Ar. 99. 34. Jahrg. tldonnemenl5-ke<>ingunge»! Utonnemenis. Preli prSnumerando Lierleljädrl MV Ml. monatl 1,30 MI. roödicmlidi 30 Sffl. frei mS Hau? Einzelne Nummer ö 5fg Konnlag». nunimer mit illullricrler Sonntag». Beilage.Die Neue Weif 10 Big, Bosl. Bbonnemcnf 1,30 Marl uro Monat, Eingetragen m die Bon- Zeitung». Lretsliite llnter Kreuzband tür Deutschland und Oesterreich. Ungarn £50 Marl, für da» übrige Ausland « Marl vro SDionat■Eoftobonncment» nebmcn an Belgien, Dänemari, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal. «umönien. Schweden und die Schweiz Crtdieiiit tägDtk. Berliner Volksblnkl. � S Pfennig) Dlf Inlertions-GebQbr beirkgi für die sechsgeivaltene kolonel» zeile oder deren Raum SO Psg„ für politische und gewerlschaftliche Perein». »nd BersammlungS- Anzeigen SO Ptg, Kleine Mnzeigtn", da» icttgedruckte Bort 20 Psg, fzuläsfig 2 fettgedruckt« Borte), jede» weitere Wort 10 Psg, ktellcngesuche und kchlafsiellenan» «eigen das erste Wort 10 Psg,. jede» «eitere Wort S Pfg, Worte über IS Buch- staben zählen für zwei Worte, Inserate Htr die nächste Nummer müssen bi» 6 Uhr nachmittags in der Expedition »bgegeden werden. Die Exvcdiiioo ijt dt» 7 Uhr abend» geöffnet. relegramm-Adreffet »5«iiitIiltii>sli»I»et»»- Zcntmlorgzn der fozi aldcmokrati fchen Partei Dcutrchlatids. Neüaktion: Ew. 68, Linüenstraße 3. Zyern'vrecher: Ami Moridvla«. Str. töl SV— IKl S7. Donnerstag, den 1Ä. April 1917* Expedition: EW. 68, Linöenstraße 3. Zsernivrecher: Amt Morivpla«, Str. 1S1 SV— läl S7. Kll85lsn s ch c n Front war grstcen im allgeuicinc» lebhafter und hielt an manchen Stellen auch die Nach« an. Im Gebiet des Etsch- TalrS und Garda-SerS setzten Italiener ihr Zerstörung?- feurr gegen unsere Ortschaften beharrlich fort. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Albaner-Abteilungen überfielen mit vollem Erfolg die italienischen Borposten nördlich von T r p e l e n i. Der Stell», d. Chefs des Generalstabs. ��������H�e���FeldmarschalleutnanA������� Erklärung öer russischen Regierung. Befreiung, nicht Erniedrigung! In den Händen des befreiten russischen Volkes liegt jetzt die Entscheidung über Krieg und Frieden. Von ihm hängt es ab, ob in absehbarer Zeit Vernunft und Gerechtigkeit über die entfesselten Geister der Zerstörung den Sieg davontragen sollen oder ob uns allen noch ein langes Kriegselend bevorsteht. Die ganze Welt wird daher ihr Schicksal aus der neuen Erklärung der provisorischen Regie- rung herauszulesen Persuchen, die uns der Telegraph wie folgt übermittelt: Petersburg, Ist. April. Meldung der Petersburger Telegrapheu-Agentur. Erklärung der provisorischen Regierung. Nach Prüfung der militärischen Lage des rnsfischen Staates hat sich' die provisorische Regierung dafür entschieden, um ihrer Pflicht gegen das, Land zu ssenügen, dem Volke offen und dirckt-die g an z e Wahrheit zu sagen. Die'jetzt ge- stürzte Regierung liest die Landesverteidigung in einem Zustand schwerer Unordnung. Durch ihre sträfliche Untätigkeit und ihre ungeschickten Mastnahmen brachte sie Unordnung in unsere Finanzen, das Verpflegungs- und Transportwesen und in die Munitionsversorgung der Armee. Sie hat unsere ganze wirtschaftliche Organisation erschüttert. Die provisorische Regierung wird mit lebhafter, tätiger Unter- stützung des ganzen Volkes alle Kräfte dazu verwenden, diese schlimmen Folgen des alten Regimes zu beseitigen, aber die Zeit drangt, das Blut zahlreicher Söhne des Vater- landes ist im Verlaufe dieser langen zweieinhalb Kriegsjahre reichlich geflosien. Trotzdem steht das Land immer noch einem mächtigen Gegner gegenüber, der ganze Länder unseres Staates besetzt hält und uns gerade jetzt, in den Geburtstagen der russischen Freiheit von neuem bedroht. Tie Verteidigung unseres eigentlichen nationalen Vaterlandes um jeden Preis und die Befreiung des Landes vom Fei n d e, der über unsere Grenzen gedrungen ist, bildet die hauptsächlichste, wichtigste Ausgabe unserer Krieger, die die Freiheit des Volkes verteidigen. Tie provisorische Regierung überlästt es dem Willen des Volkes, in enger Gemeinsamkeit mit unseren Verbündeten alle den Weltkrieg und seine B e e n d i- g u n g betreffenden Fragen endgültig zu entscheiden, hält es aber für ihr Recht und ihre Pflicht, schon jetzt zu erklären, dah das freie Rustland nicht das Ziel hat, andere Völker zu beherrschen, ihnen ihr nationales Erbe wegzunehmen und gewaltsam fremdes Gebiet zu besetzen, dast es virlmrhr einen daurrhastrn Frieden aus Grund des Rechtes der Völker, ihr Schicksal selbst zu bestimmen, herbeiführen will. Das russische Volk erstrebt nicht die Steigerung seiner äusteren Macht aus Kosten anderer Völker, es hat nicht das Ziel, irgendein Volk zu unterjochen oder zu erniedrigen. Im Namen der Gleichheit entfernte es die Ketten, die aus dem polnischen Volk lasteten. Aber das russische Vclk wird nicht zugeben, dast sein Vaterland aus dem grosten Kampfe erniedrigt und erschüttert in seinen Lebensbedingungen her- vorgeht.. Diese Grundsäbc werden die Grundlage der anstrrrn Politik der provisorischen Regierung bilden, die den Volks- willen unfehlbar zur Ausführung bringt und die Rechte unseres Vaterlandes schützt, wobei sie die Verpflichtungen, du wir gegen unsere Verbiindeten ein''egangcn find, einhält. Tie provisorische Regierung des befreiten Rustland bat kein Recht, dem Volke die Wahrheit vorzuenthalten. Das Vaterland ist in Gefahr. Alle Kräfte müssen angespannt werden, um es zu retten Möge das Land� auf diese Wahrheit nicht mit unfruchtbarer Nieherges' lagcnhcit, i nicht init einem Zustand der Entmutigung antworten, i sondern mit Schwung, um einen einheitlichen nationalen Willen zu schaffen. Das wird uns neue Kräfte für den Kampf verleihen und wird uns das Heil bringen.! Möge die Stunde barter Prüfung das ganze Land kräktig genug finden, um die eroberte Freiheit zn sickern und um fick unermüdlicher Arbeit zu widmen zum Wohle des freie»' Rustlands. Die probisorische Regierung, dir den feier- lichen Eid abgelegt hat, dem V o l k e z n dienen, hat die feste Neberzengung, dast mit allgemeiner, bisher unbekannter Unterstützung aller und eines jeden sie selbst in der Lage sein wird, ihre Pflicht gegen das Land bis zum Ende zu erfüllen. Der Präsident des Ministerrats, gez. F ü r st L w o w. » Das vorstehende Dokument ist ein diplomatisches Schrift- stück, das sich alle Wege offenhält. Wer was es ausspricht, ist jedenfalls das V o r n c h m st e und V e r n ü n f t i g st e, was von einer gegnerischen Regierung seit Beginn des Krieges ausgesprochen worden ist. Zum erstenmal dringt eine offizielle Stimme' zu uns herüber,'die sich nicht in Feindeshaß und Zerschmetterimgs.wiit heiser geschrieen hat.. � In wiederholten Wendungen werden die Bundesgenossen der Treue versichert, die das revolutionäre Rußland ihnen zu halten gewillt ist. Hier siihlt man den Einfluß des Ministers des Auswärtigen, Milsnkow, der eben erst auf dem Parteitag der, Kadetten versicherte� das demokratische Rußland sei ein zuverlässigerer Bundesgenosse als das kaiserliche, der Sieg des freien Volkes über den reaktionären österreichisch-deutschen Militarismus sei, völlig gesichert. Die offizielle Erklärung bestätigt die Versicherung der Treue, hält sich aber von allem bramarbasierenden Gerede, von jeder gehässigen Herabsetzung deS Feindes völlig fern. Was Herr Milsnkow darüber zu sagen hat, ist seine Privat- Meinung, die er als Parteimann vertritt. Als Minister des Auswärtigen steht er aber unter dem Einfluß seiner Kollegen und insbesondere des Arbbiterdeputiertenrats', und darnm führt die offizielle Erklärung eine andtre Sprache als- die' Reden' der�Trepows'und Pokrowskis seligen Ange- denkenss der Briands und Lloyd'Georges. A Die Kriegserklärung Anierikas hat uns den neuen Vorschlag des Grafen Czernin beinahe vergessen lassen. Dieser Vorschlag hat ein sehr merkwürdiges Schicksal gehabt: kaum war er aufgetaucht, so wurde er schon von allen Seiten so behandelt, als wäre er nicht gewesen. Auch die russische Erklärung vermeidet es, auf ihn einzugehen. Und doch ist sie ein Zeichen dafür, daß es an der Zeit ist, ihn wieder kräftig in den Vordergrund zu rücken. Graf Czernin, der österreichische Minister des Auswürti- gen, hat bekanntlich den Vorschlag gemacht, die Vertreter der kriegführenden Länder sollten noch vor Einstellung der Feind- seligkeiten zu einer Konferenz zusammentreten und versuchen. den Krieg zu beenden. Die Gesinnungen, die aus der rufsi- scheu Erklärung sprechen, kommen diesem Vorschlag ziemlich weit entgegen. Denn vergebens ftagt man sich, welche Gründe die Urheber jenes Schriftstücks geltend machen könnten, um sich einer Besprechung mit den Gegnern noch während des Kriegs zu widersetzen. Das einzige, was sie daran- hindern könnte, auf den Vorschlag des Grafen Czernin einzugehen, wäre ihre Bundestreue, d. h. der Umstand, daß ihnen ihre Bundesgenossen nicht gestatteten, das zu tun, was sie selber wahrscheinlich für sehr vernünftig halten. Die Rechnung zwischen Deutschland-Oesterreich und Rußland läßt sich auf Grundlage des von der russischen Regierung aufgestellten Programms berichtigen, ohne daß weiter auch nur ein Tropfen Blut vergossen wird. Weder Deutschland noch Oesterreich-Ungarn gehen darauf aus� Rußland zu erniedrigen und Teile des besetzten Gebiets für sich zu behalten. In Deutschland wie in Oesterreich-Ungarn sieht man ein. daß die ruftische Regierung keinen Frieden schließen könnte, den sie mit der Verstümmelung des russischen Reiches bezahlt. In Teutschland wie in Oesterreich-Ungarn will man den Frieden! Die Erklärung der provisorischen Regierung beweist zum mindesten, daß die Stärke der gleichaerichteten Strömungen in Rußland sehr groß ist. Ihnen entgegenzukommen, ist die Pflicht der deutschen Regierung. Sie muß sagen, daß der Vorschlag des Grafen Czernin auch ihr eigener Vorschlag ist. und daß sie nicht die Absicht hat, ans die geplante Konserenz Forderunaen mitzubringen, deren Ersüllung man nur einem besiegten Gegner zumuten kann. Auch sie soll den Mut haben, ihrem Volk die gan-e Wahrbeit zu sagen, und die ist. daß mgn einer feindlichen Welt nickt die Bedinannaen des Friedens diktieren kann, sondern daß man den Erfolg auf seine Seite hat. wenn man sich gegen sie behauptet. die Schlacht beginnt. Von Richard Gädke. Im Laufe der vergangenen Woche hat sich die Lage im Westen ziemlich geklärt: Wenn ich es im letzten Berichte als unwahrscheinlich be- zeichnet hatte, daß unsere Gegner ihre Angriffsfront nach Norden erweitern würden, so ist mein? Vermutung inzwischen Tatsache geworden. Seit dem 2. April lag schweres Kindliches Feuer huf unseren Stellungen beiderseits Nrra?, von� Neuville-Vitasse südlich bis gegen Lens im Norden, das ist eine Frontlänge von etwa 23 Kilometern. Zu gleicher Zeii� gingen in zunehmendem Maße starke englische Grkundungs- abtcilungen gegen unsere Schützengräben vor. Nur am Oster sonnabend hat die schlechte Witterung lähmend auf die Kampfestätigkeit eingewirkt, aber schon am Ostersonntag er hob sich das Geschützfeuer auf beiden Seiten zu verdoppelter Wut und läutete die große Sck>lacht ein. Unwillkürlich wen den sich unsere Gedanken rückwärts auf die Ostertage des Jahres 1913, wo die wilden Stürme der mit der Knute vor getriebenen Massen des Großfürsten Nikolai gegen die Kar pathenfront ihren Höhepunkt erreichten. Sie scheiterten schließlich vollkommen unter unerhörten Verlusten des An' greifers, flauten um die Mitte des April völlig ab und leite» ten hinüber zu unserer eigenen großen Offensive, die am 2. Mai mit der Schlacht von Gorlice-Tarnow begann und in fünfmonatigen siegreichen Kämpfen die geschlagenen Heere des Zaren weit nach Osten zurückscheuchte. In der Frühe des Ostermontag schwoll das englische Ge schützfeuer um Arras zu stärkstem Trommelfeuer an. Dann begann der große Angriff auf der ganzen Front, der den Tag über gedauert hat. Unser Abendbericht meldet kurz, daß der Gegner in Teile unserer Stellung eingedrungen ist. Das ist natürlich nur der Anfang: wir dürfen wohl auf einen langen Zcitrauin rechnen, der von schwersten Kämpfen erfüllt sein wird. Daß sie sich nichts ufdenverhältnismäßig schmalen Frontraum um Arras beschränken werden, ist ebenso gewiß, denn für eine solche Teiloffem sive hat der Gegner nicht seit 6 Monaten gerüstet mit dem Aufgebot seiner ganzen Kraft, haben insbesondere die Eng- länder nicht ihre Heere zum ersten Male in ihrer Geschichte zu Millionenmassen vemehrt und alles, ja mehr als das, aus ihreni Volke herausgeholt, was es an Menschen irgend liefern konnte, bis selbst die Landwirtschaft Not litt, auf deren Leisttingsfähigkeit sie mehr als je angewiesen sind. Es ist aber auch ganz sicher, daß die Engländer nicht angreifen werden, ohne daß die Franzosen mitgehen. Auch sie haben ihre letzten Menschenvorräte herangeholt, auch sie ohne Be> denken ihre Landwirtschaft geschädigt und an farbigen Fran- zosen auf den Kriegsschauplatz geschafft, was Afrika irgend hergeben konnte. In der Anfertigung von Geschützen. Schieß. bedarf und allem Kriegsgerät hat England seine Leistung auf das höchste gesteigert, so daß es der amerikanischen Zufuhren nicht mehr bedarf und seinerseits Frankreich noch aushelfen kann. Wir werden nickst annehmen dürfen, daß unsere Gegner in absehbarer Zeit an dem Mangel leiden werden, was zum Kriegführen und zum Schlachtenschlagen erfordert lich ist. Wohl aber dürfen wir ohne weiteres voraussetzen, daß die militärische Hilfe der Vereinigten Staaten für den Ausgang dieser Schlacht nicht die leiseste Bedeutung haben, eine gänzlich gleichgültige Sache sein wird, auch wenn sie wirklich einige Tausend Mann nach Europa hinüber- werfen sollten— und wenn diese glücklich landen werden. Das ist eine Spielzeugschachtel von Soldaten gegenüber den Riesenmassen dieses Krieges. Seine Fliegergeschwader aber hatte das so ehrlich neutrale Land ohnehin schon längst gegen uns losgelassen. Wir werden im äußersten Falle Gelegenheit haben, nun auch amerikanische Gefangene zu machen; sie könnten uns im Hinblick mif gewisse Möglichkeiten als Geißeln willkommen sein. Unsere Front von ArraS bis SoissonS(110 Kilometer) haben wir den angriffsbereiten Massen der Gegner zunächst entzogen. Noch in diesem Augenblick scheinen diese mit ihrem neuen Aufmarsche nicht ferttg zu sein, wenn ihre Angriffe auch in den letzten acht Tagen mit immer größeren Streit- kräften erfolgten, die übrigens häufig durch neue abgelöst werden mußten. Einen Teil ihrer schweren Artillerie mögen sie wohl unter großen Mühen bereits nachgezogen haben, ahne sie bei der sortdauernden Ungewißheit über die genaue Loge, die Linienführung, die Einzelheiten unserer neuen Stellung schon sachgemäß verwenden zu können. In ihrer Verlegenheit haben sie die Stadt St. Quenttn ohne militäri- schen Nutzen mit Feuer belegt und am 6. April durch starke Flugzeuggeschwader versucht, einen besseren Einblick zu ge- Winnen. Da ist es denn zu Kämpfen gekommen, die man bereits als ein größeres Luftgefecht bezeichnen kann und in denen unsere Gegner unterlegen sind. Sie verloren an dem einen Tage 44 Flugzeuge. Das, was uns die Scmnneschlacht so schwer machte, die Uebermacht der feindlichen Flieger, besteht seit der eifrigen Arbeit des vergangenen Winters nicht mehr, und wir dürfen diesen Wandel gleichfalls als eine Ver- mehrung unserer Aussichten bettachten. Wie auf dem linken Flügel dieser Front, um Arras, so ist es auch auf dem rechten Anschlußflügel, um Soissons, zu lebhaften Wnipfen gekommen. Mühsam arbeiteten sich die Franzosen auf der Hochfläche von Vergny vor. Das Dorf Laffaux haben sie dann wiederholt, bisher vergeblich bestürmt. Weiter östlich zwischen Soissons und Reims und teilweise noch weiter in die Champagne hinein, ist die Tätigkeit der beider- seittgen Geschützmassen in den letzten Tagen immer heftiger geworden. Wir haben wiederholt Truppenansammlungen durch unser Feuer zersprengt, und mußten Reims nachdrück- lich und mehrfach beschießen, weil der Feind dort Batterien und Befestigungsiverke anlegte und einen lebhasten Truppen- verkehr unterhielt. Am 4. April führten unsere eigenen Truppen einen wohlgelungenen Angriff gegen die feindliche Stellung bei Sagigneul(südlich Berry au Bac und des Aisne- kanals) aus, der ihnen etwa 850 Gefangene einbrachte. Mehrere französische Gegenangriffe am 5. April wurden ab- gewiesen: Truppenansanimlungen gegen die von uns ge- nommenen Gräben südlich Ripont, in der Champagne, durch wirkungsvolles Feuer zerstreut. Aber auch die übrigen Teile der langen Front sind sowohl im Nordwesten, im Wytschätebogen, um Apern, gegen die Küste hin, wie im Südosten in Lothringen und in der Bur- grunderpforte, zusehends unruhiger geworden, so daß über- a l l im Westen zunehmende Spannung herrscht. Demgegenüber verschwinden alle Ereignisse auf den anderen Kriegsschauplätzen. An der italienischen Front herrscht noch immer Ruhe, nur selten unterbrochen durch kleinere Vorstöße beider Seiten und hier oder da an- schwellendes Geschützfeuer. Anzeichen einer neuen Offensive Cadornas sind noch nicht gemeldet worden: gefaßt sein muß man auf sie aber doch, in dem Maß« wie die Jahreszeit vor- schreitet. Die Verhältnisse im O st e n sind noch immer schwer zu beurteilen, jedenfalls verhindert gegenwärtig die Witterung die Aufnahme einer Offensive. Es scheint aber fast, als ob die Kriegspartei in der vor- läufigen Regierung und im Heere die Oberhand gewinnen könnte. Für diesen Fall müssen wir auch auf jener Seite I ftroßß ZäKpl« sobald dex Zustand doxl Wegö unü des Bodens sie erlaub?. MsiMcherweise bot unser Angriff gegen den ausgedehnten Brückenkopf von Toboly am Westufer des mittleren Stochod(3. April) das russische Heer in keiner allzu festen Verfassung gezeigt. Mögen auch die glänzenden Vorbereitungen der Unternehmung auf deutscher <Äite den großen Erfolg zum Teil erklären, so bleibt immer die hohe Zahl von Gefangenen, die seit vielen Monaten nicht mehr vorgekommen war, ein bedenkliches Zeichen für den augenblicklichen Zustand des russischen Heeres. Etwa fünf der dort fechtenden Regimenter scheinen nahezu vernichtet zu sein. In Mesopotanien müssen wir nach überein- stimmenden russischen und englischen Meldungen, denen die türkischen nicht widersprechen, damit rechnen, daß die Ver einigung der aus Persien anrückenden Russen und der von Bagdad in nordöstlicher Richtung vorstoßenden Engländer westlich des Gebirgspasses von Khanikin in der Gegend von Kizil Rhobat, am oberen Dialaflusse, geglückt ist. Aber die Entscheidung des Krieges liegt nicht dort, sondern im Westen._ Zrieöensarbeit öes Rates der Arbeiter und Soldaten. Durch den Petersburger„Times"-Berichterstatter erfährt man von Beschlüssen des russischen Arbeiter- und Soldaten» rates, die in zweierlei Beziehung für den politischen Charakter dieser revolutionären Körperschaft bemerkenswert sind. Sie geben wieder einen Beleg, daß der Rat in der Lage ist, ein demokratisches Kontrollrecht über die Handlungen der pro- visottschen Regierung geltend zu machen, und davon, daß er sich entschieden für ein Beschreiten des Fttedensweges ausspricht. Mit unverhohlener Wut teilt der„Times''-Gewährsmann diese Beschlüsie mit. Sie wollten, sagt er. offensichtlich die Nieder- läge Rußlands beschleunigen und einen schmählichen Frieden herbeiführen. Damit stimmt er in die Tonart der russischen Kriegspresse ein, die eben jetzt— nach der„Nowoje Wremja" zu urteilen— erschreckt ist über die Wirkung, die das Friedenstelegramm der deutschen Sozial- demokratie an die russischen Sozialisten aus- geübt hat. Sie klagt den dänischen Minister S t a u n i n g an, der das Telegramm an T s ch e i d s e weitergegeben habe. Nie hätte es in die Hände der russischen Sozialisten gelangen dürfen. Nur den Weg zur russischen Regierung hätte es für Stauuing geben können. Diese Klage und diesen Wunsch kann man verstehen. Wie gern hätten die Knegswilligen daS Telegramm in einem toten Winkel verschwinden sehen. Die Beschlüsie deS Arbeiter- und Soldatenrats kündigen nach der.Times' die Gründung eines.Ausschusses ür auswärtige Angelegenheiten' an. der die Beziehungen zum Ausland unterhalten und, wie eS im Times'-Bericht heißt, unmittelbare Verhandlungen mit dem Feinde anknüpfen soll. Eine Abordnung soll sich nach Stock- Holm begeben, ein Sonderkurierdienst soll zwischen Rußland und Schweden eingenchtet werden. Ferner fordett der Rat das Recht, einen Vettreter in der Petersburger Telegraphen- Agentur(die von der provisorischen Regierung als ein Organ der Stimmungsmache für den Krieg ausgenutzt worden ist) zu unterhalten, und er beansprucht, an den Entschlüssen der obersten Heeresleitung durch mitberatende Stimme be- teiligt zu sein. Der.Times"-Berichterstatter sagt, die Be- chlüsse des Rats zielten ohne allen Zweifel aus den Sturz der gegenwärttgen Regierung hin. Daß zwischen dem Rat und der Regierung Gegensätze bestehen, die ein abermaliges Entbrennen des Krieges in breiter Kluft auseinandertteiben würde, daran braucht allerdings nicht gezweifelt zu werden. und um diese Frage handelt es sich jetzt. Der.Times'-Bericht teilt aus dem Texte der Rats- beschlüsie einige Sätze mit, die erkennen lassen, daß dem Miljukowschen Osfiziösentum das Handwerk gelegt werden soll. Die bezüglichen Beschlüsse lauten: 1. Der Ausschuß für auswärtig« Angelegenheiten, der dem Ar« beiterausschutz angegliedert ist, mutz einen Vertreter in der amtlichen.Petersburger Telegraphen-Agentur' unterhalten. 2. Besagter Vertreter sendet selbständige Be» richte an die auswärtige Presse und kontrolliert alle übrigemdie Agentur verlasienden Meldungen. S. Streitigkeiten zwischen der Agentur und diesem Kommissar werden zur Schlichtung einem gemischten Ausschuß überwiesen, der auS Vertretern der augenblicklichen Negierung und des ArbeiterauSschusieS gebildet wird. In vier weiteren Artikeln verlangt der Ausschuß die so- ortige Eröffnung voo Friedeusuuterhandlougeu zwischen allen Kriegführenden und eine starke Propa- ganda bei der Masse zwecks sofortiger Be- cndigung des Krieges. Die Fortsetzung des Kneges komme nur der Bourgeoisie zugute. Der Ausschuß weist ausdrücklich darauf hin, daß diese Grundsätze die Meinung der Abgeordneten der Soldaten darstellen, wie sie von 100 Divisionen und anderen Formationen der Front an- genommen worden sind. Die tätige Verteidigung deS Landes soll nicht unterbrochen werden, kann aber andererseits nicht darauf einwirken, die Gründung eines Bureaus für FriedenSzwecke in Stockholm zu verhindern. Der Ausschuß nimmt das Recht für sich in Anspruch, unzensiette Briefe und Telegramme zu versenden und einen eigenen Kurierdienst zu unterhalten. Er fordert weiterhin, daß die Tätigkeit des Generalstabes durch den Ausschuß der Soldatenvercinigung kontrolliert werde. Das republikanische Organ,.Rußkaja Wolja" wendet sich liegen den Arbeiterausschuß und verlangt die Bekanntgabe der Namen der Mitglieder dieses Ausschusses, der sich die Macht anmaßt und eine Situation fördert, die zum Bürgerkriege und zum Abschluß eines schmählichen Friedens führen müsse. Leiter des Komitees ist nach dem'.Times'-Bericht der Advokat Stell off._ Kaüettenführer über den Rat der Arbeiter und Soldaten. Petersburg, 10. April. Im Verlauf der dritten Sitzung des KongresieS der Partei der nationalen Freiheit hielt Minister des Aeutzern M i l j u k o w eine Rede, in der er u. a. die Tätigkeit der Parteien der Linken kennzeichnete, wobei er, wie die Peters- burger Telegraphen-Agentur sich ausdrückt, so vollkommen unparteiisch war, ihnen die Ehre an der Revo- lution und der Organisation in den ersten Tagen nach dem Sturze der alten Re- iierungSform zuzuerkennen. Die übrigen Gruppen, sagt der Rinister, schlössen sick der Revolution bedeutend später an, so datz ich die Parteien der Linken ganz allein der verantwortungsvollsten und wichtigsten Arbeit der Ausarbeitung einer Organisation Rutz- landS unterziehen mutzten. Sie haben diese Aufgabe ehrenvoll erfüllt, wie es die ideale Ordnung bei der Beisetzung der RevolutionS- Opfer beweist. Aach Mllsukow ergriff der BerkehrSminisier Rekrasow da? Wort. Er betonte gleichfalls, datz. wenn eS nicht zur Anarchie ge- kommen sei, die? der umfassenden organisatorischen Tätigkeit der Parteien der Linken und ihrem Organ, dem Rat der Ar- beiter und Soldatenvertreter, zuzuschreiben sei. Be- züglich der Beziehungen zwischen der provisorischen Regierung und dem genannten Rat. zer st reute Rekrasow die Besorgnis, als bestehe gleichsam eine Zweiteilung der Macht, indem er erklärte, davon könne keine Rede sein. Die bestehenden Reibungen zwischen der Regierung und diesem Rat hätten niemals ernsthasten Charakter und könnten immer ausgeglichen werden. Jedenfalls würde die provisorische Regierung Rutzland nicht ohne Unterstützung de« Rates regieren können. Die Re- gierung sei augenblicklich autokratischer als unter der gestürzten Dynastie und müsse infolge dessen unbestreitbar ein ihre Handlungen kontrollierendes Organ haben. Wir werden, erklärte Rekrasow, nicht leicht vor dem Stoß der extremen Strömungen die Macht aufgeben. Wir werden unser Amt nur niederlegen, wenn wir unsere Machtlosigkeit empfinden und b-i keiner GesellschaftSgruppe Rußlands Unterstützung finden werden. Abgeordnete der Garde bei Tscheidse. Bern, 10. April..Petit Parifien' meldet auS Petersburg: Eine aus zwei Offizieren und füni Soldaten bestehende Abordnung eines Garderegiments von der Front wurde in Petersburg vom Exekutivkomitee des Arbeiter- und Soldatenrates empfangen und stellte an den Vorsitzenden Tscheidse die Frage, warum die Petersburger Regimenter der provisorischen Regierung noch nicht den Treueid geleistet hätten. Ticheidse er- widerte, dies solle nach Verständigung mit dem Exekmivkomitee demnächst geschehen. Die Petersburger revolutionären Truppen sollten entgegen dem stüheren Beschlutz wieder an die Front ge- sandt werden. Tscheidse erklärte ferner, das Exekutivkomitee der Duma habe den Sozialdemokraten bei der Bildung der provi- sorischen Regierung Ministcrportefeuilles angeboten und tue eS sogar heute noch, die Sozialdemokralen zögen eS jedoch vor, da» Angebot auszuschlagen, um die Regierungs- akte von autzen her kontrollieren zu können. DaS Exekutivkomitee deS Arbeiter- und Soldalenrales beabsichtige augenblicklich nicht, die Mach« zu ergreifen, unter gewissen Umständen wäre dies jedoch nicht ausgeichlosien. Die Abordnung ver- langte, datz alle Befehle des Arbeiter- und Soldaten-Komitees an die Armee vom Kriegs- mini st er gutgeheißen würden, um widersprechende Befehle und Anarchie zu vermeiden. Die Abordnung richtete schließlich einen dringenden Aufruf an die Arbeiterschaft Petersburgs, die für die Landesverteidigung notwendigen Arbeiten sicherzustellen. Die Stimmung der Abordnung entspreche derjenigen der ganzen Armee. die täglich Erklärungen zugunsten der provisorischen Regierung abgebe. Da« Blatt berichtet weiter, in Petersburg bleibe die politische Lage unverändert. Es gelinge dem Exekutivkomitee nicht, die Arbeiter in die Werkstätten zurückzuführen und die Disziplin i» den Kasernen wiederherzu- st e l l e n. die ßreila/sung der verschleppten Gftpreußen Stockholm, 11. April. Die Petersburger Telegraphen-Agentur bestätigt, daß die provisorische Regierung auf Vorschlag des Mini- steriumS des Aeuhern und des Wirtschaftsministeriums die Freilassung der bei dem Einfalle in Ostpreußen 1914/15 unrechtmäßig nach dem Innern Rußlands verschleppten deutschen Reichsang:- hörigen angeordnet hat. Die betreffenden Zivilgefangenen sollen mit Unterstützung der Regierung nach der Heimat entlassen werden. Die Prüfung der Einzelfälle liegt einem besonderen auS Vertretern verschiedener Ministerien zusammengesetzten Ausschüsse ob. Kuba im Kriegszustand mit dentschland. Die„Nordeutsche Allgemeine Zeitung' mewet: Der hiesige kubanische Gesandte hat dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts eine Note überreicht, worin er erhaltenem Aufttage gemäß mitteilt, daß seine Regierung die diploma- tischen Beziehungen zum Deutschen Reich abbricht und sich mit ihm als im Kriegszustand befindlich bettachtet. * Basel, 11. April. Laut Nachrichten auS Havanna beläuft sich die Tonnenzahl der in Havanna verankerten deutschen Schiffe aus 12 875, in einem anderen kubanischen Hafen liegt ein Schiff von 3026 Tonnen. Oesterreich besitzt ein Schiff von 3563 Tonnen, welches in Havanna verankert ist. Argentinien gegen Deutschland. Amsterdam, 11. April. Reuter meldet aus Buenos Aires: Offiziell ist am Abend des 10. April folgende Erklärung be- kannt gemacht worden: Die argentinische Regierung hat die Haltung der Vereinigten Staaten bezüglich Deutschlands u n t e r st ü tz t. Staatshilfe für eine amerikanische Handelsflotte. TaS Zkriegsgeschäft mit den Alliierten. Washington, 10. April. Reutermeldung. Wilson hat sein« Zu- stimmung zu dem Programm des Schiffahrtsdepartements erteilt, eine Flotte von 1006.Holzschiffen zu3000Tonnenzubauen, um die V e r l u st e an Schiffsraum durch den U-Boot» Kriegzudecken. Der Kongreß hat hierfür 56 Millionen Dollar bewilligt. Die Kontrakte für den Bau sind bereits abgeschlossen. Der Schatzsekretär Mac Ädoo hat sich schr zuversichtlich über die Beschaffung des Kredites von fünf Milliarden Dollar geäußert. Er meinte, daß die Anleihen sehr bedeutend überzeichnet werden würden. Ter gesamte Betrag würde vielleichl nicht auf ein- mal auf den Markt gebracht werden, sondern von Zeit zu Zeit, je nachdem man Geld brauche. Die Anleihen würden steuerfrei sein und wahrscheinlich dreieinhalb Prozent Zinsen bringen. Drei Milliarden Dollar sind für den Kredit der ande- ren Regierungen bestimmt, die mit Deutschland im Kriege sind. Der Plan der amerikanischen Regierugn ist, von den-ruderen Regierungen Obligationen zu kaufen, die denselben Zinsfuß haben sollen wie die Obligationen der Bereinigten Staaten. der Krieg auf öen Meeren. Neuerdings SZ000 Tonnen /tpnibcute. Berlin, 11. April. Außer den bisher im April bekannt gegebenen U-Boots-Erfolgeu ffud neuerdings im Kanal, im A t l a n t i k und in der N o r d s e e versenkt:1KDampfer, 7 Segler, 2 Fischerfahrzeuge mit insgesamt 53 000 B r.- R e g.- T o., und zwar: Die englischen Dampfer Stanley(3987 To.). Glenogl, (8200 To.), die englischen Segler H u n t I e Y, mit Pech nach Dieppe, Mary Annie, mit Kohlen nach Treport, B o a z, Gippes« wie. Sudtzmio»: zwei unBeTfltmfe französische Fischerfahrzeuge, italienischer he- wasincter Dampfer Avantguardi{270S£o.) mit Erz nach Cardisf, belgischer Dampfer Trevier lK(X)6 To.), holländischer Tankdampfer Hestia; die norwegischen Dampfer Li-beth. Grip mit Koks, Aasta mit Erz nach England, Morild I. mit Grubenholz nach Cardiff, Farrnand mit sohlen nach Lissabon; norwegisches Vvllfchiff Svendsholrn; schwedischer Dampfer Norrna mit Erdnüssen; griechischer Dampfer Katina mit Phosphat nach Nantes; ferner folgende Schiffe, deren Namen nicht festgestellt werden konnten: ein abgeblendeter Condoh-Dampfer, ein abgeblendeter schwer beladener, von Kriegsschiff und Zerstörern gesicherter Dampfer, ein Lazarettschiff in der Mitte des englischen Kanals zwischen Le Havre und Ports« mouth, ein beladener von Zerstörern gesicherter Trans portdampfer mir Kurs Le Havre, der aus dem Convoh herausgeschossen wurde, und eine Dreimastbark im Schlepp eines bewaffneten Schleppdampfers. Zu den am 6. April veröffentlichten U-Boots-Erfolgen sind nach den bisher eingegangenen eingehenderen Meldungen der U-Boote folgende Einzel- h e i t e n nachzutragen. Unter den versenkten Schiffen be- fanden sich: Die bewaffneten englischen Dampfer Snowdon Range (4662 To.) mit 7506 To. Getreide, Früchte und Haferflocken, Wyen« Wood(1334 To.) mii 2900 To. Kohlen für englische Flotte und ein unbekannter Dampfer von 1800 To. Die englischen Dampfer Fairearn<692 To.) mit Kohlen. Ennistown<700 To.). Ardenwen <3798 To.) mit 5000 To. Zucker, Ardglag<778 To.) mit Stahlplatten, Cannizaro<6113 To.), Kohlendampfer Somme(1800 To.), Holgate (2604 To.) mit Eisenerz. Kapitän wurde gefangen genommen, Passagierdampfer vom Typ Meganlic(14 878 To.), englische Segler Howe mit Kohlen, Braudon mit Stahlplatlen, Eastern Belle mit Pech, die englischen Fischerfahrzruge Prince vi Wale«, Galatia, Moulinein. Pelrel, Median, Nofflyn, Industria, Expedient und das englische Feuerschiff South Arklow(Oslküste Islands). die französischen Segler Bruyöre mit Teeröl. Friganie mit Kohlen. Eugene Pergeline mit Nickel; die französischen Fischerfahr- zeuge C 707, 0 709, C 775 und zwei unbekannte französische Fisch- kutler; russischer Segler Laymar; die norwegischen Dampfer KorsnaeS, Dangali. Gremnar mit Kohlen. Nova mit Kohlen, Sandvil mit Eisen, Tizona mit Koks, Marschall mit Kohlen, Consul Persion mit Erz, Havlyst auf Fahrt nach Eugland; norwegischer Segler Sirius mit Weizen; dänischer Dampfer Bergenhus mit Stückgut und Segler Ebenezer; griechischer Dampfer Poseidon mit Eiienerz; ferner acht Dampfer, darunter zwei Tantdampfer und vier Segler, deren Namen nicht fe st ge stellt werden konnten. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine, Seesperre und Versenkungen. London, 11. April. Die Blätter melden aus Washington: Der amerikanische Postdampfer New Dort(10 795 Br.« Reg.-To.) stieg auf eine Mine. Er erreichte den Hafen. Menschen- leben sind nicht verloren gegangen. Das Neutersche Bureau meldet au? Liverpool, baff der Post- dampfer New D o r k auf eine unter Wasser schwimmende Mine ge- stogen ist. Das Leck wurde so gut wie möglich gestopft; trotzdem drang soviel Wasser in das Vorschiff ein, daß das Hinterschiff und die Schrauben über Wasser kamen. Das Aussetzen der Boote war sehr scbwierig und es wurden dabei zahlreiche Matrosen verwundet. Man glaubt, daß der Dampfer auf eine der kleinen beut- scheu Minen gestogen ist, wie sie von den deutschen U-Booten ausgelegt werden. Kopenhagen, 10. April. Nach einer Mtteilung des Ministeriums des Aeugeru ist die dänische Schoonerbrigg Jörgen Larien, die seit Monaten vermigt wird, wahrscheinlich unter- gegangen. Ein Boot der Brigg wurde in der Nordsee treibend auf- gesunden und nach Middlesborough gebracht. Das Schiff war mit Kohlen von England nach Dänemark unterwegs. Bern, 10. April.„Matin" meldet aus Nantes: Der spanische Kohlendampfer Sanfulgencia wurde auf der Fahrt von Newcastle nach Barcelona bei Sables von einem deutschen U-Boot versenkt. Bern, 10. April..Matin* meldet aus Marseille: Die Besatzung des versenkten Postdampfers Einest Simon traf in Marseille ein. Die Ueberlebenden berichten, das Sehrohr des U-Bootes sei unsichtbar gewesen, man habe in der bellen Mondnacht nur die Spur des Torpedos im Augenblick des Treffens bemerkt. Die Explosion sei fürchterlich gewesen. » Bergen, 11. April. Der Hafen von Liverpool ist wegen M i n e n g-r f a h r für den Verkehr gesperrt. * Bern, 10. April. Lyoner Blätter melden aus Madrid, der Minister der öffentlichen Arbeiten hätte erklärt, die spanische Re« gierung habe bisher nur den Verkauf zweier kleiner Schiffe ge- stattet. Der Verkauf größerer Schiffe ohne vorherige amt- I i ch e Ermächtigung sei unzulässig. Die Schlacht bei /lrras. Berlin, 11. April.(W. T. B.) Im Räume von ArraS, an und östlich der Linie Souch ez— N o u v i l l e— V i p a s s e tobten auch gestern lebhafte Kämpfe. Wie selbst englische Berichte be- tonen, wurde der englische Angriff bei Arras unter einem Einsatz von Artillerie begonnen, der alles bisher Dagewesene übertrifft. Es wurde auch Gas abgeblasen. Durch die gutliegende und äufferst starke englische Feuersperre wurden Teile der deutschen Besatzung in den vordersten Gräben vollkommen abgeschnitten. Der Verlust beherrschender Höhenrücken in der vordersten Linie, die vom eng- lischen Artilleriefeuer systematisch abgeriegelt worden waren, machte Ter Verbands Vorsitzende Hans Adorf eröffnete die Verband- lungcn nnt einem Vortrag«licr den Gründungszwcck. wobei er die vielen Schwierigkeiten erwähnte, die der Bewegung durch das Ver- hallen der Behörden, der amtlichen Fürsorgeftellen und die Er- klärung der gewerlschaftlichcn Arbeiter- und Anaesielltenverbände er- wachsen seien. Ter Drang, sich zu organisieren, sei Lei den Kriegsbeschädigten grob. auS einem starken Bedürfnis heraus geboren. In der Kriegs- bc'chädigtensürsorge sei lange nicht alles, wie es scili sollte...Wir"haben draußen gegen den Feind gc- kämpft für des Reiches Sicherheit, und Jo wollen wir jetzt kämpfen für die wirtschaftliche Sicherstellung derer, die in diesem Kampfe beschädigt und im Erwerbsleben zurück- gedrängt wurden." Der TrganisatiouSgcdouke sei aus den Reiben der Kriegsbeschädigten selber hervorgegangen, deren Interessen unter AuSschluh aller parteipolitischen und religiösen Fragen gewahrt werden sollen. Der Vorstand sei an die Behörden, die GeWerk- fdbaften und die Abgeordnelen oller Parteien herangetreten. Er habe sich über deren ablehnendes Verhalten gewundert, waS offen- bar cmcr Verkennung des Zweckes der Organisation entspringe. Man sei fest überzeugt, daß wenn man sich mit den Ver- t r c t e r n der Gewerkschaften an einen Tisch setze, eine Verständigung ohne iveitcres erfolgen werde. Nur ist es nicht richtig, daß. bevor dies geschehen, die Verbände gegen die Bewegung Stellung nahmen. Dem Reichsausichub der Kriegsbeschädigtensürsorgc sei ciiic Berichtigung zugestellt worden.(Der Redner bringt diese zur Verlesung.) Den beiden VerbandSvertretern. die beim Reichs- nusichusis vorstellig wurden, sei am Schlnsie der Verhandlungen von dessen Vertreter versichert worden, man trag« keine Bedenken gegen den Verband. Die Berufsberatung, Stellen« Vermittlung, wie auch die Regelung der Lohn- fragen soll Sache der b e st e h e n d e n O r g a n i- s a t i o n e n bleiben. Die Gründung einer llnterstützungSkasse sei aus Anraten zurückgestellt worden. Man habe eS als sehr wert- voll bezeichnet, dasi die KriegSbcichädigtcnvereinigungen bei der Fürsorge i n s o r u: a t o r i s ch mitwirken würden. Der Vor- wurf deö VertranenSbrucheS müsie zurückgewiesen werden; eS sei allerdings der Fehler gemacht worden, den Reisebericht— über die Bespreckiung im Kricgsministorium und iin Neichsausschuß— zu veröffentlichen. Um die ganze Kette von Hemmungen zu sprengen, habe man an den Kaiser und an Hindenburg geschrieben. General Luden- d o r f s sei dem Verbände als Ehrenmitglied beigetreten.� Der 2 Vorsitzende Küppers- Krefeld ergänzte a'S Beteiligter den Bericht über die Berliner Reiie. Bei den amtlichen Fürsorge- stellen habe man erst eine gute Aufnahme gefunden, dann aber mehr und mehr Abneigung. � Wenn man sich nicht daraus verlassen dürfe, waS der Vertreter dcS ReichSauSschusseS zugestand, dann müßte mau einen Herrn mit der nötigen Vollniackt für die Verhandlungen bc- stimmen, oder aber Herr von Wimerfeldt hätte diese selber führen sollen. Nach der Aussprache im Neichsausschuß sei er mit Adorf davon überzeugt gewesen, daß ihre Sache gut stehe. S l e i n g r ä b e r führte auS. man habe in Sachsen die- selben Kämpfe mit den Behörden zu bestehen gehabt. ES wurde verlangt, den Kriegsbeschädigten während der Dauer dcS Krieges die Sieuerzahlung zu erlassen, einen Vertreter derselben in den Ortsausschuß des HeimalSdankS aufzunehmen und bei der Ver- uiluug von Lebensmitteln die Kriegsbeschädigten zn berücksichtigen. Außerdem wurde eine Teuerungszulage zu der für Friedensverhält- , liste berechneten Rente verlangt lote auch FahrpeelSermäßigungen. Bei der Auszahlung der ArbeitSlosemmtelstützung lverde die Rente eingerechliet; doch fei jetzt erreicht, daß sie nur noch mit u0 Proz. berechnet werde. Weiter werde gefordert, die Famitienunterstützulig cm Vierteljahr nach der Entlassung weiter zu zahlen. Mau habe versucht, ihn von der Teilnahme am VerbandStage abzubalicn. AuS Gladbeck wurde berichtet, daß der Amtmann Kriegs- beschädigte zu dem Ausschuß beraugezogen habe und keine Bedenken trage, die Bewegung zu unterstützen. Dr. jur. Äuiistmann. Schrislleiter der..Deutschen Blätter für Kriegsverlctzle" in Leipzig führte aus: Die militärische Für- sorge stelle sich viel eher auf den Standpunkt der Vereinigungen als die amtliche bürgerliche Fürsorge. Bevor man den Vereinen Borwürre mache, ein Ouerulantenium zu züchten, solle man sich erst davon überzeugen, daß man eS mit ernsten Viännern zu tun habe. Die Hilfe, die sich der offiziellen Fürsorge in deliÄriegSbeschädigten-Vereinigungen bietet, solle man nicht zurückweisen. Tie anttliche Fürsorge wolle zwar daS Beste, ollein der Wille müsse bei dein Kriegsbeschädigten vorhanden sein, der in den Vereinigungen erst gestählt werde. Viele Kameraden seien unbeholfen und verschüchtert den amtlichen Stellen gegenüber, was die angeborene Disziplin mit sich bringe. Adorf betonte noch den großen Wert, der auf die Berufs- b e r a t u n g durch Fachleute zu legen sei: ein Stadtverordneter mit dem Stadlsckrelär und dem Gewerbeimvektor könnten praktische B»ru»sberatung nicht ausüben. Deshalb solle man an die Berufs� verbände herantreten, um die nötigen Fachleute zu bekommen. Da nebe» müßten Kriegsbeschädigte als Vertrauensleute ihrer Kameraden beteiligt sein. Zur Uuterbringung der Kriegsbeschädigten genüge nicht die gewohnliche VermitilungStätigkett der Arbettsnachweiie, sondern eS müßten besondere Arbeitsnachweise oder Abteilungen iür Kriegsbeschädigte unterhalten werden. In Esten wie anderwärts müßten Kriegsbeschädigte wochenlang als Arbeits- lose berumlaufcii. DaS ganze Geschreibe und Getue sei ohne Wert und mehr praktische Hilfe vonnöten, Die Lohnsrage müßte ebenfalls durch die BerusSpereine in Perbindimg mit de» amilichen Stellen geregelt werden. Diese Stellen dürsten den aliitticheu Charakter weniger hervorkehren. Fort mit dem Amtston, fort mit dem Bureaukratrsinus t Der ZU'amiiienschluß aller Kräfte, die in der Fürsorge tälig sein wollen. ici notwendig, und zwar eiuschtießlich der Kriegsbeschädigten. DaS Tischtuch mit den Stellen, die sich gegen die Vereinigungen und den Verband erklärt haben, betrachte man noch nicht als zerschnitten. Weiter wurde die Notwendigkeit von Berat ungS- und R e ch r S a u S k u n f t S st e l l e n betont, wie auch die Schanmig einer Unterstützungokaiie, deren Schaffung noch au- Schwierigleiten stoße. Die anttliche Unterstützung sei eüvas für den Ansang, doch nichts für die Dauer. Der Kriegsbeschädigte habe kein Anrecht daraus. Er wolle aber kein Almosen, sondern Hilfe. Bei den gegen- wänige» Mängeln der Kriegsbeschädigtenfürsorge bleibe eS nicht auS, daß sich der KriegSbeschadigt»» eine große Unzufriedenheit bemächtige. Insbesondere die iinierlich Schwerbeschädigten bedürfen der Unter- stüyling. auch bei Beschaffung der für sie notwendigen Lebensmittel, obne kosispieligeö ärztliches Attest. Bei � besonderen Kraule» iz. B. Epileptikern) trete tageweise Arbeitsunfähigkeit ans, die von der Krankenversicherung infolge der Karenzvorschristen nicht erfaßt wird. Auch hier muffe Hilfe geleistet werden. Ferner seien A r b e i t S g e n o s s e n s ch a s t e n für Heimarbeiter notwendig, um den Arbeiieru die erforderlichen Roh- Materialien zu liefern und ihnen Absatzgebiete zu verschaficli. Zur Verbesserung des Mannschaftsv'ersorgnngSgesetzeS wolle man sämtlichen Parteien mit Material an die Hand gehen. Tie Bcr- -«.niniiinilj '-■■■illSiiiii» WWm»-". Allerlei verbürgte Tatsachen OaS Deutsche Reich hat sich verpflichtet, den hohen Zins- sah seiner Kriegsanleihen vor dem Iahre 1924 nicht herab- zusehen. Selbst nach dieser Zeit muß dem Inhaber zuvor Zurückzahlung zum vollen Nennwert angeboten werden. Wann hat je das Ncich sein verpfändetes Wort gebrochen? Weder Zwangsmaßregeln irgendwelcher Art, noch Se- schlagnahmungen von Sparkassen- und Aankguthaben sind beabsichtigt oder auch nur in Aussicht genommen. Die Drohung mit dem Zwang können wir getrost den Eng. ländeni überlassen. Das deutsche Volk, das feinem Vaterland bisher schon 4? Milliarden freiwillig dar- gebracht hat, hat wahrlich weder Zwang zu befürchten noch Zwang verdient. Eine Sondersteuer auf die Kriegsanleihe wird niemals erhoben werden. Es ist eine hirnverbrannte Torheit, zu glauben, das Reich würde denen, die ihm in schwerer Not geholfen haben, dafür sogar noch eine Strafe auferlegen. Viel berechtigter wäre es, nach dem Krieg jenen eine nachdrückliche Steuer aufzubürden, die sich von der Vc- telligung an den Kriegsanleihen zurückgehalten haben, obwohl ihnen ihr Einkommen und ihr Vermögen die Zeichnung gestattet hätte. Die Oarlehnskassen werden nach dem Krieg noch eine Reihe von Zähren- mindestens vier oder fünf- bestehen bleiben und für die Velekhung von Wertpapieren zur Ver> sügung stehen. Sie werden durch maßvolle Zinssähe auch im Frieden die allmähliche Abtragung der für Kriegs- anleihezeichnungen aufgenommenen Darlehen erleichtern. Man kann also jederzeit daS in Kriegsanleihe angelegte Kapital in Bargeld umsehen. Ein Kursniedergang, der mit dem inneren Wert der Kriegs. onleihcn nicht übereinstimmt, wird niemals eintreten. Es sind wirksame Vorkehrungen getroffen und gründliche Maßnahmen vorbereitet, auch bei einem etwaigen plöh> lichen Andrang sehr großer Mengen von Verkaufs- anträgen in den ersten FnedenSjahren einen Kurssturz zu verhindern und unmöglich zu machen. Ou hast also keinen Grund ängstlich zu fein und Dein Geld brachliegen zu lassen. Dein deutsches Vaterland ist der sicherste Schuldner der Welt. Zeichne Kriegsanleihe! IIWMvu«-"— einigungen wollen nicht über dies und jenes schtinpsen. sondern aufklärend und resormierend wirken.. AIS Verbau dsorgan wurden die„Deutschen Blatter für Krieasverletzte" bestimmt, die av 1. Mai unter dein Titel. D e r Kriegsbeschädigte", wie bisher allwöchentlich, zum Prelle von 1,20 M. vierteljätnkich erscheinen. Von diesem Bezugspresie werden der Verbandskasse 20 Pf. überwiesen. Das so umschriebene P r o g r a in in c e Z Verbandes w li r d c einstimmig g u t g c h c i ß e». In der Diskussion wurde von dem Vertreter für Dortmund e i n e A il S> p r a ch e g e lv ün s ch t über die vermutlichen Grün de des ablehnenden Verhaltens der Ge° lv e r k s ch a s t e n. Ein anderer Redner betonte, man habe gegen- über den Gewerischasten einen schweren«-stand. Von 40 Kriegs- beschädigten seiner Ortsgruppe seien 80 nicht organisiert. Em Teil der Kriegsbeschädigten sei erwerbsunfähig und komme für die gewertschastliche Organisation nicht mehr in Frage. Ein Dritter sprach seine Verwunderung auS über den Standpunkt der Gelverl- schasten, mehr noch über das rinbcitliche Vorgehen derselben. Dr. Kimsimann sübrie aus, die Ausgabe» der Gewerkschaften und die der wirtschastlickien Bereiniguligen der Kriegsbeschädigten seien grundve-scoledene Dinge. Die der Kriegsbeschädigten könnten durch die Gewerkschaften nicht vertreten werden. genug. Bezüglich deS Verbots der öffentlichen Versammlung an« Lster- sonntag wurde mitgeteilt, daß ein Telegramm des Staatskommissars der LiriegSwohlsahrtSpslege eintraf, wonach nicht die Abhaltung der Versammlung imtersagr ist, sondern lediglich die Werbung von Mit- gliedern für den Verband. Unter den verlesenen Begrüßungstelegrammen und Antworten auf die Einladungeu wurden auch die Grüße der.Sozialdemolra- tischen Feldpost' beifällig erwähnt. Die Absage L e g i e n s wurde dahin gedeutet, daß Legten mit den Kriegsbeschädigten noch keine Fühlung genoinmen habe. Bei der W a h l d e S engeren Vorstandes wurden die bisherigen provisorischen Mitglieder deS Verbandsvorstandes meist wiedergewählt. In den erweiterten Vorstand können die größeren Ortsgruppen einen BertrauenSmalin wählen. Der Verleger sowie der Redakteur de- VerbandsorganS wurden ebenfalls in den Vor- stand gewählt. Die Beratung der Satzungen war ungenügend vor- bereitet und wurde daher an die Ortsgruppen zurückverwiesen. Ins- besondere zeitigte die Festsetzung de? Verbandsbeitrags von viertel- jährlich 1 M. aus den örtlichen Beiträgen von monatlich 60 Pf. eine längere Debatte, da den Ortsgruppen dann mir der Beirag sirtit 9 V? Tin.ftivfplii frnt rnrm CfFirenmitfllicbcr qc* ise iiikc Wohlfahrtspflege treffe"der Verband nicht. Man dürfe Mitglieder werben, jedoch keine Sammeltätigkeit entfalten. lieber die RechtsanSkuilft berichtete der VerbandSkaisiercr GirkeS auS Krefeld, daß man bei der Anwaltskammer einen dortigen Rechtsanwalt angefeindet habe, weil er Kriegsbeschädigten unent- geltlich Auskunft erteilte. Die AnwaltSkammec habe jedoch dahin entschieden, daß dies zulässig sei. Aus Krefeld wird auch von einer L a>, d a b t e i l u n g der dortigen Ortsgruppe berichtet, der eS ge- lungen, Pachtland, Saatkartoffeln. Dünger und sämtliche Sämereien zu bekommen. Bierundzwanzig Morgen Land habe man in eigene Bebauung genommen. Der Herbstbedarf sei für die Mitglieder ge- sichert. Um 8 Uhr abend? schloß der Vorsitzende den Delegiertentag nut der Erklärung, mit der Zeit werde man alle Stellen davon über- zeugen, daß der Verband nur das rein Menschliche wolle: Die wir:- schaftlichen Interessen der Kriegsbeschädigten wahrzunehmen. In der öffentlichen Versammlung äm Sonntag vermißte der Vorsitzende den großen Gästekreis. Die erst am Abend zuvor er- langte Erlaubnis zur Abhaltung, wie auch die ablehneuden Artikel in der Tagespresse hätten einen starken Besuch verhindert. Herr Adorf entwickelte noch einmal das Progranun des Verbandes.� In einer längeren Entschließung wird der Standpunkt der Organisation gegenüber der gegenteiligen Stellungnahme der anitlichen Fürsorge- stellen vertreten. Zum Schlüsse wurde eine Reihe Begrüßung�- schreiben verlesen, so vom Gouverneur v. Bissing, den Ageordneien Graf Westarp, Stresemann, Hubrich, ferner v. Batoeki u. a., wie auch ein Dankschreiben Ludendorfs für die Ehrcnmitgliedschasr. Parteinachrichten. Heber Auelandskonferenzen der Vertreter der sozialistischen Parteien bringen bürgerliche Blätter fast täglich Meldungen, die mit größter Vorsicht aufzunehmen sind. Meistens sind sie falsch.� So läßt sich der ,.Lok.-Anz." gestern aus Wien telegraphieren, daß sich die Genossen Adler und'«ckeide'.nauii gegenwärtig in Stock- bolin befänden. Genosse Dr. Adler befindet sich aber zurzeit u: Wien und Scheide mann in Berlin. GroMerlln Ausdehnung der Volksspcisuug. Tie am nächsten Montag einsetzende Herabminderung der Brot- ration wird uns.zwingen, unsere Ernährung in bedeutendem Maße abzuändern. Waren wir bei dem Kartosselmangel der letzten Zeit bauptsächlich darauf angewiesen, Brot, ein fertiges Produkt, zu ton- sitMieren, so müssen wir vom Montag ab wieder mehr Probufw, die wir erst zubereiten, wie Kartofsekn und Fleisch, zu uns nehmen.. Das uns t-on diesem Tage an zugeteilte Brotquaiituin von 1000 Gramm zwingt uns, mir 82 Schnitten a 60 Gramm eine Woche laug auszukommen. DaS sind pro Tag für den einzelnen 4?e-schnitte:!, die auch zusammen mit der Mittagsmahlzeit nicht ausreichen wer- den, um den größten Hunger zu stillen. ES wird daher notwendig sein, daS Brot nur für die Zwischenmahlzeiten zu verwenden und für die Hauptmahlzeiten mittags und abendS sich auf warmes Essen einzurichten. Mit dieser Einteilung muß natürlich gleich i» Beginn der neuen Wocke begonnen werden; vollständig verkehr: wäre es, in de» ersten Tagen eine größere Brotmenge zu kousu- miorcn und für die letzten Tage der Woche nichts mehr übrig zu lassen. Jedoch die Beschaffung der Maievialicn für die warmen Mahl- zeiten ist unsäglich schwer. M't dem verdoppelten Fleischquanium ließe sich zur Not. entsprechend den bisherigen Gepslogenheiten, noch auskommen. Schwieriger wird es schon bei den Kartoffeln, von denen tvir in der nächsten Woche 6 Pfund erhalten sollen. Räch Abzug der ziemlich boken Abfälle steht uns pro Tag noch kein halbes Pfund zur Verfügung. Aber auch diese Mittel reichen nicht au?> um warmes Essen herstellen zu können. Daneben werden noch andere Nährmittel gebraucht. Diese Produkte beute noch für den Einzelhausbalt zn beschaffen, ist schier unmöglich. Deshalb wird ein großer Teil der Bevölkerung, und nicht nur die Ledigen, gezwungen sein, in erhöhtem Maße die V o l r- spci su ng in Anspruch zn. nehmen. Ihr Wunsch wird dehui gelwn. sowohl mittags wie abends Essen aus der Bo£kSspe:suiig zu entnehmen. Bisher scheint allerdings in den Gemeinden U-enig Neigung zn bestehen, die A b e n d s p c i s u n g einzuführen. Ein- zclnc von ihnen verhalten sich ablehnend, andere wollen erst d:e Entwickclnng abwarten. Mitteilungen über die Einführuiig der Abcndspcisung bar bisher keine Gemeinde erlassen. Sicherlich stellt die Abeudspcifnng große Anforderungen an die Gemeinden. Ohne die Einrichtung deS NachtbetriebcS wird man in den Vororien kaum dabei auskommen. Aber die Gemeinden haben in der ÄriegSzeit so viel Aufgaben übernommen, daß sie sich dieser neuen Ausgabe so schnell w'e möglich unterziehe» sollten. Von den amtlichen RcichSjtellcii müßten ihnen natürlich auch die nötigen Nahrungs- mittel für diese Zwecke sofort zur Verfügung gestellt werden. Wir sind überzeugt, daß man nur durch das Sh stein der A b e n d s p c i s u n g den Schwierigkeiten einigermaßen Herr wer- den wird. Sollten aber die Gemeinden dieser Ausgabe gegenüber sich nach wie vor zögernd verhalten, so dürfte die Verantwortung für eine Unzufriedenheit bei der Bewältigung der Ernährungs- schwierigkeiren sehr leicht den Gemeinden zugeschoben werden, was sicherlich die Gemeinden im allgemeinen bei ihrer Kriegssürsorg:- tätigkeit nicht verdient haben. Es wird daher notwendig sein, daß die Geinciriden sofort an die neue Aufgabe herangehen. jxzrt■ :E-U,CJC V�i loS&S&rf l Tie Preise für die neue billige �leischzulage. Des Berliner M/z, für männliche Personen von 10''z— Iis« Uhr. Oestlich der Kaiser-Wilhelm-Straße und nördlich der Blanken- burger Straße einschließlich Kaiser-Wilhelm-Straße auch am Sonn- tag bei Junsch, Kaiser-Wilhelm-Straße 4,3, von 10-11'/, Uhr._ Groß-Serliner parteinachrichten. Tempelhof. Die Mitgliederversammlung de? Ortsvereins findet erst in der nächsten Woche statt. Näheres wird noch bekannt- gegeben. HermSdorf, Waidmannslust, Glienicke» Lirkenwerder, Hohen- Neuendorf und Bergfclde. Sonnabend, den 14. April, abends '/„g Uhr. findet bei Eggebrecht, HermSdorf, eine Mit- gliederverfammlung statt. Zur Teilnahme berechtigt find die Genossen, die auf dem Bode» der Parteimehrheit(S. P. D.) stehen. Mitgliedsbücher sind zwecks Entrichtung der Beiträge mitzubringen. Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. AuS dem Geschäftsbericht der Acrlin-Anhaltischen.Maschinen- bau-U.°G. heben wir hervor:.So sehr sich die Gaswerke bemüht hatten, mit den vorhandenen Einrichtungen dem steigenden Gac- bedarf zu genügen und Erweiterungen sowie Erneuerungen währeno der Kriegszeit hintan zu halten, so ist schließlich auch hier an vielen Stellen die Grenze des Möglichen erreicht worden, so daß sich die Betriebe gezwungen sahen, aus ihrer Zurückhaltung herauszutreten. Ta eine nennenswerte Erhöhung der Leistungsfähigkeit unserer Fabriken nicht mehr möglich war, haben wir zu Beginn des Jahres 1917 die in Berlin-Wittenau gelegene Fabrik-Xtis Auszi�swerke G. m. b. H.", deren Anteile sich in den Händen der Otis Elevawr Co. in New Dork befinden, mit der gesamten maschinellen Einrich- tung für die Kriegsdauer mietweise übernommen, wobei uns gleich- zeitung ein Verkaufsrecht bis zum Jahre 1921 eingeräumt wurde. Unsere Beteiligungen baben im Berichtsjahre eine Verminderung er- fahren durch den Verkauf unseres ansehnlichen Besitzes an Aktien des„Stahlwerk Krieger A.-G.", Düsseldorf. Der Erlös erbrachte uns gegenüber dem Buchwert einen angemessenen Gewinn. Eine erheblich stärkere Entlastung unseres Beteiligungskontos wird in der nächsten Bilanz zum Ausdruck kommen, nachdem wir zu Beginn des Jahres 1917 unsere Beteiligung an dem amerikanischen Lehig Coke Eo. Unternehmen durch Vermittlung der Deutschen Bank abstoßen konnten." Der Auftragsbestand ist höher als zu Beginn des Jahres 1916.___ Soziales. Geheimrat Rome»»nd das Bercinsrecht der Gewerkschaftc». Zu Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts er- regte der damalige Hamburger Staatsanwalt Dr, jur. A. Romen durch seine Behauptung, die ganze sozialdemokratische Prcs'e vom „Vorwärts" abwärts billige nicbl nur den Meineid, sondern vcr- herrliche ihn sogar, großes Aufsehen. Die Kritik dieser in der Staatsanwaltrolle im GerichtSiaalc getanen Behauptuiig brachte einer Reib« von Parteigenossen langmonatige Gefängnisstrafen. Fast fünfundzwanzig Jahre sind seitdem vergangen, manches hat sich seit dieser Zeit gewandelt. Anscheinend auch die Aufiasiung deS inzwischen zum Wirklichen Geheimen Kriegsrat in Preußen aus- Sergeßt nicht Kriegsanleihe zu zeichnen! gestiegenen ehemaligen Hamburger Staatsanwalts. Bor»nZ liegt ein kleines Büchlein dieses Herrn:»Vereins« und Ver« sammlungsrecht der Gewerkschaften und Gewerkvereine, Berlin, 1917, I. Guttentag.' DaS Buch behandelt im wesentlichen das Gesetz zur Aenderung des Vereinsgesetzes vom 26. Juni 1916. «ein Inhalt bestätigt die Berechtigung der Zustimmung unserer Reich-Ztagsfrakiion zu diesem Gesetz; es ist eine einzige Bekräftigung der von den Gewerkschaften vertretenen Auffassung, datz dieses Ab- änderungSgeietz eine ganz wesentliche Besserstellung der Gewerkschaften darstelle und die Rechtsunsicherheit beseitige, die durch den Widerspruch zwischeir der Rechtsprechung und dem tat- sächlich eingetretenen Zustand bedingt war. In Gewerkschastkreiscn war zwar von vornherein kein Zweifel, dag dieses Gesetz sie von schweren, ihnen durch die Gestaltung der Rechtsprechung auf- erlegten Fesseln befreie, die sie in der Erfüllung ihrer Ausgaben, der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen und der Mehrung und Förderung wirtschaftlicher und geWerk- schaftlicher Interessen ihrer Mitglieder, behinderten. Romen drückt das so auS:»Dem Vereinsgesetze soll zur Sicherung seiner richtigen Anwendung gegen eine unsichere und schwankende Praxis, zur Durch- fübrung deS ursprünglichen und wirklichen Willens des Gesetzgebers. durch die neue Vorschrift"— des§ 17a V.G.—»eine authentische Auslegung gegeben werden." Alles Material dafür, was der Gesetzgeber mit der neuen Vor- schrist gewollt hat, hat Romen zusammengetragen, und dieses erschöpfende, vollständige Material, das ca. 90 Seiten des Buches um- faßt, macht dieses zu einer so werlvollen Bereicherung jeder Gewerk- schaftsbibtiotbek, daß wir es nur angelegentlichst empfehlen können. Wir sind ja keine verbohrten Fanatiker, die das Gute ablehnen, weil es von einer Person geboten wird, deren prinzipielle Lebensauffassung der unseren diametral entgegengesetzt ist. Und so will es denn die Ironie des Schicksals, daß ausgerechnet der .Vorwärts" die glühenden Kohlen der Anerkennung auf das Haupt Romens sammeln muh. Dem Büchlein ist ein Abdruck des Vereinsgesetzes unter Be- rücksichtixung der Aenderung vom Juni 1916 und eine kleine Ab- Handlung über das gewerbliche Koalitionsrecht beigefügt. Die letztere ist zu kurz, um erschöpfend sein zu können. Deshalb auch können wir über sie hinweggehen. Nur gegen einen Satz müssen wir uns wenden:»Ausgeschlossen von der Koalitions- freiheit sind namentlich auch die landwirtschaftlichen Unternehmer und Arbeiter sowie die zu häuslichen Arbeiten verwendeten Dienst« boten." Zunächst erstreckt sich daS von Romen in Bezug genommene preuhische Gesetz von 1854 nicht auf die landwirtschaftlichen Unter- nehmer, sodann ist auch nur die Verabredung ländlicher Arbeiter und Dienstboten zur Einstellung oder Verhinderung der Arbeit verboten. Zudem auch gibt Romen auf Seite 45 bei der Darstellung des BereinsrechtS die Rechtslage dieser Personengruppen durchaus zutreffend wieder, wenn er besonders daraus hinweist, dah andere Ver- abredungen, zum Beispiel solche, die bloh die Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen bezwecken, ohne gleichzeitig auch Einstellung oder Verhinderung der Arbeit gerichtet zu sein, nicht unter das Landesrecht gestellt sind, vielmehr in Vereins- und versammlungsrechtlicher Beziehung den Bestim- mungen des Vereinsgesetzes unterstehen. Tie Bolksfürsorge im dritten Kriegsiahre 1917. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 1916 sind nach den vor- läufigen Feststellungen bei der Bolksfürsorge im ganzen 22 936 neue Versicherungen mit 4 881 480 M. Versicherungssumme abgeschlossen worden. Davon waren Kapitalversicherungen mit festen Prämien 20 816 mit 4 855 651 M. Versicherungssumme.— Im Jahre 1915 waren es im ganzen 10 701 Versicherungen init 2 223 667 N. Versicherungssumme. Gewiß ein erfreuliches Er- gebnis._ Gerichtszeitmig. Womit der Staatsanwalt behelligt wird. Eine Unsumme von Arbeitskrast wird durch viel« gänzlich halt- los« Strafanzeigen vergeudet. Was unter diesen Umständen alles au den Staatsanwalt herantritt, zeigte sich auch in einem vor der 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts verhandelten Falle. Der beklagte Gummiwarenhändler M. Pech entließ eines Tages Knall und Fall die Kassiererin Hedwig N. nach sechsjähriger einwandfreier Tätigkeit in seinem Hause. Als Grund machte er geltend, daß eine Frau H» die von ihm zum Einkauf von Waren für 4,50 M. in die betreffende Filiale geschickt worden war, keinen Kassenzettel erhalten hatte. Wegen dieses Vorsalles erstattete der Beklagte auch'Strafanzeige bei der Staatsanwalt- schaff. In der Verhandlung vor dem Kammergericht stellte sich heraus, daß an dem betreffende Tage in der Kasse 10 M. Plus war, welcher Betrag von der Klägerin auch mit abgeliefert wurde. Mchrdeträge kamen öfter vor und wurden auch stets abgeliefert, Mankos hingegen mußte die Klägerin voll ersetzen. Schließlich sollte wich ber Hausordnung die Kafftererin, wen» sie der kauft, selber gar keinen Kassenzettel ausschreiben, sondern ihn von einem Mitangestellten ausschreiben lassen.— DaS KanftnannSgericht verurteilt« den Beklagten zur Zahlung von 117 M. Restgehalt. Die Klägerin hätte sich zwar korrckterweise sofort einen Kassenzettel ausschreiben lassen müssen, aber das sei ein nicht so schweres Ver- gehen, daß eS mit sofortiger Entlassung zu ahnden sei, zumal ein Plus von 10 M. in der Kasse w«. Slllgemeine Familieusterbekaffe. Eonntag. den 15. April: Zahl- und Aufnahmetag von 3— 6 Uhr im Restaurant Gerichtstr. 12113, am Sonnabend, den 21. April, von 4—5'/, Uhr in Wildau, Wildauer Hof. Arbritcr-Samariterbund. Kolonne Grotz-Berlin. Lehr- stunde haben nächste Woche, abends 8'/, Uhr: 1. bis 6. Abteilung Montag. den 16. April, Köpenicker Straße 62. Vortrag. Nach dem Vortrag praktische V erbandübungen. Gäste haben einmaligen sreien Zutritt. Gustav Dietrich, Vorfitzender, Berlin KW. 23, Klopstockstr. 25. Srkefkaften der Redaktion. M. R. Die Kriegszulage wird welter gezählt.— B S Melden Sie fich als Mufiker bei irgend einem Truppenteil, zu den: Sic eingezogen werden möchten.— W. K. 1005. Herzfehler.— F. M. 99. Melden Sie sich beim Kriegsamt. Dort erfahren Sie auch die Höhe des GeHalls. — Frieda. 1. Einen Paß, dessen Ausstellung beim Polizeipräsidium zu beamragen ist. 2. Ja. 3. Ja.— P. M. 558, Die Frau kann dazu nicht gezwungen werden. Sie müßte sich bei Entziehung der Unlcr- stiitzung mit einer Beschwerde an den Landrat. nachdem an den Regierungspräsidenten wende».— M. 17. Ja.— BS. O. Nein. WetteranSfichte« ffle da» mittlere Norddeutschland bis Freitag mittag. Etwas wärmer, im Osten zunächst noch trocken und vielsach heiter; im Westen vorherrschend wolkig mit geringen Nieder- schiägen. DülltÄ Bezirksverwaltung Groß-Berlin. Den Milgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Industrie- arbciter Hermann Dier am 10. April im Alter von 54 Jahre» verstorben ist. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. April, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen- balle des Rciormalions-Kirch- hoseS in Stahnsdorf aus statt. Den Milgliedern fern« zur Nachricht, daß unser Kollege, der Industriearbeiter Hellmut Heomann von der Firma Panzer, Badstratze, am 3. April im Alt« von 53 Jahren««starben ist. Ehre seinem Andenke»: Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 12. April, nach- mittags 3 Ubr, von der Leichen- balle des Emmans-Kirchhofes, Neukölln, Hermannstraße, aus statt._ Ten Mitgliedern fern« zur Nachricht, daß uns« Kollege, d« Autosührcr Hermann Podlmann am 8. April im Alt« von 43 Jahren v«storbcn Ist. Ehre seinem Andenke«: Die Be«digung findet am Freitag, den 13. April, nach mittags 4 Ubr, von der Leichen. halle des WilmerSdorser Kirch hofeS, Berliner Straße 101/103, ans statt. Rege Beteiligung wird erwartet. »ur der ' Nachrufe. Den Mtgkieder» f« Nachricht, daß uns« Kolleg«, Industriearbeiter Cdrialian Jänleke von der Firma M«y««. Co. Tcmpelhos, am 1. April im Aller von 53 Jahren««starben ist. Ehre seinem Andenken: Den Mitgliedern fern« zur Nachricht, daß uns« Kollege, d« Kohlenarbeiter zngnst Liefert am 29. März Im Alt« 60 Jahren verstorben ist. Ehre seine« Andenke» k Die Bezlrksverwaltmg. von SozlaliemokFat. Verein Berlin ü. Soz. Parte! Deatschlands. Am 2. April verstarb in einem Feldlazarett, im Alter von 41 Jahren, unser Genosse, Unter- osfizi« Otto iHtransld Bö-khstr. 27. Ehr« seinem Andenke» l Die Be«dlgung findet an: Donn«stag, den 12. April, nach- mittags 31/, Uhr, auf dem Garuisonfirchhof(Hasenheide) statt. 207/15 Der Borstand. Oesangverein Maientramn. Dm 8. April 13l7 v«starb nach einem nur kurzen Krankenlager unser lieb« Sangesbrud« Bernhard Wollanehi im Alt« von 43 Jahren. D« B«ein wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Stumm schläft dtt Sänger I 21535 Der Borstaud. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 12. April, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Thomas-Kirch- hoseS in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Am lO. April vormittags entschlief nach längerem, schwerem Leiden nnser geliebt«, guter Vater, Schwieg«- und Großvater, der frühere Gastwirt Hermann DeZfiuvsln im 55. Lebensjahre. 26/8 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Paula Kiimcck geb. Owtowskl. Martha Seifert, Emil Seifert, zurzekt im Felde, nebst Kinder«. veriw, den 11. April 1917, Warschauer Straße 13. Die Beerdigung findet Freitag, den 1». April, nachmittags 2ss,Ubr, von der Leichenhalle des St. Georgen-KirchhoseS, Landsberger- Allee, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, deS Schankwirtes 41A Heinrich Rode sagen wir allen Verwandten und Bekannten sowie dem Verband der freien Gast- und Schankwitte Deutsch- lands, Zahlstelle Berlin, dem Wahl- verein des 6. Berliner B.-W., Bezirk 757, den Parteisieunden der 16. Abteilung des 6. ktreises, dem Sängerchor Wedding und für die trostreichen Worte des Herrn Manaist unseren herzlichsten Dank. Auguste Rode geb. Kri»»r nebst Kindern.■ Spezialarzt Dr. med. Weekenfitll, Friedrtehstr. 125(Oranienb. Tor), fflr Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlieh-Hata-Kur(Dauer 10 Tage), Blutuntersuchung. Sehnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufs- 215/10*] Störung. Teilzahlung. Sprechstunden: 11— 1 und 8—8 Danksagung. Für die dielen Beweise herzlich« Teilnahme sowie die zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders UkreS Matzkov sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie den Kolleginnen und Kollegen der Firma Rumpler, Abteilung Lichtenberg und Baum- schulenweg, unseren herzlichsten Dank. Hermann Matzkow,) Marie Matzkow 1 als Astern. geb. Damschneider f Georg Matzkow. Karl Matzkow, zurzeit im Felde. Vanöwurm mm mit flopi. rteol» Spat- n. Madenwürmer destiltgtstchek uf unschädl. natürliche Weis' . unschadl. natürlich, t Xeichel» oandwaemmUIel. Elnfochste Anwendung! Seil 1 länger aU 25 Zähem«rsalg reich oewZhrt. Für lkrwachleni 2.50 M, für Kinder(»lltnan »ad«, 1.50 JIt, Allein(cht mit Aiart«„Bledloo" and ginn» VN» Reichel, Berlin 45, llisendahn- straße 4, Man meld« SstatzmiUel. M nicht erhältlich, diekr.Zalendun Tausende befreit'. Ziehung 16. bis 20. April 1917. Bote+ Geld-Sottene 17 851 Geldgewinne= Mark Hanptsewlnne: Mark I /O n Uk. 3,30. Porto und Liste 35 Pf. extra. H. C. Hahn's Wwe. Berlin S 14, 26/5 Alexandrinenstraße 70. NieVersorgimg der Knegsteilliehmer ihrer Angehörigen und ihrer Hinterbliebenen Bearbeitet v.PaulÄirsch, Landtagsabgeordneter 16. bis 20. Tausend. preis 40 pf. Ein unentbehrlicher Ratgeber für Kriegsteilnehmer u. deren ddinterbliebene.; Inhalt-Fllrsorge für dleFawilllen ss der KttegeileUnehmer. Di« Ver-* soraung derMannschasten. Kriege- t Versorgung. Invalidenyerficherung J von Kriegslellnehnteen und deren? •feinfetdliedcnen. Kapilalabfin- J dungs-Sesey.* Buchhandlung Vorwärts Berlin SM. 68, Linbenstr.Z| i 22 l H.& P. Uder, eÄVs; Tabak-GroQhandlnng und Tabaktabpik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von Q. A. KanewacUer, Qrimm a Enspel • Stet« frisch in den äußersten Engrospreisen.== » i Amt Horltr.pl. 3014.===== 9. Z»re,Wsch.Sndde«1sch- (�33. König!. Preutz.) Klassenlotterke 4. Klasse 1. Ziehurigsta, 11. April 191? vormittag I Auf jede s«»-««»r Nitmmrr sind gleich Hotz, I«cwtnne gesallen. und»war je einer auf die r«i« glrtchcr Stummer in den beiden Abtellnugen I u.» Siur die Gewinne üb« 132 M. find In Klammern beigefügt. (Obne Gewähr S. St.-A. f. L-) lNachdruck verboten) sai 1011 es 132£19(400) 926 7« 21?« 298«29 S073 266 �4 666 760 876 4169 91 288 365 47! 681 647 8 201 18 760 bD« 129 91 357 73(400) 466 690 677 7 036 266 388 602 63 82 766 81 688 95 8909 46 239 86 803 67 88 968 Ö198 338 loomss 283 496 624 66 76 853 60«276 433 637 39 639 904 9 1 2004 611 760(600) 804'���466�7?/ i'tom «22 917 1 8146 637 774 946 80 16085 20 468 6» 7M 17083 681 633 97 884 696 1 8078 242 838 788 99« I TOI 867 2O&04 Cä/V)) n3 462 642 21102 94 97 372 538 23108 329 PH 353 Rfl« 832 72 929 2 3006 1400) 442 661(500) 804 242�«7� 7Ä 28026 74(«0. 204 7 K 397 2 8047 53 639 2 7 023 214 60 91 429 96 691 644 47 9 66 28(29 2 9038 67 399 422 5S3 647 768 873 80460 76 932 81096 281 611 66(600) 82001 18 183 486 632 610 912 76 82 8 8 271 359 460 659 84166 206 62 322 422 684 602 62(400)" 16218 377 423 81 666 638 796 88194 209 32 448 604 700 18 998 3 7 073 188 862 901 8 8364 043 666 708 33 803 ci,«« 402.7 76 87 441 648 868 920 41251 876 403 611 866 42037 606 794 871 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König!. Vreuh.) Klassenlotterie 4. Klasse 1. LtehungStag 11, April 1817 Nachmittag ttuf leb» sezogen» Nummer sind zwei gleich buh, «»Winne»«sagen, und»war s««wer ans dt« L»s« gleicher Nummer in den beiden Abteiinngen I n. II. Nur die Gewinne über 1v2 M. find w Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. Vt,-A. f. L 1(Nachdruck verboten) 168 606 121» 338 660 786 98? 298« SO?«(400) 117 27 81 262 844 4148 487 6001 97 296 689 906 10 6227 64 481 643 976 7209 494 614 723 8208 30««63 829 030 9284 326 422 904 10 07 627 72 865 942(1000) 11081 288 513 1 2273 484 763 1 3307 651 665 839 1 4039 821 486 601 702 10 IB35S 674 1 6281 600 6 38 809 942 93 1 7296(600) 366 435 862 933 18486 863 921 l»06a(400) 86 199 673 647 60 741 996 20279£24 620 770 21168 632 42 770 2 2 005 64 611 718 2 8061 71 786 863 926 85 24162(400) 81 268 640 94 636 63 800 2 5092 126 303 466 620 723 2 8079 450 2 7439 2 8 201 60 871 462 620 618 908 2 9366 491(400) 3 0719 73 801 16 78 83 31314(«00) 86 716 OTT 82103 339 66 695 807 3 3 016 166 216 42 328 492 641 743(400) 69 78(400) 696 924 3 4496 626 719 944 3 6 021 68 124 300(400) 684 772» 6002(400) 211 14 440 61 924 78 S7060 76 174 96 252 841 861 3 8 073 282 668 783 8 8002 72 369 448 67 676 838 986 4 9064 471 608 753 8« 41635 729 90 881 971 42013 98 ««4 818 4 3 020 197 269 886 4 4 039 240 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SS ut KW. 48|» 609. 140 SB«00 IL.. SU"4.4.«», 20 Der 13. April- der nächste Sonntag- ist Rationaltag für die K. Kriegsanleihe! Aitfrisf an die Gmtz-Mner Vevoltemng! Um Dasein und Zukunft, um Bestand und Entwicklung, um äußere und mnere Freiheit ringt das deutsche Volk im Weltkrieg. Zu Lande und zu Waffer haben unsere Tapseren draußen bisher stets die Feinde niedergerungen. Heilige Sache der Daheimgebliebenen ist es, die im Felde stehenden zu stärken, zu stützen, zu rechter Zeit die rechten Mittel zu geben sur den Endkampf. Allgemeine Wehrpflicht ist deutscher Stolz, ist deutsches Opfer. Die allgemeine Pflicht, den Kriegs- anleihen beizusteuern, steht keines Zolles Breite dahinter. Auch sie ist des ganzen Volkes Sache. Es gilt nicht nachzulassen, unsere Kraft wächst mit unserem Willen durchzuhalten und zu siegen! Die 6. Kriegsanleihe muß alle vorangegangenen Kriegsanleihen übertreffen. Darum: Oeffnet den Beutel! Auch die kleinste Beisteuer bringt dem Geber das schöne Bewußtsein, als das Vaterland rief, nicht gefehlt zu haben. Laßt Euch mittragen, Ihr bedächtig Zögernden und ängstlich Zagenden, durch die allgewaltige Liebe zum deutschen Vaterland. Hell und kraftvoll mahnend gehe der Werberuf durch Stadt und Land von Mund zu Mund! Hell und zuversichtlich sollen ihn unsere Helden zu Land, zu Luft und zu Meer hören. Tut Em Pflicht, dm ist der Sieg»»ser! Berlin, den 11. April 1917. Die Werbeausschüsse: Aelteste der Kaufmannschaft Berliner Hantelskammer Potsdamer Handelskammer Handwerkskammer Magistrate von Berlin, Charlottenburg, Berlin-Lichtenberg Nenkölln, Berlin-Schöneberg, Berlin-Wilmersdorf Kreisansschüsse des Kreises Teltow, des Kreises Niederbarnim. Am Sonntag, d. 13. April, find alle Zeichnungsstellen der Kriegsanleihe offen. Nr.9H— 1H17 Unterhaltungsblatt ües vorwärts Donnerstag, 1 2. flpril Der Mann vom Mars. Von Peter Scher. Ter Mann vom MarS erschien am. 21. März 1917 in Berlin, begab sich mit der X-Bahn nach Cbarlottenburg, um zunächst dem Dr. H.«ilbenzahl einige Notizen für sein Blatt ins Ohr zu tuscheln. Aus welche Art er gelandet war, wünschte er jedoch nickt in die Lenentlickkeit zu bringen. Wir müssen uns mit der Feststellung bc- gnügen, daß er vlötzlich wie von ungefähr am Brandenburger Tor stand und sogleich das absonderliche Verlangen empfand, sich eine Stunde lang als Mensch zu gebärden. Die Verwandlung des Marsmanncs war ohne Schwierigkeiten vor sich gegangen— nur hatte er cS in unbegreiflicher Vergeßlichkeit unterlassen, die Marsbewohnern eigene Funktion der Gefühls- logik aus- oder dock ins zeitgemäß Irdische umzuschalten. Und dieser Fehler mußte ihn, wie man gleich erkennen wird, bei seiner Betracklung der irdischen Dinge zu einer sonderbar verquerien An- schauungs- und FolgerungSarr verleiteir. Ter Marsmann— er nannte sich übrigens Lemden— hatte schon aus seiner Fahrt zu Dr. Silbenzahl in der Elektrischen mit Er« staunen einige grau gekleidete Männer beobachtet, die auf eine ihm unbegreifliche Art ihrer Glieder beraubt waren. Einer, ein großer, breitschultriger Mann, stützte iich aus jirllckcn, weil ihm ein Bein fehlte: ein zweiter, ebenfalls stattlicher Mann in den besten Fahren, war iogar blind und mußte von einem Mädchen geführt werden. Nun war Nemden nicht to sehr darüber betroffen, daß diese grauen Männer in einem solchen Zustand waren, als vielmehr darüber, daß die anderen, die Unverletzten, dieser Tatsache mit einer Ruhe und Selbstverständlichkeit gegenübcrstandcn, die für den Fremden etwas Erschütterndes hatte. � Als der Marsmensch vom erwähnten Dr. Silbenzahl über dieses Phänomen aufgeklärt worden war, schlug er die Hände zu- sammen und beharrte längere Zeit in erstarrtem Nachdenken. „Ist cS möglich." sagte er dann.„Menschen haben daS getan — für ihr Vaterland... und Menschen haben das ertragen— für ihr Vaterland... und Menschen gehen daran vorbei, als ob es so srin müsse!" „Was wollen Sie." sagte Dr. Silbenzahl achselzuckend—„c'est la gueiTo!" .Wie!?" fragte der Marsmann ziemlich scharf. .Ah so," sagte Dr. Silbenzahl,„ich vergaß— Sie kommen vom Mars. Also: es ist Krieg. Ob er notwendig ist oder nicht— darüber gilt es jetzt nicht zu rechten. Er ist— Punktum. Was die gerügte Teilnahmslosigkeit betrifft, so ist sie eben eine all- gemeine irdische Erscheinung, der auck ich mich— ich bekenne es— nicht ganz entziehen kann. Der Mensch gewöhnt sich an alles.. Die Folge ist, daß. er teilnahmslos erscheinen muß— wiewohl et es in Wahrkeil gar nicht ist. Tja..." .Krieg..." murmelte der Lemden abwesend...„ich verstehe es noch nicht reckt. Bei uns auf dein Mar» gibt es keinen Krieg." „Daher der Name Mars," bemerkte Silbcnzabl, den der Besucher schon etwas langweilte, weil er, statt Jnsormalionen zu bringen, andauernd welche baben wollte...„Dex mihi mors!~ „D Mcnichen!" stöhnte der Lemden....unierm Planeten habt ihr diesen Namen gegeben I Aber genug— ich begreife und begreife es nicht, daß ihr d.ä» olles um euch sehen und dabei einher- gehen und essen und trinken und euch vergnügen könnt, als ob es so sein müsse.. „Essen und trinkcit... hm." sagte der Doktor,.immerhin, es gibt Lölale.'wo man für Geld alles Mögliche bekommt l" '„Für Gel>!" rics der Marsmänn schmerzlich....habt ihr in solcher Zeit nickt wenigstens alle das Gleiche?" „Naivität!" sägte Dr. Silbenzahl. Häbcn Sie noch Nichts böm Kampf Ilms Dasein gehört? Das Gesetz vom ittimpf ums Dasein 'in_, kleinen wird nicht durch den Kampf umS Dasein im großen ausgehoben 1" .Und Sie gehen ruhig zu einem Beefsteak, das Sie bezahlen können, obgleich Sie wissen, daß Ihr Bruder, der neben Ihnen kämpft, vielleicht ermattet, weil er es sich nickt kaufen kann!" .Sie werden sentimental, mein Lieber," sagte Silbenzahl ernst: „wenn wir alle, so fühlen und denken wollten, würden wir alle nichts haben. Persönlichkeiten heben sich immer hervor— Talente — was weiß ich... c» ist so und muß so sein". „So ist das olio...* sagte der Marsmensch niedergeschlagen... .bei uns auf dem Mars ist alles anders. Uns würde der Anblick unterer Brüder, die so für uns gelitten haben, immer ein Stachel im Flcttch sein— und wenn wir sie noch so lange unter un» sähen... Wir würden uns nicht an ihren Anblick gewöhnen. Wir nicht!" „Ganz schön," sagte Silbenzahl gähnend,„ihr könnt euch das leisten, weil euer Dasein eben kein Kamps ist... Ihr könnt es euch leisten, sentimental zu sein!... Unter uns, lieber Freund— nicht übelnehmen!—: ein bißchen schwächlich- ist Ihre Mars- anschauung schon!" „Fa." sagte der Marsmann müde und schwer:„Nun verstehe ich alle»— ihr Menschen seid die Stärkeren. Ihr habt die Gabe empfangen, euch an alles zu gewöhnen." „Gut," sagte der Doktor...„Sie machen sich!... Aber nun müssen Sie mich entschuldigen. Bester. Ich bin zu KommerzienratS geladen. Ein Stück Braten verachten, hieße den Geist der Zeit herausfordern. Vorwärts!" Der Doktor, feist und strahlend, trällerte ein Lied. Der Mann vom Mars, auch Lemden genannt, kroch im Bewußtsein seiner Schwächlichkeit in sich zusammen. Er sah bewundernd zu dem andern auf und dachte:.Sie sind die Stärkeren. So ist das Leben!" Solches fühlend, verflüchtigte er sich und ward nie mehr ge- sehen.___ Zwei Urteile über öie öibel. 1.„Unter den Händen der kunstlosen.Semiten, Türken und anderer Völler wurden die herrlichen Sagen � zu jenen Schnnd- «zählungen, lvie sie im alten Testament und curdcrswo geschmack- lo» vorliegen." 2.„Feder Mensch mit gereifter Lebenserfahrung, der unbe- fangen an die wundervollen biblischen Dokumente tiefster Lebens- Weisheit, gegründet auf eingehendster Menschenkenntnis, herantritt, muiz von ihnen gefangen genommen werden." Der Geschmack ist verschieden— wird man sagen. Nun ja. ?lber es ist interessant festzustellen, wo diese ausfallende Vcr- schiedenheit zu besbachien ist. Urteil Rr. 1 stammt nämlich ans der agrarisch(-frumven)„Deutschen Tageszeitung"; Urteil Nr. 2 aus dem Fozialdeinokratischs-gottloscn)„H a m- burger Ech o".' Beide erschienen am selben Tage. Trianon-Theater:„Der alte �eiitsthrneckerV Kein Geringerer als Ludwig Thoma vom..SimplicissimuS" soll den Pseudonymen Schwank für seinen Landsnmnn Äonrad Dreher, der setzt damit im Trianon gastiert, geschrieben baben. Bon der schlagkräftig kernigen Naturhaftiglcit. die einige früheren bayerischen Stückchen Thomas, vor allem.Die goldene Medaille" und„Erster Klage" zu kleinen Meisterwerken stempelte, läßt sich in dieser breiter ausgesponncnen Gelegenheitsarbeit freilich kaum auch nur ein Hauch verspüren. Die Erfindung wird aus altgewohntem HanSrale bestritten und kümmert sich, der Schwänketradition ent- sprechend, nickt um psychologische Möglichkeiten. Aber bei aller Dürftigkeit des Umrisse» sleckl in den Einzelwendnngcn doch so viel Münchnerisch anheimelndes Lolalkoloril. daß eine diese Färbung lebendig widerspiegelnde Ausführung, wie die Dreheriche, gemüt- lich munter unterhält und oft zu herzhaftem Gelächter � fortreißt. Neben Drehers Münchner Bierphilister, der sich nach langjährigem erfolgreichen Weißwiirstereibetrieb als Wittiber zur Ruhe gesetzt' hat und in dem spät erwachten Trieb nach„Höherem" sich in ein junges, hübsches Malfräulein verliebt, stand ebenbürtig Fräulein Tschaffons dürre, ein wenig essigsaure Schwester,'die des beleibten Bruders Extravaganzen mit heiterem Spott verfolgt. In den Münchener Biergarlenizenen, wo man die Ankunft des von der Malerin herbeizitierten windigen Berliner PapaS feiert und in dem am nächsten Morgen von dem verkaterten Verehrer unternommenen Versuch, den schwiegerväterlicken Segen de» ahnungslosen Herrn zu erbitten, erreicht die ullige Possensti'mmung ihren Höhepunkt. Eine stilvoll bairische Ergänzung in der Pause bikdcle da», mit großem Beifall aufgenommene Zilherspiel Heinz S t a t t l e r Z. Et. Moderne Niesenmaschinen./- Fn dem ungeheuren Erleben des Weltkrieges bleiben natur- gemäß kleinere Sensationen unbeachtet, sonst hätten die unlängst erschienenen Fabresberichte unserer beiden großen Elektrizitätsgesell- schastcn mehr Aussehen erregen müssen, als sie tatsächlich getan haben. Denn' wenigstens in technischer Hinsicht brachten sie eine große Sensation, wußten sie doch zu berichten, daß den Fabriken der beiden Gesellschaften mehrere Dynamomaschinen von 89900 Kilovoltampere- und sogar eine von 69 999 Kilovoltampere- Leistung in Auftrag gegeben und von ihnen in Arbeit genommen worden seien. SO 009 und 60 000 Kilovoltampere, das sind 61 009 und 73 599 Pserdeftörken zum mindesten! Eine ganz unvorstellbar riesenhafte Leistung, auch wenn man noch den Maßstab der aller- jüngsten Zeit anlegt. Um Menschenalter scheint die Zeit zurückzuliegen, wo man eine 3099pferdige Dynamomaschine als Wunderwerk der Technik an- staunte, und doch war dies erst auf der Pariser Weltausstellung von 1999 der Fall. Freilich chat sich in der dazwischen liegenden Zeit unser Maßstab sehr raich geändert. Gerade io wie die industriellen Gesellschaften in» Rieienhaste wuchsen, sich in Konzerne mit einem Kapital von Hunderten von Millionen umbildeten, gerade so taten es auch die von ihnen gebauten oder bestellten Maschinen. Mit in erster Linie marschierle da die Schiffahrt, nicht, so sehr wegen der Größe ihres Bedürfnisse»— das war auch an anderen Stellen vorhanden— als wegen der Gunst der örtlichen Verhältnisse, die es erlaubte, dieses Bedürsnis zu bc- friedigen. Die großen Postdampfer hatten immer schon starke Maschinen benötigt, aber über ein paar tausend Pfcrdekräste ging der Bedarf doch nicht hinaus. Da aber kam die Aera der großen Schnelldampfer, der Kamps um das blaue Band deZ Ozean? zwischen Deutschland und England, und nun wuchsen die erfordcr- lickeu Pferdekräfte der Maschinen rasch in die Zeyniausende. Ein Glück nur, daß die Wersten ihre eigenen' Maschinenfabriken hatten, so konnten sie diesem Bedürsni» voll genügen. Denn hier macht sich ein großes Hemmnis der Entwicklung geltend. Man kann so große Maschinen und noch größere wohl bauen, aber be- fördern kann man sie nicht, wenigstens nicht mit der Bahn, dazu sind- die Eisenbahnwagen, die Durchgangsprofile der Tunnel und Brücken zu klein. Deshalb konnten die ElcllrizitätSwerke ine. so große Maschinen aufstellen, weil sie sie mit der Bahn hätten heran» schaffen müssen, und da» ging nicht. ' Darin trat eine vollständige Aendcrung ein, als die. Dampf« Maschine von der Dampftiirbine verdrängt wurde. Bei dieser Dampf« turbine wult der Dampf in vollständig anderer Weise als bei der Dampfmaschine und bewirkt eine viel höhere Drehzahl des umlausen- den Teiles. Während die große» Dampsmaschinen etwa 89—99 Um« drehungen in der. Minute., machen, bringen es die. Turbinen vis'2000. Infolgedessen wird die ganze Maschine, bei gleicher Leistung viel kleiner und leichter, so daß man innerhalb der dprch die Eisenbahn gezogenen Grenzen viel stärkere Maschinen bauen kann. Sowohl die Leistungen der Schiffsturbinen wie auch die der Laudturbinen für. Elektrizitätswerke wuchsen' dementsprechend an,' die Pferdekräfte zählten bald nach mehreren Zehn- tausenden. Besonders hohe Maschinenleistungen wiesen die schnellen' Panzerkreuzer, auf, da diese riesigen Schiffe-auch cjjie ungeheure Geschwindigkeit besaßen. Die Handelsmarine blieb scheinbar zurück/ Da aber erschienen die Riesenschnelldampser vom Fmpsratortyp auf dem Plan und holten den ganzen Borsprung wieder ein.' Lange Zeit galten die Turbinen dieser- Schiffe als die weitaus größten Maschinen, da aber kamen die neuen Turbvdynamoö für. Elektrizuätswerle, von denen eingangs die Rede war,- und schufen einen neuen Relord. Wie lange mag der nun wohl be» stehen bleiben? Die Amerikaner, die e§ ja nicht vertragen können, wenn jemand in irgend welcher Beziehung größere Zahlen besitzt als sie, werden sicherlich bald versuchen, diesen deutschen Rekord zu schlagen und für ihre Elektrizitätswerke ein paar noch größere Maschinen zu bauen._ Notize». — Im Deutschen Theater findet am Montag, den 16. April, die Erstaufführung von Moliöres Komödie„Der Geizige" statt. Die Rolle des Harpagon spielt Max Pa llenberg. — Prof. Theodor Leber, einer unserer hervorragendsten Augenärzte, ist, in Heidelberg gestorben. Er tvar Schüler des be« rühmten Berliner Albrccht Gräs. — Petersburg ödär P etr ogrät»? Eine der ÄOen Taten pcS zaristischen Rußland» bei.�riLgSchisbruch.wgr.die Um- tausung der cm deutsche ÄiUturtinflüsie erinnernden Bezeichnung Petersburg in Petrograd lruss.=: Peterstadt). Jetzt schlägt aber das'Ka»ettenorgan�.Rjetsch" vor,.hiH..HaupItadt. wieder PetttS«., bürg zu benennen,'da die �Petrogradcr Periode'dieckrrnglücklichstd' der Russischen Geschichte- gewesen sci.'��Uebrigens"gebraucht"das» russische Volk weder den einen iwch den anderen Ausdruck,' sondern sagt Pjoter.. — Die ersten deutschen Funde im„Micognien". Die Vermutung Prof. Otto Hausers, des.Entdeckers der Micoque. Kultur, daß sich Spuren dieser Urmenschenitedelunger, auch in Deutschland befinden müßten, bat sich über Erwarten schnell be. Ivahrheitet. Die neue Fundstelle liegt in der Nähe von Kästen' bei Lichtenfels im bayerischen Regierungsbezirk Oberfrankcn. Es darf dem Wunsche Ausdruck gegeben werden, cS möge sich das Grabfcld von Kästen als so ausgedehnt ettveifen. daß es dem bcr. dienten schweizerischen Forscher, den französisch-chauvinisfischcr Unverstand zu Beginn des Krieges aus seinem jahrelangen Arbeits. gebiet an der Vezerc vertrieben hat, Ersatz für den Verlust seines Wirlungskreijes zu bieten vermag. 61j Der Polizeimeister. Ein russischer Polizeiroman von Gabrycla Zapolska. „Tollte auch sie hier sein? In diesen Mauern?" dachte er. Er sprang aus seinem Bett und begann sich schnell an- zukleiden. ES war ihm, als müßte er jeden Augenblick JankaS Hilferuf vernehmen �und zu ihrer Rettung eilen. Aber das tiefe Schweigen, das auf dem Korridor herrschte, ernüchterte ihn wieder. Er trank einen Schluck Dosier und begann in feiner Zelle auf und ab zu gehen. Plötzlich durchfuhr ihn der Gedanke, daß es in Rußland manchmal passierte, daß ein fremder Staatsbürger die Grenze passierte und spurlos verschwand. Das bedeuteten diese vier grauen kahlen Wände, in deren Ecken der Schrecken lauerte. Wieder vergingen mehrere Tage. Außer dem Ausieher betrat niemand Klitzkis Zelle. Man schien seine Existenz vcr- gessen zu haben. Er dachte an nichts anderes, als an die bevorstehende Vernehmung. Immer wieder legte er sich seine Antworten zurecht. Er konnte sich hinter seiner fremdei�StaatSangehöng- kcit verschanzen. Er war österreichischer Staatsbürger und unterstand nicht den russischen Gesetzen. Doch fühlte er sich vor allem als Pole und wollte als solcher abgeurteilt werden. Er hatte den heißen Wunsch, sich an den Boden zu klammern. dessen Sohn er war und jenen Geist einzuatmen, der die Grundlage seines Lebens bedeutete. Sein Trotz und seine Widerstandskraft steigerten sich. „Mögen sie mich nur freilassen!" dachte er. Aber sie ließen ihn nicht frei. Wieder vergingen Tage und Nächte. Klitzki begann all- mählich seine Selbstbehemchung zu verlieren. Er wurde schlaff und gleichgültig, horchte nicht mehr auf die- Geräusche im Korridor und starrte immer länger vor sich hin. Der Gedanke schreckte ihn, daß sich, vielleicht niemand um ihn kümmerte, daß er einfach dem Schicksal überlassen worden war. Eines Abends versuchte cr vergeblich einzu- schlafen. Niemals stand Ianka so lebendig vor ihm wie setzt. Aber sie erschien ihm nicht mehr lebensfroh und heiter, sondern mit blassem Gesichtchcn und ticfcingesallencn Augen, aus denen die Sorge leuchtete. „Mein armes Kind l" Auf dem Korridor ließen sich leise Schritte mehrerer Per» sonen hören. Klitzki richtete sich in seinem Lager ans. „Sie holen mich!" dachte cr. Aber die Schrstte gingen an KlitzkiS Tür vorüber rntb hielten an der Nebenzelle. „Ist sie angezogen?" fragte eine Stimme, die Klitzki kannte. „Ja! Meine Frau hat sie angezogen," antwortete eine zweite Stimme. „Ist ein Wagen bereit?" fragte man wieder auf russisch. »Zwei Wagen." „Und Leute? Vielleicht wird sie schreien?" „i>!ein. sie ist ganz ruhig Klitzki erriet ans diesen Worten, daß jemand, wahrschcin- lich eine Frau, fortgebracht werden sollte. Dann hotte cr, wie jemaiw aus der gegenüberliegenden Zelle hcransgejühtt wurde. Sein Herz begann so heftig zu klopfen, daß sein Atem stockte. Jemand schien sich schweigend zu wehren, denn eine Stimme, die Klitzki kannte, sagte auf polnisch: „Haben Sie keine Angst, meine Dame, geben Sie mir die Hand." Ein leises Stöhnen war die Antivort. „Warum wollen Sie denn nicht von hier sott? Sie werden vielleicht Ihren Vater, Ihren Bruder sehen!" Nicht ein Laut ließ sich als Antwort vernehmen. Dann befahl eine ärgerliche und ungeduldiöe Stimme auf russisch:' „Reißt ihre Hände von der Türe fort und führt sie hin- aus... Wir kommen sonst zu spät zum Zuge." Klitzki schlich sich an die Tür. Man führte jemand an seiner Tür vorüber. Ein leises Jammern und Wimmern, wie von einem Kinde oder einem jungen Weib.--- Jetzt geht sie an ihm vorüber, es ist. als wäre die Tür nicht vorhanden.- Ihr Kleid' streift seinen Körper. � Gott! Dieses bleiche Antlitz! Er sieht sie mit seinem geistigen Auge... »Sie ist es!" Es ist Ianka! „Ianka! Ianka!" Aber schon sind sie an seiner Tür vorüber und ent« schwinden in dem dunklen Korridor; die leisen Klagen vcr« hallen. . Klitzki sinkt in die Knie und streckt die Hände auS: »Mein armes Kind!" XHL Befischen.— Seltsame Stimmen.— Die Arbeiter an« D ambro tva ve. schließen einen Hungerstreik.— Langsame Folter.— MiokowS Erscheinen.— Starker Wille.— Schwache Kraft.— In finsterer Nacht, Seit diesem Tage begann für Klitzki ein anderes Leben in der Zelle. Ein rasender Schmerz und' unbändige Unruhe rissen ihn aus seiner Starrheit.— Er hätte beschwören mögen, daß Ianka im Gefängnis eingesperrt und krank war. daß Gendarmen sie fottgebracht' hatten.— Sie, wie auch Kazjo. Klitzki hatte jetzt nur den einen Wunsch, die beiden Sc- schwistcr zu befreien, die Schuld auf sich zu nehmen und zu beschwören, daß sie von nichts wußten. Sein Leben wollte cr opfern. Bis zum Tode im Kerker dahindämmern, wenn er sie nur gerettet wüßte. Aber dazu war es nötig, daß er vernommen wurde. Klitzki beschloß, zu versuchen, den Aufseher zu bestechen. Er hatte noch etwa fünfzig Gulden bei sich. Eines Nachmittags, als der Aufseher seine Zelle bettgt, schob Klitzki ihm ohne nähere Vorbereitung einen Zehnguldcn- schein hin. „Bringen Sie mir Zigaretten," sagte er gleichgültig. da der Aufseher den Papierschein mit fragendem Blick an sich nahm. AIS er ihm da» Mittagessen brachte, fürchtete Klitzki, ihm in die Augen zu sehen. Endlich überreichte ihm der Ausseher drei Päckchen Zigaretten und das Geld. „Behalten Sie das Geld!" sagte Klitzki,„Sie werden mir dafür'Zigaretten kaufen." Die schmutzige Hand des Gefängnisaufsehers steckte das Geld wieder ein. Klitzki sprach an diesem Tage nicht mehr mit dem'Aufseher, aus Angst, ihn zu verscheuchen. Dia Zigaretten beruhigten auch ein wenig seine Nerven. Am nächsten Tage fragte er den Aufseher schüchtern: »Scheint draußen die Sonne?" (Lorts. folgt) DireHioa Jlax B einiarat. Deutsches Theater. V U.: 3Iinna von narnhclm Otsch. Naiionaltag f.d. 6. Kriegsanleihe Kanimerspiele. 71/, Uir; Fasching. Yolksbüline, 7;. Uhr: Dlo Halten. Theatär i. d. Königgrätzerst?. Dir. C, Meinhard—- R. Bernauer. 7'/, Uhr: F.rdgeist. Komödienhaus 71/,: Die verlorene Tochter. Berliner Theater 7" Uhr; Die tolle Komteii. Sessittg-Theafer. Nationallag der deutschen Bühnen. 7 Uhr; Peer Oynt. Freitag: Flehe. Deutsch. Jüinstler-Theater. AUabendlich'illt Uhr; Der Kammersänger. Comtesse Mizzi. I. Klasse. URANIA TaubenstraEs'IS/49. 4 Uhr(halbe Preise): Der Balkanzug und die befreite Donau* 8 Uhr: Die Uagdadbahu. Theater für Donnerstag, den 12. April. iNeues Operettenhaus Schiffbü. 4a. KassenteL; Bord. 231. i'i* u.: Oer Soldat der Marie, Residenz-Theater vi, u.-. Die Warsch. Zitadelle. Scbiilcr-Tbeatcr O 7j/,uhr: Hinter Mauern. Schillcr-Tta. C'harlottcnb. ti.u.: Götz von ßerlicliingen. Thalla-Thoatcr �n-cDasVagabundenmädel. Theater am h'ollendorfpl. 3'lt Uhr; Hamlet. 7V. u.: Die Gulaschkanone. Theater des Westens tv.u-- Die Fahrt Ins Glück. Mit Guido üelscher. Trlanon-Theater i'/t u.: Oer alte Feinschmecker. Nationaltag der Deutsche» Bühnen zugunsten der 6. Kriegsanleihe. Deutsches Opernhaus, Cbarlottcnb. 7 uhr: Die Fleilepmaus. Fricdricb-Wilhclinstädt. Theater. tv. u.; Das Droimäderlhaus. ♦»ehr. Hcrrnfcld-Thcater. 7V«Uu Der Stolz der Familie Freitag, d. 13. April, zum 1. Mala; Ehe-Frlaub. Kleines Theater u.v.; Hans im SeMeM Komische Oper aoiüL Die Oose Sr. Majestät. Lustspielhaus Tv.uhr: Die schöne Kubanerin. Metropol-Theater Ä. Die Czardasfflrsün. BüSik Tägl. 71/., Stg. S'/s n. 7 V.Uhr d. ausgozeichn. Zirkus-Prooramm. Oeorg. d. fallende Unikum, d.geheimnisv. wandernd. Glob Leo Rauch i. d. roulier. Feuerkugel,„Kokos" Sprung durch d. Zirkus. Koko ani d. Tanzseii, —- FatmeSuleika— Brumbachs— Menne u. Marzelli usw. Zum Schluß: Riesen-Pracht-Wasser-Pantomime Die versunkene Stadt Sonntag. 15. Apr., zum 1. Male fgtfT" auch nachm. S'/s(Ihr ..Die versunkene Stadt" Bülett-Vorvork- ohne AufschL täglich ab 10 Uhr. National-Tlieater. Köhcnicker«ir. V.S Mr: SL. Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Akten. Vorverkaus nb 10— 2 und 6 Uhr. INüWI Lucy Kieselltausen mit ihrem Ballott im neuen April- Spielplan! | Paul Beekers| Reiebshallen-Theater. SteUiner Sänger. Gabaret„Feldgrau." Ansang 71/, Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Vorstellung z« rrm-istigte» P.eisen! Tägh 7'/, Sonnt. 3'/- n. 71/- Hastsplel Georg Baselt! Mit neuen Einlagen Die erfolgreiche, he it. Hevuo: Berlin im Krieg Zirkus �Schumann! Einlaß 7 Uhr. Anfang T'/a Uhr. j lleuto u. täglich: Das neue große Programm. Musik.-phant N.mkuweZeit!| Verwandlngs.- D.gr. Illusion , Eine Flucht 7. 4 l'ersonon..... m. Hinderniss. Gebr. Wittas Akrobaten. Dir. A.Schumanns Meisterdressur. Der grolle equestrischa Teil u. Die Secrhabcr. Gr. Ausst.-Pr.-Pantom. i 4 Akt.| RosesTheater, 7% Uhr: Das Findelkind. Walhalla-Theater. ,ii: Der fideie Dauer. Lasino»Tkeater Lothringer Str. 37. Täglich T1!, Uhr. Naiionaltag d. Bühnen-Genossenschaft Wohttätigteifs-Vcrstellung tür fcicgS- nwatide Schauspieler. Melius M ihister! wt�t. Vorher: Nsgro, 4 Remis, Fritz Steldl. Sonntag 4 Uhr: Sein Puppcficn. Lipolso R1EDRICHSTR- AN• DER- MOCMSTn- Allabendlich 71/, Uhr: Das vielseitige Yariete-Prograram! Die Kasse Ist ab 10 Uhr geöffnet V oigt-Theater. Badstr. SS. Badstr. 58. TSglich- Der frotzeiter. Gebirgspoffe mit Gesang in 4 Auszügen von Frang Sartl-MItins. Grössnung ky, Uhr. Äiisang 71/, Uhr. Admirals-Palast. Die Xovltiit Abrakadabra großes phantastisches Ballett aal dem Else. Uhr. Vorzügl. Küche. Bekanntmachung. Stuf Grund dcS§ 87 der Satzungen für die auf Grund der Verordnung über die Errichtung von'Herstellung�- und Vertriebs- gefellfchaften in der Schuhindustrie vom 17. März 1917(Reichs- Gesetzblatt Seite 236) errichteten Gesellschaftcu wird folgendes bekannt gemacht: Tie erste Gesellschafter- Versammlung der Schuh- waren-Herstcyungs- und Vertriebei-Gcscllschaft in Berlin wird auf Mittwoch, den 18. April, vormittags 11 Uhr, im Festsaal der Handelskammer zu Berlin anberaumt. Tagesordnung: 1. Bericht des Beaustragien des IlcberwachungZ-AuSschusscZ über die Organisation. 2. Vorschläge für die Besetzung deS VcrteilungZ-AuSschusseZ. Berlin, den 19. April 1917. Ter Bcaustrngtc des UcberwachungS-AuSschusses der Schuhindustrie. ___ B o r i n S k i._ 26/6 -—Möbel—- lu allen Preislagen 1-, 2- und 3-Zlmmer-Wahnungen empfiehlt in xnod. Ausführg. Julius Apelt, Tischlermst. Berlin SO., Adalbertstr. 6,[* Hochbahnstat. Kottbuser Tor. J? Berliner Konzerthans. Mauerstr. 82. Heute: Großes Zimmerstr. 90/91. Konzert des Berliner KonBerthans-Orchestcrs, Letter: Komponist Frz.*. Blon. Anfang 75;, Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang 71/. Uhr. Aa allen Wochentagsn: Xachmlttagg-Konzert bei frsiem Eintritt und voller OrchesTerhessUunji. Ziehung sin Hj i«.— 20. April Rote"TiCreyz ti-Lotterls d?s Ztühal-Sopiikes nm Sotca Rrtaz 545 454 Lose und 17 851 Geidgawume im Gesamtbeträge von Mit.: «HNIOS HauptgeTrinn« Mark IOOOGO 50000 30000 UiJV. USW. Säte Im lose 3.36 1. Porto und Liste 35 Pfg. extra IfiMülIer Berlin W. 58, Werdorscher Markt 10. Telegr.-Adr.: GHlcksmüllcr—— Verkäufe LcihliauS Warschauet slrajze 7. Verfalls allerlei neuer Waren! Pelz- garnituren! Hcrrenggrllcrobe! Velten- verlaus! Plüschdccken! Tüllgardmcn! Uhrcnvcrtaus I Schmucksachen! Aller- billigste Preise!_ 16911* TetN'ich-ZlbomaS» Oranienitr. 44 lv ottbillig iarbicblerbafte Tevviche, Gardinen. 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Mai INI? stattfinden. Tie Wahlvorschläge iind iniolge dieser L�inausichicbung bis spätestens den 87) April d. I. einzureichen. Die Ausstellung der Wnhlkarlcn als Legitimation für die Wahihaiidlung crjolgt in der Zeit cum 10. bis 24. Mai 1917. Die übrigen Bestimmungen bleiben unuerätidert, und verweilen wir hier- mit ausdrücklich nochmals auf die Bekannttnachung vom 5. Avril d. I. Berltii-Lilmersdors. d. 10. April 1917 Der VorMand her AUgcwcineu LkrtSkranken- lasie Verlitt-Witnlcrsdorf. »raufe, TSioser. Borfitzcnder. Echrislsührer. Ksilinihen Kunst Abgezogen...... Pfd. 3,— Im Fell, ausgenommen.„ 2,75 SluSgeschlachleie Ziegen... 3,50 1'avoita l»Ui-mk«r 21. v IddtUvt Hochbahn Halle'chcs Tor. sind meine häFer in Teppichen, Müdelstoileii, (Zarckinen, Steppdecken, Tisch- u. vivaodecken nsv. n»eh releh»«rtlert k Viele dieser Artikel zu alten Preisen! Emil Lefevre Berlin S., Oranienslr. 158. Stiezialarzt Dr. med. Colcmann f.GeEchlcchtskrankh., Haut-, Harn Frauenleid., nerv. 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