Mr. 69. fl bonncmtntS'Bedlngungf n; ftlonncmmlä• SteU Btdninneranbo Bicrtcljälirl 3,90 Ml. monall U30 Ml. wöSenilich 30 Big, frei ml Hau» Einzelne Kummet 6«ffl. Sonntag-. nununei mit tCuftncaet Sonntags. Beilage»Die Neue Weif lO Pia,«oft. tlbonnement: 1,30 Marl Bio Monat, eingetragen m die Poit.Zewtngz. Ltei-Iiite Unter KrenzbanB tut Deutichland und Oesterreich- Ungarn Z,aO Marl, für das übrige Ausland t Marl vro Monar PostabonnrmemS nebnien an Belgien, Dänemarl Holland, Italien Luremburg, Portugal. kuuuuuen Schweden und die Schweiz. klitdlitil lZgiich. Verlinev Vollrsblnkk. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deut 34. Iahrgimg VI? TnJerflofts-Gebüttr I«trügt für die sechSgesbaltene Kolonel» »eile oder deren Raum 60 Big,, Tin Boliülche und gewerlicuaitliche PereinS- und Beriammlungs- Atizeigcn 30 Big, »Illeine lZnreigen", das Teligedruiltc lZorr 20 Big,(zutälflg 2 leitgcdruckk Eortcl. jedeS weitere Wort 10 Pigt Stellengesuche und Schlaniellenan. »eigen das erite Wort 10 Pfg. jede- wettere Wort ö Big, Worte über tö Buch- ftaben zahlen für zwei Worte. Inserate für die nächste Kummet mitjsen bis 5 Ufnr nachmittags in der Exvedition »bgegeden werden Tie Exdcditw» ijl blj 7 Uhr abends geöffnet. Telegraorm.Adreffe: »i«,izltlemo!tl»i kellli". Redaktion: EW. öS. Linüenstcaße Z. .lernivrertter: Ami Mortltvla«. Nr. UilSV— ISIS?. � Sonntag, den 11. März 1917. Ezcpeüitioa: Ew. v8. tinücnstraße Z. aernivrecher: Amt Mortnvla«. Nr. 131 90—151 97. Bewaffnung amerikanif(l)er landelsf cltfffe heimliche öewaffnung öer amerikanischen Handelsschiffe. Ter Senat auf Mitte April einberufen. Die letzten Reuter-Meldungen aus Washington enthalten als festen Kern die Mitteilung, datz Wilson beschlossen hat, eine Sondersitzung des Kongresses erst für den April einzuberufen, und zwar für den 16. April! Dieses Datum wird den T rängern, die nach fchnellsteii Entschlüssen schreien, sicherlich nicht genügen. Als sollte die Pille ihnen deshalb verzuckert gegeben werden, sagt Reuter weiter: Wilson sei zu dem Schluß gelommeu, daß er die Macht habe, amerikanische Handelsschiffe gegen die deutschen Unter- fceboote zu bewaffnen. Diese Meldung sagt also noch nicht, daß der Präsident besagte Macht bereits durch einen Erlaß ausgeübt habe. Eine weitere Rcutcr-Meldung lautet:„Die Namen der zu bewaffnenden Schiffe werden nicht veröffent- licht werden. Der Befehl, die Anordnungen des Präsidenten unverzüglich auszuführen, wird sofort zum Marincdepartcmcnt gesandt werden. Geschütze zur Bewaffnung der Schiffe sind in den Marinewerften an der atlantischen Küste angesammelt und, es ist alles bereit." Danach wäre also alles bereit, aber Wilsons B e fce H l ist noch n i ch t an die Stelle abge- gangen, die da» Wort in J&ie Tat umzusetzen hat. Daß über die Berufung des Kongresses hinaus noch nichts endgültig Entscheidendes geschehen sein kann, ergibt sich auch aus, anderen Nachrichten: Amsterdam, S. Marz.(D U.) Nach Meldungen aus London ist die Prelie fast einstimmig der Meinung, daß eine Bewaffnung der amerikanischen Handelsschiffe vorläufig nicht.zu erwarten ist. Nach- dem der Senai mit 76 gegen 3»utnmen den Beschluß angenommen hat, wonach die Tebatte geschlossen werden lann, wenn mindestens zwei Drittel der Abaeordneicn eS verlangen. Hält man es für wahr» s ch e t n l t ch, daß Wilson, ehe er weitere Schritte unternimmt, v o tri neuem den Kongreß ei n berufen wird, um sich von ihm' das Rechl zur Bewaffnung d�r Kauffahrteischiffe verleihen zu lassen. Dem meist gut unteirichteten Korreipondenten der.New Vort World" zufolge hat sich Wilson in diesem Sinne gegenüber verschiedenen Penonen ausgelassen. Andererseits kriiisiert man das Auftreten Wiliöns scharf und bezeichne! eS als nicht energisch genug. Biele find der Meinung, daß der psychologisch geeignete Mo- ment Ungenützt vorübergegangen sei, während sichere Anzeichen dakür vorbanden seien, daß sich eine Oppofilion gegen die Blockade der Alliierte» geltend mache. Bern, 9. März.ziolpolltlschcr , Vertrauensmann in das Ministerium berufen, mußte er we- ! nige Jahre darauf schon empfinden, daß er der ihnl loöhl, ;.iber der Oeffentlichkeit nicht bekannten Widerstände außer- -parlamentarischer Natur nicht Herr zu werden ver- mochte. Am 27. Juni 1896 nahm v. Berlepsch seinen Ab- schied? am 7. Juli 1896 schrieb Generalsekretär Bueck vom Zentralverband der Jndustri- ellen einen vom„Vorwärts" am 29. Januar 1991 publi- zierten Brief an den Großindustriellen Neichsrat Haß- l a che r- Augsburg, jenen Brief, in»velchem Herr Bueck triumphierend berichtete: .. daß wir endlich doch Herrn v. Berlepsch kleingekriegt habet,, hat auch mich mit Befriedigung erfüllt.. Mit toelchen Mitteln„wir", das heißt der hauptsächlich von Schwerindüstriellen beherrschte Zentralverbavd, den Mi- nister„kleingekriegt", aus dem Amte gedrängt haben,'dar- über weiß die Oeffentlichkeit bis beute noch nichts Genoncs. Der Nachfolger v. Berlepsch, Graf v. Posadowskp. '.aar anfänglich Hahn im Korbe bei den schweriudustriellcn Zentralverbändlern, so sehr, daß laut einem Briefe des Gc- neralsekretärs Bueck vom 3. August 1898 aus dem Reichs- amt des Innern der Zentralverband um 12 999 M.„zum Zwecke der Agitation" für d ie Z u chtha u s v o r lag e gebeten werden durfte. Je länger„Posa" im Amte war, desto mehr entfremdete er sich die Schwerindustrie, weil cc sich allmählich zu einer auch von Sozialdemokraten, so von unserm Genossen Paul Singer im Reichstage anerkann- ten achtungswerten sozialreformatorischen Anschauung durch-■ rang. Der einstige Günstling wurde darum von schwer- industriellen Organen immer offener bekämpft, und als er 1999 be! dem großen Ministerschub auch abging, löste das bei den Zentralverbändlern scharfmacherischer Observanz nur Befriedigung aus. Nicht lange vorher konnte unser Genosse David im Reichstage Mitteilungen machen über eine am 6. Januar 1999 im Berliner Pala st Hotel abgehaltene Be- ratung schwcrindustrieller Größen, die sich. natürlich„streng vertraulich", verabredeten, lvie sie. ein anläßlich der großen Katastrophe auf der Zeche R a d b o d zur Beruhigung der Oeffentlichkeit von der Regierung ange- kündigtes Arbeiterschutzgesetz verhindern könnten. Die Herren waren sich darüber klar, daß die ihnen von der Regierung mit- geteilten Ecsetzesänderungen kerne Erfüllung der Arbeiter- forderungeu bringen würden, versicherten sül) sogar„streng vertraulich" gegenseitig, die Regierung gestehe selbst, daß das Gesetz nur eine„Kulisse" darstelle. Dennoch verständtgtcn sich die Schwerindustriellen, der Regierung„ein scharfes Nein" entgegenzusetzen, ihr„den Herr e n sia n d p u nkt ins Auge zu drücken'." Da nun zu der am folgenden Tage im preußischen .Handelsministerium abgehaltene Vorbesprechung auch zw e i Arbcitervertreter in ihrer Eigenschaft als Vorstandsmitglieder des Knappschaftsvereins geladen waren, wurde in der schwerindüstriellen Besprechung der Plan ent- wickelt, hier einzuhaken, indem man den Mini st e r an- klagte,„Arm in Arm mit der S o z i a i de in o- k rotte" ein„solches Gesetz" zu präsentieren. Durch diese„taktische Handhabe" werde es gelingen. „zugleich mit dem Gesetz den Minister zu b e- fettigen!" Die Verschwörer wußten sehr wohl, daß die zwei Arbeiter von dem Kassenvorstand, nicht von.den Arbeiterorganisationen, geschweige denn von der Sozialdemokratie entsendet waren, ja daß einer der Arbeiter V e r- trauensman n der ch r i st I t ch° s o z i a I e u P a r t e i war. Machte nichts, die beiden wurden aus taktischen Grün- den als„zwei Sozialdemokraten" bezeichnet, die der Minister zu sich berufen hatte, und an diesem Galgen sollte„mit dem Gesetz" der unselige Minister aufgehängt werdSn. In dieser Auseinandersetzung sprach ein sebr mächtiger schwerindustrieller Generaldirektor, auch alldeutscher A n n e r i o n i st, die inhaltsschweren Worte: Mir scheint auch— wenn ich vertraulich hier reven. darf daß«S sich bei dieser Borlage um dir Stellung deS Französische Angriffe südlich der Avre, bei Prosnes und südlich Ripont in der Champagne sowie westlich der Maas— Fliegerkämpfe— Beute von Magyaros. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 10. März 1017.(28. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich der Avre griffen die Franzose» Teile unserer Grade» bei Laucoort und südlich von CrapeaumrSnil au. Sie wurden im Handgemenge geworsen, 12 Gefangene blieben in unserer Hand. Oestlich von Reims holte»»usere Stoßtrupps 14 Mau« aus de» fcindl che» Linien. In der»estliche» Ehinnpagne gingen beiderseits von ProSnes Russen, geführt von französischen Offizieren» gegen unsere Stellungen vor. An einzelnen Stelle» eingedrungene Abtriluuge» wurden durch Gegenstoß vertrieben. Südlich von Ripont entspanne» sich westlich der Champagne Fe, die mrbrmals den Besitzer wechselte, urue Kämpfe, die keine wesentliche Aenderung der Lage herbeiführten; dort wurde» von uns 55 Gefangene einbehaltcn. Auf dem Wrstufer der Maas blieb am Walde von Cheppa ein französischer Borstoß ergebnislos. Oestlich der Maas brachen unsere Sturmabteilungen in den Caurierrs-Wald ein und kehrten mit 6 Offizieren, 200 Mann und 2 Maschinengewehren zurück. Der Rest der französischen Grabenbesatzung entzog sich der Gefangennahme durch eilige Flucht. Auch bei Fliretz, zwischen MaaS und Mosel, gelang eine Sturmtrupp- Unternehmung wie beabsichtigt; dabei wurden 15 Gr- fangene eingebracht. vnser« Flieger schössen 0 feindliche Flugzeuge und 2 Fessel- Ballons ab; durch Abwehrfeuer wurde 1 gegnerischer Flieger zum Absturz gebracht. Leutnant Frhr. v. Richthofen blieb zum 25. Male Sieger im Luftkampf. Oestlicher Kriegsschauplatz. Keine Kampfhandlungen von Belaug. Die Zahl der bei Erstürmung des Magyaros gemachten Ge- fangen«» erhöhte sich auf 13 Offiziere, 991 Manu, die Beute auf 17 Mafchiueugewehre und 5 Minrnwerfer. Mazedonische ftfront. Nichts Neues. Der Erste Genrralqnartiermeister. Ludrndorff. Menübericht. Amtlich. Berlin, 10. März. StbeudS. Bei dunstigem Wetter im Arnora-Gebiet Borfeldgefechte, in der Champagne abends auf» lebende Gefechtstätigkeit. Im Osten nichts Besonderes. ** * Der österreichische Sericht. W i e u, 10. Mar, 1917.«W T. B.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplay. Bei dem vorgestrigen Augriff auf die Höhe Magyaros wurde» 13 Offiziere und 991 Mann gelange» genommen. Die Beute beträgt 17 Maschinengewehre, 5 Minenwcrfer, l Granat- werfer und viel Munition und Kriegsgerät. Bersuche des Gegners, die verlorene Stellung zurückzugewinuen, scheiterten in unsere« Sperrfeuer. Italienischer Kriegsschauplatz. Grschützkämpfe und Fliegertätigleit waren im allgemeinen wieder lebhafter. Bei G ö r z wurde ein Caproni, der nächst St. Audrae niederging, von unserer Artillerie zerschossen. Auf drr Cima di Boschs(südlich des Sau Palagriuo- Tales) drangen Abteilungen des Jufantcrie-RegiweutS Nr. 74 durch SchaeetuuuelS i» die seind ichen Stellungen ein und«achte» einen Offizier und 30 Mann zu Gefangenen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Südöstlich von Borat Geplänkel; sonst unverändert. Der Stellvertreter des Chefs deb Generalstabes von Hoeser, Feldmarschalleuwaut. Mimfters handelt. Man hat ihm von oben her(!!!) die Pistole aus die Brust gesetzt!(Wer der„oben" ist. wissen die. Köyiglich preußischen Untertanen natürlich recht gnt.) Ich bin nun der Ansicht, man muß dem Minister das Rückgrat starken und ihm, wenn nicht anders, zu einem eleganten Abgang verhelfe». Wir wissen nicht, wer-der nächste Minister sein wird, aber wenn wir den Herren immer weiter das Rückgrat stärken, indem wir treu auf unserem Standpunkt beharren, und es geht vielleicht der »weite, dritte, vierte und fünfte, dann wird sich das Llittchen doch zu unseren Gunsten werden...! Nach d«r EntWickelung dieses Programms„Königlich preußischer Untertanen", erklärte der Vorsitzende, die Vera- tung sei„mit diesem Punkte fertig".— Der Minister Herr Delbrück, konnte in seinem Amt bleiben, denn die in Rede itehende Gesetzesvorlage über die Arbeitcrkontrolleure in der Bergwerksindustrie ist in der Hauptsache nach den in der Lalast-Hotcl- Besprechung entworfenen Richtlinien beschlossen worden. Mit welchen Mitteln es die Schwerindustriellen fertig '.u bringen gedachten,„wenn nicht anders" eventuell dem zwei- !en, dritten, vierten und fünften ihnen nicht willfährigen Mi- nister„zum eleganten Abgang zu verhelfen", könnte der . cleiugekriegte" Herr v. Berlepsch näher erläutern. Die -chwerindustricllen bezeichneten sich als„Königlich preußische Untertanen", denen es wider die Haare gehe, sich mit einem Minister zu besprechen, der„Arm in Arm mit der Sozial- demokratie" auftrete. Das war die„taktische Handhabe" der tonfereuzler im Palast-Hatel 1909. 1917 benutzen die„könig- ireuesten" Adloniter dieselbe„taktische Handhabe" und nahen sich dem Throne mit der„ergebenen Bitte", einen Minister- Wechsel vorzunehmen. Derselbe Faden, zum Teil sogar die- > e l b SN Nummern. Adlon ist folglich keine Abnormität, sondern stellt eine reguläre Station dar an dem Wege, den die Helfershelfer und die Führer der Schwerindustriellen ewohnheitsmäßig benutzen, um außerparlo- urent arisch das zu erreichen, was dieselben„Königlich vreußischen Untertanen", wenn es öffentlich kontrollierbar durch eine Parlamentsmehrheit verlangt wird, als eine„demokratische Beschneidung der Thronrechte" beschreien. Die M i- iii st er stürzerei auf Hintertreppenwegen be- trachten die zentralverbändlerischen Schwerindustriellen und illdeutschen Annexionisten als ihr durch die Gewohnheit ge- t-eiligtes Recht. Die Einführung des parlament a- rischen Systems muß also auch schon dGU erfolgen, um den gefährlichen Einfluß der im Dunkel wirkenden Kamarillen auf die Reichs- und Staatspolitik zu brechen. Vertagung öer Konferenz öer Entente- Sozialisten. Paris, 10, März.(Franks. Ztg.) HavaS meldet: Die VertvaliungSkommission der Sozialistischen Partei, die für den 13. März die Abhaltung einer Konferenz der sozialistischen Vertreter der Alliierten in Paris geplant hatte, beschloß nun- mehr, diese zu vertagen. Die Vertagung soll durch die Weigerung der englischen Labour Party, an der Konferenz teilzunehmen, hervorgerufen sein. der Krieg auf Ken Meeren. versenkt. Perliu, 10. März. Der itulienische Dampfer P-rt- di Smirne(2576 Br..Reg..To.) sowie die italienische» Segler B euere(290 Br.-Rrg.-To.), T-refidet(212«r.- Reg.-To.), Sa» vinzruz»(150«r.'Reg.-To.), Emaeipit« (50 Br.-Reg.-To.) sowie der griechische Dampfer Nil». i a o S(1215 Br.-Reg.-To.) wurdea von unseren Unterseebooten versenkt. Kopenhagen, 10. März. DaS dänische Ministerium deS«eußeren u'Ut»tut: Die Reederei C. K. Hansen hat von dem Kapitän Petersen, dem Führer deö Dampfers Rosberg, die Mit- uilung erhalten, daß der Dampser am S. März versenkt winde und daß 12 Mann der Besatzung gerettet und vom Dampfer London in RoSvitz in Norwegen gelandet worden sind. Sechs Mann sind ertrunken. Die Blätter fügen hinzu, daß der Dampfer mit einer Maisladung von Amerika gekommen sei. Bei Er- laß der deutschen Siesperreerklärung habe der Dampfer zur Durch- suchung in einem englischen Hafen gelegen. Er sei später stet» gegeben worden und habe trotz der deutschen Erklärung ver- ucht. das Sperrgebiet zu durchfahren. Er hatte !80v Tonnen Gebalt. Englifchp Schiffsverluste im Februar. R o t t e r d a m, 10. Mär,. Im Monat Februar find»ach amt- licheir Aufzählungen über 40 rnglifche K ü st r n b«« waihungssahrzeuge verloren gegangen. U-Boot-Wirkungen in Frankreich. Wie das Pariser„Petit Journal' aus Cherbourg erfährt,»vurde ülrzlich verschiedentlich die Anwesenheit von deutschen U-Booten an t>rr französischen Kanaltüste, namentlich in der Nähe der Reede van St. Baast la Hougne gemeldet. Man bedauert in den oartigcn Küstengebieten, daß die Küstenverteidigungsanlagrn vor einigen Jahren geschleift und die Geschütze fortgeschafft wurden, da hierdurch die Möglichkeit eines deutschen Angriffs gegen die Nord- lüfte von Frankreich bedeutend erhöht wird. Seit einigen Tagen wird . eslhalb die Küstenbewachung sehr verschärft. „Petit Journal" meldet serner, daß eine Abordnung der Kapitäne der Ueberseeschiffahrt bei Briand vorsprechen wollte. .ibcr von dessen KabincttSchef empfangen wurde. Die Abordnung nrachte Borschläg« zur Bekämpfung der U-Boote vor und verlangt« die Bewaffnung aller Handelsschiff« und die B e» -ückung mit größeren Kalibern, da die 47: Otto Wels, Lindeustr. 3. * Parteigeno�en Groß-Serlins! Wir ersuchen dringend: meldet Euch ungesäumt; sorgt in Eurem Wirkungskreise für kräftige Mitarbeit am Wahl» kämpfe. Die sozialöemokcatische Parteiorganisation Hroß-Serlins. I.: E n g e n E r» st, Lindenstr. 2. flus Groß-öerlin. Tie Graste Berliner Strastcnbahn. Wie bereits mitgeteilt, wird die Grotze Berliner Sira�enbabn für 1318 nur 1 Proz, Dividende gegen 6 Proz. in den beiden voran- gebenden Jahren und 8 Pro:, im Frieden zahlen. Zwar ist der Gewinn von 43,3 auf 43,4 Mill. Mark gestiegen, während sich die Geiamlausgaben nur von 26,2 aus 30.9 Mill. Mark erhöht haben. Aber die Verwaltung hat 2,6 Mill, Mark zu verstärkten Rückstellungen aui Erneuerungen mehr als im Vorfahr verwendet, welche Summe sie für das Mindcsimaz des Stoiwendigen erklärte._ In dem Geschäftsbericht wird gesagt, das; die Straßenbahn ciner.i Berkehrsan stürm standzuhalten hatte, wie noch in keinem früheren Jahre, Aus das Ergebnis haben aber steigende Materialpreise, die Erhöhung der Löhn« und die übermäßige raub- banähnlicke Abnutzung der Gleisanlagen und Wagen insofern schädlich eingewirkt, als verstärkte Rückstellungen für die Erneuerungen notwendig geworden seien. Die Verwaltung versichert daher, daß sie mit allen'Mitteln aus eine Erhöhung der Fahrpreise dränge. Auch im Frieden würden die hohen Materialrenpreise die Ausgaben gegen die Zeit vor beut Kriege steigern. Die Löhne würden erhöht werden, da die zurückkehrenden Stammannschaften wieder in ihre bereits vor dein Kriege erdienten und seither erhöhten Lohnstufen eintreten würden. Auch würden dann die Ursachen der auhergewöhn- lichen Einnahmesteigerung nicht mehr weiterwirlen, da der Auto- mobil-, Omnibus- und Droschlettbetrieb sowie der Radsahrerverkehr die Zahl der Passagiere vermindern dürfte. Es ist möglich, daß die Große Berliner Straßeitbahn einigen mageren Jahren entgegengeht. Aber dieses Risiko trägt sedcs ge- werbliche Unternehmen. Für das Publikum bestebtkein Anlaß, dieses Risiko der Bahn durch Zahlung böberer Preise abzunehmen. Auch besitzt die Gesell- schaft zwet Erneuerungssonds, die zusammen 10 Millionen Mark auZmachen, wozu noch ein Reservefonds in Höhe von 12,85 Millionen Mark tritt. Der Geschäftsbericht sagt von dem Personal lobend, daß die eingearbeiteten Beamten bei der Bewältigung der Be- triebsichwierigkeiten ihr Letztes hergaben. Auch das neue Personal habe sich r e d l i ch b e m ü h t. eS ihnen gleich zu tun. Durch Aufbesserung der Lobn- und Arbeitsbedingungen ist es gelungen, 550 Frauen zum Fahrdienst heranzuziehen und dadurch dein Fahrer- Mangel etwas abzuhelfen. Die Durchführung des Betriebes habe aber unter dem überaus großen Wechsel deS Schaffnerinnenpersonals gelitten, der eine gediegene Schulung und straffe Disziplin leider unmöglich gemacht habe. Der starke Wechsel findet seine Erklärung in den großen Erweiterungen der Rüstungsindustrie, die zu gewissen Zeiten erbebliche Arbeitermanen angezogen haben. Berliner Lcbensmittelnachrichte». Der ungewöhnlich starke Frost der vergangenen Woche, dem fast überall starke Schneefälle gefolgt sind, hat die Kartoffelzufuhr von tteueni wieder ins Stocken gebracht, so daß auch für die kommende Woche denjenigen Kartoffelkarteninhabern, die 3 Psd. Kar- tofieln nichr zu erhalten vermögen, vom Donnerstag, den 15. März au Ersatz in 600 Gramm B r o t in Aussicht gestellt werden mußte. lllln Kohlrüben werden in der kommenden Woche wieder 4 Pfuyd ausgegeben._ Zur Kleiuhausficdluugsfrage. Die wichiigsie Angelegenheit, die auf der Tagesordnung der am morgigen Montag tut Berliner Rathaus stattfindenden Verbands- Versammlung des Verbandes Groß-Berlin steht, ist die vom Verbands- direktor unterbreitete Vorlage über die bauliche Erschließung siüka- lischer Ländereien. Wie wir hören, dürfte die Vorlage zu einer er- neuten Erörterung der bedeutungsvollen Frage der Errichtung don Kleinhaussiedlungen großen Stils Anlaß geben. Die Angelegenheit ist inzwischen nochdadnrch gefördert worden, daß der Landwirtichasls- minister int HausHaliSauSschuß des Abgeordnetenhauses erklärt hat, die preußtt'che Staatsregierung sei bereit, Domänen und Forst- ländereten in Groß-Berlin zur Errichtung von Kletnhaussiedlungen vereitzustelle«. Diese grundsätzliche Geneigtheit der Staalsregierüng ist, wie verlautet, dem Verband Groß-Berlin noch nicht mitgeteilt worden. Ter Magistrat Berlin hat dem Abgeordnetenhaus eine Vittschrift übersandt wegen des verfasiinigsmäßigen Erlasses eines Gesetzes über die Einwirkung der Armenuntersiützung auf das Wahlrecht. Die Ausfertigungestellen für Kleiderbezugscheinc müssen in Berlin, wie wir kürzlich wieder an dem Beispiel der Stelle in der Zellesiroße zeigten, weiter vermehrt werden. Einstweilen ist für einige AuSsertigungsstellen eine andere Abgrenzung ihrer Bezirke beschlossen wordett, die am 19. März'in' Jtraft treten soll. Es werden überwiesen von der 6. Stelle«Melchiorstr. 20) die Stadtbezirke 94, 95, 96, 97, 139 an die 7. Stelle(Andreosstr.1/2) und der Stadtbezirk 142 an die 1. Stelle(Klostersir. 47—69, Stadthaus), von der 21. Stelle(Bugenhagensir. 6 a) die Stadibezirke 291 n, 2910, 292 a, 292 s, 294 a an die 20. Stelle iZwinglistr. 2), Von der 24. Stelle lRarhenower Straße 54) die>siadlbezirke 305 und 306 an die 32. Stelle(Wühlen irr. 8). Beabsichtigt ist ferner, in der Frankfurter Allee, nähe der Warfttmuer Straße, eine neue AusseriigungS stelle einzurichten, die zur Entlastung der stark überlasteten Stelle in der Zellestraße beilragen würde. Daß weitere Vermehrung dringend nötig ist, kann keinem Zweifel unierliegen. Berlin Hai nach der bisherigen Einteilung erst 34 Aus- sertigungsstellen, so daß zu jeder Stelle durchschnitt l»ch über 50 000 Einwohner gehören. Hiernach darf mau sich nicht wundern, wenn bei zeitweiliger Häufung der Anträge an' Bezugschezverteilung die Ausfertigungsstellen den Ansturm nur mühsäm bewältigen können. Die Ueberlastung der in den Bureaus tätigen Personen und die den Antragstellern zugemutete unerträglich lange Wartezeit er- klären die Ausbrüche der Gereiztheit, zu denen es da manchmal kommt,_ Tic aKgcMtiucu sreiwilligen Impfungen werden vom Montag, den 12. März, ab statt im Kraukeuhanie. am Urban-in. d»r. Volks- badeanstalt Bärwoldstr. 64. statt im Srankenhäus« im Friedrichsharn in der Gemeindeschulg 59, Diestelmeyerstr. 5/6, statt im Rudolf- Birchow-Krankcnhanse ,in der Gemeindeschnle 300, Ostender Str. 39 (Turnballe) und statt rm Kranlenhause Moabit, in der Badeanstalt in der Turmstr. 85a täglich von 5—6 Uhr nachmittags vorgenommen werden. Außer_ diesen' JmpsterMinen finden für Schüler in den einzelnen Schulen besondere statt, so daß diese zu den oben erwähnten Tennmen tunlichst nicht mehr zu senden sind.— Für E r st i m p f l i n g e und Wrederimpslinge finden besondere Termine vom Montag, den 12. März, ab in der Gemeindeschule Wilhelmstr. 117 an jedem Dienstag und Freitag um 5 Uhr, in der Gemeindeschule Albrechtstr. 20 an jedem Montag und Donnerstag, nachmittags 4 Uhr. statt. Zu diesen Jmpsterminen können sich auch andere Kinder und Erwachsene(Einwohner Berlins) einfinden. Die Jinpfllngcn sind unentgeltlick. Es werden an jeder- mann Ausweise über die statigesnndene Impfung erteilt. Die Pflicktimpsungen für Erst- und Wiederimpslinge finden unabhängig von den erwähnten sreiwilligen Impfungen wie auch in den Vor- jähren im Frühjahr statt. Sammlung alter Kiinservcnbüchsen. Amtlich wird ein Auirui an die Bevölkerung erlassen, alte Konservenbüchsen aus Weißblech, die bekanntlich das jetzt für Heereszwecke so notwendige Zinn enthalten. sorgfältig zu sammeln. Für die abgelieferten Mengen wird eine Entschädigung bezahlt.— Auch Alteisen und Eisenabiälle sind zu sammeln und an die dem Kriegsamt angegliederte Eisenzentrale, Abteilung Schrott, Berlin, Königgrätzer Slr. 97, abzuliefern. Spiiiverkehr der Straßenbahn. Zur besseren Bedienung des Verkehrs bei Einireffen der letzten Züge im Görlitzer Bahnhos ver- kehrt vom 11. März ab an Sonn- und Feiertagen Linie 11 bis 11.45 abends ab Görlitzer Bahnhof alle 7'/- Minuten; auf Linie 91 wird für den Ver lehr nach dem Westen der Betrieb ab Görlitzer Bahnhof bis 12,10 nachts ausgedehnt. Ein' furchtbares Gasunglück, dein ein altes Fräulein und vier Kinder zum Opfer sielen, ereignete sich am Freitagabend in der Schwedter Straße 79? Hier wohnt ein Kaufmann Wilhelnr W o b r i n g mir seiner Frau und vier Kindern, den sieben Jahre alten Zwillingen Hans und Margarete, der sechsjährigen Karoline und dem erst ein Jahr alten Wilhelm, Wobring stand als Soldat in Döberitz. wurde aber beurlaubt und. ist in Berlin beschäftigt. Seine Frau versieht den Tag über in der Putbuser Straße eine Auswartesielle. Die Aufsicht über die Kinder führte in ihrer Ab- wesenheu ein 65 Jahre altes Fräulein Auguste Lottke aus der Bülowstraßc 12. Freitag abend blieb Frau Wobring länger als sonst in der Putbuser Straße. Die drei älteren Kinder wurden noch, aus der Straße gesehen, Ivo sie sich noch beim Schneeschippen ver- gnügten. Mit Eintritt der Dunkelheit sind sie dann wohl zum Abendbrot nach der Wohnung gegangen. Gegen 9 Uhr kamWobriag nach Hause, klingelte, erhieli'aber keine Antwort. Als er nun selbst öffnete, spürte er einen starken Gasgeruch. Richis Gutes ahnend. eilte er sofort nach dem Küchenfenster, um cs zu öffnen. Auf dem Wege dorthin stolperte er über s e in e K i n d e r. d i e am Boden lagen. Er schlug Lärm, eilte nach dem nächsten Melder und rief die Feuerwehr. Diese erschien bald mit dem Sauerstoff- opparar, und auch Aerzte waren nach kurzer Zeit zur Stelle. Fräu- lein Lottke und die Kinder lagen alle regungslos um den Tisch herum, a» dem sie das Abendbrot«ngenommen hatten. Eines der Mädchen hatie noch eine Stulle in der Hand.. Mau benrühie sich lange Zeit, die Unglücklichen ins Leben zurückzurufen. Alle Versuche blieben jedoch erfolglos. Die Mutter, die noch auf ihrer Stelle in der Putbuser Straße war imd dort benachrichtigt wurde, verfiel in Herzkrämpfe und konnte nur mit Mühe nach ihrer Wohnung gc- bracht werden.'Wie das Unglück entstanden ist, läßt sich mit Bc- sümmtheit nicht sagen. Wahrscheinlich hat das alte Fräulein mit dem Kleinsteller an der GaÄampe nicht Bescheid gewußt. Alle fünf Personen sind unter der Einwirlung de? ausströmenden Ga'eS sirng-. jam betäubt worden und eingeschlafen, um nicht wieder zu er- wachen. Eine rigeuartigk Explosion Hai sich Freitagbormiilag im Hause Nlt-Monbit 62/63 zugetragen, wo sich im vierten Stockwerk eine Seiseners atz fabrik befindet. Da der iFahrstuhl des Hauses beschädigt und außer Betrieb gesetzt war, mußten die Ar- beitermnen die zu Paketeil zusammengebundonen Waren die tneiL Drcppen hinab aus den Hof tragen, wo sie zum Transport nach den Berkaufsstellen verladen werden sollten. Am Freitagvormiltag gegen 9 Uhr kam nun eines der Mädchen auf der Treppe zu Fall, so daß die Pakete., die es lrug, zur Erde fielen. Dabei ereignete sich eine ziemlich heftige Explosion. Die.'Päketc lvurden auseinändergeriffel!, die Flurwand und das Treppengeländer beschädigt. Die Arbeite- rinnen, die sich'in der Nähe befanden und das Mädchen selbst kamen sämtllch mit unbedeutenden Verletzungen davon.. Die Feuerwehr konnte den Brand leicht.löschen. Die Explosion ist wohl darauf zurückzuführen, daß in dem Seifenersatzpulver sich Sauerstoff- subjtanzen befinden. Palast-Theater a« Zoo. Auch heute. Son'ltag, wird in beiden Vorstellungen die heitere Revue in 5 Bildern, Berlin im Krieg' zur Aufführung gelangen. Die bekannten Zille- Figuren„Vaddingund Körle" werden von Robert S t e i d l und Otto R e u 1 1 e r dargestellt.— Nachmittags 3Vz Uhr Hai jeder Erwachsene ein Kind frei l Admiralspalast. Nur noch wenige Vorstellungen des gegen- wärtigen Programms werden gegeben, da schon in wenige» Tagen die Premiere des neuen Balletts stattfindet. Heute /sonnlag in beiden Vorstellungen„Frau Fantasie" und das Schlittschuhläufer« Ballett aus der Oper.Der Prophet". 39) Der Polizeimeister. Ein russischer Polizeiroman-- von Gabryela Zapolska. Nach vielem Hin- und Hcrsiretien»vurde der Protest schließlich niedergeschrieben und mit gedämpfter Stimme ver- lesen. Ianka lavierte jetzt unaufhörlich zwischen der Küche und dem Salon. Einmal, als sie cm Teebrett mit Flaschen hereingebracht hatte und wieder in die Küche gehen wollte, bemerkte sie, wie Juzia von der Pottiere der Salontür da- vonciltc. Ianka sah sich ängstlich nach dem Vater um. Aber Horski stand am Fensler, dessen eine Hälfte er geöffnet hatte und blickte auf den Markt hinaus. Drei Polizisten standen wie angewurzelt seinem Hause gegenüber. Offenbar warteten sie, bis die Gäste auseinandergingen, um festzustellen, wer bei HorSkis zur Whistpartie eingeladen war. Das war im Städtchen Sitte. Tagejew erkundigte sich ganz offen, wo Gäste empfangen wurden. Je reichlicher der Empfang war. um so größer fiel unter irgend einem Vorwand der auferlegte Tribut aus. „Tie Herrschaften amüsieren sich!" sagte Tagejew lachend, „sie müssen also viel Geld haben... sollen sie mir die Hälfte abgeben!" Man erhob sich von den Stühlen. Der Zweck der Versammlung war erreicht. Aber eine Unruhe bemächtigte sich aller. Irgendeiner schrieb den Protest ab. denn die meisten waren der Ansicht, daß die Unterschrijtcn sofort gesammelt werden sollten. Man verteilte sich im Salon, rauchte und trank Wein aus den umherstehendcn Gläsern. Die Unter- Haltung wurde immer lauter. Die Stimme der Empörung herrschte vor. Jeden Augenblick wurde ein neuer Fall poli- zeilicher Willkür zitiert. Augenblicklich beschäftigte alle die Frage wegen der An- Schaffung neuer Flaggen, die nur bei Fcinbube gekauft werden durften. Feinbube hatte doppelt so hohe Preise-angesetzt als sonst, offenbar um das Geld wieder zu bekommen, mit dem er Tagejew bestochen hatte. Die Stimmen wurden immer lauter. Vergeblich mahnte Horski zur Vorsicht, indem er die Erregung zu beschwichtigen suchte. Selbst die Feigen wurden mutig und begannen zu schimpf«» „Ja, ja. mag er nur kommen!" Man näherte sich jetzt der Reihe nach dem Tisch, auf dem der Protest lag, um die Unterschrift darunter zu setzen. Horski paßte auf, daß keiner ausgelassen. Aber der Eifer war so groß, daß die Leute sich förmlich an den Tisch drängten. Endlich hatten alle unterschrieben, doch gingen sie noch nicht auseinander. Hier in diesem behaglichen Salon fühlten sie sich sicherer, ihre Phantasie war beslügclt. Sie sahen sich im Geiste schon als Sieger über denjenigen, der so lange über sie triumphiert hatte. Als sie endlich zum Ausbntch rüsteten, wiederholten sie ihre Drohungen, indem sie mit geballten Fäusten«ms den Marktplatz zeigten. Aber auf der Straße nahm die Wirklich- keit sie wieder gefangen. Sie stießen auf Semipudow und Pluskin. die ihnen ganz ungeniert ins Gesicht blickten. Diese schweigende Kon- trolle, die Uniformen, die Tagejewschen Söldlinge genügten, daß die Tatze des' Stadttprannen sich wieder drohend über ihnen ausreckte und ihnen unbesiegbar erschien. Selbst jener Protest, den sie bei Horski zurückgelassen hatten, erschien ihnen nichtssagend im Vergleich zu dem Verhängnis, das über ihnen schwebte. Unsicher, wie nach einer verbotenen Tat, zogen sie an den strengblickenden Polizisten vorbei. Auf deni Marttplatz blieben sie stehen, um sich von- einander zu verabschieden. Schweigend reichten sie, sich die Hände. Nur manche ließen absichilich eine scherzhaste Bc- merkung fallen, die auf die lustige Stimmung in Horskis Hause hinweisen und die Polizei irreführen sollte. Plötzlich ließen sich in der Nebenstraße Stimmen ver- nehmen. Es wurde russisch gesprochen. Deutlich hörte man eine tiefe Männerstimme heraus. Die auf dem Marktplatz stehende Gruppe sprengte plötzlich auseinander, jedoch niait schnell genug, um von den aus der Seitenstraße Kommenden unbemerkt zu werden. In demselben Augenblick nahmen die beiden Polizisten stranime Haltung an und salutierten. Angst und Schauer schien daherzuwehen. Zwischen zwei Frauen in langen Abendmänteln mit weißen Angorapelzkiagen kam Tagejew daher. Sem Unisormmantel umspannte eng seine« aus- geschwemmten Leib, doch bemühte er sich, Haltung zu zeigen: es war deutlich sichtbar, daß er sich um die Gunst einer der Damen bemühte. „Ach. Sic sind ja ein Frechdachs," plapperte eine von ihnen lachend,„das ist ja furchtbar... lassen Sie das doch!" In Wirklichkeit schien sie dem Polizeüncister seine Frei« heit nicht übel zu nehmen, im GegenteU, sie kokettierte eifrig mit ihren kleinen, unter der vorstehenden Stirn der typischen Russin hervorleuchtenden Augen. Tagejew wollte etwas sagen, als er die auseinander- sprengende Gruppe der Bürger bemerkte. Er blickte scharf hin. als wollte er die Finsternis durchbohren. Die Polizisten standen stramm. Tagejew, der mit seinen Begleiterinnen ans Feinbubes Hotel zuging, hielt vor den Polizisten an und winkte Semipudow her. „Woher sind sie gekommen?" fragte er mit gedämpfter Stimme. „Von HorSki!">_| „Ach, richtig, er hatte ja heute Gäste!" Er erinnerte sich, daß Horski heute selbst in der Kanzlet gewesen war und Markowski gemeldet hatte, daß er eine Whist- Partie bei sich haben würde. „So viele!" dachte er. „Wer war denn da?" fragte er den Polizisten. Dieser begann die Namen zu nennen. Tagcjews Antlitz wurde immer düsterer. „Lauter Kaufleute!" sagte er.„das ist verdächtig." Er wandte sich rasch zu Semipudow: „Sucht Jossele auf und bringt ihn nach dem Restaurant ins Separe. Ich werde dort fem!" Die Damen mit den Zlngorapelzkragen wurden un- geduldig. „Aber ich bitte Sie, ich habe Hunger," trällerte die eine. „Ich friere," sagte die ändere'. Tagejew machte eine elegante Wendung. „Wir gehen schon! Aber Sie sehen, meine Damen, das sind geschäftliche Angelegenheiten." Sie betraten den bellbeleuchteten Flur des Restaurants. Auf dem Schemel schlummeite Proschowski. Als Tagejew mit den Tomen eintrat, tat Proschowski, als bemerke er dieses geräuschvolle Eindringen nicht. Er schlaß die Augen und drückte sich an die Wand. Gortj. folgt.) Ms den Gemeinöen. ?ebc«smittelvcrteiluiig in Charlottcnburg. In der Woche dom 13. bis 18. März gelangen 250 Gramm Fleisch zur Berteilung. Rartoffeln werden 3 Piund verausgabt oder, falls solche nicht er« hältlich, alS Ersatz 300 Gramm Gebäck. Aus Abschnitt 47 erhält man Vz Pfund Z u cke r, aus Abschnitt 48 4 Pfund Kohlrüben und auf Abschnitt 49 vom 15. bis 24. März V« Pfund Weizengrieß. Einen Bückling oder so n st ige Räucherwaren im Gewichte von 100 Gramm gibt es auf Abschnitt SO vom 10. März ab und 200 Gramm Mehl vom 12. bis 18. März auf Abschnitt S1. Auch die HouShaltungSbezugSmarken bieten in den nächsten 14 Tagen den Charlottenburger Einwohnern einige besondere Gaben, und zwar wird man auf Abschnitt V der kleinen BezugSmarken in der Zeit bis zum 34. März 100 Gramm Haselnußöl imd 12ö Gramm Souillonextralt entnehmen können; auf die großen BezugSmarken in derselbe» Zeit 150 Gramm Haielnutzöl und 250 Gramm Bouillon« ciztrakt, beides soweit Voranmeldung erfolgt ist. Schließlich gibt eS auf Abschnitt 15 der Eierkarte vom 24. Februar bis 15. März 1 Ei. Brot und Mehl an Stelle von Kartoffeln in Neukölln. Der Magistrat teilt mit. daß er auch in der lommenden Woche wegen gänzlich fehlender Zufuhr nicht in der Lage ist, Kartoffeln an die Bcvölkermig auszugeben. EL werden deshalb genau wie in der Vorwoche vom Mittwoch, den 14. März ab auf die sechs schraffierten Abschnitte der Kartoffelkarte je 100 Gramm Gebäck und auf die vier nicht schraffierten Abschnitte insgesamt 200 Gramm Mehl aus« gegeben. Die vier nicht schraffierten Abschnitte 466 und 46» be- rcchtigen nur zusammenhängend zur Entnahme von Mehl, während «us jeden der sechs schraffierten Abschnitte 100 Gramm Gebäck einzeln abgegeben werden dürfen. Außerdem werden noch 4 Pfund Kohlrüben abgegeben. Diejenigen Personen, die im Wege derHauS- belieferung mit Kartoffeln versorgt sind, können 3 Pfund von ihrem Vorrat verbrauchen. Schulschluß in den Borortstädte». Infolge Kohlenmangel sehen sich die Magistrate von Neukölln und Wilmersdorf veranlaßt, vom Montag, den 12. ab die Schulen zu schließen. Die Kinder werden nur an bestimmten Tagen nach den Schulen berufen, um HauS- aufgaben entgegenzunehmen. Anträge für die Schönrberger Stadtverordnetensitzung. Die sozialdemolratische Aralnon der<-chöneberger Stadtverordneten- Versammlung hat für die nächste Sitzung einen Antrag eingebracht, worin der Magistrat ersucht wird, bei den zuständigen Stellen dabin zu wirken und alle möglichen Schritte zur Ernährungsfrage selbst zu unternehmen, um die Lebensmittel in Schöneberg reichlicher als bisher verteilen zu können. Andernfalls müssen die städtischen Körperschafien die Verantwortung für alle sich ergebenden Folgen ablehnen. Ferner soll der Magistrat alle Borkehrungen treffen, um Frühgemüse und Kartoffeln selbst zu erzeugen.— Die Frei« Fraktion beantragt, den Mogistrat zu ersuchen, recht bald der Stadt- verordnetenversammlung eine Borlage zu unterbreiten, daß von den Hausbesitzern Schönebergs, die ein jährliche? Einkommen von unter 4009 M. versteuern, auf deren Ersuchen die Bewilligung von Mielsbeihilfen nicht mehr von einem Mietsnachlaß abhängig ge« macht wird, und daß die von den in Frage lommenden HauS- befitzern bisher übernommenen MietSnachläffe späiestens vom 1. April d. I. ab von der Stadt übernommen werden sollen. Alummmmanmeldimg in Tchöneberg. Der Magistrat hat Aus- fübrungsvoifchriften zu der Verordnung über die Beschlagnahme der Aluminiumgegenstönde erlaffen. Die Meldung muß danach in Schöneberg von heute bis zum 20. März erfolgen. Die Meldevor- drucke werden im Rathaus« und aus den Brotkommisfionen anS- gegeben und find dort wieder einzuliefern. LeSensmistelverlauf in ReimSettdorf. In ben amilichen LebenZmittelverkaufSstellen werden von Momag ab verlauft: Rollmöpse kein ganzer Hering) 70 Pfi, Scholle in Gelee(4-Pfund« Dose) 14,50 M., Dorsch in Butter s1-Pfd.«Dose) 5,50 M.. Makrelen in Bouillon sl-Kilogramm-Dose) 7.40 M.. Oelsardinen(SOO-Gramm- Dose) 17 M„ Muschelfleisch(mariniert) pro Pfund 1,30 M., Muschel- ileisch in Gelee(I-Liter-Tose) S M., Miesmuscheln(ausgeschält und in Salz konserviert) pro Pfund 1,40 M.. Mischungen zu Kartoffel- suvpe pro 50 Gramm 8 Pf., desgl. zu Erbsensuppe 9 Pf.. Bouillon Würfel 3 Slück 10 Pf. Die Abgabe der Waren erfolgt gegen Borzeigung der blauen Auswciskarte, der Suppenmischungen gegen Abstempelung des Feldes 7 der Karte und in Mengen von 50 Gramm pro Haushalts- Mitglied. Schutzimpfung in Weißens«. Einwohner, die sich einer Schutz« Pockenimpfung unterziehen wollen, soll in nächster Woche an den noch bekanntzumachenden Tagen dazu Gelegenheit geboten werden. Die Impfung rsi unentgeltlich. Vorherige schriftliche An- Meldungen haben bis zum Montag bei dem Polizeikommissar, Albertinenstr. 6, stattzufinden. LebcnSmittelnachrichten aus Weißensee. In der laufenden Woche gelangen 3 Pfund Kartoffeln und 4 Pfund Kohlrüben auf den Kopf der Bevölkerung zur Verteilung. Auf jede Brotkarte wird>/. Pfd. Graupen verabfolgt. Außerdem können die Inhaber der'Brotkarten 55 001— 79 600 je V« Pfd. Kunsthonig und Inhaber der Brotkarten 79 601—100 000 je ll. Pfd. Speifenrup entnehme». Außer dem noch vorhandenen Klippfisch und Stockfisch gelangt ein Posten Ostsee- krabben(Hummerkrabben) zum Berkaus. Aus jede Brotkarte wird, soweit der Vorrat reicht, Pfd. zum Preise von 1,10 M. verabfolgt. Alt-Glienicke will bei 160 Proz. bleibe». Die verschiedenen Sonderausschüsse der Gemeindeverwaltung haben die Beratungen zum HauShaltSvorichlag zu Ende geführt. ES sollen hie gleichen Steuersätze wie bisher, u. a. 160 v. H. Gemeinde-Einkommensteucr- Zuschlag, beibehalten werden. Gemeiudevertretersitzung in NowaweS. Um eine Geradelegung des nach der Kolonie Daheim führenden WepeS zu ermöglichen und baufähipsS Gelände zu schaffen, will die Gemeinde mehrere Ge« ISndestücke abtreten, wofür sie mit einigen Porzellen entschädigt werden soll. Der Auflassung de§ in Frage kommenden Geländes wurde zugestimmt.— Bon der Firma Pitsch ist der Gemeinde eine Schenkung von 1000 M. für die Adolf-Pitsch-Stiflung angeboten worden. Die Gemeindevertretung stimmte der Annahme der Summe, die der Firma aus einem zu ihren Gunsten entschiedenen Rechtsstreit mit der Gemeinde zugeflossen war, ohne weiteres zu.— Beschloffen wurde die Errichtung einer DarlehnSkasse, auS der hauptsächlich in Bedrängnis geratene Kriegsteilnehmer des selbständigen Mittel- standeS Hilfe erhalten sollen und zwar bis zum Höchstbetrage von 2000 M. Die Verzinsung dieser Darlehen soll in der Regel nicht mehr als 4 Proz. betragen. Groß-Serliner Parteinachrichten. Die am kommenden Mittwoch, Ii. März, in Groß- Berlia stattfindenden Parteiveranstaltungen fZahlabendc und Ber- fammluvgen) werdeu wegen Raummangels erst io der Dienstag früh erscheinende» Ausgabe des„Borwärtö" veröffentlicht. Lichtenberg. Mittwoch, den 14. März, abends 3 Uhr' im Restaurant zum Prälaten. Eitelstroße. Ecke Sophienstraße, Zahl- abend. Tagesordnung.: Bortrag über die Einwirkung des Krieges auf unsere Parteiverhältmsse. Aussprache. Verschiedenes. Ein- geladen find alle»PorwcirtZ�eser und Parieimiiglieder, die auf dem Boden der Gesamtpartei stehen. An- und Ummeldungen von Mit-- gliedern werden«ntgegengenommeil. Her Vorstand. Treptow-Bavmschulcnweg. Zwei gemeinsame Zahlabende finden Mittwoch, den 14. März, abends 8>/z Uhr. statt. Für Treptow im Lokal von Eberl, Graetzstr. lo(früher Ringeltaube), für Baum schulen weg im Lokal von Erbe, Baumschulenstr. 14. Britz-Buckow. Mittwoch, den 14. März, abends 8 Uhr: Gemein- samer Zahlabend bei Bahr. Britz, Werderstraße. Bortrag des Stadt- verordneten Genossen Heitmann über:„Die Lebensmittel- Verteilung durch die Gemeinden'". Die Wichtigkeit der Tages- ordnung macht das Erscheinen aller Parteigenoffen, insbesondere der Frauen zur Pflicht. Temprlhof. Mitgliederversammlung Mittwoch, den 14. 2'iarz. abends V«0 Uhr, bei Fritz Müller. Berliner Str. 97. Tagesordnung: Vortrag de« Genossen Bartels: Aufgaben der Gemeindevertretung. Bortrag des Genossen Ewald,: Ter Gemeindeeiat. Steglitz. Mitgliederversammlung Mittwoch, den 14. März abends 8 Uhr. bei Element, Düppelstr. 7. Genosse Hänisch spricht über:«Politische Zeit- und Streitfragen'". Friedenau. Mittwoch, den 14. März, abends S'/j Uhr, ffir Kaiser-WilhelmSgarten, Rheinstr. 64/65 1: Mitglieder-Versammlung. LandtogSabg. Otto Braun spricht über:«Die KrifiS in der Partei."" Genossen und Genossinnen, die gewillt sind, sich der Gesamipartei der deutschen Sozialdemolratie anzuschließen, werden um ihr Erscheinen ersucht. Der Borstand. Sozialdemokratischer Zentral-Wahlverein Teltow-BeeSkow. Orts- verein Lichterfelde. Dienstag, den 13. März, abends S'/z Uhr. im Lokal von 23. Draegert, Hindenburgdainm 45: Vereinsversammlung. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Kaliski über„Staat?- Monopole': Besprechung; Abrechnung vom Hl. Quartal 1916; VereinZangelegenheiten.— Gäste willkommen. Köpenick. Sozialdemokratischer Berein. Gemein- samer Zahlabend. Mittwoch, den 14. März, abends 8 Uhr. beim Genossen Müller. Alter Markt 8. Tagesordnung: 1. Beschluß- fassung über einen Extrabei'trag von 10 Ps. pro Monat. 2. Die Klärung in der Gesamtpartei. 3. Verschiedene Parteiangelcgen- heften. Bohnsdorf, Glimau, Falkenbrrg. Mitgliedervers am m- l u n g Dienstag, den 13. März, abends 8t/z Uhr, bei G r a- b o w(am Bahnhof Grünau). Genosse G r o g e r spricht über:«Die KrifiS in der Partei"". Alle Porteigenossen und Genossinnen, sowie alle«BorwärtS'-Leser, die sich der Gesamtpartei der deutschen Sozialdemokratie anschließen wollen, werden um ihr Erscheinen ge- beten._ Der Borstand. Arbeiter-Samariterbund. Kolonne Groß-Berlin. Moniag. 12. Mörz, abends vff, Uhr, Köpenicker Straße 62: Außerordentliche UebungSstund«. Tellnebmer und Mtglieder, die sich der Prüluug am LI. Mär, unterziehen wollen, werden aebeten, ihre Adresse an den Vor- sitzenden E. Dietrich, XIV L3, Klopftockslr. 25, Hos links unten, schriftlich abzuliefern. Ferner Ausgabe von Flugblättern. Turnverein»Fichte"' Berti«. Das Wetturnen findet nicht, wie bekannt gegeben, in der Gormannftraße, sondern im AndreaS-Real- gymnasium, Koppenstr. 76. statt. Teutscher Arbeiter-Wanderbund„Tie Naturfreunde«. O r t S« gruppc Serlin. Heute Sonntag, den N. März, im GewerkschaitSbause, Engeluier IS: Großer heiterer Lichtbildervortrag mit farbigen Bildern. Konzert der Musilolischcn Abteilung der Ortsgruppe Berliti. Dirigent f err Lorvahl. Eintritt 50 Pf., Garderobe stet. Saalöffnung 5 Uhr, Anfang Uhr. Rauchen während des Vortlages verboten. J£>ie tvicmcm den nzockmen OftVanteC/ tragt D« Gurt liegt read er hwten innerhalb des Vantei- bestund fodemGioSenM des MS".- SM läßt. Der Surf umcubt »en Man, e? rings. hemm und erziel, dadurch ein be- sonders HoHm !&;'?■* /.«»,"Vilvs � V/ �us/ehen. Gonniaas aefchsossen'. Köm'astraß« 84 Äm Sahnhof Alexanberplah Chauffeestraße 113 Seim Etettiner Sahnhof Ttr in den 4 Silbem abgebildet,: Mantel ist«ine besonder« fesch« und Neidsam« Form au» ver« 'chiedenen hübschem haltbaren Stoffen. Dm beiden Slnschnitt« an den Seiten de« Mantels, durch die der Gurt gezogen wird, er- möglichen es jeder Dame, den Mantel ihrem persönlichen Ge- schmack entsprechend zu»ragen. Offen und gesch ossen zu tragen. 32ä0 Hr. 69 34. Iatmang 2. Ktilige des„iloniiurtü" iiftlintt Jloltetilalt, Sonntag, 11. Mär; 1917. /ldgeorönetenhaus. Ter Eiscnbahnctat. 75. Sitzung. Sonnabend, 10. Aiärz 1317. vormittags 11 Uhr. Am �inisterüsche: v. Breilenbach, Lentzc. Eisenbahnminister v. Breitenbach spricht einen NaÄrns für den Grafen Z'epveliir Turcki ibn ist für die Menschheit Langersehntes und Langcrhofftes in Erfüllung gegangen. Niesengrotz in seinen Plänen, in seiner Slandhaitigkeii, in seinen Erfolgen steht er vor unserem Geiste aw einer der Größten der Nation,' dessen Erinnerung nie verloschen wird. Abg. Graf von der Grocbcn(1) ichlietzt sich der Huldigung an und beschäftigt sich dann mir den Voranschlägen der Eisenbahnverwaltung. Er stellt fest, datz sie schon in den letzten Iahren nicht mehr erreicht wurden. Glück- licherweise hatte man durch den AusgleichsfondS Reserven geschaffen, die unserer Sraalswirtschast sehr gu statten gekommen sind. Angesichts der ungebeneren Verteuerung des privaten Fuhrwesens begrützen wir es. datz die Eisenbahn selbst Pferde in den Diensl gestellt hat zur Gütcrabfuhr, besonders für den«ohlen- transport. Ter Redner bespricht dann die«wrift des Mintsterial-- direklors a. D Kirchhofs über die Reichsbahn und lehnt dessen Vorschläge ab. Wenn Herr Kirchhofs eine Fackkommission von Autoritäten fordert, so haben wir in dem Minister und seinen Räten Autoritäten und brauchen keine Koinmisfion Der Minister hat im Ausschuß vor dem Glauben air die Kirchhoffsche erpar-Milliarde ge- warnt und auch uns erscheint eS hockst gefährlich, in einem Augen- blick, wo wir vor schweren Opfern stehen, der Bevölkerung zu sagen, daß das nötige Geld sozusagen ohne Mühe auS den Eisenbahn- «rträgnissen geholt werden könnte. Tie tatsächliche Einheit der deutschen Eisenbahnen hat dieser gewaltige Krieg erwiesen, dazu braucht eS keiner Reichsbahn. Wir'werden jedenfalls keinen Schritt tun. der irgendwie die Eikenbahn aus Pieußens Hand nehmen keimte. iBeifall rechts.) Abg. Schulcddiug(Z.): Leider haben wir jetzt Zustände, daß jeder die Eisenbahn»neidet und unter denen die Betriebsbeamten unsagbar leiden. Be« tounderung und Anerkennung allen Beamten der Eisenbahnen.(Beifall.) Der Ausmarsch bei KriegSbeginn und die großen Truppenbewegungen nachher vollzogen sich ohne große Verkehrsstörungen. Wenn es jetzt anders geworden ist. so liegt das an besonderen Verhältnissen. Aber»nan darf der Eisenbahn- Verwaltung, die bewiesen hat, daß sie sich auch auf die Aufgaben in einem großen Kriege vorbereitet hatte, nicht die Sckuld geben, wie das letzthin in der„Kölnischen Zeitung" geschehen ist. Ich bitte den Minister, sich über diese Beschuldigungen zu äußern. Wir treten auch keineswegs der in der„Kölni'chen Zeitung" vertretenen Meinung bei, daß die Ber- waliung der Eisenbahnen zu wenig einheitlich sei und am besten dem Krieg Samt zu übergeben sei. Nur Angehörige regierender Häuicr, Heerführer. Verwundete und Kranke dürsten jetzt das Vor- recht der BorauSbestellung von Plätzen haben. Wie kam» da ein Eisenbahndirektionspräsident sich heranSnehnten, für sich ein Abteil zu belegen, wenn er weiß, wie die Reisenden untergebracht sind. Die Schlafwagenplätze find in Berlin fast ganz in den Händen der Hotelportiers.' d'.e sie mit einem Aufgeld vpn 4 M. verkaufen. lHörl! hört!) Unglaublich ist eine Ausschreibung der Betriebs- d i r e k t i o n Posen für die Ansiedlung in Eisendahnerhäusern. daß die Bewohner evangelischer Religion sein müssen. (Lebhaftes Hört! bört! im Zentruni.) Angesichts der günstigen Er- gebnisie»miß man sich wundeni, daß der Minister mir dem Ge- spenst der Tariserhöhung droht. Jedenfalls darf sie nicht vor der endgültigen Gestallung der VerlcbrSsteuerii im Reich erfolgen. Tuch Ersparnisse sollte inan an ihr vorbei zu kommen suchen. Die Kirchhoffichen Pläne veriprechen ein goldenes Zeilalter für die Eisen- bahnen, wenn man sie uäher ansieht, kommt nicht einmal ein kupfernes heraus. Ciseiibahnmimster v. Äreitenbach: Wir haben den diesjährigen Eiot der StaalSciscnbahnvcrioaltiing der Wirklichkeit angepaßt, namenilich auch bezüglich des Personal- etatS, da die Zahl der Stellen außerordentlich vermehrt worden ist und eine weitere Vermehrung der Etatstellen im nächsten Jahre nötig sein wird. Jeder Tag'liefert freilich den Beweis, daß das Ganze nur ein Versuch bleiben wird. Denn die Zahlen verringern sich nicht. Die Kriegswirtschaft�, schalst so eigen- artige Verbältnisse. daß sie auch von dein weitest- blickenden Manne nicht vorhergesehen werden könne»».(Zu- stimmung.) Die Preiserhöhung bei Güterwagen hat in der letzten Zeit 80 Proz. und bei Lokomotiven und Per- s o n e n w a g e n öl Proz. ausgemacht.(Hört! hört!) Ich»nöchte Ihnen an Hand weniger Zahlen darlegen, wie sich der Ausbau der preußischen Staalseisenbabnen in dem Zeilramn gestaltet hat, in dein ich Leiter dieses gewaltigen Unlernehmens bin. Ich stelle gegen- über die 12 Jahre von 189Z bis 1306. in welchem Jabre ich Minister Ivurde. und die zehn Jahre von 1307 bis 1916.— Für Fahrzeug- beschasfllng wuroen im ersten Zeitraum 1269 Millionen, im zweiten 2069 Millionen Mark ausgegeben,(Hört! hört!) alio ein Jahres- durchschnitt von Ivö Millionen gegenüber 263 Millionen. Im Jabre 1314 waren in da-s Anleihcgesetz und in das Ordinarium 268 Millionen, also weit über den Durchschnitt der letzten zehn Jabre eingestellt. Das war nock eine Friedens- sorderung, sogar bei heruntergehender»onjunklur. Die erste Forderung im Krieg, im Jabre 1315, betrug 263 Millionen Mark. Wir haben im Jahre 1315 im Personenverkehr 17 Proz., aus dein Güter- verkehr 10 Proz. weniger als in dem sehr starken Verkehrssahr 1913 eingenommen. Trotzdem haben wir uns in der Beschaffung nichl oii'ballen lassen und sie 1316 bereits um weitere 40 Millionen auf 307 Millionen gesteigert. Die größte Anlieiernng von Lokomotiven fand im Jabre 1315 statt, nämlick 1700 Stück. Das Jahr 1917 bringt nun den Rekord mit 483 Millionen für Kahrzeugbei'chaffung. — Den Aufmarsch der Armee mit seinen großen Ansprüchen, der von der Heeresverwaltung glänzend vorbereitet war, haben wir glatt erledigen können, aber auch in den zwec Jahren des Krieges sind wir allen Anforderungen der Heer esvei waltuz»g und der inneren Wirrschast. die sich zur reinen Kricgswirlschasl ausgewachsen hat, ge- recht geworden und darin erblicke ich die größere Leistung. lieber die SerkehrSschwierigkeitrn und Betriebsstörungen habe ich niit größter Offenheit im Ausschuß Ausilärungen gegeben und anerkannt, daß außerordentlich schwere Störnngen vorliegen. Es liegen aber gewichtige Gründe vor, die die jetzigen Störungen recht- fertigen, und die sich nicht auf ein Berschuldeu der Verwaltung zurückführen lassen. Die Hauplschwierigkeit liegt in der Schwächimg unseres Apparaies, die durch Mehrleistung ausgeglichen werden niuß. Wir können chie ganze Lage nur durch ein inniges Ziliammenarbeilei» mit der HeereSverioaltung ertragen. Mit dem Feldeisenbahnwesen haben wir seit Beginn des Krieges ausge,e'chnei gearbeitet. Ich darf feststellen, daß es zu einem große» Teile au» den Schuliern der preußi'cken Eisenbahn- 1 vcrwallung siebt. iZniiimmung.) Selbstverständlich wird der mrki- läriiche Verkehr in allen Tinaen bevorzugt. Die„Kölnische Zeitung" hat. wie Herr Schinedding erwähnte, in einem Artikel .Organisation und Ueberorganisaiion" eine heftige und sehr ab- »rägliche Kritik der Verwaltung, der Elsenbahn und ihrer Leistungen gebracht.(Hört! hört! rechts.) Sie hat dabei die Wendung ge- braucht, die Verwaltung der preußischen Staats- eifenbahncn versage wie im Jahre 1312. Es ist nicht zum erstenmal, daß der Ausdruck vom Versagen der preußischen Staatseiscnbabnverwallung an mein Ohr Äingt.(Hört! hört!) Er ist jüngst in einem Kreise hochstehender Männer von einer angesehenen Persönlichkeit gebraucht worden, sreilich unter schärffter Ablehnung in diesem Kreise. Aber wenn so ei» Worl nun einmal gesprochen wird, dann frißt es sich wei'.er und erzeugt eine Bennruhigung. die wir nicht ertragen können.(Sehr richtig!) Soll im noch besonders versichern, daß ich diese Sache nicht als gegen mich persönlich gerjchtet betrachte. In einem Kriege, wo es um Sein und Nichtsein der Völker geht, fallen alle persön- lichen Rücksichten.(Zustimmung.) Ich bin der Ansicht, daß auch ein Minister, der sich verdient gemocht bat. im Laufe der Jahre, lvcnn er jetzt versagt. Gelegenheit nebmen mutz, zu g e h e u. Aber ich spreche nicht für meine Person. Ich bitte jedoch zu berücksichtigen, daß ich der Chef der preußischen und der Reichseisenbahnverivaltung bin und daß»nich als ihren Führer 600 000 treue deutsche Männer ansehen, denen ich oftlnals mir Ihrer Zustimmung Dank und Anerkennung ausgesprochen habe. Das Per- trauen dieser Männer zu ihrem Führer wird erschüttert,'(Sehr richtig) wenn ein solches Wort weiteririßr. Vergegenwärtigen üie sich, was das in KricgSzeiten bedeutet— gerade i'o viel, als lvcnn nian das Vertrauen zu einem unserer angesehensten und fähigsten Heerführer erschüttern würde!(Sehr richtig!) Das sollten sich' die- jenigen, die»nit solchen Acußerungen in die Presse gehen, gesagt sein lassen. Die in dem Artikel erhobeiien Vorwürfe bestehen onS lauter Irrtümern. Der Verfasser macht der Verwaltung nicht so sehr aus ihrer technischen Leistung einen Vorwurf, als aus ihrer G c- f ch ä f t s p o l i t i I, die auch während des Krieges ganz in den alten Bahnen sortgestihrt werde und die er als schädlich bezeichnet. ES wird geiagt, die Verwaltung fei nicht auf den Krieg eingestellt. Das glaubt man einer Verwaltung sagen zu dürien. die in so engen und unmiltelbaren Beziehungen zur Kriegführung steht und die von dem Ernst der Situation vom Minister bis zum jüngsten Arbeiter durchdrungen sein»nutz, toeil sie sie täglich vor Äugen hat. Die Aufsasfmig. daß die Geschäfts- Politik der Venoaltung schädlich sei, wird auf zwei Mo- menie zurückgeführt: Gewisse Bestellungen sollen auch während der Verkehrskrise bis znm letzten Augenblick trotz eingehenden Hin- weises aui die Gefahr und trotz wiederholtem Drängen der Industrie hinausgeschoben sein, und bei der Vergebung des Eisenbahnbedarfs seien die Preise in einer Weise gedrückt worden, daß bei den in den betreffenden Industrien herrschenden Verhältniffen von vorn- berein mit einer geringeren Versorgung Haus gerechnet werden müssen. Ich Habe mich gewundert, daß aui diesen Artilel nicht aus den Kreisen unserer Industrie eine Ablehnung erfolgt ist. Denn was wird in den» Artikel denn anderes gesagt, als daß die Industrie nicht liefere, weil ihr die Preise zu gering seien!— Bei diese» Lieferungen kann eS sich nur um Maiienbedarfsgegenstände handeln; Kohle. Oberbaumaterialicn, Schienei'. und schwellen. Lokomotiven und Wagen. Unsere Kohlen- liererverträge liefen am 1. April v. I. ab, wir haben sie für ein Jahr geschlossen und die Preiserhöhungen hinnehmen müssen. Nach der am 1. Januar eintreteirdcn Preiserhöhung der Kohle werden wir bei neuem Vcrlragsabfchlnß noch mehr zu zahlen haben. Zwar haben wir gegen die Kohlenindustrie anderer Länder mäßige Preise, aber eS steht doch fest, daß wir bei der Versorgung mir Kohle, die uns beute 220 Millionen Mark jährlich kostet, doch nicht gespart haben. Ich glaube die Kohlenindustrie bestreiiei doch entschieden, daß sie an der För- derunz und Lieferung von Kohle wegen der Preise lässig sei.(Zu- srimmung b. d. Nationolliberalcn.i Dem Stahlwcrksver- b a n d haben wir höhere Preise für Schienen 1314 zugestanden. Die Lieferung ging jedoch weiter zurück, und neue Vereinbarungen wurden getrosten, um eine schnellere Lieferung herbeizuführen. Der «tahlwerksverband wird entschieden bestreiten, doß wir einen un- zuläsiigcn Druck aui ihn ausgeübt hätten. Auch bei den Lokomoti- ven, Waggons und Wagen haben wir h öh e r e Preise a I S v e r- (M n b a r t bewilligt. Auf keinen Fall kann ich mich aber auf den Standpunkt stellen, auch im Kriege nicht, daß die Preise für uns überhaupt keine Rolle spielen.(Lebhafte Znstimznnng.) Tic Eisen- bahiwerwaltung hat stets in voller Uebereinstimmung. auch mit den zuständigen militärischen Stellen gehandelt. Die Forderung des Verfassers, die preußischen Eisenbahnen müßten dem Kriegsamt an- gegliedert werden, halte ich für praktisch, undurchführbar.(Sehr richtig.) Der Minister polemisiert des weiteren ausführlich gegen die Schrift des Ministerialdirektors a. T. Kirchhofs über die Vereinfachung des Eisenbahnbetriebs. Die Zahlen des Verfassers schweben vollkomuic» in der Luft. In der heutigen Zeit, wo jeder einen küblen, klaren Kopf braucht, ist es hoch st, g e- » ä h r l i ch, mit solchen Verträgen an die Ocsfcntlichleit zu kommen. Tie preußische Eiscnbahnverwaltung weiß sich frei von partitüla- ristischen Neigungen, denn sie läßt sich bei allen Entscheidungen nicht nur von den Gesichtspunkten leiten, ob sie dem preußischen Staate, sondern auck ob sie dem Reiche nützen. Sie ist durckdrun- gen von dem Gedanken, daß dieser Krieg die deutschen Eisenbahnen zweifellos einheitlicher gestalten wird als bisher. Alle deut- schen Eisenbahnverwaltungen stehen auf diesem«standpuirkt.(Bei- fall.) Was die ReiKsvertrhrSsteuer anbelangt, so kann ich als Er- gebnis meiner eingehenden Untersuchungen feststellen, daß sie als erträglich zu bezeichnen ist und keine übermäßige Belastung darstellt. Um eine Erhöbung der Tarife werden wir nicht herumkönnen.(Hört, hört!) Tie Gehälter der Beamten und die Löhne der Arbeiter»oerden erhöht werde«»nüffen, dazu kommt die ungeheure Erhöhung der Matcrialprcise. Der Ausbau unserer Tarife wird eine der schwierigsten Ausgaben der Zukunft sein. Trotz der Schwere und Not der Zeit blicke ich mit Zuversicht in dfe Zukunft. Freilich, einen lufligen Optimismus lehne ich ab. Tie Vorredner haben mir ihr Vertrauen ausgesprochen. Meine Ver- waltung und ich werden alles tun um dieses Vertrauen zu recht- fertigen.(Lebhafter Beifall.) Finanzminister Lenhe lehnt ebenfalls in eingehenden AuS sührungen die Kirchhoffsche Schrift� ab. Sie bewege sich in fort währenden Widersprüchen, ziffernmäßige Unterlagen sind nicht vor- Händen. Der Kirchhoffsche Vorschlag ist ein Irrlicht, das in den Sumpf führt. Abg. Gras Moltke(fk.) vertcidigi tue Eisenbahnderwaltung gegenüber den Vorwürfen als sei sie Schuld an den Verkehrs- stockungen. Den U n t e r m i n i e r e r n, die der Eisenbahnverwal- tung etwas am Zeuge flicken wollen, muß entschieden entgegen- getreten werden. Die Weiterberatung wird au» Montag, 11 Uhr, vertagt. Schluß: 5 Uhr._ Die Steuern im Reichswgsaussihuß. Am Sonnabend wurde zunächst der Entwurf eines Gesetzes über Sicherung der Kriegssteucr beraten. Ein Abändern agSantrag lag nur zu§ 2 vor. Nach diesem Paragraphen sollen die Gesellschaften und»nristischen Personen in eine neu zu bildende Kr'egssteuerrücklage 60 Proz. des in dem weiteren Äriegsgeschästsjabr erzielten Mehrgewinnes einstellen. Dazu hatten die Sozialdclnokraien und der Abg. Mumm von der Deutschen Fraktion gleichlautende Anträge etnaebrachr, die den Satz von 60 auf 75 Proz. erhöhen wollten.' Abg. Keil(Soz) begründete die Erhöhung, die notwendig sei, damit bei dem neuen Kriegssteuergesetz das Reich die Möglichkeit habe, eine höhere Besteuerung durchzuführen als in dem bestehen- den Kriegsfleuergesetz. Die Abgg. G o t b c i n. Gras v. Westarp, Müller- Fulda, E r z b e rgc r und Stöwe traten dem entschieden entgegen. Eine höhere Besteuerung sei ausgeschlossen und eine weitere Zurückläge, namentlich für die Betriebe mit geringerem Gewinn und dem- gemäß auch»iicdrigcrer Steuer eine unnötige Belästigung. Der Staatssekretär bat, den Satz von 60 Proz. bestehen' zn lassen. Auch er wies daraus hin, daß sonst manchen Betrieben, die nicht an den Hilfsstcuersatz herankommen, unnötigerweise viel BetriebStapilal entzogen werde. Abg. Keil(Soz.) regte an, den höheren Satz nur für die Bc- triebe gelten zn lassen, die einen außergewöhnlich hohen Gewinn haben und deshalb eine höhere Steuer bezahlen müssen.— Auch dem trat der Staatssekretär entgegen, weil dadurch zu viel Arbeit verursacht werde.— Der Antrag auf Erhöhung des Satzes wurde abgelehnt und das Gesetz unverändert angeiivinmen. Hierauf begann der Ausschuß mit der Beratung des Entlvurss für ein K-chlrusteuergesrh. Abg. Müllrr-Fulda fragte an, was geschehen solle, wenn£. 1 des Entwurfs abgelehnt werde, der die Borschrrsien über die Abgabe enthalte. Sei die Abgabe abgelehnt, dann sei eS an sich überflüssig, in eine weitere Beratung des Entwurfs über die Abgabe einzutreten. Auf der aiidern Seite habe die Erfahrung gezeigt, daß es doch gut fei, bei einem so wichtigen Gesetz die Einzelheiten der geplanten Abgabe zu beraten. Die Abgg. Gras v. Westarp und Gothein forderten, daß u Itter allen Umstände»» die Einzelheiten der Abgabe besprochen iverden sollen. Entweder- könnte»nan die Abstimmung über den 8 1 erst später nach der Beratung der anderen Bestimmungen vor- nehmen, oder man könnte zunächst über 8 1 absiiminen, aber mit dem Vorbehalt, daß die Beratung auch dann sortgesetzt werde, wenn K 1 abgelehnt werden sollte. Hiergegen erhob Abg. Nooke(Soz.) Einspruch. Nach der bisherigen Erörterung sei damit zu rechnen, daß das Gesetz abgelehnt werde. Freilich habe das Zeiitrum schon wiederholt in der ersten Lesung sich gegen einen Entwurf ausgesprochen, und es trotzdem in der späteren Beratung fertig- gedacht, den Anschlag für die Annahme des Entwurfs zu geben. Seine Partei sehe in der Annahme der Kohlcnsteuer eine ernste Gefahr für unser Boll, und deshalb müsse er entschieden Her- langen, daß diesem Entwurf so schnell wie möglich ein Ende gemacht werde und, wenn§ 1 abgelehnt werden sollte, die Be- ratung der anderen Bestimmungen nicht erfolge. ?lbg. Dr. Strrsrmann bäl» eine Beratung der Einzelheiten des Gesetzes unter allen Umständen für notwendig. Abg. MSllcr-Fulda stellt fest, daß er ja nur angefragt, aber keine Anregung gegeben babc.(Ihm persönlich wäre cö auch angenehmer, wenn über ß 1 abgcstiMillit und dann die Beratung fortgesetzt werde. Ab'. Frhr. v. Gamp begründet den Antrag, von dem Ertrage der K!e»steuer zwei Millionen Mark zur Unterstützung der minderbegüterten Voltsklassen zu verwenden. Abg. Dr. Strcsemnikn: Mit einem solchen Trintgeld könnten die ärmeren Klassen nicht abgespeist werden. Seine Partei lege aber Wert daraus,, daß die Steuer befristet werde. Der Staatssekretär erklärte, daß die Frage des HauS- brandes die Reichssinanzverwaltung mehrfach beschäftigt�habe. Tie technischen Schwierigieiten, den Hausbrand aus der Steuer herauszunehmeii, seien jedoch sehr groß. Ätichtsdestowcnigcr sei die ReichSsinanzverlvaltung bereit, Von neuem die Frage zu prüfe». Vielleicht könne man den.Komurunalv-'rwalwngen für den nächsten Winter Beträge aus der Steuer zur Verfügung stellen, mit denen für die Minderbemittelten eine Verminderung der Kohlenpreise für Hausbrand oder eine Herabsetzung der Transportkosten herbei- geführt werden könnte. Abg. Gröber(Z.) schloß sick dem an. Tie Oessentlichkeit habe das Reckt, zu erfahren, wie»ich die ei»»zelnen Parteien grund- sätzlich zu der Koblenstcuer stellen. Abg. Roste(Soz.) wünscht eine Statistik der Gewinne der Kohlengruben. Er gebe zn. daß die Kohle, einer der� wichtigsten Naturschätze, nicht der privaten Ausbeutung überlassen bleiben dürfe, sondern der Gesamtbeit nutzbar gemacht werden müsse. Jedoch sei die Kohlensteucr ein ganz ungeeignetes Ver- fahren, zu diesem Ziele zu kommen. Die Äohlensteuer belaste die ärmere Bevölkerung nicht nur unmittelbar durch die Verteuerung der Kohl«, sondern auch mittelbar durch die Verteuerung fast aller Ware. Ebenso würde eine Erhöhung der Eisenbahutarise auch eine Folge der Kohlensteuer sein. Die Befristung der Steuer habe. wenig Wert. Bis jetzt seien die Sckstviertgkeiten, den HauSbrund von der Steuer auszunehmcii. noch in keiner Weise beseitigt. Jedenfalls fei der Vorschlag des- Abg. v. Gamp durchaus nicht geeignet. Eine so geringe Summe wie zwei Millionen Mar! sei geradezu ein Hohn. Außerdem sei es eine besondere Art von Sozialpolitik, erst den ärmeren Leuken durch die Steuer un- geheure Lasten aufzuerlegen und ihnen dann einige r stwnßie Pfennige als Unterstützung wieder zurückzuzahlen,-rur solche Art Sozialpolitik habe seine Pariei kein Verständnis; sie»vetzde die Steuer unbedingt ablehnen! Abg Gothel» lVp.) erkennt die vielen Schäden der Kohlen- (teuer an. Arn liebsten wäre es seiner Part«, wenn von der Steuer Abstand genommen werde»» könnte. Jedoch sei dre Fiuanz- läge des Reiches so schwierig, daß unbodingt Mittel beschaff» werden müßten. Wenn kein annehmbarer Ersatz für die Steuer gefunden»verden könne, würde seine Partei, so unangenehm cS ihr sei, für die Kohlcnsteuer stimmen. � ,, Abg. Hock(Soz.) sieht in dem Antrage dcS Freiherr»» v. Gainp. das Eingeständnis, daß die Kohlensteuer geradezu uiwerantwort- (ich gegenüber der ärmeren Bevölkerung sei, foirst würde Herr v. Gamp nicht das Trinkgeld von zwei Millionen Mark angeboten baben. Die Frist, welche Abg. Dr. Streseinann für die Kohlensteuer verlangt, sei ohne praktrsche Bedeutung. Richtig sei, die Be- ratung des Gesetzes solange zurückzustellen, bis die Regierung ihre Erwägungen über die Schntzbestimmungen für die Kleinen beendet habe. Der Staatssekretär erwiderte, daß die Erwägungen üb« die Maßnahmen in bezug auf den Hausbrand selbswerständlich vor Verabschiedung des Gesetzes abgeschlossen sein werden. Räch seiner Ueberzeugunq würden es die weitesten Kreise der Bcvölkc- rung durchaus verstehen, doß die Oieichsleitmig auf die Kohlcnsteuer bei dieser Lage der Dinge nicht verzichten kömre. Ein Regierungsvertreter teilte mit, daß die Berechnung des Prof. Wolf über die Belastung durch die Kohlensteuer nicht richtig sei. Abg. Liesching iVp.) begründete den Antrag, soiveit der Bezug von Kohle für Hausbrandzwecke durch Gemeinden oder Gcmeiitde- verbände erfolgt und die Kohle an Besitzer von Kleinwohnungen zum Selbstkostenpreis, aber abzüglich des Betrages der Kohlen- steuer, abgegeben werde, ist den Gemeinden und Gemeindever- bänden die Steuer zurnckzuvergüten; die näheren Anordnungen erläßt der Bundesrat. Abg. Mumm begründet den Antrag, die Verbündeten Re- gierungen zu ersuchen, mäßige Höchstpreise für die Haupt- Heizungsmaterialien festzusetzen. Abg. Dr. Pfleger(Z.) befürchtet, daß das Beruhigungspulver, das Abg. v. Gamp in seinen» Zwei-MMonen-Antrage empfoblen habe, die entgegengesetzte Wirkung erreichen, nämlich die B e- Völkern»lg nicht beruhigen, sondern erst recht aufreizen werde. Die Berechnung des Prof. Wolf möge in ihren Einzel, 5sifctt /Sitftifalfjafi fein,«oincl stehe fest, daß die Verieuernng aurch die Kohlensteuer mittelbar oder umnittelöar sehr hoch sei. So werde fraglos das Brot verteuert, da die Bäcker unmöglich die Mehrausgaben für die ftohlen aus ihrer eigenen Tasche decken tonnen. Ganz besonders müsse man auch auf den Kohlengroß- hairdel achten. Die Rheinische Reederei- und Kohlengesellschaft habe bei rineul Kapital von 1t Millionen Mark im Jahre 1813/14 8.41 Millionen verdient, im Jahre 1914/15 12,03 Millionen und 1915/16 9,8 Millionen Mark. Abg. StSwe weist darauf hin. daß diese Gesellschaft nur eine Tochtergesellschaft des Kohlenshndikats fei und daher hier be- sondere Verhältnisse vorliegen. Aus diesem Grunde könne man aus den angeführten Zahlen also keine Schlüsse ziehen. Die Be- iristung der Steuer sei notwendig, damit die Reichsgesetzgebung nach dem Kriege die erforderliche Bewegungsfreiheit habe. Abg. Dr. Rießer fnatl.): Auch direkte Steuern könnten abge- wälzt werden. Deshalb ist die Abwälzung der Kohlensisuer auf die Verbraucher kein durchschlagender Grund. Ganz besonders un- gerechtferrigt sei die Ausschaltung des Handels. Dadurch würden die Waren nur verteuert. Seine Partei behalte sich ebenfalls die endgültige Stellungnahme zur Kohlensteuer vor, je nachdem die einzelnen Bestimmungen des Entwurfes gestaltet würden. Tie Beratungen wurden dann auf Montagvormittag vertagt. Die Klage öer früheren„Vorwärts*- Redakteure abgewiesen. Die wegen Beteiligung am Boykott des..Vorwärts" entlasseneu ..Porwärls".Redaktcure Däumig. John. Leid, Stadthagen, Ströbel vnd Wielepp hatten bei dem Landgericht l, Berlin, Klage ange- strengt gegen die offene Handelsgefellschaft„Vorwärts", Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., den Geschäftsführer Richard Fischer als Prokurist des„Vorwärts" und gegen sämtliche Mitglieder des Parteivorstandcs. Sie verlangten in ihrer Klage die Festste!- lung, daß ihre Entlassung als Redakteure des„Vorwärts" nicht rechtswtrksam ist, daß die Firma Singer u. Co.» verpflichtet sein soll, ihnen ihr Gehalt solange zu zahlen, bis ein von der gemäß 25 des Organisatiousstatuts der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bestellten Presskommission und in Gemeinschaft mit dem Parteivorstand gefaßter Beschluß dies nicht untersagt, ferner daß der Firma Singer u. Co. und dem Parteivorstand bei Vermeidung einer vom Gericht festzusetzenden Strafe für jeven Fall der Zuwiderhand- lung untersagt wird, sie in ihrer Tätigkeit als Redakteure deö.Vor- wärts" zu stören. Endlich verlangen die Kläger, daß ihnen ihr Gehali für die Monate Februar und März 1317 gezahlt wird. Den Vorsitz in der Verhandlung führte Landgerichtsdirektor Haibrich, die Kläger bertrat Rechtsanwalt Ho r o w i tz, die Beklagten Rechtsanwalt Dr. H e i n e m a n n. In der Klage hatte bereits am 14. Februar ein Termin angestanden. Wir gehen erst heute auf die Verhandlung ein, tveil sich am 14. Februar das Gericht darauf beschränkt hatte, einen Verkündungstermin anzusetzen, der am Sonn- abend stattfand und damit endete, daß die Kläger mit ihrer Klage i» vollem Umfange kostenpflichtig abgewiesen wurden. Die Kläger behaupteten, daß nach der Entstehungsgeschichte des ..Vorwärts" die Firma Singer u. Co. nicht berechtigt sei, einen Redakteur zu entlassen. Sie sei nur Treuhänderiii der �Partei oder, da der„Vorwärts" Eigentum der Berliner Parteigenossen sei, der Berliner WahlkreiSorgauisationen. Die Preßkommission stehe ganz auf dem Standpunkt der Kläger. Zu der Firma Singer u. Co ständen die Kläger in gar keiner rechtlichen Beziehung, mit-' hin sei diese auch nicht berechtigt, sie zu entlassen. Zur Begründung dieser Behauptung nahmen die Kläger eingehend Bezug auf die Protokolle der Parteitage und aus sonstiges Material, das sich in der Parteigeschichte über die Gründung und Gestaltung des„Vor- wärts" befindet. Insbesondere beriefen sie sich auf die Vorgänge bei dem bekannten„Vorwäris�konflikt 1905, der angeblich ihre Klage- antrüge ohne weiteres rechtfertige. Als Zeuge dafür wurde von ihnen der damals aus seinem Amte entfernte Redakteur Kurt EiSner genannt. Die Kläger gaben zu, daß sie an dem Boykott deS.Vorwärts" tätigen Anteil genommen haben. Sie hätten dies jedoch nicht getan, um den„Vorwärts" zu schädigen, vielmehr han- dele es sich hier um ein berechtigtes Abwehrmittel gegen die von der Firma Singer u. Co. und dem Parieivorstand mit vollem Be- wüßtsein verübte rechtswidrige Eigenmacht zum Zweck der Wieder- Herstellung des verletzten Rechtes. Die Einstellung des Abonne- ments auf den„Vorwärts" sei von der Berliner Generalversamm- lung nur für den Fall beschlossen worden, daß der Parteivorstand seine Gewaltmaßnahmen nicht aufgebe und auch nur bis zum Zeit- Punkt der Aufhebung. Es handele sich nicht um einen Angriff gegen das rechtmäßig geleitete Organ, sondern gegen eine durch Eigen- macht wider den Willen der richtigen Eigentümer und der redak- tionsberechtigten Kläger hergestellten Zeitung, die sich unzulässiger- weise den Titel„Vorwärts" beilege. Dieses gewaltsam oktroyierte Unternehmen zu bekämpfen, in dem die ihnen garantierte Mei- rungsfreiheit unterdrückt wäre, sei Recht und Pflicht der Kläger. Die Beklagten lehnten es ab, den Klägern auf dem von ihnen eingeschlagenen Wege zu folgen, interne Parteivorgänge vor Gericht zu bringen. Sie ließen alle diese Ausführungen der Kläger völlig unbeachtet mit Ausnahme des einen Punktes, daß sie hervorhoben, daß die Preßkommission, auf deren Votum die ganze Lage sich stütze, in ordnungsgemäßer Zusammensetzung überhaupt nicht mehr existiere. Die Personen, die sich„Preßkommisfion" nennen, täten dies willkürlich. Das Statut, das die Zusammensetzung der Preßkommission regele, sei in wesentlichen Punkten mißachtet worden. Während jeder Wahlkreis zwei Vertreter in die Preß- Kommission zu wählen habe, sei. für den 6. Wahlkreis diese Vor- ' chrift verletzt worden; denn anstatt zwei Vertreter, habe der 6. Wahl- kreis 4 Vertreter, der 4. Wahlkreis 3 Vertreter, Teltow-Beeskow überhäuvt keine ordnungsmäßigen Vertreter und auch sonst herrsche in der Pretztommission das reine Tohuwabohu. Bei den zahlreichen Einberufungen, die jetzt erfolgt seien, hätten nicht die zuständigen Instanzen die neuen Vertreter gewählt. Ties hätten in einer ganzen Reihe von Fällen ganz willkürlich die WahlvereinSvorstände getan, so daß sich das absurde Ergebnis gezeigt habe, daß nicht einmal der Vorsitzende der Preßkommission deren Mitglieder kenne. Im übrigen beschränkten sich die Beklagten daraus,� ausschließlich vom rechtlichen Standpunkt aus die Anträge der Kläger zu wider- legen. Insbesondere legten sie dar.� daß es juristisch ein vollkom- mener Widersinn sei, wenn die Kläger bestreiten, bei der Firma Singer u. Co. angestellt zu sein, dennoch aber von dieser Firma Gehalt forderten. Tie Gründe deS Gerichts für die kostenpflichtige Abweisung der Klage lauten: Soweit die Kläger einen' Zahlungsanspruch gegen die Firma Singer u. Co. gellend machen, steht dem entgegen, daß sie selbst ein Bertragsverhaltnis zwischen sich und Singer u. Co. von der Hand weisen. Es kann daher ein Anspruch auf Vertrags- mäßige Zahlungen nicht erhoben werden. Ein autzervertraglicher Anspruch auf solche Zahlungen besteht aber nicht. Die Kläger wollen aus der Entstehungsgeschichte des§ 17 des Parteistatuts, der besagt, daß keine Parteigenosse oder ein anderer durch Per- träge mit dem Parteivorstand oder der Kontrollkommission ein klag- bares Recht gegen diese oder ihre Mitglieder erwirbt, beweisen, daß eine Klage einzelner Parteimitglieder gegen den Parteivorstand dennoch zulässig ist. Sie berufen sich für ihre Ansicht auf die Aus- sührungen Auers in dem von ihnen vorgelegten Protokoll des Parteitages von Mainz. Die Darlegungen Auers legen zwar klar, wo- h-'.r der Anstoß zu der imw>Nel. ä "' Rnweneung 1 r ' Ci 7.1ochst< Anwendung I SeN liaaee»l» ii Sähe«» t.fotfl- reich bewdtzet gürSrinochsene ;.«)«, fiir«Inder(Blttnar- l »ab«, 1.U BI allein«cht mit «»et»„Modloo" and Slrmn ONo Reichel. BerllnSZ.«Isendatzn- ahe t. Man meld« Srsatzmlttel. .0 nicht»etzillUlch, dletrAnlenduna. Tousende de'freit! Krsnzspeuden sowie sämtliche Blumenarrangements liefert schnell und billig I'»u> t-!!-<»»>«. binlienstr 69, Tel.ApI. 7203 kwiiclieMe MM-llMlisi! Eosttime and Kantelkleider ModelJa nod NachAhmnosren aÜArörsiFr Schneider, Prachtstücke, Seide, Kammgtrn, Phantaisiestoffe, 250,- 200— 180.- 08,- Feeehe. jugAndliohe Kosiarae, Glocken formen, e etrückend aasjgrefübri, aaoh solide Aaftnachangen 60.— 00,-. 52.- 45,— 35,- Setagammi(Seidenmäntel) ges, gesch..Fa» benpra-cht�, reisende ülockerilormen, 125— 9Z,- 70,- 561.', Gummimäntel aus Feiokoper «ad glatten Stoffen, leicht gebaltea, mit) paaeeuder Kappe 52.- 45,— M,- 26% Feiaköper(Corertooat), GIoekÄ formen, auch gleit. reizende Aafmachoagen, 100.—, 75,-, 50,—, 36,—. 27%, Pelzmäntel— Plüschmäntel— Ulster. Koatbar« PnlamaataT, baata falla. Saal-PlSteb, Uohair-PISseb, p.pioßtnr tadi.rnnat. Arbeit. JIHO,—, 750,'-. 500,—, Sdidaaplflac». bnkaoat ba.a« QaalitAaan, Phantasie PaltmSntal, XO,—, 200—, ISO.—, Modalls. 400,—, 350,—. Solid. Ausfölmiucen IM,-, JOO,—, 15,—. Mollie# Ulatar, iaila ans Friad.naqualitStap, mit Palcbeaktaan. auch K'att lOU,— 75,- SO,— TB,— Einfaohe Anitührans». 30,— 24,— 18,— Satdaaklsid.r(Uodtlla) 150,- 100,— 75,— SaidtnmintsI faina Anafibruc 126,— 68,- KiAl.saanctkl.ider!» jroß.r Ana wähl SeBitafa(tSffn.t 11—3 Uhr. r.odanpslsrincii RScha, ach war« u. farbir 35,- 26,— 15,- Faasandtt Kr atirkata figom rorritig. J. äaaabUt: W Mohraaatraß. S7a Westmann Aaanahla.ndiiBgm nach aaSorhalb g.g.n Ansaht an«. II. Gntehafl: Gr,« raakfarMr Sir. 115. Gesuudiing: tlurch«II. Ein durchaus iiai-ürliches, völlig unschädliches Heilverfahren für die meisten i-lironischen Eiiranknngen ohne jede Beruf setirung. Vorzügliche Erfolge bei Nerveumchwftehe, Oicht und Rhenmatlwniaw, Bajcen- u. Darmkrankhelten. Lieber- n. Sflerenleiden. AderverkaLkaa*, F r aue n leid»■ n. Zu ckerU rank heiz, Katarrhen d. Atuiunic«.- organe usvr. Verlangen Sie kostenlos ausführliche ärztliobe Broschüre. Sanitätsrat Dr. Weise's Ambulatorium, kerlin 117. Zimmerstraße 95-96. Kaufmännische Schulen der WM» t KilunsH m BA. a) Handelsschulen für Mädchen, Weinmeislerstr. 16 17, Scharnweber- stiaBe 19, Wilhelmsharener Str. Z/S, Schoneberg. Feurigstr. 57. Der Bestich der Schule beireit vom draijähr. Pflichtschul- bosnch. Ausbild, in allen kairfm. Fächern für ehem. Oc- meindesi'hüler. Selektakurse für Absolv. v. Lyzeen. Anf- nahmcprüf. am 11. April, 3 Uhr. in Schiinober-t um 9 Uhr vorm. b) Fachklassen für Mädchen, Weinmeislerstr. 16/17. Ministeriell »1s lirsata für die Pflichtschule anerkannt. Kaufiuhnnisch o nnd hauswirtschaftlicho Ansbildung. 8 Wochenstnndec. c) Fortbildungsschule f. weibliche Angestellte. Weinmeisterstr. 16/17. Unterricht in allen kaufmänn. FSohem, abends 8— 10 Uhr. d) Schule liir Maschinenschreib. für Mädchen, Neue Friedrich- straße 53/5ti, III. Der Unterricht wird von S'/j— 2 nnd von 3—7 Uhr(zweimal wöchentlich bis 9 Uhr) erteilt. e) Kaufmännische Fachschulen f. Schulpflicht, kehr!. Auguststr. 21, Sophiensfr. 18, Sebastianetr. 2ü, Inselstr. 2/5, Elisabeth- sfrasse 56/57, Gartenstr. 23, Steglitzer Str. 8a. Der Besuch befreit vom Besuch der städtischen Pflichtschule. Außer den kuufmäunischon Fächern anoh Englisch n. Französisch in 8 Wocheuetunden, Vor- und Nachmittag-Unterricht. ft Fachklassen für Lehrlinge d. Versich-Gewerbes, Oorotheenslr, 12. g) Kaufmännische Abendschulen für junge Kaufleute, Klosters tr. 74, .Sebastian.iir. 2ü, Inselstr. 2/Ö. Sämtliche kaufmännische Fäcjier und Sprachen, abends 7— 10 Uhr.* h) Gcschloss höh. Handelskursut f. j. Kaufleufe m d. Berechtig, z. elnj. Dienst, Klosrerotr. 74. Ausbildung in sämtlichen kaut. mäunisohen Fächern sowie Englisch und Französisch, abends 8— 10 Uhr. Nach Absolviornng Abschlußzeugnisse. Beginn sänitl. Kurse am 12. April. Auskunft täglich im Bureau der kaufmännischen.Schulen, Burgslr. 25 II, von 9—3 Uhr, sowie in den Schulen salber. Oer Direktor Dr. KnSrk. Strahlendorff Handelsakademie Bertin, HentbutraBe II, am SpIUelmarkt. Zcntrnm 1TSO. AAS�Agtrllhr efnnea Viertal-, Ral(>|atires-a Jahi-«skurao,?Hr jrtnzers >>N4 Alter« J'smen und llen«« getreDOl, xur Auibildose für das Kontor. Hesetidew« IfTiTtefur Immen mit TAcblersrhiil- uod LyzewmsMldnnB. WiHiÜI] An-sffihrlSeb« Iwefarplline kostenlos. SUDEN:}|�st6«- Koübuserf�ar��ro TlAmm in � Munffficmcinde Groß-Berlin Damm 105 .v- lie.trt gegen und auf zu annehmbaren Bedingungen Onmen-Hemielten um Bu». in nur modernen Ausführungen Fertige Herren-KlelüBHi Surschen- u. JOnglings-Anzage j" 6ate Vi-j-arbeilaiig| =sGeprtSndet im Jabre 191>Z.= Sonntag, den 11. März 1917, 71/. Uhr. in der KrI. Hochschule lär üfaslk. Charlottenburg. Fasanenstr. 1: Heinrich Heine-Abend. Mitw.: Marg. Walkotte(Bez.). Olga Walkotie(Harfe), Kgl. Kammer- rtuos Hendrik de Vries(Flöte), Leo Gol lanin öes.), Jul. Oahlke(Klav.) Billetts zu 59 PL und 1 M. an der Abendkasse. ISOItP Baer, j LpSÄSlS�t ÜällStr.�ßpriiu.-Alleo Herren- und Knaber- Moden. Berufskleidung,! Einsegnungs-Anzüge, Joppen. Gr. Stofflager eleg.Mabanferfigung. Billigste, feste Preise Dr. med. WockenfuB, Friedrichstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 10 Tage), Blutuntersuchung, Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs» 210/10 J Störung. Teilzahlung. Sprechstunden; 11— 1 und 6— 8. 10 Jahre Bürgschaft MÖBEL Beste Verarbeitung Ein-, Zwei- und Drei-Zimmer-Einrichtungen in erstklassiger Ausführung und vorzüglichem Material Als Besonderheit liefern wir: Schlafzimmer, Speisezimmer. Herren: ziramer, Wohnsalons, neuzeitl. Küchen fn allcrbllllgstei! Preisen. Umfangreiche Ausstellung eingerichteter Zimmer in feinen zweckmäßigen Formen und in allen Preislagen. Besichtigung lohnend und erwünscht Sorgfältige, beste Arbeit selbst bei den einfachst. Möbeln, Preisverzeichnis mit Abbildungen umsonst. Bahn- freie Liefernn» durch ganz Deutschland unmittelbar ab Fabrikgebäude an Private Möbel-GroB-Lager Berliner Tischler- n. Tapezierer-Meister AlbertGleiser-I Berlin C 33 AlGXanderpiatZ Alexanderst. 42 Tlrlinnmitirrctt!«funfäftota«! /Hitöaganiilittai! Opcfsurnftolus! INufie«! BeftenberRtiis! Serrenparde- Idbü! Ubretivcrl.tui! Zqniucfsttchen! Gm/e» allc'. Art! Ällerhtllic/str Preise! Leihi>ö«S! Walichmierstratze 7.* Herrrnattzttae. Biirschetictnzttge, Ghiiegnuiigsanzkge.sommrrtdlrlotS, Hosen. Iackella, elegattlc Kosttiuir, /vriNischrcmuntel,«boiliatfctt, Regen� iimniel, Röcke, Älujen, Knaben', /Radchcngaroervbe. Pel�achen. Reu» l öü:;, iBerJitttrittnjpc 41 t._ 133* Z/evvich'Tvomas. Dtanienhr.<4 »fcfiBiÜig intbieöicrhaff! Tevdiche. iSarbtne». SJcriDdraltjent h Prozent Nxtrarabai:. S-l* Leihbau/- Morikpla« 58». sAelegenbeiiskäusc neuer IRafi« i( arber obe sowie PdletotS, Ulster in «ftHcsfiger Verarbetwng. Ferner GkmckSstolas, Müssen. Marder, Nerz. Alaska. Sinn« und WeiMchse, Pelz- ittöntel, Äagenpelzc. Plüsch, und Aftradnntnuintel,«ofiüme, Ulster, 20—125 Mark, Erirn-Angebot in Lombard gewesener Portieren, Bellen, Uhren, Srillanten, Schimicksachen, enorm billig. LeihhpuS Moritz� h/ab 58». Anzüge und ZcmnnerpalrictS owi! Hosen, Gebrockanzüge, Fracks, awie fstr korpulente Figuren. Ante Garderobe zu ftannenb billigen preisen. aus Psandleihen oer- fgllene Zachen kaust man am billigsten bei Ratz, Mulockstratze 14.____* i*rtfnble«hbo«6 German nplat 6. 9 iejeuauswahl verschiedener Pelz- / c�chen, neue Herrenanzüge, Herren- ualerots. Heirenhosen. Hpotlbilllger Beitenner laus. Gardwenverkans, Teppich verlaus. Nhrenserkeuj._ Brilirtic, Sie Abftamnumg des Menschen. Der Mensch der Vorzelt, Der Mensch der PjahIbauzeiL— Silier. Menschwerdung. Jeder Band reich Illustriert statt 3K. 1,— für 75 PI Puchhandiung Vorwart», 8W 68, i-indenstratze Laden.______ Geld! Geld! svaren Sie, wenn Sie nn LeihbauZ Rosentdaier Tor, r'.inienstratze 298/4,f»!te 1 Gramm bis 7,70! Zahngebiöe! Schmucksachen! Ketten! Ringe! PiMärtreffcn! Glühftnimpi- asche! Filmabsälle! höchstzahlend! Sitberschmelzerei, Metall- Einkaufs- bureau. Weberstratze 31. Telephon Aierander 4243.___ 98� Platinankauf, Gramm bis 7,60, ebenfalls Jlntauj oller Zahngebisie, Bestecken, Ringe, Schmucksachen, Ketten, Glühstrumpsasche zu gesetz- lichen Preisen. Metallkoutor John, gegründet 1903, nur bitte Jakob- stratze 138 und Koltbuierslratze 1 iKotlbusertor). Moritzpiatz 12858, Firma genau beachten._ ZÄertzeuge, gebrauchte und neue Treibriemen, Spiraibohrcr, Fräser, Werkzeugmaschinen, Abreitzmagnei- kaust lausend sür eigenen Betrieb Heinrich Briest, Slallschreiberstratze 59 und Beujsetslratze ö. Laden. Tele- Phon Moabit 2393.__* Glühstrumpsasche taust Llüinei. Augustslratze 69 I. 241/2' Gülte, allerhanch höchstzahlend, kaust Rosner, Lothringerstratze 6-1 (Norden 10735). 241/4' Schrank, alter, oder Vertiko billig gesucht, WaldowSky, Graetz- stratze 4. 1991h Unterricht Tecüufkche Gewerbeschule, Inhaber Diplomingenieur Steklmacher. Maschinenbau, Eleftrotechnik, Wert- meifterschule, Fachschule, höhere Fach, schule. Abendkurse. Unterricht auch für Damen. Vorkenntnisse nicht er- forderlich. Laboratorium. ProspeLe frei. Friedrichstratze 118._* Gnglitchen Uuterrtcht sür An- länger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und sranzösijche Stunden er- tritt G. Swienih, Ebarioilenburg, Smttgariervlas 9. GarienoauS lV. Maschiiicubau, Elektrotechnik Eisenkonirrukliom' ÄluSbildung Werl- mrifter-Techniler, Konstrukteur. Pro- spekle frei. Polytechnisches Gewerbe- Lnslilut, Inhaber L. Barth, Ingenieur Chausseeslrage 1._ 264/18* Damen StuSbiidung als technische, Zeichnerinnen, sehr guter lohnender Berus, TagcS-, Abendunterricht, Pro- spekte. Polytechnisches Gewcrbe-Infti- lni,(Inhaber L. Barth, Ingenieur. Chausseestratze 1. � � 260/3' 'MavirtiirsuS. Erwachsenen' Schnell'. mcldode, MonatspreiS 3,—, Klavier- üben Irei. Mustlakadcmie Oranien- /trage 63 i Moritzpiatz)._ 16/ltP Mandotiueuipiel� Lautem. Gitarrenspiei, Dreimouatsturie zur Persetten Aueblldung K,— Monats« Honorar, Lehrmstrumentc billigst. Btotinspiel in zehn Hmnden, neueste Schlager, Alaoier unterrichtet schnell- jirdernd Ernst, Oranienstratze ISS.' Kutscher möglichst aus der Papierbranchr, sosort verbürgt. 17242 A.-Ci. Fritxtiche. Schöneberg. Bahmiratze 29/30. Meldung r. HI Montag 5-7, Tüchtige Lahmtumacher und Glaser suche» 17262 Jfnck& Mey, 9»ottftr. 57« Maupep, 712 Bauarbeiter Arbeiterinnen werden für Arbeiten in geschloss. Räumen iü> Eammench-Werke Wittenau, Wittestraße, sofort ver- langt. W eetphaLBaugeschöfv. Racker, dcc auch Hausdienerarb. ubern, sür dauernde Stellung in Bilderrahmen- jabrif. Meld. m. Zeugn. beute 9—12 Mtchaelkirchrlatz4,b.Rl>senow.(18,14 Metolinicll-Esrägmcicties S Däuerstellung bei Böilhelm Bern- Harb u. Gu.. Gerichtstr. 23. 18/15 Steindruck- Maschinenmeister findet sofort Dauerstellung bei ISil- bel« Bernhard u.Ga., Gerichtstr.23. Kutscher, durchaus zuverlässig und militärsrei, sucht f?27L kutterdsllätunx k�. �ssmaan, _ Zandsberger Allee 46/_ Nedaktionsbote sofort verlangt. Vorzustellen „Vorwärts-Redaktion, Lindenstrcche 3. welcher spez. Briesköpse aus Johnfton-Preffc selbständig prägen kann. baldigst gesucht. Angebote mit bisheriger Tätigkrit, Zeugnisabschriften und KchaltSsorderung an Leipziger Monagramm- PrSgerei ««dr. Voigt, Leipzig, CzermakSgmstcn. nttii Tüchtiger Drucker sür Siktoria-Tiegelpressen und Mnschiuenmeifter für Schnellpressen sofort oeiucht»«eddli'ueik??«! loiUe-rx dk l>«r»>oo, 17082* Berlin LW 48. Wilhilmstr. 118._ i Kassenmädchen. i Junge Mädchen im Alter von 14 Jahren, welche die erste Klasse der Volksschule besucht haben, sucht SlSriunni» Tletz Markgrafeustrafze 88 11- Korbmacher aufKohlenlörbe. Legier. Grotzbeeren» ftratze �>9. � 18,42 Sehirrmeister und Schlosser für Beschlagkelle verlangt sofort Maschinenfabrik Uagler, Alt-Moabit 1. Ma echinenschlosser, Transportarbeiter, Warmpresser aut Messing- zünder sucht Gveck, Lützowslr. 2. um i Sehnuädehen im Älter von 14— 16 Jahren aus achtbarer Familie gegen monatliche Vergütung sofort gesnoht. Meldungen in Begleitung der Eltern oder des Vormundes 10— 2 Uhr vormittags oder 5—7 Ukr nachmittags in der Personal- Verwaltung TV. Stock.[ISIL* A. Jandorf& Co. Belle-Alliaace-Straöe 1/2. WW Näherinnen gut eingeübt aus Rcaaltc-, Schliiseu und Sclbstbmdcr suchen 19926 Anspach& K Irchberger, aiojterftr. 64. Lehrmädchen für sofort sucht ftiomaUenfabril Änttpsch A Kirchberger, 1993b Kioslerstr. 64._ Arbeiterinnen 16jti focht SUpppte-Iag»,«stUftr. ftT/Ä.