fibonncmcn U'Bedi msang«!: UunnrauntS- fect-5 fctiiunnnxnbo EiertcljäfcrL 8.90 Stf. Bionatt 1.30 Ml. wüchsnrlut» 80 Viz. nti B.5 Hiui. kui�elne Nummer S Pig. Iiuunucr mit Musirieucr KonMao4, Beä-ge»Die Neue Welt' I» Vi». Vöii. Abomlenielil: 1,30 SKaJ Uro Mouoo Kinxsiragcil m die$ofi• Em-ilifte. Unter tircutbnnS tir Deutschland und Oeiterreich- Ungarn L.S0 Marl, für da- übrige Ausland 4 Marl vro Manar Boilabonnememi nehnien an Teigren. Dansmarl. Idolland. Ftalinr. Luxemburg. Porlugal. «umauum, Schweden und die Schweis erlditiDt liaiich. erlinev Volksblstt. 33. JaljrgavA Sie Ivleftisss.Lediiki' beträgt rür bis lechägcchaltene Kolonel- |fi!e oder deren 3iaum n'l Prg, für deiitiiche uns oewerlrchanlich« rZereint- Zerjamm'rUngK- Zmz-ig-a 30 Prg. ürd seriammu ..lilerne esiireigeri" da- rsllgedruchc Üüert 20 Sfg. fgularfig 2 lengedrmt!« E-üite), jebe» weiter« Sari 10?'g. Erellengesuche und Echlaiiiellenan- zeigen das«rite Wort 10}5(g.. jcdej wertere JJottöT ig. ZZorte über 15 Such- Idden zäbikn dir zwei Wette.. Snicriic «r die uiich'ic Stummer mü<tei. Ticbe« Schiffe bei den Scillys torpediert. Berlin, �4. Februar. Wolffs Bureau meldet; Nach Telegramme«, die au? Holland hier eingegaugcu siud, ssud am 22. Februar 5 Uhr nachmittags mehrere holländische Schiffe, die mit deutschem EinverstäudoiS aus Falmouth uud Dart- mouth i» westlicher Richtnug das Sperrgebiet verlassen wollte», vernichtet worden. * Aus dem Haag wird über die Katastrophe gemelde Ir. Der Minister des Innern hat die Aachricht von dem niederläo-dischen Gesandten in London erhalten, daß nach einem Telcgrarim von den Scilly-Jnseln die niederländischen Schisse Noord'trdijk tlioo To.). Zaandijk(tl8v To.). Jacrata iSNssZ To.). Aandoeng 15168 To.). Emeland(3779 To.) und Gaelster- land(3900 To.), die am LS. Februar gemeinsain von J<»lmouih abgefahren waren, um b Uhr nachmittags deSselbecn Ta.-«eS von cineui deutschen U-Boot torpediert wurden. Bei der Direktion der Holland-Amcrilo-Linic ist die Z.sichricht eingetroffen, daß die Besatzungen der Dampfer Noorderdrhik und Zaandijk gerettet und in St. Mary auf den Syilly-Inseln gelandet wurden. Die Dampfer Eemland und Bandocng treiben ncö�. Von den Besatzungen sind 200 Mann in Penzance gelandet Utorde»; auch der Rest der Besatzungen dürste in Sicherheit sein. Nach neuester Meldung kommen nicht sechs, sondern sieben Dampfer in Betracht. Einer, der Menado. hatte Havoz te er- litten oder angebohrt und so, wie es anfangs hich. der Kawhstrophe entgangen. Jnzwiichen lies bei der Direktion des Rotterdeimschcn Lloyd die Nachricht ein, daß auch dieser Dampfer torpediert zu sei« scheine. Er hatte 5874 Tonnen. Besatzung und Paij agiere wurden gerettet und aus den Scyilly-Jnseln gelandet. Der Dämpfer treibt noch und wird nach Falmouth geschleppt. 4- Amtliche deutsche Erklärung. Von amtlicher Stelle wird zu der Vernichtung der sechs holländischen Tamp'er niitgeteilt. daß nach der Sperrgibiets- erkläning holländische Reedereien darum gebeten hatten,--33 in Falmouth und Dartmouth liegende Dampfer, von denen 20 mit Getreide und Futtermitteln für die hollanditcheReg Irrung beladen waren, noch nach Ablauf der auf den ö. FcDruar festgesetzten 2luslanssrtst auä dem Sperrgebiet herausbringen zu dürfen. Deutscherseits wurde, um der holländischen Rc- gierung die 20 Ladungen von Getreide zukommen zu lassen, ausnahmsweise daS Einverständnis gegeben, aber die Be- d i n g u n g daran gclnüpft, daß das Auslaufen nicht später als Mitternacht vom 10. zum 11. Februar geschehen dürfe. Auf diese Weise konnten die Schiffe in der allen U-Booten bekannten Schonfrtst, die in der Nacht vom 12. zum 13. Februar ablief, das Sperrgebiet mit voller Sicherheit veclasien. / Die holländischen Reedereien nahmen dieses Angebot mit Dank an, waren aber aus unbekannten Gründen außerstande, ihre Schiffe r.echt- zeitig aus England herauszubringen. Sie erneuertcn ihre Bitten um Gewährung einer Ausfahrts- Möglichkeit zu einem späteren Termin. Tarauf ist ihnen die Mitteilung zugegangen, ihre Schiffe, könnten entweder in voller Sicherheit am 17. März oder mit nur relativer Sicherheit am 22. Februar auf einem bestimmten Wege Dartmouth und Ralmonth verlassen. Von diesem Angebot wollten 18 Schiffe am 22. F e- bruar Gebrauch machen und den Weg in gemeinsamer Fahrt zusammen zurücklegen. Diese Nachricht ging am 16. Februar in Berlin ein. Den Reedern dieser 18 Schiffe tuurde daraus nochmals ausdrücklich mitgeteilt, daß für den 22. Februar keine unbedingre Sicherheit gewährleistet iverden könne, da es ungewiß fei. ob alle in dein zu passierenden Gebiet arbeitenden Unterseeboote den funkcntelcgraphischen Befehl erhalten würden. Dabei wurde auch betont/ daß gegen M i n e n g e f a h r außerhalb der angegebenen Kurs- inien überhaupt leine Gewähr übernommen werden könne. Anscheinend haben schließlich acht Schiffe das Risiko der Fahrt auf sich genommen. Die amtliche Mitteilung schließt: Weim die holländischen Nachrichten zutreffen, daß diese acht Schiffe zugrunde gegangen sind— eines soll an der englischen Küste auf Minen gelaufen, die anderen sieben am Nachmittag auf der verabredeten Kurslinic vernichtet worden sein— so wird dies tief bedauert, aber die Verantwortung dafür trifft die Reeder, die eS vorgezogen haben, ibro Schiffe nur aus relativer Sicherheit am 22. Februar h er a u s zu s ch i cken. anstatt bis zum 17. März zu warten, zu welchem Zeitpunkt die volle Sicherheit zugesagt war. Eine Meldung unserer U-Boote liegt noch nicht vor. »>- Haag, 24. Februar. Es wird jetzt gemeldet, daß alle Personen» die sich an Bord der versenkten nieder- löndischrn Schiffe befanden, in Sicherheit sind. Wirkungen in tzollanÜ. Amsterdam, 24. Februar. Anläßlich der Versenkung der holländischen Schiffe fand heute nachmittag im Haag eine Konferenz der Regierung mit den Reedern statt. Die niederländischen Schiffe, die noch in den Hären liegen, werden V o r l ä u f ig nichtausfahren. Bei den meisten niederländischen Reedern bestellt die Absicht, die Schiffe, die in Rotterdam zur Ausfahrt n a ch Amerika bereit liegen, nicht ausfahren zu lcifsen. In Versicherungskreisen herrschte heute früh vollständige Ratlosigkeit._ die Cööa zu Unrecht versenkt. Berlin, 24. Februar. Die Werse nkune des schwedischen Dampfers Edda, über die am lö. Februar berichtet wurde, ist, wie die Uuteffuckmng ergeben hat. zu Unrecht erfolgt. Es ist anzunebmen. daß die Eigeniümer von Schiff und Ladung für ihren Verlust schadlos gehalten werden. die verschärfte englische dlockaöe kümmert Amerika nicht. Washiugtou, 23. Februar. Reutermeldung. Das Staats- departrmevi»eilt de» Empfang der neuen britifcheu„Order in Council" mit uud erklärt, daß sie nicht zur Grundlage eines amtlichen Schrittes der amerikanischen Re- g i e r u u g gemacht werden wird. Die Hoffnung gewissemordseeneu traten Blätter, daß Wilson sich rühren werde, ist eitel. Die englische Verschärfung ist nur für die Nordsecneutralen bestimmt. 0 Washington, 23. Februar. Amtlich wird mitgeteilt: Präsident Wilson hat sich dahin entschiedon, den Senat zu einer außerordentlich cu Tagung zum 5. Würz einzuberufen. hochsihutzM und Krieg. Aus der Generalversamniluug des Bundes der Land- Wirte hatte der Bundes-vvrsitzende Freiherr von Wangen- b e i m den fröhlichen Mut. erhöhten Zollschutz gegen Einführung von Futtermittel». Fleisch und Milch zu der- langen, und jene Parteien der Schuld an der augenblicklichen Nahrungsmittelkuappheit anzuklagen, die den maßlosen' Forderungen des Bundes der Landwirte kräftigen Widerstand entgegengesetzt haben. Der Redner wagte die Behauptung, daß, wenn der Bund der Landwirte voll durchgedrungen wäre, uns manche Sorge, manche Schwierigkeit erspart geblieben wäre,„lind wenn man uns angriff und die aiigrb- lich utopische ultraagrarische Forderung des lückenlosen Zoll- tarifs bekämpfte— meine Herren, d i e L ü ck e n in un i e.- rem Zolltarif rächen sich heute schwer". Herr von Wangcnheim steht mitten in der Kriagswirt- schaff und hat nichts aus ihr gelernt..Nicht gelernt, daß die von der Bündler-Presse so oft vertretene Behauptung, die deutsche Landwirtschaft könne aus eigenen Kräften den Bei- brauch Deutschlands befriedigen, Schiffbruch gelitte» hat. Zwar ist es lvahr, daß wir im Verhältnis zur eigene» Erzen- gung nur relativ wenig Getreide und Fleisch eingeführt haben. Und doch waren wir in der Getreide- und Fleisch' Produktion durchaus vomAuSlaiidc abhängig. Nur mit Hilfe der oilsländischen FmtergWte und der aut-- länöijchen Kleie, nur mit Hilfe der Oelsrüchte, der Reisabfälle, der Oclkuchen, der Schlempe und Treber aus dem Auslände Tonnte sich der�Bestand Deutschland? an Rindern iind Schlveinen in so erfreulicher Weise entwickeln, witz es vor dem Kriege der Fäll war, konnte die Milchergiebigkeit der Kübe gesteigert und die Geflügelzucht eine schnelle Ausdehnung erfahren. Und trotzdem ging neben der Eigenproduktion Deutschlands an landwmsckiostlichen� Produkten, neben der Veredelung eingeführter minderwertiger landwirtschaftlicher Produkte in hochwertige noch eine starke Einfuhr von Eiern. Reis und Hülsenfrüchten. Werden die drei Arten, auf die wir unmittelbar oder mittelbar Fleisch vom Ausland beziehen— also Fleisch in Naturform oder Fleisch in Form von Vieh oder Futtermitteln — und die eingeführten tierischen Fette zusammengerechnet, so ergibt sich, um nur die außerordentlich wichtige Frage der deutschen Fe.twersorgung hervorzuheben, eine Gesamtmenge von 020 806 Tonnen. In ousnutzbare Nährstoffe umgerechnet bedeutet das, wie in der unter dem Titel»Die deutsche Volks- ernährung und der englische Aushungerungsplan" erschienenen Denkschrift deutscher Volkswirtschaftler errechnet wurde. daß von unseren» Gesamtverbrauch an Fleisch und tierischen Fetten 20 Proz. vom Eiweiß und 33 Proz. Kohlenhydrate au? den Zuschuß vom Auslände kommen. Außerdem bezogen wir aus dem Auslände große Mengen pflanzlicher Fette, von denen etwa 163 430 Tonnen 86 Proz. des gesamten heimischen Bedarfs in Höhe von 205 480 Tonnen ausmachten. Ludwig-Herz berechnet in der„Hilfe", daß wir eine Flöthe von 21/«t Millionen Hektar, d. h. eine Fläche, die das jetzige Weizenbauarcal um fast 20 vom Hundert übersteigt, mit Oelfrüchten bebauen müßten, um vom Auslände nnab- bängig zu werden. Höchstens die 233 000 Hektar, auf denen im Frieden zur Ausfuhr bestimmter Zucker gebaut wurde, könnten für diese Zwecke freigemacht wenden. Aber der Schaden wäre größer als der Nutzen. Denn der Zucker ist ein viel hochwertigeres landwirtschaftliches Erzeugnis als irgend eine Oelfrucht. Mit dem auf der angegebenen Fläche gc wonnenen Zucker können wir einen erklecklichen Teil unserss Einfuhrbedarfs bezahlen und dadurch die Währung schützen'. die auf derselben Fläche gewonnenen Oelsrüchte»vürden nur einen geringen Teil des Oelfruchtbedarfs befriedigen und nicht verhindern, daß»vir große Summen für den Bezug der restlichen Einfuhr an das AuSlond zahlen müßten. Und»vie»vir in der Fleisch- und Milcherzeugung vom Ausland abhängig»varen, so auch in der Getreide- und selbst Z u ck e r v e r s o r g u n g. die wir. ganz zu schweren von ausländischem Kunstdünger, niemals ohne ausländische Wanderarbeiter auf ihre rühmliche Höhe hätten bringen können, deren heutige Ergiebigkeit zum großen Teil den zurückgehaltenen polnischen Wanderarbeitern und— den Kriegsgefangenen geschuldet ist. Das Eingeständnis unserer unabänderlichen Abhängig- keit vom Ausland in der Lcbensmittelvcrsorgiing ist hart: aber die Dinge»verden nicht besser, wenn untaugliche Mittel wie der lückenlose Zolltarif mit vielen lobenden Worte» gepriesen»verden. Kein anderer als der jetzige Vizekanzler Dr. Helffe- r ich hat in seinen jungen Iahren einmal gesagt: „Gerade bei der Gestattimg der deutschen Grenzen ist die Möglichkeit einer nachhaltigen Unterbindung der Geireideziimin so gut wie ausgeschlossen. Wir Isabcn so viele Aachparu, einmal tzaS große Meer, dann Holland, Belgien, Frankreich, die Schweiz, Oesterreich, fKufeikuifc—- so baß es gänzlich undenkbar erschein!, daß uns alle die vielen Getre�dezufuhrwege zu Wasser und zu Äcmde auf eimttal versperrt werden könnten. Die ganze Welt müßte gegen uns im Bunde sein, und eine solche Möglichkeit auch nur einen Augenblick fest ins Auge zu fassen, das heißt doch unserer auswar» tigen Politik grenzenloses' Mißtrauen ent» gegenbringen." Nicht das ist das wichtigste, wenn es auch dos pikanteste ist, daß der Stellvertreter des Zdeichskanzlers in seiner Früh. />eit die deutsche Diplomatie, ohne es zu wollen und zu wün» ichen, einer so scharfen Kritik unterlvarf: vielmehr: daß er nicht im lückenlosen Zolltarif, fondern in der auswärtigen Politik das geeignete Mittel sah, eine Koalition der gefährlichen Art zu verhindern, die Frie»� örich der Große im erschöpfenden siebenjährigen Krieg nur durch den Zufall des blinden Glücks sprengen konnte. Fürst Bismarck gestand, daß das Schreckgespenst eines solchen Bundes ihn noch in den Träumen quälte: er hätte jeden Preis für die Vermeidung eines Krieges gezahlt, in dem der Wetterbericht wichtiger als der Generalstabsbericht ist. Wenn Deutschland noch dem Kriege zu alter Blüte zurück- kehren soll, wenn sich seine Menschen von dem unendlichen Leiden und den ausgestandenen Entbehrungen erholen sollen, wenn besonders die künftige Generation in ihrer Entwicklung nicht den schwersten Schaden nehmen soll, so iiiüssen billige, gute und ausreichendeLebens- ni ittel für jedermann käuflich sein. Professor Zallod hat schon in den ersten Kriegswochen in den„Preußi- chen Jahrbüchern" nachgewiesen, daß die beliebten Statisti- ken durchaus falsch seien, wonach auf den Kopf der Bevölke» rung in Deutschland so viel Nahrungsmittel entfallen, wie in England. Der Engländer lebte in Friodenszeiten im Durchschnitt billiger und besser als der Deutsche. Wenn das Jnselreich auf allen Gebieten geschlagen werden soll, warum 'oll es in der Güte und Reichlichkeit der Volksernährung, die das Fundament der physischen Gesundheit einer Nation ist, den Vorrang haben? Den Herren, die auch heute noch in einem möglichst lücken- losen und hohen Schutzzoll alles Heil für Deutschlands Zu- kunst erwarten, möchten wir nochmals die Rede in Erinne- rung zurückrufen, die Herr Helfferich im Jahre 190! gehalten hat. Da lesen wir: „Eine Herabsetzung der Lebenshaltung der großen Massen, eine leidensvolle Zurückdäm- mung der Bevölkerungszunahme, das ist die Per- ipektive, die uns die Erfüllung der agrarischen Forderungen eröffnet. Vielleicht möchten dann die Agrarier am letzten Ende recht behalten mit ihrer Behauptung daß die deutsche Landwirtschaft bei ausreichend hohen Preisen imstande sei. den deutschen Nahrungsbedarf ausschließlich zu versorgen: avcr nicht weil dann die deutsche Landwirt- schaft entsprechend mehr produziert, sondern weil die deutsche Bevölkerung weniger konsu- rniert, weil s i e in ihrer Zahl herabgcdrückt und auf schmale Rationen gesetzt wird." Tie deutsche Mrtschastspolitik wird nicht die Wege gehen dürfen, die ihr der Bund der Landwirte weist, wenn sich diese trübselige Aussicht nach dem Kriege nicht verwirklichen soll. die belgischen Sozialisten für die internationale. Aus Amsterdam schreibt man uns: Die Versuche der chauvinistischen Emigrantenpresse in Holland und ihrer Hintermänner und„sozialistischen" Helfer, daS so,ialistische Denken der freiwillig oder als Internierte in diesem Land lebenden belgischen Arbeiter zu verwirren und die Organi- iation durch Ausstreuen persönlicher Verdächtigungen zu unter- graben, hat jämmerlich Schiftbruch gelitten. Der vom bel- irischen Arbeiterbund am 18. d. Mts. im Haag veranstaltete iongreß zeigte eine völlige Einstimmigkeit der Gesinnung, ein absolutes Vertrauen zu den führenden Genossen und den einmütigen Entschluß, die belgische Ardeiterpartei wieder auf den Weg der internationalen Aktion zu führen. Die bedeutsamste Beratung und Abstimmung betraf die „proletarische Auffassung des Friedens". In der Diskussion erklärte der Verbandssekrctär: Die Wiederherstellung der internationalen Beziehungen ist not- wendig. Der historische Augenblick ist gekommen, um gemein- sam den Kampf für den Frieden zu beginnen. Die fran- zösische Partei will nicht kommen, solange die deutschen Friedensbedingungen nicht bekannt sind. Aber sie steht an einem Wendepunkt. Ihre Mehrheit betrug nur 130 Stimmen. Die Genossen aus dem besiegten Belgien, die in ihrer Instruktion an de Broucköre und Bandervelde 'ür die Pariser Konferenz eine Zusammenkunft mit acu Deutschen von der Räumung Frankreichs und Belgiens abhängig machen, haben nicht das Recht, im R-meu der Partei z» sprechen. Haben die bel- gi scheu Delegierten im internationalen Exckutivbureau das Recht, dieses mit Lahmheit ,u schlagen? Wenn sie ihre Zustimmung für widersprechend .-egen die belgischen Interessen halten, mögen sie demissionieren! Sie dürfen das Interesse der ge- samten Arbeiterklasse nicht den Interessen ihres Landes unter- ordnen." HuySmans wies darauf hin. daß von dtn W Staaw», die an die Internationale angeschlossen sind, 25 sich für die Aufnahme der internationalen Beziehungen erklärt haben: „Und die belgtschen Gewerkschaften verhandeln schon mit den Deutschen. Auch die französische Fraktion hält die Zeit iür Unterhandlungen für angebrochen. Sie hat sich bereit- erklärt, die Initiative Wilsons zu unterstützen. Hat sie zum Proletariat weniger Vertrauen wie zur Bourgeoisie? Lassen wir uns von den Regierungen wicht zuvorkommen!" Auf einen Vor- behalt cineS Delegierten aus Amsterdam. der die Erörterung der« ch u l d f r a g e als unumgänglich bezeichnete, erwiderte HuysmanS: Die englische I. L. P. will nur unter der Bedingung mittun, daß diese erst nach dem Kriege stattfinde. Indes wird dies« Frage, sobald man bei- sammen ist, von selbst aufs Tapet kommen. Das ist indes ohne Gefahr, wenn die Parteien nur begreifen, daß nicht da» Vergangene, sondern die Zukunft die Hauptsache. Die Haupt- frage ist: Wie kommen wir aus dem Krieg htnauS? Wir müssen eine neue Taktik begründe-. Die vorgeschlagene Resolution wurde e i n st t m m i g an- a e n o m m e n. Sie erklärt einleitend, daß die organisierte Arbeiterschaft aller Länder an den Lösungen der Regterunaen kein Genüge finden kann und eine einvernehmliche sozialistische Lösung suchen muß, die die Welt gegen die Rückkehr imperia- listisch« Anjälle beschützt. Zu ihrer Verwirklichung ist es wünschensiveri. die in Stuttgart. Kopenhagen und Basel an- genommenen Prinzipien in konkrete Forderungen umzusetzen, und dazu ist eine Konferenz nötig, aus der die Minderheiten wie die Mehrheiten der an- geschlossenen Organisationen vertreten sind. Die Resolution spricht weiter die Erwartung aus. daß die politischen Parteien, die bisher aus Opportunitätspolitik der Teilnahme an einer Konferenz widerstrebten, bald dem Beispiel der französischen und belgischen Gewerkschaften folgen werden. das Ringen um Ken Zreihanöel. Lloyd Georges Unterhausrede. DoS Bekenntnis zum Freihandel und die Abneigung gegen die militärische Dienstpflicht waren in der alten holden Friedens- zeit dem Engländer tief eingewurzelt, waren politische Tatsachen, gegen die eine Zahl Politiker mit mehr Lärm als Wirkung anlies. wird die kriegsmäßigen Weizenpreise � den Farmern auf noch drei Der Krieg unterwarf da» Inselvolk dem harten Zwang mili- tärischen Drills; der Krieg fegt praktisch den Freihandel hinweg. Lloyd George kündigte am Fveitag drastische Einfuhrbeschrän- hingen an, um Tonnage zu sparen oder für bessere Zwecke frei- 'zumachen und die Währung zu schützen. Von dem heiklen Probien! des Sterlingkurses sprach zwar der englische Premierminister nicht; aber auch ohnedem darf man glauben, daß ihm die Be- schränkung der Nachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln eine angenehme Nebenwirkung ist. Außer mit Erlaubnis des Handelsamtes dürfen nicht einge- führt werden: Kunstwerke, Korbwaren, Bücher, Zeitungen fausaenommen in einzelnen Ercanploren), roher und zubereiteter Kakao, Galan- teriewaren, srii'che und künstliche Blumen. Glas, Handschuhe, Leder, Leinen, Garne, Seide, Pelzwaren, Holz und Bauholz aller Arten. Die Bier- und Branntweinerzeugung wird eingeschränkt. Aber noch tiefer und umfassender greift Lloyd George in die Wirtschaft, tiefer und umfassender selbst als die deutsche Regierung, die eine belagerte Festung kommandiert. Mit imponierender Ent- schlossenheit geht der frühere Sozialreformer inS Zeug, um die Er- giebigkeit der englischen Landwirtschast zu steigern. Die Regierung wird die kriegsmäßigen Weizenpreise den Farmern auf noch drei Jahre verbürgen, für die Ardeiter Mindeftlöhne festsetzen und die Erhöhung der Pachtgelder verbieten. Glückliches England, wo der gespensternde Spuck der Kompetenzen vor dem Willen eines Man- lies weicht, wo Zeitungsschreiber nicht in dunklen Worten über die Hemmungen der Voltsernährung durch ein Amt munkeln. Im Unterhaus erhoben sich zweifelnde Stimmen, die die Rot- wendigkeiten der durchgreifenden Ordnung bestrittne und aus denen wendigkeiten der durchgreifenden Ordnung bestritten und aus denen „die Interessen" deutlich hörbar wurden. Aber ernstlicher Wider- Die Beschränkung der Papiervorräte werde für alle wenig kapitalkräsnaen Zeitungsunternchmungen den sicheren Untergang bedeuten. Die Regierung sollte die Aufstapelung von Papier durch ivemge große Unternehmungen verhindern und für eine gerechte Verteilung sorgen. Wenn das Land den Verbrauch nicht ein- schränke, werde großer Mangel eintreten, ehe die neue Ernte ein- gebracht sei, und die Bevöllerung werde sich vielleicht einer viel iveitergehendcn zwangSmäßigen Rationierung zu unterwerfen Hecken. Die Maßregeln der Regierung zur Beschrankung der nicht durchaus notwendigen Einfuhr seien gerechtfertigt. Die Regierung sollte auch in den Häsen und bei oen Eisenbahnen ausreichend Leute einstellen, um eine raschere Verteilung der Waren z» er- möglichen und die Schiffe rascher zu löschen. Der Landwirtschaft seien Arbeitskräfte notwendig. So tiefe Eingriffe in Ine Landwirtschaft wie Lerbürgung fester Preise aus drei Jahre, Windestlöhne für Arbeiter, Verbot der Pachterhöhung find Staatsschutz und Staatshilfe, dem Wesen nach nicht anders als Zölle. TaS Ziel ist gleich, nur die Mittel find dort besser, hier schlechter. Daß doch den preußischen Landwirtschaftsminister die Lust packte, es dem schnöden Albion gleichzutun, Gesindeordnung und 'Züchtigungsrecht abzuschaffen, Mindeftlöhne für die landwirischaft- lichcn Arbeiter einzuführen! Was heute in England Zwang des Augenblicks ist, bahnt den Interessen des Schutzzolls auf die Tauer den Weg. Alle Zeichen deuten auf seinen Sieg. Der parlamentarische Ausschuß, der zur Beratung der kom» merziellen und industriellen Politit des Vereinigten Königreichs eingesetzt ist. erstattete einen Bericht, worin nach dem Kriege be- sondere Matznahmen zur Anregung der Erzeugung von Nahrung»- Mitteln, Rohmaterial und Manufakturwaren im Reiche getroffen werden müssen. Ter Ausschutz empfiehlt daher, die englische Re- gierung solle schon jetzt erklären, daß sie grundsätzlich für die Bewilligung einer Vorzugibehandlung der Landeserzeugnisse und Manufakturwaren aus. englischen überseeischen Dominions bei Festsetzung jetziger oder künstiger Einfuhrzölle oder Abgaben des Vereinigten Königreiches eintrete. Auch Hecke ist der Fe-ihaickek in England noch nicht ganz tot, aber er liegt im Sterben. Dem an Zollkämpfe gewohnten Deutschen sagt das Wort zu wenig: Freihandel ist mehr als Zollfreiheit, ist Freiheit und Verselbständtgung der Wirtschast gegen den Staat; sein Gegenstück ist nicht Schutzzoll, ist StaatShilfe. Staatsschutz. Während dergestalt der alte Freihandel in den letzten Zügen röchelt, kämpfen seine treuesten Freunde für Zollfreiheit, einen be- deutsanien Teil des Freihandels, aber nicht mehr um den Frei» Handel selbst. Manchester Guardian sagt, der Führer der liberalen Partei werde den vorgeschlagenen allgemeinen Zolltarif mit seinen Reichsvorzugszöllen entschieden bekämpfen. Auch in diesem Kampfe werden die Lanzen vergeblich splittern. Auch der Schutzzoll wird siegen und den Triumph der Staatshilfe vollkommen machen, die dann dem Kapital mehr als der Arbeit dient. G Lugano. 24. Februar. Wie der Londoner Korrespondent de« „Secolo" meldet, habe das offene Eingeständnis der schweren drohenden Gefahr der U-Boot-Sperre. das Lloyd George in seiner Rede machen mußte, im Unterhcmse wie im Publikum den allertiefsten Eindruck hervorgerufen, ebenso die Ankündigung der Einschränkung der Ueberjee- einfuhr und Erhöhung der eigenen Jnlandspro- d u k t i o n. Die Umgebung des Parlaments war von Nienschen- massen angefüllt, die den Inhalt der Rede des Ministerpräsidenten auf das schnellste wissen wollten. Obwohl die Mitglieder des Par- laments Lloyd George lebhasten Beifall spendeten, kam es vor dem Gebäude zu keiner Demonstration, obgleich eine solche beabsichtigt ge- Wesen zu sein scheine.___ Heftiger englischer Angriff auf jellahie. Ter türkische Heeresbericht. Konftantiuopel, 23. Februar. Amtlicher Bericht vom 23. Februar. Tigrisfront. Am 22. Februar machte der Feind nach heftiger Artillerievorbereitung mit vier Brigaden einen Angriff auf unsere Stellung bei Fellahie. Der Kamftf spielte sich. hier mit äußerster Heftigkeit ab. Zirotz feiner sehr schweren Verluste gelang es dem Feinde nicht, uinen entscheidenden Erfolg zu erringen. K u u k a s u s f r o n t. Auf dem Wschnitt unseres linken Flugclis drang eine unserer starken Aufklärungsabteilungen in die feindliche Stellung ein, fügte dem Gegner schwere Ver- lusie ,;u und kehrte nach Erfüllung ihrer Aufgabe in ihre Stell»»ig zurück. An den anderen Fronten hat sich kein Ereignis von Be- deuturng zugetragen. Ter Stellvertretende Oberbefehlshaber. * Kunstantmopel, 23. Februar. Der Berichterstatter der Ageuwr Willi in Mesopotamien teilt mit: Südlich von Kut ei Amara ist es den Engländern nacki ihrer letzten Niederlage n i ch: möglich, ihren gewagten Bor stoß zu erneuern. Im Lause'der Schlacht vom 17. Februar. Vor unseren Fellahie-Stellungen wurde eine bis in unsere Gräben vorgedrungene Brigade farbiger Engländer vernichtet; die wiedereroberten Gräben waren mit Leichen von Engländern angejüllt. Nach Aussagen Gefangener und Niiitteilungen aus anderen Quellen fuhren mehrere Schiffe voll englisö jer Verwundeten südwärts ab. Die englischen Berluste in den letzten Kämpfen übersteigen SO 000 Mann. * E> n g l i s ch e r Heeresbericht aus Mesopo- t a m Ii e n vom 23. Februar. Wir sicherten uns und befestigten gestern zwei Grabenreihon am südlichen Ende der Stellung von Sannaiyat. Ter Kampf dauert an. Der Tigris ist a>» g e s ch>v o l l e u, und die Ueberfchwemmung b e- hindert die Tätigkeit. Der Krieg auf den Meeren. 1 1 000 Tonnen-Dampfer versenkt. Riitterdam, 24. Februar. Die englischen Dampfer Lemma (11 13.1 Brutto-Registertonnen), H e a d le y(4953 Brutto- Register- trninenji der Fischdampier Picton Castle(245 Brutto-Register- tonnetzi der sranzösische Schooner Violette(145 Brutto- Regist« rtomtnO, der g r i e ch i s ch e Dampfer Laerti»(3314 Bruno- Registertonnen), die englischen Dampfer Lundy Island (3033 Brutto-Registertonnen), Luceut(1499 Bruito-Reginer- tonnen» und Sunderland(4343 Brutto-Registertonneu) wurden versenke Rnm, 24. Februar. Nach einer Meldung der Agenzia Slefani wurde der am 13. Februar nach Saloniki abgegangene Dransport- dnntpscr Bünas am 15. Februar durch ein feindliches Unterseeboot ungesälsr 160 Meilen westlich von Kap Matapan versenkt. Herbeigeeilte Fahrzeuge hätten einen Teil der an Bord befindlichen Truppem retten können. London, 23. Februar. Lloyds melden: Der englische Dampsnr Belgier(4588 Br.-Reg.-To.), der englische Dampf,>r Watchfield und die englische Bark Jnvercauld (1416 iMr.-Reg.-To.) sind versenkt worden. Lo> idon, 24. Februar. Lloyds meldet, daß der englische Dampfer Grenadier, 1004 Tonnen, versenkt wurde. Der Kapitän, und sechs Mann der Besatzung wurden gerettet. Der Der englische Dampfer Trojan Prince, 3196 Tonnen, wurde ttersenkl. Ärusterdam, 24. Februar. Nach englische!! Blättern werden die folgend,.»! Schiffe von Lloyds als vermißt angezeigt: Dampfer Bahn.ckaukx, 3000 Tonnen, aus London und die britischen Segler"Lltio, Brocklasby und Columbia. Dernor- w e g i f ch e Dampfer Mauranger. 1024 Tonnen, ist sehr stark überfällig, der spanische Dampfer Josefa Raich, 2654 Tonnen, ist gesunken. Nollerda», 23. Februar. Aus der Börse wurde heute berichtet, daß die norwegische Bark Falls oft Aston(1965 Br.-R.« Tonnen) im Kanal von einem deutschen U-Boot zu Sinken ge- bracht n mrde. ßrünzö'si scher 72600 Tonnen-Dampfer verfenkt. Kölln, 24. Februar. Die.Köln. Ztg." meldet auü Amsterdam: Der frauzöfische Marineministcr gibt die Brrseulung deS Pop- dampf e r s A th» S bekannt. Er wurde im Mittelmeer torpediert. An Lost» befanden sich senegalische Schübe», die nach Frankreich ge- bracht«rrden sollten—(Der Dampfer AthoS gebört« der MrssagericS Maritim cs und Maas, 12 644 Brutto-Registertonnen). Wa jhingtou, 23. Februar.(Meldung de» Reuterichen Bureau«.) Der onierikanische Konsul in Malta hat dem StaatSdepartegient telegropl ziert, daß der amerikanische Missionar Robert Hadam aus Fulschau(China) e r t r u n ke n ist, als der Dampfer AthoS am 17. Februar ohne Warnung von einem Unterseeboot ver» senkt wunde. Die französische Getreiüeemfuhr fast lahmgelegt. Diu„Libertä" leitet ihren Bericht über den Getreidemarkt Pom 13. Februar mit folgenden Sätzen ein: Infolge des warnungslosen Torpedierens sind die F r a ch t ko st e n geradezu p h a n i; a st i s ch geworden. Die Getreideeinfuhr ist in Frank- reich fgist gänzlich lahmgelegt. Aber gerade weil wir nicht sicher stind, daß die bestellten Äornmengen auch wirklich in Frankr« ich eintreffen, sind wir gezwungen, im Auslande immer wieder neue Käufe abzuschließen, u m weniffftenS etwas zu erhalten. Natürlich pro- fitieren bei dieser Notlage die überseeischen Ausfuhrhäuser und so bleibt bei der steigenden Nachfrage der internationale Gctretd.emarkt fest Mit steigender Tendenz. geeinte VIII. Kosienhageu, 23. Februar. Die Vereinigt« Dompfickiiffabr!«- gcsellschaft ist noch ohne Nachricht, ob der Dampfer Frederik VfU. bereits Halifax verlassen hat. Seit der Abreise de« TomptlirZ aus New Jork ist bereits über eine Woche der« st r i ch Ii n. Seitdem ist kein Telegramm über den Dampfer bei der Reederea«ingetroffen. Es wird angenommen, daß der Dampfer Halikoz schon verlassen hat und daß die Drahtnachricht hierüber von der engZilsiben Zensur zurückgehalten wird. Wie jetzt festgestellt ist, wird dt a Dampfer Post nichl mitbringen. Unter den Reisenden be- findet jlch auch eine Anzahl Skandinavier. Die englische tzilfsüienstvorlage. Zli zweiter Lesung hat das Unterhaus am Donnerstag■ die Hilfsdienstvorlage angenommen. Sie ging nicht ohne be- merkeitswecte Widerstände durch. Nach dem„Nieuwe Rotter- danischje Courant" wurde sie„nicht sehr freundlich aufge- nonnuen". Staatssekretär Cave legte dar, welche Maschi- nerie das Gesetz in Bewegung bringen solle. Er führte aus: Die Regierung beabsichtigte durchzusetzen, daß nach einem ge- wissen Datum Personen zwischen 17 und 51 Jahren in nicht wejent- 5, 55 34.»r..., t. Keilögt des Lllmglts" Kerlilltt Mlllsllllltt. 25 k-w.« M7. flus See Partei. Die Parteispaltuug der Arbcitsgcmcinsck>ast. Tie ülrbeitSgemeinickiaft beteuert bei jeder Gelegenheit, an der Parteispaltung völlig umchuldig zu»ein. Gegenteilige Darlegungen finden bei ihren Anhängeni wenig Glauben, da diese in ein grenzen- loies Mißtrauen gegen die Mehrheitsseile hineingchctzt worden sind. Aber auch für Anhänger der Arbeitsgemeinschaft dürfte gewiß daS folgende Zeugnis unverdächtig sein, denn eS wird ausgestellt von einem Blatt der äußersten Linken, der auf dein SpartakuSstandpunkt stehenden Bremer..Arbeftervolitik"'. Diese s-breibs— ln�Mdt letzten Nummer-Mwr&er HZlNmg der Arbeitsgemeinschaft: Und die Zentrumsleute(so pflegt die äußerste Linke die Ar- beiiSgemeinschaft zu bezeichnen. Red. d.„Vorw.'i sehen daS Aus- � sichtslose ihres Verstecksspiels und ergreifen im stillen Gegenmaß- regeln. Sie haben eine Leitung ihrer Organ isa- t i o n e n in der Arbeitsgemeinschaft, sie hielten eine neue Kon- f e r e n z ab. in der.Leipziger Volkszeitung* haben sie ihr Zentralorgan. Kurz und gut: sie haben eine Partei g e- bildet, die sich von den anderen nur dadurch unterscheidet, daß sie selb st ihreExistenz ver- leugnet, um als Berein verfolgter Unschulds- knaben das Leben leichter fristen zu können. Dieser äußerlich amorphe Zustand enthebt sie der Pflicht, offen das Banner ihrer Partei zu entfalten, erlaubt ihnen, vom Zwie- licht zu profitieren. Da die LüikSradikalcn auf der Reichskonferenz der Opposition vertreten waren und den Sin« der dort gefaßten Beschlüsie kennen, so wird man ihnen wohl ein zutreffendes Urteil zutrauen können. Bezeichnend für die SpaltungSabficht der Arbeitsgemeinschaft sind auch Tatsachen, die auf einer Mitgliederversammlung deS sozial- demokratischen Vereins in Groitzsch der Referent Genosi« Bahrdt machte. Er führte nach einem Bericht der.VolkSzcitung für das Muldental* u. a. aus: Der Kreisvorstand deS 14. Wahlkreises hat auch eine Be- schickung dieier Sonderkonferenz abgelehnt. ES ist bemerkenswert, daß in der KreiSvorstandSsitzung. in der man sich mit der Angelegenheit beschäftigt habe, der Genostc Schrörs vom Leipziger Bezirksvorstand bemerkte, daß der Gcno sse Haase in einer vorher st attgefun denen Besprechung der Dppo- sition geäußert habe, es sei jetzt der günstigste Zeitpunkt zur Spaltung. Schrörs habe zwar später behauptet, mißverstanden worden zu 'ein. Taliochc bleibe aber, daß er wörtlich diese jedes Mißverständnis ausschließende Aeußerung getan habe. Ferner führte Genosie Bahrdt noch ans: Bezeichnend ist aber auch, daß bereit? in einer Kreiskonfrrenz deS 14. Wahlkreises im August tSlß, wo der Delegierte zur Reichs- konferenz gewählt wurde, Genosse Ryssel erklärte, sich der Politik der Mehrheit unter keinen Um- ständen zu fügen. Er(Redner) bade hierauf gleich darauf hingewiesen, daß mit dieser Bemerkung zum Ausdruck gebracht worden ist, daß man sich dann auch nicht den Beschlüssen eines künftigen Parteitages zu füge» gewillt ist. wenn er im Sinne der Mehrheit entscheidet. Man schafft also«ine nach außenhin verleugnete Organisation und wartet mit ihr den günstigsten Zeitpunkt zur Spaltung ab, verweigert der Parteimehrheit offen den Gehorsam,— aber an der Spaltung ist»um gänzlich unschuldig! flus Groß-Serlin. Neue WurstScstimmunge« für Berlin. Durch Verordnung deS Magistrats vom IL. Februar ist die ge- werbliche.Herstellung und der Verkauf von Wurst tn Berlin neu geregelt worden. Zugelasscu ist die Herstellung folgender Wurst- forte»(Frisch wurst): 1. Frischer Blutwurst m i l Senmielzusatz. L.. Leberwurst m i t eoemmelzusatz, 3.. Bratwurst, mit Wasser abgerieben, und SauciSchen.sowie anderer Bratwurst aus grob zerkleinertem Fleisch, 4. Brühwurst(Bockwurst. Knoblauchwurst, Wiener, Zouersche Breslauer, Frankfurter Würstchen). Der Preis für die erste und zweite Sorte, deren Herstellung ausschließlich besonderen Fabrikanten übertrage» ist, beträgt pro Pfund 1,4(1 M. Die Preise der übrigen Wurstarlen bleiben bestehen. Zugekasten ist ferner in Berlin die gewerbliche Herstellung einer f lerschlosen Grüß- oder Groupenwurst, die außer Blut auch sij Der poliAeimeifter. Ein russischer Polizeiroman vou Gabrvela Zapolska. einzublascn. Katjuscha stemmte die Hände in die Seiten und keuchte schwer.„Barlamolv", begann sie wieder,„soll von dem Bäcker in der Glmianastratze 30 Rubel bekommen haben für die Erlaubnis, den Baikofen umzusetzen. Das ist ein ver- nünstiger Mann. Der Bäcker hatte zwar längst eine Erlaubnis vom Magistrat, aber er blieb trotzig und wollte es nicht er- lauben... bis sie ihm das Geld gaben.* Semivudow antwortete nicht und fuhr fort, den Samowar mit dem Blasebalg zu bearbeiten. Plötzlich stieß Tagejew die Küchentür auf und erschien mit strengem Gesicht, nur mit einer Joppe und Unterhosen bc- kleidet: ..Du Schweincmaul!" begann er. AIS er aber Semipudow bemerkte, kamen ihm andere Gedanken in den Sinn. ..Semipudow! Markowssi soll herkommen!" ...Zu Befehl, Euer Hochwohlgeboren." entgegnete Scmi- vudom mit militärischer Haltung, den einen Fuß mit Lappen umwickelt und den Stiefel auf dem Rücken versteckend. Kurz darauf erschien MarkvwSki. Cr kam mit dem Gefühl der Schadeusreudc, denn er lvar über den nächtlichen Skandal im Hotel bereits unterrichtet. Er freute sich jedesmal, wenn sein Vorgesetzter einen Miß- erfolg auf irgendeinem Gebiete erfuhr. Mit einem heuchlerische!- Lächeln trat er in daS Speise- zirnmer. wo jetzt auf dem Tisch der- Samovar brodelte. ..Schon so früh auf den Beine«!" begrüßte Markowski Tagejew...Da sieht mau. was ein junger, lebenslustiger Russe aushält. flcichtS bczwiugt ihn, weder die Liebe noch eine schlaflose Rächt." Tagejew runzelte die Stirn. ..Liebessachen sind Unsinn!" rief er,„es handelt sich um wichtigere Dinge. Man muß sofort den jungen Mann aus Krakau holen lassen, ihm in der Kanzlei Angst einflößen und ihn fortschaffen, wie eS gestetn verabredet war. Hören «ie?" „Jawohl! Aber was hat er denn wieder verbrochen?" nicht die geringsten Bestandteile von Schlachineren und auch Kar- löffeln oder Rüben nicht eiilbalteu darf. Diese Wurst unterliegt nicht der Fleischkarte. Der Preis darf m i t Umhüllung für das Pfund 80 Pf., ohne Umhüllung für das Pfund 60 Pf. nicht über- steigen, einerlei, ob die Wurst aus inländischer oder ausländischer Ware hergestellt ist. Erlaubt ist ferner in Berlin die gewerbliche Herstellung von Kaninchen-, Fisch«, Muschel-, Gemüse- usw. Wurst, sofern diese ebenfalls keine Bestandteile von rationierten Schlacht- tieren enthalten, ebenso auch nicht Kartoffeln oder Rüben. Höchst- preise für diese Wurstsorten sind erst dann in Aussick: genommen, wenn die teilweise ganz ungerechtfertigt hohen Preise weiter bestehen bleiben sollen. Nach Berlin eingeführte Fri schwur st, auch auS- ländische Ware, unterliegt den für Berlin festgesetzten Höchstpreisen. Bei eingeführter Frischwurst muß der Name deS Herstellers und des HerstellungSortes an der Wurst bis zu ihrem vollen Verkauf erkenn- bar sein. Die Verkäufer sind verpflichtet, bevor sie die Ware zum Verlauf stellen, dem Magistrat. Abteilung iür Lebensmiltelver- sorgung, Stralauer Str. 3/6, Hersteller, HerstellungSort, Art und Menge dieser Daren nachzuweisen. Die für D a u e r iv u r st, welche von auswärts eingeführt wird, � bereits geltenden Bestimmungen über Plombierung und Anzeigepflicht bleiben weiter bestehen. Solche Sülze, die Fleisch-, Fett- oder Kramtefle von Schlacht- tieren enthält, darf nur gegen Fleischkarte, in der gleiche» Menge wie Frischwurst entnommen werden. Der Preis dieser Sülze darf für ein Pfund 1,20 M. nicht übersteigen. Herstellung oder Verkauf in Dosen oder m luftdicht verschlossenen Gefäßen ist verboten. Soweit Sülze Fleisch-, Fett- oder Kramteile von Schlachttieren nicht enthält, unterliegt sie nicht den Bestimmungen der Ver- ordnung.__ Berliner Lebensmittelnachrichte». Der Frost der letzten Tage hat die Kartoffelzufuhr erheblich beeinträchtigt. Es kann daher auch für die kommende Woche nicht in sichere Aussicht gestellt werden, daß 3 Pfund Kartoffeln ausgegelien werden. Es bestcbt wieder die Möglichkeit, daß jeder, der nicht seine 3 Pfund Kartoffeln zu erhalten vermag, am Freitag, Sonnabend und Sonntag Ersatz in 600 Gramm Gebäck findet. Da jedenfalls die erforderlichen Kartoffelmcngcn erst allmählich im Laufe der Woche, nach Berlin heranrollcn werden, ist jedem Kleinhändler zur Pflicht gemacht, jedem der bei ihm eingc-- fchriebenen Kunden zunächst erst auf einen Teil seiner Kartoffel- karten Kartoffeln abzugeben, damit er möglichst allen feinen Kun» den wenigstens etwas Kartoffeln geben tann. Außerdem gelangen wieder auf Abschnitt 38 4 Pfund Kohlrüben zur Verteilung. Eine Z u ck e r v e r o r d n u u g des Magistrats bestimmt, daß auf einen Zuckerkartenabschnitt statt% Pfund Zucker(oder in dieser Monatshälfte statt l Pfnnd Zucker) auch 2 Pfund K u n st- Honig oder S p e i f e m a l z oder aber 4 Pfund Shrup oder Rübensaft entnommen werden darf. Eine Voraumeld-ung ist nicht mehr nötig. Hat der Händler Aufstrichmittel, so ist er ver- pflichtet, auf Verlangen die bestimmten Mengen abzugeben und den Zuckerkartenabschnitt zu lochen und gesondert aufzuheben; hat er keine Aufstrichmittel, so stcbt es jedermann frei, zu warten oder sogleich Zucker zu nehmen. Die Preffe für Kunsthonig find die- selben geblieben; für 4 Pfund Shrup sind sie auf 1,40 Mk., für 4 Pfund Rübcnsaft auf 1,60 M. festgesetzt. Strenge Kontrolle der Reisenden. Seit einiger Zeit ij: beobachtet worden, daß zahlreiche Persoueil von Groß-Berlin die Landgemeinden in der engeren und weiteren An, gebung ouffuchelf, um sich dort Lebensmittel auf jede Art. zum Teil unter Anerbieten außerordentlicher, die Höchstpreise weit über- schreitender Preise zu beschaffe». Namentlich an Sonntagen sind Tausende zu diesem Zweck unterwegs. In den meisten Fällen handelt cö sich dabei um Lebensmittel, deren Ausfuhr aus dem Kreise im Interesse der Versorgug der Allgemeinheit verboten ist, uamcutlich um Kartoffeln. Wie wir hören, ist von den Behörden jetzt eine strenge Kon- trolle der Reisenden auf de» Bahnhöfen und in den Zügen eingerichtet worden. Wer dabei ohne den Nachweis der erforderlichen SuSfuhrerlaubniS int Besitz solcher Lebensmittel. namentlich Kartoffeln, betroffen wird, hat außer feiner Beitra« fung die sofortige Beschlagnahm« der Lebensmittel zu ge- wärtigen. erforderlichenfalls kann er zur Feststellung seiner Persön- lichkeit festgenommen werden.___ Das 2Vz-Pl>-Stuck kommt. Die ReichSfiiranzvirwaltung bat sich schlüssig gemacht, die Prägung einer 2fl--Pf.-Münze voruchvten zu lassen, allerdings erst nach Ausprägung der Eisen- und Aluminium« münzen, die gegenwärtig in Arbeit sind. Die„Berk. Pol. Nachr.* empfehlen, in Erwägung zu ziehen, ob eS nicht zweckmäßig wäre, in der Zukunft gleich einen Schritt- weiter zu gehen und auch ein Tflz-Pf.-Stück und ein 12�-Pf.-Stück zu schaffen. Dadurch würde der kclcinzahlungsvcrkehr, wie er aller Voraussicht noch später sich gestalten wird, eine sehr erhebliche Erleichterung und Beschleunigung erfahren._ Eine Verordnung über Vier verbietet für das Gebiet der Nord- deutschen Braustcucrgcineinjchast die Herstellung von untergärigem Bier, dessen Stammwürze weniger als 6Proz. an Extraktstoffen enthält. Die Landeszentralbehörden können Ausnahmen zulassen.� Der Verkaufspreis des Herstellers in Fäflern darf 31 M., für untergäriges Einfachbrer 20 M. für 100 Liter nicht übersteigen, olles einschließlich der Lieferung zur Dusschankstätte, Bahn oder Schiff, aber nicht im eigenen Ausschank des Herstellers. Auf ältere Verträge wird der Höchstpreis angewandt. Die Landeszentralbehörden können auch niedrige Preise festsetzen. Im Kleinverkaus müssen die Verkaussprcise deutlich angeschlagen werden. Die Landeszentralbehörden können auch Bestimmungen über den Stammwürzegehalt und die Preise für obergärigeS Bier treffen. Die Verordnung tritt am 26. Februar in Kraft. Aufhebung der Vorausbezahlung bei der Berliner Masten- speisuug. Die bei der städtischen Volksspeisung bersuchsweifc eingeführte tägliche Vorousbezeihlung hat sich nickt bewährt; Vom nächsten Dienstag an sind deshalb wieder die Speisen erst am Tage der Entnahme zu bezahlen. Ebenso tritt die vordem bestandene Vorauszahlung für den Sonntag am Freitag jeder Woche wieder in Kraft, erstmalig also am 2. März. Nicht auf de« lauseildeu. In verschiedenen Zeitungsartikeln, die die voraussichtliche Wirkung der vom KriegSernährungSmnt geteilten Stellungnahme der Agrarprvsessoren besprechen, wird gesagt. daß dann der Preis des IllOO-Grmnm-BrotsS von 60 auf>2 Pf. steigen würde. Dieses Brot kostet aber bereits seit Montag 80 Ps. DaS könnten die ErnährungS-Schriftsteller auch wisien. Sie sollten mal hcrumhorchcn, wie man über ihre Schreibereien redet! Für Arbeitsuchende i« valerläudischen Hilfsdienst hat daS KriegSamt in den Richtlinien für die Arbeitsvermittlung die Be« ftimmung getroffen, daß jeder Arbeitsuchende sich an den Arbeits- Nachweis wendet, der ihm am passendsten erscheint. Der keine Be- ziehung oder Neigung zu einem bestimmten Arbeitsnachweis bat, reicht seine Meldung bei einer HilfSdiensimeldesielle ein. �Diese Meldungen sind schriftlich einzureichen. Der sich um militärische Stellen bewirbt, reicht seine Meldung grundsätzlich bei der Hilfs- diensüneldestelle ein. Bei jeder HilsSdienstmeldestelle wird, bcion- derS für die Personen, die einen neuen Beruf ausnehmen wollen, eine Berufsberatung angegliedert. Für die Orte mit nur einem Ar- bcftSnachweiS, bei denen die Schaffung einer Berufsberatung auf Schwierigkeiten stößt, wird sie bei der nächstliegenden Berufs« beratungsstelle zu erfolgen haben. Die Berufsberatung wird�in den mristcn Fällen nur mündlich erledigt werden können. Die Organi- fation soll baldmöglichst durchgeführt werden. „Alt-Händler". Der Kleinhandel mit getragenen Meidungs- und Wäschestücken, sowie mit getragenen Schuhwaren ist nur noch bis 28. Februar gestattet. Die Althändler werden aufgefordert, bis zum 10. März mitzuteilen, ob sie die Uebernahme ihrer Be- stände durch die behördlich zum Handel zugelassenen Stellen wünschen. Die Anträge sind unter Bdfügnng von Verzeichnissen bis 10. März bet der Geschäftsstelle des Wirtfchaftshezirks Groß-Bcrlm für Kleidcrverweriung, Berlin, Mollenmarkt 4, einzureichen._ Pockeurrkrankuugtn und Schuhimpfung. Man schreibt uns: Seit einigen Wochen find in verscbicbenen Teilen Deutschlands Fälle von Pocken aufgetreten, hauptsächlich unter Wanderarbeitern und in Herbergen. Solche Fälle sind in der letzten Woche auch in Berlin vorgekommen, im ganzen jedoch nur 4ö, davon 36 im Ob- dach. Es liegt daher leincrlei Veranlassung zu irgend welcher Beunruhigung, daß eine Pockenepidemie entstehen könnte, vor. Die Erkrankungen betreffen hauptfächlich Personen über 60 Jahre, bei denen die Impfung sehr weit zurückliegt. Für solche Personen, die sich durch eine erneute Schutzpockenimpfung vor einer Erkrankung sichern wollen, sind in den öffentlichen städtischen Krankenhäusern Jmpftermine eingerichtet worden. Eine Äcotwendigkeit, sich impfen zu lassen, liegt nicht vor. doch kann denjenigen, die zur größeren Sicherheit sich impfen lassen wollen, das wohl empfohlen werden. Warm anziehe» auf Reise»! Erneut wird diese Mahnung von der Eiseickahnvertvaltung bekanntgegeben. Obwohl die Kälte etwas nachgelassen habe, sei es doch unmöglich, die Züge so zu heizen, daß ei* angemessener Wärmezustand erzielt wird. Im Interesse der Markowskis Schnurrbart zitterte vor verhaltenem Lachen. Er wußte genau, welche Rolle Klitzkr in der Szene mft Rosa Montag gespielt hatte. Tagejew wuttie einen Augenblick verlegen. „Ganz gleich, was er gemacht hat,* erwiderte er schließlich. „Ich leide ihn keinen Augenblick länger in der Stadt. Semi- pudow soll ihn holeti und sofort herbringen.* „Und wer soll ihn an die Grenze schaffen?* „Sie!* „Ich?* „Jawohl!* „Markowski kam das uitgelegen. er fühlte, daß eine Ungerechtigkeit geschah, an der er sich nicht beteiligen wollte. „Erlauben Sie!" sagte er,„und wenn er sein Ehrenwort gibt, daß er abreist?" „Dann muß man ihm nachreisen, aber so, daß er nichts merkt. Sollte er an der Grenze umkehren wollen, dann taucht man auf und schafft ihn noch Krakau." ..Wenn er sich aber an die Gendarmerie wendet?" .Lieber Gott, es ist Ihre Sache, ihn daran zu ver- hindern. Man»ruß ihm Angst machen, ihm einreden. eS geschehe in seinem Interesse, man wolle ihn davor retten. mit der Gendarmeric in Berührung zu kommen. Muß man Ihnen das erst beibringen? Wissen Sie denn lncht, wie so etwas gemacht wird und wie wir der Gendarmerie ausweichen müssen? Einige Minuten darauf ging Semipudow mit dem Dienst- auftrag fort, Klitzki nach der Kanzlei zu bringen und im Falle des Widerstands sogar Gewalt zu gebrauchen. „Roch einS!" begann Tagejew,„Sie sagten gestern, man habe bei HorLki darüber beraten, die Bürger der Stadt zu- sammenzurufen. um ein Gesuch an die KreiSverwalftmg ein- zureichen. Woher wissen Sie das?" Markowski zögerte. Er fürchtete, Tagejew sein Verhältnis mit Juzia zu verraten. Er dachte daran, daß das Mädchen dem Polizeimeister seinen Wachtmeister vorziehen könnte. Nicht einen Augenblick zweifelte er. daß Tagejew Juzia mit seiner Liebe beschenken würde und über Juzia machte er sich nicht die geringsten Illusionen. Tagcjelv kuiss die Augen zusammen und blickte Markowski ironisch am „Sc schweigen/' sagte er schließlich.„Nun, dann will *.*■..■.■fl j � caoj&c�-'jecjsüs aus � i ich es Ihnen sagen. Sie haben eine Geliebte— das Dienst- mädchen bei HorSÜs! Stimmt'S?" Markowski beherrschte seine Wut und lächelte gutmütig. „Wie allwissend Sie doch sind, Iwan Jwanowiffch!* .Ja, so bin ich einmal!* Sie lachten beide und zeigten ihre großen Zähne. Zwischen lhneu dampfte der Samowar, der ihre sich ineinanderbohrendeu Blicke zuweilen verbarg. „Da Sie es schon tvisseu," versetzte Markowski schließlich, „so brauche ich Ihnen nichts mehr zu sagen." „Ich werde Sie auch»licht um Erlaubnis fragen und mich noch heute mit Juzia verständigen, eic scheint ein schlaues Frauenzimmer zii sein." Markowski schnitt eine Grimasse. „Sie soll nächstens wieder nach Warschau zurückgehen!* Tagejew schlug mit der Faust auf den Tisch. „Sie wird gehen, wenn ich will! Ich habe Mittel, sie zu halten. Sie wird mir Dienste leisten und direkt berichten, was bei HorSkiS vorgeht. Mittelspersonen taugen nichts. Sie wollten für mich eine solche Mitteisperson sein, aber das ist Ihnen vorbeigelungen. Ich bin dahintergekommen, wen Sie bei HorskiS untergebracht haben.* Markowski bohrte die Nägel vor Wut ins Fleisch. Aber er fühlte, daß nichts helfen würde. Er beherrschte sich mit aller Kraft, erhob sich, grüßte und fragte: „War das alles,>vaS Sie mir zu sagen haben, Iwan Jwanowitsch?* .Ja! Und jener Klitzü wird fortgeschafft, aus der Stadt und über die Grenze." „Jawohl!" Im Vorzimmer begegnete Markowski zu feinem größten Erstaunen Juzia mit einem Körbchen in der Hand, den Kopf mit einem Tuch verhüllt. � ..Was willst Du hier?" fuhr Markoivski sie zischend au. „Der Polizeimeister ließ mich rufen," enviderte das Mädchen flüsternd. Sic freute sich anscheinend, daß sie sich mit Tagejews Hilfe vielleicht aus Markowskls Gewalt befreien würde. „Geh nach Hansel* „Ich werde gehen, wenn eS mir gefällt! Sie haben mir nichts zu sagen,* erwiderte sie mit ftechem Ausdruck in den Augen. (Forts, folgt.) eigenen Gesundheit fei es daher ratsam, bei längeren Reisen sich warm anzuziehen un d-sich auch mit Decken zu versehen. Im Hcrrnfeld-Theatcr bat der neue Scbwank mit Gesang„Der Stolz der Familie" durchschlagenden Erfolg. Heute nachmit'.ag L'/, Uhr wird.Die Ehre" aufgeführt. Palast-Theater am Zoo. Heute ist der letzte Tonntag des er- folgrcichen Februarprogramms. Der Telcphonscherz:„Hallo, wer dort?" wird nur noch bis Ende Februar gegeben, ebenso die..Ber- iiner Typen" von Robert Stcidl und Anna Müller-Lincke. Heute -wei Vorstellungen; nachmittags ZV* Uhr hat jeder Erwachsene ein iV.ni frei. »dmiralspalaft. Heute 3T3. Aufführung des zugkräftigen EiZ- balletrs„Frau Fantasie". Das prächtige Ballett wird nur noch an wenigen Tagen gegeben. Der Tod des Sonderlings. In dem Hause Sebastianitr. 76 haust e seit längerer Zeit ein setzt 77 Jahre alter Kaufmann Simon Sachs, der in der ganzen Gegend als Sonderling bekannt war. Der Grci« bewohnte drei Stuben und Küche. Niemand durfte seine Räume betreten, auch kein Verwandter. Tag für Tag sah man, wie er aus der Strotze alles mögliche wertlose Zeug auflas, be- sonders Papier und Bindfaden. In den letzten Tagen fiel es auf' datz er feine Zeitungen nicht mehr herein nahm. Als man jetzt feine Wohnung öffnete, fand man ihn tot unter den, Bette liegen, wohin er sich, stau in das Bell, gelegt hatte. In der Wohnung sah eS ganz wüst aus. Bett, Schränke. Küchenspind, Kochmaschtne, die Kleiöeriaschcn des Verstorb-nen. kurz alles war mit Papier ge- bäusr voll; ZeitungSpapiec loie und in Bündel und Abfallpapier von der Stratze. das Sacks in Bündelchen zusammengeschnürt hatte, bedeckte den Fußboden. In ollen Räumen herrschte die grötzte Un- iauberkeit. An der Leiche wurden keinerlei Spuren eines gcwali- sames Todes gefunden. Schwere Brandunfällc. In dem Hause Möllendorsstratze 3 in Lichtenberg hatte sich die 32jährige geistesschwache Sophie Jr.ckc an den nicht geschlossenen Ofen gestellt, um sich zu erwärmen. Dabei fingen ihre Kleider Feuer. Vor Schreck erlitt sie einen Krampf- <3 mall, so daß sie hilflos den Flammen preisgegeben war. Als das Unglück bemerkt wurde, hatte die Bedauernswerte� bereits am ganzen Körper so schwere Brandwunden erlitten, datz sie bald starb.' Ein zweites Brandunglück trug sich ebenfalls in Lichtenberg in dem Rheinischen Kohlensäurewerk an der Riltergutstratze zu. Tie 22jährige Tochter des Werkmeisters Eckhard und die 24 Jahre alte Frau Seifert aus der Warschauer Stratze 20 in Berlin waren dort in einem von heitzen Röbren durchzogenen und mit heitzen Platten belegten Raum mit RcinigungSarbeitcn beschäftigt. Minna Eckhard war in eineur höher gelegenen Teile des Raumes tätig. Plötzlich vernahm ihre Kollegin Hilferufe, und als sie hinzueUte, sah sie da» unge Mädchen hilflos über den eisernen, heitzen Röhren liegen. AIS Frau S. zu Hilfe eilte, wurde auch sie ohnmächtig und sank zu Boden. Glücklicherweise kam bald der Werlmeister Eckhard hinzu, der die beiden Verunglückten aus ihrer entsetzlichen Läge befreite. Allem Anschein nach sind die beiden Arbeiterinnen von Gasen betäubt worden. Beide erlitte» autzerdeni erhebliche Brandwunden, so datz sie ins Kranlenl)auS geschafft werden mutzten. Auf der Tiraße vom Tode überrascht wurde der 53 Jahre alte Aibeiter Wilhelm D reichte aus der Grotzgörichenstratze 23. Als er mit seinem Sckwager die Kölhener Stratze eiiilaug ging, klagte er plötzlich über Brustschmerzen, brach bald darauf zusammen und starb auf der Stelle. Vor dem Hanse Gryphiusstratze 28 fiel eine unbekannte Frau von etwa 50 Jahre» plötzlich um. Man brach« sie in den HauSslnr, wo sie bald starb. Tie Leiche wurde nach der Halle in RumintlSburg gebracht. Die Frau ist mitlelgrotz, dunkelblond und einen Marengo-Umhang. einen schwarzen Rock mit Samtbesatz, eine ichwarze wollene Bluse'mit buntem Besatz, ichwarz« Schürze und trug Schnallenschuhe. Sie hatte Brotkarten und eine Einholetofcho mit Holz bei sich. Auf frischer Tat ergriffe» wurde nachts ein Treibriemendieb. Der Wächter des Grundstück« Eii'enbahnstr. 6 hörte verdächligeS Geräusch in den Räumen einer Fabrik, ging ihm nach und sah noch, wie«in Mann durch ein Hinlerfensier entschlüpfte. Der Wächrer holt« rasch Polizetbeamte und suchte mit ihnen das Grundstück ab. Man fand in einem Kellerrauin des BorderhauieS verstecke einen Arbeiter Mox H. mit einem Paker schon zerfchmtlener Treibriemen. Ein zweiter Mann, den der Wächter gesehen hatte, war nicht mehr zu finden. Großfeuer in Treptow. Grotzfeuer rief am Sonnabendabend in Treptow eine gewisse Ausregung hervor. Dort kam in der sechsten Stunde in den» Eckhause am Treptower Park S und der Karpfen teichitratze aus noch nicht ermittelter Ursache Feuer aus, das von heftigem Winde getrieben, schnell au Ausdehnung zunahm. Als die Treptower Lrtsseuerlvehr an der Brandstelle erschien, war die Lage für die angrenzenden Gebäude schon recht bedrohlich. Es gelang jedoch nach mehrstündiger Tätigleit, den Brand einzu- dämmen. Bon dem Eckhaus ist der Tachstuhl mit dem oberen Go- ichotz eingeäuschert.■ Mus öen Gemeinden. Äotläufig keine Nenmeiduuaen für die CHarlottenbarger Maffenfpeisuug. Da der langandäuernde Frost die Fertigstellung der neue» großen Zentralküche in Eharlotteuburg erheblich verzögert hat, kann die Zulassung neuer Teilnehmer zur allgemeinen Speisung erst in H Tagen in der Reihenfolge der Meldungen stattfinden. Di« bis- herigen, etwa 1Ö00U betragende» Teilnehmer erhalten nach wie vor auf Grund ihrer Meldungen ihre Mahlzeiten. Wer starr am Mittag die Mahlzeiten erst deS Nachmittags abholen will, kann dies in der Ausgabestelle Goelbestr. 23 melde»'. Bei einer ausreichenden Anzahl von Meldungen wird eine besondere NachmiltagSausgabe eingerichtet werden. Ledeusmittelnachrichten aus EHarlottenburg. Ter Magistrat wird in nächster Zeit an die Bevöltcriing gegen Abgabe dec BezngSmarke D feinet Speiseöl sHaielnutzoll und wweit dieses nicht in aut- reichender Menge vorhanden ist, Bouillon- Extrakt veraus- gaben und zwar an Haushaltungen bis zu 3 Personen(kleine Be- zugsmatken) IVV Gramm JDel oder 123 Gramm Bouillon Extrakt, an' Haushaltungen von mehr als 8 Personen(große BezngSmarken) 130 Gramm Oel oder 230 Gramm Bouillon-Extrakt. Die Preise sind folgend«: für 100 Gramm Oel 2.75 M, für 130 Gramm Oel 4.10 M., für 123 Gramm Vouillon-Sxtrakt 2 M, für 230 Gramm Bouillon-Extrakt 4 M. Gesäße sind nnizubringen. Der Abgabe hat eine Boramneldung der Bezieher vorauszugehen, die an, Montag, Dienstag und Miuwoch nächster Woche in den durch Plakate kennt- lich gemachten GeschSsten zu bewirken ist. Nachträgliche Annahme findet nicht statt. Vom Montag ab wird auf Abschnitt 30 ein halbes Pfund Sauerkohl abgegeben. Eintigige Aufhebung der Eharlotteiiburger Schulferien. Die Kohlenferien erleiden dadurch eine klein« Einschränkung, daß die Schüler und Schülerinnen aller höheren Schulen und der Bolls- schulen verpflichtet sind, am Montag, den 26. Februar. morgens 8 Uhr in der Schule zu erscheinen, um Ausgaben zu Schul- arbeiten und sonstige Weisungen über nutzbringende Verwendung der Ferienzeit entgegenzunehmen. Die Wilmerödorfer Schulen werden noch einem neuen Beschlutz über den 1. März hinaus geschlossen bleiben. Der Zweck dieser Maßnahme ist in der Absicht zu suche», für die Kohlenversorgung der Haushaltungen Vorräte zu ersparen und ibne» eventuell zugänglich zu machen. Ter Termin der Wiedereröffnung der Schulen wird rechtzeitig durch die Anschlagsäuleir und die Tageszeitungen bckaimtgcgebeu. Die neuen Eierkorten für Wilmersdorf« Krank- können von Moniag, den 26. Februar an in der Abteilung für KcaNkenernührung, WilhelmSaue 114/115, entgegengenommen werden. Lebenemittelabgadr in Britz. Da auch hier die Beobachtung ge- macht worden ist, datz die Bäcker eine Abgabe von Weißbrot in geringen Mengen verweigern, wird nochmals darauf hingewiesen, datz nach der neuen Verordnung über die Abgabe von Brot und Mehl auch der Berkauf von 50 Gramm und einem Biel- fachen davon gefordert werden kann. Es ist den Bäckern empfohlen worden, das Weißbrot mit Einkerbungen zu verschen, um eine leichtere Teilung beim Verkaufen zu erzielen. Kranken und gebrechlichen Personen kann auf Grund ärzt- sicher Atteste oder sonst auf begründeten Antrag ko n d e n st e r te Milch überwiesen werden. Schriftliche oder mündliche Anträge sind in der Lebensmittelstelle der Gemeinde anzubringen.— ES steht nur noch eine ganz geringe Menge Kleie für Kaninchen zur Verfügung. Anmeldungen zum Bezüge sind unter Angab« der Zahl der Kaninchen bis spätestens 1. März an die Lebens- und Futtermittelstelle zu richten. LebenSmittelnachrichten ans Bohnsdorf. Zur besseren Regelung der LebenSmittelverteilung mutz siw jeder Einwohner bis zum DienS- tag, den 27. Februar bei dem Kaufmann, von welchem er ständig die von der Gemeinde zu verteilenden Lebensmittel bezieben will, in eine Kimbenliste eintragen lassen. Die Eintragung erfolgt nach Namen und Zahl der Familienmitglieder. Bei der Annieldung sind die Lebensmiltetkarteii vvrzulegen, welche der Kaufmann auf der Rückseite init seinem Namen zu versehen hat. ES soll nach Möglich- keit darauf gesehen werden, die Lebensmittel dort zu entnchmcii, wo Zucker und Butter gekauft wird. Grsß-Serlmer parteinachrichten. Sozialdemokratischer Verein Berlin lV, Görlitz« Viertel. Mit« woch, 28. Februar, abends 8 Uhr, Zusammenkunft der Mitglieder des Görlitzer Viertels int Lokal de? Genossen Hermann DauS. Lausitzer Str. 46. Alle auf dem Standpunkt der Gesamtpartet stehenden Parteigenossen find freundlichst eingeladen. Mitglieds- bücher behufs Umtausch mitbringe». Sozioldemokrotischer Wahlverem Berlin IV, Petersburger Viertel. Die Genossen, die ihr« Rechte und Mitgliedschaft in der Sozial- demokratischen Partei Deutschlands aufrechterhalten wollen(die bis- herigen Berliner Wahlvereine gehören zur.Arbeitsgemeinschaft" und stehen außerhalb der Partei), werden zu einer Zusammenkunft am Mittwoch. 28. Februar, abend» 8 Uhr. in das Lokal von Karl Kühne, Schreinerstr. 58. eingeladen. Mitgliedsbücher bitte mit- bringen. I. A.: Karl Schräder, Rigaer Str. 100. Lautwitz. Heute Sonntag, abends 7 Uhr, bei Dorn, Kaiser-Wilhelm, Ecke Sehdlitzstr.: Mitgliederversammlung. Genosse G r o g e r spricht über: Die SchicksalSsiunde der Partes Zahlreichen Besuch, besonders auch der.Vorwiivts"leser erwartet __ Der Vorstand. Soziales. Die Errichtung eines Reichsarbeitsamtcs. Ilr. Vertreter von Handel. Industrie und Schiffahrt haben der Reichsregierung Borschläge für die Errichtung eine?.Reichswirt- schastsaintes"»ntrrbretlet, das der Vertretung ihrer technisch-wirt- ickmsllichcn Interessen dienen soll. Gegen eine solche Institution lassen sich grundsätzlich« Bedenken nicht geltend inachen. Da» Reichs- amt des Innern leider schon längst an Ueberhäufung und Unüber- sichUichteil der Geschäfte. Aber noch viel dringender ist die Forde- rung auf Abtrennung der gesamten mit der Arbeit zusammen- hängenden Fragen. Die Sozialdemokratie hat diese Forderung schon in ihrem bekannte» Arbeitsschutzgesetzentwurf vom Jahr» 1885 er- hoben: Arbeiterkammern mir einem Reichsarbeitsamt an der Spitze. Die„Kommission für Lrbeiterstatistik" und auch ihr Nachfolger, der„Beirat für Arbeiterslatisiil" waren und sind Behörden, die nur gutachtlich gehört werden. Anregungen zu geben haben. Was wir aber brauchen, ist ein selbständiges Arbeitsamt mit einem Beirat aus Vertreter» von Arbeitgebern und Ardeitnebmcrn, wie auch die Gewerkschaften es wiederholt aus ihren Kongressen gefordert haben. Die Ausgaben auf diesem Gebiete wachsen mit jedem Jahre an Bedeutung und Umfang. Dem Amt hätte zu unterstehen die Arbelterschutzgejetzgebung. die Fabrikinsvekiion, die Gewerbe- gerichte, das Arbeiierw'ohnungSweseit. Da« weite Gebiet der Ar- beilerversicherung ist noch vergrößert worden durch die Angestellten- Versicherung. Ter Krieg hat neue Probleme aufgeworfen, die Für- sorge für die Kriegsbeschädigten. Die Arbeitsvermittlung, die Tarif- Verträge und vieles andere mehr würden dem Arbeitsamt zu unter- stelleu seilt. Da««rbeitsminifterium an der Spitze mutz seine Ergänzung sinden in Arbeitskammern, deren Tätigkeit nach Otten oder Industrie- bezirke» abzugrenzen ist. Neuorientierung auch auf diesem Gebiete ist eine Forderung der Zeit._____ Di« Apotheker gegen daö„Fränleiu Provisor". ES mutet etwas seltsam an, datz in der jetzigen Zeit, da die Frau sich in allen Zweigen des öffentlickien Lebens mit gutem Er- folge betätigt und selbst in die geheiligten Räume der Justiz uu- bcänstondet ihren Einzug gehalten hat, die deutschen Apotheker leine wichtigere Ausgabe fanden, als� gegen den sich im Avothekersach ein- zuführenden Helscrinnenberuf Sturm zutlausen. In einer Eingabe au den Preußischen Minister des Innern richten sie au diese» va« Ersuchen, die von einzelnen Apothekern eingerichteten Kurse zur Aus- bildung von Helferinnen in größerem Matzstabe zu untersagen und die Verwendung des bereits anSgebildeien Personal« durch den Kreisarzt überwachen zu lassen. Zur Begründung seines Begehrens führt der Apothekerverbond an, datz er mit Bedauern iehe. datz die Helferinnen bereils als das unentbehrliche Personal II. Klasse be- grüßt würden, welche»«ohne Mittoirlung von Regierung und Slandcsvertretuug gleichsam von selbst seinen Einzug in die Apo- theken hält". Die« Eindringen erweckt bei� den Apothekern Bc- kümmerm» nicht nur au» Gründen der- Betriebssicherheit, sondern auch„wegen der Monopolstellung der Apotheker und ihre» An- sehen«". Der Minister des Innern hat die Bekümmernis der sich m ihrem Monopol bedroht fühlenden Apotheker nicht zu teilen ver- mocht und erteilte den Herren Peienten einen abschlägigen Bescheid. Der Minister brmgt in der ablehnenden Antwort zum AnSdruck, datz nach den bisherigen Erfahrungeit ein Viitzbrauch in der Beschäftigung von nicht pharmazeutifch ausgebildetem Personal im ollgemeincn bisher nicht zutage getreten ist. Auch gegen die Em- richtung von Helferinnenkursen sei nicht« einzuwenden.— TaS „Fräulein Provisor" wird also unbekümmert um die schweren As- denken der standcebewutztcn Apotheker weiter ihres AmteS walteit. Gerichtszeitung. Betrug eines Hausbesitzers. Als eine besonders ver- werflichs Schädigung beb Gemeinwesens bezeichnete der Borsitzende eine« Schöffengerichts die Handlungsweise de« Hausbesitzers und Rontiers Albert Knrebandel, der sich wegen Betruges zu verantworten hatte. In dem Hause des Angeklagten hatte eine Kriegerfrau bei dem Bczirksvorstehcr die Gewährung von Mietzufchutz beantragt. Verhandlungen vor dem Miete inigungsamt führten zu dem Ergebnis, datz per Angc- klagie dgn Revers unterschrieb, wonach er in eine kleine Ermatzi- gung des Mietpreises willigte. Entgegen dieser Vereinbarung hat er dann von der Kriegerfrau monatelang die volle Miete verlangt und auch erhalten, da die Frau durch die Drohung des Angeklagten, daß sie sonst ausziehen müßte, geängstigt wurde. Die Sache tam schließlich zur Anzeige. Ter Angeklagte versuchte sein Verhalten durch unwahrscheinliche Angaben zu rechtfertigen, die vom Staats- nnwalt energisch zurückgewiesen wurden. Es läge hier ein sehr schwerer Fall des Betruges vor, der auf schnöde Gewinnsucht zurück- zuführen sei. Das Schöffengericht war derselben Meinung und verurteilte den Angeklagten nack dem Antrage des Staatsanwalts zu 500 Ä. Geldstrafe event. 100 Tage Gefängnis. Gestreckte Milch, die 25 bis 80 Prozent Wasser enthielt, hatte dl� Milchhändler Hermann Tressin aus Charlotten- bürg zum Verkauf gebracht und dafür eine Anklage wegen Nah- rungömittelversälschung erhalten. Das Schöffengericht hatte ihn zu 300 M. Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt; er beantragte 1 Monat Ge- fängnis und 500 M. Geldstrafe. Die Strafkammer des Land- gerichts beschloß die Veröffentlichung des Urteils, eS aber sonst bei den 300 M. zu belassen. Drei Feldposimorder. Als Hilfskräfte wurden der 16jährige Albert Webers, der 18jährige Erich Herrn und der 17jährifle Mar Frede durck Handschlag an EideSitatt bei dem Postamt Wild- park.verpflichtet und mit Beamtenfunktionen betraut. Als sie rhre Tätigkeit begonnen hatten, begann auch bald dos Verschwinden von Feldpostsendungen, das schließlich einen ganz erheblichen Unw fang annahm. Die Angeklagten gingen so weit, datz sie unterein- ander die gestohlenen Päckchen austauschten, um mehr Abwechselung beim Verbrauch zu haben. Sämtliche Angeklagte wurden von dem Schöffengericht Potsdam unter Berücksichtigung ihrer Jugend und Unbescholtenheit zu je 4 Monaten Gefängnis wegen AmtSunter- fchlagung in Tateinheit mit Briefuntcrdrückung und H. wegen Bei. bilie hierzu verurteilt. Gegen Herrn wurde auf Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aeniter für die Dauer von 2 Jahren erkannt. Mus aller Welt. Japanischer Tampfer untergegangen. Bern, 24. Februar.„Brogre« du Lyon' meldet auS Marseille: Der japanische Dampfer Hankoku Maru sei am 21. Tc» zember bei Tschifu untergegangen; eS fei wenig Hoffnung, daß von seinen 350 Fahrgästen, darunter zwei Amerikaner, jemand ge- rettet worden sei Portngiestsches Kanonenboot zerstört. Basel, 24. Februar. AuS Lourenco Marguez(Mocambique) meldet HavaS: Eine Keffelexplofion zerstörte da« portugiesisch- Kanonenboot Teja. Bier Personen wurden getötet, eine verwunder und sieben getötet. Schutzleute als Einbrecher. Ju Huiuiov« mehrten sich in letzter Zeit verwegene Einbrüche iu et schreckendem Maße, und zwar sehr oft an ganz belebten Stellen. So wurden kürzlich hinteremander bei zwei Goldwaren- und Uhren- Händlern die Schaufenster eingeschlagen und die ausgelegten Waren geraubt. Endlich wurden die verwegenen Diebstähle aufgeUärl. Bei dem Einbruch in da« Uhrengeschäft Pinkus wurde ein— Sctum- manu erwischt, der mit seinen DiebeSgesellen dos Ausräumen be- sorgte, während ein anderer Schutzmann Schmiere stand. ES sind die Schutzleute Gremmel und Kämpf. Letzterer war bei 27 Ein- brüchen beteiligt.' Sie schäme» sich»irtu! Die böhmische Stottbalterei hat an die Gastwirtegcnosiensibast in Prag folgenden bezeichnenden Erlaß ge- richtet:„Wiederholt wurde die Wahrnehmung gemacht, daß na» wohlhabende Klaffen der Bevölkerung in o st e n t a l i v« n E a st e- r ei en in den Fenstern der großen Gastwirrschafien g e f all e n. Da dies mir dem Ernst der Zeit nicht vereinbar und überdies geeignet ist. bei den vorbeigehende» weniger wohl- habenden und oft notleidenden Personen Erbitterung herdorzuruken, wird die Genossenschaft ersucht, die Inhaber von Gasige werben auf das Unziemliche eine« solchen Tafelns einzelner Gäste in fetziger Zeit aufmerksam zu machen und den Gastwirten zu empfehlen, nu Hinblick auf die Lage der gegen die Gaffen und Plätze getichieten Gasträume zweckentsprechende Maßnahmen zu treffen." Sriefkaften üer Neöaktion. Tic jiiriittsche 5ii.eA(liinSe findet(üc tlbonnerite» Lindenstr 1. tzcf linke, vaeterrc, am iptonla, bi» gecitaq von 4»1» 7 Uhr. am eomiadcnS von ü hiS n Uhr jicul. Jeder fite den Prtcftssten ßefiimmieu Snfrac.c ist ein sZurhstad« litt» eine 4.i»l aU ICUiteeläeu veizufügen. idrrefli»- vni. loset wies nia>! ericill. Anfrozen, denen keine ÄdonnementSciuiirnng bei- gefügt ist, werden»Ul deonmwriel. Eilige Fragen trage man in der ffltredi« stunde vor. Verneige, Schiiststüike«ud»erglcilhea bring« man in die Spreq- stunde mir. Genossen M. fei. Vir siiid zurzeit nicht in der Lage, die eiageuiudie Mitteilung zu verössentlichen.— Felle SO. Amlinsarben find dabei wobt am besten zu verwenden.— L. P. 7». Fast durchwea Garde. AerSffentlichimg ist darüber nicht«rsolat.—(f. Cl. Säenden«sie'ich an de» iimegf- Garn- und Tuchverband, Berlin V S. Mobretistr. 10.— E 1». SO05. Am besten würden Sie wobl tun, wenn Sie sich w dieser Angeleqenoen zunächst an den Zentraloerband der.vandlungSgehtlfen und Gcbil'�ni-iv MLnznr. 20, II, wenden würden.— 35». St. 45. Zunächst mllstien Sie »eriuchen, mit(Ihrem Arbeitgeber eine gütliche Versiändlgmig berbeizu- sübreii. Uebcr die zu erwartenden Chaneen läßt sich nicht« Gicheie» sagen. weil die« vom persönlichen Talent und auch von nickt vorher zu über- sehenden Umständen abbänzig ist.— Xauoi 36. 1. Werden Sie eefatneu können bei(Äöbel, Puilitzstr. 10. 2..Freier Lasierjpoel-, Redaktion Rci'.- köll». Hermannirr. 17«.— Gt. 5t. Das Psevd.— C. K. 813. Wir dalte» fogeitannU schwarze Jaßleise für da» beste Aititel für dieien Rai!. Vielleicht fragen Si« mal den Droztsten.— K. C. 7. Tie Berliner Tiichlerschule sHauvtabteilung Slraßmaniistr. v mit Aebenabieilungen in anderen Stadtieileni gibt Ausbildung z. B. tn Kunsitischlerci, Fachzeichnen, L rnmiieiit- und PiojeslionSzeichnen, SlUlchre, Aiodellieren, Holzbilddauci ev Entwerfen von Bau» und Alöbeltischlerarbeiten, Raumkunsl, Innen» dekorativii. Auch die Berliner Handwerlerschulc»(Lindenstr. i)7 98 und AndreaSjtr. 1/2) haben für sortgeschriUene Tischler UiiteritchtSkurfe ui Raum.'mnl. >K. SS. 1883. I. Ja. 2. Oia.— e n e l e m e n t S einzuschränken. Der Kreis der Personen, die G e s ck w o r e n e werden können, mutz erweitert ioerden. Unzulässig ist es. den Richtern die Verhängung möglichst hoher Strafen namentlich bei Vergehen gegen die Keiegsverordnun- gen aufzugeben.(Beifall im Zentrum.) Justizminister Dr. Beseler: Eine solche Verordnung an die Richter ist nicht ergangen. Viclleickt verwechselt das der Abg. Dr. Bell mit einer Anweisung an die Staatsanwalts chas- t e u. Ich mutz den Vorwurs des Abg. Dr. Bell mit Entrüstung zurückweisen.(Abg. Dr. Bell: Das habe ich gar nicht gesägtl) Dann entfällt ineitie Bemerkung. Ich habe es aber so verstanden. (Zurufe im Zentrum.) Zu meinem Vergnügen mache ich solche Ausführungen»icht. Weiterberatung: Montag, 11 Uhr, außerdem Lkultusetat. Schluß:. 44- Uhr. Ernahrunssftagen in See Reichstags- kommijflon. Tie Kommission, die der Reichstag eingesetzt Hai. um die Er- nährungsfrogen zu behandeln, hielt ihre erste Sitzung am Sonnabend, den 2t. Februar, ab, um in die Beratung des Wirt- schasrsplans für das Jckhr 1917/18 einzutreten. Ter Präsident des KriegsernährungSamtes, v. Batocki. gab eine eingehende Darstellung über die in Aussicht genommenen neuen Anordnungen. Mit dem Vorrat müsse man versuchen, aus- zukommen, wenn auch die Bestände nicht reichlich sind. Einen sicheren Ucberblick haben wir nicht, welche Getreidemengcn noch unausgedroschen vorhanden sind, weil leider durch den Kohlen- mangel die Ablieferung der Getreidemengen ins Stocken geraten ist. Die Bestandaufnahme soll am 1. März erfolgen. Die Nachprüfung, insbesondere bei den Kartoffeln, soll mit militärischer Hilfe erfolgen, um eventuell Verschleierungen über- vorhandene Bestände aufzudecken. Wir werden die Einteilung der vorhandenen Nahrungsmittel so vornehmen, datz wir auskommen und im schlimmsten Falle aus unsere Reserven zurückgreifen. Die Reserven sind unsere Viehbestände. Die Kartoffel wird uns große Schwierigkeiten bereiten. Es sind als Ersatz sehr viele Kohlrüben angekauft, aber die Bestände sind nicht auf den Markt gekommen, da Transporthindernisse störend sn den Weg traten. Solange der Frost dauert, köimen wir die Störungen nscht ganz überwinden. Die Mühlenpolitik, die auch auf die Ein- Wirkung des Reichstags zurückzuführen ist', hat uns in der Mehlversorgung recht f ü h I b a r o'- II n r e g e l m ä tz i g k e i t cn gebracht. Tie Berücksichtigung der Mühlen im Osten hat erhebliche Bestände Mehl und Getreide dort festgelegt, die nicht so abtrans- portiert werden können als notwendig. Wir werden die Ausmahlung des Getreides aus 94 Proz. erhöhen müssen, damit wird auch leider die Kleie für die Viehhaltung im geringeren Quantum zur Verfügung stehen und unsere Milchvcr- sorgung schwer leiden. Tie Kontrolle darüber, datz die entbehr- lichen Zkahrungsmittel«rsatzt�ioerden, wird mit aller Entschieden- heil durchgeführt werden--sämtliche Bundesstaaten haben ihre Organisation zusammengefaßt. Preußen hat in dem Kommissar für Volksernährung bereits die Stelle �geschaffen.—'Früh- gemüse und Obst soll durch eine öffentliche Bewirtschaftung auf den Markt gebracht werden; es soll das aus dem Weg der Lieserungsverträge geschehen. Redner ging dann auf die Preis- vorstellige ein, die von den landwirtschaftlichen Hochschullehrern unterbreitet worden sind. Die Grundanschauuug der�Preisrelation sei richtig. Die Heraufsetzung der Getreidepreise hätte die Mög- lichkeit gegeben, die Schwcinrprcise herabzusetfen. Das hätte schon früher gestehe n in ü sse n. Der Beirat hat im vorigen Jahr mit großer Mastnritai den Plan leider abgelehnt. Es ist unannehmbar, daß die Getreide- preise erhöht worden ohne eine Herabsetzung der Viehpreise. Beide Dstige gehöre» zusammen, sie können nicht auseinandergerissen werden. Wenn der Krieg zu Ende gebt, werden wir auch weiter mit einer Knappheit zu rechnen haben und mit einer Preislage, die nicht unter der jetzigen stehen wird. Das zwingt uns die Produktion zu fördern durch die Sicherung einer angemessenen Preisbestimmung, Es müsse berücksichtigt werden, daß in diesem Jahr die Mehlpreise gesunken sind, die Nährmittel um 25— 39 Proz. herabgesetzt wurden.' Die Äartoffelpreise sind auch nicht darüber hinausgegangen. tmO bei ungünstiger Eriue. � gefordert wurde. Tie Kälberpreise sind gegenwärtig er- böbt, damit mehr zur Abschlachtung gebracht wird, und die Ab- gäbe von Milck für die Kälberaufzucht unterbunden, wird. Man wird dagegen Sturm laufen, aber es war der Eingriff notwendig. Tie R e i ch s g e t r e i d e st e l l e soll künftig sämtliche Ge- ireidearten bewirtschaften, auch die Hülsenfrüchte. Es soll schärfer die Hastung der Gemeinden für die Ablieferung durchge- fuhrt werden. Den Preis für alle Getreidearten, mit Ausnahme des Weizens, müsse man auf 279 M. pro Tonne, für Weizen auf 290.2». hiuaufsctzeii. Ter Preis für Kartoffeln soll auf 5 M. für das ganze Jahr erhöht werden, im Westen soll bis zu 6 M. hinauf- gegangen werden. Bisher war der Durchschnittspreis 4,50 M. Der Z u ck e r rü b e n a n b a u hat ein ungünstiges Resultat er- geben. Die Herabsetzung für- Futterrüben und Runkßss hat nicht doli Anreiz geboten. Es mutz deshalb der Preis auf 2,50 M. pro Zentner für Zuckerrüben erhöbt werden. Das kann aber auch nur geschehen in Berbinduwg mit der Herabsetzung der Viehpreise. Im nächsten Monat niird das konservierte Gemüse heraurrgegeben Die Schlacht am(vurcq. (0. bis 9. September 1914.) Von Hermann S t c g e ni a n n. Nur rasche Entschlüsse und noch raschere Manöver konnten die 1. Armee und damit das ganze über die Aisne und Marne vorgerückte Heer vor einer schweren Niederlage retten. Während die Berichte über die Neugestaltiuig der Tinge ins Große Haupt- auartier abgingen, galt es, am Ort das Netz zu zerreißen, das sich schon würgend zusammenzog. Generaloberst v. Kluck wählte den Hieb aks Deckung. Er ließ das IV'. Reservekorps den ersten An- stürm der Armee Mcimonry aushalten und griff mit dem I I. Korps in der Front und halbrechts die Engländer au. die sich schwerfällig zur Schlacht entwickelten. Das IV. Linienkorps, das noch im Vormarsch aus Provins war. wo es kaum Äidcrstavd fand, da hier die Lücke in der gegnerischen Ausstellung klaffte und die Engländer nicht imstande waren, ihren rechten Flügel vorzuschieben, jicherte diesen kurzen Vorstoß Linsingens und seiner Pommern in der linken Flanke. Aus diesem Vormarsch erreichte die Spitze der 3. Division des IV. Korps Nangis, die der 7. Division Provins, verdrängte die französische Kavallerie und gelangte so zugleick mit einer Brigade überflügelnd in die linke Flanke der 5. französischen Armee, die sich eben zum Angriff aus das III. und IX. Korps anschickte. Während das IV. altive Korps der Armee Kluck dergestalt nach Süden vorstieß, brachte das II. Korps die Engländer in Unordnung und ivarf sie im Gegenangriff wieder in den Wald van Cräcy zurück. Es war früh am Tage. Der Angriff Linsingens ging mit solchem Schneid vorwärts, datz die?lrmee French sofort die Hand- luugsfreiheit verlor. Sic war etwa bis in die Linie Hauteftuille- Pezarches-Vaudoy gelangt, die sich vom Rordsaum des Waldes nach Südosten zu einem Wegknoten südlich von Amillis zieht, als sie in ihrer schwerfälligen Bewegung unterbrochen und nach Südwesten zurückgeworfen wurde. Schon um 9 Uhr früh sind die Engländer nicht mehr imstande, die ihnen zugewiesene Aufgabe zu erfüllen, und genötigt, die Verbindung mit Maunoury zu lockern und sich im Walde von Eröctf neu zu ordnen. Das sranzösische Kavalleriekorps batte sich inzwischen nach Südosten zurückgezogen, um die linke Flanke Franchct d'EsPereys zu �decken. Das bedrückte den britischen Anmerkung der Redaktion: Diese Darstellung der Schlackt an der Marne ist ein Abschnitt aus Hermann Stegemanns„Geschichte des Krieges",(l. Band.— Teittsche Pcrlagsanstalt Stuttgart.— 1917.) Heerführer, denn er sah nun auch seine rechte Flanke bedroht, wo das IV. Korps Klucks im Angriff aus das südöstlich von Vaudoh gelegene JouY-lc-Chatel fortschritt. Da begannen die Angriffe der Deutschen plötzlich zu stocken. Es war gegen 19 Nhr morgens, als sich die Engländer auf cimnal des furchtbaren Gegners entledigt sahen, der ihren methodischen Vormarsch und ihre ganze Schlachtordnung in einem kurzen Be- wcgnngsgescckt aus den Fugen gebracht hatte. Um so heftiger grollte schwere deutsche Artillerie, die jetzt an die Stelle der In- fanterieangriffe trat und die englischen Divisionen noch nicht zur Erkenntnis der Lage gelangen ließ. Linsingen hatte den Befehl der Armecleitnng erhalten, dem IV. Rescrvekorpo zu Hilfe zu 1 komme», das. von dreifacher Uebermacht bedrängt, ums Leben rang. Vom Fleck weg machten die Pommern kehrt und folgten dem Rufe zu neuer Schlackt. In die dadurch entstehende Lücke wurden die i deutschen Kavalleriedivisioneu gestellt, die von den Engländern als ! starte Kräfte aller Waffengatiungen betrachtet und mit großer | Vorsicht angefaßt wurden. Es war ein weiter Weg bis zum Grand ' Morin, und es war Abend geworden, als French endlich bis Eon- lommicrs gelangte. Weiter wagte er sich nicht, denn am Nordufer des Grand Marin brüllten deutsche Haubitzen und der Vormarsch in Gefechtsgliederung war nickt wich englischem Geschmack. Unter- dessen war auch an das IV. deutsche Korps der Befehl zur Umkehr geflogen. DaS IV. Korps, das den Feind, den es vor sich sah, schon überflügelt wußte und im günstigsten Gefecht stand, brach den Kamps unwillig ab. Nur die Kavallerie blieb opferbereit und breitgcsächcrt südlich des Aubetin stehen, um die Reiter Conneaus am Nachstoßen zu verhindern. Die englische Armee war weder imstande gewesen, das II. Korps festzuhalten, noch den Rückmarsch des IV. Korps zu schädigen, das an ihr vorbei Eoulommiers gewonnen hatte. Der Rückzug der beiden rechten Flüßelkorps der 1. Armee erfolgte als Manöver zifr Herstellung der Lage und gestaltete sich zu einer der glänzendsten Operationen, die je in freiem Felde unter solchen Umständen ausgeführt worden sind. Die Truppen, � die seit dem 20. August von Schlacht zu Schlacht geschritten und ' durch Belgien und Frankreich gestürmt waren, Märsche bis zu 50 Kilometer Tagesleistung ausgeführt hatten, sahen sich ange- sichts des Feindes herumgewor'en, um abermals 30 bis 40 Kilo- meter zurückzulegen und von diesem kühnen Flankenmarsch an drei britischen Korps vorbei zu neuem Gefecht überzugehen. Der Ka- nonendonner, der ihnen entgegenhallte, mahnte zur Eile. Nie rief die Stimme der Schlacht Generale und Musketiere dringender zu Hilft. Vor sich, in der Klgnft und hinter sich den Feind, der so viel Armeen zählte, als sie selbst Korps bildete, wahrlich keine aussichtßvolle Lage I» Es war 10 Uhr tnorgens, als dcks II. Korps den Kamps mit den Briten abbrach. Das III. britische Korps war vor dem Anprall so weit�ausgcwichcn, datz es seine Ausgabe als linke Flügelgruppe nicht mehr erfüllen konnte und Maunoury um Hilfe bat. General Maunoury sah sich gezwungen, Teilkräfte nach Süden abzuzweigen, um die abgerissene Verbindung mit den Engländern wiederherzu- stellen. Die PomMern stürmten in glühender Tageshitze den Weg zurück— zurück zum Angriff. Der 15. August 1870 und Grave- lotte hatten sie nicht so dringend gerufen, wie der 0. September im Tal des Ourcch Damals wax ihr Einsatz im Abenddunkel nach Molikes eigenem Urteil nickt mehr zweckmäßig gewesen, diesmal hing von ihrem Eingreifen alles ab. Schon anr Abend des Sonntag hatte das II. Korps den Grand Mari» wieder überschritten und den Ourcq erreicht. Im Schauer der von Bränden und Kämpfen erfüllten Najst entwickelte es sich, Front nach Westen, zu. neuer Schlacht. Die 3. Division brach durch die Gehölze von Meaux und setzte sich bei Vareddes an den linken Flügel des IV. Reservekorps, die 4. Division keuchte bis Etavigny und griff rechts vom IV. Reservekorps ein. Noch weiteren Rückweg hatte das HV. Armeekorps.von- pillh vorgearbeitet. Dreimal wurde der Kirchhos von Etrepilly ge- Wonnen und verloren, bis er in den Händen des 2. Ersatzregiments der Zuaven blieb.' Das IV. Korps, das am 9. August und 20. August Mülhausen genommen hatte und die am 29. August bei EombleS erlittene Scharte auswetzen wollre, setzte seine Umsassungsbewegung eifrig fort und schob sich über Acy-en-Multien hinaus. Schritt für Schritt wich das I V. deutsche Reservekorps auf den Ourcq, an dessen Ufcrhügcln seine schweren Batterien aufgefahren waren. (Schluß folgt.}; hxstiveit, GS z�ruckyeizMsn iöötbätt, ooJttn tbit«8 hit hli schlimmste Zeit zur Versüaung haben. Es find Rafinahmen er- -rriffen, um die Schweinelkstände und auch den Rindvishbefiand herabzusetzen, da das Vieh eine grotze Gefahr für unsere NäHr- miitelbestärrde ist. die für die Menschen reserviert werden. Aus die Tauer kann eine solche Kartoffclvcrsorgnnft wie gegenwärtig dem Latte»icht zugemutet werden. Es must die Exzeiigunp von Äorlöffeln und Getreide die wichtigste Ausgabe im nächsten Wirb- schastSfahr bleiben.' Staatssekretär Helfferich bespricht die P.roduktionsver� hältniffe in anderen Ländern, die sehr ungünstig stehen und uns auch in Friedenszeiten die Versorgung nicht leichter machen. Wir muffen dafür sorgen, unsere eigene Produktion zu erhöhen. Die Produktion des künstlichen Düngers ist fb geftisgen. dost wir den Ehile-Salpeter vollständig entbehren können. Diese Produktion, die heute zu einem erheblichen Teil für Munition, gefordert wird, ist uns im Frieden für die Landwirtschaft gesichert.— Abg. Dr. Böhme inatl.) bält eine Erhöhung der Preise für einige Produkte für notwendig, sie würde den sehr gestiegenen �Produktionskosten entsprechen. Er ist gegen eine Herabsetzung der Schlweinepreiie.— Abg. Hoff(Vp.) behandelt zustimmend die Frage einer größeren Abschlächiung des VieheS, um die»freigäbe der RahrungSmitiÄ zu erlangen. Eine Preisrelation zwischen Vieh- und Getreidepreisen sei dringend erforderlich. Er stelle nch im wesentpcheri auf den Standpunkt der Preisvorschläge der Professouer!.— Abg. Schmidt- Berlin sSoz.) hält eine bessere Lrgatrisotion für die Gutreidebewirtschastung für notwendig. Wir befinden uns in einer Gefahr, daß heute noch große Bestände von Getreibe in den Händen der'ikiitzer sind, die zu greifen notwendig ist. um die Verwendung.als Viehfuiter zu verhindert. Die Getreide- 'chiebungen sind weiter ein Beweis dafür, wie schwer es ist. unser Brotgetreide in der öffentlichen Bewirtschaftung fest zu erfassen. Tie Nährmittclverteilung. d. b. die Produkte aus Hafer und Gerste, ist leider nicht so erfolgt, wie uns die Zusicherung ge- geben wurde. Tie bisherige Berteilungsquote ist außerordentlich gering uitd ungenügend. Redner vermißt eine Einschränkung des Tabakbaus und der G ä r t n e r e i b e t ri e be für Zierge- wachse. Die Preisrelation für unsere Produkte dm Landwirtschaft ist zu befürworten, aber es geht»licht so. wie der Land- w i r t s ch a f t S r a t es will, von oben nach den hohen Bieh- preisen die Getreidepreise zu regulieren; daS llmgekehrte müsse erfolgen. Aber es muß auch der Nachweis geführt werden, daß eine Preiserhöhung im Hinblick aus die erhöhten Produktionskosten riotwendig ist. Redner berechnet, daß nach den Vorschläge« der Professoren Roggen und Weizen einen Zuschlag von 384 Millionen Mart erfordere, die Kartoffeln würden ein Mehr von 240 Millionen Mark bedeuten, und bei Zucker würde man den Rübestbauern 133 Millionen Mark zufließen lassen. Der vorteil bei der Herab- setzung der Biehpreise läßt sich auf 260 Millionen Mark veran- schlagen. Dabei ist aber i» Betracht zu ziehen, daß die Preis- Verwendung finden... , Nittel im Preise zu senken. Sehr entschieden wandte sich der Redner gegen die Erhöhung der Zuckerrüben- und der Kartoffel- preise.—'Abg. Wurm(Soz. Arbg.) wendet sich gegen die vor- geschlagene Preisrelation. Der'Redner begründet dann sehr ein- gehend einen Produttionszwang für die Landwirtschaft. v. Batocki erklärt, daß er den Anbau von Ziergewächse n und Blumen zurückdrängen will; die Gemeinden haben dazu die geeigneten Vollmachten. Beim Tabakbau ist eS bedenklich, btc Erzeugung zu unterbinden. Es handelt sich um ein Genußmittel, auf das ein Teil der Bevölkerung schwer verzichtet. Eine Berechnung der Produktionskosten ist unmöglich, well die BetriebSverhältnisie sehr verschieden sind. Deshalb kann sich auch der Preis nicht aus- bauen aus eine Berechnung der Produktionskosten.— Abg. Held i natL); Wir müssen die Preise so stellen, daß die Landwirte aus- kommen. Die Herabsetzung der Piehpreise ist sehr bedenklich. Wir schädigen damit unsere Bighhaltung.— Abg. Dr. Roesick«(kons.): Die bindwirtschasilich'. Produktton müsse eine Förderung durch attgsmeiseste Preis« erfahren. Dem Landwirt muß ein großes Quantum der Frucht zur freien Verfügung gelassen werden. damit er uneingeschränkt disponieren kann. M an nimm t s o n st d e m 2 a n d w i r l j e d.e F r e u d e a«r B e r u f e. Es ist ganz unmöglich, daß in einer Zeit, wo der Wert dcS Geldes sinkt, die Viebpreise herabgesetzt werden. Nächste Sitzung am Montag: Fortsetzung der Verhandlung. Reichstagsarbeit in öer öevölterungs- Politik. Die Äommiisiotl des Reichstags für B e v ölke ru n g SP oli. tik tagte am Sonnabend zur Besprechung ihres Arbeitsplans in dieser Session und der auf ihrem Arbeitsgebiet in Aussicht siehettden Regierungsvorlagen. Ein Vertreter des Reichsjustizamts machte darauf folgende Mit. leilungen. Fertig in der kommissarischen Vorarbeit und zur Vor- läge an den Kaiser und Bundesrat seien im wesentlichen drei G e- setzentwürfc. von denen freilich nicht ieststehe. ob sie noch so zeitig dem Parlament zugehen würden, daß sie diesmal verabschiedet werden könnten. Erstens ein allgemeiner Entwurf zur Bekamp- sung der Geschlechtskrankheiten, der aber nur die Vor- schriften über Kupelei, gewerbliche Unzucht. Regulierung der Pro- stiiution, Kurpfuscherei und Ansteckung der'Säuglinge durch Ammen und umgekehrt mit besonderem Bezug auf die Geschlechtskrankhesteit betreffe. Zweitens eine Vorlage über das Verbot a n i i k o n- zeptioneller Mittel. Drittens ein Entwurf, der gestatte. Milttärpenonen mit ansteckenden Krankheiten bei der D e m o b i l i- s a t i o n zurück zu halten. Er gebe anHeim, die Kommissions- arbeiten danach einzurichten. Abg. Dr. Struve(Bp.) ist für Zurückstellung der durch die angekündigten Gesetzeuiwurse erwähnten Materien, aber für Weiter- behandlung der übrigen Sittlichkeitsfragen in der Kommission. Er lädt �ur Vorführung eines Films ein, den die Gesellschaft zur Be- tämpsung der Gescblochtstrmikheiten hat herstellen lassen und ist fedenfalls für die Distussion der Schulbelehrung über Geschlechts- krankhesten.— Abg. Dr. Q u a r ck(Soz.) bedauert, daß die ange- kültdigten Gesetzentwürfe so lückenhaft sein werden und weder den versprochenen Ausbau der Beratungsstellen zu Ge- sundheitSämtcrn. noch die Anzeigepslicht. noch eine durch- greifende Resort« des H e b a m m e n w e s e n S bringen werden. Es komme darauf an. ob das Parlament nicht wenigstens hinsichtlich dieser Punkte die Initiative behalten solle.— Die Abgg. Dr. F a ß- b e n d e r lZ.) und Mumm(christl.-soz.) sind im Gegensatz zum Vorredner für Ausschaltung aller Materien aus der Kommissionsarbeit. die die kommenden Gesetzentwürfe betreffen. Man leiste sonst doppelte und nutzlose Arbeit.— Abg. Dr. David(Soz.) schlägt vor, die parlamentarische Initiativ»,' die in der Tat nötig sei. auf den neuen Abschnitt„Mutier und Kind" zu konzenlriereu, ein Vorschlag, dem sich Abg. K u n e r t(Soz. Arbo.) anschließt.— Abg. Meyer- Herford(natl.) meint, man solle sich vorbehalten, jederzeit auf die Kommissionsarbeit zur Bekämpfung der Geschleflitskrantheiten zurückzukommen, falls die Regierungsvorlagen zu lange ausblieben.— Abg. Schul;(Soz.) spricht über pädago- gische Bedenken gegen geschlechtliche Schulbelehrung. Beschlossen lvirb. in der nächste» Sitzung zu behandeln die Frage des bessere« Schuhes der Soldaten vor Geschlechtskrankheiten, www Fragen des Schutzes der Zivilbevölkerung, die sich schon auf Grund der bestehenden Gesetzgebung regeln lassen. Tann soll zum Abschnitt„M n t te r und Kind" übergegangen werden, für den als Referent für Kommission und Plenum Abg. Dr. Quarck be- stimmt wird. Schließlich bringt Abg. Dr. Quarck(Soz.) noch eine weitere Frage in Anregung. Der im preußischen Landtag eingebrachte Fideikouunitzgesehentwurf sei eure direkt gege« jede gesund« BevoUrrungspolitik gerichtete Matz- «ahme.'Er werde die Abwanderung vom Lande und die unhygie- die Autwandt- �,.. tngen der Kom- misswn für Bevöl&rtingspolitik geradezu entgegen. Deshalb möchte er anheimgeben, in der nächsten Sitzung auch über diesen wichtig-:: Punk: kurz zu verhandeln, oder heute wenigstens den anweienpen Kommissaren der preußischen Regierung zu empfehlen, bei ihrer StaatSregierung klar zum Ausdruck zu bringen, welckc Sriegserklä- rung au jede» gesunden Fortschritt auch vom Standpunkt der Be. völlermigsvoliti! das preutzische Vorgehen sei, tvas er für seine Frak- lionSfreunde hiermit entschieden jjetm: haben wolle.— Abg. Dr. T a- v i d(Soz.) teilt mit, daß die et eiche nächste Woche im Plenum zur ausgiebigen Vsrbandlung kommen werde, worauf die Kommifswu den Gegenstand verläßt und ihre Sitzung schließt. Keichstogsausschuß für das hllfsüicnft- gesetz. Der Ausschuß trat am Freitagabend noch Schluß der Plenarsitzung zusammen, um die zweite Lesung des Entwurfs einer Verordnung über Versicherung der im paierliindische» Hilfsdienst Beschäftigt«» vorzunehmen. Wer eine Beschäftigu-:g in: Sinne des Gesetzes über de« Vater- ländischen Hllfsdienst ausübt, soll, auch wenn er nicht dienstpflichtig nach tz 1 dieses Gesetzes ist, den Vorschriften über die reichsgesetz. liche Arbeiter- und An�esiellisnversicherung unterliegen. Diese gilt auch dann, wenn die Beichäftigung nicht aus Grund freiwilliger Meldung stattsindet. Die Vorlage gelangte mit den in der ersten Lesung beschlossener: Abänderungen zur Annahme. Eine ins Gewid icht fallende Aenderurgz hat nur Z 10 dt, Enk- wurfS erfahren, der die Tätigkeit im vaterländischen Hilfsdienst, die den reichsgesetzlichen Vorschriften über die Ilnmllversichertmg um deswillen nicht unterliegt, weil sie im Ansland» auSgeführi wird, und nicht als selbständige Bestandteile sAusstrablimg) eines inländischen Betriebes anzusehen find, der Unfallversicherung unterstellt. Träger der Versicherung für diese HilfSdiemtpslichttgsn ist daS Reich. Die Unsallentschädigung soll nach einem einheitlichen FabreSarbeiiK- berittenst berechnet werden, der nach der Lorlage») bei gewöhnlich«: landwirtschaftlichen Arbeitern 810 Mk.. b) bei gewerblichen Arbeiter» und landwirtschaftlichen Facharbeüern 1200 Mk. betragen soll. Ein Antrag Bauer(Soz.). den Fahresarbeitsverdtenn auf !ZM und 2000 M. festzusetzen, fand keine Mehrheit. Angenommen lourde ein Antrag Carsten, den Aabresarbeitsverdienft für landwirtschaftliche Arleiter mtf 1200 und für gewerbliche Arbeiter und landwirtschaftliche Facharbeiter auf 1800 Mark iestzusetzen. Der Ausschuß setzte dann die in der vorigen Sitzung bereits be- gonnene Aussprache über die Zusammenleznng und Stillegung von Betrieben fort. Hatchlmann v. Specht und Generalleutnant v. Grüner gaben eingehend Auskunft über die in der Durchfübrung begriffenen und für die nächste Zeil in Aussicht genommenen Maßnahmen. Abg. Bauer wies daraus hin. daß es immer noch vorkäme, daß bei den Verhandlungen die Vertreter der Arbeiter- und Angeftelltenorganisationen nicht gehört würden. Betriebe sollten immer erst dann stillgelegt werden, wenn Bor- sorge getroffen sei, daß die Arbeiter und Angestellten anderweit untergebracht werden könnten. Für diejenigen, die zur anderweitigen Beschäftigung nicht geeignet sind, müsse sofort eine ausreichende Fürso cge emsetzcn. Hauptmann v. Specht erklärt, daß dos Kriegsomi durchaus im Sinne dieser Wunsche zu veriabren gedenke. Abg. Schiele(k.) beantragt, in eine Lerhandstmg über die mi- ltiärischen PferdeauShebungen emzutreteu.— Die Kommission lehnt den Eintritt in die Verhandlung ad, weil die PferdeouShebung mit dem Dienstpflichtgeietz nicht im Zusammenhang stehe und die Kom- Mission deshalb nicht zuständig sei. Knie Was zur Zeit, da unsere Großmütter jung waren, dem Geist der damaligen Zeit entspringend zur herrschenden Tracht wurde, davon finden fich bei der heuttgen Mode unverkennbare Merkmole. Wie es die Biedermeierzeit einst versuchte, mit einfachen Mitteln Schönes und Geschmackvolles zu schaffen, so das heutige, auf seine eigene Kraft gestellte deutsche Kleidergewerbe. Und wenn Sie das Ergebnis bettachte«, die ent. zückenden Zackenkleider mit ihren losen, gefälligen Formen, ihrem anmutig hochgestellten Mieder, den kleidsamen, schalartigen Kragen, den kecke« Beutel- lasche« usw., so werden Sie zugebe«, daß einfacher, deutscher Sinn hier etwas ganz außerordenilich Schönes geschaffen hat. Königfiraße SS. Am Bahnhof Alcxanderplah. Ehauffeefiraße 113. Beim Stettiner Bahnhof. SÄ yW&i" .Mtz K/'X t■'):•'• mm, m � <• MM,... %,r\X xr* WM« /< Z> W � WM m■ i »WM \ s H| "•'» MM., » w- -"'v' v ¥...� I ..;.->*< M'- �• � �. j:' MA. .- M:: GM sf?v.>\'•%' D 1 3>x- " i-, 1�7.- C�A eRENNINKMCYENCHBH M Sonntags geschlossen. fesches Jackenkleid >» besonbet« ausaepräqter lese? FoemVet sihSn« arößeRipskragen verdient besondere Beachtung. '.floiterSIockenkock.. Hübsche Taschen. As) Hochmodern in jeder.Seziehuns ist vieles entzückende Jackenkleid mit semem nach Siedermeier Art hochgestellten Gurt und seinem gropen Kragen, der durch einen kapuzenartig gelegten«est ßen Moiree-ileberktagen'T'T noch»erjchönt wird. Kffien Belrieöen nicht nrehr chine Üeson�ere Genehmigung de? Gene- roSbireZtorS für den Hilfsdienst befchäfngi werden. Die Aufforde- rung zur freiwilligen D ienitn ahme umfasse alles, kein Betrieb oder Beruf sei davon ausgeschlossen. Bis zum 21. Februar abends hätten sich 60 000 Freiwillige aemeldct. Die Regierung werde vielleicht das Parlament um neue Befugnisse ersuchen, wenn mau nämlich die Erfahrung machen würde, daß die Freiwilligen den Pflichten, die sie auf sich nehmen, nicht nachkämen, oder daß Arbeit- gebe: ohne Grund ihre Arbeiter straften oder entließen. Der Gene- raldirektor werde das Recht haben, die Arbeiter zur Bekanntgabe aller Arbeiter zwischen 18 und 60 Jahren, die in ihren Betrieben seien, auszusordern. Falls die Regierung zu dem Schluß kommen sollte, daß Reserven von Arbeitskrästen vorhanden seien, die sie durch freiwillige Werbung nicht gewinnen könne, so werde sie andere Mittel versuchen müssen. Die Einführung einer: n d u st r i e l l c n Dienstpflicht fei nach der jetzigen Vorlage nicht gut uroglich; um aber allen Mißverständnissen vorzubeugen, habe die Regierung -hn ermächtigt, auf das bestimmteste zu versichern, daß sie die ihr gewährten Rechte nicht dazu benutzen werde, Arbeiter von.einem Arbeitsplatz nach dem andern aus eine Weise zu verpflanzen, die nach den bestehenden Gesetzen nicht gestattet sc!. Gleichwohl glaubten einige Abgeordnete, daß das Gesetz der Regierung dos Recht gebe, den industriellen Dien st zwang einzuführen. Andere waren dagegen, da es ihrer Meinung nach den Weg zu solchen Zwongsmaßregeln vorbereitet. Ter Regierung wurde auch vorgeworfen, daß sie den komplizierten Charakter der englischen Industrie nicht richtig verstehe. Schließlich sah sich Cave veranlaßt, in die Borlage eine Bestimmung aufzunehmen, aus der deutlich her» vorgeht, daß sie keinen industriellen Zwang mit sich bringt. Meine Kriegsnachrichten. Tie britische Reichskmgskonfmnz wird, wie der politische Mit- arbeiter der..Poll Mall Gazette" erfährt, in ungefähr 14 Tagen zum ersten Male zusammentreten. Die verhafteten Ire». Der Oberbefehlshaber in Irland hat ver- lügt, daß den neuerdings verhafteten Personen verboten wird, i n Irland zu wohnen. Ihnen ist freigestellt worden, einen Aufent- Haltsort in England zu wählen. Im australische» Bundesparlament machte SughcS Mitteilung von einem Antrag an das Reichsparlament, die Legislaturperiode des australischen Bundesparlaments bis sechs Monate noch Friedens- 'chluß, spätesten? bis zum 8. Oktober des nächsten Jahres, zu ver- längern. politische Uebersicht. Abgeordnetenhaus. TaS preußische Abgeordnetenhaus beendete am'Sonn- abend die Debatte über den Antrag auf Gewährung von Teuerungszulagen an Beamte, zu dem sich die Redner aller bürgerlichen Parteien wohlwollend äußerten. Der Finanz- minister Dr. Lentze versprach mit Rücksicht auf die ständig zunehmende Teuerung eine erneute Prüfung, ob die Zulagen erhöht bezw. der Kreis der Bezugsberechtigten erweitert werden solle. Dem Redner der Sozialdemokratischen Arbeits- gemsinschaft wurde das Wort abgeschnitten. Die Folge davon waren stürmische Szenen, Adolf Hoffmann wurde von dem Abg. Dr. Friedberg als gewerbsmäßiger Verleumder be- zeichnet, worauf Hoffmann Herrn Dr. Fncdberg einen Heuchler nannte. In der Unruhe, die ob dieser erbaulichen Zwie- gespräche im Hause herrschte, wurde der Antrag einer Rom» Mission überwiesen, die sich auch mit Fragender Bevölkerungs» Politik befassen soll. Die Konservativen, die die Ueberweisung an die Budaetkommission gewünscht hatten, blieben in der Minderheit. Der Etat des Finanzministermms selbst, zu dem der Teuerungsantrag gestellt war, wurde genehmigt und mit ihm gegen die Stimmen der Polen. Dänen, Sozial» hemokraten, des Zentrums und einiger Fortschrittler auch die Positionen, die die vor dem Kriege beliebte Polen- und Dänen- Politik charakterisieren. Das Haus schritt dann zur Beratung des Etats der Justizverwaltung, die dem Abg. Dr. Bell(Z.) Gelegenheit gab, eine große Reihe von Wünschen auf Reform unserer Justiz zum Vortrag zu bringen, einige Mißstände zu rügen und für die Unabhängigkeit des Richterstandes einzutreten. Nach einer kurzen Erwiderung des Ministers, der den Zentrumsredner offenbar völlig mißverstanden hatte, wurde die Beratung auf Montag vertagt. Nach Erledigung des Justizetats soll die zweite Lesung deZ Kultusetats beginnen. Bundesrat. In der gestrigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur An- »ahme: der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend Bestim- mungsn zur Ausführung deS K 7 deS Gesetzes über den vaterländische» Hilfsdienst; der Entwurf einer Bekanntmachung über Re- lung deS Scrtehrs mit Kohle und der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend Aenderung der Verordnung über Mineralöle, Mineralölerzeugnisse, Erdwachs und Kerzen vom 18. Januar lS17._ Tie Berkehrösteucr. Der Entwurf eines Gesetze« über die Lesteuerung des Personen- und Güterverkehrs ist nunmehr veröffentlicht worden. Seine wich- tigsten Bestimmungen sind schon bekannt. Besteuert wird der ganze Personen- und Güterverkehr aus Schienen- und Seilbahnen und Wasserstraßen, der Verkehr auf Landstraßen insoweit als die Beförderung durch ein dem öffentlichen Verkehr dienendes Unternehmen aus bestimmten Linien und plan- mäßigen Fahrten betrieben wird. Das trifft auch den Verkehr in geschlossenen Ortschaften sSlraßenbahn- und OmnibuSverkehr). Von der Abgabe befreit sind Person enbeförde- rungen im Arbeiter-, Schüler- und Militär- Personenverkehr soweit die Abfertigung zu er- mäßigten Preisen erfolgt. Abgabesrei bleibt u. a. auch die Beförderung von Güter» in kleinen Schissen mit weniger als hundert Kubikmeter Raumgehalt und ohne motorische ikrast. Die Abgab« beträgt kür die 1. Fahrklasse 16 Proz., für die 2, Ii Proz.. für die 3. 12 Proz., für die 4. 10 Proz. Einklassen- verkehr wild mit 12 Proz. versteuert. Im Gepäckverkehr beträgt die Abgabe 12 Proz. des BesörderungSpreises, bei der Güterbeförderung 7 Proz. Für S t r a ß e n b a h n t a r i f e ist der§ 8 des Gesetzes toichtig, daß Tarifänderungen, soweit sie zur Deckung der Abgabe bestimmt und nach Lage der gesamten Verhältnisse als an» gemessen zu erachten finv, zulässig find ohne Rücksicktt auf bestehende Tarlivereinbarungen. Kommt eine Verständigung zwitchen beiden Verlragsleilnebmein nicht zustande, so entscheidet ein Schiedsgericht. Beide Parteien wählen je einen Schiedsrichter und gemeinsam einen Lbmanii. Ju der Begründung wird dazu gesagt: Hierbei wird dem Unternehmer in der Umgestaltung der Tarife ein den Bedürfnissen de» Verkehrs und de» Betriebs gerecht werdender Spielraum einzuräumen sein. Gerade im Straßenbohnbetriebe mit seinen niedrigen BeförderungS- lägen verbietet sich ein automatische-! Hinzuschlagen de! Abgabe- betrag! zu den BesörderniigSpreisen schon wegen der be- sichenden Abrundungsschioieriqkeiten. Ter Unter- nehmer ivird auch in die Lage gesetzt werden müssen, Tarisverschiebungen durch Aenderung der Tarif» zonen oder dadurch, daß er Fahrpreisherabsetzungen aus der einen Seite durch FahrpreiSerhöhungen aus der änderen Seite au§- glercht vorzunehmen. Tagegeü kann die Ermächtigung des Unter- nchmers, einseitig Tarijänderuugc» aus Anlast des vorliegenden Gesetzes vvrzunehmen, nicht so weit gehen, um auch Aenderungen zu gestatten, an denen er sich für sonstige Steigerungen der Betriebskosten zu erholen beabsichtigt. Die Erträge werden auf 313 Millionen Mar! veranschlagt. Davon: Eisenbahnen 1. Kl. 4.7, 2. Kl. 22,5, 8. Kl. 61,9. 4. Kl. 30,5 Millionen Mark, Straßenbahnen 34.4 Millionen Mark, Güterverkehr 161,6 Millionen M., BinnenschiffahrlS- und kustenverkehr 23 Millionen Mark. Tie Berechnungen sür den Lahnverkehr beruhen auf der— heute Wohl nicht mehr zuverlässigen— Friedensgrundlage von 1913! Die Erträge der Wasserverkehrssteuer lassen sich, wie zugegeben wird, beim Mangel ausreichender Grundlagen nur annähernd schätzen. Die ganz« Veranschlagung erscheint daher recht optimistisch. Urteil im �lugblattprozeh Eichhorn und Geuoffen. Leipzig, 23. Februar. sMeldung des 23. T. B.) Der vereinigte zweite und dritte Strafsenat des Reichsgericht! verur- teilte heute mittag nach zweitägiger Verhandlung den Zigarren- Händler Hermann Weise und den Redakteur Emil Eich- Horn, beide aus Berlin, wegen Vergehens gegen Paragraph 96 des Gesetze« über den Belagerungszustand zu je fünf Monaten Gefängnis. wegen des gleichen Ver- gehen! den Buchdrucker Wilhelm Habicht au! Reu- kölln zu drei Monaten Gefängnis. Versuchten Landesverrat, den die Anklage in der Handlungsweise der Angeklagten erblickte,«ah« das Reichsgericht nicht als er- wiesen an. Eickihorn botie im Juli des Vorjahre! mehrere Flug» blätter, darunter eins mit der Ueberschrist.Zuchthaus für Friedens- arbeit" bei Habicht drucken lassen und ihn veranlaßt, keine oder eine unrichtige Drucksirma darauf anzugeben. Weise versandte die Flug- schriflen nach verschiedenen Orlen Deutschland!. Da! Reichsgericht nahm an, baß die Angeklagten nicht das Bewußtsein ge- habthätten, d e r K r i e g s m a ch t D e u ts ch l a n d s durch ihre Handlungsweise Schaden zuzufügen, dagegen wurde festgestellt, daß die Angeklagten gegen die Bekanntmachung des Oberbefehlshabers in den Marken handelten, welche die Ver- breitung solcher Flugschriften mit unrichtiger Druckangabe verbietet. Di« Strafe der Angeklagten wurde als durch die Unter- snchungShast verbüßt erachtet. Nach dem Verhandlungsschluß jedoch ließ der Reichsanwalt die Angeklagten wirderilm verhaften, »M sie in Schntzhaft zu nehme». Bericht oder Bortrag? Zu unserer Notiz in Nr. 52 des„Vorwärts" vom 22. d. M. unter der Ueberschrist:»Kein merlwürdiger Vortrag, sondern ein merkwürdiger Bericht" erhalten wir jetzt die Zuschrift eine! Herrn Ernst Pfeiffer. Herr Pfeiffer gibt sich alS der Verfasser de! von un! kritisierten Berichts in der„Deutschen Tageszeitung" vom 17. d. M. über einen Vortrag des Herrn Liz. Siegmund- Schnitze an. Gegenüber der Behauptung des Herrn Echultze, daß der Bericht unwahr fei, hält Herr Pfeiffer seinen Bericht in seinem ganzen wesentlichen Inhalt durchaus aufrecht und beruft sich hierfür auf seine stena- graphischen Aufzeichnungen. Herr Liz. Siegmund-Schultz« hatte uns seinerzeit folgendes geschrieben:„Eine Befragung der sozialdemokratischen Teilnehmer der in Frage stehenden Versammlung würde Ihnen sicher leicht den Beweis liefern, daß mein« Busführungen durch- au! anders orientiert waren, als der Bericht der„Deutsch. Tageszeitung" erscheinen läßt. Auch inhaltlich ist die Wieder- gäbe nicht richtig." Es steht also Behauptung gegen Behauptung. Ob Herr Pfeiffer oder Herr Schultz« recht hat, können wir nicht beurteilen. 11ns kam und kommt eS vor allem darauf an, festzustellen, daß das. was die „Deutsche Tageszeitung" vom 17. d. M. Herrn Schultz« über an- gebliche Bekämpfung der Religion durch die Sozialdemokratie sagen läßt, an sich sachlich unrichtig ist, mag e! nun Herr Schultz« wirklich gesagt oder Herr Pfeiffer irrigerweise als seine Worte berichtet haben. Der Fideikvmmihailsschust des AdgcvrdnctcnhauscS trat am Freitagabend zusammen. Ihrer Ankündigung gemäß waren die Nationalliberalen und die Vollsparteiler nicht erschienen. Tie Freikonservativen beantragten Aus- setzüng der Sitzung, weil die meisten ihrer regelmäßigen Mit- glieder verhindert seien, zu erscheinen. Der Ausschuß beschloß mit 11 gegen 5 Stimmen die Sitzung auszusetzen. Etwa 5 von den konservativen Mitgliedern fehlten bei der Abstimmung. Nächste Sitzung DienStag. Ter weiwarischc Landtag wurde am Freitag nach einer Dauer von zwei Wochen wieder auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Verlängerung der Amtsdauer der im Jahre 1909 für zwei drei- jährige LandiagSperioden gewählten Abgeordneten wurde wieder um ein weiteres Jahr verlängert. Die im Jahre 1916 abgelaufene dreijährige Finanzperiode, die bereit! auf das Jahr 1917 ausgedehnt war, ist um ein weitere! Jahr verlängert worden. Zu der Reichserbschaftssteuer wurde ein staatlicher Zuschlag von 25 Proz. der ReichSstcuer beschlossen. Den Staatsbeamten und staatlichen Arbeitern wurden Kriegs- zuschlüge und Teuerungszulagen zugebilligt, die noch über die für Preußen geltenden Grundsätze hinausgehen. Zusammentritt de« reichsländischen Landtage«. Der Landtag für Elsaß-Lothringen wird in der Woche nach Ostern seine Arbeiten wieder aufnehmen._ Deutschland und Gefterreich-Ungarn. Ein Vortrag von Kranz Klein. In einer Versammlung der Woffenbrüderlicken Vereinigung im preußischen Abgeordnelenhause sprach am gestrigen Sonnabend— nach einein einleitenden Vortrog deS Herrn Prof. D o p sch über „Die geschichtliche Sendung Oesteereichs— der frühere österreichische Justizminister Dr. Franz Klein über deutsche und österreichische Wirrschastspolitik. Der Bortragend« wies auf die weit« gehenden Ueberetnstimmungen hin. die in der wirtschaftlichen Gesetz- gebung beider Reich« jetzt schon bestehen, vergaß aber nichr, zu erwähnen, dag die Bindungen iin einzelnen, so bei den Akliengesell- schaflen und der Gewerbeversasiung in Oesterreich weitergehen als in Deutschland. Auch mit der Alter!« und JnvaltdilätSversicherung ist Oesterreich gegenüber Deutschland im Rückstand, Klein verkennt nicht die Schwierigkeiten der wirlschafilichen Annäherung. „Außerhalb des politischen und militärischen Gebiete! stößt ein Engergestalten des Zusammenschlusses, wenn er nicht etwa rein obnflächUch sein soll, vorläufig noch auf den Streit der be- i e i I i g i e n W i r t s ch a f i L g r u p p e n um den Markt. Er hat im Laufe des Krieges einiges von seiner Schärfe verloren. namentlich in'den österreichischen Wirtschaftskreiseu: bevor er aber nicht befriedigend ausgetragen ist. haben die übrigen Ausgleichungen lRechtsaimäherungcn, Ineinandergreifen sozialpolitischer.Einrich« f rungen) einen geringe» Wert. Eine sehr wichtige, viel zuwenig beachtete Frage berührte Klein, wenn er weiter ausführte: „Die Mittelmächte haben vor dem Krieg zur Außenhandels- Politik verschieden gestanden. Angesichts der ihnen anS Leben gehenden Absichten der Feinde verschwindet aber dieser Unterschied. Es gibt nur die Wahl, sich zu unterwerfen oder wie im Kriege gemeinsam vorzugehen, um sür den Frieden die Zulassung zu den ungeheuren Gebieten, die die Feinde kontrollieren, durchzusetzen, und zwar nicht nur der AuS- fuhr wegen, sondern noch' mehr als Bezugsquelle für ander! nicht erreichbare mientbchrltche R o h st o f f c. Gegenüber der Notwendigkeit solchen gemeinsamen Handelns dürfen zwischen den beiderseitigen Volkswirtschaften etwa bestehende WettbewerbSver- hältniffs nicht ins Gewicht fallen." Wer diesen Gedankengängen weiter nachgeht, wird sinden, daß die Wiedereroberung der wirtschaftlichen Freiheit für die Mittel- mächte unendlich wichtiger ist als die KriegSziele, die von unermüd- lichen Militärgeographen in Zivil auf der Landkarte gesucht werden. Letzte Nachrichten. Neuregelung des Meldewcscns der Arbeitsnachweise. Ter Oberbefehlshaber in den Marken hat durch Bekanntmachung vom 22. d. M. das Melde Wesen der Arbeitsnachweise neu geregelt. Danach sind vom 1. März ab alle nicht getverbs- mäßig betriebenen Arbeitsnachweise in Berlin und der Provinz Brandenburg verpflichtet, ständig Mitteilungen über ihre Tätigkeit, offene Stellen uiw. an die Zentral ausiunfts stelle der Arbeitsnachweise in Berlin(Am Köllnischen Park 3) zu Machen. Zu den nicht gewerbsmäßigen Arbeitsnachweisen rechnen auch die Hilfsdienst melde stellen. Die gewerbsmäßigen Stellenvermittler sind künstig gleichfalls verpflichtet, der ZentralauSkunstsstelle der Arbeitsnachweise regelmäßig über ihre VcrmittlungStätigkcit zu berichten.__ Handelspolitische Pcrhaudluugcn zwischen Teutschland und Oesterreich. Wien, 24. Februar.(Meldung des Wiener K. A. Telegr. Korr.-Bureaus.) Zu dem Vertrage über den wirtschaftlichen Aus- gleich zwischen Oesterreich und den Ländern der ungarischen Krane waren Bcrhandlungcn über die Regelung der Zoll- und Handels- bezichungcn zwischen den beiden Staaten für die Zeit vom 1. Ja- nnar 1918 an, spätestens z» Beginn des Jahres 1915 einzuleiten. Im Sinne dieses Ilebereinkammens wurden zwischen der öfterreichi- schen und ungarischen Regierung seit längerer Zeit Berhand- l u n g e n gepflogen. Obwohl hierbei mit dem Umstände gerechnet werden mußte, daß die Gestaltung der handelspolitischen Verhält- uisse nach dem Weltkriege derzeit noch nicht zu überblicken ist, konnte doch insoweit ein vorläufiges Ergebnis erzielt worden, daß nun- mehr der Einleitung handelspolitischer Berhand« lungen mit dritten Staat e-n, insbesondere mit dem Deutschen Reich kein Hindernis im Wege steht. Der schwedische Reichstag und die Seesperrc. Stockholm, 24. Februar.(Meldung des Svensla Tele gram- bhran.f In der Zwekte« Kammer des Reichstags interpellierte Baron Abelswa e cd(Liberali den Staatzmiuister über die Tätigkeit der Kriegsverficherungs-Kammission nach der Erweiterung des deutschen U-Boot-Krieges, da die Kommission seit dem 1. Februar die Versicherung von Schiffen mit nach Frankreich und England bestimmten Ladungen verweigerte. Ter Staatsministrr erklärte in seiner Antwort: Die Andeutung des Interpellanten, daß die Regierung durch ihr Berhalten in der Bcrsicherungsfragc größere Rücksicht gegenüber dem einen als dem anderen Kriegführende» gc- zeigt habe, verdiene keine Beachtung. Es fei klar, daß die Regie- rung nur auf die Interessen Schwedens und der schwedischen See- lcntc Rücksicht genommen habe. Adels w'a e r d erklärte, die Bcr- sicherrnigspolitik der Kommission habe auf die äußere Politik Schwedens üblen Einfluß gehabt und die Verständigung mit Großbritannien erschwert. B r a n t i n g sagte, daß die Regierung gegen den rücksichtslosen N-Voot-Krieg protestiert, gleichzeitig ober dafür gesorgt habe, daß ein Staatsorgan tatsächlich die Blockade anerkannt habe, daß die schwedische Schiffahrt im Gebiet dieser Blockade Schwierigkeiten hätte, sich äustechtzucrhalten. Niemand wolle die Seeleute in diese Gefahrenzone hinauszwingcn, man habe aber ein Recht zu fordern, daß die Regierung nicht direkt hindernde Maß- regeln ergreife, die Blockade zu unter st ührn. Man habe erwidert, daß Menschenleben natürlicherweise nicht gewagt werde« sollten wegen der Einfuhr von Luxusartikeln, aber die Tätigkeit der Kommission könne zur Folge haben, daß Schweden weder Lurtjk artikcl noch Lebensmittel erhalte. Ti-S Benehmen gesährdc die ganz�� Volkswirtschaft und Industrie und stehe in schreiendem Widerspruch mit der Grsehgebung, die der Reichstag zn Anfang dieses Monats zur Ausdehnung der Versicherungen geschaffen habe. Sowohl Schwede» als auch Dänemark und Norwegen müßten zeigen, daß der Wille in ihnen herrsche, die Verbindungen nach dem Westen a u frech tzuer halte n. Der Staatsminister beantwortete die Kritik der äußeren Politk der Regierung,, indem er erklärte, daß Schweden? Absichten und Neutralität vielmehr im eigenen Lande als im Auslände angegriffen würde». Hildchcand(k.) erklärte, daß die Kommission die Sache ausschließlich vom vcrsichcrnngstcchuischen Ge- sichtspunktr ans betrachte und alles getan habe, um die Berbin- düngen zu entwickeln. Elf Dampfer, zwei Segler, acht Fischerfahrzeuge versenkt. Berlin, 24. Februar. Nichtamtlich. Bon zurückgekehrten U-Booten sind neuerdings elf Dampfer, zwei Segler und acht Fischcrfahrzcugc versenkt worden. Unter den versenkte» Dampfern befand sich der englische Transporter.4. 19(Dampfer Afri«) der Whitc-Star-Line, 11999 Tonnen), der am 12. Februar auf dem Wege von Liverpool nach Plhmouth vernichtet wurde. Mit den übrigen versenkten Schiffen gingen unter anderem verloren «600 To. Kohlen, 1800 To. Stückgut und 3009 To. Salpeter.— Da nach obiger Meldung der Dampfer Afrie am 12. Februar und nicht am 16. Februar versontt worden ist, haben die Engländer die am 16. Februar als Erfolge eines U-Bootes in 24 Stunden be- kanntgegedencn vier Hilfskreuzer bzw. Transporter sämtlich verschwiegen. Tie Teuerung in Italien. Bern» 24. Februar. Die al l g e m c i n e B e r t e u e- rung der Lebensbaltung in Italien für den Zeit- räum von September 1916 bis September 1918 erreicht nach Mitteilung des VerprovrantierlmgAausschusses 48,92 Prozent« Gewerkschaftliches. Serlm und Umgegend. Lohnzulage bei der Berliner Hochbahn. Der Transportarbeiier-Berband hatte Anfang dieses Monats im Auftrage seiner Mitglieder, die bei der Hochbahn beschäftigt sind, Forderungen eingereicht, die eine Erhöhung des Lohnes und eine Neuregelung der Arbeitzeit vorsahen. Die Betriebsleitung ist dem Wunsche des Personals nachgekommen und sandte unter dem 22. Februar an die Verbandsleitung ein Schreiben, wonach die Lohn- und ArbeUSberhältiüsie wie folgt geregelt sind: DaS weibliche Personal erhält bei Sperren- und Bahnsteigdienst -lö Pf., bei Zugbegleiter- und Blockdicnst SO Pf., bei Frauen im Aufsichtsdienst SS Pf. Stundenlohn Uebcrstuudcu werden für Sperren- und Bahnsteigdienst mit 50 Pf., für Zugbegleiter- und Blockdienst mit 60 Pf. bezahlt. An Ruhelagen geleistete Dienste werden nach den Sätzen für Ueberstunden berechnet. Die Kriegszulage für Kinder unter 13 Jahren beträgt monatlich 5 M. Die tägliche Arbeitszeit(ohne Einziehung der freien Tage« ist auf 8 Stunde,: festgesetzt. Das männliche Personal erhält für Bahnsteigdienst S M., für Zugbegleiter- und Blockwärterdienst ö,S0 M., für Zugsahrerdienst 6 M. Tagehohn. Ueberstunden werden für die ersten beiden Kategorien mit VZ Pf. bezahlt. An Ruhetagen geleisteie planmäßige Dienste werden mit dem zehnfachen Betrag der Ueberstunden bezahlt. Die K r i e g S z u I a g e für Kinder unter IS Jahren beträgt monatlich 5 M. Der tägliche Durchschnittsdieust(ohne Einziehung der freien Tage) beträgt im Bahnsteigdienst O'/j Stunden, Blockdienst 8\!3 Stunden, Zugbegleiter dienst 9 Stunden 23 Min., Zug- fahrcrdicnfl 91, Stunden. Für beide Gruppen gemeinsam ist bcstiinmt: Es werden 2 freie Tage im?Nonnt bezahlt. Bei der Lohnzahlung wird jedem Bediensteten eine Lolmabrcchnung ausgehändigt. Die Lohnaufbesserung ist mit rückwirkender Kraft bom 21. Ja- nuar d. I. eingeführt worden. Die Betriebsleitung bemerkt, daß sie gleichzeitig mit dieser Auf- befserung zugunsten der AuShelfer auch die laufenden Bezüge des ständigen BetriebSperfonals nochmals erhöht worden sind. Mit dieser Regelung find fast alle Forderungen erfüllt mit Aus- nähme der Bediensteten im Sperren- und Lahnsteigdionft, die eben- fqlls 50 Pf. pro �stunde verlangten, und der Bezahlung der lieber- stunden, für welche 70 Pf. gefordert wurden. Allerdings hat die Verwaltung auch diesmal keinen OrganiiationSvertreter zur Ber- Handlung zugezogen, aber es steht zu hoffen, daß die Weigermrg, mit Verbandsvertretern zu verhandeln, auch noch überwunden werden kann.__ Generalversammlung der Holzarbeiter. In der am Freitag abgehaltenen ordsnrlrcheir Generalversammlung der Zahlstelle Berlin des Holzarbeiter verband es begründete der Vorsitzende G l o ck e einen Antrag der Ortsi-mvaltung: Der« Beschluß der vorigen Generalversammlung wieder aufzuheben, welcher besagt, daß der Verband derr„Borwärls" nicht mehr als Publi- tationSorgan benutzen soll. Der Redner führte aus, die OrtS- vsrwalturrg habe, dem GencralversammlungSbcschluß entsprechend, versucht, die Versammlungen durch Handzettel und Säulenanschlag bekannt zu machen, auch fei beabsichtigt, ein Mitteilungsblatt der Zahlstelle herauszugeben. Aber es habe sich gezeigt, daß alle diese Mittel nicht geeignet feien, die Publikation in eurer Tageszeitung wirksam zu ersetzen. Die Ortsvertvaltung habe deshalb ohne Widerspruch den Antrag angenommen, den„Vorwärts* wieder als PublitationSorgan zu üerrutzen. Die Ortsverwaltung. habe sich bei der Annahme ihres Antrages lediglich von allgenieinen aewerkschastlichen Jniereffen. besonder'- den Jnterenen der Ber- borrdSmrtglicder leiten lösten. Seit die Versammlungen nicht mehr im.Vorwärts* angezeigt werden, sei der Beiuch derselben erheblich zurückgegangen. Es sei eine Schwächung des Verbandes zu erwarten, wenn die Kollegen und auch andere gewerkschaftliche Kreise nicht mehr durch eine Tageszeitung über die Angelegenheiten des HolzorbeiterverbandeS unterrichtet werden. Die politischen Streitfragen müßten in der gewerkschaftlichen Tätigkeit ausscheiden. Wegen des Beschlusses der vorigen Generalversammlung seien auS Mitgliederkreisen 16 Beschwerden an den Berbandsvorstaiid einge- gangen, der deshalb ebenfalls die Aufhebung des Beschlusses berür- worte. Nachdem sieben Redner in längeren Ausführungen den Antrag der JDrtSverwaliung bekämpft hatten, traten zwei Redner für den- selben ein. Glocke betonte in seinem Schlußwort, die Gewerkichafl solle nicht dazu beitragen, daß der polnische Streit verschärft und die Zerklüftung der Arbeiterschaft noch weiter getrieben werde. trag der Ortsverwaltung sei lediglich im Jntereffe des Gewerkschaft- lichen Zusammenarbeitens gestellt und nehme leine Rücksicht auf politische Streitigkeiten. Der Antrag der Ortsvcr waltung wurde gegen eiire starke Minderheit abgelehnt. Einstimmig an- genommen wurde die von der OrtSverwaltung empfohlene wöchentliche Herausgabe eines Mitteilungsblattes für die Zahlstelle, wovon eiue Probcnummer der Versammlung vorlag. Inzwischen war die Zeil so weit vorgerückt, daß die übrigen Punkte der Tagesordnung nicht mehr behandelt werden konnten. AuS der Schlichtmigskommisfion der Militärschneider. Er schob mich vor? Die KriegSbekleidungSämter haben wiederholt Unioruehmer für Milnärschnriderarbeiten mattgesetzl, indem sie ihnen leine Aufträge mehr geben. Die Gründe find verschiedene. Hauptsächlich kommt auch die Nichtinnehaltung der Bedütgrmgen, namentlich mit Bezug auf die tarifliche Bezahlung der Arbeiter und Arbeiterinnen in Betrocht. Zu den Mattgcsetzten gehört auch Herr Facsfcr. Er wußte sich zu helfen. Ein Schneidern, eister Grade sprang für ihn ein. Herr Grade besorgte auf feinen eigenen Namen Arbeit von der militärischen Ausgabestelle und lieferte auch die fertigen stücke ab. Ileberbaupt trat er als der Unternehmer für Militär- schneideracbeiten auf. Tatsächlich ließ aber Grade kein einziges Stück anftrtigeit. Alles wonderte zu Herrn Faesfer, der die Sachen durch seine Arbeiterinnen anfertigen ließ. Von ihm erhielt Herr Grade für die Besorgung der Arbeil eine Provision. .Er fwob mich vor?*— So keiu, zeichnete Herr Grade treffend und in schöner Offenheit selber in der SchlichtungSkommission fein Verhältnis zu Herrn Faesier. Faesfer hotte seincu Kompagnon Grade vor die SchlichtuiigS- kommifsion zitiert, weil Grade ihm SM M. an Löhnen vorenthalten hatte. Der Grund war, daß die Beiden wegen der Höhe der Pro- Vision in Streit geraten waren. Grade glaubte, sich nicht mit 10 Proz. begnügen zu sollen, sondern forderte als angemessen 13% Pro,. Die Schlichtun gSkomrnrfiion, der diesmal Herr Zleu- bauer vorsaß. machte dem Herrn Grade klar, daß die BetleidungS- ämter feine eigenartige Bernrittlertätigkeil sicher streng mißbilligen werden. Was den Streit zwischen ihm und Faesfer angehe, so müsse er unbedingt die Löhne an Faesier weitergeben. Anderer festL gehe feine Provision die Schlichtungskommisfion gar nichts an. Glaube er, zu wenig Provision erbaUcn zu haben, so müsse er seine cnt- sprechenden Forderungen beim Zivilgericht geltend macheu. Zu niedrige Eutlohuung betraf ein anderer Prozeß, in dem Herr Faesier Beklagter war, während der Schneidcrverband, der sich mehrerer Arbeilerinnen angenommen halte, durch Kunze die Klage vertreten ließ. Es kam ein Vergleich auf 7S M., in mehreren Raten zahlbar, zustande. Lohnnachzahlung forderte der Schnelderberbaud, vertreten durch Kunze»m Vämen von vier Atheileriimen durch Klage gegen den Schneidermeister Helmdach. Dcr Beklagte hat mehr als zulassig sich für Abliefern und Einrichten berechnet und die Arbeiterinnen eut- sprechend verkürzt. Es wird ein Verglerch geschloffen. H. zahlt in zwei Raten 50 M. nach. Den Zwischenmcrfrerzuschlag verlangt St. von Sch. ES kandelL sich um längere Zeit. Verlangt werden 1071 M. Durch Vergleich verpstichtet sich der Beklagte zur Zahlung von 100 M. und St. nimmt darauf den weitergehenden Anspruch zurück. Keiu besonderer Ärirgsausschusi für dir Textilindastrie. Vom Tcrtilarbeiterverband wird uns geschrieben: Die Nr. 40 des„Vorwärts" vom 10. Februar 1917 enthält in der Beilage eine irreführende Notiz betitelt:„Kriegsausschuß für die Textilindustrie". Auf eine Anfrage beim Kriegsamt wurde unS der Bescheid, daß rür Groß-Berlin nur zwei KriegsauSschüsfe bestehen, je einer für die Metall- und einer für die BcklcidungS- indusirie. Tic Textilindustrie Groß- Berlins ist dem KricgSaus- schuß für die Metallindustrie unterstellt. Der bisherige Kriegsausschuß � für die MetaLinduftrie Groß- Berlins ist vom Kriegsamt ermächtigt, für andere Gewerbe Spruch- kanrrnern zu bilden. Diese Spruchkammern sollen aber ebenso wie etwa vorhandene Tarif-Schiedsgerichte, Schiedshöfe, Einigunys- ämter, Schlichtungsausschüffe nur für Streitigkeiten nach§ 13 Ges. vatarl. HilfSd. in Beträcht kommen, lieber den Abkehrschein eist« scheidet nach wie vor der Kriegsausschuß für die Metallindustrie Groß-BerlinS. Mus Industrie und Kandel. Verein Berliner Koufleute und Industrieller. Am Mittwoch. den 28. Februar, wird im grotzeu Sitzungssaalc des Vereins Deut- scher Ingenieure, Sommerstraße-la, Justizrai Kurt Ja c u s i e l über das Thema..Die G e s ch ö f t s a u f f i ch t zur Abwendung des Konkurses" sprechen. Dänemarks LebeusmittelauSfnhr nach England. Nach der.Tidfkrist for Latidökvri mi* betrug der Wert der in England im vorigen Jahre eingeführten landwirtschaftlichen Erzeug- nisse rund 4800 Millionen Kronen. Hiervon kamen aus Dänemark kür 378 Millionen Kronen, alio nur der gesamten Einfuhr Englands. Im Jahre 1914 führte Dänemark 175 Millionen Pfund Butter in einem Werl von 198 Millionen Kronen(Durchschnittspreis 1,14 Kronen pro Psimd) nach England aus. Im Jahre 191S sank die ausgeführte Buitermenge auf 133 Millionen Pkund bei einem Gesamtwert von 184 Millioncn Kronen(1.89 Kronen pro PfirndV Der Rückgang hielt auch im Jahre 1916 ou, wo nur 113 Millionen Pfund Butler nach England gesandt wurde, der Preis hatte sich in- dessen aui 1,S9 pro Pfund erhöht. Die Speckausfuhr nach England betrug: 1914 ISIS 1916 Plund Piund Plund 271 Milliorrcn 206 Äkillioncn 164 Millionen in Werten von 179. 164 bezw. 163 Millionen Kronen. Der Pfund- preis stieg also von 66 Oere auf 80 Oere im Fahre 191.5. um im folgenden Jahre fast 1 Krone zu erreichen. Die in den drei Jahrcir ausgeführten Eiermengen sind nicht gemeldet, die dafür erzielten Summen betrugen 1914: 46 Millionen Kronen, 1915: 33 Millionen Kronen, 1916: 23.S Millionen Kronen. Während alio die dänische Ausfuhr nach England abnahm, hat die englische Einfuhr aus den Bereinigten Staaten und Kanada sehr zugenommen. Speck z. B. wurde ans den erste reit dreimal und aus Kanada fast fünfmal soviel wie vordem eingeführt. Pmmtwortlich für Politik; Hermann Müller, Tenwelhvs; sür den üStigeri Teil d. Blattes: Alfred Tcholz, Neukölln: für Inserate: Ich. vZlockr. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Vuchdruckerei n, Verlazsanstalt Paul Singer& Co. Berlin 3W. Hierzu 3 Beilagen. A. 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Metallarbeiter-Verband Ortsverwaltung Berlin. Dem Andenken unserer im �clde gefallenen und verstorbenen Kollegen gewidmet. Lauor, Johann, Arbeiter, gcb. 5. 7. 1674, Main� Böhl, Rudolf, Revolverdrchcr. gcö. 17. 10. 1885, öcmau. Czlschke, Hermann, Schmied, geb. 15. 2. 1884, Langercibc. Bhert, Heinrieh, Werkzeugmacher, gcb. 10. 8. 1807, Bremen. Liedtke, Richard, Maschinenarbeitcr, gcb. 12. 4. 1886, Procwciscn. �laluehe, Relix, Former. geb. 24. v. 1880, Berlin. Ortmann, Reter, Dreher, geb. i. 8. 1883, Düsseldorf. Steude, Fritz, Dreher, geb. 27. 11, 1895, Berlin. Trapp, Max, Fräser, gcb. 23. 4. 1880, Berlin. Werner, Hans, Gürtler, gcb. 22. 12. 1884, Berlin. Ehre ihrem Andenke» l i-Sölli Tie Ortsverwaltullg. 19260 1 Berliner IRudmerein Freiheit 3la Opfer dietes unerbittUchen Melrkrieges betrauern wir untere Mitglieder franz Scbleußncr Waldemar Schulz Karl Rekelkamm Robert Marlchefsky Karl Kürwitz I�ans Kmitta Malter Rosien Mlli Maschke fritz I�ier Rruno Scheibel Julius Schimke Karl Kumrow Hrtur fehnrieb Ihrer werden wir ttets in ehren gedenken! Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Verwaltung Gros? Berlin. Gefallen sind folgende Mitglieder: Otto Friese, Bezirk Neukölln I Oeutscher Banarbsiter-Vepbanö.i lÄlvcigrvePein Iterlia. Bc.jtrf iyriedrich-Zielde. Sitn 23. tzedmar'imi unser| j Milglicd, der HlisSarben« Friecirick Foxxei. Die Becrbiguug findet n»>| ! Montag, den 26. Vycbmar, nachmittags 2 Uhr. aus dem Gemeinde- f s sricdhos bci»arlshorst statt. Bezirk Neukölln. ?lm gleichen Tage starb unser l \ Mitglied, der Putzer Frieäricli öclilll�. Die Beerdigung sindct aml ! 28. Februar. nachniiliagS 4'/, Uhr, aus dem Gemeindrsiledhos ni der j s Ziudower Stcaste s'.a'.t. lim rege Beteiligung wird ersucht, j Bezirk Moabit. STsichruf. Ferner starb am 20. Februar J dcr Maurer Wühelni Schmidt. 11 in Wittenberg nriigchoben. srärsporlÄrbeiirr-Verbkiid. Settrltirerocsttunz GroC-Berlin. IV achruf. Seil Mitgliedern zur Nachricht. das; unser Kollege, dcr Arbeits- jtuUchci' Wilhelm Schwesig I oon der Firma Hänschke, Lichien- lbcrg, am 20. Februar im Aller Ivo» 40 Fahren uerstorben ist. (irhrc selurm Andenken: , zz ttiv v«rirt die traurige Nachricht, bah»Users i lieber Sohn und Bruder Hichs�idS Leip Im zarlcn Alter von 12 Jahre» an DnphlhcriliS im KreiSlrantcn- daus B:itz am 22. Februar vcr- jlorben ist. Tie trauernde»(.filtern und Geschwister. Aug. Leip. Die Beerdigung suidei am TienStag, den 27. Februar, nachmittags 40, Uhr, von der Leichen- Halle des FriedboscS in Marien- dors,.Fricdcu!lrajzc, aus statt. A I! MMi Bielte, WiGteröiajite! nenestc Formen— Beste Stoffe gibt an Brivate 1212 vsmgnmäntsÜZdslb öilski, f\ rausenstr.:tO, Hof.TLnhoffPlah. Mziaidemakraflseiier Wablverein| Otto Kusatz, Karl Schnell, Hermann Hennig, Gustav Naujokat, Friedrich Müller, Otto Haase, Gustav Qehrke, Erkucr Neucnhagrn Nicderlrhmc Lichtenberg Norden Äord-Wcst AdlerShof Am 14. Febntgr verslaib in einem Feldlazarett nach ichwerer Berivundung nnser Mitglied, der Werkzeugmacher Seillried Ldert im Aller von 10 Jahren. Ehre seinem Andenke«: 199/3 Ter Vorstand. 36/3 Ghre ihrem Andenkens Die Ortevcrwaltuug. Nachruf. Slm 14. Februar starb an den Folgen seiner schweren Lcr- wundung mein lieber Freund, unser treuer Wandergenossc, der srühcre Jugendheimleiter von Treptow s 11 Heinrich Ebert im blühenden Alier von 19 Jahren. Sein offenes, freundliches Wesen sowie leine fiele Hilssbereitschast sichern ihm bei uns ein Irenes, ehieudeS Gedenlcn. Charlotte Tchcllo. Erwin Engel. Otto Hinze. Walter Tau. Walter Peters. Charlotte Sydow. Grete Bobzin. Gertrud �reigang. Erna Schäfer. Am den 22. Februar verstarb »ach iurzett schweren Leiden unser lieber Baier, Grotz- vatcr und Schwiegcrvaicr, der Eiseudrcher Gottfried Philippe im Aller von 74 Jahren. Die» zeigen tiejbclrübl au Die trstieriKleD Hinterdlicdenen. Tie Beerdigung findet am Dienstag. nachmittags i Uhr, von der Leichenballe dcS Si.Tho, mas-Kirchhojcs in dcr Hermann- strage aus statt. 193U) Berichtigung. In der in Nr. 53 unseres Blattes vom 23. d. Mio. verösseuilichten Todesanzeige des Schrlstsetzers fllLbsfd Wlksblimslii mutz es Zeile 6 von nntcn heiszen: Familie IZ-ibde (nichi Zlabbch._____ i Tchmcrzliches Gcdcnkru «u fciuein 15. Geburtstage. Am 5. Januar 1917 siel mein über alles geiicbier Mann, der Landsturnimaim KZrl Biedemtum Landft.«J»janterie-Reg 3, 16. Bai. Sil musjtcit mich so früh ver- lassen, zerrissen ist mein Heim, zerstört mci» ganzes Dasein."Was nützt es, dag man sich müht unb guätt, die suoiie dcZ Hauses schlt. Tie tiestrauemde Gattin Anna Biedermar.n, Ackerstr. 6/7. Qirche sanst in Feindesland. 1-21! DanksaglMl;. Für die liebevoUc Teilnahme bei der Beerdigung meines iiebcn Mannes jage hiermit allen Bekannten und Verwandten, insbesondere dem(Sc« sangverein Morgengrauen für seine tiostreichen Lieder meinen herzlichsten Tank. 1938b V/m Jobm kkMMi Danksagung. Dem Verband der sreirn Gastwirte. de» Varteigenossen, dem Ranchllüb und den verehrten Stammgästen und allen Bekatinlcn. die ims io über■ aus reichlich ihre Teilnahme be- kündeten und unseren teuren(!»>- schlasenen zur letzten Auhestälte ge. leiictett. sowie den Sängern sagen wir imicten herzlichen Dank. Iis ist uns ein Trost und tut unserem Herzen wohl, zu wissen, das! so viele linieren schmcrzinhen Bciiust mit uns leiten. 1045k Im Namen aller Hinlerbliebeuen Vcvw. llrirthu Ivraunc geb. llolTBiaun. Berlin- Schöneberg, 24. 2. 1917. ZMZiÄMÄ I>r. Weil. Wockunfittl, Friedrlohstr. 125(Örauienb. Tori, für Syphilis. Harn- u. Frauemeideti— Ehrl ich-Hata-Knr( D auer 10 T-rres, Blutumersuchung. Schnelle, eicher t sohmereiose Heilung ohne Berufs- 1 215/lü*] stbrung. Teilzahlung. bprechstimcicn: 11— 1 Und C- Lichterfelder 5trankett- si. Stcrbc- fnffc für sämtliche Bernfszweige. Ersankassc. Gemäß Ktz 37/55 der htasscnsatzung bringen wir hierdurch zur Kenntnis, dag die EWerAl-VemmmUtittt für das Jostr 1917 NM Zoll II tag. den Ltt.'April 15)17, vormittags'j'/o Uhr, im(Lework- ichaflshnusc zu Berlin, Lageluscr 15, stattfindet. Die Generaiveisammluiig bat sich mit dcr Abnahme dcr TabreSrcch- nuiig. der Entlastung des Vorstandes. der Wahl dcr JtftffAimnftiomkc. mit Anträgen zur Kasscnsatzuilg, mit.Ver- waltungSsragen und'."escifivcrden von Mitgliedern usw. zu bcschästigen. Die Abgeordnete» weiden durch besondere Einladungen benachrichtigt. 280 ist Tor S.oritand. an lZitiidi-ii.b'iili«,, U* Frostikon-Balsani beseitigt Frostbeulen, Röte und 'Jucken. H. J.— FrcstiköR-Saifce Ä aufgehrochene Frostschäden M S. 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Preis l Mark Die neuen Steuerentii'ürfe, für die das gesamte deutsche Aolt Interesse hat, werden in dieser Schrift ansfiihrlich und in allgemein verständlicher Form kriti sch best., ndelt. An Hand reichliche» Materials beantwortet der Verfasser die Frage, ob und in welcher Form neue Einnahmen des Reiches während des Krieges notwendig sind. Praktische Steuerpolitik oder Steuerdogmatik? Von Heinrich Cunow. Preis l Mark Diese Broschüre bietet eine gule, gemeinverständliche Einführung in die Aufgaben der Steuer- und Finanzreform nach dem Kriege und diidct somit gewissermaßen eine Ergänzung zu obiger Schrift. Elsaß-Lvthringen und die Sozialdemokratie Von Hermann Wendel, M. d. R. Preis 75 Pfennig Inhalt: Elsaß-Lothringen als Kriegsziel.— Geschichtliches.- Die deutsche Sozialdemokratie und Elsaß-Lothringen.— Räch 44 Fahren. Die wirtschaftliche Verknüpfung.— Elsaß-Lothringen und Frantreich. Arbeiterkultur und Krieg Von Heinrich Schulz, M. d. R. Preis 75 Pf er--.Ig Aus dem Inhalt: Kultur und Arbeiter.— Kultur und Klasse»- kämpf.— Nationale und internationale Kultur.— Krieg und Kultur. — Kiassengcgensay und Klassenkampf nach dem Kriege usw. Buchhandlung Bowörts, Berlm SW.68 �tttbeufirapL 2 lUnitiixRiiiix 10326* Uhren ❖ Golöwaren 1*1)49! Ä,<«.. Lindcustr. 109. Schwache rwen sind die Quelle vieler I.cidcn, Müdigkeit. Verstimmung. Reizbarkeit, Scnwächazastäntfe manchor Art, LsbensüherdruS, Kopf-, Rücken-, Nervenschmerzen u. viele and. Beschwerden sind die ständigen Folgeerscheinungen, Wer unter diesen Symptomon leidet und wieder gesund werden, frische Lebenskräfte, neuen Lebensmut und volle Lebensfreude wieder erhalten will, der gebrauche sofort unsere kombinierte Sauerstoftkur, die nach vorliegenden ärztlichen Gntachen in fast allen Fällen geradezu übcrraschciula Lrfoigo bringt— Vorlanaen tio kostenlos ausführliche •irxtlichc Broschürel— l>r. debbard dt 42!«., Barlm SW III, llallesohe Steaße 23. Spezialarzt ör. nie«!. 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Es greift daher das frühere Verfahren, wonach die Speisen erst am Tage der Entnahme zu bezahlen sind, wieder Platz. Die letzte Vorausbezahlung wird noch am Sonnabend, den 24. Februar, für Sonntag, den 23. nnd Montag, den 25. Februar, erfolgen, fodasi dann die nächste Zahlung am Dienstag, den 27. Februar, für diesen Tag zu erfolgen hat. Ebenso tritt die vordem besiehende Vorauszahlung für den Sonniag am Freitag jeder Woche wieder in Kraft, erstmalig also am 2. März. Berlin, den 23. Februar 1917.. �ptsgt der Kcnigüchen Haupl- und Hesidenzsladf. Wermut h. Am 9. und 10. Marz Ziehung am 6. und 7. Marc Berliner Pferde- fcotterie 5012 Gewina» im W»rte ns. ?DDD6k«. '-MVS0» 10000« Naturschutzpark- SsldLsttBila 7219 Gewinne zna Vark ZZZDW liooooo f 4GWO Geld-Losa 3 M.�pÄ £*Jj *% 5& liste extra. exfra. 2 ü. 4 BerlinBr Lese-- M. 10.49J U Berliner Lose sortiert mit Porto und Liste— M, 10.30. 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