Nr. 71. 34. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Brets branumerando Bierteljährl 8.90 m, monatl 1.30 t möchentlich 80 Big. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt 10 Big. Boft. elbonnement: 1,30 Mart bro Monat Eingetragen in die Boit Zeitungs Breislifte Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart bro Monat. Bostabonnements nehinen Belgien, an Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglid. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 60 fg.. für politische und gewerfichaftliche Bereins and Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Big.( aulaifig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafite entan zeigen bas erfte Bort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Borte. Inferate für die nächste Rummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition ebgegeben werden. Die Expedition is bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm- breffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Am: Morisblas, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 13. März 1917. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Feruibrecher: Amt Morisvlas, Nr. 151 90-151 97. Straßenkämpfe in Petersburg. Hungeraufruhr in Rußland. Die Lebensmittelnot, die zur allgemeinen Bein der Welt geworden ist, ist in Rußland bis zu erschütternden Ausbrüchen der Volksverzweiflung gediehen. Ein Hemmen ist nicht mehr möglich, ein Verstecken ebenso wenig. Seit Wochenfrist find die beiden großen Hauptstädte des Landes in Bewegung. Das Vorspiel aus der Weihnachtswoche ist weit überholt. In den Straßen drängen und stürmen hungernde Tausende, Blut ift geflossen, Hunderte von Toten werden gezählt. rittene Boliget forgte für die er en swanzig Zoten] Gestern wurden bie Arbeiter entlaffen, die in den Bad und Verwundeten. Weiter sagt der Bericht: ai werffabriten beschäftigt waren. Es wurden 14000 t beiter entlaffen, darunter 80 Prog. Frauen und Minderjährige. In dem Artikel vom 22. 2. war nur furz festgestellt:„ Gegenwärtig haben 46 Fabrilen wegen Mangel an Seizmaterial ihre Tätigkeit eingestellt." 200 Am frühen Dienstagmorgen stellte sich vor den großen Mebllagern des. Alegander Newsth lofters und bem Intendanturlager auf der Spalernajaftraße unweit der Reichsduma eine Menschenmenge ein, die gegen 8 Uhr zu unabsehbaren Tausenden wuchs. Als man versuchte, die Inten danturlager zu fürmen, erichien an der Spige von Rofalen, Hungersnot in Finnland. Gendarmen und Erfaßichwadronen der Savallerie der Petersburger Polizeipräsident General Bald vor der Intendantur und ber namentlich in dem nördlichen Teil Finnlands Stockholm, 12. März. Nach Nachrichten aus Helsingfors herrscht bpII. Polizeimeister General von Halle vor dem Kloster. Nach zweiWas in diesen Städten geschieht, wird auch in diesem maliger vergeblicher Warnung wurde von der Schußwaffe tommene ungersnot. Der Futtermangel bedroht die Er. Gebrauch gemacht; aber auch aus ber Fall nur als ein Teil allgemeiner fich abrollender Vorgänge erfolgten Schiffe, und wenige Minuten darauf gab mitteln find außerstande, dem im ganzen Lande herrschenden MehlMenge haltung der Viehbestände. Die Behörden für Beschaffung von Lebenszu betrachten sein. Denn wenn die Hauptstädte brotlos find, es auf beiden Seiten in denen die großen Verkehrsadern des Landes begünstigend verwundete, beren Zahl dadurch gefennzeichnet wird, daß Mehlmengen eingeführt werden. zahlreiche Tote und mangel abzuhelfen. Im Januar fonnten aus Rußland nur geringe zusammentreffen, so hungern die weniger verfehrsgünstig allein in Zeichenlammern und Stranfeniälen des Beter Bauls. Amerikaner teilten ihrer Botschaft in Petersburg die Absicht mit, bei Die in Finnland wohnenden liegenden Städte und Striche des Riesenreiches erst recht. Strankenbaufes und des Marien- Krankenhauses bis um 10 Uhr früb der nächsten Gelegenheit nach Amerita zurückzukehren. Sie eretwa 40 Tote und fiber 120 Verwundete eingeliefert wurden. Die Lebensmitteltrise ist zum Brennpunkt der ganzen politischen Krise Rußlands geworden. Ein System, mit den Der Nachmittag verlief wieder einigermaßen rubia; nur die hielten den Bescheid, daß sie warten müßten bis zur Herstellung ungeheuersten Mitteln brutaler Gewalt geschirmt und gehalten, großen Brotfabriken Filipow, Jifalow und Robinson wurden von sicherer Schiffsverbindungen. Gegen Abend wurde bekannt, daß die bersagt unrettbar in der Frage, von der im gegenwärtigen Zeit- ber Menge demoliert. puntt mehr noch als sonst alles abhängt. Die politische Strife gefamte Arbeiterfchaft von Leffner, Butilow und mehreren Fabriten auf der Wiborg fette die 35 000 Tonnen im Mittelmeer versenkt. entfaltet sich ihrer wuchtigsten Form als soziale Krise. Was Arbeit einzustellen drohte, falls für ihre Konfumvereine hat das System als Abwehr aufzubieten gegen die Aeuße nicht sofort Brot geliefert werden sollte. Die Petersburger Militär Amtlich. Berlin, 12. März. Im Mittelmeer wurden rungen ihres Ausbruchs? Mit Vertröstungen, Versprechungen, bädereien badten daraufhin aus ihren eigenen Mehlbeständen während versenkt: Sechs Dampfer und acht Segler mit zumit Drohungen, Beitschen, Kugeln ist gegen den Hunger, der der Nacht Brot, das am Mittwoch früh den Arbeiterfonfumvereinen fammen über 35 000 Tonnen, darunter am 17. Februar der gestern war und heute ist und morgen fein wird, nichts Nach im geheimen übermittelt wurde. Um felben Mittwoch fonnte wieder bewaffnete stanzösische von Zerstörern gewirfendes auszurichten. Hätte das System überhaupt organi- aum erftenmal einiges Brot für das große Publikum gebaden satorisch Abhilfe schaffen tönnen, fo hätte es an 8eit dazu werden, aber die Bäderläden mußten nach wenigen Minuten wieder sicherte so schließen, da das wenige Brot zum großen Teil ohne Bezahlung, von nicht gefehlt. ben Stürmenden entrisjen wurde. Der Bericht reicht nur bis Mittwoch. Die Zahl der Truppentransportdampfer Athos( 12 644 Tonnen), Aber es fehlt ant der Möglichkeit, Iveil das mit einem Bataillon Senegalesen sowie tausend Syſtem, das Rußland beherrscht, der absolute Widerspruch Opfer an Toten und Verwundeten in diesen Tagen beziffert hine fifchen Munitionsarbeitern an Bord; am gegen moderne soziale Ordnung ist. Es fann sich in Friedenszeiten mit dem Einsatz seiner Gewaltmittel hinweglügen über er auf 300 bis 400. Er hebt hervor, daß bet der zweitägigen 27. Februar ein bewaffneter begleiteter TransSie gesunde Lösung der Aufgabe, eine Staatswirtschaft zu Frieden mindestens ebenso oft wie Rufe nach Brot bewaffneter Dampfer von 5000 Tonnen mit EisenHungerrevolte aus der tausendföpfigen Menge, Rufe nach portdampfer von etwa 5000 Tonnen; am 3. März ein führen, die zum Heil großer Gebiete und größter MenschenAber der Krieg, der Organisation erflangen. massen ausschlägt. bahnmaterial als Ladung; am 6. März der italienische und abermals Organisation in wirtschaftlichen Dingen als Beru, 12. März. Der Petersburger Korrespondent des Dampfer Porto di Smyrna( 2576 Tonnen) mit Mehl und Grundlage der Sicherheit feiner Leistungen fordert, kann ,, Corriere della Sera" meldet, daß sich die 2ebensmittelfrije Stüdgut von Genua nach Alexandrien; am 7. März ein bebei folcher Lügenarbeit nicht bestehen. Der Strieg sollte das System retten und nun treibt er es zum boll- in ben legten Zagen noch verschlimmert hat. Der waffneter, von Begleitfahrzeugen gesicherter TransMehl- und Brotmangel ist besonders fühlbar in Petersburg und portdampfer von etwa 8000 Tonnen. tommensten Bantrott. Weil dieses der Kern all der Vorgänge ist, die sich seit ostau. Außer der Transporttrife kommen noch sa hl. Monaten in Rußland häufen und steigern, deshalb ist dem eiche Momente in Betracht, durch die die geregelte Verjetzt Geschehenen und Geschehenden die höchste Aufmerksamkeit forgung ber beiden Hauptstädte behindert wird. Die Einführung ber Brotfarte mit einer Tagesration von 140 Gramm wurde bezuzuwenden. Die inneren Zustände Rußlands sind längst ein erheblicher Faktor in der Kriegsrechnung der Entente, die ihloſſen. Sie soll innerhalb zehn Tagen in Kraft treten. Außerdem Offensive in Sicht an der Westfront? ohne ein leistungsfähiges Rußland in schweres Schwanken werben wiederholt die Personenzüge für eine ganze Woche unterbrüdt, geraten muß. Daß die Krise sich jetzt in Hungeraufruhr ent- um den Lebensmitteltransport zu steigern. lädt, wird diesem Faftor eine Macht geben, die er bisher nicht besessen hat. Aus folgenden Meldungen läßt sich der Stand der Vorgänge erfennen: Straßenkämpfe in Petersburg. Die Duma Der Chef des Admiralstabes der Marine. Amtlich. Berlin, 12. März. Eine amtliche Havas notekündigt Ereignisse an der Westfrontan, die man in Frankreich mit größtem Vertrauen ernahm einstimmig eine Tagesordnung an, in der die sofortige wartet". Auch wir sehen diesen Ereignissen mit großem Versorgung von Petersburg. Moslau und an- Vertrauen entgegen. beren industriellen Städten verlangt wird. Die Die Havasnote, auf die sich diese amtliche Aeußerung beTagesordnung fordert außerdem die Zulassung von Arzieht, lautet: fammenftößen. Petersburg, 11. März.( Rentermeldung.) Der beitervertretern in das Komitee für nationale Paris, 11. März. Die West front scheint aus ihrer Kommandant der Petersburger Truppen, General& h a wa- Berteidigung. Die Annahme der Tagesordnung erfolgte, Er ft arrung heraustreten zu wollen. Die Anloff, macht in einer Proklamation bekannt: Infolge der während die Arbeitermaffen streitten. In den letzten zeichen von Tätigkeit mehren sich und kündigen Ereignisse an, Unruhen in den lesten Tagen, der Gewalt- Tagen haben zahlreiche manifeftanten gefeiert, um die man mit größtem Bertrauen erwartet. tätigkeiten und der versuchten Angriffe auf Sol gegen die Brotnot Einspruch zu erheben. Es tam zu blutigen Zu daten und Polizei und der trotz des Verbots in den Ministerpräsident Golizyn rief nachts einen dringenden Straßen abgehaltenen Versammlungen wird ministerrat zufammen, zu dem auch die Präsidenten und Bize die Bevölkerung darauf aufmerksam gemacht, daß die präsidenten des Senats und der Duma fowie der Oberbürgermeister Truppen Befehl haben, von der Waffe Gebrauch von Petersburg und andere Persönlichkeiten eingeladen wurden. zu machen und vor feiner Maßregel zurückzuschrecken, um die Ordnung in der Hauptstadt aufrecht zu erhalten. Die Zeitungen erscheinen nicht. Die Straßen bahnen sind außer Betrieb. * Eine solche Ankündigung von Kriegshandlungen ist ungewöhnlich. Hat sie vielleicht ihren Ursprung in der Ueberzeugung, daß die Spannung der französischen Bevölkerung bon den Kammerverhandlungen, durch die fie aufs stärffte erregt und hingenommen wird, durch irgendein Kraftmittel abgelenkt werden muß? $ Mailand unterm 10. gemeldet: Heute wird die Ernennung Basel, 12. März. Den Basler Nachrichten" wird aus bon 21 neuen Generalleutnants und 65 Generalmajors befanntgegeben, was allgemein als Anzeichen der bevorBagdad von den Engländern besetzt. Die Schließung der Moskaner Fabriken. In den Rußfija Bjedomosti" vom 24. Februar teilt die Rebaltion mit, bak die zwei vorhergehenden Nummern der Zeitung mit Beschlag belegt worden feien wegen der Artikel über die Amsterdam, 12. März. Einem hiesigen Blatte zu Schließung der Mostauer Fabriken, die am 22. und 23. Februar folge meldet ,, Times" ans Petersburg: Am Sonnabend darin erschienen waren. Der erste Artikel berichtet, daß infolge der stehenden großen Offensive gedeutet wird. nachmittag herrschte große Aufregung auf den seizmittelfrisis eine Reihe von Fabriten stillStraßen, Kavalleriepatrouillen durchzogen die Stadt nach ite he. Reun Fabrifen arbeiten überhaupt nicht, die übrigen mur allen Richtungen. Die Menge jubelte den Truppen mit Unterbrechungen( mit Ausnahme der Munitionsfabriken) unter zu und die Soldaten jubelten der Menge zu. Verwendung fleiner Vorräte von Heizmaterial, die sie von dem Der Räumung der Stellung von Rut el Amara schloß sich Die ganze Angelegenheit hätte nicht so gefährlich ausgesehen, Verein der Fabrikanten erhalten. die Räumung der Stellung von Stesiphon an und nun hat wenn nicht die Leute stundenlang vor den Brot- Die meisten Fabriken, die nicht für die Landesverteidigung die türkische Armee diesen Entschlüssen die Aufgabe von Bagdad läden gestanden hätten, aber durch die Anwesenheit Tausender arbeiten, stellen den Betrieb ein und haben zum 3. März den folgen lassen. Am Sonntag sind die Engländer in Bagdad von Wartenden erhielten die Lebensmitteldemonstra Arbeitern gekündigt( hauptsächlich Tertilfabriten). eingerüdt. Die tattische Eroberung der Stadt vollzog sich tionen ein ernsthaftes Aussehen. Die Läden wurden in gur Entlaffung fommen im Moskauer Bezirt nach den vorliegenden Meldungen in der Weise, daß die Hauptden äußeren Vierteln und in den Fabri- 38000 Arbeiter, auf Mostaufelb ft fallen 19000. Die Arbeiter masse der Engländer füdöstlich von Bagdad zunächst gegen vierteln ernsthaft beschädigt. Ans Moskan erhalten Zahlung bis Ostern; der Betrieb der Fabriten wird wieder den 20 Kilometer südlich der Stadt in den Tigris einliegen noch keine Berichte vor. Dort muß die Lebens- aufgenommen, wenn ein Minimum von Heizmaterial zur Lieferung mündenden Djalah vorging und hier nach lebhafteren mittelfrise ernsthafter gewesen sein als in fommt. Echon lange find 19 Gisenbahnzüge mit Koblen nach Mostau Gefechten die türkische Nachhut zurückdrängte, den Fluß Petersburg. abgefertigt worden sie wurden aber von den Bahnverwaltungen überschritt und am folgenden Tage weiter nach Bagdad hinein Wie der Bossischen Zeitung" aus Stockholm berichtet für ihre eigenen Bedürfniffe requieriert. Die Bahnverwaltung teilte und schließlich aus dieser Stadt hinaus warf. wird, erfolgten am borigen Montag abend die ersten Un- ben Mostauer Fabrikanten mit, daß im Februar überhaupt Aus der Tatsache, daß augenscheinlich große Beute und ruhen auf dem Heumarkt und vor der Narwapforte stürmten tein Seizmaterial geliefert werden könne und erft im zahlreiche Gefangene von den Engländern nicht gemacht sind, Zausende von Männern und Frauen die Bäderläden. Be- März über die Durchschnittsmenge 5 Broz. mehr geliefert würde. erklärt sich schon, daß es sich militärisch nicht um eine Gr oberung, sondern vielmehr um die Einnahme einer aus eigenem Entschluß der türkischen Heeresleitung geräumten Stadt handelt. Der militärische Npr.- Mitarbeiter bemerkt: Daß der Fall Bagdads als ein Erfolg der militärischen und politischen Pläne Englands zu buchen ist, bestreitet dieselbe Storrefpondenz in anderen Ausführungen feineswegs. Es handelt sich bei Bagdad um ein Stück des Landweges nach Indien. Demt englischen Einfluß war in den Kleinasiatischen Bahnplänen nur die Endstrecke der Bagdadbahn vorbehalten; die Striegslage, fährt die genannte Sorrespondenz fort, brachte es mit sich, daß auch dieses Endstück der großen das Mittelmeer mit dem Berfischen Golf verbindenden Binnenbahn dem Mitbestimmungsrecht Englands genommen würde. Diese Gefahr dürfte für die gewaltigen Anstrengungen entscheidend gewesen sein, die England zur Einleitung und energischen Durchführung des mesopotamischen Feldzuges belvogen hat. Die scharfe Kritit, die das Unternehmen bisher bei den polttischen Kreisen Englands erfuhr, war ein Beweis für die starten und vitalen Jnteressen, die England hier zu berteidigen hatte. Durch die Einnahme von Bagdad, der Hauptstadt des Landes, ist es ihnen in der Tat vorläufig gelungen, feine mit großem Geschick tombinierten militärischen und politischen Pläne zu fördern, soweit der moralische Eindrud in der islamitischen Welt dabei eine Rolle zu spielen vermag. Die endgültige Entscheidung steht allerdings bei dem weiteren Verlauf des Krieges auf diesem und anderen Kriegsschauplägen von Land und See und schließlich den Friedensverhandlungen. Der türkische Bericht über den Fall Bagbabs liegt noch nicht vor. In der türkischen Kammer fagte, laut Meldung der Depefchenagentur Milli vom Sonnabend, der stellvertretende Oberbefehlshaber Enver Pascha in einer Betrachtung über die allgemeine Lage: Die Serteidigung der Meerengen und der Küften fei niemals gesicherter netesen, namentlich seit dem verstärkten Unterseebootkrieg. An der Sinaifront fei die 2age faft unverändert. An ber meiopotamishen Front find wir, so fügte er hinzu, infolge militärischer Maßnahmen gegen den Nordtigris guridgegangen. in ber periifchen Front haben wir uns ans denselben Er wägungen heraus gegen Kermanicah zurüdgezogen. Die Lage an der Kautasusfront ist unverändert. Die Hinweise Envers waren wohl bestimmt, auf ben möglichen Fall Bagdads vorzu bereiten. Der englische Heeresbericht gibt folgende Darstellung der Einnahme von Bagdad: Wir überraschten den Feind, indem wir bei Mondschein am Dienstag ben Diala überschritten. Auf dem rechten Ulfer richteten wir an der Tigrisbride unterhalb ber Mündung des Diala einen starten Boften ein. Eine starke Abteilung marschierte auf dem rechten Ufer stromauftvärts, fand den Feind 6 Meilen südlich von Bagdad und trieb ihn 2 Meilen zurüd. Wir ergipangen den llebergang über den Diala am Freitag unb rüdten + Meilen in der Richtung auf Bagdad bor. Unsere Streitfräfte auf dem rechten Ufer warfen den Feind aus der zweiten Stellung Es und schlugen auf dem genommenen Gelände ein Lager auf. berrschten Sandstürme und beftiger Wind. Wir drängten die Türken am Sonnabend 3 Meilen westlich und südwestlich Bagdad zurüd und bejezten Bagdad am Sonntagmorgen. 000 Die Stimmung in Amerika. Der Rongreß und der Präfident. Starkes Feuer im Aucre- Gebiet, längs der Aisne, in der Champagne- Französischer Angriff füdlich Ripont. Amtlich. Großes Hauptquartier, ben 12. März 1917.( 2. 2. B.) Weftlicher Kriegsschauplatz. Sehr flare Sicht hatte an vielen Stellen der Front gesteigerte Tätigkeit der Fernwaffen und Flieger zur Folge. Besonders start war das Feuer im Ancre- Gebiet zwischen Bucquoy und Le Transloy, lebhaft in mehreren Abschnitten längs der Aisne und in der Champagne. Süblich vou Ripont griffen die Franzosen heute morgen Zeile unserer Stellungen an; fie wurden abgewiefen. Durch Luftangriffe unserer Flieger verloren bie Gegner 16 Flugzeuge und 2 Feffelballons, durch Abwehrfeuer 1 Flugzeug. Deftlicher Kriegsschauplah. Te ve Bei vielfach reger Artillerie- und Borfeldtätigkeit no feine größeren Kampfhandlungen. Mazedonische Front. ' Zwischen Ohrida- und Prespa- See haber sich fleine Gefechte vor unseren Linien abgespielt. Der Erfte Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 12. März. Abends. Vertagung der Konferenz der EntenteSozialisten. Ueber die Gründe der Verschiebung des SozialistenZongresses der Alliierten in Paris tefft Temps" noch mit: Die Einladung konnte die polnische, rumänische und ferbische Geftion nicht erreichen, Finnland, Südafrika, Stanada, Australien und Neuseeland antworteten nicht. Por= tugal erklärte, daß es sich augenblicklich nicht bertreten lassen tönne. Jtalien lehnte ab. Von den drei englischen Sektionen lehnten Labour Barth und National Barth ab; British Socialist machte Bedenken geltend. Die beiden russischen Seftionen schließlich brüdten ein folches Mißtrauen aus, daß ihre Beteiligung fehr problematisch erschien.( Die beiden fozialistischen Parteien Rußlands haben abgelehnt, die Konferenz zu be= schicken. Red d.„ Vorw.".) Daher zogen es die französischen Sozialiften vor, den Zusammentritt des Kongresses zu verschieben. Die Organisation unferer Lebensmittelversorgung im Ausschuß des Reichstags. Der Ausschuß behandelte am Montag sehr eingehend die Frage ber Organisationen, die für unsere Lebensmittelversorgung in Frage tommen. So wurden die Schiebungen der Braugerste bon Bayern nach Preußen und in Westpreußen und Bosent eingehend behandelt. Bon Dr. Böhme( nall.) wurde behauptet, daß bei den Gerste= Schiebungen in Westpreußen und Posen, nach unkontrollierbaren Im Sommegebiet, zwischen Abre and Angaben allerdings, eine größere Bahl von sehr angesehenen Landwirten beteiligt sei. Es wird weiter behauptet, daß man Dise, sowie in der Champagne lebhafte Geverfuche, die Sache möglichst zu vertuschen, um einen öffentlichen fechtstätigkeit. Standal zu vermeiden. Auch im Osten war bei flarer Sicht die Artillerie in mehreren Abschnitten reger als in den Vortagen. Beiderseits des Prespa Sees und im CerveBogen nahm gleichfalls das Feuer zu. seniles Der österreichische Bericht. 23ien, 12. März 1917.( 2. 2. B.) Amtlich wird berlautbart: Deftlicher Kriegsschauplak. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplah. Gegen die Karst Hochfläche unterhielten die Italiener zeitweise ein stärkeres Geschüh- und Minenfener. Hente früh wurde ein feindlicher Angriff vor Kostanievica abgewiesen. Unsere Flieger bewarfen Lager bei Basma mit Bomben. Südöstlicher Kriegsschauplah. Bei Buzi, 25 Kilometer südlich von Barat, zersprengten unsere Patrouillen eine feindliche Abteilung. Der Stellvertreter bes Chefs bes Generalstabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der Weg des deutschen Bündnisplans. Berlin, 12. März. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt aur merikanischen Angelegenheit: v. Batocki, Präsident des Kriegsernährungsamtes, erklärt demgegenüber, daß teine Rüdsicht auf irgendwelche Berfon genommen werde. Es handelt sich für Westpreußen und Bojen um eine größere Zahl von Händlern und Landwirten, die an den unreellen Manipulationen beteiligt find, die aber ohne Rücksicht den Strafrichter übergeben wurden. Dabei sei bemerkt, daß die Gerste, die hier in Frage kommt, zu Graupen und Grüße verarbeitet wurde, fomit der Boltsernährung nicht verloren gegangen ist. Angefragt wurde, ob man seitens des Kriegsernährungsamtes bereit sei, die Ersparnis, die die Militärverwaltung künftig bei den herabgefehten Viehpreisen erlange, dazu zu verwenden, die Brotpreise auf der gegenwärtigen Höhe zu halten, wie es der sozialdemotratische Antrag fordert. v. Batocki erklärt, daß das Reichsschabamt gegenwärtig keine bestimmte Erklärung darüber abgeben könne. Persönlich sei er dafür, daß durch die Reichsgetreideftelle eine Vergünstigung an die Gemeinden gewährt werde, die eine gerechte Spannung zwischen Getreide und Brotpreis innehalten; denn die Brotpreise schwanken pro Pfund von 14 bis 40 Bf. in den einzelnen Gemeinden. Diese Ungleichheiten lassen sich nicht ganz aus der vorteilhaften Bewirtschaftung des Getreides in den Kreisen, die als Selbstversorger gelten, erklären. Abg. Wurm( Arbg.) legt bar, daß nach den Saltulationen ber Berliner Blätter der Brotpreis nicht niedriger zu bemessen fei. Großbetriebe können billiger produzieren, aber es ist nicht möglich, Berlin nur durch Großbädereien zu versorgen. Von Vertretern der Fortschrittlichen Volkspartei werden gegen den sozialdemokratifchen Antrag Bedenken erhoben, denen Schmidt Berlin( So3.) gegenüber fritt, der verlangt, daß der gegenwärtige Brotpreis Die Frankfurter Beitung" meldet aus ein York bom 11. März: Obwohl mehrere gefeßgebende Versammlungen nicht erhöht werbe unb, falls bie Biehpreise herabgejest werben, der der Einzelstaaten die gegen Wilfons Politik auftretenden Obwohl aus dem Bericht über die Verhandlungen des eugen, ben bie Militärberwaltung erzielt, zur Senfung des Mehlpreises verwendet wird. Redner geht sodann auf bie Berhältnisse in Senatoren unterstützen, wird der Kongreß dem Präsidenten Sauptausschusses des Reichstags bekannt ist, daß die Instrut ben Bichhandelsverbänden ein. Er verlangt Serabjegung der Promit einer großen Mehrheit beitreten. Die Bewaffnung tion für unseren Gesandten in Merito als chiffrierte Beifung vision und Beseitigung des Ansammelns der großen Reserven in oder die Konvoyierung der Schiffe wird schneller, nach Washington gegangen ist, wird in der Bresse wiederum ben Bichhandelsverbänden. als bisher erwartet, durchgeführt werden, da von einem" Bimmermannbrief" gesprochen und die Unbor gegnet, bag die hohen Fleischpreise nicht auf die Provision der Bich b. Goeppert, Leiter des preußischen Landesfleischamtes, entdie Republikaner und die Demokraten, soweit die Krise in Be- fichtigkeit des brieflichen Verfahrens erörtert. Wir möchten handelsverbände zurüdzuführen feien. 1 Prog. Spesen bes Vichtracht kommt, einer gemeinsamen Aftion nicht abgeneigt sind. Daher erneut ausdrücklich feststellen, daß die Instruktion über- handelsverbandes bedeute auf den Fleischpreis umgerechnet einen Die öffentliche Meinung, fährt der. Bericht fort, ist durch haupt nicht auf brieflichem Wege abgegangen ist, und zwar aufschlag von 2 f. pro Pfund. Die Aufläufer der Viehhandelsdie versuchten Verhandlungen mit Mexiko und Japan weder von hier nach Washington, noch von mäßigen Einnahmen. Es wurde festgestellt, daß über 1000 M. Einaffenbar ungünstig beeinflußt worden, ebenso durch die Entweder von hier nach Washington, noch von berbände haben, wie sich bei einer Stontrolle ergeben hat, feine übertedung mehrerer fogenannter Plots gegen amerikanische Washington nach- Merifo. Nabriten, wegen der Erregung von Unruhen in Indien sowie der Entsendung von Spionen nach England, die offenbar im Interesse Deutschlands erfolgt sei. Der Präsident wünscht nur die amerikanische Schiffahrt im Kriegsgebiet zu beschützen. Inzwischen wird die Vorbereitung für jede Möglichkeit in größerem Umfange, namentlich für das finanzielle Gleichgewicht getroffen, wozu das Federal Reserve Board 900 Millionen Noten als Referbe vorbereitet hat. Maßregeln Amerikas gegen englische Zwangsfahrten? tommen im Monat keiner der Herren erzielt hat. In dieser Summe Steden noch Speisen, die der Betreffende für die Unterhaltung feines Betriebes zu tragen hat. Die Herabsehung der Viehpreise fenkt von felbft auch die Einnahmen der Biehhandelsverbände. Abg. Moltenbuhr( Soz.): Die Herren vom Viehhandelsverband follten einmal die Reben des preußischen Landwirtschaftsministers bei den Debatten über die Fleischteuerung nachlesen; sie würden finden, daß von jener Seite behauptet wird, daß Wiehhandel und Diese angebliche Verlegung der amerikanischen NeutraliNew York, 8. März.( Funkspruch vom Vertreter des B. 2. 28.) tät füllt in den hiesigen Blättern ganze Spalten. Neuter chürt das Feuer durch die Meldung, daß in ganz Deutsch- Nach Depeschen aus Washington beschäftigt sich das Bundesamt für land Haßgefänge gegen Amerika ertönen. Trotzdem ist der Schiffahrt mit Maßregeln, die gegen die englife Fleischer mit ihren hohen Aufschlägen die Teuerung verursachen. Gedanke an eine Kriegserklärung nur wenig bandlungsweise ergriffen werden sollen, amerikanische Würde man sonst gesagt haben, daß in einer so turgen Zeit wie bei nerbreitet und entspricht offensichtlich nicht den Absichten Shiffe zu zwingen, englische Bufuhren zu bebem Schleswig- Holsteinischen Biehhandelsverband der Hanbel einen fördern. Es wurde bekannt gegeben, daß die Erklärung des Gewinn von einer Million Mart zu verzeichnen hat? Ferner die Wilsons. Präsidenten, nach ber es berboten ist, amerikanische Schiffe in Fleischenquete vom Jahr 1913 hat festgestellt, daß die Bichhändler frembe Register einzutragen, ohne die Erlaubnis des Schiffahrts- mit 1 Broz. Reingewinn arbeiten. Diesen Reingewinn erzielen gegenwärtig nach den Darlegungen der Vertreter der Viehhandels amts einzuholen, als Mittel benutzt werden solle, um den eng verbände auch diese Organisationen; fie arbeiten also nicht billiger als der Privathandel. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß bei dem lischen Maßregeln ein Ende zu sehen. Die Lage ist durch die fortgesezte 8urudhaltung bes hohen Viehpreis dieses eine Prozent gegenüber der Friedenszeit Shoners Mattie Newman aus New York atut geworden, 2 Bros. des Reingervinns ausmacht, somit erheblich höhere Gewinne der seit mehreren Monaten in Biberpool feft gehalten erzielt werben als zu Friedenszeiten. Das ist ein sehr ungefunder wird, da er die nötigen Reparaturen nicht ausführen kann, weil Zustand, der zu einem Teil die hohen Fleischpreise erklärt. der Kapitän nicht einivilligen will, Kriegsmaterial zu befördern. Die Diskussion über die Organisationsfragen wird zum Ab New York, 11. März. Reutermeldung. Der Korrespondent Die amerikanischen Reeder haben fich bitter über die englischen schluß gebracht. In der nächsten Sizung am Dienstag foll über die ber Associated Pres meldet, daß nach Ansicht des Staatsdepartements Bemühungen beschwert, sie zur Kohlenfahrt zwischen England und Anträge entschieden werden. rint bewaffnetes amerikanisches Hanbelsschiff Frankreich zu zwingen, und über die Verfuche, fie au nötigen, Munition zu befördern. Sie stellen fest, daß amerikanische Schiffe, berechtigt sein würde, beim bloßen Erscheinen eines deutschen denen in englischen Säfen die Kohlen ausgehen, gezwungen worden U- Bootes over Periskops alle Maßregeln zu feiner Berteibi- find, einzuvilligen, Stohlenladungen nach Frankreich zu nehmen, sung zu treffen, in der Annahme, daß das deutsche U- Boot feinb- bevor ihnen die englischen Behörden erlaubten, Bunkerkohle zu fiche Absichten habe. Nach dieser Ansicht könnte ein bewaffnetes nehmen. amerikanisches Handelsschiff auf ein deutsches U- Boot fo Tort feuern, fobalb es gefichtet würde. Diese Ansicht gründet sich auf die von Deutschland verkündete Absicht, auf Sicht in bestimmten Sonen alle Schiffe zu verfenten, einerlei, ob fie neutral rder triegführend, Passagierdampfer, Frachtschiffe oder Beförderer von Bannware sind. Die Ansicht Lansings. Man erfährt auch, daß das Schiffahrtsamt die Absicht hat, sich mit der Rohlenversorgung amerikanischer Schiffe im Stillen Ozean zu befaffen. Die Schiffe, die von San Frangisto nach Manila fahren, wurden gezivungen, sich nach den von der britischen Admiralität festgesetzten Beschränkungen zu rich ten, weil sie in englischen Kohlenstationen in China Kohle nehmen müßten, bevor sie ihren Bestimmungsort erreichten. Man hat er fahren, daß der Borjibende des Schiffahrtsamts, William Denman, in einem im Tekten Monat geschriebenen Brief die von manchen Striegführenden eingerichteten schwarzen Bisten und Bunterbeftimmungen streng verurteilt hat. Bulgarien und Amerika. Hauptausschuß des Reichstages. Kohlensteuer. Am Montag wurde die Beratung des§ 1 des Entwurfs für die Kohlensteuer fortgefest. Abg. Keil( Sog.). betonte noch einmal, daß seine Freunde die allergrößten Bedenken gegen die Kohlensteuer haben. Je mehr die Folgen der Kohlensteuer überlegt werden, um so schädlicher erscheinen fie. Auch für die große Frage der Bergafung der Kohle tonne die Steuer sehr schädlich sein. Viel richtiger wäre es, der Frage des Monopols näher zu treten. Gegenwärtig sei die Beschaffung der Rohle ein Privatmonopol einiger weniger Zechenbefizer, bie auch den Kohlenhandel zum größten Teil beherrschen. Daß die Regierungen für mäßige Breise forgen werden, ſei nur ein geringer Troft. Während des Strieges fei eine bedeutende Die drahtlose Verbindung mit Deutschland. Bern, 11. März. Petit Parifien" meldet aus Washing on: Die Lage in Merito wird beunruhigend. In Washing ton eingelaufene Nachrichten befagen, daß geheime Versamm Erhöhung der Kohlenpreise ungen bon in Merito ansässigen oder aus den Bereinigten eingetreten. Aleine Bucherer bestrafe man, wo 23 fich aber um Staaten eingetroffenen Deutschen in Veracruz und Monterey reiche Bucherer handle, versage die Regierung. Nichtig sei, daß faft täglich stattfinden. In der Nähe der Stadt Meriko wurde nicht nur die Sohiengruben die Breise steigerten, sondern auch der Sofia, 10. März. Die Bulgarische Telegraphenagentur ist er- Sandel. Redner verliest den Brief eines Rohlengroßhändlers aus fürzlich eine sehr starke Funkenstation errichtet, die direkt mit Deutschland verkehrt. Die Gerüchte, daß U- Boot- Stützpunkte mächtigt, die in der ausländischen Presse verbreiteten Gerüchte, als bem Dortmunder Bezirt, in dem die Syndilatspreise angegeben im Golf von Meriko bestehen, scheinen sich zu bestätigen, ebenso ob die bulgarische Regierung eine Note an die Bereinigten Staaten werden und es wörtlich heißt: Bu diesem Preise beziehen die daß die dortigen deutschen U- Boote die Aufgabe haben, die gerichtet hätte, welche den Abbruch der amerikanisch- bulgarischen Rohlengroßhändler, und legtere verlaufen sämtliche Sorten mit Betroleumausfuhr nach England zu unterbinden. Für die Bestehungen unbermeidlich zur Folge haben würbe, auf das heute stattfindende Präsidentenwahl ist Carranza bisher der Sörmlichste in brebe stellen. In den letzten Tagen alleinige ernsthafte Kandidat, vielleicht tritt in legter Stunde wurde weber den amerikanischen Vertreter in Sofia noch dem auch noch der Minister Obregon auf. Die Washingtoner Re- Staatsdepartement in Washington eine Note überreicht. Gs ift aierung gab Instruktionen, alle deutschen Treibereien 311 be- abfolut folich, daß der bulgarische Gesandte in Washington den Tämpfen und bereitet sich auf alle Fälle vor, Kuftrag belommen habe, feine Baffe au berlangen, bent einem Durchschnittsverbien von 15 Mart a 10 Tonnen. Da, ivo es angängig ist, besonders bei Fabriken, die Heereslieferungen haben und wegen Kohlen sehr in Berlegenheit find, nimmt jeder Großhändler einen höheren Verdienst, 20 bis 25 Mart, biele auch noch mehr. Wenn es sich um waggonweife Bieferung an Private handelt, nehme ich einen Auffchlag bon 25 bis 30 art für die Tonne" Bei der Preistreiberet bes it. 71.— 1917. Unterhaltungsblatt öes vorwärts ws*. tanzen wollte, eine Melodie, die lockte und innig war und voller Hingabe. lind eines TagcZ lam der Lais. Kam groß und schlank an ihrem Fenster vorbei, so daß sie ihn beinahe nicht erkannte. Aber er guckte einfach herein... und da hielt sie es nicht mehr und lief hinaus zu ihm. »Jetzt geht eS in den Krieg/ sagte er.»Ich komme bloß Ab- schied nehmen/ Das brauche ich eigentlich gar nicht zu erzählen, wie schwer da der Friede! das-Herz wurde und daß sie an diesem Tage zum ersten Male einen Buben küßte, mit durstigen Lippen. Das kam alles so. als wenn einer ein Lied singt. Grad war'S noch still und voll Sinnen und Träumerei und nur wie ein verhaltenes Schluchzen und wie ein gebändigtes Glücksbcgehren warS in den Tönen. Und plötzlich jauchzt es auf sowie ein Mädel, das einem Burschen am Hals hängt und seine zwei starken Arme um ihren jrmgen Leib spürt. Und dann wird das Lied auf einmal wieder flüsternd und heim- lich, leise, wie vor einem großen Glück, das kein Mund sagen darf, bange, wie vor Uebermacht der Liebe, die keine Lippe kosten darf. Man weiß nicht, wird eS gleich klagen, wird es weinen, oder wird ein neuer Jubel aufspringen wie ein überschäumendes Lachen. So war es auch nut den beiden Menschenkindern. Und es war an einem Sonnabend. Dienstag mußte der LoiS fort. Und als das Geheimnis gezimmert wurde, da hatte auch der Zufall wie immer beim Zimmern eines Menschenschicksals seine Hand im Spiel. Und das Geheimnis? Friedels Vater wechselte am Wochenende die Schicht in der Fabrik. Und zwar traf es sich so, daß er tags zu Hanse war und nachts auf Arbeit mußte. Das ivar ein unruhiger Tag für Friede!, der Dienstag, ein quälerischer, banger. Der Abend war so lange bell, die Sterne stiegen und noch war es hell. Sie wartete. Die Haustür stand offen und sie saß ganz still in der Stube und wartete, den Blick nach der Tür. Da mußte er hereinkommen... sie wartete auf seinen schnellen Schritt, auf das Urffatzliche, das Glück war oder Leid oder... Liebe? Warum war dir so bange, Friedel? Er kam doch. Und war wild und gut. Blieb länger als die halbe Nachr, trank den Himmel aus deinen Augen, wie du es träumtest, und wurde glücklich unter deinen zärt- lichen Händen.— Soll ick noch weiter erzählen? Es ist nur ein alltägliches Schicksal, das sich vollendet. Es ist nicht aufregend. Es ist still und duldend. Friedel trug bald ein Kind unterm Herzen. Und Lais siel vor dem Feind. Dies bittere Leid wechselte in ihr mit der Angst vor dem rauhen Vater, der doch einmal ihr Geheimnis erfahren mußte. Sie wollte oft den Schritt hinaus tun aus dem engbegrenzten Leben, frei fem von dem drückenden Alltag wie in jener Nacht, wo eine Seele klingend an die andre rührte. Als der Winter kam. und Schnee das Leben draußen deckte und olles tot und starr war, das war ihre schwerste Zeit. Da fühlte sie sich grenzenlos verlosten und wollte sich und das werdende Leben in ihr zerstören. Aber um des Toten willen hielt sie stand und ihre junge Kraft siegte über die Verzweiflung, die oft ihre dürre Hand nach ihrer Seele streckte. Sie wußte ihre Pflicht. . AIS das erste Grün sproß und der Schoß der Erde neues Leben überreich gebar, wurde sie zuversichtlicher. Scham vor ihrem Vater, der seltsam ruhig blieb, als er erfuhr, und der starke Glaube, daß es keine Schande sei, Mutter zu werden, kämpften noch in ihr. Aber sie war zu sehr verwachsen mit der lebenspendenden Natur, als daß sie diesen Glauben hätte verlieren können. Ja, ihr Vaier wurde milder zu ihr. und diese, wie sie glaubte, imverdiente Rücksichtnahme raten ihr wohl. Sie freute sich auf die Stunde, da sie ihres Liebsten Augen wiedersehen durste im Auge ihres Kindes, und um seinetwillen bereute sie jene glückliche Nacht nicht inchr._ H an S Eathmann. Ein heine-�benö. Wenn ein deutscher Dichter, so war es Heinrich Heine, der, ..Schwert und Flamme", sich mit den geistigen und Polstischen Um- wälzungen seines unruhigen Zestalters auseinandergesetzt und auch zugleich das Musikschaffen ungeheuer im modernsten Sinne be- flügelt bat. Gerade aus diesem Grunde muß Rezitation mit Gesang zusammengehen, soll«in möglichst ganzes Blld von ihm gc- geben werden. Dies Erfordernis erfüllte, dünkt mich, der Sonntag von der»Kunstvereinigung für Groß-Bcrlin" im großen Saale der Hochschule veranstaltete Vortrags aliend, dessen Schtverpunkt auf die Rezitaiioi? Heinescher Meisterballaden wie lhrisch-cpischcr Stücke mehr scherzhafter Gattung gelebt wurde. Margarete W a l k o t t e bringt für jene Dichtungen respektable Ausdrucksmittel und Gestaltungskraft mit,»jährend sie doch auch für die wirkungsvollcii Pointen, für die Bienenstocheln des Heineschen Humors eine starke, nichtsdestoweniger tünstlerische Vortragsbegabung entfaltet. Robert Schumaim-,„Dichtcrliebe", das ist ein Zyklus Heinescher LiebeSgesänge, bot in seiner romantischen Färbung uud inufika- tischen Fülle eine wirksame Ergänzuiuz. Leo Göll an in— am Flügel saß Julius D a hl k e— brachte das Ganze, obgleich er mit Indispositionen katbarrifcher Art zu kämpfen hatte, �zumeist glänzend zu Gehör. Andere Lieder in der Vertonung von Schubert, Rubinstein(»Der ASra") und Silchcr schlössen sich an. Als Harfenvirtuosin von subtiler Fcinfingcrigkcit ließ sich Olga Waltoite und als Meister der Flöte Hendrik de B r i e Z hören. Sämtlichen Vortragskünstlern wurde mit nachhaltig ein Beifall gedankt.___ ck. Der Stein öer weifen. Vor Jahrhunderten hat man sich eifrig bemüht, ein Mittel zu finden, um Gold zu machen. Eifriges ernstes Arbeiten war ebenso erfolglos wie alle Geheimniskrämerei. Heute kennen wir den wahren Stein der Weisen, die Kohle. Aus ihr destilliert man in den riesigen Retorlen der Kokereien und Gasanstalten neben Koks und Gas das Benzol, Ammoniak und Teer. Im Getriebe der chemischen Industrie erstehen aus den Destillationserzeugnissen leuchtende Farben, wertvolle Heilmittel, Süß-, Duft- und Sprengstoffe. Was der Bergmann aus den Tiefen der Erde Hervorholl, bildet den Atem gewerblichen Lebens, ungezählte Räder und Hebel fetzt es nr Gang. Der Krieg hat gelehrt, daß Kohle wertvoller ist als Gold, ja, in der Kriegszeit soll die Kohle zur direkten Gold-- quelle für den Staatsiäckel werden. Während wir aber das Gold ohne weiteres als etwas anerlennen, was zum sparen geeignet ist, gilt dies leider noch nicht für die Kohle. Wir sind noch weit, sehr weit davon entfernt, sie restlos auszunutzen. Etwa 80 Proz. aller verbrannten Kohle wandert ungenutzt durch den Schornstein. Ungeheuere Werte gehen dadurch verloren, daß die Kohle unterm Kessel oder im Herd direkt verfeuert wird, denn dabei wird kein Ammoniak, kein Teer, kein Benzol gewonnen. Da es aber bei der Kohlenstcuer sthiver möglich ist, den Verbrauch als solchen einzuschränken, so dürfte man bald versuchen, die Kosten herunterzudrücken. Das wird nur durch technische Verbesserungen möglich sein. So wird die Feuerungstechnik gerade durch die Steuer einen mächtigen Anreiz bekommen. Auch wird man danach trachten, die Kohle nicht als solche, sondern als Gas zu verfeuern. Das wird wieder zu großen Umwälzungen in der Gasindusttie führen. Diese wird sich immer mehr den Vcr■ fahren ihrer jüngeren, aber mächtigeren Schwestern, der Kokerei, nähern müsien. So werden immer weitere Kreise erkennen, daß die Kohle der wahre Stein der Weisen ist, den man nicht ungestraft vergeudet. Die Kohle ist ein Grundstock des deutschen Volks« Vermögens, mit ihr sparsam umzugehen ist allerheiligste Pflicht. Nottzea. — THeatcrchronik.„D c r Posti-llon von Lon- j u m e a u", die in Berlin lange nicht, gestielte komische Oper, gebt am Deutschen Opernhausc am Donnerstag, zum ersten Male in Szenö.— Die R e i n ba r d t b ü h n e n find für diesen Sommer wieder an M. Sladck verpachtet. — Eine neue Oper,»Eros und Psyche", von dem Komponisten Rosycki, einem Humperdinck-SchiUer, wurde im Breslauer Stadttheater mit Erfolg aufgeführt. Den Text hat der polnische Dichter Znlawsli, der als polnischer Legionär 191ö fiel, nach seinem eigenen Drama bearbeitet. Die Dichtung geht durch viele Jahrhunderte: Psyche kehrt in immer neuer Gestalt und in neuer Umgebung wieder, als Verkörperung der Sehnsucht in jeder Form— bis zu ihrer �endgültigen Erlösung. Die Musik ist ganz dem Ausdruck, dieser Sehnsucht geweiht, der sie hohe Stimmung abgewinnt. /llltagsschicksal. Ihr werdet vielleicht über»sich lochen, Mädchen der Städte, wenn ich euch von eurer blonden Schwester vom Dorfe erzähle und ihrem alltäglichen Schicksal, das sie nicht einmal zugrunde gerichtet hat. Wundert ihr euch, daß ich alltägliches Schicksal sage? Dem Menschen erscheint doch nur sein eigenes Schicksal nichl alltäglich, das der anderen immer. So wird es euch gehen mit dem Schicksal der blonden Friedel; ihr werdet cs allläglich nennen, aber vielleicht werdet ihr, wenn ich cs euch erzählt habe, doch spüren, warum ich es iat. so höret zu: Wie nennl man so ein Mädchen mit bellen Haaren, blanken Augen, hurligen Füßen und ungeküßiem Muride? Ein jung Ding. Dock, wenn so einem.jungen Ding" die Mutter stirbt, dann wird es mit einem Male stiller und siebt sich wie erschrocken um. Spürt erst, daß es in der Welt, und daß kein Tag Hali mackt und leine Blume erfriert, wenn der Tod durck ein MenickenhauS geht. lind feine Augen bekommen einen iragenden Blick, feine Hände eine große Sehnsucht nach Zärtlichkeit. Denn so ein jung Ding will das Leben suhlen, das warme Blut, und ihm wird bange und weh, wenn es ans Sterben denkt. Friedet hatte noch ihren Vater. Aber den liebte sie nickt so wie die Mutter, dem war sie oft sogar sehr böse. Denn er trank und schalt und schimpfte immer, und es war ihm nichts recht, was die„Weibsbilder" machten. Nach der Mutter Tod war nun das Haus leer, wenn der Vater tags aus Arbeil war. Und Friede! war ollein in den Stuben und büleie das kleine Anwesen, das sich die Mutter einst von ihrem iauer Ersparten gekauft hatte. Da gab es nun wohl viel Arbeit, aber junge fleißige Hände sind flink, und wenn eine alles io gut und sauber machte wie die Friedel, da tonnte sie schon einmal ein freundlich Wort von ihrem Vaier verlangen. Aber der war mürrischer geworden als je vorher. Sie baite kerne guten Siunden bei ihm und war immer froh, wenn er wieder hinaus war zur Arbeit. Tann füllerte sie das Federvieh, die Kuh und die Ziege und lockte für hcn Miilag. Und dazwischen blieb ihr auch noch ein bißcken Zeit für einen schönen Traum. Die jungen Mädchen, die zwischen den Bergen aufwachsen und. den dunklen Wäldern, die so kühn zum Himmel streben, träumen gern wie die Natur, die sie umgibr. Die Nc»ur träumt oft, im Sommer und Winter, träumt von ihrer eigenen Schönheit und Kraft, die Freude spenden und selber jubeln will vor Daseinsglück. So träumie auch Friedel. die ja so verwachsen war mit der Natur. Wenn ein kleines Haas am Watdhong liegt, einsam, vom Himmel überschwemmt und von Vogelstimmen rimsunaen sommers von früh an. und ein juna Ding wohnt in einem solchen Haus, dann ist es auch vom Himmel überschwemmt und von Vögeln umsungen, die allerlei liebliche Weisen wissen. Und Friedel sehnte sich so nach Glück, nach einem Menschen, der ihre Hände streichelie und einmal in ihre Augen schaute und in ihre abgründige Tiefe starrte. Ihre Augen hatten doch soviel Himmel getrunken, sollte den nicht ein Meni'ch sehen und wieder hinaus- trinken wollen in seine Augen? Der Himmel ihrer Augen sehnte sich danach. Und die Lust ihrer Hände nach Zärtlichkeit wurde immer größer.— Die Häuser des Dörfchens waren ganz berstreut, zwischen Hängen versteckt, vom Wald umgeben, und die Menschen in ihnen sahen sich wenjg. Aber von der Schule her kannte Friedel »och den Gnindel Lois.(Alois.) Den hatte sie damals, als sie noch kurze Röcke trug und ein schmächtig Mädel war, sehr lieb gehabt. Sie wußte Wohl nicht warum, denn er hatte sie oft geärgert und ihr oft weh getan; aber es ist eine eigene Sache um das Herz eines so jungen Mädchens, das nun einmal einem so wilden, trotzigen Fungen gut ist. Der LoiS war dann irgendwo in die Lehre gekommen, weit weg, und halte sie sicher schon längst vergessen. Aber wenn sie nun so den ganzen Tag allein war. da ging allerlei Vergangenes durch ihren Sinn und er war immer dabei. Er fuhr wieder toll- kühn Scklitten über die steilen Berge, jo daß sie sich um ihn ängstigen mußte, er nahm ihr wieder die Schultasche fort und warf sie in irgendeine stachlige Hecke, er riß sie wieder an ihren starken blonden Zöpfen, bis sie weinte. Jetzt schämte sie sich ihrer Tränen von damals. Und nun war er doch zweiundzwanzig und sie zwanzig! Was würde so junges Blut tun. das einst so wild und sich so feindlich war. wenn es sich heute wiedersähe? Das dachte sie oft. Und dann war der Himmel in ihren Augen ganz blau und tief und ihr Herz schlug seltsam bang und die blntenschweren Bäume vor den Fenstern träumten wie sie. Sie fühlte oft eine Melodie m ihrem jungen Leib, nach der sie 40] Der Polizeimeister. Ein russischer Polizeiroman von Gabryela Zapolska. Tagcjew verschwand mit seinen Damen hinter der Tür, die zum Restaurant führte. „Das Ssparö I" schrie Tagejew dem sich tief verneigenden Isaak zu. Das schöne Profil des Juden mit dem grauen Patriarchen- bart hob sich von der bunten, mit Plakaten behängten Wand ab. „Hier herum. Herr Polizeimeistcr, alles ist bereit../ ..Zakusli erster Sorte, ich bitte!" Er öffnete die Tür. Man sah in ein kleines Stübchen, anS dem unerträglich heiße Luft entgegen strömte. „Ich habe heizen lassen!" sagte er zuvorkommend. „Gut, gut, lassen Sie Champagner kalt stellen!" Feinbubes Augen blickten haßerfüllt auf. Er hatte darauf gerechnet, daß Tagejeiv mit den beiden Damen, die heute ein Konzert gegeben hatten, ein Souper bestellen würde. In sein Schicksal ergeben, hatte er Vorspeisen, Ochsenfilet. Omelettes mit Marmelade und zwei Flaschen Rheinwein vor- bereitet. Er wußte, daß er die unbezahlte Rechnung zu einem ganzen Päckchen solcher Rechnungen hinzufügen mußte, die in der Schublade lagen, doch glaubte er nicht, daß er gezwungen tverdcn würde, auf dem Altar des Tagejewschen Liebeseifers Sekt zu opfern. Er verneigte sich jedoch demütig, rückte die zerbrochene Glocke auf der Petroleumlampe zurecht, prüfte mit dem Blick die wohlgenährten„Konzertsängerinnen aus Peters- bürg", wie der Konzertzettcl besagte, und zog sich eilig zurück. als er sah. daß die.Zakuski' mit erschreckender Schnelligkeit verschwanden. Doch folgte ihm Tagejews Stimme: ,, Feinbube, noch mehr Vorspeisen!" Der Jude blieb stehen, ballte die Fäuste und sein Gesicht verzerrte sich bis zpr Unkenntlichkeit.. Seine zuckenden Wangen verrieten, welch tiefen Haß er gegen Tagejew empfand. „Ich werde dich füttern I" dachte der Jude,„aber die dort sollen bezahlen, was du verschlingst!" Hein Haß erstreckte sich in diesem Augenblick nicht nur auf den Tyrann, sondern auch auf die von ihm Tyrannisierten. Jene litten körperlich und geistig, Feinbube wurde mir matc- riell geschädißt. Hl. Der Herr Polizeimcister wacht.— Der Spitzel wird geholt.— In Fräulein Luzia erwacht die Seele.— Die Szene im Separs.— Fräulein Jüzia will nicht trinken.— Fräulein Luzia weint. Jossele Pinkas stürzte wie ein Pfeil ins Separc. „Viel Vergnügen und Gesundheit l" rief er schon an der Schwelle. Er zog die Geige unter dem Ann hervor und begann, sie zu stimmen. „Was soll ich spielen?" rief er, mit dem Bogen in der Lust fuchtelnd. Aber Tagejew, der das Glas mit„Rheinwein" in der einen Hand hielt und mit der anderen die Taille der jüngeren Konzert- sängerin umfaßte, protestierte. „Nichts, Pinkas, deine Musik brauche ich heute nicht. Du sollst heute was anderes besorgen." Jossele spitzte die Ohren. „Ich stehe zu Ihrer Verfügung, Herr Polizeimeister/ „Geh sofort zu Horski und schaffe auf irgend eine schlaue Weise das Stubenmädchen her." Jossele riß die Augen auf. „Die Juzia von Herrn Markowski?" „Dieselbe!... Was sperrst du denn die Augen so auf!" ,,Nu, es ist doch Nacht, sie wird vielleicht nicht kommen wollen!" O „Sag ihr, ich befehle es, dann kommt sie sofort.... Lauf zu!" Jossele stürzte wie eine Bombe hinaus, seine Geige fest umklammernd. Er zerbrach sich den Kopf, wozu Tagejew Juzia im Säpare wohl brauchen mochte. „Soll sie ihm Gesellschaft leisten?" dachte er, indem er über den Marktplatz zu Horski lief. Inzwischen war im Separs der Sekt erschienen, den Feinbube selbst mit feierlicher Miene wie ein Rabbiner servierte. Die Sängerinnen wurden immer geschwätziger und er- zählten, daß sie mit Konzertreisen mehr verdienten, als bei einem festen Engagement. „Wir werden überall wie Königinnen empfangen!" prahlten sie, indem sie gierig das Omelett verschlangen. „Noch ein Gläschen!" bat Tagejew, um nicht hinter denen zurückzustehen, die den Künstlerinnen jene königlichen Empfänge bereiteten. „Hier in Polen!" begann die Aeltere.„lebt und genießt man. Ihr schwimmt ja förmlich in Sekt. Ihr müßt euch doch hier fühlen, wie im Paradies!" Tagejew lächelte schlau. „Ja, besonders diejenigen, die nicht auf den Kopf gefallen sind," lispelte er. „Und Sie?" „Du lieber Gott, dumm bin ich ja nicht. Nun, auf Ihr Wohl, bezaubernde Sinaida Petrowna." Aber Sinaida Petrowna rückte schmollend von Tagejew fort. „Was ist denn," fragte dieser erstaunt. „Sie sind ein Lügner! Sie haben den Juden zu einer Frau geschickt. Ich genüge Ihnen nicht. Lassen Sie mich los!" „Das ist ja ein Stubenmädchen!" erwiderte Tagejew er- regt.„Es betrifft amtliche Angelegenheiten, die nichts mit dem Herzen zu tun haben; mein �erz gehört Ihnen einzig und allein!" „Ach, Sie Schwerenöter!" Diese Neckereien dauerten noch eine ganze Weile. Sinaida Petrowna blieb der Schablone treu. Ihre Schwester, um die Tagejew sich nicht kümmerte, begnügte sich damit, die Reste des Omeletts mit dem Löffel abzu- kratzen. ES klopfte. Jossele steckte seinen schmutzigen Kopf durch die ge- öffnete Tür. „Sie ist da I" flüsterte er Tagejew zu. Der Polizeimeister erhob sich von seinem Stuhl. „Entschuldigen Sie mich für einen Augenblick, es ist etwas Wichtiges." „Aber kommen Sie bald wieder!" rief ihm Senaida nach, „sonst denke ich, daß Sie mich betrügen!" Schon an der Tür, legte Tagejew die Hand auf seine Brust und rollte die Augen. „Ich bin der Ihre bis zum Tode!" deklamierte er. „Nun, schon gut! Wir werden sehen!" erwiderte die Sängerin lachend. In ein Tuch gehüllt, stand Juzia blaß und erschrocken vor der Tür des Separss. Jossele Pinkas hatte sie durch Vermittlung des Portiers aus dem Bett geholt und ihr befohlen. sich sofort nach dein Restaurant zu begeben. Seit ihrem Besuch bei Tagejew lebte Juzia in fortwährender lln- ruhe. Sie fühlte, daß sie in ein Netz geraten ivar, aus dem es für sie kein Entrinnen gab. Indes schien sich in ihrer Seele etwas zu regen. War es die gute, liebenswürdige Be- Handlung, die sie von Janka erfuhr, oder die ständige Be- rührung mit dem reinen, frohen Geschöpf, genug, in der früheren Kellnerin erwachten bessere Gefühle, etwas wie Reue und Traurigkeit... Juzia kam nach dem Restaurant, als müsse sie zur Folterbank. Ihre Augen waren von Schwer- mut umflort, das Gesicht hatte einen Ausdruck, der ihm früher fremd war.(Forts, folgt.) Partei- Organisation von Groß- Berlin Partei Veranstaltungen am Mittwoch, den 14. März, abends 8 hr 2. Kreis. bteilungs- 8ablaben be finben statt: I. und II. Abteilung Westen bei Schneiber, Winterfelbtftr. 8( Ede Frobenitrage). III. und IV. Abteilung, Linbenftr. 3, I. Sof barterre lints( Juristische Sprechstunde). V. Abteilung bei Mann, Sornftr. 2. VI. Abteilung bei Schuldt, Mariendorfer Str. 5, Ede Solmsitrage. VII. und VIII. Abteilung bei Otto Reim, Urbanstraße 29. 3. Kreis. mitglieber bersammlung im Gemert. fchaftshaus, Gaal I. Tagesordnung u. a.: Bor trag des Reichstagsabgeordneten G. Schöpflin. 4. Kreis. Mitglieder- Bersammlungen:. Görlitzer Viertel bei Sermann Daus, Laufizer Straße 46. Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand der Drganisation. 2. Die Stellung Auguft Bebels zum Boltsbeer und zur Landesverteidigung. Mitgliebsbücher bebuss Umtausch erbeten. 3. A.: Paul B 55 m. Köpenicker Viertel bei Otto Geikler, Sta. Tiger Straße 59. Bortrag. Aufnahme neuer Mitglieber. Meißner. Gemeinsame 8ablabenbe: Frankfurter Viertel bei Boeter, Beberitz. 17. Gaffen. Stralauer Viertel bei Fr. Kienis, Simon Dachitraße 24, Ede Rebaler Straße. Geschäftliches und Aussprache über die Ursachen bes Parteiftreites. Die zur Anmeldung eingezogenen Mitgliedsbücher fönnen in Empfang genommen werden. Die Viertelsleitung. 3. A.: Fr. Schliens, Simplonftr. 37. Landsberger Viertel. Zusammenkunft bei Bogel, Hufelandstraße 14. Bortrag des Genoffen Klingler. Geschäftliches. Stnappe 5. Kreis. Mitglieberberfammlung, Unionsfäle, Greifswalder Straße 222. 1. Bortrag des Landtagsabgeordneten Baul Hirsch über: Preußen in Deutschland". 2. Distuffion. Agitation. Bereins angelegenheiten. Der Vorstand. Otto Wels. 6. Kreis. 8ufammenfünfte der Mitglieder: Schönhauser Vorstadt( 1.- 7. Abt) im Reftautant l. 9, Schönhauser Allee 143( Hochbahn Danziger Straße). Gesundbrunnen( 8. bt.) bei G. Soffmann, Eminemünder Str. 47. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt( 9., 10. unb 11. Abt.) bei Böhl(„ Bienen torb'), Watte und Usedomstraßen- Ede. Moabit( 12-15. Abt.) in Patenhofer- Brauerei, Turmftr. 25. Wedding( 16., 17., 18., 19., 20., 21. unb 22. 9061.) bet Funte, Triftstr. 63. Referenten: L. Brunner, P. Hirsch, S. Pösich, G. Schöpflin. Für Moabit kann die Versammlung erst am Donnerstag, den 15. März, im obgenannten Lokal stattfinden. Teltow- Beeskow. Baumschulenweg bei Erbe, Baumschulenftr. 14. Britz bei Bahr, Berderftr. 37. Charlottenburg im Voltshaus, Rofinenftr. 4, Borderhaus 1 Kr. Friedenau, Raifer Wilhelm Garten, Rheinftrage 64/65. 0 Köpenick bei Müller, Alter Markt 8. Neukölln in den folgenben Rofalen; 1. bis 4. Begirt bei Schula, Reuteritr. 47, Ede Lenaustraße; 5. u. 6. Begir! bei H. Schittler, Weichselitr. 5, Ede Donauftrage; 7. bis 9. Beairt bei Rob. Iben, Boddinftr. 58, Ede farstraßge; 11. Beşir! im Turnerheim, Böhmische Str. 13; 10. u. 12. Bezirk bei Kufuich, Bipperftr. 1; 13. bis 17. Bestrt bei Joh. Centel, Hermannstr. 178, Ede Thomas ftrage; 18. bis 20. Begirt bei Ed. Richnow, Bring Hanbjerg- Str. 69; 21. bis 24. Besirf bei Herm. bentichel. Herrfurthstr. 27. Schöneberg in ben befannten Lokalen. Steglitz bei Clément, Düppelftr. 7. Niederbarnim. Fredersdorf- Petershagen und Umgrgend. Bahlabend bei Kirchner.. Mahlsdorf- Süd. Bablabend abends 8%, Uhr, Bei Maber, Köpenider Allee Oberschöneweide. Ladewig. Laufener Straße 5 bei Pankow, Niederschönhausen, Buchholz. Mitglieberberiammlung bei Reibe ( früher Liebemit), Niederschönhausen, Kirchplag. Tagesordnung: Die Lebensmittelberfor gung. Referentin: Genoffin Tich. 2. Baeinsmitteilungen. 3. Verschiedenes. Reinickendorf Ost. Gemeinsamer 3 ahlabend bei Dölchner, Residenzftr. 50, für alle Parteigenossen und Genoifinnen, die treu zur fozialdemokratischen Partei halten. Ebenso find die Borwärts"-Leser eingeladen. Weißensee. Bablabend bei Staerke, Charlotteit burger Straße 3, Ede Tassostraße. Friedrichshagen. Den Mitgliedern zur Sach richt, daß Mittwoch, den 14. März, teine Versamm Iung stattfindet. Die nächste Mitgliederversamm lung findet voraussichtlich erft Anfang April statt. Zu derfelben werden Ertra- Einladungen erfolgen. Der Borstand. Tempelhof- Mariendorf bei Müller, Berliner Karlshorst. Näfte Gigung Dienstag, dett Straße 97. 20. März, bei Poser, Donhoffstraße, Vortrag über Treptow Graefftr. 1 bei Grbe. Maffenfpeifung Zahlstellen der Partei- Organisationen Groß- Berlins: Ausschneiden! 1. Kreis. Glane, Gastwirt, Kommandanten. ftrage 88. Osfar Schulz, Gastwirt, Parochial ftraße 36. 2. Kreis. Hermann Frige, Bietenstr. 6b. August Brandenburg, Charlotten mage 17. Heinrich Sauerweher, Markgrafenstraße 18. Georg Felsmann, 2inbenstr. 2. Mugust Reufner, Hagelbergerstr. 20a. Heinrich Schröber, 54. Reinhold Böhmchen, Kreuzberg. ftrage 12. 0 Karl Schufter, Chamiffoplak 4. Gastab Schmidt, Barwalbftr. 42. B. Bisnewsti, Bringenftr. 110. 3. Kreis. Felsmann, Linbenftr. 2, Bigarren geschäft. Alle Mitglieder der Berliner Parteiorganisation zahlen ihre Beiträge: 4. Kreis. Paul Böhm, Baufiger Plak 14/15, Borwärts"-Spedition. S. Guiard, Brangelft. 66. Otto Geisler, Staliger Str. 59, Gastivirt. Christian Schulze, Manteuffelstr. 77, Baftwist. 6. Schley, Brangelstr. 61, Gastwirt. 22, Paul Weifter, 9 $. Daus, Laufiberstr. 46, Fr. Schliens. Simplonstr. 37. Gülzow, Dirschauer Str. 17, 8t garrengeschäft. R. Gerhardt, Stralauer Allee 23. War Ruappe, Allenfteiner Str. 26. Wilh. Bogel, Hufelandftr. 14, Gast wirt. Aug. Svannemann, Basteurstr. 30, Bigarrengeschäft Karl Rühn, Schreinerfir. 58, Gaft. mirt. Karl Schraber, Rigaer Str. 100. 8. Rlingler, Rochhannftr. 15. Mag Saffen, Barnimstr. 86. Alban Weller, Bersiusstr. 1. Frans Röppel, NO, Bishingflr. 27 ( Reder), 5. Kreis. Fischer, Sebaftianstr. 52, Bigarren-. Thate, Gastwirt, Greifswalder geschäft. Straße 168. Nadfe, Gastwirt, Neue Jakobftr. 1.( inger, Gastwirt, Chriftburger Str.9. Lange, Röpenider Str. 47. Rösner, ImmanuelkirchSchakow, Stallschreiberstr 6. Abeling, Dresdener Str. 17, 8i garrengeschäft. 4 " 2 Frie, Brinzenftr. 31, Borwärts". Spedition. Gabron, Gastwirt, Simeonftr. 18. 0 ftraße 25. Suhr, Muladftr. 19. Frau Wollstein, Liezmannftr. 5. Sahnisch, Aderftr. 174( Borwärts". Spedition). Bickert, Gastwirt, Linienftr. 198. Wiese, Marienftr. 26 IV. 6. Kreis. Teltow- Beestow. 20. Burg, Gastwirt, Prenzlauer Adlershof. Johannes Feher. Allee 189. P. Schmidt, Schönhauser lee 57. W. Goldschmidt, Gastwirt, Stolpische Straße 36. G. Hoffmann, Gastwirt, Stoine münder Straße 47. P. Dobrohlaw, Gastwirt, Swinemünder Straße 11. Alb. Wolgast, Wattstr. 9( Borwärts" Spedition). E. Neuter, Gastwirt, Birkenstr. 29a. K. Weiner, Wiclefftr. 23. 3. Hönisch, Müllerstr. 34a( Bor marts Spedition). G. Fuchs, Gastwirt, Bebbingtr. 5. Fris Stäffler, Gaftinirt, Pantstr. 65. B. Rosenberg, Gastwirt, Fennftr. 21. R. Abraham, Gastwirt, Norbufer 10 Bunte, Triftstr. 68, Restaurant. Jul. Sachfe, Lindower Str. 26, Restaurant. Wilh. Röther, Balbftr. 31, Restaur. Karl Mars, Borwärts- Spedition, Greifenhagener Str. 22. Wilhelm Bleffin, Stargarder Str. 3. Sermann Fischer, Bastianstraße, Borwärts Spedition. Franz Schuldt, Restaurant, Butbufer Straße 24. R. Janeske, Restaurant, Prinzen Dee 72. In allen Zahlstellen: Nenaufnahmen von Mitgliedern. Verkäufe Garbinenverlanj, Mobel stein, Bismardjtr. 82. Baumschulenweg. Wilhelm Erbe, Gastwirt, Baumschulenstr. 14; Frida Gerisch, Behringftr. 48; E. Ryned, Kiefholzftr. 180. Bohnsdorf. Emil Hamann, Privatstr. 14. Britz. Wilhelm Butenschön, Rungiusstr. 37 b. Buckow. Emil Strobel, Chauffee. ftraße 20. Charlottenburg. Mag Kley, Rosinenftr. 4, Neubau IV; August Gebert, Rofinenftr. 3, born 1; Johann Schneider, Rofinenftr. 4, Seitenfl. IV; Otto Neumann, Königin Elifabeth- Str. 6a; Richard Preczang, Sidingenftr. 51, 1. Gin gang, ferstraße; Mar Brill, Strejebedjtr. 2; Fran Anna Hoppe, Semmeringstr. 22; Frau Sebwig Rofte, Rosinenftr. 4, Reubau. Cöpenick. Rudolf Krüger, Müggelheimer Str. 32; Hoene, Kaiser- Wilhelm- Sh. 103. Friedenau. Xaver Ramrowski, Rönnebergstr. 4; Ferdinand Pasche, Schwalbacher Str. 2. Stto Lichterfelde. Serm. Röppe, Hindenburgdamm 75a L. Lankwitz. Paul Lampke, Charlottenstr. 50 I. Mariendorf. Richard Stern, Streligftr. 8. ftraße 174; Brinkmann, Rogat ftrage 5; Riftel, Kannerftr. 15 Frau Bärling, Biethenftr. 33 b.III; Bogt, Barthestr.69; Howald, Böhmische ftraße 47; Frau Lietich, Wildenbruchstr.85/ 86; Bod, Steinmetstr.66; Herm. Wiedrich, Baltherstr. 30/31; Jacobs, Betchfelstr. 8, Aufg. 10. Nowawes. Adolf Richter, Wilhelmftr. 41-43. Schöneberg. Lager, Berchtes. gabener Str. 22/23; Bröder, Merseburger Str. 4; Franke, Meininger Str. 9; Geift, Sto burger Str. 12; Hentel, Meininger Str. 8; Meißner, Roburger Str. 5; Folger, Kyffhäufer Straße 16; Schnedenhaus, Golzftr.14; Plus. tat, Hohenstaufenstr. 64; Bäumler, Brod, Meininger Straße 9; Bahnstr. 18; Wandke, Bahnstr. 25; Bettlit, Sebanfte. 60; Simnol, Cheruslerstraße 1; Rofenthal, Guftab- Freytag- Straße, Ede Friz Reuter- Str.; Rathmann, Tempel hofer Str. 18; Thomae, Wilhelm Sauff- Str. 8; Krause, Begasstr. 1; Frl Wachenheim, Mohitraße 2; Küter, Ebersftr. 70; Milde, Rollendorfftr. 16. Steglitz. Guftav Akmann, Duppelstr. 7. Tempelhof. Gustav Naumann, Friedrich- Wilhelm- Str. 94 1. Treptow. Robert Gramena, Bigarrengeschäft, Riefholzftr. 412; Wilhelm Lemm, Graegstr. 51. Wilmersdorf. Paul Goldberg, Uhlandstr. 79. Neukölln. Farwig, Beichsel ftraße 68; Schüt, Stuttgarter Straße 15; Glöge, Lenauftr. 18; Richter, Knesebedstr. 67; Gauger, Zehlendorf. Donauftr. 26; Scheich, Köllnisches Mittelftr. 11. Karl Bonow, Ufer 78; Bartsch, Stöllnisches Zossen. Otto Dorn, StabenUjer 52; Pfanutuch, Hermann rauchstr. 25. Aufbewahren! Niederbarnim. Buchholz. A. Domnick, PBasewalter Str. 109. Fichtenau. May Tobias Moltkestr 14. Fredersdorf( Ostbahn). Friedrichshagen. Hubert Kreuer, Platanenstr. 2. Nichard Röckerit, Klutstr. 3; Mag Heder, Friedrichstr. 2, Hof parterre. Hoh.- Neuendort. R. Weisel, Oranienburger Str. 118. Karlshorst. A. Baumeister, Fürstenbergallee 2; A. Heitmann, Beseler Str. 2. Kaulsdorf( Ostbahn). Lichtenberg. Richard Peter Marie Buchmann, Stöveftr. 8, haufel, Bühlijftr. 12/13 I; Guft. Erints, Rittergutstr. 25 I; Daniel Bärdel, Rittergutftr. 25 II; Aug. Kleemann, Gryphiusftr. 13 I; Guftab Studzies, Knorrprome nade 3, Seiteng. part.; Paul Jenich, Egmontitr. 4, Aufgang I, 8 Sr.; Albin Reichelt, Grün berger Str. 14 III; ilhelm Jniel, Gryphiusstr. 26/27 I; Alfred Riedel, Margarethen ftrage 26 III; Scheibenhuber, Neue Bahnhofftr. 1 IV. Mahlsdorf. Reinh August Giese, Brunowoftr. 17. Niederschönhausen. Mar Vieth, Treskowstr. 52; F. Ziek, Marthastr. 10. Oberschöneweide. Krüger, Helmholzftr. 20. Pankow. F. John, Mendelstr. 50. Reinickendorf- Ost. Karl Schönberg, Residenzstr. 66; P. Gursch, Provingſtr. 56. Reinickendorf- West. Guft. Niede, Scharnweberstr. 126. Weißensee. Alb. Taubmann, Lichtenberger Str. 11; Ludw. Hodapp, Wörthstr. 6. Umtausch der alten Bücher und Annahme von Beiträgen. Abonnements auf den Vorwärts". * Kaufgesuche Unterricht Hausbiener fofort gesucht. Mel Botenfrauen sucht für Bezirk dungen in unserer ausinspektion Guttenstraße, Lohn 42 Mart,„ Borbon 9-10 Uhr vormittags. Kaufwärts, Charlottenburg, GefenPlatinabfälle! Gramm bis 7,701 Mandolinenspiel, Lauten, haus des Westens, Tauenzienstraße beimerstraße 1. Bahngebisse! Schmudjachen 1 Stetten| Gitarrenspiel, Dreimonatsfurse aur 21/24. Hinge! Militärtreffen! Blühftrumpf. perfetten Ausbildung 6,- MonatsSilberschmelzerei, Metall Einlaufs Biolinspiel in zehn Stunden, neueste speltion von 9-10 Uhr Haus Jüngere Zuschneider auf Holzbor photorahmen verlangt Rosenow, bureau, Beberstraße 31. Telephon Schlager, Klavier unterrichtet schnell 19/4 Alexander 4243. 98* fördernd Ernst, Dranienstraße 166. mittags. Kaufhaus des Westens, Dresdener Str. 50/51. Tauentienstraße 21/24. 1588* Film, Zelluloid Abjälle fauft Vaderinnen sofort gesucht. MelDrbower, Georgenfirchstraße 50, habe Verschiedenes bungen in unferer Sausinfpettion für fofort juht Karl Kriener, Alexanderplatz. 9-12, 3-6. 17/ 6* afche!. Filmabfälle! böchstzahlend! honorar, Lehrinstrumente billigit. Meldungen Hausbienerinnen sofort gesucht. 3 Seltene Kaufgelegenheit. Duntel $ fandleihhaus Hermannplag 6. mahagoni Schlafzimmer, herbor Riefenauswahl verfchiebener Bela- ragenb vornehme Ausführung mit fachen, neue Herrenanzüge, Herren- obalen Striftallgläfern, große aparte baletots, Herrenhojen. Spottbilliger Baschtoilette, Nachtspinden, Apotheken, Bettstellen mit Matragen, aus Kunst Bettenverfanj Teppichverkauf, Ubrenverkauf. möbelmerfstätte günstig erworben, billig verfäuflich. Besichtigung lohnt. Tevvich Thomas, Dranienste. 44 Berliner Möbelhaus, Staligerstraße 25, bottbillig farbieblerhafte Teppiche, Hochbahn Rottbusertor. Gardinen. Vorwärtslejern 5 Prozent Extrarabatt 64 Möbelangebot. Jm Anhalter Geld! Geld! paren Sie, wenn Kunststopferei Große Frankfurter. Sie im Reibhaus Rosenthaler Zor, Bahnspeicher, Eingang nur ModernFeilen, gebrauchte und neue ftraße 67. bireft Hochbahnftation Bertzeuge, Treibriemen, Spiral 68 Rinienstraße 203/4, Ede Rojenthaler- ftraße 25 Modernbrüde, stehen mehrere mos bohrer. Fraser, Magnete fauft jeden Die Beleidigung, die ich Frau frage, lauten anzüge, Belberne Wohnzimmer, Speijesimmer, Bosten Metallantani, Beuſſelſtraße 5. Matiollo, Berlichingenstraße 1, au Ulfter, Maßgarderoben, Bela jtolas, Muffen, Stunts, Nerz, Alaska- Schlafzimmer, Küchenmöbel, Büfette, gefügt habe, nehme ich hiermit aurüd. füchje. Goldene und filberne Herren- betten mit Deden, Säulentrumeaus jäintliche Dellade, Serpentinerja, Bücherschränke, Schreibtische, Ruhe Leinölfients, Emaillelade, weiß, Elje Gladus, Allensteinerstraße 24. und Lamenuhren, Schmudjagen, mit Facetteglas, Ausziehtische, Tüll. Bienenwachs, Zerefinparaffin Brillanten. Auj Uhren dreijährigen garbinen, ühren, Teppiche, Stand ähnliches tauft, höchste Preise zahlend, Garantieschein. Eigene Werkstatt. uhren jeder Breislage und Jonstige Wolter, Thaerstraße 6. Sonntag 12-2. auch gebrauchte Einzelmöbel zum Belagarnituren! Stuntsftolas! billigen Berlauf. Otto Libeles Möbel Fuchsgarnituren! Opoffumitolas! fpeicher, Mödernstraße 25. Muffen! Bettenverfauj! Herrengarde zobel Uhrenveriauj! Schmudiachen! Baren aller Art! Allerbilligite Breije! Reihhans! Warschauerstraße 7. Teppiche, Portieren, Steppbeden, Garbinen, Tischbeden, Diwandeden billigst. Bormärtslejer Ertrarabatt. Botsdamerstraße 100, Fischer. und Stellengesuche in unferer bon 9, bis 10 Uhr. Saufhaus des Bestens, G. m. b. Q., Zauenkien 151* ftraße 21/24. Lehrmädchen aus achtbaren Fa milien, im Alter von 14-16 Jahren, bei monatlicher Bergütigung sofort gejucht. Meldungen mit Schulabgangszeugnis und in Begleitung ber Eltern oder des Bormundes in unferer Personalverwaltung, 8. Etage. Tauentienftrage 21-24. 978 Vermietungen Raufbaus bes Beftens, G. m. b. 1998b . 1588 Junge Mäbchen für leichte, dauernde Beschäftigung fofort gesucht. Sigarettenfabrit Garbath, Pantow, ablichstraße. Zeitungsträgerinnen verlangt Borwärts Ausgabeftelle Prinzen Arbeitsmarkt ftrage 31. Stellenangebote Elektrische Leitungsdrähte sowie Junger Mann sucht möbliertes Stabel, Ligen fauft höchstzahlend Zimmer, ſeparaten Eingang, girla Elektrotechnik, Staligerstrage 45 I.* 25,-, lofort. Eichelmann, Alvens lebenstraße 4. Ueberans! günstige Raufgelegen Kaufe alles, Firnis, Leim, Bienenheit. Schweres Speisezimmer, fünft- wachs, Paraffin, Stopal usw. Zahle lerisch ausgeführt, tomplett 1100,- anerkannt höchste Breise. Road, Bundervolles weigladiertes Schlaf Große Frankfurterstraße 25. 19/ 2* zimmer, Anlleibelgrant, 1,80 breit, fomplett mit Umbau und Apotheken Säde, allerhand, fauft höchftzahlend Bader ofort gesucht. Meldungen 1100, echteichen 750, Slubfoia, Rosner, Lothringerstraße 64.( Rorben in unserer Hausinspektion von 9, Selubieffel, prima Saffianleber, Gobe 10 735). 241/5 bis 10 1hr. Staufhaus bes Westens, lin billigft. Möbelhaus Dften, nur Andreasstraße 30. 150s varmetalle! Kupfer! Messing!. m. b. H., Tauenhienftr. 21/24. Lebensmittelgeschäft, gut ein Antimon! Zinn! lauft für Ariegs- Bohner fofort gesucht. Meldungen geführt, gute Bezugsquellen, nac Musikinstrumente lieferung der Kriegsmetallges.; außer in unserer Hausinspektion von 9%, tetslich bis 500,- Tagestaffe, tegen bem faufe Bahngebiffe! Blatin bis 10 Uhr vormittags. Raushans größeren Unternehmen sofort ber Harmonium ohne Notenfemminiffe abfälle 7,50. Silberfchmelze Chriftionat, des Westens, Sauentienstraße 21/24 fäuflich, Inventarpreis, Brunnen fofort spielbar, billigit, eventuell Ropeniderstraße 20a( gegenüber Man- Hausreinigung, leichte, bergibt Straße 182 121 Ratenzahlung, Oranienstraße 166 III.' teuffelftr.) * Reffingstraße 17. Geschäftsverkäufe 19976 200 Zeitungsausträgerin fofort ber ftrage 36. langt. Borwärts- Spedition Marius. Zeitungsansträgerin sofort ver. langt. Borwärts- Spedition Bantow, Mühlenstraße 30. Dreiradfahrer Kommandantenstr. 3/4. 19/1 Zuschläger verlangen Oskar Fritz& Co., Schöneberg, Eisenacher Str. 44. Lehrmädchen im Alter von 14-16 Jahren aus achtbarer Familie gegen monatliche Vergütung sofort gesucht. Meldungen in Begleitung der Eltern oder des Vormundes 10-2 Uhr vormittags oder 5-7 Uhr nachmittags in der Personalverwaltung IV. Stock.[ 151L* A. Jandorf& Co. Belle- Alliance- Straße 1/2. Kartonzuschneider, zwei geübte, bei dauernder Stellung verlangt 1730L Kartonfabrik Mühlenstr. 53. KoWnHanbels Werken suH Sie Zechen mü, well sie um Jblftet»' grotzhandel sehr stall beteiligt sind. Unberechtigt sei die Behauptung, daß sich auf dem Gebiete der Kohlenförderung der Staats- betrieb weniger leistungsfähig gezeigt habe als der Privatbetrieb. Im Saarrevrer habe sich der Staatsbetrieb in jeder Beziehung durchaus bewährt. Die freie schöpferische Initiative des einzelnen Unternehmers sei auch durch das Kohlenshndikat unterbunden. Daher sprechen hier alle Gründe für ein Monopol. Durch die bohlen steusr aber werde volläufig die Frage zuungunsten des Monopols beantwortet. Aus den Kreisen der Zechenbesitzer ist denn auch die Meinung laut geworden, daß die Kohlensteuer gerade deshalb begrüßt werden müsse, well sie die Gefahr der Berstaat- lichung vorläufig beseitige. Keine Kohlensteuer sei jetzt not- weRbig, sondern gesetzlich festgelegte, angemeffene Höchitpreise. Wenn man durchaus eine Äohlensteuer festlegen wolle, müsse aber in das Gesetz hineinkommen, daß die jetzigen Kohlenpreise nicht überschritten werden dürfen und die spätere Festsetzung der Preise unter der Mitwillung des Reichstags zu erfolgen habe. Die Kohlensteuer würde auch eine ganz bedeutende Belastung für die Gemeinden ausmachen, die ja erhebliche Kohlenmengen für GaS- fabriken usw. gebrauchen. Die Gemeinden aber haben jetzt schon meistens sehr schlechte Finanzverhältniffe. Staatssekretär v. Roeder« wandte sich noch einmal sehr entschieden gegen die Forderung des Kohlenmonopols. Ein BrllulltionSmonopol sei hier durchaus nicht geeignet; das Handelsmonopol käme für den Augenblick nicht in Betracht, well feine Durchführung zu schwierig sei. Mit der Ber- gasungS frage habe sich das Reichsamt deS Innern sehr eingehend beschäftigt. Diese Frage sei aber für absehbare Zell noch nicht spruchreif, weil die Untersuchungen in bezug auf die technischen und wirtschaftlichen Umstände noch lange nicht abgeschlossen sind. Weder die Frage der Gaskraftmaschinen sei genügend geklärt, noch die Frag« der wirtschaftlichen Verwertung der Nebenprodukte.— Hierauf legte der Reichsschatzsekretär Angaben über die Rentabili- lät der Zxrgwells-Jktiengesellschaften vor. Nach seiner Ansicht würden durch diese Zahlen die übertriebenen Borstellungen von dem Gewinne der BergwellSbetriebe bedeutend heruntergesetzt. Venn jetzt die Ävhlensteuer beschlossen werde, dann werde dieses nicht der Kraftverwertung hindellich sein, sondern sie insoweit fördern, als sie zur stärkeren Ausnutzung der Kohlen anspornen müsse. Tin LundeSratSkommissar tellte mit, daß kürzlich der Verband iechnisch-wissenschaftlicher Bereine sich dahin ausgesprochen habe, bei dem derzeitigen Stande der technischen und wirtschaftlichen EntWickelung der Vergasung könne ein« steuelliche Auswertung nicht in Erwägung gezogen werden. Der preußische Overberghauptmann wandte sich dagegen, daß man auS den Abschlüssen einzelner Gruben auf einen außer- ordentlichen Gewinn aller Bergwerksbetriebe schließe. Der preußische BergfiSkus habe im Jahre 1912 einen Ucberschuh von W Pf. für die Tonne Kohlen gehabt; 1913 stieg der Ueberschuß auf 1,18 M.; 1914 fiel et auf 28 Pf.; 1915 stieg er auf 1,16 M. und in den ersten drei Quartalen von 1918 fiel er auf 74 Pf. Hieraus ergebe sich, daß das Jahr 1914 infolge deö KriegSaus- druchS sehr ungünstig sei. DaS Jahr 1915 stehe ungefähr gleich dem Jahre 1913 und das Jahr 1918 weise schon wieder einen be- uächllichen Rückgang auf. Abg. Wildgrube(k.): Seine Freunde seien grundsätzlich für die Kvhlcnsteuer. Sie ellennen an, daß der ReichSkass« gegenwärtig n-beutende Beträge zugeführt werden müssen. Es sei aber nicht möglich, dieses Ziel zu erreichen durch eine Besteuerung des Kapi- talS; denn das Kapital sei das hauptsächlichste Pro- duitionLmittel und wichtiger als die Arbeits- kraft,(!) die Arbeiter könnten ja ohne Kapital nicht beschäftigt werden. Annehmbar erscheine der Antrag der Volkspartei, der die Gemeinden und Gemeindeverbände verpflichtet, Einrichtungen zu lreffen, die der minderbemittelten Bevölkerung den Bezug von Kohlen für Hausbrandzwecke zum ortsüblichen Preis abzüglich der Kohlensteuer ermöglichen sollen. DaS Reich soll den Gemeinde» und Gemeindeverbanben in diesen Fällen die ausgezahlt« Kohlen- steuer zurückvergüten. Abg. Henke(Arba.): Der soeben erwähnte Antrag der Volk»- Partei enthalte eine Täuschung. Er erwecke den Eindruck, alt wenn die Gemeinde die große Masse der minderbemittelten Bevölkerung mit Kohlen versorgen könne; rn Dahrheft aber würde nur ein vcr- 'chwindend kleiner Tell der armen Leute ihre Kohlen von der Ge- meinde beziehen, so daß die weitesten Kreise der armen Bevölkerung von diesem Antrag keinen Nutzen hätten. Abg. v. Gamp(Rp.): Ihm sei die Äohlensteuer nur als Kriegs- stcuer annehmbar. Deshalb würde er die Steuer höchstens noch ein Jahr nach Kriegsende bestehen lassen; dann müsse sie aber unter allen Umständen verschwinden. Der eigentlich« Boter der Kohlensteuer sei der Abg. Müller- Fulda, der schon 1914 eins Kohlensördersteuer angeregt habe. Ihm sei mitgeteilt worden, daß sich Ministerfrauen gescheut haben vor einer Ausgabe von 89 M. für eine Gans, wäbrend Arbeiterfrauen sich diese Ausgabe geleistet hätten. l'■?) Der preußische FiökuS Hobe«ine große Unterlassungssünde dadurch begangen, daß er nicht die BraunkMenfelder mit Beschlag belegt habe. Er wundere sich, oaß der jetzige Staatssekretär ein so entschiedener Gegner dcS Monopolgedankens ist. Staatssekretär». Roedern wendet sich gegen die letzte Be- wellung deS Vorredners Er sei Gegner de» Handelsmonopol» nur jetzt für den Augenblick. Ein grundsätzlicher Gegner sei er nur gegen das Reichsbergbaumonopol für Kohlen. Abg. Gothei«(Vp.): Abg. Henke habe den Antrag seinerzeit in bezug auf die Abgabe steuerfreier Kohlen durch die Stadt nicht richtig verstanden. Nach dem Antrage sei eS durchaus nicht nötig, daß alle minderbemittelten Leute die Kohlen in letzter Linie von der Stadt beziehen.� Die Stadt könnte das auch so regeln, daß zum Empfang der steuerfreien Kohle Karten ausgegeben werden. Er wendet sich dann gegen einen sozialdemokratischen Antrag, der verlangt, daß die fteuer freie Kohle für alle Familien mit einem Einkommen unter 4009 M. abgegeben werde Nach dieser Bestim- mung würden auf dem Lande dtfc allermeisten Leute von der Steuer befreit sein. Für das Kohlenmonopol sei jetzt die Zeit am aller- wenigsten geeignet. Solche Pläne könnten nur dann durchgeführt weGen. wenn für den betreffenden Industriezweig die Geschäfts- läge überaus schlecht sei und die Betriebe billig zu haben seien. Abg. Müller- Fulda(Z) erhob Einspruch dagegen, daß er der Bater de« jetzigen Kohlensteuergefetzcs sei; sein Lorschlag war da- malz ein ganz anderer und ist mit der jetzigen Steuer nicht mehr zu vergleichen Er beantrage, daß die Regierung genaue Mit- teilungen über das ganze Geschäftsgebaren der Syndikate, der Groß, und Kleinhändler auf dem Gebiet« des KohlenmarkteS der Kommission vorlege und empfahl, die Verhandlungen auszusetzen, bis das Material eingegangen ist. Abg. Meyer-Kaufbeuren(Z.) begründete den Antrag: der Kohlengroßhandel darf aus Anlaß dieser Besteuerung seine Preis- Festsetzungen vom 15. März 1917 nicht über den Betrag der Steuer binau» erhöhen und der Kleinhandel bedarf für die Dauer des Kriege» zur Erhöhung der Preise vom IS. März 1917 über den Betrag der Steuer hinau« der besonderen Erlaubnis der unteren Verwaltungsbehörden. Abg. Mumm begründete den Antrag, die Werke. Syndikate. IlntergesellsSaften und Großhanoler bedürfen für die Dauer des Krieges zur Erhöhung der Preise vom 15. März 1917 über den Be- trag der Steuer hinaus der besonderen Erlaubnis der Landes- Zentralbehörden. Der Antrag des Abg. Müller-Fulda rief eine lebhafte Aus- spräche hervor, die sich besonders darauf bezog, ob nach der An- nähme des Antrags die Verhandlungen ausgesetzt werden sollen. Für letzteres traten ein vom Zentrum die Ab gg. Erzberger und Gröber, von den Sozialdemokraten Dr. David, Hoch und von der ÄlrbeiiSgemeinschaft Henke. Dagegen sprachen insbesondere die Abgg. Schiffer(natt.), Graf v. Westarp(k.) und Lieschine(vp.). Schließlich wurde der Antrag Müller-Fulda einstimmig angenommen und gegen die Stimmen der Konservativen. Nationalliberalen und Fortschrittler beschlossen, die Verhandlungen auszusetze«, bis das von der Regierung verlangte Material eingegangen ist.— Dienstag: Berkehrssteuern._. politische Uebersicht. Nationalliberaler Antrag auf Umgestaltung des Herrenhauses. Die Abgeordneten Dr. Jricdberg und Genossen haben beantragt: DaS Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die königliche StaotSregierung zu ersuchen, eiur» Gesetzentwurf vorzulegen, durch de» eine Neuordnung i» der Zu- sammensetzung des Herreuhauses in der Art herbei- geführt wird, daß unter Ausrechterhaltung de« königlichen Be- ruftmgSrechtes, aber unter Beseitigung aller Familien- und StaudeSrechte» dir bisher die Mitgliedschaft zu« Herrenhaus begründe», alle» größere» Kommunalvrrbänden sowie allen für da« wirtschaftlich« und kulturelle Lebe» unseres BolkeS wichtige« BerufSkreife« eiur au« Wahle« hervorgehende, ihrer Be- dentong entsprechende Vertretung im Herrenhause gewährt wird. Dieser Antrag, der offensichtlich die Antwort auf die Herausforderung der HerrenhauSmehrheit vom letzten Freitag ist. soll nicht zum Etat deS Herrenhauses, sondern nach Er- ledigung der Etatsberatung gesondert zur Debatte gestellt werden. Abgeordnetenhaus. Eisenbabnetat. Kaum zwei Dutzend Abgeordnete halten es für nötig, den so wichtigen Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses über den Etat der Eisenbahnverwaltung beizuwohnen. Diese schwache Besetzung des HauseS ist umso bedauerlicher, als es sich um einen der wichtigsten Etats handelt, bei dem nicht nur Berkehrsfragen, sondern vor allem auch Fragen finanzieller Art eine Rolle spielen. Denn das ist ja das Charakteristische an den preußischen StaatSbahnen, daß sie im Laufe der Zeit aufgehört haben, ein reines Verkehrsinstitut zu sein und sich immer mehr zu einer Einnahmequelle für den Staat entwickelt haben. Auf diese Doppelnatur wieS am Montag in der Fort- setzung der Etatsberatung besonders nachdrücklichst unser Genosse Leinert hin, der nachdem er sich zunächst gegen die neu geplante Belastung des Verkehrs gewandt hatte, scharfen Protest dagegen erhob, daß die Eisenbahn als Finanz- quelle betrachtet und ihrem eigentlichen Zweck entzogen wird. m weiteren Verlauf seiner Rede gab Leinert mannigfache nregungen zur Vereinfachung und Erleichterung deS Verkehrs, um dann die Lohnverhältnifse der Arbeiter, Beamten und An- gestellten zu besprechen und die Wohlfahrtseinrichtungen zu kritisieren, von denen die Verwaltung viel Wesens macht, während in Wirklichkeii nichts dahinter steckt. Unser Genosse schloß seine bemerkenswerten Ausführungeu mit der Forderung der Gewährung vollständiger Freiheit und Gleichberechtigung an alle Staatsarbeiter. Borher hatten die Abgg. M a e e o(natL) und Oeser (Fortschr. Vp.) bei aller Anerkennung der Leistungen unserer Eisenbahnen während des Krieges an einer Reihe von Maß- nahmen Kritik geübt. Man wird dem natwnalliberalen Redner darin beipflichten muffen, daß der Krieg auf dem Gebiete der Eisenbahnverwaltung viele Probleme aufgeworfen hat, die dringend der Lösung harren. Inwieweit der Minister Reformen geneigt ist, geht aus seiner Erwiderung nicht hervor. Es ist nicht einmal anzunehmen, daß er der Anregung des Ab- geordneten O e s e r folgt und eine Kommisston mit der Prüfung der Kirchhoffschen Vorschläge betraut. Erfreulicher ist seine Ankündigung der Erhöhung der Grundlöhne mit rück- wirkender Kraft vom 1. Februar ab. Nachdem noch der Abg. Schmidt- Conz, ein Arbeiter- Vertreter des Zentrums, über Arbeiterfragen gesprochen hatte, wurde die Weiterbevatung auf Dienstag vertagt. Schorle««? über Bethmamu Eine Mitteilung, die für das Kräfteverhältnis zwischen Schorlemer und Bethmann bezeichnend ist, macht H. v. Ger- lach in der„Welt am Montag": Man berichtet mir, die Gegensätze zwischen Herrn v. Seth- mann und Herrn v. Schorlemer seien nicht ganz neuesten Datum«. Beim Fideikommißgesetz z. B. sei Herr v. Bethmann vor zwei Jahren die treibende Kraft zu seiner Absetzung von der Tagesordnung, Herr v. Schorlemer dagegen jetzt die treibende Kraft zu seiner Wiedereindringuna gewesen. llebrigen« soll Herr v. Schorlemer im StaatSministerium für seinen Antrag nicht Einstimmigkeit, sondem nur eine Mehrheit erzielt haben. Ja. so ist eS bald fast in allen Dingen! AuS dem, was geschieht, erfährt man ziemlich genau. waS der.leitende Staatsmann" nicht gewollt hat. Der Tintenspritzer. ES gibt arme Teufel, denen es Vergnügen bereitet, hinter anderen Leuten herzulaufen und sie mit Tinte zu bespritzen. Stark an das Gebaren dieser eigenartigen Genußmenschen erinnert das Treiben der„Leipziger BolkSzeitung", die in stnn- und zwecklosen Angriffen auf Partei und Gewerkschaften exzediert. Der Anlaß ist ihr dabei total gleichgültig. So fällt sie jetzt über den Genossen Scheidemann her, well er in seiner letzten Rede Herrn v. Schorlemer angegriffen hat. Nicht daß sie den preußischen Landwirtschaftsminister schützen wollte— soweit geht die politische Ueberlegung gar nicht— sondern cS macht ihr halt Spatz. So schreibt sie: Dieser Angttff paßt« durchaus zu der ganzen Politik ScheidemonnS. Er folgt den liberalen Spuren, daß er seine Angriffe gegen Personen richtet, statt, wie das für einen Sozialisten selbstverständlich sein sollt«, gegen da« System. Die Zuversicht, daß Herr v. Schorlemer dennoch im Amt bleiben werde, bereitet ihr geradezu ein idiotlscheS Vergnügen: klebrig bliebe also von der ganzen Haupt- und Staatsaktion, selbst weun st» gelänge, höchsten» da« Wenige, daß Echeidemonn auf«inen parlamentarischen Triumph, auf einen„positiven Er» folg" seiner Beredsamkeit hinweise» könnt». Da sie aber ni cht gelin g« n w ir d, so bleibt yicht einmal das übrig, sondern Scheidemann muß stch damit begnügen, al« treuer Streiter vor dem Herrn nach dem Guten gestrebt zu haben. Aohnliche Taus schlägt das bedauernswerte Blatt gegen die Aktion der Gewerkschaften in der LebenSmtttelfrage an. indem eS Herrn v. Schorlemer förmlich zuredet, sich nur ja nicht von den Arbeiterorganisationen imponieren zu lassen. Es wendet sich zunächst- gegen Giesberts, aber nur zu dem Zwecke, um bei dieser Gelegenheit auch ihrem geliebten Legten eins auszuwischen: Auch die jetzige B u n d e s g e u o s s e u s ch a f t mit Herrn Legten wird den politischen Aeußerungeu des Herrn GiesbertS kein größere? Gewicht verleihen. Da kann man wirklich nur noch sagen: Arme Teufel l Aber für die Leipziger Arbeiter ist eS wahrlich eine Schande, daß sie sich solchen Ulk gefallen lassen! Ei« konservatives Blatt für de« Anbauzwang. Der konservative„Reichsbvte" setzt sich mit der Frage des Anbauzwanges folgendermaßen auseinander: Der Anbauzwang ist ja eine schwierige Frage, über die die Meinungen sehr weit auseinandergehen Die meisten Landwirte lehnen ihn als praktisch unausführbar ab. Und faßt man ihn in dem absoluten Sinn, daß jedem Landwirt im einzelnen genau vorgeschrieben wird, was und wie und wo und wie viel er bebauen will, so ist er das auch. Aber man darf doch auch hier wobl das Kind nicht mit dem Bade aus- schütten. Sollte jede irgendwie zwaogsmäßige Einwirkung jetzt, wo wir in tausend Beziehungen unter dem schärffteu Zwange leben und leben müssen, ans diesem einen ungeheuer wichtigen Gr- biete von vornherein absolut auszuschließen fem? DaS will doch nicht recht einleuchten. Der Anbauzwang in„absolutem Sinne" ist niemals ge- fordert worden. Was verlangt wird,-ist eine sachgemäße Beratung, die sich allerdings im Falle hartnäckiger Nichtbeachtung durch gewisse Druckmittel Geltung verschaffen muß. Diesem System ist aber auch der konservative„Reichsbotc" nicht abgeneigt. Er schildert ausführlich, wie es in der Schweiz gemacht wird. Dort ermächtigte der Bundesrat durch Beschluß vom 16. Februar d. I. die Kantonsregierungen, Vorschriften über die Feldbestellung auszuarbeiten und den Kantonen und Gemeinden vorzuschreiben, daß gewisse Minimalflächen mit Getreide, Kartoffeln und Gemüse anzubauen sind. Ferner werden sie ermächtigt, nicht bebautes oder schlecht bewirtschaftetes Land zwangsweise in Pacht zu nehmen und dasselbe entweder auf Rechnung des Kantons zu bebauen oder Ge- meinden, Genossenschaften, gemeinnützigen Unternehmungen oder auch Privaten zur Benutzung zu überweisen. Einem ähnlichen Vorgehen auch in Deutschland scheint der„Reichsbote" nicht abgeneigt. Vermogensfiskation. Die Handelskammer für das Herzogtum Oldenburg wendet sich mit einer Bittschrist an den ReichSlag, die dahin geht, eS solle den Bundesstaaten die Erhebung von bundesstaatlichen Zuschlägen zu der ReichSkriegSsteuer untersag! werden. Den Anlaß für diese Bittschrift gibt der Beschluß dcS oldenburgischen Landtags, einen llriegszuschlag von 20 Proz. zu erheben. Die Handelskammer berechnet, daß bei einem Vermögenszuwachs von 3 Millionen Mark mit dem olden- burgischen Kriegssteuerzuschlag 2 888850 M. an Steuer zu bezahlen wären. DaS sei aber keine Besteuerung mehr, sondern könne nur noch als Konfiskation betrachtet werden. Kriegspachtla«d. Die NahrungSnot läßt bei ungehemmter Entwicklung die Land- pachten stark steigen. Was auf diesem Gebiet heute möglich ist, beweist die Tatsach«, daß in Paderborn dieser Tage bei der Ler- Pachtung kleiner Garteuteile für den Morgen 359—409 M. Jahres- Pacht geboten wurden. DaS wäre eine Verzinsung deS Grund- kapital» mit rirnd 29—39 Proz. Einige Gemeinden haben dies« Entwicklung vorausgesehen und" haben Anordnungen über die Be» schränkung der Pachtpreife«lassen. Lette Nachrichten. Kabinettskrise in Frankreich? V a r i s. 12. März.(W. T. B.) Nach dem„Amtsblatt" betrug die Mehrheit der Regierung bei der ersten Abstimmung am Freitag 25«, die Mindrrhett 189 Stimmen. Tie zweite Abstimmung ergab nach einer Berichtigung 294 gegen eine Stimme. Die ganze fran- zSstsche Presse beschäftigt sich mit ber Abstimmung und fragt, ob es eine Ministrrkrife geben werde. Im„Hamme Enchaine" schreibt Clemenceau, Brianb habe iur lebten Augenblick alle Schubladen auSgekramt, um noch eine Mehrheit zu finden. DieS fei Briands Erfolg. Aber waS die Berproviantirrung Frankreichs dabei gewonnen habe, könne er allerdings nicht sagen. I« einer Rachschrift schreibt Clemenceau,' man solle davon Notiz nehmen, daß in Franl-eich große Meinungsverschiedenheiten über P o i n c a r e herrschten. Man müsse die Stärke ber beiden Parteien kennen lernen. Die rechtsstehende Presse versucht Briand zu stützen, besonders „GauloiS", der fragt, wer wohl Briand ersetzen könnte. Genf, 12. März.(„Franks. Ztg.".) Die Pariser Zeitungen kündigen an, daß Briand vielleicht eine neue Jnterpella- tionsdebatte herbeiführen werde, um sich gründlich mit de» Wortführern der parlamentarischen Opposition auseinaader zu setze» und die Kammer zu zwingen, zwischen ihnen und ihm zu wählen. Er hofft vielleicht, auf diese Weise die radikalen Parteien von ihren Wortführer» trenne» zu können. Man spricht auch bereits von neuen Verschiebungen im Ministerium und von der Ausschiffung der Minister H e r r i o t und Albert Thomas. DieS alles aber wären nnr Rotbehelfe, die nach den Erfahrungen des letzte« Jahres sicher keinen Eindruck mehr auf die Kammer mache« würben. Bern, 12. März.(®. T. V.) Depesche de Lyon meldet aus PariS, der Deputierte Pctitjean werde eine Interpellation über die allgemeine R r g i er u n g S p o l i t i k in der Kammer einbriugen, um der Kammer zu ermöglichen� sich klar auszusprechen und den Mitgliedern der Opposition die Möglichfeit zu geben, in unzweideutiger Abstimmung ihre Abficht, darzulegen. Versenkt. London, 12. März.„Weckly News" vernimmt aus Cork, daß der Dampfer Storftad(6028 Tonnen) versenkt worden ist. Da» Schiff war ein norwegisches Fahrzeug. 13 Mitglieder der Besatzung wurden gelandet, zwei Boote, mit mehr als 39 Mann be- setzt, werden noch vermißt. Amsterdam» 12. März. In Hoek van Holland ist ein Dampf- fischerboot mit der gesamten. 28 Mann starken Besatzung des ver senkten norwegischen Dampfers Thodc Fogelund(4352 Tonnen) angekommen. Amsterdam, 12. März. Nach einem Bericht aus Lissabon ist der holländische Dampfer Ares 49 Meilen vor CaseceS an der Mündung des Tajo von einem deutschen U-Boot versenkt worden. Tie- holländische Besatzung ist, soweit bekannt. gerettet worden._ Die AnSreife der holländischen Kornschifse. Amsterdam» 12. März.(T. ll.) Nach einer Meldung eines hiesige« Korres poudenzbnreau s wird die Ausiahrt der 29 holländi- scheu Getreideschiffe wahrscheinlich am nächsten Donnerstag stattfinden. Sämtlich« Schiffe werden über Halifax»ach Amerika laufen» wo sie Korn für die hollLndifche Regierung hole«. Tie Annahme der bayerischen Kanalvorlage. München, 12. März. Ter befondere Ausschuß der Kammer der R e i ch S r ä t e hat heute dir Sanalvorlage»instimmig rnu Senommen, Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Gewerkschaften und Lebensmittelversorgung. ber Militärbehörbe gegenüber für bie bollständige Sicherung gerade stehen müsse. Nach längerem Hin und Her erboten sich die Bestohlenen, den Schaden zu erfeßen und wöchentlich 15 M. abzuzahlen. Sollte sich das Leder doch noch anfinden, so erhalten sie ihr Geld zurüd. Spesen und Arbeitslohn. Jd hab' mir jeeinigt! Die Sozialdemokratie ist im Kölner Stadtverordnetenkollegium nicht vertreten, obwohl sie die stärkste Partei in Köln ist. Das In einer Klagesache, in der Kunze vom Schneiderverband Dreiklassenwahlrecht, verstärkt durch örtliche Schikanen, schließt sie die Klägerische Partei bertrat, hatte der Unternehmer Spesen auf aus. Während des Krieges hat sich dieser Ausschluß auch nach den Arbeitslohn verrechnet und alles in allem 35,70 M. zu wenig der Meinung bürgerlicher Kommunalpolitiker gezahlt. Der Beklagte fam auch wieder mit dem an dieser Stelle als ein schwerer Fehler erwiesen. Um die Stadtver- fchon üblichen Einwand: die betreffende Arbeiterin jei keine Schnei waltung in unmittelbare Verbindung mit den Arbeitern zu bringen, derin, sondern Dienstmädchen. Kunze führte demgegenüber aus: hat unser Kölner Parteiblatt in der jetzigen Krisis den Zusammen- ob Dienstmädchen oder nicht, fomme gar nicht in Frage, der Tarif tritt einer Arbeitervertretung im Rathause gefordert. Der Ober- müfie eingehalten werden und Spesen find unter feinen Umständen bürgermeister und der Ernährungsdezernent haben sich mit dieser vom Lohn abzuziehen. Anregung einverstanden erklärt. Unter dem Vorfiz eines Metall- Die Kommission vertrat den gleichen Standpunkt und der Bearbeitersekretärs find Vertrauensleute der drei Metallarbeiter- flagte zahlte 25 m. nach. organisationen im alten Hanjasaale zusammengetreten. Am erften Abend hielt Bürgermeister Adenauer den versammelten Schwerarbeitern einen zweistündigen Vortrag über die Lebensmittelfragen. Mit diesen Worten trat ein Zwischenmeister vor, gegen den der Am zweiten Abend tamen Arbeiter, und zwar lediglich aus der Schneiderverband geklagt batte und der Regreß an seinem Auftrag Munitionsindustrie, zu Wort. Vertreter der freien, der geber nehmen sollte. Sunze: Sie haben sich geeinigt und das christlichen und der Hirsch- Dunderschen Gewerkschaften brach Geld in Ihre Tasche geſtedt. Das könnte Ihnen so passen!" ten durchaus einmütige Auffassungen in der der Frage der Zwischenmeister: Geht Sie das was an?" v. Schulz:„ Ja, Lebensmittelversorgung zum Vortrag. Ga ivurden zahl- so geht das aber nicht, das geht Herrn Kunze sehr viel an." Die reiche wichtige Anregungen für die örtliche Lebensmittelverforgung Arbeiter wollen ja auch Geld. Sie können doch die erhaltenen Die Tagung soll später wiederholt und auf weitere 50 9. nicht für sich behalten! Sie haben doch anerkannt, 189 M. nach Arbeitergruppen ausgedehnt werden. Won allgemeinem Interesse zuzahlen. ivar das einhellige Verlangen, daß Zulagen für Schwerstarbeiter 8wifchenmeifter: Jd bin ja jar nich jefragt worden." Beifizer nicht mehr durch die Werke, sondern durch die Be- Sabath: Wie können Sie denn das behaupten? Sie sind mehr hörden verteilt werden sollen, da bei der Verteilung in den Fa- mals gefragt worden und haben die Summe ausdrücklich anbrifen zuviel unter der Hand verschwinde an Leute, die teine erfannt. Schwerarbeit leisten. In seinem Schlußwort erkannte der Bürger- Nachdem Kunze noch einige Bofitionen gestrichen hatte, und meister die gute Schulung der Arbeiter durch die Gewerkschaften ein anderer regreßpflichtiger Unternehmer fich erbot, 25 M. zuzulegen, dankbar an. Er unterstrich, was über die Bevorzugung der Land- bequemte fich der einigungsfrohe Zwischenmeister dazu, noch 85 m. wirtschaft gesagt worden fei; man dürfe jedoch zu dem neuen zu entrichten. Staatskommissar Dr. Michaelis Vertrauen haben. gemacht. Berlin und Umgegend. Aus der Schlichtungskommission für Militärschneider. 0900 Das Kindermädchen als Betriebsleiterin. Um zehn Militärmäntel oder deren Wert in Höhe von 185 R. handelte es fich in einer Klage, die die Wertgenossenschaft der Schneidermeister für Heeres- und Bostlieferungen gegen den Zwischenmeister B. angestrengt hatte. Magiftratsrat v. Sulz: Barum geben Sie denn die Mäntel nicht heraus?" Der Beklagte wandte ein, daß er zwei Jahre treu und redlich für die Genossenschaft ges arbeitet habe. Die strittigen Mäntel habe er an einen Abnehmer abgeliefert, der an jenem Lage den eigentlichen Abnehmer vertreten hatte. Der habe gefagt, er müfie die Mäntel wieder mitnehmen, da etwas daran zu ändern sei. Er habe darum erfucht, die Aende rungen am Blaze vornehmen zu dürfen, was ihm auch erlaubt worden fei. So fei es auch geschehen. Nach Erledigung der Aenderungen habe, der stellvertretende Abnehmer gefagt, er fönne feinen Abnahmeschein ausstellen, dies müsse der andere tun. Daraufhin sei er, der Beklagte nach Hause gegangen und habe die Mäntel ohne Duittung da gelaffen. Er wolle auf der Stelle versinken, wenn dem nicht so fei Er habe in jener Beit gehungert und schon darum die Mäntel liefern müssen, um Geld zu erhalten. Uebrigens herrichten in dem betreffenden Betriebe feine geregelten Verhältnisse, ein Kindermädchen leite den ganzen Betrieb. b. Schulz: Aber ich bitte Sie, ein Kindermädchen? Bom Vertreter der Genossenschaft wurde das mit den Kindermädchen als Betriebsleiterin als Unsinn bezeichnet, es feien weder Kinder noch Kindermädchen dort. Der Betrieb werde nach streng Taufmännischen Regeln geleitet, und wenn jemand Arbeit liefere, so erhalte er eine Duittung Dieie tönne der Beklagte nicht vorweisen und somit hafte er für die nicht vorhandenen zehn Mäntel. Da die Angelegenheit auf diese Art nicht zu flären war, wurde Bertagung beschlossen, um Zeugen zu vernehmen. Wer ist für Diebstahl verantwortlich? Die Kommission hatte sich auch wieder mit den gestohlenen Reitbesäzen, über die wir schon berichtet haben, zu beschäftigen. Dem Zwischenmeister G. wurden von einem Arbeiter Lederbesäze zu Reithofen entwendet. bie der Auftraggeber erlegt haben wollte. Die Schlichtungskommission hat dem Bestohlenen eine Frist zur eventuellen Biederbeschaffung der Befäße gewährt. In der letzten Gigung waren beide Parteien wiederum anwesend letder aber nicht die Lederbefäge. Das Ehepaar J. wandte ein, daß fie doch nichts dafür könnten, wenn sie bestohlen würden. Es wurde ihnen geantwortet, so bebauerlich der Diebstahl für sie sei, so müßten fie doch für den Schaden aufkommen, da der Auftraggeber auch Direktion Max Reinhardt: Deutsches Theater. 7 Uhr: Othello. Kammerspiele. 7%, Uhr: Das Konzert. Theater am Volksbühne, Bulowplatz. 7, Uhr: Kabale und Liebe. Theater i. d. Königgrätzerstr. 7 Uhr zum 1. Male: Totentanz I. Teil. Komödienhaus 7 Uhr zum 75. Male: Die verlorene Tochter. Berliner Theater. 720 Uhr: Die tolle Komteß. Lessing- Theater. Aus Industrie und Handel. Soziales. Gutlohnung reklamierter Arbeiter, die außerhalb des Wohnorts ihrer Familie arbeiten. Wiederholt haben Heerespflichtige, die zur Arbeit in bestimmta ten Betrieben entlassen werden sollten, deren Uebernahme abgelehnt, weil der ihnen in Aussicht gestellte Lohn weniger betragen haben würde, als ihre Löhnung nebst freier Verpflegung und Kleidung zu fammen mit den ihren Familien gewährten Unterstützungen. Es war vorgeschlagen worden, die Familienunterstützung in solchen Fällen weiterzugewähren. Da eine solche Regelung aber über den Rahmen des Familienunterstützungsgesetzes hinausgehen würde, foll nach einem Erlaß des Reichskanzlers vom 9. Januar 1917 den Familien und sonstigen Angehörigen der zur Arbeitsleistung entlaffenen Heerespflichtigen, soweit sie bisher Familienunteritüßung erhalten haben. im Wege der Kriegsbohlfahrtspflege Unterstützung gewährt werden. Das soll. in einer Höhe geschehen, die dem Unterschied zwischen den militärischen Bezügen und den bisher gewährten Familienunterstüßungen einerseits und dem Arbeitsverdienst andererseits entspricht. Auf der einen Seite fommen als militärische Bezüge Löhnung, freie Verpflegung und Kleidung in Frage. Die Löhnung ist je nach ihrem tatsächlichen Betrag einzusehen. Verpflegung und Kleidung mit einem Betrage von 1,50 M. für den Tag, mithin halvmonatlich währten Höhe einschließlich der von den Lieferungsverbänden ge 22,50 M. Dazu tritt die Familienunterstübung in der bisher gewährten Zuschüsse. Der Summe dieser Bezüge ist der Arbeitsverbienft gegenüberzustellen, den der zur Arbeit entlassene Heerespflich verdienen in der Lage ist. Der Betrag, um den der Arbeitsverdienst tige bei regelmäßiger Arbeitszeit und normaler Arbeitsleistung zu hinter der nach obigem berechneten Summe zurückbleibt, würde der Familie dann als Ausgleich zu zahlen sein. Sofern nun der Entlassene nicht an seinem Wohnort, sondern außerhalb Arbeit erhält, und ihm und seiner Familie durch Führung doppelten Haushalts dadurch größere Untoften erwachsen, foll ihm für den doppelten Haushalt außerdem der Betrag von 2 Mark für den Tag, also 60 Mart im Monat, als Mehrkosten in Anjab gebracht werden. Ist der Betrag des Arbeitsverdienstes höher als der Betrag der militärischen Bezüge, zuzüglich der bisher empfangenen Familienunterstützung und der Mehrfoften des doppelten Haushalts, so tommt eine Unterstützung im Wege der Ariegswohlfahrtspflege nicht in Frage. Ift der Betrag geringer, so ist der Unterschied als Unterstützung durch den Lieferungsverband zu zahlen. Es wird glänzend weiter verdient. In der am Montag abgehaltenen Aufsichtsratssitzung der Gelsenkirchener Bergiverks- Aftien- Gesellschaft legte der Vorstand die Vermögensaufstellung des Geschäftsjahres 1916 bor, die mit einem Rohgewinn bon 58 003 081,47 Mart( gegen 41 855 860,54 Mark im Vorjahre) abschließt. Bei diesen Ziffern ist zu beachten, Diefe Regelung hat nun an einigen Stellen zu der Auffassung daß in diesem Jahre erstmalig die allgemeinen Untoften wie Binsen, geführt, als ob der Arbeitnehmer, der fern vom Wohnort seiner Provifionen, Bergschäden, Wohlfahrtsausgaben, öffentliche Lasten Familie arbeitet, mit Rüdicht auf den doppelten Haushalt gegen und dergleichen nicht mehr auf der Sollseite der Gewinn- und Ver- den Arbeitgeber einen Rechtsanspruch auf Bahlung eines lustrechnung erscheinen, sondern im voraus von dem Be Lohnzuschlags von 2 Mart täglich hat. Diese Auffajiung triebs- Rohgewinn abgebucht worden sind. Dement ist unrichtig. Der Erlaß des Reichskanzlers bezivedt lediglich, sprechend ist oben als Vergleichsziffer auch nicht die aus dem Ge- zu verhindern, daß der Arbeiter, der zuvor im Heeresdienst stand schäftsbericht für das Betriebsjahr 1915 erfichtliche Gewinnziffer und dessen Familie daher Familienunterstützung bezog, wenn er eingefeßt, sondern diejenige Biffer, die sich nach Abzug der allge- bom Heeresdienst entlassen wird und Arbeit aufnimmt, schlechter meinen Unkosten von dem Betrage des im Geschäftsbericht ausge- steht als zuvor. Auch die 2 Mart sollen auf Kosten der wiesenen Robgewinns ergibt. Kriegswohlfahrtspflege gezahlt werden. Der auf den 14. April 1917 zu berufenden Hauptversammlung Die Gewährung der Unterstützungen an die Familien hat auf soll vorgeschlagen werden, 22 024 680,93 Mart( 21 978 386,05 Mart Antrag des Heerespflichtigen felbst oder seiner Familie zu erim Vorjahre) zu Abschreibungen, 2500 000 M.( im Vor- folgen. Die Festsehung der Höhe des zu gewährenden Betrags jahre 0) zu einer Rüditellung für Ueberführung der Betriebe ist von dem zur Zahlung der Familienunterstützung zuständigen in die Friedenswirtschaft, 600 000 202.( ie im Vorjahre) für die Lieferungsverbande zu bewirken. Weigert der diese Zahlung, dann besondere Rüdlage und 1 500 000 20.( wie im Vorjahre). für den würde event. Beschwerde an den zuständigen Regierungspräsidenten Beamten- und Arbeiterunterstützungsfonds zu verwenden und einen begründet fein. Gewinnanteil von 12 Prozent( gegen 8 Prozent im Vorjahr) auf das Attienkapital von 188 000 000 202. 180 000 000 22. im Vorjahre) zu verteilen. Der Vortrag auf neue Rechnung beträgt 3 026 771,59 20.( 2 998 527,13 M. im Vorjahre). Großhandel und Genossenschaften. " Der österreichische Arbeiterschus"- Wochenblatt. Der Arbeiterschutz", Zeitschrift für foziale Gefeßgebung, das Organ der Reichskommission der Krankenkassen Desterreichs, erfcheint vom 1. März d. J. nunmehr auch wöchentlich. Das bisher 14 tägig erschienene Blatt fonnte angesichts der wachsenden AufEine Tagung des Zentralverbandes des Deutschen Großhandels gaben der Krankenkassen unmöglich aktuell sein. Das 14 tägig erfordert von Reich und Staaten, daß jede Begünstigung der Ge- fcheinende Blatt genügte. so lange es nur das Digan von zwei noffenschaften aller Art unterbleibe, mag es sich um Handwerker- Kassenverbänden war. Der durch die neue österreichische Gesezgenossenschaften, landwirtschaftliche Genossenschaften, Konsumgenoffen- gebung erweiterte Wirkungsfreis der Krankenkassen und die vor fchaften oder Einkaufsgenossenschaften handeln. Eine Kommission gefebene Gründung von Landesverbänden stellt jedoch an den mit Unterausschüssen soll die Intereffen des freien Handels wahren. Arbeiterschutz" Anforderungen, denen ein 14 tägiges Blatt nicht Durch die Vergrößerung des Organs Hoffentlich finden die Herrschaften infolge des Hilfsdienstgesetzes gerecht werden konnte. bald Gelegenheit, fich ihre Zeit befier zu vertreiben, als mit höchft foll erreicht werden, daß den Krankenkassen nach besten Sträftent inopportunen Berjuden die Genossenschaften auszuschalten. gedient wird. Wir wünschen dem Drgan die Erreichung dieses Bieles. Verantwortlich für Bolitit: Hermann Müller, Tempelhof; für den übrigen Teil d. Blattes: Alfred Scholz, Neuföln; für Inserate: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderet u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt. National- Theater, Röp. Str. 68 Ergebnis der italienischen Kriegsanleihe. Die Zeichnungen auf die neue fünfprozentige Anleihe betrugen bis zum 11. März bei der Bank von Italien und bis zum 10. März bei den anderen Beich nungsstellen mehr als 2900 Millionen Lire, davon 2000 Millionen Barzeichnungen. Cessing Theater, Busch Zirkus A. Schumann Direktion: Viktor Barnowsky. Musik 7 Uhr: Peer Gynt. von Grieg. Mittwoch: Die Sorina. Deutsch. Künstler- Theater. Allabendlich 7 Uhr: Die beiden Klingsberg. URANIA Taubenstr. 48/49. 4 Uhr( halbe Preise): Im U- Boot gegen den Feind. 8 Uhr: Der Balkanzug und die befreite Donau. Theater für Dienstag, 13. März. Deutsches Opernhaus, Charlottenb.| Metropol- Theater 7 Uhr: Die toten Augen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 7, U.: Das Dreimåderlhaus. Gebr. Herrnfeld Theater 7%, U.: Der Stolz der Familie Kleines Theater 8 Uhr: Am Teetisch. Komische Oper 7%, Uhr: Die Dose Sr. Majestät. Lustspielhaus 7 Uhr Die Csardasfürstin. 10 Min.: Residenz- Theater. Uhr: 7. Die Warschauer Zitadelle. Schiller- Theater 0. 7, U.: Alt- Heidelberg. Schiller- Th.Charlottenbg. 7 Uhr Die Kammerwahl Thalia- Theater. 74, U.: Das Vagabundenmädel. Theater am Nollendorfpl 3 Uhr: Die Zauberflöte. 7%, 7. Die schöne Kubanerin, Uhr: Die Gulaschkanone. Theater des Westens Neues Operettenhaus 7, u.: Die Fahrt ins Glück Schiffbd. 4a. Kassentel.: Nord. 281. Trianon- Theater 7% U. Der Soldat der Marie. 7 Gib auf Hedwig acht. 7%, Uhr: Walhalla- Theater. Rose- Theater. Das Glücksmädel.| Der fidele Bauer. 7 Uhr: Tägl. 7, Sonnt. 3, u. 7, Uhr. Mexikanische Lynchjustiz! Tom Jack in der Todesfessel und die übrigen vorzüglichen März- Nummern. Zum Schluß der Abendvorstellung: Riesen- Pracht- Wasser- Pantomime Die versunkene Stadt WINDER FRIEN Der große März- Spielplan mit Oscar Sabo und Lillebil's Hochzeitsreise. Aegypt. Burleske in 7 Bildern. Musik von Bizet. Inszenierung v. Max Reinhardt. Hauptdarstell.: Hans Wassmann, Lillebil Christensen, Katta Sterna, Ernst Matray. VIKTORIA- THEATER Heute und täglich Das equestrische Programm. Die neuen März- Spezialitäten Kismet, d. oriental. Wunder! Adolf u. Coko, d. orig. Spaßmach. Emilia Rose, Antipoden- Spiele mit Hunden. Die Seeräuber. Gr. Pracht- Ausst.- Pant. i. 4 Akt. Sonntags 2 gr. Vorst., 3 u. 7, U. Nachm. angehör. Kind frei, jedes weitere Kind halb. Preis. Billetts ab Frig. a. d. Zirkusk: Apollo FRIEDRICHSTR AN DER KOCHSTR Das Theater ist gut geheizt. Täglich 8 Uhr: Persönliches Gastspie! Wanda Treumann Viggo Larsen 99 in ihrem Lustspiel: Die Scheidungsehe". von William Kahn. Vorher: Das vollständig neue Varieté- Programm. Telephon: ( Sanssouci), Kottb. Str. 6. Moritzpl. 14814. Hchb.- Haltest. Kottbuser Tor. HAGENBECK Nur noch kurze Zeit! Neue Spezialitäten.-Neue Dressuren. Wochent. nachm. Yorzugspreise. Tägl. Abendvorstellung um 7'20. Mittwochs, Sonnab, Sonntags Vorverkauf: Hagenbeckkasse. je 2 Vorstell., um 8, u. 7, U. Kottbuser Str. 6. u Wertheim 88, 87, 88, 19, I, II, 49, 45, IV, VI, 28, 36, 37, V, 22, 6, Untergrundb. Inselbrüde, Stadtb. Jannowizb: üde. Tagl. gültig bis einschl. 25. März 1917. Anf. 18 Uhr. Unbeschreibl. Erfolg! Studentenliebchen. Operettenp. i. 3 Aft. Juz. Dr. Zidel. Mufit von Walter Bromme. Borof. d. Drig. Bill. 10%-2 u. ab. 6 U. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger 55 Cabaret Feldgrau" Anfang 7%, Uhr. Sonntagnachmitt. 3 Uhr: Vorstellung zu ermäß. Preisen! Palast The las Tägl. 7 Zoo Sonnt. 3, u. 7/2 Die neue Revue in 5 Bildern: Berlin im Krieg Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 7, Uhr. Nur noch bis 27. März Neues Programm Wei helle Berliner Für Militärpers. an den Wochentg. freier Zutritt zu d. Stett. Sängern Voigt- Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Täglich 7 Uhr: Mutterliebe. Donnerstag, den 15. März Benefiz für Hans Knispel: Bummelfritze. Possen- Theater. Täglich 7 Uhr: Der fliegende Holländer. Der alte Wolff. Borner die März Spezialitäten. Mittwoch, den 28. März, a. 1. Male: Wenn's Mailüfteri weht. Sonntag 4 Uhr: Die Sache klappt. Admiralspalast.. chlittschuhläufer- Ballett a. d. Oper ,, Der Prophet Nur noch kurze Zeit das herrliche Frau Fantasie. Eis- Ballett Vorzügl. Küche auf all. Plätzen. Konz. Einödshofer bis 11, U. H.Pfau, Bandagist Berlin Direksenstraße 20 C., den Bahnboj Alexanderblar und Bolizeipräsidium.- Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen- Bedienung. Lieferant für alle Krankenkassen Berliner Konzerthaus Mauerstr. 82 Hente Zimmerstr. 90/91. Großes Konzert des Berliner Konzerthaus- Orchesters Leiter: Komponist Frz. v. Blon. Eintritt 30 Pf. Anfang 7, Uhr. Anfang 7, Uhr. An allen Wochentagen: Nachmittags- Konzert bei freiem Eintritt und voller Orchesterbesetzung. ilr. 71 34. Jalmang. ßrilagt ko„Jlorairto" fttliner WIKsdlM Aievstag, 13. Man 1917. partelvcranftaltungcn und Beitragszahlung flehe Anzeigenteil. parichenossen und Genossinnen! Die reinliche Scheidung, die durch den Beschluß der Sonderbündler selbst herbeigeführt worden ist, hat in den Kreisen der Parteigenossen große Befriedigung ausgelöst. Die Zerstörer der Partei hatten es durch ihren Terrorismus fertig bekommen, daß die besten und besonnensten Elemente mehr und mehr den Versammlungen fernblieben. Zahlreiche Genossen haben sich, angewidert durch dieses Treiben, ganz zurückgezogen. Viele von diesen kehren jetzt freudig zurück, zahlen viele Monate an Beiträgen nach und nehmen wieder an dem Partei- leben teil. Aber es sind auch noch viele alte Genossen vor- handeil, die heranzuziehen sind. In Versammlungen und Zusammenkünften aller Art, in Werkstatt und Fabrik inuß Klarheit verbreitet werden über die Ursachen und über den Sinn der Spaltung. Die Veranstaltungen, die wir unten bekanntgeben, dienen dem gleichen Zweck. Wir wollen keine»Zahl» abende" in dem alten Sinne des Wortes, in denen viel- fach stundenlang nur über Parteistreit verhandelt und dann bestenfalls Kleinigkeiten in umständlicher Weise durchgehechelt wurden. Unsere Zusammenkünfte sollen ernste Diskussions abende sein, der Belehrung und politischen Durchbildung der Teilnehmer dienen. Der Vorbereitung für die kommenden schweren Kämpfe, die das arbeitende Volk zu bestehen haben wird. Beiträge werden in den Versammlungen und Zusammenkünften entgegengenommen, ohne daß diese Mit- gliederpflicht den.Hauptgegenstand deS Abends bilden dürste. Die von unserer Parteio�anisation eingeführte Marke hat dies Aussehen: £* &£zrR< c�a-a-BERw) �OFf Für die weiblichen Mitglieder sind nach dem gleichen Muster 2si-Pfennig-Marken vorhanden. Alle anderen Marken, die man hie und da den Genossen aufzudrängen sucht, sind zurückzuweisen. ftbgeorönetenhaus. 7u. Sitzung. Montag. 12. März 1017, vormittags 11 Uhr. S:n Ministertisch: v. Breitenbach. Tie zweite Lesung des Eiscubahuetats wird fortgesetzt. Im Hause sind etwa 30 Abgeordnete anwesend. Abg. Dr. Macco(natl.): Die schlechte Besetzung des Hauses ist sehr bedauerlich. Diese Ericheinung ist eine treifliche Illustration zu den Be« schlüssen des Herren bau ses vom S. März.( Sehr richtig!) Wir werden auf diese Beschlüsse beim Etat des Herrenhauses ausführlich zurückkommen. sZuruf links: Und gründ« l i ch'> ES müsien mehr und größere Güterwagen gebaut werden. Der Umi'chlagverk-h: muh möglichst schnell sein. Ein frischer Wind muß durch die Verwaltung wehen. Abg. Oeser«Vp.): Die objektive und sachliche Rede des EisenbahnministerS stand in einem angenehmen Gegensatz zu anderen Reden von der Minister- bani in der letzten Woche.(Sehr gut? links.) Die Ursachen der BerkehrSschwierigkeiien liegen in den ständig steigenden Aniprüchen cm das Personal und in einer Reihe anderer äußerer Ursachen. Wir sind der iesten Zuversicht, daß diese Schwierigkeiten überwunden werden. Die Preispolitik der Verwaltung gegenüber der Industrie toar kulant. Jetzt wird wohl allgemein die Notwendigkeit großer Wafferstraße» erkannt. lSehr richtig? links.) Der Verkehr wird einmal durch die Verkehrs st euer und dann nochmal» durch die Tariferhöhung bedroht. Man iollte zuerst alle Au«- nabmeiarife nachprüfen. Eine allgemeine Tariferhöhnng dürfte erst nach Friedensschlnß erfolgen. Zu Vereinfachungen im Eisenbahn- verkehr ivwd man vielleicht kommen, aber sie dürfe» nicht zu Verkehr»- Hemmnissen werden. Projekten, wie den Kirchhoffschen. kann man erst nähertreten, wenn man festen Boden unier den Füßen hat, darin stimmen wir dem Minister zu. Auf eine phanla)tisck«, abenieuer- liche Politik wollen wir uns mit unseren Eisenbahnen nicht ein- lassen. I Sehr richtig! links.) Wichtig ist die Zuziehung von mehr Technikern zur Eisenbahnverwaltung. Tie Leitung der ganzen deutschen Bahnet» muß möglich st vereinheitlicht loerden. In dieier Beziehung hat sich in den letzten zehn Jahren sehr viel gebessert, aber eS sind doch noch große Ausgaben zu lösen. Je schneller und gründlicher da« geschieht, um io leichter wird unsere wiitschaftliche Gesundung nach dem Friedensschluß sich durchführen lassen.(Bravo? links.) Eiseubahnminlster v. Breiteubach kommt auf die Frage der Vergebung der Bagenbauten zurück. Gegenüber dem schweren Borwurf der PreiSdrücker ei fei zu erwägen, ob nicht ein anderer Weg bei der Vergebung dieser großen Lieferungen einzuschlagen sei. Sventl. könne der Staat selbst Wagenbauanstalten fchaffen und durch einen Dritten kallfmäniinch verwalten lasten._ Dann wäre der Staat Vesser informiert über die Selbstkosten Der Minister geht de« weiteren aus einzelne Wünsche der Borredner ein. Tie Schlaswagenverhältnisie sollen verbessert werden. An tech- nischeu Verbesserungen wird ständig gearbeit. Z. B. sind in der Richtung einer schnelleren Entladung der Wagen zahllose Versuche gemacht worden.— Daß die VerkehrSsteuer den Fernverkehr besonders belastet, ist richtig, aber für die Ausfuhr bestehen A u s n a h m e ta r i f«. Oesterreich hat eine wesentlich höhere VerkehrSsteuer. Eine Umgestaltung unserer Tarife wird erst im Frieden möglich sein, jedenfalls erst, wenn sich die Wirkungen der ReichsverkebrSsteuern übersehe» lassen. Eine Verständigung mit Oesterreich-Ungarn und den Balkanstaaten aus dem Gebiete der Tarispolitik wäre sehr zu wünschen.— Für die Bearbeitung großer Kanalprojekte, wenn sie nicht absolut dringend sind, fehlen uns zurzeit tatsächlich die nötigen Kräfte. Der Vorwurf deS Abg. Macco. es fehle den ÄienbahnverwaltungS- beamten an volkswirifchaftlicher Bildung, ist in den Tatsachen mchi begründet. Wir legen großes Gewicht auf erstklassiges Personal, sowohl bei den VcrwaliungSbeamicn wie bei den Technikern. Abg. Lcinert(Soz.): Durch die VerkehrSsteuer wird die-''l: und zweite Klasse verhältnismäßig viel zu wenig belastet. e größte Be- i a st u n g durch die neue Steuer trägt oierteKlasse, die kleinst- Belastung die erste Klosse.')vrtl hört? bei den Soziatdemokraien.) Dauert der Krieg noch lange, so werden wir jedenfalls auch noch erhebliche Güter. Tarif« erhöhungen während des Krieges bekommen. Wie man da noch mit steigeaden Einnabmen und Ueberschüjsen rechnen kann, sehe ich nicht ein. Man müßte im Gegenteil den Verkehr verbilligen und vereinfachen. Die dahingehenden Vorschläge sollten eingehend geprüft werden. Man will die Einnahmen au« den Eisenbahnen immer mehr steigern, um einer Erhöbung der direkten Steuern zu entgehen. Infolge der großen Belastung der Verbraucher, die jetzt wieder eintreten soll — auch durch die Kohlen st euer— werden aber natürlich auch die Löhne wieder erhöht werden müssen.(Sehr richtig?) DaS verringert erneut die Einnahmen. Wo da die Ueberwsii'ung von Geldern an die allgemeine Finanzverwaltung schließlich noch herkommen soll, ist unverständlich, wenn man nicht erneut Tarif- erhöhungen vornehmen will. Man sollte eben die Eisenbahnen nicht wie heute in der Hauptsache zur Eienahmcquelle für die allgemeinen Slaalsftnanzen machen, sondern mehr die Bcrkchrsintcreffe» berücksichtige». (Sehr richtig I links.) Die Verlängerung de« Rhein-Weser- Kanals von Hannover irach Magdeburg hätte längst erfolgen müsien.(Sehr richtig! links.) Als Rückgrat de§ ganzen WirischaftslebenS müßten die Eisenbahnen R e i ch s e'i s e n- bahnen sein.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Vorschläge des Herrn Kirchhofs, der seinen ursprüng- lichcn Vorschlag der Reichsbahnen leider aufgegeben hat, be- friedigen uns absolut nicht. So weltfremd, wie' man ihn hin- stellt, ist dieser Fachmann sreiltch auch nicht. Seine Vorschläge sollten in einer sachverständigen Kommission sorgfältig geprüft werden. Jedenfalls gehen sie darauf hinaus, die' E i s« n- bahnen dem Verkehr mehr dien st bar zu mackien. Deshalb gefallen sie dem Finanzminister so wenig, der aus die steigenden Einnahmen ans den Eisenbahnen nicht verzichten will und im Hinblick aus diese einer gründlichen Reform der Einkommen- steuer ausweicht. Die direkten Steuern und nicht die schwankenden Einnahmen der Eisenbahnen sollten die Grundlage der preußischen Finanzgebarung werden.(Sehr richtig! links.) Bei der heutigen Methode wird jede Maßnahme der Eisenbahn- Verwaltung in der Hauptsache nach ihrer finanziellen Wirkung ge- prüft und nicht nach der Wirkung auf den Verkehr. Die Gesamt- lerstungen der preußischen Eisenbahnen sind natürlich groß, aber man dars sich an den großen Zahlen nicht berauschen. Bei den vielen Lobiprüchen bedenkt. man nicht, daß eS an jeder Vergleichsmöglichkeit fehll, da es sich um eine Monopolver- waltuug handelt. Gewiß, sie hat sich glänzend bewährt bei der Mobilmachung und auch später. Aber eS fehlt ihr doch an der nötigen Beweglichkeit. Wir»erlangen, daß alle Schnellzüge Wagen 8. Klaffe belommen. möglichst auch 4. Klasse und jedenfalls alle Eilzüge 4. Klaffe. Einführung von Ki l om e te r h e sten mit Fahrpreisermäßigung. größeres Entgegenkommen a>» Gesellschaften und Vereine ohne politische Rücksichten. Vermehrung der Arb eiterfahrkarten usw. sind dringend notwendige Verbesse- rungen.— Für die Ausführung voir Eisenbahn bauten nach demKriegezur Verminderung der Arbeitslosigkeit und zur Hebung de« Verkehrs sollte sich der Minister schon jetzt mit den Arbeitsgemeinschaften, der Arbeitgeber und der Arbeiter, in Verbindung setze».— Di« jetzigen BerkchrSschwirrigkeiten sind sehr zu bedauern. Die Ursachen find uns in der Kommission dargelegt. Wir hoffen, daß die neue Betriebsverwaltung zu ihrem Abflauen beiträgt und eine Wiederholung verhindert. Für den Ausbau der Betriebsmittel fordert der Etat nahezu eine Milliarde. Diese große Summe bietet aber noch keine Gewähr, daß mehr Material angeschafft wird als früher, weil die Maierialpreise und die Löhne inzwischen gestiegen sind. Hier zeigt sich die ungünstige Einwirkung des Finanzministers auf den Etat, der nicht genügend Mittel zu Neuanschaffungen zur Verfügung stellt.(Sebr wahr? bei de» Sozialdemokraten.) Ich freue- mich, daß der Minister für die Bergobung der Lieferungen neue Wege gehen will. Hoffentlich war diese Andeutung nicht nur ein Schreckschuß. Die Mehrsordrrungen der Lieferanten stehen mit den gewahrte» Lohnerhöhungen in gar keinem Ber- HältniS. Von eitler Waggonfabrik in Görlitz wird behauptet, der Minister habe nicht mehr als 8.10 Proz. für Lohn.zulagen be- willigt.(Hört! hör»! bei den Sozialdemokraten.) Ich kann mir das nicht denken, auf keinen Fall darf die Waggonfabrik daraus- hin alle Lohnerhöhungen ablehnen. Dieselbe Erklärung liegt von der Waggonfabrik in Danzig vor. Die Frage, wieweit die Arbeiter an den MaterialpreiZerhöhungen beteiligt sind, sollte die Verwaltung genauer prüfen. Was die Verhältnisse der Eiseubahnarbritrr selbst anlangt, so wird besonders über mangelhafte Versorgung mir Lebensmitteln geklagt. Bs» der Verteilung der Zusatz« brotkarten an Schwerarbeiter soll ungleichmäßtg verfahren worden sein. In einzelnen Orten haben diese Arbeiter die ihnen zustehenden Marken erst durch Arbeitsniederlegung er- reichen können. Die betreffenden Kategorien, die auf Zusatzkarien Anspruch haben, müssen so genau bezeichnet werden, daß alle Be- vorzugungen Einzelner durch Vorgesetzte ausgeschlossen sind.(Sehr richtig! bei den«ozialdemotraten.) In Hannover ist die Arbeits« zeit der Eisenbahnbeamten so verlegt worden, daß sie nicht mehr in der Lage sind, das ihnen zur Verfügung gestellte Land zu bestellen. — Heber die WohlfahrtSeinrichtungen der Eisenbahn, wozu man auch die Invaliden-, Krankenversicherung und ähnliche gesetzliche Einrichtungen rechnet, ist unS wieder ein sehr ausführlicher Bericht zugegangen.. Es wird von diese» Tingen etwas zuviel Aufhebens gemacht.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Lasten, die die Verwaltung dabei über- nimmt, sind ganz minimal, es wird viel mehr darüber geschrieben. als dafür bezahlt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Bei dem sogenannten Unterstützungssonds kommen die Arbeiter am schlechtesten weg, die höheren und miitlercn Beamten viel besser. (Höri! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ter Minister Hai selbst anerkannt, daß diese Fonds für die Arbeiter e in c. t Erhöhung bedürfen. Auffallend ist, daß die für die Ar- bester in dem Etat eingestellten 3 Millionen nicht einmal aufgebraucht sind; die Grundsätze für die Bewilligung solcher Unier- stützungen müssen viel liberaler aehandhabt werden,(sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auch die Teuerungszulagen sind zu gering. Da der Minister selbst anerkannt hat. daß sie nicht ausreichen, sollten sie sofort erhöht werden. Ein Unterschied zwischen ständigen und nichtständigen Arbestern dürfte bei diesen. Zulagen nicht stattfinden. Die heutige Praxis führt direkt zu Lohnkürzungen, wenn ein unständiger Arbeiter ständig wird.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Wagenführer per- langen AuSgleichszulagcn. wie sie heute in gewissen Fällen die Werkführer bekomnien. Die Löhne der Arbeiter selbst sind sehr unbefriedigend. In die Lohnerhöhungen der Werk- stätienarbeiier sind die Teuerungszulagen einbegriffen. Auch sonst sind die Lohnerhöhungen zum Teil minimal.(Hört! höri!) Dabei wurden für die große Menge der BahnunterhaltungSarbester noch 1015 Löhne von 3L7 bis 4,69 M. gezahlt. Hier ist eine Lohn- erhöhung dringend geboten(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auch wenn diese Löhne um 1 M. erhöht wer- den, sind sie noch sehr gering angesichts der Teuerung.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraiest.) Der Minister hat auch selbst eine E r- höhung der Grundlöhne unter Beibehaltung der Teuerungszulagen als notwendig für alle Eisenbahnarbeiter anerkannt. Wir erwarten dringend, daß dies Versprechen eingehalten und un, verzüglich eingelöst wird, sonst kann der Minister eS erleben, daß die Arbeiter ihm weglaufen, weil sie im Zivildienst mehr verdienen. Die Ueberstundenbezahlung muß überall gleichmäßig er- folgen. Den Frauen und Mädchen, die den schweren Eisenbahn- dienst übernommen haben, sind wir großen Dank schuldig. Hier muß unbedingt der Grundsatz Geltung erhalten, für gleiche Arbeit gleichen Lohn.(Sehr wahr' bei den Sozialdemokraten.) Die Ar- beitcrauZschüsse der Eisenbahnen sollen bekanntlich nach denen des Zivildienstgcsetzes umgestaltet werden. Im allgemeinen ist das auüi geschehen. Die Hauptsache ist freilich, haß die Bestimmungen auch wirklich durchgeführt werden und nicht von den BetriebSbeamI-u umgangen werden könne». Erfreulich ist, daß die Anerkennung deS Vereins- und Versammlungsrechts in die Bestimmung ausgenom- men ist und daß der Minister die»rüheren Erlasse gegen den Deutschen Eisenbahnerverband und den Süddeutschen Verband zurückgenommen Hai. Viele Klagen sind mir wieder zugegangen über ungerechte Behandlung der Arbester. Manches ist ja in dieser Beziehung besser geworden, aber Musterbetriebe sind die Siaaiseisenbahnbeiriebe noch lange nicht. Die Schaffung eines besonderen Staatsarbeiierrechts, das nur die StaatSarbeiier ausschließen würde von Rechten, die andere Arbeiter haben, lehnen wir ab. Wir verlangen volle politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung der Staatsarbeiter mit den anderen Arbeitern. Mit der Neuorientierung, mit der Demokratisierung der ganzen Siaatseinrichtung mutz in gleicher Weise fortschreiten die volle Freiheit und Gleichberechtigung der StaatSarbeiier.(Leoh. Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Schmidt- Conz(Z.) erörtert eingebend die Verhältnisse der Eisenbahnarveiter. Die Kriegsbeschädigten ssagen darüber, daß ihnen bei der Ausstellung von Anstellungsscheinen Schwierigkeiten gemacht � werden. Tie Eisenbahnarbeiter sollten bei ihrem schweren Dienst allgemein die Znsatzkarten der Schwerstarbeiter crbalien. Eisenbahnministcr b. Breitenbach: Ich möchte meiner Genugtuung Ausdruck geben über die sachliche Beihandlung der Arbeiiersragen ourch die beiden Herren Vorredner. Die Fürsorge für ihr großes Personal liegt der Verwalrung von seither am.Hirzen. Die Anforderungen an das Personal der Eisenbahnen sindrtm Kriege außerordentlich große, doch mutzten sie gestellt werden. Im großen und ganzen hat das Personal auch ein volles Verständnis für diese Notwendigkeit bewiesen.— Für umfassendste Bauiätigkeii wird gleich nach dem Kriege Gelegenheit sein, die Vorarbeiten werden getroffen.— Wo sich Mißstände bei der Zuteilung van Brotkarten usw. ergeben baben, ist von meiner Scftc sofort eingeschritten worden. Mit dem Februar treten wesent- liche Erhöhungen der Grundlöhne in Kraft. Herrn Leinert de- stätige ich. daß alle Orte dabei berücksichtigt werden und alle Ar- bester. Im übrigen richtet sich die Höhe der Löhne nach den Er- nährungsverhältnissen, die»n den Städten schwieriger liegen wie auf dem Lande.— Die geteilte Arbeitszeit mutz im Interesse des Dienstes durchgeführt werden, wo es möglich ist. Ich kann in dieser Beziehung nicht alle Wünsche erfüllen. In Provinzialorien Hai sich häufig die durchgehende Arbeitszeit auch atf gar- nicht durchführbar erwiesen. Die 87 000 Frauen, die zurzeit bei der Eisenbahn beschäftigt sind, haben im großen und ganzen Geschick und große Betriebsamkeit an den Tag gelegt. Falls ihre Leistungsfähigkeit dieselbe ist wie die des entsprechenden männlichen Arbeiters, können sie auch denselben Lohn beziehen. Es gibt solche Fälle; meist ist die Leistunassähigkeii geringer.— Was die Arbeiterausschüsse anlangt, so bat der Vorsitzende die Verpflich- iung, alle Anträge aus die Tagesordnung zu setzen, wenn ein Drittel der Arbeiterschaft den Ausschutz beantragt hat. Während des Dienstes kann eine Besprechung der Arbeiterausschutzwahlen nicht zugelassen werden, sonst wäre kein geordneter Dienst möglich. Das HauS vertagt sich. � Tie Herrenhausfrage. Der Präsident schlägt vor, morgen nach dem Eisenbahn- etat die Etats deS Herrenhauses und deS Abgeordnete n- Hauses zu beraten. Zur Geschäftsordnung erklärt Abg. Dr. Pvchnicke(Vp.): Wir wünschen, daß der Etat des Herrenhauses erst Mittwoch auf die Tagesordnung kommt, demi nach der Ablehnung deS Diäiengesetzes und nach den scharfen Angriffen aus die ganz moderne politische EntWickelung, die dem Herrenhause beliebt haben(Lebhafte Zustimmung links), ist eine besondere Aussprache nötig, die vorbereitet werden mutz. Deshalb wäre es nicht richtig, den Etat des HerenhauscS etwa überaschend oder in vorgerückter Stunde zur Beratung zu stellen.(Zustimmung links.) Abg. Dr. Porsch(Z.) spricht sich gleichfalls für die Verschiebung der Beratung des Herenhausetats auf Mittwoch aus, West eine größere Auchvrache zu erwarten sei und man eine solchexnicht in vorgeritckier Stunde beginnen sollte. Wir wollen uns stark machen. um am Mittwoch die zweite Lesung des Etats abzuschließen. Präsident: Ich bin damit einverstanden, wenn wir am Donnerstag die dritte Lesung vornehmen. Abg. Dr. Fnrdbrrg(natl.) spricht im Sinne Dr. Pachnicke-, Abg. Hirsch- Berlin( Soz.): Nach der allgemeinen Ueberein- Imuten läßt, ein Mangel an Aleinwohnungen zu erivarten, vom Staat, dem Befizer großer Ländereien. Den Verstimmung darüber, daß wir morgen mit den Stats des Abgeord eine Wohnungsnot, die zu Wietesteigerungen führen heizungen des Oberpräsidenten werde hoffentlich die Ausnetenhauses und Herrenhauses nicht fertig werden, glaube ich nicht, wird. Da hätte der Staat allen Anlaß. helfend einzugreifen. führung entsprechen. daß wir am Mittwoch die zweite Lesung des Etats beendigen. Die Man sollte endlich brechen mit dem Mietstasernensystem, das Erledigung des Etats am Donnerstag, von der der Präsident sprach, den Vororten in Groß- Berlin durch die Bauordnung von 1887 5 e motraten mit sehr großer Mehrheit angenommen. In der Abstimmung wurde der Antrag der Sozialfann ich für meine Freunde nicht zusagen. Zur Zeit der Verein barung unter den Parteien kamniten wir noch nicht die Absicht des gebracht wurde, und den Kleinhausbau fördern. Dazu ist Herrenhauses. Unsere Etatsberatung wird jedenfalls rechtzeitig aber nötig, daß der Fiskus sein Bauland zu fertig und wenn das Herrenhaus den Etat später bekommt als entsprechenden Preisen hergibt, wobei zuerst anzunehmen war, so ist es selbst daran schuld..( Lebhafte immer noch ein sehr gutes Geschäft machen würde. Er sollte Zustimmung links.) das Land in Erbbaupacht geben, was ihm noch leichter als Schließlich wird der Etat des Herrenhauses von der Tages- den Gemeinden möglich ist. An die Gemeinden richtet die ordnung der Dienstagfißung abgesetzt. Regierung Ermahnungen über Ermahnungen zur Wohnungs- den Erzeugerhöchstpreis für Frühlartoffeln für die Prooing Branden Schluß nach 5 Uhr. Nächste Sigung Dienstag, 12 lihr. Eisenbahnstab usw.) ( Eisenbahnanleihegesek, Aus der Partei. Die neue Partei. 十 Der Stuttgarter sogenannte ,, Sozialdemokrat", cin Organ der Allerlinksten, schreibt zu der bevorstehenden Konferenz der Spaltungsgruppen: Der Kampf auf dem Boden der Partei hat sein Ende gefunden, die organisatorische Trennung ist da. Der Arbeitsgenteinschaft bleibt wohl oder übel nichts anderes übrig, als die Reichstagswahl in er Spandau- Osthavelland Ilare Entscheidung zu treffen, um die sie bis jetzt herum- Mittwoch gegangen ist, wie die Kaze um den heißen Brei. Es muß Farbe bekannt werden! Wir haben in Nr. 8 unseres Blattes bereits die Einladung gebracht, die der Vorstand der Soz. Arbeitsgemeinschaft an die gesamte Opposition richtet. Mitte März soll die Konferenz stattfinden, auf der die neue Partei gegründet merben soll. Der sogenannte Sozialdemokrat" findet die Zustände innerhalb der Oppositionsgruppen unhaltbar: Aus Groß- Berlin. Erzeugerpreise für Frühkartoffeln in Groß- Berlin und Brandenburg. Die Provinzial- Kartoffelstelle für die Provinz Brandenburg hat burg und den Stadtkreis gerlin für den Monat Juli wie folgt feſtgefetzt: 1. für die Zeit vom 1. bis 20. Juli( einschließlich) auf 10 M.; 2. für die Zeit vom 21. bis 81. Jult wird die endgültige Festsetzung des Höchstpreises noch vorbehalten mit der Maßgabe, daß er nicht unter 8 M. betragen wird. Die Preise für Gemüsekonserven. Bon der Reichsstelle für Gemüse und Obst sind für die Gemüsekonserven( 1½ Doſe), die dem nächst zur Verteilung kommen sollen, folgende Kleinhandelspreise festgelegt worden: Karotten, extra fleine 1,25 M., Heine 1 M., junge 88 Pf., geschnittene 82 Pf., Weißkohl 78 Pf., Rotkohl und Wirsingtobl 85 Pf., Braunkohl 80 Bf., Rosenkohl 1,55 M., Blumenkohl 1,65 M., Kohlrabi 90 Pf., Kohlrabi, ganze Köpfe 1,13 M., Sellerie 1,20 M., Spinat 85 Pf., Steinpilze 1,95 M., Stecrüben 80 f.. Badungen werden noch bekanntgegeben. Morgen Mittwoch fefferlinge 1.45 M. Die Preise der größeren und fleineren ist Reichstagswahl! Wucherpreise für Seife. Während die sogenannte&. A. Seife festen Höchstpreisen unterliegt 50 Gramm K. A. Seife 20 Pi.. Die Wähler werden entscheiden: für oder gegen die Be- 250 Gramm K. A. Seifenpulver 30 Pf. werden für andere willigung der Mittel zur Landesverteidigung. Die Wahl ist von ungeheurer Bedeutung. Ueber die Ein notdürftiges Schutzdach das höchstens vorläufig Unter Grenzen des Kreises, des Reiches hinaus, ja besonders im ſchutz gewährt ist die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft. Ausland wird sie als Gradmesser für den Zusammenhalt des In ihr sind sehr verfchiebene Elemente zusammengeflüchtet: alte deutschen Volkes in der Abwehr feindlicher Eroberungspläne sturmerprobte Kämpfer des Proletariats, mit denen wir uns freuen würden, Schulter an Schulter zu kämpfen, und politisch gewertet werden. Deshalb ist jeder Wähler verpflichtet, sein ganz unsichere Stantonisten, denen wir ein aufrichtiges Wahlrecht, das höchste Staatsbürgerrecht, auszuüben. Der Glüd auf die Reife! mitgeben würden, wenn sie dahin zurüd Standidat der deutschen Sozialdemokratie ist der Gewerkschaftstreten möchten, wohin fie ihr Herz zieht, nämlich zu den Scheidemännern. In der Arbeitsgemeinschaft angestellte Emil Stahl- Spandau. Wer die Mittel brodelt und gärt es wild durcheinander, und in zur Landesverteidigung bewilligen will, muß zur Wahl, muß ihrer gegenwärtigen Form find ihre Tage gezählt. ihm seine Stimme geben. Der angebliche Sozialdemokrat" ist im Zweifel, ob es unter diesen Umständen zu einer festgeschlossenen organisatorischen Vereinigung der Spaltungsprodukte kommen wird. Aber als einem guten Anarchisten, der er im Herzen i macht ihm das wenig Summer. Organisation ist viel wert. Stlarheit noch mehr." Jeder Konfusionsrat, der sich für klar hält, bilde eine eigene Partei. Ja, sie sind schon auf dem richtigen Weg! Befremdend oder angemessen? Julian Borchardt ersucht auf Grund des Breßgefeßes um Aufnahme folgender Berichtigung: Es ist unwahr, daß mir für das Geleitwort zum Buche Kart Erdmanns befremdend viel Geld angeboten worden sei. Wahr ist, daß ich nichts anderes dafür erhalten habe, als ein meiner Arbeit angemessenes und den üblichen Sägen entsprechendes Honorar. Der Ausdrud, befremdend viel Geld" stammt bekanntlich von dem Reichstagsabg. Dittmann, der behauptet, die Sache genau zu fennen. Möglich ist übrigens, daß ntan anderen, deren Reflametätigkeit man für wertvoller hielt, mehr Geld geboten hat als Borchardt. Die Wohnungsfrage vor dem Zweckverband. Nach weiterer Debatte, in der Stadtverordneter Sonnenfeld- Berlin und Verbandsdirektor Steiniger auch Einzelheiten des Haushaltsplanes erörterten, stimmte die Verbandsversammlung dem Antrag in geänderter Fassung zu. In ihm spricht sie sich dahin aus, daß die Groß- Berliner Verkehrsmittel, im besonderen Stadt, Ring, Borortbahnen, Hoch, Untergrundbahnen und Omnibus, von jeder Stener frei zu lassen sind. Wahlhilfe in Spandau- Osthavelland. Parteigenossen, die sich am Wahltage zu Verfügung stellen wollen, mögen sich am Mittwoch früh 9 Uhr in Spandan in Roten Adler"( Spandauer Stadttheater), Potsdamer Str. 6, Borderhaus 1 Treppe, melden. Auch wer nur einen Teil des Tages zur Verfügung stehen kann, wird ersucht, sich zu melden. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. noch im Handel befindliche Seifen zum Teil ganz außerordentlich bobe Preise gefordert. Diese Preise sind durch die Erzeugungskosten der Ware, die fast allgemein vor dem Juli 1916 hergestellt wurde, Der Handel muß aufs dringendste in feiner Weise gerechtfertigt. gemessene Preise zu verlangen. Abgefehen davon, daß er sich der davor gewarnt werden, weiterhin für höchstpreisfreie Seifen unanGefahr einer Bestrafung wegen Kriegswucher aussetzt, wird er, wenn die Warnung fruchtlos bleibt, damit zu rechnen haben, daß das Interesse der Verbraucher zivangsweise durch Festlegung von mäßigen Höchstpreisen für alle Seifen gewahrt wird. Keine Extrawurft zur goldenen Hochzeit. Die Reichsfleischstelle bat, wie sie uns mitteilt, für feine Art von Feiern, auch nicht für die der goldenen Hochzeit, Fleischzulagen zugelassen. Besondere Gesuche sind daher zwedlos. Lichtverschwendung. Fortwährend werden wir behördlich ermahnt, mit dem Licht recht sparsam umzugehen. Und doch wird viel Licht nicht nur zwedlos, finnlos verbraucht. so wandert man jest burch bie Straßen Verling, ip iſt man erjiaunt, wie viel Normaluhren gar nicht oder falsch gehen. Abends werden diese Uhren aber prompt erleuchtet. Einen Zwed hat die Beleuch tung nicht, denn daß die Uhr nicht geht, braucht doch nicht erst be[ euchtet zu werden, und umrennen wird die Uhr doch sicher keiner der Bassanten. Die Tagesordnung der nächsten Berliner Stadtverordnetensitzung ist recht umfangreich. Der Stadttämmerer wird seine Etatsrede halten und den neuen Haushaltsplan vorlegen, an den sich die Reden der Fraktionsführer anschließen werden. Der Plan wird dann einem Ausschuß zur Vorberatung überwiesen. Für die Erweiterung der den Säuglingsfürsorgestellen übertragenen Aufgaben werden 8000 W. gefordert. Der Magistrat legt eine Kenderung der Sagung der städtischen Feuerfozietät im Intereffe der Hausbefizer bor. Um die bauliche Erschließung zu fördern, sollen neue Flucht linien für mehrere Straßen am Bahnhof Gesundbrunnen festgesett von 18 300 M. für den Zentralverein für Arbeitsnachweis zur werden. Außerdem ersucht der Magistrat um eine Sonderbeihilfe Deckung des vorläufig festgestellten Fehlbetrages für 1916. Auf Heimanns Anklagen antwortete Dherpräsident Ferner steht auf der Tagesordnung die Einführung des neuv. d. Schulenburg. Die Regierung habe durch Abände- gewählten Stadtverordneten Rebatteur Emil Eichhorn, der dieser rung der Bauordnung die Wohnungsverhältnisse zu bessern Tage aus der Schutzhaft entlassen worden ist. gesucht und werde auf dem zunächst vorsichtig betretenen fürsorge, fie selber aber zeigt sich zögernd und hinausschiebend. Durch unseren Antrag würde der Verband einen Druck auf die Regierung ausüben. Es muß endlich Bresche in die Siedlungspolitik des Fiskus geschlagen werden. Heeresnäharbeiten. Der Oberbefehlshaber in den Marken macht Die allgemeinen freiwilligen Impfungen in den GemeindeGegen die Berkehrsftener in Groß- Berlin. Der Zweckverband Groß- Berlin genehmigte in seiner Bege weiter gehen. Niemals sei daran gedacht worden, Rück- folgendes bekannt: Der§ 15 meiner Bekanntmachung über die Der Zweckverband Groß- Berlin genehmigte in feiner ficht auf irgend welche fistalischen Interessen zu nehmen. Die Stredung der Heeresnäharbeiten vom 2. Februar 1917 erhält gefirigen Bollversammlung den Haushaltsplan für Verhandlungen wegen Erschließung fistalischen Baulandes folgende Fajjung: Diese Verordnung tritt am 15. März 1917 mit 1917. Zum ersten Male sind auch die von Verkehrsgesell- würden wahrscheinlich schon in kürzester Zeit ein den Wünschen des der Maßgabe in Kraft, daß die Beschäftigung ohne Ausweisbuch schaften zu zahlenden Abgaben eingefegt, die der Verband bis 3wedverbandes entsprechendes Ergebnis haben. Für umfang er die Ausstellung eines Ausweisbuches bereits vor dem 10. März insoweit zulässig bleibt, als der Arbeitnehmer glaubhaft macht, daß auf weiteres den Gemeinden überläßt. Wegen der Schädi reiche Gebiete sei in Abänderung der Bauordnungsvorschriften 1917 beantragt, aber eine Entscheidung noch nicht erhalten hat. gungen, die man für Groß- Berlin von der Reichsvereine Herabziehung" beabsichtigt. Dem Gedanken an eine fehrssteuer befürchten muß, wurde zum Haushaltsplan kommende Wohnungsnot habe auch die Regierung sich schulen 59, Diestelmeherstraße 12. und 300, Ostender Straße 39, eine Resolution beantragt. Kommerzienrat Haberland, der zu den Vertretern nicht verschlossen, aber zunächst müsse man den Umfang des und in den Bollebadeanstalten Bärwaldstraße 64 und Kurmdes Kreises Teltow gehört, begründete fie. Die zu erwartende 3 erwartenden. Mangels fennen. Die nächste Leerwohnungs- straße 85a finden nicht, wie befannt gemacht, um 5 Uhr, sondern Beeinträchtigung des Groß- Berliner Siedlungsgebiets und die zählung werde das zeigen. Die Regierung plane längst, hier um 6 1hr nachmittags an allen Wochentagen statt. Beschränkung der Gemeindeeinnahmen aus den Verkehrs einzugreifen. Sie strebe auch den Uebergang zu einer flacheren Bauweise an, zur Beseitigung der Hintergebäude. Bauland Eine große Einbrecher und Hehlerbaude, unternehmungen erfordere dringend, für die Verkehrsunter- des Fiskus folle hergegeben werden, nicht als die feit längerer Zeit Güter in der Umgegend von Berlin brandnehmungen Groß- Berlins von der Besteuerung abzusehen. Geschenk, aber zu geringstmöglichen Preisen. schatte, wurde von der Neuköllner Kriminalpolizei unschädlich geEs bestehe die Gefahr, daß die Verkehrssteuer eine Tarif- dürfe nicht dem Fiskus allein die Pflicht zur Lösung diefer hinter Schloß und Riegel gebracht wurden, nämlich der Schankwirt Im übrigen macht. Sie bestand aus mehr als zehn Mann, von denen acht erhöhung nach sich ziehe. Die Dezentralisierung der Wiedner aus der Eichendorffstraße 17, die Stallschweizer und Kuh Bohngelegenheiten, die das Ziel der Entwicklung sei, werde Frage auferlegt werden. Ueber diese Versprechungen quittierte Stadtverordneter melter Franz Pietta, Otto Straßenburger, Wilhelm Nehls und dadurch gehindert. Sonnenfeld Berlin mit Dant. Gegen die bisherige Rudolf Lörtscher, die bei Wiedner wohnten, der Führherr Johann Jahre von ihm geäußerte Bedenken vor, daß die örtliche Steiger, der auf dem städtischen Gute Buch beschäftigt war. Wiedner Siedlungspolitik des Fistus brachte er das schon im vorigen Wenger aus der Adalbertstraße 29, der Händler Joachim Horolvik aus der Invalidenstraße 16 und der Stallschweizer und Melfer Trennung der Wohlhabenden von den Unbemittelten zu bergab für alle Unternehmungen die erforderlichen Weisungen, und zu werfen sei. Bei Zusammendrängung der Unbemittelten in be- ihm brachten die Einbrecher stets ihre Beute. Auf ihren nächtlichen stimmten Gemeinden gelange man zu Gemeindever- Beutezügen plünderte die Bande wiederholt ganze Räucherkammern tretungen aus„ unzufriedenen Elementen", aus. Nehls und Pietta unternahmen einen Einbruch in Buch mit was der Staatsregierung gewiß nicht erwünscht sein könne. drei bisher noch unbekannten Männern in der Nacht zum 17. FeOberpräsident v. d. Schulenburg verwahrte sich gegen bruar. Sie stablen einen mit zwei der besten Gutspferde bespannten Sonnenfelds Meinung, daß ein Gegensatz zu dem Landwirt- Wagen und führten auf diesem drei Zenter Butter und fünf große Rinderhäute als Beute davon. Sie fuhren in der gleichen Nacht nach dem Gute Hobrechtsfelde und stahlen dort aus dem Sägewert fchaftsministerium zu merken sei. Einen Gegensatz der Versprechungen des Oberpräsidenten für 4000 M. Treibriemen. Alles wurde zu Wiedner geschafft und wenigstens zu der bisherigen Ergebnislosigkeit der Unter- von dort aus verkauft. Die Pferde und den Wagen' faufte Wenger Hergabe fiskalischen Baulandes handlungen des Verbandsdirektors sah auch Stadtfyndikus für 6000 M., obwohl er wußte, daß sie gestohlen waren. Die Auf schrift auf dem Wagen überstrich er sofort. Die Kriminalpolizei und auch wegen Aenderung des Dahlemer Be- Marety Lichtenberg. bauungsplanes führte zu einer nochmaligen Erörterung Kommerzienrat Haberland brachte den Standpunkt von Reukölln entdeckte den Schlupfwinkel bei Wiedner. Ms Beamte der Siedlungspolitik des Fistus. Ein Antrag der sozial des Haus- und Grundbesiges zum Ausdrud. Selbst dort nachis um 1 Uhr erschienen, waren mehrere der Einbrecher demokratischen Mitglieder des Verbandes forderte, er gab zu, daß Wohnungsmangel kommen könne, aber eine gerade dabei, im Keller ein Schwein und ein großes Kalb auszuschlachten, das Straßenburg und Pietta in Marienfelde gestohlen die Unterhandlungen noch nachdrücklicher fortzusehen. Statastrophe sei angesichts der ihm noch groß genug scheinen hatten. Wagen, Pferde und Treibriemen wurden den Bestohlenen Zur Begründung führte Stadtverordneter Heimann- den Zahl jegt leer stehender Wohnungen nicht zu befürchten. zurüdgegeben. Berlin aus: Die staatlichen Instanzen und besonders der Er erwartet das Heil von-- Mietssteigerungen, die Ein schwunghafter Handel mit Lebensmittelfarten wurde im Landwirtschaftsminister zeigen sich bisher wenig geneigt, unbedingt nötig seien, wenn das Geschäft der Wohnungsauf unsere Wünsche einzugehen. Zur Aenderung des vermietung wieder lohnend werden und zum Wohnhausbauer Reichenberger und Brizer Straße icon feit geraumer Zeit beSüdosten Berlins aufgedeckt. Dort war besonders in der Gegend Bebauungsplanes für Dahlem ist noch nichts geschehen. Die anregen solle. Das Miets kasernenwesen sei nicht so schlimm, der Reichenberger und Brizer Straße schon seit geraumer Zeit befannt, daß eine Händlerin R. fiets Brot und alle anderen Karten ganze Aufteilung ist dort nur auf reiche Leute zu die in diesem Striege zu beobachtende Volkskraft zeige verkaufe. Die Polizei stellte fest, daß Schüler aus den oberen Gegenüber geschnitten, so daß die Kolonie vor Schul- und Armen- das. Bauordnungsklassen der Gemeindeschulen, die nachmittags oder an schulfreien fasten bewahrt bleibt, den Steuersatz niedrig halten kann und änderung fragte er, wo da der Schutz des Eigentums bleibe, Tagen in der Brotkommission beschäftigt wurden, Karten in großer dadurch noch mehr die Reichen zur Ansiedlung lockt. Diese das man ja geradezu konfizieren wolle. Er forderte Bahl entwendet haben. Die Knaben wurden von Frau R. und können dann die Grundstücke teuer bezahlen, was dem Land- Entschädigung für die Grundbefizer, die sonst ihr teuer ge- einem bisher noch nicht bekannten Mann verleitet, die Karten zu wirtschaftsministerium gerade recht ist. Der Fiskus erschließt fauftes Land liegen lassen müßten, bis Wohnungsmieten und unterschlagen. Der Mann lockte die Knaben erst mit Geschenken an ja sein Bauland am liebsten da, wo er auf Zuzug von Wohl- Grundstückswerte wieder zu einer die Bebauung lohnenden sich und verlangte dann, daß fie für diefe. Aufmerksamkeiten Brot farten für ihn stehlen sollten. Für die Karten wurden 1 M. für habenden rechnen kann. Kolonien für Unbemittelte werden in Höhe steigen. Ein Knabe hat für die von ihm verlauften Gegenden verwiesen, wo wegen Unzulänglichkeit der Verkehrs- Ihm entgegnete Stadtverordneter Hirsch Charlotten das Stüd bezahlt. Brotkarten 200 bis 300 m. von Frau R. erhalten. Das Gelb ver mittel kaum jemand hinziehen kann. Dft haben in Gemeinden burg, daß alle Stenner des Wohnungswesens für die Zeit nach brauchten die Jungen zur Anschaffung von Luftgewehren, Taschensozialdemokratische Vertreter gewarnt, auf dem dem Striege eine starte Wohnungsnot fürchten. Um so mehr lampen, Ledereien, Stinobilletts usw. Einer hatte auch, ohne daß Wohnungsmarkt die Dinge gehen zu lassen wie sie gehen. Nach sei es Pflicht, beizeiten vorzubeugen. Gewiß müsse feine Eltern davon etwas wußten, Ersparnisse angelegt. dem Krieg ist, wie schon die Leerwohnungszählung von 1916 ver- man das auch von Gemeinden verlangen, aber nicht zuletzt nehmungen und Ermittlungen werden noch weiter fortgefeßt. Eine zur Kenntnisnahme vorgelegte Mitteilung über die bisherige Ergebnislosigkeit der im vorigen Jahr dem Verbandsdirektor aufgetragenen Unterhandlungen mit der Staatsregierung wegen D der einer Absicht Die Ver 対 ,, Auf dem Transport zum Krankenhause verstorben." But der finden wohentäglich von 5%-7% Uhr nachmittags statt, und zwvar: 19r. 801-1600 am Dienstag, Nr. 1601-2100 und Nachzügler der Notiz in unserer Sonnabendnummer wird uns von Verwandten des für Frauen: Montags, Dienstags, Mittwochs, Donnerstags; vorhergehenden Tage am Mittwoch, Nr. 2101-2900 am DonnersHerrn Dito Petersen( nicht Petermann) mitgeteilt, daß der Ver- für Männer: Freitags und Sonnabends. Alle, die von der un- tag, Nr. 2901-3700 am Freitag, Nr. 3701- Schluß und Nachzügler storbene absolut fein Trinter war und auch an jenem Tage nicht unentgeltlichen Impfung Gebrauch machen wollen, müssen sich durch der vorhergehenden Lage am Sonnabend. Der Verkauf von Sprotts Betrunken gewesen ist, sondern an einer schweren chronischen Herz eine Lebensmittellarte, Steuerzettel oder ähnliche Legitimation als büdlingen für die Marten 2901- Sluß findet von jetzt ab und Nierenkrankheit litt und auf dem Wege zur Arbeit von einem Berlin- Schöneberger Einwohner ausweisen. schon im Fishwarengeschäft Dtte, Chouffeestr. 44, statt. Es sind Herzschlage befallen wurde. ausreichende Vorräte verbanden, so daß jeder die ihm zustehende Menge bis Sonnabend erhält. Sin Anstellen vor Eröffnung des Badens ist daher zwecklos. Das Opfer einer Rauchvergiftung ist die 76 alte Arbeiterin Barbara Ehlert geworden, die in der Weger Str. 25 für sich allein obnte. Sie war seit einigen Tagen frant; als Hausbewohner sich wieder nach ihr umsaben, fanden sie fie tot im Bette liegen. Die ganze Stube war mit Rauch angefüllt, der Fußboden brannte und schwelte. Während die Kranke hilflos oder schlafend im Bette geIegen hatte, waren glühende Kohlen aus dem Ofen gefallen und hat den Fußboden entzündet. Ein größerer Brand entstand am Montag in der Moritstr. 5. Dort war Feuer ausgefommen, das an Prepfohlen reiche Nahrung fand. Es brannte im Keller, Erdgeschoß und im ersten Stockwerk unter großer Qualmentwidlung. Die Feuerwehr hatte sechs Stunden au tun. Das Feuer soll unter einer Kochmaschine im rechten Seitenflügel entstanden sein. Die Flammen sind dann nach dem Erd geschoß durchgekommen und haben dort Koblen erfaßt. Der Schaden ist erheblich. Bon einem Straßenbahnwagen überfahren und getötet wurde die 11 Jahre alte Tochter der Witwe Scheidelisch aus der Donaustraße 128 zu Neukölln. Die Kleine geriet, als fie an der Ecke der Berliner und Hobrechtstraße den Damm, überschreiten wollte, unter die Räder. Man mußte den Wagen anheben, um die Aermste zu befreien. Sie starb nach ganz kurzer Zeit. Totgefahren. Am Montagabend wurde beim lleberschreiten des Fahrdammes in der Lindenstraße Ede Neuenburger Straße der Rentier Beigmann, Neuenburger Straße 38, von der Straßenbahn überfahren. Als die Feuerwehr ihn unter dem Motorwagen hervorgeholt hatte, zeigte sich, daß der Mann bereits tot war. Dem Führer des Wagens trifft, wie uns mitgeteilt wird, feine Schuld. Er bat sofort alle Hebel in Bewegung gejezt um den Wagen zu bremsen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Neue Lebensmittel- Zusakkarten für Wilmersdorfer Kranke. In der Zeit von Dienstag, den 13., bis Sonnabend, den 17. März, gelangen in Wilmersdorf folgende Lebensmittel- Zusaglarten für Krante und Refonvaleszenten zur Ausgabe: Milchkarten für April an Krante, die an die Brotfommission verwiesen sind, durch diese gegen Vorzeigung der amtlichen Benachrichtigung; ferner Milchkarten an alle übrigen Kranken durch die Abteilung für Krankenernährung des Charlottenburg. Mittwoch, den 14. März, abends 8 1hr, im Lebensmittelamts, Wilhelmsaue 114/115; Zufag- Fett, Fleisch- usw. Volkshaus, Rosinenstr. 4, Borderhaus 1 Treppe lints: GemeinKarten durch die Abteilung für Krankenernährung. Wer sich nicht streng an die vorgeschriebene Ausgabeordnung hält, muß mit wereins. Mitgliedsbücher sind nutzubringen und dem Kassierer vorAb- chaftlicher Bablabend des Sozialdemokratischen Wahlfertigung erst nach dem 17. März rechnen. Bankower Lebensmittelnachrichten. In der laufenden Woche zulegen aus verwaltungstechnischen Gründen. Es wird auf vollwerden auf die Kartoffelkarte brei Pfund und auf die Zusatzähliges Erfeinen gerechnet. Ale arteigenessen, die auf dem tartoffelfarte zwei Pfund kartoffeln abgegeben. Auf Boden der Gesamtpartei stehen, aber den Anschluß an unseren Abschnitt 80 der alten Rebensmittelfarte gelangen vier Pfund Wahlverein noch nicht vollzogen haben, find hiermit eingeladen, entRohlrüben zur Ausgabe. Auf Abschnitt Nr. 1 der neuen weder ihren Uebertritt oder die Neuanmeldung im Zahlabend zu Lebensmittelfarte werden in nächster Zeit( der Verkaufstermin wird bewirken. noch besonders bekannt gegeben) 150 Gramm Maizena Für den Vorstand: Johann Schneider. ( Mais- Puder) zum Preise von 45 Bf. abgegeben. Die AbRaulsdorf- Biesdorf. Mitgliederversammlung, Mittwoch, den gabe erfolgt nur in den durch entsprechende Aushängeschilder gelennseichneten Geschäften und fann in legteren vom 18.- 15. März der 14. März, abends 81% Uhr, im Lokale von Hampel, Standorf, Bezugsabschnitt 1 abgeliefert werden. Nachträglich fann dies nicht Hönewer Str. 5. Borwärts"-Leser sind als Gäste willkommen. mehr geschehen. Die Bare muß dann spätestens eine Woche nach Die Bezirksleitung. anberaumtem Verkaufstermin vom Verkäufer gegen Abtrennung des Duittungsabschnittes 1 in Empfang genommen sein. 17 Aus aller Welt. Lebensmittelnachrichten aus Niederschönhausen. Die Kartoffelmenge wird auch hier jest auf 3 Pfd. pro Woche herabgesetzt, wofür die Kohlrüben auf 7 Pfd. erhöht werden. Ein Posten Zimt in Raybmord. In München wurde Sonntagnachmittag die in den Stangen, Gewürznellen und Gewürzkörner ist durch den Lebens- achtziger Jahren stehende Privatieriitwe Victorie Schweickert mit mittelausibus ertoorben und fommt demnächst zur Verteilung. Der schweren Stopfberlegungen in ihrer Küche aufgefunden und starb Verkaufspreis beträgt 11 M. für das Pfund, es werden jedoch nur bald darauf, das Dienstmädchen war weggelockt worden. Der Täter Heine Menge abgegeben. Da sich nach geräucherten Matrelen eine ist unbekannt. große Nachfrage eingestellt hat, wird die Räucherung jezt in Großer Geldviebstahl. Zwei ständige Arbeiter des Münchener Sauerkohl kommt töniglichen Hauptmünzamtes haben nach und nach für etwa größerem Umfange fortgesetzt werden. voraussichtlich bom Mittwoch ab gum Berkauf. Die 12 000. Gold und Mingen entwendet. Die Täter sind verhaftet. Revision im Schiffmannprozeß. Der Grundjiüdsipekulant Leo Soiffmann, der nach einer vier Monate dauernden Schwvurgerichtsverhandlung wegen Konfursverbrechens zu einer Zuchthaus verurteilt ist, hat gegen Urteil bas Rechtsmittel der Revision eingelegt. Auch grau en Mittelſtüde der 107. Breifartenwoche berechtigen zum Be- Das Gelb ist zum größten Zeil beigebracht. 1½½ Jahre Gefängnis erhielt, hat von dem Rechtsmittel Gebrauch zuge von 250 Gramm Gerstengrüße und 40 Gramm Suppengemacht. Die Revision des Schiffmann soll sich auf einige formelle fabritat( Gerstengraupenfuppe). Wer diese Ware beziehen will, muß Berstöße und auf Beschränkung der Verteidigung, die insbesondere das Brotkartenmittelstück der 107. Woche bis spätestens Diens in dem Schreibberbot erblickt wird, stügen. Auch das erste Urteil tag, den 13. März, mittags 12 Uhr, bei demjenigen gegen Schiffmann, durch das er von der Straffammer wegen Be- Händler abgeben, von dem er die Ware beziehen will. Der Händler hat hierfür eine Empfangsbescheinigung auszustellen. Der Preis fruges zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde, unterliegt jest beträgt für Gerstengrüge 30 ff. das Pfund, Suppenfabrikat der Nachprüfung beim Reichsgericht. Schiffmann ist daher immer 40 Gramm 5 Pf. noch Untersuchungsgefangener. Aus den Gemeinden. Neuköllner Lebensmittelnachrichten. In dieser Woche lönnen vier Pfund Koblrüben entnommen werden, außerdem werden in den städtischen Verkaufsstellen an die Familien bestehend aus vier Personen zwei Pfund Sauerfohl abgegeben. Die Bekanntmachung über die Reihenfolge des Verkaufs hängt in den Schaufenstern der Verkaufsstellen aus. Die Eröffnung der 7. Schöneberger Verkaufsküche auf dem Marktvlag in der Eberstraße ist für den 13. März in Aussicht genommen. Ende März soll dann die letzte der Baracken auf dem Winterfeldplatz der Benußung übergeben werden. Unentgeltliche Impfung in Berlin Schöneberg. In Berlin Schöneberg ist bis jetzt fein Bodenfall vorgekommen. Troßdem hat sich der Magistrat veranlaht gefeheit, eine öffentliche Jumpfstelle zur unentgeltlichen Impfung einzurichten. Das Impflotal ist Mühlen sirage 15 in der Turnhalle der Fortbildungsschule. Die Impfungen Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Kohlenfuticher August Thiergart am 8. März im Alter von 65 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 13. März, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen balle des Streuzfirchhofes, Mariendorf, Eisenacher Straße, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Kohlenfutscher att August Blümchen 9. März in Mter von 67 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 13. März, nachmittags 3 Uhr, von der Zeichenballe bes Marthafirchhofes in Ahrensfelde aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Max Hennig von der Firma Läser u. Lewin, Berlin, Zimmerfirage, am 9. März im Alter von 35 Jahren ver storben ift. am Die Beerdigung findet Donnerstag, ben 15. März, nach mittags 2 1hr, von der Zeichenhalle bes Elifabethtirchhofes, Mollanfftraße 66, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Die Bezirksverwaltung. Nach kurzem, aber schwerem Leiden starb am 10. März 1917 unier lieber unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Dufel, der Händler 54A Max Bölling im 33. Lebensjahre. Er folgte seinem Bruder Friz nach 17 Monaten. Dies geigen tiefbetrübt an bie Eltern Friedrich Bölling u. Frau und Bruder Huge und Martha. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, ben 14. März, nachmittags 2, Uhr, von der Leichen halle des Gemeinde- Friedhofes Reinidendorf, Humboldiftraße, aus statt. Kranken-, Sterbe- n.Zuschußkasse für männl. Personen aller Berufe Groß- Berlin. Am 8. März verstarb unser Mitglied, der Hutmacher Wilhelm Kliem. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 3, 1hr, auf dem St. Sebastian- Kirchhof in Reinidendorf, Humboldtstr., statt. 290/5 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Eduard Lemmin am 5. März gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Gesangverein ,, Immergrün", Tegel M. d. A.-S.-B. Am Freitag, den 9. März, entschlief nach langen, schweren Lei den unser altbewährter Sanges bruder, der Gastwirt 1996b Ernst Rentner. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. J. A.: Der Vorstand. Stumm schläft der Sänger. Am Freitag, den 9. März d. J., morgens 5 Uhr, entfchlief fanft nach langen, schweren Lein unser berzensguter, freusorgender Bater, Sohn, Bruder, Großvater, Schwole gervater, Schwager und Enkel, der Gemeindevertreter, Gigentümer und Restaurateur Herr Ernst Rentner im 55. Lebensjahre. 1995b Dies zeigen mit der Blite um stilles Beileid an die tieftrauernden Hinterbliebenen Adolf Rentner, Charlotte Rentner, Frik Berge, Räte Bergé geb. Rentner im Namen der übrigen Angehörigen Berlin- Tegel, den 10. März 1917. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 13. März, nach mittags 3, Uhr, von der Zeichenballe des Gemeinde Friedhofes in Tegel aus ftatt. Die Abgabe von Haferfladen wird versuchsweise folgender maßen geregelt: Die Abgabe für Kinder bis zu 2 Jahren erfolgt in der Engel- Apotheke gegen Vorlage eines Ausweises über das Alter ( Geburtsurkunde) und der hiesigen Lebensmitteltarte. Für alle anderen Berionen im Gemeindeladen, Trestowstraße, gegen Vorlage eines ärztlichen Attestes und ebenfalls der Lebensmittelfarte. Mehr als Pfund pro Woche für die Person wird nicht abgegeben. Streichhölzer bis zu 2 Bateten a 75 Bf. werden vom Mittwoch ab auf Lebensmittelfarte abgegeben. Lebensmittelabgabe in Brit. In der laufenden Woche gelangen in der Berkaufsstelle der Gemeinde zum Verkauf: Auf Abschnitt 15 Graupen( für jede Person/ Pid.), auf Abschnitt 16 Sprottbüdlinge( für jede Person 1 Stüd), auf Abschnitt 17 Leberwurst- Pastete ( jeder Haushalt eine Dofe), auf Abschnitt 18 Bouillouwürfel( jede Person drei Stück), auf Abschnitt 19 Mehl( jede Person 200 Gr., nur bei den Kleinhändlern), auf Abschnitt 20 Sonderzuteilung. Gegen Vorlage der Lebensmittelfarte, jedoch ohne Abschnitt, werden abgegeben: Streichhölzer, Salz, Zwiebeln, Fruchttreube, Pfeffer und Salmial Waschmittel. Die Abgabe der Waren erfolgt für die Lebensmittelausweise Am Freitag, den 9. März, berstarb nach langen, schweren Leiden unser lieber Freund, der Restaurateur Ernst Rentner 187a im 55. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Stammgäfte. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 13. März, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenballe des Gemeindefriedhofes in Tegel aus ftatt. Sierdurch allen Freunden und Belannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Bräutigam, der Tischler Bruno Schmoock am Sonntag, den 11. März, nach längerem Leiben sanft entschlafen ift. Im stille Teilnahme bitten Familie Albert Schmoock. Martha Benisch. Die Beerdigung findet am Donnerstag nachm. 4, 1hr, auf dem Städt. Friedhof in Friedrichs 19995 felbe ftatt. Als Opfer des 28eltkrieges fiel am 28. Februar 1917 burch Granattreffer unser geliebter Sohn Wilhelm Fröhlich Inhaber des Eisernen Kreuzes, 2. Garde- Regiment, 3. Komp., 72A im 28. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz Wilhelm Niendorfu. Frau geb. Fröhlich, Berlin- Schöneberg, Sedanstr. 13. Danksagung. Allen denen, die unserem Sohne Robert Die legle Ehre erwiesen haben sowie für alle Stranzspenden jagen wir unferen innigsten Dant 33A Adolf Eulenfeld und Frau, Boedhitr. 5.. Briefkasten der Redaktion. 2. W. 187. Für Mannschaften trifft das nicht zu, nur für Unter23. 3. 38. 1. Das fönnen wir nicht mit Bestimmtheit sagen; offiziere. 3. 35. Die Zeuerungszulage bezog sich nur auf Staatsbeamte. loviel uns befannt ist, foll es nicht geschehen. 2. Wahrscheinlich bei der Polizeibehörde in Spandau. 3. 8. 1874. Wenden Sie sich an den 3. N. 84. 1. Herzkraut, dienstVerband der Laubenkolonisten, untauglich. 2. Nachmusterung fann erfolgen. 28. C. 5. 10. 1. Der Antrag kann schriftlich erfolgen. 2. Nein. 3. Ja. 4. Nein. 5. Ja. 6. Die Rente erlischt deshalb nicht ohne weiteres. In dem Falle fann Entziehung der Rente erfolgen; Sie sind als Invalidenrentner nicht versicherungspflichtig. 7. Nach Berlegungen oder Krankheiten zurüdgebliebene Schwäche eines größeren Gelentes. 3. 70. 1. Unterstütung müßte bis zunt 15. März gezahlt werden. 2. Ja. 3. Pref. Sommerfeld, Turmstr. 3. mündlich in der Sprechstunde geben. A. G. 35. Bir tönnen Ihnen nähere Erklärungen darüber mir 5. 116. 1. Die Stinder find verpflichtet, am Religionsunterricht teilzunehmen. 2. Sie müssen die Lehrbümer Dazu laufen. Abonn. Poiss. B. 41. 1. Ja. 2. und 3. Dent Seppich müßten Sie einem Reinigungsinstitut überweisen. Sie tönnten event. einen Versuch mit warmem Salmiakwaffer machen. A. B. 43. Ja. urnen der 1. und 3. Frauenabteilung in der Turnhalle Thomasstraße Freie Turnerschaft Neuköln Brik. Bas Deffentliche fann heute nicht stattfinden, da die Schulen wegen Stahlenmangel geschlossen find. Der Zeitpunkt des späteren Stattfindens reird noch bekannt gegeben. bis wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland Mittwoch mittag. Ziemlich imild, zeilweise hetter, jedoch überwiegend bemölft mit geringen Niederschlägen. Baugenossenschaft Ideal Sozialdemokratischer Verein für eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Berlin V. Sounabend, den 17. März 1917, Mittwoch, den 14. März 1917, abends S, 1hr, abends pünktlich 8, hr, C in der Ideal Klause, Neukölln, Mareschstraße 14/16: General- Versammlung. Zagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Borstandes über das 10. Geschäftsjahr 1915/16. 2. Beschlußfassung über die Bilanz und Gewinnverteilung; Entlastung des Borstandes. 3. Verlesung des Revisionsberichts. 4. Ergänzungswahl zum Borsland. 5. Wabl von Ersaßmännern zum Aufsichtsrat. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. 105/6 Der Aufsichtsrat der Baugenossenschaft Ideal", eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Emil Buly. Borsigender. Ungeahnte ErwerbsMöglichkeiten bietet die nächste Zukunft. Eine tiefgreifende Änderung unseres gesamten Wirtschaftslebens, ein gewaltiger Aufschwung unserer Industrie u. des Handels steht bevor, und es werden überall geschulte Kräfte gesucht sein. Angehörige technischer Berufe 1. Handwerker sollen nicht versäumen, Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten der kommenden Zeit anzupassen, um teilzunehmen an den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen. Das beste Mittel, rasch und gründlich, ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht eine gründliche Ausbildung in technischen Wissenschaften zu erwerben, sind die technischen Selbstunterrichtswerke ,, Syst. Karnack. Hachfeld". 80 S. starke Broschüre kostenlos. Bonness& Hachfeld, Potsdam. Pestfach 167 Haben Sie Frost? Nervöse an Händen, Füßen u.Ohren Reichel's Frostikon- Balsam beseitigt Frostbeulen, Röte und Jucken. FL 1.Reichel's Frostikon- Salbe gegen wunde, aufgebrochene Frostschäden M. 1 Wirkung schnell n. sicher? Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnst, 4. Störungen u. Erregungszustände, Schlatlosigkeit, nervöse Serzbe schwerden. Reichels„ Baldra ment"( reiner flanzenauszug), ein ungemein beruhigendes, heil fam wirkendes Spezifikum d. natürl. Mediz. f. d. Nerven. Fl. 2.50 M. Wo nicht erhältlich, wende matt fich an Otto Reichel, Berlin 48 Eisenbahnstr. 4. Unionsfäle, Greifswalder Str. 222: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Landtagsabgeordneten Paul Hirsch über Preußen in Deutschland. 2. Diskussion. Agitation. Vereinsangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet 223/1 Der Vorstand. Elektrolyt Georg Hirth hebt die Verdauung und fördert ben Stoffwechsel. Birft. Belebend auf ben ganzen Organismus. Ein Verfuch überzeugt. In Pulver u. Tablettenpadungen für 50 Pfg. bis Mt. je na Quantum in den Apothefen ber bireft von der Ludwigs Ripothefe, München 5, Neubauserfir. 8. Kennen Sie die Wohltat + Kennen Siedie Wohltat einer Leibbinde? Sämtliche Systeme am Lager resp. nach Maßanfertigung sowie aller Bruchbandagen Art Artikel z. Gesundh.- u. Krankenpflege Spezial- Arzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 Direff am Stadtbahnhof Behandl. von Syphilis, Haut-, Harn-, Frauenleid., spez.chron. Fälle. Chrlich- Hata- Kuren, schmerzPollmann, Bandagist leigefte Sehandlung ohne BeBerlin N., Lothringer Str. 60. Lieferant für Krankenkassen. Botenfrauen sucht für Bezirk Kaijerin- Augusta- Allee, Lohn 42 Mart, Borwärts", Charlottenburg, Sejen heimerstraße 1. Oskar Wollburg Trauer- Magazin gegründet 1896 Brunnenstr. 56-57 Große Auswahl in Schwarzer Konfektion. Auf Wunsch Mahanfertigung in 8 Stunden. Alen derungen fofort u. gratis. Auswahlfendgn.bereittvilligst. Fernsvr. A. Norden 8540. rufsstärung Blutuntersuchung. May. Breise. Zelzahlung. Sprechstunden 10-1 und 5-8, Ssnitt. 11-1. Spezialarzt Dr. med. Colemann f.Geschlechtskrabkk., Haut-, Harn-, Frauenleid., nerv. Schwäche, Beinkranke, Ehrlich- Hata- Kuren ( Dauer 12 Tage). Behandlung sehnell, sicher u. schmerzlos oh.Berufsstör. i.Dr.Homeyer & Co. konz. Labor. f. Blut unters., Fäden im Harn usw. gegenüber Friedrichstr. 81, Panoptikum KORIST. 34-6, Friedrichstr Ecke Neue Spe. 10- a. 3-6, Sonnt. 10-1 Nenerar arüßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Für Feldsoldaten! n Freien Stunden. Deutsch- Polnisch 155. Romane und Grzählungen für Deutsch- Französisch 15 Pfg. das arbeitende Boll. Pro Heit 15 Pf. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW, 68, Lindenstraße& Bolhendong Vorwärts Sechste Kriegsanleihe 5% Deutsche Reichsanleihe. 4%% Deutsche Reichsschahanweisungen, auslosbar mit 110% bis 120%. Zur Bestreitung der durch den Krieg erwachsenen Ausgaben werden weitere 5% Schuldverschreibungen des Reichs und 4%% Reichsschaganweisungen hiermit zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Das Reich darf die Schuldverschreibungen frühestens zum 1. Oftober 1924 fúndigen und fann daher auch ihren Zinsfuß vorher nicht herabsetzen. Sollte das Reich nach diesem Zeitpunkt eine Ermäßigung des Binsfußes beabsichtigen, so muß es die Schuldverschreibungen fündigen und den Inhabern die Rückzahlung zum vollen Nennwert anbieten. Das gleiche gilt auch hinsichtlich der früheren Anleihen. Die Inhaber fönnen über die Schuldverschreibungen und Schabanweisungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit( durch Verkauf, Verpfändung usw.) verfügen. Die Bestimmungen über die Schuldverschreibungen finden auf die Schuldbuchforderungen entsprechende Anwendung. 1. Annahmestellen. Beichnungeffeffe ift bie Reichebant. Beichnungen werben Bedingungen. weitere Rünbigung ist nicht zufäffig. Die Rünbigungen müssen spätestens fechs Monate bor ber Rüdjahlung und bürfen nur auf einen Bins. termin erfolgen. Für die Berginfung der Schahanwelfungen und ihre Tilgung durch Austofung werden jährlich 5% bom Rennwert ihres ursprünglichen von Donnerstag, den 15. März, bis Montag, den 16. Apríl 1917, mittags 1 hr Betrages aufgewendet. Die ersparten Binfen von ben ausgeloften bei dem Rontor der Reichshauptbant für Wertpapiere in Berlin( Poftfchedfonto Berlin Rr. 99) und bel allen 3 welganstalten der Reichsbant mit Raffeneinrichtung entgegengenommen. Die Beichnungen fönnen auch burch Bermittlung der Königlichen GeeHandlung( Preußischen Staatsbanf), ber Preußischen Central. Genossenschaftstaffe in Berlin, ber Röniglichen Hauptban? in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten, fowie fämtlicher Banten, Banfiers und ihrer Filialen, sämtlicher öffentlichen Spartassen und ihrer Verbänbe, feber Lebensversicherungsgesellschaft, jeber Krebitgenossenschaft unb jeber Doftanstalt erfolgen. Wegen der Postzeichnungen siehe Biffer 2. Beichnungsscheine sind bei allen vorgenannten Stellen zu haben. Die Zeichnungen fönnen aber auch ohne Berwendung von Zeichnungsfcheinen brieflich erfolgen. 2. Einteilung. Zinsenlauf. Die Schulbverfchreibungen find in Stüden zu 20 000, 10 000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 unb 100 Mart mit 3ins fcheinen, zahlbar am 2. Januar und 1. Jull jebes Jahres, ausgefertigt. Der Zinsenlauf beginnt am 1. Juli 1917, der erste Binsschein ist am 2. Januar 1918 fällig. Die Ghahanweisungen find in Gruppen eingeteilt und in Studen zu 20000, 10000, 5000, 2000 unb 1000 Mart mit bem gleichen Zinsenfauf und den gleichen Bindterminen wie die Schuldverschreibungen aus gefertigt. Belcher Gruppe die eingefne Schahanweifung angehört, ist aus ihrem Tegt ersichtlich. 3. Einlösung der Schabanweisungen. Die Schahanweisungen werden zur Einlösung in Gruppen im Januar und Jull jedes Jahres, erstmals im Januar 1918, ausgeloft und an bem auf die Auslosung folgenden 1. Juli ober 2. Januar mit 110 Mart für je 100 Mart Rennwert zurüdgezahlt. Ce werben jeweils so biele Gruppen ausgeloft, als bles bem planmäßig zu Hilgenden Betrage von Shahanweisungen entspricht. Die nicht ausgeloften Schahanweisungen sind seitens des Reichs bis zum 1. Juli 1927 unfündbar. Früheffens auf diesen Zeitpunkt ist das Reich berechtigt, sie zur Rüdzahlung zum Nennwert zu fündigen, jedoch dürfen die Inhaber alsdann statt ber Barrüdzahlung 4%.ige, bei ber ferneren Auslosung mit 115 Mart für je 100 Mart Nennwert rüdzahlbare, im übrigen ben gleichen Tilgungsbedingungen unterliegende Schahanweisungen fordern. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung ist das Reich wieder berechtigt, bie bann noch unverloften Shakanweisungen zur Rüdzahlung zum Rennwert zu fündigen, jeboch dürfen alsdann ble Inhaber statt der Barzahlung 3% ige mit 120 Mart für je 100 Mart Rennwert rüdzahlbare, im übrigen ben gleichen Tilgungsbedingungen unterliegende Ghahanweisungen fordern. Cine Ghatanweisungen werben zur Einlösung mitverwendet. Die auf Grund der Kündigungen vom Reiche zum Rennwert zurüdgezahlten Schah anweisungen nehmen für Rechnung bes Reichs weiterhin an ber Berginfung und Auslosung teil. Am 1. Juli 1967 werben bie bis bahin etwa nicht ausgeloften Schahanwelfungen mit dem alebann für bie Rüdzahlung ber ausgeloften Schaganweisungen maßgebenden Befrage( 110% 115% ober 120%) surüdgezahlt. 4. Beichnungspreis. Der Belohnungspreis beträgt: " für die 5% Reichsanleihe, wenn Stüde berlangtwerben 98,- Mart, ' ww.5% wenn Eintragung in bas Reichsschuldbuch mit Sperre bis zum 15. April 1918 beantragt wird... 4% Reichsfahanweisungen. 〃 97,80 Mart, 98,- Mart für je 100 Mart Rennwert unter Berrechnung ber üblichen Stüdzinsen. 5. Buteilung. Stüdelung. Die Butellung finbet tunlichst balb nach dem Beichnungsschluß ftatt. Die bis zur Buteilung schon bezahlten Beträge gelten als boll zugeteilt. Im übrigen entscheidet ble Belchnungsstelle über die Höhe ber Butellung. Besondere Wünsche wegen ber Stüdelung find in bem bafür vor gesehenen Raum auf der Borderseite bes Beichnungsscheines anzugeben. Werben berartige Wünsche nicht zum Ausbrud gebracht, so wirb bie Stüdelung von ben Bermittlungestellen nach Ihrem Ermessen vor genommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stüdelung fann nicht stattgegeben werben*. Zu allen Schatzouweisungen fotoh! wie zu ben Stiden ber eldanleihe von 1000 Mart unb mehr werben auf Antrag vom Reichebant Diretorium ausgeffelite 3wischenfeine ausgegeben, über beren Umtausch in endgültige Stüde bas Grforderliche fpäter öffentlich bekanntgemacht wird. Die Etüde unter 1000 Dtart, su benen Zwischen fcheine nicht vorgefeben finb, werben mit möglichster Befchleunigung fertiggeffefft and voraussichtlich im Geptember b. 3. ausgegeben werben. ollube 6. Einzahlungen. Die Zeichner fönnen bie gezeichneten Beträge bom 31. März b. 3. an boll bezahlen. Die Berzinsung etwa fchon vor biefem Tage be zahlter Beträge erfolgt gleichfalls erst vom 31. März ab. Die Zeichner find verpflichtet: " " " 2 30% bes zugeteilten Betrages spätestens am 27. April d. 3., 20%# 24. Main 25%" # 21. Juni 25%" # 18. Juli#w " " P " zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen find zulässig, jedoch nur in runden burch 100 teilbaren Beträgen bes Rennwerts. Auch auf bie fleinen Zeichnungen find Teilzahlungen jeberzeit, indes nur in runden durch 100 tellbaren Beträgen des Rennwerts gestattet; doch braucht bie Bahlung erft geleistet zu werden, wenn die Summe der fäffig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mart ergibt. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei ber die Zeichnung angemeldet worden ist. Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schahscheine des Reiche werden unter Abzug von 5% Distont vom Bahlungstage, frühestens aber vom 31. März ab, bis zum Tage ihrer Fälligkeit in Zahlung genommen. 7. Poffzeichnungen Die Poftanstalten nehmen nur Zeichnungen auf die 5% Reichs. anteihe entgegen. Auf diese Zeichnungen fann die Bollzahlung am 31. März, fie muß aber spätestens am 27. April geleistet werden. Auf bis zum 31. März geleistete Vollzahlungen werden Zinsen für 90 Tage, auf alle anderen Bollzahlungen bis zum 27. April, auch wenn sie bor biefem Tage geleistet werben, 3infen für 63 Tage vergütet. 8. Umtausch. Den Zeichnern neuer 41% Schabanweisungen ist es geftattet, baneben Schulbberschreibungen und Schahanweisungen der früheren Kriegs. anleihen in neue 41% Ghazanweisungen umzutauschen, jedoch fann jeder Zeichner höchftens boppelt so viel alte Anleihen( nach dem Nennwert) zum Umtausch anmelden, wie er neue Schahanweisungen gezeichnet hat. Die Umtauschanträge find innerhalb ber Zeichnungsfrist bel berjenigen Zeichnungs- oder Bermittelungsstelle, bel ber bie Schatzanweisungen gezeichnet worden sind, zu stellen. Die alten Stüde find bis zum 24. Mai 1917 bel ber genannten Stelle einzureichen. Die Einreicher der Umtauschftüde erhalten zunächst Zwischenscheine zu ben neuen Schahanweisungen. Die 5% Schuldverschreibungen aller vorangegangenen Kriegs. anleihen werden ohne Aufgeld gegen die neuen Schaganweisungen umgetauscht. Die Einlieferer von 5% Shazanweisungen der ersten Kriegsanleihe erhalten eine Vergütung von M. 1,50, bie Einlieferer von 5% Shakanweisungen der zweiten Kriegsanleihe eine Vergütung bon M. 0,50 für je 100 Mart Nennwert. Die Einlieferer von 4%,% Ghakanweisungen ber vierten und fünften Kriegsanleihe haben 2. 3,-für je 100 Mart Nennwert zuzuzahlen. Die mit Januar/ Jull- Zinsen ausgestatteten Stüde find mit 3ins fcheinen, bie am 2. Januar 1918 fällig find, die mit April/ Oftober Binfen ausgestatteten Stüde mit 3insscheinen, die am 1. Oftober 1917 fällig find, einzureichen. Der Umtausch erfolgt mit Birtung vom 1. Juli 1917, so daß die Einlieferer von April/ Oftober- Stüden auf Ihre alten Anleihen Stüdzinfen für 4 Jahr vergütet erhalten. Soffen Schuldbuchforderungen zum Umtausch verwendet werden, fo ist zubor ein Antrag auf Ausreichung von Schuldverschreibungen an die Reicheschuldenverwaltung( Berlin SW 68, Oranienstraße 92/94) zu richten. Der Antrag muß einen auf den Umtausch hinwelfenben Bermert enthalten und spätestens bis zum 20. April d. 3. bei der Reichsschuldenverwaltung eingehen. Daraufhin werden Schuldverschrei bungen, bie nur für den Umtausch in Reichsschahanweisungen geeignet finb, ohne Zinsscheinbogen ausgereicht. Für die Ausreichung werden Gebühren nicht erhoben. Eine Zeichnungssperre steht dem Umtausch nicht entgegen. Die Schuldverschreibungen sind bis zum 24. Mai 1917 bei den in Absatz 1 genannten Zeichnungs- oder Vermittlungsstellen einzureichen. * Die zugeteilten Stüde sämtlicher Kriegsanleihen werben auf Antrag der Zeichner don dem Rontor der Reichshauptbant für Wertpapiere in Berlin nach Maßgabe seiner für die Nieberlegung geltenden Bedingungen bis zum 1. Oftober 1919 vollständig fostenfrei aufbewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Nieberlegung nicht bebingt; ber Zeihner fann fein Depot jeberzeit auch vor Ablauf dieser Frift zurüdnehmen. Die von dem Rontor für Wertpapiere ausgefertigten Depotscheine werben von den Darlehnstaffen wie bie Wertpapiere selbst beliehen. Berlin, im März 1917. Reichsbant- Direktorium. Savenstein, v. Grimm.