) Pr. 47. 34. Jahrg. avonnmienti-Seaingungni: «donnemems-«reis vrümluieranvo Lierlolläqrl ZLU Ml. Iiuinall l�o Ml, ivöchmiliit» Z0 PIg. noi inZ Hau«. Einzelne SlumaiC! ö$19. EonniagS- nununs: mil iBuimcriot SoniuagS- Beilage.Die Leue Seil" 10 P,g Boil- libannemenl' l.W Marl vro M.nat. «nngelragen m die Boll» Zemma», vreisliils. Unter Kreuzband riir Deiuichland und Oesterreich. Ungarn 2�0 Mari, für da- übrige iluSIand « Marl l>ro Monat, koslabonnemenl« nehmen an Belgien. Däncmarh Holland. Atalien. Luremburg. Boriugah «iuniimien. Schweden und die Schweiz. cilcheldt lZgNch. ( S Pfennig) Sie InfertionS'GebDIir betrkgt für die iechsgsipallene Kolonel» teile oder deren Raum SV Big..<ü: doliliiche und gcwerüchafiliche Lcrein«, und Bcrsammlungs-iitnztigen ilo Big. „kleine �nretgen". das lellgedruisle Sort 20 Big. izuläifig 2 iellgedruille vortei, jedes weitere Wort 10 Big. Eicllengcsuche und Echlafstellenaii. zeigen das erste Wort 10 Big. jedes welierc Wort SVfg. Worte über>5 Buch- sladcii jüblen iür zwei Worte. Inserare irr die nächste Ruoinler müjjen big S Uhr nachmittags in der Erredition ghgeaedcn werden. Die Ervediiwn ijl bis 7 Uhr abends geolinet. Devlinev Dolksblakk.«X �entralorgan äer foÄaläemoKratlfcKen Partei Veuttcklanäs. Dilegr-mm.SIdr-jse: �»ÄbilliMollNl kill!»". Reüaktion: SW. HS» Linüenftraße Z. Aernsvrccher: Am Moriüvlai». Str. ISI SV— l?il 97 ..(I Sonnabend, den 17. Februar 1317. Expedition: SM. HS» Linüenstraße Z. fferniprecher: Amt Morivvlav. Nr. lölSV— lSIV«. I�ene Mege cker Ernäkrnngspolitik. Teurer Srot- billiger fleisch. Dte ErnährungspolUlk scheint jetzt, um in einer �e- wohnten Bildersprache zu reden, aus dem Stellungskrieg heraus- und in den Bewegungskrieg hineinzukommen. Das offiziöse Wolsfburcou veröffentlicht ein Gutachten zur Lebensmittelfrage, das, von elf Professoren der land-wirtsckaftlichen Betriebslehre Unterzell ebnet, schon an sich ein sehr beachtliches Dokument darstellt, ober an Bedeutung noch durch den Umstand gewinnt/ daß die Veröffentlichung oller Wahrscheinlichkeit nach auf das K r i e g s e r n ä h- rungsamt selbst zurückgeht. Dieses soll mit den Grund- sähen des Professoren-Gutachtens einverstanden sein, ohne sich darauf in allen Einzelheiten festlegen zu wollen. Der entscheidende Punkt. des Gutachtens, das wir weiter uuten in etwas verkürzter Fassung wiedergeben, ist die Her- stellun-g eines neuen P r e i s v c r h ä l t n i s s c s zwischen den verschiedenen landwirtschaftlichen Produkten in der Weise, daß die Preise für die flc'.'cherzeugendcn pflanzlichen Nahrungsmittel erhöht, die des Viehs und Fleisches selbst aber gesenkt werden. Dadurch soll ein unleugbarer Fehler der bisherigen Preispolitik ausgeglichen werden, der darin besteht, daß sich dem Landwirt seine pflanzlichen Erzeugnisse als Futtermittel besser rentieren, denn als Lebensmittel für den menschlichen Gebrauch. Eine Ausnahme von- der Regel wird nu- siu pie Gorste gemacht, deren Preis aesendt werden soll. Die Spannung zwischen Malzgerste und Futtcrgerste wird damit von 60 M. aus 1» M. vermindert. Gesteigert werden sollen, utn die wichtigsten Nahrungs- mittel hervorzuheben, Roggen, Weizen, Zuckerrüben, Kartoffeln und Milck. Herabgesetzt ioerdcn sollen die Preise für Schlachtrinder, Schlachtschafe, Schweine und dementsprechend die Fleischpreise. Was die Erhöhung der Milchprcise be- trifft, so wird für das Berliner Preisgebiet ab Hof ein Preis von 30 Pf. für 1 Liter Vollmilch als angemessen bezeichnet. Inzwischen hat man uns schon anderweitig auf einen Milch- preis von 44 Pf. für 1 Liter vorbereitet. Eine Begründung ist dem Gutachten nicht beigefügt. Sie wird uns von anderer Seite gegeben, und wir setzen sie so» wie wir sie erhalten, hierher: Die laud'.oirtschastlichen Sachverständigen und wohl auch das ÄriegSernährungsamt find' überzeugt, daß der jetzige, im Vergleich zum Weltmarktpreis sehr niedrige deutsche Getreide- preis, wenn er so bleibt, bei Wiedereintritt normaler Friedens- zustände Misere gesamte Volkswirtschaft in eine sehr schwere Krise stürzen würde. Daß die Ertragsiähigkeit des Landes durch die Kricgsmnstände erheblich beeinträchtigt wird, ist sewstverftändlich. Soweit wir erfahren konnten, dürfte das Kriegser- nährungsamt dem Bundesrat tatsächlich eine Preiserhöhung des Getreides vorschlagen, die dann natürlich auch eine Erhöhung des Brotpreiscs nach sich ziehen wird DaS ist zweifellos eine bedenkliche Maßregel, zu- mal in einer Zeit, in der das Brot wie noch niemals zuvor da? HauptnahrungSmiUel der gewaltigen Volksmehrhcit geworden ist. ES müßte, wohl schon einwandfrei nachgclviescn sein, daß unsere wirtschaftliche Zukunft einen solchen Schritt unbedingt erfordert, wenn die berufenen Vertreter des Volkes ihm zustimmen sollen. Liegen die Dinge wirklich so, daß eine augenblickliche Verteuerung des allerwichtigsten Nahrungsmittels uns die Aussicht verbürgt, in Zukunft von solchen Störungen, wie wcr sie in den letzten Monat«. erleben mutzten, befreit zu sein, dann allerdings bleibt uns nichts anderes übrig, als uns damit einverstanden zu erklären. Die Er- höhung des Brotpreises dürfte, wie wir hören, sich übrigens immer- hin in einer Kalbwegs«träglichen Grenze halten, nämlich v b i S 1Y Pf. für das Brot von 19 00 Gramm Gewicht, da» heitzt also für die wöchentliche Brotration des einzelnen betragen. Auf der anderen Seite ergibt sich als Konsequenz aus der Heber- einstimmung des Kriegsernährungsamis mit diesen Leitsätzen, daß die Vieh, und damit die Fle'scbpreise herabgesetzt werden. Und lfier soll daß halbe Pfund Fleisch, also gleichfalls die durch- schnittliche Wochenration des einzelnen, um 10 bis 15 Pf. verbilligt werden Nach den statistischen Zahlen werden die Fleischkarten weit über 98 Proz. ausgenutzt, d. h. dah doch nur ein äntzerst geringer Teil des Volkes nicht in der Lage ist» die gegen- wärtigen Fleischpreise aufzubringen. Es darf dabei allerdings nicht übersehen werden, datz mehr ganz arme Leute, als dieser Zahl cnt- sprechen würde, ihre Fleischtarten weitergeben, sei es gegen Be- zablung, sei es gegen Brotmarken, die dem Reichen leichter cnt- behrlicki find. Die Entscheid ang dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Zu dieser Berechnung ist zu bemerken, daß sich Brot- und Fleischpreise für die, die Fleisch noch kauten können, aus- gleichen mögen, daß aber die Brotpreiserhöhun� doch nicht die einzige Erhöhung ist. die uns droht. Eine e n t- sprechende Erhöhung der niedrigen Ein- kommen, insbesondere der F a m i Ii e n u n l e r- st ü tz u n g c n. wäre unausweichlich. Kinderreichen Familien in schlechten Einkammcnsverhältnisien müßte die Milchpreiserhöhung rückvergütet werden, wcim man nicht die Nachkommenschast gefährden will. Im allgemeinen ist das Gutachten der Professoren dahin zu kennzeichnen, daß es sowohl den Grundsatz des Zwangs wie den' des Preisanreijjes verwirft und durch Herstellung angemesiener Preisrelationcn innerhalb der landwirtschaft- lichen Produktion das gestörte Gleichgewicht wieder herstellen will. Dieses wohlausgedachte System lväre aber für die Verbraucher erst dann erträglich, wenn es auch auf die Ein- kommensverhältnisse weiter sortgesetzt, also jedem ein Ein- kommen sichern würde, das ihm den Ankauf der notwendigen Lebensmittel ermöglicht. Besonderes Gewicht wäre auch darauf zu legen, daß jede vermeidbarc Preiserhöhung, die sich auf. dem Wege vom Erzeuger zum Verbraucher vollzieht, wirklich vermieden wird. An diesen beiden Punkten— Erhöhung der niedrigen Einkommen und Verbilligung der Verteilung— werden dann, wenn sich ein anderer Ausweg nicht finden läßt, alle Hebel angesetzt wexden müssen. Darüber darf man sich allerdings nicht täuschen, daß die Annahme der Professoreiworschläge, soweit sie Preiserhöhun- gen vorsehen, ein Streichen der Segel vor den •-trfc'l'iwcTT? irifföbAffti&'tt' sAMtwesst'a• be»' Xaubrinvit bedeutot. Denn diese Lorschläge haben doch nur dann einen Sinn, wenn man annimmt, daß alle Verfütte- rungsverböte nichts hillfen, sondern' daß die besser lohnende Viehzucht bisher immer einen- Anreiz gebildet hat, diese Per- böte zu übertreiben. Der Produktionszwang scheint uns immer noch möglich, wenn er vernünftig geübt wird und wenn eine entsprechende Verwaltungsbehörde vorbanden ist. Aber sie ist nicht vorhanden, und daran— nicht an seiner inneren Unmöglichkeit— scheitert der Produktionszwang. Heute tritt der Deutsche L a n d w i r t s ch a f t s r o t zusammen, und man geht kaum fehl mit der Annahme, daß er gegen das Gutachten der Professoren, soweit eS Preis Herabsetzungen verlangt, Sturm laufen wird.„Die Fleiichergeugung würde dadurch die schwersten Hemmungen erfahren, während wir auch sie in Wirklichkeit nicht nur mög lichst aufrechterhalten, sondern, wenigstens hinsichtlich der Fetterzepgimg, noch zu verstärken suchen müssen. DaS ist schon deshalb nötig, weil wir eines Tages Frieden haben werden und eine inzwischen erfolgte Ruinierung unserer Viehbestände die schädlichsten Folgen zeitigen müßte: ebenso aber auch im Hinblick auf die Möglichkeit eines weiteren Kriegswinters." — So las man gestern in einer Polemik der„Deutschen Tageszeitung" gegen Professor Eltzbacher, und zum Schluß war da gesagt, daß die Ernährungsfrage„zu professoralen Experimenten doch zu ernst geworden" sei. Für die Be- ratungen des Deutschen Landwirtschoftsrats und für die ihnen folgende Generalversammlung des Bundes der Land- Wirte am nächsten Mittwoch ist damit der Anstatt gegeben. das Gutachten Her Lanöwirtschastslehrer. In den letzten Taxen haben eine Anzahl Hochschullehrer für laniwirtschaftliche Betriebs- lehre die Frage der kinftigen Preisgestaltung beraten und eine Reche von Leitsätzen beschlossen: In diesen wird zunächst festgestellt, datz der Aufrcchierhaliung oder womöglich Vermehrung der Gesamterzeugung der Landwirt- schaft durch die Knappheit der menschlichen und tierischen Arbeits- kräfte und des Knnstdiiiigers enge Schranken gesetzt sind. ES wird weiter verlangt, datz dos Recht und die Pflicht der Kommunal- verbände, unbestelltes geeignetes Land anderweit bebauen zu lassen, beibehalten werden mutz. Ein darüber hinausgehender Znbauzwang wird wegen der Eigenart dcS landwirtschaftlichen Betriebes als verhängnisvoll abgelehnt, ks wird dann gesagt, datz die Deckung des unbedingten mensch'ichen Ernährungsbedarfes der Ernährung der Tiere Virangehen müsse und datz unter den Tieren wieder das Arbeitsvieh vorgehe. Tie tierische Höchst- erzeugung könne nur durch rchtige Abgrenzung der Zahl der Tiere erreicht werden. Die Zahlder Schweine müsse cm die dafür verfügbare Futtcrmenge angepaßt werden. Dies soll aber nicht durch Zwangseingriffe, sondan in erster Linie durch fachgemast Preisgestaltung aller Erzeugnisse des BodenS und der Tierhaltung erreicht werden. Die jetzige Preisgestaltung habe sich in der- hängnisvoller Richtrng entwickelt, und zwar deshalb» weil man bei liedriger Preisjestsetzung bon Brot, Getreide und Kartoffeln die Preis- entWickelung der tierischen Erzeugnisse, vor allem des Fleisches zu lange frei laufen lictz und erst später durch Höchstpreise regelte. Es wird gefordert, datz die Preisgestaltung die Beschaffung möglichst ausreichender Nahrungsmittel für die Menschen sichert und auch ungünstig gelegenen Betrieben eine die Lebensfähigkeit gelvährleistende Rente sicher- stelle. Daß bei besonders günstig liegenden Betrieben eine höhere Rente als die unbedingt notwendige erzielt werde, sei unvermeidlich. Freie Preisbildung würde zu uu- erträglicher Ueberteuerung führen. Anreiz durch hohe Preise wird verworfen. Nur der Anbau besonders notwendiger. im Frieden zurücktretender Früchte(Lei- und-Hülsenfrüchte, Gespinstpflanzen) sei zur Deckung des MindestbcdarfS durch günstige Preisbemessung zu fördern. Dies ist der Inhalt der allgemeinen Leitsätze 1—6. Wir lassen die weiteren, ins einzelne gehenden Porschläge wörtlich folgen: 7. Die verschiedenen Preis- und Abliefcrungsbediiigungen für Hafer und Gerste sind betriebs- und volkswirtschaftlich unberechtigt. Sie benachteiligen die ohnedies in ihrer Leistungsfähigkeit am meisten gefährdeten ärmeren Bodenarten und müssen durch gleici'.e Behandlung beider Fruchtarten beseitigt werden. Die jetzige Preis- höhe ist ungefähr beizubehalten. 8. Ter Roggen- und Weizcnpreis ist dieser Preishöhe anzu- r u!!-•'•' 0. Hiernach sind folgende Getreidepreise für die nächste Ernte angemessen, zur Erreichung der unter 5 aufgestellten Ziele«skr auch unbedingt erforderlich: 10. Unter Berücksichtigung der Ausführungen zu Ziffer 6 er- scheinen die heute geltenden Preise für Hülsenfrüchte angemessen. Für O c l s a a t e n erscheinen die für den Herbst festgesetzten Preise angemessen. 11. Unter Berücksichtigung eines Roggenpreises von 260 M. ist ein Zuckerrübrnpms von 40 M. zu niedrig, ein solcher von 50 M. je Tonne angemessen. Ter Zwang zum Anbau einer be- stimmten Fläche führt nicht zum Ziel. 12. Der diesjährige Kartofsclpreis ist zur Aufrechtcrhallung der Erzeugung ungenügend. In Westdeutschland steht er zum Teil noch unter dem Friedenspreis der Winterkartoffel. In Ostdeutsch- land ist er zwar erheblich höher als dieser, aber er berücksichtigt nicht voll die schweren Nachteile, die dort die Ablieferung der nor- malerweise zur Aufrechterhaltung der eigenen Wirtschaft crforder- lichen Kartoffeln den meisten östlichen Betrieben bringt. Angc- messen erscheint für ganz Teutschland ein Mindestpreis von 100 M. die Tonne im Herbst mit der Berechtigung der Landeszentralbehör- den, in Gebieten, mit besonders hohen Fricdcnskartoffelprciscn den Preis in angemessenen Grenzen darüber hinaus zu erhöhen. I m ganzen Reiche ist den LandeSzcntralbehörden die Regelung der Frühjahrskartoffelpreisc zu überlassen. 13. Reichliche Gemüsepreisc sind schon bei dem großen Arbeit?- bedarf dieser Früchte geboten. Eine Gefährdung des Anbaues an- derer nötiger Früchte durch Gemüsebau ist nicht zu befürchten, im Gegenteil ist eine möglichste Ausdehnung des Gemüsebaues er- wünscht. 14. Kohlrübe»(Wruken) und Runkelrübe» werden überwiegend zur Berfuttcrung im. eigenen Betriebe erzeugt. Ein Höchstpreis mutz aber zur Vermeidung unerwünschten Wettbewerbs mit Kartoffeln und Zuckerrüben festgesetzt werden. Angemessen erscheirHn folgende Preise ab Hof mit der Möglichkeit der örtlichen Preis- crhöhung für bestimmte Gebiete wie bei Kartoffeln: Wruken(Kohlrüben, Steckrüben). 30 M. je Tonne Futterrüben....... 25„„ Juitermöhren...... 40„„„ 13. Ein mäßiger Preis für die läuslichen 5k r a f t- und E r- satzfuttermittel, nötigenfalls mit Reichszuschüssen, ist nötig, um die großen Schwankungen in den Kosten der Hervorbringung der Bicherzeugnisse zu vermeiden. 16. Die Preise für Schlachtrinder sind im Vergleich zu den Preisen der Bodenerzeugnisse zu hoch. Dadurch ist auch cinie von, landwirtschaftlichen Standpunkt bedenkliche Steigerung der Preise für Zucht- und Magcrvich hervorgerufen. Da für dieses Höchst- preise nicht durchführbar stnd, kann die Minderung dieser Preise nur mittelbar durch Herabsetzung der Schlachtviehpreisr erfolgen. Ein verhältnismäßig hoher Preisstand ist trotzdem beizubehalten, weil durch den Wegfall eiweißreicher Kraftfuttermittel eine stärke Verminderung und Verteuerung der Erzeugung eingetreten ist. Gegenüber dem heutigen mittleren Höchstpreis von 195 M. für den oppelzentner erscheint ein mittlerer Preis für Schlachtrind« von 165 M. angemessen. 17. Die Preise für Schlachtschafe sind aus den gleichen Gründe« zu hoch. Da die Schafhaltung, insbesondere des dring-, lichü» wege». Ux Mrderuug uni AuSSreiiimg VeLarf, i'iüffen die jetzigen Wollpreise für mindestens drei Jahre zuge- sichert werden. Für Schlachtschafe ist ein mittlerer Höchstpreis von 165 M. für den Doppelzentner angemessen. }8. Auch die Schweinepreise find zu hoch. Die Her ad» > c tz u» g der jetzt geltenden Preise der Schlachtschweine unter *0 Kilogramm um 20 Prozent. Mer 80 Kilogramm um 25 Prozent erscheint geboten. 10. Die Frischmitchpreise find infolge der außerordentlichen Knappheit eiweißreicher Futtermittel in den meisten Gebieten er» lieblich zu niedrig. Die Butterpreise find im Verhältnis zu den bisherigen Milchpreisen. wenn man den höheren Wert der Magermilch in Betracht zieht. Verhältnis hoch. Die Frischmilch- preise bedürfen daher eine« erheblichen Erhöhung, die allerdings rrst zur WinterfutterungSperiode einzutreten braucht, da im Sommer die Erzeugungsrosien durchschnittlich erheblich niedriger � nd. Unter Berücksichtigung des höheren Wertes der Magermilch il der Butterpreis so festzvsetzen. daß die Milchverwertung bei Butterberstellung nicht vorteilhafter als beim Frischmilchoerkauf wird. Hiernach ist für das Berliner Preisgebiet 30 Pfennig ab Hof für 1 Liter Bollmilch angemessen. Für die ubrigau Gebiete haben die Landeszentralbehörden ine angemessene Heraufsctzung der Milchpreisa vorzunehmen. Tas Gutachten trägt folgende Unterschrtsten:� gez. Aereöoe-Breslau, Brinkmairn-BollN, Fröhlich-Halle, GtseviuS- Gießen. Hansen- Königsberg. Hollmann- Berlin, llirchner-Lerpzig. Schnieder-München, v. Soelhorft-Göttingen, Wagner-Weihenstephan, Warmboldt-Hohenheim. Mängel öer Organisation. Zu gleicher Zeit geht uns ein— vom Gutachten der Professoren noch unberührter— Aufsatz von Robert Schmidt über„Mängel in der Organisation unserer Nah- lungsmUMversorgung" zu, dem wir folgendes entnehmen: Tie Preisbestimmung steht gegenwärtig unter einem neuen Ansturm landtmrtschaftlicher Jnteressenkverse. So verlangt die Landwirtschastskmmirer für das Herzogtum Braunschweig einen gleichmäßigen Preis für alle Getreidearten von 300 M. kür die Tonne, für Rohzucker 24 M. pro Zentner, für Kar- .offeln eine Erhöhung unter Dcrückfichtigung der Ernte oder Aufhebung der.Höchstpreise, für Schlachtvieh eine Erhöhung der Preise. Die Land wirtschaftskammer für Schlesien wendet sich dagegen, daß die Brehpreise herabgesetzt werden und wünscht einen Zuckcrpreis von 22,50 M. Man ist drauf und dran, einen großen Vorstoß für eine Preiserhöhung vorzunehmen. Mäßig sind die Ausordenrngen nicht, denn der verlangte Preis für Getreide oedentet für Roggen 80 M. und für Weizen 40 M. Aufschlag: die Preise für Rohzucker betrugen zu Beginn des Krieges '1,50 M., der Aufschlag wäre hier 14,50 M., die Vvehpreise md nahezu unr das Dreifache höher als zu Friedcnszeiten. sie gelten in objektiven Kreisen der Landwirtschaft längst als viel zu hoch. Aber das ficht diejenigen in der Landwirt- chaft nicht an, die leider so oft ins Maßlose mit ihren Forde- rungen gingen. Das.Kriegsernährungsamt hat die Preise für Hafer und Gerste etwas gesenkt, auch in Verbindung damit die Pveisc r». Nährmittel, und es ist ferner in Aussicht gestellt, daß die Knegsernahrm'.gsmnte«.� einen Ausgleich in den Preisbestimmungen der einzelnen Produkte herbeizuführen. iVicht wieder aufgegeben werden und nicht etwa der Ausgleich '0 gesucht wird, daß die niederen Preis« auf die Höchststufe heraufgesetzt werden. Die Preise für die landwirtschaftlichen Produkte sind so hoch, daß unter Beröckfichtigung aller Er- chwernisse. unter denen die Landwirtschast zu leiden hat, em autes Auskommen möglich ist. Die sozialdemokratische Partei hat rede Forderung unterstützt zur Beschaffung von Saatgut, Futtermitteln, landwirtschaftliche Maschinen. Düngemitteln, ne hat jcde Arbcitserleichterung gutgeheißen: und sie glaubt, am besten die Produktion mit diesen Mitteln zu fördern und aat dies auch in ihren ersten Vorschlägen im August 1014 be- eits zum Ausdruck gebracht, aber sie lehntes mit oller Entschiedenheit ab, durch Preissteigerung 'en Anreiz für die Produktion zu geben, »eil wir sonst in eine unhaltbare Preis» ireiberei kämen, die schwere allgemernc Schäden niitsickbringen. Tie Ueberwachung der Preise läßt leider diel u wünschen übrig. Wir haben eine Bundesratsverordnung, .üe die Forderung übermäßiger Preisaufschläge unter Strafe stellt. Aber die Feststellung solcher Vergehen ist sehr schwer. . a der Handel vielfach die Nachforschungen darüber unmöglich aacht, zu welchem Preise die Ware eingekauft ist. Zwar haben >e Preisprüsungsstellen das Recht. Einsicht in die Bücher zu ..erlangen, aber dazu kommt es selten oder gar nicht, weil der Einfluß der Vertreter der Konsumenten viel zu schwach ist, in eine energische Kontrolle gegen die Vertreter des Handels und der Stadt durchzusetzen. Geschieht es dennoch, so erklären aie Händler nicht selten, sie führen keine Bücher und damit ist >rr Nachweis über den Einkauf unterbunden. Es handelt ich hierbei weniger um die Gewohnheiten des Kleinhandels (s vielmehr auch um die des Großhandels. Wiederholt ist on unsern Vertretern verlangt worden, daß durch zwongs- ueise Einführung von Lieferscheinen diesem Treiben ein Ende lemacht werde. Aber der Einfluß des Handels in den Reichs» 'stellen ist stark genug, um sich diese Kontrolle vom Halse zu allen. Das Reichswucheramt ist vielfach mattgesetzt, weil vni die Aufdeckung von Preistreibereien nicht gelingt und die l'lterbindung des Kettenhandels unmöglich wird. So haben vir heute noch den Zustand, daß Waren aus einer Hand in iüe andere wandern und damit die Preistreiberei die wildesten Aufwärtsbewegungen hervorruft. Einige Städte haben eigene Verkaufsstellen ingerichtet und damit sehr gute Resultate erzielt. Die hier- durch dem Kleinhandel zugefügten Nachteile lassen sich mildern dadurch, daß die Handeltreibenden in den Dienst der Verkaufs- stellen übernommen werden. Sie werden sich dabei besser stehen als bei der Fortsetzung eines Handels, der den Umsatz 'ehr herabdrückt. Allgemein wird heute im Handel eine hohe llmsatzprovisiou verlangt, weil man bei dem viel geringeren Umsatz den gleichen Gewinn erzielen will wie im uneinge- 'chränkten Geschäftsverkehr. Gegenwärtig gilt es vor allem, riner einfachen, sicher funktionierenden Lebensmittelverteilung im Interesse der Gesamtbevölkerung den Vorzug zu geben. demgegenüber alle Sonde rinteresien zurückstehen müssen. Tie Gemeindeverwaltung muß hier bessernd eingreifen. Auf diesem Gebiete versagen leider vielfach die Gemein- den. sie scheuen die Arbeiten, wollen nicht die Interessen der- ienigeu verletzen, die politisch ihnen nahestehen, fürchten, es könnten sich die Einrichtungen als nützlich erweisen und nach dem Kriege ihre Aufrechterhaltung verlangt werden, man wurstelt so weiter, und bei des Reichsstelley ist es nicht besser. auch da schwört man emf die MtantaWaks kasiitalistische Wirk- schaftsordnung. Es wäre verfehlt, für unsere Schwierigkeiten in der Nah- rungsmittewersorgung dieses System allein verantwortlich zu machen, auch die beste Organisation versagt, weil die Pro- duktwn den Bedarf nicht decken kaün, aber mancher Schaden wäre verhütet, wenn in der Lebensmsttelproduktwn wie in der Versorgung vor großen organisatorischen Neugestaltungen nicht ein so entschiedener Widerwille vorhanden wäre, sind doch alle erfolgreichen Schöpfungen nur ini Widerstreben der Kreise zustande gekommen, die am Fiasko mehr interessiert find als an dem Erfolg der Unternehmungen. Dieser Einfluß macht sich bald lärmend, bald im Stillen gel- tend, er verlangt zurück zu dem freien, ungebundenen kapita- listischen System: wir aber hängen uns nicht an die Aufrecht- erhaltung des alten, sondern streben einer Organisation zu, die überflüssige Zwischengewinne und unnötige Vergeudung von Kräften vermeidet, um eine Lebensmittel- Versorgung sicherzustellen, die vor allem vom Standpunkt des Allgemeininteresses diktiert ist. Elf sozialistische Vumamitglieöer verhastet. Kopenhagen, 1k. Februar.(W. T. B.) Russische Blätter berichten, elf sozialistische Dumamitglieder, die der Hauptleitung des Kriegskomitees augcbörten, seien unter der Anschuldigung verhaftet worden, Handlungen begangen zu haben, die gegen die öffentliche Sicherheit gerichtet seien. Tie Untersuchung habe ergeben, daß sie P l ä n e s» r eine Revolution ausgearbeitet hätten, die ganz Ruß- land umfasse» sollte. Als Vorbereitung dieses Schlages gegen die sozialistische Linke der Duma wird man die Maßnahmen zu betrachten haben, die sich nach Meldungen letzter Tage gegen die Organi- sation der Petersburger Metallarbeiter richteten. Daß das Parlamentsmandat in Rußland seinen Träger nicht unantast» bar macht, haben zuletzt fünf andere Dumasozialisten schon im ersten Kriegssahre erfahren. Sie wurden skrupellos verge» wältigt und schmachten trotz aller Proteste in entwürdigendster Lage in Sibirien. Um Anlaß und Bedeutung der jetzt gemeldeten Der- Haftung klar zu kennzeichnen, müssen nähere Nachrichten ab- gewartet werden. Die Aktion muß natürlich in Zusammen- hang mit dem nahenden Termin der Wiedereröffnung der Duma gewertet werden. Das Regiment Golitzin- Protopopow bereitet sich auf diesen Termin vor durch die Munvtotmachung der radikalen Linken. T« Zarenerlaß, der von den Personen der Regierung Achtung vor der Würde der Volksvertreter forderte, hat nicht lange auf die Enthüllung, daß er ein heuchlerischer Akt war. warten lassen. Er entlarvt sich selbst, und die am wenigsten an seine Ehrlichkeit geglaubt haben, müssen es zuerst und an ihrem Leib und Leben erfahren, daß sie sich nicht irrten. Der Krieg auf öen Meeren. 51$00 Tonnen in 24 Stunden. Tie Leistung eines U-Bootes. Berlin, 16. Februar. Innerhalb 24 Stunde» wurden von einem unserer Unterseeboot ucnerdii gs versenkt: ei« Hilfskreuzer von 20 000 Brnttoregistertonne«, zwei Hilfskreuzer oder TranSportd ampfer von je 13 600 ei« TranSportdompfer von 4600 Bruttoregister. tonnen, insgesamt 51 800 Brnttoregistertonne«. Lo» de« am 13. Februar als verseukt gemeldeten sechs Dampfer««od einem Segelschiff von insgesamt 2 5 00 0 Brnttoregi st ertön« en führte ein Tamvfer 1000 Tonnen Holz, 1500 Tonnen Weizen, 2000 Tonnen Hafer und ein Dampfer von 5000 Brnttoregistertonnen Petroleum nach Eng- land. Als Gefangene wurden eingebracht: Drei Kapitäne, zwei Zngenienre und ein Fnukeutelegraphist. Zwei von den Dampfer« wäre« bewaffnet. Zwei englische weizenöampfer vernichtet. Barcelona, 16. Februar. AnS Alexandrien eingetroffene Schiffsmannschaften berichten, daß in den Tagen vom 20. zum 29. Januar zwei mit Weizen beladene englische Dampfer von 1t 000«nd 10 000 Tons vor dem Hase« durch Unterfeeboote vcrseakt wurden. Hafenarbeiter von Alexandrien erzählte», daß die von dort verkehrenden englischen Lazarettschiffe ausschließlich zum Transport von Truppen und Kriegsmaterial nach Saloniki benutzt würden. Norwegischer Schiffsverlust im Januar. Kopenhagen, 15. Februar.„Natiooaltidendc" meldet aus Kristiania: Norwegen verlor im Januar 44 Schiffe von insgesamt 66484 Tonnen. Der Direktor des norwegiscken Bureaus BeritaZ teilt nach seiner Rückkehr von einem Besuch ameükanischcr Schiffswerften mit, daß in Amerika gegen 1160 060 Tonnen Schiffe für norwegische Rechnung im Bau seien. Wenn Amerika diesen Schiffsraum beschlagnahm« und MV Kronen für die Tonne erstatte, so könne man in Norwegen mit einer Auszahlung von rund 600 Millionrn Kronen durch Amerika an die norwegischen Reeder rechnen. versenkt. Stockholm, 16. Februar. Es verlautet, daß fünf schwedische von England mit tohlrn nach schwedi« schea Häsen ausgelaufene Tampfei im Rordseesprrr- gebiet versenkt worden sind. London. 16. Februar. Lloyds melde: Der Dampfer Marga- rita(2788 vr.-Reg.'To.) und de Schaluppen Ashwold (129 Br.-Reg.-To.) und Jreland(1A Br.-Reg.To.) sind versenil worden. Die Besatzung der Jreland purde gelandet, nachdem sie 90 S runden auf dem offenen Meere gevesen waren. Kristiania, IS. Februar. Das norvegische Konsulat in Bordeaux drahtete an das Handels departement: Der Dampfer Progrefo (1620 Br.-Sseg.-To.) ist versenkt wordei. Der Kapiiän und die Besatzung wurden gerettet. Göteborg, IS. Februar. Der tiöleborger Dampfer Adolf (836 Br.-Reg.-To.) ist bei den Orknetznseln versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. Die Berseukaug der Edda. Berlin, 16. Februar. Die schwedische Presse meldete anfangs dieses Monats, der schwedische Dampfer Ebda wäre am 29. Januar 1917 vor der norwegische« Küste von eine» deutschen Unterseeboot versenkt worden. Er fuhr mit Kohle von Seaham«ach Halmstadt. Die Versenkung wäre auf ein Versehe« oder auf einen Uebergriss zurückzuführe«. Dazu wird festgestellt, daß dir Edda laut Chartervertrag vcr- pstichtet war, nach Löschung der Sohle« in Halwpad von KarlSkrona nach England zurückzukehren. französisches Torpedoboot verloren. Lugano, IS. Februar. Das französische Torpedoboot 317 ist ani 28. Dezember 1916 verloren gegangen. U-öoot-Neüe llloyü Georges in Sicht. Bonar Law teilte im Unterhaus mit, daß Lloyd George am 19. d. M. eine Erklärung über die Maßnahmen der Regierung hinsichtlich der weiteren Beschränkung der Einfuhr und über die Landwirtschaft mit besonderer Berücksichtigung der Bedrohung durch den Unterseebootkrieg abgeben werde. DaS Leitmotiv dieser Rede des englischen Premierministers werden die im Oberhaus ge° haltcnen Reden angestimmt haben. » Ter Tropfen auf den heiffen Stein. London, 15. Februar. Das Landwirtschafts- und Fischerei- amt gibt bekannt, daß ein wichtiges Abkommen zwischen dem Kriegsamt und dem Landwirtschaftsamt getroffen worden ist, um den Landwirten weitere militärische Ar- beitskräfte für die Frühjahrsbestellung zur Verfügung zu stellen. Außer der Zuweisung von 15 000 Mann, die zu den Landesverteidigungstruppen gehören und deren Arbeitskraft nach den bestehenden Bestimmungen für die Landwirte dienen soll, sollen weitere 15000 Mann auf die verschiedenen Landesteile verteilt werden. Seesperre imö Weltverwirrung. Amsterdam, 16. Februar. Der Washingtoner Korrespon- dent der„Times" meldet, daß die amerikanische Presse gestern in sehr pessimistischer Stimmung war. Die Lahmlegung der Schiffahrt und die Stauung auf den Bahocu hat eine unerträgliche Lage geschaffen. * Rotterdam, 16. Februar. Nach hier eingetroffenen Nach- richten wird in England für Butter bereits jeder Preis gezahlt. In Schifiahrtskreisen herrscht Beunruhigung über die Absicht Englands, in großdritannischcn Häfen liegende Schiffe zu kanfru. Es wird gemeldet. daß drei schwedische Schiffe in England gezwungen worden sind, ihre Ladung zu löschen. Stockholm, 16. Februar. Tie Beschlagnahme des für Schweden dringend notwendigen Chilisalpeters in englischen Häfen und die Bedingungen Englands für die Aufrecht- erhaltung der schwedischen Schiffahrt erregten das größte Aufsehen. Die neuen Bedingungen werden von den Blättern einstimmig als unannehmbar bezeichnet. «i Stockholm, 16. Februar. Die Regierung hat beschlossen. Hafer und G e r st e sowie die daraus hergestellten Erzeug- nisse zu beschlagnahmen und die Verwendung von Kar- toffeln zurViehfütterungzu verbieten. < Kopenhagen, 16. Februar.„Berlingske Tidende" meldet aus Haparanda: Der empfindliche Mangel an Ge- treibe und anderen wichtigen Lebensmitteln. der seit längerer Zeit in Finnland geherrscht hat, nimmt jetzt drohende Formen on. Der finnische Verband der Lebensmittelimportcure teilt mit. daß es nicht gelungen sei, genügend Lebensmittel zu beschaffen. Die vorhandenen Vorräte würden höchstens zwei Monate roichen. Um der drohenden schweren Gefahr zu begegnen, wird eine Reihe von Maßnahmen geplant, unter anderem sollen die de- rcitS bestehenden Höchstpreise bedeutend erhöht werden. * Bern, 16. Februar. Wie französische Blätter melden, ist nach Schätzungen vom l. Februar 1917 der Stand der Aussaaten nicht zufriedenstellend. Die Aussaat bleibt beträchtlich hinter der Aussaat des Vorjahres zurück, nur in vier Departements Südfrankreichs kann die Lage als günstig bezeichnet werden. Amtlich wird erklärt, daß große Anstrengungen gemacht werden muffen, um die Frühjahrsaussaat intensiver zu gestalten, da sonst ein großer Ausfall gegen die bereits unter Durchschnitt gebliebene Ernte deS Vorjahres zu erwarten fei. « Die öeutschen Schiffe in üen vereinigten Staaten. Keine Jnternierung von Handelsschiffen. New Jork, 12. Februar.(Funkspruch des Vertreters vom W. T. B., verspätet eingetroffen.) Unter Bezugnahme aus eine drahtlose Nachricht aus Berlin, wonach Staatssekretär Zimmermann sich nach der Lage der Besatzungen der internierten Schiffe erkundigt hat, teilt eine Washingtoner Meldung der Associated Preß mit: Es gibt zweierlei Arten von rnternicrtcn deutschen Schiffen in amerikanischen Häfen. Interniert sind Kriegs schisse tme die Hilfs- kreuzer Prinz Eitel Friedrich und Kronprinz Wil» Helm und Marinefahrzeuge wie die Kanonenboote Cor» m o r a n in Guam und Geier in Honolulu. Die Besatzungen dieser Schisse sind ebenso wie die Schiffe selbst Bestandteile der deutschen Seestreitkräfte, die in neutralen Häfen Zuflucht gesucht haben und sind für die Dauer des Krieges gefangen nach de» Bc- stimmungen deS Völkerrechts und der Haager Konventionen. Dia Lage der durch den Krieg festgehaltenen Handelsschiffe ist eure andere. und ebenso ist es mit ihren Besatzungen. Die Handelsschiffe sind in keiner Weise interniert, sondern bleiben in ihre« Aufluchtshafe»; sie haben die Freiheit, jederzeit in See zu gehen und ihr Glück gegen die feindlichen Kriegsschiffe zu versuchen. Ihre Besatzungen befinden sich in derselben Lage wie alle Fremden, die nach den Vereinigten Staaten kommen. Sie können, wenn sie die Bedingungen für Einwanderung erfüllen, im Lande zugelassen werden. Solange sie als Auswärtige gelten, werden sie von den Einwanderungsbehörden auf ihre Schiffs verwiesen. Aehnlich ist eS mit den Schritten, die gegen die Vernich- hing von Eigentum oder die Bedrohung der Schiffahrt in amerckani- sehen Häfen unternommen worden find. Zllan nimmt an, daß die Frage Deutschlands auf Falschmeldungen zurückzuführen ist, Diretticra Max"Reinhardt: OentHches Theater. 7 Dhr: Othello. Sonntag V'/jühr: Oantons Tod. Nachm. 21/|Uhr(kl. Pr.): Hamlet. Kammerapiele. 7'lt Uhr; Oas Konncrt. Sonntag: Das Konzert Nachm 2'/, Uhr(iL Pr): Minna von Barnhelm. Volksbühne. Theat. a.BGIowplatz. T'/, Uhr: Weh dem, dop litxt! Sonntag: Kabale und Liebe. Theater i. d. Königgrätzerstr. ?"/, Uhr: Panl Lance und Tora Parsberg. Komödienhaus 71/, Uhr: Die verlorene Tochter. Berliner Theater 7'f, Uhr: Aul Flügeln des Gesanges. Ssssing-Tlteater. Direktion: V ictor Barnowsky. ' nb: Eponl. Kbk.;~ Sonnt, z. 73.11.; Die beid. Klingeberg. Deutsch. Küiistlßr-Theater. Allabendlich TL Uhr: Der Belsebeclelter. URANIA Ta%W- 4 Uhr(halbe Preise): Die Bagdadbahn. 6 Uhr: Der Balkanzug und die befreite Donau. Hörsaal 8 Uhr; Prof. Dr. Donath WärmeHtrahlen VliTORIA-THEATEII (lüaassoacl) KotlbuserStr. 6 Telephon Hchbhn.-Hltst. Montzpl. 14814 Kottbus, Tor Theater für Sonnabend, 17. Februar. Metropol-Theater Deutsches Opernhaas, Cbarlottcnb. Uraufführung: iUMl!. Friedricb-Wilfaelmstädt. Theater. 7-/.U.: Das Dreimäderitiaus. «ebr. Herrnfeld-Theater Heute 7'lt U.: Der Stolz der Familie. Schwank mit Gesang in 3 Akten. Morgen 3'/« Uhr: Die Ehre. Kleines Theater Kenoinstudiert, Anfang 7 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Komische Oper •'/, uhr. Der Puszta-Kavalier. Morgen o'-j, Uhr: Heimist. Lustspieihaus ?'/. v- Die schöne Kubanerin. Morgen 3 Uhr: Oer Bibliothekar. Neues Operettenhaus Kassentelephon: Norden 281. u.: Der Soldat der Marie, lo�n.: Die Csardasfflrstin. Morgen'/«3 Uhr: Die Kaiserin. Residenz-Theater u�Oie Warschauer Zitadelle. Schtllep-Theater O. vi, uhr: Der Herr im tee. Schlller-Th.Chnrloftenbg. 7'/.vhr-MW EerlicbingeD. Thalia-Theater. 7-/.U.: Das Yagabundenmddel. Theater am Xollendortp'., S'L Chi: Zar und Zimmermann. vi, u.: Blaue Jungens. Theater de» We»ten» 7-/.U.: Die Fahrt ins Glück mit Guido Thielscher. Trlanon-Theater vi, u.: Willis Hochzeitstag, OFTOSSTE nAUBnEHDRCSr�SCHAU DER ERDE Täglich AbondvorEteUuDe* _ um 71/, Uhr. Mifcfcw., Sonnabds.» Sonntags je 2 Vorstellungen, 31/, u. 71/, ü. Wochentags nachmittags Vorzugspreise. Vorverkauf: Hagenbeckkasse Kottbus. St. 6 u. Wertheim. Rose»Theater. VI, Uhr: Xer acstiefelte Kater. 7/,«: Der fihele Kauer. Walhalla-Theater. vi, Uhr: Das Glücksmädel. .E iislioiizl.sbeslei'US Studetttenliebche«. Operette In 3 m Mus. v. Bromme. Anwel». glitt, t. 1.« Pers. b. 17. Febe. Paikett 0.75, Sessel 1,—, Orchester-Sessel 1A). Vorverk ah'l,U-2 u. ofi 6 11 oBbä. M Clrcu» TJ JSusA, Heute sowio täglich TL Uhr die von Publikum und Presse überaus beif. aufgenommene Rfessn-Pracbt-Wasser-Pantomime Die versunkene Slad) in 1 Vorsp. a 4 Akten noch der Vinelalegende frei bearbeitet u. inszeniert v. Paula Bnach. Besonders hervorzuheben: D. gr. Sturzwasserfali v. d. Zlrkut- huppel u. Untergang der Stadt. Da* myat. Wlederaultauohen ders. ■ Die Bewohner m. all Getier, leb. Hühnern, Katzen usw. entsteig. trockenen Fußes der Unterwelt. keil! Kolossaler Manege- Wasser-Effekt Das Nixenballe« im wellenbewogten Wasser der Arena (petentamtL gesoh.). Vorh. das gr.Zirknsprogramm. Morgen Sonntag 2 Vorstellungen. Nachmittags 3'l, Uhr: Die Gclerurlnxesain. Abends 71/, Uhr: Die werMunbonc btadt. Zirkus i Schumann Der Zirkus ist gut geheizt. Heute u. täglich abds. 7'L Uhr (Einlaß 7 Uhr): Das große glänzende Zirkus pregramm und die großartig inszenierte Ausst,-Pantomime Die Seeräuber m. d. prScht u. märchenhaften Pj-nnkfc»t Jed. Sonntag 2 gr. Vorstellungen, 3 Uhr u. TL Uhr. Nachmittags 1 Kind frei. Billetts ab Freitag an der Zirkuakaase zu haben. Reichshalleo-Tbeater. Stettiuer Sänger. „Cabaret Feldgrau44 Anfang 7'/, Uhr. Sonntag nachmitt. S Uhr; Vorstellung zu ermiß. Preisen! LiUebil's Hochzeltsreise. Aegypt Burleske in 7 Bildern. Inszenierung von Max Reinhardt. H auptdarsteller: Hans Wassmann, Liilebü Cbristonsen, Katta Sterna, Ernst Matray. Hierzu daa große VarieW-Prograram. Possen• Theater. Täglich n, Uhr: Der(liegende Holländer. Der alte Wold. HiM TägL TU Sonnt. 81/, u. 7>/, Der eßektvolle Telefoneober*: „Hallo, wer dort?" Dazu: BerL Typen ro.JB. Stoidl und Anna Mt n. d. neue Itiller-Lineke Febr.- Pro jr. NPCa-MOOUT». Anfang llfi Uhr. Neues Februarprogramra. Dazu Neptun auf Reisen. Auas tattun gsposso i. 3 Bildern StOrmisehe Heiterkeit! Morgen Sonntag 2 Vorstellungen. Casino- Theater Lothringer Str. 87. ISalich TL Uhr. Trotz tti gtosjui Erjolget nur«och wrxe Zelt Zwei bette Serimer Vorher 7>i, Udr bunter Teil. Aniang deß l' Sonntag 4 Uhr: de, Etüde» S'/, Uhr. Einer vom U-Boet. Admiralspalasl. Seniittsehvhilufer• Ballett a. d. Oper„Oer Prophet" und Trau Tantasie. Vorzltgl. Küche. Anfang Tlf HeinesWerte Voigt-Theater. Badstr 5«. Badstr. S, Heute 7-/. Uhr: (br Sohn der Wildnis. Itnepj(ür Alexander Gawenda. Somtan, 18. ßcDruar, ncichm. S llhr: .„""t'dis, ein edles Frauenherz. Abend 7 Uhr: In Leid und Freud. Verkäufe Geld! Tetd! waren Sie. wem Sie im LethauZ Rotenlbaier Tor Lini-nftratze W/4. Tde Roientbaler tirage. lauten, gm Versab gewesen, Anzüge. DateUz. Ulster sowie neu, Moßzardcroben PelzstolaS, Muster! Sinnt». Nerz. Aaskasuchi-, Sommer. preise, silbern- Uhren 5.—. golden, Tomemtbren Si., Schmucksachen. 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Die letzte Sendung enthält einen wertvollen Bericht über Versuche, die der Physiologe Dr. Kent im Auftrage seiner Regierung über die industrielle Ermüdung an- gestellt hat. Der erste Teil der Untersuchungen beschäftigt sich mit�er Ermüdung infolge von Ueberstunden, und Kent hat festgestellt, was allerdings wohl kaum einer Bestätigung bedurfte, dast die Ermüdung bestehen bleibt, wenn die Ruhe am Wochenende aufgehoben wird. Sie äustert sich in herabgesetzter Leistungsfähigkeit und vermindertem Arbeitsertrag. Ueberstunden an aufeinander folgenden Tagen erzeugen mehr Ermüdung, als wenn fie von Tagen gewöhnlicher Arbeitsdauer ae- trennt sind. Auch äustert sich die Ermüdung stärker, wenn die Ueberstunden am Ende der Woche geleistet werden, als in den ersten Tagen. Kent verurteilt die Ueberstunden vom physiologischen Stand- Punkt überhaupt und sucht an einem Beispiel zu zeigen, daß sie häufig ihren Zweck verfehlen. Eine junge Arbeiterin in einer der staatlichen strabriten, die der Forscher beobachtete, zeigte während der Ueber- stunden eine auffällige Unaufmerksamkeit. Sie begann ihre Arbeit auch erst um 8>/z, statt um S Uhr morgens und arbeitete meist nur acht Stunden statt der aufgegebenen zwölf. Nach dem Grunde ge- fragt, erwiderte fie, die Zeit des Ausruhens, die sie sich gönnte, be- fähigte sie, die übrigen Stunden so viel schneller zu arbeiten, daß sie die verlorene Zeit leicht einholen könnte. Der zweite Abschnitt bandelt von dem Einfluh der Ermüdung auf den Arbeitsertrag. Das Ergebnis besagt, dag die gesamte Tagesleistung durch die Einführung von Ueberstunden vermindert werden kann, da sie durch die Ermüdung stärker als durch andere Bedingungeu herabgesetzt wird. Eine Gruppe von Stückarbeitern steigerte ihre Leistungen erheblich, als ihr Arbeitstag verkürzt wurde. Erst in dem dritten Teil der Abhandlung kommt Dr. Kent zu der allgemeinen Feststellung, daß die gesammte Erzeu- gung einer Fabrik die Frage des Gleichgewichts der in Betracht kommenden Faktoren ist, deren wichtigste die wirkliche Arbeitszeit und die wirkliche Arbeitsgeschwindigkeit sind. Eine Herabsetzung der Arbeits- geschwindigkeit oder, wie nian vielleicht auch sagen könnte, des Arbeitseifers, kann der tatsächlich mit Arbeit ausgefüllten Zeit bald derart entgegenwirken, daß der Vorteil ihrer Verlängerung auf- gehoben wird. Die Gesundheit des Arbeiters, auf der lein Arbeits- ergebnis und seine Ausdauer beruht, wird weit mehr durch Ueber- stunden am Abend beeinflußt, als durch einen früheren Beginn der Arbeit in den Morgenstunden. Einer Aufhebung der Ueber- stunden folgte in jedem Fall eine Verbesserung des gesamten Zustandes des Arbeiters, die Wirkung ward als eine Ersparnis von 4l/z Proz. bezeichnet. Dr. Kent behauptet, alle Versuche, auf die diese Schlußfolge- rungen gegründet sind, mit größter Sorgfalt und unter Anwendung oller Arten von wissenschaftlichen Apparaten vorgenommen zu haben, die zur Prlliung llfer Aufmerksamkeit und der Arbeitstüchtigkeit zur Verliigiing stehen. Männliche und weibliche Arbeit wurde jede für sich berücksichtigt. Der Forscher ist auch zu dem Schluß gelangt, daß die Tatsachen gegen eine Sonntagsarbeit sprächen, die sich nach seiner Meinung sogar als.verhängnisvoll'-erweisen kann. In diesem Fall haben die Amerikaner, weil ihnen damit ein geschäftlicher Vorteil in Aussicht gestellt wurde, die praktische Fol- gerung aus diesem wissenschaftlichen Gutachten gezogen, denn nach Angabe des Journal» der Amerikanischen Medizinischen Vereinigung hat der dortige Munitionsminister jede Sonntagsarbeit in den mit der Herstellung von Munition beschäftigten Fabriken verboten, was natürlich nicht ausschließt, daß dies Verbot zurückgenommen werden wird, wenn etwa die Lehrsätze des Dr. Kent geschäftlichen Schaden nach sich ziehen sollten. dem Geschauten vollen Ausdruck zu verleihen. Er gab ein fein- l sinniges Mosaik, das mehr zu der nachsinnenden Reflexion als zu der Einbildungskraft und der Empfindung sprach. Eben dies Zwingende, das auf der Stelle packt und in der Fülle immer neuer Wendungen die Sinne und den Sinn nicht losläßt, ist Wegener gegeben. Schon seine wuchtige Gestalt und das seltsam mongolische, in der Spiegelung des Seelischen sich unablässig wandelnde Antlitz läßt das Auge nie ermüden. Shakespeares Othello ist ein in die fremde Zivilisation Venedigs verschlagener Primitiver, defien tierisch elementare Wild- heit von der Macht einer ganz neuen, in ihrer grenzenlosen Hin- gegebenheit kindlich rührender Liebe gebändigt wurde. Als ein Er- löster fühlt er sich und fürchtet das Vergangene wie eine im Hinter- gründe lauernde dämonische Gewalt. Trügt auch dies Zauberbild, „dann kehrt das EbaoS wieder'. Wegeners Darstellung umfaßte die Doppelheil des Weiens, die Zartheit der Empfindung und ihr Wieder- erlöschen in dem Orkan aufgeregter Leidenschaften mit gleicher Vollendung. Als er vor dem Senat erzählt, wie Desdemonas Liebe sich ihm offenbarte, da strahlt das schwarze breite Antlitz im Ueberichwange seliger Freude. In den malenden Bewegungen der Hände und Arme prägt die bewegte Phantasie deS Naturmenschen sich aus. Unheilvoll blitzt die jähzornige doch rasch zurückgehaltene Wut aui in der Szene, da ihn der Aufruhr, den der trunkene Cassio angestiftet. von DeSdemonaS Seite in das Lager rfift. Und in wundervoller Steigerung entrollt sich das Gemälde der Oualen und der Raserei, die Jagos giftige Verleumdung in seinem Blut entzündet. In den langgezogenen Naturlauten herzzerreißender Klage klang etwas von der Tonart griechischer Tragödien an. Das gegliederte Gebild der Worte schien zu eng zum Ausdruck solchen Schmerzes, er schäumte drüber weg. In W i n t e r st e i n stand Wegener» Othello ein trefflicher Jago zur Seite, ein zynisch ftecher Bursch, deffen treuherzige Kameraden- maske da? Vertrauen, das Othello und die andern ihm entgegen- bringen, einfach und natürlich erklärt, �ndem er so aus alle her- gebrachten Mittel der Bühnen-Bösewichterei verzichtete, trat die BoS- heit des Charakters, die hämische Schadenfreude nur um so über- zeugender hervor. Den Trottel Rodrigo, den Jago plündert, spielte BienSfeldt mit unwiderstehlich grotesker Komik. Gertrud W e l ck e r S DeSdemono war mehr das an Galanterien gewöhnte venezianische Edelftäulein als die fleckenlose reine Dulderin, die de« Gedanken gar nicht fasse, r kann, daß Weiber ihre Männer schamsts hintergehen. Aber der Widerspruch trat weniger hervor, da Min die für diesen Zug markanteste Szene, DesdemonaS Gespräch mit ihrer Kammerfrau, im letzten Akt gestrichen hat. lt. . Deutsches Theater:„Gthello*. Bei keinem Darsteller steht man so sehr wie bei Wegener unter dem Eindruck einer reich und mächtig flutenden und doch in aller ihrer Freiheit von eindringendstem Kunstverstande unterstützten Phantasie. Äunstverstanv in ungewöhnlich hohem Grade hat gewiß Basfermann, der auf der Reinhardt-Bühne früher den Mohren spielte, in dieser und in feinen anderen klassischen Rollen ebenfalls gezeigt. Doch dieser Meister des moderneu Schauspiels besaß für die ragenden Gestalten der klassischen Tragik nicht jenes Anichauungs- vermögen oder dock nickt das Organ und die äußeren Mittel, um Röntgenstrahlen gegen öen Srusttrebs. Die Bedeutung der Röntgenstrahlen in der Medizin liegt auf zwei Gebieten. Einerseits koinmen sie als Hilfstechnik also als Untersuchungsmittel und wissenschaftliches ForschungSwrkzeug in Frage, andererseits aber auch unmittelbar als Heilmttcl. Die erste Form der Anwendung hat der Krieg in � ganz ungeahnter Weise gefördert, während, man»öckte sagen selbstverständlich, das zweite durch ihn im Bergleick zu Friedens- zeiten etwas zurückgedrängt worden ist. In Sr Münchener .Medizinischen Wochenschrift' weiß nun Dr. Gusta' Loose-Bremen von einem Sieg der Röntgenstrahlen über den Nustkrebs zu be- richten. DaS ist ein« hocherfreuliche Nachricht. Stflin. um unliebsamen Enttäuschungen vorzubeugen, muß betont werden, dst eine Einschränklmg vor der Laienwelt notwendig ist. weil in de Arbeit genaue Zahlenangaben über die erzielten Erfolge und ein genaue Beschreibung der dabei eingeschlagen Wege fehlt. Loose hr seine Er- fahrungen an demgesamtenreichhaltigen Materialeines großnKranken- Hauses mit etwa 1200 Betten gesammelt und kann das erfreullie Ergebnis mitteilen, daß er in fast allen Fällen Heilung erzielte und, wie er hofft, Dauerheilung, und zwar dadurch, daß die Fälle.m denen der Brustkrebs zunächst operativ behandelt worden war, dcTiger w der„Schaubühne'.) Siotize». — T h e a t e r ch r o n i k. Die am Sonnabend im Kleinen Theater stattfindende Vorstellung deS Sckönthanschen Schwankes »Der Raub der Sabinerinnen' beginnt um 7 Uhr. —„Die schöneKubanerin'. die erfolgreiche Operette Georg OkonkowskiS und Max Gabriels, ist jetzt aus der Komischen Oper ins Lu st spielhauS übergesiedelt. Bei großenteils neuer Besetzung blieb der Eindruck doch gleich günstig: die Handlung feffelt durch Spannung und die' Musik bietet hübsche Melodien. Vor allem gefiel Else G r a f s a u in der Titelrolle, ihre kraftvolle Stimme kam zu schöner Entfaltung und ihr Spiel war beseelt. Auch die anderen Rollen waren gut besetzt. — Die neuen Arbeitervorlesungen an der Hum- boldt-Akademie Freie Hochschule beginnen am 19. Februar; es sind die Gebiete: Astronomie, Musik(Beethoven), Krankenpflege, Geo- graphie, Obst- und Gartenbau, Kunstwissenschaft vertreten; die Hör- gebühr beträgt für jede Vortragsreihe, fünfmal 2 Stunden um- fassend, 1 M. An den Sonntagnachmittagen, den 18. Februar und 18. März, abends 0'/, Uhr, werden im Dorotheenstädliichen Real- gymnasium Volkskunst- und Unterhaltungsabende veranstaltet. Karten und Programme in der Neuen Freien Volksbühne, m den Konsumgeschäften, bei Tietz. — G oethe-Vorträge hält an je fünf Abenden Dr. Bruno Wille. Er spricht über den zweiten Teil des Faust am nächsten Montag Si/z Uhr. in der Aula Niederwallstr. 12; über Goethes Ge- dichte Dienstag&f3 Uhr, Dorolhecnstr. 12. — Der Verband technisch-wissenschaftlicher Vereine, die Vereinigung der deutschen Technik und Wiffenschaft. dte u, der KriegSzeit entstanden ist, hat jetzt die Zahl von 80000 Mitgliedern überschritten. — Die.Jnteralliiertenmar!«�. Die Mächte deS Zehn- oder Elfverbandes wollen jetzt auch eine.Interalliierten- Brieimarke' im Werte von 1ö Centimes haben; diese Marke soll ausschließlich im Briefverkchr zwischen den den Bund bildenden Staaten benutzt werden. Schon vor dem Kriege wurden zwischen Frankreich und England Verhandlungen geführt über die Einführung einer 10-CentimeS-Marke, die im Verkehr zwischen diesen beiden Ländern Geltung haben sollte. 20) Der polizeimeifter. E i n russischer Polizeiroman von Gabryela Zapolska. Klitzki drückte den Brief an die Lippen. Er antwortete einige Zeilen, nahm die Einladung an und überreichte dem Mädchen den Brief mit einen, kleinen Trinkgeld. Juzia ging wieder hinunter. Sie fand sich hier sehr gut zurecht und er- innerte sich der Zeit, als sie vor einigen Monaten als Mai- treffe deS Herrn Markowski aus Warschau eingetroffen und heimlich viele Wochen müßig und untätig in diesem Hotel verbracht hatte. Später als Markowski ihre Schlauheit er- kannt hatte, begann er sie für verschiedene Polizeidienste zu benutzen, die Juzia zum Teil befriedigend erledigte. Eine größere Mission, die ihr jetzt anvertraut wurde, be- stand darin, daß sie als Stubenmädchen bei Horskis die Stimmung der Kaufmannschaft für Tagejew ausforschen sollte; denn seit einiger Zeit witterte Markowski einen gärenden Aufruhr. Juzia ging seufzend an dem Zimmer vorüber, das sie früher bewohnt hatte. Sie wäre gerne zu ihrem untätigen Leben zurückgekehrt, doch war sie ein seltsames Wesen, das sich stets einem fremden Willen fügte. Klitzki kleidete sich langsam an. Als der Hausdiener ihm die mit vieler Mühe sauber gemachten Sachen brachte, sah er ihm an, daß er noch gern etwas sagen wollte. „Wünschen Sie was von mir?" fragte Klitzki. Der Hausdiener lächelte schüchtern. „Ich möchte ein Glas Tee aus dem Samovar nehmen, nicht für mich... für das arme Geschöpf, das dort in seinem Zimmer mit den Zähnen klappert." „Ach. für Rosa Mpntag I" „Ja. Sie hat nicht einen Pfennig bei sich, das arme blaffe Geschöpf." „Aber gern. Nehmen Sie auch von den Brötchen, kaufen Sie Butter und Käse ein, was Sie wollen. Hier ist ein Rubel!" Der Hausdiener nahm, das Geld und schüttelte den Kopf. � „Sie dürfen mich aber nicht verraten, sonst würde man mich von hier fortjagen. Dem Wirt und mir ist angesagt worden, ihr nichts zu geben, bis sie sich entschlossen hat. den Polizeimeister zu empsangen." „Ich weiß, man hat es mir gesagt.' „Aber es ist doch eine Schmach, eis Frau durch Hunger zur Schande zu zwingen. Ich habe ib schon zweimal etwas gebracht. Aber ich bin selbst arm uv obendrein ein Unit, ein Abtrünniger ihrer Kirche. Wenn ch ihnen aber gehorche lassen sie mich in Ruhe." Klitzki betrachtete die edlen,»elancholischen Züge des Mannes, und als dieser leise daS Znmer verließ, versank er in Gedanken. Hell gekleidet, mit rosigem Gichtchen und goldblondem Haar begrüßte Janka den jungt Klitzki an der Schwelle des Salons. „Bitte, treten Sie ein. Papckommt gleich!' Sie erschien ihm heute nockschöner. Ms er daS sonnige, strahlende Mädchen vor sich sakvergaß er die heutige Nacht und all daS Grauen. daS sich-inen Augen offenbart hatte. Er faßte Jankas Hand und liste sie heiß und innig. Sie wehrte sich ein wenig. „Papa kommt gleich.. lassen Sie, bitte.' Sie setzten sich an eine runden mit einer Plüschdccke geschmückten Tisch, auf dem ne kostbare Lampe stand. Die ganze Umgebung veiftiet inen soliden Wohlstand. Alte Mahagonimöbel, ein paarschöne, antike Gegenstände, ein Danziger Schreibtisch, e Glasschränkchen bildeten das trauliche Mobiliar. „Es ist Ihnen also.iichts Böses zugestoßen?" fragte Janka, die Hände faltent „Sie sehen mich doc Ich bin heil und ganz k" „Gott sei Dank!" „Was haben Sie Nn befürchtet?" „Daß Sie mit.ihi"' in Konflikt geraten' sind!' „Sie meinen die blizei? Gar so schlimm sind sie gar nicht. Ich habe fast t ganze Nacht mit ihnen verbracht." In diesem Augeil'ck trat Horskt ins Zimmer. „Die ganze Nack wo?" fragte er, indem er Klitzki be- grüßte. „Mit der Poliz Horski schlug- Hände zusammen. „Jesus Mario Und Sie leben?" „Wie Sie seh!" Vater und Tster sahen sich erschrocken an. „Was wollte Sie denn von ihnen'?" „Eine Kleinheit l Ich wollte, daß sie die gestrigen Ver- brecher absallen „Auch ein Verlangen!" sagte Horski, mit den Achseln zuckend. „Sie hätten lieber fordern sollen, daß» sie die Sonne auf die Erde herunterschaffen. Seien Sie froh, daß Tagejew Sie nicht gesehen hat." „Er hat mich gesehen!" „Wo denn?" „Bei sich!" „Waren Sie auch bei ihm?" „Ja, in der Nacht. Er spielte Geige und bot mir Tee an. Dann gab er mir Polizisten mit und wir gingen ans den Wall." Horski sah Klitzki mit immer größerem Staunen an. „Sie sind mutig. Ich wäre um alles in der Welt mit ihnen weder auf den Wall noch zu Tagejew gegangen." Juzia erschien leise im Salon. „Darf ich das Mittagessen reichen?" Klitzki schien es. als hätte er, seitdem er sich im Salon aufhielt, die Falten ihres Rockes zwischen der geteilten Tür- Portiere gesehen. Horski sah auf die Uhr. „Ja, wir wollen effen!" sagte er,'„der junge Herr kommt zwar erst in einer halben Stunde. Aber ich habe einen Wolfshunger." Janka erhob sich, um ins Speisezimmer zu gehen. „Nun, Frau Wirtin, zeig, was du kannst!" sagte Horski lachend. Janka wurde feuerrot und lief aus dem Salon. Horski blickte ihr wehmütig nach. „Seit dem Tode ihrer Mutter führt sie die Wirtschast. aber sie ist noch so jung und gedankenlos. Doch ermahne ich sie absichtlich nicht zum Ernst." „Dieser Frohsinn verleiht Fräulein Janka große Anmut." agte Klitzki. Aber Horski schüttelte den Kopf. „Nicht um Anmut handelt es sich, sondern um ihr eigenstes Interesse. Ihr Bruder wird gleich kommen. Sie werden ihn sehen. Das ist ein junger Greis. Ein Mensch von achtzehn Jahren, der lacht niemals. Der Junge ist so ernst und traurig, als wenn er eine furchtbare Last auf den Schultern tragen würde. Sie glauben nicht, wie es mich chmerzt, wenn ich ihn ansehe. Er wird außerhalb erzogen. Ich war stets von meinen Geschäften in Anspruch genommen und die Mutter entwickelte in ihm das Gefühlsleben allzu ehr. Jetzt ist der Junge niedergeschlagen, glüblerisch und verschlossen." Forts, folgt.) Artilleriekampf bei Armentieres, südlich des La BaMe-Kanals, im Sommegebiet — Deutscher Stnrmerfolg südlich Ripont in der Champagne— Russischer Angriff bei Borohodczany« Amtlich. Großes Hauptquartier, den 1«. Fe- Iiruar lS17. im Sinne der Kläger gegen den Partei- o r st a n d vertritt. Dies Verhalten der Genannten würde vollauf genügen, ein weiteres Zusammenarbeiten mit ihnen abzulehnen. Es kommt- hinzu, daß beide sich auf den Boden der„Arbeits- gemeinschaft" stellen und Organisationen angehören, die der Sozialdemokratischen Partei nicht angeschlossen sind. AnS diesen Gründen hat der Parteivorstand am lo. d. Mts. beschlossen, ein weitercsZusammenarbeitcn mit en Genossen Wengels und Zietz im Partdi- o r st a n d a b z u l e h n c n. Berlin, den 16. Februar 1917. Bartels. Braun. E b c r t. G e r i s ch. M o l k e n b u h r. Müller. P f a n n k u ch. S ch e i d c m a n n. W e l S. 10 Mus Industrie uuö Handel. Eine schlesische Messe. Eine von der Liegnitzer Handelskammer einberufene Berfamm- lung von etwa 60 Industriellen bat sich rnit jera Plan' einer sckleü- schen Messe, von der erwartet wird, daß sie dem schlefischen �Wirt- kainmer, Bankier Karl Seile, stellte fest, daß sich vorläufig etwa 30 Firmen aus dem Liegnitzer Handelskammerbezirk on den gr- planten, jährlich etwa zweimal wiederkehrenden Ausstellungen in Breslau zu beteiligen bereu erklärt haben. Tic Zukunft des deutschen Handels. Professor Dr. Franz Eulenburg führte im Verein Bei» liuer Kausleute und Industrieller aus: Dom Wirtschaftskrieg, den unsere Feinde nach Beendigung dcS Wassenkampfes gegen uns zu führen beabsichtigen, stehen wir durck- aus nicht machtlos gegenüber. Auch darf darauf gerechnet werden, daß sich das Programm der Pariser Wirtschastsionserenz nicht ohne weiteres wird durchführen lassen. Immevhln werden wir nach dem Kriege aus ein Erstarken der Schutz zollbe- lu e gung zu rechnen haben, die ihre Wurzel sowohl in den finan- ziellen Bedürfnissen der kriegführenden Staaten wie auch in den nationalen Tendenzen findet. Demgegenüber hält Professor Eulenburg die Hofsnungen, die sich an eine Abschlseßung mit möglichster � Selbstgenügsamkeit knüpfen, wie sie von mancher Seite im Zusammenbang mit einem Wirtschastsbündnis ziwischen uns und unseren Verbündeten vorgr- schlagen wird, für recht chimärisch. Deutschland kann sich künftig nicht einsperren. Es braucht Nahrungsmittel im Betrage vs>' 3 Milliarden aus jbein Auslande, vor allem- Futtermittel, die ihm auch eine etwaige Anglicderung von Kurland und Livland nicht gewähren könnte. Es braucht ebenso Rohstoffe aus aller Herren Länder: Baumwolle, Wolle, Jute— Eisenerze, Holz, Kupfer, Kant- schuk, Leder. ES braucht aber auch eine starke Fabrikatcnausfiihr, einmal als Gegenwert gegen den Bezug notwendiger Waren, so- dann, weil unsere auf Spezi alisation eingerichtete Großindustrie nur durch Beherrschung des Weltmarkts bestehen lomr Die ver- änderte Handelspolitik wird uns Erschwerungen schaffen. Aber. einmal lassen sich im Auslände nicht neue Industrien aus dem Bo- den stampsen, auch nicht in� England; es ist mithin Zeit für die neue Anpassung gegeben. Sodann ist die Kapeizität jedes Landes eine begrenzte: wenn England weiter die Baumwollinoustrie Vfle- gen will, so wird es nicht gleichzeitig die Stahl-, chemische und elek- irische Industrie bearbeiten können. Endlich aber sind in anderen Ländern neue Reichtümer entstanden: Skandinavien und Holland, Schweiz und Spanien, Japan und die Vereinigten Staaten sind reicher geworden und können dadurch stärkere Nachfrage entfalten. Sie mögen für manche Verluste Ersatz bieten. Als Land der Mitte hatte Deutschland vor dem Kriege zwei Fünftel der Einfuhr und drei Fünftel der Aussuhr mit dem kontinentalen Europa. Dieser Handel tonn ihm kaum genommen werden. Rußland. Italien, die Schweiz, Skandinavien, aber auch' Frankreich und England sind nun durch das Moment dcr Nachbarschäf t einmal mit uns verbunden.' Die Eroberung dieser Märkte durch andere ist nicht sehr wahrscheinlich Dagegen wird man„Mitteleuropa" kaum überschätzen dürfen: wir beherrschten bisher auch schon den östcrreichisch-ungarischen Martt und würden durch eine Bevor- zugung nur geringe Vorteile haben. Ter Balkan und die Türkei haben aber einstweilen zu geringe Kaufkraft, um stark ins Gewicht zu fallen. Aehiilich dürfte cS mit drm ostasiatischm Markt stehen. Von größter., BedrUtung sind aber fcic.-itesjichten; dir.sich für uns in- isüdamerika eröffnen. Tognitz der deüische Händel sehoch all diele i Möglichkeit entsprechend'' ausnützen kann, wird eüie"weitsichtige Handelspolfti! nötig fein, die in den Friedensbedingungen die Meistbegünstigung durchsetzt._ Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Eine neue H a n d e l s sch i f f sw e r f t, deren Aktien- kapital auf- 10 Millionen Mark temessen ist, ist unter der Firma Pommer»werft Aktiengesellschaft mit dem Sitz Berlin gegründet worden. Die Gründer haben sich am Groß- schiffahrtSweg Stettin— Swincmünde ein Gelände mit einer Wasserfront von 750 Metern und einem Flächeninhalt von zirka 24 Hektar gesichert. Das neue Unternehmen wird sich in der Haupt- sacke mit dem serienweisen Bau von Handelsschiffen befassen, wobei vorerst Schiffstypen von 4000, 7000 und 10 000 Tonnen in Aussicht genommen worden sind. Gerichtszeitung. Die„Zauberwage" im Buttergcschäft. Eine merlwürdige Wiegegeschichte unterlag. Donnerstag der Prüfung des Berliner.Ka u f m a n n s g e r i ch t s. Tie gegen den. Bmterhändlcr Äomolla Klage erhebende Verkäuferin Martha F. war vom Beklagten sofort entlassen worden, wen sie in zahlreichen Fällen bei der Austeilung der Butter Mindergewicht gegeben haben soll. Ein Architekt G. hatte wiederholt festgestellt, daß an der ihm zustehenden Fetimenge von 90 Gramm 20 bis 25 Gramm fehlten. Als seine Mahnungen, richtig zu wiegen, nichts fluchteten, erstattete er Anzeige, worauf die Polizei eine Revision des Ladens vornahm. Hier ergab sich nun die vorerst unerklärliche Tatsache, daß das soeben auf einer anbereii Wage gewogene Butterquantum von 66 Gramm auf der Gc- sckäftSwage 90 Gramm wog. Es war das um so seltsamer, als die Wage vorschriftsmäßig geeicht war. Als jedoch die beiden W a ch s- tuch decken, die auf den Wiegeschalen lagen, entfernt waren, zeigte plötzlich die Wage das richtige Gewicht an. Eine nähere Untersuchung der Wachswchdecken förderte nun das Ergebnis zutage, daß die' eine durchnäßt und infolgedessen schwerer war. als. die andere. Tie Klä- gerin beteuerte, daß sie keine Ahnung von dem verschiedenen Gewicht der beiden Wochstuchdecken hatte, sie könne nur annehmen, daß beim Reinigen der Decken die eine nicht gut abgetrocknet worden sei. Hätte sie- eine betrügerische Absicht gehabt, so wäre es ihr ein leichtes gc» wefen.- die Decken vor Eintreffen der Polizeibeamten zu entfernen. Die Klägerin hebt noch hervor, daß der Kunde G.. wenn er wirklich schon häufiger Mindergewicht erhalten hätte, er wohl schon vorher Anzeige erstattet hätte; der Vorsitzende hält die abwartende Haltung des Kunden für durchaus erksärlich; mit dem so wichtigen Lebens- mittclliefercmten will heute niemand gern obne zwingenden Grund in Konflikt geraten. Sonderbar findet eS der Vorsitzende auch, daß die nasse Decke gerade auf der Butterseite liegen mutzte, und die Beisitzer wiederum wunderten sich, daß Frl. F. es nie merkte, wenn die Wage nicht tarierte. Die Klägerin erklärt das aber damit, daß die Wage nach der in Buttergeschäften üblichen Gewohnheit stets mit Gewichten beschwert dastand.— Das Kaufmannsgericht machte die Entschcidimg von einem E i d der Klägerin abhängig. Schwört siel daß sie von dem nichtübsreinstimmenden Gewicht der Wachstuchunterlagen uichts ge- wüßt hat. so wird der Beklagte zur Zahlung des Restgehaliö ver- urteilt. Die Klägerin erklärte sich bereit,. sofort den Eid zu leisten; der Gerichtshof beschloß jedoch, ihr erst in zwei Wochen den Eid ab- zunehmen._ 10 00« Mark Geldstrafe. Das Schöffengericht in Posen ver- urteilte den Petroleumgroßhändler S. R o s i n s k i in Poien wegen fortgesetzter HöchstpreiSüberschreiwng zu 10000 M. Geldstrafe oder 500 Tagen Gefängnis. —»—»— Verantwortlich jür Volitik: Hermann Müller, Temoethofl für denübrigen Teil d.iSwItet Alfred 2cholz. Neukölln: für Inserate: Tb. Glocke. Lerli» _____ M.»....-....W.... Drück«. Verlag: Vorwärts Suchdruckeret u. Berlagsanstalt.Paul Singer ch. Co Haushalt zu sparen. Die schw ier ige Lage des. fchaftsleoen durch Handelsbeziehungeil mit dem Osten(Polen) l Berlin SV. i P. svird vo» KriegsauSsquß«rter-lynd tan Süflen(Oesterretch-llnZaru und Sallan) nach tan1 Hierz» 1 Beiloge»ad Unterhaltuugsblatt» fit. 47, 34. Jawauz. ßfilnjr Ks.Awirls" Serlinrt WsM° . ftbroar 1917. stoffiage ss genial löst wie Graf Revcrittnw, der kann ja die ganze amerikanische Feindschaft nur humoristisch nehmen, andernfalls er stch der Gefahr aussetzte, selber nur unter dem Gesichtspunkte des Humors betrachtet zu werden. Eine Anfrage über Talvarsa«. Eine„Äleine Anfrage" des Reichstagsabgeordncten S i v- kovich(Fr. B.) gebt aus von schweren GesundheitSschädigungen, die durch das Syphilispräparat Chrlich-Hata KOK angeblich heovorgerufen worden sind. An Hand der amtlichen Heeresstatistik wird der Nachweis versucht, daß seit Einführung der Salvarsan- behandlung die Erkrankungen an Syphilis zugenommen haben. Der Fragesteller wünscht Auskunft, ob der Reichskanzler bereit ist, eine Statistik über Salvarsantodesfälle und Salvarsanschäden alsbald herauszugeben, eine Höchstdosis für Salvarfan fest ' zum Reichsmilftärgericht. Zur Regelung der Fischverforgung. Der Reichskommisiar für Fischversorgung gibt im..Reichsanzeiger" bekannt, dost die Zube- reitungen von Fischen(Fischionserven aller Art, Räucherwaren. | Rdarinaden) nur mit seiner Genebmigung oder mit Genehmigung einer der zwölf im Reiche geschaffenen zuständigen Stellen hergestellt � und abgesetzt werden dürfen. Zuwiderhandlungen werden mit Gc- fängnis bis zu einem Fahre und mit Geldstrafe bis zu lOOOO M. oder mit einer dieser Strafen bedroht. Auch ei« N Voat-Dpfer. Das badische Kultusministerium hat, - wie die..Unabhängige National- Korrespondenz" voller Freuden meldet, entschieden, dah es dem Profesior Valentin, der in dem bekannten Beleidigungsprozest Kostmann-Valentin eine wenig rühm- liche Rolle spielte, die Erlaubnis zum Halten von Vorlesungen entziehe, falls er nicht spätestens bis zum Ende des Sommer- semesters 1917 freiwillig darauf verzichtet. Im Vorlesungsvcr-- zeichnis für dos Sommersemester wird VatenlinS Name nicht mehr geführt; eine Lehrtätigkeit darf er schon jetzt nicht mehr ausüben. politische Ueberflcht. Abgeordnetenbaus. Schluß der in nerpolitl scheu Debaüe. In der Freikaassitzung hat dos Abgeordnetenhaus die Debatte über den Etat des Ministeriums des Innern zu � Ende geführt. Tie Sitzung begann mit einer nicht weiter bemerkenswerten Rede des freikonservativen Abg. Dr. Bredt. Ihm folgte Paul H o f f m a n n, womit die jüngste und kleinste Fraktion des Hau'es zum erstenmal in einer großen Debatte des Hauses das Wort nahm. Soweit der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft sich mit den aktuellen Fragen des preußischen politischen Lebens beschäftigte, konnte er natür- lich nichts anderes sagen, als Leinert dies tags zuvor in i..... seiner ausgezeichneten Rede getan hatte. In dieser Beziehung(V L �-' Ii-'».-, wiederholte sich im Landtage das seft dea Fraktionssvaltung � vorgekomm-u im Reichstage gewohnte Schauspiel. An Unterschieden mag! 1'' 0•* J''■_ hervorgehoben sein, daß Hoffmann für einige derbe Worte I ReiKStaz. Auf der Tagesordnung der nächsten(81.) Reichstags- über das Licbknechturteil einen Ordnungsruf erhielt, und sitzung, die aut den Z2. Februar, nachmittags 3 Uhr. anberaumt ist. daß er trotz dem Friedensangebot der Acntralmächte und der stehen die Punkte: 1. Beratnng der Anleihedenkschrift für das Reich. Antwort des Zehnerverbandes wieder einmal bchauPtet. � 2. Erste Beratung eines Gesetzes betr. Einberufung von Hilfsrichtern Teutschland könne den Frieden hoben, wenn es nur wolle, und es brauche dazu nur seine Friedens- bedingungen bskanntzirgeben! In dar weiteren Debatte wurde Hofsmann dieser mit den Tatsachen schwer zu verein- barende Standpunkt wiederholt vorgerückt. Eine temperamentvolle und mit guten Gründen für Verwoltungsreform und gleiches Wahlrecht streitende Rede hielt der Fortschrittler Lipp mann. Der Minister des Innern beklagte zwar nachher, daß diese Rede wenig bürg- friedlich gewesen sei, aber er unterließ es wieder, auf ihren politischen Inhalt einzugehen. Vielleicht überlegt sich der Minister einmal, ob nicht das hartnäckige Schweigen der Re- gierung, das sich höchstens einig« schleierhafte Redensarten über die Neuorientierung abringt, selbst die Schuld daran trögt, daß mehr und mehr die politische Ungeduld durch- klingt. Ter Pole Korfanty stielt eine Rede, die man doch wohl in gewissem Grade als eine Chamods bezeichnen darf, ohne daß dies gerode ein Tadel sein müßte. Auch der Konservative von der Osten sprach weniger aggressiv als am ersten Tage, hielt jedoch am Widerstand gegen die Uebertragung des Reichstagswohlrcchts aus die preußischen Landtagswahlcn fest. Ter nationolliberale Führer Tr. Friedberg bewies wieder einmal, daß er ebensowohl ein geistvoller Redner, wie ein unentschiedener Politiker ist. Er lehnte für seine Person die Parlomentarisierung der Neichsregierung ab, forderte ober wenigstens eine Temokrotisierung der inneren Verwal- tung in Preußen. Mit einigen persönlichen Bemerkungen ging die Debatte zu Ende. Lippmann hatte auch einige wenig erfreulich? Tinge von der Berliner Polizei erzählt, Unterstoatssekretär Trews hob daS„bewährte Wohlwollen" des Polizeipräsidenten von Oppen gegenüber seinen Beam- ten hervor. Eine ziemlich große Rolle spielte in der Be- sprechpng die Bekämpfung des Äriegswuchers. Der Minister des� Innern versicherte �einmal, daß Herr von Schorlewer durchaus kein Pater der Hindernisse in der Volks- ernahrung sei. Die Petition des Reichsverbandes der deutschen Presie gegen die politisch« Zensur wurde der Staatsregierupg als Nateriol überwiesen: die vorliegenden etatsrechtlichen An- träge, wodurch der Betrag für die Iuaendfürsorge auf Kosten von Polizeiausgaben aus 100 000 M. erhöbt wird, fanden Annahme. Am Sonnabend wird der Medizinoletat beraten. • Durch einen SchreibsMec sind in unserem Fveitagsstim- mungSbild einige Wort« ausgefallen. Es mutz am Beginn bcisten, dast Abg. Casiel gleich dem Genossen Leinert die Ein- bringung der Wahlreform noch vor dem Friedensschlutz gsfor- dert hat._ Ein Mann des leichten Herzens. liebereifer ist verdächtig. Wenn jemand am Tage des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen durch die Bereinigten Staaten etwa schrieb, daß man deswegen den Kopf nicht zu verlieren brauche, so haben wir dafür Verständnis. Den» aber ein Journalist am Morgen und Abend eines jeden Tage? nichts anderes zu tun weist, als langatmige Betrachtungen darüber anzustellen, dast die Feind- schaft Amerikas für uns eine Bagatelle, ein Nichts, am Ende gar noch ein Gewinn sei, so deutet das auf ein nicht gnaz gutes Ge- wissen hin. Ter alldeutsche Graf Reventlow füllt Morgen- und Abend- ausgäbe der.Deutschen Tageszeitung" mit Leitartikeln, die immer Wieder auf den einen Punkt hinauslaufen, daß der Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Wilson, ja selbst ein Krieg mit den Vereinigten Staaten gar nichts, absolut nichts zu bedeuten liätten. Wir wollen gewist nicht das deutsche Volk in seinem Ver- teidigungswillen durch überflüssige Schwarzmalerei entmutigen; aber der bisherige Verlauf des Weltkrieges hat erwiesen, dast cS die schlechteste Methode der Ermutigung ist, wenn man die Gegner auf dem Papier hinwegredet. In einem seiner Artikel erledigt Graf Reventlow die Rohstoff- krage aus dem Handgelenk. Er setzt sicb mit denen auseinander, die seinerzeit angeführt haben, daß die Feindsckaft der Vereinigten Staaten sich ersten der Zeit»ach dem Kriege voll geltend machen würde, da die Vereinigten Staaten sich weigern könnten, die zur wirtiwafflichen Biederaufrichtung Teutschland- erforderlichen Rohstoffe an uns zu verkaufen. Graf Reventlow legt iniö die geniale Lösung auf de» Tisch: ein siegreiches Deutsche- Reich könnte die Lieferung von Rohstoffen zur Friedensbcdingung oder auch zur Bedingung für Einttitt in Friedcnvcrhandlungen machen, und zwar auf bestimmten sofortigen Termin. Glänzend I Aber warum nur die Lieferung von Rohstoffen? Doch gleich auch noch eine Kriegsentschädigung durch die Vereinigten Staate» oder Abtretung von New ftoti und San Franrtsco? Rur möchte Gras Reventlow doch so fteu«dlich sein, uns eiwas ausfübr- licher zu schildern, wie er sich die Erriuguug eines Siege- im ein- zelneu vorstellt, der uns befähigen soll, gegenüber den Vereiurgieu Staaten solche Bedingungen wirklich durchzusetzen, falls diese hierauf nicht eingehen wollen. Gras Reventlow gebraucht in einem anderen seiner Artikel gegen die, welche die amerikanische Feind» schast anders einschätzen als er. außerordentlich geistvolle Ben Mbgeorönetenhaus. 0 9. Sitzung. Freitag, den IS. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Ministrrtisch: v. Loebell. Die zweite Lesung des Etats wird fortgesetzt beim Etat des Ministeriums des Innern. Abg. Dr. Bredt-Marburg(frk.): Was der Abgeordneie Leinert gestern als Krieg?- und Friedensziele der Sozialdemokratie entwickelt' hat, darf nicht un- widersprochen bleiben. Alles, was wir militärisik, erworben haben und was dazu dient, unsere militärische Lage für die Zukunft zu sichern, mutz fest in unterer Hand bleiben.(Lebh. Beifall rechts.)� Verlangen unsere Feinde, dast wir eroberte Gebiete wieder heraus- geben, so«stffen sie uns dafür entschädigen.(Erneuter leb» hafter Beifall rechts.) Ich habe auch das Vertrauen zur Regte- rung. dast sie keinen anderen Frieden machen wird. Dann werden wir rubig an die Reform des Wahlrechts Herangehen können.(Bei- fall rechts.) �>- Abg. Paul Koffmann(Soz. Arbg.): Dank au die Polizeibeamien können wir uns nicht an- schliefc�i. Ich erinnere nur daran, in wie brutaler Weise die PoliM gegen friedliche Demonstranten vorgegangen ist. DaS schroffe Vorgehen der Polizei anlästlich der Perhaftung des Genossen Liebknecht Hai zu großen ArbeitSmederlegungen geführt. Um dem in Zukunft vorzubeugen, hat man offenbar das Hilfsdienstgesetz eingeführt. In der„Post" hat der Abg. v. Dewitz es als D i e b st a h I erklärt, wenn der Staat dem Landmann land- wirtschaftliche Produkte wider seinen Willen wegnehme.(Hört! hörtj bei der Soz. Arbg.) Wie nennt Herr v. Dewitz übrigens das, wenn K r i e g e r f r a u e n, die sich weigern, in der Landwirt- schaft zu arbeiten, die Unterstützung gekürzt oder ent- zogen wird?(.Hört? hört! bei der Soz. Arbg.) Ist daS nicht auch Diebstahl? Auch dazu wird der behördliche Apparat vielfach benutzt, um die Arbeftslöhu« zu drücke«, indem man den Arbeiter» mit dem Schützengrabe» droht, wenn sie kündigen. Die Versammlungen der oppositionellen Parteien werden ständig verboten. Was nützen da die Worte von Gerech- 1 tigkeit. Gegenüber der Zensur ist die oppositionelle Presse jje- cadezu wehrlos. Durch Zensur und Belagerungszustand vevhln- dein Sie. daß das Volk die Wahrheit erfährt, wozu der Krieg dient und wem er nützt. Von der Neuorientierung wird immer � nur geredet, an den Taten bat sich noch nichts geändert. Auch de« Geheimfonds zur Unterhaltung von Geheimspitzeln. die auf die Arbeiterschaft losgelassen werden, hat man im Etat wieder aufrechterhalten. In Memel befindet sich zum Beispiel ein ehe- maliger Zuchthäusler im Dicnite der GSHeimpolizei. Nicht etwa ein Zuchthäusler wie mein Fraktionsfreund Dr. Lieb- k n e ch t, der durch das ungeheuerliche brutal« Ge»> r i ch t S u r t e i l hierzu gestempelt wurde. �Vizepräsident Dr. von Krause ruft den Redner zur Ordnung.) Im Gerzen deS proletarischen Volkes bleibt Liebknecht trotzdem der Ehrenmann. Die Tüchtigkeit der Frauen im Kriege erkennt man fortgesetzt an. Trotzdem verweigert man ihnen alle politischen Rechte! Dast die Rechte von dem gleiche« Wahlrecht nichts wissen will, ist klar, denn das ungleiche Wahlrecht bietet ihr die größten Vorteile. Wenn man die Tüchtigkeit der Frauen lobt, so sollte man ihnen zum mindesten die gleiche Entlohnung wie den Männern bei gleichen Leistungen geben. Noch dazu angesichts der heutigen Phantasiepreise der Lebensmittel. Zu dem Hunger kommt. für die arme Bevölkerung noch der Frost hinzu. Diejenigen, die uns �um"Durchhalten in der Vernichlnng der Mensch- he i t ausfordern, sollten einmal alle die Leiden der armen Bc- � oölkerung durchkosten, vielleicht wären sie dann zum Frieden br- reit. Wir fordern, dast dem Kriege so schnell wie möglich ein Ende gemacht wird in einer Weise, daß kein Volk gedemütigt wird. An der Wohlreform arbeitet die Regierung angeblich schon neun Fahre im Schiveiste ihres Angesichts, das wird ja was Schöne? werden. Wir vermuten, dast die Vorlogs längst fertig ist und nur zurückgestellt wird, um den Burgfrieden nicht zu stören. Die Gerechtigkeit verlangt, dast auch in Preußen das allgemeine, gleiche«ad geheime Wahlrecht für Männer und für Frauen eingeführt wird. Nicht durch Ver- sprechungen und Wohlwollen wird daS Volk seine Rechte erhalten. iar v ä*" ä S£ä lÄfÄ s SsftÄ ztvffcM* Teutschland und den Vermnegte» Staaten dasselbe od«{ggchfe erkämpfen. Wir verlangen dm sofortige Durchfllh- vielleicht gar noch fchltmmeraS bedeutet«, als wenn eine Erb« � politischen Gle ichberechtignng. Kommt sie nicht, so werden tante mit ihre« Tasche, in der sich daS Testament befindet, durch«p: berett sei», sie zu erzwingen oeaen unser« Feinde im eigenen Feuer der»«cht« mmcH» Setzt witzig gesagt, ad« w» die Nvtz°t«and»(Bravo! bei der Tos. Arbg.) 1 Abg. Lippmon(Lp.): Aon unserem Friedensangebot und der Mlehnung der Entente scheint der Vorredner nichts zu wissen.(Sehr gut!> Angesichts dieser Situation zu sagen, wir könnten den Frieden haben, wenn wir wollten, zeugt von einer eigenartigen geistigen Verfassung.(Lebhafte Zustimmung.) In der Lebensmittelfrage ist die schärfste Bekämpfung des KrirgSwuchcrs riotwendig, der die moralische Widerstandsfähigkeit des Volkes bricht.(Sehr richtig!) Die Polizei scheint freilich andere Auf- gaben zu haben. Ich erinnere an die Bekanntmachung ül'cr d'e Regelung des Straßen Verkehrs in Berlin, die 1620 Zeilen umfaßt. sHörtl hört?) Bei dem Mangel an Beamten sollte man die Schutzleute mit solchen Dingen verschonen. Aber es ist er- staunlich, welches Mast von Polizeigeist im Berliner Polizeipräsi- dinm gegen die eigenen Schutzleute angewandt wird. (Hört! hört?) Bei den geringsten Verseben werden Strafen von lb bis 30 M. verhängt, ohne dost die Schutzleute die Möglichkeit der Verteidigung haben.(Hört! hört!) Im Ausschuß habe ich pcfragi. ob über Personen jüdischen Glaubens, die nach Ber- lin zuziehen, eine besondere Liste beim Einwohnermeldeamt geführt wird. Ich wiederhole die Frage in aller Oeffentlichkeii und es scheint, dast auch hier die Berliner Polizciverwaltung sich ganz unnötige Arbeit macht.(Sehr gut! links.) Der neue preußische Staatsko»missar für Er«ühru«gsftagen muß unabhängig von den Ministerien arbeiten können, derni die Bemühungen des KriegscrnährunysamteS find- offenbar vielfach am Widerspruch des preußischen und Wirtschafte- Ministers gescheitert.«Sehr richtig? links.) Wir verlangen, daß das Programm des Reichskanzlers: freie Bahn jedem Tüchtigen, bei der Besetzung der Äemter baldmöglichst in die Praxis umgesetzt wird. Auf die Frage des Abg. Cassel, ob man dabei auch den Juden Gerechtigkeit widerfahren lassen würde, hat der Minister nicht geantwortet. Mit dem Versprechen einer besseren Zukunft hat der Minister zugleich das unbedingte Lob einer schlcch- ten Vergangenheit verkündet.(Unruhe rechts.) Ich inetne damit die Verfolgungssucht gegen Parteien und nationale Bruchteile des Volkes. Sie(nach rechts) haben früher alle Leute, die anderer Ansicht waren als Die, als Vaterlands- feinde hingestellt.(Sehr wahr! links. Widerspruch rechts.) Wenn etwas unserem Vaterlande heilsam war, so nicht jener Geist der Verfolgung und Verhetzung, sondern der Okist der Einigkeit vom 4. August 1914. GS war ein herrliches Zeichen für jene Teile des Volkes, die unier dem Polizeidruck gestanden hatten, dast sie sich unbeirrt um die Fahne des Vaterlandes scharten.(Sehr richtig! links.) Vergessen Sic das nicht und lassen Sic nicht wieder Mist- trauen walten! Der Geist vom 4. August hat sich erneut bei der Friedensbotschaft von 1916? Diesen neuen, edleren und meusch- kicheren Geist wollen wir uns erhalten: zum Äambfe entschlossen, zum Frieden bereit. Die Hauptsache bei der Neuorlenlierung wird die Aen'derung des preußischen Wahlrechts fein. Unsere Brüder draußen haben bewiesen, daß sie das vollste Gefühl für die Verantwortung jedes Staatsbürgers bis zum äußersten haben.(Lebhafte Zustimmung.) Der preußische Wahl- spruch Luum guigue heißt nicht; jedem sein Vorrecht, sondern jedem sein Recht. (Stürmische Zustimmung links.) Alle Vorschläge, die Stimmen zu wägen nach dem Geldbeutel oder dem Grundbesitz, sind nur aus dem Bestreben geboren, die Macht, die man hat, sich zu erhalte». Ich schließe darum in Anlehnung an die Worte de? Herrn von der Osten: Wehe de« Politikern, die in der Zeit noch dem Kriege es für richtig halten würden, mit dem Volk um sein Wahlrecht zu feilschen und ihm fein Wahlrecht zu versagen: bei! dem Staats- mann, der endlich da» gleiche Recht für da« preußische Volk schafft, er wird damit den Tbfon befestigen, da? preußische Volk verjüngen und erhöhen!(Stürmischer Beifall links.) Minister v. Loebell: Das Verhältnis zwischen Herrn v. B a t o ck i und Herrn v. S ch o r l e m e r ist persönlich und sachlich ein sehr gutes. Der Landwirtschaftsminister hat häufig unter Zurücksetzung seiner eigenen Ansichten dem Kr i egsernährungsamt die Wege zu ebnen versucht. Im übrigen habe ich die Ausführungen des Vorredners aus politischem Gebiete zum Teil bedauert. Das gute Verhältnis zwischen den Parteien werden sie nicht fördern. In jetziger Zeit sollte es nicht darum gehen, alte Streitigkelten auszutragen. cS geht um die Ehre und Zukunft des Vaterlandes, und da wollen wir nach Möglichkeit zusammenstehen.(Beifall rechts.) Unterstaatssekretär Dr. Trews: Bei Ordnungsstrafen gegen Schutzleute ist die Mitwirkung von Rechtsanwälten bei Einlegung von Rechtsmitteln deshalb nickr zugelassen, weil die Schichmannichaft militäriich organisiert ist.— Die besondere Liste über die neu zugezogenen jüdischen Ein- wahner dient nur zur Vorbereitung für die Steuer- rolle. Abg. v. d. Osten(?.): Ter Abgeordneis Paul Hsffmann vergißt über Einzelfällen die großen Zusammenhänge.— Kein Licht ohne Schatten, das gilt auch für Preußens Vergangenheit. Aber jetzt sollte man nicht den Schallen suchen, wie der Äog. Lipvmann, sondern erkennen, wie himmelweit daS Licht des prrußrschen Geistes uns im Kriege bis zu di-ser Stunde getragen hat. i Bravo! rechts.) Durch ein Wahlrecht nach Lei- st un gen wollen wir keineswegs die Herrschaft des Gcldsacks oder des Äriegswuchers. Aber wir wünschen, dast einer Reihe von Berufs- ständen Gelegenheit zur vermehrten Mitwirkung gegeben wird. DuK vielgerühmte ReichstagSwahlrecht entspricht gerode diesen Anforde- r'rngen nicht. In diesem allgemeinen gleicheri geheimen und dircklen Wahlrecht liegen eine Menge von Keimen ernster Ungerechtigkeit und seine Einführung wäre kein Segen für den preußischen Staat. Wir sind mit der Linken darin einig, dast neue Wege gesucht werden müssen, um ein Wahlrecht zu finden, das der Gerechtigkeit besser ent- spricht als das bisherige, aber auch als das Reichstagswafilrecht. (Sehr richtig! rechts.) Ter Abg. Leinert hat meinen Wchcruf auf das Bestehen einer Knnzlerftondc zurückgeführt. Ist es Fronde, wenn ich von einem Siaaismanne ber- lange, dast er die nationale Ehre wahre.(Stürmische Zurute links.) Mir lag der Gedanke an eine Fronde volltominen fern. Ich hoffe und glaube, daß jeder preußische und deutsche Staatsmann unterschreiben wird, was ich gesagt habe.(Zurufe link«: Wehe!— Heiterkeit.) Dein deutschen Volke ist beute bereits eine Kriegslast von an- nähernd 120 Milliarden erwachsen. Wenn nach dem Prin- zip ScheidemannS jeder seine Lasten selber trägt, dann möchte ich den Staatsmann und den Sozialdemokraten sehe», der es fertig brächte, einem so bis zum Niederbrechen belasteten Volke die wirtschaftliche Selbständigkest und nationale Enttvickelungsfähigkest zu sichern gegen- über der amerikanischen und asiatischen.Konkurrenz. Das ist aber wichtiger, als das ReichstagSwahlrecht in Preußen einzuführen.(Lebhafter Beifall rechts. Unruhe links.) Abg. Äorfanty(Pole): Zu den leidenschaftlichen Angriffen des Ministers nach meiner letzten Rede war kein Anlaß gegeben. Wir bestehen auf S t r e i» chung der polengegnerischen Fonds. Die Polen haben viele Enttäuschungen erlebt, jetzt sind wir vorsichtig und zurückhaltend. Von unseren Dahlern sind wir dazu gedrangt worden, dem Misttrauen gegen die Regierung Ausdruck zu geben. Wir wollen in Eintracht mit unseren Mitbürgern aus Grund gegenseitiger Achtung leben. Wir haben durchaus nicht den Wunsch, unsere Kräfte in nutz- lose» Natipnaktätenkämpse» ga vergeuden. STB ff. Fnedbers snatl.): Wg. it. Zedl:� hat die nationalliberale Partei mit den Er- örierungen des parlamentarischen Regierungs- systems in Verbindung gebracht und meinte, durch solche Lc- strebungen wäre die Einigkeit nicht gefördert. Mit meiner Partei haben diese Erörterungen nichts zu tun. Meine persönliche Ansicht ist, dag das parlamentarische Rcgicrungssystem wie jedes andere Vorzüge und Nachteile hat. Die politischen Talente kommen jedenfalls beffer zur Geltung. Aber in Deutsch- land fehlt die Grundlage eines solchen Systems, das sich nur auf große feste Parteien gründen kann, wenn es nicht wie in Frankreich zur öden W i n i st e r st ü r z« r e i führen soll. Den Gedanken einet Oberhauses im Reiche halte ich für verfehlt. Auch mit den verantwortlichen RrichSministerie« kann ich mich nicht befreunden. Die Politik des Reiches muß«in- beitlich sein. Daher ist der jetzige Zustand richtig, daß der Reichs- kanzler der a ll e i n i g p o l i t i sch e Verantwortliche im Reichsamte ist. Was Minister v. Loebell von der Notwendigkeit einer starken Monarchie sagte, unterschreiben wir. Meinte er aber damit eine stärkere persönliche Einwirkung deS Monarchen, so müßten wir dem entschieden widersprechen. Ein sogenanntes persönliches Regiment wünscht das deutsche Volk nicht. sÄeifall links.)— Bei der Auswahl der Beamten darf natür- lich niemand sciiurs Glaubens wegen zurückgesetzt werden. Wenn der Minister aber den Gegenden mit überwiegend katholischer Bevölkerung katholische Landräte verspricht, dann trägt er ja daS konfessionelle Moment wieder hinein. lSehr richtig! links.) Unser Mißtrauen gegen die Landr�te werden wir aufgeben, wenn völlige Gleichberechtigung in unserer Verwaltung herrscht, und wenn vor ollem dafür gesorgt wird, daß die Landräte sich jeden Eingriffs in die Wahlbewegung enthalten. Zur Neu- orientierung gehört auch völlige Unparteilichkeit in der Per- waltung.(Bravo! links.) Sin Schlußantrag wird angenommen. Abg. Leinert(So*.) persönlich: Abg. Paul Hotfmann sagte, ich hätte mit meinen gestrigen Ausführungen erreicht, daß Freiherr ». Zedlitz mir gratuliert hätte. Die Worte des Abg. v. Zedlitz be- deuteten aber nur eine Anerkennung meiner rhetorischen Leistungen. Sachlich kann Herr v. Zedlitz mit meiner Rede nicbi einverstanden sein, denn er ist nicht Sozialdemokrat. Heute gibt sich der Abg. Paul Hoffmanri den Anschein, als ob er da« nicht weiß. Gestern aber wußte er es. denn er hat einem meiner Fraktionskollegen auf dessen Frage. waS er denn nach meiner Rede noch sagen werde, er- klärt: Dasselbe, nur mit einer anderen Sauce; also er war fach- lich mit mir einverstanden. Heute will er ein sachliches Einvcr- ständniS des Herrn v. Zedlitz unt mir feststellen, nur um mir bös- willigerweise zu unterschieben, ich hätte sozialdemokratische Grund- sätze verletzi. Gegen eine solche unwahrhaftige Methode der Po- lemik erhebe ich Einspruch.(Abg. Ad. Hosfniann: Bravo rechts!) Solche demagogischen Kniffe haben mit parlamentarischem Anstand nichts zu tun. Abg. Freiherr v. Zedlitz: Ich kann dem Abg. Leinert nur be- nätigen, daß ich mit dem sachlichen Inhalt seiner Rede nicht ein- verstanden war. Abg. Paul Hofsmauii(Soz. Arbg.): Meine Bemerkungen über die Rede de» Abg. Leinert bezogen sich nur auf seine Ausführungen zur Frage deS Wahlrechts. Die weitere Debatte zum Etat des Medizinalwesens wird auf Sonnabend 1l Uhr vertagt. Schluß 4X Uhr. parlamentarisches. Das Wohuungsgesetz. I» der Wohnungskommission, die am Donnerstag ilt 2. Lesung deS WohnungSyssetzes vornahm, lag zunächst ein freikonservativer Antrag vor, der die Einführung deS im Entwurf von 1S14 enthaltenen SaurechtS mit einigen Modifikationen verlangte. Die Grundbesitzer sollten das Recht haben, den Bau von Straßen auf ihre Kosten zu übernehmen, wenn die be- gründete Aussicht besteht, daß an der Straße innerhalb zwei Iahren durch den Bau gesunder und zweckmäßig eingerichteter Wohnungen dem in der Gemeinde vorhandenen Woknungsbedürf- uifie Rechnung getragen wird. Die Gemeinde sollte die Pflicht haben, die Strayen in Eigentum zu übernehmen und die An- ichlüfse an die vorhandenen Entwässerungs- usw. Anlagen ge- statten. Die Regierung erklärte, daß die Annahme dieses Antrages das Gesetz unannehmbar mache. Nachdem die National- liberalen. Zentrum und Konservativen sich gegen die Aufnahme solcher Bestimmungen erklärt hatten, wurde der Antrag gegen die zwei Stimmen der Freikonfervativen abgelehnt. Artikel l(Bau- gelände) wurde ohne Abänderung in der Fassung der ersten Lesung angenommen. Zu Artikel 2(Baupolizeiliche Booschristen) wurde nur eine geringfügige Aenderung angenommen, die die Einfügung des Lauenburgischen AnsiedlungsgesetzeS betraf. Artikel 3, der den Erlaß von Wohnungsordnungeii regelt, erfuhr nur«ine rcdvktio- uellc Aenderung über den Erlaß von Wohnungsordnungen als Orts- oder Äreispolizeiverordnungen. Dieser Artikel sowie Artikel<(WohnungsauMcht), Artikel 6(Gemeinsame Vorschriften für Wohnungsvrdnuugen und Wöhnungsaufficht) wurden in der Fassung der ersten Lesung angenommen. Im Artikel 6(Bereitstellung staatlicher Mittel), der mit dem Bürgschafisgesetz beraten wurde, hatte die Kommission «inen Zusatz eingefügt, wonach der von der Regierung bereit- gestellte Betrag von 2v Millionen Mark nicht nur zur Beteiligung deS Staates mit Stammeinlagen bei gemeinnützigen Bauvereinigungen, sondern auch für Baudarlehen au solche Bauvereinigungen verwendet werden dürfe. Hiergegen wandte sich der F i n a n z m i n i st e r. Wenn sich die Regierung einmal sozialpolitisch betätige, so solle man diese Betätigung nicht ins llfcr.lose verlangen. Die Beibehaltung der Bestimmung mache ihr die Annahme des Gesetzes unmöglich. In der Beratung wurde der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß mit der Uebernahme der Bürgschaft und von Stammeinlagen die Selbstverwal- tung der Bauvereinigungen beeinträchtigt werden konnte. Der Finanzminister hielt die Befürchtungen nicht für bc- gründet. Infolge der Erklärungen des Finanzministerö wurde die Gewährung von Baudarlehen wieder gestrichen. Das Wohnungs- gesetz soll am l. Juli lSl7 in Kraft treten. Das BürgschaftSgcsetz soll in einer späteren Sitzung beraten werden. flus Groß-Serlin. SandesfettftcUe und MilchpreiSerhöhung. Infolge der unklaren und widersprechenden Nachrichten über die geplante Milchpresserhöhung für Groß-Berlin hat einer unserer Mitarbeiter Gelegenheit genommen, den Leiter der Reichs- und LandeSsettftelle, Landcat von Gr ävenitz. über den tatsächlichen Sachverhalt und die Gründe für die Milchpreiserhöhung zu be- fragen. Wie Herr von Grävenitz mitteilte, schweben mit allen Be- darftzbezirken de« preußischen Staates fett 1. Dezember Verhoud- lungen über«in« bessere Versorgung mit Milch Wenn auch im rrnzelnen hier und da in der Ablieferung noch manche« geschehen könne, so dürfe man sich doch von einer zwangsweisen Erfassung der Milch bei den Erzeugern nicht viel versprechen. Man müsse im Gegenteil alle produktionslähmenden Mittel vermeiden und«ine bessere Versorgung der Bedarfeverbande in erster Reibe durch«ine Hebung der Milchprodukrion zu erreichen suchen. Reben anderen hierfiir geeigneten Mitteln, wtg zum Beispiel der Futtermittel- zuwersung. gehört hierzu die Forderung, den Milchpreis in eirt an- gemessenes Verhältnis zu den Erzeugungsunkosten zu bringen— eine Forderung, die auch von den Milchhändlern anerkannt ist Solange die Preise für gute Milchkühe jetzt durchschnittlich lAX) bis ISOO M. betragen und die Höbe von IbNg M. und mehr erreichen gegenüber durchschnittlich 600 M. im Frieden, und solange die jetzigen hohen Futtermittclpreise bestehen, müsse auch der Milchpreis so gestaltet sein, daß er nicht nur die Milchwirtschaft an sich wirtschaftlich. sondern auch die Ablieferung von Milch lohnend macht. Dieser Forderung entspreche der jetzige Erzeugerhöchstpreis von 24 Pfennig nicht oder doch nicht überall. Die Landesfettstelle hat bei der Einleitung der Verhandlungen, bei denen aus die verschie- denen Erzeugerpreise in den einzelnen Landesreilen Rücksicht zu nehmen ist, zunächst geglaubt, den Preis von 24 Pf. frei Rampe und 26 Ps. frei Berlin vorschlagen zu sollen. Im Laufe der Ver- bandlungen habe sich aber gezeigt, daß dies nicht ausreicht, und es ist deshalb jetzt von der Londcsssustelle ein Erzeugerhöchstpreis von 26 Pf. frei Rampe oder von 23 Pf. frei Berlin je nach Wahl und mit der Maßgabe vorgeschlagen worden, daß für die inolkerei- mäßig behandelte, also tiefgekühlte Milch ein weiterer Ausschlag von 2 Pf., also ein Preis von 3 0 Pf. frei Berlin eintritt. In der Provinz Sachsen besteht bereits ein Erzeugerhöchstpreis von 28 Ps. für Vollmilch und von 17 Ps. für Magermilch. Die Kleinhandelszuschläge sind Sache der Kommu- nalverbände, also hier der Fettstelle Groß-Berlin. Sie bedürfen der Zustimmung der staatlichen Verteilungsstellen. für Groß-Berlin der BezirksverreiluugSstelle Groß-Berlin. Die Fett stelle Groß- B e r l i n hat sich bisher gegen eine Erhöhung des Erzcugerhöchst- Preises und für Zwangsmaßnahmen zwecks besserer Er- fassung, sowie für auSschließlichc Zuweisung der Milch aus den nach st gelegenen Gebieten um Ber- li n nach Groß-Berlin ausgesprochen. Auch für den Kleinhandel sei eine Erhöhung der Preisspannung angebracht. Dazu geböre auch, daß man den Kleinhandel an der Güte und pfleglichen Behandlung der ankommenden Milch und Milchkannen interessiert, was setzt bei 1 Pf. für den Kleinhändler nicht her Fall ist. Die jetzige Spanne von 8 Ps. zwischen dem Erzeugerpreis� und dem Verbraucherpreis ist zu klein; eine Verdoppelung dieser Spanne aber aus 16 Ps.. von der berichtet wurde, würde auch Herrn von Grävenitz zu hoch er- scheinen; er betonte aber, daß hierüber der Landesfettstelle amtliche Mitteilungen nicht vorliegen. Die Entscheidung über den Milch- Höchstpreis für Groß-Berlin liegt also, wie aus diesen Mitteilungen bervorgeht, jetzt bei der Fettstelle Groß-Berlin. Unfern Standpunkt zu der Angelegenheit haben wir bereits in der Nummer vom Donnerstag dargelegt. Städtetag und Frühkartoffel. Der Vorstand des D e u t s ch e n S t ä d t e t a g e» hat an den Präsidenten des Kriegsernährungsamtes eine Eingabe gerichtet, in der er dringend darum bittet, daß die Früh- kartoffeln ebenso wie die Spätkartoffeln öffentlich bewirtschaftet werden. Der Borstand wendet sich nicht da- gegen, daß die Landes- und Provinzialkartoffelstcllen die von ihnen aufzubringenden Frühkartoffeln sich inr VertragSwege sichern; wohl aber wird nachdrucklich darauf hingewiesen, daß es iiichl den Bedarfsverbänden überlassen werden könne, Frühkartoffclverträgc abzu- schließen, auch nichr bei etwaiger Beschränkung aus den Bezirk der eigenen Provinz, weil dann je nach der Menge von Frübkartoffeln, die in der einzelnen Provinz angebaut werden, im Verhältnis zur Zahl und Größe der Bedarssverbände die Lage der einzelnen Bedaissverbände ganz verschieden sich gestalien würde, und weil auf der anderen Seite die Bedarssverbände, die Verträge ab- schließen, keinerlei Sickerheil dafür haben, daß gerade aus den von ihnen abgeschlossenen Verträgen die ihnen zukommenden Frühkartoffel- mengen wirklich geliefert werden. Um diese Gefahren nach Möglich- keil berabzumindern, müsse die Bewirtschaftung bei den Früh- kartoffeln grundsätzlich ebenso zentral geleitet werden wie bei den Spätkartoffeln.___ Berliner LcbenSmitteknachrichteu. Auf jeden Abschnitt 8S der Berliner Lebensmittelkarte ge« langen wredsrum 200 Gramm Mehl zur Verteilung. Diese Abschnitte find in den durch ein Aushängeschild.Verkauf von Mehl auf Lebensmittelkarten der Stadt Berlin" gekennzeichneten Geschäften Sonnabend, den 17., Sonntag, den 13. und Montag, den 19. Februar gegen Empfangsbescheinigung abzuliefer». Nachträgliche Annahme findet nicht statt. Die Kleinhandclsgeschäfte haben die Abschnitte in der vorgeschriebenen Weise am Dienstag, den 20. Februar an ihren Großhändler abzu» liefern. Der Umtausch von Fleischkarten gegen Bezug- scheine auf andere Lebensmittel(Graupen oder Grieß oder Teigwaren) findet für die neue am 19. Februar beginnende Fleischkartenperiode in der Zeit vom 19.-21. Febr. durch die zuständigen Brotkommissionen statt. Für die Vollfleischkarten werden wieder Bezugscheine aus wöchentlich S7S Gramm, für die Kinderkarten solch« auf wöchentlich 200 Gramm Graupen oder Grieß oder Teigwaren ausgegeben. Ein Anspruch auf eine bestimmte Art dieser Waren besteht nicht. Die Ware kann in den 93 durch Aus- hang kenntlich gemachten Verkaufsstellen gegen Abgabe des gültigen Bezugscheinabschnilts gekauft werden. Umlanschöerccbngt sind nur diejenigen, welch« sich in die Liste der zuständigen Brotkommission eingetragen haben. Wer nachlräglich den Umlausch vornehmen will. muß beim Magistrat, Abteilung für Lebensmittelversorgung, Stralau« Straße 3—6, unter Vorläge der Fleischkarte einen Antrag stellen. Die L o l l m r l ch k a r t e n für den Monat Mär, kommen in den zur Fettstelle Groß-Berlin(Milch) gehörenden Gemeinden in den nächsten Tagen zur Ausgabe. Im Stadlbezirk Berlin sind die Bollmilchkarten für März bis zum 20. Februar späiestens von den Brotkommissionen abzuholen, während die Karten für Kranke hier wie bisher von der Zentralstelle für Krankenernährung zugesandt werden. Die Inhaber von Vollmilchkarlen werden dringend ersucht, die Märzkarten bis zum 22. Februar ihrem Milchhändler vorzulegen. Ein Wechsel deS MitchhändlerS ist nicht gestatter. Der Milchhändlcr hat beide Kontrollabschnitte abzutrennen, jedoch nur die Kontroll- abschnitte mit dem Vermerk.Kontrollabschnitt fiir die Fettstelle' an die Fettstelle Groß-Berlin(Milch), Poststr. 6 II, bis zum 24. Februar einzusenden._ Tie Lerteilung der„Hindendurgspende" in dcu Groß- Berliner Vororten. Nach Anordnung des Regierungspräsiden- teil in Potsdam beginnt die Zuteilung aus der Hindenburg- Fettspende für den Regierungsbezirk Potsdam in der nächsten Woche. Zunächst werden die Betriebe der Rüstungsindustrie in den Städten Lichte uberg, Neukölln. Char- lottenburg und Schön ebcrg mit den Fettzulagen be- dacht. Voraussichtlich in der übernächsten Woche loerden dann je nach dem Eingang der Spenden die Betriebe in den Kreisen Teltow und Niederbarnim berücksichtigt. Die Haupt- lieferungen der Fettspenden erfolgen erst jetzt, weil daS Muchern der in den Hausschlachtungen gewonnenen Speck- feiten naturgemäß so lange Zeit beanspruchte und weil auch die Verkehrsschwierigkeiten die Ablieferung verzögerten. Für die nächste Zett sind jcdocki aus deu Kreisen des Regierungs- bczirkS Potsdam größere Sendungen in Aussicht gestellt. Ter Schrei nach de« Knüppel. Zu unserer Notiz über die Ver- sammlung der Schullommissionsvorsteher(Mittwochnummer) schreibt unS ein Teilnehmer der Bersammlung. daß der.Schrei nach dem Knüppel' durchaus nicht von allen Borstehern gebilligt wurde. Da der Vorsitzende aber nach erfolgter Aussprache die Versammlung mit der Resolution überraschte und sofort darüber ab- stimmen ließ, blieb einem großen Teil der Anwesenden nichts weiter übrig, als sich der Stimme zu enthalten,.Ich brauche wohl nicht zu sagen/ so schließt die Zuschrift,.daß die Ansicht der sozial- demokratischen«Schulkommissionsvorsteher mit der in Ihrer Noliz zum Ausdruck gebrachten völlig übereinstimmt." Daran haben wir keinen Augenblick gezweifelt. WaS wir vor der Oeffenllichkeit festnageln wollten, ist die beschämende Tatsache, daß sich in einer Versammlung von pädagogisch sachverständigen oder wenigstens interessierten Männern heutzutage noch eine Mehrheit finden konnte, die in polizeilichen Eingriffen und ungehemmtem Prügelrccht wirksame und würdige Abhilfemittel gegen eine angeb- liche Verrohung der Schuljugend erblickt. Eine Million Schweine sind dem Berliner Viehhof, dessen Austriebziffern für die letzten zwei VerwaltungSjahre wir gestern mitteilten, durch einen D r u ck f e b l e r untericklagen worden. Ter Schweineauftrieb stellte sich in 1916«16 auf 794 716 Stück, in 1914/13 dagegen aus 1 782 S21 Stück(nicht, wie irrtümlich gesetzt war, auf 732321 Stück). Die Zcntralkommissson der Krankenkassen Berlins und der Vor- orte veranstaltet in diesem Jahre nur drei hygienische Borträge. Ter zweite unten ausgeführte Vortrag findet am nächsten Montag. 19. Fe- bruar, abends 3 Uhr, im Bürgersaal des Berliner Rathauses statt. ES spricht Herr Prof. Dr. A. Pinkuß über die Krebskrank- heiten und ihre Bekämpfung. Dieser Vortrag wird für männliche und weibliche Personen gemeinschaftlich gehalten. Er ist von großem Interesse für beide Geschlechter, und wir können den Besuch sehr empfehlen. Selbstmordfälle. Der Berliner Notar Justiz rat Gustav I a c o b s o h n hat in seiner Wohnung in der Prager Straße in Wilmersdorf angeblich wegen nervöier Ueberreizung Selbstmord be- gangen. Justizrat Jacobsohn war im Schiffmannprozeß als Zeuge vernommen worden und auf Gerichtsbeschluß unbeeidigt geblieben; er hatte darauf die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen sich beantragt. Der Assistenzarzt Dr. Guido Ratti, der Siromstr. 12» ge- wohnt hat, entfernte sich am 27. Januar aus seiner Wohnung und teilte seiner Wirtschafterin mit. daß er sich daZ Leben nehmen werde; er Hot einen Revolver und Gift mitgenommen. Der Architekt und Maurermeister Alfred Rothe, Hochstr. 18, der, wie gestern berichtet. Selbstmord durck Verbrennen begangen baben sollte, ist in den Bureauräumen Hochstr. 13 da» Opier eines Unglücksfalls geworden. Nach Feststellung des Arztes Haler keinen Selbstmord begangen. Ein Dreizehnjähriger erhängt sich«uS Furcht vor Strafe. Ein überaus tragischer Fall wird auS Neukölln gemeldet: Der Schüler S. aus der Wißmannstratze hatte in Abwesenheit der Eltern deren uno seiner Geschwister Brot aufgegessen. Aus Furcht, dafür gezüchtigt zu werden, erhängte er sich in der Küche. Als die Eltern ihn aus- fanden, war er schon tot. Erstickt und drei Wochen tot i» der Wohnung gelegen hat die 24 Jahre alte lsdige Str-ißenbahnschasfnerin Berta Kersch auS der Goethe str. 9 zu Neukölln. Tie war schon seit dem 22. Januar nicht mehr gesehen worden. Niemand hatte sich um die Alleinstehende gekümmert. Ihre Schwester, die sie gestern besuchen wollte, fand sie tot im Bette liegen. Nach dem Befund hatte sie, ohne Zweifel schon am 22. Januar, zum Schutze gegen die Kälte mitten in ihrem Zimmer beim Schlafengehen einen Koblenkasten angezündet. Ten giftigen Gasen, die sich entwickelten, erlag sie, nachdem sie eingeschla- fen war. Beim Rodeln ertrunken sind die Leiden Schüler Rox Lindeniann und Fritz Preuß aus Halcnsee. Sie rodelten mit anderen Schülern an einer abschüssigen Stelle eines Sees und fuhren dabei mit Vorliebe auf das Eis. Als drei auf einmal mit ihren Rodelschlitten aus dem See landeten, brach die Eisdecke. Zwei gerieten unier das Eis, während der dritte gerettet werden konnte. Ein mutmaßlicher KindcSmord beschäftigt die Krnnmalpolizer. In der Bedürfnisanstalt an der Deidendammbrücke fand man am Donnerstag die nackte Leiche«ine« neugebornen Mädchens. Tis Revierpolizei ließ sie zur Feststellung der Todesursache in« Schau- hau» bringen. Feuer in der Borsigschen Fabrik. Ein recht aefä�rlicher Praud kam am Freitagnochmütag gegen 5 Uhr in der Maschinenfabrik von A. Bars ig in Tegel angefilich durch Entzündung beim Abfüllen von Oel zum Ausbruch. Dieses brannte sofort und die Flammen er- faßten mehrere Fässer mit Heizöl. Die Fabrikseuerwehr wurde sofort alarmiert und war schnell zur Stelle. Sie griff mit vier Rohren cor und lonnte das Feuer isolieren. Die Wehren von Tegel, Borsigwalde. Berlin tonnten daher bald nach Eintreffen wieder abrücken. Die Ab- löschung des langsam zurückgehenden Feuer- nahm einige Zeit in Anspruch. Der Schaden soll nicht bedeutend sein. Auch sollen Per- sonen bei dem Brand, wie von anderer Seite gemeldet worden ist, nicht zu Schaden gekommen sein. Eine grwattize Gasexplosion verursachte Freitag früh in der Stralsunder Str. 41 eine unbeschreibliche Panik. Die Explosion enl- stand kurz vor 0 Uhr in dem Zigarrenladen von Werwitz, und war so gewaltig, daß di« Schaufenster des Ladens mit der gesamten Auslage auf den Slraßendamm geschleudert wurden. Wände um- fielen, Türen, Decken und die gesamte Einrichtung deS Zigarren- ladenS vollständig in Stücke gingen. Die angrenzende Wobnung des Werwitz stand sofort in Flammen. Diese schlugen an der Front des Hause» bis zum Dach des vierstöckigen HauseS empor und er- griffen im Innern den Hausflur und die Treppen. Die erschreckten Hausbewohner slürzleu zum Teil unbcllcidet aus ihren Wohnungen. Sie fanden inde» die Treppen versperrt. Die meist« ließen un- bedachtsam die Türen offen und im Nu waren sämtliche Wohnungen verqualmt. Zum Glück erschien rechtzestig die Feuerwehr. ES ge- lang, über die Treppen und eine mechanische Leiter zu den gesähr- beten Hausbewohnern vorzudringen und diese soweit zu beruhigen. daß zwei Männer über die mechanische Leiter den Abstieg wagten und zwei Frauen über die Treppen in Sicherheil gebracht werden konnten. Ueber den Hergang macht der am Kopf und an beiden Händen schwer verbrannte Werwitz folgende Angaben:„Vor 6 Uhr habe er sein Schlafzimmer hinter dem Laden verlassen und mit einer brennenden Petroleumlampe den Korridor, auf dem ein Gasmesser aufgestellt war, betreten, wo der Gasgeruch ihm aufgefallen sei. Dann sei er in den Laden gegangen und mit der Lampe zurück- gekehrt. Nun erst erfolgte die Explosion, wobei er zu Boden ge« schleudert und die liampe zertrümmert worden sei.' Die an Raucti- Vergiftung erkrankten Personen wurden mit Sauerstoff versorgt. Der Gasmesser auf dem Korridor scheint undicht gewesen zu sein. AuS de« Zuchthimse entsprungen ist der Riahrige Gärtner Paul Dippe. der vor sechs Jahren in Berlin bei einem Einbruch den Damenschneider Tetzka und dessen Frau erschossen bat und daiür zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt wurde. Er ist aus der Anstalt Groß-Strelitz ausgebrochen und man vermutet, daß er sich in Berlm aufhält. Eine« siebeaköpfige»»erdrecherllub, der im Norden Berlin» seine sogenannten Kommerse feierte, ist die Kriminalpolizei auf die Spur gekommen. Zu seinen Festlichkeiten wurden auch harmlose Personen eingeführt, die reichlich mir Bier und Wein bewirtet und dann beim Pokern oder Kümmelblätlchen gerupft wurden. Die Täter verkehrten zumeist in bessere» Lokalen der Leipziger und Friedrichstraße, hatten aber auch ihre Kaschemmen, in denen sie ganz unter sich waren. Die Gründung des Spielklubs war nur der Vor- wand für ihre verbrecherische Tätigkeit. To ist z. B. der große Einbruchsdiebstahl bei der Firma Behren«, bei dem für 30000 M. weiße Ballen-Seide und Bluse«, Damensttümp!« und dergleichen gestohlen wurden, der Roubüberfall auf den Juwelier Scheuer in der Müirzstraße dem Spielerloniortium zur Last zu legen. Die Täter, denen der Boden in Berlin zu heiß geworden ist. haben seit einigen Wochen die Reichshauptstadt verlassen und dürsten uun in anderen Großstädten austreten. Mus öen GemeinKen. Acitderungen in der Neulöllnrr Wurstverteilunz. Vom heutigen Tage treten die vom iicndeSfleischcmu vorgeschriebenen Bedingungen für die Surstabgabe in Kraft. Danach ist Frisch Wurst nur solche Wurst, die Slreclungsmittel wie Semmel, Weißbrot und Mehl enthält. Nur solche Durst darf in doppelter Menge deS Fleisch- markenwerteö abgegeben werden. Bon jetzt ab wird also nur frische Blutwur st mit Semmelzusatz doppelt abge- geben. L e b e r w u r st zu 1,60 und 2,40 M., sowie Brat- und B r ii h w u r st und in einfacher Menge, Braunschiveiger Mettwurst kann wie bisher zu vier Fünftel des Markenwerte« entnommen werden. So lange wie die Fleischralion 350 Gramm beträgt, ist die aus einmal an die Kunden abzugebende Menge wie folgt scstgeictzt: Frische Blutwurst mit Semmelzusatz ist in Mengen von 700 Gramm aus eine Fleischkartc nur an Haushaltungen mit mehr als vier Köpfen, in Mengen von 330 Gramm an Haus- Haltungen mit vier und weniger Kopsen abzugeben. Draunschweiger Mettwurst ist an Haushaltungen mit mehr als vier Personen in Mengen von 250 Gramm und an Haushaltungen mit vier und weniger Personen in solchen von 140 Gramm abzugeben. Das Landessleischamt hat die Herstellung dieser Durstsorten für Zieukölln nur»nier der Voraussetzung weiter zugelasien, daß die pro Kops der Zivilbevölkerung zustebende Schlachtviehmenge, die vom Landes» sleischomt genau nachgeprüft werden kann, nicht überschritten wird. Bis Dienstag, den 20. Februar 1017, wird an diejenigen Ein» wohucr. welche bisher auf den Abschnitt ll der alten HauShaltungs- karte Kunsthonig nicht erhallen haben, in den städtischen Der- kaufsstcllcn Donaustr. 131, Pfliigerstr. 7, Kirchhofstr. 4L, Steinmetz- straße 114, Knesebeckstr. 24 je Person 1 Pfund Kunsthonig ab- gegeben. Mt Dienstag, den 20. Februar 1917, wird der Verkauf von Kunsthonig auf die alte HanZhaltungSkarte endgültig geschlossen. Die Stcglihcr Mütterberatungsstelle lSäuglingSfürsorges d-S Vereins.Frauenhilfe*. Gruncwaldstr. 1, hat ihren ersten Jahre-» berichl herausgegeben. Von 600 Müttern wurde« an 109 Tagen 601 Kinder vorgeführt und zwar LZI eheliche und 50 uneheliche. Besonders erwähnenswert ist, daß S25 Kinder von der Mutter ge- nährt wurden und nur 76 die Flasche erbielten. Jede Mutter, welche die ReichSstillprämie von 3,50 M. pro Woche für die Dauer eines Vierteljahres bcaniprucht, muß die erforderliche Bescheinigung in der Mütterberatungsstelle erhalten. An Mütter, die länger als ein Vierteljahr stille», zahlt die Beratungsstelle au§ eigenen Mitteln auf ein weiteres Vierteljahr die Prämie in halber Höhe. Im Berichtsjahr wurden außerdem noch 4400 Liter Milch und 400 Flaschen Malzbier verteilt. Außer der kostenlosen Hergabe der Räume sowie Beleuchtung. und Heizung leistet die Gemeinde einen jährlichen Zuschuß von 4200 M, die Allgemeine Ortskrankenkasfe einen solchen von 2000 M. Ein ungenannter Menschenfreund stiftete die Innen- einrichtnng im Werte von rund 1800 M. Pnnkower Ledensmittelnachrichtcu. In den durch Anschläge kenntlich gemachten Geschäften gelangt jetzl a n S l ö n d i s ch c S Sauerkraut zum Verkauf. Auf Abschnitt 71 der Lebensmittel- karte wird je 1 Pfund zum Preise von 20 Pf. abgegeben.— In den mit dem Verkauf von Speisekartoffeln betrauten Äemüsegeschäften gelangt vom Mittwoch, den 2l., ab Weißkvbl zur Ausgabe. Es wird je 1 Pfund zum Preise von 14 Pf. auf Abschnitt 72 der Lebens- mitlelkarte verabjolgt. Die Abgabe geschiebt mir an solche Lebens- mittelkarteninhaber, die nicht an der Ltriegslüchenspeisung teilnehmen. Teilnehmern am KriegSküchenessen wird bei der Anmeldung für die Wocke vom 19. bis 25. Februar der Abschnitt 72 der Lebensmittel- karte abgetrennt. Ein Ansammeln vor den Verkaufsstellen erübrigt sich, da der Kohl in völlig ausreichenden Mengen vorhanden ist. Lebrnsmittrlnachrichtcn aus Britz. Gegen Abgabe des Abschnitts 66 des Lebensmittelausweise? können bei den hiesigen Händlern Nudeln und aus Abschiiill 67 Graupeil verausgabt werden. Familien bis 4 Personen erhalten'/j Pfund und solche über 4 Per- ltnnln 1 Pfund jeder dieser Waren. Hroß-Serliner parteinachrichten. Netrk»*stitttierimg in FriedrichShage«. Am Mittwoch fiel auch in Unserem Orte die Entscheidung zwischen den Anhängern der Ar- bcitsgemeinschaft und denen der Sozialdemokratischen Partei. Nach- dem die Opposition in einer die Woche vorher abgehaltenen Ver- sammlung, in der sie sich einen Vorsitzenden loählte, den Bruch voll- zogen hatte, sollt- die Versammlung am Mittwoch der Reu- ionstituierung des Wahlvereins dienen. Die Opposition drang in diese Versammlung widerrechtlich ein und suchte sie durch Geschäfts- ordnungsdcbatten und Lärm zu stören. Um eine reinliche Scheidung herbeizuführen, brachte Genosse Kockeritz als Vorsitzender einen An- trag zur Abstimmung, der die Zahl der Anhänger beider Richtungen feststellen wollte. Für den auf dem Boden der Sozialdemokratischen Partei gegründeten Kreivverein Nieder-Barnim stimmten von 48 Anwesenden 21, für den Verein der Arbeitsgemeinschaft 24, während 3 Teilnehmer sich der Abstimmung enthielten. Nach erfolgter Trcn- nung der beiden Parteien erfolgte darauf die Rekonstituierung des WahlvereinS. Es wurden folgende Genoffen gewählt: Köckeritz, Vorsitzender. Hacker, Kassierer und Mittenzwei, Schriftführer; zu Beisitzern die Genossinnen G ä d i ck e und Ehrlich, zu Revisoren die Genossen Grau und R e h f e l d. Alle Genossen, die der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands treu zu bleiben gedenken, wollen sich baldigst bei einem der oben genannten Genossen bzw. Genossinnen ntcklden. Die Adresse des Vorsitzenden ist Richard Köckeritz, Klutstr. 3. Wahlvereindversammlung in Mahlsders«. d. Osrbahn. Eure am Sonntag abgehaltene Mitgliederversammlung befaßte sich mit den Borgängen in der Partei. Nach eingehender Aussprache wurde be- schloffen, treu zur Partei zu halten und die Bestrebungen der Arbeitsgemeinschaft abzulehnen. Ter Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: E. Wiedemann, Vorsitzender;?l. Giese, Kassierer; F. Käming, Schriftführer; A. Paget und Th. Leipart, Revisoren; W. Kurz und W. Raschig, Beitragölassierer. Sozialdemokratischer Verein für den Wahlkreis Nieder-Barnim. In den Hinweisen in den beiden jüngsten Nmninern muß die Adresse deS Vorfitzenden richtig heißen: Herrn. Müller, Lichtenberg O. 112, GryphiuSstr. 84. Oberschllneweide. Sonntag, den 18. Februar, abends 7 Uhr, findet bei L a d e w i g, Loufencr Str. 5, eine Versammlung statt, in der Genosse Landtagsabgeordneter Konrad Harnisch spricht. Alle auf dem Boden der Gcsamtpartei stehenden Genossen und Genossinnen sowie die„Vorwärts"» Leser sind hierzu eingeladen. Max Jacpbsen. Soziales. Tie Konsumvereine im dirieg. Unter dieser Ueberschrift bringt das Finanz- und Handelsblatt der„Voffischen Zeitung"(Berlin) eine eingehende Besprechung des Jahrbuchs des Zentralverbandes deutscher.Konsumvereine. Rein genossenschaftlich betrachtet, sei der Abschluß der Konsumvereine durchaus zufriedenstellend. Bemerkenswert fei das Wachsen der Mftglied erzähl und erfreulich sei auch die stärkere soziale Mischung in der Mitgliedschaft'. Der Anteil der Arbeiter und Angestellten an der Mitgliederzahl sei allerdings noch immer ausschlaggebend, aber der Anteil der freien Berufe, der Staats- und Gemeindebeamten sowie der selbständigen Gew erbetreibenden nehme ständig zu. Darin mache sich eine soziale Ausbveitung der Anziehungskraft der Konsum- ßenofsenschasteit deutlich bemerkbar, und dadurch werde die Gewäbr für eine parteipolitische Neutralität wesentlich verstärkt. Finanziell tei die Grundloge der Vereine durchaus solide geblieben, die Tibi- dende sei zwar etwas gekürzt worden, aber die Geschäftoguthabeii, die Reserven und sogar die Spareinlagen der Mitglieder seien ge- wachsen. Diesem Berichte werden folgende allgemeine Bemerlun- gen vorausgeschickt: Die Entwickelmig der Geschäftstätigkeit und der GeschäftSergeb- nisse der Konsumvereine bringt nach mehrfacher Richtung Aufschlüsse über wichtige Erscheinungen und Zusammenhänge der Kricgswirt- schaft. Einmal sind die Konsumvereine rein technisch Kleinhandels- Unternehmungen. Sic unterliegen also den Einflüssen, die die KriegSumstände auf den Kleinhandel allgemein ausüben; und diese Einflüsse lassen sich bei ihnen besser und zuverlässiger als sonst, zum Teil sogar nur bei ihnen. Mobachten, weil lediglich sie, nicht aber die privaten Kleinhandelsgeichäfte �ine eingehende, der Oesfentlichteit. zugängliche' Geschäftsstaiistik führen. Auf der anderen Seile sind die Konsumvereine Genossenschaften, und zwar— mindestens im städtischen Bereiche— die auf breitester Grundlage ruhenden Ge- liossetischaften, d,e wir besitzen. Die Gestaltung ihrer Verhältnisse zeigt uns, welche Kraft der genossenschaftliche Gedanke deii störenden und hemm enden Wirkungen des Krieges entgegenzusetzen vermochte, welche Fähigkeit er bewies, sich im.Kriege und just mit Rücksicht auf ibn weiter zu entwickeln, wie die bisherige Methcdik der genossen- scyaftlichen Geschäftsführung gegen den Krieg und seine Folgen ge- wappnet war, und welche Aenderungen sie durch ihn erfuhr. Die zuletzt erwähnten, rein genossenschaftlichen KriegSwirkungen sind nicht bloß für die Erkenntnis der kriegswirtschaftlichen Tatsachenver- kettungen, sondern auch für die Beurteilung künftiger Entwickc- lungsmöglichkeiten von hoher Wichtigkeit. Mancherlei spricht dafür, daß die kommende Friedenswirtschaft weit stärker mit genossenschaft- licheii Elementen durchsetzt sein wird als die bergangeue, weirn die Basis des Genosscnschaftswefens sich über den Krieg loeg gesund und widerstandsfähige erhält. Wir wollten unseren Lesern diese Ausführungen eines unpar- teiischen Beurteilers nicht vorenthalten. Sie beweisen- wieder ein- mal, welche Suggestivkraft die Konsumgenosseuschaftsüewegung besitzt, indem sie sich auch iu jenen Kreisen Anerkennung erringt, die grundsätzlich Anhänger und Wortführer deS privaten Handels sind. Sie beweisen aber auch, welch verhängnisvoller Fehler es war seitens der maßgebenden behördlichen Stellen, die Konsumvereine aus der Warenvermitdelung und Warenverteilung möglichst auszuschalten, und unser Birtsthaftskeben dadurrh aller jener Erfahrungen, Fähig- leiten und Kräfte zu berauben, die den Geiiossenschatfsgedanlen zu«inem solch wichtigen Faktor im Leben des deutschen Volkes machen. Hoffentlick wird dieser Fehler nicht mit in die künftig« Friedenswirtschaft Übernommerl werden, unser Wirtschaftsleben würde dadurch unersetzlichen Schaden erleiden. Mus aller Welt. französische Eisenbahnkatastropsten. Am Mittwoch ereignete sich bei Sexquieur auf der Sime der Nordbahn ein furchtbares Eisenbahnunglück. Bis jetzt ist mir bekannt, daß die Zahl der Toten 23 beträgt. Mittwock nacht 3 Uhr stieß im Bahnhof P r i u e h bei Trohe ein Expreßzug mit einem im Bahnhof stehenden anderen Zug zu- sammcit. Zwei Personen sind getötet, 25 wurden verwundet. Iugenüveranftaltungen. Die Crtsjugcndansschüsse des Kreises Tcltow-Veestow werden hiermit nochmals aus die morgen Seiintag. vormittags 8 Uhr, im SitzmMszitnmer, Lindenitr.'1, 4. Hos, 3 Trtpveii. ünttsiildendc K o n- f er eng hingewiesen. Eine besondere schiistliche Eiuladung hierzu loimte. nicht erjolgen.____ Freireligiöse(«cmciiide. Sonntag. 18. Februar, vormittags S Uhr, Pappelallee 15/17. Neukölln, Jdeallasino, Weichselftratze 8 i Ober- ichöneweide, Klarastr. 2. Freireligiöse Lorlesuiig.— Vormittags IM„ Ut». Kleine ltrantfurter S kratze 6i Vortrag"von Dr. V. Wille i Was bedcuict Weltanschaimng? Gäste willkommen. Humanistische Gemeinde Berlin s<£- B s. Soniilag, 18.' Februar, nachmittags 5 Uhr, in der Aula der Fried rich-Werderlchen Oberrealichwe, Mederwallstr. 12, Vortrag von Dr. Nndols Penzig über„Tie Hiiin.uiiiäl des Kliegci-. Gäste ivilllonmuii. Arbriter-Tamariterbund. Kolonne G r o tz- B t r l i n. Leh» ftilnde haben nächste Woche abends bft, Uhr: s. diS 6. Abteilung. Wontag. 19. Februar. 5köpenicker Str. 62. Nach dem Vortrage praktische V e t- b a n d ü b u n g e ii. Käste haben einmaligen sreien Zutritt. Der Gesangverein„Männer- nil» Frauenchvr Ost» gibt zur fteter des einjährigen Bestehens feines FranenchoreS am Sonntag,' 25. Februar, nnler Leitung seines EbonncisterS E. Thila in Obiglos Konzertsälen, Koppenftr. 29, einen Volkstümlichen Liederabend.— Herr Eckam spiclcr E. Kühne wird Rejitalioneil und Lieder zur Laute vortragen. Ein- iriltskaiteii zu 59 Pf. bei P. Knvser, Petersburger Str. 66, P. Seuneider, Huselandstr. 3t, Laden. F. Mische, Koperiiikusstr. 1, Laden, H. Graivnr, Wilhelm-Tlolze-Tir. 25, Laden. M. Massenih, Maricnbuch»' Sir. 7, Frau Beier, Pillauer Str. 4. Abendkasie findet nicht statt. WetteranSsichien für daS mittlere vporddeittichlaud bis Sonntag mittag. Zeilweise nebelig, sonst trocken und viehach bester i um Mittag ziemlich mild, nachlS wieder überall Frost. 1 Todes» Anzeigen I im««Ml« unstift ois Sem kriWWiistos j OtiollMi SeooW! 6. Wahlkreis. Am 4, Januar im Alter von 41 Jahren der Kohlenhändler Rudolf Palm Mirbachs«:. 35, Bezirk 309, Teil 1. Or3 fielen: Wahlrercin Lichtenberg. Ter Rohrleger Walter Wandrey Niederbai niinstr. 4, 1. Sic viel, 1. Gruppe. Der Friseur Otto Schneider Wahtverein Neultöilu.' Im Dezember 1916 der Kellner Paul Rappolt Donaustr. 108, 7. Bezirk. Ehre ihrem Andenken! Gabr!el»Max«str. 2, 1. Viertel, 9. Gruppe. M!lig8ipZISI1-l!Sl7gIe!Mi! Berlin-Süden Krüth'ini üccheutlicl!(inutil. _ B»i tliUlf»»npfuhlt«._ Bicker- u. Konditoreien off Kkiin., Alierstr. 571 Uli ADerttjsViil.Knabeav' f elne.FrucütsSttt.LiKOr. k.& l». leifdicke Manetelnetr. 4 Uhren, Geldwaren . Feaske.KeUbuiJlamiB Streng reell, anerkannt bill Neukölln i C. Dittmann! Brrlinantr.«9 WUd— Genagtl— FUche.n Bezugsqueiien-uerzeiehnis Berlin-Westen _ Bei EinXsiifeH emekoil!»»._ Brauereien sac AdeiüRg& HoniRann Akt.-Brauere! Potsdam Eif. Nicderlag. Berlin SW. 47 iKreuzbergstvaMe 23, Bran- denbnrft». H., Wilhelms- dorferstraüe 72. Potftriam. Stengen bler ttüraapfcrän. efseti- u. Wnrstwaren 3 Potsdamer Strasse 7$b ib. WMWi sW aelegenhaltsiTlule' os WMUMM.11l!Z PWeinCy frucbtsafle, liitÖrcaEi .&. Iii. LeiidicKG .IlMMHtciliHtr. 4 Charlcttanburg n Mehlhdl., Kolon v. «WUntrid. 8tr.60/ Fi. Kicpcr Friedrichetr. 28 Damen-, Klndar-KentekUan Speedsu: fäui eaeofi ras Breitestr. 57, Sehönwaldev- str.13 14, Piehelsdorferatr. IL. Haus- und Köchen�crSie Hermann Finck Eiscmwar., Schönwalderst-S?. Alfred Bartels, Brcitostr..lo Schirme. Leder-, Drechslern. A.Markffrat',Brüder8t.ll Eck. Ji�rstb&»iP-,r'h..Por*tll..8i>iaj Ool dschmiedenist. Mirktl0.o-c�r.t850. Rutscher fiefsllaphBiteF-VePbaDil Verwaltungsstelle Berlin. Ten Kollegen zur Nachricht, dag unser Mitglied.' der Dreher houis Krusemark Wsttenan, Wilteste. 14. äm 13. Februar gestorben ist. Igltre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend den 17. Februar, nach- mitlags 4 Uhr, von der Leichen. Halle des(LuneindesriedhoseS in Wittenau aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Ten Kollegen jerner zur Nach- richt, dag nnstr Mitglied, der Mctnllai beiler Lodert �le>er .Echönhastser?lllee 5vo. ain 14. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Di« Beerdigung findet am Connabend. den 17. Februar,»ach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- balle deS Parochial-KirchhoscS, Boxhagencr Stratzc aus statt. Rege Beieiligung wird erwartet. De» Kollegen seiner zur Nachricht, dntz unser Zststglied, der Schlosser' Karl Irebbo�' Molbertstr. b. am t2..Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 19. Febiuar, nach- miitagä 3 Uhr, von der Leichen- balle des ThomaS-Kirchhojek in Neukölln, Hermannssrntzk, auS stait. Rege Belciligmig ivird erwartet. Aacbruf, Den Kollegen ferner zur Nach- richt, datz iinscr Mstglied, der Anlomaien-Eim'ichtcr Walter 8okol Dicssenbachsir. 29, am' 11. Februar gestorben ist. Ehre seinem Zliidcnken! 130/7 Die Ortsverwaltuiig. Möbel-Angebot. Solide Möbelsirma liefert?4p«i»tn.I-?!tn- und iBwoiaiinnior ÜIurtobtiinBSii sowie Einneinttibei gegen inästiqe Zinsver gütung bei kleiner Anzahl»«« und geringen monatlechen Raten zahlungen. Ost'cricn W. 1 an die Erpediiion des.Vorwärts". lie-inr<»r6Ltv ltniunr. LpeÄalsrÄ Vr. med. kinrl Ueinbnrelt. Potsdamer Str. 117' t � Aufklärende f. Geschiechfskrankhoiten. Harnleiden, Schwache, Ehrlich-Hata-Kuren, Blut- und Harn-Untersuchungen. Institute; 48 Balten starke Broschüre 60 Fi., nach außerhalb 1 M. in verschlossenem Kuvert, Deuisclier Bacarheiter-VeFfcaiiil. Zwelevcrcln Berlin. Bezirk Norden II. Am 13. Februar starb unser Mitglied, der Maurer Frlii Kühnast. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 3st. Uhr, an' dem Kirchhof der Friedens» Gemeinde in Nieder. Schön» Hausen(Nordend) statt. Am aleid>en Tage starb vom obige» Bezirk das Mitglied, der Maurer Johann Luschnat. Die Beerdigung findet am Montag, den 19. Februar, nach» mittags 4 Ubr. auf dem Zentral- Friedhos in Friedrichsseldc statt. Weiter starb am 13. Februar unser Mstglied, der Hllssarbester Gustav Schubert vom Bezirk Moabit. Die Beerdigung iindei heute Sonnabend, nadimstags, aus dem alten JöhlMmS-Kirchhof in der Seejtratzc statt. Ehre ihrem ilnhentcn! 144/6 Die örtliche Verwaltung. Dettlscber TFansporlarheiter-Verbanl BtzirKsv! rwallung GreB-Bcrlin. T en Mitglieder» zur Nachricht, dost miser Kollege, dkr Jnvitslrie. arbetler Niliivlm vuvgel äm ig. Februar stn Aller von ö? Jahren verstorben ist. Ehre seinem Niideuienk Die Beerdigung sindei am Montag, den 19. Februar, nach- Mittage 3'/, Uhr.»'»n der Leichen- iialle deS'Städtischen Zentral- jriedhvies, FAedrichSielde, aus statt. Den Mstgliedern iernci" zur Nachricht, daß nnser Kollege, der Bodenarbcitcr Ilieoplül Mzm von der Firma Barl Ii. Eo.. Elisabethuser, nm 13. Februar im Aster von 66 Jahren versterben ist. Estrc foliirm Andenke» 1 Die Beerdigung findet deute Sonnabend, den 17, Februar, nach- Mittags Ist,', Uhr, von der Leichen- balle fccN Hedwig-Kirchhoiev in Hohen-Schönhauten, aus fiatt. Den Mitgliedern ierner zur Nachricht, Oatz niiser Kollege, der Fräsetutschcr mx Wulf am 14. Februar im Silier, von 56 Jahren verstorben ist.! Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung istidet luyiic Sonnabend, den 17.Febrnar,nach- mstiags 4st, Ubr, von der Leichen- Halle deS Slädilichen Zekitral- siiedboseS, FrledrichZselde, ans statt. ?tdchntf. Den MItaliedern ferner zur Nachricht, datz unser Kollege, der Slrbestsliilscher Hsrl Voigt von der Firma Schultz, Stralau, an, 11. o. Mis. im Silier von 56 Jahren b erstorben ist. Ghrr seinem Andenken! 71/29 Die keeirksvorvrallunz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden beim Hinscheiden inerner lieben Frau. sage ich aus diesem Wege allen, bc. sonders den SLahIvereinen van Köpenick und KarlShorsi sremid lichsten Dank. Gustav Kaiser, Köpenick- Uhlenhorst. _ Elchenallee 19._ Goldaten- Gprachsührer Vtiissch-Französisch Beutsch-Polnlsch das Glück zu 45 Pf. Beutfch.Ztallcnisch Veutsch-Englisch Neulich, Zkuisisch das Stück zu 20 Pf. Pofto se 3 Pf. Suchhandkung AorwSri? Berlin SW. SS, Lindenstrast« Z A. Dandorf&0 ;sasaiiim«B IBotterdosa...........__ 1 Zuckerscliala...... i 75 1 KompoitscbOssel 1 Bterkrng«twizitterfnhaitTS?> mmm Bit»eifseB Eahmes Beile-flliiance-Strasse Gr. FrnnHforter Strasse Bronaen-Strasse Rotlbuser Damm Viünersüoriet itruisc Verlangen Sie bei Einkäufen Rabattmarken rands oder viercekij« Form, Dlamaat- 171! «uster....... 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IS schieden« Formen.......... 1 Marmeladendose 75 pl 1 Schmalz- _ dose 75 T Kaffootaecn mit üntertasaen. U IkfUlt/ülai». II Meissener 7K Form, blau Zwiebelmnster.« w PL Emollle 3 Speissteller............ 75 pl 1 Kücbenschüssel 75 1 Masc'iinentopi 75 1 Kasserolle 7- mit Ausguss.. Pf 1 Bratptanne 7r- mit Stiel...... /□ Pf. 1 Schaffnerkanne........ 75 n 1 Dupc schlag 75 pl i Kasseralls 7i- mit Stiel 1 Fleisch topt mit» Griffen 75 PL Porzellfln I VorratstonneSich'deS 75 1 Essigflasche SlÄÄ 75 1 Oelflasche 75 pl mitGoMschrift. reiehdekeriert 75 PL reich dekoriert 3 Gewürztönnohen 1 Fleischklopfer 1 Teesieb 1 Füll-Löffel 1 snsasu mit reichem Gold-,, dekor I« wPl Iiu.ammea 7 5 pf 3 Kaffeetassen mit Dnlertas»en Goldbardu. Linio 75 pf. SKaffeebecher mit h&btehen Dekoren....... 7d pl »Pf. z Hönes 'Motte-Papier 75pl 1 Kaffeekanne reich dekoriert 75 PL III toter 75 pl 3 Kaffeetassen SntBÄn: 75 RonlGborli [192 Seilen stark 4 Miiclitöp.sSUS.a Satz I PL 1 ioM.ie- IM 73« Bezugsqpeiien-Verzelchnls Barlf«-IS«priaa Bei klitesf»._ Farben iMtitr. I B»k.8fklll«».<«Tf»<. £** Drooer, I BBemkemlflrf?."'« Flelenh- u. Wm Wkedminnkeiilr. "1 •atw. JQ Wirtnt- 9 Itr. ttt.g .Herr.-, Bant.-, Knsb.- u. Mfiaeben-finnier, ÜO. Hcffüiana Kolenfal waren Strelftier «tr.(T bfiehnian dlungcn 1. 1 nniJöMUL HlHfholniagazIne | Ufinf n t fa Betilrktilorfnl. tT I ( WIclB 0 10. Tieehlermeistcr) Bezugsqueilen-Uerzelchnls Borrn-Osten ErMhüit wöeheHilirh einntl. ßBatter, Clor, Kl so» ■ HJaennaiirs Filialen a ■ehlbandluna z» K8nif»berger StreBa 3ft Photearaph. Ateliers» Haynn, Frankfurt. Allee Oifi :. Rlacbah. Prankf. AIIoe.G " lakd.fiiekke.Aiidmr.S nr 31«. Ai4r.aipl.liH »ET. nlaghi Mesielr cSehuhw.n. 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Sirifeliüs 18«Ifen Ittaflceaskifli - TT- Schröter, R.| W> 43 Pwteurestrfln» 43 �Wg Uhly&Wolfram August Holtz i?..DÄ 8 BlerbranweL, BlerhdaadfgTb , l»ro,en■nd Forfcon A crdcr-Progerie, lrlü.A«rtw»rit.ä« Prauerelfiilzoi •mnCehit Quaiüeisniere ersten RangesJ vnnnTiL" i Qi.ea.ltaklw.Waffca.Wcrlc. b 1 Carl Jug, giroautr<1. tiblwaiB.F.Jf tlUr«t.ab,K.MMi I Uirtwtefritende Seactiafts empfehlen aish b.Einkäuf. TiBBir�Esslg ApernN»rhlftllohl Fleisch- u, Wuratw. W. Beek 011 k URRtMA»» r.M»U»r»L4«».M.U4 "loh? h-tliru, EV'jlr- 5J. Kiiiif-FrieJr. iSü.»4, w,i»rr.r. IS». Friilelttr. 3Z Trlpl»«. tiriiu-Stut« 14. J.Habels Brauerei, | hell— Habelbrlti— dwikcl,| Inh.s Herrn. Garbach CharlotfceRburff, Berlinerst. 68-69 Fleisch- nnd Warstwarenfabrik Mßnciiener Braohaus Berlin nnd Oranienburg WillyOeridi«,f'et«r.burgBrstrJf 4 Ott« Koagel, Ah« Ja»«b«tT. 3«.' Gaege, Otto Chwg*tt F W firhtor �rangel.tr. To I.R. iiUiei Eck« Corrjstr. Wl>i,W,»»ohin«i, Pelrwarea p K«ltl>u«r-. t«llt Ttlnki BianiHnger Blen ffelssbier, C. Breithaupt, PeHwlwtr.n bUirttMLM«« BäCI" Prinzen-All»«. Laak« ASInpecU. Srtirt-Afi«»' fabiJüHto.ÄÄn/tr' Ä»? vouBig« ewzszNavsarvnes• BellMin, K., ggSSSL* Singer Nähmascliinen 8 HBt«, Wtteon. P«l«wat v«si«r, E. bV-� 4 At»-,W«<«-, w«llw.,Trtk«t«g. A Htt»«»« S gy»?, Wkrtlt Itm rrt l Ii. 4 Photoop. Anoapate V M HlhrBfht K- uhu"mtr.». .RlttlKUII auch Celecenheitslrf. 4 Weine, Lliiöre.Frudilsafte P ngqjsrsasEi 6« Filialen in aN«n Stadteilen. I Meierei C. Bolle A.-a. B0miin.ii.2inf� Ältester und grdtitev MncKvtrtsehaltliCh«« __: flr«ssbetri«b—» xsr: Herni.ine9er&co. J caiSOVerbflfsrtell. ßr.-Berl MMskz 4 Opflk e r« IncQhanaKO»« b ScoabertgCari. Nkiia.Berestr.lii f ühren u, böTTw" Lptmaiig. Alk. Frankl 4_ Voraloh«- unnep» „Deutsstilana" fierila Arbehcorcrsichcriisg— Scbttlnag.