Nr. 46. 34. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Brets pranumerando Bierteljahrl 3.30 ML. monatl 1,30 L wöchentlich 30 Bfg. fret ins Haus Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit tuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt 10 Big Boit. elbonnement: 1,30 Mart bro Monat Eingetragen m die Boit geitungs. Breisliste Unter Areusband Tüz Deutichland und Defterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat Boftabonnements Rebmen ant Belgien. Dänemar Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Bfg.. für bolitische und gemerfichaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen". Das fettgedrudie Sort 20 Bfg.( guläffig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 10 fg. Stellengesuche und Schlafitellenan geigen bas erite Wort 10 Big- jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inferate hir bie nächste Summer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erbedition iji bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Ami Morisvlas, Nr. 151 90-151 97. Freitag, den 16. Februar 1917. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Amt Morikplas, Nr. 151 90-151 97. Einstellung der dänischen Seefchiffahrt. Zwischen Armentières und Arras Aufklärungsgefechte ganzen Westen Fliegerkämpfe im Deutscher Sturmtruppvorstoß nördlich der ZloczowTarnopol- Bahn- Beschießung von Galat. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 15. Fe bruar 1917.( W. T. B.) Weftlicher Kriegsschauplag. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht In der letzten Zeit haben sich an der Front zwischen Armen fières und Arras zahlreiche Gefechte von Aufklärungsabteilungen abgespielt. Der Gegner hat bei seinen häufigen, teils mit, teils ohne Feuervorbereitung angefesten Unternehmungen beträchtliche Berlufie gehabt. In unserer Hand gebliebene Gefangene brachten wertvolle Aufschlüsse, die durch die Ergebnisse vieler eigener mit Geschick durchgeführter Erfundungsvorstöße ergänzt worden sind. Gestern war zwischen Serre und Somme unter Einfas vieler schwerer Geschütze der Artilleriekampf vornehmlich in den Abendstunden start. Infanterieangriffe erfolgten nicht; es tamen in unserem wirksamen Feuer nur fleine Teilvorstöße gegen einige uuserer vorgeschobenen Posten zustande, die befehlsgemäß auf unsere Hauptkampfstellung answichen. Bom Kanal bis zu den Bogesen begünstigte flare Luft die Fliegertätigkeit. Die Gegner verloren gestern 7 Flugzeuge, von denen Leut nant v. Richthofen zwei sein 20. und 21. Sieg im Luftkampf abichok Deftlicher Kriegsschauplah. Frent des Generalfeldmarschalls Bring Leopold von Bayern. Hu der Bahn von Rowel nach Luck überfiel eine unserer Streifabteilungen eine russische Feldwache und brachte 11 Gefangene, zurück. Südwestlich davon, bei Kisieliu, holten Stoßtrupps 30 Ruffen und 1 Maschinengewehr aus der feindlichen Stellung. Nördlich der Bahn von Zloczow nach Tarnopol glückte ein gutangelegtes, mit Schneid durchgeführtes Unternehmen in vollem Umfange. Nach kurzer Feuerwirkung brangen Sturmtrupps ctwa 100 Meter tief in die russischen Liuien ein, nahmen die Besatzung von 6 Offizieren und 275 Mann gefangen und hielten sich fünf Stunden in den feindlichen Gräben. Inzwischen gelang es den Mineuren, die ausgedehnten Minengänge zu zerstören und unter unsere Stellung geführte, geladene Stollen unschädlich zu machen. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. Keine besonderen Ereignisse. Seeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Madenscu An der Buina wurde ein russischer Pofien aufgehoben, am Sereth der Borstoß mehrerer Kompagnien zurückgewiesen. Die Anregung in Washington. Der Hafen und militärisch wichtige Anlagen von Galaz wurden wirkungsvoll beschoffen. Mazedonische Front. Die Lage ist unverändert. Der Erfte Generalquartiermeister. Lubendorff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, den 15. Februar. Abends. Zwischen Somme und Ancre lebhafte Artillerietätigkeit. In der Champagne süblich von Ripont entwickelten sich Infanterickämpfe, die für uns günstig verliefen. Jm Osten nichts Befouderes. Amtlich. Berlin, 15. Februar. Unsere Marine flugzeuge belegten am 14. Februar morgens die Flugplätze bei Dünkirchen und Cozyde ansgiebig mit Bomben. Die Einschläge lagen gut. Außerdem hat ein Wasserflugzeug die in den Downs liegenden Handelsschiffe mit gutem Erfolge mit Bomben beworfen. 市 Der österreichische Bericht. 23ien, 15. Februar 1917.( 2. T. B.) Amtlich wird verfautbart: Deftlicher Kriegsschauplah. Bei Focsani wiesen wir einige russische Kompagnien ab. An der Putna betätigten sich unsere Patrouillen mit Erfolg im Borgelände. Seeresfront des Generalobert Erzherzog Joseph. Südlich des Meftecanesci Tunnels wurde ein russischer Borstoß vereitelt. Front des Generalfeldmarschalls Brins Leopold von Bayern1. Nördlich der Bahu Zleczow Tarnopol und bei Swidnifi in Bolhynien überfielen Stoßtrupps die ruffifchen Gräben. Die Unternehmungen glüdten. Der Feind erlitt starke Einbuße an Menschen und Kriegsgerät. Deftlich von Zloczow wurden überdies 6 russische Offiziere und 275 Mann als Gefangene, abgeführt. Italienischer und füdöstlicher Kriegsschauplak. Unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Wilsons Politik. Bon Heinrich Gunow. Die eigenartige moralisierende Faffung der Wilsonschen Noten hat vielfach in Deutschland die Vorstellung erwedt, als sei Wilson ein grübelnder, von des„ Gedankens Bläffe" an gefränfelter Professor jener Art, wie sie früher unsere Witzblätter mit Vorliebe zu zeichnen pflegten, ein ethisch- pedon tischer Philosoph, auf den der Schillersche Vers paßi: Jahre lang schon bedien' ich mich meiner Nase zum Riechen, hab' ich denn wirklich an sie auch ein erweisliches Recht?" Das ist eine entschiedene Unterschätzung des Mannes, der ant der Spike des nordamerikanischen Freistaates steht. Die Vereinigten Staaten haben, seit sie sich von England los geriffen haben, manche Männer als Präsidenten gehabt, denen man Selbstfucht, Eigenfinn, Rücksichtslosigkeit, vielleicht auch Brutalität in der Verfolgung ihrer Ziele nachsagen kann; ideologische Träumer, die sich lediglich von ethischen Begriffen und Gefühlen leiten ließen, nicht. Das hindert nicht, daß nicht nur Wilsons Noten, sondern auch die Erlasse, Ankündigungen, Reden vieler früherer Präsidenten stark mit schönen Rechtsgrundsätzen und allerlei Berufungen auf die überlieferten Freiheiten und die sogenannten natürlichen Rechte des ameri fanischen Boltes durchsetzt find. Schon in den amerikanischen Verfassungs- und Freiheitserklärungen aus der Zeit des ame rifonischen Unabhängigkeitstampjes jinden wir das BeficeDER selbst die eigensüchtigsten, nadtesten Interessenforderungen ethisch zu verbrämen und auf allerhand ewige Rechte des le dividuums und der Völker zurückzuführen weit mehr noch ,. als in den Menschenrechtsbegründungen rousseauistischer Redner der französischen Nationalversammlung und des Konvents. Wie aber hinter den französischen philosophisch- ethischen Erörterungen aus den Tagen der großen französischen Revolution durchweg sehr reale politische und wirtschaftliche Bestrebungen stehen, so nicht minder hinter den schönen Regierungserfla rungen, die uns die amerikanische Geschichte überliefert hat. it auch die Redeweise Wilsons mehr staatsphilosophisch verschnörkelt, als die mancher seiner Vorgänger, so folgt sie doch im ganzen durchaus den Bahnen der amerikanischen Tradition und erklärt sich zur Genüge aus dem amerikanischen Staatsund Verfassungsleben, wie es sich historisch entwickelt hat. Da die Stellung eines Präsidenten der Union im weitesten Maße auf Volksgunit beruht und er, wenn auch nicht nominell, so doch faktisch, Sachwalter der Partei bleibt, die ihm sein Amt berliehen hat, so sieht er sich ganz naturgemäß genötigt, auf die öffentliche Stimmung, besonders die seiner Partei,' größte Rücksicht zu nehmen und wichtige politische Maßnahmen, die er, vorschlägt oder einleitet, als Ausfluß, der Rechte und der Freiheiten des amerikanischen Volkes zu rechtfertigen, fie gewissermaßen als notwendige Akte zur Aufrechterhaltung der amerikanischen Freiheitsrechte und zur Innehaltung der historischen Mission darzustellen, zu der sich das amerikanische Volk berufen glaubt. Die Einstellung der dänischen Schiffahrt. Das war schon immer jo, nur daß vielleicht die Ausfüh Ropenhagen, 15. Februar.( W. T. B.) Die Vereine realistischere Betrachtungsweise aufgezwungen hat, etinas rungen Wilsons uns heute, nachdem der Krieg uns vielfach Bern, 14. Februar. Eine redaktionelle Bemerkung des handlungen zwischen Reedern und Seeleuten philosophisch verschnörfelter, erscheinen, als die einzelner feiner " Bund" besagt: Wie wir aus zuverlässiger, nicht deutscher, wegen Erhöhung der Kriegszulagen und Versicherungssummen Vorgänger. Diese äußerliche Fassung erklärt sich aber daraus, Quelle erfahren. ist die Erklärung der deutschen sind gescheitert. Dies bedeutet die vollständige daß Mr. Thomas Woodrow Wilson, der von schottischer SerRegierung, daß sie zu Verhandlungen mit Einstellung der dänischen Schiffahrt. funft ist und einst als Professor an der Wesleyan- Universität Amerika bereit sei unter der Vorausseßung der Auf- Ueber den Inhalt der Beshandlungen unterrichtet folgen Geschichte, dann an der Princeton- Universität Rechts- und rechterhaltung der Handelssperre, lediglich eine Antwort auf des Telegramm aus Kopenhagen: Fünf Seeleute Staatsphilosophie gelehrt hat, als Historiker und Rechtsphiloeine ihr, durch den schweizerischen Gesandten in Washington organisationen, deren Mitglieder alle Stlassen von foph mit beiden Beinen in den ethisch- utilitaristischen Anschau zugegangene Anregung gewesen. Von wem diese Anregung für Fahrten nach Amerika und England, da die Gefahren unter des vorigen Jahrhunderts vorherrschten. Vornehmlich hat die Schiffsbesagungen umfassen, beschlossen in gemeinsamer Sigung, ungen steht, wie sie im englischen Liberalismus um die Mitte in Washingtou ausgegangen ist, war aus der Mitteilung des den jezigen Verhältnissen auf See größer seinen, die Ber- Schule Richard Cobdens auf ihn einen starken Einfluß aus. fchweizerischen Gesandten nicht ersichtlich. doppelung der Unfallversicherungsbeträge geübt. Wer die Auffaffungen und ethischen Begründungen fowie der Kriegszulagen zu fordern. Ferner beschlossen dieses Liberalismus näher kennt, stößt überall bei Wilson auf fie mit Rüdsicht auf die Gefahren durch treibende Minen, die gleiche Kriegszulage und Unfallversicherung auch für Inlandsfahrten zu fordern, die bisher für die Nordsec galten. China gegen die deutsche Seesperre. Aus Kopenhagen wird von gestern weiter berichtet: Die Berlin, 15. Februar.( W. T. B.) Der hiesige chinesische atrofen und eiger in Kopenhagen und Arhus verweigern die Anmusterung für Reisen außerhalb StandiGesandte hat gestern dem Staatssekretär des Auswärtigen naviens wegen Lebensgefahr; innerhalb ftahdinavischer Reisen Amtes Abschrift einer Note überreicht, die seine Re- verlangen sie die doppelte Summe in der Unglüdsversicherung, gierung dem Kaiserlichen Gesandten in Peking am 9. d. Mis. und zwar 10000 Stronen für Matrosen und Heizer. hat zugehen lassen, und in der gegen die neuen Maßnahmen für den U- Boot- Krieg nachdrücklich Einspruch erhoben wird. Die Meldung feindlicher Tepeschendienste, daß die chinesische Regierung die diplomatischen Beziehungen Die internationale Gewerkschaftskonferenz verschoben. Amsterdam, 14. Februar. Het Bolf" erfährt, daß die zu Deutschland abgebrochen habe, oder daß ein internationale Gewerkschaftskonferenz vorläufig unmöglich folcher Schritt unmittelbar zu erwarten sei, ist unzuit. Die Verschärfung des U- Boot- Krieges foll die Ursache treffenb. der Verschiebung der Konferenz sein. Altbekanntes. Aber wie man nicht den Charakter einer Perion danach beurteilen darf, wie sie sich äußerlich gibt oder wie sie anderen erscheinen möchte, so darf man auch nicht die Politik Wilsons und im weiteren der ganzen amerikanischen Regierung nad solchen Aeußerlichkeiten beurteilen. Hinter dem, wenn man so sagen darf, ideologischen Aufsatz stehen sehr reale wirtschaftliche und materielle Interessen, und Wilson hat durchaus recht, wenn er in feiner Friedensnote den Vorwurf, unflare Weltverbesserungspläne zu verfolgen, zurüdweist und erklärt, daß ,, das Volk und die Regierung der Vereinigten Staaten an den Maßnahmen, die in der Zukunft den Frieden der Welt sicher stellen sollen, ein ebenso dringendes und unmittelbares Intereffe ist nach den Worten der Wiljonichen Friedensnote jogar jo esse" hätten, vie die kriegführenden Länder. Dieses Interstark, daß die Bereinigten Staaten baldigit genötigt jein tönnten, Bestimmungen über den bestmöglichsten Schuß ihrer Intereffen zu treffen, falls der Krieg fortdauern, follte", Offen wird hier zugestanden, wenn auch in diplomatische Wilsoniche und die ganze amerikanische Regierungspolitif ge-! lautet gans authentisch folgendes: England verlangt Redewendungen eingehüllt, daß die Vereinigten Staaten sich leitet. Daraus erklärt sich sowohl die Nachgiebigkeit gegen 1. Kontrolle der Verwendung des Geldes durch englische in ihrer Stellungnahme zum Bölferkrieg nur von ihren Englands Seerechtsverlegungen wie das Hin- und Ser- Agenten, 2. Aenderung der inneren Politi Rußlands nach eigenen Interessen leiten laffen genau wie die schwanken zwischen allerlei Friedensforderungen und der englischen Wünschen, 3. Besetzung der russischen magübrigen auch. Damit ist noch nicht gesagt, daß Wilson und die Unterſtügung der englischen Kriegführung. Stände der gebenden Regierungsstellen durch Männer, die der amerikanische Regierung sich nun alle die einzelnen wirtschaft- Rampfio, daß Deutschlands baldige Niederenglischen Regierung genehm sind. lichen Interessen vorhalten, sie gegenseitig sorgfältig abwägen Lage gewig wäre, err Wilson würde seine und dann ausschließlich nach dem Ergebnis ihre Entscheidung Friedensnote schwerlich verfaßt haben. treffen. Dieserart verfährt der einzelne auch nicht. Er handelt immer mehr oder weniger unter dem Einfluß des ihn umgebenden Lebenskreises, des sogenannten Milieus. ebenso handelt auch eine Regierung, und vor allem eine Regierung, die so stark unter öffentlichen Einwirkungen steht, wie die amerikanische, unter dem Einfluß der Volksstimmung und Bolksparteinahme; aber hinter diesem Einfluß- und darum handelt es fich stehen als Faktoren bestimmte wirtschaftliche und politische Interessen. Der Und Skandinavische Protest zur deutschen wird. Seinen Wunsch nach Kontrolle kennt Rußland längst; Geesperre. heere, und die russische Finanzpolitik fucht diese Zwangslage Die englische Kriegspolitik braucht die russischen Massendes Bundesgenossen auszunuzen. Aber England will Sicherheiten, daß sein Geld seinem Ziele gemäß angelegt es hat diesem Wunsche während des Krieges schon erhebliche Teile der Selbständigkeit seines Finanzregimes opfern Bureaus.) Die dänische, die norwegische und die russischen Helfer noch fester in der Hand haben, will noch Kopenhagen, 14. Februar.( Meldung des Rigauschen müssen. Aber das genügt England noch nicht; es will den chwedische Regierung sind übereingekommen, fol- sicherer bestimmen können, was es von ihm erwartet und gende Mitteilung zu veröffentlichen: verlangt, und in dieser Richtung wird nun vermutlich das Solange die nordamerikanische Union oder vielmehr ihre haben am Dienstag dem deutschen und dem österreichisch- unga- werden, um eine weitere unmittelbare Beeinflussung der Die dänische, die norwegische und die schwedische Regierung bekannte Idealziel der Einheitsaktion" eingesetzt maßgebenden Schichten Vorteile vom Kriege hatten, hat die rischen Gefandten Noten gleichen Wortlautes übermittelt, welche russischen Kriegsbeteiligung möglich zu machen. amerikanische Union nichts getan, die Beendigung des Krieges gegen die von Deutschland und Oesterreich- Ungarn geplante herbeizuführen. Sie hätte die Ausfuhr von Munition und Sperre gewiffer Seegebiete Einspruch erheben. Die herrschaft über die wichtigste Stüße seiner Macht zu verDaß dieser Versuch, dem zaristischen Regiment die Alleinanderen Kriegsmaterialien verbieten können, wie sie dies Note beginnt damit, an die Tatsache zu erinnern, daß die Regie- herrschaft über die wichtigste Stüße seiner Macht zu vermehrfach bei dem Ausbruch revolutionärer Unruhen in Merifo rungen sich während des Strieges zu wiederholten Malen gezwun- fürzen, nicht glatt glüden will, erscheint allerdings sehr vergetan bat; aber sie unterließ alle wirksamen Maßnahmen, die gen gesehen haben, formellen Einspruch gegen schwere Beeinträch ständlich. Denn wenn der Lersuch glückte, so würde er Wirdem furchtbaren Ringen Einhalt gebieten konnten. Selbst denen friegführenden Mächte zu erheben. Cobann hebt bic Note ganzen Bestande treffen. Ist es ein Zufall, daß gerade jetzt tigungen der Rechte der Neutralen durch Maßregeln der verfchie- kungen haben, die den Bau des zaristischen Regimes in seinem gegen die englische Blodadepolitik, die das Recht der amerika hervor, daß die Regierungen, deren Schritte sich bei diesen ver- in Italien Aeußerungen laut werden, die sich gegen das Ziel nischen Bürger, Handel mit den Mittelmächten zu treiben, schiedenen Gelegenheiten, wie immer, vom Geift der vollständig, der einheitlichen militärischen Zeitung wenden, die, wie ein furzweg aufhob, gegen die Erklärung der Nordsee als Kriegs- ften und loyalsten Unparteilichkeit haben leiten laffen, sich darauf Mailänder Blatt jagt, praftisch ein Ding der Unmöglichkeit gebiet, die Lossagung Englands von der Londoner Seerechts beschränkt haben, die unantastbaren Rechte der Neutralen zu verei? Dit genug hat Italien sich hervorgetan durch seinen beDeflaration, die Ueberwachung des neutralen Güterverkehrs, teidigen. Nachdem die Note hervorgehoben hat, daß die Regierungen fonderen Eifer, die Stange Rußlands zu halten. die Posträubereien usw. brachte sie nur nichtssagende lahme führenden Einspruch erhoben haben, welche darauf abzielten, das bei früheren Gelegenheiten gegen die Maßregeln der Krieg Proteste auf, während sie andererseits energisch für die ameri freie Meer für die Benutzung durch die Neutralen zu verengen, tanischen Bürger das heilige Recht in Anspruch nahm, nach geht fie bazu über, zu betonen, daß die Regierungen sich diesesmal Der Wirrwarr der ruffifchen Lebensmittelversorgung. Belieben auf mit Bannwaren beladenen und bewaffneten HanKopenhagen, 14. Februar.( W. T. B.). Nach den neuesten delsschiffen zu fahren. Für das, was den Vereinigten Staaten fichtspunkten zu verharren, als die der neutralen Schiff- Desorganisation in der Nahrungsmittelversorgung für die um so mehr in die Notwendigkeit versezt sehen, bei denselben Ge- Darstellungen der russischen Presse nimmt der Mangel und die durch die Verhinderung des Handelsverkehrs, mit Deutschland fahrt bereiteten Hindernisse jest eine noch be- Armee und die Bibilbevölkerung einen erschreckenden entging, boten ihnen ja die profitablen Kriegsmaterialliefe- trächtlichere Ausdehnung und Schwere haben. rungen die günstige Gelegenheit, auf den mittel- und südUmfang an. Die Blätter fritisieren scharf die Art der Verteilung amerikanischen Märkten die deutsche und englische Handels- die einzigen völkerrechtlichen Borschriften, welche als Stütze für die Lebensmittelverkehr zu überwachen und zu leiten habe. Man beDann lenkt die Note die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß der Getreidefieferung und das Fehlen einer Zentralstelle, die den fonfurrenz zurückzudrängen, das südamerikanische Bankgeschäft Maßregeln angerufen werden könnten, deren Zwed es sei, allen zweifelt überall die Richtigkeit des von der Nahrungsmittelan sich zu bringen, New- Yorks Bedeutung als Zentralgeld- Sandel und alle Schiffahrt zum Feinde zu verhindern, die Vor- fommission veröffentlichten Ergebnisses des Einkaufes von Getreide marft enorm zu steigern, die ins Ausland gegangenen ameri- fchriften über die Blockade zur See feien. Ferner stellt die Note fanischen Wertpapiere, vornehmlich die amerikanischen Eisen- fest, wie weit ein Kriegführender das Recht haben kann, der fried- für die Armee. Der bisherige Ausfall an zu lieferndem Getreide bahnwerte, zurückzukaufen und sich eine ansehnliche Handels- lichen Schiffahrt die Durchfahrt durch die Zonen zu verbieten, beträgt nicht weniger als hundert Millionen Bud. An vielen flotte zu schaffen, reichlichen Ersaz. Die Ausfuhr, die im allein in berechtigter Form blockiert werden könnten. deren Grenzen von den feindlichen Rüften sehr entfernt fiud, die Orten mußte man 3wangsmittel anwenden, um die Verwaltungen Finanzjahr 1913/14 nur 2130 Millionen Dollar betragen hatte, der Dörfer zur Herausgabe des Getreides zu bewegen. Vielfach Schließlich erinnern die Regierungen an den allgemein halfen auch Zwangsmittel nicht, da die Dorfverwaltungen nichts jtieg 1915/16 auf 4345 Millionen Dollar, der Ausfuhrüberschuß anerkannten Grundfas über die Seefperre, abzugeben hatten. Laut Mitteilungen der Semst woverbon 486 auf 2265 Millionen Dollar. Und gleichzeitig fiel ein wonach ein neutrales Shiff nicht aufgebracht werden waltungen sind in 3utunft noch größere Schmie großer Teil des Goldstroms fort, der fich früher alljährlich in- tann, wenn es sich eines Verfuches, bie Sperre su rigleiten zu erwarten; auch Mangel an Zufuhrmitteln macht. folge der Europareisen der Amerikaner, der Geldsendungen brechen, enthält und wonach es im Falle feiner Aufbringung sich immer mehr fühlbar. Selbst aus vielen sonst getreidereichen ausländischer Arbeiter, des Zinsdienstes usw. aus den Ver- entsprechend den allgemeinen Vorschriften vor ein Prisengericht einigten Staaten nach Europa ergossen hatte. Zudem wirfte gebracht werden muß. Die Regierungen erffären hiermit, daß Gouvernements laufen Nachrichten von schweren Lebensmittelauch der flotte Außenhandel zunächst belebend auf den inneren die Tatsache verschärft werden, daß die als gefährlich be ihre Besorgnisse über die angekündigten Maßnahmen noch durch krisen ein. Geschäftsverkehr zurück, so daß die Zunahme des amerika sei neten Sonen dem Anschein nach ausschließti nijchen Nationalvermögens vom Beginn des Krieges bis zum von Untersee booten bewacht werden werden, deren Tätig 1. Oftober 1916 auf mehr als 21 Milliarden Dol- teit für die Angehörigen neutraler Staaten eine große Gefahr mit lar, also ungefähr 90 Millirden Mart gefidh bringt, wir dies durch die im Laufe des Krieges gemachten Erschäzt wird. Die Finanz der Vereinigten Staaten fab fich fahrungen dargelegt worden ist. daher in der Lage, überall in den wichtigen Handelsstädten Zulegt hebt die Note die Tatsache hervor, daß die angekünMittel- und Südamerikas Filialbanten zu gründen und fait bigten Maßnahmen um so mehr den Grundfäßen des aller Welt Geld zu borgen: England, Frankreich, Rußland, öfkerretes widerstreiten, als sie, wie dies der InDeutschland, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Argentinien, China usw. im ganzen bis zum 1. Februar dieses Jahres jaft 2,85 Milliarden Dollar( ungefähr 10 Milliarden Mark). Ein brillantes Geschäft, das aber in letzter Zeit einen starken Rüdgang erlitten hat. Zwar die amerikanische Eisen und Munitionsindustrie ist noch immer beträchtlich an der Lie. ferung von Kriegsmaterialien interessiert, wenn auch die Größe diefer Lieferungen abgenommen hat, da England und Frankreich in steigendem Maße dazu übergehen, selbst ihren Bedarf an Munition usw. herzustellen; aber eine ganze Reihe anderer Industriezweige fühlt sich durch den Krieg in ihrem Abjag beeinträchtigt, und überdies hat die starke Ausfuhr von Lebensmitteln aller Art nach den Ententeländern nach und nach eine Teuerung erzeugt, die in den Kreisen der kleinen Kopenhagen, 15. Februar. Berlingske Tidende" fnüpft an Geschäftsleute und der Arbeiter bitter empfunden wird und die standinavische Note an Deutschland Bemerkungen, die folgender den Wunsch, der Krieg in Europa möchte endlich zu Ende gehen, maßen schließen: Es ist naheliegend, daß die neutralen immer lebhafter gestaltet hat. Auch die Banffinans, soweit fie Staaten nicht anders konnten, als mit Bestimmtheit nicht, wie der Morgan- Klüngel, direkt im Dienste Englands gegen den Eingriff in die Freiheit des Meeres zu protestieren, der steht, hat kein wesentliches finanzielles Interesse mehr an der in den letzten Maßnahmen in einer für diese Staaten besonders würden. Gegenüber Deutschlands Note über Fortführung des Krieges. Die zufünftige Stellung des New- schädlichen und im ganzen genommen besonders uinfangreichen den verschärffen Zauchbootkrieg würde Holland proteJorker Geldmarktes ist gesichert, die finanzielle Offupation und ernsten Form enthalten ist. Es ist nicht notwendig und der südamerikanischen Märkte, soweit sie zurzeit möglich und nicht berechtigt, etwas anderes oder mehr in die nüßlich ist, gelungen. Eine weitere Ausbreitung ist dort unter Rote hineinlegen zu wollen, als fie nach dem amtlichen dem jetzigen Kriegsdruck kaum möglich. Um aber das Er- Bericht enthält. Ihre Begründung mit bisher anerkannten völferreichte zu fonfolidieren und für die Zukunft zu sichern, wäre rechtlichen Grundfäßen tommt uns unangreifbar vor, und ihr Ton jekt eine Rückkehr zur Friedenswirtschaft weit günstiger. Bu- ist würdig und von unverkennbarer Bestimmtheit. dem fürchtet man in amerikanischen kapitalistischen Streisen vielfach, daß eine weitere einseitige Forcierung der Kriegsindustrie und der Kreditwirtschaft leicht zu einer schweren Krise nach dem Kriege führen könnte. Troelstra zum verschärften U- Boot- Kriea. Wie der Haager Korrespondent der Kopenhagener Poli tifen" depeschiert, sagte der holländische Sozialistenführer Troelstra in einer Unterredung, daß er wie auch die ganze holländische Sozialdemokratie und sicherlich auch das holländische Bolf- der von der holländischen Regierung erteilten Antwort, daß Holland dem Beispiel Ameritas halt der Mitteilung der Koiserlichen Regierungen anzudenten nicht folgen fönne, zustimmte, Im ganzen gesehen, scheint, ohne Unterschieb auf alle Schiffe angewandt werden würden, hegt die Sozialdemokratie volles Vertrauen zur auswärtigen Sie in die bezeichneten Sonen einfahren, also auch auf diejenigen, Politik der Regierung. In Wirklichkeit ist der holländische bie nicht nach einem feindlichen Hafen, bestimmt sind, sondern sich Kriegsminister der Mann im Lande gewejen, der in seiner nur auf der Fahrt zwischen zwei neutralen äfen ganzen Tätigkeit am fräftigsten für den Frieden gearbeitet befinden. hat. Auf Grund dieses Vertrauensverhältnisses hat sich die Indem fie fich auf die Grundlage der obigen Erwägungen Sozialdemokratie damit abfinden können, daß die Regierung stellen, protestieren die Regierungen in aller Form nicht, wie dies in Dänemark der Fall ist, in ständiger Fühlung gegen die vom Deutschen Reiche und Defterreich- Ungarn getroffenen mit dem Parlamente war. Maßnahmen und machen alle Vorbehalte hinsichtlich etwaiger Berluste an Menschenleben und mate rieller Schäden. Englisch- Ruffisches Gegenwärtig führe die Regierung eifrige Verhandlungen sowohl mit England wie mit Deutschland, um die Maßregeln, die eine Verbindung Sollands mit Amerika und den Kolonien des Landes unmöglich machen, zu beseitigen. Die Aufrechterhaltung dieser Verbindungen ist nämlich für Holland eine Lebensbedingung. Da indeffen England sowie Deutschland während des Krieges sehr freundfchaftliche Gefühle gegenüber Holland gehegt haben, hoffte Troelstra, daß die Verhandlungen zu einem Ausweg führen ftieren. Troelstra glaubte nicht, daß die Regierung selbst im Falle, daß ein holländisches Schiff ohne Warnung torpediert würde, eine andere Politik als die bisher befolgte einschlagen würde. Natürlich könnte eine solche Lage entstehen, daß Holland in der Verzweiflung zu Waffen greifen müßte, er fei jedoch überzeugt, daß es dazu nicht kommen werde. Solland hat es bisher berstanden, sich Schritt für Schritt durchzumanobrieren. ( z) Dadurch hat das Drängen nach baldiger Beendigung des von der Petersburger Konferenz. Der Krieg auf den Meeren. europäischen Krieges in der amerikanischen Bevölkerung, auch Die Petersburger Konferenz der Ententemächte zieht in manchen großfapitalistischen Streisen, start zugenommen. fich übermäßig in die Länge. Das fiel längst auf und legte In einer Woche 146 Schiffe Verlust. In keinem Fall aber darf nach der Ansicht der die Vermutung nahe, daß sich Steine auf dem Wege gezeigt meisten Amerikaner England unterliegen haben, die sich nicht mit einem kühnen Phrasenschwunge über- fchließlich waren bei Lloyds Meldungen über den Verlust von Amsterdam, 15. Februar. Bis zum 8. Februar einoder auch nur so geidwämt werden, daß es furnen lassen. Was jetzt schwedische Blätter über die jehr 146 Schiffen eingelaufen, die seit dem 1. Februar versenkt feine dominierende Stellung in Europa vergeheim gehaltenen Verhandlungen erfahren haben wollen, liert. Erblidt man drüben auch vielfach in England einen beutet in der Tat auf solche Schwierigkeiten hin, und sie oder verunglückt find. wirtschaftlichen Rivalen, so fühlt man sich doch durch die liegen auch dort, wo man sie auch ohne diese angeblich aus Rochester und Orleans fahren noch nicht. Sprache, Literatur, durch politische und wissenschaftliche An- durchaus zuverlässiger Quelle", nämlich von einem Teilichauungen mit England verbunden. Besonders die wissen- nehmer an der Konferenz felbst, stammenden Mitteilungen schaftlichen Kreise der Vereinigten Staaten denken fast fämt vorweg suchen würde. Die Stodholmer Blätter jagen: lich proenglisch. England ist eben das eigentliche moderne, Bei dieser Konferenz steht die ösung finanzieller solide Stulturland Europas, Deutschland hingegen ein militä- Probleme für Rußland im Vordergrund. Es will rischer Erobererstaat, der überall, auch in Ostasien und selbst und muß Geld von England bekommen, und zwar bald. Daher ist in Süd- und Mittelamerika, nach neuen Landeroberungen es begreiflich, daß der russische Finanzminister die finanziellen Fragen ebenso wie die militärischen gleich endgültg geregelt fehen London, 15. Februar. Lloyds Bureau meldet, daß der enga trachtet. enigegen und will die russischen Wünsche lediglich ad referendum Endora und der Dampfer Anzul verfenti wurden. wll. Lord Milner seht diesen Bestrebungen Widerstand lische Dampfer Inishowen eat( 3050 Tonnen), der Segler nehmen. Rußland versucht natürlich, eine möglichst hohe finan " Bern, 15. Februar. Der Temps" sagt: Nach bestimm ten Informationen haben Rochester und Orleans die amerikanischen Gewässer noch nicht verlassen. Versenkt. Dazu kommen zwei andere Gründe, weshalb nach Ansicht der amerikanischen Kapitalisten Englands Stellung nicht geschwächt werden darf. Mehr als man in Europa denkt, hält zielle Unterstügung zu erreichen. Die Gegenseite aber will die Cagliari, 15. Februar. Stefani meldet: Der amerikaman in Amerifa einen zukünftigen Krieg mit Japan für un- 2eistungen an Bedingungen fnüpfen, die sich auf niiche Dampfer 2ymann. 2 as war mit Gerätschaften vermeidlich und rechnet dafür auf die Unterstügung Englands eine den Engländern genehme Orientferung der beladen. Er begegnete in der Nacht zum 12. Februar auf der Höbe und feiner mächtigen Flotte. Ferner aber hat die Entente nicht inneren Politik Rußlands und auf die Garantien der Sardinischen Küfte einem feindlichen U- Boot, das ihn in Brand nur während des Krieges Milliardenanleihen, in den Ver- für die Verwendung der gelieferten Mittel be- ichoß und versenkte. Die aus zebn Mann, darunter acht Amerikanern, einigten Staaten aufgenommen, es befinden sich auch sonst anziehen. Den englischen Delegierten schwebt der Gedante bor, die bestehende Besatzung landete in Cagliari. sehnliche Posten englischer Wertpapiere in Yankeehänden, und Reise zu benußen, um auf den 3aren hinsichtlich der inneren Bage alle diese Werte würden wahrscheinlich beträchtliche Verluste schon öfter getan. Die Delegierten haben den Auftrag, sich Ge- Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist das vor Cagliari verſentic einzuwirken. Der Botschafter Buchanan hat das bekanntlich Washintgon, 14. Februar. Meldung des Reuterschen Bureaus. erleiden, wenn England eine Niederlage erlitte. wißheit über die Verwendung von Munition und Artitle= Also Frieden, baldigen Frieden aber in feinem Fall rie in Rugland zu verschaffen, um zu beurteilen, ob man sie Schiff Shmann Saw nur ein Schoner. Es wurde durch die eine Riederlage oder auch nur nachhaltige Schwächung Eng nicht besser auf anderen Fronten verwendete, an if att Bombe eines österreichisch- ungarischen Unterseebootes in Brand ge lands! Das ist die Forderung der drüben politisch maßgeben sie na Rußland zu siden. Ueber die definitiven For- fest, das keine Flagge gehigt hatte. Es sind eine Menschenden Schichten. Von diesen Gesichtspunkten aus ist auch die derungen, die England bei diesem Anlaß an Rußland stellt, ber. Teben verloren gegangen. Nr. 46.- 1917. Unterhaltungsblatt des Vorwärts Annemarie. Von Anna Mosegaard. nur immer ihr lärmendes, rasselndes Toben. Kein Sonnenstrahl Freitag, 16. februar. des Buben Schoß. Sofort waren zwei Heine, dice Patschbändchen da, um mit Wonne in der welligen Flut zu zaujen. Als AnneDer Photograph der Planeten. marie lachend den Kopf hob, stand der Briefbote vor ihr, mit solch nahm der soeben im Alter von 61 Jahren verstorbene Profeſſor Unter den zahlreichen bedeutenden amerikanischen Astronomer todernstem Gesicht, daß Annemarie schauerte und das Kind vom Dr. Barcival Lowell, der Direktor der Flaggstaff- Sternwarte in Den ganzen lieben, langen Tag stand sie am Webstuhl, jah Schoße gleiten ließ. Was weiter geschehen? nichts als den unruhwollen, hastenden Gang der Maschinen, hörte mehr so recht erinnern, als sie sich nach wochenlangem Kranken- Phantasie des spekulativen Denkers mit der Grattheit des wiſſenAnnemarie konnte sich's nicht Arizona, eine besondere Stellung ein. Lowell vereinte in sich die stahl sich durch die blinden Fensterscheiben des Fabriksaals, tein lager wieder erhob und nach dem Buben verlangte, so mert- schaftlichen Forschers, und er hatte dank diesen Eigenschaften beBagelgezwitscher ,, fein frohes Kinderlachen drang zu den emsig noch und der Junge auch. Die Sonne schien noch immer, und die und besonders die Marsforschung hat durch ihn wertvolle Förde= würdig fam ihr alles vor. Ihr Franz war doch tot, und sie lebte bildete die Erforschung der äußeren Erscheinung auf den Planeten, merkenswerte Erfolge zu verzeichnen. Sein Hauptarbeitsgebiet arbeitenden Frauen und Mädchen, und sie waren doch fast alle jo Blumen blühten und dufteten, die Vöglein fangen, die Hühner rung erfahren. Bowell hatte es sich zur Aufgabe geſetzt, die bis jung noch, so jung! Annemarie war die jüngste. Kaum siebzehn Jahre, und hübsch und gesund war Annemarie. Sie lachte jo gaderten und verlangten ihr gutter, sogar der alte Briefbote ging gern. Wenn der langersehnte Sonntag kam, hielt sie nichts mehrtäglich seine gewohnte Tour, nur brachte er nichts mehr für sie. in engen Dachstübchen, das sie gegen ein geringes Entgelt ge=" mietet hatte. Wenn am Sonntag irgendwo die Fiedel erklang, dann war Annemarie zur Stelle. Die Füße trugen sie hüpfend ganz von selbst hin. Warum sollte denn auch grad das Tanzen so jündhaft jein? Noch dazu, wenn man so jung, so lebensfroh war wie Annemarie, und gar einen herzigen blonden Schatz hatte! Stüssen ist keine Sünd'." trällerte Annemarie, wiegte sich in den Hüften und lächelte ihrem Spiegelbilde zu. Wird der Franz Augen machen heute abend! Die rote Rose am Halsausschnitt steht ihrem dunklen Teint entzüdend. Annemarie hat volles, braunes Wellenhaar, das sich nicht willig zu einem Scheitel glätten läßt, und die nachtschwarzen Augen, sie können nun einmal nicht anders als lachen und schelmen. Warum sollte Annemarie denn auch traurig sein, sie hat doch keine Sorgen. Die sechs Wochentage am Webstuhl find allerdings Lang, recht lang sogar, aber der Sonntag, der goldige, goldige Sonntag, er entschädigt jie reichlich für die sechs langen Arbeitstage. Dann erst die Abende, die wunderschönen langen, stillen Sommerabende, an denen sie mit ihrem Franz hinauswandert ins Freie. Raus aus der lärmenden Stadt, über Wiesen und Felder hinein in das traumstille, geheimnisvoll raunende Wäldchen. Annemarie wünscht es sich ja gar nicht anders, als wie sie es hat. A. Es ist so gekommen, wie man sich's im Webejaale oft zugetuschelt hat. Mit achtzehn und einem halben Jahre hatte die Annemarie ihr erstes Kind. Aber der überaus fromme Wunsch, den neidische Kolleginnen für sie gehabt hatten, der war nun doch nicht in Erfüllung gegangen. Nein, der Franz hatte sie nicht im Stich gelaffen; die Männer sind gar nicht alle so schlecht, wie die Therese mit den Schielaugen immer behauptete. Seine liebe fleine Frau war sie geworden. Draußen vor der Stadt, in einem Miethäuschen mit Garten und Stallung hatten sie sich ihr Nest ge baut. Annemarie ging nun nicht mehr zu Tanze, sie hatte auch gar fein Verlangen danach. Sie hatte ihr Glück jeden Tag um sich herum. Mit Liebe und Sorgfalt schaltete und waltete sie in ihrem trauten Heim und fand immer noch Zeit genug, um mit ihrem lieben fleinen Jungen zu lachen und zu tändeln. Die schnurrigsten Bieder, die verlockendsten Walzer trällerte sie ihn vor. Wenn dann der Tag langsam zu Rüste ging, schritt jie mit ihrem Buben auf dem Arm dem Franz entgegen, der in der Stadt auf einem Balzwert arbeitete. Mit feinem Könige hätte Annemarie tauschen mögen in ihrer jungen Ehe und ihrem Mutterglück. Da brach der Weltkrieg aus. Auch Franz mußte fort. Leer und still ward es mit einem Male in dem Kleinen Häuschen draußen bor der Stadt, leer und still, wie in so vielen, vielen Häufern. Nach alter Gewohnheit schritt Annemarie jeden Abend ihrem Franz enigegen, aber er tam nie. Dafür stellte sich gar bald des öfteren der Briefträger ein, und das machte Annemarie das Herz wieder leichter.. beigeftan Küsse für sie und den Buben fandte er ihr vom fernen Fast täglich schrich Franz. Die innigsten Grüße, die Franfenlande. In filler Wehmut verrichtete Annemarie ihre täg liche Arbeit, lachte und scherzte wie bisher mit ihrem Buben und swang sich auf diese Weise, nicht an das Schredliche, Furchtbare zu denken, das gar schnell über manche Familie bereingebrochen war. Aber die lähmende Schwere, die sich auf ihr Gemüt gelegt hatte an dem Tage, als die Kriegsfurie mit Bindeseile dahergerast tam, wich doch nie von ihr. Langjam, langsam verging der Lange, lange inter. Franzens Briefe ließen felten lange auf fich warten. Sie tamen auch noch, als die Maiensonne die Natur zu neuem Leben weďte. Dann aber blieben sie aus. Im Juli war's. Annemarie saß im Gärtchen auf der Bank und ließ ihren Buben auf den Knien reiten. Sopp, hopp, Reiter, wenn er fällt, dann schreit er. Fällt er in den Graben, fressen ihn die Raben, Fällt er in den Sumpf, einen Da macht das Wasser plumps! Bumps!" jauchzte der Kleine Strid und griff mit beiden Händen in die flimmernde Sonnenppacht, als wolle er die Sonne erhajchen. 19] 161 " Bumps!" jauchzte Annemarie und grub ihren 2odenkopf in Der Polizeimeister. Ein russischer Polizeiroman von Gabryela Zapolska. XI. Zuzia, Dienstmädchen in Horstis Hause. Die Alten und die Jungen. Das Projekt des Protestes reift. Nachdem Joffele Bintas seine Geschäfte" bei dem Polizei meifter erledigt hatte, eilte er wie auf Flügeln ins Hotel. Der Birt war schon längst aufgestanden, ging im Hof herum und schalt mit den Fuhrleuten, die diese Nacht in den Ställen übernachteten. Er tat es jedoch mit einer gewissen Würde, die zu seinem anständigen Aeußeren paßte. Man sah es diesem Menschen an, daß er mit großen Schritten einem Bermögen zustrebte. Joffele Pinkas begegnete vor dem Tore Barlamow. Der Polizist war grimmig, nicht ausgeschlafen und schleppte mit Mühe feinen unförmigen Bauch. Joffele sprang auf ihn zu. % vor wenigen Jahren von manchen europäischen Astronomen immer noch bestrittene Schiaparellische Entdeckung der sog. Marstanäle Zwei Jahre Weltkrieg. Am Ende der Stadt liegt eine große Silfsmittels der Photographie, bei der er ein neues Verfahren in zweifelsfrei- nachzutveisen; er bediente sich zu diesem Zwecke des Schiebfarren mit der Stein- und Rehmlast beladen, sie farren noch Grundpfeiler auf, der auch bei der Beobachtung der Blancten der Ziegelei. Der hohe Schornstein raucht wie immer, die schweren Anwendung brachte. Das Verfahren baut sich auf demselben immer ihren gewohnten Weg, die fertigen Ziegel liegen fein säuber wichtigste ist: Schärfe des Bildes bis in die äußersten Einzelheiten. lich geschichtet unter Dach und Fach sind es Franen, die an Stelle der Männer all die schwere Arbeit Planetenphotographien besonders zustatten, denen auch Schiapa es ist alles wie einst, nur Die ruhige, trockene und klare Luft in der Arizonawüste tant seinen verrichten. Frauen mit müden Bewegungen, stumpfen Blicken und relli Anerkennung zollte. Mit einem Schlage waren Schiaparellis vergrämten Gesichtern. Sogar im Kesselhause sieht eine junge Gegner widerlegt, die behauptet hatten, die Beobachtung der MarsFrau, mechanisch schaufelt sie das schwarze Futter in den feurigen, fanäle sei nichts als eine optische Täuschung der Beobachter. Es nimmersatten Rachen. Fliegt eine Schaufel Kohle in den glühenden gelang Lowell während der besonders günstigen Marsoppofition Schlund, dann steht die Heizerin einen Moment wie in rote Glut von 1909 fogar, das Auftreten des ersten Winterfrojtes in den getaucht, dann leuchten ein Paar nachtschwarze Augen unheimlich antarktischen Regionen des Planeten photographisch nachzuweisen. fladernd aus dem rußigen Angesicht, aber das Leuchten, es tommt Es war gewissermaßen die erste aktuelle meteorologische Beobach nicht von innen heraus. Starr, unbeweglich bleibt das fein- tung auf einem fremden Simmelstörper. Lowell stellte auf Grund geschnittene, jetzt vom Kohlenstaub beschmußte Gesicht, das wellige seiner photographischen Wahrnehmungen die Theorie auf, daß es Haar versteckt sich schen unter einer grauen Kopfhülle, eine graue sich bei den Marstanälen um großartige Vegetationsstreifen hanJade aus Sadleinen imhüllt die jugendliche Gestalt und nimmt dele, erzeugt von denkenden Wesen durch die Ausnutung des beihr jede Grazie. Die Lippen sind schmerzhaft zusammengepreßt, schyräutten Wasserborrats auf dem Nachbarplaneten, auf dem er ein herber Zug hat sich dort eingegraben, wo ehemals das lustige, einen ununterbrochenen Transport der polaren Schmelzwässer von lose Lachen saß. den Polen zum Aequator annahm. Auch die Erkenntnis von der graphische Beobachtung erheblich gefördert worden. Vor ficben Physiognomie des Jupiter und des Saturn ist durch Lowvells photo. Jahren weilte der amerikanische Gelehrte auf Einladung Direfior Dr. Archenholds in Berlin und hielt am 23. April 1910 im großen Hörsaal der Treptow- Sternwarte einen öffentlichen Vortrag über feine Planetenforschungen. Die Flaggstaff- Sternwarte hat er aus eigenen Mitteln erbaut. fie auf die Schaufel gestüßt und stiert in den Höllenschlund. Der Annemarie! Bist Du es wirklich, Annemarie? Sinnend steht Schweiß rinnt ihr in großen Tropfen von der Stirn und läßt seine schmierige Spur zurück auf den eingefallenen Wangen. Minutenlang fann sie so stehen und träumen, bis sie wieder mechanisch den Arm hebt und dem gierigen Rachen sein Quantum zuführt. Da winkt eine Karrenschieberin nach dem Steffelhaus: Annemarie solle mal hinauskommen. Müde lehnt Annemarie die Schaufel an die Wand und tritt hinaus in den leuchtenden Herbsttag. Ein altes Weiblein kommt des Wegs, an der Hand einen kleinen Buben, der anscheinend gar stolz die ersten Höschen trägt! Gin wehes Lächeln huscht über Annemaries rußiges Gesicht. Sollte das nicht haftig wahr das ist ja die Pflegefran mit ihrem Buben.„ Tag Annemarie! Das Wetter ist zu schön, da dacht ich denn, so Jungchen. nun wollen mer gehn Muttern besuchen." Der Bube aber sicht die rußige Gestalt groß an. Aengstlich versteckt er das Händchen in der Pflegefrau Rodfalten. Er will der schwarzen Frau doch nicht „ Guten Tag" fagen, sie will ihm gewiß nur die schönen, roten Mehlbeeren wegnehmen, die er unterwegs aufgefantmelt hat. Als die Böse ihn gar auf ihren Arm nehmen will, schreit er laut auf. Annemarie treten die Tränen in die Augen. Es nüßt nichts, daß sie ihm zuspricht in den süßesten Stofelauten; das Kind kennt jeine Mutter nicht. Was ein Wunder auch," sagt die Pflegefrau, des Morgens um vier Uhr gehn Sie schon fort, und wenn Sie wiederkommen, schläft er meist schon, bleibt bloß das bißchen Sonntag und überhaupt, so, wie Sie jett aussehn tun" " So, wie Sie jetzt ausschn" richtig, daß sie auch das vergeffen fonnte. Bart nur, mein Jungchen, ich geh gleich Deine Mutter noch ein paar Schaufeln voll in den Höllenrachen und dann das holen," scherzt Annemarie, und stürzt ins Sesselhaus. Erst schnell Kopftuch herunter, die Sadjade weg, den Kopf ins are Wasser getaucht und das Gesicht mit Seife bearbeitet, das ist das Wert eines Augenblids. aus." Bringst Deiner Mutter solch schöne rote Beeren mit. Ei " Guten Tag, mein Liebling!" Lachend tritt Annemarie hersich doch, wie schön sie in der Sonne leuchten! Mutter hat aber auch etwas für den Jungen! Sich nur den schönen Apfel, grab so rot wie Deine Beeren ist er!" Aus der Tiefe ihres Unterrods hat Annemarie den Apfel hervorgeholt. Mit beiden Händen greift der Bube danach. Willig läßt er sich von der Mutter herzen und füssen. Auf einem Steinhaufen jizzt Annemarie mit ihrem Buben. Sie läßt sich von der Herbstsonne bescheinen, scherzt mit dem Kleinen und vergißt darüber fast ihr saures Tagewerk. Lange noch, nachdem die beiden gegangen sind, steht sie am Tor und sieht die Allee entlang. Drei Tage noch, drei lange, faure Lage, dann ist wieder Sonntag, dann darf sie ihren Buben wieder herzen und küssen! „ Ei, Barlamow, Sie sind geizig geworden! Das ist schlecht!" Aber er konnte nicht weitersprechen, denn vom Wall her ertönte ein gellender Schrei. „ Sind heute unsere Leute bei der Arbeit?" fragte Bintas leife Barlamow. Der Polizist niďte mit dem Kopf. ,, Sie machen nicht viel. Nur ein kleines Kunststückchen. Sie werden dem Bauern die Augen zuhalten und fragen:] Ber bin ich?" Inzwischen sucht ihm ein anderer die Taschen ab." Bintas sperrte den Mund vor Staunen auf. ? Nu, nu," schnalzte er, wer hat das ausgedacht?" „ Ein Mordsferl! Was der für been hat!" Der Schrei wiederholte sich aber. Die Passanten achteten nicht einmal darauf. Barlamow schickte sich an zu gehen. " Ein Jubiläum der Steinkohle. mögen Jahre, wo die Kohlentnappheit sich so unangenehm fühlbar macht. Es ist ein eigenartiges Zusammentreffen, daß gerade in diesem das 600jährige Jubiläum der Steinkohle in Effen gefeiert werden fönnte. Aus dem Jahre 1817 datiert nämlich die erste urkundliche Erwähnung von Steinkohlen in Essen, das damals noch ein bes scheidenes Landstädtchen, allerdings mit einer angesehenen freitveltlichen Abtei, war. In der aus dem erwähnten Jahre herrührenden Stiftungsurkunde des Hospitals zum heiligen Geist, des noch heute bestehenden städtischen Spitals für alte Leute, heißt es nämlich: Den Raum vor dem Zimmer der Haushälterinnen alle Brüder zum Niederlegen des Holzes und der Kohlen( carbonum) benutzen." Mit diesem Wort find jedenfalls Steinkohlen gemeint, da Holzkohlen für Schmiedebetriebe gebraucht wurden. In Belgien hatte man die Steinkoble schon viel früher entdeckt, dent in Lüttich wird sie z. B. schon im Jahre 1198 erwähnt, und zwar als schwarze Erde, die zum Feuermachen vorzüglich geeignet ist". Daß sich der Gebrauch der Steinkohle so langiam ausdehnte, erklärt Brennen hatte und Steinkohlen nur ausnahmsweise benugte. Die sich aus der Tatsache, daß man noch überall genügend Holz zuur Sohlenflöge treten übrigens im Rubrtal zutage, so daß deren Entdeckung schon durch Zufall leicht möglich war. des Schmiedegewerbes war Holzmangel eingetreten, und dadurch Infolge der Zunahme der Bevölkerung und des Auflommens wurde der Sohlenbergbau gefördert. Er lam am Ende des 16. Jahi hunderts fogar in volle Blüte, obichon damals, wo jeder auf seinent braucht wurden, bildeten sich Gewerkschaften in Bergbau. Bergbautunst noch feine Rede war. Grund, Boden die Kohlen aus der Erde grub, und von einer eigentlichen Erft als größere Mengen ver Stürme des Dreißigjährigen Krieges vernichteten aber die vielDie versprechenden Anfänge des Bergbaues, und wenn dann auch wieder neue Bechen gegründet wurden, so war doch erst seit der Mitte des 18. Jahrhunderts wieder ein Aufschwung zu verzeichnen. Ziefer in die Erde bringen konnte man erst, als Dampfmaschinen für die Förderung erfunden waren, aber erst seit den dreißiger Jahren des 19. Jahr hunderts fing man allgemein auf den Zechen an, Dampfmaschinen reichen Stohlenflöze an der Emscher und an der Lippe erschließen, und aufzustellen. Seither fonnte man auch die von Mergel überlagerten gerade vor dem jezigen Kriege hatte die Kohlenförderung in diesem Gebiet die gewaltige Menge von 100 Millionen Tonnen jährlich überschritten. Der Schwerpunkt des Kohlenbergbaues hat sich inzwischen von der Ruhr nach der Emscher verzogen und wird später an der Lippe zu suchen sein. Essen hat aber trotzdem seine Bedeutung als Mittelpunkt des Ruhrkoblengebiets erhalten. ,, Nu, das kann sein," erwiderte Jossele, aber sie sollten es nicht tun, Fräulein, er hat Sie aus dem Restaurant der Metolfowske losgekauft, Ihre Schulden bezahlt, neue Kleider angeschafft und Sie hierher gebracht." ,, Sieh mal an, ein großes Glück!" prahlte Juzia.„ Dork haben sich die Studenten und Offiziere meinetwegen geschossen! So ein Wachtmeister ist für mich keine wichtige Persönlichkeit. Jetzt hat er mich noch in Dienst geschickt." Jossele sah sich nach allen Seiten um. " Sie wissen doch, Fräulein Juzia, es ist nur vorübergehend," flüsterte er, Markowski konnte es feinem anderen anvertrauen. Er wird Sie nobel entschädigen." ,, Ach, Vögel auf dem Dach!" ,, Nut, ich garantiere, er ist ein anständiger Mann! Gehen Sie noch heute zu ihm, Fräulein!" Ich kann ja nicht, wir haben Besuch. Der Herr aus Stratau ist bei uns zu Tisch geladen. Ich bringe ihm ja diesen Brief. ,, Nu, nu. Also gut! Dann müssen Sie die Dhren spiken und scharf aufpassen. Und was Sie über Herrn Tagejei oder über Herrn Markowski hören, müssen Sie genau behalten und wiederholen." ,, Leb wohl, Jude," sagte er zu dem Musikanten. Dieser hörte aber nicht mehr auf ihn, denn seine Aufmerksamkeit wurde durch eine Frauengestalt, die sich dem " Zdrastwujte( Guten Za), Barlamow!" rief cr, gehen Hotel näherte, in Anspruch genommen. Es war ein junges, Sie heute lieber nicht zum Herrn Polizeimeister. Markowski ziemlich hübsches Mädchen, aber mit weltem, blaffem Gesicht. sagte mir, er fei Ihnen böse. Sie hätten sich beinahe selbst Sie war wie ein Stubenmädchen gekleidet, aber eine auf- sehr in acht." in eine schlimme Sache verwickeln und den Herrn Polizei- fallend gebundene rote Schleife und der forgfältig frisierte meister mit hineinreißen können. Aber er ist ein recht- Stopf machten sie dem Typus einer in Nachtlokalen bedienenschaffener Mann, er hat Sie gerettet. Wir haben ihm dabei den Kellnerin ähnlich. Sie tam auf das Hotel zu und hielt geholfen." einen Brief in der Hand. Als Jossele sie erblickte, eilte er auf sie zu: Barlamow hörte gleichgültig zu und sagte: ,, Naplewat!( it mir schnuppe)." Nu", fuhr Jossele fort, und was geben Sie mir dafür, daß ich Sie aus dieser Geschichte rein gewaschen habe?" " Du?" Nu gewiß, ich war's doch, der den Herrn Polizeifommissar und den Herrn Markowski benachrichtigt hat und den Herrn aus Stratau so lange durch den Schlamm geschleppt, bis die anderen von Muttern ausgefniffen waren. Das habe ich alles so gedeichselt. Barlamom seufzte, griff in die Tasche und schüttelte Pintas ein paar Kupfermünzen in die Hand. Pinkas machte eine unzufriedene Miene. ,, Bis jetzt habe ich noch nichts gehört. Sie nehmen sich Bassen Sie nur gut auf, dann wird ihnen alles nachtnehmen nichts helfen. Fräulein!" Auf Wiedersehen, liebes " Jett trippelte Jossele zu Isaak Feinbube. Nach einer Weile berieten und berechneten beide, wie teuer man die neuen ,, Wohin, Fräulein Juzia?" fragte er neugierig. Flaggen verkaufen und wieviel man Tagejew davon als Die Person kniff ihre blauen Stalbsaugen zusammen und Schmiergeld abtreten könnte. erwiderte überlegen: Was geht das dich an, räudiger Kerl?" Aber Jossele blieb höflich. „ Mich geht's nichts an. Nur ließ Martowsti Ihnen fagen, mein Fräulein, daß er sehr böse ist, weil Cię zwei Zage nicht bei ihm waren." „ Der Schlag soll ihn treffen, deinen Markowski," rief sie wütend. Luft." „ Wenn ich nicht gekommen bin, hatte ich eben keine Inzwischen hatte Fräulein Juzia den Flur betreten und flopfte an Kliktis Tür. In demselben Augenblick ertönte int Nebenzimmer ein Revolverschuß. Der„ verpfändete" Offizier meldete auf diese Weise dem Kellner, daß er erwacht war und Tee trinken wollte. Klizki sprang aus dem Bett und nahm Juzia durch die Türspalte den Brief ab. Es waren einige Zeilen von Janka, die die Einladung zu Mittag erneuerte und sich erkundigte, ob ihm in der Nacht nichts Böses zu gestoßen fei Forts. folgt.) Direktion Max Reinhardt: Lessing- Theater. Deutsches Theater. 7 Uhr: Figaros Hochzeit Kammerspiele. 71, Uhr: Das Konzert. Volksbühne, Theater am 7%, Uhr: Macbeth. Bülowplatz. Lessing- Theater. Direktion Victor Barnowsky. Musik von 7 Uhr Egmont. Beethoven. Sonnabend: Egmont. Deutsch. Künstler- Theater. Allabendlich 7% Uhr: Der Reisebegleiter. 8 openider National- heater age 68. Studentenliebchen. Operette m3 Att Mus. v. Bromme. Anweis. gült. f. 1-6 Pers. b. 17. Febr. Bartett 0,75 Geffel 1,-, Drchefter Seffel 1,50. Borvert ab 211-2 u. ab 61. abds. Theater 1. d. Königgrátzerstr. URANIA Palast Dir. C. Meinhard R. Bernauer. 7, U.: Jan der Wunderbare Komödienhaus 7%, Uhr: Die veriorene Tochter. Berliner Theater 7, Uhr: Auf Flügeln des Gesanges. Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Der Balkanzug und die befreite Donau. Theater für Freitag, 16. Februar. Deutsches Opernhaus, Charlottenb.| Metropol- Theater 6%, U.: Lohengrin. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 7 U.: Das Dreimäderlhaus. TUhr 10 Min. Die Csardasfürstin. Sonntag 3 Uhr: Die Kaiserin. Residenz- Theater Gebr. Herrnfeld- Theater. Die Warschauer Zitadelle. Heute 7%, Uhr zum ersten Male: Uhr: Die Warschauer Zitadelle. Der Stolz der Familie. Schiller- Theater 0. 3 Sohwank mit Gesang in 8 Akten, 7, U. Der Familientag. Kleines Theater 8 Uhr: Am Teetisch. Komische Oper 7%, Uhr: Der Puszta- Kavalier. Sonntag 3, Uhr: Heimat. Lustspielhaus 7. U Die schöne Kubanerin. Neues Operettenhaus Kassentelephon: Norden 281. 7% U.: Der Soldat der Marie. Circus Busch Heute sowie täglich 7, Uhr die von Publikum und Presse überaus beif. aufgenommene Riesen- Pracht- Wasser- Pantomime Die versunkene Stadt in 1 Vorsp. u. 4 Akten nach der Vinetalegende frei bearbeitet u inszeniert v. Paula Busch. Besonders hervorzuheben: D. gr. Sturzwasserfall v. d. Zirkuskuppel u. Untergang der Stadt. Das myst. Wiederauftauchen ders. Die Bewohner m. all Getier, leb. Hühnern, Katzen usw. entsteig. wohl u. munter der Unterwelt. Neg! Heu! Kolossaler ManegeWasser- Effekt Das Nixenballett im wellenbewegten Wasser der Arena ( patentamtl. gesch.). Vorh. das gr. Zirkusprogramm. 12 Lillebil's Hochzeitsreise. Aegypt. Burleske in 7 Bildern. Inszenierung von Max Reinhardt. Hauptdarsteller: Hans Wassmann, Lillebil Christensen, Katta Sterna, Ernst Matray. Hierzu das große Varieté- Programm. Apollo FRIEDRICHSTR AN DER KOCHSTR Anfang 18 Uhr. Neues Dazu Februarprogramm. Neptun auf Reisen. Ausstattungsposse i. 3 Bildern Stürmische Heiterkeit! Prachtv. Kostüme u. Dekorationen. Schiller- Th.Charlottenbg. 7, Uhr: Will und Wiebke. Thalia- Theater. Das Vagabundenmädel. Theater am Nollendorfpl. 7%, U.: Blaue Jungens. Theater des Westens 7%, U.: Die Fahrt ins Glück mit Guido Thielscher. Trianon- Theater 7. Willis Hochzeitstag. healer Tägl. 7 Am 200 Sonnt. 3, u. 7 Der effektvolle Telefonscherz: Voigt- Theater. Badstr 58. Täglich 7, Uhr: Möbelfabrik Rob. Seelisch BERLIN 0 112. Rigaer Str. 71-73a empfiehlt gute preiswerte Möbel noch zu billigen Preisen. 154 Musterräume. Lagerräume: 6696-Meter groß. Besichtigung ohne Kaufzwang gestattet. Illustrierte Kataloge Nr. 13 gratis und franko! Sonntags v. 12-2 Uhr geöffnet. Verkäufe # Seftforten 224, Pjennig. Bein forten bis 3 Pfennig, aller Art, Schallplatten, Batzen, jeden Boften, Belzgarnituren! Stuntsstolas! fauft böcftzahlend Matthäus, Alte Dpoffumitolas! Leipzigerstrane 21. ,, Hallo, wer dort?" n Leid und Freud. dsgarnituren Dazu: Berl. Typen m. R. Steidl und Anna Müller- Lincke u. d. neue Febr. Progr. Sonnab: Der Sohn der Wildnis. Benefiz für Alexander Gawenda. Sonntag. 18. Februar, nahm. 3 Uhr: Griseldis, ein edles Frauenherz. Abends 7 Uhr: In Leid und Freud. Gewerkschaftshaus. Sonntag, den 18. Februar 1917, im großen Saal: 暖 Frühlingsfest des Berliner Sängerchors zum Besten der im Felde stehenden Mitglieder. Gesungen von 60 Sängern. Du fernes Land. Auf dem Meer Badische Volksweise B von Uthmaun. " von Heinemann. von Wolfram. Bitwirtenbe: Das Kekertrio. Max Arras am Stügel, Gerdi Im Bioline, Barterre Rotat: Nilly- Taber- Quartett, Fränzi Boré, Irma Traum, Giovanni Tarisi. unübertroffen. Sonntag mittag: 0,25| Rehbraten 2,00 Bierländer Ente. Hübnersuppe Susumez Kraut mit Beilage Bayr. Leber! nödel m. Sauerlohl 2,00 Saiat 0,30, Raje Ein sehr billiger Schnellverkauf. 2,50 2,50 0,75 robe! Ubrenverlauf! Schmudfachen! Mart, La e zirka 4 Mart, Wads, Muffen! Bettenverlau! Herrengarde Leinölfirnik 8 Mart, Standol Waren aller Art! Allerbilligste Pretie! rein, per Stilo 6 Mart, Paraffin, Beibhaus! Warschauerstraße 7. Cerefin, Colofonium, Terpentin, Teppich- Thomas, Oranienite. 44 Kerpentin- Erjazz fante auch fleinfte bottbillig farbieblerbafte Revviche, Mengen. G. Ubtide, Berlin SO. Gardinen. Borwärtsleiern 5 Brozent Adalbertstraße 76, Morizzolaz 494. Extrarabatt 64 Leibhaus Morisvlas 58a verfauft Stuntsitolas, Muffen, Marder, Merz, Alaska, Blau- und Weißfüchse, Belzmäntel, Wagenpelze, Plüsch- und Astracanmäntel, Softüme, Ulfter. Gelegenheitsfäufe von Stavalieren im Berjag gewesene Jadett, Rod Anzüge, Illiter, teils auf Seide, Extra- Angebot in Lombard gewesener Teppiche, Gardinen, Portieren, Betten, Uhren, Brillanten, enorm billig. Leihhaus Morigpiak 58a. Platinabfälle bis 7,50 Mark pro Gramm. Gefräge, Erze, Tressen, Beſtede, Tafelaufsage, Schmudiachen, Ketten, Ringe, Uhren, photograpbi'che Rüdhände, Filmabiälle, Ratron bäder usw. faust Broh, Berlin, Ropenideritraße 29, Telephon pl. 3476. Eigene Schmelze, dirette Berwertung, Vertreterbefuch. 12/ 18* Unterricht Englischen Unterricht üt Arz Belzgarnituren! Fuchsgarnituren! fänger und Fortgeidritiene, iomie Stuntsstolas, Belzmuffen, Betten beutsche und französische Stunden er vestauf, Herrengarderobe, Schmund teilt G. Emptents, Charlottenburg, Stottbutlerbamm 2, neben Jandort. fachen, alles egtrabillig. Leibhaus Stuttgarterbias 9. Hühnerfutter, Heidemann, Neuföln, Hobrechtstraße 28. 11/ 17* Teppiche, Bortieren, Steppdeden, Gardinen, Tischbeden, Diwandeden, billigst, Borwärtslejer Extrarabatt. Botsdamerstraße 100, Fischer. 4 Möbel Arbeitsmarkt Stellenangebote Zirkus A. Schumann Sente von 10 Uhr vormittags bis 7 ihr abends simmer, befte Zifchlerarbeit, mit febr Balbemaritraße 18. Der Zirkus ist gut geheizt. Heute u. täglich abds. 7, Uhr ( Einlaß 7 Uhr): Das große glänzende Zirkusprogramm und die großartig inszenierte Ausst.- Pantomime Die Seeräuber m. d. prächt. u. märchenhaften Prankfest. Jed. Sonntag 2 gr. Vorstellungen. 3 Uhr u. 7, Uhr. Nachmittags 1 Kind frei. Billetts ab Freitag an der Zirkuskasso zu haben. VIKTORIA- THEATER ( Sanssouci) Kottbuser Str. 6 Telephon Hchbhn- Hitst. Moritzpl. 14814 Kottbus. Tor HAGENBECK GROSSTE RAUBTIERDRESSURSCHAU DER ERDE Täglich Abendvorstellung um 7% Uhr. Mittw., Sonnahds., Sonntags je 2 Vorstellungen, 3%, u. 7, U. Wochentags nachmittags Vorzugspreise. Vorverkauf: Hagenbeckkasse Kottbus. St. 6 u. Wertheim. Rose- Theater. 7 Ubr: Bum ersten Male: Der fidele Bauer. Walhalla- Theater. 7%, Uhr: Zum ersten Male: IV. Seizer, tüchtige, fojort gesucht. im Meldungen Maschinenbaus. A. Jando: f u. Co., Brunnenstr. 19/21. Korbmacher Gehilfen auf 98cr, Vornehmes, elegantes Herren Flechterinnen für Drillinge verlangi reicher Kristall Berkäuferinnen, tüchtige, für verglasung billig abzugeben. Ber- Weißwaren, Tapifferie, Kurzwaren, liner Möbelhaus, Staligerstraße 25. Bollwaren, Unterwäiche, Leinen- und Hochbahn Rottbusertor. Baumwollwaren sofort gesucht. MelVornehmes elegantes Herren- dungen von 1-2 1hr mittags oder plett 985,- Entzüdendes Speile Belle Alliancestraße 1/2. gimmer, ganz runde moderne Form, Garniererinnen, tüchtige, jojort komplett 1138,- Regulär bedeutend gesucht. Meldungen von 1-2 Uhr teurer. Besichtigung lohnt. Möbelmittags oder 6-7 1hr haus Often, mir And: easstraße 30. 9. Jandorf u. Co., Belle- Alliance* fommen ein großer Posten Fettgäuse und Holländer Fetthühner zu den niedrigsten Tagespreisen zum Verkauf. Täglich ein großes Quantum Hühnerbrühe à Liter 60 Pi- zimmer, nach Stünstlerentwurf, tom- 6-7 Uhr abends. A. Jandorf u. Co.. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsflelle Berlin. N 54, finienftr. 83-85 Musikinstrumente traße 1/2. Geschäftszeit von 9-1 Uhr und von 4-7 Uhr. Telephon: Ami Norben 185, 1289, 1987, 9714. Sonntag, den 17. Februar, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 1: Versammlung aller Kollegen, welche in den zur 4 Bioline, erstilafsige, verlauft billig Bogdan, Bülomitrage 32 I. Mandoline 18,-, erittlajfige Ausführung 30,-, Kongerilaute 45,-, Gitarren 12,-, prima Dualität 25,-, Unterricht 6,- Monatshonorar. Rotenlager, eingespielte Driesterabends. *: Zeitungsausträgerin sofort vera langt. Borwärts" Spedition, BerlinSchöneberg. Meiningerstraße 9. Bewungsausträgerin sofort ver langt, Borwärts" Spedition Neuköln. Siegfriedstraße 28/29. Zeitungsausträgerin fofort ver geige mit Zubehör 30,-Solo- langt.„ Borwärts"-Spedition Panlow. Ernit, Dranien Mühlenstraße 30. violine 50, trage 166 III. Harmoniums, ohne Notenfennt Ratenzahlung, Dranienfiraße 166 III. Zeitungsausträgerin sofort ver langt. Borwärts"-Spedition Marlus Orts- Krankenkaffe der Schloffer und verwandten Gewerbe niffe fofort spielbar, billigt, eventuell ftrage 36. gehörenden Betriebe beschäftigt find. Zagesordnung: 1. Die Strankenversicherung Wöchnerinnenhilfe vor, während und nach dem Kriege, Referent: Neichstagsabgeordneter D. Bich ner. 2. Ausstellung der Kandidaten zur Ausschußwahl. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht jedes Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Werte Kollegen! Durch Einberufung zum Militär ist die Zahl der Ausschußmitglieder der Orts- Krankenkaffe der Schloffer unter das gefeßlich vorgeschriebene Mindestmaß zusammengeschmolzen, deshalb ist es notwendig, daß Erfahwahlen stattfinden. In der Vorauslegung, daß die alten Mitglieder der Krankenfasse Interesse daran haben, daß geeignete Sollegen in den Ausschuß gewählt werden, erfucben wir, uns einige Kollegen aus den Wert stätten, die sich bereit erklären, das Amt anzunehmen, in der Verfammlung vorzufchlagen und entsprechendes Formular daselbst ausfüllt abzugeben. Sonntag, den 18. Februar 1917, vormittags 10 Uhr, in den Musiker- Festsälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31, groß. Saal: Das Glücksmädel. Branchen- Versammlung Casino- Theater der Werkzeugmacher, Werkzeugschleifer, Einrichter ſowie Um 7%, Uhr: Buntes Programm. aller als Zigarettenmaschinenführer beschäftigt. Kollegen. Lothringer Str. 37. Taglia) 74, Ubr. Um 8 Uhr: Die Schlagerpoffe Einzig in Grog- Berlin Zagesordnung: Zwei helle Berliner Fortiehung der vertagten Branchen- Versammlung vom 28. Januar 1917. Berliner Humor Berliner Figuren Sonntag 4 Uhr: Einer vom U- Boot. Dhne Mitgliedsbuch kein Eintritt. Possen- Theater. Täglich 7, Uhr: Reichshallen- Theater. Der fliegende Holländer. Stettiner Sänger. „ Cabaret Feldgran“ Anfang 7%, Uhr. Sonntag nachmitt. 3 Uhr: Vorstellung zu ermäß. Preisen! Neues Programm Der alte Wolff. Admiralspalast. chlittschuhläufer- Ballett a. d. Oper ,, Der Prophet und Frau Fantasie. Vorzügl. Küche. Anfang 7. Das Erscheinen aller Kollegen ist unbedingt erforderlich. Sonntag, den 18. Febrnar 1917, vormittags 10 1hr, im Lokal von Gliefing, Waffertor- Straße Nr. 68: Versammlung Kaufgesuche Blatinabfälle! Gramm bis 7,30. Zahngebiffe! Schmudiachen! Setten! aiche! Filmabfälle! höchstzahlend! Hinge! Militärtreffen! Glübftrumpf Silberschmelzerei, Metall Einfaujs. bureau, Weberstraße 31. Zelephon Alexander 4243. 98* Metallfchmelze Cohn tauit auch Blübftrumpfafche! Schmudfachen! Wilitärtreisen! Beftede! Retten! Zeitungsfrauen für Hermsdorf und Baionannsluft sucht Sienaft. Borfigwalde, Rauschstraße 10. Zeitungsausträgerin sofort ver langt Borwarts" Spedition Tempels bof, Raifer Bilbelmstraße 74, Ede Berberitraße. Zeitungsfrauen verlangt jofort Spedition Greifenbagenerjtraße 22. Zeitungsträgerin verlangt„ Bor warts"-Ausgabentelle Brinzenstraße 31, of rechts parterre. Zeitungsausträgerinuen jazdy Ringe! usw. böchftzablenb. Händler Straße 2. fofort Heinrich, Neuköln, Nedar Borzugspreise! Brunnenstraße 25 und Neuföln, Berlinerstraße 76. Leinölfienis, Bienenwachs, rein, Tücht.Werkzeugmacher, Maschinen Borar, Stobal, Seresin, Baraffin, u. Bauschloffer stellen sofort ein gegen fämtliche Dellade, Schellad, Terpen hohen Lohn für dring. Striegsa: beit tinerjaz und ähnliches fauft, höchste Preise zahlend, Wolter, Thaerstraße 6. Königftadt 3353. A Leinölfirnis, Kilo 8 Mart, sowie Th. Schmidt& Herkenrath, Berlin Reinickendorf: Weft, Blankestr. 5/6. 5/ 10° auch Stanböl, Stilb 8 Mart, Copal, Ceresin, Maurer 1. Arbeiter, grauen Baraffin fauft höchstzahlend, selbst fleinste Mengen, Farbenindustrie Bor- fofort verlangt Neubau C. Lorenz hagener Straße 24c, zwischen Bar A.-G., Tempelhof, Drbensmeisterstr. schauer und Niederbarnimitraße.* Bu melden beim Polier Krüger. Sparmetalle! Kupfer! Meffing! antimon: Simmi tauft für Sriegs. lieferung der Striegsmetall- AftienMonteure geielichalt, außerdem faufe Bahn- tarfftrom- Anlagen fuchen gebiffe! Platinabfälle 7,50. Schmelze Christionat, Stopeniderstraße 20a 18776 ( gegenüber Manteuffelstraße). Herz& Co.. Kaiser Allee 25. Lade jeder Art, auch Emaillelade, Sprigerin BereitschaftsStilo 4 Mart, tauft, felbit fleinste büchsen Schwintzer& Graff, Mengen, Farbenindustrie Borhagener verlangt Strage 24c, zwischen Barschauer- und Sebastianstr. 18. Niederbarnimstraße. 1879b Bauarbeiter, Zementierer, aller in Zinkzündergießereien beſchäftigten Gießer, Zimmerleute und Arbeiterinnen Abschneider, Schmelzer, Arbeiter u. fonft. Beschäftigten. Tagesordnung: 1. Erhalten wir bei Materialmangel eine Entschädigung? 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. 1306 Vollzähliges Erscheinen ist dringend notwendig. per sofort gesucht. Bu melden bei A.-G. für Beton- und Monierbau, Siemenstabt. 12/ 13* Baubureau Brunnenstraße, neben der Feuerwache. Wir suchen für dauernde Beichäftigung und bei gutem Lohn für 12/ 20° unferen Betrieb ungelernte Arbeiter und Platzarbeiter Sonntag, den 18. Februar 1917, vormittags 9½, 1hr, in größerer 3ohl. Reisegelb with bedingungsweise vergütet. Arbeit Berliner Konzerthaus. im Gewerkschaftshaus, Engelufer Nr. 15, Saal 4: Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute: Großes Konzert zum Besten des Berliner Homöopathischen Krankenhauses, Berlin- Lichterfelde, Carstennstraße 58. Mitwirkende: Frau Agnes Hönel- Tallard, Konzertsängerin. Frl. Lucia Glowicki, Konzertsängerin. Frl. Jeanne Robert, Rezitation. Herr Paul Schmidt, Meisterharmonium„ Diminator". Grell- Verein, Chormoister: Kgl. Hof- und Domsänger Herr Georg Müller. Berliner Konzerthaus- Orchester, Leiter: Komponist Frz v. Bion. Künstlerische Leitung: Frl. Henriette Liebert. Anfang 7, Uhr. Eintritt 50 Pf. und 1 M. für reservierten Platz. Alle Vergünstigungen aufgehoben! Allgemeine Branchen- Verlammlung der Rohrleger und Helfer Zagesordnung: Bericht über die Verhandlungen mit den Arbeit suchenbe wollen fich schriftlich ober mündlich wenden an: Arbeiterannahmestelle ber Pulverfabrik Premnitz, Rathenow, Bahnhofftr. 22. Maurer Arbeiter fowie einige Poliere und gebern wegen Verlängerung des Tarifvertrages. für die Bauausführung eines größeren Kriegsbaues in Provingstadt für Zahlreiches Erscheinen aller Kollegen erwartet Die Ortsverwaltung. fofort gesucht. Duartier und Berpflegung wird geliefert. W. Dannenberg, Maurermeister, Pritzwalk. Die Wirkungen der Seesperre. Ein U- Boot vernichtet 35 000 Tonnen. Carson, der über den U- Boot- krieg fagte: J fann Ihnen die Jantvalt Elas. berfelbe wird auch als Vorfizender des Aufsichtsrats große Gefahr des U- Boot Feldzuges nicht verheblen. genannt. Hauptgeschäftsführer ist Herr von Vietinghoff- Scheel, Diefe barbarischen Angriffe schaffen uns das schwerfte, ernſtefte der gleichfalls im aldeutschen Verband eine führende Rolle spielt. Problem. Es gibt weder auf dem Meere einen einzigen britischen Auch sonst tauchen in der Gründerliste politisch bekannte Namen auf, wie Berlin, 15. Februar. Das U- Boot, dessen bisherigen Seemann, noch in der Admiralität ein einziges Mitglied des Ad- Landgerichtsdirektor 2ohmann, Professor Theodor Ja entsch Erfolge am 9. Febrnar mit 16 000 Tons bekanntgegeben miralstabes, das nicht Tag und Nacht arbeitete mit der Hoffnung, und andere mehr. Wie das B. T." erfährt, sollen bereits die Berliner Neuesten Nachrichten und die Deutsche wurden, hat im ganzen 35 000 Brutto- Register- au löien. Unfere Sorgen dienen nur dazu, uns zu dauernder Anstrengung anzustacheln. Beitung von der neuen Gefellicaft erworben worden sein. Beibe Blätter spielen im geitungsleben nur eine untergeordnete Rolle, das eritaenannte hat bisher durch egtreme Vertretung des Arbeitgeberstandpunktes von fich reden gemacht. Tons versenkt. Erlaß des Kaisers zum U- Boot- Krieg. Berlin, 15. Februar. Das Marineberordnungsblatt" vom 15. februar veröffentlicht folgenden Befehl Sr. Majestät des Kaisers: An Meine Marine! In dem bevorstehenden Entscheidungskampfe fällt Meiner Marine die Aufgabe zu, das englische Kriegsmittel der Aushunge rung, mit dem unser gehässigster und hartnädigster Feind das deutsche Volt niederzwingen will, gegen ihn und seine Verbündeten zu kehren durch Bekämpfung ihres Seeverkehrs mit allen zu Gebote stehenden Mitteln. Hierbet werben die Untersee boote in erster Reihe stehen. Ich erwarte, daß diefe in weiser Voraussicht technisch überlegen entwidelte, auf leistungsfähige und leistungsfreudige Werften gestützte Waffe, im Zusammens wirten mit allen anderen Kampfmitteln der Marine und getragen von dem Geiste, der sie im ganzen Verlaufe des Krieges zu glän zenden Taten befähigt hat, den Kriegswillen unserer Gegner brechen wird. Großes Hauptquartier, den 1. Februar 1917. 23 ilhelm. Kriegsverstaatlichung der englischen Kohlengruben. London, 15. Februar. Wie amtlich mitgeteilt wird, bechloß das Handelsamt, alle Sohlengruben für die Dauer des Krieges unter staatliche Verwaltung zu stellen. Aufstand auf Kuba. " Bundesratsarbeit. In der Bundesratssigung vom Donnerstag gelangten zur Annahme: der Entwurf eines Gefeßes, betreffend die Feststellung des Reichshaushaltsetats auf das Rechnungsjahr 1917, der Entwurf eines Gesezes, betreffend die Ginberufung von Hilfsrichtern zum Reichsmilitärgericht, der Entwurf einer Befanntmachung über Wohlfahrtspflege während des Krieges, der EntLondon, 15. Februar. Aus Washington wird der Times" wurf einer Bekanntmachung über den Verkehr mit Knochen usw., der Entwurf einer Bekanntmachung über Drudfarbe, die Vorlage über gemeldet: Die Lage auf Kuba und in Megiko erweckt in den Errichtung von Kriegswirtschaftsämtern, der Entwurf einer BeVereinigten Staaten große Besorgnis. Auf Kuba ift eine fanntmachung betreffend die Borverlegung der Stunden in der Zeit ernstliche Rebellion unter der Führung des früheren fonser- vom 16. April bis 17. September 1917, der Entwurf einer Bekanntvativen Präsidenten Gomez ausgebrochen, der zusammen machung betreffend die Prägung von Fünfpfennigstüden aus Alumit dem fonservativen Kandidaten 3ayas dem liberalen minium, eine Kenderung des Artikels i der Verordnung, betreffend Monocal die Präsidentschaft streitig macht. Die ameri. Tagegelder, Fuhrkosten und Umzugsfosten der Beamten der Militärfanische Regierung sympathisiert mit Monocal, der und Marineberwaltung vom 16. Juli 1915, und der Entwurf eines mit Washington gute Beziehungen unterhält. Die Unions- Gesetzes, betreffend die Festsetzung eines dritten Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für 1916. regierung hat eine ernstliche Warnung an die Rebellen gerichtet. Wenn die kubanische Regierung nicht imstande sein würde, die Ordnung wiederherzustellen, werde Amerika einSuba gelangen lassen, worin er erflärt, Amerika würde sich weigern müssen, cine Regierung anzuerkennen, die durch eine Revolution zur Herrschaft gelangt wäre. Die Güterstauung in amerikanischen Häfen greifen. Ebenso hat Lansing eine Mitteilung nach und Bahnhöfen. London, 15. Februar. Die„ Times" erfährt aus New York, daß in den amerikanischen Häfen und Bahnhöfen infolge der Beigerung der amerikanischen und anderer neutraler Schiffe, über den Ozean zu fahren, eine gewaltige Güterftanung eingetreten sei. Man glaubt, daß ungefähr e ne Million Zonnen Stahl in New York lagert. Biele Güterzüge können nicht ansgeladen werden, weil teine Schiffe zur Verfügung stehen. Schon früher herrschte Waggonmangel und das hat sich jetzt noch verschlimmert. Der Getreide. transport hat vollständig versagt. Ja Chicago liegt ein Weizen verrat, der viermal so groß ist wie der normale Borrat für diese Saison. In Beston lagert soviel Getreide, daß nichts mehr in die Stadt hinein fann. Die Delaware Lafawanna- Eisenbahn und die Vennsylvania und New York Central- Bahn haben bekannt gemacht, beß fie vorläufig feine Gütertransporte von den Westhäfen mehr annehmen.. Schiffsraum um jeden Preis. London, 15. Februar.( Reutermelbung.) Sir Chioasa Monah erklärte im Unterhause im Namen des Schiffskontrolleurs, daß jeht in den britischen Schiffswerften vierzehntausend Mann mehr arbeiten als zu Beginn des Krieges. Politische Uebersicht. Abgeordnetenhaus. Letzte Nachrichten. Noch kein breußischer Lebensmitteldiktator ernannt. Berlin, 15. Februar. W. T. B. meldet: Entgegen den Mitteilungen in der Bresse ist über die Ernennung des preußischen Staatsfommiffars für die Ernährungsfragen noch keine Entschei bung getroffen. In verschiedenen Blättern war der Name des Unterstaatsfetretärs Michaelis genannt worden. In drei Tagen 75 000 Tonnen. Haag, 15. Februar. Nach einer Berechnung Rotterdamer Reederkreise sind in den letzten drei Tagen 21 Schiffe mit 75 000 Tonnen versenkt worden. Die Versenkung der Sagonian. London, 15. Februar.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Nach ben auleht eingetroffenen Nachrichten über den Untergang des Dampfers Sagonian, der, wie schon gemeldet, versenkt worden ist, ergibt sich, bag 25 Granaten auf das Schiff abgefeuert wurden, bebor es fant. Der Kapitän wurde gefangen. genommen, ein Bootsmann ist an den Verlegungen gestorben. Unter den vier Mann der Besabung, die verwundet wurden, befand sich der amerikanische Staatsangehörige Wehgard. Obwohl es 250 Meilen bis zur nächsten Küste war, wurde die Besatzung geawungen, das Schiff in zwei Booten zu verlassen, die das Land erreichten, nachdem das eine 69 und das andere 25 Stunden auf See gewesen war: 3mei andere amerikanische Staatsangehörige, Elmwood More und John Suffand, befinden sich unter den Ueber lebenden, die sämtlich schwer zu leiben hatten, ehe fie gerettet wurden. Obwohl Reuter hiervon vorsorglich nichts erwähnt, so scheint doch aus den Einzelheiten seines Berichts hervorzugehen, daß die Mannschaft des Schiffes bewaffneten Widerstand geleistet und hierdurch felbst ihr Schicksal verschuldet hat. Neue U- Boot- Erfolge. 2subsu, 13 Februar. Elohbs melbet: Die englischen Das Wahlrecht vor Friedensschluß! Diese Forderung erhob in kategorischer Form der Fort schrittler Caffel am gestrigen zweiten Tage der innerpoli. fischen Debatte des preußischen Abgeordnetenhauses. Mit den selben Gründen, die als erster Redner des Tages Genosse Beinert für das gleiche Recht der gleiche Opfer bringenden: gleiche Leiden tragenden und gleicher Gefahr ins Auge blidenden Kriegsteilnehmer ins Feld geführt hatte, trat auch Caffel für die Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf die preu Bischen Landtagswähler ein, und mit einer Fülle durchschlagender politischer Ausführungen begründete er die Forderung, daß die Reform nicht verschleppt werden dürfe. Leinerts Rede beschränkte sich natürlich nicht auf die Wahlrechtsfrage, wenn diese auch den Hauptinhalt bildete; er unterließ nicht, das Nötige über die Notwendigkeiten zu sagen, die es auf dem Gebiet der Boltsernährung zu erfüllen gilt, nicht zu Lord Curzon zum U- Boot- Krieg. legt der Säumigkeit der Produzenten und den Machenschaften Lord Curzon fagte, wie Reuter mitteilt, in der U- Bootdebatte eines gewiffenlosen Händlertums gegenüber. Unser Redner in englischen Oberbaufe: Jm Juli 1914 war, die Zahl der britischen ftellte auch fest, was die Mitarbeit der Arbeiter und der GeHandelsschiffe über 1600 Zonnen 8890 mit einent Gefamtinhalt von werkschaften für den Krieg und nach ihm für das Band be 16 830 000 Bruttotonnen, am 81. Januar 1917 war die Zahl 8840 beutet, er forderte nachdrücklich die Beseitigung der Gefindemit einem Gesamtinhalt von 16 000 000 Bruttotonnen. Der ordnung und als einzig berechtigte Reform des Herrenhauses Nieuwe Rotterdamiche Courant" meldet, Lord Curzon habe mit seine Abschaffung. In glüdlicher Bolemik gegen die etwas geteilt, daß die Zahl der bewaffneten Handels. dunklen Schlußiähe des Herrn v. d. Often am Vortage entfchiffe schon jetzt 40 bis 50 Prozent größer fei, ats widelte Leinert die Friedensbedingungen der deutschen SoAnfang Dezember. Was den Bau Was den Bau von neuen Schiffen bezialdemokratie, um den Staatsmann des Danfs des Volks zu treffe, so sei man damit beschäftigt ein größeres Bauversichern, der ihm bald den Frieden bringe, nicht den Frieden programm durchzuführen. Außerdem gebe man fich alle Mühe, um jeben Breis, sondern den, der uns und unfere aufünftige Dampfer Gificia und Harga murben verfenft. Die Befassungen wurden unt durch Abkommen mit den überfeeischen Dominione, den Entwickelungsfreiheit sichert. Kolonien, den Alliierten und mit neutralen Staaten neue Schiffe au Zwischen die Reden Leinerts und Coffels, der sich auch in gerettet. Reuter meldet, bas ber englische Fifcbampfer Ring bekommen. Durch den Bau von Standardfchiffen boffe man, 500000 der Ernährungfrage auf demselben Boden bewegte, wie der Alfred von einem deutschen U- Boot versenkt wurde. Neun Mann der Tonnen für die Handelsflotte zu gewinnen. Auch indirekt fördere Sozialdemokrat, gegen die in neuer Blüte prangenden Aus- Befagung wurden gerettet. Der Rapitän wurde gefangen genommen. man die Schnelligkeit des Baues dadurch, daß man in fuhrverbote der Kreise Stellung nahm und sich eingehend mit den Werften auf Stüd arbeiten laffe. Außerdem werbe der Berwaltungsreform beschäftigte, aber auch zum Ausdruck Ausweisung eines deutschen Journalisten aus Amerika. ein Ian ausgearbeitet, um die Einfuhr aller Artifel, die brachte, daß seine Partei wohl bis auf Herrn Traub!- Bern, 15. Februar. Die Agentur Madie meldet aus Washingnicht unbedingt notwendig sind, zu verbieten. fo ziemlich dasselbe Friedensprogramm hat, wie wir, schob sich ton: Der Korrespondent der Kölnischen Zeitung" in Washington eine neue Auseinanderjegung über die Polenfrage. Der Abg. ist ausgewiesen worben, weil er die amtliche Funkstation Arbeitseinstellung in der dänischen Textil-. Trampczynski machte sich die feinerzeit vom Minifter bazu benügt hat, Blane einer fremden Regierung v. fo scharf zurüdgewiesenen Ausführungen Korfantys zu eigen, au unterstüßen, au der die Regierung der Vereinigten fand in der rechtlichen Behandlung der russisch- polnischen ArKopenhagen, 14. Februar. Die dänische Textilindustrie steht, ber beiter und der polnischen Ansiedlungswilligen im Diten die Zeitung„ Bolinten" zufolge, vor einer Katastrophe, da der Mangel Bestätigung dafür, daß die Ausnahmebehandlung der Bolen an Rohstoffen die meisten Betriebe zwingen wird, im Laufe der noch andanere und hatte für das Polenmanifest der Zentralnächsten beiden Wochen die Arbeit einzustellen. mächte anstatt der vom Minister erwarteten Danksagung nur Die Zufuhr an Rohbaumwolle sei schon feit langem fo gering ge- eine sozusagen wissenschaftlich- objektive Würdigung. Er schloß wefen, daß die Lager jest schon vollständig geräumt feien. Auch mit der Erklärung, daß die Bolen mit den Deutschen als Freie die Baumwollspinnereien und Webereien, die fchon feit langem neben Freien leben wollen. Der Minister unterließ es, der ihre Arbeitszeit einzuidränken genötigt waren, werden Ende Einladung zur Aussprache zu folgen; er begnügte fich damit, Februar vollständig schließen müffen. Das Ministerium des die Behandlung der russisch- polnischen Arbeiter zu rechtfertigen Aeußern verhandelt zurzeit, um Betriebseinstellungen zu ver- und feine wiederholte Erklärung zu wiederholen, daß die meiden; die Aussichten für ein günstiges Ergebnis find jedoch Staatsregierung schon jetzt die Bolen milde behandle und gegering. willt sei, nach dem Kriege die Ausnahmegefeße zu liquidieren. Herr Caffel meinte nachher, bei aller Gegnerschaft gegen Amfterdam, 15. Februar. In der letzten Woche lag die Zu die früher getriebene Polenpolitik müsse er den Polen doch fuhr englischer Steinfohlen in Holland über muiden vollständig raten, nicht felbft durch ihr Auftreten die Erfüllung der ihnen still. In der vorlegten Woche wurden noch auf diesem Wege gemachten Busagen zu erschweren. Es läßt sich nicht leugnen, 9457 000 Kilogramm importiert. daß Trampczynski und Loebell einigermaßen aneinander vorbeigerebet haben. industrie. Löschzwang und Ladezwang für schwedische Schiffe in England. Stockholm, 16. Februar. Svensta Dagblad" meldet, daß diei fawebifche in england feftgehaltene Dampfer von den englischen Behörden gezwungen wurden, ihre Ladung zu löschen. Diese besteht insgesamt aus 16 500 Tonnen Ebili. Salpeter. Der englische Eingriff bedeutet, noch einer Aeußerung des Sekretärs des Landwirtschaftsbundes, eine schwere Schädigung für die schwedische Landwirtschaft. Stockholm, 15. Februar. Nya Dagligt Allehanda erfährt aus ficherer Quelle, daß England die Abfahrt schwedischer Schiffe aus englifden Säfen nur unter der Bedingung geftatte, daß das Schiff fich verpflichte, die nächste Reise für Eng land oder Frankreich zu machen. Nach Beendigung diefer Reise wird Ladung und Bunferkohle nur dann verabfolgt, wenn das Schiff sich zu weiteren Fahrten in englischen Diensten verpflichtet. Die schwedische Tonnage in englischen Häfen beträgt nach Angabe der Zeitung 200 000 Tonnen. Bunkerfoble auf atlantischen englischen Koblenstationen oder englischen Kolonien if nur für solche Schiffe erhältlich, die Fahrten zwischen Häfen der Entente ausführen. 9 Holländische Schiffe fahren aus. Heute Freitag geht die Debatte weiter. Die neuen Kriegskredite. Berfchiebene Blätter tiffen zu melden, daß die neue Kreditvorlage die Höhe von 15 Milliarden Mark erreichen wird. Das ist nicht unwahricheinlich und fiimmt auch mit unserer geftrigen Bemerfung, wonach die neue Kreditvorlage die legte von 12 Milliarden noch übersteigen dürfte, überein. Doch ist unferes wiffens eine ents gültige Entscheidung bierüber noch nicht getroffen. Bisher wurden an Striegsfreiten bewilligt 1914 Auguſt 1914 Dezember • 9 5 Milliarden Mark 5 Milliarden Mark 10 Milliarden Mark 1915 März. 1915 August • . 10 Milliarden Mark 1915 Dezember 1916 Juni. • 1916 Oftober . . 10 Milliarden Mark 12 Milliarden Mark Staaten die Beziehungen abgebrochen hat. Wilson hat eine Untersuchung angeordnet, weil die Marineverwaltung von verschiedenen Blättern beswegen angegriffen worden ist. Zur Bewaffnung amerikanischer Handelsschiffe. London, 13. Februar. Morningpost" meldet ans Washington, daß im Kabinett wegen der Bewaffnung der Handels. fiffe Meinungsverschiedenheiten herrschten. Mindestens gwei Mitglieder des Kabinetts fürchteten, baß eine folde Bewaffnung einen beutschen Angriff Pervorrufen würde. Der Präsident selbst werde über bie Frage entscheiden. Stockung der englischen Kohlenausfuhr. Amsterdam, 15. Februar. 3n Spanien herrscht große Bestürzung. Seit verschiebenen Tagen ist ein einziges Schiff mit englischen Steinkohlen eingelaufen, welche für die Metallfabriken unentbehrlich sind. Solländische Kreditforderungen. gekündigt wurde, wird 127 Millionen Gulden betragen. Saag, 15. Februar. Der neue Kriegsfrebit, der dieser Tage an Wofür sollen fie in den Tod gehen? Meuterei portugiesischer Regimenter. Berlin, 15. Februar. Bon dem am 31. Januar aus Portugal nach Frankreich zur See abgegangenen Mannschaftstransport find nach einer spanischen Meldung nur fünf oder sechs InfanterieBataillone an ihrem Bestimmungsort angekommen. Die übrigen Schiffe sind nach Lissabon zurückgekehrt. Der Grund ist nicht bekannt. Man vermutet, es sei eine Meuterei ausgebrochen. Die Truppen auf diesen Schiffen, und zwar je ein Stavallerie-, Artillerie- und Infanterie- Regiment sollen noch diese Woche nach Mozambique befördert werden. 12 Milliarden Mark zusammen 64 Milliarden Mart Ymuiden, 15. Februar. Die Dampfer Vliestroom Eine alldeutsche Verlagsanstalt. und Schelde stroom von der holländischen Dampfschiff- Eine all eutfche Millionengründung ist dieser Tage in Berlin fahrtsgesellschaft erhielten Erlaubnis zur Ausfahrt unter dem Namen„ Neudeutsche Verlags- und Treubandgefellschaft ist und find Mittwoch abend nach Leith bezw. Hull abgefahren. m. b.." vollzogen worden. Nach Ausweis des.Handelsregisters be„ Die große Gefahr des U- Boot- Krieges". gegebenenfalls auch den Betrieb einer Druder ei; bas Sapital be weckt das Unternehmen Berlagsunternehmungen aller Art, Ein Troft für Lebensmittelhamster. wieder gestaltet. W. T. B. Haag, 14. Februar. Die Ausfuhr von Rizinusöl Petersburger Kuchenbackverbot. Bern, 15. Februar. Wie Temps" melbet, wurde in Petersburg Bern, 14. Februar. Gin Bertreter des„ Petit Bartfien" hatte trägt 2 000 000 m. An der Epiße der Gründerliste steht der bekannte der Verkauf von Kuchen, Torfen und Phantasiebrot vereine Unterredung mit dem Ersten Zorb der Admiralität Sir Edward Borsigende des altdeutschen Verbandes, Rechts- boten. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Bon der Gemeinschaftsarbeit der Organisationen im Malergewerbe. Großstäbten unzureichenden unzureichenden gen würden. Auf der Verkehrsmittel mit fid Brin- 1oIfswirijaft nach dem Kriege notwendigen anderen Seite braucht den Frachtenraums gewährt. Im übrigen forgen die KriegsBanten fein Nachteil zu erwachsen, Wentit die Börsen verhältnisse schon dafür, daß nicht zu schnell und zuviel Handelsverhältnisse der Neuregelung angepakt werben. Der Einwand, dampfer gebaut werden. daß mit Müdicht auf die zwischen 12 und 2 Uhr stattfindende Börte der Frühschluß nicht möglich fet, ist nicht stichhaltig, denn gerade in Kürzlich konnte über Verbandlungen berichtet werden, die zwischen Tagesstunden obne jede Schwierigkeit möglich. Da jest eine Verder Kriegszeit ist eine zeitliche Verlegung der Börsenzeit auf frühere Ein Beto gegen Kapitalserhöhungen. Der preußische Handelsminister wünscht, daß Aktiengesellden Vertretern der Unternehmer- und Arbeiterorganisationen des bindung mit den außerdeutschen Plägen ohnehin nicht in Frage fchaften nicht zu Kapitalserhöhungen schreiten, die nicht Malergewerbes über die Herbeiführung eines gemeinsamen Vor- fommt, wäre es nur eine Frage der Gewöhnung, die Börse zum dem Zwede der Kriegswirtschaft dienen oder die fich vermeiden gehens zur Befierung dessen beruflicher und sozialer Berbältnisse Beispiel von 11 bis 1 Uhr abzuhalten. Ein weiteres Hindernis foll lassen, weil die Gesellschaften über ausreichende flüssige Mittel verstattfanden. Durch hierbei feftgefegte Richtlinien verpflichteten das Eintreffen der Züge fein. Indes lassen sich doch wichtige fügen. Werden trotzdem Aftien ausgegeben, so sollen sie nicht zum sich die beiderieitigen Verbandeleitungen berbeizuführen: die Börfenaufträge immer durch Telegramm übermitteln. Die Börie Börsenhandel zugelassen werden. Obwohl fich die anderen Bundes Sicherung und Ausbildung eines förperlich und beruflich fann also nicht den Hemmschub bilden, der die sonst so notwendige staaten diesem Vorgehen nicht angeschlossen haben, so hat es doch Leiftungsfähigen gewerblichen Nachwuchies; die hebung der Aenderung der Arbeits- und Börsenzeit in den Banken undurchfür das ganze Reich Bedeutung, da die größeren Aftiengesellschaften fachlichen Leistungsfähigkeit ber Lehrlinge und Gehilfen; führbar machen soll. die Förderung gediegener Arbeit und größerer funstgewerb licher Ansprüche an das Malergewerbe; rechtzeitiges Wirten für natürlich Wert auf die Notierung ihrer Aftien an der Berliner die Beschaffung der erforderlichen Rohstoffe durch Aufhebung Die tschechisch antonomistischen Gewerkschaften, die sich vor oder Frankfurter Börse legen. bon Beichlagnahmungen und genügende Einfuhr: die Fördes Jahren von der österreichischen Gewerkschaftsbewegung abaeiondert rung des Wiederauflebens der Geschäftstätigkeit und die Arbeits- baben, berichten über einen Mitgliederverlust von 72 Broz. im gelegenheit nach Striegsabschluß: die planmäßige Verteilung Jabre 1915 gegen 52 und 56 Broz. bei den Zentralverbänden der borliegenden Arbeiten auf alle Zeiten des Jahres; in Desterreich und Deutschland. Das Gesamtvermögen der 50 Berdie Beschaffung der notwendigen Arbeitskräfte und deren Verteilung bände betrug Ende 1915 nur 1,4 Millionen, davon nur drei über auf die verschiedenen Teile des Reiches, unter Berücksichtigung der 100 000 kronen; nur der Eisenbahnerverband hat etwas über Berhältnisse im Ausland, insbesondere durch den Ausbau und die 5000 Mitgliederbestand, nur sieben Verbände mehr als 1000. Wenn Berallgemeinerung einer geregelten Arbeitsvermittelung, die unter als Grund für die Trennung seinerzeit die Erhöhung der Werbebem notwendigen Einfluß der Unternehmer- und Arbeitsverbände fraft durch rein tschechischen Charakter angegeben wurde, so haben steht; die Bekämpfung von Preis unterbietungen und die Förderung die Autonomisten die Probe sehr schlecht bestanden. einer Preiscestaltung, die Meistern und Gehilfen eine angemessene Lebensbaltung sichert; endlich die gegenfeitige Unterſtüßung der beteiligten Meister- und Gehilfenverbände, denen anzugehören Pflicht jedes Meisters und Gehilfen ist. Seit diefen Beratungen find die beiderseitigen Organisations. leitungen für die Gemeinschaftsarbeit nicht müßig gewefen. Sie haben zunächst zu den Richtlinien bestimmte Anleitungen an die örtlichen Verbandsleitungen erlaffen und diese zusammen mit dem stenographischen Protokoll der erwähnten Konferenz vom 29. und 30. November 1915 in Drud herausgegeben. Die 60 Seiten starte Schrift bietet eine interefiante Settüre über die überaus planmäßig und mit viel Verständnis für die Bedürfnisse des Gewerbes eingeleitete Tätigkeit. Sie zeugt aber auch von dem starken Billen der verantwortlichen Organisationsleitungen in Fragen, Bei deren Lösung die sonst bestehenden Interessengegensäge zwischen Arbeiter und Unternehmer tein unüberwindliches Hindernis für gemeinsame Arbeit sind, einen Weg zur Verständigung zu suchen. In den vereinbarten Anleitungen zu den Richtlinien wird nach einer Einführung in die jetzige Situation des Malergewerbes als erste Aufgabe der örtlicheen Drganisationsinstangen feftgeftellt, daß eine gemeinsame Sigung von Vertretern der beiderseitigen Verbände stattfindet; weitere find in gewiffen Zwischenräumen oder bei Bedarf einzuberufen. Bertreter ber Haupt, Gaus oder Bezirksvorstände tönnen an diesen Beratungen teilnehmen. In der ersten Sigung ist die Lage des Getverbes zu erörtern und feitzustellen, welche Bunfte der Richtlinien nach Lage der örtlichen Verhältnisse iofort ausgeführt, welche durch Vorarbeiten in Angriff genommen und welche zunächst etwa bis Friedenschluß zurüdgestellt werden müssen. Dabei foll immer beachtet werden, „ daß auch zu den vorzunehmenden Arbeiten beibe Parteien heranzuziehen find, es sei denn, daß bestimmte Aufträge einzelnen Vertretern der Meister oder Gehilien besonders übertragen werden. Bur Lehrlingsfrage beißt es:„ Es ist nicht beabsichtigt, den Innungen und Handwerkskammern ihre gefeßlichen Obliegen heiten zu beschneiden; dagegen werden diese Körperfchaften bei richtiger Würdigung der unfern Richtlinien zuarunde liegenden Abficht einer Unterstützung und Ergänzung ihrer Tätigkeit durch unsere Vertreter sicherlich nicht widerstreben." Auch bei der Berufsberatung und gebritellenber mittlung follen die beiderseitigen Verbandsvertreter mitwirken. Bei der Anwerbung von Lehrlingen foll auf die förperlichen und geiftigen Fähigkeiten der Zebrlinga geachtet und sollen die Licht- und Echattenfeiten des Malerberufes gleichmäßig berborgeben werden." Ber nicht mindestens die awweite Klaffe einer Boltsund Gemeindeschule( Bürgerfcule) erreicht bat, foll in der Regel zur Erlernung des Malerberufes ungeeignet gelten. Bei der Ueberwaanng des Lehrlingswesens follen allgemein fachgewerbliche, foziale und fittliche Gesichtspunkte maßgebend fein und soll auf die Durchführung der die Lehrlings ausbildung regelnden gefeglichen Bedingungen geachtet toerben. Die Entschädigung für die Lehrlinge foll io bemefien werden, daß sie fich den bestehenden Lebensverhältniffen anpaßt und im Einklang mit den in anderen gleichartigen Berufen gezahlten Entschädigung steht. Besonders vielseitig und interefiant find die Anleitungen darüber, wie die fachliche Leistungsfähigkeit der Lehrlinge und Gehilfen gefördert werden foll. Die Förderung des Bedürfnißes nach gediegener Arbeit und größeren lunstgetverblichen Ansprüchen an das Malergewerbe soll u. a. durch mündliche Aufklärung bei den Auftraggebern, durch Vorträge und durch die Tagespreffe, wiffenschaftliche Familien- und Unterhaltungsschriften und durch eine allen Anforderungen gerecht werdente Facpreffe geschehen". 2 9 Ausland. Aus der Partei. Die Gründung der Oppositionspartei. im Gegenfag zu ihren Taten Bährend die Bortführer der Oppofition in ihren Reden- gang rung in Abrebe stellen, kommt doch zuweilen durch den Mund ihrer die Absicht einer Barteizerfplitte diplomatisch weniger geichulten Anhänger die Wahrheit an den Tag. In Potsdam hat ant 5. Februar eine Wahlvereinsversammlung getagt, die sich auf den Boden der entschiedensten Opposition gegen über der Politik der Mehrheit stellte. In der angenommenen Refolu tion heißt es: Der Ortsverein Potsdam ruft die gesamte Opposition zu ein mütigem und gefchloffenem Handeln auf. Er rät, fofort eine neue Reichskonferenz der Opposition zusammenzuberufen, welche die vorbereitenden Maßregeln trifft, um jeder etwaigen Gewaltmagregel bes Parteivorstandes mit einheitlichem und gefchloffenem Handeln entgegen zu wirken. Der Ortsverein regt die Konftituierung einer über das Reich sich erstreckenden sozialdemofratischen Partei alter Richtung an, die alle auf dem Boden des Erfurter Programme, der Beichlüsse der Parteitage und der Inter nationalen Kongresse stehenden Genossen organisatoris bereinigt, fofern der Parteivorstand fein statutwidriges Verhalten wahrmacht. Der neue Erlaß des preußischen Handelsministers ist zu begrüßen, weil er dem Unfuge ein Ende macht, daß tiengesell schaften, die in Kriegsgewinnen erstiden, wie z. B. die Köln- Rottweiler Bulberfabriken, die Hirsch Kupfer- und Messingwerke, die Elberfelder Glanzstoffabriken, ihren Aktionären überaus mertvolle Bezugsrechte auf neue Aftien einräumten. Dadurch wird der Boltewirtschaft unnötig Rapital entzogen und den ihr Attienfapital erhöhenden Gesellschaften die Verpflichtung auferlegt, das erhöhte Aftientapital in den ganz unübersichtlichen Friedensverhält niffen zu verzinjen. Die Kosten der Kapitalserhöhungen. Die bevorstehende Kapitalserhöhung der Deutschen Bant wird erhebliche Kosten verursachen. Bei dieser Gelegenheit erinnert das Berliner Tageblatt", daß die Distontogefellihaft für ihre lebte Kapitalserhöhung von 225 auf 300 Millionen Mart nicht weniger als 6 181 000 202. Kosten hatte, wobon 5 943 875 M. auf Reichsstempel Waffen und Munitionsfabriken im Jahre 1914 von entfielen. Die Erhöhung bes Aftienkapitals der Deutschen 15 auf 30 Milianen Mart toilete 741 250 M., die Stapitalserhöhung 5 auf 13 Millioner Mart.nur" 267 950 M. In diesen stattlichen der Sirich& upfer und Messingwerfe Ende 1916 von Beträgen sind nur die unmittelbaren Kosten einbegriffen, nicht aber jene, welche sich aus den geschäftlichen Folgen ergeben. 19 Die amerikanischen Lebensversicherungsgesellschaften Rew Port",„ Germania"," Equitable" und" Mutual" haben in Deutsch land zahlreiche Kunden, die aber von den politischen Berwidelun gen nichts zu befürchten haben, da die Gesellschaften für ihre Berpflichtungen mundelfichere deutsche Bapiere hinterlegt haben, über die ohne Erlaubnis dcs Kaiserlichen Aufsichtsamts für Bribatversicherungen nicht berfügt werden darf. Prämien müssen weiter gezahlt werden, da sonst die Ansprüche verfallen.. Sachsen will von der Stadt Borna Braunkohlenfelber zunz Sachfen und bie Berstaatlichung der Elektrisitätsverforgung. Preise von 4800 m. für den Ader kaufen und zur ElektrizitätsTarin liegt gegenüber den Zerstörungsversorgung Westfachsens ein großes Ueberlandwerk errichten. abfichten des Parteivorstandes allein die Rettung der sozialdemofratischen Partei Deutschlands und ihrer Stellung in der inter nationalen Arbeiterbewegung. a Gerichtszeitung. Mit diefer Resolution ift die Parteifpaltung flipp und flar proflamiert. Daß es nicht etwa Epartatusleute, sondern in der Haupt- Die vertragliche Ausschließung des Rechtsanspruches auf eine fache Arbeitsgemeinschaftler waren, die diesen Beschluß faßten, geht zur Genüge daraus hervor, daß Referent zu dieser Sondervergütung ist unfittlich. Refolution jener Staab war, der feinerzeit von der Arbeits- der Weihnachtsvergütung der Abschlußgratifitation ist es gemeinschaft als Kandidat im Wahlkreise Potsdam- Dfthaveiland vorgeschlagen wurde. In den in diesem Jahre besonders zahlreichen Prozessen wegen auch jetzt zu einer halbwegs einheitlichen Rechtsprechung leider noch nicht gelommen. Beint Berliner Kaufmannsgericht nehmen die einzelnen Sammern einen entgegengesesten Stand lamentiert die Leipziger Boltszettung" darüber, daß nicht nur in fifation ist das Saufmannsgericht Breslau gegangen, wie aus Beschwerde an die eigeue Adresse. In langen Ausführungen puntt ein. Am weitesten in der Zubilligung einer AbschlußgrafiEpandau- Dfthavelland, sondern auch im 9. Berliner Landtagswahl- cinem in der letzten Nummer bes amtlichen Organs der Kaufbezirk die Bartei mit eigenen Kandidaten borgeht und der Spartakus manns. und Gewerbegerichte Deutschlands veröffentlichten Urteil gruppe das Manbat feineswegs zu überlaffen gewillt ist. Diefe hervorgeht. Dort flagte der Angestellte eines Großunternehmers Entrüstung zeugt entweder von einem iehr furzen Gedächtnis oder 200. anteilige Abschlußbergütung für dreiviertel Jahre ein, gar nicht mehr zu wissen bon einer bewunderungswürdigen Raivität. Man scheint in Leipzig nachdem er die Vergütung in den beiden vorangegangenen Jahren wiffen oder will man es jest nicht mehr anstandslos ausgezahlt erhalten hatte. Die beklagte Gesellschaft daß die Spartatusgruppe fchon fägen zur Oppofitionskonferenz den Entschluß ausgesprochen Zahlung der Gratifitation in bas freie Belieben der Direktion schon in ihren Zeit stüßte sich auf den Wortlaut des Vertrages, nach welchem die hatte, den Kandidaten der Partei überall eigene Kandidaten geftellt fein sollte und festgesezt wurde, daß der Gehilfe einen Mit entgegenzustellen. welchem diesen ihren Beichluß in die Tat umzufezen firebte, beweift tonte demgegenüber, daß er bei dem niedrigen Gehalt von 1600 Fanatismus die Gruppe Rechtsanspruch auf die Sonderzahlung nicht habe. Der Kläger be zur Genüge jene Briger Gemeindevertreterwahl, bei der das dent pro Jahr mit der Abschlußgratifitation, die den sechsten Teil jeines würdige Plakat auftauchte: Richt wählen, wir haben keine Kandi- Ginfommens ausmachte, rechnete. Das Kaufmannsgericht billigte baten!" Es waren nämlich nur Kandidaten der sozialdemokratischen dem Kläger auch die eingeklagte Sondervergütung zu, indem es die Bartei, aber feine Epaitafuskandidaten aufgestellt. Das alles tut den Rechtsanspruch ausschließende Bertragsflaufel für nichtig er und treibt man ungeniert, wird aber der Spieß einmal umgedreht, flärte. Eine derartige Abmachung, wonach der Gehilfe mit einem io geht man hin und schreit getermordio. Es fann nicht nach nicht unerheblichen Teil feines im ganzen mäßigen Einkommens brüdlich genug betont werden, daß den Spartakuslenten mit der auf die Gnade des Prinzipals angewiefen sei, verstoße gegen die Entgegenstellung von Parteifandidaturen nur ihr eigener guten Sitten. Die gegen biefes Urteil eingelegte Berufung wurde 28 tlle erfüllt wird. bom Landgericht Breslau verivorfen. Aus Industrie und Handel. Aus der deutschen Seeschiffahrt. 3 Auch die Hinweise auf die Art, wie die erforderlichen FarbEin Feind der Höchstpreise ist der Landwirt Rallies in materialien und die Arbeitsgelegenheit beidhafft und die vorMahlow, der mit seiner Tochter, Frau Fischer, sich vor der liegenden Arbeiten auf alle Zeiten des Jahres verteilt werden zweiten Straffammer des Landgerichts II zu verantworten hatte. follen, find fehr instruktiv. Die Verteilung der Arbeit auf das Zu den Angeklagten fam ein Leutnant d. R. im September, um ganze Jahr foll auch durch Aufklärung darüber ber beigeffihrt werden, daß bei dem heutigen Stande der Licht und Heiztechnik keine Ver- feiner Zusammenseßung nach nicht näher bezeichnetes Konfortinmmertiam machte, daß sie doch wohl im Streisblatt gelesen habe, daß Die Rationalbant für Deutschland hat für ein einen Zentner Pflaumen zu laufen. Der geforderte Breis von 25 M. fiberraschte den Leutnant, so daß er die Tochter darauf auf anlaffung mehr vorliegt, befonders bei größeren Arbeiten im Innern von Räumen im Winter und zwar auch bei größerer Kälte die mehr als drei Biertel der Attien der Rid mers Reederei und der Höchstpreis 10 m. betrage. Frau Fischer erwiderte: Das Tätigkeit des Malergewerbes einzustellen Schiffbau- Aft Gef aus dem Familienbefize des alten Bursiblatt lejen wir nicht, in übrigen muß ich erst den Vater Viel Beachtliches enthalten die Anleitungen über die Notwendig Bremer Handelshauses. Ridmers erworben. Das Atienkapital der fragen." Als diefer herbeifam, erflärte er fategorii:„ Ich fan: feit gleichmäßiger Berteilung der borhandenen Gesellschaft beträgt 18 Millionen. Damit verfallen die Rickmers für 10 M. feine Pflaumen geben; das ist kein Preis. bei dem Arbeitsträfte und den notwendigen Ausbau und die Aus- linien demselben Schicksal wie die Woermannlinie, die bekanntlich ein Landwirt bestehen lann! Der Leutnant war über die Forde breitung von den beider feitigen Organisationen anerkannter von Sapag( Hamburg- Amerika- Balet- Schiffahrts- ft.- Gej.), Lloyd rung fo empört, daß er antwortete: Wenn sich die Herren io ver Die Vermittlungstätigkeit", fo heißt es, muß und Stinnes angetauft worden ist. Arbeitsnachweife. balien, dann fann man es dem Staate nicht übel nehmen, wenn durchaus unparteiiich sein. Arbeitsvermittler, die berufliche Kenntnis befizen, find. als besonders geeignet anzufehen. er die Landeeprodukte mit Beichlag belegen lägt." Darauf erDie Firma Ridmers, Reismühlen, Steederei und Schiffbauwiderte Rallies: Ghe ich mein Obst beichlagnahmen Den beiderseitigen Drganisationen muß es bei städtischen oder staat- t.- Gef., beschäftigte siebzehn meist selbst gebaute Dampfer mit laffe, würde folieber die Baume umbauen oder lichen Arbeitsnachweifen möglich fein. die Tätigkeit des Nachweises etwa 80 000 Brutto- Registertonnen in der oftasiatischen und Ledie flaumen berfaulen laffen! Das Schöffengericht durch ihre Vertreter zu beobachten, Beschwerden zu prüfen und auf bantefahrt und unterhielt auch eine sibirische Linie. Ihr gehörte hatte in den Aeußerungen der beiden Angeflagten die Bekundung Abhilfe von Mißständen zu bringen." der Fünfmaster R. E. Rickmers, der mit 5548 Brutto- Register einer besonders niedrigen Gesinnung erblidt und den Bater zu Auch für die Bekämpfung der Breisunterbie tonnen das größte Segelschiff der Welt war und in der Reisfahrt 50 m., die Tochter zu 250 M. Geldstrafe verurteilt. Hiergegen war tungen, ein Gebiet, auf dem sich im Malergewerbe die Drgani- verwendet wurde. Das übernehmende Konsortium wird wohl be- von den Angeklagten Berufung eingelegt worden, die jetzt von der fationen fchon seit Jahren gemeinfam betätigten, werden eine Reihe fonders die erftanlagen zu entwideln fuchen. genannten Berliner Straffammer verworfen wurde. befonderer Vorichläge gemacht, von denen man sich im Laufe der Zeit mefentliche Befferungen veripricht. Ueber die Regierungsvorlage aur Unier- Rongeffionsentziehung. Begen Plünderungsdiebstahls, beUnb zum Schluß der Richtlinien heißt es erläuterno:„ Die Ge- tung der beatfden Soiffahrtsgefelli@ aften gangen zur Zeit des Ruffeneinfalls, war der Gastwirt Gorongig meinschaftsarbeit zum Rugen des Gewerbes und feiner Angehörigen wird mitgeteilt, daß Darlehen in der Höhe von mehreren fann nur von Erfolg fein, wenn fie fich gründet auf starte Meister- hundert Millionen Mart gewährt werden sollen, von und Gehilfenverbände und auf geçenieitige Achtung und Unter denen ein Teil zinsfrei, ein anderer 3 in spflichtig ist. Die fügung. Darum muß, unbeschadet aller sonst bestehenden Inter- Tilgung, für die feine einheitlichen Raten festgefeßt effenunterichiede, alles unterbleiben, was die Entwicklung der beider worden sind, foll nach 20 Jahren beginnen. fettigen Verbände stören und die Verbandszugehörigkeit der einzelnen Nach dem„ Berliner Tageblatt" find Schiffahrtskreise von der Berufsangehörigen erschweren fönnte." Hoffentlich findet das hier aufgestellte Brogramm für eine ver. Berpflichtung nicht erbaut, fofort eine größere Bahl von Schiffen ständige, planmäßig eingeleitete Organisationsarbeit aufeitige Be- au bauen, da die Baukosten für den Frachtraum während des Krieges bon 150 bis 180 Mart auf 400 bis 500 Mart gestiegen sind unb fo teuer gebaute Schiffe bei Wiederkehr normaler Frachten und nach dem Kriege wird wohl ein plöblicher Frachtensturz er nicht rentabel sein dürften. achtung. in allenburg zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Gr hatte, als viele Einwohner vor den Russen flohen, umherlaufende Pferde eingefangen und sich angeeignet. In einem Verfahren auf onzessionsentziehung, das gegen G. eingeleitet wurde, berwertete die Polizeiverwaltung jenen Vorfall. Das Obererwaltungsgericht als lebte 3nstanz war mit dem Besirksausschuß der Meinung, daß schon dieser Fall ganz allein genügen würde, die Konzession zu entziehen. Denn aus dem Plun derungsdiebstahl müsse geschlossen werden, daß von G. au befürchten fei, er werde das Schantgewerbe zur Förderung der Schlerei mißbrauchen. Das Ober- Verwaltungsgericht bestätigte die vom Bezirksausschuß ausgesprochene Stanzessionsentziehung. Im übrigen wurde noch ausgesprochen, daß die ebenfalls festgestellte Berleitung einer Kellnerin zu Intimitäten auch für sich allein die Entziehung der Konzession rechtfertigen würde. Die durchgehende Arbeitszeit in den Banken. Der Verband der Banibeamten richtet einen Aufruf an die folgen Banken und Bankbeamten zur herbeiführung der durchgehenden Diesen Einwendungen, die auch vielleicht nur erhoben werden. Arbeitszeit. In diesem heißt es u. a.: Die bisherigen Erfahrungen haben gelehrt, daß bei durchgeben halten, daß ein Teil der gewährten Darlehen zinsfrei ist und daß um den Reichstag möglichst mild zu stimmen, ist aber entgegenzuder Arbeitszeit und rechtzeitiger Beendigung derselben die Leistungen des einzelnen nur erhöht werden. Das zeitraubende Hin- und Her- sich deshalb auch bei teuerer gebauten Schiffen unter niedrigeren Berantwortlich für Bolitit: Germann Müller, Tempelhof; für den übrigen fabren am Mittag, die Nachteile der längeren Arbeitsunterbrechung als den jest geforderten Frachten Rentabilität erzielen läßt. Die Teil d. Blattes Alfred Scholz, Neuköln; für Inserate: Th. Glocke, Berlin lämen in Begfall, ganz abgefehen davon, daß diefe unterbliebenen Unterſtügungen werben eben nicht den Schiffahrtsgesellschaften au- Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderet u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co Fahrten gleichzeitig eine erhebliche Entlastung unserer in den liebe, fondern zur Sicherung des für die deutje Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt. Tr. 46 34?aw a«g. ßcilniif i>ks JJurrairtü" Crtlintr Bolhslilnll. Freitag 16 Februar 1917. Mgeorönetenhaus. 5S. Sitzung, Donnerstag,!ä. Februar, 1! Uhr. Am Ministertisch: von Loebell. Tic zweite Lesung des Etats des Ministeriums des Innern wird sortgesetzt. Abg. Lcinert(Soz.) spricht zunächst über Ernährungsfragea. In den Städten wird alles rationiert, die Regelung aber macht Halt vor der Kreisver- waltung. Gewiß ist es schwer, in jedem Docs für Beachtung aller Verordnungen zu svrgen. Aber dann muß die bestehende Organi- su:ion eben weiter ausgebaut werden, und zwar in einer Weise. die auch auf dem Lande die Ablieferung überflüssiger Lebens- mittel erzwingt. Das geschieht wirksam nicht durch hohe Geld- oder lange Gefängnisstrafen, die ja immer erst nach Ablauf ge- raumcr Zeit verhängt werden. Vielmehr mutz der- Zwang aus- geübt werden durch Entziehung des Rechtes auf Hausschlachtungen und ähnlicher Vorrechte. Mit Worten allein kann nichts mehr er- reicht werden. Wenn in dieser Weise auf dem Lande durchgegriffen wird, dann wird auch in den Städten wieder Vertrauen zu einer gerechten Lebensmittelverteilung geweckt werden. In allen Städten muffen Lebensmittelämter errichtet werden, die allen Kreisen der Bevölkerung Einblick in die noch vorhandenen Mengen gewähren. Tie müssen frei von aller Bureaukratie sein und sich aus Angehörigen aller Berufe zusammensetzen. Solche Aemter haben für Aufklärung zu sorgen und können in vieler Beziehung auch beruhigend wirken.(Sehr richtig! links.) Bei einer Beach- tung dieser Ratschläge werden wir auf dem Gebiet der Ernährung besseren Zeiten entgegengehen, als wir hinter uns haben. Jetzt soll ja auch ein preußischer Lebensmitteldiktator geschaffen wxrden. Solange dieser Staatskommissar keine Exeku- tivgcwalt hat, wird er nichts durchsetzen können, zumal bei dem schleppenden Gang, in dem unsere Bureaukratie arbeitet. Die Gemeinden müssen sich unter Ausschaltung aller übrigen Regie- rungsinstanzcn direkt an den Staatskommissar wenden können. Dann wird auch vermieden werden, daß der Staatskommissar weiter nichts ist. alS der Prügelknabe für die verschiedenen Mini- st'rien. Der Abg. Linz hat gestern von den wohltätigen Wildungen des Sparzwanges für die Jugendlichen gesprochen. Wir sind keine Freunde dieses Sparzwanges. Hält man ihn aber für notwendig, dann muß er auch gelten für die Söhnchen der Feudalen, die in obskuren Lokalen der Großstädte ihr Geld verprassen. sSehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Man denke auch an die blutjungen Lcut- nantS, die jetzt plötzlich Hunderte von Mark in die Hände bc- kommen und damit nichts anzufangen wissen. Auch an ihnen sollte man nicht vorübergehen. Auf der anderen Seite ist man soweit gegangen. Ritter des Eisernen Kreuzes unter den Spar- zwang zu stellen. Wir halten den Sparzwang direkt für unge- schlich, denn nach der Reichsgewerbeordnuna muß der Lohn in bar ausgezahlt werden. Diese Lorschrift kann nur durch ein Reichsgesetz geändert werden. In der letzten Zeit sind auch sozialdemokratische Stadträte bestätigt, und damit ist ein altes Unrecht gutgemacht worden. Aber mit der Bestätigung des einen oder anderen So- zialdemokraten durch den jetzigen Minister ist es nicht getan. Minister kommen-und gehen oder ändern auch ihr? Ansichten. UgZ genügen Ministerialerlasie nicht, wir fordern die. gänzliche Beseitig güng der Bestätigung der Verwaltüngsbeamten. Solche Reformen können aber nur Erfolg haben, wenn von Grund aus eine Neu- oricntierung erfolgt. sSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Daher fordern wir auch für die Gemeindewahlen das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht. verbunden mit der Verhältniswahl. Die Bewegungsfreiheit der Gemeinden darf nicht zu sehr beschränkt werden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir wollen n'cht eine Selbstverwal- tung etwa als Geschenk für politisches Wohlverhalten, sondern eine tatsächliche Selbstverwaltung. Wenn alle Schichten des Volkes an d?r Verwaltung beteiligt werden sollen, muß dem Tüchtigsten die Bahn frei gemacht werden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- klttten.) Ohne Heranziehung der Arbeiterklasse, der Sozialdemo- kratie und der Gewerkschaften, wäre die Durchführung der kriegS- w'rt'chaftlichen Matznahmen nicht möglich gewesen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auö den Erfahrungen des Krieges wirb man hoffentlich erkennen, daß es in Friedenszeiten das schlimmste Unrecht gewesen ist. die Mitwirkung der Arocitcrschaft nicht nur nicht gesucht, sondern zurückgewiesen zu_ haben. Der Minister hat sehr richtig gesagt, die Polizei könne nicht er- zieberisch wirken. Aber bisher hat sich die Polizei gerade als die große Volkserzieberin gefühlt. Freilich haben ihre Maßnahmen immer das Gegenteil von dem bewirkt, was sie erzielen wollte. Tbeatcrzensur, Prcssczensur, Bekämpfung der Schundliteratur, Konzrssionierung des KinowesenS sind eigentlich alles keine Auf- gaben der Polizei. Die Schundliteratur ist ja während des Krieges durch die Generalkommandos etwas wirksamer bekämpft worden. Zu ihr gehören aber auch die vielen Kriegsbücher, die mit schönen Umschlägen ausgestattet, schlecht gedruckt und mit unwahrhaftigen und unwahrscheinlichen Erzählungen ausgefüllt zu Hunderttausen- den in die Familien wandern. Um dieser Vergiftung des Volkes entgegenzutreten, gehört nicht polizeiliches Eingreifen, sondern Freiheit der Aufklärung. Die Selbsterziehung des Volke» ist nur möglich, wenn da? Volk alle Freiheit hat. um ne durchzuführen.— Eine Reihe von Errungenschaften des KnegeS wird auch im Frieden nutzbar gemacht werden können, z. B. das Nachtbackverbot. Tagegen darf die Verkürzung der Polizeistunde nicht beibehalten werden. Auch die Einmischung der Polizei in wirt- schaftliche Kämpfe muß beseitigt werden. Polizeiliche Verord- nungen dürfen sich nicht gegen Staatsbürgerrechte richten. Zur Neuorientierung gehört ferner die Abschaffung de: Ge- sindeordnung, dieses schlimmsten Stück Mittelalters in der modernen Zeit.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Freies Koalition»recht für alle Arbeiterl Davon gehen wir nicht ab. Da gibt es kein Kompromiß. Ueberhaupi mutz jede Politik der Ausnahmegesetze auch gegen Polen, Dänen usw. verschwinden. Nun zum Wahlrecht. Abg. Lohmann bezeichnete seine Lösung als die wichtigste Aufgabe: darin stimmen wir ihm zu. Warum aber die Frage nicht während des Krieges gelöst werden könnte, verstehe ich nicht.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Unter allen Umständen muß sie vor den nächsten Wahlen entschieden werden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Unter diesem Wahlrecht darf nicht noch einmal gewählt werden, das wäre eine Beleidigung und Berhbhnuug der großea Masse der Kriegsteitarhmer. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der durch ÄrieaS- wuchergewinne gefüllte Geldsack darf über die Vertretung hier im Hause nicht entscheiden.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) ES sind nun verschiedene Ideen ausgeheckt worden, wie da» Volk um das allgemeine geheime und direkte Wahlrecht betrogen werden kann. Man gewinnt den Eindruck, das diejenigen, die solche Vorschläge machen, nur immer daran denken, wie sie sich selber eine Bevorrechtung im Wahlrecht verschaffen können. �(Sehr! gut! bei den Sozialdemokraten.) Wir weisen solche Lorschlägel z limine ab. Das mindeste was in Preußen geschaffen werden kann, ist das ReichstagSwahlrecht.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten. Lachen rechts!) Sie lachen, aber die Er- fahrungen des Krieges haben bewiesen, daß auch die Fr a u e n auf die Dauer nicht ohne Wahlrecht bleiben können.(Scar wahr! bei den Sozialdemokraten.) So wie jeder Vorschlag, in das Reichs- tagSwahlrecht Bcvorr«j£tuilgcn gewisser Kreise einzufügen, einen Iturm der Entrüstung, so furchtbar, wie ihn daS deutsche Volk noch nicht erlebt hat, entfachen würde(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), so dürfen auch solche Vorschläge in Preußen keinen Boden finden. Alle Vorschläge, das Wahlrecht abzustufen. verraten nur die Aug st vor der Gesinnung des Volkes. auch der Kriegsteilnehmer.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Herr v. Zedlitz meinte, wenn zu tief gepflügt werde, komme der schlechte Boden nach oben. Ich frage, ist daS etwa schlechter Boden des Volkes, der von Flandern bis zu de» Bogrsen, vom Rigaischen Meerhusen bis nach der Donaumündung und im Sperr- gebiet der Meere unsere Heimat verteidigt?(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Diese Leute tragen nicht Entbehrungen aller erdenklichen Art. um die Vorrechte einer Minderheit im Innern des Landes zu verteidigen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nein, es muß gerade tiefer gepflügt werden, um das Un- kraut, das oben wuchert, herunterzubringen, das sind die Klassen- Vorrechte.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die»Deutsche Tageszeitung" hat geschrieben, die erdrückende Mehrheit der im Felde Stehenden würde die Einführung des Reichstags- Wahlrechtes als ihre politische Entrechtung ansehen. Bestehen etwa die Millionenhcrre draußen in ihrer Mehrheit aus Wählern erster und zweiter Klasse, dir doch nur 14 Proz. der Wähler umfassen! iSehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Nicht die Verkürzung der Privilegien ist ein Unrecht, sondern die Privilegien selbst sind daS schlimmste Unrecht.(Sehr tvahr! bei den Sozialdemokraten.) Ist es gerecht, daß ein Kriegswucherer 100 Kriegsteilnehmer niederstimme» kann. Die Soldaten verlangen das gleiche Wahlrecht nicht als Ge- schenk, wie Herr v. d. Osten meinte, sonoern als ihr Recht.(Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Minister hat gestern manch schönes Wort gesprochen, das wir von der Ministerbank noch nicht gehört haben. Er sagte, der Geist der preußischen Verwaltung muß ein freiheitlicher werden. Damit hat er bestätigt, daß das bisher nicht der Fall war. Wir quittieren diese Anerkennung unserer Kritik.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) UnS kommt cS vor allem darauf an. daß seinen Worten die Taten folgen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Vor allem muß sein Wort von der vor- urteilslosen Gerechtigkeit in die Tat umgesetzt werden. Freilich, die Konservativen saßen bei diesem Teil seiner Rede st u m m wie die Fische dabei. Sollte die Kanzlcrfronde ihr Ziel erreichen, dann wird wohl auch Herr von Loebell nachfliegen müssen Herr von der Osten stellte gestern die Stimmung des 4. August 1314 und 1. Februar 1917 zusammen. Damit ist er den geschichtlichen Ereignissen nicht gerecht geworden. Nein, es war der 12. Dezember vorigen Jahres, der Tag unseres Friedensangebotes, an dem eine der Stimmung der Auausttage ähnliche Stimmung durch das ganze Volk ging. Das war der weltgeschichtliche Tag. an dem sich das ganze Volk wieder einmal einig zusammengefunden hat. Die Antwort der Entente darauf hat wie ein P e i t s ch e n h i e b in das Antlitz des deutschen Volkes gewirkt. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Alle kamen zum Be- wußtsein: wir kämpfen um nichts, als unser nacktes Leben und unser bloßes Dasein. Und nun erst hat sich in Deutschland die ungeheure Entschlußkraft entwickelt, das Leben zu verteidigen und uniere Gegner zum Frieden zu zwingen.(Sehr gut! bei den To- zialdemokraten.) Bon großsprecherischen Annexionsplänen wollen wir nichts wissen. Wir wollen keinen Frieden um jeden Preis. wir wollen einen Frieden, der dem deutschen Volke die Unver- sehrtbeit seiner LandeSgrenzen. die wirtschaftliche Selbständigkeit und die nationale Entwicklungsfreiheit für alle Zukunft sichert. Das Vertrauen dcS Volkes wird sich der Staatsmann erwerben, der nach allen Mitteln sucht, um einen ehrenvollen Frie- den für Deutschland zu erreichen, der dem gesamten deut- schen Volke zum Heil gereicht und der uns die Freundschaft der ganzen Welt, sichert.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. d. Trampcz»»nöki(Pole): Wir Polen fordern kein Wohlwollen von der Regierung, son- dem Rechte. Der Abg. Korfanty hat neulich mit keinem Work den Standpunkt eine» preußischen Staats- b ü r g e r S verlassen und nicht mehr verlangt, als was die Per- fassung den Polen zuspricht. Seine Rede mag scharf gewesen sein, aber nicht im Ton, sondern in der unangenehmen Zusammen» stcllung des Tatsachenswffcs. DaS ist nicht unsere Schuld. Der Minister hatte keine Veranlassung zu dem von ihm angeschlagenen Ton. Wir wären bereit, einen Strich unter die Vergangenheit zu machen, wenn nicht Tatsachen vorliegen würden, die uns die Wiederkehr der früheren Zustände befürchten ließ«!:. Wir können in die ausgestreckte Hand des Ministers nicht einschlagen, solange er in der anderen Hand den Dolch des Ausnahmegesetzes versteckt hält. Daö Manifest über die Gründun» de» Königreichs Pole« unterschätzen wir nicht. Es ist ein genialer Schach- z u g zur Beschleunigung und Sicherung de» europäischen Friedens. Die Regierung hat es aber ostentativ vermieden, vor dem Manifest mit den berufenen Vertretern des polnischen Volkes in Verbindung zu treten, sie hat das polnische Volk nur als Objekt betrachtet. Wir wollen nichts weiter, als mit den Deutschen a l S Freie mit den Freien zu leben. Eine offene Aussprache kann die Mißverständnisse nur beseitigen.(Beifall bei den Polen.) Minister deS Innern von Loebell: Der Vorredner hat versucht. daS Vorgeben deS Abg. Kor- f a n t t, zu rechtfertigen. I» muß deshalb daran erinnern, daß ich verschiedene Male in nachdrücklicher Weile erklärt habe, daß die Regierung beabsichtigt, alsbald nach dem Kriege den Wünschen der preußischen Staatsangehörigen polnischer Naiionalität nach Möglich- keit. soweit die deutschen Interessen es zulassen, entgegenzukommen. Diese Erklärunqen waren deutlich und konnten nickt»Nlßdeutel werden. Inzwischen ist rm November die feierliche Proklamation des Königreichs Polen erfolgt. Nach allen diesen Borgängen und nachdem die VeiwaltungspraxiS gegenüber den preußischen Staat«- onaehörigen polnischer Nationalität eine außerordentlich milde ge- weten ist. bielt eS der Abg. Korfanty für angebracht, am 19. Januar hier eine Rede zu halten, die nur al» KriegSerllärung aufgefaßt werden konnte. Do er ausdrücklich erklärte, im Warnen seiner Fraktion zu sprechen, so war eine scharfe Antwort durchaus nor- wendig Im übrigen werde ich mich durch dieses Vorkommnis nicht beirren tossen, weiterhin milde Praxis zu handhaben, und ick boffe, daß die Polen idrerleit» nun auch zu einer anderen Auffassung kommen, die der Haltung der Regierung Rechnung tragen.(Beifall.) Abg. Cassel(Vp.): Alle Staatsbürger müssen gleich bebandelt werden. Das »ruß auch bei den Polen gelten, selbst wenn sie zur Regterung in Opposition sieben. Die Ausnahmegesetz« gegen die Polen hätten schon während des Krieges abgelchafit werden müssen, jedenfalls müssen sie nach dem Kriege sofort fallen. Die Landbevölkerung hat leider vielfach ihre Pflicht in der Versorgung der Städte mit Lebensmitteln nicht getan. Das zeigen mit voller Deutlichkeit verschiedene sehr energische Erlasse von Landräten an ihre Kreise. Die Beamtensiellen dürfen nur nach der Tüchtigkeit be'etzt werden. Ebenso wie den Katholiken muß man auch den Juden entgegenkommen, die in der höheren Verwaltung überhaupt nicht vortreten sind. Eine Reform des Herrenhauses ist notwendig, auch Arbeiter sollten darin vertreten sein. Das' Ernenn ungSrecht d c S Königs wünschen wir aber nicht zu beschränken, da es das einzige Mittel ist. um zu große Gegensätze zwischen dem Abgeordneten- und dem Herrenhaus ausziigleicheli. Die Notwendigkeit des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechtes in Preußen ist in dieier Zeil, wo alle draußen in gleicher Weise lämpsen, unabweisbar. DaS jetzige Wahlrecht wird gerichtet durch die klägliche Wahlbeteiligung im Gegensatz zu der bei den ReichStagSwahlen. Die Wablmonn muß vor den iiächsieii Wahlen kommen, liniere beldenbailei: Kämpfer erwarlen keine Belohnung, aber wir dürfe» sie auch nicht durch Klasscnriiiteilung entrechten.(Sehr wahr! links.) Komml die Wahlmorm nichl bald, fo wird eine große Verdrossenherr die Folge sei». Da man wahrrcheinlich auch die erste Zeil nach dem Kriege als ungeeignet für eine Wahlreform erklären wird, ist es um so notwendiger, die Reform vor Friedensschluß zu machen. Em gerechtes preußisches Wahlrecht wird Deutichland in der Well moralische Eroberungen machen lassen.(Lebhaiter Beifall links.) Abg. Grünender» iZ.) protestiert gegen die Aussassung des Abg. v. d. Osten, daß sich die Katholiken bisher nicht um Aemter bemüht hauen. Die Weiterberatmig des Etats wird auf Freitag 11 Uhr Vertagt. Schluß 4V« Uhr._ Parlamentarisches. Petitionen an das Abgeordnetenhaus. Der P e t i t i o n s k.o m m i s s i o n des Abgeordnelesthans es lag eine Bittschrift über die Erteilung deS W a h l r c ch t s an die Frauen in Staat und Gemeinde vor. Ueber gleiche Petitionen früherer Jahre war die Kommission zur Tagesord- nung übergegangen. Der Berichterstatter hob dig Tätig- keit der Frauen im Kriege hervor und stellte die Frage an den Regierungsvertreter, ob beabsichrigt sei, bei der späteren Neu- gestaltung der Wahlgesetze die Frauen in irgendeiner Weise zu berücksichtigen. Der Ncgierungsvcrtretcr erklärte, daß die Stcllung der Frau bei anderer Gestaltung der Städteverfassung cine eingeheiidc Berücksichtigung er- fahren solle. Auf die Frage der Erteilung de» Wahlrechts vermag er sich nicht näher zu äußern. Die Petition wird als Mate- r i a l überwiesen. Sodann wird über eine Petition um Einführung der Kalenderreform verhandelt. Der Petent will damit er- reichen, daß jedes Datum auf denselben Wochentag fällt. Auch sollen Ostern und Pfingsten immer aus das gleiche Datum fallen. Ueber die Petition wird schließlich zur Tagesordnung übergegangen, weil es sich um eine Angelegenheit der Reichögesetzgebung handelt. Ferner stand cine Petition über Annahme eines Reichs-Kinogesetzes bzw. eines Reichs- Kinomono- Pols zur Verhandlung. In der Petition wird die sittliche Ge- fährdung der Jugend bei den Kiuovorführuiigen geschildert Der Petent verspricht sich eine Besserung auf diesem Gebiete nur durch eine GesetzeSmatznahmc im Reiche. Der Berichterstatter fragt den Regierungsvertreter, ob in dieser Angelegenheit, die unbedingt eine Besserung erfahren müsse, etwas geschehen wird. Der Regierungsvertreter erklärt, daß die preußische Re- gierung gewillt ist, dahin zu wirken, daß durch reichsgesetzliche Maßnahmen oder durch Polizeibcstimmu.ngen«ingegriffen werden soll. Die Petition wird als Material überwiesen. Ueber eine Petition um Ersatz von Kriegs schaden aus dem Jahre— 1864 wird zur Tagesordnung übergegangen. Eine Petition, die Abänderung des Gesetzes betreffend AuSiriti aus der Landeskirche dahin verlangt, daß der Antrag nichh beim Amtsgericht, sondern beim zuständigen Pfarrer zu stellen sei, wird als Material überwiesen. Die Verewigung deS FidcikvmmrsscS. Die Fideikommißgesetzkommission deS Abgeordnetenhauses hat ihre Beratung in weiteren Abcndsitzungen, die bis� zur elften Stunde dauerten, bis zum§ 147 gefördert. Die Diskussion erstreckte sich auf zahlreiche juristische und Formulierungsfragen und führte in mehreren Punkten zu Abänderungen des vorliegen- den Textes. Bon sachlicher Bedeutung war ein Antrag der fort- schrrttlichen Volkspartci, in den Abschnitt über das Erlöschen des Familienfideikommisses folgenden§ 129a einzufügen:.DaS Fideikommiß erlischt ferner, wenn daö Recht des fünften Nachfolgers endet, spätestens aber mit vollendetem ö9. Jahr nach der Geueh- migung des FidcikommisseS." Zur Begründung wurde darauf hingewiesen, daß die Schaffung ewiger Verhältnisse untunlich sei und eine Versteinerung der geschaffenen Lage herbeiführen müsse. Der Antrag wurde abgelehnt. Kaufmännische Berufsvorbildnng. Der Handels- und Gewerbeauskchuß des Abgeordnetenhauses beschäftigte sich mit einer Petition betreffend die Ueberfüllung des kaufmännischen Berufs durch junge Männer und Mädchen, die ganz oberflächlich in privaten Handelsschulen ausgebildet werden und die dann den heim- kehrenden Kriegern Konkurrenz machen. Die Rc- gierung erklärte, daß sie diese privaten Schulen soweit als möglich beaufsichtige, auf der anderen Seite bestehe aber auch das Bedürfnis sehr vieler kaufmännischer Unternehmungen und Kriegs- gesellschaften nach jungen Arbeitskräften, die wenigstens Kurz- schrift und Schreibmaschine beherrschen. D'eses Bedürfnis sei so stark hervorgetreten, daß der Minister sich veranlaßt gesehe» hat, unter dem 8. Februar d. I. einen Erlaß herauszugeben, der seinen früheren Erlaß, womit schärfere Bestimmungen für die Privat- schule» erlassen wurden, etwas mildert. Die Petition soll der Staatsregierung als Material überwiesen werden.— Es folgte die Petitton ocs Deutschen Handelstags betreffend a n g e- messcne Preise und übermäßige Gewinne. Wegen vorgeschrittener Zeit wurde die Verhandlung darüber abgebrochen. eü soll die Petition rn einer besonderen Sitzung behandelt und da- zu das nötige Material vom Deutschen Handelstag noch eingc- fordert werden._ Zur WohnungSreform. Die Wohnungsgesetzkommissio« des Abgeordnetenhauses erklärte die eingegangenen Petitionen als durw die bisherige Beratung erledigt. Die Entschließungen wurden gleich- falls erledigt bi« auf eine. Angenommen wurde u. a. ein Volks- parteilicher Antrag, die Königliche Staatsregierung zu ersuchen. in Erwägungen darüber einzutreten, ob und inwieweit durch Aus- bau der Reichsgesetze vom 19. Juli und 29. Dezember 1911 (ReichsversscherungSordnung. Angestelltenversicherung) dem W oh- nungSbcdürfniS kinderreicher Familien cnt- sprachen werden kann. Die Annahme des Antrags erfolgte ein- stimmig, weil die Kommisston sich überzeugte, daß mit der Schaf-- fung einwandfreier Wohnungen allein gerade tinderreichen Fami- I Tien nicht genügt würde, da der Familienvater nicht in der Lage jei, entsprechende Mittel aufzubringen. Ueber die Schwierigkeiten der Durchführung des Antrags war sich die Kommission flar. die Stadtv. Dr. Levy II( 2infe) empfiehlt die Annahme der Vorlage, fie gegen diese Heimstättenverteuerung hat. Aber von der niemand von dem Besuch der Heimstätten abhalten werde. freisinnigen Mehrheit war nicht zu erwarten, daß sie mit deit Stadtv. Dr. Weyl: Sch habe die Verpflegung der Genesenden Heimstätten glimpflicher umspringen würde als mit den nicht beanstandet; ich habe nur auf die Nachteile hingewiesen, die Krankenhäusern. Die Sozialdemokraten machten diesmal gar durch die Kriegswirtschaft für die Berwaltung kalkulatorisch entstehen. nicht erst den aussichtslosen Versuch, noch einen Ausschuß zu Der Magistratsantrag wird genehmigt. bemühen. Das blieb den Freifinnigen erspart und fic fonnten sofort nach Wunsch beschließen. werden. Die neue Großmarkthalle. Ginstimmig angenommen wurde ferner ein Antrag, die Staatsregierung zu ersuchen, zur allmählichen weiteren Beiserung des Wohnungswesens auch noch den Nahverkehr auf Haupt, Klein- und Nebenbahnen in geeigneter Weise zu gestalten und fistalisches Gelände zu angemessenen Bedingungen für Klein- Im Interesse des Betriebes und Verkehrs der neuen Groß- Ueber die Frage der 3uwahl von Frauen zu und Mittelwohnungsbauten zu überlassen oder zu verkaufen. martthalle an der Beusselstraße foll Charlottenburger Ge- Verwaltungsdeputationen fam es zu erneuter Abgelehnt wurde ein volfsparieilicher Antrag, die Staats biet am neuen Verbindungskanal nach Berlin umgemeindet Aussprache. Der Magistrat teilte mit, in welchen Depu regierung zu ersuchen, in Erinägungen über die Aufhebung des Hausbesikerprivilege in den Städten und Land- Stadtv. Hintse( Soz.): Die Bestimmungen des Vertrages, der tationen er die Mitwirkung von Frauen für gedmäßig hält. gemeinden einzutreten. Angenommen wurde ein Antrag ber mit Charlottenburg abgeschlossen ist, haben zum Teil recht wenig mit Wehr als zehn Deputationen hat er nicht herausgefunden, Konservativen auf Vorlage eines allgemeinen Bauge- der Umgemeindung zu tun; vielmehr scheint Charlottenburg die Ge- aber diese Genügsamkeit hatte nicht den Beifall der StadtDie sozialdemokratische Fraktion fches und auf Ausbau des Erbbaurechies, desgleichen auf| Tegenheit benutzt zu haben, auf Berlin zu drücken, um einige Sonder- berordnetenversammlung. Einrichtung von Anstalten, die die Umwandlung von Anlieger- vorteile herauszuschlagen. Diese Tattit verurteilen wir, empfehlen aber, forderte ebenso wie die freisinnigen Fraktionen die Einsetzung lasten und von etwa sonst nach den Bestimmungen des Kommu- da wir in einer Zwangslage sind, die schleunige Verabschiedung der eines Ausschusses, die dann beschlossen wurde. nalabgabengejebes zu entrichtenden Beiträgen in Renten zum Vorlage, damit endlich mit den Bau begonnen werden kann. Gegenstande haben. Stadtrat Kalisch rechtfertigt die Vorlage, die darauf unverändert angenommen wird. " Geprügelte Schulmeister. Stadtverordnetenversammlung. Bröhlich( Soz.) Anlaß zu der Frage, wie es um den Gefundheits- Striege und war dementsprechend zu keiner Zeit ſo eklatant 4. Sigung vom Donnerstag, den 15. februar 1917, in verdienstvollster Weise wahrgenommen habe. nachmittags 5 Uhr. Vorftcher Michelet eröffnet die Sigung nach 5% Uhr. Freie Bahn für alle tüchtigen Frauen! Die Borlage wegen Schaffung der Stelle eines Hafen= Ueber Verrohung der Jugend" wird heute viel geflagt. ingenieurs für den städtischen Osthafen gibt dem Stadtb. Sie ist eine ständige Begleiterscheinung lange andauernder zustand des derzeitigen Hafendirettors steht, der sein Amt bisher wie während und nach dem Dreißigjährigen Kriege. Stadtrat Reimann: Dieser um den Hafen sehr verdiente Be- Damals blühte auch die Prügelpädagogik in unerhörtem amte ist leider feit längerer Zeit erkrankt; es scheint aber Aussicht Maße. Nicht als ob die eine die Folge oder die Ursache der - sie erwachsen vielmehr beide aus derselben Die Erhöhung der Bezüge der ständigen Vertreter zu bestehen, daß er bald wieder seine Funktionen aufnehmen kann. anderen wäre Die Vorlage wird angenommen. Wurzel. und Vertreterinnen an den Gemeindeschulen soll nach Zur Einrichtung von Halbtagsausflügen der Ge= Ein anmutiges Stimmungsbild aus jener guten alten" dem Vorschlag des eingesetzten Ausschusses wie folgt gestaltet werden: 1. Die Stundenvergütung soll von 1,20 M. für wissenschaftliche Ver- meindeschullinder nach den Außenspielpläken werden 20 000 Beit gibt ein Brief, den der Berliner Prinzenerzieher Müller treterinnen auf 1,50, für technische Vertreterinnen auf 1,35 M. erhöht Mark gefordert und bewilligt. unterm 27. Mai 1657 an feinen Freund und Kollegen, dent werden; 2. die Entschädigung von je 1382 9. an etwa 60 Stellenber Schulmeister Brunnenwasser, schrieb. Es heißt darin: Vor ivalterinnen soll steigen auf 1728 M. für die wissenschaftlichen, auf In einer Reihe von Verwaltungsdeputationen will acht Tagen wurde die Leiche des Grafen von Wittgenstein 1560 M. für die technischen Vertreterinnen; 3. die jebige Gewährung der Magistrat die 3 u to ahl von Frauen mit beratender Stimme von hinnen abgeführt. Wobei zwischen den beiden Schulen von 1120 M. Grundgehalt+540 M. Mietsentschädigung, zusammen gestatten. Das bezügliche Verzeichnis liegt der Versammlung zur Cölln und Berlin ein großer Zumult entstand, also daß 1660 M. an männliche Stellenberwalter, soll erhöht werden durch Kenntnisnahme vor. Sinzufügung einer Ortszulage auf 2064 M.; 4. nach einjähriger Stadtv. Caffel( Binfe) hält damit den Beschluß der Versamm- sie mitten in der Prozession auf der„ Langen Brücke"- der Tätigteil vom Tage des Lehrauftrags an erhalten alle Bertreterinnen Lung nicht für erledigt. Das Verzeichnis erscheine nicht aus- heutigen Sturfürstenbrücke mit Schlägen" aneinander Die Versammlung tritt ohne Debatte den Ausschußvorschlägen bei. reichend. Die Versammlung habe in der Sache mit zu beschließen. tamen. Dem Rettor von Berlin ist von einem Es sei Ausschußberatung nötig. Cöllnischen Schüler eine derbe Ohrfeige zuAuch den Lehrpersonen der Privatlygeen und privaten Oberbürgermeister Wermuth: Es handelt sich hier doch nicht gestellt worden, hingegen ein Berlinischer Schüler boheren Mädchenschulen, die von der Stadtgemeinde unterstübt wer- um ein Stahit, um einen Gemeindebeschluß, sondern um eine Ber- dem Cöllnischen Rektor mit einem Stein fo den, soll eine Striegszulage zuteil werden, und zwar in Höhe ständigung. Selbstverständlich werden wir uns an einer Ausschußsäuberlich den Kopf gerieben, daß das rote Blut von je 10 M. monatlich für die Lehrerinnen im Gehaltsbezuge bis beratung gern beteiligen, würden aber bedauern, wenn eine Ver- darnach gegangen. Es war eine Lust zuzusehen, zu 3000 M., die nicht Oberlehrerinnen sind. 3ögerung dadurch entstände. wie fich die Jungens bei den Köpfen herumzaujeten und da Die Magistratsvorschläge wegen Errichtung einer besonderen Stabtv. Dr. Bent: In der tonftitutionellen Frage sind wir ganz Kriegsfürsorge für ganz oder teilweise erwerbslose Arber Meinung des Kollegen Cafel. Der Magistrat tongediert durch ecclesiam militantem( die streitende Kirche") repräsen beiter und Angestellte der Schuhwarenindustrie sind in 10 von 51 Deputationen je eine Frau! Das ist ein pendanti tierten. Doch ist endlich dieser Tumult durch etliche geschickte in einem Ausschuße vorberaten worden. Die Vorlage mwird mit den sches, allzu vorsichtiges Verfahren, das vom großen Zuge der Zeit Musketiere, so am Zuschlagen nichts ermangeln ließen, geunerheblichen vom Ausschuß vorgenommenen Aenderungen ohne Dis- ganz unberührt scheint. Freie Bahn für alle Tüchtigen", dafür stillet worden." Turffion genehmigt. Bropaganda zu machen, war hier cine glänzende Gelegenheit. Die fchaffungsamt und eine große Reihe anderer Deputationen Krankenhausverwaltung, das Obdach, das An= müssen auch durch Frauen verstärkt werden. Und was soll eine Fran in einer Deputation? Su Breslau gehören der Markthallen deputation nicht meniger als vier Frauen an. Wir stimmen ebenfalls für Ausschußberatung. ein festes Monatshonorar von 120 bzw. 108 M. Die Erhöhung der Verpflegungskosten in den Heimstätten. Der Magistrat schlägt die Erhöhung des täglichen VerpflegungsPostenfabes in den städtischen Heimstätten von 2,50 auf 3 M. bor. Stadtv. Dr. Beyl( Soz.): Wir lehnen die Vorlage ab, weil sie die Gefundheitsverhältnisse der Stadt und ihrer Bewohner empfind lich schädigen muß. Bir treten prinzipiell ein für unentgelt= liche Krankenpflege und unentgeltliche ärztliche Behandlung. Auch bei den Heinistätten als einer Wohlfahrtseinrichtung erscheint uns der Grundfah von Leistung und Gegenleistung verwerflich. Wo bleibt denn übrigens dieser Grundsatz bei den Ausgaben für die Schüler der städtischen höheren Lehranstalten? Mindestens müßte der Verpflegungsfat fo niedrig wie möglich gehalten werben. Un Annefithts der Erhöhung wird die Neigung der Krankenkassen, den Heimftätten Pfleglinge zu überweisen, faum zunehmen. Für die Kinder bis zu 14 Jahren till man ja teine Erhöhung; was den Kindern recht ist, follte den übrigen Pfleglingen billig sein. Ein Stachel wird ja ber neuen Maßregel dadurch genommen, daß der Freistellenfonds auch uin 20 Pro3. erhöht werden folf; wir begrüßen das. Zahlenmaterial für die Erhöhung bringt der Magiftrat nicht bei; kein Wunder, denn die Zahlen aus der Heimstättenverwaltung würden nicht für, sondern gegen den Vorschlag sprechen. Es wird dort sehr haushälterisch und parsamt gewirtschaftet; feit Striegsausbruch aber muß die einzelne Seimstätte oft Waren abnehmen in großen Quanten und zu hohen Breifen, z. B. 3 Zentner Schokolade für 1650 M., viele Zonnen Brat heringe( Heiterkeit), die sehr rasch vom Personal tonfumiert werden müssen usw. Diese Vorkommnisse werden ja mit dem Kriege ihr Ende erreichen. Die Vorlage weisen wir als ein antihumane ab; mag die Mehrheit fie verantworten! Stadiv. Mommsen( Fr. Fr.): Ueber die Vermehrung der Deputationsmitglicher ist unzweifelhaft ein übereinstimmender Beschluß beider städtischer Behörden erforderlich. Für den Anfang brauchen wir immerhin nicht sofort allzu weit zu gehen. Es wird ein Ausschuß befchloffen und fofort vom Vorftande ernannt; ihm gehören auch Basner, Seimann, Dr. Rosenfeld, Stadthagen und Dr. Bey!( Soz.) an. Schluß 7 Uhr. Aus Groß- Berlin. Man weiß nicht recht, was in dieser Darstellung das zuges ihre Lehrer verprügelt, oder die offenbare. innige bezeichnendere ist: die Schuljugend, die inmitten eines Leichen Freude, die der pädagogische Briefschreiber selber an den geJedenfalls sehen wir, daß schilderten Szenen befundet. Schüler und Schulmeister damals einander würdig waren. Immer wieder Klagen über die Volksspeisung. Bei der Berliner Boltsspeisung ist bisher so ziemlich alles bein alten geblieben. Immer wieder wird geklagt, daß es irgendwo nicht geStadtv. Caffel schließt sich der Forderung an, daß zu einer Hlappt" hat. An der in einer Schulturnhalle untergebrachten SpeisenDeputation auch mehrere Frauen zugezogen werden und erkennt ausgabestelle in der Pasteurstraße mußten Frauen über zwei Stunden die rasche Arbeit und das sonstige Entgegenkommen des Magi- ausgabestelle in der Paſteurstraße mußten Frauen über zwei Stunden stehen, ehe sie ihr bißchen Essen heimtragen konnten. Aber selbst strats an. Stadtv. Dr. Beyl beruft sich für seine Kritik auf die frühere bei den mit Küchen verbundenen Speiseausgabestellen fommt es vor, Aeußerung des Oberbürgermeisters. Es müsse auch den Ardaß Effenholer stundenlang zu warten haben. Aus der Küche in der beiterintereffen bei diesen Zuwahlen Rechnung getragen Tresdomstraße meldet uns eine Referin, daß fie am lesten Montag werden. mit vielen Frauen lange auf dem Hof in der Kälte aushalten mußte. Ein beaufsichtigender Schußmann hatte eillärt, Frau Oberst wünsche nicht, daß die vielen Menschen in der Halle warten. Hier ist durch eine schwerverständliche Anordnung der Frau Oberst, die als Ehrendame mitwirkt, die aus den Mängeln der Einrichtung sich ergebende Beläftigung der Vollsfpeifungsteilnehmer noch gesteigert worden. Mit Recht fordert die Einienderin dieser Beschwerde, man folle mehr Ausgabestellen schaffen, um die Abfertigung beschleunigen zu fönnen. Daß trotz bedeutender Mebrung der Boltsspeifungsteilnehmer Dhne viele Umstände wurde in der Berliner Stadt die Mehrung der Epeifeausgabeftellen noch unterblieben ist, dafür Stadtrat Kalisch: An der Verantwortung für die Annahme der Vorlage werden Sie sehr leicht tragen. Mit der Verpflegung find Ber- berordnetenversammlung die vom Magistrat be- tann nicht die sonst wegen ihrer Rangfamkeit so oft gefcholtene fonál und Pfleglinge sehr zufrieden. Die Furcht, daß die Erhöhung antragte Erhöhung des Pflegefages der Heimstädtische Bauverwaltung verantwortlich gemacht werden. Gerade Für die sozialdemokratische bei der Einrichtung des Voltsspeisungswesens hat die Bauverwaltung die Strantenfaffen veranlassen fönnte, weniger für die Shgiene zu tun, stätten gestern beschlossen. Frattion trug Genosse Beyl die schweren Bedenken vor, die mit einer Edinelligkeit gearbeitet, die alle Anerkennung verdient. ist unbegründet. man bei allen Frontregimentern verbreitet, daß sie demnächst ab| Regel. Freilich lam da unseren Truppen das Sperrfeuer unserer gelöst und in Reserve gezogen würden. Auch die anmarschierenden Artillerie zu Hilfe, das allerorten rechtzeitig einsette und namentbereich vorzurüden. Um die Truppen vollends einzuhüllen, ver- Reserven arg lichtete. Es hatte die Wirkung, daß der Angriff, lautbarte man, daß am 1. November die Winterurlaube beginnen ipürden. Die Straßen hinter der Front boten bei Tag nur das normale Bild, jede Bewegung, die sich der Aufmerksamkeit unserer Beobachter entziehen sollte, erfolgte bei Nacht. Die Heimstättenverteuerung. Die letzte Isonzoschlacht und ihr Ergebnis. Bertarungen glaubten bloß zu- Ablösungszweden in den Front- lich die hinteren Bellen der italienischen Sturmtolonnen sowie die Von unserem Kriegsberichterstatter Hugo Schuĭ3. Anfangs Februar Vom Mai 1915 bis zum Spätsommer 1916 haben die Italiener den Verteidigern unserer füstenländischen Front fünf große Schlach ten geliefert, deren Ergebnis sich, wenn man die Erfolge an den Opfern mißt, nur als schwere Niederlage bezeichnen läßt Italienische Ruhmrebigkeit hat das zwar nie gelten laffen, aber die Sache ist völlig klar. Die Verteidigungsschlachten haben ein anderes Gesicht als die Begegnungsschlachten und der Verteidiger stegt chen, indem er sich auf seinem Blake behauptet. Man fann von ihm nicht verlangen, bag er dem an Streiterzahl und Stampfmitteln reit überlegenen Gegner auch noch zwingt, das Feld zu räumen, wie denn andererseits ein dermaßen überlegener Angreifer sich erst dann mit Fug den Sieg zuschreiben darf, wenn es ihm gelingt, die gegnerische Front völlig aus den Angeln zu heben und sich freie Bahn zu schaffen, wenigstens bis zu den nächsten Zielen. Das ist Bahn zu schaffen, wenigstens bis zu den nächsten Zielen. Das ist den Italienern bis heute nicht geglüdt und daher find die Erfolge alles Vergangene überbietende utenfität und materielle Bucht geben, durchaus problematisch. Die cherne Pforte, die ihnen den Beg nach Triest verrammelt, fist fefter denn je in ihren Angeln und die Einbeulungen, die sie erlitten hat, erweisen nur die motalische Bähigkeit des Widerstandes. nachdem er unsere erste, Linie überrannt hatte, bald ins Stocken geriet und ermüdete. Die Verbände gerieten alsbald völlig durcheinander und die formlosen Massen mußten, ehe jie weitertonnten, neu geordnet werden. Diese Verzögerungen gaben unseren rasch So fein gesponnen nun auch das Gewebe des Vorhanges war, vorgezogenen Reserven immer wieder die Gelegenheit, den wohl 10 Bonnte sich das, was hinter ihm vorging, doch nicht ganz den wach numerisch weit überlegenen, aber erschütterten und außer, Rand samen Späherblicken unserer Beobachter entziehen. Zu dicht und Band geratenen Feind nach kurzem Feuerkampfe mit wudhwaren die Massen, die die Italiener auf den Sammelplätzen des tigem Anprall zurüdzuwerfen. Der ganze Südabschnitt der StarstPlateaus und im Valtone- Tal zusammenstauten, als daß man sie front wurde auf diese Weise im Gegenangriff wieder genominen. in völliger Verborgenheit hätte halten können. Besonders auffallend Manche Gräben wechselten dort mehrmals den Befiber, bis sie war bie plöbliche Berlegung ausgedehnter Beltlager ins Balfone- schließlich doch in unserem Befits blieben. Nur der Beiler Nova Tal, das unmittelbar hinter der italienischen Front lag. Jedenfalls as verblieb dort in Sänden der Italiener, dagegen war alle ihre waren die Unsrigen auf der Hut und bereit, den Feind, wie stark Mühe vergebens, die Cote 144, deren Santmlinie einen Monat er auch sei, würdig zu empfangen. Er war sehr start. Die dritte vorher dem Drude von drei italienischen Regimentern hatte preisitalienische Armee hat in den beiden lebten Isonzoschlachten im gegeben werden müssen, vollständig in ihre Gewalt zu bekommen. 17 Divisionen gegen unsere Front losrennen lassen. Die Vor- Catanzaro, der man eigens diese schwierige Aufgabe zugewiefen Raume zivischen Wippach und dem Meere nicht weniger als Ebenso scheiterten alle Angriffe der italienischen Sturmbrigade bereitung des Angriffs besorgien fast 2000 Geschüße aller Kaliber, hatte, die Cote 208 zu gewinnen. Raumgewinn erzielte der Feind dazu viele Hunderte von neuartigen Minenwerfern, die die wir nur im Nordabschnitt des Plateaus, wo es ihm gelang, Lokviza tungen des Trommelfeuers der Artillerie in mörderischer Weise zu nehmen und auch den linken Flügel des dort kämpfenden Forts ergänzten. Die adite Schlacht währte vom 9. bis 12. Ottober. Die um 2 bis 3 Milometer zurüdzudrüden. Die Bresche, die dadurch Bucht des italienischen Angriffes verteilte sich gleichmäßig über in unserer Front entstand, schloß sich, noch che der Angriff der das ganze Plateau. Es war zweifellos völlige Berschmetterung Brigaden Mantua und Alessandria, die nun unseren Südflügel unserer Front durch allgemeinen überrennenden Angriff( Attacco von Hudi Log her aufrollen konnten, in Gang fam. Blitzschnell Wie gering die Aussicht der Italiener ist, diesen elastischen travolgente) und Durchbrechung jämtlicher Verteidigungslinien warf sich das Landwehrregiment Nr. 3 in die Lüde und trieb mit Widerstand zu zersprengen, erhellt am deutlichsten aus den Ver- in einem Zuge beabsichtigt. Die Angriffetolonnen waren auf das vehementem Angriff den Feind weit zurüd. Am 11. und 12. Oftober Tauf der beiden lebten großen Herbstschlachten, im Oktober und No- sorgfältigste instruiert. Jede Welle der Sturmtruppen erhielt noch tobte die Schlacht weiter, aber die Italiener gewannen mun feinen sember. Der italienische Angriff zeigte in diefen riesenhaften eine besondere Funktion für den Nahkampf. Ins erste Glied 3oll Boden mehr und stellten am Abend des 12. den Kampf ein. Nicht für lange Zeit, denn schon am 31. Oktober setzte das Kämpfen ganz den Stil und die Methode der französisch- englischen waren die Handgranatenwerfer eingeteilt, in die zweite Welle die Sommeoffensive, der Wille zum vollständigen Siege gab sich nicht Flammenwerfer, die dritte war mit Schutzschilden versehen, mit Trommelfeuer ein, das die bis zum 3. November währende neunte bloß in der energischen Sprache der Befehle tund, jondern auch den vierten gingen die Torpedowerfer ufib. Die einzelnen Wellen Isonzoschlacht einleitete. Auch diesmal wurde die ganze Karstfront in den besonders sorgfältigen Maßnahmen zur Borbereitung der follten einander in Abständen von 50 Schritten folgen. Die Zahl mit gleicher Heftigkeit angegriffen, besonders starte Sträfte aber Aftion. Vorher war es den Italienern niemals gelungen, unfere der Angriffspellen schwankte bei den einzelnen Brigaden zwischen wurden geger den Abschnitt von Costanjevica angesetzt. Das nächste wachsame Führung über den Zeitpunkt bevorstehender Angriffe zu sechs und vierundzwanzig. Viele Unteroffiziere wurden mit Rauch- Ziel war für den italienischen Angriff die Einnahme der Kuppen täuschen, diesmal aber hatten sie die Geheimhaltung in ein Shftem komben beteilt, deren Qualm die Angreifer in eine dichte Wolfe Belifi Hribach und Fajti Hrib im nördlichen Höhenzuge, der nach von Verschleierungen gebracht, durch deren dichtes Gewebe keine hüllen und unsichtbar machen sollte wie eine Tarutappe. Damit ihrer Meinung das Rüdgrat unserer Karststellung bildet. Die wirkperivollen Nachrichten zu den Unserigen schlüpfen konnten. Früher sich unsere Truppen aud) noch über den Zeitpunkt des Sturm- lichen Abfichten gingen aber weiter. Gefangene Offiziere fagten: hatte sich jeder Angriff schon vorher durch das Erscheinen von Ueber- angriffs täuschen, wurde das Trommelfeuer nicht jäh eingestellt, Diesmal ist Euer Widerstand wirklich vergebens. So schnell fönnt Läufern angekündigt, die sich der bevorstehenden Todesgefahr durch sondern in den Nachbarabschnitten der borbestimmten Einbruchs hr uns gar nicht wegbringen, daß wir nicht morgen schon befreit Desertion entzogen. Im Oftober und November blieben aber diese stellen verdichtet, so daß die in den Kabernen des Angriffs harren- find. Vergebliche Mühe, jezt noch Triest halfen zu wollen." TatBorboten jeder italienischen Offensive völlig aus, denn ehe das den Verteidiger nicht sofort merken konnten, daß vor ihrer Front sächlich waren gegenüber einem unserer Storps auf engstem Raum Donnergrollen der Ausfeuerlagen begann, wußte auch in den jen bereits der Infanterieangriff im Gange ift. So mußte denn auf nicht weniger als 18 Brigaden zusammengeftaut, wozu 12 das erste feitigen Schüßengräben niemand, was bevorstehe. Erft unmittel- der ganzen Linie der Kampf den Charakter eines wilden Ringens und 6 das zweite Treffen bildeten.( Die Brigade ofta war noch bar vorher waren die Kompagnie und Zugstommandanten ver- annehmen, das sich fast überall außerhalb der Stellungen auf dem im Anmarsche). Am 31. Oktober wütete das Trommelfeuer Tag und Nacht. ständigt worden, die Mannschaft aber erfuhr erst, was los fei, als steinigen, von messerscharfen Feldriffen durchflochtenen Karstboden. die Sturmtolonnen geordnet wurden, Um fie zu täuschen, hatte abspielte. Nahkämpfe gegen mehrfache Uebermacht waren die Nachts wurde es auf unfere zweite Zinie gerichtet. Als amt 1. Nos Große Schweineschiebungen auf dem Magervichhof. und lesbar ist. Die Fleischversorgung Berlins. 487 774 Die Verantwortung dafür, daß seitdem nichts von Selang Soldaten der hiesigen Garnison zu ersuchen. Durch Vermittlung werbsmäßig Bestellungen auf Ausbesserungen von Schuhwaren zur Vervollkommnung des Betriebes geschehen des Oberbürgermeisters wurde dieje umgehend erreicht, und es fanden, entgegennehmen und Schaufenster oder Schaufästen befizen, in den ist, trifft die mit der Gesamtleitung des Boltsspeisungswesens be- wedselnd an den Tagen 1500 bis 2000 Mann Verivendung. Die Geschäftsräumen jo anzubringen, daß sie vor dem Betreten von traute Stelle. Will nicht die Schulverwaltung noch mehr Turnhallen Mannschaften wurden durch die städtischen Speiscanstalten verpflegt außen sichtbar ist, in solchen Geschäften, die feine Schaufenster zu Speisenausgabestellen hergeben, so hat Berlin genug leerstehende und erhielten einen Stundenlohn von 60 Pf. Bis Ende voriger Woche oder Schaukästen befizen, derart, daß sie für jedermann sichtbar waren der Militärbehörde 65 000 M. als Lohnſumme überwiesen. Gastwirtschaftsräume, die man mieten fann. Durch weitgehende Neben der militärischen war die organisierte Hilfe der Schüler Zentralisierung wird zwar der Betrieb vereinfacht und verbilligt, fie der oberen Klassen der Schulen von nicht zu unterschätzender Bedeubringt aber Erschwerungen für die Bevölkerung, die auf die Bolks hung. Obgleich, auf die Jugend Rücksicht nehmend, nur eine Arbeits- Der Berliner Magistrat veröffentlicht soeben einen Bericht über speisung angewiesen ist. Es wird Zeit, daß endlich etwas getan stunde für die Volksschüler und 2 Stunden für die Schüler der höhe- den städtischen Vieh- und Schlachthof für das Etatsjahr 1915/16. wird, den Mißständen der Berliner Voltsspeisung einigermaßen ab- ren Anstalten zugelassen wurden, kamen bei einer Honorierung der Der Auftrieb auf dem Viehhofe gestaltete fich danach wie zuhelfen. Arbeitsstunde mit 30 Pf. in runder Summe 7000 M. zur Aus- folgt: Rinder: 382 237( gegen 252 841 im Borjabre), zahlung. Wie gering das Angebot freier Silfsfräfte war, Schweine: 794 716( 782 521), Kälber: 184 791( 189 549) zeigt die Tatsache, daß für solche nur 1076 M. als Lohn verrechnet Schafe: ( 487 274). Cas Durchschnittsgewicht. bet wurden. Bis Ende voriger Woche ist für die durch den Schneefall lebenden Tiere stellte sich wie folgt: bei Rindern 418 Kilo( irs Bei dem Kriegswucheramt liefen seit geraumer Zeit fortgesett nötig gewordenen Aufräumungsarbeiten ein Betrag von 113 000 M. Vorjahre 508). bei Schweinen 84,2 Stilo( 106,8), bei Kälbern Anzeigen ein, daß auf dem Magerviehhof driedrichs aufgewendet worden. 89,9 Stilo( 102,3), bei Schafen 39,8 Milo( 43,4). Ein wichtiges felde sich Vorgänge abspielten, die geeignet seien, unsere ganze Uut Berlins wohlerworbenen Ruf als eine der saubersten Städte Fürsorgegebiet der Stadt bildete die Verwertung der Fleischversorgung zu gefährden. Es handelte sich darum, daß eine des Kontinents zu erhalten, ist die Verwaltung der städtischen sogenannten Regierungsschweine, die auf Grund eines mis große Zahl von Händlern Ferkel und Läuferschweine, die zur Auf- Straßenreinigung bestrebt, das System der Reinigung der Straßen der Pommerschen Biehverwertungs- Gesellschaft geschloffenen Ver zucht und zur Mast bestimmt waren, unter der Hand und ohne und das der Abfuhr des Kehrichts stets zu vervollkommnen. Bei der trages zu liefern waren. Der Vertrag fah die Lieferung Wahl auf den Markt abbrachten und daß diese Tiere abgc- Straßenreinigung ist der motorische Betrieb vorherrschend, dem der von 40 000 Schweinen vor, von denen die Stadt Berlin bis zum schlachtet wurden. Das Kriegswucheramt hat festgestellt, Handbetrieb ergänzend angefügt ist. Dem letztern liegt hauptsächlich Schlusse des Berichtsjahres 12 636 erhalten hat. Vom Juni 1913 daß z. B. von 3000 angelieferten Mastschweinen nicht weniger als die Aufgabe ob, den Kehricht an die Sammelstellen zu schaffen, bis April 1916 wurden die von der 8GG gekauften gefroreneit 2700 fofort abgeschlachtet worden waren. Dabei handelte es sich von denen aus die Abfuhr bewirkt wird. Die Sammelstellen sind der Schweine angeliefert, die ein Gesamtgewicht von 1645 071,5 Kiloum Tiere, die schon weit mehr als 120 und bis zu 150 Pfund wogen. zeit noch offen am Straßendamm gelegen. Sie in unsichtbare gramm hatten. Hiervon wurden an das Publikum im aufgetaufen Darauf hat das Kriegswucheramt sofort energisch eingegriffen. umzuwandeln, ist ein Plan, der von der Direktion der städtischen Zustande 1 539 324 Kilo abgegeben. Der Rest wurde zu Sped und Beamte dieser Behörde erschienen am letzten Markttage auf dem Straßenreinigung von der Zeit vor Ausbruch des Krieges an verfolgt Schinken verarbeitet. Die in den Kreisen der Schlächter Magerviehhof Friedrichsfelde und beschlagnahmten alle Schweine, wird und nur durch den Krieg der Verwirklichung nicht näher gebracht vertretene Ansicht, gefrorenes Fleisch eigne fich nicht Bur dic mehr als 120 Pfund wogen und für die mehr als 110 M. für werden konnte. Dauerware, hat sich als nicht zutreffend erwiesen. Der Verwaltungs den Zentner Lebendgewicht verlangt worden waren. Dies waren In ihrer jüngsten Sizung hat die Deputation für die etat des Schlachts und Viehhofes schließt mit einer Gesamteinnahme nicht weniger als drei Fünftel aller vorhandenen städtische Straßenreinigung eine Kommission eingefekt von 465 823 M. ab, die eigenen Ausgaben des Bichhofs betrugen Schweine. Für diese Tiere wurden Preise von 200 bis 250 Minit der Aufgabe, in Verbindung mit der Direktion und der Leitung dagegen 212 338 M., so daß die zu den allgemeinen Zweden der für den Zentner verlangt und gezahlt, Preise, die Mäster gar nicht der Tiefbauverwaltung die vorliegenden Projekte zu prüfen und die Gemeindeverwaltung zu verwendenden Mehreinnahmen 253 485 M. aufbringen können, da ihnen sonst das Pfund Fleisch etwa doppelt Sache zu fördern, daß nach Friedensschluß das Projekt zur Aus- betrugen. soviel tosten würde als der Höchstpreis jest in Berlin beträgt. Alle führung gebracht werden kann. diese Tiere wurden, wie gesagt, beschlagnahmt und dann an den zuständigen Stellen zum Verkauf gebracht. Den Verkäufern wurs den jedoch nur 110 M. für den Zentner gezahlt, obwohl sie nachweisen konnten, daß sie selbst Landwirten in Brandenburg, Oldenburg und anderen Provinzen zum Teil bis zu 140 M. für den Zentner Lebendgewicht gezahlt hatten. Für Schweine zu Aufzuchiszweden besteht kein Höchstpreis Bie das Kriegswucheramt weiter feststellte, waren mehr als die Hälfte der angeblichen Käufer, die die Tiere zu Mastzweden getauft haben sollten, nicht zu ermitteln, da falsche Adressen angegeben worden sind. Daraus ist zu schließen, daß dieses Jungvich unter der Hand zu hohen Preisen verkauft worden ist und das Fleisch martenfrei von den Käufern abgegeben werden sollte. Um derartige Vorkommnisse zu verhindern, hat das Kriegswucheramt eine Verordnung veranlaßt, wonach Viehhändler, die Mastvich kaufen wollen, sich legitimieren und auch die Käufer einen Ausweis vorlegen müssen. Außerdem ist jest verboten worden, auf den Verladerampen der Berliner Bahnhöfe, auf denen das Vich eintrifft, mit Vich zu handeln. Es ist nämlich festgestellt worden, daß die Verkaufsgeschäfte schon auf den Berladerampen abgeschlossen worden sind, che noch das Vich vom Bahnhof heruntergefommen war. In einer Versammlung des Vereins der Bichhändle: wurde behauptet, auf dem Lande seien Ferkel und Läuferschweine unter 140 M. für den Zentner Rebendgewicht nicht zu haben; das Kriegsmucheramt habe daher seine Tätigkeit bei den Landwirten und Büchtern aufnehmen sollen. Jetzt werde die Zufuhr noch weiter abnehmen. Städtische Straßenreinigung. Aus der Berliner Armenpflege. Berliner Lebensmittelnachrichten. Jn Tester Zeit ist häufig festgestellt worden, daß der Verlauf Die Armenpflege der Stadt Berlin batte im Verwaltungsjahr von Apfelsinen im Kleinhandel von der gleichzeitigen Ent1915/16, dessen Jahresbericht jetzt vorliegt. feit längerer Beitnahme von Bitronen abhängig gemacht worden ist. Die zum ersten Male, eine Minderung der Unterstützungen. Breisprüfungsstelle Groß- Berlin weist darauf hin, daß dieses Ver Das Jahr schloß ab mit einem Bestand von 36 773 Almosen- fahren durchaus unzulässig ist und der Verordnung Ueber den Ausempfängern und 11 876 Pflegefindern, das sind um 617 Almosen hang und die Aufstellung von Preisverzeichniffen" zuwiderläuft. Es empfänger und 1675 Pflegefinder weniger als am Schluß des vor ist von Kleinhändlern zur Rechtfertigung ihres Vorgehens erklärt hergehenden Jahres. Bei den Almofenempfängern minderten fich worden, daß auch sie vom Großhändler Apfelfinen nur dann eraber nur die Männer, um 642 auf 9095, Sagegen mehrten sich hielten, wenn fie gleichzeitig Zitronen abnähmen. Kleinhändler, die Frauen noch ein wenig, um 25 auf 27 678. Die Männer hatten denen in dieser Weise die gleichzeitige Abnahme von Apfelfinen und gegenüber dem Vorjahr einen bedeutend geringeren Zugang an Neu- Zitronen zur Pflicht gemacht werden sollte, werden ersucht, dies der oder Wiederbewilligungen, und unter den Gründen des Ab- Preisprüfungsstelle Groß- Berlin, Breitestr. 11, mitzuteilen, damit ganges war bei ihnen diesmal die Entziehung des AI- gegen die in Frage kommenden Großhändler eingeschritten werden mofens sehr viel häufiger als sonst. Auch bei den Pflege- fann. findern blieb der Zugang viel geringer als in früheren Jahren, während der Abgang durch Entziehung ganz außerordentlich zunahm. Für Almosen, Pflegegelber fowie Zusatz- und Sonderunterstützungen zusammen beliefen die Ausgaben sich auf etwas über 114 Millionen Mart, ziemlich 4 Millionen weniger als im Vorjahre. Sie erreichten nicht ganz den Voranschlag für das Jahr, da= gegen hatte noch im vorhergehenden Jahre und auch in manchem der früheren Jahre der Voranschlag überschritten werden müssen. Die Gesamtausgabe der Armendirektion war im letzten Jahre annähernd 14 Millionen Mart, im vorletzten etwa 15% Millionen Mark. Für die Veteranenspende der Stadt Berlin. find seit dem Jahre 1910 alljährlich 150 000 M. aus dem StadtMit dem Witterungsumschlag sind im Straßenverkehr wieder sädel bewilligt worden, die unter die Veteranen der Feldzüge von einigermaßen erträgliche Zustände eingetreten. Die Schneemassen, die 1864, 1866 und 1870/71 in Beträgen von je 25 M. zu verteilen bei der strengen Kälte die Straßen in Gisbahnen verwandelten, wurivaren. Berücksichtigt werden nur Anträge solcher Veteranen, die den zu schwer überwindenden Hindernissen für den öffentlichen Ber- zurzeit in Berlin wohnen, auch schon vor dein 2. September 1910 Tehr: Die Kartoffelbersorgung wurde unterbunden, wozu sich die atute in Berlin wohnten und ihre Bedürftigkeit und Würdigkeit" nach Kohlennot gesellte, Uebelstände, die besonders von der ärmeren Be- weifen können. Im Verivaltungsjahr 1915/16 haben, wie wir aus rolferung brüdend empfunden wurden. Um dem Verkehr jede mög- dem jest erschienenen Jahresbericht der Stiftungsdeputation er lidhje Erleichterung zu verschaffen, sah sich die städtische Straßenreinischen, mir 5900 Veteranen die Spende erhalten, während in den gung vor eine fchivere Aufgabe gestellt. Bei dem Mangel an Ge- vorhergehenden Jahren jedesmal 6000 Veteranen berücksichtigt spannen konnten die technischen Hilfsmittel nur in beschränktem Maße wurden. Warum diesmal die bewilligten 150.000 M. nicht voll zu zur Verwendung gelangen. Anderseits stand, gegenüber dem nor- Unterstübungen verwendet worden sind, ist nicht far. Waren etwa malen Betrieb, nur die Hälfte des Arbeitspersonals zur Verfügung. nicht genug Antragsteller gemeldet, die den Bedingungen genügten? Eine versuchte Decang durch zivile Hilfskräfte versagte vollständig. Buch tam diesmal die Unterstüßung bei den Aufräumimgsarbeiten durch die Große Berliner Straßenbahn, die in den Vorjahren bis 3000 eigene Hilfskräfte heranzog, in Wegfall. Ob neben dem Mangel an Hilfskräften noch andere Gründe dabei mitwirkten, entzieht sich unferer Kenntnis. Aber die Vermutung liegt nahe. Man denke nur an die hartnädig angestrebte Tariferhöhung, die zu erreichen der Straßenbahn bisher mißlumgen ist. nebeneinander vorrückte. Die Fettmenge wird in der nächsten Woche in Butter ausgegeben werden; eine Abgabe von Margarine findet nicht statt. Die neuen Kartoffelpreise für den Kleinhandel. Die zur Kartoffelfartengemeinschaft Groß- Berlin gehörenden Gemeinden haben infolge der gestern eingetretenen Erhöhung des Produzentenpreises den Preis für den Kleinhandel auf 6% Pf. für das Pfund festgesetzt. Die Milchpreiserhöhung. Aus dem Nachrichtenamt des Magistrats wird mitgeteilt: Durch die Zeitungen geht unter Angabe bestimmter Zahlen die Nachricht, daß eine starke Erhöhung des Milchpreises in Groß- Berlin in Aussicht stehe. Hierzu darf he merkt werden, daß allerdings eine Renderung des Kleinhandelspreises eintreten muß, wenn die Produktionspreise eine Erhöhung erfahren. Eine solche Erhöhung der Erzeugerpreise ist von der Bandesfettstelle ongeregt, und verfolgt worden, da sie befürchtete, daß mit einer Preiserhöhung der Milch- Import nach Groß- Berlin noch eine weitere starte Winderung erfahren werde. Die Fettstelle Groß- Berlin hat in Abweichung hiervon in ihrer bekannten Dent schrift andere Vorschläge zur Besserung der Lage aufgestellt. Eine endgültige Bestimmung über den neuen Erzeugerpreis ist, soweit befannt, von der Zentralstelle noch nicht getroffen worden. Des gleichen liegt noch teinerlei Entscheidung der Fettstelle Groß- Berlin darüber vor, velche Säße dem Erzeugerpreise hinzuzutreten haben. Es hängt dies. insbesondere auch davon ab, ob dic jezi leider stark bemerkbare mangelhafte Behandlung der Milch an der Produktionsstelle verbessert werden, lann, oder ob die Milch nach ihrer erheblichem Kostenaufwande unterzogen werden muß. Ankunft in. Groß- Berlin einer nochmaligen Bearbeitung. unter Aufrechterhaltung der Fortbildungsschule in Kriege. Man schreibt uns: Der Fortbildungsunterricht soll während des Krieges aufrecht erhalten bleiben. Trotz der schwieriger werdenden Lage der Handels. und Gewerbetreibenden will der Handelsminister dies im Intereffe des Wirtschaftslebens und des gewerblichen Nachwuchses durchgeführt wiffen. Gefuche um Befreiung vom Schulbefuche sollen nach wie vor forgiam im einzelnen geprüft werden. Man kann so die Bedürfnisse des Wirtschaftslebens berücksichtigen, ohne die Orga nisation der Fortbildungsschulen aufzulösen, ein Schaden, der schwer Die Preisberechnung für Schuhreparaturen. Richtsäße für die Preisberechnung bei Ausbesserungen von Schuh Ueber die mit dem 27. Januar in Wirksamkeit getretenen varen erfahren wir das folgende: Die Gestehungskosten sehen sich zusammen aus: Materialtoften, Arbeitslohn und Unkosten. Für die Berechnung der Materialfoften gelten folgende Grundjäße: für Leder, einerlei, ob es im In- oder Ausland hergestellt In dieser Notlage blieb der Direktion der Straßenreinigung nur ist, darf als Einkaufspreis höchstens der nach der Bekanntmachung der Ausweg, bei dem Generalkommando um Unterstützung durch betr. Höchstpreise für Leder jeweils gültige Höchstpreis derjenigen Preisklasse, der die verarbeiteten Sorten angehören, berechnet vember um 11 Uhr der Angriff begann, fonnten die Brigaden Napoli werden. Bei Verwendung von Erjazsohlen oder sonstigen Ersatzund Pinevolo, die den Beli Hribach und Fajti Hrib stürmen sollten stoffen darf höchstens der Preis als Einkaufspreis zugrunde gelegt offene Türen einrennen, denn die völlig zerschoffenen Stellungen werden, den die Erfaßsohlen- Gesellschaft für die zur Verwendung auf den beiden Suppen konnten von dort befindlichen schwachen tommende Art festgefeßt hat; für alle anderen Materia wieder gützumachen ist. Gegen die Enscheidung der Schulvorstände über Kräften nicht lange gehalten werden. Dagegen hatten weiter füd- lien, wie Nägel, Nähgarn, Pech, Wachs, Klebstoffe, Schwärze, Befreiungsgesuche fann die Entscheidung der vorgelegten Staats. lich insbesondere die Brigaden Toscana, Lombardie, erste Ber- Bolznägel u. dgl. dürfen nicht mehr als 25 Pf. für ein Paar Herren- behörden angerufen werden, denen die beschleunigte Erledigung zur fagliere- Spezialbrigade, Trapani und Ferrare die ganze Zähigkeit oder Damensohlen und Flede, 20 Pf. für ein Paar Kinderfohlen Pflicht gemacht worden ist. Den Fortbildungsschulunterricht will des Widerstandes der Verteidiger auszutosten. Nur bis in die Nähe und Flece( bis Größe 35) in Anrechnung gebracht werden. Als aber der Minister in die späteren Abendstunden nach Geschäftsschluß ies Westrandes von Costanjevica fonnten sie sich mit schwerster Arbeitslohn darf nicht mehr als der auf Grund der Verein- verlegen laffen. Unter großstädtischen Verhältnissen, würde so der Mühe vorarbeiten, dann brachen alle weiteren Angriffe unter dem barungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer tatsächlich be- gesamte Unterricht auf zwei oder drei Stunden zusammengedrängt, Eisenhagel des Sperrfeuers zusammen. Bergebens wurde die zahlte Betrag in Rechnung gestellt werden. Schuhmacher, die feine und dazu würden die Lehrer fehlen. Die Aufrechterhaltung des Masse von den hinten nachdrängenden Wellen vorwärtsgeschoben, Arbeiter beschäftigen, dürfen nur die Löhne der Klasse III be Unterrichts ist schon jetzt nur möglich durch die Verteilung des die entgegenprasselnden Geschosse bremsten die Bewegung immer rechnen. Für Unkosten dürfen höchstens folgende Säße auf den Unterrichts über den ganzen Tag. Sie bietet auch den wieder ab. Bergebens hatte sich ein Bersagliere- Regiment in nicht Betrag der Materialfoften zuzüglich Arbeitslohn berechnet werden: Vorteil, daß nicht sämtliche jugendlichen Arbeiter eines Betriebes zu weniger als 24 Wellen zum Angriff gestaffelt, es tam nach Ueber- für Klasse III( Betriebe, die weniger als 6 M. Arbeitslohn für ein derselben Zeit zum Schulbesuche herangezogen zu werden brauchen. rennung der ersten Linie nicht mehr vom Fled, ebenso wenig wie Baar neue Herrenböden bezahlen): 10 v. H., für Klasse II( Betriebe, Kriegsbeschädigtenfürsorge. Im Anschluß an die Notiz über die Brigade Toscana, die in Wellenkolonnen mit je zwei Bataillonen die 6-9 M. Arbeitslohn für ein Paar neue Herrenböden bezahlen): eine Schule für Gehirnverlegte wird uns mitgeteilt, daß die Ber15 v. H., für Klaffe I( Betriebe, die mehr als 9 M. Arbeitslohn liner Vereinigung zur Förderung der Kriegsbeschädigten- Fürsorge" Immerhin hatten die Italiener am Abend des 1. November für ein Paar neue Herrenböden bezahlen): 20 v. H. Alle diese zurzeit die von ihr ins Leben gerufenen Berliner Kriegsgäreinigen Raumgewinn zu verzeichnen; es war ihnen geglüdt, zwischen Säße gelten nur für handwerks- und ordnungsmäßig ausgeführte ten weiter ausbaut. Die Bereinigung erteilt allen Striegsbeschä Hudi Lok und dem Starstrand unsere Front in der Tiefe von hoch- Reparaturen, und zwar für Schuhmachereibetriebe, die gleichzeitig Sigten, die sich ländlich ansiedeln wollen, unentgeltlichen Rat in stens 2 Stilometer einzubeulen. Der rechte Flügel unseres Süd- Maßarbeit anfertigen, sowie für Schuhhändler, die entweder im ihren Geschäftsräumen: Prinzenstr. 70, täglich von 10-12 11hr. abschnittes mußte infolgedessen auch ein klein wenig zurückgebogen eigenen Betriebe durch Angestellte oder durch Heimarbeiter Schuhwerden. Das geschah aber ohne feindlichen Druck, denn südlich von warenreparaturen herstellen lassen. Besohlanstalten( mechanische Die Annahme von Postpaketen nach der Türkei muß wegen BeHudi Lok hatten die Italiener am 1. November trok wütender Reparatur- Werkstätten) und Schuhmacher, die sich ausschließlich triebsschwierigkeiten im Ausland bis auf weiteres eingestellt werden. Angriffe nicht den geringsten Erfolg erzielen tönnen. Die Brigade mit der Herstellung von Reparaturen beschäftigen, sowie alle BeCatanzaro, die bis Selo hätte vordringen sollen, mußte fich betriebe, die minderwertige Reparaturarbeiten wie z. B. einfach mit Borträge über Kleingartenbau- und Ernährungsfragen. gnügen, von der geräumten Cote 208 Befis zu ergreifen, unt sich Eisennägeln befestigte Sohlen liefern, dürfen höchstens den Un- Verein zur Förderung des Obst- und Gemüseverbrauches in Deutschdort von den schweren Verlusten zu erholen, die sie sich beim Sturm kostensatz der Klasse III( 10 v. H.) in Anrechnung bringen. Schuh- land hält am morgigen Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, int auf Jemiano zugezogen hatte. Dieser überrennende Angriff war händler, welche die ihnen in Auftrag gegebenen Reparaturen durch Landeshause zu Berlin, Matthäifirchstr. 20/21, eine Versammlung nach anfänglichem Erfolg schwer mißglüdt. Wohl gelang es den selbständige Schuhmacher ausführen lassen, dürfen ihrerseits Un mit folgenden Vorträgen ab: Anteilnahme des Kleingartenbaues Italienern, in unsere vorderste Linie, die sich über die Cote 175 foften nur soweit in Anrechnung bringen, als folche nicht bereits an der Voltsernährung." Redner: Prof. Küster, Müncheberg.„ Die zieht, einzudringen und dann in einent Anlauf bis nach Jemiano, in dem mit dem Schuhmacher vereinbarten Preis enthalten sind. Stubbarmachung der diesjährigen Obst- und Gemüseernte für die das einen Kilometer hinter unserer Front liegt, vorzubringen. Dann Die Höhe des Unkostenfakes richtet sich nach der Klasse, welcher der Voltsernährung." Rednerin: Frau Heerdegen, Königsberg. Zu der mußten fie aber, nachdem sie alle Schreden unseres Sperrfeuers betreffende Schuhmacher, der die Arbeiten ausführt, angehört. Für Versammlung hat jedermann freien Butritt.. durchgekostet hatten, dem Gegenstoß eines einzigen Bataillons Ausbesserungsarbeiten, die außer Sohlen und Flecken vorgenommen Freitod durch Verbrennen. In der Hochstraße hat sich gestern weichen, das sie bis in ihre Ausgangsstellungen zurüdtrieb. werden, wie z. B.Einstechen von Rahmen, Anbringen von neuen. Am Abend des 1. November war der italienische Angriff an Borderblättern, Riestern und dergl. dürfen die entstehenden Mehr- wegen zerrütteter Vermögensverhältnisse der Architekt R. das Leben den Rand feines Erfolges gekommen, und der spärliche Raum- aufwendungen für Material, Arbeitslohn, Unkosten und ein ent- genommen. Er wurde nach 8 Uhr früh in seiner Wohnung vollgewinn ließ sich an den folgenden zwei Schlachttagen auch nicht sprechender Gewinnzuschlag unter Beachtung der in diesen Richt- tändig verbrannt aufgefunden. Die Tat wurde erst bemerkt. als Rauch aus der verschloffenen Wohnung hervordrang, worauf un eine Haaresbreite erweitern. Das Ergebnis der Schlacht war fäßen festgesetzten Bestimmungen besonders gerechnet werden; für Hausbewohner die Feuerwehr benachrichtigten, die alsbald den die heutige Situation, und die ist für den Feind nicht besonders Gradrichten von Abfäßen darf nur der vermehrte Arbeitslohn in Brand löichte, der bereits Fußboden und Möbel ergriffen hatte. günstig, denn der Raumgewinn hat weiter nichts zur Folge gehabt, Anrechnung gebracht werden. Der angemessene Gewinn" wird als daß nun ein beträchtliches Stück der italienischen Front von insgesamt auf höchstens 15 v.. begrenzt, gerechnet auf den Be- Bermutlich hat N. zuerst Gift genommen und dann den Brand onder unfrigen flantierend umfaßt ist. Opfer hat dieses Ergebnis trag, der sich aus der Zusammenrechnung von Materialfoften, Argelegt. genug geloftet, denn bloß in der Novemberschlacht hat die dritte beitslohn und Unkosten ergibt. Tödlicher Betriebsunfall bei der Untergrundbahn. Auf dem italienische Armee nach nüchternen Schäßungen, die von den über- Die nach§ 3 der Bekanntmadjung über Preisbeschränkungen Ausziehbahnhof am Zoologischen Garten, geriet der Zugführer treibenden Gefangenenaussagen ganz absehen, bis 20 Proz. ihres bei Ausbesserungen von Schuhwaren zum Aushang zu brin- Cduard Anauer aus der Herbertstraße 15 unter einen Zug und Gefechtsftandes cingebüßt. gende reisberechnung ist von allen Geschäften, die geel wurde derart überfahren, daß er bald darauf starb. 40 6. Der Unbekannt geftorben ist int Ashl für Obdachlose ein Mann, I jahre 1916 geringer gewefen wie im Vorjahre 1915. Es standen bei dem man Papiere auf den Namen eines 35 Jahre alten Ar- den eingeschriebenen Personen offene und befezte Stellen wie folgt beiters Otto Jänice fand. Ein gefährlicher Einmietebieb, der 59jährige Albert Bumblatt, der mit Zuchthaus und Gefängnis vielfach bestraft ist und seit Jahren vom Logisschwindel lebt, treibt sich schon seit mehreren Monaten in Groß- Berlin umber, konnte jedoch noch nicht unschädlich gemacht werden, da er unter den verschiedensten Namen auftritt und fein Tätigkeitsfeld sehr schnell wechselt. B. gibt sich gewöhnlich als Arbeiter und Handwerker aus, und verschwindet nach einigen Tagen unter Mitnahme von allem, was er nur hat er reichen können. Der Schwindler macht einen sehr soliden Eindrud. Er ist etwa 1,70 Meter groß, schlant, hat graumeliertes Kopfhaar, granen Schnurrbart und trägt gewöhnlich graublauen Jadettanzug, Sunflen Ueberzieher und schwarzen steifen oder weichen Hut. Aus den Gemeinden. Fleischkartenkontrolle in Neukölln. Die in den nächsten Tagen zur Ausgabe durch die Hauseigentümer und Verwalter gelangenden Fleischfarten müssen Dienstag, den 20. von 8-12 und 4-8 Uhr in der bisherigen Fleischverlaufsstelle vorgelegt werden. Wer dieie Borlegung verfäumt, wird bei dem nächsten Fleischverlauf nicht mehr berüdsichtigt. Berbreiterung der Hermannstraße in Neukölln. Um die vom Rollfrug bis zum Ringbahnhof Hermannstraße bereits durchgeführte Verbreiterung der Hermannstraße bis zu ihrem Brizer Endpunkt fortzusehen, haben die städtischen Körperschaften den Ankauf der benötigten Straßenlandparzellen der Emmaus- Kirchengemeinde befchloffen. Lebensmittelnachrichten aus Schöneberg. Als Erfaz für die in der laufenden Woche nicht gelieferten Kartoffeln wird wiederum Mehl und Brot ausgegeben. Die Verteilung erfolgt neben der Erfaz lieferung für die vorige Woche. Es werden abgegeben: a) In der Beit vom 15. bis einschließlich 18. Februar auf die Abschnitte 42 Der Kartoffelfarte je 50 Gramm, insgesamt 500 Gramm Gebäd nur in den Echöneberger Bädereien. Die Bädereien find verpflichtet, Brot in Abschnitten von 250 Gramm abzugeben. b) In der Zeit vom 16. bis einschließlich 18. Februar auf Abschnitt 72 der ebensmittellarte 300 Gramm Weizen mehl zum Preise von 18 Bf. Je 500 Gramm müssen jedoch zum Breise von 26 Bf. abgegeben werden. Auf die Meblabichnitte der 105. Brotfartenmode, vom 19. bis 25. februar, darf Mebl in Schöneberg erft von Donnerstag, den 28. Februar an, entnommen werden. Auf Abschnitt Nr. 71 der Lebensmittelfarte wird in der Zeit vom 16. bis 28. Februar einschließlich bei den Schöneberger BuderHändlern fund Zuder auf Grund der Kundenliste abgegeben. Die Abichnitte Nr. 58 und 67 der Lebensmittellarte verlieren heute ihre Gültigkeit und dürfen nicht mehr eingelöst werden. Sirupverteilung für Kinder in Wilmersdorf. Der Magiftrat wird in nächster Zeit für jedes Kind zwischen 2 und 10 Jahren 1 Pfund Sirup zur Verteilung bringen. Für die Abgabe gelangen bei der nächsten Brotfartenausgabe Anmeldeicheine zur Ausgabe, die in den durch Aushang fenntlich gemachten Milchgeschäften am 19, 20. und 21. Februar vorzulegen find. Nach diesem Termin werden Anmeldungen nicht mehr entgegengenommen. Der Preis für das Pfund Sirup ohne Verpackung beträgt 35 Pf. Unzulängliche Paketausgabe für Friedenau. Die eingestellte Batetbeförderung hat für die Einwohner von Friedenau zu völlig mhaltbaren Zuständen geführt. Sie müssen, um ihre Pakete abzubolen, erst eine fleine Reise nach dem Schöneberger Hauptpoftamt am Sailer- Wilhelm- Blayz unternehmen. Dort berricht, anscheinend infolge der Ueberlastung, ein ganz unglaubliches Chaos. Aus ihm die Pakete herauszusuchen, erfordert troß allen guten Willens der Beamten allzu lange Zeit, und ständig febren Klagen wieder, daß Batetabholer ein oder einige Male die Reise vergeblich machten, weil ihre Balete nicht aufgefunden werden konnten oder noch nicht angelummen waren. Sollte es, wie von den Beamten angegeben wird, dem Magiftrat Friebenau wirklich nicht möglich gewefen fein, geeignete Räume für bie Baletabholung im Drte felbft zu finden? Oder versucht die Oberpoftdirektion an unrechter Stelle zu sparen? Lebensmittelabgabe in Briz. Bis zum 18. Februar d. 3. wird in ber Verlaufsstelle der Gemeinde auf Lebensmittelfarte abgegeben: Abschnitt 61 Saferfloden( Starten 1001-2000), Abfchnitt 62 Heringe ( Starten 8000 bis Schluß), Abschnitt 68 Malafaffee( Sarten 2001 bis 8000), Abschnitt 64 Scholle in Aipit, Abschnitt 65 Sonder anteilung. Die Postagentur Budow bei Berlin ist von gestern an bis auf weiteres aufgehoben. Der bisherige Drts- und Landbestellbezir! der Agentur geht in den Landbestellbezirk des Bostamts in Brig über. Lebensmittelverteilung in Bohnsdorf. Von Sonnabend an gefangen auf Abschnitt 11 der Lebensmittelfarte folgende Waren zur Verteilung: 200 Gramm Nudeln, 225 Gramm Graupen oder Grieß und 150 Gramm Kaffeemischung. Die Waren müssen bei dem Staufmann entnommen werden, bei dem die Entnahme des Zuders erfolgt. Einschränkung der Straßenbeleuchtung in Nowawes. In der legten Sigung der Gemeindevertretung teilte der Bürgermeister mit, daß infolge der Kohlenknappheit die Straßenbeleuchtung bereits um eine Stunde verkürzt sei und in den schmaleren Straßen nur noch eine Laterne um die andere brenne; außerdem sollen von jetzt ab brei Tage vor und nach dem Vollmond auch feine Nachtlaternen mehr brennen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Zur Landtagswahl im 11. Landtagswahlbezirk. An die Parteigenoffen Berlins, die Schichtarbeiter find, richten wir das Ersuchen, ihren Schichtwechsel so einzurichten, daß fie bei der Landtagswahl am Mittwoch, 21. Februar, einige Stunden helfen lönnen. Das Zentralbureau wird noch bekannt gegeben. Wahlkreis Niederbarnim. Die fonstituierende Kreiskonferens von 11. b. Mis. bat zur Führung der Geschäfte als ersten Bor fizenden den Genoffen Hermann Müller, Lichtenberg( O112), Gropiusstr. 34, und als ersten aifierer den Genofien Franz Schlemminger, Weißensee, Bistoriusstr. 24 III. gewählt. Es wird gebeten, alle den Kreis betreffenden Zuschriften an die Genoffen zu richten, wobei, um Verzögerungen zu vermeiden, alle das Kaffenwejen berührende Mitteilungen dem Genoffen Schlemminger zu machen find. Der Kreisvorstand. J. A.: Hermann Müller. Niederschöneweide. Heute abend 8 Uhr im Lotal von Schulz, Brüdenstr. 15: Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen Groger über: Die Schidialsstunde der Partei". Ale Barteigenoffen und Genoifinnen sowie die Vorwärts" Lefer, die auf dem Boden der Gesamtpartei stehen, werden um ihr Erscheinen gebetent. Soziales. Die Vermittlungstätigkeit des Zentral- Arbeitsnachweises in Berlin. gegenüber: a) Männliche. ( in 1915 b) Weibliche Eingeschriebene Berfonen Offene Stellen Beiezte 168 977 161 622 • 237 010 241 668 . Stellen 125 783 184 821) 152 045 120 925 101 991 156 886 114 088 . • 816 022 393 896 9 98 738) 227724 278 054) 282 547 355 751 ( in 1915. o) Zuſammen ( in 1915. Die Abnahme in den Gesamtzablen aller drei Gruppen ist ziemlich gleichmäßig. Die Zahl der offenen Stellen für die weib lichen Berfonen war jedoch etwas größer und demgemäß auch die Rahl der besezten Stellen. Auch hierin zeigt sich die Zunahme der Frauenarbeit. wie Die deutsche Privatversicherung in der Kriegszeit. Daß der Krieg auch auf die Verhältnisse der deutschen Berficherungsgesellschaften eingewirkt hat, ist selbstverständlich. Ueber diese Tatiace enthält der Bericht des faiserlichen Aufsichtsamts für Privatversicherung für das Jahr 1915 einige recht intereffante Mitteilungen: In der großen Bebensversicherung ist der Versicherungsbestand um rund 838 Millionen Mark Versicherungssumme zurückgegangen, während im Jahre 1914 noch eine Zunahme von Bolts- und Sterbegeld Beriicherung der großen rund 152 Millionen Mark zu verzeichnen war. Ferner zeigt die Gefellichaften gegen 1914 einen mehr als doppelt fo großen Abgang 56 Millionen Mark in 1914. 1914, nämlich rund 127 Millionen gegen Die versicherte Summe Ende 1915( in Millionen Mart) bei der Todesfallversicherung 18 288, bei der Lebensfallversicherung 642, bei der Rentenversicherung_32 bei der Voltsversicherung 1553, bei der Sterbegeldversicherung 511. Bei diesen Versicherungszweigen war die Prämieneinnahme 763,702 Millionen Mark. In der Feuerbersicherung zeigte sich gegenüber Ende 1914 ein Anwachfen der Versicherungsiumme um 5828 Millionen Mark im deutschen Geschäft, im ausländischen Geschäft ift er naturgemäß erheblich zurüdgegangen, nämlich um 4664 Millionen Mark. Der Gesamtversicherungsbestand stellte sich auf 151 320 Millionen Mart, die Prämien auf 810,994 Millionen Mart. war Ganz besonders hebt der Bericht hervor, daß von einer ernstbaften, die Lage der Versicherten irgendwie berührenden Erschütterung auf dem Gebiete des Versicherungswesens nicht gesprochen werden tönne. Wie im Frieden haben die deutschen Berficherungsunternehmungen aller Zweige die versicherten Schäden durch ihre ber tragsmäßigen Leistungen erfetzen fönnen. In den Hauptzweigen stellen sich die Auszahlungen bei der Lebensversicherung auf. 584 188 000 M. 9 9 9 • • 58 888 291 M.) ( darunter bet der Wolls bersicherung auf Feuerversicherung auf Unfall und Haftversicherung auf Hagelversicherung auf Viehversicherung auf Glasversicherung auf Einbruchs- Diebstahlversicherung auf Versicherung gegen Wafferleitungsichäden auf Kautionsversicherung auf. Aus aller Welt. Kaperschiff- Tätigkeit. 168 004 000 42 774 289" 20 578 000 11 312 000 " " " 6134 000 " 5 868 000 BP 1198 000 " 1 161 000 " Rotterdam, 15. Februar. Ein holländischer Geiger des von dem deutschen Kaperschiff versenkten englischen Dampfers Cambrian Range machte dem" N. R." einige Mitteilungen über die Versentung des Schiffes und sein Schicksal. Am 9. Dezember, morgens 8 Uhr, so erzählte er, wurde die Cambrian Range, neun Tage nach ihrer Abfahrt von Baltimore nach Liverpool, von einem als Hilfstreuzer eingerichteten deutschen Dampfer, ber vor dem Striege nach Südamerika fuhr, angerufen. Das Kaperschiff gab einen Warnungsschuß ab und meldete mittels Funtspruch, daß die Mannschaft in die Boote gehen müßte, ba bie Cambrian Range in den Grund gebohrt werden würbe. Das geschah mittels Bomben. An Bord des fremden Schiffes, welches die Wuft aus Hamburg war dieser Name stand wenigstens auf dem Spiegel des Schiffes, wurden die Neutralen von den Engländern und Bel giern geschieden Die Neutralen, das heißt die Holländer und ein Spanier, durften an Ded bleiben. Die Wuft hatte auf dem Sinterschiff fünf Kanonen und auf dem Borderschiff awei schwere Stanonen, außerdem bier Torpedolangierrohre, welche fämtlich ber bedt aufgestellt waren. Das Schiff lief 18 Meilen in der Stunde und hatte niedrige Schornsteine sowie eine Funkenstation, welche so start war, daß sie die anderer Schiffe überstieg. Die Cambrian Range war bereits das siebente Fahr= zeug, das von dem deutschen Kaper in den Grund gebohrt worden war. Darauf folgten die Mount Temple und ein Viermaster mit 1200 Pferden an Bord. Am folgenden Tage be gegnete man der arrobale und einem Kohlenboot. Die Darrobale wurde als Prije erklärt. Eine deutsche Brisenmannjchaft von 18 Stöpfen begab sich von der Wuft auf Ded der Yarrobale, desgleichen mußten auch sämtliche von dem deutschen Kaperer an Bord mitgeführten Mannschaften der bereits berfentten Schiffe, im ganzen ungefähr 480 Mann, an Bord der Yarrodale gehen. Der Kohlendampfer wurde versenkt, nachdem die Wuft ihren Roblenborrat daraus aufgefüllt hatte. Alsbana hat ber Gewährsmann das Kaperschiff nicht mehr zu Geficht betommen. An Bord der Jarrobale wurden die Neutralen gefragt, ob fie für 12 Pfund pro Monat arbeiten wollten, um das Schiff nach einem neutralen Hafen zu bringen. Alle, Norweger, Schweden, Spanier und Holländer, waren mit dem Vorschlage einverstanden. Die Engländer, Belgier, Kanadier usn. mußten sich in die Bunker begeben und durften nur an Ded kommen, wenn nichts Verdäch tiges in Sicht war. Der Aufschwung von Archangelst. Betersburg, 15. Februar.( Meldung der Petersburger Telegraphenagentur.) geteilt, daß im Hafen von Archangelst dank der BerbeffeIm Haushaltsausschuß der Tuma wurde mit rungen im legten Jahre fechzigmal soviel Waren angekommen find, als in den letzten Jahren vor dem Kriege. Die Aktiengesellschaft Sibirien für Schiffahrt, Industrie unb Handel will 1917 einen direkten Dienst zwischen der Dstfüste von Amerika mit den Mündungen des Db und Jenisfei durch das Karische Meer einrichten. Die ersten Dampfer follen in Rovonitolajewit am Db und und Strainojars! am Jeniffer Ende September oder Anfang Oktober eintreffen. Diefer Weg ist im günstigen Falle nur furze Zeit eisfrei. Boden in Wittenberge. In Wittenberge und Umgebung find 19 Bodenfälle gemeldet, von denen einer tödlich verlaufen ist. Der Gestorbene ist ein fremder Arbeiter Die übrigen Erfranften befinden sich in den Bodenstationen. Es handelt sich dabei mit einer Ausnahme um leichte Erfranfungsfälle. Die Behörden haben un berzüglich alle erdenklichen Borfichtsmaßnahmen getroffen. Wetterausfchten für bas mittlere Rordbentichland bts Connabend mittag. Bis Sonnabend ziemlich mild; im Süden vielfach Die Tätigkeit des Zentral- Arbeitsnachweises und der ihm an heiter; im Norben starter bewölkt und besonders im sftlichen Rüftengebiete gefchloffenen Fach- Arbeitsnachweise ist im abgelaufenen Berichts- löfter geringe Niederschläge. Briefkasten der Redaktion. Die furistische Sprechstunde findet für Abonnenten Sinbenstr. 3, 1. Sof linke, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend pon 5 bis 6 Uhr statt. Jeber für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beisufügen.. Briefliche Ant wort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnementsauittung bei gefügt ist, werben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechftunde bor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprech ftunde mit 8. 23. 14. Benn Ihnen die Unterstützungskommision die Unter ftüßung entzogen hat, so müssen Sie sich an das Militärbureau des Magistrats, Klosterstr. 67 wenden. Das Dberkommando hat damit nichts au tun. für den folgenden halben Monat zu beanspruchen. 2. A. 68. Sie haben die Unterstüßung am 15. noch einmal Die Reichswochenbilfe steht Ihnen nicht zu. P. K. 1. Bergünstigungen materieller Art ſteben den Inhabern des Eisernen Kreuzes I. Klasse nicht zu. 3. J. Nein. 8. 3. 384. Sie können sich nur mit einem Gesuch an den Chefarzt des dortigen Lazaretts um lleberweisung des Ehemannes nach hier wenden. F. K. 20. Sie können zu einem angemessenen Unterhaltsbeitrag für bie Familie verpflichtet werden; 3hren vollen Berdienit brauchen Sie nicht herzugeben. 23.2. 100. 1. Unseres Erachtens ist mit der Zahlung der Strantenbausbehandlung die Bflicht zur befonderen Alimentation für diese Zeit aufgehoben. 2. Das ersehen Se aus dem Adreßzbuch. brecht. Die vom Reichstage bewilligten Teuerung zulagen beziehen sich Brieffaiten wäre zu umfangreich fie müßten periönlich in unfere Svt ch nur auf Beamte. G. E. 100. Die Beantwo tung ihrer Franen in ftunde tommen. Nachruf. Rach langer Ungewißbeit erhielten wir jetzt die traurige Nachricht, daß unser Vorstandsmitglied Herr Karl Klappenbach am 30. 10. 14 gefallen ist. Desgleichen starb am Sonnabend, ben 3. 2. 17, an den Folgen feiner schweren Verwundung in einem Lazarett zu Mainz unser Borstandsm tglied Herr Bruno Sommer. Beide im blühenden Alter stehende Kollegen waren stets bestrebt, die Interessen der Kaffe sowie deren Mitglieder wirksam zu vertreten. Ein ehrendes Andenken für ihre aufopfernde Tätigkeit bewahrt ignen 274/9 Der Vorstand der Ortskrankenkasse der Buchbinder und verw. Gewerbe zu Berlin. TYPOGRAPHIA. Schon wieder ist uns ein treues Mitglied durch den Tod entriffen Am 11. Februar starb plötzlich unfer Kollege Robert Schiele im Alter von fünfzig Jabren. Wir werden seiner stets in Ehren geb- nien. Die Mitglieder werden gebeten, unferem braven Kameraden mög lichst zahlreich bie legte Ehre zu erweisen. Einäfcherung heute nach. mittag 5 Uhr im Krematorium, Gerichtstraße 37. Der Vorstand. Verband der Maler. Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. baß unser Mitglied. ber Maler Fritz Hildebrandt ( Bezirk Norden) am 12. Februar verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 17. Februar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Friedhof der Eliasgemeinde in Nordend Nieder Schönhaufen 187/5 ( tatt. Nachruf. Den Kollegen ebenfalls in Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Karl Schmidt ( Bezirk Neukölln) am 1. Februar berstorben ist. Chre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinderverband. ( Zahlstelle Berlin.) Am 12. Februar 1917 veritarb nach furzem Krantenlager unsere Kollegin Luise Breschke im 23. Lebensjahre. Ehre threm Andenken! Die Beerdigung findet hente Freitag, den 16. Februar, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des Friedhofes in Ahrensfelde aus ftatt 2 Uhr Bugverbindung ab Briegener Bahnsteig. 25/9 Die Ortsverwaltung. Unser lieber, hoffnungsvoller Sohn und Bruder, der Jäger Heinrich Ebert 19 Jahre alt. ist nach schwerer Verwundung am 14. b. Wits. in einem Feldlagarett auf bem Ballan gestorben. Schmerzbewegt 1880b Fris Ebert und Familie. Berlin- Treptow, 15. Februar 1917. Begen Todesfalls ift eine gut. gehenbe Mohrlegerei u.Klempnerei m. gut.Lagerbestanden uguter Kundsch. zu verlaufen. Dies, Bedermannstr. 6. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Einäicherung meiner lieben, un vergeßlichen Frau sage tch hiermit allen, insbesondere Herrn Walded Manaffe für seine trostreichen Worte und meinen lieben Sangesbrüdern vom M.-.- B. Lorbeerfranz 79 für ihren Gesang, meinen herzlichen Dant. A Fritz Henjes. Spezial- Arzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 Direkt am Stadtbahnhof Behandl. von Syphilis, Haut-, Harn-, Frauenteid., spez.chron. Fälle. Ehrlich- Hata- Kuren, schmerza. lofe, türzeste Behandlung ohne Berufsstörung. Blutuntersuchung. Mäß. Breise. Teilzahlung. Sprechstunden 10-1 und 5-8, Sonni. 11-1. SUPER AHMAST Singer unübertroffen Weber die Vorteile verlange man Ginger untere 10 Mert Säke Läden überall Eine glänzende Zukunft wird allen erblühen, die die Zeichen der Zeit richtig zu deuten verstehen u. rechtzeitig ihre Vorbereitungen treffen, um teilzunehmen an dem großen wirtschaftlichen Aufschwung, der die sichere Folge dieses Völkerringens sein wird. Es werden überall gebildete u leistungsfähige Mitarbeiter gesucht sein. Beamte, Lehrer. Angestellte des Handels u. d. Industrie sollten nicht versäumen, jetzt ihre Vorbereitungen zu treffen Das beste Mittel, rasch u. gründlich, ohne Lehrer. durch einfachen Selbstunterricht auf ein Examen vorzubereiten. die Einj.- Freiw.- Prüfung u. das Abitur.- Examen nachzuholen oder die fehlenden kaufmänn. Kenntnisse zu ergänzen sowie eine vortreffl. Allgemeinbildung sich anzueignen, bietet die Selbstunterrichts- Methode Rustin". Ausführl. 60 S. starke Broschüre kostenlos durch Bonness& Hachfeld, Potsdam Postfach 224. Möbel in allen Preislagen 1, 2 und 3- Zimmer- Wohnungen empfiehlt in mod. Ausführg Julius Apelt, Tischlermst. Berlin$ 0., Adalbertstr. 6,[ Hochbahnstat. Kottbuser Tor.