckte seine Wange und die rechte Seite des Kopfes, auf dem das Haar in zu- sanlinengcktebten Strähnen herabfiel. Tagejew stellte sich breitbeinig hin, streckte die Brust vor und richtete seine blitzenden Augen aus ihn. „Was wollt Ihr hier?" „Durchlauchtigster Herr Polizcimeister, Räuber haben mich auf dem Wall überfallen," begann der Bauer zu klagen. Aber Tagejew unterbrach ihn plötzlich. „Wie ist Euer Name?" Der Bauer, der an diese. Frage gewöhnt war, erwiderte: „Bartolmiej Gnat." „Wer war Euer Vater?" „Den habe ich nicht gekannt. Ich bin ein unehelicher Sohlt," stammelte der Bauer verlegen. Tagejew sah den Bauern verächtlich an. „Sehr schön!" sagte er. Der Bauer kraute sich den Kopf und fuhr fort: „Durchlauchtigster Herr Polizcimeister, ich komme mich zu beklagen. Spitzbuben haben mich auf dem Wall beraubt." „Wann?" „Heute nacht!" „Was hast du in der Nacht auf dem Wall getan?" „Ich war in der Stadt und habe mich ein bißchen länger aufgehalten." „Du warst wohl betrunken?"» „Vielleicht ein ganz klein wenig, erlauchter Herr Polizei- meister. Ein Hiesiger hat sich an mich herangemacht und führte mich in die Schenke. Dann schleppte er wich auf den Wall, aber da war schon ein zweiter Genosse und sie haben mich Vierhaucn und mir daS Geld abgenommen." Tagcjew ließ ihn nicht weitersprechen. „Du unterstehst dich, die Behörde zu belästigen und ihr Zeit zu rauben? Du ivarst betrunken. Hast dir selbst den Kopf zerschlagen und dein Geld verloren, du As!" „Herr Polizeimeister, ich schwöre, es iparen zwei Leute da." „Nein! Du ivarst allein, nieine Leute haben dich gesehen, wie du auf den Wall stiegst, aus die Bretter hinimterfielft und dir daS Maul blutig schlugst. Wir haben dir von weitem zugesehen." Der Bauer verstummte und riß die Augen auf. „Danke Gott, daß sie dich nicht gesaßt und nicht zu mir gebracht haben. Für Trunksucht und Ilnordnmig auf kaiser lichen Wegen hättest du siebenfachen Arrest bekommen und wärest nach dem Gouvernement geschickt worden. Hörst du, du verlorener Trunkenbold?" „Herr Polizeimeister," rief Gnat, der sich unter der Drohung des siebenfachen Arrestes und der Verschickung nach dem Innern des Landes zu einem Ltuäuel zusammenrollte. „Was denn." schrie Tagejew wieder,„waS willst du?" Ter Bauer wollte nichts mcktir, als seine Freiheit wieder erlangen. Ab?r Tagejew wollte die Saite noch fester spannen. „Für die falsche Meldung und dafür, daß du die Be- Hörde beunruhigt hast, solltest du ein paar Tage' sitzen, hörst Du?" „Durchlauchtigster Herr Polizcimcistcr," begann er mit weinerlicher Stimme, indeiii er vor Tagejew niederkniete,„erbarmen Sie sich, sperren Sie mich nicht ein!... Ich habe mein» Wirtschast und eine kranke Frau." „Ihr seid selber ein Diebespack," schrie Tagejew.„und beschuldigt andere. Woher hattest du denn das Geld?" „Ich habe eine Kuh verkauft!" „Eine Kuh? Woher hattest du Geld für eine Kuh, da du kein Gutsbesitzersohn bist?" „Meine Frau hat sie von ihren Eltern niitbekommen." „Ich werde Erkundigungen über Euch einziehen und er- fahren, woher Ihr das Geld habt." „Herr Poltzeikommissar, ich schwöre bei dem Herrn Jelus." •(Forts, folgt.) Bfrektiou Mä.t Reinhardt: Deutsches Theater. l'/jühr: Figaros HocIierU. Kammerspiele. 71') Uhr; Das Konzert. Volksbühne, 7-',', Chr.- Weh dem. der lügt! Theater i. d. KöniggrStzersfr. Vir. C. Neinhird— R. Bemaoer. T'/ä Dhr-r Erdgeist. Komödienhaus VI, Uhr: Ol« vtrlsrene Tochter. Berliner Theater 7l/aUhr: Auf FlSgeis des Gesanges. Lesswv-7kestsr. Direktion: Victor Barnowsky. vi, uhr: Charlotte Stieglitz. Mittwoch: Peer Gynt. Dentseh. Künstler-Theater. Allabendlich 71/, Uhr: Der Reisebegleiter. URANIA T";lr«.,r 8 Uhr: Dr. Hanser: Der Mensch vor hunderttausend Jahren. Hörsaal 8 Uhr: Professor Dr. P. Schwahn: Die Tätigkeit der Fener- berge nnd Cieyser. Theater ffir Dienstag, 13. Februar. Neues Operettenhaus Kaasentelephon; Norden 281. u/.u.: Der Soldat der Marie. Oeotsehes Opershevr, CharlottenK ' vhr: Tmnhäuscr. Friedricb'Wilhetastädt. Theater. 7-/-U.- Das Draimiderihaus, «ebr. Herrnfeid- Center 7'/, Uhr: Der doppelte Buchhalter. Kleines Theater S Uhr; Scher«. Satire, Ironie und tiefere Dedeutnng. Komische Oper 7 Vi uhr: Der PuszIa-KavaRof. Lustspielhaus �u.:Der selige fialduiu Metropol-Theater Jomn.: Die Csardastürstin, Thalia-Theater. 7"<ü.: Das Vagabundenmädol. Residenz-Theater J�vOie Warschauer Zitadelle, Sehlller-Theater O. r/.u.: Der Familientag. Schlller-Th.C'hnrlottenbg. vt, vhr: Der Berr im Banse. Theater am Kolienderfpl. S'/iUhi; Zar und Zimmermann. t'/.u.: Blaue Jnngeos. Theater de» Westens t'/.u.: Die Fahrt ins Glück mit Guido Thiolscher. 3'lt Uhr: Ein Walzertraum. Trianon Theater vi, v.: Willis Hochzeitstag. Ctaneuo« JBitsck. Täglich Vlt Uhr: Die neu# Rieoon- Praeht-Vasser-Pantomime Die versunkene Stadt in l Vorspiel nnd 4 Akten nach der Vineta-Logonde frei hearheitet und inszeniert von Paula Rusch. Besonders hervoiruheben: Untergang der Stadt Vlnota, Im Reichs der Waseergelster, Das NixentalleU Ire wellen. b ewegten Wasser der Arena, Vorh. das gl. Birkneprogrimn«. Lillebirs Hochzeitsreise. Aegypt. Burleske in 7 Bildern. Inszenierung so« Max Reinhardt. Hauptdarsteller: Hans Wassmann, Lillobil Christensen, Katfa Öterna, Emst Matray. Hiereo das g/roße Variete-Programm. Anfang'IgS Uhr. Neues Februarprogramm. Dazu Neptun auf Rnisen. Ausstattungspesse i. 3 Bildern Stürmisch» Heiterkeit! Pracht». RecUhne u Bekorallenen. RosesTheater. VI, Uhr: Das Glücksmädel. >Va!ha!Ia-Theater. VL Uhr: Das Wnslkantenmädel. Admiralspalast. SchliUsehnhliuler- Ballett i. d. Oper„Der Prophet" und Trau?anfasie. Vorzögl. Küche. Anfang 7"/, Ziikus A. Schumana EinlaB 7 Uhr. Anfang 7<|. Uhr. Der Zirkus ist gut geheizt. Täglich das große glänzende Zirkns• Programm und Die Seeräuber Große AnEstatt.-Panfc. i. 4 Akt .Ted. bonntag z gr. Vorstellungen. 3 Uhr u. VI, Uhr Kachmittaga 1 Kind frei. In beiden Vorstellungen: Die Seeräuber nnd das vollständ. Programm. Caslno- Theater Lothringer Str. 87. Täglich VI, llhr. Um VI, Uhr: Buntes Programm. Um 8'i, Uhr: Die Schlagerposse Sinzig m Arok-Berlin Zwei helle Berliner Berliner tzumor— Berliner Figuren Semiwg 4 Uhr: Einer rem U-Beet Reiebshallen-Tbeater. Stettiner Sänger. „Caharet Feldgrau" Anfang 7'/, Uhr. Sonntag nachmltt. 3 Uhr: Vorstellung zu ermSS. Preisen! lenes Prograniffl T V olgt-Theater. Badstr SA. Badstr. 5t Täglich PI, Uhr: In Leid und Freud. Sonnabend, den 17. liebruar: Der ToHn der Wildnis. Benefiz für Alezander Gawenda. (jröffmtng ß'l, Uhr. Ansang 7'/, Ubr. Possen- Theater. Täglich VI, Uhr: Der fliegende Holländer. Der alte Wölfl. Palasi Tägl. 7'|„ Sonnt. 3*1, u. 7'/, Der oflektvolle Telefonseherz: „Hallo, wer dort?" Dazu: Berl. Typen m. R. Steidl und Anna MiUler-Lincko «. d. neue Febr.-Ppogp. JSm. Berliner Xonzertbaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. H«ute: Gr. Konzert dos Bwpllnep Kviiravthaaa-OrehMter« Lwter; Kcmponist Frz.». Blon. Anfang?'/, Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 71/, Uhr. An(Hau Wochentninn: Wapfimiftaga-Konrapt bei freiem«IntrfM ■od voller Orcheolerboootzung. 'Itfi Hational-TlieaterliÄ Studenten lieb ch en. Operette in 3 AN. Mus. v. Bramme. Anwelo. giilt f. f-SPers.b. i7. Febr. Patfeit O.Vo, S-ssel 1, Orchester-Seisel 1,30. Vcrverk. ab';,ll-2 u. ab 611 abds. ( VIKTORIA-THEATER (Snnwsonci) KottbuserStr. 6 Telephon Hohbhn.-Hltsfc. Montzpl, 14814 Kottbus. Tor 1 6TOSSTE niUETIEROmSSURSCHAC OCR EROC Täglich Abendvorstellung um 7llt Uhr. Mittw., Sonnabds., Sonntags je Z Vorstellungen, 3'/, u. 7'/.U. Voohentags nachmittags Vorzugspreise. Vorverkauf: Hagenheokkasse TT rt+AKn« Rf. ß vi �Vovf.Vi Atriv Ungeahnte Erwerbs- NQglicbhelden bietet dl« nächste ZtlktmlL Eine tief- erelfecd« Ändemng unsere» gesamten wiitschsftsiebens. ein gewaltiger Anl- eehsung unserer Industrie u. des Bändels steht bevor, und es werden fiberell geschulte Krähe gesucht •dn. Angehörige technische? Benife u. Handwerker sollen nicht versäumen, ihre Kenntnisse and Fertigkeiten der kommenden Zeit anzupassen, um teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen. 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Februar 1017, abends 8 Uhr: Sranehenversammltmg der firahtarlieiter tttt Lokal von Bieberstein, Adalbertstraße 39. Tagesordnung: 1. Unsere Lehn- und ArbeitSverbältnissi: während deS Krieges. 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Zu dieser Versammlung sind besonders die Kollegen, welche zurzeit außerhalb der Branche beschäjfigt sind, eingeladen. Achtung! Achtung! Tie Vertrauensmänuerkonferenz findet im Februar nicht statt. __ Die Orteivci'waltung. Elektrolyt Georg Hirth bebt dl« Verdauung und fSrderi Nn Sloffwechsel. Wirft belebend auf d«n ganzen LrganKmi». Stn Versuch über» rgi. Zn puwer- u. Tndlehenpadungen für 5Ns>fg bleeMf. nach Quantum In den Apocheten»der direh von der Ludwig«. S poihek«, München s, Reuhauserstr. S. olange Vorrat reichi liefert die Buchhandlung Vorwäris SW. 6S, �indenstr. 3, und die Ausgabestellen Die Heue well. Illustriertes Unierhaltungsblatt für Willen- schaft, Belehrung und Unterhaltung. Es sind vorhanden: Jahrgang 189S. 1901. 1908. 1909, 1911 bis 1915. 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CS lömien in der Woche vom 19. bis 25. Februar nur solche Personen an der Bollsspeisung teil- nehmen, welche diesen Abschnitt 28 bei der Ausgabestelle der Vollsspeisung mit den Abschnitten der Fleisch- und Kartoffcllarte abgegeben haben. Der Abschnitt Sb der Lebensmiltelkarte ist auch dann abzugebe», wen» nur eine halbe Portion Essen entnommen wird. Gleichzeitig wird zur Behebung von Zweifeln daraus hingewiesen, daß bis aus weiteres, da eine entsprechende Gegenleistung gewährt wird, vier gültige(gestrichelte) Abschnitte der Kariofieltarie für jede Woche und Portion abgegeben werden müssen. Berlin, den 8. Februar 1917. Magistrat der Königlichen Haupt- und Residenzstadt. Wernmtli.' KLEINE HNZEIGEN Verkäufe Pelzgaruituren: TkunkSstolas! Fuchsgarniwrcii! OpostumstolaS! Mafien I Bettenverians! Herrengnrde- robel Uhrenverkaus! Schmucksachen! Waren aller Art! Allcrbilligste Preise! Leihhaus! Warschauerstratze 7.* Tevvich-Thomas, Oranienstr. 14 Ivottbillig sarbieblerbaste Teppiche, Gardinen. 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