C 5 Pfennig) Neüaktiom Sw. öS. Linüenstraße Z. Zsernsvrerder: Zliai Moriiivla«, Str. lSI SV— t-it 37. Freitag, den SA. März I.N17. «xpesmoa: VW. öS. rinoenstroße s. Kernivrecher: ZUat Mori«vla«i. Sil:. 151 SV-151 37. Wr. 81. 34. Jahrg. fl Don nemeotS'BedlngungeB: eBomtrotertlä• Stetf prmnnnran»» BicCEljciJiil»SV Ml. moruul 130 Mi. «nSSemllld 30 Pf« rtn mJ fxiai. emselrtt Kummet 6 Ct#. 6otmtayJ. impime: mit iHultncncx KonmayZ» Priiage.Die Seite Seil* 10 iZia Loft» libormemerr 130 SRatf Wo Monat (rrgetragfti m die koil< ZemmaS- Dteieliite. Umer Rrenjliand ißt Deutföltins und Oesterreich• Ungarn S.öO Mari, für das übrige Builcni » Mar! vro Monat Postabonnemem« nebuien an Belgien Dünernart tsüanb. Italien. Luxemburg. Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweig, Itichclnl liglich, Berliner BolKsblnkk. �entralorgan äer foslalclemoln'atifcken Partei Sie lnsetNenz-eeDöh? TetrZzI Mr di« sech*zr>�s�,Kgszj-,.i, »eile oder deren Kritni«0 Pfg,. nir doMiche und aewerllckaitliche Sereins* und LgrlaeiMamGS-Lnjeisen ZS V-a, rKUiut Is n-einen. das irUzedruchid ulort 20 lag. lzuiälßa 2 ietlgedrutiiij Gi orte), jedes ineilc« t3ua 10 Pfg. Stell engelnche Und SchlaiiieUenan. (»igen das erfie Weit 10 Pkg.. jebcä «leitete Wort I Big. Worte über 16 SSüdi« K allen jälllen(üt«je; Si.le, Sttjtiaie für die nfiÖUr snatran(Bilsen bis 6 Uhr nachrniitags hi Lut EzLediti«» tiflcceben tbetoen. Sae Ekvedition ijl dls I Rh: abends geöffnet. telegroir.m.blbrefle: �oziaidcndirat Ecriii". Dcutfd>Und6. Mger Brot Zahlreiche Gefechte an der Front von Arras, Somme» Oife, Aisne, Maas, Noqeseu— Ter Vorstoft von Saberestua Höhengewinn nördlich Monaftir gehalten. Ä m t l i ch. Großes Hauptquartier, den 22. März 1217. ,W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Leus und ArraS dun es nach lrbliaftem Artillerie� teuer iu Gefechten voo Erkundungstrupps Im Landstrich beiderseits von Tommc uud L-ise Verliesen Zusammeuftöße vorgeschobener Abteilungen für uns güustig. Bei Ehiores«nd Miffq auf dem Nordufcr der Aisne sind französische Baiaillaur zurückgeworfen worden. Auf de« linken Maas*User wurde durch Feuer auf die fcind- lichrn Grübe» ein sich vorberriteudrr Angriff»iedergehaltc». Sota Lorftößc« in die frauzöffschen Linien am Aisnv-Marne� Kanal, nordöstlich von Berduu, bei Et. Mihicl und am Westhang der Bogefcu im Plaine- Tal brachten unsere Sturmtrupps 10 Ge'angeue zmwck. -I feindliche Flugzeuge sind abgeschossen worden. TaS von Prinz Friedrich Carl von Prrnhen geführte Flugzeug ist von eine« Fluge über die feindlichen Linien zwischen Areas und Pöronnc nicht zurückgelehrt. Lettliltzer Krteqsieliauvlay. Front des G e u e» a l f el d m a r f ch« l l S Priuz Leopold vou Bayern. Bei Sabercnno, östlich von Lida. drangen unsere StogtrupvS in 1 Kilometer Breite über die vorderen russischen Gräben bis zur zweiten Stellung durch, zerstörten nachts die Verteidigungsanlagen und kehrten mit 225 Gefangenen, 2 Nevolverkanonen, fl Mnichinrngcwrhren und 14 Minenwcrfern zurück. An der Front des Generaloberst Erzherzog Joseph und bei der Heeresgruppe des Gencrolfeldmarfchall» vou Nackense» lebte die GefcchtSkätigieit auf. Mazedonische Atrout. Tie von unseren Truppe» am 20. 3. gewonnenen Höhen nördlich vou Nonastir wäre» gestern daS Ziel starler sranzösischer Angrifft, die sämtlich fehlschlüge». Gleiche« Mißerfolg hatte ein schwächerer Borfiost i« der Seen Eng«. Ter Erste Generalquarticrmristcr. Ludrndorsf. » fibenübericht. Berlin» amilich, 22. März 1917. Abends. Auster kleinen Gefechten zwischen 5 v m m e und Aisne sind keine besonderen(sreignisie gemeldet. der österreichische Sericht. Wien, 22. März 1S17.(W. T. B.) Amtlich wird verlimibart: festlicher Kriegsschauplatz. An d« Bierieziua stirstru vnsrre Abteilungen bis in die zweite Linie der Rtiffen vor und kehrte» mit einem gefangenen Lfsizicr, 22fl Manu, 2 Revolverkmione», 6 Maschinengewehren und 11 Minenwcrfern zurück. Borsiöße feindlicher Jagdkommandvs »chritertc» überall, wo sie versucht wurden Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts zu melden. Ter Stellvertreter de? EhrfS deS GencralstabcS von Hocfcr, Frldmarschallcutnant, Die Möwe heimgekehrt. 12AI00 Tonnen Seute. B, r l i», 22. Mörz. Amtlich. S. M. Hiifokreuzer M»«r. Sommaudant Burggraf uud Graf zu T o h« a- S ch l o d i«», ist von feiner zweiten nichchuonatigcu Krenz» fahrt im Atlautischen Ozea» nach einem heimischen ÄnegShafen zurückgelehrt. TaS Schiff hat U2 Tampfcr und 5 Segler mit 123 100 Br.-Rcg.-To., darunter 21 feindliche Dampfer, von deueu 8 b c- w a s f n e t wareu, uud o im Dienste der englischen Admiralität führe», und vier setudlich« Segler ausgebracht. 1. Voltaire, englischer Dampfer mit einrm 12-Zruti- mrtrr Grschüli, 8617 Br.*Rcg.-To� in Ballast. 2. Hallbjorg, norwegischer Dampfer, 2S87 Br.-Reg.- To., Stöckgut. 3. Mount Temple, englischer Dampfer, mit einem 7,ö Zentimetcr-Geschüp, 9792 Br.- Reg.» To., Lebensmittel, Stückgüter, Pferdr. 4. Duchest os v. orn wall, euglischer Segler, 152 Br.- Reg.-T»., Fische. 5. King Georg«, englischer Dampfer, 3852 Br.-Rcg.- To., Explosivstoffe, Lebensmittel, Stückgut. fl. Cawbrian Range, euglischer Dampfer, 1235 Br.» Reg.�To., Weizen, Stückgut. 7. Georgic, euglischer Dampfer, mit einem IL-Zentimeter- Grschüv, 10077 Lr.-Rcg..To., Weizen, Fleisch, Pferde. 8. Darrowdal«, englischer Dampfer, 1652 Br.-Rrg.-To., Munition, Lebensmittel und Kriegsbedarf. 9. Saint Theodore, englischer Dampfer, 1992 Br.- Reg..T»., Kohlen. 10. Dramntist, englischer Dampfer, 5100 Br.-Rrg.-T»., Munition. Früchte. 11. Nantes, frauzisifcher Segler, 2600 Br.Rcg.-To., Salpeter. 12. ASuiSreS, frauzösifchcr Segler, 3100 Br.-Reg.-To., Weizen. 13. Hudson Main, japanischer Tampier. MlOBr Rra.. 2a.. ciuigiii. 11. Radnvrshire, englischer Dampfer, mit eine« 12- Zenlimeter>Gesckiiv, 1300 Br.-Rcg.- To., Kaffee und Kakao. 15, Minie h, englischer Dampfer, 3800 Br.-Reg.-Tv., «».hlrp.,.. t 16. Ncth'erb» Hall, euglischer Dampfer, 1100 Br.-Rrg.- To., Reis und Stückgut. 17. Jean, kanadischer Segler, 215 Br.-Reg.-T»., Zucker. 18. Staut» norwegischer Segler, 1200 Br.-Reg.-To.. Walöl. 19. Brecknockshire, englischer Dampfer, mit einem 12'Zrn»imeier.Gcschü«, 8400 Br.-Reg. To., Kohlet,. 20. French P r i n r e. englischer Dampfer, 4800 Br.-Rcg.- To., Hafer, Mais, Eornedbcrf. 21. Eddi, englischer Dampfer, 2650 Br.-Rcg. To, Kohlen. 22. Katherin«, englischer Dampfrr, 2900 Br.-Rrg.-To., Weizen.,> 23. R h» d q u t h r, englischer Dampfer, 3000 Br.-Reg.-Tv., in Ballast. 24. ESmeraldaS, englischer Dampfer, 4680 Br.-Rrg.-To., t» Ballast. 25. Otali, englischer Dampfer, 7100 Br.-Reg.-To., mit einem 12-Ae«iimtter-Geschitt?. in Ballast. 26. Demete rto». englischer Dampfer, mit eine« 7,5- Zentimeter Gefchün. 6000 Br.-Reg.-To., Holz. 27. Govrrnor, englischer Dampfer, mit einem 12-Zcnti- metrr-Grfchü», 5500 Br.-Reg.-To., in Ballast. Bon diesen Prisen hat der englische Dampfer A a r r o w dalc am 3s. Dezember 1918 mit 469 Gefangenen eiuco dentscheu Hafen, der japanische Dampfer H o d s o n Mar« am 16. Januar 1917 mit den Bcsatznugrn von Dramatik, Radnorshirc, Minieh, Rcthcrby Hall. Nantes, ASulidrcS den Hafen von Pcrnambucv erreicht, dir. übrigen wurden versenk». Seiner Majestät Hilfskreuzer Möwe hat»93 lHekangene mitgebracht. DcrHhcf des Admiralstabcs der Marine. » Die Jagd von einem Dutzend und mehr Ktiegsschiffen der Entente aus die Möwe, die schon einmal die tflchiige Beute von 60 000 Tonnen etkrenzen konnte, ist also vergeblich gewesen. DaS kühne Schiff, da? mit mehr als einem Namen Puymc, Binela— bedacht wurde, hat die feit Einbringung der Darrowdale-Prise l>e- kannten' 65 000 Tonnen in noch einer zweiten erhöhten Aufloge aus den Grimd des Meeres geschickt und konnte dann stine Fahrt, von der die Ocffentlichkeit zuerst Anfang Dezenistcr erfuhr, in glücklicher Heimkehr»ach Kiel zu Ende bringen. Auch diese Fahrt ist eine kernige Tat. Sie wird in der Gekchichte der Weltkrieg-Blockaden ihr Blatt und ihre Plummer haben. /illgemeine Amnestie in Nußlanö Petersburg, 21. März. Em Ukas der nratiiioriicheii Rc* gierung betagt:„Indem wir den gebieterischen Forderungen des nationalen Gewissens Folge leisten, ordnen wir im Namen der hi st arischen Gerechtigkeit und zum Andenke« an den endgültigen Triumph deS neuen isisgimes, das sich!« Gegner von Eroberungen und nicht als deutschfeindlicher 'triegSsörderer aufgetreten. Jetzt soll seine Haltung inS Gegenteil umgeschlagen sein. Man wird die englischen Nachrichten lehr mit Äarficht zu lesen haben, auch in Bezug aus Angaben über den ozialiftischen Anteil an der Revolution. Die erste Aufgabe öer Regierung. Leru, 22. März...Corricre della Sera" meldet aus Petersburg: Ministerpräsident F ü r st Lwosf erklärte in iner Unterredung, dto erste Aufgabe der Regierung sei, die Skalen Behörden zu organisieren und dem ande die Ordnung wiederzugeben. Nach Er- eichung dieses Zieles werde die Regierung, ein genaues Pro- »zramm bekanntgeben. An die Wiederausnahme der parla- uientorischeu Arbeiten sei nicht zu denken, der Volkswille -i in der provisorischen Regiening konzentriert, dia biS zur ünberufung der konstituierenden Versammlung auf dem Posten i leiben werde. Der Prozeß Suchomlinow. Amsterdam, 22. März.„Algemeen Handelsblad" meldet: "er Ministerrat hat den Justizminister Kerenöki beauftragt, -n Prozeß gegen den früheren KriegSminister Suchomlinow, r deS Hochverrats beschuldigt ist. zu beschleunigen. Sebastopol. Aus Stockholm berichtet die„Frankfurter Zeitung�: Der mmandant von Sebastopol, Generalleutnant Smirnow, b am 16. März einen Befehl deS Oberbefehlshabers der "!warzen-Mccr-Flotte bekannt, den vollziehenden Ausschuß . Reichsduma gemäß des im kaiserlichen Hauptquartier ge- achten Vertrages zu unterstützen. Die meisten stellten sich och auf die Seite deS sozialistischen Arbeiter- - s s ch u s s e s. dosten Errichtung dort bereits am 12. März innt geworden war. Die Festung Sebastopol ist bereits ;en Händen der Revolutionäre. lulanös verfastung wiederhergestellt. Petersburg, 21. März. fMeldung der Petersburger -graphen-Agentur.) Die provisorische Regierung veröffent- ein Manifest, das die finnische Sonstitutiou völlig bestätigt ihre volle Anwendung-anordnet. Das Manifest gewährt außerdem eine weitgehende politische Amnestie und schreibt für die nächste Zeit die Einberufung des Land- t a g e s vor. « DaS zaristische Regime hatte die Forderung, den Landtag einzuberufen, immer wieder, zuletzt bis in dieses Jahr hinausgeschoben. Jetzt ist das trügerische, aufreizende Hinhalten mit jähem Schlage beendet worden. Dem„Algemeen Handels- blad" wird aus PeteiSburg vom 21. telegraphiert, daß in dem Manifest, das die Verfastung von Finnland bestätigt und wieder- herstellt, auch eine Erweiterung der Befugnisse des finnischen Landtages versprochen wurde. Der„Temps" meldet, Minister K e r e n s k i habe die sofortige Freilassung des früheren Präsidenten der finnländischen Kammer. Tvinhufvnd, bcschlosten. Der tapfere Verteidiger finnischer Rechte schmachtet in Sibirien. Als die dringende Forderung, den Vergewaltigten freizugeben. von der russischen Regierung vor anderthalb Jahren mit der Erlaubnis beantivortet wurde, seinen Ver- bannungsort zu wechseln, schlug Svinhufvud diese„Begnadigung" aus. Er wollte sein ganzes Recht und blieb in den entwürdigenden, quälenden Verhältnissen, die während des Weltkrieges von den Schergen des Zarismus zahlreichen poli- tischen Verschickten aufgehalst worden sind. firiegswinö mit Zrieöensfäuseln. Meldungen aus Amerika. Der beschleunigten Berufung des Kongresses der Vereinigten Staaten auf den 2. April schließt sich eine Reihe Meldungen an. in denen die Kriegsbrisc wieder heftiger stößt. Zunächst deutet nichts darauf hin, daß die Torpe- dierung der drei amerikanischen Dampfer das Wind- loch breiter aufgerissen hat. Aber daß die Kriegs- treiber sich den Fall zunutze gemacht haben. ist wohl als selbstverständlich anzunehmen. Eine Wirkung ihres Vorgehens wird man in der Tonart der jetzt einlaufenden ?!achrichten erkennen dürfen. Man redet von der Kriegs- sertigkeit, mischt aber zugleich einen Friedcnslaut ein. An der Haltung des Präsidenten hat sich im wesentlichen also zurzeit noch nichts geändert, wenigstens nicht nach außen hin. und sie wird auch wohl einstweilen bis zum Zusammentritt des Kongresses so bleiben, wie sie sick jetzt gibt. Die„United Preß" meldet aus Washington: Nach einer dreistündigen Kabinetssitzung wurde eine Erklärung nicht ab- gegeben, es wurde nur die Tatsache zur Kenntnis gebracht. daß alle Maßregeln für den Krieg getroffen seien. Die Preste und höhere Beamte sagen, es sei lediglich eine Frage von Tagen, bis die Kriegs- erklärung erfolgen wird. Die Presie ist überzeugt, daß Wilson Unterhandlungen mit Frankreich und England über ein gemeinschaftliches Abpatrouilliercn des Ozeans gegen Tauchboote angeknüpft hat. Ein eigenes Kabeltclegramm deS Schweizer Breßtelcgraph meldet aus New Dork vom 20. März: Im breiten Voll wird die internationale Lage ruhig beurteilt. Die Politiker sind der Ansicht, daß der Kriegszustand tatsächlich ein- getreten sei. Wilson läßt sich jetzt trotz aller Forderungen nicht drängen zu einer Kriegserklärung. Er ist der An- sickt. hnfe durck» die r u tzs i s ch e Revolution daS Zu st anbekommen einer Konferenz zum Zwecke der Beratungen der Sicherheit des zukünftigen Friedens näher gerückt sei. bewahrt aber über sein zukünftiges Vorgehen Stillschweigen. Die Finanzkreise sind sich über die im Kriegsfall zu treffenden Maßnahmen nicht klar. Auch ein von Wolfs übernntteltes Börner Telegramm gönnt den pazifistischen Wünschen ein beruhigendes Wort. Es sagt: Nach einer Washingtoner Meldung ist Wilson, ohne sich durch die Stimmen der Kriegshetzer beeinflussen zu lasten, der Auffassung, daß die russische Revolution die Mög- lichkeit einer Friedensliga näherrücke. Zugleich laufen aber Meldungen ein. aus denen sich ergibt, daß die Arbeit der KriegSvorbcreitungen munter fort- gesetzt wird. Die Agence Havas berichtet vom 21. März aus New Jork: DaS Marinedepartement ladet die Werk- statten für Schiffsbau ein, anzugeben, wie- viel kleine Schiffe zur Zerstörung von Tauchbooten sie in möglichst kurzer Zeit zu liefern-vermögen. Und Reuter berichtet aus Hartford in Connecticut: Die meisten atlantischen Uferstaaten haben bereits Geld für die B e r- t e i d i g u n g gegen jeden möglichen Angriff bewilligt. Gouverneur Holcomt erklärte, die darauf bezügliche Gesetzgebung sei beschleunigt worden, da man die Nachricht erhalten habe, daß sich in Connecticut Leute aufhielten, deren Feindschaft sich im Falle eines Krieges bemerkbar machen würde. ES werde nächtlicherweile exerziert, aber nicht im Interesse der Ver- einigten Staaten. Auch mit den in Munitionswcrken be- schäftigtcn Leuten würde man im Kriegsfalle Schwierigkeiten haben.- Man ist also zwar noch nicht fertig für den Kriegsfall, möchte aber dies Ziel mit Sturmschritten erreichen. Ribots Regierungsprogramm. Tie Wiedereroberunq Elsaß- Lothringens.— Ein- stimmiges Vertrauen der Kammer. Haag, 22. März. Havas meldet aus Paris: Die Kabineitüerklärmig, die gestern mittag in der Kammer und im Senat verlesen wurde, beginnt: Nach kaum 30 Monaten sind wir in die entscheidende Phase diese» schrecklichen Kriege» getreten, in den wir durch»inen nicht zu entschuldigenden Angriff gestürzt sind und den wir enlschloffen und mit der äußersten Kraft führen werden, br» der Sieg errungen ist: nicht wie unsere Feinde beseelt von einem Geiste der Gewaltherrschaft und Eroberung, sondern mit der festen Absicht, die Provinze», die un» früher entrisse« wurde», zurückzuerobern, Entschädigung und Bürgschaften für die Zulunst zu ver- langen und einen dauerbasten Frieden Vorzubereilen, der auf die Ehrerbietung vor den Rechten und Freiheiten der Völker ge- gründet ist. Wir begrüßen bewegt die Befreiung«ine» Teil» der besetzten Gebiet« unsere» Baterlonde». welcher so lange durch den Einfall de» Feinde» beiudelt war. Obschon dieser Rückzug zweiiello« nur da» Vorspiel»euer schwerer Schlachte» ist, in denen der Feind seine letzten Kräfte vergeuden wird, fühlt Frankreich sein Bertrauen auf Grund dieser Resultaie unserer unerschütterlichen Tüchtigkeit und der ausgezeichneten strategischen Maßnahmen unserer Heerführer wachsen. Ueber die russische Revolution heißt es dann: Die Regierung begrüß: die Boltsbesreiung tu Rußland und sprich, den Wunick au» daß sie sich ohne Anwendung vo» Gewalt und ohne Unruhen vollziehen möge. Tie Erklärung stellt dann fest, daß die Frage des Oberbefehls auf die einfachste Weise gelöst worden sei. Die Regierung beherrsche vollkommen alles, was mit der Organisation und den Unterhalt der französischen Armeen zu- sammenhänge. Bezüglich der Presse jagt die Regierung, daß sie unwahre Berichte und eine Preßkampagne, die die republikanischen Einrichtungen in Verruf bringe, unter- drücken werde, aber daß sie die freie Meinungsäußerung ehrerbietigst begrüße. Die Regierung werde auch die Einheit im Austreten zwischen Frankreich und seinen Bundesgenossen aufrecht erhalten und fördern. In der Debatte erklärte Jobert die landwirtschaftliche Lage für beunruhigend. Augogneur sagte, die Zensurfragc sei der wich- tigste Punkt, seit zwei Jahren sei der Geisteszustand des Landes durch das Verbot, schlechte Nachrichten zu kommentieren, verfälscht worden, man habe dadurch einen gefährlichen falschen Optimismus geschaffen, der alle Energie löte. Nach der Aussprache nahm die Kammer bei Anwesenheit von 440 Abgeordneten eine Tagesordnung, die der Regierung das Vertrauen ausdrückt, einstimmig an. ver Krieg auf öen Meeren. Ein deutscher Hilfskreuzer im fernen Gften! Ist die Möwe der einzige deuls-ve Hilfskreuzer, der auf den Weltmeeren jagt? Mehrfach ist vermutst worden, sie habe noch Ge fährte«. Auch jetzt wieder toucvt eine Mitteilung dieser Art aus. Die„Fraiilfurter Zeitung" bericbte: aus Stockbolm: Der japanische Admiralstab ordnete wegen des Erfcheioens eines deutsche» HilfSlreuzer» im tarnen Osten an, daß alle Fahrzeuge in japaiiischen Gewässer» durch Kriegsschiffe begleitet werde» sollen. Eine Basis für deutsche Tauchboote im fernen Osten soll, wie es weiter heißt, srstgestellr worden sein. Daß die Enlentemächle Grund zu ihren Befürchtungen und Vorsichtsmaßregeln haben, wird durch eine Aeußcrung de» Wolfficheu Bureau» bestöligr, da» in Anknüpfung an Bemerkungen EarfonS über die weite Verbreitung deur scher Minen sagt: Die Engländer würden sich.vielleicht noch weiter wundern, wo überall in der weiten Welt deutsche Minen vor englischen Häfen und Küsten liegen." Das versenkte französische Großkampfschiff. Berlin, 22. März. Amtlich. A» der UntcrgaugSstelle deS im Mittelmeer am 19. März versenkten frauzösischeu Groß- kampfschiffeS wurde vo» dem Unterseeboot eine Kiste aufgefischt, die Briefe enthielt, aus denen festgestellt werden kouute, daß daS versenkte Schiff das französische Linienschiff T a n t o n war. Zwei englische Minensucher gesunken. London, 22. März. Die Admiralität meldet: Zwei Minen- sucher sind auf Minen gelaufen und gesunken. Ans dem «inen Fahrzeug kam niemand zu Schaden, während von dem zweiten 14 Mann das Leben verloren.> /lus öer Räumungszone im Westen. . Berlin, 22. März.(W. T. B.) Die englisch-französischen Truppen fühlen im geräumten Gebist gegenüber den fchlcier- artig aufgestellten deutschen Sicherungen nur longsam vor. An verschiedenen Stellen sind die Alliierten dazu übergegan- gen. sich einzugraben. Ihre Verluste bleiben andauernd hoch. Nordöstlich von Peronne und auf dem Nordufer der Aisne. :vo die Franzosen gestern zweimal verlustreich geworfen wurden, kam es zu schwereren Zusammenstößen mit dem Gegner. Entgegen einer Meldung des Eiffelturms vom 21. März voll- zog sich die R ä u m u n g v o n N o y o n ebenso wie der übri- gen Ortschaften in großer Ruhe unb ohne jeden Gewaltakt. Südöstlich von Berry-au-Bac drang eine Patrouille in den feindlichen Graben ein und kehrte mit fünf Gefangenen und einem Maschinengewehr zurück. Von der für den März geplanten einheitlichen Frühjahrsosfensive der En- tcnte ist vorläufig nurderBalkanübriggeblieben, wo die Franzosen fortfahren, sich in vergeblichen blutigen An- griffen aufzuopfern. Alle Angriffe nördlich Monastir wurden abgewiesen: eine neu aufgefahrene Batterie wurde durch deutsches Zerstörungsfeuer zusammengeschossen. Bei den Gegenstößen am 20. wurden außer einer Anzahl Gefangener 20 Maschinen- und Schnelladegewehre eingebracht. » Feindliche Kriegsberichte. Französischer Heeresbericht vom'21. März, nach- mittags. An der Straße Ham— St. Ouentin Scharmützel zwischen unserer Kavallerie und feindlichen Abteilungen. O e st I i ch von H a in nahmen unsere Truppen gestern abend in glänzendem An- griff das Schloß von Sayricllo!» und da» Dorf Jussp, trotz der leb- haften Verteidigung der Besatzung. Südlich von Cbaunh halten wir die allgemeine Linie der Ailette besetzt. Alle erreichten Stcllun- gen iverden stark eingerichtet. Nördlich und nordöstlich von S o! s s o n s rückten wir in der Nacht link» und rechts der Straße nach Laon bedeutend vor und nahmen etwa zehn neue Dörfer. Abends. Nördlich von Hain ist die Lage unverändert,' unsere leichten Truppen bleiben zwischen Noury und St. Q u e n- tin in Berührung mit dem Feinde. Cestlich von Harn haben wir am Vormittag an zwei Stellen den Uebergana über den S o m m e- ka nal erzwungen; trotz lebhaften Widerstandes der Deutschen hat diese schneidig durchgeführte Operation un» den Erfolg gebracht. die nördlichen und östlichen Ufer de? Kanals vom Feinde frei zu machen und ihn bis an die Dorfränder von Clastres und Monte»- court zurückzudrängen. In dieser Gegend hat der Feind Ueber» schwemmungen hervorgerufen. Tie meisten Dörfer vor unseren Linien in twr Gegend von St. Ouentin stehen in Flammen. Nord-' lich von T e r g n r e r sind wir vorgedrungen. Im Ailette-Tal einige Patrouillcnscharmützel. Ter Feind, welcher das östliche Ufer de» Kanals von Crozat und der Ailette stark besetzt hält, hat unsere Linien lebhaft beschossen. In der Gegend nördlich von S o i s s o n s haben wir erhebliche Fortschritte gemacht und mehrere lebhafte Ge- fechte gehabt; die meisten der eroberten Dörfer sind vollständig zerstört. Englischer Heeresbericht vom 21. März. Südöstlich und östlich von Peronne gingen unsere Truppen während der letzten 24 Stunden rasch vor und erreichten Punkte von etwa zehn Meilen östlich von der Sowme. Wir besetzten in dieser Gegend weitere 40 Dörfer. Zwischen N u r i n und A r r a S fängt der Fetnd an, an einer Anzahl von Orten bedeutenden Widerstand zu leisten, aber die Nachhuten werden ständig aus ihren Stellungen vertrieben und der Vormarsch dauert an. � Das„Tlnbmdcn*- verboten. Da» Verordnungsblatt für das k. u. k. Heer veröffentlicht die folgende Entschließung: Im Vertrauen auf die stet» bewäbrte Diszipl« und den in harter Krieg»,«it glänzend erprobten Geist meiner tapferen Wehr- machr, fühle ich Mich bestimm», die Strafe des»Anbinden»" aufzuheben.(r) Karl m. p. Nr. 81- 1917. Unterhaltungsblatt öes vorwärts kreitaz, 33. Miirz. Zrou Zeineb. Aus dem Türkischen des Fakub Kadrr. Uebersetzt von C. Frank. (.Vüiiier. komm schneÄ, c5 klopft� „Gott sich mir bei. wer mag das wohl um diese Zeit fein?* „Vielleicht kommt Nachricht von Hanau I Mein Gefühl sagt mir so. Äomm schnell, Mutter!" Auf diese Worte ihrer Schwiegertochter hin sprang Frau Zeineb vor Aufregung auf und lief, sogar ohne die Holzschuhe anzuziehen, an da» Hausior. In der Tat war der alte Dorfgendarm OSman Efendi. der Zeineb immer Nachricht von ihrem Sohn brachte, da. „Ösman Eiendi, ist ein Brief da?" „Ja, aber nicht gerade für dich'. Hüll deinen Kopf ein und komm ein.wenig bis zur Moschee mit. Ich Hab dir was zu sagen!" Trotz des Vorgefühls einer mehr oder weniger ungünstigen Nachricht, weil Oman Efendi sie auf diese Weise angeschrien halte, verlor Frau Zeineb nicht die Fassung. Sie erging sich nicht wie sonst Frauen rn überflüssiger Aufregung und unnötigem Geschrei; denn rhre Schwiegertochier war inr neunten Monat schwanger und lauschte an der Schwelle der inneren HauStür im Dunkeln. „Mutter, was ist's? waS hat sich zugetragen?' Frau Zeineb nahm ruhig ihren Umhang und schlüpfte in die Schuhs. „Nichts", sagte sie:„Oman Efendi ist gekommen; es ist ein Brief da, sagte er. Wir wollen jetzt zur Moschee gehen und ihn uns durch den Jmom vorlesen lasten." Während sie dies sagte, folgte sie Osman Efendi. Auf dem Wege fragte sie kein Wort. Uebec die Art der Nachricht, die sie von ihrem Sohn erhalten würde, war sie jetzt gleichsam unterrichtet. Alles kebrte soeben von den Ramanzan- gebeten in sein Haus zurück. Im Hofe der Moschee brannte eine inatte und rauchgeschwärzte Laterne. Sowie Frau Zeineb und der Gendarm Osman Eiendi unter dieie Laterne gekommen waren, blieben sie stehen. Osman sagte, ohne Frau Zeineb anzusehen:„Der Brief ist ziemlich lang; ich werde ihn nicht in ordentlicher Weise lesen können. Wart' Du da ein wenig; ich will den Hodscha rufen; er foll ihn lesen und erklären." Frau Zeineb war ihrerseits, da sie einen langen Weg zurück- gelegt haue, schwach und hockte sich an dem Ort. wo sie sich befand, nieder.„O. Erlauchter, was mag eS wohl sein?" sagte sie in ibrem Innern, und stierte geistlos in die Finsternis. ES dauerte nicht lange und der Gendarm Osman Efendi kam mit dem Jmam: auch sie hockten sich leise bei der Laterne ganz nahe bei der alten Frau nieder. Der Jmam laS zuerst ganz genau die Ausschrift des Brief- Umschlags.„An Zeineb Hanym, die Frau des verstorbenen Orts- Vorstehers Musa durch Vermittlung des Gendarmeriesergeanten Osman Efendi im Städtchen zugehörig zum Distrikt Kara Agadsch im Wilojet Aidin." Frau Zeineb hörte, während sich ihre Augen mit Tränen füllten. denr Verlesen dieses einen Satzes durch den Jmam zu, sobald aber die Reihe an den eigentlichen Brief kam, fing�ihr Herz zu klopfen an.„Von wem ist der Brief, Hodscha? Schau mal nach der Unterichrift. Jmam! Von wem ist der Brief?" Der Geistliche gab leine Antwort; er las zuerst den Brief mit leiser Stimme Wort für Wort für sich. Bei der Unterschrift machte er lange, lange Halt., dann wiederholte er noch einmal das lautlose Vorlesen. Frau Zeineb verlor die Geduld.»Jmam Hodscha, sag, ivas ist'S? Ist es von Hassan?" Der Hodscha hob sein würdevolles Haupt und blickte der alten Frau lange Zeit starr in die Augen. Dann sagte er Plötzlich:»Hastan ist Märtprer getvorden, Gott erhalte Dich!" Frau Zeineb konnte zunächst nichts verstehen. ES war ihr, als «b die Laterne, in deren Lich' sie sich zusammengedrängt hatten. samt den Gläsern und ihrer Flamme auf ihre Köpfe herabgefallen wäre. Tie drückte ihre Hände an die Schläke und brach an dem Platz, wo sie hockte, zusammen. Einem Haufen alter Kleider äbnlich blieb sie eine ziemliche Zeitlang sprach- und regungslos sitzen, dann fing sie ganz leise mit langen und unregelmäßigen Unter- brechungen ans tiefster Seele zu schluchzen und zu seufzen an. Der Jmam der Moschee und der Gendarm ließen sie einige Zeit in Ruhe, damit sie ihr Herz erleichtere; danach standen beide zugleich auf und faßten die am Boden Kauernde bsi den Schultern und wollten sie aufrichten. Ihr Körper geriet immermehr in die Erschütterungen erregten inneren Schluchzens. Dazwischen klagte sie:„O. mein Junge, o l". und machte eine Bewegung, als ob'sie ihre Brüste zerreißen wollte. Dann verstummte sie:.In zwei, drei Tagen wird noch dazu sein Kind auf die Well kommen. Der Junge meines Jungen! Mein Junge ist gegangen, sein Junge kommt. Was ist das, o Allah, was ist das, o Herr!"... Auf diese Worte sagte der Sergeant Osman mit fester und lauter Stimme.-„Wenn es so ist, nimm dich zusammen und schweig I Denn hörte deine Schwiegertochter von der Sache, sind gleich zwei Leben ans einmal vernichtet. Bedenke einmal, der Gefallene ist zwar dein Kind, aber er ist ihr Mann und dazu der Vater des Kindes, das sie unter dem Herzen trägt. Wenn die Frauen jung sind, wenn sie gar noch dazu schwanger sind, können sie durchaus keinen Schmerz vertragen. Wenn Du nach Hause zurückkehrst, tu alles. damit Deine Tränen trocknen, denl' Dir eine Lüge aus, wie'„wir haben gute Nachrichten von Hassan" und beiß einige Tage Deine Zähne zusammen. Die Frau soll gerettet werden; danach tu, was Du willst!" Frau Zeineb erwiderte, während sie sich die Tränen aus den Augen wischte:„Osman Eiendi, Du hast Recht! Aber es tun, ist schwer! Du weißt nicht, wie mein Herz brennt..." Hier mischte sich der Jmam, der an der Seite m Gedanken oe- blieben war, in das Gespräch ein:„Den Gefallenen zu beweinen, ist eine Sünde. Und dann hat Dir Gott eine besondere Gnade verliehen: den einen hat er genommen,, für ihn schickt er einen anderen." Frau Zeincbs Schluchzen versiegte: humpelnd schlug sie den Weg nach ihrem HauS ein. Osman Efendi und der Jmam folgten ihr fünf bis zehn Schritte hinterher. Die alte Frau blieb, als ob sie den Weg nach ihrem Hauke vergessen hätte, alle Augenblicke stehen und schaute ganz verstört nach ihrer Umgebung; dann sing sie wieder straucheluden Schrittes zu gehen an. Sobald sie vor der HauStür angelangt war. wuchs plötzlich ihre Verzweiflung so sehr, daß sie sich mit dem Gesicht zu Boden werfen und laut schluchzend zu weinen anfangen wollte, aber ihre Schwiegertochter erwartete sie gerade hinter der Tür:„Mutter, was gibt's? warum kommst Du so spät? Ich vergehe vor Aufregung! Sprich, Mutter, was gibt'S? „NiiichtS... Gutes, Gutes, mein Kind! Für Dich ein Gruß von ihm... Gutes, mein Kind..." Frau Zeineb wollte unmittelbar nach diesen Worten, die in einem Augenblick, so furchtbar wie der Augenblick des Ver scheidend, gesprochen wurde, vor der Türe zusammen brechen. Aber trotz allem verlor die standhafte und beherzte Anatolierin ihre Fassung nicht, sie erkand sogar, um ihre Trauer zu verbergen, folgende drollige Lisi:„Gerade da." sagte sie,„da.... ich weiß nicht, was geschehen ist; als ob der Platz, wo ich hingetreten, schnell nach- gegeben hätte, hat sich mein Fuß auf einmal so verstaucht, daß der Schmerz mich beinahe verrückt gemacht hätte." Während sie daS sagte, fiel sie, sich gewohntermaßen dahin- schleppend, ins Haus hinein, und fing mit den Worten:»O. Gott, mein Fuß, o Allah, ich halte den Schmerz nicht aus!" zu weinen an. So trauerte Frau Zeineb eine ganze Nacht und einen ganzen Tag, indem sie statt„o mein Sohn",„o mein Fuß" sagte. Die Schwiegertochter aber bemerkte nicht die List eines Augenblicks; sie vergaß ihre eigenen Scbmerzen und war damit beschäftigt, zur Linderung der Schmerzen ihrer Schwiegermutter Mittel zu suchen. lleber diese Nacht waren kaum vier Tage vergangen, als des Glaubenszeugen Hasian Frau einen brauntöpfigcn, strammen Jungen zur Welt brachte. Sobald Frau Zeineb das Kind aus den Schoß nahm und herzte, schien sie für einen Augenblick die große Trauer in ihrem Herzen vergessen zu haben; und wäbrend sie, ihre Augep voll Tränen, den Mund dem Ohr des Neugeborenen näherte, sagte sie leise mit schluchzender Stimme:»Kleiner Engel, du kommst aus dem Paradies; sicher hast du dort deinen Vater getrosten, denn überall an dir ist sein Hauch. Sprich, hat er uns nichts sagen lasten; sprich, wie ist's ihm?" Und Kind und Großmutter fingen beide auf einmal zu weinen an.________ vas elektrische Operationsmesser. DaS neueste Operationsverfahren, defien Notwendigkeit durch den Krieg immer dringlicher wurde, stützt sich auf der Elektrizität, deren verichiedengestalüge Anwendung für den Forlschritt der modernen Wissenschaft besonders charakteristisch ist. Das Operations- verfahren mit Hilfe des sogenannten„elektrischen MesterS", das Dr. Theodor Mietens in der„Umschau" schildert, bringt den elektrischen Strom in seiner einfachen ursprünglichen Form, nämlich den Schwachstrom, in der Medizin wieder zu neuen Ehren. Das elektrische Messer selbst ist das Ergebnis zahlreicher Versuche, die seit Kriegsbeginn hauptsächlich von den Chirurgen unternommen wurden. Dieses Verfahren begründet sich auf den elektrischen Organen des Menschen, als welche Gehirn. Rückenmark. Nerven und Muskeln bezeichnet werden, weil sie gegenüber dem Durchfluß eines ckektrischett Stromes ein bestimmtes Verhallen zeigen. In diesem System bilden Rückenmark und Nerven die leitenden Kabel, als deren Endstation einerseits das Gehirn, andererseits die Muskeln und die Haut sunktionieren. Es handelt sich um mikroskopisch feine Einzelleitungen. die zu Tausenden nebeneinander liegen und voneinander isoliert sind. Dieses elektrische System im menschlichen Körper ist zwei Leitungen, der motorischen und sensiblen, unterworfen. Die moto- rische Leitung führt vom Gehirn durch das Rückenmark und die Nerven zu den Muskeln, die auf diese Weise vom Gehirn die Aufträge erhallen, wodurch der Denkakt des Willens zur aus- führenden Bewegung wird. Bei der sensiblen Leitung ist umgekehrt die Haut die Sendestation und das Gehirn die Empfangsstation, indem die Reize, die auf die Haut einwirken, sich durch das Gehirn als Gefühlsempfindungen auslösen. Die Unterscheidung der beiden genannten Leitungsbahnen, die in den Nerven dicht nebeneinander liegen, ohne äußerliche Unterschiede aufzuweisen, ist bei Operationen natürlich von allergrößter Bedeutu.g. Denn das Durchschneiden motorischer Nerven kann leicht eine künstliche Lähmung zur Folge haben. Auch durch die Verletzung sensibler LeilungSbahnen sind Schädigungen möglich, indem z. B. eine Hautstelle gefühllos wird, dock sind die Gefahren der motorischen Leilungsunterbrechung viel ernsthafter. Aus diesetn Grunde ist der Arzt bei Operationen gezwungen, die Lage der feinsten und verborgensten Nerven mit peinlicher Gs- naurgkeit zu berücksichtigen, was oft fast unmöglich wird, wenn im Operationsgebiete Anschwellungen der Gewebe oder Narben vor- handen sind. In diesen Fällen dient schon seit Jahren die Elektri- zität zur Klärung der Verhältnisse, und zwar wurden die Reizungen mit einem gesonderten Apparat vorgenommen, der fortwährend mit dem Operationsmesier vertauscht würde. Die neue Methode besteht darin, daS elektrische Instrumentarium und das Operationsmesier zu vereinen, indem das letztere selbst die elektrischen Reizungen aus- führt. Das Operationsmesser ist nämlich, wie Dr. Mietens darlegt, durch eine aufsteckbare Metallbülie mit einem biegsamen Leitungsdraht zu einem elektrischen Pol gemacht, während der zu jedem elektrischen Stromkreis erforderliche zweite Pol außerhalb des Operationsseldes auf der Haut des Patienten angebracht wird. Der Arzt arbeitet init dem elektrischen Messer wie" mit jedem anderen Operations- instrument und wird dabei sozusagen automatisch aufmerksam ge- macht, wenn er sich einer Gefahrzone im Nervensystem de-Z Operationsgebietes nähert. Auf diele Weiie wird die Sicherheit des Arztes ganz bedeutend erhöht und die OperalionSzeit selbst ganz erheblich verkürzt, und viele bisher aufgetretene Schädigungen durch Operationen werden nmrmehr infolge des elettrrschen Messers vermieden werden können._ Die Lebenskraft neugebilöeter Wörter. In seinem.Deutschen Volkstum" wünscht Turnvater Jahn esirg Leidensgeschichte der neugebildeten deutschen Wörter,„die man erst als Ketzer in Acht und Bann tat, späterhin für anrüchig hielt, all- mählig in gute Gesellschaft zog, wo sie jetzt tonangebend walten". So sind Preußentum, Deulschturn uns ganz geläufige, geradezu vornehme Wörter. Und doch konnte vor ziemlich hundert Jahren ein Sprachgelehrter, dem die Verdeutschung Menschentum für Hurna- nitäl nicht gefiel, ihrer mit folgenden Worten spotten:„Waruni nicht auch Anhalt-Köthentum und ähnliche tumheite», die man ebenso füglich mit einem D hätte schreiben können!" Aufs schärfste wandte sich Klopstock, der doch selbst unsere Muttersprache um viele Wörler bereichert hat. gegen das Wort Schriftsteller, das heule ein Ehren- name ist. Es ist ja leicht einzusehen, daß neue Wörter zunächst etwas Fremdartiges an sich haben; daß aber unsere Bollsgenosseir oft gute Ersatzwörter ablehnen, ist bezeichnend.»Herrn CamveH Stelldichein für Rendezvous ist komisch." meinte man im IS. Jatw- hundert, und als er für responsabel verantwortlich vorschlug, wurde er ausgelacht. Heute gilt responsabel für lächerliches'Bchttich, verantwortlich aber ist ein gehaltvolles Wort geworden. Im 9ö. Bande der„Preußischen Jahrbücher" lann man nachlesen, wie ein Gelehrter absprechend über die Verdeutschung Mundtuch urteilt; vor kurzem stand in einer Kundgebung, mir der sich sächsiiche Wirte an ihre Gäste wandten, das Wort Mundtuch, als ob wir schon immer vom Mundtuch und nie von der Serviette gesprochen hätten. Der Leidensweg des Schriftleiters, der Schriftteklung ist sicher vielen bekannt. Nottze». — Thea terchronkk. Im Kleinen Theater findet Donnerstag, den 29. März, die Erstaufführung von Rens Schi l e s Schauspiel„Hans im Schnaitt loch" statt.' am cke- •iSj Der polizeimeister. Ein russischer Polizeiroma» von Gabryela Zapolska. „Kannst lange suchen, du nichtswürdiger Schuft... Tie Pest wirst du finden, nicht den jungen Herrn!" dachte sie. Schließlich wandte sich Markows» zu ihr: „Wozu ist er nach Warschau gefahren?" ftagte er zum Schein. „Ich weiß nicht 1 Er sollte über Warschau zu Verwandten aufs Land reisen." „Nun. und wo ist sein Zimmer?" -Hier?"..... Sie führte Markows» m Kazfos Znnmer. „So ist er abgereist und hat alles in der größte» U»- ordnung zurückgelasien?" Ihre Augen begegneten sich und sahen einander bts in die Tiefe der Seele. „Du kleine Kanaille." sagte Markows» schließlich und berührte ihre Wangen leicht mit dem Finger. Juzia wich zurück. An dieser Stätte hatte Kazjo vorhin einen Kuß auf ihre Stirn gedrückt, und sie fühlte noch jetzt die Lippen des Jünglings. Markows» sah sie verblüfft an und sagte: „Ich gohe also... bring die Sachen hm, dann komm zu mir zum Tee. Aber vor Tagejew kein Wort, daß ich ihn nicht gesunden habe. Verstehst du? Ich werde ihn bis zum Abgang des Zuges suchen. Wenn ich ihn nicht finde, dann komme ich zurück und wir trinken zusammen Tee. Nicht wahr, Liebste?" Er verließ die Wohnung, von Semipudow gefolgt, und ließ PluSkin, um den Schein zu wahren, zum größten Schrecken der.Köchin in der Küche zurück. Nun begann eine Wanderung durch Kneipen, Haustore, Kirchen, Läden, Freudenhäuser, init einem Wort, durch alle die Stätten, in denen Markows» Kazjo bestimmt nicht ver- mutete. „Um die Zeit totzuschlagen", dachte Markows» mit emem matten Lächeln der Genugtuung, daß er Tagejew schade.- „Zieh das Fräulein au. aber sprich nicht mit ihr!" sagte Tagejew rauh zu Juzia, als sie mit den Sachen vor der Kanzlei erschien. Juzia betrat das finstere Loch, in dem die Kerze fast niedergebrannt war. An der Wand stand Janka, vor sich hin- starrend, als blicke sie ins Leere. Juzia eilte auf sie zu. „Fräulein I Liebstes Fräulcinchen, ich bringe Ihnen Ihre Kleider. Ziehen Sie sich um." Janka rieb sich die Stirn mit der Hand, als wollte sie mit aller Gewalt das Bewußtsein wiedererlangen. Sie ließ sich wie ein kleines Kind von Juzia anziehen, während diese ihr fieberhast zuflüsterte: „Haben Sie keine AngsO.. ich werde dem Vater tele- graphiercn... er wird Sie' befreien... Herr Kazjo ist in Sicherheit... Sie werden ihn nicht fassen." Janka lehnte sich an die Wand. „Er auch?" „Ja! Sie wollten, aber er ist geflohen!...* Im selben Augenblick steckte Tagejew den Kopf durch dte Tür: „Schweigen! Nicht unterhalten? Nun, ist sie fertig?" Als Janka Tagejew erblickte, fuhr sie zusammen und verfiel wieder in jenen seltsamen Zustand, als wüßte sie nicht, was mit ihr vorging,«sie zitterte am ganzes Leibe, und es schien, als hätte sie keinen Blutstropfen im Gesicht. „Wenn sie sertig ist, dann bitte! Die Droschke wartet Darf ich nicht mitfahren?" bemerkte Juzia. „Wozu?" „Das Fräulein könnte schwach werden, sie ist so blaß!" „Ich werde sie schon kräftig machen", sagte Tagejew lachend. Er ging zu Janka und faßte sie bei der Hand. „Bitte hier keine Komödie zu spielen, das hat bei mit gar keinen Zweck!" Sic gingen die Treppe hinunter. Eine geschlossene Droschke wartete auf der Straße. „Los, einsteigen!" Tagejew drehte sich um und sah, wie Juzia weinend Jankas Hand küßte. Er stieß sie weg. „«Scher du dich fort!" Unterwegs freute er sich, daß Janka sich so ruhig ver- hielt. Er war auf Weinkrämpfe und lautes Jammern vor- bereitet, aber die Ruhe dieses jungen Kindes imponierte ihm. „Seht mal, wie stolz!" dachte er. Als sie vor dem Bahnhof ausstiegen, stand der Zug schon da. Die Lokomotive zischte, weiße Dampfwolken verhüllten sie jeden Augenblick. Ein Maschinist lief an den Wagen ent- lang und schlug mit einem Hammer auf die Achsen. Sonst war es ganz leer. Zwischen den gelben Petrolcumlaternen schimmerte die rote Mütze des Stationsvorstehers wie em Blutstropfen. Tagejew sah sich nach Markows» und Kazjo um. doch bemerkte er sie nirgends. „Wahrscheinlich sind sie schon eingestiegen!" dachte er. Er trat an den Stationsvorsteher heran: „Haben meine Leute ein besonderes Kupee für üiich bestellt?" „Ja, bitte einsteigen, dort ganz am Ende des Zuges!" Die rote Mütze flitzte vorbei und lief nach dem Tele- graphenamt. Tagejew.ging langsam nach den ihm an- gewiesenen Waggon. „Bitts. beeilen Sie sich l" Als sie endlich eingestiegen waren, setzte sich der Zug sofort in Bewegung und sauste rasselnd dahin. Tagejew setzte'sich Janka gegenüber, öffnete den Mantel und sah das Mädchen an. Sie war leichenblaß und hatte einen seltsam gläserneu Blick. „WaS für Augen! Wie bei einer Verrückten!" dachte er. Er stand auf, denn er konnte diesen Blick, der ihn verfolgte und bedrückte, nicht vertragen. Er trat auf den Gang hinaus und zündete sich eine Zigarette-aa. „Sie werdxn»ic Augen aufreißen!" dachte er,»wenn ich ihnen diesen Fang vorlege. Von Klitzki sage ich noch nichts. Den Brief verheimliche ich ihnen einstweilen. Zunächst soll die Broschüre ipid die Proklamation herhalten. Auf den Rest lasse ich sie noch warten und mache mich allein nach der Grenze aus. Dort werde ich Klitz» bei der Revision alles abnehmen. Klitzki selbst bringe ich entweder mit oder er soll, wenn er reinen Mund hält, wieder zurück, woher er kam. Jetzt habe ich ihn in der Hand!" Sein Gesicht strahlte bei diesem Gedanken; er rauchte eine Zigarette nach der anderen. Der rasselnde Zug klopfte den Rhythmus eines bekannten Liedes. Er sah zum Fenster hinaus, dann fiel fein Blick wieder auf Janka, die steif und blaß in der Ecke saß und in die Ferne starrte. „Ein braves Mädchen!" dachte er lachend,„man sagt. die Mädchen bringen Wück. Nun, mir hat sie Glück ge- bracht.... Ach ja! Ach ja!" Der Zug sauste unablüjsig im Taft des bekannten Liedes. (Forts, folgt.) DtreKion Max E eialiarat. Seotsclies Theater. John Ciabrfel Borkman. Sonnabend: John Gabriel Borkmann. ßonnteg r.aehmir.t 2 Dbr(kleine Preise): Kabale and Liebe. Kaftimerspieie. "'/atJhr'. Der Weibstenfel. Sonnabend; Da* Konzert. Lonnes? nahm. S'/j Uhr: Mbina *on Bsrnhslm, VolksböliDe, SÄ V1/» Uhr: Dar G'vnsscr.gwBrm. Sonnabend:?incbetl»._ thaatsr i. d. Kfiniggrafzersir. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. T'/a IJbr; Totentanz I. Teil. IComödl@fthay$ 71/,: Die verlorene Tochter. Berliner Theater 7'M Uhr: Die tolle Komtev. §LS§wE'7llGAtSr. 7-/a Uhx: xKef Gsvl. Eonnebond: LI BÖ 6. ßeutsehjünstler'nieater. vi. u.; Die beiden Klingsberg, SonüBbend 7U.: noneinstudien: Der KamnierMünfer. Komte*»« Mizivä. Jdrater Klasse. MMä&aKgy-;- URANIA XanbenatxaCe 48/40. 4 Uhr(halbe Preise): Im U-Soot gegen den Feind. 8 Uhr: Direktor Franz Goerke: Ksimat'snd und Heimaiiiebe. Theater für Freitag, den 23. März. Dln,8Cnr.Ä::.c:rir.b: I Neues Operettenhaus Schiffbd.da. Kasseniel.; Nord. 281. vu u.: Der Soldat der Marie. 7Ubr:|j£f?OSißDVOI!LODjiIi]ifa0 Frledricli-Wilhelinslädt. Theater. vi.v.: Das ßreimädcrltiaus. Kehr. BCrFlllßlÖ■Tl,eat«r 74/4U.: Der Stelz der Familie Kleines Theater s uhr: im Teetiscii. Komische Oper tv, uhx: Die Dose Sr. Majestät. Sonntag S1/. Uhr: Eeimat. Lustspieihaus ■v, U.- Die selißne Kübanerln. Metropol-Theater man. Die Csardastürstin. Sonntag°!tS Uhr: Die Kaiserin. Residenz-Theater. �K.Dio Warschauer Zitadelle. Schiller-Theater O. 7';.uir:DieKaniinerwahl Schiller-Th.Cbarlottenbs- u/jühr: Johannes. Thalia-Theater. W- Das VagabündenrnSdel, Theater am.>oliendorf|>l. 7v,uhr: Die Gülsschkafione. Theater des estens tv, u.: Die Fahrt Ins Dlöck Trlaison-Theater 8Uhr:Ei!iilMIieh.FaiittoateF. Berliner Konzerthaus m ««psMlA Manerstr. 82 Rente Zirnroorstr. 90/91, ZonSs?-Konsert ,Äk"ÄZ*11 * Ers.-Bat. t. Garde-Beg. z. F. Leiter: Obermasifcm. Graf. des Berliner Kcnzerlhaus-Orebeaiers: Leiter: Komponist Frz. v. Blon, des KcniFcmstcn Rlttm. Fihin v. Relswitr. des BSIim-Terzelts(Else Kniittel, Ol arlolie Ahrens, Elisabeth Edhm,) dos Cello-Virtuoaen Armin Llebennann. dos Pisten-Solisten Ai'cust Thiel. 4- Änf. 7V. UH. Eintr. 1 M.. 50 PI.. MliltSr 30 Pf. Rauehen wSh. d. t.u.2. Teil, nicht gestattet. Alle Vergünstig aufgeheb.. Clrcus M Miisck T&gl. r% Sonr.fc. S'/jn-T'-', Uhr. Vorwageno Matrosan-Splale auf 60 FuC h.nhsm Schi fswasl ict Suftlei rr» üffroBaten S Gebr. Mainloka.. Ein Nomsat auf Tod und Lebe»4'. I ÄuZcrdem die befonnten großen dilirz-Sctaiaeer. 3i;m Tchlun b. Abendvoisfellung: i esen-Pi aoht-Wasscr-Pantomime Zis oersunkene Stadt. Senntag 8'/, Uhr: Die Ocierprinzessin. Die letzten Tag« des Relnbardt-Dastsplcla Liliebii's Hochzeitsreise, i Aegypt. Burleske in 7 Bildern. ilnsik von Blzet. [ Hauptrollen: Hans Wassmann. Lillebil Cbristensen, | Ernst Matmy, Katta Stoma außerdem Obs sreOe März-Programm Oscar Sabo. Ilse Bols usw. a&on« «neMtCHCTB-AN PSR KOCMtTt- Täglieh V.8 Uhr: PersUnliches dastspicl Waada Treumann Viggo Larscn in ihrem Lustspiel: „Die Seheidnngseh« von William Kahn. Vorher: Da» groSs Variete-Prosramm. Mus A, Sdiumannl Einlaß 7 Uhr. Anfang T'/s U.| Heute und täglich: Die März-Attraktianen u. das| eqnestrische Programm. Wer ist Imstande das orientalische I Wunder KiSITlCt zu enträtseln 7 j Man komme und erkläre des Geheimnis. jed. steht d. Lösung frei! I 6,86: Die herrl. Prunk-Psntomlme s Di« ISeei-luibee. Sonntags 2 gr. V orst., 3 u. 71/. U. Nachm. 1 angebör. Kind frei. Billetta ab Freit a d Zirkusk. I National-Tlieater, *lß Uhr. Köpenicker Str. 6S. Stvmislher Erfolg! MdcuiciiliMeii. Operettt LS'Alt. Mnl.v. W. Brommc. VOtAt-l'dSStSI'. Badstr Sä. Sadstr. 58) Heute 7'/, Uh;: Bummelfritze. Souutag, d. 25. März, nachm. 3 Uhr: Mutterliebe. Abends 7 Ubr: Bummelfritze. Kose-Tkestel'. 7V-Uhr: Der fidele Bauer. �gjhails-Thester. 7'/, Ubr: Das Glücksmädel. Kasino- T'tzeatsl' LcLkrmger Str. Z7. Täglich 7V, Uhr. R«r noch t ij 27. Marz gütällisUeSerlmer 'itoroet die März-Spezialitäten. Mttwoch, den 28. Mär,, z. L.Male: Wenn'* Naillltteel sveht. S-nntag 4 Uhr: Die Sache floppt. IrMsi Hente erschlossen. Morgen Sonnabend, r t. Male Abrakadabra grsBes phfr.tastlsches Ballett von Leo Bartnschek, Musik von Julius EinBdshofer Possen-Theater. Täglich TV, Uhr: Der(liegende Holländer. Oitrons geben sieb die Ehre. Mi Menkev oalerer m öm MgsWvvU sefaoeüea denoffen! 2, Wahlkreis. Es fielen: Infolge eines PauchschusseZ am 20. gebmor lk>17 Erieh Jacob üatonftr. 10, Sezir! 46, Westen, 2. WL ?Tm 11. ßenuat 1917 starb in Rcfangcufsöft Hermann Sperling Schlciermacheritr. 12, Stj. 120. Slm 27. peb'.nar 1917 durch Derschüttung G. Hebel Slücherstr. 84, vezir! 120. Z. Wahlkreis. Stm 23. Eflsbcr 19 IG der Land- sturmmann Georg platte Luckaner Slrage S. 4. Wahlkreis. ülw 5. Februar int Aller von 25 Jahren der Schlosser August Hell KSPenicker Str. Sa, Bezirk 179. Ehre ihrem 6. Wahlkreis. Infolge cükS KovsschnsseS am 18, pi'ODem&cr 1916 im Aller von 42 Jahren der Gallwirt Älliielm Wegner llstdomstr. 12, 10. Abf.. 617. Bez. Am 23. Januar 1917 im Aller von 36 Jahren durch Kopslchuß Eran? Voigt Soyenslr. 19. 11. Abt.. 647. Bez. WafaKereln Niederscbönbanscn Am 11. Februar 1917 im Lazarett am Flecksieber im Aller Bon 33 Jabrcn der Schnslietzer Gn8la? Sebool Aörnerstr. 83. W'shlvereia ItsakSlln. Am 21 Februar 1917 an den Folgen erlittener Verwundungen in einem Kriegslazarelt im Aller von 38 Jahien der Mclall chleifcr Rar! Rimkos Reuterftr. 55, 2. Bezirk. Andenken! NM-Ww. H Abeioyorstellosg um 7v, Uhr ��RÖSSTER gBFOLG! ���och bis 2. April Berlin. E C K Uhren- dloMtuaren Piltz A Co., l-indenstr. 109. Spezial-JArst Dr. med. Hasehe, friedrlctelr. 90 sÄa„ SebanCL von Syphilis. Haut. H orn-. Francn leid..fpcz.chrcn. Fälle. Ebrlich-Hata.Kiiren, ichmerz- tsie. türzeste Brhandinng odne Be- nisSilöruiig. Btlitunterjuchung. Mäg. Preise. Teilzahlung. 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Allgemeinbildung sich anzueignen, bietetdta Selb« unterrlohts- Meihode ,.Rustln". Ausiiihrl. 60 S. starke BroschUre kostenlos durch Bonness«ScHachfctd, Potsdam Postfach' 224. Eeicbsbailen-Tbeater. tStettiner Sänger .Caöaret Felilgrau" Slniang 71/, Übt. SepntagnauhmitL 3 Uhr: Vorstellung ru ermäfi. Preisen! Neues Programm Für Militärpers. er d niSochctttg. freier Zutritt zu d. stell. Sängern J\nJ>4ÄA- MT» NieIersorgvng der Knegsteilnehmer ihrer Angehörigen und ihrer Hinterbliebenen Bearbeitet v. Paul Äirsch. Landtagsabgeordneter preis ZV Pf. Sin unentbehrlicher Ratgeber für Kriegsteilnehmer u. deren Hinterbliebene 3 n b a 1 1: Fürf orz« für die FamUtr» Orr llrtrzsieUnebm« Dt« B«r- korzung r«r Manns lvalleir itneg«. Verfügung. Iuvatidenverstcheluns von iirtegsteUnehmern imd deren l&wterbtUüenea Buchhandlung Vorwärts a Berlin EW. 68, Lindcnstr.Z SSsMnäaä�n Möbelfabrik Rob. 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Ehre seinem tllndcnfe»! 132/6 Tie crlhverwaltung. Verkäufe Drvliicv-Tpomas, Oranirnstr 44 IDortbillig icrbfeblcrcafte Tevviche, Gardinen. BorroartSleieru ö Vrozcnt Enrarabat: 64' deibduus Morivpia« ö8a. Eelcgenheiisläuie neuer Mast- garderobe sowie PaieiolS, Ulster in erfiklaffiger Verarbeitung. Ferner SfunltstolaS, Muffen. Marder, Nerz, Alnsfu, Blau, und WtiMchfe, Pelz- mäntel. Wagenpelze, Plüsch- und Astrackanmönlei, Kostüme, Ulster, 29—122 Marl. Er/tra-Angebot in Lombard aewesener Portieren. Betten. Uhren. Brillanten. Schmuckiacken. enorm billig. UeidhauS Morih- platz 58». Pelzgarniturra! sfutiksitcias.! Fuckisgarniwren! UpoiiumiiolaS! Muffen! Bellenoerkau-! neue Herrengarderobe! Uhrenoertauf! Schmuck- fachen! Waren aller Art! Allerbilligste Preiie! LeihbauS! Saifchauerilr. 7. Z-chtkäniucheu. Jungtiere. 4 Mark -n vertäust Her: mann, Reichenberger- straste 83. stl Herrenanzüge, Burfchenanjuge, Paletots, Ulster. Jacketts, volen. eleganle Kostüm-,. Regenmäntel. 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WolffS Bureau teilt gestern mit:?,cr Eiffelturm Funkspruch von gestern früh will für die Weglaisung der auf den Krieg bezüglichen Sätze aus der Depesche Miliuiows Dolff? Tdearapblschcs Bureau verantwortlich maaen und glaubt aus"akkvr. Anlaß die Neutralen vor dem Wolffdienfte warnen zu sollen. Ticse Verleumdung ist ein Versuch mit un» tauglichen Mitteln, denn die Agenturen der Schweiz und in Skandinavien wissen natürlich sehr genau, daß sie die ver- : ü r z t c Fassung der Note Miljukows nicht aus Berlin, 's ander it direkt aus Pelsrsburg erhalten haben. Bald kein Bier in ganz Eurova!»Dailh Mail" teilt mit. daß in allernächster Zeit die Schließung von 39009 Restaurationen in England wegen Bicrmangels angeordnet werden wird. Tie �rrrschast in der Luft. Pemberton Billing erklärt« nach ..TimeS'-n Unterhause: Vor kurzem babe England die Herrschast tn der Luft gehabt, das sei aber heute nicht mehr der Kall. Pci der Nachwahl in Ttockton wurde der Kandidat der Regierung, W a t s o n S. mit 7641 Stimmen gewählt. Der Kandidat der Friedensanhänger, Backhaus e, erhielt S96 Stimmen. politische Ueberslcht. Reichstag. Reichsamt des Innern. Es war nur ein bescheidener Fortschritt, der dem Plenum des Reichstags durch eine vom Hauptousschuß bereits ange- nommene Resolution zugemutet wurde: die Berufung einer Reichs schulkonferenz nach Beendigung des Krieges. zusammengesetzt aus Schulfachverständigen, die die mannig- facben. durch den Krieg neu aufgeworfenen oder in neue Be- leuchtung gerückten Schulfrogen erörtern und darüber Gut- achten erstatten sollte. Tennoch- gelang es nicht, die Mehrheit des Plenums für diese Forderung zu erwärmen. Selbst Unterzeichner der Resolution im Hauptausschuß fielen im Plenum um. Warum dieses bedauerliche Ergebnis? Beim Zentrum und den Konservativen ist es nicht weiter verwunderlich. Beide Parteien fürchten, daß solche Konferenz doch ein erster Schritt auf dem Wege zum Reichsschulgesetz sein könnte. Der Konservative v. G r a e s e sprach es offen aus. Das aber wollen sie nicht. Im preußischen Landtag sind die starken Quellen der Kraft der Konservativismus und der Klerikalismus. Die wollen sie sich nicht verschütten. Ungehindert durch den Willen des Volkes wollen sie weiterhin über die Schule gebieten. Unerwartete Unterstützung erhielten diese beiden Par- teien und andere Gegner der Resolution durch den bekannten Münchener Schulmann K e r s ch e n st e i n e r, der schon ein- mal in einer Erziehungsfrage, bei der Novelle zum Vereins- gefetz, sich vor seiner eigenen Fraktion, der Fortschrittlichen Volkspartei, getrennt hatte, um Arm in Arm mit der rechten Seite zu marschieren. Herr Kerschensteiner ist ein guter Pädogog und Schulorganisator, ober ein herzlich schlechter Politiker', sonst hätte ihm vor der Gemeinschaft, die ihm am Donnesstag zustimmte, bange werden müssen. Von unserer Partei sprach Genosse Heinrich Schulz, dem sich K u n e r t für die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft im wesentlichen anschloß. Für die Natioewlliberalen sprach in zustimmendem Sinne O r t m a n n. für die Fortschrittliche Volkspartei als Korrektur Kerschcnsieiners der Abgeordnete S i e v k o v i ch. Am Schluß der Sitzung kam es zu interessanten und in seltener Weise übereinstimmenden Erklärungen sämtlicher Parteiführer über eine sonderbare Art der Selbsthilfe fünf großer bürgerlicher Zeitungen Berlins gegen die Regierung: weil sie nach ihrer Meinung nicht genug Papier von Herrn Helfferich bekommen hatten, boykottierten sie im Sitzungs- bcricht seine große Rede vom Dienstag! Genosse Sckeide- mann nannte es mit Recht ein Gegenstück zu der Zensur. gegen die sich die Zeitungen sonst mit großer Schärfe wenden. Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus erledigte am Donnerstag, dem letzten Tage vor der Osterpause. eine umfangreiche Tages« ordnung. Zunächst wurde die am Mittwoch abgebrochene Debatte über die Eingabe der östlichen und südlichen Vororte betreffend Herbeiführung eines Lastenausgleichs für Groß-Bcrlin beendet. Der Abg. Cassel sfortschr. Vp.) faßte alle die Gründe, die gegen einen solchen LastenauSgleich sprechen, zusammen und wandte sich besonders gegen den von konservativer Seite erhobenen Einwand, daß Berlin nur des- ball» Widerstand leiste, weil es nicht zahlen wolle. Die Debatte, in deren Verlaus die Regierung erklärte, daß sie der Tendenz der Petition sympathisch gegenüberstehe, aber noch keine endgültige Stellung dazu genommen habe, endete damit, daß die Petition unter Ablehnung eines Antrages auf Zurückverweisung an die Kommission der Regierung zur Be- rückfichtigung überwiesen wurde. Es ist bemerkenswert, daß die Äommission nur Erwägung beantragt hatte, daß aber die ftädteicindlichc Haltung des Zentrums und der Konservativen es zustande brachte, daß das Haus über diesen Be- schluß hinausging. Tie Beratung dcS Antrages Heydebrand und Genosien auf Versorgung deS inneren Marktes durch die Zentral- Einkaufs-Gesellschaft brachte keinerlei lieber- raichungen. Doch kam in der Debatte eine allgemeine Miß- stinimung über die von der Z E.G. beliebte Preispolitik zum Ausdruck, wenn auch andererseits die großen Verdienste der Z.E.G. um die Volksernährung nicht verkannt wurden. Erfreulich ist die bei Beratung der Kleinbahn- vorläge abgegebene Erklärung des Eiscnbahnministers, daß sich die VerkehrSichwiertgkcsten m den letzten Tagen wesentlich verringert hätten, was hoffentlich nicht ohne Einfluß auf nusere wirtschaftliche Lage sein werde. Die Anberaummtg des Termins der nächsten Sitzung wurde dem Präsidenten übcrlasien. Voraussichtlich wird das Haus erst in der letzten Aprilwochc wieder zusammenkommen. Ter gemeuchelte Staatssekretär. In einer Anzahl Berliner Blätter findet sich im Reichstags- bericht vom Tonnerstag an Stelle der Rede des Staatssekretärs Dr. Helfferich die Bemerkung, daß die Rede wegen Papier- mangels nicht habe gebracht werden können. Natürlich muß eS etwas auffällig erscheinen, wenn in fünf oder sechs Zeitungen gleichzeitig der Papiermangel gerade in dem Augenblick akut wird, in dem Herr Helfferich den Mund auftut. ES handelt sich denn auch um eine Art organisierten Vorgehens, wir möchten sagen. einen partiellen Streik von fünf ZeitungSverlegern. den diese, notabene ohne vorherige Information ihrer übrigen Berufs- kollegen. unternommen haben. Werl Herr Helsferich nach Ansicht dieser fünf Preßgewaltigen rn der Frage der Papierlieferung an die Preffe nicht entgegenkommend genug gewesen ist. haben sie beschlossen(es handelt sich um die Farmer weit ausgedehnter Inseratenplaniagen). Herrn Helfferich an empfindlichster Stelle zu strafen. Er mag reden— aber sie drucken eS nicht. Herr Helfferich ist nun aber keineswegs gesonnen, es in Ruhe hinzu- nehmen, wenn die Perlen seiner Beredsamkeit auf diese Weise einem großen und zahlungsfähigen Publikum vorenthalten werden. Der Kampf verspricht fürchterlich zu werden; denn die Anti- Helffericksche Pretzkoalition erstreckt sich vom äußersten rechten Flügel der Alldeutschen bis m die Reihen des radikalen Links- liberaliSmuS. Doch Herr Helfferich wird feine Feinde schon zur Kapitulation zwingen, wenn er ihnen einen zwar nicht mit Gold, aber mit Papier beladenen Esel in ihre Tore sendet. Loebell nicht Bethmann. Seit seiner letzten Rede im Abgeordnetenhaus Hot eS der preußische Ministerpräsident gehörig mit den Konservativen verdorben. Nicht nur. daß die„Kreuzzeitung" ihm vorwarf, sich in der Pose eines Volkstribunen gefallen zu haben, auch der freikonser- vative Herr v. Zedlitz, der sich doch ständig dazu drängt, die preußische Wahlreform zu machen(um sie beizeiten bremsen zu können), bekommt jetzt Angst, daß die Geschichte unier Bethmann zu radikal werden könnte. Im roten.Tag" bezeichnete er eS als .unerläßliche Voraussetzung" der Wahlreform. „daß die RegierungspoEiti? sich von Illusionen freihält und den festen Boden deS historisch Gewordenen, der Wirklichkeit nicht verläßt. In bezua auf den Ministerpräsidenten sind in dieser Hinsicht gewisse Befürchtungen nicht abzuweisen, eS darf nur an die reichsländische Verfassung und an die Verheißung des König- reichs Polen erinnert zu werden. Sache deS Staats- ministeriums wird es sein, etwaigen ideologi- schen Entgleisungen des Ministerpräsidenten rechtzeitig einen Riegel vorzuschieben." Wohlmeinend, wie Herr von Zedlitz ist. rät er dem Mnister- Präsidenten, seine Finger lieber ganz von der Wahlrechtsreform zu lassen und sie einem Geschickteren, nämlich dem Minister des Innern Herrn von Loebell, anzuvertrauen. „Dem Ministerpräsidenten liegt diese Seite d« r S a ch e n i ch t. ES ist ibm daher dringend zu raten, in bezug auf die parlamentarische Vorbereitung der WahlrechtSsrage dem Minister des Innern völlig freie Hand zu lassen. Herr v. Loebell stammt auS der Schule des Fürsten Bülow, der in der Inszenierung parlamentarischer Aktionen bekanntlich Meister war. Herr v. Loebell ist auch in dieser Beziehung lange Jahre die rechte Hand deS Fürsten Bülow gewesen, ihm darf man daS nötige Geschick in der Behandlung von Personen und Parteien zutrauen, die BcchlrcchtSvorlago so vorzubereiten, daß bei ihrer Einbriirgung für ihre Grundlage eine starke Mehrheit im Abgeordnetenhaus« gefrchcrt ist. Bon Herrn von Loebell wollen wir im Augenblick nur sagen. daß seine Programmrede wesentlich anders geklungen hat, als die BethmannS. Wo der Ministerpräsident von Neuorientierung und Umlernen durch den Krieg sprach, hieß eS beim Minister, des Jnnern„Festhalten an bewährten Grundlagen" usw. Aber eben deswegen erscheint wohl Herr von Loebell dem klugen Oliavio als der geeignetere Mann zu einer Wahlreform nach seinen Begriffen. Kriegsteilnehmer und Lebensversicherung. Eine groß« Anzahl der zum Heere Einberufenen, die in der Friedenszeit Verträge mit Lebensversicherungsgesellschaften abge- schlössen hatten, können während der Zeit ihres Militärdienstes keine Prämien entrichten und laufen daher Gefahr, ihre Rechte und den größten Teil der bisher eingezahlten Prämien zu verlieren. Diesem Mißstand will ein sozialdemokratischer Antrag, der jetzt beim Reichstag eingegangen ist, vorbeugen. Danach soll der Reichstag den Reichskanzler ersuchen, auf Grund d«S Ermächtigungsgesetzes vom 4. August 1914 anzuordnen, daß alle vor dem 1. August 1914 abgeschlossenen Lebensversicherungen von Kriegsteilnehmern und deren Angehörigen, für welche während der Dauer des Krieges die Prämienzahlung eingestellt wurde, bit drei Monat« nach Friedensschluß in Kraft ge- setzt werden können. Und zwar soll dies in der Weife ge- schehen, daß die Versicherungsnehmer entweder die nich ige zahlten Prämien zinsfrei nachbezahlen oder verlangen können, daß der Beginn und Endtermin der Versicherung ohne Kürzung der Versicherungssumme um den Zeitraum hinausgeschoben werden, während dessen Prämien nicht gezahlt wurden. Arbeitsgemeinschaft für BaterlandSverteidignng. Der Standpunkt der Arbeitsgemeinschaft in der Frage der BaterlandSverteidiguny ist im allgemeinen sehr schwankend. Nun aber stoßen wir in einem der hervorragendsten Blätter der Ar- beftSgemeinschaft, der.Bergischen Arbeiterstimme", die der Abge- ordnet« Dittmann mit Vorliebe als Sprachrohr benutzt, auf ein fast leidenschaftliches Bekenntnis zur Baterlandsverteidigung. Es wird dort geradezu als Pflicht des Sozialisten hingestellt, mit aller Kraft für die Landesverteidigung einzutreten und auf jeden Fall zu verhindern, daß Gebietsteile, mögen sie national zum eigenen Staate gehören oder nicht, an fremde Staaten abgetreten werden. Freilich wird diese Pflicht nur ausgesprochen für— die russischen Sozialisten. Die.Bergische Arbeiterstimme" schreibt: Die Ueberzeugung haben wir allerdings, daß jetzt unsere russischen Genossen für die Landesver- teidigung eintreten werden, denn d:« LandeSvertm- düjiing ist jetzt die Verteidigung der Revolution. Der aller- größte Teil der Sozialisten wird den Russen dieses Recht auch nicht beschneiden wollen, denn eine Revolu- tion, die ,hr Regiment damit beginnen würde, grptze Teile deS Landes an eine fremde Regierung abzutreten, könnte sich nicht beHaupt e n. Dies Zugeständnis ist in der Tat sehr interessant. Die Re- Volution hat Rußland bisher eine großbürgerlich-liberale Regie- rung beschert, die noch leidenschaftlicher für AnH«x:onen, namentlich die Eiwbcrung Konftantinopels eintritt, als eS der Zarismus tat. Trotzdem billigt das Blatt der Arbeitsgemeinschaft den rusfi- schen Sozialisten schärfites Eintreten für die Landesverteidigung zu. DaS ist dieselbe Arbeitsgemeinschaft, welche sich von der sozialdemokratischen Fraktion bekanntlich deshalb trennte, weil diese noch weiter die Kredite bewilligen wollte, als nicht etwa die deut-. sche Regierung, sondern private wirtschaftliche Ber> bände mit. weitgehenden Annexionszielen hervorgetreten waren. Ferner: Welchen Grad der Demokratisierung die Revolution Ruß- landS gebracht hat, ist noch nicht festzustellen. DaS greisbarste Re- sultat sind bisher Dumawahlen auf Grund des allgemeinen gleichen WahlrecM. Wenn man so etwas während des Krieges bekommt, dann darf man also sein Vaterland verteidigen. Wenn man aber einen aus allgemeinen gleichen Wahlen hervorgegangenen Reichs- tag schon vor dem Kriege gehabt hat. dann ist Verteidigung des Vaterlandes ein Frevel. Natürlich wird die„Bergische Arbeiter- stimme" jetzt auch ganz in der Ordnung finden, wenn Tscheidse und Kerenski die Kriegskredite bewilligen. Tas Bild im Sviegel. In seiner Borrede zum Dorian Grey spricht Oskar Wilde von„der Wut Calibans. der sein Gesicht im Spiegel sieht". Wir werden hieran unwillkürlich erinnert, wenn sich jetzt alldeutsche Blätter über einen Brief entrüsten, den ein Engländer an seinen Sohn, einen Fliegeroffizier, geschrieben hat, und in dem es heißt: „Ich wollte, ich hätte etwas zu sagen; man würde dann jeden gefangenen Mann eines Unterseebootes wie einen Sund erschießen und ihm auch nicht die geringste Gnade gewähren. Die Engländer sind viel zu menschenfreundlich und zu sentimental, sie würden sonst keine Gefangenen machen Und töten, was sie fassen." Wik sind die letzten, die für dieses Schreiben ein Wort der Entschuldigung haben. Aber wurde nicht vor kurzer Zeit auch bc uns. und zwar in den„Berliner Neuesten Nachrichten", von Her:: Otto Eichler der Vorschlag gemacht, an der Westfront keinen Parde mehr zu geben und keine Gefangenen zu machen? Erkennt ma: das Verwerfliche selcher Vorschläge nur. wenn man sie im Spiegel der feindlichen Erregung wiederfindet?! BundeSratsarbcit. In der D o n n e r S t a a s i tz u n g des Bundesrats gelangten zur Annahme: der Enlwurs einer Bekanm- machung. betreffend Prägung von Z e b n p f e n n i g st ü ck e n auS Zink, der Entwurf einer Bekanntmachung über die Befug- nisse der Rtichsbcklwdungsstelle. der Enlwurs«iner Bekanntmachung betreffend den Handel mu Opium und anderen BeläubungSmnreln, de» En wuxs einer Bekanntmachung über den Handel mit Arznei- Mitteln, eine Vorlage, beireffend Beschlüsse und Enlwiirie von Vor- schriften zur Ausführung deS Jmpsgesetzes, der Entwurf einer Verordnung über ausländisch« Wertpapiere, der Entwurf einer Be- tannimachung, betreffend einige die KrwgSverordnungen ergänzende Vorschriiten über Einziehung und über Veräußerung beschlagnahm!,:: Gegenstände, der Enlwurs einer Bekanrnmochnng über die Pfändung deS Ruhegeldes der im Privatdienst ongestelllen Perionen, und der Entwurf einer Bekanntmachung über die Aenderrmg dcS Gesetzes, betreffend Höchstpreise._____ Letzte Nachrichten. Amerikanischer Dampfer versenkt. Haag, 22. Mür-z. Das Aorrespondenzburcau erfährt, daß iu Tarschalling er» Boot mrt sieben Schissbrüchrgen des in den Grund gebohrten amerikanischen Dampfers Haaldto« angekommen ist. 4- Amsterdam, 22. März. AuS Terschelliug wird berichtet, daß der amerikanische Dampfer Healdton in der Nähe der Dogger- b a n k am 21. März, abends 8.20 Uhr. versenkt wurde. Es wurden drei Boote ausgesetzt. Eines der Boote mit 8 Mann, darunter ein Schwerverwundeter, ist durch ein Torpedoboot nach Terschelling gebracht worden. Ein Mann der Besatzung starb. Von den airde- ren Rettungsbooten ist nichts Näheres bekannt. Der Healdton kam aus Philadelphia über Bergen nach Rotterdam. DaS Schiff halft! 6000 Tonnen Petroleum a n Bord. Der deutsche Rückzug. London. 22. März.„Times" warnt in einem Leitartikel vor übereilter Extase über den Pormarsch der Alliierten an der West- front. Es sei zwar erfreulich, daß so viel französisches Gebiet zurückgewonnen worden sei, aber man mühte auch zugeben, daß der deutsch« Rückzug bisher ziemlich gut gelungen sei, und daß die Deufiche» nur sehr wenig Mannschaften und keine Kanonen verloren hätten._ Jagd auf Offiziere. Stockholm, 22. Mär� Stockholms„Didningcn" erfährt aus Haparanda, daß die Z ü g r, die zur schwedischen Grenze kommen, in lllraborg und Tornea nach höhere» Ossi- zieren durchsucht«erden. Gestern wurden in Uleabörg allein sechs Offiziere und ein Oberst festgenommen. In Tornea zog man den Chef der Grenzwacht unter der Bank eines Abteils hervor und führte ihn inS Gefängnis; außerdem wurden noch vier Offiziere aufgegriffen. Die finnische Zeitung„TagenS Preß" meldet, daß in Kronstadt vor der Ankunft der Dumadclegierten der auS dem russisch, japanischen Krieg bekannt« Admiral B i r a n van Soldaten ermordet wurde. Auch Reisende, die aus Petersburg komme», bezeugen, daß sich die VolkSwut besonders gegen die Gendarmerie und dik Offiziere waudtr. Tie Heimkehr der Amnestierten. Petersburg, 21. März.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Mit Rücksicht aut die s ch w i e- rige materielle Lage der durch die Amnestie be- freiten politischen Gefangenen und der A u s w a n- derer hat der Ministerrat beschlossen, den durch die Am« nestie befreiten politischen Gefangenen freie Eiseubahufahrt zu gewähren, und den Minister des Aeußeren ermächtigt, den Auswanderern, die aus der Fremde nach Rußland zurückkehren wollen. Geldbeihilsen zu bewilligen. Gleich- zeitig hat der Ministerrat die Grenzbehörden angewiesen, wegen der Ausweispapiere keine Schwierigkeiten zu machen. Das hungernde Athen.— Rückkehr der Entente-Gesandten. Bern, 22. März.„Corriere dclla Sera" meldet aus Athen: Nack beinahe neun Monaten der schärf st en Blockade wurde gestern der erste amerikanische Grtreibedamvfer im Piräus ausgelaoen, dessen Ankunft von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt wurde. Tie Brotfrage war in der letzten Zeit so dringend geworden. daß 4000 in PatraS ansässige Italiener nach Italien zurückkehren mußten und 2000 Bergwerlöarbeiter in Laurium angewiesen wur- den. sich zur Abfahrt bereit zu halten. Die arme Bevölkc- rung lebte ausschließlich von Gräsern und etwas Ge-> müse. das Volk enthielt sich jedoch joder Kundgebung wegen des Brotmangels. Von den angekommenen 4000 Tonnen Getreide soll nach Anordnungen deS französischen Bdmirals an die bedürftigen Klassen verteilt werden, es darf jedoch nichts in die Regierungs- depots davon kommen. Die Blockade wird weiterhin streng auf- rrchtcrhalteo. Selbst die Zeitungen der Alliierten sind verboten. Nachdem der französische Admiral die Erlaubnis zum Löschen des Dampfers erteilt hatte, kehrten der englische und der russische Gesandte Mit dem Gesandtschastspersonal von Sa- lamis nach Athen zurück. Bor den Gesandtschaften wur- dendiegriechischenSchildwachenzurückgezogen. Der französische Gesandte Gmllemin wird im Laufe der Woche nach Athen zurückkehren. Die Rückkehr der Gesandte« wird von der griechischen Regierung und dem Volk begrüßt und als endgültige Wiodcrherstelluug der Begehungen zwischen der Entente und Grie- chcnlanb betrachtet. Tie Athener Zeitungen schreiben, Griechen- land habe um jeden Preis neutral bleiben wollen, es sei aber der Entente nie feindlich gesinnt gewesen, die griechische Krise werde nun als gelöst betrachtet. Eine Konferenz über die Gewerkschastseingaben. Ernste Lnge!— TScmgcrBrot, mehrMeiscki undGräupen. Tm 13. Marz besprachen sich Venreter tc« KneaZernäkruna?- arni«. deS KrieflSamtS und deS preußischen Landivirtschasls- Ministeriums mit den GewerlichaftSberiretern teeren ihren Eingaben zur ErnädrungSfraae. U m b r c i t(Generalkommissioni wies in seiner EnileitungSrede besonders auf den Ichleichbandel bin, von dem dann Präsident v P a t 0 c k t sagte, daß er überschätz! werde und kaum l Proz. der Leben SmittclmeNfltn umrasse. General G r ö n e r erklärte, eine Verbindung des KriegSamtS mit dem AiiegScrnäbrungSamt bcstebe jetzt schon,' sein überlastetes Llmt lönne aber nicht auch noch die KiiegSernä'arung übernebmen. Der preuk'iche StaalSkommina: Dr, MichäeltS svrach offen guS, dah die Moral eines Teils der Bevölkerung in Stadt und Land gesunken sei: mancher glaube, zunächst nur für sich sorgen zn müssen. Die Vorräte seien knapp, daher seien auch außerordentlich strenge Maßregeln ersorderlich, durch die die Scvölkerung vor Noi geschiitzr werden soll. Prä'.«. Baloekt bezeichnete die Laae als.recht ernst". ES «nsse desonders an Getreide ganz außerordentlich gespart werden: skr etwaige Fehlbetriige daran werde der Vevölkcrnng wehr Fleisch und daneben möglichst Graupen, Grüße und Sauerkohl geliefert werden. Zwischen den drei Zentralstellen bcstebe vollsländtae» Ein- vernebmen über die Notwendigkeit eines schärsercn Zmasteris. UeberdieS nnde demnächst eine Besprechung mit den Mini- fte r i e n a l l er B u n d eS st a a t en zur Dmchiühitjng schärferer Maßnahmen statt. Secker kchristlicke Gewcrki'cha'ien) ging aus die preistreibenden Folgen der Anreizpolitti ein und betonte, daß man eine Ein- Wirkung deL preußischen LandwirtichaslSministe« r i u m S mit rnorallichen Mitteln auf die Landwirischast vermiste. Legren iGencrallommtifion) vei langt, daß den VerwohimgZ- bebörderi militärische Exekutiven beigegeben würden, um Fest- jislliinge» zu machen z�nd Enteignungen vorzunehmen. U m b r e i t tGeneralkommiiston) fordeite gleiche Rationierung für Sladl und Land. Iliiterstaaloiekrelär v. Falkenhausen spreußstcheS Land- wirtschasismini'ierilimi psr sicherte, der LandwirtschastSminlster sei gar nicht der LZater aller Widerstände in der EmöHrungSsroge. er wolle mit der Hebung der Erzeugung vor ollem den Bcrbrauchern dienen. Man durie ve:ftchcit sein, daß das Zusommenarbeilen mu dem KrirpsernäHrungSamt keine vemmungen ouiruweiien habe. Gegenwärtig habe der LandwirtschaftSwimsirr auf die ErnahrungS- trage übrrliaupt nur geringen Einfluß und einen Teil seiner Befug- liisfe an daö neue Slaaisiommissanat für Ernährungswesen abgegeben. Da Herr L. Falkenhansen nach dieser Rede wegen anderweitiger Dieiistgeichäste die Konferenz verließ, war keine Gelegenheit gegeben, rhm zu erwidern, was Umbreit ausdrücklich feststellte. Räch weiteren Reden tagte Herr v. Baiock» in einem Schluß- Wort, daß die drei zuständigen Gewallen, Kriegsernähiungsamt, KriegSaml und preußi'cher Slaat-Zkommistar. einheitlich Mammen- arbeiien und einmütig von der Nolwendigkeit einer schärferen Er- tassung uud Durchführung der Rationierung und V e r tc i lu u g überzeugt seien, sowie daß alles getan werde, um die Ernährung der Arbeiterschast stcherzustellen. Es dürfe aber nick: derhehlt werden, daß die Borröte außerorden lich knapp geworden seien, daß die Erzeugung mit großen Schwierigleite» zu kämpfen Hobe und daß auf weitere Knappheit gerechnet werde» «üstr. Gewerkschaftliches. veutsches Reich. Vcu dcr Tätigkeit der GilfSdie»>stmeldestellen. Im SitzungZiaale der LandeSverstcherungsanstalr Berlin per- famnielten sich am Freitag, den 1ö. Marz 1317 unter dem Vorsitz deS Lande-ZratS Dr. Freund, unter Leteiliaung des ÄriegSamtS und der BeHorden etwa hO Verwalter von Hils-dicnstmeldestellen von Üeitisren Städten der Provinz Brandenburg, die einem öffentlichen ÄrbeitSnackweiZ nicht angeichloife» sind. Es wurden Referate mit «nichiießender ÄuSiprachs abgehalten über die rechtlichen und prak- tischen Fragen des HilfsdienstgeietzeS und über die Bedeutung und Technik des ArbeitSiiachweiSwesenS. ' Eine erweiterte Tagung, an der ungefähr 200 Verwalter von HilsSdienstmildestelZkn. die einem öffentlichen ÄrbeitSnochweiS an- geschlossen sind, teilnahmen, fand am darauifolgenden Sonnabend in PetSdom statt. Hier wurden außerdem Vorträge gehalten über .Die Meldepflicht der öffentlichen AlbeitSnachweffe an die Zentral- aiiSknnftSstelle der Arbeitsnachweise für Berlin und die Provinz Brandenburg auf Gnind deS EilaffeS dem 22. Februar Z3t7". über .Die Arbeitsvermittlung für KriegSbe'chZdigte".„Die Vermittlung von kailfmännlichem Per'onal" und„Die ÄuSgabe von H-imarbei: durch den öffentlichen Arbeitsnachweis". An der lebhaften AuSiprache. die insbesondere der Durchführung deS HilfSdieiiflgesetzeZ galt, beteiliZte sich auch der Vertreter des KriegSamtS."_, Serlin and Umgegenö. Aus dem Kriegsausschuft für Groß-Berli«. Vierzig Sattler der Firma St. haben die Entscheidung des KriegSauS'chü'fes angerufen, weil sie in der letzten Wocke wegen .igohlenmgngelS rund!'>, Tage nicht arbeiten konnten, und thr Verlangen nach etneur KriegZichein— da sie ja nicht wisten konnte». wie lange die AibeitSbehindernng dauert— von der Firma ab- ze'Älogcn wurde. Der KriegSauSschuß macht den Vorschlag, sich zu verglerchen, und zwar auf der Grundlage, daß beide Teile etwa; von dem entstandenen Lohnau-foll zu tragen haben: er erklärt damit die Sache alZ erledigt. Von der Firma S. erscheint eine Kommimon von Eifendrehern im Auftrage von ca. 100 bei der Firma beschäftigten Elser: drehe: n. Die Arzelegeilheit hat den Krieg-au-schuß bereits vor 14 Tagen beschäftigt. Damals handelte e§ sich ober um den Gcfamtbetrieb. Für die übrigen Teils des Betriebes war durch Verhandlungen be- eitS eine Regelmrg getroffen, nur tür die Dreher nichi. Runmebr kam«in Vergleich zustande. Danach ioll der Akkord für die Eisen- dreher i'o beniesten werden, daß Dreher durchicknittlicher Leistung l.äll die Stunde verdienen können. Dazu kommt auf den Gesamt- wochenverdirnst ein Zuschlag von ö Yroz. Bon der Firma B. in R. sind 4» Dreher. Schlosser usw. au? dem Werkzeugbau vertreten, die eine Regelung ihrer Differenz m,t der Firma wüiöchrn. Ec handelt steh um die Verständigung über eine"von de» Arbeitern erhobene Lohnforderung. Der Vertreter der Firma erklärt sich bereit, allen Gruppen Zulagen in Höbe von S bis 10 Pst für die Srunde zu geben. Da dies jedoch von den Arbeitern olß nickt auZreichend betrachtet wird, auch der KmgSnusfchutz der Meinung ist angesichts der Löhne dieser Arbeiter könne schon noch ein UebrigeS getan werden, wird die Sache zur weiteren Verband- tung an den Beirieb zurückverwiesen. Sollte hier keine Verständi- gung erfolgen, wird nochmals verbandelt unter Hinzuziehung zweier Verireler des KriegSaliSi'chustes."kDaS hat sich dann als nichi nölig erwieieu. da inzwischen durch vcrkandlnngen im Betriebe bc- reitS«ine velständigung erfolgt ist auf der Grundlage, daß die Firma den Arbeitern mehr entgegengekommen ist.) S? Feilenhauer der Firma M. fordern eine Lobiierhöhung. Demgegenüber erklärt die Firma, auf Grund threr LreferunaS- veiträge keine Verdirnsterböhung einrre'en lasten zu können. Ter KriegSauSfchuß erkennt angefichtS der Verdienste der Feilenhauer an. daß'eine Lohnerhöhung an sich betchtigt ist. Mit Rücksicht aber auf die oben angeführten Einwände der Firma wird be'chlosten, die Sache um eine Woche zu Verlagen und zu der neuen Verhandlung die Beböide, die die Aufträge dcr Firma übergeben hat, auch zu laden, um auf diele Weile, wie cS in ähnlich gelageiten ställen früher schm geschah, eine Erledigung der Sache herbcizu- führen.'_' Jahresbericht der Tattter. In dcr Generalversammlung des Verbandes der Sattler und Porteseuiller erstattete Hauptmann den Jahresbericht der Ber- ltner Ortsverwaltnng. dem wir folgendes entnehmen: Die Kriegs- ledcrauSrüstung hat Sariler aus ollen Branchen an sich gezogen. denn sie bietet naturgemäß wahrend der KrieoSzeit die meiste Arbeitsgelegenheit, w gegen in den anderen Branchen die Arbeits- gelegerheit zmückaegangen ist. Zützen sind vier Fün'tel der Mit- glieder in der KriegSindnstrie beschäitig? In den beiden ersten Duarialen deS Jahres ISIS war in de: Milnätsattlerei ein Still- stand eingetreten. Aber im dtitten. mehr noch im vierten Llnaital stieg die.Konjunliur wieder und Arbeiisgelegenheit gab es reichlich. Die Mililärbranche nahm die Hanpliötiakeit der DrtSverwollung in Anspruch. Das wichtigste war die Bewegung zur Erlangung einer Teuerungszulage, die im April einsetzte und im Dezember mit der Bewilligung an Zulagen tbren Abschluß tand. Auch eine Anzahl von Differenzen auS dem TaniverbällniS beichäitigten die Orts- verwalruna.— In der Reiieartikelbranche herrichte ebenfalls eine günstige �onsunklur. die eS ermöglichte, daß eine Er Körting der Teuerungszulagen durchgesetzt werden konnte.— D>e Mitglieder- bewegung zeia» solgendeS Bild: Am An'ang deS ZahreS wurden verzeichnet 2780 niännliche, 440 weibliche, KS jugendliche, zusammen 828S Mitglieder. Am Schluß deS Jabres waren vorhanden 2Ö1K männliche. 515 weibliche, 40 jugendliche. Mammen 2571 Mitglieder. Tie Zahl der männlichen Mitglieder ist demnach um 774. die der jugend ichen um 28 zurückgegangen, während die Zabl der weiblichen Mitglieder sich um 75 erhöbt hat. Die Gelamizahl ist hiernach um 727 zurückgegangen. Aus die ein- zelnen Branchen verieilen sich die Mitglieder folgendermaßen: Militärartikel 1850. Reneartikel 785, Geschirrbranch« 188, Wagen- und Flugzeugbranche 176, Trerbriemenbranche 60, Linoleum- und Tepp�chnäber Ii. Der Bericht des Kassierers Weyher zeigte, daß die Kasten- verhältuiste als günstig angesehen werden können. Gegen die geichäsiliche und gewcrbchafiliche Tätigkeit der Ort?- Verwaltung eihob die Versammlung keine Einwendungen. Späier !am es jedoch zu einer längeren Aussprache über die Haltung der GewerkichaflSIeilungen während deS Krieges im allgemeinen und die Hallung dcr„Sanler- und Portcleuillerzeiiung" im besonderen. Den Anlaß zu dielet Debatte gaben drei Anträge eines Mitgliedes. Zwei dieser Anträge verurinlen da? Zusanimengehen der freien Ge- Werkichasien mil den Christlichen und Hirsch- Dunckerschen sowie die Haltung der Generalkommisston zum HilsSdicnstgeictz und die Zu- ftimmung zu dem Gesetz durch die ReichStagSobgeordneten aus Ge- werkschaslskreii'en. Der dritte Antrag spricht dem Zemialvor stand Mißtrauen aus, weil er Berbandsgeider in Kriegsanleihe anlegte. Ferner verlangt der Antrag den Verkauf der Kriegsanleihe und die Tragung des KurSveilustcö durch die Mitglieder des Zentral- Vorstandes. Roch einer ausgiebigen Debatte beschloß die Bersamm- lung gegen drei Summen Ueber'gang zur Tagesordnung. flus öer Partei. Die Orgauifatro« der KriegStriluehuier. Im.Grundstein' der Bauardeiter fetzt Genoste Paul Barthel in außerordentlich klarer Weise die Gründe auseinander, die iur eine besondere Organisation der Kriegsteilnehmer iprecheu. Dabei begegnet er auch gewisse» obetflächlichen Einwänden, die von manchen Stellen gegen den Plan geäußert worden sind. Er schreibt: In den Blättern, die auch nach der Vorständckonferenz gegen diese Organifierung Stellung nobmcn, klammerte man sich Haupt- sychtich an AenßeriiSikeilen. Man luchte den Anschein zu erwecken, als müßte eine pro�eiansche Kriegsteilnehmerorganisation in ihrem Kern und Weien mit den bütgetlichen Kriegctvcreinen auf«ine Stufe gestellt worden. Und indem man ihr die gleiche Benennung wie jenen gab und sie immer wieder als iozialdemo- kralische Kriegetveteine bezeichnete, wobei man ge- flistentlich den Ton auf das Wort Kriegervereine legte. fuchie man den Gedanken bei den Masten der Arbeiter von vorn- berein in Mißkredit z» bringe». Bei Leuten, die in konservativer Verknöcherung jede neue Idee ohne eigene Prüfung und selb- ständiges Nachdenken als einen Verrat au dcr Proletarischen Welt- anschaumig oder mindestens als einen Verstoß gegen die Grundsättr der modernen Arbeitrrdcwegung betrachten, s o- fern die je neue Idee auch nur leite an bürgerliche Schöpfungen oder Einrichtungen erinnert, mag diese out A e u ß« r l i ch t e i t« n und Zlebensächlichkeiten gestützt« und mit radikal klingende» Schlagworte» gewürzt« Stimmung Z- mache auch auf fruchtbaren Bodden gefallen letn. Aber man kann doch wohl hoffen, daß sich die große Mehrzahl derer, die die Anregung angeht, soviel Nüchternheit und Selb- ständigkert in der Betrachtung und im llrteil bewahrte, um hinler den von den meisten Bekämpiern d-S Gedankens hervorgehobenen und aufgebauschten Rebeniächlichleiien immer noch den berechtigten Kern der Anregung zu erksnnen. Genoste Barthel fetzt dann im weitere» auseinander, daß zwotfel- las nach Beendigung des Krieges die wirklichen Krieger- vereine sich mit ollem Eifer und allen Mittel» auf die heim- kehrenden Krieger stürze» werde», mn sie einzufangen. Daß diese Werbeotbeit ergebnislos bleiben könnte, ist kaum anzu- nehmen, wenn man die Dinge ohne wirksame Gegen- maßnahmen laufenläßt. ES ist vielmehr Au'gabe uud Pflicht der Arbeiterorganisotionen. die proletarischen Kriegsteilnehmer dem Einfluß der Kriegervmsine zu entziehen und ihrer Agitation den Wind aus de» Segel» zu nehmen. Das wird, schieibt Barthel, möglich fem, wenn de» bürgerlichen Kriegervereinen eme besondere Organriotion der Kriegsteilnehmer aus dem Arbstterftande entgegengestellt wird. Dies« besondere Organisation müßte, von proletaritchem Gerste erfüllt, den Kriegsteilnehmern anß der Ar- beiteriloffe die Slätie werden, in bei sie die Swützeugrabenkamerad- ichaft, frei von militärisebem KrimSkrom», Drill und Zwang weiter- pflegen, ihre monnigialiigen besonderen Wünswe vertreten und ihr» bestimmten Spezioltntereffen mit aller Eni'chredenheit verfechten können. Jetzt sind e» die Mosten! Zur Landiagswabl in Berlin VI lagt die.Leipziger BolkSzeitung":.ES ist eine?lbfag« der A r- beitermajfen Berlins an die Politik der KraktionStnöhrheit." Es haben nämlich 841 Wahlmänner für Mehring gestimmt-1813: für Liebknecht 55!Z>. In Potstam-Spandau stimmten rund 17 000 Wähler gegen Mehring 5000 für ihn. 17 000 sind keine Mafien. L41 sind es! Die„Wiener Arbeiter Zeitung" isi durch die immer größere Verteuerung aller Stoffe des Zcitungseetriebes und durch uner- läßliche Lohnerhöhungen an ihre Mitarbeiter zu einer abermaligen PrctScrhöbuna gezwungen. Sic kostet—!re ZcitungSprcifc sind m Oesterreich von jeher ungleich höher rls bc? uns— fortan wöchentlich in Wien 70 Heller und das einzelne Blakt'12 Keller. — Die.A.- Z. am Abend", das kleine R.?chr'chtenblat't der »Arbettsr-Aettung', mußte den BeÄiauftzvrais von 2 auf 3 Heller erhoben und bleibt damit immer»och des billffjsts Wiener Zaitung- flus Znöuftrie unö Kandel. ««S dem Berliner Wirtschaftsleben. Ter Abschluß der Dresdner Bank bietet imposante Ziffern:- Der Robgewinn beträgt einschließlich 433 036.50 M. Vortrog ans dem Vorjahre 48 561 012.50 R. sim Borjabre 41 173 690,10 M.'. Nack Abzug von 18 732 975,20 N. sim Vorjahre 16185074,15 M.) Handlungsunkosten und Steuern verbleibt ein Ret na gewinn von 3052? 037.30 M. sich Vorjahre 24 958613.95 9k.). Der Kesatntum'atz auf einer Seite des Hauptbuches stellie stch aus 86 766 126 024.33 M. gegen 67 084 254090,85 M. in 1915, die Zahl der bei der Bank geiührten Konten auf 248 723 gegen 224 922 in 1915. Tie Zahl der Angestellten sdavon 2436 im Felde stehend) delies sich am Jahresschluß au' 6617 gegen 5367 im Jahre 1915. Vom Rohgcwinn entfallet! auf: 1916 gegen 1815 Sorten und AinSscheine.. 82? 535,70 M. 788 693.95 M. B e ch s e l u N d Z i n i e N. 32943301,70„ 25927019.40, Provisionen, abzüglich gezahster Provisionen. 14 025 183,80„ 12940 932,80, Ertragnis' e auS dauernden Beteiligungen bei an- deren Banken pro 1915 899 625,20 m 674 799,90, AuS der Bilanz sei hervorgehoben, daß sich die Einlage» von 416 auf 596 Millionen Mark erhöht haben. Gleichzeit'g sticee» die G I ä u b i a e r, die kurzstistige Guibaben bei der Bank unter» balten, von 777 aus nicht wentger als 1164 Millionen Mark. Diese kolossale Vermehrung aller Einlagen zeigt am besten, wie ireid« fül'ftg, aber auch wie ausverkauft die deiiliche VolkSwirnchati ist, Der gewaltige Zuwachs an ircmdeu Gelbern fand Anlage durch Er- böbuug deS Guihabens bet der Notenbank und insbesondere i» Wechseln und Unverzinslichen Schatzanweiiungen des Reiches unb der Bundesstaaten, deren Bestand von 353 auf 707 Millionen Mark bianuii'chnelltel Die Bank kehrt, nachdem sie iür die vorhergehenden KriegZjahre 1914 und ISIS nur je 6 Proz. Dividende gezahlt bat. zu ihrem FnedenSdividendentatz von 8'/., Proz. zurück. Tie Dresdner Bank steht in engen Beziehungen zu L'chwig Loewe. den Deni'chen Waffen- und MunittotiSfabriken. der Oien- stein u. Koppel A.-G. und der Betlinti'chcn Bodenoei'ellichasr. ES wird glänzend weiter verdien t. Tis OKert'chlestsche EisenbabnbedarfS-Akiien-Gei.. die vor dem Kriege nicht gerade florierte, verteilt 15 Proz. Dividende gegen 10 Proz. im Vorjahre und erhöht die Ahichretbunaen von 6 dus 9,5 Millionen Mark. TaS Kabelwerk DutSburg. das im Vorjahre 18 Proz. Dividend« zahlte, verteilt aus dem von 1,6 auf 2,4 Mtllillionen Mark gesticgeuen Reingewinn 16 Proz. D'vf dende und außerdem einen Gutichein von 9 Proz., also im ganze» 25 Prot.— Die Deutsche Steinzeugwareniabrik tür K o n a l i f o t i o n und E b e m t>' ch e Industrie i» Friedrichs felde verteilt 18 gegen 16 Proz. Dividende im Lorjahre. Soziales. Kriegswichtige Betriede»ud Meldeschluß! In der BundeSratsverordnung vom 1. März über die Melde- Pflicht der Hilfidienstpflichtigen— siede Nr. 63 des.VotwärlS' vom 5. März 1917— find im§ 5 eine Reihe von Berufen und Betriebe« aufgeführt, die die in ihnen Beschäftigten von der Meldepflicht iür die Dauer dieser Beichöingung befreir. E§ handelt sich dabei um Personen, die selbständig oder unselbständig im Hauptberuf tätig sind: 1. im Reicks-, Staats-, Gemeinde- oder Kirchendienst: 2. in der öffentlichen Arbeiter- und Angestellienverstchcrung' 3. als Letzte. Zabnärzie, T-erärzte oder Apotheker; 4. in der Land« oder Forstw'rtschast; 3. in der See- und Binneysi'cheret: 6. in der See- oder Binnenichiffahrt: 7. im Ei'enbabnbetneb. einschließlich des Betriebes der Klein- und Straßenbahnen; 8. auf Wersten; 8. in Berg- oder Hütienbetrieben: 10. in der Pulver-, Sprengstoff--, NtlNiiiptiS- oder Waffenfabrikation; 11. in einzelnen kriegswichtigen Betrieben, die von den Kriegs- amtSstellen für ihre Bezirke bezeichnet werden Die Bcdeurtinij dieser Aufzählung beschränkt sich ariSiSließ- lich ans dje Regisirtcrung und die ihr dienende Meldepflicht der HilfSdienitpstichtigen. Keineswegs aber will und fall ire ab ichlteßend den ÄretS derjenige ir Tätig» keilen begrenzen, die als Hilfsdienst zu be» trachte» find. TaS ist vielfach irrigerweise angenommen worden. Die Registrierung der HiifSdienstpflichtigen bat den Zweck, die Heranziehung zum Hilfsdienst vor, übereilen. Sie branchr daber Per« tonen nicht zu eriaffen, die bereits im HllfSdiensi tätig sind. Im Interesse der Verminderung dek> Schreibwerks und der den Ortsbehörden tufallenden Arbeitslast sind die oben bezeichnelen.Aategorien von Per- tonen von der Meldepflicht oaSgenonnncn. da deren Beichäftigung tm Vaterlöndi'chen HUtS-ienit— ganz unabhängig von örtlichen Per» hälmiffen— außer allem Zweifel steht. In Ziffer II'.st nun de« KriegSamtstcllen die BetugniS übertragen, darüber binaus einzelne, in ihren Bez« ken befindliche kriegswichtig« Betriebe'affo nicht ganz« Berufe oder Betriebsgruppen) älS solche zu bezeichnen und damtt von der Meldepflrcht anSzunehmen. Od und inwieweit die KrieaS- amistellen von dieser ihrer Beiugnis Gebrauch macheu wollen, haben sie vorbehaltlich etwa ergebender Lnwetiungen von seilen deS Kriegs- amteS nach pflichtmäßigem Ermesse» zu entscheiden. Alle HiliSdiennpfltchtigen, die in den in Ziffer 1 bis 10 oufge- zählten oder gemäß Ziffer 11 durch Verfligung der KrirgSamlstelle» bezeichneten Beirieben befchäfligt find, sind demnach m die Liste« nicht aufzunehmen und von oer Meldung befreit. Aber auch nur i i e. Alle anderen nach dym 30. Juni 1857 und vor dem 1. Januar 1871) gebotenen, mchi mehr landfiurmpfi'chngen männlichen Deuiicheu find meldepflichtig. Daraus aber, daß eine Tätigkeit nicht allgemein oder besonders von der Meldepflicht ausgenommen ist, folgt' keineswegs, daß sie nicht kriegswichtig fei. oder— anders auSgedtückt— dax die in ihr Be'chättigten nicht als im Vaterländrichen.Hilfsdienst siebend zu gelten hätten. ES gibt zweifellos Betriebe vetichiederffter Art, dt« kriegswichtig find und doch m diese Au'zählung nicht an'genommen sind iz. Presse, Speditionsbetriebe. Banken, RechtSanwattichaft u. a.). Die Entscheidung, ob eine hilfsdtenstvflichtige Person bereit» im Hilfsdienst tätigest, steht nach wie vor allein dem Feststellung»- ausschuß zu. Sie hängt auch nicht allein davon ab. ob der Betrieb an und für sich kriegswichtig ist, sondern auch von der weiteren Feststellung, ob die Zahl der in ihm befchäflizten Personen nicht daS Bedürfnis übersteigt. Werden HtlfSdienstpilichtige durch den EinbetustmgSauStchaß herangezogen, die nach ihrer Auisafinng bereits im. Voietländtfche« Hilfsdienst tätig sind, io haben sie die Möglichkeit, den FejtftellungS- ausichuß anzurufen. Und eS braucht nicht einmal dt« Heranziehung abgewartet zu werden. Denn nach den VetfabrungSvorfchttste» können die FeststellunaSauSichüffe von jedem, der ein unmittelbares berechtigtes Jnteteffe Hai. aitgetuien werden. Erst diele Entscheidung des SuSsSnsteS. gegen die Beschwerde an die Zentralstelle zulässig ist, stellt fest, ob die Tätigkeit, die jemand bisher ausgeübt hat, als Vaterländischer Hilfsdienst zu betrachten ist oder nicht._' Verantwortlich ihr Peütik: Hcrmaau a>t»llee. Temrelbsi, jm den übrigen Teil d. LtalteS. Nlfrcv �Scholz,?ie.:tköll»: 12: Inserate: Db. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtZ Buchdruckeret». BerlagSansialt Paul Singer ch La Berlin 8V- Hterzu l Cct'age«nd lloterhaltungstzlatt. Nr. 81. 31. Mroiwz. M\m des JoriMrlf üerliner Holiislilatt. Freitag 23. Mm HM?. von öer Fraktion /lrbeiLsgSMeiafihafi— Zur Partei flcbeitsgememschast. Am 7- Januar lSI? � traten die Oppokition?gruvpcn und-grüppchen in Berlin zu einer Rrichskonferenz zusammen. Sie vollendeten damit die Parteiipaltung, der sie in fast ein- jähriger Agitation vorgearbeitet hatten. Der Parteiausschutz zog ans dem Ergebnis der OpposttionSkonferenz am Januar die Konseoucnz, indem er erklärte, dast sich die Opposition nunmehr offensichtlich selbst von der Partei getrennt' habe. Diese klare Sachlage patzte insbesondere der Sozialdcmo- Katischen Arbeitsgemeinschaft nicht. Sic mollte ihr unehrliches Sviel weiter treiben. Sie behauptete deshalb, daß sie das Recht habe, im Rahmen der Partei zu bleiben, d. h. sie wollte eine Partei innerhalb der Gesamt- Partei sein, mit dem Zwecke, diese von innen auszuhöhlen. Roch in letzter Zeit behaupteten Redner und Organe der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, datz es nur eine ReichStägSfraktion der Sozialdemokratischen Arbeitsgemein- schaft gebe, aber keine besondere Partei. Jedoch dieses unehrliche Spiel verfing nicht mehr. DeS- halb macht die Sozia!demokratiscl>c Arbeitsgemeinschaft ihm jetzt selbst ein Ende. Hierfür fügendes zum Beweis: Die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft bat an die ihr anhängenden Organisationen im Reiche einen Entwurf ver- sandt, der den Titel führt: „Lrganisations-Grundliuicn für die Opposition der sozialdemokratische« Partei Teutschlands." In den EinleitnngSsätzen deS Entwurfs wird die sozial- demo.ratische Opposition als der allein„Wahre Jakob" der grundsätzlichen Politik gepriesen und für die Zukunft— „wenn die im Heeresdienste stehenden Parteigenossen zurück- gekehrt sind und die Grundlagen einer freien Aussprache wieder hergestellt sind"— vurd eine ÄnSgestaltanz«ou Pro- gramm und Organisation der Partei nach den im Kriege uengcwonneoe« Erkenotuiffeu in Aussicht gestellt. Dann wird vorgeschlagen, datz sich die Opposition bis dahin auf folgende Grundlinien einigen soll: OrtS- und rsablkrclSorganisationen. Wo die alten Ortö- und KreiSorganisationen sich für die Opposition erklärt haben, bilden sie die Grundlage der Organisation. In den übrigen Orten und Kreisen ist eine selbständige Organisation der Opposition ins Leben zu rufen. Bezirksorganisatione». Die Wahlkreisorgamsationen schlietzeir sich zu Agitation?« bezirke« zusammen und bestimmen eine Bezirksleitung zur Führung der gemeinsamen Geschäfte. In jeder Bezirksleitung muh eine Ge- nossin sein. Zür zweckmähigen Erledigung der Agitation?- und OrganifationSarbeiten kann eine Untertcilung der Bezirke erfolgen. Zentrallcituag. Die Geschäfte der Opposition führt eine Zentralleitung. Die Zentrallercung beschh: auö einem Aiti-nslomitre und einem Betrat. DsS Aktionskomitee ist auf Berlin und Umgegenb, der Bei- rat aus den übrigen Bezirken zu mahlen. I» de» Sitzungen der Zentralleitung hoben die Mitglieder des Beirats dieselben Rechte©ie die Mitglieder des AkticulSkomideeS. DaS Aktionskomitee besteht aus zwei Vorsitzenden, dem Kassierer, den Schriftführern und den Beisitzern; darunter mutz eine Genossin sein. Höchstens ein Drittel der Mitglieder des MtionS« lmnitee? darf besoldet sein. KontrollauSschuß. Die Kontrolle der Zentralleitung übt ein Koatrollauöschutz, der auch über Beschwerden gegen die Zentrallcitung entscheidet. Mitwirkung der Bezirke. ttor wichtigen politischen Matznahmen hat die Zentralloitung die Vertreter der Bezirke zur Beratung zusammenzuberusen. . Ebenso sind die weiblichen Mitglieder der Bezirkleitunzens zu- sammenzuberufen, um die Matznahmen zur Förderung der Frauen- bewegung zu beraten. BeitragSketstnng. Vnt Organisationen der Opposition erheben die Beiträge in der bisherigen Weife weiter und führen mindestens 20 Proz. derselben an das AktionSicmitoe ab. ReichSkoafrrenz. Auf Beschlutz der Zentralleitung oder dar Mehrheit der Ve- zirkSvertreter hat eine RrichSkonferrnz stattzufinden, deren Zusammensetzung. Verhandlung und Deschluhfassung sich sinngemätz nach den Bestimmungen über den Parteitag regeln. Der ReichSkonförenz bat die ReichStegSvertrewng der Opposition über ihre parlamentarisch« Tätigkeit Rechenschaft abzulegen,-'-rnso die Zentralleitung über die Führung der Parteigefchäfte. Tie ReichSkonfercnz bestimmt bis Zahl der Mitglieder des Aktionskomitee», de» Beirats und des KontrollauSschusieS und wählt alle Mitglieder dieser Körperschaften. Dchlutzbestimmuns. Die finngemätz« demokratische Anwendung deS OrganisationS« statuts ist im übrigen Sache der Orte, Kreise und Bezirk«. Diese Grundlinien sollen, wie wir hören, aui einer neuen Re chskonferenz der Partei der Sozialdemokratischen Arbeits» ftemeinschaft beraten und beschlossen werden, die für Ostern geplant ist. Wer den oben abgedruckten Entwurf gelesen hat, wird nicht mehr bestreiten können, dasi die Sozialdemokratische ArbritSgemrinschast eine besondere Partei ist: eigene Leitung» eigene Finanzen, eigene vereine, die sich wieder nach AgitatianSbezirken zusammcn'chlietzen sollen, sind über das goinze Reich vorgesehen. Damit ist volle Klarheit geschaffen. Jetzt müssen die Lauen und Halben Farbe bekennen! Wer im Interesse der deutschen Arbeiterklasse für die Zeit im Kriege und nach dem Kriege eine starke, geschlossene sozialdemokratische Partei für nötiger hält denn je. der wird der Partei nicht nur die Treue bewahren, sondern mit ganzer Kraft für die Stärkung ihrer Organisationen und die Verbreitung ihrer Presse arbeiten. An dem gesunden Sinn der deutschen Arbeiter wird das Zerstörnngswerk derer scheitern. die am 24 März 1016 die Spaltung der Sozialdemokratischen ReichStagsftaktraktion berbeiiührten und genau ein Jahr später die letzte MySkc fallen lassen. Reichstag. 89. Sitzung. Donnerstag, de» 22. März. nachmittags 1 Uhr. Arn BundeSralSiisch: Kommissare. Die zwelie Beratung de» Etats des Netchsamts des Inner» wird fortgcietzk. Beim Titel„ReichZschuIkommission" ergreift da? Dort Abg. Schulz, Erfurt(Soz.): Datz da; Institut der Et n s ä d r t g- Fr e i w il li a en nicht mehr berechtigt ist. haben bereits vor dem Kiiege fachkundige Militärs zugegeben. Auch die Reichsichulkommiiston mutzte zu der Auffasiung kommen, datz dieses Institut weder den Bedürfnijien des Heeres noch dem.der Schule dient; statt dessen sollte die Volks- iSule aus eine Höhe gehoben wetden. die eine Verkürzung der Dienstzelt ermöglicht. Die Neichsschulkommiision toird leider die Initiative zu einem Vorgeben in dieier Richtung nicht aufbringen. wohl aber hoffe ich. datz die vom Hauptaus'chutz bearnragte Reich StÄulkonserenz. die gleich nach Beendigung deS Kriege« zusammentreten soll, in dieier Richtung wirken wird. Die Resolution vei langt kein ReichSichulgeietz und keme ReichSschul- behörden. wie meine Freunde und ich sie erstieben. Zwilchen Schulanfang und Schulend« liegen die grotzen Fragen der Schuliisorm, die die. wichtigsten.Kulturangelegenheiten des deutichen Volkes berührt. Daher darf die Beantwortung der grotzen Schulreiormiragen. nichl. dem Zuiall überlassen bleiben, nicht der Regelung durch 20 verschredene Staaten. Um sie einheitlich zu regeln, braucht man noch keine Reichs-Schulgesetz« ge&ung; aber die beantragte Reichsschullonierenz könnte einen moralischen Zwang zur einheitliche» Regelung aui die Bundesregierungen ansüben. Das Reich darf sich den wichtigen Slufgabcn auf dein Gebiete der Erziehung und de« Unter- richiS nicht entziehen. Die preotziiche Schulkoufer.-iiz von 1870 war auch von drei mchtpreutziichen Schulmännern besucht; dos ist be« zeichnend und beweist, Hotz die wichtigen zu behandelnden Fragen nick: auf einer preutznchen Konferenz mit dem ge- wünichten Erfolg erörtert werden können, datz es vielmehr auf einer Retchslonscreuz geschehen mutz.(Dravol bei den Sozialdemokraten.) Abg. Äuckhoff(Z.): Da« wichtige Problem de« Aufstiegs der Begabten ist gar nicht zu lösen ohne eine durchgreifende Reform de« Berechtigungswesens zum Einjährig-Frei- w i I l i g e n d i e n st. Am besten wird die Zulasiung zum Einjährig- Freiwilligendienst. falls dieser nberbaupt bestehen bleibt, von der Schule oani ioriaenammen nnd dem Heere i e I b st übertiogen. Die Resolution der Kommission, die eine ReichSschulkonrs- r e n z verlangt, werden meine politischen Freunde ablehnen; wir halten sie für überflüssig, weil im preutzischen Abgeordneten- haus eine prcntzische Konferenz beantragt und vom Kultusmin'ster zugesagt ist.(Beifall im Zentrum.) Abg. Dr. Kerschensteiner(Bp.):?lch habe mich stets gegen jede Zentralisation auf dem Gebiete des Schulwesens aus- gesprochen, die Schule braucht zu ihrer Entwicklung Freiheit, und die Elnzelstaaten gehen im Reglementieren schon zu weit. Staat- liche Zentralisation ist geradezu tödlich auf den Gebieten der Schule. der Religion und der Kunst. Der Staat gebe den Städten die nötige Freiheit, und das Gute wird sich durchsetzen. Ministerialdirektor Lrwalv: Die vorliegende Resolution läuft darauf h:nau». daS Schuiwewn om das Reich zu übertragen. Im .Tag' hat Herr Schulz in einem interessanten Aufsatz eS al? Zufall oezeichnet. datz bei Begründung deS Deutschen Reiches das Schul- wesen nicht-der Kompetenz oes Reichs unterstellt worden ist. Daö ist aber durchaus ke-n Zufall, sondern es ist histortsch. wirtschaftlich, kulturhistorisch begründet, datz das Schulwesen ein wesentlicher De- standteil der bundrsstaatlichen Hoheit ist. Wg. Dr. Ortmann(natl.) verteidigt das Einjährig- Frei- willtgen-Prtvlleg, teilt aber nicht die Bedenken gegen die Einberufung einer ReichSschutzkonferenz. Abg. v. Graes«(k.) erklärt sich gegen die Resolution der Kom- Mission, die ein« Enix-echiung der Einzelstaaten bedeute. Abg. Kunert(Soz. Arbg.): Wir stehen dem Antrag auf Einbe- rufung einer Reickiöschullonferenz durchaus sympathisch gegenüber. Abg. Dr. Junck(natl.) bespricht die Frage de: KriegSprt. m a n e r. Ministerialdirektor Lcwald: Für die Kr'regSprimaner werden überall besondere Kurse eingerichtet werden, zur Schul- dank brauchen sie nicht zurück. Abg. Dr. Sivkowitfch(Vp.) tritt für die ReichSschulkonferenz ein. Abg. Schnlz-Erfurt(Soz.): Die Resolution fordert nicht eine ReichSschul gesetzgebung. sondern eine ReichSschul k o n f e» renz. Diese verdient unbedingt den Vorzug vor einer preutzischen Schulionkerenz. Kollege Kerschenstciner �at den springenden Punkt meiner Ausführungen übersehen. Ich wünsche keineswegs den Pä- dagegen, den Lehrer stärker zu fesseln, sondern ich wünsche gute Schulen für das Volk. TaZ Reich kann sich nicht ausschalten lassen bei den Tchulfra�en, die zu den wichtigsten Kulturfragen deZ deut» scheu Volkes gehören.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Tie Debatte schlietzt. Die Resolution auf Einberufung einer ReichSschulkonferenz wird gegen die Stimmen der Linken abge- lehnt, die übrigen von der Kommission beantragten Resolutw- nen werden angenommen, die von den Sozialdemokraten und der Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft beantragten werden abgesetzt, dann wird die EtatSberatung unterbrochen zur Be- ratung deS Gesetzes zur Aenderung des ReichSstempelgesetzeS. Der Gesetzentwurf will den hundertprozentigen Zu- schlag zur ReichSstempelabgabe bei Grundstücksübertragungen. der vom 1. April 1917 ab wegfallen soll, bis auf weiteres aufrecht- erhalten. Abg. Dr. Spahn(Z.) befürwortet eine Resolution de? Zentrums. der Konservativen und der Nationalliberalen, wonach stmsatzstempel erlassen werden soll, wenn das Grundstück im Wege der Zwangsversteigerung zur Reitung von Hypotheken erworben ist. Abg. Keil(Soz./ spricht für einen Antrag, die Verlängerung de? GeietzeS bis zum 81. März 1920 zu befristen. Eine Neu- ordnung der ganzen Materie ist dringend notwendig. Abg. Dr. Arendt(Deutsche Fraktion) schlietzt sich dem Borred- n?r an. Nack weiterer kurzer Debatte, an der sich die Abgg. Zimmer. mann(natl.). Waldstein(Vp.) und Graf Westarp st.) beteiligen, wird da? Gesetz mit dem Antrag und der Resolution angenommen und sofort In zweiter und dritter Lesung erledigt. Hieraus wird die Beratung des Etats des R eichsam ts deS Innern fortgesetzt. Beim Kapitel Gesundheitsamt bemerkt Abg. Kunert(Soz. Arbg.): Die reichsgesetzliche Regelung de 5 Mu tter- und SäugiingSschutzeS ist noch nicht erledigt. ebensowenig ist da? Ttillaeld zur Regelleistung der Krankenkassen gemacht worden; beides Anträge, die bor wenigen Jahren einer besonderen Kommission für BsvölkerungSpolitik überwiesen wurden. Diese Kommisiion.hat sich gleich nach-hrem Zusammentritt auf vier Monat? vertagt und im Herbst noch einmal. Erst heute hat sie einen Tellbericht erstatte. Ein guter Anfang wäre, werm man die ArSeiterschutzbestimmungeu für Arbeiterinnen und jugendliche Ar- 1 Seiler streng befolgen mutzt. also die Ermächtigung für den Reich?- kanzlcr. sie aufzuheben, wieder outzcr Kraft setzte. Der Staatö- fekretdr nannte gestern den Gesundheitszustand der Bevölkerung einen guten. Man braucht sich nur einmal die Arbeiter und Ar- üeiterinnen anzusehen, wenn sie aus den Munitionsfabriken heraus- kommen, wie sie bleich daher schwanken. Tie Tuberkulose hat zu- genonunen. die Geschlechtskrankheiten ebenso. Wir haben eine Untere rnährunz, die an Hungersnot grenzt. Unsere Ernährung?- zustände, sind geradezu russische.(Beifall bei der Soz. Arbcitsg.) Präsident des Reschsgesundheitsamts Dr. Bumm: Der Vor« redncr übertreibt-gewaltig, wenn er von einer Hungersnot in Deutschland spricht. Wären die Verhältnisse so, tme der Vorredner sie schildert, so mutzte sich daS in einer Zunahme der Erkrankungen und Todesfälle zeigen; statt dessen finden wir einen so starken Rückgang der Erkrankung?.- und TwdeSsäll'e, daß der Staatssekretär mir Recht gestern den Gesundheitszustand der Bevölkerung einen ver- hältniömätzig befriedigenden nennen konnte. Präsident Dr. Kaempf: Der?khg. Kunert hat dem Kaiser und Kanzler die Schuld an dem Tod und Unglück von Millionen gegeben und sie damit als Ursache des Krieges hingestellt. Dafür rufe ich ihn zur Ordnung. lLebbaster Beifall.) Staatssekretär Dr. Helfferich: Auf den Schlußsatz des Abg. Kunert sage ich: Ein Deutscher, der gegenwärtig russische und deutsche Zustände in einem Atem nennt, beschmutzt sein Vaterstr.rd. (Lebbafter Beifall.) Abg. Hoch(Soz.): Ein Deutscher, der offenkundige Tatsachen anzweifelt, leistet seinem Vaterlande einen schlechten Dienst.(Schv richtig! bei den Sozialdemokraten und der Soz. ArbeitSg.) Tie Statistik kann uns noch kein abschlietzendes Urteil gestatten und der Herr Präsident des Reichsgesundheitsamts hätte daher nicht ein so erfreultckeS Bild der Gesundheitsverhültniffe der Bevölkerung malen sollen. Die Unterernährung wirkt geradezu fürchterlich und mutz auch auf die Gesundheit einwirken. Denrgegcnüber ist es be- rechtigt, auf noch mehr Sozialpolitik hinzudrängen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Tittmaun(Soz. Arbg.): Man kennt die Zustände sehr wohl, aber man gibt sich den Anschein, sie nicht zu kennen. In vielen' Beiricben lallen die Arbeiter tatsächlich vor Hunger um. (Unruhe.) Man soll dkm Lande doch nicht einen blauen Dunst vor- machen seitens der Regierungsverlieier.(Bizepräsident Dave ruft den Redner für diesen Ausdruck zur Ordnüng.l Präsident de? ReicksgemndheitsamlS Bumm: Herr Kunert hat e? hier so hingestellt als ob«ine ganz allgemeine Hungersnot in Deutschland herrscht. Das ist eine Uebcrtmbung ohne gleichen.(Lebhafte Zustimmung.) Abg. Kunert(Soz.): Weil ich deutsche Reaktionäre und russi'che Revolutionäre ,n Vergleich bringe, soll ich mein Vaterland beschmutzt haben. Ich wäre stolz daraus, wenn der Fortschritt bei uns vor- Händen wäre, der jeyt im russischen Reiche vorhanden ist.(Zustimmung b. d. Soz. Arbg.) Abg Lenbe iBp.): Bisher haben wir mir beobachten können, wie radikale Sozialisten im Auslände im Parlament Dinge vorbrachle». die ihr Vaterland schädigten. ES tut mir leid, datz daS jetzt auch im drulschen Reichstage geschieht.(Beifall.) Die Debatte schließt. Beim Kapitel ReichSversichentnzSamt wünsch Abg. Neckrr-ArnSberg(Ztr.). datz die.Krankenkassen kür die Kosten entschädigt werden sollen, die ihnen aus der Regelung der Kriegsschäden erwachsen. Abg. Hoch(2oz.): Wenn wir heute in der Krjtik enihaltsgm sind, so darf nicht eiwa gefolgert werden, datz keine Mängel be- stehen. Wir müssen die Velsicherung nach dem Kriege auf eine stuanziell gesunde Grundlage stellen. Dazu müssen aber jetzt schon die nötige« statistlichen Grundlagen geschaffen werden irnS ich frage, ob bereits an Aufgabe herangegangen ist. Ministerialdirekior EaSpar: Die Belastung der Krankenkassen durch die Kriegsbeschädigten ist schon lange Gegenstand ernsthafter Erwägungen. Auch die Frage faustischer Erhebungen über die Einwirkung der Kriegsschäden auf die Kranleukassen ist ein- gehend geprüft worden. Abg. Hcckmann(natl.) tritt für einen Anfrag Vassermann ein. wonach Rentcnempstingcr a»S den ReichSveisicherungegeietzen im Falle der Bedürstigleü angemessene Kriegszulagen aus Reichsmitieln erhalten sollen. Abg. Behren?(D. Fralt.) bittet, bei der Feststellung der Bc- dürftigken mit Wohlwollen zu verfahren. Abg. Cossmann(Z.) tritt ebenfalls für den Antrag Bass'cr- man»«in. Die Debatte schließt. Der Antrag Boss er mann wird an» genommen. Beim Kapitel„«nssichtsamt für Privatversicherung" weist Abg. Hildenbrand(Soz.) auf die Bereicherung der Versiche- rungSanstalten während deS Krieges hin. die aus dem pergütungs» losen verfall so vieler großer und kleiner Versicherungen eni- standen sind. Diese unmittelbare Folgc de» Krieges mutz geradezu als unmoralisch««usnuyung des Krieges bezeichnet werden.(Tebr wahr! bei den Sozialdemokraten.) DaS Risiko tragen ganz t.a Versicherungsnehmer. Von den Gcsellschastan ist ein Entgegen- tommen nicht zu erwarten. Sie wollen eine Aenderung der Be-- stimmungcn erst eintreten lassen— beim n ä ch st e n Krieg. (Lebhaftes Hört! börtt) Man mutz daher von Reichs wegen ein- greisen, und man kann das. Ein Antrag meiner Freunde weist einen Weg zur Abhilfe. Dieser Antrag schädigt die Gesellschaften nickt. Er stellt da» Mindeste von dem dar. was man für die geschädigten Versicherungsnehmer verlangen kann.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Di« Durchführbarkeit dos Antrages ist ganz zweifellos; denn die„VolkSsürsorge" verfährt bereits nach der in unserem Antrage ganz allgemein geforderte« Weise. Abg.«v Graes«(!.) billigt den Antratg und die Ausführungen des Vorredner». Abg. Behrens(Dt. Fr.) erklärt gleichfalls seine Zustimutung zum Antrag Albrccht. Ter Antrag wird dem Reichshau-ZhaliKauZschutz überwiesen. Darauf vertagt das Haus die Weiterberatung. Abg. v. LiSzt(natl., zur Geschäftsordnung): Fünf groß? Berliner Zeitungen haben über die gestrige wichtige Red« des Staatssekretär» nicht berichtet unter dem Vorwand des Vapiermangels. Ich krage den Herrn Präsidenten, ob er etwas Näheres darüber weitz? Staatssekretär Dr. Helfserich: Zur Aufklärung kann ich mit- teilen, datz vor 14 Tagen die betreffenden fünf.Zeitungen an den Reichskanzler eine Eingabe nnt einer Reihe von Wünschen gerichtet haben. Diene Eingabe ist dem Reich Samt des Innern überwiesen worden. Datz ein besonderer Papiermangel be? ihnen vorliegt, ist weder dem Reichsamt des Innern noch der Papier-- wirtschaftsstelle mitgeteilt worden. Die Entscheidung über die Eingabe wird natürlich unabhängig davon getroffen werden, ob meine Reden gebracht werden oder nicht. Abg. GrSher(Z.): Wenn die fünf Zeitungen sich herauZnebmen. einen Redner für eine wirkliche oder vermeintliche Tat durch Nicht- bringen seiner Rede zu bestrafen, so haben wir allen Anlaß, dieses Verfahren als völlig ungehörig zu kennzeichnen, doppelt ungehörig.- wenn dadurch ein Druck auf Papierzuwendungen.ruf Kosten der Provinzpresse ausgeübt werden soll.(Zustimmnng.) Aog. Schiffer. Magdeburg(nctIZ erklärt daS Vorgehen den fünf Blätter ebenfalls für nicht würdig der Presse und ihrer Bcr- antwortlichkeit gegenüber der Oessenilichkcii. Abg. v. Bayer(Vp.) Lejoni ebenfalls die Verpflichtung der Presse .zu einer objektihen Jnformicrunz de» Publikums. Hoffentlich »csi*« Sie berrsrjeuöen Ziitung�verleger sich rasch fasse» u»!> don etwas fiberstürzte» Spiel sich so rasch als möglich zurückziehen. Abg. Scheidemann(Soz.): Wir sind in der unangenehmen Lage, die andere Seite nicht zu hören. Aber wenn es richtig ist, daß die Zeitungen ihr Verlangen nach Papier zum Schaden anderer Zei- tungen erhoben haben, so läge der Vergleich mit der Brotlieferung nahe. Tas Papier ist für die Zeitungen Brot und kein Zei- tungsverleger hat mehr Anrecht als ein anderer. ?coch wichtiger ist, dosi die Presse hier als Zensor auftritt. Der Neich-Ztcg sowohl wie die Leifentlichkeit haben Anspruch auf eine ob- jcktive Berichterstattung über unsere Verhandlungen. Ich bedauere deshalb, daß die Zeitungen zu diesem Pressionsmittel gegriffen haben und hoffe, daß sie davon Abstand nehmen werden.(Au- stimmung.) Mg. Graf Westarp(l) und Abg. Dr. Arendt �Deutsche Frak- tions schließen sich den Vorrednern an. Abg. Tittmann(S oh. Arbg.l: Wir könnten ein Gefühl der Schadenfreude haben, daß Herrn Helfferich jetzt das gleiche trifft, was uns so oft trifft. Man kann die Dinge aber auch noch von dem Gesichtspunkt ansehen, ob bei der Presie nicht ein Akt der Rwtwehr vorlaz. Tie Regierung soll mit ihren Anforderungen an die Presse doch den Bogen nicht überspannen, und den Zeitungen nicht Zumutungen stellen, die sie beim besten Willen nicht erfüllen können. Ich würde mich freuen, wenn die heutige Aus- spräche dazu führt, daß alle Fraktionen gleichmäßig darüber wachen, daß in der Berichterstattung alle berücksichtig! werden. Präsident Dr. Aaempf: Die van dem Abg. Liszt an mich gestellte Frage kann ich durch die GeschäftZordnungsdebatte wohl als erledigt ansehen. Nächste Sitzung: Freitag. 1 Uhr.(Kurze Anfragen, Fortsetzung der Eratsberatnngen.) Schluß: S Uhr._ MgeorönetenhallS. So. Sitzung, Donnerstag. 22. März, vormittags 11 Uhr. Am Ministeriisch: Kommissare. Auf der Tagesordnung steht eine Petition de? Gemeindevor» standes Adlsrshof auf Schaffung eines Lastcnausgleichs iu Groh-Berlka. Die GemeindeZommission beantragt Usberweisung an bie Regierung zur Erwägung, ein Antrag der Konservativen, Freikonser- vatioen, Zentrum und Ngiionalliberalen Ueberweisung zur 23 e- r ü ckf i ch t i g u n g. Mg. Cassel(VpZ: � � Ter Antrag aus Berücksichtigung ist ganz heimlich und plötzlich eingebracht Wcwden. Ich beantrage Zurückweisung zip: Vorberatung an den Ausschuß. Jetzt kommen die östlichen Gemein- den mit dem Lastenausgleich. Wenn es sich um einen Anschlnh an Berlin handelt, sind sie nicht zu haben. Berlin soll nur die Lasten tragen, aber nichts mitzureden haben. Außerdem stehen die Ge- meinden gar nicht so schlecht da, wie behauptet wird. Tie schwachen Schultern der kleinen Berliner Steuerzahler dürfe« nicht belastet werden für die Wohlhabenden, die in die Vororte gezogen find, um Steuern zu sparen. Der Ausgleich ist verfassungswidrig, denn er widerspricht dem klaren Wortlaut von Artikel 23. Berlin hat 520 Millionen Schulden, wie kann man ihm da neue Lasten für andere Eemeindeu auch nur zumuten? Eine Zahlungsgemeinschaft kann es nickt geben ohne BrrwaltungSgemeinschaft. Aber seine Selbständigkeit läßt sich Berlin nicht nehmen, eS lehnt es ab, tributpflichtiger Höriger anderer Gemeinden zu werden.(Sehr richtig! links.— Hu-hu-Rufe rechts.-) Leider hat sich im Ausschuß ein Regierungskommissar ganz im Sinne der Petenten ausgesprochen. Ist das wirklich die Ansicht der gaszeu Regierung? Wrr bitten, nicht in einer solchen Weise die seder gründlichen Beratung spottet, uns schließlich die Lust an der Selbstverwaltung auszutreiben.(Abg. Band(k-s: Sie wollen bloß nicht zahlen!— Eiregicx Widerspruch links.) Die An- ficht dieses Herrn, der don den Dingen keine Ähnung hat(Sehr gut! links), und mit dem ich es aus bestimmten Gründen ablehne, wich persönlich auseinander zu setzen(Hört, hört! und Sehr gut! links). ist mir gleichgültig.(Beifall links.— Dr. Band: Danke gleichfalls., Wir sehen auf diesen Zwischenruf mit dem Gefühl herab, das er bei te�ort anständigen und ehrliches Menschen verdient.(Lebhaste Zu- frhmnmg bei der VollSpartei.) Die Selbstverwaltung hat Preußen groß gemacht. Stellen wir in dieser großen gewaltigen Zeit solche Prolekte. die Ruhe und Frieden zur Erörterung brauchen, zurück und stehen wir slkfi zusammen in Einheitlichkeit, um daS Vaterland zu sichern.(Stürmischer Beifall bes der Volkspartei.) Ein Regierungskommissar erklärt, die Regierung habe noch leine Stellung genommen. Der Tendenz der Petition aber stehe die Regierung sympathisch gegenüber.� � Abg. Dr. Lirvmann(notl.): Es ist eme Ehrenpflicht des Staates, für die Schwachen zu sorgen. Aber mann kann doch nun nicht die Gemeinden, die bisher in ganz besonderem Matze ihren kulturellen Pflichten nachgekommen sind, dafür in besonders hohem Matze zu den Schullaften ärmerer Gemeinden heranziehen. Ein Lastenausgleich, wie ihn die Detenten wollen, ist undenkbar ohne Schaffung einer übergeordneten Stelle. Q«zen eine solche aber webren sich gerade die Petenten entschieden. Ein Rezierungskommissar aus dem Finanzministerium wieder- holt, datz der Finanzminister zu der Frage noch nicht endgültig Stellung genommen habe. Man mutz unterscheiden zwischen der Frage eines LastenauSgleicheI überhaupt und eines Ausgleiches sich Grotz-Berliu. Abg. Dr. Würmeling(Z.) Ein Ausgleich der Lasten mutz statt- finden, namentlich der Schullasten. Mit Schlagworten kommt man hier nicht weiter. Es ist ein ungesunder Zustand, daß Millionärs- gemeinden wie Grunewald und Dahlem mit niedrigen Gemeinde» steuern bestehen, während die Vororte im Osten und Norden Not �iden._ �. Ein Schlutzantrag wird angenommen.— Abg. Dr. Rosenow (Vp.): Dieser Schlußantrag behindert mich. Ausführungen von viel- leicht ausschlaggebender Bedeutung zu machen.(Unruhe rechts.) Die Petition ist niemals in Jden Händen aller Mitglieder des Hauses gewesen. Auch im Kommissionsbericht ist sie niwt vollständig wie- dergegeben. Es sind überhaupt nur 20 bis S0 Exemplare au das Haus gekommen.(Hört, hört! links.) Berichterstatt« Abg. HauSmann(natl.): Di« Angriffe des Abg. Cassel find unbegründet. Wäre der KommissionSbmicht ein Machwerk, er hätte sich nicht so eingehend mit ihm zu beschäftigen brauchen. Abg. Cassel(Vp.): Ich halte alle meine Behauptungen aufrecht. Ten Antrag auf Rückderweisung ziehen wir nach den Erklärungen der Varteiredner zurück. Abg. Harnisch(Soz.): Wir nehmen den Antrag wieder aus. Der Antrag auf RückVerweisung wird gegen Sozial- demokraten und Fortschrittler a b g e l e h n t, der Antrag auf Ueber- weisung zur Berücksichtigung mit den Stimmen der Rechten Uns des Zentrums angenommen. Damit ist der Ausschuß- anirag erledigt.__ parlamentarisches. Ans der ReichStagSkommissiou für BevölkerungSpolitik. Am Donnersiag wurde derjenige Teil deS Arbeitsprogramm- srrngberaien. der sick, a»f die Bekamp iung der Geschlechtskrankheiten in Heer und Heimat bezieht. Zwischen den Vertretern der Medizinal« abieilung des'Heeres und den Mitgliedern der verschiedenen Parteien fand ein lebhafter MeinungsauZlauich über die mangelhafte Fürsorge für die Unter tu»ft reisender Soldaten m deck Großstädten, üb«' die Kasernierung der Prostitution im Osten, die allseitig verurteilt wurde, und über die Einbeziehung der Oksiziere in die militärische Heilbehandlung statt, iür die u. a. auch der Konservative v. Flemming wenigstens teilweise eintrat. Bon iozialdemokratiicher Seite betetligten sich die Genossen D a v i d s o h n und Dr. O u a r ck an der Debatte. Angenommen wurde ein Antrag Fatzbenderge Fälle. Dann wendete sich der Redn« zu den Matznahmen gegen die'französische Sprache. Auch jetzt bestehe noch d« unerhörte Zustand, daß gegen den Gebrauch der französischen Sprache selbst rn den Gegenden vor- gegongen werde, in denen noch eine ganze Anzahl alt« Leute wohnen, die niemals eins deutsche Schule besucht haben. Auch sie sollen bestraft werden, wenn sie auf der Straße oder an öffentlichen Plätzen französisch sprechen. Ganz besonders zeichnet sich hiettn der Gouverneur von Metz, General ö. Owen, aus. Alle Be- mühuogen, für die deutsche Kultur Sympathie zu«ringen, seien durch diese Wirtschast gefährdet. Es herrsche ein Spitzelwesen wie in d« schlimmsten Zeit der römischen Kaiserherrschast. Es sei die allerhöchste Zeit, daß mit dies« Wirtschaft in Elsaß-Lothringen ein Ende gemacht werde. Der Kriegsminister glaubte, hervorheben zu müssen, datz die vorgebrachten Fälle in ihren Einzelheiten noch nicht erwiesen sind. Bevor man ein abschließendes Urteil darüber sich bilden könne, müsse doch erst das Ergebnis der Untersuchungen abgewartet werden. Di« Verhandlung wird auf Freitag, S Uhr, vertagt. Staötverorönetenversammlung. 7. Sitzung vom Donnerstag, den 22. März 1917, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Michelet eröffnet die Sitzung nach 51h Uhr mit einem Nachruf für den verstorbenen Stadtv. LandSberg(Linke). Die Vottage wegen Denderung der Satzung der städri- schen Feuersozietat von 1794 wird einem Ausschuß über« wiesen, nachdem sich auch Stadtv. Hrntze(Soz.) dafür ausgesprochen hat. Die Stadt Berlin ist hinsichtlich der Wasscrwettsanlage in Heiligense an drei Grundstücken interessiert, die demnächst zur Zwangsversteigerung kommen. Um die auf diese Grundstücke eingetragenen städtischen Rechte nicht«löschen zu lassen, ist die Beteiligung d« Stadt an der Verfteigerung geboten. Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden. Tie Beratung des StadthauShaltplanS für das Rechnungsjahr 1917 wird darauf begonnen mit Kapitel l.Grundstücke, Kalkstein- bruch zu Ruderssorf, Dotationen, Renten' usw., Kap. IV„S ch u I- Wesen", Kav. V-Offene und geschlossene ArmenpF lege. Hospitäler, W arsenpflege, Fürsorgeerziehung. Obdach, DeSrnfektions- anstalt, Hilfsstation für gefchlechtÄranke Frauen, Nachlaßverwal- tuug". Beim Schuletat betont Stadtv. Dr. Jlaac(Linke) die Notwendigkeit einer höheren Lehranstalt vor dem Stralauer Thore. Stadtv. Dr. Wcvl(Soz.): Zu den-Verschiedenen Einrichtungen für die städtischen höheren Lehranstalten" kann man auch den schul- ärztlichen Dienst rechnen. Ist beabsichtigt, diesen Dienst nach dem Antrage auf alle höheren Lehranstalten auszudehnen, nicht nur auf die Realschulen? Stadtrneoizinalrat Dr. Weber bejaht die Frage. tum A r m c n eta t kommt tadtv. Dr. Rosenfeld(Soz.) auf die Verfügung des WadtratZ Doflern zurück wonach ehemalige Almofenempfänger, die jetzt aus- reichenden Verd-ienft gefunden hatten, zur Erstattung früher empfarr- gener Unterstützungen herangezogen werden können. Juristisch sei ja die Verfügung»ormal mr anrechtbar, ab« sie sei unsozial, und eine Armenv«waltung dürfe doch nicht bloß nach dem Buchstaben des Gesetzes verfahren, sondern habe auch soziale Rücksichten zu nehmen. Den Geist d« Verfügung habe auch der Kollege Momm- fen abfällig beutteilt; im EtatSauSichutz seien aber die Sozialdemo- kraten mit ihr« Kritik isoliert geWreben. Im Augenblick wollten sie die Angelegenheit nicht weit« verfolgen; man w«de abzuwarten haben, ob die versprochene möglichste Milde und Rücksicht bei der Ausführung der V«sügung wirklich geübt werde, und danach sei» Verhalte» einrichten. Eine weitere Diskussion findet nicht statt. Die angeführte» EtatSteile werden unverändert nach dem Entwurf festgestellt. Da- mit ist die Etatsberatung für heute erledigt. Der Rechnungsausschuß erstattet Bericht über de» Jahres« abschlutz der S-tadthauptkasse und der H a u p t st i f« tungSkaffe, sowie des LagerörichS der Stadt für 1914 und des Verwaltungsfonds der S P a r k a s f e für 1915. Die nachgewiesenen EiatSüberschreitunge» werden genehmigt. Der F e h l b e« trag deS Rechnungsjahres 1914 beläuft sich auf 5126781 M. T« Vermögensbestand der Stadtgemeinde betrug am 61. März 1914 455 Millionen, am Sl. März 1915 483 Millionen Mark; die Aktiven des Vermögensbestandes haben mit mehr als 1 Milliarde Mark eine noch nicht vagewefene Höhe erreicht. D« zuletzt 1911 fefwefetzte Gebührentorif für die Benutzung der ö'-'entlrchen Schlachthäuser der Stadt Berlin soll auch für das Rechnungsjahr 1917 Geltung behalten. Für schulpflichtige männliche Fürsorge Zöglinge soll zur Entlastung des Waisenhauses Alte Jakobstraße erne-Sammel. und Ver- ieilungSstelle im Erziehungshause Lichtenberg hergerichtet werden. Die Kosten werden mit 1300 M. bewilligt. Schluß: 7 Uhr._ Ms Groß-öerlin. Jugendfürsorge bei der Polizei« Polizei und Jugendfürsorge find zwei Tinge, die sich schwer miteinander veretnen lasten. Die Polizei kann Zungen Wege« Umhertreibens aufgreifen, sie kann Mädchen wegen frühzeitiger .Gewerbsunzuchl' verfolgen, sie kann bei Diebstählen und anderen GesctzeSverletzungen gegen die jugendlichen Täler einschreiten— doch Jugendfürsorge ist dies alles nicht. Die Einsicht, daß gegen- über Kindern und Jugendlichen nicht die Anwendung von Polizei- Verordnungen und GeseveSparagraphen, sondern eine persönliche Fürsorge daS Wichtigste ist, hat sich erst spät durchgerungen. Nach- dem aber das begriffen war, verstand sich'S von selber, datz man die Frauen zur Mitarbeit heran- ziehen mußte. Herangezogen hat man sie eigentlich nicht, sondern sie selber machten damit den Anfang, indem sie ihre Mitarbeit anboten. Daß bis jetzt im Deutsche» Reich erst 36 Frauen in dieser Tätigkeit stehen, ist zwar mehr als nichts, aber noch beschämend wenig. In Berlin find dem Polizeipräsidium zwei Fürsorgerinnen beigegeben, die Schwester Daube« für die Hilitstelle der Sitlenpolize, und die Füriorgedame Dittmer für die beim Polizeipräsidium eingerichtete Fütsorgestelle der Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge. Aus ihrer Arbeit erzählt Fräulein Dittmer in einem Vottrog, den sie dem .Verband der Boisenpfleget innen und oller kommunal- tätigen Frauen in Grotz-Berlrn" biett. Mir Hilfeleistung bei Fabn« düngen auf GesetzeSübettreter. etwa gar mit Bigilanten- oder Häscherdienste,>. haben die Fürsorgerinnen der Polizei nichl» zu tun. Ihre Aufgabe ist. schützend und helfend sich der gefährdeten Jugend anzunehmen, die der Polizei in die Hände gerät, nicht nur der Mädchen, sondern au» der Jungen. Da wird zum Beispiel für auföCQzißaa Jugendliche» die ihr« Familie entliefen, zunächst Unterbringung in einem Heim besorgt, gleichzeitig die Versöhnung mit den Eltern angebahnt und dann die Zurückiührung vermittelt. Die Vortragende hat gefunden, daß im allgemeinen die Arbeit an den Jungen leichter als an den Mädchen ist, die oft durch die Lsrwahrlosung rasch herunterkommen. Auch im Verfahren auf Ueberweimng zur Fürsorgeerziehung wirken diese Fürsorge- rinnen mit. wobei sie sich bemüben sollen, die Ueberweisung mäglickst rasch abzuwenden. Fräulein Ditlmer erwähnte einen Änaben, der sich viel umhertrieb und immer wieder vor Blumenläden aufgegriffen wurde. Nach Untersuchung durch einen Arzt wurde er auf dem Lande untergebracht, wo er feinen bis zum Krankhaften gesteigerten Hang zu Blumen befriedigen kann, ohne gegen die„Ordnung" zu verstoßen. Ein Zweig der Fürsorgetätig- keil ist auch die Erteilung von Rat und Auskunft an Jugendliche und an Familien. Frl. Dittmern Mitteilung, daß sie im letzten Jahr 7800 schrifiliche Anfragen zu beantworten hatte, zeigt die Gr öxe dieser Arbeit. Demgegenüber wurde in der Diskussion ge- fordert, durch Hinzuziehung von mehr FraUen eine Entlastung zu schaffen. Boraeschlagen wurde, durch Einrichtung von Kursen im Anschlug an die Tätigkeit der Fürsorgedame die praktische Ausbildung von Helferinnen zu fördern. Berliner Lebensmittelnachrichte». Die Stadt Berlin gewährt auch im Monat April den Kindern bis zum vollendeten zweiten Lebens jahrje 1 Pfund H a f e r s l o ck e n. Die zur Empiananahme berechtigenden Vorzugs- scheine werden von den Brolkommiisionen am 29., 30. und 81. März in der bisherigen Wcl'e nach Slraßenzügen verteilt. Die Hafer- flocken find in den bei den Brolkommiisionen bekannten auch durch Säulenanschlag veröffentlichien Verkaufsstellen erhältlich. Vom Sonnabend, den 2s. März an gelangen auf s Lebens- mitlelkarten und zwar den Abichnilt Nr 50 Vg Pfund Heringe oder Anchovis zum Preise von KS Pf. süf das halbe Piund in den durch ein Aushängeschild„Verkauf von Makrelen und Hermgen auf LebenSmiltelkarten der Slodtgemeinde Berlin" gekennzeichneten Geschäften und städtischen Marirhallenftänden zum Verkauf. Eine Kürzung der wöchentlichen Brotratio», die künftig nur etwa 1500 Gramm betragen wird, soll vom 1ö. April an Platz greifen. Als Ersatz werden wöchentlich S Pfund Kartoffeln zur AnS- gabs gelangen und die Fleischkarte wird durchweg aus 1 Piund pro Kopf und Woche erhöht werden. Näheres über diese wichtige Neu� regelung der LebenSmittelveneilung bringt unser heutiger Seit- prtikel.', De« LerNner Gemüscwuchcr wird fleißig fortgesetzt, als ob es gar leine Preisprüfnngsstellen mehr gäbe.'Das Gemüse ist zwar zum größten Teil verschwunden und nur die Teilnehmer an der öffentlichen Speisung erhalten hin und wieder einmal Weißkohl und Futterrüben schlechtester Sorte, ober, zum Schachern ist immer noch genug da. Der Berliner amtliche Rcarkibericht verzeichnete für Dienstag, den 20. März, folgende Großhandelspreise: Sellerie Schock 20— 80 M., Porree Schock 4—10 M., Merretlich Schock 40- 65 M., Peterstlienwurzeln Schock 20—35 M.. rote Rüben 40 M. und Spinat 80— 90 M. je Zentner.— Der amtliche Marktbericht wird vom 1. April ob nicht mehr veröffentlicht. Sollte das mit diesen ungeheuerlichen Zuständen zusammenhängen? Berkehr mit Hülsenftucht-Saatgut. Nach den im Reichsgesetz- blatt veröffentlichten Bekanntmachungen dürfen nunmehr Hülsen- fruchte auch zu Gemüseanbauzwecken nur abgesetzt werden, wenn sie von der Reichsbülsenfruchrstelle förmlich freigegeben sind, und zwar bedürfen dieser Freigabe auch diejenigen Mengen, ivelcke sich bereit« im Handel befinden. Alle Händlsr müssen deshalb derartige An» träge sofort bei der Reichshülsenfruchtstelle einreichen. Nur wenn «S sich um Mengen von nicht mehr als 125 Gramm handelt, kann daS Gemüie-Saatgut ohne Saalkarte ausgehändigt werden. Zu- widerHandlungen gegen diese Borschrislen stehen unter den hohen Strafen, die in der Saatverordnung vom 6. Januar 1917 ange- droht sind.•_ x.'. �; Eine BuSkMtftSstelle für Ersatinahruugsnnttel ist bei der Volks- wirtschaftlichen Abteilung des KrregSernährungSamtS gegründet worden, um dem Erfatzmittelschwrndel mehr als bisher zu begegnen. Zugleich hat Batocli ein Rundschreiben an die deutschen Bundesregierungen gerichtet. daS den beteiligten Behörden eine Reihe von Richtlinien für die Bekämpfung von Ersatzschwindeleien und irreführenden Bezeichnungen von Nahrungs- und Genußmiueln gibt. Die LandeSversicherungsanstalt Berlin hat daS an ihr Verwal- tungsgebäude anstoßende Grundstück in der R u n g e st r a ß e von den Kronerschen Erben gekauft. Auf dem Grundstück soll ein Neu- bau errichtet werden, worin sämtliche ärztlichen Einrichtungen der Landesvetsicherungsanstall Berlin lTubertulose-Stalion, Zahnklinik, ärztliche Abteilung, Beratungsstelle für Geichlechtsiranke) unter- gebracht werden sollen. Die vorbereitenden Arbeiten für den Neu- bau werden soweit gefördert werden, daß mit dem Bau nach Be- endigung de» Krieges begonnen werden kann. B-rtragSzykluS de? Roten Kreuzes. Der letzte Vortrag für Schwestern. Hilfsschwestern und Helferinnen des Roten Kreuzes, den die Abteilung für Helferinneu und Hilfsschwestern veranstaltet, findet am Sonnabend, den 24. März, abends 7>/, Uhr, in dem Festsaal des Abgeordnetenhauses fPrinz-Albrecht-Strahe 5 und Leipziger Straße 4) statt. Universilätsprofefsor Dr. Lendix spricht über Säuglings- und Kinderpflege. Engelbert Graf, der bekannte Geologe, wird am kommenden Sonnrag die erste naturwisienschastliche Führung des Allgemeinen Märkischen Touristen-Bundes leiten. Treffpunkt.: VgO Ubr Bahnhof HermSdorf. Abfahrt: 8.01 Uhr Stetliner Borortbahnhof. „Der wahre Jakyb" Nr. 6 gelangt heute, Freitag früh, zur Ausgab«. Die nächsten BoltSlonzerte deS Philhannonische» Orchesters finden am Donnerstag, den 29. März, in den Germania-Pracht- fälen, Chausieesir. 110, am Sonnabend, den 7. April, im Stadt- lheoter in Moabit, AIi-Moabit 47/48, und am Freitag, den 20. April, in den Germania-Prachtiälen. Chauffeestr. 110, statt. Beginn der Konzerte 8 Ubr. Der Vorverkauf zu den Volkskonzerlen findet statt in der Zentralstelle für Volkswohlfahtt, Augsburger Str. 61. in der Berliner Gewerlsckanskommiision. Engelufer 15. Zimmer 13, außer Sonnabends nochmiltags, und in den betreffenden Konzerl- fälen. Die im Vorverkauf nicht untergebrachten Karten werden abends an der Kaste verkauft. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. Raffeiieröffiiung 7 Uhr. Admiralspalast. Am Sonnabend, den 24. März, findet in der Eisarena dcS AdmiralSpalosteS die Erstaufführung des phantastlschen Balletts.Abrakadabra" von Leo Barluichek, Musik von Julius Einödshofer, statt. Ein Strahenbahnzug und ein Omnibus der Linie Frankfurter Allee— Groß-Görfchenstraße fließen am Donnerstagabend an den Kolonnaden in der Leipziger Straße zusammen. Der besetzte OmnibuS wurde auf den Bürgerfteig geschleudert. Ein Fahrgast erlitt Verletzungen. Die Deichsel zerbrach und den Pferden, die auf dem Pflaster lagen, wurden die Geschirre zerrissen. Kampf zwischen Einbrechern und Polizisten. Eine aufregende Verbrecherjagd fand in der Nacht zum Donnerstag in der D r o n t- heimer Straße statt. Dort beobachteten Schutzleute, die sich auf einem Streifgange befanden, wie vier Männer im Begriff waren, in einen Bäckerladen einzudringen, während ein fünfler draußen blieb, um die Einbrecher zu decken. Die Beamten riefen soson Hilfe berbei, und dann drangen sie, nachdem sie den Schmiere- steher übetwältigt hatten, in den Bäckerladen ein. Die überraschten Diebe gaben auf die Beamten fünf Schüsie ab. die sämtlich fehl ginge». Nun zogen auch di» Schutzleute die Revolver uud ver- wmtdeien einen der Einbrecher schwer, während eS den übrigen dreien gelang, zu entkommen. Der Verwundete ist ein 25jähriger angeblicher Arbeiter Studre aus der Soldiner Straße. Seine Helfershelfer zu nennen, weigert er sich, die Polizei ist ihnen aber bereits auf der Spur. Eine entsetzliche Familientragödie. In dem Hause Goß! er» straße20 in Friedenau tötete Donnerstag vormittag der 40 Fahre alte Kaufmann und Bauunternehmer Paul ZieSke durch drei Schüsse seine 34 Jahre alte Frau Auguste geb. Klein. Dann erhängte und erschoß er sich selbst. Zieske beschäftigte sich zu» letzt mit Bauunternehmungen und besaß zeitweilig mehrere Häu'er. Er ging ober wirtschaftlich sehr zurück und bewohnte seit längerer Zeit das Mansardengeschoß des Gartenhauses Goßlerstraße 20. Auch das Familienleben litt wohl unter den schlechten Geschäflsverhält- nissen. Schon Mittwoch abend äußerte Frau Zieske zu der Pförtner- srau, daß ihr Mann gedroht habe, sie erschießen zu wollen. Donners- tag vormittag gegen 9>/, Uhr schrie sie plötzlich aus ihrer Wohnung heraus:.Hilfe, mein Mann will mich er'chießenl" Die Pförtner- srau traute sich aus Furcht nicht hinaus. Gleich daraus fielen vier Schüsie. Als man jetzt in der Wohnung nachsah, fand man beide Eheleute tot auf. Die Frau hatte drei Schüsie in den Kopf er- halten. Zieske hatte sich an der Tür erhängt und eine Kugel in die rechte Schläfe gejagt. Die Frau mit dem Scheuerrohr. Seit läitgerer Zeit wurden im Hansaviertel Einbrüche von einer Frau verübt, die auf den Hinter- treppen der Wobnungen Scheuerrohr anbot. Am Mittwoch bemerkte ein Mädchen in der Altonaer Straße, wie sich eine Frau, die ein Päckchen Scheuerrobr bei sich trug, an einer WohnungStür auf der Hintertreppe zu schaffen machte. Als sich die Frau beobachtet sah, zog sie rasch einen Gegenstand, wie sich nachher ergab, einen Nach- schlüsiel, auS dem Schloß heraus und wollte verschwinden. Das Mädchen verfolgte die Verdächtigte und ließ sie auf der Straße ver- baffen. Sie wurde festgestellt als eine Händlerin Margarete K ü n z e l aus der WilSnacker Straße, die auf ihren Klingelfahrten die Einbrüche verübt und an Geld, Eßwaren und anderen Sachen gestohlen hatte, was sie in den Küchen fand. y\m öen Gemeinden. Kür den Lastenausgleich! AuS der Neuköllner Stadtverordnetenversammlung. Neuköllns Haushaltsplan für 1917 lag der Siadiverord« netenversammlung gestern zur zweiten Beratung und Beschlußfas- sung vor. Der Ausschuß empfahl Ann-chme en bloc. Die Debatte erstreckte sich hauptsächlich auf die für die Finanzen der Stadt wich» tige Frage des Lastenausgleichs. Stadtv. Scholz(Soz.) führte au», das Ergebnis der Etat- beratung fei infolge der ungünstigen Finanzlage durchaus mager ausgefallen. Besonders müsse man bedauern, daß die Erhöhung de» GaSpreises und der Kurkosten nicht habe vermieden werden können. Bemängelt habe der Ausschuß die Höhe der Provinzial- kosten. Neukölln sei da bedeuiend stärker belastet, als es seinen Steuereinahmerr entspreche.— Gen. Scholz erörterte dann den Streit um den Lastenaus gleich, der namentlich in Berlin so- viel Aufregung hervorgerufen hat. Nachdem heute das Abgeord- netenhaus beschlossen habe, der Regierung die diesbezügliche Pe- tition zur Berücksichtigung zu überweisen, sei die Angelegenheit zu einem gewissen Abschluß gelangt. Soll'der Ausgleich kommen, den wir— erklärte Gen. Scholz— für durchaus berechtigt halten, so darf er nicht bis zur Beendigung deS Krieges vertagt werden. Aber wir wünschen, daß dabei das freie SelbstverwallungSrecht der Gemeinden gewahrt wird. Uebrigens sollte bei solchen Angelegen- Heiken, die ja nicht nur den Magistrat interessieren, der Stadtver- ordnetenversammlung die Möglichkeit zur Mitarbeit gegeben wer- den. Jetzt nuiß versucht werden, die Grotz-Berliner Ge» meinden zu einem gemeinsamen Vorgehen zu verau- lassen. Scholz gab dann für die Sozialdemokratische Fraktion fol- Aplda Erklärung ad: Die Sozialdemokratische Stadwerordnetcn- Traktion erkennt die zwingende Notwendigkeit eines Lastenausgleichs unter den in Betracht kommenden Gemeinden Groß-BerlinS on.- Für die kommunale Entwicklung Groß-BerlinS ist cS ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand, daß durch die Gemeinschaft der Groß- Berliner Gemeinden ein Teil derselben in die glückliche Lage ver- setzt wird, wirtschaftlich und finanziell so leistungsfähig zu fern, um allen an sie herantretenden Aufgaben gerecht werden zu können, ohne mit Besorgnis in die Zukunfi sehen zu müssen. Hingegen sind andere Teile, besonders die östlichen Gemeinden, außerstande, ihre Verpflichtungen und ihre sozialen und kulturellen Aufgaben zu erfüllen, ohne den wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch vor Augen zu sehen. Durch den Kriegszustand ist die schleichende Krisis akut geworden. Eine schleunige Beseitigung dieses ZustandeS. erscheint uns dringend geboten. Wir halten es aber im Interesse der betelligten Gemeinden, des Selbstverwaltungsrechtes derselben und eines gedeihlichen und gut nachbarlichen Zusammenarbertens für erforderlich, daß über die Form und Art des SastenausgleichS im Wege freier Vereinbarung zu- nächst eine Verständigung herbeigeführt wird, um dann im Sinne dieser Verständigung auf die Gesetzgebung wirken zu können. Wir sind besorgt, daß sonst von den gesetzgebenden Körperschaften den Gemeinden ein Gesetz aufoktroyiert werden könnte, da» unserer l�undsätzlichen Auffassung über das Selbstverwaltungsrecht und daS Pelbstbestimmungsrecht der Gemeinden zuwider läuft. Deshalb er- warten wir, daß von zuständiger Stelle, sei es vom Magistrat Neu- köllnS oder Berlins, die Initiative ergriffen wird, um mit den maß- gebenden Personen, Oberbürgermetstern und Fraktionsvorständen, in Fühlung zu treten. Dieser Vorschlag hatte nicht den Beifall der bürgerlichen Frak» tionen. Stadtv. Abraham will jetzt der Regierung die Angelegen. heit überlassen. Aus Beratungen über gemeinsames Vorgehen der Gemeinden werde, wie nach den Erfahrungen mit dem Zweckver- band anzunehmen sei, wohl nichts herauskommen. Zur Regie- rung habe er das Vertrauen, daß' sie die Frage lösen wird. (Genosse Wutzky: Zum Herrenhaus auch— f) Die Regierung werde eins Lösung finden, die niemand zu Liebe und niemand zu Leide ist. Auch Stadw. Emmeluth meinte, man könne jetzt alles Weitere der Regierung überlassen. An maßgebender Stelle wird man, versicherte er, einsehen, was uns not tut. Stadtv. Scholz erwiderte, dre Zurückweisung deS durchführbaren Vorschlages der Sozialdemokratischen Fraktion sei zu bedauern, weil diese Haltung die Sache für die Gemeinden erschwere. Noch ehe die Regierung sich auf einen bestimmten Entwurf festlegt, sollten die Gemeinden ihre Wünsche äußern. Stadtv. Abraham bezweifelte, daß Verständigung zwischen den Gemeinden möglich sei. Er erinnerte an Berlins Hartnäckigkeit in dem Schullastenstreit Neuköllns. Sadtkämmerer Arlart stimmte der Klage über die Unbilligkeit der Provinzialsteuerveranlagung bei. Ueber die vom Magistrat zu erwartende Stellungnahme zu dem Vorschlag einer interkommu- nalen Verständigung bezüglich des Lastenausgleichs sagte er nichts. Der Haushaltsplan wurde dann«r dloa ange- n o m m e n._ Abstempelung der neuen Lebensmittelkarten in Neukölln. Auf die neuen LebenSmiltelkarten dürfen die von der Stadtgcmeinde zum Verkauf gebrachten Lebensmittel nur in den Geschäften be- zogen werden, in welchen die Inhaber aus die HauskaltungSkarte zum Bezüge von Kolonialwaren angemeldet sind. Nach Mitteilung des Magistrats mutz in der Zeit vom Freilag. den 23. März, bis Dienstag, den 27. März 1917. die Rückseite der AebenSmittelkarte mit dem Firmenstempel und Nummer der Kunden- liste vom Kleinhändler versehen werben. Die Kleinhändler dürfen nur Karlen zur Abstempelung derjenigen Personen entgegennehmen, welche bei ibnen in der Kundenliffe für den Bezug von Kolonial- waaren eingetragen sind. Eine Ummeldung ist in keinem Falle zu- lässig. Abgabe von Mehl in Wilmersdorf. In der Zeit vom 23. bis emschltetzltch LS. März können auf Abschnitt L dar roten Bezugskarte für Einzelpersonen 200 Gramm Roggenmehl entnommen werden. Wiederaufnahme des Unterricht« an de» WilmerSborfer Schuir«. Da die Schwierigteiten der Äoblenversorgung sich verringert haben, wird an den sämtlichen Lehranstalten der Stadt Wilmersdorf der Unterricht am heutigen Tage wieder aufgenommen werden. Aus der Gemeindevertretung Wittenau-Borsigwalde. Die Ge- meindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sitzung im wesent- lichen mit der Feststellung des neuen Gemeindeetats. Den Wünsche» der Grundbesitzinteresseuten und Industriellen entsprechend wurden die Kanalisationsgebübren von 6 aus 5 Proz. ermäßigt. Aus der Besprechung der Voranschläge ist zu erwähnen, daß dre Gemeinde- Verwaltung einen Zuschuß von 103000 M. braucht. Für Schulzwecke sind 153 000 M. erforderlich, die Armenverwaltung braucht 69 000 M. Zuschuß. An G eme i n d e e in ko mm e n st e u e r sollen 827 000 M. ausgebracht werden: der Zuschlag zur Staats- einkommensteuer ist wie im Vorjabr aus 160 Proz. belassen worden. Die Gememdegewerbesteuer bleibt mit 200 Proz. bestehen; die Grundwertsteuer ist von 3,5 auf 3 resp. von 7 auf 6 Promille herabgeietzt worden. Die Umsatzsteuer soll 30 000 M., Wertzusatz- (teuer 2000 M.. Blerstener 9000 M., Hundesteuer 2000 M. und die Lustbarkeitssteuer 500 M. erbringen. An Kreissteuern sind 136 000 Mark zu zahlen gegen 93 000 M. im Vorjahre. Da das Gas- werk zurzeit wegen des Kohlenmangels und der vielen Mängel in der Gaslieferung nicht rentabel ist, so wird ein zehnjähriger Ver- trag mit der Siadtgemeinde Berlin auf GaSlieserung vom Tegeler Werk abgeschlossen. Die dazu sofort in Angriff zunehmenden Rohr- Verlegungen dürften etwa 60 000 M. erfordern. Man hofft damit die Gaskalamität, die öfter ganze Werke zum Stillstand zu bringen drohte, beseitigt zu haben. Eine GaspreiSerhöhung um 2 Pf. pro Kubikmeter ließ sich dabei leider nicht vermeiden. Die vom Märkischen ArbefisnachweiS angeregte Errichtung eines für die nördlichen Vororte gemcinschaflltchen Arbeitsnachweii� wurde zunächstabgelehnt. NachBe« endigung des Krieges soll ein eigener Nachweis errichtet werden.— Die von den Imperator werken(bisher Zyklop) gewünschte teilweise Einziehung der HermSdorfer Straße erregte bei der Gemeinde» Vertretung so große Bedenken, daß erst noch weitere Erhebungen über die dortigen lebhasten Verkehrsverhältnisse erfolgen sollen.— Zum Schluß der Sitzung machte der Bürgermeister noch Mitteilimgcn über den Ankauf von Lebensmitteln, die auch im Bedarfsfalls an Fabrikkantinen abgegeben werden können. 160 Proz. Zuschlag in Friedenau. Der Gemeindevorstand von Friedenau hat die ursprüngliche Absicht, den Zuschlag zur Staats- einkommensteuer von 150 auf 170 Proz. zu erhöhen, fallen gelassen und in dem letzt aufgestellten Entwurf des Voranschlages nur eine Erhöhung auf 160 Proz. vorgesehen.— Ferner schlägt er vor, die Hundesteuer auf 50 M. für den ersten und 80 M. für jeden weiteren Hund zu erhöhen. Lebensmittclnachrichtru aus Friedrich Sfelde» Karlshorst. Auf Lebensmittelkarte Reihe I Abschnitt f werden den Einwohnern in den Geschäften, wo dieselben in die Zuckerliste eingetragen find, pro Kopf 250 Gramm Flcffchware, entweder Rollschinken pro Pfund 10 M.. Speck oder Schinkenspeck pro Pfund 9,20 M. oder Mettwurst pro Pfund 7,50 M. verabjolgt. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Frtcdrichsfelde-KarlShorst: Freitag, den 23. März, abends 7'/, Uhr, im Sitzungssaal, lSyrnnafium. TreSkow-Alle«. Diese Sitzungen find öiienlli». Jever Simeindeaugehirig« ist be- rechtigt, ihnen all» Zuhöre, beizuwohnen. Groß-Serliner parteinachrichten. Mahlsdorf.(Ostbahn). Mitgliederversammlung Sonnabend. 24. März, abends 8 Uhr. bei Herrn Anders, Bahnbofstraße. 1. Vortrag des Genossen Paul Müller, Karlshorst; 2. Innere Parteiangelegenhsilen. Um pünktliches Erscheinen bittet der B.- zirlsvorsitzeude.._ Gerichtszeitung. Zeitnugöhandler und Postgesetz. Durch Beförderung von Zeitungen über eine Strecke von zwei Meilen hinaus, sollte sich der ZeitungS Händler Hintze gegen die Be- stimmungen des PostgesetzeS vergangen haben, die für eine Strecke von mehr als zwei Meilen nur die Beförderung durch die Post zu- lassen. Hintze hatte nämlich monatelang in Potsdam den.Berliner Lolal-Anzeiger", die Morgenausgabe, wie die Abendausgabe, ver- trieben. Er fuhr des Morgens, wie des Nachmittags zu diesem Zwecke mit etwa 100 Exemplaren von Berlin mit der Eisenbahn nach Potsdam und verlauste dort die Zeitung im Einzelverkauf nach Händlerart an den verichiedensten Stellen. , Das Landgericht in Berlrn I verurteilte ihn wegen Uebertretung der§Z 1 und 2 des PostgesetzeS vom 28. Ottober 1871 zn einer Geldstrafe von 2680 M. und zum Ersätze deS hinterzogenen Post. portoS, daS auf 670 M. berechnet wurde. 8 1 behalte eS der Post vor, politische Tageszeitungen gegen Bezahlung von Orten mit einer Postanstalt vorhandenen Orten mit einer Postanstult zu befördern, ausgenommen eine Strecke von zwei Meilen im Umkreis. Potsdam sei weiter entfernt. In der Beförderung der Zeitung von Berlin nach Potsdam, die der Angeklagte monatelang taglich fortgesetzt habe, liege eine unerlaubte Beförderung im Sinne des§ 1. Das Kammergericht verwarf die gegen dies Urteil ein- gelegte Revision mit folgender Begründung: DaS Landgericht habe verneint, daß Angeklagter, der ZeitungShändler sei, mit Rückficht auf gewisse Umstände als Angestellter der Firma Scherl anzusehen wäre. Im übrigen sei aber ganz selbstverständlich, daß auch ein Angestellter eines solchen Verlages die unbefugte Beförderung nicht vornehmen dürfe. Nun käme noch die Bestimmung deS§ 2 in Bettacht, wonach die Bestellung politischer Zeitungen und von Briefen durch expresse Boten gegen Bezahlung gestattet sei. Der Begriff deS expressen Boten fetze aber voraus, daß jemand vo» einer Person zu einer bestimmten andere» Person nach einem andern Orte, geschickt werde. Dieser Fall liege hier schon deshalb nicht bor. weil der Angeklagte in Potsdam die Zeitung nicht an bestimmte Leute abzugeben hatte, sondern sie beliebig ver- kaufte. Die Strafe sei zutreffend aus den vierfachen Betrag de« hinterzogenen Portos mit 2660 M. bemessen worden. Dagegen habe das Landgericht lein Recht gehabt, außerdem noch den Ange- klagten zum Ersatz des hinierzogenen PortoS von 670 M. zu verurteilen. Diese Verurteilung zu dem Ersätze der 670 M. sei aus- zuhcben. Im übrigen sei aber die Revision zu verwerfen. In dem großen Prozeß wegen KncgSwucherS in der Form des KetteuhandelS mir gesalzenem Rindfleisch, der drei Tage lang die 1. Strafkammer de« Landgerichts I beschäftigte, verkündete der Bor- sitzende Landgerichtsdirektor Hager gestern nachmittag daS Urteil. Danach wurden die Angeklagten Schlächtermeister Otto Frank und Vermittler Fritz L ö w h freigesprochen. Bei allen übrigen Angeklagten nahm da» Gericht den Tatbestand der übrigen Preissteigerung iür erwiesen an. ES wurden verurteilt: die Kommiisionäre Max Sounenfeld und Paul Vogt(Kattowiy und Deuthen) sowie der Schlächtermeister Anton F e h l a u zu je 10 000 Mark Geld- strafe, die Angeklagten Otto P o l l m a n n, die Brüder Winnes» b e r g in Mühlheim a. R. sowie der Angeklagte Neumann zu je 5000 Mark, die Angeklagten Vermittler Joseph Krautnig zu 3500 Mark Geldstrese, im NichtbeitreibungSfalle zu je einem Tag Gefängnis für je 10 M. mit der Maßgabe, daß der Höchsibetrag der Gc'ängnisstrafe ein Jahr nicht überichreiten darf. Wer Kriegsanleihe zeichnet, fördert den Frieden. Mus a!'e? Welt. Ter gut Placierte Werbcaufruf. (SS ist immer«ine peinliche Siluation, wenn ein Vnlieöier bor dsn Eliern der AuSerwäblien steht und der Antwort auf leinen �ehrenvollen Antrags barrt. Meistens wird ja ein„Korb" in eine lehr weiche Umhüllung gekleidet. Doch bört der Bewerber a»S ollem mir da« Nein. Bekonders bösartig läht aber Georg v. Ompteda in feinem Roman„Die sieben Geinopp"—„Magdeburg. Zeitung", MitwgSblalt vom t6. März— einen waschechten Leutnant bei dem «rwäblien Herrn Schwiegerpapa abblitzen. Er lägt diesen, wie die Magdeburgrsche»VolkSstimme' festnagelt, folgende schöne Rede halten: ... Ich kann Ihnen gugleich die yerlichrrung geben, daß unS— und ich weiß, daß ick im Sinne meiner Frau spreche—. daß uns kein Schwiegersobn willkommener sein würde als gerade Sie, von dem ich erst heut« von Ihrem Kommandeur die schmeichelharieslen Dings gehört habe. Aber— die Sache Hai nämlich ein Aber— Aus Gold wird Munition. Munition spart deutsches Blut. Trum zeichne seder. soviel er kann, KrirgSanleihe. Für einen armen Leutnant ist dies»Aber..«uiiach ver- nichtend. Wcim er die Brau» sich erst durch KriegSanleche erkaufen soll... Vriefkasten üer NeSaktion. <8. 191ß. Das Buch kbirnen Sie beziehen durch unsere Buchhandlung. Lindenfw. ti. Preis SM.— W. ff. 7. Soweit uns bekannt, bändelt es sich um Aue lau ds wäre, die keiner Preisbeschrän lunz unterliegt.— 9t.®t- 92. An die ma'chinentechnifche?tbteiiung iür daS Eisrnbahnwisen, Berlin W 9. BoBflr. 84—85.— G. 80. Nicht für den Del-tschen Kaiser, sondern sur de« Kän!g von Preußen beträgt d!s ZivlllMs I92!9 2S0!f, — M. 17. i>o. er kann nach dem Militär stratgesevouch mit mittlere!« sbn strengem Arrest rrtäit unter 14 Tage auch mit Gefängnis bis»u S>>ohrm beftrast werden.— W. 15. Zeitlich untauglich wegen schwerer ff-roen» ertrankung.— M. D. 8. Aus Witwenrente hatten Z't nur An?rnrch. wenn Sie selbst im Sinne des GeietzeS invalid sind. Sie bätien aber au? Grund Jdrer g« lebten Marken Witwengeld erhalten: der Anlvruch ist aber oerjäbrt.— Pankow 42. Beschwerde muß beim zuständigen Bor- mundschaitSgertcht(Amtsgerichts gestellt werden.— F. W. ti. Kirchensteuer für Iore Frau müssen Sie für das ganw Aaste zahlen.— C. 7. Aa. — Rußland 32. 1. Ja. 2. Do» einem solchen Artikel ist uns nichts se- kannt. Jedenfalls tönnen Sie nach den Bestimmungen des GeketzeS zum Hilfsdienst herangezogen werden— W L. Die llnterstätzung wird in virfem Falle wahrscheinlich abgelehnt, weil sich in den Berhaltnissen nach der KricgSlrauiing nichts geändert hat und Bsdürstigtett deshalb nicht als vorliegend erachtet wird._ SX'rtteransfliNte* fftr o«s mitttrre hfarBventfctitaii»»cS Sonnabend mittag. Zeitweise heiter, jedoch überwiegend bewölkt, ohne erbeblich« Niederschläge; außer am Rittag Frost. Geschäftsbericht der Dresdner Bank rar 1916. D«r WeTtJcilKK%at s«»Nxeik'el««» wlhrenfl verflossen«» Jahres «ho dsutsrheo Wirtaebarinleben ein ihniiclics GeprS�e wie im Jahro IWö R«fi:eben Die deiztsrlie Volkswirfscbalt Ist in ihren(• rundfesten unvrfohüttcrt «nd irü�c dea veründerten Verbültnissca dank der Anpascunffpffihigkeit und OpferwfHiaheit nlsbi mir der sehaffenden Stände.!»«nderB aoeli de» gesamten Volke» in hervorragendem Ifasso neehrung. Wir können un» unter d enen T�mstftnden darauf heeehr&nken. aar die noch heute Kutreflendes AasiÜbningen unseres vorjßhrlgea Beriebiea ira veiwpfse». Der Geldbedarf dr« Reiebes för die KriegfCfiranff veranlasste die Aus* gab« der vierten«nd kllnfteN kcrieg�anieihe welehe wiederum einen a»s»«r- ordentliebe» �e'ehnungserteig atKfn weinen hatten Wir vermdebten eu diesem Tfir'olir« i» erhebliehera Umfance beisutragen. r,o dass diu Gesamtsumme der auf die fünf Kriegsanleihen von uns helgebrae'nten Zelebnongen die Ziffer ▼od 2J/t Milliarden Mark Vhersehreifr. Die unverfiaderi anhaltende Flüssigkeit �e» Gcldu arktea darf a'p eine Gewäl r dafür betrachtet werden« das« auch die»eiteren für die Fortsettung und Beendigung de» Krieges eriorder iehen Mittel ohne Schwierigkeit aufgebracht werden, und berechtigt Insheao'derp r.o der Erwartung, dass der gerade jeftt rur Ausgabe gelangenden srcfasten Kriegsanleihe wiederum ein gmsser Erfolg besebied�n sein wird. TTm der andauernden Kacbfroge nach unserer �leinen Schrift„Die wlrt- »ehaftllchen Kräfte Deutse bland»", die überall grossen Anklang gefunden bat. gereebr werden»u könren. haben wir uns entschlossen, demnächst das Bueb in dritter Auflag« erfcbeineu eu lassen. Im allgemeinen wird dasselbe aller, ling» neue Zahlen hinsichtlich der Krieg» jähre nicht geben« je- decb werden wir in einer einleitenden üebersicht die wichtigsten Verlinde- rucken« die unserer Auffassung nach der Weltkrieg berrorterufen hat, sum Ausdruck tu bringen suchen Der Abschluss der Dresdner Bank ergibt für das Jahr 1910, nachdem vorweg erhebliche Gewinns aus Konsoitial- und Effekten- Konto anr Vor* nnbrae von Ahsebrelbungcn verwendet worden sind, einen Bohgewlnn von Hark 49 561012.90(gegen Mark 41 173 090 10) in 1915. Kach Abset'anr der Haodluogsunbosten und Steuern verblribi ein Reingewinn von M. 80»38(MIT.30 f gegen Mark 24 978 8lod5 in 191£)« aus dem vir die Verteilung einer Divi dendo ve» Pk% Vorschlag»**. Di« orsielten Gewinne betragen: 1913 gegen 1911 »n( Sorten- und ZinssebHa-Konto••• H. ff27 33 M Einsen und Weebsel-Koat»«« v»„ 82 9(33' 4.' ,, ProTielons-Kento......,,„ 14095108. .. Konto DauBrado BeteillgYrngei.... 859 625... Der Gseamtumscts auf einer Seite d.-s ITauplbnehe» hel'ef sieh auf Mark 80796 1M0S4M(gegen Murk 07?V4 904 01.» In IftlS): die Zahl der hei der Lank geführten Kontou betrag 244129 �egen 224 VIS In 1913). lieber unsere austAadisubon Intereseen können vir fclgewle UitteUangen warben: Was xcnOthft«neov« Londoner Flsderlassnag anbetrifft, an ist durch Ter kauf vun Wertpapieren an der Londener Börse für E?ehnung unserer Kundschaft die Vorsrhulduag der Londoner Kl�derlaoü M. 2000o00— angesichts der langen Dauer des Krieges, vrelebc unserer �Niederlassung ewar fortlaufende erhebliche Verwaltungskosten verursacht aber keine GesehArtsgewfnne ermöglicht,«Ör gei:ot»a. D-t IJeutsehen Orieotbsnk A.-G. Wi rde auch veiferhln Braaeaiifsetiuh gewährt. Soweit wir unterrichtet sind, scheinen aßmtlicbe Verbindlichkeiten 'ler ägvptireben Niederlassungen»urllekgeaahh worden zu sein. Das sonstige Geschäft der La' k hat sich sehr Eufrlcdensteffend entwickelt, so dass Bücklagen in weltgebendem Masse angesammelt werden kennten. Der A. Sehas ffcausenVelie Bankverein A. G ist aus der Gruppe der Deutschen Orienfbsnk«usgeaehleden Xeu eingelrctcn sind die Den sehe Bank, die BankbÄuser ß. BIMohröder, 8al. Oppenheim Jr A Co, A. I�evzr. M M. Warbarg lc Co.. die K K. Priv. Oesterroichiso o Credit- Anstalt für Huadel und Gewerbe sow o die Dagarlss�e Allg meine Credltbank. Dadurch ist ein ffusstoraeBcehlnss der Im Orient töttgen deutschen Inter«senten rinter Zutritt der beiden erwähnten östorrelchlseb- ungarischen Institute berheigokührt werden. Die Deutsch-SüdamerU aslsche Bank A G hat, soweit bisher zu über- feben Ist, Im abgefaurenes Jahre beiriedlgcnde Ergebnl se ertlelt, trotzdem das Geschäft der übers« i sehen Niederlassungen andauernd unter der Kla- wlrknng der Krlegsereignlsse tu leiden hatte und überdies in Mexiko durch Wie zcrfabreDe geldileh« und Wirtschaft lebe Loite fast jede Tätigkeit unter- honden war. Die Perti*»fellung der Bilsna wird angesichts der schwierigen iVerlifodiiUffen neeli einige Zeit in Anspruch nebmeQ Die Zshl unserer Angestellten belief sieb am Jabressehluts auf 0917 fgegen 8597 in 1918). Der weiter verteuerten Lebenshaltung haben wir •wiederum dureb Gewährung von Teucrungstulagen und G« hmlfsauf- hesserungen Beeboung getragen, wodurch sich die grosse Sielgerung der »and unffaunknsten erklärt. Die von uns unterhaltene Kantine, tu welcher unseren Angestellten noch eu Friedenspreisen Mittag- und Abendessen verabreicht wird, bat erhebllcbe Zuschüsse erferdert Für Gratiflkatlonen aa die Beamten sehen wir in unsere« Vorschlage für die Gewlnnverieilnng den erhöhten Betrag ven Mark 8 400000.— vor. Die ordnwogsmäasig« Aurrechtcrbaltung des inneren Betriebes und die Abwicklung der Geschäfte waren im verflessonen Jahre In noch höherem Maße erschwert dureh Eiaherufunv von Beamten«um Heeresdiesot,»o dass wir ge�woBgen waren, neuerdings In crhcbliehem Umfange Hllfs- peraoaal einzustellen Dank der Ausdauer und Hingabs der Beamteneehalt haben wir Indessen den Verkehr mit der Kundsehait, wenn au oh uatsr Mancherlei Schwierigkeiten, voll aufrscho» halten uod bislang die ßefalleesong beiw. Zusammenlegung von Wechselstuben und Depositen- Kassen Ms auf et» ige wenige im ßereiebe unserer auswärtUen Kleder- lassungen vermeiden können. Zu unserem Schmerze müsse» wir Im Eingang tu diese« Berichte- wlcde. um eine grosse Zahl unserer Mitarbeit' r a-fführ n. die im rcr- ♦Ibnseren Kriegs jähre In trener Plllehterftiliong den Heldentod für das Vaterland gefunden haben. Ihnes allen bleibt eis ehieodes Gedenken in wcBcrin Heuen gesichert,__ Kachstebesd die Bbllches ErlÄutcruDgen Ober die elntelsen BHasz feiten: Kasce-, Zlnsschein� Sorten-Konto ond Cuthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken. Seiember 1,1$ Etreoe Worip*7>i«re*mre>.« 31. Deiemhar IBIS Terltaadea; ») An ,ib«n und.fnlo.lleb« gehat'aaweisaaeeD de« Eelrb»>»d der Bondeatwxtes.. U, 85 339 034.90 k)«nnstiffo hei der Rrlrhnhank und«ndera Zeoirnl* mtenb.nkrn belnlfebar« W,iip«pl«rs..... a 3341 tZ'/ft e)«onitic« baracnttfl.-lf« Wertpnpier».....„ 19360 261?5 <)»oniiij« Werl»»plex»........... 3 W-'89.43 Taihr den Wertpafltrsa krAadea 40 400 000.— lenT.iiiaalicka Werte. dek ü. 5835781750 iusMnmt ilika Baeerad, Beletllcaacea krl aadarae Baakea U. 33c3S3 6.30 Inf dem Ksete der daue'adea BeteillprangeB bei andern Rink-a tlad eatapreehend der biaherlaen Dehoaa. die Ersebnlese pre I91S rrrrerhnet. Sie eind auch veiter veaeDiileb brelnfl-ient dureh die Ertraeioatakeft unserer Betellicane an Akiirn der Deutschen Orlentbank. der Deutaeh-ttQdemerl- kaniechen Bank and der Ban.u« J. Sllard 4 Cle. daeejten konn-ea wir au! unaerea Besits an Aktien der M&rkiaeken Bank, die wieder aur Dividenden oahlnnz schreiten kennt«,«ia Ertraenla rtn 4% ▼etbncbea. Beferl- ead Leiabard- Koete: Beetaad am 81. Deaember 1918..........*. IT« 493 780 85 Dia ErbSbnai; eecen da« Turjabr beruht auf der Zunahnse der Beleihue« mflndelaleberer Wertpapiere ond aaf nnsererecita Im voran« Leieiate e». vna der Kaudechalt erat ua Jahre 1917 bewirkten E.mahitmtM auf die lOnflc Zriaceauleibe. Kensertlalbetellfsunoc- Konto. Aaf unsere Ultwirknac bei der Anscafce der 4. und S. K rie ssaolelho und der i'>i% Belebe-KrieceiebatuBwelaaBgen beben mir bereite an anderer Stelle kinzawleaea. Im übrigen eind folaeada ItouorflaitbBtclUBoaoni erwKhaeat Keuer TeraebuB au die Stadt Lcda. t'/n Kaaaensehelae der k. k. Relehshaapt- and Batldenn'adt Wien, Beue Aktien der Aktiengeeeltechaft für Cartaunaeenlnduitrle. Dies den- Loeab wila. Seue Aktlea der Akileearseilechaft Lsuehfcammer, Biete, Kene Aktien der O.br BOhter A Ca Aktleugea»! eebafr, Ak ten der Bolaerleehen Nationalen Bergwerksgeeellecbaft, Bofli. Anteile der Deuiaahca Tabakbaadela-Gefenaebait ven 1916 m b. H., Bremen.. Veue Aktlea der Selaeakirehener Berowerke» Aktlea ireeelleebatt, Aktien der„Mitropa", MUtcienrop&lache äeblalwagen- und Spate»- w-gea Aktien-Geefnaebaft. Benin. Bcoa Akt en der Bonliter B nunkeblen werke Aktiongeeelteehnft, bau. Aktien der Stebeleehen nuaeetablfnkrik, Döhlen bei Dresden, Zfene Aktien der äeblee'ecbea Elcktriohkta- und Gai-Aktiea-tieaell- -«ehalt. Breslau, Aktlea der Steck XalerpSug Attieegneelleehnft. Berlia, Ken« Aktien dar Job C. Teeklecbore A-6. Sehiffswerfl Masehinsnlahrlk Bremerhaven. bleue Aktien der Wanderer-Werk« Tora. Wiaklb.fer 4 Jaealeke Akt-See. Sehöenu bei Cbemnlts, Dleaieiaten fteaehk'te eind abaewlch elt ond es tal nnrnneere abengeaaaete Be.oiltgunc an Mltrspa-AKtlea tu«rwihntn. D eae. Geae lecbsft tat Ten der Deuteeben Bank und ans im Verein mit belteundetea de itaehea. Sater- relehisehen und nnsariseben Banken und Banbblueera errlcb'et worden und beiweckt den in mibe«nropiltoben I, lindern bisher von der internationalen Elaenbnbo-SeblatnnKen Geaellaebaft In Brtlascl sowie Ten Tereebiedeuea dentschcn Speisewagen-l nternebmunaen g. fahrten Betrieb zu übernehmen. Lanp jäbrltre mit den belallttten. ühr.eua aueb Im Attfalebterate ver r-tenen. Eiaenbabtiverwallcngeii nbaaacdlcaaenn VsrtrlRO regeln die Arbeltacrned- lagen der Geaellaebatt. lstr welche, wir eise»tinatigu Eotwleklung erhoffen Ven grSaeeren Resehkltea aus früheren Jabrea aeaaea wir»Ia abgewickelt onaera Betelllgua» au Aktien der Wallenderter Kohl'awerke Aktlengraelteehar». Daser Ko»uertl»lbetelt.anr.ei-Konto»eist feige nd« Zuaammebealt 1. Neun Betelilgnnkea an featve»! Uelleben Werten 8. Elf BetelBgaaaeo as Zlstnbaba- und StraSeabaha- Dnternebuinngen.............. B. Zi-ba Beleilfguagea aa BaekaktSen....... 4 Zwei Bete llaungen an Ver I hernnga-Geeensehaftea 6. Zwanzig Beteillgaagea au Tarraios und Terrain- Ge»ri:schsfiea.............. 8. Sl bt-n BeSelllgtuceu aa Sberaeeischea Uateraeh- mungea................ T. Sieben Betelllgangea an elektrischen und Babel- Unternehenungen............. 8. Dre zehn Betelllgnagea aa Bergwerks* und HSttea- Datei...................... 8. Aebtundewaneig Betetllguagea an andenrettigaa Daferaehmoagta......»»»»»•■ 11. 14 602 mag: 32 085' 73 7404649.05 B 003 911.10 398'43.50 7 1'« 417.63 1,02 393.40 8 088 39$«$ £899 034.70 14312 336 10 24. 54 559 425.39 Konto- Korrent« und Elnlaoen-Kento. Vesta nd am 31 Elagaag. Auzgtag. e......a.aa*...- 16, ertab eleb demoaeb fflr den am 81. beteraber 1916 verbliebenen Be-tand e n Bairag von.... laut Bilanz: Keaas. Zinsscbeln. Sorten und Cutbabee bei Koten- und Abrecboungabarken, Htiihia Gewina aus Ziasaehcta- und Sotten Konto.. M. 1398,3 1« 8« 91 979 06j v 10 3» 21. 23 118 848 93/. 1Ü .. 81 919 177 358.43 M.£65 731 571 65 £06 340 107. M. a 6i.7 ü35.7o Wechsel* und Zinsen-Konto. ergab elnsohllcsslidh des Kartsewiones Das Koste Mvf Devisen einen Gewinn von Im Bestände verblieben am 31. December 1919 Stück 2199« Wechsel Im Betrage von M. S294**fi4.7e H. TOT W5 541.13 und iwor M. 927 958 203.30 In unrcrzfnsHehen Scbati- anwelsungen tUsa ttelrhes und der Bnodesstaafen nnö n Wecbsoln anf dentaebe PlSfte ..'9 527 in fremden Werten »»«.»>. 7oi U ii$,->.!.>... �.. Der Zluafuaa der B<"I>-bahai,st für Wechsel stel'le ziel tat Jahroodoreb- aebattl auf 5%»eg n 5% in Ist lZ und 4,56*1, in 1014. Wertpeplcro und dauernde BetelUgungen. Zes'.aad zat 81. Dezember 1013........... ilogaue ,.....<«»»»»»£341>155 45«£5 �UAgavg.»«w..«,Ut,w«HV'»»»a Za ergib tieb demeaehför dos sra 31. December 1210 ■vetliliebenen B'-atsud ein Ertrag von........ laut Bilanz im Werte............... te dass ein Mebr verbleibt von il. 2 914«1,2»73 20 .£3633l2S«t 311 91230173 4« 93 184«67.60 ___________________________.... 8»'' 6-6 welches da» Ertrdgnia aas uaserea daaemäea Bet-Ülgungen aa anderen Sanken dsnteiK. 29«87 477112» 3««66 364 248.2, «2I83S88U» Bei einem Dmrata im Debet tob ,,,«.»».28 betrug derselbe ira Kredit............_ss_ es das« am It. Daaember 1916 eise Sehuld verblieb tob 21. ond zwar laut Bilanz; M. 6««2b 792.66 Koatregulha' aa hei erzlea Banken und Bankier, 8 377324210 Veraebstaae auf Wa-ea und WarenveraeblflnDgca. bienaa U. 6001 016 55 gedeckt dutcb Waren. f recht«4. Lagar- -[seheiae . 881 741.11„.»adera Slebarbetiea „ 78»«4 033.86 Sehnldaer aud zwar. u. 348 S4« 761.68 Ia Berlle. _, 492 996£28 15 bei den FllUtlea »erteilt auf 87 98s Keaien kirrTsu 21. 833 044110.1« gedeckt dureb bdrseaglBglga [Wertpupiere m 138177818.68 m» aadarc Sicherheiten dllubl ger: •) Weatro-Veipflu-htuBgea.......... H 14847891 79 b) seitens dar Kund-ebaltbel Drliieabannlrte Kredit«„ 8 488 2U2.40 e) Ouliisbrn deutscher Banken und Bankflroten..„ 38033 828 05 dt Einlagen auf proTtslecslreier Reebnnug..,,„ 325017501.70 Bad awar In 182«20 Konten laaerbalb 7 Taren fEIllg M. 968107 590.38 darüber hinaus bis an 8 Monates f gl II 7., 188380899» Saab 8 Mosa- tea fgllig.■.. 106819516.90 a) Mnatiga OKahlgcr.........- ü 1058£00 818.80 und zwar innerhalb 7 Tagen filllg.. HI 540 594 478 95 darüber hinana b a zu. Man». tea lllllg« 411 579483 4B nach 8 Monaten Iglllg.... 99 77« iS? 40 Gikublger e nnd a»erteilt auf 41«44 Konten Die Zahl der lautenden Rechnung, n(BebuMoer und GUnWger) bctrlgt 348723 gegen-24 922 In 1913. Die Sebuldu rkonien eathaltea erheblieke Veraebstaae an Staate- and Uemeinde- Verbände. Ea wuiden gewönne!..______ an Prerlttea ahzOgHeb gainbHer PrevlalcaeB., M. 14 9S 183.00 . 34 519 »777 Akzept- und Scheck-Konto. Am 31, Deaember 1018 bafaBdeaaloh Tratten und Sebeeka auf«>» Ira Dmtaef 24. 92615 7.8.40 feiner wurden anegaacbrlebea_ auf Benin....«,«. 24_...... „ nnzete Elüalen.« a a,- 431 519 5M).. 3„ 709. 66 7.3.B M. r9. 06. 3«.«o Ee wardea«lagelstrt In SarUn...»aaaa.It- bei uaaerca Elllelen..... se dass tun 31, Dezember 1918 ia Catlaaf »erbliebeo.._________ aul Berlin..... t«... 24-... u unsere ITUglss e•••• Immobilien, und kkebMen. Konto. I. Baakgebiude. Aaf die-em Konto eraefceineo die Bankgehlude le Berlia....... M. 16 71««!*.— Dreidea...... „ Fraektort a. M.... „ Hamburg...... _ Bremen... „ KGinberg.. .. Furth... n Hanuever,. Btlekeburg. „ Detmold.. .. Mannheim.» „ flauen I. V., „ Chemnita.. ,. Emden.. „ Freihurg i. Br „ Zwickau.. ., Uünehea.. .. Leer.... „ Coaael... „ Zittau,.. „ Augeborg.. Breslau..... „ 61 twlle.,.. Lleguila.»,. „ I onaiau.... .. Stuttgart,.., „ H-iloroRB.... „ Beutben, O.-S... Lübeck.... Franktnrt a. O.., M Göitingen..,. „ Urea;en-BIaeewl(t „ Harburg a E... Fulda.... Elsenack.... M Er ort..... ,, Ueieaca,,,. ....» J8b6 009.- 9 001 000.— £ 106' 0.— I 540«06.- 115Iier«,_ *01*0,- 7560.6.- 126 0,6.- ÄC97.— 000— «53 000.— 31.«■ 0«— 40 CO*,— «Mi«0.— 459 000— ibtoooe.- TSCOO.- f 90 9*0— ISO 00— 200 900,— 1542tb0.— 0909.— 196090- 40009.- 635000— 260«*.— »'000— »>«00.— 190 09— £00 906— 100 600— 360 00— 150 01».— 14, 990— 896 987 39 »9312 85 14 38 878 489.18 I. Benbau-Kaala. Kcobaa baw bauliebe Verkadcrunaea Bremaa, Breslau, Greis, Bteitln und Stnttgart........ 8. Varaebledeae Immebllicn. Kalaer-WllbeTm-Straaae...... M. 168 593.48 Veraebledene Grundstücke.....' 73201 85 891 488.7* M. n?9et».>« V.. i-» 618 472.6» l eaer gesamter ImmobDienbesItc Iii zurzeit mit M 1 605697— H»peil.. kea belastet, deren Abeteaaung nach den baatebendeu Vttirigea blaher nicht tsulieh war. 4. Uebillaa-Kaat«. Die Beuanerbniruagen Im Betrage.......... 34 247 468 4« cn einem greeaeu Teile dureb die Ei Öffnung n aen-r Kledrrlaaeungen in Erfurt und Ei.enarh rowle durch die Erweiteren geu zweier alterer Weebaei- siuben In Berlin verinlaeal, werden, wie beantragt aus dam Gewlaa gar Afschrelbung gelangen. Unser Keete.Datikgebiede" bat»leb dureb das Erwarb ran Gebinden Ia Eitert, Enenach and Mciesea erhöbt Handlungs-Unkesten-Konto. BaBdlnagi-Uakeataa Steuern..... 14. 13147 661.18 „ 2 18> 294.05 Die nnsern Im Felde etebeaden AegesleMlea bezw, deren Eaailllea engewende en Geballsqnoten nnd Gratifika lauen»ewin die Krtegabeiblüen und Aufwendungen für uiDd'gtlae StUt'inxrn belleten zieh Im Berieb ajabra aul anaammeo c» M. 4288000.—(Ira Vorjahre H. 0 09 000.>. Die weitere E'böhu g der Unkoateti erklgrt eieb eich durah die streb Im Krl ge erfolgenden lurnuamkeelgea Gehe taznlasea sewle dureb die infolge der Eisciebaageo bedingte Uebrclaitellnng rae HiltekiUtca. Penslonsfondg-Konte. Das Sotbabea des Im Jahre 1376 begrstndetea Penelonaforda betrag am 81. Dezember 1915............ 24. 4 606 669.— hierzu kamen Zinsen i u Jahre 1918............ 22« 117.1« BtckTergütungea de« BeatBlenTeraieheteBgerereia«.. 8««. " al. 0 W>48 mf- hlerroa ab gevghrte Peasieaen. I 467 I» .1. 4��.00 dorth die rea ua, beantragte Zuweiatjcg»»a» a»»■■•• 567 711.7, wird er die Höbe Ten............... 24. n 009 000— erreich n Eine Termebrte Znweeduig esgueaiea de, Peeeleasfoada Infeige de Krieges halten w r nicht lstr no wendig, d» nnstro Angealellten— mtt versoa wind enden Auanabm-n— beim BenmlenrereloheruegaTerela de- Deutaehen Baak- und bankiargoweibes reraieherl«lad und nnaer Fem!« der nueh lernethin J&hrlieh bedacht werden wird,«»r dazu dl-n». die von dam«euaanten Vereine gewShiten Leistungen dureb Anfmilnngsn erMbw. Die von uns an d«n Ve ein gezahlten i'rSmiea haben(leb IM Ben ehrt jsbre aal eu. 24 438 009.— belaufen. KBmIO-F'iedrleh. Aaruaat- S41t4miB|. Die Ira April 1906 beg-studele Stlflucg wies am 81. Desemser 1916 einen Bestand»eu..... auf. biet au tialeo ia 1916 ua Zinsen■. 111 284 8 «166 llo«d..t4 ab gewlbrt« Datentitenng im Jsbre 1918.»»»» mltblu»erblelM da Bestand tob......... Ocurn- Arzzatacdt. Sflftaiau. I6\ "116-54.63 Der am 91. Derember 1916 rerbtleben« Bestaad bctrlgt X 018 5.6» Rücklagen. Die getefzlleb« Bfieklage belauft sieb auf..> dl« Rlieklsce B auf......... E» betrugen«emnseh die Qeaaratrstekla gea 39� t, uateres Aktienkapital«. ..«. 91 0661*6.— .... 10 0110 66».- «160860». glelel Ale Debcraebuza der AkÜTU Ober die Paaalva ergibt»leb ein Netngewlna'Ott........».. Ia Üebereisalimmung«II dem Aufaleblerala beantrugam wir, denaolb-a wie felgt tu»erwendea: Ahsebrelbusg auf RaukgebAu•... „ Mablller-Konte.. Zuweisung zum Peuelnna«ndz.,• Buekatellong lstr die Talenetener.. Abashrelbimgaaf Kenlo-Kerreot-Konto weite- e Abecbteihnng wegen aneerer Hlederlasauag in Leeden.... Cuwerdnng an Teraebiedene Kriege- web»«tigkella Stiftungen... ef, Dlrideade au!*1. 906«9 006.— 2k. 88828(9730 M. 1060006.- ., 242 460.46 2.7 711 76 „ 2 Oi 0 1 00— „ I V« 999— rt 2690 603.— _:_r. 866606— 8606006.— SalauflgsmAsalgerGewlnnaafallaa des Au ticbisrat........ 24. 992 813.— Vertrugztnüisige GewiuzanteNe n die Direktoren, atellvertrete den Dt. rek.eren und Direkteren der Ftlt- uien,»«wie»n nie(>• Isanaacbtise« — inazeesmint»0 H'rren...„ 8298 81.— Srntlflkdienen ne die Nesmies..„ 3 4> o 6>0.— 4'//,. Superdtvldeadc«nt J£.206ütl8 960.—„ 9!M>69- Vortrag.............-i'M'b 79 24. i; 117 550 70 Berlia, Im März 1917. Der Vorstand. K.«gwuaa. laftat. JMast. Harbart H. Mmaau. „ g 716 178.1« ÜT 17 117 884.89