Ar. 80. 34. Jahrs. flBonnemeDtS'Bdlingungen: tüsmmeniS• Stet« sccrannfratbo CterJtlicW 5.90 Mi. monaü. L30 SRI. mäncinricS 30 Mg. fra ins Haui. Einzelne Runmiei ö vig. Konnlags- mimmci mil UluIMcrle: SonmazS- Seilllgs.Die Neue Well.>0 Vi« Poil- W-nne-nent! USll Muri vro Monat. Einsrlrazen>a die Voil-Aeilun«»- Srei#8ftt Htttei kreuzbans ein Demichland und Oeslerreich. Ungarn ZäO Marl, ffii das übrig! Eusianb « Marl tiro Monat. Voitabonncmems neüenen an Leigien Dänemark Holland. Italien. Luxemburg. Bornizal. «iutnänien. Schweden und die Schweis Vicheldt lÄgNch. ( s pksnnig) Die InfertionS'QcbQbr teltSgt für die sechsgcidaltene Äolonel, teile oder deren Raum>>0 Big., iül »olitiiche und grwerkichaiiliche Vereins- und Verkammlungs-Anzeia-n 30 Pf«. „steine llnretgen". das rettgedruciie Wort A> Big. izuiässig S iettgedruckte iLorlei. jedcS weitere T.'rl 10 Vi«. Stellengesuche und Schlaistellen-ni- t eigen das erite Wort l0 Pfg.. jedes wencre Wort ZVfg. Worte über lö Zuw. staben zählen für zwei Worte. Fnseraie irir die nächste Numuier mästen d.s b Uhr Iillchmitlags in der Expedition Vevlinev Vollisblcrkk. ZcntruXorgnn der tozi aldemokratx fchcn Partei Deutfcblands. »dgegeden werden. Die Expedition itt bis 7 Uhr abends gcäfjneL Delegrainm-ildrelsc: .SoziaiiKnioknt Btrlii". Neüaktion: SW. 68, Ltnüenstraße Z. trernidrecher: Zlmi Morivvla«. Rr. ISl SV— 151 97. Expedition: EW. 68» Liuüenstraße?. Zreruiprecker- Am Morivvlatz, Rr. 151 90—151 97. Die russische Regierung an die Hrmee. Gefechte in der Verlegnugszone— Fran- zöfi»6',e Angriffe bei Monastir— Höhen bei Trnova und Snegovo zurückerobert. Amtlich. GroßeZ Hauptquartier, de» ZI.MSrz 1917.(95*. T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Rege» und Schneetreiben geringe Gefechtstätigkeit. Zwischen Arras und Bertincourt, nördlich von Ham und im S�ordcn von SoiffonS zwange» unsere Sicherungen einzelne ge� mischte Abteilungen der Gegner zu verlustrrechcm Zurückgehe«. Auf dem rechten Maa-z-Ufer find heut früh zwei Borftöße der Franzose» am FosseS-Waldc gescheitert. Oestlicher Kriegsschauplatz. Lorfeldgefechte ohne Bedeutung. Mazedonische Z?ro«t. Teilangriffc der Franzose« bei Rizopvle, Trnova und Rafiani lwestlich und nördlich von Monastir) wurde» durch unser Feuer uirdergehalien oder abgewiesen. Kürzlich in FeindeShand verbliebene Höhen nordöstlich von Trnvoa und bei Snegovo wurden von uns im Sturm zurück- gewonnen. Ter Gegner räumte darauf daS Zwifchengelände: feine nächtlichen Serfucho, die Höhe» wiederzuuehmen, schlugen fohl. Im Cerua-Bogea brachte nnser SrtUlqriefeu» einen Feffel- i allen brennend zum Absturz. Der Erste Genrralquartiermristrr. Ludendorfs. « /lbenübericht. Amtlich. Berlin, 21. März. AbeudS. Außer Gefechten rm Tomme-Oife-Gebiet keine besondere« Ereiguiffe. Im Osten gelang ei» eigener Bor stoß au der B e r e si n a in vollem Umfange. Nördlich vou Monastir ist wieder ge° kämpft worden. »* « Ver österreichische Sericht. Wien, 21. März 1917.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Auf leinrm der drei SrirgSfchauPläbc Ereignisse von Belang. Ter Stellvertreter des Ehess de? Generalstabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Die rujsisthe Regierung an öie Mrmee. Petersburg, 21. März.(Reutermeldung.) Die Re. gierung hat eine« Ausruf an die Arm« erlasse», sie möge sich ihre Solidarität und Disziplin u»ge° schmälert erhalte«, um de» Krieg zu ge- wiune», da die Umgestaltung im Zuuer» von der Sicherheit der militärischen Bcrteidi-- gu»g abhänge. Tiefer Aufruf cm die Armee ist nicht nur eine Bestäti» gung der Meldungen, aus denen hervorgeht, dost die Sub- Ordination im russischen Heere einem Zustand erbitterter Auf- lehnung gegen die Offiziere gewichen ist. Tie neue russische Regierung macht mit dem Aufrufe— das ist das Wichtigste— den Versuch, den Eroberungskrieg, den ihre Vorgängerin ent- fesielte. in einen nationalen Verteidigungskrieg umzudra- Pieren. Hinter dem Inhalt dieses Aufrufs an die Armee steht Miljukows Wort: Wenn man den ftneg nicht mit der herrschenden, damals noch der zarischen. Regierung gewinnen könne, werde man ihn trotz dieser Regierung zu gewinnen wissen. Jetzt wird das Manöver versucht, die osfenbar um sich greifende Volksströmung, die durch die Revolution auch dem Frieden den Weg ebnen will, durch die Formel zu brechen, der Ertrag der Revolution sei ohne die Fortführung des Krieges in Frage, gestellt. Tiefer Formel steht freilich die andere gegenüber, die den proletarischen Massen Rußlands vom täglichen Hunger ge- predigt wird, daß nämlich der Krieg den inneren Wirrlvarr bis zum äußersten gesteigert hat unh daß dieser Wirrwarr nur unter Aufwendung allei Kräfte, die der Friedenszustand entwickeln kann zu lösen ist. Tiefer Auffassung würde auch die Haltung entsprechen die nach einer Meldung des Stock- holmrr„Sozialdemokraten" die Petersburger Zlrbeitcr vcr- anlaßt, den Aufruf zur Wiederaufnahme der Arbeit nicht zu befolgen. Frieden zu fordern und sich bis an die Zahn zu be- waffnen. Daß die ohnedies Zwischen der neuen Regierung und der revolutionären Arbeiterschaft vorhandenen Gegensätze schnell in ein breites Auseinanderklaffen geraten, wird durch eine wachsende Flut.neuer Nachrichten bezeugt. Was gibt dieser ersten Krise der Revolution Anstoß und Wucht? Es braucht nicht bezweifelt zu werden, daß die Kriegsfrage unter den Ursachen obenan steht. Es wird sich vermutlich schnell zeigen, ob die Formel der provisorischen Regierung ausreichende Macht hat. Aber ihr gestern mitgeteiltes Manifest an das russische Volk, das die sofortige Berufung einer Konstituante mit einem„sobald als möglich" behängt, dürfte sich als schlechte Vorarbeit erweisen. Tagung im Taurischen Palast. Im Taurischen Valast in Petersburg findet eine Tagung von Arbeiter- und Soldaten-Tslegierten unter dem Vorsitz vgn Tscheidse statt. Die erste Meldung, über diese Versamm- luny, die nach Mitteilungen der„Times"-verbreitet wurde, spricht von einer stürmisch begrüßten Ansprache des Vorsitzen- den, der den Anmarsch der Jntcrnatwnale verkündet habe. Die Tagung sei überfüllt gewesen: eine Verminderung der Delegierten sei beschlossen warben und zu sachlichen Be- sprechungen sei es nicht gekommen. Weit mehr als diese zum Abschrecken gefaßte Meldung sagt über Wesen und Zweck der Tagung der Pariser Temps". Er meldet aus Petersburg: Ein gemischter aus A r b e i t e r u u.nd S o l d a t e» bc. stehender Ausschuß tagt im Taurischen Palast. Die Au- hängerzahl der beiden Ausschüsse wächst. Am 29. März waren bereits 1699 Mitglieder eingeschrieben, von denen jedes einzelne 1999 Arbeit er oder eine Äom- pagnie vertritt. Die Ausschüsse verlangen drin- gend die Einberufung der konstituierenden Versammlung, in der Hoffnung, diese werde die Rcpu- blik proklamieren. Sie verlangen ferner dir Entfernung aller Romanows. Es handelt sich also um eine groß angelegte und noch der Zahl der Delegierten auf stärkstem Anhang beruhende Orga- nisation. Der Petersburger Korrespondent des„Daily Chro- nicle" teilt mit, daß sie den Namen„Rat der Arbeiter und Soldaten" trägt und von den Sozialisten behcktrscht werde: er deutet an, der Rat werde von„Extremisten" beherrscht, die ihre Theorien in die Praxis übersetzen wollten: der Rot werde von ihnen zu widersprechenden und übereilten Beschlüssen ge- zwungen, die der neuen Regierung Schwierigkeiten bereiten. Wie der Bericht des„Temps" lehrt, spielt unter den Be- schlüssen die dringend� Forderung der Einberufung der Kon- situante eine hervorragende Rolle. Das Eisen soll ge- schmiedet werden, solange es heiß ist. G Die Tagung des Rats der Arberter und Soldaten hat sich beschleunigt cm eine andere Ausschußsstzung angeschlossen, die am 15. März von der sozialdemokratischen Dumafroktion und der Arbeiterfraktion abgeholten wurde und an der sich, wie der„Hamburger Korrespondent" berichtet, auch die Vertreter von 15 Arbeiterverbänden beteiligten. In dieser Sitzung hat nach dem Stockholmer Bericht des genannten Blattes der Abgeordnete Tscheidse betont: Die gegenwärtige Regierung, die eine Lertrerung der Inten- esse» der Bourgeoisie darirell«. könne nur ein Provisorium sein. Die Abgeordneren TscheidsM und Sk.obelcw seien aus dem Wohlfahrtsausschuß ausgetreten, weil sie die Wahrnehmung machen �mußten, daß die bürgerliche Oppo- sition nicht daran denke, die fetzigen Ereignisse zur Gestaltung einer russischen Republik zu benutzen. Die heutige Regierung sei die Bertörperung des schrantenlosen russischen Imperialismus. dieser bilde für das russische Volk eine fast ebenso große Gefahr lvic der Absolutismus. Die Arbeuer würben für die sozialdemokratischen Ideale arbeiten. Es fei ganz unmöglich, daß es der neuen Regierung gelingen werde, das� Versorgungs- Problem zu lösen, dazu sei es heute bereits zu spät. Er glaube nicht daran, daß eS der Regierung gelingen werde, auch nur ein Viertel der Bertprechungsn an das Volk einzulösen. Die Hungersnot werde im Mai auf den Gipfel gestiegen'ein und auch die neue Regierung unbarmherzig von dem auf schwanken- der Grundlage errichteten Pieseftal hinwegfegen. Das einzige Allheilmittel für Rußland sei die Beendigung des Krieges. Die Sozialdemokratie erhalte erst jetzt die Möglichkeit, die Massen straff zu organisieren und ihre Kräfte einheitlich zusammenzu- fasse». Wie der Bericht schkießt, hat Skobelew erklärt/ Ruß- lond stehe am Vorabend einer zweiten, ab er wirklichen Revolution. Die allgemeine Kriegslage. Von RichardGädkc. Die Lage wird durch zwei Ereignisse maßgebend be- stimmt: durch die Räumung der deutschen Stellung an der Westfront zwischen Arras und AiSne und durch die r u s s i s ch e R e v o l u t i o n. Bereits am 2V. Februar wußte die deutsche Presse, daß eine Räumung von größerem Umfange im Werke war, wenn ihr auch die genauen Grenzen nach Breite und Tiefe natür- lich nicht mitgeteilt wurden. Der Gegner hat von allen Vor- bcreitungen, die unmittelbar vor seiner Nase vor sich gingen. nichts bemerkt. Man wird seinen Truppen vorderer Linie vielleicht doch nickt allzu große Vorwürfe wegen ihrer Unaufmerksamkeit machen dürren, da unsere Maßregeln in sehr w ichickter Weise verdeckt worden sind. Allerdings konnten wir in ziemlich weitgehendem Maße mit einer vorgefaßten Mei nung der feindlichen Heeresleitung rechnen, die walrr'cheinlich in alle ihre Truppen durchgedrungen war. Sie rechneten inil der deutschen Stellung, die sich in ihrem Armbereiche befand. wie sie in Ricsenkänrpscn von zwei.und einem halben Fahre geworden war, als mit einer feststehenden, unabänderlichen Tatsache. Auf sie hin wurden alle ihre eigenen Vorbereitung gen getroffen, Stapel von Munition und Lebensnntteln errichtet, Bahnen angelegt, senkrecht zur Front, nnf» Tkuvaw und Schießbedars in kürzester Frist heronzuführew. gleich lausend mit der Front, um sie leicht nach dem Bedürfnis so verschieben. zu können,. hier wurden Truppen au den verschiedensten Stellen massiert, Batterien eingebaut,, ibncn ihre Aus gaben und Ziele vorgeschrieben, die Entfernungen durch Ein- schießen bestimmt: so war alles in riesenhaften Massen z u r n e u e n O f s e n s i v e eingerichtet, die in viel breitere:' Front vor sich gehen sollte als alle früheren Versuche, auch die Sommcschlacht. Nur eins war notwendig, daß der Gegenstand so vieler Fürsorge nun auch stillhielt: daß er sich dem Schlage entziehen könne, damit hatten sie nicht gerechnet. Natürlich konnten ihnen nicht alle unsere Vorbercitnngen verborgen bleiben. Obwohl ihre Fliegergeschwader den unserigen unterlegen sind, haben sie sicherlich oie Anlage riickwärtigsr Stellungen doch bemerkt. In der vorgefaßten Meinung aber, daß wir die Schlacht in der vorderen Linie an- nehmen würden, hoben sie darin jedenfalls nur Aufnahme- stellungen für den Fall eines ungünstigen Kampsoerlaufes gesehen. Die allmähliche Herausziehung unserer Truppe.» und Geschütze aber konnten sie Wohl nur schwer in ihrer Be- deutung feststellen, da ohnehin ein regelmäßiger Wechsel und Ablösung stattfand. Gewaltsame Erkundungen endlich wur- den durch die sehr entschlossene und glückliche Verteidigung unserer porderen Gräben sowie durch die eigenen Vorstöße unseres Fußvolks verhindert, die den Feind in Schach hielten. Weniger entschuldbar ist wohl, daß dieser auch dann noch nicht aufmerksam wurde, als unsere Stellungen zu beiden Seiten der Ancre geräumt wurden. Indem sie an dem ein- mal festgesetzten Zeitpunkt der Offensive festhielten, versäum- ten Franzosen und Engländer es, uns noch.im letzten Augen- blick in die Parade zu fahren. Das ist nun freilich der Punkt. wo sich die Durchschnittsheersührung vou der überlegenen unterscheidet. Die Räumung unwrer ungünstigen vorderen Stellung, die Einnahme einer wohlvorberciteten, nach den Notwendig- keiten eines Verteidigungskampfes von langer Zand her an-. gelegten neuen Stellung, hat uns sebr bedeutende Vorteile gebracht. Wir sind bisher scheinbor in der. gan- zen Front zurückgegangen, in der Franzosen und Engländer zu ihrem neuen, entscheidenden Schlage ausholen wollten: von Ärras bis in die Gegend von Soissons, in einer Ursprung- lichen, mit allen Krümmungen gemessenen Frontlinie vou 185 Kilometern. Wir erzielen damit eine sehr merkbare Ver- kürznng und sparen also erheblich an Truppen zur�Verteidi- glliig, die wir sonst nutzbringend verwerten können. Die feindlichen Vorbereitungen sind zum großen Teil nutzlos geworden: er muß seine Bahnlinie verlängern und umlegen, seine Reserven anders aufbauen, seine Batterien verlegen, Deckun- gen für sie anlegen, sie neu einschießcn. Dazu muß er aber wiederum die deutschen Anlagen erst wieder erkunden— eine schwere Arbeit gegenüber unseren Fluggeschwadern. Noch schwerer wird dann der Angriff selbst: jetzt können sie ihre Truppen nicht mehr in Gräben versammeln, die von den unsrigen nur 159, 199. 59 und manchmal nur 29 Meter ablagen, gerade nur durch die Breite der Drahthindernisse getrennt: jetzl müssen sse vorwärts über freies Feld, das Kilo- meter und aber Kilometer in der Tiefe mißt und planmäßig für unsere Zwecke hergerichtet ist. Da gibt es keine Straßen. keinen Weg, keine Brücke mehr, die nickst zerstört wären: keinen Baum, kein Strauch, kein Halm wächst dort mehr. Felder und Wiesen sind umgeackert und zum Teil versumpft. Es gibt keine Dörfer, keine Hauser, keine Keller. leine Unterkunft. Feme Brunnen jncÖr; alle Stoffe, die dem Gegner dienen tonnten, olle KoSel alle Elektrizitätsanlagen, alle Bahnhöfe sind beseitigt: man Hot es ein Reich des Todes genannt. Glücklich, baß wir den Krieg in Feindesland führenl Unsere Aeeresleitnng hat damit eine Freiheit der Entschlüsse. die der Gegner nicht defitzt. Der feindliche Slngriff. der nach allen Nochrichten und Ankündigungen in diesen Tagen losbrechen sollte, ist durch- reuzt worden und«leidet zunächst einmal eine gewaltige Verzögerung. Man soll bei alledem nicht übertreiben und hiex ichon von einem deutschen Eefolge sprechen. Nein, die zweckmäßige und zsitgerechte Maßnahme unserer Heeresleitung hat uns erst die günstigen Vorbedingungen für den Erfolg ge� 'chafsen, den Feind unter schlechtere Bedingungen ge- zwnngen. Sein Angriff muß nun ganz anders verlaufen, als er sich irgendwie gedacht hatte. Einen verzögernden Einfluß auf die feindlichen Absichten mird aller Wahrscheinlichkeit nach auch die russische Re- v o l u t i o n ausüben. Jbre Wirkung im allgemeinen in mili- ! arischer Hinsicht abzuschätzen, wäre fetzt bei weitem zu früh: wir wissen ja noch gar nicht, zu welchen Maßen sie sich aus- wachsen, in welche leitenden Hände sie geroten wird, ob auch die Provinz sich der Losung anschließen wird, die von Peters- bürg ausging, ob es zum Bürgerkriege kommen, ob die hohen Führer des Heeres sich den Aufftändrschen anschließen, ob die ganze Armee zu ihnen übergehen wird, das sind alles noch un- gelöste Fragen, von deren Beantwortung doch außerordentlich siel auch für den Gang der kriegerischen Ereignisse abhängt. Las niedere Offizierkorps war bereits in der Mandschurei vielfach revolutionär gesonnen: indem man seit zwei Kahren :um Füllen der großen Lücken die junge Intelligenz, Stu- dentett, Rechtsanwälte, Lehrer und Aerzte in seine Reiben sineinzwang, ist es sicher nicht kaisertreuer geworden. Aber aas alles wird sich erst noch aus dem gärenden Chaos ent- wickeln müssen: sicher aber möchte sein, daß die augenblick- l scheu Verhältnisse der Aufnahme der Offensive nicht günstig sind. Ich halte es daher für keinen Zufall, daß man in den letzten Tagen aus dem Osten gor nichts hört. Auch in I t a l i e n ist Cadorna noch nicht zu einem neuen .'tiigrisf angetreten. Es mag sein, daß die Lebensmittel- 'chmierigkeiien hier besonders einwirken, und daß die große aohlennot die rechtzeitige Fertigstellung des Schießbedarfs. sielleicht auch seine Heranführung, und die des Truppen- rrsatzes an die Front aufgehalten hat. Dagegen ist der General Sarrail in Mazedonien bereits zu einer neuen Offensive seines linken Flügels über- gegangen; zwlsä>en Prespa- und.Ochridasee sucht er sie Flanke s vcrbünderen Heeres zu umfassen, nördlich Monaftir seine Front einzudrücken. Die Kämpfe haben nach einer Einleitung im 11. März mit voller Wucht am 12. März begonnen und sind seitdem täglich sortgesetzt worden. Den Verlusten des 'ranzösischen Heeres, das hier ficht, entsprechen seine geringen Erfolge nördlich Monaftir nicht, es'ist in einzelne vorge- chobene Teile der Stellung eingedrungen, hat die beHerr- .henden Höhen aber nicht erobern können. Doch»vas würde selbst ein größerer Erfolg an dieser Stelle bedeuten, den die deutsche Heeresleitung unschwer aus- sieichen könnte? Das ist schon wieder einmal das bezeich- ende der Lagen für unsere Gegner: die Einheit der Front, ascheißt E i n h e i t d« r Ha n d l u n g. die Gleichzeitig- kert des Ansturms von allen Seiten ist ihnen wieder einmal mißglückt; dank der Räumung unserer Stellung im Westen, dank der russischen Revolution, dank der Kohlennot lind unserem U-Boot-Kriege. Die Erhebung Jinnltmös. Der Aufruhr in üerslc über die Grenze kommen. Man wird Sie schon hinüberschmuggeln, mit Geld ist alles möglich!" „Ja!" erwiderte Kazjo fieberhaft,„aber ich habe nur zwanzig Rubel." Sie lief ins Vorzimmer, wo ihr Kasten stand, schloß ihn auf. suchte zwischen den Kleidern uud zog ein paar zerdrückte Pavierscheine heraus. Es waren etwa dreihundert Rubel. Sie übergab Kazjo das Geld.. „Hier sind dreihundert Rubel oder so ungefähr. Und nun. gehen Sie?" Kazjo zögerte. Irgendetwas hielt ihn zurück, dieses Geld anzunehmen. Wie ein Blitz ging eZ ihr durch den Kopf, daß Kazjo von-ihr vielleicht etwas wußte, und aus Verachtung keine Hilfe von ihr nehmen wollte. Und plötzlich fiel sie vor ihm ans die Knie, küßte seine Knabenhändo'und stammelte schluchzend; „Ich bin eine Sünderin, daS ist wahr, aber ich will meine Sünden büßen... Ich... Lassen Sie sich von mir retten I" Kazjo beugte sich über sie, drückte emen Kuß ans ihre Stirn nnd sagte schlicht: „Ich danke Ihnen!" „Gehen Sie mit Gött!" Sie führte ihn zur Treppe, lief voraus hinunter, über- zeugte sich, daß die Polizei noch nicht in Sicht war, und blieb so lange im Hausflur stehen, bis sie die Droschke, in die er gestiegen war. um die Ecke verschwinden sah. „Gott rette ihn I" flüsterte sie innig, die gefalteten Hände an die Brust drückend. Dann ging sie wieder hinauf und begann Jankas Sachen zusammenzulegen. „Wo mögen sie wohl daL arme Fräulein hinschleppen/ dachte sie.' Plötzlich ließ sich die Klingel der Entreeiür vernehmen nnd gleichzeitig trat Pluskin durch den Küchenaufgang ein. Juzia. die noch vorher Kazjos Briefe und Broschüren verbrannt hatte, öffnete die Tür. Vor ihr stand Markowski. „Ist der junge Herr zu Hause?" fragte er. „Der junge Herr?... Der ist verreist." „Wohin?" „Nach Warschau... mit dem Fünfuhrzuge/ Markowski ging eilig in den Salon, während Semipudow und Pluskin das Vorzimmer und den Küchenausgang bewachten. Im Salon nahm Markowski Juzia die Lampe aus der Hand und hielt sie ihr vors Gesicht. „Du lilgst!" sagte er kurz,„er ist nicht abgereist, er muß hier sein!" Juzia lächelte höhnisch: „So suchen Sie!" In seinem Haß gegen Tagejew empfand er eine gewisse Schadenftcudc, daß Kazjo geflohen war und dadurch Tagejews Pläne irgendwie durchkreuzte. Aber er war Beamter und mußte seine Ehre selbst in den Augen der Geliebten retten. Er stellte die Lampe auf den Tisch, öffnete die Türen und suchte in den finstern Zimmern. Juzia beobachtete ihn mit Genugtuung. (Forts, folgt., Verein der in Sehriltgiefiereien besebäftJrheiteruJrheiteriRnenSerlitis Sonntag, den 25. März, nachmittag« 2 Uhr, im Velle-Alltanee-Aafino. LeUe-Silliance-Gtratze 87: lienersl' Versammlung. 2S0/11 Tagesordnung: i. Ltellnngaahwe zum Ablauf de» Tarifi. 2. BeeschiedeneS. Der Vorstand. m\ w „Unsere Marine' � ag3p?ie ftinachh'esaltch KriegaoufechtaQ Trotz äfeuererhöfiung be/ialten unsere Zigaretten ihre alten anerhannfen Qualitäten. Georg A. Jasmadzl Akliengeseilschafi KLEINE ANZEIGEN Verkäufe Trvvich�Tdomas. üranumitr. 41 sdottdillig iarbieblerbaste Tepvich«, Karvmcn. BorwirtSleiern S Proz«nt SzirarabaL._ öl* AeSdörfee, SCtflU,.----- i für©atunfreunbe.__ i ,ür hie Pflege und lach. Bewirtschaftung deS Haus. ien Zier». Äemüf� und Obst. tien«.(BeBunben 4 Rart. Buch....... ndlmig Vorwärts, Liftdenstraße S. I Kutsche. Teppiche. Pmtieren, Steppdecken. ©ardinen. Tiichdecken, Diwandecken billigst. Vorwärtsleser Extrarabati. Potidamerstrake lk». Wcher. Bölsche. Die libstamn'.ung de« Menschen. Der Mensch der Lorzeit, Der Mensch der Psahlbauzeit.— »ilser, Menschwerdung. Jeder Band reich illustriert statt R. l.— sür Tb vs. Buchhandlung Borwirt«. 8W 68, Lindenstraste 3, Laden._ FrShsahrssaeke. Mantel. Kostüm. Klopftockstratze 23, DorderbanS IV, � 20646 Borteilhaft kaust manimileibbaus Roientbaier Tor. Linienstratze 208/4, Ecke Roientbaierstrgde. Anzüge, Bale» tot«. Ulster, neneMahgarderoben. 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Die vom Feinde ausgeführten Zerstörungen haben meistens keinen militärr- scheu Zweck. Englischer Heeresbericht vom 20. Vkärz. Trotz des weniger günstigen Wellers machten wir heute wieder erhebliche Fonfchrille. und vierzehn weirere Dörfer wurden vom Feinde ge- säubert. Unsere Truppen haben jetzt im allgemeinen die Linie Eanizy— Estrses-en-Cbaussve— N u r l u— V e l u— St. Leger überschritten. Ein feindlicher GegenangriffSviriuch südlich von ArraS wurde durch Maschinengewehrieuer abge- schlagen. Wilsons U-Soot-Krieg-Rüftungen. Washinzwn, 20. März.(Meldung de» Reutcrschan Bureaus.) 5aS Marine-Departement hat auf den Marinewerften den Bau von 2Wi kleinen Unterseeboot-Jägern destellt. Zweihundert weitere sollen bei privaten Wcrfien in Auftrag gegeben werden. Die Kohlensteuer im hauptaussthuß öes Reichstags. Am Mittwoch trat der Ausschuß von neuem in die Beratung der Kohlensteuer ein. In voriger Wochs war die Beratung auf Antrag deS Zentrums abgebrochen worden, damit die Reichslsitung weitere Grundlagen für die Beurteilung der Verdienste im Kohlen- handiel lieferte. In der Einzelberatung wurde zunächst die Ber- pf'ichtung zur Entrichtung der Steuer für verschiedene Arten industrieller Betriebe geregelt. Eine längere Aussprache entspann sich über die SteuerSefreimrg der HauSbrandkohle für die gesamte Bevölkerung. Dazu hatte die Volkspartei beau> tragt: Die Gemeinden und Gemeindeverbände sind berechtigt und verpflichtet. Einrichtungen zu treffen, die der minderbemittelten Bevölkerung den Bezug von Kohle für HauSbrandzwccke zum ort»- üblich festgesetzten Preis abzüglich der Kshlensteuer ermöglichen. TaS Reich hat den Gemeinden und Gemeindeverbänden in diesen Fällen die ausbezahlte Kohlensteuer im voraus zu vergüten. Die näheren Anordnungen erläßt der Bundesrat.— Dazu hatten die Sozialdemokraten beantragt, daß statt der„minderbennt- telten Bevölkerung" die genauere Bestimmung gesetzt werde: Die steuerfreie Hausbrandkohle soll durch die Gemeinden geliefert wer- den den Verbraucherfamilien in Gemeinden der Ortsklasse.V bei einem steuerbaren Jahreseintommen bi» zu 4000 M., der Ortskiasse ö bei einem solchen bis zu WW) M.. der Ortsklasse C bei einem Jahreseinkommen bis zu AM M., den Ortsklassen 1) und E bei einem solchen bis zu 2500 M. Abg. Erzberger(Z.) empfahl einen anderen Weg und beantragte: Die Kohlensteuer ermäßigt sich von 20 aus 16 v. H. für Kohlen, welche die Werke auf Verlangen an Gemeinden und Ge- mcindeverbände nach näheren Bestimmungen des Bundesrats zu ersten Verlaufspreisen zu liefern verpflichtet sind.— Allgemein wurde schließlich anerkannt, daß der letzte Weg besser fei als der. welchen der freisinnige Antrag einschlägt. Jedoch machten die Sozialdemokrat en aufmerksam, daß nach diesem Antrage a'les den Gemeinden überlassen sei. E» sei zu be- iürchten, daß manche Gemeinden gar nicht von dieser Be- stimmung Gebrauch machen werden, oder doch in einem solchen Sinne, daß dke Housbrandkohle doch nicht billiger kommt als ohne diese Bestimmung. Schließlich würde gegen die sozialdemokratischen Stimmen im Antrag Erzberger die Ausnahmebestimmung nur auf die HaUSbrandkohle beschränkt-, dann aber der Antrag anoe- r.ommen mit dem Vorbehalt, daß bis zur zweiten Lesung eine Ergänzung des Antrags Erzberger im Sinne des freisinnigen An- trags durchgeführt werde. Die Beratung mußte abgebröckelt werden, da bereits das Plenum begonnen hatte. Um die Kohlensteuer möglichst bald zu erledigen, wurde beschlossen, daß der Ausschuß am Donnerstag bereits um 9 Ubr zusammentritt in der Erwartung, die Beratung bis KI llhr zu beenden. Dann soll die Beratung der Schutzhaft in Angriff genommen werden. politische Ueberflcht. Reichstag. Neichsamt des Innern. f�ochdein om zweiten Tage der Generaldebatte über das NeichSamt des Innern alle Parteien des Haufes zu Wort ge- kommen waren, nahm der Staatssekretär Dr. H e l f f e r i ch daS Wort, um zum erstenmal bei einer ordentlichen Mots- beratung sein neues Amt vor dem Reichstage zu vertreten. Er ging in ausführlicher Weile auf die vielen Anregungen aus dem Hause ein und versuchte dabei, zwischen links und rechts vorsichtig hindurchzusteuern. Nicht in ollen Fällen ist es ihm gelungen. Von konservativer Seite wurden ihm einige Liebenswürdigkeiten über die K-ricgsgescllschaftcn gesagt, die der Staatssekretär mit Recht im großen und ganzen verteidigt hatte. Von sozialdemokrati'cher Seite antwortet« ihm Ge- nasse Molkenbuhr. einer der Mitschöpfer der deutsche» Sozialpolitik und zugleich einer ihrer besten Kenner. Keiner war besser berufen als unier alter Molkenbuhr, dem Staats- sekrelär den verbrauchten Ladenhüter aus der Hand zu schla- gen, die Sozialpolitik habe zum Teil gegen den Widerstand unserer Partei durchgesetzt werden müssen. Wo immer es stch um die Forderung der sozialpolitischen Gesetzgebung gehandelt hat. ist die deutsche Sozialdemokratie an der Spitze gewesen. Wenn daher nach der Meinung des Staatssekretärs der so- zialpolitik ein Hauptverdienst an der Unzerreißbarkeit unserer inneren Front in dem gegenwärtigen Kriegs zuzuschreiben ist. so kommt dieses Verdienst zu einem erheblichen Teile der deutschen Arbeiterbewegung zu. Auch die von unS gewünschte weitere Teilung des ReichSamts des Innern, die am Tage zuvor Genosse Hoch empfohlen hatte, während ste Herr Hölffe- rtch bekämpfte, liegt in der gleichen Richtung. Es wird sich ipater zeigen, daß die sozialdemokratische Forderung eines besonderen Reichsamts für Sozialpolitik ein wichtiger Dienst für Volk und Land ist. Von den verschiedenen Parteien kamen am Mittwoch hauptsächlich Handwerksmeister zu Wort, so F r e r k e r vom Zentrum. B a r t s ch a t von der Volkspartei. B r ü h n e von der Sozialdemokratie. Die Stellung der Sozialdemokrati- schen Arbeitsgemeinschast zum Reichsamt des Innern vertraten die Abgeordneten Büchner und Horn. Die Generaldebatte ist am Mittwoch zu Ende geführt worden. Am Donnerstag beginnt die Einzelberatung, und zwar wird sie mit einer Debatte über eine vom Hauprausschuß in einer Resoluti«n geforderten Reichsschulkonferenz eistsetzen. Abgeordnetenhaus. In seiner Mittwochsitzung nahm das WgevvdnekenhauS nach kurzer Besprechung zunächst einen konservativen Antrag auf vermehrte Bereitstellung von Futtermitteln an. Nach längerer Debatte wurde ein weiterer konservativer Antrag angenommen, wonach bei den Landwirten»ur so viel von der Ernte beschlagnahmt werden soll, als zur össentlichen BeWirt- schaftung nötig ist. damit die Landwirte ihren Bedarf gleich zurückhalten können. Die agrarische Richtung der Sitzung blieb noch weiter erhalten, indem wiederum ein konservativer Antrag auf B e g ü n st i g u n g der H a u s s ch I a ch t u n- gen folgte, der nebenbei Förderung der Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelzucht verlangte. Ter Ausschuß hatte ober doch die Einsicht, den Absatz über die Hauöschlachtungen zu streichen. Der Aintrag wurde natürlich angenommen. Man beschäftigte sich dann mit der Notloge tn den N o r d° und Ostseebädern, deren Fremdcnbetrieb infolge des Krieges eingestellt ist und die dadurch um ihren Haupterwerb gekommen sind. In der Debatte trat Genosse H a e n i s ch für einen von der Regierung bekämpften freikoniervativcn Antrag ein, der außer den Notstairdsdarlehen auch Staats- beihilten bewilligen wollte. Unser Redner wies mit Recht darauf hin, daß nach diesem Kriege es notwendig sein� werde. Seeluftkuren nicht nur Besitzenden zu ermöglichen, sondern insbesondere denjenigen, die in der Ernährung auf die knappen Rationen angewiesen sind. Der Antrag wurde dann auch mit knapper Mehrheit angenommen. Darauf begann man mit der Besprechung der Petition der Gemeinde Adlershof um Schaffung eines Ausgleichs zwischen den Gemeindeloston in Groß- Ber» l i n. die mit besonderer Wucht die östlichen Vororte bedrücken. Die Beratung wurde schließlich abgebrochen. Außer dem Lastenousgleich wird sich das HauS am Donnerstag mit der Z. E. G., dem Eisenbahnanleihegesetz, den Kriegsbeihilfen und Teuerungszulagen beschäftigen. Uebernahme der Wasserstraße» auf das Reich. Die Nationolliberalen stellen zum Etat des Innern den Antrag, den Reichskanzler zu ersuchen, die lieber nabme der Wasserstraßen auf das Reich und die Schaffung eines Reichs- amts für Wasserstraßen in die Wege zu leiten. Bethu»ann und die Wahlreform. Wir besprochen schon vor einigen Tagen dos Verwir- runasmanöoer der„Kölnischen Volkszeitung", die Herrn von Bethmann Hollweg als Verhinderer und Herrn von Tirpitz als Förderer der preußischen Wahlrechtsreform hinzustellen iuchte. Jetzt ergreift hierzu auch die offiziöse„Nordd. Allg. Ztg." das Wort. Sie schreibt: „Die.Kölnische Voitszeitung" hatte über die Stellung des Ministerpräsidenteii zur preußischen Wahlreform Angaben ge- macht, die in der Presse mit Recht ungläubig aufgenommen wor- den sind.- Das Blatt wollte wissen, daß Herr v. Bethmann Holl- weg seinerzeit die Ankündigung der Wahlrechtsänderung aufs äußerste und bis zum letzten Augenblick bekämpft habe, während sich eine Reihe artderer Persönlichkeiten für die Zusage eingesetzt hätten. Die„Deutsche Tageszeitung" bezeichnet es dem gegen- über als mißlich, über Vorgänge, die sich in streng vertraulichen Beratungen des preußischen StaatSministeriumS abgespielt haben, öffentlich bestimmte Behauptungen aufzustellen, und erinnert an den Ausspruch Bismarcks, daß bei keinen anderen Gelegenheiten so viel gelogen werde wie nach der Jagd, bor den Wahlen und im Kriege." Die„Kölnische Volkszeitung" ist ja nun damit offiziös dementiert. Wrrk'amer wäre dies Dementi freilich, wenn gleichzeitig die Einbringung der Wahlrechts- vorlag-« angekündigt würde. Ein Wink. Die„Kreuz-Zeitung" tritt als Schützerin der„preußischen Ueberlieferung" auf. Als solche verteidigt sie zunächst die Beschlüsse des Herrenhauses, die nach ihrer Ansicht einen„berechtigten Kern" enthalten und sich weit weniger gegen die Beschlüsse de? Abgeordnetenhauses, als gegen die„Nachgiebigkeit der Staats» regierung" wenden. Das konservative Blatt wirft dem Reichs- kanzle r vor, er habe sich in feiner letzten Rede im Abgeordneten- hause„in der dankbaren Rolle des Volkstribunen gefallen", während es doch die Pflicht eines veranwortlichen Staatsmannes gewesen wäre,„die Wirkung seiner Worte auf die Massen zu berechnen und Zusicherungen zu vermeiden, über deren Verwirklichung er keinen weiteren Aufschluß zu geben vermag, als jeder Staatsbürge r". Die„Kreuz-Zet- tung" gibt dann ihre Ansicht zur jetzigen Situation kund, indem jie die bekannte Eingabe des konservativen Kriegsministers v. R o o n abdruckt, die Roon während des Verfassungskonflikt» im April IZOl an König Wilhelm I. richtete. In dieser Eingabe heißt es: „Man hat Euer Majestät einzuschüchtern versucht durch das laute Geschrei des TageS. Allen unglücklichen Königen, von denen die Geschichte meldet, ist es ebenso ergangen. Rur weil sie an das Gespenst glaubten, schreckte es. ruinierte eS sie. Ich beschwöre Euer Majestät, glauben Sie nicht daran. Sprechen Sie ein Wort, und das Phantom verschwindet. Dieses Wort heißt„Btinisterw-chsel", nicht„Systemwechsel". Nicht Ihr System, sondern nur die Personen Ihrer in Parteisesseln liegenden Mi- nister niogcji Sie wechseln. Sie haben sich geirrt, nicht in den Zielen, die Sie wollten, sondern in den Werkzeugen, mit denen Sie jenen Zielen zustrebten.... Euer Majestät äußerten heute, daß. wen» Sie den Minister, der zurückzutreten begehrt, entließen, andere folgen würden. Ich gebe dies zu; aber ich bebe nicht davor zurück: im Gegenteil, ich würde Gstt auf Knien da- für danken, wenn Euer Majestät dadurch der Fesseln ledig würden, die Ihr edelstes Selbst jetzt gefangen halten." Wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, daß hauptsächlich dieses Absätze» wegen die„Kreuz-Zeitung" die Eingab- abge- druckt hat._ Aufhebung deS JesuiteugesetzeS. Der„Bayerische Kurier" brockt« kürzlich die Mitteilung, daß das Jesuitengesetz aufgehoben werden solle. Wie die»Tägl. Rund- schau" ersähit, entspricht die Mitteilung den Tatsachen. Schoo in allernächster Zeit werde sich der Bundesrat mit einem Antrag«. da» Jesuitengesetz auszuheben, beschäsiigem Da die vreußi- ichen Stimmen für diesen Antrag abgegeben werden, sei an dessen Annahme kaum zu zweifeln. Als seinerzeit der tz 3 des Jesuitengesetzes aufgehoben winde, waren im Bundesrat 29 Stimmen dafür. 6 Bundesfioaien enthielten sich der Abstimmung, die übrigen waren gegen die Aufbebung des Gesetzes. Tie Sozialdemokratie hat stets sür die Aufhebung des Jesuiten- gesetze? gestimmt, weil sie die Freiheit deS Meinungskampfes, die sie für sich selber fordert, auch ihren Gegnern zug-siebt. Aber die Re- gierung darf sich nicht einbilden, mit der Aufhebung des Jesuiten- gesetzeS das getroffen zu haben, was das Volk in erster und drin- gendster Hinsicht als Resulwt einer»Neuorientierung" erwartet. Immunität«ur für Malzfchieb«? Der bayerische Landtag hat dem liberalen SandtagZ- abgeordneten Meußdörfer, einem der am meisten kom- promittierten bayerischen Malzschieber, den Schutz der Abgeordnetcnimmunität bewilligt, indem er durch GeschäftSordnungsbcschluß die vom Staatsanwalt erbetene Ge- nehmigung zur Strafverfolgung der bisherigen Gepflogenheit gemäß nicht erteilt bat. Wir tadeln diesen Beschluß nicht, da uns daS Recht der Abgeordm ienimmunität höher steht, alS selbst daS Interesse an der Strasderfolgung eines Allgemeinschädlings. Aber in welchem Lichte steht jetzt die bürgerliche Reichstags- Mehrheit da. die seinerzeit Liebknecht den Schutz der Immunität verweigerte, obgleich die bayerischen Malzschiebungen doch sicher ein schädlicheres und schwereres Vergehen gegen die Landesver- teidigung waren, als Liebknechts Rufe am Potsdamer Platz, und obwohl Liebknecht aus idealen Motiven gehandelt hat, was man von dem Malzschieber Meußdörser doch nicht wird behaupten wollen! Letzte Nachrichten. Wilson beruft öen Kongreß zu außerordentlicher Sitzung. Washi«gto»,21. März. sRrutcrmkldung.)_ Wilson hat eine außerordentliche Session deS Kongresses für den zweiten April einberufen. Frontvcrlegung im Westen. Berlin, 21. März.(W. T. B.) In Regen und Schnee- treiben versuchten die Engländer und Franzosen dm Dsut- ichen über das geräumte und zerstörte Gebiet zu folgen. Das Tempo ihres Vormarsches wird durch die deutschen Kavallerie- und Infanteric-sicherungen bestimmt. Bei den Versuchet». die deutsche Postenkette zu zerreißen, erlitten die Engländer in dem ihnen unbekannten Gelände schwere Verluste. Bei einem Dorfe südlich von Arras logen aus engstem Räume 59 tote Engländer. An einer zweiten � Stell« lagen 200 tote Engländer dicht beieinander. 2 Bataillone, die in einem riesigen gesprengten Straßentrichtcr sich sestzusetzen versuchten, wurden von der deutschen Artillerie unter schweres Vernichtungsfeuer genommen. Unter dem einschlagenden Granathagel blieb ein großer Teil tot am Platze. Der Rest .ging eilig zurück. Auch sonst sügten die deutschen Batterien, die genau eingeschossen sind, und aus gut vorbereiteten Be- obachtungKstellen das geräumte Gelände weithin überschauen. den nachrückenden Alliierten schweren Schaden zu. Aus» fahrende Batterien der Alliierten litten in gleicher Weise wie Truppenansommlungen auf den Straßen und schanzende In- santcrie unter dem schweren deutschen Feuer. Die Franzosen hatten am 20. versucht, mit stärkeren Kavallerieabteilungen R o u p y nordöstlich H a in zu besetzen. mußten es am Nachmittag wieder räumen. Ein Angriff, den sie mit 2 Bataillonen aus der Gegend von Leury-Cla- nrecy nordöstlich Soissons versuchten, scheiterten unter schlve- ren Verlusten. Aus den Höhen westlich der Maas, wo allen französischen Abltzugnungsversuchen zum Trotz die genomme- nen Gräben sämtlich in deutschem Besitz verblieben, �ist die Beute aui S Offiziere. 346 Mann, 36 Maschinen- und Schnell� ladegewchre und 3 Minenwerser gestiösen. Französische Zensur gegen deutsche U-Boote. Sern, 21. März. Der gesamten französischen Presse ist die Ber- össentlichung der amtlichen deutschen Meldung über das Ergeh- niS des deutschen U-Boot-Krieges im Februar von der Zensur nicht zugelassen worden. Die Botschafter bei Miljukow. Lugano, 21. März.„Corriere della Sera" meldet aus Petersburg vom 18. März: Heute empfing Miljukow den eng- tischen, französischen und italienischen Botschafter und erklärte ihnen, die R e g i e r u n g betrachte sich als provisorische, jedoch als durch das Zarenmanisest rechtsgültig begründete. Sie verfolge als Hauptzweck, den Krieg im Verein mit den Verbündeten fortzuführen. Die innere Lage er- scheine hoffnungsvoll. Zwar beständen extreme revo- lutionäre Gruppen mit extremen Revolutionszielen, doch könnten sie hoffentlich ohne schwere Erschütterung gezähmt werden. Die Verbündeten Botschafter hätten am 16. März den Verkehr mit der neuen Regierung ausgenommen. Ein Ausruf der russische« Sozialisten. Stockhol«, 21. März. Mit Umsetzung der»och i»mer streng getzandyabten Zensur gelangte heute über die finnische Grenz« da» Original des angeblich am vorigen Sonntag erlassenen Aus- rufe« des Aentralauzschuffe« der russischen Arbeiterpartei iy Peters- bürg. Dieser Ausruf richtet an daS Proletariat aller kriegführenden Länder die Aufforderung, sofort die Wak- sen niederzulege« und den nur im Dienste kapitalistischer Interessen geführten Krieg einzustelle». Für Ruhland fordert die russische so- zialistische Partei Enteignung allen privaten Eigen- tum», sowie des im Eigentum der Krone befindlichen Grundbesitzes und dessen Berteilung an die Bauern. Ter ArbeiterauSfchuh, der den größten Teil de» Heere» auf seiner Seite habe, werde, fall» die reaktionäre» und bürgerlichen Mächte dem siegreich begonnenen Werk der Bölkerbesteiung entgegenzutreten wagten, seinen Forderungen Rachdruck zu geben wissen. Finanz minister Barls Freilassüng. Bern, 21. März. Die Freilassung de» ehemalige« russische» Flnanzministers Bart erfolgte aufAnordnungdesjetzige» Finanzmi»ister», der sich mit Bark über wichtige Finanz- fragen besprechen, aber nicht mit ihm al» Gefangenen verhandeln wallte. Tie Pariser Regirrungskreise hegen übrigens. wie sich aus„Petit Parrsien" und„Petit Journal" ergibt, schwere Sorgen wegen der russischen Finanzprobleme. weil der verhaftete Bark die persönliche Verantwortung sür die glatte Durchführung gewisser, bisher der Oessentlichkeit vore.nt- haltener Operationen übernommen hatte. Neuorgonisicrung der Petersburger Garnison. Lugano, 21. März. b.Frlf. Ztg.".)„Corriere bell« Sera" berichtet aus Petersburg: Die russische Diplomatie steht oor eine» teilweise» Personenwechsel. Die Truppen, von denen viele au» der Provinz eingetroffen sind,«erden aus die neue Regierung vereidigt und zugwrise vor dem Dumapalais vordeigeführt. Der neue Krieg»- minister Gutschkow wird die Petersburger Garniso». die bisher zerstreut untergebracht war, in Kasernen zusam- menziehen und neu organisieren. Tie Geheimpolizei wurde aufgelöst. Die Verhaftungen danern au, Gewerksthastlickes. Hausangestellte aufs Lanü! ich on die Dienslboten in den Slädlen. be'onder« an die, die bom Lande sind, eraebl jetzt der Ruf der Kriegsämter.- Hinaus auf das Land! Keinem Zwange, sondern ibrer srelwilligen Entslbliesiung soll jede ftrau. jedes Mädifien hierbei folgen. Viele werden dieser Aufforderung schon in Aussicht auf die bessere Belöstigung aus dem Lande pesoigt sein. Den Hausangestellten ist jedoch zu empfehlen, nicht unbedacht dieien Angeboren zu folgen. Die auf Grund des HilfsdienstacsetzeS der Landwirtschaft über- wiesenen Arbeiter unterstehen nach§ 16 des Hilf-dienstgssetzeS nicht den Gesindeordnungen und nach ß 14 ist den Arbeitern und Arbeile-- rinnen auch das Koalitionsrechr zugesichert. Mit dem.Gesinde" aber«st das anders. Die Hausangestellten in der Stadt sowohl wie auf deni Lande unterstehe» immer noch den-Gesiiidcordnungen. In den Siädten wird mit den Hausangestellten heute gewöhnlich eine öierwöchenrliche Kündigung vereinbart. Auf dem Lande ober sind langfristige Verträge üblich, meist für ein halbes oder ganzes Fahr. Bei den Vermietungen muh deshalb Obacht gegeben werden, dast 'das Dienstverhältnis nicht auf zu lange Zeit abgeschlossen wird. Der Bertragschllesjende ist nachdem an den Vertrag gebunden, und er lernt, wenn er Wege» der etwa sich herausstellenden unleidlichen Ar-- ßeitsverhältnisie die Dienststelle wechseln möchte, die für ihn sehr unangenehmen Bestimmungen der Gesindeordmmg kennen. Deshalb ist zu empfehlen, vor Abschluß des Vertrages über alle Bedingungen die nötigen Erkundigungen einzuziehen. Denn nicht nur die in Aussicht'siebende besier'e Kost kommt in Frage, sondern auch die Lobnverbältnisse, die Schlafräume und vieles mehr. Beschwerde-- stellen, wie sie die der Landwirtschaft überwiesenen Industriearbeiter haben, die unter dem Hilfsdienstgesetz stehen, gibt eZ für die im landwirtschaftlichen Haushalte Angestellten nicht. Deshalb ergebt an die Hausangestellten, die Stellung aus dem Lande nehmen wollen, der Ruf: Wendet Euch an den Verband, der Euch in ollen diesen Angelegenheiten bereitwilligst Rat und Aus- kum't erteilt, gletchviel. ob Ihr die Stellung schon angetreten habt oder erst antreten wollt. Jede Hansangestelltc kann sich vertrauensvoll an den Zentralverbnnd der Haiisangeficlltcn, Berlin 80. 16, Engclufer 21 III, wenden. Daselbst ist auch die llllitgliedsaufnahme anzumelden.___ verlin und Umgegend. Zu« Tarrfabschluß im I. K.-Berlag schreibt uns der Verband der Bureauangestelllen: Nach dem im.Vorwärts" in Nr. 75 vom 17. März enthaltenen Bericht führt im Jahresbericht des Handlung-- gehilfenverbande- der Borsitzende Eichner aus,.dasi er es eigen- artig finde, daß der I. K.-Verlag mit dem Bureauangestellten- verband einen Tarifvertrag abgeschlossen habe. während ent- sprechende Verhandlungen seitens de- Verbandes der HandlungS- gehilfen mit dem Genossen Baumeister eingeleitet waren". Diese Aus- fiihrungen stellen die Tatsachen aus den Kops. In Wahrheit hat sich die Sache so abgespielt, daß der HaudlungSgehilfenverband mit dem Antrag auf Abschluß eines Tarifvertrages mit ihm an den I. K.- Verlag erst herantrat, als die Verhandlungen zwischen uns und dem I. K.-'Verlag bereits im Gange waren. Es war jedoch ganz selbst- verständlich, daß der I. K.-Verlag nur mit uns und nicht mit dem Zentralverband der Handlungsgehilfen einen Tarifvertrag abschließen konnte, da die in Frage kommenden Angestellten ausnahmslos unserm Verbände angehörten, während der Handlungsgehilfen- verband nicht ein einziges Mitglied im Betriebe hatte. Mit bestem Gruß Verband der Burcauangestellten Teutschlands. Ortsgruppe Groß-Berlin. Krüger. Ms See Partei. Blüten des Opposttionskampses. Wie wir auS unserem Kö- nigsbergsr Parisiblatt ersehen, hat sich durch die Gründung der Arbeitsgemeinschaft eine andere Zusammensetzung der„aewcrk- schaftlich sozialdemokratischen Fürsorgekommission" notwendig ge- macht. Nach einer Mitteilung der Parteileitung können aber leider eine Anzahl Anträge von Kriegerfrauen um Unterstützung nicht erledigt werden, weil der Parteisekretär der Arbeitsgemeinschaft» Linde, sich weigert, die Unterstützungsanträge herauszugeben. Uns kann dieser oppositionelle Fanatismus, der die Krieger- frauen für die Parteispaltung leiden läßt, kaum noch wundern. Erinnern wir uns, daß es die erste Tat der Bremer Oppositio- nellen war. als sie dre Mehrheit im dortigen Konsumverein er- oberten, den Frauen und Kindern der im Felde stehenden Arbeits: und Angestellten deS Konsumvereins die bis dahin ge- ioährte Unterstützung z u entziehen. Wut tobt sich bekanntlich mit Vorliebe an Wehrlosen aus. In Leipzig haben sich die aus dem Boden der Partei stehenden Genossen auf einer Versammlung, die am Sonntag tagte, orgam- satorisch zusammengeschlossen. Vorsitzender der Organisation wurde Genosse Kar! Buhl, Kassierer Genosse Otto M y l a u. Ferner beschloß die Versammlung die Herausgabe eines eigenen Mit- teilungsblatte-. Mus Industrie und Handel. Das glückliche Amerika. Der StaSltrust weist für das Jahr 1316 einen Reingewinn von 294 Mill. Dollar(nach heuligem Kurs 1617 Mill. Mark) gegen 98 Mill. Dollar im Vorfahre, 46.8 Mill. Dollar im Jahre 1914 und 103 Mill. Dollar im Jahre 1913 auS. Um von diesem riefigen Ge- Winne eine Vorstellung zu geben, sei darauf verwiesen, daß der Reingewinn deS StahltrusteS in einem Jahre dreimal so groß ist, als Kapital und Reserven der Deutschen Bank._ Der englische Außenhandel im Zeichen des U-Boot Krieges. Im Vergleich mit dem Januar stellte sich der Außenhandel Englands im Februar in Millionen Pfund wie folgt: Einfuhr Ausfuhr Wiederausfuhr Februar 1917.. 70.90 37,29 8,99 Januar 1917.. 90,56 40,68 8,61 Bei der Verminderung ist zu berücksichtigen, daß der Februar drei Tage weniger als der Januar hat. Die Zahlen sind aber auch aus einem anderen Grunde ganz unvergleichbar. Es ist lediglich der Wert, nicht die Menge de- Handels angegeben. Bei sehr stark steigenden Preisen kann der Wert deS Außenhandels ebenfalls steigen, obwohl er sich der Menge nach verringert hat. Die Statistik gibt also keinen zuverlä'stgcn Anhaltspunkt für die Beurteilung der Frage, ob sich die englische Einfuhr der Menge nach mehr als nach dem Preise verringert hat._ Soziales. Die Zndaltdenversichcrung des Krregskrankenpflcge- Personals. Zu de» Beglaiterschcnuingen des Krieges gshöri auch eine starke Vermohwrng deö Krankenpflegepersonals. Namentlich die Zahl der Schwestern hat sich vergrößert. I« ihre Reihen sind viele Personen eingetreten,■>:« vor dem Kriege nicht erwerbstätig ge- Wesen sind, und die auch wahrscheinlich nach dem Kriege keine ver- ficherungspflichtigc Beschäftigung ausüben werden. Es war, soweit sie gegen Entgelt beschäftigt werden, deshalb schon seit langem strittig, ob diese Personen der Jnvalidenverstcherungspflicht unter- stehen. Da- Reichsversicherungsamt hat in einer Entscheidung die Verficherungspflicht bejaht, wobei allerdings Schwestern in Betracht kamen, die vor dem Kriege als berufsmäßige Krankenschwestern in versicherungspflichtiger Beschäftigung gestanden haben. ES stellte sich aus den Standpunkt, daß die Beweggründe, die zur Annahme einer Beschäftigung gegen Entgelt führten, nebensächlich seien. In Betracht komme', ob die Beschäftigung gegen Entgelt erfolge oder ob die gewährten Bezüge das Matz des freien Unterhalts im Sinne des§ 1227. R.B.O. nicht übersteigen. Nachdem durch die Verordnung über die Versicherung der im Hilfsdienst Beschäftigten dieser Grundsatz durchbrochen worden ist, machte sich eine nochmalige Nachprüfung auch dieser Frage not- wendig. In der erwähnten Verordnung wird e» den im Hilfsdienst Beschäftigten, die vor dem Eintritt m diese Beschäftigung eine die Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung begründende Tätig- keit nicht ausgeübt haben, freigestellt, ob sie nach den Vorschriften der Invaliden- und Hinterbliebenenversicherung versichert sein wollen. Nur wer binnen zwei Monaten nach der'Verkündung der Verordnung oder des Beschäftigungsverhältnisses von dem Arbeit- geber die Leistung von Beiträgen verlangt, ist der Versicherung unterstellt. Eine entsprechende Borschrift über die Versicherung bei der freiwilligen Kriegskrankenpflege ist unter dem 18. März vom Bundesrat erlassen worden. Auch darin heißt eS: Wer eine die Invaliden- und Hinterblirbenenverficherung begründende Beschäftigung vor seinem durch den gegenwärtigen Krieg veranloüicil Eintritt in da- Personal der freiwilligen Kriegskränkenpflege nicht ausgeübt hat und auch nach der Beendigung der Kriegskranken- pflege voraussichtlich nicht ausüben wird, unterliegt wegen einer in der freiwilligen KricgSkrankenpflege übernommenen, an sich verstche- rungspflichtigen Beschäftigung der VersicherunaSpflicht nur dann» wenn er binnen zwei Monaten nach der Verkün- dung dieser Verordnung von dem Arbeitgeber oder früher en Arbeitgeber die Leistung von Bei- trägen verlangt. Es ist also auch hier lediglich in da- Belieben des betreffenden Personals gestellt, ob es sich versichern will oder'.acht. Die Bekanntmachung best'.mntt noch weiter, daß. wenn ohne eine solche Erklärung für die Dauer der cur sich verstcherungs- Vflichttgen Beschäfttgunz Beiträge entrichtet sind, die Leistungen der Invaliden- und Hinterbliebeneiwerstcherung nicht deshalb abgelehnt werden können, weil die Beiträge zu Unrecht Entrichtet teien. Diejenigen, die bisher Beiträge entrichte!'haben, können sie sich auf Grund der neuen Verordnung zurückerstatten lassen. Ter Antrag muß innerhalb sechs Monaten gestellt sein. In den Fällen, wo im Rentenfeitstellungsverfahren die Verstche ruugs- pslicht rechtSkräfttg festgestellt worden ist, kann diese Entscheidung aus Autrag des Berechtigten aufgehoben und eine neue Entschei- dung verlangt werden. Der Antrag ist bei der Stelle anzubringen. welche die aufzubebende Entscheidung getroffen bat. Die Frist beträgt gleichfalls sechs Monate. Ivettcrausiichten für das mittlere Norddcuttctsiaae v!S Freitag mittag. Etwas gelinder, überwiegend bewölkt, im weltlichen Bmneolgnde geringe, im Osten und längs der Küste stärkere Niederschläge, hauptsächlich Schneesällc. Verantwortlich jllr Politik: Äermauu Müller. Tempcihol; für den übrigen Teil d. Plattes; Alfred Scholz. Neukölln; jür Jnierate: It). Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. Verlagsanstalt Paul Singer k Co Verlin SW. Hierzu 1 Beilage and Ilnterdaltnugsbla« t. A. WERTHEIM Kinder-Kleidung Mä dßh&n-!€ Bei dung 3115 reinwollenem Musseline, blau- IXlllUcI KlciU weiß gepunkt, mit weißem Ripskragen und roter Krawatte, Länge 55 cm......... Jede weitere Ciröße 50 Pf. mehr. sus blau- weiß gestreiftem Voile, ■�inUclKlciCI mit weißer Batist- ünlerzichbluse. Länge 60 cm...................'....... Jede weitere Qröüe 1 M. mehr I�rir>/-lorl-löirl aus blau- weiß gepunktem Voile. ixil iQlcI JVlfcJlU mit weißem Glasbatist-Kragen und roter Schleife. Länge 60 cm............. Jede weitere Größe 1 M. mehr. Mädchenmantel SSSS'Ä Jede weitere Größe 1 M mehr. 1t J_1.______ 4._ 1 aus schwarz-weiß kariertem Madcnenmantel stoß mit schwarz Moire- Kragen...»..................... Größe 4 Jede weitere Größe 1 M. mehr. 10.75 16.50 18.50 10.00 18.50 Bdädßhen» Wäsche Mädchenhemden aon. 7 nn 45 cm bis 105 cm...................-e.ÄVbis/.üü Mädchen-Beinkleider fofes�i«> onu c-ic Stickerei, Länge 30 cm bis 65 cm......... A.Oubis J.1J Mädchen-NachthemdenReen.7«e«n»»* foreft, Länge 70 cm bis 130 cm........../»AJbiSlAti J Je nach Art und Größe Schürzen "ür 45 50 55 Kittel grau Leinen, mit Borte,,. 4.00 4.20 4.40 Gr 43__ 50 55 Kittel weißer Rips, mit Stickerei.... 3.50 3.75 4.00 Gr. 45 30 55 Spielhöschen 3.25 3.40 3.60 Schulschürzen schwarz Satin, farbig gepaspelt Größe 60 65 70_ 75 80 5.40 5.65 5.90 6.10 6.35 Kinderhüte Garnierte Hüte Basthut mit Band und Blume.... 3,75 Kunstseidenkappe mit Schriftband 5.75 Strohbordenhüte- verschieden garniert.. 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Er gibt zu den schwersten sozialen Bedenken Anlaß, vor allem in Hinblick auf die Möglichkeit der Verwahrlosung der Kinder.(Sehr wabr I bei der So, Arbg) Sehnlich will man setzt auch die Schulkinder zwingen, Landaibeil zu verrichten. Es hat sich ein Berein ge- gründet, um die Kmder massenhaft aufs Land »u verpflanzen. Aber das einzige Mittel gegen die Landflucht ist die Schaffung besserer Srbeitgverbaltnisse auf dem Lande.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.) DaS höchste Gut, das die Eltern ihren Kindern geben können, ist die Schulbildung, aber die Dorfschule kann sich mit der Stadtschule nicht messen. Man sagt, es handelt sich darum, den Kindern die Lebensmittel auf dem Lande zuzuführen. Nun, wenn man Lebensmittel auf dem Lande bat. dann nur her damit für die Arbeiter in den Städten.(Sehr gut! bei der Soz. Arbg.) Sehr zu begrüßen ist der Beschluß der Kommiision über die Er- höhung der KriegSwochenhilfe. DaS ist setzt im dritten KriegSjahre eine unabweisliche Forderung. Die Unkosten kür die Erhöhung des Stillgeldes werden nickt allzu groß sein, weil die Zahl der Geburten abnimmt und die Zahl der Totgeburten steigt. Den Antrag der Sozialdemokraten in dieser Frage unierstützen wir.— Der Abg. Stresemann sprach gestern über den Klasienkamvf und bezog sich aus den Aufsatz eines Gewerkschafts- führers Winnig in den„Sozialistischen Monatsheften". Aber Winnig schreibt nur für seine Perion, die Arbeiter denken darüber ganz ander«. Herrschte nicht Burgfrieden, so würden sie ganz anders Maßnahmen gegenüber dem betreffenden Winnig ergreifen. Noch bedeutend weiter geht Herr Leimpeters in der.Glocke". Auch auf den Leim gehen die Arbeiter nicht. Wenn Winnig wirklich von einem neuen politischen System der Sozialdemokratie ichreibt, so bedeutet das nichts anderes, als Aufgabe der Grundsätze der Sozialdemokratie und damit der Sozialdemokratie selbst. Davon rücken wir entschieden ab. So lange der Kapitalismus besteht, wird es auch einen Klasienkampf geben, demr Kapital und Arbeit sind unüberbrückbare Gegensätze. Auch nach dem Kriege wird cS Klassenkämpie geben, weil trotz der angeblichen Neuorientierung das System besteben bleibt, und auf das System kommt eS au. (Bravo! bei der Soz. Arbg) Staatssekretär Dr. Helffcrrch: Zur Frage der Teilung des Reichsamts des Innern scheinen mir doch die gegen die Teilung sprechenden Gründe die stärkeren zu sein. DaS Bedauern über das Anwachsen der Frauen- arbeit kann ich nicht ganz teilen, obwohl ich die Nachteile einer so intensiven Heranziehung der Frauen nicht verkenne. Aber wir sind im Krieg und Broi und Granaten sind die Hauptsache. Wir haben genügend Arbeitskräfte, wenn jeder Mann und jede Frau seine Schuldigkeit tun. Wir werden aber unterliegen, wenn wir versäumen, zu tun, was die Schicksalsstunde verlangt. Frei von 'Sentimalitäi gegen den Feind und gegen uns selbst. DaS mag hart klingen, aber nicht ich bin hart, sondern die Zeit ist hart. Draußen werden Taufende und Abertausende blühender Leben firr daS Vaterland geopfert. Auch unsere Feldherren haben ein fühlend-S Herz, aber sie schicken die Truppen in den Tod. wenn das Vaterland es verlangt. Der Sieg wird nicht ohne Opfer ge- Wonnen. Auch wir müssen sehenden Auges Opfer bringen. Die Stillegung von Betrieben schädigt eine große Zahl von Existenzen und vernichtet manche dauernd, die wertvolle Bestand- teile unserer wirtschaftlichen und sozialen Gemeinschaft sind. Des- halb geschieht alles und wird alles geschehen, was zur Milde- rung dieser Wirkungen irgendwie beitragen kann. Wir käiuien aber nicht auf Maßnahmen verzichten, die Kriegsuotwen- digkeiteu sind. Das gilt auch für die zahlreichen Wünsche des sozialdemokratischen Antrages. Sie scheinen mir die an sich zweifeltos berechtigte Rücksicht auf den Arbeiterschutz doch in weitgehendem Matze über die Kriegsnotwendigkeit zu stellen. (Zustimmung rechts.) Einschränkungen der Schutzbestimmungen sind nur vorgenommen worden, wo in einzelnem'Fall die Rot- wendigkeit voxlag; von der Befuams, generell? Ausnahmen zu Matten, hat der)Re!chskanzl?r. blsher{ e.i s&ti Bebrauch gemachte iHörtbkiortl rechts.) Mckn sagt, wir zehren vom Kapital der Volks- kraft. Ich gebe das zu, aber es ist besser, als datz wir daS ge- samt« Kapital verlirren. Der Wunsch, die Wochenhilse der Kriegerfrauen auch auf die Frauen der im Hilfsdienst tätigeu Männer auszu- dehnen, ist berechtigt, und wir werden eine Form finden, ihn zu erfüllen. Die erhöhte Familienhilfe auch über deu 1, Mai hinaus aufrechtzuerhalten, ist ein Wunsch, dem der Bundesrat wahrscheinlich entsprechen wird. Den Wünschen auf Erhöhung der Alters-, Hinterbliebenen, und II n f a l l r e n t c läßt sich in der vorliegenden Fornr nicht cnt- sprechen, aber die bereits zweimal bewilligten bunderttausend Mark für Wohlfahrtszwecke lasseu sich d�zu verwenden.— Ten Stellen, Die über die Bedürftigkeit der Kriegerfrauen zu entscheiden haben, haben wir es zur Pflicht gemacht, ohne Eng- herz i gleit zu verfahren. Aber wir dürfen nicht zulassen, daß zahlreiche Frauen und Jugendliche, die arbeiten können, es nicht tun. Es ist Klage geführt worden, daß ein Teil der Krieger- sräuen, die früher zur Arbeft gegangen sind, es heute nicht tun wollen. Jetzt, wo es auf jede einzelne Arbeitskraft ankommt, kann solch Verhalten nicht gebilligt werden. Weigert sich eine Kriegerfrau, die nach ihren häuslichen Verhältnissen abkömmlich ist, und nach ihren körperlichen Kräften zu arbeiten in der Lage ist, so wird die Behörde anzunehmen haben, daß sie auf die Unterstützung verzichte. Selbstverständlich darf das nu� nach ernsthafter Prüfung und nach Mitteilung an die Frauen geschehen. Ich glaube, dieser Erlaß ist vernüusttg und' ich halte ihn aufrecht. (Bravo I rechts) Die Berichte des ReichSgefundheitsanfts zeigen, datz der G e- sundheitszustand der Bevölkerung trotz der beschränk- ten Ernährung und der starken Anforderung an die Arbeitskraft ein guter ist. Durch planmäßige Konzentration der Arbeitskräfte ist es gelungen, bisher durchzuhalten und wird eS auch weiter gelingen. Aber die Riesenaufgabe, die das Schicksal uns gestellt hat, wird mit der Dauer des Krieges nickt leichter, sondern schwerer. Tie Portionen sind schmal und deshalb mutz jeder, der über Borräte verfügt, sie zur Verfügung stelle».(Sehr rrchlsgk) Wenn es überall im Lande bekannt rst, wie sich dir städtische Ar- völkerung einschränke« mutz, so wird diese Erkenntnis bewirken, daß jeder tut, was er kann, um dieser Einschränkung im Interesse des Vaterlandes abzuhelfen. Ich habe zum Patriotismus der ländlichen Bevölkerung dasselbe� Vertrauen wie zu dem der städti- scheu, der sich so glänzend bewahrt hat. Ich hosse, daß es gelingen wird, die Interessen der Produktion mit denen der Verbraucher zu versöhnen.— W i e der U-Boot-Krieg wirkt, zeigt die Rede Lloyd Georges, in der er auf den Pflug seine Hoffnung setzt und betont, daß die englische Landwirtschaft in sechs Wochen leisten müsse, was in z'.veiunde inhalb Jahren versäumt worden sei.— Ein verhängnisvoller Jrrtvm wäre es. zu glanbrn, datz Friede und Brot ibentisch sind. Die schlechte Welternte ist kein Jtetll. Wir werden in Deutschland in diesem Jahre ungefähr so wen sein, daß wir so viel Salpeter produzieren als ganz Chile vor dem Kriege. Trotzdem bekommt die Landwirtschaft nicht soviel wie sie braucht. Daraus leite ich ab, daß auch die nächsten Welternten schlecht sein werden. Trotzdem wir einer belagerten Festung gleichen. haben wir die niedrigsten Getreidepretsc der ganzen Welt, und wir werden nach dem Kriege Borkehrungen zu treffen haben, daß nicht Getreide von uns nach dem Ausland geht; hereinkam- men wird in nennenswertem Maße nichts. Zur Bei- legung der Transportschwierigkeiten hat unsere Eisen- bahnverwaltung getan, wa» möglich war. Die Schwierigkeiten, mit denen sie bei den fortwährenden Truppenverschiebungen, dem Man- gel an gutem Schmieröl usw. zu rechnen hat. find ungeheuer. Nach meiner festen. Ueberzeugung ist auch in bezug auf die Material- � beschaffung nichts versäumt worden. Die Bestellungen, die für 1917 zu vergeben find, sind um SV Prozent höh« gewesen als i in Friedenszcitcn. GeWitz hätten die Lokomoiivfabriken weit mehr Lokomotiven herstellen können, wenn man ihnen das nötige Mo- terial und die nötigen Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt hafte. Aber das war bei dem verhältnismäßigen Mangel an Arbeitskräften nicht möglich. Im übrigen ist die Woze der Berkehrsstörunge« im Abflauen und wir nähern uns wieder normalen Verhältnissen.— Die Organisation, deren Zauberkraft im Anfang des Krieges über- schätzt wurde, ist jetzt fast in Verruf gekommen. Das eine ist so falsch wie das andere. �Freies Spiel konnte man den Kräften des Wirtschaftslebens nicht lassen: das hätte zu Hungersnöten und ahn- lichen katastrophalen Wirtungen führen müssen. Mit der Preis- regulierung allein ist nichts zu erreichen; das wußten wir aus den Erfahrungen der französischen Revolution. Sa blieb uns nur übrig, neue Organisationsformen zu finden und ich möchte behaupten, unsere Kriegsge feilsch asten haben sich bei aller Kritik im einzelnen, ftttt bewährt. Gewiß, wenn wir heute den Krieg neu anfangen wurden, würden wir manches anders mache?!. Man wirf: den Kriegsgesellschasren große Verschwendung vor. Berechtigt ist dieser Borwurf nicht. Es wird t'.ach kaufurän- rüschen Grundsätzen gearbeitet. Wenn höhere Gehälter teilweise gezahlt werde?:, so liegt das in denselleu Gründen, aus denen die Mumtronsarberier höhere Löhne erhatten. Wenn tneiit Hotels gemietet werden, so hängt daS mit der Notwendigkeit zusammen, in jedem Zimmer Telephon zu haben. Aber ich will zugebe??. daß die KriegSgesellichaften ein Gebot der Not sind. Nun warf uns gestern Herr v. Brockhausen bor, wir hätten nicht rechtzeitig an die wirtschaftliche Mobilmachung gedacht. Richtig ist, daß man in den?naßgebende?: Stelleu des Reiches mit einer iolcken E??iw?cklui?g, wie wir sie jetzt sehen, dieser Sprengung aller völkerrechtlichen Regeln nicht gerechnet hat. Nalürltch werden wir aus den Erfahrungen des Krieges für die Zukunft lernen. Eine Art ivirtschafllichcr Mobilmachu?tg haben lvir aber doch gehabt. Das lvar unsere Sozialpolitik und mr- sere Wirtschaftspolitik. Unsere Sozialpolitik hat dazu beigetragen, daß die Vaterlandsliebe u??d Vaterlandstreue in den großen'Masten der arbeilenden Bevölkerung erhalten geblieben ist, die sich fetzt so glänzend bewährt hat. Gegen die Behauptung, daß diese Sozialpolitik der Regierung und den herrschende?: Klassen Schrift für Schritt habe abgerungen werden müssen, lege ich B e r w a h r?l n g ein.(Bravo! rechts) Die Sozialpolitik ist inauguriert durch die bekannten K a i s e r- E r l a s s e. sie ist durchgeführt zum Teil gegen den Wider st and der Partei. deren Redner gestern diesen Vorwurf erhoben hat.(Sehr richtig! rechts. Widerspruch bei de?t Sozialdemokraten) Die Ausnahme?:, die jetzt de?n Kriege von der Sozialpolitik gemacht werden mußte??. lverdc?: selbstverständlich nach dem Kriege wieder beseitigt werden lind wir werden die Sozialpolitik fortführen.(Bravo!) Unsere Wirtschaftspolitik andererseits hat dadurch, daß sie gleichen Wert legte auf die Förderung des Außenhandels wie auf die Erhaltung der nationalen Selbständigkeit d?e Grund- lagen gelegt zu de?n Durchhalten in diesem Kriege.-- A?ts die Bor- bereitung der UebergangSwirtschast legen wir natürlich größten Wert. Unseren Verbündeten gegenüber Ivir'd auch im Frieden das Wort gelten: Einigkeit uzachr stark. Hoffentlich gelingt es trotz allen Geredes vo?n Wirtschaftskrieg nach dem Kriege doch, die alte?? Handelsverbindungen wieder anzuknüpfen und fruch!b.?r zu gestalte??. Ii: der Gegenwart kommt eZ darauf a?t, den.Krieg zum siegreichen Ende zu' führen. DaS Hauptverdicnst dabei fällt unseren herrlichen Trtlppe?? und ihren genialen Führern zu. Für dieie beißt die Parole:.-SteB.Aeind ickläae«� für uuK...HMt jsie: �Durchhalten und arbeiten". In diesem Zeichen werden wir siegen. (Beifall) Abg. Frerker(Z.) tritt für die Förderung deS Kleinhandels und deS Handwerks ein. Abg. MoUcubuhr(Soz.): Den: Staaisfekrstär Halle ick das Wort B i S?n a r ck s entgegen: wenn wir keine Sozialdemokratie hätten, halten wir das tstfcchen Sozialpolitik auch nicht. Ter Vorwurf, die Sozialdemokratie hätte die Sozialpolitik bekämpft, ist eine alte Behauptung aus dein Material des RcichSverbande-5 zur Bckämpfuug der Sozialdemokratie. Ich verweise den Staatssekretär in dieser Beziehung auf die bekannte Rede Ludwig Bambergers, in der er nachwies, daß die Kranken- und Invalidenversicherung eigentlich nur aus sozialdemo- kratrs chen Vorschlägen zusammengesetzt war und der deshalb n?ein!e, man sollte dann lieber gleich Bebel zum Staats- fe kretär machen. Also etwas Studiuru der Entwicklung des Reicks und der Reichsgesetzgebung köilute Herrn Dr. Helfferrch nichts schadri«. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Das Rundschreiben des Staatssekretärs mag von der besten Gesinnung eingegeben sein. Aber bei den mit der Aus- sührung betrauten Behörden muß es sehr bedenklich wirke??. Es ist bedauerlich, daß in dem Geietz über die Farnilienunter- slützungen überhaupt das Wort:„Bedürftigkeit" steht. Man sagt. die Frau, die sonst gearbeitet hat, soll auch jetzt zur Arbeit heran- gezogen werden, während doch die allerverschiedensteu Umstände dazu führen können, datz eine Frau nicht arbeite:. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten)� Der Offizierfran mutet man nicht zu, sich Arbeit zu verschaffen nnd dasselbe Recht muß jede Kriegerfrau habe». In vielen Fällen haben die Frauen auch de*- halb keine große Neigung zur Arbeit, weil der Arbeitsverdie??st ihnen aus die Unterstützung angerechnet wird. Arbeitsverdienst bis zu 1500 M. im Jahr solle nberha?lpt nicht angerechnet werden dürfen.(Zustimmung bei den Sozialdcmokr) Von den Arbeiterfchutzbeftimmungen sind so viele Aus- nahmen gestattet worden, daß die.. Ausnahme« bereits die Regel geworden sind.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Durch die übermäßige Arbeitszeil wird die Produktion, auch keines- wegs gefördert, die Frau, die heute 11 und 12 Stunden arbeiten muß, würde bei neunstündiger Arbeitszeit dasselbe leisten. �Lebhaftes Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) In den Ausführungeu des StaalssekretärS habe ick«in Bild dessen vermißt, was nach dem Kriege kommen wird. Unser Wirtschasislieben ist völlig umgestaltet, und daß man bei Friedens- schlug das Wirtschaftsleben etwa wie eine vorgelaufene Uhr zurückstellen kann vom August 1914. ist doch ganz unmöglich. Da5 Wirtschaftsleben ist nichts Mechanisches, sonder?? organiichcs Leben, und was einmal geworden ist. ist da und?nit dem mmz ge- rech??«: lvcrden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten) Wenn der Smatssekretär erst einmal sieht, was der Krieg auch im inneren Wirtschaftsleben zerstört und was er geschaffen hat,>o wrrd er erkennen, daß er vor ganz neuen Aufgabe?, steht. Wir können die Vergangenheit nicht neu beleben und müffen unS mit den neuen Berhälmtsien der Gegenwort entrichten.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Unser gewerblicher Arbeiterschutz rst zugeschnitten am das Verhältnis vor 25 Jahren. Da- mala niußle?? Mir, stände beseitigt ioerdeir. Jetzt aber gilt es, wiedmun neue Mißstände zu beseitige». Deshalb muß mit dem Ende des Krieges eine den neuen Verhältnissen angepaßte Sozialrefor« eintreten. Die Regierungen haben wohl manchmal die sozialen Gs- setze als kle.ncres Uebel angesehen; Tatsache aber ist. daß noch nie und nirgends der industrielle Aufschwung durch soziale Gesetze ge- hemmt wurde, im Gegenteil geht der Arbeiterschutz m?t dem in du- ftriellen Aufschwung immer Hand in Hand. Die Steigerung der LeistungSsähigkeit des Volkes wird eine der größten Aufgaben nach dem Kriege fem. Ueberau, auch in Land- aüöfdüafl THÖ tot■SanSteci:?,»mg öelrjaK der Wöe�aschiitz tu?r gebaut, muß beut Raubbau an der menschlichen Arbeitskraft Em- . halt getan werden, und jetzt schcm sind Borschläge für den sozialen Ausbau dringend notwendig. Ebenso notwendig"ist der Ausbau auf dem Gebiete des Versicherungswesens— ist doch die Kaufkraft dcS Geldes völlig verloren. Die Forderungen der Arbeiter liegen na- türlich zunächst im persönlichen Interesse der Arbeiter, aber zu gleich wrrd mit ihnen den Interessen der Allgemeinheit gedient. iLcbhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Des- halb mutz noch viel geschehen auch auf dem Gebiete des K o a Ii- t i o n ö r e ch t s und der Vertretung der Arbeiterinteressen. Die bessere Stellung der Arbeiter ist notwendig, wenn wir nicht die in- telligenteren Kräfte verliere» wollen an Amerika, wo infolge des rissigen KapitälanwachsenS ein großer' Aufschwung erfolgen wird; Ingenieure. Techniker und Arbeiter wird man sich dort aus Europa holen und wiederum wird Amerika, wie schon früher, wie em großer Schwamm wirken, der unsere geistigen Kräfte aufsaugt, wenn hier nicht vorgesorgt wird. Gewiß werden die Krieger, die ihre Heimat mit ihrem Blut verteidigt haben, nach ihrer Rückkehr lieber in der Heimat bleiben. iLebhaftes Sehr wahr!)■ Aber die Verhältnisse in der Heimat müssen auch so gestaltet werden, daß Glück und Wohlstand für jeden möglich ist, und daß jeder seine Kräfte mit Freuden einsetzt, um eine schönere Zukunft herbeizu- führen, s Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Bartschaten, in Beziehung zur Staatseinkommensieuer gc- brockt,'unter anderem für Berlin 277 Proz., für Eharlottcnburg 151 Proz. für Scköneberg 166 Proz.. dagegen für Lichtenberg 842 Proz.. Neukölln 912 Proz., für den Krei« Niederbarmm 624 Proz. ergäbe. Diese Angaben sind unzutreffend. Wenn man die LeistungS« säbigkeit nach dem Steuersoll des ZweckverbandeS zugrunde legt, so wäre daS LerbältniS von Berliit zu Neukölln nicht wie 277 912, sondern wie 277: 646; ebenso unzutreffend ist das Verhältnis zwischen Berlin und Lichtenberg, Berlin und Niederbarmm usw. Hieraus sieht man. wie unrichtig eS ist, solche Zahlen aus der Luft zu greifen."_ Eigenes Steinkohlenbergwerk Berlins? Der 21. Schaaffhansensche Bankverein fordert die GeWerken der Gewerkschaften Trier I bis HI auf, ihre Kurs bis zum 26. März bei der Verwaltung des A. Schaaffhauscnschen Bankvereins zur Anstellung zu bringen. Für jeden Kur sollen 3760 M. Lprozentiger Deutscher Reichskriegsanlcihe, 400 M. 4 prozcntiger Berliner Stadtanleihe und 7234 M. bar gezahlt werden. Unter Berücksichtigung der Prodi- sionen und nach der Kursbcrechnung der Anleihen dürfte der Kaufpreis 14 200 M. betragen.(„Gewerkschaften" sind eine im Bergban vorkommende Unternehmüngsform, bei der � die Unternehmer, die„Gcwerken". in dem Kuxe einen ideellen Anteil an dem Gesamtvermögen des Unternehmens haben und ihrersevS mit ihrem ganzen Vermögen haften und nachschußpflichtig sind. Die„Gewerkschaften" haben für ge- wöhnlich 100 oder 1000 Kuxe. Die„Gewerkschaften Trier I bis III" haben dementsprechend 3000 Kuxe.) Der geplante Erwerb der Gewerkschaften Trier erklärt sich unmittelbar auS der schlechten Finanzlage der städtischen Berliner Gaswerke. Vor dem Kriege wurde die auSge- zeichnete und relativ billige englische Kohle verwendet. Seit ihrem Ausbleiben hat das städtische Gaswerk mit steigenden Fehlbeträgen gearbeitet. Um diesem Uebelstand ent- gegenzutreien und gleichzeitig von den Preisfestsetzungen deS Kohlensyndikats unabhängig zu werden, denkt der Magistrat an den Erwerb eines Bergwerks. Er läßt sich wahrscheinlich auch von dem berechtigten Gedanken leiten, daß auf lange Jahre j hinaitS, schon aus Valutagrimden, an einen Bezug englischer zu prüfen haben, ob die von den Gewerkschaften Trier gc- förderten Kohlen für Gaserzeugung besonders verwendbar sind, und ob die unterirdischen Verhältnisse der Gewerkschaften eine Wiederkehr eines so grauenhaften Unglücks, wie eS sich vor einigen Jahren auf der den Gewerkschaften Trier ge- hörigen Zeche R a d b o d ereignet hat, nach Möglichkeit auszuschließen geeignet sind._ Gin neuer Protest des Deutsche« Ttädtetazcs an den SSeichstag. Bereits am 1. März d. I. hatte der Vorstand deS Deutsche» Slädtetages an den Reichstag eine Eingabe gerichtet, in der crsuckt wurde, den Stroßenbahnverkehr und sonstigen Binnenverkehr völlig von der VerkebrSsteuer freizulassen. In einer neuen, vom 20. d. M. datierten, Eingabe wird die Bitte um Freilassung der Straßenbahn- Verkehrssteuer wiederholt, wobei gleichzeitig die einzelnen Gründe für die Stellungnahme deZ Städtetages nochmals ausführlich dar- gestellt werden. Bor allem wird darauf hingewiesen, daß eine Be- steuerung des Binnenverkehrs ihrem Ivirtschafilichen Wesen nach überhaupt keine Verkehrs st euer, sondern eine Wohn- st e u e r sei. Die Benutzung der Straßenbahnen usw. sei eine zwingende Notwendigkeit für die Bewohner der größeren Siedlungen und werde deshalb überall praktisch als Teil der Miete be«' wertet. Bekanntlich hat sich auch die vorstandschaft deS Bayerischen Städteverbandes in einer besonderen Eingabe an den Reichstag ganz auf den Boden einer grundsätzlichen Ab- lehnung jeder Besteuerung des Binnenverkehrs gestellt. Berliner Lebensmitteluachrichte». I Der Magistrat Berlin weist wiederholt daronf bin, daß die Kartoffelfleinhändler verpflichtet sind. Kartofiel-Ausatz- karten über 2 Pfund in der Woche für die bei ibnen ein- pelragenen Kunden vorzugsweise, alio vor den allgemeinen Konoffelkarten der in ihrer Liste eingetrogenen Kunden e i n z u- lösen, weil für Kartoffel-Zusatzkarten. auf die Kartoffeln nickt entnommen werden, ein Ersatz in Gebäck, wie dieses bei den all- gemeinen Kartoffelkarten geschieht, nicht gewährt wird. Die Groß- und Kleinhändler, die Gemüsekonserven oder Faß- bobnen auf Lager haben, sind verpflichtet, den genauen Bestand nach Sorten geordnet und unter Gewichtsangabe bis zum 28. Mörz dem Magistrat, Abteilung für Gemüseversorgung, verlin. Neue Friedrichftr. 71, auf einem in dem Bureau dorti'elbst erhältlichen Formular einzureichen._ Ter Frühlingsanfang bei 4 Grad kälte und Schneetreiben hat gestern keine angenehmen Gefühle erweckt. Die Macht des strengen Winter« ist noch nicht gebrochen. Wald und Fluren sind abermals er« starrt und mit Schnee und Eis bedeckt. Seil vielen Iahreii haben .wir keinen so ausdauernden strengen Winter erlebt, wie diesmal. Er begann am 5. Januar und will nicht scheiden. LemerkenSwen ist, daß die ungewöhnliche Kälte mit einer starken Sonnenrätigkeit und dem Auftreten großer Fleckengruppen ouf der Sonne zusammen- fällt. In der Bevölkerung ist vielfach die Annahme verbreitet, daß auf einen strengen Winter große Hitze im Sommer zu erwanen sei. Man meint wohl. eS müsse ein TemperaturouSgleich stattfinden. Die Erfahrung, die freilich kein Beweis ist, zeigt aber, daß wir auf strenge Winter sehr küble Sommer gehabt haben und auf warme Sommerloge recht milde Winter gefolgt sind. Ausnahmen bestätigen jedoch auch hier die Regel. Nichts Genaues weiß man nicht! Neue Reisebrotmarkrn werden vom 15. März ab ausgegeben. Um jedoch ein Anibrauchen der bisher ausgegebenen Reilebrolmarken zu ermöglichen, ist für ihre Wciterverwsndung eine UebergangS- trist bis zum 15. April einschließlich newährt. Eine Weiter- Verwendung über diesen Zeitpunkt hinaus ist unzuläisig.— Um einen Mißbrauch von Reisebrotmarkeu, aus die bereit» Gebäck ent- nommen ist, unmöglich zu machen, ist eine Entwertung erforderlich. Zu diesem Zweck werden die neuen Reisebrotmarken auf der rechten Seite in senkrechter Richtung mit einer fortlaufenden Durchlochung verseben. Bei Berabfolgung von Gebäck müssen die Bäcker, Gast- und Sckankwirtschasten ui«. den rechts von der Durch- lochung befindlichen Teil der Marken abtrennen. Für Bezugscheine ans Schuhwaren werden in Berlin bis auf weiteres nur noch schriftliche Anträge zugelassen. Die Anträge sind unter eingebender Vorlegung der Notwendigkeit, Angabe der noch vorhandenen Vorräte an Schuhwaren, Beifügung eines WohnungSnachweiscS und des ordnungsmäßig ausgefüllten Bezug- scheinformularS an die zuständige AuSfertigungSstelle zu richten. Un- wahre Angaben werden strafrechtlich verfolgt. Im Falle der Be« willigung wird der Bezugschein als portopflrchtige Dienstsache dem Antragsteller übersandt. Anträge, die binnen acht Tagen nickt be- antwortet find, sind als abgelehnt anzusehen. Beschwerden sind schriftlich an die Bekleidungsstelle des Magistrats, Molkemnartt 4, zu richten. Wer ist der Tote? DaS Polizeipräsidium teilt mit: Am 15. 3. vormittags wurde die Leiche eines etwa 65 Jahre alten, unbekannte» Mannes dicht an der Jannowivbrücke aus der Spree geborgen. Sie hatte anscheinend ichon einige Tage im Wasser gelegen und wurde nach dem Sckauhauie gebracht. Der Unbekannte ist etwa 1,60 Meier groß, bat graues Haar und grauen Schnurrbart, hellbraune Augen und keine Zähne. An Tätowierungen finden sich auf dem linken Unterarm ein Pserdekopf und darunter ein an«inen Anker sich leb- nendcr Matrose mit einer langen Tabakpfeife im Munde. Auf der Kuppe seines linken Daumens befinden sich drei stecknadelkopfgroße Warzen. Bekleidet war der Unbekannte niit einem dunilcn, grau- grün gestreiften Rock und West«, dunkelgrauer Hose, blauer Barchent- Unterjacke und weißer Barchentunterhose. einem weiß und rotblau gestreiften Wollhemd, grauen Wollstrümpfen und schwarzen alten Militärschnürschuhen. Personen, welche zur Feststellung der Periön- lichkeit de« Toten zweckdienliche Angaben rnacken können, werden gebeten, der Kriminalpolizei zu Nr. 770 IV. 55. 17 Nachricht zu geben; auch nimmt jedes Polizeirevier Mitteilungen entgegen. Warenhausdiebe. In einein Kaufhaus an der Großen Frank- furter Straße fiel der Aussicht schon vormittags ein Paar auf, das sich an ollen Ständen zu schaffen machte, aber nirgends etlvaS kaufte. Nachmittags waren sie wieder da.. Jetzt war der Besuch stärker und die Gelegenheit günstiger. Man beobachtete, wie die Frau, die wie eine Arbeiterfrau gefleidet war und eine große Markttasche bei sich trug, hinter dem Manne herging, dann an ihn herantrat und etwas in die Markttoicke steckte. Endlich griff man die beiden fest und fand die Marlttafche gefüllt mit gestohlencn Sachen oller Art, darunter auch Stiefeln, Die Ertappten wurden von der Kriminalpolizei festgestellt als ein 31 Jahr alter, schwer be- strafler.Arbeiter" Alfted Tittmar und die 23 Jahr alte.Arbeilerin" Minna Werner, die ebenfalls schon wiederholt vorbestraft ist. Die„Jost- u»d Löwenkolonne". Die Ermittelungen in Sachen der auf dem Schlacht- und Viehhof und auf dem Ver- ladebahnhof verübten Diebstähle zieht weitere Kreise. Tie Diebesbande von jungen Burschen, der sogenannten.Jost- nnd Löwenkolonne', ist noch größer, als man anfangs annahm. Die Vernehmungen decken immer noch weitere Diebstähle und auch Em- bräche an anderen Stellen aus. Im Laufe der beiden letzten Tage wurden noch acht Burschen festgenommen. Weitere Verhaftungen stehen noch bevor. Wie groß der Schaden ist, den die Bande der allgemeinen RahrungSmittelversorgung verursacht hat. ist noch gar nicht zu übersehen. Für den Dienst in der freiwillige» Kroakenpflege können sich HilfSdienstpflichtige bei den HiisSdienstmeldestellen unier Lorlegnng eines polizeilichen FührnugSzeugnifleS und Angabe, ob für die Heimat oder die Etappe Dienst gewünscht wird, melden. Näheres ist aus dem öffenttichen Aufruf zu ersehen. Mus den Gemeinden. Ungleichmäßige LcbcuZmittelvrrtciluiig in Ncukilln. Die Stockun« gen in der Zuckerbeliefcrung haScn zu einer recht ungleichmäßigen Äbfcrtigung des kaufenden Publikums geführt. Während in einigen Geschäften nur die Kunden auf Abschnitt 3 ihren Zncker erhalten und ihnen die Abgabe auf Abschnitt 9 noch verweigert wird, be- kommt man in den Tetailgeschäften de- Großkaufmanns, der die Iuckerverteilung übernommen bat, Zucker auf alle Abschnitte, die überhaupt schon fällig sind, also auch schon auf Abschnitt 19. Unter dem kaufenden Publikum und den Geschäftsleuten besteht eine be- rechtigte Empörung über diese ungleichmäßige Behandlung. Auch das Verkaufspersonal der nicht belieferten Geschäfte hat unter diesem Uebelstand sehr zu leiden, da daS kaufende Publikum diese Wirt- schaft auf ein Verschulden des Verkaufspersonals zurückführt. Hoffent- lich gelingt eS dem Magistrat, recht schnell diesen Uebclständcn zu steuern. Eröffnung der 7. städtischen Volksküche in Neukölln. Heute wird in der Weferstr. 78 die 7. KriegSnotstandSküche in Betrieb ge- nommen. Die Ausgabe der Speisen erfolgt von 11—2 Uhr. AuSgabe der Magcrmilchkartcn in Schönederg. In Schvneberg ist die Frist für die Ausgabe der Magermilchkarten an die Haus- Haltungen mit Kindern von sechs bis zehn Iahren durch die zu- ständigen Brotkommissionen bis zum 23. März verlängert worden. Aus der Tegeler Gemeindevertretung, �n der letzten Sitzung konnte endlich der zum Gemeindeschöffen gewählte Direktor Uiigcr, gegen dessen Wahl Beschwerde erhoben worden war, nach fast ein- jähriger Dauer dieses Versahreus in sein Amt eingeführt werden. Tie Jahresrechnung für 1915 hat infolge Ersparnisse einen Ucberschuß von 170 OVO Mark ergeben; beim Gaswerk und Haien sind dagegen Fehlbeträge zu verzeichnen. Für daS Jahr 1916 sind etwa BOOÖOM. Mohrertrag-u erwarten. Für 1917 wird nach dem HauShalisplan auf einen Ucberschuß von 139990 M. gc- rechnet, der aur eme recht erfreuliche Entwicklung der Steuern zutückgcsührt wird. Diese sollen 171 099 M. mehr bringen, so daß alle Steucrarlen in bisheriger Höbe bestehen bleiben können. Beim Gaswerk rechnet man mit einer Mindereinnahme von 27 990 M. Das Schmerzenskind der Gemeinde ist das bekannte Geländegeschäft jen'eils der Staatsbahn tStcinbergstratze-Rödernkorso usw.). Der Bürgllmcister glaubt jedoch, daß dabei eine Gefahr für die' Ge- meinde nicht zu befürchten sei. Die Kriegslasten der Gemeinde betragen jetzt 135 999 M., die auf Anleihe entnommen sind; von den bewilligten 899 999 M. sind noch 665 999 M. bei der Lank zu verzinsen. Für 1918 dürste dadurch mit einer Mehr- ausgebe an Zinsen und Tilgung von rund einer Million Mark zu rechnen sind, die Gemeinde also 7999 M. mehr aufzu- bringen hat. Weiler erwähnte der Bürgermeister noch die Aus- einanderseyungsi, über den tommunalen Lastenausgleich zwischen den östlichen und westlichen Borortgemeinden. Die viel beregte allgemeine Eingemeindung nach Verlin niüsie ober noch der Zukunft borbehaltstt bleiben. Die Schulallswendungen beiragen in der Ober- realschule pro Kind 295,45 M., am Lyzeum 78,79 M-, in den Volksschulen 125,17 W. Der Vertrag mit dem Kuratorium des V e r b a n d S- trankevhauseS sReinickendors) soll gekündigt werden, da unter den jetzigeit Bcdinzuilgen Tegel nicht mehr Mitglied des Verbandes bleiben will. Später könnten eventuell neue Verhandlungen er- folgen. Der G e s a m t h a u L h a l t schließt ab mit 3 860 999 M. Die Kriegsfürsorge erfordert 899 999 M., ei» Mehr pon 159 900 M. gegen 1910. Eine Gesamtabstimmung über den Etat fand nicht statt. Von dem zu erwartende» Ucberschuß aus dem Posten, Insgemein" ist noch über 129(XX) M. zu verfügen; hiervon sollen 68 999 M. reserviert werden für eine eventuelle Einlommensteusr-Rückzahlimg an Berlin, das wegen zu hober Veranlagung scincS Tegeler Gaswerkes seit 15 Jahren pro- zessiert. 35 009 M. sind als Zinsen, für Kriegsausgaben usw. ge- dacht; der Rest verbleibt der Etatsposition. Aus den sonstigen Verhandlungen ist noch zu erwähnen, daß die UnterstützungSkommission als Ortsausschuß für die National- stistung für die Hinterbliebenen der sin Kriege Gefallenen bestimmt und die vom Märkischen Arbeitsnachweis in Vorschlag gebrachte Er- richtung eines ArbeitSnachweiieS in Reinickendorf zurzeit abgelehnt wurde, um den von Berlin itikd Brandenburg betriebenen Ausbau des gesamten RachiveiSwesenS weiter abzuwarten. Biehlvcrteilung in RicdrrschSnhause», Ans den lausenden Abschnitt der Eier ka rte können bei den bekannteit Mchlhändlern bis zum'Sonntag, den 25. März, 299 G r a ur m Mehl al? Sondergabe entnommen werden. Gerichtszeitung. Ilm ciu Paar Pfcfsertuchcii. Vor dem Potsdamer Schössen- gcricht mußte sich gestern die bisher völlig unbescholtene 24jäheigc BroniSlawa S. wegen Diebstahls verantworten.' Die Angeklagte umr als Zimmermädchen beim Prinzen Sigismund von Preußen im Schloß K l ei N- G 14 e n ick e angestellt. In der Weihnachtswoche fand die S. zwei kleine Päckchen Pfefferkuchen im Zimmer des Prinzen, die dort schon seit längerer Zeit herum- lagen. Sie eignete sich die Pfefferkuchen an und aß sie auf, Ivcil sie großen Hunger hatte und es dort im Schloß sehr wenig zu essen gab. Als die Pfefferkuchen vermißt wurden, ließ inan in ihrem Zimmer nachsuchen und fand dort ein Stückchen Seife, das aus dem Schlosse stammte. Das Mädchen gestand auch, die Pfeffer- kuchen vor Hunger verzehrt zu haben; trotzdem stellte der persönliche Adjutant des Prinzen Strafanzeige wegen Diebita h l s. Vor dem Schöffengericht erklärte die Angeklagte, die aus ihren Stellungen die gl a n z c n d st c u Zeugnisse aufzuweisen hat, daß ihr die Schließerin des Jagdschlosses ausnghins« weise ein Stückchen Waschseife gegeben habe, denn sonst müsse die Dienerschaft, wie im Schlosse üblich, ihre Seife selbst bezahlen. Das Schöffengericht nahm aber nur Mundraub an und verurteilte die Angeklagte zu 5 M. Geldstrafe. Mus aller Welt. Vr! der Rettung des Vaters umS Leben gekommen ist hie ISjährige A nn a Schulze, die Achter des Besitzers Sch. in C h r l st i n e u d o r f in der Mark. Als Schulze aus einem uiit Holz beladcnen Wagen durch das Dorf fuhr, wurden die Pferde scheu und gingen durch. Vergeblich bemühte sich der oben aus der Ladung sitzende Mann, die Tier? zu bändigen, und bei dem rasendem Galopp mußte er jeden AuaeiMick gewärtig sein, abzu- stürzen und unter die Räder des Gefährtes zu geraten. Als die beiden Töchter des Sch., die vorausgegangen waren, die Gefahr erkannten, in der ihr Vater schwebte, warf sich die ISjährige Jlluna Schulze mutig den Pferden entgegen. Es gelang dem Mädchen auch, die Zügel zu fassen, jedoch reichte, ihre Kraft nickt ans, die Tiere anzuhalten. Anna Sch. wurde umgerissen und Pferde und Wagen gingen über sie hinweg. Das mutige Mädchen erlitt so schwere innere und äußere Verletzungen, daß es nach einigen Stunden starb.____ Märkische Zpielvereiniguttg. Am Sonntag, den 23. März, finde» solginde Spiele siatt(Beginn.".<3,:_ Gruppe A. Luckenwalde 1— üldlershos Platz i Luckenwalde. Schiedsrichter: Luckenwalde V.— Wllmersdor! I— Neukölln. Platz: Wilnieisdaij, Hildegardslr. 14. Schiedsrichicr: Oberspree. Gruppelz. Luckenwalde V— Moabit. Platz: Luckenwalde. Schledorichlcr: Luckenwalde III.— Fichte dTVI— Vellen. Platz: Reinickendorf. Fichte» Turnplatz. Schiedsrichter: Fichte XII.—Pachte Vtl— Luckenwalde III. Platz: Treptow. Schiedsrichter: Fichte Xlll. Die nächüe Vertretersitzung findet am 2. April in der Nim geil rage ob pünktlich 6 Uhr statt.__ Sriefkasten öer Reöaktion. Tie juristische Cprcchslimde findet für BlBoimeulen Lmtzentzc. j. Hos linTs, parterre, am Montag lud Freitag von 4 bis 7 lwr. am Connobend von 2 bis 6 Utzr statt. Jeder siir den B r> e ft n sten bestimmten Ansragc ist ein Buchstabe und ein- kwhl als Merkzeichen beizufügen. Vriesllche»in- wort wird nicht erleilt. Ansrageu, denen keine Aboinienienlsauittung l gefügt ist, werden nicht beaniworlet. Eilig« Fragen trage man i» der Sprechstunde vor. Semiigk, Schrtststüike«»d dergleichen bringe man in»ie Sprech. stunde mit. B. K. I. 4,39 M. 2. DaS Jahr, in dein der Anstriit ersolgi ist und das darau ssolgendc Jahr. 3. Ja, Adoption kann in diesem Falle ersolgen. Nach den neuen Verordnungen ünd die im bürgerlichen Gesetz dafür geltenden Bestimmungen gemildert. Nach Einwilligung der Mutter und des Vormundes können Sie den Slnlrag ani Adoption beim AmtZgvüchl stellen.— Ra. 1899. Ihre Straf« gilt ans Grund»es Amnestierrlasse? als gelöscht. ES würbe sich in Ihrem Falle aber empstblen, dag Sic vor der Verbandlung dem ÄerichtSvorsitzenden die Tatsache nlüteilen lind darum bitten, daß in öffentlicher Perhandlung die Frage nach Ihrer Bestrafung nicht gestellt wird,— T. R. 18S7. Nein. F. W. 99. Sic müssen sich an das Persichcrungsamt, Klostersir.>17. wenden.— M. 1Z. tzlnsiedlungSlommission für die Ostmarlen in Posen. — Tcharnwebcrstr. 6. Wenden Sie sich an die Direktion der Grossen Berliner Straßenbahn. veiikciskl' fMWrtvdM-ftriMl. Leelpltung GroB-Borliii. Den Mitgliedern zur Nachricht, dass unser Kollege, der Seiler. futscher Gustav Schulz von der Firma Fiedler, Berlin, Glogauer Sir. 6, am 29, März im Alter von 89 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am SoiiMbeud, den 24. März, vach- mittags 3V, Uhr, von per Leichen- balle des Kreuz- KirchboseS in Mariendorf: Effenachcr Str., aus stutt._ Nachrufe. Ten Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Hauedicner Gustav Scheie von der Firma Deutsche Bank, Berlin, am 15. März im Alter von 69 Jahren verstorben ist. Ten Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Kohlenarbeiter Hermann Wottke am 17. März im Alter von 58 Jahren verstorben ist. vthrc ihrem Andenken! 72/18 vi« Bezirksverwaltung. Am 19. März' verschied plötzlich am Herzschlag unsere Kollegin Iran Luise Bentsebke. Gin ehrendes Andenken bewahren ihr 2958b Tic Mitarbeiter u.Kollegcnfchaft der Firma Strauß. DenBrtffletaUarteiter-Kepbanö Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, dass unser Mitglied, der Schlaffer Albert Gemeinhardt Friedrichshagen, Scharnwcb erst rassc III, am 18. März gc- storbcn Ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heule Donnerstag, den 22. März, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Ecineinde-Fricdhoscs in Fricdrichshageu aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. XadzriRlk. Ten Kollegen serner zur Nach. richt, dass unser Mitglied, der Metallarbeiter Otto Liese Schönhauser Allee 108, am 15. März gestorben ist. Ehre seinem 21»denken: 182/5 Tie OrtSverlvaltung. Vei'b.ll.Melllek'.MeilicilMii u. Wäschearbeiter Deutscblands. Filiale Berlin, Scbastianstr. 87/88. Unseren Mitgliedern hiermit zur Nachricht, dass unser langjähriges Mitglied, der Kollege Hermann Grutzetfc gcb. 25. Juli 1866 am 18. Mätj 1917 gestorben ist. Crhre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 22. März, nach- mittags 3 Uhr. aus dem Drei- saltigkeitS° Kirchhof. Mariendorf, Eisenacher Strasse, statt. 165/3 Bie Ortsverwaltung. In zum treuem Gedenken Sterbetage meines mniggelieblcn Gatten und Vater seines einzigen Kindes, des Rejervc-Uitterosfiziers Max Uciewenz Jns.-Ngt. 148, 148. Komp. In nnsercr Mitte tut mir fehlen ein gutes Herz, so treu und rein, in meinem Herzen ivirsr Du leben, wirst mir ewig unvergessen sein. Ach. eS ist ja kaum zu fassen, dass Du nie mcbr kehrst zurück: so jung musstctt Du Dein Leben lassen, zerstört ist nun mein ganze? Glück. Gin jeder. der Dich hat gekannt, der drückt mir nur noch stumm die Hand. AIS Held liegst Du nun gebettet. suhlst nichlZ von schwerer Zeit, Dir bleibst mir unvergessen in alle Ewigkeit. 2951b In schmerzlicher Erinnerung Deine Dich liebende Gattin Hedwig Udeiven» und Döchterchen Hannt. P? Allen Verwandten, Kolleginnen und Bekannten teilen wir hier- durch tics erschüttert mit, dass Fran Luise Bentsebke geb. Xrennci' om Montag, den 19. Mär-z dieieS Jahres, abends 8 Uhr, im Alter von 45 Jahren am Herzschlag vlötzlich verstorben ist..Ihrem einzigen, in Vtussland Otlobcr 1916 gefallenen Sohn Artur sol- gend, 2956b Frau.Aiina Hentschkc geb. Förster. Klara KUnncmann. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2t. März, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- halle des Nazarclh- Kirchhofes, Reinickendorf- West, Kögelstrasse. aus statt. oenfeciiei' äMUfbeüer- Verband, Zweigverein Berlin. Bezirk Norden II. Am 14...März starb unser Mitglied Otts Schmidt Die Beerdigung findet heule Donnerstag, den 22. März, nach- mittags um i Uhr, von der Leichenhalle der HimmelfahrtS- gemeinde, Niedcr-Schönhauscii- Nordend, a»S statt. 144/1» Ter Borstand. Nuiraira'! MiierimUÄii Größte nuswahi. Billigste Preise. L MehrenstreBe 37* (Kolonnaden) II. Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andrcasstr.) autwahistndungen sefart. Ami Zcstrum 7890. Soimtao 12—2 Uhr geöflniL Spezial-itrzt l>r. med. Hawehc, Friedrichs�. 90 etnbibnb'tot Behandl. von Syphilid, Unur-, Iiarn-,Fraueiileid.,fPc;.cheon! Fälle, Ehriich-Hata-Kurcn, schmerzlose, kürzeste Behandlung ohne Be- rusistörung. Dluluntcrsuchung. Mass, Preise. Teilzahliing, Sprechstunden 19—1 und 5—8. Sonnt. 11—1. ReukersDerke 3 Bnnht S Mark. Buchhandlung Vorwärts Statt besonderer Anzeige. Am 1». Mürz verstarb mein» bebe Frau, unsere gnlc Mutter,| SchwiegerulUtter und Großmutter 1758L\ Klara Morgenstern gcb, Ciilotoig. GedSchlnisseicr findet am Sonnabend, den 24, Mär;, nachinittagS j 5 Uhr, im Krematorkum, Berlin N., Gericht str. 37, statt. Kranzspenden sowze Beileidsbesuche dankend verbeten. Im Auftrage der Hinterbliebenen Morgenstern (olS Soll») Vorstehende Bilanz und Gewinn und Verlust geprüft und mit den Büchern in Uebereinstimmung gefiiiiden zu haben, bescheinigen Die Revisoren»es Zlusstchtsrates: Cinet, Jonas. Wilh. Pfortner. K. IHeinke. A. Hnllcr. Mitgliederdewegung. Mitglieder waren am 1. Januar 1916 vorhanden 181 Neu eingetteien sind � 2_ 138 Freiinilllg ausgeschieden sind., 4 Durch Tod........ 2 6 Bestand am 31. Dezember 1916..127 Mitglieder. Die Haftsumme der Mikglieder betrug am 1. Januar 1916 26299 M. Sie verminderte sich am 31. Dezember 1916 um..... 899., und beträgt am 3l. Dezember 1916......... 25499 M. „Hoffnung" Berliner Schneiderei-Genossenschaft eingetragene Geaossenschast mit beschränkter Hostf flicht. Berlin X. 54, Brunnenstr. 185. 195/7 Der Vorfiaud.-. P. Peelrer. N. Gtoivbe. sgiiiiit. 44ei»aner. Vom Gehen und Aussehen. Augengläser beeinflussen nicht nur Ihr Sehen, sondern auch Ihr Aussehen. 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JnoöKbeo-Slc. IM, Sit Eck» Scunncn-Stt Sonntng» von 13-2 geöffnet Ehselottenbarg: TauenhleuStr. IS. Eck« SRttiUxt'i Ttt Ioachimsthaier Skr. 2. aw iBztziitzes Zo». IGelMe »p/, 1 imnm BraudmaJcrel Kathahmnns SS WW« 55 n 8 Pakete »WIM 55"• 1 Flasche Bay-Rnm 55 pt A. Dandorf&0 Beile-Aliiance-Strosse Gr. Franhlarter Strosse Bronnen-Strosse Rottboser Domm Q/ilmersdorter Strosse Verlangen Sie bei Einkäujen Rabattmarken Oolonterie IZigarettenhehäitePÄSS 1 1 silberner Kettenring.. 55 pi. 1 silberner Anhänger S1.8: 55 1 silberner Kinderring... 55 1 Halskette 55 pl 55 pt. «(s Uetall., 55 Pf. MeiwllW 1 Postkarten-Album 55 12 gute Bleislifte........ 55 pi. 1 Poesie-Aibum........... 55 rr. 50 Berliner Ansichtspostkarten................... 55 pr. 100 Hanf-Dmschläge... 55 n Emaille 1 Seifenhalter fä* die CR Wesserleiinng®*' 1'■ 1 Maschinentopf......... 55 PL 1 FleiSChtOpf mit! 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Metropol-Theater wml.: Die Csardasförstfn, Sonntag'l/t Uhr: Dia Kaiserin, Neues Operettenhaus Snhfflbd ♦«. Kassentel.: Vord.Stl. ü.: Der Soldat der Marie. Rezlde ne-Theater. �rOie Warschauer Zitadelle. »chlller-Theater O. 7v, ütr; übt Rerr N Hause. Sehillrr-Tb.rharlottenbsf. vvsu.:ilt.Heidelberg. Thnlln-Thenter. Das Vagabundenmädel. Theater am Ä'ellendorfpl. S'l, Uhr; Wilhelm TelL 7v,ühx: Die Gulaschkanone. Theater des Westens vu u.: Die Fahrt ins Block TrSsnon-THeater e�BBgMAMtoiW. Possen-Theater. V olgt-Theater. Badstr. 58, Badstr. 58. ficate 7V,»Hr: Mutterliebe. Buntmelfri�e. TiflKoh 7V, Uhf; OerfliegeodeHoIlRÄdtf. Cftfous Ben sich die Ehre. m Berliner Konzerthaus Msaaistr. K Heat« Kimmeretr. 90/91. ÄS Großes Konzert Berliner K« n z e r t h anz- o r e he•(er, L«iter: Kompouist Prt y. Blta._„ Aafaaa 7V. Uhr. Hatrttt 30 Pt. Antani 7»/, Uhr. mirsL, Beader-Kenzert aaht.«ww«, d.r«raBrU.. S»a« tat t, Sard»«a> iP. 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