Neüaktion: SW. HS» Linüenstraße Z. ;?erttU»recher: Am: Morivvlai-, Rr. ISl SV— l-il S7. Freitag, den ÄZ. Februar 1917. Expedition: EW. 0S» LinüenstraHe Z. Neroivrech«»: Am« Morwplov. Rr. ISI SV— 181!>?. Ur. 83. 34. Jahrg. iideoocmtntZ-KeaiiMngeo: M>!M«m«ntS- Prell vraimmeicnrda Sieaeljährl B.90 MI. rnotmll 130 Ott. «öcheiuliib 30 Pf®, fca rn» Haut. Einzelne Nummer b Pia- Sonrnasä. nunnnc: mil üluftnciicr Sonmagl- Neilaze.Tie Neue Well" 10 Plft� Poll. Slbmnemenl: I.SO Marl vro Mona« Einaerragen in die von- Leminz». Siidäliite. Unler Kreuzband tüi Dernichland und OeNerreich. Ungarn 230 Mar!, iür das übrrge Susland « Mar! vro Monal. Poslabonnemcmt nebnien an Belgien. Dänrmar!, Holland. Ilalien. Luxemburg. Borlugal. Nuuiänicn, SÄi-iden und die lschniciz. cnitci»! iägNlil. Verlinev Volksblstk. Z�entralorgan äe? fosialclemoki'stifcken Partei vle lnsertions-Lebühf bekklgl lllr die fechSgeldoltene Koloiiel. zeiie oder deren Nauui 60 Big. lü! doUliiche und gewerklchafMche Lere inj. und Bersaumilungt- Anzeigen 30 Pig. „irleine 3ln:«>g-n", das leugedrurile War! 20 Big.(zuläistil 2 sellgedrurlle lrorle). jcdeS»euer» SEovi Iii Plg. Elcllcngciuche und Cchlailtellenan- «eigen das crlle ZZori 10 Big., jedes luenerc Werl SPkg. ZZorle über lö Bucd. paben zählen für zioei World. Rmeral« für die»ächiie Sluninicr miijjen bis l« Uhr nachmiltagS in der Expeditivi» »dgegcdcn werden. Tic Exredilion ijl bl» 7 lihc abcnd-Z geoftnel. Telsgramm-Adrell e: >!«ÄS!!>tMgIMI lielii»". verschärfte Absperrung Veutschlavlls. Gefechte bei Zlrmentiercs, Riga, am Narocz-Sec und östlich des Vardar. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 33. Fr- brunr 1917. kW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Tödlich von ArmeniidrcS drangen noch ftnrkcr Frurrwiikung mrljrere cnglijche Äompognicu in unsere Stellung; lraflvoUer Gegenstoß warf sie sofort hinaus. Bei Täutcrung der Grabe« wurden 21X1 tote Engländer gezählt, 39 Mann geßnigen zurückgeflihrt. ErlundungSvorstöße des FemdrZ südwestlich von Warueiou, südlich de? La Baffäe-Kanals nnd zwischen Anrre und Sommr schlugen sehl. westlicher Kriegsschauplatz. Front des GenrralfeldmarschallS Prinz Leopold von B.ahrrn. Südwestlich von Riga und am Südufer des?!ar«z-- Sccs scheiterten Untrrnehmiingen russischer Abteilungen bis iiompagniestärkr. Bei Labusa an der Schtschara und au mehreren Stellen zwischen dem Tniestr und den Waldkarpathcn wurden einige Handstreiche von unsere« Stoßtrupps erfolgreich durchgeführt. Au der Fron» deS Grurraloberst Erzherzog Joseph und bei der SecrrSsroni des G e n r r a l f e ld m a r s ch a l l» von Mackensen herrschte bei Schneetreiben nur geringe GcfcchtStätigkeit. verschärfte Mushungerungs-Maßregeln. Ein neuer Gewaltftreich gegen Sie Noröfee-Neutralen. Londou, 21. Februar.„London Gazette" veröffentlicht eine Bekanntmachung, daß die deutsche Denkschrift über den U-Boot-Krieg in scharfem Widerspruch zu den Regeln des Völkerrechts, den Forderungen der Menschlichkeit und den Pflichten deS Feindes stehe. Die Tätigkeit des Feindes mache es für England nötig, weitere Maßregeln zu ergreifen, um die Wirksamkeit der Maßnahmen aufrecht zu erhalten, die in dem ernsten Bestreben ergriffen worden seien, zu vcr. hindern, daß GebrauchSgüter irgendwelcher Art, die Länder deS Feindes erreichen oder verlassen könnten. Zu. diesem Zwecke werden Schiffe, die Waren mit Bestimmung für den Feind oder feindlichen Ursprungs führten, der Aufbringung und Beschlagnahme unterworfen sein, wenn sie nicht den englischen und alli- ierten Streitkräften reichlich Gelegenheit böten, ihre Ladung zu untersuchen. Ebenso lvürden solche Güter der Beschlagnahme unterworfen fem. Es sei deshalb vorgesehen, daß ein Schiff, daS mü See auf dem Wege zu oder von einem Hafen in irgend einem neutralen Lande, das Zugangsmöglich- ketten zum Gebiet des Feindes hat, angetroffen werde, ohne einen Hafen englischen oder alliierten Gebietes anzulaufen, als ein Schiff angesehen werden solle, das Waren mit Bcstiminung für den Feind oder feindlich«in UriprungL führe, bis das Gegenteil f e si g c st c l l t fei. Es solle zur Unter- suchung aufgebracht und. wenn nötig, vor einem Priscngcricht abgeurteilt werden. Jedes Schiff, das Waren mit Bestimmung für den Feind oder feindlichen Ursprungs führe, soll der Auf- bringung und Beschlagnahme wegen der Führimg solcher Waren unterworfen sein. Im Falle, daß es sich um irgend cm Schiff handle, das einen der festgesetzten britischen oder alliieitcu Häfen zur Untersuchung der Ladung aulaufc, solle k e i« Besch lagnahmeurteil nur auf Grund der Mit- führung Gilter feindlichen Ursprungs oder mir Bestimmung für den Feind gefällt werden und es solle nicht von vorn- hcrcin die Annahme betreffend den feindlichen Ur» s p r u n g oder die B e st i m m u n g für d e n F e i n d b c- stehe n. Tie Güter, bei denen bei der Untersuchung des Schiffes festgestellt werde, daß sie feindlichen Ursprungs_ oder für den Feind bestimmt feien, werden der Beschlagnahme unterworfen. Mazedouische Front. festlich des Barbar vcrsuchlcn sich Engländer vor unserer Stellung einzunisten; sie wurden im Handgranalenkampf vortrieben. Ter Erste Generalquarlimneister. Ludeadorff. * Mbenöbericht. Amtlich. Berlin, den 22. Februar. Abends. Im Westen bei Schnee und Nebel keine Kampf- Handlungen von Bedeutung. Im Osten brachte östlich von Zlorzow ein Bor stoß von Stoßtrupps 239 Gefangene ei«. »* -i- Oer österreichische Sericht. Wie«. 32. Februar 1917.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlauttart: westlicher Kriegsschauplatz. Die Tätigkeit unserer Jagdkommandos und Stoßtrupps war gestern wieder sehr rege, namentlich im Frontramn zwischen Dorna Watra und dem D n j c st r. ttnsm Abteilungen entledigten sich ihrer Aufgabe überall mit Erfolg und brachte» — selbst nur sehr geringe Verluste erleidend— zahlreiche Gefangene ein. Italienischer Kriegsschauplatz. vnverändrrt. Südöstliä,?i'FriegSschanplatz. An der B o j u s a lebhostereS Geplänkel. Nordwestlich von T a p a l a r i wurden feindliche Banden zersprengt. Ter Stellvertreter des EhcfS des GrneialstabeS. v. H o e f r r, Feldmarschalleutuant. lieber die Wirkung dieses englischen Versuchs, die Schiffe der Neutralen trotz der deutschen Seesperre in die rnglischen Häfen zu zwingen und dorr der Schiffsraum- Zwangs- Politik gefügig zu machen, teilt die Telegrophcn-Union au« Amsterdam mit, in der weiteren Bevölkerung zeige sich— äußerlich wenigstens— keine Beunrubigung. Großes Auf- sehen und B erbittern ng hätten die neuen englischen Blockadebestimmungen aber in Handels« und Schis sahrtS- kreisen erzeugt, die infolge des Auslegens eines großen Teiles der holländischen Schiffe und der gewaklsamen Zurückhaltung in den englischen Häfen ohnehin schwer in ihren geschäftlichen Beziehungen geschädigt sind. Diese Zlreise hofften nun auf Gegen- wehr sämtlicher neutralen Staaten und sie schauten sogar mir ge- spannter Aufnierlsamkeit zu Wilson hinüber, der jetzt beweisen könne, ob eS ihm wirklich um das Siecht der Freiheit der See zu tun ist. Hier ist allerdings die Frage angebracht, ob die Hoffenden ernstlich annehmen, daß die englischen Kapermaßregeln auch gegen omerikn- nifcho Schiffe in Anwendung kommen würden. Un« scheint, vor solchen Erfahrungen ist Amerila bei der gegenwärtigen Lage der Dinge im hohem Grade sicher. Nebe» so vagen Erwarlungcn soll aber in der holländischen Reederschait noch die andere Erwägung eine Rolle spielen, daß England, um seine neuen Bestimmungen praktisch durchzuführen, wodl oder übel seine bisher vorsorglich versteckt gehaltenen Kriegs- schiffe den deutschen U-Booten gegenüberstellen müßte, und daran wird einigermaßen gezweifelt. Man wird ia'eben, ob diese An- ficht besser begriindel ist. ♦ Plymouth für alle neutralen Schiffe gesperrt. Lugano, 22. Februar. Nach einer amtlichen Meldung der „London Gazette" ist der Hasen Plymouth für alle neutralen Schiffe geschlossen. » Auf norwegischem Seegcbiet gegen norwegische Dampfer. Kristiania, 3t. Februar. Da zwei englische Hochsee-Torpedo- boote am 20. Februar den norwegischen Dampfer S o r t l a n d auf norwegistbem Seegebiet bei©tot angehalten haben, wie« der Minister des Aeußercn die Gesandtschaft in London an, bei der englischen Regierung bestimmt Verwahrung gegen die NentralitötS- Verletzung einzulegen. Sckilachtopfer des Frondienstes. Haag, 22. Februar. Zu der Versenkung der beiden in englischen Diensten fahrenden holländischen Schiffe O o st- marsum und Prompcnberg schreibt der„Haagsche Eourant" vom 21. Februar: Beide Schiffe waren niit auf- gezwungenen Kohlenladungcn für englische Rechnung von Holland nach Las Palmas unterwc g s. Das sind die beiden erfien Schlachtopfer des Frondienstes. den die bekannte Beschirmcrin der Rechte kleiner Nationen von uns fordert. Taftenöe versuche. Bon R. Gaadlc. Sir Douglas H ai g. der englische Oberbeschtshader. hat erklärt, daß die große Offensive im Westen wahrscheinlich mit „tastenden Versuche u" an verschiedenen Stellen der .großen Front beginnen werde. Wenn man die Ereignisse fest Beginn des Jahres rückwärtsblickend überschaut, möchte man fast glauben, daß wir uns bereits mitten in diesen tastenden Versuchen befinden. Unternehmungen großen Maß- stabcs haben noch auf keiner Frönt und voii keiner Seite statt- gefunden; wahrscheinlich ist cS nicht allein die Witterung, die es verhindert hat. Wohl aber sind die Linien der Kämpfer. die sich überall dicht gegenüberstehen, unruhiger und im- ruhiger geworden; von beiden Seiten sind immer häiniger Erkundungsobteilungen oder Stoßtrupps gegen die feind- lichen Gräben geworfen worden, die dort Zerstörungen vor- nehmen, die Dichte der Besatzung aufklären, die Nummer der Regimenter, der Divisionen und Armeekorps feststellen sollten. 'Oesters handelt eS sich wohl bloß darum, das juorglffche Uebergewicht über den Gegner zu behaupten, ihn über die eigene Stärke zu täuschen, seine AufmerksamW zu fesseln, die eigenen endgültigen Absichten zu �verschleiern; Auch der L u f t k r i c g ist mit wachsender Entschlosscnhe.it geführt worden; mehr und mehr hat die deutsche Fliegerwaffe die Uccherlegenheit über den Gegner gewonnen, seine Ee- »chwod-'r zerstreut viet ferngehalten, und ist tief lfinter die ieindlicksen Kampfeslinien vorgestoßen, beobachtend und zer- störend. Wieder sind Munitionslager des Gegners in die Lust geflogen, Bahnanlagen beschädigt ivorden. Bis nach Boulogne im Westen, im'Osten aber bi? über die Insel Ocsel, am Eingänge des Rigaer Meerbusens, dehpten unsere Luft- kreuzer ryrc Tätigkeit aus. Doch ist auch der Gegner, ander Wöstfront wenigstens, nicht müßig geblieben und auch seiner- seits gegen unsere Anlagen hinter der Front vorgestoßen. Mehr und mehr- Einfluß gewinnen die Flieger auf die Durch- führung der Geschützkämpfe, indem sie dos Feuer auf die ein- zelnen Ziele durch ihre Beobachtungen und Meldungen regeln. Beide feindlichen Parteien heben ihre Wirksamkeit wiederholt rühmend hervor. Zahl und Heftigkeit der Kämpfe ist besonders in Frankreich zusehends gestiegen, die Stärke der daran bc- teiligten Truppen hat zugenommen. Und hier ist wieder der englische Teil der Front besonders rührig gewesen. Wir wissen, daß die Engländer ihre. Linien immer weiter nach Süden ausgedehnt und die Frairzoscn bis. über Peronnc bin- aus, südlich der Somme, abgelöst haben. Trotzalledem wird man die Breite des von ihnen gcgcinvärfig eingenonimenen Raums auf nicht größer als löst Kilometer schätzen dürfen, während ihren Bnndesgenoffen außer den Belgiern auf dem linken Flügel noch 430 Kilometer verbleiben. Soweit man den Stärkeangaben— sagen wir lieber; den Andeutungen über ihre Stärke— aus englischer Quelle trauen darf, müstcir wir annehmen, daß die Streitermassen auf ihrem Frontteil dichter stehen als auf dem französischen. Hierauf vor ollen Dingen beziehen sich ivohl die klagenden Rufe der französischen Zeitungen nach stärkerer Unterstützung durch den Bundes- genossen, die nicht verstummen wollen. Man möchte anscheinend auf die englische Heeresleitung drücken, daß sie für die bevorstehende Offensive einen noch größeren Teil der Ge- samtfront übernähme, damit die ffanzörnchc Heeresführung die ihr zur Verfügung stehenden Massen mehr zusammen- drängen könne. Man darf hierbei aber nicht übersehen, daß das englische Angriffsverfahren angesichts der größeren. Tüch- - tigksit unserer Mannschaft sich durchaus auf dem immer wiederholten Anlauf tief gegliederter, überlegener Massen gründet und daher einer u n g e w ö h n l i ch e n D i ch t e d L r Streitkräfte nicht entbehren kann.'Oder, lvas schließlich das Gleiche bedeutet, die Möglichkeit haben muß, die Divi- sionen, die ausgeblutet haben, häufig durch neue oder neu- aufgefüllte zu ersetzen. Der englische Feldherr bedarf also - sehr starke? Verfügnngstruppen hinter seiner Front. Ob aber seine Regierung in der Lage sein wird, die in Frankreich stehenden Armeen bis zum Frühjahr noch wesentlich zu verstärken, ist mindestens zweifelhaft, nachdem sie schon gegen- wärrig in die Arbeiter in äffen des Bergbaues, der Eisenbahnen und besonders der Landwirtschaft anscheinend zu tief hinein- gegriffen hat. Je mehr unser U-Boot-Krieg die Zufuhren aller Art beschränkt, je mehr das massenhaft brach- liegende Land zur besseren Versorgung des Volkes herangezogen werden muß, um so bestimmtere Grenzen wird seine militärische Leistungsfäbigkeit finden. Uebrigens gilt ahn- liches'für Franzosen und Italiener. Doch dürfen ivir uns darüber nicht täuschen, daß wir unter Zurechnung der farbigen Truppen sehr starke Streitermassen auf de» Schlachtfeldern Frankreichs uns gegenüber sehen werden. Das liegt einfach m den Vcrhältmffen, die die Mittslmgchtl; zwingö«, eine weit überlegen« Kopfzahl feindlicher� Völker nach nersckiedciten Seiten hin Front zu machen. Wir dürfen aber die sichere Zuversicht bewahren, das; auch bei jenen die Bäume nicht in den Himmel wachsen tverdcn. Neben den Erkundungsvorstotzen. die von uns mit Glück erwidert wurden, haben die Engländer ihre Angrifsc im G c- biet der Sommcschlacht auch in der vergangenen Woche weitergetührt. Wie bisher haben sie sich vorzugsweise auf ihrem linken Flügel sestgebisscn, anscheinend in der Ab-- ficht, zu beiden Seiten des Ancrebachcs ihre Front nach Norden, gegen Ancrcs hin. allmählich zu verbreitern und Die hier noch schwache Einbuchtung unserer Verteidigungsgräbcn gegen Bckpaumc hin zu vertiefen. Einem fehlgeschlageneu Sturme am Dienstag, den 13. Februar, folgte am 16. ein neuer in Richtung auf das Dorf Miraumont. Das liegt einige Kilometer nordöstlich der früher von ihnen gewonnenen Törscr Beaucoürt und Grondcourt; dicht gegenüber auf dem Südufer der Ancre liegt daS Dörfchen Petit Hiraumont. West» lich der Hof Baillescourt. Auch dieser Angriff mistglückte, obwohl er durch ausgiebiges Trommelfeuer vorbereitet war. Nun warfen die EuglänDer am 17. Februar drei Divisionen auf einer Front von 6 Kilometern in de» Kampf, denen wir nach lange hin und her wogendem Ringen einen Teil unserer vordersten Linie Lberliestcn. Die deutsche Stellung verläuft hier nun dicht westlich und südlich der von uns behaupteten Dörfer Miraumont. An allen anderen Punkten wurde der Anlmlf abgeschlagen. Während dieser Kämpfe ober gingen wir selbst auf einem anderen Teile des französischen Kriegsschauplatzes zum An- griff über, ntdem wir am 15. Februar in der Champagne, südlich Riponk, eine französische Höhenstellung stürmten, die in der Herbstschlacht 1915 in des Feindes Hand gefallen war und uubeguem zu unserer Ve�eidigungslime lag. Ter Sturm führte unsere Truppen nach sorgfältiger Vorbereitung in einem Zuge bis in die vierte feindliche Linie; mit geringen eigenen Acrluften gewannen tvir einen Front- ramm von 2609 Metern auf einer Tiefe von mehr als 399 Metern. Beide Kämpfe, der an der Ancre und der am Ost- fliigel der Champagnefront, sehen die Entwicklung stärkerer Massötl auf beiden Seiten, gleichwohl wird man ihre Aa Deutung noch immer als eine örtliche einschallen dürfen. Tie letzten Tage haben im Westen Tauwetter und Nobel, im'Osten einen neuen Kälterückfall gebracht; an der Beresina sank das Thermometer auf— 35 Grad. Trotzdem ist auch inRustlanddie Zeit vollständiger Winterruhe vorbei, auch hier kommen'bereits Gefechte von etwas gröstcrcr Ausdehnung neben zahlreichen Streifen vor. Dahin gebort ein deutscher Angriff am 14. Februar in Ostg üzicn nördlich der Bahn Zlvczow— Tarnopol, der unsere. ruppen in die russischen Gräben führte und einen weit gediehenen Versuch vereitelte, unsere eigene Stellung durch Minen zu zerstören. Bon den übrigen Kriegsschauplätzen sind nur geringe Ereignisse zu berichten; an der ma�edoüisdien Front holten sich die Italiener von Sarraüs Armee 29 Kilometer östlich Monostir beim Dorfe Paralowo eine bemerkenswerte Niederlage durch deutsche Truppen am 12. und 13. Februar; in Mesopotamien kommt die englische Offensive trotz aller Siegesmeldungen offenbar nickt vorwärts; die Türken halten in der Front Kut-el-Amora-Fclsahie noch immer das Südufer des Tigris, und die Engländer haben am 17. Februar ihre Hauptträsw aus bereits geräumten türkischen Linien wieder zn rückgezogen._ Tisza gegen den Eroberungskrieg. Bolle Ucbereiustimmung der Bundesgenossen. Busiprst» 21. Februar. Im Abgeordnctenhausc richtete Hollo sKarolyi-Partei) an den Ministerpräsidenten die Au- frage, ob er geneigt sei, der Einsetzung cineS parlamentari- scheu Ausschusses zuzustimmen, der über die Friedens- b e d i n g u n g c n einen vertraulichen Gedankenaustausch pflegen solle. In der Rede, mit der Hollo seine Jnter- pellation begründete, machte er auch verschiedene Bemerkungen über die Politik des Deutschen Reiches. Ministerpräsident Graf TiSza erwiderte, er müsse gegen eine Darstellung gewisser Talsackien und Ereignisse protestieren, welche der historischen Treue widerspreche und nur schädlich sein könne. Vor ollern protestiere er dagegen, datz der Abgeordnete Hallo die Borgeschichte des Kriege? so dargestellt habe, als ob dieser Krieg unS nicht von einem von bösen LngriffSabsichten erfüllten Aeind aufgezwungen, sondern als eb er durch eine in der deutschen Politik eingetretene Wendung hervorgerufen worden sei. Er verstehe nicht, dasz sich ein Mann im ungarischen Parlament finde, der eine solche Rolle übernehme. Die Ausdehnung, die daS Deutsche Reich seit 1«7t zeigte, sei eine friedliche, wirt. schastlichr und kulturelle Ausdehnung, die die Unabhängigkeit, die Existenz und die LebenSinteressen keiner einzigen anderen Nation und keine? einzigen anderen Staate? bedrohte, und die, wenn sie auch für sich einen Platz an der Sonne wünschte, doch niemand von der Sonne verdrängen wollte. ES sei eine tendenziöse und böswillige Entstellung des Totbestandes seitens unserer Feinde, wenn fie vor ihrer eigenen öffentlichen Meinung die heutige Lage so erklärten, als halten sie sich gegen E r o b e r u n g S- a b s i ch t e n und gegen andere Nationen bedrohende Macht- be strebungen D e u t s ch l a n d ö verteidigen müssen. Die Ge« schichte eine» MenschenalterS lehre, daß der europäische Friede stets dann bedroht war. wenn die Kraft Frankreich? und deS russischen Reiches für europäisch« politische Ziele frei war, und stets habe die ganze Welt den europäiichen Frieden für gesichert angesehen, wenn diese Möchte anderswo Komplikationen hatten, fie also zum Angriff nicht bereit waren. Graf Tisza verteidigte die deutsche Kolonialpolitik und. fuhr dann fort: Wir sühren diesen Krieg, weil wir ihn zur Rettung unseres an- gegriffenen Leben? führen müssen. Wir werden ihn gegen jeden sühren und unter allen Umständen, so lange, aber auch nicht eine Minute länger, al S zur Rettung n n se re S L e b e n S, unserer Sicher- heit und unserer Exi sten zintere s se n notwendig rst. Hierin slimmrn alle unsere Äundcögenosicn überein. Wenn der Bierverband diesen Krieg mit einem Frieden beschließen würde, wie er den Feinden vorschwebe, so lönne ein solcher Friede durch keinerlei Uebereinkommen zu einem dauerhaften gemacht werden. Ein dauerhafter Friede könne nur so beschaffen sein, daß er bei niemanden den Revanchegedanken errege. Der Minister sagte zum Schluß: Ich hege die feste Uebcrzeugung, daß die berechtigte Waffe, welche wir gebrauchen, »ine zweckmäßige Waffe ist und den Erfolg bringen wird, der die einzige iLorbedingnng eines möglichst baldigen und zustieden- stellenden Friedens ist. Ich bitte, meine Antwort zur Kenntnis zu nehmen. Tie Antwort des Ministerpräsidenten, der die rechte Seite des Hauses lebhaften Beifall zollte, wurde zur Kenntnis ge- nommen. Nach der Rede des Ministerpräsidenten Grafen Tisza er- widerte Hollo, er stimme mit den Ausführungen dcS Ministerpräsidenten über den Frieden überein. Den Porwurf, als ob er die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands als Ursache deS Krieges gezeichnet habe, müsse er entschieden zurückweisen. Er habe in seiner Rede nur die Elsersucht und Den Neid hervorgehoben, den die wirtschaftliche Entwicklung Teutschlands hervorgerufen habe. Im übrigen erllärte er, das ungarische Volk sei bereit, auch weiter die größten Opfer zu bringen, doch dürfe man auch die Zukunft Ungarns nicht vergessen. Während der Antwort Hollos verließen alle oppositionellen Abgeordneten mit Ausnahme der anwesenden acht Mitglieder der Karolyi-Gruppc, d e u Sitzungssaal. Die Blätter heben hervor, daß die oppositionellen Fraktionen: die Andrassy-Gruppc, die Apponyi- Gruppe und die klerikale Volkspartei durch ihr Verlassen dcS Sitzungssaales bei der Abstimmung deutlich ausdrücken wollten, daß sie mit den Aussührungen des Abg. Hollo nicht überein- stimmen. * Die Gegnerschaft der Karolyipartei gegen die Dreibund- Politik ist keine neue Erscheinung. Wicktiger als sie ist die— in vier Wochen zum drittenmal wiederholte— Erklärung des ungarischen Ministerpräsidenten gegen jeden Er- obernngSkrieg, feine namens aller Verbündeten ab- gegebene Versicherung, daß daS Kriegsziel ausschließlich im Erfolg der Verteidigung gesucht werde. Nehmen tvir an. die deutsche Regierung ginge ins Lager der Annexionisten über, so würde sie sich damit in Gegen- satz zu ihrem ö st erreichisch-un garische u B u u d e S g e n o s s e u stellen. Dieser würde nicht geneigt sein, den Krieg nach Erreichung des Vcrteidigungszwecks für deutsche Eroberungen weiter fortzusetzen. Damit sollte die Debatte, ob Annexionen oder nicht, eigentlich erledigt sein. Llopü Georges Reöe verschoben. London, 21. Februar. Im Unterhause machte Bonar Law die Mitteilung, daß die Darlegungen Lloyd Georges bis zum 23. Februar verschoben seien. Reichskonferenz, Schutzzö'llnerei unü ßrieüensverhanölungen.• „Pflichten gegenüber der ganze» Welt". London, L2. Februar..Wcstminster Gazetle" schreibt über die Einführung dcS B o r z u g S z o ll s y st e m S für daS britische Reich: Wie wir auS einer im Januar gehaltenen Unterredung deS PtemierministerS mit einem Vertreter der australischen Presse entnahmen, war die Regierung entschlossen, daß die bevor- st e h e n d e Zusammenkunft der Vertreter de? Reiches ein KriegSral sein soll und nicht eine ReichSkonferenz zur Lösung der Fragen, die sich nach dein Kriege ergeben werden. Auf die-Frage, ob daS Programm auch eine Reform der Reichs- Verfassung emhalre ,■ antwortete der Premierminister mit einem entschieden Nein. Er fügte hinzu, daß eö verfrüht sei, jetzt darüber zu sprechen, wa? nach dem Kriege geschehen solle. Diese Entscheidung erschien unS sehr verständig, wurde aber offenbar in den drei darauffolgenden Wochen geändert. Wenn es eine Angelegenheit gibt, in der alle Regie- rangen freie Hand behalten müssen, so ist eS die des Handels und der Finanzpolitik nach dem Kriege, denn es ist falsch, anzunebmen, daß ein Volk hierüber ohne Rücksicht auf seine Nachbarn Beschluß fassen kann. Die noch nicht spruchreifen KriegSziele sind großen Teils fiskalischer und handelspolitischer Naiur und werden zweifellos bei den Verhandlungen zwischen den Alliierten und ihren Gegnern und zwischen den Alliienen untereinander die Hauptrolle spielen. Die Kriegsatmosphäre begünstigt jetzt die Schutzzöllner, aber Parteiinieressen fallen nicht so ins Gewicht wie die nationalen und WirtschastSinieressen. Wir müssen überlegen, welche Pflichten wir als größte Seemacht gegenüber der ganzen Welt haben und welche» Vorbild wir geben müssen. Wir müssen uns die Hände für die Friedens- Verhandlungen freihalten._ Die Zrieöettszieie der Zentralmächte. Man schreibt uns auS Amsterdam: Ter klerikale Rotter- damer„Maasbode" vom 16. Februar veröffentlicht„auf Ersuchen von einflußreicher österreichischer Seite" einen Artikel über die Friedenöaktion der Zentralmächte, der folgenden be- deutsamen Satz enthält: „AtinrxionSpläne haben fie nie gehabt. Die Gebiete, die sie, dank dem Heldenmut ihrer tapferen Söhne, besetzen konnten,«olle» fie nicht bchajte»." Diese Erklärung klingt glücklicherweise ganz anders als so manche Aenßerungen von Zeitungen Deutschlands und Oesterreich-UngarnS, die sich auf„Beziehungen" zu«einfluß- reichen" Seiten" zugute zu tun lieben. Daß man sie in einem holländischen Blatt zweiten Ranges suchen muß— obendrein einem, dessen Publikum konfessionell begrenzt ist— kann allerdings bedauert werden. Vielleicht wäre solchen Aenßerungen, an anderer Stelle vorgebracht, im Sinne der Friedensbestrebungen der Zcntralmächte mehr Wirkung beschi�den._ Der Krieg auf öen Meeren. Der Schrecken öes U-Soot-Krieges. Lord Robert Cecil, der englische Kolonialminister, hat sich beeilt, dem Londoner Berichterstatter der„Associated Preß" in einer Erläuterung darzutun, daß die neuen engli- scheu Blockademaßregeln getroffen wurden, iveil England „darum besorgt sei, die Wünsche der Neutralen hierin lvie in allen anderen Tingen zu erfüllen." Bei Gelegenheit dieser Leistung, die aus dem Rcinecke Fuchs kopiert sein könnte. sagte Lord Cecil über den U> Boot- Krieg: „Die deutsche Piratenerklärung ist tatsäcklich kein Bluff, dafür ist sie viel zu mörderisch. Aber ihr Schrecke» liegt nicht irgendwie in einer allgemeinen Zerstörung, da die wirkliche Zahl der versenkten Schiffe einen sehr kleinen Bruchteil der Schiffe beträgt, die unbeschädigt durchkommen. sondern gerade in der Unsicherheit ihrer verrnzelten Schläge." Denn diese Unsicherheit— das will Lord Cecil sagen— schreckt die Schiffe ab. die Fahrt nach England zu wagen. „Die englischen Verluste find ernst*. London, 21. Februar. Bei Vorlegung des Marine-Etats sprach C o r s o n eingehend über die Unterseeboot-Trohung. Die Bedrohung- sei ernst und es gebe kein einzelnes Wunder- mittel dagegen. Er vertraue aber darauf, daß durch den AuSftau der jetzt erdachten Mittel ihr Ernst allmählich gemildert werden würde. Die e n g l i s ch c n V c r l u st e seien e r n st, aber sie entsprächen rnchl der übertriebenen Prahlerei der deutschen Berichte über sie. Während der ersten 1b Tage im Februar seien 131 eng- lische, alliierte und nrutrale Schisse aller Art versenkt worden. Aber während dieses Zeitraumes seien 6972 Schiffe in engli- s ch e n' H ä s c n angekommen und 5873 hätten s i« ver- I a s s c n. Die Politik des Schweigens über die Vernichtung'eind- sicher U-Beotc sei die Politik, die der deutschen Admiralität am wenigsten lieb sei. Ein weiterer Grund gegen die Bekanntgabe von Zahlen über die feindlichen Verluste sei die Schwierigkeit, mit Sicherheit die Vernichtung eines U-Boates festzustellen. Carso» sagte, er habe Berichte vvn 40 Kämpfen mit U-Booten seit An- fang Februar erhallen. 40 Mal in 18 Tagen mit dem Feind handgemein geworden zu sein, sei eine große Leistung. Carsou crlvähntc die Gefangennahme eines U-Boote» durch einen englischen Zerstörer als einen der feststehenden Fälle. Earson bat die Nation, der Flotte durch Einfchräu- kung der Einfuhr z u h e l s e n, und erklärte, er vertraue dar- auf, daß die Bedrohung gelöst werden würde. Earson machte in seiner Rede auch Angaben über die Lei- stungcn der englischen Flotte. Er meinte: Ich glaube nicht, daß das Publikum sich klar macht, was für Susgabra der Flotte gestellt wurden, che der Krieg sich weiter ausdehnte. Die Admirasi. tat unterstützt weitgehend die Expedition in Mesopotamien. Salonilf und Aegypten und muß die Meere frei halten. Im ganzen hat das Land weniger unter Entbehrungen gelitten als irgendein ande- rer Kriegführender.»Um zu zeigen, was von der Flotte geleistet worden ist, erwähne ich, daß die Gesamtzahl der über See beförder. ten Personen bis zum 20. Oktober 6 Millionen betragen hat. Bis zum 30. Oktober haben wir über neun Millionen Tonnen Spreng- stoffe befördert und über eine Million Kranke und Verwundete. Wir haben auf hoher See oder im Hafen während der letzten Jahre 15 150 Schiffe untersucht. Allein im letzten Januar haben wir m britischen Häfen 1764 Schiffe untersucht. Während der letzten zwei Monate ist die Zahl der bcwaffveten Sandels schiffe um 47,v Proz. vermehrt worden. DaS hat eine riesige Menge Arbeit bedingt. Tie Bewaffnung der Handelsschiffe schreitet jede Woche immer besser fort. Der Bruchteil bewaffneter Handelsschiff«, die nach einem Angriff fliehen konnten, beträgt 7v Proz., der der unbewaffneten Handelsschiffe 24 Proz. » Tie LebenSmittellaqe Englands. Stockholm, 21. Februar.(W. T. B.) Nach cmS England stammenden Mitteilungen hat die Verschärfung des deutschen U-Boot-Kriege» in er st er Linie in London tiefen Ein- druck gemacht, besonders.deshalb, weil England nur für etwas über einen Monat LebcnSmittelvorräte habe. Amsterdam, 22. Februar. Dtzr Marktbericht des Londoner Covent Garden-Marktcs, des Zentralmarktes Grotzbri- tanniens für den Verkauf von Gemüse und Früchten aus allen Ländern der Welt, zeigt, daß seit Beginn de» verschärften deutschen U-Boot-KriegeS die Zufuhr von Uebersee-Gemüse und Ucbersec- Früchten mit jedem Tage des Krieges in immer größerer Steige- rung geringer wurde, seit dem 10. Februar aber ganz aufgehört.hat. Die einzige. Ausnahme davon machen Bananen, die noch getroffen sind. Ter Marktbericht warnt jedoch vor dem Ankauf dieser letzten Schiffsladung von Bgnanen, die noch von den Kana- wischen Inseln eingegangen war. weil die ganze Ladung erfroren ankam und deshalb für den Genuß unbrauchbar sei. Für Aepsel werden fabelhafte Preise gezahlt. Auch Apfelsinen kämen nicht mehr an. » versenkt. Amherdam, 22. Februar. Der holländische Dampfer Driebergen ist versenkt worden. Paris. Liste versenkter Sckiffe vom 21. Februar. 7 Uhr abends: Am 19. Febiuar: Der englische Dampfer Corso ex Eara- d o c, 3242 Br.-Reg.-To. Fischerfahrzcug 089 cu» Boulongne, Fischerfahrzeng 2979 auS B o u l o n g n c. Am 20. Februar: Der norwegische Segler Falls o f A f t o n. 1965 Br.-Reg.-To. Am 21. Februar: Der norwegische Dampfer D u kat. 1452 Br.-Reg.-To. . London, 22. Februar. Lloyds meldet, daß die englischen Dampfer Corso und R o s a l i e versenkt wurden. Schiffsraumnot und U-Doot-Krieg. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Krise bc- sprechen mehrere französische Blätter die Folgen des U-Boot- Krieges. Die„Humanitö" führt aus. die hauptsächlichste ll r- fache der gegenwärtigen K o h l e n k r i s e sei die Wieder- aufnähme des U-Boot-Krieges. Ter Schiffsraum der- lu st habe zwei ernste Folge». Erstens vollkommene Störung und schwere Schädigung der Schiffahrt, zweitens Steigen der Frachtraten und Versicherungsprämien, durch welche indirekt wieder eine Lähmung der Schiffahrt verursacht ivcrde. Der parlamentarische Mitarbeiter der„Daily News" schreibt: ES mache der Regierung viel Kopfzcr- brechen, zu erdenken, welche Güter von einer gewissen Bedeutung von der Einfuhr ausgeschlossen werden könnten, um Schiffsraum zu gewinnen. Es ist in dieser Richtung mehr geschehen als ursprünglich beabsichtigt war. Lloyd George will am Donnerstag über diese Frage eine Erklärung abgeben. Es wird beabsichtigt. die Einfuhr von Papier und Holzstoffen noch weiter zu beschränken, nachdem sie schon auf die Hälfte gebracht wurde. Es sind auch Unterhandlungen mit Frankreich im Gange, um es zu veranlassen, die Ausfuhr nach Eng- land zn verhindern.__ Die englischen Bemühungen um Süüpersten. » London, 21. Februar. Lord C u r z o n sprach im Ober- hause über einen Marsch britischer Streitkräfte unter Sir Perct) Sykes nach I s p a h a n und Teheran. Er sagte: Der B o r m a r s cd habe dazu geführt, daß in den weilen Gr- bieten Ordnung geschaffen worden sei. In Teheran sei die Existenz einer den alliierten Mäcblen freundlich gesimiteii Regierung gesickerr worden. Rußland und Großbritannien häiten die persiübe Regierung beständig finanziell unterstützt. ES sei die Abstckt von Sir Percy Sylo». eine südper fische militärische Gendarmerie mitbritischen Offizieren, die in Indien ausgebildet wuldci,. zu organisieren und sie schließlich auf 11000 Mann zu bringen. Sykes verfüge momentan über ungefähr 5000 Mann und eine auL etwa 800 indischen Soldaten bestehende militärische Es« »r 5B-i9i7 Unterhaltungsblatt ües Vorwärts Mas, 28. MM«. Die Motoren öer Unterseeboote. Es ist schon so oft die svrage erörtert worden, warum in diesem Kriege gerade die deutschen Unterseeboote so Au�erordenllickies leisten, während man don den feindlichen nicht viel hört, während cS vor dem Kriege gerade umgekehrt war.-Frankreich und England viel Geld und Mühe auf die Ausbildung ihrer U-Waffe verwendeten und von den deutschen im großen Ganzen nicht viel die Rede war. Bielsach ist als Ursache der hervorragende Geist bezeichnet worden, der unsere wackeren U-Bootbesatzungen beseelt, vielfach auch ganz allgemein unsere größere technische Leistungsfähigkeit. Aber die Haupt- und Grundursache ist meistens übersehen worden; denn an dem Geist deS Schneids und der Angriffslust fehlt es wahrlich den englischen Seelenten nicht, und in den Kreisen der Fach- leute, nämlich unserer Marine, spricht man nur mit größter Hochachtung von dielen Gegnern Auch kann mau sie nicht in dem Sinne als technisch rückständig bezeichnen, wie dies vielfach an- genommen wird; Wohl versieht sich der englische Industrielle nicht leicht zur Verwendung neuzeitlicher arbeiiersparender Maschinen und Verfahren, aber das hat auf die Admiralität doch gar keinen Einfluß. Jedenfalls besitzt der Engländer ein tüchtiges Maß gesunden Menschenverstandes und weiß mit seiner Maschinerie vortrefflich um-- zugehen und das letzte herauszuholen. ES muß den Engländern ol!o eiwaS anderes fehlen, etwas, daS durch keinen Geist des Schneids, durch keine seemännische Tüchtigkeit ersetzt werden kann. lind dieses Sing, deffen Mangel die Leistungsfähigkeit der englischen U-Boote so tief unter die der deutschen herabdrückt, ist einzig und allem der Motor, und zwar der für die Ueberwafferfahrt bestimmte Lelmotor. Durch seine vortrefflichen Leistungen können unsere Boote Wochen- und auch monatelang draußen bleiben(die bisherige Höchstleistung ist nach einer Bekanntmachung des Admiral» fiabes bekanntlich 65 Tage, also fast zwei Monate); durch ihn können sie sene weiten Reisen unternehmen, die II 53 bis an die ostamerikanische Küste geführt haben, durch ihn endlich erreichen sie die hohe Ueberwast'crgeschwindigkeit. die eS ermöglicht, auch schnelle HanvelSdampfer zu verfolgen und so die hohen Beutezahlen deS heuligen KreuzerkricgeS zu erzielen. Tis Frage des MoiorS war die eigentliche Unterseebootsfrage, mit ihr stand und fiel die ganze Waffe als ein kriegSbrauchbares Gerät. Lange Jahre hindurch war man für den Betrieb der Unter-- sccboote auf die allbekannten Motorenbanartcu für Gasolin, Benzin iin£t Petroleum angewiesen, die genau so arbeiteten wie die in den Ländbetrieben verwendeten Motoren, wie die der Kraftwagen und Flugzeuge. Diese Motoren nennt der Techniker mit dem Cammel- r.ame»„Bcrpuffungsmoioren". Der Arbeitsvorgang ist folgender: in dem genau ausgebohrten Zylinder geht ein Kolben auf und nieder, beim Niedergang saugt er ein Gemisch auS dem vergasten Brennstoff und zugesetzter Lust an, beim Ausgang drückt er dies Gemisch zusammen, da eZ nicht auS dem Zylinder cnt- weichen kann. Im Augenblick, wo die Zusammendrückung ihren böchste» Grad erreicht, wo also der Kolben seine höchste Stellung inne bat, springt an einer im Zylinder angebrachten Zündkerze ein elektrischer Funke über, daS Gemisch entzündet sich und verbrennt unter Explosionserscheinung, der Kolben wird mit Gewalt nach unten geschleudert und leistet aus dem Wege Arbeit, treibt also den Wagen oder daS Flugzeug. Wenn er wieder nach oben geht, drückt er das verbrannte Gemisch ans dem Zylinder hinaus, da sich zur rechten Zeil ein AuSpuffventil geöffnet hat. das den BerbrennungSgäsen den Weg frei gibt. Dann kann wieder frisches Gemisch angesaugt tocrden, das Spiel beginnt von neuem. Da zu solchem Arbeitsspiel m.iner vier Kolbenhübe gehören, nennt man das Verfahren auch Bierlaktarbeitsverfahren. Nun hatte zu Beginn der neunziger Jahre deS vorigen Jahrhunderts der deutsche Ingenieur Otto Diesel den Einsall, einen Motor zu bauen, der den Grcuzfall der Ausnutzung der Wärme des Brennstoffes verwirlliche und zu dem Zweck nach dem sog. Carnot« schen Kreisprozeß arbeite. Dabei wird eben der Brennstoff derartig ausgenützt, daß auch nichts von seinem Wärnieinhalt verloren geht, so daß ein solcher Motor so sparsam arbeiten müßte, wie leine andere Maschine auch nur entfernt; denn unsere besten Dampf- maschinell nützen von dem Wärmeinhalt der Kahla noch nicht 16 Prozent aus, selbst die viel sparsamer arbeitenden Gasmotoren nur etwa 20 bis 25 Prozent. Dieiel sagte sich nun ganz richtig. daß er, um daS zu erreichen, die Därme im Zylinder so hoch ueiben müsse, wie irgend möglich; denn der Grad der Ausnutzung steigt theoretisch und praktisch entsprechend der Anfangs- wärme. Eine höhere Anfangswärme ist aber leicht zu erzielen; man brauckt nur das GaS-Lnftgemisch stärker zusammen zu drücken. DaS findet freilich seine Grenze; denn einmal wird das brennbare Gemisch beim Zusammendrücken so heiß, daß eS sich von selbst ent- zündet. Bis an diese Grenze ging ober Diesel, er wandte einfach o5J Der polheimeister. Gin russischer Polizeiroman von Gabryrla Zapolsko. XIII. AhS im Innern der Jugend vorgeht.— Kazjo und Klchki.— KlihkiS Vision.— Der Geist, der im ganzen Lande herrscht.— Die Bestie im Menschen.— Rosa Montag.— Ew Slaudal im Hotel. „Sie halten mich also wirklich nicht für einen exaltierten, unreifen Jungen, der, mit unverdauten, fremden Gedanken vollgepfropft, blindlings dahinstürmt?" „Ich versichere Ihnen, nicht im geringsten. Seitdem ich Sic keimen gelernt, habe ich meine Ansicht über euch junge Leute in Ruffisch-Polen geändert." Kazjo nickte traurig mit dem Kopf. „Man beurteilt uns leider falsch, indem man uns zu den Leuten zählt, die viel Lärm machen und wenig handeln. Wir hüten uns vor allem vor dem Chauvinismus, der blind macht und die Kraft raubt." Klitzki blickte den jungen Mann mit sympathischem Gc- ' fühl an. Sie saßen in ÄlitzkiL Hotelzimmer und tranken Tee. Trotz des verschlossenen Wesens, das der junge Mensch im Hayse des Vaters zur Schau trug, schenkte er dem jungen Künstler sein ganzes Vertrauen. Er vermied es, sich mit dem Vater in Diskussionen einzulassen, weil es ihm schien, daß Horski gutwillig den Nacken gebeugt hatte und sich nicht mehr dazu aufraffen wollte, einen Kampf gegen Tagejew zu unter- nehmen. Das matte Lampenlicht erleuchtete die Köpfe der beiden jungen Leute, die ihre Gedanken miteinander austauschten. Kazjos bleiches Antlitz mit den großen, tiefliegenden Augen ließen ihn fast wie eine Gestalt aus dem Jenseits erscheinen, Klitzki stellte dagegen einen ganz materiellen Typus vor, von dem aber eine große Güte ausstrahltc. Er selbst hatte in seiner Jugend keine Ahnung von jenen Kämpfen, die Kazjos Leben bewegten. Nach Beendigung der Schule hatte er seine Malstunden begonnen, die auf ein prak- tisches Ziel gerichtet waren und ihn ganz in Anspruch nahmen. Seine Schulzeit und die Münchener Studienjahre erschienen ihm jetzt farblos, nachdem er einen Einblick in Kazjos schwere Scelentämpfe getan hatte. .Ich habe niemals solche Stunden durchgemacht, wie die stärkste Zusammendrückung an. die sich cbeu noch erzielen ließ. Aber einen weiteren Ivesentlichen Unterschied gegenüber den älteren Motoren sühne er noch ein. Bei diesen wurde immer das Gas- Luftgemit'ch zusammengedrückt. Diesel dagegen ließ nur die Luft allein zusammendrücken und in, Augenblick, wo die Zusammen- drückung den höchsten Grad erreicht hätte, spritzte er den Brennstoff ein. Dadurch verbrannte dieser nicht explostouSartig, sondern langsam wie bei einer gewöhnlichen Verbrennung, sodaß die Bauteile der Maschine nicht so übermäßig beaniprucht wurden. Ferner brauchte er den Brennstoff nicht erst zu vergasen, sondern es genügte, ihn sein zu zerstäuben und so einzuspritzen. Im Gegen- iatz zu den VcrpuffungSmotoren hieß diese Maschine Gleichdruck- Maschine, weil eben der höchste Druck eine ganze Weile anhielt. Diese Maschine, meist kurz als Dieselmotor oder Oelmaschine be- zeichnet, bietet nun eine Ausnutzung des Brennstoffes dar. wie sie auch die besten älteren Maschinen noch lange nicht erreichten. Und daneben bot fie noch eine große Anzahl technischer Vorteile, die sie kn bielsacher Hinsicht geradezu als eine Jdealmaichine erscheinen ließen. So lonnte man, da eine Vergasung des Brennstoffs sticht in Frage kam, die dickflüssigsten und ganz schwer flüchtigen Teeröle und deral. hineingeben und mit diesen meist sehr billigen Brennstoffen einen cinwandfteien Motorbetrieb aufrechterhalten. Kein Wunder, daß die Schiffsiugenieure mit aller Kraft danach strebten, diese vorzügliche Maschine auch für ihre Zwecke, insbesondere für Unterseeboote zu verwenden. Die große Sparsamkeit deS Arbeitens war ihnen in erster Linie wichtig. Je weniger Brennstoff der Motor verbraucht, um so weiter kann imt gleichem Brennstoffvorrat das Boot fahren. Die Fähigkeit, schwei flüchtige Oele zu der- arbeiten, machte ihnen den Motor deshalb angenehm, weil bei Verwen- dung solcher Oele eine Explosion imBoote, wie sie bei Gasolin und Benzin schon öfters vorgekommen war, ausgeschlossen erscheinen mußte. Und endlich die Fähigleit des Dieselmotors, auf kleinem Raum eine sehr große Kraft zu erzeugen erweckte die Aussicht, die Geschwin- digkeit der Boote ganz wesentlich zu steigern. Dem stand nur ein schweres Hindernis entgegen, Der Dieselmotor war nicht umsteuer- bar. er konnte nur in einer Richtung umlaufen, während ein Schiff unbedingt eine umsteuerbare Maschine braucht, da z. B. beim An- legen an der Mole und ebenso beim Ablege» die Maschine fortwährend umgesteuert werden muß. um das Schiff genau an die gewünschte Stelle zu bringen und Zusammenstöße mit der Mole zu vermeiden. Rkit der Zeit aber gelang eS den deutschen Ingenieuren, den Dieselmotor auch umsteuerbar zu machen, und damit war er U-Bootsreif. Seitdem ist er zuerst in der deutschen Marine, dann in ollen anderen Marinen„der" U-Bootsmotor geworden, und hat in der Folge die Leistungsfähigkeit der N-Boote auf ihren jetzigen hohen Stand gebracht. Dabei find aber wir Deutschen ganz erheb- lich im Vorteil; denn außerhalb Deutschlands gibt eS leine Maschinenfabrik, die für die heutigen großen ll-Boote einen kriegsbrauchbaren Motor zn bauen vermöchte. öerUner Theater:„die tolle Komteß*. ES ist das Autoren-Trifolimn vom letztenmal: die beiden Rudolf Bernauer-Schanzer(Text) und Walter Kollo(Musil). Aber diesmal gibt eS, dünkt mich, einen reinen, erfrischenden Treiklang, selbst für den Fall, daß der Schwank, nach seinem Titel zu schließen, auf einein anderen Acker gewachsen sein sollte. Eine vorzügliche schwankhafte Handlung mit logischer, wenn auch ver- teufelt kecker Aufrollung. straff dreiaktig gegliedert, voller komischer Situationen und Gegenspiele, verblüffender ungeabntcr Ueber- raschungen, mit trefflichem Dialoggeplänkel, dabei sorgfältig gebauten Versen und, waS das beste, kurzweilig durchweg— was will man mehr' Aber auch Kollo. der musikalische Illustrator, spendet« u!e» mals reichlicher und besseres. Mit einer stattlichen Reihe von meto- diöscn Gesängen im getragenen und scherzhaften Stil, mit charakle- ristisch hingesetzten und eigen instrumentierten Duetten, TrioS, herzhaft komischen Situationen und gleichfalls straff entwickelten Ensemblesätzen und Aktschlüssen wartet er diesmal auf. Und weil alle Mitwirkenden mit wirksamsten Rollen und Röll- chen bedacht sind, so kommt ein Gesamtergebnis zustande, bei dem. wenn wir denn schon trotz der blutigernsten Zeit ein gerüttelt Maß Spaßhaftigkeit gelten lassen, auch daS Pnbliknm seine Rechnung findet.___ ek. I wie alt weröen öle Slätter! Vom Tannenbaum rühmt uns« Kindergesang, daß feine Bläter so schön seien, weil sie nicht nur zur Sommers-, sondern auch zur Winterszeit grünen. Ob sich schon jemand den Kopf zer- brachen hat über das Alter dieser Blätter?— Von den Laub bäumen weiß man, daß ihre Blätter kurzlebig sind. Sie durchleben höchstens eine„Vegetationsperiode und erreichen oft nur ein Alter von zwei bis vier Monaten. Anders die„Blätter" unserer Nadelbaums. In dem„Zcntralblatt für das gesamte Forstwesen" macht Dr. E. Zederbauer fesselnde Mitteilungen über die Lebensdauer der Radeln. Man wird erstaunt sein, zu hören, daß ihr Lebens- alter zwischen 1 Vi und 14 Jahren schwankt. Die Lebensdauer der Nadeln ist von äußeren Verhältnissen abhängig. Ein unterdrückter oder stark beschatteter Baum behält seine Nadeln nicht so lange wie ein freistchender. Die klimarischeir Verhältnisse bedingen eine Verschiedenheit. Fichten behalten im Gebirge ihre Nadeln länger wie in der Ebene. Besonders wert- voll ist die Zusammenstellung, die die mittlere Lebensdauer der Radeln einiger Holzarten in verschiedenen �eehöhen zeigt. Die Lebensdauer der Nadeln nimmt mit der Seehöhe zu, das heißt, ein Baum derselben Art in einem Gebiet mit nur kurzer Vegetations- dauer behält seine Nadeln länger als ein anderer, der unter günstigeren klimatischen Verhältnissen wächst. Man darf in dieser Verlängerung der Lebensdauer der Nadeln bei Verkürzung der Vcaetationsdaucr nichi nur eine Anpassung an das Klima, sondern auch eine sehr zweckmäßige Einrichtung erblicken, die es gestattet, die Sonnenstrahlen in der kurzen Vegctatiouszeit aufs beste auszunutzen. Die Versuche wurden in der K. K. Forstlichen Versuchsanstalt Mariabrunn ausgeführt. Die Fichte zeigte in Mariabrunn bei einer Scehöhe von 230 Metern eine Lebensdauer der Nadeln von nur 4 bis 6 Jahrein Am Puchberg bei 500 Metern lebten die Nadeln schon 7 bis 8 Jahre, am Schneeberg in Niede rosterreich iu Höhe von 1400 Metern 9 Jahre und in Höhe von 1750 Metern 10 bis 13 Jahre. Eine Kiefer behielt in Mariabrmm ihre Nadeln purch 4 bis 5 Jahre, in der Höhe von 1750 Metern 8 bis 11 Jahre. Die Lebensdauer der Nadeln geographischer Rassen, wie der Weiß- führe, ist erblich. Die jeder einzelnen Art eigentümliche Lebensdauer der Blätter ist individuell verschieden. Aeutzcre Verhältnisse wirken auf sie verlängernd oder verkürzend ein. Außer durch Einfluß des Klimas kann die Lebensdauer der Nadeln natürlich auch durch andere Umstände verändert werden. und zwar verkürzt durch den Einfluß von Schädigungen, also etwa durch Kohlenruß oder durch Pilze. Und an einer armen Großstadt- sichte leben die Nadeln nur 2 bis 3 Jahre, während sie am Atter- gau in Oberösterreich durchschnittlich 8 bis 9 Jahre erreichen. linier den Nadelbäumen bildet die Lärche noch eine beachtenswerte Ausnahme. Sie wirft alljährlich im Herbst ihre Nadeln ab, aber in der Jugend, etwa bis zum vierten Lebensjahr, überwintern ihre Nadeln, und ztoar besonders in den letzten Triebenden. Auch diese Eigenschaft wird als eine Vererbung von den immergrünen Vor-- fahren der Lärche her, als die man vielleicht auch die Zeder ansehen darf, gedeutet. Notize«. — Theaterchronik. Die Kleinen Hauskomödien veranstalten am nächsten Sonnabend und Sonntag, abends 7>7 Uhr, ihre letzten Aufführungen am Nollendorfplatz(BüloVstr. 104. Da» Charlottenburger Schiller-Theater bereitet die Uraut- führung eines in Rumänien spielenden satirischen Lustspiels „K a m m e r w a h l" von Mite Kremnitz und Hermann Kicnzl vor. In der Neuen Deutschen Bühne gehen Sonnabend, nachmittag SH Uhr, im Theater des Westens neu einstudiert„Die Geschwister" von Goethe und„Der zerbrochene Krug" mit Leopold Thurver als Dorfrichter Adam in Szene. — Das Deutsche Theater wird im April ein Gesamt- gestspiel im Bukarester Natwnaltheater veranstalten. — Im Apollotheater gübt am 1. April Franz �Steiner die Leitung auf; sein Nachfolger wird James Klein, der früher da» Walballatheater leitete.» — Da» Kaiser-Friedrich-Mnseum bat als Leih. gäbe ein brillantes FraucnbildniL des spanischen Mal«? Goya erhallen.(SS ist im spanischen Saale aufgehängt. — Vorlesungen. Ueber soziale Versicherung und militärische Versorgung hält Amtsrichter Dr. W. Brandis eine fünf Freitagabende umfassende Vortragsreihe an der Humboldt-Akademie-Freie Hochschule, George nstr. 30/31, Beginn? Freitag, den 23. Februar. — Colmars Kun st schätze in Sicherheit. Mit banger Sorge hat mancher Kunstfreund in diesen Jahren an zwei der köstlichsten deutschen Kunstwerke gedacht, die in Colmars Mauern sich befinden: an das ergreifendste und erhabenste Mysterium unserer Malerei, Grunewalds Jsenheimer Altar, und an. Martin SchengauerS malerisches Juwel, die Madonna im Rosenhag. Beide Werke sind, wie die„Köln. Ztg." meldet, aus dem Bereich französi- scher Flieger noch München in sichere Hut geführt._ dieser junge Mann," dachte er, nachdem Kazjo fortgegangen war. Er trat ans Fenster. Gestern noch schien ihm diese Stadt nur ein Räubernest, ein Eldorado für Spitzbuben, heute sah er in ihr ein»ochr- loses Opfer, das den, Raub lvilder Tiere preisgegeben war. Das Schulsystem, das Polizeisystcm, die ganzen Lebens- Verhältnisse griffen wie die Glieder einer Kette ineinander. Uebcrall bemühte man sich, nur zu nehmen und nichts zu geben., Und überall zitterte jene Angst vor dem freien Gedanken. Eine Wehmut bcschlich Klitzki, ein Mitleid mit der bedrückten Heimat, das sich neben seiner Liebe für Janka in fein Herz eingrub. Er preßte bie Stirn gegen die Scheibe und starrte in das tiefe Dimkcl hinaus, als müsse die traurige Vision des Geistes, die das ganze Land beherrschte, auS der lautlosen, düsteren Stille cmporstetgen. Plötzlich ließen sich Schritte auf dem Korridor ver- nehmen. Jemand ging über den großen Teppich und näherte sich der Tür, die nach dem Zimmer der Rosa Montag führte. Sie schien schon zu schlafen, denn in ihrem Zimmer war es ganz still. Tagejelv— er lvar eS nämlich— klopfte leicht an die Tür. Er sah frisch gewaschen aus und hatte den Paß in der Tasche. Als ihm nicht geöffnet wurde, drückte er auf die Türklinke und wunderte sich, die Tür geschloffen zu finden. Auf deni Korridor glomm ein kleines Lämpchen. Man sah in der Ecke einen Tisch, auf dem �allerlei Stiefel und ein Samovar standeu. Der Zeiger der Standuhr auf dem Kor- ridor zeigte halb eins. Tagejew klopfte noch einmal. Klitzki hörte, daß Rosa erwacht war und mit verschlafener Stimme fragte: „Wer ist da?" „Ein Telegramm I' lautete die listige Antwort. Rosa sprang aus dem Bett und öffnete, mit den Zähnen vor Kälte klappernd, die Tür. „Geben Sie das Telegramm!" sagte sie, indem sie ihren entblößten Arm vorstreckte. Aber Tagcjetv drängte sich ins ZiinMer. „Guten Abend, Rosa!" Die Sängerin schrie leicht auf. „Sie sind eS?" Man hörte, wie sie zum Bette eilte und sich in den Kissen versteckte. „Ja, ich bims! Sie haben mich doch erwartet?" „Ich?! Sie lügen!" „Nein, Sic lügen jetzt. Aber wozu diese Ziereret? DaS ist nicht hübsch. Ich bringe Ihnen den Reisepaß." Rosa faltete die Hände. „Liebster, gütiger Herr, geben Sic mir den Paß und lassen Sic mich reisen." Tagejelv ging mit großen Schritten auf das Bett zu. „Sic sollen ihn haben, aber erst müssen Sie mir einen Kuß geben." Er war jetzt, als er schön tun wollte, viel furchtbarer als in den Augenblicken, da er vor Wut raste. Rosa drückte sich instinktiv an die Wand und wickelte die unsaubere Steppdecke um ihren mageren Körper. „Lassen Sie mich frei!" wiederholte sie mit flehender Stimme. Klitzki fühlte tiefes Mitleid. Er ahnte, daß Tagejew brutal werden würde. „Also genug mit diesen Zicrercien," brummte Tagejew mit heiserer, aber leicht zitternder Stimme. Der Widerstand erregte anscheinend seine Sinne. „Erweisen Sie mir Ihre Gunst... ich bin nämlich nicht umsonst hergekommen." Er bückte sich und umfaßte Rosa mit den Händen. Sie spannte ihren ganzen Körper und wollte aufschreien, aber schon drückte Tagejew seine Lippen auf ihren Mund. Sie streckte die Hand aus, traf zufällig auf den Knopf der elektrischen Klingel und drückte aus aller Kraft darauf. Ein schriller Klang ertönte im Korridor. Tagejew gab Rosa frei und sprang zurück. „Bist du toll geworden?" schrie er. Aber Rosa wurde von einem Weinkrampf befallen. Die vielen Tage, die sie hungernd und frierend in un- ruhiger Erwartung verbracht hatte, hatten sie mürbe gemacht und ihr alle Beherrschungslraft geraubt. Noch immer drückte sie den Finger auf die Klingel, deren schrilles Tönen, ver- Kunden mit ihrem Schrei, daS Hotel mit furchtbarem Lärm erfüllte. Dieser Lärm weckte in Tagejew das Tier. Er stürzte auf Rosa zu, deren Schrei seine Sinne noch mehr aufpeitschte, und packte sie bei der Hand, mit der sie aus die Klingel drückte."(Forts, folgt.) Direfcfion Max 17 ainiardt; Deutsches Theater. 7 Uhr: Othello. Rammerspiele. Vi, Uhr: Das Konzert. YolksbDtine, KÄ Vl,\Jix: Kabale and Diebe Theater i. d. Königgrätzerstr. VI, Uhr: Pnal Dange and Tora Parsberg. Komödienhaus VI, Uhr: Die verlorene Tochter. Berliner Theater T'/j Uhr; Die tolle KomteB. Sesskäg-The�ter. Direktion- Victor Barnowsfcy.| 7 uhr: Baumeister Soineß. Sonnabend: Die beiden Klingebers. Deutsch. Künstter-Tbeater. Allabendlich Tj, Uhr: Der Relisebcgleiter. Viktoria-Theater (Sanssouci) Kottbnser Str. 6. Telephon: Moritzpl. IIS lt. Hochbohn-Halteetolle: Kottbnser Tor. URANIA Ta4804n«tr i Uhr(halbe Preise): Im U-Boot gegen den Feind, 8 Uhr: Der Balkanzug und die befreite Donau, Theater für Freitag, 23. Februar. Oentscbes Opernhaus, Cbarlottcnb. 7 uhr: Jugend. Fiiedrich-W ilbclmstidt. Theater. 7-/.U.; Das Dreimddorihaos. «cbr. Herrnfeld-Theater 7,/4U.; Der Stola der Familie Kleines Theater tv, c.:iier Raab ilerSaliiDeriiiiieii. Komische Oper u/, u.: Der Puszta-Kavaller. Sonntag 3'/« Uhr: Heimat. Metropol-Theater 10 Min, Die Csardastürstin, Sonntag',',3 Uhr: Die Kaiserin. Neues Operettenhaus Schiflbd.4o. Kassentel.: Kord. 381. n u.: Der Soldat der Marie. Lustspielhaus 7v, uu Die schöne Kubanerin. Residenz-Theater £;Die Warschauer Zitadelle. Schlller-Thrater O. 7v,u.: Das Älter. »chiller-Th.Charlottenbg. Tv.uhr: Will und Wiebke. Thalia-Theater. 7-/.u.- Das VagabuRdenmädel. Theater am\ oUeniäorfpl. Z7ühlfe' Die Gulaschkanone. Theater de» Westens 7>/, u.; Die Fahrt ins Glück mit Gnido Thiolscher. Trlanon-Thcatcr vi, u.. Willis Hochzeitstag. ti M Clrcua M ® tisch Koloss. Erfolg u. volle Hfiasef erzielt die neue Ria»en-PracHt-Wa$ier-Pantomlme Sie versunkene Stadt. Besonders beachtenswert: Oer 8turzwa*m(all. Menaohen und Tiere 20 Min. unter Wasser. Trocknen Fußet entsteigen die* selben dem nassen Element. Das NUonballttt im wallen- bewegtan Wasser der Arena. Vorh. das gr. Zirkusprogramm. Billetts Im Vorverk. entnehmen I AN-potNOoam* Anfang V,S Uhr. Neues Februarprogramm. Dazu Neptun auf Reisen. Ausstattungsposse i. 8 Bildern Starmlsohe Heiterkeit! Praohtv. KostBme u. Dekorationen. Rose'Theater. VI, llhr: Der fidele Bauer. >VaIha!!a-Theat?r. VI, Ubr: Das Glücksmädel. Relcbsballen-Theater. Stettiner Sänger. Cabaret Feldgrau" Anfang 7'/, Uhr. Sonntag naohmltL S Uhr: Vorstellung zn ermäß. Preisen! leaes Programm Zirkus A. Sciiumann Der Zirkus ist gut geheizt. Heute u. täglich nbds. 7 Vi Uhr (Einlaß 7 Uhr): Oes große glänzende Zirkusprogramm und die großartig inszenierte Ausst.-Pantomime Die Seeräuber m. d. prächt. u. märchenhaften Prankfest. Jed. Konntag 2 gr, Vorotollungan. 3 Uhr u. TL Uhr. Nachmittags 1 Kind frei. Billotts ab Freitag an der Zirkuskasso zu haben. 40 Ralioflal-TbeaierltrÄ Stürmischer Erfolg! Ktudeutenliebcheu. Ov-rcltetnßAtl Anweisung aut 1—4 Bai tctt'Seffel 1,—) ör4ffter«5tVrIE50P Mul.v. Stomme. Billette: Wochentag». .. Mittwochs. Sonnabends, ii"«r Vorverkauf: Hagonbock- k.isse. Kottbnser Straße 6, und Wertheim Spezial-Jlrzt Dr. med. Baeehe, Frlsdtlclistr. 90 ÄS« Bebantt. von Syphilis. Haut-, Hnrn-.Franenleld.,fpcj.(hvon. Fälle.(ibrtich-Hata.Kuren, Ichmecz. lose, lürzeite Behandlung ohne Be< rujsstörung. Blutuntersuchung. Mäg. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10—1 und S— 8, Sonnt. 11—1. SpeziaUrzt IDr. med. Colemann für Haut-, Harn-, Frauenleiden. nerv. Schwäche. Beinkranke. 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I» Btali Hans Wassmann und Llllebil Christensen in fillebilsKocbzeltsreise Aogypt, Burleske in 7 Bildern. Musik von Blzet. Inszenierung v. Max Reinhardt Außerdem das gr. Februar- Varietä-Progr. Casino- Theater Lothringer Str. 37. TZglich 7V, Uhr. Trotz de» arohen Erjolge» nur noch lur»e Zelt UwaikeNsSsrUnsr Vorher Vi, Ubr bunter Teil. Anlang de» Stücke» SV, Uhr. Sonntag 4 Ubr: Die Sache klappt, Possen- Thealer. Tlglloh VI, Ubr: Der fliegende Holländer. Der alte Wölfl. TägL 7',.. Sonnt 3'/, u. 7V, Der effektvolle Telefoneoherz; „Hallo, wer dort?" Dazu: BerL Typen m. K.Steidl und Anna Müll&r-Lincke u. d. neae Pebr.-Progr. V olgt-Theater. Badstr SS. Badstr. SS. Täglich abend» 7V, Uhr: In Leid und Freud. Sonriaq, den 25. Februar: Nachm. 3: In Leid und äfrettd. Abend» 7: D. Sohn d. Wildnis ädmirslspolsst. SobMIschuhlSuter-»allen a. d. Oper„Der Prophet" und 7? au 7anlasie. Vorxßgl. Kfiohe. Anfang T;,. JL. Berliner Konzetlhaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. ■Mir Heato-WS Großer vaterländischer Onterbaltangsabend veranstaltet vom Verein ehern. 1. Garde-Dragoner, E. V. Berliner Konzerthaus-Orchester, Leitet: Komponist Frz v. Bion. Kapelle der Kameraden des Vereins ehem. I. Garde-Dragoner B. V. Leiter; Herr E. Boßmann. Herz Cmll Severin, Opernsänger. Herr Egon Reiohenbech, Heldentenor am Stadttheater Düsseldorf. Anfiel TV, Uhr. Eintritt 50 und 76 Pf. Anfang?'/, Uhr. Alle Vergünstigungen aufgehoben! zlemaltungsSkllk Kerlm. N 54, Fillitnkr. 8E— 85 GefchSftSzeit ton 0—1 Uhr und»0» 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 1339. 1987, 9714. Sonntag, den 25. ftfebruar 1917, nachmittags 4'/» Uhr, in Bökers Westfalen, ÄLeberstr. 17: Brauchen-Verfammlung der Schmiede, Kesselschmiede, Autogen- schweitzer und Karosseriearbeiter. Tagesordnung: 1. JahieSberichl. 2. Abrechnung de» Bergnügungsfomttec». 3. Neu- wähl des BranchenleilerS und der Branchenfommisfton. 4. Branchen- angelegenheilen. 3« Anbetracht der nufterft Wichligen Tagesordnung ist eS Pflicht aller Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Montag, de« 5. März 1917, abendS? Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engeluser 15» Saal 1: Branchen-Versammlung der Metall-, Fasson- und Revolverdreher sowie Dreherinueu. Tagesordnung: t. Bortrag de» Kollegen Lanterbach: Die KriegSverletzien-Fürsorge und die Gewertlchasten.(Mit lüchlbUdern.) 2. Blanchenangelegenbeiten. Zu dieler Versammlung sind oll« in der gesamten Metall- und Ma- schinenindnstri« beschöriigten Metai'dreher eingelohen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Montag, den Februar 1917: KeÄrks-Versammlungen tiir Sie geismte verwallungsitelle Kerl!» in folgende« Sotalcu: Horden Pharaaaai©, Müllerftr, 112, abend» 8V, Uhr. Horden' PaataSI«. Schwedt« Sttafte SU. abends Horden I Prazzlt«« Pa»t«Sl«. Badstr. 19, adends B1/, Uhr. Moabit I Sand« FeataÄle. Beuffelstr. 9, abend» S'/i Uhr. Westen. Seböneberg nnd Stegllti: Rheinstrafte SS. abend» SV, Uhr. Oslen und Hordoslen; Lichtenberg und Sirulau-Bumnielslmrg; Blome, Att-Borbagen 56, abend» 8 Uhr. HlaiRaneaa* Reataaraot ülaacbo, Buliner Allee 251, h emeosee. abend» H Uhr. SQdenbezirke:"■ Neukölln: Ideal-Feata&le,«etchselftrafte 8, abend» SV, Uhr. Helnlckendorl- We8t:««. as-nd» s u�. flberseböneveide, Hiederaebönevelde, �obannla- fkal n Ilmn* Rettaura»» Warnecke, Cbcrichönowcibe, lOal U. 9 lllg.. Withelmiueubofftr. 18. abend» 8'/, Uhr. 8]}aUd(lU* ,t>ert* Rewtanpnnt' spaiida«, Kurstr. St, abends Dienstag, den Ä7. Februar 1917: Köpenick und Frledrlebsbagen: Bittaria-Strafte 29, abend» 8'/, Uhr. Charlottenburg: volknhann, Rostnenvr. S. abend» SV, Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: SttllßßMhMt Gewerkschaftshans. Tonntag, den S5. Februar 1917, im großen Saal: LtittiiiiKs- k�est der 10 Männer-Abt. d. Turnvereins„Fichte" unter Mitwirkung der S. Armeen, uns 10. Lehrling». Abteilung »am Kesten der Im Felde ntehenden ültglteder, U. c.; Stoprliidnngen der 3. Franen-Ab».— Kurt Mise; Rezitation. Paul Sresa: Heitere Lieder.— Varrentnruc» der 10, Münuer Abt. Ta» Berliner Ulk-Trio. Zum Schluß; ,,Dle Gouvernante", Einakt« von Th. Körn«. Im Mahagonisaal: Erweiterter Rcstaurattousbetricb. Im Muschelsaal: Die Arbeiterjugend. Zägersudde....... OLS Sahirabi mit Beilage Sonntag mittag: Wildbraten. KönlgSberger Klops 2.00 2,00 Lieriändec Ente. Soiat.... 2ZO 2�0 0,30 Ein sehr billiger Tchnellverkauf. Heute von 19 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends kommen ein großer Posten s�ettgänse und Holländer Fett- Hühner zu den niedrigsten Tagespreisen zum Verkauf. Täglich ein großes Quantum Hühnerbrühe A Liter 90 Pf. Verkäufe Vribban» wk, rinblan 58a verkauft SfrniHflola», Musien. Marder. Nerz. Alaska. Blau- und Weißfüchse, Pelzmäntel, Wagenpelze, Plüsch- und Aflrachanmäntel, KoNüme. Ulster. GclegenheltStäuse von Kavalieren im Versatz gewesene Jackett», Rock- Anzüge. Ulster, teil» ans Seide, Erira-Angebot In Lombard gewesener Teppiche, Gardinen. Portieren, Selten. 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Kräftig >en eingestellt e Arbeiter und Urlauber werde« eingestellt für«tteiseavlatz. Schweitzer dfc Oppler. Lichtenberg. Ritterg« tstr. 109/109. forte. Eine ähnlicke Gendarmerie werde gegenwärtig auS Mi- gliedern der BackliorenstSmme rekrutiert. Er hoffe, daß Sykes demnächst unsiande sein werde, von Schiras. wo er sich jetzt aufhalte, Weiler.;u marschieren und die Briganienlager und Räuber« nestcr. die sich in diesem Teile von Persien befände», zu säubern. Im östlichen Teile Persien« habe eine andere Streilmacht unter .Major Kcith ähnliche Erfolge gehabt. Es sei ihr gelungen, dieses ganz ausgedehnte Gebiet zu pazifiziercn. Curzon sagte, er sei in der Lage, dem Hause zu der- sichern, dag der Emir von Afghanistan seine Pflichten gegenüber Großbritannien loyal eingehalten habe. Er habe ein verlockendes Anerbieten, im Pendschab auf Beute auszu- gehen, abgelehnt. Weiter sagte Curzon über Persien: Ter Versuch, die allgemeine Lage zu verbessern, sei durch die Erfolge des Generals Maude in Mesopoiamien und durch das Vorgehen des Grotzscherifs von Mekka wesentlich unterstutzt worden. Es gebe noch immer Teile von P e r s i e n, die von türkischen Truppen gesäubert iverden mühten, und im Hinterland des persischen Golfes herrsche noch immer Unordnung. Tie Sicherheit in den L e l f e l d e r n iei aber so gut wie gewährleistet. iind er habe viele Monate nichts mehr von einer Unterbrechung der Verbindungen in dieser Gegend gehört. Curzon gab der Hoffnung Ausdruck, daß das Schlimmste vorüber sei und daß die große Kette von ehrgeizigen Plänen, die sich über Europa bis Asien erstrecken, zur Seite gc- schleudert, ja vielleicht zerrissen sei. Hungerunruhen im piräus. London, 22, Februar. Reuter meldet aus Athen vom 21. Februar: Heute kam es im Piräus lvährend der Aus' teilung der gesammelten Gelder für Arbeitslose im Arbeits- bureau zu Unruhen. Die Abendblätter beobachten Still- schweigen mit Ausnahme einer Zeitung, die berichtet, daß einige Arbeitslose mit der erhaltenen Unter- st ü tz u n g unzufrieden waren; mehrere L. e b e n S- m i t t e l l ä d e n wurden geplündert, die meisten Läden und daS Zollamt im Piräus sind geschloffen.— Am Nachmittag wurde die Ordnung wieder hergestellt. Man befürchtet aber den Ausbruch neuer Unruhen. Mehrere B e r« Haftungen wurden vorgenommen. Kleine Kriegsnachrichten. Botschafter Gerards Heimreise wird von Eniemc-Blättern be- gierig zur Enlenzuchi ausgenugl. Jetzt teilt.Journal du Peuple* mit» Gcrard habe an die Presse cm förmliche« Dementi gelangen lassen: Er habe niemals Pariser Journalisten Unter« redungen gewährt. Der Rest der Meldung ist von der Zensur ge- strichen. Der Metropolit Pitirin, der in russischen fortschrittlichen Kreisen verhaßt ist, soll nach russischen Blättern bei den Hof- und Regie- rungskreisen mehr und mehr den Einfluß gewinnen, den früher Rasputin hatte. Ter neue holländische Finanzminister. An Stelle des zurück getretenen Finanzministers van Gyn ist der frühere Minister Treub wieder ernannt worden. politische Ueberstcht. Stellungnahme der RcichStagsfraktion. In einer am Donnerstag abgehaltene� FraktionSsttzung hat die sozialdemokratische Reichstagssraktion beschlossen, den Kriegskrediten ihre Zustimmung zu erteilen und bei dieser Gelegenheit ihre Stellung durch Abgabe einer Erklärung zu präzisieren. Am Dienstag wird die politische Debatte im Reichstag mit der ersten Lesung des Haushaltsetats ihren Anfang nehmen. Wie wir erfahren, wird an diesem Tage der R e i ch s> kanzler das Wort ergreifen, um über die Kriegs läge und die ausivärtige Politik zu sprechen. Von feiten der sozialdemokratischen Reichstagssraktion sind zu Rednern für die an, Dienstag beginnende politische Debatte bestimmt worden die Genossen Scheidcmann und Keil. Reichstag. Hilfsrichter für das Reichsmilitärgericht. Ter Reichstag erledigte die Tagesordnung der ersten Sitzung dieses Jahres in knapp einer Stunde. Für den Gesetzentwurf betreffend Einberufung von Hilfs richtern zum Reichsmilitärgericht beantragte der Abg. Stadt Hägen(Soz. Arbg.) Kommissionsberatnng. Genosse Landsberg erklärte für die sozialdemokratische Fraktion, daß sie bereit gewesen sei, den Gesetzentwurf, der einen kleinen Fortschritt bringe, sofort zu verabschieden, da jedoch Kommissionsberatung beantragt sei. werde sie diesem Antrag zustimmen. Der Antrag auf Kommissionsberatung wurde gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion und der Arbeitsgemeinschaft abgelehnt. Materiell soll die Frage des M i l i t ä r st r a f r e ch t s bei der Etats beratung behandelt werden. Daß hier Reformen dringend nötig sind, erkannte auch der Abg. Fehrenbäch sZ.) an. Debattelos stimmte der Reichstag dem von allen Parteien gestellten Antrag auf Vorberatung der Er nährungsfragen in einer besonderen Konimission von 28 Vkitgliedern zu. Morgen sieht u. a. die Vorlage über die neugeforderten K r i e g s k r e d i t e von 13 Milliarden auf der Tages ordnung._ Abgeordnetenhaus. Im preußischen Abgeordnetenhause kam es am Donnert tag bei Beratung der Miitelstandsfragen nochmals zu einer kurzen Debatte über die KriegSziele. Der Freikonservative R e w o l d t. den offenbar der Ruhm der Fuhrmann und Bell nicht schlafen läßt, hielt es. abWohl die Frage mit dem Gegenstand der Tagesordnung nicht das geringste zu tun hat, iür angebracht, die Annexion des Hafens von Ant- e r p e n zu fordern und gegen die sozialdemokratische Friedenspolitik zu ivettern. Genosse L e i n e r t erwiderte ihm inrz und bündig, daß die Soz aldemokratie, so sehr sie sich auch gegen jede Herabdrückung Deutschlands auf die Zeit vor 1870 wehren würde, doch nur ein Kriegsziel, die Verteidi- gung des Vaterlandes, kenne, und daß sie jede Gemeinschaft mit den Annexionspolitikern ablehnen müsse. Was im übrigen zur Förderung des Mittelstandes an- geregt wurde, unterscheidet sich wesentlich von der Art der Mittelstandsretterei, die in früiieren Jahren im preußischen Landtage beliebt wurde; es� scheint, als ob auch manche Herren von der Rechten in diesem Punkte umgelernt haben. Die Resollltion der Kon, Mission, die u. a. die Ausdehnung der Kriegshilfskaffen auf selbständige Mitglieder des gewerblichen Mittelstandes und die Berücksichtigung der Handwerks- und Kleinbetriebe bor der Ueberleitung in die Friedenswirtschaft fordert, wurde angenommen. Das HauS begann dann die Beratung des Steueretats. Die Debatte bewegte sich mit Rücksicht darauf, daß die steuer- politischen Fragen, namentlich das Verhältnis Preußens zum Reich, erst später aus Anlaß eines besonderen Initiativ- antrageS beraten werden sollen, im wesentlichen aus steuer- technischem Gebiete. Von unserer Seite betonte Genosse pirsch die Notwendigkeit einer baldigen Reform sowohl der Lstaais- als auch der Gemeindesteuergesetze unter Berücksichti« gung der schon früher wiederholt von der Sozialdemokratie vorgetragenen Wünsche. Ebenso trat er den von anderer Seite propagierten Plänen auf Schonung des Besitzes bei den neuen Steuern entgegen. Am Freitag wird die Beratung fortgesetzt. Ein PluralwahlrechtSblock. Der freikonservative Parteiführer Oktavio v. Zedlitz ge- hört zu den konservativen Politikern, die erkannt haben, daß ein Sichsträuben der konservativen Partei gegen die Wahlrechtsreform diese nicht aushalten, dagegen die Konservativen in Mißkredit bringen würde. Seine Taktik geht dahin, daß die Konservativen die Wahlreform selbst in die Hand nehmen sollen; natürlich mit dem Hintergedanken, daß sie dann noch immer glimpflicher für konservative Ansprüche aussallen würde, als wenn sie gegen den Widerstand der Konservativen gemacht würde. Er zielt bekannt- lich auf die Einführung eines Pluralwahlrcchts, und da für solches künstliches Gebilde wenig Volksstimmuna zu erzielen sein dürfte, will er die Wahlreform möglichst rasch und geräuschlos durchbringen. In einem Artikel der„Post" weist er die Regierung dringend.auf die Zweckmäßigkeit, ja Notwendigkeit eines vorherigen Be- nehmen« und tun lich st er Verständigung mit den- jenigen Parteien des Abgeordnetenhauses hin, welche zu p o s i t iv e r Mitarbeit für ein so a b g e st u f t e S Wahl- recht bereit sind. Er verwirft die neuerdings vitlfach ongc- wandte Methode der Regierung, erst nach Einbringung einer Bor- läge im Parlament mit den Parteien zu verhandeln, und preist dagegen die praktischen Vorteile der von ihm empfohlenen Hebung. In hohem Grade ist es ihm wünschensivert, daß vor Einbrisigung der Wahlrechtsvorlage mit den maßgebenden Persönlichkeiten der Parteien, aus deren Mitwirkung die Regierung rechne« zu können glaubt, eingehend verhandelt wird, und daß dies nicht bloß über- Haupt, sondern auch ui ö g l i ch st bald geschehe. Herr v. Zedlitz nimmt es bei seinen Ausführungen als gewiß an. daß die Reform des Wahlrecht« noch vor den nächsten -lllgemeinen Wahlen im Abgeordnetenhause viwabschiedet werden soll, und daß die Regierung die Vorlag« eintzS Plural- Wahlrechts ausgearbeitet habe. Er verstößt mir diesen Mutmaßun- gen gegen die Anordnungen der„Norddeutschen Allgemeinen Zei- tung", die bekanntlich verboten hat, sich über den Inhalt der Wahl- reform Gedanken zu machen. Aber wir hoffen, daß er mit dem ersten, und fürchten, daß er mit dem zweiten recht hat. Ter Streit um den Frieden. In einem offenen Brief hatte der Freiherr Karl v. Thüngeii Roßbach eine Einladung der Zentralstelle„Völkerrecht" zum Bettritt schroff zurückgewiesen und sich als Anhänger weit gehender Annexionen bekannt. Ihm antwortet jetzt der Vor sitzende der Zentralstelle Prof. Ouidde gleichfalls in einem offenen Briefe, worin er den von Herrn v. Thüngen ge- wünschten Frieden kennzeichnet und dann fortfährt: Daß ein solcher Friede aus Grund der hcungen militärischen Lage nicht zu erzwingen ist, sondern einen überwälligenden Sieg, durch den die Feinde förmlich zu Boden gezwungen werden, voraussetzt, darüber wird wohl auch keine MdnungS- Verschiedenheit bestehen? Für alle« weilere abrr geben wir auseinander. Wir denken verschieden über die MSg» lichkeit und vor allein über die Wünschbarkeit der Friedens- bsdingungen, die Sie andeuten. Sie setzen den über- wälrigenden Sieg, der unS gestatten soll, den Frieden zu diktieren, voraus. Wir aber fragen: Wie lange soll der Krieg noch fortgesetzt werden, um ein solches Er- gcbnis zu erzielen? Wenn der U-Boot-Krieg in absebbarer Zeit unS den Erfolg bringt, England zu einem„Pcrständigungs- frieden" im Sinne des Friedensangebots vom 12. Dezember bereit zu machen, sollen und dürfen wir dann für daS Ziel des „Gewallfriedcns" weiter kämpfen i Und kann jemand erwarten, daß unsere Verbündeten dabei mittun würden? Die Rede des Grafen Tiöza spricht deutlich genug. Gras TiSza hatte am 24. Januar und am 3. Februar im ungarischen Abgeordnetenhause erklärt, daß die Mittel mächte an ihrer Friedensbereitschaft, wie sie sie am 12. De- zember bekundeten, noch immer festhalten, und er hat diese Erklärung gestern wiederholt. „Besonnene Begeisterung". Durch Anzeige in den„Alldeutschen Blättern" sucht ein völ kischcr Verband einen rede- und weltgewandten Herrn als Ge- schaftsführer. Als besondere Eigenschaften werden verlangt„be- sonnene Begeisterung für deutsche Hochziele, genaue Äcnntnis der Deutschbewegung usw.". Dem Kandidaten wird Aussicht auf Ge- haltssteigerung geboten, doch ist nicht gesagt, ob das Gehalt im Verhältnis zur bewiesenen Besonnenheit oder zur Begeisterung steigen soll. Ein Beispiel für„besonnene Begeisterung" finden wir— ab gesehen von der Rede des Herrn Wildgrube im Bund der Land Wirte— auch in der„Kreuzzeitung", wo ein besonnener Begeister- ter sich mit dem Beweis abmüht, daß die Friedensverhandlungen nur in Berlin geführt werden dürfen. Vorher schon hat der deutsche Sprachverein festgestellt, daß die Friedensverhandlungen in deutscher Sprache geführt werden müßten. Hoffentlich fordern die Herren nicht auch noch, daß die Kriegsentschädigung nur mit deutschem Gelds gezahlt werde... Preise der diesjährigen Frühkartoffeln. In der halbamtlichen Notiz wird der möglichst umfang reiche Anbau von Frühkartoffeln als dringend erwünscht bezeichnet. Es sind besondere Maßnahmen getroffen, um die Schwierigkeiten bei der Beschaffung des Saatgutes nach Möglichkeit zu beheben. Wie im vergangenen Jahre werden die frühesten Sorten von der Festsetzung eines Rcichshöchstpreises und von der öffentlichen Bewirtschaftung und zwar biszum3l). Juni ausgenommen bleiben. Vom 1. Juli ab läßt sich bei der Lage der Borr«.« die öffentliche Bewirtschaftung der Frühkartoffeln nicht vermeiden. Im Monat Juli wird der Höchstpreis für Frühkartoffeln nirgends unter acht Mark für icn Zentner festgesetzt werden. Die Landes, und Provinzialkartoffel- rellen sollen aber ermächtigt werden, je nach den Verhältnissen in ihrem Amtsbereich eine Erhöhung des Julipreifes bis auf 10 M. vorzunehmen und schon jetzt bekanntzugeben. Vom 1. August ab soll ein Abbau der 5iartoffelpreise mit der Maßgabe vorgenommen werden, daß der Preis für Herbstkartoffel, der in nächster Zeit bekanntgegeben wird, am lö. September erreicht wird. Danach wird der diesjährige Höchstpreis für Frühkartoffeln um 2 M. hinter dem vorjährigen zurückbleiben, falls nicht— was sich heute nicht übersehen läßt— die zugebilligten Ausnahmen zur Regel werden sollten. UnS sind die Gründe wohl bekannt, die eine Steigerung des Anbaues von Frühkartoffeln äußerst wünschenswert machen, aber das Mittel des Anreizes» durch hohe Preise hat im vorigen Jahre völligen Schisfbruch erlitten. Die Main-Touau-Wasserstraste. Im Finanzausschuß des bayerischer Abgeordnetenhauses wurde am Dienstag die Regierungsvorlage über die Main- Donau-Wafferstraße einstimmig angenommen. München, 22. Februar. Ju der Kammer der Abgeordneten äußerten sich bei Beratung des Gesetzentwurfs über die Proje5- tierung des Großschiffahrtsweges Statu— Donau von Ajchaffenburg bis Passau die Redner aller Parteien zustimmend zu dar Regierungsvorlage. Der Verkehrsminister O e i d l e i n erklärte, der Krieg habe gezeigt, daß daS Ejsenbalmwesen nicht allen Bedürfnissen gowachsen fei und der Rhein-Donau-Wasserweg auö strategischen und wirtschaftlichen Gründen eine Notwendigkeit sei. Da« Reich sei an dem Unternehmen mit interessiert, und Bayern würde eine Unterstützung des Unternehmens durch das Reich als eine Maßnahme begrüßen, die Bayern für seine Wirt- schaftliche Lage wenigstens einigermaßen einen Ausgleich zu geben such«. Nur hierdurch könne jene Verschiebung, die sich zurzeit zu- Ungunsten Bayerns ergebe, einigermaßen gut gcmackst werden. llstichaelis Amtsantritt. Der UnterstaatSselretär Michaelis hat sein Amt als„Preußischer Staatskommissar für Volkser- nährung" heute angetreten. Der Amtssitz ist bis auf weiteres im Königlichen Finanzministerium. Berlin C. 2, Am FestungSgraben 1. Lebte Nachrichten. Ein italienischer Truppentransport versenkt! Dausend Mann umgekommen. Amtlich. Berlin, 22. Februar. Eins unserer Nutersee- boote hat am 17. Februar im Mittelmeer de« italienischen Truppcntransportdumyser Minas(2854 T.) durch Torpedo- schuh versenkt. Der Dampfer hatte tausend Mann Truppen, eine große Ladung Munition und Gold im Werte von drei Millionen Mark für Saloniki an Bord. Die Besatzung des Dampfers und sämtliche an Bord befindlichen Truppen sind umgekommen, mit Ausnahme von zwei Mann, die von dem Unterseeboot gerettet wurden. Der Dampfer Minas ist schon in dem Bericht vom IS. Fe- Sruar erwähnt._ Erfolge unserer U-Boote. Von unsere« U-Boote« wurde» versenkt: Am 4. Februar der norwegische Dampfer Solbrakeu mit 347g Tonnen Weizen von BuenoS AireS nach Cherbourg, am 6. Februar der norwegische Dampfer Allavora mit Früchten und Wein von Neapel nach London» an demselben Tag« der norwegische Dampfer Haviard mit Erdnüssen nach Dünkirchen. Zusammenstoß deutscher und italienischer Truppe». Berlin, 22. Februar. Der italicitischerseitS befürchtete Zusammenstoß deutscher und italienischer Truppen ist in Mazedonien am 12. Februar erfolgt und hat den Italienern ihre Stellungen südlich der Höhe lOSS bei P a r a! o v o g c- k oft ct. Mit Rücksicht auf die Stimmung i» Italien, wo die Presse wiederholt Befürchtungen über die Offensive im Trenttuo unter deutscher Beteiligung äußerte, haben die Italiener diese Niederlage mit allen Mitteln zu verschleiern versucht. Der Orient- bericht der Enteuie meldete am lö. die Wiedereroberuug der vor- loren gegangenen italienischen Stellungen. Den Sieges- und Jubelhymnen, die italienische Blätter daraufhin über die unver- gletchliche Tapferkeit ihrer Truppen anstimmten, muß entgegen.- gehalten werden, daß die vermeintlich zurückeroberten Stellungen «och immer i« deutschen Händen sind. Die Italiener versuchten lediglich am Tage nach ihrer Wegnahme einen schwächlich durch- geführten und völlig fehlgeschlagenen Gegenstoß. Seitdem ist kein neuer Gegenangriff erfolgt, nicht einmal der Versuch dazu. In- zwischen ist die Stellung deutscherseits planmäßig ausge- baut worden und die deutschen Patrouillen beherrschen nach wie vor das Vorfeld auch dieser neuen Stellung. Offiziöse Erklärung gegen Wildgrube. Berlin, 22. Februar. Die«Norddeutsche Allgemeine Zeitu::.� schreibt: In der gestrigen Versammlung des Bundes der Landwirte hat der Abgeordnete Dr. Wildgrube an zwei Reden des u n g a- rischen Ministerpräsidenten Grafen TiSza eine Kritik geübt, die sachlich ohne Berechtigung ist und schon deshalb scharf zurückgewiesen werde» muß. Herr Dr. Wildgrubc hat aber auch nicht berücksichtigt, daß die politische Lage unserer Bundesgenossen in ihren Handlungen und Entschlüssen d i e volle Unabhängigkeit besitzt, die der Gloichberechttgung unter den verbündeten Mächten entspricht. Keinem deutschen Poli- tiker steht ein Rüge recht gegen den ungarischen Minister- Präsidenten zu, und die schuldige Rücksicht auf einen der gc- treuesten und erprobtesten Staatsmänner wird außer allst gelassen. wenn jemand es unternimmt, ihm iu öffentlicher Versammlung ebenso haltlose wie ungehörige Vorhaltungen zu machen. Wir b e- dauern daher aufdas lebhafteste die Aenßrrungen, die der A'.'geordnete Dr. Wildgrube getan hat. Golitzin reformiert„durchgreifend". Kopenhagen, 21. Februar.„Birschewija Wjedomosti" teilt mit, daß da» russische Ministerium dcS Innern eine wichtige Gc- setzesvorlage ausarbeitet, die eine durchgreifende Reform deS ganzenrnfsifchenRegierungSsystcmi! erstrebt. Hauptzweck der Borlage sei jedoch, die RegicrungSgewalt gegenüber den fortschrittlichen Strömungen in Ruhland zu stärke». DaS genannte Blatt erklärt weiter, der Minister drS Innern habe kürzlich den Gouverneuren feine Mißbilligung über die mangelhafte Zensurinder Provinz ausgesprochen und ihnen eingeschärft, die Regierungsverordnungen strengstens durchzuführen. Der Ausstand auf Kuba. Basel, 22. Februar. l>-Frkf> Zig-"-) HavaS meldet aus New Dork: Die kubanische Regierung teilt mit, daß in der Provinz Santa Clara die Ordnung wiederhergestellt wurde, ebenso in der Gegend des Earaguay. Amerikanische Kriegsschiffe wurden nach Havanna geschickt. Der Gesandte der Vereinigten Staaten gab bekannt, daß die amerikanische Regierung die Behörde unterstützt und die Revolutionäre verurteilt! sie macht die Führer des Auf- standeS persönlich für alle Attentate gegen Fremde verantwortlich. Ermordung einer Prostituierten. Stettin. 22. Februar. Gestern abend wurde eine 50 Jahre alle Sittendirne in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Sie war mit einem Strumpf erwürgt und ihrer Barschaft beraubt wor- den. Der Verdacht der Täterschaft lenkt sich auf einen 3S bis 40 Jahre allen Soldaten. Die Mordtat ist anscheinend schon Dieno- tag abend verübt worden. GewsrkMastlickes. Irauen als Funktionäre üer Gewerkstb asten. Recht häufig ist vor dem Kriege darüber Klage geführt worden, daß die grauen so geringen Anteil an den organi- satorischen Bestrebungen ihrer Männer nehmen. Vielfach wurde den Männern die Schuld dafür zugeschoben, weil sie ihre Frauen nicht genügend über den Wert der Organisation informierten und interessierten. Daran ist gewiß viel Wahres. Viele Männer, die selber organisiert sind, glaubten, die Frauen verstünden davon ja doch nichts: überhaupt wäre Organisation nur eine Sache, die die Männer anginge. Darum fanden auch die wiederholt von Gewerkschaft� kongressen angenommenen Resolutionen, die den organisierten Männern es zur Pflicht machten, für Organisierung ihrer in der Heimarbeit tätigen weiblichen Familienangehörigen zu wirken, nur geringe Beachtung. Erfreulicherweise haben aber doch recht zahlreiche Männer ihre Frauen über die Notwendigkeit der Organisationen aufgeklärt, und nicht wenige genießen fetzt die Freude, in ihren Frauen Helferinnen bei ihrer Organisationsarbeit gefunden zu haben. Während des Krieges haben in verschiedenen Organi- sationcn die Frauen die Arbeiten ihrer eingezogenen Männer für die Organisation übernommen, und manche führten selbst nach dem Tode deS Mannes diese Arbeit fort. Das Organ des Maler-Verbandes veröffentlichte vor einiger Zeit einen Brief der Frau eines ihrer Funktionäre, in dem sie den Tod ihres Mannes mitteilt und dann fortfährt: ..Die?erbandsgesiliäste werde ick weilerbesorgen, bis der sckrccklicke Krieg ein Ende bat: denn mein Mann hing dock zu sehr am Verbände.' Weih ich auch, unter welchen Schwierigleiten er ihn mit aufgebaut hat, und habe deshalb manche bittere Stunde mir ihm geleilt, als die Arbeitgeber ihn maßregelten. Deshalb werde ich die Aibeit für den Verband besorgen, bis die Kollegen wieder zurückkehren; denn cS sind jetzt nur noch zwei Kollegen da. alle sind eingezogen.� Nunmehr berichtet auch die„Dachdecker-Zeitung" über Erledigung der Verbandsarbcitcn durch Frauen eingezogener Kollegen aus einer ganzen Reihe von Orten. Sie nimmt diese Erfahrungen zum Anlaß, den Frauen den Dank der Organisation auszudrücken und auszusprechen, daß in der Weitschätzung der Arbeit und der Fähigkeiten der Frauen nach dem Kriege eine andere Haltung eingenommen werden müßte. Da die Ausführungen von allgemeinem Interesse sind, geben wir sie hier im Wortlaut wieder: „Eifreulickerweise haben wir trotzdem in einigen Orten reckt brave Mitarbeirerinnen gefunden. Besonders ün Königreich Sachsen und in Thüringen: aber auch in anderen Teilen deS Landes hallen in vcrichicdenen Filialen die Frauen der eingezogenen Kollegen treue Wacht über unseren Verband. Sie stellen die Ab-» recknung auf und verrechnen sick nicht. Dabei ist cS eine Fi ende, zu sehen, wie schnell sie das System begriffen haben. Auck die AnSt'ülliing der Fragebogen geschieht von ihnen in der besten We>se„ und im Briefwechsel stellen sie ebenfalls ihren„Mann". Heber- Haupt zeigt sich gerade durch die Erfahrungen des Krieges, daß wir unsere Milbürgerinnen recht oft unmsckätzt haben, daß wir vielleicht ein ganzes Stück weiier gekommen wären, bauen wir uns mehr ihrer Hilfe versichert.- 9üui, was wir in dieser Be- ziehung übersehen haben, kann nachgeholt werden. Wir werden in den kommenden griedensjahren iowieio mit unseren Frauen eine große Veränderung vorgehen sehen: denn ibre Heranziehung zur Industrie, zu ollen möglichen gewerblichen Hamierungen wird so leicht nicht inehr ausgeschaltet werden können. ES schadet auch nichiS, wenn wir«S nur verstehen, sie hereimuziebcn in den Gedankenkreis, der zur Organiianon fuhrt. Darin liegt ein großes Stück Zukunsisarbeit. Soweit es an vnS liegt, wollen wir daiiir sorgen, daß auch im übrigen die Stellung der Frau im vffeullichcn Leben bester ivitd. Wir freuen uns der tätigen Mit- Hilfe unierer weiblichen BcrbandSkollegen und werden ihnen, wenn erst wieder bessere Zeiten kommen, einen besonders schönen Kranz winden. Für alle unsere Mitglieder ober ergibt sich daraus die Lehre, mehr wie bisher in der Frau die treue Milkömpserin zu achten, sie teilnehmen zu losten au unsere» Kämpfen, an nnicrer Arbeit, sie als unsere Freundm auch in diesen Tingen zu betrachten. Das wird unser Dank iein. Möge aus dieser schweren Kriegs zeit die höhere Achtung des weiblichen Geschlechts als schönes Geschenk mit in die Friedenszeil hinübergenommeii werden. Auch was die Frauen sonst leisten im Erdulden und Ertrogen, in Mühen und Arbeit, gibr ihnen ein Anrecht auf böbere Einschätzung. olS es leider bisweilen geschah. Indem wir allen unseren tätige« Frauen vielen Dank obstalten, veriprecien wir ibnen, unseren Teil bei- zutragen an dieser wichtigen.Neuorientierung", vsutsches Reich. Kriegöausschutz der technische» Berbäudc. Zur Durcksübning de§ TechnikelstelleimachweneS im Aabmen deS Vater läiidischcn Hilfsdienstgesetzcs haben sich im Einvernehmen mit dem Kriegsamte der Bund der rcchnisch-ürdustriellen Beamten, Deutscher Verein der Gas» und Wasserfachmänner, Deuticher Techniker- verband, Deutscher Wetlnreisierverband, Verband deutscher Architekten- und Fngeuieurbereine, Verband dellischer CTfientiker, Verein deutscher Eisenbüüenleule. Berein deutscher Ingenieure, zum.Kriegs- aus ickuß der technischen Ve r bände" zusammengeschlossen. Der KriegSauSschuß hat am Sitze der Kriegsamlstelle eines jeden Generalkommandos einen Obmann, der Vakanzen und Bewerbungen iiir Techniker entgegennimmt. Ebemo nehmen die Stellennachweise der oben angeführten Verbände Meldungen von Vakanzen und sauck von Nichtorganisierten Bewerbein) Bewerbungen für technische Beweibungen entgegen. Alle sonstigen einschlägigen Antragen und Mitteilungen find zu richien an den Vorsitzenden des Kriegsaus- ickusies der technische» Verbände, Verbandsbcamlen Karl Müller. Berlin, Wilhelmstr. IM. verlin unö Umgegend. Aus dem Ktlcgsauöfchust für Gtruß-Berliu. Der Schiistsetzer P. aus der Druckerei der G.-Zeitung will einen Äriegsschern haben wegen zu geringen Verdienstes. P. ist für diese Druckerei reklamiert, seine Familie wohnt in Kiel. Der Verdienst wird vom Kriegsausschuß als zu gering erachrct. Da aber dre Firma nick! geneigt ist. mehr Lohn zu zahlen(P. erhält alles in allem 38 M. wöchentlich), wird der Kriegsschein erteilt. Desgleichen er- hielten der Maschinensetzer L. und der Schriftsetzer K. von derselben Firma einen Abkehrschem. Der Schriftsetzer H. von der Druckerei E. will gleichtallS einen siriegsichew, da er mit seinem Lohn von 39 M. nickt auskommen könne. Da eine Verständigung mit der Firma nickt möglich, wird dem Schriftsetzer, da sein Anspruch als berechtigt anerkannt wird, der Kriegsschein erteilt. Der Modelltischler O. von der Firma B. will einen KriegS- schein, weil ihm reine Arbeit nickt gefällt. O. war an eine andere Stelle versetzt, eine Vcrdiensteinbuße war damit nicht verbunden. Ter Kriegsausschuß sah keinen Anlaß dafür, daß O. den Betrieb verläßt und lebnie die Erreilung eines Kriegsickems ab. Von derselben Firma L. ericheinen 8'2 Maschinenbauer und wollen einen höberen NbicklagSlobn als bislang. Es wird ver- cinbart, daß der Akkord um 10 Proz, und die Abschlagszahlung um 2S Proz. erhöht werden. Der Sattler S. von der Firma D. will einen Krieg-schein wegen zu wenig V?rdienst. Auch sei die Arbeit, die er fetzt anfertigt, keine eigentliche Sattlerarbeit. S. soll richtige Sattlerarbeiten erballen, und falls die Ausführung zu wünichen übrig läßt, soll ihm der- Kriegs- schein zuteilt werden- Der Sattler H. von derselben Firma will einen Kriegsschein, da er aus verschiedenen Gründen den weilen Weg ans einem öst- lichen Vorort Berlins nach Spandau nicht mehr zurücklegen konn- Ter Vertreter der Firma erklärt, daß die Firma innerhalb lt Tagen in Berlin einen neuen Belrieb eröffnet, dort ioll H- dann arberten. Für die Tage bis dahin erhält H. 10 M. Entschädigung. Damir sind beide Parteien einverstanden. Der Satller K. von der Firma R. ist kein gelcruior Sattler, und fällt ihm deshalb die neue Arbeit, die er erhalte» hat, äußerst ickwer. Da K. jedoch aus einem angrenzenden Beruf flammt, soll ihm zwei Wochen Zeit zum Anlernen gegeben werden; für diese Zeit erhält er neben seinem Aktordverdicnst 29 M. Entschädigung. Von der D.W.F. in Wittenau' beschweren sich 129 Werkzeug- macher, weil ihnen die Firma die veriprochene 7'/z prozcnuge Zulage nicht zahle. Die Firma bestreitet, die Zusage gemacht zu haben. Da es nickt möglich war. Klarheit zu ichoffen, macht der Kriegs- ousschuß den Vorschlag, daß der Stundenlohn auf 2,19 M. festgesetzt werden ioll, und wenn Akkord eingeführt werden sollte, eine Gaionlie von 2 M. Slundcnverdienst gegeben werden soll. Domil würde nur ein Teil defien zugestanden werden, was die Arbeiter forderten. Trotzdem bat die Firma den Schiedsipruck abgelehnt, während die Arbeiter sich mit dem Schiedsspruch einverstanden erklärten. Tamil würde also nach§ 13 deS Hilfsdienstg-setzeS den gesamten 129 Mann der Abkehrschein zustehen. Die Branche der Isolierer in der Bauindustrie hotte wegen einer Teucrungszulagc Tiffcreuzcn mit den Unternehmern. Da die Verhandlungen zu keinem Resultat führten, wurde der Kriegs» auSickuß zur endgültigen Erledigung angerufen. Hier kam es zu einem Schiedsspruch am folgender Grundlage' Für Arbeiten, die vor dem 31. Dezember 1916 in Austrag gc- geben sind, tollen 1,l9 M. Stundenlohn gezahlt werden; für Ar- beite» nach dem 3t. Dezember 1916 1,29 M. Bei die'en Sätzen soll eS bis zum Ablauf des Tarifs fl. Juli 1917) bleiben. Falls über diese Sätze Zweifel enistehen, hat cm Vertreter der Parteien das Recht, die Abmachungen einzusehen. Soziales. J« gierung, Zufasirente für Kriegsbeschädigte? der Maitagung des Reichstags ISIS versprach die Re- aus einem ihr zur Verfügung gestellten Fonds zum Aus- gleich von Härten, die sich bei der Versorgung der Hmierbliebenen KriegSgefallcncr und der KriegSbeichädigien selbst ergeben, bis zur endgültigen gesetzlichen Regelung der Versorgung Zusatzrenten zu gewähren. R�merUlich sollte dos Arbeilseinkommen der Gefallenen oder der Beschädigten bei der Renlenveriorgung mit in Betracht ge- zogen werden. Die Grundsätze, nach denen die Zusatzrenteu an die Hinterbliebenen gewährt werden, baden wir sin.Vorwärts" vom 13. November 1916 mitgeteilt. Die Grundsätze für die Gewährung von Zuiatzrenie für die Beschädigten selbst besagen folgendes: VoranSietzung für die Zuiatziente ist, daß der KriegSbeschädWle eine Einbuße seiner ErwcrbSsäh>gkcil um mehr als ein Drittel zu beklagen bat und kein jetziges Arbeitseinkommen um mindestens ein Viertel geringer ist als daß vor dem Kriege«zielte. Erreicht eü 3000 M., so wird eine Zu'atzreme nicht gegeben; ein 3990 M. über- steigender Schaden wird in feinem Mehrbetrage nicht berücksichiigl. Süit das Einkommen wird die Kriegsversorgung— ohne Ver- stümmelungSzuloge— angerechnet. Alis die Zuiatzrenie wird auch ein Bezug aus öffentlichen Kasten angerechnet, darunter auch die Renten der gesetzlichen Versicherung. Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen stellt sich die Zuiatzrcnte auf 39 Proz. des Schadens. An einigen Beispielen sei das klar gemacht. I. Handlungsgehilfe, Uffz. d. Res.; Militärrente von 73 Proz.; trüberes Arbeilseinkommen 3699 M.; jetziges Arbeitseinkommen 1999 M., also Schaden von 2699 M. Darauf wird die Militär- reute von 439 M. und die KriegSzulage von 189 M., zusammen 639 M.. angerechnet. Es bleibt also ein Schoden von 1970 M. Die Zusatzrente stellt sich auf 39 Proz. dieser Summe, also auf 391 M. Die etwa bezogene Invalidenrente wird auf diese Summe angerechnet, die Verstümmelungszulage nicht. II. Metallarbeiter, Landwehrmann; Militärrente von 69 Proz.; früheres Arbeitseinkommen 2309 M.. jetziges 1369 M., also Schaden: 949 M. Die Militärrente in Höhe von 324 M. und die Kriegs- zulage von 189 M.. zusammen 394 M.. werden angerechnet. Demnach bleibt ein Schaden von 486 M. Er bleibt unberii» sichtigt, weil das jetzige Einkommen höher als drei Viertel in früheren ist. III. Bergmann. Landsiurmmann; Militärrente von 50 Pinn., früheres Arbeitseinlommen 2000 M., jetziges 900 M. Auf de» Schaden von 1199 M. werden angerechnet die Militärrente von 279 M. und yie KriegSzulage von 189 M., zusammen 439 M. Ter zu berücksichtigende Schaden stelli sich alio auf 639 M. Die Zusatzrente 39 Proz. dieses Betrages— stellt sich auf 193 M.� sie wird jedoch nur m Höhe von 139 M. gewährt, weil mit dieser Summe ein Ein- kommen von drei Vierteln des früheren erreicht ist. Würde der Bergmann auf Grund der früheren knopp'chasllichen Versicherung eine Änoppf'chaiispcnfion beziehen, wird auch diese auf die Zufatziente angercchnxt. IV. Tischler, Wehrmann; Militärrente von 49 Proz.; früheres Arbeilseinkommen 1839 M-, jetziges 950 M., also Schaden von 939 Mark. Daraus ersolgt Anrechnung der Renle und Kriegszulage von zusammen 396 M. Ter zu berücksichtigende Schaden stellt sick alio aus 394 M. und die Zusatzrente— 80 Proz.— auf 151,20 M. Sie wird nur in Höhe von 41.59 M. zur Auszahlung gebracht, weil mit dieser Summe drei Viertel des früheren ArbeitseinlommenS erreicht ist. Die Bewilligung der Zusatzrente» erfolgt immer nur auf ein Jabr. Der Antrag auf Gewährung ist beim zuständigen Bezirks- feldwebel zu stellen. � Die Entscheidung über die Gewährung liegt zurzeit noch beim Kriegsminister ium. Tie Fortbildung des Lehrlings geht de« geschäftlichen Jntexesfen voran. Herrn Bremer in Breslau, dem GeschäflSfübrer eine» Betriebes, war die Genehmigung, einen Lehrling wegen dringender Arbeiieri vom FortbildungS-Schulunlerricht fcrnzubalteu, versagt Waiden. Räch dcni Ortsstatut ist eine solche Genehmigung erforderlich. Bremer ließ den Lehrling trotzdem nichl zur Fortbildungsschule geben. Als er dann angeklagt wurde, machte er gellend, er babe den betreffenden Lehrling am fraglichen Tage nickt embedten können. Die Einziehung erwachsener Arbeiter zum Heere habe ihn in Verlegenheit gebracht. Wenn auch die von ihm nachaesuckle Genehmigung vom Schulleiter versagt worden sei, so habe er sich wegen der Dringlichkeit der Arbeit doch gezwungen gesehen, den Lehrling an jenem Tage dem Unterricht in der Foilbildungsichule fernzubollen. Das Landgericht in Breslau sprach den Anaekloglen frei, indem es in selbständiger Würdigung der Umstände davon ausging, daß objektiv ein"-dringender Grund iür da» Verhalten de» Angeklagten vorgelegen babe. Die SiaatSanwalifchait legte Revision ein und der Vertreter der OberstaatSanwallichaft am Kammergericht trat dem Recklsmittel bei, indem er ausführte: Ohne die Genehmigung des Schulleiters bülte Angeklagter nach dem Ortsstatut den Lehrling uberhaupl nicht von der FoilbildungSickzzle zuiückhalien dürfen. Höchsten» hätte, er sich über den ablehnenden Bescheid deS Schulleiters bei der Ver- wastungvbebörde beschweren dürfen. Im übrigesi babe aber auch da» Landgericht die Sache nicht richtig gewürdigt. DoS Landgericht gehe davon aus. daß ein Lehrling dem Arbeilgeber übergeben iei als Stutze und Hilfskraft im Geschäft. Diele Auffassung iei aber falsch- Der Lebrling sei vielmehr in icinem eigenen Jntereste beim Lebrherrn, um eiwaL zu lernen, um sich fortzubilden. DieieS Znier- esse, daS nolwendig auch den Besuch der Fortdildungsichulc einschließe, stehe im Vordergründe und dürfe nicht hinler daSGeichäflSmtcreste des Arbeitgebers zuiückireten. Das Kammergericht folgte auch dem?lntrage deS Ober- staatSanwaltS. indem e» das landgerichiliche Uiteil aufhob und die Sacke zu nochmaliger Bcrhondlnng und Entscheidung an da» Land- gerickt zurückverwies. Begründend wurde ausgeführt: Das Kammergerichi wolle vorliegend dabingestellt sein laffen. ob das BefreiungSgcsuch dc§ Angeklagten mil Reckt oder zu Unrecht zurückgewiesen worden ist. JedenfnllS dürre die Zuinckhaltung deS Lehrlings nickt schon deshalb als begründet angeieben werden, weil der Arbeitgeber im GeichäitSinlercffc den Lehrling im Geschärt dringend brauchte. DoS wurde eine Verletzung der Pflichten deS Lehrherrn gegenüber dem Lehrling bedemen.— Deshalb fei die Vorentscheidung aufzubeben und die Sacke zu anderweiler Eni- ickeidung an das Landgericht zurückzuverwcffen. Vcriiiilwortlich für Politik: Hcrma»» Müller, Temvelhof: für den übrigen Teil d. Blattes Alfred Scholz, Reuköllu: für Inserate: To. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Luchdruckcrci u. VerlagSanftalt Paul Singer& Co- Berlin SW. Hierzu 1'Beilage und UnterhaltnugSblatt. Es Hilst Ihnen nichts, sich gegen Augengläser zu sträuben, sobald Ihre Äugen nachlaffen. Sie schaden sich nur selbst, leisten schlechtere Arbeit, werden schneller müde und leiden schließlich rnr Kopfweh und Nervosität, für die Sie allerlei Gründe suckln, und vergeblich allerlei einnehmen. Greifen Sie sobald als möglich zu Smroseop- gläsern, sie werden Ihnen wohl tuen. Aber wenn sie drum wieder aibeilen können, als wäre» Sie 19 Fahre jünger und wenn Ihre Augen klar und ruhig dreinschauen und Ihre Gesichtszüge jenen nervösen abgeiponnten Ausdruck verlieren und Kopf- weh Ihnen fern bleibt, dann werden Sie sagen, wie so viele vor Ihnen: Oer Rai war gui! Kommen Sie also vertrauensvoll zu un« und geben Sie nn» bald Gelegenheit Ihnen zu zeigen, wie wir Ihnen helfen können. Asftenlo» prüfen wir Augen und S.hkraft mit Sorgfalt und garantieren für paffende Gläser sowie für Haltbarkeit oller Fassungen von 4.39 M. an Dafür erhalten Sie bei uns schon einen guten Gold-Doublb-Kneiser lohne Gläser) und dazu noch ein Fahr Garantie, d h..so lange alle Reparaturen mnionst", selbst wenn die Fassung durch Ihre Schuld zerbrochen wird. Rur für Hornteile. Schildpatt und für zerbrochene Gläser haben Sie zu zahlen. Ein Paar stark gewölbte, punktuell abbildend« Kontorik-Gläser kosten nur 3 M das Paar. aus Sanoscop-Gla» 3 M. Stnd's die Äußert, Och' ju Ruhnke! Mimersdorf: verlwer Str. IZZ.j _«*>- Uhiand-Tw. Fnidenau: Lhciu-Stc 18,«, gtetttSSei Der»at, Optiker Rvil\nke CJlra Alexander-Platz neben«(«bingce. WCelpjlget Sit. 113, NW Friedrich- Str. 130, Eharlotteuburg. •holer Str. 2, ««»-h-S-t 8»». Spittetmartt, tat Ici-Jfc CO Oraaien-Slt. 44, •Jw« nabe Otsnien« jyj Chaussec-Str. 72. Iaoalideu-Str. 164. Ecke Neu: Schonevers Hanpt-Ktr. 2t am Kaifer-wilh.-P ah *• 53 3i M\m iltg Jomiürtö" Mm VolksblM. lmw N M7 U w»Mi« Wlftnii dn Der Weltkrieg hat, wie alle Völker, so auch daS unsere vor ungeheure Entscheidungen gestellt? Wenn die deutsche Sozialdemokratie seit Beginn dieses furchtbaren VölkerringeuS für einen friede« kämpft, der mit einem menschenwikdigen Dasein der schaffenden Massen vereinbar ist. so erfüllt sie damit nur den erste« Teil ihrer unendlich schweren Aufgabe. Ein zweiter steht ihr noch bevor. DaL ist der Kampf um da» gleiche Recht für alle und um eine tiefgreifende Reugestaltung unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die den Jntereffen der Arbeit entspricht. Sowie der Krieg kein Ende nehmen kann, solange nicht in allen Ländern daS sozialistische Fried eosprogramm eines gerechten Ausgleichs zwischen den Völkern Aufnahme findet, so werden auch die namenlosen Verwüstungen deS Krieges nicht gutgemacht werden können ohne die Durchführung deS sozialistischen WirtschaftSprogrammS. Einem Volk, das solche Opfer getragen hat, wie das deutsche Volk, kann und darf die volle staatsbürgerliche Freiheit«ud Gleichberechtigung nicht vorenthalten werden! Ein Wirt- schaftssystem, deffen Folgeerscheinung der scheustliche Kriegswncher ist. hat sich selbst gerichtet Aber die greifbarste Wahrheit führt noch nicht zu befreiender Tat. wenn sich wichtige Iutereffe« ihr entgegenstellen. Die Widerstände, die die Sozialdemokratie auf ihrem Wege zu überwinden haben wird, können fo leicht nicht überschätzt werden. Nur freudige Unterstützung der sozialdemokratischen Arbeit durch gewaltig« Bolksmasse«, nur der Ausbau und Wieder- aufbau einer große« gefchloffeue« Organifatiou der Partei kann zum Ziele führen! Dar::« richten wir an Euch, Frauen und Männer den Ruf, Euch uuserer Organisation, der Groß-Berliner Organisation der Gesamtpartei anzuschließe«. Mit dem Eintritt in unsere Gemeinschaft, mit der Teilnahme an unserer AufllärungS- arbeit, unseren Kämpfen, betretet Ihr den Weg. der Euch von einem stumpfen Untertanen- dasein zu einem höheren Menschentum führt. Tausend« und aber Tausende gibt eS. die mit den Zielen der Sozialdemokratie innerlich übereinstimmen, aber doch noch nicht die Entschlußkraft gewonnen haben, sich der Partei anzuschließen. Sie alle sollten eS jetzt als ihre Ehreupflicht betrachten, alle kleinlichen Rück- sichten fallen zu lassen und sich mit Stolz als Mitglieder unserer Partei zu bekennen! Wenn von gegnerischer Seite in Friedenszeiten««geheure Samute« aus Verhältnis- mäßig wenigen Taschen zu unserer Bekämpfung aufgebracht werden, so müssen wir es mit dem Grundsatz hallen:„Viele Wenig machen ein Viel". Der niedrig bemessene Parteibeitrag (40 Pf. monatlich für Parteigenossen, 20 Pf. monatlich für Parteigenossinnen) kann nur dann ein ausreichendes Gegengewicht gegen die überreichlichen Mittel der anderen werden, wenn sich sehr viele an dem AlLbau mitbeteiligen. Aber das schaffende Volk muß über eine große und leistungsfähige Organisation verfügen, wenn es nicht nach diesem furchtbaren Kriege besser organisierten und zahlungsfähigeren Mächten erliegen soll. Denkt an die, die in Rot und Gefahr draußen stehen, Eure Gatten, Brüder, Söhne! Sie haben ein Recht, von Euch zu ver- laugen, daß Ihr daheim die Zett benutzt, um für ein freieres, besseres Deutschland die Grundlagen zu schaffen! Das könnt Ihr durch Euren Beittitt zur sozialdemokratischen Partei! Mitglied der Partei kann jeder werden, der mit uns für die Volksfreiheit und Sozia- liSmuS zn kämpfen bereit ist. Wir wollen, daß die schaffende Arbeit allcS gelten soll und der tote Besitz nichts. Nicht wer durch fremde Arbeit reich geworden ist, sondern wer die Gesamtheit durch seine körperliche und geistige Arbeit bereichert, der verdient Lohn und Anerkennung! Darum sind wir Gegner deS Kapitalismus, Sozialisten! Wir verlangen auch kein Bekenntnis zu einer bestimmten„Richtung" innerhalb der Partei, sondern jedem Mitglied ist seine Meinungsfreiheit verbürgt. Unentbehrlich ist aber einer kämpfenden Partei die demokratische Beachtung von Mehrheitsbeschlüssen, die Eiuhät des HavdeluS, die iuuere Geschlossenheit der Organisation. Darum haben wir uns von denen trennen müssen, die glaubten, diese notwendigen Grundsätze einer demokratischen Partei mißachten zu dürfen. Wir bekämpfen jedes Sektierertum, jede Sonderbündelei. In der Einheit der Bewegung liegt ihre Kraft. Schädliche Zersplitterungebestrebungen werden desto rascher ihre Wirkung verlieren je deutlicher sich herausstellt, daß die Massr deS werllätigen Volkes fest zur Fahne der sozialdemokratische« Gesamtpartei steht! In inneren Kämpfen ist die Partei groß geworden, schon einmal— um 1870— hat sie eine Spaltung erlebt. Aber sie hat diese Krisen überstanden und hatte vor dem Kriege, eine Höhe erreicht, die ihr die Nähe ihres Sieges verkündigte. Soll es heißen: Zerfall? Stillstand? Rückschritt? Nein! Vorwärts und festes Zusammenhalten- das fei die Losung! Tretet ein! Werdet die Unseren! Zahlstellen der Parteiorganisation Grost-Serlins: Ausschneiden! I. KreiS. Glane. Saftwirt, fiornmanbcniett- ftrafee 88. ». Kreis. Hermona Arth», Zietenstr.«b. »Inaalt vraadeabaea- Chmtotten- hiafe« 17. Heinrich Hanerwever. Rarizriilen- (traüe 13. «eorg AelSmnn«. Linden str. 3. »uaaft Kenfne», Hagelb ergerftr SO«. Heinrich Schröder,» 54. Neinhotd«Shwchen. Srenzderg. frrotze 12. Karl Schützer. Chamifloptatz t. «nftan Schmidt, Bärwald tzr. 42. V. irvtSnewsti, Prinzenftr. HO. 9. Kreis. Fetsmanu. Linden str 2, Zigarre«. geschält. Fifa er, LcdManftr. öS, Zigarren- geschält. Radle, Saflwtri, Weue Aatobltr. 1. Lange., ASpenIcker Str. 47. Schokow,. Ltallschreidertzr S. tuet,*«, Dreüdeuer Str. 17, Zi- garrengeschösr Sri«, Prinzenstr. Zt..Vorwärts Svcdition. Gabron. Gastwirt, Eimeonstr. lS. Alle Mitglieder der Berliner Parteiorganisation zahlen ihre Beiträge: 4. Kreis. Saal vöb«. Lautzder Platz 14/15. »BorwärtS'-Speditw». H. Gniard. ZSrangelstr. 06. Ctio SetSler. Slalltzer Str. SS, Gastwirt. «striftta» Schalle. Aanteuffelstr. 77. Gastwüt. H. Schlay. Mrangeltzr. 61, Gastwirt. Vaat Wcifter.. SS.. H. Dong. Loufitzerstr. 40., Ar. Schltea», SImplonstr. 37. Gülzow, Dirschauer Str. 17, Zi» garrengeschäst. R. Gerhardt, Stralauer Allee 23. Max Stnappe, Me« stein er Str. SS. «Ud. Bogel, Hnselandftr. 14. Soft- Wirt. «ag. Svaanemaaa, Pastearstr. 30, Iigarreugeschäst. »ort«»ha, Schreiner str. 58, Gast- Karl Gchroder. Rigaer Str. 100. «.«liagler. Kochhannstr. tS. Max Sätzen. Barnimftr. 35. Alban»SeUer, PerfiuSstr. t. Aran�«öppel, Z70. Mchwgf'.l. 27 er). 5. Kreis. H.«bäte. Gastwirt, Greif« Wald« Strotze 10». AMa»er. Gastwirt. Tbrttzdurg« Str.9. Röener.. �mmanuelkirch' »ratze 2». Hahr, Mulackstr. IS. ?raa Wöllstein. Lietzmmmstr. 5. abntsch. Ackerfü. l7t(.Vorwärts'- Zdcdilici»). Bichert. Gastwirt. Ltntenstr. ISS. Wiese, Martenstr. 20 IV. 6. Kreis. «. Barg. Gastwirt. Prenzlauer «See IM). P. Schmidt, Tchinhaus« Allee 57. W. Goldschmidt. Gaslwirt.Stolpische Stratze 36. G. Hotzwaaa. Gastwirt, Swine. munder Stratze 47. P. Sobrohlaw. Gastwirt, Swine. Münder Siratze lt. Alb. Wolgast, Sattste. S l.vor- wärtS'-Spedition). V. Renter. Gastwirt, Biitensir. 29». tt.«etiler,«iclefstr. 23, I Hönisch. Müllerstr. 34»(.Bor- warts'-Spedition). G. Ztznchö, Gaslwiit, Seddloaftr. 5. grin Stöffter, Gallwirt, Paikstr. 65. . Raienberg.«aslwiri. Zennttr.Sl. R. Abraham, Gastwirt. Nordus« 10. Münte. Z riflstr, 63, Restaurant. Int. Sachse. Lwdow« Str. 30, Restanrant. «Uh.«öiher. Saldktr. 3t. Reftanr. «ort Mar«..Vorwärlz'-Spedttton, Greisenhagener Str. 22. Wilhelm Blessin, Stargard« Str. 8. Hermann Allcher. Bastianftiatze. -Borwärw".Spedition. TeUow-Becskow. �chlwi-al»»». AahanneS Meyer- tzotn, Biamarckstr. 82. Aaiin,»ekale«rrva-. Wittel« Gebe, Gastwirt, vamnichulenftr. 14; 8riba Geriich. Behrmgftr. 48; . Rhu eck. ftieffjaUflr. IbO. Bohnadorf. Emil Hamann. Prioatstr. 14. Bwlta. Wilhelm Butenschön. RungiuSstr. 27 b. vdwLivttwni»«-». Mo» Kley, Rosinenstr. 4. Neubau IV; Anguft Gebert, Rofineaslr. 3. vorn I; Johann Schneider. Rostnenitr. 4, «estenst. IV: Otto Renman«, stönigtn.Elisaoettz.Ktrk«; Richard Breczang. Sickingenstr. 51, 1.>tw- sang. Uierltratze; Max Brill. «nesebeckstr. 2; grau Anna Hoppe, aemmeringflr. 22; Frau Hedwig Kaste. Rostnenstr. 4. Neubau. C4tp«nlolc, Rudolf Krüger. Müggelheim« Etr. 32; Otto Hoeoe. Kaifer-Wilhelm-Str. 103. Mover tllamrowsti. Rönnebergstr. 4; Ferdinand Pasche. Schwalbacher Str. 2. Hern». Rippe, Htndenburgbamm To» L Lankwita. Paul Lampke, Thar- totienilr. 50 7. »»rienckvrl. Richard Stern, Stret itzstr. 8. RQvkvIli,. ftarwig. Seichsei- stratze 68; Schüd. Swttgart« Stratze 15; Glöge. Lenaustt. 18; «echter,«nesebechtr. 67; Gauger. Donaustr. 26; Scheich, Töllniiche« Us« 73; Bartsch. Köllnilche« Ujei 32; Pfanutnch. H«manu. stratze 174; Brinkmann, Nogat- stratze 5:»istel. Samwrstr. 15; Schmidt. Boddwitr. 43; Bogt. Warthestr.öS; Howald. Böhmische- stratze 47; Krau Lietich. Wilden« bruchstr.8öi8si Bock. Ttclnmctzstr.KY; Jacob», Deichselstr. S, Ausg. 10. Wowawea. Adolf. Richter, WÜhelmstr. 41-43. vokititsdei-a;. Kazer, Berchteg« gaben er Str. 22/22; vröcker, Merleburger Str. 4; tfranfr. Meining« Str. 9; Geist. Sta- bürg« Stt. 12; Henket. Meining« Str. 8; Meissner. Soburgu Ltr.ö; Folger, �ysthäui« Stratze lS; Schneckenhaus. Goltzilr.li; Plus» tat. Hahenstaustenstr. 64;«iönmler.t .'.lidmttger Strohe 9; Brock. Bahnitt. 18; Waudke, Bahnftt. 2Si Zettlih. Dedanftr. 60; Zioinol, CheruSlerstratzr I; Roientha». Gustao-Freytag- Stratze, Ecke Frch- Reuter-Str.; Rathmanu, Tempel- hoser Stt. 18; Sbomoe, Wstbekin. .(dauss-Str. 8: Krause. BcgaSlt» 1: Frl. Wachenhetm, Notzittatze 2; Stüter. EbcrSftr. 70; Mit da. Rollendorsstr. 16. «te-ulitr-. Gustav Ast«««,; Dunpcistr. 7. Vemipelliok. Gustav Naumann. Krieorich-Silhelm-Str. 94 I. '»«ptav. Robert Gramenz. Zig-rrrengeichäst. ikieshalzftr. 419; Wtihat« Sem«,(öraetzit«. 5L Wilmi'redork. Paul Goldberg. Ublanditt. 97. SEehlend«rf. Karl vanaw. Mitteittt. 11. B«»»«». Otto Garn, Stuben- rauchirr. 25. Aufbewahren! Nicderbarnim. Bacbhola, A> Tomnick, Päse. wall« Stt. 109. FlehtemiMi. Max Satia«. Mottlestr 14. �«-«daradara tQ»t1,«r.i»ri). Havert A rener. Platanenltt. 2. Vi-üechrlvkakme««. Richard KSckeritz. Siulstr. 3. N«»i,..»lv«oi>d»pl.«. Weitzel, Oranienbmg« Str. 118. Iio»r lattarat. A. Baumeister. FürstenbergalleeL;«.Heitmann» Weleier Str. 2. Kauiiidorf(Osthahn). Marie Buchmanu. Stövestr. 8. Idohk«nhora;. Richard Peter- ' Hansel. Wühllschitt. 12/13 I;©uff. arrtuf«, Riliergulitt.LS Ir Daniel BSrcket. Ritttrautstt. 23 U; Aug. Rleeman«. GrstphniSstr. 13 l; Gustav SMdzteö. Snarrpronre- nade 3. Seileng. Part.; Paul ' Fetisch, Hgmontstr. 4, Aufgang l. 3 Tr.; Aldtu Reichelt. Grün- bergcr Stt. 14 III; Wilhelm Juiel, GrhphtnSstr. 26/27 l; Alfred Riedel. Margarethen- stratze 26 IN; Scheibeahn der, »eue Bah ihojstr. 1 iV. Sfablsdort. August»iefe, Grunowstt. 17. 37tederaehanhan«eii. Mar Bietb. TreStowftr. 52; F.«ed. Rarlhaitt. 10. OhsrsohffiiSrrcld«. Retnh. «trüger. Heimbottzitt. 20. Paakom. F. Jahn. Mendelllr.öv. Belniekendorf• Ost.»arl Schönberg. Refidenzitr. 66; P. Gursch. P/ooinzstr. 56. OSliiInkeiidonk-VVoat. Gnst. Riecke. Schornweberstt. 126. rvelllvas«�. selb. Sauvnianu, Lichtenberg« Str. 11; Ludw. Hadapp, Eörthstr. 0. I« alle« Zahlstelle«: Ne«attf«ahmeu von Mitglieder«.- Umtausch der alte« Köcher und Annahme von Beiträgen. Alionuements auf de«„KorwSrts". Reichstag« Sl. Sitzung vom Donnerstag, den 22. Februar, nachmittags 3 Uhr. Am BundeZratStisch Dr. Helfferich Roedern. Zimmermann. Präsident Dr. Äacmvf begrüßt die Abgeordneten und entbietet auch dankbaren und bewundernden Gruß dem Heer und der Flotte sowie ihren genialen Führern und serner dem ganzen Volke, da» wie nie zuvor an der Arbeit ist. trotz aller Schwierigkeiten für die Freiheit und Unabhängigkeit unsere? Vaterlandes zu arbeiten. lBravo!) Präsident Dr. Kacmpf gedenkt dann de? seit dem letzte» Zu 'ammensein des Reichstags verstorbenen Abg. Roland-Lücke und des am 5. Januar aus dem Schlachtfelde gefallenen Abg. von N e d i n g sDeutiche Fraktion�. Das HauS ehrt das Andenken der Verstorbenen durch Erheben von den Plätzen. Der Präsident begrüßt dann noch besonders den Abg. Fürst R a d z i w i l l. der nach mehr als anderthalbjähriger I n t e r- u i e r u n g aus Rußland zurückgekehrt ist. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung eines Gesetzentwurfs betreffend Einberufung von Hilfsrichter» zum Reichsmilitärgericht. Ministerialdirektor Lewald begründet die Borlage mit der durch den Krieg verursachten großen Belastung des ReichSmilitär- gerichts. Abg. Stadthagen tS. A.): Man muß doch den Ursachen der Ueberlastung de» Reichs- Militärgerichts nachgehen, gegen die hier eine der Zahl und der Zeit nach unbegrenzte Vermehrung der Richter gefordert wird. Am 7. April 1916 ersuchte der ReichZtag den Reichskanzler. schleunigst eine Vorlage um Herabsetzung der Mindeststrasen nach dem Militärstrafgesetzbuch zu machen. Wäre dies geschehen, so wäre schon längst eine Entlastung deZ RelchsmilitärgerichtS ein- getreten. Die Begründung des Entwurfs sagt:.Die Mehrbe- lastung deS Gerichtshofes wird sich gerade in de» nächsten Monaten besonders fühlbar machen". Das Hingt ganz so. als ob geplant ist, das Belagerungsgesetz iu verstärktem Umfange anzuwenden.(Hört, hört! b. d. Soz. A.) DeZ- halb ist eS notwendig zu erwägen, ob nicht dl« Beschwerdeinstanzen gegen die Eingriffe durch daS Aelagerungsgesetz zu erweitern find Doppelt notwendig ist dieses angesichts der Unterdrückungen von Zeitungen, der Unterdrückungen der Preßfreiheit, der Eingriffe in die Wahlfreihoit. wie sie im Kreise PotZdam-Osthavettand geschehen sind, wo den Wählern des Kandidaten Mehring daS Per- sammlungsrecht beschränkt worden ist. Ein sehr gutes Mittel, zur Entlastung der Gerichte beizutragen, wäre, die persönliche Verant- wortung der einzelnen Beamten für ihre Handlungen einzuführen. /Sehr wahr! b. d. Soz. A.) Ter Notwendigkeit, im Augen- blick einige Hilfsrichter zu ernennen, verschließen wir uns nicht. Aber der Zeitpunkt ihrer Funktion und ihr« Zahl muß beschränkt sein. Sie müssen in einer Kommission festgestellt werden, an die wir das Gesetz zu verweisen beantragen. Abg. Landsberg(Soz.): Die Erhebung unnötiger Anklagen ist gewiß nicht Wünschens- wert. ES leuchtet uns aber ein. daß daS Gesetz vom 4. De- z e m b e r zu einer gewaltigen Steigerung der Sachen beim Reichs- Militärgericht führen mutzte. Zu ihrer Bewältigung kann die für die Friedenszeit vorgesehene Zahl von Richtern nicht ausreichen. Das Gesetz bringt daher einen kleinen Fortschritt und meine Freunde würden bereit gewesen sein,«s heute bereits zu verabschieden. Da jedoch Kommissionsberatung bean- iragt ist, werden wir diesem Antrage zustimmeil. Abg. Dave(Vp.): Die bessernde Hand au daS Gesetz vom t. Dezember ist bei der Beratung des Justizetats anzulegen. Fetzt wollen wir den kleinen Fortschritt, de» der vorliegend« Entwurf bringt, nicht durch eine KommissionSberatung verzögern. Abg. Mertiu(Deutsche Fr.): Auch meine Freunde halten eine Kommissonsberatung nicht für erforderlich. Abg. Fchrenbach(Z.): Die Schwierigkeiten einer Reform des Militärstrafgesetzbuches berkenneri wir nicht. Sie ist aber außerordentlich dringlich. ES ist geradezu ein Jammer, wenn man sieht, wie die Gerichte das Recht beuge« und noch beuge» müsse».»« über die entsetzlichen Mindeft« strafen deS MilitSrftrafgesetzbncheS hinwegzukommen. Eine große Belastung deS Reichsmilitärgerichts ergibt sich auch durch die Art. wie das Schutzhof taesetz von den unters» Behörden geHand- habt wird. Wenn ein Gouverneur nach dem Gesetz überhaupt nicht fragt, so muß auch ihm der militärische Gehorsam gegen die Anordnungen der höchsten militärischen Oberbefehlshaber bei- gebracht werden.(Lebhafte Zustimmung.) An sich wäre es nicht ungeeignet, diese Dinge in einer Kommisi u zu bsspreche». Aber das vorliegende Gesetz ist klar, absolut nonvendia und muß rasch erledigt werden. Auf die angedeuteten Dinge behalte ich mir vor. beim Justizetat einzugehen. Der Antrag auf KommiffionSberatung wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Soz. Arbeitsgemeinschaft a b. gelehnt. � Ein von allen Parteien eingebrachter Antrag»Zur Borbe» ratung der Ernährungsfragen" einen Ausschuß von 23 Mitgliedern einzusetzen, wird debatteloZ angenommen. Die Tagesordnung ist erledigt. Schluß der Sitzung: 41/« Uhr. Nächste Sitzung: Freitag. 1 Uhr. pünktlich.(Kleine«nftagen. erste Lesung des Etats und der Kriegssteuern.) Abgeordnetenhaus. 64. Sitzung. Donnerstag, den 22. Februar, mittags 12 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Sydow. Die zweite Lesung de» Haushalt» wird beim Ministerium für Handel und Gewerb« fortgefetzt mit der Besprechung der MittelstandSfragen. Abg. Dr. Boenisch($.) verlangt planmäßige Hcranzl.chung deS Handwerks zu den Äriogslieferungen. D Abg. Dr. Rewaldt(fl.): Um der vorzubeugen, müssen wir de» Mittelstand______.. Parole eines Teils der Sozialdemokratie, daß nach dem Kriege alles wieder auf den früheren Stand kommen müßte, hat gestern schon der Abg. Bell vom Zentrum abgetan. Antwerpen in der Sand Englands werde die Erdrosselung Deutschlands bedeuten. (Vizepräsident Dr. Pvrsch fordert den Redner auf. nur zum Gegen- stand der Tagesordnung zu reden.) Redner spricht dann über über Kroditfragen des.Handwerks.. �..T. Abg. Haase(Vp.) führt Beschwerde über mangelhaste Beteiligung der Handwerker an Hcereslieftrungen. Man sollte die Aufträge in kleine Lose verteilen; aber vielfach wird ein Groß. unternchmer bevorzugt, weil es der vergebenden Militärbehörde bequemer ist. An der Beschaffung der Rohmaterialien ist auch das Handwerk sehr interesfiert. daher gehören auch seine Vertreter in den betreffenden Beirat.(Sehr richtig!) Man möge dem Hand- werk den Weg freimachen, damit eS beweisen kann, daß eS durch das Kriegshandwerk das Fried enShandwerk nicht verlernt hat. (Beifall links.)...«a, Em RegierungSkommisfar geht auf einige Einzel- beschwerden des Vorredners ein. Ist, letzter Zeit seien fast gar keine Beschwerden in der von dem Vorredner erwähnten Art mehr an das Ministerium gekourwen. Abg. Leinert(Soz.): Das Handwerk ist mit Recht auf den Weg der Selbsthilfe verwiesen worden. An Organisationen fehlt es ihm nicht, eS ist fogar überorganisiert, verorganisiert. Neuerdings sind nun die Lieferung sverbände gegründet, durch die ein Heranziehen von Handwerksmeistern zu den Kriegslieferungen möglich geworden ist. Einem ähnlichen Zweck dienen die Vennittlungszentralen der Klein- und Mittelbetriebe. All diese Gründungen sind Versuche, den Kampf der Kleinbetriebe gegen dir Großbetriebe zu fübren. Das ist natürlich nur bis zu gewissen Grenzen möglich, darüber mögen sich das Handwerk und die Kleinbetriebe nicht täuschen. Der Zweck solcher Lieferungsverbände und der Vermittlungszentralen geht dahin, preisverteuernde Zwischengewinne- aus- zuschalten, das ist also dasselbe Prinzip wie es den Konsumvereinen zugrunde liegt. Die vielen Kleinbetriebe, die während des Krieges zu existieren aufgehört haben, werden auch nach dem Kriege nicht wieder erstehen können. Der Kleinbetrieb der Handwerker wird von innen ausgehöhlt durch die Erfindung immer neuer Maschinen. Auch die Stillegung von Betrieben durch das Hilssdienstgeseb wirkt in der Richtung des Verschwindens der Kleinbetriebe. Auch die Kredit- beschaffung kann da nicht viel helfen. Die Hoffnung des Hand- Werks auf all diese Hilfsmittel wird viel Enttäuschung erfahren. Die Entwicklung zum Großbetrieb läßt sich eben nicht aushalten. Die Lehrltngsfrage ist natürlich sehr wichtig. In Berlin ist die Zahl der Lehrlinge in kurzer Zeit von 4l 666 auf 7000 zurückgegangen; die meisten jungen Leute gehen heute in die Munition?- industrie. In der Lehrlingsfrage bat sogar Herr Hammer im Kriege umgelernt.(Hört hört!— Heiterkeit links.) Er ist jetzt auch dafür, daß der Fortbildungsunterricht der Haudwerkslehrlinge in den Tagesstunden stattfinden mutz. In der Tat ist eine bessere fachlicke Ausbildung dieser Lehrlinge dringend notwendig. Di« Ausbildung beim Meister selbst schafft dem Handwerk vor allem billige und willige Arbeitskräfte. Natürlich ist die praktische AuZ Lildung notwendig, aber Hand in Hand damit muß die t h e o r e tische Fachausbildung geben. Daher ist es Aufgabe des Staates, kür die theoretische Weiterbildung dieser jungen Leute zu sorgen. sie müssen zu allen technischen schulen, auch den höheren, zu- gelassen sein, wenn das Wort wahr werden soll: Dem Tüchtigen freie Bahn!(Sehr gut!)— Herr Hammer behauptete, der deutsche Konsument wird nicht ausgebeutet, weder vom Produzenten, noch vom Händler. Herr Hammer scheint von den Verordnungen gegen übermäßige Preisteuerung usw. nichts gehört zu haben. Im Gegenteil muß ich leider feststellen, daß der Wucher sich immer schamloser bemerkbar macht. (Sehr wahr? bei den Sozialdemokraten.) Ich erwarte, daß die Behörden trotz der Ausführungen des Herrn Hammer, der sogar von„2B u ch e r- P s y ch o s e" sprach, sich von der scharfen Be» kämpfung des Wuchers nicht abbringen lassen werden.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.)— Wenn Herr Hammer sich für die Wirtschaftsfriedlichen einsetzt, geht er auch von der falschen Bor« aussetzung aus, als seien dies Arbeiterorganisationen. Es find in der Tat Organisationen der Unternehmer, in die die Arbeiter hineingebracht worden sind, um den Unternebmerinteressen zu dienen.(Sehr wahr? bei den Sozialdemokraten.) Herr Rewoldi bezeichnete den Hafen von Antwerpen als unbedingt not- .wendig für Deutschland. Wie gestern Herr Fuhrmann die franzö- fische Minette für die Großindustrie, so verlangte Herr Rewoldi heut« Belgien für das Handwerk. Ich stelle fest, daß die deutsche Reichsregierung sich niemals für eine Annexüm. Selstens erklärt hat. Und als in der Kommisston des Abgeordnetenhauses auch von der Notwendigkeit gesprochen wurde, Antwerpen für Teutschland zu behalten, erwiderte ein Vertreter der Regierung, daß dagegen wohl deutsch e/H afenstädte. wie Emden. Bremen und Ham- bürg, den allergrößten Einspruch erheben würden. Unsere Haltung in der auswärtigen Politik ist durchaus begründet. Gegen die Herabdrückung Deutschlands auf die Zeit vor 1876 werde» auch wir unS unter alle« Umständen wehren. Aber wenn Herr Rewoldt meinte, es bedeute den Unter- gang Deutschlands, wenn es auf den Stand vor 1914 wieder komme, so standen damit in Widerspruch seine Ausführungen über die ungeheure wirtschaftliche Eutwickelung Deutschlands in der Zeit bis zum Kriege. Wenn wir uns gegen die ungeheure Ueber- macht Englands auf den Stand von 1914 behaupten, so bedeutet das ei» Sieg Deutschlands. Wenn England sein Ziel, die Zer- schmetterung Deutschlands, nicht erreicht, dann hat England diesen Krieg verloren.(Sehr richtig! links.) In der Rote der Regierung an die Neutralen hieß eS sehr richtig: Das deutsche KriegSziel der Verteidigung des Vaterlandes ist erreicht. Deutschland hat sich auch bereiterklärt, an einer starken Gemein- schaft mitzuarbeiten, die der Wohlfahrt der ganzen Welt dienen soll. Dann dürfen aber keine Kulturnationcn vergewaltigt werden. Die Hegemonie Deutschlands iu Europa, die Herr Rewoldt offenbar will, ist unvereinbar mit der Gleichberechtigung a�ller K u ltur n at ion e n. die wir vertreten, im Einverständ- niS mit der großen Mehrheit des deutschen Volkes.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ein Schlußantrag wird angenommen. Abg. StrSbel(Soz. Abg.)(zur Geschäftsordnung): Ihr Schluß. antrug beweist, daß Sie die Stimme der Besonnenheit und der Wahrheit nicht hören wollen.(Heiterkeit.) Dies Verfahren einer Minderheit gegenüber ist höchst unlogisch.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Die Fraktion des neu orientierten Sozialismus hat hier zu allen Fragen sprechen können. Ich mißgönne ihr das Vergnügen nicht, aber mit welchem Recht schneiden Sie uns das Wort ich. die wir der Zahl und dem Gewicht der hinter uns stehenden Stimmenmacht mindestens daß gleiche Recht zu bean- spruchen haben.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Abg. Hammer(t) bestreitet, über die Fortbildungsschulen jetzt «ine andere Auffassung zu haben als früher, und betont, daß er der schärsste Gegner des Wuchers sei; mit der Psychose habe er nur die Anzrigewnt de« Publikum? gemeint. Der Etat wird bewilligt. Tic Anträge der Kommission werden ««genommen. Ebenso wird ohne Erörterung der Etat der Verwaltung der indirekten Steuern angenommen. ES folgt der Etat der direkten Steuern. Abg. Dr. Brrdt(1) erörtert die Frage der Beibehaltung der Sieucrzuschläge. Abg. Graf v. d. Grocbcn(k.): Notwendig ist eine Reform der Einkommensteuergesetze in der Richtung, daß die Summen, die sich jetzt der Einkommensteuer noch zu entziehen wissen, erfaßt werden. Einer Junggescllensteuer stehen wir wie der Finanzminiswr nicht ablehnend gegenüber. Unsere Landräte sind steuerlich durchaus genügend vorgebildet. Die neuen Roichsjteuern dürfen nicht zu einer Aushöhlung der preu- ßischen Steuern sühren. Das Gerede von Bermögenskon- fiSkationen zur Deckung der Reichsschulden halte ich für sehr ge- fährlich.(Sehr richtig! recht».) Abg. Dr. Levh(tt-itl): Wir erwarten die Regelung der Frage der Steuerzuschläge spätestens nach dem Kriege. Das Hauptgewicht legen wir auf gleich- mäßige und gerechte Veranlagung. Die ist aber bis heute infolge der Ueberlastung der Landräte unmöglich.(Sehr richtig! links.) Wir brauchen unbedingt technisch vorgebildete hauptamtliche Ver- anlagungskommissare. Wg. Hirsch(Zoz.): ES ist in der Debatte wieder der Standpunkt vertreten worden, daß den Einzelstaaten die direkte Besteuerung vorbehalten bleiben müsse. Eine zu hohe Besteuerung der Einkommen, sagt man. könute dahin fuhren, daß vre Steuerzahler keine Kapitalie» in wer» � benden Unternehmungen mehr anlegen. Meine Freunde- haben sich vör dem Kriege vor allem gegen alle iudirekten Steuern, die die Lebenshaltung der Minderbemittelten belasten, gewandt und haben keinen Anlaß, davon' abzugehen. Andererseits- haben wir natürlich niemanls verlangt, daß die Einkommen so hoch be- steuert werden sollen, daß überhaupt jeder Anreiz, sie in werbenden Unternehmungen anzulegen, v e r s ch w i n d e t. Eine solche Be- steuerung würde, im GegenwartSstaat jedenfalls zweifellos auch die Arbeiterschaft erhebliäi schädigen. Durch den Krieg haben sich die Verhältnisse in der steuerlichen Belastung der verschiedenen Schichten gegen früher verschoben. Wenn die Zahl der unteren Zensiten sich im Kriege erheblich vermehrt hat, so deshalb, weil die Arbeiter, denen es vergönnt war, zu Hause zu bleiben, erheblich höhere Einnahmen vielfach erzielt haben als vorher. Aber man darf nicht vergessen, daß das Ausnahmezustände sind. Ich warne also davor, daraus irgend welche Schlüsse für die Zukunft ZU ziehen. Für eine bestimmte Abgrenzung der Besteuerung sei- tens der Einzelstaaten und des ReÄs sind auch meine Freunde. Es fragt sich nur, wie das gemeint ist. Soll damit gemeint sein. daß das Reich kein« direkten Steuern mehr erheben soll, sondern nur indirekte, dann müßten wir den schärfsten Protest da- gegen erheben.(Sehr wahr! b. d. Sozialdemokraten.) Das würde bedeuten, daß die ungeheuren Leisten, die das Reich nach dem Kriege zu tragen haben wird, in der Hauptsache den Minderbemittelten auferlegt werden.(Sehr richtig! b. d. Sozialdemokraten.) In Preußen ist. eine organische Reform der StaatSsteuergesetze und auch des Kommunalabgaben- gesetzes notwendig. Sie ist für die Zeit unmittelbar nach dem Kriege angekündigt; unsere Wünsche dazu haben wir oft genug geäußert. Vor allem verlangen wir weitere Ausdehnung des Kinderprivilegs. Ueber die Frage der Junggesellensteuer können� wir uns unterhalten, wenn ein solcher Vorschlag kommt. Grundsätzliche Bedenken dagegen sind kaum geltend zu machen. Nach wie vor fordern wir natürlich Beseitigung der Ausnahme- bestimmnng gegen die Arbeiter, die darin lieg:, daß die Arbeit- m e n S g r e n z e. Bei der kolossalen Entwertung des Geldes ist die bisherig« Grenze von 900 Mark nicht mehr zeitgemäß.(Sehr wahr! b. d. Sozialdemokraten.) Was die Sieuerzuschläge anlangt. so hat sich herausgestellt, daß der Finanzminister im vorigen Jahre reichlich viel verlangt hat. trotzdem hat er wieder nur dieielben 500 Millionen Einkommensteuer in den Etat eingestellt. Er ver- weist auf die vermehrten Einziehungen und die Stillegungen von Betrieben. Aber auf der anderen Seite werden auch immer mehr KriegSgewinne gemacht, das wird sich sicher aus- gleichen und wenn die 500 Milkionen wieder weit über- schritten werden, werden wir im nächsten Jabre zu prüfen haben, ob wir die Steuerzuschläge noch weiter bewilligen wollen. Wir hakten das System der Luotisterung für das beste. Die An- stcllung hauptamtlicher Steuerkommissare halte ich mit Herrn Levh für dringend notwendig. Hätten wir solche bereits vor�dem Kriege überall gehabt, so hätten wir auch ohne Steuerzu- schlage dasselbe günstige Ergebnis bekommen können.(Sehr richtig! links.) Ten Gedanken, einen erheblichen Teil deS Bermögeus' zu konfisziert», um die Kriegsschulden zu decken, halten wir für durchaus diSku- tabel. Oder sollen etwa die ganzen Losten auf die werktätige Be- völkcrung abgewälzt werden. Gegenüber den Ausführungen des Abg. v. d. Groebcn weise ich darauf hin, daß Professor v. Gerlach sich nickt nur gegen zu hohe direkte Steuern, sondern auch zu hohe indirekte Steuern gewandt hat und gewarnt hat vor einer allzu starken Anspannung der indirekten Steuerquellen.(Zu- stimmuug bl d. Sozialdemokraten.) Di« Woiterberatung wird vertagt auf Freitag, 11 Ahr.-. Schluß: 51h Uhr............... ß. parlamentarisches. Vohnungsgescvkommtsstoo. Die Wohnungskommission des Abgeordnetenhauses bat. am Mittwoch ihre Arbeite» vorläufig beendet und den Woynungs- gesetzcniwurf mit allen gegen eine konservative Stimme. daS Bürg- schaftssicherungsgesetz einstimmig angenommen. In kurzer Zeit wird sie noch einmal zusammentreten, um einen wetteren Gesetzentwurf zu beraten, der dem Landtage voraussichtlich schon in der nächsten Woche zugehen wird, den Gesetzentwurf wegen Einführung von Baulast« n büchern, einer Einrichtung, wie sie in Sachsen beretts fakultativ und in Baden obligawrrsck besteht, und die es jedem, der ein Grundstück erwerben oder beleihen will, er- möglicht, sich durch Einsicht in die Bücher Kenntnis von den auf dam Grundstück ruhenden öffentlich-rechtlichen Lasten zu ver- schaffen. Die Debatte in der letzte» Sitzung der Wohnungsgesetzkom- Mission drehte sich in der Hauptsache um die Frage, ob der Staat. wie es der Regicrungsgesetzcntwurf Vorsicht, die Garantie lediglich für solche Hypotheken übernehmen soll, die geweift- n ü tz i g c u Bauvereinigungen gegeben sind, oder ob, wie es ein fortschrittlicher Antrag verlangte, die gleiche Vergünstigung auch allen den Grundeigentümern gewährt werden solle, die sich denselben Bedingungen unterwerfen wie die gemeinnützigen Bauvereine. Der Finanzminister stellte sich auf den Standpuntt. daß der Staat keinen Anlaß habe, Privatpersonen eine derartige Hilfe zuteil werden zu lassen, sondern daß er mit seinen Mitteln nur für gemeinnützige Zweck« eintreten könne. Die gleiche An- schauung vertrat u. a. der sozialdemokratische Vertreter dos Zentrum und ein Teil der Koitserv-ttiven. während die Fortschritt. ler die Freikonservativen und ein Teil der Nationalliberalen sich auf den Boden des fortschrittlichen Antrages stellten. Der Antrag wurde schließlich mit einer Stimme Mehrheit ab- gelehnt. Ter Laudwirtschaftsetat. I» der fortgesetzten Beratung deS LandwirtschaftSetatS durch den verstärkten StaatSbaushaltSausschuß deS Abgeordnetenhauses sprach zunächst der Berichterstatter unter der Zustimmung deS Ausschusses den Tierärzten für ihre außerordentlich wertvolle Arbeit im Kriege die Anerkennung aus. Dann beschäftigte man sich mit der Frage der Viehzucht, insbesondere der Schafzucht und mit der Ziegenzucht, die durch den Krieg ganz besondere Bedeutung gewonnen habe. Ein Volksparteiler bringt die unerhörten Zustände auf dem Gänsemarkt zur Sprache. Es müsse dafür gesorgt werden, daß derart unglaubliche Preise für Gänse und Fett im nächsten Jabr nichts gefordert weiden tonnen. Der Minister sagt zu, dieser Frag« seine Aus- merksamkcit zu schenken. Ein Zentrumsabgeordnetcr wendet sick gegen eine feste Regelung der Gänsepreise; sobald Höchstpreis« kommen sollten, werde die Gans überhaupt vom Markteverschwinden. ES müsse im Gegenteil den Züchtern versichert werden, daß eine PreiSrcgulierung nicht er- folgen werde. Im gleichen Sinne äußert sich auch ein frei- konservativer Abgeordneter. Dagegen wünscht der Sozialdemokrat unbedingt eine Preisfestsetzung und bezeichnet die Forderung von 23 M. für ei« Pfund Fett als ungeheuerlich. Ein Konservativer wendet sich gegen die Preisfestsetzung und betont, daß gerade die Arbeiterkreise Hauptkonsumenten der Gänse seien. Sodann wendet sich der Ausschuß den Fischereifrage» zu. Ein volksparicilicher Abgeordneter fordert Einstellung höherer Mittel zur Förderung der Fischzucht. Er bestritt die Tatiachc. daß mit de« Augenblick der Einsetzung der öffenllichen Bewirtschaftung die Fische überhaupt vpm Markte vcrschwuudcu seicu tat# krittsicrt die hohen Preise für FischkonscrSen und Räucherwaren. Sin ReflicrungSvertretcr erklärt, daß' ük>er. zwei drittel der Fischer zum Heeresdienst einstezogen seien. Ter Mi niitcr werde alles tun, um eine größere Beurlaubung und stärkere Bereitstellung russischer Gefangener für die Fischerei zu erreichen. Täs Fischereigeseh werde vor- aüssichtlick im Mai in Mnift treten und- in der Aussuhrungsan- Weisung sei. den Wünschen deö Vorredners in vielen Punkten Rechnung getragen. Tic Maschenweiten werden zum größten Teil beseitigt werden, auch mehrere Fischschonrevicre.'Sin Konservativer wünscht Förderung der Mstorfischcrei: Sin Tozial- demokrat memt, daß die Mascheuweitcn die Fischerei fördern; bei ihrer Aufhebung würden die unter dem Maß bleibenden Fische als Dchw e i n c f u t t c r verwendet und die'Fischerei dadurch geschädigt werden. Darauf wird die Obstwirtschoft besprochen. Am kommenden TienStag wird der Ausschuß über' die neu-' eingerichtete Stelle des preußischen Ernährungs- kommissars beraten und am Mittwoch abend über den Etat der Gestütsverwaltung.__. Vorschülcr und Lolksschülcr. Der UnterrichtsauS sckuß des Abgeordneten- Hauses beschäftigte sich mit dem Zenlrumsantrag aus B e- scitigung der Bevorzugung der Vorschüler und dergleichen bei der Aufnahme in höhere Schulen und gab dem Antrag folgende Fassung; Die Staatsrcgicrung zu ersuchen, Maß- nahmen, insbesondere für die Volksschüler zu treffen, durch welche -die Aufnahme in höhere Schulen den Volksschülern unter nicht ungünstigeren Bedingungen ermöglicht wird als den Vorschülern. flus Industrie und Handel. Der italienische Südfrüchteexport. .Popolo d'Italia' bat einen großen Sieg errungen. Wenigstens bejubelt er das italienische Sü.dfrückleausfuhrverbol als einen solchen. In der Tat waren seil über FabreSsrist seine Spalten geiüllt mit alarmierenden Artikeln über die Ausfuhr von Apfel- sine« und Zitronen nach der Schweiz. Er, ließ sich von Schweizer Sirenzstationen immer wieder fabelhafte Zahlen von Waggon- ladungen telegraphieren, die mit italienischen Zitronen beladen nach Deutschland befördert worden sein sollten. Aus den Zitronen ge- winnt. so, wies er in zahlreichen.wissenschaftlichen' Artikeln nach. Deutschland Chemikalien für seine MumtiönSerzeugung. Dann pflegte eine sinnlose Hetze gegen die Schweiz zu folgen, die dem Feind« zu seiner besseren Wassenausrüstung verhelfe. Jetzt hat die italienische Regierung ein Verbot der AuSsubr von Südfrüchten nach nicht verbündeten Ländern erlassen. Die Schweiz kann zwar ge- liefert bekommen, jedoch nur auf Grund eines besonderen Erlaubnis» icheinS, an den die Bedingung geknüpft ist, daß der Empfänger die Ware nur für den schweizerischen Selbstverbrauch benötigt. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Dse Berliner Handelsgesellschaft, die unter anderem zur A. E.-G., Schwartzkopfi. der Gesellschaft für Hoch- und Unter- grundbahnen, der Großen Berliner Straßenbahn, der Jul. Pintsch- A.-G. enge Beziehungen unlerbält, verzeichnet für 1916 einen Rein- gewinn von 11 Millionen Mark gegen 8,9 Millionen im Vorjahre. woraus wieder 6 Proz. Dividende(1914: S Proz., 1913: 8.5 Proz.) verteilt und 1,5 Millionen Mark gegen 268 918,26 Mark vorgetragen werden. Trotz der Höchstpreise recht lohnend. Wie der.L.-A." von gut unterrichteter Seite erfährt, ist das Werk.Bösperde' bis Ansang Juli mit Auftrögen versehen und sehr gut beschäftigt. Trotz der von d er Regierung für die Fabrikate festgesetzten-HLchstprsise arbeitet das Werk zurzeit recht..LoJ5_B.e n d. so daß das Ergebnis dos laufenden JahrcS mindestens das gleiche, vielleicht aber auch ein günstigeres als das des Vorjahres sein wird. Hollands Kohlcucinfuhr. Haag. 21. Februar.(Meldung des Korrespondenzbureaus.) Tie ReichSköhlenverteilungSstellc berichtet, daß die E i u f u h r de u t scher K oh lc n im Januar nicht-ganz ,166i England nur dann Bunker- kohle geben will, wenn die Schiffe sich verpflichten, zwei Reisen mit Steinkohlen von England nach den französischen Kanalhäfcn oder eine Reise nach dem Golf von Biscaha und mit Erz zurück nacki England zu machen. Infolge dieser Bedingungen muß die niederländische Schiffahrt nach England fast ganz eingestellt Iverdc». Die schlechte Welt-Weizenernte. Die gesamte Ernte, 1916/17 in den beiden wichtigsten Ländern der südlichen Erdhälfte, Argen- tinien und Australien, stellt sich laut Berichten des internationalen landwirtschaftlichen, Instituts in Rom für Weizen auf nur 76 Proz. de» Vorjahrs und nur 92 Proz. gegenüber der fünfjährigen Weizen- hurchschnittSernte von 1909/14. Teilweiser Börseuschluß in London. Minister Chamberlain stellte an den Börsnivorstand das Ersuchen, wöchentlich die Börse aus einen oder wenigstens einen halben Tag zu schließen, wobei er der Versicherung Ausdruck gab, daß der Krieg in diesem Sommer zu Ende gehen werde. flus Groß-öerlin. Immer noch Obdachlose genug In der Kriegszeit hat in Berlin das Obdach der Stadt durch das Mittel strengerer Behandlung der Nachtgästc eine weitgehende Einschränkung des Zustromes von Aufnahmebegehrenden erreicht. Wer über den Umfang der immer- noch herrschenden Arbeitslosigkeit sich ein nngesähr zutreffendes Urteil bildeil will, muß jetzt die Besucherzahlen der Anstalten des Berliner A s h l v e r e i n s als Maßstab benützen. Zwar ist auch hier in der Kriegszest der Betrieb sehr zurück- gegangen, aber im Jahre 1916, aus dem jetzt der Jahres- bericht vorliegt, mußte das Männerasyl noch 91028 Per- sonen und das FrauenasNl 29864 Personen aufnehmen. Gegenüber dem vorhergehenden Jahre hat sich die Belegung des Männerastzls um 34 177 verringert, die des Fraueuasyls aber um 3776 gesteigert. Beide Erscheinungen werden von der Verwaltung auf Einflüsse des Krieges zurückgeführt, im' besonderen die M e h r ü n g der Frauen auf Zustrom vieler K l e i n st a d t b e w o h n e ri nu c u, die in, Berlin die größere B c r d i e n st m ö g l,i ch k e i t aussuche n. Der Asylverein hat nun bald ein halbes Jahrhundert hindurch an dem Grundsatz der SWenschlichkeit festzuhalten vermocht, daß er den Obdachlosen eine Freistatt bieten muß und nicht gegenüber den zu oft Wiederkehrenden die, Polizei eingreifen lassen darf. In den Vereinsashleu kennt man höchstens Abweisungen von solchen, die zu oft kommen, und außerdem von Betrunkenen: abgewiesen wurden im letzten Jahr wegen zu häufigen Äommcns nur ILlö Männer, aber 1660 Frauen, wegen Betrunkenheit 398 Männer und 43 Frauen. Der Arbeitsnachweis.' der mit beiden Anstalten verbunden ist. konnte nur 518 Männern und 36 Frauen eine Beschäftigung vermitteln. Der Jahresbericht weist darauf hin, daß nach dem Kriege große und wachsende Aufgaben für den Verein nicht ausbleiben werden, wenn die Masse der arbeits? losen und mindcrerwerbsähigcn K r i c g S b e s ch ä d i g t e n die Asyle anfsuchen müsse— eine. Befürchtung, die nicht eintreffen darf; denn für alle Kriegsbeschädigten muß so-von Staatswegen gesorgt werden, daß s i c derartige Wohlkahrts- einrichtungen entbehren können. Tic Briefsperre gegen den ReichstagSabgeiirbnete« Herzfcld. Ter Abg. Dr. H c r z s e l d hatte gegen den O b c-r k o m m a n,d i c= rcnden in den Marken und den Berliner Polizeipräsidenten eine Verwaltungsstreitklage angestrengt, weil über die an-ihn gerichteten Briese und Telegramme im August 1916 die Briefsperrc aus Grund einer am 21. Januar 1915 ergangenen geheimen Anordnung des Oberkommandos verhängt worden war. Die Sperre wurde nach etwa vier Wochen aufgehoben. Der Bcz.i.r k s a u s- schütz Berlin hat die Klage jetzt a b g c w i c s e>,. In der Bc- gründung beißt es, daß ein Vcrwaltungsstrcitverfahrcn gegen Verfügungen des Oberkommandos in den Märken' nicht zulästig sei. Der Oberkommandierende sei weder Orts- noch Landespolizeibehörde, sondern eine neue, im Gesetz-nicht vorgesehene Behörde zur Aufrechterhaltung der össcnrlichen Sicherheit. Der Polizei- Präsident habe nur die Anordnung des Oberkommandos ausgcfühet. Das Oberverwaltungsgericht habe bereits emschieden, daß Verwal- tungöklagcn gegen Verfügungen der militärischen Oocrbcfchlshävcr unzulässig seien. Eine schlimme Schmockerci leistet sich in seiner gestrigen Abend- auSgabe der Berliner.Lokal-Anzeiger'. Donnerstag vor- mittag- fand vor dem Amtsgericht Berlin-Schöneberg die erste Gläubigerversammlung in dem Konkurs der Millionen- schwindlerin Kupfer, oder wie er amtlich'heißt: Gertrud und Martha Kupfer, statt. Wesentlich NeueS bracht« die- Verhand- luug. die mit der Bestätigung des Konkursverwalters Schmidt und der Einsetzung eines fiebenköpfigen Gläubigerausschusses endete, nicht. Das ist wohl der Grund, daß der„Loi.-Anz.' seinen Bericht durch folgende Einzelheiten.bereichert': Frau Kupfer selbst war aus der Untersuchungshaft nicht vor- geführt worden. Wohl aber erschien ihre Tochter, die sich be- kar.ntlich auf freiem Fuß befindet, eine schlank e, mittel- große junge Dame mit swarfgeschnittenen Zügen Bescheiden nahm sie hinter der Schranke des Gerichts auf einem Stuhle Platz. Sie trug ein m o d e f a r b e n e s, e n g- anliegendes Kostüm mit weißer Bluse, einen großen, grauen Rembrandthut. Sie schien völlig nninteressiert, nahm an den Verhandlungen gar keinen Anteil'und n i'ck t e nur hin und wieder einigen Bekannten zu. Frl/ Kupfer ist zurzeit in einem Charlottenburger Pensionat— vor- läufig auf.Kosten der Masse'— untergebracht. Solche intimen Betrachtungen waren bisher die Stärke der Ull- steinschcn ,B. Z.'. Die Scherl-G- m. b. H. versucht anscheinend, der Konkurrenz gleichzukommen.. Da,, dieses Gebiet immerhin nach des Ausbaues f.chig,- ist., werde« wir nächsten» ibzi' KMichenSnMen infolge des Wettbewerbes weitere hochinteressante Einzelheiten er- fahren. Einem talentvollen Reporter hätte es z. B. nicht schwer fallen können, aucki über die Strümpfe der scharfgoschintteiten Jung- frau genaue Angabe zu bringen., Wichtig für Pferde- und Fnhrwcrksbefitzer! Die inilitärischcr- scits bei der Handelskammer errichtete TranSportzentrale bedarf dringend Pferde und Wagen zur Bewältigung kriegswirtschaftlicher Transporte(Beförderung von Lebensmitteln. Kohle, Muniiion und dergleilbcu). Diejenigen, deren Pferde insbesondere auch Kutsch- und sonstige LuxuSpferde oder Wagen überhaupt»och nicht od.cr noch nicht völlig durch kriegswirtschaftliche Trank-Porte in Anspruch genommen sind, werden ersucht. �schleunigst solche Pferde und Wagen der TranSportzentrale, die. datür bekanntlich eine sehr angemessene Vergütung zahlt, zur Verfügung zu stellen und diese Absicht dem Militärburcau deS Magistrats, C. 2, Klosterstr. 68, schriftlich anzuzeigen Die Anzeigen müssen möglichst folgende Sitgaben enthalten: 1. Zahl der zur Verfügung gestellten Wagen, getrennt nach Platten-, Langbaum-, Kastenwagen, ihre Größe und TragsShsgkcit: 2. Zahl der zur, Verfügung gestellten Zugpferde, getrennt für leichte und schwere Losten und Angabe, ob Gestellung mit oder ohne Gespann- sührer erfolgt. Sollten nicht schleunigst hinreichende Angebote eingehe», so wird zwangsweise Gestellung, für die dann die gesetzlich festgesetzte weit- geringere Entschädigung zu zahlen ist, in Aussicht genommen werden müssen. Treptow- Sternwarte. Heber.Sternhaufen, veränderliche und neue Sterne' fprickl Direktor Dr. Archenhold am Dienstag, 27. Fe- bruar, abend» 7 Uhr. im großen Hörsaal der Trcptow-Sternwarle unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder. Ferner finden folgende Kino-Vorträge statt: Sonnabend, 24. Februar, um 5 Uhr k.Forschung»» reise zun, Südpol' unbMEin Blick ins Weltall'; SonNtäg, 25. Fe- bruar. 3 Uhr;.Hinlcr der Front'; b Uhr:„Unsere Luftflotte' (Lichtbilder und Kino); um 7 Uhr.Vom Monte Rosa zur afnkani- schen Küste'; Mittwoch, 28. Februar. 5 Uhr:.Aus fernen Landen'. — Kriegüverwundete haben zu allen Vorträgen freien Zutritt, ebenso ein Kind in Begleitung eines Erwachsenen.— Mit dem großen Fernrohr werden am Tage die Sonne mit ihren Flecken, abend» Jupiter, Saturn und Mond, Doppelstcrne, Sternhaufen ufw. beobachtet. DaS Institut ist täglich von nachmittags 2—16 Uhr abends geöffnet.__ Der erste Frühlingsbote. Ein alter.VorwärtS'-Lescr sendet unS den ersten RedaktionSichmetterling, einen mittelgroßen Zi- t r o n e n fa lter, den er Mittwoch mittag auf seinem Laube» land in Lichtenberg gefangen hat. Dem Wunsche deS freundlichen Ein- seuderS. daß der Friede ebenso überraschend und plötzlich kommen möge, schließen wir uns von Herzen an. Ans Briefsendnngen an deutsch: Kriegsgefangene in Rußland wird von Amts wegen vor der Auslieferung' der Post nach dem Au»» lande der Bestimmungsort mit�roter Tinte in russischen Schriflzeichen wiederholt werden, um die pünktliche und sichere Ankunft der Sen- düngen mehr zu gewährleisten. Die Absender müffcn für diesen Ziveck und auch für die etwaige Uebertragung anderer Teile der Brief- aufschrisl die rechte Hälfte der A u fschr fts ei t e frei lassen. Die auf die liule Hälfte zu bringende Aufschrisl muß recht deutlich »n großen lateinischen Buchstaben geschrieben sein. Späwerkehr der Straßenbahn vom Bahnhof Zoologischer Garten. Zur Herstellung eines Anschlusses an den um 12.36 abends auf' dem Bahnhof Zoologischer Garten eintreffenden letzten Fernzug wird vom Sonnlag. den 25. d. M. ab für den Verkehr durch die Kaiser» alle« nach Friedenau und Steglitz eine neue Späiverbindung auf der Linie I' eingerichtet: 12.12 abends ab Lichter felde, Händel- platz, 12.44 abends ab Bahnhof Zoologischer Garten(werktags un# Sonntags). Dem gleichen Zweck dienen die bereits bestehenden Straßenbahnspätverbiitdinigen: Linie K: 12.39, 12.59(Sonntags 12.37) über Knie, Berliner Straße nach Straßenbahnhof Westend; Linie 86:'von Kant-, Ecke Joachimsthaler Straße 12.41(Sonntags 12.42) über Ääntstraße, Stuttgarter Platz, Schloßstraße nach Siräßenbahnhoi Westend; Linie vom Kurfürstendamm, Ecke Joachimsthaler Straße 12,42 bis Halcnsec und 1.2 bis Grunewald, Hundckchle(werktags und Sonntags). Rose-Theater. In diefcr Woche bleibt die mit großem Erfolg gegebene Operette.Der, sidelc Bauer' auf dem Spielplan. Am Sotmabcndlmchmittag wird da» Märchen.Die goldene GanZ' ge- geben. Lichtspiele Tauenbieu-Palast. Mia Mah wirkt beute, Freitag. in.Die Silhouette des Teufels'. Schauspiel in vier Ästen. Ferner bringt da§ neue Programm eine lustige Bettlergcschichte in drei Akten:.»Liebe blcibr Trumpf". Ein Schleichhandel mit Lebensmittel» ist auf dem Bahnhof Alexandcrplay wieder enldcckt-worden. Dotthin meldete ein Zug- fübrer von-feiner Fahrt au»,, daß ein Mann eingestiegen fei, der den Eisenbahnfiskil» um 46 M. betrogen habe. Der Reisende habe eS verstanden, auf seinen Fahrschein viermal Gepäck aufzugeben. DaS Gepäck sollte deswegen angehalten werde». Die Abteilung 9 de» Krie gS w uch'eramt»-befaßte sich aber mit diesem Gepäck nicht nur wegen des Betruges gegen dH, Etsenbahiwerwaliung. sondern eS erregte feines Umsaiigs' wegen auch tiach anderer, Richtung ihren Verdacht. Beamte Pellten mehrere Tage auf dem Bahnhof Beobachtungen an, erwarteten aber vergeblich den Reifenden� der die vier großen Rohrplattenkoffer aufgegeben batte. Dann öffnete man die Koffer und fand den Verdächt in vollem Umfange bestätigt. Die Koffer enthielten, gleich in Zentnern Kaffee, Tee, kondensierte Milch, Schinken; anderes Fleisch aller Art. Fett und Gemilsekönserven. Die Fleischwaren wurden dem städtischen Schlachthos überwiesen, Kaffee und Tee dem KriegSauSichuß. Der Reisende muß irgendwie unter- Wegs eiwoS, gemerkt haben und hat nun seine wertvollei, Koffer im Stich-gelasielt.. Eine Butterfchwindleriil tritt in verschiedenen Stadtteilen auf. Zuletzt suchte sie bewnderS Schonebern heim. In Zigarrengeschäften siebt sie das-Adreßbuch ein,-läßt sich eine' Fernsprechverbindung geben und' spricht von Bniterlieferungen. Die GeschästSlente, die das Gespräch mit anhören, fragen, ob sie nicht auch etwas bekommen könnten.- Die-Frau versichert' erst, eS sei ihr ganz unmöglich, läßt sich aber, zureden, veripricht 5 Pfund, bittet nun, gleich semanden zum Abbolen initzuichicken,. läßr sich 26 M. zahlen und bescheinigt deren Empfang. Die Butter soll auf dem Grundstück Unter den Liltdeu 29 im Keller hagcrn- Die Schlviiidle'rin besucht mit der Be- gleitung zunächst ein- Kaffee Unter den Linden, um hier eine Tasse Kossee zu trinken� bittet hierauf die Begleitung, zu warten und gebt mit dem Bemerken- weg, daß sie dsc Butter vom Rachbarhause her- Über holen wolle.'' 1> Das Spielen mit' einer Schußwaffe hat wieder einem' jungen Menschen das Leben gekostet. Ter 16 Jahre alte Arbeiter Franz Richter, der Sohn einer Witwe aus der Bandelstr. 25, machte sich in seiner Wohnung mit einem Revolver zu schaffen. Ein Schuß ging loS und die Kugel drang ihm in den Kopf. Schwerverletzt wurde er ins Krankenhaus Moabit gebracht, wo er gestern starb. Ter Selbstmord eines Bicrundachtzigjährigen wird au» der Kur- fürstenftraße ge.ineldet.- Dort erhängte sich der Almosenempfänger W., der schon länger altersschwach und kränklich war. Verbrannt. Ein bedauerliches Brondunglück hat sich in Mitten-- walde ereignet. Tie Arkieitersräu Jakobitz mußte ihre vierjährige Tochter'für einige Zeit allein in der Wohnung lassen. Während der Abwesenheit der Mutter machte, sich das Kind an der Feuerung des nicht geschlossenen Ofens zu schaffen, loobei die Kleidung des Mäd- cheys in Brand geriet. Bei- der Rückkehr der Mutter lag die Kleine mit schweren Brandwunden bestnitungslos vor dem Ofen. TgS Kind -- SltW«-«iif die G-sanUlgen..-«tcdermu.hat.«in Kind mst>lgc einet. GoSvexMung- verursacht durch eine-schadhafte Leitung, den Tod gesunden. Bei einer' in der Brüdcrstraßc 25 tri Spandau wob- neiiden Arbeiterfamilie hatte man das jüngste, sieben Monate alte .Kind während der Nacht in der Küche untergebracht, um dem Vater. dir, tagsüber schwer arbeiten muß, ungestörte Nachtruhe zu verschaffen.' Als der Vater zufällig nachis nach der Küche ging, nahm er -einen stärken-'Gasgeruch-wahr. Das kleine Kind war bereits, den Wirkungen des Gases erlegen. Die Ursache deS bedauerlichen Unglücks'war, daß der Schlauch des Gaskochers in der Küche schadhaft geworden war.. und das Gas durch die unbemerkt gebliebene Ocsi- nung ausströmen, konnte. Sich' selbst.erstochen. Durch einen unglücklichen Zufall wurde in EKerswaldc ei» junge» Menschenleben vernichtet. In der Buchbinderei eines' dortigen Zeitungsbctricbes-' untcrbiclten sich zwei junge-Leute während der Arbeit, wobei de» eine ein langes scharfe» Messer, das er zur Arbeit gebrauchte, so in der Hand hielt, daß die Spitze.seinem neben ihm stehenden Arbeitskollegen-zugewandt war. Als letzterer sich plötzlich hastig zur Seite wandte, stieß er mit großer Wucht gegen das Messer, dessen Klinge ihm tief in den Unterlew drang.. Obwohl ärztliche.Hilfe sofort zur Stelle war, war Rettung nicht, möglich.. Ter.bcdaucrilSwcrtc. junge Mann, starb alsbald infolge innerer Verblutung. Ein großer Fabrikbraud-- kam am TonnerStagabend in der Brandendurgstr. 22-aus nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Es- gelang, die Flammen auf die Hoftäumc zu beschränken.« Feuer. Am Tonnerstag braiiutc es in der Gorlitzer Str. 45 auf- dem Boden. Es. ergab sich, daß zwei Brände vermutlich v o r- sätzlich angelegt worden.'wäre». Gefährlicher Brand. Kurz nach 7 Uhr entstand im Werner- -Werk in Si emenSstadt am ToiinerStagabcnö ein Brand. Am Nonnendamm stand ein großer Schuppen, der als chemisches Laboratorium und zu Lagcrzwcckeu benutzt- wurde, in geraumer Aus- detmuirg In■Flammen.-Wögey etwa. vorliegender Explosionsgefahr mußte mit größter Vorsicht vorgegangen werden. Ter Schuppen ist zum größtem T-c.il medergtbraimi. Tie städtischen Badeanstalten sind, ivic jetzt endlich mitgeteilt wird, seit' Montag bis auf weiteres geschlossen.' Man hofft, die Anstalten schon; in Kürze wieder cröfsilen zu kömten.-- ssius öen Gemeinden. Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung. Die Stadlverordnetenversammlung stimmte am Mittwoch zu- nächst der Magislralsvoriage betreffend Aeuderung der Eintritts- preise im Deutschen Operuhause zu. Die Preise er- fahren durch diese Votlage eine den veränderten Verhältnissen entsprechende Erhöbung, die Gesellschaft muß aber nunmehr den Pachtzins, der ihr während der Kriegszeit erlassen war,.mit. Beginn des neuen SpieljahreL in jedem Falle an die Sladtgcmeinde. entrichten und sie- muß ferner.die Verpflichtung übcmhmen, einen bilanzmäßigen Reingewiiiii in vollem Umfange dem gesetzlichen Reservefonds bezw. einem. Spezialreiervetottds zuzusübren.. Hierauf brachte der Kämmerer den S t a d t b a-nS h a lt s- plan em. Wir hebru, aus seiner Rede hervor, daß die gesamten Kriegsausgaben für Charlottenburg bis zum 31. Januar rund 34.7 Millionen Mark betragen, wovon nur 22�z Milllonen zurück- erstattet werden dürsten. Es bleibt also für die Stadt eine Last von 12,2 Millionen, wovon allein 8,65 Millionen den Haus- besitzern in Form von Mietbeihilfen gewährt sind. Beeinflußr ist' der Etat durch starke Erschüllerungeii der sonst sich««» Ein- nahmen nuS den'städtischen Werken, und auf der andere» tmrÄ ein erheVIicheS SnsLweüen der Si«uereinna?tnen. Ok� wohl die Einnahmen aus den Werken zurückgegangen und die all> gemeinen Ausgaben infolge der Teuerung erheblicb gestiegen sind, besteht doch die Hoffnung, daß man mit den bisherigen Steuer- zuschlagen auskommen werde. Der Kämmerer betonte die Not- wendigkeit, auf ollen Gebleten der städtischen Verwaltung sich der grötzten Sparsamkeit zu befleigigen. Jeder Luxus, auck in Ge bänden, müsse unterbleiben. Dagegen dürfe nichts unversucht ge loffen werden, was geeignet ist, zur Gesunderhaltung jeder einzelnen Acbeitskralt und zur Ertüchtigung der Jugend an Körper und Geist beizutragen. Stadtv. Dr. ffrentzel klibs erörterte die Frage, ob der Rückgang der Einnahmen ans den städtischen Werken eine bloste striegserscheinung oder eine Erscheinung sei, die schon vor dem Kriege eingesetzt habe, durch den Krieg verschärft sei und nach dem Kriege ondaueru werde. Es sei zu erwägen, ob man nicht den Steuer- zuichlag von 170 auf>60 Proz. herabsetzen könne. Allerdings würden sich die Ausgaben nicht wesentlich ermäßigen lassen, er glaube aber, dost die Regierung auch einen Etat mit ISO Proz. Zu schlag als ausreichend ansehen werde. Stadtv. Dr. Borchardt sSoz.) erklärte sich mit der anderen Gestaltung deS Ausgleichsfonds einverstanden. Den Rückgang der lleberschüsse auS den Werken könnte man begrüßen, wenn man sich rein auf den Standpunkt stellte, daß die Werke Über- hanpt keine lleberschüsse bringen dürfen, aber angesichts der wahnsinnigen Steigerung der Einkommensteuer könnte man sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß tS so wie bisher nicht weiter gehen könne. Unser Genosse besprach dann weiter die Aufgaben auf dem Gebiete der KricgSfürsorge, er rügte verschieden« Mängel, verlangte insbesondere eine Erhöhung der Teuerung«- zulagen für die Arbeiter und unteren Beamten, die Ginführung einer geregelten Textilarbeiterfürsorge, um sich schließlich zur Erörterung der Lebensmittelsrage zu wenden. Die Hauptschuld an den bedauerlichen Zuständen auf diesem Gebiet trage nicht der Magistrat, sondern die Regierung, vor ollem aber unsere Feinde. Man dürfe die Gemeinsamkeit der Interessen angesichts dieses UmstandeS niemals vergessen. Eine Besserung werde erst möglich sein in einem demokratischen Staatswesen, und deshalb hätten auch die Gemeinden alle Ursache, für die Demokratisierung sowohl des Wahlrechts zum Landtag, als auch zu den Gememdel körperschaften einzutreten. Nachdem dann noch Stadtverordneter Dr. L i e p m a n n snatl.) wie gewöhnlich die Einführung einer Filialsteuer angeregt halte, wurde der Etat einem Ausschuß überwiesen. Au frech terhaltung deS SchulschlnsseS. Die Tharlotten- burger Schulen bleiben mit Rücksicht auf die Kohlenversorgung der Bevölkerung bis einschließlich Sonnabend, den 3. März, ge- schlössen. Auch in Schöneberg hat sich der Magistrat veranlaßt ge- sehen, die Schließung sämtlicher Schulen aufrecht zu erhalten. Der UinerrichtSbeginn, der noch nicht feststeht, wird an den Anschlag- jaulen bekannt gegeben. Neuköllner Maßnahmen zur verhütuug»an Ansammlnugeu. Di« von der Stadtgemeinde zur Verteilung gebrachten Waren werden in Zukunft entweder durch Händler nach Maßgabe der Kundentiste oder durch die städtischen Verkaufsstellen zum Verkauf kommen. Beim Verkauf in den städtischen Verkaufsstellen werden nur stet« soviel Einwohner zum Kaufe zugelassen, daß ein« glatte Abfertigung dmchführbar ist. Zede städtische Verkaufsstelle hat ein Plakat au«- uhängen, in dem dre zugelassenen Käufer genau getemizelchnet sind. Es hat sich nun wiederholt gezeigt, daß sich unter den wartenden Käufern auch solche befunden haben, die erst an späteren Tagen zum Kaufe berechtigt waren. Diese Personen werden in Zukunst aus jede» Fall zurückgewiesen werden. Diese Maßnahm« muß durch- geführt werden, um den glatten Verkauf zu ermöglichen. Gerichtszeitung. Der Prozeß Schiffmau«. Zu heftigen Zusammenstößen, die schließlich zur Abführung der, Angeklagten aus dem Gerichtssaal führten, kam es wieder einmal in der gestrigen Verhandlung. Der Büchersachverständige Michaelis hatte sich zu Anträgen de? Angeklagten zu äußern. Er charakterisierte die eine Gruppe als eine Verhöhnung des G«- richte und hat die Ueberzeugung gewonnen, daß eine andere Gruppe nur gestellt sei, um die Verhandlung zu verschlepveu. TS kehren immer dieselben Beweisanträge über dieselbe Materie, bloß in anderer Gruppierung wieder. Diese Ausführungen brachten den Angeklagten augenscheinlich in große Erregung. Auf die Frage deö Vorsitzenden, ob noch Fragen an den Sachverständigen zu stellen seien, antwortete der Angeklagte mit besonderem Nachdruck:.Ja- wobl, ich habe mir 200 Fragen notiert I" Und nun begann Frage auf Frage, deren Einleitung der Borsitzende immer wieder mit den zurechtweisenden Worten:„ES find nur Fragen zu stellen, Ausführungen sind unzulässig," abschnitt. Der Angeklagte geriet immer mehr in Erregung, er versuchte immer wieder, die Fragen einleitend zu begrüyden, und als der Vorsitzend« immer wieder ihn bedeutete, daß er nur das Recht habe. Fragen zu stellen, erNärt« Schiffmann:.Wenn es auch bei dem Sachverständigen wieder so gehen soll, wie bei meiner verantwort- lichen Vernehmung, dann kann ich ja aufhören!" Der Vorsitzende ließ die« zu Protokoll nehmen. Auch in der weiteren Verhandlung wiederholte sich diese Aufnahme inS Protokoll wohl ein Dutzendmal, wobei der Angeklagte äußerte:.Nehmen Sie auf. was Sie wollen!" Als ihm bei weiteren Ausführungen da? Wort abgeschnitten wurde, geriet der Angeklagte in Wut und«r schrie in den Saal hinein:.Bier Monate lang werde ich hier terrorisiert, ich bin krank und habe das Fieber; lassen Sie mich doch wenigsten? zu Worte kommen!"— Vors.: Herr Gerichteschreiber, nehmen Sie das zu Protokoll.— R.-A. Dr. Alexander beantragt die Zuziehung de» Gerichtsarztes zur Untersuchung deS Angeklagten auf seinen körper- lichen Gesundheitszustand. Der Angeklagte befinde sich doch offen- bar in einen Zustand krankhafter Erregung.— Vors.: Medizinalrat Dr. Stürmer hat ihn untersucht und ihn für voll verhandlungS« fähig erklärt.— AngeN.: Jawohl, er wird das auch bekunden, wenn ich in der Agonie liege.— Vors.: Herr Gerichtsschreibcr, nehmen Sie das zu Protokoll!— Der Antrag des Verteidigers wird abgelehnt, weil das Gericht die Ueberzeugung hat, daß der Angeklagte vollständig verhandlungSfähtg ist.— Angekl. fverzwei- felt): Hetzen Sie mich doch nicht w'e einen Hund hier, lassen Sie mich doch meine Ausführungen machen!— Vorsitzender ordnet wieder die Protokollierung an.— Angekl.: Stellen Sie doch einen Phonographen auf, dann können Sie alles wörtlich haben!— Auch dies wurde protokolliert, ebenso eine Abwehrbemerkung des Angeklagten: Ich komme nicht mit neuen Anträgen, die angeblich zur Verschleppung dienen fallen. Ich habe eS satt!— Bei einer anderen Frage an den Sachverständigen erklärte der Vorsitzende: Die Sache sei erledigt.— Angekl.: So war ja alles schon im November erledigt!— Abermals Protokollierung.— R.-A. Dr. Alexander: Ich wiederhole meinen Antrag auf Herbeiziehung de» Gerichtsarztes, dem, der Angeklagte befindet sich augenscheinlich in einem krankhaften Körperzustande. Staatsanwalt Messer! ckimidt beantragte, den Angeklagten abführen zu lassen.— Der Gerichtshof lehnte den Antrag des Verteidiger» mit folgender Begründung ab: Der Angeklagte ist i„ Voraussetzung alles dessen, was kommen konnte, wiederholt untersucht worden, und zwar auf das sorgfältigste und allen wissen- schaftlichen Anforderungen entsprechend. Der Sachverständige hat u a. auch die große Muskelkraft des Angeklagten und seine« guten Ernährunat-zustand hervorgehoben und keinerlei Befürchtungen be- züalich seiner VerHandlungsfähigkeit geäußert. Wie der Lnge- «lagt« alle« mit Schmutz bewirft und mit Füßen tritt, so hat er sich auch nicht gescheut, den ärztlichen Sachverständigen zu besudeln. Der Gerichtshof hat auch erwogen, daß Zustände wie der heutige immer dann vom Angeklagten betätigt worden sind, wenn es sich um für ihn nachteilige, unangenehme Dinge handelt. Das Gericht hat versucht, heute mit ihm trotz allem zu verhandeln; er hat fast ein« Stunde lang die Verhandlung dauernd gestört, er hat schwere Vorwürfe gegen Gerichtshof und Sachverständige erhoben und ein Verhalten gezeigt, daß es nicht möglich erscheint, mit ihm zu der- handeln. Er ist deshalb tn das Gefängnis zurück. zuführen und d'e Verhandlung wird ohne ihn fortgesetzt.— Nachdem Schiffmann abgeführt worden, wurden noch einige Anträge erledigt und die Verhandlung auf Freitag vertagt. � Grsß-Serliner partemachrichten. Potsdam-Tpandau-Osthavclland. Parkcigenossen! Für eine allgemeine Flugblattverbreitung am kommenden Sonntag im Wahlkreise Potsdam- Spandau- Osthavelland benötigen wir noch der Mithilfe von Berliner Parteigenosse». Alle diejenigen Genossen, die bereit sind, im Interesse einer intensiven Wahlagitationsarbeit für unsere Sache mit behilflich zu sein, bitten wir. sich beim Bezirkssekretariot der Provinz Brandenburg. Berlin 68, Lindenstr. 3(Telephon: Amt Moritzplaß 15190 oder 10800) zu melden. Der Bezirksvorstand. I. A.: Otto Wels. Die Ersatzwahle» i« 11. Land, agSwahl bezirk haben mit einem vorläufigen Erfolg der Arbeitsgemeinschaft geendet. Hierzu wird uns auS dem Wahlkreise noch geschrieben: In einigen Bezirken ist die Wahl nicht zusiande gekommen wegen nicht ord- nungSgemäßer Besetzung des Wahlvorstandes. In der ersten vnd zweiten Abteilung war die Beteiligung lebhafter; bis zu 40 Proz. waren chie Wähler in den einzelnen Bezirken erschienen, während in der dritten Abteilung die Beteiligung 10 Proz. nicht überstieg. Die genauen Zahlen können erst bekanntgegeben werden, wenn da» Resultat auS allen Bezirken vorliegt. Die junge KreiSoigantfation, die erst vor 14 Tagen in» Leben getreten war, kann mit dem Er- gebnis durchaus zufrieden fein. Trotz aller demagogischen Kniffe und aller Lügen über onsern Kandidaien haben einig« Bezirke nur unsere Kandidaten gewählt. Unsere Wahlbilfen wurden von den ' ArbeltSgemeinschastleni vielfach in terrorffktfcher Weite bekämpft. Jedenfalls aber kann heule schon gesagt werden, daß von den er- ichienenen Wählern ein gutes Drittel sich offen zur Parlelmehrheil bekennt. Der Anfang ist gemacht; es wird weiter gehen trotz aller Beschimpfung und Demagogie. SaulSderf-Biesdorf für Parteinheit. Eine am 2l. Februar ab« gehaltene, gut besuchte Mitgliederversammlung deS Bezirks faßte nach eingehender Ausspräche über die Differenzen innerhalb der Partei folgenden Beschluß:»Die Versammelten stellen sich aus den Boden der Parteieinbeit und lehnen den Anschluß an die Arbeitsgemeinschaft ab." Die bisherige Bezirksleitung verwaltet die Geschäfte der nun- mehrigen Abteilung der KreiSorganisalion bis zum Ende deS Ge- schäftSjahreS weiter._ Die Frei« Turnerlchaft.Neuköllu-Britz» veranstaltet nächsten Sonntag eine Famllicnpartie nach Neplunsbain sCbci lpree). Abmarjch mit Musik nachmittags 1'/, vom Turnerheim, Böhmi'chc Str. iS. öriefkasten öer Neüaktion. tU juristisch« Sprechstunde slndel Mr Monnenien LIudrnk». z, 1. Hof linlS, parterre, am Montag bis Freitag von 4 WS 7 Uhr, am Sonnabend von S WS 6 Uhr statt. Jeder für dcn. v r i e f i a st e n bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merljetchen beieulllgen. Briefliche tlnt- wort wird nicht erteilt. Anfragen, denen lein« AbonnementSouittung bei- gefügt ist. werden nicht beantwortet. Silige Fragen trage man tn der Sprech- stund« vor. Lrrträge, SchrtfiftLSe»ad drrglitche» bringe mau in die Sprrch- stunde mit. R. 50. Nein.— Dr. 81. Nein.— S. Z. 4. Eine Verpflichtung irgend einer Stelle. Ihnen Belchäiliaung zu geben, bestebt nickt. Wenden Sie sich wegen Arbeit an den Slädtischen Arbeitsnachweis in der Wormann- straste.— F. H. 60. Ihr FeuerverstcherungSoertrag läuft weiter. Sie müssen ibn zu den im Bertrag vorgescbenen Bedingungen firndi en. Eine andere Versicherung braucht Jbnen im Eoeniuaisalle nichts zu zabien, wenn Sie salfche Angaben gemacht haben. 2. Nein— M. I. 16. Venn Sie ieldst invalid find, können Sie Antrag auf Witwenrente beim Ver- sichrrnngSamt stellen.— M. G. 25. t. Je nach den BerdälMiflen von etwa 2a M an. 2. Rur, wenn Sie felbft verfichert wären.— O. R. 121. Ja. R. W. 100. Wenden Sie sich an Ihre UnterflützungSIommiision.— tVeiterauSstäiteo für das mittlere NorddeuticNland vi« Sonnabend mittag. Zeitweise nebelig, fonsl trocken und vieliach heiter; nachts ziemlich strenger Frost, um Mittag gelinder. vellKelieklIelsItortieileMertiPii! Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. dofi»nfer Mitgtied, der Maschinen arbeiter Robert Felkenneyer Schöneberg, Mcnzelflr. 27, am 19. Februar gestorben ist. Ehre tetnem Andenken! Die- Beerdigung findet am Freitag, den 2S. Februar, nach. mittag» 2's, Uhr, von der Leichen- balle de» Gemeinde-FriedhoseS in Stahnsdorf au» statt Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen ferner z»r Nach richt, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter' Franz Antoniewiez Orantenftr. 175, am 20. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenke» 1 Die Beerdigung findet am Sonntag, den Lb. Februar, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Ltichen- halle des Et. Michael-KirchdofeS in Neukölln, N arten dorf er Weg, au» statt. Reg« BeteUigung wird erwartet. IVesclsral«. De» Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitgtied, der Putzer zvgust Pasewald Stienbahnstr. 14, am IS. Februar gestorbe» ist. De» Kollegen ferner zur Nach- richt, dag unser Mitglied, der Schloffer Henry Helling am 18. Februar gestorben ist. Den Kollegen serner zur Nach. ncht, daß unier Mitglied, der Schraubendreher Mai lObn Oberschönewetde, am 14. Februar gestorben ist. De» Kollegen ferner zur Nach. richt, daß unier Mitglied, der Rohrleger Hiedard Kasner am 16. Fediuar an Lungenent. zündung gestorben ist. Ehre ihrem Andenken l 180/12 Die OrtSverwaltnng. Äilgenieiiie Orts-Krankenkasse der Stadt Berlin. Am 20. Februar verstarb nach langem, schwerem Leiden unier neber Kolleg« Hermann Frommbold im 55. Lebensjahr«. Wir werde« sei» Andenken t» Ehren halten k Di« Beerdigung findet am Sonnabend, den 24. Februar, nachmittag» Z Uhr. von der Leichenhalle deS Zentral-Fried- hojeS in Friedrichsfilde aus statt. Um rege Beteiligung d erKollegen ersucht* 274/10 Oer AngestelHen-AuseeHuS. Verband der Boreanangestellten Deotseblands. Ortagfrnppo OroU-Berlln Am 80. Februar verstarb im 56. Lebensjahre nach schwerem Leiden unser lanasähngeS Mit- glied, der Krankentassenangestellte Hermann Frommbold (Allg. OrtSkrankenkasse Berlin). Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 24. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle de» Zcntral-Fried. Hofe» tn gttrdrichsfetde au» statt. Um reg« BeteUigung ersucht 41/16 Die Ortevervaltuvg. Am 20. Februar verstarb nach langem, schwerem Leiden der Be- amte unserer Kasse Hermann Frommbold Im 55. Lebensjahre. Der Verstorbene hat sich wih- rend seiner ILjährigen Tätigkeit als ein tüchtiger, pflichtgetreuer Beamter erwteicn. dem wir stet« «in ehrende« Andenken bewahren werden. Der Porstand der Allssem. Ortskrankenkasse der Stadt Berlin. Di« Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 24. d. M., nach- mittags 3 Uhr, aus dem Zentral. sriedhos der Stadtgemeinde Berlin. FriedrtchSselde, statt. 274/11 Centseber Bauarbeiter-Verband. Siwelfisverein Berlin. Bezirk Reukölln. Am 19. Februar starb unser Mitglied, der Putzer Wübelm Sciiickgramm. Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, nachni-.uag» 4 Uhr, von der Halle de» Neuköllner Gemeindesriedhose», Mariendorfer Weg, aus statt. Bezirk Ltchtenber«. gerner starb am 21. Februar der Maurer Gustav Kraegn. Die Beerdigung findet am Montag, den 26. Februar, auf dem»emetndefriedyof tn Mar- zahn statt. Ehre ihrem Andenke»: Ute örtsseve Vemeltimg. Bezirkererwaltung GroB-Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Auto. sührer Uber! Heldenbranz am 18. Februar im Alt« von 46 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andi nte»! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 84. Februar nachmittag» 3'/, Uhr, von per Leichenball« des Lichtenberg«! Krankenhauses aus nach dem Zentral�ttedhofe, griedrichsselde statt. Um reg« BeteMgnng«focht Die Bezlrksverwaltung Arn 21. Februar starb plötzlich und unerwartet mew lieb«, treu. sorgend« Sobn, uns« b«z«nS» guter Srude r, Schwag« und On.'el. der Schriftfetzer tstLSb Hieb. Wilsebkowski Funker-Rekrulen-Abt. Kottbu» im 38. Lebensjahre. Die« zeigen schmerz erfüllt an Wwe. Marie«SitschkowSki olS Ruit«. Sräfeftr. 76. Familie Nadbe. Familie Katdrack. Dt« Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 24. d. SS., nach- mittag» 8 Uhr, vom Reserve- Lazarett I, Kottbu», au» statt. HUrdurch allen Verwandten und Beta unten die traurige Nachricht, da st am 13. Februar mein lieber Mann, uni« auter Vat«, Schwieg«, und Groß- vatrr, d« Restaurateur ilbert Seidenkranz im Slltu von 46 Jahren uncr- wartet oerschieden ist. Die» zeigt tiesbetrübt an Johanna Teidenkrauz nebst Ktuderu. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 24. Februar. nachmittags&/, Uhr, von der Leichenhalle de» Lichtenberg« Krankenhauses aus nach dem Zenttal-Friedhof, FriedrichSsc de. statt. 14/8 SozialdeinokratiseherValilverein Berlln-SchSneberg. \arhrnf. Am 16. d. MtS. oerstarb unfe! langjähriges Mitglied und Zadl. abend Wirt, d« Gastwirt Hugo Krause. Ehre feinem«nbenke» 1 15/17 ver- Vorntaad. 3 nAreien Stunden. Romane und Erzählungen für da» arbeitend» Polt Pro Heft 15 Pf Buchhandlung Borwärt», Berlin LW 68. Lindenstratze& Am 19 Februar starb nach turzem schwerem Leiden unser tieber Vater, Schwieg«- und Grotzoat«. d« Invalide Wibniot ScbickgramiD im Alter von 77 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Frau Heieue Schickgramm geb. Friedrich. «tlhelm Schiit gramm zurzett im Feld«. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittag» 4 Uhr, von der Hall« des Neulöllner Friedhofe». Martendorfer SBcjj. Buchhandlung Torwarts Paul Singer G.m.b.N. Berlin SNl SS, Linden Ctraße s JVIonopolfrage _ und Arbeiterklasse Drei Abhandlung«« von ftetnrlch Cunow, Otto Ruc und)ttax Scklppel Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von CllUheitn �anlTon PreiS drosch. Ml. 4,-, geb. Mk.5,- 3a drei tanerktch zusammenhängenden Arbeiten wird eine» der brennend- stea wirtschaftlichen ZukunstSprobkeme be- handelt, dieMonopolfrage. Das Buch bildet eine wertvolle Borarbeit, an der die Gesehgeber nicht werden vorübergehe» können. DaSBuch handelt vom soziale» Aufban. Höbelfabrik Rob. Seelisch BERLIN 0 112, Rigaer Str. 71— 72a empfiehlt cate preiewerte SObel noch zu billige n Preiaan.* 154 IWustepräumon Lagerrianie: 6696 □«Meter groß. Bentrhtfgsing ohne Kauf»«rang gentatte«. Illustrierte iTaUloa« Nr. 18 Or»«e im« freeke! — 2 ihr geöffnet., i Sonntag» v. IS— X 1