Nr. 75. 34. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Brets, branumerando Bierteljährl 8,90 MI, monatl. 1.30 möchentlich 80 Big. fret ins Haus Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Reue Belt 10 Bfg. Boit Elbonnement: 1,30 Mart bro Monat Eingetragen in die Boft Beitungs. Breisliste Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat Bostabonnements nehmen an Belgien, Danemar Holland, Italien, Luxemburg. Bortugal Rumänien, Schweden und die Schwetz Erideint täglic. NO F820543 Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr. beträgt für die fechsgeibaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Big., für politische und gemerffchaftliche Bereins. und Berjanumlungs- Anzeigen 80 Big. Kleine Anzeigen", bas fettgebrudie Bort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgebrudte Borte), jebes weitere Bort 10 Big. Etellengefuche und Schlaffteñenax geigen bas erite ort 10 Big., jebes weitere Bort 5 Bfg. 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Aber eben diese Leichtigkeit des Sieges spricht gegen die politische Tiefe, gegen, die grundstürzende Bedeutung der Revolution. Aber von Tscheidse und Kerenski können und wollen wir| Stadt verbreitet wurde. Die Redakteure find reine Doktri einstweilen nicht annehmen, daß sie ihren schroff friegsgegne- näre, welche( nach Ansicht der Times"(!) in der Praxis rischen Standpunkt, der noch in ihren lezten Erklärungen große Fehler begehen würden. Männer wie Kerenski und deutlichen Ausdruck fand, plötzlich den Miljukow und Ge- Tscheidse, die ohne Unterstübung von Offizieren und genossen zu Biebe aufgegeben haben. Aber was sollen sie als- mäßigteren Elementen zu Werke gehen, können eine Haltung dann im Kabinett der Oftobristen und Kadetten? Es muß nicht vermeiden, welche die Aufgabe des Dumaausschusses ersofort zu heftigen Konflikten fommen, wenn das erste Wort schwert. Letterer sieht die Gefahr ein und vermied dar über die einzuschlagende Kriegspolitik fällt. Dann gibt es um die Verhaftung der Minister, die gestern zwei Möglichkeiten: entweder Tscheidse und Kerenski scheiden kinderleicht gewesen wäre. aus dem Kabinett aus und das wäre für die Massen das Einer Nachricht freuen wir uns freilich von ganzem Signal, der liberalen Regierung den Rüden zu fehren und Herzen, mögen wir im übrigen von der Revolution halten der bürgerlichen Revolution die proletarische folgen zu was wir wollen, mögen wir selbst in ihr eine Verstärkung lassen. Oder aber die Liberalen wagen nicht in Voraussicht des russischen Kriegswillens sehen: das ist die Kunde von dieser Dinge, es dahin treiben zu lassen. Das aber bedeutete der Abdankung des Blutzaren, des despotischsten wiederum Verzicht auf jene kriegsverschärfenden Ziele, durch Die Beziehungen zwischen dem Dumakomitee, welches die blutbeladensten Herrschers, den die Weltgeschichte deren Proklamierung sie zweifellos erst die wichtigen militäri- ganze Nation vertritt und dem Arbeiterdelegiertenrat, melcher legten hundert Jahre gesehen hat. Freilich, schen und Beamtenkreise gewonnen haben, die sonst unfehl nur Klasseninteressen repräsentiert, aber in einer Arisis wie biel ลบ milde dünkt einstweilen sein Geschic, ge- bar dem 3aren treu geblieben wären; also Herauf- der jebigen enorme Macht besikt, rief nicht wenig messen an dem llebermaß seiner Sünden, aber doch beschwörung der Konterrevolution. So ist die liberale Herr- Kritik hervor, da man einen Konflikt für möglich hält, welcher liegt in feinen Sturz etwas von der großen mettichfeit tro ibres augenblidiihen triumphes bereits von fchredliche Folgen hätte. Glücklicherweise ist die Gefahr geschichtlichen Gerechtigkeit, die zwar oft genug den gei Seiten aufs ärgfte bedroht. ungerecht triumphieren oder leiden läßt, aber an der Geund der So ist( schreibt die" Times") eine Hintertür für Unterhandlungen offen gelassen, so daß wir allen Vorteilen des neuen Regimes entgegensehen können, ohne die Schredniffe von Kommune, Anarchie und Bürgerkrieg zu erleben. wenigstens vor der Hand abgewendet, bank dem Einflus Kerenskis, welcher die Notwendigkeit einsicht, im Inter eise seiner Arbeitermandatare mit dem Komitee zusammenzuhandelt.) famtheit eines Systems jede Schuld auf Erden Den Zaren trifft die Nemesis. wirken. Heute wurde eine befriedigende Regelung rächt. An dem Zarismus, dem fluchwürdigsten europäischen Regierungssystem, ist der Weltkrieg zum Weltgericht geworden. Inzwischen hat sich die neue Regierung tonstituiert; der London, 15. März.( Reutermeldung.) zur Verhütung unnötiger Reibungen getroffen. ( Wegen der Ausdrudsweise in borstehendem Telegramm mögen Draht meldet Namen der Ausschuß- und Stabinettsmitglieder, Bonar Law teilte im Unterhause mit, der sich unsere Leser ständig vor Augen halten, daß es sich um den und diese bestätigen den ersten Eindruck von dem Charakter der Revolution als einer durchaus großbürgerlich- liberalen, Zar habe abgedankt. Großfürst Michael Bericht der Times", cines bürgerlich- kapitalistischen Blattes, vor allen Dingen aber kriegsverschärfenden. Wer an dieser Alexandrowitsch sei zum Regenten ernannt legten Eigenschaft bisher noch irgendeinen Zweifel hegte, dem mußte er genommen werden durch den erleichterten Stoß- worden. feufzer Bonar Laws und seiner Erklärung vor dem englischen Parlament. Mit unverhohlener Freude spricht man an der Themie aus, daß die alte Regierung ab- Während eine Amsterdamer Breßagentur meldet, daß der gesetzt worden ist wegen ihrer Unfähigkeit, den Strieg zu ge- Bar fich im Hauptquartier befinde, und die Barin und der gesetzte winnen, und daß die neue Regierung sich vor allem die Auf- Barewitsch( Kronprinz) fich in Krasnoje Sfelo befinden, will gabe gestellt habe, den Krieg beffer und energischer als bisher der Berner Korrespondent der" Franks. Zeitung erfahren besteht aus folgenden Personen: haben, daß an amtlicher Stelle in Bern zuverlässige Nachrichten zu organisieren. glaubhaft). Wo steckt der Zar? Das neue russische Kabinett und der Ausschuß bestehen eingetroffen feien, wonach der Bar auf der Fahrt von Petersin gang überwiegendem Maße aus Ottobriften und Radetten, burg nach Moskau von Revolutionären aufgehalten und geberen bekannte Führer sämtlich in ihnen vertreten sind. Ein fangen gesetzt wurde. Er sei daraufhin zur Abdankung gewenig Einfluß ist den gemäßigten Gruppen des Zentrums zwungen worden.( Wir halten die lettere Besart nicht für und der Rechten eingeräumt worden, ein wenig auch der Arbeiterschaft. Escheidse, der bekannte sozialistische Führer, hat den Posten des Vizepräsidenten im Ausschuß erhalten, Serensti, welcher der radifalen Arbeiterpartei angehört, ist Justizminister geworden. Zunächst erscheint es ja selbstverständlich, daß sich die Arbeiterschaft an einer Revolution zum Sturze des Zarismus auf alle Fälle attiv beteiligt. Aber, wenn man nun fragt, wie denn Tscheidse und Kerensfi praktisch mit Miljukow und Nodzianto zusammen arbeiten wollen, so steht man vor Rätseln. Nach dem von uns veröffentlichten Telegraphbericht hat, während die Revolution noch im Gange war, bereits ein ernster Konflikt zwischen den Arbeiterführern und den liberalen Häuptern der Bewegung eingesetzt, weil jenen die Biele der letteren nicht weit genug gingen. Er soll beigelegt wor den sein. Aber noch viel deutlicher als in dem schönfärberischen englisch- holländischen Telegramm tut sich der Konflikt zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum auf in unsere Amsterdamer Privatmeldung. Es zeigt sich mit verblüffender Genauigkeit das typische Bild aller Revolutionen, die Furcht des Bürgertums davor, daß die Massen die Gewalt in die Hände bekommen fönnten, seine Eucht, die Revolution zu bremsen, und der Verfuch mit den gemäßigteren Elementen der Arbeiterschaft zu paktieren. Die Zarin unter Bewachung. London, 16. März. Daily Chronicle" meldet aus Petersburg, daß die Zarin bewacht wird. Großfürst Cyrill, der kommende Zar? ( Privattelegramm bes Vorwärts".) Amsterdam, 16. März. Telegramm unseres P.Korrespondenten: Wie hier in gut unterrichteten Kreisen verlautet, ist der Einfluß des Großfürsten Michael vollständig gleich Null; dagegen ist Großfürst Cyrill, welcher Rodzianko fchleunigst feine Ergebenheit bezeugte, ehrgeizig und fpe fuliert auf die Barenkrone. Proletariat und Bourgeoisie in der russischen Revolution. Die neue russische Regierung. Oktobristen und Kadetten. Kopenhagen, 16. März. Der von der Reichsduma einVollziehungsausschuß dem Vorsitzenden der Reichsduma Nodzianko, dem Führer der sozialdemokratischen Reichsdumafraktion Tscheidse, dem Führer der Arbeiterpartei Kerenskii, dem Kadettenführer Miljukow, dem Angehörigen der Oktobriftenfraktion Oberst Engelhardt, dem Bizepräsidenten der Reichsduma, dem Kadett Konowalow, dem Kojakenoffizier Karaulow, dem ersten Reichsdumasekretär Dmitrijutowo, dem zweiten Reichsdumasekretär Rschewskij, dem Oktobriftenführer Schi blowskij, dem Kadett Natrassow, dem Führer der gemäßigten Oktobristen Fürst 2 wow, dem Führer der linken Nationalisten Schulgin. Petersburg, 16. März.( Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Der Vollzugsansschuß der Reichsduma veröffentlicht die folgende Lifte d: 8 nenen nationalen Kabinetto: Fürst Lwow, Präsident des Semsiwoverbandes, wird ( ribattelegramm des Vorwärts".) zum Ministerpräsidenten und Minister des Innern ernannt, Amsterdam, 16. März. Telegramm unferes holländi der Abgeordnete für Petersburg, Miljukow, zum Minister schen P- Korrespondenten: Der Bericht der" Times" aus Petersburg über die Situation am Mittwoch morgen zeigt die bes Aeußeren, der Abgeordnete für Saratow, Kerenskij, dramatische Zuspikung der Gegenfäbe zwi zum Juftizminister, der Bizepräsident der Reichsduma, Udraschen Bourgeoisie und Arbeiterschaft. Die sow, zum Verkehrsminister, der Abgeordnete für Kostroma, Und diese Bourgeoisie hat wahrlich, wenn je eine, allen fiegenden Dumaliberalen suchten sofort die Unterstützung der Konowalow, zum Minister für Handel und Industrie, Grund, zu fürchten, daß ihr die Revolution über den Kopf gemäßigten Elemente, um sich vorder proletarischen der Profeffor an der Universität Mostan, Maanilow, wächst. Jeder Revolution waren bisher gewisse Flitterwogen Diktaturzuschüben, und gaben den Sozialdemokraten, zum Minister für öffentlichen Unterricht. Das Mitglied des gegönnt, in denen das Bürgertum zeigen fonnte, ob es ge- welche offenbar in den aufständischen Vollsmassen entscheiden- Reichsrates und früherer Präsident der britten Reichsduma, willt sei, seine Versprechungen einzulösen. Diese Revolution den Einfluß haben, gleichzeitig Versprechungen ab, die sich sowie Präsident der vereinigten Ausschüsse der mobilifierten hat verteufelt furze Flitterwochen; fie dürfen nämlich nicht län- in der Ministerschaft des Kriegsfeindes Kerenski Industrie, Gutschkow, wird Kriegs- und interimistisch gern dauern, als ein Mensch braucht, um zu ver- ausdrüden. So birgt die Lage allerhand Unsicherheit Marineminister. Der Abgeordnete von Petersburg, Schin. hungern. Aus Hunger haben sich die Massen ihr ange- und die fiegreiche Kriegspartei selbst scheint beunruhigt schloffen, aber das Ziel der Macher heißt Kriegsverschärfung. zu sein, namentlich wegen der noch nacherfolgten Beilegung garew, Aderbauminister, der Abgeordnete von Kiew, Zerestchento, Finanzminister, und der Abgeordnete von Freilich, scheinen sich auch in der Arbeiterschaft Elemente zu bes Streites. finden, die mit Miljukow und Rodzianko tonform gehen. Der Bericht der„ Times" geht dahin; wenn der Zar nicht Kasan, God new, Staatskontrolleur. Darauf deutet der angeblich von Arbeiterführern erlassene fofort ben gemäßigteren Elementen nachgebe, so würde der Aufruf an die Munitionsarbeiter hin: diese sollten die Arbeit Einfluß des provisorischen Dumakomitees auf die Sozialisten wieder aufnehmen, damit die Brüder an der Front un so übergehen. Die sozialdemokratische Partei publizierte gestern energischer den Krieg fortsetzen könnten, einen sehr verführerischen Aufruf, welcher in der ganzen Bollziehungsausichuß wie Stabinett segen fich also in der Hauptfache aus Ottobristen und Kadetten zusammen. Von den obengenannten Ministern find Fürst wow Konowalow, Gutstow belannte Führer der Oktobristenpartei, Miljatow, Shingarew, Udrajom die Häupter der Kadetten( Nonstitutionellen Demotraten). Kerenstij ist Mitglied der radikalen Arbeiterpartei Trubowidi, die zusammen mit den Sozialisten die äußerste Dumalinke bildet. Tscheidse und Kerenskij haben sich bisher als schroffste Gegner des Strieges gezeigt, während die Bor herrschaft der Oftobristen und Kadetten dem Kabinett den Stempel eines Drgans zur energischsten Kriegsfortführung aufdrückt. England fühlt wirkliche Erleichterung". Loudon, 15. März.( Reutermeldung.) Jm Unterhause fagte Bouar Law, als er Mitteilung von der Thronentfagung des Zaren machte: Es ist eine wirkliche Erleichterung für uns, daß die Bewegung nicht auf die Erlangung eines Friedens hinzielt, sondern daß im Gegenteil die Unzufriedenheit sich nicht gegen die Regierung richtet, weil sie den Krieg weiterführt, sondern vielmehr, weil sie ihn nicht mit der Wirksamkeit und Energie weiterführt, welche das Volk erwartete. Patrouillengefechte im Westen. Franzöfifche Offensive nördlich Monastir. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 16. März 1917.( 2. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Reine größeren Kampfhandlungen. Im Ancre Gebiet, beiderseits der Somme und zwischen Avre und Oise Vorfeldgefechte, bei denen Gefangene eingebracht wurden. Auch bei Arras, in den Argonnen, auf dem Ostufer der Maas bei der Chambrettes Fe und im Walde von Apremont sowie nördlich des Rhein- Marne- Kanals gelang es unseren Stoßtrupps, 4 Offiziere, über 50 Mann und einige Maschinengewehre aus den feindlichen Gräben zu holen. Deftlicher Kriegsschauplah. Bei neu einsehendem Frostwetter nichts von Bedeutung. Mazedonische Front. französische Kräfte griffen tagsüber wiederholt unsere ( Lauter Beifall.) Bonar Law erwähnte ſodann, daß nach ein- Stellungen nordwestlich und nördlich von Monaftir au. Weſtlich gegangenen Nachrichten der Verlust an Menschenleben nicht schwer gewesen sei, und betonte, daß der Wechsel mit verhältnismäßiger Ruhe bewirkt worden sei.: Blutige Kämpfe in Moskau? Kopenhagen, 16. März.( W. T. B.) Laut Depeschen aus Saparanda dauern in Moskau die blutigen Kämpfe fort. Der Oberbefehlshaber des Moskauer Militärbezirks, Mrosewstij, lehnte die Unterordnung unter die neue Regierung ab und weigerte sich, die Gewalt aus den Händen zu geben. Die Meldung widerspricht den bisherigen. Noch immer Kämpfe in Petersburg. London, 16. März. Reuter meldet aus Petersburg: Die Ruhe tehrt rasch zurüd. Es sind aber noch viele Dächer und Dachräume von Anhängern der alten Regierung besetzt, die auf deren Rückkehr hoffen und auf die Truppen und Bevölkerung feuern. Auf Befehl des ausführenden Komitees durchsuchen die Soldaten die Dächer und entfernen alle verdächtigen Personen. Der Sturz der zarischen Zwingburgen. Petersburg, 18. März. Aus einer Neutermeldung, die noch zahlreiche Einzelheiten über den Verlauf der Revolution bringt, geht hervor, daß unter anderem auch die Peterund Paulfestung genommen und das Gefängnis geöffnet wurde; die Zitadelle ist jetzt das Hauptquartier der revolutionären Streitkräfte. Ferner bemächtigten sich die Revolutionäre des verhaßten Krefty- Gefängnisses und sekten alle politischen Gefangenen in Freiheit. Ebenso wurden die Frauen befreit, die sich in Unterfuchungshaft befanden. Das Hauptbureau der Geheimpolizei wurde zerstört und sämtliches Archibmaterial, das sich auf politische Personen und Organisationen bezieht, berbrannt. Allgemeine Amnestie. Reuter meldet aus Petersburg, daß der neue Justizminister beschlossen hat, eine allgemeine Amnestie für politische Bergehen zu eriaffen. Der Gehilfe des Ministers des Innern Sturfoto und " ber frühere Kriegsminister Suchomlinow find verhaftet. Nikolai Nikolajewitsch vermittelt. Betersburg, 15. März.( Reutermelbung.) Großfürst Nikolai hat Rodzianko telegraphiert, daß er in Einberneh men mit dem Generalstabschef Alexejew ben 3aren gebeten habe, den unten den gegenwärtigen verhängnisvollen Umständen einzig möglichen Beschluß zu faffen, um Rußland zu retten und den Krieg einem erfolgreichen Ende zuzuführen. Der russische Heeresbericht war am 18. und 14. März ausgeblieben, im Zeichen der inneren Birren. Jetzt ist er für den 15. März wieder erschienen. Inhaltlich ist er belanglos und bon auffälliger Stürze. von Rizopole drang der Feind in geringer Breite in den vordersten Graben, im übrigen scheiterten die durch heftige Feuerwellen eingeleiteten Angriffe an der vortrefflichen Haltung der Grabenbefagung und im wirkungsvollen Abwehrfeuer der Artillerie. Zwischen Ohrida- und Prespa- See sind ebenfalls nach starkem Feuer erfolgende Vorstöße der Franzosen abgewiesen worden. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 16. März. Abends. Im Westen nnd Osten nur vereinzelt lebhaftere Gefechtstätigkeit. Der Der österreichische Bericht. Wien, 16. März 1917.( W. Z. B.) Amtlich wird berlautbart: Deftlicher Kriegsschauplatz. Nichts zu melden. Italienischer Kriegsschauplah. Gestern abend stand der Raum von Koftaniavica unter starkem Geschütfeuer. Ein darauf folgender Angriff der Italiener wurde von der Ortschaft abgeschlagen. Im Karst abschnitte herrschte rege Fliegertätigkeit. An der Tiroler Front beschossen weittragende feindliche Geschüße Arcs und Billa Lagarina. Südöstlicher Kriegsschanplay. Am Ohrida und Prespa- See Geschühkampf und vereinzelte Feindvorstöße, die vereitelt wurden. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. des Romitees festgenommen, weil er fich weigerte, die Erste Kammer einzuberufen. Nach den letzten Berichten haben sich die fozialistischen Mitglieder des Komitees von diesem los gesagt, weil ihnen beffen Forderungen zu mäßigt waren. Der Ministerrat beschloß Sonntag abend zurüd zutreten und teilte dies dem Zaren mit. Der Bar foll geant wortet haben, daß er den Chef des Generalstabes General dem Bublifum erkannt und mit lauten zurufen begrüßt. Die Brände find gelöscht. Der Boft, Telegraphen- und Telephon verkehr ist unter Kontrolle der provisorischen Regierung. Die Wohnung des Grafen Fradario wurde geplündert, die greise Gemahlin des Grafen wurde bewußtlos aus dem brennenden Hause getragen; die Tochter wurde von dem betrunkenen Böbel mishandelt.( Webliche Diskreditierung der Revolution. Red. d.„ V.".) Zweiundzwanzig Mitglieder des Reichsrats, darunter Gutschkow und Trubenkoj, richteten gestern ein Telegramm an den Zaren, worin sic die Umstände darlegten, die das Bolt zur äußersten Ber zweiflung getrieben und den Sturz der Regierung zur Folge gehabt hätten. Die Beibehaltung dieser alten Regierung würde einen vollstäubigen Umsturz von Geses und Recht, bic Niederlage im Kriege und das Ende der Dynastie bedeuten. Nur ein voller Brud) mit der Vergangenheit, die sofortige Einberufung des Parlaments und die Ernennung von Ministern, die das Vertrauen der Nation genießen und in voller Uebereinstimmung mit der Duma regieren, tönne Rettung bringen. Die Entente zur ruffischen Revolution. Bern, 16. März. Zu den jüngsten Borgängen in Rußland schreibt Giornale d'3talia", man müsse vor allem beachten, daß die Männer, die die letzten Ereignisse angeftiftet haben, den liberalen Elementen angehören, die immer auf die Notwendigkeit der Fortsetzung des Krieges bis zum Endfieg der Alliierten bestan den haben. Popolo d'Italia" hat die Riesenüberschrift ,, Der revolutionäre russische Sieg gegen die deutschfreundliche Reaktion". Das Blatt führt unter anderem aus; die russische Aufstandsbewegung könne die Ententebölfer nicht beunruhigen, stärke fie bielmehr in ihrem Glauben, da sie den Beweis erbringe, daß sich das russische Volt bis zum Sieg durchschlagen wolle, quch wenn berbunden sei. Aehnlich äußert sich die übrige italienische Preffe. Genf, 16. März. Die französische Presse hat nunmehr von der Zensur die Erlaubnis erhalten, sich über die Ereignisse in Rußland auszusprechen, und sie macht kein Sehl daraus, daß ihr die Petersburger Vorgänge die größte Genugtuung bereiten. Man scheint in Paris die Revolution geradezu erwartet zu haben, und die Zeitungen schwelgen bereits in den verlockendsten Zukunftsbildern. ( Frankf. 3tg.") Schwedens Ansicht. Kopenhagen, 16. März. Die Stockholmer Presse spricht sich übereinstimmend dahin aus, daß die russische Revolution im Interesse der Entente sei.„ Aftonbladet" und" Dagligt Allehanda" er# lären, wenn in Rußland wirklich die nationale Sammlung zu stande tommen sollte, bestehe die Gefahr, daß der Drud ber Entente gegenüber Schweben noch stärker werden würde als bisher. Die wirtschaftlichen Grundlagen der Revolution. Nichts kennzeichnet schärfer die politische und wirtschaftspolitische Ahnungslosigkeit in Deutschland, als der zu Kriegs ausbruch weit berbreitete Glaube, daß die 1905 niedergeworfene Revolution drohender und schyredlicher wieder erstehen und den deutschen Soldaten den Einmarich ins gegedämpft, aber noch nicht verschwunden. Als nach 82 Kriegs. heilige Rugland erleichtern werde. Jener Wahn ist feitdem monaten die Nachricht von dem lange und bergeblich erwarteten Ausbruch der Revolution eintraf, ging der erste Eindruck Unzähliger dahin, daß die kriegsmüden Schichten die Oberhand gewonnen hätten und ein großer Schritt zum Brieden getan jei. Alexejew zum Diktator ernennen werde. Einem Gerücht zufolge ist der Eisenbahnverkehr eingestellt, um die Anfunft neuer Truppen zu verhindern. Die freigelassenen Gefangenen haben den Gerichtshof in Brand gesteckt, aber das Feuer ist gelöscht worden. Als das Dumakomitee auf das erste dringende Telegramm teine Antwort von dem Zaren erhielt, ermächtigte es Rodzianko, eine letzte Warnung Die liberalen Revolutionäre von Anno dazumal sind aber glühende Sasser Deutschlands. Russische Fabrikanten und Intellektuelle sehen in dem Deutschen den überlegenen Wettbewerber, der die Verlegenheiten des russischjapanischen Kriegs und der folgenden revolutionären Zeit zum Abschluß eines für ihn äußerst vorteilhaften Handels bertrages benügt habe. Wie in Italien und Rumänien, ist zu telegraphieren. Auch diese blieb unbeantwortet. Darauf beschloß die Kriegsstimmung in Rußland getragen von einer Art das Haus nach einer langen Debatte, in deren Berlauf die Führer antikapitalistischer Fremdenfeindschaft. Als erklärten und ihren Austritt aus der Bewegung zurüd hin, da Engländer und Amerikaner, Belgier und Franzosen 30gen, eine eine provisorische Regierung zu bilden. erst in den letzten Jahren neben den Deutschen an die wirts Rodzianko wurde aufgefordert, einer Sigung des Ministerrates schaftliche Erschließung des östlichen Riesenreiches gegangen im Mariapalast beizuwohnen. Rodzianko begab sich unter einem find. Dieser Antikapitalismus ist ein Antifapitalismus be Geleit von Dumasoldaten im Bangerauto dorthin. Er fand fonderer Art: er verpönt den ausländischen Kapitaalle Minister beisammen und teilte ihnen mit, die Dumn habe in listen und will Handel und Produktion nationalisienebereinstimmung mit dem Bolt beschlossen, eine Der Werdegang der Revolution.r Sosialisten ihre vollständige Bustimmung fremder, ausländischer Kapitaliſt erſcheint der Deutſche ſchlecht Heftige Straßenkämpfe der Truppen Der Uebergang Sozialisten und Liberale. Amsterdam, 16. März. Der Telegraaf" gibt ausführliche Meldungen der„ Times" vom 13. März über die ruffische Revolution wieder. Danach kam es am Sonntag zu neuen Straßentämpfeu, die einen viel größeren Maßstab annahmen als die vom Freitag. Das schöne Wetter hatte die Bevölkerung aus den Häusern gelockt und die vergeblichen Verfuche, die Straßen frei zuhalten, scheinen zu den ersten Befehlen geführt zu haben, auf die Menge zu feuern. Die Mentereien der Gardetruppen provisorische Regierung die früheren Minister zu verhaften. den Getreideeinfuhrschein geförderte Roggenausfuhr Deutschlands in West- und Nordrußland einzuschränken. Auch ein Verbot der Sachsengängerei aus Rußland nach Deutschland wurde als Druckmittel empfohlen. So entwidelte sich in Rußland eine Stimmung, die sich am trefflichsten mit der latenten deutschen Abneigung su bilden, da sie kein anderes Mittel sche, die Ordnung in der gegen England vergleichen läßt, das Deutschland gegenüber Hauptstadt wieder herzustellen, das Land vor Anarchie zu bewahren bor dreißig Jahren in einer ähnlichen Lage war, wie es und Rußland in die Lage zu verfeßen, bis zum Siege durchzuhalten. Deutschland gegenüber Rußland vor dem Striege war. Die Die meisten Minister schienen bereit, sich zu ergeben und sich mit der Erneuerung des deutsch- russischen Handelsvertrags hätte Ernennung des Großfürsten Michael zum Regenten sicherlich erhebliche Schwierigkeiten gemacht. Noch vor dem sollen ihren Anfang genommen haben, als ein Student bem Rom- zufrieden zu geben. Der Kriegsminister, General Belajew, Kriege fezte in Rußland eine Agitation ein, die sich mit der mandanten der Truppen den Säbel wegriß und ihm damit erklärte jedoch, er tönne seinen Soldateneid nicht brechen des Bundes der Landwirte in den neunziger Jahren ver erhebliche Wunden beibrachte. Die Dumatommission hatte und er würde den Kampf fortseyen, bis er andere Befehle gleichen läßt und die kategorisch eine Berbesserung des sich versammelt, um über die Lebensmittelfrage zu beraten, und alle vom Baren erhielte. Nach Rodziankos Rückkehr in das Taurische Handelsvertrags für Rußland erstrebte. Ihr erster Erfolg Mitglieder, die den Taurispalast erreichen konnten, waren bei Balais beschloß die Dumatommission einstimmig, eine provisorische war, daß Rußland zu Getreidezöllen überging, um die durch fammen. Es gingen Gerüchte um, daß Protopopow zurückgetreten Regierung einzurichten und befahl, s sei und daß die Bestätigung davon am nächsten Tage nach der Rückkehr des Zaren zu erwarten stünde. Am Montag früh wurde bekannt, daß die Duma auf zwei Monate vertagt werden solle. Inzwischen hatten mehr als hundert Offiziere ihre Drei Garderegimenter und verfchiedene Linien- Dienste der Duma angeboten, barunter der Abgeordnete Oberst Die ehemaligen Revolutionäre hatten eine besondere Abregimenter hatten sich den Abgeordneten angeschloffen. Das Engelhardt von der Garde, der jetzt zum Kommandanten von neigung gegen Deutschland, das fie antlagten, dem fonterArsenal war durch aufständische Truppen befest Petersburg ernannt wurde. Später kam eine Abordnung ber Offiziere revolutionären Rußland durch Gewährung großer und Maschinengewehre, des Presbrafchenstij. Regiments, um ber Duma die Anleihen auf die Beine geholfen zu haben. Für fie Gewehre und Munition waren unter das Volk verteilt unterstügung der ganzen Breabraschenstij- Garde wurde schließlich die Demokratisierung Deutschlands die Voranzubieten. Somit hatten sich so gut wie alle Garbetorps ausjegung der Demokratisierung Rußlands, genau so wie worden. Später hatten die Führer der Duma eine Konferenz mit und Reservebataillone der Duma angeschloffen. Sonntag man in Deutschland den Sturz des absolutistischen zarischen den Abgeordneten. Die aufständischen Truppen, deren Zahl auf abeud begab sich Protopopow nach der Duma, um sich zu über- Regiments als Bedingung der demokratischen Entwickelung 30 000 angegeben wird, hatten beschlossen, ein Romitee von mim eigenen Bande zu betrachten pflegte. In ihrer politischen zwölf Mitgliedern des fortschrittlichen Blods und General Knorring, der sich weigerte, der Aufforderung der Abneigung gegen Deutschland begegneten sie sich mit den der Sozialisten zu wählen. Die Aufgabe dieses Komitees sollte Duma zu folgen und sich in seinem Hause mit dem Revolver ver- ihnen auch in anderer Beziehung zum Teil nahestehenden hauptsächlich sein, die Fühlung zwischen Bolk und Heer teibigte, wurde erschossen und seine Leiche in den Fluß geworfen. panflawistischen Elementen, die Deutschlands Orientpolitik herzustellen. Rodzi auto telegraphierte an den Zaren, daß all- Um drei Uhr ergab sich das Marineministerium. Der mit maßloser Erbitterung bekämpften. Rußland verlangt seit gemein eine neue Regierung gefordert werde, daß diese Forde Präfekt von Petersburg und alle seine Beamten haben Jahrhunderten den Schlüssel zum eigenen Sause, will fagen, rung fofort erfüllt werden müßte und baß die Berant ihren Bosten verlassen. Der Präfett, der Präsident den von anderen militärisch leistungsfähigen Staaten nicht wortung für einen weiteren Aufschub dem Souverän zufallen der Ersten Kammer, der Erzbischof Bitirim und kontrollierten Durchgang durch Bosporus und Dardanellen. würde. Abschriften dieses Telegramm3 wurden an die kom- Stuermer sind im Dumagebäude gefangen gesest. Die ge- Als der russisch- türkische Krieg von 1877 Rußland an das maudierenden Generale an der Front gefandt. Die famte Garnison von Petersburg ist zu der provisorischen Regierung Biel seiner Bünsche brachte, erhob das damals rußlandfeindaufständischen Soldaten besetzten die Gerichtsgebäude und plünderten liche, in Furcht um die Verbindung mit Indien schwebende übergegangen. Der das Ministerium des Innern und die Bureaus des StadtEngland im Verein mit Oesterreich- Ungarn so tommandanten. Früh morgens wurden die Gefängnisse genommen energische Einsprache, daß der europäische Frieden bedroht und alle Gefangenen freigelassen. Der realtio die fich des Morgens zu ihrem regelmäßigen Besuche in das Mini- war. Der Berliner Rongreß wandte diese Gefahren, näre Präsident der Ersten Kammer wurde auf Befehl sterium des Auswärtigen begaben, wurden bei dem Winterpalast von aber Rußland hatte auf sein Kriegsziel verzichten müssen. Die geben. englische und der franzöfifche Botschafter, I 7$1 500 Tonnen im Jebruar. Berlin, 17. März. Amtlich. Im Monat Februar sind insgesamt 38N Handels- schisse mit 781 SNV Brutto-Register-Tonnen infolge kriegerischer Mahnahmen der Mittelmächte verloren gegangen; davon find 292 feindliche Schiffe mit 640000 Brutto-Negister-Tonneu und 76 neutrale Schiffe mit 137 366 Brutto-Register-Tounen. Von den neutralen Schiffen find 61 Schiffe durch U-Boote versenkt worden, also 16,3 Prozent des Gesamt- ergebniffes im Februar, gegenüber 29 Prozent neutralen Verlustes im Durchschnitt der letzten vier Monate. Der uneingeschräMe U'Boot-5drieg hat also eine recht erhebliche Steigerung des Erfolges gezeitigt. Vergleicht mcn zunächst die nackten Zahlen der Februarbeute mit denen der vorhergehenden Monate, so ergibt sich beinahe eine Verdoppe- lung der versenkten Tonnenzahl. Es wurden versenkt im Januar 439 000 Tonnen, im Dezember(1916) 415 000 Tonnen, im November 408 000 Tonnen, im Oktober 393 000 Tonnen. Dabei war gerade in diesen Monaten der Erfolg gegen früher bedeutend angestiegen, von Mai bis August 1916 wurden monatlich kaum mehr als 100 000 Tonnen versenkt. Der Erfolg erscheint noch größer, wenn man allein die Zahlen der versenkten f e i n d l i>b e n Schiffe betrachtet. Im Januar waren es 170 mit 336 000 Tonnen, im Dezember 152 mit 329 000 Tonnen, im November 138 mit 314 000 Tonnen, im Oktober 146 mit 306 000 Tonnen. Hier ist also eine Ver- Der Chef des Admiralstabs der Marine. doppelung des Erfolges nicht nur annähernd, sondern völlig eingetreten. Nun aber ist der nackte Zahlenvergleich nicht einmal völlig zutreffend. Ganz abgesehen davon, daß der Februar zwei bis drei Tage weniger hat als die übrigen Monate, was immerhin das Resultat um 40000 bis 60 000 Tonnen der mindert, so ist auch oft hervorgehoben worden, daß der Erfolg des U-Boot-Krieges nicht nur in der Zahl der Versenkungen sondern auch im Rückgang der Schiffahrt zum Ausdruck komint. Zweifellos ist im Februar die neutrale Schiffahrt erheblich zurückgegangen, das zeigt der viel geringer gewor dene Prozentsatz versenkter neutraler Schiffe.— Die im Fe bruar versenkten feindlichen Schiffe machen etwa 2� Proz der Handelsflotte unserer Gegner aus. Panslawisten wurden nicht müde, Bismarck darum anzu- klagen und verstanden es, die eiternde Wunde stets offen zu halten und das Nationalgefühl aufzupeitschen. Damals tauchte das berühmte Skobelewsche Wort auf, daß der Weg nach Konstantinopel über Berlin führe. Als dann Teutschland an die systematische Befestigung der Türkei ging, dort Bahnen erwarb und baute und schließlich eine Militärmission nach Konstantinopel schickte, erschien Deutsch- land als der Feind Rußlands schlechthin. Das sind die Voraussetzungen und belvegenden Motive des Deutschenhasses des russischen Bürgertums, der russischen Intelligenz und der Duma. Dieser Haß hat im Augenblicke triumphiert. Aber wird dieser Triumph auch von dauerndem Bestände sein? Keine Revolution kann ohne Desorganisation der Macht- instrumente des Staates, also der Verwaltung und des Heeres, verlaufen. Auch diese Revolution konnte es nicht, die so fabelhaft raich und gründlich mit dem alten Regime auf- geräumt hat. Tie Soldaten und Arbeiter, die die neue Re- giecung aus der Taufe gehoben haben, wissen nichts von Handelsverträgen, von Konstantinopel, von Anleihen und der deutschen Militärmission in der Türkei. Ihnen steht eine Realität vor Augen: derHunger! Wird die neue Regie- rung d e n H u n g e r b a n n e n k ö n n c n? Auch daß Rußland hungert, ist eine große Ueberraschung geworden. Und es sollte doch eigentlich nicht wunder nehmen. Rußland konnte nur deshalb soviel Getreide ausführen, weil der Bauer ständig unterernährt war. Steuern und Wodka- verkauf waren die Mittel, den Dörfler zum Verkauf der Brot- rrucht zu bringen, die Westeuropa ernähren half. Nun ist str Rußland die Abstinenz eingeführt, die Preise sind gestiegen, die Erlöse der landwirtschaftlichen Bevölkerung aus ihren Produkten sind größer— was Wunder, daß d e r r u j s i s ch e BauerselbstdasGetreide, dasererntet, ver- braucht. Auch sind die Erträge zurückgegangen. Dazu die Schwierigkeiten desVerkchrswesens und der Verwaltung. Die russischen Eisenbahnen hatten schon vor dem Kriege auf dem Gleiskilometer weniger Betriebsmittel als die deutschen. Deutschland Hot ungemein Icistungsfähige Wagen- und Lokomotivfabriken, seine Heere haben viele Tausende feindlicher Waggons erbeutet. Alles das fehlt Rußland. Dazu sind die Entfernungen ungleich größer. Man denke an die Verkehrsschwierigkeiten dieses Winters und stelle sich vor, daß Oberschlesien oder Rheinland- Westfalen soweit von Berlin entfernt lägen wie Budapest. Das entspricht ungefähr der Entfernung des Don-Sonez- Reviers von St. Petersburg. Diese technischen und geographi- 'cben Schwierigkeiten sind deshalb noch emvfindlicher, weil die Verwaltung, wie männiglich bekannt, nicht so gut funk- tionicrt, wie hierzulatwe und die Bestechung ein schier unous- rottbares Ucbcl ist. Auf die Beschaffung der Lebensmittel wirkte weiter der Umstand, daß weder die ministeriellen Ressorts gegeneinander gut abgegrenzt sind— nicht selten heben die Verordnungen des einen Ministers die des anderen auf!—, noch daß die russische Verwaltung eine brauch- bare unterste Verwaltungsinstanz hat. Man denke nur an den preußischen Landrat, der ebenfalls nicht reines Staatsorgan ist und der im Kriege lange nicht den Beifall aller Kritiker gefunden hat. In Rußland ist aber das Wirkungsgebiet der untersten Verwaltungsinstanz mindestens so groß, wie ein deutscher Regierungsbezirk. Was darunter ist. beruht auf Selbstverwaltung. Nichl mit Unrecht hat man daher von Rußland gesagt, daß dieses Land des un- beschränktesten Absolutismus zugleich auch das Land der größten Selbstverwaltung ist. Aber der Selbstverwallung an der unrechten Stelle! Es fehlt einfach an dem staatlichen Organ, welches Dörfer und Torfverbände zur Erfüllung der vorgeschriebenen Lebensmittelablicferungen zwingen könnte. Alle diese Widerstände lassen sich nicht von heute auf morgen beseitigen. Wenn die neue Regierung aber nicht das Unmögliche möglich machen kann, wird sie dann nicht ent- täuschen?' Werden nicht Kriegsmüdigkeit und Friedenssehn- 'sucht übermächtig werden? Die neue russische Regierung wird den heiligen Krieg Rußlands ausrufen, den r e v o> lutionärenKrieg und die aus dem Boden gestampften Massen Carnots haben bewiesen, was revolutionäre Heere leiden und dulden können. Aber am Ende haben nicht diese revolutionären Heere gesiegt, sondern der ordnende militä- rische Absolutismus Napoleons. Aber kann dem russischen Reich ein Napoleon entstehen, wo die Größenverhältnisse so verschieden sind und nicht mehr die Verpflegung von einigen Tausend Soldaten, sondern von Millionen Soldaten und Städtern das Problem des Tages ist? ver Krieg auf den Meeren. IS Schiffe versenkt. Berlin, 16. März. Die englische» Dampfer Sada m» r a(5197 B.-R.-D), Mawstead(2836 B.-R.-T.), Lucy Anderson(1073 B.-R.-T.), der japanische Davchfer S h i n s a M a r u(3060 B.-R.-T.), die italienischen Segler S. M i ch a l (583 B.-R.-T.), A d e l i n a(528 B.-R.-T.), A p a(301 B.-R.-T.l Albino(187 B.-R.-T.), Giovanni<105 B.-R.-T.), Nlana (210 B.-R.-T.)» Salvadore(129 B.-R.-T.), sowie die kleineren italienischen Segler Giuftina Madrn, Elisabeth« Concettina und Cinopalmi», ferner der portugiesisch Segler G u a d i n a(326 B.-R.-T.), die englischen Fisch dampfer Bulcana(219 B.-R.-T.), Ravanby(167 B.-R.-T.) sowie Oy(239 B.-R.-T.) wurden durch Nntrrfeedootc versenkt. Rotterdam, 15. März. Der norwegische Dampfer„Stavanger dessen Besatzung in HellevoatSluis gelandet wurde, ist gestern nach' mittag, ungefähr 40 Meilen von der holländische» Küste entfernt. von einem deutschen U-Boot mit Bomben zum Sinken gebracht worden. Schwer z» verdienendes Geld. .Journal des TsbatS" meldet: Die französische Regierung fordert einen Kredit von zwei Millionen für Prämien bei Kaperung oder rechtmäßig festgestellter Zerstörung deutscher U« B o o t e. Holland kennt nach wie bor keine„bewaffneten Handelsschiffe". London, IS. März.(Reutermeldung.) Unterhaus. Hunt (Unionift) fragte, ob die niederländische Regierung fich weigere, einem britischen Handelsschiff die Benutzung holländischer Häfen in der gewöhnlichen Weise zu gestatten, wenn daS Schiff mit einem Geschütz gegen U-Bo»ts-Angriffe bewaffnet sei. Lord Robert Tecil antwortete bejahend und fügte hinzu, daß die britische Regierung mit der niederländischen über den Gegenstand verhandle. Amsterdam, 15. März. Der„Schlesischen Zeitung" wird tele graphiert: Angesichts der vom Präsidenten Wilson angeordneten Bewaffnung der amerikanischen Handelsschiffe hat die niederländische Regierung in Washington wiffen lasten, daß derartige Schiffe holländische Häfen nicht anlaufen dürsten widrigenfalls sie der sofortigen Beschlagnahme verfallen würden. Haag, 16. März. Halbamtlich verlautet, daß das Verbot des Ausfahrens der holländischen Getreideschiffe aufgehoben worden ist._ Das Kriegsübel: Zensur! Bern, 16. März. In der gestrigen französischen Kaminersitzung interpellierte der Sozialist Compsre- Morel über die Toleranz der Regierung gegenüber der Zensur bei Presteangriffen gegen daS Parlament. Morel wollte einen Artikel des„Figaro" von gestern früh zitieren, in den, erklärt wird. Lyautey habe es dem Parla ment gegenüber nicht an der nötigen Achtung fehlen lassen. B r i a n d erwiderte hierauf, ee sei unnötig, die Debatte hierüber zu eröffnen. Der„Ftgaro" sei beschlagnahmt worden, weil er die Anweisungen der Zensur nicht beachtet habe. Compöre- Morel behauptete darauf, die Zensur sei gegenüber den Blättern der äußersten Linken, die die Regierung shsicmalisch bekämpfen, äußerst streng, während alle Angriffe gegen da- Parlament unbeanstandet veröffentlicht werden dürfleü. Die Kammer ging sodann zur Beratung eines G e s e tz l antrage» Mourier über, der festsetzt, daß aktive und Reserve� osfiziere, Unteroffiziere und Soldaten in die Kampfeinheiten eingereiht werden sollen. Mourier betonte, daß nur wirkliche Spezia listen für die Kriegswerkstätten zurückgestellt werden sollen. Lyoner Blättern zufolge stand die ganze Sitzung im Zeichen großer Erregung, besonders auf der äußersten Linken. Vor der Sitzung hatie Briand lange Besprechungen im Sitzungssaal mit zahlreichen Abgeordneten oller Parteien. verkappte englisthe Kriegsmarine. Die Mannschaften der im Kriegsdienst stehenden englischen Handelsflotte(etwa 63 Proz. ihres Gesamtbestandes) tragen bestimmte Abzeichen, die die Uniform zu vertreten haben. In der Anweisung über den Gebrauch dieser Ab- zeichen, die von einem deutschen U-Boote einem englischen Dampfer abgenommen wurde, findet sich nun, wie W. T. B. mitteilt, folgende Stelle: „Die Abzeichen dürfen nicht getragen werden, wenn das Schiff in neutrale Gewässer oder Häfen gelangt und der Kapitän mutz sie dann einsammeln und verwahrt halten, bis daS Schiff wieder fährt." Diese Handelskriegsschiffe führen demnach ein amphibien- Haftes Dasein. In Neutralien sind sie Handels-, auf offener See aber Kriegsschiffe. die Sagöaöbahn. Konstantinopel, 15. März. Der Senat genehmigte daZ mit der Bagdadbahn-Gesellschaft abgeschlossene Abkommen über den Bau der Taurus-und Amanus-Sirecke der Bagdadbahn. Im Sktlanfe der Erörterungen des Budgets des BautenministeriumS yadn, die Kammer einen Antrag des Abgeord- neten von Diabekir an. wonach die Regierung /rmächligt wird, eine» Zusatzkredit von 1 Million Pfund für den Bau einer Zweiglinie der Bagdadbahn von RaS-Ul-Ain nach Diabekir onszu- nehmen. Ter Fiuanzminister e:llär:e sich mit diesem Antrag ein- verstanden, fügte jedoch hinzu, er betrachte den Antrag für die KriegSdauer als undurchführbar, da daS KriegSmmfflerium anderen Zweiglinieti den Vorzug gegeben habe. politische Uebersicht. Ter Kampf um Bethman«. Die führende konservative Presse ist vorsichtig genug, der Reichskanzlerrede vom 14. März gegenüber„staatsmännische Zurückhaltung" zu bewahren. Was sich in ihren Spalten nur gepreßt und gedämpft äußert. daS sprudelt aber an anderer Stelle desto unbändiger hervor. So schreibt zu dieser Rede die schwerindustrielle„Unabhängige Nationalkorrespondenz": Diese durchweg vom Geist des Radikalismus erfüllte, im übrigen mehr philanthropische, als staatSinännische Rede konnte nur von jemand gehalten werden, der entschloffen ist, bis ans Ende zu gehen: selbst wenn dabei mehr draufgehl. als nur zer- schnittene Taseltücher. Wenn Herr von Belhmann die Stunde für geeignet hält, den voraussichtlichen Gegnern seines radikalen Reformprogramms mit„inneren Erschütterungen" zu drohen, deren Tragweite kein Mensch übersehen könne, so klingt das sehr, wie die Ankündigung eines„Acheronta niovebo!"(„Ich werde die Unterwelt in Bewegung setzen!"); ein so unbedingtes und rest- loses Bekenntnis zur äußersten Linken, daß eine monarchische (ihrem innersten Wesen nach über den Parteien stehende) Regierung einen verhängnisvolleren Weg nicht beschreiten kann.... Etwas mehr piano spielt die„Deutsche Tageszeitung" dieselbe Weise: Darüber kann doch kein Zweisei bestehen, daß eine Reu- orientierung unserer inneren Politik die unschätzbaren Werte, die Preußen und Deutschland zur Größe gesührt haben: die starke Krone, das inonarchiiche Heer, die starke Staatsgewalt, die ge- simde Gliederung des politischen Volkskörpers. nicht durch Demo- kratisierung untergraben werden darf, sondern höchstens noch fester zu fundiere» suchen muß. DaS„Berl. Tagebl." ist in der Lage, daS Erscheinen eines in Berlin gedruckten anonymen Buches von dreißig. Bogen Umfang anzukündigen, das die von ckuiüus alter gegen den Reichskanzler erhobenen Anschuldigungen wiederholt und verschärft. In interessantem Gegensatz zu diesem Treiben steht die Haltung des F r e i h e r r n v. Z e d l i tz in der„Post", der die Rede des Kanzlers recht sympathisch aufnimmt. Der frei- konservative Führer bleibt bei seiner Politik, sich nicht aus- schalten zu lassen und— den Bremser zu spielen. Wo stehen die Mafseu? Wir haben als Kennzeichen der Wahl in Potsdam- Spandau schon das erdrückende Ucbergewicht der Arbeiter-�. stimmen für Genossen Stahl— bei im allgemeinen geringer' Wahlbeteiligung— hervorgehoben. Unser Urteil wird durchs die folgende Statistik bestätigt/ die die sechs reinsten Arbester-: viertel von Spandau umfaßt: Wahlbezirk Wahlberechtigte Davon Arbeiter 1.(Altstadt)... 660 m. 8.(Neustadt».. 705«03 685 576 437 322 großer Teil der Arbeiter wurde Wahlkampf einfach in den In- disfcrentismus zurückgescheucht, ein anderer sehr großer Teil hielt trotz aller Widrigkeit zur Fahne der Sozialdcmo- � kratischen Partei. und ein kleines Häuflein schwenkte zu Spartakus ab: 55 von 484, also ein Achtel, 86 von 503, ein Sechstel usw. Sind das„die Massen"? Das Ergebnis ist so klar, daß selbst die„Leipziger Volks- zeitnng"— in hypothetischer Form— von einer„bedenk- lichen Niederlage" und von einem„schlechten Ergebnis" spricht. Aber sie will sich»nicht entmutigen/ lassen". Das sinnlose Treiben ivird also fortgesetzt werden, bis der„Massenrckord" 0,0 ergibt! 660 705 16.„.. 703 23.(Seegefeld. Str.» 658 28.(Wilhclmstraße) 571 29.(Haselhorst).. 403 Das heißt, ein sehr durch den widerwärtigen Kür Stahl 181 276 229 181 167 211 Für Mehring So 86 98 71 63 41 Ueberflüssig. Der bekannte HerrcnhauSredner Graf D o r ck von Wartenburg ist aus der Verwaltung von Suwalki ausgeschieden, nachdem seine Tätigkeit dort überflüssig geworden ist. Der Graf versichert, daß er seine Kräfte nunmehr ausschließlich seiner Heim«! widmen werde. Das ist recht! Hoffentlich läßt er bald wieder was von sich hören! Letzte Nachrichten. Ei» Ultimatum au deu Zaren. Kopenhagen, 16. März. Ucber Stockholm wird gemeldet, daß die Revolutionäre dem Zaren das Ultimatum stellten, so- fort ein Manifest zu unterzeichnen, das den neuen politischen Zustand rückhaltlos anerkennt. Die finnische Garniso« für die Revolution. Protopopow ermordet? Kopenhagen, 16. März. Die gestern in Schioed en eingetroffenen Reisenden berichten, daß die in Finnland befindliche« russischen Truppen sich sicher der Revolution anschließen würde». Ms die alte Regierung Truppen aus Finnland nach Petersburg habe über- 'iihren wollen, hätten sie sich geweigert, dem Befehl nachzukommen. In HelsingforS sei der Belagerungszustand erklärt worden. Es werde nun bestätigt, daß Protopopow ermordet worden fei, England jubelt! Amsterdam, 16. März.„HandelZblad" meldet aus London: Die britische Presse begrüßt einstimmig den Triumph der Duma und des russischen Volkes über die dunklen Mächte der Reaktion und Bureaukratic. Man glaubt, daß die Wirkung auf die Krieg- ührung eine gute fein wird. Flugzcugangriff auf Englaud. London, 16. März. Reuter. Amtlich. Heute früh 5.30 vhr warf ein feindliches Flugzeug Bomben auf Westgatc ad. Meura od wurde verwundet, der Sachschaden ist sehr auing. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. 3930 stieg. und am Jahresicblus 239 Mitglieder. gezogenen Kollegen find mitgerechnet. darüber verhandeln. Sozialistischer Wahlfieg in Dänemark. Aus Industrie und Handel. Von der Firma S. erfäeint eine Kommiffion namens des ge- Iben unbefahränkten U- Boot- Arieg schwärmt, denn die Extreme be famten Betriebes, der ca. 3000 Berfonen beschäftigt, um für die rühren sich. Arbeiter und Arbeiterinnen des Betriebes über Lohnerhöhung zu Das ist ein Durcheinander, in dem sich, deutsch gesprochen, fein verhandeln, Die Firma erklärt sich bereit, für die Frauen Er- Schwein mehr ausfennt. Fraglich ist nur, wie lange sich die Arbeiter Jahresbericht des Handlungsgehilfenverbandes. höhungen der Einstellungslöhne und auch Erhöhung der Atford- diesen Grüppchengründungsschwindel gefallen lassen werden! Am Donnerstag nahm die Ortsgruppe Berlin genannten Ver- breise eintreten zu lassen. Für einen Teil der männlichen Arbeiter bandes in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den waren bereits vorher Verdiensterhöhungen zugefagt worden. Auch Jahresbericht entgegen. Am Beginn des Jahres 1916 war ein für die übrigen männlichen Arbeiter ist die Firma bereit, AufBei den Gemeindewahlen in Dänemar! erzielten die Sozial Rassenbestand von 6038 M. vorhanden. Einschließlich dieses Be- befferungen eintreten zu laffen, doch follen die Einzelheiten hierüber im Betrieb verbandelt werden. Sollte da eine Verständi- demokraten erhebliche Fortschritte. In Kopenhagen wurde die Mehrstandes betrug die Jahreseinnahme 53 108 M. Nach Verrechnung der gesamten Ausgabe verblieb am Jabresschluß ein Bestand von gung nicht zu erzielen fein, wird der Kriegsausschuß nochmals beit der Stimmen erobert: 7000 Stimmen und drei Man. date wurden gewonnen. Von 55 Mandaten find 30 in den 4484 M. Männliche Mitglieder waren am Jahresbeginn 2259 Eine Gruppe von Arbeitern der Firma G. will eine Entschädi- Händen der Sozialdemokratie. und am Jahresíchluß 2112 borhanden. Dagegen stieg die Zahl der Die Herrichaft im Rathaus der weiblichen Mitglieder von 1540 auf 1818. Daraus ergibt sich, daß gung dafür, daß fie zirka fünf Wochen eine Verdienſtſchmälerung Hauptstadt ist gesichert und befestigt. Auch in zahlreichen Provinz die Gesamtzahl der Mitglieder im Laufe des Jahres von 3799 auf batten wegen Verzögerung von Materiallieferungen. Nach längerer städten und auf dem Lande wurde vielfach die Majorität der Die Jugendabteilung hatte Anfang des Jahres 273 Verhandlung wird die Sache, nachdem der Vertreter der Firma fich Stimmen und Mandate gewonnen, so in Randers und Vejle. Faft dem Grunde nach zu einer Entschädigung bereit erklärt hat, aur überall ist unsere Stimmenzahl stort gestiegen, während die der Die zum Militär einendgültigen Regelung an den Betrieb zurücverwiesen. Schmidt machte zu dem Kaffenbericht und auch zu den ipe in einem Werf der A. E. G. Der Einrichter hatte vor einiger Zeit Eine befondere Sache war die Angelegenheit des Einrichters& bürgerlichen Parteien vielfach zurückgegangen ist. ziellen Zablen des vierten Quartals, die er noch mitteilte, eine ben Auftrag befommen, Frauen zum Einrichten von Werkzeugmaschinen Leipziger Berlegenheit und Berlogenheit. Man schreibt uns: Reibe ergänzender Bemerkungen. Bei der Klaffenverteilung der anzulernen. Der Einrichter war hierzu auch bereit, doch verlangte Die Leipz. Voltaatg." ist wegen des guten Ergebnisses der Wahl Mitgliedsbeiträge ergab sich eine Verschiebung nach oben, ein Be weis dafür, daß es einer Anzahl Kollegen gelungen ist, eine Auf- er für die größere Verantwortung, die er durch diese neue Aufgabe in Spandau- Dithabelland für die Sozialdemokratie in großer Berbefferung der Gehälter zu erzielen. Die Unterstüßungssumme für zu tragen hatte, eine Lohnerhöhung. Diese wurde ihm von seinem legenheit. Sie fucht deshalb unfern Wahlerfolg mit allen Mitteln Hierüber muß es wohl eine fleine Auss berabzusetzen. So schreibt fie in ihrer Nr. 62, daß selbst der ReichsBeschäftigungslose war gering, da die Arbeitslosigkeit eine sehr orgelegten abgelehnt. mäßige war. Es waren nie weniger Arbeitslose borbanden als einandersetzung gegeben haben, in deren Verlauf dem Einrichter die verband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie feine Anhänger aufEntlassung angeboten wurde. Als der Einrichter nun die angefordert habe, für Stahl zu stimmen und zu werben. Das ist eine jezt. Für bestimmte Stellen werden die Kollegen mit der Laterne gefucht. Die Jugendbewegung frankte daran, daß die Jugendlichen gebotene Entlassung annabm und seinen Abfebrichein wollte, wurde fette Ente. Im Wahlkreise weiß man davon nichts. In der Wahlibm der Abfebrichein verweigert. Bei den Verhandlungen hierüber freispresse stand eine solche Aufforderung bestimmt nicht. Wie groß möglichst jeder Leitung entbehren möchten. Die Verwaltung nimmt vor dem Kriegsausschus behauptete der Vertreter der Firma, daß muß der Schmerz der Leipz. Volksztg." über den Ausfall der Wahl fich der Jugendlichen in jeder Beziehung an. Eichner berichtete eingehend über die Tätigkeit der Drts- ibm mitgeteilt wäre, es hätten die männlichen Metallarbeiter be- fein, wenn sie zu solchen Mitteln greifen muß, um ihn zu betäuben! Deshalb weigert sich die gruppe im Jahre 1916. In das Jahr fiel die Bewegung für fchloffen, teine Frauen anzulernen. Irgend Zeuerungszulagen, namentlich in einer Reihe größerer Betriebe. Firma, dem Einrichter einen Abfebrichein zu geben. ein welchen begründeten Nachweis, daß folder Beschluß Die E.G., die Firma Bergemann und die Firma Siemens gewirklich besteht, konnte der Vertreter der Firma nicht bringen. währten Teuerungszulagen. Natürlich hieß es, man babe fie frei Der Einrichter bestritt auch ganz entschieden, daß ein willia" gewährt, wie das bei den großen Betrieben, die nicht mit den Organisationen verhandeln wollen, so üblich ist. Ebenso war des Einrichters vom Vertreter der Firma nicht bestritten wurde, folcher Beschluß besteht. Da im übrigen die Erklärung Zur Stügung der deutschen Währung muß Deutschland im es bei der Bamag, die später auch eine Teuerungszulage zahlte. Beichloß der Kriegsausschuß, daß dem Einrichter der Abkehrschein Auslande Guthaben erwerben, aus denen es seinen und feiner Teuerungszulagen wurden auch erzielt bei Stiller, bei der G.E.G., Kaufleute Verpflichtungen nachkommen fann, ohne die Nachfrage bei der Konsumgenoffenfchaft Berlin und bei der Spandauer ausgehändigt wird. nach ausländischen Zahlungsmitteln zu vermehren. Solche Guthaben Konsumgenossenschaft Merkur. Unmöglich war es, bestimmte AnDie Friseurgehilfen nahmen in ihrer legten Versammlung werden erworben durch rege Ausfuhrtätigkeit und durch Aufnahme gaben über Entlassungen infolge der Bundesratsverordnung über die Stellung zur Erhöhung des Rafier preifes von 20 auf von Anleihen im Auslande. Web- und Wirkwaren zu erlangen. Infolgedessen konnte auch nichts 25 Bf., die auch auf die noch niedrigeren Preise fünf Pf. ausmacht. zunehmen, wird die deutsche Regierung die in deutschem Besitz Um nun Anleihen leichter aufs in der Richtung geschehen, obwohl tatsächlich Entlassungen vor- Obwohl die Preiserhöhung für die Gehilfen eine Verminderung befindlichen, durch eine eigene Erhebung festgestellten Wertpapiere gekommen find. Eingaben wegen Einführung des Siebenuhr ihres Einkommens bedeutet durch Ausfall von Trinlgeldern, fiebt von den Eigentümern diesen Rabenschlusses hatten ablehnende Bescheide der Behörden zur Folge. die Gehilfenorganisation von bestimmten Lohnforderungen für ihre dafür mindestens auf drei Jahre leihen und Aber turze Zeit darauf fam der Siebenuhr- Ladenschluß als Kriegs- Mitglieder in fester Stellung ab. Bei dem jezigen Üeberangebot fallenden Zinsen und Dividenden vergüten. Hat der ausländische ein Fünftel der auf die Bapiere ent maßnahme. Er wurde also möglich. Jetzt ist eine Bewegung ein- an festen Stellen überläßt sie die Lohnbemessung der freien Ver- Schuldner feine Zahlungen eingestellt, io beträgt die Leihgebühr ein geleitet, um den Siebenuhr- Ladenschluß mit Einschluß der Lebens- einbarung. Für die Aushilfearbeiten dagegen ist eine bestimmte Prozent des Nennwertes. Dieie Werte können zwar verkauft werden, mittelgeschäfte auch für die Zeit nach dem Kriege durchzuführen. Regelung unerläßlich, und zwar schon aus dem Grunde, damit aber nur an und durch das Reich. Da alle ausländischen WertEine große Anzahl Unterschriften sind schon gesammelt, auch von nicht von unorganisierten Gehilfen, die durch den Arbeits- papiere, die auch oder nur auf fremde Währung laufen, sehr stark Arbeitgebern. Die begonnene Agitation für die Gewinnung weiblicher nachweis des Verbandes mit vermittelt werden müssen, die im Kurie gestiegen sind und diese Kurssteigerung nur solange und Mitglieder muß weiter gefördert werden. Der Jugendorganisation augenblickliche Verlegenheit eine Arbeitskraft des Sonn- in dem Maß vorhält, als die deutsche Währung entwertet ist, fo ist ebenfalls größere Aufmerksamkeit zu widmen. Unter anderem abends und Sonntags สิน willkürlichen und unberechtigten folgt, daß die Papiere wahrscheinlich zum Friedensschluß dem Reiche verties Redner noch darauf, daß der Bezirk Berlin mit der jezigen Forderungen mißbraucht werden kann. Der Aushilfelohn von selbst zum Kaufe angeboten werden dürften, wenn sich mit Haltung der Handlungsgehilfenzeitung einverstanden fei. Ferner für Sonnabend und Sonntag( bon Sonnabends nach Wiedereintritt normaler Verhältnisse die Aussicht auf wenigstens erklärte er, daß er es eigenartig finde, daß der J.K.- Verlag mit mittags 2 Uhr ab) wurde von 10 auf 12 Mart erhöht und teilweise hebung der deutschen Baluta verwirklicht. dem Bureauangestelltenverband einen Tarif abgeschlossen habe, dementsprechende Buidläge auch bei den übrigen Lohnpofitionen für während entsprechende Verhandlungen seitens des Verbandes der Aushilfe festgefeßt. Solte die Erhöhung der Aushilfelöhne die Handlungsgehilfen mit dem Genossen Baumeister eingeleitet gewesen Aushilfsangebote vermindern, so ist dies schon insofern fein NachEs wird glänzend weiter verdient. feien. Eine Beschwerde sei von der Generalfommission berteil für die Organisation, als sie dann eher in der Lage ist, für die Berlin steigerte ihre Dividende von 10 auf 15 Broz., der Die Deutsche Waggon 2eibanstalt Akt. Gef. in worfen worden, weil der J.K.- Verlag feine Handelsvon ihrem Arbeitsnachweis vermittelten Kräfte eine gewiffe Gewähr gefellidaft, sondern ein literarisches Bureau fei. Der Haupts borstand des Verbandes der Handlungsgehilfen sei mit dem Bescheide für Aushilfe gerade die tüchtigeren Arbeiter unter den unorganizaewesen ist, zeigt am besten der Umstand, daß die Kölnzu übernehmen. Außerdem veranlaßten die bisherigen Lohnfäße Siegen Solinger Guitabl.ftienverein gar von 0 auf 15 Broz. Wie überflüssig die Kohlenpreiserhöhung nicht einverstanden und sei noch einmal bei der Generalfommission fierten Gehilfen fich den Stellen zuzuwenden, die höhere Lohnvorstellig geworden. Zum Schluß ermahnte Redner zum einigen angebote machten. Die neuen Lohnfäße für Aushilfe gelten ab iiener Bergwerksvereins Aft.. Gef. 40 gegen Zusammenhalt und zu regster Förderung der Organisation. 35 Broz, und der Mülheimer Bergwertsverein 11 gegen 10 Broß. Dividende ausschüttet. Die bisherige Drtsverwaltung wurde wiedergewählt, abgesehen von den freigewordenen Posten des zweiten Bevollmächtigten, des zweiten Schriftführers und eines Mitgliedes zur Gewerkschaftstommission. Diese drei Wahlen wurden vertagt. Aus dem Kriegsausschuß für Groß- Berlin. 10 Motorschlosser der Firma N. A. G. forderten eine StundenIohnerhöbang um 80 Pf.; der Lohn beträgt 1,30-1,60 m. Der Kriegsausschuß spricht den Schloffern eine Erhöhung ihres Verbienstes um 10 Bf. zu. Wenn die Firma das nicht zahlen will, haben sämtliche Schlosser Anspruch auf den Schein. Außerdem foll die Firma einem Schloffer, dessen Familie in Hamburg wohnt und der dort auch früber beschäftigt war, für den doppelten Haushalt eine besondere Familienunterstüßung von täglich 2 M. gewähren. Schein. Der 13 Glettromonteure und Maschinenfchloffer der Firma J. B. A. G. für Untergrundbahn, haben einen Verdienst von 95 Pf. Firma wird erklärt, daß diefer 2ohnjat den heutigen Verhältniffen nicht entspricht und ent fcheidet der Striegsausschuß, daß die Schloffer 1,20 M. und im Beigerungsfall den Striegsschein zu erhalten haben. 81. März. um Ausland. Drohender Eisenbahnerstreik in Amerika. New York, 15. März.( Reuter.) Die Eisenbahnerverbände haben den Eisenbahnen befannt gegeben, daß fie unwiderruflich am Sonnabend in den Ausstand treten werden, falls ihnen nicht der tstunden tag und entsprechende Bezahlung für Ueberzeit gewährt wird. Dem Vernehmen nach beabsichtigt Wilion einzu greifen und von beiden Seiten Zugeständnisse zu verlangen. Aus der Partei. sien Genoffe Anton Schramme L. Sein Tod bedeutet für den Anton Schrammel gestorben. Im Alter von 63 Jahren starb in Barteivorstand der österreichischen Sozialdemokratie und die Reichsgewerkschaftskommission, deren Mitglied er war, einen schweren Berluft. Schrammel war von Beruf Drechsler. 1890 übernahm er die Redaktion des Drechslerfachblattes, 1895 trat er in die Redaktion " 30 Maler, Ladierer und Anstreicher der Firma B., Süßowstraße, haben einen Durchschnittsverdienst von 1,06 m., und zwar die Maler und Ladierer 1,11 M. und die Anstreicher 0,93 m. Sie fordern eine Erhöhung um 30 Proz. Der Kriegsausichuß entscheidet, daß Die Arbeiter eine sofortige Erhöhung um 10 Pf. erhalten, wenn die Firma diefe Zulage nicht gewähren will, haben die Arbeiter Anspruch auf den Kriegsschein. Der Tischler G. von der Firma B. u. G. hat einen Stunden- herrscht 9 Ein Aufgebot des Kapitals. 9 Amerikanischer Außenhandel im Jahre 1916. Wie„ Bradstreets" mitteilt, belief fich die Ausfuhr der Vereinigten Staaten im Jabre 1916 und um 157 Proz. mehr als in 1914. 1916 auf 5460 Millionen Dollar oder um 55 Broz. mehr als im Jahre Die Einfuhr betrug 2360 Millionen Dollar oder um 32 Proz. mehr als im Vorjahre. Der Ausfuhr überius stellte sich auf 3,1 Milliarden Dollar, was nach dem heutigen Dollarturs rund 17 Milliarden Mart ausmacht, wogegen die deutsche Gesamtausjuhr 1913 nur 10,9 Milliarden Mark ausmachte. Die Netto- Einfuhr von Gold betrug 838 Millionen Dollar. Während des Krieges fauften die Ver. Staaten amerikas nische Wertpapiere zurück im Werte von 2000 Millionen und gewährten Anleihen im Betrage von 2000 Millionen Dollar. Soziales. Kriegswucher im Garuhandel. 18 Werkzeugmacher der Firma D. T. W., die einen Stunden verdienst von 1,40 bis 1,70 m. haben, batten 20 Bf. Erhöhung gefordert. Die Firma hatte 10 Bf. gleich und nach acht Wochen weitere 10 Bf. bewilligt. Damit waren die Arbeiter nicht ein verstanden und riefen den Kriegsausschuß als Schlichtungsstelle an. Ein auffebenerregender Kriegswucherprozeß gegen den KaufDer Kriegsausschuß macht den Parteien den Vorschlag, die zweite der Gleichheit" in Wiener Neustadt und 1898 in die des Bolts- mann Schönfeld und den Garnhändler Kühn in Chemniß be Steigerung von 10 Pf. bereits am 5. April eintreten zu lassen, wo- recht" in Auffig. Eine in Bozen gehaltene Rede brachte ihm sechs schäftigte das dortige Landgericht. Schönfeld, der bis Ausbruch des mit sich die Parteien einverstanden erklärten. Monate schweren Kerfers. 1897 fandten ihn die Wähler der fünften Krieges ein Strumpfappreturgeschäft betrieb, ging nachher zum 11 Schloffer der Firma B., Seeftraße, haben einen Stunden- Kurie des Leitmerizer Wahlkreises in den Steicherat, 1903 unterlag Garnhandel über und betrieb diesen in einem bedeutendem Umverdienst von 1,60 M. Mehr will die Firma nicht geben. Die letzte er bem bürgerlichen Gegner, 1907 übertrugen ihm aber unter dem fange. Am 28. März 1916 faufte er auch von einer Greizer Firma Bulage ist vor Weihnachten erfolgt. Es handelt sich um selbständige Schloffer. Die Entscheidung des Kriegsausschusses geht dahin, die allgemeinen Wahlrecht die Wähler des Auffiger Kreises das Mandat. etwa 30 000 Kilogramm graues Decengarn, das ihm bereits seit Schloffer erhalten 10 Pf. Zulage oder haben Anspruch auf den das bei den letzten Wahlen leider wieder verloren ging. Schrammel, einiger Zeit angeboten war, für 2,50 M. das Stilo. Der Eigentümer der sich wegen seines Fleißes und feiner Hingabe an die Sache des des Garns war eine Firma in München- Gladbach. Am gleichen Broletariats in der österreichischen Partei allgemeiner Beliebtheit Tage verkaufte Ed. bas Garn weiter an den Mitangeklagten Kühn erfrente war auch mehrfach auf deutschen Parteitagen zu Gast. für 2,80 M. das Kilo ab Lagerort, der München war. Dem Angetlagten R. gelang es jedoch nicht, sofort einen Abnehmer Das Dreiklassenwahlrecht als Troft der Liebknechtfreunde. Unter für das Garn zu finden, weshalb sich auch die Zablung an defer Ueberschrift widmet die Boff. 8tg." der Arbeitsgemeinschaft" Schönfeld und damit auch an die Greizer Firma berzögerte. In folgende nicht unverdiente Spottepistel: Nach der Niederlage inzwischen vereinbarten die Angeklagten, daß beim Verlauf des Garns Botsdam- Spandau- Dftbabelland bleibt der sozialdemokratischen Arber Gewinn gleichmäßig an beide Teile verteilt werden follte. Am Beitsgemeinichaft eine Soffnung: die bevorstehende Landtags erfaz 1. April wurde die Verordnung berausgegeben, daß alles nach dem wahl in Berlin XI Sier wählt man unter dem Drei 1. April gesponnene Garn nicht mehr verwendungsfrei fei, alio laffenwahlrecht. Infolgedessen find die Wahlmänner, die unter die Beichlagnahme falle. Dagegen war alles im März ge1913 Liebknecht gewählt haben, wieder zur Ausübung ihres Amtes sponnene Garn beschlagnahme- und verwendungsfrei. Auf Anfrage berufen, soweit sie nicht verstorben sind. Und daß für die Ver- hin erhielten die Angeklagten den Bescheid, daß etwa 20 000 kilo ftorbenen und Verzogenen viele Radikale gewählt find, kann nicht von dem gekauften Quantum Garn bereits im März gesponnen und Wunder nehmen bei der öffentlichen Stimmabgabe deshalb verwendungsfrei seien. Am 20. April war es dem Ange nun einmal der Terror der Extremen. கு O flagten Kühn nun gelungen, das Garn weiter zu verkaufen, und Iohn bon 1,25 Mart. Nach Ansicht des Kriegsausschusses ist bat das Reichstagswahlrecht, das jedem Wähler die freie zwar zu dem Preise von 3,75 W. für das Kilo. Der Vere feiner Ueberzeugung erlaubt, dem dieser Verdienst berbefferungsbedürftig, und wird Ausübung gemäßigten bien ft betrug also 26427,65 Mart, so daß auf Size dem Liebknechtschen สิน der Firma aufgegeben, 10 f. Bulage zu gewähren. Die Firma Sozialdemokraten berholfen, jeden Angeklagten rund 13 000 Mart entfallen. Das Gericht lehnt dies ab, und wird deshalb dem Tischler der Abkehrschein zu während im Abgeordnetenhause seine Nachfolge dem stellte fest, daß dies ein übermäßiger Gewinn war. Das Garn talen Kreditverweigerer Mebring zufallen dürfte als eigenste Frucht ist noch durch eine ganze Reihe von Käufern gegangen, ebe eine gesprochen. 78 Former der Firma 2. 2. u. Co., Huttenstraße, die einen des reaktionärsten aller Wahlrechte. Wer fann hierauf mehr stolz Verarbeitung stattgefunden hat, und zwar auf diese Weise, daß es Durchschnittsverdienst von 1,69 M. pro Stunde hatten, fordern 20 f. fein die Freunde Mehrings oder die Freunde des Dreiklaffen- das Lager in München- Gladbach niemals verlassen. So ist es geBulage. Die Firma erflärt, weitere Zulagen nicht zu gewähren, ist wahlrechts?" tommen, daß der Preis von 2,21 M. bis auf 5,10 M. für das Kilo aber bereit, allen Formern den Abfehrschein auszustellen. Damit Genosse Ernst Heilmann verläßt in den nächsten Wochen die gestiegen ist, was eine Steigerung von etwa 150 Broz. bedeutet. wird die Angelegenheit als erledigt angesehen. Redaktion der Chemnizer Volksstimme", um die Leitung der Inter- Zum Schluß ist das Garn schließlich doch in München- Gladbach Der Dreher K. von der Firma D. u. R. ist in Stuttgart bes nationalen Korrespondenz" in Berlin zu übernehmen. berarbeitet worden. Die Angeklagten behaupteten, daß das Garnheimatet und möchte den Abkehrschein, um in Stuttgart in Be fein Gegenstand des täglichen Bedarfs gewesen sei. Dies wurde schäftigung treten zu fönnen. Die Firma ist bereit, den Abkehrvon zwei Sachverständigen widerlegt. Letztere erklärten, daß ihnen fchein zu geben, wenn S. nachweist, daß er in Stuttgart Arbeit hat. die Bezeichnung Dedengarn" genüge, um das Garn als Gegen Der Schlosser A. von der gleichen Firma, möchte den Ablebr- Nach der Bremer Arbeiterpolitik", dem Drgan der Bremer stand des täglichen Bedarfs anzuieben. Als angemessenen Gewinn schein, um ebenfalls in feiner Heimat außerhalb Berlins in Be Spartafusleute, ist eine Verständigung der linksradikalen Gruppen billigten sie den Angeklagten 10 Proz. brutto zu. Die Angeklagten schäftigung treten zu lönnen, da er dann nicht nöng bat, zwei von Hamburg. Bremen, Hannover und Rüstringen auf folgender baben aber einen Verdienst von reichlich 50 Prozent gebabt. Haushalte zu führen. Es erfolgt eine Verständigung auf der Grundlage erfolgt: Trennung von der Arbeitsgemeinichaft"; Das Gericht verurteilte beide Angeklagten zu je 15 000 M. GeldGrundlage, daß A. als Familienunterstützung wöchentlich 12 M. Gründung einer selbständigen linksradikalen Partei; geichloffenes ftrafe oder einem Jahr Gefängnis. Man hat bei jedem der AngeBulage erhält. Auftreten der lintsradikalen Vertreter auf der Konferenz, der tlagten 10 000 m. als llebergewinn angenommen. Oppofitionsgruppen; Gründung einer linksrabilalen Tageszeitung für Norddeutschland. Berantwortlich für Politit: Hermanu Müller, Tempelhof; für den übrigen Es gibt also drei neue Parteien in der deutschen Arbeiter- Teil b. Blattes: Alfred Scholz, Reutölln; für Inserate: Th. Glocke, Berlin. bewegung: 1. die Partei der Arbeitsgemeinschaft", 2. die felb. Drud u. Verlag: Bortvärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co ständige linksradikale" Partei und 8. die allerlinksradikalite Bartei Internationale". Zeptere ist so rabilal, daß fie schon wieber für Bf. Der Schloffer K. von der gleichen Firma ist förperlich außer stande, schwerere Arbeit zu machen. St. erhält leichte Arbeit oder ben Abfebrichein. Der Hobler Sch. von der Firma D. u.. in N. ist Kriegs Befcbabigter und laut Atteft noch leidend. Sch. erhält, um fich Leichtere Arbeit suchen au tönnen, den Ablehrichein, Bom Streit der Grüppchen. radiBR Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. ».,75. u-mm. Mm des.FllMlirts" Jolfelilalt. i Zur Unfallverhütung. „Ich bege die sicfjere Hoffnung, es werde mit der Zeil gelingen, jedem verständlich zu machen, daß die Tat. einen Arbeiter vor der Verstümmelung oder dem Tode auf seiner Arbeitsstätte bewahrt zu haben, ein ebenso verdienstvolles Rettungswerk ist, als wenn es zum Nutzen eines Menschen geschähe, der dem Ertrinken nahe ist oder der auf öffentlicher Straße oder im Kampfe für sein Vaterland irgendwelcher anderen Gefahr ausgesetzt ist." Diese prächtigen Worte finden sich in dem Vorwort eines „die Unfallverhütung im sfahrstuhlbetriebe" behandelnden Werkes von Georg Urban(Verlag Dietrich Reimer, Berlin). Es wird damit der Wert der Unfallverhütung treffend gekenn� zeichnet. Daß das Verhüten von Unfällen der Heilung von Unfallschäden und der Rentengewährung vorzuziehen ist, ist ein Grundsatz, der immer mehr und mehr sich Bahn bricht. Eigentlich ist er selbstverständlich, aber seiner Verwirklichung stehen doch viele Schwierigkeiten im Wege. Es mag das daran liegen, daß bei dem Bau von Maschinen zwar Wert auf die möglichst größte Leistungssähigkeit gelegt wird, daß aber Ein- richtungen zur Verhütung von Unfällen' bei der Konstruktion der Maschine eine nur verhältnismäßig geringe Rolle spielen. Es ist dann schwer, später an der Maschine die geeigneten Vorrichtungen anzubringen. Es tritt sehr häufig der Fall ein. daß diese dann den Arbeitsprozeß behindern, die Produktion also verlangsamen und der Arbeiter, der an einer solchen Maschine arbeitet, ist allzuleicht geneigt, die im Wege befind- licken Vorrichtungen zu entfernen, wobei der Arbeitgeber, dem auch niöglichst viel an einer Ausnutzung der Maschine gelegen ist. gern beide Augen zudrückt. Demgegenüber stellt Urban bestimmte Forderungen auf. Er sagt: .Für den Konstrukteur soll unter allen Umständen neben den Forderungen der Festigkeit und deS guten Materials, den Le- dingungen des Zweckes und der Verwendung der Maschinen, der Gedanke des Schutzes der Arbeiter in der Anordnung und Ge-- tialiung bestimmend wirken. AIS ein weiterer wesentlicher Fort- schritt des unfallsicheren Ausbaues der Maschinen ist eS zu betrachten, wenn gembrliche Handhabungen entbehrlich gemacht werden. Der Maschinenuidustrie mutz immer und immer wieder vor Augen geiübrt werden, datz die gröbere gweckdienlichkeit einer einkoustruierteii Schutzvorrichtung'gegenüber einer später hin- zugelüglen autzer Zweifel steht und datz der einfachste Weg zur Beseitigung der BetriebSgesahren eben dahin führen müsse, Maichinoiianlagen so zu ersinnen und auszuführen, datz sie von vornherein unfallsicher sind. Mit anderen Worten, datz die De- rücksichlipung des Unfallschutzes schon im Entwurf der Anlage die Aufgabe des modernen Maschinenbauers sein müffe. Zur Erreichung dieses Zieles sind zwei Wege möglich: Man kann durch Einwirkung der Geiverbeuiipeklioneii. Berussgenoffen- fcha'ten oder des BeiriebSunternebmerS selbst bei dem Maschinen- Hersteller auf Ablieierung ausreichend geschützler Maschinen hin- arbeiten oder diesen erstrebenswerten Zustand durch Gesetzes- Vorschriften herbeizusühren suchen." Mit Nachdruck verweist Urban darauf, daß es bei dem alten, bisherigen Zustand nicht bleiben dürfe, und daß wir unS nicht den LuxuS erlauben könnten, durch Nichtbeachtung des notwendigen Arbeiterschutzes jährlich Tausende und aber Tauseiide zu verstümmeln oder zu töten. Gerade die Kriegs- zeit habe klar gezeigt, welch große Unfallgefahr jeder Maschine anhafte, und wie jede Maschine durch die Bedienung jugend- licker und ungelernter Arbeiter zu einer bisher unbeachteten Gefahrenquelle geworden sei. Er fordert deshab den Verband der deutschen Berufsgenossenschastcn auf, die Maschinen- industrie durch bindende Abmachungen zur Ablieferung auS- reichend geschützter Maschinen und Apparate anzuhalten. Er verkennt nicht, daß dem Schwierigkeiten gegenüberstehen und als eine Hauptschwierigkeit bezeichnet er das Verhalten des Vereins deutscher Maschinenbauanstalten, die beim Zustande- kommen der normalen UnfallverhütungSvorschristen der deutschen gewerblichen Berufsgenossenschaft gezeigt hätten, daß auf die Erfüllung einer solchen Forderung freiwillig nicht zu rechnen sei. Schon in einem früher von ihm Heransgegebenen Werke über„Tie Unfallverhütung in der Nahrungsmittelindustrie" hat Urban eingehend dargetan, daß, wenn es nicht anders gehe, der Gesetzgeber eingreifen müsse, um die Kon- struktion gecigneicr Maschinen zu erzwingen. In diesem Werke verweist er ebenfalls aus die Widerstände, die einer ausreichenden Unfallverhütung entgegenstehen, und als solche bezeichnet er auch die Auffassung, daß die Unfallversicherungs- gcictze lediglich den Arbeitern und nicht den Unter- rirhmcrn dienlen, und auf das falsche Schlagwort, daß die deutsche Industrie infolge der Lasten, die ibr die sozialen Gesetze auferlegen, nicht konkurrenz- fädig bleiben könne. Treffend sagt er. daß man die Männer der Industrie, die bei der Schaffung der Gesetze dem Staate Mitarbeiter und Berater gewesen seien, doch nicht für so naiv hallen dürfe, daß sie damals das Interesse der In- dustrie, also ihr eigenes Wohl und Wehe, vollständig vergessen hätten. Das Gegenteil sei der Fall, denn man habe seiner- zeit sehr wohl gewußt, was man tat. als man die die In- dustrie sehr belastenden Wirkungen der Hastpflichtgesctzgebung so gut wie aufhob und die Rentenansprüche der Arbeiter durch Berufsgenoffenschaften befriedigen ließ. Er toeist hin auf Amerika und zitiert einen Ausspruch aus einem anderen Werke über die Haftpflichtversicherung der Bereinigten Staaten, worin es heißt:„Wegen deS Fehlens der Krankenkassen und Be° rufsgenossenichaften ist das Betriebshaftpftichtrisiko gegenüber den Angestellten in Amerika unverhältnismäßig Viel größer usw." Er verweist auch auf die Fortschritte, die inzwischen die soziale Gesetzgebung in den außerdeutschcn Staaten gc- macht hat und führt auch damit daL Schlagwort von der Bc- lastung der Industrie gebührend ab. In Deutschland werden jährlich 7000 Personen durch Betriebsunfall getötet, etwa 1000 Personen werden gänzlich er- werbSunsähig und annähernd 30000 Personen werden dauernd teilweise erwerbSbeschräntt. Diese Zahlen sollten für sich sprechen und erkennen lassen, wieviel auf dem Gebiete der Unfallverhütung zu tun noch übrigbleibt. Schon dvr Begleit- tert zu den Urbanschen Werken macht diese zu sehr wertvollen Erscheinungen der Unfailliteratur, wobei wir an dieser Stelle davon abschen müssen, seine technischen Vorschläge zur Ab- stellung der Betriebsunfälle zu würdigen. Die Verkehrssteuer im Reichstags- ausfchuß. Besteuerung der Strastcnbahnen mit 6 Proz. Am Freitag wurde der Gesetzentwurf über die Besteuerung des Personen- und Gülerverkehrs z u Ende beraten. Der Staatssekretär des Reichsschatzamts hatte Berechnungen über die verschiedenen Möglichkeiten einer anderweitigen Ge'ial- tung deS FrachturiundsnstempelS und der prozentualen Steuer vorgelegt. Wenn den süddeutschen Wünschen entsprechend eine vor- zugswcise Behandlung der Kohle durch Herauslaffung aus der prozentualen Steuer eintreten würde, so ergäbe sich ein Ausfall von rund 43 Mill. M.. der anderweitig eingebracht werden riützte. Dies durch eine Erhöhung der Steuer auf die Personenfahrkarten zu erzielen, erscheine nach Anhörung der Bundesstaatlichen Eisen- bahnvcrwaltungen nicht empfehlenStverr. Ter Ausgleich sei viel- mehr nur bei der Besteuerung der Güterfrachten möglich. In dieser Hinsicht empfiehlt der Staatssekretär, den Einheitssatz von 7 Proz. im übrigen beizubehalten und von einer Siasselung abzusehen. Abgesehen von den Berechnungsschwierigkeiten bei der Veranlagung einer gestaffelten Steuer könnten sichere Grundlagen für eine zahlenmäßige Beurteilung der Wirkung einer solchen Staffelung ledenfalls in kurzer Zeit nicht geliefert werden. Nach langer Besprechung der vorgelegten Berechnungen kam der Ausschuß zu dem Ergebnis, daß er einen U n t e rn u ö s ch u tz einsetzte, der die verschiedenen Möglichkeiten untersuchen sollte, den Anregungen der Ausschußmitglieder Rechnung zu tragen. Infolge- dessen wurde die Sitzung bis 3 Uhr nachm. unierbrochen. Nach der Mittagspause hatte der Unterausschuß einen Antrag vorgelegt, der zugleich die bisher schon beschlossenen Acnderungen deS Entwurfs beseitigte und folgende Aenderungen vorschlugt Im ersten Paragraphen, der die Bahnen bezeichnet, auf die die Steuer erstreckt werden soll, iverden die Seilbahnen endgültig beseitigt. In der früheren Beratung- war gestrichen worden, daß auch die Beförderung von Personen und Gütern auf Land- wegen der Abgabe unterliegen soll. Jetzt ist die Bestimmung wiederhergestellt worden mit dem Zusatz, daß die- Besteuerung sich nur auf A u t o l i n i e n erstreckt. Im ß 3 war gestrichen worden, datz von der Abgabe befreit bleiben die Beförderung, von Gütern, die dem Zwecke des eigenen BeförderungSunternchmenS dienen. Diese Bestimmung wird wiederhergestellt und hinzugefügt, daß von der Abgabe auch befreit bleiben soll die Beförderung von Steinkohlen. Braunkohlen, Koks und Preßkohlen aller Art im Eisenbahnverkehr. Diese Bestimmung hat den Zweck, daß die an-- dern Bundesstaaten mit Eisenbahnen nicht schlechter gestellt werden als Preußen.— Im§ 11 sind die Steuersätze für dr» Personenverkehr angeführt. Hierzu hatten die Sozialdemokraten einen Abände- rungsantrag eingebracht. Die Abgabe sollte nach dem Entwurf betragen in der 1. Klasse 13 Proz,(die Soz. verlangten 20 Proz.), in der 2. Klaffe 14 Proz.(die Soz. 15 Proz.). in der 3. Klaffe 12 Proz.(die Soz. 13 Proz.) und in der 4. Klasse 13 Proz.(die So». 5 Proz.). Die Sozialdemokraten erklärte» sich grundsätzlich gegen die Be- steuerung überhaupt. Wenn aber der Ausschuß die Besteuerung an- nehmen sollte, dann sollten nach ihrem Antvaae die erste und zweite Klasse höher, als im Entwurf vorgesehen, die 3. und 4. Klaffe bedeutend geringer belastet werden. Der soz. Antrag wurde gegen die soz. Stimmen abgelehnt, und der Vorschlag in dem Eni- wurf angenommen. Auch wurde gestrichen, datz die Fahr- karten bis zum Preis von 15 P fg. von der Steuer ausgenommen sein sollen. Mithin sind auch die Straßenbahnen im vollen Umfang der Steuer unterstellt. Dazu wurde jedoch folgender Zusatz gemacht: Im Straßen- bahnverkehr sowie in den ihm gleichgestellten Verkehr ermäßigt sich die Abgabe von der Personenbeförderung auf 6 Proz.(gegen 12 Proz.) des Beförderungspreises.' Ob eine Bahn als Straßen- babn anzusehen ist, bestimmt im Zweiseisfall der Bundesrat. Fer» ner wurde bestimmt, datz ein solches Stratzenbahnunternehnien der Abgabevflicht erst v o m 1. I u l i 1 9 1 8 a b unterliegt oder, wenn es vor diese« Zeitpunkt eine Tariferhöhung vornimmt, vom Tage der Geltung des neuen Tarifs. Endlich wurde die Abgabe für die Güterbeförderung erheblich geändert, dadurch, daß folgende Bestimmung neu einge- fügt wurde: Die Abgabe von der Güterbeförderung wird neben dem Frachturkundenstempel erhaben. Die Nummer 6 ik Spalte 2 Nr. 3 des Tarifs zum Reichssteinpelgesetz erhält in Absatz 1 fol- gende Fassung: ct. Frachturkunden im Eisenbahnverkeb:: über 1. Frachtstückgut und Expreßgut 13 Pf.(jetzt 13), 3. Eilfrückgut 80 Pfennig(fetzt 20), 3. Frachtgut in Wagenladungen bei einem Frachtbetrage von nicht mehr als 25 M. 1,50 M.(jetzt 1 M.); bei höheren Beträgen 3 M.(jetzt 2 M); 4. Eilgut in Wagenladungen bei einem Frachtbetrag von nicht mehr als 25 M. 3 M.(jetzt 1,50 Mark); bei höheren Beträgen 6 M.(jetzt 3 M.); bei dSr Beför- derung von Steinkohlen, Braunkohlen, Koks und Preßkohlen aller Art erhöhen sich die Sätze der Ziffer 3 von ILO M. auf 3 M.. auf 2 M. und 4 M. Soweit dies« Güter für Betriebszwecke einer deut- schen StaatScisenbahnverwaktung bezogen find, wird die Abgabe nach näherer Bestimmung dcö Bundesrats vergütet. Diese Bc- stimmtuigen wurden gegen die soz. Stimmen angenommen. Das Wesentliche an diesen Bestimmungen ist, datz für den Trans- Port der Kohlen auf den Eisenbahnen die neue Abgabe nicht erhoben wird. Dafür wird die alte Frachtabgabc für alle Güter erhöht und insbesondere erhöht für die Kohlen. Auf diese Weise soll ungefähr derselbe Betrag zusammengebracht werden, wie nach dem Entwurf: 315 Millionen M. Abg. Müller-Reichenbach(Soz.) sprach sein Bedauern darüber aus. daß nach dem Vorschlag des Unterausschusses jetzt doch die Straßenbahn in die Besteuerung einbezogen wer- den soll. Nach seiner llcberzcugung würden sich hieraus v-wocte Mißstände ergeben, daher behielten sich die Sozialdemokraten vor, noch einmal in der 2. Lesung deS Entwurfs zu versuchen, wenig- stcns diese Bestimmungen zu beseitigen. Er sei überzeugt, daß die jetzt vorgeschlagen« Steuer, wenn sie auch für eine Fahrt nur einen halben Pfennig ausmachen würde, doch den Anstoß gibt, die Vithr* preise beträchtlich zu erhöben. Diese Befürchtung sei nach den Er- fahrungen in allen Jndustriegegenden nur zu sehr berechtigt. Abg. Gröber fragt an, ob es nicht möglich wäre, zu verhinderi:, daß die Straßenbahn im Anschluß an die letzt beschlossene geringe Steuer Zuschläge zu den Fahrpreisen machen würde, die weit über den Betrag der Steuer hinausgehen. Staatssekretär v. Roedcrn antwortet, daß ja die AufsichtSbe- Hörden in vielen Fällen das Recht haben, Einspruch gegen unange- messene Festsetzung der Tarife zu erheben; ebenso würden die Swdtgemeinden schon alleö tun, um c'ne unberechtigte Verteuerung der Strahenbahnfahrten zu verhindern. Abg. Hoch(Soz.) wies darauf hin, daß die Straßenbahnver- waltungen gewiß nicht verlegen fein werden, die weitere Erhöhung des Fahrpreises mit den veränderten Verhältnissen zu begründe». Auf eine Anfrage des Abg. Keil(Soz.) erklärte der Vertreter der preußischen Eisenbahnen, in Preußen werde nicht daran gedacht, während des Krieges eine Tarif- erhöhung vorzunehm.»-. Die Reichsleitung werde sich mit den Einzelstaaten in Verbindung setzen, um zu bewirken, datz zu gleicher Zeit die später kommende Tariferhöhung in den einzelne» Bundesstaaten gleichzeitig vorgenommen werde, dann erst kann die Steuer durchgeführt werden. So wird das Publikum nicht mehrere Wale durch Veränderung der Fahrpreise beunruhigt wer- den.— Auf eine weiter Ansrag? KeilS wurde vom Staatssekretär v. Roedern ausdrücklich Festgestellt, daß auch die Straßenbahn das Reckt habe, billige Arbeiter-, Schülerkarten usw. auszugeben und daß dann für diese die neue Steuer nicht gilt. Sonnabend werden das Eisenbahnamt Und die Reichseisen- bahnen behandelt._ Vereinfachung öer Rechtspflege. Dem Reichstag ist ein Gesetzentivurf zugegangen, der eins Vereinfachung der deutschen Rechtspflege herbeiführen soll. In Zukunft sollen Amtsgerichte oci Uebertretungen und Ber- gehen leichtester Art ohne Schöffen entscheiden. lammersachen sollen noch mehr als bisher an die Schöffen- gerichie gebracht werden können. Einige Schwurgerichts- lachen tollen der Strafkammer zur Aburteilung zufallen. Die übrigen Bestimmungen bringen in der Hauptsache eine Herab- setzung der Zahl der Richter bei der Strafkammer als Berufungsinstanz, bei der Zivilkammer in erster Instanz und bei den Senaten der Oberlandesgerichie, eine Verringerung der Zahl der Geschworenen, eine Milderung des Vcrfolgungszwanges der Staatsanwaltschaft, eine Ausdehnung des Strafbefchls und eine Einschränkung der Privatklagen. Die Schöffenger'.chte waren bisher zuständig außer iür Uebcr- tretungen auch für Vergehen, wenn keine schwerere Strafe als sechs Monat Gefängnis oder 1500 M. Geldstrafe zu erwarten war. Nach dem neuen Entwurf sollen die Schöffengericht« zuständig sein, wenn keine höhere Strafe als Gefängnis oder Frstunßshaft von einem Jahre oder Geldstrafe bis zu 3339 M. zu erwarten ist. Den Schöffengerichten können künftig auch Verbrechen zur Aburteilung überwiesen werden, z. B. bei Diebstahl, Betrug im Rückfall, wobei es sich vielfach um nicht besonders schwere Verfehlungen handelt. Den Strafkammern sollen künftig von den Delikten, die dem Schwurgericht zur Aburteilung vorbehalten� waren, überwiesen werden die Verbrechen der Urkundenfälschung, des be- trügerischen Bankrot ts, der Depotunterschlagung, der Amtsverbechen, der Verbrechen des Meineides und der S i t t l i ch k e i t S d e l i k t e. In der Berufungsinstanz solle» die Strafkammern statt mit fünf nur lwch mit drei Richtern beietzt werden. Tie Zahl der Geschworene« wird von zwölf auf sirbrn herabgesetzt? während bisher zur Verurteilung mindestens acht von zwölf Stimmen notwendig waren, sollen dann mindestens fünf von den sieben Stimmen zur Bejahung der Schuldfrage nötig sein. Der Entwurf gibt ferner der Staatsantoolischaki die Befugnis, bei gewissen Straftaten unter bestimmten Voraussetzungen von der Erhebung der Kläge abzusehen.� Ihm soll er- möglicht werden, geringfügige Verfehlungen des täglichen Lebens unverfolgt zu lassen. So Uebertretungen, Vergehen, die nur mit geringen Freiheitsstrafen oder Geldstrafen bedroht sind, einfachen Diebstahl, Unterschlagung und Betrug, soweit es sich dabei um einen Gegenstand im Werte von höchstens 25 M. handelt., Eine wesentliche Ausdehnung erfährt der Strafbefehl. Hin- sichtlich der Freiheitsstrafen bleibt es bei dem bestehenden Höchst- maß von sechs Wochen; dagegen ist die Grenze der Geldstrafe, die bisher 150 M. betrug, beseitigt worden, so datz künftig Strasbefehle auf eine Geldstrafe in beliebiger Höhe lauten können. In Privatklagesachcn soll das Verfahren nur eröffnet werden. wenn der Fall vom Gericht ausdrücklich als.Kriegssache erklärr wurde. In allen änderet: Fällen soll � daS Verfahren ruhen bis nach Beendigung des Krieges, und die Klage gilt als zurückgezogen. wenn dann nicht innerhalb eines Monats d:e Weiterführung de» Verfahrens beantragt wird. Im ArvUrechtsverfahreu sollen bürgerliche Rechisstreitigkeiten in erster Instanz durch Einzelrichter an Stelle der Zivilkammern entschieden werden, und zwar kommen als Ernzelrichter in erster Linie Landgcrichtspräsidentcn und Landgerichtsdirektoren in Frage. Unter Umständen können auch Obcrlandcögcrichtsräte zu HilfS- richtern bei dem Landgericht bestellt werden. Zur gütlichen Bei- legung von RechlSstreitigkeitcn soll außerdem das Sühne- verfahren eine erhebliche Ausdehnung erfahren, insbesondere soll dieses Verfahren vom Anwaltszwang befreit bleiben. Gerichtszeitung. „Brühwürfel." In hie Geheimnifie der Brüchwürfelfabrikation leuchtet« eine Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin» Schöneberg hin- ein.„H ü h n e r b r ü h w ü r fe l",- die der Kaufmann Gustav Oberländer in den Verkehr gebracht hatte, wiesen nicht weniger als 75 Prozent Kochsalz auf. Hirschhornsalz sollte Fleischgeschmack vortäuschen. Das-Gericht verurteilte den Angeklagten, der»ach einem alten Rezept fabriziert haben will und jede Schuld bestritt, zu 633 M. Geldstrafe.__ Des Diebstahls verdächtigt. Der Inhaberin eines Pensionats. Frau Bürgermeister Dauer, waren im November vorigen Jahres 53 M. aus ihrer Handtasche verschwunden. Frau Dauer bielr, ohne jedoch einen Beweis dafür zu baben. rbr Hausmädchen für die Diebin. Trotz deS VekdachlS bet'chäiligte sie aber dos Mädchen weiter. Im Februar d. I. waren wieder 230 oder 300 M. abbanden gekommen, die Frau Dauer in einer Kasiclie anfbewabrle, die in ihrem Wohnzimmer stand. Auch jetzt lentis sich der Verdacht des Diebstahls aut das Hausmädchen. Der Verdacht stützte sich zwar auf keine Talsachen, aber Frau Dauer glaubte ganz bestimmt, daß kein anderer als das HauSmäochen den Diebstahl verübt haben könne. Das Mädchen, welches auch jetzt noch nicht eiulasseu wurde, sich aber durch die Beschuldigung deS DtebstahlS gekränkt tühlte, kündigte und trat am 1. März aus. Nun behielt Frau Dauer den fälligen MonatSlohn sowie die dem Mädchen zustehenden Trinkgelder— im ganzen 52 M.— ein, um sich wegen deS verschwundenen Geldes schadlos zu halten. DaS Mädchen klagte beim Gewerbegerich k. Hier ließ sich Frau Dauer durch einen Referendar vertreten, der die Beschuldigung deS wiederholten DiebstabiS gegen die Klägerin oufrecht erhielt, ohne daß er auch nur den geringsten Bemers dafür onlrelen konnte. Ferner legte er dcr Klägerin zur Last, daß sie in ihrer schmutzigen Wäsche, die zur Wäscherei bcsörderl wurde, eine ihr nicht gehörende Küchenickürze und drei Taschentücher eingepackt hatte. Dadurch sollten die diebücken Neigungen der Klägerin bewiesen werden. Die Klägerin gab"zu. daß sich die angegebenen Gegen- stände in ihrem Däicheichrank befanden, wo sie bmern«' gekommen waren, weil die schmutzige Wäsche des ganzen HauieS ungeordnet in einer Kammer aufbewahrt wurde. Daß sie sich die fraglichen Wäschestücke aneignen wollte, bestritt die Klägerin. Auch wehrte sie sich mit großer Entschiedenheit gegen die unbeweisbare Beschuldigung, daS Geld gestohlen zu haben. Die Klägerin gab an, daß außer ihr auch andere Perionen die Möglichkeit gehabt hätten. zu der Geldkassette der Frau Dauer zu gelangen und daß noch mehrere Diebstähle im Pensionat der Beklagten vorgekommen seien, wegen deren kein Verdacht gegen sie, der Klägerin, erhoben werden konnte.— DaS Gericht legte der Klägerin de» Eid darüber auf. daß sie das der Beklagten abhanden gekommene Geld nicht gestohlen habe.— Die Klägerin leistete den Eid. Darauf erkannte der Ber- treter der Beklagten die Forderung der Klägerin an. / # 00 Aus aller Welt. in der Nähe des stabtischen Wasserwertes durch eine Augel getroffen| nadis herumtreibt, der wird in der Dunkelheit weniger Unfug und am rechten Oberschenkel sehr schwer berlebt worden. Die Betreiben, und wer wirklich etwas nachts zu erledigen hat, der kann hörden haben zwar sofort wieder umfangreiche Streifen vornehmen sich eine Handlaterne mitnehmen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 18. März, it großen Festsaal des Berliner Stadthauses, Stralauer Straße, Eingang Jüdenstraße: Menschheitsfrühling". Freireligiöse Borlesungen finden am Sonntag eier der Jugenbeise. Festportrag von Herrn Ernst Däumig: nicht statt. Bieberbeginn der geheimnisvolen Schießerei in der Falfen lassen, leider aber bisher ohne Erfolg. Dagegen sind die Förster hagener Forst. In der Faltenhagener Forst trieb, wie wir feiner zu ber Ueberzeugung gekommen, daß es sich nicht um einen Geistes zeit berichteten, im Januar ein geheimnisvoller Schüße sein Un- tranten, sondern um Wilderer handelt. Diese Annahme scheint wesen, durch den mehrere Personen verwundet worden waren. auch durch andere Umstände bestätigt zu werden. In jenen Gebieten Nachdem von den Behörden umfangreiche Streifen vorgenommen wurden schon seit längerer Zeit Wilddiebe vermutet. Allerdings worden waren, hörte die Schießerei auf. Der Täter fonnte aber war es bisher niemals möglich, sie zu überraschen. nicht ermittelt werden und die Behörde nahm an, daß es sich wohl Ein weiser russischer Bürgermeister. Wie Birshewija Bjedo- Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland um einen geiftestranten, aus dem Heeresdienst entlassenen Solbaten handele. Seit einiger Zeit aber macht der unheimliche Schüße mosti" vom 18. Februar berichten, hat der Bürgermeister von Gria- Sonntag mittag. Ziemlich mild, im Südosten zunächst noch teoden und wiederum die Forst unsicher. So ist erst vor furzem der Geschüssowes fich für Einstellung der Straßenbeleuchtung ausgesprochen, vielfach beiter, in den anderen Gegenden zeitweise aufflarend, jedoch überarbeiter August Reinide auf der Spanbau- Faltenhagener Grenze und zwar mit folgender Begründung: Wer sich aus Nichtstuerei wiegend bewölft mit geringen, an der Rüfte etwas starteren Niederschläge. A.Jandorf& C 20 Meter Küchenkarte 55 PÅ. Belle- Alliance- Strasse Gr. Frankfurter Strasse Brunnen- Strasse Kottbuser Damm Wilmersdorfer Strasse 1 Wandspiegel mit Holzrahmen 55 PL 6 Rasierkiingen 55 PL. big 1 Flasche Birkenwasser 55PL. 1 Haussegen Brandmalerei Nachahmung 55 P. 6 Keiderbügel mattiert 55 P1 Kleiderbürste 55 PL 8 Pakete Blitzblank 55 PT. ⚫ Verlangen Sie bei Einkäufen Rabattmarken Galanterie 1 silberner Kettenring.. 55 Pf. 1 silberner Anhänger etten.. für Hals- 55 1 silberner Kinderring... 55 Schreibwaren Einband PL 1 Postkarten- Album schöner 55 25 Briefbogen Format gr. mod. m. 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Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Otto Noske Adferstraße 121, am 14. März an Bundrose ge storben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 19. März, nachmittags 2, Uhr, von der Reichenhalle des St. Elisabeth- Kirchhofes in Banlow, Bollantstraße, aus itatt. Rege Beteiligung wird erwartet. 132/1 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Befannten die tieftraurige Nachricht, daß mein einziger, mir unvergeßlicher lieber Sohn, Enkel und Reffe, der Grjahreservist 2015b Ernst Henning 13. Jajanterie- Regiment im blühenden Alter von 25 Jahren am 28. Sanitar 1917 durd) Granatiplitter jchwer verwundet und am 9. März 1917 im Feldlazarett ge fforben ist. Sm namenlosen Schmerz Die unträftliche Mutter 3. Henning. E. Henning, Grogmutter. G. Henning, Onfel. Berlin NO, Elbinger Straße 45 Er war mein Stolz, mein einziges Glud, nun fehrt er niemals mehr zu mir zurüd, ficht nicht das ge brochene auterherz, nicht meinen unaus prechlichen Schmerz, Gingit nun fo früh zur. Ewigkeit, mas bergen die paar Borte für tiefes, tiefes Leib. Suhe fanit in Friedent! Ewig bemeint on Deinen Rieben. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Am 12. März starb unser Mit glied, der Maurer Johann Throl. Ehre seinem Andenten! Die Beerdigung findet Heute Sonnabend, nachmittags 2, 1hr, auf dem Friedhof in Ahrensfelde statt. 144/16 Die örtliche Verwaltung. Allen Berwandten, Freunden und Belannten die tieftraurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, unser berzensguter, trenforgender Bater, Sohn, Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onfel 198 Friedrich Eidtner im fast vollendeten 45. Rebens jahre an Nierenschrumpfung ver ft orben ist. Die zeigen an die tieftrauernden Sinterbliebenen Hedwig Eidtuer geb. Gutgar nebit Söhnen. Charlottenburg, d. 14. März 1917, Salzufer 6. Die Beerdigung findet heute Somabend, den 17. März, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des neuen Buisen Kirchhofs, Fürstenbrunner Weg, aus ftatt. Spezial- Arzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 bireft am Stadtbahnhof Begandi. bon Syphilis, Haut-, Harn.Frauenleid., spez.dron. Fälle. Ehrlich- Hata Kuren, merz Tantiagung. Für die Betreise herzlicher Teilnahme fowie zahlreichen Kranzipen den bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters Hugo Siebert fagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, ebenso dein Gesangberein Borwärts, Süd- Ost, dem Personal, Arbeitern und Arbeiterinnen der Dura, Gementbau, dem Personal der Firma Hedmann u. Co., den Arbeitern und Arbeiterinnen der Firma Jakob, die ihm die leste Ehre erwiesen haben, unseren innigsten Dank. Marie Siebert nebst Kindern, Naunynfrage 10. 20256 Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Rs. Lungenkranke Spezialarzt Dr. med. Colemann für Haut-, Harn-, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke. 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Lebenshaltung, innere Befriedigung, die Sprachbereins bezeichnet das Kriegeernährungsamt den aus Obst, Möglichkeit der Gründung und Erhaltung einer Familie, alles hängt Zuder und Rüben bestehenden Brotaufstrich, bisher Marmelade von der richtigen 28ahl des Berufes ab. Dagtt tomint aber auch genannt, nunmehr als Striegsmus. die körperliche Eignung, die heute leider wer eine untergeordnete Das Pfund. Nach dem Wortlaut diefer Mitteilung fönnte es scheinen, wie Beachtung findet. Alle diese Fragen fins in beat Meinen Heft be Längst find aus dem deutschen Leben die alten Maße wenn das Fremdwort Marmelade" für ewige Zeiten durch die Be- banbelt, das in allen Barteibud bandlinigen für 30 f. zu haben ist verschwunden und die mit Ausnahme der angelsächsischen zeichnung Striegsmus" etsegt werden solle. Gemeint ist aber wohl, oder gegen Einsendung von 25 f. von der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 66, Lindenstr. 3, Bezegex werben fanx. und russischen Welt internationalen Abmessungen und Be- daß als Kriegsmus" nur das Erzeugnis getauft wurde, das man zeichnungen des metrischen Systems sind überall an ihre uns in dieser erfazgefegneten Kriegszeit an Stelle der früheren Aus einem ruffichen Gefangenenlager erhalten wie folgenden guten„ Marmelade" verfauft. Ein uns zugegangenes Schreiben Kartengruß: Stelle getreten. Bir Unterzeichnetex ferbex ex die sozialdemokra Elle und Fuß, Orhoft und Fuder sind einer Hausfrau gibt dem„ Kriegsmus" nach ihren Erfahrungen eine tischen jungen Berliner Mädels die Beftex Grüße aus weiter Ferne. verschwunden, Joch und Lagetvert auch, nur der jo gallige Begriffs bestimmung, daß wir auf Wiedergabe verzichten Sonst geht's une alen gut, unb möge uns ein baldiges Wiedersehen Morgen ist noch nicht ganz durch Ar und Hektar müssen. in unserem geliebten Berlin Beibert fein!( Folgen 11 Untererfest. Aber das Pfund hat sich fiegreich behauptet, nur daß fehriften.) Judem wir die Grüße biermit an die gewünschtex man es zum Kilogramm in die einfache Beziehung der Hälfte Abreffen weitergeben, rufen wir ben gefangenten Geneffen ein herzzum Ganzen gesezt hat. Für die Leute, die etwa aus Dester- Bom Magistrat Charlottenburg wird jezt Rübenfirup und liches Auf Wiedersehen zu. ( z) reich famen, war es zuerst immer befremdend, daß hier alles Buddingpulver auf Lebensmittelfarten verlauft. Das Puddingpulver Stadtgemeinde and Kriegsanleihe. Dec Magijirai Berlin hat nach dem halben Gewicht ging und was drüben ein beſtellt sich auf 3,20 m. das Pfund. Puddingpulver ist nur eine wenig beſchloſſen, fir die städtiſe Spartaffe au ber menen Striegsscheidenes Viertelfilo ist, hier als breitspuriges Halbpfund Konsumenteninteressen, der hohe Breis zustande? Kartoffelmehl anleihe 60 Millionen Marl at geinen. Zu ben früheren Reichs gefärbte Stärke. Wie kommt, so fragt der Kriegsausfäuß für auftritt, daß sogar das Viertelpfund noch eine sehr greifbare ohne Zutaten wäre für die Hausfrau viel wirtschaftlicher und dürfte triegsanleihen, waren bax des Magistrat für die Spartaffe ingeſamt Menge ist, während dort kaum jemand ein Achtelfilo ver- nicht entfernt 2.20 M. Losten. Tatsächlich lehnt auch die einfichtige 263 Millionen Dart gezeichnet worden, so daß mit den weite Iangte. Hausfrau den Erwerb einer solchen Augen und Magen täuschenden ren Zeichnungen, a. 3. aus Stiftungsmitteln uits.. Zu welchen Ehren aber hat der Krieg das Pfund ge- Nahrung ab. Der Milbenfirup fostet das Pfund 40 Pf. Er ist aft Stadtgemeinde Berlin insgesamt rund 800 Kianen Mask gezeichnet bracht! Ein ganzes Pfund Butter- Ration für zehn eine dünne Brühe von widerwärtigem Geschmad. Die Brühe enthält wurden. Wochen, ein ganzes Pfund Fleisch Nation für vierzehn etwas Zuder und viel Waffer, den Buder in rohefter, ungereinigter Lagerbücher fir Suwarntänster. Se sei somals darauf Tage, ein volles Pfund Burst- nicht auszudenkende Völlerei! Form. Reiner wafferfreier Zuder loftet das Pfund 32 Pf. Woher Bingewiefen, daß alle auswarenhändler ein Lagerbuch zu führen. fommt der unwirtschaftliche Siruppreis? Das Puddingpulver und monatlis abzuschließen und der Reisbekleidungsfielle am ersten Und gar ein Pfund Mehl oder Zucer oh, oh! der Sirup find Beispiele der Kriegsteuerung und sind, weil sie vom jeden Monats den feftgeftellten Bestand zu melden haben. Magistrate fommen, febr geeignet, die Quede diefer Kriegsteuerung Berbrude für diese Lagerbücher lönnen die Gefäfte von der zu zu ermitteln und zu beseitigen. Wir fragen, wer hat an diesen ständigen Handels- oder Handwerkskammer beziehen. Dingen verdient? Zunächst würde der Magistrat Charlottenburg, in dessen Verwaltung die wirtschaftlich bedenklichen Erscheinungen auftraten, sich zu äußern haben. Nachher wird der Kriegsausschuß für Konsumentenintereffen gern weiter forschen. Und ein altes Bibelwort ist zu unerwartetem Reben ermacht in dieser Zeit des Schleichhandels oder auch des legalen Breises für In- und Auslandswaren das Wort von dem fund, mit dem„ redlich" gewuchert ward.. Lehrer und Lehrerinnen. Berliner Lebensmittelnachrichten. bon der Die Die Bennung von Kraufenwagen. Bom Magifirat wird uns mitgeteilt: Es ist vielfach beobachtet worden, daß ganz leicht Gr franite oder Leichtverlette mit einem Kranfenivagen fich ins Krankenhaus Befördern laffen, is daß für wirklich Schwertrante es bisweilen fchtpierig ist, bei dem Mangel an Bferben Krantenwagen schnell z die Anforderungen von Strantenwagen mur auf wirklich dringende Beschaffen. Die Bevölkerung und Aerzte mögen dahin wirken, daß Fälle beschränkt werden. Die in den Gemeindeschulen Berlins während des Krieges notwendig gewordene Erfegung vieler zum Heeresbienst einberufenen Auf Abschnitt Nr. 47 der Lebensmittelfarte entfallen Lehrer durch Lehrerinnen wurde von Stadtschultat Fischer 200 Gramm Mehl und auf Abinitt Nr. 48 200 Gramm in einer Versammlung der Schultommissionsvorsteher den Ursachen Graupen oder Grüße. Die Abschnitte sind am 17., 18. und zunehmender Jugendverwahrlosung zugezählt. Wegen 19. März in den durch besondere Verkaufsschilder gekennzeichneten Die Stadt Berlin als Eria. Die aan 22. Februar 1916 vereines Borwärts"-Berichtes über die Versammlung, der das erKleinhandelsgeschäften gegen Empfangsbescheinigungen abzugeben. ftorbene Frau Augufte son Heigel geb. Gerstmann hat die Stadt wähnte, wandte der Vorsitzende des Vereins Berliner Vollsschul- Die Ware wird dann nach Ablauf der üblichen Frist dort zur Ver- Berlin zur Erbin eingefest. Die Binsen des Ralasses follen VerLehrerinnen sich an den Stadtschulrat mit der Bitte um eingehende fügung stehen. Wiedergabe jener Aeußerung über die Lehrerinnen. Die folgende wendung finden, um veriaisten oder unbemittelten jungen Männern von ihm erteilte Antwort wird jest in der„ Pädagogischen Zeitung" Eierfarte ein Ei entnommen werden. In der Zeit vom 19. bis 31. März darf auf abschnitt 16 der eine höhere Ausbildung zu ermöglichen. Bevorzugt werden sollen solche jungen Leute, die Juristen oder Kerzte werden oder in einem beröffentlicht: Der Umtausch von Fleischfarten gegen Bezugscheine anderen akademischen Beruf sich ausbilden wollen. Die Unterstützung Meine Ausführungen in der Schulfommissionsborsieher- Ber- auf andere Lebensmittel( Graupen oder Grieß oder Teigwaren) foll nicht nur während der Studienzeit gewährt werden, sondern fammlung sind in dem angezogenen Zeitungsbericht unvollständig findet für die neue am 19. März beginnende Fleischkartenperiode auch darüber hinaus, bis sie sich selbst au erhalten imftande find. wiedergegeben. Ich habe erklärt, daß die zahlreich eingestellteh, in der Zeit vom 19. bis 21. März durch die zuständigen Brot Der Magistrat hat die Annahme der Erbschaft beschlossen. Der Nachungeübten weiblichen Hilfskräfte, darunter auch solche, die feine fommissionen in deren Geschäftsräumen statt. Für die laß beläuft sich auf etwa 800 000 Mart. Lehrerinnenprüfung gemacht haben, fein ausreichender Ersatz für Bolfleischfarten werden wieder Bezugicheine auf wöchentlich die zu den Fahnen einberufenen Lebrer, besonders an Knaben 375 Gramm, für die Sinbertarien solche auf wöchentlich 200 Gramm fchulen, feien, und daß, so sehr auch diefe Striegsvertreterinnen fich Graupen oder Grieß oder Teigwaren ausgegeben. Ein Anspruch bemühen, ihre Lehr- und Erziehungspflichten zu erfüllen, das auf eine bestimmte Art dieser Waren bestebt nicht. Die Ware Fehlen zahlreicher Lehrer die Aufrechterhaltung straffer Zucht bei fann in den 93 bure Ausbang fenntlich gemachten Verkaufsstellen den größeren Kindern erfchwere. Es hat mir natürlich durchaus gegen Abgabe des für die betreffende Woche gültigen Bezugschein ferngelegen, gegen unsere Gemeindeschullehrerinnen den Vorwurf abschnitte gekauft werden. Umtauschberechtigt find diejenigen, welche zu erheben, als hätten sie bei der durch den Krieg erschwerten Er- fich in die Liste der zuständigen Brottommission eingetragen, beim Impfungen an Sonntagen. Un auch denjenigen Bersonen Geziehungsaufgaben verlagt. Im Gegenteil fann ich bezeugen, daß Magiftrat, Abteilung für Lebensmittelversorgung, den Umtausch belegenheit zu geben, fi impfen zu lassen, die an den Werktagen ver fie die schweren Pflichten, die ihnen der nun ins dritte Jahr wirkt haben. Wer, ohne dies getan zu haben, jest nachträglich den hindert find, werben fortab aud Sonntags in den städtischen Badedauernde Krieg auferlegt, mit Hingebung erfüllen." Umtauich vorzunehmen wünscht, fann beim Magistrat, Abteilung für anstalten Turmjir. 85a, Barwalstr. 64 und Dderberger Str. 57/50 Lebensmittelversorgung, Stralauer Str. 3/6, unter Vorlage der Impftermine son 10-12 ur abgehalten werben. Fleischkarte einen entsprechenden Antrag stellen. Unser furger Bericht ließ den Stadtschulvat über die Lehrerinnen fagen, auch das ipreche mit, daß jegt viele zum Deeresdienst ein berufene Lehrer durch Lehrerinnen ersetzt seien". In der langen Erklärung, die er jest gibt, finden wir keine Biderlegung, sondern eine Bestätigung. Daß die Lehrerinnen sich durch die Aeußerungen des Stadtichulrats be unruhigt fühlten, ist begreiflich bei dem Miß trauen, mit dem ihnen die Kollegenschaft männlichen Geschlechts vielfach noch begegnet. Hiermit vergleiche man übrigens, was der Stadtschulratsbrief in seinem zweiten Teil anfündigt: Andererseits möchte ich nicht verschweigen, daß unsere Werwaltung die durch den bekannten Ministerialerlaß in einem gewissen Umfang gestattete Umivandlung von Lehrerstellen in Lehre rinnenstellen als eine durch die Not der Zeit bedingte vorübergehende Maßregel betrachtet und gewilt ist, sobald als möglich das bei uns bewährte Zahlenverhältnis von Lehrerstellen zu Lehrerinnenstellen( an Mädchenschulen drei Fünftel Lehrerinnen, zwei Fünftel Lehrer und außerdem für jede unterfte Klasse der Knabenichulen eine Lehrerin) wiederherzustellen. Für die Er ziehung der älteren Knaben fann eben der männliche Einfluß nicht entbehrt werden, während andererseits an Mädchenschulen auch an geeignete Lehrerinnen mehr als es bisher geschieht, Ordinariate auf der Oberstufe übertragen werden sollten." Die Bädagogische Zeitung, das Hauptblatt des„ Deutschen Lehrervereins, fagt hierzu nichts. Der Mitgliederbestand der Berliner Kronfenfaffen, die dem Magistratskommissar unterstellt kind, hat sich im verpflossenen Jahre bebentend gehoben. Am 1. Januar 1916 waren 764 957 eingeschriebene Mitglieder vorhanden; am 1. Januar 1917 aber 806984, darunter faft 60000 freiwillige Mitglieder gegen 57000 vor einem Jahre. Zrrige Gerüchte. Der Magistrat mast darauf aufmerksam, day die Bestandsaufnahme für Gubwaren teinex Sinlag zu der irrigen Hausmannstoft". Man schreibt uns: Ju großen Berliner Auffaffung geben fann, bag demnächst eine weitere Beschränkung des Nahrungsmittelgeschäften werden neuerdings aus der Konservenfabrik freien Verkehrs mit Schuhwaren selbst eintreten würde. von Paul Lohrmann in Lübed Konservenbüchsen vertrieben mit der Aufschrift:„ Hausmannstoft Kräftiges, tafelfertiges, zusammen- Berhaftung einer fünfzehntöpfigen Diebes- und Gehlerbande. Die gefochtes Gsien!" Ich kaufte eine Halbpfundbüchse zum Preise von Schöneberger Kriminalpolizei fonnte nach umfangreichen Beobach 90 Bf. 28as aber fand ich in der Büchse? Zusammengefochte Stohl- tungen sämtliche Mitglieder einer Diebes- und Hehlerbande festund Futterrüben! Kaum ein Kind konnte davon satt werden. Ueber nehmen, auf deren Stouto eine Anzahl großer Einbruchsdiebstähle dies war der Inbalt angefäuert. Trügen die Büchsen die Aufschrift kommen. Es handelt sich um fünf Ginbrecher und deren zehn Hehler. „ Kohl- und Futterrüben", dann würde sie fein Mensch taufen. Was Den Dieben fallen u. a. zwei große Einbrüße in der Wetzstraße und fagt dazu das Kriegswucheramt? am Bariser Play aur Lafi, bei denen sie für viele Tausend Mark Belajachen erbeuteten. Ferner haben sie den Einbruchsdiebstahl in Die Verkehrsentwicklung in Grøj- Berlin ben Lagerräumen des Sereins für Kindervollstüchen in der Echaperstraße verübt, bei dem ihnen große Mengen Katao und andere wird am deutlichfien illustriert durch die großen Mehreinnahmen Lebensmittel in Gesamtwerte von mehr als 12 000 M. in die Hände der Verkehrsanstalten. Die Große Berliner Straßenbahn( die allein stelen. Der Hauptbehler war ein Lichtenberger Gastwirt, der eine Mehreinnahme von über 6 Millionen Mark hat), die Hoch- und wiederum eine Anzahl Helfershelfer bereit hatte. Den Hehlern Untergrundbabnen, Stadt, Ring- und Vorortbahnen würden noch wurde. noch eine Diebesbeute im Gesamtwerte von 50 000 M. abweit höhere Einnahmen erzielen, wenn sie den Verkehr erleichtern genommen. und mehr ausgestalten würden. Ber täglich auf diese Verkehrsmittel angewiefen ist, weiß, wie unbequem die Benugung vieler Geldschrankeinbrecher bei einem Selbstmörver. Ju der BrunnenVerkehrsmittel ist und daß man in vielen Fällen darauf ver- irae 43 betrieb ber 61 Jahre alte frühere Gerichtsvollzieher Der Maxx lebte in guten Berzioten muß. Taufende von Berlinern und ebensoviele Auswärtige Felig artsch eine fanbleibe. haben schon auf das Umsteigen vom Bahnhof 3arigauer hältnissen, wurde aber ichwermütig, seitbent seine Fran sich in einer Brüde zur Hochbahn mit Recht Träftig rasoniert. ie trenanstalt befand. Er äußerte wiederholt, daß das Leben für ihn Die Abfertigung bei der Volksspeisung biel Unfälle find ist in Berlin noch in vielen Speiseanstalten so eingerichtet, daß ihre der Treppen und Ueberschreiten dort son in der Eile beim Steigen feinen Wert, mehr habe und daß er ihm ein Ende machen werde. der Brücke vorgekommen! Seit Sonntag tam er nicht mehr zum Borschein. Man fand ihn Mängel auf die Speisungsteilnehmer geradezu abschreckend wirken Der Bahnhof Barschauer Brüde wird jetzt zu einem Haupt- iließlich in seiner Bohung erfcheilen auf. Die Bohnung wurde müssen. Warum tann man sich immer noch nicht bei allen lue- bahnhof umgebaut und sogleich schon von Technifern Pläne für die einstweilen verschlossen, und als man sie Donnerstag wieder öffnete, gabestellen dazu entschließen, den Schulkindern ihr befiere Verbindung der genannten Bahnhöfe ausgearbeitet worden ergab sich, daß Geldschrankeinbrecher in der handleihe geweien Mittagsmahl in Alaisenräumen zu reichen? Wenn find, geschieht nichts. Der jegige Zustand erwies fich besonders in waren und für 8-10,000 M, Wert und Samuciachen gestohlen man aus den von den Ausgabestellen benugten engen Turnhallen diesem Winter als geradezu trostlos, oft lebensgefährlich für weibs hatten. Der ganzen Arbeit nach handelt es sich im getverbsdie Schultinder herauszöge, so würde hiermit ihnen ebenso wie den liche Fahrgäste und wird mit der Zunahme des dort wachsenden mäßige Stnader". " Erwachsenen genügt. Der Vorwärts" hat diese dringend not- Verkehrs natürlich nicht beffer. So wie am Bahnhof Warschauer wendige Maßregel gefordert. Sie wurde inzwischen bei ver- Brüde ist es leider überall in Groß- Berlin. Keine Verkehrsanstalt den Marken hat bestimmt: An Sonn- und Festtagen darf der BeSonntagsarbeit in Deudereien. Der Dberbefehlshaber in schiedenen Ausgabestellen durchgeführt, aber in anderen läßt nimmt irgend welche Rücksicht auf die andere und noch weniger auf tried in Zeitungsoridereien, soweit es sich um die Setzer- und die Besserung noch auf sich warten. Bei einem Runda das reifende Bublifum. Die Zustände auf den Berliner Bahnhöfen Sterestsseurarbeiten, handelt, statt, um 10 Uhr abends bereits um gang, den wir in den legten Tagen wieder durch eine Reihe find unglaublich rückständig. Wie die Fahrgäste zu den Bahnhöfen 9 Uhr aufgenommen werden. Für den Beginn der Druckarbeiten von Ausgabestellen machten, fonnten wir in einigen aufs Neue das gelangen, wie sie mit ihrem schweren Gepäck von einem Bahnhof tritt eine Henderung nicht ein.. Migliche diefes Uebelstandes beobachten. Schlimm ging es in der zum anderen tommen, ob sie Anschlüsse erreichen. Termine berauf dem Schulgrundstück Reichenberger Str. 44/45 untergebrachten fäumen, Zeit vergeuden und dergleichen mehr, das ist den Anstalten Abfluß des Tauwassers zou den Bürgersteigen. Der Berliner Ausgabestelle zu, wo die kleine Turnhalle von Erwachsenen und anscheinend gleichgülig. Bolizeipräsident gibt belaunt: Wegen des eingetretenen Tauwetters Schulkindern vollgestopit war und ein wirres Durcheinander darbot. ersuche ich die Hausbefizer, die auf dem Bürgersteige aufgehäuften Benn die Soulfinder fehlen, vollzieht sich die Abfertigung Silfsdienstmeldestellen für die technischen Berufe. Im Begir! Schneemassen in Abständen von je 5 Metern und in Breite von je bie e il des Obertommandos in den Marken ist durch den Kriegsausichuß 20 Zentimeter zu durchſtechen und nach Möglichkeit auch die Abflußder in der Ausgabestelle speisenden und der das Eisen nach Hauje bolenden Berfonen der technischen Berbände nach Verständigung mit. dem Kriegsamt rinne des Straßendanmmes über der Bordicwelle in der Breite von merflich leichter und rascher. Der Betrieb eines für die Meldung von Ingenieuren, Architekten, Chemifern, Technikern, 80 Zentimeter von Schnee und Schmus zu befreien, um auf dieje fo.chen Unternehmens fann sich ohne Störung nur abwickeln, Wertmeistern, Zeichnern usw. eine Silfsdienstmelbestelle errichtet Art dem auf dem Bürgersteig fich aufammelnden Schneewasser Abfluß wenn er nicht durch Paummange! eingeengt worden. Sie befindet sich Berlin NW 52, Werftstr. 7. zu gewähren. wird. Nur dann ist es deit wartenden möglich, sich in langen Reihen aufzustellen und einer nach dem anderen vorzurüfen. Üm Berufsberatung Oftern 1917. Man schreibt.uns: Die Sentral T6000 Brotfarten gestohlen. In der Stegliger Broffommission I das zu erleichtern, follte man auch weder die stasie noch die stelle für Lehrstellenvermittelung, Berlin SO. 16, m önischen an der Schloßstraße wurde in der Nacht zu Freitag ein Einbruch ver Park 3, hält für die Eltern der Ostern aur Schulentlaffung tommen übt, wobei den Dieben 6000 Brotfarten in die Hände fielen. Speisenausgabe zu nahe an die Tür rüden. Wo der Fehler gemacht wird, muß die hereinströmende Menge fich sogleich an dieser den Knaben und Mädchen Sprechstunden ab, wo ihnen in un Stelle in dichten Haufen zusammendrängen. Mit Mühe gelangt parteiischer Beise fachgemäßer Rat über die Berufswahl ihrer man endlich bis nach vorn, mit manchmal noch größerer Mühe muß Kinder erteilt wird und Lehrstellen nachgewiefen werden. man sich nach hinten wieder hindurcharbeiten. Dabei entscheiden oft Bentralftelle verfügt zurzeit über zahlreiche Lehrstellen aus fast allen Die Sprechstunden find wochentäglich von die Ellenbogen des Stärferen gegen das Recht des Schwächeren. gelernten Berufen. So fann es einem vor dem Kassentisch ergeben, so fann sich's auch 9-12 und 4-7 Uhr, fonntäglich von 10-1 Uhr. Die Lehrlinge aus Charlottenburg und Schöneberg an der Speisenausgabe wiederholen. Und aus dem Gewühl foll man dann sein Effen glüdlich herausbringen! Diefe Bustände find wollen sich bei dem Städtischen Arbeitsnachweis, die Lehrlinge aus fchließlich für die bei der Boltsspeisung mitarbeitenden Frauen dem übrigen Groß- Berlin bei der Zentralstelle für Großebenso peinlich und ärgerlich wie für die Speisungsteilnehmer. ,, Kriegsmus“. Bas verbirgt sich hinter dem Striegsmus", bas jest( wenn man jo fagen darf) in affer Munde" ist Sierzu meldet die Beit fchrift des Deutschen Sprachvereins" in ihrem neuesten Heft: 21 Die Nur auf ein Stünden." Als Laubeneinbrecher und Schtvindler betätigte sich ein 18 Jahre alter Briargesögling Anton Finger, der Donnerstag von der Beulölner Kriminalpsliget festgenommen wurde. Finger, der aus der Fürsorgeanstalt entlaufen war, trieb sich feitdem in Neukölln und Umgebung berunt und machte dort mit einem toiomen unsicher. Daneben verübte er allerhand Schwindeleien. 18 Jahre alten Arbeitsburschen Erich Schäfer zusammen die Lauben plant er zu einer Händlerin, flagte ihr, daß er eine Fubre zu beforgen habe und lein Fuhrwert auftreiben könne, und bat sie, ihm thr Gespann nur auf ein Stündden". zu leihen. Die Frau gab Schulentlaffung und Berufswahl. Eltern, deren Kinder jetzt die ihm arglos ihr Fuhrwert mit. Finger aber verkaufte das Pferd Schule verlassen und in einen Beruf eintreten, empfehlen wir die fofort flir 300 W. an einen Händler und ließ den Wagen stehen. fleine Schrift von Dr. J. Zabet: Die Berufswahl mit Rücksicht Durch diesen Streich tam die Kriminalpolizei ihm und Schäfer auf auf die Tauglichkeit für den Beruf." Es gibt faum eine zweite die Spur, nahm gestern beide fest und führte sie dem UntersuchungsFrage, die so tief in das Leben des Arbeiters einschneidet, wie die richter vor. Berlin( siehe oben) melden. Aus den Gemeinden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Parteigenoffen und Genoffinnen! zu. Zahlt Eure Beiträge! Jugendveranstaltungen. Röpenick und Bohusdorf. Heute Sonnabend, 9, 1hr, in 6. penid im Stadttheater: Frühlingsfeier der Arbeiterjugend von Köpenid und Bohnsdorf, wozu die Parteigenoffen und-genossinnen freundlichst ein geladen find. Eintritt 20 Bf. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Linbenstr. 3, 1, 801 lints, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en beftimmten Anfrage Inicht berüdfichtigt worden find, Yönnen in den nächsten Tagen die dann ein von den Parteigerstörern im fünften Kreise verbreitetes auf sie entfallenden Eier( pro Person ein Ei) bei ihrem Butter Flugblatt bekannt, das große Heiterkeit hervorrief. Nach einigen lieferanten deden. Vom 22. März ab tönnen bei den LebensmittelAus der Bankower Gemeindevertretung. In der lebten Sibung bändlern und in den Läden der Konsumgenossenschaft ab Abschnitt 34 gefchäftlichen Mitteilungen wurde die Versammlung geschloffen. wurden die Kanalisationsgebühren für das Rechnungsjahr 1917 wie 125 Gramm Hafergrüße zum Preise von 11 Pf., auf Abschnitt Oberschöneweide. Sonntag, den 18. März, findet im Sofal von ber auf 2% Proz. festgesetzt. Bu stimmberechtigten Vertretern im 35 125 Gramm Graupen zum Preise von 7, Bf. und auf Ab- Ladewig eine Mitgliederversammlung mit Vortrag statt, zu der Verbande der größeren preußischen Landgemeinden wurde außer ichnitt 86 125 Gramm Teigwaaren( Auszugsware 18 Pf. und alle Genossen, die zur Sozialdemokratischen Partei halten, eingeben bürgerlichen Bertretern auch Genosse Schmidt gewählt. Wafferware 18 Pf.) entnommen werden. Die Abschnitte müssen laden sind. In der Schuldeputation war vom Genossen Schmidt angeregt spätestens bis zum 19. März bei dem Händler abgegeben werden, worden, die vorgesehenen völlig unzureichenden Mittel für von dem die Waren entnommen werden sollen. Der Händler hat Unterhaltung und Neuanschaffungen der Schulden Empfang der Abschnitte zu quittieren und gegen Rückgabe bibliotheken der Gemeinbeschulen aufzubeffern. Die der Cuittung die Waren den Bestellern auszuhändigen. Vertretung hatte sich infolgedessen mit einer Vorlage zu beschäftigen, wonach die Rektoren der Schulen die zur Verfügung stehenden Mittel um 50 Broz. überschreiten fönnen. Rach Begründung durch Stadtrat Stawis trat Genosse Schmidt sowie auch der bürgerliche Vertreter Bose in eindrucksvoller Weise für die Vorlage ein, worauf diese einstimmige Annahme fand. Der Arbeiter: Werbt neue Mitglieder. Führt dem ,, Borwärts" neue Leser Samariterbund( Kolonne Groß- Berlin) hatte sich mit einem Gesuch um eine Beihilfe an die Gemeindeförperschaften gewandt. Nachdem Genosse Schmidt Zweck und Wirken des Arbeiter- Samariterbundes bargelegt und das Gesuch unter Hinweis auf die außerordentliche Wichtigkeit und Nüblichkeit derartiger Bestrebungen gerabe in der jebigen Zeit warm befürwortet hatte, bewilligte die Bertretung einstimmig eine Beihilfe von 50 M. Aus der fich an die Tagesordnung knüpfenden umfangreichen Zebensmittelbebatte ist herbitzuheben, daß die Bebensmittelabteilung ernsthaft bestrebt ist, nach Möglichkeit die Bersorgung sicherzustellen und Rebensmittel so reichlich als tunlich zur Berteilung zu bringen, daß aber erst für die Monate April und Mai auf reichlichere Herausgabe zu rechnen ist. Zur Beruhigung der Bevölkerung wurde noch mitgeteilt, daß bisher in Bantow noch fein ollton Boden aufgetreten sei und Maßnahmen zur Impfung für die nächste Zeit in Aussicht ständen. Steglit bleibt bei 175 Broz. Einkommensteuerzuschlag. Der Etat des Haushaltplanes schließt in Einnahme und Ausgabe mit 10 305 750 9. ab. Sämtliche Steuersäge sind die gleichen wie im Borjabre, nur die Kanalisationsgebühr, die im Vorjahre von 1 auf 2 Prog. erhöht wurde, ist auf 1,6 Broz. ermäßigt worden. Erweiterung der Stegliger Boltsspeisung. Die vierte Striegsbollstüche wird am Montag im Südender Ortsteil, Stephanstr. 34, Ede Halskestraße, eröffnet. Der Vorverkauf der Speisemarten er folgt am Sonnabend von 11-2 Uhr in der Küche. Die Eröffnung der fünften Rüde, im westlichen Ortsteil, zu der die GemeindeBertretung die Mittel schon bewilligt bat, dürfte auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. In den bisher in Betrieb gewesenen brei Küchen wurden täglich über 9000 Portionen ausgegeben. Lebensmittelverteilung in Steglit. Vom Sonnabend bis Dienstag gibt die Gemeinde pro Kopf der Bevölkerung ein Eiab, und zwar zunächst auf Abschnitt 1 der blauen Lebensmittelfarte. Reicht der Vorrat weiter, dann wird auf Abschnitt 16 verkauft. Die Versammlungen und Zusammenfünfte unserer Parteimitglieder nehmen einen erfreulich guten Verlauf. Der Besuch nimmt zu und die Diskussionen werden lebhaft und fachlich geführt. Ueberall hört man Genugtuung darüber, daß der leidige Parteistreit nicht den ganzen Abend ausfüllt, daß wieder fachliche Auseinanderfegung gepflogen werden fann. Nach Lage der Sache ist es natür lich nicht leicht, Mitglieder zu werben; große Refrutierungsgebiete find nicht vorhanden. Desto mehr muß der einzelne sich anstrengen, neue Anhänger uns zuzuführen. " stande mit. ist ein Buchstabe und eine Babl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Ant Anfragen, denen feine Abonnementsquittung beiwort wird nicht erteilt. gefügt ist, werden nicht beantwortet. Gilige Fragen trage man in der Sprech tunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die SprechR. 196. 1. Rein, da gegenwärtig teiner aktiv birnt. 2. 1,50. für den Tag. R. 3. 97. 1. Die Berjährungsfrist ist um die Kriegszeit verlängert. 2. Wenn es sich um Geschäfte des täglichen Lebens handelt, sonst in 2 Jabren. Schuldners aus dem Heeresdienst möglich. 4. Auch das ist erit nach Entlassung des 3. Nein. Die Agitation für unsere Zeitung, den Vorwärts", darf nicht vernachläffigt werden. Jeder neue Leser verstärkt den Einfluß des Vorwärts". Einfluß und Macht jetzt sich um in Rechte und Vorteile. Die nach dem Kriege kommenden schweren Kämpfe fönnen nicht geführt werden ohne ein weitverbreitetes und gelangen, der Shnen den Schaden zugefügt hat. Rlage fönnen Sie gegen achtetes Organ. Pflicht der Mitglieder ist es, ibre Beiträge regelmäßig und pünktlich zu leisten. In den Bersammlungen und Zufammenfünften werden Beiträge entgegengenommen. Die von unserer Parteiorganiiation eingeführte Marte hat dies Aussehen: SPD BEEIRR GROSS BEREN 40 PE Für die weiblichen Mitglieder sind nach dem gleichen Muster 20- Pfennig- Marfen vorhanden. Alle anderen Marten, die er feine Startoffeln erhalten hat, kann auf die Kartoffelkarte man hier und da den Genossen aufzubrängen sucht, sind zurück600 Gramm Gebäd entnehmen. zuweisen. Eine Ausnahme hiervon bildet der Kreis Teltow- Beeskow. 150 Broz. Zuschlag in Tempelhof. Zu den Gemeinden GroßBerlins mit den niedrigsten Steueriägen gehört auch Tempelhof. Hier haben bis auf weiteres noch die alten Marken ihre Gültigkeit, Die Gemeindevertretung hat in ihrer legten Sigung einstimmig Fünfter Wahlkreis. Am 14. d. M. fand in den Unionssälen, den neuen Haushaltsplan festgelegt und dabei den Zuschlag aur Greifswalder Straße, eine start besuchte Mitgliederversammlung Einkommensteuer mit 150 roz. unverändert gelaffen. Auch die übrigen Steueriäge wurden nicht erhöht. Der Voranichlag statt, in welcher Landtagsabgeordneter Genosse Sirsch über der ordentlichen Verwaltung schließt mit 2951 000 M., der der Preußen in Deutschland sprach. Nach dem Vortrage nahm außerordentlichen Verwaltung mit 32 000 M. ab. Ferner stimmte die Versammlung eine Resolution einstimmig an, in der fie der bie Gemeindevertretung der Erweiterung der Kriegsspeiseanstalt in fozialdemokratischen Fraktion des Landtags ihr Einverständnis mit der Werderstraße zu, die fich steigender Benutzung erfreut. der von dieser vertretenen Politik aussprach. Während der VerLebensmittelverkauf in Reinickendorf. Diejenigen Einwohner fammlung wurde unter dem Jubel der Anwesenden das Wahlbes westlichen Ortsteils, welche bei der bisherigen Eierberteilung I refultat von Botsdam- Dfthavelland mitgeteilt. Der Vorsitzende gab 5. Durch Zahlungsbefehl 6. Das Amtsgericht des Drtes, in dem der Schuldner seinen Wohnsiz hat, 73 Neukölln. Sie können jeden Tag eingezogen werden. ist zuständig. Auf Grund des H. D. G. Das Hilfsdienstgefes hat damit nichts zu tun. D. S., Fredersdorf, 10. Sie sind dem Wirt gegenüber zum Ersat wird der Kassenangestellte aus seiner bisherigen Tätigkeit nicht entfernt. der Scheiben verpflichtet und lönnen nur Erfaz der Kosten von dem verB. 1. diesen erft erheben, wenn er aus dem Heeresdienst entlassen ist. Beschwerde ware beim Streisausschuß für den Kreis Teltow, Berlin, Bittoriaftr. 17, einzulegen. 8.. 125. 1. Bahrscheinlich besteht in dem bortigen Streise auch ein Ausfuhrverbot, schon deshalb fönnen Sie fich die Saattartoffeln nicht ichiden lassen. 2. Antrag wäre an den Magiftrat, Futtermittelverteilungsstelle, zu richten..D. 12. Ja. G. K. 34. Unterstügung stand Shnen noch bis zum 15. Februar zu. Bolle Miete müffen Sie vom 1. Februar ab zahlen. Zur Zahlung der Kirchensteuer find Sie verpflichtet. M.&. Sie unterstehen dem Hilfsdienstgelet und müssen sich melden. Bezugsquellen- Verzeichnis Berlin- Norden Bei Einkäufen empfohlen. Drogen, Farben Benckendorf New Hochstr. 39 Getschmanns Centr. 159. nah.Schulzendorist. Fleisch- u. Wurstw. Wichert Herr., Dam., Knab.Fu. Mädchen- Garder, Veteranenstr. 14 0. Hoffmann fertig u. n. Maß Kolonialwaren Strelitzer M. Saegebarth Str. 57 Mehlhandlungen C.E. Fink, Pankstr. 92. Möbelmagazine Wiese& Co. Beinickendorfrat, 97 Tischlermeister Bezugsquellen- Verzeichnis Berlin- Osten Erscheint wöchentlich einmal. Bei Binkäuten empfohlen. Butter, Eler, Käse P.H. Ackermann, 8 Filialen Mehlhandlung Königsberger Joh. Pietsch Straße 26/27 Photograph. Ateliers Haynn, Frankfurt. Allee 92 geg. Ringbah. Frankf. Allee. Inh.0.Zeschke, AndreasTh. Wenzelair 28 Andreasplais Schuhw. u. Besohlanstalten p Petersburger L. Heinrich Straße 48. Warenhäuser Hamburger Warenhaus Max Flemming Alt- Stralan 11, Vorw.- Les. erh. 5% 10 Warenhaus Wilhelm Stein 70-71 Chausseestrasse BERLIN N. Chausseestrasse 70-71 Wirtschaft 1 Fleischbrett gross....... 1 Eierschrank 1 Waschbrett.. 1 Fleischbrett 1 Fleischklopfer mit } 95 PL } 1 Toil.- Papierhalt. 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Rosenkante 95 Pf. 2 Mittelteller durchbrochen, mit 95 Pf. 6 Portions- Obertassen.. 95 Pf. 95 Pt. Rosenkante 95 Pf. 1 Kinder- Speisegeschirr font 95 P. 7 Bierbecher hohe Form Beleuchtung 3 Glühṣtrümpfe für Stehgas 95 Pf. 2 Glühstrümpfe für Hängegas 95 Pf. 1 Zünder. 1 Ersatzstein 2 Gaszylinder. teil. Parfümerien 2 Pakete Waschpulver... 95 Pt. 3 Rollen Toilettepapier... 95 Pt. ... 95 15 Pakete Blitzblank 95 Pf. 2 Topfreiniger u. 1 Loofahgurke 95 Pl. ..95 Pi. 6 Rasierklingen...... 95 Pf. 95 Pl. 1 Flasche Köln. Wasser 95 Pi. 2 Flaschen Köln. Wasser..95 Pf. 1 Haarbürste.... 95 Pi. 1 Auftragbürste u. 1 Blankb. 95 Pt. 1 Zahnbürsteu.1Schtl.Zahnpl.v 95 Pt. Emaille 1 Küchenschüssel....... 95 Pf. 1 Klosettbürstenhalter 1 Wassermass. 1 Kaffeekanne.... 1 Kaffeetrichter... 2 Kaffeeflaschen 1 Nachtgeschirr. ::} 95 P Pt. 95 PL ....... 95 Pt. 95 Pf. Galanterie- Nippes ... 95 Pt. 2 Postkarten- Rahmen Kab.- u Griseldis- Rahmen 95 Pf Postkarten- Rahmen. Stück 95 Pf. 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Da fiel mir die Ge» schichte ein. Auch da-Z Land, in dem es Kartoffelpuffer in HüTe und Fülle gab. stand in allen Einzelheiten vor mir. Es ist das kleine crz- gebirgisch« Dorf. Da klitzt der Bach durchs Tal, da läuft die Dorf- straffe! Dort drüben liegt das Gütchen meines Loters. lind richtig, da liegt auch noch die Hütte Risseng ottlobs. Em Wunder, daff sie noch immer dort steht! Und damals— es sind nun bald dreißig Iadre her— sagte mein Vater an den Abenden, an denen de: Herbstkturm die Siandbafligkeit unserer Eschen erprobte: »Wenn nur Rissengotilob nicht vergißt, fein Häusel anzu- binden!" Und als ich ihn das erstemal, da ich das hörte, erstaunt und fragend ansah, meinte mein Vater: »Ja. ja. er muß es anbinden, daß es der Wind nicht nimmt! An den Holzap'elbanm!" Herne weiß ick allerdings, daß Riiiengottlob seine Hütte nie angebunden bat. Er war zeitlebens für das Ungebundene, und dann haben ihn in seinem Leben so viele Stürme geschüttelt, daß er zu der Zeit, als mein Vater das behauptete, wohl den Respekt vor den Stürmen verloren halte. Wäre er nicht so>ür das Ungebundene gewesen, so hätte er da oben auf der Mühle sitzen können. Aber die halte er durchgebracht. Dann hatte ihn seine königliche Ungebundenbeil zu häukige« Streifen in die königlichen Jagdgründe verlertet. die dort oben lagen, und von denen die Bauern selbst sagten, daß in diesen Gründen die Hirsche bester gepflegt würden, ais sie ihre Dchien pflegen könnten. Eine Weile ist das gut gegangen. Dann aber ist die verfluchte Geschickte mit dem Hilfsjager passiert, die Risiengottlob für ein paar Jahre an einen Drt brockte, wo es keine Mühlen und Wälder und Hirsche gibt, trotzdem er(wer ermißt die Ironie der Tatsachen?) Waldheim heißt. An diesem Orte hatte Gottlob die«chusierei gelernt. Als er heimgekehrt war. trieb's ihn doch loieder in den Wald. Er per- dingte sich als Waldarbeiter, trotzdem er Anlaß hatte, auf Förster und Hilfsförster scheel zu blicken. Er hielt aber aus, bis ihm die Fichte das Bein zerschlug. Run erst stieg er(versteht sich, nachdem das Bein zusammengeflickt war.') zu den Bauern in das Tal und stellte in seiner Hütte Schusterbank und Schemel auf. Bei den Bauern halle ihm die Geickichie mit dem Hilssförster nickt geickadet. Goltlieb bekam die Vauernstieiel zu befohlen und Gottlob wurde geholt, wenn mit Bierden und Rindvieh etwas nicht stimmte. Einer seiner besten Freunde war mein Vaier. Heule, wo die Gestalt wieder in meinem Gedächtnisse lebendig geworden ist. er- wacht in mir der Verdacht, daß die elende Geschichte mit dem Hilss- förster gerade den Grund zu dieier Freundschaft gelegt hat. Wenn geschlachtet worden war, dann packie der Bater eine Wurst ein und Mutter tat ein paar Stücke Fleisch in den Topf. Damit mußte ich zum Gottlob. Wenn er mir solche Suffrage gab, lachte mein Vater und zagte zu meiner Mutter: ..So ein lieber Kerl, wie der Gottlob ist, aber seine Kockerei..." Und dann erzählte er haarsträubende Geicklcklen auS Gottobs Junggescllcn-Küche, vis meine Mutier böse wurde oder auS der Siube lief. Ich aber hörte schaudernd zu. Und wenn es mir auch schon damals zweifelhaft crickien. daß Gottlob in stürmlschen Rächten vorsorglich sein Häusel anseile, die Geschichten ans seiner Küche fanden leider durch den Augenschein mancherlei Bestäligttng. * Es war an einem Abend im April. Mein Vater rief mich auS der Stube in den Hoi hinaus. Er war aus dein Felde gekommen. „Geb' doch ichnell zum Gottlob herunter und hole mir meine Stiesel. Ick muß morgen in die Wiesen." Als ick in Goltlobs Hülle kam, empfing mick ein angenehmer Duft. Wahihastig. Rissengottleb buk Kartoffelpuffer. � Ick sagte.guten Abend" und forderte meines Baters Lang- schäile. Gottlob nabm die Lampe von der Wand, ging hinüber auf die andere Icüe der Stube, wo sich der Schusterschemel spreizte, und holte die Ungetüme von Sticieln ans der Ecke. Sie waren neu besohlt. Er hielt sie in die Höhe und hob sie in den Licht- kreis. Tann sagte er � .Da setz' Dich. Ich muß sie noch ein bißchen schwärzen!" Gottlob nabm den. einen Stiefel, tauchte de» Zeigefinger der anderen Hand in ein Gläschen mit schwarzem, lintenarligem Zeug und fuhr mit dem Finger rund um den Rand der Sohle herum. Im Nu war der grauichimmernde Rand ueffchwarz. Dasselbe wiederholte er bei dem anderen Stiesel. Dann stellte er die Un- getüme auk den Bode», wischte leicht mit dem schwarzen Finger über die blaue Schürze, nahm die Lampe und ging an den Herd, wo es in der Pfaimc lebhaft zischte, Er zog die P'onne von dem Feuer, nahm ein großes, vreiles Messer, hob damit die Pllffer auS der Pfanne und tat sie auf einen Teller. Mit den Händen griff er in den Teig und formte neue Buffer. Ich hatte mich erhoben. Gottlob sah nach mir hin. .Setz' Dich nur!" sagte er freundlich..Nun sollst Du auch einen Puffer haben!" Er nahm einen von dem Teller und brachte ihn mir. War es möglich? In der Hand, mit der er»och soeben den Stiefel geschwärzt. Ich brachte das„danke" kaum heraus. Da faß ich mit meinem Kartoffelpuffer. Mit de» Händen, mit denen er die Stiefel ichwärzte, halte er das gemacht! Die Gefchichtcn, die mein Vater erzählt hafte, V wurden furchtbare Wahrheit. H Meine Jahne lagen fest aufeinander. Feucht stieg eS mir im Halse herauf. Gottlob hatte sich wieder seinem Backgeschäft zugewandt. Da war schon ein Teller hoch voll. Da stand noch eine Pfanne mit Puffern aus dem Feuer und da war auch noch Teig in dem Napfe. Sein Zweifel, Vater hatte recht, wenn er sagte:„Wenn der Gottlob anfängt zu kochen, da kocht er gleich für 14 Tage!" Ja, Vater hatte gut lacken. Hatte er schon mal einen Kartoffel- vuffer von Riffengoitlob in der Hand gehabt, den er essen mußte? Und wenn schon. Vater hätte doch gelacht und hätte den Puffer hingelegt und gesagt:„Gottlob. Du bist ein guter Kerl, aber Deine Kartoffelpuffer... Nee. im Leben nick!" Daß Kinder nicht können, was ihre Väter können! Kinder müssen essen, wenn sie bei fremden Leute» was kriegen. Gottlob war wieder-mit semer Pfanne beschäftigt. Er hatte daZ breite Melier und wendete die Puffer. Meine Augen liefen umher wie die einer gefangenen Ratte. Da— auf dem Sofa lag eine alte dicke Decke. Mein Blick ging hin zu Gottlob. Er wandte mir den Rücken zu. Aber wa-Z ick vorhatte, das war sa ein Frevel! Das war ja Sünde! Nein, ick konnte meinen Händen nicht gebieten! Wie ein Blitz war die eine an der Decke und hob sie bock. Die Hand mit dem Puffer fuhr weit unter die Decke und ließ den Puffer an Ort und Stelle. Eine schnelle Bewegung strich die Decke glatt. Tie Zähne gingen wieder auseinander und ein tiefer Seufzer ging hin- durch. Ahhh--- In diese« Augenblick wandte mir Koitlob sein freundliches Gestckt wieder zu. Und ich i Schurke!> leckre heuchlerisch die Finger. Das bätte ich aber wohl lieber nicht tun sollen. Gottlob gnff nach dem Teller und nahm wieder einen Puffer. Ich erschrak furchtbar. Aber er biß selber hinein. „Na. Hat'S geschmeckt?' ftagte er. »E ja." sagte ick. Noch heute schäme ich mich der Festigkeit, mit der eS heraus kam. .,Na"«Gottlob griff wieder nach der Schüssel),»da hast Du nock einen!" In der Pfanne zischte e-s. Bräunend und warnend. Gottlob sah nach den Puffern. DaS zweite Verbrechen ist muner leichter als das erste. Auch kaltblütiger ist man dabei. Ich war ini Besitze dieser Erfahrung, als auch' mein zweiter Kartoffelvuffer neben dem ersten schön warm unter der Decke ruhte. Ich stand schnell auf.„ES wird finster," sagte ich,»ich muß gehen. Taiii auch!" Mein freundlicher Wirt band die Stiefel an den Struppen zu- i'ammen und lud sie mir auf die Schulter. Auf dem Heimwege fiel mir ein, daß ich die Puffer hätte iu die Tasche stecken und draußen in den Bach werfen können. Da hätten sie die Ferellen gefressen. Aber waS nützt einem alle?, was einem zu spät einfällt? Deutsches Gpernhaus:»Der poftillon von Lonjumeau." Im Juni werden achtzig Jahre feil der Berliner Erstaufführung dieser komischen Oper dc-s Franzosen Adam verflossen sein. Daß sie noch immer lebendig geblieben ist, verdankt sie besonder? günstigen Umständen. Zunächst der frischen melodiösen Musik, Dann der Titelrolle. Unzählig sind die Ritter vom hohen � zweigestrichenen C, die sich damit Lorbeeren und Reichtümer crsungen haben. Zumal seitdem Theodor Wachtel das rhythmische Peitschen- knallen cmgefnbrt hatte. Er und Heinrich Botel waren auch die berühmtesten deutschen Postillonc. Vom Text aus belrachter, wird die Schablone und Verlogenheit der übrigens raffiniert gemachten Handlung auffallen. Daß sie in die Zeit"des franzöffschen Rokoko verlegt ist. erhöht ihre für die welsche Spielvper charakteristische innerliche Unwahrheit. Aber der Komponist hatte nun Ellbogenftciheir. Er konnte gegensätzliche Per- soncn illustrieren, die verschiedensten Musikeil— von der großen Koloraturarie bis zum Tanz— durcheinander mischen und so alle Geschmäcker befriedigen. Denn man wollte nur unterhalten sein. Ob nun die Wiederausführung dieser Oper— mit anderen ihresgleichen— vom künstlerischen Standpunic aus Berechrigung Hai. kommt natürlich auf den Grad der in Anwendung gebrachten Mittel an. Die Charlottenburger Opcrnbühne darf sich eines außerordent- licken Vorzugs rühmen. Bernhard Botel, der Sohn Heinrich Botels, wirkt ja an ihr. Und da ihm die Erbschaft der musikalischen Intelligenz, bor allem eines echt lyrischen, leicht ansprechenden Tenors zugefallen ist. fo war ziemlich sicher, daß er als Postillon Furore macken würde, was ja nun geschehen ist. Bötel und Mizzi Fink als Magdalcne sind ober auch ein prachtvoll zusammen- gestimmtes Sängerpaar. Und nichl minder glänzend ist ihr komischer Gegenpart: Julius Lioba»(Marquis) und Eduard Kandl (Schmied, dann erster Chorsänger). Prompt im zweiten Alt'tonnte Marie Zimmermann mit Grete Margot und dem Vallettkoips nach Musik von Rameau klassische Tanzkunst offenbaren. Rudolf K ra s sc l l dirigierte und das Orchester spielte mir vollem Behagen. est. Sacke elektrisch. Dereinst erklang der katcgorlschc Imperativ„Koche mit Gas". An das»Backe elektrisch" wird kaum beule noch jemand recht glauben wollen. Tatsächlich find aber auch durch den Kohlcnmangcl in der Schweiz, wie der„Prometheus" imtteill. Erwägungen darüber im Gange, Backöfen elektrisch zu heize». Im Jahre 1913 war auf der Bäckereiansstellung in WedsnSwill ein elekirlsck geheizter Backofen vorgeführt worden, der zwar allgemein als Kuriosum angestaunt wurde, an dessen prattische Verwendung aber memalid glaubte. Die Bäckcrvereiniguug hat nun eingehende Versuche zur Erprobung des elektrischen Backofens angestellt inir dem Erfolg, daß das tcch- nifche Ergebnis zwar ein gutes war, aber die Bemebslosten gleichfalls recht bedeutende. Run aber denkt man wieder an den clck- trischen Backofen, denn Kohlen sind sehr knapp iu der Schweiz und Brolbacken will man dock. Dazu kommt noch, daß die Sckweiz ja über ausreickende Wafferlräfte zur Erzeugung von elektrischem Strom verfügt. Es bat also das elektrische Backen in der Schweiz am ehesten Aussicht auf Berwnkltckung. ftotczca. — K u n st a b e n d. Im Rahmen der Arbeitervorlesungen der vereinigten Hockschulen wird am Sonntag, lst/z Uhr abends, der zweite Bslkskunjtabend im Dorothrensiädtiscken Realgymnasium, Dokmoevilstr. tu,' veransiuiiet.'Dr. ä. Koeppen hall euiSt—Ltcht- bildervortrag über„Die Kultur der türkischen Völker und wir", Frau C. Faul spricht über das„Tllrklschc Frauenleben". — El n Forschungsinstitut für Kriegsgeschichte. Das Kriegsarchiv der Umverfiiat Jena wird in ein selbständiges Forschungsinstilul für Kriegsgeschichte und alle damit zusammen- hängenden wirtschaftlichen und kulturellen Fragen umgewandelt werden. — Der erste Lebensmittel diktaror, Die alte Spielftage: wer war der erste— wird nun auch auf die Lebens- mmeldiktamr angewender. Einige wollen ihn in Joseph von Aegypten sehen, der nach der Bibel Aegyptens Velpromamierung besorgte. (Aegypten hatte von allcrsber genaue Lebensmittelkomrolle und damit zusammenhängend auch die Regulierung und Verteilung dcS Nilwassers durchgeführt.) Bei den Römer» wird Casus Gracchus zit der Ehre dieses Postens erhoben, weil er 163 v. Chr. gesetzmäßige Getreidevcrleilung einführte. Mit mehr Reckt wird auch an Pom? pejus erinnert, der auf Vorschlag CiceroS fünf Jahre diklau"� RomS Gelreideverforgung gegen die Seeräuber zu sichern h und gleickzeitig die einheimische Landwirtschaft wie die Einft.,. überwachte, U] Der polizeimeister. Ei n russischer P o l i z c i r o in a n von Gabrycla Zapalska. Janka lehnte den Kopf an die verschränkten Arme und sagte traumverloren: „Ach, ich bin des Lebens so froh! Niemals habe ich mich seit dcr.l Tode meines lieben Mütterchens so glücklich gefühlt wie jetzt. Mir ist ordentlich bange."/ Halma klatschte in die Hände. „Warum denn?" rief sie lachend,„wovor hast du Angst?" Janka wurde plötzlich ernst. „Ich' fürchte, daß mir mein Glück entschwiiiden könnte!" Halma zuckte die Achseln. „Mädchen, versündige dich nicht! Dein Glück ist jetzt Klitzki. Wieso sollte dieser verschwinden?" „Ich weiß nicht! Ich weiß nicht!" In demselben Augenblick erschien Iuzia mit einem Brief. Janka stürzte ihr entgegen und rief freudig: „Bon ihm! Von ihm!" Halina und Juzia beobachteten sie schweigend. In Juzias Gesicht spiegelte sich etwas wie Reue und Traurigkeit. Nach ihrer Vereinbarung mit Tagejew hätte sie ihn über alles unterrichten müssen, was in diesem Hause vorging, ja. ihm sogar den Brief übergeben sollen, den er über heißen Dampf geöffnet, durchgelesen und mit Gummi verklebt wieder zurückgegeben hätte. Aber Juzia tat es nicht. Seit gestern ivar in ihr der Trotz des mißhandelten Tieres crloacht. Sic hatte MarkowSki nichts von Tagejews Drohungen mit- geteilt, weil dieser ihr streng verboten hatte, irgend jemand in ihre Verabredung einzuweihen. Aber das Maß war übervoll. Die Rolle deS Spitzels lastete wie ein Stein aus ivrem Herzen. Die mochte und konnte nicht länger solchen Zwecken dienen. Sie mar leichtsinnig, eine käufliche Dirne, alles, aber... ein Spitzel I? Die überlegte, ob es nicht besser wäre. Markowski alles zu sagen. Von zwei Hebeln schien ihr Markow" li ein Engel im Vergleich mit Tagejew. Vielleicht konnte er sie noch retten und von den Spitzeldiensten erlösen. Zu diesem Zwecke wollte sie Janka bitten, gegen Abend ausgehen zu dürfen. Sie wußte, daß Markowski s« um diese Zeit mit offenen Armen emp- fangen würde. Janka hatte den Brief zu Ende gelesen. Unbeschreibliche Freude spiegelte sich in ihrem Gestchtchen. „Was schreibt er?" fragte Halina neugierig. „Er kommt morgen! Hörst du? Mit dem Mcndzug!" Sie drückte den Brief an die Lippen. „Morgen werde ich ihn sehen!" ..Gnädiges Fräulein," fragte Juzia schüchtern.„Darf ich für eine Stünde ausgehen?" „Geh nur. geh," sagte Janka.„amüsiere dich! Vielleicht hast du auch einen Bräutigam? Ja?" Von Glück und Liebe strahlend, näherte sie sich Juzia. Juzia dachte an den Mann, zu dem sie gehen wollte, an seine ausschweifenden Liebkosungen, an seinen von Alkohol und Tabak durchtränkten Atem und sein„asiatisches" Be- nehmen und wurde dabei immer trauriger. „Nein, gnädiges Fräulein, ich habe keinen Bräutigam." „Das ist schlimm," erwiderte Janka lachend.„Willst du denn eine alte Jungfer bleiben?" „Ich tauge nicht mehr zur Heirat!" sagte sie mit gedämpfter Stimme. „D!" riefen die Mädchen erstaunt,„hattest du vielleicht einen Bräutigam und er starb?" „Ja l" bestätigte Juzia,„da? ist es!" In diesem Augenblick erschien Kazjo. Er kam aus der Stadt iu feinem Umformmantel und hielt einen Brief in der Hand. Er glaubte, Janka allein zu treffen. Jlizia verließ das Zimmer und Janka lief dem Bruder entgegen. „Weißt du. Herr Klitzki kommt morgen!" „Ich weiß es und wollte es dir gerade sagen." „Wieso tvcißt du es denn?" Ein Anflug von Ungeduld huschte über Kazjos Antlitz. „WaS liegt daran! Genug, daß ich es weiß." . Er zerknitterte den Brief und steckte ihn mechanisch in die Manteltasche. „Essen wir bald?" „In emer Stunde!" Er wandte sich zur Tür, um in sein Zimmer zu gehen. „Möchteft du nicht bei uns bleiben?" fragte Janka, als 'ie sah. daß die Freundin sich verletzt fühlte. Aber Kazjo hing beeritL seinen Mantel und Mütze im Vor- zimmer an und entgegnete: „Nein, meine Liebe, ich habe keine Zeit!" Tic Mädchen blieben allein. „Dein Bruder ist ein hübscher Junge, aber furchtbar ein- gebildet," begann Halina. „Wieso denn?" „Er verkehrt ja mit uieniand 1" „Ja, er steckt immer nur in Büchcru." „Ich bin neugierig, was er wohl lesen mag. Laß uns ein- mal nachsehen! Vielleicht können wir auch aus dieser Weis« heitsquellc schöpfen." Aber Janka war nicht imstande, an etwas anderes zu denken, als au Klitzki und ihre Liebe. Halina wurde schließlich müde, immer dasselbe zu hören und wollte aufbrechen. „Du mußt aber Begleitung haben!" sagte Janka.„Du kannst doch nicht am Abend allein gehen!" Aber sowohl die Köchin wie Juzia waren ausge- gangen. „Vielleicht bringt Kazjo dich!" sagte Janka. Halma zuckte die Achseln. „Der? Er sagt wieder, er habe keine Zeit, und dann'bin ich die Blamierte. Nein, nein, ich gehe lieber allein „Damit man dich beraubt oder gar tötet! Dann über- nachte lieber bei mir!" „Das kann ich nicht. Du weißt, wie streng Mama darin ist." Die beiden Mädchen standen verlegen und hilflos da. Plötzlich klatschte Janka freudig in die Hände. „Ich werde dich begleiten!" „Was nutzt inir das! Damit wir beide überfalleir werden?!" „Hab keine Sorge. Tu sollst unter dein Schutz eines Mannes gehen." Das ausgelassene, übermütige Kind lebt in ihr auf. Wie ein Pfeil schnellte ste aus dem Zimmer. „Wirst schon sehen!" rief sie. Halina, die Jankas übermütige Scherze von der Schule ber kannte, wnnherte sich nicht und wartete geduldig ab, was dieses kleine Köpfchen wohl ersonnen haben mochte. Sie wartele nicht lange. Bald stürzte ein reizender, kleiner Student ins Zimmer, in einem viel zu langen Mantel und umgekrempelten Bein- kleidern, aus denen ein Paar kleine Füßchen hervorschauten, die Mütze tief über der Stirn. Jänko bot der erstaunten Freundin galant den Arm und rief lachend: „Zu Befehl, mein gnädiges Fräulein!"(Forts, folgt.) Direktion Max Reinhardt: Deutsches Theater. 7: John Gabriel Borkman. Sonntag: Jehn Gabriel Berkmann. Nachm. 2 U.( kl. Preise): Nachtasyl. Kammerspiele. 7 Uhr: Der Welbstenfel. Sonntag: Das Konzert. Nachm. 3, Uhr( kleine Preise): Minna von Barnholm. Volksbühne. Theat. a. Bülowplatz. 7%, Uhr: Die Ratten. Sonntag: Der G'wissenswurm. Theater i. d. Königgråtzerstr. Dir. C. Meinhard R. Bernauer. 74, Uhr: Totentanz II. Teil. Komödienhaus Lessing- Theater.| Rose- Theater. 7 Uhr, z. 1. Male: Liebe. Tragödie von Anton Wildgans. Sonntag: Liebe. Deutsch. Künstler- Theater. Allabendlich 7, Uhr: Die beiden Klingsberg. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Direktor Franz Goerke: 3%, Uhr: Tausend und eine Nacht. 7% Uhr: Der dele Bauer. Walhalla- Theater. 7, 116r: Das Glücksmädel. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 7, Uhr. Nur noch bis 27. März Zwei helle Berliner Borber die März- Spezialitäten. Mittwoch, den 28. März, 3. 1. Male: Wenn's Mailüfterl weht. 7: Die verlorene Tochter. Heimatland und Sonntag 4 or: Die Sache klappt. Berliner Theater 7 Uhr: Die tolle Kemteß. Heimatliebe. Theater für Sonnabend, den 17. März. Deutsches Opernhaus, Charlottenb.| Neues Operettenhaus 7 Uhr: Die toten Augen. Schiffbd. 4a. Kassentel.: Nord. 281. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 7.: Der Soldat der Marie. 74, 0.: Das Dreimåderlhaus. Residenz- Theater. Admiralspalast. Nur noch 5 Tage Frau Fantasie Schlittschuhläufer- Ballett a. d. Oper ,, Der Prophet" Vorzügl. Küche. Anfang 7 Gebr. Herrnfeld- Theater Uhr: Die Warschauer Zitadelle. Voigt- Theater. 74, U: Der Stolz der Famille Kleines Theater 7. Der Raub der Sabinerinnen. Komische Oper 7%, Uhr: Die Dose Sr. Majestät. Sonntag 8, Uhr: Heimat. Lustspielhaus 7% Uhr: Die schöne Kubanerin. Morgen 8 Uhr, neueinstudiert: Als ich noch im Flügelkleide. Metropol- Theater 7 Uhr Die Csardasfürstin. 10 Min.: Sonntag 18 Uhr: Die Kaiserin. Schiller- Theater 0. 7%, Uhr: Götz von Berlichingen. Schiller- Th.Charlottenbg 7%, U.: Die Frau vom Meere. Thalia- Theater. .: Das Vagabundenmädel. Theater am Nollendorfpl. 3 Uhr: Die Zauberflöte. 7%, Uhr: Die Gulaschkanone. Theater des Westens 7%, U.: Die Fahrt ins Glück Trianon- Theater 7%. Ein glücklich. Familienvater Busch Zirkus A. Schumann Tägl. 7, Sonat. 8, u. 7, Uhr. ! Mexikanische Lynchjustiz! des Tom Jaek in der Todesfessel und die übrigen vorzüglichen März- Nummern. Zum Schluß der Abendvorstellung: Riesen- Pracht- Wasser- Pantomime Die versunkene Stadt. Sonntag 8, Uhr: Die Gelerprinzessin. Einlaß 7 Uhr. Anfang 7, Uhr. Heute und täglich Das equestrische Programm. 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