Nr. 115. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichungaru 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6910. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Berfaminlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlins Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 22. Mai 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Der Krieg gegen die Sozialisten wappnet würden. in Frankreidy. Paris, den 18. Mai 1894. " Streits nach Carmang gegangen war und Dynamit anbot und Banknoten, um die Flucht dessen zu erleichtern, der das Dynamit gebraucht hätte. Das Ministerium wagt nicht, diese Thatsache abzuleugnen, die durch Duzende von Zeugen zu beweisen Jaurès sich erbot; aber es hat sich wohl gehütet, den Anarchisten zu vers folgen aus Furcht vor Enthüllungen. Die parlamentarischen Vorrechte in den Händen der Sozialisten sind eine Gefahr: in der fapitalistischen Presse regt man Gedanken an, sie zu unterdrücken oder wenigstens einzuschränken; aber es wäre eine Tollheit, von den Deputirten einzuschränken, aber es wäre eine Zollbeit, von den Deputirten verlangen zu wollen, sich dieser Rechte selber zu berauber.; fie balten zu feft daran; sie opfern ihr Klasseninteresse ihrem persön lichen Interesse. Cafimir Perier, der als reicher Bergwerksbesitzer dieses Eingreifen der sozialistischen Abgeordneten nicht gern sieht, glaubte das Mittel gefunden zu haben, die Vorrechte der sozialistischen Deputirten zu unterdrücken, ohne die der Bourgeois- Deputirten an zurühren. Als er die gerichtliche Verfolgung Toussaint's verlangte, erklärte er sich entschloffen, das Beispiel zu wiederholen und die sozialistischen Deputirten einsperren zu lassen, welche es wagen würden, Unruhe zu säen und eine Verständigung zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu verhindern. 3 mus! Krieg den foziaKrieg armen Vertreter der Bourgeoisie gegen jede Versuchung geDer französische Abgeordnete trägt in der Tasche eine Medaille, auf die fein Name gravirt ist, und die man coupe file Bahnbrecher, eigentlich Reihenschneider" nennt; er Herr Cafimir Perier, dem Carnot die Präsidentschaft des braucht sie nur vorzuzeigen, und nicht blos alle Thore und Ministerraths übertragen hat, in der Hoffnung, ihn abzunützen Thüren der Staatsbauten und Staatsanstalten öffnen sich ihm, und seine Aussichten auf die Präsidentschaft der Republik zu zer- sondern sogar die Reihen der Polizisten und Gendarmen, die ihn stören, beschäftigt sich mit nichts anderem mehr als mit dem Gedanken, fofort durchlassen durchschneidet coupe die Reihen feine Stellung bis zur Zeit der Präsidentenwahl, die er möglidf files- daher der Name. Wenn er die dreifarbige Schärpe aſer der Raucher die breifarbige Echarpe beschleunigen will, einzunehmen. Die Herren Teputirien und umlegt, dann ist er die Autorität; er wird unverleßlich, und Senatoren haben so schwaches Fleisch und so dehnbare Gewisser: Niemand, nicht einmal ein Polizeifolda: hat das Recht, ihn anund ein Mann im Besitze der Gewalt hat so viele Mittel der zugreifen. Verführung und Bestechung, daß Cafimir Perier, dessen Die Bourgeois waren glücklich und stolz auf diese Vorrechte, 40 Mill. einen heiligen Respekt einflößen, bestimmt darauf so lange sie allein im Genusse derselben waren; ste dachten nur rechnet, Carnot und die übrigen, schon zahlreich sich daran sie zu vervielfachen. Aber seit die Sozialisten in die meldenden Konkurrenten schlagen zu können. Die Haupt Kammern eindringen, läßt die Begeisterung nach, denn die fache ist, sich in der Gewalt zu behaupten. Der neue Geist" Arbeitervertreter haben sich herausgenommen, diese parlamen Spuller's ist nur ein Manöver, um die Stimmen der Reaktio- tarischen Vorrechte zur Bekämpfung des Kapitals zu verwenden. näre zu fangen: die Geistlichkeit, welche noch nie eine Gelegen Die Eisenbahnfahrkarte hat den sozialistischen Abgeordneten heit verpaßt hat, ist darauf bedacht, sich ihre Bundesgenossenschaft die Möglichkeit gegeben, ganz Frankreich von einem Ende bis theuer bezahlen zu lassen. zum anderen in allen Richtungen zu beackern und zu pflügen, Um die Eroberung der Reaktionäre, die eine greisenhafte den Samen des Sozialismus in die Furchen zu streuen und die Angst vor dem Sozialismus haben, zu vollenden, verspricht ihnen Arbeiter zu organisiren. Um ansere Abgeordneten zu verspotten, Perier, der die brutalen Manieren Bismarck's nachzuäffen bemüht hat man sie Geschäftsreisende des commis voyageurs ist, die Vernichtung des Wauwans. Seine letzte Heldenthat ist ne nt, wobei die Svötter blos nergaßen, daß Gambetta, der die gerichtliche Berfolgung des sozialistischen Abgeordneten dech gewiß kein Dumnikopf war, wie seine Nachfolger die Herren Toussaint, der in Trignac die Gendarmerie beleidigt haben Opportunisten, sich diesen Namen als Ehrentitel beigelegt hatte, soll, weil er den Frauen der Ausständigen fagte: Kümmert um die Geschäftsreisenden füe sich zu gewinnen, die ihm außer Euch nicht um die Frechheit( insolence) der Gendarmen!" Welche ordentliche Dienste leisteten und unübertreffliche Agitatoren. für entfehliche Beleidigung gegen das ehrenwerthe Polizeiforps. Um die opportunistische Republik wurden. das furchtbare Verbrechen zu fühnen, genügte nichts weniger als Aber was die stapitalisten vor Entrüstung fast bersten läßt, die Unterdrückung der parlamentarischen Unverleßlich feit. das ist das Eingrafen der parlamentarischen Während der Revolution hatte man die Unver! chlichkeit der Vorrechte in die Streits. Basly und Camelinat Abgeordneten wiederholt suspendirt, um Konvertsmitglieder anf find die zwei ersten Deputirten, die bei dem berühmten, durch die das Schaffot zu schicken; es war das eine rasche Art, sich seiner Tödtung des Ingenieurs Watrin eingeleiteten Streit von politischen Gegner zu entledigen. Die blutige Lektion ist an den Decazeville von diesen Borrechten Gebrauch machten, um bürgerlichen Politikern nicht verloren gegangen. Seit der Revolution die Arbeiter zu vertheidigen. Es ist wahr, sie waren auch die war die parlamentarische Unverletzlichkeit ein Heiligthum, ein ersten sozialistischen Deputirten, die feit 1848 in einer französischen Rührmichnichtan, nach welchem Niemand die Hand ausstreckte. Rammer faßen. Ihr Beispiel ist befolgt worden: sobald eine The wollt den Kampf, wir nehmen ihn an!" Die reaktionärsten wie die liberalsten Minister betrachteten es Arbeitseinstellung eine gewisse Ausdehnung erlangt, fann man Die Reaktionäre waren wie niedergedonnert. Die kapitalistischen als ihre Pflicht, die parlamentarischen Vorrechte zu vertheidigen, sicher sein, daß ein sozialistischer Abgeordneter oder mehrere auf Beitungen forderten die strafrechtliche Verfolgung der fünf neuen ja sie zu vermehren. Zum Beispiel seit dem Baue der Eisen- dem Schauplatz erscheinen. Dieses Eingreifen hat seine große Störer der friedlichen Beziehungen zwischen Arbeit und Kapital. bahnen hat man die Eisenbahngesellschaften gezwungen, gegen Bedeutung. Es hebt nicht blos den Muth der Streifenden, die Bramarbas Perier hütete sich wohl, den Rath zu befolgen. eine jährliche Entschädigung von 120 Franks den Deputirten das durch, die Rohheiten der Gendarmen und der Soldaten und die Er weiß, daß die Sozialisten bei dem Budget auf ihn warten, Recht der freien Fahrt auf allen franzöfifchen Linien zu geben; barten Verurtheilungen seitens der Behörden eingeschüchtert sind, wo er seinen Tarpejischen Felsen) finden wird und dann und die Stationsvorsteher verfäumen es nicht, den Abgeordneten, welche in Anwesenheit eines Abgeordneten, der ihre Handlungen gute Nacht Präsidentschaft der Republit! auch den sozialistischen, refervirte Wagen zur Verfügung zu auf ftellen. Da die Abgeordneten felbft ihre Vorrechte zu bewilligen hatten, so behandelten sie sich königlich; pflegt man doch von einem Deputirten zu sagen, er ſei einer der 500 Könige von Frankreich. Sie bewilligten sich eine Zivilliste von 9000 Frants das Jahr; und während des Panamaffandals war die Rede davon, diese Summe auf 15 000 Franks zu erhöhen, damit die Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. gelistisen Sozian! Das war der Sinn seiner Rede. Die Reaktionäre brüllten ihm Beifall: das ist der muthige Ritter, den wir brauchen, um den verwünschten Geschäftsreisenden" das Geschäft zu verderben!" " Ah, Jhr glaubt uns auf diese Weise zu bezwingen," ers widerten die Sozialisten in einem Manifest: Gegen uns giebt es keine Gerechtigkeit mehr, nur Mißbrauch der Gewalt. Wir sind stolz darauf, den blöden Haß der Volksfeinde uns verdient zu haben; ihre zunehmende Wuth ist uns nur ein neuer Beweis für die zunehmende Stärke unserer Partei. " Ihr wollt uns verbieten, in das Streifgebiet zu gehen, heute Abend noch werden fünf von uns nach Trignac abfahren, um das Werk Toussaint's fortzusetzen. " Gallus. Kammertribüne zur Sprache bringen tann, doch nicht wagen, sich alles herauszunehmen. Durch das Eingreifen der Abgeordneten werden die Arbeiter auch gegen die Agents provocateurs die Lockspizzel geschüßt, die von den Vom Tarpejischen Felsen, der nahe bei dem Kapitol Arbeitgebern gesandt werden, um Unruhen und Dynamitattentate dem Size der höchsten Staatsmacht im alten Rom sich erhob, zu veranstalten, damit man dann ohne Schonung die Arbeiter wurden Verbrecher namentlich Staatsverbrecher herab niederfäbeln kann. Jüngst hat Jaurès in der Kammer den gestürzt weshalb man zu sagen pflegte: es ist nicht weit vom Anarchisten Tournadre gebrandmarkt, der während des Kapitol zun: Tarpeiischen Felsen. schweifungen der Fastnacht mit sich brachten. Flinke und her, du trunfnes Ungeheuer?" Aus dem Paradies," gelentige Bickelheringe nähten eine ganze Nonnengemeinde versette Gerhard luftig; aus dem Paradies," setzte er zusammen, und trieben sie mit Peitschenhieben und tausend- bäurisch grob hinzu, da Dagobert nichts entgegnete, Ihr 43 fältigem Hoho!" und" Hallah!" vor sich her. Das grobe könnt mir glauben. Es lebe Frau Holda Waldina sammt Schiffervolk riß den als Mönche beargwohnten die Kopf- ihren schmucken Töchtern und ihrem föstlicher. Firnewein!" bedeckung vom Haupte und stellten ihre Tonsur zur Schau, Es ergab sich aus den Reden des Edelknechts, daß er und dennoch, kaum entschlüpft den Händen der ungeschlachten in eine nichts weniger als ehrenvolle Gesellschaft gerathen Gesellen, setzten die Ordensleute ihre Freiheit benutzend, ihre war, nämlich in die von fahrenden Töchtern und Frauen, Thorheiten fort, auf Straßen, Plägen, Tanzhäusern und deren es um die Zeit des Konziliums eine bedeutende Ans Klappernd und schellend schellend machte er fich vom Trinkstuben, bis der Morgen herandämmerte und sie ge- zahl zu Coftniß gab, und die entweder einzeln in den Vors Wagen herunter, nachdem er dem zierlichen Liebes- bieterisch in das Kloster zurückwies, diejenigen ausgenommen, städten, namentlich aber zunstweise unter Meisterinnen ritter seine Stolbe zu tosten gegeben für das über die vom Weine übermannt, den Taumel erst ausschlafen versammelt, in der nächsten Umgegend der Stadt, öfters flüssige: Verdammter Hanswurst!", das der edle Herr, mußten. Bei einem solchen Auflauf, in welchem ein paar auch nur, nach Maßgabe ihrer Ansprüche, in elenden Hütten seinem Unmuth Luft zu machen, ihm nachgebelfert hatte, schüchterne Cönobiten gequält und gehänselt wurden, stieß und Zelten sich aufhielten. Diese Bande, eine der ansehnMuthwillig geworden durch den aufregenden Schivant, der von seines Ohms Hause kommende Dagobert plöglich lichsten, hatte es am heutigen Tage auf niemand Geringern, sprengte Dagobert wie ein dem Pferch entronnenes Füllen wieder auf den verloren gegangenen Gerhard. Bei dem als auf den Kaiser selbst abgesehen gehabt, von dem kreuz und quer durch das ausgelassene Volt, das sich auf Flammenscheine einer Bechpfanne erkannte er Mantel, ein dunkles Gerücht verbreitet hatte, als wolle er selbst, in den Gipfel der Luftigkeit hinaufschraubte und immer tollere Hut und Visir, und die Behaglichkeit, mit welcher der die Tracht des wilden Jägers vermummt, allein und ohne Streiche machte, je näher die Dämmerung nickte mit ihrem grobhäutige Fechtbruder dem gemeinen Possenspiel zusah, Gefolge die Volkslust in den höchsten wie in den niedersten Schatten. Die Schaltheit des Pöbels setzten sich hauptsächließ dem jungen Manne teinen Zweifel übrig. Gut, daß Kreisen verfolgen und beobachten. Die Hoffnung, von dem lich die Klosterleute beiderlei Geschlechts zum Ziele, die an ich Dich finde;" sprach dieser zu dem Ungetreuen: Bist Du's, leutseligen Herrn ein ansehnliches Geschenk zu gewinnen, diesem Tage die Klausur zu verlassen, bevorrechtet waren, oder bist Du's nicht, Gerhard?" ,, Na, beim heiliger hatte diese lockern Töchter so fühn gemacht, ihn im Puhe und, wenig Zucht und Anstand beobachtend, die Stadt durch- Georg! Wer soll's denn anders sein?" brummte Gerhard, vornehmer Frauen aufzusuchen, und so zierlich zu bestreiften, mit den Laien in Thorheit wetteifernd. Jedoch, mit lustiger Vertraulichkeit Dagobert's Hand ergreifend, und wirthen, als es angehen würde. Gerhards Larve täuschte obgleich sie in Thun und Lassen den Weltkindern nach den von Wein unsicher gewordenen Körper auf deffen Schulter fie, wie früher schon das lügenhafte Gerücht; erst in dem ahmten, so vermochten sie es doch nie, ihren Stand, selbst neigend: Das ist Fröschlein," fuhr er fort, Fröschlein Saale des Gasthauses, in welchem für die lebenslustige unter der verhüllendsten Maske, ganz zu verbergen. Der oder mich soll der Schwarze holen mit Pferdefuß und Schaar und ihren seltenen Gast ein Vespertrunt bereit stand, Ruttenschritt verrieth die Männer, das ungewisse Trippeln höllischem Gestank!" ,, Ei, Du Trunkenbold!" zürnte ihm enthüllte sich die Wahrheit. Gerhard lachte die Betrogenen und Zusammenhalten in ansehnlichen Banden den weib- Dagobert entgegen, und zerrte ihn abseits von dem Menschen aus, log ihnen von seinem Geschlechte und seinen Gütern lichen Konvent; und dieser Umstand setzte die Bellen gewühle: Nimm die Trommel, und rufe mich aus nach ein Langes und Breites vor, ließ sich ihren Wein schmecken, bewohner manchen Unannehmlichkeiten aus, wie sie die Aus allen vier Winden, Du Schlemmer! Wo kommst Du seinen Beutel wegstibißen, und entrann mit leerer Tasche " " " Politische Lebersicht. Berlin, den 21. Mat. -" = Vor vierzehn Tagen hatte Herr von und zu Hammerstein| Lesern bekanntlich, daß die englischen Delegirten den deutschen sich überzeugt", daß die Zehnmillionengeschichte widerlegt" Sozialisten die kalte Schulter" gezeigt, gezeigt, und auf die war, und jetzt tischt er sie wieder auf und fügt noch einige sozialistisch internationalen Liebeswerbungen mit Eimern eisEin Beweis für die vollständige Zersehung der Albernheiten aus Eigenem hinzu. Letztere wollen wir ihm talten Wassers geantwortet hätten. Wohlan, diesen nämlichen bürgerlichen Parteien, für die Berfahrenheit im fächsischen gern schenken- ein Schelm giebt mehr als er tann aber englischen Delegirten wird in den englischen Zeitungen der Ordnungsbrei, ist die Thatsache, daß das Kartell im ein besseres Gedächtniß sollte er sich doch anschaffen. Vorwurf gemacht, sie liebäugelten zu sehr mit den kontinentalen 23. sächsischen Wahlkreise heute, zwei Tage vor der Wahl, noch nicht über die Kandidatenfrage einig ist. Der Bund redeSechs und ein halb Jahr für eine Vertheidigungs- Sozialisten, und, trotz aller Betheuerungen, daß sie nicht Klasse der Landwirthe erläßt jezt eine Bekanntmachung, worin er Rechtspstege. Im heutigen Prozeß gegen den Anarchisten reizer zum Klassenhaß. Vielleicht nimmt Herr Eugen Richter, das ist das neueste auf dem Gebiet deutscher gegen Klasse hetzen wollten, seien sie die unverbesserlichsten Auffich für den Fabrikanten Schubert, den berühmten Mann, Gumplowit beantragte der Staatsanwalt 1/2 Jahre der die Disharmonie" des Bergarbeiter Kongresses nicht laut der am 15. Juni 1893 im 9. sächsischen Wahlkreise als Gefängniß, was außerordentlich hoch gemessen war. Der Antisemit gegen den Konservativen Merbach, im 22. gegen den Angeklagte vertheidigte sich, und von seinem Standpunkte genug ausschreien kann, sich einmal die Mühe, die„ Harnionie" Genoffen Auer als Nationalliberaler kandidirte, erklärt. Die aus ganz vernünftig. Als Antwort auf die Vertheidigungs- zu studiren, mit der die englische Kapitalistenpresse die eng konservative Partei will Herrn Uebel um das Mandat kämpfen rede beantragte der Herr Staatsanwalt hierauf acht lischen Kongreßbelegirten als Mitschuldige der umstürzlerischen Laffen. Im übrigen ist es gleichgiltig, wen die Herren Jahre Gefängniß, statt der anfänglich beantragten tontinentalen Delegirten angreift. kandidiren, das Mandat wird doch wohl keiner von ihnen wollte also die Vertheidigungsrede mit 6½ Jahren 11/ erringen. Unsere Genossen sind am Bla te und bei ihren Gefängniß bestrafen. Das ist ja unerhört. Ein Spaß fann freuliche Nachricht aus dem Lager der ungarischen SozialDie ungarische Sozialdemokratie. Endlich eine erAnstrengungen und ihrem Eifer ist zu gewärtigen, daß es doch nicht gewesen sein. Aber im Ernst 6½ Jahre für demokratie! weder Herr Uebel, noch Herr Schubert, sondern Genosse eine Vertheidigungsrede Unter Vermittelung der Delegirten der öster- da greifen wir uns erstaunt an reichischen Sozialdemokratie und unter dem tiefen Eindrucke Gerisch Abgeordneter von Plauen i. V. wird. den Kopf." der Blutthaten von Hodmezövasarhely kam auf dem zu Bundesrath. In der am 19. d. M. unter dem Vor- Die hochnothpeinliche Gerichtsordnung Kaiser Karl IV. Pfingsten in Budapest abgehaltenen ungarischen Parteitage fiz des Vizepräsidenten des Staatsministeriums Staats- gewährte den Angeklagten nicht nur vollständige Freiheit die Einigung der beiden Fraktionen der ungarischen Sozialfekretär des Innern Dr. v. Boetticher abgehaltenen Plenar- der Vertheidigung, sondern auch noch das Recht, drei Tage demokratie zu stande. Folgende Resolution wurde angefizung des Bundesraths wurde dem Entwurf einer Ver- nach dem Urtheil den Richter zu schmähen und zu schelten. nommen: ordnung wegen Aufhebung des Verbotes der Ausfuhr von Unseren Staatsanwälten scheint wohl die hochnothpeinliche Streu- und Futtermitteln sowie einer Vorlage, betreffend Gerichtsordnung ein viel zu freiheitliches Gesetz gewesen zu die Ausprägung von Reichs- Silbermünzen, die Zustimmung sein! ertheilt. Der frühere Beschluß, betreffend den zoll- Der achtstündige Arbeitstag. Folgende der Befreien Einlaß der von der Weltausstellung in Ant- stätigung bedürfende Nachricht finden wir in den Zeitungen: werpen zurückgelangenden Güter wurde in einigen Punkten ergänzt. Die vorläufige Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben der Schutzgebiete von Kamerun und Togo und des südwest- afrikanischen Gebiets für das Etatsjahr 1892/93 wurde durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt. Seitens des Ausschusses für Rechnungswesen wurde über die Verwaltung des Schuldenwesens des Reichs pp. Bericht erstattet. Endlich wurde die Wahl von Mitgliedern des Kuratoriums der Reichsbank vorgenommen und eine Ein gabe, betreffend die Revision des Militär- Pensionsgefeges, Sem Reichskanzler überwiesen. Ehren- Leist soll nach Amerika entwichen sein. Beträgt er sich dort nicht fein säuberlich, so kann er mit dem Richter Lynch unangenehme Bekanntschaft machen. Man foll den Tag nicht vor dem Abend loben. Als vor einigen Wochen die Mähr von den geschenkten Millionen und dem Reptilienfonds der sozialdemokratischen Partei wieder einmal durch die Presse ging und von uns gebührend an den Schandpfahl genagelt ward, bekam die " Kreuz- Beitung", welche den gemeinen Klatsch ebenfalls gebracht hatte, einen Anfall von Gewissens bissen und veröffentlichte folgende Notiz: " Der Vorwärts" macht uns darauf aufmerksam, daß die Angaben über die Höhe und Verwendung der sozialdemokra: tischen Parteigelber bereits früher im Reichstage widerlegt worden seien. Wir haben ur von der Richtigkeit dieser Thatsache überzeugt und nehmen des halb gern Notiz davon. -O Seit einigen Tagen hat die Verwaltung der sächsischen Staatsbahnen für die in den Haupt- Weichenthürmen des Bahnhoss Friedrichstadt in Dresden start beschäftigten Beamaten die achtstündige Arbeitsdauer eingeführt. Voraussichtlich wird die gleiche Einrichtung auch auf den anderen sächsischen Bahnhöfen, wo gleiche Verhältnisse herrschen, zur Einführung gelangen. Die Weinsteuer- Vorlage hat die zweite hessische Rammer abgelehnt. Der Rongreß beschließt, daß die Feindseligkeiten zwischen den beiden sozialdemokratischen Fraktionen in Ungarn von nun an ihr Ende erreicht haben, die Streitagt begraben und über alles bisher Geschehene der Schleier der Vergessenheit gebreitet werde. Die zwei Fraktionen vereinigen fich zu einer einigen fozialdemokratischen Partei, die ohne Rücksicht jedweder Persönlichkeit, ihrem vorgesteckten Ziele zuschreitet." Durch diesen Beschluß werden nun viele Schwierigs feiten überwunden sein, die bisher der kräftigen Entwicklung der ungarischen Partei hinderlich im Wege standen. Mit neuem Muth und Begeisterung wird ein jeder Gefüllen." So schreibt die Arbeiterpresse". in die Schranken treten und seinen Platz ausUnser Bruderorgan fährt dann fort: „ Mit Achtung werden auch unsere Genossen des Auslandes auf uns blicken und uns ungetheilte Sympathien entgegenbringen, die einen jeden Einzelnen von uns zur raftlosen Thätigkeit anspornen werden. Wir werden ein jeder Einzelne mit gehobenem Gefühl in den Kampf eintreten, den wir ohne Unterdrückung zu führen haben. Kein drückendes Bewußtsein einer Schuld geger. das eigene Prinzip wird uns daran hindern, mit Aufwendung all unserer Kräfte unsere Partei groß und stark zu machen." Die Spionenfeuche. Wir müssen heute Buße thun in Sack und Asche. Wir haben uns einer schweren Versündigung gegen die Wahrheit, und obendrein noch gegen die Logik der Thatsachen schuldig gemacht, indem wir vorgestern, bei Erwähnung der neuesten Mainzer Spionenfänge in unpatriotischem Frrwahn die Freilassung des Thorner Gymnasiasten meldeten. Nein, der 17jährige Realgymnasiast Karlchen Schuolz- nicht Mießnik ist noch nicht aus der Haft entlassen. Das Deutsche Reich beDie Bedingungen des Friedensschlusses waren, daß trachtet fich noch immer durch ihn gefährdet und die Unter- teine der Allgemeinen Arbeiter- Krankenkasse nahestehende suchung wird mit Ernst und Eifer fortgesetzt, wie die Re- Person in der Partei eine Vertrauensstellung einnehmen gierungspresse uns mittheilt. Nun das Deutsche Reich dürfe, daß ferner die Wochenblätter A Munkás" und fann stolz sein auf diese Leistung. So Großes haben die Arbeiterpresse" zu erscheinen aufhören und an Stelle der wilden" Franzosen doch nicht fertig gebracht sie stehen letteren ein anderes deutsches Wochenblatt herausgegeben offenbar noch etwas unter dem Bann ihres alten, übrigens werde und die Parteileitung aus Vertretern beider Lager längst außer Kurs gefeßten Sprichworts: le ridicule tue in gleicher Bahl zu wählen sei. das Lächerliche tödtet. Von Friedrich Engels war folgendes Schreiben an den Kongreß gelangt: Von Delegirten des internationalen Bergarbeiter Kongresses, und zwar von Delegirten aller Nationen, sind Einige unserer Parteiblätter waren so unvorsichtig, wir ersucht worden, dem Berliner Gewerkschafts- Komitee, welches diesen momentanen Schwächezustand für einen Normal- bie Kongreß- Einrichtungen getroffen hat, sowie den Berliner zustand des Junkerblattes zu nehmen und es anderen Arbeitern überhaupt, die ihnen solche Sympathien bewiesen haben, reaktionären Blättern als Muster des Anstands hinzustellen. den herzlichsten Dank auszusprechen. Die Delegirten find ganz Herr von und ßu Hammerstein scheint sich darüber geärgert zu haben, am Sonnabend Abend desavouirt er feierlich entzückt von der Aufnahme, die sie hier gefunden haben, und jenen Schwäche- Anfall und schreibt, nachdem es die bekannte allseitig wird von ihnen anerkannt, daß die praktischen VerLügennotiz nochmals wörtlich wiederholt hat: anstaltungen des Komitees musterhaft waren. Besonders erkennen Ein Blatt, welches diese Zahlen bringt, bemerkt: Obwohl die Delegirten auch an, daß sie in bezug auf Wohnung und diefe Aufstellung von zahlreichen Zeitungen nachgedruckt ist, Verpflegung trefflich berathen worden sind und hier ebenso billig blieb sie bisher unwidersprochen. Ob sich die sozialdemo tratische Presse mit der Sache zum Theil nicht doch beschäftigt gelebt haben, als es ihnen zu Hause möglich gewesen wäre. hat, läßt sich schwer übersehen, da viele Organe dieser Art, Auch die Tüchtigkeit des Ueberseherdienstes, der auf keinem dem nichtsozialdemokratischen Lesepublikum faum zu Gesicht früheren Kongreß so gut organisirt gewesen sei, wird tommen. So viel ist gewiß, daß die Behauptungen des Fränk. lobend hervorgehoben. Kurz, unseren Gästen hat es in Boltsbl." mit den amtlichen Raffenberichten der Sozialdemokratie Berlin Berlin und bei den Berlinern ausgezeichnet gefallen, im stärksten Widerspruche stehen, wie übrigens auch mit bekannten Thatsachen anderer Art. Zwei Millionen Ar- und zum nächsten internationalen Kongreß, der hoffentlich nicht beiter" haben ganz gewiß nicht Parteibeiträge bezahlt. Die allzulang auf sich warten läßt, werden sich sicherlich noch viel im sozialdemokratischen Sinne abgegebenen Stimmen betrugen mehr Delegirte einfinden, als zu dem soeben beendigten, der von 1893 etwa 1 400 000. Es steht aber hinlänglich fest, daß nicht im entferntesten alle Sozialdemokraten" sind, die sozial manchem der Ausländer mit einigem Mißtrauen besucht ward. demokratisch" stimmen. Sodann unterliegt es feinem Zweifel, Man muß nur wissen, welchen Russ sich die deutsche Polizei im daß die von der Partei amtlich zugestandenen Einnahmen, die Auslande erfreut, und in welchen Ruf ganz Deutschland durch fich auf 2-300 COO M. belaufen, nur zum geringsten Theil den Ruf seiner Polizei gekommen ist. aus Arbeitergroschen" stammen. Um sich davon zu überDer Gedanke, in gezeugen, braucht man nur die im„ Borwärts" veröffentlichten schloffenem Raum unter polizeilicher Aufsicht zu stehen, und nur Monatsberichte näher anzusehen. Weitaus das meifte fließt unter polizeilicher Aufsicht berathen zu können, ist für einen aus gewissen geheimen Wohlthätertaschen", die möglicher- Engländer, Belgier und Franzosen namentlich aber für die weise ja wahrscheinlich weit mehr hergeben, als öffentlich zu Engländer geradezu unfaßbar. gestanden wird, schwerlich aber 10 Mill. Mart im Jahr. So " groß ist die in den betreffenden Kreiſen herrschende Opferwilligkeit denn doch kaum. und ziemlich vollem Kopfe den Lockungen des losen Gefindels.-Sagt nun einmal zur Güte", schloß er seinen Bericht; ob ich nicht Wort gehalten habe, wie ein Mann. Hier bin ich wieder und stehe Euch zur Seite. Verlangt, was Ihr wollt. Ich stehe dem Satan selbst, wenn er Lust hätte, mit mir anzubinden." " Werthe Genossen! Ihre freundliche Einladung zu Ihrem Parteitag kam mir am 8. d. M. zu. Leider war ich durch ein vorübergehendes Unwohlfein an deren sofortiger Beantwortung gehindert, und kann Ihnen daher heute nur nachträglich meinen Dank dafür aussprechen und Ihren Arbeiten den erfolgreichsten Verlauf wünschen. Auch ich habe die letzten Bewegungen in Ungarn mit dem größten Interesse verfolgt. In Ungarn, wie anderswo auch, bemächtigt sich das Rapital mehr und mehr der gesammten nationalen Produktion. Nicht nur, daß es eine neue Industrie schafft, es unterwirft sich auch den Landbau, wälzt seine althergebrachten Methoden um, vernichtet den unabhängigen Bauer, spaltet die ländliche Bevölkerung in große Grunds besitzer und kapitalistische Faiseur hier, und viele besiglose Proletarier dort. Welche Fortschritte diese Revolution des Kapitals schon in Ungarn gemacht, das haben wir neulich gesehen in Hodmefövasarhely. Diese kapitalistische Revolution haben wir nun einmal durchzumachen. Sie bringt unaussprechliche Leiden mit sich für große Masse des Voltes, aber sie allein schafft auch die Zustände, die eine neue Gesellschaftsordnung möglich machen, und die Männer und Frauen, die allein Kraft und Willen haben werden, diese neue, bessere Gesellschaft ins Leben rufen. Mit aufrichtigem Gruß F. Engels. Einigungswert, das den Parteigenoffen Ungarns gelungen Mit begeisterter Freude begrüßen wir das große ist. Wir freuen uns desto mehr darüber, da wir wissen, wie Ungarn eine starke, kräftige sozialdemokratische Partei noth thut. Ungarns Sozialdemokratie wird wachsen und großen Einfluß auf die Geschicke des Landes gewinnen, weil sie die einzige Partei ist, welche Angehörige Angehörige aller Und da wir von den Engländern reden, hier eine spaßige Nationalitäten umfassen tann fie tann musterThatsache. Die reaktionären deutschen Zeitungen versichern ihren gebend für die übrige Sozialdemokratie werden, wenn " " Fraktionen nach reiflicher Ueberlegung vermieden, in den Wir haben es trotz der Aufforderung von beiden Streit einzugreifen, wir freuen uns dessen heute herzlichst. Nochmals unsere wärmsten Glückwünsche und die Aufforderung zum raftlosen Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung.*) fie weiter große Fortschritte unter der Landbevölkerung macht, näherten, in schleppenden Röcken. Gerhard, stüßig gemacht, der Korruption, welche alle anderen Parteien und die sie wird, als die einzige Partei, die sich frei halten will von wollte ihnen ein derbes: Wer geht da?" entgegendonnern, öffentlichen Inftitutionen zerfrißt, sich die Achtung aller aber Dagobert hielt ihm den Mund zu. Willkomm!" Ehrenmänner erwerben können. sprach der erste Ankömmling in ausländischer Mundart: Die Stunde ist da."- Wie steht's?" fragte Dagobert. Gut," versetzte der andere: der Freund," auf den Das glaub' ich Dir von Herzen gern," erwiderte Da- zweiten zeigend, hat vorgearbeitet. Petrus wird aufmachen." gobert, denn Dir sizt ein Dutzend von Teufeln jetzt im Das gebe Gott," antwortete Dagobert, und ging vorLeibe. Da ich indessen heute eines Menschen bedarf, der aus. An der Ecke warf er seine Narrenglocken in einen nicht grübelt, da der Weindunst Dir das Grübeln verbietet, Brunnen, und schritt dann schneller vorwärts. Ist das und Deiner Bärenkraft das doppelte, wie ich hoffe, zulegt, der Mensch, von dem Ihr fpracht?" fragte ihn leise einer Staatliche Lebensversicherung in der Schweiz. so sollst Du der Wächter einer That sein, die Dir später der Fremden, auf den geduldig nachtrabenden Gerhard Der Staatsrath des Kantons Neuenburg hat, wie wir der Segen bringen wird, erfährst Du auch kein Wort von ihr." weisend." Ja," entgegnete der junge Mann: er ist's, Herr Frantf. 3tg." entnehmen, den Entwurf eines Gesetzes ausIhr sprecht ein Deutsch, das klingt wie Latein," meinte Graf. Zuverlässig, willenlos und gänzlich unwissend." gearbeitet, welches die allgemeine Versicherung auf Gerhard: ich will bucklig werden, wie der Montfort, wenn Gut, gut," antwortete der Fremde, und hielt sich mit den Todesfall einführen soll. Das Gesetz will ich ein Wort davon verstehe. Thut indessen nichts. Sagt seinem Begleiter dicht auf den Fersen des Führers, der eine obligatorische staatliche Sterbekasse gründen; mir nur, wo ich hinstehen soll. Kreuz und Dorn! ich halte abermals in ein Gäßlein einbog, und vor der Pforte und in Sterbefällen sollen der getroffenen Familie 500 fest."" Für's erste," sprach Dagobert, indem er ihn in dem Vorsprunghäuslein eines Klostergebäudes stille stand. bis 850 Franken, je nach der Kinderzahl, ausbezahlt ein finster Gäßlein zog, für's erste nimm Dein Jagdmesser Kein Laut war weder in dem Kloster, noch in der Nachbar- werden, und um die Sterbekasse zahlfähig zu machen, soll zur Hand." Was?" fragte Gerhard, den Jüngling an schaft zu hören. Halte hier die strengste Wache!" sprach eine Steuer von 2½ pet. von den direkten Erbschaften ergloßend, so gut es die Dunkelheit erlaubte:" Ich werde Euch Dagobert zu Gerhard:" Wir haben im Hause zu thun. hoben werden. Der Große Rath hat den Entwurf bereits doch nicht die Gurgel abschneiden sollen?"" Schweig!" Solltest Dn Lärm hören, so decke unseren Hückzug. Schlage in Berathungen gezogen; es sind aber, selbst von denen, raunte ihm Dagobert zu:" Trenne schnell und sicher jetzt das feige Gesindel, mit dem Du zu thun bekommen wirst, die mit dem Prinzip des Entwurfs einverstanden sind, so die Schellen von meinem Gewand und meiner Rappe."- nur tapfer hinter die Ohren mit der Klinge. Verlege viele Einwendungen dagegen erhoben worden, daß der Staats„ Eine seltsame Grille!" versetzte der Hülfshofen, eine jedoch nur im allerhöchsten Nothfall. In der Herberge sehen rath den Entwurf wieder an sich zurückverweisen ließ, um wunderliche Aufgabe, hier den Schneider zu machen, wo wir uns im schlimmsten Falle wieder." Dagobert brummte die Sache nochmals zu bearbeiten und namentlich auch die es pechrabenschwarz um uns her ist. Schreibt's Euch selbst zu diesem allein ein bereitwilliges Ja, pflanzte sich auf ein Altersversicherung in den Plan aufzunehmen. zu, wenn ich nicht bloß die Naht treffe."- ,, Thut nichts; steinern Bänklein, unfern dem Kloster, und harrte geduldig nur zu. Ich gebe indessen das Zeichen." Während Ger- der Dinge, die da kommen sollten. Dagobert sammt Be hard mit unbarmherziger Hand die Schellen abschnitt, und gleitern klopften hingegen leise an das Pförtlein, und gaben mit jeder derselben ein erkleckliches Stück des Gewandes auf die Frage des von innen herausspähenden Bruders die wegnahm, schnalzte Dagobert viermal mit der Zunge, als Antwort: Fastnachtsfreunde". Darauf öffneten sich die ob eine Wachtel anschlüge aus grünem Felde. Nicht lange Riegel, und des Thürleins schwarzer Mund verschlang die war das Zeichen vorüber, als auch schon zwei Männer sich Pochenden. ( Fortsetzung folgt.) Die franzöfifche Regierung hat eine Schlappe erlitten. Ihr Gesezentwurf auf Abschaffung der Oeffentlichfeit des Köpfens wurde mit 267 gegen 232 Stimmen ab*) Für das Wolff'sche Telegraphenbureau ist es charakteristisch, daß es bei seiner Berichterstattung über den Kongreß kein Wort von der vollzogenen Einigung der beiden Gruppen erwähnt hat. gelehnt. Die Debatte war dadurch interessant geworden, daß die Sozialisten und Radikalen einen Gegenantrag auf Abschaffung der Todesstrafe stellten, der freilich mit 353 gegen 150 Stimmen verworfen ward, aber zu einer sehr lebhaften und lehrreichen Debatte führte. Es trat bei dieser Gelegenheit die Thatsache wieder in scharfe Be- leuchtung, daß das Bürgcrthum nicht einmal mehr die ein- fachsten Forderungen der Humanität und Kultur anerkennt, and deren Verfechtung den Sozialisten überläßt. Früher war die Abschaffung der Todesstrafe, ebenso wie die der stehenden Heere eine allgemeine Forderung des Bürgerthnms. Heute schwärmt es für das gesetzliche Köpfen und den inter- nationalen Massenmord— freilich auch den nationalen. Denn.der innere Feind", d. h. der Sozialismus, ist es ja vor allem, gegen welchen die Bourgeoisie das stehende Heer braucht. Die Schlappe des Ministeriums hat zunächst die Folge gehabt, daß Herr Casimir Perier, der das rothe Gespenst nun wieder beleben muß, die Begnadigung des irrsinnigen Henry verhinderte und ihm heute Morgen vor Tagesanbruch den Kopf abschlagen ließ. Er hofft nun durch Blut den Schrecken aufgefrischt und für einige Wochen den Angstphilistern die Nothwendigkeit einer„starken Re- gierung" klar gemacht zu haben.— In Trignae— Frankreich— haben die Arbeiter die Schlacht gewonnen. Nachdem die Kompagnie in allen Punkten den Arbeitern nachgegeben hat, kehren diese heute an die Arbeit zurück. Wir wünschen den sraw zösischen Genossen Glück zu diesem Sieg, den Klassenbewußt- sein und Organisation erfochten haben.— Ordnung herrscht in Spanien. Vier von dem Kriegsgericht v erurthellte„Anarchisten" sind heute erschossen worden. Vier andere erwartet das gleiche Loos. Und die Monarchie glaubt sich„gerettet".— Wen» der Vater mit dem Sohn—. In S e r b i e n hat Milan gestern den Staatsstreich gemacht und die Verfassung aufgehoben und eine frühere, ganz despotische Verfaffung wieder eingeführt. Vereins- recht, Versammlungsfreiheit, Preßfreiheit— alle Freiheiten sind unterdrückt, und die nackte Gewalt herrscht nun. C fragt sich nun, wie das serbische Volk, das im ganzen sehr wehrhaft ist, die Sache aufnimmt. Bis jetzt soll„die Ruhe nicht gestört worden" sein. Aber der Telegraph lügt, und es war ja auch keine Zeit, Widerstand vorzubereiten. Jedenfalls ist die Kugel aus dem Lauf— wen sie trifft, das bleibt abzuwarten. Das serbische Volk aber wird nicht zu geordneten Zuständen kommen, ehe es den dicken Milan nebst anderen unnützen Leuten„abgeschafft" und sich vom österreichischen Gulden sowohl wie vom russischen Rubel befreit hat.— Die Verhaftungen in Rußland dauern fort. Nicht blos in Petersburg und Orel, sondern auch in vielen andern Städten entfaltet die Polizei fortwährend eine fieberhafte Thätigkeit. Sie hat jedoch offenbar die Fäden der sogenannten Verschwörung nicht in der Hand, sonst würde sie nicht so planlos vorgehen, wie es thatsächlich geschieht. Sie greift blind darauf los und verschiedene der Verhasteten mußten schon entlassen werden— in Ruß- land, wo die Polizei ihre Opfer nicht leicht losläßt, etwas Beispielloses.— Agitation für die Verkürzung der Arbeitszeit in Rußland. In Lodz, dem russisch-polnischen Manchester hat die dortige Abtheilung der„Gesellschaft zur Förderung der russischen Industrie und des Handels" dem Finanz Ministerium ein genau begründetes Gesuch eingereicht, welches eine bedeutende Verkürzung der üblichen Arbeitszeit in allen Fabriken des europäischen Rußlands befürwortet. Die in dem Gesuche zum Ausdruck kommenden Gedanken sind ferner in Broschürcnform veröffentlicht worden, um die öffentliche Meinung zu gewinnen.— VArlAmenksvertöliko. Abgeordnetenhaus. 6S. Sitzung vom 21. Mai 1894, 1 u h r. Am Ministertische: v. Heyden, Miquel und Kom missarien. Auf der Tagesordnung steht die dritte Berathung des Gesetz- entwurfs über die Landwirthschaftskammern. Es liegen zahlreiche Anträge vor; zunächst der von den Konservativen.Freikonservativen und einigen Nationalliberalen ein- gebrachte Kompromißantrag, welcher im Wesentlichen die Wahl den Kreistagen übertragen will, während den Landwirthschasts- kammern vorbehalten bleibt, das Wahlrecht später ihrerseits anderweitig zu regeln. Ferner ein Antrag des Abg. v. S ch a l s ch a(Z), welcher das Wahlrecht nach dem Maßstabe des Grundfteuer-Neinertrages regeln will, jedoch mit der Maßgabe, daß jedem Wähler zu dem nach oben aus volle Mark abgerundeten Grundsteuer-Reinertrag eine Summe von 100 Mark hinzugerechnet wird; dieser Betrag kann von der Landwirthschastskammer um 59 Mark erhöht oder erniedrigt werden. Abg. Graf v. HoenSbroech(Z) beantragt, die Staats beamten— hauptsächlich die Landräthe— für nicht wählbar zu erklären. Abg. Hansen(freik.) will das LandeS-Oekonomie-Kollegium durch eine aus den Landwirthschaftskammern gebildete Landes lammer ersetzen. Nach längerer Generaldiskussion wird in die Spezialdebatte eingetreten. Zum§ I. welcher nach den Beschlüsien der zweiten Lesung die obligatorische Bildung der Landwirthschaftskammern vorsieht liegt der Kompromißantrag vor. wonach die Kammern errichtet werden können durch königliche Verordnung nach Anhörung des Provinzial-Landtages. F 1 wird nach dem Kompromißantrag angenommen. Dafür stimmen die Konservativen, die Freikonfervativen, die National liberiilcn mit einigen Aitsnahmen(u. a. die Abgg. Eckels Puttfarken. Hausmann« Lüneberg, Schulze- Vellinghausen� Lotichius, Knebel und vom Zentrum die Abgg. Graf Hoensbroech und von Los. Ohne Debatte werden darauf die§§ 2—5, 5a und 5b genehmigt und zwar mit einigen Aenderungen, welche lediglich Konsequenzen der Kompromißanträge zu den späteren das Wahlrecht betreffenden Bestimmungen sind; ferner werden die Kompromißanträge bezüglich der Vollziehung der Wahl durch die Kreistage(A 5 c) genehmigt. Nach dem Kompromißantrage(Z 5d) können die Landwirthschaftskammern eine Aenderung des Wahlrechts beschließen, wofür die Grundlagen angeführt werden. Abg. v. Schalscha begründet feinen Antrag wegen des Wahlrechts und dessen Bemessung nach dem Grundsteuer- Rein ertrag, weil er denselben wenigstens in die Akten des Hauses gebracht wissen möchte für den Fall einer künstigen Reform des Wahlrechts. Schließlich zieht er seinen Antrag als aussichtslos zurück. Ter Kompromißantrag wird angenommen. Um 4 Uhr wird die weitere Berathung auf Dienstag 11 Uhr vertagt. vi dtfen. Bierboykott. In einer in Luckenwalde am Sonntag tattgefundenen Volksversammlung wurde nach einem Referate des Genossen A. Sailer beschlossen, so lange keine Berliner Biere zu trinken, bis die Forderungen der Berliner Boykott° Kommission von Seiten des Berliner Bierring an- genommen sind.— Berliner Bier wird unseres Wissens m der zanzen Mark in großen Mengen konsumirt, so daß ein ähnlicher Beschluß in anderen Ortschaften der Sache des Berliner Boykotts nur dienlich sein könnte. •» • Bierboykott und Provinz-Genossen. Die Schultheiß- Brauerei(Tivoli) hat in nachstehenden Orte» der Provinz Brandenburg Bierniederlagen: Potsdam, Brandenburg, Oranien- bürg, Bernau, Prenzlau, Angermünde. Jüterbog!, Lichterfelde, "offen, Lübben, Beelitz, Wittenberg; außerdem besitzt sie in riedrichshagen eine Kellerei. *» * Solidarität. Unsere Parteigenossen in Frankfurt a. O. haben in ihrem Verkehrslokal bisher Bier aus der Schultheiß- Brauerei, Berlin, ausgeschenkt. Die Brauerei hatte seinerzeit auch das Inventar des Lokals geliefert und dafür noch eine Rest- schuldforderung von 3000 M. stehen gehabt. Am Tage, nachdem im„Vorwärts" die Boykotterklärung bekannl gemacht wurde, zahlten unsere Frankfurter Genossen die 3000 M. an die Brauerei aus und führten anderes Bier ein. 9» Im BreSlaner Stadthaus hatte der Genosse Heil b er g den Antrag gestellt, das Bürgerrecht und damit das Wahlrecht zur Stadtverordneten- Versammlung schon bei einem Einkommen von 660 M.(bisher von 900 M.) an zu gewähren. Nach einer langwierigen Debatte fand man es(die„Freisinnigen") für ge- rarhener, den Antrag an eine Kommisston zu verweisen, wo er wahrscheinlich sein Begräbniß finden wird. 9 9 Bei de» Wahle» zum Gewerbe-Schiedsgericht in Frank« furt a. O. find sämmtliche Kandidaten der Sozialdemokraten gewählt worden. Die Betheiligung bei der Wahl der Arbeit- geber-Beisitzer war eine äußerst geringe. Gegen die letztere wollen unsere Parteigenossen Protest einlegen, weil der Magistrat in der Wahlordnung entgegen der Bestimmung des Gesetzes und des Ortsstatuts, wonach als Arbeitgeber jede Person betrachtet wird, welche am Ort« eine gewerbliche Niederlassung hat, die Bestimmung getroffen halte, daß nur solche Personen als Arbeit- geber wählen durften, welche dauernd einen Arbeiter be- schäftigen. Da nun Arbeitgeber, welche während der Saison mehrere Arbeiter, in der übrigen Zeit aber keine beschäftigen, zurückgewiesen bezw. vom Wahlrecht ausgeschlossen worden sind, so hat man dieselben in einem gesetzlich garantirten Recht be- schränkt und damit ist die Wahl der Arbeitgeber als ungesetzlich zu betrachten. »• * „Die Führer der Sozialdemokratie find ja keine Ar- beiter"— so lautet ein ebenso oft gehörter, als stupider Bor- wurf, den die Bourgeoisie erhebt. Wer, soweit dies überhaupt richtig ist, die Schuld daran trägt, daß es einem für und im Auftrage seiner Genossen handelnden Arbeiter nicht möglich ist, bei seinem Berufe zu bleiben, geht wieder aus folgenden zwei Beispielen hervor, die uns aus Basel mitgetheilt werden. Dort wurde vor einiger Zeit Genosse Keßler als Vertrauens- mann der Arbeiter strafweise aus der Arbeit entlassen und jetzt wurde der vor 14 Tagen in den Kantonsrath gewählte Genosse T a u S l i n von seinem„edlen Brotgeber. dem millionenreichen Fabrikanten Bischer gemaßrcgelt, weil er Niemanden zum Be- fehlen in seiner Fabrik brauchen könne." Und daS, nachdem Tauslin 15 Jahre lang demselben Ausbeuter zu seinen Millionen verholfen hat. Und in Deutschland? Man denke nur zurück an das Sozialistengesetz, wo die geringste Betheiligung eines Arbeiters an Vereinsbestrebungen genügte, um ihn aus der Arbeit zu jagen. Daß es heute viel besser sei, soll damit durchaus nicht gesagt sein. Recht zur Beschwerde haben also die Herren Unternehmer nicht, wenn sich die„Führer" nicht mehr in ihrem Interesse abschinden. » Warnung. Dem Vertrauensmann der organistrten Arbeiter Oberndorfs ging die Mittheilung zu, daß Felix Haupt von Fluorn bei Oberndorf a. N. seit einiger Zeil per Fahrrad Fach- verbände und politische Vereine der württembcrgischen und badischen Nachbarschaft besuche, sich als gemaßregeltes Partei- Mitglied ausgiebt und um Unterstützung nachsucht. Halwt hat an den Vertrauensmann in Oberndors vor etwa drei Woche» das Ansuchen gestellt, daß ein Zeugniß ausgestellt werde, worin beglaubigt sei, daß Haupt seit Jahresfrist nicht mehr der hiesigen Organisation angehöre. Der Gesammt- vorstand hier hat diesem Ansuchen natürlich keine Folge gegeben, da Haupt schon 7 Monate keine Beiträge mehr bezahlt hat, und dessen übrigem Verhalten ein großes Mißtrauen gegenübersteht. Es wird an die Fachverbände und politischen Vereine das Er- suchen gestellt, im Betretungsfall dem Haupt das Verbandsbuch und die Mitgliedskarte der politischen Partei abzunehmen, und au den Bevollmächtigten der hiesigm Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes einzusenden. Ebenso werden die Partei-Organe um Abdruck ersucht, damit einem solchen un- zulässigen Treiben bei Zeit Einhalt geboten wird. 9 Die Parteipresse und der§ 193. Das Reichsgericht hat bekanntlich entschieden, daß der ß 193(Wahrung berechtigter Interessen) nur Anwendung finden soll, wenn es sich um eigene, individuelle Interessen hanoelt. Seitdem dieser Entscheid gefällt ist, find schon in mehreren Preßprozessen den Siedakteuren unserer Parteipresse die Vortheile des§ 193 aberkannt worden, was natürlich strafverschärfend wirkt.— Der Genosse G o l d st e i n, der über die Wichtigkeit des§ 193 für die Presse aus der kürzlich in Leipzig stattgefundenen Parteikonferenz reserirte, förderte dort eine Fülle von Aus- sprächen bekannter Rechtslehrer zu Tage, die der Auffassung des Reichsgerichts direkt entgegen laufen. Einige derselben mögen hier folgen, von Rüdorfs-Stenglein spricht.sich dahin aus: «Es giebt eine Reihe von Lebensverhältnissen, in denen die Gebote des Rechts und der Sitte oder die Verfolgung erlaubter allgemeiner oder besonderer Zwecke es mit sich bringen, über den geistigen oder sittlichen Werth eines andern ein U r t h e i l zu fällen. Es ist das Recht der Kritik im weiteren Sinne. Wird dieses Recht in den richtigen Schranken und ohne Uebertreibung geübt(Wie 1??), so kann eine Beleidigung deshalb nicht vorliegen, weil man sich in Ausübung eines Rechtes befand und des wider- rechtlichen Bewußtseins ermangelte." Also der Dolus kommt in Frage. „Der entscheidende Gesichtspunkt ist, wie überhaupt bei H 193, so auch bei Veröffentlichungen durch die Presse, daß nach dem Inhalt und der Form der Mittheilung in thatsächlicher Weise zu beurtheilen ist, ob die Mittheilung ein berechtigtes Interesse, wie das der Belehrung, der Aufklärung, der Besprechung öffentlicher An gelegenheiten im Auge hatte, oder ob die Beleidigung einer Person(bez. Korporation) das leitende Motiv war, oder wenigstens neben der Verfolgung öffentlicher Interessen Platz griff, kurz, ob die Absicht, zu b e l e i- digen, obwaltete. Zur Anwendung des§ 193 gehört nur: „1. daß die Aeußerung zum Zwecke der V ertheidigung von Rechten«. geschehen sei(so haben die Gerichte in Berlin und Dresden entschieden); 2. das Vorhandenfein diese? Zwecke? wird dadwcch nicht ausgeschlossen, daß das Motiv zur Geltendmachung des b e r e ch- tigten Interesses ein unlauteres ist(z. B. Rache ec.)." „Ist eine Aeußerung zur Vertheidigung eines Rechtes:c. geschehen, so folgt hieraus allerdings nicht, daß auch ihre Weiter- Verbreitung unter den Z 193 fällt."(Berlin und Dresden.) Selbstverständlich ist die Anwendung des§ 193 ausgeschlossen, wenn eine beleidigende Aeußerung nur zum Scheine zur Wahrung berechtigter Interessen, in Wirklichkeit aber mit der Absicht, zu beleidigen, erfolgte." Selbst die„Hamb. Nachr." treten in einem Artfiel:„Das Reichsgericht und die Presse" für das Recht der Presse ein, öffentliche Interessen wahrzunehmen. Sie bemerken: „Der Fehler besteht in der Verneinung des Rechtes der Presse, öffentliche Uebelstände zur Sprache zu bringen und dabei in Wahrnehmung berechtigter Interessen zu handeln. Diese Auffassung steht mit den thatsächlichen Verhältnissen des modernen öffentlichen Lebens in vollstem Widerspruch. Wenn es überhaupt eine nicht blos theoretisch gedachte, sondern praktisch vorhandene politische Oessentlichkeit giebt, so ist eS die von der Presse vertretene. Und wenn die Interessen dieser Oeffentlichkeit der Bureau- tratie gegenüber wahrgenommen werden sollen, so kann diese Wahrnehmung naturgemäß nur durch die Presse selbst erfolgen, nicht durch das Amtsgericht oder sonst eine Instanz, die sür die politischen oder wirthschaftlichen Fragen, um die es sich handelt, kaum das genügende Verständniß besitzt, sondern im besten Falle alles juristisch-forma- l t st i s ch aburtheilt. Diese wenigen Beispiele mögen genügen nachzuweisen, daß sich die heutige Rechtsprechung in bezug auf§ 193 absolut nicht mehr mit der von der ursprünglichen, von der G e s e tz g e b u n g gewollten Auffassung vereinbaren läßt. 9» « lieber die Berurtheilnng von zwei österreichischen Ge- »offen-oird aus I g l a u(Mähren) gemeldet: Am 17. Mai fand vor dem Schwurgenchte die Verhandlung gegen Joseph Hjtesch, Redakteur des„Rovnost" in Brünn, und Joseph Scaha wegen des Verbrechens nach ß 300(Aufwiegelung) statt. Gegenstand der Verhandlung bildeten zwei Reden, welche die Angeklagten in einer Versammlung am 1. Januar d. I. in Trebitsch gehalten gaben. Beide Angeklagte wurden mit 9 gegen 3 Stimmen schuldig gesprocheu und ersterer zu sechs Wochen, letzterer zu 14 Tagen durch Fasten verschärften Arrests verurtheilt. « Eine armeuifche Sektion der sozialistischen Ar« bei terpartei hat sich seit einiger Zeit in New y o rk ge- bildet. Die Mitglieder sind fast ausschließlich Seidenweber, welche vor Jahren von den Unternehmern importirt worden waren, um als„Streikbrecher" zu dienen. In dem gegenwärtigen Streik der Seidenweber von Paterson stehen diese Leute zum größten Theil in den Reihen der Streikenden; als oie Unternehmer unter den alten Bedingungen ihre Fabriken öffneten, meldeten sich von 1500 Streikenden überhaupt nur elf zur Arbeit. »» O Polizeiliches, Gerichtliches:c. Außer dem Redakteur auch noch Drucker und Verleger mit anzuklagen, scheint mehr und mehr— wir möchten sagen„Mode" zu werden. So erhielt der Genosse Reiher, Redakteur des„Sächs. Volksblatt", eine Pfingstsreude in Form von vier Anklagen zuaestellt. Drucker sowohl als Verleger sollen sich der Beleidigung— es handelte sich um eine Prwatbeleidigung— durch die Presse schuldig gemacht haben. Mit einem Opferlamm scheint man sich nicht mehr be- gnügen zu wollen.— In gleicher Weise ging der Staats- anwalt in Brandenburg vor, wo ebenfalls außer dem Redakteur Simon, der Verleger der„Brandenburger Zeitung" Ewald in einer Privatklage vernoinmen wurde. WitternugSiiberficht vom 21. Mai. Stationen. Swinemünde amburg. >erlin.. Wiesbaden. München. Wien.. iaparanda etersburg ork... Aberdeen. Paris.. i S's � g«m; n tt L S Q neJSi ■ y-Q- f ■Sc-0 85° L• jQ 756 759 756 755 754 753 754 764 764 763 757 ra S if JQ NNO N WNW N NW SO W SO NNO NW N -°' 53>2 Zß ietter w«n• 3 3SS |£|| «fö c 0 bedeckt halb bedeckt Regen bedeckt bedeckt wolkenlos wolkenlos bedeckt heiter halb bedeckt bedeckt 10 9 10 10 15 16 5 7 7 4 7 Witterung in Deutschland am 21. Mai» 8 Uhr Morgen». Im Laufe des gestrigen Tages ist bei fallendem Barometer im größten Theile Deutschlands Trübung eingetreten. In Mittel- und Süddeutschland fanden stellenweise Gewitter statt, heule Morgen fällt zwischen Weser und.Oder sowie in Ostpreußen Regen. Nur an der Nordsee ist das Wetter ziemlich heiter. Die nordöstlichen Winde haben sich etwas verstärkt und die Tem- peraturen in den meisten Gegenden noch weiter abgenommen; heute Morgen hat Münster nur 6, Hannover 7» C. Allein in Südostdeutschland ist Erwärmung eingetreten, bis aus 17 0 E. in Breslau, 15 ö in München. Wetter-Prognose für Dienstag, den 22. Mai 1894. Ziemlich kühles, zeitweise ausklärendes, vorwiegend trübeS Wetter mit etwas Regen und mäßigen nördlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Sprechlaal. Di« MedalNon stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, vem Vublilum zur Besprechung von Angelegenhetten allgezneinen JnterefseS zur Bersügung; sie wahrt sich aber gletchzeiltg dagegen, mit dem Inhalt desselben tdenttstzirt zu werden. Erklärung. Von befreundeter Seite wird mir die Mittheilung, daß der Redakteur der.Deutscheu Arbeiter-Zeitung", Franz Holzerland, behauptet, im Besitz eines von mir geschriebenen Briefes zu sein. in dem ich mich zur Berichterstattung über Vorgänge in der Ar- beiterbewegung für das genannte Blatt angeboten habe. Dieser Behauptung gegenüber, welche in ihrer allgemeinen Fassung geeignet ist. ein zweifelhaftes Licht auf meinen Charakter zu werfen, erkläre ich. daß ich weder dem vorstehend genannten, noch sonst irgend einem Bourgeoisblatte jemals solche Berichte angeboten habe. Ich habe nnch nur einmal, und zwar kurz vor dein intev. nationalen Arbeiterkongreß in Zürich per Zirkulär an eine Reihe von Zeitungen gewandt und Berichte über die Kongreßverhand- lungen angeboten. Jede weiter gehende Behauptung widerspricht der Wahrheil und erivarte ich von der Ehrenhaftigkeit des Herrn Holzerland. daß er die Richtigkeit dieser Darlegung durch Veröffentlichuux des in seinem Besitze befindliche» Briefes bestätigt. Berlin, den 21. Mai 1894. Hermann Faber. Für den Inhalt der Juierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 22. Mai. Castan's Panoptikum. Neu: Das Mene Tekel. Sonderb. u. geheimnissv. spiritistische Produktion. Neu: Opernhaus. Der fliegende Sol Der 13 jährige Riese. länder. Schauspielhaus. Der Tugendwächter. Die Dienstboten. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Berliner Theater. Rean. Leffing Theater. Niobe. Die Orientreise. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der lustige Krieg. Residenz Theater. Die Familie Die Familie Bont- Biquet. Central- Theater. Der Traum des Aktionärs. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Borher: Die Bajazzi. Meranderplay- Theater. Demimonde. assage- Panopticum 500 Sehenswürdigkeiten von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends u. a.: Blaue Grotte, historische Dioramen, niusionen etc. Im Theatersaal v. 6 Uhr ab: Spezialitäten- Vorstellung Ganz neues Programm! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Noack's Untional- Theater. Vom Biehhof Sommer- Theater. bis zu den Menschenfressern. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Farfarello. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Brunnenstrasse 16. Täglich: Großes Konzert, Danksagung. Ueber die überaus rege Theilnahme Sozialdemokratischer Wahlverein beim Begräbniß meines lieben Mannes, für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Sohnes und Bruders, des Schriftſeßers Ernst Schaar, sagen allen Kollegen, und Bekannten hiermit Freunden unseren herzlichsten Dank. Die trauernde Wittwe Pauline Schaar, nebst Eltern und Geschwistern. Allgemeiner Arbeiter Arbeiterinnenverein Berlins und Umgegend ( früher gewerblicher Hilfsarbeiter). Mittwoch, den 23. d. M., Abends 8%, Uhr, in den Armin Hallen, Kommandantenstraße Nr. 20: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Arons: Bauer und Edelmann in Preußen". 2. Diskussion. 3. Vorstandswahl. Vertheilung von Broschüren an Mitglieder, welche noch keine erhalten haben. 870/20 Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Mittwoch, den 28. Mai, Abends für 81/2 Uhr, bei Bolt, Alte Jakobstr. 75: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: über: Die Chartistenbewegung in Eng1. Vortrag des Genossen Paul Jahn land. 2. Diskussion. 82/6 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Aufforderung! Nachdem alle mündlichen und schrift: Clichen Aufforderungen nichts genutzt haben, wird der frühere Vorsitzende des Fachvereins der Bilderrahmenmacher H. Gost hiermit öffentlich gegenüber dem Generalfonds Berliner Glaser amgehend nachzukommen, andernfalls auf anderem Wege das Geld eingetrieben werden muß. 165/15 Sozialdemokratischer Wahlverein den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 22. Mai, Abends 81 Uhr, in den Concordia- Festsälen, Andreasstraße Nr. 64: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Durch welche Reformen kann die Bedeutung des Wahlvereins gehoben werden? Referent: Genosse Mattutat. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht ein recht zahlreiches Erscheinen erforderlich. Nur Vereinsmitglieder, die sich durch ihr Mitgliedsbuch als solche legitimiren, haben zu dieser Versammlung Zutritt. Zur Gratisvertheilung gelangt die Broschüre: Bur Naturgeschichte der antisemitischen Bewegung in Deutschland" von Gerhard Krause. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Reichshallen Theater. Spezialitäten Theater- und Spezialitäten aufgefordert, feinen Verpflichtungen für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Apollo Theater. Die verkehrte Welt. Kaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. Vorstellung. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Achtung Restaurateure! Die Vertrauensmänner Berliner Glaser. Gemischter Chor. Am Dienstag, den 22. Mai, Versammlung. in den ,, Germania- Sälen", Chauffeestraße Nr. 103: Tages Ordnung: = 1. Vortrag des Genossen Bunte aus Dortmund, Delegirter zum InterCentral- Theater. Brauerei Müggelſchlößen. Sangestuftige Damen, und Gerren nationalen Bergarbeiter Kongres, 2. Distuſſion. 3. Vereinsangelegenheiten. Alte Jakobstraße 30. Gastspiel Emil Thomas. Dienstag, den 22. Mai 1894: Der Traum des Aktionärs. Dramatisches Quodlibet in drei Atten ( 5 Bildern). Doktor Peschke, Schladeriz, Strigow, Geyer, Gaspard, Rentier Blafel Emil Thomas. Morgen und folgende Tage: Der Traum des Aktionärs. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Echwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Akt von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Mufit von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. 490/12 die gewillt, einem Verein beizutreten, 4. Fragefaften. find herzlich willkommen jeden Mitt woch Abends 9 Uhr, bei Seehausen, Landsbergerstr. 31. 888b Keine Ring- Brauerei. Mit heutigem Tage übernehme ich den Vertrieb des vorzüglichen VersandBieres zu Tagespreisen à 21 M. inkl. ,, Freundestrene"( M. d. A.-S.-B.). Telephon Amt IV No. 916. 895b Carl Trittelvitz, Falckensteinstr. 7. Spandan. Deffentliche Volks- Versammlung am Sonnabend, den 26. Mai 1894, Abends 8 Uhr, in Bork's Lokal, Stafenerstr. 14. Tages- Ordnung: Achtung! 8906 Mache hiermit bekannt, daß ich das bisher von den Brauereien Schultheiß und Spandauer Berg bezogene Bier Der Vorstand. Ganverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 22. Mai 1894, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Bolt, Alte Jakobstr. 75( oberer Saal): Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bortrag des Herrn abbestellt habe und jeht Bier der Manfred Wittich über: Kunst und Volt". 3. Verschiedenes. Nordstern Brauerei schänke. Gleich- Des sehr lehrreichen Vortrages wegen ist zahlreiches Erscheinen erwünscht. zeitig empfehle mein Lokal zu kleineren 42/9 Der Vorstand. Versammlungen, wie auch zur Zahlstelle. F. Engel, Zimmerstr. 89, part. Lefehalle u. soziald. Buchhandlg. ze. Sämmtliche Tages, Partei- und Gewerkschaftsblätter sind für 5 Pf. zu lesen. Die Leseräume stehen den GeDie Mitglieder der Vorstände sämmtlicher Kranken- Kassen Berlins nossen auch zu Zusammenkünften frei ladet die unterzeichneee Kommission zu einer Wie stellen wir uns zu dem zur Verfügung. Berliner Brauerei- Boykott. Verschiedenes. 491/19 Der Vertrauensmann. Mit sozialdemokratischem Gruß Joh. Rein, 876b Versammlung auf Donnerstag, den 24. Mai 1894, Abends 81/2 Uhr, Andreasstr. 24, am Platz. nach der Berliner Ressource, Kommandantenstraße 57, ergebenst ein. Arbeiter- Bildungsschule. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission über ihre bisherige Thätigkeit. 2. Wie stellen sich die Vorstände jetzt zu National- Theater. Beben Dienstag Abend 8½ Ur: Nord- Schule, Müllerstr. 1794 14 einer freien Vereinigung sämmtlicher Krankenkaſſen Berlins? Große Frankfurterfir. 132. Einmalige Aufführung: Die Ahnfrau. Trauerspiel in o Aufzügen von Franz Grillparzer. Regie: May Sam st. Raffeneröffnung 5/2 Uhr. Anfang der Borstellung 71/2 Uhr. 93 Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von ,, Volksthümliche Medizin" unter Leitung von Aerzten. Jeden Mittwoch Abend 812 Uhr: in allen Schulen: unter " 1 , Gesetzeskunde" 875b Wegen der Wichtigkeit des zweiten Punktes der Tagesordnung ersucht um zahlreiches Erscheinen Die 21er Kommission. J. A.: Paul Magnan, Obmann. Ritterstr. 94. Leitung von Juristen, über: Verfassungsfragen, Gewerbe- Verein Ordunng, Unfallversicherung, Arbeiterschuhgesehe, Vereinsrecht 2c. Gesetzeskunde ist für jeden Arbeiter unter heutigen Wirthschaftsverhältnissen nothwendig. Wir ersuchen deshalb unsere Parteigenossen, diese edlen wie praktischen Bestrebungen unterstützen zu wollen. Es ist gestattet, ſoweit Platz vorhanden ist, auch als Gäste unentgelt. Vom Viehhof bis zu den Menschen- lidh zuerst dem Unterricht beizuwohnen. fressern", Große Posse mit Gesang und . Tanz sowie Spezialitäten Vorstellung ersten Ranges. Kaffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Bolts- Vorstellung zu einfachen Preisen. Auf allgemeines Verlangen: Der Traum ein Leben. Im Garten: Vom Viehhof bis zu den Menschenfressern. Victoria- Brauerei, Lübowstraße 111-112, Garten refp. Saal. Täglich ( mit Ausnahme Sonnabend 3); Stettiner Sänger 455/18 Genossen! werdet und werbet Mitglieder! Der Vorstand. Ausstellung Italien in Berlin. ( Stadtbahnstation: Zoologischer Garten.) Täglich geöffnet von 10 Uhr Morgens bis 12 Uhr Nachts. Massen- Konzerte sämmtl. italien. Musikkorps darunter des Gr. italienischen Opern- Orchesters des Maestro Cav. Gialdino Gialdini, der Bersaglieri- Kapelle des Maestro Giacomo Gatti, des Venezian. Serenaden- Orchesters des Nobile de Malepiero, des Mandolinen- Corps des Prof. Frouth. Ferner: Mailänder Marionetten- Theater und des Venezianischen Variété u. f. w. Während des ganzen Tages und Abends: Gr. Venezianischer Gondel- Korso. In der grande trattoria von Krüger: Déjeuners, Diners und Soupers( ouvert 2-10 M.) Weine von Leon v. Beckerath und echte Biere. Pietro, Entree 50 Pf.- Lehter Stadtbahnzug Nachts 12 hr 20 Min. Herren: Meysel, Häckel, Britton, Eberius, Steidl, Bliemchen und Blank. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Billets im Vorverkauf à 40 Pf. und Familien- Billets( à 1 M.) für 3 Personen giltig.( Siehe Platate.) Neu! Neu! Neu! Britton als Charley's Tante. Det is ja jrade wat Sheenes. Herr Steidl. Vereinsz., 20-25 Perf. faffend, ist zu verg. im Brauerei- Ausschant C. King u. Co., Dresdenerjir. 18. 819b -0000000-0-0000000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu Volksbelustigungen aller Art. parquettirten Saale: Täglich: Gr. Ball. Bon 5-71/ 2 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 000000-0-000000 sämmtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäscheund Kravattenbranche Berlins. Mittwoch, den 23. Mai, Abends 8½ Uhr, im Saale des Herrn Brüning, Rosenthalerstraße Nr. 12 ( nahe am Rosenthaler Thor): Versammlung. 1 Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Jahn über: Die wirthschaftlichen und fittlichen Wirkungen des Achtstunden- Tages." 2. Diskussion. 3. Bericht über unser Ostervergnügen. 4. Neuwahl eines Bibliothekars. 5. Gewerkschaftliches. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis für alle in der Branche arbeitenden Personen befindet sich Holzmarktstr. 3 bei Deter. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist erschienen: Kommunismus und Kapitalismus. Der Kommunismus und die ökonomische Entwidlung Don Paul Lafargue. Preis 20 Pfennige. Porto 3 Pfennige. Lafargue legt in der Broschüre dar, wie die ökonomische Entwicklung von Tag zu Tag mehr die Ueberflüssigkeit und Schäd lichkeit des Privatbesizes an den Arbeitsmitteln vor Augen führt und nicht blos die Zweckmäßigkeit, sondern geradezu die Nothwendigkeit des Kollektivbesitzes beweist. Die Polizei und die Arbeitslosen. Stenographischer Bericht über die Gerichtsverhandlungen gegen die acht Redakteure vom 8. n. 9. Mai 1894. Preis 15 Pfo. Porto 5 Pfg. 68 Seiten gr. 8°. Der Fall Brausewetter" hat allgemeines Aufsehen erregt und die Kritik der weitesten Kreise herausgefordert, so daß eine stenographische Verewigung dieser Gerichtsverhandlungen wohl angebracht erschien. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pönsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 385/3 Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 115. Bonkoffirt hind: 1. Schultheiss- Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin( und Tivoli). Dienstag, den 22. Mai 1894. mann beauftragt, legitimiren können. 11. Jahrg. gegeben werden die Flugblätter aber nur an die Vertrauens-| im deutschen Braugewerbe ergiebt, daß 300 Brauerei- Attienpersonen oder solche Genossen, welche sich als vom Vertrauens gesellschaften arbeiten mit einem Aktienkapital von 291 720 000 m. und einem Reingewinn von 20 918 957 M. Angesichts dieser Riesenprofite läßt sich der Uebermuth des Die Aufforderung des Vereins der Brauerei- Arbeiter an Brauerrings sehr leicht begreifen; und geradezu bewunderns die noch in Arbeit befindlichen Kollegen, für die Ausgesperrten 10 pCt. des Wochenverdienstes zu geben, soll den Brau- werth ist die Unverschämtheit der Brauerprozen, mit welcher sie meister der Spandauer Bergbrauerei in Westend, Herrn Wan- gegenüber solchen Zahlen die bescheidener Lohnforderungen der 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesell- ninger zu der Aeußerung veranlaßt haben, daß jeder Arbeiter, Arbeiter als malos bezeichnen, denen zu entsprechen die von dem er erfährt, daß er das Geld einzieht, sofort entlassen Geschäftslage nicht geftatte. 2. Brauerei F. Happoldt. schaft auf Aktien, A. Knoblauch. 5. Vereins- Brauerei Rixdorf. werde. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Sonnabend waren sie versammelt, um sich gegenseitig Trost zu Sie stellen fich dumm, die Herren vom Bierring. Am Brauerei). zusprechen. Erst redeten sie sich ein, man merte bis jekt" noch nichts von einem Rückgange des Konsums; gegen Schluß der Diskussion stritten sie sich aber bereits darüber, ob die Folge des Bierboykotts sei oder blog der fühlen Witterung die angeblich noch nicht verspürte- Bierkonsum- Rückgang zuzuschreiben sei. Wenn die Herren noch ein paar Tage warten, werden sie sich die Mühe des Blindekuhspielens ersparen. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Beckmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien Gesellschaft Schloss- Brauerei Schöneberg. Der brennende Wunsch, die unvermeidliche Schlappe, anlaßt die Interessenten des Bierringes, allerlei thörichtes Gerede welche die Unternehmer mit ihrer Provokation in der Frage des Boykotts davontragen werden, möglichst hinauszuschieben, verin die Welt zu setzen. So wird jetzt zum Beispiel von bekannter Seite das Gerücht verbreitet, die Weißbter Brauereien würden, falls der Kampf mit der Arbeiterschaft länger andauert, in den Brauereibesiger nicht in den Rachen des Löwen hineinspazieren; Ring eintreten. So leicht werden, meinen wir, die kleinen besonders nicht in dem Falle, wo ihnen während des Boykotts des bayerischen Bieres vermehrter Absatz sicher ift. Herr Rösicke Der Bierring und die Böttchermeister. Von der mehr und seine Trabanten werden also wohl oder übel die Suppe, oder weniger brutalen Art, mit der die Brauereien die Aus- welche sie sich selber eingebrockt, auch allei.. ausessen müssen. Sperrung ihrer Arbeiter vorgenommen haben, ist ausführlich heDen Austritt aus dem Verein der Brauereien Berlins richtet worden. Wie raffinirt der Ring das Komplott aber eingefädelt hat, geht daraus hervor, daß auch die Böttchereien, und Umgegend zeigt uns Herr Friedrich Reichenkron, Bewelche für den Ring Fastagen liefern, sich ebenfalls den Beitraße 77 an. Das vereinte Vorgehen der Berliner Arbeitersizer der Brauerei Karlsberg, Charlottenburg, Berliners schlüssen ihrer Auftraggeber fügen mußten. Man hat, um die wieder in die viel berühmte deutsche Freiheit zurück. Fünf 3000 m. vereinbart, für den Fall, daß die Meister" Gefellen Unternehmerthum vor ihrer Phalang die Waffen streckt. Bors Genoffe Arthur Stadthagen kehrt am heutigen Tage fleinen Unternehmer sicher zu haben, eine Konventionalstrafe ron schaft übt seine Wirkung aus. Die Arbeiter Berlins werden mit der bisherigen Energie weiter kämpfen, bis das übermüthige Monate find verflossen, seitdem Beleidi- nach dem neuen Tarif einstellen. Wer da weiß, in welch' pro- wärts zu neuen Siegen! gung des Romen wer denkt heute noch an diesen blematischer Art viele dieser kleinen Unternehmer im BöttcherMann? in der Raboiserwache zu Hamburg Quartier nehmen gewerbe ihr Leben fristen, kann schon jetzt mit Sicherheit vorausmußte. Nach allen Berichten, die uns zu Theil geworden, sagen, daß der gegenwärtige Kampi ohne daß derselbe von hat unserem braven Mittämpfer die Gefängnißhaft weniger langer Dauer ist manchem Meister das Genick brechen wird. geschadet, als anfänglich befürchtet wurde. Stadthagen Mögen die ruinirten selbständigen Existenzen sich bei Herrn wird sich aber danach voraussichtlich einige Zeit erholen Rösicke für diesen Erfolg" seiner Kraftprobe bedanken. müssen, bevor er fich weiterer Parteithätigkeit widmen tann. Wir und mit uns die Genossen von Berlin und Umgegend rufen unserm wackern Stadthagen ein herzliches Willkommen! zu. In den ersten Tagen des Juni hoffen wir unsern Genossen in Berlin wiederzusehen. Tokales. er wegen Parteigenoffen! Am Mittwoch, den 23. Mai, fol das Boykott- Flugblatt zur Ausgabe und Verbreitung gelangen. Die Ausgabe an die Bertheiler erfolgt für die sechs Berliner Wahltreise in den nachstehend verzeichneten Lokalen. Die Parteigenossen werden ersucht, spätestens bis Abends 8 Uhr in den nachstehend angegebenen Bezirkslokalen zu erscheinen. Bei der Wichtigkeit der Sache darf keiner fehlen! Die oben erwähnten Lokale sind: welche von den Brauereiproßen den auf die Straße gesetzten ArEinen ungesetzlichen Inhalt haben die Arbeitszeugniffe, beitern den beregten 20 pCt.- ausgestellt worden sind. Ein solches klassisches Schriftstück, welches uns vorliegt, hat folgenden Wortlaut: Der Brauergeselle Herr N. N. ist seit dem..... bis heute in unserer Brauerei beschäftigt gewesen. Derselbe hat während dieser Zeit durch seine Leistung wie durch seine Führung stets unfere volle Zufriedenheit gehabt. Seine Entlaffung erfolgt auf Grund des Beschlusses des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend, 20 pt. der Arbeitnehmer mit dem 16. Maizu entlassen. Diese Zeugnisse sind ungefeßlich; dieselben sind geeignet, Erster Kreis. Restaurateure: Thierbach, Friedrichs- den entlassenen Arbeiter in seinem Fortfommen start zu gracht 16. Stockfisch, Holzgartenstraße 5, Kurstraßen- Ecke. behindern, denn nach der heutigen Sachlage wird faft ein jeder Sommer, Grünstr. 21. Tripte, Jägerstraße 10. Frei- Brauereibefizer Deutschlands den unter dem Zeichen des 16. Mai gang, Schützenstr. 18/19. Entlassenen von der Thür weisen. licht.) Genoffe Frik Lieske, Schwedterstr. 33, theilt uns zu unserer Boykottnotiz vom Sonnabend mit, daß es natürlich nicht sein Lokal sei, in welchem boykottirtes Bier ausgezapft werde. Jeder unserer Leser wird davon überzeugt sein, daß Genosse Liebke, wie in allen, so auch in Sachen des Bierboykotts seiner kommt und daher gewiß keiner besonderen Rechtfertigung bedarf. Pflicht gegenüber der fämpfenden Arbeiterschaft vollauf nachBerichtigung der Lokal- Liste. Der Name des Wirthes von Hankel's Ablage in 3euthen, dessen Lokal den Arbeitern zur Verfügung steht, ist in der Lokal- Lifte falsch angegeben. Der Wirth heißt nicht M. Schrobach, wie es in der Liste heißt, sondern E. Künzel. Eine Anzahl Parteibons find als gefunden in der Redak tion abgeliefert worden. Der Eigenthümer wolle sie sich dort abholen. Erschoffen hat sich am Sonntag früh um 122 Uhr ein etwa 25 jähriger Mann am großen Spielplatz im Thiergarten. Das aus einem Revolver abgefeuerte Geschoß drang ihm in die rechte Schläfe und führte den sofortigen Tod herbei. Die Perfönlichkeit ist noch nicht festzustellen gewesen. 3 weiter Kreis. Peftaurateure: H. Werner, Bülow Wer von den Gemaßregelten daher glaubt, daß ihm durch Plötzlicher Tod im Eisenbahuzuge. Am Sonnabend ftraße 59. J. Raumann, Kulmstraße 36. Belle- Alliancestraße 74. Lübie, Boffenerstraße 10 im Keller. irgendwelcher Art erwachsen kann, der möge ruhig nach seiner plöhlich unwohl. Auf der zuletzt genannten Station nahm fich F. Rizing, das Zeugniß des obigen oder ähnlichen Inhalts ein Nachtheit Mittag wurde einem Herrn, der einen Stadtbahnzug zwischen den Haltestellen Friedrichstraße und Lehrter Bahnhof benutte, Saase, Königsgrägerstr. 47. P. Müller, Gräfestraße 32. früheren Arbeitsstätte gehen und sich ein anderes fordern. Sein ein Schuhmann von der Bahnhofs- Polizeiwache seiner an und plößlich unwohl. Auf der zuletzt genannten Station nahm sich Schonheim, Gräfestr. 8. Recht muß ihm werden. Dritter Kreis. Restaurateure: Frau Walter, brachte ihn nach einem Krankenhause. Der Tod war aber als= Gott fegue das ehrbare Handwerk Prinzenstraße 99, part. Schmidt, Wallstraße 65. Flick, In ihrer Angst um den bedrohten Profit sind die Ehrenmänner alte Rechnungsrath Ludwig Böhm festgestellt worden, der in der des Bierfälschens. bald eingetreten. In dem Verunglückten ist später der 62 Jahre Simeonstraße 23. Wendt, Alexandrinenstraße 33. Beder, vom Bierring bereits so weit heruntergekommen, daß sie zu ganz Buchhalterei der Reichsbank beschäftigt war und sich auf dem Luckauerstraße 15, Keller. Stramm, Ritterstraße Mr. 123. ordinärem Betrug und Schwindel ihre Zuflucht nehmen. In Wege nach seiner in der Kantstraße zu Charlottenburg belegenen Schnieber, Admiralstr. 22. Wringe, Admiralstr. 19 a. derselben Sonnabend- Versammlung, wo die Herren zuerst jeden Wohnung befand. Die Todesursache ist noch nicht sicher zu ers Schebel, Röpniderstr. 121a. Ehrenberg, Annenstr. 16. Bierter Kreis SO. Reftaurateure: ritte! wit, der drohenden finanziellen Verantwortung gegen ihre bontottirten Ronfumcüdgang leugneten, beriethen fie auch, wie sie sich von mitteln gewesen. Falkensteinstr. 7. To! tsdorf, Görlitzerstr. 58. Hoffmann, Rtngkollegen am besten drücken könnten. Und da kamen diese dem Hause Hardenbergstr. 37 zu Charlottenburg aus. Ein Ein größeres Fener brach in der Nacht zum Sonntag in Wrangelstr. 32. Bieberstein, Laufizer Platz 2. Spindler, Ehrenmänner Reichenbergerstr. 118. Scheyer, Reichenbergerstr. 54. 34danken, das Publikum einfach zu beschwindeln. Ehrenmänner sind sie ja alle auf den Ge- Schuhmann sah gegen 2 Uhr früh Flammen aus dem Dache beil, Naunynftr. 86. Rohr, Naunynstr. 78. Bierter Kreis O.( Adressen werden morgen veröffent- welche infolge der jetzigen Boykott- Bewegung einen merklichen tiefem Schlafe; denn die Hausthür war noch verschlossen. Auch Es wurde nämlich beschlossen, daß denjenigen Brauereien, emporzüngeln und rief die Feuerwehr. Als diese tam, stand der Dachstuhl bereits in Flammen. Die Bewohner lagen noch in Rückgang ihres Abfahes verspürten, abgesehen von den ihnen zuFünfter Kreis. Reſtaurateure: Wittichowo, Kleine stehenden finanziellen Entschädigungen, die übrigen nicht auf dem brennenden Boden war ein Dienstmädchen noch nicht Hamburgerstr. 27. Krüger, Hirtenſtr. 10. Webe, Lands- boykottirten Brauereien einen Theil ihrer erwacht und es wäre unbedingt verbrannt, wenn es nicht durch bergerstraße 41. Achilles, Greifswalderstr. 210. Sechster Kreis, Oranienburger Vorstadt. Restaurateure und schaft vertheilen. Biere abnehmen und dieselben an die eigene des Hauses wurde von Qualm derart erfüllt, daß die Infassen Feuerwehrmänner aufgerüttelt worden wäre. Der obere Theil Silgenfeldt, Bergstr. 60; Gieshoit, Beyenftr. 40; des bontottirten Bieres auf einer wünschenswerthen Höhe er wurde, konnte nach mehrstindiger Thätigteit gelöscht werden. Dadurch würde der Konsum flüchten mußten. Das Feuer, das mit 4 Schläuchen angegriffen Gleinert, Fenn- und Müllerstraßen- Ecke; Haferlandt, halten und die zu zahlenden Entschädigungen entsprechend ver- Der Schein hatte auch die Feuerwehr aus Wilmersdorf allarmirt, Bellermannstr. 87. Also ein ganz ordinärer Schwindel, der frechste Betrug- die aber nicht mehr zur Verwendung fam. das sind die Mittel, mit denen die hochmüthigen Brauerprogen in ihrem frivol heraufbeschworenen Kampfe zu fiegen hoffen. Sie letzt wurde am Sonnabend Abend gegen 6 Uhr in der Weins Von feinem eigenen Wagen überfahren und tödtlich vers ebenso vereiteln, wie sie mit dem uebermuthe dieser Profitgeier Mauersteine nach der Rosenthalerstraße fuhr. G., der auf dem werden sich täuschen; die Arbeiter werden diesen Schwindel meisterstraße der Kutscher Karl Gottlieb, der mit einer Ladung aufräumen werden. Aber schön ist es doch, daß diese Stüßen Wagen eingeschlafen, waren die Zügel entfallen und als er sich von Staat und Gesellschaft, diese Musterbürger in Reichs- und schlaftrunken bückte, um danach zu greifen, stürzte er vom Bod Gemeindevertretungen, diese Wahrer und Schirmer von Gesetz und gerieth unter fein Gefährt, dessen Vorderräder ihm über und Recht, Christenthum und Moral so offen den frech sten Kopf und Brust hinweggingen. In besinnungslosem Zustande Birug als loyales Kampfmittel proflamiren. Die Arbeiter wurde der Bedauernswerthe nach der Charitee gebracht, woselbst werden sich's merken. er hoffnungslos darniederliegt. Moabit. Restaurateur Her merschmidt, Perleberger ftraße 28. Rosenthaler Borstadt. Restaurateur Raabe, Ruppinerstr. 42. Schönhauser Vorstadt. Restaurateur Augustin, Raftanien- Allee 11. Bierboykott. Der unterzeichneten Rommiffion gehen von einzelnen Parteigenossen, sowie Lokalbefizern, Restaurateuren und sonstigen Interessenten täglich Mittheilunger zu über Lokale, die entweder bisher boykottirtes Bier ausgeschänkt haben und daffelbe nun aufgegeben haben, oder in denen schon bisher und auch weiterhin nicht boykottirtes Bier verzapft wird. Soweit mit diesen Mittheilungen die Ansicht verknüpft ist, daß sie durch uns an die Deffentlichkeit gebrach: werden sollen, so wird dieselbe nicht erreicht. Unsere Aufgabe ist es, den Boykott möglichst wirksam zu gestalten, die Empfehlung des nicht boykottirten Bieres oder der Lokale, in denen solches geschänkt wird, müssen wir aber den Interessenten überlassen. Die Boytott tommission. mindert werden. " -WO Welche Riefenprofite das Wasserfärben und-Würzen. das man mit dem schönilingenden Namen Bierbrauen belegt abwirft, dafür liegen folgende Zahlen vor: Die Schultheiß- Brauerei hat für das Jahr 1892 gezahlt: Zantiemen an die Direktion( Rösicke) 99 014,76 m. Tantiemen an den Aufsichtsrath 49 507,38 Entbehrungslohn an die Aktionäre 810 000, Begreift man nun den Feuereifer des Herrn Röjice? Neben dem nach Tausenden sich belaufenden Direktorgehalt in einem einzigen Jahre 100 000 m. Tantieme! Und 50 000 M. für die paar Aufsichtsraths- Sigungen! Diese Arbeiterfreundlichkeit" rentirt sich wenigstens! Die Aktienbrauerei Friedrichshöhe vormals Patenhofer erzielte 1891/92 bei einem 2 730 000. 1496 626 Der Redaktion des Vorwärts" sind in den letzten Zagen ebenfalls eine Reihe Buschriften zugegangen, in denen auf Lokale, welche boykottirtes Bier aufgegeben haben oder dasselbe noch ausschänken, zwecks Veröffentlichung derselben hingewiesen wird. Auch die Redaktion sieht sich aus den gleichen Gründen, welche die Boykottkommission oben bekannt giebt, ver- 55 000 m. Aktienkapital von einen Gewinn von •. • Ein Musterfabrikant. Polizeilich gesucht wird der feit achi Tagen verschwundene Schirmfabrikant Rombert, früher in der Gollnowstraße ansässig, wegen Vergehens gegen das Gesetz der Alters- und Invaliditätsversicherung und einer mit derselben ver bundenen Unterschlagung. N. war früher Besizer einer sehr bes deutenden Fabrit, die jedoch in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen war und bei deren Betrieb er ca. 30 000 M. ver loren hatte. R. versuchte nun auf jedem nur denkbaren Wege Geldmittel zu beschaffen und so ließ sich der Fabrikant dadurch eine strafbare Handlung zu Schulden kommen, daß er seinen Arbeitern die Beiträge für die Alters- und Invalidentasse vom Wochenlohn abzog und ohne die Marken einzufleben, für sich vereinnahmte, so daß das Personal, welchem der Lohn auch schon einige Zeit vorbehalten war, noch den gesammten Fehlbetrag erfeßen mußte., dem Kaufmann Conrad, Elbingerstraße 13, begangen. Derselbe Die bitterfte Noth. Ein Selbstmord wurde gestern von zweiflung getrieben, seinem Leben durch Erhängen ein Ende. war seit längerer Zeit arbeitslos und machte daher, von VerDer Arme hinterläßt eine Frau und sechs hungernde Kinder. An Direktion und Aufsichtsrath wurden an Tantieme bezahlt anlaßt, von einer Aufnahme derartiger Mittheilungen im redak. Wie hoch der Arbeitslohn ist, läßt sich genau nicht fest tionellen Theil des Blattes abzusehen. Für Bekanntmachungen stellen. Um den betreffenden Posten nicht allzuklein erscheinen zu der bezeichneten Art steht den Interessenten fortan nur der In- lassen, hat man Brennmaterial, Gas, Wasser, Miethe, Repaferatentheil unseres Blattes offen. raturen 2c. alles zusammengeworfen und ergiebt sich dafür die 450 Brauerei- Arbeiter und 250 Böttcher sind bis Summe von 646 727 M. Rechnet man hoch, so kann man für Arbeitslohn höchstens 600 000 m. ansehen. Und da ergiebt sich, jetzt vom Brauereiring gemaßregelt worden. Arbeiter, merkt Euch, daß alle daß die Tantieme für die Handvoll Aufsichtsräthe 10 p& t. der auch nicht die geringste Ungehörigkeit zur Last gelegt werden Gesammtlöhne beträgt. Die Arbeiter erhalten also für ihre straße 17, theilt uns bezüglich des Unfalles, der seiner Tochter an nur 40 pt. des Gewinnes, die in so standalöser Weise die Hungerpeitsche über diese Männer näre aber für ihr Faullenzen 60 pCt. Der Tischler Franz Büschel, Rixdorf, Faltstr. 3, theilt uns mit, daß er mit dem wegen Silberdiebstahls und Falsch= münzerei verhafteten Mann gleichen Namens nicht identisch ist. Keine Nachtwandlerin. Herr August Lulinski, Friesenzu schwingen. Arbeiter Berlins! Beigt durch strengste Durch für die Kommanditäre 488 949 M., Arbeitslöhnen 348 191 m. nachtwandelte, sondern durch starkes Klopfen und Rütteln an Das Böhmische Brauhaus zahlte pro 1892 an Dividende vom 11. d. M. insoweit unrichtig war, als seine Tochter nicht führung des Boykotts, daß die Uebermacht des Kapitals an Bieht man, wie eigentlich selbstverständlich, auch noch die Ab- der Schlafkammerthür stark in Angst versetzt worden ist und sich m. Eurem einmüthigen Willen elend zerschellen muß! Agitirt un- chreibungen in Betracht, so erhalten vom Arbeitsertrag vor Furcht auf das Gitter stürzte. Auch kann sie sich mit Sicherwie auch noch die Abablässig! die Aktionäre fürs Nichisthun 64 pCt., die Arbeiter 36 pt. beit entsinnen, daß sie um Hilfe gerufen habe. Der Schreck habe Die Arbeiter haben dafür aber ivenigstens die beruhigende Schmerzen wieder zum Bewußtsein gekommen. ihr die Besinnung geraubt. Sie sei erst durch die furchtbaren Gewißheit, daß nach den Ergebnissen der Unfallstatistik die Brauerei- Arbeiter die höchsten Unfallziffern aufweisen. Polizeibericht. Am 19. d. Mts. früh wurde ein Mann in Eine für 1890/91 erschienene Bujammenstellung der Profite seiner Wohnung, in der Fürstenstraße, erhängt vorgefunden. Den Parteigenossen der Vororte diene zur Notiznahme, daß für dieselben Boytott Flugblätter zur Verfügung stehen und in der Buchdruckerei des Borwärts" abgeholt werden können. Aus. Nachmittags wurde in der Nähe der Waiseubrücke ein lOjäbriger Suade beim Spielen von einem anderen Ztnaben in die Spree zestoßen. Da das Wasser an dieser Stelle sehr'eicht ist, gelang -s ihm leicht, wieder herauszukommen, er hatte aber beim Fallen »en rechten Unterarm gebrochen.— Gegen Abend siel in oer isteuen Schöiihauserstraße ein Kutscher von seinem ins Schleudern gerathenen Mörtelwagen und wurde an beiden Leinen überfahre».— Unter der Stadtbahn- Uebcrführung in der Neuen Promenade gerieth eine 76 Jahre alte Frau anter eine Droschke und wurde mehrfach, anscheinend jedoch -licht schwer, am Kopfe verletzt.— In der Alcxandcrstraße lief ein Knabe aus UnachtsamkeU gegen eine Droschke und erlitt außer mehrfachen Quetschungen anscheinend einen Bruch des rechten Oberschenkels.— In der Nacht zum 20. d. M. erschoß sich im Thiergarten auf dem Spielplatz an der Lennsstraße ein etwa 25 Jahre alter Mann.— Am 20. d. M. Morgens wurde ein Kaufmann in seiner Wohnung, in der Elbingerstraße, erhängt vorgefunden,— Vormittags schoß sich ein Handwerker in seiner Schlafstelle, in der Adalbertstraße, drei Revolvcrkugeln in den Mund und verletzte sich so jchwer, daß er bald darauf starb.— An»!9. und 20. d. M. wurde die Feuerwehr zehn Mal zu Feuern gerufen, darunter zwei Mal zu größeren.— In der Rauchstr. 1 brannte der Inhalt mehrerer Himmer und in der Naumcrstr. 21 das Holzwerk und das Dach eines Neubaues. TTzenkev. Müde und träge schleicht das Theaterjahr seinem Ende zu. Die letzte Novität noch brachte das Schauspielhaus. Es handelt sich um eine literarische Ausgcubung, um ein Witzspiel aus Spamen's theatralische Glanzperiode, um die Komödie„Das Unmögliche" von L o p e d e V e g a. die der Kritiker der „National-Zeitung" Eugen Label nach einer Ucbersetzung von Braunsels sür die deutsche Bühne„gerettet" hat. Mit solchen Rettungen hat es seine besondere Bewandtniß. Sie kehren regelmäßig gerade in solchen Perioden häusiger wieder, in denen eine Erschlaffung /ünstlecijchcn Schaffens eingetreten ist. In der That ist die Reaktion das besondere Merkmal des abgelaufenen Bühnenjahres und ganz aus dem Geiste dieser Reaktion heraus verfiel man darauf, aus den Rcichthümern Lope de Bega's nicht etwa ein schweres, in großen Schicksale» reiches oder in berauschende Phantasie getauchtes Stück zu wählen, sondern man ließ sich's mit einer zierlichen Kleinarbeit, von heiterer gefälliger Form, aber gering- fügiaer ideeller Bedeutung genügen. Das Spielerische in der Kunst, das märchenhaft Tändelnde, nicht das märchenhaft Tiefe und Naive, das von dem Berliner Theaterpublikum zur Zeit so begierig aufgesogen wirb, ist auch für Lope de Vega's„Tugend- Wächter" charakteristisch. Als steckte man voll von geheimem Bangen vor der dramatischen Behandlung.moderner Empfiiidnng, moderner Zeitgedanken. Auf dem Minnehof der schönen Kömgin von Neapel, der nirgends und niemals bestand, als im luftigen Reich der Romantik, da kann auch die zärtlichste Seele nicht von Aufregung und Kampf beunruhigt werden. Da geht es zierlich und gefällig zu und verliebte Sehnsucht, zierliche Koketterie sind die Pole, um die sich alles Erdenschicksal dreht. Davon hört ein selbstzufriedenes Publikum gerne und das Schauspielhaus hat ein selbstzufriedenes, wohlunständiges Publikum. Die junge schöne Köngin von Neapel hat ihre Ritter mit der Räthselfrage beschäftigt, was ist das Unmöglichste auf Erden? Keine Auskunft geben die Eoty» am Hofe, keine Auskunft wenigstens, die die Königin befr�digen könnte; und so kommt sie selber zu dem Ausspruch: Das Unmöglichste ist es. ein Weib, das in Liebe entbrannt ist, zu hüten. Dem widerstreitet der edle Roberto und erklärt: Ich will Wächter meiner liebreizenden, tugendsnmen Schwester sein. Nur durch mich darf sie ihren Gatten wählen. Aber Roberto's Schwester Diana liebt den edlen Lisandro und er ist längst auch in sie verliebt. Durch Ränke und in Verkleidungen aller Art wissen die Liebenden den strengen Tugendwächter zu übertölpeln und Reberto muß bekennen: Es ist undenkbar, ein Weib zu hüten, das nicht selber seine Ehre hütet. In das Tändelnd-zierliche der Verse Lope de Vega's fand sich Frau von Höchen burger lDiana) besser als Fräulein Poppe's(Königin) minder graziöse Kunst. Am wirksamsten aber erwies sich die komische Kraft V oll m ers(Kastellan im Schloß Roberto's.) Zentraltheater. In dem Quodlibet„Der Traum des A k.t i o n ä r s". das am Sonntag zum ersten Male aufgeführt wurde, hatte Herr Thomas zwar Gelegenheit, in einem Bäcker- dutzend Rollen sein vielseitiges Talent zu zeigen, aber weiter hatte die Sache eigentlich auch keinen Zweck. Der Inhalt des Stückes ist ein Sammelsurium aus älteren Possen und Operetten, das einem Aktionär, der statt zum Brauereidirektor, aus Versehen zumDirektor einesTheaters.das der Brauerei gehört, gewähltworden ist, nach dem Muster der„Niobe" im Traum erscheint. Die verschiedenen Szenen sind meistentheils mit Geschick aneinander gereiht, aber sie geben doch kein Ganzes, das am Schluß der Borstellung Befriedigung erwecken könnte. Vollends wird die Wirkung beeinträchtigt durch di» schließliche gar zu gewaltsame Lösung des Knotens, die den angenehmen Empfindungen und Erinnerungen, welche die vorgeführten Bilder aus den zum großen Theil schon verschollenen Stücken erwecken, einen gar zu plumpen Stoß versetzt. Dem Gast stand Frau Dora, der eben- falls eine erkleckliche Anzahl Rollen aufgebürdet war. vortrefflich zur Seite. Von den sonstigen Mitwirkenden sei vor allen Herr Müller genannt, der durch seinen trockenen Humor, wie immer, das Publikum hinriß. Gevirliks-FleiknulZ. Presse und Polizei. Wider war es die Mißbilligung einer folizeimaßregel, welche gestern drei Redakteure, die Herren ch i p p a n g(„Deutsche Warte"), Harich(„Verl. Tagebl.") und M u l l e r(„Berliner Morgenzeitung") vor der VIl. Straf» lammer des Landgerichts I führte. Die betreffenden Zeitungen hatten einen Bericht der„Mühlhaufener Ztg." übernommen, wonach ein Polizeisergeant«inen truiikenen Menschen, der in das eiskalte Wasser gefallen war und sich am Kopf verletzt hatte, statt nach dem Krankenhause, nach dem Polizeigewahrsam gebracht habe. Dort habe der Mann mit durchnäßten Kleidern die Nacht verbracht, als man aber des Morgens seine Zelle öffnete, sei der Bedauerns- werthe eine Leiche gewesen. Da in dem betr. Artikel das Vor» gehen des Polizeisergeanten als ein Akt der Unbarmherzigkeit ge- geißelt wurde, so war gegen den Redakteur der„Mühlh. Ztg." Strafantrag gestellt und dieser zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt woroen. In der betr. Gerichtsverhandlung war festgestellt worden, daß das Vorgehen des Polizeisergeanten vorwurfsfrei und der Tod des betr. Mannes«ine Folge zu starken Schnaps- genusses gewesen war. Der hiesige Gerichtshof sah das Ber- gehen etwas weniger schwer an: er verurtheilte die Herren S ch i p p a n g und M ü l l e r zu je 20 M., H a r i ch zu 30 M. Geldstrafe. Moderne Rechtsprechung. Das geflügelte Wort„D i e Oeffentlichkeit existirt nicht", dürfte bald mehr als ein leeres Wort werden, wenn der Presse das Gebiet ihrer de« rechtigten Thätigkeit durch die Gerichte noch immer enger be- grenzt wird, als es bisher schon der Fall war. Auf grund eines alten Reichsgerichts-Erkenntnisses ist gestern von der 5. Straf- kammer des hiesigen Landgerichts I ausgesprochen worden, daß selbst wahrheitsgetreue Gerichtsberichte, in denen ganz zutreffend «ine an sich beleidigende Aenßerung eines Gerichtsvorsitzenden wiedergegeben wird, vor einer Anklage wegen Beleidigung nicht schützen. In einer vor der Strafkammer des Land« gerichts II verhandeltenAnklagesache wegenHausfriedensbruchs hatte der Vorsitzende bei der Urtheilsverkündigung u. a. gesagt:„Auch unnoble Menschen müssen in ihrem Hausrecht geschützt werden." Diese Bemerkung des Vorsitzenden, durch die sich der betreffende Belastungszeuge beleidigt fühlte, hatte der Gerichts-Berichterstatt er BugarSky wahrheitsgetreu seinem Berichte eingefügt. Daraufhin strengte der betreffende Zeuge eine Anklage wegen Beleidigung nicht nur gegen Bugarsky, sondern auch gegen den Redakteur der..Berliner Zeüung", P»ul Ehreatrav. t an, der jenen Bericht abgedruckt hatte. Die Sache wurde nicht einmal zum Gegen- stand einer Privatklage gemacht, fondern der Staatsanwalt erhob die öffentliche Klage und das Schöffengericht verurtheilte beide Angeklagte zu je 20 M. Geldstrafe. In der Berufungsinstanz beantragten die Rechtsanwälre Dr. Halle und Dr. F l a t a n die Freisprechung der Angeklagten, da dieselben unmöglich das Bewußtsein haben konnten, durch die wahrheitsgetreue Wieder- gäbe einer von dem Gerichtspräsidenten gethanen Aenßerung eine Beleidigung zu begehen. Die fünfte Strafkammer erkannte aber auf Verwerfung der Berufung. Maßgebend für oie Strafkammer war ein im Bande I der Reichs« gerichisentscheidnngen abgedrucktes Erkenntniß des obersten Gerichtshofes, in welchem ausgeführt wird, daß der Grundsatz des tz 12 Strafgesetzbuches(„Wahrheitsgetreue Berichte über Ver- Handlungen eines Landtages oder einer Kammer eines zum Reiche gehörigen Staates bleiben von jeder Verantwortlichkeit frei") nichr Platz greift auf wahrheitsgetreue Berichte über Gerichtsverhandlungen. Der Schutz des§ 193 wurde den beiden Angeklagten versagt, da nach dem bekannten Reichsgerichts- Erkenntniß der Z 193 ganz persönliche Interessen und nicht die Interessen der Allgemeinheit im Auge habe. Gestern wurde gegen den bekannten anarchistischen Agitator Dr. med. Ladislaus Gumplowicz aus Graz, gegen den Mechaniker Karl W i e s e n t h a l und gegen den früheren Kandidaten der Theologie, jetzigen Redakteur Fedor v. Wächter, vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I verhandelt. Am 29. November v. I. fand in den Gratweil'schcn Bierhallen eine Versammlung von arbeitslosen Malergehilfen statt. Der Angeklagte v. Wächter sprach im Namen des sozial- demokratischen Fachvereins über die Ursachen der Arbeits- lostgkeit. Er soll dabei ausgeführt haben, daß man vie revolutionären Ideen in das Heer und den Beamten- stand hineintragen müsse, nm immer mehr Anhänger zu gewinnen, im Falle einer Revolution würden die Soldaten dann nicht auf ihre Brüder ichießen. Hierin fand die Anklage eine Aufreizung. Nachdem der An- geklagte von Wächter seinen Vortrag beendet hatte, entspann sich eine Diskussion, an welcher sich zunächst der Angeklagte Gumplowicz betheiligte. Nach der Anklage sagte er: Er erkenne keine Gesetze über sich an. Wenn jemand hungere, so solle der- selbe sich dasjenige, was er zum Leben gebrauche, von den Leuten nehmen, welche sich früher unberechtigter Weise in den Besitz reichlicher Mittel gesetzt hätten. Das Heer sei nur dazu da, um gegen oie streikenden Arbeiter verwendet zu werden, das Volk sei ein Riese, es brauche sich nur zu schütteln, um die Flöhe abzuschütteln, die auf ihm herumkrabbeln. Nach dem An« geklagten Gumplowicz nahm der Angeklagte Wiesenthal das Wort. Er erklärte, nach der Ankluge, daß Hunger das schlimmste sei, von dem ein Mensch betroffen werden könne, er würde u> solchem Falle in den ersten besten Schlächter« oder Bäckerladen gehen und sich eventuell mit Gewalt nehmen, was er gebrauche, um seinen Hunger zu stillen. Er würde sich eher die Kohlrübe abhacken lassen, als vor Hunger auf der Straße verrecken. Der Angeklagte Gumplowtcz, welcher z. Z. wegen ähnlicher Vergehen eine Gefängnißstrafe von anderthalb Jahren verbüßt, gab an, daß er ursprünglich jüdischen Glaubens gewesen, dann evangelisch geworden und jetzt Dissident sei. Er räume ei», daß er zum Diebstahl und Mundraub ansgefordert habe, er werde es auch serner lhun. Aber er bestreite die. ihm zur Last gelegte Aufreizung, sowie daß er erdichtete Thatsuchen behauptet habe, um eine Staatseinrichtung verächtlich zu machet?. Der Angeklagte Wiesenthal gab die Aenßerung, wegen der er beschuldigt ist, ebenfalls zu, bestritt aber, daß er un Un Ver- brechen gedacht habe, welches vom Gesetz mit dem Tode bedroht » erde. Den Kopf könne man sich ja auch vom Fleischer ob- hacken lassen, wenn man diesen Tod dem des Verhnugerns vorziehe, es sei ein Scharfrichter dazu nicht uöthig. Er habe nur zu Mundraub und Diebstahl aufgefordert. Der Angeklagte Wächter bestritt jede ausreizende Absicht, er habe lediglich die Marx'schen Theorien ausgeführt. Staatsanwalt Dr. Benedix veantragte nach Schluß der Beweisaufnahme gegen Dr. Gumplowicz, der systematisch gegen die Gesetze verstoße, eine Zusatzstrafe von anderthalb Jahren Gefängniß, gegen Wiesenthal, der zur Zeit eine Gefängnißstrafe von l Jahr 4 Monaten wegen„anarchistischer Umtriebe" verbüß-, eine Zusatzstrafe von einem Jahr und gegen v. Wächter sechs Wochen Gefängniß. Der letztere habe sich dadurch ve> gangen, daß er aufgefordert habe, ven sozialistischen Geist in die Armee zu tragen, damit die Soldaten in ihrem Pflichtgefühl ge- lockert würden. Der Angeklagte Gumplowicz hielt eine längere Rede, worin er besonders hervorhob, daß er durch eine harte Strafe nie gebessert werden könne. Die rohe physische Gewalt, der er sich fügen müsse, könne keinen Einfluß ouf seine Ge- sinnung ausüben. Er schloß mit folgenden mit erhobener Stimme gesprochenen Worten:„Thun Sie Ihres Amtes, meine H-.rren, aber geben Sie sich nicht der Hoffnung hin, daß Sie Recht ausüben, Sic üb?, n nur Gewalt aus. WennSie aber einmal die M acht verloren haben, haben Sie Alles ver- l o r e n!" Jetzt erhob sich Staatsanwalt Dr. Benedix und erklärte: Nunmehr ändere ich meinen Strafantra� n. und beantrage eine Gefängnißstrafe von acht Jahren.(!!!!) Der Angeklagte Dr. Gumplowicz zeigte ein höhnisches Lächeln. Die Vertheidiger, Rechtsanwälte Dr. Biber und Dr. H e r z s e l d plaidirten für ein niedrigeres Strafmaß, der letztere für Freisprechung des Angeklagten v. Wächter. Ter Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten Dr. Gumplowicz zu 9 Monaten Gefängniß zusätzlich, den Angeklagten Wiesenthal zu 3 Monaten Gefängniß zusätzlich. Der Angeklagte v. Wächter wurde freigesprochen. Wegen Majestätsbeleidigung wurde der Bäckermeister Adolph K u h r t aus Charlotlenburg am Montag von ver zweiten Strafkammer am Landgerichi ll zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Verhandlung fand unter Aus- schließung der Oeffentlichkeit statt. Ans der öffentlichen Urtheils- Publikation ging hervor, daß der Angeklagte die Kaiserin schwer beleidigt hat, daß aber der Gerichtshof annehmen mußte, der Angeklagte sei sich der Bedeutung und der Tragweite seiner Aeußeruiigen nicht voll bewußt. gewesen. Trotzdem setzte es für das sog. Vergehen die oben bezeichnete harte Strafe. soziale Welrevtilftk. Achtung, Berliner GewerbegerichtS- Beisitzer! Die Arbeitnehmermitglieder des GewerbegerichtS- Ausschusses tagen am Dienstag, den 22. Mai, Abends 9 Uhr, bei Ehrenberg, Annensir. 16. Dies wird mit dem Bemerken allen Gewerbe- gerichts-Beisitzern, namentlich denjenigen der fünften Kammer, bekannt gemacht, daß ein Antrag an den Ausschuß für Gutachten und Anträge mit den notywendigen 30 Unterschriften versehen werden muß und wird erwartet, daß sich die genügende Anzahl zur Unterschrift dieses Antrages einfindet. Der Ausschuß. Im Auftrage: A l w. K ö r st e n, Skalitzerstr. 63/64. A« die Genossen! Von den Arbeitern der Knhnheim'schen abrik in Nieder-Schönweide wurden nach Beendigung des treiks ca. 80 Arbeiter, welche an der von ihnen aufgestellten sordernng bis zum letzten Augenblick festhielten, gemaßregelt, sie nun, ivenn nicht schnelle Hilfe kommt, mit ihren Familien dem Elend preisgegeben sind. Es ist daher Eure Pflicht, für dieselben einzutreten. Wir fordern Euch deshalb auf. Euer Solidaritätsgefühl durch recht rege Betheiligunz an den Samm- lungen für die Gemaßregelten zu bezeugen. Die Streik-Unter stütz u ngskommission. Geldsendungen sind zu richten an H. Bökert, Adlershof. Bismarckstr. 39. Die unterzeichnete Kommission ersucht alle diejenigen, die noch im Besitz von Sammellisten des letzten Berliner Schuh- macherstreiks sind, diese binnen vier Wochen abzuliefern, widrigen- falls wir gezwungen sind, die Namen der Säumigen zu ver- öffentlichen. Die Lohnkommission. R i ch. T e m l e r, Zeughofstr. 6, Hof, Quergeb. pari. An die Sattler Berlins! Seit langem hat in unserer Branche keine so schlechte Arbeitsgelegenheit geherrscht wie jetzt, und je höher die Arbeitsnoth steigt, umsomehr benutzt die Unter- nehmerschast die Gelegenheit zu rücksichtslosem Vorgehen. Leider ist die Zahl der organisirten Kollegen noch gering und bleiben viele derselben ohne einen ersichtlichen Grund der Organi- sation fern. Auch die älteren Kollegen hätten alle Ursache, sich zu organisiren. Ebenso wäre es angebracht, wenn einmal die Kollegen der Z e n t e r' schen sowie diejenigen aus anderen ähnlichen Werkstätten sich in der Versammlung sehen ließen, damit die Berliner Sattler einmal Stellung zu diesen Werkstätten nehmen könnten. Kollegen! Betrachtet unsere Wiener und über- Haupt unsere österreichischen Kollegen, �welche Siege sie errungen haben infolge ihrer Organisation. Schämen müssen wir uns, daß in Berlin nicht einnial 10 pCt. der Sattler organisirt sind, wogegen wir in anderen Städten 90 pCt. organisirte zählen. Darum auf. Kollegen! Zeigt, daß Ihr gewillt seid, endlich von dem verderblichen JndifferentismuS Euch loszusagen, um Mann sür Mann der bestehenden Organisation beizutreten. Die nächste Versammlung findet am Sonnabend, den 26. Mai, Abends 3l/r Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobstr. 83, statt und von oa ab regelmäßig alle 14 Tage in demselben Lokale. In der Versammlung sowie in seiner Wohnung, Schlegelstr. 5, v. 4 Tr., nimmt der ilassirer F. M a t s ch u l a t Aufnahmen entgegen. P. Blum, Demminerftr. 13. Der Schlosserftreik in der Richard Saalfeld'schen Patent- Tischfabrik zu H e l m st e d t ist zu gunsten der Arbeiter beendet. Der Zuzug von Schlossern und Drehern nach Frank- f u r t o.. M. ist streng fernzuhalten. Tort sind 350 Arbeiter der Firma K l e y e(von der Fahrrad-2lbtheilu»g) in den Streik ein- getreten. Zum Tischlerstreik in Zürich wird uns von dort ge- schrieben: Im Laufe der letzten Woche hat sich die Situation sehr wenig verändert. Die Maßnahmen der Meister sind die gleichen wie früher. Die gemachte Solidarität der Schreiner- meister hält noch etwas an, da sie die Unterstützung der ge- jammten Bourgeois genießen. Die Polizeimaßregeln sind von neuem verschärft worden, was uns aber sehr wenig erregt. Hand in Hand mit der Polizei gehen die Provokationen von seilen der Meister. Die Meister begehen die größten Ausschreitungen so- gar unter der Hand der Polizei, es fehlt nur noch, daß dieselbe Beifall klatscht. Die hohe Justitia giebt sich alle Mühe, bei den kleinsten Vergehen das Recht zu gunsten der Meister zu verdrehen. Der Bezirksanwalt hat anläßlich einer Schlägerei m Wollishofen des anderen Tages fünf Streikende verhaften lassen, weil sie einmal dort gesehen worden waren. Im Laufe der Verhandlung ließ der Bezirksanwalt verschiedene Aenßerungen fallen: so sagte ier er unter anderem:„Er habe den Auftrag, gegen Stceikende extra streng zu verfahren." Gegen einen Schweizer, welcher entlassen wurde, äußerte er sich, die Deutschen, welche verhaftet wären, würden wahrscheinlich ausgewiesen. Eine nette republikanische Praxis: für ein kleines Vergehen, welches sonst mit Polizeibuße bestraft wird, die Ans- Weisung. Die Meister(mährend sie sich mit Mordinstrumenten be- waffnet haben) fordern die Streikenden auf. in ihre Behausung zu kommen, was sie oamit wollen, läßt sich leicht denken. Die Polizei fragt in den Wirthschaften, wo Streikende verkehren, nach, ob dieselben auch ihre Zeche bezablen. Auf der Straße lasse die Polizei die Streikenden nicht ruhig an einem Orte stehen, man treibt sie hin und her wie das Vieh. Nach oben kriechen die Herren und nach unten sind sie roh und brutal. Es widerstrebt unZ, alle die Gemeinheiten anzuführen, unter welchen die Streikenden zu leiden haben. Man möchte vor allem einen Putsch herbeiführen, um die Streikenden«inzustecken und die Deutschen vielleicht auszuweisen. Wie kritisch unsere Lage ist, kann man aus Vorstehendem ersehen, aber bis jetzt ist es noch nicht gelungen, uns zu schwächen. Wir stehen noch so fest und standhaft, trotz aller Pollzeimache. Die Gemclnheiten und Ausschreitungen der Meister zeigen uns am besten ihre große Verlegenheit. Die Dummheit wird stets ge- mein, wenn es ihr an den Kragen geht. Unsere Hoffnungen werden daher von Tag zu Tag größer, die Streikenten sind sich ihrer Sache bewußt und ertragen alle Unannehmlichkeiten; sie wissen, daß vie gesammte Arbeiterschaft hinter ihnen steht. I» aus- wärtigen, namentlich deutschen Blättern werden nach Zürich Tischler gesucht unter dem Vorgeben, die neunstündige Arbeits- zeit fei bewilligt, der Verdienst ein sehr guter. Das ist natürlich durchsichtiger Schwindel, auf den die deutschen Arbeiter nicht hereinfallen werden. versÄittittlungen. Die Kommisflon fiir Zentralisation sämmtlicher OrtS- Krankenkassen hatte am 20. Mai eine Konferenz von Delegirren der Krankenkassen-Vorstände einberufen, um die Meinung der Vorstände und Generalversammlungen der resp. Kassen über oieses Projekt zu hören. Adler(Brauerkasse), der das ein» leitende Referat übernommen hatte, schilderte der gut besuchten Versammlung eingehend die Aufgabe, welche„eine gemeinsame Kasse sür alle Berufe" zu lösen habe, und die Vortheile, welche daraus den Kassenmitgliedern erwachsen würden. In dem von einigei: Kassen erstrebten„Verbände" erblicke er nur den Ueber- gang zur Zentralisation, die über kurz oder lang doch herbei- geführt werden müßte, deshalb sei es rathsamer, gleich gründlich vorzugehen, um so mehr, als es auch gesetzlich zulässig sei und die Aufsichtsbehörden dem Plane wohlwollend gegenüberstehen. Der schnellste Weg, um zmn Ziele zn gelangen, sei eine nur bedingungsweise Auflösung sämmtlicher Kassen, die erst dann perfekt werde, wenn die Genehmigung der Statuten der zu gründenden Zentralisation vorliege. Als Form der Organi» sation empfahl Redner«ine Zentralstelle und die Einrichtung einer größeren Zahl vou Filialen in allen Stadttheilen zur Einziehung der Beiträge, Entgegennahme von Krank» Meldungen, Auszahlung der Unterstützungen a. f. w. Un. bestreitbar würde sich auch durch em Kartensystem ein« beben» tende Erleichterung in der Buchführung erzielen lassen. Aller- dings sind die von ihm angeführten Vortheile vorläufig noch Zukunftsbilder, trotzdem aber keine Spielerei, sondern nur ein Fingerzeig, was durch eine Vereinigung der Kassen erreicht wer- den kann. Der Frag«: Was soll aus all den jetzigen Beamten werden? halte er entgegen, daß tüchtige Beamte auch in der Zentralisation Stellung finden. Da namentlich die in den Vor- ständen sitzenden Arbeitg e b e r sich beklagt haben, über das Wesen der Zentralisation nicht genügend orientirt zu sein, des- halb, so bemerkte der Redner zum Schluß, sei eine nochmalwe gründliche Aussprache jedenfalls sehr zweckdienlich. A ß n, a n"n (Maschinenbauerkafse) erklärte die Gegnerschaft vieler Versiche- rungspflichtigen aus der sich bei ihnen gebildeten Meinung, die wurde " Aufsichtsbehörde sei nur beshalb für die Zentralisation, um dann die Hand nehmen und zu diesem Zweck Versammlungen ein- I doch da derselbe von ben maßgebendften und einfichtsvollsten Ge desto leichter die Verwaltung in thre Hand zu bekommen. Er berufen verde. Wenn sich die einzelnen Borstände dagegen steifen, noffen unterzeichnet fei, füge er sich demselben. Zu observiren balte diese Ansicht für irrig. Eine bedeutende Ersparniß in den so müsse von unten aus revolutionirt werden, feineswegs werde sei die Spandauer Bergbrauerei, man habe beobachtet, daß Berwaltungskosten, die unbedingt bei der Zentralisation eintrete, fich die Rommission davon abhalten iaffen, die ihr von einer nach Wagen der Gambrinusbrauerei mit leeren Fässern hin und mit Spreche ehr als alles andere für fie. Auf Ersuchen der unteren Tausenden zählenden Versammlung übertragene Aufgabe zu er gefüllten wieder zurückgefahren seien. Hiernach wurde die Berliner Aufsichtsbehörde habe die Kommission am 12. April mit einer füllen. Deputation derselben konferirt. Stadtrath Friedel habe in Resolution einstimmig angenommen. Nachdem die öffentliche diefer Sigung erklärt, daß die untere Aufsichtsbehörde den Kassen Betheiligung bei Heise, Lichtenbergerfir. 21. Die Böttcher tagten am Sonntag Vormittag unter starter 3 Pf. ergab, erfolgt war, schloß die Versammlung mit der ernften Abrechnung von der Kommunalwahl, die ein Defizit von 69 M. bei ihrem Vorgehen feinerlei Schwierigkeiten bereite. Der Bericht der Sie selbst lehne eine Initiative in Lohntommission ergiebt, daß der Stand der Streits im Wesent: Mahnung, unter feinen Umständen boykottirtes Bier zu trinken, ab, überlasse fie vielmehr den ungspflichtlichen unverändert ist. Troß riesenhafter Anstrengung es und auch das übrige Ningbier nach Kräften zu meiben. ist dem die jedoch das Mitbestimmungsrecht der oberen Ber: Ringe nicht gelungen, Erfaß für die Streifender heranzuschaffen; Friedrichshagen. Mit der Stellungnahme zum waltungsbehörde ebenfalls zu berücksichtigen hätten. Aufmert diese halten, einige wenige Streifbrecher abgerechnet, fest zusammen. Bierbontott beschäftigte sich am Sonnabend eine hier sam gemacht, ob sie( die Gewerbedeputation) in den Ausständig sind noch 283 Kollegen, unter diefen befinden sich tagende öffentliche Volksversammlung, die von etwa 400 Bera Verwaltungsapparat eingreifen würde, wenn zum Zweck der 184 verheirathete mit 334 Kindern. Da der Ring den nicht koalirten fonen besucht war. Der Leiter der Versammlung, Buchdrucker Förderung der Zentralisation Rassengelder verwendet würden, Brauereien die Fastagenlieferung abzuschneiden versucht, war die Sonnenburg, verwies auf die am Abend vorher in Berlin antwortete fie ausweichend. Einzelne Herren erwärmten sich Rommission auch dahingehend thätig, um diesen Plan zu durch abgehaltenen neun großen Voltsversammlungen und ersuchte die für eine Branchen- Zentralisation, die aber, bei Lichte besehen, freuzen. inter berichtete, daß ganz Süddeutschland mit Arbeiter Friedrichshagens und der Umgegend, sich mit dem Vorwenig zweddienlich sei. Haupt- und Nebenvorstände würden in Inferaten überschwemmt werde, wonach Berlin das Eldorado gehen resp. den Beschlüssen der Berliner Arbeiter in allen Buntte der Zentralisation nach dem Ausspruch des Stadtrath Friedel der Böttcher und Brauer sei; man hat jedoch Vorsorge ge- folidarisch zu erklären. Nach eingehender Darstellung der Bor nicht statthaft sein; den Filialen könnten aber Bevollmächtigte troffen, daß der Zuzug von außerhalb fern gehalten wird. geschichte und des Sachverhalts des Boykotts durch Maria vorstehen. Die Deputation habe dann noch auf die ſich häufig das Berhalten der Streitbrecher, die aller Voraussicht nach nur Kramm, Rückert, Frau Kessel und weitere Redner. Siz Neumann, Buggenhagen und andere Redner beleuchteten mann betheiligten sich an der Debatte noch Leonhardt, widersprechenden und dem Gesetz entgegenstehenden Entschei dungen vieler Kaffenvorstände verwiesen. Sollten die Raffen turze Zeit die Früchte ihres Thuns genießen würden. Allgemein Antrag, nur das Bier der Friedrichshagener Müggelfchloßso wie in den letzten zwei Jahren weiter arbeiten, so würde wohl die Provokation der Unternehmerschaft nunmehr in ein ganz stimmig folgende Resolution angenommen: die Meinung vertreten, daß der Streit durch Brauerei zu trinken, wurde schließlich zurückgezogen und eins bald eine Revision des Krankenkassen- Gesetzes nothwendig sein Die 2c. Bersammlung erklärt sich mit den ausgesperrten und dann jedenfalls die Einführung der Zentralisation von anderes Stadium getreten sei; jekt hinge der Sieg der Böttcher Gefeßes wegen erfolgen. Durch Verlesung der Präsenzliste wurde von der Berliner Arbeiterschaft in erster Linie ab. Für die Brauerei- Arbeitern solidarisch und verpflichtet sich, dieses in jeder festgestellt, daß 39 Orts- und 5 freie Hilfskaffen in der Ver- Böttcher gebe es nur eine Parole: fest zu bleiben und den Boykott Weise zu befunden. Sie ist der Ansicht, daß der Ring der Brauereien Berlins und Umgegend den Kampf provozirt hat, um einen sammlung vertreten waren. Tapezirer Feder erklärte sich als in jeder Weise zu unterſtüßen. Gegner der Zentralisation. Auf seine Anregung hin wurde eine lang geplanten Angriff gegen die Organisation der Brauerei- Arbeiter öffentliche Versammlung der großjährigen Kassenmitglieder einins Werk zu setzen und damit deren Vernichtung herbeizuführen. berufen, die einstimmig zur Ablehnung der Zentralisation fant. Die Versammlung verpflichtet sich daber, auf das Bier der Schultheis Er nehme mit Genugthuung wahr, daß Adler seine phantasieBrauerei und Livoli, der Brauerei Happoldt, des Böhmischen reichen Ideen von Errichtung eigener Apotheken zc. bedeutend Brauhauses, der Adler- Brauerei. der Vereins- Brauerei Nixdorf, eingeschränkt habe, denn darüber lasse sich überhaupt nicht deder Spandauerberg Brauerei uns der Schloß Brauerei Schöne battiren. So dumm sei der Arbeiter nicht mehr, um etwas zu berg so lange au rerzichten, bis der Webermuth her aternehmer Charlottenburg. Am Sonntag Bormittag tagte hier eine gebrochen it errichten, was bei günstiger Gelegenheit seitens der Behörde mit gutbesuchte Versammlung in der Gambrinusbrauerei, Beschlag belegt werde. Wenn die Behörde etwas gut heißt, in der der Bierboykott zur Besprechung tam. Genosse Siegerist dann mahne es die Arbeiter zur Vorsicht. Durch Zentralisation legte die Veranlassung zu demselben klar und erörterte das gehe auch das Selbständigkeitsgefühl des Einzelnen verloren. Wirkungsvollere des taktischen Vorgehens durch Boykottirung der ( Gelächter.) Buchdrucker Magnan erklärt, feine Raffe habe 7 Brauereien. Redner bittet die Versammlung, möglichst ein noch keine Stellung genommen. Persönlich sei er und der Vor- stimmig die in Berlin in 9 Voltsversammlungen angenommene stand gegen Zentralisation, aber für einen Verband der Kranken- Resolution zu der ihrigen zu machen. Mit lebhaftem Beifall taffen. Zimmerer Günther plädirte für Zentralisation. gelangte die Resolution einstimmig zur Annahme. Genosse Buchbinder Angreß hält es für unverantwortlich, die jetzige Gärtner, Gewerkschafts Delegirter der Berliner Brauer, Selbständigkeit der Rassen preiszugeben. Rückert( Allgemeine schilderte den Hergang der Aussperrung der Brauer. Nachdem Ortstaffe): Seine Kasse sei für Zentralisation, sie habe nichts Genoffe Sie gerist noch einen Ueberblick über die Höhe der zu verlieren.( Große Heiterkeit. Aha!) Dividenden der Brau- Aktionäre gegeben, gab der VorBuchdrucker Günther führte als Beweis der bei der Zen- fizzende bekannt, daß er von einem jüngsten Beschluß der tralisation dann noch weit größeren Unselbständigkeit die Straf- Berliner Gastwirthe unterrichtet sei, der dahin gehe, daß dieandrohung des Stadtrath Friedel an, welcher alle Vorstände felben felbst eine Genossenschaft gründen werden, um sich von 5. Anerkennung und Freigabe des 1. Mai als Ruhetag. Um ihre Solidarität mit den Ausgesperrten zu befunden, bei etwaigem Schluß der Kaffenlokale am 1. Mai ausgesetzt dem Drucke der Brauereibesiger zu befreien. Nach nochmaliger verpflichtet sich die Versammlung überall und nach besten Kräften wurden. Friedel habe die Kassenlokale durch die Polizei fon- Mahnung, überall für stritte Durchführung des Beykotts zu für die Durchführung des Boykotts einzutreten und das Bier trolliren lassen, wozu ihm das Gesetz gar fein Recht einräume. forgen, schloß die Versammlung mit dreifachem Hoch auf die der genannten sieben Brauereien sowohl in den öffentlichen ( Beifall und Zwischenrufe.) Maurer Dähne vertheidigt die Solidarität der Arbeiter. Lokalen, bei Ausflügen, in den Werkstätten, Fabriken und allen Kommission gegen die Angriffe einiger Redner und sprach des An die Stelle eines ausscheidenden Kommissionsmitgliedes wurde Neumann gewählt; die Lohnkommission wird durch drei Personen in der kombinirten Kommission vertreten fein. Mit der Mahnung, die Solidarität der Berliner Arbeiter dadurch zu vergelten, daß die Böttcher treu zur Fahne halten, wurde die Bersammlung geschlossen. 1 Die Versammlung imma bez nachstehenden Forde rungen, welche die Brauerei Arbeiter a Antwort auf die Ausschließung aufgestellt haben, Renxtniß, billigt biefeiben und vers spricht den Ausgesperrten, bei deren Durchführung sie mit allen Kräften zu unterstüßen. Diese Forderungen auten: 1. Wiedereinstellung der gemaßregelten Arbeiter in ihre alten Posten. 2. Aufrechterhaltung und Anerkennung der bestehenden Brauerei Organisationen. 8. Anerkennung des Arbeitsnachweises. 4. Lohnentschädigung für die ausgesperrten und gemaßregelten Arbeiter. weiteren für die Zentralisation, wobei er besonders betonte, nicht Charlottenburg. Trotzdem bereits Vormittags eine gutbe- sonstigen Arbeitsplägen, wie auch in der Familie so lange grunddie Bortheile der gleichzeitigen Krantenunterstützung der Familien- suchte Bersammlung in der nahen Gambrinusbrauerei statt fäßlich zu meiden, bis den Ausgesperrten Genugthuung geworden ist. angehörigen zu unterschätzen. Mehne( Arbeitgeber in der gefunden hatte, gestaltete sich die Nachmittags- Versammlung in Maschinenbauerkaffe) suchte vermittelnd auf die oft ziemlich er- Bismardshöhe zu einer wahrhaft impofanten. Das ein- wirthen und Flaschenbier- Händlers die Unterstützung in" iesem Ferner erwartet die Rersammlung von den biesigen Gasts regt auf einander plaßenden Gemüther einzuwirken; er hielt die leitende Referat über den Brauerei- Boykott hatte Genosse Kampfe insofern, daß sie von den genannten sieben Brauereien Bentralisation für das einzige Mittel, die auf die Dauer unhalt- Gehrke übernommen. Nach Klarlegung der Beranlaffung zu fein Bier entnehmen." baren Zustände in einigen Kassen zu beseitigen. Die besser fun- demselben erklärte er, hat man uns nun einmal provozirt, wer dirten Kassen müßten im Interesse der Menschlichkeit bie ber den mir auch den Kampf durchführen; wir haben nicht nöthig, Keller wurde die zur Zeit aus nur drei Mitgliedern bestehende Bur besseren lleberwachung der Lokale und Bierve lage schlechter dastehenden Berufe unterstützen. Da noch 15 Redner zuerst die Hand zu bieten, sondern werden so lange Schnellfeuer Lokalkommission durch die Genossen Bas, Kacoffa, Noak eingezeichnet waren, so wurde ein Antrag auf Schiuß der De- geben, bis auf jener Seite abgeblasen wird. Genosse Sieg und Wartmann verstärkt. Sastwirth Hohenfes( Seebatte angenommen. Aßmann fand es bedauerlich, daß der erklärt, daß Brauereien von außerhalb nur auf einen Moment straße) gas die Erklärung ab, daß er nicht mehr, wie behauptet Aufforderung, der Kommission die Jahresberichte pro 1893 ein- lauern, um Berlin mit ihrem Bier zu überschwemmen. Persönlich wurde, das Bier des Böhmischen Brauhauses, sondern Wusterzuliefern, bisher nur 21 Rassen nachgekommen sind; deshalb hege er den Wunsch, der Boykott dauere 1/4 Jahr, dan haufener Bier führe. Ferner wurde befannt gegeben, daß auch Tonnte die Kommission fein statistisches Material vorlegen. Er würden den Aktionären zu Berge stehen. ersuchte die bezüglichen Vorstände, dies bald nachzuholen. Auf Genosse Gärtner, Gewerkschaftsbelegirter der Berliner Brauer, boses Schultheiß- Bier verzapft wird, worauf Ausflügler und die auf dem Perron nd in den Wartefälen des Schlesischen Bahndie Frage des Borsigenden, welche Rassen sich inzwischen für die bemerkt, daß dieser Koup der Brauereibesiger schon langer Hand Bewohner der Vororte besonders zu achten haben. Zentralisation erflärt haben, antworten 10 Vertreter mit ja, 10 vorbereitet war. Seit dem 1890er Streit waren sämmtliche mit nein; in 25 Kassen ist die Frage noch offen, etwa 16-20 älteren Arbeiter nicht mehr angestellt, die jüngeren, ob verRassen waren nicht vertreten. heirathet oder nicht, waren gezwungen, in den Fabriken zu essen Ein Antrag des Tischler Maier: Die anwesenden Vor- und zu schlafen; Happoldt selbst habe derzeit gesagt, betreffs der standsmitglieder sind verpflichtet, 1. innerhalb 3 Monaten Mit- Errungenschaften beim Streit glauben sie nicht, daß das von ( Wolff's Telegraphen- Burean.) gliederversammlungen ihrer Kassen abzuhalten mit der Tages- langer Dauer ist. Liebelt( ehemaliger Arbeiter bei Rösicke)| Juowrazlaw, 21. Mai. Amtliches Wahlresultat. Bei der ordnung: Bentralisation der Krankentassen Berlins und der verliest einige Strafregeln aus dortiger Arbeitsordnung. I am 16. Mai stattgehabten Erfahwahl eines Abgeordneten für den Vororte", und 2. den Tag dieser Versammlung der Kommission Wegner sersucht, das Bier der Kaiser Brauerei eben- Reichstags- Wahlkreis( 4. Bromberg) Inowrazlaw- Mogilno wurde mitzutheilen", rief eine sehr erregte Geschäftsordnungs- Debatte falls zu meiden, da dort auch Maßregelungen statt der praktische Arzt Dr. Josef Krzyminski( Pole) mit 10 612 St. hervor. Für den Antrag sprachen Maier, Dähne, Frau gefunden haben. Frl. Wabnis verpflichtet die Frauen, gewählt. Timm( fonfervativ) erhielt 1746, Priebe( deutsch- sozial) Reimann, Aßmann, dagegen wandten sich Stuhlmann die Männer in diesem Kampfe thatkräftig zu unterstüßen. 1449, Berfus( Sozialdemokrat) 219 Stimmen. ( Steindrucker), der ein Befragen der Mitglieder für nicht usth Genosse Röppen Rigdorf giebt die Erklärung ab, daß in vendig hält, und Buchbinder Hoffmann, der überhaupt feine Rixdorf alles versucht worden ist, auf gütlichem Wege eine Verihm von einer Versammlung etwa auferlegte Verpflichtung, fei ständigung mit den Brauerei Juhaberu herbeizuführen, doch veres was es fei, anerkennen werde. Der Antrag wurde schließlich gebens. Der darauf erfolgte Boykottbeschluß ist aus der öffentvon der Versammlung, die sich inzwischen merklich gelichtet hatte, lichen Versammlung heraus ergangen, diesen zu fassen waren die abgelehnt, worauf der Vorsitzende Dähne erklärte, daß die Rixdorfer Genossen souverän. Genoffe Sellin war persönlich müssen die Fabriken infolge Kohlenmangels die Arbeit einstellen. Kommission das Befragen der Versicherungspflichtigen selbst in nicht ganz mit dem Beschluß der Boykottirung einverstanden, Hierdurch würden zwei Wiillionen Arbeiter brotlos werden. ! Roh- Tabak! 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Mts.( Abendausgabe) einen Auszug aus einer Sigung des genannten Vereins, in dem behauptet wird, daß unsere Biervorräthe nicht nur am Ende seien, sondern daß wir auch schon versucht hätten, Bier aus boyfottirten Brauereien zu kaufen, welches wir unseren Abnehmern als„ Münchener BrauhausBier" verkauften. Wir erklären demgegenüber, daß qu. Notiz ebenso viel Unwahrheiten als Worte enthält. Unser Biervorrath ist so groß, daß wir nicht nöthig haben, fremdes Bier zu kaufen Schuhmacher. Achtung! Achtung! Mittwoch, den 23. Mai, Abends 8%, Uhr, im Lokale des Herra Haberecht, Grohe Frankfurterstraße 30: Große öffentliche Bersammlung aller in der Schuhindustrie beſchäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Vortrag über:" Das moderne Raubritterthum".( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Der Streif in Burg und das Verhalten des Vorwärts". 4. Verschiedenes. Sämmtliche Gewerkschaften sind hierzu eingeladen und ebenfalls die Breßkommission. Der Einberufer. " Berband aller in der Metallinduſtrie beſchäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 23. Mai, Abends 8% Uhr: und jeden an uus herantretenden Bedarf mit eigenem Biere Bezirks- Versammlung befriedigen können. MEDAILLE 1894 GOLDENE ANT U PROTECTOR LIEUTEN COMM OHNE FLEISS KEIN PREIS 1894. EN FRIED ABBRICH Münchener Brauhaus Actien- Gesellschaft. Arendt. Große Ersparniß im Haushalt! F.F.Resag's Kaffeeersatz GOLDENE MEDAILLE 9-18MARE 1834 1894. € 1854 MASTERAPEISUNDER macht den Kaffee kräftig und wohlschmeckend, liefert auch ohne Zusatz von Bohnenkaffee ein angenehmes gesundes Getränk. Zu haben in den meisten Kolonialwaaren- Geschäften. à Pfund 40 Pf. Mittheilung für die Herren Gaffwirthe! Erlaube mir hierdurch anzuzeigen, daß ich aus dem Verein der Berliner Brauereien ausgeschieden bin, und offerire mein goldfarbenes und dunkles( Münchner Farbe) Carlsberger Bräu mit 21 Mark pro Tonne inkl. Spundgeld. Friedrich Reichenkron, Brauerei- Carlsberg, Charlottenburg, Spreestr. 3( Telephon Nr. 83). Unter Bezugnahme auf obige Annonce die Mittheilung, daß ich Be-stellungen für obige Brauerei ebenfalls entgegennehme. Ueberhaupt liefere ich nur Biere aus Brauereien, die dem Bierring nicht angehören und sich mit dessen Vorgehen auch nicht solidarisch erklären. 891b Julius Kampfhenkel, 147a. Shuhauser Allee 147a. Telephon Amt III 8852. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain 1. Gesch.: Andreasstr. 23, 5. pt., gegenüb. Andreaspl größtes Lager Berlins. MusterKinderwagen, cher gratis. Theilzahlung gestattet. 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß .ch nicht das größte Kinderwagen- Eager Berlins habe. Frucht- Säfte 781M Himbeer-, Kirsch, Johannisbeersaft, vorzüglich, Literflasche 1,30 k. Eugen Neumann& Co., 6a Belle- Allianceplatz 6a. 81 Neue Friedrichstr. 81. 8 Oranienſtr. 8. Achtung: Adlershof. Achtung! Dienstag, den 22. Mai, im Saale des Herrn Leopold: Große öffentliche Volks- Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Dr. med. Zadek über: Wie müssen die Arbeiter wohnen? 2. Bericht der SanitätsKommission. 3. Diskussion. 4. Der Bier- Boykott und wie stellen sich die Arbeiter Adlershof's zur Aussperrung der Brauereiarbeiter? 481/5. Der Vertrauensmann. Cöpenick. Geschäfts- Eröffnung. Einem geehrten Publikum die ergebene Anzeige, daß ich hier, Kietzerstrasse 43 im Keller, einen Obst-, Gemüse- und Viktualienhande! eröffnet habe. Es wird mein Bestreben sein, nur gute Waare bei soliden Preisen zu liefern, und bitte um recht zahlreichen Zuspruch. 208L Hochachtungsvoll Heinrich Pollentzke. Wäsche hält länger und bleibt länger rein, wenn mit Karol Weil's Seifenextract gewaschen. Es entfernt den Schmutz vollkommen, und Kragen und Manschetten werden nicht faserig, weil die Wäsche geschont wird. Karol Weil's Seifenextract ist eine reine trockene Seife in feinster Pulverform. 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Dienstag, den 22. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Joël, Andreasstrasse No. 21: Große öffentliche Volksversammlung. Tages Ordnung: und die Bedeutung der Breſſe". 2. Begründung über den Austritt mehrerer 1. Vortrag des Stadtverordneten Fritz Wilke über:" Der Werth Mitglieder der Freien Bereinigung der Zeitungsspediteure und Verkäufer Berlins und Umgegend. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Der Einberufer. 498/7 Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Berlin. Donnerstag, den 24. Mai, Abends 8½½ Uhr, in Philipp's Lokal, Rosenthalerstrasse No. 38: Mitglieder- Versammlung. V Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Die moderne Naturanschauung und ihre Einwirkung auf die Gegenwart. 3. Diskussion. 4. Wahl eines Hauptkaffenrevisors. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 491/20 Die Verwaltung. Handlungshilfsarbeiter. Dienstag, 22. Mai, Abends 9 Uhr, im ,, Neuen Klubhaus", Kommandantenstraße 72: Große öffentliche Versammlung sämmtlicher Haus- und Geschäftsdiener, Packer sowie aller im Handelsgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter. Tagesordnung: 1. Bericht über den am 13., 14. und 15. Mai stattgehabten Kongres in Halle. 2. Wahl von Vertrauensmännern. 3. Wahl der Revisoren für die Agitations- Kommission. 4. Verschiedenes. Kollegen, erscheint alle in dieser Versammlung, die in Halle gefaßten Beschlüsse sind für Euch von großer Bedeutung. 886b Der Vertrauensmann: Carl Barnewitz. Achtung! Rixdorf. Deutscher Holzarbeiter- Berband. Dienstag, den 22. Mai, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Runge, Bergstr. 133: Versammlung. Zages Drdnung: 439/15 1. Vortrag des Genossen Schall über: Die Syphilisseuche und die Prostitution". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Rummelsburg! Oeffentl. Volks- Versammlung für Rummelsburg u. Umgegend am Mittwoch, den 23. Mai 1894, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Vowinkel, Hauptstraße 83. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum Bairischen Bier- Boykott. Ref.: Genoffe Millarg. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Kommission. Sämmtliche Gastwirthe werden besonders ersucht, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 484/10 W. Forgbert, Vertrauensmann. Johannisthal, Nieder- Schönweide u. Umg. Gente, Dienstag, den 22. Mat, Abends 8 Uhr: Gr. öffentl. Volfs- Versammlung in der Borussia- Brauerei. Tages- Ordnung: 1. Die Aussperrung der Brauerei- Arbeiter und wie stellen sich die Arbeiter hiesiger Orte dazu? 2. Diskussion. 3. Ver schiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht, daß alle Mann pünktlich am Playe find. Tellersammlung findet statt. Der Vertrauensmann. Künstl. Zähne, festsitzend, unt. Garantie. Plomben 1,50. Schmerzlos. Zahnz. und Nervtödten 1 M. Theilzahlg. Zahnarzt Wolff, Leipzigerst. 22. Sprechst. 7-8. 481/2 Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 115. Dienstag, den 22. Mai 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Tokales. herrührende Mittheilung, " ber " " Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. 00 Rammer II. Borsigender: Assessor v. Schulz. Sigung vom 18. Mai. Die Kürschnermamsell R. verlangt von dem Müßenmacher orwih 3,50 M. Restlohn und 18 M., weil sie sich ohne Grund entlassen glaubt. Der Beklagte wendet ein, Klägerin ſei auf Probe angenommen worden; sie habe, da sie noch nie eine Müze genäht, kaum die 5,50 W. verdient, welche sie für eine 9 M. Lohn für angemessen; er habe ihr ja erit das Müßennähen Woche bei der Entlassung erhielt. Er halte nicht, wie Klägerin, lebren müssen. Es wird feſtgeſtellt, daß mit der Klägerin tein bestimmter Lohusay vereinbart worden ift und durch beschworene Aussage eines Zeugen-, daß dieselbe Der vertragsmäßigen 3eit( hier der Kündi= Iegen und für die noch übrigen Tage gungsfrist) Lohnentschädigung fordern können. Die Nichtinanspruchnahme genannter Bestimmung der Gewerbes möglichkeit( Kläger hatte während der Kündigungsfrist 10 M. Ordnung sei als Einverständniß mit der gebotenen Verdienstweniger verdient wie so durchschnittlich in 14 Tagen) zu betrachten. Deshalb müsse Kläger abgewiesen werden.( Stammer VIII, welche in erster Linie auf den Arbeitsmarkt ihren Einfluß ausüben, zurückzuführen." Dagegen haben die Arbeitgeber mit ihren BeDer Verein für Kinder- Volksküchen" versendet einen folg. Von 1000 gemeldeten Stellen erhielten fie besetzt: 1893 mühungen um Arbeiter einen von Jahr zu Jahr steigenden Er Bericht über das erste halbe Jahr seiner Thätigkeit, dem wir 961, 1892 950, 1891 921, 1890 892. Daraus ist ersichtlich, was entnehmen, daß in den seit dem 15. November 1893 nach einvon der immer aufs Neue wiederholten Behauptung der bürgerander eröffneten 5 Küchen 314 349 Portionen Essen ausgegeben lichen Presse und der Vertreter gewisser Behörden zu halten ist, worden sind, und zwar nur 77 462 gegen Zahlung von fünf daß Arbeit genug da ist, daß aber nicht Arbeitskräfte genug da Pfennig, aber 236 887 umsonst. Aus 100 Gemeindeschulen, also feien, weil die Arbeitslosen" in Wirklichkeit zum größten Theile aus etwa der Hälfte aller in Berlin vorhandenen, sind von den Arbeits f che u e feien und jede ihnen angebotene Beschäftigung Rettoren„ alle ihnen als nothleidend bekannten Kinder" dem zurückwiesen. Der Bericht hebt hervor, daß die Wünsche der Verein überwiesen worden. Gegen 4000", sagt der Bericht; Arbeitgeber fast voll befriedigt" wurden, daß die Arbeitgeber aber eine andere, augenscheinlich augenscheinlich ebenfalls vom Verein aber vorläufig dem Verein noch ein sehr geringes Interesse" wir bereits Anfang April entgeg en bringen. Arbeitskräften unbesetzt blieb, weil ich ber bürgerlichen Breſſe begegneten, und die wir auch balb troy lleberfluses on one ab offener Stellen des schon in Nr. 79 besprochen haben, gab die genauere Zahl die Arbeitgeber zu wählerisch waren, sagt der Bericht nicht; von 4259 Kindern an. Wir halten diese noch beträchtlich höhere man muß es aber nach seinen sonstigen Ausführungen annehmen. acht Tage„ Probe arbeiten" sollte. Der Beklagte wurde hierauf zur Zahl für die richtige und wiederholen im übrigen unfere bereits Die Vermittlung erstreckte sich übrigens hauptsächlich auf die so- Zahlung von 3,50 m. verurtheilt und die Klägerin mit ihrer früher ausgesprochene Ansicht, daß mit weiterer Hilfe der genannten ungelernten" Arbeiter. Von 11 208 Arbeit Mehrforderung von 18 M. abgewiesen. Gründe:„ Ein bes Reftoren und Lehrer leicht die zehn fache Zahl von Kindern suchenden waren 5522„ ungelernte" Arbeiter, ferner 1525 Haus: stimmter Lohn war nicht vereinbart, infolgedessen hat der ortsgefunden werden könnte, welche buchstäblich hungern müssen. diener, 912 Kutscher und 2804 Lauf- und Arbeitsburschen. Der übliche Tagelohn in Kraft zu treten. Derselbe beträgt für ArWir verweisen hierzu auf die Worte, die die" Blätter für soziale Rest von 443 gehörte 33 verschiedenen Gewerben an. Die Arbeiterinnen über 16 Jahren pro Tag 1,50 M. Da nun Klägerin Praxis"( Nr. 69 vom 26. April) als offizielle Aeußerung des beiter der erstgenannten Berufe bekamen auch noch am ehesten 5,50 M. für eine Arbeitswoche bekommen hat, war ihr Anspruch Vereins anführen: Eine Reihe von schwerwiegenden Um Arbeit. Bon je 100 wurden untergebracht, bei den Ungelernten": von 3,50 M. berechtigt.-Durch Zeugniß ist hingegen erwiesen, ständen spricht dafür, daß die Ziffer von 4259 Kindern auch nicht 65, bei den Hausdienern: 57, bei den Kutschern: 57, bei den daß die Klägerin nur zur Probe auf acht Tage angenommen und Arbeitsburschen: 73, bei den in der Schule fitzen, sondern nur die Zahl derjenigen, denen Arbeitern: 22. Daß die Lauf- und Arbeitsburschen die be= Sonstigen war, die Kündigungsfrist stand ihr demnach während dieser Zeit nicht zu." durch die sehr unzureichenden Mittel des Vereins für gehrteste Waare waren, ist auch ein Zeichen der Zeit. Dagegen Kinder- Volksküchen" ein Mittagessen gewährt werden kann." Wenn wir heute auf die Angelegenheit noch einmal zurück langt, daß die Nachfrage noch weit hinter dem schon viel ge- des Ablauf der wurde nach den sogenannten gelernten" Arbeitern so wenig ver- Befchäftigung von Attordarbeitern während Berechtigt ungenügende und nicht lohnende tommen, so geschieht das deshalb, weil der Verein sich auch an ringeren Angebot zurückblieb. G3 waren 3. B. vorhanden für schädigungsansprüchen? Kündigungsfrist zu Guts uns mit der Bitte gewandt hat, seine Bestrebungen durch Ab 11 Buchbinder 2 Stellen, für 20 Gärtner 4 Stellen, für 38 Heizer druck seines Berichtes zu unterstützen. Selbstverständlich hat die 12 Stellen, für 81 Schloffer 10 Stellen u. f. 1. Für verschiedene abweichende Meinungen unter den Richtern Bezüglich dieser sehr wichtigen Frage scheinen von einander Absicht des Vereins, fofern er nur die Speisung hungriger Berufe war überhaupt keine Stelle da, z. B. für 5 Drechsler, Unparteiischen den juristischen Kinder als Selbstzweck verfolgt, unsere vollste Sympathie. Aver 6 Maler, 15 Sattler u. f. w. Für die gelernten" Arbeiter Wenigstens geht das aus zwei Urtheilen hervor, deren erstes bes Gewerbegerichts obzuwalten. über die schließliche Wirkung feiner Thätigkeit sind wir kommen überhaupt andere Nachweise in betracht, so daß man anderer Meinung. Der Bericht weist darauf hin, daß in anderen am 17. März gefällt wurde. Daffelbe ließ sich folgendermaßen hier aus dem Bericht feinen Schluß auf den Um Großstädten die Speisung hungriger Kinder in viel größerem aus: Der§ 124( Nummer 4) der Gewerbe- Ordnung gebe jedem fang der Arbeitslosigkeit ziehen kann. Umfange betrieben wird, daß z. B. in Paris im letzten Jahre in Dem Vorwiegen Gesellen und Gewerbegehilfen das Recht, vor Ablauf der vertragsund gauf Arbeitsburschen und der" 355 Küchen 6548 720 Portionen, davon 3432 129 umsonst, it Ungelernten" mäßigen Zeit die Arbeit zu verlassen, wenn der Arbeitgeber bei wohl auch zuzuschreiben, daß die vertheilt wurden, und daß dort der städtische Zuschuß lichen auffällig zahlreich vertreten waren. Unter je 100 standen Bestimmung enthalte das Gefey bezüglich der nicht ausreichenJugend- Stücklohn nicht für ausreichen de Beschäftigung sorgt. Eine andere 639 355 Frants(= 511 484 m.), in Berlin dagegen nur 1500 M. im Alter von unter 16 Jahren: 9, von 16-20 Jahren: 24, von den Beschäftigung bei Stücklohn" nicht, sie sei also allein anbetrug. Leider darf man nicht erwarten, daß Berlin sich durch 21-25: 20, von 26-30: 17 u. 1. m. das Beispiel von Paris zu einer namhaften Erhöhung dieses wendbar. Der Kläger ein Porzellanmaler, der wegen Beitrages anspornen lassen wird. Auch der Verein wird das fonen, der erst seit Mai 1891 besteht, sind 1893 die Erfolge, Ründigungsfrist 10 Mart Entschädigung vers Im Arbeitsnachweis für weibliche Per- nicht genügender Beschäftigung während der nicht bewirken, wenn er sich etwa mit dieser Hoffnung tragen obwohl besser als 1892, doch noch schlechter als im Nachweis für lang te follte. Zwar den Nachweis hat der Verein bereits geführt, männliche gewesen, weil, wie der Bericht sagt, auch hier das den Beschäftigang inne wurde, die Arbeit nieder hätte im Moment, wo er seiner ungenügen daß eine große Zahl von Kindern in Berlin hungert, nicht Interesse der Arbeitgeber sehr gering ist." 2872 ließen sich einblos, weil die Mutter den Tag über außer dem Hause arbeitet schreiben, 1535 wurden verlangt, 1436 Stellen wurden besetzt. und nicht fochen kann, sondern auch deshalb, weil es ihr an den Oder: von 1000 Arbeitsuchenden erhielten nur 500 Mitteln dazu fehlt. Aber das Zugeständniß, daß demnach die Stellung, dagegen Stellung, dagegen erhielten die Arbeitgeber fozialdemokratische Forderung einer Speisung der Kinder aus 1000 Stellen 935 befeßt. Also auch hier daffelbe Er Gemeindemitteln berechtigt sei, wird man troydem nicht machen. gebniß: die weiblichen Arbeitslosen wollen arbeiten, aber Man wird im Gegentheil darauf hinweisen, daß ja gerade die es ist zu wenig Arbeit da. Im Buchdruckereigewerbe war noch Existenz dieses Vereins das Eingreifen der Gemeinde überflüssig am z. Erarbeiterinnen tamen nur 422 Stellen, von denen 399 besetzt Assessor für st.) mache. So hat. B. die„ Boffische Zeitung" gleich nach Graehesten Arbeit zu bekommen. Aber auf 1578 Fabrit öffnung der ersten Küchen das Vorgehen des Vereins als verwurden. Und der satte und darum sittliche Bourgeois sagt, Dienstvoll und zweckmäßig" anerkannt und betont, daß die Im zweiten Falle handelte es sich um einen Lederzuschneider private Wohlthätigkeit in der Lage fei, der Noth zu steuern": Arbeiterin braucht sich aus Noth zu prostituiren; wenn sie ar- war, während der ersten acht Tage der Kündigungsfrist nur 11 M. Wenn von der Zunahme der Prostitution die Rede ist: Keine St., der von der Firma Kaufmann und Groß gekündigt worden Wir sind übrigens überzeugt, daß der Verein das Zugeständniß beiten will, findet fie Arbeit genug". Mehr als die Hälfte, wegen mangelhafter Beschäftigung verdienen fonnte, desDer Nothwendigkeit einer Belöftigung nur aus Gemeindemitteln nämlich 1469, wohnten nicht bei ihren Eltern, waren also obenein halb die Arbeit aufgab und der geringen Beschäftigung wegen felber nicht zu erzwingen wünscht; unter den Männern, die feine auch dieses Rüdhaltes beraubt. Daß auch hier die Jugendlichen 18 M. Entschädigung für die erste, und außerdem aber 24 M. Aufrufe unterzeichnet haben, find wenigstens verschiedene Stadt: überwogen, ist begreiflich. Unter je 100 flanden im Alter von Bohnentschädigung für die zweite beschäftigungslose Woche der verordnete, von denen das Gegentheil bekannt ist. Daraus ergiebt sich aber von selbst, welche Stellung wir folchen unter 16 Jahren: 8, von 16-20 Jahren: 46, von 21-25: Kündigungsfrist beanspruchte. Betreffs des letzteren Anspruchs 29 u. s. w. Bestrebungen gegenüber einzunehmen haben. Wir schätzen und achten die Leiter des Vereins, wenn sie aus wirklicher bürgerliche Presse vorgeworfen, daß sie größtentheils Un abgewiesen, weil die Beklagte erwiesenermaßen ihm nicht 24 M. Den vom Verein unterhaltenen 23 ärmeballen hat die Monat März. Mit dem ersten Anspruch wurde er am 5. Mai verließ er sich auf das oben wieder gegebene Urtheil aus dem Nächstenliebe diejenigen Pflichten gegen die Kinder ihrer noth- würoigen zu gute fämen und den Zuzug verkommener Elemente Wochenverdienst zugesichert und seine Kollegen auch nicht mehr leidenden Mitbürger übernehmen, die die städtische Verwaltung nach Berlin steigerten. Der Bericht widerspricht dem. Durch wie er in jener Woche verdient hätten. von sich abwälzt. Aber wir verlangen, daß sie nicht auf halbem gelegentliche Umfrage sei im Winter 1893/94 ermittelt worden, nahm außerdem Bezug auf die Gewerbe Ordnung, die Die Begründung Wege stehen bleiben und sich mit einem Nothbehelf begnügen, daß nur rund ein Viertel aller Besucher im Herbst 1893 zu nicht vorschreibe, daß bei Feitfeßung von Attordlohn dessender gegenüber dem vorhandenen Bedürfniß wie ein Tropfen auf einen heißen Stein wirkt. Es giebt auch Sozialdemokraten, lichen Landarbeit der Zuzug nach den Städten überall zu. Das schnittlichen Wochenlohn der Arbeiter seiner Branche pro Woche gezogen war; im übrigen nehme mit dem Ende der sommer ungeachtet der Arbeitgeber dem Arbeiter mindestens den durchdie dieses oder jenes Unternehmen der Privatwohlthätigkeit beste Merkmal unterstützen. Aber sie vergessen über dieser augenblicklichen und die Bereitwilligkeit zur Annahme für die die Beurtheilung der Gäste gebe zahlen müsse. Abgesehen von der Begründung, stimmt dies von Arbeit. auf die Dauer unzureichenden Hilfe nicht die größere Aufgabe, Es ist Theilurtheil mit dem vom März überein. Während nun aber in Der einer dauernden Besserung der Lage des arbeitenden da behauptet worden, daß Unternehmer in den Wärme- theils ausgesprochen ist, daß der in Frage gekommene bann weiter) hier und in der Begründung dieses von der Kammer Vlll gefällten UrVolkes mitzuarbeiten. Von solchen Bestrebungen will der Verein für hallen solche Arbeit vergeblich angeboten hätten; es ist der Ver- Bozellanmaler in dem Moment, wo er feiner un Kinder Boltstüchen" natürlich nichts wissen. Der Borsigende insbesondere hat in einem im Januar gehaltenen Vortrage betreffenden Einsender zu ermitteln und zu näherer Aeußerung Arbeit hätte nieberlegen und für die noch waltung aber trotz Anfrage nicht gelungen, in solchen Fällen die genügenden Beschäftigung inne wurde, die ( einem Beitungsbericht zufolge) über die Kinder Volksküchen aus behuis Prüfung des Eachverhalts zu veranlassen. Thatsächlich übrigen Tage der Kündigungsfrist hätte Lohndrücklich betont, daß er das Heil in erster Linie von der Privatwohlthätigkeit erwartet. Er hat auch darauf hingewiesen, Erfahrungen der Verwaltung; bei derselben haben sich, sobald Lederzuschneider St. stehen jene Behauptungen in auffallendem Widersprich mit den entschädigung fordern können", wurde ber daß die Bestrebungen des Vereins( woran die Begründer Arbeit angeboten wurde, stets Arbeitsluftige in großer Anzahl der Entschädigungsforderung für die zweite, beschäftigungslose, ber so gehandelt und in allerdings nicht gedacht hätten) die fozialen Gegen gemeldet." Hiernach muß man annehmen, daß jene Mittheilungen Woche der Kündigungsfrist( 24 M.) einen derartigen fäße versöhnen hülfen. Es ist immerhin verdächtig, der bürgerlichen Preise, die die Hiniveise unserer Genossen auf Anspruch erhoben hatte damit abgewiesen. wenn jemand diejen diesen Punkt unter den Wirkungen die allgemeine Arbeitslosigkeit und den Nothstand als Ersin und zwar, weil er selbst die Arbeit aufgegeben und der seiner Bestrebungen anführt. Die sozialen Gegenfäße dungen oder mindestens Uebertreibungen verdächtigen sollten, un- Betlagte ihn somit nicht geschädigt habe". In diesem versöhnen", heißt, bei Lichte besehen, nichts anderes als: dem„ begehrlichen" Proletariat durch einen Brocken, den verschämte Fälschungen der betr Blätter oder ihrer„ Gewährs Bunkte besteht also ein direkter Gegensatz zwischen dem Urtheil man ihm zuwirft, das Maul stopfen, damit die Bourgeoisie weiter Miedertracht und Gemeinheit einer solchen Handlungsweise um( Rammer II, Assessor v. Schulz). Wir können dem der zweiten männer" gewesen sind. Waren es wirklich Fälschungen, so ist die ber Rammer VIII( Für ft) und dem Urtheil vom Mai in Ruhe und Behaglichkeit die ganze Schüssel allein auslöffeln so größer, weil gerade durch jene Zeitungsaotizen das Maß der Kammer am wenigsten zustimmen, denn es leistet den oft geübten tann. Es könnte sehr leicht geschehen, daß gerade dieser Gesichts: ben Arbeitslosen geleisteten Hilfe herabgemindert sein dürfte. Jene Chikanen der Unternehmer Vorschub, welche häufig gar zu gern punit auch im„ Bureau jür Kinder- Woltstüchen" mehr und mehr Gewährsmänner" sind es möglicherweise auch gewesen, denen dem gekündigten Arbeiter oder dem, welcher gefündigt hat, ist in den Bordergrund gerückt würde und schließlich den alleinigen Beute wie Herr Brausewetter ihre Ansicht über den Charakter er im Afford beschäftigt, die schlechteft lohnende und quantitativ Zweck bildete. der am 18. Januar niedergeknüppelten Arbeitslofen verdanken. wenig Arbeitsgelegenheit geben; sie fühlen sich ja in der Macht. Der Berliner Zentralverein für Arbeits- Nachweis" Gin Theil dieser Arbeitslosen war aus den Wärmehallen ge Hoffentlich wird in Bufunft eine allseitig befriedigende Lösung versendet den Geschäftsbericht über 1898. Dieser Bericht liefert tommen, wenigstens find bort Einladungen zum Besuch der oben gestellten Frage erzielt. ein interessantes Material zur Beurtheilung der in Berlin der Versammlung vertheilt worden; der Bericht Des herrschenden Arbeitslosigkeit und der Arbeitslosen selber. Zentralvereins" rühmt aber den Gästen der WärmeDurch ein Strafmandat in Höhe von 20 M. beziv. 3 M. Jm Arbeits- Nachweis für männliche Ber- ballen ein im allgemeinen ruhiges und anständiges" waren der Stadtverordnete Wilte und der Maurer Mette sonen ließen sich 11 208 Personen einschreiben, wurden nur Betragen nach. Und daß es sich auch um wirklich Nothaus Berlin f. 3. überrascht worden. Beseelt vom großen Wissens7898 verlangt und schließlich gar nur 7101 Stellen befeyt. 2795 Ieid en de handelt, ergiebt sich aus der wahrhaft elenden Be- drange hatten fich die beiden Vorgenannten eines Tags nach dem Arbeitslose verzichteten auf die Einschreibung, nachdem sie bei föstigung, die sich die meisten von ihnen zu leisten vermögen. benachbarten Friedrichsberg begeben, um sich das Meisterstück der Meldung darauf aufmerksam gemacht worden waren, daß die Der Bericht zählt auf: 22 899 Taffen Kaffee, 11 069 Taffen moderner Baukunst auf dem Eckert'schen Grundstücke, welches Bahl der offenen Stellen und damit die Aussicht auf baldige Milch, 22 488 trockene Schrippen, 1618 Butterschrippen, theilweise in sich zusammengefallen war, einmal aus der Nähe Arbeit fehr gering fei. Sie wollten augenscheinlich die Einschreibe- 3118 trockene Stullen, 8753 mit Butter oder Schmalz, zu betrachten. Die Erlaubniß zum Betreten des Grundstücks gebühr nicht vergeblich opfern, die der Verein erhebt. Die Zahl aller 89 501 Portionen Suppe. Ein großer Theil davon mußte gratis ver- hatten sich die beiden Forschungsreisenden von dem dort an Arbeitsuchenden 11 208+ 2795-14003, war dem Bericht zufolge 1893 theilt werden, z. B. allein 72 102 Guppen. Speck und Wurst fässigen Gärtner auch bald erwirkt, die nähere Besichtigung des wieder höher als im Jahre 1892, für das übrigens der Bericht wurde überhaupt nur gratis vertheilt, im ganzen 2270 Portionen. Wunderbaues wurde ihnen aber verleidet durch einen Baudiese Gesammtzahl nicht angiebt. Dagegen ist die Zahl nur der Die Behauptung, daß die Gäste der Wärmehallen herrlich und wächter, der noch nicht angetränkelt jenigen, die sich einschreiben ließen, von 1892 zu 1893 ge- in Freuden leben, ist durch diese Zahlen genügend gebrandmarkt. übertünchter Höflichkeit und war von Europa's der ihnen in fallen von 11 672 auf 11 20 Gefallen ist auch die Zahl der Aber trotzdem dürfen wir mit Bestimmtheit darauf rechnen, daß gewählten aber sehr verständlichen Ausdrücken zu verstehen gab, zwar wenig verlangten Personen, von 7 auf 7 393, und der schließlich im nächsten Winter aufs Neue die alte Melodie ertönt: Die Ar- daß sie am besten thäten, wenn sie verschwänden. Und that befetten Stellen, von 7 552 auf 7 101. Auf jedes 1000 all er beitslosen sind nur Faullenzer, Arbeitsscheue, Vagabunden. sächlich verschwanden sie denn auch und zwar so spurlos, daß Arbeitsuchenden famen 1893 nur 507 Untergebrachte. Von je 1000 eingeschriebenen Arbeitsuchenden wurden unterder Bauwächter sammit dem herbeigeholten Gendarm Stelling Lotales" siehe auch 1. Beilage.) trog eifrigen Suchens sie nicht zu finden vermochten. Da fühlten gebracht: 1893: 634, 1892: 647, 1891: 548, 1890: 625. Der die beiden, die von einer Gastwirthschaft aus das vergebliche 1898 wieder eingetretene Rückgang ist, so sagt der Bericht, zweifellos Suchen der beiden Ordnungsbüter mit angesehen hatten und ver auf die ungünftigen Verhältnisse unseres gesammten Grwerbslebens, mutheten, daß fie der Gegenstand der Suche feien, ein mensch an # " " es Presse( heißt 1 Soziale Lleberlicht. Die achte ordentliche Generalversammlung der all gemeinen Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter ( G. S. 29, Sib Hamburg) fand am letzten Dienstag in Aschaffenburg statt. Anwesend waren 92 Delegirte, welche 48 000 Mitglieder vertraten. " Literarisches. Kommunismus und die ökonomische Ent= wickelung. Uebersett von R. Bernstein. Berlin 1894. Verlag des Vorwärts". 32 Seiten. Preis 20 Pfennig. iches Rühren, riefen die beiden Vertreter der Staats- und die Union der Gasarbeiter und Arbeitsleute, in bingburgh die Betriebsfofien und verschiedenen Risitos nicht deckt. Die Kapitalgewalt zu sich heran und fragten höflich nach deren Be- die nationale Gewerkschaft der Schuhmacher von Großbritannien, Folgerung wäre aber dann nur, da es nicht angeht, die gehr. Die sich hieran knüpfende Unterhaltung endete auf deren verschiedene andere Städte sahen Friendly Societies oder reli- Fahrtaren zu erhöhen, daß, wie bei Ueberproduktion in anderen eigenen Wunsch hin mit der Personalfeststellung Wilte's giöse Körperschaften in Berathung, und damit die Politik nicht Gewerben, so und so viele Gefährte den Markt räumen müssen. und Mekke's und auch, auf ausdrückliches Tangen Ver- fehle, hielten die in Großbritannien( England, Schottland und Und das wird wohl, wenn die Kutscher siegen und den in der dieser, des Bauwächters durch den Gendarmen. Wales) organisirten irischen Nationalistenvereine in Liverpool günstigen Saison errungenen Sieg festzuhalten wissen, schließlich Dieser meldete sodann den Vorfall an Stelle, und die weitere Folge war das eingangs erwähnte zuständiger ihre Jahreskonferenz ab. das Ende vom Liede sein die Richtigkeit der Behauptung der Strafmandat in Höhe von 3 M. für Metzke und auf 20 M. für Genossenschaftler, der über 800 Dele girte beisammen fah, Am zahlreichsten befchickt war natürlich der Kongreß der Unternehmer vorausgesetzt. eine Der Marimalsaß, den die Kutscher aufstellen, ist 15 Shilling Wilfe, welcher als Berliner Stadtverordneter ja allerdings An- überaus gemischte Gesellschaft, vom friedfertigen Sparmeyer, für Pacht pro Tag, in die gewisse, jetzt separat zu zahlende Abspruch auf eine höhere Werthschäßung hat. Der Strafbefehl den die möglichst hohe Dividende der Genossenschaft einziger Zweck gaben für Reinigung der Remise, Pußen der Laternen zc. einwurde erlassen wegen unerlaubten Betretens eines umfriedigten ist, bis zum radikalen Sozialisten, der in der Genossenschaft begriffen fein sollen. Ackergrundstückes und renitenten Benehmens dem Gendarm gegen nur ein unter bestimmten Verhältnissen zu verwendendes Mittel über. Das letztere soll darin bestanden haben, daß Wilke und der Förderung der Arbeiterinteressen erblickt. Im ganzen findet Mezke, nachdem der Gendarm nach langem, vergeblichem Suchen übrigens zwischen beiden Extremen eine Annäherung statt. Die sie endlich gefunden hatte, erst auf wiederholtes Verlangen des Masse der britischen Genossenschaftler sind Arbeiter, und wie die Gendarmen hin sich hätten bereit sinden lassen, ihre Namen zu Nichts- als- Gewerkschaftlerei verliert auch die Nichts- ale- Genoffen- starte Broschüre, welche soeben zur Ausgabe gelangt ist und Die Polizei und die Arbeitslosen heißt eine 87 Geiten nennen. Da Wilte und Mekke glaubten, für die zu erlegende schaftlerei unter denselben immer mehr Anhänger. Auf der an- zum Preise von 15 Pfennigen durch die Buchhandlung des Straffumme eine bessere Verwendung zu haben, so trugen sie auf dern Seite spricht die Thatsache, daß wo die Genossenschafts- Vorwärts" verkauft wird. Sie enthält das stenogra richterliche Entscheidung an und erizelten am 10 d. M., wie ja bewegung am stärksten, auch die Gewerkschaftsbewegung am fräf- pbische Protokoll über die unter dem Vorsitz des Landesnicht gut anders zu erwarten, ihre kostenlose Freisprechung. tigsten entwickelt ist und am meisten leif.et, gegen die Befürch- gerichts- Direttors Brausewetter stattgefundene Verhandlung gegen tung, daß die Genossenschaften nothwendig und unter allen die neun Redakteure. Wir sind überzeugt, daß diese Broschüre Umständen eine Entnervung der Arbeiter, eine Schädigung der zahlreiche Leser in den Kreisen unserer Parteigenossen finden wird. weitergreifenden Klassenbestrebungen derselben zur Folge hat. Paul Lafargue, Kommunismus und Kapitalismus. Der zeigt, welchen Rückhalt für die Arbeiter die Genossenschaft event. Im großen Bergarbeiterstreit des vorigen Jahres hat es fich ge= bilden kann. Freilich hängt auch das wieder von bestimmten Voraussetzungen der politischen Verfassung, dem Regierungssystem des Landes zc. ab, so daß nicht genug davor gerarnt werden kann. Eine treffliche Broschüre in guter Uebersetzung, die man als au wollen. Ebenso ist nicht zu vergessen, daß diefelbe Epoche In flarer, allgemein verständlicher Sprache wird die ökonomische hiesige Erfahrungen ohne weiteres für das Festland verwerthenwerthvolle Bereicherung unserer Parteiliteratur bezeichnen kann. fast ununterbrochener indufirieller Prosperität, die den Aufbau Entwickelung, die Steigerung der Produktivität der Maschienen, allen. der großen Trade- Unions möglich gemacht, auch die Epoche des die Proletarisirung breiter Bevölkerungsklassen, alle Momente, Aufbaues und der Konsolidirung der großen Genossenschaften war. Die zum Kommunismus führen, dargestellt. Wir können das die Zahl der Mitglieder derselben auf 1 298 587 an, 50 000 mehr ferie aus dem„ Sozialdemokrat" unseren Lesern aufs wärmste Der Bericht des Zentralfomitee's der Genossenschaften giebt gut ausgestattete Schriftchen, ein Separatabdruck einer Artikelals im Vorjahre. Es ist merkwürdig, wie nahe diese Zahl der empfehlen. den englischen Trade Unionisten kommt, die in dem foeben er: hebungen auf etwas über 11/2 Millionen bestimmt wird, und es schienenen Buch des Ehepaars Webb auf grund genauer ErUeber den Stand der Krankenkasse wurde folgendes mit fatz von Personen ist, die beiden Organisationen gleichzeitig an wäre interessant, wenn sich feststellen ließe, wie groß der Prozent gehören. Der Umsatz der englischen Genossenschaften betrug im Die unter obigem Titel erschienene Agitationsbroschüre Die Mitgliederzahl betrug Ende Dezember 1893 48 530 gegen abgelaufenen Geschäftsjahr 50 Millionen Pfund Sterling, resp. enthält zunächst die Antwort, welche im vergangenen Jahre vom 34 203 am gleichen Tage des Jahres 1892. Diefe Mitglieder 1 Milliarde Mark, wovon allerdings verschiedene Doppel- wurde und die ein Programm darstellt, welches trotz seiner Verband an die Reichskommission für Arbeiterstatinit ertheilt vertheilen sich auf 547 Orte. Neue Zahlstellen haben sich an 40 Orten gebildet. Die Gesammteinnahme im vorigen Jahre betrug eintragungen abzuziehen sind. Aus der Ansprache 1 338 088 m. 16 Pf., die Gesammtausgabe 1110 061 M. 66 Pf. Mr. Tweddell, am Eröffnungstage fei folgende Kritik der selbit wirklicht werden dürften. Die Begründungen der einzelnen Ant1338 M. selbit- Langsamkeit unseres Gesetzgebungsapparates taum bald verdes Vorsitzenden mäßigen, aber durchaus vernünftigen Forderungen bei der des Kongresses, der Kassenbestand 228 026 M. 50 Pf. hat sich um 54 906 M. 57 Pf. vermindert. Gestorben sind im nach dem Bericht des„ Daily Chronicle"):„ Die sich selbst worten bringen zahlreiche Beweise für die wirthschaftlichen und Das Vermögen der Kaffe hilflerischen Produktivgenossenschaften hervorgehoben( wir zitiren wirklicht werden dürften. Die Begründungen der einzelnen AntJahre 1893 im ganzen 455 Mitglieder. regierende, profitvertheilende Werkstätte fei.... eine ebenso gesundheitlichen Schädigungen der Handelshilfsarbeiter durch unglückselige Idee. Ein Reis eines ausländischen und oben Speditionsbranche ganz fürchterlich sind. Es ist hohe Zeit, durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, welche in der drein schwächlichen Gewächses, habe sie niemals hier Wurzel die Einführung des zehnftündigen Maximal Arbeitstages gefaßt. Und bieße es in diesen Tagen der Großindustrie, wo einer zweistündigen. Mittagspause, einer 14tägigen Kündigungsdas Kapital, die Leitung, die Betriebseinrichtung die beste sein müßten, nicht mit knallbüchsen gegen Elswick Gewehre zu Felde frist und des Verbots der unter 14 Jahre alten Kinder die elenden ziehen, wenn man diese zerbrechlichen Erzeugnisse der Theorie und Ausbeutung jugendlicher Arbeitskräfte in diesem Gewerbe hat in Verhältnisse der Handelshilfsarbeiter ein wenig zu lindern. Die Gefühlsschwärmerei den harten Kampf mit der Welt führen lassen der letzten Zeit ganz außerordentliche Dimensionen angenommen. wolle? Bei aller Bewunderung für die dieser verlorenen Hoffnung Troß des stetig sinkenden Lohnes steigen die Ansprüche der Untergewidmete Hingabe und Energie könne man über die Thatsache nicht nehmer an ihre Arbeitskräfte immer höher und Fälle, in denen hinweg, daß sie ein absoluter Fehlgriff sei. Die nothwendige" Laufburschen, welche auch schriftliche Arbeiten ausführen können", Folgerung sei daher, daß die Kooperation auf die bessere und gesucht werden, sind nichts Seltenes. Andererseits bedient sich vernünftigere Verbeilung der Güter gerichtet sein müsse; so bas Unternehmerthum der jugendlichen Arbeitskraft" zur lange Profite gemacht werden, sollten sie, soweit dies in der Herabdrückung der Löhne der erwachsenen Arbeiter. So Macht der Genossenschaftler liege, aus den Händen der Einzelnen sind uns Fälle bekannt, in denen 20-28 jährige Menschen in die der konsumirenden Gemeinschaft geleitet werden, und je eingestellt worden sind. Daß ein Arbeiterschutzgesetz gegen als ältere Laufburschen" mit einem Wochenlohn von 12-15 M. vollkommener die Genossenschaften organisirt seien, sollten die felben( die. Profite) aber ganz ausgemerzt werden, d. h. der eine berartig intensive Ausbeutung ein gerechtfertigtes Um unnöthige Berathungen zu vermeiden, beschloß man, über die Anträge auf Auflösung der Kaffe, deren Umwandlung in eine Unterstügungskasse ohne staatliche Beaufsichtigung, den völligen oder theilweisen Anschluß an 75 des Hilfskassen- Gesetzes, vor dem Bericht des Vorstandes 2c. zu verhandeln. Der erste der genannten Anträge wurde mit ellen gegen eine, der zweite mit allen gegen sechs, der dritte und vierte mit allen gegen zwei Stimmen nach kaum derthalbstündiger Diskussion abgelehnt. Die Metall= arbeiter Krantentasse bleibt also als 3us chußtasse bestehen. getheilt: Von der der Hauptversammlung Des deutschen Lehrertages wurden folgende Thesen angenommen: 1. Die wirthschaftlichen, sozialen und staatlichen Verhältnisse der Gegenwart machen besondere Veranstaltungen noth wendig, um die Resultate des Schulunterrichts und der Schulerziehung zu sichern und ihnen eine zeitgemäße Ausgestaltung zu geben. 2. Wirthschaftliche und pädagogische Gründe sprechen dagegen, daß dieser Zweck durch erlängerung der achtjährigen Schulzeit zu erreichen versucht werde. 3. Nothwendig ist dagegen die Einrichtung der FortbildungsSchule. 4. Aufgabe derselben ist: Fortführung einer planmäßigen Erziehung, Befestigung und Ergänzung der allgemeinen Bildung mit Beziehung auf das berufliche Leben, Uebermittlung derjenigen Bildungsstoffe, welche zu einem Einleben in den staatlichen und gesellschaftlichen Organismus nothwendig sind. 5. Zur Lösung dieser der Fortbildungsschule gestellten Aufgabe ist erforderlich: a) Der Besuch derselben sei obligatorisch; gabe b) die Unterrichtszeit werde bei hinreichender Ausdehnung fo gelegt, daß der Schüler noch zu geistiger Arbeit und zur Aufnahme sittlicher Gindrücke befähigt ist; c) zur Wahrung ihrer Autorität werde sie mit den nöthigen Disziplinarmitteln ausgestattet; d) Lehrstoff und Methode müssen die Gewähr bieten, daß die berufliche Bildung gefördert und die Allgemeinbildung zeitgemäß ergänzt werde. 6. Die Thätigkeit der Fortbildungsschule werde ergänzt und unterstützt: durch Pflege des Turnens und der Turnfahrten, des Jugendspieles und Bibliotheken, durch Zugänglichmachung aller öffentlichen volksdes Gesanges, durch Einrichtung von thümlichen Bildungsinstitute, durch Einrichtung von BoltsUnterhaltungsabenden und von Jugendheimen. Die deutschen Fabrikinspektoren unterscheiden sich im dadurch, daß sie sich mehr oder weniger als Auwälte der Unterallgemeinen recht unvortheilhaft von ihren englischen Kollegen nehmer betrachten. Nicht selten aber kommen sie doch in die Lage, die schlechten Lebensverhältnisse der Arbeiter zugestehen zu müssen. So heißt es in einem Bericht des Fabrikinspektors für Rheinhessen u. a.: ―n. Ein Beitrag zur Lage und den Organisationsbestrebungen der Hilfearbeiter im Handelsgewerbe. Herausgegeben vom Vorstande des Verbandes der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. Preis 10 Pfennige. Kostenpreis, und nicht der Kostenpreis plus der Dividende oder Verlangen ist, wird wohl selbst Leuten, die mit dem fogenannten Profit, sollte schließlich das Prinzip der müssen. Die Broschüre bringt alsdann noch durch Veröffent unseren Bestrebungen nicht sympathisiren, einleuchten Kooperation fein."" An anderer Stelle meinte Herr Tweddell: müssen. Die Broschüre bringt alsdann noch durch Veröffent= der in Rochdale beschrittene Weg sei der Weg der Demokratie lichung von Dienst- und Geschäftsordnungen u. f. w. reichliches und ein energischer Schritt nach vorwärts auf demselben sei an durch Schaffung einer straffen und widerstandsfähigen OrganiMaterial zur Begründung der Mahnung an die Hilfsarbeiter, der Zeit. Die sozialen Bedingungen müßten den politischen angepaßt werden, es sei unmöglich, daß Leute, die politisch das fation Garantien gegen die Willfür der einzelnen Unternehmer gleiche Stimmrecht haben, sozial abhängig bleiben. Der Indivi- zu schaffen. Hoffentlich verballt der Appell nicht ungehört. dualismus im Gewerbe habe zu gehen, wie der Despotismus Als Einleitung enthält die Broschüre auch eine Art histoin der Regierung." So lange die Genossenschaftlerischen Rückblick auf die bisherige Hausdiener- Bewegung, an dem fest auf dem weiten Fundament, das die Rochdaler Pioniere ge- Auseinandersetzungen unterblieben, wenn diefelben auch ohne der ihnen hinterlassenen Mission tren bleiben und geduldig und wir aber eine entschiedene Ausstellung zu machen haben. G3 wären wohl besser in dieser Agitationsbroschüre die persönlichen legt, fortbauen, werde jeder Antrieb zu einer sozialen Um Namensnennung erfolgen. Wir müssen gestehen, daß wir die gestaltung, jedes Streben nach höheren Formen des sozialen Agonismus eine neue treibende Straft für sie sein, und schritt- Anführung solcher Dinge hier nicht vermuthet haben, obe Tradition des Reichsthums für wenige und der Armuth für viele, Man muß aber immer bedenken, daß solche Betrachtungen aus weise werden sie die traurige Vergangenheit, mit der häßlichen uns dieselben sehr wohl bekannt sind und wir ihren Einfluß auf den damaligen Stand der Organisation nie verkannt haben. ihren Einfluß auf die Menschheit verlieren und eine bessere Zeit der damaligen Sachlage heraus berechtigt waren, daß sie aber heranrücken sehen." Man sieht, wie die einst so verbürgerlich enden Genossen heute für die praktische Agitation bedeutungslos find, so daß schaften sich auf Umwegen wieder dem Sozialismus nähern. man hätte frob fein fönnen, von den ollen Ramellen schweigen Dies natürlich ohne die Illusion, durch Konsumgenossenschaften zu können. and B. H. Ausbeutung und Produktionsanarchie aus der Welt schaffen, Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' resp. die Folgen der letzteren überwinden zu können. Verlag) ist soeben das 33. Heft des 12. Jahrgangs er schienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Mitschuldige. Die Lage in Desterreich und der sozialdemokra tische Parteitag. Von Dr. Viktor Adler. Zur Natur geschichte des politischen Verbrechers. Von Dr. Friedrich Große( Leipzig- Reudnig). Die Feldarbeiter- Bewegung in Ungarn. Notizen: Kornwucherer. Feuilleton: Lebensbilder aus England. Von Andr. Scheu. III. Des Herzogs Wefte. Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinrich Braun( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.) Die soeben erschienene Nummer 34 hat unter anderem folgenden Inhalt: Die Lebens- und Ernährungsweise der Arbeiterschaft ist im Durchschnitt eine den Anforderungen an die Gesundheit und Wohlfahrt des menschlichen Körpers nicht entsprechende. Die Preise der Lebensmittel sind wohl eher etwas herabgegangen, Von den erwähnten Gewerkschaftsfongreffen sei bemerkt, daß während die Löhne im ganzen dieselben geblieben sind. Aber die der Schuhmacherverband einen Mitgliederzuwachs von nahezu Zahl der Arbeitslosen nimmt zu und der Verdienst der in Be- 2000 gegen das Vorjahr( 32 192 gegen 30 285) zu verzeichnen schäftigung stehenden Arbeiter ist ost weniger, wie früher. So hatte und die Inangriffnahme ernster Schritte behufs Verläßt z. B. eine Fabrik der chemischen Industrie mit vorwiegend schmelzung mit verschiedenen anderen Organisationen der Schuhweiblicher Arbeiterschaft nur fünf Tage in der Woche arbeiten. branche beschlossen hat. Ueber die Mitgliederzahl der Gas 2c. Andere Fabriken arbeiten seit Jahren mit Verlust, und mit der Arbeiter- Union liegen feine Zahlen vor, doch geht aus der bezunehmenden Ueberproduktion geht eine viel mehr ins Gewicht richteten Zunahme der Fonds derselben hervor, daß sie, trotz der fallende Unterkonsumtion der arbeitenden und ärmeren Klaffen für die unskilled" Arbeiter doppelt schlechten Zeit, ihre Position Hand in Hand. Der an vielen Stellen so welfe Zustand unserer gut innehält. Beide Konferenzen faßten Beschlüsse zu gunsten Industrie übt einen ungemein drückenden Einfluß auf die Ar- der Wahl von Arbeiter- Abgeordneten, die auf das sozialistische beiterschaft aus." Programm der Vergesellschaftlichung der Produktionsmittel 2c. zu verpflichten find. Die Gasarbeiter setzten dafür 200 Pid. Sterling aus und erklärten sich außerdem gegen Beilegung von Streits 2c. durch Schiedsspruch, weil der Unparteiische stets aus der behenden Klasse genommen werde. Arbeiter gegen Arbeiter. Aus Paris wird gemeldet: In dem benachbarten Jury geriethen, wie verschiedene Abendblätter melden, französische und belgische Ziegelarbeiter tu Streit; die Polizei mußte einschreiten. Nach Meldungen aus Perpignan wurde in Estagel ein italienischer Arbeiter von mehreren Burschen nach einem Wortstreit durch Steinwürfe lebensgefähr lich verwundet; ein zweiter Italiener eilte zur Hilfe herbei, verwundete drei Franzosen schwer mit Messerstichen und wurde selbst mit Knütteln und durch Messerstiche schwer verletzt. Die Gendarmerie soll sich geweigert haben, einzuschreiten. Bauarbeiter= Bon Privatdozent Preußische Gewerbeverwaltung und Marimal- Arbeitstag für Arbeiterinnen. Der Brotkonsum im Deutschen Reich. Von Karl Thieß. Das städtische Arbeitsamt in Eßlingen. Von Ernst Lautenschlager. Versicherung gegen Arbeitslosigkeit in London hat wieder einmal einen Droschkentutscherstreit. St. Gallen.-Freiwillige Einführung des Achtstundentages in haben die Errungenschaften ihres letzten Streits, der vor drei in England. Die Gabby's, wie der Volksmund die Cabführer kurzweg nennt, fächsischen Strumpffabriken. Der Minimallohn der Seeleute Boykottirung von Berliner Brauereien. Bur Jahren nattfand, nach und nach wieder verloren, da sie nach er- Achtstundenbill in England. Achtstundentag in Italien. folgtem Siege einer nach dem andern ihre Organisation im Stich Arbeiterinnenschutz und Unternehmer in Sachsen. ließen. In den letzten Tagen sollen sich jetzt nicht weniger als schub in Danzig. Gemeinsame Arbeit. 5000 Mann neu haben einschreiben lassen, ob aber dieser, unter Dr. 2. M. Hartmann. Die Bescheinigung, daß sie den Anforderungen des§ 75 dem Druck des momentanen Bedürfnisses erfolgte Massenanschluß des Krankenversicherungs- Gesetzes genügen, ist folgenden Kranken- genügt, die widerfirebenden Unternehmer zum Nachgeben zu be Eingelaufene Druckschriften. tassen ertheilt worden: der Kranken- und Sterbekasse der ver- wegen, muß erst abgewartet werden. Unter dieser Rubrik zeigen wir sämmtliche der Redaktion zugehende Die letzteren behaupteten literarische Neuigkeiten an. Wir bitten unsere Leser die Nennung der einigten Handwerker und Arbeiter zu Hilferode( E. H.), der zunnächst, mit weniger als den jetzigen Pachtfäßen( die Kutscher Schriften nicht als Empfehlung der Rebattion, sondern lediglich Krankenkasse der Kalt- und Steinträger zu Stettin( E. H.), der zahlen für Droschte und Pferd einen mit der Saison und der als Empfangsbestätigung aufzufaffen. Kranken- und Sterbekasse des Maurer- und Zimmergewerts für Qualität des Gefährts wechselnden Pachtsah) nicht bestehen oder aus politischen Gründen besprochen werden müssen, veröffentlichen wir, Blos über diejenigen Erscheinungen, welche im Interesse unserer Leser die Ortschaften Bruckdorf, Kanena, Dieskau und Zwirntschöna zu können, nachdem aber die Sache ein ernsteres Gesicht soweit dies der Raum unferes Blattes zuläßt, Krititen. Genügt einer Verlagsund die unmittelbar an diefe angrenzenden Ortschaften des angenommen, scheinen verschiedene DD11 ihnen buchhandlung die Anführung der übersandten Rezensionsexemplare in diefer schnell Delitzscher Kreises( E. H.), der Kranken- und Begräbnißkaffe der anderer Rubrik nicht, so bitten wir von der Zusendung der Neuerscheinungen des VerAnsicht und mit den Kutschern bandelseins lages absehen zu wollen. chirurgischen Instrumentenmacher, Bandagisten und Berufs- geworden zu sein. Bei den eigenthümlichen Verhältnissen Allgemeines über Naturheilkunde. Von Rob. Walter, Leipzig. genoffen( E. H.) in Berlin, der St. Josephs- Krankenkasse( E. H.) dieses Gewerbes ist jeder Tag Ausstand nicht nur Verlag von Siegb. Schuurpfeil. zu Meckenheim, der Krankenkasse der Militärischen Brüderschaft Berlust von so und so viel Mehrwerth, sondern von fast den Erdkunde. Von Dr. Heinrich Herzberg, III. Das Meer. Leipzig. für Altona nebst Vororten sowie die Gemeinden Klein- und Groß- felben Ausgaben, die der volle Betrieb foftet. Dies und die sehr Verlag von Siegb. Schnurpfeil. Flottbeck und Lurup( E. H.), der Hoisdorfer Krankenkasse starte Konturrenz unter den Fuhrunternehmern begünstigt die Komposition für Männerchor, Erinnerung aus Kräh. ( E. H.), der Kranken- und Sterbetasse des Bürgervereins zu Bewegung der Kutscher, der dle anscheinend wirklich nicht sehr winkels Schreckenstagen. Von Josef Scheu. Klavierauszug. Bochem( E. H.). 1,20 M. Frühlingsruf. Gedicht von Andreas Scheu. Partitur 60 Pfennig. Dämmerung. Von H. Riva. Klavierauszug 80 Pfg. Dresden. Verlag von Josef Günther. glänzende Lage des Geschäfts als Gegenwirkung gegenübersteht. Aus England. Unser Londoner Rorrespondent Die Kutscher selbst behaupten, daß die vermehrte Benutzung der schreibt uns: demokratischen Verkehrsmittel( Tramways, Omnibusse, Eisenbahn) Die Pfingstfeiertage oder je nachdem die Pfingstwoche sind und von Fahrrädern ihr Geschäft sehr heruntergebracht habe. die beliebteste Zeit für Kongresse, und auch dieses Jahr haben Es ist daher sehr wohl möglich, daß beide Theile recht dieselben Vereinigungen aller Art zusammentreten fehen. In haben, daß die Pacht für die Kutscher zu hoch, der von den Sunderland tagen die britischen Genossenschaftler, in Leeds letzteren aufgestellte Maximaliah dagegen für die Unternehmer Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pönsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Ift Jesus der Erlöser? Von Moriz Schwalb. Bremen. Verlag von Ed. Hampe.