Ztr. ST. fl 60 nncmeoU-Bedingat)§ bei Japan einwirken, �datz dieses s e i n e S l li i e r t e n im Stich 1 1 e B und sich an dem Angriff gegen Amerika beteiligte. Als Lohn sollte Mexiko Deutschlands sinanzielle Unterstützung sowie Texas, Rewnexilo und Arizona l??i l), weiter seinen Anteil an den Bedingungen des sieg- reichen Brieden; haben, den Dentichland erreichen würde. Die Reaelung der Einzelheiten wurde dem deutschen Gesandten in Mexiko von Eckhard überlassen, der in einer von Staats- sekretär Zimmermann unterzsichneten Anweisung vom IS. Januar boauirrogt tmrrde, Earronza am Bündnis mir Mexiko vorzuschlagen and ihm archeim zu stellen, daß Mexiko Japan in die Berschwörung hrneinzichen sollte. Jene Anweisung wurde Herrn von Eckbandt vou dem Botschafter Graf«! Bern- star ff zugestellt, der damals sich eben«rnfchstte, mit freiem Geleit nach Haufe zurückzukehren. Deutschlarsd stellie es Mexiko so dar, alS ob England ge ich lagen fei und gls ob Deutfchiand durch den tntöcfchranftcn U-Boat-Ärieg die fScli beherrschte,©rttt Abschrift de r Anweisung ser in den Händen der amerikanischen Regierung. Die Enthüllung hat nach Angaben, die dem„Lokal- Anz." aus dem Haag gemeldet werden, auss stärkste ein- geschlagen. Die Spannnng im Lande sei so gewaltig ge- Wesen, als ginge es um das Ergebnis des Wahlkampfes. Km Sonett sagte Lansing— immer nach Meldung Reuters— zu der Zimmermaun-Note: „Wir glauben nichi. daß Japan davon wußte oder daß d irgendwelche Borschläge ll'cexrtoS berücksichtige» wird. Ich vertraue, daß Mexiko sich nicht dazu hergeben wich, wegen der freundschaft- lichen Beziehungen zu diesem Lande unter der jetzigen Regierung vou Mexiko. Was die Verschwörung im allgemetnen betrifft, so wissen vir. daß sie tatsächllch besteht. Aber wir können nicht alle Einzelheiten veröffentlichen, ohne das Leben derer, die uns diese Mitteilungen verschafften, zu gefährden." Als die Zimniermann-Rote- i« Senat erörtert wache, i eilte Snatvfon mit, daß der Präsident ihn ermächtigt habe, zu sagen, daß der Wortlaut, wie er von der Assoiated Preß übermittelt wurde, der Hauptsache nach richtig gewesen sei. Lodge brachte im Senat eine Entschließung ein, die Wilson bittet, dem Senat mitzuteilen, ob die Zimwerinann-Notc so authen- tisch sei; und wenn ja, ob es im allgemeinen Interesse liege, daß weiteres Material, worüber die Regierung verfüge und das sich auf die deutschen Bemühungen gegenüber Mexiko beziehe, zu per- öffentlichen. Die Entschließung wurde dem Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten zugesandt, der darüber berichten wich. Nach„Nieuwe Rotterdamfche Courantz" meldet„Daily Telegraph" aus New Aork, daß der Brief an den deutschen Gesandten in Mexiko in Graf Bernstorffs Handschrift dem Kurier übergeben worden sei, der in des Grafen Dienst stand. Der Brief sei durch einen Agenten des amerikanischen Geheimdienstes abgefangen worden. « der Kampf um öie Vollmachten. Washington, 1. März. iRentermeidung.) XoS Repräsentantenhaus hat, tbic bereit» gemeldet, mit 103 gegen IS Stimmen eine Bill angemmune«. die de« PrSsidrntr» ermächtigt, Handelsschiffe zu bewaffne«, aberihm nicht d a S Recht gibt, andere Mittel lwörtlich: otsier insirumentalities) in A»- Wendung zu bringen, die Wilson besonder? wünscht. Wenn-die Bill des Repräsentantenhauses morgen an den Senat gelangt, wird die Bill des Senats, die die Regie- rung in jeder Beziehung eutpfiehlt» an ihre Stelle gesetzt werden, und man erwartet, daß sie schließlich vou beiden Häusern angenommen wird. Washington, 2. März.(Meldung dcö Reuterscheu Bureaus.) Ter Senat nahm einen Zusatzantrag zum Flott e nb a u g e s etz au,»ach dem alle Bewilligungen sofort anstatt erst im Juli in Kraft treten. Senator Lodge, der mit Rachdruck für die Annahme eintrat, sagte dabei: DaS Land ist in einer Lage» die de« Krieg in kürzester Frist bringe« kann. Ter Senat nahm ferner einen Zufatzantrag zur Errichtung einer weitere» Schiffswerft an der Küste de« Stille« Ozean? an und billigte einstimmig die Streichung der Klausel, wonach die Berrinigten Staaten ihre inter- nationalen Streitigkeiten durch ein Schiedsgericht beizulegen haben. Der Senat nahm endlich ei» Gesetz an, das die Bewilligung von 535 Millionen Dollar ausspricht. Washington, 2. März.(Meldung de« Reuterfche» Bureaus.) Ter Senat nahm eine B-rlage an, die 150 Millionen Dollar BondS für den Aushilfsfond?, 115 Millionen für den PrSfi- deuten zur Beschleunigung des SchiffsbaneS und 35 Millionen für dir Brrmebrnng der Unterseeboote vorsteht. « Der Zkmmermann�Srief. Wie der„Frasikfürter Zeiturifl" aus dem Haag berichtet wird, verbreitet Reuter nach der„Associated Prch" den Wort- laut des, Briefes, den Staatssekretär Zimmermann an den deutschen Gesandten in. Mexiko von Eckbardt gerichtet hat, wie folgt: Berlin, 19. Januar. Am L Februar werden wir den uneingeschränkten U-Boot-Krieg beginnen, trotz- dem hat man die Absicht, Amerika neutral zu halten. Wenn diese Bemühungen nicht gelingen, so schlagen wir ei» Bündnis mit Mexiko auf folgender Grundlage veri Wir werden gemeinschaftlich Krieg führen und Frieden schließen. Wir würde« eine allgemeine finanzielle Unterstützung gewähren, und es wird angenommen, daß Mexiko das verlorene Gebiet von Reu-Mexiko und Arizona zurückerhalte. Einzelheiten der Ausführung werde« Ihne« über- lassen. Sie habe« de» Auftrag, Carranza im strengsten B er- trauen(!) zu sondieren und, sobeld es gewiß ist, daß ei« Krieg mit Amerika anSbrechen wird, ihm den Wink zu geben, er möge sich au« eigener Initiative mit Japan in Berbindung setze«, dieses Land zum Anschluß auffordern und gleichzeitig seine Bermittlung zwischen Japan und Deutschland anbieten. Lenken Sie die Aufmerksamkrit Carranzas darauf, daß dir Durchführung des rücksichtslosen U-Boot-Krieges es möglich macht, England niederzn- zwingen und innerhalb wenig« Monate zum Frieden zu bringen. . Unterschrift: Zimmermann. Rrnter behauptet, daß dieses Dokument(an dessen Echtheit wir zweifelten, solange ein Zweifel möglich war. Red. d. V.) in den Händen Wilsons gewesen sei, als er die Beziehungen zu Deutschland abbrach. Es sei eine ausreichende Antwort auf die Klage des Reichskanzlers, daß Amerika kurzerhand die-Beziehungen abgebrochen habe, ohne Gründe für dieses Vorgehen anzugeben. Reuter sieht in dteseni Dokument einen Beweis dafür, daß Deutschland seine U-Boot-Basis auf meri- kanischem Gebiete im Golf von Mexiko habe. Ebenso werde dadurch die Vermutung bestärkt, die bereits von amerikcmi- schen Heerführern bekannt geworden sei. daß. wenn Japan jemals'einen Einfall in Amerika mache, dies wahrscheinlich durch Mexiko in das MisMlPpital geschehen werde, rnitzAc das Land in zwei Teile zu reißen. Was sagt Japan? Basel, S. März. Wie dem.Matin" aus Wasbingion gemeldet wird, erklärte der japanische Botschafter pfsizicll, er betrachte das deutsche Komplott als eine Ungeheuerlichkeit. Japan wird einem derartigen Borgeheu niemals feine Beihilfe leihen. * Solveit die vorliegenden Ztachrichtent Die Lage ist um so weniger erfreulich, als der Versuch eben im Versuch stecken geblieben ist. Der Gedanke, im Verlaus des Krieges eine Neuaufteilung Amerikas herbeizuführen oder auch der. durch mexikanische Vermittelung Japan auf die Seite der europäischen Mittelmächte zu ziehen, ist verblüffend. Es ist ja richtig, wenn in einem Teil der deutschen Presse gesagt wird, Teutschland habe das Recht, für den Fall eines Krieges Bündnisse mit anderen Mächten zu suchen. Aber eine-andere Frage ist, ob es unter allen Umständen ange- bracht ist, das zu tun, zumal wenn die Wege, die man dabei gehen mutz, so unsicher sind wie in diesem Falle. Die von den Amcrlkanern. aufgegriffene Instruktion stammt aus der Mitte des.Januar, also aus einer Zeit, wo die Beziehungen zwischen. Deutschland und Amerika noch„so gut" waren,„wie noch" nie' seit dem Jahre 1870".' Das wird im Ausländ An- laß zu nicht unbedingt freundlichen Kommentaren"gevell, und überdies wird der amerikanische Nationalstolz den Bündnisplan als eine Einmischung in amerikanische-Auge- legenheiten und als einen Angriff ans die heilige Monroe- doktrin empfinden. Auf alle Fälle ist das Kapitel Mexiko ein Stück jenes Abschnitts der auswärtigen Politik, von dem Genosse Scheide- mann am 27. März gesagt hat, daß die sozialdemokratische Fraktion jede Verantwortung für sie ablehne. Am Montag wird sich der Reichs tag saus schnß mit Herrn Zimmermann über die Sache unterhalten. verbrüöerung mit öen Flamen. Der Reichskanzler empfängt flämische Aktivisten. Der Reichskanzler empfing gestern mittag eine Word- nung des Rates für Flandern, der cuu 4. Feöruar Wtz«KM« KM?«MM» schlüssc und Wünsche de? Rates für Flandern, die dieser.Aken kriegführenden und neutralen Staaten durch seinen Aufruf vom 4 Februar 1317 zur Kenntnis gebracht hatte. Der Sprecher der Abordnuyg trug das flämiiche aktipistische Pro- granun einer i n n eren AutonomieFlandernI. aus der Grundlage der niederländischen Sprache und Kultur vor. Er erinnerte an die Rede des Reichskanzlers vom ö. ÄHril 1916, an die bisherigen dankenswerten Maßnahmen des GeneralgouverneurS und bat um die weitere Durchführung dieser auf der Grundlage der internationalen Rechtsbestim- mungen getroffenen Maßnahmen. Der Reichskanzler erwiderte: Meine Herren! Ihrem Wunsche nach einer persönlichen Aus- spräche bin ich gern entgegengekommen. Herzlich heiße, ich Sie in des' Deutschen Reiches' Hauptstadt willkommen als die Vertreter eines durch Blut und Sprache verwandte« Balles, mit dem in den Zeiten der reichfie» Blüte germanischer Kultur unL politisch, kvltu roll-und wirtschaftlich enge Beziehungen einten. Ich brauche nur die Namen Augsburg und Antwerpen, Nürnberg und Brügge zu uennen, und in uns allen erwacht au» dem Schlaf vergangener Feiten da? Bewußtsein einer Verwandtschaft und WesenSgemcin- schast, die beide Voller verknüpft. Die vertrauensvollen Worte, die Sic soeben an mich richicken, finden deshalb in mir, und ich glaube wohl in jedem Deutschen, herzlichen Widerhall. Das flamische Volk hat jahrhundertelang Bahnen gtchen müssen, die immer weiter von uns wegführten und von dem- n stammesbewußte Denker und Dichter Ihres Volkes uns sagen, daß «S Leidenswege gewesen sind. Heute ftigt es Gott, daß mitten im blutigen Kampfe Deutsche und Flamen sich bewußt werden, daß in dem Ringen gegen das Vordringen des W e 1 s ch t u m:• gleiche Weg« unB zu gleichen Zielen führen wüsten. Viel Kompt und Arbeit liegt noch vor uns. Das darf und wird mich aber nickst hindern, Ihnen schon jcht die Hand zu reichen zu gemeinsamer Arbeit. Seine Majestät der Kaiser, dem ich von Ihrem Wunsche, mit der ReichSleitung in Verbindung zu treten, Meldung gemacht habe. hat voll aufrichtigen Mitgefühls für die Schicksale des fläurischen Volkes seinen Willeu zu erkennen gegeben, den berechtigten, von Ihnen vorgetragenen Wünschen, soweit eö die Kriegslage und die militärischen Notlocndigkeiien erlauben, entgegenzukommen. In Ausführung dieser Befehle Seiner Majestät Habe ich Ihnen folgend«? zu eröffnen: „Ter Herr Generalgouverneur hat seit langem in lieberen!- stnnmung mit mir und in lieber ei nflimmuag mit den Warten, die ich im April borigen JahreS. im Reichstage sprach, vorbereitende Maßnahmen erwogen und eingeleitet, die darauf hinzielen, dem flämischen Volke die ihm bisher versagte MöglichWi einer freien, kulturellen nnd wirtschaftlichcn EntWickelung zu geben und damit den Grundstein zu legen für diejenige Selbständigkeit, die es zu erringen hofft, aber aus eigener Kraft kaum wird erreichen können. Ich weiß mich daher mit dem Herrn Generalgouverneur einig, wenn ich Ihnen die Versicherung gebe, daß diese Politik, die, wie Sie selbst anführten, mit den Grundfähen de« internationalen Rechts im Einklang steht, mit allem Nachdruck fortgesetzt wird und »och während der Okkupation mit dem Ziele der völlige» Berwol- tungStrennung durchgeführt werden muß, wie sie in beiden Teilen Belgiens schon seit langem gefordert wird. Die Sprachen- grenz« muß so bald wie«öglich zur Erenzfcheide zweier uttUr bem Befehl beZ Herrn Generalgouverneurs geeinter, alter sonst getrennter Verwaltungsgebiete werbem Ter gemeinsamen Arbeit ber deutschen Behörden mit den Vertretern des flämischen Volkes wird es gelingen, dieses Ziel zu erreichen. Die Schwierigkeiten find nicht klein, aber ich weiß, daß sie überwunden werden können bei selbstloser Mitarbeit aller der.Männer unter den Flame», die in tiefem Pflichtgefühl erkannt haben, welche Auf- gaben ihnen die Vaterlandsliebe in diesen entscheidenden Zeiten stellt. Daß die Flauien aus sich selbst heraus sich dieser Pflicht be- mußt geworden sind, beweist mir Ihr am 4. Februar gefaßter Ent- schlutz, und Ihre Einigkeit begrüße ich als die beste Sicherheit für das Gelingen unseres Werkes. Gern werden wir deshalb auch' mit dem»Rat für Flandern" die Nittel beraten, die uns zu dem er- strebten Ziele führen sollen. Das Deutsche Reich wird bei den Friedensver» iiandlungen und über den Frieden hinaus alles tun, was dazu dienen kann, die freie EntWicke- u n g des flämischen Stammes zu fördern und s icherzu stelle n."» Diese Versicherungen nehmen Sie mit, meine Herren, in Ihre schöne Heimat und sagen Sie den Söhnen der.Mutter Flandern", daß wir Deutsche entschlossen sind, das Unsere zu tun. damit aus Rot und Krieg sie zu neuem Blühen erwachsen möge. Die geplanten Maßnahmen sind natürlich nur vorläufige. Zoweit sie eine kulturelle Autonomie sichern helfen, können sie den Flamen dauernden Nutzen bringen. Die endgültige Ausgestaltung der inneren Verhältnisse Belgiens nach dein Kriege wird eine Angelegenheit Belgiens selbst sein. Der Kampf um China. Was kostet das Wohlwollen der Entente?'. Amsterdam, 3. März.??ach einem hiesigen Blatte meldet „Times" auS Peking, daß die Gesandten der Alliierten der chinesischen Regierung am Mittwoch eine Denkschrift über- -eichten, in der sie betonen, die Bitte Chinas um SnSpen, dieruug der Zahlungen der EntschSdignugsgelder ans dem Boxer- aufstand und nach einer Zollreform in wohlwollende Er- wägung zu ziehen, wenn China die Beziehungen zu Deutschland»nd Oesterreich-Ungarn ab- breche._ das �uswechfelungs-flbtommen von Cnglanü aufgeboben. Die Wahrheit über Nnhleben. Amsterdam, S. März. Englische Zeitungen vom 22. Februar ßüugcn folgenden Bericht au« dem Oberhaus: Im Oberhaus -ourde die Frage der AuSweSsellmg von ZivUgesangenen erörtert. rwrd Newton gab die Unrichtigkeit der früheren englischen Berichte über, die Verhältnisse in R u h l e b c n m und sagte, man möge wohl ihn selbst der Deutschsreundlichkeit beschuldigen, wenn er erkläre, daß die dortigen Zustände sich wesentlich gebessert hätten, aber jetzt könne sich jedermann von den tatsächlichen Verhältnissen in Ruhleben überzeugen, da Eiigländer. die dort gefangen gewesen seien, inzwischen zurückgekehrt seien. Lord Newton nahm auch den Bischof Bury in Schutz, der wegen seiner Berichte über Ruhleben als unzuverlälfig und deutsch- freundlich angegriffen worden sei. «ord Newton setzte daun anSeinaader. daß das» b k»«« e«, >o«lchrS England mit Deutschland über dir An». >->» ch s e l u n g von Zioilgefangeneu über 4S Jahre ge- schlössen hatte, suspendiert worden sei. An England sei»euer- oings die Auswechselung von Gefangenen de» Militär- und Marine- «Hörden unterstellt worden, und diese seien dag««», daß 4000 Vis 5000 Engländer gegen 26 000 Deutsche in Großbritannien und weitere 1 1 000 Deutsche in de« britische» Kolonien ausgewechselt würde». Die Zahl der auszuwechselade» Engländer würde»och ge- liilger, da ein nicht nnerheblicher Prozentsatz der Gefangenen in Auhleben nicht nach England zurückkehren, sondern in Deutschland Heide» wolle. Lord Newton irmertte beUäusiz, daß die Transport- ichwierigleiten augenblicklich kaum zu übrrwiudr« seien. Der Erzbischos von Canterbury gab seiner Ent täuschuNg über Lord Newtons Erllärung Ausdruck. Ueber Ruhleben sagte er, die dortigen Zustände könnten nicht mehr in so dunklen Farben geschildert werden, als«S noch vor kurzem geschehen sei. Er sei zu diesem Schluß gekommen, nachdem die Berichte des Bischofs •3utt) und der zurückgekehrten Gefangenen zu seiner Kenntnis ge langt seien._ Der Krieg aus öen Meeren. 9) 000 Tonnen versenkt. Berlin, 8. März. Amtlich. Neuerdings wurden »ou unsere» Unterseebooten einundzwanzig Damp fer, zehn Se g ler und sechzehn Fischer- s a h r z e n g e mit insgesamt einanduennzigtauseud Brutto- Register Tonnen versenkt. Der Chef des AdmiralstabS der M a r i n e. versenkt. Rorterda«, 3. März. Di« englischen Dampfer B u r n b h 3660 Br.-Reg.-T.), Tr itonia(4445 Br.-Reg.-T.), der französische Dampfer Eacigu«(2917 Br.-Reg.-T.), der fran- : ö s i s ch e Schoner Kleber(277 Br.-Reg.-T.) sowie der grie- chisch« Dampfer Victoria(1388 Br.-Reg.-T.) wurden versenkt. Haag, 2. März. Die Versenkung des groningschen Seglers Maria A driana wird amtlich bestätigt. Ueber die Versenkung eines in Delfzijl beheimateten Seglers namens Alberding, die vom»Nieuwen Groningschen Courant" gemeldet wird, liegt noch leine amtliche Nachricht vor. England mildert den Hafenzwang für holländische Schiffe. . Haag, 2. März. Da« Korrespondenzbureau meldet, daß eine ganze Anzahl von niederländischen Schiffen, die sich auf der Heim» reise befinden, von der britischen Regierung die Erlaubnis erhallen habe», ihre Reise nach Holland fortzusetzen, ohne einen englischen Hafen zu berühren. Die meisten dieser Sckiiffe hatten in Halifax nähere Instruktionen abgewartet oder werden Halifax anlaufen. Der Dampfer Sibdoro des Rotterdamichen Lloyds mir einer ge- mischten Ladung und Passagieren darf seine Reise von Gibraltar, wo er jetzt liegt, direkt nach, Holland fortsetzen. Der Dampfer Äilis, der seit den» 8. Februar mit Ladung und Passagieren in Bergen liegt, wird wahrscheinlich auch direkt nach Holland weiter- ! echten können. Carsons Ziffern zum U-Soot-Krieg. Die..Norddeutsche Allgemeine Zeitung" geht in kriti. ichen Berechnungen auf die Ziffern ein, mit denen Carson im Unterhaus die Bedenken wegen des U-Boot-Krieges zu erstreuen suchte. Sie schließt ihre Kritik mit dein Bemerken, die Zahlen des engltschen Minister« seien nach jeder Richtung weifelhaft und ungeeignet,.irgend Welch« Schlüsse hinsichtlich Erkundungsbewegung an der Arrasfront — Heftige Gefechte an der Anere— Stnrm- stoße bei Woronczyn— Narajowka-Beute. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 3. März 1917.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bor Tagesanbruch»ersucht«» starke Erkundungsabtrilungeu ber Engländer bei Hulluch und Liövi», in de» Abendstunden an anderen Stellen der ArtoiS-Front kleine Trupps in unsere Gräben zudringcn; sie sind überall zurückgeschlagen wordeu. Auf beiden An- cre-llfern spielte» sich wieder deftige Jnfanteriegefechte ab, bei denen der Feind«eben blu- tigen Verlusten 60 Gefangene und 8 Maschinen-Gewehre einbüßte. Au der Aisne und iu der Champagne scheiterten Vorstöße der Franzoseu gegen einige uuserer Gräten. westlicher Kriegsschauplatz. Frout deS G eu r r a l f eld m a r sch al l S Prinz Leopold von Bayer«. Zwischen Jlluxt und dem Rarocz-See sowie am Stochod war das Artilleriefeuer lebhafter als in de« Vortagen. Bei Woronczyn, westlich von Luck, brachen Sturmtrupps in 2Vz Kilometer Breite und 1500 Meter tief iu die russische Stellung vor und kehrten nach Zerstörung von Unterständen mit 122 Gefangenen und 4 Maschinengewehren zurück. Bei dem Borstoß östlich der Narajowka hat sich die Ge- fangenenzahl auf 3 Offiziere, 276 Mann, die Beute auf siebe» Maschinengewehre erhöht. Au der Frout des Geueraloberst Erzherzog Joseph und bei der Heeresgruppe des Generalfeldwarschall» von Mackeuse» blieb bei anhaltendem Schneefall die Gefechtstätigkeit genug. Mazedonische Front. Keine Ereignisse von Bedeutung. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Amtlich. Keine d e u t u n g. stbenöbericht. Berlin, 3. März. Abend«. ft a m P f h a u d ln» g en von Be- Der österreichische öericht. Wie«, 3. März 1917.(W. T. B.) Amtlich wird verlantbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Das gestern gemeldete Sturmtruppunternehme» an der Narajowka brachte 3 rassische Offiziere, 276 Mann und 7 Maschinengewehre ein. Ein bei Woronczyn in Wolhynie» angesetzter Vorstoß gleicher Art führte unsere Abteilungen aus 2'/- Kilometer Frontbreite und l'/., Kilometer Tiefe iu die feindlichen Stellungen und bot Gelegenheit zu wirksamer Zerstöruugs- arbeit, nach deren Abschluß sie mit 122 Gefangenen und»irr erbeuteten Maschinengewehren zurückkehrten. Italienischer Kriegsschauplatz. I« Sugauer-Abschnitt unterhielt die itaNeuische Artillerie an einzelnen Stelleu zeitweise ein lebhaftes Feuer. Eine feindliche Abteilung, die gegen unsere Linien bei S c u r e l l« (am Masobach) vorging, wurde sogleich wieder iu ihre Stellung zurückgedrängt. Westlich von Afiago überschritt ein« Tiroler Laudsturmpatronill« nachtS die Astachschlucht, stürmte eine» italienischen Grabe« westlich von E a n o v«, überwältigte die Besatzung und brachte von dieser Erkundung einige Gefangene zurück. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts zn melden. Ter Stellvertreter des Chefs deS Generalstabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. der Wirksamkeit des U-Boot-Krieges zu tragen.„Wenn der Zeitpunkt gekommen sein wird, zu welchem der Admiralstab die Leistungen des U-Boot-Krieges im Monat Februar zu veröffentlichen sich in der Lage sehen wird, dann wird, so- viel läßt skch heute schon mit Sicherheit an» geben, ein Verhältnis zur Tonnage des eng- l i s ch e n(jD e e v e r k e h r s sich herausstellen, das die aus den Reden der englischen Staatsmänner und den Aus- führungen der englischen Presse trotz mancher Beruhigungs- versuche hervorleuchtende schwere Besorgnis voll rechtfertigen wird."__ verkauf spanischer Handelsschiffe. .Bern, 2. März. Laut„TempS" melden die Madrider Blatter, daß heute ein Erlaß veröffentlicht wird, der den Verkauf von spanischen Handelsschiffen an Ausländer g est a t t e t. Für den Verkauf gelten gewisse Einschränkungen. So dürfen uur Schiffe abgegeben werden, die keine Ueberfee. fahrte» macheu könueu.__ Polizei mit Maschinengewehren. Paris, 2. März. In der gestrigen Kammersitzung, in der die Kreditgewährungen für den Kleinhandel bewilligt wurden, stellte der Sozialist B r i z o n gelegentlich eines Antrages auf Entschädigung der PoUzeiagenten unter lebhafter Bewegung die A n f r a g e an die Regierung, ob eS richtig sei. daß die Polizei in Ltzon und Paris mit der Handhabung von Maschinen- gewehren vertraut gemacht werde. Malvy erklärte, dies sei eine Legende._ flpponpi und Hollo. Graf Apponhi hat im ungarischen Abgeordnetenhause eine Rede gehalten, in der er im Gegensatz zu dem Vertreter der Karolhi- Partei den Abgeordneten Hollo das Bündnis mit Deutschland als notwendige Grundlage der auswärtigen Politik der Donaumonarchie erklärte. In seiner Auffassung von den bewegenden Kräften Europas unterscheidet er sich aber merklich von der in Deutschland viel verbreiteten Meinung, daß die größte Gefahr von England drohe. Zwar sei das Jnselreich unser zähestcr Gegner, aber die Spannung zwischen Deutschland einerseits und England und Frankreich anderer- feits fei nicht so stark gewesen wie die zwischen Oesterreich- Ungarn und Rußland. Graf Apponyi bekannte sich als Anhänger des U-Boot-Krieges, verurteilte die Ausschaltung deS Parlaments bei der Besitzung des österreichisch-ungarischen Ministeriums des Auswärtigen, fand den langfristigen Aus- gleich mit Oesterreich unannehmbar und forderte schließlich unter allgemeinem Beifall das allgemeine Wahl- recht.__ Oesterreichs Ernährungssorgen. Graf Clam-Martinitz sagte einer Abordnung, die wegen der Lebensmittellnappheit vorsprach: In jenen Fällen, wo zwar ge« nügend Lebensmittel vorhanden, aber nur um einen für breite Schichten der Bevölkerung unerschwinglichen Preis erhältlich sind, wäre es möglich, dadurch abzuhelfen, daß durch Mittel, die der FinanzNMlister zur Verfügung ,u stellen sich bereit erklärte, die Lebensmittel für die ärmsten Schichten der Bevölkerung sicher- gestellt würden. Der Ministelprästdent entwarf in kurzen Worten eine Zusammenfassung der sozialpolitischen Ausgaben der Regierung auf allen Gebieten nnd erklärte bezüglich der Ernährungspolitik: Heute leben wir in einer Festung und müssen durchzukommen trachten. Wir werden durchhalten, zwar mit großen Entbehrungen und Opfern, aber wir werden durchkommen. Endlich muß doch Frühling werden und die Donau wird offen fein und rumänisches Ge- treide wird kommen und mit ihm, so Gott will, eine bedeutende Erleichterung der ErnährungSsraze; endlich wird auch der Friede kommen, aber wir dürfen uns nicht der Täuschung hingeben. daß mit diesem Augenblicke die Nahrungssorgen gebannt sein werden. Dann wird eine vernünftige Produktionspolitik mit einer ebensolchen Konsumpolttik in Einllang zu bringen sein. Der Ministerpräsident erneuerte dann die bei der Uebernahme der Regierung abgegebene Erklärung, daß die R e g t e r u n g den Weg zum Parlament finden wolle» und sprach die Hoffnung au«, daß dieS bald möglich fein werde. Am Schlüsse der Sitzung stellt« der Mmisterpräfident in Aus» ficht, daß die Regierung die LandeSckefS«nverweilt anweisen iverde, provisorisch Maßnahmen zu treffen, um den durch den Krieg am schwersten getroffenen Schlchten der Bevölkerung, besonders in der nächsten Zeit die Versorgung mit Lebens- initteln, namentlich mit Fleisch, zu erleichtern. Die notwendigen Geldmittel würden den LandeSchefS vom Finanzmimster zur Verfügung gestellt werde». Ueber Schaffung der endgültigen Organisation, die vom VolkSernährnngSamt bereits eingeleitet ist, werden die LandeSchefS binnen 14 Togen der Regierung Vorschläge zu erstatten haben._ Die Lage an üer Tigris front. Konstantinopel, 2. März. Amtlicher Heeresbericht. Nördlich vom Tigris näherte sich der Feind am 1. März sehr langsam und zögernd unserer neuen Stellung. In dem Kampf vom 23. Februar wurde ein feindliches Kanonenboot durch um'er Artillerie- feuer versenkt, ein Panzeräutomobil beschädigt und 16 Mann und ein Offizier gefangen genommen. An den anderen Fronten am 1. März kein« Veränderung der Lage.' Der Stellvertretende Oberbefehlshaber. » Englischer Bericht aus Mesopotamien. Die Ber- folgung wird fortgesetzt. Die Türken passierten am DienStag m großer Unordnung Az,z>yah(?)(vielleicht: Azizie). Wir, Zubern systemalisch das Sckilachlseld und bringen stündlich Beute ein. liniere Beute seit dem 23. Februar beträgt 4300 Gefangene. 28 Kanonen, 10 Lausgrabenmörser. 3 türkische Schiffe, 2 Schlepper, 10 leichte Schiffe und 30 PontonS. Seit Dezember wurden im ganzen 7000 Gefangene ge, nacht.__ die öeutsche Schutztruppen-Verlustliste. Berlin» 3. März. Die neuesten Verlustlisten der kaiser- lichen Sckutztruppen sind in der preußischen Verlustliste ?!r. 769(1383. Ausgabe vom 26. Februar 1917) und im „Deutschen Kolonialblatt" vom 1. März 1917 Z!r. 8/5 veröffentlicht. Weitere Augabeu. als die in diesen Listen ent- haltenen. können von zuständiger Seite nicht gemacht werden._ Schwedens russische Kriegsnachbarschast. Kopenhagen, 2. März. Die Blätter melden auS Stock- Holm,„Aftonbladet" berichte aus Helsingfors, die russische Militärbehörde beabsichtige die Errichtung einer neuen großen Maritiestation bei Vasa an der Finnländischen Küste, wo auch die neue strategische Eisenbahn, die gegenwärtig von Petersburg quer durch Finnland gebaut wird, enden solle. Bei Vasa erstreckt sich die Schärenküste acht Meilen ins Meer hinaus, nur zwei bis drei Meilen von der schwedischen Küste entfernt. In Vasa seien bereits mehrere große Marinekasernen im Bau, wofür von der russischen Regierung vorläufig zwei Millionen Rubel bewilligt seien. In der Umgegend von Vasa seien in Bauernhöfen MX) Soldaten aller Gattungen einquartiert. • Der kürzlich wegen seiner Differenzen mit Braniina aus der sozialdemokratischen Reichs tag-gruppe ausgetretene Genosse Redakteur Ehriftiernfon hat am Donnerstag iu Upsala einen Vor-- trag über j>ic Rot des Reiches" gehalten. Darin hat er erklärt, daß Schwedens politische Lage sich immer mehr verschlechtere; er wie? auf die russischen Befestigungen auf Aland und den immer heftiger werdenden Vernichtungskampf zwifckien den Großmächten hin. Es fei unbegreiflich, daß gewisse Kreise der Hochfinanz und die Arbeiterschaft sich dazu bereinigen könnten, die Wehrpflicht im Lande nach Möglichkeit herabzudrücken. Man müsse doch Schwedens Lage Mischen zwei kämpfenden Macht- gruppen und die Gefahr bedenken, daß das Land sein Ansehen um so mehr verliere, je mehr man versuche, seine Kraft zu schwachem Ter Redner schloß unter großem Beifall mit rückhaltloser Ancr- lcnnuug für Hammarskjoelds Neutralitätspolitik. Ter Vortrag hat in Schweden großes Aussehen erregt. Christiernfon hat wahrend des Krieges die Genossen lebhaft be» kämpft, welche eine ententefreundliche Politik befürworteten und gegen Deutschland Stimmung machten. Er gilt in Schweden als ein ausgezeichneter Kemier aller Fragen der Landesverteidigung. ».. Die Neutralitätskosten Borlagc in Schweden. Stockholm, 3. März. Die gemeinsame Abstimmung der beide» Kammer« de» Reichstages betr. die Neutra li. »«-- 1. Iriliv des JmW Kerliltl ItlMlitt. Die Gewerkschaften zur Lebensmittelfrage. Eingaben an üen Reichskanzler unü an öas Kriegsernährungsamt. Unter dem 21. Februar Knben die verschiedenen deutschen Gewerkschaftsgruppen gemeinsame Eingaben dem Reichs- kanzler und dem Präsidenten des Kriegsernährungsamts unterbreitet. Die beiden Eingaben sind von sämtlichen Vor- ständen der den folgenden Körperschaften angeschlossenen Organisationen unterzeichnet: G e n e r a lk o m mi s s i o n der Gewerkschaften Deutschlands, Gesamt» verband der christlichen Gewerkschaften Deutschlands, Verband der Deutschen Ge» w c r k v e r e i n e(H.- D.), Polnische Bcrufsvcr- cinigung. Arbeitsgemeinschaft fiir daS ein- heitlichc Angc st elitenrecht. ArbeitSgcmcin- schaft der technischen Verbände. Die Eingabe an den Reichskanzler betrifft das KriegSernährungsamt und hat folgenden Wort- laut: Euer Exzellenz! Die unterzeichneten Organisationen der Arbeiter und Angc- stellten Teutschlands geben Euer Exzellenz Kenntnis von der bei- liegen den Eingabe an daS KriegSernahrungSamt, die sich gegen die völlig unbefriedigende Regelung der deutschen Ernährungsverhältnisse während der KriegSzcit wendet und die Ursachen dafür nicht lediglich in der Knappheit der Lebensmittel, sondern auch in dem Mangel einer strengen Durch- führung gereckter Verteilung der vorhandenen Borräte er- kennt.— Die Erklärung für diese unzureichenden Mahnahmen ist darin zu suchen, daß das KriegSernährungSamt zu sehr von der Durchfuhrung seiner Maßnähmen feiten» oer Bundesregierungen abhängig ist und besonders durch den Widerstaad da» preußischen LandwietschaftSminister» gegen alle Eingriffe in die Sonderstellung der landwirtschaftlichen Erzeuger beengt wird. Diese Hemmungen einer gerechten Rege- lung der Ernährung werden von der weitaus überwiegenden Mehr- zahl der Bevölkerung mit wachsender Sorge und Erbitterung vev- folgt und müssen den dringenden Wunsch nach einer anderen Stellung dcZ KriegSernährungSamt». die es unabhängig von dem mangelnden Verständnis oder Willen einzelstaatlicher Verwaltung». zweige macht, nahelegen. Dieses Verlangen wird zur staatlichen Notwendigkeit angesichts de? großen Aufgabeii. die die Durchführung de» vaterländischen chilfsdienstrS erfordern. Der vaterländische Hilfsdienst rückt die Ernährung der deutschen Zivilbevölkerung in gleiche Linie mit der Versorgung des Heeres und der Marine; denn bei der Fortdauer der ErnähnmngSschwierigkeiten würde die heimische ArbcitSarmee außerstande sein, die Leistungen auf einer Höhe zu erhalten, wie sie die Landesverteidigung er- fordert. Die Organisationen der Arbeiter und Angestellten Deutsch- lands. die die Pflicht übernommen haben, nach besten Kräften für die Durchführung deS vaterländischen Hilfsdienste» einzutreten. fühlen sich verpflichtet, auf diesen Zusammenhang zwischen HiliS- dienst und KriegSernährung besonders hinzuweisen und zur Ab- ftellung der gerügten Mängel folgende Wünsche dein Herrn Reichs- tanzler zu unterbreiten: 1. Zwischen dem Krieg»erniihr»»i»amt nnd dem Kriegsamt ist eine angemessene Serbindung für das Gebiet der Lebensmittelversorgung herbrizuführrn. Im KriegSamt wird je eine Abteilung für den Heere»- und den Zivil- bedarf an Lebensmitteln geschaffen» die die Befugnis erholten, an den Beschlüssen des AriegSernährungtamtS mitzumirkea, dir Durchführung der Berordnvnge» deSsrlben zu überwachen und die LcbenSmittclvorräte für die allgemeine Volks- und HeereSver- sorgung zu beschlagnahmen, zu enteignen nnd an der Srrtrilnng derselben mitzuwirken. 2. In den Bezirken der einzelnen Generalksm- m a n d o« sind Nntrrämter de» KriegSamt» für Lebensmittel- beschafsung zu bilden, auf die da» KriegSamt seine Funktionen übertragen kann, mit der Maßgabe, daß die Verteilung nach den Anvrdnunge« der Zrntralftellrn zu erfolge« hat. Die Braus- tragten de» KriegSamt» hoben daS Recht, jede» Raum, in dem vermutlich Lebensmittel aufbewahrt odrr verarbeitet werden, zu betreten und in die Buchführung jedes Betriebes der Er- zcugung«der de» Vertriebs von Lebensmitteln Einsicht zu nehmen. Sir können die Zurückbehaltung«der W e t t e r v er a r b e i t un g»an Lebensmitteln ver- bieten und mit Strafe bedrohen. Die unterzeichneten Organisationen der Arbeiter und Angc- stellten Deutschlands bitten den Herrn Reichskanzler dringend, diese Wünsche in die ernsteste Erwägung zu ziehen nnd alsbald im Ver-- ordmmgSwege zur Verwirklichung zu bringen. (Unterschriften.) » Die Eingabe a» de» Präsident«» des ÄnegSernihruugSawtS, betreffend Organisation der Lebensmittelversorgung, lautet: Euer Exzellenz! Die Lebensmittelversorgung in Deutschland spitzt sich, fe länger der Krieg dauert, immer mehr zu. Die Verteilungspolitik folgt dieser Tatsache nur unzureichend, so/daß sich in den Kreisen der minderbemittelten Bevölkerung, besonders der Arbeiter und Angestellten eine wachsend« Erregung bemerkbar macht, die für die weitere Sntwickelung unserer Landesverteidigung und Kriegswirtschaft nicht unbeachtet bleiben kann. Diese Erregung wendet such nickt gegen die Tatsache, daß infolge der sich schwieriger gestaltenden Erzeugung die Borräte an Lebens- mittein immer knapper werden, denn damit muß bei weiterer Fort- bau« des Krieges gerechnet werden; wohl aber nivunt sie A n st o ß an der Art der Verteilung, die den berechtigten Wider- spruch der darunter leidenden Voltsschichten herausfordern muß. Diese Verteilung entbehrt der strengen und gerechten Ordnung, die in der gegenwärtigen Lage der deutscfren Bevölkerung unbedingt gefordert werden muß. Sic begünstigt solche Schichte», die ohnehin keinen Mangel an Nahrungsmitteln leide», und ermöglicht es wohlhabenden Kreisen, sich für Geld ausreicheude Lebensmittel zu perichatfe»»um Schade» der ärmeren Volksschichte«. Aqvtffenlche Elemente unter den Erzeugern wie unter den Verbrauchern finden sich täglich zusammen, um wegen eine? erhöhten Gewinnes oder Genusses da? deutsche Volk um eknen Teil seiner Nahrung zu betrügen, und die im KriegSernährungSamt konzentrierte Staatsgewalt ist nicht imstande, diese fortgesetzten Berbrechen an der Ration wirksam zu verhindern, weil einzelne hundesstaatliche Regierungen jeden tieferen Eingriff in die land- wirtschaftliche Ernährungswirtschaft verhindern. Vor allem ist eS da» preußische Landwirtschaftsministerium, dai sich schützend vor die privatwirtschaftlichen An» sprüchedcrLandloirte stellt und ditzsen eine AuSnützuna der LcbenSmittelnot des deutschen Volkes sichert, die da» Reich in die größten Gefahren bringen muß. ES muß auSgo- fprochen werden, daß der preußische Landwirtschaftsminister als der Mittelpunkt aller Widerstände in der Lebensmittelversorgung betrachtet werden muß, dessen Walten mit einer gesunden, ausgleichenden Regelung der Volks- crnährung im.Kriege absolut unvereinbar ist. BnndeSstaatliche Schranken, Rücksichtnahme auf die Erzeuger und Scheu vor schär- feren Kontrollmaßrcgeln müssen dazu dienen, die Wege offenzu- halten, auf denen die Durchführung unserer ErnährungSwirtschast vcreitrtt und ihr Ansehen in allen Volksschichten zum Gespött gemacht wird. Die Arbeiter und Angestellten, die allezeit ihre Kräfte in den Dienst der LandeSwohlfahrt und Kriegswirtschaft ge- stellt haben, und deren Vertretungen über die Stimmungen unsere» Volke» wobl unterrichtet sind, müssen gegen die Kort- daurr diese» Zustände lebhaften Einspruch er- heben und eine Reuordnung der ErnShrungSverhöltnisse vrr- langen, die für eine gerechte, aber auch strenge Durchführung der Verteilung der zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel bürgt. Vor allem hat sich hinsichtlich der mit der Kartoffelprrforgung gemochten Erfahrungen große Entrüstung aufgehäuft. Die im Widerspruch zu dem starten Andrang von Frühkartoffeln im Sommer ISIS stehende schlechte Ernte in Wintertartoffeln im Herbst gleichen JahreS gibt der Vermutung Raum, daß dieser SrntcauSfall nicht bloß auf die Ungunst natürlicher Verhältnisse zurückzufuhren ist, sondern auch auf Einschränkung der Anbauflächen und auf schlecht« Bewirtschaftung. Ein solche» Ergebnis mußt« aber unter allen Umständen vermieden werden, wenn die Volksernährung nicht in Frage gestellt werden soll. Die vorhandene Knappheit allein auf die Minderernte, auf ungenügende TranSportverhälinisse und auf Erschwerung der Ernte- arbeiten zurückzufübren, begegnet berechtigten Zweifeln. ES ist der Verdacht nicht von der Hand zu> veisen, daß der ErnteauSfall ge- ringer angegeben worden ist, um größere Mengen von Kartoffeln der Menschennahrung zu entziehen und für Fütterung»- zwecke zu reservieren, was mangels der Sickerung der öbartoffelmieten vor eigennützigen Emariffen leichr möglich ist. Die PreiSaufschlSae für eingewinterte Kartoffeln, die am 18. Februar 1017 in Kraft treten sollten, waren goeignet, zur Zurück- Haltung anzureizen und die weitere Winterversorgung zu stören. Deshalb müssen Matzregeln getroffen werden, die die rechtzeitige Zuführung der benötigten Kärtoffelmengen in die Städte unter allen Umständen sichern. Bor allem müssen die unterzeichneten Organisationen gegen jedeweitereHerabsetzungderKartoffelrationcn ihr« warnende Stimme, und gegen jede weitere Erhöhung der Preise für Speisekartoffcln energisch Widerspruch erheben.— E» ist sobald als irgend möglich eine Bestandsaufnahme an Kartoffeln durchzuführen und, sofern deren Ergebnis dies als nötig erscheinen läßt, ei» Ver- fütterungSverbot von Kartoffeln für Schweine zu erlassen und mit wirksamen Maßnahmen durchzuführen. Auch die j Brotversorgun», die in den ersten KnegSjahven sich bewährt hat. abgesehen von un- gerechtfertigten örtlichen Preisunterschieden, hat Schwierigkeiten gezeitigt, die durch den Mangel an Streckungsmitteln nicht genügend erklärt werden. Denn im Widerspruch damit steht die über» bandnehmende Erzeugung an Weißgebäck und Kuchen, die durch böhere Gewinne begünstigt wird. Wir wenden uns dagegen, daß eine Abhilfe in der Verkürzung der Brot- rationen gesucht wird, bevor alle anderen Mittel strenger Verein- heitlichung der Brotversorgung erschöpft sind. Die Forderung, daß die Verwendung von Getreide, das- für Brotstreckung in Betracht kommt, für Genußmittel und Futterzwecke tunlichst eingeschränkt wird, ist hierbei zu berücksichtigen. Gegenüber dem Ausfall von Kartoffeln macht sich in der Bevölkerung ein stärkere» Be- dürfni» nach Nährmitteln aus Gerste und Hafer geltend, dem wir nach Möglichkeit Rechnung zu tragen ersuchen. Die Obst- und Gemüseversirgun» war ebenfalls völlig unbefriedigend; sie litt nicht unter schlechten Ernteergebnissen, sondern unter mangelhafter Organi- s a t i o n gegenüber der. starken Nachfrage, die den Gewinn- absichten der Erzeuger in die Hand arbeitet. Die Liefe- rungsverträge der Städte wurden vielfach durchkreuzt durch die .Heeresverwaltung oder Konservenfabriken, und so wurde die Ver- sorguna der städtischen Bevölkerung mit Gemüse und Marmeladen zu erschwinglichen Preisen gehindert, De. j> Fsrischversorsim« kranlt in erster Linie an der monopolartigen Stellung der Er- zeuger und Fleischhändlcr in den ViehhandcISverbänden, denen die Gemeinden und Verbraucher fast widerstandslos ausgeliefert sind. Die Organisation der Viehhandelsverbände be- darf nach den seither gemachten Erfahrungen einer Neuregelung, bei der auch deren hohe Verdienste enffprcchend zu kürzen find. Des ist um so notwendiger, al» den Städten durch den preußischen Laich, wirtschaftsminister verboten worden ist, sich durch den Abschluß von ��swerträgen billiges Vieh zu beschaffen. DieFleischpreise haben-lue Höhe erreicht, die Fleisch und Fett für einen großen Teil der Bevölkerung uner- schwinglich machen. Das ist auf» tiefste zu beklagen in einer Zxit, in der die Landesverteidigung die denkbar höchsten Anforde- rungen stellt, und bedarf einer Regelung, die vor keiner irgendwie gearteten Protektion zurückschreckt. Hinsichtlich der Milch steht es zweifellos fest, daß die ländliche Bevölkerung, wenn auch keinen llebcrflutz. so doch solche Mengen zur Verfügung hat, daß die städtische Bevölkerung damit besser versorgt werden könnte. Es ist nicht zu ertrage», daß hier Kindern und Kran- keu die Milch versagt werben muß, während solche auf dem Lande nicht bloß reichlsicher als sonst verbuttert, sondern auch verfüttert wird. Jede Verzögerung der Rcichsbewirtschaftung de: Milch, die mit strenger Ablieferungspflicht der benötigten Rengci: und strenger Rationierung beginnen muß, bedeutet eine Gefahr siir die VolkSgcsundheit. Die Ei«verforgu«s ist durch die Massenzuführung von geschlachtetem und für die Schlack tirng bestimmtem Geflügel zu den städtischen Märkten im vorigen Herbst stark gefährdet worden. Die Eierpreise di» zu SO Pf. und mehr pro Stück sind da» Ergebnis dieser Art Ernährung.' Politik. Nur eine Förderung der Geflügelhaltung durch Ueberweisiin» der benötigten Futtermengen, die mit der Eierablieferung in engem Zusammenhang zu bringen ist, kann diese Verhältnisse bessern. In der Versorgung mit Fischen vermissen wir vor allem«ine systematische Erschließung der Beitände an Süßwasserfischen unserer Binnengelvässer für die Volk» ernährung. Auch sind Maßregeln dagegen nötig, daß die geringen verfügbaren Mengen an See- und Flußfischen von den Kon- servenfabriken aufgekauft und weiterverarbeUct werden und erst zu ungemessenen Preisen wieder cm die Verbraucher gelangen. De Znckrrrrzeugimg muß mehr dem Bedürfnis angepaßt werden und bei den unzureichen den Mengen, die gegenwärtig der Bevölkerung zugängig gemacht werden, ist da» Sparen mit Süßstoffen nicht mehr am Platze. Worauf ganz besonders Gewicht zu legen ist, ist die Herbrifahru«, einer vernSnftigen PreiSrelatio» zwischen den verschiedenen Leben»- und Futtermitteln. Die heutige Höchstpreisordnung ist nicht das Ergebnis vernünftiger Atoägunw sondern hat sich aufgebaut auf einer wilden Pre»«entwickc lung, teilweise auch auf politischen Gesichtspunkten. Eo ist es inög lich gewesen, daß die Preise für einzelne Produkte, zum Beispiel für Brotgetreide, um zirla 30 Proz., dagegen für Hafer und Gerste zeitweise fqst bi» zu 100 Proz. und darüber gestiegen sind Daraus ergibt sich eine andauernd« Gefahr für Zurückhaltung der billigeren Produkte und der Anreiz zur V e r f ü t t e r u u g. weil, wenn in Fleisch umgesetzt, der Verdienst ein weit höherer ist. Ferner auch, daß die lohnender erscheinenden Produkte Vorzug- weise angebaut werden. Auch von landwirtschaftlicher Seite sind Be strebimgen für die Herbeiführung einer derartigen Preisrelation laut gelvorden. Sie bewegen sich jedoch in der Hauptsach« nach der Richtung, die ihnen zu niedrig erscheinenden Preise zu den höchsten hinaufzuziehen. Dagegen muß entschieden Protest eingelegt werden Preise wie für Hafer, Gerste, Hülsenfrüchte. Fleisch nsw. lassen sl» nicht mit vorhandenen Produktionskosten rechtfertigen, sonder« sind K r i e gS k o n j u n k t u r p r e i s e, die auf der Notlage deS Volke• sich aufbauen. Air fordern eine Preisrelation, die sich aufbaut auf tatsächlichen Produktionskosten plus angemessenen Verdienst. Jeden Konjunkturgewinn. den die breite Plaste zu tragen hat. und der ihr da» Durchhalten fast unmöglich macht,»imflen wir entschieden ablehnen. Wenn im Vorhergehenden auf die einzelnen Mißstände näher eingegangen wurde, so darf die» nicht von der Hauptursache des Mißerfolges auf dem gesamten Gebiete der Kriegsernähning ablenken, die wir in der nnzureichende« Organisati»«, vor allem de» KriegSernährungSamt«» selbst erblicken. Diese» Amt ist zwischen die durch die Bundesregierungen repräse» tierte Zivilverwaltung und die Heeresverwaltung gestellt und kann n»r Regeln und Verordnungen aufstellen, auf deren Durchführung es aber keinen oder nur ungenügenden Einfluß hat. Seine Pläne find von dem durch die Landesregierungen gelieferten, weist unzureichenden JnformationSmaierial, seine Beschlüsse von der Ans führung der oft loiderwilligeu einzelstaatlichen Verwaltungsorgane abhängig und überdies greift die HeereS- und Marineverwalwng oft zwischen die btstcn Dispositionen mit rauher Hand dazwischen und macht ein mühsam aufgebautes BcrsorgungSwcrk zuschanden Wenn man auch gern zugeben will, daß Heeresversorgung vor Zivil- Versorgung gehen muß, so verträgt sich diese.» Verhältnis nicht mehr mit einer gesteigerten Heranziehung der Zivilbevölkerung, wie fr die Durchfuhrung deS HilfSdicnstgesetzeS erfordert. Deshalb ist eine Organisation des KriegSernähcungSamte» vonnöten, die diese» in nnmittelbore Verbindnn« mit de« Krieg Samt, dem die Heeresversorgung obliegt, bringt, und ei zugleich den hindernden Einflüssen einzelner Bundesregierungen entrückt,— eine Organisation, die die weitreichenden Befugnisse der militärischen Behörden auch für die Sicherung de» Lebensmittelbedarfs der Zivil- bevölkerung nutzbar macht. Die provinzialen und Kreiswirts chaftSämker, die daS KriegSamt neuerdings ins Leben gerufen hat. erscheinen uns durchaus geeignet, auch für die Aufgaben des KricgSeniährungs- amte», soweit e» sich um die Herbeiführung einer strengen Ratio- nierung und Verteilung, sowie um die Sicherstellung der aus reichenden Ablieferung von Lebensmitteln auf dem Lande handelt. in Anspruch genommen zu werden. Die diesen Stellen übertragenen Funktionen hinsichtlich der Förderung der Erzeugung sollen nicht geschmälert werden. Notwendig ist aber ein schärferes Zugreifen durch eine behördliche Orgariisaiion, die weitverzweigt und unabhängig genug ist. um sich Beachtung zu crzimngcn. Schließlich möchte» die umerzeichneten Organisationen ihrer Ueberzciigung Ausdruck geben, daß dem Beirat de» KriegSernährungSamte»—~ ein größerer Einfluß auf die Maßnahmen diese» Amte» cüigeräumt werden mutz. Dieser Beirat ist bisher nur zweimal berufen worden und wurde stets vor Situationen gestellt,'an denen alles Berate» nicht» mehr ändern konnte. In solcher Stellung muß den Beratern da» Gefühl der Ueberflüssigkeit aufkommen und ihnen die Mit- arbeit verleiden. Wir glauben, daß i» einer öfteren Berufung de? Beirats und in eurer größeren Beteiligung an den vor- bereiteirden Arbeiten, wie au der Kontrolle, der Weg gefrmdc» werden kann, um dem KriegSernährungSamt einen besseren Zu- sammenhang auch mit der Bevölkerung zu sicher». Die deutschen Gewerkschaften und Angestrlltcnberbändc möchten auf daS nach drücklich st e davor war ncn, in der Frage der KriegSernährung die Diuge so weiter gehen zu lasse». Die Folge» könnte» unabsehbar werden. Die vertrauensvolle Mitarbeit, die sie bei der Durchführung de» Hilfsdienstgesetzes übernommen habe«, gibt ihnen ein besonderes Anrecht, dar über zu wachen, daß dieser Zweck nicht durch eine fort dauernd«, lässige Auffassung und Ausführung der hin sichtlich der Krtegsernährung gegebenen Pflich- ten gänzlich in Frage gestellt wird. tllntexsKrtsten.) �5� Mgeorönetenhaus. 72. Sitzung. S v n n a b c n d. 3. M är z 1917, v o r»l itt a g Z 10 U Hr. Nm Mimstertisch: v. Trott zu Solz. Tie zweite Lesung des Staatshaushalts wird beim Kapitel Volksschule fortgesetzt. Abg. Otto-Charlotteuburg(Vp.): Fast 11000 Lehrer und Seminaranten, blühende Menschen- leben, sind dem Kriege zum Opfer gefallen. Die in der Heimat uirückgebliebenen Lehrer, voran allem die' Lehrerschaft aus dem Lande, haben in diesen Wochen eine besonders schwere Arbeit zu eisten gehabt. Wenn jetzt im Krieg eine große Anzahl von Le hrerinntzn. angestellt worden sind, so hoffen wir, daß nach oem Kriege das alte Z a b l e nv e r h ältni Z zwischen männ- iichen und weiblichen Lehrkräften wieder hergestellt wird. Jeden- iallS dürfen Lehrerinnen keinem k r i e g L b e s ch ä d i g t e n an- gestellten oder vor der Anstellung stehenden Lehrer die Stelle fort- nehmen.(Sehr richtig!) Dem Ministe: möchte ich den Gedanken n erwägen geben, ob eS sich empfiehlt, zur Steigerung der land- wirtschaftlichen Erträge und� zur Linderung der bestehenden �iahruNgSschwierigkeiten die Schuljugend Während deS Früh- lahrS und der Sommermonate in ländliche Gemeinden za überführen und dort gemäß ihrer körperlichen Kräfte zu leichten gärme- tischen und laudlvjrlschaftlichen Arbeiten heranzuziehen. Wir treten >ür die Schule der Einheitlichkeit, Weltlichkcit und Unentgeltlichkeit ün. Diese Merkmale treffen ja auch auf die Besetzung der Schützengräben zu. Redner begründet daraus den auch von ibm imtunterzeichneten Antrag auf Einberufung einer allgemeinen .ochultonferenz. Die Volksschulen müssen in eine innigere Verbindung nut den höheren Lehranstalten kommen.(Beifall links.) Kultusminister Dr. v. Trott zu Solz: Dia Frage einer Reform der Schulverwaltung wird bei der �.tzt schwebenden Referm der allgemeinen Verwaltung mitberück- > i ch t i g t werden. Im übrigen liegen jetzt anorniale Zeiten vor. ?a«st es nicht zu verwundern, wenn die Maschinerie deS Schul- vetriebes einmal nicht ohne.jede Hemmung funktioniert. Schul- .'.rbeit, ist. Friedensarbeit. Unsere Schule hat sich im allgemeinen den schwierigen Verhältnissen de? Krieges vortrefflich angepaßt. Unsere Schuljugend und unsere Lehrkräste haben sich in großem Nnitaug in den Dienst der Allgemeinheit gestellt, ganz besonders nr ländliche» Gebieten. Das wird auch Weiter geschehen. Ob es angängig- sein Würde, im Sommer die Schule zu schließen und lafür den Schulbetrieb im kommenden Winter um so intenstver zu gestalten, erscheint mir zweifelhaft. Natürlich muß den Schulkindern wettgehämd Urlaub gegeben werden, um in der Landwirt- 'chaft zu helfen. Das. ist überall geschehen. Sonst hätte in manchen Gegenden die Kartoffelernte nicht heimgebracht werden köimen. Vielfach sind die Schüler unter Anführung der Lehret ans das Feld gezogen. Diese Jntereffen gehen jetzt, vor die Schulmteressen. Bielsach sind bereits Kinder aus den ötävteu»nd Fndustriebezirken aus das Land gcbrachr worden. Die Ländleute waren anfangs zögernd und ablehnend, haben aber -wchher dix Kinder wochenlang behalten und an vielen Orten hat sich ein gutes Verhältnis ergeben. Wir sind da- nut beschäftigt, die Angelegenheit für dieses Jahr noch in stärkerem Maße zu orgmtisiereu. Es ist wieder von der Einheitsschule gesprochen worden. Die früheren scharfen Gegensätze sind inzwischen zu einem guten Teil überbrückt-worden. Der Vorredner hat mit 'llecht nicht. mehr von der nationalen Einheitsschule, sondern von einer nn tj.i,.i>.na lstt Sch ul« i u hei r gesprochen.' Das wollen wir alle, daß ein gewisser Zusammenhang zwischen ollen uniereir Schulen bestehen muß, und daß wir diesen Znsammenhang stärker« niüsstn, soweit da-? möglich ist, ohne den Zweck der einzelnen Zchülärtcn und' Schiilgatttingen zu beschränken oder zu gefährden. An dem'" konfessionellen(ihar alter der Volksschule aber hält unser Volk in Iveiten Kreisen fest.'(Sehr richtig!) Ich werde niemals fiir eine Bewegung zu haben sei», die den kon- fesfioneUcn Ehurakter unsrrer Volksschule beseitigt.(Lebhafter Beifall rechts üud-imZentrmn.j'Die Vorschläge betreffs Erleichterung des ll eberganges von der Volksschule zu höheren Schulen. die zum Teil schon in die Wirklichkeit umgesetzt sind, fußen auf it ä d t i pch-�u Verhältnissen. Ans dem platten Lande liegen die Dinge anders.(Sehr wahr!) Es kann niemals dazu kommen, daß mgn die Volksschule nur aus den llebergang zur höheren Schule einstellt!(Sehr richtig!). Tie Volksschule muß den, Zweck erhalten werden, der b r e i.t« n M e n g c des Volke? zir dienen. Wenn damit die Möglichkeit verbunden werden kann, in die höheren Schulen überzutreten, um so besser.(Beifall.) Abg. Marx(80: Ba dem Verschicken der Kinder aus daS Land müssen die Elten, die Gewähr haben, daß für die nötige Anssichl Sorge ge- wagen wird. Mit dem Schlagwort: Einheitsschule i o l l t e. m a a u f r ä u m e ii. Unser Schulwesen ist zu sehr a u s die verschiedenen Stände z'ugeschni tten. Dem Tüchtigen muß freie Bahn geschaffen werden.. Die Einheitsschule muß zu-e kolffesstanSlofcu Staatsschule führen. Zu Reformen, ins- besonder« fiir den Aufftieg der Besähigten, sind wir alle bereit. Sehr wahr! im Zentrum.) Wir müssen: aus den v o l l b e w ä h r t e n G r u nch l a g e ii weiter baüen. Die Beseitigung der konfessionellen schule wäre ein nationales Unglück.(Zustimmung im Zentrum.) In unserer kräftigen, geistig gesunden Landbevölkerung bai sich noch kein Bedürfnis nach"der Eiinheitsschule gezeigt. Auch für den Fall daß der- Bater. gefallen äst, muß sei» Wille und die zwischen ibm und der Mutter geschlossene Einigung über die Konfession de? Unter- richts dö; KindeS geachtet werden. Dazu muß aber eine Verordnung i?cS Miikister-Z mifgehoben werden.(Beifall in, Zentrum.) Minister'Dr. v. Trott zu Tölz: Wir erwäg?», wie dein hervorgetretenen BediirfinS Rechnung getragen, werden kann. Der Abg. Haenisch hat sich persönlich an mich getvaud: wegen meiner Erwiderung auf seine Ausführungen betreffend die.Anwendung des Salvarsan. Jch habe meine AuZführimgen damals auf Grund des mir zur Bersüguiig gestellten Materials geian, das im Widerspruch sieht zu dem Material de» Abg. Haenüch. Seinen guten Glauben habe ich nicht in Zweifel gezogen.-(Sehr richtig!)•'--- H Abg. Hirsch(Ioz.): Die-Soziäldcmokrätie bar von jeher nicht die ZerstörungS», aber die ausbauende Kritik für ihre Ausgabe gehalten. Sowie der Kampf »er Vaier aller Dinge ist, so ist die Kritik die Mutter eines .jeden- F o r t s ch r i t t e s.(Sehr gut! bei den Soz.) Wir er- kennen an. daß sich- in unserem Volksschulwesen gegen ftüher manches gebessert Hai. Reformen, die man, als wir sie anregten, als Utopien'bezeichnet hat. haben sich durchgesetzt oder sind im Begriff, üch durchzusetzen. Die Volksschule wird heute nicht mehr so als Aschenbrödel behandelt wie früher. Vieles ist erreicht, aber mehr noch blcibt..zll tun übrig. An dem. Ausbau. unseres VvUs» ichulwereiiS mitzuwirken, ist eine vaterländische P f li ch t im ureigenen Sinne de-S�Wottes. deren wir Sozialdemokraten uns zu allerletzt'entziehen.'(Sehr gut I bei den Sozialdemokraten.) Bis mr Erreichung des Schulideals ist freilich noch ein weiter Weg. Jnncrhaw des Klassenstaates kann die .SsttSschüle ihres Klassencharakters nicht entkleidet werden.�- Sie wirb im großen und ganzen das BildungSinstitm für die große' Biasse de».Proletariats bleiben, während es nur einer rsrhällnkSinäßig Ueillen. Zphl von.Schülern.vergönnt, sein Wud. höhere Schtzlc« virst«qjvtrstiätyr zu. besuchen. Ich will Ahne* S..■ v. heute in kurzen Zügen ein Bild. unseres Schulideals malen, wie Wir. uns die Schule in dem neue» Deutschland denken, eine Schule, die nicht nur geeignet ist, ihre eigenen Zwecke im vollsten Maße zu er- füllen, sondern darüber hinaus dem deutschen Namen im Auslände' zu Ehren und Ansehe» zu verHelsen und dem törichten Gerede von deutscher Barbarei ein Ende zu machen. Wie unbegründet diese unerhörte Beleidigung des deutschen Volkes ist, darüber brauche ich kein Wort zu verlieren. Wer Art und Wesen des deutschen Volkes einigermaßen kennt, weiß, daß, wenn auch vereinzelt Ausschreitungen vorkommen, doch die Millionen, die draußen vor dem Feinde stehen, und die zum großen Teil durch die Schule der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie gegangen sind, nichts gemein haben mit roher Barbarei.(Sehr wahr! bei den Soz.) Wenn solche unsinnigen Ge- rüchte im Auslande Nahrung finden konnten, so Haben wir natürlich selbst einen Teil der Schuld mit daran: das Ausland weiß, was für Anschauungen hier früher zum Ausdruck gekommen sind, wie stiel- mütterlich man die Volksschule behandelt hat und zieht daraus feine allerdings falschen Schlüsse. Doch ich will mich heute nicht mit der Vergangenheit beschäftigen. Es kommt in Zukunft darauf an, die Volksschule.' die ein Vorgänger des Ministers als k o st b a r st e S Juwel in der preußischen Krone bezeichnet hat, besser auszugestalten. sie aus einer Schule für das Proletariat zu einer Schule für daS ganze Volk, einer Volksschule im tvahren Sinne des Wortes zu machen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Mehrheit dieses Hauses und die Regierung sieht als Aufgabe der Volksschule an, religiöse, sittliche und vaterländische Bildung der Jugend, sowie ihre lluterweiiung in den für das bürgerliche Leben notwendigen ollgemeinen Kenntnisien und Fertigkeiten. Wir dagegen halten es für die Aufgabe der Volksschule den jungen Leuten ein möglichst großes Maß von Bildung beizubringen, um sie für den Kamps umS Dasein zu befähigen. Wir wollen diese Bildungsbestrebungen jedes politischen und religiöse,! Nebenzwecks entkleiden. Daher fordern wir die W e l t l i ch k e i t der Schule. Das sind kaum überbrückbre Gegensätze. Dieser Kampf zwischen zwei Weltan- schauungen muß auSgefochten werden; hoffentlich geschieht das in Zukunft in onslättdigeren Formen als vor dem Kriege. (Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Die Weltlichkeit der Schule fordern wir nicht stets aus Haß gegen die Religion. Die Sozialdemokratie erklärt die Religion zur Privatsache. Glaubens- und Gewisienssreihcit dürsen nicht nur auf dem Papier stehen. Gerade weil die Religion für uns eigene Angelegenheit jedes Menschen ist, können wir nicht dulden, daß der Staat seine Autorität und seine Machtmittel aus diesem Gebiete in, Interesse der herrschenden Klassen ausnützt. Räch unserer Ansicht gehört der Religionsunterricht überhaupt nicht in den Lehrplan der Schule. Wir sind keineswegs dagegen, izaß Religion gelehrt wird, aber das soll außerhalb der Schule geschehen. Dadurch, daß die Religion feilte den ganzen Lehrplan beherrscht. leiden die anderen Fächer.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dem Dank, der hier der Lehrerschaft äusgesprochen worden ist. schließen wir uns an. Was die Schule im Kriege leistet, verdanken wir den zurückgebliebenen Lehrern und nicht zuletzt den Lehre- rinnen.(Sehr richtig 1) Die Behandlung der Lehrer ist besser geworden, aber sie läßt doch noch manchmal zu wünschen übrig. So liegt mir ein Erlaß der königlichen Regierung, Abt. Kirchen- und Schulwesen in Münster vom 6. Februar d. I. vor. ivornr der Lehrerschaft zur Pflicht gemacht wird, sich an der Volkszählung zu beteiligen, der aber in einem Tone geholten ist, durch den. sich die Lehrerschaft mit Recht beleidigt gefühlt hat. Die Lehrer haben wohl bewiesen, daß sie in der Erfüllung vaterländischer Pflichten hinter anderen Volksschichien nicht zurückbleiben,(sehr wahr! links.) WaS die Frage der Einheitsschule anbelangt, so kommt e§ uns nicht auf den Nanteu an, sondern aus die S a ch e. Während es nach den Aussührmigen-des MinfflerS den Anschein hatte, als wären die Differenzen nicht mehr io groß, hat dann der Abg. Marx sich leider ganz scharf gegen die Einheitsschule ausgesprochen. Die Anfichf'deS Ministers, daß der llebergang von der Volksschule in die höhere Schule durch die Mittelschule er- möglicht werden soll, kärnien wir nicht teilen. Wir fordern nach wie vor.Ausbau des Schulwesens auf der Grund- läge' der Einheitlichkeit, der Unentgeltlichkeit, der Weltlichkcit und einer zeitgemäßen wissenschaftlichen Pädagogik.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nicht Gleichheit, sondern. Einbeitlichkeit der Schulen fordern wir.' Wenn man behauptet, daß Ivir ein System der Gleichheit forderten, das nur durch Um stürz alles Bestehenden verwirklicht werden könne, so beweist man damit nur, daß man über unser Schulideal spricht, ohne sich darum näher bekümmert zu haben. Zwischen unseren Forderungen und denen des L e h'r e r v e r e i n s besteht kein prinzipieller Unterschied. Die Forderungen, wie sie Heinrich Schulz in seiner„Schulreform" ausstellt, deweisen, daß ivir keineswegs die Gleichmacherei, sondern im Gegenteil die Möglichkeit' schaffen wollen, daß jeder einzelne seine Persön- lichkeit entsprechend seinen Fähigkeiten in der Schule frei entfallen kann. Man sollte wirklich mit dem vor dem Kriege üblichen System brechen, gegen die iozialisti- scheu Schriften zu polemisieren, ohne sie gelesen zu b ab en.(Sehr gut! bei dm Soz.) Wenn gesagt Worden ist, .die Einheitsschule führt in den sozialistischen ZnkuuftSstaat hinein, so zieht die? Gespenst chemo nicht mehr.- Ist die EinheitS- schule notwendig, so wird sie sich durchsetzen, wie so viele unserer Forderungen, die sich mit der Zeil durchgesetzt haben. Wir. fordern weiter die vermehrte Schaffung von Kinder- gärten, die natürlich nicht konfessionell gegliedert sein dürfen. Die häuslichen und wirtschaftlichen Verhällniffe der großen Masse des Volkes— ich erinnere mir an die WohnungSnnjere— erfordern diese Fürsorge sür die Kinder vor der Schulzeit. Ferner fordern wir die Errichtung von 5l in d e r h o r r e n mit Unterstützung deS Staates. Ihre Alifqabe ist es, die. Kinder der ärmeren Volks klaffen, die von ihren Eltern in der schulsreien Zeit nicht be- anfsichtigl werdew können, bor sittlicher Gefährdung mrd Verwahr- losung zu beschützen. Hier vorzubeugen ist Pflicht der Allgemeinheit, (Sehr wahr! bei den Soz.) Auch die Einrichtung von Jugend- Heimen für die schMcntlaffcne Jugend bis zum 18! Lebensjahr ist ein Stück der Schulreform, die wir erstreben. Die Jugendpflege ist leine militärische, sondern eine pädagogif che An- gelegenheit. In der Kommission hat der Minister erklärt, daß auch sozialdemokratische Jugcndvcrcinc Während des Krieges üch an der KriegSWohIsahrtSpflege beteiligt hätten und bemüht gewesen feien, die Jugend körperlich/ silllich und gsisfig zu fordern. Deshalb-hätten in einzelne» Fällen auch- solche Bereine nuS dem staatlichen Fonds Mittel erhalten. DaS' bedeutet einen Bruch der Regierung mit der Vergangenheit. Wir haben diesen Fonds früher heftig bekämpft, weil sein aus- gesprochener Zweck die Bekämpfung der sozialdemokratischen Jugendvereine war. Wenn die Regierung jetzt zu der Erkenntnis gekommen fft. daß auch sozialdemokratische Jugendvereine aus diesem Fonds unterstützt werden können, weil sie ihre Pflicht im vollsten Maße getan haben, so können wir daS nur begrüßen. Ich hoffe, daß diese 3V? Millionen in Zukunft uiemals wieder der Bekämpfung der sozialistischen Jugendbewegung dienen werden.— Wir fordern weiter die Unentgeltlichkeit der Lehr- mittel. Für die Volksschüler wird heute nur der 14. Teil deS Zuschusses vom Staate gewährt, wie für die Studenten. (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Vor allem muß auch für bi: körperliche Pflege der Schuljugend ge- förgt werden. Namentlich»ach der mangelha-ten Ernährung in dieser Krieg? zeir. Wir baben schon lange vor dem Kriege die Einführung der Schul.ffp.ei'uug geiorderr. Der Ausbau,. dieser Einrichwyz. ist jetzt, mehr al? je drütaend nottztendig...Die. Auf?! .."v■'■l~..JS?.—........'•':i• nahmefährgkeit der Schüler muß vor ollem gesichert sein, wenn der Zweck des Unterrichts erreicht werden soll.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Zahl der Schulärzte bedarf der Vermehrung. Sie find sehr bedeutungsvoll für den Kampf gegen die Tuberkulose. (Sehr richtig! b. d. Sozialdem.s Auf diesem Gebiete haben bisher die Gemeinden das meiste geleistet: das ist wieder ein Grund jür die Erweiterung ihrer Selbstverwaltungsrechte. Endlich verlangen wir auch Pflege der staatsbürgerlichen Erziehung in der Volksschule. Unsere Forderungen sind, wie gesagt, durchaus keine unerreichbaren Ideale, wenn auch noch manche Widerstände bis zu ihrer Erreichung zu überwinden fein werden. Wie der Reichskanzler neulich gesagt hat, daß eS nicht im Belieben eine? einzelnen, auch nicht im Belieben herrschender Mächte und Herr- schender Persönlichkeiten steht, ob das geschieht, was weltgeschichtlich geschehen muß, so sage auch ich: Es steht nicht im Belieben eines einzelnen, auch nicht im Belieben herrschender Mächte oder Person- lichkeiten das zu verhindern, was eine geschichtliche Notwendigkeit ist. Wer den Versuch macht, sich dem zu wider- setzen, über den wird die Geschichte zur Tagesordnung übergehen. (Lebh. Beifall bei den Soz.) Abg. Adolf Hoffmauu(Toz. Arbg.): Ich habe meinen vorjährigen Ausjührungen über das Volks- schulwesen nichts. hinzuzmügen. Ich will heule nur fragen, wie man es verantworten will, daß zwei Häuser von einem Schul- gebäude in Berlin, in der Krautstraße, Geschosse fabriziert werden. Ein solch feuergefährlicher Betrieb darf unter keinen Um- ständen in einer so dicht bevölkerten Stadtgegend und so nahe einer Schule untergebracht Werden. Erst vor kurzem ist dort Wirklich ein ExplosionSunglück vorgekommen, das auch eine Anzahl Tore ge- fordert bat. Es bedarf Wohl' nur dieses Hinweises, um Abhilse herbeizuführen. � Damit schließt die Besprechung. Der Etat wird bewilligt. Ein polnischer Antrag aus Streichung der Ostmarken« zulagen wird abgelehnt.(Rufe im Zentrum: Nur ein Pole. ist anwesend!) Ein Antrag Traub(Vp.) betreffend Veröffentlichungen über die Geschichte der Reformation, sowie ein Antrag Heß(Z.) auf Teuerungszulagen für Volksschullehrer geht an die Budgetkommission. DaS Haus vertagt sich. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr- (Bcrgetat.) Schluß L'/z Uhr._' Hauptaussthuß öes Reichstages. Am Sonnabend begann der Hauptausschuß seine diesmaligen Arbeiten mit der Beratung des Reichs-Haushaltsplans sür das Rechnungsjahr 1917. Der Haushaltsplan für den Reichskanzler und die Reichskanzlei wurde ohne Widerspruch genehmigt. Hierbei wies Abg. David(Soz.) aus den§ b des Wahlgesetzes für den Reichstag vom 31. Mai 1869 hin. Nach dieser Bestimmung soll in jedem Bundesstaat auf durchschnittlich 106 000 Seelen derjenigen Bevölkerungszahlen, welche den Wahlen zum verfafsungjtebenden Reichstage zugrunde gelegen haben, ein Abgeordneter gewählt wer- den. Hiernach ist auch jetzt noch die Zahl der Abgeordneten für jeden Kreis bestimmt. Da aber inzwischen in den industriellen Bezirken die Bevölkerung sehr st a r k zugenommen hat, ist die jetzige Verteilung der ReichstagSmandate auf die einzelnen Bezirke eine schwere Nngerechtizlcit für die industriellen Bezirke und deren Bevölkerung. Es sei daher dringend nötig, endlich eine gleichmäßige Verteilung noch de« jetzigen Stand der Bevölkerung durchzuführen, was. auch in der Versaflung ausdrücklich vorgd- schrieben ist,. Unser, keinen Umständen dürft? auch nach dem Kriege die aste Ungerecbttgteit bestehen bleiben. Abg. Gothel» lFortschr.) schloß sich diesen Ausführungen an. In den stark stevölkerteu gemischtsprachlichSn Gebieten kömtte bei der Vermehrung der Mandate die Verhältniswahl durch- geführt werden. Dadurch würden die Kämpfe zwischen den vcr- schiedenen Rationalitätcn bedeutend abgeschwächt werden. Abg. Ledebour(Soz. Arbg.i: Wenn durchschnittlich aus je 100 000 Seelen ein Abgeordneter kommen würde, würde die. Zahl der Abgeordneten zu groß werden. Daher wäre es das Beste, wenn man c i ne- b est i m m t e Zahl von Abgeordneten festlegte, etwa 409. und diese Mandate aus die einzeln en Bezirke gleichmäßig verteilen würde. Die Berbältniswahl sei allerdings zu empfehlen, aber nicht nur für einzelne Bezirke, sondern für das ganze Reich. � Abg. David(Soz.) schloß sich ebenfalls der Forderung nach Einführung der Verhältniswahl an. Wenn nicht sofort alle Mißstände beseitigt werden könnten, müßte doch wenigstens damit vorgegangen werden, die-schweren Benachteiligungen der in» dustriellen Bevölkerung in bezug aus die Vertretung im Reichstage endlich zu beseitigen..Es handelt sich nicht um eiue.aka- demische Erörterung, sondern die sozialdemokratische Fraktion werde die Angelegenheit bereits in den nächsten Tagen weiter verfolgen. Hierauf ging der Ausschuß über zur Beratung des Haushalts- Plans sür das Auswärtige Amt. Es entspann sich eine umfang- reiche Aussprache über die flämische Frage, über die der Staatssekretär Dr. Helfferich eingehend berichtete und an die sich eine ausgedehnte Aussprache anschloß. Es sprachen dic Ähgg. Spahn(Z.), Schiffer(nail.), Scheidemann. v. Gamp(Deutsche Paßtei:. Gröber(Z.), Noske(Soz.), Erzberger(Z.Z, v. Westarp(f.), v. Payer (Fr. Vp.), Ledebour(«oz. Arbg.). Stresemann(natl.), Gotycin (Fr. Vp.), Fürst v. Radziwill und Sehda(Pole),' Dr. David(Soz.). Mumm(Deutsch? Partei) und Prinz v. Schönaich-Carolath. Bei dem Etat des Auswärtigen Amts gab Staatssekretär Zimmerutann einen Bericbt über den Zwischenfall bezüglich Mexiko. Tie Aus- spräche hierüber wurde aus Montag, 12 Uhr, vertagt. Tie Ange- legenhcit selbst Wurde vertraulich behandelt. die Not öer Rentenempfänger. Tie von uns im„Börlvärts" schon mehrfach betonte Not- läge io vieler Rentenonipfänger hat die Genkratkonrmisliou der Gewerkschaften, zu elfter Eingabe an den Reichstag V«- anlaßt, in der als Kriegsmoßnahme eine Erhöhung bc» stiinmter. Renten gefordert wird. Wir drucken diese jImgobe ihrer grvßen Wichtigkeit wegen im wesentlichsten'Lieile im nachstehenden ab: „Die unterzeichnete Generalkonunission der Gewerkschaften Teutschlands lenkt im nachstehenden die Autmerk- fomkeit des Deutschen Reichstags auf die Notlage, in die weite Kreise von auf fitste Bezüge angewiesene Personen gekommen sind. �Turch die Erhöhung der Familienunterstützung und die Gewährung von Teuerungszulagen an Beamte ist anerkannt worden, daß die zum Lebensunterhalt auf feste Bezüge Angewiesenen in der Zeit der gegenwärtigen Teuerung dringender Hilfe bedürftig sind. Für einen Teil dieser Per- sonen hat sich bisher die Erhöhung ihrer Einnahme nicht be- wirken lassen. Es sind das die Jm>alidenrentenempfänger und die Bezieher von Unfallrenten. Daß die Invalidenrenten einen ausreichenden Lebens- unterhält nicht gewährleisten, bedarf bei ibrer bekannten. Un» zulänglichkeit keiner eingehenden Darlegung. Nach der letzten amtlichen Angabe"über die Höhe der Renten(Amtliche Nach» richten des Reichsversicherungsamts 191(i Seite 160) stellte „sich dxr jährliche Befrag der Reift en im Jahre 1911 &ct Jicn Fnvasiöenronien auf.. �. �96,86 M., bei den Krankenrcnten auf.. 206,12„ bei den Altersrenten auf....... 167,00„ bei den Witwen- und Witwerrentcn auf.. 78,.i6„ bei den Waisenrenten auf...... 77,46„ Ber den letzterwähnten Renten ist zu beachten, das es sich bei den 77,46 M. um die Renten für jeden Waisenftamm, der zirka 2,4 Kinder umfaßt, handelt. Ein bei verschiedenen Landcsverncherungsanstalten unternommener Versuch, auf Grund des 8 1274 R.B.O. zu einer besonderen Zuwendung an die Invaliden zu gelangen, hat keinen Erfolg gehabt____ Es läßt sich.also ohne Aenderung des geltenden Rechts keine Besserstellung der Invaliden ermöglichen. Es recht- fertigt sich jedoch aus den Verhältnissen der Zeit, eine durch- gängige Erhöhung der Renten um 50 vom Hundert eintreten zu lassen. Das läßt sich als K r i e g s m a ß n a h m e, als welches es von uns gedacht ist, durchaus rechtfertigen und ist als solche auch geboten. Als Äriegsmaßnahme ist es aber auch durchaus gerechtfertigt, zu dieser Erhöhung das Ver- mögen der Versicherungsträger anzugreifen. Da es sich nach der oben angegebenen Quelle am Schlüsse des Jahres 1014 auf 2 256 614 798 M. stellte, würde selbst ein erheblicher Ein- griff in das Vermögen nicht von allzu großer Bedeutung sein. Bei einer Erhöhung der Renten um 50 vom Hundert würde— die Verhältnisse des Jahres 1914 zur Grundlage genommen—, eine Summe vdn 99 786 177 M. erforderlich sein, da die Rentenzahlung im Jahre 1914 den Betrag von 199572354 M. ergab. Davon würden jedoch nur 69 032 868 Mark zu Lasten der Versicherungsträger und 30 753 309 M. zu Lasten der Reichskasse gehen. Bei einer generellen Erhöhung der Renten um 50 vom Hundert würde eine besondere Umrechnung durch die Landes- Versicherungsanstalten und eine neue Bescheidertcilung sich erübrigen können. Es würde bei'der Auszahlung durch die Post lediglich eine Erhöhung eintreten, deren ziffernmäßiger Betrag und die Abrundung auf volle 5 Pf. jeder Postbeamte sofort feststellen könnte. Tie hierbei cinttetende Entlastung 'der Versicherungsträger von jeder Arbeit würde es auch reckst- fertigen, nicht erst die persönliche Bedürftigkeit des einzelnen Rentenempfängers zu prüfen. Mag es wirklich einzelne Rentenempfänger geben, bei denen eine Erhöhung der Rente nicht zwingende Notwendigkeit ist, ihre Zahl ist so gering, daß die mit ihrer Aussonderung verbundene Arbeit in keinem Verhältnis steht zu der etwa ersparten Rentenzahlung. Bei den Unfallrentcn ist die Sachlage ähnlich wie bei den Invalidenrenten, wennschon sie im allgemeinen höher als diese sind. Vielfach sind sie jedoch auch nach einem Jahres- arbeitsverdienst berechnet worden, der in keiner Weise den heutigen Verhältnissen entspricht. In manchen Fällen sind der Ortslohn oder der behördlich festgesetzte durchschnittliche Jahrcsarbeitsverdienst für Land- und Forstarbeiter oder die vom Reichskanzler festgesetzten Turchschnittssätze für See- kcute die Grundlage der Rentenberechnung. Diese Grundlage ist durch die tatsächlichen Verhältnisse weit überholt und für die neueren Renten wesentlich erhöht. Auch da, wo die Renten nach dem Jndividuallohn berechnet sind, entsprechen sie vielfach nicht den heutigen Verhältnissen. Noch laufen Renten aus den achtziger und neunziger Jahren mit. ihren geringe» Verdiensten. Es rechtfertigt sich deshalb, auch diese Renten zu er- höhen, und zwar in zweifacher Hinsicht. Einmal müssen der Rentenberechnung mindestens die jetzt geltenden Ortslöhne, die jetzt geltenden Turchschnittssätze für Seeleute der Renten- berechnung zugrunde gelegt werden. Damit wäre eine ein- wandfreie Grundlage für ihre Berechnung geschaffen, wobei nur das Bedenken bleibt, daß diese Turchschnittssätze auch schon vor dem Kriege festgesetzt worden sind und damit den gegenwärtigen Zeitverhältnissen nicht mehr entsprechen. Aber dieses Bedenken mag mit Rücksicht aus die weiter unten gc- äußerten Wünsche dahingestellt bleiben. Es läßt sieb aus der amtlichen Statistik nickst entnehmen, in wie vielen Fällen und in welchem Betrage eine Erhöhung der Renten eintreten würde. Tie Zabl der Renten kann nur gering sein, und auch der ziffernmäßige Betrag der Erhöhung wird nicht sehr erheblich sein können. Dann aber auch würde sich eine Erhöhung der Renten der in erheblicherer Weife in der Erwerbsfähigkeit durch Unfallfolgen Beschränkten durch einen prozcn- tualenZuschlag notwendig machen. Wir bringen dalier in Anregung, bei den gezahlten Unfallrenten von 50 bis 75 Prozent einen Zuschlag von 20 vom Hundert des gegen- wältigen Betrages und bei den Unfallrentcn von mehr denn 75 Prozent einen Zuschlag von 33% vom Hundert des gegen- wältigen Betrags eintreten zu lassen. Auch die Zahl der für diese Erhöhung in Betracht kommenden Renten läßt sich im einzelnen nickst angeben. Aber auch hier handelt es sich nur um eine Minderzahl von Renten, und deshalb wird auch hier der zur Erhöhung erforderliche Betrag sicki im voraus nickst überblicken lassen. Der Minderzahl dieser Renten wegen wird er jedoch auch nicht allzu erheblich sein können. Da der Vermögensbestand der Vcrsilhorungsträger sich Ende 1914 auf 580 023 898 M. stellte, würden die zur Er- höhung der Renten erforderlichen Beträge auch hier aus diesem Vermögen genommen werden können. Wenigstens zunächst, um an der Deckungsfragc die Erhöhung nickst scheitern zu lassen. Wie die endgültige Kostendeckung zu regeln ist, kann späterer Entschließung vorbehalten bleiben. Da es sich hier ebenso wie bei der Erhöhung der Invaliden- rente um eine vorübergehende, mit der Beendi- g u n g des Krieges in Fortfall kommende N o t m a ß n a h m e handelt, die durch den Krieg ver- anlaßt wird, würde es sich durchaus rechtfertigen, sie dem Reiche zuzuschieben. Das aber ist zunächst das minder Wichtige. Notwendig ist, daß z u n ä ch st etwas geschieht, und daß das zu Geschehende nickst scheitert an dem Einwand, daß die Mittel zurzeit nicht vorhanden seien. Sie sind, wie gezeigt, vorhanden. Mit der Erhöhung der Renten würde in vielen Fällen eine Entlastung der Gemeinden eintreten. Viele der am un° günstigsten gestellten Rentenempfänger sind armenunter- stützungsberechtigt oder stehen hart an der Grenze der öffent- lichen Armenunterstützungsbedürftigkeit. Bei den fo wefent- lichen Ausgaben der Gemeinden fiir Kriegszwecke wird die Kraft der Gemeinden für andere Kriegsmaßnahmen damit gestärkt werden. Für die Unfallrentcn wird sich allerdings eine Umrech- nung nicht vermeiden lassen. Die Mehrarbeit muß und wird im Zeichen des Hilfsdienstgefetzes bewirkt werden können, zumal es sich nur um eine Minderzahl von Rentey. handelt. � Unsere Bitte gebt deshalb dahin, der Reichstag wolle die Verbündeten Regierungen ersuchest, � i 0)1. aus Grund des 8 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 IReichs-Gejetz-Blatt S. 327) eine Verord- nung zu erlassen, wonacki mit rückwirkender Kraft vom 1. Januar 1917 ab als Kriegsmaßnahme a) die auf Grund der Vorschriften der ReichsversichstungS- ordnung oder der früheren Gesetze über die Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung gezahlten Renten um 50 vom Hundert erhöht werden: die auf Grund der Vorschriften der R.V.O. oder der früheren Gesetze über die Unfallversicherung ge- zahlten Renten umzurechnen sind nach einem Jahres- arbeitsverdienst, der sich nach den am 31. Dezember 1916 geltenden Ortslohnsätzen(88 370, 934, 935, 1077 R.V.O.), dein Jahresarbeitsverdienst für Land- und Forstarbeitcr(8 036 R.V.O.) oder dem Durch- schnittssatzc für Seeleute(8 1067 R.V.O.) ergibt, falls ihrer Berechnung ein geringerer Jahresarbeits- verdienst zugrunde liegt: 2. zu den Unfallrenten von 50 bis 75 Prozent, ein- schließlich ein Zuschlag von 20 voni Hundert und zu den höheren Unfallrenten, sowie de» Hinterlriie- denen- und Aszedentenrenten ein Zuschlag von 33% vom Hundert zu zahlen ist. Generalkommission der Gewerkschaft)!« Teutschlands. E. L c g i c n." Sriefkasten üer Reüaktion. TI« turlstisAr Ei>r«Ästund>! sind«! silr ZlSoimcn'en Lindenstr. 3, 1..f uf liwXi, parlerrc, om Montag bis Frciiag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis S Uhr statt. Jeder siir de» D r l e s l a st c n bestimmten Nnfeage ist ein Tuchslabc und eine Zahl als Werkjeichen deijusügen. Briefliche Antwort wird nicht erleili. Ansragmi, denen seine ilbonnementSauiilung bei- gefügt ist, werden nicht veantworlci..lrUige Frage» trage man in der Svrech» stunde vor. BertrSge, Schriftstücke und dergleichen»ringe man in die Sprech. stunde mit. M. W. 26. Wenden Sir sich an den städtischen ArbeitSnachlvriS.— vannau. Ja.— A. M. lSl?. Wenden Sie sich an die nfesandbettS- volizet. Zur Vcröffenliichung eignet sich die Angelegenbeit nicht.— 31. 2. 9. Sie babrn feine weitere Unterstützung zu heniilpriichen.— K. S. 7. Sie tonnten bei einer eventuellen Musterung, die nicht gan» auszeichlofsen ist. Zhre Büniche vorbringen gchre stlnsehtiiig erscheint aber wenig loablfchcinlich. Wenn dihrc Kraukbcit sich vcrschiiminert, können Sie Antrag aus Zicutc stellen.— H. 12. Wenn 56v Mann eine Verpflichtung zur Zahlung der Miete eingegangen ist, so ist diese für ihn verbindlich.— Sch. 1. Es wird der Veranlogung da? Einkommen von 1316 zugrunde gelegt. Da aber bei Ihnen fein voller IahreSarbeltsverdienst vorliegt, mutz daS mutmatzliche Einkommen versteuert werden.—(P.?. 2. Sie mutzten sich an die Polizeibehörde in Ehen wenden unter Angabe der Gründe, wegen deren Sie die ZluSkmiit wünschen.— Invalide 19. Sie müssen iich comst meiden, werden aber vorauSsichtiich von der Zwildienstpfiicht de- srcit.— Kuliich 67. 1 Ja 2. Ja.— N. It. Ihnen mützlc ein zum Lebensunterhalt notwendiger Betrag belassen' worden. 2. Nein. 8. Nein. 4. Ja.— H. St. 100. Erst vom Dalum der Ausstellung der Karte an. — SS. R. 1«29. 1. R«in. 2. Ja.—?.1. f*. 68. Tie Rente ist für daS ganze Reich einheitlich. Kürzung ersolg! nach Beendigung des Krieges nicht.— R. H. 40. 1. Nein. Aus den in nächster Zeit erscheinenden AuSsührungsbestimmutigeti Werste» Sie darüber Näherest er- sehen.— Eichberg Z. Der tstricgersrau steht die Reichstwochenhilse zu. und zwar, wenn sie selbst Mitglied ist. ist der Antrag bei der Ävankcnkatse zu stellen, der sie angehört. Im anderen Falle ist die Krankenkasse, in der der Mann vorher Mitglied war, zur Zahlung de? ReichSwochenbilse verpflichtet.— Kriegs. Kindcr'pcnde deuiicher Frtueti, Privatkanzlet der Frau Kronprinzestän._ «.»etterauststchten für das mittlere Rarddeutichlaud bii Montag mittag. Etwa« kalter: im östlichen.Küstengebiet vielfach heiter: in den anderen Gegenden noch vorwiegend wolkig und im Süden öfter leichte Schneesälle. THaß"CLnftrii�un� von eleganten Jacken-Kleidern, Straßen-Kleidern, Abend-Kleidern u. Kleider• Röcken nach den neuesten Entwürfen, auf Wunsch in kürzester Zeit. 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Ter Haoger Gerichtshof verhandelte über die vom Hohen Rat an dikseK Gericht verwiesene und bereits in mehreren Instanzen verbandelte, fast anderthalb Jahre alte Pro- zcßsache gegen den Chefredakteur Schröder wegen eines im „Telegraaf" erschienenen Artikels, in dem Schröder die Zentral- mächte die„Schurken von Europa" nannte. Ter Gencralanwalt forderte gegen den Beklagten eine viermonatige Gefängnisstrafe. Tas Urteil wird später bekanntgegeben werden. TaS englische Einfuhrverbot trifft, wie die„Äolnische Zeitung" vermerkt, die sc�veizerische Ausfuhrindustrie, namentlich die Stickerci-, Uhren-, Schokolade- und Seidenindustrien überaus schwer. Eine Ausfuhr im Umfange von 20V Millionen jährlich wird durch das Verbot betroffen. Drei englische Zuchthäuser voll Sozialisten. Unter dieser Ucber- fchrift teilt die Berner Taglvacht" mit, daß drei englische Zucht- Häuser, und gerade die allerschlimmsten, mit sozialistischen und antimilitaristischen Dienstverweigerern gefüllt seien. Indische kriegskavitalien. Die Regierung von Indien hat der britischen Regierung einen Beitrag von IM Millionen Pfund zu den allgemeine» AriegSkosten angevoien. Die britische Regierung hat dies Angebot mit Dan! angenommen. politische Uebersicht. Abgeordnetenhaus. Im Mittelpunkt der Beratung des Kapitels„Volköfchul- kvesen", die das Abgeordnetenhaus am Sonnabend beendete, stand die Frage der Einheitsschule. Während der der fort- schrittlichen Volkspartei angehörige Lehrer O t t o- Charlotten- bürg und unser Genosse Hirsch die Einheitlichkeit, Weltlich- keit und Unentgeltlichkeit des Schulwesens warm befür- warteten und gute Gründe dafür ins Feld führten, zog sich durch die Ausführungen des Abg. Marx vom Zentrum wie ein roter Faden der Gedanke, daß die Hauptsache die Kon- feMonalität sei und daß schon deshalb die Einheitsschule ab- gelehnt werden müsse. Ja, er bezeichnete die Beseitigung der konfessionellen Schulen direkt als nationales Unglück und meinte, daß das sozialdemokratische Schulideal sich über- Haupt nur nach Umsturz alles Bestehenden durchführen lasse. Einen vermittelnden Standpunkt suchte der Kultusminister einzunehmen, aber wer den tieferen Sinn seiner Worte zu er- kennen sich bemüht, der wird zu der Ansicht kommen, daß auch er im Grunde genommen der nationalen Einheits- schule ablehnend gegenübersteht. Für eine nationale Schul- einheit dagegen ist er zu haben, aber was er darunter der- sieht, darüber scheint er sich selbst noch nicht im klaren zu sein. Nur soviel ist sicher, daß auch er von bem konfessionellen Charakter der Volksschule nicht lassen will. Genosse Hirsch begnügte sich nicht damit, unter Polemik gegen die Anhänger der Konfessionsschulen die Forde- rung der Einheitsschule zu begründen» fondern er entwickelte auch in kurzen Zügen die gesamten Schulforderungen der Sozialdemokratie, wobei er besonders auch der Frage der Schulgesundheitspflege seine Aufmerksamkeit zuwandte. Ohne sich darüber zu täuschen, daß der Klassencharakter der Schule im Wesen des Klassenstaates wurzelt, zeigte er, daß trotzdem bei gutem Willen auch heute schon viel geschehen kamt, um ein geistig und körperlich gesundes Geschlecht heranzuziehen. Am Montag wird der Bergetat beraten. Bauernfängerei. Durch den Hinweis auf die Vergeltungsmaßnahmen zum Schutze der deutschen Kriegsgefangene» will die.Unabhängige Ralioiialkorrespondenz" die Attsinerlsamkeit der im Felde stehende» vrcußischen Staatsbürger von der Frage der Wahlreform ab- lenken. Das Organ des sattsam bekannten Dr. Fritz Stephan N e u m a n n schreibt: Wenn nach diesem Kriege, symbolisch gedacht, die deutsche Politik zu dem deutschen Feldgrauen bintritt und sogt:.Hier in der rechten Hand habe ich Dein Preußisches Wahlrecht von 22/87 von Hundert auf 88/74 von Hundert vermehrt und in der linken Hand, da habe ich das Zeugnis dafür, daß ich durchgesetzt habe. daß jede feindliche Ration auch einen wehrlosen deutschen Soldaten als Menswen zu achten gezwungen worden ist", so wird die Lnt- wort ohne weiteres klar sein. Diese Formulierung setzt wirklich ein geradezu beleidigen- de? Matz von politischer EinsichtSlosigteit bei un- seren Feldgrauen voraus. Vernünftigerweise werden diese antwoclen: „Vergeltungsmaßnahmen hin, Vergeltungsmaßnahmen her",— boten denn diese Vergeltungsmaßnahmen auch nur das g e r i n g st e Hindernis daiür, die preußische WahlrechtSreforin in Angriff zu nehmen I Und zwar nicht eine Wahlreform, die unser bisheriges Wahlrecht, dessen Werl Herr Reumann selbst nur auf den Bruchteil eines einzigen Prozents veranschlagt aufeinen etwas große- ren Bruchteil dieses Prozents erhöht, sondern eine Wahlreform, welche die unserer Leistung ollem entsprechende völlige staatSbürger- liche Gleichheit schafft!" ES ist wirklich mehr als gedanken- los. den Feldgrauen sagen zu wollen: Weil wir mit VergellungS- maßnahmen zu Eurem Schutz beschäftigt waren, hatten wir keine Zeit oder keine Möglichkeit, die Wahlreform zu machen. Vergebliche Verleugnungsversuche. Als die Presse die ersten Enthüllungen über die Ber- 'ckiwörung der Kanzlerstürzer bei Sldlon brachte, da suchten die alldeutschen Organe abzulniegeln, indem sie die ganze Konferenz als Werk völlig emflutz- und bedeutungsloser Per- sonen hinstellten. Nach der Anklagerede des Abgeordneten Haußmann am Freitag im Reichstag/ welche dre Hintermänner jenes lichtscheuen Treibens in vollem llrnsang der L-efsentlichkcit übergab, läßt sich diese Taktik nicht mehr auf- rechterhalten. So befolgt man denn das alte Rezept, von den meistkompromittierten Personen möglichst weit abzurücken und sie zu verleugnen, wie Petrus weiland den Herrn. Die „Berliner Neuesten Nachrichten", eins der vom alldeutschen Konsortium angekauften Organe, will den Grafen Hocns- broech gar nicht kennen. Er sei niemals„alldeutsch im Sinne irgendeiner Art von Parteizugehörigkeit" gewesen. Hierzu wird uns geschrieben:„Mag jein. daß selbst der Alldeutsche Verband Bedenken getragen habe» mag, eine solche politische Proteus-Natur als Mitglied aufzunehmen. Wiestehtesabermitsernen Mitverschworenen? Abg. Haußmann hat in seiner Reichstagsrede eine Reihe von?!amen genannt, deren Träger mit den: Grafen Hoensbroech zusammeir ein Schreiben an den General Lu d e n d o r f richten wollten, das den Zweck verfolgt, den Reichskanzler Herrn v. Bethmann Hollweg durch den Fcldmarschall zu ersetzen: um dieses Ziel zu erreichen, müßten zwischen beiden scharfe Gegensätze geschaffen werden. Von den sieben namentlich angeführten Männern gehören aber mindestens vier den leitenden Körperschaften des Alldeutschen Verbandes an. Geheimrat Kirdorf ist sogar Mitglied der Hauptleitung, der außer dem Vorsitzenden Rechtsanwalt Cloß nur noch Freiherr v. Gebsattel und Erz. Grabow angehören. Zwei andere Unterzeichner dieser Eingabe, Rechtsanwalt F r e i g a n g- Chemnitz und Rechtsanwalt P e z o I d t in Plauen, der Begründer des famosen„Verbandes zur raschen Niederwerfung Englands", sind Mitglieder des geschäfts- führenden Ausschusses des Alldeutschen Verbandes, und der vierte Unterzeichner. Geheimrat Körting-.Hannover, Mit- glred des erweiterten Vorstandes. Der Name eines fünften Unterzeichners ist in dem gestrigen Pressebericht mit Prof. Dr. Schmelz er-Hannover angegeben. Hier liegt wahr- scheinlich ein Irrtum bzw. Hörfehler vor, es dürfte Prof. Dr. Meitzer- Hannover gemeint sein, der Vorsitzende der dor- tigeu Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes. Das wären also schon fünf Unterzeichner dieser unglaublichen Eingabe, die hohe, züm Teil h ö ch st e E h r e n st e l l e n in der Or» ganisation des Alldeutschen Verbandes bekleiden. Von den noch übrigbleibenden beiden Unterzeichnern, von denen Fürst Otto zu Salm-Horstmar Mitglied der konservativen Fraktion des preußischen Herrenhauses ist, haben wir im Augenblick nicht feststellen können, ob und welche Stellen sie im Alldeutschen Verbände einnehmen: daß sie beide aber, ins- besondere A d m i r a l v. K n o r r, in innigsten Beziehungen zum Alldeutschen Verbände stehen, geht schon aus dem Inhalt seines Organs, der„Alldeutschen Blätter", und den amtlichen Sitzungsprotokollen hervor." Wir sind gespannt, ob angesichts dieser Tatsachen die Alldeutschen ihre Verlengnungstaktrk aufrechterhalten werden. Wer denkt bei dieser übrigens nicht an das Wort eines Dich- ters, der den Alldeutschen sonst gar nicht sympathisch ist, den sie aber in diesem Falle genau studiert zü haben scheinen, an Heinrich Heine, der die Verse schrieb: Blaniier mich nicht, mein schönes Kind, Und grüß' mich nicht Unter den Linden.... Tie Alldeutschen würden unter ganz leichter Veründe- rung des Lokalkolorits den Vers vielleicht umdichten, indem sie die Hoensbroech, Kirdorf, Knorr usw. anflehen: Blamier mich nicht, mein lieber Schatz Und grüß' mich nicht am Pariser Platz. Eine Buudcsratsverordnung zur Krankenversicherung. Der Bundesrat hat in einer Bekanntmachung vom l. März einige Vorschriften auS dem Gebiete der Krankenversicherung und der Kriegstvochenhilfe erlassen. Insbesondere können während des Krieg«? Teuerungszulagen an die der Dienstordnung unter- stehenden Angestellten der Kasse unter bestimmten Voraus- setznngen von den Vorständen der Kranlenkassen bewilligt werden. Ferner lvird der Grundsatz weiter durchgeführt, daß Versicherte wegen ihrer Teilnahme an Kriegs-, SaniiätS- und ähnlichen Diensten keinen Schaden in ihren Mitgliederrechte u gegen- über den Krankenkassen, insbesondere auch hinsichtlich der Warte- zeiten und deZ Ablaufs anderer für ihre Ansprüche wichtiger Zeit- abschnitte erleiden sollen. Endlich wird zugunsten der Mütter u n- ehelicher Kinder von Kapitulanten die Kriegs-� wo chenhilfe gewährt, wenn die Mutter als miuderbemiitaK anzusehen ist./ Der Reichsköhler./ Wie der„Reichs-Anzeiger" mitteilt, ist der Reichskommissar für die Kohlenverteilung bereits ernannt und amtiert feit 1. März in der Budapester Straße 6. Alle Eingaben wegen Kohlenbeschaffung sind an ihn zu richten. Ein Weistbnch über Gefaugeneubehaudluug. Dem Reichstag ist ein Weißbuch zugegangen, das eine Zusammenstellung der Vereinbarungen zwischen Deutschland und den feindlichen Staaten über die beiderseitigen Kriegs- und Zivilgefangenen enthält. Darin kann man nachlesen,»vie gut es den Gefangenen ginge, wenn diese Vereinbarungen auch gehalten würden._ Gegen de« Obstwucher. Die vom Achten Obstzüchtertag verlangten ungebeucrllchen Höchst- presse für Obst belämpst mit wuchtigen Ausführungen in der.Tag- lichcn Rundschau" Herr Oberpfarrer Schowalter. Nachdem er den vom Obstzüchtertag aufgestellten PreiStarif wiedergegeben hat, ruft cr entrüstet au«: TaS sollen E r z e u g« r höchstpresse sei»! Da gerade das Obst sehr dem Verderben ausgesetzt ist, müßte man dem Klein- Handel mindestens das Anderthalbfache, in vielen Fällen das Doppelte dieser Preise zugestehen. Wer kann denn dann überhaupt noch Obst lausen? DaS Boll besteht doch nicht auS lauter Kriegsgewinnlern I Mit treffendem Spott wendet sich Herr Schowalter, der selber praktische Erfahrungen im Obstbau besitzt, gegen das Argument, daß diese den Friedenspreis um t Proz. übersteigenden Höchstpreise als„Anreiz der Erzeugung" dienen sollten:'/ Man denke: in dieser Zeit brauchen die Leute.Anreize", um ihre Arbeit zu tun. um sich mit einem sehr ansehnlichen Ge- winn zufrieden zu geben! So lange dieses Wort und die Ge- sinnung, die aus ihm spricht, nicht als Landesverrat gestraft wird, wird es nicht bester... Wenn jemals das Bort vom.An- rerz der Erzeugung" schlecht verhüllte Habgier war, so ist daS im vorliegenden der Fall. Denn auch mir dem höchsten Anreiz kann nicht mehr Obst gewonnen werden als jetzt. Die Bäume, die daranshin gepflanzt wurden, würden im Kriege doch nicht mehr zum Tragen kommen, llnö die gepfbanzre» Bäume, die da sind.... tragen kein Pfund weniger, auch weim nicht„gereizt" wird. Oder will man sie abhacken � Dem ist wohl nichis hinzuzufügen. Ter Fuiitverkchr mit Amerika. In einer Antwort auf eine Anfrage de« Abg, Heckicher teilt der Staatssekretär des Auswärtigen mit, daß der Funkdienst der Trans- oceon G- m. b. H, von der amerikanischen Regierung bisher nicht behindert worden ist. Die hier verbliebenen amerikanischen Kor- rcspondenten berichten weiter, ebenso umgekehrt der Fnnk- dienst von W.T.B.„DaS Auswärtige Amt", heißt cS zum Schluß weiter, ist bestrebt, diese Dienste auszugestalten und zu vermehren," Biel wird aber damit jetzt nicht mehr auszurichten sein! Lesste Nachrichten. Von allen Fronten. B e r l i n, st. März. wissen. Der Hauptansschuß dcS Reichstages hat in seiner heutigen Sitzung den Etat des Reichskanzlers und der Reichskanzlei ge- �lehmigi. Fischzufuhr aus Skandinavien. Berlin, 3. März. Nach Aufhören der Froftperiode haben in Skandinavien öie Heringsfänge wisder eingesetzt: frische Heringe, Bücklinge und Marinaden lverdcn daher in nächster Zeit wieder dem Konsum zur Verfiigun-g gestellt werden können und durch die Fischorganisationvu den Kom- munen zugeleitet werden, Die Preise werden übertvacht und je nach den kommu- nalen Verhältnissen verschieden hoch sein. Im allgemeinen dürften sie im Kleinverkanf etwa betragen: Für frische Heringe O.W bis 1,10 M. das Pfund (etwa 13 bis 20 Pf. das Stück, je nach Größe). Für Bücklinge 1,00 M. das Pfund(etwa 25 bis 35 Pf. daS Stück, je nach Größe). Für kleine Bücklinge(Sprottbücklinge) 1,45 M. das Pfund. Für marinierte Heringe(Rollmöpse. Bismarck- heringe usw.) 2/20 bis 2,35 M.(etwa 30 bis 10 Pf. das Stück, je nach Größe). Wo höhere Preise genominen werden, wird man sich zweckmäßig bei einer Kommune beschweren oder die Preis- prüsungssielle anrufen._____ Kit französischen Sozialisten»nd Thomas Schiedsgerichts- ertaü. Paris, 3. März. Tie Blätter melden, daß das Direkttons- komitce der sozialistischen Partei mit zwölf gegen elf Stimmen den Erlaß des Ministers Thomas bezüglich des obligatorischen Schiedsg?ri6)tsperfahrcns bei Streiks in Fabriken für die Landesverteidigung guthieß. Die Minderheit, darunter L o n g u e t und M i st r a I, nahm scharf dagegen Stellung und erklärte, das Dekret sei ein un- gesetzlicher Eingriff in alle Grundsätze des öffentlichen Rechts. Die Miirderheit protestiert namens der Eonferance generale du lradail, die bekanntlich die �Mehrheit der französischen Gewerkschaften darstellt. Der Erlaß wird auf dem Ratio nalkongretz der Sozia- listenpartei, der nächsten Montag in Paris zusammentritt, ein- gehend erörtert werden. Bei-dieser Gelegenheit wird auch die Frage bezüglich der Wiederaufnahme von Beziehungcnmitdeutschen und ö st crreich-un garischen Sozialdemokraten einer eingehenden Erörterung unterzogen werden. Brhau für Wilson? Geus, den 3. März.(Telunion.) Stach einer Meldung des Pariser„New Kork Herald" hat Brhan erklärt, daß er, obwohl Pazisist, im Kriegsfälle der Regierung Wilsons seinen Einfluß zur Verfügung stellen Iverde. . Die Kohlenuot in Frankreich. Paris, 3. Ntärz, Wie„Petit Patisten" aus guter Quelle der- niuunt, dürste die Einführung der Kohlenkarte in ganz Frankreich bevorstehen. Die Kohleneinfuhr im Februar wicZ ein Defizit von 300000 bis 400 000 Tonnen gegen den Durchschnitt der drei vorhergehenden Monate auf. die ihrerseits bereits eine beträcht- liche Verrin<>crmig der Einfuhr erlitten hatten. Man kann in Frankreich augenblicklich auf nicht mehr als SVj Millionen Tonnen monatlich zählen, währeird der Bedarf 4 lA bis 5 Millionen beträgt. Durch die Ausschaltung einer gelvissen Zahl Züge hat der Ausfall um etwa t0 Proz. verringert werde» können. Der übrige Ausfall muh durch Einschränkungen gedeckt werden. Tarifbewegung der Giseuuzarbeiter Schwedens. Kopenhagen, 3. März.„Rotianaltidendc" melbrt ans Stockholm: Am Montag hcgwnt t» Schweden ein großer AuS- stand der Arlwiter in de» Estenerzbergwrrkcn, der ungefähr 25 000 Arbeiter umfassen wird. Die B r rh a nd l u ngr n zum Abschlusi eines neuen Arbeitsabkvmmcns sind g e- scheitert._ Eisengcld in Skaudiuavien. Kopenhagen, 3. März. Zwischen Dänemark, Schweden und Norwegen sind zur bestehende« Mllnzkonvention Abkommen ge- tröffe» worden, wonach die drei Länder in einiger Zeit eisernes Geld rinführr« werde«. Barläuffg werden niir Ein-»nd Zwei-Oerestückr geprägt, Gewerkschaftliches. Lohnbewegungen im Kriegsjohr 1915« Wenn die SerBanb�tarftänbe nach Ausbruch des Krieges be- schloffen, alle bestehenden Streiks abzubrechen und während der Dauer des Krieges Streiks nur in den notwendigsten Fällen zu unterstützen, so bedeutet das kein Verzicht auf den Kampf zur Ver- bdserung der Lohn- und Arbeitsverhottniffe. Ein solcher Verzicht würde den Grundsätzen der Gewerkschaften widerstreben. Die im Verlaufe des Krieges eingetretene ständige Steigerung der Audgabe für die Lebenshaltung mutzte die Gewerkschaften folgen richtig veranlasie«. eine entsprechende Erhöhung des Lohnes herbei- zufuhren. Die Generalkommifsion gibt soeben eine Darstellung über die im Jahre 1915 von den ihr angeschlossenen Zentmlver- twn ligCTt den Zeitverhältnissen m sofern Rechnung, als versucht wurde, das Ziel nach Möglichkeit auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Rur wenn alle Bemühungen vergeblich waren, mutzte die Arbeits- »erweigerung aligewendet werden. Infolgedessen ist die Zahl der Kämpfe nur gering. Ihre Gesamtzahl beträgt 66 mir 2221 daran beteiligten Personen, darunter 681 weibliche. Bon diesen Kämpfen waren 86 Angriffs- und 30 AbwehrftreikS. Autzerdem fanden sechs Aussperrungen statt. An der Durchführung dieser Kämpfe waren 11 Verbände beteiligt. Tie Arbeitseinstellungen waren meist nur van kurzer Dauer. In einigen Fällen rechneten fis nur nach Stunden. Die amtliche Statistik berichtet über 137 Streiks mit 11 639 und über i Aussperrungen mit 1227 Beteiligten. Ein Vergleich dieser Statrstik mit der gewerkschaftlichen ist jedoch nicht angaugig, da es sich bei den amtlichen Feststellungen vielfach um Arbeitseinstellungen handelt, die nicht von einer gewerkschaftlichen Organisation herbei- geführt refp. geleiret nmrdeu. Die Zahl dieser Konflikte ist im Berichtsjahre sicher höher gewesen, als sie die amtlich« und geWerk-- schafilirhe Statistik auSwerst.— Lahnhewegungen ohne Arbeitseinstellungen wurden kwu 28 Verbänden geführt. Ihre Gesamtzahl betrug 3683, sie um- fatzien 81.6216 Personen~ 99,7 Proz. der gesamten an den Arbeits- knnilikten beteiligt gewesenen Personen. Bon den friedlich der- Igufenen Bewegungen waren 3171 urit 801 561 Beteiligten An- gri sfs-- und 512 mit 14 682 Beteiligten Abwchrbewegungen. Von den gesamten 3749 BewW»»! I�»»I»» Kartoffelnot unö freier Handel. Von£ t-t o V r nun. Tie Versorgung der Bevölkerung niit Kartoffeln ist zur- zeit so mangelhaft, wie nie zuvor seit Ausbruch des Krieges. Worauf das zurückzuführen ist, darüber gehen die Ansichten naturgemäß weit auseinander. Die Regierung erklärt, ihre Maßnahmen zur Regelung der Kartofselversorgung seien gut- gewesen, ihr Versagen sei lediglich durch den überaus schlechten Ernteertrag verschuldet. Wir haben hier bereits mehrfach dargelegt, daß die schlechte Ernte allein die zurzeit herrschende Kartoffclnot nickt entschuldigt, daß insbesondere das K r i e gs c r n ä h r u n g s- o m t, nachdem der geringe Ernteertrag offenbar geworden war, nickt die durchgreifenden Maßnahmen durchführte, die notwendig waren, um die Kartoffeln der Verfütterüng zu entziehen und für die menschliche Ernährung sicherzustellen. Die Kartoffel erzeuger wie auch die H ä n d l e r, die ein großes Interesse daran haben, in der Verwertung ihres Produktes wie im Vertrieb der Kartossel als Handels- objekt möglichst unbeschränkt schalten und walten zu können, machen vornehmlich die behördlichen Maßnahmen. Hockst- preise, Beschlagnahme und Verteilung, kurz die öffentlich- rechtliche Betvirtschaftung der Kartoffeln für die unzureichende Kartofselversorgung verantwortlich,«sie fordern daher, mög- lichst alle Beschränkungen aufzuheben und den Handel wieder in feine Rechte einzusehen. Die Notwendigkeit dieses neuen Experiments auf dem an Erperimcntcn so reichen Gebiet der Kartofselversorgung nach- zpwei'en, versucht der Syndikus des deutschen Kartoffel- Großhändlerrerbandes Dr. Arno Schado in einer Schrift: „Dos Kartoffelproblem", die kürzlich erschienen ist. Was dieser Anwalt des Kartoffelbandels Wer das Versagen der seitherigen Regelung auf dem Kartofselmorkt in seiner Schritt darlegt, ist zumeist zutreftend und überzeugend, weniger überzeugend ist es ober, wenn er meint, durch eine freie Betätigung der Kartotsclhä Udler hätte die Kartoffel- Versorgung nicht versagt. Die Händler mit. ihrer Sachkunde und mit ihren vielgestaltigen Beziehungen würden durch Ueberrodung von den Erzeugern mehr Kartoffeln, die rich- tigen Sorten und zur rechten Zeit herausholen. Der Herr Syndikus icheint da-nur einen sehr wichtigen ltmstand zu übersehen, nämlich den, daß der Kartoffelhasidel diesen Erfolg nur erzielen kann, wenn die Hauptvoraus- letzung für den freien Handel, die freie Preisgestal- tung. gegeben ist. Die größte Zungenfertigkeit des Kar- tostelhändlers und alle alten fremrdnachbarlichen Beziehungen Zu den Kartoffelerzeugern werden diese nicht veranlassen, die Kartoffeln zu einem Preise abzugeben, der den Friedenspreis um das Doppelte Wersteigt, wenn sie sich durch Lerfütterung oder fonstkge Verwertung der Kartoffeln den drei- und vier- facken Gewinn sichern können. Nur wenn der.Händler höhere Preise bieten und damit im Weiterverkauf d i e K onsumenten belaste n kamt, dann würde es ihm ge- tmfwr, in« den imt« normaten Perhattnisfew' erfolgreichen Handelsvraktikcn den gewüiffchten Enolg zu erzielen. Diese freie Preisgestaltung kann aber auf dem Kartosfelmarkt nicht zugelassen werden, sollen sich bei der Versorgung der Bevölkerung mit diesem iür die Volksernährung so ungemein wichtigen Lebensmittel nicht die gleichen skandalvien Verhältnisse her- ausbilden, wie sie der freie Handel mit Gänsen und sonstigen freigelassenen Lebensmitteln gezeitigt hat. Das leuchtet Wohl auch dem Verfasser ein, weshalb er in seiner Schrift einen Vorschlag für die zukünftige Regelung der Kartoffelversorauna macht, der eine freie Betätigung des Kartoffelhandels mit zeitweiser behördlicher Preisbeschränkung und geregelter Verteilung an die Verbraucher vorsieht. Unter saj Oer polizeimeifter. Ei n russischer Polizeiroman von Gabryrla Aopolska. . xvn. ytatloioiü in ütx fcnjc,— Wanlos Ahnungen und d« Alp dej LandeA.— Die Abreise.— Herr. Nontipill,. der AuiSbesitzcr au? Litauen.— seine kSrimdsätze. Als Klitzki in die Kanzlei kam, saß Markowski am Schreibtisch und tat. als wäre er sehr beschäftigt. Mit jenem doppellen Blick, der speziell dem russischen Polizisten eigen ist, hatte er den Eintretenden sehr wohl bemerkt. Die Luft war am Tage in der Kanzlei noch unerträg- licher. Kiitzkt konnre kaum atmen. Markowski empfand in seiner ohnmächtigen Wut gegen Tagcjew eine große Schaden» ftcude Älitzki gegenWer � Endlich riß Klitzkis Geduld. Er näherte sich dem Schreib- tisch und sagte ganz' laut: „Verzeihen Sie, soll ich noch lange warten?" Markowski erhob den Kopf und sah Älitzki mit'er- hcucheller Zerstreutheit an. „Ach, Sie sind es!" sagte er, in seinen Papieren blätternd. „Warten Sic einen Augenblick!" „Verzeihen Sie gütigst, aber in dieser Lnst kann man ohnmäckng werden." „Was soll man dagegen tun? Es kommen die der- fchiedcnsten Menschen her. Das ist hier nicht wie im Boudoir einer Balletteuse. ES muß eben ertragen werden!" „Was will die Polizei von mir?" „Das ist eine andere Sache, bitte nehmen Sie Platz!" Er sschob KlHki einen Stuhl hin, nahm eine Feder zur Hand und begann leise' mit der Miene eines Unter- luchungsrichters: „Gedenken Sie noch lange hier zu bleiben?' „Hier in der Kanzlei?" „Ö, mein Gott, hier in unserer Stadt und überhaupt i n Rußland?" „Sie meinen in lliussisch-Polen?" „Meinetwegen!" Jetzt begann Klitzki ironisch zu lächeln. „Ich bleibe so lange, wie es mir paßt." Nach turzem Schweigen, währenddessen Markowski mit - Feder spielte, tagte er: „Gewiß! Aber wenn wir Sie darauf airsmerktam machen. saß es für Ihre Sicherheit bos'jer ist. wenn Sie so schnell wie möglich abreisen?" Wiesein„freieren System" soll der Verkehr in Frühkartoffeln bis 1. September völlig frei bleiben, von da ab soll für das | Herbst- und Frühjahrskartosfelgeschäft die von den Land- 1 Wirten zu liefernde Menge, die Verbrauckerration sowie der Produzenten- und Verbraucherpreis festgesetzt werden. Von Mai bis Juli soll dann wieder der s r e i e H a n d e l u n b e- s cht ä nkt walten, und zwar ohne jede Preisbeschränkung. „Es würde dann Sache der„Spekulation" sein," meint Herr Schade,„Preise und Msngen genau bis zur neuen Ernte auszugleichen." Man könne dann mit Sicherheit rechnen, daß die Preise nicht höher sein würden als die bis zum 30. April geltenden. Uns scheint, daß nach den Erfahrungen, die bisher auf dem Lebensmittelmarkt gemacht Wurden, Mit Sicherheit darauf zu rechnen wäre, daß das Gegenteil von dem eintreten würde, was der Syndikus der Großhändler, in dein Bestreben. diese Wieder ins Geschäft zu bringen, in Aussicht stellt. Höchst- preise ohne Beschlagnahme und öffentliche Bewirtschastyng treiben die Waren vom Markt und freier Handel ohtie be- hördliche Preis- und Verbrarrchsregelung führt zu uner- träylichcu Preistreibereien. Das sind die Erfahrungen, die uns die seitherige Kriegs- .Wirtschaft. zur Genüge gelehrt bat. Es wäre demnach gerade- zu verhängnisvoll, wollte man im Gewinninteresse der Händ- ler und Erzeuger wieder einen Versuch mtt dem freien Handel aui dem Kartoffelmarkts machen. So schlimm die Verhält- tvisse in der Kartofselversorgung zurzeit auch sind, dann würden sie sicher noch schlimmer werden. Ueber dem Geschäftsinteresse des Kartoffel großhöndlers steht die Volksernährung, und diese heischt nach den bitteren Ersahriingen' in der Vergangenheit eine durchgreifendere öffentliche Bewirtschaftung der Kartossel, wie aller anderen für- die Ernährimg unseres Volkes wichtigen Nahrnngs- mittel. Aus Ser Partei. Nochmals das psychologische Rätsel. Die gestern von uns zitierte Stelle aus dem.Lichtstroblen"- ortikel Mehring? war durch einen Druckfehler entstellt, wir geben sie daher nochmals wieder: V Wenn wir Ä r b e i t e r s ch u tz g e s e tz e schassen oder schassen Helsen, so schwächen wir nicht, sondern st ä r k e n d e n Ä a p i t a- lismus und entfernen um s v o n unsere m«igen t- lichen Ziele, dem Gemeineigentum; wenn wir gegen die Soldaienm iß Handlungen ankämpfen, so schwächen wir nicht, sondern stärkeu den Militarismus und entfernen uns von un.serem eigentlichen Ziele, der Miliz. Wir erhielten dazu auch einen B r i e s M eh r i n g S, in dein dieser die Richtigkeit des Zitat! bestätigt.' das jedoch aus dem Zusammen- hang geristen sei, und in dem er weiter versichert, daß er keines- wegs ein Freund von Solvaicnmitzhandlnngcn und ein Gegner von Lrbeiierschutzgesetzeil wäre. DaS halten wir. auch nicht-behauptet. Sondern wir hatten behaupiet. daß Wchriyg da? von Genossen Mylau wiedergegeben? Zitat für �siimtdsK Zeug" eikläfte. tzas er nie geschrieben habe und daß er es doch geschrieben hat. Da? gibt Mehring jetzt zu. Im übrigen wird der Sinn des vorstehenden Zitats durch die nachfolgenden Sätze, die Mehring als den angeblich notwendigen Zusammenhang wiedergibt, nicht im mindesten verändert, wovon sich unsere Leser selbst überzeugen mögen. Mehring zitiert die betreffende Stelle seines Artikels weiter: Trcitschke erzählt in einer. seiner Schriften, ein höherer Offizier habe ihm gesagt, weil eine Anzahl sozialdemokratischer Schreier im Reichstage säßen, die jeden Mißstand mit ungeheurem Lärm an die große Glocke hingen, so strenge sich die Heeres- verwaliung an, alles zu vermeiden, was«ine sozialdemokratische Kritik hervorrufen konnte, und das Herr käme dadurch in' eine sehr gute Verfassung. Sieht man von der geschmacklosen Fotm ob. so enthalten diese Sätze eine unbestreitbare Wahrheit; eS „Für meine Sicherheit?" „Ja!... Sie halten sich hier ohne einen bestimmten Zweck auf.. Aber die Polizei, die über die Ordnung in der Stadt wacht, darf nicht leiden, daß- fremd? Leute whne feste Stellung sich hier aufhalten." Klitzkr schüttelte ironisch den Kopf. „O, welche musterhafte Ordnung! Welche polizeiliche Fürsorge!" sagte er,„wirklich erbaulich!" Markowski runzelte die Stirn: „Ordnung muß fein!" sagte er hart,„deshalb bitten wir Sic, die Grenze des russischen Landes so schnell wie möglich zu verlassen." Klitzki hätte den Wachtmeister noch gern ein wenig go- reizt. Aber er dachte an Horskis Warnung und' an die traurige Janka und sagte nur: „Mein Herr! Ich hatte ohnehin die Absicht, heute zu reisen, und ich reise. Doch tue ich es, weil. es mir so be- liebt, und nicht, weil ihr es wünscht. Was hättet.ihr mir getan, wenn ich länger hier bleiben wollte?" Markowski erhob sich. Er kochte vor Wut, daß er mit Klitzki mitreisen und seine Juzia Tagejcw überlassen mußte. Jedoch beherrscht� er sich und entgegnete kalt: „Wir hätten schon ein Mittel für Sie gesunden I* „Ich zweifle sehr!" entgegnete Klitzki.„Wir haben ja.. einen Konsul uW eine Regierung.".. Nichts vermag den Ausdruck des Lächelns wiedor- zugeben, das Markowskis Mund nach dieser Aeuß'erung umspielte. Klitzki derneigte sich und verließ mit schnellen Schritten die Kanzlei, erfreut, daß er die Polizei und vor allem Tagejew� um den Spaß des erhofften Skandals gebracht hatte. Sie hatten nämlich darauf gerechnet, daß Klitzki sich wehren würde und daß sie ihn mit der Knute hätten schrecken müssen. Im Hotel packte er schnell seine Sachen. Er klingelte und verlangte die Rechnung. Als der Hausdiener sein Zimmer verließ, trol jener„Gutsbesitzer" aus der Tür seines Zimmers und verlangte ebenfalls die Rechnung. Fcinbube war sehr bettübt, daß die beiden noblen Herren schon abreisten. „Jetzt bleibt nur das Lumpenpack!" sagte er und dachte an den verpfändeten Ofstzier, der heute Nacht einen Schuß abgegeben hatte, um die brennende Kerze auszulöschen und dabei de« Spiegel durchbohrt hatte. Rarkowsü bestieg unauffällig das Kupee. Klitzki, der- am liegt am unveräußerlichen Wesen des bürgerlichen Parlamentaris- muS. daß er gerade da, wo er so funknoniert wie er vernünfliger- weife sunkiionieren soll, dazu führen muß, die bürgerliche Gesell- schaff zu stärken. Unser Interesse an der Angelegenheit ist damit erschöpft. Wie denken die Genoffen im Felde? Unser BreSlauer Parteiorgan, die„Volkswachl", die mtt Entschiedenheit fest Kriegs- beginn den Slaudpuntt der fazialdenrolratischen AeichstagSfraktion vertritt, kann die erfreuliche Mitleilung machen, daß sie am 8. März den Stand von fünftausend Abonnenten i m F e l d e er- reicht bat. Auch in der Heimat, in Breslau selber, hat sie einen stetigen monatlichen Zuwaws von LA) bis 300 Abonnenten zu verzeichnen. Ebenso gewann die BreSlauer Parleiorgamsalion ohne jede Agitation im Februar eine erfreuliche Anzahl von neuen Mit- gliedern. Mus Gross-öerlin. Wermuth gegen das Kriegswuchcramt. Ter Berliner Magistrat hat, wie wir Höven, � unten 2. d. MtS. eins vom Oberbürgermeister Wermutb gezeichnete Ein- gäbe an den Minister des Innern gerichtet, worin er zw den LebenSinijtel-Razzia's, die gegenwärtig aus Berliner Bahnhöfen abgehalten werden, bzw. zu den Ettlärutigen des Äriegs- ioirchermnis in dieser Angelegerchcit Stellung nimmt. Die Eingabe weist zunächst daraus hin, daß die Hauptursache des.Schleichh-indels und. Preiswuchers, an dem übrigens nicht etwa die städtischen Kreise allein oder in besonders hohem Maße berciligt seien, in der marWS- haffen Orgartisation erblickt weichen müsse, die nicht imstande sei, die auf dem Lande zur Verfügung stehenden LebezisnriÄelntengen den Städten zuzunrhren. Um dieftn Mängeln Snigermaßen ich» zuhelstn, fei der legitime Handel ungurbehrlich.„Wir sind abe x," heißt es wörtlich„von V c r schiede wen Seit e« darauf a ü s rn? r k s a m gemacht worden, daß der anständige Handel es äbl.ehuen wird, sich den Peinlichkeiten auszusetzen, welche vre. in den Ztzi.tu ngen so anschaulich geschilderte« Polizei- maß n ahmen mit sich bringen, und wir halten uns für verpflichtet. Euer Exzellenz auf die schweren Nachfeile hinzuweisen, die mit einer Unterbindung und einem Absterben des legitimen Einfuhrhandels für Groß-Berlin notwendig verbunden wären. Mit nicht geringer Besorgnis erfülleu uns die Hinweise in der Presse daraus, daß in Zukunft nicht nur der Handel, sondern auch die einzelnen Angehörigen unserer großstädtisch en Bevölkerung aus den' Bahnhöfen, einer eingehenden polizeilichen Kontrolle daraufhin unterzogen werden sollen, ob sie Leliensmitel einführen." Tie Eingabe betont dann, daß die Kontrolle der Einhaltung der Ausfuhr- Bestimmungen den j e n i g e n K o m m u n al.v c rbänd e n überlassen bleiben müsse, aus denen die Waren ausgeführt worden.sind, und weist daraus bin, daß so g e w a l t i ge- S i e d lu n g sk o m p l ex e, wie dos Gebiet G roß-Ber lin s, erheblich u n g ü n st i g e r g e st e l l t sind a l s M i t t e I- o d e r Kl e i n st ä d t e, in denen den Bürgern in umiangretchsm Maße' Gelegenheit geboten ist, in Gärten. Vorstädten und auf dem Lande Lebensmittel zu ziehen und ßu erwerben.„Den persönlichen Beziehungen zwischen den Ein- wohneru Berlins und dem umliegenden platten Lande einen Riegel vorzuschieben, halten wir deshalb nicht nur für sehr bc den-k- lieft, sondern vor allem auch für,.u.nltill i g. Hsuz» dsie dö N�S'nPhli�- organen für erforderlich gehaltene Kontrolle nach den Pressemeldungen ausgeübt wird, für die Betroffenen und die Gesamtbcvölkerung estvas Verletzendes in sich birgt und. so gut die Absicht der polizeilichen Exekutivorgane sein mag, eine nicht unberechtigte Mißstimmung in der Bevölkerung zu erzeugen geeignet ist." Zum Schluß betont die Eingabe die Nottoendigteil, alles zu vermeidcu, was die orduungsgetnätzc Versorgung der Be- völkeruna mit Sdahrunasnisttel-n bedrohe, und andererseits auch von solchen Matznahmen abzusehen, die von der hauptstädtischen Bevölkerung als Zurücksetzung gegenüber dem Lande aufgefaßt werden müßte,_ Aus dem neue« Berliner Haushaltpla«. Den Mitteilungen SeS Magistrats entnehmen wir folgende Ziffern: Als Z u f ch l ä g e sollen erhoben werden 160 Proz,(wie Schalter seine Fahrkarte löste, hatte ihn gar nicht bemerkt. Dagegen bemühte sich der„Gutsbesitzer aus Litauen" speziell um einen Platz in demselben Abteil, in dem Klitzki fahren würde. Er hatte die Fahrkarte bereits gelöst, stand auf dem Perron" und blickte nach dem Schalter zurück. Klitzki erschien endlich uiid sprang in das ersre beste KiUwc. Ihm-folgte der Gutsbesitzer. Gleichzeitig tauchte in einem Fenster des Neben» Waggons Markowskis Kopf auf. Der Lokomottdenpfiff er- tönte und der Zug setzte sich unter Kcttengeraffcl in Bc- weguna.- 7 Älitzki betrat ein ganz leereS Kupee zweiter Klasse. Er 'öffnete das Fenster und nahm einen Eckplatz ein. Ihm war rcchr' schwer zumute. Als er vorhin in der Droschke über den Marktplatz fuhr, hatte er Janka im Fenster bemerkt. Sic war bleich und schien verändert. Kein Lächeln erhellte ihr Gesichtchcn, als sie ihm zum Abschied zunickte. „Es ist etwas Seltsames um die Ähnungen der Frauen!" dachte Klitzki unwillkürlich. Ein schwerer Alp schien üben diesem ganz verlassenen uW hoffnungslosen Lande zu liegen. Während er sich'diesen trüben Gedanken hingab, bettat plötzlich jemand sein Adteil und setzte sich ihm gegenüber. Klitzki erkannte sofort den„Gutsbesitzer aus Litauen". „Sie reisen auch schon ob?" fragte ihn der Fremde in sehr höflichem Tone." Er sprach die polnischen Worte mir einem leichten Anflug von fremdartigem Akzent und in singendem Tone. „Ja!" erwidcrie Klitzki. „Ich lväre beinahe nicht mitgekommen", versetzte wieder der Litaue,„im letzten Augenblick hatte ich Unannehmlichkeiten wegen des Passes. Ich hätte meine Abreise der Polizei früher« melden müssen." „Ach", erwiderte 5tlitzki mit ironischem Lächeln,„mit der hiesigen Polizei wird man leicht fertig. Man schiebt ihr etwas in die Hand und die Sache ist erledigt." Der Litaue kniff dw Augen zusammen. „WaS Sie sagen! Haben Sie es versucht! Und hat man. es■ genommen?" Klitzki war froh, die Wut zu entladen, die in ihm seit dem Morgen kochte, und so erwiderte er ohne zu überlegen: „Natürlich! Ich habe dem Kerl, der mir seit dem Morgen auf Schritt und Dritt, nachkroch, einen Rubel gegeben." „Und hat er ihn genommen?" „Mii allen zehn Fingern!" Der. Litaue schüttelte den Kopfl Gurts, folau itn SorMre). 17i Proz>(176 Pro�) der staailichberanlasietl Grunb< und Kebäudesteuer, die in Form der Grundwertsteuer mit 3,10 N. von, Tausend(tote im Vorjahre) deS gemeinen ZS-rtS der steuer- Pflichtigen Grundstücke erhoben wird. Einnahmen(nach Ab�ug der Ausgaben) werden erwartet: 1. Aus Grundeigentum und Berechtigungen SSösllO(im Vorjahr 7 190) M.. 2. bei den städtischen Werken 4 482 480eputation machen mußte, weil der Schüler nicht im Bezirk einer für seine Schule zustandigen Kam- Mission wohnte. Inzwischen schwänzte der Junge weiter, ohne daß etwas gegen ihn getan wurde, und der Rektor schrieb dann am 20. Januar die zweite Anzeige, am 27. Januar die dritte, am 3. Februar die vierte, am 10. Februar die fünftel Endlich am 14. Fevruar erhielt er die erste und zugleich die zweite Anzeige zurück: der Schulkominissionsvorsteher hatte beide am 30. Januar ausgegeben, und das betreffenden SchuliommifsionSmi tglied hotte am 7. Februar die Ermittelung vorgenommen...Fast fünf Wochen hatte der Junge also," klagt der Rektor,„schwänzen können, bis den Leuten jemand ins Haus rückte. Tie Aus- nrnft. die ich erhielt, war die bei Schwänzeranzeigen übliche: Die Mutter sagt, sie schicke den Jungen jeden Morgen zur Schule; Vermahnirng der Mutter usw. Ergebnis: der Junge schwänzt weiter!" Wahrscheinlich erklärt sich diese denn doch ungewöhnliche Lang- samkeit der Erledigung aus besonderen Ulnständen. Aber auch bei regelrechtem Verlauf dauert das in Berlin übliche Verfahren un- erwünscht lange, weil sich zwischen Schule und Familie die Schul- kam Mission schiebt. Wenn die Verfolgung der Schulschwänzcr durch die Schule selber desorgt werden könnte, so wäre das ein Ge- Win». Die Grohstadtverhältnisse erschweren das, aber so ganz passiv hätte in dem geschilderten Fall mich der Rektor nicht zu bleiben brauchen. Die Gewissenhaftigkeit, mir der er eine A n- zeige nach der anderen schrieb und der Dinge harrte, die da kommen ivürden, wirkt eigentlich beinahe komisch. Niemand hindert ihn oder den betreffenden Klassenlehrer, bei hartnäckiger Schwänzerei eines Jungen und el»enso hartnäckigem Schweigen der um Abhilfe gebeiencn Schulverwaltung, einmal selber nach dem R-chten zu schauen und selber dem Jungen„ins Haus zu rücke n." Als in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Berlin die Schulkommisjionen geschaffen wurden, Heine man, dah fortan lein Kind mehr sich dein Schulbesuch längere Zeit unbemerkt würde entziehen können. Daß noch im Jahre 1917 die hier wiedergegebene Geschichte möglich sein würde, hätten die Berliner von Anno dazumal sich gewiß nicht träumen lasien. Berliner Lebensnuttelnachrichten. Voll» nächsten Montag ab kommt die Fleischzulage von 100 Gramm in Wegfall, sodaß nur 260 Gramm Fleisch pro Kopf zur Verteilung gelangen. Außer drei Pfund Kartoffeln werden wieder vier Pfund Kohlrüben verteilt. Kartoffelkarteninhaber, die diese drei Pfund Kartoffeln nicht erholten können, sind berechtigt, vom Freitag, den 9. bis Sonntag, den 11. März, auf jeden der sechs blau schraffierten Kartoffelabschnilie 100 Gramm Gebäck bei Berliner Bäckern zu entnehmen. Der SD?ehlab!chnitt der Brotkarte berechtigt auch in der kommenden Woche nur zur Entnahme von je 200 Gramm Gebäck. Aus Abschnitt 39 der Lebeusmiitelkarte entfällt je ein Pfund KriegSmuS. Der Abschnitt ist nur in den durch ein Aushänge- schild mit grüner Schrift auf gelbem Grunde gekennzeichnete» Ge- schäften gegen Empfangsbescheinigung abzuliefern und zwar mir am 5., 6. und 7. März. Die Versorgung der S p e i s e w i r t s ch a f t e n mit Mehl zu Kochzwecken wird vom nächsten Montag ab so geregelt, daß diese Betriebe Mehl auf Quittungen nicht wehr beziehen dürfen. Die Zuteilung erfolgt auf Grund der abgelieferten Fleischkartenobschnitte durch die zuständigen Obmänner der Lebensmiltellommissionen für das Gastwirtsgewerbe. Ladengeschäfts dürfen also in Zukunft Mehl auf Ouittungen an die genannten Betriebe nicht mehr abgeben. Das neueste Kriegsbrot. Di« tieugeregelten Backvorschriften für Groß-Berlin werden in den nächsten Tagen wieder eine Aenderung erfahren. Das Direktorium der ReichSgetreideftelle hat nämlich festgsfetzt, daß vom 1. März ab Roggen und Weizen mindestens bis zu 94 Proz. auszumahlen sind. Diese Festsetzung gilt für alles Brotgetreide, das die Reichsgetreidestelle oder ein selbstwirtschaftender Kommunal- verband den Mühlen zum AuSinahlen übergibt. Für die Herstellung von Brot aus Mehl, das zum Mindestsatz von 94 Proz. ausge- mahleu ist, ist der Zusatz besonderer Gtreckungömittel nicht er- forderlich. Solche StreckungSmittel werden daher von der Reichsgetreidestelle nicht mehr überwiesen, sobald und soweit die Komniunolverbände mit hoch ausgemahlenem Mehl versorgt werden. Damit aber die Kommunalvetbände durch den Wegfall der StreckungSmittel nicht genötigt werden, die Brotrationen herabzusetzen, wird thnen aus Antrag von dem 94 proz. Mehl über die zurzeit geltende Tageskopfmenge von 200 Gramm hinaus eine wettere Menge bis zu 10 Proz. des Bedarfsanteils ihrer verforgungS- berechtigten Bevölkerung überwiesen. Für Grotz-Berlitt liefert die Reichsgetreidestelle bereits vom 16. März ab nur noch Mehl, das zu 94 Proz. auSgemahlsn pt. Anstatt des 84 proz. Mehls können Kommunalverbände, deren Bevölkerung an den Genuß von Schrotbrot gewöhnt ist, Backschrot erhalten. Auch die Herstelluug des Weizenauszugsmehl» «wird soweit eingeschränkt, daß nur noch kleine Mengen, die zur Er- nährung von Kranken notwendig sind, geliefert werde». Unzufriedenheit mit der Post. Seitdem die letzte Briefkastenleerung auf 10 Uhr abend» und die erste auf gegen ll.ß Uhr morgens festgesetzt worden ist. mehren sich die Klagen über verzögerte Zustellung der Postsendungen. Dte'e brauchen von ihrem Einwurf' in den Brieskasten bis zu ihrer Be- stellung im allgemeinen 6—8 Siundeii: es ist aber keine Seltenheit, daß sie erst nach 10—12 Stunden bestellt werden. Auch mit der Rohrpost hapert es; die Annahm«, daß eine Rohrpostsendung in etwa einer Stunde bestellt ist. hat»nan sich schon längst ab- gewöhnen müssen, meist dauert es 3—4 Stunden, ja sogar noch länger, ehe sie ihr Ziel erdeichl. Die Berliner sind durch die Post» Verwaltung wahrhaftig niemals verwöhnt worden, die heutigen Zu- stände überschreiten aber das Maß de» Erträglicben. ielv,t bet weitestgehender Berücksichtigung aller gegenwärtigen Gchwiengkeiien. Wrldfpfiichr zu« Hilfsdienst. Meldepflichtig find die zwischen dem 20, Juni 1857 und dem 1. Januar 1870 geborenen, nicht mehr kanbsiurmpflichttgen Männer. Von der Meldepflicht befreit sind jedoch alle Perionen, die mindestens feit dein 1. März 1817 im Hauptberuf tätig sind: im Reichs-, Staats-, Gemeinde- oder Kirchendiensie, in der öffentlichen Arbeiter- und Angestelltenversicherung; als Aeczte. Zahnärzte, Tierärzte oder Plpoiheier; in der Land- oder Forstwirtschaft; in der See- oder Binnenfischerei; in der See- oder Binnenschiffahrt; im Eisenbahn- betrieb einschließlich deS Betriebs der Klein- und Straßenbahnen; auf Werften; in Berg- oder Hüftcnbetriebcn; in der Pulver-, Sprengstoff-, Munilions- oder Waffensabrikation; in einzelnen kriegs- wichtigen Betrieben, die von den Kriegsamtsstellen für ihre Bezirke bezeichnet werden. Die Meldung geschieh: mündlich oder schriftlich. durch Ausfüllung vorgeschriebener Meldekarten. Der Zeitpunkt der Meldungen, die Stellen, an die sie zu richten, und die Stellen, von denen die Meldekarten zu erhallen sind, werden in den öffentlichen Aufforderungen der Ortsbehörden zur Meldung bekannt gemacht. Angenehme Schwestern. Gegen den Mißbrauch, der mit so- genannten„Schwesternhernten" vielfach geirieben wird, machen jetzt die Aerzle energisch Front. In einem ärztlichen Fachorgan werden einige besonders krasse Fälle berichtet. Ein Kindermädchen, das wegen gröblicher Vernachlässigung der ihm anvertrauten Kinder iosort ent- lassen werden mutzte, tauchte kurze Zeit danach als.Schwester" auf und sammelte für ihr.Heim". Eine schwer leidende alte Frau war von einer aus einem Schwesternhcim gesandten Schwester bestohlcn worden. Die Polizei stellte fest, daß die Schwester schon siebenmal wegen Diebstahls schwer bestraft war. Trotz ibreS Schadens mußte die Frau noch die Rechnung des Schwestcrnheims bezahlen,, weil das Heim keine.zivil- rechtliche Haftung" für die von ihm ausgeschickten Schwestern über- nimmt I I« Zoologischen Garten ist wieder eine Zwergantilope geboren, nur so groß wie ein Schoßbündchen, aber doch mit Hörnern und Hufen ausgestattet, wie die großen Verwandten. Im Vorräume des Antilopenhauses wird dieses winzigste unter ollem afrikanischen Wild auf tischartigem Laufplatz mit entsprechendem Zwergenhäuswen gezüchtet, weshalb der Berliner Bolkswitz die zierlichen Insassen „dte Tierchen auf dem Billard" genannt bat. Da» Junge ist natürlich für ein Huftier der Inbegriff aller Kleinheit und Niedlichkeit, und doch muß man sich wundern, wie groß eS im Verhältnis zu den Eltern ist. Am heutigen Sonntag beträgt der Eintrittspreis zum Zoo und zum Aauarium während des ganzen Tages nur 25 Pf. für Erwachsene und Kinder. Von 4 Uhr nachmittags findet Konzert statt. Zirkus Busch, Die SonntagSvorstellungen weisen mit dem Märzbeginn ein um mehrere Vorführungen bereicherleS Programm auf. In der Nachmittagsvorstellung wird die Märchenpantomime „Die Geierprinzesstn" gegeben. Jedet; Erwachsene darf ein Kind frei ein'übren und weitere Kinder zahlen nur halbe Preise.— In der Abendvorstellung sieht man die Wasierpontomime.Die der- sunkene Stadt" mit einem Riesenwasserfall, bewegten Wellen, Najaden usw. ZirkuS Schumann. Das neue Märzprogramm bietet Neuhettet, auf allen Gebieten. Die Pantomime„Die Seerätiber" bleibt noch rnts dem Spielplan; sie geht am henttgen Sonntag in beiden Vorstellungen in Szene. Der„Gruß vom Sohn". Ein Schwindler, der viel« Aitgebortge von vermißten Kriegern betrogen hat. wurde am Freitag verhaftet, LS ist ein 26 Jahre alter Melker Erich Eberhardt, der schon länger sein Unwesen trieb. Eberhardt merkte ftch aus den Anzeigen über vermißte Krteger die Wohnungen von Eltern, die nach ihrem Sohne suchten. Er ging dann zu ihnen, schwindelte ihnen vor, daß er mit dem Sohne zusammen gefangen genommen worden sei und den Eltern Grüße von seinem Kameraden zu überbringen habe. Beide hätten die Flucht aus der Gefangenschaft geplant und sich gegenseitig versprochen, beim Gelingen die Angehörigen de» anderen aufzusuchen. Leider sei er nur allein entkommen und so löse er jetzt sein Versprechen ein. Der Mann klagte dann, daß es ihm schlecht gebe, daß ihm sein weniges Geld gestohlen worden sei uiw.. und erhielt von den erfreuten Eltern nicht nur Essen, sondern auch noch bare Unterstützungen, die er bald zurückzuzahlen versprach Jetzt ist eS gelungen. Eberhardt, dessen Schwindeleien gut rentierten, hinter Schloß und Riegel zu bringen. „Rur für reich« Leute l" Zu unserer Notiz in?ir. 35 und Nr. 40 teilt uns. nachdem die Firma C. A. Herpich Söhne bereits die Ver- antwortung für die betreffende Annonce abgelehnt hat, nun auch die Lingnerfche Nachlaßverwaltung mit, daß die Verkaufsanzeige nicht von ibr herrührt, sondern ohne ihre Genehmigung.und ohne ihr Vorwisien«durch einen Herrn veranlaßt worden ist, welchem der Pelz durch letztwillige Verfügung zugefallen ist". Mit der Fest- stellung der Tatsache, daß man einen vornehmen Pelz mtd dabei einen ordinären Geschmack besitzen kann, schließen wir nunmehr die Atten über den weiland Lingnerschen»Zobel mit Kamschaika-Biber- kragen"._ Ms öen Gemeinöen. Wiederaufnahme de» Unterrichts in den Charlottenburger Schule». Der Unterricht in ollen Charlottenburger Schulen wird Montag, den 5, März wieder aufgenommen. Um aber die Koblen« und Koks- Versorgung der Bevölkerung nicht zu gefährden, sollen bis zum Schluß de» Winterhalbjahres nur die unbedigt notwendigen Schul- räum- geheizt werden. In den Schulen mir Zentralheizung wird von jedem Doppellchulhaus nur eine Klaffe geheizt werden, die dann von beiden Schulen abwechselnd vor- und nachmittags zu benutzen ist. Auch in den höheren Lehranstalten wird ein großer Teil der Räume nickt in Gebrauch genommen. Die Kinderhorte, das Schul- frühstück und die MittagSfpeisung werden unverändert beibehalten. Lcbensmtttelabgabe iu Charlottenburg. Die Kartoffelzufuhren versprechen in der kommenden Woche bester zu werden, so daß der größere Teil der Bevölkerung in der Lage sein wird, drei Pfund Kartoffeln zu entnehmen. Gelingt dies nicht, so ist am Schlüsse der Wocke Gelegenheit, auf die Abschnitte 45A,— O je 200 Gramm Ge- back zu kaufen. Auf jeden der vier Abschnitte der Kartoffelzusatz- karre können je 100 Gramm Gebäck ausgegeben werden. Außerdem wird abgegeben auf Abschnitt 42 der roten NahrungSmittelkarte bis zum 10. März Pfund Sirup, Marmelade oder Kunsthonig, auf Abschnitt 44 vier Pfund Kohlrüben, auf Abschnitt 45 vom Donners- tag. den 8, März, ob V? Pfund Graupen, auf Abschnitt 46 200 Gramiii Mehl Auf Abschnill E der HauShaltöbezugmarken werden sechs Päckchen Puddingpulver für große HaushaltSbeuig- marken und je drei Päckchen Puddingpulver für kleine Haushalts- bezugmarken ausgegeben. Von Sonnabend, den 10. März, ab er- halten die Einwohner auf die Voranmeldungen des Abschnitt V 100 Gramm Oel oder 125 Gramm Bouillonextraft für kleine HauS- haltSbezugmarken und 150 Gramm Oel oder 250 Gramm Bouillon-' sxttatt für groß« HauShaltSbeztigmarken. Trigwarenvcrtrtltutg in Schirnebcrg. Der Magistrat verteilt auf Abschnitt Nr. 83 der LebenSmittellorle 200 Gramm Teig- waren. Die Anmeldung beim Kleinhändler sindet Montag. den S., Dienstag, den 6., und Mittivoch, den 7. März, statt. Spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Wiederaufnahme de» Schulunterricht» in Lichtenberg. Nachdem die Schwierigleilen in der Beschaffung von HeizungSstoffen für die städtischen Schulgebäude beseitigt worden sind, wird der Unterrichl in allen Lichtenberger Gemeinde-, mittleren, höheren und Fort- bildungSschulen am Montag, den 5. d. M-, in vollem Umfang wieder aufgenommen.-Alle Schüler und Schülerinnen haben sich noch einer Bekanntmachung des Lichtenberg« Magistrat« zu der ihnen bekannten Zeit in den Schulen einzufinden. Eine besondere Gewerbesteuer in Friedrichsfelde. Der Gemeinde- Vorstand in Friedrich» je lde hat beicblosieii, der Gemeindevertretung die Einführung einer ZweigniednlaffimgSstener zu empfehlen. Ge- werbebeiriehe, die in d« Gemeinde nicht ihre Hauptniederlassung haben, sollen danach stärker als die eingesessenen Betriebe zur Ge- werbesieuer herattgezogeu werden. Als Steuermaßstab soll da» An» läge- und BelriebSkapttal dienen, weil in erster Reihe die größten und bedeutendsten Betriebe getroffen werden tollen. Hierzu rechnen in Friedrichsfeldc die Berliner städtischen Elektrizitätswerke, die Lichtenberger Wasserwerke, die Große Berliner Straßenbahn und die Berliner Oslbahnen. Alle diese Betriebe arbeiten mit einem bedeuten- den Anlage- und Betriebskapital, haben bedeutende Gewinne aus dem Gemeindebezirk Friedrichsfelde, zahlen aber nur Verhältnis- mäßig geringe Sieuerbelräge. Die Große Berliner Straßenbahn hat außerdem in fast allen Gemeinden, in denen sie Betriebe uitterbäli. eine Gebühr für die Straßenbenutzung zu zahlen, während diese Gebühr für Friedrichsfelde laut Vertrag ausgeschlossen ist. Der Gcmeiudeborstand von FriedrichSselde rechnet aus der Filialstcuer mit einer Mehreinnahme von 20 000 M. Ferner hat die Gemeinde- Vertretung in ihrer letzten Sitzung beschlossen, die Steuer für Wettrennen und Wettspiele von 5 auf 10 Pf. für jede Mark Eintrittsgeld zu verdoppeln. Der erhöhte Ertrag der Rennsteucr soll zur Deckung der Kriegsausgaben herangezogen werden. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Rennsieuer nicht von dem Verein für Hindernisrennen, sondern von den Besuchern getragen wird; denn der Verein hat nach Einführung der Steuer die Eintritts- gelber bedeutend erhöht. Verlängerung der Kältefericn in FriedrichSselde-KarlShorst. Die Eröffnung iämtlicher, wegen Ersparung von Heizmaterial ge- schlösse»« Schulen sindet noch nicht am Montag statt. Die Schulen bleiben noch auf unbestimmte Zeit geschlossen. Britz bleibt bei 170 Proz. Der vom Gemeindevorsiand ausge- stellte Entwurf zum Haushaltsplan sieht keine Steuererböhung vor; auch der Zuschlag zur Einkommensteuer bleibt mit 170 Proz. unverändert. Der Entwurf schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 4 070 100 M. ab. Lcbensmftteluachrichteu aus Britz. Vom Montag, den 3. März. ab gelangen zum Berkauf auf LcbenSmittelauSwei»: Abschnitt 9 Nudeln(je Person'/t Pfund), Abschnitt 10 Mehl(je Petto» 200 Gramm), Abschnitt 11 Leberwurstpastete(je Haushalt 1 Dose). Abschnit 12 Scholle in Aspik(je Haushalt 1 Dose). Abschnitt 13 Heringe(je Person 1 Stück), Abschnitt 14 Sonderzuteilung. DaS Mehl wird nur bei den Kleinhändlern abgegeben, ebenio ist dort Fnichtireude zu 65 Pf. da» Pfund gegen Vorlage der Lebensmittelkarte zu haben. Ohne Abschnitte können Zwiebeln. Pfeff«, Salz und Schwedische Streichhölzer in der Berkauisstelle gekauft werden. Nach dem 7. d. MtS. noch nicht eingelöste Mehlabschnitt« 1 können in der Perkaufsstelle bis zum 10. d. MtS. zur Abgabe von Mehl vorgelegt werden. Rotkohloerkauf in Pankow. Vom Mittwoch, den 7. Mörz, ab gelangt in den mit dein Verlernt von Speifekartosieln betrauten Gemüiegesckäften Rotkohl zum Verkauf. Auf Abschnitt 76 der Lebensmittelkarte kann ein Pfund entnommen werden. Die Teil- nehmer an dem Kriegsküchenessen haben bei der Anmeldung für die Woche vom 5. bis 11. März die Lebensmittelkarte behufs Ab- trennung de» Abschnittes 76 mir vorzulegen. Der Kaufpreis beträgt 22 Pfennig für ein Pfund. Der Kobl ist in so reichlichen ffiengen an die Wiederverkänfer verabfolgt, daß aus jede Lebensmitlelkarre daS vorgefebene Quantum eingelauft werden kann. Ansamnt« lungen vor den einzelnen Verkaufsstellen können deshalb vermieden werden. Hroß-Serliner parteinachrichten. FriedrichShagen. Di« inächfte Mitgliederverfamm- l u n g findet Mittwoch, den 7. März, abends 8'/, Uhr. pünkl- ltch bei Witwe Lerche. Friedtichstr. 112, statt. Vortrag des Reichs« tagZabgeordneten Genossen Robert Schmidt:.Von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft". Nur diejenige» Mitglieder sind eingeladen, die den Standpunkt der sozialdemokratischen Partei Teutschlands vertreten wollen. Beittäge und Neuomneldungen nehmen der Kassierer Max Hecker. Friedrichstr. 2, Hof parterre links, und der Vorsitzende Richard Köckeritz, Klutstr. 3, parterre, entgegen. Soziales. Äriegspatenschaften. Auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge für die Hinterbsiebenen der im Kriege Gefallenen hat sich als besonderer Zweig die Ueber- nähme von Kriegspatenfchaften von Kriegerwaisen entwickelt. Diese aus dem edlen Gefühl t>er Dankesschuld und Hilfsverpflichtung gogenüber den Männern, die an der Front ihr Leben gelassen haben, entspringenden Bestrebungen sind vielfach jedoch zu rein geschäftlichen Zwecken ausgenutzt worden. Einzelne Persicherungsgcsellschaftcn haben den weit verbreiteten Wunsch nach Uebernahme von Kriegs- Patenschaften sich insofern nutzbar gemacht, als sie mittels einer umfassenden Werbetätigkeit ohne Rücksicht auf ein Bedürfnis und ohne Kenntnis der näheren Verhältnisse der Kinder und ihrer Mütter die Kriegspatenversicherung selbständig betreiben. Um nun den ur- sprünglichen schönen Gedanken der Kriegspatenfchaften in der periön- lichen Anteilnahme und Fürsorge für die Kinder der Gesallcnen wieder rein und kräftig herzustellen, und sie damit auch zum Gemeingut des deutschen Volkes zu machen, ist ein Reichsverband für Kriegs- Patenschaften gegründet worden. Er soll, wie wir einem Aufruf des ArbeitsauSschusies der Kriegerwitwcn- und-Waisenfürsorge, uiiter- zeichnet vom Vorsitzenden, Professor Franke, entnehmen, Fühlung und Bindung erwirken zwischen dank- und hilfsbereiten Menschen, und jenen allzufrüh verwaisten Kindern, denen der KriegSpaie inneren Anteil und persönlichste, je nach Lebensumständen und Veranlagung aufgerichtete Unterstützung widmen möchte. Wir können nur wünschen, daß diese Bestrebungen den erhofften Erfolg zeitigen. Bedürfen Hauearbeiter ziim Wechsel der Arbeitsstelle eben- falls eines AbkehrschrinS? Diese Frage ist im Hilssdienstgesetz nicht klar geregelt. Nach ß 8 dieses Gesetzes darf niemand einen Hrlfs- dicnfchflichiigcn(zu denen die Heimarbeiter auf alle Fälle gehören) in„Beschäftigung" nehmen, der in einem Betriebe des HilisdiensteS „beschästigl" ist oder in den letzten zwei Wochen„beschäftigt" gc- wescn ist, sofern der Hilfsdienstpslichnge nicht eine Bescheinigung seines letzten„Arbeitgebers" darüber beibringt, daß er die Bc- schäftigung mit dessen Zustimmung aufgegeben hat. Das Kriegs- a m l in Halle, das sich mit der Stveitfrage zu befchäingen hatte, stellte sich aus den Standpunft, daß es auf die Lage des einzelnen Falles ankommt. Es hielt infolgedessen einen XdbjU arbeit«, der zu Hause für einen Fabrikanten Zigarren anfertigt, nicht als verpflichtet, bei einem Arbeitsmechfet die besondere Zu- stimmung des Arbeitgebers zu besitzen. Der Hinweis des Unter- nehmerö, daß er Heereslicferungen habe, wurde als belanglos an- gesehen. Der Närfttzeitde des KriegSawtes stellte sich aus den Standpunkt, daß hier dieselben Gruiidsätz« maßgebend sind, wie aus dem Gebiete d« Arbeit«verstcherung. In dies« unterscheidet man bekanntlich die versicherungspflichtigen...Hermarbeit«" und die be- freiten„Hausgewerbetreibenden".?!ach Ziffer 15 der Anleitung des ReichsversicherungSamtcS über den Kreis der nach der Reichs- versichcrungsardnung gegen Jtwaliduät und gegen Krankheil der- sicherten Personen nehmen die Heunarbeiter im großen und ganzen dieselbe wirtschaftliche und rechtliche Stellung ein, wie die ut der Fabrik beschäftigten Arbeiter, nur daß sie aus mehr äußerlichnt Gründen im eigenen Heim arbeiten. Man wird dann den Begriff de» Heimarbeiters als erfüllt ansehen müssen, wenn dieser einer gewissen Aufsicht untersteht, regelrechte Arbeitszeit oder Lieferfriiten einhalten muß usw. Die Hausgewerbetreibenden hingegen sind freier gestellt, indem sie selbst t>en Beginn und das Ende, den Umfang unb iiic Rcihsnfal� der Arbeit bestimmen, vielleicht zu mehreren IXntemebmer» gleichzeitig arbeiten, Rohstoffe oder wenig» ftenS Zutaten" selbst besorgen usw. Tie neuere Rechtsprechung zur Rcichs-vcrsichcruiigsorbnuitg, namentlich des Reichsversichcrungö- amteS, ist geneigt, vorwiegend hausgewerblichen Betrieb auzu- nehmen, selbst bei Tiltcnlleberinnen usw. vierirach hat die Hand- batmng des HilfsdivrstgesebeS eure gewisse Richtlinie erhalten: ist ein„Beschäftigter" vom Unternehmer nicht zur.brauten- und Invalidenversicherung angemeldet, so sieht man ihn nicht alz Heimarbeiter an. fondern als Hausgewerbetreibenden, der nicht not ig bat, beim Wechsel des Arbeitgebers sich einen Abkehrfchcin geben zu lassen und dem neuen Arbeitgeber vorzulegen. Gerichtszeitung. Ein gemeingefährlicher Hotddicb, der bei seinen Besuchen in den gjotelzimmern stets einen Revolver bei sich führte, stand ftreitag in dem Hausdiener Johann Müller vor der 4. Slrafkammer des Landgerichts I. Der Angesagte, ein geborener Schweizer, pflegte in Gasthöfen der nördlichen Fricdrichstadt unter fremdem Namen ab- zusteigen. Bei günstiger Gelegenheit unternahm er dann Erkundungs- sahrien durch die mit Gästen besetzten Zimmer. Lieg das Gepäck des Fremden darauf schließen, daß eS sich um einen wohlhabenden Gast Handelle, so ichlich sich Müller abends in das Zimmer ein, versteckte sich unter den» Bett und warnte. Bis der Goit kam und sich zur Ruhe begeben halte. Während er fest icklicf, plünderte Müller dann seine Taschen, was in dem einen Falle iebr gclvinn- bringend war. denn er erbeutete über lOOl) Mark. Kurz darauf versetzte er eine Hotelbesitzerin, deren Mann im Felde steht, in Todesangst. Er halte hier auch ein Zimmer ge- mietet und wurde von der Besitzerin überrascht, als er in ibrern Privatzimmer Goldsachcn stahl. Auf ihren erjchrccklen Rui:.Kerl, woS machen Sie da verbat sich der Angeklagte zunächst solche .Beleidignngen" und riet ihr. ruhig zu sein, sonst könnte eS„mit der Schießerei losgehen". Dann zog er einen Revolver bervor und hielt ihn der Frau vor die Brust. Ebe jedoch cht Unglück geschah. flüchtete der Verbrecher, da er jeden Moment das Hinzukommen anderer Personen befürchtete. Er tvurde später»vegen anderer Vergeben zu 1 Jahr ö Monaten Gcjäu.giiiS verurteilt. Die jetzigen Scrailaten bestritt er. Das Gericht kam aber zu einem Schuldig und erkannte miter Einbeziehung der früheren Strafe auf vier Fahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und Polizeiaufsicht. fiue Inöustrie unö Kanöei. Mauganerzgeiellschnst. Em« Verordnung des Bundesrates über- trägr einer zu gründenden Manganerzgesellschast da? Recht des Ab- baueS von Manganerzen und Eisenerzen mit iiiediigem PboSphor- gehalt. Tie Maichmensabrik Augsburg-Nnrnbrrg und das Stahlwerk Becker wollen zusammen eine G. m. b. H. zur Nebernahnie der neu zu erbauenden Hochofenanlagen des Stahlwerks Becker gründe», welche der Dursburger Zweigniederlassung der AugSbnrg-Rürnberzer Maschinenfabrik OualitätS-Rohmaterial liefern solle». Der tote Punkt. Die bebördlech geforderte Spndizierung der B-Produlie(Bleche. Röhren, Srabeisen. Drabss ist bereits aui dem toten Pniikt angelangt, weil eine Reihe von Werken ani Grund ihrer großen Bctriebscrweiierungcn im Kriege höhere BeteiligungSquolen auch im Frieden beansprucht. Die Monopolifierung des Kohlenbergbau? wird jetzt ergänzt durch die vollkommene Syndizierung des Koblengroßhaudels. ES find vier neue GroßhondelSvrganrialionen in Düsseldorf, Köln. Hagen und Duisburg, die die Kohlcitsti»diIatSjörderr»lg r» ihren Gebieten ver- jchleiern, gegründet worden. lZöMvIi.�öigllgsdeitks-Vesdgnll Ortsvervsttunx kerlia.» Dem Andenken unserer im Trelde gefallenen und verstorbenen Kollegen gewidmet. EEiSSIIZKLlL, Ernst, HcrzungSmoatcur, geb. 20. 5. 88 zu Berlin. GratZ, Otto, Former, geb. 17. 6. 91 zu Schieben. Göldner, Paul, Mechaniker, geb. 2. 9. 97 zu Sellin. Jordan, Paul, Trucker. geb. Ii. 2. 81 zu Eharlotlenburg. Ketnpin, Max, Dreher, geb. 6. 8. Sö zu Berlin. Knape, Heinrich, Arbeiter, geb. 11. 11. 96 zu Lichtenberg. Linde, Walter, Arbeiter, geb. 30. 5. 86 zu Berlin. Mahlack, Georg, Arbeiter, geb. 4. 8. 94 zu Gosen. Voigt, Franz, Schleifer, geb. 31. 1. 81 zu Trletzow. Ehre ihrem Andenken! tlll/3 Die LrtSverwaltung. HP lad OTMdlei Senile -.»ÄSIÄk'L:»-,. Berlin. Berlin, Gewerkschaftshaus, Engclufer 15, Zimmer No. 87—68. Den Mitgliedern zur Kenntnis, datz folgende Kollegen als Opjer des Weltkriege« zu verzeichnen sind: Paul MlillePi Steindrncker, gefallen am 2. Dezember 1916. Emil TohuH-Sz Steindruck», gefallen am 5. Februar 1917. Oshai* Böttcher, Steiudrncker. verstorben am 21. Februar 1317 an den Folgen einer schweren Lungenentzündung. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren! 109/16 Die Ortaverwaltniiff. Fern von der Heimat siel als Opfer dieses Weltkrieges am 16. Februar, abends 11 Uhr, aus Posten im Kampsgraben stehend, von einem icindlichen Maschinen- gewehrgeschotz getroffen, nach VI, Jahren schwerer Kämpfe imd Strapazen, im Alter von 45 Jahren, mein lieber, guter Mann, unser herzensguter Bater, der Land- sturmmann Willi Abesser Landwehr-Jns.-Reg. Nr. 77. In nauienlosem Schmerz zeigen dies an Tie tirfbetrübte Gattin Witwe �Irvln« �deaae»' Wiener Str. 56 nebst 6 unmündigen Kindern, Bruder, Schwestern. Schwägern, Schwägerinnen und Schwieger- mutier. f5 Daß Du von uns gegangen bist, Ich kann es noch nichl lassen: Und alles fall zn Ende lein, Was wir vereint geschaffen. Wie hattest Du gesorgt, geschafft, An Dich nur stets zuletzt gedacht; Gingst nun so früh zur Ewigkeit— Was bergen die paar Worte für tieses, tiefes Leid! Am Mittwoch, den 23. Februar. verstarb nach längerem schweren Leiden unser' herzensguter Vater, Schwiegervater und Großvater Albert Königsberg im 60. Lebensjahre. DieZ zeigen tiefbetrübt an gie traDerndeD HinteFblieiieim Die Einäscherung ftndet am Dienstag, den 6. März, nach- mittags 2 Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt: �f21 Äranzwendur�üch�Münsch� DectsetierRetaliarbeiMM Verwaltungsslelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Klempner Albert Königsberg Gleim ftraße 66 am 28. Februar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Di- Einäscherung findet am Dienstag, den 6. d. Mts., nach- mittags 2 Uhr, im Krematorium, Gerichtstraße 37/38, statt. Rege Beteiligung erwartet 131/5 Die crtSverwaltung. AlS Opfer des Weltkrieges starb am 3. Februar 1917 infoige einer schweren Gehirnerschütterung mein inniggeliebter, unvergeßlicher Mann, unser guier, treujorgender Vater, Bruder, Schwager und Ontel, der Armierungssoidat des 37. ArmierungsbataillonS. l.Kom- pagnie «Bll» WWW. Dies zeigen in riesem Schmerz ml die trauernde Witwe Marie Brüggemann 16/10 nebst Kindern. Du bist so schwer geschieden, Du treu geliebtes Herz. Du hast nun Deinen Frieden Und wir den bUt'ren Schmerz. Magst Du tn fremder Erde Zur Ruh' gebettet sein, Du wirst in unseren Herzen Doch nie vergessen seht. . Rahe- saust in Frieden, Tu gutes.Herz. Du hast de« Friedet! Und wir den Schmer.__ MkU der Gemeinde- ii. Staats- arheiter, Filiale Gro8-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Hermann 8e>llel von den Berliner Sieinpiätzcn. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindci am Montag, den 5. März, nachmittags 3 Uhr. von der Leichenhalle des Danke?> Kirchhofes. Müllerstraße, aus statt. Um rege Beiciligung bei der Bestattung des Kollegen ersucht 35/20 Tic crtSvrrmaltung. ZentraifeHiand der üandlimgs- geMilen. Ortsgruppe GroS-Beriin. Am Mittwoch, den 28. Februar, starb nach kurzer Krankheit unser langjährige? Mitglied Nsgösleve VlekHer geb. iVesipiiai. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. März 1917, nach- mittags stz3 Uhr, von der Halle des Zenträl-FriedhoseS in Fried- richSselde aus stoti. Um rege Beteiligung ersucht 78/16 Tie LrtSverwaltung. Hiermit allen Freunden und Belannien die traurige Nachricht, daß unser lieber hoffnungsvoller Sohn und Bruder, der Grenadier Karl Sommer Grenad-Regt. Nr. 3, 1. Bat.. 3. Kp. Im blühenden Alter von 20 Jahren als Opfer de? Krieges am 14. Fe brrrar 1917 gefallen ist. 97/12 Im tiefsten Schmerz Die trauernden Kitern und C-eschn'ister. Karl Sommer. B er!in-Mari endorf, Rathausstr. 4. Wie ist eS doch so schwer zn denken. Daß Du nun nimmer kehrst zurück. Dein Schritt wird nie sich heim- wärts lenken, In Feindesland vollzog fich Dein Geschick. Es fehlt sin unscrm iraute Kreise, Dein froher Linn, Dein treues Uns klingln nicht mehr Deine frohen Weilen, Die stets verscheuchten alle Sorg' und Schmerz. Du schläfst nun jetzt den letzten Schias, Besrcii von allen Schmerzen. TaS BIci, das Dich zu Tode tras, Zerreißt auch unsere Herzen. Nun, lieber Karl, ruhe sansi in Frieden, Geliebt, beweint und unvergessen von Deinen Lieben. Am 23 Januar 13t7 fiel in- solge Bauchtchusie? mein innig- geliebter Mann, der herzensgute Vater unseres Kindes, unser lieber Bruder. Schwiegersohn. Schwager und Onkel, der Unter- osfizter Krtor Errner Jnh. d E. Kr. N ZU. im 32. Leliensfohre. In namenlosem Schweiz Anna(Zrmer und Töchicriheu Hlldche». Wir haben gebofft. gcbofit bis zuletzt aus ein baldige« Wieder- sehen, nun bist Du dahin, nichts bringt Dich zurück. Und wir'< Alfred Ermer als Bruder, z. Z. im Felde. und Frau Ida. Martha Galimann geb. Errner ai? Schwester. BSilli GaNinann. Karl Meisiner und Frau ..Qlä€toicg»elttni. Arit» Schubert niä«chwager, z Z. im Felde. Emmi Schubert geb Meißner. Karl Mcisiuer ai« Schwager, z. Z. im Felde. Lieschen Meihner. f3Z Münzen kankt Ball, Münzeulrdl/r., Berlin WilKelrnstr, 46/47. 12 2* Am 12. Februar d. IS. siel wieder einer unserer besten Kol- legen, der Maschinenarbeiter Levrß iükbisejc Neukölln, Ncißestr. 5 i»r 22. Lebensjahre. 1959b Ein ehrendes Andenken be> wahren ihm Tie Kollegen deS Werkzeug. bau, Kabeltverk Obrrspree. M Feder Norden;Brunnen$tras$c 1 Süden: Kottbuser Darum 103 Osten: Frankfurter Allee 350 Westen: CHnrlcftenb., Scharrcnstr.S, EsIm W:lm«r«ilorler Stras«» enipfieblt „Ä&ar..... KredH In greiser Auswahl xu annehmbaren Bedingungen) Speisezimmer Herrenzimmer Schlafzimmer in aparten modernen Formen DVelßlackierte Schlafzimmer]! �Farbige Küchen j j r Elten- u. Messingbettatellen [Klubsessel und Klubsefas lielcnmöbel- u. Korbmöbel Werkstatt Anfertigung von Polstermöbeln r- Nach langem schweren Leiden verstarb am 3. Mörz unsere iimigstgcilebte Tochter-fZ4 Else im Jlltev von 21 Jähren. Die tiefbetrübtc» Eltern Hermann Wöhl�te und Fran, Bcrliu Reinickendorf(Cfl), Bürgerslratze 22. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 6. Würz. nach. mittag? 4 Uhr. ans dem Rnnicken- dorser Gemeindc-Friedhöse in der .Humdoldtstraße liali. Spezialarzt Dr. med. Woekenfnß. Friedriobstr. 123(Oronienb. To-V, tür Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 10 Tasro), Btutuntersuchung. Schnelle, sicher« schmerzlosp Heilung ohne Beritts- 215/10*] Störung, Teilzahlung. Sprechstunden: 11—1 und 6—8. Uestnwnn's TkHtfMfUiR Gröfite AaswaU. BiUifSte Preise. L Mehrenslratzs 37a (Kolonnidani II. Or. Frankturtsr Sa.>15 (nahe Andreasstr.) «uiwahlsaadungen aoftru Am! 2«ntnan 7890. Senntag 12—2 Uhr gaÄlna;. He'& Jahre(arg fimusi Kunde a». lausende tlnerkennunjen hitrdller Aiistie- dendklt Und da« Vesta Aanqe»». rXtAlcolor «ht uuiatatlinotär- , baio. ftu aüeu Jt /k«rb>di»nerhatt- «imani.vnsehäd». Clis Et ichel, g«rll**3<«if«nti*aii(n a. Verein f. grauen u« JVfädcheii der Hrbelterklassea N! o n t a g, de» 5. März.�abendS ü»Hr. in der Neuen Philharmonie. Köpenicker Slraße 96/97! vortragende r V>'»ll.v 36<-|»ler. Der Vorwrand. .Die Einheitsschule". Verwaitungsstelie Berlin. N 54, Liniensir. 83-85, Geichästszeit von 9—1 Uhr und von t— 7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185. 1239. 1987. 9714. Montag, den!». März abends 7 Uhr: Kranche»- Versammlung der llletall', Fasson- u. Revolverdreher Sowie Drcberinncn im Gewerkschaftshaus. Engelnfer lö, Sanl I. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen riisutrrkar.b:»Tie.Vieg» vertetzten-Fursorgr und die Gewerkschaften-.(Mit Lichtbilder») 2. Branchcnangelegenbeiten. WM- Zu dielcr Versammlung sind alle in der geiamien Meiall» und Raschmeninduilrie deichästigicn Mctalldreher eingrlade». WM- Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Bezirk S,* und 4 T i e n S t a g, den U. März IUI 7, abends b» Uhr, in den Andreas-Festfälen(Td|olz>, AndreaKslr. 2l: kroker tiedtdüller'Voflfsg des Kollegen Lauterbach-Itnttgnrl: „Die Knegsbeslhädigttu-kiirsorllk iu DknWland". WM- Da der Vorirag äußerst wichiig und interessant ist. erwarten wir zahlreichen Besuch. 131/4 Dir Ortsverwalt» ii«(. Verband der Sattler u.Portefeuiller OrtsverwaUung Berlin. �chtnvg: Militiirsattler! Wm- Mittwoch, den 7. März 1817, abends 7ß« Ilhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer l->:' Brauchen-Bersammlung. Tagesordnung: 1. GejchäjlUchcS. 2. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Ä d o l s Ritt er über: Ta» Einkommeiisteuer-Wesen und die Arbeiter. 3. Jahresbericht der Blancheilleitung. 4. Branchenangelegeiiheitc». In Anbetracht der ärißerst wichtigen TageSordmmg erwartet zahl- reiche» Besuch 159.15 Die Drauehenleituiij;. Berlin C Mg WaNstr. i:t Gardinen «»«lialfirmat Oardlnanhaus Bamhard Schwarl» i ficr Korporatioii Per KauIisasiisM m Ms. a,) Handelsschulen(Cr Mädchen, Weinmeisterstr. lk 17, Scharnweber- straBe 19, Wilhelmshavener Str. 215, Sohöneberg, Feurigstr. 57. Der Besucli der Schule befreit vom dreijähr. Pilicüts ohul- besuch. Ausbild, in allen kanfm. Fächern für ehem. Gern eindeschüler. Selcktaknrse für Abeolv. v. Lyzeen. Anf- nahmeprüf. am 11. April, 3 Uhr. in Schönebert,' um 9 Uhr vorm. bj Faohklassen für Mädchen, Weinmeisterstr. 16/17. Ministeriell als Ersatz für die Pflichtschule anerkannt. Kaufmännische und haus wirtschaftliche Ausbildung 8 Wochenstunden. c) Fortbildungsschule f. weibliche Angestellte. Weinmeisterstr. t6?t7. Unterricht in allen kaufmänn. Fächern, abends 8—10 Uhr. d) Schule für Maschinensohreib. tflr Mädchen, Keue Friedrich- Straße 55/36, III. Der Unterricht wird von S1/,— 2 und von 3— 7 Uhr(zweimal wöchentlich bis 9 Uhr) erteilt. e) Kauimännische Fachschulen t Schulpflicht. Lehrt, Auguststr. 21, Sophienstr. 18, Sebastianstr. 26. Insolstr. 2/5, Elisabethstrasse 56/57, Gartenatr. 25, Steglitzer Str. Sa. Der Besuch befreit vom Besuch der städtischen Pflichtschule. Außer den knufraannischen Fächern auch Englisch u. Französisch in 8 Wochenstunden. Vor- und Nachmittag-Unterricht f) Fachklassen für Lehrlinge d. Verslch.-Gowerbes, Dorotheenstr. 12. g) Kaufmännische Abendschulen für junge Kaufleute, Klosterstr. 74, Sebastianstr. 26, Inselstr. 2/5. Sämtliche kaufmännische Fächer und Sprachen, abends 7— 10 Uhr. h) Geschloss. hBh. Handelskursus f. j. Kaufleute m. d. Berechtig, z. einj. Dienst, JClosterstr. 74. Ausbildung in sämtlichen kauf. männischen Fächern sowie Englisch und Französisch, abends 8— 10 Uhr. Mach Absolvierung Abschlußzeugnisse. Beginn sämtl. Kurse am 12. April. Auskunft täglich im Bureau der ksufmännischen Schulen, Burgstr. 25 II, von 9—3 Uhr, sowie in den Schulen selber. Der Direktor Dr. Knörk. uiiiiniiiiuuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifflifiiniiuiiiiiinnniiiiiiiiiiinnniiiwiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiitiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiti StrahlendorfF HandelsaKademie Berlin, BcathstraSe 11, am Splftelmarlit« Zentrum 1750. Am 3. April beglnaen Viertel-, nalbjahres-u Jahrcskorse, für Jüngerfl nnd Sitere Damen und Herren getrennt, eur Ausbildung für das Konter. Besondere Kurse für Damen mit Tdefafersehnl- und LyzenrnsbildnuB« Aaslffilirliehe Lehrplüne kostenlos. Hals- u. lungenleiden Bit I aller Nrt, wie Katarrhal, tuHerkullisen �rkraAkuog«», Asthma zr. erzielte», wie ! zahlreiche Mittei!u»ge»»an Ärzte», Vpalhefern und Leidende» einwandstei > b°°-tl-u. unsere Not0 litt- PillkN I Husten, in jahrelanger Pruris— n, Berschlelmunz, Äusicurf. 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