Ar. 65. 34. Jahrg. kidsnvtmeatt-Seäingung««: «dimn-irientS.»rn» Kimmetanio 8iett«liäbtl ZL0 Ml. motmU. L30 SSt, Irödjenüiö SO 56(8. Kr, uU Sau«. Srnzelne Sununfi ö Pl» eonmog«. rannmei mil lünteiertei LonmegS- 8 rilcgc.Die Neu? Bett* 10 8(8. Koi!< Cbonneinetu; 1,30 Marl Bto SKonat femaetiagoi ui die Pott- Zeitung». 8:cKlitie. Unter(heujboni tüt Demichland uns Oelierreich• Ungarn EbO Marl, für da« übnge Suälon» * Marl vca Monat Vollabonnemem» nehmen an Belgien. Zänemaxt, golland. Italien. Luxemburg. Pormgal, . Sidmeden und die Zchrccij. üfaktint ti«n«. ( 5 Pfennig) Dir InlrrtlonS'GrbObr •«tragl(>>r die(echSaewaltene«slonei- «eile oder deren Raum SO Pfg...(Ür doülilche und gewerlictiailliche Berein». und LeriammlungS- Anzeigen 30 Big. „Klein« Hnreigeti", da- leiigodruilte ISoB 20-Big. UMaiftg 2{cttgcbtutfle BertH. lese« weitere Wort 10 Big. Klettengewche und öchiaiiiellenan- zeigen da» etile Bart 10 Big. jede» weitere Wort S Big. Borte übet IS Buch. Iiaben Millen iüt zwei Worie. Inserate wr die uächüe biumuier Müllen bi» I» Ubr nachmittag- in der Expedition abgegeben werden. Die Sxpedition ijt di» 7 Uhr abend» geöffnet. Nevlinev VolliSblnkt. j Zentralorgan der rozialdcmohratifchen Partei Deutfchlande. ttlegramm-SbreflK .Stziaidrmokrat ßeriia". Keöaktion: EW. 68, Liadenstraße Z. zseruivrecher:«mi Morittvlatt, Nr. lSl SV—»Kl S?. Mittwoch, de« 7. März 1317. Expeöltion: Ew. 68» Linöekstraße Z. itzeruivreiber:«mr Mortttvlatz. Rr. läl SV—»S1 S7. Mlkons zweite praNdenttedatt. Kriegsrede auf dem Kapital. „Teilnahme am großen Kampf/ Die Antrittsrede, mit der Wilson am Montag in Washington seine zweite Präsidentschaft eingeleitet hat, ist ein Dokument von unabsehbarer Bedeutung für die Geschichte Amerikas und der ganzen Welt. Ganz allmählich setzt sich Amerika in Bewegung. Das erste ist die„bewaffnete Neutralität". Um sie dtirchzusühren. ist die Ueberwindung des Widerstandes der 11 Senatoren notwendig, die Wilson ankündigt. Die bewaffnete Neutralität bedeutet, daß sich die amerikanischen Handelsschiffe, wenn sie im Sperrgebiet von deutschen U-Booten angegriffen werden, zur Wehr setzen sollen. Das ist aber noch immer nicht Krieg. Doch der Präsident spricht dann weiter von den„besonderen Umständen, die uns auch zu noch unmittelbarerer Teilnahme an dem großen Kampf zwingen könnten". Während die europäischen Völker alle eS sehr eilig haben, den Krieg zu beenden, haben die Vereinigten Staaten es gar nicht eilig, ihn zu beginnen. Hinter der Wirklichkeit all' der Kriege, die wir zu führen haben, des deutsch-russischen, des dcutsch-sranzönschen, des deutsch-englischen usw. baut sich einst- weilen erst wie eine heraufziehende Wolkenwand die Möglich- fest des deutsch- a m erita u rs ch e u Krieges aus. Piniet oei Sintflut...i jaun gleich.vieoer t-jr Regenbogen und die Taube mit dem Oelzweig. Der Prä- sident verkündet ein sehr allgemeines und sehr ideales k�riedensprogramm, das früher sein Vcrmittlungsprogramm war und sich jetzt zur Effenz seiner Kriegsziclpolitik zu wandeln scheint. Dieses Programm findet unseru vollsten Beifall, nur glauben wir, daß bei seiner Verwirklichung das deutsche Volk mcht ausgeschaltet werden kann, und daß für sie sehr wenig gewönnet» ist, wenn sich ein paar Tausend Amerikaner in englisch• französischen Schützengräben erschießen lassen. Dämit soll nicht gesagt sein, daß es uns gleichgültig scül kann, wenn die ganze Welt gegen Deutschland moralisch fanatisiert wird. Selbst Wahnvorstellungen, die zum Handeln antreiben, sind politische Realitäten, wie die Geschichte der Kreuzzüge und der Glaubenskriege beweist. Und gegen diese geistigen Gewalten anzukämpfen, ist die Ausgabe der Politik, wie es die Aufgabe der Kriegführung ist, ihren Ilmietzungen in körperliche Kraft noch stärkere Kraft entgegen- zustellen. Zu einer solchen Politik war der 12. Dezember ein hoffnungsvoller Ansatz, und diejenigen sind schlecht beraten, die die Spuren jenes Tages aus der deutschen Geschichte am liebsten ivegbrennen möchten, als hätten wir uns seiner zu schämen.• In dem, was Wilson zu wollen erklärt, ist' nichts, was wir bekämpfen. Gegen den Versuch, dieses Ziel aus dem Weg über die Trümmer Deutschlands zu erreichen, muß sich Deutschland wehren. Das zweite ist vollkommen klar, das erste sollte es auch sein— wird es aber erst, wenn sich Deutschland nicht die moralisch-diplomatische Offensiv st ellung entreißen läßt, die es am 12. De- zeniber bezogen hat. « „Kein Zurück ist möglich!" Am Montagmittag wurde auf dem Kapital der Beginn der zweiten Präsidentschaftsperwde Wilsons feierlich ein- geleitet. In serner Antrittsrede erklärte der Präsident: Bon Ansang an hat d« WcUtrieg auf unsere Gemüter, unsere» Handel, unsere Industrie uud unsere Politik seinen Stempel ge« drückt. ES war nicht möglich, sich gegen diese großen Geschehnisse gleichgültig zu verhalte«. Troh mannigfacher ver- schiedrner Auffassungen in der Beurteilung der Lage find wir Amerikaner schließlich einander näher ge- kommen. Obwohl wir zur See erustlichst« Unbill erlitten- wünschten wir nicht Böses mit Bösem zn vergelten. AIS zuletzt einige»er«nS angetane« Beleidigungen unerträglich wurde«, habe« wir un« doch nach stet« vor Augen gehalten, daß wir unsere Forderungen nicht nur in unserem eigene», sandrru ebenso sehr im Interesse der Allgemeinheit ans- stellten, nämlich gerechte Behandlung, Recht«ad Frei- heit des Leben S sowie Schutz gegenüber bitterem Unrecht I» diesem Geiste ftäelte sich in unS immer mehr und wehr das Bewußtsein, daß die Ralle, die wir zu spielen wünschten, nur diejenige van Berteidigeru und Förderern des Friedens sein tauntr. Wir sehen unS»un aber in der Z« a u g S- läge, für die Berwirtlichung unserer Wünsche und für eine gewisse Miadestsarderung von Recht und Freiheit haudelud ein zu- trete». Wir sind uns einander einig in der Frage der bewaffaete« Rentralität, da e« scheint, daß wir aus keiur andere Weis« die Art trnfem Forderung»» ch-ratterisiereu Uaueu. Wir»oll« dabei«icht vergesse«, daß rs nur besondere Umstünde waren, die unS zur Verteidigung unseres Rechts durch die Tat zwangen und die irirS auch zu noch«umittrlbarerer Teilnahme am großen Kampfe zwingen könnten. I« weiteren Verlaufe seiner Rede erklärte Wilson: In die Auffassung dessen, waS wir als unsere Ziele bezeichnen, wird«ichtS eine Aciiderung bringen können. Wir wünschen weder Erobe- ruug noch Barteil r. Wir«allen nichts auf kosten an- derer Böller erreiche«. Wir st ehe« nicht länger außerhalb deS Krieges. Die tragischen Ereignisse eineS dreißig Monate langen Kampfe» auf Leben und Tod haben uns zu Weltbürgern gemacht. Sri« Zurück ist möglich! Unsere eigene Wohlfahrt als Nation steht auf dem Spiel« Für folgende Bedingungen werden wir eintreten: Alle Nationen müssen gleiches Interesse au der Aufrechterhaltung des Weltfrieden» haben und in gleichem Maße dafür die B er- antwortung tragen. Für dir politische Unabhüngiglrit der freien Böller«erden wir eintreten sowie für die Farbe- rung, daß der Friede der unerschütterliche Grundsatz bei der Austragung aller Recht» st rritigleiten zwischen den Rationen ist. Auf dem bisherigen System des politischen Gleich- gewicht» ist der Friede nicht gesichert. Die Regierungen miijscu äffe ihre Machtvollkommenheiten rechtlich aus»er Zuffimmn:� ihrer Bukr h-etettcu.. Dsr Meer? müssen frei und sicher sein zum Nutzen aller Nationen auf Grund von Rechtsabkommen, die durch gemeinschaftliche Uebrrlegungeu aller StaatSIeitnngrn geschlossen wurden. Tic Rüstungen der Nationen müssen auf ein Mindestmaß beschränkt werden, daS zur Aufrcchterhaltung der inneren Ruhe und Ordnung nötig ist. ES muß Pflicht jedes Staates fein, dafür Sorge zn tragen, daß alle Bersuche, welche etwa voa ihren eigenen Bürger» ausgehen zu dem Zwecke, Rrvalutianen in andere» Staaten anzu- zetteln oder zu unterstütze«, streng und kräftig unterdrückt werden. Um diese Grundsitze können wir»nS einträchtig schare«. Zu dieser Einigkeit wurden wir durch die Flammen deS Weltkrieges geschmiedet, deren Glut unS von Parteigeip und Zwietracht befreite und uns sowohl in der Auffassung uusrrer Pflicht alS auch«» dem hohen Entschlüsse» diese Pflicht zu erfülle», vereinte. Einig und pflichtbewußt wollen wir unS der ganzen Menschheit gegenüber der großen Aufgabe widmen, die nnn var unS liegt. Eine weitere Reutermeldung aus Washington ergänzt die Mitteilungen über die Botschaft Wilsons. Der Präsident kündigte in längeren Ausführungen an, daß er die Obstruktion. die im Senat ihren Willen durchsetzen konnte, lahmzulegen gewillt ist. Er sagte: „Die letzte K4. Scsfian des Kongresses zeigt bei ihrer ver- fassungSmäßigen Schließung eine L'age, die wähl ohne gleichen in der Geschichte unseres Landes dasteht, ja, wahl ohne gleichen in der Geschichte irgend einer modernen Regierung, eine Lagen«mittelbar vor rinerKrisiS, die mehr trügerische und weitreichende Möglichkeiten nationaler Gefahr in sich trägt, alS irgend ein« ander« Regierung in der ganzen Geschichte der intrrnatianalru Beziehungen sich gegenüber- gesehen hat. Der Saugreß iftnicht in derLage gewesen, daS Land zu schützen oocr die grundlegendste« Rechte der Bürger zu wahren. Mehr alS 500 von den 531 Mitgliedern der beiden Hänsrr find bereit und willig zu handeln. Das Nepräfentauten hauS hatte mit überwältigender Mehrheit gehandelt, aber der Senat war«icht in der Lage zu handeln, weil eine kleine Gruppe von 11 Senatoren beschlossen hatte, daß er niilit handeln solle. Der Senat hat keine Regein, durch die die Debatte beschränkt oder beendet werden kann oder durch die irgend- welche verschleppenden Manöver verhindert werden können. Ein einzelnes Mitglied kann sich jeder Handlung in den Weg stellen, wenn es nur die lörperlichr Ausdauer besitzt. Im jetzigen Falle ist da« Ergebnis völlige Lähmung sowahl de« gesetzgebenden wie deS auSführeiideii Zweigrs der Rrgiernug. Tie Unsählgleit deS Senates zu handeln hat einen der notwendigsten gesetzgeberischen Alte der Session zu einer Zeit unmöglich gemacht, da die Notwendigkeit am allerdringendsten war." Nachdem der Präsident die Maßregeln beschrieben hat, die nicht erledigt werden konnten, fährt er fort: „Ich würde die Schwicrigleiten nicht beseitigen, wen« ich de« 65. Kongreß zn einer außeror deutlichen Tagung einberufen würde. Die Lähmung deS Senates würde weiter bestehe«. Der Wille und der Geist zum Handeln fehlen nicht. Ich kann wohl sagen, daß der Kongreß augenblicklich fester in seinen Gedanken und seinem Wollen geeint ist, als er zu Gedenlzritea irgend eines jetzt lebenden ÄsitgliedeS war. Es besteht nur ein völlig geeintes, patriotisches Wollen. Di« Ziele, die dir Mitglieder vor Augen haben, sind völlig klar und de- stimmt, aber der Senat kann nicht handeln, wenn seine Führer nicht einstimmig� Einwilligung erlangen. Seine Mehrheit ist machtlos und hilflos. Mitten iueiner Krise voll außerordeut» licher Gefahren, wen« tun bestimmte«, entschiedene» Handeln die Nation sichern, oder sie vor dem Krieg durch rinev Angriff von anderer Seite schirmen kann, ist dos Handeln» o- möglich gemacht. Obgleich tatsächlich die Nation und ihre Vertreter m'tt noch nicht dagewesener Einmütigkeit hinter der ausführenden Regierung stehe», wird natürlich der im Ausland hervorgerufene Eindruck sein, daß es nicht so ist, un» daß andere Regiernugru tun können, was sie wollen, ohne fürchten zu müsseit, daß unsere Regierung etwas tun kann. Wir lönnen das nicht erklären, die Erklärung ist unglaubwürdig. Der Senat der Bereinigten Staaten ist weiter nicht? alö eine gesetzgebende Körperschaft, die nicht Handel« kann, wenn ihre Mehrheit zum Handeln d e r e i t. Eine kleine Gruppe willensstarker Männer, die c'mzig ihr« eigene Meinung vertreten, hat die große Regierung der Brr- einigten Staaten hilflos und verächtlich gemacht. DaS Mittel hiergegen, und es gibt bloß ein Mittel, da» einzige Mittel ist, de» Senat fo zu ander», daff er Handel« kann. Man kann sich daranf verlasse», daß das Land die Folgerung daraus ziehen wird, und lch glaube, daß man sich daranf verlassen kann, daß der Senat Mittel zum Handeln finden n«d das Land vor einer Katastrophe bewahren wird." Ter Präsident hat außerdem Ermächtigung gegeben, eine Erklärung zu veröffentlichen, die besagt, daß die Lage da- durch noch ernster geworden sei, daß man unnahw. man habe ciuoeckt, duß der Präsident zioar aui Grund der allgemeiueu verfaffuugSmäßigen Bollmachten viel von dem tun kann. wr>- für er vom Kongreß Vollmacht verlangte, daß aber e i n- gewisses, alteS unwiderrnfeneS Gesetz besteht, das p r a k tisch unüberwindliche Hindernisse bildet und die Vollmacht zunichte machen kann. Das erivähntc alte Gesetz wurde 1819 angenommen. Es beschäftigte sich mit dem Widerstand amerikanischer Handelsschiffe gegen Kaperschiffe und Seeräuber, schloß aber Schiffe aus, die von„einem staatlichen bewaffneten Schiff einer Nation, die mit den Lcretnigten Staaten in Freundschaft ist" angegriffen würden. Z n t c ch- n i s ch e in Sinne ist. aber Deutschland nicht im Krieg mit den Vereinigten Staaten und die U n t e r s e e- boote sind„bewaffnete staatliche Schiffe" Deutschlands. * Wilsons Mittel gegen üie Obstruktion. Washington, 5. März. Reuter meldet: Der Senat ist für morgen'/zll Uhr einbcrnfen. Einer der ans der Tagesordnung stehenden Punkte wird die Einführung eines neuen Punktes in die Geschäftsord- n u u g sei«, durch de» die S ch l i e ß u« g d o�l D e b a t t c n ermöglicht wird. Wie die Pariser Blätter aus Washington melden, setzte die parlamentarische Gruppe deS Senats den ganzen Sonn- abend über die Obstruktion gegen das Gesetz über die Bewaff nung der Handelsschiffe fort. Am Nachmittag wurde nach altem Brauch die Uhr des Sitzungssaales zurückgestellt, um die Fortsetzung der Verhandlungen über den Schluß der Sitzung hinaus zu ermöglichen. Ein ausführlicher Bericht des Washingtoner Korrespon- denten des„Petit Parisien" über die Borgänge während der Obstruktionssitzung sogt nach der„National-Zeituug": Im Senat spielten sich-leidenschaftliche Szenen ab. Als Stone seine fünfstündig« OhslruklionSrcde beendet hatte, ergriffen seine Anhänger, die Senatoren Jones, Cumius und I o r d t S das Wort. Vergebens versuchte Senator H i t ch c o k den Schluß der Debatte herbeizuführen. Siebzig Senatoren verlangten gegen 1 Uhr morgens eine Abstimmung, aber die Obstruktion wurde durch Senator Owen fortgesetzt und durch die GeschäflLordnung, die eine Begrenzung der Rededaucr nicht kennt, war die Mehrheit zur Obn- macht verurteilt. Wiederholt lain es zu den hefligsten Zusammenstößen und beinahe zu Faustkämpfen zwischen Anhängern und Gegnern Wilson«. Ungeheure Erregung verursachte die Enthüllung Stone» über die beadsichligtei, Maß,, ahme» der amerikaniichen' Manne-- behörden gegen die deutschen II-Boote. Diese Maßnahmen sollen darin bestehen, daß die Handelsschiffe kleine Jagdfahrzeuge an Bord mitnehmen, die bei der Einfahrt in das Sperrgebiet in daS Wasser gelassen werden, um die U-Booie anzugreifen. Die Wirkung des Obstruktionserfolges auf die New Aorkcr Börse beleuchtet folgende Meldung vom Montag: Die Verschleppung des Gesetzes über die bewaffnete Neutralität im Senat rief an der Fondsbörse große Enttäuschung hervor und führte anfangs zu' starken Abgaben besonders am Markte der Schiffahrtsaktien. Als dann im weiteren Verlaufe Nach richten aus Washington einliefen, daß die Regierung doch noch hofft, ihrem Plane, die Handelsschiffe zu bewaffnen, Geltung zu verschaffen, schlug die Stimmung um, und die Kurse er- fuhren unter ausgedehnten Deckungen kräftige Erholungen. Das Hauptinteresse richtete sich aus Kriegs- und Kupferwertc. Die Börse schloß in recht fester Stimmung. LlMiiog gegett Begleitung bewaffneter Handelsschiffe. Basel, 6. März. De» schweizerischen„Preßtelegraph" wird, laut„Frankfurter Zeitung", auS New Dort gemeldet: Wilson erklärte den Führern des Senats, daß Lansing dir bewaffnet« Be- gkeitung der Handelsschiffe, die Konterbande mit fich führen, ablehne, da er fürchte, daß dadurch eine feindliche Aktion provoziert»erde« könnte. « Bern, S. März. Die„Neue Züricher Zeitung" meldet aus dem Haag: Das erste bewaffnet« amerikanisch« Muuitiausschiff verlätzt Sonnabend Boston in Richtung Liverpool. thina aus Sem kriegspfaö. Des Zehnbunds neuester Freund. Der Zehnbund ist von dem stolzen Ehrgeiz beseelt, ein Weltbund zur Vernichtung Deutschlands zu merden. Die Vereinigten Staaten, die letzte neutrale Groß- macht, haben sich dem Drosselring schon angeschlossen, wenn auch noch nicht formell Name und Siegel unter den neuen Vundesvertrag gesetzt sind. Nun wird auch China zum Kampfe gegen das deutsche Barbarentum gepreßt. Die ameri- lanischen Blätter verkünden stolz die letzte Freudenbotschaft aus Peking: Das chmefische Kabinett hat sich einmütig zugunsten des Abbruchs der Beziehungen zu Deutsch tand ausge. 'vrochen. Der Präsident hat dies nicht gebillligt und erklärt, ihm allein stehe verfassvngsgemäh dieses Recht zu. Der Premierminister ist zurüctgetretea: die übrigen Mi- nister werden wahrscheinlich da» gleiche tun. Nach einer Reuter- Meldung aus Peking ist der Rücktritt de» Ministerpräsident«» er. iolgt, nachdem es zwischen ihm und de« Präsidenten zu einer Szene gekommen war. Die Demission wird wahrscheinlich nicht angenommen werden. An der Haltung Chinas gegenüber Deutsch- land hat sich nichts geändert. Ter Abbruch der Beziehungen ist noch nicht erfolgt? er 'all erst Ereignis werden. Widerstandslos scheint China nicht in den heiligen Krieg gegen Deutschland zu gehen? aber , ieder Maßstab fehlt zur Wertung von Grad und Art dieses Widerstandes. Ein Telegramm der„Morningpost" meldet. daß der Präsident die Verantwortung dem Parlament zu- schiebe: Das chinesische Kabinett hielt vorgestern(28. Februar) eiue lange Konferenz ab, in der beschloffen wurde, die Bziehunge« .u Teutschland abzubrechen und später den Krieg z««rNSren. Tkeie Entscheidung wurde dem Präsidenten mitgeteilt, und dieser nahm sie unter dem Vorbehalt an, daß sie durch d a S P a r l a- meat gebilligt und den Provinz-Gouverneuren mitgeteilt werde. Der Minister des Aeußeren, Wu Ding ??ang, ist„aus Gesundheitsrücksichten" zurückgetreten. Sein Sohn wird Nnterministrr. China liegt in den finanziellen Banden des Zehnbundes. Kein Mensch in Deutschland hat geahnt, daß sich die chinesische Schiffahrt durch den ungehemmten U-Boot-Krieg so bedroht tühle» wird, daß die junge Republik energischer als Spanien austritt, das doch mit seiner Meinung wahrlich nicht hinterm Berg gehalten hat. Mit edler Offenheit erklärt die Verbandspreffe. wie viel für den neuen Verbündeten gezählt wurde: Erlaubnis zur Erhöhung des gebundenen Zolltarifes und Nachlaß der für den Boxeraufftand China auferlegten Eni- chädigung von 13Sl) Millionen Mark. Zusammenkunft üeutsther uaü belgischer Gewerkschaftler. Der„Tocialisis Belg«" teilt mit, datz im Brüsseler Boll». dauS ein« Zusammenkunft deutscher und belgischer Gewerkschaft». nertreier stattgefunden hat, deren Gegenstand die bekannten Matz- nahmen waren, die auch schon bei dem Aufenthalt der Genossen Scheidemann und E b e r t im Haag zur Sprache gekommen waren. Als Vertreter der deutschen Generalkommisfion nahm Ge- nosse Bauer, als Vertreter�er belgischen GewerkschaitSkommisfion die Genossen Mertens und S o l a u an der Beratung teil, die ihren unmittelbaren Zweck, nötige Informationen zu liefern, durch- aus erfüllte. Der„Socialiste Belge" stellt mit Befriedigung fest, datz die Verhandlung auch weitere Resultate gehobt hat und fügt hinzu:„Wir wollen zu dieser Fühlungnahme keinen langen Kam- mentar schreiben. Wir begnügen uns. die Tatsache zu konstatieren. Die Delegierten der belgische» Gewerkschaften find, im besetzten Ge- biet, mit einem Delegierten der deutschen Gewerkschaften zusammengekommen. Sie haben begriffen, datz sie gemein« s am e Interessen zu verteidigen hätten. Die deutschen Arbeiter haben die Verteidigung der belgischen Arbeiter über- nommen." Und der„SGclaliste Belge" wirft die Frage auf. waS gegenüber dieser Tatsache einer offiziellen Zusammenkunst deutscher und belgischer Arbeitervertreter die von der chauvinistischen belgischen Emigrantenpresse— und auch sonst— ausgeschrotete„Instruktion" i>«sage, worin«ine jeglicher Autorität entbehrende Versammlung in Belgien die belgische« Delegierten zur Konferenz der Tniente-Sozia- listen beaustragt hat. die Zusammenkunft mit den deutschen Sozial- Demokraten abzulehnen._(r) die größten Opfer brachten die Arbeiter. Minister Stauniug über die Blockadewirtnng in Dänemark. Minister Stauning, der als Vertreter der dänischen Partei auf dem schwedischen Parteitag in der schwedischen Hauptstadt iveilte, hat einem Mitarbeiter des„Sozialdemokraten" Ver- ichiedenes über die Wirkungen der U-Boot-Blockade in Däne- mark berichtet.„Die Krise in Dänemark", sagte Stauning. „hatte die Unbemittelten schwer belastet. Durch eine kluge Handelspolitik konnte jedoch eine umfassende Arbeits- losigkeit vermieden werden. Außerdem hat daS Ministerium, im Einverständnis mit der aus der radikalen Linken und den Sozialdemokraten bestehenden ursprünglichen Regierungsmehrheit, eine Reihe Teuerungsmaßnahmen durch- führen können. Hierdurch wurde den unbemittelten Schichten besonders wirksam geholfen." Zur U-Boot-Blockade sagte Stauning: „Deutschlands Blockadeerklärung kam als sine Vermehrung der Schwierigkeiten, worunter unser Land in der KriegSzeit zu leiden hatte. DaS dänische Volk empfing die Erklärung mit Ernst, aber ahne Nervosität. Wir haben un« nach und nach daran ge- wöhnt. das„Feuer knattern" zu hören und doch in «der Hoffnung zu leben, dem Brande unseres eigenen Hauses entgehen zu können. Die Blockade stoppte natürlich unser« Schiffahrt, und bat kann hei unserem Erwerbsleben sehr einschneidend wirken. Die dänisch« Landwirtschaft, die ein Drittel der Nation beschäftigt, hat nur Lebenskraft, solang- die Futtermitteleinfuhr und die Ausfuhr von Speck. Butter, Fleisch und Eier ihren gewohnten Gang gehe« kann. An müssen ebenfalls Kohle, Oel und Petroleum haben, um unsere Englischer Angriff bei Bouchavesnes— Rnffenangriffe südlich Brzezany und im Kelemeu-Gebirge. Amtlich. Großes Hauptquartier, den si. März 19l7.(W.?. L.) Westliches Kriegsschauplatz. Aus de« rechten Sowwe-User nah« gegen Abend der ArMetiekamps große Heftigkeit an. Räch Trommelfeuer griff der Engländer östlich von BouchaveSoeS erurot au. Sei» An- griff wurde abgewiesen, ein weiterer durch unser BeruichtungS- feuer vereitelt. Zu de« übrigen Frontabschnitteu herrschte bei Schneegestöber meist geriuge Feuertatigleit. Erlunder, die den B erlauf der stauzöstsche« Stellung am Camidres-Wald gegenüber de» von un» dort gewonnene» Linien feststellten, brachten noch 15 Ge- faagenr ein. Oeftlicher Kriegsschauplatz. Front de» GeneralsrldmarschallS Prinz Leopold von Bayern. Em Nachtangriff der Russen gegen unser« Stellungen südlich - von Brzezany scheiterte. Frout des Generaloberst Erzherzog Joseph. An den Osthäugen des Krlemea-GebirgeS im Sädteil der Waldkarpatheu wurde» mehrere russische Kompagnien, die«ach lebhaftem Feuer unsere Stellungen angriffen, zurückgewiesen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Die Lage ist unveräadert. Mazedonische Frout. Zwischen Ochrida- und Prespa-Se« wurde ein« französische Feldwache überrumpelt und gefangen. Der Erste Generalquartirrmrister. Ludendorfs. « ftbenöbericht. Amtlich. Berlin, 6. März. SkdendS. Außer Borfeldgefechten im Anrr e-G ebiet keine besondere« Ereignisse. »« » der österreichische öericht. Wie«,«. Mär, 1917.(W. T. 8.) Amtlich wird verlautbart: Oeftlicher Kriegsschauplatz. I« der Bukowina scheiterte» russische Vorstöße. Südlich vo» Brzezany wurde ein nächtlicher Neberfall der Russen abgeschlagen. Italienischer Kriegsschauplatz. Starke Niederschläge behinderte» im allgemeinen die Gefecht»- tätigkeit und unterbrachen auch de» Kampf nördlich deS San Pellegrino-Tales. Nachts setzte wieder Minenfeuer gegen unsere Costabclla- Stellung ein. Angriffsversuche der Jtalieurr kamen in unsere« Sperrfeuer zum Stehen. Ein feindlicher Uederfall auf drn Eol vricon wurde mit Haudgranatrn abgewiesen. Heut« früh führte der Gegner»or de« Monte Sief eiue größere Sprrtiguug durch,»usrr« Stellungen blieben jedoch un- versehrt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts zu melde». Der Stellvertreter des Chefs des GeneralsiobeS von Hoefer, Feldmarfchalleutnant. GaS« und EleltrizftätZwnk«'md die Industrie im Sang« halten zu können. ES sind also drohend« Aussichten, vor denen unser Land steht. Aber eS wird selbstverständlich daran gearbeitet, um bei den Kriegführenden Verständnis für unsere Interessen zu erreichen. UebrigenS ist zu hoffen, datz bald wieder normale Verhältnisse eintreten werden bei der Aufnahme der von Deutschland vorgeschlagenen und später von Präsident Wilson empfohlenen Friedensverhandlungen." Auf die Frage, ob die dänischen Sozialdemokraten damit zufrieden sind, einen eigene» Vertreter in der Regierung zu haben, antwortete Stauning: „Die Soziuldemokraten wünschen, datz„eine unbedingte Retralitätspoliti!" geführt werde. Hierzu hat die Partei beigetragen, indem sie die radikale Regierung, die beim Kriegs- ausbruch fungierte,. unterstützte. Die Sicherheit für eine solche Neutralitätspolitik konnte durch die direkte Teil- nahm« der Sozialdemokratie an der Regierung nur gestärkt werden." Alm Schluß erklärte Stauning?„Die größten Opfer des gewaltigen Kampfes haben die Arbeiter gebracht, und eS ist ganz natürlich, daß die ihre Forderungen nach Friedensschluß mit weit größerer Kraft als vorher erheben werden. Man kann erwarten, daß daS eingeschränkte Wahlrecht, das jetzt z. B. in Deutschland und Rußland vorhanden ist, dann große Aenderungen erfahren wird. Nach dem Kriege wird es auch auf sozialem Gebiete härtere Kämpfe alS vorher geben. Aber die Welt wird doch etwas gelernt haben, und so hoffen wir trotz allem auf die Zukunft."___. Auflösung ües australischen Parlaments. Melbourne, 5. März. fRentermeldnng.) Da« Parka- ment wurde anfgeläst. Di« Neuwahle« werden wahrscheinlich am 5. Mai stattfinde». Rotterdam, 6. März.„Nieuwe Rotterdamsche Courant" zufolge meldet Exange Telegraph Company auS Melbourne: Die australische Bundesregierung hat sofortige Neuwahle» für beide Hanser beschlossen. Infolgedessen ist die Abreise von Hughes und der anderen Minister, die an der Reichskonferenz in London teünehmen sollten, auf unbestimmte Zeit vertagt worden. der Krieg auf öen Meeren. * Neutrale Schiffe tu englischen Häfen. Rotterda«. 6. März. In englischen Häfen lagen nach einer Aufftellung de» Sch'ssabrtSkonlrolleur» am 21. Februar au- nähernd 1S00 neutral« Schiff«. Ein großer Teil davon war von England gechartert. * Holland verweigert einem bewaffnete« englischen Hand lsdampser Hafeneinfahrt. HoekvanHilland. k. März. DaS heute hier eiugelaufene englische Kanstahrteischift Prineeß Maritha hat»ach eine« nur halbstündige« Aufenthalt de« hiesigen Hafen wieder verlaffe« müsse», weil eS bewaffnet war. Ei« letzter Bericht meldet, baff der Tampfer wieber in den Hafen eingelaufen ist unter dem Borwande, daß an Bard Wasser, mangel herrscht, und daß an Man« der Besatzung erkrankt sei. Die Behörde« habe« iasolgedeffen das Schiff zur weitere» Unter- suchung deS Falles am Waterweg ankern lasten, drn Dampfer jedoch sofort unter militärische Bewachung gestellt. Amsterdam, 6. März. Das„Algemeen Handelsblad" meldet, daß der Handelsdatilpfer Princeß Melita nicht nach England zurückgekehrt, sondern in dem Nieuwcn Waterweg eingefahren sist. Es befmdet sich ein Kranker an Bord, und daS Schiff hat Mangel an Wasser. « Seesperre und Versenkungen. Kristiania, 5. März. DaS norwegische Bizekonkulat in Lerwick berichtet, datz die Bark Norma aus Lilleiand am 1. März von einem deutschen U-Boot durch Geschützfeuer versenkt worden ist. Ein Mann ist ertrunken, ein anderer leicht verwundet. DaS Bizekoniulat in OueenStown telegraphiert, datz die Bark Storenetz aus Kristiania am l. März autzerhalb Ainiale boir einem deutschen U-Boot versenkt worden ist. Die Besatzung wurde in OueenStown gelandet. Amsterdam, S. März. Die Blätter melden, datz der Dampfer Kopenhagen(2ö70 Br-Reg.-T.) der Harwich-Lmie auf der Reise von London nach Rotterdam gestern früh vermutlich infolge eines Torpedofchusies gesunken ist. » Amsterdam, 5. März. Der Direktor des Arsenals von C b e r- b o u r g teilte inoffiziell einem Paliser Blatte mit. datz seit Beginn deS ver'chärften UnterseebootlriegeS nur vier Dampfer mit Kriegs- Material auS überseeischen Ländern französische Häsen erreicht hätten. Augenblicklich feien keine mit der Bestimmung für Frank« reich unterwegs. « Haek»an Holland, 6. März. Der beule morgen eingelaufene englische Handelsdampfer Prinzetz Melita mutzte nach einer halben Stunde wieder in See gehen, da er mit Ge- schützen bewaffnet war. die Kabinettskrise in Schweden. Der schwedische König hat das Rücktrittsgesuch des Mini- steriums Hammerskiöld, das mit seiner Neutralitätskosten- forderung nicht durchdrang, abgelehnt, Ministerrat, der die Frage behandelte, hat er erklärt:„Em Regierungswechsel unter den jetzigen Umständen würde nicht nur bedeutende Schwierigkeiten mit sich bringen, sondern könnte auch so aufgefaßt oder gedeutet werden, als sei er vorbedeutend mit einer Abweichung in einer oder der anderen Richtung von der bisher konsequent durchgeführten nn- parteiischen Nentralitätspolitik, an der festzuhalten i ch fest entschlossen bin." Der König bat die Minister„auss eindring- lichste, alle Ansttengungen zu machen, um einen Ausweg aus den Schwierigkeiten zu finden." Wie bereits mitgeteilt wurde, werden die Minister den Versuch machen, die Schwierigkeiten zu überwinden. Die Krise bleibt also in der Schwebe. Gerichtstag für Sie ruflifche Regierung. Kopenhagen, ö. März. Die erste Dumasitzung ist. wie aus der russischen Presse hervorgeht, verbölrniSmätzig ruhig verlaufen, waS in allen opposüionellen Kreisen große Enttäuschung hervor- gerusen hat. Die zweite Sitzung vom 28. Februar verlief jedoch in- folge der gegen die Regierung gerichteten Angriffe autzerordenttich erregt. Der Hauptredner war der Kadettenführer Mi Ijuko w. der U. a. ausführte, das Schweigen des Ministerpräsidenten am Er- öffnungStage sei vielsagender, als die langen Reden früherer Ministerpräsidenten. Die Regierung habe der Duma nichts mitzn- teilen, was zur Zusammenarbeit zwischen ihr und der Duma führen könne. Hinter der Duma stehe daS ganze russische Volk, binter der Regierung jedoch nur die bureaukratische Clique, deshalb mitzAluckten alle Matznahmen der Regierung. Die inner« Lage Rutzlonds sei verzweifelter denn je zuvor. Die Duma wünsche mit der Re- gierung keinen Frieden zu scklietzen. sondern wolle de« Widerstand der Regiernug überwinden. Die Rede deS Landwirt« Ministers vom vorhergehenden Tage beweis« die Unfähigkeit der Regierung, die Lösung der Finanz- und Lebensmittelversorgung«- fragen zu übernehmen. DaS Boll müsse selbst die Leitung über- nehmen, sonst sei keine Lösung möglich. Der Führer der Arbeitergruppe KerenSki war noch schärfer ür seinen Angriffen. Er sagt«, jetzt sei der kritischste Punkt deS Kriege» gekommen, über dessen Ausgang er sehr pessimistisch denke. Einfältig sei eS. von der Eroberung KonstantinopelS und der Veränderung der Karte von Europa zu sprechen, wenn die Regierung nicht einmal imstande sei, daS eigene Land zu verteidigen. Die Kritik an einzelnen Ministerien sei un- nötig, da» ganze System müsse geändert werden. Die Regierung habe das gesamte Wirtschaftssystem Ruhland« vernichtet. Wetter« Worte zu vergeuden, sei jetzt keine Zeit mehr, man müsse mit Taten den Abschluß de» blutigen Kriege» vor» bereiten. Leere Worte unö Zukunftsmusik. Lugano, 5. März.(T. U.) Italienische Blätter veröffentlichen eine offiziöse Zlote über die Ergebnisse der Petersburger Ententekonseren z. Daraus geht hervor, daß aus der Konferenz praktisch nichts erreicht und nur leere Worte und Zukunftsmusik gemacht wurden. Der Angriff bei Souchnvesnes. Berlin, 6. Marz.(W. T. B.) Der englisch« Aagrisf bei Bonchavesne» war augenscheinlich in großem Maßstab« auf breiter Frout geplant. Da» starke ArtUlerieseuer, das nachmittags auf der ganzen Gegend vo» St. Pierre«aast-Walde und«ovchaveSueS lag. verstärkte fich u» 6 tthr 30 zum Trommelfeuer. Die euglifchen Sturmtruppeu. die sich in de« vordere» Gräben sammelten, wurden jedoch deutscherseits r echtzeitig erkannt und unter L e r n t ch- tnng»feuer geuomme«, fodaß es de» Engländer««»cht gelang, die bereitgestellte» Kolounc« zu« Angriff Herauszubringen. Nur östlich Bouchaoesucs verließe» die Engländer die Gräben. Ihr Ansturm brach jedoch unter blutige« Verlusten im Feuer zusammen. DeSgleiche» kam ein zweiter Angriffsversuch um 9 Uhr 40 nbeud» in neserem Feuerwirbel uicht zur Durchführung. Die fraazösische» Versuche, da» am 4. im Cauriares- Wald verlor««« Gelände zurückzuerobern, scheiterten sämtlich. Die frauzöfische Funkspruchmeldung vom 6. März, 1 Uhr vormittag?. daß ei» Teil der verlorene« Stellung zurückerobert sei, ist frei« Erfindung. Die Gräben wurde« gegeu alle Gegeuaugriffe gehalten und befinden fich restlos im deutschen Besitz. Nr. 65.- 1917. Unterhaltungsblatt des vorwärts Mittwoch. 7. Marz. Mütter. „E-Z hat geklopft. Sieh nack!. wer da ist,� sagte die Mutter. „Du siehst und hörst schon wieder einmal nichis. Ich werde den Schmöker ins Feuer stecken. Geh doch schon, du Nichtsnutz Ter Nichtsnutz, ein eltjährsger Junge init kahlgeschorenem Kopre. sprang au>Z einem Kinderstuhl und stürzte mir drer Sätzen zur Tür hinaus. Häufiger als seine kleine Schwester sah er in dem Kinderstuhl, dem er schon so lange entwachsen ivar, und vergrub seine Nase in em vuch, da» aus der armseligen Leihblbliolhek eines PapierladenS stammle. „Eine Frau ist hier," rief der Junge im Korridor.„Soll ich sie rinlasieir?' „Frage sie, lvaS sie will." rief die Mutter zurück. .Alts Sacken will sie kaufen," rief wieder der Junge. Tie Mutter erhob sich, setzte da-Z Kind, dem sie die Brust gegeben hatte, auf den Fuhboden, knopfie sich die Bluse zu und ging hinaus. Auf dem Treppenstlkr srand ein« ältliche Frau mil einem großen Wollluch um die Schultern und einem Bündel unter dem Arm.„Ich bitte Ihnen um Entschuldigung." begann sie. „vielleicht haben Sie etwa-?, em paar alte Sachen zu verkaufen von Ihrem Herrn Gemahl. Alte Kleider, Schuhe. Hüte—. Ich kaufe alles." „Ich habe keinen Gemahl," bekam sie ein wenig barsch zur Ant- wort.„Und einen Mann habe ich auch nicht. Aller ich hatte einen. Er ist ge'aüen." „Gefallen ist er? Eilveh, so sind Sie Witwe? Ist das Ihr Sühn?" Sie zeig:? auf den Jungen. Tie Witwe nickte und legte die Hand auf ihre? Sohnes kahlen Kopf. „Hahen Sie nsch mebr Kinder?" fragte die Händlerin. „Eins noch. Gin Mädchen. „Nnd haben Sie nicht zu hängen ein paar alte Sachen im Spind? Seien sie so gut und sehen Sie nach. Sie werden haben. Ich weiß." „Kommen Sie herein," sagte die Witwe.„Nachsehen kann ich ja." Die Händlerin dankte, trat über die Schwelle und setzte ihr Bündel ab. Sie wollte in dem dunklen Korridor stehen bleiben. Die Witwe sordeite sie auf, in die Kücbe zu treten.„Immer kommen Sie weiter." sagte sie.„hier ist es schön warm. Wir sitzen immer alle Mann in der Küche. Ich heize in der Stube nicht. Tie Kohlen sind knapp und teuer."—„Man kann nehmen, was man will," sagte die Händlerin,„alles ist teuer." Sie trat in die Küche und grüßte nochmals. Dem Munde des Säuglings, der aui »em Fußboden laß. entglitt der Schnuller und er begann zu schreien. Die Mutter nahm ihn auf den Arm. „Ich werde abnemmcn daS� Tuch, sagte die Händlerin. Das Kindel? hat sich dcrichrocken." Sie zog das Tuch von den Schulleru. faltete es sorgfältig einige Male und ging hinaus, um es auf ihr Bündel zu legen. „Wer macht denn da so'n großes Schreierken. fragte die Witwe den Säugling. Meine Puppe? Mein Goldkind?" Sie wippte den Schnuller in eine Zuckerdose und stcckle ihn demKind wieder in den Mund. GS beruhigte sich im Nu, legte aber von neuem loS, als die Händlerin wieder m die Küche trat.„Gebbcn Sie her das Kind", tagte diese.„Ich werde»s berubigen. Ich habe auch gehabt, so e' kleines Mäderle. Es ist gestorben, wir wir haben gemüßt fiiehn vor die Kasaken." „Haben Sie vor den Kosaken fliehen müssen," fragte die Witwe. „Wo war das?" �„Wo wird das gewesen? In Galizien' .Haben Sie nur das eiue ätind gehabt!" Dw Händlerin lächelle über die Frage. „In Galizien gibt es kein« Mutter, die nur hat«in Kind. Ich babe gehabt acht. Zwei Söhne sind geblieben in die Karpathen. Velde sind sie gefallen in ein' Monat." „Beide in einem Monat?" „Beide," nickte die Händlerin.„To wahr ich da steif, beide." „Und Ihr Mann, wo ist der?" „Wo wird er fein? Draußen ist er. Ich habe sckwn seit gut zehii Wochen nichiS gehört von ihm. Er kann nicht ichreiben. In Galizien können sehr viele nicht lesen und nicht schreiben. Ich auch Nicki." „Und wie finden Sie doch überall bin?" J auf einen Schemel, um die Kleine. die gar nicht zur Stühe kommen wollte, nochmals an die Brust zu k»gen. „Da" Kind wird gar nicht ritdtig satt", klagte sie.„Es ist aber auch reen: nischt drin in den ollen... Woher auch soll's kommen?" „Gott soll einen hüten setzt für kleine Kinder." „Und wie schwer erst soll eS sein, sie groß zu ziehen, wenn kein Vater mehr da ist. Mein Mann bat immer geaibeiwt und vcr> dient: cr war gut zu mir und zu den Kindern. Drei Monate war die Kleine alt. als er sortgemacht ist. Drei Monate erst—. Ja Von Dir ist die Rede. Du Einzige. Sehen Sie nur, ivie sie mich groß anguckt." Tie Händlerin und der Jungs, der allem mit Neu- gierde horchte, fernen herber, um den Säugling ins Gesicht zu sehen Er batle zu trinken aufgehört, hatte sich ausgerichtet in den Schoß der Mutter und lächelte. Die Mutter drückie ihn an ihre entblößte Brust, küßte sein spärliches Blondhaar und iagw:„Du weißt noch uichts von Elend und Seid. Sloch bist Du glücklich." Die Händlerrn streichelte ihm die Wangen, nannte ihm„mein scheineS Kind", und der Junge schäkerte mit ibm. Schließlich erhob sich die Mutier. denn es war Zeit, das Kind zu Bett zu bringen„Die Kleine ist müde, sagte sie. Ich werde sie über Bord bringe». Und dann werde ich im Spind nachiehen, ob ich etwas für Sie zu hängen habe. Sie können inzwischen eine Taste Kaffee trinken. Oder wollen Sie keine?" „Wenn Sie mir gebbsn, werde ich gerne trinken." Die Witwe nötigte die Händlerin, sich an den Th'ch zu setzen; sie bewirtete sie mit einer Stulle und einen Topf Kaffee. Dann aber ging sie mir dem müden Kinde in die Stube. Die Händlerin aß und trank und erzählte dem Jungen von dem Elend ihrer Heimat, von ihrem Beruf und ihren fünf Kindern dabeim. Nach etwa einer halben Stunde trat die W'twe wieder in die Küche. Ihre Augen- liöer waren gerötet, sie hatte geweint. Tie Händlerin erhob sich schnell. Sie balle keine Geduld mehr. Sie wollte endlich einen Handel abschließen und gehen. Doch die Witwe war mit leeren Händen wiedergekommen.„Ich habe nichts gebracht," sagte sie. .Ein Spind hängt voll mit Sachen»an meinem Mann, aber ich kann mich von keinem Stück trennen. Ne. Ich kann'S nicht. Schwarz auf weiß kab ich eS in Händen, daß ex gefallen ist, aber ich denk« immer noch, daß er eines TageS wieder komn'.en wird. Ich zieh nick't und ich will auii> nichts verlausen. NichlS von fernen Sachen, noch sonst etwas. Er soll alle? so vorfinden, wie er eS verlassen hat." Sie setzte sich auf den Schemel, legte die gesalteien Hände zwischen die Knie und seufzte.„Vorläufig hält mich." gestand sie»„nur die Hoffnung aufrecht, daß da? alles nur so etwa» wie ein schlechter Traum ist, so etwa? wie— wie". Sie stützte die Ellenbogen in deir Schoß nnd drückte die Hände gegen den Mund, darin ein Schrei erstickte. Die Händlerin schüttelte de» Kopf, betrachtete die Witwe ein Weilchen mit mitleidigen Blicken und sagte schließlich:„Liebe Frau, man soll sich nicht selber betrügen. Was haben Sie nötig sich an falsche Hoffnungen zu tlammern. Sie haben doch Kinder. Und wer Kinder will erziehen, muß haben ein Herz für sie und einen klaren Kopp." Ter Junge trat hinter den Schemel, legte sein Gesicht in den Nacken der Weinenden und sagte Mit flehender Stimme:„Mutter, Mutter, Du sollst doch nftht weinen." Und nun drehte sie sich langsam um, drückte den Jungen an sich und versprach ihm unter Liebkosungen, daß sie sich bester» werde. Die Händierm ging hinaus, hüllte sich wieder in ihr großes Wolltuch und nahm das Bündel unter den ixm. Gi« wollte sich schnell, vielleicht gar ohne Gruß cutserne». Der Witwe»ntging da? nicht. Sie eilte ihr noch und bat sie, noch zu bleiben. Versprach ihr. nochmals übers Spind zu gchn und ih: einen Anzug zu ver- kaufrn. Die Händlerin blieb nicht.„Lasten Sie ibn noch hängen, sagte sie. Ich werde mir ihn holen, wenn ich wieder mal Hab zu tun in die Gegend hier. Heute Hab ich kerne Zeit mehr. Ich habe Kinder zu Haus. Mir bängt nach ihnen."� Sie drängle hinaus, die Witwe gab ihr den Weg frei und drückte ihr die Hand, wie sie seit ihres Mannes Abschied niemand mehr gedrückt hatte. _____. Joseph Adler. Goethe tmS �der hunö öes /tobrp'» Bor hundert Jahren geschah in Weimar das Unbegreifliche, daß Goethe in seiner Eigenschaft als Leiter des herzoglichen Hoilheater« in einem Konflikt mit einem dressierten Pudel den Kürzeren zog und demzufolge von der Leitung der Hofbühne zurücktrat. Goethe halte da» Weimaier Theater zur Höhe einer Musterbühne erhoben, und seine Tätigkeit als THeaterlensr war ihm zu einem solchen Lebensbedürfnis geworden, daß er das Verhältnis gewiß nickt leichten Herzen? löste. Er mußte sich aber tvohl oder übel aus Grüiiden lünstlerffchcr Telbstachlung dennoch zu diesem Schritt entschließen, als der Herz»? in einer nüverständlichen Laune dem Dickter-Direktor die Zumutung stellte, da? zu jener Zeit beliebte Rühr- und Schauerftück„Der Hund de? Aubry" auf- zuführen und damit einem als Hauptdarsteller agierenden Hunde den Weg auf die von ihm geleitete Bühne zu bahnen. Das er- bärmlicke Machwerk iranzösitchen Ursprungs behandelte die Sage von dem treuen Hunde de§ meuchlings gemordeten Aubry de Moni- didier, der den Mörder seine? Herrn im Gottesgericht besiegt und zum Geständnis zwingt, in albernem melodramatischem Stil. ES war zuerst auf Wiener Vorstadlbühnen aufgeraucht und im Septem- ber l8tg aucb der Ehre der Aufführung im Königlichen Theater zu Berlin gewürdigt woi den. Wenige Monale später befahl der Herzog votr Weimar die Einstudierung de? SiückeS mit dem als Wunder der Dresiur gepriesenen Hunde dcS SchauipielerS Karsten in der Titelrolle. Man begreift ohne weiteres, daß der Olympier die Ziimutung feiner Beihilie bei dem Versuch, die Kunst sozusagen auf den Hund zu bringen, energisch und entrüstel von sich wie?. Er beantwortete den herzoglichen Auf'ührungsbcfehl mit der Elnrcichung seiner Ent-> lasiung, die ihm auch in Gnaden gewährt wurde. Goethe halte gewiß recht, aber der Hund behielt recht. Da? Stück un» sein vierbeiniger Held wurden rauschend gefeiert, und den gelehrten Pudel wird der jubelnde Beifall des Publikums gewiß leicht über die ironische Kritik hinweggelröstet haben, die ihm Goeihe in dem Epigramm widmete: Dem Hundestall soll nie die Bübne gleichen, Nnd kommt Namr, so muß die Kunst entweichen. Die Stahlsaat auf öem Echlachtfelöe von veröun. Tie Unmenge von Stahl, die während der Kämpfe vor Verdmr in diesem Kampfabschnitt aiiSgestrellt ivurde, hat einen Milarbeiler de» chwedischen Btalles'.Jndustrilidningen Norden" zu einer sehr inieresianten Berechnung angeregt. Auf Grund der Angaben über die Anilleriegeschofse, welche im Kampfabschnitt um Verdun ver- >ucrt ivuiden, wird nqmlich die Slahlmenge berechnet, die heute das Schlachifeld. um Verdun bedecken mnß. Manchmal winden in diesem Kampfabichnitr an einem Tage. von beiden Parteien zu- sammen eine Million Explosivgeschoffe verfeuert: da diese Zahl aber sicherlich weit über den Durchschnitt hinausgeht, gehl die Berechnung von der Annahme aus, daß, als Mittelzahl eine Mistion Geschosse in der Woche bei sehr niedriger Bercch- nung in Anschla gebracht werden müsse. Wenn das Durchschniltö- gewicht an Metall bei jedem Geschoß mit 45 Kilogramm angenommen wird, so wurde imkeryalb der dreißig Kampswochen, die hier in B-- wacht kommen, das Erdreich um Verdun mit 1350 000 Tonnen Stahl übersät. Zum Transport dieser Stahlmenge wären bei voller Ladung nicht weniger als 135 000 große Eiisiibahnfrachlwagen not- wendig gewesen. Da die GeiamiflächenauSdebnung des Kampf« feldeS sich nicht ganz genau umgrenzen läßt, nimmt man hieriür — wieder bei möglichst niedriger Einschätzung— ein Gebiet von 2S0 Quadratkilometer oder 20 000 Hektar an. Ber einer DurchschniitSberechnung auf Grund der erwähnten Ziffern kamen also aus jedes Hektar des Erdbodens nichl weniger als fünfzig Tonnen Stab!. Wenn man weiterhin den Pstess der Tonne mit 70 M berechnet, so stellt der Stahl, der auf jedes- einzelne Hektar gestreut wurde, einen Wert von 3500 M. dar. Da der schwedische Autor dieser inerkwüldigen Rechnung prinzipiell bei seinen Annahmen verhältnismäßig kleine Ziffern einstellte, so daß diese Schätzung von der Wirklichkeit sicherlich noch erheblich überlroffen wird, kommt er zu dem Schluß, daß der Werl der Slahlernte auf dem Boden des K«mpfabschnitteS um verdun sämtliche Ermen, die jemals bekannt wurden, weit in den Schatten stellen müßte. Die Frage, ob und in welchem Maße nach dem Kriege eine solche Stahl« inat wir» geeintet nnd wieder verwertet werden können, ist also wohl der Beachtung wert.(?) Notize». — Bühnenchronik. Frank W e d e k i n d wird in den nächsten Borstellmigen seiner Tragödie„Erdgeist" im Könrggrätzdc Thealer die Rolle des„Dr. Schön" selbst darstellen. — Historische Lichtbilder. Die Gesellschaft kür Volks« bildung, Berlin JTW, Lüncburger Str. 21, versendet soeben da? neueste Verzeichnis ihrer Lichtbilderabteilung. Es enthält eine um« fangreiche Zuiammenftellung von LichlbUdern aus der Reformation und wird kostenfrei aui Anfrage versandt. — Eine neue K u«r si z e i t s ch r i f t,„Da? Kunst« b l a t t", erscheint unter der Leitung von Paul Westheim im Ver» lag von Gustav Kiepenhauer in SS.rmar. Sie will der werdenden Kunst dienen. Da? erste Heft bringt Abbildungen und Würdigungen von Münch, Lebmbruck, KoMchka, Nolde, Barlach, Kirchner und Heckel. Die AiiSstatrung ist gediegen, besonders zu loben ist die Wiedergabe der Bilder. — Eine iozialhygienische Ausstellung soll in Wien Mitte Mai eröffnet werden. Sie soll'sich mit den ver« schiedenen Gebieten der Sozialhygiene befassen, so u. a. mir Lebens« miltelsälichung und Eriatzstoffichwindel, mit WohmmgSsmsorge, Kinderfürsorge. GeschlechtSIrankbeit, Tuberkulose und Kriegsseuche«. 85) Der Polizeimeister. Ein russischer Polizeiroman von Gabryela ZapolSka. „Wann wollen Sie wieder herkommen?" fragte Moni- will schließlich. zwei Wochen, wenn Herr Tagejew mich nicht sofort hinauSlransportieren läßt. Wer weiß, ob sie mich überhaupt über die Grenze lassen?" Montwill lächelte. ..Neber die Grenze kommen Sie, ich will Ihnen gern dabei behilflich iein!" Sie?" „Jawohl! Ich kenne den Gendarmeriebauptmann air der virenze, ein sehr manierlicher Mensch. Ich werde Sie vor- stellen. .Älißki lächelte. „Lieber nicht!" -„Warum nicht? Er sieht sich alle Patriotischen Stücke in Krakau an und ist von ihnen begeistert. Ich sage Ihnen, ein wohlerzogener Mensch Wenn Sic ihn kennen lernen, können Sie immer über die Grenze reisen, und kein Mensch wird cL wagen. Sie zu belästigen." „Wenn dem io ist.,." „Ja. lieber Herr, hier geht eS nicht anders: wo man nicht hinüberknechen kann, muß man unten durchkriechen... eS ist ichlimm." Er seufzte mid rückte in die Ecke. Plötzlich sprang er aus. „Dir sind angelangt." In der Tat, graue, häßliche Grenzgebaude, die die Ein- fahrt in daS Land dcS weißen Zaren in Europas Augen sehr � mangelhaft und unangenehm erscheinen lassen, wurden sichtbar. Flontivill eihob sich und ging aui denKoriidor. Als die schweren Schritte der Gendarmen sich vernehmen ließen, die die Nci'epässe abnahmen, machte Montwill ihnen ein unauffälliges Zr-chen und veilicß raick den Zug. Äiitzki, der damft be chäftigt war, feinen Paß aus der Brustlasche zu ziehen, hatte nichts von alledem bemerkt. Als er endlich auf den Perron stieg, war Montwill verschwunden. Dagegen glaubte er zu sehen, wie Markowski gerade im Stationsgebäude verschwand. „Solche Schurken!" sagte er erregt.„Sie haben mir nicht getraut. Der Halunke ist mir bis hierher nachgereist." Er ging in? Restaurant und setzte sich au einen Tisch. Von hier auS konnte er deutlich sehen, wie Markowski auf dem Perron auf und ab ging und ihn beobachtete. Plötzlich öffnete sich die Tür und Montwill trat ein. Er tat zuerst.«19 bemerkt? er Klitzki nicht, sah zum Fenster hin- auS, lächelte, endlich kam er auf KlitzkiS Tisch zu. „Sehen Sie, wer dort geht?" fragte er Klitzki mit ge° dämpfter Stimme. „Ja! Und ich bin wütend. Ich möchte am liebsten so- fort wieder zurückfahren." „Wozu? Reisen Sie jetzt ruhig weiter und kommen Sie in zwei Wochen wieder. Bevor sie dort erfahren, daß sie an- gekommen sind und ehe sie die Pässe auS den Hotels einziehen, können Sie Ihre Bekannten aufsuchen. Ich war jetzt zwei Tage dort, und als sie über mich Erkundigungen ein- ziehen wollten, war ich wieder fort. Aber warten Sie! Wir werden den Markowski gleich einmal vornehmen'" „Wer denn ,wir'?" „Ich und mein Bekannter, der G?ndarmeriehauptmann; er kann die Polizei nicht ausstehen. Ich haste ihm öon Ihnen erzählt. Er will Sie gern kennen lernen. DaS ist ein außer- geivöhnltchcr Mensch! Da ist er. sehen Sie I" Durch die Fensterscheibe sah man, wie ein Gendarm Markowski anredete. Markowski warf einen Blick ins Restaurant, als wollte er sich überzeugen, ob Klitzki nqch auf seinem Platz saß. und folgt? schließlich dem Gendarm. „Der Hauptmann ließ ihn zu sich rufen," sagte Montwill lachend,„er muß vor Wut platzen." In bester Laune winkte er den Kellner herbei und be- stellte. „Zwei Schnäp'-chen und einen Imbiß, ja?" „Ich trinke aber keinen Schnaps!" „Wie? Ist das möglich? Schämen Sie sich! Heiraten wollen Sie und leben wie>m altes Weib?!... Zwei Schnäpse! Aber bis an den Rand voll, Kerl, sonst g-dts keinen P ennig Trinkgeld." Der Kellner brachte zwei dicke Schnapsgläser und schenkte Schnaps ein. „Auf Ihr Wohl!" rief Montwill und stieß mit Klitzki an, der sich unwillkürlich anfhcitsrte und sein Gläschen leerte. XVlU. ?ln der FuchZHZHle.— Hauptmann Hordhj.— Wer ist schlauer?— De« Ringkamps zwilchcn vem Genvarm mid dem Polizisten.— MarlowSki in der Felle.— Klitzki wird von einem grauen Schatten versolgt. Hauptmann Hordffj bemühte sich, zu MarkowöriS Empfang den sanftesten Gcsichtsausdruck anzunehmen. Er stand an einen altmodischen Schreibtisch gelehnt, in der Ecke seiner Kanzlei. Ueber dem Schreibtisch flackerte ein Lämpchen vor einem Heiligenbilds Die Stores der auf den Perron hinaus- gehenden Fenster waren zur Hälfte heruntergclasflm. so daß in! Zimmer Halbdunkel herrschte. Dem Fenster gegenüber stand-ein elegantes Plüschsofa, ans dem ein weiches Plaid und mehrere Kissen lagen. Daneben sah man auf deni Fußboden einen braunen Leinensack, den Montwill mitgebracht hatte. Auch Montwills Stock stand in der Ecke. Al§ der Hauptmann ihn bemerkte, warf er ihn hinter das Sofa. In deniselbcn Augenblick wurde an die Kanzleitür gc« klopf:, und Markowski trat ein. Bevor der Polizist und der Gendarm einauder ansprachen, maßen sie sich mit den Blicken. Beide suchten zu verbergen, was in ihnen vorging. „Guten Tag!" sagten sie fast gleichzeitig. Dann verstummten sie für eine Weile, wie um Kraft für den Kampf zu sammeln. „Sind Sie geschäftlich hier?" fragte Hordhj, bemüht, de» scharfen Ton seiner Stimme zu mildern. „Jawohl I" erwiderte Markowski. „Haben Sie jemand hergebracht?" fragte der Hauptmann und blickte Markowski fcksarf an. Markowski sah ein, daß es keinen Sinn hatte, zu leugnen oder Ausflüchte zu machen. Die Gendarmerie schien Vorzug- lich informiert zu sein. „Ja!" erwiderte er mft fester Stimme„Ich bin je- mand nachgeiahren. um aus glpassen, ob er nach Krakau zmückretst." Hordhj zuckte dir Achseln: „Warum denn, Sergej I ranomitschtf DaS hat dieser Winand verschuldet? Haben Sie irgendwelche Anhalts- punfte?" Markowski wurde verlegen. (Forts, folgt.)- SircVticra Uaz B einbkTdt: Deotsebes Theater. 7 Cbr: Othello. Kammerspiele. J5?i Ubi': Das Konzert. Volksbühne, VltXjiir: Weh dem, der Ittgt! Theater i. d. Königgräfzerstr. 7:,'j Cbr: Paul Danxe and Tora Parobery. Komödienhaus VI, Uhr: Dia verloren« Tochter. Berliner Theater 7n Uhr: Die tolle KomteB. Sessing-Theafer. Birektioo Viktor Barnowsky. VI, Uhr: 016$0�08. Donnerstag:; Die Sorlna. ßeütsch. Künstler-Theater. Allabendlich 7'/» Uhr: Die beiden Kltngaberg. URANIA TBÄtr' t Uhr(halb« Preise)! in U-Boot oogeo den Feiod. 8 Uhr: Der Balkanzug und die befreite Donau. Theater für Mittwoch, 7. März. Deutsches Opernbaas, Charlottenb. 7 uhr: Die Jagend. Friedricfa-Wilhetmstidt Theater. 7-'.u.: Das Drslnäderibaas. «ebr. Herrnfeld-Theater 7'/,U.: Der Stola der FamUle Kleines Theater i�tr.jerBaaliderSabigeriinieo. Komische Oper Uraofführang; 7% uhr: Die Dose Sr. Majestät. Lustspielhaus 7 /. üj Die scböne Kubanerin, Neues Operettenhaus SchiSbd. 4a. Kassantol.: Bord. 381. tu v.- Der Soldat der Marie. Metropol-Theater Ä. Die Csardastürstin. Reeldena-Tbeater. L'-Die Warschauer Zitadelle. Schüler- Theator O. vi, u.: Das ilter. Seblllcr-TluGbarlottenbs. t'/, u.; Seine einzige Fraa Tballn-Theater. vi, u.: Das Vagabondennädei. Theater an» Kollendortyl. S>I4 Uhr: Jueendfrennde. 7-.',uhr: Die BofascbkaDone. Theater de» Weotens 7-?.u.- Die Fahrt ins Block Trlanon Theater 7V. u. Gib m! ieöwig acht V'Ub Clrcu» M Busch. T5gl. 7'/, Sonnt 3>l, n.VI, Uhr. ! fieiikaDiscbe Ljncbjusfiz! Sensations-Akt des Eiskftnigs Tom Jack. Derselbe wird v. Herr.». d. Pnbl. gefess. u. in ein. Sack versobniirt, in ras. Gallopp v. ein. Pferde um d. Manege geschleift u. befreit sich in Hirz. Zeit vor d. Augen d. Publikums s. d. gefährlich. Todesfessel. 3 Beleihe«, verweg. Luftloiter- Akrobaten a. hob- Sohifismast. 8 Deila«, Kraft-Akt, usw. Zum Schluß: Die vereinnkene Stadt. Zirkus A. Schümann Einlaß 7 Uhr. Anfang T'f, Uhr. Heute und täglich Da« neue März-Progrum. Klsmet, d. oriantoi. Wunder! Adolf m. Coro 61« bellebiee SpeSeweher. Antipoden•Spiele alt Hnaden. Em lila Rose. Das sr. eqnestr. Programm u. Die Seeräuber. Große Auestatt-Pant. i. 4 Akt Sonntag 2 gr. Vorst, 3 u-T'/iU. Nachm. 1 Kind frei! Billetts ab beute zu haben. RoscTheater. vi, UHr- Dev ftbeic Bauer. JjL Berliner Konzerthans. Manerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Heute: Gr. Konzert des Berliner Koneertbaiis-Oreheater» Detter: Komponist Frz. v. Blee. Auf siib 7*1, Uhr. EiirtrW 30 Pf. Aefuf VI, Ohr. Ab alle« Wochen tag«, s Waehmittasa-Konmert bei freien Eintritt cid voller Drehest erbe» atzung, Praktische Steuerpolitik oder Steuerdogmatik? Bon Heinrich Lmiow. Preis l Mark Vereinsausgabe SS Pfennig Diese Broschüre bietet«in« gut«, gemeinverständliche Knführung in die Aufgabe» der Steuer» und Fmanzrefor«. >.1 I, Die ersten Kriegssteuern und die Sozialdemokratie Do» Wilhelm«eil. Preis 2 Mark BereinSaoSgabe 1,20 Mark Die große Bedeutung, die de» ersten AciegSftatec» zukommt, und die klärend« Wirkung, die von de» ReichStagSdebatten ausgeht, ließ «S angezeigt erscheine»», eine gedrängte Zu sammensass ung des ga». zen Verlaufs der Steuerkämpfe zu geben. Da< wichtigste Tatsachenmaterial ist in der vorliegenden Schrift zusammengestellt. Neue Steuern während des Krieges? Von Gustav Hoch, M. d. R. Preis 1 Mark DereinSauSgab« S0 Pfennig Die Steuerentwürfe der Regierung werden in dieser Schrift aus» führlich und in allgemein verfiändlicher Form kritisch beh mdÄt. An Land reichlichen Materials beantwortet der Verfasser die Frag«, ob und in welcher Form neu« Einnahmen des Reiches währe-'d des Krieges notwendig find.. MMlW Amilrls WI Anm S. N. i. S. Verlin SV. öS, eindenfirahe S. �Vsldslis-Tdsster. 3'l, Ubr: Zchueewittchen. 7-/. Uhr-Das GiQcksmädel. Natioüai-Tbeater. Staden tenliebcheB. Anweisung für 1—4 Personen: Parte»..... 1,—) Sessel...... 1.251. Orchest«r»Se?eI 1,75 f«»chentagZ Loge«...... 3,50j Vorverkauf 10—3, ab. 6 Uhr. Sonnabend u. Sonntag SO Ps. mehr Oscar Sabo sowie der nene Särz-Splelplan. Außerdem Liilebirs Hochzeitsreise. Äegypt Burleske in 7 Bildern. Musik v. Blzei. Inszenierung ▼. Max Reinhardt. Hauptdarsteli.: Ken« Waeemae«. Jjillebil Chri Stensen, Katta Sterns, Ernst Mstray. Reiehshaiien-Tbeater. Stettiner Sänger. Anfang 7>/,Uhr. Sonntag nach mit! 3 Uhr: Vorstellung zu ermäB, Preisen I lesesPropuun Sfeolfo PB»era»cH3TR-AM• pw- aoowi» Du Thezter ist put gehetzt Täglich'/.8 Uhr: Pcraönliehcs Gaotaplet Wanda Treumann Vlggo Larsen in ihrem Lustspiel: „Die aeheldanff»ebeM. von William Kahn. Vorher; Oes velistAndig eses Varlet�-Prograwipt. T oigt-Theater. Badttr 8t. Badstr, SS. Täglich VI, Uhr: Der Weg ins Verderbe». Schauspiet m 4 Akt. v. R. SfotBromtef. ung S-/» Uhr. Anfang P/.UHr. Tägl. Vlm Somit 8'/, tl Vf, Bio neue Royoo; Casino• Theater Lothringer Str. 87. Täglich VI, Uhr Trotz des großen Erfolges nur noch kurq« Zeil Zwei helle Serliner Solcher 7(1, USr bunter Teil. Ansang des Stückes 8';, Uhr. Sonntag 4 Uhr: Tie Tncde klnvpt. Possen• Theater. • Tiglich VI, Uhr: Der fliegende Holländer Der alte Volff. Unsere Poliklieik für Frauenkrhnk- holten, Adaibertstr. 4, ist wieder eröffnet. Montag u. Donnerstag 4—5 Dr. Alice Profs, Dienstag u. Freitag 10— 12 Dr. Grete Ehrenberg. 17/2 Admiraispaiast. Schlitischahiinfer- Ballelt a. d. Oper..Oer Prophet'- und ?rsu Tantasie. VorzOgl. Küshe Anfang V!t. Snezialarzt IDr. med. Colemana K für Hanl-, Hart-, Fraoenlsiden, F nerv. Schwäche, Beinkranks. I Etarllch- Hata- Karen I (Dauer 12 Tage), Behandlung j schnell,, sicher und schmerzlos ohne Berufsstönmg. König8fr.34-36lA1seäÄ| Spr. 10— 1 u 5—8. Sonnt. 10—1 Kleidune ii#ier gegen bar und aut Kredit aal.l gBasilgitau r B.F£DER ant.i gSoattg�au Jah ung bcdlnm tiea Nora«): b run nen strassel Oe ten; t-ranktorter Allee 35b Suaen; ILottbuser üamm 103 Westen; Chat io» ten tvrg. Scharrenstr.5.-«i» ici Damen-Heuheiten«pro« m nur modernen Austiihrungen fertige Herren �leiünng Borwa«'». ÄAgiags-Änzige n Mer r.wdnsehte» 4r«t« an L«»*t. WM Verkäufe H Vermietungen Velzgnrnitnre»! SlunkSftolaS! FuchsgarMturen! Lpossumstoles I Muffen! Betirnverbans! Herrengarde- rvbel Uhren»erkani! �«tnuckiachen! Waren aller Art! Allerbilligste Preise! i/eihhauS! Warschau erstrage 7.* Deutsche Bücherei. Soweit Vor- rat jede Nummer broschtert statt 30 Ppcnnig nur 20 Psennig, gebunden statt 50 Psennig nur 85 Pfennig. Buchhandlung BorwärtS, Linden- ftratz« S. Nnzstsr und Sotnwerpnlelots iowi- Hoien. Sibrrdanzüge, Fracks. low»« für korpulente Figur-n. Neu« Garderobe zu staunend billigen Breiten, aus Piandlekben vir- fallen« Sachen kaust man am billigster! bei Nag. Muiackstiatze 14. Mietgesuche Honbwerter sucht einfach möblier- ies Zimmer, Nihe Görlitz««der Schlefischen Bahnhof bevorzug». Oss«t«n Borwärtsspedition, Greifen- hogenerftratze 22.__ rl5 Junger Kann sucht ellewtg« chlasllelle. Näh« Schillingsbrücke. Ost. E. Spedition straße 42._ 19756 Arbeitsmarkt Sietlenangebote Schiefler aus Slihldraibtil»er- langt Ed. Bul?. Tempelhol. SZK' Plicker los ort gesucht. Meldungen in unser« HauSinspellion von 9',', bi» 10 Uhr. Kaushau» deS Westens. «. m. S. H., Tauentzienitr. 2k/21.» Lehrling verlangt Kunst- und vauschlosterei, Rigaerstratz« 98., ?k0 rneh m errenmrzüge. Paletots und Qlst« aus haltbarste» Stoffen 45—75 Mark, ebenso Hofe» bis 25 Marl. Versandhaus Germanin. Unt« den Linden 21." Livvmen«, Otto. Hilisbuch für die Dreherei mit 202 Abbildungen. Gebunden Mark 3.40. Buchhandlung BorwärtS, Lindenstratze 3. Model Möbel gegen bar und Teil- !g vertäust preiswert D. Lechn«, nenftratze 7. Müllerstraffe 174 Sonntags von 12—2 Ubr geöffnet.* Stube»« und Kücheneinrichtung febr dillig. Teilzahlung geftaNet. Möbelichatz, Brunnenstrage lö0. Ein- gang Äntlamerstraffe,_'238/12* Zchlaszitnmcrck ioloila!« Ans, wohl. Hochelegante dunkeim ahogonl, birnbaum, bitten, kirschbaum, weiff- lackiert, echteichen. Billigst. Besichu- lohnt. MSbelhaus Osten, nur ' 80. 150» Bildschöne Wohnungs- ünd Küchrneinrichtungen. Küchengeschirr und viel Zubehör, nur Privatleuten verläuflich. Rosenthalerftraff« 25. erste Etage,(geht Laden) 241/36 brachten Sie die ganz beionderz günstigen Möbeinigebote in Herren-, Speise- und Schlafzimmern des Ber- im« Möbelhaus, Skalitzerfiraße 25, Hochbahn KoNbufertor.» Kaukgesucke 2permetal/e l Kupf« I Messing k Antimon! Zinn! kaust für Kriegs- lieferung der KriegSmetall- Aktiengesellschaft. antzerbem kaufe Zahn- gebiste! Platinaosäll« 7AV. Schmelze Christionat, Köpenicker straff« 2Ca (gegenüber SKattleusttlftt.) v L«inöifir»»s. vtenenwachs, rein, Borax, rein, und ähnliches kauft höchstzahlend Walt«, Thaerftraffe ff. Tüchtiger Trucker für Biktoria-Tiegelpresf«! und Maschinemmelftcr für SchnKIPreffet- fostwt gesucht. DncIrdcackCU'ct Imberg A Oefbon, 17082* Verltn SW 48, SUbelmftr. 118. Stalleute ein Sattier für dauernde Beschäftigung sucht ITlOS Brauerei Ernst Engelhardt A.-Q., Berlin-Vankew, Kaifer-Friedrich-Gtr. 21—29. Bachdrncker rtip, Maschlaeu- meist« für Schnellvrsffe««lang! Areuds« Moffn«, R-ue Friedrich.- straffe 47. 197«, GaSschkefier, auch kiiegsbeschädigt. für tz«dreparaiuren soiort gesucht. Meldungen Tempelhos« User 22 v> P. r. lS77b HauSdienerinne» sofort gesucht. Meldungen S— 12 Uhr vonnistogS nnd 5—7 Ubr nachmittags in d« Personal- Verioal'ung IV. Stock ?l. Iandorf u, Co., Belleallianee- straff« 1,2. IMS* Packerinnen sofort gesucht. Mel� düngen in uns«:« Sauswspclllmt von?-/, bis 10 Uhr. Kanfbau« dsS Aststens. G. m. b. tz., Tanentzien-' .twiffe------ MM ! 21/24. 15t«* Lehrmädchen ftu Akt« von 14— 16 Zähren au« achtbar« Familie gegeir monatliche Vergütung Isfort gefttcht Meldungen in Begleirung der Eiter.-? od« de« Vormunde« von 10—2 Uhr vormittags od« S— 7 Uhr abend« in d« Pelsonawerwaltimg. 4 Stock. Msdienttpflicht. Für Leitung und U eberwach ung de« gesamten Stein« und Zink- druckerelbetriebel d« MliiSr-Seneralbirektion d« Eisenbahnen w Brüffel wird ew durchaus ssedkuMger seldstZnckiMr Meister gesucht, der hefeuhm«rfochrnug im Zinkhrudherfehze, nah Schnellprefieubetrieb besitzt nnb befähigt ist. hm Betet eb« her Xsudcrci vorznfteheu. Senntnifi« der französische« oder flämstchen Spreche«wünscht, sedoch nicht unbedingt«sotchttlich. Schriftliche Bewerbungen unt« Beifügung eines Lebenslaufe« und Am gab« b« BesoldungSanfprüch« find an die Nilitör-Seneraldirektion der Eis endahnen tu Brüssel zu richten.-* Frei« Eisenbahnsahrt zu« Bestimmungsort nnd zurück, freie Se> Nutzung d« Feldpost, sowie frei« Srzlltche und Lezoretlvehandlung wird zu« gesichert._ Janbors ftraffe 1/2. & Co.. Belle-AManoe- 50 Arbeiterinnen verlangt Korb- sabrik auf FeldpatUonenkvrbe von Rohr, TiestenbachiNaffe 87, ITVlb» ZeitungSsraueN verlangt sofort Walt« Witwe, Kronenstrah« 2. L Dreher, Werkzeugmacher, Einrichter, Köhler Gmeillelockc, lämh'ich« Cclladc, Terpenttnersatz und ähnliche« kuuit höchstzahlend Bett«, Thaerftraffe S «?! I>i v striiiuv i a sche taust Biümel. vuzuststraffe S9 I.___ 211/2* Seite, allerhand, höchstzabknb. laust RoSne». Lothringerstraffe 64 (Norden 10735).'_ 241,'4' (Sroufu gebrauchten, aut crhatir. neu Sinderwagen wünscht zu lausen. "serten unt« hl. Vorwärtsspeditton chavenersirnffe 4S. btf Unterrickt Luzliichcn Unterricht für An. CMttgartttpIatz 9, Sattenhaus I verlangt Maschinenfabrik Faul Beil, Berlla». 14, Alle Jakobstraffe«S. Kontoristin (Anfängerin) für Stenographie nnd Schreibmaschine(Smiib Brenner) zu« sofortigen Antritt gesucht. Persönliche Meldung 8—10 vormittags od« 1—4 Uhr nachmittags. L Hauptexpedition des„Vorwärts", Linhenttr. 3. Arbeiterinnen >nh Zigarettenparkerinuen verlangt MUsnolo» ügssottoofsdkilc. Berlin BO,«ungestr. 28-24.«auettyeus 267/3* Arenen»um ZeitnngituStragen können sich melden»VorwäriS'-Spe- ditto» Lichlcnberg, jllt-Boxhagen 56. Laden. ort v«- arkuS- ZeitnegSanStragcri» soiot langi..Vorwärts''-Spedition M straffe SS.___ Zeitnngseilslragcrin sofort verlangt.»BorwänS'-Spcdttion Pankow, Mühlenstraffe 80.' Goldschranksclilosser für dauernde VeschSftignng unter günstigen vedingunge» gesucht. S. J. Arnheim, Hol-Kuestschlosser, Grölte Spez.-Fab. fllr Geldschränke u. Treserbae, Berlin, Badetr. 40/41. Nieter, perfeki, stellt esti JddenBtr. Sit. Tüchtige Schlofft- und Dreherlehrlingc vnt guten Schulzeugnisse« werden noch eingestellt. �17/17» Meschinrnfgbr. Günther Hoffmenn, Berlin 8V.' 48. Friedrichsir. 16. Gietzereiarbeiter sucht und Metallschmelzer 17,18 Speck, Lützowstraffe 2 Fantafiefedern Geübte ftltbetinneu im Hause verlang! � W allste. 16. 1S1SS» Blnfeunäherin, A Näherin, in u. aufftrm Hause. Wochenlohn, Stücklohn. BlatentabrlkWall, Xene Wintert cid f*tr. 17. Hohisaltwllähtm,�.� er»de Stellung. Dlusensabri! Wall. Seat«int erseid tstraff- 17. 17/15 politische Ueberslcht. Ernährungsdebatte im Abgeordnetenhausc. Die Ernährungsdebatte, die anr Dienstag air die Beratung de-S Etats der landwirtschaftlichen Venvaltung an- knüpfte, bot keinerlei Ueberraschungen. Wer die Zusaiumen- ietzung dieses Parlaments und seine Geschichte kennt, wer da weiß, wie schon im Frieden ein grötzercr Schutz der land- wirtschaftlichen Produttion von jeher die dort matzgebende Parole war, der kann sich nicht wundern, daß auch jetzt noch. im dritten Kriegsjahre, wo die große Masse der Bevölkerung mit den schwersten Nahrungssorgen zu kämpfen hat. nicht einer Verbilligung, fondern eher noch einer weiteren Ver- teuerung der Lebensmittel Las Wort geredet wurde. Denn darauf läuft im Grunde genommen das, waS die Mehrheit deS Landtags unter stärkerer Förderung der Erzeuger versteht, hinaus. Gewitz verkennt auch die Sozialdemokratie nicht die Notwendigkeit, namentlich in der Kriegszeit alles zur Hebung der Produttion zu tun. aber sie bestreitet, daß dies Ziel nur dadurch zu erreichen ist, daß man den Landwirten Preise nchert, die in keinem Verhältnis zum Einkommen der Masse des Volkes stehen. > Äm nachdrücklichsten trat für die Interessen der Produ- zenten der Abg. Dr. H o e s ch(k.) ein. der sich auch des preußischen Landwirtschaftsnunisrers warm annahm. Warum auch nicht? Herr v. Schorlemer ist ein Mann ganz nach dem Herzen agrarischer Produzenten. Die Interessen der Verbraucher wahrte autzer dem Fortschrittler Lippmann ganz besonders Genosse Braun, der in sachkundiger Rede die Fehler in unserer Ernährungspolitik kritisierte, ein Bild von den Leiden und Wien der breiten Massen, insbesondere der Kriegerirauen entwarf und die Sucht und den Taumel nach Gewinn, der heute die weitesten Kreise erfatzt hat, gebührend kennzeichnete. Unser Redner hielt sich dabei fern von einsestigen Vorwürfen gegen die Landwirtschaft, er fand'' gegen die wucherische Aus- beutung durch den Handel genau io scharfe Worte. Warten wir ab, ob seine Aufforderung zur Abkehr von der verkehrten Preispolitik auf die Regierung den notwendigen Eindruck machen wird. Unmöglich kann sie an seiner Warnung vor den etwaigen Folgen der Erbitterung, die sich angehäuft hat, unbeachtet vorübergehen. Am Mittwock soll die Debatte zu Ende geführt werden. Dann folgt der Etat der AnsiedlungSkommission. Hoensbroech N. Im preutziichen Herrenhause hat das Mitglied Graf H o e n S- b k o e ch. ein filier« Bruder des Hauptes der Adlon-Verichwörung, mit Hilfe zahlreicher weiterer Unterzeichner einen Antrag eingebracht, da» HerreHbauS»volle die Königliche StaatSregierung auffordern. nachdem jetzt„zur greude aller Patrioten� der uneingeschränlte U-Bool-Srieg eröffnet ist, nunmehr ohne Rücksicht a u f irgendwelche Ein- s l ü s s e durck die irostvolle Anwendung aller Hampsmittel ein ehrenvoller, die politische und wirtschaftliche Zukunft deS Bater- landes sichernder Friede erstrebt wird, der den gebrachten Opfern enl'prichl. In der Begründung des Antrags heißt es, daß England den Krieg gewinnen würde, wenn Deutschland im wesentlichen aus seine bisherigen oder n-ur im Osten erweiterten Grenzen be- strötttt. dagegen von der Beberrickung Belgiens und der flandrischen stüst«, sowie von jeder kolonialen Betätigung auSgeichlosseir würde- «Nn Frieden, der Deutschland im wesentlichen in ssincu bisherigen Grenzen beließe, würde neben der Berkiunmerung Deutschlands die ' nutzlose Hingabe von Gut und Blut bedeuten. Eigenartig berührt es, daß sich unter den Unterzeichnern deS Antrages neben zahlreichen Vertretern deS Großgrundbesitzes und awa der Hälfte aller dem Herrenhause angehörenden Oberbürger- meistcr auch der Generalgouverneur von Belgien Dr. Freiherr v. Bissing befindet. Es wiederholt sich also das in Preußen nicht ganz ungewöhnliche Schauspiel, daß ein Untergebener de» böcksten Beamten in seiner Eigenschaft als Mltglied einer gesetzgebenden Körperschait offen gegen die von seinem böchstcn Bor- gesetzten verkündete Politik Front macht, denn die Forderung einer Beherrschung Belgiens und der flandrischen Küste ist unvereinbar mit den Kriegszielen des Reichskanzlers und dem Friedensangebot der Regierung. Roch deutlicher tritt dieser Gegensatz zutage, wenn man weiter in der Begründung liest, daß sich„leider" seit längerer Zeit Einflüsse geltend machen, die diesen Friedensbedingunge»(d. h. den Bedingungen der Annexionisten) widerstreben und darauf hinausgehen, iür Deutschland im wesentlichen die früheren Zustände wiederherzustellen. Räch Ansicht der Antragsteller würde da? neben der Berlümmerung Deutschlands die nutzlose Hingabe von Blut und Gut bedeuten. Wird in dem Antrag, den übrigens von den zablreichen ins Herren- baut berufenen ehemaligen Ministern und Staatssekretären kein einziger, nicht einmal Herr v. Tirpitz oder Fürst Bülow unterschrieben haben, zwar nicht die Absetzung BethniannS gefordert, auch nicht die Er- regung von Zwietracht zwischen Militär- und Zivilbehörden, so lasten doch die aufgestellten KricgSziele wie die Worte„ohne Rücksicht auf irgendwelche Ein flu sie" einen gewissen Zusammenhang zwischen HoenSbroech I und HornSbroech II vermuten. Tie Ausflucht der Ertappten. Die Führer des Alldeutschen Verbandes sind auf die Adlon- Konferenz gegangen.— aber nur um dort die Annahme einer kanzlerstürzlerischen Entschließung zu verhindern! Das ist die neueste Lesart nach zweitägiger Bedenkzeit und anfänglichem VerlegenheitSgestammel. Glänzende Ausrede!„Wir waren alle bei Adlon, um dem Grafen Hoensbroech seine schlechte Idee auszureden." Wie auf Verabredung. alS wenn der Dirigent eines gutgeschullen Orchesters seinen Taktstock sentt, tönt diese Weise plötzlich unisono auS allen Reden. Geheimrat DuiSberg bläst sie auf der Schalmei einer an die Presse versandten Er- flöiung, die„Tägliche Rundschau" geigt sie auf einer schlecht- gestimmten streitsüchtigen Violine und Herr Fuhrmann 'chlägt sie aus der großen Kesselpauke einer alldeutschen Rede, die er am Sonntag zu Köln im Gürzenich gehalten bat Selbst ein in der Kanzlerfrage so zurückhaltendes Blatt wie die„Germania" mutz die„Tägliche Rundschau" daran erinnern, daß sie unter dem ersten Eindruck der Enthüllungen ' ganz anders geschrieben hat und von Dingen sprach,„die von keinem Besonnenen vörteidigt werden können". So findet Senn die„Germania" die Verteidigungsversuche in der all- deutschen Presse„besonders kläglich". Emen anderen Eindruck macht auch auf uns die alldeutsche Schlauheit nicht. I« die Knie zwinge«. Der Präsident des Hansa-BundeS, der Reichsiagsabgeord- nete Dr. Rießer. hat es mit dem alldeutschen Graf Re- v e n t l o w verdorben, weil er auf einer Versammlung aus- geiiihir hat: Der Zweck deS U-Boo-Krieges sei nicht der. Eng- land auszuhungern oder auf die Knie zu zwingen, sondern nur, Sms Bedränguu�g Englands und seftl«! Verbündeten/ um den Friedenswillen herbeizuführen.— Nach Rc- ventlow müssen solche Wendungen„Begriffsverwirrung und Niedergeschlagenheit" hervorrufen, denn Rcventlow will natürlich England aus die Knie zwingen. Rießer setzte sich autzcrdein in Widerspruch mit dem kaiserlichen Befehle an die Marine. Das können wir gar nicht finden, denn in diesem Befehl steht kein Wort von in die Knie zwingen. Und wenn schon mit kaiserlichen Worten operiert werden soll, so konnte ja an den kaiserlichen Erlaß nach Ab- lehnung deL deutschen Friedensangebots erinnert werden, in dem es heißt, nachdem die Gegner eine Verständigung ab- gelehnt hätten, müßten wir sie jetzt zur Verständigung zwingen. Wohl gemerkt, zur Verständigung— nicht in die Knie! Graf Rcventlow hat die größte Angst vor einer Situatton. wie etiva der, daß die Gegner nach einigen Monaten des uneingeschränkten U-Boot-Krieges merken könnten, daß ihre Lage sich von Tag zu Tag verschlechtert und deshalb eine Ver- ständigung anzubahnen strebten. Dann möchte er, Reventlow, noch lange keinen Frieden schließen, sondern den Krieg so lange fortsetzen, bis die Gegner dermaßen in die Knie gezwungen sind, daß Deutschland imstande ist, seinen Feinden seine Bedingungen aufzuzwingen. Wir wissen nicht, wie ein solches Ziel sich vereinigen ließe mit den Worten des ungarischen Ministerpräsidenten Grafen T i s z a, daß der Krieg keine Minute länger geführt werden solle, als zur Sicherung unserer Eristenz notwendig ist. Darüber hinaus ist dieses Ziel auch utopisch. Man braucht nur einmal die energischen wirtschaftlichen Maßnahmen zu studieren, welche Lloyd George gegen die Wirkungen des U-Bbot-Krieges einführt, um berechnen zu können, welch unabsehbar lange Kriegführung selbst im günstigsten Falle noch nötig wäre, um das von Graf Reventlow gesteckte Ziel zu erreichen. Zu Beginn des Krieges dachten unsere Gegner, Deutschland in neun Monaten auszuhungern(so lange konnte nach ihrer Berechnung nur die deutsche Ernte uns. versorgen). Wir haben sie ausgelacht, weil sie all die von unS gegen den Aushungerungsplan ge- troffenen Matznahmen sticht mit in ihre Rechnung gestellt haben. Um so tönchter wäre es, wenn wir jetzt in eine ähnlich fehlerhafte Berechnung verfallen wollten. Schützer des Landwirtschaftsministers. Die Eingabe der gesamten Gewerkschaften und Angestellten- verbände an den Reichskanzler zur LebenSmitteliroge hat den hellen Zorn der„Deutschen Tageszeitung" erregt, zumal weil in jene der preußische LandwirtschaitSminister als der eigentliche Widerstand gegen alle Eingriffe in die Sonderrechte der landwirtschaftlichen Er» zeuger bezeichnet wird. Die ,D. T." schreibt: Mit allem Nachdruck müssen wir gegen die hetzerischen Behauptungen der Gewerkschaften protestieren, deren völlige Unwahrheit hinsichtlich der Tätigkeit des preußischen LandwirtschastZministerS auch durch die kürz- liche Erklärung des Reichskanzlers im Reichstag« er- wiesen ist. Wir bedauern es auf da« tiefste, daß insbesondere au» der Eesamtveiband der christlichen Gewerk- schaften Deutschlands ein Schriftstück unterzeichnet hat. das keine Spur von Verständnis für die Schwierigkeiten der Landwirtschaft zeigt und nur geeignet ist, den Frieden zwischen Stadt und Land nach weiter zu geiährden. Die hitzige Verteidigung Herrn v. SchorlemerS durch die „Deutsche Tageszeitung" wird die Gewerkschaften nur in der Heber- zeuguni, bestärken, daß sie den Fing« gerade in di« Wunde Stelle gelegt haben._ Wie werbe ich Sympathie« für Teutschland? Die„Post" polemisiert gegen Borschläge, die in Schweizer Alätlern zur Sicherung des künftigen Friedens gemacht werden. Sie selbst muß zugestehen, daß aus ihnen ein redliches Be- in ü h e n um die Wohlfahrt der Menschen spricht. Dann aber geht cZ weiter: Aber«S stammt doch eben gar etwas sehr augenfällig auS den eng e« Tälern und Kautonen eines KleinftaateS, aus Gesichts- kreisen, die, gemessen an der Weite de? den Krieg umgrenzendeu WeltbegriffS. nur Kinderspiel-Gedonken zu bergen scheinen. lind doch tut sich gerade in diesem Reich der Kleinen ein Blatt hervor, das sonst gern Anspruch auf umfasiende Be- deulung macht, die„Neue Zürcher Zeitung". In der Schweiz besitzen wir noch einige Sympathien. Aber Scheidemann betonte mit Recht in seiner letzten Reichstags- rede, daß et bei un» Leute gibt, die anscheinend finden, wir hätten immer noch viel zu viel Freunde und viel zu wenig Feind«. B«rgfriedliche Ehrabschneiderei. DaS führende bayerische Zentrumsorgan, der„Bayerische Kurier", hatte vor einiger Zeit unserm im RegenZburg er Magistrat tatigen Genoffen Wunderlich ganz unverblümt den Vorwurf gemacht, daß er sein Amt als VerwaltungSrat einer städtischen Volksküche dazu mißbrauche, für sich, seine Familie und seine Freunde zu sorgen. Tarauf beantragte Wunderlich eine Disziplinaruntersuchung gegen sich selbst. In der letzten Ma- gistratssitzung kam nun Oberbürgermeister Bleyer auf die Sache zu sprechen und bemerkte, daß die angestellte Untersuchung die völlige Haltlosigkeit der Anschuldiaungen, die sich als böswillige Verleumdungen herausgestellt hätten, ergeben hätte. Der Volks. küchenausschuß habe sich mit der Angelegenheit befaßt und nach- stehende Erklärung einstimmig abgegeben: .1. Der VolköküchenauSschuß erklätt die in Rr. 82/1917 deS „Bayerischen Kurier" gegen Rat Wunderlich wegen seiner Tätig- feit als KerwaltungSrat der städttschen Volksküche l erhobenen Vorloürse für vollständig unbegründet. Sic find eine haltlose Verleumdung. 2. Rat Wunderlich bat insbesondere seine ehren- amtlich« Stellung nach keiner Richtung hin mißbraucht, auch nicht dazu, seine Ängehörigen und Freunde unrechtmäßig zu be- günstigen. Die Tätigkett des Berwaltungirates, seiner Frau und der übrigen beteiliaten Personen verdient im Gegenteil Dank und Anerkennung." . Herr Oberbürgermeister Bltper bemerkte zu diesem Beschluß, er könne sich demselben nur voll und ganz anschließen und im Namen deL Magistrats Magistratsrat Wunderlich und seiner Frau Dank für ihre uneigennützigen Verdienste aussprechen.— Gegen den„Bayerischen Kurier' hat Genosse Wunderlich Klage gestellt. Gegen die englische Thronfolge. Dem gemeinschaftlichen Laub- tage der Herzogtümer Koburg und Gotha ist ein Gesetzentwurf vor- gelegt worden, nach welchem Mitglieder deS Herzoglichen Hause«, die einem außerdeutschen Staate angehören, das Reckt der Regie- rungSnackiolge für sich und ihre Z/achkommen verliere«. wenn ibr Heimatsstaat Krieg gegen das Deutsche Reick führt.— DaS Gesetz, da« sich gegen die fetzt bestehende Möglichkeit der Thronfolge eineS englischen Prinzen richtet, wirft ein Streiflicht auf die internationale Bersippung der Fürsten- Häuser. Das Gesetz üb« die neue Kriegsanleihe, oder wie e« sick amtlich nennt,„Gesetz betreffend die Feststellung eines dritten Nachtrages zum ReichShauSbaltSetat für das Rechnungsjahr 1916", wird als vollzogen im.ReichS-Anzeiger" veröffenllicht, tritt also nunmehr in Kraft. Lette Kachrichten. Die Aussichten des U-Boot-Krieges. Budapest, 6. März. Der stellvertretende.Chef des Admiral- siabes, Konteradmiral Rodler, sagte einem Interviewer der Zei- tung..Nap": Man kann annehmen, daß die Lebensmittelversor- gung Englands durch 11 bis 12 Millionen Tonnen Schiffahrt vorsehen wird. Sin Teil dieses Schiffsraumes ist schon am Tage des Jnslebentrebens der Seesperre stillgelegt worden, denn neutratt: Schiffe, die man auf zweieinhalb biS drei Millionen Tounrn ver- anschlagen kann, sind ausgeblieben. ES ist sehr leicht einzusehen, daß jede einzelne Tonne Schiffsraum, welche von England fern- gehalten wird, die Notlage in England steigert und falls r« i» dem verschärften U-Boot-Krieg gelingt, zwei Millionen Tonnen zu ver- senken, sv muß sich die Lage sehr kritisch gestalte». Nach bisherigen Erfolgen ist sehr leicht auszurechnen, wann dieser kritische Punkt er- reicht sein wird. Die Lage der U-Boote gestaltet sich jetzt von Tag zu Tag günstiger, lleberdies wird rüstig an der Bermehrnng der U-Boote gearbeitet, so daß man annehmen kann, ihre Wirksam- Itit wird noch weit mehr erhöht werden, als dies im Anfang der Fall gewesen ist. Ungarn gegen Eroberungspolitik. Budapest, 6. März. Der siebenbürgifche Abgeordnete Graf Stefan B e t h l e n stellte im Abgeordnetenhausc die Forderung auf, daß die Grenzen Ungarns nach Rumänien zu korrigiert und Serbien Ungarn einverleibt werde. Seine Forderungen fanden jedoch bei den Ab- geordneten keinen Anklang: selbst Graf Michael Äorolyt, der die extremste chauvinistische ungarische Po- lttik verfolgt, erklärte, über den Annexionsplan betragt, daß eine Einverleibung des Gebietes fremder Nationalitäten in Ungarn für dessen Zukunft gefährlich sei, weil hierdurch die Vorherrschaft der Ungarn bedroht würde, lleberdies, meinte er. würde die Erfüllung der geforderten Kriegsziele einen günstigen Boden für den Trialismus der Monarchie schaffen. Das Unterhaus buaffchlagt. Solbeten oder Landarbeiter?— Kartoffelnot. Rotterdam, 6. März. In der gestrigen Sitzung bei Unterhauses sagte der liberale Abgeordnete Lambert, daß das Kriegs- amt besser getan hätte. zehntausendMannausSaloniki wegzunehmen, als sie der Landwirtschaft zu entziehen. Sir Ivo Herbert flibeval) sagte: die wichtigst« Frage sei im Augenblick nicht das Soldatcnmaterial für die Fortsetzung des Krieges. Churchill sagte: er zweifele, ob man dieses Jahr entscheidende Resultate werde erreichen können; er hoffe, daß die Regierung ihre Heere nicht für einen Kampf im gewaltigen Maßstabe verwenden werde, wenn sie nicht absolut sicher wäre, daß man dadurch zu der entscheidenden Phase vorwärts schreite. Bonar L aw lehnte es ab, sich für oder gegen die Expedition von Saloniki zu äußern. Es handele sich nicht mehr allein um die Politik der englischen Regierung. Tie Wiierten verfolgten jetzt eine ge m e i n s a m e Politik im nahen Osten. Von einer Geheimfitzung, die Churchill borge- schlagen hatte, versprach sich Bonar Law keinen Nutzen. B a t h u r st sagte in Beaniwottung einer Frage, daß der Kartoffel- Mangel nicht allein in England, sondern in der ganzen Welt herrsche. Wenn mon forffahre, in dem bisherigen Verhältnis Kar tvffeln zv esse«, so würde wahrscheinlich am Ende des Frühjahrs ober Ansang de« Sammers überhaupt niemand«ehr Kartoffeln bekommen. Leute, die von anderen Nahrungsmitteln leLe» könnte», sollten sich dev Kartoffeln enthalten, damit der Vorrat für die Armee reiche. Er glaube nicht, daß di« Landwirte Kar- toffcln zurückhielten. Wilson traut Mexiko«icht. Bern, 6. März. Der Washingioner Korrespondent des„Perit Parisien" kabelt unter dem 5. März: Trotz der amtlichen Er- klärung Sed mexikanischen Ministers de« Aeußevcn, Generals Aguilar, daß die mexikanische Regierung kein Angebot von Deutschland erhalten bade, beharr« die amerikanische Regieru«« dabei, Gewistheit zu besitze« über ein deutsch-mexikanisches Komplott. Die höflichen amtlichen Erklärungen des mexikanischen Ge- sandten Fleischer über die liebenswürdigen Aufmerksamkeiten und Beweis der freundschaftlichen Gesinnung mexikanischer Behörden, die bei der Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens an Car- ranza gestern wiederholt worden seien, dürsten nicht buch st ab- l ich. genommen werden. Es sei sicher, daß die amerikanische Re- gierung in der augenblicklichen Stunde keineswegs Kompli- k a t io n« n mit Mexiko wünsche. Es sei demnach klar, daß sie ii�h bemühen werde, freundschaftliche Beziehungeiz mit der Re- giernng und dem Volte Mexikos so lange als möglich aufrecht- zuerbalten. Fleischer gebe sich jedoch keinen Täuschungen über den deutscheu Einfluß hin, der i« ganz Mexiko arbeite. Die Regierung der Union sei über die mexikanisch« Angelegenheit zu gut outer- richtet, um auch an die Dauer der freundschaftliche» Beziehungen zu glauben, fall« die Union mit Deutschland i» Kriegszustand käme. Die amerikanische Regierung bereite sich für alle Ällöglichkriteu vor. . Ter deutsch-englische ZidUgesaugenen-Austausch. Berlin, 6. März. Nach einer äuS englischen Zeitungen hierher gelangten Nachricht soll Lord Newton im Oberhaus ausgeführt haben, daß das zwischen Deutschland und England getroffene Ab- kommen über die beiderseitige Entlassung der mebr alS 46 Jahre alten Zivilgefangenen„suspendiert" worden sei. Diese Mü- teilung ist von verschiedenen Seiten dahin aufgefaßt worden, daß die englische Regierung daß Abkommen einseitig aufgehoben habe. Hierfür liegt indes kein Anhalt vor; vielmehr handelt es sich offenbar um eine zeitweilige Aussetzung der bereits in Ausführung begriffenen Transporte infolge der durch die Seesperre geschaffenen V e r s e h rs f chw i eri g ke i t e n. Wegen der Fortsetzung des Austausches auf einem von der See- sperre nicht betroffenen Wege sind der britischen Regierung deutscherseits Vorschläge gemacht worden, auf die eine Antwort jedoch noch aussteht._ Ei« Salpeterdaiupser als Prise in Hamburg eingebracht. Hamburg, ü. März. Ter«ti einer Ladung Salpeter nach England bestimmte Dampfer Livinzstone ist i» der Nordsee aufgebracht und wegen Beförderung von Bannware als Prise nach Hamburg eingebrocht. Verlängerung der euglische» GesetzgeLuugSperiode. London, 6. März.„Morningpost" meldet, daß die eng- In che Regierung beschlossen bat, eine Bill einzubringen, um die Legislaturperiode des gegenwärtigen Parlaments zum dritten Mal um sechs Monate zu verlängern, da der Termin, der in der letzten Bill festgesetzt war, am 30. April abläuft. Gewerkschaftliches. deutsches Reich. Der Zusammeuschluft der Unternehmer im Baugewerbe. Der.BorwäitS' hat lürzlicb von dem geplanten engeren Zu« sammenscblui; des Arbeitgeberbiindes für das Baugewerbe und deS Innungsverbandes deutscher BaugewerkSmeister Noll, genommen. Durch diesen Zusammenschluß zum„WirtschaftsBund für d a S Baugewerbe" sollen die Unternehmer instand gesetzt werden, ihre wirtschaftlichen Ziele nachdrücklicher zu verfolgen. Gedacht ist an eine umfassende ReichSorganisalion. die sich in Be- zirls- und OrtSverbände gliedert. Der Berliner Ortsverband ist bereits ins Leben getreten. Am 14. Februar wurde der „Wirtschaftsbund des Baugewerbe? Graß- Berlin" gegründet, der sich nicht nur auf die Unternehmer-- verbände des eigentlichen Baugewerbes erstreckt, sondern bereits 38 Verbände von Unternehmern der verschiedensten Bauberuse um- faßt. Alle Berufsgruppen deS Baugewerbes, die an der Herstellung von Bauten beteiligt sind, von der Aushebung d«S Baugrundes bis zur Herstellung der inneren Einrichtung, sollen im WirtfchastSbund vereinigt werden. Es bandelt sich hier um eine Gründung, die volle Beachtung verdient. Der Schwerpunkt des Wirtichaftsbundes liegt bei den beiden genannten Zentralorganisationen der Banunternehmer oder richtiger bei dem Arbeitgeberbund für daS Baugewerbe, dessen Zentral« und Bezirksvorsitzende von vornherein die gleichen Funktionen auch im Wirtichaftsbund ausüben werden, während die Stelle de? zweiten Vorsitzenden bei der Zentral« dem Vertreter des InnungöverbandeS vorbehalten ist. Der Wirtichaftsbund will nach zwei Fronten kämpfen? er will die Bouaustraggeber zwingen, angemesiene Preiie zu zahlen, aus der anderen Seite will er übertriebenen Forderungen der Bau- stosflieseranteu entgegentreten. Ein wichtiges Werbemittel ist für ihn der Hinweis auf die SyndikotSbildung in der Baustoffindustrie und besonders auf das Zementsyndikat. Diesen Bestrebungen gegenüber soll die Macht der Bauunternehmer gestärkt werden. Den Gründern des Wirtschaftsbundes schwebt eine st raffe Kartellierung deS Baugewerbes vor. Um eine Bekämpfung der Rohstoff» lieferanten und deren Syndikate ist es ihnen weniger zu tun. Sind auch die Bauunternehmer genügend kartelliert, dann könne» fie sich in friedlicher Weise mit den Kartellen ihrer Lieferanten verständigen. Eine solche Verständigung würde natürlich aus Kosten der Bau- auftraggeber geben. Letzten Endes würde das auf eine Verteuerung des Bauens und auf eine stärkere Schröpfung der Mieter Bin ans laufen. Schon unter diesem Gesichtspunkt'st die Gründung des Wirtschaftsbunds für das Baugewerbe eine Angelegenheit, die die gesamte Oeffenllichkeit in hohem Maße interessieren muß. Ganz besonders muffen aber die Gewerkschaften des Bau- gewerbes und der Bannebengewerbe dem geplanten Wirtschaftsbund Beachtung schenken. Er bedeutet nämlich eine wesentliche Steigerung der Macht dtr Unternehmer im Kampfe gegen die Arbeiter. In den von interessierter Seite veranlaßicn Veröffentlichrmgen wird /natürlich dieses Moment kaum angedeutet. Das ist begreiflich, denn der.Burgfrieden" ist ja noch nicht offiziell aufgehoben. Wohl aber wird in diesen Veröffentlichungen daraus hingewiesen, daß die be- stehenden Unternehmerverbände durch die Gesetzgebung verhindert find, ihre Mitglieder in dem Maße gefügig zu machen, wie eü zur Erreichung ihres Zweckes nützlich wäre. Der Arbeitgeberbund unterliegt den KZ!ö2 und 153 der Gewerbeordnung, er darf des- halb keinen Zwang anwenden, um Berusöangebürige zum Beitritt und Mitglieder zum Verbleiben in der Organisation zu bewegen. Die Innungen können, soweit es sich um Zwangsinnungen handelt, ihre Mitglieder nicht zur Jnnehaltung seftgefetzter Preise anhalten. Die freien Innungen sind zwar in dieser Hinsicht nicht beschränkt, aber die Strafen, die sie festsetzen können, sind nur geringfügig. In dieser Hinsicht bedeutet der Wirtschaftsbund eine Erlösung. Er unierliegt den erwähnten gesetzlichen Beschränkungen nicht und kann gegen Außenseiter mit kräftigen Zwangsmaßnahme vorgehen. Eine Unternehmerorganifation. die sich mächtig genug fühlt, sowohl gegen Lieferanten als auch gegen Abnehmer� ein kräftiges Wort zu sprechen, wird selbstveisiänalich auch bemüht sein, den Arbeitern gegenüber ihre Macht zu beweisen. An Versuchen nach dieser Richtung haben es insbesondere die Unternehmer des Baugewerbes bisher nicht fehlen lassen. Ihre Taktik war auch schon lange darauf gerichtet, die Unternehmer der Bauncbengewerbe ihren Zwecken dienstbar zu machen. Es-erscbeint in dieiem Zusammen- hang angebrackit, an die im Jahre eriolgte Gründung des ilieichsbundeS baugewerblicher Arbeitgeber-Ver- bände zu erinnern, der eine ähnliche Zusammenietzung wie der neue Wirtschaftsbund hatte. Jene Gründung erfolgte im Hinblick aus die im Frühjahr 1913 bevorstehende Erneuerung der Tarif- vertrage in einer Reihe von Baugewerbezweigen. Durch den Reichs- bund sollte die Position der Unternehmer gestärkt und vor allem erreicht weiden, daß alle Vertröge in den verschiedenen Gewerben gleichzeitig zum Ablauf kommen. Dieser Plan ist, insbesondere durch die von den Holzarbeitern damals eingeschlagene Taktik mißglückt. Seither ist es allmählich stille geworden vom Reichsbund und es scheint, als solle dieser nun in Gestalt deS Deutschen Wirtschafts- bundes für daS Baugewerbe in veränderter Gestalt und mit weiter- reichenden Zielen eine fröhliche Auserstehung feiern. Jedenfalls haben die Gewerkschaften deS Baugewerbes alle Ursache, das Werden und Wirken deS WiriichaflSbundeS aufmerksam zu verfolgen.'Der Zusammenschluß der Unternehmer muß ihnen ein doppelter Anlaß sein, ihre Reihen zu stärken.� Jetzt ist nicht die Zeit, inneren Zwist z» schüren, die Arbeiter müffen in ihren Or- ganiiationen gesammelt werden, damit die kommenden Stürme fie gerüstet finden._____ Wahle« für die Angestelltenausschüsse. Durch das Hilfsdienstgesetz ist bestimmt worden, daß in allen Betrieben mit mehr als 50 Angestellren ein AuSichuß einzurichten ist. Die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz sind mzwiichen er- Imsen, io daß die Wahlen der Ausschüsse unmittelbar bevorstehen. Die in den drei Arbeiisgemeinschaften der kauftnännischen. technischen. Bank- und Bureouangeslelllen vereinigten Verbände, sowie der Kauf- männische Verband für werbliche Angestellie. durch die die Bewegung der Angestellten fast lückenlos verkörpert wnd. haben ein gemein. sames Vorgehen bei diesen Wahlen beschloffen und veranstalten zur Einleitung der Wahlbewegung am Montag, den 12. März, im Lebrervereinshaus eine große Kundgebung, in der über das HiliSdienstgeletz. leine Durchführung und über die Wirkung der Angeslellienaiisschüffe auf die Arbeitsbedingungen gesprochen werden soll. Als Redner haben sich der R e i w S t a g S a b g e o r d nete . L s g i e n und Herr HanS Bechly zur Verftignng gestellt. verlin unS Umgegenü. Mangel an Arbeitskräfte«? Ein Heizer, der in der'Maschlnenfabrit in O. beschäftigt wurde, verlangte den Kriegsschein., um sich lohnendere Arbeit zu suchen. Da die Firma ihm den Kriegsschein verweigerte, wandte er sich an den KriegSausschnß. Dort wurde eine Vereinbarung herbeigeführt. wonach die Firma sich verpflichlete, dem Heizer 19 Pf mehr Stunden- lohn zu zahlen. Als danach der Heizer die Arbeit bei der Firma ouinehmen wollle. nahm sie ihn nicht an.— Die Unternehmer klagen bändig, daß sie eingearbeitete Leine selbst bei hohen Löhnen schwer bekonimen lönnen. Der Fall spiicht gerade nicht dafür, sonst würde ein Unternehmer wegen dieser geringen Lohnzulage und trotz der erfolgreichen Bemühungen des KriegsauSschuffeS nicht einen Hetzer so ohne weiteres gehen lassen. s Mus?nöuftrie und ssanöel. Eine öeutfche Prämien-Kriegsanleihe. Mehr Rückficht auf die Nein«» Sparer! Sparer und Kapitalisten danken dem Reichsschatzamt eine inter- cffante Uederraschung: neben dem altgewohnten Anleihctyp werden neu viercinhalbprozentigc Schatzanweisungcn ausgelegt, die von Januar 1318 an regelmäßig im Januar und Juli zu 110 M. ausgelost werden. Diese Schatzscheine kann das Reich am 1. Juli 1927 zum Nennwert kündigen. Ilm den Inhaber einer gekün- digten, nicht über dem Nenmvert ausgelosten Schuldverschreibung zu entschädigen, erlaubt ihm das Reich, daß er— falls das Reich zum 1. Juli 1327 oder später vom Ksindigungsrecht Gebrauch macht — statt der Rückzahlung vierproz entige Schatzanweisungen fordert, di« dann wieder regelmäßig ausgelost werden, und zwar mit 116 Mark fiir 100 Mark Nennwert. Frühestens zehn Jahre nack der ersten Kündigung, also frühe- stens am i. Juli 1937, ist das Reich wieder berechtigt, die dann noch nicht mit 115 Mar! ausgelosten sprozentigen Schatzanwcisun- gen zum Nennwert zu kündigen. Und wiederum hat der Eigentümer die Möglichkeit, statt der Barzahlung Schatzanweisungen, und zwar diesmal 3f4prozcntige. zu fordern, die mit 120 Prozent nach demselben TilgnngSplan wie vordem die 4)4prozentigen und 4pro- zcntige» Schatzanweisungen ausgelost werden. Eine weiter« Kündigung zum Nennwert darf das Reich nicht vornehmen, doch werden alle bis auf den 1. Juli 1987 nicht ausge- losten Cchatzanweil im gen an diesem Tage zurückgezahlt, und zwar nicht zum Nennwert, sondern mit dem alsdann für die Rückzahlung der ausgelosten Schatzanweisungen maßgebenden Beträge, also je nachdem, ob und in welcher Weise. daS Reich von seinem Kündi- gungsrecht Gebranch gemocht hat, mit 110 Prozent, oder IIS Prozent oder 129 Prozent. DaS Reich ist nicht befugt, die Schatzanweisun- gen anstatt durch Auslosung durch Rückkauf am offenen Markt zu tilgen. Der Zeichnungspreis der 4>jprozentigen anSloSbaren Schatzaniveisnngen wird 08 Mar! für 100 Mark Nennwert sein. Die Finanzverwaltuug sieht aber davon ab, die neuen Schatzanweisungen nach dem Vorbild der sünsprozentigen Schuldderschreibungen in kleinen Stücken, bis zu 100 Marl hiuab, auszufertigen. Die Stücke der Schatzanweisungen lauten bielmehr über 20 000, 10 000, 5000, 2000 und 1000 Mark, so daß Zeichnungen nur in Höhe von 1000 Mark oder ein«? Vielfachen von 100 0 Mar? möglich sind. Den Zeichnern der neuen viereinhalbprozentigen Schatzanwei- sungen ist cfi gestattet, daneben Schuldverschreibungen und Schatzanwcisungen der früheren Kriegsanleihen in neue Sckmtzan- Weisungen umzutauschen. Jedoch kann jeder Zeichner höchstens doppelt so viel alte Anleihen(nach dem Nennwert) zum Ilmtausch anmelden, wie er neue Schatzanweisungen gezeichnet hat. Die Ein. lieferer von sünsprozentigen Schatzanweisungen der ersten Kriegs- aniäihe erhalten beim Umtausch eine Vergütung von, 1,50 Mark, die Einlieferer von sünsprozentigen Schatzaiuveisungen der zweiten Kriegsanleihe eine Vergütung von 0,50 Mark für je 100 Mark Nenn- wert ausgezahlt. Die sünsprozentigen Schuldverschreibungen der ersten bis fünften Kriegsanleihe werden ohne Aufgeld gegen die neuen Schatzanweisungcn umgetauscht; die Einliescrer von vierein-- holbprozentigen Schatzanweisungen der vierten und fünften Kriegs- anleihc würden 3 Mar! für je 100 Mark Rennwert zuzuzahlen haben. Die von uns bereits früher angekündigte Ausgabe der auSloS- baren Schatzanweisungen ist zu begrüßen. Der spekulative Reiz, in kurzer Zeit das angelegte Kapital mit einem Aufgeld zurück- zuerhalten, wird zahlreiche Zeichner anlocken. Noch wichtiger ist. daß die Maffe gleichförmiger Renten, die nach Wiederkehr normaler Verhältnisse, nach dem Sckimndcu der abnormalen Geldflüssigkcit die Gefahr e«ncS gewiffen KnrSdrnckeS bergen, nicht mehr schranken- los vermehrt, fondern durch die Gewährung des Tauschrechtcs eher vermindert werden. An die Stelle der ewigen Rente treten lang« fristige Schatzschcine. um deren Tilgung sich zwar im Gegensatz zur ewigen Rente tiaS Reich bemühen muß, die aber in der Chance einer baldigen Auslosung mit Prämie einehöchst wertvolle Vev- s ich erun g gegen Kursverlust in sich tragen. Um so be- dauerlicher ist es, daß das Reichsschatzomt aus Gründen, die wir nicht als sttckPaltig anerkennen können, nur den größeren Zeichnern die Möglichkeit einer besonders ligniden Kapitals- anlage in einem Papier geboten hat. deffen Kurssicherung eine besonders gute und ständige Verwertung verbürgt. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Große Berliner Straßenbahn verkürzt ihre Dividende von 6 aus 4 Prozent. Geflissentlich ist früher gedroht worden, daß aar keine Dividende verteilt würde, wenn die gewünscht ten Tariferhöhungen nicht bewilligt würden. Gar so schlimm ist es nicht geworden. Tic Herren Aktionäre werden sich mit der Erinne- rung an die früheren fetten Jabre trösten und mit der Erkenntnis bescheiden müffen, daß keinem Unternehmen steigende Gewinne von öffentlichen Körperschaften verbürgt werden können. Tie der A. E. G. nahestehende Nationale Automobil Ä. G. hat 44155 M.(1915: 950 393) Abschreibungen und 1 0SO 000 Mar?(1673000) Sonderabschreibungen einschließlich 200 126 M. (48 021) Vortrag einen Uebcrschuß von 2 496 358 M.(2 933 692) er- zielt, der wie folgt verwendet wird: Ueberweisung an die Rücklage 285 900 M.(0), KriegSfürsorge 1200 000 M.(1000 000), 12 P r o- zent(10) gleüb 840 000 M.(700000) Dividende. Gsoinn- anteile deS AuffichtSratS 45123 M.(63 567). Zuwendung an Beamte 80 000 M.(70 000) und Vortrag 46 284 A.(200 125). Nach der Bilanz betrogen die Anleiheschulden 1 060 300 M.(070 800), bis laufende» Verbindlichkeiten 4 128 792 M.(8110 997), andererseits Vorräte an Roh», balb-enrigeu und Fertigwaren 5 203731 M. (6 187 433). Bankguthaben 1355 484 M.(8 059 316), Außenstände 1819164 M.(2 222 047), Wertpapiere 1974 885 M.(i. V. Wert- papiäre und Beteiligungen 238040 M.). Es to-ird glänzend weiterverdient. DaS schlechte Beispiel der Phönix-Aktiengesellschast findet Nach- abmung. Auch die Vereinigte Königs-"und Laura- Hütte findet es angebracht,.mit Rücksicht aus die gegenwärtigen Zeitverhältniffe im allgemeinen Interesse" von der Bekanntgabe ihrer Halbjahrsgewinne abzusehen. Der wahre Grund ist natürlich der, daß die Gesellschaften so viel verdienen, daß ihr Klageruf nach höheren Eisen- und Kohlenpreisen und ihre Gegenwehr gegen Lohn- forderungen wahrhaft lächerlich würden, wenn man wüßte, wie gut es ihnen geht.__ Japan alS Konkurrent der deutschen Spielwarenindustrie. Die deutsche Spielwarenindustrie ist durch den Konflikt mit Amerika hart getroffen. Weniger weil ihre gegenwärtige Lage verschlechtert ist— der Export ist sihon längst aufs äußerste eingeschränkt wor- den—, sondern weil die deutsche Spielwarenaussuhr in Höhe von 82 Millionen Mark durch die billige japanische Ronkurrenz bedroht ist, die die Gunst des Augenblicks wohl zu nutzen versteht. \ Riefige Schiebungen. I» der Generalversammlung der Internationalen Rückverfiche- nrngSgesellschast hat der Lerwalwngtrat Mitteilung« über den VertrauenSmißbrauch deS früheren Direktors dieser Anstalt gemacht. Der seit dem Jahre 1907 in Wien im Dienst der Gesellschaft gestanden« Direktor hat in den Jahren 1911 bis 1914 die Bilanzergebniffe be- wüßt unrichtig konstruiert und anstelle der Verluste einzelner Jahre durch falsche Buchungen Gewinne herausgerechnet. Die verichteierte Bilanz halte zur Folge, daß in den betreffenden Jahren unrichiige Dividenden zur Auszahlung gebracht worden sind. Es hat sich ein buchmäßiger Abgang von vielen hundertlausend Kronen ergeben. Dieser Verlust wurde zunächst aus der Kapitals- und Extrareserve gedeckt. Sodann hat die Berwalmng aus eigenen Mitteln den Be- trag zur Verfügung gestelll, der zur gänzlichen Deckung der defrau- dierten Summe fehlte. Sie hat auf ihre Tantien verzichret und überdies noch Beträge vergütet. DaS Atrrenkapital der Jnternatio- nalen RückversickerungSgeselljchaft. das nunmehr wieder intakt ist, beträgt 3 Millionen Kronen. Soziales- Kau» ein Unfallverletzter eine Operation verweigern? Wir stellten kürzlich(Nr. 37) eine Notiz der„Krmrkenkaffen- zeilung" richtig, in der behauptet worden war, daß das Reichsvcr- sicherungSamt eine Rente aus ein Jahr entzogen habe, weil sich der Verletzte weigerte, sich operieren zu lasien. Jetzt liegt eine wertere Enficheidung vor. Darin wird ausgesprochen, daß daS ReichSver- sicherangsamt in dem Verfahren, das sich an die Rcntcnentziehung wegen Verweigerung der Operation anschließt, auch nachprüfen kann, ob sich tatsächlich der Verletzte der Operation unterziehen mußte. Die Sache liegt so: Steht diese Frage an sich zur Entschei- dung, dann ist das Oberversicherungsamt letzte Instanz. Ein Vcr- letzter, dem von der Berufsgenoffcnichast eine Operation zugemutet wird, kann also das Rerchsversicherungsarnt zunächst nicht anrufen. Gibt das Oberversicherungsamt der Berufsgenoffcnschast recht, be- stätiat es also den Bescheid, der die Operation anordnete, dairw wird die Berussgenossenschaft die Rente ganz oder teilweise zu ent- ziehen versuchen, wenn der Verletzte sich trotz der Entscheidung des OberversicherungsamtS nicht operieren läßt. Natürlich wird sich daran wieder ein Streitvcrfahren anschließen, in dem der Rekurs zulässig ist, und nun hat, das besagt die neuere Entscheidung, das Reichsversicherungsamt das Recht, nachzuprüfen, ob es sich um einen einfachen operativen Eingriff handelte, der dem Verletzten zugemutet werden konnte. Es hat sich dazu für berechtigt erklyrt, trotz der rechtskräftigen Entscheidung des OberversicherungsamtS. Damit ist der frühere Rechiszustand wiederhergestellt. Daß das Rcichsvcrsichcrungsamt von seiner früheren Auffassung, daß kein Verletzter gezwungen werden kann, Operationen vornehmen zu lassen, abgeht, ist nicht zu erwarten, zumal, dies wird in der Ent- scheidung auch ausdrücklich betont, bei der Beratung der ReichSver- sicherungsordnung die frühere Rechtsprechung ausdrücklich gebilligt worden ist. Äriegsgekialt und komninnales Smierprivilegurm. Gegen den Magistrat der Stadt Wilmersdorf bei Berlin führte eine größere Anzahl von Zivilbeamtea der Heeres- und der Marineverwalhmg einen Prozeß aus Zubilligung des koMmunalen Steuerprivilegiums aus der Verordnung von 1567. Unstreitig stand den klagenden Zivilbcamten der Heeres- und Marineverwaltung während der Friedenszeit das kommunale Steuerprivilegium aus der Verordnung von 1567 zu; es war also nur die Hälfte ihres Diensteintommcns zur Gemeinde-Ein- kommen st euer heranzuziehen. Infolge deS Kriegszuslonde- crhöhte sich das Fricdcnsgehalt dieser Beamten um die Kriegs- zulagc. Der Magistrot von Wilmersdorf meinte, daß aus diese Weise das Gehalt zuzüglich der Kriegszulage ein Militäreinkommen ge- worden sei, wofür daS Beamtcnprivilegium aus der Verordnung von 1867 nicht gelte. Er zog deshalb die Beamten für das Jabr 1916 nach den vollen Dienfibezügen zur Gemetnoe- Einkommensteuer heran. Auf ihre Klagen erkannte der Bezirksausschuß dahin, daß die Kriegszulage als Zulage fiir Dienstaurwendungen überhaupt bei der Besteuerung freizulassen und das Übrige Gehali mir zur Hälfte zur Gemeiudecinlommensteuer heranzuziehen sei. Der Magistrat legte Revision ein. Zur Verhandlung vor dem OberverwaltungSgericht hatte das KriegSminifterium zwei Kam- missare zur Wahrnehmung des öffentlichen Jnteressss entsandt, die in eingehenden Rcchtsaussührungen für die Zubilligung des bom- munalen Steuerprivilegiums und für die Freilassung der Kriegs- zulagen eintraten. Ter zweite Senat des LberverwallungSgerickts erkannte am 26. Februar auch zugunsten der betreffenden Zivilbeamter! der Heeres- und Rtarineverwaltung.— Zugleich billigte das Gericht zwei Kammergerichtsräten, die als Offiziere zum Heere eingezogen sind, das erwähnte kommunale Steuerprivilegium aucb für die sieben Zehntel ihres militärischen Einkommens zu, die ihnen nach den geltenden Bestimmungen aus ihr Zivildiensteinkommen an- gerechnet werden. DaS Gercht ging von folgenden grundsätzlichen Erwägungen aus: WaS zunächst das militärische Einkommen der als O f f i- ziere zum Heere eingezogenen Beamten angeht, so sei es nach Annahme des Senats( c> w e i t. wie es an Stelle des Zi- vileinkommens trete, dem Privilegium unterworfen. Ferner nehme der Senat an, daß die verbleibenden drei Zehntel der Kricgsbcsoldmig der Offiziere als Entschä- digung für Dienstauswendnugen, die durcki den Krieg bedingt sind, anzusehen seien. Dasselbe gelte hinsichtlich ge- wisser Kriegszulagen, die den Zivilbeamten der Heeres- und Marinevewaltung gewährt werden. Auch sie hätten während des Krieges größere Dienstauftvendungen zu machen. Diese Entschädigungen firr Dienstauftvendungen wahrend des Krieges seien überhaupt steuerfrei. Im übrigen blieben die Zivilbeamten der Heeres- und Marinevcrwaltung auch während des Krieges Zivilbeamte, so daß ihnen für ihr eigentliches Gehalr auch während des Krieges das kommunale Steuerprivilegium aus der Verordnung von 1867 zustehe. Teilnahme an Inngwehrübnngen als Teil des Kortbildangs- uuterrichtS. In Charley in Oberfchlesien ist der obligatorffckie FortbildunqS- Unterricht durcb OrtSftotut eingeführt. Der neue Stundenplan, der ordnungsmäßig veröffentlicht wurde, enthält auch die Boricbrift. daß alle zum Besuch der Fortbildungsschule Verpflichteten vom vollendeten 16. Lebensjahre an verpflichtet seien, an den Hebungen der Jugend- wehr ilr CharleN teilzunehmen, die sonntäglich von 3—6 Uhr nach- mittags in der Turnhalle stattfänden. Weil er an einer solchen Uebung nicht tetlgenommen hatte, wurde der Lehrling Wittel wegen Uebertretung des OrtSstawlS in Verbindung mit der Gewerbeordnung von der Slra'kammer in Beutben zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Sonntagnochmurag sei für den Angellagten Schullag gewesen und er hätte die Pflicht ge- habt, an den Uebunaen der Jugendwehr, die einen Teil deS Fort- bildungSunterrichtS bildeten, teilzunehmen. Die vom Vater des Angeklagten eingelegte Revision wurde vom Kammergericht aus folgenden Gründen verworfen: Tie> militärischen Jugendübungen seien aeeignet. einen Gegenstand des obligatorischen FortbrldungSunterrichtS zu bilden. Sie seien auch hier ordnungsmäßig in den Schulplan mit aufgenommen worden, indem bestimmt sei, daß die über 16 Jahre allen FortbildungS- schüler an den Urbungen der Jugendwebr teilzunehmen hätten, so« weit diese jeden Sonntagnachmittag von 3 bis 5 Uhr in der Turn- balle stattfänden. Somit hätte der Angeklagte daran teilnehmen müssen.____ Verautwortlich sür Politik: Hermann Müller. Tempelhoi; fitr den übrigen Teil d.«tolles: Alfred Scholz. Neukölln: tür Inserate: IH. Glocke. Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdrucker« u. BerlagSanstalt Paul Singer& Co. Berlin 3W. Hterz» 1 Vellage und lkuterhalttutgtblatt. % ?It. 65. 34. löfitgaug. ßtilw ks„Uotiuärtü" Kcrlim WlkM WittttDifi, 7. Mät;«17, Mgeorönetenhaus. 7�. Sitzung. Dienstag, 6. März 1S17, vormittags 11 Uhr. Am Miniflertisdbe FrSr. ix Schorlemer. Kür de:i erkrankten Abg� Frbrn. v. Zedlitz sfk.) wird der Abg. B r ü t t fft.» zum Ersatzpräsidenten gewählt. � Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Laudwirtschastsetats. Ein Antrag Brütt(ft) ersucht die Regierung dahin zu wirken. dag nicht kriegSverwendungsfähige Soldaten soweit wie mög- lich für landwirtschaftliche Arbeiten überwiesen werden und dag geprüft werde, welche von den für industrielle und gewerb- liche Zwecke in Anspruch genommenen, für landwirtschaftliche Arbeit geeigneten Kriegsgefangenen für die Dauer der Saat- bestell ung und der Ernte der Landwirtschaft zugeführt werden. Abg. Wallenborn(Z.) spricht, im einzelnen auf der Tribüne unverständlich, über den Anbau von Brotgetreide und Kartoffeln. Obst und Gemüie. � Abg. Brütt ffk.) befürwortet seinen Antrag. Abg. Hvesch(t): _ Auf dem Gebiet der LebenSmiitelproduktion ist ein groheS Virgverstehen im Lande vorbanden. Ueberall zeigt sich ein Kampf zwischen Konsumenten und Produzenten, als ob beide zum Hasien geboren wären. Und sie sind doch aufeinander ongcwr-icn bis zum letzten. Gewisse Kreise wollen daS Land« w i r t s ch a f t s m i n i st e r i u m am liebsten nebenbei vom 5kriegS- eruährungspräsidenien verwallen lasten.(Hört, hört!) Man hat sogar angeregt, die landwirtschaftliche Verwaltung unter das R e i ch zu stellen. lHört. hört!) DaS ist unmöglich. Die Land- Wirtschaft darf nicht zertrümmert werden, sondern fi« mutz eine Machtfülle ganz besimdcrcr Art ti langen. lSehr gut! rechts.) Statt besten haben wir seit Kriegs- beginn die Kompetenzen des LandwirtschaslSministsriumS immer mebr eingeschränkt lsedr wahr! rechls), während man in England dem LandwirtschaflSminister«ine fast unbeschränkte Machtfülle gibt. Eine zwangSwirtichaftliche Landwirtschast ist u n m ö g» l i ti. Darüber war sich der Ausschuh einig. Bor allem braucht die Landwirlichail jetzt Gespann«. Würde man dem Landwirt nach Gutdünken Geipanne und Leute zu anderweitiger Verwendung weg- nebmen, io würde das zum Hungertod unteres BolkeS führen können. lLcbhaite Zustimmung rechts.) Die Landwirtschaft ist nur inöglich durch da» Zusammenwirken von Ackerbau. Bi-Hzuchi usw. Daruin ist es falsch, alle«.Konsumsähige' sofort der menschlichen Ernährung zuzuführen. SS kann nur schweren Schaden nach sich ziehen, wenn so der verständnislosen Forderung einer beunruhigten Menge Folge gegeben wird. Der Zucker z. V. wäre viel bester, wenn die Rückstände nicht so hoch für die Viehzucht bewertet würden. Ter animalische Dünger darf nicht noch weiter verringert werden, das wäre aber die Folge von Mah- nabmen, die die Viehzucht schmälern. Die Futternot wirkt schon nach dieser Richtung. Kämen noch Zwangsschlachtungen dazu, so wäre dos Elend bald fertig. Unbegreiflich, dah man da noch die Viebpreise herabzusetzen entschlossen scheint. lSehr wahr! reckuS) Die Folgen würden liefernst fein. E« gilt. die Gefahr zu erkennen und ihr entgegenzutreten. Gerade in d i e s e m H a u i e, wo nicht solch« Parteileidenlchaft Ein- zug gehalten hat und wo viel mehr Leute der praktischen Arbeit sitzen wie vielleicht in anderen Parlamente», müsten wir uuS an- gelegen sein lasten positive Arbeit zu leisten'und nicht unS gegen- fettig Schwächen und Schäden vorzuwerfen.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Westermmw(nail.): Der Bruch mit Amerika, die Verringerung deS Schiffsraums, die Ungewihbeil unserer AnSlandSzusubr nach dem Kriege zwingt uns zur nachdrücklichsten Förderung unserer Produktion. Dafür aber ist die Hauptbcdmgung, dah sich der Anbau der einzelnen Fruchlgarrungen lohnt. Es muh alles getan werden, um einen M'.nderanbau von Kartoffeln im Westen zu verhüten. Produktrons- und Anbauzwang bestimmter Früchte sind undurchführbar. Ter Bau von Zuckerrüben ist in erster Linie zu fördern, aber auch der Preis für Kohlrüben mutz den Anbau lohnen. Den Gemüsebau zu fördern ist leicht gesagt, aber nicht so leicht durchzuführen. Durch umfangreiches Trocknen mutzte auch alles angebaute Gemüse dem Verbrauch zugeführt werden. Abg. Lippmaun(Vp.): Ich bedauere, datz Herr v. Batocki nicht diesen Verhandlungen beiwohnt, zum� mindesten konnten wir erwarten» datz der neu er- nannte Staatskommissar für ErnährungS» fragen hier anwesend sein würde.(Sehr richtig!) Auf ein ver. ständnisvolleS Zusammenarbeiten von Stadt und Land legen auch wir das größte Gewicht. Tie Notwendigkeit, der Landwirtschaft jetzt alle verfügbaren Arbeitskräfte und die nötigen Gespanne zur Verfügung zu stellen, erkennen wir an. Neben der Landwirtschaft ist die Fischerei in ihren Erträgnissen möglichst zu stärken. Zur Förderung der Produktion halten wir aber eine weitere Er- höhung der Preise nicht für notwendig. Die Güterpreise find wesentlich gestiegen, es findet eiw lebhafter Güterhandel statt, das beweist, daß die Landwirtschaft bei den jetzigen Preisen durchaus rentabel ist.(Sehr wahr! links.) 12 landwirtschaftliche Professoren haben sich zwar für Erhöhung der Getreidepreise, aber für Herab- setzung der Vieh- und Fleischpreise erklärt.(Zuruf rechts: Bestellte Aweit!) Wollen Sie etwa die Arbeit dieser Sachverständigen deZ» halb für minder beachtlich erklären? Die Herabsetzung der Fleischpreise hat Herr v. Batocki seinerzeit für das Frühjahr fest zugesagt. Tie Erfüllung dieses Versprechens wird jetzt auch nach dem Gutachten jener Professoren in so viel andere Preiserhöhungen eingewickelt, datz für., die Landwirt- fchaft im ganzen� ein Ausgleich' der Preise erfolgt. Im übrigen �ehen die Vorschläge der Professoren dahin, die Preise für die ver- ichiedenen Produkte so festzusetzen, datz eine Bersütterung von Brot- lorn an Vieh tatsächlich verhindert wird. Ter neu« Siaatskom- mistar mutz so selbständig wie möglich gemacht werden, damit durch- greifend, schnell und gut gearbeitet werden kann. Den Städten werden Lieserungsbenräge empfohlen, aber wenn sie solche ab- fchlietzen, werben die Waren von irgend einer Berteilungsstellc de- schlagnahmt. Das mutz zur Passivität der Kommunalverwaltungen führen.(Sehr wahr! links.) In Danzig ist vom Regierung»- Präsidenten ein Flugblatt verbreitet worden: „Wie soll ich satt werben?" worin als Hauptgchot aufgestellt ist: HSrr auf zu esse«, sobald du keine Ehlusi mehr hast. lGrage Heiterkeit.) Eine solche Leistung erinnert an den ungesundesten Polizeigeist vergangener Zeiten. kSehr richtig.) Unser Volk wird alles leisten, um auch daheim der Tapferkeit unsere: Krieger gl-ichzukommcn. Ein allerdings magerer Trost für uns ist. datz es den anderen auch nicht besser gebt. Paris hat seit Monaten keinen Tropfen Milch und die stehen stundenlang um 10 Pfund Kohl«.(Hört, hört!) WaS dieses Voll iür die Gloire aus sich nimmt, wird unser Boll für die Erhaltung seiner Nationalität und seiner Ehre auch leisten.(Lebhafter Bei- iall link«.) Abg. Braun(Soz.): Tic Zahl der Reden übe? das ErnährungSproblem, die Zahl der Verordnungen auf dies:m Gebiete, die niemand kennt und die die wenigsten beachten, die Zahl der Kommissionen, Beiräte, Aemter, mit beschrankter und unbeschränkter Haftung wird immer grösser.' nur etwas wird immer knapper, das sind die Lebensmiitel selbst. Tie Preise smd ins Ungebeuerliche gestiegen. Man betont immer die Notwendigkeit, die LeBenSmittelerzeugung zu steigern. Zweifellos wäre die Landwirtschast nach dem heutigen Stande der Wissen- schast in der Lage, aus dem un? zur Verfügung stehende» Boden sehr viel mehr zu erzeugen, als sie jetzi erzeugt. Aber zurzeit fehlt es dazu an den notwendigsten Voraussetzungen, um die Intensität der landwirtschaftlichen Erzeugung zu steigern und es kommt heute vielmehr darauf an, die Produktion aus der Höhe zu erhalten, die sie vor dem Kriege gehabt hat. Gelingt da?. dann können wir unter den Einschränkungen, die nun einmal not- wendig sind, auskommen. Leider hat es das Landwirtschastsmini- sterium an Energie fehlen lassen, um die sachlichen Lorbedingungen für diese Produktton zu schassen und sicherzustellen. Jetzt im dritten Kriegsjahr ist »roch immer»icht der erforderliche Kunstdünger zu Bei'fügrmg. Es mag schwierig sei«, daS durchzusetzen gegen- über den Militarismen Anforderungen, aber die Lebensmittel- erzeugung ist mindestens� so wichtig, wie alle anderen militärischen Motznahmen. ES müsten auch unbedingt der Landwirtschaft die notwendigen Zugtiere und maschinellen Kräfte zur Verfügung ge- stellt werden. Vor ollem mutz alles öd und brach liegende Bauland der Landwirtschast zur Benutzung zugeführt werden. Insbesondere i» der Röhe von Grotzstädtr« liegen auch jetzt»och Tausende von Hektaren Bauland brach. All diesen Ausgaben sollen die neugeschaffenen KriegSwirtschasiSämter dienen. Obwohl diese ausserdem auch die Ausgobe baden, für die sachgemätze Verwendung der in der Landwirtschaft tätigen Kräfte zu sorgen, sitzt in ihnen kein einziger Arbeitervertreter.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Man scheint in der Landwirtschaft mit den alten Gepflogenheiten in bezug aus die Behandlung der Ar- beiter noch immer nicht brechen zu wollen, und auch sonst sind mir Mitteilung«, zugegangen, wonach bei sehr vielen Arbeitgebern in bezug auf Behandlung und Bezahlung der ländlichen Arbeiter von einer Neuorientierung noch wenig zu spüren ist. Auch die Gefangenen müssen möglichst gut behandelt und ernährt wer- den. Ich verstehe durchaus die Empörung über die infame Be- Handlung, die zum Teil unsere deutschen Gefangenen im Auslande zu ertragen haben. DaS darf uns aber nicht veranlassen. Gleiches mit Gleichem zu vergelten und dies infame Vorgehen an Unschuldige zu rächen, zumal da« wirtschaftlich sehr un- klug wäre. Auch die polnischen Saisonarbeiter, die hier hei Kriegs- ausbruch festgehalten wurden, werden von vielen Arbeitgebern nicht nur als billige, sondern noch mehr als willige Ar- beiter ausgenutzt. Das sind dieselben Arbeitgeber, denen für ihre Produkte die Preise nicht hoch genug sein können. In der.Deut-> scheu Tageszeitung" beschwerte sich ein Landwirt darüber, datz die Tagelöhner, wenn ste ihre schulpflichtigen Kinder zur Arbeit schicken, für diese doppelt und dreifach soviel Lohn wie früher ver- langen. Aber wenn gewisse Landwirte erklären, wir bauen dieS oder jenes Produkt nicht an, wenn wir nicht einen höheren Preis bekommen, so hält das der Schreiber deS Artikels jedenfalls für ganz richtig.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Entschieden entgegentreten mutz ich der Auffassung, di« eine fortgesetzte Preissteigerung der Lebensmittel als Allheilmittel zur Förderung der Produktion betrachtet. Für die Versorgung der Bevöllerung mit Lebensmitteln ist dieser Grundsatz geradezu verhönguisvoll geworden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Stigeruna der Preise hat gleich nach Aus- bruch des Krieges ohne jeden fachlichen Grund eingesetzt. In der Kommission wurde van konservativer Seiis mit einem ge» wissen Fatalismus daraus hingewiesen, alle Kriege hätten er- fahrungsgemätz Teuerungen mit sich gebracht. GeWitz, aber ebenso wie wir die stetige Folgeerscheinung früherer Kriege, die verheeren- den Epidemien, durch die Fortschritte der Wiffonschaft in diesem Kriege mit Erfolg bekämpft haben, so mutz das auch gegenüber der Teuerung möglich fem. Die sachlichen Gründe, die für die Teue- rung angeführt werden, sind grösstenteils hinfällig. Mit einer Steigerung der Löhne hat die Preissteigerung nichts zu tun, denn im Anfang des Krieges fielen die Löhne. Erst die Verteuerung aller Produkte führte schlistzlich dazu, datz auch die Löhne steigen mutzten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Preisgestaltung hat sich fortgesetzt im Kreis« bewegt und die Preissteigerung ist so zu einer Schraube ohne Ende geworden. Fn meiner letzten Rede habe ich Abbau der hshc» Preise und vor allem Schaffung einer gesünderen Relation zwischen den einzelnen Preisen verlangt. Damals verhielt man sich ablehnend. Jetzt hat man doch die Notwendigkeit eingesehen und hat unter Lorspann von einem Dutzend Pro- s e s s o r e n versucht, den Karren wieder in das rechte. Gleis zn bringen. Das Gutachten der Professoren ist von den Nutznietzern des augenblicklichen Wirrwarrs auf dem Gebiets der Preis- gestaltung nicht besonders freundlich aufgenommen worden. Man akzeptiert wohl olle von ihnen vorgeschlagenen Erhöhungen. läuft aber Sturm gegen die V r e i S h e r a S s e tz u n g. Ich mutz die von den Professoren vorgeschlagenen Preissestsetzungen auch energisch bekämpfen, sie sind meist viel zu hoch. Ihr Borschlag. Brot und Kartoffeln noch zu verteuern, mutz in weitesten Kreisen des Volkes Entrüstung und Empörung auslosen, die lediglich von Brot und Kartoffeln leben und von der gleich- zeitig vorgeschlagen«, geringen Herabsetzung der Fleischpreise aar nichts haben, da sie bei den hohen Preisen nicht in der Lage sind, die auf sie fallende Fleischration in Anspruch zu nehmen. Die vorgeschlagenen Breissteigerungen entbehren auch jeder inne- ren Berechtigung. Man mutz von den P ro d u! ti o n Sk o st e n ausgehen. Diese sind nach allgemeiner Annahme bei der Land- Wirtschaft um 30 bis 40 Proz. gestiegen. Ich halte diese Annahme allerdings für zu hoch, denn an Löhnen wird bei der billigen Ar- beit der Kriegsgefangenen, der polnischen Arbeiter und der Frauen und Kinder heute in der Landwirtschast nicht viel mehr bezahlt alS im Frieden. Aber auch bei 80 bis 40 Prpz. Steigerung der ProdultionSkosten würde der jetzige BrotgefxeidcpreiS gerade dieser Steigerung entsprechen. Die Kartoffeln stehen jetzt schon mehr»lS 100 Proz. über dem Friedenspreis. Die diesjährige Kartoffelernte ist nach meiner Neberzeugung keineswegs so schlecht, wie man sie hinstellt. Das hätte sich herausgestellt. wenn man nach unserem Vorschlage den Ertrag sofort nach der Ernte festgestellt hätte, anstatt Kartoffeln erst in die Mieten bringen zu lassen unb dann zu schätzen. Aber man scheint einen zwcifelSfteien Bestand nicht aufnehmen zu wolle«. Ein grosser Teil der Kartoffeln ist in diesem Winter zweifellos in den Fnttertrlgen verschwunden. Dadurch find nicht nur grosse Mengen Nauwsseln der menschlichen Ernährung entzogen, sondern eS ist direkt die Aussaat für das nächste Jahr gefährdet. iSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Man will durch die Erhöhung der Kartosselpreise verhüten, datz wieder durch den Rübenanbau der.Kartosselbau verdrängt wird. Die Rübenbauer baben zweifellos im vorigen Jahre ein Riesen- geschäst gemacht. Der Preis für Rüben soll nun zwar nach dem Vorschlag der Professoren eiwaS herabgesetzt werde», aber ab Hof gelten. Dann werden die Rübenbauer das Fehlende jedoch durch Ansuhrkosten herauszuholen suchen. Durch höhere Zuckerrüben- preise, wie sie jetzt von der Regierung den Zuckerrübenbauern zugestanden worden sind, sichert uian diesen zwar höhers Gewinne. erzielt aber keinen gesteigerten Anbau. Generalleutnant Gröner bat kürzlich in einem Aufruf erklärt, datz Arbeiter, die in der heutigen Zeit um weniger Groschen Rehrverdienst willen vom Lande in die Stadt ziehen. Fahnenflucht begehen. Den Landwirten aber, die den so nötigen Zucker sich anzubauen wer- gern, weil sie nicht höhere Preise bekommen, aus die als» dieser Vorwurf der Fahnenflucht zenan s» zutreffe» würde, erfüllt die Regierung restlos ihre Forderungen.-- Die vorgesehene geringe Herabsetzung der Fleischpreise kommt viel zu spat und ist auch ganz unzulänglich. Natürlich wird trotzdem c-a- gegen von landwirtschaftlichen: Seite Sturm gelaufen.— D*.e ganze Art. hob« Preise als Dnreizmittel zu benutzen, fuhrt lediglich zur Ausbeutung der Konsumenten. So schlagen die Professoren vor. die Milch-'-'«d Butterprofle«och weiter zu erhöben, nm die Lersüticrung der Mwö an Kälber verhindern. Auch hie.r Wiedtr der falsche Weg» ansta:r >ie Produkte im Preise herabzusetzen, die mit Milch und Butter konkurrieren, gebt man wieder d«, umgekehrten, den für die Er- zeuger einträglicheren Weg. Auch die„reichlichen" Gemüseprene sollen nach den Professoren bestehen bleiben. Dabei sind diese Preise heute schon teilweise Wucherpreise, die der Begründung entbehren. Sogar die Obstpreise sollen noch erböbt werden. In der„Tag- lichen Rundschau" nennt der Pfarrer Schowalier diese Preise mit Recht einen Anreiz zur Habgier.— Die Erzeugerkrcise hat jetzt geradezu ein Taumel de« Gewinnes ergriffen. Es wäre Pflicht der Regierung, sie endlich zur Selbstbesinnung zu bringen, denn, unter den setzigen Zuständen leidet die ärmere Bevölkerung ganz un- säglieb Man macht sich von ihrer Rot in jenen Kreisen ossenbar gar keine recht« Vorstellung. Kürzlich wurde berichtet, datz ein 13jähriger Schüler, der die für die übrige Fami l i e v e- stimmte Brotration mit ausgegessen hatte, sich arrS Furcht vor Straie erhängt habe. Das ist ein Einzelfall, aber«n kleiner Ausschnitt aus der Tragödie, die sich jetzt in den breitesten Volksschichten abspielt.(Seh. wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn angesichts dieser Opfer der breite« Massen der Vor stand des Bundes oer Landwirte an den Kaiser tele- graphierte, datz die Landwirte z» alle« Opfer», zu jeder Leistung und Entbehruug bereit find, so ist daS eine Irreführung und wenn angesichts der rücksichtslosen Preistreiberei Dr. Rosicke der General- Versammlung deS Bundes der Landwirte zugerufen ha,:..Im glaube, wir Landwirts können stolz sein, daß wrr unserer Bevoste- rung die RahrungSmitiel zu so billigen Preise« liefern",)o müssen daS weite Volkskreise alseineVerhöhnung empsind«,.(sehr richtig! links.) Gerade die Erzeuger und Händler tragen eben nsä! keine Entbehrungen und Opfer, machen sogar teilweise enorme Ge- Winne und manche von ihnen handeln auS nacktester GewinmnÄ.. Solange aber diese Leute selbst keinen Mangel leiden, wird ihnen der Ernst auf dem Gebiet der Bollsernährung nicht zum Bewußt- sein kommen. Man hat ja sogar den Brief des Herrn v. c.!- d« n b u r g der Oeffentlichicit unterbreitet, in dem eh hagl:„Wir leben in Rutzland nach nach den alten Grundsätzen der bürgerlich«, Gesellschaftsordnung, bei welchem die Zusammensetzung der Mabl- zeit dem Geldbeutel entspricht. Satt werden wir alle und Ivem�es nicht genügt, der kauft noch etwas dagu."(Hort, Hort, llnks.) ist die Moral, die Heinrich Heine gekennzeichnet hat: Hat man viel, so wird man bald noch viel mehr dazu bekommen. Und wer wenig hat, dem wird auch das Wenige noch genommen. Wenn Du aber gar nichts hast, och. so lasse Dich begraben. Denn ein Recht zum Leben, Lump, Haben nur, die ttwaS haben. (Sehr gut! links.) Diejenigen Landwirte, di« wirklich nennenswerte Mengen zur Hindenburgspenlw hergegeben hoben, verdienen Dank. Wenn man aber die Opferwill igkeit übertreibt, so kann leicht in Zukunft toer.U ger gegeben werden. Ich stelle übrigens fest, datz diele Waren nicht gespendet und geopfert stnd. sondern zum Höchstpreis bezahlt werden müssen. Im ganzen Deutschen Reich sind bis Ende Januar 1,6 Will tonen Kilogramm abgeliefert worden, bei über fünf M i l- lionen landwirtschaftlicher Betriebe also 300 Gramm auf jedem(Hört! hört! links.) Bon einem glänzenden Ergebnis ist gar keine Rede. Mit Freiwilligkeit ist da nichts za machen; der„gesunde Egoisn, uS" wird im Kriege timaS ungesund, deshalb mutz zwangsweise zugegriffen werden, und zwar nicht durch Razzien auf de» Bahnhöfe« mit all ihre« Ungerechtigkeiten, sondern bei de» Händlern und Schleichhändlern und in den Sveck- und Schmalzkammern auf dem Land«, den Quellen des Schleichhandels. Je länger der Krieg dauert, desto ungenierter macht sich der Wucher breit, und zwar ganz osssen. Alles mSgliche wird mit Was) er und Gelee mW. in Büchsen gevre�; und dann zu wahnlimiigen Preisen verkaust, dieser Wucher in Blechbüchsen mutzte mir aller Energie bekämpft werden. Schwere Zeiten haben wir h-.nter uns, schwerere vielleicht noch vor uns. Die LollSernährung ist mehr als je unsere Lebensfrage. Di« Gewerlkchrrften und Am-estelltenver- bände haben den Reichskanzler und den Präsidenten des Krisgsernäh- rungbamts darauf aufmerksam gemacht, hier und dort braucht es nur eines Tropfens, um das Fatz zum lieberlaufen zu bringen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir unterstützen jede Förde- rung der LebenSmitteierzeugung, fordern aber völlige Abkehr von der verkehrte» Preispolitik, die in Preistreiberei ausgeartet ist. Gerechte Verteilung mutz erreicht werden, sonst könnte oer Wahlspruch de? Reichskanzlers vom 4 August 1914„Not kennt kein Gebot" bei den weitesten Volksschichten zur Parole werden.(Leb- hasier Beifall bei den Sozialdemokraten.) Mittwoch 11 Uhr: Fortsetzung. Schluß S Uhr. ** <* Zur Salvarsaufrage. Zu der Erklärung, die i» der Sonnabend sitzung des Ab- geordnetenhause» der Kultusminister iu der Salvarfan- angelegenheit abgegeben hat. bittet un» Genosse H a e n i j ch um Abdruck des nachstehenden Briefe», den er in dieser Frage an den Minister gerichtet hat. Er legt aus den Abdruck dieses Briese? deshalb Gewicht, weil es der Minister versäumt hat, von dem materiellen Inhalt de« Briefes— auf den es dem Ge- nosserr Haenssch in erster Linie ankam— in seiner Erklärung Slotiz zu nehmen. Der Brief lautet: Berlin. 3. März 17. Sit S. Exzellenz den Herrn Kultusminister. Exzellenz! Gestatten Sie. datz ich«och einmal auf unsere vorgestrij;« Auseinandersetzung über Salvarsan zurückkomme. Ew. Exzellenz haben im Gegensatz zu meinen Angaben die Behauptung au'- gestellt, datz'kein einziger SalvarsantodeSsall konstaticrt worden sei. Fch zweifle notürlich nicht daran, datz Sie diese Behauptung durchaus im guten Glauben ausgesprochen haben. Aber Sie waren falsch unterrichtet. Zum Beweist erlaube ich mir, Ihnen hier da» Werk:.Entwicklung und gegenwärtiger Stand der Ersentherapie der Syphilis mit besonderer Berücksichtigung deS Salvarsan und des Seofolbatsan* zu überreichen. Der Verfasser ist Viktor Mentberger. Assistent an der Universität'Hautklinik zu Strasburg. Professor T, Weiss, der Direktor dieser Klinik, bar dem Buche, das bei Gustav Fischer iu Jena erschienen ist. ein Borwort gegeben. In diesem Buche sind Hunderte von Salvarsan- Todesfällen und Neosalvarsan-Todes fällen allein aus den erste» Jahren der Existenz dieses Mittels eingehend beschrieben, die natürlich nur c in ou g a u a geringen Prozentsatz der in i r! l r ch Uoryekommenen Todesicille dieser Art ausmachen. Die mediziniscke Fachlirerainr der letzten Jahre enthält weitere Hunderte von solchen Todesfällen. Da Sie ün Abgcordnclenhanie Ihre Bchanptnng, die nnch gum Verbreiter von Unwahrherten siempslie und auf die mir eine fachliche Entgegnung unmöglich gemacht wurde. reit der ganzen Autorität eines preufzrschen Ministers aufgestellt haben, io darf ich gewch von Ihrer Loyalität erwarten: daij Sie von derselben Stelle auZ sobald wie irgend- tnöglich Ihre Angaben berichtigen.... Mi: dem Ausdruck auZgezcichnetcr Hochachtung K o n r o d H a e n i s ch. Dir sind dem Wunsche des Genossen Haenisch um Abdruck seines Briefes gern nachgekommen. Im übrigen sind wir nicht in der Lage, zu dem Salvarsanstrcit, den wir für eine außerhalb jedeß ParteistreilS stehende rein wissen? Ha f tl i ch e An- gclegenheit halten, sachlich Stellung zu nehmen. Der tzaushaltsaussthuß öes �bgeorönetenhauses cherhandelte in seiner letzten Sitzmig über einen dringenden Antrag der Abgg. K u n tz e und Genossen sk.h der die Regierimg er- such:, dahin zu wirken, daß den Landwirten für ihre Zugochsen und Zngtühe wieder dieselbe Haferrstirrn wie im leittcu Jahre zur Leriügung gestellt werde, da sie sonst die Frühjahrsbestellung nicht durchführen können.'Die verfügbaren, zum Teil in großen Mengen anfgestapelten Futtermittel sollen schleunigst den .siommunalverbänden zur Vertellung überwiesen werden, damit nicht die Mllchproduktion und das Schlachtgewicht bei den Rindern weiter zurückgehe und die Aufzucht der Kälber unmöglich gemacht werde. Der A n t r a g st e l l e r wie? aui die Swwierigkiilcu hin, die der Löinng der ErnähiungSfrage jeizt entgegenstehen. Die Haierraiion sei viel zu gering. Mit ge- schwächten Tieren könne man aber die Feldbestellung nicht richtig ausführen und das werde den Ernleertrag sehr uiigünstiq beein- flusien. Infolge Zurückhaltung der Futtermittel sei daS Vieh ob- gemagert und viel Fleisch und Fell gehe sterloren Bei rechtzeitiger Abgabe von Funermitteln wären auch viele Millioneli Liter Much mehr vorhanden gewesen. Der U n t e r st a a t S s e k r e t ä r erwiderte. daß für Zugochsen und Zugkübe bis zu 2 Stück in jeder Wirtschast vom 1. März dt-Z 1. Mai ein Zentner Hafer besonders gegeben werden soll. Eine größere Verteilung von Kleie wäre bereits erfolgt, wenn sich nicht TranSpornchwierigkeiien hnideind in de» Weg gestellt hätten. Im übrigen feien die Viehhandelsverbände angewiesen worden, Magervieh zur Abschlacktung aufzukaufen. De» Antrag K u n tz c wurde c i n st i m rn i g a n g e n o nr m e n. Die Verhandlungen wandten sich einem Antrage Henneberg sk.) zu, der es de» Landwrrlen freistellen will, einen bestimmten Prozent- saß— etwa 40 Proz.— von irgend einer S o m m e r s r u ch t der riächsien EiNle lGerste, Haser oder Mengkorn) nach eigener Wahl zurückzubehalten. Der A n t r a g st e l l e r hob zur Begründung hervor, infolge Fortnahme des Mengkorns med des größten Teils der Gerste fehle es an Futtermitteln und es könne schon jetzt gesagt werden, daß in diesem Jabre weniger Roggen an- gebaul werden würde. Schuld daran sei die allzu große R ü ck- iicül nähme auf die Verbraucher. Der U n l e r st a a t S- »ekretär sagte in den Hanptpunklen Erfüllung des Antrages zu. Der Antrag Henneterg wurde schließlich in etioaS abgeän- derter Form a n g e n o m m e rr. Weiter beschäftigte sich der Ausschuß mit einem Antrag Licne- weg st.), die HiiuSschlachtuiizc» zu vegünstigcn und die Haltung von Schweinen in landwirtschastlichen Zwerg- veirieben sowi? in AlbeiterbauSbaltungeir dadurch zu fördern, daß gegen Abgabe von SÄlachtschweinen zu öffentlichen .Zwecken den Leitern dieser Betriebe Kraftfutter in ausreichender Menge zugewiesen wird, den Kommtmglverbändcn mehr als bisher zur Förderung der Geflügelzucht Geflügeirutter- zur Ver- sügung zu stellen und bei der Fest'etzmtg der Futter- rationeu der Schaf- und Ziegen Haltung mehr Rech- nung zu tragen. Ein Regierung S Vertreter mite mit, daß Vis jetzt 3,1 Älillwurn Schweine haucgrschlachter sind. In normalen Janren seien es S.S Millionen geweizn. Diese Zahl werde nicht wesentlich überschrittert«erden. Der Antrag L t e n e w e g wurde angenommen.____ Der Ausschuß des �bgeoröiretenhauses für Hevoiterungspotttlk, dem alle Anträge über Teuerungszulagen und Kriegs- beihilfen für Beamte, StaatSarbeiter und Altpcnsionäre überwiesen worden find, trat unter dem Vorfitz deS Abg. H i r s ch Berlin(Sog.) zu seiner ersten Sitzung zujamnren. Der B e r i ch t- erstatter richtete an den Regrerungsvertretcr die Frage, ob enva mit Ablauf des EtaiSjohrcs 19)6 die in Aussicht genommenen Zuwendungen für die Altpensisnäre aufboren sollen. Der R e- gierungsvertreter erwiderte, daß die borgesehenen Zu- lugen selbstverständlichauchausgezahlt werden. Dann gab der Berichterstatter ein Bild über die EntWickelung der Teuerungszulagen an Beamte und richtete an die Regierung die Frage, ob rn absehbarer Zeit eine Wiederholung der Auszahlung einmaliger Teuerungszulagen zu erwarten sei. vi» konservativer Redner begründete den von seiner Partei gestellten Antrag, der die Regierung ersucht, die den S-taatSbeamten gewährton Teuerungszulagen in der Weise neu festzusitzen, daß eine mit der Zahl d e r Kinder nach oben in fester Progression steigende Staffelung der Beträge stattfindet. Ein fortschriit- l ich er Redner begründete den von seiner Partei eingebrachten Antrag, ein: Renprüfung der bestehenden Teuerungszulagen und Kriegsbeihllfon herbeizuführen und eine Erhöhung vorzunehmen. vx wünschte, daß die Kinder von geringer besoldeten Beamten starker bedacht worden. Bon einem Zentrumsredner wurde ebenfalls die Berettirellung außerordentlicher Mittel gefordert, da- mit der Rotlage der Beamten wenigstens einigermaßen Rechnung getragen werde. Es müsse die Aufgabe der Kommission sein, die Regierung von der Notwendigkeit und Dringlichkeit dieser Ange- legenheit zu überzeugetl. Bon konservativer Seite wurde in llcbereinstimmung mit diesen Ausführungen betont, daß unbedingt außerordentlich« Mittel zur Verfügung gestellt werde» müßten. Ein Regierungsvertreter erklärte, daß bei der Regierung ständig die EntWickelung der Preisfrage und ihre Wir- knng auf die Lebenshaltung der Beamten im Auge behalten werde. Die Regierung werde das auch fernerhin tun. Bestimmte Angaben könne er aber im Augonblick noch nicht machen. Ein national- liberaler Abgeordneter schloß sich den AuFführungen der übri- gen Parterredner vollinhaltlich an und unterstrich seinerseits die Dringlichkeit der Bereitstellung außerordentlicher Mittel._ Ein f retkonservativer Abgeordneter äußerte sich in gleichem Sinne, warnte jedoch davor, die Propression für die Kinderbeihilfen ■v zu stark in den Vordergrund zu stellen. ES wurden schließlich Anträge von konservativer und sortschrittlrcher S-stte da hingehend eingebracht, daß auch den Beamten, Lobnangefielli-n usw. mit einem Einkommen bau über 4000 bz w 4S00 M-r! TouerungShu lagen uns KrtegSdeihilfen künftig gewährt werden sollen. Damit war die Beratung der für die Staoatsbeamien vorliegenden Anträge erledigt. Ihre Sichtung und eingehende Durchbe ratung sollte in einem Unterausschuß erfolgen, der am nächsten Dienstag zusammentritt. yauptkusschuß öes Reichstages. Am DienStog begann der Ausschuß mit der Beratung deS HauS- SaltSplaneS für das ReichSamt des Innern. Darin wird u. a. das Gehalt in Höhe von 20 000 M. für einen z w e i r c n Unter st aatSsskretär gefordert. Staatssekretär Dr. Helffrrich schilderte eingehen?, daß der Krieg die Arbeiten de? ReichSamts des Innern ganz bedeutend ver- mehrt habe. Die neuen Aufgaben erstrecken sich einmal auf die Kriegswirtschaft, dann ober auch am die Uebergangswirtfchaft. Allerdings seien bedeutende Zweige der Tätigkeit des ReichamtS des Innern abgegrenzt und in besonderen Kriegsämtern aliSgehcmt worden. Trotzdem iei die Z-lnihme der Arbeiten im ReichSamt io staik. daß der Staarssekrelär unter allen Umständen entlastet weiden müsse. ES werde jetzt beabsichtigt, zwei Gruppen zu bilden. In der ersten Gruppen sollen alle Fragen ver- einigt werden, die sich ans das Wirtschaftsleben mit Ans- schluß der Sozialpolitik beziehen. Zur zweiten Gruppe sollen die Fragender Sozialpolitik»nd die sonstigen Alisgaben des Reichsomts deS Innern gehören. Nölig aber fei eS, daß im ReichS- aml alle diese Organisationen eine ernbeitliche Sprtze er- halten. AuS diestm Grunde habe man davon Abstand genommen. das ReichSamt deS Innern in verschieden? Rcichsämler zu teilen: die beiden Gruppen sollen vielmehr dem Staatssekretär des Jnnerst u ii te, stellt sein. Abg. Dr. Stresemaun snail.): Zum ReichSamt des Innern ge- hören sehr viele Angelegenheilen, die anderen NerchSämter» zugewiesen werden können. Auch in den anderen Staaten werden die wirtschastlichen Fragen und die sozialpolitischen Fragen jede zu be- sonderen A e m t e r n oder ähnlichen Gebilden vereinigt. Ein derartiger Ausweg wäre auch für uns das beste. Abg. Mayer-Kaufbcnren wende! sich dagegen, daß jetzt während deS Krieges eiwa daS NeiSSaml des Innern in mehrere Teile aufgelöst werde. Entscheidend sei nicht, welche Organisationen loir haben, sondern waS die Organisationen leisten. ES sollte vor allem geschaffen werden eine zuverlässige ProduktionSstatistik. ferner sollte die Frage bearbeitet werden. was zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geschehen könne, die wir nach Beendigung deS Krieges erwarten. Staatssekretär Dr. Hrlfferirh wies nach, daß die Frage der ProdliktioiiS-Slal'sük nickt während des Krieges gelöst werden könne; hierzu kehle cS am nötigen Personal. Die anderen Fraaen, welche sich aus die Arbeitslosigkeit nach dein Kriege beziehen, würden im ReichSainl des Innern bereits sehr eingehend vorbereitet. Man wolle neue Produirivkräfle dem Vaterlandc erschließen, Abg. Gothein sVp.): Dringend zu warnen sei vor Ueber- Organisation und U e b e r- B u r e a n k r o t i s i e r c n. Ob nach dem Kriegs in der Tat eine größere ArbeilSIosigkeit vorhanden sein werde, sei s e b r zweifelhaft. A"g. Hoch sSoz.): Beides iei notwendig: eine zwickmäßige Organisation und tüchiige Arbeit in den Oraanisationsn. Die Frage der Statistik sei von großer Bedeutung. Seine Pariei beantrage, das nötige Personal zu schaffen, um die Statistik über die Frauenarbeit während des Krieges und ähnliche Fragen auSznbatlen. Gegen den Borschlag der Reicks- leiinng sei einzuwenden, daß zwar die Frage der Wirtschaftspolitik eine besondere Gruppe bilden soll, dagegen in der zweiten Gruppe dre Sozialpolitik und alle übrigen Fragen ver- einigt werden sollen. Dadurch würde die Sozialpolitik nicht völlig zur Geltung kommen. Am besten wäre eS, wenn auch für die Sozialpolitik eiue besondere Grxppe gebildet würde. Deshalb frage er au, ob es nicht zweckmäßig sei. drei proße Giuppeu zu bilden mit drei IlnierstaatZsekrelären. Die Sozialpolitik habe ickon während des Krieges und noch mehr für die Ueber- gangSzeit eine kehr große Bedeutung, und cS bc- stebö.die Getahr. daß nicht die nötig: Rückncht aus die Arbeiter genommen werde. Sckon jetzt habe man die Arbeiter auSgefchlossen von dem Beirat, der dem Reichskommissarial für dre Beschaffung von R o h st o s r e u skir die UcberganaS- zeit beigegeben sei. Er sehe darin einen schweren Fehler. Am besten wäre eS, wenn die drei Abteill'.ngen zu i e l b st ä u d i g e n ReickiSam kern gemacht würden mit einem beionderen SiaatS- i'ekrelär. Wenn das aber während des Kriege» nicht durchzuführen sei, sei dock zu wünschen, daß der UnterstaatSiekrelär. ivslchem die Soziolpolilik tinterstellt sei, e.ne möglichst selbständige und einflutz- reiche Stellunq erlange. Staatssekretär Dr..tzeliserich: Die Errichtung einer dritten Gruppe, wre sie Abs. Hoch wünscht, müsse kür die spätere Zeit vorbehalten bkßiben. Gegenwärtig handle es sich nur darum, das ReichSamt des Innern so zu entlasten, daß der Stack-- sekretcrr seine Aufgaben erfüllen könne. Den iozialpolitischen Fragen werde im ReichSamt des Innern die allergrößte Auf- merksamkeit zugewandt; die erforderlichen Vorarbeiten seien beroits im Gange. Auch würden überall dort, wo Arbeiter- fragen zur' Verhandlung stehen. A r be r t e r v e r t r e�t c r zu- gezogen werden. Bei dem ReichSkommissrrriat zur Beschaffung von Rohstoffe!! für die UebergangSzeii handle es sich nur um die technische Durchführung. Don» für die Arbeiterfragen eine besondere Organisation geschaffen werden soll, würden sclbstver- jrändlich auch Arbeite rvertreier dazu berufen werden. Abg. v.Gamp. lD. Fx.) ist gegen die Zerreißung des ReichS- amtS des Innern in selbständige Reichsämter: jedoch könnten viele Arbeiten, die jetzt das Reichsamt deS Innern belaste, r, anderen Reichsämtern,»gewiesen werde:>' Graf v. Westarp Ct.) hält rbensalls eine«iliheitliche Spitze für alle wirtschaffSpelitischen und sozialpolittschen Fragen unb-drngl notwendig. De:» schließen sich auch an Abg. Ziesching(Bp.) und Hirsch (nall.). Hieran schloß sich eine Aussprache über unsere Ausfuhr und über die Eisenbahnverhältnisse. Es sprachen dazu die Abgg. Goihein und Liesching(Vp.), Erzberger (Z.), Dr. Ouarck(Soz.) und Dr. Hirsch(natbi. Die werteren Bestimmungen des.?""shaltplaneZ gaben zu be- merkenswerten Erörterungen nur bei.. a einmaligen AnSgaben Anlaß. Von mehreren Abgeordneten des Zentrums und der Sozial- demokratie lag der Antrag vor, der Reichstag möge bis zur drrttön Lesung in den Haushaltsplan für das Reichsamt des Innern einen Beitrag zu den Kosten der AnSaickeitung eines ausführlichen Eni- Wurfes für die Herstellung einer Grofifchiffvhrtsstrai-e von Aschaifcnüurg bis zur Rrichsgrenze unterhalb Po stau einsetzen. Die erste Rare solle 700 000 M. betragen. Für den Antrag sprachen Dr. Maher-Kaurbeuren(Z.), Dr. Ouarck kSoz.l, v. Payer(Bp.). Pfleger iZ.). Ferner sprachen noch dazu die Abgch Gothein iVp.), Dr. Hirsch(natl.) und Graf v. Westarp(!.). Der Antrag wurde angenommen. Bei dem Beitrag zu den Unierhaltungskosten einer Anstalt für die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche in Höhe von 400 000 M. begründeic Abg. Etcnofle Hoch den Antrag, der Reichskanzler möge wrranlasseu. daß der Beitrag um deu�Bctrag erhöht werde, der es den Anstalten möglick mache, so viel Schülc rinne» in der Säuglingspflege auszubilden, wie notwendig sind. Ter Direktor v. Joncquieur teilte mir, daß auch die Reichsleitunzg sich bereits bemühe, die Aus- bildung der Schülerinnen in der Säuglingspflege in dem erforder- lichen Umfange zu ermöglichen. Soweit Zufchüsts zu den Kosten notwendig feien, sollen sie gewährt werden.— Ter Antrag wurde dann einstimmig angenomrnen» Der amtliche Bericht üb« hie letzte v«trauliche Verhandlung der Kommission gab wiederum zu lebhaste». Beschwerden Anlaß. Abg. Dr. David(Soz.) stellte fest, daß sich feine Bedenken gegen das Verfahren gerrchtct haben, das in der mexikanischen Angelegenheit eingeschlagen worden sei. Auch Abg. Dr. Stresemaun stellte fest, daß seine Bemerkungen durchaus unzutreffend WiedergeZeben worden seien. Ja der Kommission wurde allaemein der Wum'ch vertreten, daß in Zukunft derartige Berichte sorg- f ä l t i g e r und nicht mehr> o einseitig abffefai-t würde». Mittwoch Fortsetzung der Beratung deS EtttiS des ReicksamtS des Innern._ pMe des Partei. Tie Stellungnahme der Organisationen. Eine am Sonntag abgehaltene Mitgliederversammlung in Stettin hat sich mit 140 gegen 110 Stimmen auf den Standpunkt der Partei gestellt, indem sie eine Resolution H e: b c x t an- nahm, die besagt, daß Mitglieder, die sich zur Arbeitsgemeinschaft. zum Spariakusgruppe oder zur Gruppe Intcrnaiianal bekennen, nicht mehr dem Verein angehören. Die Entscheidung ist um so bedeutungsvoller, als in der Presse de: Arbeitsgemeinschaft bisher die Stellungnahme der pommerschen Provinzorganisation zugunsten der Partei damit. bekämpft wurde, daß der größte Wahlkreis, nämlich Stettin, auf feiten der Arbeitsgemeinschaft stände. Die Versammlung hck das Gegenteil ergeben und' die Abstimmung wird auch von der Arbeitsgemeinschaft nicht angefochten werden können, da sie geheim war. Räch Annahme der Resolution be- antragte Genosse Herbert die Amtsenthebung des bisheri- gen Vorstandes, der sich für die Arbeitsgemeinschaft erklärt hat. Bei der Diskussion hierüber entstand einige Unruhe, so daß der überwachende Polizeibeamte dem Vorsitzenden mit der Auflösung der Versammlung drohte, falls er nicht Ruhe schaffen könne. An- statt sich aber nach dieser Richtung hin zu bemühe«, benutzte dieser den gelegenen Vorwand, um die Versammlung kurzerhand zu schließen.— Vertreter des Kreises im Reichstag ist bekanntlich der Arbeftsgcmeinschafiler V o g t h e r r. Der zum Berbrcitungsbezirk der„Leipziger PzlkSzeitung" ge- hörende 14. sächsische Dahlkreiß Borna-Pegau bat sichz wenn auch nur mit knapper Mehrheit, auf die Seite der Partei gestellt. Eine KreiSmiSschntzsitzung nahm mit 15 gegen 14 Stimmen eine Entschließung an, in der sie sich mit den Be- schlüssen deS ParteiausschusscS und des fficfinfchcn LandcSvor- standcs einverstanden erklärt. Die„Leipziger Volkszeitung" weckt ihrem Aerger über dieses Resultat Luft, indem sie den Referenten, Genossen Gradnauer, beschimpft und ihm eine„Musterlcistung von Verdrehungen, Unwahrheiten und Inobjektiviräi" vorwirft, sie der Korreferent Lipinski natürlich in blendender Weise'zerpflückt habe. Was beide gesagt haben, erfährt der Leser, nicht, und auf die Versammelten mutz es wohl den umgekehrten Eindruck gemacht haben, ime die Abstimmung zeigt. Vdrtreicr des Kreises im Reichstag ist der Arbeitsgemeinschaftler R y s s e l, der bekanntlich viermal Kriegskrediie bewilligt hat, sich aber dann durch den Einfluß feiner Leipziger Umgebung(um kein härteres Wort zu gebrauchen) zur Arbeitsgemeinschaft drängen ließ. Eine autzcrordenfliche Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Wolmirftedt-Neu- haldenslebcn stellte sich durch einstimmige Annahme einer enisprechenden Resolution auf den Boden der Beschlüsse des PartcrauSschusses und erklärte, daß Parteimitglieder, die einer geschlossenen Gruppe der Parteiopposition angehören, nicht fernerhin zur sozialdemokratischen KreiLorganisation zu zählen sind. Eine von 21 Teleg ierieii besuchte außerordentliche Generalversammlung des sozialdemokratischen WahlvereinS für den Wahl- kreis Aschers leben nahm mir 19 Stimmen eine Entschließung an. durch die sie sich auf den Boden der Partei stellt und die Beschlüsse des Varieiausichusses vom 18. Januar und den Aufruf des Parteivorstandes vom 20. Januar billigt. Der anwesende Vertreter des Kreises im Reichstag, Genosse Albrccht, der bc- kanntlich zur Opposition innerhalb der Partei gehört, jedoch nicht zirr Arbeitsgemeinschaft oder Spartakusgruppe, bekämpfte die Eni- fchließung lebhaft, fand aber nur bei zwei Delegierten Zu- stimm» ug. In Kiel Hai die in völliger Minderheit gebliebene Opposition eine eigene Organisation gegründet, welche der ArbeitSg-mein- schaftler H en k e aus der Taufe hob. Vorsitzender ist bezeichnender- weife ein Mann, der schon feit zwei Jabren nicht mehr Mitglied des sozialdemokratischen Vereins Groß-K:ck war. Obwohl de» Berichterstatter der„SchleSwig-Solsteinischett VolkSzeitung" der Zutritt verweigert wurde, erfahren wir doch aus zuverlässiger Quell« einige Einzelheiten aus der Gründungsversammlung. So kam u. a. die„Prinzipienfestigkeit" dadurch zur Geltung, daß einige Redner die Mitglieder aufforderten, die„Schleswig-Holsteinflche Volkszcitung" abzubestellen und dafür die� im bürgerlich alldeutschen Fahrwasser fchwimmendeu„Kieler Neuesten Nachrichten" zu abonnieren. Eine Dertrauensmännerkonferenz für den Wahlkreis Reck- linghaufen-Borken, die von 46 Teilnehmern besucht war. nahm einstimmig eine Enff'chlicßurig an, die sich auf den Boden der Parteimehrheit stellt. ssins Gross- Seriin. Der erste Schulze in Serlin. Kährcnd das alt? Kölln ein weudischeZ Fischerdorf lvar. ehe es die ZLürdcn und Rechte einer Stadt erhielt, befand sich das benachbarte Gelände am rechten Spreenfer. auf dem sich später„Der Berlin" erheben sollte, als Landgut im privaten Besitz der Ritter von Stralau. Giner dieser edlen t'rren. der offenbar ein gemächliches Leben auf idyllischem ohnsitz den Mühen der Landwirtschast vorzog, verkausie seine sandige und sumpfige Klitsche in den ersten Fahrzchnten des 13. Jahrhunderts an die damaligen brandenburgischen Markgrasen, das Brüderpaar Johann I. und Otto III. Er selber zog sich befriedigt auf fein schön gelegenes Stammschloß an der Oberspree zurück und überließ eS den tüchtigen Landesvätern, mit dem erworbrnen Terrain, wie man'heute saget, würde, Bauspckulation zu treiben. Eine Bauspekulation freilich, die nichts Geringeres zum Ziele hatte, als— die Gründung der Stadt Berlin. Die Markgrafen selber gaben sich mst dem komplizierten Geschäft nicht ab. Sie engagierten vielmehr einen fach- verständigen Unternehmer, der alles aiffS beste in die Wege leitete. Tiefer Mann hieß MarsiliuS nnd gehörte einer Familie an. die daS Stödtegründen gewissermaßen berufsmäßig betrieb: vom Rhein her bis an die Oder findet man die Spuren ihrer Tätigkeit. In der Gegend des heutigen Molkenmarkt 5 errichtet? MarsiliuS aus eigene Kosten alle notwendigen städtischen Gebäude, das Rat- hau?, das Kaufhaus, die Scharren u'w. Er steckte rings umher die Bauplätze mit dem üblichen Garten- und Ackerland ab und verkaufte als Bevollmächtigter der beiden Markgrasen die Grundstücke an die Ansiedler, die sich hier als älteste Bürger Berlins niederließen.» Für die aufgewandten Mühen und Kosten aber mußte er natürlich ein Entgelt haben, und dieses bestand im S ch u l z cn- G a m t der«euen Siadt, das ihm die Markgrafen derliehe«. Mit dem Amt waren reiche Einnahmen verbunden, denn alle (ÄerichtSkosten, Geldstrafen usw. flössen in die Tasche seines Inhabers. Das Schulzenamt blieb erblich in der Familie des Marnlius, und so kam es, daß seine Nachkommen ihren ur- svrünglichen Namen ablegten und sich Schulze von Ber- ! i n und später einfach Schulze nannten. Ter direkte Stammbaum dcS Berliner Ur-Schulze erlosch freilich schon nach ungefähr einem Jahrhundert. Es steht aber� gewiß nichts im Wege, daß das heute im Spreetal weit verbreitete Geschlecht der SchulzeS. falls cS Wert darauf legt, feine Abstammung auf jenen berühmten Ahnherrn, den Erbauer Berlins, zurückführt, dessen Tcnkmal jeder gute Lokalpatriöt in der Siegesallee beim Toppclstandbild Jo� Hanns I. und Ottos III. verehren kann. lieber die genealogischen Verhältnisse der anderen SchultzeS, der mit dem tz, sind wir nicht genau unterrichtet, wir nehmen aber an, daß sie demselben edlen Stamme ent- sprangen und daß das h. auf das sie mit Recht stolz sind, ihnen wegen irgendwelcher inzwischen leider in Vergessenheit geratenen Verdienste von einem freigebigen LandeZsürsten vcr» liehen worden ist._ Tie Arbeiter sollen 2. Klasse fahren—? In Ztr. 44 er�ahllen wir, daß einem Arbeiter, der auf der Eliexbabu mit seiner Wochenkarte für die 3. ftlasie einen Wagen der 2. Klasse benutzte und diese Alissetat durch � die übliche Strafe »on t t e n K l a s s e s u ch e n, u m. si a n d e S g e m ä ß" heim- zufahren. Wie sollen wir uns mit diesem Verhalten des Bahn- howorkieherS jenen Bescheid der Etsenbahndirektion zusammen- reimen? Hat der Bcamio vorschriftsgemäß gehandelt, so müßten Arbeiter, die solche oder ähnliche Werkzeuge mitbringen, auf Bc- Nutzung der zweileu Klasse verzichten. Da hört doch wirklich alles auf I Seit wann sind die Wagender z'w e i t e�u K l a s f e zu schade iür irgendeinen Arbeiter, der nach deS TageS Last und Mühe auf der Heimfahrt sich vor der drangvoll fürchterlichen Enge der dritten Klasie hier hineinretten will, auch wenn er sein Werk- zeug bei sich hat? Daß eine derartige Vorschrift, wenn sie über- Haupt je bestanden hat, sogar in dieser Kriegszeit aufrechterhalten loerdcn könnte, will uns kaum glaublich scheinen. Macht man sich denn nicht klar, wie sehr eS die ArbeitSsähizkeit der schaffenden Be- völkerung schädigt, wenn ihr die Mühen deS Weges nach und von der Arbeitsstätte in dieser Weise erschwert werden? Statt den Arbeitern die Anschaffung von Monatskarten für die 2. Klasse zuzu- muten, aus der dann ein durch den Anblick emeS Handwerkszeuges beiinruhigter BahuhofSvorsieher sie ausweisen kann, hätte die Eisen- babnverwaltuiig längst die KrieLSzeit zum Anlaß nehmen sollen, endlich die Klasseuscheidung der Fahrgäste zu be- fertigen und auch die Polster der 2. Klasse zur unterschiedslosen Leilutzung für jedermann freizugeben. Ter Wucher i» den Restaurauts. Die„besieren" Resiauranis, die jetzt noch über genügend Bier verfügen, vorzüglich bayerisches, sind gut daran. Vom frühen Abend eu bis um 1/s12 sind sie bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Unglückliche de: beruflich bis 9 oder 10 Uhr zu tun hat. und sich dann iür die aufgeiparle Fleischmarke noch einen Imbiß leisten will, bekommt entweder überbmipt keinen Platz, oder, hat er glücklich ein vckchen erwiichi. so sind die Gerichte sür 50 Gramm Fleischmarke iveggegeflen und eS gibt nur noch solche zu 100. Aber waS immer er auch esien mag, er wird nach Roten übers Ohr gehauen. Für ein Gericht zu 50— 100 Gramm werden meist 2—3 M. gefordert. Und dafür giblS dann das Fletsch und 2— 3 Kartoffeln. DaS Fleisch kostet dem Wirt 25— 50 Pf. und er nimmt dafür das Fsinf- bis Zehnfache! Vor unS liegt die Speisenkarte eine? mittleren, eher kleinen Nesiauranis, daS in normalcn Zeiten keineswegs zu den seineren zählt. ES hat immer Bier und braucht daher auf die Besucher nicht zu warten. Dafür liefert eS aber auch gar keine oder so ejut wie aar keme billigen Fleischgerichte mehr. Der Kellner sagt achsel- zuckend: wir haben cS nicht nötig, die teuren Sachen werden ja evenio gut gegessen. Hier sind die Fkeischgcrichte der Speisekarte: Filetblessieek<100 Gramm).. 3,75 M. Spießerrücken l50 Gramm).. 3.50, ff, Wildente(lauter Knöchels). 3,50, Uiirmr. Wildragout..... 8,—, Hasemücken........ 4,—. Haseukeule........ 4,—» Haseuleber(gestrichen).... 2,50.. Wir wiederhole», es ist ein gewöhnliches kleines Restaurant, wie es ihrer in verlin viele gibt. Und wir fragen, sind das Wucherpreise»der nicht? Wir fragen weiter, Ilöti der Begriff Wucher vor den Türen der Kneipen auf und sind alle die. die aus iniend welchen Gründen nicht zu Hause oder in den Bolkslüchen esim können, auf Gnade und Ungnade solcher Ausbeulung aus- geliefert? Gibt es keine Möglichkeit, die Wirte auch zum Berab- reichen billigerer Fleischgerichte anzuhalten? Rock ein?: in einem Kulmbacher Restaurant würde kürzlich für ein«Uas Kulmbacher 60 Pf. verlangt. Wa» sagt die Obrizkit dazu? Was will die Einhettsschnle? Fm. Verein für Frauen und Mädchen de r_A r- Beticrnaffe* sprach Frau Wallt Zepter über die Ein» heitStch ule. WaS will die Emheiisichule, nach der jetzr dringender als je gerufen wird? Die Förderung aller Be- g a b t e n, schon von Plato in seinem„Staat" und von Thomas MoruK in feiner»Utopie' als Ideal aufgestellt, hat den führenden Geistern der denifchen Pädagogik als eine Selbstverständlichkelt ge» gölten. Aber noch immer ist bei uns die über die Volksschule hinaus- gehende Schulbildung fast nur dem Nachwuchs der Beminelien erreichbar. Der Uebergang von der Volksschule zu den mittleren und höheren Lehranstalten wird dadurch erschwert, daß ein zusammenhängender Auibau d«t verschiedenen Schularten fehlt und die Nuswendunge» für Schulgeld und Lebensunterhalt nur einem leisiungSfähigen Geld- beutet möglich sind. Der Gedanke, aui der Volksschule als Grundlage unter Beseitigung der Bsrichule die mittleren und die höheren S eb u l e n in planvollem Zu» s a m m e n h a n g aufzubaue», findet seine notwendige Ergänzung i.t der Forderung, daß der Besuch aller Schulen unentgeltlich sein und begabte Kinder der Nnbemiltellen wirk- iame Beihilfen zum Lebensunterhalt erhalten sollen. Allen Tüchtigen, den Mädchen nicht minder als de» Knaben, ioll der Weg zu den ihrer Befähigung und Reigung entsprechenden Bildung? zielen freigemacht lverden. Die Vortragende schloß, an dem Kamps um die Einheiisichule beteilige sich die Sozial- demokratie und sie habe auch allen Anlaß dazu. Letzten Endes handle es sich Bei' der Förderung der Begadten um eine Frage des zukünftigen Ausbaues der Gesellschaft. Dem Vortrage folgte ein Meinungsaustausch, der voll- Zustimmung zu den Grundgedanke» der'Einheiwschulbewegung ergab. Hingewiesen wurde auf das so- zial Ungerechte der Möglichkeit, unbesähigie Kinder der Wohlhabiir- den künstlich in und durch die höheren Schulen zu bringen. Tie Leiche i« der Laubenkolonie. Zu unstrer Notiz in Nr. 53 erhielt das„Berlin-Lichkenberger Tageblatt" eine Mitteilung der dortigen Polizei, wonach die Schuld an der Verzögerung der Leichenbergung bei den Verwandten de» ver- storbenen Mannes liegen soll, die sich auf Ersuchen der Pokiz-i- bebörde bereit erklärt hätten, die Abholung und Beerdigung der Leiche zu besorgen.„Daß ist aber unierlassen worden," heißt eS weiter,„ohne daß die Lichtenberaer Polizei davon Kenntnis erhielt. AlS dann die Polizei erneut darauf aufmerksam gemacht wurde. daß die Leicke n»ch immer in der Laube liege, ist selbstverständlich sofort das Nötige veranlaßt worden, um die Leiche fortzuschaffen. Also irgendwelches Verschulden trifft die Lichtenberger Polizei nicht." Dieses gute Zeugnis, das die Lichtrnberger Sicherheitsbebörde sich selber ausstellt, können wir zu unserem Bedauern nicht unter- schreiben. Unserer Meinung nach wäre eS die Pflicht der Polizei gewesen, sich rechtzeitig da'rum zu kümmern, ob der Tote auch wirklich abgeholt und beerdigt worden ist. Das Unterlassen jeder polizeilichen Kontrolle hat es ermöglicht, daß die Leiche tatsächlich eine volle Woche in der Laube liegen und während dieser Zeit den Ratten zum Fräße dienen tonnte. DieBewzrtschaftmtgder Groh-BerlinerBerbandSwälder. Die Waldungen. deS Zweckverbandes GroH-Berlin haben bisher die Kosten der an ihnen ausgeführten Veroeperungen aus eigenen Mitteln gedeckt. Einnahmen fließen hauptsächlich auS chrm Verkauf von Holz— und da kommt die durch den Krieg bewirkte Steigerung der Holzpreise dem Zweckverband zu statten. Gerade diese ersten Jahre seiner Waldwirtschast bringen viel Holzeinschl«g, weil der Fiskus die teuer verkauften Forsi-n ihm großenteils in recht heruntergekommenem Zustand überlassen hat. Der jetzt«it dem Haushaltsplan für 1017 vorgelegte Bericht über die Waldunge», den der neue BerbandSforstmeister v. Natbusius erstattet, stellt für si« eine allmähliche Gesundung in Aussicht. Der FiSkus habe in den letzten Jahren die Belcitigung trocken werdenden Holzes vermach- lässigt, so daß der Wald zu einer förmlichen„Z u ch t a n st a I t für Bodenkäfer" geworden sei. Von den zur Gesundung notwendig gewordenen umfangreichen Holzeinschlägen brauche man noch keine Schädigung des„Holzkapitals" zu befürchten, da in den Wäldern übermäßig große Vorräte schlagreifen Hölzes aufgesammelt worden seien. Der Bericht empfiehlt die„zielbewußte Fortsetzung der Ge° sundungshiebe", auch wegen der„immer noch sich steigernden Krieg» preise für Holz". Ep hebt unter anderm hervor, daß .iieim Brennholz von einer durchschnittliche« Erhöhung des Friedenspreises um 150 bis 200 Proz. gesprochen werden kann". In dem Haushaltsplan der VerbandkwWer ist der Holzerlos für 1017 aus nicht weniger als 700 000 M.„vorsichtig" veranschlagt mir der Zusatzbcmerkung, daß,„wenn die Helzpreis- ihre Höhe behaupten oder noch steige«, aus 800 000 ZK. Einnahme gerechnet werden könnte". Nebctlbei. bemerkt: auch„die hohen Fleffchpreise, die. vor- läufig»och rntdauwu", werden erwähnt zur Ertlärung des höheren Ansatzes der Einnahmen ans Jagd. Man weiß eben auch im Zweck- verband die günstig- Gelegenheit dieser Kriegs- und Teuerungszeit auszunutzen. Andererseits finde« wir in dem Haushaltsplan den Hinweis auf Steigerung der Löhne und aller Preise, wodurch die Kosten des Holzeinschlages, der Reu- anpflanzmrgen und sonstigen Verbefferungen sich erhöben. Die Ein- nahmen a'ckS dort Wäldern reichen dazu, auch 550000 St. Zinsen für die bisher mit zusammen 11 Millionen Mark fällig gewordenen, aber wegen des Krieges noch gespundeten ersten KaufpreiSraien zu be- zahlen. Aus 1016 bleibt sogar noch et» ganz hübscher Äassenbestand drüber, runde 400 000 M. Räch Abschluß der„GesundiingShi-be" werden allerdings die Wälder wohl weniger bringen und mehr k,steA. Gemüsekonfervcii. Durch werschtedene Zeitungen geht die Räch- richt, daß der Absatz der Gemüsekonserven freigegeben und die ver- teilung eingeleitet sei. Diese Nachricht ist unrichtig. Der Absatz der Gemüsekonserven ist nach wie vor verboten und Zuwiderhandlrmgen find strafbar. Die Freigab« steht jedoch bevor,«leickzeitig wird dann vorsorg« getroffen werden, daß eine gleichmäßige Verteilung erfolgt und eine übermäßig« Eindeckung einzelner Personen nicht vorkommt. Teuerung und.KriexZwochenhilfe. Eine viltdehnung der Kriegs- wochenhilfe bedeutet ein Bescheid des Ministers d-s Innern«n einen Regierungspräsidenten. Ser vir dem Diensteintritl weniger als 2500 M. Einkommen bezog, soll sür die Wochenhilfe in der Regel als minderbemittelt gellen, auch wenn er diese» Einkommen weiter bezieht. Ter Umstand, daß keine Verminderung de» Fomilien- einkommeiiS eingetreten ist. begründet die Ablehiurng der Wochenhilfe nickt. Wenit der KriegSicilnchmcr von seiner Familie getrennt leben muß. muß er für seinen'Unterhalt mebr aufwenden. Dann .hat jetzt daS gleiche Einkommen nicht mehr die gleiche Kaufkraft wie vor dem Kriege. Bezieht der Kriegsteilnehmer mit seiner Familie jetzt«in nennenswert böhoreS Gelamteinkommen als 2500 M. im Vergleich mit der Zeit vor dem Eintritt in den Kriegsdienst, so soll allerdings geprüft werden, ob diese Tatsache die Beihilfe überflüssig macht. Musterung der österreichischen, ungarischen und boSnisch« herzegewinische« Landstnrmpflichtige«. Alle in den Jabren 180? bis 18Stz geborenen österreichischen und ungarischen EtootSangehörigen bez«. boSnisck-herzegowtHischeu LandeSaugehöiigen werden in der Zeit vom S. März bis LS. März einer neuerlichen Musterung unterzogen ioerden. Zu eischeinin habe« alle tu a n n l i ch e« Personen obiger Jahrgänge, die ihren ständigen Aufemhalt in Groß-Berlin, in der Provinz Branden- bürg. Provinz Sackisen oder im Herzogtum Braunsckweig haben, und zwar in der Landwebr-Jnspetlion, Berlin-Schöneberg, General-Pape-Straße zwischen ö und 12 Uhr. Die Musterungstage für die einzelnen GcburtSjahrgänge werden auf den Anschlagtäulen mitgeteilt. Die Muster ungspflichtigen boben säintöche Ausweispapiere(Reisepaß, österreich. oder ungar. Arbeits- buch, Heimalichem), einen polizsilickeu Anmeldeschein und, falls sie Februar nicht konsftibiert, zwei behördlich bestätigte unaufgezogene Pholographieu mitzubringen.__ Meldepflicht für Gegenstände aus Mumnirilm. Zu melden sind alle aus Aluminium bestehenden Gebrauchsgegenstände, und sämt- liche im GmungSgewclbe üblichen Keltereigcräi« aus Aluminium, und zwar auch dann, wenn sie au» heegesteflk find, dg» von der KrtegS-Robstoff-Nbleiinng»der durch einen MilitärbsfehlS- Haber freigegeben wurde. Nickt zu melden sind mit Alu- minium Überzöge»« Segenfland«. die«uS einem«nderelr Material«IS Alum!«iu« het�efieKi Hu». Zur Meldunz verpflichtet ist jeder.. der solche OefetzfHwd« besitzt. Die Meldung bat auf Meldevor drucken zu erfolge«, die vom 7. März ab bei derjenige» städtischen Wiener kaike. i« deren Be- z i r k sich die beschlagnahmte» Sogensiande be- finden, zu entnehme« mrd«ach»orichrtchSmaHiger Ausfüllung Bei derselben Steuer lasse bis zum 18. März 1017 wieder«»zuliefet« sind. M« die Meldung in der vorgeschriebenen tnp nicht ordnirnj«mäßig ei staltet, macht sich strafbar. Beschbdignng der üfseatitztzMi RoÄmazSgatä»!. Sie an de» hie- fignt öffentlichen Zfiasiertiuw«»««mdstche» ReHf*|*|«wte find im Jahre 1916 in!B Fälle» gut Retteeg med jn Versuche« der Retlmrg Ertrinkender benutzt Word»«. uKd zMnk St«aal«rit Erfolg und zweimal ohne vtrolg, aucherdo« ssiummt gar Booqmrg»»« Leiche«. Leider sind die ReBuagtgoeäöe»iod« i« xabtroiche« Fiten beschädigt und geftohle» morden, tmd mm m zwei Im« IM Fällen ist e« möglich geweie«. dr« Täter zu emchtteka und zur Anzeige zu bringen. An di« Bllrgerschäkt wird deSsiast» die Bitte gerichtet, auch ihrerieil» de« ReAung«geriio» an de« Masieeiiuße« ihre Auf- merksamkeit zu schenie» und in jodo« Aasi««Hmt»nckofttgttn Benutzung. e»(ch«»ij»*g ober Einwendung den Atter sofort feststellen zu lasten. Hindeavurgspende«. So« d««ewvottnsg dar HtabMturgfpende wird folgendes miigetettt i E» Word«« in vielen Gegenden, befon- der» auf dem Lande. Gerbchte»e« breitet,»«ch»one« m verschiedenen Fälle« Hindenbnrgsvsnde», die»o« de« Sanftvirten zu billigen Preisen geliefert wordeu s-ian, jn«uchermdeeKfi* viel höheren Preise«— e» Wied von 7— 10 9t. fsie d»S Pstmd gewrochen— an die In»nsttitae Beitor«bgegobou woedo» wioti. Tanächlich handelte e» steh aber nicht m» Hi»denb>»»gwe»öe«.«nd«r» nm Waren, die durch Schmuggel und Gchterchtzou»-l erroarbe» und zu Mnchervreisi'ii den Jndustriearckeiwrn«mgobe�ou»mdeu. Raesvgemätz si«d die festgesetzten Abgabechreife der Hi*»«tfawgs|mick«««eisi etwas hsiher als die Preise, die de« Zand wirten garalH werde«, sind, da die durch den TrauSvart iffw.»««siohoAdsu Itwfefte« l»wt»og«eiSnet und die Preise fär alle Maro« gleich«»heg seK gesetzt werden«äffen, unr Mißstimmungen imtoe de»- Artaeevrn zu deitmoiden. Keinesfalls könne» aber die Greif« Kr di« GwdenlMirgstzeech«, die Hohe von 7— 10 M. erroiche«. fit« ttwn sich stetzS nur mn gtrwje PreiS- erhöhltnge» handeln. Feuer m Schbnedeeger Nmktzgovnht«n»« M« r iff«- Z u t h e r- Straße alarmierte gesiern vormittag die Feuerwehr. ES brannte der Dschstuhl mit dem Inhalt der Boden»«, schlüge an alten Akten und dergleichen. Da« Feuer muß schon kängere Zeit gescktwclr haben, denn bei« Einkresten der Feuorwehr waren die Bodenräume bereit« total vergualmt. Di« Termine im tzimesgeriwt konnte» sämt- kick stattfinden, weil der Brau» auf cinon Sofimflsigei beschränkt blieb. GIi« lödstcher Anfall hat sich im Beieäch« der Etzandauer Straßenbahn ereignet. Der Fahrer T tz t«« k» w S l i au« der Pichelsdorfer Straß» S geriet bsieu Fufammenkotzpeln zweier Straßenbahnwagen in der Rahe do» SwotzärrbahAhofZ zwischen die Puffer und erlitt so starke DurtifewoeM. daß et an?»er Stelle be- wußtlo« z»»s»m»teudr«ch- Mau schaff:? den isiernuglückton nach dem Krankenhaitfe,»» tt bald nach feiner Aafiiahm: starb. Für fick OA) M. Stoffe«nterschlazon.»er Ili Zahre cMe Knitchtr Stich Siebe«, der bisher iu»er Rnultstr. 1»»« soinee Mutter wohnte, hatte Sonuabeud mittag oiuom hiestgeu SpedttiowStzose CiKckgüler«och dem»seiitzer Soimhoso z« bring«!. Er lud dort auch einige Stnek atz. ließ dam» ab« niches»ehr von sich hören. Spater fand man da» PoUfHchovoerk Kbeorlo« am Grünen Weg. Eine Frau bracht: es«ach dem«iebsion Goktzeirettier. Es ergab fich. daß»er junge Hntfcher für SG— StztzKO Mark Stoffe aller Art.verfchohw" hart«. De» Torbleitz der»ernntterrten Sache« ist noch nicht ermittelk. S» bondekt pch u« zw«! Slfi«« Kleider- sisffe im Gewicht von SOG Kiiogram« mft de« Zeichen J. B. 250/ 151, zwei Kisten Kleiderstoffe ans Zitrau. zwei stich«» mit Wäich� 227 Kilogramm schwer. S. T. und M. lll. 17K und I7»T; 1 Kiste Saumwollioaren, 194 Äilogram« schwer, V. II. t Co. loO gezetchnet und eine zioeite Kiste Baumwellwaren«.'lt dem Zeiche« ff. Ü.& Co. 15«. Auf die Siederdl-schaffnua»er gestohtou«» Güier ist eine Belohnung tzo» 1« Proz.»es»ertos v-ö zu SOOst M ausgesetzt worde«.— Z« demselben Tage beobochtat«, Krinetnalieamr-, wie ein Rollkutscher eine Me?» Zimtner schwoo« Ktste mit Damenstoffett von einem HauSsiu, Md«r SSUo» �chkoSstroße adtzol«« wollte. Die Kiste war dort kurz vorher Vau sine«««wer««.Knticher«bgesicklt worden. Dazu kamen»och watzrwe Ballon Hmeochofrc verschiedener Faid«, SakistaG«, F-lerchtache, Tiwll rnrd Gaze,»«ich olle diese Sachen sin» einem Stzetzilonr rnttaa schlag«« Wörde« und sollten in der Alten Zalobfiraße«bgohoil wer»««, uru emeai Hehler zugeführt zu werde«. Me siwtz«Goafasid K t er StztzKb Mark wert. Die Sachen wneden beschiaguahmt untz sichergestellt. fllls Ken Gemeinden. Stevkizuschläg« fllr Ghaolatwab«»». Ber H«ttvha:>i»au»schl!ß hat befchloflen. im RechunngSjahoe 1»17 wieder»« ein« Amchlog zur Gim«i»d»emt»M««usi»»er»oa 17b Prag, g« erhebe«. Dw Gemein»-- Je»er beste»« k»»«tt uttt-ckwut Gatzo von lt* Peag.»et in den lewerdefteuersiasi« 1 wUt 2 staaeckch»riwrlagvm Steuersätze, lötz Proz.»«•. t»»er Gewavb esitwoaflafle> med 1»S Proz. der in »er Gcwerbest««kt«ll� 4 am•rbeckwag. Bte G»n»»wb«gr!i»dsteuec ist chsrgesetzt toi 1,T tzr»»»sie das gomem»« Sborwa der»ebaute» UN» 5.4 tzr» Mibe der«wdobaat« Gtttodjtbech. Die Gemeinde- Umsatzsteuer dettägt 1 Graz, de» Austatzweat»» der tzeckauien und S Proz. d«S Umsatz werte» der uubed aalen Srmidslückc. Z e de«S«'.ttt lna cheichwu aw» Gdegsisi. Me Km»« bis zu sechs Jahren werde» Zusatzznckerkarto»«Sgegetze«. die zum Bezüge von ff, Pchmtz Ztttt««onrtchch stl» stdoS Kind berechtigen� Die Korten find von»« Jtthabern der Hantz, karten vom llstittwpch, den 7.. bis Freirag, den st. Msiez. in den zuständigen Brot- kommissione»«dzuholen. DaS Atter der Kinder ist durch GeburtI- Urkunde, Taustchein»der Famillettstawmditch»«chewweifen, AIS Ersatz für nicht gesi-ä-ote.Kemoßek» k»»««« ab Freiia, wieder Sd» Gramm Gesiack«ist d»»attoff-charte entnommen »erde». Betreffs»er S a« tka»t»ff o l siosch a fftin g machi die Garte»«! w-ltrmg dekoaat,»aß eC ist,»j. gewünkckien Mengen»oll zn liefern. Mehr eU M Pstmd iam» Zw» Besteller erdallen. Gänzlich«»geichtot«, W dw»«»ieken ge- »Lnichtea Sotten,»er de» hat»«st dt« ZMmmg iidorhaavi verzichtet. wie» ersucht, bin» d« Garttmtzorwawmg, chzrgftr. S«, schriil- [ich mitzateilen. Paako» bleibt bei 17« Pra�tttk. J&ii uist tat«irteiuta- einkommensteserff«« ftefchuttagM« Kaiumristans» Häven nunmehr, i»?« Beratungen adgekchlofie«. Danach»irtb« auch Pankow für das nächste Steuerjahr der 17« Prozent Znf'chiag. Zur unemtgelttichen SchutzpoSenimpfting in Reinickendorf. Der Gemeindevorstand bietet den Gemeindeangehötigen Gelegenheit, siH unentgeltlich impfen zu lasten. Sie Impfung finde! täglich vv!« nachmittag« l�/z Uhr ab out dem Rathause. Hauplstr. 35, Zimmer 17. durch einen von der Gemeinde beauftragten Arzt stait. EmpfehlcnS- wert ist die Schutzimpfung für ältere Personen, dcrrn letzte Schutz- impiung schon längere Zeit zurückliegt. � Steuersätze in de» Vororten. Bon den größeren Landgemeinden wollen außer den bisher bereits mitgeteilten auch Mariendorf und Friedrichsfelde mit 170 Proz. und Marienfelde mit 140 Proz. Fn- schlag zur Eintommenftruer wie bisher«utbiommen. Eiue Kriestblüche im Grunewald. AuK in der Gemeinde Grunewald hat sich da» Bedürfnis nach einer öffentlichen Gemeindekllche herausgestellt. Die Gemeinde hat daher beschlossen, am nächsten Montag im.Hofjäger* in der HuberiuSaklee eine Kriegsküche für zunächst 300 Perionen zu eröffnen. Unter anderen haben sich nicht weniger als 170 wohlhabende Haushaltungen für die Küche ange nield-t. Der Preis für ein Mittagessen soll nach den Einkommen� Verhältnissen der Haushaltungen abgestuft werden? er wird voraus- fichllich für miliderbemitieilr Familien 40 Pf. und für bemittelte 70 Pf. betragen. Zählung der Selbstversorger im Kreise Teltow. Auf Ersuchen de? preußischen LandeSgetreideami-; findet im Kreise Teltow eine Erhebung über die ZabI der Selbsiveriorger und ihrer Vorräte nach dem Stande vom!ö. Februar d. I. statt. Die OitSbehörven haben anzugeben, wieviel Selbstversorger mit ihren Borräten bis zum 1Z. September 1917 ausreichen? wieviel Selbstversorger lTeilielbst versorger) mit ihren Borräten nicht bis dahin ausreichen. Boll> lelbstversorger muhten am 15. Februar im Befive von 63 Kilogramm Getreide für den Kopf der veriorgungsberechligte» Personen oder einer entsprechenden Mehlmenge sein. Broß-Serliner Partesnachrichten. Sozialdemokratischer Bereiu Berlin I, Donnerstag. 8. März, abends 9 Uhr, bei Glane, Kommandantenstrahe 88, Zusammenkunft aller auf dem Boden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands stehenden Genossen. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. M. Bolzmann. FriedrichShage». Heute abend g'/o Uhr Mitglieder. Versammlung bei Witwe Lerche, Friedrrchstr. IIS. Bortrag deS ReichStagSabgedrdneten Robert Schmidt:»Bon der Kriegs- zur Friedenswirtschaft.� Alle Mitqliedbr, die den Standpunkt der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands vertreten, find eingeladen. I. A.: R. Köckeritz, Klmstr. 3. Konstituiereltd« Sersammlung in Oierschönewridr. Am letzten Sonntag fand die konstituierende Versammlung des Sozialdemo- kratisckien Vereins statt. Die zahlreich erschienenen Genossen und Genossinnen erklärten nach eingehender Bussprache der Sozialdemo- lratischen Partei nach wie vor treu zu bleiben. Bei der Wahl der örtlichen Parteileitung wurde zum Borfitzenden ' Genosse Max Jakobsen, Oberschöneweide. Rathenaustr. 23, zum Kassierer Genosse Reinhold Krüger. Oberschöneweide, Helm- holtzstratze 20, und zum Schriftführer Genosse Ernst Zobel ge- wählt. Alle Genossen, die zur Sozialdemokratischen Partei halten, werden ersucht, nunmehr ihre Beiträge an den Genossen Krüger zu entrichten oder den Z a h l a b e n d am SDHttwoch, den 14. d. M., im Lokal von Ladewig, Lauffenerstr. ss zu besuchen. Gleich» zeitig wurde beschlossen, die Frauenleseabende wieder einzuführen, und die Genossinnen werden ersucht, sich zahlreich daran zu be- teiligen.__ Gerichtszei'tung. Drohung mit dem Schsstzengrabeu. Ciil Former, der bei der Kammer 5 des Berliner Gewerbe« g« r i ch t S gegen den Giehereibesitzer Ockelmann klagte. behauptete, in diesem Betriebe würden nurReklo« mierte beschäftigt. Sie bekämen nur 1 M. Stundenlohn und wagten nicht, den üblichen Höberen Lohn zu fordern, weil sie fürchteten, Ockelmann werde dann die Reklamation zurückziehen und sie würden wieder eingezogen werden. Der Beklagte Ockelmann widersprach dieser Behaupiuiig nicht, er lehnte aber eine Erörterung darüber ab. indem er bemerkte, das gehöre nicht hierher. In Hinsicht auf feinen eigenen Fall führte der Kläger aus: Er habe als tüchtiger Former einen höheren Lohn beansprucht. Auch ihn habe der Beklagte reklamieren wollen. Er, der Kläger, habe aber kein Interesse, reklamiert zu werden. Er habe schon im Felde gestanden, er sei im Schützengraben verschüttet und dadurch an seiner Gesundheit geschädigt worden. Sollte er wieder ein- gezogen werden, so könne er das nicht als eine Strafe, sondern als eine Ehre betrachten. Deshalb gebe er nichts auf die Reklamationen. An dieser hätte nur der Beklagte ein JnüHfie gehabt. Der habe vom Kläger die Militärpopiere verlangt, um sie dem Bezirks- kowmando einzusenden. Der Kläger habe aber die Hergabe seiner Militärpapiere verweigert, weil weder diese noch das Bezirks- kommando etwas mit seinem Arbeitsverhältnis zu tun hätten.— Hierzu bemerkte der Beklagte, er habe die Papiere deshalb dem Bezirkskommando einsenden wollen, weil er den Kläger auf Grund gewisser Aeuherungen desselben für einen Simulanien halte, der sich durch Borspiegelung angeblicher Krankheiten vor drm Militärdienst drücke.— Wie de' Kläger weiter auZsührte, bat er zum Beklagten Ockelmann gesagt. »venu die Firma nickt dafür sorgen könne, daß er die ihm als Schwerarbeiter znstebenden LebenSmittelzulogen bekomme, dann höre er auf. Daranf habe Ockelmann geantwortet:.Wenn Sie aufhören, kommen Sie wieder in den Schützengraben.'— Der Beklagte bestritt, die Aeuherung in dieser Form gemacht zu haben und gab an. er habe getagt;.Wenn Sie nicht reklamiert werden, riskieren Sie. daß Sie wieder eingezogen werden.'— Sckliehlich bat der Kläger aufgehört, weil er besser bezahlte Arbeit annebmen wollte und weil er sich durch Ockelmanns wiederholte Hinweise auf den Schützengraben bedroht fühlte. Räch der Löiung deS«rbeitsverhällnifieS hat der Beklagte nicht nur den Abkehrschein verweigert, ohne deu der Kläger als hilfs- diensipflichliger Kriegsindustriearbeiter keine Beschäftigung finden konnte, sondern der Beklagte hat auS �die Jnvalidenkarte deS Klägers, anstatt sie ihm auszuhändigen, nach dem Be- zirkSkommando geschickt. Der Kläger hatte also keine Papiere in Händen, konnte deshalb keine neue Arbeit annehmen und forderte infolgedessen 112 M. Schadenersatz. DaS Gericht verurteilte den Beklagten, diesen Betrag an den Kläger zu zahlen. In der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende: Da» Gericht konnte sich der Ueberzeugung nicht veritbliehen, doh der Beklagte, um sich Arbeitskräfte zu sichern, die vom Kläger angegebene Drohung, er werde wieder in den Stbützengraben kommen, aus- gesprocken hat. Die Einsendung der Papiere des Klägers an das Bezirkskommondo begründet die Annahme, daß der Beklagte damit mehr beabsichtigte als eine Reklamation. Er wollte sich dadurch die Arbeitskraft des Klägers sichern. Hiernach hatte der Kläger Grund. aufzuhören und der Beklagte war zur Erteilung des AbkehrtcheinS veipftichtet.� Weil er diese Wicht nicht erfüllte, hat der Kläger An- spruch auf Schadenersatz._ Der Schiffmanu-Prozeß ist am gestrigen 6ö. Verhand- lungstage beendet worden. Der Hauptangeklagte wurde zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Ihren Ehrverlust, Jrau Ahrens zu l'/z Jahren Gefängnis verurteilt. Dem ersteren wurden 1% Jahre, der letzteren ö Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet. Mus aller Welt. Zur Katastrophe in der Pulverfabrik Bauchet wird gemeldet: Die Explosion ist bei Versuchen mit einem neuen Spreng- st o i s"und einer neuen Pulverart entstanden. Zwanzig umliegende Gebäude find ebenfalls beschädigt worden. Die Fabrik beschäftigte 5000 Arbeiter. Wieder ei» Brand in Pariser KriegSwerkstöttcu. Am Montag brach, wie aus Paris gemeldet wird, Feuer in den Kriegswertstätten von Panbard aus. Vier Arbeiter wurden schwer, acht leicht ver- wundet. Eine Explosion der Sprengstoffe konnte verhindert werden. Der Schaden ist noch nicht abzuschätzen. BerkehrSstockungeu in Italien. Im Eisenbahnverkehr von Süd- nach Rordiialicn sind in den letzten Tagen starke Stockungen ein- getreten. DaS Verlehrsmiiiisterium teilt mit, daß für drei Tage die Annahme von Gütern in dieser Richtung unterbleibt. Rur dringende militärische Transporte finden statt. Erdrutsche an verschiedenen Linien sind die Ursache der Störung. velilzedsi'IieÄlIllilieltes-Vertizilil Vorvaltungeeteil» Berlin. Ten Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Karl Fromm Wildau, am 4. März gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. März, nach« mittags 4 Uhr, von der Leichen. dalle des Gemeinde- Friedhofes in Wusterhausen aus statt. �»ckruk. Den Kollegen ferner zur Nach • j M Mitglied. M richt, dah Klempner unser der Fmil Bredel Wrangelitr. 59 am 26. Februar gestorben ist. Kaehrat. Den Kollegin serncr zur Nach. richt, dag unser Mitglied, der Drahtspinner Wild. Schumann Frankfurter Allee 364 am 28. Februar gestorben ist Ehre ihrem Andeute»! ISt/S Die OrtSverwattung. Am Freitag, den 2. Mär,. abondS 6'/] Uhr, verschied plötzlich und unerwartet insolge Herzschlages mein geliebter Mann und seines einzigen Kindes tteusorgender Bater, der Schlosser Gustav Martin im 39. Lebensjahre. 19796 Dies zeigen tiefbetrübt an Elfe Martin gdfi Aurtch und Tochter State. Die Beerdigung findet am DonnerSiag, den 8. März, nach- mittags 2'/. Uhr, aus dem Gc- meindefriedbos Baumschulenweg in der Kieidolzstrafie statt._ Noch langem Warten wurde unS die Gewißheit, daß mem sorgsamer Sohn, unser lieber Bruder. Schwager, Onkel. Neffe, j Vetter und treuer Freund, der! Wehrmann tS7Sb s Richard Freihoff Jns..Reg. 193, 10. Komp., den Folgen seiner schweren Verwundung am 13. April 1916 erlegen ist. Dies zeigen an in tiefer Trauer Mathilde Freihoff geb. Wietzke. Fat» H. Freihoff. : K.' FreIhoff�i-8-"v Felde . G. Welstb. Memeh . R. Strauch! m F. stüiehke I. o .'0. L. Zucht, Jmniamielkirchstr. 12. N. V. Wolgast, Wattstr. 9. H. Fischer, Bastianstr. 6.«ad Mars. vrcifcnhagener Straße 22, I. Hönisch, Müllerstr. 34a. H. Bogel, Lortzingstr. 8. >W. Tolomoil Joseph, WilhelmShovencr Stroße 48. 8W. v. Schmidt, Bärwalbsir. 42. S. St. Fritz. Prinzenstr. 31. H. Lehm»««. KoUbuser Dam« 8. 80. Paul Böhm, Lausitzer Platz 14llö. P. Horfch. Engelufcr lä. Baumschulenweg. H. Hornig. Morienthaler Straß« 13, I. Borsigwalde. Paul Kienast, Räufchftr. 10. Charlottcnbnrg. Snstav Scharnberg, Sescnhcimer Straße 1. Friedrichshagen. Ernst Werkman», Köpenicker Straße 18. Grünan. Franz Kiew, Friedrichstr. 10. JahanniZthol. Rar Gonschur, Parkstr. 23. Karlshorst. Hermann VIlling, Dönhoffstr. 28. Köpenick. Emil Wißler, Kieper Straße 6(Laden). Lichtenberg I. Ott» Seiht, Wartenbergsir. 1. Lichtenberg 11. A. Rosenkranz AU-Bvxhagen 56. Neukölln. M. Heinrich, Neckarsir. 2. C. Rohr, Siegftiedstr. 28.2?. Niederschönewcibe. Wilh. Unruh, Brückenstr. 10. Rowawes. Karl Krähnberg. Eisenbahnstr. 10. Oberschöuewelde. Otto Freidanl, Bismarckftr. 25. Pankow. Ott» Rißmann. Mühlenstr. 30. Reinickeadorf. P.«ursch, Provinzstr. 56(Laden). Schöneberg. Wilhelm Böumler, Meininoer Straße 9(Laden). Spandau. Schumoch«, Breite Straße 64. Steglitz. H. Bernsec, Alsenstr. S. Tempelhos. Ueckermauu, Kaiscr-Wilhelm-Stroße 74. Treptow, Robert Gramen,. Kiefbolzftr. 412(Laden). Weißens«. Gustav Roßkopf. Berlmer Allee 11. Wilmersdorf. Paul Schubert. WUhclmSaue 27. llM». MMll Ksgrss r. Ernst Bordi, Eiourratr. tl. ch~KniohoHP. B«tr»nlis» Franz Abraham bBt.Ucsiini-aJtAaertraBk-Kalt C.l» Buillilr«», F«ro»p. Kft.ltlVt 4 Büfle-ilnsfnsa» Bsukt Sin Aniesemberetr.». I Eoppcnetr. SJ _______ I limtliohe Bäder. Passaoe-Bad d'«™»T Ksfena-Bad. Wiener Str.« 4 tftt ctsr- u. Eondlfrctsn jp f"sair.«?,"" j Bezugsquelien Uateniiehende Sssohäfte empfehleisloh d. LI n stink. Otts Woltt. Treptow, KrOUrt« tachaii. Gr.-Lieht«! Ol&cN a ti a i>, R. Baske,«trai-ncr Str. 44.. E. Krans, ItBaaiiuiunt. tt. A. Es Lacso« Brupnenstr. ISA 4 Buitor. Mar, Kass» | WiiheSm Göbel B « cltraae Flllalan.__ r I GeÄr Iiis 48»iffei» ittälUothlft« August Holtz ä.DÄ ckBierbranersl�BlerhdaBdlgTV ' irooereiBöizoi' empfiehlt WllUSdiM waten Ranr�fe! ya OesckiAfte in allen Stadtteilen Berlins sowie in Neukölln u. Treptow asnrMwdirt 180». ?. KUsawsttcr, MlnOeiMtitt. 14. ». Ksier, flrtnenr« IT. j. Habels Urauereh I hell— Hnfceifcri«— dmkel. MDnchener Brauhaus Berlin und Oranienburg innki liianninser merl ühly 4 Wolfram Ä-,.«,«™» 4 Ur»B«n und Fnrlmi»» Wcracr.Drefcric. Brttt.CiltvM'tv ka KnalgtOrlhan < g«a'Bkä>rik«n P | Tlfflssr-Essig S U Oberau«ehllHtcbt Cul Ju(, Stronutr tl. Rtlilmsnn,P.3fttll*rst.4Sb, Z-Sesat IM. Beck Inh.) Herrn. BaHSsoh j Cburiottsaburc, BerUnsrst.Stz�e Kteitoh' onck w ur»tw«r»»tabrth Schröter. mal 43 PtrhaufsetelUn« WIÜyQsrtcks�aunbarecrstrJi Otto Koaeol, Alto Jaoobstr. U. .3 51» Af. baditr. SB, K.-A« «B.»»Cr PHaun-AII». LcskoASlapockl, HiUak-iUMl fmnnti-aa-ig� «S_ er j-i 5 r« imi n? md p BethKc, Qcorfl.SÄ HmUTIi. Motte tt, Xtiitr-Pritir. »tr.««, WomtiU. I»», frielclrtr. IS rirmttw. Ortli-Stniw II. fHH? »Iktnen. Pobiwaron~b � Kottbu«»�. o—o Diam VestePfi 4 Kurz-,Wc'itt.,Wol!w..TrUto 1M9 tl. BonnomnMeTor.Bai-tOrMti 4�*10100«-*onorato I» II aibMfkt SO. Kottbuoentr. t, fl. FiÖlcölI anoh G«leir«i:bo!tekt. Gaegc, Otto Ch"«i 4 Ha:i:no»cll.ncn"V Bellfflann, ______ r«tr. 2« Nähmaschinen drXVFirjiTPfFb I so rnioi«» In«Hon nt»o-5» <"_ d „Deutschland" Benin Arbeiterrenlchtrnng— Sdrtaon- . itirWkj-KnrrrticliCT«.«tr»S« S.