Nr. 79. 34. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: abonnements. Brets primumerando Bierteljährl 3,90 m, monatl 1.30 möchentlich 80 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,30 Mart pro Monat Eingetragen in die Boft Beitungs Breisliite. Unter Areuzband für Deutichland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an Belgien, Dänemart Holland, Italien, Quremburg. Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint tägld. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5. Pfennig Die Infertions- Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder beren Raum 60 Bfg., für bolittiche und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedrudie Bort 20 Big.( guläifig 2 fettgebrudte Borte), jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan seigen das erste Bort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Feruivrecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97. Die Mittwoch, den 21. März 1917. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97. Frontverlegung im Westen. Räumungsgefechte im Westen- Neue Kämpfe links der Maas- Luftkämpfe Neunter Kampftag zwischen Ohrida- und Prespa- See nördlich Monaftir. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 20. März 1917.( W.. B.) Westlicher Kriegsschauplah. In dem feindlicher Besetzung preisgegebenen Gebiet zu beiden Seiten der Somme und Dise verliefen mehrere Gefechte von Infanterie- und Kavallerie- Abteilungen verlustreich für die Gegner. Die Borbereitung des in jener Gegend ausersehenen Kampffeldes machte es zur militärischen Notwendigkeit, alles unbrauchbar zu machen, was dem Feinde später für seine Operation notwendig sein konnte. Im Jpern- Bogen holten unsere Erlunder 12 Engländer aus ihrer Stellung. Zwischen Lens und Arras war zeitweilig der Artillerikampf lebhaft. Auf dem linken Maas- Ufer richteten die Franzosen nachmittags und nachts heftige Angriffe gegen die von uns am 18. 3. gewonnenen Stellungen; sie sind überall abgewiesen worden. An der Höhe 304 stieß aus eigenem Antrieb eine unserer Kompaguien dem weichenden Feinde nach und entriß ihm ein weiteres 200 Meter breites Grabenftüd, dessen Besagnng( 25 Mann) gefangen genommen wurde. In Luftkämpfen wurden 13, durch Abwehrgeschütze zwei feind.iche Flugzenge abgeschossen. Deftlicher Kriegsschauplas. Front des Generalfeldmarschalls Brinz Leopold von Bayern. In einigen Abschnitten regere Gefechtstätigkeit als in den Bortagen. Bon Streifen an der Beresina nnd am Stochov brachten unsere Aufklärungsabteilungen 25 Russen gefangen ein. Mazedonische Front. Der nun seit 9 Tagen währende Kampf zwischen Ohrida und Prespa- See sowie auf den Höhen nördlich des Beckens von Französisches Großkampfschiff versenkt. Monaftir hat auch gestern den Franzosen feinen Erfolg gebracht. Ihre Sturmtruppen brachen in breiter Front gegen unsere Stellungen sowohl in der Seen Euge wie im Norden von Monaftir vor; in unserem Fener, an einzelnen Stellen im Nahkampf, find alle Angriffe gescheitert. J Unsere und die verbündeten Truppen haben sich sehr gut geschlagen. Nördlich des Dojran- Sees wurden mehrere englische Kompagnien durch Artilleriefeuer zersprengt. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 20. März. Abends. Jm Besten bei Regen einige Gefechte im Gebiet beiderseits der Dife, im Osten bei Zanwetter keine besonderen Ereignisse. * Der österreichische Bericht. Wien, 20. März 1917.( 28. T. 8.) Amtlich wird verlautbart: Deftlicher Kriegsschauplak. Jn ben Waldtarpathen, westlich von 2nd unb am Stochsd erfolgreiche Borfeldunternehmungen. Sonst nichts von Belang. Italienischer Kriegsschauplag. An der Flaimstaler Front bedeutend gesteigerte, fonft nur gewöhnliche Artillerietätigkeit. Trieft war neuer\ bings das Ziel feindlicher Fliegerbomben. Südöstlicher Kriegsschauplah. Nördlich von Tapalani an der Voinsa rieben unsere Aufflärungsabteilungen eine feindliche Bande auf. Deftlich des Dhriba Sees wurden neuerlich starke franzöfifche Angriffe abgeschlagen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Petersburg ausgesprochen, die in Anbetracht des Ernstes der Lage, welche die durch die alte Regierung bereits erschütterten wirtschaftlichen Kräfte des Landes zu desorganisieren drohe, wünschensDeutscher U- Boot- Erfolg im Mittelmeer. wert sei. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Nikolai Nikolajewitsch vom Oberbefehl enthoben. Die demokratische Welle. Fürst Bülow hat einmal in einer seiner Stanzlerreden gefagt, die Regierungen Europas würden schon deshalb einen Weltkrieg zu vermeiden suchen, weil die eigentliche Siegerin in ihm die Sozialdemokratie sein würde. Soweit sich diese Voraussage auf das politische Programm der Partei bezieht, ist an ihrer Verwirklichung schon heute kein Zweifel mehr möglich. Eine der Folgen des Krieges wird. eine weitgehende Demokratisierung ganz Europas sein. Was auf diesem Gebiete binnen wenigen Tagen in Rußland geschah, ist so groß, daß alles andere dagegen winzig erscheint. Auch der Regierungswechsel in Frankreich. Doch auch er ist ein Symptom. Die Republik war unter dem Regime Poincaré- Briand etwas autokratischen Manieren berfallen. Der Militarismus, der als französischer nicht besser ist denn als preußischer, machte sich unliebsam bemerkbar. Nun folgt ein Ministerwechsel, dem gewiß nichts Rebolutionäres anhaftet, der aber den bürgerlich- hausbackenen Radikalismus wieder zu Ehren bringt. Auf dem Sitz des Kriegsministers weicht der bunte Rock dem schwarzen und an die Stelle des großen Wortemachers Briand tritt der alte Rechner Ribot. Es stedt ein Stück Ernüchterung und Ver bürgerlichung in diesem Szenenwechsel, vielleicht ein fleiner Anfang zur Selbstbefinning, jedenfalls aber eine starte Selbstbefestigung der demokratischen Republit. Diese erscheint als die Staatsform, in der Frankreich seinen Beharrungs zustand erreicht hat. Bei uns? Das ist vorläufig noch ein dunkles Kapitel, über das des Sängers Höflichkeit am liebsten schwiege. Immerhin, es regt sich unter der Oberfläche, und wir demo tratifieren uns einstweilen auf dem ungefährlichen Boden der Theorie. Dafür gibt es große Beispiele, wie die Reden des Reichskanzlers, und kleinere, die als Symptome gleichfalls zu beachten sind. " Die Poſt" kennt man aus Friedenszeiten als ultrareaktionäres scharfmacherisches Blatt. Dort schreibt aber jetzt der freikonservative Abgeordnete, Landrat a. D. v. Deivi mit scharfer Spike gegen das preußische Herrenhaus das Folgende: Wohl... ist die politische Richtung, die durch die opponierenden Redner des Herrenhauses mit Erfolg zum Ausdrud kam, ein schwerer Schlag für die Beurteilung fonfervativer Anschauungen in der öffentlichen Meinung. Eine demokratische Welle ist nun einmal in stärkster Bewegung. Sie ist aber nicht, wie in anderen geschichtlichen Epochen, durch revolutionäre Bestrebungen veranlaßt, sondern sie wird wenigstens zurzeit getragen von dem Tatbewußtsein jedes einzelnen im Dienste der Allgemeinheit und in dem Willen, diefer zu Berlin, 20. März. Eines unserer Unterseeboote, nügen. Darin liegt der fundamentale Unterschied von einst und Kommandant Kapitänleutnant Moraht, hat am 19. März jezt. Mag der Auslauf dieser Bewegung nicht gefahrlos fein, fie im westlichen Mittelmeer ein durch Zerstörer ge. bleibt trotzdem von anderen Gesichtspunkten aus zu beurteilen. sichertes französisches Großkampfschiff der Herr v. Dewit hat von revolutionären Bewegungen London, 20. März. Times" meldet ans Petersburg: immer noch eine recht landrätlich enge Vorstellung. Wir Danton- Klasse durch Torpedoschuß versenkt. Das Die provisorische Regierung war gezwungen, der Stimmung haben diesen Begriff immer anders aufgefaßt, und wir sehen Linienschiff, das Zidzadkurse lief, legte sich nach dem Treffer der Revolutionäre Zugeständnisse zu machen. Als der Zar darum schon ein Stück revolutionärer Bewegung darin, sofort stark über und tenterte nach 45 Minuten. abdankte, ernannte er den Großfürsten Nikolai zum Ober- wenn ein alter konservativer Landrat sich genötigt sieht, die befehlshaber. Trotz dessen Volkstümlichkeit hielt es die pro- Stärke einer demokratischen Welle" anzuerkennen. Herr Die Dantontlaise umfaßt 6 Linienschiffe, die 1909-1910 nennung aufzuheben, um der böswilligen Propaganda Die freifonservative Partei wird sicher einem Geist der visorische Regierung für notwendig, die Erb. Dewig entscheidet sich dieser Welle gegenüber für eine Politik deszwedbewußten Mitgehens" und er versichert: auf Stapel gelegt wurden( Boltaire, Diderot, Condorcet, Danton, ein Ende zu machen, und durch einen Erlaß anzuordnen, daß ersteinerung starken Widerstand entgegenstellen." Mirabeau, Vergniaud). Ihre Berdrängung beträgt 18 320 Tonnen. troß dieser respektablen Größe tönnen die Schiffe aber noch nicht der Oberbefehl nicht in den Händen eines Mitgliedes der FaZweck des zweckbewußten Mitgehens ist natürlich das boll zu den Dreadnoughts gezählt werden, da sie nach Art der milie Romanow ruhen dürfe. rechtzeitige Bremsen. Solche Mitgängerschaften fennt man älteren Linienschiffe nur mit 4 ganz schweren( 80,5 Zentimeter-) Mit der Beseitigung dieses Großfürsten ist ein gefähr aus der Geschichte aber man weiß aus ihr auch, daß allzu Geschüßen beitüdt find, während das Charakteristikum der licher Feind aller freiheitlichen Bestrebungen Rußlands bor- eifrige Bremser schon oft unter die Näder gekommen sind. Dreadnoughtklaffe eine Bestüdung mit 8, 10, ja 12 ichweren Ge- derhand ausgeschaltet. Größte Bedeutung fann der Schritt Darum wollen die Ultratonservativen solche Fahrten nicht schützen ist. Dafür führt allerdings jedes Schiff der Dantontlaffe freilich erst dann erlangen, wenn ihm weitere Maßnahmen mitmachen, sie bleiben lieber figen, wo sie gerade find, sonoch zwölf 24- Zentimeter- Gefchüße, ferner eine sehr zahlreiche, leichte entsprechender Art folgen. Die Großfürstenfippe ist zwar ein lange, bis auch der Boden unter ihnen ins Gleiten tomint. Artillerie. Die Geschwindigkeit der Danton- Linienschiffe beträgt führendes Glied des zaristischen Systems, aber das System Einer von diesen Hartnäckigen präsentiert sich nun in 19,3 Knoten, die Friedensbefatzung 858 Mann. selbst fällt nicht mit diesem Gliede. einem Leitartikel in der Deutschen Tageszeitung", der sich mit außerordentlicher Heftigkeit gegen die Wahlrechts forderung Scheidemanns richtet. Er schwärmt für eine starte Monarchie", die so start ist, daß sie nicht 16 einmal die von ihr feierlich versprochene Wahlreform gegen den Widerstand eines winzigen Häuflleins durchzusezen imftande ist. Scheidemann, so flagt er, wolle die Französisches Torpedoboot gegen französisches U- Boot. Die Achtstundenbewegung der amerikanischen Eisenbahner. Bern, 20. März. Mitte Februar d. J. hat ein franzö Washington, 19. März.( Reuter.) Das Oberbundesgericht Hohenzollern zu„ Scheinkönigen" machen, die nichts zu fisches Torpedoboot in der Bucht von Marseille ein hat die Verfassungsmäßigkeit des Gesezes, fagen, ondern nur den Staat au repräsentieren haben". franzöfifches U- Boot versenkt in der Annahme, es sei ein welches den Eisenbahnern den Achtstundenta g gewährte, Gerade das ist aber auch das geheime Jdeal der Herren um deutsches. die Deutsche Tageszeitung". Der Petersburger Arbeiterdeputiertenrat bestätigt. New York, 19. März.( Reuter.) Das Uebereinkommen, durch das der Eisenbahnerstreik verhindert wird, wurde heute früh für soforti e Wiederaufnahme der Arbeit. von den Leitern der Bahnen und den Führern der EisenPetersburg, 19. März. Nach einer Meldung der Peters- bahnerverbände unterzeichnet. Es bewilligt den Leuten den burger Telegraphenagentur hat sich der Rat der Arbeiter- Achtstundentag und Bezahlung von Ueberzeit zum Mindeſtfake abgeordneten für die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit in von einem Achtel des Tagelohns für die Stunde. 19 Nach ihrer Meinung haben die Hohenzollern schon viel sprach, Friedrich Wilhelm IV. sie beschwor, als Wilhelm I. das u biel gefagt, als Friedrich Wilhem III. die Verfassung vergleiche Wahlrecht im Reiche guthieß und Wilhelm II die Wahlreform in Preußen als eine der wichtigsten Aufgaben der Gegenwart verkündigte. Nach ihrer Meinung sollten das immer nur Worte bleiben, die in die leere Luft gehaucht bie Haymaeller 3ut ber brauchen! in waren, denn die Hohenzollern hatten nichts zu jagen", son- 1 ballerie und leichie Truppenabteilungen, die das Oifetal entlang des Vaterlandes gleichgültigen und dern eben nur den vom Junkerwillen beherrschten Staat 30gen, heute früh gegen 10 Uhr Nohon. Zwischen Oise und Schauden und Laster verstridten Regierung. Soiffons find die gange erfte deutsche Linie sowie die Dörfer Die heldenhaften Anstrengungen der Armee, welche unter Breußen zu repräsentieren". Carlepont, Morfain, Noubron, Vingré in unsere Macht gefommen. Das ist der alte Kampf um die Macht zwischen dem Volke Wir haben auf der Hochfläche nördlich von Soissons Fuß gefaßt dem Druck der grauenhaften Unordnung im und einer kleinen Minderheit, die die Monarchie rücksichtslos und Erouh in der Gegend von Reims bejezt. Einen Handstreich Innern unterlag, und die Stimme Stimme der Volksals Einsatz mit in das Spiel wirft. Der Monarchie war bergegen La Pompelle micefn mir leicht zurüd. vertretung, die angesichts der Gefahr für das Volk dammt wenig damit gedient, daß Friedrich Wilhelm III. Französischer Heeresbericht vom 19. März, waren unfähig, den und Friedrich Wilhelm IV. den Einflüsterungen der Platt- nachmittags. Im Laufe der Nacht haben unsere leichten Ab zusammentrat, den ehemaligen aristokraten" und reaktionären Ultras Gehör schenkten: der teilungen die enge Fühlung mit dem Feinde beibehalten und ihren Kaifer und seine Regierung auf den Weg Glanz ihres Hauses und das Ansehen ihrer Personen in der Marsch ohne Anhalten fortgesetzt. Deftlich von Mes les haben wir des Busammengehens mit dem Bolke zu an reicht. Nördlich von Nohon besetzten wir Guis carb. Wir triewaren diejenigen, denen die Monarchie weiter nichts als ben unsere Patrouillen an der Staatsstraße von St. Quentin ent Geschichte hat dabei wahrhaftig nichts gewonnen. Gewinner berichiedenen Punkten die Bahnstrede am- es les erbringen. Als daher Rußland durch gesehwidriges und unheilvolles Mittel zum Zied war. Sie gebrauchten dieses Mittel, sie lang bor. Deftlich der Oise haben wir uns der zweiten deutschen Handeln seiner Regierenden sich vor dem größten Unglück sah, mig brauchten es jogar, und 1848 waren sie nahe daran, es Stellung bemächtigt. Die Zahl der Flecken und Dörfer, die durch verstand das Volk es, die Machtinseine eigenen die Franzosen seit drei Tagen befreit wurden, erreicht gegenwärtig Sekt aber soll wieder der Thron als Damm vor die 100. Biele Ortschaften wurde auf gebäffige Weise vom Feinde ger- ände zu nehmen. Der revolutionäre Schwung eines der Welle der Demokratie" geschoben werden. Im Interesse des stört und geplündert. Tausende von Einwohnern, welche die Deut ganzen Ernsthaftigkeit des Augenblickes sich bewußten Volkes Thrones? Oder vielleicht doch nur im Interesse derer, die schen nicht abtransportieren fonnten, famen unseren Soldaten ent- und der feste Wille der Reichsduma schufen die provisogegen. Abends: In Laufe des Tages rüdien unsere Truppen hinter ihm Schutz suchen? über am an der Somme und Eha unh an der Oise hinaus vor. ride Regierung, welche es als ihre geheiligte Chauny Der Throneschieber in der Deutschen Tageszeitung" Bir halten eine große Zahl Ortschaften zwischen diesen beiden Pflicht auficht, die Wünsche des Volkes zu erfüllen und das verübelt es dem Genossen Scheidemann sehr, daß er vor- Städten. Unsere Kavallerie, die mehrere Kilometer nördlich von Landauf den leuchtenden Weg freierbürger gestern hier im Vorwärts" im Zusammenhang mit der Sam strahlenförmig vorging, erbeutete einen Transportzug, der licher Organisation zu führen. preußischen Wahlrechtsfrage auch der russischen Re- fich in der Richtung auf St. Quentin zurüdzog. Unser Vormarsch Die Regierung glaubt, daß der Geist hoher Waterlandsvolution gedacht hat. Ja, wäre es denn besser, man erreichte an dieser Stelle 35 Kilometer Tiefe. Südlich von Chauny würde sich blind stellen? Glaubt man wirklich, daß solche erreichten unsere Abteilungen die allgemeine Linie 2otte- liebe, den das Volk in dem Kampf gegen die alte RegierungsWeltereignisse ohne Einfluß auf die Dinge bei uns zu Hause Soissons, bie gänzlich freigemacht ist. Nordöstlich von Crouy form bewiesen hat, auch unsere tapferen Soldaten auf den rüdten unsere Vorposten längs der Straße von Maubeuge vor. bleiben können? Niemand droht, bei uns fönnte es etwa 3m Laufe des Tages wurden etwa 20 neue Dörfer und Flecken Schlachtfeldern beseelen wird. Die Regierung ihrerseits wird auch so gehen wie dort drüben, die Verhältnisse liegen gänglich befreit. Der Feind verwüstete vor seinem Rüdauge das Band. Obst ihr Möglichstes tun, um der Armee alles Notwenverschieden, und Rußland würde auch nach einer entscheiden- bäume wurden gefällt oder herausgeriffen, die Felder durch Minen di gezusichern, damit sie den den Niederlage Rußland bleiben, Deutschland aber wäre zerwühlt, die weite Krater gebildet haben. Bahlreiche Dörfer find nach ihr so gut wie gewesen. Aber sollte man wirklich denken, böllig eingeäschert. Die Einwohner, die ohne Unterkunft und ohne die demokratische Bewegung in Deutschland würde dadurch Nahrungsmittel find, wurden von unseren Truppen berpflegt. Die schwächer werden, daß fie fich solange Gefahr von außen Berbindungswege find an mehreren Stellen abgeschnitten, alle droht in politisch reifer Selbstdisziplin zügelt?. Wenn man ihr nicht schon während des Krieges Englischer Seeresbericht vom 18. März. Feind durch demokratische Reformen, vor allem durch die Einfüh- liche Nachuten zurüddrängend rüdten unsere Truppen in den bekrung des gleichen Wahlrechts in Preußen Rechten 24 Stunden einige Meilen vor, und zwar bis zur Tiefe von nung trägt, so ist das ein ungeheurer, ein verhängnisvoller zehn Meilen in den Plägen der annähernd 45 Meilen jüblich Fehler, der sich früher oder später rächen muß. Das mit Chaulnes bis in die Nachbarschaft von A tras sich erftredenden immer steigendem Nachdruck auszusprechen, halten wir für Front. Außer Nesle, Chaulnes und Peronne gewannen unsere Pflicht gegenüber einem Kanzler, der seine Aufgabe wir den Besis von über 60 Dörfern. Bericht vom 19. März. Die Verfolgung des Feindes begreift, aber davor zurückschreckt, sie zu erfüllen. Er traut dauerte heute fort, wobei Kavallerie und vorgeschobene Bosten die fich nicht, mit Gegnern fertig zu werden, denen ihr eigenes feindlichen Nachhuten zurüdtrieben. Der gewonnene Boden erengbegrenztes Interesse stets einzige Richtlinie ihres Han stredt sich in einer Tiefe von zwei bis acht Meilen. 40 weitere delns war und denen auch ein Hardenberg die Ruhmlosigkeit Dörfer fielen in unsere Hand. ieines Ausgangs verdankt, weil auch er alles verstand, nur nicht zur rechten Zeit zu handeln! Die Räumungsbewegung im Westen. Mezières, 18. März. Unser Kriegsberichterstatter Dr. Abolf Röfter drahtet: Auf Grund meines mehrtägigen persönlichen Auf enthaltes in der aufgegebenen Zone kann ich über die Freiwillig feit des lange geplanten und intensiv vorbereiteten deutschen Rüdjuges an dem westlichen Frontenzentrum folgendes bestätigen: Die Tatsache, der Termin und der örtliche Umfang des Rüd. auges war uns sowie einigen neutralen Herren, die hier augenblidlich weilten, seit langem bekannt. Unsere persönliche Anwesenheit an verschiedenen Frontstellen hat uns gezeigt, daß der Rüc aug nirgends unter irgendwelchem feindlichen Druck geschah. Bei nünftigem Rebelwetter wurde in den lehten acht Tagen die gefamte schwere Artillerie, Pionierparts und Munitionsdepots ohne irgendwelche Störung zurüdgeschafft. Im Gegenteil: die Engfänder waren gerede in den kritischen Tagen fo völlig ratios, daß on einigen Stellen ihrer Frout selbst ihr übliches Artilleriefeuer kommen schwieg. Das methodisch vorbereitete Beziehen unserer Swischen und Sauptstellungen geschah vor meinen Augen nördlich Der Somme ebenfalls in völlig unbelästigter Ruhe. Der aufgegebene Geländestreifen ist auf Grund militärischer um Teil durch die lesten Sprengkommandos von Radfahrern und tavallerie. Alle Wegfrenzungen find in riesige Sprengtrichter verveubelt, alle Bäume und Sträucher umgehauen, die Aeder und Biefen aufgepflügt, Kanalschleusen und Bahnkörper gesprengt, alle rauchbaren Gebäude rüdfichtslos niedergelegt, Brunnen vernichtet. Beite Strecken der von mir durchwanderten ehemals lebendigen Bene find zu einem idealen Schußfeld rasiert worden, von bem wir iede kleinste Erhöhung und Falte genan kennen. Die Dörfer diefer Todeszone sind seit langem verödet und verwüstet. Alle Wehr und Arbeitsfähigen find ins Hinterland gebracht; Tausende von Greisen und Kindern find mit Proviant für fünf Tage versehen und find furz vor dem Rüdzug in den Kellern der aufgegebenen Städte und Dörfer, zum Teil in Unterständen untergebracht. Sie befinden sich heute schon in den Händen ihrer Landsleute. Die große operativ und moralisch befreiende Umgruppierung, beren Zeuge wir heute waren, muß mit ihren, für das franzöfifche 2and harten Folgen vom rein militärischen Gesichtspunkt gewürdigt werden. Der Gesamtschaden des Landes wiegt nichts im Vergleich Brüden zerstörf. Krieg zum fiegreichen Ende führen. kann. Die Regierung wird alle uns mit anderen Mächten verbindenden Bündnisse tren bewahren. Indem die Regierung die unumgänglich, notwendigen Maßregeln für die Verteidigung des Landes gegen den auswärtigen Feind ergriff, hat sie es als ihre erste Pflicht angesehen, dem Bolte den Ausdruck seines Willens hinsichtlich der politischen Regierungsform in jeder Weise zu erleichtern, und wird sobald als möglich eine konstituierende Versammlung auf Grund allgemeinen Wahlrechtes berufen, wobei sie den tapferen Vaterlandsverteidigern ihren Anteil an den Wahlen sum Parlament sichern wird. Die konstituierende Versamm lung wird auch das Grundgeset veröffentlichen, wel ches dem Lande die unantastbaren Rechte der Gleichheit und Freiheit sichern wird. Das neue französische Ministerium. Unter dem Eindruck des ganzen Schwergewichts der poliParis, 20. März.( Meldung der Agence Havas.) Das neue franzöfifche Ministerium ist wie folgt gebildet worden: ichen Unterdrückung, welche auf dem Lande gelastet und die Vorfit und Aeußeres: Ribot: Justiz: Viviani; Krieg: freien schöpferischen Kräfte des Volkes während der quälenPainlevé; Marine: Lacaze; Bewaffnungswesen: Thomas; den Jahre der Prüfungen für das Volk behindert hat, hält Finanzen: Thierry; Inneres: Malvy; Deffentlicher Unter die provisorische Regierung es für notwendig, no ch richt: Steeg; Deffentliche Arbeiten: Desplas; Handel: Cle- vor der Berufung der konstituierenden Vermentel; Ackerbau: Fernand David; Verpflegung: Vio- fammlung Iette; Arbeit und soziale Fürsorge: Bourgeois; Kolonien: Maginot; Unterstaatssekretär des Flugwesens: Daniel Vincent. dem Lande sofort feste Grundsäke zu geben, welche die politische Freiheit und Gleichert. fichern, um allen Bürgern die Geltend Der Abgang Briands hat durchaus nicht das ganze Mi- machung ihrer geistigen Kräfte in schöpferischer Arbeit zum nisterium Briand in die Bersentung mitgezogen. Nur ein Wohle des Landes zu erleichtern. Drittel feiner Bestandteile hat sich verändert, und der Kopf, Die Regierung wird auch Sorge tragen, Grundsäße ausder dem Kabinett den Namen gibt, stammt aus dem bisherizuarbeiten, welche a II en Bürgern die Teilnahme an gen Bestande. Ribot übernimmt die Zeitung in einem ben Gemeindewahlen sichern sollen, die auf Grund Augenblick hochgespannter Schwierigkeiten. Schaut man nicht nur auf seine durch ein Bierteljahrhundert ministerieller allgemeinen Stimmrechts stattfinden werden, Arbeit gehäufte und erprobte Erfahrung, sondern auch auf Im Augenblick der Befreiung des Volkes denkt das ganze sein Alter von vollen 75 Jahren, io wird die Annahme einiger- Land mit frommer Dankbarkeit an diejenigen, welche im maßen erschwert, daß die jebige Kabinettsbildung in der Hoff Stampie für ihre politischen und religiösen Gedanken als nung auf ein längeres Dajcin geschaffen sei. Ließ die fri Opfer der Nachsucht der alten Regierung gefallen sind, und tische Stunde des Weltkriegs eine schnelle einstweilige Rege- die provisorische Regierung wird mit Freuden alle, die lung, die ein nicht gerade beunruhigendes Aeußeres aufivies, für das Wohl des Landes gelitten haben; aus geraten erscheinen? Soll der Name Ribot nur eine Rüde der Berbannung und aus den Gefängnissen berdecken, die zurzeit nicht durch eine ausreichende Lösung beseitigt werden kann? Ribot hat diese Rolle schon einmal aurü drufen. übernommen, und damals dauerte seine Ministerschaft sogar nur einen Zag. Jedenfalls fehlt diesem Ministerium der erregende Charakter, den bor anderthalb Jahren der Aufstieg Briands hatte. Ihm fehlt das hohe C chauvinistischer Kriegsbegeisterung. Auch das Ministerium Ribot dürfte zurzeit an einen Frieden ohne Elsaß- Lothringen nicht denken. Aber fein Regierungsantritt ist sicher auch nicht das Zeichen eines sich noch schärfer anspannenden Kriegswillens. Mit dem Ministerium Briand stürzte binnen wenigen zu den unerhörten blutigen Opfern, die dieser geniale Plan unserem Zagen die zweite der feindlichen Regierungen, die das Bolte erspart haben wird. Sein restloses Gelingen hat an der sanzen Westfront, besonders aber bei den endlich aus den Schlamm. deutsche Friedensangebot ablehnten.de löchern der Somme zurückgezogenen Verbänden das rückhaltlose Bertrauen zur Heeresleitung und die ruhige Zuversicht in die Die provisorische Regierung an das ruffische weitere Entwickelung mächtig gestärkt. Dr. Abolf Köfte r. Volk. Indem die provisorische Regierung an der Lösung dieser Fragen arbeitet, glaubt sie, daß sie den Willen des Volkes ausführt, und daß das ganze Volt sie unterſtüßen wird bei ihren Bemühungen, die Wohlfahrt Rußlands zu sichern. Ein anderer Text des Miljukow- Rundschreibens. Dem Wolffichen Bureau wird aus Bern gemeldet: Frans zöfifche und italienische Blätter peröffentlichen die Depesche Mijutows an die russischen Vertreter im Auslande in einem " Rußland hat den Krieg, welcher seit faſt drei Jahren die Welt anderen Tert, als er in den neutralen Ländern erschienen ift, nämlich auf Einschaltung folgender Säße vor dem Schluß: in Blut badet, nicht gewellt. Aber das Opfer eines vorbedachten und von langer Hand vorbereiteten Angriffs, wird Rußland fortBern, 20. März. Stegemann bezeichnet im Bund" die von Petersburg, 19. März.( Meldung der Petersburger Tele- fahren, wie früher gegen den Eroberungsgeist einer räuberischen Rasse zu kämpfen, welche fich einHindenburg im Westen insgeheim vollzogene Umgrup- graphen- Agentur.) Die provisorische Regierung hat heute vor- bildet, eine unerträgliche Hegemonie über ihre Nachbarn aufrichten zu pierung als glänzend geglüdt und sagt: Der am mittag folgendes Manifest erlaffen: tönnen und dem Europa des 20. Jahrhunderts die Schmach der Herr 17. März zur vollen Sichtbarkeit gebiehene Entschluß Hindenburgs, Mitbürger! Das große Werk ist mit mächtigem Schwung schaft des preußischen Militarismus aufzuerlegen. Treu dem Ber den entscheidenden Zug im Endspiel zu tun, indem er die Armeen vollendet worden. Das russische Bolt hat die alte Regierungs. trag, welcher Rußland unlöslich mit seinen ruhmvollen zurücnimmt, ist die Probe auf das Erempel, wer die besseren Nerform gestürzt. Ein erneuertes Rußland wurde auswelt um jeden Preis eine Bölferfriedensära auf Grundlage einer stabilen pen hat in diesem unberechenbaren, aber dennoch von geistigen Ge- form gestürzt. Ein erneuertes Rußland wurde aus Berbündeten einigt, ist Rußland gleich ihnen entschlossen, der jeken bewegten Striege. Im strategischen Sinne ist Hindenburgs biefem Staatsstreich geboren, den lange Jahre des nationalen Organisation, welche die Achtung des Rechts und der Gerechtigkeit gewährleistet, zu sichern. Rußland wird an ihrer Entschluß, zurückzugehen, eine erlösende Tat, denn diese Kampfes nicht hatten erreichen können. deutsche Rekonzentration stellte das alte Spiel auf dem Seite den gemeinsamen Feind bis ans Ende ohne alten Hauptbrett neu und damit zur Entscheidung frei. ich angehöre, wird alle Energie auf die Borbereitung des Sieges verPause und Schwäche bekämpfen. Die Regierung, welcher wenden und schnellstens den Jrrungen der Bergangenheit, welche bis her den Schwung und den Opfergeist des russischen Volkes paralyfieren fonnten, abzuhelfen fudjen." Unter dem Druck der erwachten Kräfte hatte der Akt bom 17. Oftober 1906 Rußland verfassungsmäßige Freiheiten verheißen, welche jedoch nicht in die Wirklichkeit um Französischer Heeresbericht vom 18. März, nachmittags. Zwischen der Abre und der Dise rüdten bie gesetzt wurden. Die erste Duma, die Trägerin der Forde französischen Truppen während der Nacht bedeutend vor. Das rungen der Nation, wurde aufgelöst, die zweite hatte ganze Gelände, das zwischen den früheren Linien und der Straße dasselbe Los, und die Regierung, unfähig, den Willen bon Rohe nach Rohon und von Damery bis zur böhe des Volkes zu ersticken, beschloß, dem Volke durch den Akt von Lagny erobert wurde, ist in ihrem Bejige. Einige ziemlich vom 3. Juni 1907 einen Teil der Gesesgebungsgunsten der Franzosen. Sie schädigten die Verfolgung in feiner rechte, die ihm versprochen worden waren, wieder zu Weise, diese dauert nördlich der Straße von Noyon fort. In der entziehen. lebhafte Gefechte mit deutschen Nachhutabteilungen endeten zu Wolffs Bureau bemerkt zu diesem Absah: ,, Der uns aus Kopenhagen zugegangene Tert hat dieje Säße so wenig entbalten, wie der in der Schweiz verbreitete." In einem Leitartikel zur Revolution in Rußland schreibt der Kopenhagener Sozialdemokraten": Gegend von Reims und nördlich von Seichepreh( Oise) Pa= Während der zehn nun folgenden Jahre hat die Regierung Aus ber Mitteilung Miljufotos an die russische Diplomatie int Calonne fosteten den Deutschen Verluste, hatten aber feinen Er- dem Volke allmählich alle Rechte wieder ge- Auslande ist ersichtlich, daß Rußland vorläufig noch Republit ift. folg für sie. Die Franzosen machten Gefangene. Conft überall nommen, welche es sich erobert hatte. Das Land wurde Großfürst Michael ist nicht Regent. Der neue Justisminister Keruhige Nacht. der Vormarsch unserer Truppen auf einer Front von über sechzig und rein verwaltungsmäßig vorgehenden Regierungsweise ge Mitteilung über Krieg und Kriegsziele deutet darauf hin, daß KeAbends: Von der Abre zur Aisne dauerte von nenem in den Abgrund einer unumschränkten, willkürlichen rensti erklärte nach seinem Eintritt in die Regierung, daß er auch weiterhin Republikaner sei und das Schweigen Miljutows in seiner Kilometer im Laufe des Tages an. Nördlich der Abre rüdte unjere stürzt. Staballerie heute früh in Neste ein. Wir schickten sogleich unsere rensti an den Gesichtspunkten festhält, die er noch im Februar in Alle Versuche, der Bernunft bei der Regierung Gehör ber Reichsduma dargelegt hat, wobei er sich gegen die utopiſchen. Batrouillen gegen die Somme vor und lieferten mehrere Gefechte gegen feindliche Nachhuten, die schwachen Widerstand leisteten. Die zu verschaffen, waren vergeblich, und der große Welt Striegsziele ber Panslawisten( Konstantinopel usw.), wendete und darGinwohner von Neste begrüßten unsere Truppen mit Burufen. rieg, in den unser Baterland hineingezogen auf hinwies, daß die Kriegsstimmung des russischen Volkes in un Vorböstlich von Laiiigny baben wir zur gegenwärtigen Stunde unsern Vormarsch in einer Tiefe von über 20 Kilometer in der Rich wurde, fand es gegenüber einem moralischen Ber- endlicher Progression finte. Kerensti fann vielleicht für den tung auf am burchgeführt. Weiter südlich besetzten unfere a fall der mit dem Bolte uneinigen, für die Zukunft Berteidigungstrieg gegen die deutschen Inva sionsheerö zu?aLen seü?. Er wünscht alber offenkar baldmöglich st den Frieden, damit Rußland sich den man- mgfcchen Ausgaben der großen inneren Befreiung widmen kann. Cnglanü und Frankreich an die neue Regierung. London, 19. März.(Reuter.) Unterhaus. Lloyd George eellärte, so weit die britische Regierung unterrichtet sei, sei die russische Revolution mit geringem Blutvergießen durchgeführt worden. Die neue Regierung habe die Unterstützung des ganzen Landes, der Armee und der Marine erhalten. Es sei befriedigend, zu wissen, daß die neue Regierung für den misdröcküche« Zweck gebildet worden sei, den Krieg«it vermehrte« Eifer weiterzuführen sBeifall.) Die britische Regierung sei überzeugt, daS russische Volk werde sinden, daß sich Freiheit mit Ordnung selbst in Revolutionszeiten vereinigen lasse, daß freie Völker die besten Ver- leidiger ihrer eigenen Ehre seien. Amsterdam, 29. März. Das.Algemeen Handelsblod" meldet aus London: Lloyd George teilte gestern im Unterhause mit, daß am Donnerstag die Absendung einer Glückwunfch- adreffe an die russisch« Duma beantragt werden würde. Der Premierminister sagte serner, man könne nach den vor- liegenden Informativ uen uoch nicht sangen, daß in Rußland alle Gefahr vorüber fei. Paris, 19. März.(Meldung der Agence Havas.) Briand antwortete auf die Botschaft Miljutows durch ein Telegramm, in dem er ihm den Empfang dieser Mitteilung bc- stätigte und Wünsche für das Glück und die Größe Rußlands aus- sprach. Briand erllärte, er sei ü b er z e ug t, daß die Bande, die die alliierten Mächte verknüpften täglich inniger und enger würden und er s e i sicher, daß diese Mächte, die seit beinahe drei Fahren kämpften, damit die Grundsätze der Freiheit und deS Rechtes, auf denen die Unabhängigkeit der Völker beruhe, in der Welt triumphierten, den Kampf ohne Waffenstillstand oder Schwäch« bis zum Endsieg fortsetzen würden._ Die Opfer des Petersburger Mufstaudes. Amsterdam, 20. März. Der Petersburger Korrespondent deS..Daily Chronicle" meldet: In den Petersburger Krankenhäusern wurden in der letzten Woche 1960 Verwundete behandelt. Tie Gesamtzahl der Toten und Ver- wundeten in Petersburg übersteigt 2590. In Moskau wurden sechs Personen getötet und acht verwundet. Der Krieg aus öen Meeren. Der Angriff auf die Kentküste. Londou, 19. März.(Reuter.) Die Admiralität teilt über den gestern abend gemeldeten U e b e r f a l l durch feindliche Z e r st ö r e r mit, daß der Feind, nachdem er das unver- teidigte Seebad Ramsgate beschossen hatte, sich vor den ört- lichen britischen Streitkräften in Eile zurückgezogen habe. Ein britischer Zerstörer sei durch Torpedo versenkt. ein anderer durch Torpedo beschädigt worden, jedoch nicht ernstlich. Ferner sei ein englisches Handels- schiff versenkt worden. ES sei nicht möglich gewesen. den den feindlichen Schiffen zugefügten Schaden festzustellen. Seesperre und verseukuugen. Berg««» 19. März.(Meldung des Norwegischen Telegramm- Bureaus.) Der seit längerer Zeit befürchtet« Untergang deS Bergener Dampfers Orion(1959 Tonnen) in der Nordsee mit seiner gesamten Besatzung scheint sich zu bestätigen, da seit der Ab- reise des Schiffe« kein« Nachricht von ihm eingetroffen ist. Der Orion war mit Kies von Narwik nach MiddleSborough unterwegs. Die Besatzung bestand aus 17 Mann. Das Schiff war mit 1159999 Kronen kriegsversichert. Amsterdam, 19. März. Das.Algemeen Handels b lad" erfährt, daß mit dem Dampfer Laconia der Cunard-Linie, der von einem deutschen Unterseeboot versenkt wurde, die nieder- l ä n d i s ch e P o st. die zwischen dem IL. Januar und 17. Februar aus Holland abgeschickt worden war. untergegangen ist. Ben», 29. März. Nach einer Lissaboner Meldung wurde dem vortugiefischen Parlament ein Verzeichnis der seit Kriegsbeginn durch feindliche Tauchboote oder Minen versenkte« Schiffe der portu- gie fischen Handelsmarine verlesen. Die Liste umfaßt sechs Dampfer, eine Schaluppe, einen Zweimaster und ei« Boot. völliger Niedergang der französischen Handelsflotte. Lern, 19. März. Ueber die Lage der französischen Handels- marine schreibt»Information', daß da« Zeutralkovntee der franzöfi- (che« Reeder die Berlvffe der franzöfische« Handelsmarine mit 400009 Tvnuen gleich 17 Prvz. der Gefamttonnage bekanntgegeben hat. Da« Blatt fragt, was getan werde, um der ernste» Lage zu steuern, und fordert Organisation zwecks Reubau und Ankauf von Handelsschiffen im Suslande. Wenn heute nichts getan würde, könne man auch später au« einem Sieg keinen Nutzen ziehen. Der franzöfische Schiffsbau liegt bekanntlich vollkommen da- nieder, die Wersten ruhen so gut wie ganz. Im November 1919 wurde in der französischen Kammer durch den Abg. Hesse kestge- stellt, daß mit KnegSbeginu(also seit 2'/« Jahren) nur ÄZ999 Tonnen Schiffsraum von stanzöfifchen Werften auf Stapel gelegt ieien. Vor allem fehl« es an Material, das England zu liefern sich weigere. Zu Beginn des verschärften U-Boot. Krieges ließ die Regierung erklaren, daß bei Heranziehung aller Kräfte in diesem Jahre sich«(!) Neubauten fertrg werden konnten, für später werden ein paar mehr in Aussicht gestellt. Zu Kriegsbeginn hatte die französische Handelsflotte etwa 1,8 Millionen Dampfer- undO,4Mill. Seglertonnen. Englische Eiufuhrzugeständniffc au Frankreich. Da die französischen Industriellen sich bitter über die Härte des englischen Einfuhrverbotes beklagten, namentlich die Seidenfabri kanten, hat England laut„Zürcher Post" Frankreich folgende Zugeständnisse gemacht, die auf Grund der Meistbegünstigungsklausel auch der Schweiz gegen- über gewährt werden sollen. Alle laufenden Verträge können noch erfüllt werden. Im April können noch 80 Prozent und im Mai noch 25 Prozent gebilligt werden. England wird die Herstellung von LupuSwaren. namentlich solcher aus Seide, auch bei sich selbst verbieten. Zwischen der Schweiz und England schweben Verhand- lungen, damit diese Zugeständnisse auch für Strickwaren, Wirk- waren und Strohgeflechte erreicht werden. Die Erhebung Finnlands. Stockholm, 20. März. Ueber die Zustände in Finnland treffen die verschiedensten Nachrichten ein. Stach Mitteilun- gen von„Dagens Nyhetcr" wird die Tumakommission, die das Land bereist, heute in Tornea erwartet. In H e l s i n g- f o r s soll der Umschwung sich ziemlich rasch voll- zogen haben. Man gibt au, daß etwa hundert Offi- ziere getötet wurden. Nach dem Bericht von Reisenden ist die Dumakommission auf ihrer Fahrt durch Finnland überoll mit Begeisterung empfangen worden. Die Bevölke- rung zog ihr mit Musik entgegen und die finnische National- Hymne und die Marseillaise wurden gespielt. Als finnische Redner die Wünsche ihrer Nation vorbrachten, antworteten die Dumamitglieder, das Verhältnis zwischen Ruß- l a ii d und Finnland solle künftig astf Freiheit und Freundschaft, nicht auf Unterdrückung und Haß beruhen. Die erste unzensierte finnische Zeitung, die Schwe- den erreicht hat, verlangt Einberufung des Land- t a g e s und betont stark rein sinnische Interessen. In Pe- tersburg werden, wie mehrere Stockholmer Blätter aus Hapa- randa erfuhren, etwa zweihundert finnische Gefangene be- freit. Auch S v i n h u f v u d soll auf der H e i m r e i s e a u s Sibirien begriffen sein. politische Uebersicht. Reichstag. R e i ch s a m t des Innern. Ter Reichstag ist am Dienstag wieder zusammengetreten, nachdem in der längeren Pause seit der ersten Beratung des Etats der Hauptcmsschuß den nötigen Beratungsstoff für die zweite Lesung vorbereitet hat. Bis zum 31. März sind es aber im günstigsten Falle nur noch elf Sitzungstage, so daß es zweifelhaft erscheinen muß, ob selbst bei raschem Fort- gang der Arbeiten der Etat ordnungsgemäß bis zum vorge- schriebenen Termin fertiggestellt werden kann. Zu. Beginn der Sitzung wurden einige Anfragen aus dem Hause erledigt, die sich zumeist auf die Behandlung ge- fangener Deutscher in England und Frankreich bezogen. Eine weitere Anfrage wurde von einem konservativen Abgeordne- ten gestellt. Sie betraf die bei einem Konservativen etwas auffällige Fürsorge für den„angesessenen, sachverständigen Handel"; noch bemerkenswerter war der Umstand, daß mit dieser Anfrage die Konservativen überhaupt zum ersten Male sich an der Einrichtung der Anfragen beteiligt haben. Bis dahin hatten sie diese gegen ihren Widerspruch zustande ge- kommene„Erweitenmg der Parlamentsrechte" hochmütig boykottiert. Bei den Beratungen über das Reichsamt des Innern, die die Sitzung im wesentlichen ausfüllten, wurden in der .Hauptsache die sozialpolitischen Fragen des Reiches behau- delt, da die wichtigen Ernährungsfragen einer besonderen Er- örterung vorbehalten bleiben. Den Standpunkt der Sozial- demokrafie vertrat in einer sachkundigen Rede Genosse Hoch, der unter voller Anerkennung der Schwierigkeiten, in denen sich die Gesetzgebung jetzt während des Krieges befindet, doch mit ernsten Worten auf die Mängel und Unzulänglichkeiten unserer Sozialpolitik himvies. Der Raubbau, der jetzt mit der Ueberonftrengung der Arbeiter, besonders der Frauen und Kinder getrieben wird, bedeutet eine große Gefahr für die Zukunft unseres Volkes. Das letzte Mittel, um über die Schwierigkeiten nach dem Kriege hinwegzukommen, ist unae- hinderte Bewegungsfreiheit der Arbeiter und energische So- zialpolitik.' Dem Zentrumsredner G i e s b e r t s. der vor ihm gesprochen hatte, konnte Genosse Hoch in manchen Punk- ten zustimmen, in wichtigen Fragen kam aber der Gegensatz zwischen unserer sozialpolitischen Auffassung der Wirtschaft- lichen EntWickelung und der bürgerlichen klar zum Ausdruck. Noch schärfer trat dieser Gegensatz in den Darlegungen der Redner, die auf Hoch folgten, in die Erscheinung, besonders des Nationalliberalen Dr. Stresemanii, der sich aller- dings trotz alledem bemüht, ein gewisses Verständnis für die Arbeiterbewegung zu gewinnen, und des Konservativen v. B r o ck h a u s e n, bei dem diese Einschränkung nicht gilt. Für die Fortschrittliche Volkspartei sprach der süddeutsche Ab- geordnete L i e s ch i n g._ Sozialdemokratische Anträge zum Militäretat. Die Sozialdemokraten hoben in der Budgetkommisfion bean- tragt, den Reichskanzler zu ersuchen: l. mit' möglichster Beschleunigung eine Reform des mili- tärischen Beschwerderechts herbeizuführen; 2. darauf hinzuwirken, daß die B r i e f z e n s u r bei den ein- zelnen Truppenteilen nicht über das unbedingt nötige Maß hinaus ausgedehnt wird und daß die Zensur der Briefe nicht mehr. bei den einzelnen Truppenteilen, sondern beim Brigade- st a b oder einer andern höheren Kommandostelle vorgenommen wird: 3. darauf hinzuwirken, daß Mannschaften, die verwundet oder krank ou-S dem Felde in Lazarette oder in die Heimat über- wiesen werden, vor ihrer Rückkehr zur Front oder zu ihrem Ersatztruppenteil einen entsprechenden Urlaub er- halten._ Das Plauderstündchen bei Adlon. Nachdem alle anderen von ihm abgerückt sind, bleibt dem Urheber der Adlon-Aktion, dem Grafen Hoensbroech,. nichts weiter übrig, als nunmehr als Letztübriggeblicbener von sich selber abzurücken. Zu diesem Zweck versendet er folgende Erklärung: 1. Die»Eingaben" an Kaiser, ReichSiag, Hindenburg, die mit der„Einladung" zur Besprechung versandt wurden, waren„Eni- würfe" und als solche bezeichnet, d. h. also, es waren Schrisisätze, die verbeffert, von Grund aus verändert oder auch ganz verworfen werden konnten. 2. Von irgendwelcher Bindung der Erlchienenen auf die Eingabenentwürfe war so wenig die Rede, daß ich, als Vorfitzender, in der EinleitungS- ansprach« ausdrücklich erklärte, Grundlag« der Besprechung sii die völlige Freiheit und Ungebundenheit jedes ein- zelnen, Ueberstimmungen durch Mehrheiten, wie das in Parlamenten und sonst üblich sii, gäbe es hier nickt. 3. Das Recht, zu vertraulichen Besprechungen über vaterländische Dinge zusammenzukommen, und da« Recht. Eingaben an den Kaiser, an den Reichsrag. an Hindenburg zu machen, ist so selbstverständlich. daß darüber lein Wort zu verlieren ist. 4. Keiner der Eingaben- entwürfe ist gewählt und deshalb auch keine der Eingaben g e ni a ch t worden." Nach dieser Erklärung steht freilich die Adlon-Konferenz in ganz anderem Lichte da: Alle Gerüchte sind nur zustande- gekommen, weil einige vergnügte ältere Herren bei Adlon ein Plauderstündchen abgehalten haben. Dabei wurden— die Mode stammt aus den Lazaretten— entzückende kleine Ge- fellschaftsspielchen veranstaltet, darunter das anmutige und sinnige Spiel„Eingaben machen". Zu diesem Zwecke der- faßte jeder der Teilnehmer eine kleine kanzlerstürzlerische Petition, natürlich zum reinen Spaß. Die Produkte wurden am Schluß insgesamt unter schallender Heiterkeit verlesen, worauf man hochbefriedigt auseinanderging. Und aus diesem harmlosen Zeitvertreib einiger älterer Herren macht die böse demokratische Presse eine politische Verschwörung. Na sowas' Das Wahlresultat im 11. Berliner Landtagswahlkreis. Die Landiagsersatzwahl im 11. Berliner LandiogSwahlkreis für den bisherigen Abgeordneten Dr. Karl Liebknecht hat am gestrigen Dienstag stottgefimden. Der Kandidat der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, Schriftsteller Dr. Franz Mehring-Leipzig, wurde mit großer Majorität gewählt. Bon den 969 Wahlmännern des 11. Landtags Wahlbezirkes gaben 428 ihre Stimme ab. Es erhielten: Dr. Franz Mehring 386, der Kandidat der sozialdemokratischen Mehrheit, der Vorsitzende des Deutschen Eisenbahnarbeiter-Berbandes Louis Brunner-Tempelhof 44, und der Kandidat der Fortschrittlichen Vollspartei Ingenieur Fritz HauSberg 48 Stimmen. * Was der Opposition also unter dem Reichstags wahlreib in Spandau-Osthavelland nicht gelungen ist. das hat sie unter dem Dreiklafsen Wahlrecht erhalten, nämlich einen Parlaments- sitz für Franz Mehring. Eine eigentliche Wahl hat ja nicht statt- gefunden, da nach den Bestimmungen des preußischen Wahlrechts bei MandatSwechsel innerhalb der Legislaturperiode nur die Wahlmänner, die zum größten Teil noch von der Haup!- wähl her bestehen, über die Neubesitzung deS Mandats zu entscheiden haben. Daß diese in Berlin VI. der HoSburg der Opposition, zum größten Teil zu dieser stehen würden, war vorauszusehen. zumal da die bestehende Organisation auf die Seite der Opposition übergetreten war. Tie Anhänger der Partei hatten kaum ein paar Tage vor der Wahl organisatorischen Zusammenschluß gesunde» und daher so gut wie gar keine Borarbeit leisten können. Daß sie nickilZ destoweniger 44 Wahlmänner durchgebrackit haben, de- deutet sür die junge Organisation immerhin einen AStungs- erfolg. Auffällig ist. daß über 299 Wahlmänner ihre Stimmen nicht abgegeben haben. Die Gründe, aus denen eS geschehen ist. sind vielleicht nocki näher zu prüfen. Jedenfalls ist nicht anzn- nehmen, daß es Anhänger Mehrings sind, die sich der Stimme enthalten haben._ Herabsetzung der Mindeststrafen des Militärftrafgcsctz buches. Di« Regierung hat soeben einen Gesetzentwurf beim Reichstag eingebracht, der. die Herabsetzung der Mindcststrafen des Militär- strafgesetzbuches zum Gegenstand hat. Die wichtigsten von der 3ie- gterung beantragten Milderungen beziehen sich auf folgende De- litte deS Militärstrafgesetzbuchs: Erschwerte unerlaubte Eni- fernung(§§ 66 biö 68), Fahnenflucht{§§ 71, 72, 75, 77, 78), erschwerten Ungehorsam(§ 95), W i d e r s e tz n n g (§ 96), tätlichen Angriff gegen einen Vorgesetzten(§ 97 Abs. 2 u. 8), Aufwiegelung und Aufruhr(§§ 199, 196, 198, 1 19, 1 19a), erschwertes Wachtvcrgehen(§ 141 Abs. 2 u.'S). — Die Begründung des Entwurfs weist darauf hin, daß da» Militärstrafgesetzbuch auf den Erfahrungen des Feldzugs von 1879/71 beruhe. Verhältnisse, wie sie der jetzige Krieg gezeitigt hat, der lang anhaltende Stellungs- und Graben- kämpf, das nervenaufreibende Ausharren in stän, diger Gefahr, die seelische Wirkung der neuen Kampftnitigl usw.. sirner das gewaltige Aufgebot von Heeresangehörigcn, unter denen sich naturgemäß manche befinden, die körperlich und geistig nicht vollen FriedenSanforderungen entsprechen, traten in den früheren Kriegen nicht so in die Erscheinung. Hierzu kommt das dauernde enge Zusammenleben von Vorgesetzten und Untergebenen in Schützengräben und Unterstand; endlich die beschleuß rügten Ausbildungsverhältnisse bei den jungen Soldaten. Alle diese Umstände erklären es, daß die im Felde begangenen Straftaten oft in milderem Licht erscheinen. Deshalb sei trotz der Notwendigkeit, in den harten Zeiten deS Krieges sür gewisse Vergehen schwere Strafen anzudrohen, eine Milderung bei all den Kriegsgesetzen an- gezeigt gewesen, deren Mindeststrafen bei der Anwendung ersah- rungsgemätz ein Mißverhältnis zur Schuld gezeigt haben. Auch Urlauber erhalten erhöhtes Beköstigungsgeld. Vor einiger Zeit ist mit Wirkung vom 1. Februar 1917 ab das BelöstigungSgeld der auf Selbftverpflegung angewiesinen Mann- schasten von 1,59 auf 2 M. erhöht worden. Es sind nun Zweifel darüber entstanden, ob dieses erhöhte Beköstigungsgeld auch den Nr- aubcrn zu bezahlen ist. Wie wir von maßgebender Stelle er- fahren, ist das zutreffend; die beurlaubten Soldaten erhalten also jetzt für die Dauer deS Urlaubs ein BelöstigungSgeld von täglich 2 Mark. Lekte Nachrichten. Friedskundgcbung russischer Sozialisten. K o p c n h a g e n, 29. März. Sämtliche russische Svzialistenvereine in Kopenhagen hielten gestern eine gemeinsame Versammlung ab, und nahmen einen Antrag an, in dem es heißt: Die Demokratisic- rung der russischen Verfassung, die unter dem Einfluß der Arbeiter- klaffe erfolgen kann, wird den sozialistischen Massen in Rußland, die an Eroberungen und Unterdrückung fremder Völker kein Jntrreffe haben, die Möglichkeit geben, ein wichtiger Faktor zur Erreichung eines Friedens zu werden, der von dem Willen des souveränen Volkes diktiert ist, eines Friedens ohne Eroberungen und Kriegs steuern, der alle Völker Europas von jeder Unterdrückung und Erniedrigung befreien kann. Tie däuischen Sozialdemokrateu an Tscheidse. Kopenhagen, 29. März. Die dänischen Sozialdemokraten haben folgendes Telegramm an den ruffischen Sozialistcuführer Tscheidse gesandt: Die dänische Sozialdemokratie beglückwünscht die Parteigenossen in Rußland zu dem wichtigen Schritt auf demWegezur Befreiung. Deutsche Kriegsgesangenc iu Sibirien. Berlin, 29. März. Der Deutfch-Asiatischen Bank ist telegrapbisch mitgeteilt worden, daß der Hilfsaktion für deutsche und österreicvisch- ungarische Gefangene in Sibirien, Tientsin, von der chinesischen Regierung offiziel gestattet worden ist, die U n t e r st ü tz n n- q e n der Kriegsgefangenen fortzusetzen. Die Deutsch-Asiatische Bank in Berlin und Hainburg nimmt Geld für die Kriegsgefangenen in Sibirien und Japan zur Weiterleitung nach Tientsin wie bisher entgegen._ Opfer der Arbeit. Dortmund, 20. März. Auf der Zeche Wiendahls- bauk wurden vier Bergleute verschüttet. Sicjind alle tot.— Auf dem Eiseuwerk Uuio» brach das Gehaugc eiuer mit flüssigem Stahl gefüllten Pfanne. Zwei Arbeiter wurden verbrannt, drei andere schwer verletzt. Gewerkschaftliches. Textilarbeiter in der llanöwirtsthast. Vom Kriegsamt und von verschiedenen Generalkommandos ist der Wunsch ausgedrückt resp. es sind Aufforderungen ergangen, die arbeitslosen Textilarbeiter möchten Arbeit in der Landwirtschaft nehmen, um auch ihrerseits dazu beizu- tragen, die Ernährung im neuen Zahre zu sichern. Vom TeMarbeiterverband wird unS dazu geschrieben: Der Vorstand des Textilarbeiterverbandes erkennt die Notwendigkeit der Verrichtung landwirtschaftlicher Arbeiten für alle dazu geeigneten Personen an, kann aber für die Textil- arbeiter eine Verpflichtung zur Leistung solcher Arbeiten nur dann anerkennen, wenn die Vorbedingungen dazu gegeben sind: Entsprechende Lohn- und Arbeitsbedingungen. Die Erfahrungen, die im Vorjahre von einer Anzahl Textil- arbeiterinnen gemacht worden sind, mahnen zur Vorsicht. Da hat es sozusagen an allem gefehlt. In primitiven, nicht heizbaren, oft von Ungeziefer besetzten Unterkunftsräumen mutzten solche Arbeiterinnen kampieren. Auch die Behandlung ließ oft sehr zu wünschen übrig. Von besonderer Wichtigkeit ist selbstverständlich die Lohn- frage und die der Arbeitszeit. Hier könnte dem Kriegsamt nur empfohlen werden, die Bedingungen, die der Magistrat von Augsburg voriges Jahr den Landwirten zum Schutze der Textilarbeiter auferlegte, für das ganze Reich. als bindende zu erklären. Die Bedingungen lauteten: 1. Die Arbeit gilt nur als Aushilfsarbeit. Die Textil- arbeiterinnen unterstehen nicht den Bestimmungen der Gefinde- ordnung. 2. Die Textilarbeiter erhalten an Lohn neben boller Kost und dem üblichen Bier: s) männliche Arbeiter 2.30 M. bis 3 M. täglich b) weibliche, 1,50,„ 2,„ 3. Die Textilarbeiter erhalten ein Drittel der bisher gezahlten Unterstiitzung weiter. i. Der Magistrat machte den Landwirten zur Pflicht: a) auskömmliches und gutes Esten, b) Schlasstellen, die in gesundheitlicher und sittlicher Beziehung einwandfrei find, zu ge- währen. 3. Die Arbeiter bleiben als freiwillig zahlende Mitglieder in ihrer bisherigen Krankenlasse und in derselben Klasse, in der sie vorher versichert waren. ö. Die Zeit, welche die Textilarbeiter in der Landwirtschaft arbeiten, wird in den bisherigen Betrieben als Arbeitszeit an- gerechnet. 7. Eine Vermittlung der arbeitslosen Textilarbeiter und -Arbeiterinnen nach weitabgelegenen großen Gütern und Domänen findet nicht statt. Diese Bestimmungen wären zweckdienlich auf alle land- wirtschaftlichen Betriebe des Reiches zu übertragen. Da auf großen Gütern volle Kost nicht immer gewährt wird, wäre in solchen Fällen für den weggefallenen Kosttell ein entsprechendes Deputat zu gewähren. Ausfallende Deputatsteile wären nach den jeweiligen Marktpreisen zu entschädigen. Als tägliche Arbeitszeit haben zehn Stunden zu gelten; für Ueberstunden ist Lohnzuschlag zu gewähren. Die Lohnzahlung hat wöchent- lich zu erfolgen; als Kündigungsfrist wäre ein vierzehntägige vorgesehen. Eine glatte und rasche Erledigung der hier geäutzertcn Wünsche dürfte im Interesse der Volksernährung geboten sein. verlln und Umgegend. Teuerungszulage der Seideuhutmacher. Der Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter hat den Seiden- Hutfabrikanten und den Inhabern von Ladengeschäften die Forderung eingereicht, mit Rückficht auf die fortgesetzt steigenden Lebensmittel- preise eine Lohnzulage von 23 Proz. zu gewähren. Wie Möckel in der letzten Branchenversammlung der Seidenhutmacher berichtete, Haben die Fabrikanten die Forderung in vollem Umfange bewilligt, was eine wöchentliche Zulage von 12 M. für männliche Arbeiter ve- deutet. In den Ladengeschäften ist die Forderung nur zum Teil, und zwar in Höhe von 3 bis 10 M. wöchentlich bewilligt worden. Am ganzen betrogen die bewilligten Lohnerböhungen, die vom 10. März ab zu zahlen sind, für 16 Arbeiter zusammen 120 M. und für 2 Arbeiterinnen zusammen 10,73 M. wöchentlich. Die Versammlung erklärte sich mit diesem Ergebnis einver- standen._ Tarifverhandlungen der Bauanschläger. Am Dezember beschlossen die Bauanschläger, zu der bis dahin gewährten Lohnzulage von 30 Proz. noch eine fernere Zulage von 20 Proz. zu fordern, so daß im ganzen eine Zulage von 30 Proz. auf den geltenden Tarif zu zahlen wäre. Mitte Februar verhandelte die Vertretung der Bauanschläger mrt der .Kommission der Unternehmer. Uebcr den Verlauf der Verhandlung berichtete der Branchenobmann am Sonntag in der Mitgliederversammlung, daß die Unternehmer nicht zur Bewilligung der Forderung zu bewegen waren. Um das gesteckte Ziel wenigstens schrittweise zu erreichen, machten die Arbeitervertreter dann den Vorslblag,«S solle ihnen bis zum 1. Juli eine Zulage von 40 Proz., und von da bis 1. Oktober weitere 10 Proz. bewilligt werden. Auch darauf gingen die Unternehmer nicht ein. Ihr letztes Angebot war: Eine Zulage von 33 Proz. in der Zeit vom 1. April bis 1. Juli und später neue Verhandlungen über die für den Zeitraum vom 1. Juli bis 1. Ok- tober zu gewährende Zulage. Da die Arbeitervertreter mit ihrer Forderung nicht soweit zurückgehen konnten, kam in der VerHand- lung keine Einigung zustande. Die Versammlung beschloß nach eingehender Aussprache, die Kommission solle den Unternehmern als letztes Angebot unterbreiten: Eine Zulage von 40 Proz. bis I. Juli und neue Verhandlungen über die Erhöhung derselben nach dem 1. Juli. Tie Lohnzulage in der Herrenkonfektion. Ju Verbindung mit der allgemeinen Lohnbewegung der Schneider ist für die in der Herrenkonfektion beschäftigten Arbeiter eine Lohnaufbesserung zustande gekommen. Darüber berichtete Kunze an, Montag in einer Veriammlung der HerrenkonfektionS- schneid«. Er wies zunächst darauf hin, daß die für die Herren- konfektion bestehenden Tarife verschiedene AblausStermine hatten. Während die Unternehmer dahin strebten, einen gleichzeitigen Ab- laufStermin für alle Tarife zu bekommen, hielten es die Arbeiter für den Fall künftiger Lohnkämpfe für vorteilhaft, wenn die der- jchiedenen Ablaufstermine bestehen bleiben würde». Nun zeigte sich aber bei den Verhandlungen, daß die Unternehmer wohl bereit waren, die Lohnforderungen der Arbeiter zu bewilligen, daß sie aber auf der Einführung eines gleichzeitigen AblaufSterminS be- standen. Angesichts dieser Sachlage glaubte die Berbandsvertretung es nickt verantworten zu können, wenn sie eine Verständigung, die die geforderte Lohnerhöhung gewährt, an der Frage des Ablaufs- termins hätte scheitern lassen. So ist denn nach langen eingehenden Verhandlungen auch für die Herrenkonfektion eine Vereinbarung dahin zustande gekommen, daß vom 1. April ab auf die be- stehenden Tarife eine Zuschlag von 23 Prozent gezahlt wird „ußer den 10 Prorent, die bereits auf Grund der Verordnung zur Streckung der Stoffe gewährt werden. Es ist also im ganzen em Zuschlag von 35 Proz. auf die zurzeit bestehenden Tarrffätze zu zahlen, und zwar nicht nur auf die Grundlöhne, sondern auch ans die Extraarbeiten. Statt der geforderten freien Lieferung der Nah- zutaten haben die Unternehmer zugestanden, daß sie die Zutaten im Großen einkaufen und zum Selbstkostenpreise an die Arbeiter ab- gegeben werden. Die geforderte Verminderung der Serien konnte nicht erreicht werden, doch erklärten die Unternehm«, daß eine Ver- schiebung in den Serren nickt vorgenommen werden solle. Mit dieser Regelung konnten sich die Arbeiter einverstanden erklären. Wie Kunze betonte, enlipricht die gewährte Lohnerhöhung zwar nicht den herrschenden TeuerungSverhälrnissen, aber sie bedeutet insofern ein günstiges Ergebnis, als es sich nicht um eine Teuerungszulage, wie in anderen Gewerben, sondern um eine dauernde Lohnerhöhung handelt, die die Grundlage deS künftigen Tarifs bildet. Auf dieser Basis kann in der Zukunft weiter gebaut werden. Dieser Erfolg ist der Organisation zu danken, die während beS Krieges viel für die Kollegen erreicht hat. Es ist jetzt Sache der Kollegen, daraus zu achten, daß sie die ihnen zustehende Lohnerhöhung überall bekommen. Auch muß die Organi- sationspflicht erfüllt und für die weitere Stärkung des Verbandes gesorgt werden, denn nur eine starke Organisation bietet die Ge- währ für die Erhaltung und Verbesserung des Erreichten. Tie in Schrauienbetrieden beschäftigte» Autvmatcnciurichtcr und Einrichter an Einzelbönken hatten am Sonntag eine gurbesuckte Gruppenveriammlung. Es wurde die Gestaltung der Lohnverhält- nisse besprochen und die Frage aufgeworfen, wie sie auf die er- forderliche Höbe zu bringen und aus dies« zu erhalten firid. Das Prämierrshstcm, wie eZ bei d« Firma Stock eingeführt ist, wurde scharf kririfiert und als schädlich bekämpft. Im übrigen wurde fest- gestellt, daß die Löhne und Verdienste verschieden find, auch die Einstellungslöhne. Nickt angemessene Einstellungslöhne find ein Hemmnis für Verbesserungen in anderen Betrieben. Die Versammlung stellte sich auf de» Standpunkt, daß eine Erhöhung deS EinstellungZIohneS notwendig fei, um eine Grundlage für eine erfolgreiche weitere Ausgestaltung der Löhne und Verdienste der Einrickter an Schraubenautomaten und an Einzelbönken zu erreicken. Es wurde beschlossen, den Ein- stellungSlohn auf 1,73 M. für die Stunde festzusetzen. Wo in den einzelnen Betrieben die Kollegen einen Lohn in dies« Höhe nock nicht erreichen, sollen in den nöcksten Tagen Weckstativersammlungen einberufen und der Lohn von 1.73 M. als Mindestlobn gefordert werden. Turck den Beschluß werden die Kollegen, die eine neue Arbeitsstelle antreten, dazu verpflichtet, nicht unter 1,73 M. für die Stunde anzufangen._ Aus dem kkriegsausschusi für Groß-Berliu. Der Schleifer W. aus der A. E. G. wünscht einen Abkehrschein. weil ihm die Arbeit zu sckw« ist. Der Vertreter der Firma ist aus Anftage b«eit, dafür zu sorgen, daß W. leicktere Beickäftigung in ein« anderen Abteilung«hält, ohne daß W. in seinem Verdienst gesckmälert wird. Sollten sich im Betrieb dieserhalb Schwierigkeiten ergeben, erhält W. den Abkehrschein. Der Arbeiter T. au« einem Betriebe der Heeresverwaltung wünscht eine» Abkehrickein, da« die ihm zugemutete schwere Arbeit, weil körp«lich für ihn zu anstrengend, nicht oustühren kann. AuS diesem Anlaß hatte T. auch schon einige Tage nicht gearbeitet. Der Ladung zur Verhandlung vor dem KriegSauSschuß war die Betriebsleitung nicht nackgekommen, weil T- sckon mehrere Tage nicht arbeitet. Der KriegSauSschuß stellt sich auf den Standpunkt, daß an sich zwar das Verlassen der Arbeit vor Entscheidung des KriegsausschusieS un- zulässig ist, eS aber doch, wie scheinbar im vorliegenden Fall, vor- kommen kann, daß ein Arbeiter vor Entscheidung des Kriegs- auSschusseS mit Recht die Arbeit niederlegt. Auf keinen Fall aber darf eS als zulässig erklärt werden, daß eine Firma selbst darüber entickeidet, ob sie einer Ladung des Kriegsausschusses nachkommen will od« nicht. Der Latzung des Kriegs- auSschusseS muß jede Partei, Arbeitnehmer wie Arbeitgeber, gleichviel um wen eS stch handelt, nachkommen. In der Sacke selbst wird dahin entschieden, daß der Arbeit« T. über seinen körperlichen Zustand ein ärztliches Attest beibringen soll, und wenn ein Attest seine Angaben bestätigt, steht ihm der Abkehr- schein zu. Sodann hatte fick der KriegSauSschuß wieder einmal mit einem leider nicht selten vorkommenden Fall zu beschäftigen, in dem ein Unternehmer Mißbrauch getrieben hat mit seiner Aufgabe, einen nicht mehr bei ihm beschäftigten Reklamierten bei der Mrlitärbehörde ab- zumelden. Es handelt sich um die Firma R., die vor einigen Bocken wegen einer Beschwerde eines bei ihr beschäftigten Arbeiters vor dem KriegSauSschuß erschien. Dem KriegSauSschuß gelang eS bei der damaligen Verhandlung, einen Ausgleich herbeizuführen. Die Sache war damit als erledigt betrachtet worden. Leid« war dies nickt der Fall, denn bald daraus erschien der Arbeiter wieder und forderte nochmals den Abkehrschein, da die damals getroffene Vereinbarung von der Firma nicht eingehalten werde. Die Firma hatte es bei dem zweiten Termin vorgezogen, nicht zu erscheinen. Infolgedessen wurde, wie dies in solchem Fall stets geschieht, auf Grund der Aus- läge deS Arbeiters diesem der Abkehrschein erteilt. Trotzdem hier daS Recht des Arbeiters, aufzuhören, feststand— denn das Nicht- «scheinen der Firma muß als Eingeständnis ihrer Schuld betrachtet werden— bar die Firma, anstatt den Mann einfach als nickt mehr bei ihr beschäftigt der Militärbehörde zu melden, folgendes Schreiben an das stellvertretende Generalkommando geschickt: „Hierdurch teile dem stellv. Generalkommando höfl. mit. daß der nnged. Landst. fl, geb...., wohnhaft... heute seine Arbeit in meinem Betriebe ohne Grund niedergelegt hat. Die unterm 13. Januar d. I. eingereichte Reklamation ist hierdurch hinfällig und ersuche ich das Generalkommando, den pp. K. sofort zum Waffendienst einzustellen. K. gehört zum Bezirkskommando IL' Wir bringen dieses Schreiben, das durchaus nicht eine seltene Ausnahme darstellt, fondern im Gegenteil leider in ähnlicher Form des öfteren von anderen Firmen an die Militärbehörde geschickt wird, in seinem vollen Wortlaut, um ein solches Lorgehen gehörig zu brandmarken. Der Kriegsausschuß stellte zunächst fest, daß die Angabe, wonach der Arbeiter ohne Grund die Arbeit niedergelegt hat, unzutreffend i st. daß im Gegenteil ein durchaus triftiger Grund zur Nieder- legung der Arbeit für den Arbeiter vorlag. Des weiteren konstatierte der KriegSausschuß einmütig, daß das Schreiben einen UriaSbrief darstellt, mit dem die Firma sich an dem Mann rächen wollte. Leid« sind rn letzter Zeit mehrfach solche Fälle im KriegSauSschuß eftgeftellt, sodaß eS als höchste Zeit erscheint, daß die Militär- beh'örde auf diesem Gebiete eine Aendnung eintreten läßt, die «inen derartigen Mißbrauch unmöglich macht. flus der Partei. Uebliche und angemessene Honorare. In ein«.Berichtigung" an den.Vorwärts" hol Julian Borchardt vor einig« Zeit behauptet, iür sein Borwort zu dem Karl Erdmannschen Buch nur das übliche und angemessene Honorar erhalten zu haben. Merkwürdigerweise schreibt jetzt auch in der.Leipziger BolkSzeitung" einer, der von der Entstehung des Borwortes einiges zu wissen scheint, hierüber olgende Sätze: Ach und inan— d. h. der Meister der Küche, in der dieieS politische Kohlrübengericht bereitet wurde, war nicht kleinlich und engherzig. Man konnte und wollte sehr Hohrs Honorar Von elementarer Bedeutung für die Enl- Wicklung unserer Sozialpolitik hat sich daS Institut der Gewerbein s p e t t i o n erwiesen.(Sehr richtig!) ES rollte daher ent- sprechend vermehrt und ausgebaut werden unter Heranziehung von Hilfsiräsien aus dem Arbeitcrstande. Ueberhaupt muß das Wort des Reichskanzlers wahr werden, daß der Arbeiterstand als wirklich gleichberechtigter in das Volksganze eingegliedert wird. Ebenso wichtig ist aber auch seine geistige Hebung aus s i t t l i ch- r e l i g i ö s c r Grundlage. Dazu gehört die frete DuS- Bargeld zu Hause anzusammeln und liegen zu lassen tfl1 frtflfhf toC9cn öes Abhanden- Iji IvmU/l Bommens und wegen des Zins- Verlustes, weil in 2l/, jahriger Kriegsdauer der untrügliche Beweis erbracht ist, daß man im Bedarfsfälle gegen Kriegs- anleihe immer Geld haben kann, für die Mgemeinheit, weil unsre Feinde aus derVerzagtheitSchwach- mutiger stets von neuem die Hoff- nung schöpfen, uns unterzukriegen. Was folgt daraus? Klug, vorsichtig und nützlich handelt nur, wer sein ganzes Geld in Kriegs- anleihe anlegt. ■"«OTcnBl! Wirkung aller kirchlich-religiösen Kräfte, auch der katholischen Ordensgesellschaften im deutschen Volksleben und die Beseitigung oller Schranken, die dem entgegenstehen.(Lebhaftes Bravo I im Zentrum.) Abg. Hoch(Soz.): So günstig wie der Borredner kann ich über unsere gegen- wältigen Handel»- und sozialpolitischen Lerhältnisie nicht urteilen. Das ReichSamt des Innern ist den Aufgaben, die hier zu erfüllen waren, nichtvollgerechtgeworden. Es ist nicht gelungen. dem Volke die notwendigen Lebensmittel zuzuführen. Die große Masse der Arbeiter leidet bittere» gar z» oft unrrträglichr Not, während die Besitzenden sich alle Lebensmittel beschaffe« können. ivenn auch zu besonders hohen Preisen. Herr Gamp bat in der Kommission gemeint, eine Ministerfrou könne sich Gänse- braten heute nicht leisten, wohl aber eine Arbeiterfrau. T-S ist eine Verhöhnung der Arbeit. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Höhere Löhne hat nur«In Teil der Arbeiter, der in der Kriegsindustrie beschäftigt ist und auch diese Lohnerhö Hungen reichen lange nicht an die Steigerung der Lebensmittelpreise heran. Die Unterernährung bedroht unsere Volkskraft. Eine weitsichtige Sozial- Politik hätte deshalb die Arbeiter schutzgesetze den Berhältnrflen ganz besonders anpassen müssen. Statt dessen sind die Arbeiterfchutz« bestimmmtgen in nur zu vielen Betrieben aufgehoben worden und in noch viel mehr Betrieben werden die geltenden Bestimmungen gar nicht beachtet. Die Folge ist eine Ueberanstrengung der Arbeiter, namentlich auch der Frauen und Kinder. Durch diesen Raubbau a« der Arbeitskraft können auf die Dauer keine Erfolge erzielt werden, auf die Dauer wird dadurch nicht so viel geleistet. alS geleistet werden könnte.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten) Eine weitsichtige sozialpolitische Abteilung hätte auch Einspruch erheben nuisien gegen die Art, wie jetzt Steuern vorgeschlagr» werden, die die Lebenshaltung des Volte» noch mehr erschwere». (Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.)— Der geforderte zweite UnterstaatSiekretär ist n o t w e n d i g, die Arbeit im ReichSamt des Innern ist bedeutend gewachsen gerade auch durch die KriegSwirt- schaft. Beim Ausbruch deS Kriege« zeigte es sich, daß die Reichs- leitung nur mit einem iehr kleinen Teil der Industrie und des Handels in Verbindung stand, der kleinen, aber einflußreichen Minderheit der Schlotbarons und der Jlmker. Als aber der Krieg die Anspannung aller Kräfte für mittelbare oder unmittelbare KriegSleistungen not- wendig machte, genügte diese Fühlung nicht. Da kam die Reich«» leitung aus den Gedanken der WirtschostSgesellschaften. die nur im Dienste der Allgemeinheil arbeiten sollen. ES zeigte sich also, daß die Wirtschaft vor dem Kriege, nämlich die Beteiligten selbst die Dinae ordnen zu lassen, unerträglich tBar._ Aber die Kresse, deren Selbstsucht beschränkt werden soll, sind gerade die mächtigsten Kreise, die nun versuchen, ohne Rücksicht ans die Gesamtheit ihren Borteil zur Geltung zu bringen. Aus diesem Wege tonnte daher nickt erreicht werden, was erreicht werden muß. denn auch die Beannen sind ja aufgewachsen in einem Wirtschaftsleben, in welchem das erste und wichligte immer der Gewinn der Reiche» war. DaS Wiehtigste, WaS wir erreichen müssen, ist. der großen Mass« der Bevölkerung die nöprge Bewegungsfrerheit zu geben. Heute kann die Masse nicht so eingreifen wie im Frie- Sen, ste kann ihre Beschverden nicht in die Oeffentlichkeit bringen. Eine gewisse Rücksichtnahme ist heute selbstverständlich; diese üb! aber auch jeder ohne weiteres. Wir machen uns aber um das Baterland viel mehr verdient, wenn wir die Beschwerden in die Oeffentlichkeit bringen und sie dann abgestellt werden, anstatt daß beute alles unterdrückt wird. Preßfreiheit. Versammlungsfreiheit, Redefreiheit braucht die Masse der Bevölkerung und einen Ein- sluß auf die Gesetzgebung u?ss> die Verwaltung.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Man sagt, das alles soll später nach dem Kriege kommen. Aber die Maßnahmen, die die unerläßliche Voraussetzung dafür sind, daß im Kriege für das Nötige gesorgt wird, die müssen jetzt, schon getroffen werden.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.! Man sprach von einem Irrwahn, der vor dem Kriege herrschte, der Irrwahn eines unversobn- lichen Gegensatzes zwischen Arbeiterschaft und Arbeitgeber. Wir Sozialdemokraten haben stets die Pflicht zur Verteidigung des Vaterlandes anerkannt. Aber in vieler Beziehung ist der Staat das Handwerkszeug der besitzenden Klasse, um die Arbeiterschaft auszubeuten, und soweit es sich um den Profit handelt, besteht ein unversöhnlicher Gegensatz zwischen den Ar- beiternuu d den Arbeitgeb er ni Dieser Klaffcugegensatz und Klassenkampf kau« auch durch den Krieg nicht geändert werden.(Sehr richrig! bei den Sozialdemokraten.) Geben Sie den Arbeitern, was ste brauchen, um sich weiter entwickeln zu können, denn daö kommt auch der Gesamtheit zugute. Die Produktionsmittel und das Pro- dukttonSverfabren sind tm gewaltigen Maße ausgebaut. Jetzt muß die �Arbeitskraft, der andere wichtige Faktor der ProduktionSkrafl entsprechend ausgebaut werden. Dazu aber braucht die Arbeiter- schaft Bewegungsfreiheit. Der Vorredner sagte, man''olle den Krieg nicht ausgehen lassen als einen Raubzug deS Graßkapitals am Mittelstand. Das Aussprechen solcher Wunsche ist sehr billig. Aber tatsächlich reibt der Krieg de»Mittel- stand aus, Hunderttausende von Existenzen werden zugrunde ge- richtet, während sich da» Großkapital bereichert. Und nach dem Kriege heißt es. alle unsere Kräfte«tnzusetzeii, um unsere Wirt- schaftliche EntWickelung wieder zu fördern. Das kann aber nicht geschehen durch Förderung von Kleinbetrieben, sondern nur durch die Zusammenfassung in Großbetriebe:t; aus die Großbetriebe wird die Wirtschast nach dem Kriege sich stützen müssen. DaS wird zu einer ungehemmten Ausbeutung führen, wenn nicht da« Proletariat im Kampf« dagegen zusammensteht. Viele unserer Gegner glaube», die Arbeiter werden nach dem Kriege nichts Besseres zu tun wissen, als sich zu zerfleischen. Die Kämpfe werden aber dann so ernst sein, daß die Arbeiter sich eine« solchen Luxus nicht erlauben werden» sie werden vielmehr sest zusammenstehen, um eine neu« bessere Zeit herbeizusübre».(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Stresemann(natl.): Die Anklagen des Vorredners gegen die Mängel der Lebens- ntittelvcrteililiig treffen loeniger das Reicksamt des Innern als die militärischen Stellen, deren Sacke doch größtenteils diese Regelung während des Krieges ist. Auch seine Vorwürfe in bezug auf Einschränkung der Sozialpolitik im Krieg« treffen nicht zu. Die erfolgten Einichränkungen toaren KriegSnoiwendigkeiten, die erst nach sorgfältiger Prüfung erlassen sind. Auf der anderen Seite aber erinnere ich an ein Flugblatt, das heute dem „Vorwärts" bcigelegen hat. und da« den Arbeitern die großen sozialpolitischen Fortschritte des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst vor Äugen führt. Wenn der Staat wirklich nur ein Instrument der besitzenden Klassen wäre, so hätte dies doch auch beim H i l.s S d t e n st g e s e tz. zum Ausdruck kommen müssen.(Sehr wahr). bei den NatipnMcheralen.) Auf handekspoliftschem(Wirte begrüßen wir die Annäherung zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn. Bon einer wirklichen Wirtschaft " jen der Entente ist bei gen nach dem Protokoll der Pa- riser WrrtfchaftSkonferenz keine Rede. Wünschenswert wäre es, wenn auch im Kriege schon der Wirtschaftsverkehr zwischen Deutsch- land und Oesterrewh-Ungarn freigegeben würde. Daß England die Wirkung unserer wirtschaftlich«, Ch'ensive schon erheblich spürt, beweist die Richtveröffsntlichung der Ziffern seiner Handelsstatistik. Ideal sind die Zustände gewiß nicht. Der K r: e g s s o z i a l i S- m u s darf keinesfalls übertragen werden auf dre Friedens- zeit. Leider hat die Erfahrung gezeigt, daß Kansleutc, die in die Burcaukratie avancieren, nun von einer Chimborassö- ?Ö h e auf die anderen herabblicken und viel schlimmer Wirt- ch ästen als die eigentlichen Burcaukraten.(Hört; hörtl) Zweifelhaft ist mir, ob das Hilftdrenfigesetz überhaupt eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit war. ob man nicht dasselbe Ziel durch die KriegSroh st offabteilung hätte erreichen können, ohne die Aufmerksamkett der ganzen Welt auf uns zu lenken und sie zur Nacheiferung anzuspornen. TaS Schlimmste ist die T r a n ä- vortkrise, an der die Eisenbahnverwaltung doch nicht so schuld- los ist, wie sie es darstellt. Von feiten der Industrie sind der Ver- waltung große Masse« bau Lokomotive» in kurzer Zeit zur Lieferung angeboten worden, es ist aber erst nach geraumer Zeit eine Bestellung, und dann auch nur zur Hälfte des Angebots erfolgt.(Hört, hört!) Vor allem muß daS unnütze Sin- und Herfahren von Güterwagen be- feitigt werden. Durch Gründung neuer Stellen werden manchmal die Verhältnisse noch schlimmer; so ist z. B. durch die KohlenauS- gleichstelle die größte Unordnung in die Verhältnisse ge- bracht worden. Tie Ausfuhr sollte auch in dieser Zeit nach Mi*!'- lichte it gefördert werden. Der Beirat der Ein- und AuSfuhrstelle wird seit längerer Zeit überhaupt nicht mehr gehört. In der K a- n alfrage mutz daS Reich die Führung übernehmen.(Bravo!) In der Frage der Unterstützung unserer Handels- fchiffahrt sollte die Regierung den internationalen Interessen in der großzügigsten Weise vorangehen. Der Kommissar für UebergangSwrrtschaft hat jetzt statt deS halbe« daS ganze Hotel„Reichstag" gepachtet. Möge daS ein g u t e S Z e i ch e n sein, daß wir bald zum Frieden kommen. Im übrigen wird dieser Kom- missar seine Aufgabe am besten erfüllen, wenn er sich so bald wie möglich überflüssig macht und wir wieder zur völlig freien Wirt- schaft kommen. Eine möglichst weitgehende Sicherung der Aus- landsforderungcn ist eins der wichtigsten Kriegsziele. Dem neuen UnterstaatSsckretär stimmen wir zu. Daruber hinaus aber wäre wünschenswert die Schaffung eines ReichSarbeitS- und eines ReichS- handelSamtS. Einige Ressorts, dieses ReichSamtS könnten dem heute etwas blutleerenReichSjustizamt zugeteilt werden. Wichtige Aufgaben der Aufklärung fallen dem nengeschaffenen Pressedienst des ReichSamtS des Innern für WirtschastS. und So- zialpolitik zu. Für das künftige Verhältnisvon Arbeiter« schaft und Unternehmertum ist sehr interessant ein Ar« tikel deS sozialdemokratischen Gewerkschaftsführers?l u g u st J$ i n- n i g in den„Sozialistischen Monatsheften" über„Die neue Sozial- demokratie und die Gewerkschaften". Er betont die Notwendigkeit zu einer positiven Stellung zum Wirtschaftsleben zu kommen und tritt mich sehr warm für Kolonien ein. Danach iit wohl die Hoffnung berechtigt, daß, v-enn auch der Klassenkamps bleiben lnag. als Kampf um den GÄvinn man doch auf dem Gebiete des Wieder- aufbaiteS unserer Wirtschaft lernen wird, die alten Dogmen von Schutzzoll und Freihandel über Bord zu wer- f e n und daß Arbeiter und Arbeitgeber in Zukunft mehr gemeinsam zusammenarbeiten werden.(Bravo! boi den Natio- nallibcralen.) Mg. V. Brockhanse«(?.): Es ist sehr bedauerlich, daß man nicht schon lange Vor dem Kriege an die Borbeveituna auch einer wirtschaftlichen Mo- bilmachung gedacht hat. Dieser Borwurf trifft vor allem die Stelle, an tzcr all« Fäden der inneren und äußeren Politik zu- i der Finanzminister gegen den Eisenbahnminister, fammenlaufen. Was int Kriege nachher als Werf des Augenblids daß der Staatsbeamte mit 5000 M. Gehalt feine Zulagen nicht zugierung jest gugegebenen Salbarjanlodesfälten die nue 700 jähr in dieser Beziehung geschehen ist, ist der Initiative Seiner Maberiteuern braucht, während sein Kollege von der Privatindustrie, lichen Todesfälle an der Syphilis selbst gegenüberzustellen. To jejät des Raisers und Königs zuzuschreiben. Bei den Kriegsgeber vielleicht nur 2000 M. bezicht, die ihm gewährten Zulagen veriväre das Bild gleich wesentlich anders. sellschaften sollte man nicht so viel Geld für teure Mieten steuern muß. 6. Aber die von der Regierung angeblich ermittelte Ziffer und Einrichtung ausgeben.( Sehr gut! nechts. Auch dürfen Das Oberverwaltungsgericht hat am 23. September 1909 aus der Salvarjantodesfälle schwebt johon deshalb völlig in der Quit, die Kriegsgesellschaften nicht allzu hohe Gehälter zahlen, brüdlich feitgestellt, daß die im Falle eines außerordentlichen Beweil ja, wie gesagt, gar ferme Anzeigepflicht für Salvarjantodes um so den Brivatbetrichen die beilen Sträfte wegzunehnten. Gine dürfnisses bezahlten Zulagen nicht der Steuerpflicht unter fäffe besteht. Welcher Arzt wird ganz von selbst zur Behörde Trennung der Wirtschafts- und Sozialpolitit liegen. Mit etwa die Striegsteuerung kein Anlaß, ein außerordent Taufen und ihr mitteilen, baß ihm ein Batient nicht an der Stront balten wir für ausgeschlossen. Diese Gebiete greifen so ineinander fiches Bedürfnis anzuerkennen? Der Eisenbahnminister hat sich heit, sondern an seiner, des Arztes, Behandlung gestorben fei! Die üher, daß dadurch nur neue Reffortschwierigkeiten entstehen würden. dieser Auffassung bei der ersten Beratung in Webereinstimmung Salvarjaniodesfälle, die häufig bereits im Beginn der Erkrankung Die Wohnungsfrage muß weiter im Auge behalten werden. Ju mit der Kommission angeschlossen, es steht also hier nach den ersten Injektionen eintreten, erscheinen in der Statistik Der Sozialpolitif ist Deutschland auch heute noch der erfie Stant fast burchiveg als Herzschlag oder unter einem ähnlichen Signum! der Welt. Jest in Stricge aber große sozialpolitische Maßnahmen der zugleich Vizepräsident des Staatsministeriums ist.( Sört, hört! 7. Wie ich die erzte begreiflicherweise nicht ohne Not durch au treffen oder die vorgesehenen Ausnahmen wieder zu beseitigen, bei den Sozialdemokraten.) Auch die Amtlichen Mitteilungen der freiwillige Anzeige den Möglichkeiten ftrafrechtlicher Verfolgung halten wir fiir unmöglich. Die Gegeniaze zwischen Arbeliern Verwaltung der direkten Steuern haben sich in dem gleichen Sinne aussehen, so haben auch die Angehörigen der Salvorjanund Arbeitgebern werden sich in Zukunft mildern lassen, wenn alle ausgesprochen. Die vier Bergarbeiterverbände haben in einer Ein- boten meist ein lebhaftes Juteresse daran, über den Vorgang nichts nur das Interesse des Vaterlandes im Auge halten.( Beifall rechts.) gabe an das Haus ausdrüdlich eine solche Regelung gefordert, wie in die Oeffentlichkeit kommen zu laffen. Abg. Liesching( Vp): mir fie beantragen, ebenso der Bund der technischpindustriellen Genosse Haenisch zählt weiter eine Reihe von Blättern verBeamten und auch in einem Artikel der Evangelische Arbeiterschiedener Barteirichtung auf, die sich gleichfalls gegen das SalvarGine Trennung des Reichsamis des Junern fönnte leicht zur bote". Muten Sie nach den bitterbösen Erfahrungen in der En fan aussprechen, um zu schließen: Da fast die gesamte Fachpresse Verschärfung der Gegensäte führen. Es iväre ein unholtbarer Zustand, wenn wir etwa einen Staatssekretärnährungsfrage und nach den Vorgängen im Herrenhouse dem Volke den ärztlichen Salvarfangegnern hermetisch verschlossen ist, haben für Arbeiter und einen für Arbeitgeber bätten. Ge- auch noch die Belastungsprobe der Ablehnung unseres Antrags zu? die Barlamente und hat die Tagespresse die verdammie Pflicht mig erfordert die Sozialpolitik einen ganzen Mann für sich, aber gande unterschätzen sollten, jo laffen Sie sich von Hindenburg und ( Sehr wahr! links.) Wenn Sie die Bedeutung der Stimmung im und Schuldigkeit, hier nach dem Rechten zu sehen." Bir können dazu nur wiederholen, daß diese Frage von ach die Fäden all der verschiedenen Gebiete des Reichsamts des Innern Ludendorff eines Besseren belehren! Hoch über allen formellen Beleuten entschieden werden muß und daß einer aus Richtfachmiñen doch in einer Hand zusammenlaufen. Für die Mißgriffe denken und über allen Rechtsgutachten steht die politische Totivendig lenten bestehenden Redaktion ein Urteil über die Müzlichkeit oder auf dem Gebiete der Kriegsgesellschaften ist der Staatssekretär des teit. Ein Unmöglich gibt es in diesem Striege nicht. Benn irgend Echädlichkeit eines Heilmittels nicht zusteht. Med. d.„ Vorwärts". Reichsamis des Zunern nicht verantwortlich, aber er sollte wenigstens wo, so fallen hier die Interessen der Arbeiter und Angestellten urit der Schaffung noch weiterer solcher Gesellschaften energischen den Interessen des Vaterlandes restlos zusammen. Im Interesse Biberstond entgegenießen. Wenn jest noch Ein- und Ausfuhr stattfindet, so sollte man froh darüber sein und dem nicht noch der Arbeiter wie im Interesse des Vaterlandes bitte ich Sie, unseren Antrag anzunehmen.( Sebhafter Beifall links.) ftändig Schwierigteiten in den Weg legen. Mit der Berufung auf die sogenannten Kriegsnotwendigkeiten wird häufig Mitrag abzulehnen, es handele sich nicht um jistalische Bedenten, aber Finanzminister Dr. Lenge bittet, ben jozialdemokratischen Au brauch getrieben. Auch die Berücksichtigung des feinen Wirtes fönnte zu eigentümlichen Verhältnissen führen, wenn die nichtidhaftslebens gehört zu den Kriegsnotwendigkeiten. Darauf sollte bei fontrollierbaren Zulagen in Privatbetrieben steuerfrei gemacht ben zusammenlegungen von Betrieben usw. mehr werden sollten. Rüdsicht genommen werden. Die Wasserstraßen können planmäßig und einheitlich mir durch das Reich ausgebaut werden. trifft in erhöhten Maße zu, was für die Eisenbahnen gilt. Die Arbeiter wird man nach dem Kriege Sier nicht mehr als Feinde der Gesellschaft betrachten dürfen. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft hat ihre vaterländische Pflicht feinen Augenblid vergessen. Deshalb wird die Grundstellung ihr gegenüber nach dem Kriege cine an dere werden müssen. Wir brauchen nach dem Kriege alle Kräfte, um unser Wirtschaftsleben wieder aufzubauen. Die Weiterberatung wird auf Mittwoch 1 Uhr verlagt.( Außerdem Etat des Reichsjuitizamts und der Reichseisenbahnen.) Abg. Ledebour( Soz. Arbg.): Angesichts der großen Ereignisse in Rußland bedauern wir, daß heute nicht der Etat des Reichs= fanglers zur Verhandlung gekommen ist. Sollte es den Bemühungen des Präsidenten nicht gelingen, den Reichskanzler zit bemegen, in der nächsten Zeit hier Rede und Antwort zu stehen, so werden wir bei nächster Gelegenheit beantragen, den Gtat des Reichsfanglers und des Auswärtigen Amis zur BerhandTung zu stellen, damit endlich diese Fragen hier gründlich zur Befriedigung des ganzen Volfes hier erörtert werden können. Schluß gegen 7 Uhr. Abgeordnetenhaus. 83. Gigung. Dienstag, den 20. März 1917. Am Ministertisch: Dr. Seseler. Bräsident Graf Schwerin eröffnet die Sigung um 31 Uhr. Die Königl. Berordnung zur Bekämpfung der Massenepidemie in Breslau( Etadt und Land) wird genehmigt. Ge folgt bie zweite und dritte Beratung der Gelegentwürfe über die Abkürzung des juristischen Vorbereitungsdienstes und des Borbereitungsbientes zum höheren Verwaltungsdienst für Kriegsteilnehmer. Berichterstatter ist Abg. Dinslage( 3.). heitlicht werden. Abg. Gronomsti( 3.) verteidigt seine Barici gegenüber dem Abg. Saenisch, nimmt aber den Zentrumsandrag wieder auf und Abg. v. Bavvenheim( f.) bekämpft die Anträge besonders mit den Schwierigkeiten der Veranlagung. redet dem Minister zu, ihn doch anzunehmen. Aus Groß- Berlin. Merkwürdige Diebstähle. wideln, daß Eigentum Diebstahl sei. In solche wissenschaft Fern fei es von uns, die alte Broudhon- Lehre zu enf lichen Spinfindigkeiten wollen wir uns gar nicht verlieren; dazu plagt uns die tägliche Sorge viel zu ſehr. Aber iſt es nicht eine erfreuliche Linderung der Ernährungsforgen für den Augenblick und die nächste Zukunft, wenn wir hören, daß da und dort in Groß- Berlin ungerufene Gäste aus einent Abg. Schmiljan( Vp.): Bei einigem guten Willen des Finang Saben gange Zentner Räse, ganze Tonnen Butter. ministers wäre eine Einigung möglich gewesen. Wir könnten aber schöne Lasten Katao weggeräumt haben? Gut, die Butter die Verantwortung nicht übernehmen, wenn infolge des Unannehm: mag zur Verteilung in 50-80- Gramm- Rationen bereit gelegent bar der Regierung durch Annahme der Anträge die Steuerfreiheit haben; der Katao mag beschlagnahmt gewesen sein und bleibt der staatlichen Zulagen gefährdet würde. Der sozialdemokratische und der Zentrumsantrag wezben abes, bis die Reichszentrale mit der Ausarbeitung eines ähnlich gelehnt, der Ausschußantrag in zweiter und driller Lejung an- finnreichen Verteilungsschlüssels fertig ist, wie zu Weihnachten. genommen. mit den Gemüsefonserven. Aber Käse, richtigent Mittwoch 11 lthr: Anträge, Kommissionsbericht über die 3.6.G., Schweizerfäse? Den gibts doch doch seit seit Monatent Sommissionsbericht über Lastenausgleich in Groß- Berlin. nicht mehr, und auch die Gemeinden fönnen uns Schluß: 6% 11hr. feinen tehr geben, meils eben feinen gibt. Und da sollten Diebe bei einem ehrbaren Kaufmann gleich eint paar Zentner Käse weggeholt haben? Es wird eine Zäuschung Der Arbeitsplan des Reichstage. Der Seniorenfonbent beiäf geoefen sein: da der Staufmann doch gewiß feinen Säfe batte feine Runden werden es wohl bestätigen können, tigte sich am Dienstag mit der Erledigung der Arbeiten des Reichsfo fann ihn auch feiner gestohlen worden sein. Sollte aber tags. Die im Haushaltsausfchuß erledigten Etats werden der Reihe nach zur Beratung geftellt werden. Der Etat des Reichsfanglers und die Nachricht doch stimmen? Im so besser, dann beweift fie, der des Auswärtigen Amtes gelangen voraussichtlich Montag und daß wir doch noch nicht aller Vorräte bar, unb nur, daß die Dienstag zur Verhandlung. Die Frage der Schuzhaft wird einer Herren Langfinger weitsichtiger und findiger sind als unsere befonderen Beratung unterzogen. Ernährungsbehörden. Parlamentarisches. Aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Die Fraktion befchloß in ihrer Sigung am Dienstag, für den Justizetat die Abgg. eine und andeberg, für den Poftetat den Abg. Tauba bel als Rebner zu bestimmen. Zu den elfaz- lothringischen Fragen wird als erster Rebner Abg. Ben bel sprechen. Nochmals der Salvarsanftreit. Der Krieg und die Gastwirte. Man schreibt uns: Ueber die Schaffung eines 3entralberbandes deutscher Birtevereinigungen" bericien gestern in Berlin 70 Bertreter bon 23 größten beutiden. Gaftwitteberbanden mit über 90.000 Mitgliedern. Det Berhandlungsleiter Bränning- Wiesbaden toics hin auf der Durch den Krieg verursachten Notstand der Gastwirte, für den nur bei gemeinsamiem Borgehen eine Abhilfe zu hoffen sei. F 5g. Frhr. v. Gamp- Maffaunen( ft.) beantragt Gleichfegung von Genosse Konrad Haenisch sendet uns zu dieser Frage eine In Zusammenhang mit diesen Bestrebungen stand eine ErSilfs- und Kriegsdienst. faring von Obiglo- Berlin, dem zweiten Vorsitzenden des VerJuftigminister Dr. Beseler erklärt, daß der Hilfsdienst dem peitere Zuschrift, in der er schreibt: Die dritte Refung des Stais bietet mir zu meinem großen bandes der freien Gaft und Schantwirfte, der einen Striegsdienst auch hier vollkommen gleichgelegt werden soll. Durch Bebauern teine Gelegenheit, von der Barlamentstribüne herab auf gegen den ersten Vorsitzenden Litfin Berlin verbreiteten Angriff ein Reichsgefek sollen die Verhältnisse im ganzen Reich vereinben mehr als eigenartigen Beschwichtigungsversuch zu antworten, von Münzer- Hamburg als Schmähschrift fennzeichnete und MitDie Gefeze werden mit der vom Abg. v. Ganıp beantragten ben die Regierung durch ihre in der Nordd. Allg. 3ig." verteilung machte von dem durch einstimmigen Vorstandsbeschluß erWenderung angenommen. öffentlichte Salbarjanstatistit unternommen hat. Ich muß daher folgten Ausschluß Münzers aus dem Verband und von der Gins Die Richtheranziehung des Militäreintommens in der Breffe antworten. Indem ich mir weiteres, besonders leitung einer Stage gegen ihn. Strauß- Berlin, Borsitzender des zur Gemeindeeintommensteuer wird durch einen von über ben von der Regierung mit so beredtem Stillschweigen über Gajtivirleverbandes für Berlin und die Provinz Brandenburg, unter ben Abgg. Kanbler( natl.) und Genossen beantragten Gefeß- gangenen Salbarjan toucher vorbehalte, für heute nur folgendes: füßte die Bertrauenserklärung für Liffin. 1. Der Salvarsanftreit spielt nicht erst seit heute und gestern. Die Notwendigkeit bes feit langen erstrebten Zusammen entwurf verlangt. Der Ausschuß beantragt durch den Abgeordneten deutschen Gastwirteorganisationen wurde pont Dr. Bredt( ft.) Ablehnung. Juzwischen hat das Ober- Schon am 3. März 1914 baiten vier dem Reichstage ange- schlusses der verwaltungsgericht jedoch das Beamtenprivileg für die eingezogenen hören de Aerzte die Regierung über die bereits damals er- agner- Leipzig begründet in einem Referat über„ bic allBeamten wieder hergestellt und dadurch die Haupt- schredend häufigen Salvarsantodesfälle interpelliert. In seiner gemeine Lage des Gastwirtsgewerbes". Schon vor Beichwerbe beseitigt. Antwort wies der Ministerialderiftor Jonquières barauf hin, dem Kriege sei es dem Gastwirt schlecht genug ergangen, weil er Lage, mitzuteilen, wie es mit diesen Dingen stehe. Trosdem nun 1917 jene Anzeigenpflicht ebenso wenig besteht wie 1914, ist heute plogli die Regierung merkwürdigerweise in der Lage, nun doch mit einer Statistit aufzuwarten. Diese Statistik ist aber auch danach! Abg. Kandler( n.): Es darf fein Unterschied gemacht werden daß für Salvarjantodesfälle und Salvarjanjchädigungen teine immer mehr in Abhängigkeit von Kapital geriet Der Krieg zwischen Berufs- und Referbeoffizieren reip. Offiziere fielbertretern. Anzeigepflicht bestehe. Die Regierung fei also nicht in ber mit all seinen Beschränkungen des Gaftvirtsgewerbes, den Tanz Das ganze Militäreinkommen biejer Kategorien joll gemäß meinem berboten, den Kürzungen des Polizeistunde, bez Gerabsetzung bes Antrag freibleiben. Bierquantums usw. habe zu allerschierten Schäbigun.. Rach furzer Debatte werben beibe Anträge an die Kommiffion gen geführt. Manches davon wolle man fogar in die Friedens zurüdverwiesen. seit hinübernehmen, z. B. die Polizeiftundentürzung, für die sich die Kirche ins Zeug lege, auch die Luftbarkeitserscherungen, durch die Es folgt die zweite Beratung bes Antrages auf Borlage eines 2. Ihr famoses Material hat die Regierung nur dadurch ge- uneinigkeit habe den Gastwirten bei den Behörden gefchadet, so daß wohl das Volf zum Sparen angehalten werden folle Die bisherige Gefeßentwurfes betreffend Steuerfreiheit der KriegsBeihilfen. Die Kommiffion hat einen Baragraphen an- winnen tönnen, daß sie ihre Rundfrage auf ein paar uubiese ihnen auf Klagen schon geantwortet hätten:„ Gehen Sie nach genommen, welcher lautet:„ Die aus Aulag der Kriegsteuerung bebert willkürlich ausgesuchte Arantenanstalten Bause und werden Sie erst mal einig!" Rur Einigkeit willigten Beihilfen und Zulagen der unmittelbaren und mittelbaren beschränkte, deren Leiter fast durchweg ebenso vom Salvarsan. tonne den Gastwirten Einfluß erringen und Gehör verschaffen. Beamten, Lehrer, Angestellten und Arbeiter des Reiches, des Staates dogma beherrscht sind wie die Regierung selbst. Barum hat die und der Stommunalverbände fowie der geistlichen Lehrer, Beamten Regierung nicht die gesamte deutsche Aerztesaft beeter- München, sich zusammenzuschließen ohne Unterschied der Die Distuffion begann mit einer eindringlichen Mahning boa rfi. der Stirchenverbände und anderer Religionsgemeinschaften find fragt? Dann wäre ein wesentlich anderes Bild heraus- Bartei, der Religion oder sonstiger das Gewerbe nicht berührender frei von Staats- und Gemeindeeinfommensteuer." gekommen! Denn wie mir von Aerzten aller Barteirichtungen Intereffen. Strauß- Berlin sprach von den das Gastwirtsgewerbe Abg. Dr. König( 8.) beantragt, auch die Beihilfen an Privat- und aller Konfefsionen übereinstimmend berichtet wird, ist die bedrohenden Gefahren, von der Koalition der Großbrauereien, von angestellte stenerfrei zu Laffen. Salbarjangegnerschaft unter den beutschen Herzien in ftarlem bem Ruf nach einem Bedürfnisnachiveis, von der Agitation der Ein Antrag Braun und Gen.( So3.) will anfügen: Des- und ständigem Zunehmen begriffen. Wahrscheinlich bilden unter Gasthausreformer und Abstinenten, wobei er die Forderung eines gleichen sind die während des Krieges den in privaten Betrieben den deutschen Aerzten die Salbarjanfeinde heute schon die Mehr Verbotes des Trintaimanges den abstinenten Arbeitern Beschäftigten( Arbeitern, Angestellten, Getperbegehilfen, Dienfteit. aufs Ronto feble. Bei seinen Ausführungen über Quertreibereien boten usw.) ton deren Besitzern beiwilligten laufenden und ein- 3. Die Statistik ist auch schon deshalb böllig wertlos, des Deutschen Gastwirteverbandes" verließen die Bertreter diejer. maligen Zeuerungszulagen von Staats- und Gemeindefteuern frei. weil sie sich nur auf einen Zeitraum von etwa drei Jahren Organisation den Saal Nachdent jo die Gegenfäße aufeinander Abg. Haenisch( Soz.): erstreckt. Denn erit Ende 1910 wurde das Salbarian den Aerzten geplakt waren, wurde die ganze folgende Discussion beherrscht von Auf das Lebhafteste bedauere ich, daß die Regierung auf die freigegeben und die Statistit reicht nur bis Anfang 1914. under Mahnung zur Einigteit, jei's felbit sur Cinipleit ohne den Bitfin Berlin ftellte feft, Say Steuerbefreiung der Privatangestellten und weiß aber jelbst der Baie, daß die Syphilis eine Dauertrant Deutschen Gastwirteberband". beiter nicht eingehen will und sogar gedroht hat, lieber auch bei ist, deren Verlauf sich unter Umständen auf anderthalb bis die Gafavirleverbändler ihre Obitriktion von vornherein geblant Beanie leer ausgehen zu lassen, wenn Arbeitern und Angestellten atvei Jahrzehnte erstreckt. Wie fanu uns da eine amtliche Ber hatten. Gine fabeinde Resolution gegen fie, cingebracht buroj die gleiche Begünstigung gewährt wird. Das Parlament barf vor öffentlichung ernsthaft etwas von guten Seilwirkungen dieses Bapi- türnberg bom Verband der freien Gajt- und Schantwirte, einem solchen Unannehmbar der Regierung nicht ohne weite Mittels erzählen. Selbst die medizinischen Fachblätter geben offen wurde einstimmig eingenommen. res zurüdweichen. Wir ständen ganz anders da, wenn das zu, daß man sein endgültiges Urteil über den Heilwert des Salbarjans mindestens bis zum Jahre 1927 verschieben müsse. Das Zentrum fefter geblieben einzige, was wir bisher positiv wissen, ist die Tatsache, daß seit der Einführung des Salbarjans, d. h. seit dem Jahre 1910, wie die Statistik bis 1913 ausweist, die Zahl der Syphiliserkrankungen zugenommen hat. L 4 Sil Beschlossen wurde die onftituierung des 3entralverbandes dertscher Wirtebereinigungen". Die Vertreter von 13 Vereinigungen erflärten den Beitritt vorbehaltlse; wäre. Das Unannehmbar der Regierung wäre wohl nicht ge die Vertreter der übrigen 10 Bereinigungen stimmten gleichfalls für sprochen worden, wenn die Regierung sich einer geschlossenen Konstituierung, doch mit dem Vorbehalt der Zustimmung ihrer und entschlossenen Mehrheit gegenübergesehen hätte. Mitglieder. Die vorgelegten Gabungen wurden genehmigt. ( Schr irahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich verkenne nicht, daß 4. Schon seit Ende 1910 wird das Salvarfan für sich allein des Zentralverbandes ist Berlin. Die Vorstandswahl ergob: praktische Schwierigkeiten die Durchführung unseres Antrages erKaempf Leipzig, Litfin= schweren fönnen, die Steuerlisten in vielen Gemeinden sind abge- überhaupt nicht mehr angewandt, sondern nur noch in Verbindung Brettschneider- Weißenfels, Strauß Berlin, Wolper- Berlin, schlossen, der Berjonalbestand der Steuerbehörden ist verringert und mit Quedilber. Kein Mensch tann also beurteilen, wiebiel von Berlin, Veter- Berlin, es wird nicht leicht sein, die ganze Veranlagung zu revidieren. Aber den angeblichen Heilwirkungen auf das Konto des Quecksilbers die sich ihren Obmann wählen werden. Angenommen wurde eine Nach der Resolution, die wegen der Sommerzeit" eine Berlängerung der sollen wir deshalb nicht eine mögliche Besserung unternehmen? und wieviel auf das Konto des Salvarjans entfällt. Nicht wir, sondern Sie stehen hier auf dem Standpuntt: Alles oder Logit der" N. A. Ztg." tönnte man auch das Brunnentwasser als Bolizeistunde fordert, und eine Resolution, die unter Betonung der nichts! Weil nicht alle unbemittelten Steuerzahler Erleichte ein borzügliches Desinfektionsmittel bezeichnen, wenn man es zunehmenden Abhängigkeit des Gaftwittegelverbes vom Großkapital ben beftehenden Gastwirtsvereinen die örtliche Zusammenarbeit zur rungen erhalten können, wollen Sie den Arbeitern und Angestellten nämlich gründlich mit Karbol vermischt! auch keine gewähren!( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die 5. Es ist völlig finnlos, wenn die 9. A. 3tg." bie angeblich so Pflicht macht. Migftimmung über das Scheifern unseres Antrages würde bejon geringe Bahl der Salvarjantobesfälle in Bergleich stellt gu beu ders in solchen Gegenden und Berufen groß sein, in denen Staats- Gesamtlobesfällen im Deutschen Reiche überhaupt. Nach dieser arbeiter und Arbeiter der Pribatinbuftrie völlig burchein- Berechnung würden den 500 000 bis 600 000 in Deutschen Reiche andergewürfelt sind, wie in den Munitionsbetrieben, in den jährlich zu verzeichnenden Gesamitopesfällen in der Tat nur 100 Werften und im Berghau. Bejonders schlimm wird es dann, wenn bis 200 Salvarjantodesfälle( jobiel würde nämlich die Prozent Das Einkommen ber Staatsarbeiter so wie fo ein wenig höher ist berechnung des offigiösen Blattes nur ergeben) gegenüberftehen. ais bas her Privatarbeiter. Und wie will man es rechtfertigen, Stwas mehr Sinn hätte es schon, diesen 100 bis 200 von der Rewerben dürfen. Nur bie Betriebe, benen vor dem 1. Februar d. 3. Der Ruchenverkauf über die Straße. Das Kriegatueramt teilt mit: Die Sudenverordmmg des Berliner Magifirats vom 9. Februar 1917 bestimmt u. a., daß in Betrieben, in welden Brot getoerbemäßig hergestellt ober feil. gehalten wird, Suchen oder Torten weber hergestellt nom feilgehalten worden. lich der Zeipziger Straße verkehrenden Linien erforderlich. Esjum weitere Erkrankungen zu berhüten. Auf umgehende Einrichtung verden verkehren: der Impftermine für die Zwangsimpfungen( Erstimpflinge und ginie 43, 58, 55 zwischen Leipziger- Ede Charlotten- Wiederimpflinge) wird hingewirkt werden. Termine für freiwillige Straße und Französische Straße bezi. Werderscher Marft über Zeip- Impfungen sollen dreimal wöchentlich unter Heranziehung der gesiger Straße, Jerusalemer Straße, Hausvogteistraße, Oberwallstraße, famten Neuköllner Aerzteschaft abgehalten werden. Näheres wird in Franzöfifche Straße bezw. Werderscher Markt; fürzester Frist bekannt gemacht werden. Linie 54 von der Leipziger Straße durch die Mauer-, Kanonier, Französische Straße; inie 73 zwischen Leipziger Ede Charlottenstraße und Behrenstraße über Leipziger Straße, Jerufa lemer Straße, Hausvogteiplag, Oberwallstraße, Französische Straße, Charlottenstraße, Behrenjirage; inie 83 über Jerufalemer Straße, Sausbogteiplag, Oberwallstrage, Französische Straße bis Stanonier firaße. Die nur bis zur Behrenstraße verkehrenden Wagen der Linie do fahren von der Leipziger Straße, Ede Charlottenstraße, über Leipziger Straße, Jerusalemer Straße und weiter wie Linie 83 bis Kanonierstraße.. verteilt auf Abschnitt 89 der Lebensmittellarte Pfund Haferfabri Verteilung von Haferfabrikaten in Schöneberg. Der Magistrat fate zu 11 f. Die Anmeldung beim Kleinhändler mug bis Donnerstag, den 22. März, erfolgen. Spätere Anmeldungen können nicht berüdfichtigt werden. Aussexterlaubnis erteilt ist, därfen diese Waren zum Verzehr in den Räumen ihres Shantbetriebes abgeben aber nicht über die Straße verlaufen. Auf das eigentliche Konditorei gewerbe findet diese Bestimmung feine Anwendung. Geschäfte, die nls& onditoreien anzusehen find, haben die Berechtigung, aber auch die Verpflichtung, ihre Waren auch über die Straße cbzugeben. Für die Preise der einzelnen Kuchensorten und Badmaren sind vom Magistrat für Selbsthersteller und Nichtfelbft Hersteller für den Verkauf über die Straße und zum Verzehr in den Räumen des Echantbetriebes je besondere Breise festgefeßt Das Inkrafttreten dieser Magistratsverordnung hat verschiedene Konditoreien Berlins veranlagt, ihren Geschäftsbetrieb zu ändern. Sie machen durch Aushang bekannt, daß Kuchenverkauf über die Straße nicht mehr stattfindet. Andere geben im Rofal ihre Erzeug uijse nur ab, wenn zugleich Getränke( Schokolade oder Kaffee) ente nommen werden. Dieses Berfahren verstößt gegen friegswirtschaftliche Verordnungen und kann nicht geduldet werden. Wird die Abgabe Eine Werbeversammlung für die Kriegsanleihe. Wie uns gevon Kuchen über die Straße unzulässigerweise verweigert oder von schrieben wird, findet am nächsten Sonntag, mittags 12 Uhr, im verändert mit 160 Proz. eingestellt. Auch Spandau hat in seinent der gleichzeitigen Entnahme von Getränken zum Verzehr im Lokal Sirkus Busch eine allgemeine Rundgebung für die 6. Kriegsanleihe neuen Haushaltsplan den Zuschlag zur Einkommensteuer mit felbft abhängig gemacht, jo liegt eine Verlegung der Vorschriften statt, auf der der Oberbürgermeister von Berlin und der preußische 150 Proz. unverändert gelaſſen. betreffend Höchstpreise und übermäßige Preissteigerung vor. Die Wahrung der berechtigten Interessen des laufenden Publikums ver- Finanzminister Ansprachen halten werden. Ferner soll dort ein langt, daß an der freien Abgabe der Bäderei und der Konditorei- starter vierstiminiger Chor von Berliner Gemeindefchülern vaterwaren im Rahmen der bestehenden gefeßlichen Bestimmungen ländische Lieder finger. niats geändert wird. Zuwiderhandlungen und Umgebungsverfuche. dieser Bestimmungen werden in jedem Falle strafrechtlich verfolgt werben. Berliner Lebensmittelnachrichten. Es wird nochmals ausdrücklich darauf hingewiefen, daß die Abholung des Bezugfcheins auf ein Suhn oder Kaninden bis Sonnabend, den 24. März bei der zuständiger Brotkommission erfolgen muß. Nachträgliche Anmeldungen können nicht berüdsichtigt werden. für fändischen Hilfsdienst, die der Berliner Polizeiprändent erläßt, findet Eine öffentliche Aufforderung zur Meldung für den vaterfich im Anzeigenteil unserer heutigen Nummer. Wir weisen unsere Lejer auf diese Aufforderung hin. Unveränderte Steuerfäße in Lichtenberg und Spandan. Als lezte der Stadtgemeinden Groß- Berlins werden die Städte Lichtenberg und Spandau ihre Haushaltspläne für 1917 aufstellen. Die Lichten berger Stadtverordneten werden sich in ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag mit dem Entwurf des Voranschlages beschäftigen. Der Magistrat hat darin den Zuschlag zur Staatseinkommensteuer un Aus Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Jit der Generalversammlung der Hirsch Kupfer- und Messingwerte A.-G. wurde die Dividende auf 20 Broz. festgeicht. Der Vorstand der Gesellschaft, Herr Aron Hirsch, machte folgende Mitteilungen: Jm.Geschäftsbericht ist gesagt, daß wir in das neue Ge Ein Faß Waffer für 21 200 Mark! fchäftsfahr mit einem großen Bestand an Aufträgen eingetreten find. Ein großer Warenschwindler wurde am Montag durch die Vor- Wir haben das sichere Gefühl, daß auch auf das um fünf ficht eines Fabritanten aus der Laufik hier in Berlin unschädlich Millionen Mart erhöhte Grundlapital eine Dividende gemacht. Der Fabrilant erhielt von einer Firma E. W. C. u. 5. ausgeschüttet werden kann, die wahrscheinlich nicht hinter der des Kreuzer, Dennewigstraße 21" ein Angebot auf 1450 abgelaufenen Jahres zurückbleibt. Das Areal der Fabrikanlagen Die Schlacht und Schangebühren Kilogramm Zirnis. Die Ware follte 21 200 M. toften. Er schloß der Gesellschaft umfaßt jest nach den Zugängen des abgelaufenen follen auf dem Berliner Schlachthof auch im Berwaltungs- das Geschäft ab und erwartete den Eingang nach der Ber- Jahres, die mit 700 000 m. in der Bilanz erscheinen, zirka jahr 1917/18 in der schon seit mehreren Jahren unverändert ge- abredung, Der Duplikatfrachtbrief. Tam dann auch an und 700 preußische Morgen. Im Geschäftsjahr 1916 erwarben wir bliebenen Höhe erhoben werben. Der Haushaltsplau des Bieh lautete über diese Menge, die in vier Fässern abgesandt umfangreiche Grundstücke zwischen dem alten Finowlanal und und Schlachthofes fchließt mit einem Zuschußbedarf ab, deffen fein follte. Der Absender verlangte, twie das bei allen dem Großschiffahrtswege Berlin- Stettin, um unserem Hauptwerfe Dedung durch ein Mehr von Schlacht- und Schaugebühren gefeßlich diesen Geschäften üblich ist, sofortige Bablung des Stauf bei Eberswalde die Vorteile des Großschiffahrtsfanals zu sichern. zulässig wäre. Der Magistrat will aber mit Rücksicht auf die durch preises. Gerade diese Beftimmung haben 171117 aber Der ausgedehnte Grundbesitz gestattet uns die Ausübung eines be geführte Regelung der Bieh- und Fleisverteilung und auf die alle Warenfchwindler zu Bentezügen auszunuzen verstanden. trächtlichen landwirtschaftlichen Betriebes, was für die Arbeiterfrage obnebies ungewöhnliche Höhe der Fleischpreise eine Erhöhung Deshalb war der Fabrikant vorsichtig und hielt den Absender etwas von großer Bedeutung ist. Die Gesellschaft wird nach Beendigung befizen, der Gebühren unterlassen. die ebenso den Friedens als Die Schlacht und Schaugebühren hin, um Zeit zu Erkundungen au gewinnen. Als dieser drohte, daß des Krieges Werfe Die Beteiligung an den würden banach, wie bisher, betragen: für ein Rind 2,60 M. er das Geschäft rüdgängig machen werde, wenn nicht sofort Zahlung auch den Kriegsverhältnissen genügen. ab 0,90 9., für einen refier" 1,40 M. und 0,90 m., erfolge, gab er einen Wertbrief mit 21 200 m. auf und teilte ihm Bayerischen Hüttenwerten läßt nach den gemachten Die Beziehungen ein Kalb 0,50 m. und 0,45 M. für ein Schwein bas augleich mit. Er fezte sich dann auch mit der Bahn in Ber- Erfahrungen ein gutes Ergebnis erhoffen. 1,35 M. und 1,15 M., für ein Schaf 0,20 M. und 0,25 M., für eine bindung und hörte, daß ein Faß von 32 Kilogramm eingetroffen zu dem Werte, ebenso wie die zu der ursächsischen Ziege 0,20. und 0,25 M. Eins sollte man dabei nicht vergessen, fei. Der Fabrikant wunderte sich schon, daß die anderen drei Braunfohlen Gas- und Kraft Gesellschaft, ver nämlich die in den letzten Jahren eingetretene Minberung des durch Fäfferer nicht da waren und wußte sich nicht zu erklären, wo fie fprechen besonders für die Friedenswirtschaft vielfache Vorteile. Neu johnittlichen Gewichtes der dem Vieh- und Schlachthof sugeführten geblieben fein fönnten, weil nach der Abschrift des Fracht in den Aufsichtsrat gewählt wurde Fritz Neumeyer, der Leiter der Ziere. So verringerte fich von 1914/15 bis 1915/16 das durch briefes alle vier zu gleicher Zeit abgesandt fein follten. Er öffnete Bayerischen Hüttenwerke, an der die Gesellschaft durch Kapitalfchnittliche Lebendgewicht( in Kilogramm): bei den Rindern von das eingetroffene Gaß und fand darin statt des Firnis beteiligung interessiert ist. Die Deutschen Kabel> 50810 auf 418, bei den Kälbern bon 1028/10 auf 89% 10 bei den nur Baffer! Jetzt fuhr er mit dem nächsten Zuge nach verfe.- G. in Berlin- Lichtenberg verteilen 8 gegen& Proz. Schweinen von 1068 auf 84/10 bei den Schafen von 43%/ 10 auf Berlin, und hier gelang es ihm gerade noch, die Aushändigung Dividende im Vorjahr. Der Auftragbestand ist befriedigend. Die 3910. Hieran gemessen, tommt die Beibehaltung berbes Wertbriefes an den Verkäufer zu verhindern. Kreuzzer erwartete Gesellschaft hat sich in erweitertem Umfange auf Herstellung von elben Gebührensäge einer Erhöhung gleich. schon den Postboten mit dem Geldbrief, statt seiner aber erschien Wunition eingerichtet. Die Oberschlesischen Koks- und der Fabrikant mit einem Kriminalbeamten, der ihn nach dem Chemischen Fabriten M.-G. in Berlin verteilen, wie int Ein wichtiger Bundesgenoffe bei der Tuberkulose: Bolizeipräfidium brachte. Es ergab sich bald, daß man einen guten Vorjahr, 17 Proz. Dividende. bekämpfung. Fang gemacht hatte, reuzer befaßte sich früher mit dem Diebstahl Deutsch österreichisch- ungarische Interessengemeinschaft. bon Ferniprechbraht und wurde deshalb gefucht. Obwohl schon seit Jm Oktober vorigen Jahres traten bereits die Vertreter der langem ohne redlichen Erwerb, hatte er sich in der Ansbacher Straße einen Birtsleuten gegenüber nannte er sich von raiziger- bant in den Aufsichtsrat der der Dresdner Bant nahestehenden ein fein möbliertes Zimmer für 150 W. den Monat gemietet. österreichischen Kreditanstalt und der ungarischen allgemeinen Kreditgrenstadt. Unter diesem Ramen stand er auch mit jungen Deutschen Orientbant ein, um ein gemeinsames Arbeiten Damen in Verbindung, wahrscheinlich um sie durch Heirats im naben Often zu verbürgen. Nun wird mitgeteilt, daß diefelben schwindel um ihr Geld zu bringen. Banten mit der Direktion der Distontogejeljchaft in Berlin und der dieser Bant nahestehenden Norddeutschen Bant in Hamburg Bmachungen getroffen baben, die dahin gehen, daß ein Vertreter der Kreditanstalt in den Aufsichtsrat der Brasilianischen Bant und ein Vertreter der ungarischen Allgemeinen Kreditanstalt in den Aufsichtsrat der Bank für Chile und Deutschland eintritt. Der Zweck ist, die gemeinsame Rohstoffbeschaffung aus Südamerika nach dem Kriege zu erleichtern. An dem dritten von der Zentralfommission der Krankenkassen Berlins und der Vororte veranstalteten Vortragsabend sprach Doktor W. Holdheim über" Die Lungentuberkuloje, ihre Gefahren und ihre Befämpfung". Er zeigte in seinem durch Lichtbilder unterftüßten Vortrag die weite Verbreitung dieser Bolfskrankheit, die gewaltige Bahl ihrer Opier, ben bedeutenden Umfang aud des durch fie verursachten wirtschaftlichen Schadens. Aber er tonnte zugleich auf die bereits erfennbare Gindamming Set Tuberkulose, auf die feit langem beobachtete fortschreitende Berringerung der Tuberkuloses ſterblichkeit hinweisen. Die Notwendigkeit einer über die Krant heit aufflärenden Belehrung, wie sie in diesen Vortragsveranstalfungen der Krankentasjen geboten wird, tritt bei dem Kampf gegen die Tuberkuloje besonders deutlich hervor. Immer tiefer ist in die breiten Voltsmajjen die Erkenntnis gedrungen, daß ein wichtiger Bundesgenosse für eine planbolle Tuberkulosebekäntpfung der Kranke selber Bursche beim Hauptmann Stahl." Einen besonderen Kniff wandte ein falscher Feldgrauer gegenüber einer Hausfrau in Wilmers. dorf an. Diefe fuchte burch die Zeitung ein Dienstmädchen. Bei ihr meldete sich ein Mann von etwa 38 Jahren in der Uniform eines Gardisten, empfahl ihr seine Schwester Hedwig Schmidt aus der Großen Wasserftr. 12 in Softod" und übergab ihr zugleich ein Bild, das ihn selbst, eine Frau und seine angebliche Schwester darstellt. Der Mann erzählte dann noch, daß er Bursche beim Haupt mann Stahl in Friedenau sei und für diesen nach Rostoc fahren müsse, um Lebensmittel zu holen. Er ließ durchblicken, daß er nicht abgeneigt wäre, auch der fünftigen Dienstherrin feiner Schwester etwas mitzubringen. Die Hausfrau wollte gern diese Gelegenheit wahrnehmen, gab dem Manne im voraus 20 M. mit, wartete aber vergeblich sowohl auf die Lebensmittel wie auf die Hedwig Schmidt. Alles erwies fich als Schwindel. ift. Berhaltungsmaßregeln, wie der Vortragende fie forderte, werden schon lange nicht mehr tauben Ohren gepredigt. Mehr und mehr haben die Kranken sich gewöhnt, eine Weiterverbreitung der in ihrem Speichel und ihrem Auswurf enthaltenen Krankheitsfeime möglichst zu verhitten, auf Absonderung von den Gesunden bei Beragung von Geschirr, Wäsche und Bett zu achten und so weiter. Holdheim hob hervor, daß der Kampf gegen die Tuberkulose schon Unter den Rädern der Straßenbahn. Vor dem Siemensschen bei dem durch Tuberkuloseanlage gefährdeten Kind zu beginnen hat, Berwaltungsgebäude in Siemensstadt wolte am Montag das daß für Erziehung und Berufswahl dieser Gesichtspunkt maßgebend 22jährige Fräulein Beyer aus der Stromstraße in Berlin den fem muß. Für die Sygiene der Berufs- und Griverbsarbeit for Beiwagen eines Straßenbahnzuges während der Fahrt besteigen. derte er eine Ergänzung durch ständige Gesundheits- Sie stürzte jedoch ab und geriet unter den Anhängewagen, dessen überwachung der Arbeitermassen großer Be triebe, um zeitig die Kranten zu ermitteln. Unter den zur Be- Räder über sie hinweggingen, wobei sie so fwere innere und tämpfung der Tuberkulose geschaffenen Einrichtungen nannte er äußere Berlegungen erlitt, daß fie fast auf der Stelle starb. neben Lungenheilstätten und Walderholungsstätten als wichtiges Glieb die Fürsorgestellen für Lungentrante. Aus den Gemeinden. www Eisenbahnerstreit und New Yorker Börse. Nach schwankender Eröffnung, die in der Hauptsache auf die Torpedierung dreier amerikanischer Schiffe zurückzuführen war, ente wickelte sich am Montag bei start anziehenden Kurfen und lebhafter Geschäftstätigkeit eine ausgefprochen feste Stimmung, da die Beilegung der Differenzen in dem fchwehenden Eisenbahnarbeiterstreit die feit längerer Zeit zurüdgehaltene Unternehmungslust voll zur Entfaltung fommen ließ. Gerichtszeitung. Eine seltsame Ehe. Unter der Anklage des Mordverfuchs an ihrem Chemann und ihren beiden Kindern stand gestern die berehelichte Frieda Radschet vor dem Schwurgericht am Landgericht II. Die Angeklagte hatte sich, trotzdem sie erheblich älter ist, im vorigen Sommer mit einem 18jährigen jungen Manne eingelassen. Darüber war es zu Das Kins im Dienst der Schule und Volksbildung. einem heftigen Berwürfnis mit ihrem Ehemann gekommen, der ihr den weiteren Verkehr energisch untersagte und sie schließlich Bor wenigen Tagen wiefen wir darauf hin, daß es die Pflicht ber Gemeindeverwaltungen sei, aus Gründen der Jugenderziehung Lebensmittelabgabe in Wilmersdorf. Demnächst gelangen auf eines Abends im August, als er seine Frau mit ihrem Liebhaber Musterlinos zu unterhalten. Jest tommt aus Stettin die die Bezugstarte für Einzelpersonen zur Ausgabe: auf Abichnitt C in einem Pokal traf, auch züchtigte. Das erregte zwar großen Zorn Nachricht, daß die dortige Stadtverwaltung bereits bei Kriegsbegim eigengries, auf Abschnitt D Graupen oder Grüße, auf Abschnitt E bei ihr, jedoch tam es außerlich wenigstens zu einer Versöhnung. eine Musterlichtipielbühne Urania" gegründet habe, mit der fehr Saferfloden oder Hafergrüße, auf Abschnitt F Nudeln, auf Ab- Wenige Tage später, in der Nacht zum 23., müssen der Frau boch gute Erfahrungen gemacht worden sind. Zugleich erfahren wir. daß nitt G Kriegsmus. Die Anmeldung hat für die genannten Waren wohl Gedanken über ihr Tun gekommen sein, denn sie trat an ihren das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht während der Oster- gleichzeitig bei ein und demselben Händler durch Abgabe des Buch bereits im Bett liegenden Mann heran und bat ihn um Verzeihung. ferien in Stettin einen Rurfus veranstalten wird, der in Berbindung ftabens B der Bezugskarte für Einzelpersonen in der Zeit bis zum Diefer stieß fie jedoch zurück. Wie fie früher angab, aus Wut, nady ihrer jebigen Behauptung aus Berztveiflung darüber, will sie nun mit der Urania stehen und über das Kino im Dienst der 22. März einschließlich zu geschehen. Die bis Ende Juni gültigen Magermilfarten. eine beschlossen haben, aus dem Leben an scheiden, den Mann und die Schul- und Wolfsbildung unterrichten soll. Es werden Wenn einer nichts vom 2c= Borträge über allgemeine Bildprüfung und Zusammenstellung von Karte für jeden Haushalt mit Kindern, die in der Zeit vom Rinder aber mitzunehmen. tommen dem ben hat, sollen alle nichts davon haben", war ihre Bildfolgen für Kinder und Erwachsene", über Die Pihologie 1. April 1907 bis 31. März 1911 geboren find der Lichtspielbühne und über Musterlichtspielbühnen, eine Aufgabe nächst zur Ausgabe. Die Inhaber der Magermilch farten haben diefe Begründung. Nachdem das Licht gelöscht war, stedte sie in den neuzeitlicher Gemeindepolitit, gehalten werden. Der Reiter der bis zum 24. März( einschließlich) dem Händler vorzulegen. Neu- Gasautomaten 10 Pf., brehte im Schlafzimmer die Gashähne auf Urania wird die Zuhörer über die Technik und Verwaltung von anmeldungen und Ummeldungen während der Gültigkeitsbauer der und legte sich dort zu den Kindern ins Bett. Ihr Vorhaben Richtfpielbühnen informieren und Schulmänner werden die Prüfung Karten finden nicht statt. Ein Bechfel des Händlers ist für die glückte jedoch nicht, denn der Mann wachte schon nach einer halben und Auswahl von Bildern für Schulvorstellungen sowie die Bejenigen Haushaltungen, die bereits Magermilch bezogen haben, un- Stunde auf, bemerkte den Gasgeruch, jah die offenen Gashähne bandlung von Bildern aus der Erb- und Böllerkunde, der Biologie, zuläffig, soweit nicht Ummeldungen infolge Wohnungswechsel er- und öffnete sogleich die Fenster. Die durch die 10 Pfennig bereit Pflanzen und Tierfunde und von Bildern unterhaltenden Inhalts folgen. gestellte Menge Gas hätte auch nach dem Gutachten des SachberNeue Buder- 3ufagtarten für Kinder bis zu zeigen. Ferner findet eine praktische Einführung in die Handhabung 6 Jahren gelangen bis Donnerstag, den 22. März, zur Ausgabe. ständigen, der im übrigen auch das Moment der Ueberlegung bei Ser Vorführungsapparate statt. Der Lehrgang ist vor allem für Die Haushaltungsvorstände oder ihre Vertreter( nicht Kinder) können der Angeklagten verneinte, nicht genügt, um den Tod herbeizuGemeindeverwaltungen bestimmt, die sich mit den bis in den ständigen Brotkommiffionen gegen Borlegung geeigneter führen. Der Ehemann selbst sagte in der fraglichen Nacht zunächst gar nichts, machte aber am nächsten Tage Urkunden die ihnen zustehenden Karten entgegennehmen. herigen Ergebnissen der Kinoreform vertraut machen wollen. Anzeige, worauf seine Frau verhaftet wurde. Von den GeLebensmittelverteilung in Neukölln. Bon heute ab dürfen in schworenen wurden auch nur die Fragen, da sich der Ehemann Städtische Boltsspeisung. Am 26. März wird im Erdgeschoß des denjenigen Geschäften, in welchen die Anmeldung zur Kundenliste für inzwischen mit der Angeklagten wieder vollfontHauses Naugarder Straße 45 die 65. Ausgabestelle eröffnet. Die ben Bezug von Kolonialwaren( Hülsenfrüchte, Grieß. Graupen usw.) men ausgeföhnt hat, nach versuchten Totschlag und mildernAusgabe der Teilnehmerfarten erfolgt zum ersten Male in der Zeit erfolgt ist, auf den Abschnitt N der Neuköllner Haushaltungsfarte den Umständen bejaht. Rechtsanwalt Dr. Korn plädierte deshalb vom 19. bis 22. März in den Mittagsstunden von 112 bis 22 Uhr. je 3 fund Graupen bezw. Grüße pro Person entnommen für eine milde Strafe und das Gericht trug ihm insofern Rechnung. Die Zeilnahme fann wochentweise, beginnend am Montag, den 26., als es auf 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 6 Mounter den üblichen Bedingungen stattfinden. Die für die Teilnahinenaten Untersuchungshaft erkannte. werden. Hoffnungsvolle Jugend. woche geltenden Fleisch und Kartoffelfarten find zur Abtrennung Abgabe von Kaffee- Erfahlarten in Neuköllu. Mit der diesmaligen der nötigen Abschnitte vorzulegen. Die Bezahlung der Speifen er usgabe der Lebensmittelfarten find den Bürgern zugleich die folgt täglich bei der Entnahme der Speifen, jebody wird Sonn- Kaffee- Erfaßtarten zugeteilt worden. Wie uns der Magistrat mitteilt, Ms äußerit gefährliche Taschendiebe mar eine jugendliche Bande tags bei ber Speifenausgabe nur berüdsichtigt, wez Freitag be- haben diese Karten zurzeit noch feine Gültigkeit, die Kaufleute reits für Sonntag vorausbezahlt hat. dürfen daher in feinem Falle die Anmeldeabschnitte entgegen aufgetreten, die auf Märtien, in Warenhäusern, auf Bahnhöfen an den Bahnsteigsperren ihr Untesen getrieben hatte. Zwei babon, Sinienumfenfung bei der Grafen Berliner Straßenbahn. Gleis- nehmen. ber etwa 13jährige Schüler Stanislaus P. und die einige Jahre auswecjelungsarbeiten an der Charlotten, Ede Seip Bodenimpfungen in Neuföln, Die Neuköllner Gesundheits- jüngere Schülerin Glje S., sei ffeine Sinirpse, standen gestern vor ziger Straße machen für die Nacht vom 22. zum 28. März fommiffion befchäftigte sich in ihrer legten Sigung eingehend mit der 6. Straffammer des Landgerichts 1, um wegen 17 Diebstählen bon 12 Uhr ab und für die Nacht vom 29. aum 80. März: bon ben aus Anlaß der Bodenerkrankung zu ergreifenden Maßnahmen. abgeurteilt zu werden. Die Aussagen der Sinder, ihre ungebin 10 Uhr ab bie Umleitung ber durch die Charlottenftraße nörd- 1 Es wurde festgestellt, daß alle Borfichtsmaßregeln getroffen find, derten Diebesirrfahrten in die weite Welt wirkten geradezu ver -VO blüffens und wie ein Roman. Die beiben Miffetäter gingen mit| Soben Moor bei Bapenburg verlangte er von dem Schäfer Konrad| Felt an Sie in der Beise zu serabfolgen, wie Sie es wünigen. noch zwei anderen gleichaltrigen Mädchen stets in der Weise bor, Rie aus Papenburg die Herausgabe feiner Kleidung. Als der G. 35. 1. Die Firma fann den Kriegsschein verweigern. 2. Rein. bag brei von ihnen im Gedränge bie tieine. bedben und diese Schäfer fich weigerte, schnitt der Serbe ihm ebenfalls die Stehle Schlichtungskommission Ihres Beziris wenden. 4. Die Möglichkeit besteht. 8. Sie müssen sich wegen Ausstellung eines Kriegsscheins an bie zuständige Senn mit großer Geschicklichkeit Handtaschen plünderte und nach durch und setzte seine Flucht, mit dem Schäfermantel angetan, fort, 6. G. 32. Welden Sie sich bei der Hilfsdienststelle, Linienſtr. 83. Art erfahrener Taschendiebe sofort ihren Stompligen die Beute zu- wurde aber an der holländischen Grenze ergriffen. 3. R. 100. Ja, Sie unterfteben dem Silfsdienstgeseh. 5. 6. 35. steckte. Ihr Lieblingsfeld waren auf den Bahnhöfen die Bahnsteig1. Ja, Sie unterstehen bem Hilfsdienstyeses und fönnen eingezogen werben. perren, an denen die Reisenden beim Durchlochen der Fahrscheine 8418 2. Sie haben feinerlei ihr Handgepäck niederstellen. Nachdem die Vier sich auf Märkten Der Mörder des Arztes. Das Reichsgericht verwarf die Revi- 2 Freiwillige Meldung ist zu empfehlen. Anspruch auf Aufwandsentschädigung. C.&. 3. Das von der Frau genügend Geld zusammengestohlen und auf dem Bahnhof Char- flon des Hausbieners Bernhard Draheim, der vom Schwurgericht geforderte Ragergeld ist in Anbetracht der langen Zeit nicht zu hoch be R. J. 18. Sie haben keinerlei Anspruch auf Aufwandslottenburg bie. noch rasch aus einer Handtasche eine Rolle mit Hamburg am 27. Januar wegen Ermordung des Arztes Gumprecht messen. .. 8. Gefente werden aus dieser Spende nur 600 M. entwendet hatte, fuhr das Kleeblatt aufs Geratewohl nach zum Tode, und wegen schwerer Körperverlegung an dem Schutz entschädigung. gewährt für jest geborene Kinder, deren Vater im Felbe steht. Bojen, um auf der Rüdkehr im Abteil Fahrgäste zu bestehlen. mann Flemming au fünfjährigem Gefängnis berurteilt wurde. Dann ging es nach Driesen und Filehne, wo die Berwandten der Die gefegliche Sommerzeit wird am 25. März in Frant-.. 100. Benden Sie sich an den Metallarbeiterverband, Linienftr. 83 Angeklagten fogar noch die beiden fremden Kinder anftandslos auf- reich und am 1. April in Italien eingeführt werden. nahmen. Merkwürdigerweise wurde die auffällige Kinderschar unterwegs nie angehalten, und ebenso auffälligerweise tonnien fich die vier schließlich in einem hiesigen Gasthof ungehindert einIngieren, nachdem sie allerdings dreift geschwindelt hatten, bie Mutter fei im Krankenhaus, der Vater im Felde. Hier ging es bann in die Warenhäuser und fleideten sich die jugendlichen Spizbuben von deren Erträgnis fein ein. Das Gericht verurteilte die beiben zu 6 batv, 2 Monaten Gefängnis. Aus aller Welt. Bluttaten eines Kriegsgefangenen. 底 Gix serbischer Kriegsgefangener, der bei einem Landwirt in der Nähe von Leer( Ostfriesland) untergebracht war, versuchte, fich art der Tochter des Hauses zu vergreifen. Als sich das Mädchen zur Behr feste, ergriff der Unhold das Meffer und schnitt ihr die Kehle durch. Die Mutter, die der Tochter zu Hilfe eilen wollte, erlitt dasselbe Scidial Dann flüchtete der Mörder. Auf dem Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, bag unfer Mitglied, der Ladierer Rudolf Bergholz Utrechter Straße 5 am 18. März gestorben ift. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 21. März, nach mittags 4 Uhr, bon ber Leichen balle des Nazareth- Kirchhofes in Reinidendorf- eft aus ftatt. Den Kollegen ferner zur Rach richt, daß unfer Mitglied, der Kernmacher Franz Potschies Reuchlinstraße 4 am 17. März gestorben ik Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 21. März, nach mittags 1, Uhr, von der Leichen balle des Anstalts- Friedhofes in Sommerfeld in ber Mark aus statt. Den Sollegen ferner sur Nachricht, daß unser Mitglied, ber Silberarbeiter Otto Almendinger am 17. Märg an Hersleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet Heute Mittwoch, den 21. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen balle bes Zentralfriedhofes in Friedrichsfelbe, aus ftatt Den Stollegen ferner zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Schmelzer Karl Tschipke Reichenberger Straße 141 am 17. März gestorben ist. Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, ben 22. März, nach mittags 3, 116r, von der Reichen halle des neuen Thomas- Kirch holes in Reutöln, Hermannstraße, ans statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen ferner zur Nach richt, daß unser Mitglieb, der Former Franz Karnbach Gerichtstr. 28 am 14. März gestorben ist. Nachruf. Den Kollegen ferner aur Rach richt, daß unser Mitglieb, ber Urbeiter Oskar Schmidt Wilsnader Straße 16 am 3. März gestorben ist. Ehre ihrem Anbenken! 132/4 Die Ortsverwaltung. Dr. Alfred Simonsohn Invalidenstraße 128. ist bis zum 2. April von 4-5 Uhr zu sprechen.[ 241/3 Cigarren, Cigaretten, Kantabake Engros 7. Ernst Borch, Elsasserstr. 21. Alkoholfr. Betränke Deutscher Banarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk O II. Am 17. März ftarb unfer Mit glieb, der Puter Albert Karich. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, nachmittags 3 Uhr, auf dem Auferstehungs- Stirchhof in Beißensee, Lichtenberger Straße, statt. Bezirk Norden II. Am 18. März starb unser Mitglieb, der Hilfsarbeiter Aug. Zick. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, nachmittags 3 Uhr, auf dem Segens Stirchhof in Weißenfee, Gustav Adolf- Straße, statt. 144/18 Die örtliche Verwaltung. Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Drechsler u. Berufsgenossen, Ersatzkaffe. Verwaltungsstelle Berlin B. Am 17. März verstarb unser Mitglieb Karl Tschipke am Steichenberger Str. 141. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 22. März, nach mittags 8, Uhr, von der Halle des Thomastirchhofs, Hermann ftraße, aus ftatt. Briefkasten der Redaktion. M. W. 100. Sie haben als Werfführer, da besondere Verein barungen nicht getroffen find, 6 Wochen vor Duartalsschluß Ründigungs geit. Wöchnerin 25. 1. Wenn der Bater infolge der Kriegsverlegung in der Ermerbsfähigkeit erheblich beschränkt ist, muß die Wochenhilfe auch nach der Entlassung aus dem Heeresdienst gewährt werden. 2. Nein. 3. Nur wenn der Bater im Felbe steht. Perle 6. 1. Ja. 2. In Abe aug können Sie daraufbin nichts bringen Sie werden aber um mindestens eine Stufe in der Steuer herabgefest. Staatliche Strantenfaffenbeiträge Lönnen Sie abziehen. 6. M. 53. Das Testament ist in der Form nicht rechtsgültig. Es würde sich empfehlen, zu uns persönlich in die 5. 3.. 14. Sie tönnten Anzeige wegen Sprechstunde zu fommen. 3. R. 40. Sie müßten fich an die GeUrfundenfälschung erstatten. gefügt ist, werben nicht beantwortet. Cilige Sragen trage man in der Sprech fundheitspolizei wenden. Benn diese die Bohnung für gesundheitsschädlich ftunde bor. Berträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechbält, bann erhält der Birt die Aufforderung, die Wohnung räumen zu Die juristische Sprechstunde finbet für abonnenten Lindenstr. 3, 1. 501 links, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend bon bis 6 Uhr statt. Jeber für den Briefkasten beſtimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine 8ahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Ant wort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnementsquittung beiftunbe mit laffen. Db Sonen nach Umzug Mietszuschuß gewährt wird, ist zweifelhaft. Artur 48. 1. Er fann nicht zur Bablung des Tellbetrages der Mieie verpflichtet werden. 2. Hamburgischer Landesverein vom Roten Kreuz, Ausschuß für deutsche Kriegsgefangene, Hamburg, Ferdinandstr. 75. 2. D. 254. Sbre Bersicherung ist ohne weiteres in eine freie Bolice übergegangen; ein besonderer Versicherungsschein ist darüber nicht nötig. als Mietsnachlaß war nicht vorgesehen und ist es auch jetzt nicht. Der Birt O. 2. 100. 1. Bis zum 28. Februar. 2. Ein bestimmter Prozentsaz fann zum Mietsnachlag nicht gezwungen werden. 5. E. 5. Sie tönnen irgendwelche weiteren Ansprüche an bie Kompagnie nicht geltend machen. Wetterausfichten 5. R. 100. Ihre Frage ist seinerzeit beantwortet tvorden; eie tönnen Marlen erst vom Zage des Ausstellungsdatums der Duittungs. larte Heben. M. G. 23. Ihr Geld ist jedenfalls dort ebenso sicher wie irgendwo anders. M. B. 22. Der Schlächter ist nicht verpflichtet, Verband d.Gemeinde- n. Staatsarh. Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Wilhelm Garschinski vom Kaiser u. Kaiserin FriedrichKinder- Krankenhaus. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Mittwoch, den 21. März, nachmittags 5 1hr, auf dem neuen Pauls- Kirchhof in Blößensee. Um rege Beteiligung bei ber Bestattung des Sollegen ersucht 36/4 Die Ortsverwaltung. Schmerzliche Erinnerung. Heute vor einem Jahre ftarb nach furzem, schwerem Leiden im Lazarett zu Stönigsberg mein innigftgeliebter Mann, ber Bater feines einzigen Mindes, mein guter Sohn, Schwiegerfohn, Bruder und Schwager, der Waffenmeistergehilfe Georg Marquardsen im 26. Lebensjahre. Ihm folgte allzu schnell fein Bruder Willi, ber am 11. Juli durch Kopfschuß fiel und in frem. der Erde schlummern muß. 3. El. Marquardsen geb. Manger nebst Töchterchen Marie Krenkel als Mutter Otto Marquardsen, zurz. im Felde, nebst Frau Fritz Marquardsen nebst Frau Paul Marquardsen 39/20 Famille Manger als Schwieger. eltern. 140 Sie haben den Frieben, wir den Schmerz! Verband der Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern biene zur Nachricht, das unser Kollege, der Flaschenteller- Arbeiter Gustav Borsutzki ( Bakenhofer Brauerei, Abt. II) geftorben ist. 43/14 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des St. SebastianKirchhofes in Reinidendorf- West, Humboldtstraße 68, aus statt. Um zablreiche Beteiligung wird erfucht. Die Ortsverwaltung. Am 18. März verschieb nach schwerem Leiden mein innigftgeliebter Mann, der Gastwirt Gotthelf Weichert. Dies zeigt tiefbetrübt an die trauernde Witwe Emma Weichert. Die Beerdigung findet am der Donnerstag, 8 Uhr, von Leichenhalle des Emmaus- Kirchbofes aus ftatt. ба Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor), für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 10 Tage), Blutuntersuchung. Sohnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs215/10) störung. Teilzahlung. Sprechstunden: 11-1 und 6-8 Einzel- Modelle Fesebe Formen! Entzückende Kostüme u. Mantelkleider Kammgarn, Phantasiestoffe, beide, Eolienne, Tatlet, darunter Meisterstücke, hoehelegant, auch einfach, solider Geschmack, 800,- 250, 150.300, 120,- 98, Reisende Kostüme aus guten Stoffen, auch für Backfische, 85,- 78,- 65,- 32-36, 125, Beste Stoffet Setagummi( Seldenmäntel) ges. gosab., in großer Farben pracht, elegante Glock enformen, 110, 80, 95, 65Gummimantel mit passender Kappe 65,-52,- 40,- 92- 26 Feinköper( Covertcoat) und Phantasiestoff- Mäntel Glocken- und einfache Formen in reizender Aufmachung 105,- 85,- 65,- 52, 45,- 36,- 28% Pelzmäntel wunderbare Pelzmäntel: Seal Bisam, Electria, Astrachan, beste Felle. fesche Formen, gediegene Arbeit, verschiedene Längen 1400,- 1100-. 850,- 600,- 390, Phantasie Pelzmäntel, ziemlich lang 275, Plüschmäntel 66% Seiden- Plüsch Seal- Plüsch, Astrachan, Mohair Plüsch, flotte Aufmachang, bildschön ausgeführt 250,- 200,- 150,- 98, Ulster Mollige Ulster, Prachtsideke, teils aus Friedensqualitätss 105, 75,- 82, Einfache Ausführung 36,- 22,- 18, ( Medelle) Seidenkleider 150,- 100,- 70, Hinfache Röcke 25,15-10Sonntags geöffnet 12-2 Uhr Passendes für stärkste Figuren, 1. 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Meler, Grinerweg 97. 43 Derkaufsstellen 43 Mittwoch mittag. Im Küstengebiete vielfach better; in den andern für das mittlere Borddeutschland bis Gegenden noch überwiegend bewölft mit öfter wiederholten, meist geringen, nur im Südosten stärkeren Niederschlagen; weitere Abkühlung. Bringt Euern Goldschmud den Goldankaufstellen! Verband der Maler. Lackierer. Freiwillige Impfung! Anstreicher usw. Filiale Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, baß unser Mitglied, der Maler Bekanntmachung der Allgemeinen Orts Krankenkasse Albert Neitzel Berlin- Lichtenberg. ( Bezirk Wedding) ain 12. März verstorben ist. Ehre feinem Andenken! 187/7 Die Ortsverwaltung. Allen Berwandten, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein Mann, der Arbeiter Den verehrlichen Mitgliedern zur gefälligen Kenntnisnahme, daß die unterzeichnete Raffe unentgeltliche Impfungen der Mitglieder sowie deren Angehörigen ant nachbenannten Tagen vornimmt, und zwar in der Zeit von 1,6 bis 8 Uhr nachmittags im Staffenlolal, Magdalenenfte. 15, Seitenflügel I rechts. Als Angehörige find solche Otto Schmidt Berionen zu betrachten, die mit bent am 14. b. M. an Gasvergiftung gestorben ist. 212 Die Beerbigung findet am Donnerstag, den 22. März, nach mittags um 4 Uhr, bon ber Leichenhalle der Himmelfahrts gemeinde, Nieber SchönhausenNorbend, aus statt. Dankfagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranz pen ben bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders Rudolf Krause fagen tvir allen, insbesondere Herrn Schmahl für die trostreichen Borte am Sarge des Verstorbenen fowie dem Berlag und der Redaktion bes Borwärts, auch den Kolleginnen und Kollegen der Redaktion und dem Transportarbeiter Verband unseren herzlichen Dant. Friba Krause geb. Berk nebst Mann( zurzeit im Felbe) und Geschwistern. 20465 ■ FredyZigaretten zu Fabrikpreisen! 1000 Zig., Kleinverk, 1,8 Pf., 16 M. 9 " " , 9 1000 8,0 23 M. 1000 4,2 32 M. 1000 6,2 46 M. Versand nur gegen Nachnahme 99 von 300 Stück an. Zigarren am Lager. Mitgliede einen gemeinschaftlichett Qaushalt führen, nicht felbst franfenberficherungspflichtig sind und vont Mitgliede unterhalten werden. Die Impftage find trie folgt feftgefett: Freitag, ben 28. Märg 1917, Ber fonen mit ben Buchstaben A- E Sonnabend, den 24. März 1917, Ber fonen mit den Buchstaben F- H Montag, den 26. März 1917, Ber fonen mit den Buchstaben I- L Dienstag, den 27. März 1917, Ber fonen mit den Buchstaben M- Q. Mittwoch, den 28. März 1917, Bets fonen mit ben Buchstaben R- St. Donnerstag, den 29. März 1917, Bera fonen mit den Buchstaben T- Z Als Ausweis gelten: Bei ver Melbeabschnitt ober eine vom Ara ficherungspflichtigen Mitgliedern der beitgeber ausgeftelte ge tempelte Be einigung; bei freiwilligen Mite gltebern die legte Bahlungsquittung. 3m eigenen Intereffe der Mit glieder bitten wir, fich rege an der Impfung beteiligen zu wollen. Der Vorstand ber 274/20 Allgemeinen Ortstrantentaffe Berlin Lichtenberg, D. Seifel, Borfizenber. nFreien Stunden. Nomane und Erzählungen für bas arbeitende Bolt Bro Heft 15 Pf. Buchhandlung Borwärts, Berlin S28 68, Lindenstraße& Fredy- Zigaretten- Vertrieb N. Spezialarzt Berlin, Brunnenstr.17 HofII Geöffnet 8-7, Sonntag 12-2 Uhr. Tel. Norden 2343. Dr. med. Colemann für Haut-, Harn-, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke. 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Wrangelstr. 75 Ecke Ahmaschinen Golinowstr. 36 Herren- u.Knabengard Bellmann, E., Nähmaschinen J.Baer Badstr. 36, Ecke Prinzen- Allee. Lesko& Slupecki, Bobook- Aloe 7 Rosenthalerstr. 3. Fabisch& Co. Bokhaus Linienetr Kolonial waron Palisadenstr.87 Tel.Kg, 2031,2982 Adam Schmit, Bohllemannstr.11. Singer Nähmaschinen Läden in allen Stadtteilen. Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b. Einkäuf. Hate, Blitzen, Pelzwaren Vester, E. touserDamm 18/19 Kurz- Wells-, Wollw., Trikotag. Hermann Moyer, volbeiner 31. Photogr. Apparato M. Albrecht So. Kottbuserstr. 3. auch Gelegenheitsk?. Weine, Liköre, Fruchtsäfte Eugo Beling 80 Filialen in allen Stadteilen. Act. Ges. Herm. Meyer& Co, ca. 550Verkaufsstell. Gr:-Berl. Underberg SEMPER IDEM Stadtbhf. Königstr.34-36, Alexanderpl. Spr. 10-1 u.5-8, Sonnt. 10-1. Meierei C. Bolle A.-G. Berlin.W.21 Alt Moabit :: 98/103:: Altester und grösster Milchwirtschaftlicher Grossbetrieb Optiker. Mechaniker Schubert, Carl. .Bergstr.148 Schroll ron O. 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Jahr Kürzlich wurde im Bemberger Mustvereinssaole eine fongreß- ebenso wie die Darlegungen des Professors Budertandi über hunderts die politischen Verbrecher und was man so alles in Nußastige Tagung der Feldärzte der Heeresgruppe von Böhm- Ermolli Amputationen, woraus man erfuhr, daß die sogenannte land politische Verbrecher nennt- untergebracht, bis sie die Reihe traf, veranstaltet, die zu inhalts- und aufschlußreichen Diskussionen Ge- fonservative Methode, die sich bis zum äußersten bestrebt, Ampu- zu Tode gefnutet, in Giszapfen verwandelt, ersäuft, gehängt, era legenheit gab. Man hätte, wenn man das glänzende, von Gold tationen zu vermeiden, heute überholt ist. Sie ergab zu viel Todes- fchoffen, nach Sibirien befördert oder infolge eines unverhofften" borten und glitzernden Orden durchsprengelte Bild dieser Versamm fälle und man rettet jest lieber durch rechtzeitige Opferung eines Tronwechsels begnadigt und auf einen hohen Posten berufen zu lung sah, meinen mögen, daß es sich bloß um einen jener Repräsen- Gliedmaßes das Leben. Ganz neue Aufschlüsse gab auch der Bor- werden. tationstongresse handelt, die weniger der Sache als dem Ansehen trag des Professors v. Eifelberg, der in der Armee den Rang eines Für alle diese erwähnten Ziele der Haft in der Peter- Paulsder Sache dienen. Die Heldenrolle, die der medizinischen Bissen Admiralstabsarztes bekleidet, über die Fortschritte des Rönt Festung sind Beispiele vorhanden. Einer, der selbst hier geschaft und ihren Trägern in diesem furchtbarsten aller Kriege zufiel, gentiierens. Röntgenisieren und Operieren erfolgt jest ichmachtet, Fürst Krapotkin, erzählt: Hier folterte Peter I. feinen ift bedeutend genug, um öffentlich dargestellt zu werden, und es wäre gleichzeitig. Der Verwundete wird während der Operation durch Sohn Aleris und tötete ihn mit eigener Hand; hier sperrte man nichts Schlimmes, wenn die feldärztliche Sagung in Lemberg fich feuchtet und der Röntgenmann mit seiner Brille führt gleichsam die Fürstin Tarakanowa in eine Belle, die sich bei einer Ueber damit befaßt hätte, die Gesamtleistung der Aerzteschaft ins Licht der die Hand des Chirurgen geradewegs auf den gesuchten Fremd- schwemmung mit Waffer füllte, so daß die Matten, um o Oeffentlichkeit zu rüden. Von Kundgebungen solcher Art hielt sich förper zu, jo daß ein Fehlgehen gar nicht mehr möglich ist. vor dem Toda des Ertrinkens zu retten, an ihr emporkrochen; aber die Bersammlung völlig fern, die Diskussion trat nicht einen Nach eingehenden fachmännischen Diskussionen über den Gas- hier folterte der fürchterliche Münnich seine Feinde und ließ Augenblid aus dem Geleise rein fachlicher und belehrender Erörte brand und seine Bekämpfung sprach der Regimentsarzt und Dozent Katharina II. diejenigen lebendig begraben, die sich der Ermordung rungen des Erfahrungsmaterials, das die feldärztliche Pragis auf Dr. Moldaban über Geschlechtsfrankheiten. Man ent- ihres Gatten widerfesten. Von den Zeiten Peters I. ist so die gespeichert hat. Es trat dabei zutage, daß der Krieg jowohl die nahm daraus, daß es zwar gelungen ist, die Zahl der Erkrankungen Geschichte dieser Steinmassen, die im Angesichte des Winterpalastes Bissenschaft als auch die organisatorische Leitung des Feldsanitäts- tief herabzudrücken, daß aber noch immer insbesondere im Hinter vom Spiegel der Newa emporsteigt, 170 Jahre hindurch eine wesens vor sehr schwierige Brobleme fiellte, die nur allmählich und lande die venerischen Krankheitsfälle das im Frieden übliche Maß Geschichte des Mordes und der Folterung gewesen, oder fie erzählte nur unter dem Aufwand größter Energie gelöst werden konnte. Das weit überschreiten. Die energischen Vorkehrungen, die man jekt von Rebendigbegrabenen, die zu langsamem Tode verurtelt waren erite bemerkenswerte Ergebnis bei den Lösungsversuchen wäre die trifft, werden auch auf den Frieden übergreifen müssen, aber oder in der Dede ihrer dunklen und feuchten Verließe zum WahnSerstellung eines innigen Zusammenhanges von wissenschaftlicher Durchfiebung des Heeres gelegentlich der Demobilisierung, wie sie finn getrieben wurden. Hier begann das Märtyrertum der Forschung, ärztlicher Braris und janitätstaktischer Organisations vielfach gefordert wird, ist schwer. Sie würde weit mehr Aerzte Dezembristen, die zuerst in Rußland die Republik und die Aufarbeit. Im Anfange des Krieges fehlte dieser Zusammenhang noch, beanspruchen, als wir zur Verfügung haben. An der Diskussion bebung der Reibeigenschaft auf ihr Banner schrieben. Hier wurden obgleich fich der förperschaftliche Geist des Militärärztekorps mit beteiligte sich Professor Finger mit der Forderung, das vorbildliche die Dichter Rylejet und Schewtschento, Dostojewsky, Balunin, feinem Augenblid gegen das tameradschaftliche und gegenjaslose dänische Geses vom Jahre 1906 mit seiner Anzeigepflicht und Tichernischewith, Bifarem und so viele andere von den besten Zusammenwirten mit den einberufenen Zivilärzten ftraubte. Es 3wangsbehandlung auch der angestedten Männer unter Anpassung Schriftstellern unferer Zeit eingefertert. Hier wurde Karalofom gewar Sache der Heeresverwaltung, die volle Vereinheitlichung ber- an unsere Verhältnisse nachzubilden. Der Lemberger Professor foltert und gehängt. In den Quadern der Wände des kleinen Hofes zustellen, indem sie den hervorragenden Männern der medizinischen Dr. Bulasiewicz schilderte hierauf die Verhältnisse seiner Bater- hängen in liebermannshöhe schwere eiferne Ringe, deren jeder in Fakultät, ohne fie in die militärische Rang- und Dienstordnung ein- ftadt, die sich insbesondere unter dem Einfluß der russischen der Tradition der Petersburger einen berühmten Namen trägt, einen zupferchen, die nötige Autorität einräumte und ihnen gewissermaßen Invasion übel gestaltet haben. In bezug auf Geschlechts- jener, die dort gehängt wurden. Die Peter- Pauls- Festung ist ein eine wissenschaftliche Kommandogewalt übertrug. Das ist geschehen, frankheiten weist nämlich kein Seer eine so erschredende Statistit Denkmal der fürchterlichsten Grausamkeiten und Scheußlichkeiten der und wie ersprießlich es war, flingt vor alleur aus der Rede wieder, auf, wie das russische; die meisten der zu uns eingelieferten ruffi- Tyrannei." bie der Armeegeneralstabschef Generalmajor Dr. Bardolff aur Be- fchen Verwundeten find angeſtedt. grüßung der Versammlung, an der auch deutsche und türkische Es sprach noch der deutsche Felbarzt Dr. de Roche über die erste teilnahmen, hielt. Generalmajor Dr. Bardolff legte übrigens Ursachen des Fledfiebers und zeigte Präparate, darunter fadenWie der Pranger in Alt- Berlin aussah. mit dieser Ansprache, die sich in gar feine allgemeinen Betrachtungen förmige Gebilde, die sich im Magen und Dorm der Laus vorgeIn Bien sind dieser Tage Brangertafeln errichtet worder, an erging, sondern sich ausschließlich dem fonkreten Stoff zuwandte, funden hatten. Es gab weiter ausführliche Referate über Gefäß- denen alle Striegsausbeuter und Bucherer in schwarzen Lettern zur gleichsam die Gleise für die folgenden Disfusfionen, die sich zeitweilig sehr lebendig gestalteten und sich so zivangios abwidelten wie irurgie, über Schenkelbrüche und über Epidemiespitäler; die breite Abschredung der Nachwelt überliefert werden sollen. Berlin hatte, intime Ausschußberatungen. Sowohl nach seiner Dauer, als auch Deffentlichkeit wird aber vor allemt interessieren, was die Militär- was wenig bekannt sein dürfte, schon Mitte des 15. Jahrhunderts ärzte Dr. Hohlbaum und Dr. Heinz über die oft außerordentlichen einen wirklichen Pranger. Der Kaat", wie der Pranger im Berliner nach seiner Ausdehnung und Intensität gab der Strieg ein wesentlich Schwierigkeiten des Abtransportes der Verwundeten Bolksmund hieß, hatte feinen Standort am Rathaus. Er bestand anderes Bild als jeder frühere. Die Verlustziffern boten eine Ueberraschung, und es dauerte Monate, ehe sich die Organisation des und Kranken berichteten. Die Schwierigkeiten beginnen schon im aus einem hohen Pfahl mit einem schweren eisernen HalsFedjanitätswesens der Wirklichkeit anpassen konnte. Zum Schlusse Schüßengraben, dessen winkelige Laufgräben die Verwendung der band. An dieses Halsband wurde der Delinquent angeschlossen und feiner Ausführungen wendte sich der Redner den zukünftigen Auf- ragbahre oft unmöglich machen. Man müßte den Verwundeten durch den Büttel öffentlich gezüchtigt. Ein großer Volkshaufe, der gaben des Militärarztes zu. Die Demobilisierung, sagte er, wird an mancher Stelle hochheben und ihn neuerdings dent feindlichen fich nicht felten in derben Verwünschungen gegen den Verbrecher erFeuer aussehen. Um das zu vermeiden, ist oft notwendig, den ging, bildete die Deffentlichkeit". Neben dieser öffentlichen Prügelbem Heer die trefflichten Herzte wieder entziehen, ihre Erfahrungen Verwundeten samt der Bahre aufrecht zu stellen, und man bemüht firafe diente der Branger noch der Bestrafung der Wortbrüchigen aber müssen uns erhalten bleiben. In Zukunft wird der Militärarzt in noch viel engerer Fühlung mit der tätigen Wissenschaft, der sich jetzt, auch Tragbahren zu konstruieren, die das ohne Schaden durch Verächtlichmachung. Der Genasführte konnte nach Antrag beim Zivilarzt aber auch in Fühlung mit der Armee zu bleiben haben für den Patienten ermöglichen. Sehr erheblich sind die Schwierige Magistrat und erhaltener Erlaubnis den Wortbrüchigen im wahrsten In seinem Zusammenwirten mit der tätigen Wissenschaft hat das teiten des Abschubes der Verwundeten im Bewegungsfriege, wo Sinne des Wortes abmalen". Vor versammeltem Wolfe fonnte er Feldsanitätswesen unzweifelhaft einen großen Erfolg erzielt, gegen die Hilfspläße und Sanitätsanstalten immer mit in Bewegung den falschen Freund in Wort und Bild satirisch kennzeichnen. über der einzigen Tatsache, daß wir den Krieg heute seuchenfrei find. Bei Choleraepidemien hat sich der Zustand der Kranten durch Berliner Humor zeigte sich bei dieser Gelegenheit in schönster Blüte. führen und die schlimmsten Geißeln früherer Feldarmeen beseitigt den Transport gewöhnlich verschlimmert. Man hat daher vielfach Je wißiger, und derber der Geprellte den sehr Ehrenwerten Herrn haben, muß jede Kritik verstummen. in solchen Fällen Epidemiebaraden unmittelbar hinter der Front" geißelte, je größer war der Beifall des stets zahlreich verDas moderne Richteramt des Prangers improvifiert und mit dieser Maßregel eine überraschend große Zahl fammelten Bublifums. hat heute bie Bresse übernommen. bon Heilungen erzielt. Die eigentliche Beratung eröffnete Oberstabsarzt Dr. Früh auf mit einem Bortrage über den allmählichen Aufbau des Sani, tätswesens vom Ariegsbeginn bis heute, er schilderte, wie man sich durch raschen Abschub der Verwundeten und Kranten ins Hinter land behelfen mußte, bis es gelang, die Anstalten des Etappen raumes mit allen modernen diagnostischen und therapeutischen Behelfen zu versehen. Heute arbeitet teine Klinit des Hinterlandes mit besseren Mitteln und insbesondere innerhalb der zweiten Armee ist das Sanitätswesen heute seinen Aufgaben völlig gewachsen. Ein anschauliches Bild des Fortschrittes, den der ärztliche FeldDienst seit Kriegsbeginn gemacht hat, gab Professor Baldauff. Dieser Fortschritt bleibt hinter dem der Kriegstechnik teinen Zoll surid. Die erstaunlichste Leistung aber ift bas völlige Niederringen ber Seudjen. Der Colbat früherer Kriege hatte zehnmal mehr die Cholera und den Thphus zu fürchten als die Feindesfugel. Diesmal ist das Verhältnis der Todesfälle durch Krankheit zu jenen durch feindliche Einwirtung wie 1: 8. Dabei hat ber Krieg bisher unbeYannte Aranfheiten hervorbrechen lassen, wie die anstedende Gelb jucht und das wolhhnische Fünftagefieber. Selbst mit dem so gefürchteten ledtyphus ist die Braris fertig geworben und hat wenig stens diese schredliche Seuche verstehen, eindämmen und vermeiden gelernt. Der Wert der Schuhimpfungen ist heute, wenn die Frage auch noch nicht völlig geflärt ist. zweifellos sichergestellt. 47] aus!" Der Polizeimeister. Ein russischer Polizeiromant von Gabryela Savoista. 19in Was ist denn?" fragte er, siehen Sie den Mantel Janka legte ben Mantel ab. In den schwarzen BeinMeibern und einer dunkelgrauen Samtbluse fah sie sehr graziös und reizvoll aus. Eagejet entging auch dies nicht, aber um seine Haltung zu bewahren, begann er, an dem Mantel nach irgendwelchen Beichen zu suchen, die ihm beweisen sollten, daß er Razio gehörte. ..Hier ist weder ein Zeichen, noch ein Monogramm," ſagte er und begann die Taschen durchzusuchen. Er fand einige nichtsjagende Zettel, aber schließlich langte er nach einer Tasche und zog eine Broschüre heraus. Er trat ans Sicht und begann zu lesen. Ich habe hier nur einen knappen und dürftigen Auszug aus dem reichen Inhalt der Diskussionen gegeben. Das übrige hat wohl nur für den medizinischen Fachmann und Sanitätsorganisator Interesse. Daß dieses Interesse gewahrt wird, dafür hat das Sommando der ziveiten Armee durch Herausgabe eines ausführlichen protokollarischen Berichtes gesorgt. Das Petersburger Staatsgefängnis. Notizen. Der Aunstabend. Am Mittwoch bringt im Sturmlokal, Boisdamer Str. 134, Rudolf Blümer Dafnislieder von Arno Holz und die Tragikomödie von August Stramm: Rudimentär" zum Vortrag. May Reinhardt wird im Kopenhagener Neuen Theater Das Gefängnis, in das die Revolutionäre die russischen Minister im Mai und Juni ein Gastspiel( Drama und Operette) geben. Ein deutsches beater wurde in Rumäniens Hauptgeworfen haben, dürfte die berühmte Beter- Baulsfeftung fein, die Hitabelle der Residenz. Es ist eine Liliputfeftung, und Beter der stadt mit Goethes Iphigenie" eröffnet. Große war feineswegs ein militärisches Genie, wenn er etwa dieſe Der legte Romanow. Es ist zwar verfrüht, vont Festung angelegt haben sollte in der Abficht, die die Newa herauf- legten Romanow auf dem russischen Thron zu sprechen. Aber wer tommenden feindlichen Schiffe zu beschießen. Dazu find die immer ihn wieder erflettern mag, ein Romanow ist es sicher nicht, Bastionen zu hoch und zu nahe dem Wafier gelegen. Mehr auch wenn er sich so nennen mag. Der legte Romanow, und ztvar als ein paar Kompagnien Soldaten können diese Mauern auch aus der Linie Romanow- Gottorp war jener Peter, der als Gemahl nicht beherbergen. Im günstigsten Falle kann man mit den Katharinas II. figurierte. Die Ehe war aber finderlos, und Paul I., Kanonen dieser Festung das Winterpalais gegenüber, die Börse ihr Sohn und Nachfolger, von dem alle russischen Kaiser seitdem sich nebenan oder die Tiere in dem an die Festung grenzenden 300- herleiten, war nach ihrem eigenen Zeugnis der Sohn eines ihrer loogischen Garten befchießen. So ist es denn erklärlich, daß die Günstlinge. Wer zum Teufel?" ließ sich eine ärgerliche Stimme ver Janta begriff zunächst nicht die Bedeutung seiner Worte, aber sie fühlte, daß ein furchtbares Unglück über sie hereinnehmen. brach, und daß es nicht nur sie, sondern auch Kazjo, ihren Vater und Kligti, mit einem Wort ihre Mernächsten traf. Zagejew versant wieder in die Lektüre des Briefes. Es war ein Brief aus Aratau, der an Stazio die Mitteilung enthielt, daß Stligki übermorgen eintreffen und die verabredete Bare" mitbringen würde. Dann wurden einige englische, eine Genfer und die übrige ,, Bare" genannt. Der Brief bot dem geübten, schlauen Auge des Polizeimeisters feine Schwierigkeit. Die vorher gefundene Broschüre und die Proflamation, die mit den Worten begann:„ Nieder mit dem Barentum!" verschafften vollständige Klarheit. Im ersten Augenblic war Zagejem wie geblendet. Wie? Das, wovon er träumte- eine Propaganda aufzugreifen und auf diese Weise die Gendarmerie zu blamieren, Sie ihr nicht auf die Spur kommen konnte, war ihm förmlich zugeflogen. Das fonnte ihn vor der Behörde ins beste Licht stellen Im Ru veränderte sich sein Gesichtsausdruc. Etwas und vielleicht sogar alle seine Gewalttaten bertuschen, für die von einem. Raubvogel, wenn er die Beute aus der Ferne er zur Verantwortung gezogen werden sollte. Außerdem fügte erblidt, zudte in feinen Zügen. Die Broschüre war eine es sich ganz ausgezeichnet, daß gerade Horstis Kinder in diese fozial- nationale Propaganda, in der ein Eremplar einer Angelegenheit verwidelt waren. unlängst im ganzen Gouvernement berbreiteten Profla- Damit wollte er Horsti beschäftigen. Und es wahr wohl u bezweifeln, ob Horšti noch an den Protest denken würde, wenn sein eigenes Haus vom Unglück betroffen wurde. mation lag. Zagejen ließ feine zitternde Hand noch einmal in die Tasche versinken und zog einen Brief heraus. Janfa beobachtete ihn und ertannte, daß es derselbe Brief war, den Kazio in der Hand hielt, als er ihr Zimmer betreten hatte, und den er mechanisch in die Manteltasche gestedt hatte. Sie faßte plöglich Mut und versuchte zu protestieren. " Ich bitte Sie, lesen Sie den Brief nicht!" Ein farkastisches Lächeln verzerrte Tagejews Gesicht. ,, Nicht lesen? Ei! Ich darf alles lejen, liebes Mädchen - das ist sogar meine Pflicht. Ja, ja... sehr schön!. Ein feines Nest... Gott sei's gelobt, endlich habe ich euch abgefaßt!" Er jah Janta mit furchtbar blizenden Augen an. ,, Und Sie, mein Fräulein, begleiten angeblich Ihre Freundinnen in der Nacht und tragen dabei in der Tasche Propagandaschriften zum Verteilen. Schon gut! Ihr Brüderchen treibt wohl auch solche Schere?" predel • Tagejew ballte die Fäuste trampshaft und bohrte die ägel tief ins Fleisch, um durch diesen Schmerz alle Geistesgegenwart zu sammeln. Er fühlte, daß er in diesem AugenBlick selbständig und entschloffen handeln müsse. Er hatte die Trümpfe in der Hand und mußte sie ausnuten. Da vernahm er Schritte auf der Treppe. Er ging zur Tür und öffnete jie. Semipudow wollte nach der Kanzlei. " Ich bin's- Semipudow!" Was gibt's?" Semipudom meldete, daß Markowski sofort beim Polizeimeister erscheinen sollte. Mit zorniger Bewegung wurde die Tür von innen geöffnet. Markowski erschien halb angekleidet. Was ist denn los, zum Teufel?" fragte er. " Ich kann's nicht sagen!" erwiderte Semipudoin. Unterdessen hatte sich Juzia der Tür genähert. Sie hüllte sich eiligst in ihr Tuch. Augenscheinlich benutzte sie gern das Dazwischentreten des Polizisten, um Markowstis Liebesbezeigungen zu unterbrechen. Sie war blaß und hatte die Augen b hat bo Tränen. Als Semipudom fie erblickte, freute er sich. ,, Sie sollte ich auch holen, Fräulein," fagte er eilig. ,, Mich?" Ja... Sie find doch das Hausmädchen von Sorstis!" Juzia rang die Hände. Jesus Maria! Was ist denn Ios?" Aber Markowski, der die Uniform anzog, beruhigte fie. Hab teine Angst, Liebste, ich komme mit!" Alle gingen die Treppe hinunter. Die kleine Betroleumlampe beleuchtete Tagejew. trat " Was ist geschehen?" fragte Markowski auf Nussisch. Ach, sie ist hier?" " Ja, hier bei mir!" erwiderte Markowski trokig und " zwischen Juzia und seinen Vorgesetzten, wie zur Verteidigung feiner Geliebten. Aber Tagejem achtete nicht auf seine Frechheit. " „ Lauf du nach Hause," befahl er Juzia, bring Kleider und Röcke von deinen Fräulein, einen Mantel, einen Hut, Ruf mir sofort Martowsti her," sagte, und hol das ein paar Hemden und was sonst an Wäsche fürs erste nötig ist, und komm sofort wieder zurück. Verstanden?" Dienstmädchen Juzia von Horstis." Er blickte auf die Uhr. " Zu Befehl!" erwiderte Semipudow in strammer Haltung. Zagejem ging auf den Treppenflur, doch ließ er die Tür nicht aus der Hand, als fürchtete er, daß der Glücksbogel, den er gefangen hatte, fortfliegen könnte. Semipudow flopfte an Markowskis Tür. jekt!" Und stillschweigen! Nicht ein Wort verrätst du! Lauf Geh!" bestätigte Markowski seinen Befehl. Juzia ging gehorsam die Treppe hinunter. An der Biegung blieb sie stehen. ( Forti. folgt) Direktion Max Reinhardt Lessing- Theater. Deutsches Theater. 7: John Gabriel Borkman. Kammerspiele. 7 Uhr: Das Konzert. Volksbühne, Theater am Bülowplatz. 7 Uhr: Weh dem, der lügt! Theater i. d. Königgrätzerstr. Dir. C. Meinhard R. Bernauer, 74, Uhr: Erdgeist. Komödienhaus 7: Die verlorene Tochter. 7% Uhr: Liebe. Donnerstag: Liebe. Deutsch. Künstler- Theater. Allabendlich 7, Uhr: Die beiden Klingsberg. URANIA Taubenstraße 48/49. 4 Uhr( halbe Preise): Im U- Boot gegen den Feind, 8 Uhr: D Geffentliche Aufforderung Verband der Maler, zur Meldung für den vaterländischen Lackierer, Anstreicher etc. Hilfsdienst. Arb.-Nachw.:Gormannst.13 Bureau: Reliiorstr. 28, part. Filiale Berlin. Fernipr.: Norben 3701-97 Fernspr.: Amt Morigpl. 4787. Alle in der Zeit nach dem 30. Juni 1857 und vor dem 1. Januar Donnerstag, den 22. März, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts1870 geborenen, nicht mehr landfturmpflichtigen männlichen Deutschen haus, Engelnfer 14/15: im Stadtheis Berlin haben sich in der Zeit vom Donnerstag, den 22. Mära. bis zum Freitag, 30. März d. 8., einschließlich bei den führ ibre Wohnung auftändigen Bolizeirebier jelbst zu melden und die für die Ausfüllung der Meldefarten erforderlichen Angaben zu machen. Bon der beriönlichen Meldung ist befreit, wer sich ebenfalls bis zum 30. März schriftlich unter orbnungsmäßiger Ausfüllung ber vorgeschriebenen Seldefarie melbet. Die Melbefarten find bei den Polizei- Rebieren vont Berliner Theater Der Balkanzug und die 22. März an erhältlich. 7 Uhr: Die tolle KomteB. befreite Donau. Neues Operettenhaus Theater für Mittwoch, den 21. März. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 7 Uhr: Die Fledermaus. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 71, U.: Das Dreimáderlhaus. Gebr. Herrnfeld- Theater 7%, U: Der Stolz der Familie Kleines Theater 7. U. Der Raub der Sabinerinnen. Komische Oper 7%, Uhr: Die Dose Sr. Majestät. Lustspielhaus 7, U Die schone Kubanerin. Metropol- Theater 7 Uhr Die Csardasfürstin. 10 Min.: Schiffbd.da. Kassentel.: Nord. 281. 7%, U.: Der Soldat der Marie, Residenz- Theater. Uhr: Die Warschauer Zitadelle. Schiller- Theater 0. 7, Uhr: Die Kammerwahl Schiller- Th.Charlottenbg. 74, Uhr: Johannes. Thalia- Theater. 7 Uhr 25 M.: 2. Das Vagabundenmädel. Theater am Nollendorfpl. 7, Uhr: Die Gulaschkanone. Theater des Westens 7%, 0.: Die Fahrt ins Glück 8 Uhr: Wilhelm Tell. Trianon- Theater 8 Uhr: Ein glücklich. Familienvater Busch Zirkus A. Schumann Zirkus A. Schumann Tägl. 7, Sonnt. 3%, u. 7%, Uhr. Mexikanische Lynchjustiz! Tom Jack i. d. Todesfessel. und die übrigen vorzüglichen März- Nummern. Zum Schluß der Abendvorstellung: Riesen- Pracht- Wasser- Pantomime Die versunkene Stadt. ( Einlaß 7 Uhr.) Heute u. täglich Anfang 7%, U. Das große Weltstadt- Programm. Rätselhaft! Verblüffend! Ganz Berlin zerbricht sich dea Kopf über die Illusion ? Kismet? das orientalische Wunder. Unglaublich! Unbegreiflich! 8,30: Die herrl. Prunk- Pantomime Apollo Die Seeräuber. FRIEDRICHSTR AN DER: KOCHSTE Täglich 8 Uhr: Persönliches Gastspiel Wanda Treumann Viggo Larsen in ihrem Lustspiel: ,, Die Scheidungsehe". von William Kahn. Vorher: Das große Varieté- Programm. 12 HINDE CORTEN Vorletzte Woche! Lillebil's Hochzeitsreise. Aegypt. Burleske in 7 Bildern. Musik von Bizet. Inszenierung v. Max Reinhardt. Hauptrollen: Hans Wassmann. Lillebil Christensen, Katta Sterna, Ernst Matray außerdem Das große März- Programm Oscar Sabo. Hise Bois usw. Voigt- Theater. Badstr. 58. Täglich: Badstr. 58. National- Theater, 8 Uhr. Ropenider Str. 68. Stürmischer Erfolg! Studentenliebchen. Operette i. 8 ft. Muf.s. B. Bromme. Rose- Theater. 71, 11hr: Der fidele Baner. Walhalla- Theater. 3, Uhr: Tausend und eine Nacht. 7%, 11: Das Glücksmädel. Palast The aler Tägl. 7 200 Sonnt. 3, u. 7 Die neue Revue in 5 Bildern: Berlin im Krieg Casino Theater Lothringer Str. 37. Täglich 7, Uhr. Nur noch bis 27. März Bummelfritze. zwei helle Berliner Poffe mit Gelang in 5 Bildern bon Jacobson. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger Cabaret Feldgrau Anjang 7%, Ubr. Sonntagnachmitt. 3 Uhr: Vorstellung zu ermäß. Preisen! Neues Programm Für Militärpers. an den Wochentg. freier Zutritt au b. Stett. Sängern Possen- Theater. Täglich 7, Uhr: Borber die Wärz- Spezialitäten. Mittwoch, den 28. März, a. 1. Male: Wenn's Hailüfter! weht. Sonntag 4 Uhr: Die Sache Elappt. T Admiralspalast. Heute zum vorletzten Male Frau Fantasie. Vorzügliche Küche. Sonnabend, zum 1. Maie Abrakadabra Gr. phantastisches Ballett. Spezial- Arzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 birelt am Bon der Meldepflicht ausgenommen sind die Berfonen, die mindestens feit dem 1. März 1917 felbständig oder unselbständig im Hauptberuj tätig find: 1. im Reichs, Staats-, Gemeinbe ober Stirchendienste, 2. in der öffentlichen Arbeiter und Angestelltenversicherung, 3. als Nerate, Bahnärzte, Sierärzte oder Apothefer, 4. in der Land- und Forstwirtschaft, 5. in der Gee- oder Binnensischerei, 6. in der See oder Binnenschiffahrt, 7. in Eisenbahnbetrieb, einschließlich des Betriebs der Klein- und Straßenbahnen, 8. auf Werftent, 9. in Berg. ober Hüttenbetrieben, Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht ber Ortsverwaltung und Neuwahl derselben. 2. Berbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. KLEINE ANZEIGEN Verkäufe Junge Mädchen zur Aus Bilbung in die Lehre für Lager und Expedition gegen steigende monat liche Vergütung gesucht. R. Begach, Mükeniabril, Landsbergeritraße 89. 1660 15-* Vornehme Herrenanzüge, Baletots 10. in der Bulver, Sprengstoff, Munitions- oder Baffenfabrikation, und Ulster aus haltbarsten Stoffen 45-75 Mart, ebenso Bofen bis 11. in einzelnen friegswichtigen Betrieben, die von der Kriegsamis Sehrmädchen im Alter von 14-16 25 Mark stelle in den Marlen bezeichnet sind oder toerben. Bersandbaus Germania, abren aus achtbarer Familie gegen Unter den Linden 21. Gibt ein bisher von der Meldepflicht Befreiter die in den borgenannten monatliche Vergütung fofort gesucht. Belzgarnituren! Stuntsitolas! 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