Ur. 73. 34. Jahrs. Adonoementz-Keäingungtn: kdorinemeMS- BrnS drSnumermido LitrteljShrl. S.S0 Ml. cwnatl. U30 3X1. «öchemlich 80 Bis- tra mZ frani. Einzelne Summet ö Sig. konntagS» tuimmet mit üluftnctiet gonmno»« Beilage.Die Seue 3BeU* 10 Sfg. Poll- Abonnemcnl: 1.30 Mark Uro Monat. Eingerragen in die Posl. Ieuung�« Piciöliiie. Unter Kreuzband rät DeMichiand urid Oeslerteich. Ungarn LL0 Marl, fnr dag übrige Suiland » Mari vro Monat. Bostabonnemem» nehmen an Belgien. Dänenlars, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Kumämcn. Schweden Und die Schwerz. critdeibl UgNch. s S Pfennig) Vit Inferttons-GebQbr betrügt iür die lechSgeldaltene«olonel- zeile ober deren Raum CO Bfg, für kelitilche und gelnersichaftliche Bercing- ilnd Bersammlnngb-ilnzelgen 30 Psg. „Meine Zlnreigen". das lettgedruSte Kort ZO Big.(zuläffig 2 iettgedrurkte tSortes. jedes weitere K-ert 10 Psg. Eleilengesuche und Schiri, stell enan- zeigen da» erste Wort 10 Big., jedes »eitere Wort 5 Bjg. Worte über IL Buchstaben zählen iür zwei Werte. Inserate iur die nächste Nummer ntügcn di» K Nbr nachmittags in der Exdedition »»gegeben werden. Tie Exbedition ijt bis 1 Uhr abends gcöjjna Derlinev OolKsblclkt. Zcntralorgan der rozialdcmokrati fd�cn Partei Redaktion: EW. HS» Linüeastratze Z. Sernivrecher: Ami Morttzvlatz, Sir. IM 90—151 97. Expedition: Ew. HS» Linöcnstraße z. Skernivrecke»: Amt Moritzvlatz, Sir. 151 90—151 97. Oer KeichsKsnÄer gegen das Herrenhaus. Sethmanns Zreiheitsgelöbnis. Es sind gestern scharfe Worte über das Herrenhaus gc- fallen, Worte, die auch unserm Urteil über dieses Institut entsprechen, aber letzten EndcS hat es mit seinem halsstarrigen Beschluß in der Diötcnvorlaac doch nur als ein Teil jener Kraft gewirkt, die stets daS Böse will und stets das Gute schafft. Wahrscheinlich wird es spätere Betrachtung ein- mal als Segen preisen, daß die Zitadelle, das Kcrnwerk der weitläufigen reaktionären Festung Preußen im dritten Kriegs- jähr provozierend die Aufmertsamkeit aus sich gelenkt hal. Tie Ablehnung der Diätenvorlagc war eine Provokation, deren Bedeutung aber weit über die der Materie hmausgtng. Nicht auf die Ablehnung eines Gesetzes dritten Ranges kommt es an, nicht einmal auf die verletzende Form der Ablehnung, ja selbst nicht auf die begleitende Rede eines Jorck von Warten- bürg. Das Entscheidende ist.der unausgesprochene, aber gleichwohl jedem politisch Denkenden sichtbare Wille, die der- kappte Drohung: s o werden wir euch künftig alles in Stücke schlagen, sto wird, wie daS Kleine auch das Große an unserem Widerstand zerschellen, so werden wir dafür sorgen, daß. wenigstens in Preußen kein Fünkchen der verheißenen Neuorientierung zur Tat wird. Tiesem Vorstoß gegenüber durste die Regierung nicht schweigen. Es toar ihre Pflicht und Schuldigkeit, zu zeigen, t>h etl'br«imH solch""> geoenüb?' rfff ihrem Programm ernst ijt, ob sie nicht das„New" des Herreiu Hauses als bequeme Kulisse nehmen wird, um dahinter ihr Rcformversprechen verschwinden zu lassen. Und das war doppelt notwendig, weil in den letzten Reden des Reichskanzlers von diesen künstsgen Dingen nur mit immer größerer Knappheit und in immer unklarerer Allgemeinheit die Rede gewesen war. als deren Wirkung schon hier und da Zweifel an der Ehrlichkeit seines Willens auftauchtcu. Der Reichskanzler hat gestern in seiner Eigenschaft als preußischer Ministerpräsident vor dem Abgeordnctenhause das Wort ergriffen. Mit dem Grundton seiner Rede— das soll offen ausgesprochen werden— darf man wohl zufrieden sein. Sie bedeutet daS umfaffcndste, eindringlichste und stärkste Bekenntnis zu der Notwendigkeit einer freiheitlichen Politik, das der Reichskanzler im Verlans des Krieges ab- gelegt hat. Denen, die immer behaupten, die Sozialdemo- kratic allein hätte durch den Krieg„umgelernt", während auf der Gegenseite alles beim alten geblieben sei, sollte diese Rede wie ihr Echo zu denken geben. Bethmann Hollweg erklärt sich für die Notwendigkeit einer freiheitlichen Entwicklung, nicht aus der Liebe zu irgendwelchen Theorien heraus, sondern aus der fach» lichen Ueberzeugung, daß wir anders nicht mehr werden leben können. Das ist ein Standpunkt. den wir seit jeher vertreten haben. Uns Sozialdemokraten sind die Worte Freiheit und Gleichheit niemals leere Begriffe gewesen, an denen wir auS theoretischer Liebhaberei gehangen haben. Sie waren für uns Fleisch und Blut, tiefste sachliche Notwendigkeit, lveil wir wußten, daß nur im Zustande der Freiheit und Gleichheit die besten Kräfte eines Volkes sich entfalten können. Aber heute, nach der Katastrophe des Weltkrieges, liegen die Tinge noch ganz anders. Es handelt sich nicht mehr darum. daß wir im Verlauf einer freiheitlichen Entwicklung gehobener und kulturell entwickelter werden leben können als bisher. fondern darum, daß wir ohne ein Höchstmaß mnerer Freiheit überhaupt nicht mehr werden leben und existieren können. Das ist es. was der Reichskanzler am gestrigen Tage ausgesprochen hat. und damit hat er den Redereien, welche die Neuorientierung verächtlich als ein„Geschenk" oder eine ..Belohnung" an unsere feldgrauen Brüder draußen abtun wollen, das denkbar stärkste Gegenargument entgegengesetzt: die Freiheit ist eine nationale Notwendigkeit, eine Forderung im Interesse der deutschen Selbsterhaltung. Und damit ist ein für Preußen bisher schier undeiikbarer Schritt geschehen: eine preußische Regierung hat die Freiheit als notwendige staatliche Grund- läge postuliert. Nach den Worten Bethmanns wird und muß man die Beseitigung des Dreiklassenwablrechts als h ö ch st e nationale Forderung aufpflanzen. Und wie inan früher sehr zu Unrecht die Sozialdemokratie als antinational verketzerte, weil sie bestimmte Forderungen der Regierung ablehnte, so werden nach der Bcthmannschen Begründung der Neuorientierung mit ganz anderem Recht künftig die Kreise als a n t i n a t i o n a l dastehen, welche sich der S p r e n- gung der preußischen Entwickeln ngsfesseln widersetzen. Denn sie entziehen uns die Grundlagen, ohne die wir nach dem Bekenntnis des Reichskanzlers künftig nicht als Kulturvoll werden leben können. Aber wer ist der Reichskanzler?-Die Frage ist schon gestern im Parlament aufgeworfen worden. Er kann, sagt man, wohl Versprechungen abgeben, an deren Ehrlichkeit nicht zu zweifeln ist. aber auf sein Verbleiben im Amte Hecken wir keinen Einfluß. Er kann am Tage, da er sich anschickt, sein Reformprogramm zu verwirklichen, entlassen werden; und man konnte gestern mich deutlich sein Todesurteil hören aus den« eisigen Schweigen der konservativen Rechten. In der Tat, den preußischen Konservativen ist es bisher noch immer gelungen, jeden Staatsmann zu beseitigen, der sich einmal ihre Feindschaft und ihren Haß zugezogen hatte. Aber daß ihnen das möglich war. lag doch bisher an einem besonderen Umstand. So wenig ins heule ein Staatsmann auf Grund des Willens und des Vertraniens des Volkes an den leitenden Platz gelangt ist. so wenig hat sich bis heut« dort einer die Liebe und Zuneigung des Volkes zu erwerben gewußt. Sein Geschick hing an ganz arckaren Fäden als dein Vertrauen der Massen. Mit völligem Gleichmut sahen diese den einen kommen, den anderen gehen. Und deswegen hatten gerade diese Kreis« ein leichtes Spiel, i Ob es ihnen aber ebenso leicht sein wird, einen Mann zu beseitigen. dessen Politik die überwältigende Mehrheit des Volkes anerkennt und durchzusetzen f e sk entschlossen i st? Wenn ja. dann nur nm einen Preis, der ihnen zehnmal so teuer zu stehen kommt, als wenn sie ihn im Amte belassen hätten. Bethmann kann eine sestc Stütze seiner Politik haben, qbgr die{*&■ er Politik, teeibt» boi der ihm die breite Maffe oes B altes folgen kann. Er m»i; einen Schlachtruf erheben, der begeisterick und mitreißend wirkt und stden Zweifel an seiner Ehrlichkeit benimmt. Dieser Schlachtruf aber kann nach Lage der Dinge nur sein: das allgemeine gleiche Wahlrecht für Preu- ßen. gerechte Wahlkreisein teil nng und Be- seiti gung des Herrenhauses. Der Reichskanzlei' hat auch gestern nichts über den Inhalt der von ihm an- gekündigten Wahlreform tierlautbaren lassen. Nach seinen eigenen Worten, dürfte er kein anderes Wahlrecht als das gleiche beantragen. Wer spricht:.„Niemand kann becur- spruchen, daß er etwas Mehreres, etwas Besseres täte, als der andere," der hat damit die beste Begründung des gleichen und die treffendste Widerlegung jedes abgestuften Wabl- recht-s gegeben. Jedes Kompromisseln in dieser Krage muß die Politik des Kanzlers selber treffen. Wenn seine Gegner ihn oft durch höhnische Vergleiche mit Bismarck herabzusetzen suchen, so soll er zeigen, daß er denselben Mut besitzt wie Bismarck, als dieser 1866 und 1876 ohne Scheu das g l e i che Wahlrecht in die Wagschale des neuen Reiches tvarf. Bringt Bethmairn diesen Mut nicht auf, dann wird ihn das Vertrauen des Volkes verlassen und die Reaktionäre werden leichtes Spiel mit ihm haben. Wir aber werden seinen Sturz nicht zu be- klagen brauchen, weil die EntWickelung auf jeden Fall über seinen Leichnam hinweggehen wird. Der Kanzler hat er- klärt, er werde sein Letztes darangeben, um seinen Ge- danken durchzuführen. Möge er vordem auch sein Letztes darangeben, ihn folgerichtig zu Ende zu denken. Am Schluß der Reichskanzlerrede steht ein Wort, das Be- achtung verdient. Bethmann erklärt:„Ich habe mit meiner Rede nichts gewollt, als meinen� Volke zu dienen." Für die Konservativen ist der leitende Staatsmann kein Diener des Volkes, sie betrachten ihn formell als den Diener des Fürsten und materiell als den Diener ihrer besonderen Interessen. Wenn er diese nicht fördert, so lautet gewöhnlich ihre erste Anklage auf Preisgabe monarchischer Interessen. Sie werden es Bethmann nicht verzeihen, daß er sich als Diener des Volles bekannt hat, werden dies als besonderes Mittel zu seinem Sturz auszunutzen suchen. Einen Marquis Posa läßt Schiller sagen:„Ich kann nicht Fürsteiidicner sein." Wir wissen nicht, wie weit Herr von Bethmann Hollweg mit dem Marquis Posa übereinstimmt. Aber über eins muß er sich klar sein: iver heute ein Diener des Volkes sein will, für de» muß jede, und auch die leiseste Dienern vor den Konscrva- tivcn aufgehört haben. Warum aber dann die Verzögerung der Reform bis nach dem Kriege? die Rebe öes Reichskanzlers. Ministerpräsident v. Bethmann-Hollwcg: Das Diätengesetz dicket nur den mittelbaren Anlaß zu der heutigen Debatte. Wir haben die Vorlage seinerzeit einge- bracht nicht a u's Liebedienerei zu hier und da geäußerten Wünschen dieses Hauses. Gegen diesen Vorwurf lege ich aus- drücklich Verwahrung ein. Wir haben sie eingebracht, um unerquickliche Differenzen mit einem großen Teil dieses Hauses zu beseitigen.(Sehr richtig!) Die Verständigung der Regierung mit der Mehrheit des Hauses war erfreulich. Das Herrenhaus hat die Vorlage abgelehnt. Dos bedaure ich und t>»r allem die F»rm, in der es von seinem Ablehnungsrechte Gebrauch gemacht Hai. lStürmischc-Z Bravo! links und im Zentrum.) DaS Diätengesetz kann erst wieder eingebracht werden, wenn eine neue Session des Abgeordnetenhauses eintritt. In Bewegung gesetzt sind ja auch die Geister nicht durch die Ablehnung der Vorlage selbst, sondern durch dieRedc im Herrenhaus.(Sehr richtig! links und im Zentrum.) Ich kann hier nicht gegen die im Herrenhaus ge- haltenen Reden polemisieren. Wenn ich hier zu der Sache spreche, so kann ich es nur tun unter Vermeidung jeder persönlich gefärbten Polemik. Ich kann nur meine Stellung zu den allgemein politischen Fragen präzisieren und viellesibi ergibt sich, daraus ein Gegensatz zu den Anschauungen des Herrenhauses. sHöri! hört! links.) Dazu bin ich verpflichtet, loeil die Ereignisse der letzten Zeit in einem Teil der Presse publizistisch in einer Weise ausgenutzt worden sind, die unsere innere Geschlossenheit nicht fördert und die gleidjgeitig Zweifel an meiner per sönlichen Auffassung von der Gesamtrichtung der inneren Politik, wie sie geführt werden muß, aufkommen lassen.(Lebhafte Zustimmung.— Der Ministerpräsident fährt mit erhobener Stimme fort.) Diese Zweifel mutz ich beseitigen. Zurückweisen will ich nur die sehr scharfe und bittere Kritik des Herrenhauses am Reichstage.(Stünnischer Beifall links und im Zentrum.) Ich halte es für die Aufgabe jedes Parla- mentes im Deutschen Reich. Rcichspvltlik zu kreiden. (vrbhasics Bravo! links und im Zentrum.) Reichspolitik muß mit um s o größere rKraft getrieben werden, der RcichSgedonkc muß um s o höher gehalten iverden, w eil wir uns in einem.Kri e g e befinden, in dem Inir um unspr Leben ringen.(Sehr richtig! links und im Zentrum.) Ter Reichstag hat in den jetzt bald drei Jahre» dieses Krieges dem Baterlandc, dem deutschen Volke Dienste geleistet, wir noch kein Parlament der ganzen Welt.(Stürmischer Beifall links und im Zentrum.— Zuruf: Die R ckchik e schweigt!) Ich habe mich das letzte Mal im Reichstage vor wenigen Wochen über die großen innerpolrtij'chen Fragen ausgesprochen. Ich habe dabei»reiner unerschütterlichen Ueberzeugung Ausdruck gegeben. daß das Erleben dieses Krieges zu einer Umgestaltung unseres inucrpolitischen Lebens in mancher Beziehung führen muß und führen wird.(Lebhasier Beifall links und im Jentrum), alle» Widerständen zum Trotz.(Er neuter Beifall links und im Zentrum.) Nun wird mir gesagt, und auch Dr. Pachnicke hat davon gesprochen: W a S nützen uns alle Worte, wir wollen Taten sehen.(Sehr richtig! links. Meine Herren von der Linken, ich kann Ihnen versichern. nichts wäre mir lieber, als wen» ich dir Absichten, die ich für das Heil unseres Vaterlandes für notwendig halte, baldmöglichst durch- führen könnte. Für die Herren auf der Linken bildet den Kern- Punkt ihrer Wünsche auf inncrpolitischcm Gebiet die Reform des preußischen Wahlrechts. (Sehr richtig! links.) Daß die Königliche StaatSregirruug eine Reform des Preusiischcu Wahlrechts vorschlage» wird, hat sie wieder holt in«nmisiverstäudlichcr Weise ausgesprochen. Sie hat aber auch der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß diese Reform für unS, die unzweifelhaft zu schweren inneren Kämpfen führen wird.' nicht zu einer Zeit in die Hand genommen werden kann, wo wir noch vom Feinde von außen berannt werden, weil wir in einer solchen Feil innere Kämpfe nicht ertrage» könne».(Sehr richtig und Wider spruch.(Das sollten gerade die Herren bedenken, die ganz radilale Wünsche inbezug aus da-5 Wahlrecht haben.— Wenn ich also die Taten aus den eben auseinandergesetzten Gründen nichl bringen kann, soll cS dann helfen, wenn ich Einzelheiten sage über den Inhalt einer Reform zu einer Zeit, iv o i ch noch n i cki t weiß, wieviel Monate vergehen werden, bis der Termin gekommen sein wird, wo ich damit hervortreten kann? Ich würde damit nur den Kamps in Ihre Mitte hinein- schleudern, den ich unter allen Umständen vermeiden wlll.(Zuruf: Fideikommiß!) Also die Vorwürfe. die mir gemacht werden: ja. der Reichskanzler spricht über die Neu- orienlierung, spricht über die Gedanken, die er für die Zukunsl hat, aber eS sind leere Worte, es sind Bersprechunge» — diese Vorwürfe sind furchtbar billig, aber haltlos, sobald niaii die Sache bis an? Ende durchdenkt, lieber den Geist, mit dem ich späteren Reformen gegenübertrete— und ich bin so unbescheiden, dem Geist auch neben den Paragraphen immer noch eine gewisse Bedeutung zuzuschreiben— über diesen Geist habe ich mich wiederholt ausgesprochen lind auch in ganz klarer und unmißverständlicher Weise. Der Kern- Punkt für mich ist folgender: Wir werden nach dem Kriege vor die gewaltigsten Aufgaben gestellt werden, die wohl je einem Volk be schieden find(Sehr richlig!). vor Aufgaben, die so gewaltig sind. daß das ganz« Volk in allen seinen Schichten, jedermann im Volk mit Hand anlegen muß. wenn wir uns überhaupt wieder heiauS- arbeiten wollen.(Zustimmung.) Auch eine starle auswärtige Politik wird uns nach dem Kriege notwendig sein. Wir werden unseren Feinden nickt gegenübertreten können mit großen Worten. mit Renommieren, mit Sichmszeuglegen(Bravo I). sondern mit der inneren Stärke deö Volkes. (Lebhafter Beifall linlS.) Diese äußere Politik können wir nur treiben, wenn das staatliche, das VaterlandSbewußtsein. welches i» diesem Kriege doch in ganz neue« und»nS bis» her«nbetanttte» Kiirme» zur wunderbaren Wir!« lichtet t geworden istts Jornätts" Sttlintt WsM Dounttstag, 15. Wär; 1917. Mgeorönetenhaus gegen Herrenhaus. Sitzung. Mittwocki, 14. A'lärz tS17, in i t t a g s 12 Uhr. Am Mnistrrtisch: d. Breitenbach. Ter Etat dcS Herrenhauses. Abg. Tr. Porsch(Z.): Im Auftrags aller meiner politischen Freunde, auch derer, die gegen das Diätengefetz gestimmt baden, habe ich unier lebhaftes Bedauern über die Erledigung dieses iÄesetzeS durch das Herre nhauS auszusprechen. Rur ZweckmäxigkriiSrücksichtrn sollten über eine reine ZwcckmäßigleitSfragc entscheiden. Statt dessen hat man sie durch eine künstlich geschliffene politische Brille angesehen und dabei da-Z Unglück angerichtet, eine ganz unpolitische Frage zu einer bochpoliti'chen zu gestalten. lZustünmung.) Bei diesem Schieten mit Kanonen nach Spatzen ist aber leider mehr als e i n S p a tz aus der Strecke geblieben.(Heiterkeit und Sehr gut Trotz der Veränderung der wirtichastlichen Verhältnisse seit 1878 - sind die Diäten von 1ö M. nicht erhöht worden. Eine Ausbesserung ist nur in anderer Form in-S Auge gefaht worden durch Gewährung der Frcisabrtni. wie sie für den Reichstag und seit 1882 in gewisser« Umfange auch für das Herrenhaus besteht. Die Freifahrt haben wir aus sachlichen Rücksichten verlangt. Freie Fahrt innerhalb der Grenzen ihre» engeren Vaterlandes haben alle Landtagsabgeordneten in Bayern. Sachsen. Württemberg. Baden und Oldenburg.(Hört! bort j Die Regierung wollte die freie Fahrt nur bewilligen, wenn die Anwesenheit der Abgeordneten festgestellt ist. Schließlich ist eine Einigung darüber zustande gekommen. Der Redner der Mehr« bcil de« Herrcnhauies hat die Tonart getadelt, in der das Gesetz hier gefordert lvorden ist. Nach dieser Rede scheint mir dieieZ Herrenhausmiiglied nicht besonders geeignet uns Vorhaltungen über den Ton zu machen. Die Negierung bat im« leinen Diener gemacht, sondern bat die Strcisrage so beigelegt, hast sie die ganze Sacbe so ordnete, wie sie für den Reichstag geregelt ist. Die Aufwandsentschädigung ist auf 8000 M. pauschaliert worden. Der Herr im anderen Hauie hat herauSgerecbnet, das; bisher im Durchslbnirt für den Abgeordneten LlSS M. jährlich, so- lvie die Reisekosten gezahlt werden und behauptet, die Herren, die in Berlin wohnten, hätten erheblich« Vorteile; daS könnte dazu führen, dag noch mehr Abgeordnete in Berlin wohnen würden, wo- durch die BerufSparlamentorier vermeh« würden und eine Art parlamentarischer Rebenregirrung entstände. �Heiterkeit.) ES ist doch eigentümlich, daß eine Summe von 800 Bl. jähr» l> ch einem Abgeordneten die Versuchung nahe legen soll, si.b als Berufsparlamemarler>» Berlin niederzulassen. (Heiterkeit.) Die volle Freifahrt mußte uns schon aus sachlich parlamentarischen Rücksichten gewährt werden. Warum aber soll der Abgeordnete nicht auch eine gewisse Annehmlichkeit davon haben und nicht auch eine Badereise machen können(Heiterkeitj. wenn er nach monalelangem Sitzen hier die Notwendigkeit dazu kühlt.(Erneute Heiterkeit. i Wenn die Mitglieder de» anderen Hause» seit 1882 ohne KerfaffungSbedenke» ihre Freitarteu denntzeu(Stürmische« Hört! hört 1). so haben wir wobt auch ein Recht dazu. Die Freifahrt für u»S bedeutet nur eine Entschädigung sür die sinanzieilcn Lasten, an welche die Herren nicht zu denken scheinen, die alle sechs Wachen für zwei fei» drei Tage hierher kommen.(Sehr wahr!) Wenn wir jetzt später mit den Frei'ahrlkartcn komme», dann kann man im» doch da» nicht vor- werfen. Man nannte die JnformalionSreisen einen Eingriff in daS Gebiet der Exekutive, dai leuchtet mir nicht ein. ES genügt nur nicht, daß mich ein Regierungskommissar über Moor- kuliur etwa umerrichlet; ich muß es selbst gesehen haben. Als, Lichtstrahl des Parlaments" will keiner von uns herumreisen. Niemand hat daran gedacht, wen» er zur Besichtigung einer Moor- kultur pelsen iviirde. dem Londrat auS dem Abteil heraus entgegen- zustrahlen.(Heiterkeit. j ES wurde auch von Eingriffen in die aller- höchste dommandogewalr gesprochen. ES hat mich seltsam ange- tmUet. daß der Enkel des ManueS, der durch die Konvention von Tauroggen den grösttrn Eingriff in die ztommandogewalr, wenn auch zum Heile Preußen» beging, in dieser Weife auftritt, besonders getadelt hätte, daß unser HaukhaltSouSschuß einen Beschlug über den II-Bool-.stri«g vetöffenilichi Hab«, der der parlamentarische» Zu- ständigkeit verfassungsmätzig entzogen sei. Dieser Vorwurf aus dem anderen Hause ist doch sehr verwunderlich in einem Augenblick, loa der Antrag HneuSdrecch Sebr gut st und der Antrag v. Oldenburg(Sehr guil) dort verteilt wurden. Mit dem II-Boot-Beschluß sind wir vollständig im Rahme» unserer Zuständigkeit geblieben. Die anßergewöhnlichen Verhällmsi« rechtferiigcii den Beschluß. Auch sind die Grenzen zwischen Exeku- rive und Parlament ja nicht ganz klar. Der Reichstag ist in d'o'sn drei Kricgsjadreii io vollständig auf der Höhe iei»er Bslichte» gestauden lLebhafte Zustimmung), daß man derartige Vorwurfe. gegen ihn tief bedauern muß.(Lebhafter Beifall! Möge die parlamenmrisclie Entwickelmig im Auslände»och so merkwürdig verlausen sein, bei uns sind die unverrückbaren Befug- nisic von Exekutive und Parlament verfassungsmäßig festgestellt. Man hat es als eine U n h ö s l i ch k e i t«mpsunden. daß man da» Diäiengrietz nicht einmal rincr KommiisienSberatung gewürdigt hat.(Lebhafte Zu- stimmnng.) Hier hätte sich daS Herrenhaus äußerste Ziirilckhalvmg cniirrlege» und die Prüsnng rein sachlich vornehmen müssen. (Sehr richtig!) DaS Zuiammenarbeiten der beiden Häuser wird da- durch nicht erleichtert. Wir steuern einer neuen Zeit entgegen, neue Wege werden eingeschlagen werden müssen.(Lebhaste Zustimmung.) DaS Bctieien dieser neuen Wege möge geschehen unter genmier sorg- fälliger Prüfung dessen, was von den bemähnen Grundlagen unseres Staatswesens zu erhalten ist. Unser Vertrauen zu« Herrenhaus ist nach de» Vorgängen der lebten Tage sehr stark erschüttert.(Sehr wahr!! ES scheint»«S kciue Gcwähr nichr zu bieten sür das Ver- stiinJmis komplizierter politischer Sitnationc».(Lebhafter Beifall im Zenlrum und links.) Abg. Dr. Friedberg(uatl-): Di« Ablehnung dr» Diätengesetze» bedeutet durch die Art der Begründung einen direkten Schlag gegen da» AbgrordnrtenhauS. (Sehr wahr! lmk».) Es ist künstlich zu einem politischen Gesetz „estempell.(Sehr richtig I links.) Die Rede» in» Herrenhouie er- inncrn imwilllürlich an die Reden, die 1SSS in der Ersten Kammer anläßlich der Frage der Zusammensetzung de» Herrenhauses gehalten wurden. Graf Jorck will von jeder Art von BokkSvertretmig ossenbar nichts wissen.(Lebhafte Zustimmung.! Die Borlage hatte nicht den Zweck, unS zu bereichern.(Lebhafte Zustimmung.) Dieser Vorwurf ist hoch st bedauerlich.(Erneute Zu- stimmung.) ebenso, daß man die Entscheidung über ein solche» Besetz. sein Ja und Rein, von solchen Erwägungen abhängig macht.(Sehr richtig I) Dasselbe Haus hat im Jahre 1882 eine ihm nach Sinn und Geist unserer Verfassung nicht zukommend« Vergünstigung angenommen.(Lebbaste» Hört! börl!) Tie Abge- ordncrenfreikarle liegt im Geiste der Verfassung. Bei« Herrenhau» aber ist die BorauSjetzung drr Berfa, sung, daß die .Herren jn keiner Weise entschädigt werden sollen, rnt» doch haben sie freie Fahrt angrn«m»cn.(Stürmisches Hört! hört!) In den Jahren 191L und 1914 sind von Hcrrrnhausmitgliedrrn Fcchrkartrn sogar «ährcnd der Zeit der Vertagung angenommen worden.(Stürmisches Hört! hört! und lebhafte Be- wegung.) Al« wir dieselbe Vergünstigung verlangten, ist sie zurückgenommen worden.(Hört! hört! und Bewegung.) DaS sind natürlich Kleinigkeiten, aber wenn von jener Seite in diese» Hau» hernbergeichossen wird, dann müssen wir auch entsprechend antworten können. Die vorgesehenen AnwesenheitSgelder sollten die Freguenzderhältnisse hier im Hauke bessern. Sehr furios war die Behauptung dcS Redners, dir Adgc- ordnete« hätten kein Recht zur Informativ«, da» fei ver- fassungswidrig. Ein. so eigentümliches Argument kann nur Heuie beginnt für uns Oaheimgebliebenen van neuem die Möglichkeit, unfern Brüdern und Söhnen im Felde zu helfen vnd das siegreiche End« .»es Krieges ,« befchleuntgeni Verwandelt Euer Geld in- Boote, in Siacheldrahi, in Sefchvhe und Granaten, in Maschinengewehre und Patronen, und)hr erhaltet dadurch das Leben unsrer Helden an der Front! Es gilt, unfern Feinden durch das Anleihe-Srgebuis»o beweisen, daß Oeutschlands wirtschaftliche Kraft uvq«schwächt ist, damit sie den Mut und die Hoffnung verlieren, uns jemals niederzwingen zu können! ,£eihe jeder, soviel er kann, dem Vaterlande, jeder nach seinen Kräften: der Reiche viel, der Aermere weniger) fehlen darf keiner! Auf zur Zeichnung der 6. Kriegsanleihe! in einem Kopf« eiusuden. der ganz rigentümkick orgonisiilt ist. (Heiterkeit und Sehr gut!) Er ist so reaktionär, daß er die Verdeutschung des Wortes„Legislaturperiode" als unzulässig»mpfindel.(Heiterkeit.) Alle», was au» dem Reichs- tag kommt. lehnt er ah. Er forder» sogar eine Ungleichung des Reiche» an Preußen. Da» ist eine schöne Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer des Deutschen Reiches, damit kann man keine moralischen 14 r o v e r u n g e» in Deutschland mache». (Ledhasl, Zustimmung, gurus link»: Auch im«„»lande nicht!) Auf der Geburtstagsfeier, an die der Redner erinnerte, sprach Fürst Bismarck: Meine Herren, in allen Parlamenten, seien e« preubtschr, bayerische, sächsische usw., sollen Sie niemals de» Reichsgedanten auS dem Auge verlieren. Sie sollen sich stet« bewußt sein.... daß stet» daS Reich v o r a n st e h e n muß in ihre» Erwägnngeir.(Zustimmung link».) Die üblichen Sciicnhiebr aus daS Berufoparlameutarimn fehlten anch nicht. Auch da» Berliner tum soll durch das Gesetz angeblich ge- fördert werden, und e» könne sich virileicht in Berlin eine Nebenregierung aufmachen.(Abg. Ad. Hoffmann: Hotel Adlon!— Große Heiterkeit.) Es wäre sehr wünschen«- wert, wenn die Fülle von politischen Erfahrungen, die der Berus»- varlamvntarier erwirbt, auch im Herren hause etwas stärker vertreteu wären(Sehr richtig! links.) Weiter wurde getagt, die jetzige Zeit eigne sich nicht recht für ÄeriastungSänderungen. Ja, endlich einmal muß dam die Zeil lommen.wo man sich über gewisse Streitsrogen einigt. Wir haben schon ein« ganz« Reihe solcher VerfassuiigSändezungen machen müssen und werden da» noch öfter tun müssen. Die preußisch« Verfassung ist in ihrem Wortlaut nicht so präzis. Ter Vorwurf, daß man an der Ver- fassung nicht rütteln dürfe, ist besonders merkwürdig, wen» er aus einem Haufe kommt. �daS seine Existenz nur einer BerfässungS- änderung verdankt(Sehr richtig! links) und noch dazu einer. die auf«wer juristisch recht fragliche» Grundlage beruht.(Lebhaste Zustimmung links.— Ad. Hoffmann: Ber- fassungsbrnch!) Weiter: Alle Politik bewegt sich doch in Korn- vromissen.»nd die kouservasive Partei hat davon nuSgiestigen Ge- h rauch gemacht- Ich erinnere an da» Wort:„Ohne Äanitz leine Kähne., Heiterkeit.' Daun der Vorwurf gegen die stäv digen Kommissionen. S» scheint ihm nicht cwznkcuchten,>«| man das Volk nicht riusach in den Krieg hinrinfiihreu und damt wiedn herausführe n kann, daß es vielmehr den Wunsch hm. mit der Regierung in Fühlung zu bleiben. Der Redner hat nicht darauf hingewiesen, daß der von ihm so angegriffene Reichstag auf einen großen Teil seiner Gesetz- gebungSrechte verzichtet hat.(sehr richtig!) An dem U-Boots Beschluß deS preußischen StaatshauS halts-AuS- s ch u f s e s hat die k o n s e r v a t i v e P a r t e i d i e F ü h r u n g gehabt. Gegen sie richten sich also die Vorwürse des Grafen Dorcl >Sehr richtig! links.) Herr v. Heqdebrand ist als« nach Ansicht de? Grafen Uorck ein retcr Revolutionär(Große Heiterkeit), drr eigen: sich neben Adolf Hoffmann sitzen müßte.(Erneute Heiterkeit.) Da? Herrenhaus hat sich mit seinen beiden Anträgen, dem des Grasen Hoensbroech nud dem des Herrn v. Oldenburg, selber e i n r> Kompetenzüberschreitnng schuldig gemacht. Herr von Oldenburg, von dem ich nur bedauere, daß er an das Herrenhaus abgeschoben ist(Heiterkeit), hat für seinen Antrag eine etwa? eigentümliche Form gewählt, wenn daS Herrenhaus seiner„Freude" darüber Ausdruck geben sollte, daß der uneingeschränkte ll-Boot-Krieg eröffnet ist seit wann setzt man denn ein Parlament in Tätigkeit, damit es seiner»Freude Ausdruck gibt.(Heiterkeit und Sehr gu:! links.) Das ist ganz Oldenburg, wenn er sich freut, soll sich daS Parlament freuen und wenn sich da» Parlament sicut. sollen sich alle Leute freuen.(Heiterkeit.) Tie An- sicht des Grafen Dorck. die politischen Freiheiten Deutsch- landS könnten sich wegen dcS militärischen Drucke», dem Deutsch land ausgesetzt sei, nicht groß sein, ist gerade durch den Krieg widerlegt worden. Dir militärische Kraftrntfelliing ist durch ans unabhängig von der Form der Regierimg. Er bemängeln.' den wachsenden Einfluß dcS Reichstages auf die auswärtige Politik Dabei haben ivir uns doch bisher viel zu wenig mit de: auswärtigen Politik besaßt. Die Volker müffen sich darum kümmern, wohin der StaatSwagen geht. DaS Herrenhaus beknimnert sich ja auch darmn. Ich nenne unter ander in nur den Fürst e n S a lm-H o rstm ar.(Sehr gut! links.) Natürlich hat sich Graf Uorck auch gegen den Grundsatz der Freiheit gewendet und hat gesagt:„Freiheit im deutschen Sinne bc- siehe nicht in der Selbstregiernng durch die Masie, sondern sie werde„einerseits fingiert"(Heiterkeit) nnd sie werde anderer seit« tinqier: von diesen und jenen Dingen. Ich sretic mich, daß die deutsche Sprache um ein neues Fremdwort bereichert ist. (Heiterkeit.) Graf Jorck scheint uns mit politischer M y st i l tingieren zu wollen. Wir lehnen ihn als Präzeptor für die Pflich ten eines Vollsvertreteri ab.(Beifall links und im Zentrum.) Es ist sehr bequem, Herrenheusmitglied zu sein sür jeden. der als Graf zur Welt kommt und a u i Grund der Erblichkeit im Herrcnhauie jitzi. (Sehr richtig! links.) Für die Millionen anderer Menschen. die sich politisch betätigen wollen, ist eS ein Vorzug, wenn sie sich auf da» Bertreucn ihrer Mitbürger stützen können. Der Krieg hat auch nicht die Ungleichheit der Menschen gezeigt, er ist viel mehr eine Schule bee Gleich hrit, er läßt uns den Menschen im Menschen erkennen, er zeigt«n?, best »ir eile V ist»ei' find, im Dienste»es aemrinsemen Vaterlandes.(Bei fall.) Man Hot bei der Red« den Eindnick, daß das Hmenhem:< einen Vorstoß iinternehmeii wollte gegen die vom Kanzler ver 1 kündet« Neiiorirntierung. Sie beweist, w a S w i r s ü: die R e f o r m b e st r e b n n g e n auf den Gebieten der Bei- waitnng und des Wahlrechts vom Herrenhau» zu erwarten haben.(Sehr richtig! links.) Das Herrenhaus hat durch diese Rede nicht an Popularität gewonnen. Vielleicht wird es in dr» kommende» Austnniirn als erste störpenchnst um seine Existc»', kämpfen Nüffen. i Bewegung. Sehr gut! liitks.)— Herr v. Bucki hat auf seine verletzenden Angriff« gegen die Regierinig keine ein ivrechende Zunickweisung vom Ministcriisch erhalten. Gegen Professtu E l tz b ach e r ist da der Laudwirtschaftöminister ganz anders vor gegangen. Der bürgerliche Rektor einer Handelshochschule ist eben e l w a S ganz anderes als ein Herr v. Buch. Wo waren nach der Rede cigentlich die liberalen B iir g« r m ei st« c. (Sehr richtig!) Sie haben vollständig verjagt. tZilrA-! Wie immer!) Für ein«» Konflikt zwischen Abgeordnelen- und Herrenhau» ist unt der Gegenstand in dreier Zeit viel zu unwichtig. Wir tun etwa» andere»,»ir dringen jevt die Oberljaiisdewegnng i» Flnü zugleich mit der Frage der W a h l r e s o r m der Reu orientieruug. Deshalb unser Antrag. Wir müssen befürchten. daß daS Herrenhaus zu einem Hemmichnh der Entwicklung wird darum ist e« endlich Zeit, daß etwas geschieh:. Unser Antrag kommt an» dem Bewußisrin,»ast mit dieirm Herrenhaus auf dir Dauer nicht zu arbeiten ist, wenn nach dem Kriege die anderen grahrn Fragen akut wrrdrii. «Ledh-isicr Beifall linls.) Diese Frage tnnst vor dem ganze, Volle zur Diskussion gestellt werden. Es versteht nicht, dai-, heute noch ein solches Oberhaupt ci:i stieren t a n n, von dem die wichiigstcn BernfSstände ansgeschlosien sind. Jetzt entscheidet zu Z w e i d r i i t e l der ländliche Klein a d e l in diesem Hause durch sein Veto über die w i ch t i g st e>i Lebe ii Sinteresse n de» Volkes. Ich imterfthkitze ihn durchaus nickt, aber er hat kein Anrecht auf den starken Einfluß, den er talsachlich in Preußen ausübt. Durch sein,.' einseitige Zusammensetzung wird das Herrenhaus zu einem Hemmschuh der Enkwickrlnng.(Zehr richtig! links.) Herr v. Zedlitz vertritt genau denselben Standpunkt wie ich. Dir Frage geh» schon zurück bis in die Mite de? vorigen Jahrhunderts. Treitschke meinte vom Hcrrenhanst: da» einzig Gute an ihm wäre. daß es«K-rhanpi vorbanden fei; dadurch würden vielleicht nnbe- sonnene Schritte de» anderen Hauses verhindert werden können. Henke kann man ihm diese eine gute Seite nicht m e h r g n- billigen.(Heiterkeit nnd lchhnste Zustimmung links.)' Eilie Reform an Haupt und Gliedern ist notwendig. Jedes Volk liv: die Regierung und die Parlamenie, die es verdient(Sehr wahr?'. aber ein Herrenhaus in dieser Zusammensetzung hat das preußisch« Volk wirklich nicht verdient. (Heiterkeit und Zustimmung links.) Deshalb muß e?»ort Grund ans reformiert werdest.(Lebhafter Beifall links.) Abg- v. Kardorff(ff.): Das Vorhallen des Herrenhauses hat ziveiselios s cinu e r e n politischen Schaden angerichtet. Je mehr wirtschaftlich. Fragen in jenem Hause verhandelt werden, desto iiotwendiger ist die Information der Abgeordneken. 3000 M. und Freikarten für den BerufSparlamcntaricr sind doch eine recht schmale Bali?. (Heiterkeit und Sehr gut! links.) ucbrigens ist es gerade das Herrenhaus, das das Schwergewicht seiner Arl-eit in die Kam misstonen legt. Die Aufregung des Grafen Aorck über unsere U-Boot-Mtion verstehe ich um so iveniger, als im Herrenhause im elben Augenblick doch der Antrag Hoensbroech eingebracht ist. Daß sie Diätenvorlage ein Schritt auf dem Wege zur Erweiterung de. ParlamentSrechte sei, ist eine u e b e r t r e i b u u g. Wir halten 'est an den konstitutionellen Grundlagen des preußischen Staates, au einer starken Monarchie. Im aUgeiuemeil ging die Kritik des Aog. Friedberg am Herrenhaus« doch zu weit.(Hört! fciüU) Kn manchen Fragen hat daß Herrenhaus ifnt alcherordentlich tzagis- in an- ii i ich- m a fru p l{ e H.a f tu u g gezeigt,(sehe nichtig? nccht«.) Wir bxdmicrn die Vorgänge im Interesse des Ansehens des Herrenhauses. Mit dem Geist, der aus den Verhandlungen vom S. März spricht, haben wir nichts zu tun. ihn bedauern wir gerade von unserem konservativen Standpunkt.(Leb- hafter Veikall reckts-l Nur durch eine Politil gesunden, mafj- volle» Fortschreitens werden wir des Radikalismus Herr werbe».(Beifall rechts.) Abg. Tr. Pachnilkc(Vp.): Tie Diätenvorlagc war nur der Anlast, die Kanonade hatte ein hhhewes Ziel. l5s war der Kampf gegen die gesamte parlemcntarischc lkiitwickcluiig, gegen die Neuorientierung.(Zu- stimmung.)' Wo wären die Liberalen ini Herreuhause? Tas Herrenhaus bäite-sich mit uns verständigen müssen, schon mit Rücksicht aus den Burg frieden.(Sehr richtig! links.) Tie Form der Ablehnung war herausfordernd.(Ter Reichskanzler erscheint im. Saale.) Tic Pfennigrechnung des Grafen Vvrck war dir Gipfel der Kleinlichkeit. Er führte den.Kampf gegen alle Fronten, gegen Reichstag, Abge- ordnetenbaus,. Presse, Regierung. Eben ist der Ministerpräsident hier erschienen. E.r beweist durch sein Erscheinen, daß er den Vor- nost des Herrenhauses wohl versteht.(Scbr gut! links.) Ter Reichstag wird sich mit diesen Herren auch noch gründlich beschäs- ligen.. Tic- Vorwürfe gegen die Beriifsparlamentaricr sind ganz hinfällig. Nish-sche im Munde eines H e r re n h a u s m it- g l i e d e s i st ei» Witz de r W e l t g e s ch i�ch t e.(Heiterkeit.) Als Nietzsche vom!l e d c r m e n s ch e n sprach, dachte er sicherlich an kei» M-i t g l i e d des Herrenhauses. sGroste Heiter- keii.) Er anerkennt nur die Aristokratie des Geistes, nicht die Aristokratie der Geburt. Wir müssen uns viel mebr mit aus- wärtiger Politik beschäftigen. Tic Rede des Grasen Jorck ist ge- eignet, dar. Ausland in der Ansicht zu bestärken, dast die preu- st i s ch e M i l i t ä r k a st e diesen.Krieg hervorgerufen habe. Tie Zusammensetzung des Herrenhauses muß der Ent- Wickelung Preußens angepaßt werden." Industrie und Sandel stellen nur 16 Mitglieder? Tas sind) Proz. des ganzen Hauses. Tie Landwirtschaft aber ist mit W Proz. vertreten.(Hört! hört?! T r c i t s ch t e nannte das Herrenhaus ein totes Glied am Staat Skörper. Tnrch den Antrag Friedberg(Berufungs- recht. der' Krone) kann eine Aenderung geschaffen werden. Eine engere Fühlung.zwischen Regierung und Parlamenten ist not- wendig. Mag hätte' mehr Minister.niS den Reiben der Parla- nientarier nehmen, sollen, Tie Herrenhäusfrage wird .nicht loic der. zur. Ruhe kommen. In seiner jetzigen Zu- sgmmensctzung kann es alles zunichte niachen, die Verwaltungs- refarm, das Wahlrecht. Ter.Kanzler hat vom erneuerten Volk gesprochen. Wird er seine Worte wahr machen können? Wenn hie Neuorientierung ausbliebe, würde eine uü Heilbolle Ent- ramsch u ng die' Folge sein...(Beifall.) - Hierauf ergreift Ministerpräsident V. Bethmann Holl- weg das Wort: ■(Bersiht stehe 1. Seite des Hauptblatt?.) Abg. Leinert /Soz.): Die Rede des Reichskanzlers kam mir vor wie ein reini- g en des Gewitter, sie war ein Appell an diesenigen, die jetzt olles tun, die Einheitz des Volkes zu zerreißen, ein Appell in letzter Stunde von dem verantwortlichsten Staatsmann. Ich werde im Laufs nieiner Ausführungen noch darauf zurucklonrnren. Ich will letzt» Ms die Sache eingehen, die uns beschäftigt. Die Ablehnung des Diätengesstze? durch das Herrenhaus ist in der parlamentarischen Geschichte nur zu vergleichen mit der V e r sch a rrnn g der Z»ch th an. S v o r l a g e dizrch den Reichstag. Damals Hot sich vns.Httreuhaliä aus das leblmfrtsic cnlrnstct über diesen Vorgang, das sei eine B et e i d i g n Ii q d e r R e is r er n N g tt n d de« Königs» daß man die Vorlage nicht einmal' ordentlich beraten habe. Fetzt hat das Herrenhaus die Diätenvorlage genau so b e- band e l t. Der Nnterschied ist nur. daß die Zuchthausvorlage eine Beleidigimg der Rrbeitcrklcn"? bedeutete, während beim Diätengesetz gar kein Anlaß vorlag, volilische Gesichtspunkte hinein- zubringen. Es ist deshalb notwendig, zn zeigen. was eigentlich das Herrenhaus ist. Ter' Abg. Friedberg bat schon Treitschke zitiert. In einem Brief vorn 25. Februar iSTN nennt derselbe Treitschke das Herrenhaus .ein morsches Gefüge, das leine Ausbesserung verträgt�, und lägt,»die unselige Verordnung vom 12. Oktober ! äoi bleibe eine der häßlichsten Erinnerungen ' unserer GeichichieV Die Diätenborlage hat das HerrerihanS nur zum äußeren Anlaß genomnie», um eine Attacke zn reiten gegen Reichstag und Reichskanzler. llTehr wahr! links.) Die Ter- mfiung gilt den, selben Hause als ein oali mo t-ui-rsro lRührinich- nichtan). daS seine ganze Existenz nur einem VrrfasiungS- tiruch verdankt,»»d das sich»och nie besonnen hat, VerfaffungS- lindermigen»orznnehmc», wen» sie sich gegen BolkSrechte richten, das insbesondere die Bestimmungen der Verfassung, daß vor dem Gesetz alle Preußen esteich sind, zur Karikatur zw machen sich bemüht hat. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Da« Herrenhaus ist der a r i in m i g st e Gegner des Reichstags Wahlrechts. Es will neben'dem Reichstag noch eine Herrenkurie schaffen, wie es islbst eine darstellt. Die Reden in, Herrenhauie hören sich an wie ''ortgesetzte Verhöhnungen des Voltes. Die Rede des Grafen Vokck bereitete denselben Genuß wie der Besuch eines historischen MuieumS, wo man sich freut an den aufgestellten Altertümern. Fm HerrenbauS selbst sind die Altertümer der politischen Gesetzgebung aufbewahrt. Die Reaktion erscheint da i n kristallklarer- Veredelung. Die Regierung betrachten diese Herren lediglich als Berwaltungslogegium ihrer Fnteressen. Keine Organisation erkennen sie an außer ihrer ritterschastlichen und agrarischen und die Nnternebmerverbände. Sie denunzieren die .Bcamtenvereine, weil sie die Verbenerung der Verhältnisse der Beamten herbcizusübren suchten. Sie beschweren sich darüber. daß die Löhne der Arbeiter zu Hochs i» d. Der Forst- sislus wurde von Herr» v. Buch einmal scharf angegriffen, weil er höhere Löhne zahle als Privatbetriebe! Von einer Erkenntnis des Gemeinwohls ist in diesem Herrenhause nicht das geringste zu spüre». Nichts als nackte, vrivate Gewinnsucht ist bort maßgedenb. Die Herren werden vlaß, wie Adolf Wagner erzghlt hat über die Höbe der Ein- f o m m e n st euer, dereii Bewilligung man von ihnen verlangt. Ties» Fiteikommißbesitzer. die ihre Güter ererben, lehnen jede Erbschaftssteuer ab und beziehen restlos die Liebesgaben >!r Zoll- und Steueipolitik.' Fn allen Fragen geben sie der Regie- i nng Anweisung, wie sie sich im Reichstage zu verhalten habe. Tie 'ühlen sich überoll als Herren, sie beschweren sich daiüber, daß die vierte Klasse aus Kosten der oberen Klassen zuviel Luxus auf« iveist usw. So' verlangen sie nur Vorrechte für sich, alle Volksrrchte weisen sie höhnisch ab. Statt de? HiliS» VienstgesttzeS hätten sie lieber die G e s i n d e o r d n u n g ilß maßgebend t'ür den vaterländischen HtlfSdienst gesehen. Eine Reorganisation des Herrenhauses, wie sie die Rationalliberalen verlaiigen. n ü tz � n n S nichts, wir müsien die Abschaffung des Herrenhauses verlangen, daS»in Klotz ist am Bei» jeder Entwicklung in Preußen.(Sehr wahr!'bei den Soz.) Die Konservativen hier im Hause, die immer- hin etwaS abhängig sind von ihren Wählern, begrüßen es mit Freuden, wenn das Herrenhaus, dessen konservative Gesinnung ) u r ch k e i'n e r l e, v e z i e h u u g» z u m Volke getrübt ist, ie Gesetze wieder in konservativer Reinkultur herstellt. Es ist gut, daß durch die letzten Vorgänge im.Herrenhaus dem Volke die Augen ..eöffuet sind, damit eS sieht, welche Mächte im Innern am Werke >'!id.' um das Volk um' die Früchts des Friedens zu betrügen. Die Graft», Samte und Rciiergeuttäle, die i» Preußen entscheiden, lasten sich durch keine A u g e n b l i ck S st i mn» u n g von ihrem Ziele ablenken, die Macht in ihren Händen zu er- halten. 1910 hat Herr v. Buch s clbst ein Gesetz wie das jetzige Diäiengesetz verlangt, heute lehnen die Herren eS ab, weil die Regierung die Jnitiarive dazu ergriffen hat und dadurch den, Par- lamentariSmus entgegengekommen sei. Wir haben ja auch Keule nur in Worten wieder die Ankündigung der Neu- orieniierüng gehört, wenn ich auch sagen muß. daß die heutige Rede des Reichskiinzlers das Vertrauen des Volkes zu ihm ganz wesentlich erhöhen muß.(Sehr richtig! links.) Aber das Herrenhaus hat ihm sofort ein Hall aus diese», Wege zugerufen. Die niedrigen Anwürfe des Herrenhauses, daß wir uns durch die Diäte» bereichern wollen, weisen wir mit Entrüstung zurück. In ihrem Draufgängertum haben die Herren ganz über- sehen, daß sie gerade die D i ä t e n s ch l u ck e r. die hier nie e r s ch e i n e n, durch ihre Politik»nierstützt haben. Im Herren- hanse wird nur Machlpolitik getrieben, das hat Graf Mirbach aus- gesprochen. Den Burg frieden kennen die Burggrafen da drüben iiberbäupt nicht. Kaltblütig zerreißen sie das Band. das das Volt in der Stunde der Gefahr vereint hat. Vielleicht haben die Worte des Reichskanzler heute wieder etwas von dem ungeheueren Schaden,)>en das Herrenhaus angerichtet bar. gutgemacht. Seine Ertiärung, er wolle und werbe seine Gedanken durchführen, ist besonders zn begrüßen. Wir hoffen mir, daß der Reichskanzler auch bis dahin im Amte bleiben wird.(Abg. Adolf Hoffmann(Soz. Arbg.): da-Z steht ans einem andercii Blatte!) Das Volk wird jedenfalls die Einlösung seiner Versprechungen unter alle» Umständen verlangen nnd auch erreiche».(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Einmütigkeit des Volkes ist dem Herren- hause in der tiessien Seele zuwider. Ihm wäre e-Z lieber, wenn eS das Volk durch Gewalt zum Kadavergehorsam zwingen könnte.(Obo! rechts.) Jawohl, das geht aus der Rede des Graten Uorck hervor, der sogar Legten einen Vorwurf daran« machte, daß er mit dem Führer der amerikanische» Ge- werksch-asten nach Abbruch der Beziehungen zu Amerika in Verbindung getreten sei und ihm Einwirkung der Gc- lverkschaflen ans die deutsche Regierung versprochen habe. Diese Einwirkung hakt das Herrenhaus für sein Privileg! ES will, daß daS Volk in den Krieg hinein- kommandiert und wieder herauskommandiert werde und daß dann die alten Zustände wie vor dem Kriege bleiben. Sehr mit Recht hat der Reichskanzler gesagt: eS werde ganz unmöglich fein, neuen Wein in die allen Schläuche zn gießen. Da» Volk verlangt, daß der Friede möglichst bald geschlossen wird. eZ ist heule nicht mehr wie Graf Dorck meint, ein Volk d e r L e i b e r g e n e n, die der König verkaufen kann, die ausS Kommando zu bluten und zn sterben haben. Nein, e S ist ein politisch mündiges Volk,(sehr wahr? bei den Sozialdemokraten.) Dos Herrenhaus möchte am liebsten die Zustände wie i« Petersburg, wo die Reaktion wahre Orgien feiert.(Große Unruhe rechts, r— Zuruf: Unverschämtheit!) Eine Unverschämtheil ist die Haltung des Herrenbauies, sie berechtigt mich zu diesen Ausführungen. ES treibt politische Gewaltpolitik, die nicht angekränkelt ist von irgend welcher Moral oder ErlennttiiS der Seele des Volles.(Sehr wahr'. bei den Sozialdemokraten.) Welche Wirkung solche Reden bei den Leuten draußen üben, die das Baterland zu verteidigen haben, geht aus dem Briefe eines Feldgrauen hervor, denn er schreibt:„Wir machen ganze Arbeit, darauf könnt Ihr rechnen." erst die Engländer, dann die preußischen Junker? (Lebhaftes Hört? hört! rechts.) Za, das kann gar nicht laut genug gesagt werden, das ist dir Stimmung, die das Herren- haus in die Schützengrüben grtragen haß Sollre die Reaktion ihr Ziel erreiche», den Reichtzkanzie» zu stürzen, dann wefßt das Volk, 'was die Glocke geschlagen hat,' dann tvird noch einmal eine so erhebende heilige S t ü n d e' kommen loie am 4. August 1914, und das ganze Volk wird aufgrrufrn«erden zum Kamvfe gegen das Junkertum. Tics Junkertum hat in diesem Kriege keine Erneuerung erledt, es-hat nicht umgelernt, es kann n i'ch t umlernen, es lebt in Vorstellungen, die weit hinter der Zeit liegen, in der wir alle geboren sind. Aber die Herren sind im großen Irrtum, wenn sie glauben,' daß das Volt auch nach dem Kriege mit Ausnahmegesetzen wie vorher regiert werden könne. Die Stahlhärte, die Entschlutztraft, die das Volk jetzt kennt, die gilt nicht etwa den Zielen der Annexironisten, die gilt lediglich der Verteidigung der Hrimae. lsehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nicht darum geht es, den Frieden zu diktieren, sondern ünsere Feinde zu ztmngen, daß sie zum Frieden� geneigt werden, damit endlich dies Morden ein Ende nimmt.((Sehr wahr! bei den So- ztäldemotrate».'! Für die Macktgelüftr des vreußischcn Junkertums kämpft das Vvlk nicht. Im Gegenteil: mit der Bekämpfung der äußeren Feinde kämpft das Volk rbenf» gegen den inneren Feind, gegen die Hetrc'nhausjunker.(Lebhafter Beifall bei'den Sozial- demokraten.). Abg. v. Hchdcbraitd uäd der Läse(k.): Es ist gewiß eine Pflicht dieser ernsten Stunde, alles Trcn» »ende zurückzustellen. Wir freuen uns, daß der Ministerpräsident auf die Kraft unseres Balles hingewiesen hat. Da können aber dock die Grundlagen, auf denen unser dent- schcs und preußisches.Volksleben sich aufbaut, nicht gar so morsch und schlecht gewesen sein.(Sehr richtig? rechts) Gewiß wird die neue Zeit neue Aufgaben bringen, aber wir dürfen die Anlehnung an die gesunden Grundlagen unserer Vergangenheit nicht verlassen. Auch uns leitet nur die Liebe zu Unserem Vaterlande, das wir so fest und dauernd aufbauen wollen wie nur möglich.(Beifall rechts.) In der Kritik de« Herrenhauses sind muilche Reden, z. B. auch die des Abg. Friedberg, über alles Maß hinausgegangen.(Lebhafter Widerspruch links und ini Zentrum.) Sie haben k ei n e n Sinn für das historisch Gewordene. Wir sind auch dafür daß man fortschreitet und sich anpaßt, aber es ist auch ein Faktor nötig, der einen mäßigenden Einfluß ausübt. Wir halten die Gesamt- tätigkcit des Herrenhauses in den 90 Jahren durchaus für wertvoll und es wird und soll auch weiter zum allgemeinen Nutzen arbeiten.(Beifall,) Abg. Adolf Hofsmauu sSoz. Arb.): Aur mich hat die Rede des Grusen Vorck nur einen kouii- scheu.Eindruck gemacht. Ich mußte an den seligen August Bölling im Zirkus Renz denke». Wie notwendig Jnformätions- reisen wären, hat er selbst bewiese», denn er bat gezeigt, daß er von den Zuständen in unserem Lande, von den Stimmungen des Voltes k e t n e blasse Ahnung bat. lSebr wahr? bei der Soz. Arb.) Das Bezeichnendste war, daß seine Rede von stürmischem Beifall deS ganzen Herrenhauses begleitet wurde. Wir sind dem Grafen Uorck dankbar, daß er den Mafsen, die an eine Neu- oricntierung glaubten, die Schuppen von den Augen ge- nommen hat. Die Aeußerung des Grasen jßorck. es wäre m't dem Ansehen einer parlamentarischen Körperschaft schlimm bestellt, wenn es von der Größe der Vorteile abhinge. die den Abgeordneten getrährt würden, ist eine unerhörte Beleidigung, gegen die viel schärfere Verwahrung am Platze gewesen wäre.' Durch seine Be- schlüsse'über die Steuerfreiheit beim Fideikommiß bat sich daS Herrenhaus viel mebr Vorieile verschafft. Graf storck sagte, die Parlamente fühlten sich als Mitsouveräne. Freilich, das ist das eingeborene Recht der Konservativen, in dem sie das Herrenbaus uuterslützt. Wir überschätzen den. Parlamentarismus durchaus.nicht, be- sondcrs nicht,.so länge er nur wie.heute, ein Feigenblatt f ü r de n Absolutismus ist.(Sehr wahr! bei. der.Spz. Arbg.) Interessant war. die Aeußerung des Grafen))occk, der.Srwg zeige. wie ungleich die Menschen sind. Bisher hat man her Masse immer erzählt, gerade der Schützengraben bälie die. Gleichheit der Menschen nachgewiesen. Tie Wirkung des Vorgehens des Herren- Hauses zeigt sich am besten in der Presse. Selbst der„Vorwärts', bekanntlich jetzt ein Regierungsblatt erster Klasse, hat Herrn von Bethmann Hollweg anfgesordcrt, ins Herrenhans zu gehen. Nach dem, was er heute gesagt, hat, lqnn man ja annehmen, daß er sich getraut, auch. dort den Herren die Wahrheit zu sagen. Ter Reichs- kanzlet will all seine Vertröstungen aus die Neuorientierung nur mit Rücksicht auf die Geschlossenheit des Volkes aufrechterhalten. Tas beredte Schweigen der Herren der Rechten bei seinen Ausführungen war sehr bezeichnend. So eiskalt, wie sie ibn heute angehört haben, werden sie ihn an dem Tage ent- fernen.>o o sie ibn nicht mehr nötig haben.(Sehr lvahr! bei der Soz. Arbg.) Wir gebe» zu, daß der Kanzler den besten Willen zur Neuorientierung hat, aber das Vorgehen de» Herrenhausc« zeigt, wie man es ihm verleiden wird.�— Ter Ministerpräsident sprach wieder von dem ganzen vollen Sieg, de», wir erringen müffen. Aber bis wir das erreichen, lebt kein Waffenfähiger in e h r in Teutfchland.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Darum verlangen wir, daß mit dem Kriege endlich ein Ende gemacht wird. Würde das in den Parlamenten ansgeiprow'». so würde das ein Eckio erwecken in den anderen Länder».(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) Tic Herren Friedberg, Porsch und all die andern haben sicher nicht der Diäten wegen geredet, sondern aus der Besorgnis, daß das Vorgeben des Herrenhauses das Volk vor den Kopf stoßen könnte, daß das Volk endlich die Wahrheit bören köviiie. So lange wie der.Krieg dauert, wird man die Masse beschwichtigen. Nachher heißt es: Bethmann, geht man! (Heiterkeit.) Tann kommt ein anderer, der für die Ver- sprechungcn nicht verantwortlich gemacht werden kann. Sehr richtig! bei der Soz. Arbg.'i Sonst sagt' man immer, wenn hier einmal ein wabres Wort gesprochen wurde, das dürfe man dem Ausland gegenüber nicht tun. Aber durch die Reden des Grafen .Aorck wird Teutschland bei allen politisch mündigen Völkern bis- kreditiert undblamicrt.(Sebr wabr! bei der»soz. Arbg.) Tie Konsequenz ist. daß das deutsche Volk rnr alle Sünden seiner Gewälthaber bluten muß. Wenn in der Weise weiter gearbeitet wird, tönnre das Verhängnis für Sic bon ganz anderer Seite kommen, als Sie es immer befürchten. Tas Herrenhaus hat mir seiner Behandlung der Vorlage bewiesen, wie wenig Respekt es vor der Regierung bat. Es ist böchste Zeit, daß stch das Volt von diesem Blinddarm des Herrenhauses befreit.(Heiterkeit.) Ter Abfolutis- mus hat Teutschland in das schauerliche Unheil dieses Krieges hineingestürzt, hat die ganze Welt gegen uns aufgepeitscht. Dieses feudalistische Regierungssystcm ist damit gerichtet. Es muß fallen und wird fallen, trotz Dreiklass'enparlamcnt, trotz Herrenhäuser. Sobald das Volt ernstlich will, wird es das Dreiklass'enparlamcnt und das Herrenhaus beseitigen, das man nur als galvani- s i c iR e Leichenkammer bezeichnen kann.(Lebb. Beifall bei der Sgz. Arbg.— Pfuirufe rechts.— Präsident Graf Schwerin- Läwitz ruft den Redner zur Ordnung.) Der Etat des Herrenbauies wird bewilligt, ebenso der des Abgeordnetenbauses und das Etatgesetz.! Nächste Sitzung: Donnerstag 11 Ubr(dritte Lesung d:S Etats). Schluß 6 Uhr._ Vorboten. Von Richard Gaedke. Bor einiger Zeit wurde bereits geinelöct, baß die Russen zur Offensive bereit seien. Jetzt kommen Telegramme aus Mailand, daß im italienischen Heere 21 Ge- neralleutnantsstellen und 65 GeneralmajorSsrellen neubeietzt seien;, man deute diese ungewöhnliche Zahl persönlicher Aenderungen aus das Herannahen der große» Offensive. Aast zur. gleichen Zeit meldet sich, sogar das halbamtliche Tele- grapyenburean Aränkreich, die Havas. mit der bedeutsamen Kundgebung:„Die Westfront scheint aus ihrer Erstarrung heraustreten zu wollen. Die Anzeichen von Tätigkeit niehren sich und kündigen Ereignisse an. die man mit größtem Vertrauen erwartet." Pünktlich erwidert eine amtliche Quelle in Teut'chland,„auch wir sehen diesen Ereignissen mit großem Vertrauen entgegen". Mag die Havas-Meldung auch durch Rücksichten der inneren Politik mit veranlaßt sein— dem Ministerpräsidenten Briand stehen schwere stunden im Parlamente bevor, und er' wird darauf hinweisen wollen, daß der Augenblick zur Mimsterstürzerci so schleckt wie möglick gewählt sei—, so kann sie doch nicht nur ein bedeutungsloses Gerede sein. Denn die Enttäuschung der Abgeordneten würde die Stellung Brkmds sehr rasch unhaltbarer als bisher machen. Auch über die rumänische Armee ist bereits gemeldet worden, daß ihre Neubildung beendet sei. Aus Frankreich sind seit dem 5. und 9. März NachrichtM über Einschränkung und selbst über Einstellung des bürger- lichen Bahnverkchrs zu uns gedrungen. Gepäckbeförderungen aus der Schweiz an die Nordküste Frankreichs werden nicht mehr angenommen. Aber es sind noch andere Gründe zu der Annahme vor- hairden, daß die Zeit der Spannung nickt allzulange mebr anhalten wird. Die Tage werden länger, die Witterung wird milder. Minister Briand hat im Parlamente erklärt, daß die Armee„im Ueberflnß" mit allem Notwendigen ver- sehen sei. Die Teilnehmer an der Petersburger Kriegs- beratung sind zurückgekehrt, die Erfolge unseres U-Boot- Krieges drängen dahin, die Entscheidung nicht mehr aus die lange Bank zn schieben, es ist nur unwahrscheinlich, daß Kraft und Ausrüstung der feindlichen Heere dadurch noch wesentlich vermehrt werden könnten. Dazu kommen innere Gründe. Selbst ivenn wir annehmen wollten, daß ans den feindlichen Ländern vielfach Aenßerungen zu uns dringen, die wir gerne hören, so liegen doch soviel unversängliäfc Nachrichten über die Parlomentsvcrhandlnngen in Italien, Frankreich, England vor, soviel Aenßerungen englischer Staatsmänner, daß wir uns wobl getrauen dürfen, uns eine annähernd richtige Vorstellung über die geistige und sittliche Verfassung unserer Feinde zu niachen. Und die darf wobl in folgende Worte ge- faßt, werden: Unter der ObersläcKc von Haß, Wut, Entschlossenheit und— Furcht vor der Zukunft, von der die leitenden Männer und Kreise noch vorwärts getrieben werden. schwillt in breiten Masjon der Bevölkerung Friedens- sehn nicht und V e r st ä n d i g u n g s w i l I e lebhafter und mächtiger an: auch die Briefe, die wir bei englischen und französischen Gefangenen der letzten Zeit fanden, deuten da- hin. In Rußland, wo die Schlamperei und Bestechlichkeit der Verwaltung eine auck nur annähernd genügende Ver'orgung der großen Städte verhindert, wo das Gespenst der Hungersnot schon nicht mehr nur droht, breitet sich die revolutionäre Stimmung der Arbeitermassen aus und sie kann auf die Tauer die Versorgung des Heeres mit Waffen und Schießbedarf gefährden. Alle einzelnen Tatsackfen mögen für sich wenig bedeuten, in ihrer Gesamtheit sind sie als Vorboten des heran- nahenden Sturmes zu betrachten.� Unsere Gegner müssen die Zeit ausnutzen nnd die Entscheidung, die sie zu erringen hoffen, mit aller Macht beschleunigen. Die Tage sind für sie kostbarer als je. Daß sie nicht mehr auf die Wir- kungen ihres Hungerkrieges gegen uns ivarten, sondern die Entscheidung durch die Waffen suchen werden, holte ich für völlig sicher. Und auch wir werden uns damit durchdringen muffen, daß auf den Schlachtfelderir dieies Frühjahrs und Soinmers die Würfel über den Ausgang des Krieges geworfen werden. Uebrigens sind die Fronten auf allen Kriegsschauplätzen ichon feit längerer Zeit nicht mehr ganz in dem Zustande der Erstarrung, von dem die Havas-Meldung spricht. Sie find vielmehr in immer lebhaftere, unrubvolle Bewegung geraten, die doch nicht planlos ist. fondern selbst in kleineren Unter- nehmungen den Absichten der Führung dient. Ich erinnere an die täglichen Erkundungsflüge und die immer heftiger und z a h Ij c i ch e r werdend en Luft k ä m p f e: Die feind- lichc Stellung und Truppenvertcilung aufzuklären, die eigene zu verschleiern, ist ibr Sinn. Sie sollen ferner das Feuer der eigenen Gefchübe leiten, die Lage der feindlichen Batterien feststellen, besonders auf den Fronten, wo auch sie in Be- wegung geraten ist: und sie tollen endlich die feindlichen Stapel au Schießbedarf, die Zuführungslinien, die gewerb- lichen Anlagen, die den Heeren dienen, nack Möglichkeit ufiLdi» gen. �Sehr heftig ist wiederholt und an verschiedenen Stellen das Feuer und der Kampf der Gefchützmasse» geworden: auch sie dienen zuin Teil den Zwecken der Aufklärung, der Vorbe- reitung eigener, der Verhinderung feindlicher Angriffe. Wiederholt find stärkere Versuche des feindlichen Fußvolks durch Vernichtungsfeuer unserer Batterien im Keim erstickt worden., Daneben gingen dann zahlreiche. Infanterie- g e f e ch t e, die teils aus llnieruehmungsliist unserer Truppen, teils aus der des Feindes hervorgingen. In kleinerem Maßstäbe dienten auch iie lediglich der Erkundigung. Gefangene zurückzubringeu, die Regnnentsnummern Gefallener iestzustellen, Briefe zu finden ist ibr Hauptzweck. Aber diese Kämpfe wuchsen sich vielfach zu bedeutendem Umfange aus, bisjum Angriff ganzer Divisionen, und sollten dann die eigene Stellung verbessern, die des Gegners schädigen. Nicht immer ist klax ersichtlich, ob zur Vorbereitung späterer größerer Angriffe, ob zur Stärkung der eigenen Verteidigungskraft. Nickt unmöglich ist es, daß sie in einzelnen Fällen auch nur de». Zweck verfolgten, die Aufmerksamkeit des Gegners von anderen Punkten der weiten Front abzulenken. � Man muß gestehen, daß im Westen die englische Front seit laugen Wochen a m unruhigsten ist: immer wieder haben ihre Leute versucht, gegen unsere Gräben vor- zugehen, und wir find ihnen die Antwort nicbt schuldig gehlieben. Unter den einzelnen Abschnitten der englischen Front nimmt aber der zu beiden Seiten der Anere und bis gegen die Somme hin einen beiouders bevorzugten Platz ein: seit Weib- nachten find sie hier nickt weniger als Lomal vorgebrochen und des öfteren zu sebr scharfen Angriffen. Es ist vielleicht nickt ganz unrichtig, wenn nian behauvtet, daß sie die Somme- schlackt in gewissem Sinne bereits erneuert hatten. Wir haben diesen Teilvorstößen durch die Räumung unserer vorderen Linien zunächst ein Ende gemocht: in den Nachhut- kämpfen, die sich daraus entwickelteu, hat sich die Ueberlegen- heit unseres Fußvolkes bewährt, Der englischen Heerführung ist dieses Ausweichen der Deutschen in eine vorbereitete Haupt- stellung, die ihr umständliche Neugruppierungen auferlegt, sehr überraschend und unbequem gewesen. Billige Sieges- Meldungen wurden ihr dadurch durchkreuzt. Indessen waren ihre starken Streitkräfte uüch'mi änheren Stellen recht tätig, - so besonders am der Ecke von Mecu, um den La Bassee-Kaual und im Gebiete von Arras: im großen betrachtet, haben sie also auf der ganzen Länge ihrer ttil) Kilometer langen Front unsere Grabenstellüngen sehr kräftig sondiert. Auch die Franzosen haben es an st a r k o.n An- gji s f e n. besonders in der Champagne und zu beiden Seiten der Maas, nickst fehlen lassen. Ich muß aber hinzu- fügen, daß sie hier durch unsere eigenen siegreickzen Unternehmungen vom 28. Dezember, 25. Januar, 15. Februar und 4. März besonders herausgefordert waren, und im allgemeinen nur versuchten, diese Erfolge durch Gegenstöße wieder auf- 3 uh eben. Nicht ganz übersehen dürfen wir es. daß sie in letzter Zeit auch im Entschlüsse an die englische Front, zwischen Avre und Life, wie a» verschiedenen stellen der Aisnelinic Erkundungsvorstöße versucht haben. Verhältnismäßig ruhiger war bisher ihre Ostfront von nördlich Toul bis zum Belforter Loch: in den Bogesen haben Deutsche und Franzosen dann upd wann Aufklärungsabteilungen vorgetrieben. Langsamer haben die beiderseitigen Fronten auf dem östlichen Kriegsschauplätze den Winterschlaf sich aus den Augen gerieben: die Härte der Witterung bat ihnen Wohl größere Zurückhaltung wünschenswert gemacht. In- zwischen haben die Deutschen einen größeren, erfolgreichen Angriff an der Aa und verschiedene recht gelungene Vorstöße in W o l h y n i e n und O st g a l i z i e n, wie auch in der Bukowina unternommen: die Russen sind besonders in den Waldkarpathen zu mehrfachen, heftigen Stürmen angetreten. Aber auch auf dieser Front haben die letzten Tage eine lebhaftere Tätigkeit aller Waffen bemerkbar gemacht. Ganz ähnlich haben sich die Verhältnisse gegen Italien entwickelt, wo besonders an der küstenländischen Front und an der Ost- grenze Tirols gefocksten worden ist. Ein Bewegungskrieg ober hat bisher nur auf dem entfernten Kriegsschauplatze Mesopotamiens stattgefunden. Nach Heranholung großer Verstärkungen aus Indien, nach umständlichen Vorbereitungen und nach Sickierung des Tigrisstromes als große Zufuhr und Nachschubstraße haben die Engländer seit Mitte Dezember ihre Angriffsunternehmung gegen die Türken bei Kut-el- Amara-Fellahie wieder ausgenommen und haben ihren Gegner nach langerr, wechselvollen Kämpfen, besonders durch Um- fassung feines rechten Flügels, aus dieser staxken Stellung herausgezwungen. Am 23. Februar gaben die Türken Kut-el- Amara auf und gingen mit den Hauptkräften, ungehindert von den Engländern, in westlicher Richtung über Bag- hailah zurück. Diese aber folgten türkischen Nachhuten in mehr nördlicher Richtung auf Bagdad, die Haupt- stadt Mesopotamiens, und besetzten sie nach täglichen Ge- fechten am Sonntag, den 11. März, morgens; sie haben 130 Kilometer in 16 Tagen geschafft, für jene Gegenden eine. ganz tüchtige Leistung. Der moralische Erfolg für die Eng- länder ist nicht gering, das Ansehen ihrer Waffen bei den arabischen Stämmen ist wieder hergestellt. Wie weit der militärische Erfolg reichen wird, kann erst die Zukunft lehren, zunächst haben die türkischen Truppen auch in Mfttelpersien, wo sie über Hamadan hinaus in Richtung auf Teheran vor- gedrungen waren, eine rückwärtige Bewegung eingeleitet. Die' Entscheidung auch über jene Gegenden wird aber auf den Schlachtfeldern Europas fallen. Vorgänge an üer Westfront. Berlin, 14. März. fW. T. B.) Bei A r m e u t i e r e s, B u c q u c y und G r e v i l l e r s scheiterten englische Au- griffe. Weder vorhergegangene sehr heftige Feuer- Überfälle durch mittlere und schwere Minen, noch der Vor- such Überrascheuder Vorstöße. ohne Artillerievorbereitung vermochte die deutsche Besatzung zu überrumpeln. Der Feind wurde überall unter Zurücklassung von Gefangenen blutig abgewiesen. In der C h a m P a g n e dauerte das wütende Anrennen der Franzosen gegen die verlorene Höhe 185 an. Tie Höhe selbst ist n a ch w i e vor f e st in unserer Hand. feindliche Kriegsberichte. Französischer He e r e s b c'r i ch t vom 13. März nach- miitags. Fn der Racki hielt dK Beschießung von Toissons durch die Deutschen an. Auf der Straße von äroun wurden starte feindliche Adteilungsli, die an unsere Linien heranzukommen suchten, zurück- geschlagen. Menr östlich scheiterte ein anderer feindlicher Versuch in der Gegend Bequlne— Chillq in unserem Jener. Ter Artilleriekampf war ziemlich lebhast im Abschnitt von Trogon. Westlich der M a i s o n s de Champagne unternahmen die Deutschen am Abend einen heftigen Gegenangriff auf die Höhe IW, Ivo unser Sperr- und Äaschincngewchrfeucr die Angreifer glatt aufhielt. Wir hielten alle unsere Stellungen. Tic Nacht war ruhig und de- sonders durch Artilleriekampf yetennzeichnct. Abends: Fn der Champagne beschoß die feindliche Artillerie, von der unserigen nachdrücklick bekämpft;.• die Abschnitte von Mais Otis d e Champagne und Main de Massiges. Im Laufe des Tages machtew die Deutschen crsolglosc Angriff« mit Granaten gegen die-Höhe 18Z. die wir auch weiter halten. E n g l i s ch e r H e e r e s b r l ch t vom 13. März. Infolge unserer gestrigen Beschießung gab der Feind sein Hauptverteidi- gungssystem entlaug des vorderen Kammes des Höhenrückens West- lich von Bapaume auf einer Front von 31- Meilen auf. Bäh- rend des Tages trieben unsere vorgebenden Truppen die Nach- hüien des Feindes in diesem Gebiet in ciucr Tiefe von einer Meile zurück und besetzten das Torf Grevillers und das Gehölz von Loupert. Auch östlich und nordöstlich von Gommecourt machten wir auf einer Front von etwa einer Meile weitere Fort- schritte. Crnahrungsfragen im Reichstags- aussthuß. Eingegaugen ist ein Antrag, der von ftniitluchen Parteien, mit Ausnahme des Vertreters der Soz. Arbeitsgemeinschaft, unterzeichnet ist. Der Antrag nimmt zu dem Wirtschaftsplan für 1917/18 wie folgt Stellung: Ter Reichstag wolle beschließen, folgende Resolutionen an- zunehmen: i. Lei einer Steigerung des Preises für Roggen und Weizen ist eine Erhöhung des Vrotpreiies zu vermeiden durch Verminde- rung der Spannung zwischen Getreide- und Mehlpreis, sowie in zahlreichen Gemeinden durch Verminderung der Spannung ztoischcn Mehl- und Brotpreis. Zu diesem Zweck stich für die Gemeinden einsprechende Vorschriften zu erlassen. Soweit dies« Mittel nicht ausreichend sein sollten, stich Zuschüsse aus Reichs- mittel ii zu gewähren. 2. Bei der beabsichtigten Senkung der Biehpreisr ist aus die Er- Haltung eines leistungsfähigen Viehstandes Rücksicht zu nehmen und' Vorsorge zu tressen, daß die Ermäßigung in vollem Ilmsange iil eriüeoriatrn Fleiichpreisew den Verbrauchern zugute kommt. 3.. Bei den Schweine« sind die Gcwichtsstnsen unter 7ö Kilo- gramm einheitlich zu beloertc» und für die höheren Gcwichtsstufen find entsprechend Höhcrc Preise festzusetzen. 4. Tie Tpaiinung zwifchen Vieh- und Flrischprrisen ist auf das durchaus uotiveudige Maß herahzusetzen durch Verminderung der Provisionssätze der Biehhandelsvcrbäiide und der nickt selten recht erheblichen Handelsaufschlägc für Zwischen- und Kleinhandel. Tie Gemeindeverwaltungen müssen zu entsprechenden Maßnahmen angehalten toerdcn. 5. Bei der Beschlagnahme von Gerftr,.Hafer und Hittfensrüchten sind den Erzeugern nebe» ausreichendem Saatgut gewisse Mengen für die menschliche Ernährung nach Verhältnis der Kopfzahl des Haushalts, ferner, soweit es die VolkSernahrnng und der Heeres- bedarf zulassen, zur Fütterung nach der Größe des Viebsiandes, eiuschließlich der ischafe und des Geflügels, ein entsprechender Teil zu belassen. Dem Erzeuger können auch größere Mengen der ge- nannteu Früchte belassen werden, falls er sich verpflichtet, eine diesen Vorräten entsprechende Anzahl von Schlachtticren zu mästen und diese der Reichsfleischstelle zu einem vorher festzusetzenden an- gemessenen Preise zur Verfügung zu stellen. Bayern soll außer- dem unter demselben Voraussetzung wie oben zur Herstellung des herkömmlichen Hausjrunks für die landwirtschaftliche Bevölkerung ein entsprechender Teil der abgelieferten Gerste belassen Iverden. 6. Sämtliche Kraftfuttermittel sind nach der Größe des Vieh- standcs unter Berücksichtigung der nach Ziffer. 5 dem Erzeuger zur Verftitierung belassenen Gerste,.Haser und Hülsenfrüchte zuzuteilen. Die Preise von Kraftsuttermitteln sind zum mindesten nicht höher zu bemessen, als dem Nährwert nach Verhältnis des Roggen- Preises entspricht. 7. Den Besitzern landwirtschaftlicher Betriebe, denen durch Anordnung der«Kommunalverbände, Saatkartaffeln zur mensch- lichen Ernähruiilp abgenommen sind, ist der erforderliche. Ersatz von Saatkartosseln zu den Preisen zu liefern, die sie selbst für die ab- genommenen Kartoffeln erhalten haben. 8. In den einzelnen Gemeinden oder Bezirken ist ein Ausschuß von Vertrauenspersonen zu bestellen, der unter Mitwirkung der Gemeindeverwaltung die rechtzeitige Ablieferung drr beschlagnahm- »en Nahrungsmittel: Getreide, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Gemüse, Eier usw., zu organisieren und zu überwachen� hat. Für die Ab- fuhr und den Versand sind in der Regel genossenschaftliche Organ i- sationcn oder der Handel heranzuziehen." Ebert Soz.s erklärt die Zustimmung zu dem Antrag, bewiit aber, daß ftir die Vertreter der Sozialdemokratischen Fraktion die Einwände, die sie gegen die neue Preisbestimmung erhoben haben. noch gelten. Man habe auch Bedenken gegen die Z i f f e r. 3 des Antrags, wolle aber deshalb der Annahme nicht hinderlich sein. Tie Verwendung der, Gerste für den HauStrunk in Bayern muß unter Kontrolle stehen und es wird bei. der nächsten Ernte erneut zu prüfen� sein,' ob dem Wunsche in diesem Umfange' entsprochen werden kann. Bei der Abstimmung erklärt sich der Vertreter der Sozial- demokratischen Arbeitsgemeinschaft gegen die Ziffer 3; im übrigen wird der Antrag einstimmig angenommen. Die weitere Belprechung der Denkschrift führte zu einer ein- gehenden Erörterung über die Aufnahme de? städtischen Kinder aus dem Lande. Präsident v. Batscti versicherte, daß alles getan ioerde, um die Unterbringung der Kinder auf dem Lande zu fördern. Es sei auch ftir eine Ueberwachung der Ausrahrung gesorgt, um ständig zu koii- trollieren, daß die Kinder gut untergebracht werden. Dagegen wird es nicht möglich sein, den Eltern zu gestatten, durch Besuche auch noch eine Ueberlastung des Verkehrs und eine Erschwerung der Nährungsversorgung auf dem Lande herbeizuführen. Man beab- sichtige nur. Kinder im Alter über ß Fahren aufzunehmen. Tie kleinen Kinder sollen zur Arbeit nicht angehalten werden, dagegen wird man.den älteren eine mäßige Arbeitsleistung auferlegen. Zum Teil wird die Unterbringung unentgeltlich erfolgen, sonst gegen ein entsprechendes mäßiges Entgell, wofür als Gegenleistung eine Eni-, lohuung für die Arbeit in Frage kommt.— Aus. die Anfrage vo« Stublw fSoz.), lvie es mit der Famstienunterstützung für Krieger- fraüen in diesem Falle gehalten werde, erklärt v. Batoeti, eine be- stimmte Antwort nicht gebe« zu können, er glaube aber nicht, daß die Unterstützung gekürzt werde. Die in der Debatte noch wiederholt eiiisetzeside Polemik gegen das preußische LandmirtschaftSministerium gab Herrn v. Botvcti Veranlassung, zu erklären, daß er allein die Verantwortung für die Maßnahmen des Krregsernä-hrungsamts trage; die Angriffe gegen das Lastdwirtschastsministerium seien un- berechtigt. Bei Erörterung des Abschnitts Preisrcgslung in der Denkschrift wird vom Abg. Wurm(Arbg.) angeregt, den Vertrieb von Ersatz- Mitteln nur dann zu gestatten, wenn über Wert und Preis eine be- hördlichc Prüfung vorgenommen und die Genehmigung für den Per- trieb erteilt ist.—». Batocti erklärte, daß er zu einer Ablehnung des Vorschlages gekommen sei. Die Fabrikation würde anfänglich ganz brauchbare Ersatzmittel herstellen; erhalte sie aber die behörfc- licke Genehmigung, sei eine weitere Kontrolle der Brauchbarkeit dieser Mittel sehr erschwert. Man habe die Absicht, solche Ersatz- mittel nachträglich, wenn sie auf den Markt kommen, zu prüfen, auch in bezug auf die Preisfestsetzung. Auf ein« Anfrage wird mitgeteilt, daß die-Reichsgemüsestelle Samen an diejenigen Gemüsezüchter liefern kami, die Lieserungs- Verträge abschließen. Abg. Molkenbuhr sSoz.s weist darauf hin. daß von seineu Freunden wiederholt verlangt worden sei, dw Zulassung der Ersatzmittel nur nach einer Feststellung ihres Gebrauchswertes zu ge- statten. Es sei höchst sonderbar, daß diesem Beschluß des Reichs- tages bisher keine Folge gegeben worden ist, obwohl vom Kriegs- ernähruiigsanit die Zusicherung gegeben wurde, dem Antrage zu cntsprecheu. Ter Ausschuß setzt die weitere Beratung der Denkschrift aus und wird die nächste Sitzung für Mittwoch, den 21. März, au- beraumt. Hauptausschuß öes Reichstages. Am Mittwoch wurde zunächst der Haushaltsplan ftir die Rrichsjustizverwaltnng erledigt. Die einzelnen Positionen wurde» unverändert� auge- nommcn. Dabei wurden eine ganze Reihe von juristisch» Spezial- fragen erörtert. Unter anderem wurde gewünscht, daß den Rechts- studierenden, die als Kriegsteilnehmer eingezogen wurden, die Ab- lcgung ihrer Prüfungen möglichst erleichtert werde. Staatssekretär Dr. Lisca versprach, diesem Wunsch so weit wie möglich entgegenzukommen. Er mochte aber auch darauf auftuerk- sam, wie wichtig es sei, daß die jungen Juristen für ihre bcdeu- tungsvolle Arbeit auch genügend vorbereitet würden. Fenier Ivurde über die Bestrafung des Kriegswuchers eingehend geiprochen. Von allen Parteien wurde gewüuicht, daß der � wirf- lichc Wucher möglichst scharf getrosseu, ohne daß der reelle Handel benachteiligt werde. Schließlich wurden folgende Anträge angenommen: 1. Antrag Mumm: die Verbündeten Regierungen zu er- suchen, alsbald dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den für den Reichsfiskus ein Anspruch aus Herausgabc sol- cher Gewinne begründet wird, die bei direkten oder indirekten Kriegslieserungcn durch übermäßige Preist entstanden sind; 2. ein Z e n t c u m s aiitrag: den Reichskanzler zü ersuchen, fem Reichstage schleunigst einen Gesetzentivurs vorzulegen, der den Kriegswucher wirksam bekämpft,' insbesondere die Einziehung' der erlangten wucherischen VermögenSgewstuie in allen � Fällen vorschreibt; 3. Antrag Mever-Kausbeuron: den Reichskanzler.zu ersuchen, die Verordnung betr. däs Verbot des Malzhanhels.schteu- «igst dahm zu ergänzeu, daß alle durch verbotene» Malzhändel er- Ziesten Gewinne der Einziehung zugunsten des betreffenden Bundesstaates verfallen; 4. ein sozialdemokratischer Antrag: den Reichskanzler zu er- suchen, zu veranlassen, daß die Psändbarkeit von Lohn, Gehalt und ähnlichem Anspruch weiter eingeschränkt werde, als es durch die Be- iänntmackung vom 17. Mai 1915 geschehen ist.— Durch die Bekanntmachung ist die psandfrcie Lohnsumme von loltO auf 2000 M. für das Jahr erhöht worden. Mit Rücksicht aus die inzwischen ein- getretene Teuerung soll jetzt eine weitere Erhöhung stattfinden. Der Staatssekretär sagte zu, die Frage zu prüfe»! und evtl. durch«ine Bundesratsverorbnnng zu regeln. Außerdem hatten die Sozialdemokraten beantragt, den Reichs- kanzler zu ersuchen, dem Reichstage möglichst bald einen Gesetz- eiitwurf vorzulegen, wonach K 850 Z-P.O. dahin abgeändert wird. daß die Bestimmungen über die Psändbarkeit von Ruhegehältern der öffentlichen Beamten finngemäß auf die Ruhegehälter der An- gestellten ausgedehnt werde, die auf Grund eines bürgerlich-recht- lichen Dienstvertrages verpflichtet sind. Ter Staatssekrrtär erklärte, daß eine solche Verordmmg bereits fertiggestellt sei, dem Bundesrat jetzt zugehe und, wie er hoffe, in ganz kurzer Zeit veröffentlicht werde. Die Etats für das RcichSschasamt, die Rcichsschuld und den Rechnungshof des Deutschen Reichs wurden ohne wesentliche De- basten erledigt.. Beim Haushaltsplan über den allgemeinen Pensionpsauds. Wurde der sozialdemokraftsche Antrag erörtert, den Reichskanzler zu ersuchen, zu veranlassen, daß bis zur Aenderitng des Militär- hinterblicbenengesetzcs Zuschläge zu den Militörhinterbliebenenrenten für die Angehörige» der Mannschaften getoährt Iverden.— Abg. Hoch.lSoz.) begründete den Antrag mit dem Hinweis darauf, daß die Hinterbliebenenrente für die Witwen, die nicht zur Erwerbs- arbeit in der Lage sind, unmöglich genügen. Es seien allerdings schon Zuschläge gemacht worden ftir die Fälle, in denen der Ver- storbcne mehr als 1500 M. verdiente. Ader dieS genüge nicht; einmal müßten die Zuschläge erhöht werden, dann aber müßten Zu- schlage in den Fällen gemacht werden, wo der Verdienst imtcr 1500 Mark bleibt. Ferne? müßte die Kriegsentschädigung namentlich bei Krankenpflegern, die infolge ihres Dienstes erkrankt und daran ge- storben sind, gewährt werde«: In dieser Beziehung kämen noch immer Härten vor. Ganz besonders müßte aber bei Gewährung von Elterngeld Entgegenkommen gezeigt werden. Dw gesetzlichen Bestimmungen passen in keiner Weise Bebe ftir die jetzigen Per- bältnissc. Bei den Arbeiter» und � Kleinbauern müßte durchweg daS Eltcrngeld gewährt werden, weil diese Kreise auf Zuschüsse der: er« wachsen«» Kind« fast regelmäßig angewiesen sind. Der Vertreter des Kricgsministeriüms, General u. Langer» mann,.versprach den Anregungen Rechnung zu tragen.. Er verlas Rundschreiben, die er öereits in dieser Frage erlassen hat. DaS Kricgsministerium sei bestrebt, hier überall helfend einzuspringen. Wo sich Härten zeigen, werde der Fall nachgeprüft und mildernd eingegriffen iverden. Die Anregungen der Sozialdemokraten fanden bei allen Par- teien lebhaste Unterstützung und Ergänzung. Insbesondere sprachen in diesem Sinne Abg.«. Vrockhausen(f.), Erzbcrgrr(Z.) und Gothein sVp.b Abg. Noskr(Soz.) wies daraus hin, daß bei den jetzigen ungc- nügenden Hinterbliebenenrenten in vielen Fällen die Städte ge- zwangen seien, Zuschläge zu leisten. Diese Lasten könnten die Städte bei den jetzigen Verhältnissen nickt tragen. Es müßten Vor- kehrungen getroffen werden, daß die Untexstützungsbeträge möglichst bald den Städten ersetzt würden. General v. Langermann versprach, auch dieser Anregung Folg« zu geben, �.•:.• Taraus wurde der Antrag der Sozialdemokraten angenommen und der Haushaltsplan loar damit erledigt. Am Dtzsinersiag ioird in der Beratung der Eisenbahnfuagest fortgefahren. 'tv. \ MW t WMMDDWMWWN�WWWMM��MKG�MMtz e Die vielfache, praktische Venvendungsmöalich« />< keit des Rockes Hai ihn . �.«„*.«*"1 rasch zum Aundes- Aochtltg. schwarzer s„... Tafft �ock � Genossen der sparsamen fi'ou.frou g-m-ch., gezogenem TassttolltN verziertem AQm Mieder n � ihren Bemühungen „durchzuhalten!" Schwarzer Gtraßen. N»ck � au» gut. Ware schmjc�\ glockig sollend, miF�v V loseaufgesetztemSurt 37.50 wmti 3om p-Z ¥ i- JTi /......! Llnd für jeden von Ihnen ge- wünschten Zweck finden Sie bei uns den passenden Rock & ÄÄV?0' W 3 so > � J* Praktischer Ttocf( «u» haltbar,(lhevlot.»r Sehr fescher Mieder. � schnitt mit Eteppere»�.' mib Knoyfverzierung� WA NW MWMi 1*V>1»* Im» h�ä» VmXI ■i"v' Königstraße 33 Chausseestraße*113 Am B,h»h«l AIrrnndrrpl«». Bmm Sttiitner S»hnh»s. Sonntag» geschlossen. z w Sind'» die Augen Geh' tn Rahnkel Wie arbeitet Ihr Gedächtnis? st st e-Z noch wie sriiber oder fällt Ihnen i troy Rachdcnteii« rnanchnial die« oder jene»\ nicht mehr ein. Bisten Sie. welchen Gin« i sind(ftmübunn davnuf hat und wie htiung diele durch schwache tlngen vorzeitig der« anlast wird? Doch and» jeder Gegenstand, l der Sie interessiert, jede Zeile, die Sie lesen, jede«rbeit. die Sie vorhaben, prägt sich Ihrcrn Gedächtnis schärfer und dauerhafter ein, ivenn Sie Nar und dewlirt) sehen können. Wie unangenehm aber ist e». wenn man sich lange vergeblich auf etwa? Wichtige» besinnt und dennoch nicht daranf kommt. Sie werden schnelles und bester arbeiten und mehr Freude von Ihrer Tätigkeit empfindeit und der Kopf bleibt klarer, wenn IHK«ugen Ihnen keinerlei Beschwerden mehr verursachen. Tragen Sie richtig an» gevagie SanoSlop»Gläser. und Sie ivcrden lühlen. das. Ihre Äugen Ihnen das wieder leisten. »vas Sie dielen vielleichr seit Jahren nicht mehr zutrauen konnten. Sie werden in normalen Grenzen lesen, schreiben und arbeiten können, ohne Ermüdizng zu spüren, kein lästige» Breimen der Augen, kein vorzeitige» Ermüdungsgefühl wird St» befallen. Sie bleiben flisch und arbeitsfreudig. werden al« Folge'davon nadrlcheiulick auch mir Genugtuung feststellen kömren. das Ihr Gedächtni« noch nicht gelitten hat, sondern daß nur der Zustand Ihrer Augen oder schlechie Gläser sie die» glauben mochten. Optiker Ruknke Wilmersdorf: n »ertlnet Sir. 132-3*■" a». u»len».«te. Friedenau:__ Ahein-Stc 18,«« flir#-»(r. Vf) »««-nüb-rderNeli-e-Sich» Am Alexander-Platz neben«lchingee. Spitleimarkt,«tfeBtn-stt. Orcmlew-Slr.»». »ab« Otanten.f U». WCeipjiget Str. 113,» . i ie y! nuet' fc tt. Clnf-Sh. l,cp«teea»w»it. Zeledeich-5le. 180. »et« rauben-»»!, Neu! Schön eberg �anpt»Ktr. Zf am Kaiser- Wilhelm- Platz NW Ariedeich-Str. 150, * n YV.»»e D-r,th,en.S«r. «laaffee-Sfr. 72. 3neoBben-5fr. IM, ade Brunne». kie. Saeentag» von 12-2 »eösfnee Charlottendurg: Taueahlxn-Str. 15.. «de Marburzer»»«. Zoachlmsthaler Skr.?, am Bahnhef k!«». Zentrum: Albert H a h n ff ch, Ackerstr. 171, ai»i Koppenplatz. Geöffnet von 11— IV? und von Z'h— 7 Uhr. 2. Wahlkreis: S.»nd SW.; Gustav Schmidt, Bärwaldstr. i2, an der Gncisenaustraße. Geösinet von 11— Iii wid von 414— 7 Uhr. S. Wahlfrei«: Z t. Frib, Prinzenstr. 31, Hof recht» pari. Geöffnet von ll— 1114 und von in— 7 Uhr. <• Wofilftei«; Osten; Robert WengelS, Morkusftr. 3K. Geöffnet von ll- Iii und von Iii— 7 Uhr.— Karl Melle, Petersburger Platz 1 a'flden' Geöffnet Von 11— Iii und von Iii— 7 Uhr. 4. Wahltreis: Südosten: Paul Böhm, Lausitzer Pstj» 14115. Geöffnet von ll—V/i und von 414—7 Uhr. � Z. Wohlteeis: Leo Z�tck t.�Jtuwanellirchstr. 12(Hof). Geöffnet von Zeitnngs-Attsgabestellen und Ins eraten-Annahme. 11—114 und von -7 Uhr. 8. VahlkreiS lPkoabitf: Talo'mon Joseph. WlhelmShavener Str. 4S. Geöffnet von 11— 114 und von 414—7 Uhr. Wedding: I. Hönisch, Mullerstr. 31->, Ecke Utrechter Strafce(Laben). Geöffnet von 11—114 und von 4'4— 7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Borstadt: A. Wolgast, Dattstr. S. Geöffnet von 11—114 und von 4M:— 7 Uhr. Geöffnet von 11— 1!4 Stesmidbrunn-li: Fischer, Bastianstr. L tLadcn). Uhr. Ge- Schönhanser Borstadt: Karl Mar», Grcisenhagener Straße öffnet von 11— IM- und von 4'.4— 7 Uhr. «hlershos: Feuerstein, Bismarckstr. 82. Alt-Glienicke, Falkenberg: Wilhelm Dürre, Friedrichstr. 46. vaumschnlenwcz: H. Hornig. Marientbaler Straße 13, I. Bernau. Röntgental, Zepernick. Schönow, Schönbrück»nd Buch: Heinrich Brase, Mühlenstr. ö(Laden). Bohnsdorf: H o r l e m a n ii, Genosienschostshanö„Parodie»". Eharloitenburg: Gustav Scharnbcrg, Sefenheimer Straße 1. Ge- öffnet von 11— 1'4 und von 414— 7 Uhr. Elchwolde, Schmöckwitz, Zeuthen. BiierSborf: Oskar Mahle, Grünauer Straße 37, Feeder«dors-Pe»er»hagen: Stellmacher, PelerShagen. Friedenau, Steglitz, Südende: H. B e r u f e e, Alfenstr. ö in Steglitz. Gc- öfinet von 11— i'.i und von 114—7 Uhr. Jrieörichshagen, Fichtenau. Pohnsdorf, Zchöneiche. Klei«- Schönebeck: Ernst W e r l m a n n, Friedrichshagen, Köponicker Straße 18. Grünau: F ranz Klein, Friedrichstr. 10. Johanuisthal. Rudow: Max G o n s ch u r, Parkstr. 23. Karlshartt: Hermann Brlling, Dönhossstr. 38. K öi.-gs-Wu i, e: Hause«. Wildau. Piedcrlehme: Friedrich Baumann. Luckenwalder Straße 5. Köpenick: Emil Wißler, Kietzcr Straße 6(Loden). Geöffnet von morgens 7 Uhr bi« abends 8 Udr. Lichtenberg I, Friedrichsseide, Hohenschönhausen: Otto Seilet, Warte»- bergsiraße 1 lLaten). Geöffnet von 11—114 und von 414—7 Uhr. Lichtenberg II, Gummelsburg. Stralau: A. Rosenkranz, Alt-Box- bogen 56. Geöffnet von 11—114 und von 414—7 Uhr. Rahlsdors, Kaulaborf. Biesdorf: P. Heßberg,«aulsdorf, Ferdinand- straße 17. Mariendorf, Marienselde: A« g u st L e i p, Chausjeestr. 20. : M. Heinrich, Neckarstr. 2(Laden). Geöffnet von 11— 114 und Neukölln: von, 114—7 Ubr. Neutiklln-Britz: Rohr, Siegsriedstr. 2829. von 414—7 Uhr. Geöffnet von 11—114 und Niederschöneweide: Wilhelm Unruh, Brückensir. 10, II. Nowalve«: Karl Krähnberg, Eisenbahnstr. 10. Oderschöneiveide:.Ida F r e i d a n l. Bisniarckstr. 22. l. Paulow, Riederjch-uhaufen, Rsrbeud. Fro»z.-Buchh»lj, Bla»ke»burg: Rißmann, Muhleustr. 30. Geöffnet vom II— Iii und von 41» bis 7 Uhr. Nei»ide»d»rl-O!t, Wilhelmsruh und Zchöuhsl;: P. Gurfch, Provinz- straße 56»LadenV Geöffnet von 11— lü und IV;— 7 Uhr. Zchenlrudors bei Könitzs-Äusterhausen Ebr. Hanschke. Dorsstr. 10. Zchinederg: Wilhelm Bozimler, Meimngcr Straße 0(Laden). Geöffnet von 11— 1>4 und von 4':— 7 Uhr. Spaudou, Non»e»d«wm: Schumacher, Breit« Straße 6. Geöffnet von von 414—7 Ubr. Teltow: Pfeifer. Havcistr. 2.. lempclhos: Rud. Ueckermann, Katser-W>helin Straße 74. Treptow: Rod. Granienz, Kiefholzftr. 412(Laden). Geöffnet von 7 Uhr morgen» bis 8 Uhr abends. Weißensee, Heiuersborf: Guft. Roß köpf f Berliner Allee 11- Wilmersdorf, Haleufee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelms- a»e 27. Zaffen: Fr. Ratsch, Berliner Straße 24. Sämtliche Parteilitcratnr sowie alle wlsfcnschasilicheii Werke werden geliefert. Sonntags sind die Ausgabestelle» geschlosseu. -L v'-tf- X Ük-L xna .ßLSÄS» S5!WajgJ|«8K7Wv®»ö Iii-•• i««tzsKt-5S,V' i ii soorsca .»...»»«. f' Zehn Tags spaier erließ der General die Proklamation, ans der sich deutlich genug ablesen läßt, daß die Vorgänge in den Straßen Petersburgs sehr politische Züge hatten. wenn wir auch noch nicht durch sichere Nachricht wissen, welche Farben sie zeigten. Das Rezept, das politische Gelüst.der Arbeiter durch maßlose Arbeit abzutöten, wird sich in den Versammlungen, gegen die General Chabalows Proklamation sich insbesondere richtete, als ein schwer fehlschlagendes Mittel erwiesen haben._ Sewaffnungswachen amerikanischer HanÜelsjchiffe. Wilsons Entscheidung. Basel, 14. März. Havas meldet aus New Jork: Ter Text der vom Staatsdepartement veröffentlichten Note Wilsons an die bei der amerikanischen Regierung akkredierten Botschafter und Gesandten betreffs der Handelsschiffe lautet: I» Anbetracht der von Teutschlands a« 31. Januar gemachten Mitteilung, wonach sämtliche Fahrzeuge der Kriegführenden und Reu lralen, die in einer näher umschriebenen Zone angetroffen werden, versenkt werden sollen ohne»orhergängig« Untersuchung und ohne daß Maßnahme» für die vorherig« Rettung der Paffagiere getroffen «erden, hat die Regierung der Bereinigten Staaten beschlossen, daß auf sämtlichen in den betr. Zonen verkehrenden Schiffen ein« BewaffnungSwache eingerichtet werden soll, die die Schiffe und das Lebe« der Reisenden schützen soll. Man schließt aus dieser Erklärung, daß Artilleristen an die amerikanische Marine abgegeben und daß diese mit den für die Verteidigung notwendigen Kanonen ausgerüstet werden soll. Eine weitere Havasmeldung aus New Kork berichtet: Ter Entscheidung des Staatsdepartements, daß die Handels- schiffe für Angriffe und Verteidigung ausgerüstet die Häsen der Vereinigten Staaten verlassen dürfen, wird hier große Bedeutung beigemessen. Ueber die Art der Bewaffnung ist noch nichts bekannt. Eine Haager Meldung spricht von Verlegenheiten dxr euglischen Admiralität, die nicht genügend Geschütze erhalten kann, um die englischen Handelsschiffe allen Anforderungen gemäß zu bewaffnen. Diese Verlegenheiten hängen zusammen mit der Bewaffnung der amerikanischen Handelsflotte. Die Meldung sagt: Die rnglische Admiralität hat einen größeren Auftrag nach Amerika vergeben, der jedoch augenblicklich nicht ausgeführt werden kann, da die amerikanische Regierung alle Schnellfeuerkanonen für die Bewaffnung der eigenen Schiffe nötig hat. Die amerikanischen Geschützgießereien haben A n- Weisung erhalten, alle fertigen Geschütze sowie die, die inzwischen fertiggestellt werden sollten, vor- läufig zurückzuhalten. * London, 14. März.„Morning Post" erfährt aus Washington, daß innerhalb weniger Tage mit Kanonen bewaffnete Handels- schiffe ausfahren werden. die Orianü-Krise. „Dopsche de Lyon" meldet aus Paris, die politische Lage habe Montag nachmittag keine Aenderung er- litten. Zu Anfang der Sitzung der Kammer hätten Andrieux und Favre wohl Angriffe gegen die Regierung unter- nommen. Am Abend jedoch sei immer noch kein§nter- vellationSantrag über die allgemeine Po- litik der Regierung eingebracht worden. Ueber das Votum von Freitagnacht macht der Schweize- rische Preßtelegraph Angaben, die über die Zusammen- sotzung der Opposition gegen Briand Ziäheres sagen. Es stimmten gegen das Kabinett sämtliche Vorsitzenden der großen ParlamcntSkommifsioncn, darunter Maginot, der Präsident deS Heeresausschuffes. Klotz vom Budget- ausschuß, Chaumet von der Marinekommission. David vom A.kerbauauSschuß. Der Opposition schloß sich weiter eine große Zahl früherer Minister und Unterstaatssekretäre au, u. a. Caillaux, Delcasis, Painlevs, Augagneur, Noulcns, Abel, Fcrrp, Renault, de Monzie, Jaquier, Emile Constant, Du- mont. Auch die genannten Vorsitzenden der Parlaments- ausschüsse sind frühere Minister. Die oppositionellen Parlamentarier rechnen, wie der Parlamentsaerichterstatter des„GauloiS" hört, bestimmt mit dem Sturz des Kabinetts. In den Kreisen der Anhänger Briands leugnet man nicht, daß dies möglich sei, man ist aber der Ueberzeugung, daß Briand, selbst wenn er zurücktreten sollte, wieder mit der Kabinettsbildung betraut werde, da er uncnt- behrlich sei. Eine ähnliche Anschauung äußert das„Oeuvre", das glaubt, Briand werde, um der Opposition entgegenzukommen, sein Kabinett erweitern, wie er es im Dezember vergangenen Jahres verkleinert hat. Die Gegner der Opposition, von denen gesagt wird, sie seien keineswegs unbedingte Verteidiger der Briandschen Politik, finden, daß das Briandsche Kabinett seine Gegner durch eine erfolgreichere WirtschastSpolitik entwaffnen würde. Sie sind aber der Ueberzeugung, daß die Oppositton, käme sie zur Regierung, sich tn kurzer Zeit vor den gleichen Schwierigkeiten befinden würde. Der Ausschluß Chriftiernsons. Stockholm, 14. März. Laut„Socialdemokraten" hat die Lestung der sozialdemokratischen Partei beschlossen, den Reichs- tagsabgeordneten Christiernson wegen seiner bekannten Rede'in Upsala nicht nur aus der ReichStagsgruPpe son- dcrn auch aus der Part'ei auszuschließen. Als Grund wird vor allem angegeben, daß Christiernson in seinem Vortrag an den König von Schweden appelliert habe. Dies richte sich gegen den ganzen Kampf der Partei für das Recht!zes schwedi- 'chen Volkes, über feinWWege selbst zu bestimmen. der Krieg auf öen Meere«. Wieder 4SI 50 Tonnen versenkt. Berlin, 14. März. Amtlich. Neuerdings find vo» unsere» Unterseebooten siedzehu Dampfer, zwei Segler und drei Fischdampfer von insgesamt acht- uudvierzigtauseud einhuudertfüufzig Brutto-Registertonnen versenkt worden. Eines der Unterseeboote hat außeröem einen feinülichen kleinen Kreuzer mit drei schrägen Schorusteinen und ein als Untersee- dootSsalle eiuzerichtetesSpezial schiff& 37 vernichtet. Bon letztere« wurde ein Leutnant, est» Deck- offizier und vier Man» gefangen genommen, darunter«in Schwerverwundeter. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Seesperre und Versenkungen. Die Sendung der Priucesi Melita. Amsterdam, 14. März. Nach einer Meldung eine» hiesigen Blattes war gestern r» Schiffahrtskreisen das Gerücht verbreitet, daß die englische Regierung wegen der Weigerung der niederländischen Regierung, den bewaffneten englischen Handels- dampser Princstz Melita in eine« niederländischen Hafen zuzu- lassen, Schritte unternommen habe. Man glaubt, daß die Princeß Melitq absichtlich von der englischen Admiralität nach Holland geschickt rnirdc, um die Frage der Zu- lassung bewaffneter Handelsschiffe aufzurollen. Amsterdam, 13. März. Der britische Schoner Moama ist gesunken. Amsterdam, 13. März. Dem.Algemeen Handelsblad" wird aus Rötterdom gemeldet, daß noch immer zahlreiche mit Getreide beladene holländische Schiffe im Hafen vou Falmvoth liegen, ohne daß man weiß, wamr sie ihre Reise nach Holland fortsetzen können. In Rotterdam verlautet, daß die nieder- ländischen Schiffe wegen der im Hasen von Falmouth herrschenden Uebersüllung den Befehl erhalten haben, nach Truro, einem kleinen Hafen in Corntvall, zu fahren. Rotterdam, 14. März. Ter Fischdampfer Vlaardingen 1 l) l) ist gestern abend auf eine Mine gelaufen und g e- funken; die Mannschaft ist gelandet. Rotterda«, 14. März. In der Woche vorn 4. bis 10. März find keine Schiffe mit einem Tiefgang von 7 Meter und darüber in den Nieuw« Waterweg ein- oder auSge- fahren. Rotterdam, 14. März. Folgende Schiffe, die zwischen dein 21. Oktober und 18. Januar ausgefahren sind, werden von LlohdS als vermißt bezeichnet: Adriatia(englisch, 3028 To.) mit Steinkohlen, Giant(euglisch), Pacifique(franzö- fische Bark, 2241 To.) und Planudus(englisch, 242 To.) mit Kohlen. TaS Schiff Michael ist stark überfällig. die Kämpfe bei Oagöaü. Rückzug der Türken auf Samara. Konstautinopel, 13. März. Türkischer Heeresbericht vom 13. März. An der T i g r i s f r o n t zogen sich unsere Truppen nach einem Kampfe südlich von Bagdad am 10. März zurück und nahmen zwischen Bagdad«nd Samara eine neue Stellung ein. An der Kaukasusfront wurden starke russische Erkundungs- abteilungen überall abgewiesen. An den anderen Fronten kein Ereignis von Bedeutung. Der Stellverttetende Oberbefehlshaber. » ES wird angenommen, daß die Bahnlinie Bagdad— Samara zerstört ist. Da außerdem der Tigris stromaufwärts von Bagdad nicht schiffbar ist, wird mit einem nur langsamem Borgehen der Engländer über Bagdad hinaus gerechnet. Bisher.war ihr Bor- marsch durch günstige rückwärtige Lerbindungen(Feldbahn BaSra- Kut sowie die Flußschiffahrt von Kut bis Bagdad) unterstützt. Der Rückzug der Türken schafft durch Annäherung an den Etappen- Hauptort und den Bahnendpunkt besser« Bedingungen für die Ber- sorgung mit Kriegsmaterial. politische Uebersicht. Reichstag. Tie Tagesordnung der nächsten Reichstagsfitzung am 20. März-ist folgendermaßen abgeändert. 1. Kleine Anfragen. 2. Zweite Beratung des Gesetzes über die Reichsabgaben der RcichSbank. 3. Zweite Lesung des Etats: Rcichsamt des Innern. Jedes Opfer— blast nicht de» Geldbeutel! Ein Geständnis der.Kreuzzeitung'. Die„Krcuz-Zcitung" läßt sich„von sehr geschätzter Seite" schreiben: Als seinerzeit unter der Devise.Gegen die Kriegswucherer und Kriegsschieber' die Besitzsteuer zum Beschlutz erhoben wurde, land dieses Borgchei? der Reichsregierung den ungeteilten Beifall aller Parteien. Nachdem sich indessen jetzt die Wirkungen dieser Steuer zu zeigen beginnen, ist«ine starke Ernüchterung ein- getreten, insbesondere bot man erkannt, daß es nicht sehr einfach ist, Schieber und Wucherer zu fassen, daß man mit der Form der Steuer dagegen mit Sicherheit jeden reellen Gewinn getroffen hat und darüber hinaus mit ihr gleichzeitig eine Strafe auf die Ergebnisse des Spartriebs gelegt hat. Der Unmut und das Mißvrrgulkge» über diese Steuer ist daher im Wachsen begriffe». 5 jede konfiskatorisch« Steuer hat demagogische Qualitäten. st bei den Besitzlosen beliebt. Jede Konfiskation wird daher von der Zustimmung der großen Masse begleitet sein. So könnte man vielleicht die Einleitung einer solchen Steuerpolitik feiten» der Reichsieitung al» ein Stück Kriegsregie ansprechen und bei dem bedenklichen Mangel an Regie- talent, der sich bei uns während des Krieges gezeigt hat, gibt es vielleicht Leute, welche auch von solchem Gesichtspunkte aus diese Steuer begrüßt haben. Aber der Geldbeutel ist ein kitzlicher Paukt und in de» Inbel der Masse mischt fich die Klage der Bettoffene«. Der„Kreuz-Zeitung., und ihren Leuten soll es ewig un- vergessen bleiben, daß sie mitten im Daseinskampf des deut- schen Volkes dieses Wort gesprochen haben:„Der Geld- beuteli st ein kitzlicher Punkt!' Diese Leute haben vor dem Krieg die Arbeiter, die jetzt für das Reich bluten und hungern,„vaterlandslose Gesellen' geheißen— und jetzt!? Jetzt ist eirz Mensch, der da schreibt:„A b e r d e r G e l d- beute! i st ein k i tz l i ch e r P u n k t" für die Kreuz-Ztg." eine sehr geschätzte Seite, und sie druckt seinen Gesinnungs- ausbruch hochachtungsvoll ab. Warum hat übrigens der„sehr geschätzte" Verfasser nicht den Mut. seinen N a lp e n zu nennen? Er trete vor und zeige sich, damit das Volk ihm ins Gesicht sagen kann, wie es über ihn und seinesgleichen denkt! Preuße» in großer Zeit! Der Regierungspräsident in Magde- bürg hat eine Apotbekenkonzession zu veraeben und fordert die Be« werber auf. in ihren BewerbungSschrelben ihr Glaubens- bekenntnis anzugeben. Reichstags-tlachwahl i in potsöam-Spanüau-GsthaveUanö. Der Sozialdemokrat gewählt. Stahl(Sozialdemokrat).. 16 631 Stimmen Mehring(Spartakusgruppe) 4634„ Es stehen noch vier kleine Orte aus. Im Reichstagswahlkreise Potsdam-Spandau-Osrhodel- land hat das Volk gesprochen. Die von den Spaltungs- gruppen so oft angerufenen und für sich in Anspruch genom- menen Massen traten wirklich in Erscheinung und gaben ihr Urteil ab. Es waren wirkliche Massen, denn hat der Kreis in seinen ländlichen Teilen durch die Einberufungen viel verloren, so Hot er doch als ein Hauptsitz der Waffen- und Munitionsindustrie an Arbeiterbevölkerung stark gewonnen. Tausende sind aus dem Groß-Bcrliner Ge- biet zugewandert, und gewiß sind sehr viele unter ihnen, die auch den Schützengroben gründlich kennen gelernt haben und die erst später zu notwendiger Arbeit zurückgeholt wurden. Diese Massen haben nun also gesprochen, und sie haben mit einer gewaltigen Mehrlieit die Politik der Sozialdemo- kvatie gebilligt und das, was die Spaltungsgruppen.in Ver- kennung des Begriffs ihre„Politik" nennen, verworfen. Das Zohlenverhältnis des Wahlergebnisses läßt eine Be- rufung aus die bürgerliche Hilfe, der die Sozialdemokratie etwa ihren Sieg verdanken sollte, nicht zu. Denn die Zahl der Wähler, die bei offen ausgetragener Wahl konservativ oder liberal gewählt hoben würden, ist ganz gewiß nicht ge- wachsen. Hätten die bürgerlichen Parteien" AewehrberJußgestandenundstrengsteWabl- enthaltung geübt, so wäre dennoch eine sehr starke Ueberlegenheit des Sozialdemo- kraten über den Spartakpskandidaten übriggeblieben. Ten sichersten Beweis für die Richtigkeit dieser Behaup- tung liefert die Arbeiterstadt Spandau. Dort erhielt: Stahl... 7327 Stimmen. Mehring.. 2732„ In den reinen Arbeitervierteln Spandaus erzielte der wzialdemokratische Bewerber, Genosse �otahl, gegenüber dem Zersplitterungskandidaten Zweidrittelmehrheiten! Noch viel gewaltiger war die Mehrheit der Sozialdemo- kratie in Potsdam. Dort erhielten: Stahl.... 3986 Stimmen Mehring... 835 Der Spaltilngskandidat hat dort also nicht viel mehr als ein Fünftel der abgegebenen Stimmen erzielt. Die Wahlbeteiligung war dabei nirgends stark. Sie schwankte zwischen 46 und 56 Prozent. Es soll durchaus nicht verkannt werden, daß die Gegner Stahls in mancher Beziehung mit widrigen Umständen zu kämpfen hatten. In anderer Beziehung aber war der Kreis für sie so günstig, wie sicher nur sehr wenige im ganzen Deut- schen Reich. Er liegt in der Nähe ihrer Berliner Hochburgen— wie lange werden die halten?—, und er ist der Wahlkreis Liebknechts, der für seine Ueberzeugung ins Zuchthaus gegangen ist und von dort aus die Wahl Mehrings empfohlen hat. Von den 21 565 Stimmen, die Liebknecht im Jahre 1312 erhalten hatte, sind trotzdem nur 4954 auf den von ihm emp fohlenen Nachfolger übergegangen. Man mag die durch den Krieg eingetretenen Verschiebungen so hoch schätzen, wie man will: sicher ist. daß die große Mehrheit der im Kreise ver- bliebenen Wähler Liebknechts nicht Mehring, sondern dem Kandidaten der sozialdemokratischen Partei ihre stimme ge- geben hat. Ein klarerer Beweis, daß die von der Partei abgc- splitterten Organisationen die Massen nicht hinter sich haben, sondern daß diese Massen zur Organisation der sozialdemo- kratischen Partei stehen, ist nicht gut denkbar. Leider ist nicht zu hoffen, daß die Sonderbündler durch diese Probe zur Besinnung gebracht werden. Wie sie im Par- teistreit die bürgerlichen Gerichte angerufen haben und nun ihr Urteil, da es gegen sie ausgefallen ist, nicht anerkennen wollen, so werden sie auch das Urteil der Massen, das sie angerufen haben und das sich gegen sie gewendet hat, nicht anerkennen. Sie werden fortfahren, Streit zu stiften und Unheil zu säen. Etwas anderes können sie nicht! Aber die Massen werden sie sich durch dieses Treiben nur immer mehr entfremden. Wir wagen die Prophezeiung, daß schon bei den nächsten Wahlen von den diesmaligen Mehring-Wählern nur sehr wenige übriggeblieben sein Nrcrden. Denn wenn die Sozial- dcmokratie wieder in offenem Kampfe ihre Front gegen rechts ordnen wird, dann wird sich ihre Anziehungskraft noch viel stärker bewähren! Gestern, noch in Unkenntnis des Wahlergebnisses, sagten wir, die Spaltungsgruppcn seien weiter nichts als Splitter- zeug für den Schutthaufen der Weltgeschichte. Der Wahlausfall hat dieses Urfeil vpllinhaltlich be- stätigt! » Im Jahre 1912 betrug die Wahlbeteiligung, 45541, auf Lieb- knecht entfielen im ersten Wahlgong 21 505 Stimmen. Diesmal sank die Wahlbeteiligung auf 21 585, also weniger als die Hälfte. Beide Kandidaten erzielten diesmal zusammen also etwa ebensoviel Stimmen wie damals Liebknecht allein. Die Wahlbeteiligung betrug damals etwa 90 Proz., diesmal aber nur 40—50 Proz. Es ist jedenfalls ein großer Teil der bürgerlichen Wähler zuhause geblieben! Mehrings Stimmenzahl beträgt aber noch nicht ein Vier- t e l der für Liebknecht vor fünf Jahren abgegebenen Stimmen. Stahls Stimmcnzahl beträgt mehr als d r e i V i e r t e I der damals für den rechtmäßigen sozialdemokratischen Kandidaten abgegebenen Stimmen. In diesen drei Vierteln stecken diesmal auch bürgerliche Stim- mcn. Trotzdem machen es die vorstehenden Zahlen vollständig klar, für wen sich die bisherigen sozialdemokratischen Wähler in ihrer übergroßen Mehrheit entschieden haben. Lekte Nachrichten. Todesurteil im Zigeunerprozefi. Fulda, 14. März. Das Schwurgericht in Fulda verurteilte heute abend nach siebentägiger Verhandlungsdauer die Zigeuner Ernst, Hermann und Wilhelm Ebender wegen Ermordung des Königlichen Försters Romanus am 15. Februar 1912 im Kemmerzeller Walde zum Tode, außerdem die Zigeuner Wilhelm und Hermann wegen.Mordversuches, begangen bei einer dem Förstermorde vorangegangenen Schießerei bei Kemmerzdl auf den Gendarme, r Burk und den Bauer Wehn ex, g» acht bzw. fünf Jahren Zuchthaus. Gewerkschaftliches. Ein Geüenttag üer öeutfchen Gewerksthastsbewegung. In den Tagen vom Ii. bis 18. März vor 25 Jahren fand der erste deutsche Gewerkschaftskongreß in Halberstadt statt. Am 18. November 1890 hatte � eine Ge- wcrkschaftstagung in Berlin schon einen allgemeinen Gewerk- schaftskongrcß in Aussicht genommen, die Generalkommission eingesetzt und sich für die neutralistische Organisationsform ausgesprochen. Der Streit um die zweckmäßigste Organi- sationsform, ob lokalistisch oder zentralistisch. war damit schon entschieden, der Halberstädter Kongreß erklärte sich nachdem in gleichem Sinne für die zentralistische Organisationsform. Auf dem Kongreß selbst, der von 208 Delegierten beschickt war, waren noch Vertreter aus den zahlreich bestehenden Lokalorganisationen zugegen. In der damals heiß umstrittenen Frage der Organisationsform standen sich vier Richtungen gegenüber: die für die Schaffung von Jndustricverbänden, Kartellverträgen unter bernsSverwandienZentralorganisationen, Zentralverbänden in der heutigen Form und Lokalorgani- sationen mit einem Vertrauensmännersystem. Lokalorgani- sationen auf politischer Basis lehnte der Kongreß ab, worauf 12 von den 36 Vertretern der Lokalorganisationen den Kon- greß verließen und eine grundsätzliche Opposition ankündigten. Diese Ankündigung wurde denn auch von den Lokalisten in die Tat umgesetzt. Noch lange tobte in der deutschen Gc- werkschaftsbewegmig der Streit um die beste Organisations- form und hinderte vielfach eine schnellere Entwicklung zu starker organisatorischer Zusammenfassung gewerkschast- licher Kräfte."Doch die lokalistische Organisationsidee verlor mit der Zeit immer mehr an Boden, sie hatte nur zeitweise bei verlorenen Streiks einen Zulauf Unzufriedener, zu größerer Bedeutung gelangte sie nie mehr in der deutschen Arbeiter- bewegung. Der zentralistische Gedanke, dem später das Streben nach Konzentration der Kräfte entsprang, die Zu- sammenfassung kleinerer Verbände zu Jndustrieorganisationen, brach sich weiter Bahn. Als Richtschnur hat den deutschen Gewerkschaften in ihrer 23 jährigen Tätigkeit gedient, was Legien auf dem Halber- städter Kongreß programmatisch in seiner Eröffnungsrede aufstellte: Daß die Gewerb'ÄastSorganisationen nicht die Lösung der sozialen Frage herbeiführen werden, daß sie zur Zeit aber wesent- lich die EmanzipationSbestrebungen der Arbeiterllasie unterstützen können. Gleich den Pionieren haben die Gewerkschaften den Boden zu ebnen für eine höhere geistige Auffassung und durch Erringung bei serer Lohn- und Arbeitsbedingungen die Arbeiterklasse vor Verelendung und Versumpfung zu bewahren. um so die Masten der Arbeiter zu befähigen, die geschichtliche Auf- gäbe, welche dem Arbeiterstande zufällt, lösen zu können. Was die Gewerkschaften getreu diesem Programm in der langen, von aufopfernden Kämpfen durchwirkten Zeit für den geistigen und materiellen Aufstieg der Ärbosterklassc getan haben, wurde von der Oeffcntlichkeit durch die alljährliche Statistik der Gcneralkommission über die Errungenschaften der Zcntralverbände in der Verbesserung der Lohn- und �Arbeits- bedingungen zur Kenntnis gebracht. Allein aus der Tatsache, baß im letzten Jahre normaler Entwicklung— im Jahre vor dem Kriege— über 16'/z Millionen Mark für Streikunterstützung gezahlt wurden, ist das schon ersichtlich, zumal, wenn man bedenkt, daß 74 Proz. dieser geführten Lohnbewegungen einen friedlichen Verlauf nahmen. Mit dem Bekenntnis zur Zentralisation befreite sich die Gewerkschaftsbewegung zugleich von allem utopistischen Beiwerk. Sie stellte sich auf den Boden der realen Tatsachen, trachtete nach dem Erreichbaren, ließ bei der Stellung von Lohnforderungen und der Einleitung von Lohnkämpfen die gewichtigen wirtschaftlichen Machtfaktorcn nicht außer acht: ine jeweilige Wirtschastskonjunktur und die Chancen der er- ftarNen NniornehmerkoaRtion, und leistete damit im Interesse der Arbeiter ein ungeheures Stück praktischer Arbeir. welche Aufgabe der Vorsitzende des Halbcrstädter Kongresses, der verstorbene Genosse Kloß in seinem Schlußworte schon da- mals in die Worte gekleidet hatte: Wir dürfen die Arbeiter nicht allein auf daS„gelobte Land" verweisen, sondern müsien tätig sein, schon heute Erleichterungen für die Arbeiterklaste zu schaffe». Trotz vieler Anfeindungen in alier und neuer Zeit sind unsere Zentralverbände sicher und unbeirrt diesen Weg gegangen. Daß er der richtige war, dafür spricht der Erfolg. Ein Vergleich nur einiger Zahlen von vor 25 Jahren mit denen ini Jahre 1913— denn nur das kann in Vergleich ge- stellt werden, nicht irgendein Kriegsjahr— läßt dies offensichtlich erkennen. Es hatten: Zentral- Mit« Einnahmen Ausgaben Vermögen verbände glieder M. M. M. 18S2 56 337 094 2 081 933 1 788 271 646 415 1913 47 2 548 763 82 005 580 74 904 562 88 069 295 Und das Bestehen von 12 369 Tarifverträgen für 1 845 454 Beschäfttgte in 193 760 Betrieben zeugt weiter für den Prakti- scheu Erfolg der jahrelang verpönten Gcwerkschaftsmcthode: mit möglichst geringen Kosten und Opfern für beide Parteien gültige Lohnvereinbarungen zu schaffen; ein Erfolg, der nur der wirffchaftlichen Erstarkung der Gewerkschaften zu danken ist. Wieder spritzt jetzt der Gischt der Zerstörungssucht am festen Bollwerk der Gewerkschaften cinpor, um vom stolzen Bau Teile abzubröckeln. Wenn das init dem gleichen Erfolge geschieht, lvie in dieser 25 jährigen Entwicklungsgeschichte, die ebenfalls nicht frei von solchen Versuchen war, dann wird den in Einigkeit und gegenseittgem Vertrauen von Massen und Führen: errichtetem Lebenswerk kein Schaden geschehen. In dieser Zuversicht werden die Gewerkschaften nach Kriegs- beendigung ihre nutzbringende Tätigkeit mit erneutem Eifer in gewohnter erfolgreicher Weise fortsetzen. verlia und Umgegend. Eine Generalversammlung der Metallarbeiter. Am 11. März nahm die Verwaltungsstelle Berlin des Deui- scheu Metallarbeiterverbandcs in einer außerordentlickien General- Versammlung Stellung zum Stattfinden der Verbandsgeneralversammlung in Köln. Wie der Bevollmächtigte Cohen mitteilte, komme es dem Vorstand darauf au, den Tätigkeitsbericht zu erstatten und gemeinschaftlich mit der Verbandsgeneralversammlung Stellung zu nehmen zu der Zunahme der Frauenarbeit in der Metall- lndustäe, sowie zur eventuellen Schassung von Staatsmonopolcn. Die Ausstellung der für Berlin in Frage kommenden 27 Delegierten solle in einer späteren Generalversammlung vorgenommen werden. Eine Diskussion über das Stattfiiwen der Perbandsgeneralvcr- sammlung findet nicht statt. Die Generaloersammlung trat daraus in die Beratung der zum Verbandstag eingereichten Anträge ein. Eine von Müller eingebrachte Resolution verlangt von der Verbandsgeneralvcrsammlung erneut,„alle Versuche zurückzuweisen, die geeignet seien, die Organi- sation in andere Bahnen zu drängen". Weiter billigt die Resolution „das Verhalten der Vertreter der Gewerkschaften im Reichstage" nicht und erhebt besonders gegen die.Haltung derselben bei Schaffung des Hilssdienstgesetzes schärfsten Protest. Auch die Versuche der Generalfowmisiion uni» der Vorständekonferenz, die Gewerkschaften auf die Politik des 4. August festzulegen und den Mitgliedern eine bestimmte politische Meinung vorzuschreiben, lvie es duph die Bc- schlüsse und Kundgebungen vom 23. Juni und 5. Juli 1915 geschehen sei, werden durch die Resolution entschieden verurteilt. Wie Müller als Antragsteller ausführt, erscheine ihm das Stattfinden der Bcr- bandsgcneralversamurlung wichtig, uui Richtlinien für die weitere Tätigkeit des Vorstandes, der Funktionäre und der Schreibweise der Mctällarbeiterzeitung festzulegen. Die Politik müsse aus den Ge« werkschaften fembletben; den Mitgliedern dürfe eine bestimmte, polikische Meinung nicht vorgeschrieon werden. Darum sei es not- wendig, daß der Berbandstag sich die von ihm vorgelegte Resolution zu eigen mache. In der Diskussion sprachen sich die einzelnen Redner für die Annahme der Resolution aus. Peters, dem die Resolution nicht weit genug geht, stellte den Zusatzautrag:„Tie Vcrbandsgcneral- Versammlung wolle beschließen, der Generattommission die Beiträge 'des Metallarbeiierverbandes zu entziehen." Cohen ist für die Annahme der Resolution, jedoch nicht, weil er mit dem Inhalt der Resolution in allen Teilen einverstanden ist. sondern weil damit die Möglichkeit besteht, aus dem Berbandstag Klarheit zu schaffen; die Entsckeidung des Verbandstages sei dann bindend für die Kollegen. Tü> Abstimmung ergab' die fast einstimmige Annahme der Reio- luSBii und des Zusatzantrages. Eine weitere, von der Arbeiterinnenkommisston Berlins ein- gebrachte Resolution fordert den Vorstand auf,«schritte zu unter« nehmen, damit die Schutzbestimmungen für Jugendliche und Arbeiterinnen wieder in Kraft gesetzt werden, auch sei eine höchstens achtstündige Arbeitszeit und die Erleichterung der Lebensmittel- beschaffung dringend erforderlich. Auch diese Resolution fand die einstimmige Zustimmung der Generalversammlung. Ebenfalls angenommen wurde ein Antrag Evers:„den Be- schluß der Borständekonferenz, nach dem Uebertritte von einer Organisation zur anderen während der Kriegszeit nicht vorgenommen werden dürfen" zur Aufhebung zu bringen. Desgleichen ein Antrag Emme:„Aufgenommene Mitglieder erhalten als Ausweis eine Mitgliedskarte, die erst nach 62 Wochen durch das Mitgliedsbuch ersetzt wird". Angenommen wird ferner ein Antrag Glamann:„Den Sitz des Verbandes nach Berlin zu verlegen, ferner, daß sich alle An- gestellten in jedem zweiten Jahr einer Neuwahl zu unierziehen haben und drittens dem Vorstand das Verfügungsrecht über die Gelder der Lokalkassen genommen werden solle." Abgelehnt wird dagegen ein Antrag Jahnke: Di« Kranken- Unterstützung auszuheben, um die Arbeitslosenunterstützung zu er- höhen. Ruslond. Ausstand in Barcelona. Sem, 14. März.„Temps" meldet aus Barcelona: Die Arbeiter von 23 Papierfabriken find in den Ausstand getreten.__ Mus Industrie und tzandel. Englands Banmwollvorräte. Da in letzter Zeit über Schwierigkeiten in der englischen Baum- Wollversorgung berichtet wurde, verdient eine Statistik von Lloyds List Interesse, noch der die Baumwollvorräte noch ziemlich groß sind:„In den ersten sieben Wochen des laufenden Jahres wurden 720 084 Bollen eingeführt gegenüber 584239 Ballen im Vorjahre und 1 066 696 Ballen im Fahre 1915. Der Borrat an Baumwolle ist in der zweiten Februarwoche um 2100 Ballen gewachsen und beträgt jetzt 383 070 Ballen gegenüber 830 000 Ballen um dieielbe Zeit im Vorjahre. Davon sind 742 052 Ballen gegenüber 579 060 Ballen im Vorjahr onrerikan ischen Ursprungs. Was die auf dem Meere schwimmende Baumwolle betrifft, so sind 123000 Ballen aus Amerika unterwegs gegenüber 343 000 im Vorjahr. 97 000 Ballen aus Aegypten gegenüber 9000 im Vorjahr. 18 000 aus Ostindien gegenüber 43 000 im Vorjahr und 12 000 Ballen aus anderen Ländern gegenüber 7000 im Vorjahr." Rene Preiserhöhung. Der Stahlwerksoerband hat beschlossen, die Preise für Halbzeug und Formeisen um 50 M. die Tonne für den Verkauf im zweiten Vierteljahr 1917 zu erhöhen._ Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Da? Hüttenwerk Niederschöne weide vormals I. F. G i n s b e r g in Berlin-Riederschöneweide dürfte Wieder 16 Proz. Dividende zahlen. Im Vorjahr gab die Geseulchaft außerdem einen Bonus von 84 Proz. Ihre beiden Leiter wurden damals wegen Ucbcrschreiwng der Höchstpreise zu je einem Jahr Gefängnis verurteilt._ Schon wieder eine Lapitalserhöhung. Die Flender Brückenbau« gesellschaft zahlt nach reichlichen Abschreibungen eine Dividende von 16 Proz. aus die alten und von 8 Proz. auf die jungen Aknen. Außerdem soll daS Aktienkapitäl von 1200 000 M. auf 3 600 000 M. erhöht werden. Verantwortlich>ür Politik: Hermann Müller, Tempelhof; für den übrigen Teil d. Blattes: Alfred Scholz. Neukölln; für Inserate: Th. Glocke, Bertin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. VerlagSanftalt Paul Singer& Co Berlin SW. Hierzu l Beilage und Unterbaltungsblatt. A. WERTHEIM Donnersiag bis Sonnabend Kochtöpfehohe, m,Deckell.90biE4. 36 Kasserollen mit Deckel 1.00 bis 2.00 Kasserollen gerade.. 0.75bisl.75 Gaskessel........ 1.35 bis 3.25 Herdkessel........ 2.85bis3.50 Pfannen runde...... 1.10 bis 1.25 Doppeltöpfe............ 4.09 Essenträger............ 2.00 Topfdeckel....... 0.2Sbis0.70 Fischpfannen...... 1.20 bis 2.89 Emaille-Geschirre Kaffeekannen..... 0.90bis2.75 Milchtöpfe........ 1.00 bis 2.25 Kaffeetrichter„Vera".... 0.80 Michkröge........ 0.55 bis v.85 Kaffeemaschine....0.90 bis 1.45 Trinkbecher....... 0.35 bis 0.80 Trinkbecher ohne Qdtf 0.12 bis 0.18 Maße Vi Liter........... 0.70 Butterdosen...... 0.65bisl.l0 Durchschläge...... 0.50bis0.75 Waschmaschinen verzinkt 38 42 45 50«. Wäschemangeln 36 38 42m. Gestelimangeln 63 68 85 hl EBnäpfe.......... 0.50 bis 0.60 Küchenschüssein(lach 0 35 bis 4.25 Küchenschüsseln tief. 0.75 bis 2.00 Schüsseln eckig____ 0.55 bis 2.00 Krüge konisch....—. 3.50 Seifenhalter........... 0.45 Schöpflöffel.......... 0.45 Schaumlöffel,_____ 0.15 bis 0.40 Fischheber............ 0.50 Klnderteller....... 0.75bis0.90 Donnersiag bis Sonnabend Dekorierte Artikel: Eimer mit Deckel......... 3.25 Eimer ohne Deckel.sch ver 5.00bis 6.00 Maschinentöpfe.... 0.40bis0.60 Leuchter.............. 0.32 Krüge konisch........... 3.75 Teller........... 0.45 bis 0.80 Schüsseln nach... 1.10bis2.10 Tolletteneiraer.......... 7.65 Wa8Cbgarnituren4tig.9�05flg.l0.50 Wi rtschafts-Arti kel Gebäckkasten lackiert 0J5b;sl.l0 Brotkörbe lackiert... 0 90bisl.l0 Tabletts lackiert.. 0.70 1.00 1.25 Sand-Seife-Soda-Gestell 2.20 3.00 4.20 Briefkasten lackiert.. 0.65bis2.20 Küchensiebe weißbiech 1.40 bis 2.25 Messerputzmaschinen 6.75 10.00 Reibmaschinen.... 2L0bis6.75 Fleischhackmaschin 9.50 bis 17.00 Kartoffelschälmaschinen.. 7.20 Fischschupper......... 0.60 Messerschärfer mit Rolle... 0.40 Marmor- Wasch-Toiletten 1 und 2 teilig, in den verschiedensten Formen und Farben Toilettenspiegel, Badewannen Herrenzimmer-Kfonen Tischlampen, Ampeln Zuplampen Glühsifümpfa, Glocken Anziinder Fruchtschalen Attmessiog«it Glaseinsatr............. 7.75 Teedosen Messing blank.... 3.20 Zuckerkörbe Aitmessmg. 2.00 3.40 Brotkörbe nickeipiait.3.60 4.00 4.50 Gläserteller mit vernickeltem Rand, Delflmuster........ 0.35 Krümelschau'elnMessingbiank 4.50 Wäschetrockner........ 1.35 Waschbretter doppelseitig 1.60 2.00 Wäscheklammern schock 0.30 0.35 0.40 Scheuerbürsten..... 0.22 0.70 Teppichbürsten..... 2.25 3.00 Klopfpeitschen......... 0.40 Küchenmöbel in verschiedensten Ausführungen Stiefel- und Putzschränke, Vorraisschränke Aufwaschtische, Gaze- u. Eisschränke Nr. 73. 34. Jadroüng. 2. KnlU des Jjraärts" Srrlinet MM Iomerstag. 15. März 1917. Bus Groß-öerlin. Mehr Kleiukinderfürforge! Tis Sorgc um den Siachwuchs hat die Aufmerksamkeit niehr als bisher auf die Schutzbedürfligkeil auch der Kleinkinder gelenkt. Für sie sehlr es noch an einer vlanmädigen Fürsorge, wie sie für die Säuglinge sich im letzten Jahrzehnt angebahnt hat. In Berlin will jetzt der Magistrat diesem Mangel dadurch begegnen, dotz den S ä u g l i n g S f ü r s o r g e st e l l e»' o u ch eine Fürsorge s!> r Kinder von l--S Jahren übertragen werden soll. Die von den BerusSvoriuündern der Stadt bevormundeten unehelichen Kinder und die von der Waisenvslege ausgegebenen Kinder bis zu sechs Jahren werden schon von den SäugliiigSsürsorgestellcn mit überwacht, aber von ihrer Fürsorge ist die Hauptmasse der Kleinkinder bisher ausgeschlossen geblieben. Für die jetzt beabsichtigte Ausdehnung der Für- iorge auf alle.Mcinkinder soll, tvie bei der Säuglsugssüriorge. die Inanspruchnahme i» das Belieben der Eltern gestellt werden. Seinen Plan begründet der Magistrat in der den Stadtverordneten gemachten Vorlage mit Hinweisen ans die krankhaften Zustünde t. B. der„englischen Krankheit�), die oft bei Kleinkindern aus- treten und aus unscheinbaren Ansänge» sich infolge Ver- nachlässigung gu dauernden Schäden entwickeln könne». Die Begründung hebt auch hervor. das; biuterber oft die Armcnverwaltung für solche Kinder grofie Auswendungen machen mutz, die bei rechtzeiiiaer Fürsorge sich hätten vermeiden lassen. Für diese Kleinkiudersimorg« glaubt der Magistrat im Jahre 1917/18 nicht mehr als 80 M. zu brauchen. Den Müttern soll nämlich sür ihre Kleinkinder nur ärztliche Beratung gewährt werden, so das; nur Mehrkosten sür Aerztebesoldung ent« stehen. Während sür Säuglinge au» Unterstützung mit Nahrung oder Ärtd gewährt werden la»», ivill bei Kleinkindern der Magistrat mir der WaiseuverwaUung da« als unnötig ansehen. Hilfe durch Rat ist sicherlich viel wert, aber die Beigabe einer Hilfe auch mit der Tat dürfte oft genug nicin zu eutbebren sei». Wegen der Mittel zur Befolgung der ärztlichen Ratschläge wird man bedürftige Mütter der durch die SäugiiirgSiürsorge uberivachtcu Kleinkinder doch wohl nicht auf die Armenpflege verweisen wollen? Entziehung der Badegelegenheit. Tie Schließung der Berliner Badeanstalten sollte nur kurze Zeit dauern. So wurde es wenigstens versprochen— aber bisher ist die Wiedereröffnung noch nicht erfolgt. Bon dieser Entziehung der Badegelegenheit wird, da noch den meisten Kleinwohnungen Berlin? die eigene Badccmrichtung fehlt, ein sehr erheblicher Teil der Be- völkernng gelroffe». Zwar halte in de» Badeanstalten der Stadt die BeimtzungSziffer in der Kriegszeit nachgelaffei», aber au-b so war sie immer»och ganz cmiehnlich. Beispielsweise zählte man im November 1016 noch 17-1657 Badende und man. darf vemiute», daß auch jetzt„och täglich etwa 5000 Personen die Badeanstalten der Stadt benutzen würden. Da haben die Neiikvllner c» besser: ihr Stadtbad hat den Betrieb nicht einzustellen brauchen. CS ist werktäglich von 8—8. Sonnlogs von 8—12 Uhr geöffnet. In Berlin blüht jetzt das Ge- schüft der wenigen Privatbadeanstalt«», die sich noch zu behaupten vermocht haben. Daß� sie mit ihren Einrichtungeu und ihrer rfeistungSsähigkeit die Stadtbadeanstolten nicht ersetzen können, ver- sieht sich von selber. SinS haben sie vor den Badeanstalten der Stadt voraus: den beträchtlich höheren Preis. Auch deshalb ist zu ivunscheu. daß die Stadt ihre A» st alte» baldigst wieder eröffnet. Auf die Bedeutung sür die öffentliche (tzeiundheittpslege braucht wohl nicht erst hingewiesen zu iverden. Otegen die Berkehrssteuerpläue. Ter Verein deutscher Straßenbahn- und Kleinbahnvcrlvaltungen bat an den Reichstag«ine Petition gerichtet, die sich gegen die Einbeziehung der Straßen- und Kleinbahnen in die Berlehrs- stcuer wendet. ES wird darin auch hingewiesen auf die Belastung dieser Verlebrseinrichtungen und der damit zusammenhängenden Elektrizitätswerke durch die geplante K o h l e n st e u e r. In der Eingabe heißt eS». a.:„Zu den infolge der veränderten Wirt- schastslage notwendig g�vordrnen und weiter notwendig werdenden Tariserhöhimge» würde nunmehr noch die BerkehrSsteucr treten. Da auch diese Steuer auf die Fahrgäste abgewälzt werden müßte, so würden schließlich so bedeutende Tariferhöhungen uiivmneidlich werden, daß hierdurch die Wesensart der Straßenbahnen als eines billigen Verkehrs in ittol» für die breiten Schichten der geiv er betreib«»den Bevölkerung vernichtet werden könnte. Ganz ähnlich wie bei den Straßen- bahnen liegen die Verhältnisse bei den nebenbahnähnlichen Kleinbahnen." Tie Brotzusattkarte des Schwerarbeiters. Nicht jeder, der ein.Anrecht" auf eine Brotzuiatzkarte hat. ist schon dessen sicher, daß er sie auch kriegt. Wen» ein Arbeiter bei feiner Brotkommission eine Brotzusatzkarte verlangt, kann er'S erleben, daß ibm mit Bedauern gesagt wird:.Wir haben keine mehr." Ein Munitionsarbeiter Nagt uns. daß eine Brot- kommission von Berlin-Südost diese Antwort gab und daß auch die danach ausgesuchte Brotversorgungsstelle des Magistrats nicht anderes zu sagen wußte. Sein Arbeitgeber bescheinigte, daß die Arbeitszeit von morgens>/z8 bis abends 7 dauert, der Betrieb keine Kantine hat und auch'sonst dort die Möglichkeit einer MiitagSmahlzeit fehlt. Doch da« alle« hals dem Arbeiter nicht: es waren eben bei der Brotkommission loie bei der Brotversorgungsstelle keine Brot- zusatzkartcn mehr vorhanden. Inzwischen sind über zwei Wochen uergangen, in denen wiederholt bei der Brotkommission angefragt wurde— aber noch heute ist der Arbeiter ohne seine Brotzusatzkarte und die BroiversorgnngSstell« hat ihm jetzt die Ablehnung auch noch fchnstlich bestätigt. Die Brotversorgungsstelle beschränkt die Menge der auszugebenden Iusatzkarten aus eine bestimmte Anzahl und vetteilt sie, solange der Vorrat reicht. Wer dann zu spät kommt, geht leer au«. Wenn man dem Abgewiesenen nur sagen wollte, warum so vnfahren wird! Tie Verteilung der t�emüsekonserven. Da« KnegsernäbrungSamt hat bekanntlich die Verteilung der Gemüsekonserven, soweit sie sich beim Groß- und Kleinhandel be- finden, angeordnet. Die kommunale» Verbände sollen Konserven aus Lebensmittelkarten abgeben, in der Weise, daß auf jede Lebens- mitteliarte eine Rormaldose entfällt. Wer keine Konserven erhält. soll dafür 3 Pfund Faßbohnen oder-t Pfund Sauerkraut bekommen. Di, wir hören, wird zur Ermoglichuna der Durchführung der ver- teikung zunächst«inoallgemeinoo-standSaufnahmeer- folgen. Wahrscheinlich wird für di, Bestandsaufnahme der 1ö. Marz Glichtag fem. Die bei der ersten teikweisen Freigab« vor- genommene SestandSousnahm, traf lediglich Spargel- und Erbsen- ftmferven; die jetzig, wird oll« Vemüirlonserven umfaflen. D« Bertratz»wischen Magistrat und Aerztekammer von Berlin usw. über die ärztliche Aersoraung der Familien von KrUgSteil» ebmern lauft heul» ab. Sin neuer Vertrag ist nicht zustande gekommen, lim keine Störungen in der ärztlichen Behandlung eintreten zu lasten, ist man übereingekommen, an den bestedenden Verhältnissen in den nächsten vier Wochen nicht« zu ändern. Als Hilfadieaftmeldefiellen find von der KriegSamtstelle sür den Bereich Berlins bestimm» worden: 1. der Zcntralverein für Arbeits- nachwei». Gormaimstr. 13. L. Märkischer HauptarbeitSnachweiS für Verband. Linicnsir. 83—82. 2. Gemeinnützige kaunnännische Stellen- vermitteluug, Köpenicker Str. 74. 6. Oeffentliche Stellenvermittelung für kaufmännisches Personal. Biktoriastr. 19.— Da? Militärbureau des Magistrat« nimnit die Meldung Hilssdienstpflichtiger nicht mehr entgegen. Krankentzflezer für den Etappen- und HeimatSdienft werden von der Genossenschaft freilvilliger Kraiifenpfleger im Kriege gesucht und ausgebildet. In Betracht kommen Militärpflichtige, die„g. v." oder „a. v." gemustert sind, und Zivildienstpflichtige.' Persönliche Mel- düngen uuter Vorlage der Militär- bezw. entsprechenden RuSiveii- papiere und eines polizeilichen FiihrungsattesteS in, Geschäftszimmer Berlin-Schöneberg, Mühlcnstr. 2«'Fernruf Nollendorf 4788), vor- mittags zwischen 10 und 11 llhr oder nachmittag« zwischen 4 und 2 Uhr erbeten. Holzbatks Frauenlab. In einem mit zahlreiche» Brillanten ge- schmückten Bericht deS„Lokal-AnzeigerS" über ein« Wohl- tätigkcitsvorsiellung für die Marine-Frauenlobstistung schreibt Herr Alfred Holzbock, ein hervorragender Vertreter der Berliner Journalistik, wörtlich:„AlS unsere Kronprinzessin mir der Prinzessin von Reuß... im Saal erschien, al« alles sich von den Sitzen erhob, da wehte ein frischer Hauch Hofluft". An unsere Parteigenossen! Das Bedürfnis, für die Einheit, Geschlossenheit und die Größe der Partei mitzuarbeiten und über die Vor- gänge in der Heimat wahrheitsgemäß unterrichtet zu werden, wächst unter unseren feldgrauen Genossen immer mehr. Die Parteigenossen im Lande können daher für die Partei wertvolle Agitationsarbeit dadurch leisten, daß sie Mdpostabonnements für ihre feldgrauen freunde bei der Expedition des„Vorwärts" aufgeben. Der Verlag hat jetzt die Einrichtung getroffen, daß er die für die im Felde stehenden Genossen aufgegebenen Abonnements direkt der Post übergibt, wodurch ein« raschere und sicherere Zustellung bewirkt wird. Die«nl- stehenden Mehrkosten von 40 Pf. pro Monat und Exem- plar trögt der Verlag, so daß für das Abonnement nur 1,30 M. zu zahlen sind. Bestellung. Zahlung sowie jede Adressenänderung- hat bei der Expedition. Berlin SW. S8, Lindenstr. S, zu erfolgen. Parteigenossen! Abonniert für Eure Freunde im Felde! Des Tpf'er eine« schweren Betrietsuufalls ist in der Nacht zu Mittwoch der 2Sjährig« Rangierer Karl RossiuS aus der Walde rsee st raßc 2t in Friedrichsfelde geworden. N. war aus den, Güterbahnhof Lichtenberg-FriedrichSfilde mit dem Zusammenstellen eine« Güterzuges beschäftigt. In der Dunkelheit stolperte er beim Ueberschmten eines GleneS und kam zu Fall. Dabei wurd, er von einem abgestoßenen Güterwagen überfahren. dessen Räder ibm daS rechte Bein unterhalb des KnieS glatt ab« trennte». Der Bedauernswerte wurde nach dem städtischen Kranken« Hause in Lichtenberg gebracht. Cr bürste mit der» Leben davon- kommen. Tödlicher Straifenhahilunfall. Da« sechsjährige Töchterchen der Familie Besse aus der Einser Straß« in Neukölln lies am Bahnhof Hermannstraße vor einen Straßinbahnwagen, al« der Führer schon bremste, um an dein Sahnhos z» halten. ES war trotzdem nicht mehr möglich, den Wagen noch rechtzeitig zum Stehen zu vringeil. Die Kleine geriet unter den schweren Wage» und erlitt einen Schädel- bnich. Sie wurde unter der schweren Last, die erst emporgehoben werden mußte, schon tot hervorgezogen. Die Leiche wurde btschlag nahmt und zunächst nach der Revierwachr gebracht. Drei Bretkartrnhändler wurden gestern von der Kriminalpolizei festgenommen. In der Münzstraße überraschten Beamten«in,n Mann mitten m, eifrigsten Handel. Bei ihm fanden sie noch eine größere Geldsumme und gegen 200 Karten. Der Händler erwi«S sich als ein russischer StaatSaugehöriger Laib Strecker, ein Schneider. der erst kürzlich ans seiner Heimat hierher gekommen ist. Er will die Karten, wie alle Händler, von einen, llnvekannten belommen haben. Wahrscheinlich find sie' lvieder von einem der Wage» gz» stöhlen worden, die die NahningSmittellarteu zu den Kommsistoue» befördern.— Ein„Arbeiter" Georg Hieber betrieb seinen Handel in der Umgebung der Pfandkaminer an der Alten Schönhauser Straß«. Dort finden sich zu jeder Zeit Abnehn,« für alle möglichen Sachen. Hiebcr. der ebenfall» eine größere Summe Gelde« besaß, ohne daß er gearbeitet hat, hatte beträchtlichen Vorrat an Karten aller Art.— Auf einem Hausflur der Scharrenstroße wurd« der 16 Jahre alt« Aroeitsbursche Ernst Schippe! mis frischer Tat überrascht und festgenommen. Wucherhandel mit Leder. Schuhmacher können Leder nur aus Bezugscheine an den bestimmten Stellen erhalten. Trotzdem kam«tz in der letzten Zeit vor, daß Meistern in verschiedenen Stadtvierteln Leder unter der Hand zu sehr hohen Preisen angeboten wurde. Es ergab sich, daß da» Leder mit gefälschten Bezugscheinen erworben worden war. Zwei Fälscher solcher Scheine hatten sich mit Schuh- machern in Verbindung gesetzt und auch zwei von ihnen zur Au«- Nutzung der Fälschungen gewonnen. Die Scheine tvaren aus irgend welche erdichteten Nomen ausgestellt. Di« Schuhmacher verschafften sich darauf von der BerteilungSstclle da« Leder und trieben dann damit einen Wucherhandel. Sowohl die Wucherer als auch die Fälscher wurden verhaftet. Feuer aus de« Lahuhes Alexaederdletz. Oben auf den, Eisen- bahnanichluß der Zemralmardhall« brannte Mittwoch vormittag ein giößerer Schuppen. Die Flammen hatten an Stroh und Kisten reiche Nahrung gefunden, weshalb die Feuerwehr kräftig löschen mußt», um di« Gefahr zu beseitigen. Mus öen Gemeinöen. Köpenick erhöht»i« Einkommenfteuerzuschläge anf»00 Prozent. Am letzten Freitag erstattete der Bürgermeister Dr. Langer- ____________..._________„..... bau« in der Stadiverordnetenvcrsammlung den Verwaltungsbericht Landwirtschaft. Schlegelstr. IS, 8. Verband Berliner Metall- für daS vergangene Jahr. Er hob hervor, daß die Kriegslasten Industrieller, Wusterhausen« Str. 18/16, 4. Deutscher Metallarbeiter- 1 ungehen« aus die Finanzen der Stadt drücke», wie aus die meisten östlichen Vororte, und sprach die Hoffnung auS, daß die Vorhand- lungen mit der Regierung über den LastenauSgleickf innerhalb der Groß-Berlincr Gemeinden von Erfolg gekrönt werden. Auch die Aufrechterhaltung der städtischen Werke bereite große Schlviengkeiten durch den permanenten Arbeitcrmangel. Aus dem Bericht deSRefc- renten deS HaushaltungSauSschuffes war zu entnehmen, daß infolge der unbestimmten Zukunft ein den wirklichen B c r h ä l t n i s s»n entsprechender H auShalt ilngs plan nicht auf- gestellt werden konnte und sich die Zahlen eng an die vorsährigen anlehnen. Die Gemeindesteuer soll von t8Saiif 200 Prozent erhöht werden, um einen kleinen Ausgleich zu schaffen. Der Etat balanciert in Ein- und Ausgabe mit 2 124 699 M., darunter eine Dcffzitanleihe von 278 200 M. Die Stimme der ungedeckten V o r s ch ü s s e für Kriegs« lasten beträgt bereit« zwei Millionen Mark. In der Debatte über diesen Bericht bemerkte Genosse Stühmcr einleitend, daß die sozialdemokratische Fraktion dein Haushaltsplan und der Erhöhung der Gemeindeeinkominensieucr zustimmen tverde. Dann ging der Redner auf die kommunalpolitrsche» Zustände der Gegenwart ein und kritisierte in recht eindrucksvoller Weise da» Verholten der bürgerlichen Stadtvcrordnetcnmehrheit bei den DtadtratSwablen iin letzten Herbst. Die hierbei geübte Taktik gegen- über den sozialdemokratischen Vertretern entspräche tvenig dem jetzt so oft gehörten Worte der.Neuorientierung" und auch dem Wunsche de« Reichskanzler» in seinen, Ausspruche:„Freie Bahn für alle Tuch- tigen!" Redner sprach die bestimmte Erwartung auS, daß man iu Zukunft Vertretern der Arbeiterklasse gegenüber gerechter verfahren werde, insbesondere schon deshalb, weil in fast allen Berliner Borongemeinde» mehr Toleranz geübt worden fei. Auf die Ernährungsfragen eingehend, äußert Redner den Wunsch, daß die Stadt bei dem herrschenden Kartoffclinangel mehr aus den städtischen Vrrrätcu an Lebensmitteln zur Verteilung bringen möge. Aas i» den letzten Wochen al» Ersatz sür Kartoffeln abgegeben worden sei. wäre ungenügend. Die Einrichtung des städtischen Arbeitsnachweises habe lange auf sich warten laffen, ferner fordert Redner im Straßen- bahnwefen etwas inchr Ordnung. Man könne doch nicht alles mit dem Kriege entschuldigen. Bei der Abstimimnig wurde der Erhöhung der Steuer- zuichläge sowie dem vorliegende» Haushaltsplan zu- a e st i m m t. Ein Antrag auf Erweiterung der Zuichüsie zur Bürger- mchc und für den Ausbau der Kleinkinderbewadranstalr wurden dem HauShaltungSauSschuß überwiesen. Ans der sonstigen Tagesordnung ist»och hervorzuheben, daß auf Vorschlag rmsercr Vertreter der Genosse Paul Um breit zum Schiedsmann für den. 4. Bezirk gewählt wurde._ Die uuentgeltliche Impfung in Eharletteniurg. Zu dieser in der gestrigen Nummer avaedruckten Notiz erhalten wir nachstehende Erklärung de» dortigen Magistrat»: .„Etz ist nicht zutreffend, daß der Magistrat Eharloitenbnra die unent geltltche Impfung in allen Fällen abhängig macht von derBescheinigung der Mittellosigkeit durch die Armenkommissionsvorsteher. Es sind auf Kosten des Magistrate bereits Taufende unentgeltlich geimpft worden und zwar zunächst die am meisten gefährdeten BevölkerungS- kreise. So Hai der Magistrat schon auf seine Kosten sämtliche Ar- besser. Angestellte und ehrenamtlich Tätige impfen lassen. Mit dieser Impsimg besonder« gefährdeter Bevölkerungskreise wird fortgefahren. Der Mogistrat hat aber auch schon Borsorge getroffen, daß dann auch alle anderen Einwohner sich gegen Erstattung der Selbstkosten in Höbe von SV Ps. impfen lassen können." Wir hatten nicht behauptet, daß der Magistrat in allen Fällen die unentgeltliche Impfung von einer Bescheinigung deS Armenvor- steh«» abhängig machte, sondern nur die eigene Meldung deZ Magistrats abgedruckt und daran gemißbilligt, daß duiÄ den Weg zum llrmenvorsteher der Impfung der Charakter einer l'rmenuntcr- stützuug gegeben wird. Daran halten ivlr auch jetzt noch fest und wünschen, daß di« Impfung unentgeltlich geschieht, ohne erst den Armenvorsteher in Anspruch zu nehmen. Was in den übrigen Vorortgemeinden möglich ist. wird sich doch in Charlottenburg auch durchsetzen lassen. LebenSmittklabgabc in Scheurberg. Soweit Kartofsellarten- inhaber nicht in der Lage waren, ihr ihnen zustehendes Kartoffel« quantuin von 3 Pfund zu entnehmen, sind sie von heute bis ein- schließlich Sonntag, den 18. März berechtigt, gegen Abtrennung der 6 gelbschrafsierteu Abfchnsste zusammen 600 Gramm Gebäck zu cnt- nehineii. Auf die 4 weiße» Abschnitte der Kartoffelkarte werden bis zum 18. März 200 Gramm Weizenmehl ausgegeben. Von Freitag, de» 16. März ab. erteilt die AuskunftSstelle des Lebens- mittelbureau«. neue« Rathau«, Zimmer Ü6l. miiildlich oder tele- phonssch AuSkunst, in welchen Geschäften Mehl noch vorrätig ist. Auf Abschnitt 86 können bis zu 4 Pfund Kohlrüben entnommen werden. Oeffentliche Impfstelle in Wilmersdorf. Der Magistrat hat in der Gemetndeschule j, Brandenhurgische Straße 5, eine öffentliche. Impsstelle eingerichtet, in der allen Wilmersdorfer Einwohnern Ge- leaenhett gegebe» wird, sich unentgeltlich gegen Pocken impfen zu lassen. Dt« Eröffnung erfolgt beut« und findet die Impfung täglich in der Zess von 12—2 Uhr statt. Bezugskarte« für Einzelpersonen in Wilmersdorf. Aus technischen Gründen wird daS WilmerSdorfer Leben Smittelheft für einige Zeit arißer Krakt gefetzt und dafür eine Bezugs- karte für Einzelpersonen in de» Verkehr gebracht werden. Bis zum 17. März gelangen die auf rotem Karton gedruckten BezugSkarlen, die 12 aus die Buchstaben Ji bis M lautende Abschnitte enthalten. durch die Brotkommisfionen zugleich mit den neuen LebenSinsstel- karten zur Ausgabe. Adgabr»»« Mehl iu Wilmersdorf. In der Zeit vom 12. bis 18. März dürfen auf die vier iveißen Abschnitte 464_ und 48e der Kartoffeltart« bei gleichzeitiger Vorlegung de» städtischen Bezugs- hefte»(8. Ausgabe) je 20 Gramm, znstimmkn also höchstens 200 Gramm Mehl entnommen werden. LtbenSmittelnuchrichten au« Lichtenberg Diejenigen Einwohner, tveld» keine Kartoffeln erhalten können, bekommen auf die sechs schraffier len Kartoffelkartenabschnitte 200 Gramm Gebück und auf die vin weißen Kartoffelkartenabschnitte 300 Gramni Mehl, dasselbe gtlt auch für die noch nicht abgegebenen Kartoffelkaricn- abschnitte der vergangenen Woche.— Im übrigen bleibt daö abzu- Sebende Quantum für die Kartoffelkartenabschnitte in dieser Woche aiselbe wie bisher. CS dürfen für die sechs schraffierten Abschnitte drei Pfund und sür die weißen Abschnitte zwei Pfund Kartoffeln entnommen werden. Auf Abschnitt 68 der 2 ich Ilmberg« LebenSmittclfart« dürfen an Stelle von vier Pfund ausländischem Rübcm'au-rkraut vier Pfund Kohlrüben entnommen werden und aus Abschnitt SSL und K Je 622 Gramm Zu S«r, aus Abschnitt 6V Cr, I und E je >73 Gramm. Uurutgeltlich« Impfung st» Spandau. ES finden jetzt täglich von 2 bi» S Uhr nachmittag« im 2. Obergeschoß de» Rathauses unentgeltlich« Impfungen gegen Pocken statt, und zwar sür Perionen weiblichen Geschlecht« und Mädchen bis zu 10 Jahren im Zimmer Rr. 361. für Personen männli-ben Geichlechr« und Knaben bis zu IV Jahren im Zimmer Nr. 362. Für die Bewohner der Stadnerlo Halelhorlt und«siemenostadl finden di« Impfungen im SckulhauS S'emensstadl statt, sür Personen weidlichen Geschlecht« von 2'/, bi« S Uhr und für Personen männlichen Geschlechts von 3 bis 3'/, Ubr. Dre Einwohnerschaft wird dringend ersucht, sich der Impfung zu unterziehen. BoltSunterhaltwigSirbeud der Stadt Schöncderg. Der fünfte VolkSunterhaltungSabend findet Sonntag, den 18. März, nachmittags i% Uhr. in der Äula du Hohrnzollewschuli, Lelzigu Str. 1�53. stait. Mitwirkende: Cüarloiie Ahren-Z t �edem. der EveziatmMel daran leidel. von melner �• empfehle ich Ahr Mittel dringend. Nathoum. Li G.. Reichels �lechlenvalsaln. lleberZÖIafjreglfv« zend bewahrt u. garonliert unlÄädl..M.2.'/ö Otto Reichel, vcrlrn 43 Srsenbaunitrebe'. in gutvr Ausführung VORWÄRTS Buchdruckerei und Verlag SW.68 Lindenstraße 3 9. PrenMch Sndd-«tsche (235. f eiilgl. Preuß.) Kiass-nlottrri- 3.«lasse 2. Ziehungstag 14. Mirz 191? Bormittag Stuf jede aezogeu« Nummer find zwei gleiih hohe Mewinn« gefalle»,»nd awinr ie einer auf dl« t!»f« gleicher Nummer tu de» beide» Abteiluuge« I u.». Nur die Gewinne über 144 M. find in«lammeni beigefügt. (Ohne Gewähr 81. St.-A. f. Z.) sNachdruS verboten) 4* 311 474 83 648 605 12 806 966 1070 218 73 342 431 647 871 813 991 3028 104( 360) 309 633 64 615 743 920 3166 347 690 726 4467 663 7C6 35 980 8661 76« 067 176 601 989 7378 428 352 969 8701 979 9005 101 290 365 608 66 643 748 814 969 99 10112 466 88 617 782 828 11008 161(4001 282 610 700 12269 303 77 644 887 1 3018 127 201 52 356 429 685 702 14097 127 416 560 601 737 891 970 1 8237 363 629 60 91 663 84 828 954 16066 182 91 540 714 36 844 928 H2(300) 17110 26 363 767 1 9175 345 624 1 9076 268 389 430 39 71 696 901 20 29>07 70 619 83 776 864 923 21207 619 783 2 2038 180 487£64 66 934 2 3048 127 46 66 317 09 649 99 734 78 24380 646 664 787 2 5636 76 777 820 23 91 2 6202 38(300) 626 730 80 639 93 2 7040 54 119(300) 313 661 811 2 9510 63 683 911 2 9004 106 7 218 30067(300) 277 410 583 866 SOI 30 31082 168 233 545 661 841 917 3 2191 446 774 694 3 3230 389 413 38 588 641 786 3 4 071 360 435 795 890 980 3 5112 250 66 575(300) 629 32 41 67 74« 861 1500) 3 6661 849 3/ 396 489 512 661 87 761 838(500) 39178 291 360 467 720(400) 41(360) 3 8069 345 627 792 621 40563 70 141 841(500) 86 887 856 81 41017 157 71 972 «9462 786 894 4 3186 276 330 483(300) 559 987 4 4241 396 833 1600)«1 79 4 8142 201 318(.100) 26 439 70 948 4 8 004 182 232 415 620 69 698 4 7162 392 41153(300)721 848 4 8108 221«1 64<3001 681 706(600.' 43 840 968 4 9077 182 286 429 644 93(300) 64 946» 5 9042 299 366 51022 26 344 449 623 44 848 74 962 5 2 66 713 8 3071 164 369 640 41 47 66 638 86(400) 766 860( 300) 84169 316 87 676 724 99 5 5113 237 672 803 (300) 38 867 6 6198 417 616 672 716 69 848 8 7114 88 332 88138 222 87 71 82 361 56 667 692 792 920 5 9059 128 403 16 918 ■ 60043 344£28 96 783 987 61164 268 472 38 552 822 988 «2012 200 48(6000) 8!K 479 640 63020 324 420 527 364 64020 273 814 40 6 5 010 105 311 628 689 394 05665 725 67013 19 59 84 230 495 8 8084(300) 353 703 958 6 9102 «63 647 53 711 22 62 951 70105 4SI 923 93(300) 71041 321 771 934 7 2182 312 26 9« 446 979 89 7 3 211(300) 649 79 760 807 16 999 7 4009 616 664 893 963 7 6 642 885 7 8177 311 18 626 57 603 914 7 7 228 43? 840 72 734(300) 810 7 8 238 414 36 604 300 70 79185 206 336 81 656 8 0088 490(400) 628 61 928 47 81663 104 366 68 480. 84 »27»2108 301 427(300) 48 773 934 8 3118 205 358 475 667 832 900 73 96««079 164 tO 403 616 725 S 5233 349 466 982 8 8116 340 478(400) 98 690 702»7416 9? 594 665 723 827 61 88966 296 684 776 89164 606 618 66(10 000) 196 606 23 90634 770 912 64 91077 149 366 621 636 9 2218 397 663 909 9 3076(300) 139 287 661 86 710 853 94178( 300) 259(3O0) 72 312 449 682 85 9 5432 78 643 733 92 9 6386 453 72 84 690 8 7 040 95 99162 323 656 669 795 811 81 962 90109 586 639 109007 134 41 466 667 740 862 1 01548 663 749 60 62 806 931 39 1 02121 67 276 433 733 912 24 44 61 98 1 0 3206 444 61 65£30«1 642 75 1 04624 62 77 808 928 1 03168 716 936 91 10 8076 117 404 631 19 7616 10 8073(400) 198 716 948 60 96 1 0 0239 770 907 22 34 119013 105 212 463 633 89 738 43 918 1,1263 695 729 46 877 112227 640 87 119037 640 767 818 61 9:8 114377 488 619 64 744 1,8004 244 307 681 749 821 66 118003 53 136 80 770 117012 93 254 318 464 118204(300) 636 623 46 869 119206 303 60 655 68 120163 470 707 121267 94 444 704 854 978 1 22196 440 677 93 891 932 71 123015 68 106 216 417 64 628 921 82 13 4 079 813 738 848, 3 5336 40 768 868, 36065 260 670 76 794 1 2 7 062 77 267 305 18 984, 2 8 201 96 382 484(300) 631 ,80032 399 745 800, 3,063 592 1 82138 393 633 769 877 S44 1 3 3013 172 444 795, 8 4439 861 ,3 5087 710 952 13 8 225 87 422 866 913 94 1 3 7 282 373 623 736 88 95 940 43 1 38141 316 1 3 9014 279 486 603 18 49 782 140262 365 63 680 870 1 41247 5 4 417 803 142072 688 650(300) 143129 516 96 706 31 74 1 4 4060 266 483 571 653 967 14 5 389 614 24 623 720 816 1 40063 110 232 309 625 (600) 764 ,47116 68 356 73 470 678 81 826 33 1 48178 268 309 63 89 465 741 47 840 900 7 1 49145 597 638 763 047 903 16 0329 36 439 82 992 1 51919 54 156 337 781 982 1 82160 296 721 46 919 28 1 5 3046 189 366(300) 636 798 82« 78 154322 43 60 693 663 62 764 1 5 5 416 690 773 875 97 1 5 0041 61 114 261 497 865 137278 649 98 636 1 5 0248 400 9 868 15 9 246 704 10 0023 46 107 256 81 600 6 706 874 1 01327 836 1 02373 677 792 993 1 0 3 078 498 698 962 63 82 83, 0 4600 266 90 360«14 625 768 33, 6 5 462 615 ,B8070 262 98 424 783(600) 879 89 986 8a 10 7 044 114 44 248(300) 378 664 767 88 881 974 96, 68019 588 669 881 931 ,09660 775 857 985(300) 17 0 054 349(600) 710 19 826 981 99 1 7,345 69 676 889 17 2 549 726 868 986, 7 3076 291 310 63 643 942, 74188 290 318 47 664 600 860 938( 300) 17 5082 674 811 942 1 7 8011 117 04 369 643 634, 7 7 019 121 257 403 768 968 1 7 8923 76 17 8394 496 544 690 790 828 180093 260 784 916, 81342 809(300) 87 ,82004 136 79 645 821 59 944 60 1 8 3011 368 642 883 837 1 8 4 004 186 659(400) 624 27 706 955 79 92 1 8 6 280 647(400) 891 18 8215 46 866 83 1 87164 346 697 713, 8 8070 92 225 441 88 96 619 MO ,8 9050 156 246 526 819 ,90068 669 730 33(300) 911(1000) 19I61S 39 725 802 19 2046 49 119 307 36 470(300) 795 893«O.Wo) 193145 338 134332 686(300) 770(ö.!) 185)18 30 203 768 817 84 186134 596 603 69 646 334 1 9 7 003 200 8dl 606 44 933 76 19 3 083 246 677(300) 710 I99S42(600) 905 200107 266 711 201138 296 413 63 517 722 96 202688 (400) 897(300) 20 3 227 344«96 560 634 40 75? 204383 477 664 2 0 5166 67 227(«00) 686 2 0 0637( 300) 326 660 800 26 207136 388«6 2OS016 66 271 403 8 673 760 974 76 209169 235 611 80 998 21 0965 21,088 491 660 922 21 2133 217 33 511 213072 246 374 534 52 773 941 21 4173 257 303 28 41«32 215016 483{300) 577 629 771 93 821 900 21 6676 381 637 883 21/021 296 309 630 62 927 210088 641 2 1 9410 6f4 69 93 855 69 899 2 20:28 92 313 74 414 86 681 720 869 77 924(300) 221161 94 202 9 40 307 418 610 939 69 66 2 22114 K9 223647 794 678 81 990 U 90 9. Vrrusttsch Süddeutsche (235. Königl. Ureuh.) Ktasseulotterie 3. Klasis 2. ZiehungStag 14 März 1917 Nachmittag Stuf jede getagene Nummer find.(we> gleich hob« Geloin»« gefallea, und»war je einer auf die Hofe gleicher Nummer in de» beide» Abieilungeii 1 u. II. Nur die Gewinne über 144 M. find in Slammeni beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verbaten) 71 73 382 736 ,116 419 2673 778 916 73(300) 8037 143 410 636 720 932«125 272 420 49 626 35(73 000) 763 829 6180 339 43 46 434 722 940 6C83 244 63t 35 52 764 8)2 950 7136 74 323 91 99 499£ 044 116 443 830 36 66(15 000) 901 9323 989 ,0274( 300) 616 760 BIS 958 11268 89 584 524 935 1 2122 96 637 78 942 68 1 3006 39 433 536, 4183 462 822 18412 867»06 32 1 0109(400) 51 260 584 760 99 803 36 80 963 17464 608 33 44 860 827 64 18001 170 212 986 ,9093 291 347 868 20147 229 21054 60 316 61 482 746(3001 882 2 2674 23031 103 349 620(300) 857 930 2 4005 80 308 87 691.00) 019 2 5048 93 234 869 E 83 623 2 6312 94 492 704 2 7109 23 SU 640 90 921 28126 27 481 779 603 2 9126 425 786 813 38 99 962 80231 317 737 974 81183 296 3 2432 519 63 804 89 3 3060 286 784 943 50 95 3 4102 90 464 600 83 3 6116 349 (300) 693 741 931 38 61 97 98 3 6113 220 87 620 776 926 3 7073 598 624 73 716 40 60 3 8093 310 42 626 665 3 9093 226 90 338 617 29 78 872 912 4 0010 219 632 960 93 41258 4 3 023 470(300) 660 762 43149 301 627 73 644 747 922 44103 26 233 82 702 899 45374 9 5 404 16 617 628 724 861(300) 978 4 6 068 176 673 77 729 31 61(400) 878 943 4 7)54 828«68 507 894 877 4 8042 177 206 376 426 716 92 4 9 062 226 714 862 86 939 60457 670 770 99 377 970 81018 331 421 969 5 9008 (3000) 99 112( 600) 222 24 96 310 403 703 805 68 6 3186 225 381 420 691 795 843 6 419) 290 313 448 803 49 923 31 66 55136 398 408 664 745 822 989 6 8116(300) 218 667 684 5 7 337 716 900(400) 30 69 8 8023 364 462 651 7« 826 88 5 9451 64 667 74 623 727 46 «8109 215 49 434 9:-3«1101 86 243 614 31 61 740 69 999»9015 110 81 269 436 61 741 916 26 8? 31 3 605«4041 132 70 224(400) 314 623 68 860« 5633 633 710 26 48 866 fivI26 271 aco 569« 7061 1 4 227 81 491 912«8141 82 69 £70 490 768 03702 41?49 95V«t?0O) 7 0224 400 632 39 798 71060 94 347 92 423 62(«60, 670 95 7 2185 271 820 7 3202 29 612 62 677 746 899 7 4053 433 62 762 997 7 8 076 129 44 336 72 400 41 661 7 8 032 101 38 247 631 664 994 7 7 067 293 348 73 736 41 78343 61 410 877 603 724 969 12 21 35 7 9055 169(300) 279 8 0130 94 266 666 81124 93 328 809 8 2201 300 742 900 83 090 16«(300) 996(400) 8426« 6)9 757 8 6030 134 269 323 60 465(3000) 878 916 31 86 8 8039 319 665 89 719 43 960 8 7 061 261(400) 337 74 601 20 96(300) 843 990 8 8438 674 864 960« 3207 91 316 6-6 826 902-3 SCO 65 91025 47 IBl 391 701 82 97 833 979(£0001 92161 248 316 467 9 3152£90 465 82 686 673 93 788 84019 139(300) 306(300) 97 516 607 878 8 5006 266 328 (300) 70 662 647 60 80 833 8 8026 41 159 61« 67 87106 216 66 866 88333 480 607 70 835 900 8 9141 713 337 84 964 100243 664 910 101324 447(2000) 667 863 102176 228 (600) V&l SSO 103-79«s 10< 0i 2« öS(41 3» 442 677 658 707 84 1 0 5074 684 87(300) 93, 61 18 9 248 572 620 10 7020 177 606 855 1 0 8376 776 818 903 1 08045 134 62 283 464 693 018(300) 968 110243(400) 448 593 863 912 36 11172! 908 21 30 112)50 243 399(ZOO) 777 965 1,3078 479 732 941(3001 11412,23 492 886(600) 981 115427(300) ,18092 104 64 61 63 213 21 39 946>17128 233 11805« 306(400) 622 66(606) 702 1,9077 132(260) 72 206 243 83<86 625 33 120087 369 443 790(300) 916 1 21329 718 37 67 98 833 12 2620 669 711 ,2 3402 11 63 674 743 91 995 ,24015 6-0 614, 2 5697 742, 28036 264 492 752 860 1 2 7 265 362 4«) 612 44 95 621 915, 2 8640 94 225 66 45« 666 772 926 1 29 39 75«79 653 775(300) 138069 693 751 66 815 1 31247 354 98 876 87 1 32 1 651 69 1 3 3 71(400) 713 969 13431» 482(4001 608 78 96 696 776 1 35)63 571 649 940, 3 6328 66 96 98 421 689 13 7 621 838(300) 13 8 204 318 466 IS»530 636 140-62 464 713 24 913 1 41124 82£31 342 463 681 142660 107 36 77 722 846 902 1 4 3001 SO 206 73 83 308 644 144142 313 878 1 4 6 081 340 72 453 672 807 960 89 1 46263 341 88 478 663 1 47134 481 570 954 1 4 8014 131 322 72 077 696 906 1 49139 81 203 8 780 960 16 0 083 163 394 477 630 706 849 1 61134 78(300)£53 79« 15 2392 463 63 690 970(300) 77, 8 8 235 611 SO 95 647 50 (300) 712 1 54168 84 647 1 5 5026 73 333 600, 5 6 307(300) 18 7664 185 246 75 544 851 64 1 5 8097 307 43 534 682 976 15 9014 41(300) 68 276 83 688 668 770 IBOOCO 228 638 736 74 1 61224 45 493(3001 774 1 82133 616 670 77 708(300) 27»14 1 6 3070 108 344 407 71 523 961(300) 184160 76 SS 272(600) 396 410 784 92 913 40 IBS0I5 203 78 376 664 769 1 68124 554 817 67 1 67020 92 137 73 214 78(400) 371 762 940 1 6 6014 33 192 206£6 315 413 47 767 979, 68077 83 322 29 492 673 755 17 0477 856 66 78 763 60 922 2 5 79 I 71380 617 97 902 30 172057 68 388 502 948 1 7 8 290 336€07 895 42 1 7 4 2! 6 560 684 814 69 990 1 7 5319 489 658 73 86 966 1 7 5 001 24 166 206 10 33 58 359 91 663 780 94 1 7 7 046 220 397(300) 423 41 631 (300) 74 90 818 961 178102 404 661 756 836 933 1 7 6663 180177 231 378£98 609 721 181007 87 188 27« 162216 369 679 709 818 62 98 914 1 83109 389 408 760 67 803 973 89 184022 216 462 772 911 33 80 1 8 5 68, 911 186126 41 50 (300) 735 63 967 1 8 7 393 930 94 18 8682 718 886 1 89169 223 25 481 716 37 847 180136 318 86 414 920 1910S0 210 64 343 868 94 1920-3 353 78 621-.67 1 93196 449 807 43 1 0 4 031 625 782 951 195032 299 330 9!) 694 860 762 976 78 1 9« 17 95 461 5-5 90 882 1 9 7443 603 64(360) 707 51 897 1 9 C012 326 403 174 (300) 92<99278 42? 546 6>)7 743 872 977 2 0 0034 99 117 262 72 385 622 943 2 01604 351 719 2 0 2 598 627 32 87 768 801 2 0 3 017 48 111 4:6 658 703 2 0 4136 786 978 79 2 0 5 216 425 524 626(400) 6iS 907 206091 639 638 900 32 207C81 104 392 655 811 93 203113 (400) 372 606 42 649 770(300) 942 2 0 9224(3660) 78 ci3 760 73 2 10163 231 44 499 807«7 986(300) 211288 469 691 631 80 866 2 1 2)40 341 91 4:-3 70 602 74, 1000)730 933 68 2 1 3705 214060 114 786 920 21«'.6t 77 267£64 798 953 69 2 1 8048 671 757 838 21,22« 499 735 39 63 218024 285 414 829 45 770 864 917 61 2 1 8025(400) 61 625 626 800 93(£00) 220342 61 22,471 612 742 97S(£00) 222224 36 429 54 825 223155 642 789 Di« Ziehung der 4. Singe der 9/235. Sgl. Preuß-�iidd. Slafien-L-tieri«(indei an 11. und 11. STpril 1917 flatt. Di» Eraeueru»» der Lese ,ur i, Slasse hat Sil ,m S. SM 131V j» trsoigin. Nr. 78.- 1917. Unterhaltungsblatt öes vorwärts Ilmamtag, 15. Mär;. Die ewige Schlacht. Aus dem Felde wird un-Z geschrieben: ?loch beben die Herfen und Hirne ob der grauenvollen Schlachten de-Z verflossenen Kricgsjakres. Die surchtbarcn Schrecken dieser blu- ligcn Dranien türmen sich unverrückbar in den Seelen all derer, die sie läglich schauen und erleben inusflen. Der Ausiakl begann inir dem gigantischen Ringen um Berdum Heute, da diese Zeilen geschrieben werden, ist der Jahrestag des Beginns jener schier endlosen Stürme. Ein schneeweißer, srostklarer Februartag war'S— da Hub der donnernde, beulende Eborus der Feuerschlünde an. Wochen-, monatelang brauste der wilde Drkan dahin, Tod und Verderben speiend. Wir sahen täglich, stündlich das namenlose Elend und den Jammer, den Freund und Feind tu erdulde ir hatten— wir sahen die Massen blühenden Lebens bangend in die Hölle ziehen, und geknickt und-erschlagen kehrten die Reste zurück. Aus den graubleichen Gesichtern der Tausende französischer Gefangenen spiegelte sich sprechend die erschütternde Tragödie, die dieser Mrieg jedem seiner Opfer auferlegt. Aber ungeachtet alles dessen stürmte die Kriegsfurie erbarmungslos weiter. Der einzige Trost, der einein inniikten dieser todgeweihten Zone blieb, war der, daß dieser Masseniod vielleicht die Erlösung für die leidende Welt bringen könne. Aber ach—! es blieb bei der leeren Hoffnung. Das Ringen um Verdun hielt noch alle Welt in spannendem Atem, als die beispiellose Dauerschlacht au der Somme einsetzte. Und in einer schwülen Julinacht marschierten wir in das Bereich der neuen Hölle. Was sich an überwältigenden Erlebnissen hier darbot, stellte die Eindrücke von Verdun weil in dcir Schatten. Alle Schrecken des Krieges zeigten sich verdoppelt. vcr- dreifacht, vervielfacht. Die Bernichtungsmaschinerie schien an Kraft und Grauen gewachsen zu sein, wie der Höllen- brachen, dem an Stelle der abgeschlagenen Hälse die doppelte Zahl neuer wächst. Das erste ZerstörungSmittel moderner Kriegstechnik, die Artillerie, lobte, wie von überirdischen Mächten geführt. Tag und Nacht fegte der glühende Eisenhagel über die Ebene der Pikardie. schrill der Tod' mit zermalmenden Sohlen hinüber und herüber. Ter lalle Hauch de? Sensen- znauncs umfing alles Lebende, das das Schicksal hier« her. aus die bluttriefende Kriegsbühne bannte: Menschen und Tiere Städte, Dörfer und Gehöfte, erntereife Fluren, Wälder und Gärten mußten schwersten Tribut zollen, verglühten und verdorrten unter der'Feuerlava: und selbst dem festen Erdreich lvurden schwere Wmldcn geschlagen, luebrerc Meter tiefe Löcher reihen sich dicht aneinander, fruchtbarer Multerboden verschwand. Kreide und Mergel traten an die Stelle: denr einst wieder zurückkehrenden Landmann wird angesichts dieser Zerstörung der Schrecken in die Glieder fahren. Peromie brennt! Gewallige duukelrote Wolken. Fontänen, Garben stoßen und flackern in die warme Julinacht, gleich Kometen fliegen Feuermassen durch die Lust und prasseln in de» lodernden Riesenherd zurück. Peronne, das grüne, satte Städtchen, ist von denr raienden, verzehrenden Element gepackt, steht am Rande völligen Unterganges. Und wer entfachte dcir wilden Brand? Die wohlgezielten französischen Granaten, die das Land befreien nnd erlösen sollen. So sieht die Bcsrciuug aus— so soll das ganze Ostgebiet erlöst werden! Mordbrennerei— Barbarei— Verwüstung ist's! Das Voll von Peronne. so lveit eS unversehrt blieb, floh bei Nacht und Nebel in die�Fremde, gleich einer Herde geächteter Parias: befreit nnd erlöst! So will es ehrsüchtiger Wahnsinn an der Seine I— Aber dann kam noch letzte Rettung sür das untergehende Peronne. Deutsche Pioniere, in zäher Verteidigung gegenüber dem Angreifer flehend, bändigten die Klammen, leiteten, was noch zu retten war. Kümmerliche Reste blieben von Peronne erhallen. Indessen stehen noch die Befreier vor den Toren der uncrlöstcn Stadt!... Nördlich von Peronne. an dc� großen, pappclflaiikiertetr Straße nach Bapaume, liegen AllaineS. BouchaveSneS und Raucourl, drei freundliche Bauerndörfer, behäbig, wohlhabend in Friedenszcilc»; der schwere, trucbtbare Pilardieboden lohnt den Landmann reichlich. Als wir zum erstenmal im Abendschein die drei Dörfer vafsierie», balle das„befreite* Volk eben die Flucht ergreifen müssen; ver- lasten, halbzerstört, gähnend lehr standen sämtliche Häuser. Von Abend zu Abend wuchs das Bild der Verwüstung. Und eines NachlS wurde mit heulenden Brandgranaten der Schlußpunkt unter das zügellose Toben gesetzt: rauchende, glimmende Trümmerstätlen blieben übrig.— Wir sahen schaudernd, wie die Fundamente der Hospital- und Priex-Ferme buchstäblich aus dem Boden gewühlt wurden— sahen, wie das Städtchen Eombles, in einer sanft verlaufenden Mulde gelegen, von Tag zu Tag vom Erd- bodcn verschwand, wie Saillh-Sallicsel, in buschiges Grün gebettet, demselben Schicksal verfiel.— Das ist nur eiir einziger AuSschnitl auS dem blindwütigen Befreiungsair. womit Franzosen und Engländer die geseg»elen Gefilde der Pikardie heimsuchen. Denn eS find bisher 53 Dörfer, welche die im Namen des Rechts, der Kultur und der Zivilisation vereinigten Alliierten auf diese Weise den Barbaren culrissen. Wir, die wir Tag und Nacht durch diese toddrohende Wüste eilten, wähnten abermals. eS werde nun endlich der letzte Akt des grausigen Spiels sein. Die Herren Europas ivürden nach diesen, inillionensachen Tod und der beispiellosen Verheerung zu der wirklich erlösenden Einsicht gelangen. daß diese Methode der Auseinandersetzungen ins Verderben führt, daß vor allem die „Befreier" sich und dem eigenen Lande damit den sicheren Todes- stoß versetzen. Und nun?... Die Machrhaber an der Themse, Seine, Newa habe» die Wahn- witzige Parole ausgegeben, deren Tragweite kein Hirn, keine Phantasie auszumalen vermag— von deren Folgen an Tod und Zerstörungen nur der ettvas ahnen kann, der ähnliches schon erlebte. Die Vorbereitungen für den neuen Waffcngang werden mit Hochdruck belriebcu— jeden Tag kann das Gewilier irgendwo los- brechen. Und ivie! Es tvird ein Maschineukrieg allergrößten Stils sein. Die Waffeutcchnik und Wasfenindustrie haben in den Wiirtermonateir Hcrkulesarbcil vcrrichlet. Kanonen nnd Maschinengewehre, Eisen, Feuer und Gas weiden unter den Millionen furchtbare Ernte halten. lind sie werden die Länder, die nach der sipen Idee toll gewordener StaatSmäimer ihrer Befreiung harren, in sunlende Wüsten verwandeln. Soll der Befreinngsplän bis ans Ende durchgeführt werden, dann wird der Länderstrich von Belsort bis Antwerpen ein Riesen- todcsacker sein, in den, Europas Menschen und Werte modern,(z) Strinöbergs„Totentanz". 1. Teil. Die Direktion Mcinhardt-Aernauer. der man eine Reibe aus- gezeichneter Strindbcrg-Aufführungen. vor allem die meisterhafte Inszenierung des Traumspiels, des stärksten aller späteren Slrrndbcrg- stücke verdankt, ergänzen nunmehr diese Galerie von Bildern durch das Doppeldrama„Totentanz". Das Werk entstand um die Jahr- huudcrlwcrrde. gehört also gleichsalls der letzten Periode voii de? Dichters Schaffen an. Der zweite Teil, der Mittwoch folgt, ist überhaupt an deutschen Bühnen nocki»ichr ausgeführt. Der erste erschien vor einigen Jahren schon bei Reinhardt und lebt in der graudioseir Wiedergabe Paul Wegcners als eine? der tiefste» Theatereiudrücle in unvergeßlicher Erinnerung fort. Eine lieber- gipfclnrrg ist da von voriiberciu ausgeschlossen. Die dnnipse Naturhaftigkeit deS mächtig breitichulirigeu. in den Kämpfen einer süusundzwniizigjährigcu Ehe verwilicrten ArlilleriekapitänS gelangte da zu höchstem Ausdruck. Um so anerkennenswerter erscheint, roaS Harlan, der unter solchem Schatten stand, trotzdem der Rolle abgewann. Vermochte er auch jene spukhaft gespenstige Tämonik, des in sich erstanten Eigenwillens, durch welche Wegener alle Nerven spannte, nicht zu erreichen. gab er doch eine außerordentlich kluge, rurt feinem künstlerischen Takte abgetönte Zeichniiug. Das knochig derbe, iu seiner Blässe ivie erloschene Antlitz und eine ganz eigene Schärse, die er. ohne jede Spur des Zwanges, seinem Organ verlieh(Proben einer seltenen ichauspielcrische» Wandlungtjähigleit) waren vorzüglich ans den Grundlou der Gestalt gestimmt, v-rffnulichten das Seelische mit sehr lebendiger Reioiranz. Die Wucht der angeborenen, im Dienst ge- stählten Willenslrast trat rm Gewirr der schrullenhaften, von der Erbitterung genährten Grillen klar nnd scharf hervor. Sehr gut tvar auch Helene Driesch als Gattin, die die Thrannenläunen und die lindische Großsprecherei des Kapitäns, durch die er das heimliche Bewußtsein ohnmächtigen Gescheilertseiirs betäuben möchte, mit lauernd kaltem Haß vergilt. Sic gab der Teufelei im Ansang etwas vom Schein zurückgehaltenen, Ivcichen DuldcnS, der dann die Wirkung ihrer Leiderrjchast durch den Kon- trast noch steigerte. Paul Otto spielte den im Text recht blaß ge- raten cu Jugendfreund durchaus sympathrsch. mir die Erscheinung wirkrc irr dem Zrisammenhang deS Srückes allzu jugendlich. clt. Die erste deutsche Roßschlächterei vor 70 fahren. In dieser Zerr der Fleischknapvheit ist vielfach das Vorurteil gegen das Pserdefleisch fallen gelasjen worden; da eS ohne Fleisch- karten abgegeben tverdcn darf, kaufen eS jetzt ichr viele Leute, die vor dem Kriege nicht daran dachte», Pferdefleisch zu esse». Da ist es von Jntcrefie, daran zu erinnern, wie vor jetzt genau 73 Jahren, i»r Jahre 1847, in Deutschland die erste Roßschlächterei errichtet wurde. Der damalige Verein gegen Tierquälerei in Berlin wollte ver- hüten, daß die Pferde bis zum gusamnrenbrecken als Zugtiere benutzt iverdeu, und so gab er den FuhrwcriSbesrtzern Gelegen- heil, ihre allen Gäule in der vorn Verein errichteten Roßschlächterei zu verkaufen. Drese befand sich in Berlin in der Ziegelstraße. Trotzder» damals in Berlin eine große Teuerung aller Lebens- mittel bestand, lvollle doch niemand Pferdefleisch cssen, oder die Berliner schämten sich, es dort zu holen. Am Tage kam über- Haupt niemand in die VerkanfSstellen, die wenigen, die sich dorlbrn wagten, erschienen in den Abendstundeil und dann auch nur in den abenteuerlichsten Vermiimmnngrn. Die Frauen hatten beim Pferde- flcischeinkans große, dicke Tücher um den Kops geschlungen, und die Männer erschienen ruit weile» Kapuzen oder mit sonstigen Kops- Umhüllungen, ans denen nur die Augen hervorschauten. Trafen stcki zufällig Bekannte in der Verkaufsstelle, so suchten sie gegenseitig ihre Sliinme» zu verstellen, um ja istcht erkannt zu werden. Verließe» die Käufer das Haus� in der Ziegel- straße, so hallen sie die Spottsuckit der Straßenjugend zu ertragen, die Hottehüh schrie, das Wiehern eines Pferde nachmachte oder in sonstiger Weiie zu verstehen gab, daß sie die Vorüber« gehenden als Käufer von Pferdefleisch erkannt hatte. Leute, die nicht in den Verdacht kommen ivollten, daß sie ebenfalls zu den Kunden der Pserdeseblächtcrei gehörten, miede» deshalb in den Abendstunden die Gegend der Ziegelstraße. So fanden sich damals für das Pferdefleisch, von dem das ganze Pfund nur einen Groschen kostete, recht wenig Käuier und eS dauerte lange, ehe das Vorurteil gegen das Pferdefleisch auch nur in Kreisen der Allerännsiei» nber- wunden war.__ das verbreitetste aller Metalle. Die bevorstehende Einführung von Scheidemünzen aus Alurninitlm lcnlt von neuem die Aufmerksamkeit auf diesen Grundstoff, der als KricgSmctall bereit? eine wichtige Rolle spielt. So mancher weiß vielleicht nicht, daß das Aluminium das verbreitetste aller Metalle ist. Nach vielen, vielen Millionen Tonnen zählen die Alninintum- massen, die die oberste Erdkruste enthält: der gemeine To», der Feldspat, die Minerale Bauxit und Kriolith sind es, ans denen die Ehcmie das silberweise Aluminium zu gewinnen versteht. So häufig es nun vorkommt, so schwierig ist eS freilich zu gewinne» lange haben die Chemiker sich vergeblich bemüht, das Metall der Tonerde darzustellen und deutsche Ehemiler sind es vornehmlich, die>n der Geschichte der Aluminiumgewinnung eine Rolle spielen. Gerade i'O Jahre sind vergangen, seitdem Wöhier in seinem Laboratorium in Berlin in der Oberwallstraße zum ersten Male die ersten Alumiiiiumsplitlerchen herstellte. Als Wähler an die Uni- vcrfltät Göltingen berufen lonrde, setzte er seine Versuche fort; es gelang ihm. Aluminium in etwas größeren Mengen herzustellen. Allein man konnte mit dem neugewonnenen Metall nicht viel an- fangen; es geriet so vollkommen in Vergeffenheit. daß ein anderer Ebemiker eS sozusagen neu entdecken konnte. Es war dies der fran- zösische Forscher St. Elaire-DevillS in Paris, dem es in den 50«r Jahren gelang, etwa? größere Alnmininntmengcn herzustellen. Dies lag daran, daß ihn' die französisch« Regierrwg mit reichen j Geldmitteln unterstützte. Napoleon III. versprach sich viel von dihscm leichten Metall, er halte gedacht, daß man e« für die Her- siellung von Küraffen werde benutzen können. Jedermann redete von Aluminium, man versprach sich Millionengewinne von der Aluniiniumindujtrie. die in Frankreich entstehen müsse. Aber dieser Taumel ging bald vorüber: kostete doch im Jahre 1855 das Aluminium Devilles noch 1000 M. daS Kilo, im Jahre darauf noch ein Dritlel dieser Summe, um dann bis weit in die bOer Jabre hinein noch immer uns über 100 M. zu stehen. Es bedurste erst der Forschung Bunsens und anderer Ehemiler. Ivie der Gebrüder Eowles und Hörvults,' bis das Aluminium billiger werden koimte. So lange man eS durch Rediitiion mit Hilfe von Kalium oder Natrium gewann, mußte es teuer bleiben nnd konnte nur in geringen Mengen gewonnen werden. Von dem Tage an, wo «eine elektrolhti'chc Herstellung gelang, hatte es eine Zukunil. In den dOer Jahren gelang es erst, Alumininm elektrolytisch rein darzustellen. Der Eheimker der A.E.G., M. Kiliani, war es, der den richtigen Weg fand, Aluminium elektrisch zu gewinnen. Auf dem Astmtmumllnarlle der Wclr zeigte sich die Wirkung>o- gleich. 183« hatte das Kilo noch 47 Mark gekostet. Zwei Jahre später kosietc es mir noch den dritten Teil, im Jahre 1801 iank es bis ans 5 Mark, um die Jahrhundertwende war der Wert des Kilos bis aus 2 Mark gesunken. Sobald man Aluminium billig und in große» Mengen gewinnen konnte, griffen die verschiedensten In- dustrien nach dem leichten Metalle, man verwandte es zu Schmuck-- gegenständen nnd Gebrauchsgegenständen aller Art. HeStzulage ist es nncinbebrlich für die Flußeiiengewinnimg, sür den Kupfer-, Messing- und Zinkguß zum Enisilvern deS Werksbleis, man verwendet eö zum Ausfällen von Gold, nnd in jüngster Zeit hat es sich als außerordentlich wertvoll zur Erzeugung hoher Temperaturen erwiesen.__ Notize«. Konzertreise, der Dresdener Philharmo- niker. Das Dresdener Philharmonische Orchester wird in der zweiten Hälite deS April eine Konzertreise durch Teutschland und daran anschließend in den Monaten Mai und Juni eine solche durch die Schweiz Unternehmen._ Der polizeimeister. Ein russischer P o l i z c i r o nl a n von Gabryela ZapolSka. IV. Herunlergelaslenc Jalousien.— Gciahr sür alle.— MarkowSki mit.— Aug' um Aug'.— Feinde, nicht Genossen.— lieber die Hintertreppc.— Der Feind aus Tagejewo Fersen. Am nächsten Tage wagte niemand vor Tagejew hinzutreten. Wie einst?tcro auf seinem Bett von Elfenbein, so er- wachte Tagejew in höchster Wut bei dem Gedanken, das; die- jenigen, die er für immer besiegt wähnte, eine Berschwörnng gegen ihn anzettelten. „Solche Halunken!... Solch nichtZwürdige-5 Gesindel!" dachte er, indem er sich von einer Seite aus die andere wälzte. Als Jossflle PiukaL die Rouleaux im Schlafzimmer her- untcrgclasscil sah, wußte er, was das zu bedeuten hatte. Er warnte also die in der Kanzlei nnd auf denr Flur wartenden Personen, heute lieber nicht an den„Herrn Polizeimeistcr" heranzutreten, weil er„verstimmt" sei. Frumele Leinbram. die in ihrem lila Aleid, mit einem artigen Süminchen versehen, voll schönster Hoffnung zu dem Polizeimeistcr gekommen war, muffte auf halbem Wege um- kehren. Auch die anderen eilten davon, mit einem heimlichen Blick auf die geschlossene Tür, als ob sie fürchteten, daff der in Wut entfesselte Herr Polizeimeister in eigener Person her- anSstürzen und Faustschläge und Ohrfeigen austeilen könnte, mit einer Freigebigkeit, die einer besseren Sache wert wäre. Als niemand mehr auf der Treppe Ivar, eilte Jossele Pinkas in die Kanzlei. In der übelriechenden Stube saff Markowski noch blasser als gewöhnlich. Seitdem er von seiner Reise zurückgekommen, bei der ihm seine Mission mißglückt war, hatte er plötzlich aufgehört, sich mit Tagejews Ängc- legenhciten zu beschäftigen. Er änderte vollständig sein System, cnipsing die Leute zuvorkommend, nahm keine Bestcchungs- gclder an, mit einem Wort, er»vurde ein Muster der Hoff iichkcit und Lauterkeit. Heimlich bemühte er sich um Versetzung und beabsichtigte, Tagejclv feinem Schicksal zu überlassen und mit Iuzia aus und davon zu gehen. Mit seiner feinen Witterung fühlte er offenbar, daff die Situation rettungslos war, und daff, wenn eist die Gendarmerie Tagejews Äiätzchen auf die Spur gekommen war, eine Katastrophe jeden Augenblick hereinbrechen konnte. Er wollte seine Haut retten und sich, falls die leyten Vorfälle ans Tageslicht gczcrrt würden, gewisse Zeugenaussagen sichern, die die Richter für ihn milder stimmen könnten. Die Rache sür das brutale Vorgehen gegen Iuzia erregte ihn bis zur Bewußtlosigkeit. In seinem Innersten loderte eine Schaden- freude darob, daff Tagcjetv sich am Rand des Abgrundes de fand. Er glaubte nicht daran, daff Iuzia sich sieghaft gegen den Polizeimeistcr gewehrt hatte. Vielmehr war er trotz der Beteuerungen des Mädchens überzeugt, daff es seineu Besuch bei Tagejew mit dem Tribut seines Körpers bezahlt hatte. Und Markowski, der früher, als sie noch iu Warschau Kellnerin ivar, mit aller Ruhe abivarlen konnte, bis sie von einem Spaziergang mit einem zufälligen Freund zurück- gekehrt war ilud sür ihn Zeit fand, raste jetzt vor Wut bei dem bloßen Gedanken, daß Tagejew dieses Mädchen besessen habe. Immer stärker wurde in ihm das Nachegefühl; zuweilen begehrte er. Tagejews Untergang zu beschleunigen, auch auf die Gefahr hin, selbst dabei mit untergehen zu müssen. Aber all diese stürmischen Gefühle verdeckte Markowski mit scheinbarer Ruhe und höhnischer Gleichgültigkeit. Er wurde nur noch bleicher und weidete sich an JuziaL Leiden, die er mit seiner Liebe oder seinem Zorn auälte. Allen Fremden gegenüber �zeigte er jene eisige Kälte, mit der er jetzt Jossele an der Schwelle der Kanzlei entgegentrat. Der Musikant sprang mit ein paar Sätzen auf Mar- kowski zu. „Herr Wachtmeister... die Roulcaur sind nicht hoch- gezogen... haben Sic bemerkt?" „Was ist denn dabei?" erwiderte Markowski achsclzuckend. „Was?... Wenn die Rouleaux nicht aufgezogen sind, so bedeutet das, daff der Herr Polizeimeister sich ärgert. Nu, und wenn der Herr Präsident sich ärgert, dann... uu, Sie wissen dock, was das heißt..." MarkowSki zog die Lippen hochmütig zusammen. „Ich weiß nichts. Das geht mich nichts au. Du wirst wohl Grund haben, ängstlich zu sein." „Nu... ja... Aber vielleicht möchten der Herr Wachtmeister sich bei dem Herrn Präsidenten erkundigen. lvarum er so böse ist? Er war gestern mit den Sängerinnen im Separ«»nd befahl mir, die Iuzia von Horökis zu holen." MarkowÄkis Gesicht wurde fahlgelb. Er beherrschte sich jedoch, um Jossele für diese Nachricht nicht zur Tür hinaus- zuwerfen. Aber fein Haff gegen Tagejew wurde noch größer. Mir Freude dachte er daran, daff jener Montwill ein aus dem Warschauer Bezirk abgesandter Gendarm tvar. der sich an Ort und Elellc von dem lvahren Stand der Dinge überzeugen sollte. Er war dessen fast sicher, aber er beschloff. diese Kenntnis für sich zu behalten und nicht einmal Tagejew auf diese ivichiige Tatsache aufmerksam zu ntachcu. „Hol ihn der Teufel!" dachte er und preßte die blutlosen Lippen zusammen. Ter Schreiber trat ein. Jossele drehte sich auf dem Absatz um und stieß auf der Treppe auf Katjuscha, die zu Markowski lief, um lhii zu Tagejew zu rufen. Jossele stellte sich die stürmische Szene vor. die bei dem Morgcntee stattfinden tvürdc und hielt es für richtig, gänzlich aus der Nähe des Polizciamts zu verschwinden und sich zu gelegenerer Zeit wieder einzustellen. Markowski schützte zuerst in barscher Weise Geschäfte vor. die ihn zurückhielten, aber Katjuscha faltete die'Hände nnd begann zu flehen: „Ach. Liebster, reizen Sie den Herrn nicht! Er ist ivie von Sinnen.. Also kommcit Sic schnell Markowski erhob sich schwerfällig und folgte der trippelnden Katjuscha, deren nach der Art russischer Baue rinnen gebundenes Halstuch aui den Nacken het abgeglitten war.?Üs sie das Speisezimmer betraten, rannte Tagejew in Unterhosen und einer kurzen Joppe um den Tisch. „Wissen Sic. was vorgeht?" begann er nach einem mürrischen guten Morgen.„Die Halunken unterschreiben einen Protest und zwar auf Veranlassung von HorSki... ein Schreiben an das Gouvernement... über mich und über Sie... Tun Sie nicht, als ob Sie nicht» davon wüßten." Markowski zuckte die Achseln. „lieber mich?" sagte er, ohne Tagejew auzSseheu,„das ist unmöglich! Was bin ich denn?... Nur. das Werkzeug Ihres Willens. Ich handle wie ein Automat, Sie habe» be- sohlen, ich habe auszuführen." (Forts, feiert.) l'irf.ktio« Mas Koinliardt: Deutsches Theater. <; Johii fiinhrlrl Itorkniiin. Kammerspiele. Peer Ojal-JS,. L'iir: l>its Konzert. Theater am BülowplaU. Uhr: Jlarbeth. Volksbühne, Theater i. d. Königgrälzerstr. Dir C. Meinhard R, Bernauer. 7'/, TThr: Z. 7.7. Male: Kreieolat. ICemödienhaut PI.: I>le veriorrnc Tochter. Berliner Thealer 7 Uhr. t»i. tolle KomtcH. Sessititf-Theafev. Direktion: Viktor Bapnowsky. 7 Uhr: Freitag: Di« Seriaa. öentseh. Künstler-Theater. AUabeodlleh?'/» Uhr: Die lichlcn Kllnxsh« rx URANIA TanbenstraCe tN/tS. S Uhr: Direktor Frenz Goerke; Heimatland und Heimatliebe. Täieater für Donnerstag, IS. März. Neues Operettenhaus Deutsches Opernhaus. Charlotfenb. 7 Uhr: Frsmultühvung: Dar Postillian von Lonjumeau. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 7 v.u..- Das ßreimäderüiaus. Kehr. Hermfeld-H-eatcr 7V,U.; IPcrStolz der Kamille kleines Theater u.uwW, derSnliiiieriiiiißii. Komische Oper 7". Uhr: Die Dose Sr. Majestät. lustspielhaus pt, v. Die schöne Kübanerin. Metropol-Theater m,r Die Csardasfürstin. ',1 Uhr: Die Kaiserin. 10 Min. Sonnla. Sehiftbd.da. Kapsental.; Ffotd. 2SJ ■'u u.: Oer Soldat der Marie. Reiiidcn«-Th«ater. L h�Oie Warschauer Zitadelle, Ppehlller- Theater O. �v. u: Notella dlndrea. PtehiUer-Th.Charlstteabs. 7vsu: Seine einzige Frau Thalia-Theater. tv.u: Das Vagabundenmädei. Theater am.Voilendartpl. ä'U Übt; l»lc Maaberflüte. 7Vz Ulir: Die Oulasehkanone Theater de» M'eaten» vi, u.: Die Fahrt ins ßliick Triaaaa Theater .U TT"�_ 5"-�-H JoHSCIl, Üvgl. 7VS, Sonnt, ii.7', Uhr. I Meiiitsiiische LjiiclJastiz! des Tau. Jack in der Todeal«-»•»' I und die ühnsjon vefzüglichsh Müiz-Xunmiern. 7.\im Srhlul.'. dar A,be n d vo r> i e 1 1 img: Riesen-Pracht-WASSer Pantomim« bis versunkene Stadt. Sonntag 3"?; Uhr; Die lieJerprlnze«»!«. M mit Hedwig acht. Zirkus A. Schumann Finlaß 7 Uhr. Anf»nu:TVt I:hr. FT«nte.und»hglieb I)».s uqueatriseba rropriamn*. Dia neuori M»iz-Spozi«iität«n Klwract, d orienWl. Wunder! Emilia Rott. Antipod. Spiele mit, Hunden. Vis Seeräuber. Or.PTafcht-Ausnf.-l'tHU. i.-t Akt. Sonnrag, ßgr. Vorst.. Ilu.i'/,U. .Vaibni.! angeliör. Kind frei, je da* weiter« Kind halb. Preis. Billetts nb Prtg. u. d. Thoai erfc. Adolf ii Coko. d origineUen Spalitoa.'ber. PRICÜBJCMSTIl- AM» PCR• KOOWB* Das Theater iot gut geheizt. Täglich V-S Uhr: J*ei-»t>nileheN hiawtapiel Wanda Trcumann Vlggo Larsen in ihrem Uusiepiel: „Die DeheldaiiKaehe". von William Kuhn. Vorher: Das vollständig neue Tariete-Pregrninm. Xatlvnal Theater, ftöp.itr. 6S hl!. h7, Sh. 19, J, II, 49. 47. IV. VI. 19.;:ti, 117, V, Ä h, Ibitergmiiäb. Instlbrücke, itnblb. ßminemigbrihfe. lüßl. flflUig bis einschl. 35. iWai:, 1017. V.S Nkr. Nnbeschrelbl. ffiijolg! Miudeiiienltehehen. Clievcllenp. i. 3 Ml. Jnh. Dr. Zickel. Musik von>h»alter Proinme. ÄorVk. S. Orig.-Bill. 10'/,-2 u. ob. S II. Kose-Tboator. 7 Vs Uhr: Der ftdele Bauer. �Vsthaita-TKeater. 7V- UFr: Das Glücksmädel. Kasino- Ttiester Der große März-Spielplan • mit Oscar Sabo und UUebirs Hochzeitsreise. Aegypr. Burleske in 7 Bildern. Musik von Bizet. Inszenierung v Max Reinherdl Hanptdarsi eil. Hans Wassmann. X.illcbil Cbristensen. Kafta Stema. Ernst Metrny. MMsstUMF Tägl Dil Sonnt. 3V, neue Recriß . 5 Bildern: III Reichshailen-Tlieater. Stettin er Sftngce „Cabaret Stnfrtnß 71, Ib,.. Sonntagnachmtn. 3 Uhr: Veretellung m armlj Ppelaenl Neu« Progrwi« flkh Mlttärpees SN drnDachenlg. freier Zutritt z« d Stett. Sängern kothrlnger Str. 37 ia Btnr noch bi» TO�r U6T" Zuiet helle Berliner B orber die Mdri�SpezislitSteu. Mittwech, de» 28. März. z. 1. Male: Tifenn'» ZI»iiatteH»i veht. Senntsg 4 Uhr: �ie Äsche klappt. Vol Bidetr. s t-Theater. Baditr. SB. Heute V/z Uhr: SkNkin für Hans Knüpft: SuWsMe. ,kdn»lr»l»pnln»t. SehldtsehehiSofer- Daliett � a, d. Oper.�Oer Prophet� Tnr nneh hier»«?.clt "�»WFmFatttazie. Vorzilgl ROche auf all. Plätzen. Possen-Theater. TlgHeli n, Uhr: Der(liegende HoliSnder. Der alte- Wold. Hochelegante neue Bitoke.»arme 3h,—, 'chwarz 88/—, gehlezene Batdenblntea, bell o. schwarz 14,—. Drap dp Chlrh 34z— bertauit B.<> 52« Die Ätftttmhhadjmm be4 �StcfornmaitböS iit Jen Marlen. EsherfenJ »eichlagnohme und Bestands etchebung bon TreUriemen, tritt um 15. M'cr« 1917 m Straft. Die vollständige amtlich« Bekanntmachung eriolgt an d cn Anschlagsäulen und in der„Norddeutschen Allgenieineil Zeitung". Berlin, den IZ. Blärz 1917. I14L 186. 1. Mtl. 17. Der PolizeiprStident. Die Bekannlmachana de! Oberkommandos in den Marlen. Betreffend Beflaudserhebiiiig und Vaaerduchsüjrung von Drogen und Erzeugninen aus Drogen, tritt am 15. März 1SI7 in klrast. Die vollständige amtliche Bekanntmachung erfolgt an de» Anschlag- sällle» und in der.ilorddeulschen Allgemeinen Zeitung". Berlin, den 15. März 1917. ISS. 1. M!l. 17. Der Polizeipräsident. llnsere Marine Zigareüe 3pf. einschliesslich Krieqaauf&chloq Jrofz 3feuererf)ö/iung behalfen unsere Z-ga reffen ihre äffen anerhannfen Qualitäten. Georg A. Jasmafzt Aktiengesellschafi Spezialarzi l>r. inc«(. Colcniniin i'.öesehleehlskrankh.. Haut-. Harn-, Frauenleid., nerv. Schwäche. Bein- kranke, Ilhi'lich-Hara-Kuren (Dauer 12 Tage). Behandlung schnell, sieher u. schmerzlos oh.Bomf- stör, i Or.Homcyei' dt Cu. konz. Labor, f. Blut- unters., I'fiden im Harn usw. FrieWdisif. Ii, ss;",;:. IMisir. It-SS, ää. Spr.lO— t u. 5— s. Sonnt. 10—1. Honorar mäßig. auch Teilzahl. — Separate« Oameniimmer— n�reien Stunden. Stoma:!« und Erzähiungeii ffit büß aitieilende Boll Pro Hesl ISPs. Buchhandlimg Borlvärid, Berlin LÄ. 68, Lindenstrade 3 3 Spezial-Arzt Ol*, med. Hasche. friadrichstr. 90 gÄ�0f Bchandl. von Syphilis. Unat-, Ilai-i» ä» a»eiilctd.,spez chron. , Tülle. Ehrlich-Hata-Kuren, schmerz,. wie, lürzeste Bedandtung ohne Bc. rustslürung. Blutilntcrjnchung. Käst. Preise. Teilzahlung. Sprechfwndwi 10—1 und 3—8, ifoiinf. 11— i. gMÖbel-� in allen PreiNlagen l-, 2- und 3-Ziinmer-Wahnungen empfiehlt in mod- Ausführg. Julius Apelt« Tisehlermst. Berlin SO.. Arialberlstr. 6.(* HoChbahnsta i. ICo ttbusor Tor. Verkäufe «ttrik! Geld! spare,:-Sie, wenn iit im v'eihdßir« Rojinttzgler Tor, Linieiistrage 309(4, Scke Nosenthaier- strage, kanjen. Anzüge. PoleiotS, Aster, neue Mapgaid« roden, Pelz- jtolaS, Wusse»,«tnnld. Reiz, AlaSla- sllchse.«»Idcne und sild-nie Herren- und Damenichren, SchmvAachen, Drillanton. Aus Nbren dleijährtgen cherantiescheiir. Eigene Aerkstatl. Bonntag 12—2. Pelzgaruiriiren! BküiikSslÄäiU! »Flache» Aar«» aller Arl I Sillerbilltgsle Preise! steihhuut:! Sgaischaiierstro ste 7. Depptch�d««as, �Öranienstr. 44 sdottdilllg wrdteblerSasl« Teppiche, Sritiien. Vorwörtslesern 3 Prozent iroraba!:.___ 64* Teppiche, Portieren, chleppdeFen, Gardinen, Ttschdecken, Dimandecken billigst. Vorwärtsleser Lrirarabali. Potsdamerftratze 109, Fischer.* movoi Svlvbelangebot. F»n Anhalter Bahnspetcher, LInaaag uur Möckern- ftrast« 2ö, direkt Hochbadnstatto» Möckern drücke, stehen niebrere uro- derne Wahnzimmer. Sv-isszimmer, Achlafzwnner, Ällchenmöbel, Büsctt«. BücheZchrönft, Bchreidtitche. Ruhe- betten mit Decken, Bäulentrumeans Mit ftacettegla«, Nnsziebtltche. Tüll- «ardtne», Uhren, Tevdiche, Bland- uhren jeder Preislage und sonstige auch gebraucht« Einzelmöbel zum billigen Bert aus. Otto Lidefes Rödel. jpeichcr, Wöckernstraße 25.' Ästödeleiptaus, ganze rbsuischr.jlcn. cNon. ganze Rosenverg. ganze emzelne Möbelftücke, B Nachlässe, höchstzahlend Bbalttzerstratz« IM.__ Spetleztminer 1 elegante, mo. dorne, gariH runde Zoe«, tomdlelt fir IM,— verkäutljch, etwas tlemer «Sä,—. Zchlaizimm-r tu allen Hclz «trletr, foUffaU Auswahl. Hestchtt- oana lohnt. RöbelhanS Osten, nur Andreadsirutze 30. lävK "�chSirFehWeebel, Fabritgebäude. Spezialltä Äontzplaz äalltäi:tei«lQaAnq»!»,c>te Packer sosorl gesucht. Meldungen !» unserer Houömipeklioir vmi 9V, 6:6 10 Uhr. KaushauS des Westens' <6. m. d. S., Tnucnhlcnstr. 21/24.* Polmer ioTön ge'uchl. Mclduiigcii in unserer Hausinspeltlon von S'j, bis 10 Ustr vormttfngs. Kanfhans des Westens, Tiiiienbienstrage SllSf. OauSdiener sofort gestich! Rieb düngen in unserer.ü>ausinspektioii vou 9'/.— 10 Uhr vormiliags. Kauf« bau« des Westens, Taiieiihicnsiras!« 21/24. � � �« er- dauernder «rtchäfiiaiing jederzeit eingestellt. Albert spiesicke, Atexandrinenstr. 25 Pronzepolierer, tüchtige, sahrene Kräfte, werden bei bau« Krieittzdnrschen" icrluugt«linke, Köpenickerstraste 2t. 200Sd Tüchtigen Zuschneider und:>tnh> menmacher verlangt Klinke, Äöpe- nickersirasteLI.__ 20085 Korbmacher auf Geschost- und Kohlenkiepen. �-nsels, Äcigen.ce, Rülckestiaste 11. Zeltungsansträgerln fossil ver- langt. ,.VorwäitS"-Spcdttion Markus- siraste 3«.______________* Zeitungsanseragertn sofort verlangt. ,Vorwiirw".Tpcd!tion Pankow. Mühlenslrastc 30.• und Arbeiter sür DiemenSstadt und Hartenfelde»erlangt AM-ib Ikax» A. Mtnftcr(PrilSwände), Schöneberg. Genettetr. 4 Bauarbeiter u, Arbeiterinnen werden sür Arbeiten in geschlossene» Räumen sür Kainmsricbwork», Wittenau. WittectraBe. sofort verlangt. 17372* Wostphal. Baugeschätt. Hilfe gesucht sür �onnabeno von 7—12 vorm. Zu melden bei Büttner, Eharlottenburg. Königsweg 23. r19 Sehrmödelien im Alter von 14—16 fahren aus achtbarer Familie m monatliche Vergütung sofort gesu Meldungen in Veglcilung der Eitern oder des Vormundes 10—2 Uhr vor- mittags oder 6—7 Uhr abends in der Perfstiial- Verwaltung IV. Gtock '■)(. Laiidorj u. Co., Bellcalliance- strastc Jß-_______ l�ft« ' Hauodieuerinnen sofort gesucht' Meldungen in miserer Haus- speltion von S>/,— 10 Uhr vor- mittags. Kanshau? dcS Westens, Taueutztenslraste 21/24. 153«- Packet innen sofort gesucht. Ä!eb düngen in unserer HatiStnspektion L bis 10 llbr. Kaufhaus des m. b. H., Ttmcntzien- 15141* von 91/.■ Westens,(ji 'Nahe 21/24.____ Zanae Mädchen sür leichle, dauernde Beschüstiguna sofort gesucht. gtrettentadrik kbarbaly, Pankow. wdllchstraste.* Lehrmädchen aus achtbaren ga» misten, int Alter von 14—16 Jahren, bei monatlicher Vrrgüstgung soiorl gesucht. Meldungen mit«chulab- Sangszeuanis und in Begleitung der ltern oder de» Vormundes tu unterer Personalverwaltung. 3. Etage. Kaufhaus de» Westens. m. b.>>. Tauenpienliraste 21—24. IMÄ• Mitonasttäaerinnen -Ausgabestelle graste A. verlangt Prinzen- » Stanzer u. Stanzerinnen Maschinennäherinnen Maschinennäher auf Mars- Maschine Tornister-Nieter sucht C. Pose, Fabrik(ür Militär-Ausrüstungen. SO. 33, Schleflschc Sst. 20. 2011 b Abt. Lange. Cinricbter sur Irüi Maschinen und Aiilomaleit sowie MechengmelHn sofort gesucht. 17362 Meldungen bei Herrn Meister Pfennig. TilsntA-tiM G.m b.ü., Berlin-Sehsnefaerg, Geneilstr. 5. Seiterabzieher orrlanzen 20065 Goni>eh A Plnjjc, .stoficner 51r. 50. Blechspanner, Autogenschweißer werden verlangt. ues Panzer iktiengeselisehan, Badsir. 59 Arbeiter mtb Urlauber werden für«lteisrnplost verlangt. 17392* SeKwettser A Oanler, aHt4cr«atftr«fK lOS. 1 fiehrmädchen äo Altar vor» 1�—18 Jahren aus aehtbarer Uamüie g»etn »oBatllche Verjfütting sofort gesucht. Meldungren in Bo- | gleitung der Bitern oder des . Vormunde» 10—2 Uhr vormittags oder 5—7 Uhr naoh- mittags in der Bcrsonal- verwelfcun? IV. Stock.[151L* A. Janslolf& Co. Belle•Alliancc-Slraße 1/2. J