Dlr. 108* 34. Jahrg. flbonnements-Bedingungtii; abomtemenl«•®tet3 prünimiermido SifncIjSbrl 3,90 M!. monail ILO Ml. wöchenllich SO Psg, ttei ms Hau! Einzelne Nummer b Pfg Sonntags. nummet mit tDuftnmct Sonntags. Ccilagt.Die Neue Seif 10 Stg voll. Bbonncmenf 1,30 Marl pro Monat »mgelragen in die Lost- Zeitungs- Lreisliite Unier Kreuzband im Teutichland und Oellcrreich- Ungarn 3,50 Marl, rür das übrige Ausland 4 Marl pro Monat Postabonnements nebmen an Belgien, Dänemarl. ftollanb, Italien. Luxemburg, Portugal. liumziiüen.«rbweden und die Schwer. eildxint täglich. Verlrnev Dolllsblcrkk. ( 5 Pfennig) Olf InfertionS'GebOIjr telrägt für die lechsgesvallene Kolonet- zetle ober deren Raunt SO Pig., sür dolitische und gewerlschaitlichc Vereins» und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. -Klein« Hnreigen", das icttgcdruckte Wort 20 Vsg.(zulässig 2 setlgedruckle Wortes, jedes weitere Wort 10 Psg. Kiellengesuche und Schlasslellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 6 Psg. Worte über 15 Buch» stoben zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis K Uhr nachmittags in der Expedition »dgcgeden werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abend? geöifnet. Delegramm. Adresse: „Sozlaldcinolirat Berlin", Zcntralorgan der rozialdetnokratifchcn Parte» Deutfchlands. Keüaktion: SW. 68, Ltnüenstraße 3. aerniuredier: Jlmt Moriuvla«, Nr. 151 90—151 97. Sonnabend, den 21. April 1917. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. aern,prech«r: Ami Moriuvlau. Nr. 15190— 15» 97. Friedensresolulion mokratte Ein öeschluß des Partei- ausschuffes. Die Vertreter öer österreichischen und ungarischen Eo?iaiöemokratie erklären ihr volles Einverständnis. Ter Parteiausschuß der deutschen Sozialdemokratie hat sich am Freitag mit der Arage der politischen Neuordnung und der Friedcnsfrage befaßt. An den Verhandlungen nahmen die Genossen Dr. A d l e r, S e i tz und Dr. Nenner von der Parteivertretung der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich und die Genossen G a r a m y und W e l t n e r vom Parteivorstand der ungarländi'chen Sozialdemokratie als Gäste teil. Am Schlüsse der Verhandlungen wurde eim stimmig folgende Resolution zum Beschluß erhoben: «Der Parteiansschuß und der Partcivorstand der So- zialdemoiratischen Partei Teutschlands haben in gemein- sanier Sihung mit den Vorständen der Fraktionen des Reichs- tagcs und des preußischen Abgeordnetenhauses, sowie der Landeskommission sür Preußen am 19. April c i n st i m m i g folgenden Beschluß gefaßt: „Wir bekräftigen den unverbrüchlichen Prntschluß der deutschen Arbeiterklasse, das Deutsche Reich aus diesem Ärieg als ein freies Staatswesen hervorgehen zu lassen. Wir sor- dcrn die sofortige Beseitigung aller Ungleich. hcitcn der Staatsbürgerrechte in Reich, S t a a t u n d G c in c i n d e, sowie die Beseitigung jeder Art bnrcaulratischcn Regiments und seine Ersetzung durch den entscheidenden Einfluß der Volksvertre- t u n g. Mit Entschiedenheit verwerfen wir die von den f e i n d- lichcn Regierungen verbreitete Zumutung, daß die Fortführung des Krieges nötig sei, um Deutschland zu freiheitlichen Staatscinrichtungcn zu zwingen. Es ist Aufgabe des deutschen Volkes allein, seine inneren Einrich- tunken nach seinen Ucbcrzcugtingcn zu entwickeln. Wir begrüßen mit leidenschaftlicher Anteil- nähme den Tieg der russischen ilicvolution und das durch ihn entfachte Wiederaufleben der internatio- nalcn Fricdcnsbcstrcbungcn. Wir erklären unser Einverständnis mit dem Kongreßbeschluß des russischen Arbeiter- und Soldatenrats, einen gemeinsamen Frieden vorzubereiten, ohne Annexionen und K r i c g s r n t s ch ä d i g u n- gen aus der Grundlage einer freien natio- nalen Entwicklung aller Völker. Wir betrachten es daher als die wichtigste Pflicht der sozialdemokratischen Partei Teutschlands wie der Sozialisten aller anderen Länder, die Machtträume eines ehrgeizigen Chauvinismus zu bekämpfen, die Regierungen zum klaren Ver'icht aus jegliche Eroberungspolitik zu drängen und so rasch wie möglich entscheidende Friedcnsvcr- Handlungen auf dieser Grundlagc�herbcizuführcn. Kein Volk darf durch den Friedensschluß in eine de- mütigende und unerträgliche Lage gedrängt werden, sondern jedem muß die Möglichkeit grgrben sein, durch freiwilligen Beitritt zu einer überstaatlichen Organisation und Aner- kcnnung einer obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit den dauernden Bestand des künftigen Weltfriedens sichern zu helfen." » Für die Vorstände der deutschen Sozialdcmo- kratie in Oc st erreich und der u n g a r l ä n d i s ch e n Sozialdemokratie, die den Verhandlungen bei- wohnten, erklärte Genosse Dr. Viktor Adler, daß sie sich selbstverständlich nicht in die inneren Angelegenheiten Deutsch. lands einmischen wollen, daß sie aber, soweit es sich um die Friedenskundgebung handelt, im Namen der von ihnen ver- tretencn Parteien dem vorstehenden Beschluß, mit dem sie Wort für Wort einverstanden sind, sich einmütig an- schließen. lieber die Verhandlungen des Partciausschusses geben wir in der2. Beilag e einen ausführlichen Bericht. Die Verhandlungen erstreckten sich auf alle Fragen, die zurzeit das politische Fuhlen und Denken der breiten Schichten des beut- scheu Volkes beschäftigen. In aller Sachlichkeit aber dem Ernst der Situation angemessen, sprachen sich die aus den einzelnen deutschen Gauen zum Parteiausschuß entsandten Vertreter der Sozialdemokralie über die schweren Nöte der Zeit und für die Dringlichkeit der Weiterentwickelung unseres Verfassungslebens aus. Im Mittelpunkt der ganzen Er- örterungen stand jedoch die Frage: Waskönnenwirfür die Herbeiführung des Friedens tun, nach dem sich heute die breiten Masssen in allen Ländern mit gleicher Kraft sehnen? Das Er- gebnis der Verhandlungen ist in der oben mitgeteilten ein- stimmig angenommenen Resolution zusammengefaßt. Sie besagt, daß die deutsche Sozialdemokratie, die ihr Land verteidigen wird, solange die Gegner von ihren Zer- schmetterungs- und Eroberungszielen nicht ablassen, vom stärksten Willen beseelt ist, diesem Völkcrmorden ein Ende zu bereiten durch einen Frieden, der zwischen den Kulturvölkern ehrliche Freundschaft ermöglicht und der die Welt in der Zu- kunft vor Kriegen schützt. Wir hoffen zuversichtlich, daß dieser Beschluß der deutschen Sozialdemokratie, der die freudige Zustimmung unserer Freunde aus Oesterreich und Ungarn fand, bei den A r- beitern aller Länder eine gute Aufnahme finden und so mithelfen wird, uns aus der Hölle zu erlösen, zu der das Völkermorden Europa nun seit 32 Monaten gemacht hat. Zrieöensarbeit öer Internationaüe. Genosse Pierre Troelstra, der- sich zurzeit auf der Reise nach Schweden in Berlin aufhält, hatte am Freitag Besprechungen mit dem Parteivorstund der deutschen Sozialdemokratie und mit den hier anwesenden Vertretern der österreichischen und ungarischen Sozitildemokrati«, den Genossen Dr. A d l e r, S e i tz und G a r a m y. Heber den Zweck der Reise des Genossen Troelstra hatten wir in der Nummer des..Vorwärts" vom 17. April bereits berichtet. Die Absicht der holländischen Vertreter im Internationalen Soziali- stischen Bureau, nach Schweden zu reisen und die Friedensarbeit nach besten Kräften zu fördern, fand Zustimmung. Die Entente-Sozialisten in Petersburg. Ansprachen von Miljukow unö Kerenski. Petersburg, 18. April.(Meldung der Petersburger Telcgiaphen-Agentur.) Für st Lwow und andere Mitglieder der Regierung empfingen die Vertreter der französischen und der englischen sozialistischen Parteien. Der englische Arbeitervertreter Sanders begrüßte die provisorische Regierung im Namen der englischen Arbeiter und der gesamten demokratischen Bevölkerung Englands. Er be- tonte, daß diese sich freuen, sich mit der russischen Demo- lratie zu vereinigen, und daß der Sieg der Demokratie und der Republik in Rußland künftig jede Möglichkeit eines Krieges beseitigen würde. Der französische Vertreter M o u t e t sagte unter anderem: Die französiichen Demokraten gaben sich davon Rechenichast, daß das französiich-russische Bündnis sür das euro- päische Gleichgewicht notwendig war. Immerhin konnte dieses Bündnis schwerlich ein herzliches sein, so lange Rußland dem Despo- tismuS unterworfen war. Das freie und demokrallsche Frankreich wird, verbündet mit dem freien demokraltschen Rußland, talkräftig bis zum Ende, bis zum Siege über den Militarismus für die Frei- heil aller Völker und für die Abschaffung des �Krieges auf Erden kämpfen. Im Namen der provisorischen Regierung erklärte der Minister des Aeußcren Miljukow: Wir verstehen, daß Sie im Augenblick der Revolution und der Niederwerfung des alten Regimes befürchten konnten, daß wir, Ihre Verbündeten, die Kraft zum Widerstande verlören. Auch sind wir besonders für Ihre Ankunft und Ihre Erklärung dankbar, daß die Epoche der Unruhe, die Rußland durchmacht. Ihnen keinerlei Furcht einflößt. Bei Ihrer Rückkehr in Ihr Vaterland können Sie mitreilen, daß das freie Rußland dank der Demokratisierung aller seiner Einrichtungen doppelt so stark geworden ist und daß es allen Schicksalsschlägen des Krieges wider» steht und trotz der Revolution das gleiche vom Kriege auferlegte Hauptziel verfolgt. Wir können sagen, daß die provisorische Regierung mit dem größten Nachdruck die Vernichtung des deutschen Militaris» m u s erstreben wird, da unser Ideal darin besteht, für die Zu- kunft jede Möglichkeit eines Krieges zu be- i e i t i g e n. Gegenwärtig besteht unser Problem darin, die durch die Revolution erschnttcrtc Kraft der Verteidigung zu organisieren. Wir werden dem Femde mit verdoppelten Kräften, überzeugt vom bevorstehenden Siege, begegnen. Nach Miljukow ergriff Justizministcr Kerenski das Wort. Er sagte: Ich begrüße Sie im Namen der Demokratie und der russischen Sozialtsten. Ich stehe allein im Kabinett und meine Ansicht st immt nicht immer mit derjenigen der Mehrheit ü b e r e i n. Bisher haben im Namen des russischen Voiles die Vertreter der tührendeii Klassen geiprochen. Sie sollen wissen, daß die russische Demokratie gegenwärtig die Herrin des russischen Bodens ist. Wir haben beschlossen, für immer in unserem Lande allen imperialistischen und uiurpierenden Versuchen ein Ende zu setzen, denn wir wollen niemandes Knechtung und dienen dem Gedanken der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aller Völker. Die Begeisterung, die die russische Demokratie beseelt, rührt von dem Bcwußiiein her, daß der Tiaum einer Veibrüderujrg der Völler der ganzen Well der Verwirklichung nahe ist. Die Demokratien der Well werden versieben, daß zwi'chen Völkern keine Feindselig- keil mehr besiehen kann. Die russischen Demokraten werden bis zum schtuß die Stelluirgnabme bei- bebalten. wie sre in der Erklärung der provisori- schen Regierung und des Arbeiter» und Sol« datenraies zum Ausdruck kam. Wir werden eine Rück- kehr des alten usurpatonicken Kriegszieles nicht gestatten. Wir erwarten von Ihnen, daß Sie auf die anderen Klassen der Bcvölke- rung Ihrer Länder den gleichen enischeidcndcn Einfluß ausüben werde», wie wir aus unsere bürgerlichen Klassen, die gegen» wärtrg auf die imperialistischen Bestrebungen Verzicht geleistet haben. » Die Botschaft, die Kerenski der Delegation für den Heim- weg gegeben bat, hat zweifellos bas größere Gewicht, denn sie konnte im Namen der demokratischen Massen Rußlands er- teilt werden und sich zugleich auf das Manifest der provi- sonschen Regierung berufen. Nicht mebr Eroberungs- ziele, lediglich Landesverteidigung! Miljukow er- ging sich zwar wieder als Trostredner der Entente- Imperialisten, die im unerschütterlichen Wiederholen des Hauptzieles„Vernichtung des deutschen Militarismus" einig sind, aber auch er war gezwungen, den Hoffnungen der Entente eine bittere Pille zu reichen: Rußlands Verteidi- gungskraft ist desorganisiert. Kerenski muß freilich bekennen, er stehe in der provisorischen Regierung allein, aber gleich- wohl konnte er zu der englisch-französischen Delegation in einer Form sprechen, die ihr keinen Zweifel darüber bestehen lassen kann, wer die Gebundenen in der provisorischen Regierung sind und was der Tätigkeit dieser Regierung die Hauptrichtung bestimmt. Die imperialistischen Bestrebungen sind es nicht. Die geschichtliche Bedeutung dieser Lage gab Kerenski ein volles Recht, den Delegierten der Entente, die den russischen Massen imperialistisch zureden sollen, zusagen: Tut wie wir! Fegt den eigenen Tempel rein! Es ist freilich schwer zu hoffen, daß die Reise nach Rußland den Delegierten zu einem Wege nach Damaskus werden könne. Aber vielleicht sagt ihnen die Empfangsstnndc, daß ihre Mission bei den russischen Massen schon erledigt ist, ehe sie noch recht begonnen hat. „Jtöt Stunde öer Faulheit macht uns zu Mördern/ Amsterdam, 20. April. Wie„Daily News" vom 13. April meldet, sandte der Vorstand der Arbeiter des Woolwich-Ar- scnals ein Begrüßniigstelegramm an die Genossen der Pe- tcrsburgcr Gewehr- und die der dortigen Patroncnfabrik; es wird darin u. a. gesagt:„Kameraden! Laßt uns gemein- sam arbeiten, um unseren Kameraden in den Gräben zu Hilfe zu kommen. Ihre Opfer sind größer als itusere. Jede unserer Arbeitsstunden rettet teures Leben. Jede Stunde der Faulheit macht uns zu Mördern." Die Minderung öer Heimkehr kriegs- feindlicher ruPfcher Flüchtlinge. Energische Schritte der provisorischen Regierung bei den Verbündeten. Petersburg, 19. April. iMelbung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Zu den Gerüchten über die Schwierig» leiten, die die englische und die französische Regie- rung russischen Auswanderern gemacht hat, die nach Rußland zurückzukehren wünschten, erklärte der Minister des Aeußeren Miljukow zu Vertretern der Presse, er habe alsbald nach der Bildung der provisorischen Regierung alle Konsuln angewiesen, allen Auswanderern freie Reise zu gestatten. Nach den Erklärungen Miljukotvs haben die alliierten Regierungen auf Grund eines Abkommens Kontrollisten aufgestellt, die die Namen derj enigen Auswanderer enthielten, deren He i m- kehr in ihr Land von einer der kriegführenden Mächte oder von allen alliierten Regierungen für nicht wünschenswert an- gesehen wurde. Selbstverständlich hm die russische Regierung alle von dem früheren russischen Regime der Heimkehr der russischen Ans- ivaniderer 5erc!Mett Hindernisse aus dem Wege rZirmen können. Indessen hat das nicht immer genügt. So wurde das Mtglied der zweiten Duma Z u r a b o w trotz der von dem russischen Minister des Aeuheren getrofsenen Mahnahmen zurückgehalten, da dieser AuS- Wanderer nicht nur auf der russischen Kontrolliste stand, sondern auch auf denen anderer alliierrcr Mächte. Nachdem die englische Regierung dies erfahren hatte, hat sie die sofortige Freilassung Zurabows gestattet. Um endgültig jede Behinderung der Rückkehr nach Ruhland für die Auswanderer zu beheben, die nicht nur auf der allgemeinen Kontrolliste der früheren russischen Regierung stehen� sondern auch auf der der französischen und englischen Regierung, ist es im all- gemeinen nötig, ein Abkommen mit allen Alliierten zu treffen. Die provisorische Regierung hat in diesem Sinne energische Schritte unternommen und den Konsuln telegraphiert, daß sie unbedingt die Heimkehr aller Auswanderer nach Ruhland ohne Unterschied ihrer Ansicht über den Krieg gestalte. Der„Vorwärts" konnte dokumentarisch darlegen, daß es sich bei dieser Angelegenheit keineswegs um„Gerüchte" handelt, wie die Petersburger Telegraphenagentur entente- schonend sich ausdrückt. Die Behinderung der Heimkehr kriegsfeindlicher Flüchtlinge durch England und Frankreich ist eine Tatsache, und ganz gewiß keine rühmliche. Au üen Kämpfen an üer Msne und in üer Champagne. Berlin, 20. April. Auf der ganzen etwa 60 Kilometer langen Tchlachisrout an der Aisne und in der Champagne wurde auch am vierten Tage der Schlacht erbittert gerungen. Besonder? heftig waren die französischen Angriffe auf dem Frontabschnitt Brahe— Cerny— Craonne, nördlich der Aisne. Alle verzweifelten Bemühungen der Franzosen, diesen Frontabschnitt einzudrücken, um sich in den Besitz des wie eine Barriere von Westen nach Osten verlaufenden Höhenrückens Chemin des Dames zu setzen, waren umsonst. Die französischen Swrmhaufen in der Gegend des Dorfes Brahe brachen beim Anlauf in ihrem Blute zusam men, ebenso bei Vernh. wo nachmittags wie abends nach schwerem Artillerie- und Minenfeuer gerungen wurde. Gefangene, Maschinengewehre und Flammenwerfer blieben in u n s c r e r H a n d. Bei Craonne bereitete mehrstündiges schwerstes Artillerie- und Minenfeuer die Angriffe vor. Tic dichten Stnrmwcllen wurden von Artillerie- und Mnschinengrwehrsruer empfangen und zusammengeschossen. Samt- liche Angriffe bei und westlich Craonne scheiterten unter aller sch werft en französischen Verlusten, die jene der blutigen Lorctto- und Champagneschlachten von tStb weit übertreffen. Ein Sturmhauf«, der an einer Stelle bis in unseren zweiten Graben vorzudringen vermochte, wurde mit Hand- granatcn und Bajonett zurückgeworfen, wobei er eine große An- zahl von Gefallenen zurückieh. An den Brennpunkten der Kampf- limc ins Treffen geschickte Tank-Geschwader wurden von unserer Artillerie erfolgreich bekämpft, im Granathagel vertrieben und zum großen Teil vernichtet. Allein in dem schmalen Abschnitt zwischen Miette und Aisne, auf einer Strecke von knapp 2 Kilometer Breite, liegen 32 bewegungsunfähige in Brand ge- schosscnc und zerschmetterte Panzerwagen. Mit der gleichen Heftig- kcit wurde am Aisne— Marne-Kanal gerungen. 5 tief gestaffelte Massenangriffe wur- de nim FcuerderGeschütze und Maschinengewehre zum Scheitern gebracht. Das Borfeld ist mit Gefallenen übersät. Die Verluste der an dieser Stelle rücksichtslos ins Feuer feindliche Kriegsberichte. Französischer Bericht vom lg. April, nachmittags. Südlich und süd- östlich von St. O u e n t i n starke Tätig- kcit der beiderseitigen Artillerien. Pa- troiiillenznsammenstötze an den Rändern des oberen Waldes von Couch; wir machten Gefangene. Zwischen Aisne und dem Chemin des Dams haben wir weitere Fortschritte nördlich von V a i ll h und Ostel gemacht. Ein feindlicher Angriff auf die Gegend von Courtecon wurde durch Maschinengewehrschützen glatt aufgehalten. Weiter östlich machten die Deutschen gestern gegen 6 Uhr abends ciiieit sehr Hefligen Angriff gegen unsere Stellungen auf der Hochfläche von Vauclerc; durch unser Feuer nieder- gemäht, wurden die Sturmwellen mit schweren Verlusten zurückgewiesen und konnten unsere Linien nicht erreichen. In der Nacht starke Artillerietätigkeit in den Absihnilten von Sapigneul-du-Codjit und La Pompelle. In der Champagne bauten wir unsere Erfolge auf dem Massiv von M o r o n v i l l i e r aus; unsere Erfolge glückten überall, wir nahmen den.Hohen Berg" und mehrere Höhen östlich von dem Punkt 127 am südlichen Zugang von Moronvillier. In den Kämpfen dieser Nacht haben wir zwei weitere deutsche Batterien genommen und zwischen S o i s s o n s und A u b 6 r i v e zwölf frische deutsche Divisionen festgestellt. In der Gegend von St. M i h i e l scheiterte ein' feindlicher Versuch gegen das Gehöft Romainville in unserem Feuer; der Feind lieh Gefangene in unseren Händen. Vom 19. April abends. Zwischen S o m m e und O i s e ziemlich heitige Artillerietätigkeit. Nördlich der AiSne zieht sich der Feind unter unserem energischen Druck weiter gegen den Lheiiiin des DameS zurück. Unsere Truppen von L a f f a u x balten eng Fühlung mit dem Feind. Fort Condö ist gleichfalls in unsere Gewalt gefallen. In der Gegend von H e u r t e b r s e be« , nächtigten wir uns nach, lebbaftem Kampf einiger Stützpunkte. Nördlich dieses Pachthofcs machten wir 590 Gefangene und erbeuteten 2 Geschütze von 19,3 Zentimeter. Westlich von Ber- m e r i c o u r t erzielten wir erhebliche Fortschritte und machten an 30 Gefangene. In der Champagne wurde der Artilleriestnnpf seh-r heftig fortgesetzt. Auf dem Massiv von Moronvillers erweiterten ivir unsere Stellungen nördlich vom„Hohen Berge" und schlugen zwei deutsche Gegenangriffe auf diose Gegend und den Berg Cor- uillet ab. Nordwestlich von Auberive nahmen unsere Truppen aus einer Front von 2 Kilometer glänzend ein stark befestigtes (�rabensystem, das dieses Torf mit dem Walde von Moronvillers verbindet und warfen den Feind auf den Rand südlich von Baude- jincourt zurück. Im Laufe dieser Kampfhandlung machten Rur 150 Gefangene. In den Argonnen wurde ei» deutscher An- Fortdauer der Doppelschlacht im Westen: Vergebliche franzöfische Angriffe bei Brahe, Cerny, Craonne, Brimont— Auberive aufgegeben— Zweiter Durch- bruchsversuch in der Champagne der- eitelt— Beendigung der Räumungs- bewegnng— Französische Angriffe auf der Crvena Stena. Amtlich. Großes Hauptquartier, den AI. April 1917. jW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf dem Kampffrld von ArraS nimmt täglich die Feuer- tätigkrit zu, bei St. Quentin schwankt sie in ihrer Stärke. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Die am 16. März begonnene Einnahme der von langer Hand ausgebauten Zone der Siegfriedstellungen hat gestern nordöstlich von Soissons ihren Abschluß gesunden durch Aufgabe des AiSne-UferS zwischen Condö und Soupir. Der Feind folgt zögernd.— Die Doppelschlacht a« der AiSne und in der Champagne nimmt ihren Fortgang. Läng? des Chemin-deS-DameS-RückenS dauert der starke Artillcrickampf an. Bei Brahe, Cernp und nnter großem Masseneinsatz beiderseits von Craonne mühte» fich frisch herangeführte französische Regimenter vergeblich und Verlust- reich ad, de» Höhenkam« zu gewinne». De» scha« am IS. April»h«r Ergebnis»ersuchte» Angriff znr Umfassung de? Brimont-BlockS von Nordwesten»nd Norden erneuerte der Franzose gestern nachmittag. vor unseren Stellunge» am AiSne-Marne-Kanal brache» die fünfmal an- laufenden Sturmwellen neu eingesetzter französischer Divifionrn blutend zusammen; auch die Russen wurden wieder vergeblich in? Feuer geschickt. Unsere dort fechtenden Divifionrn sind Herren der Lage. In der Champagne ist den ganzen Tag über im Waldgebiet zwischen der Straße Thuizy— Nanroy nnd dem»ou uns frei« willig gerämuten Auberive heftig gekämpft worden. In einem vorttefflich geführte» Gegenangriff drängten wir de» vorgestern vorwärts gekommene» Feind«nd seine zur AnSbrutnng des qeschickten russischen Truppen fins wie am Vortoye bei Brimont wiederum beträchtlich. Bei einem Gegenstoß haben wir in den Vortagen verlorene Gräben zurückgenommen und einen Offizier und 143 Mann zu Gefangenen gemacht. Auch in der Champagne sind die französischen Angriff« blutig ge- scheirert, während wir durch Gegenangriffe Gelände und wichtige Hühenstellungen nahmen. Nachdem sich die Hoffnung der Fran- zosen, die deutsche Front durch einen unerhörten Einsatz von Massen und Maschinen in den ersten Tagen zu durchbrechen und auf diese Weise ins Wanken zu bringen, nicht erfüllt hat, ist die Schlacht nunmehr in ein Stadium getreten, das den Franzosen eine Aussicht auf Erfolg nicht mehr bietet. Der französische Heeresbericht vom 19. April ist unrichtig, wenn er von einem lebhaft geführten französischen Angriff auf dem Süd- ufer der Aisne spricht, der den Franzosen den ausgebauten Brückenkopf zwischen Conde und Vailly wie auch die Ortschaft Vailly zurückgab. Zu lebhaften Kämpfen kam eS hier überhaupt nichl, da dieser Frontabschnit schon früher von uns verlegt wurde. griffSverfuch auf einen unserer Gräben in Richtung auf Bolante leicht zurückgeschlagen. Der Artilleriekampf war für Augenblicke ziemlich lebhaft in der Gegend von Vauquois und auf dem linken Maasufer in Richtung gegen den„Toten Mann". Der Tag war sonst überall ruhig. Englischer Heeresbericht vom 19. April. Wir der- besserten in der letzten Nacht unsere Stellungen südlich von Monchy-IePreux leicht und machten heute weitere Fort- schritte östlich von F a m p o u x- und in den feindlichen Gräben südöstlich von LooZ. SewftmS fttf Gefecht geworfenen frischen Kräfte zurück und erreichten die beabsichtigten Stellungen. Der zweite französische Durchbruchsvcrsuch in der Champagne ist dadurch vereitelt.— Bisher hat die französische Führung mehr als 3V Divisionen auf beiden Schlachtfeldern eingesetzt. Sie wurden nach Beendi- gung der Somme-Kämpfe für den Turchbruchsangriff und die erhofften Verfolgungsmärsche sorgfältig ausgebildet. Die daran geknüpften Hoffnungen Frankreichs haben sich nicht erfüllt! Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine Ereignisse von Bedeutung. Oestlicher Kriegsschauplatz. Da? russische Artillerieseuer hat sich auch gestern in mehreren Abschnitten auf bedeutender Höhe gehalten; Jnfanterirtätigkrit ist nicht gemeldet. Mazedonische �ront. Auf der Crvena Stena find französische Angriffe zum Rück- gewinn der am 17. April verlorenen Stellungen von deutschen und bulgarischen Truppen abgewiesen worden; auf einer Kuppe hat der Feind wieder Fuß gefaßt. Der Erste Generalquartiermeister. Lnbendorff. Abendbericht. B er li», amtlich, 26. April abends. Bei Areas nichts Neues. An der A i s n e- F r o n t vielfach starker Artillerie- kämpf; am Brimont ist ein nencr russischer Angriff verlustreich gescheitert. Nachmittags haben fich zwischen P r o S n e s»nd SnippeS-Tal von neuem Kämpfe entwickelt. Im Osten nichts ZLesentlichcs. Der österreichische Bericht. Wien, 20. April 1917. sW. T. v.) Amtlich wird verlautbart: Auf keinem der drei Kriegsschauplätze größere Kampf- Handlungen. Der Stellvertreter des Chefs deS Generalstabes v. Hoefer, Feldmarschallcutnant. Die Kriegsziele Bulgariens. � Bern, 19. April. Zu einem Mitarbeiter des„Bcrner Tagblatts" äußerte sich der bulgarische Gesandte in Bern, Passaroff, über Bulgariens Kriegsziele wie folgt: Wir verlangen Mazedonien, die Tobrudscha und das serbisckw Moramatal, weil sie bulgarisches Land sind. Die provisorische riissisckie Negierung lwt in ibrcr Proklamation erklärt, sie wünsche einen dauerhaften Frieden auf Grund des Selbstbestimniungsrechts der Völker her- zustellen. Mit diesen Grundsätzen ist die bulgarische Regie- rung e i ii v e r st a n d e n. Tie Bewohner Mazedoniens, der Tobrudscha und des bisher serbischen Morawatales sollen in freier Abstimmung selbst darüber entscheiden, ob sie Bulgarien angehören wollen oder nicht. Die bulgarische Regierung kennt die Wünsche der befreiten Gebiete und weiß, daß der Ausfall der Wahl nicht zweifelhaft sein kann, denn nur ein Fdeal hat alle Bulgaren seit Jahrhunderten beseelt: die Errichtung eines geeinigten, unabhängigen, demokratischen Bulgariens. �rieüensftimmen aus Frankreich. „ProgreS de Lyon" schreibt im Leitartikel vom 13. April: In Frankreich— das braucht nicht mehr gesagt zu werden— gibt es niemand oder fast niemand, der an Eroberungen denkt. Diejenigen Leute, die jeden Morgen im„Echo de Parts" und im „Rappel" auf dem Papier wieder das linke Rheinnfer„mit Brückenköpfen auf dem rechten Ufer" nehmen, stoßen bei der Mehrzahl der Geister nur auf Ablehnung oder auf ein Lächeln. Ebenso in Rußland: die Rechte und die Linke der provisorischen Regierung haben jeden Raubkrieg klar verurteilt, und Wilson würde ihn nicht zulassen. Also ein erster Punkt, über den— jetzt— Einigkeit herrscht. ES wird gut sein, dies unzweideutig festzustellen. Also: Verzicht auf jede Eroberung, Unabhängigkeit Polens. Jnternationalisierung Konftantinopels nnd der Meerengen, Er- richtnng eine Gesellschaft der Völker, eines Schiedsgerichts und positiver Sanktionen, das sind Tinge, über die die Verbandsmächte zu einem Einverständnis gelangt sind. Wir verlangen, daß sie es kundtun. Je eher desto besser. Mäßigkeit und Freimut zu üben, würde wieder einmal das Klügste sein. „Populaire du Centre" schreibt, eS sei erfreulich, daß man endlich vom Frieden spreche und Friedensgedanken erörtere. Die Völker würden sich schnell Rechenschaft davon ablegen, daß Friedensbedingungen, und seien es auch noch so unerhörte, niemals die Gefahr eines neuen Krieges beseitigen würden. Keime zu Konflikten seien immer in der Gesellschaft vorhanden, solange es Interessengegensätze der Individuen und ganzer Nationen gebe. Der Rest des Artikels ist gestrichen. Einzelne Blätter, darunter „Bannet Rouge", heben noch hervor, daß das deuffche Volk doch keine Lämmcrherde sei, wie man in Frankreich gern ange- nommen Halle. Rücktritt ües Kabinetts Romanones. In Spanien ist das Kabinett Romanones zurückgetreten. Ein neues Ministerium unter Garcia Prieto ist gebildet worden. Wie Agence Havas meldet, erklärte Roma- nones, er habe dem König die Gesamtdemission des Kabinetts mit Rücksicht auf die politischen Umstände überreicht. Er fügte hinzu, in jeder Hinsicht werde er sich bemühen, daß die libc- rale Partei am Ruder bleibe. Havas sagt, man glaube, daß Garcia Prieto nach einer Unterredung mit Romanones den Auftrag angenommen habe, das neue Kabinett zu bilden. Das neue Kabinett ist wie folgt gebildet: Vorsitz Garcia Prieto, Auswärttges Juan Alvarada, Inneres Don Julio Durell, Krieg General Aguilera, Marine General Miranda, Justiz Ruiz Valarino. Finanzen Santiago Alba, Oeffcntliche Arbeiten Herzog Almade Varvalle, Unterricht Josö Francas Rodriguez. Das Kabinett ist in der Mehrzahl aus Mitgliedern des rechten Flügels der Liberalen gebildet. Das Ministerium Romanones löste das konservative Kabinett Dato ab und hielt sich seit fünf Vierteljahren am Ruder. In den letzten Monaten mehrten sich die Zeichen, daß ein Kabinettswcchsel sich vorbereite. Seit dem Eintritt Amerikas in den Krieg wurde die Krise akut. Die Einwirkung des Wilsonschen Kriegskurses auf die Haltung anderer amen- konischer Staaten konnte auch für Spanien bei deren Handels- beziehungen nach dem lateinischen Amerika nicht ohne Be- dcutung bleiben. Indessen wurde noch in den letzten Tagen von dem Cortez-Pritsidenten der Neutralitätsstandpunkt Spaniens betont. Madrid, 20. April. Meldung des Wiener k. k. Tel. Korr.-Bur. »Diario Un Versal" meldet aus London, daß die spanische Re- gierung in die Charterung spanischer Handels- schiffe durch die englische Regierung eingewilligt habe. Geheimfttzungen öes norwegischenStorthings Kopenhagen, 20. April.„Politiken" meldet aus Kristiania: Das norwegische Storthing hat in drei geschlossenen, der Dcffentlichkeit nicht zugänglichen Sitzungen die außenpolitische Lage behandelt. „Morgenbladet" schreibt: Man weiß, was in den Geheim- sihungen besprochen wurde. Das Ergebnis der Debatten kann Friede» oder Krieg für das Land bedeuten. Die Bewaffnung unserer Handelsschiffe ist erwogen worden und ebenso noch andere Dinge von weittragender Bedeutung. Wir stehen jetzt vor der Frage: Wünschen wir den Krieg oder nicht? Die Stimmung im Lande ist zweifellos sehr ernst und erbittert, aber ein kleines Land darf sich nicht durch StimmungSwcllen in den Weltkrieg hinausspülcn lassen. .Sozialdemokraten" erklärt: Sehr viel kaltes Blut und freie Willensbestimmung ist erforderlich, um die Politik einer a b s o- l ut e n Neutralität in einer Zeit durchzuführen, wo die Volksstimmung sich über alle Leiden empört, die wir durchzu- machen haben. Trotzdem fordert die große Mehrzahl des Volkes eine solche Politik von der Regierung. Kriegsmaßnahmen Amerikas. Washington, 19. April. sReutermeldung.) Tie Militärkom- Mission des Senats hat ihren Bericht über die Heercsdienstbill der Regierung erstattet. Ter Bericht bezeichnet das Freiwilligen- s y st e m als unsicher und unzureichend. Der Regierung?- plan stelle die schleunige Aushebung und die Erhaltung der er- fcrdcrlichcn Streitmacht von 600 000 Mann sicher. Der Bericht nimmt auf die früheren Kriege Bezug, in denen die Vereinigten Staaten das Frcilvilligensystcm als unbefriedigend und kostspielig etkannt hätten und envähnt auch Englands Erfahrungen in dem gegenwärtigen Kriege. Es wäre daher Torheit, wenn die Ver- einigten Staaten in dieser späten Phase des Krieges und ange- sichts der Erfahrungen Englands da beginnen wollten, wo England begonnen habe. Washington, 19. April.(Reutermeldung.) Marinesekretär Daniels teilt mit, daß ein vorübergehender Aufschub des Baues von fünf neuen Schlachtschiffen und anderer großer Schiffe erwogen wird, damit ein Teil der Schiffs- bauinduftrie, soweit sie nicht mit dem Bau kleiner Kriegsschiffe beschäftigt ist, sich dem Vau von Handelsschiffen widmen kann. New?>ork, 19. April.(Reutermeldung.) Die Bundesbe- Hörden haben den Teil des Hafens von Hoboken über- n o m m e n, an dem die Piers und Gebäude der Hamburg-Nm3. April nordwestlich von Tanger von einem Unierseebool derseukt worden war, gelandet. Tie Mannschaft des genannten Dampfers war Augenzeuge, als dasselbe Uiiierieeboot einen englischen Truppen- und Bichtransport- d a m p f c r von 8000 Tonnen torpedierte, der in wenigen Minuten unterging. Kopenhagen. 20. April. DaS dänische Ministerium des Aeußern teilt ein Telegramm der dänischen Geiandiichan in London mit. nach dem der d an> s ck e Dampfer R o b e r t il445 To.) auf der Reise nach England, in der N o r d s e e versenkt wurde. Von der Bc- satzung wurden 12 Mann, darunter ein Schwerverletzter, gerettet und in Kirkwall gelandet. Sieben Mann sind umgekommen. Nach einem weiteren Telegramm der Londoner Gesandtschast wurde auch der dänische Dampfer Bretagne(1110 Tonnen) auf der Reise von England nach Kopenhagen mit. einer Kohlen- ladung in der Nordsee versenkt. Die Besatzung wurde ge- reitet. Acht Mann wurden in Pelerhead, der Rest der Besatzung, darunter der Kapitän, in Aberdeen gelandet. Kopenhagen, 19. April. Das dänische Ministerium des Aeußern teilt mit: Der dänische Konsul in Barcelona meldet, daß der dänische Drei ma st schon er Ansgar<301 To.) mir Holz- ladung von Amerika nach Spanien, im Mittel meer in Brand gesteckt worden sei. Die Besatzung ist in Barcelona ge- landet. Kopenhagen, 19. April. Das Ministerium des Aeußern teilt mit: Die von deuischcr Seile vorgenommene Untersuchung über die Torpedierung des dänischen Dampfers O. B. Suhr ist der Nordsee am 2g. Januar 1917 ergab ein Versehen des b e- treffenden U-Boot-Kommandanten. Die deutsche Regierung drückte der dänischen ihr Bedauern aus und erklärte sich zu Schadenersatz bereit. Hamburg, 19. April. Als Prise aufgebracht wurde am Donnerstag der norwegische Dampfer Norden. Er hat die für eine feindliche Macht bestimmte Ladung in Cuxhaven gelöscht._ Kleine Kriegsnachrichten. Der Khan von Chiwa hat sich, wie„Utro Rofsij" miiteilt, gegen die provisorische Negierung erhoben. Die Turkmenen schlössen sich der Ausstandsbewegung an. Auch ein kirgisischer Khan soll Kirgisen gegen die russische Verwaltung aufgewiegelt haben. politische Uebersicht. Ter Hindcnburg-Brief. Ebenso wie das Entgegenkommen der Behörden an den Metallarbeitcrvcrband,' das die Unternehmerpresse so heftig tadelt, ist der gestern von uns veröffentlichte Brief Hinden- bnrgs ein Beweis dafür, daß die neue Zeit mit den über- lieferten Methoden der Autokratie kein Auskommen mehr findet, sondern daß sie genötigt ist, an die Einsicht und das Verantwortungsgefühl der arbeitenden Massen zu appellieren. Das hat Hindenburg in eindringlicher Weise getan als Führer der Armee, für die er die Verantwortung trägt, und wir dürfen im Namen der Arbeiter hinzufügen, daß ihnen das Schicksal der Männer im Schützengraben nicht weniger am Herzen liegt als ihm.' Tic Arbeiter wollen den Mann im Schützen» graben bald wieder daheim sehen bei Weib und Kind, sie können aber nicht wollen, daß er als wehrloses Opfer deS feindlichen Granatcnhagels verblutet. So kommt man immer wieder ans die alte Wahrheit zurück: wir wollen unseren ganzen Einfluß für den Frieden geltend machen, müssen uns aber davor hüten, Mittel anzuwenden die ungeeignet sind und die das Aushalten unserer eigenen Volksgenossen im feindlichen Feuer gefährden. Verantwortungsgefühl kann freilich nur da sein, wo auch Machtbewußtsein vorhanden ist, und je stärker das Machtbewnßtsein der Arbeiter aus den Ereignissen der letzten Tage hervorgeht, desto mehr wird auch ihr Verantwortlich- keitsgesühl. wachsen. Die ungeheuere Bedeutung der Arbeit, auf der der Bestand des Staates und der Gesellschaft beruht, ist sinnfällig in die Erscheinung getreten. Hat doch auch Lloyd George in einer seiner Reden gesagt, daß die Erfolge der deutschen Waffen in erster Linie den Arbeitern zu danken seien, und in einer anderen hat er hinzugefügt, kein Staat könne heutzutage gegen die Arbeiter regieren. Das Verantwortlichkeitsgefühl der Arbeiter für den Staat wächst mit dem Einfluß, den sie auf den Staat ausüben. Den gefesselten Niesen, dessen Ohnmacht man spottet, mag es reizen, ohne Rücksicht auf die Folgen zu zeigen, daß. er doch nicht ganz ohnmächtig ist. Ein freies, seiner Freiheit bc- wüßtes Volk wird sich auch seiner Verantwortlichkeit gegen- über sich selbst bewußt sein. Die brennenden Fragen dieser Zeit sind nicht zu lösen durch Zwang und Unterwerfung, sondern nur durch Aufklärung und Einsicht! Jesuiten- und Vereinsgesctz. Die Aufhebung des Sprachcnparagraphen und der dazugehöri- gen Bestimmungen im Rcichsvereinsgesetz, ferner die Aufhebung des Jesuitengcschcs werden bereits in der Abendausgabe des .Deutschen Reichsanzeigers" vom 20. April publiziert. Beide AuS- nahmegesetze sind danach faktisch außer Kraft gesetzt. Die offiziöse„Norddeutsche Allg. Ztg�" veröffentlicht an der Spitze ihrer Frcitag-Abend-Nusgabe folgend« Erklärung: In der Sitzung vom 19. April hat der Bundesrat dem Bc- schluh des Neichsatgcs vom Jahre 1913, das Gesetz betreffend den Orden der Gesellschaft Jesu vom 1. April 1872 aufzuheben, seine Zustimmung erteilt. Damit ist der Nest des Jesuitengesetzes, dessen einer Teil bereits im Jahre 1904 auf- gehoben worden ist, außer Kraft gesetzt. Die katholischen Deutschen, die sich in diesem Kriege an vaterländischer Treue, an Heldentum und Opfermut von den Angehörigen keiner anderen Konfession übertreffen lassen, emp- fanden den Fortbestand des Jesuitengesetzcs mit Bitterkeit, sie konnten darauf hinweisen, daß die deutschen Jesuiten in großer Zahl dem Vaterland mit ihrem Blute gedient, daß sie an unse- ren Fronten gepredigt, gepflegt und gekämpft haben. Die na- tionalen Besorgnisse, aus denen seinerzeit das Ausnahmegesetz entstanden ist, sind nach den Erfahrungen dieses Krieges hin- fällig. Aus Erwägungen ähnlicher Natur hat der Bundesrat in derselben Sitzung auch der vom Reichstag im Jahre 1916 be- schlossencn Aufhebung des 8 12 des ReichSvereinsgesetzes, des sogenannten Sprachcnparagraphen, zugestimmt. Damit ist künftig auch in öffentlichen Versammlungen der Gebrauch nichtdeutscher Sprachen ohne weiteres gestattet. Von beklagcns- werten Ausnahnieerscheinungen abgesehen, haben auch die Staats- bürger nichtdeutstfar Zunge im Sturme des Krieges ihre Treue und opferwillige Hingabe an das Reich bewiesen. Die verbün- beten Regierungen haben wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß sie bereit sind, die Folgerungen, die sich aus dieser Tatsache er- geben, zu ziehen.. � �. lieber die Aufnahme dieses jüngstes Schrittes der Neuorien- tierung in der Oeffentlichkeit sei folgendes gesagt: Tie„Germania", das Berliner Zentrumsblatt, ist natür- lich in höchstem Maße erfreut: Die volle Gleichberechtigung der Staatsbürger ohne An- sehen der Konfession und Nationalität wird von zwei unschönen Schlacken befreit und strahlt um so heller in den Morgen der Neuorientierung hinein, die vor keiner Frage Halt machen darf und wird, deren Revision als spruchreis zu betrachten ist. Gerade im gegenteiligen Tone wehklagt der orthodox-protestan- tische„R e i ch s b o t e": Wir halten den Entschluß der Aushebung des Jesuiten- gcsctzcs nicht für einen ersprießlichen. Wenn auch leider schon durch Aufhebung des Z 2 eine Bresche in daS Gesetz gelegt ist, so folgt daraus nicht, daß man es nun ganz beseitigen müßte. Wir bedauern es im Interesse des konfessionellen Friedens. Das Wirken des Jesuitenordens, mit dem die Schrecken der Gegen- reformation unlöslich verknüpft bleiben, zeugt beredt genug für sein Wesen. Das letztere hat sich nicht gewandelt und kann sich nickt wandeln. Der freikonservativcn„P o st" hat der Schrecken in dem Maße die Sinne verwirrt, daß sie stänffig von der Aenderung des An- siedelungsgcsetzes(anstatt des Bcreinsgesetzes) fabelt. Möge es ein Vorzeichen sein! Sie klagt beweglich darüber, daß „wesentlichen Bestandteilen unseres nationalen Schutzrechtes" das Todesurteil gesprochen sei. Ihr gesellt sich die„Tägliche Rundschau" zu, die über den„Ausverkauf von Rest beständen nationaler Ab- Wehrgesetze unter dem Schutze des Burgfriedens" grollt. Wesentlich wohlwollender stellen sich— wenigstens zur Aufhebung des Jesuitcngesetzes— die konservativen Parteiorgane, denen es offenbar um die Ausrechtcrhaltung der politischen Freundschaft mit dem Zentrum zu tun ist. So schreibt die im orthodoxen Sinne crzprotcstantische„K r e u z z e i t u n g": Gegen den Beschluß des Bundesrats wird man Einwen- düngen kaum erheben können. Heber die Aufhebung des Sprachcnparagraphen äußert sich die„Krcuzzeitung" überhaupt nicht. Auch die„Deutsche Tageszeitung" spricht die Hoffnung aus, daß die deutschen Jesuiten kiinftig durch ihr Wirken den Beweis zu liefern bestrebt sein werden, daß jene Bedenken(gegen Auf- Hebung des Jesuitcngesetzes) nicht mehr hinlänglich begründet sind. Dagegen nimmt sie die Aufhebung des Sprachcnparagraphen .mit sehr gemischten Empfindungen" auf. Von liberalen Blättern begrüßt die„Vossische Zeitung" die Aushebung der Ausnahmegesetze und erinnert namentlich daran, daß die Jesuiten im Felde als Krankenpfleger und Seelsorger große Verdienste erwarben. Das„Berliner Tageblatt" stellt fest, daß„mit der innerpolitischen Umgestaltung Prcußen-Deutsch- lands beim Minderwichtigen begonnen wird und betrachtet die Beschlüsse des Bundesrats als eine Abschlagzahlung. Beide Blätter sind übrigens ehrlich genug, die Mitschuld des Frei- sinns am Sprachcnparagraphen bedauernd einzugestehen. Konservative Zeitungen als Eideshelfer russischer Falschmeldungen. Im Anschluß an die univahren Behauptungen des russi- scheu Heeresberichts vom 13. April haben wir sofort(in nn- scrcr in o r g c n s erscheinenden Ausgabe vom 19. April) und ausdrücklich festgestellt, daß Vertreter der deutschen Sozialdemokratie überhaupt nicht seit Ausbruch der russischen Revolution nach Stockholm gereist sind. Gleichwohl finden wir in später erschienenen kon- servativen Blättern immer noch die Behauptung, daß die deutschen Sozialdemokraten in Stockholm gewesen seien. So schreibt z. B. die„Kreuz-Zcitung" Nr. 197 vom 19. April abends wörtlich:„Das Wolffschc Bureau stellt nun zwar in Abrede, daß die deutschen Sozialdemokraten im Auftrage der Regierung nach Stockholm gereist seien, und daß zwischen deutschen und russischen Sozialdemokraten über einen Sonder- frieden Verhandlungen stattgefunden hätten. DaS ändert jedoch nichts an der Tatsache der Reise nach Stockholm." Ebenso hält die„Deutsche Tageszeitung" die Behauptung von der Reise nach Stockholm aufrecht. Nun ist es der deutschen Sozialdemokratie sicher ganz gleichgültig, ob ihr konservative Blätter eine Reise nachsagen, die sie wahrhaftig nicht abzuleugnen brauchte, falls sie statt- gefunden hätte. Aber darum handelt es sich hier nicht. Es verdient festgestellt zu werden, daß die konservative Presse sich freiwillig zur Eidcshelferin einer vom Feinde verbreiteten Falschmeldung macht, nachdem so- wohl die Regierung wie die Nächstbeteiligten ihre völlige Unrichtigkeit dargctan haben. Eine wichtige BundeSratSsstzung. liebet die BundeSratSsitzung, in weicher u. a. die Auihebung deS Sprachenparagraphen im Vereinsgesetz und de? JeiuiiengesetzeS beschlossen wurden, wird folgender amtlicher Bericht ausgegeben: In der Sitzung des Bundesrais vom 19. April 1917 gelangten zur Annahme der vom RcichSiag angcnomniene Gesetzentwurf betreffend A b- änderung deS V e r e i n s g e s e tz e S, der Entwurf eines Gesetzes betreffend den Gebührentarif über den Kaiser-Wilbelm-Kanal, der Einwurf einer Verordnung über den Treuhänder für das feindliche Vermögen, eine Abänderung der Bekannt- machung über Oelfrüchle und daraus gewonnene Produkte, der vom Reichstag angenommene Entwurf eines Gesetzes be- treffend Aufhebung des Gesetzes über den Orden der Gesellschaft F e s u, die Vorlage betreffend die Verträge mit dem Ottomanischen Reiche vom 11. Januar 1917, und eine Aenderung der Verordnung vom 21. Januar 1916 betreffend die Unter st ützung von Familien in den Dienst ein« getretener Mannschaften. RcichStagSersabwahl. Für den welsischen Reichs tagSabgc- ordneten v. M e d i n g, der auf dem östlichen Kriegsschauplatze fiel, wurde am Freitag im 15. hannoverschen Reichstag stvahl- kreise Graf v. Bern st orff- Wehningen(Welse) im Zeichen des Burgfriedens gewählt. Letzte Nachrichten. Bulgarische Kämpfe. Sofia, 20. April. Generalstabsbericht vom 20. April. Mazedonische Front: Der Feind machte an mehreren Stellen Gegenangriffe auf die Gräben auf der Gervcza Stcna, die ihm genommen waren. Auf der übrigen Front schwache Artillerietätigkeit. Wir zerstreuten durch Feuer zwei eng- liiche Abteilungen, die nordöstlich vom Dojran-See vorzu- rücken versuchten. In der Ebene von Serres Patrouillen- scharmützel. Rumänische Front: Ruhe. Kampf der finnischen Arbeiter für den Achtstundentag. Kopenhagen, 20. April.„Bcrlingske Tidende" meldet aus Stockholm: Das finnische Blatt„Hufvud Stadsbladet" teilt mit: Die finnischen Arbeiter agitieren eifrig für die Durchführung des achtstündigen Arbeitstages. Tie Arbeiter in Hclsingsors wandten sich sogar an die russischen Soldaten mit dem Ersuchen, sie bei der Durchführung der Forderung zu unterstützen. Man fürchtet den Ausbruch des GcncralansstandeS in ganz Finnland spätestens für den 1. Mai. Versenkte Schiffe. Haag, 20. April. Tic Neederlandsche Telegraf Agentschap er- fährt, daß in Schcvcningcn die Besatzungen des Schleppbootes Marcel und der belgischen Schiffe Telagi und Florence, die am Tonucrstag früh ackt Meilen nördlich vom Noordhindcr Leuchtschiff von einem deutschen U-Boot versenkt wurden, gelandet wor- den sind. V Die Bauunternehmer zu neuen verhanö- lungen bereit. Tie 18. ordentliche Hauptversammlunc; des Deutschen Nrbeitgeberbnndes für das Baugewerbe hat am 19. April 1917 in Berlin folgenden Beschluß gefaßt: Die Hauptversammlung ist damit einverstanden, daß seitens des Bundes mit den Arbeiterzentralverbänden über eine Erböl'img der im Mai 1919 vereinbarten Kriegszulagen verhandelt wird. Als Verhandlungsausschuß werden die drei Vorsitze, den des Bundes beltinimt und zum Abschluß einer neuen Vereinbarung bevollmächtigt. verlin unö Umaeyenü. Znr Abwehr des Acht-Uhr-Ladcnschlusses. hat der Zentralverband der Handlungsgehilfen zum Montag, den 23. d. M., abends 8 Uhr, nach dem Lehrervereinshaus, Alexandcrplatz, eine Protcstversammlung aller Ladenangcstellten Berlins und der Vororte einberufen. Tie polizeiliche Genehmigung zu dieser Versammlung ist be- reits erteilt. Das Thema lautet:.Der Sieben uhr- Ladenschluß in Gefahr!" Das Referat hat Frau Regina Friedländer übernommen. Wie wir bören, hat sich der Angestellten wegen der An- ordnung des Achtuhr-Ladenscklusses eine große Mißstimmung bemächtigt und sollen in dieser Versammlung über weitere Maßnahmen zur dauernden Festlegung des Siebennhr-Laden- schlusses auch für die Zeit nach dem Kriege Beschlüsse gefaßt werden._ Rückständige Tachdeckermeister. Die Gebilien im Tacbdeckergewcrbe ballen den Beschluß gefaßt. den Arbeitsnachweis zu zencralisieren. Es wurde von ihnen exlra betont, daß damit kein Kampf gegen die tlnicrnebmer angesagt, wie auch durch die Gründung des Zemral-Arbeiisnachwelies kein Slreir» objekt geschassen werden sollte. Welche rückständige Auffassung aber die Unteinebmer in dieser Frage einnehmen, geht aus einem Ver- sammlunpsbericht einer Meisterversammlung, den das Unlernehnier- organ veröffentlicht, hervor. Danach erkläri sich der Dachdecker- meister Gregor für die Gründung eines Meisterarbeitsnach- weises, welcher sich bei dem letzten Slreik gut be- währt habe. Ter paritätische Arbeitsnachweis habe vollständig versagt, und wenn derselbe auch vom t. April d. F, von der Stadt Berlin übernommen loird, so sei auch dann ebensowenig Hoffnung vorhanden, daß es besser werden wird. Was der Handwerker von der Stadt Berlin zu erwarten bat, hat seit Jahren so recht das Berliner Gewerbegerichl gezeigt, welches fast immer zugunsten des Arbeitnehmers geurieilt hat. Noch deutlicher wurde Herr Gasedow: .... Aber gerade das Heranziehen von Ar- beiiskrätten bei Mangel an solchen, insbesondere bei Streiks, i st ein nicht zu unterschätzender Vor- teil des Metskerarbertsnachwerses. Ich dertrere ven Standpunkt, daß die Arbeitgeber sich den Arbeitsnachweis nicht aus den Händen winden lasten sollen, es dürfte dann zu spät die Ein- ficht kommen, daß der Arbeitsnachweis im Interesse einer gerechten Verteilung von Arbeit an die Arbeitsuchenden in Händen der Ar- beitgeber bleiben muß." Der Beschluß, einen Meisterarbeitsnachiveis zu gründen wurde dann ein st immig gefaßt. Die.Dachdecker-Zeitung" bemerkt dazu u. a.: Der Beschluß wurde in Berlin gefaßt, wo der Reichstag seinen Sitz hat, wo Beibmann Hollweg seine Reden hält, wo eben ein Belsassnngsansschuß eingesetzt ist, wo man davon sp-ichl, daß es eine große Neuorient!e!ung gibt, mehr Rechte, mehr Freiheit,»freie Bahn jedem Tüchligen". Unsere Kollegen in Berlin sehen jetzt hoffentlich ein. was sie als«Neuolientierung" von ihren Meistern zu erwarten haben. parteinachrichten. Gin Ansriii der„Unabhängigen". Die in Gotha gegründete Spaltungsparlei verbreitet in ihren Trgancii einen Aufruf an ihre Anhänger, in dem namentlich für die Aufbringung größerer Geld- mittel zur Fundierung der neuen Partei gefochten wird. Die regel- mäßige BsuragSleistung, heißt es dort, genügt nicht. Sorgt für die Aufbringung außerordentlicher Mittel durch Marken, Bons. Sammellisten.— Hier zeigt sich, wie durch die Gründung einer neuen Partei, die natürlich besondere Kosten verursacht, auch die finanziellen Kräfte der Arbeiterschaft ganz unnötig ver- zettelt werden. Die„Massen" der Parteispaltcr. In dem offiziellen Bericht über die Spallungskonierenz in Golba befindet sich eine Stelle, die einen recht interessanten Aufschluß über die wirkliche Stärke der neuen Partei gibt. L> p i n s k i- Leipzig führte aus:»Der Partei- vorstand hat für das Jahr 1916 noch 237 WO Mitglieder als in den Organisationen vorhanden gezählt. Für uns bleiben jetzt noch 56- bis 60 000 Mitglieder übrig." Damit bekennt die Spaltungspartet öffentlich, daß es ihr nicht gelungen ist, auch nur ein Viertel der in der Partei organisierten Mitglieder zu sich herüber zu ziehen, WahrscheiiAich sind aber auch die von Lipinski als Mitgliederbestand angegebenen Zahlen noch viel zu hoch gegriffen. Man lese hierüber die Verhandlungen des Partciausi'chusses nach, in denen festgestellt wurde, daß in einer ganzen Reihe von Bezirken, die auf der Spaltungskonferenz.vertreten" waren, die Opposition über- Haupt keine Anhängerschaft besitzt. Die betr.»Tele- gierten" sind vielmehr ohne jedes Mandat aus eigene Faust nach Golba gefahren. Oder sie machten es wie Eisncr, der sich von 22 Personen— zum Delegierten von München wählen ließl Der Kreislauf der Dinge. Auf dem Dresdener Parteitag im Jahre 1903 herrschte große Aufregung, weil einige Genossen in einem bürgerlichen Blatt, der»Zukunft", ihr Licht hatten leuchten lassen. Mit überwältigender Mehrheit sprach sich der Parteitag gegen die'e Mitarbeit aus. Zu den wenigen Genossen, die die Hat- tung des Parteitages in dielen und anderen Dingen mißbilligten, gehörte Eduard Bernstein. Dieter änderte jedoch während des Krieges seine Auffassungen und machte eS der Partei zum Vorwurf. daß sie die Dresdener Beschlüsse nicht genügend beachtet hätte. Sein Unwille darüber ging so weil, daß er an der Spaltung der Partei mitwirkte und sich der.ArbetlSgemeinschafl" anschloß. Bernstein hat deswegen nicht t'llr bürgerliche Blätter zu arbeiten anfgehdrr. Soeben berAffentlicht er einen Artikel unter ver llebev- schr'ifr:„Der Riß in der Sozialdemokratie" in einer bürgerlichen Zeitschrift, Und diese Zeitschrift ist— Leser, ahnst du es? die „Zukunft"!•_ Inöustne und tzanöel. Wichtige Neuorganisation im deutschen Textilgewerbc. Zusammenschluß der Kunstwoll- und Kiinstbaiiiuwoll-Jnteresscntcn. Angesichts der erhöhten Bedeutung, welche infolge der Knapp- heit von Wolle und Baumwolle über die Kriegszeil hinaus beson- ders für die II e b e r g a n g s w i r t s ch a ft der Gewinnung und Verwertung von Kunstwolle und Kunstbaumwolle' zukommt, hat sich eine Verständigung und gemeinsame Interessenvertretung der betei- ligten Wirtschaflsgruppen von Industrie und Handel zwecks Herbei- fübrung einer rationellen Bewirtschaftung wollener und baumwollener Lumpe» und Sloffabfälle als notwendig erwiesen. Zu diesem Zwecke hat sich für die Kunstwoll- Interessen ein Deutscher K u n st w o l l- A u s s ch u ß gebildet, dem— vorbehaltlich des in Aussicht genommenen Beitritts mehrerer westerer Gruppen— zunächst folgende Verbände angeichlosse» sind: Verband der Fabrikanten von Damen-Komektions- und Kostümstoffen E. V.. Verband der Fabrikanten halbwollener und wollener Stoffe E. V. Verband Deutscher Wolldecken- Fabriken. Haupistelle Deutscher Stretchgarn-Spinner E. V,, Verband Deutscher Kunstwoll-Fabriken E. G m. b. H., Verband Deutscher Lumpen-Großhändler. Veiband für Ein- und Ausfuhr von Lumpen E. V. Vorsitzender des Deut- schen Kunstwoll-Ausschusses ist Generaldtrekior Dr. Osterseyer- Grünberg; dre Geschäftsstelle befindet sich in Berlin Hardenberg. slraße 24. Gleichzeitig hat sich für die K u n st b a u m w o l I- Interessen ein Deutscher Kunstbaumwoll-Ausschuß gebildet, dem folgende Verbände angeschlossen sind: Verband Deutscher Kunst- baumwoll-Fabriken E. B.. Vereinigung Wesldeui'cher Vigogne- Spinner. Verband Sächsiicher Vigogne-Spinnereien, Verband D-ul- scher Buntwebereien, Baumwollbuniweber-Verbond des Handels» kammerbezirks M.-Gladbach, Verein Deutscher Wirkereien. Verband Deul'cher Walte-Fabrikantcn. Vereinigung Deuticker Berbandwaile« Fabrikanten, Scheuerluch-(Spinner- und Webcr-> Verband E. V., Verband Deutscher Lumpen-Großhändler. Verband für Em- und Ausfuhr von Lumpen E, V., Verband Deutscher Puywoll» Fabrikanten E. V. Vorsitzender des Deutschen Kunstbaumwoll- Ausschusses ist Kommerzienrat Richard Horkheimer-Stuliaail: die Geschäftsstelle befindet sich in Berlin. Friedrichstr. 59 60. Zu gemeiniamer Bearbeitung und Vertretung gemelniamer Interessen haben beide Ausichüsie sich zu einem ständigen D e u I i w e n K u n st s p i n n st o f f- A u s i ch u tz vereinigt, dessen Vorsitz die beiden Gruppenvorsitzenden führen: die Geschäftsstelle befindet sich bis auf weiteres in Berlin. Hardenbergstr. 24 Verantwortlich sür Politik: Hermann OTiiller. Tempelhot: für den übrigen Teil d. Blattes, Alfred Scholz. Neukölln: für Inserate: Ty. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanilalt Paul Singer 6t Co Berlin LIV. Hierzu 2 Beilagen und Ilnterhaltnugsblarr. Direktion dlax K srnbarckt. I»tiej» Theater. 71/,: I»cr Ci elzige. Sonntag: Der Geizige. Nachm. 2'/.(kl. Dr.): DerWechsteukel. Ii um in erspiele. T'l, Uhr: Fasching. Sonntag: Fasching. Nachm. 21/2(kl. Pr.): GawÄn. Volksbühne. Theat. a.Bülowplatz 7'/,: Volk in Ä'ot. Sonntag: Volk in Xot._ Theater i. d. Königgrätzerstr. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. 7 Uhr: Ein Trannispicl. Komödienhaus 7,/2: Die verlorene Tochter. Berliner Theater 7W Uhr: Die tolle Komtell. Sessing-Theater. Zum 25. Male: 8 Uhr: l iehe. Deutsch. Künstler-Theater. Allabendlich 71/, Uhr: Der Kammersänger. Comtesse Mizzi. I. Klasse. URANIA Taubenstraße 48/49. Sonnabend, den 21. April, 8 Uhr: Der Vierwaldstättersee und der Gotthard. Theater für Sonnabend, den 21. April. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 7 uhr: Martha. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater T'/jUhr: Das UseiiMMM. Gebr. Herrnfeld-Theater. ?'/. uhr- Ehe-Urlaub. Kleines Theater 7'/2u.: Hans iin SehBakenloeh. Komische Oper 27oMhin.: � Ü08k Sr. Majestät. Sonntag 3'/«: Der PuBta-Kavalier. Lustspielhaus uhr: Die schöne Kubanerin. Sonntag 3 Uhr: Das Glücksmädel. Metropol-Theater Ä Die Czardasfiirstin. Sonnt.'1,3 Uhr: Die Kaiserin. Zirkus A. Schumann Einlaß 7 Uhr. Änf. 7«/, Uhr. Nur noch kurze Zeit! Die große Tllusion (Delaune u. Benita) sowie die herrliche Prunkpantomime Die Seeräuber. -N Sonnt. 2 gr. Vorst. 3 u. 71/2 U Nachm. 1 angehör. Kind frei. jedes'weitere halber Preis. Neues Operettenhaus Schiffbd. 4a. Kassentel.t Nord. 281. 7',.u.: Der Soldat der Marie. Sonntag 3 Uhr: Der Vogelhändler. Residenz-Theater ■/28ühr: Die Warsch. Zitadelle. Schiller Theater O Tv.uhr: Der Bibliothekar. Schiller Th. Charlottenb. vi, u.: Hinter Mauern. Thalia-Theater Lwin.:DasVagabundenniädel. Theater am Vollendortpl. 31/, Uhr: Der fliegende Holländer. 7i/.u.: Die Gulaschkanone. Theater des Westens 7'/.ua Die Fahrt ins Glück. Trlanon-Thealer 8 uhr Der alte Feinschmecker. RosesTheater. 31;, Uhr: Kobinson Crusoe. ?-/. uhr: Das Findelkind. Walhalla-Theater. 7V, u.: DerfidrieSauer. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 71/, Übt. Tls Ubr: Das neue April-Progr. .V egro. 4 lt.-mies. Fr.>teldl 8V2 Uhr: Allabendlich ilürnr. Beifall. Groster Heiterkeitserfolg Ule u's l\\ iliiftfrl we t Sonntag 4 Uhr: Sein Puppchen. Tagl. 71/2, Sonnt. 3V, u. 7'/, U. Rckfirtn<,as kallende ueorg Unikum. L.eoltniich.Koko,Fatine, Snleika usw. Zum Schluß: Riesen- Pracht- Wasser-Pantomime Die versunkene Stadt Sonnt.auch wiederum nchm.31;, Die«ersunkeDe Stadl. I",g.h°-Kii!d5?ä.lrei! Gummi-Regen Man fei in vielen Gröben und Weilen in vielen Farben und Sloi|arlen 1 V o r z ü g I i c h e ec h t e j i Friedens-Gummierung j 40- 50.- 55.- 60- 65.- 70.- 75- 80.- 85.- 90.- Loden-Pelerinen* Bozener Mäntel Loden-Anzüge* Sport-Anzüge Regenhaul-Pelerinen» Regenhaut- Mäntel Wickel- Gamaschen• Leder• Gamaschen Wasserdichte Westen* Leder-Westen Chausseeslra�e 29-30 BERLIN Gr. Frankfurter Straße 20 Gegr. 1891 11 Brückerstraße 11 Schöneoerg, Hauplslr. 1 0 -J bonmags eoü 11—1 qaj,:.' J QTjsoIfo rniEDRICHSTR-AN DER KOCMSTB- Allabendlich 7'/, Uhr: Das vielseitige Variete-Programm! Die Kasse ist ab 10 Uhr geöflnel NATIONAL-THEATER ?8' StiiriDischer Erfolg!�1 Ztudenienttebche». Posse m, G, u. Tz. i 3 Akt. Mus, o. W. Bromme sonnt. 3ll, Jugend o Max Halbe Voroerk.: ab 1(1 Uhr ununterdroch. ohne Gebühr. Berliner Konzerthans. I.ncy Kieselhausen mit ihrem Ballett Paul Beckers mit neuen Vorträgen sowie der abwechslungsreiche April-Spielplan! Reichshallen-Theater. Stetiiner Sänger. Cabaret„Feldgrau." Anjang 7'/, Uhr Sonnlag nachmittag 3 Ubr; Vorstellung zu ermüstigtrn • Presen.' Admlrals-Palasl. Die Vovitiit Abrakadabra großes phantastisches Ballett auf dein Eise. 7' U Uhr. Vorzugl Küche Tägl. 71/, Sonnt 31/, u. 7'/s Nur 5 Tage! Gastspiel Sent M'abesa. Tänze aus dem alten Orient. Woche6: Berlin im Krieg. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90 91. Heute: Großes Konzert /es Berliner Konzert haus- Orchesters, Ueitor; Komponist Frz. v Blon, Anfang 7'/, Uhr. Eintritt 30 Pf. Anfang Tl., Uhr. An allen Wochentagen: Kncimiiitags-Konzeri bei freiem Eintritt und«oller Orchesterfaesetzung. Voigt-Theater. Sanstr 5£. öaasir. 58 Sonnabend, den 21. April, 7'/, Uhr: Die Maienkönigin. Sonnabend, den 2l,: Der lanrteukel, Sonntag, d. 22., Nack tu. 3 Uhr: Ter Protzeubauer. Ab.7: oerlanzteukel. Xsdsrst» Tivoli Spielplan vom 16.— 30- April: " Fritz Steidl Oskar Altani— Emmy Werbke-Pauly Fritzi Becker. Großes Orchester: Julius Jlcyer. Anfang 71/, Uhr. Sonntags 41/, Uhr. iV* CoilfcU33C7?-pamm95• Baruf ■. d,......................... BezugsqusllGiHJcrzEittnis Berlin-rorden Bei Piniu/n t-i-t-dlt». Drogen, Farben pRrnf}fBn!lDi1»"s"ii>-»°>i»ttr.| ff Fleisch- u.Wurstw. � jüettiimiWtÄi r« Kolonialwaren Sj , Saeseiiarlli ß MSbelmagazine 5 OfD 1 fd keioidendtrlnt, 17 cJc fl lü. Tischlermeister Bezugsqueilenuerzelclinis ßerl n-Osten incheni wöclienilich einnal. Bei Eiikanteii tmploiilia. n Butter, Eier, K£se xm BPJJfkeriiiann.srilieleDtl Mehlhandlung xaea ijoom a Photograph. Atoilora B NTh IUen,aII»>e0 z»»«l>l:« z°ilt«»»->i BlO.W9llZ6l.lr.S8 s Andrea.pU'iM an Warenhäuser aexa flil»�]bQ�aer W.r.nUo. Uli FltamiflgU All-Sir«l»a 1 1.tl,r»-.-I.M.erli. SyM Kranz- ichnell und billig. SimluSSö Habers k!r. 10$ ♦ 34. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonnabeuö, 21.Iprill017 Gwft-Berßn Lebensmittelversorgung und Rüstungsarbeiter. Zur Erörterung von Fragen der Nahrungsmittel- Versorgung hatte der Magistrat von Lichtenberg am Donnerstag den NabrungSmitielauSschutz der Stadt und die Arbeiter ausschüsse der Lichtenberger RüstungSbetrrebe eingeladen. Tie Beteiligung war so stark, dah der Stadtverordneten« sitzungSiaal kaum alle Erschienenen auszunehmen vermochte. Ober- bürgermeister Ziethen schilderte die Lage der Nahrungsmittel- Versorgung, im besonderen die Knappheit des Getreides, die zur Herabsetzung der dem einzelnen zuzuteilenden Brotmengen genötigt hat. Stadlsyndikus M a r e tz k i, der Borsttzende des Nahrungs- mittelausschusies, berichtete, woS die Stadlverwallung zur Nahrung?- mittelveriorgung bisher getan bat und weiter tun wird. Der Ma- gistral habe gegenüber den Reichsbehörden stets daraus hingewiesen Und werde immer von neuem daraus hinweisen, day iür die Ar- beikerichait etwas Besonderes getan werden müsse. Beide Mit- glieder des Magistrats sprachen sich dahin aus. dah die Arbeiter- schait den vom KriegSernährungsaml gegebenen Zusicherungen volles Vertrauen entgegenbringen dürfe. Weitere Herabsetzung der Brot« menge sei� nicht zu berürchten und die Mehrlieferung von Fleisch und Kariosfeln werde sich durchführen lassen— dafür bürge die schärfere Ueberwachung. zu der man gegenüber der liefernden Land- Wirtschaft geschritten sei. Der Magistrat wünsche, von nun an dauernd mit der Arbeiterschaft mehr Fühlung zu haben und in der NohrungSmittelversorgung vor einschneidenden Maßnahmen ihre Vertreter zu hören. Es folgte eine sehr ausgedehnte Besprechung, in der auch der Bevollmächtigte S i e r i n g vom Deutschen Metallarbeiterverband das Wort ergriff. Unter Anerkennung der zurzeit bestehenden Schwierigkeiten der Nahrungsmittelversorgung forderte er, daß die vorhandenen Nahrungsmittel in gerechlerer Weise verteilt werden Die Mißstimmung und Unzufriedenheit der Arbeiterschaft werden sich auf? neue zeigen, wenn die gegebenen Zusagen nicht erfüllt würden. Zu der jetzt be« gonnenen schärferen Erfasiung, auf deren Notwendigkeit d,e Ver- treter der Arbeiterklasse im Parlament von Ansang an hingewiesen haben, hätte man sich viel stüher entschließen müsien. Mißbrauche, durch die der Zahlungsfähige«hinten Kerum' sich Vorteile verschafft, feien durch harte Straten zu unterdrücken. Mehrere Redner bezeich- neten die Umgrenzung der für die Zulagen maßgebenden Be« griffe Schwer- oder Schwerstarbeiter als recht unglücklich und forderten, daß bei der beabsichtigten Neuregelung zutreffender nach der Art der Arbeit entschieden wird. Vertreter der Eisenbahner klagten, daß für sie, die viel unterwegs find, es besonders schwer sei, mit ihrer Brotmenge auszukommen. Für die Verteilung der Lebensmittel in den Fabriken schlug ein Redner vor, sie allein den Arbeiterausschüffen zu übertragen, damit nicht Meister und Bureauperional bevorzugt werden. Ein anderer empfahl, in den Fabriken die Preise der zu verteilenden Leben«- mittel durch Sushang bekannt zu machen, um Uebervorteilungen zu verhüten. Aus eine Anregung bezüglich der VolkSspeiiung er- widerte der StadtihndikuS, daß ihre Speisen, wenn möglich, durch Hlnzunahme von vielleicht außerhalb der Ration noch heranzu- schaffenden Fleischmengen verbessert werden sollen. Berliner Lebensmittelnachrichte». Für Schwangere in den letzten drei Monaten der Schwanger- schaii werden vom 1. Mar ab neue Vorzug«scheine von gelber Farbe von der Zentralstelle für Krankencrnährung ausgegeben. Alle bisher ausgegebenen Vorzugsscheine auf weißem Papier ver- lieren an diesem Tage ihre Gültigkeit. » Frische Fische, Salzfische, getrocknete Fische sowie Zuberei- tungen von Fischen und Räucherwaren dürfen nur gegen Vorzeigen der jeweils geltenden Lebensmittelkarte abgegeben, soweit nicht durch besondere Anordnung die Abgabe bestimmter Mengen gegen Abtrennung besonderer Abschnitte dieser Karte vorgeschrieben ist. Sichert die Kleingärten! Der Deutsche WohnungSaus schuh sendet unS folgende Zuichritt: Die Kriegsverbältniffe haben bekanntlich eine ungemein starke Entwicklung de« KleingarlenweienS gezeitigt und überhaupt den H"y.ger der städtischen und gewerblichen Bevölkerung nach Land, das sie selber bebauen kann, in weitem Umfange geweckt. ES ist t.-ü � diese starke Nachfrage der städtischen und ge- werblichen Bevölkerung auch nach Friedensschluß andauern wird. (schon die hoben Lebensmittelpreise und die Lebhaftigkeit deS nun einmal erwachten Wuniches nach Leben und Tätigkeit lm Freien werden datur«orgen. Andererseits werden aber die Schranken, die einer rücksichtslos«, Preisausnutzung des in Frage kommenden Landes durch die Eigentümer jetzt noch entgegenstehen, mit Friedens- schluß zum großen Teile fallen. Bielfach find Pachtverträge mtt niedrigen Pr-lien für dre KnegSdauer abgeschloffen, die dann bin- fällig worden, und ganz allgemein wird dann der moralische Zaum fallen, den jetzt noch der Ernst des Kriege« der Preistreiberei anlegt. Es ist also dringende Gefahr vorhanden, daß nach ÄriegSbeendigung 0roBC_ Ptewnhubunpen des für die städtische und gew« bliche Brvolterung benötigten gärtnerischen und landwirtichastltchen Geländes eintreten, daß fich eine lebhafte Spekulation entwickelt und daß die jetzigen An- säuge durch eine unheilvolle Entwicklung m der Zukunft wieder weggespült werden. Dagegen muß jetzt schon Bor- sorge getroffen werden. NbhilfSmtttel stehen ja auch mancherlei zur Verfügung, z. B. die dauernde Uebersubrung von möglichst viel Land durch Ankauf ui'w. in öffentliche und gemeinnützige Hände. planmäßige Vereinbarungen mit den Eigentümern über Preise und Veipachiung des Landes uiw. für längere Zeit durch die Gemeinde- verwaliungen und andere Stellen, ebenso auch Verpachtung größerer Landflächen durch die Gemeinden auf längere Zeit. Auch die dauernde Ausnahme von Kleingarienkolonien in die Bebauungspläne und über- Haupt die entsprechende Gestaltung der BebauungSbesÜmmungen ist berufen eine Rolle zu spielen. Endlich kommen auch die Fest- setzungen von Höchsipreiien und dergleichen auf Grund der vom Bundesrat in der KriegSzeit erlaffenen Verordnungen in Betracht. ES ist durchaus von nölen. daß diese Maßnahmen getroffen werden, ehe es zu ipät ist. Aeiidcrnngcn in den Berliner Postämtern. Vom 22. April ob treten in den Berliner Posiv.rhälinisien folgende Aenderungen ein: Da? Postamt dl öS. bisher Tanziger Straße 3, wird in die neuen Diensträume des Gebäudes Ei'erSwalder Slratze 6—8 verlegt. Das Poliami dl 28 i» der Swiiiemünder Straße S6 wird als Vollpost- aml oufaeboben. Dort verbleibt eine Postzweigstelle mit Paket- annähme unier der Bezeichnung Ik 28. Die Postzweigstellen Iis lOZ in dir Puibuier Siraße 20 und Iis 106 in der Grerfenbagener Straße 74 werden ebenialls aufgeboben. In der Seneselderstr. 80 und rn der Schönhauier Allee 127» werden daiür Postzweiganstalten mit Paketannahme unter der Bezeichnung 17 103 und Iis 106 ein- gerichtet. Handclöuntersagung. Dem Milchhändler Friedrich Karge, Berlin. Große Frankfurter Straße 60, d« mehrfach die Milch nicht an die angemeldeten Milchkarteninhaber, sondern an Kunden ohne Milchkarten ver kaust hatte, ist nach erfolgter gericht- licher Bestrafung vom Kriegs wucheramk der Handel mit NahrmigSmiuelu überhaupt utUcifugt wardeu. Einige nrne Pockenerstankunge« sind in den letzten Tagen bei nicht geimpften Personen festgestellt worden. Infolge dessen hat die Zahl der Impfungen wieder zugenommen. Die Impfungen erfolgen nach wie vor an den bekannten Stellen. Aelteren Personen kann mit Rücksicht auf die Ansteckungsgefahr die Nachimpfung in jedem Fall empfohlen werden. Vorsicht schadet hier nicht. Ein unaufgeklärter Leichenfund wird au» Treptow gemeldet. Dort wurde in der Nähe des Pionierübungsplatzes an der Baum- fchulenstroße die Leiche eine« etwa 4— ö Jahre alten Mädchens au» der Spree gelandet. Die Polizei brachte sie nach der Halle in der Kiefholzstraße. Die Persönlichkeit der kleinen Ertrunkenen konnte nicht festgestellt werden. Soweit bisher bekannt ist, ist das Ver- schwinden eines solchen Mädchens nicht gemeldet. Vielleicht handelt es sich um ein veiunglückies Schifferkind. Die Kleine trug eine rote gestrickte Jacke, eine weiße Schürze mit rotem Besatz, ein rote» Röckchen, eine schwarze Mütze mit weißem Pelzbesatz, rote Strickhandschuhe, einen roten gestrickten Unterrock, eine graue Trikot- Unterhose und schwarze Schuhe. Ein niederträchtiger Raub an ArdeitSgenossen. Um 6800 M. be- stöhlen wurden drei junge Schlächtergesellen. die aus Lodz mit einem vierten, dem dort gebürtigen IS Jahre alten Schlächter Max Krüger nach Berlin gekommen waren. Alle vier fanden Beschäftigung auf dem städtischen Schlachthof und wohnten zusammen in der Thorner Straße. Während Krüger teichlfinnig war. hielten die anderen ihr Geld beisammen. Sie halten aus der Heimat schon Ersparniffe mit- gebracht und legten von dem Verdienst in Berlin noch mehr zurück. Der eine besaß 2500 M., der zweite 2300 und der dritte 2000 M. in barem Gelde. Statt ihre Ersparnisse zinstragend anzulegen, ver- steckten die unerfahrenen junge» Leute das Geld in verfchloffenen Spinden unter Wäschestücken. Während nun die drei auf dem Schlacht- hos arbeiteten, ichlich sich Krüger na» Hause, holte die ganzen 6800 M. aus ihren Verstecken hervor und verschwand damit. Ein„schwerer" Diebstahl in deS Wortes wahrster Bedeutung ist in Wilmersdorf verübt worden. Bei einem Einbruch in dem Hauie Helmstedter Straße 15 wurde aus dem Keller ein Fahrstuhl- molor im Gewicht von über einem Zentner gestohleu. Falsche Hamster. Auf dem Bahnhof Friedrichstraße fielen drei junge Burschen, die mtt einem Vorortzuge ankamen, den Beamten auf, weil sie mtt Taschen und Säcken schwer beladen waren. Sie wurden angehalten und erzählten, sie kämen von außerhalb und hätten dort Lebensmittel aufgekanft. Ihre Säcke und Taichen enthielten aber nicht nur Nahrung?- und Genußmittel, wie Sardinen und Schokolade, sondern auch Zigarren und Ziga- retten. Kognak, Schnaps und dergleichen mehr. ES dauerte auch nicht lange, so wußte man, daß sie die Sachen auf eine eigene Art .gehamstert' hatten. Die Ertappten find nämlich jugendliche Kellner, die eine Zeitlang bei der Deutschen Speisewagengesellschafl beichäfligt waren und daher wußten, daß fich in den Vorratswagen der D-Züge, während sie nachrs auf dem Bahnhof Grunewald stehen, allerhand befindet, was von der letzten Reise übrig geblieben ist. Sie ichlichen sich in die Wagen ein. wo ihnen außer den Waren auch noch bareS Geld in die Hände fiel. Alle drei wurden dem Jugendrichter vorgeführt. Eine schwarze Brieftasche, die die sämtlichen Militärvapiere, Soldbuch usw. enthielt, hat der Kriegsinvalide Joseph Maier in der Nacht vom Ostermontag zu DienStaq auf dem Wege von der GotzkowSlybrücke bis zur Benffel- und Turmstraßenecke verloren. Der Finder wird gebeten, sie gegen Belohnung bei Frau Lorenz, H u t r e n st r. S 5, IV vorn, abzugeben. Ch-rlottenburg. Verteilung von LebenSmtttel«. In der nächsten Woche gelangen zur Ausgabe: 500 Gramm Fletsch, und zwar 250 Gramm auf Abschnitt SO-r— v der städtischen Flcifchkarte am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und 250 Gramm auf Abschnitt 30a—'e der RcichSfleischkarte am Freilag, Sonnabend, Sonntag. An Kartoffeln werden 5 Piund ausgegeben. Auf die rote Nahrungs milteftarte gibt es Räiicherwareii oder Fischmarinaden laut beson dercm Anschlag auf Abschnitt 50 oder 68. Heringe 100 Gramm auf Abschnitt 76. Rübensauerkraut Vz Pfund zum Preise von 10 Pf. aus Abschnitt 77, KriegSmuS'i3 Pfund auf Abschnitt 70 zum Piund» preise von 55 Pf., Graupen oder Geistengrütze'/< Pfund auf Abschnitt 71, 60 Gramm Dörrgemüse auf Abschnitt 72 zum Preise von 22 Pf., Kohlrüben bis zu 2 Pfund auf Abschnitt 73, soweit Vorräte vorhanden. Kunsthonig, lose oder m Paketen."s Pfund auf Abschnitt 74 zum Psundpreise von 55 Pf. vom 26. April bis 15. Mai. Die Butterration beträgt 50 Gramm nebst 30 Gramm Margarine. Auf Abschnitt 19 der Eierkarte gibt es 1 E> vom 19.— 24. April, schließlich V, Pfund Hafernährmittel auf Abschnitt 75 zum Pfund- preise von 41 Pf. vom 26. April bis 5. Mai. Schönebrrg. Frauen in der Stadtverwaltimz. Der Magistrat hat fich dem Beschluß der Stadtverordneten, Frauen mit beratender Stimme in städtische Deputationen zu wählen, angeschlossen und schlägt jetzt der Stadtverordnelenversamnilung die Wahl von Frauen in folgende Deputanonen vor: Deputation für die WohliahrtS- pflege, Krankenhausdeputation. Kuralonum für die Volksbücherei, Deputation für das städtische Arbeitsamt, Deputation für Volks- unterbattungen, Knnstdeputation, Park- und FnedhofSdeputation, Deputation zur Regelung der Arbeuersragen und Deputation zur Beschaffung von Lebensmitteln während der KriegSzeit. Reinickendorf. Marmelade« und TeigwareuverteUung. Auf Ab- schnitt 54 der Lebensmittelkarte erfolgt dre Abgabe von 125 Gramm Stachelbeer-(24 Ps.s. Kirsch-(27 Pf.i oder Pi eißelbeermarmelade (85 Pf.), und auf Abschnitt 55 125 Gramm Teigwaren(Auszug- wäre 73 Pf., Wasierware 52 Pf.). Die Anmeldung muß bis heute abend erfolgen, die Ware wird vom 26. April ab verteilt. Niederschünhansea. Heringsverkauf. Von heute ab komme» im Gemeindeladen. TreSlowstratze, Salzheringe zum Verkauf und zwar werden abgegeben auf schwarze Lebensmittelkarte>/, Pid- auf rote Lebensmittelkarre 1 Pfmid einmalig. Der Preis be- trägt 1,10 und 1,20 M. für daS Pfund. Da es so eingeteilt ist. daß jeder Haushalt das ihm zustehende Quantum erhält, wird mit dem Buchstaben A am Sonnabend begonnen werden ufw. an jedem Tage ein Buchstabe im Durchschnitt. Friedrich Sha gen. Lebensmittelversorgung. Heute gelangen folgende Waren zur Verteilung: Auf Abschnitt A der Lebensmittelkart««ine Dose kondensierte Milch zum Preire von 1,l0 M. und eine Dose Brolaufstrich zu l,7o M. Vis zu drei Karten wird eine Dose ver- abfolgl. Der Emkaus kann nur in den Zuckerlieferungsgeschäften bewirlt werden. Auf Abschnitt B wird ein Pfund KriegSmuS für 60 Pf. und aus Abschnitt C werden zwei Pfund Kohlrüden a 6 Pf. verabfolgt._ Hroß-Serliner parteinachrichten. Zentral-Wahlverein für Teltow-Beeskow-Storkow-Eharlotteuburg. Außeroidenlliche Krersgeneralvetsammlung Sonntag, den 22. April 1917. vormittags 9 Uhr, im GeweikichaitShauS. Sngelufer 15 (Saal I). Tagesordnung: 1. Beratung und Befchlutzfaffung über die Sratutenenrwürfe für die Bezirks- und Kreisorganlfationen. 2. Dahlen. Die Delegierten werden ersucht, pünktlich zu ericheinen Schöneberg. Arbeiterjugend. Morgen Sonntag findet eine Fahrt nach Bernau statt. Treffpunkt'/öS Uhr früh Kaiser- Wilhelm-Platz. Fahrgeld 1 M. Mittwoch, de» 25. April, beim Genoffen Henkel, Meininger Str. 8: Abonnenten-Versammlung. Anfang pünktlich 8 Ilbr. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. Wahl eines A u s j ch u f j e s. 3. LerschiedeneS. Gäste find willlonuneu. Oberschlueweide. Morgen, Sonntag, abends 7 Uhr Mitglieder- Versammlung deS Wahlvereins im Restaurant Ladewig, Laufener Straße 5. Tagesordnung: Bortrag des Genoffen Domnick über Richard Dehme! und seine Dichtungen mit Rezitationen. 2. Bericht Von der Kreisgeneralversammlung. Parteiangelegenbeiten. Die Bibliothek des Wahlvereins ist geöffnet Donnerstags abends 7—8 beim Genossen Frehgang, Bismarckstr. 23, L Soziales. Leerstehende Wohnungen. Nach den auf Anordnung des sächsischen Ministeriums des Innern durch das Sächsische Statistische Landssamt angestellten Erhebungen über die Zahl der leerstehenden Wohnungen in den größeren Gemeinden Sachsens betrug am 12. Oktober 1916 die Leerwohnungsziffer, d. h. die Zahl der leerstehenden unter je 100 überhaupt vorhandenen Wohnungen über 10,0 in 6 Gemeinden, 6.0— 9L in 21 Gemeinden, 5,0— 5L in 20 Gemeinden, 4,0— 4,9 in 37 Gemeinden, 3,0—3,9 in 42 Gemeinden, 2,0— 2,9 in 24 Gemeinden und unter 2,0 m 9 Gemeinden. In der Hälfte der Gemeinden bewegte sich also die Leerwohnungsziffer zwischen 3,0 und 5,0 Pro- zent aller Wohnungen. Am größten war der Leerwohnungsvorrat in der Stadt Falkenstein mit 13,11 Prozent und am geringsten in der Landgemeinde Pulsnitz, die baulich ein Ortsteil der gleich- namigerr Stadt ist, mit 1,06 Prozent aller vorhandenen Wohnun- gen. In den Gemeinden mit über 10 000 Einwohnern standen unter je 100 Wohnungen leer: in Leipzig 1,35, in Dresden 2,75, in Chemnitz 3,17, in Plauen 10,13, in Zwickau 3,06, in Meißen 3,71, in Zittau 6,66, in Frciberg 4,65, in Reichenbach 5,34, in Crimniitschau 4,00. in Mcerane 5,03, in Glauchau 4,56, in Döbeln 3,79, in Pirna 2,37, in A-ue 4,67, in Annaberg 7,60, in Würzen 4,41, in Mittweida 8,86, in Limbach 4,85, in Oelsnitz i. Erzgeb. 1,67, in Hohenftein-Ernstthal 4,15, in Fallenstein 13,11, in Auer- back 11,60, in Riesa 1,38, in Waldheim 3,93, in Sebnitz 5,24, in Oschatz 5,25. Im Durchschnitt standen in diesen Gemeinden zu- sammen unter je 100 Wohnungen vier leer. Im übrigen darf man bei der Beurteilung dieser Ziffern, wie daS Könialich Sächsische Statistische LandeSamt ausfuhrt, nicht die durch den Krieg be- dingten Verschisliungen der wirtschaftlichen Verhältniffe einzelner Gemeinden außer acht lassen. Wie in manchen Gemeinden die Stillegung größerer Industriezweige, vor allem der T e x t i l- i n d u st r i e, zu einer vorübergehenden Abwanderung der darin Beschäftigten und dadurch zu einer Vermehrung der Zahl der leerstehenden Wohnungen geführt haben mag, so wird in anderen Orten mit ausgedehnter Rüstungsindustrie ein scharfer Zudrang auswärtiger AÄciterfamilien zu verzeichnen sein. Die so ge- schasfene Lage ist aber keine dauernde. Man kann deshalb aus den obigen Ziffern allein keine Schlußfolgerungen für oder wider die Befürchtungen einer Wohnungsnor nach dem Kriege ziehen. Wer eine einfache Erwägung anderer Art wird erkennen lassen, daß die Befürchtungen hinsichtlich einer Wohnungsnot nach dem Kriege doch leider nur zu begründet sind. Der Wohnungsbau hat lange fast völlig gestockt. Zurzeit liegt er ganz danieder. Als Wirkung der Kriensverhältnisse ist schon jetzt eine erhebliche Ein- schränlung der Wohnungsbedürfnisse zu konstatieren. Breite Schichten der Bevölkerung werden mehr noch als es jetzt schon ge- schreht, an Stelle einer größeren und daher teureren Wohnung eine kleinere billigere nehmen und nehmen muffen. In vielen Fällen der Kriegstrauung ist eine eigene Wohnung nicht genom- men waren, die junge Frau ist bei den Eltern aeolieben. Kehr: der Ehemann aus dem Felde heim, wird das Verlangen nach eige- ner Wohmrng sich geltend machen. Manche Ehe wird erst nach dem Friedensschlüsse geschlossen werden, auch in diesen �Fällen wird der eigene Hausstand die Folge sein. Diese Verhältnisse lassen die schlimmsten Befürchtungen nach dem Ausreichen der vor- handcnen, namentlich der kleineren Wohnungen nach Friedens- schluß gerechtfertigt erscheinen. flus aller Welt. Die Eisenbahnkatastrophe in Bayern. Die Zahl der Getöteten hat sich auf 26, die der Verletzten auf 64 erhöht. Man befürchtet indes, daß sich unter den Trümmern noch Leichen befinden und daß die Zahl der Tot«, sich durch Ster- ben von Schwerverwundeten noch hdber stellen wird. Das Unglück von Nannhofen ist die gräßlichste Eisenbahnkatastrophe seit Bestehen der bayerischen Etsenbafin. Der Oberlokomotivführer Oberweier, dem der linke Arm ab- gequetscht wurde, will infolge starken Nebels und heftigen Schnee- falls das Haltesignal nicht bemerkt haben. Der Heizer der Schnell- zuglokornotive konnte bis jetzt nicht aufgefunden werden...Trotz der BeschönigungSverftiche des OberlokomotivführerS', Jo heißt es in den Berichten, soll dessen Schuld.ziemlich klar erwresen' sein. « Zu dem großen Eisenbahnunglück in Bayern wird uns von einem Fachmanne geschrieben: Wenn die in der ersten Mel- düng gegeben- Darstellung d-S Vorganges richtig ist, trifft dem Führer des Berliner Schnellzuges formell zweifellos die �Schuld an der Katastrovhe, weil er trotz des auf Halt stehenden Signals m die Station Nannbvfen. in der sich das Unglück ereignete, ein- gefahren ist. Tatsächlich liegt die Sache freilich ander?. Wer jemals auf der Lokomotive eines Schnellzuges gestanden hat, der weiß, wie außerordentlich schwierig eS b« Nacht und unsichtigen, Wetter ist, all« Signale rechtzeitig wahrzunehmen. Eine durch irgend einen Umstand veranlaßt« kurze Ablenkung deS Lokomotivführers von sein« gespannten Aufmerksamkeit auf die Signal«— der Führer hat nicht nur auf diese, sondern nach feiner Fnstruk- tion auch auf den Gang der Moschine usw. sovgfälttg zu achten— reicht bei Schneetreiben und Nebel hin, um bei der großen Ge- schwindigkeit deS ZugeS ein Signal ungesehen zu passreren. Er- höht wird die Gefahr noch durch Met Umstände: erstens hat der Schnellzug auf den vielen kleinen Stationen fahrplanmäßig keinen Aufenthalt, durchfährt sie dielmehr bei normalem Betriebe glatt, zweiten? durch da» Bestreben des Führers, die zu durchfahrende Streek in der vorgeschrieben«! Zeit zurückzulegen. Stört doch jede Verspätung eines Schnzllzuges de« gesamte« Betrieb empfind- Aus diese» Gründen sollten auf den kleineren Stationen, wenn ein Schnellzug fällig fft, unter keinen Umständen Rangier- oder sonstige Manöver vorgenommen werden, durch die das Haupt- vurchfahrtgleise gesperrt wird, wie� eS bei dem Unglück in Rann- Hofen der Fall war. Solche Manöver können sehr gut fünf oder zehn Minuten später vorgenommen werden, ohne daß ein Schaden oder eine Betriebsstörung entsteht. Man sollte sich nicht auf das draußen auf Halt stehende Signal Verlaffen, am allerwenigsten bei unfichtigem Wetter, sondern dem fälligen, fahrplanmäßig ohne Auftnthalt durchfahrenden Schnellzuge auch tatsächlich das Gleise frei halten. Eine große Zahl der schwersten Unfälle hätten, wie der neueste in Bayern, damit vermieden werden können. Bleiben doch im Eisenbahnbetrieb« noch sonstige Gefahren übergenug. Außerdem sollte dieser neueste Vorgang die Sisenbahnverwaltun- gen veranlassen, endlich mit dem System der bloßen Signale zu brechen und«ine Vorrichtung zu schaffen, die jeden Zug, der infolge der Unachtsamkeit deS Führers das optische Haltesignal überführt, � durch Auslösen der Bremsvorrichtung automatisch zum S t i l l st a wd bringt, ehe er Unheil ün» richten kann. Eiscnbahtliinsall in Ritschenhausen. Ein Privattelegramm meldet uuL: Der uca Stuttgart Itmiatcndc D-Zug fuhr ia der Nacht zu Fucitag um HS Ilfir in Ritschenhausen auf eine RangieratUeilung. Siark beschädigt wurden die beiden Rtaschinen Uird der Packwagen des D-Zuges, außerdem vier Güterwagen. Führer und Heizer sind verletzt, drei Reisende leicht verletzt. Das Gleis war vier Stunden gesperrt. Ein Ersatzzug wurde in Mei- ningcn abgeschickt. Ter von Berlin nach Stuttgart fahrende D-Zug wurde über Lichten-sels. Bamberg, Schweinsurt geleitet: Tic Schuld an dem Ausammenstoß ist noch nicht festgestellt. Zugzusammenstoß in Westfalen. Aus dem Güterbahnhof Eckes- v (Westfalen) stieß ein Munilionszug auf einen in dem Bahnhof haltenden Güterzug. Ein Bahnschafstier wurde getötet, ein anderer und eine Schaffnerin schwer verwundet, mehrere andere Personen leichter verletzt. Eilt neuer Komet. London, 2G April. Der„Times" wird aus Sydney gemeldet: Ein Komet von außergewöhnlicher Helligkeit ist am östlichen Himmel gerade über dem Horizont, rechts von der Sonne, zu erblicken. Professor Corte erklärie, daß eS sich um einen neue» Komet handele, dessen Bahn noch nicht festgestellt worden sei. Allgemeine Kranken- und Slerbekane der Metallarbeiter i Ä. a. G. Hamburg.). Filiale Berlin 3. Mitgliederversammlung heute, abends ij's, Uhr, bei Kavier, Neichenbergcr Sir. lb-L— Filiale Berlin i. Heule, abends 8'/, Uhr, bei R. Heinrich, Große Frankfurter Straße SO.— Filiale Berlin 5. Milgliederverfammlung heute, abends 8 Uhr, bei Thiel, Rückerslr. 7.— Filiale Berlin 6. Mit- gliederversammlung morgen Sonntag, vormiltags 10 Uhr, bei Meyer, Ackerftr. litS. Sriefkasten der Redaktion. .H. K. M. Wirb erledigt.— M. 1. Kündigung der Wohnung ka»N auch gegen sie als Kriegersrau ersoigen, zumal Sie selbst den Ber« trag geschlossen haben.— B. N. 50. Sie tönuten gegen den Mann bölbstens Anzeige wegen Bedrohung erstatten, was Ihnen aber eigentlich nicht zu cmpseblen ist. Besser wäre es wohl, die Sache dem Manne zu ofsenbaren.— Adam 33a. Sie tonnen den Ring nicht zursickvcrlcngcn; daaegen kann der Verkäujer, der sich das Eigenlumsrecht vorbehalten hat, Rückgabe des Ringes oerlangen.— N. Ä. 19. Ha. üvetierauSstchten für daö mittlere Norddeutichlans b:S Sonntag mitlag. Ziemlich kühl, zeitweise heiter, aber sehr veränderlich mit wiederholte» im Westen meist geringen, östlich der Oder stärkeren Niederschlägen. ßentoties Hetallarheitep-Yertiaitf Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unlcr Mitglied, der Mechaniker Willi mtlg Neulölln, Hermannstr. 48 am 17. April gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. April, nach- -mittags 3 Uhr. von der Leichen- )lkalle des St. Thomas-Kirchhoscs, Hermannstraße, aus statt. Den Kollegen ferner zur Nach. richt, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Otto Zillmaim Steglitz, Alsenstr. 6 am 17. April gestorben ist. Die Beerdigung findet am - Sonnabend, den 21. April, nach» mittags 31/, Uhr. von der Leichen. balle des Steglitzer Gemeinde- Friedhofes in Steglitz, Bergstraße. ans statt. Den Kollegen ferner znr Nach- richi. daß unser Mitglied, der Arbeiter Lteplwn Gursch Neukölln, Fried elstr. 12 am 17. April gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. April, mich- -mittags Istj Uhr, von der Leichen- . halle des Gemeinde-Friedhofes, sMariendorjer Weg, aus statt. Den.Kollegen serner zur Nach- richt. daß unser Mitglied, der I Gußputzer kriednek Schmidt Schreinerstr. 11 am 17. April gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. Zlpril. nach- mittags 31/, Ufn, von der Leichenballe des Markus- Kirchhofes in WUhelmsberg aus statt. Den Kollegen ierner zur Nach- richt, daß unser Mitglied Richard Berg w 19. April an Herzschwäche gestorben ist. Die Beerdigung findet am Moniag, den 23. April, nach- miitags 41/. Uhr. vonder Lechen. halle des alten Pauls-KnchhoseS, Seestratze, aus statt. Ehre ihrem Andenken l Rege Beteiligung wird erwartet. 173/19 Die OrtSverwaltvng. Kranken- nnd ßenräbniskasse der Seifensieder iL Btrufsgenoss. za Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß unser Mitglied kriedrich Schmidt ,mch kurzem Krankenlager an Lungener.rzündung verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. März, nachmittags 3fiz Uhr, von der Halle des MariuS-Kirchhoss in Wilhelms- berg aus statt. 291,4 Der Torstand. Turnierein Jehe" Köpenick. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 17. Zlpril unser Turn- genösse Richard Be>vart lim 46. LedenSjaHre nach längerer /ÄranlHeit geswrben ist. Einer unseier ältesten, lang- fähriger Kassierer und stets reger, .von allen Milglievern geachteter w-uruge nasse, ist»üt ihm von uns gegangen. Wir werden seiner stets in Ebren gedenken. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 22. April, nach» mittags 4 Uhr, vom Tranerhauje, Nudower Straße 24. aus statt. Um rege Beteiligung der Mit- glieder ersucht I8ß/9 Ber Torstand. F.lettrlschc Brtthte isoliert. Starb- und Schwachstrom Litzen kaust jeden Posten Trapp. BEittoubergpla« 3 üsi**«templatz 4659. Deotseiier Iransporlariieiter-Verlianl ßczirksvsrwaltung Groß-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Droschken- führer kriedrich Maeß von der Firma Klingbeil am 11. April im Aller von 71 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des Heilands» Kirchhojes, Plötzensee, aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Fahrstuhls ührer Gustav piugel Von der Firma Bartz tt. Co.. Kaiserstr. 41, am 18. April im Alter von 65 Jahre» der- sterben ist. Ehre keinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 23. April, mlltagS 12°/« Uhr, von der Leichenhalle des Bartholomäus- Kirchhofes, Weißensee, Fallenberger Weg, aus statt. �aedrut, Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Rollkutscher Robert Schfitie von der Firma Bartz u. Co.. Kaiserstr. 41, am 15. April im Atter von 49 Jahren ver- starben ist. Ehre seinem Andenke«! 4/11 die Bezirksverwaltung. Verband der Brauerei- nMöliien- ariieiteru. verw. ßerufsoenossen Kali Istelle Berlin. Den Mitgliedern diene zur Nach- i'K, daß unser Kollege, der Flaschenkellerarbetter Bermami Freiberg Schuttbeiß-Brauerei, Abteilung I, verftorben ist. Ehre seinem Andenken! � Die Beerdigung ersolgt heute Somiadend, den 21. April, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- Halle des Gethsemane-Kirchhoies in Nordend, Blankenselder S ir. ö, aus. Um rege Belelligung ersucht 43/18 Tie Orrsverwaltung. In schmerzlichem Gedenken zum 32. Geburtstage meines lieben, guten Mannes, des Gefreiten(Grenadier-Reg. 12, 1 2. Komp.) Karl Feldt gefallen am 30. Oktober 1910. Die trauernde Gattin Ciertrod Feldt, Hochmeistersir. 6.[2203S Oü Ich den Ort. an dem Du starbst. wohl jemals sehen werde? Fern von der Heimat ruht Dem Leib in kaller. fremder Erde. Nicht dürfen wir zum letzten Male Dein liebe Hand Dir drücken. Nicht Demes Grabes Hügel still mit Liebesrosen schmücken. Wer weiß, ob Deinen TodeSschrei ein anderes Ohr vernommen 7 Ob Du in Durst und Fiebergnal nicht elend umgekommen? Wer weiß, ob Demes Lebens Laus im Siegesrausch geendet'! Ob nicht der stolze, junge Leib war martervoll geichüiidet? Die Todesstunde schlug iür uns zu srüh, Darum vergessen wir Dich nie. Ruhe sanst in fremder Erde. Zu der von uns in Nr. 73 dieses Blattes veröffentlichten Bilanz wird berichtigend bemerll, daß die Ge- samthastsnmme nicht 26 500, sondern 13 250 Mark beträgt. Bertw-Wuhlheide, 12. April 1917. Bau- und Erwerbs- Genossenschaft„Vorwärts" Eingetragene Genossenschaft mit beichränkter Hastpflicht. August Tiemert. Richard Poppe. Hermann Schmidt. 105/11 Sängerelior Forwäris-Sütl-Ost. 2». d. D. A.-S.-B. Am 17. Aprll, vormittags 9 Uhr, verschied nach kurzem Leiden unser liebes, langjähriges, treues Mitglied, der Bundes- delegierte, L,angesbruder Ltekken Gtirsck Neukölln, Fried elstr. 12, im 61. Lebensjahre. Wir verlieren in dem Der- blichenen einen in jeder Beziebnng VflichttteuenSangesbruder.welcher durch 3Sjäbrige, nie unierbrochene Migliedjchaft die Jmereffen des Arbettergesanges hoch hielt. Ein leuchtendes Vorbild für jüngere SangeSbrüder. Sein Andenken werde» wir stets in Ehren hatten. 60/15 Ter Borstand. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 21. Avril. nach- mittags 4'l, Uhr, aui dem Neuen Neuköllner Friedhoj, Mariendorfer Weg, statt. Treffpunkt der Sänger daselbst. Swmm schläjt der Sänger. Wie im Fr seilen ist dio Auswahl I J Herrliche Kostüme u. Mantelkleider aus besten fStoffeu. Seide etc. Modelle erster Schneider, wundervolle Toxinen 260,- 200.— 150,— 98,- 65,— Gediegene Kostüme, jagendliche Formen 80,- 65,- 52,- 40, 26V, Gesetzlich geschützte Setagummi- (SeiJenm&utel). Kegenschatz. reizende Farben Stellungen, weite Glockenforinen 135— 115.— 96,— 78,- 65. 56V, Gummi- und Regenmäntel mit pasbender Kapp» 69.- ÖS.- 4L.- 32,- 26'i r.inkSp«(CoT.ieostmänUl) mit ü- Boot- Kragen, Glorkenformea, ent- zückend ausgeführt, la Stoffe 105.— 85.— 65— 50— 40.— 34V- Sportjacken, scüw«ra weiss 15.—'' Ltanbmänxel aus Fnedensstoflen 45.— SC�— 18,— Allgemeine Ortskrankenkaffe für Adlershof und Umgegend. Adlershof. Zu der am Montag, den 30. April d. Js.. abends 7 Uhr, im Restaurant Lehmgrübner zu Adlershof am Bahnhof stattfindenden Ordentlichen Ausschuß-Sitznng lade ich hieimii die Vertreter der Arbeitnehmer und der Arbeit- geber ein. 276/7 Tagesordnung: 1. Annahme der Rechnung deS Vorjahres. 2. Sonstige Kaffenangelegenheiien. Br. Auerbach, Bor fitzender. Allgemeine Ortskrankenkaffe Nikderiillrilim. Bekanntmachung. Die nächste Ordentliche Ausschust-Sifpmg findet am Sonntag, den SS. April dieses Jahres, vormittags 11 Uhr, im Krewhaufe z» Berlin, Fried- rich-Karl-Ujer 5(Kreistagsützmigs- saal) statt. 276/10» Tagesordnung: 1. Gefchästsbericht 1916. 2. Abnahme der Jahresrechnnng 1916. Die Herren Ausschußmitglieder werden zur Tellnahme an dieser Sitzung ergebenst eingeladen. Anträge zur Ausichußsitzung find spätestens ö Tage vor dem Sitzungstage bei dem Unterzeichneten einzureichen. Berlin, den 17. April 1917. Allgemeine Ortskrankenkaffe Niederbarnim. Ktibu, Borjitzender. Plüschmäntel. Beizende f IQsowmäntel, Glocken- und Görtcilormen. fssen verarbeitet, Seiden- Astrachan, flolte Aafznacbun- gen 250,- 2ü0,— 150,— 106,— Einselne Modelle in PIQsch, auch nach Mass 150,— Seidenkleider- Modelle 90C.— 150.— 100,— Pnaseadee ifii stärkste kignreD vorrätig. Pelzmäntel Persianer, Electric. Fohlen, beste Felle, gediegenste Arbeis 1200,— 900,— 600,- Phnotasie- Pelzmäntel niemlich lang 275,- Seldn- und WollrSeke 70.— 50.— 35— Sonntags geöffnet 12-2 Uhr. I, Gesehftik Mohren ste. 87a. Westmann Ulster teils ans}frieüeDs*-tofron, dicke, molKge Qualitäten, 225— 100,— 75,— 69.— Einfache Ulster, fesch ge- 45.�- 36,- 01 24- 18,- Jjodenpelennea 40,- 27% Aoswablsenaa ge& naea aaÄer- haJj gegen Anzahlung. EL Geschäft: Gr. Frnnkiurter Str. 115. Rabattmarken der Konsumgenossenschaft Berlin und Umliegend BLUSEN! Fesch!— Elegant!— Große Aaswahl!— Alle Preislagen! Eigene Fabrikation! E. Schmidt, Blusenfabrik, Neukölln, Bergstraße 151, 1 Treppe(l'assasc). 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April 1S17. abends 8 Ubr, findet im Gewerlichasls- Haus, Engelujer 15. Saal 5, die Ordentliche Ausfchuß-Sitztmg statt, zu welcher die Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten hierdurch eingeladen sind. 276/3 Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Abnähme der Jiihixsrechming für das Geschäslsjahr l9l6 und Be« rich! des Rcchnungs Ausschusses. 3. Abänderung des§ 57 der Satzung. 4. Bericht über die vom Gclvcrks« krankenoerein geplante Einrichtung von Eigenbctriebcn eventuell Beschlußfassung. Der Vorstand. Emil BoeSke. Vorfitzender. Fritz Zinke. Schristsührer. Löüugsffveüeii-vLl'isMüjs Glflnlin-Sür' on Lrsctiejki» vöckellllied eiowd. Lei kivIiäNfell empfodlev._ l • Fleisch- u.Wurstwar. 3anl Müller, FrissEDstr. 22.8 Mehlhdfc..Ka!(/rf?Elwi ß&.Pielscl),ßnßi8enaB8l97j p.Pii NÄ.Sfihli Ucßleii�� Qoidwaren s BS. Feasko.Eottbus.DammJH Streng re».f. anerkannt bill C. Dittmann Berlinerstr. 43 t Wüd— Geflügel— Flsche.q Bszugsqueilen-fjerzeieüQis BerSlR-Wssten Bei Kiatäufea empfchtea. wm eelegenheitokfiufe m lF3Ü.F!at3ß?rfaoei).ltQ.a tharJottonburg acaa Mehlhdi., Kolonw.a �.WUmersd. Str.so 6I.n Nowawes KJcpcr Friedrichstr. 28 'Dttmcp-, Kinder-KonfefcGOP" SpantSsu IPoolGaeoeSlia Breitestr. 57, Sclionwaldor- l-tt. 13 U, Pi�helssorferatr. 12. Hans- und Kacber-sterSte Hermann Finck —»»«. Hph.tnwalftcr8t.87, 4 MnrLffraf.'Oröaerst.l l Kt-c. iöldschmiedenist. MarktlO,gegr.lS59. Schulmeister Qpssdener StraBe 4 u�ffnet Haßauiertisiuijs zu aUcrbilllgstcu Fruiacu. SakkpsAnzüge — Rock«Anzüge— Jünglingsa Anzüge Unterhattungsblatt öes vorwärts 2 oder als die Nachfolqer oller heidnischer Donarbilder. Eine der jüngeren Theorien lautete dahin, dag die Rolande Ursprung» lich nur hölzerne drehbare Spielfiguren gewesen seien, denen erst seit der Zeit des Bremer VürgermeisterS Herneling um das Jahr 1400 die symbolische Bedeulung der Stadtfreiheit beigelegt wurde. Einen ganz neuen und nach der Meinung LöfflerS besonders beachtenswerten Lösungsversuch des Nolandsrätscls unternahm jetzt der Leipziger Privaldozenl Eugen Rvsenstock in einer Arbeit über „Rathaus und Roland iin deutschen Sladtrcchr zwischen 1186 und 1280". Nach der Ansicht dieses NcchtShistorikerS sind bei den Roiaild» Wahrzeichen drei Entwicklungswege zu versolgen. Vor ollem ist der Roland der Beschirmer des Nathauies, das die von den Bürgern er- rungene Freiheit verlorpert. Im Jahre 1186 tvürde von Kaiser Friedrich I. unter Uebergehung ihreS Sladtherrn, des Erz- brschofs, der erzbischöilichen Stadt Bremen ein Privileg erteilt, das die Freiheit der einzelnen Bürger garantierte. In der betreffenden Urkunde wurde erklärt, dag hierniit nur die bereits von Karl dem Großen gewährten Vorrechte bestätigt würden. Die Rolandsäule in Bremen ist also ein Standbild des bekannten Paladins Karls des Großen, das in steifer Haltung gezückte Schwert wäre demnach das Schwert .Durendart". Dies deckt sich mit dem Sagenkreis des 12. und 13. Jahrhunderts, nach welchem die Tätigkeit Karls des Großen durch Roland verkörpert wurde. Die Vorstufe dieses RolandbtldeS erblickt der Forscher in den Privilegieninschriften, die im 11. und 12. Jahrhundert an den Außenmauern von Häusern und den Bronze» türen von Kirchen üblich waren. Sie wurden später durch die wirksamere menschliche Figur ersetzt, die uns auch heute noch als Roland bekannt ist und die Freiheit verkörpert. Falls diese Lösung stimmt, wäre der Bremer Roland nicht.wie bisher auf das 14. oder 15. Jahrhundert, sondern bis in die Zeil um 1206 zurückzuführen. Die Fretheitsrolande nach dem Muster Bremens sind im übrigen besonders in dem Gebiet um Magdeburg verbreitet. Der andere Entwicklungsweg führt vom symbolischen Roland zum frei dar- stellenden Denkmal, denn Magdeburg selbst feierte die crivorbcne Freiheit bereits durch ein Reiteistandbild Kaiser OttoS IL Der dritte Entwicklungsweg führt schließ. ich zur Spielfigur, unter denen das Magdeburger Rolandipiel um 12s0 besonders bekannt ist. Bei diesen Figuren sei der Name Roland so zu erklären, daß er von rotulars, mUare, rollen, umlaufen— womit ja das Wesen des Spieles charakterisiert war— abgeleitet wurde. Das Zuchthaus zu Dartmsor. Die englische Regierung hat beschlossen, einen Teil der Dienst« Verweigerer in das Zuchthaus von Dartmoor zu schicken. Damit wird die Geschichte des alten KriegSgeiängnisseS um ein neues poliiisches Kapitel bereichert Der„Franks. Ztg." wird darüber be- richtet: Die abgestorbene Welt dieses Ortes rn der Einöde von Cay Lands End ist reich an Tragödien. In den napoleonischen Kriegen starben dort, wie die„Times" schreibt, 16 666 Mann von den kriegsgefangenen Franzosen, die von der englischen Regierung dorthin gesandt waren, an Unterernährung und unter den Unbilden des kalten Klimas. Sie wurden im Winter ohne Heizung gelassen und verkamen körperlich und seelisch in der Monotie völliger Beschästigungslosigkeit. Später teilten die Fran- zosen ihr Schicksal mit Tausenden von kriegsgefangenenen Ameri- kanern und amerikanischen Negern. Die Bürgersoldaten der» Union kamen in Dartmoor als völlig bettelarme Menschen an und verkauften ihre Ausrüstungsstücke für Nahrung an die besser gestellten Franzosen.. Sie erhielten zuerst 3stz Pence tägliche Löhnung, als dieser Hold um einen Penny erhöht wurde, feierten sie reich und glücklich� ihr Unabbängkeltsfest.„Unsere Regierung" schreibt die„Times",„war nie edelmütig ihnen gegenüber, und sie schulden uns keinen Dank." Seit 1856 entwickelte sich Dartmoor zu einer Strafanstalt modernen Arbeitssystems für besonders schwere Verbrecher, die dort in den Mooren und den Metall- und Granit- werken der Umgebung arbeiteten. Nottze». — Die Kreuzerfahrt der Möwe wird demnächst im Film gezeigt werden. Der Erste Offizier des Hilfskreuzers, Kapitän- leutnanr Wolf, hat diese Filmaufnahmen hergestellt. Mit Genchmi» aring des Admiralstabes wird das Kgl. Bild- und Film-Amt am 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, zum ersten Male im Charlottenburger Opernhause diesen Film zeigen. —„Holländische Nachrichten" nennt sich eine neue zweimal monatlich erscheinende Veröffentlichung des holländischen Anti-Oorlog sKrieg) Raabs(A. W. Sigthofis Verlag, Leiden). Die Hefte bringen wichtige Verhandlungen auS den Parlamenten, führende Artikel aus der Presse, Manifeste, eine Bücherschau u. a. Salkantiere. Ein Vetter von mir hat sein halbe? Leben damit verbracht, die Geichichte einer Balkanziege zu schreiben, die dann auch glücklich nach ihin benannt wurde, ob bloß mit dem Vornamen, kann th aus der Erinnerung nicht angeben. Aber ich verstehe vollkommen, daß sich� einer eingehend mit diesen braven Trägern des Hornes und Bocksgestankes beschäftigt, wenn mir auh dazu ab und an eine halbe Stunde genügt und nicht ein halbes Leben. Zumal man ja im Kriege� nie genau sagen kann, wo die Mitte sitzt, die kann sich leider verteufelt rasch vom heutigen Tage nach rückwärts verflüchtigen. � Gestern jedoch habe ich die halbe Stunde Zeit gehabt, und ich mußte sie haben, denn ich begegnete am schmalen Felsgrat einer Ziegenherde, die heiniwärts zog und mußte sie vorbeilassen, sonst hätte ich alle Ziegen in den Sturzbach tief unten stoßen müssen oder sie niich, was bei ihrer angeborenen Stoßkraft und Gewandtheit im Klettern erheblich aussichtsreicher gewesen wäre. So gab ich als der Klügere nach, drehte um und fand eine kleine Seitenschlucht, von der aus ich die Parade abnehmen konnte. Den Anfang machte ein kläffender Köter, und dann kamen die Zicken in allen Farben, vom schneeigen Weiß über das Rostrot zum Dunkelbraun und Tiefschwarz, mit geraden Hörnern, mir schraub- förmig gedrehten Spießen, ehrwürdige alte mit langem Bart, und junge muntere'Springinsfelde, wie kleine Mädchen, wenn sie Ball spielen. Hinter Müttern, die es eben geworden, trippelten die Neu- peborenen einher, aber keine trat fehl, keine störte ein fortrollender Stein in ihrer Gemütsruhe und satten Zufriedenheit nach getaner Arbeit. Es ist hier im Balkan aussichtsreicher, in das Leben der Tiere einzudringen, als in das der Menschen. Sie sprechen allzuviel Sprachen. Es sollen neun verschiedene Haupt- und dazu einige Dutzend Nebensprachen sein. Dre Tiere sprechen aber die gleiche einonngliche, ungekünstelte Sprache ihrer selbstverständlichen Wahr- beiten, und wer einmal den Schlüssel dazu hat, versteht sie in jedem Lande. Besonders weil sie sich hier durch häufige Schallwellen und nicht immer angenehm bemerklich machen. Von den großen Weiden, am denen das Vieh zu Hunderlen steht, ertönt kilometerweit der heisere Liebesgesang des Esels, dem zuweilen ein Maultier dilettanttsch antwortet. Diese zu ewiger Kinderlosigkeit verurteilten Bastarde plärren wohl, aber die herzbewegende Innigkeit eines Eselsschreies, der doch ihrem Werden vorausgegangen, vermögen sie nickt zu treffen. Der Ruf des Eiels nach der Liebsten, die bald ein Lang- ohr, bald auck eine Pferdestute sein darf, ist nicht zu beschreiben. Er ist erschrecklich) wer ihn zum ersten Male hört, meint, es würde ein Koinitatschi ermordet im Augenblick, wo ibn von allzuvielem Slibowitz, dem Nationalpflaumenscknaps der Serben, das graue Elend packt. Gegen das Geschrei hilft nur eine mit Steinen ge- füllte Konservenbüchse dem Grautier an den Schwanz gebunden, damit er ihn, der gewissermaßen als Hebel seines Slimmwerkes dient, nicht hochbekommt. Dann erstaunt er und schweigt. DeS Esels allbekannte Intelligenz habe ich hier zu bewundern bisher nicht Gelegenheit gehabt. Noch stellt er sich den AutoS auf den Straßen töricht in den Weg, und neuliÄ ließ sich einer gar umreiten. Der jungen Esel Spielgefährten auf der Weide sind die Büffel- kälber. Sehen schon die alten unwahrscheinlich genug auS, die jungen haben etwas ganz Mißglücktes an sich, wie ei» fehl- geschlagener Versuch der?kalur, ein Rind zu schaffen. Sie vergaß es nur fortzunehmen, nachdem sie dann das richtige seriiggebrachl. DeS schwarzen Büffels Kalb ist braunrot, langhaarig wie ein sibirisches Mammut, und der plattgequctschte Kopf ist noch nicht durch die Biegung der Riesenhörner gemildert. So tollpalschen sie zwischen ihren Altersgenossen anderer Rassen umher und machen entschieden einen geschundenen Eindruck, der sich nicht vermindert, wenn der Ernst des Lebens an sie Heraulritt. Dann belastet das Joch ihren Nacken, und der lange Stock des Treibers bohrt sich in ihre Weichen. So ziehen sie tagaus, tagein den schwerbeladenen Karren des Mazedoniers über die staubigen Höhen. Langsam geht es vorwärts, lang sind die Märsche nicht, wohl mehr, weil die Leute nicht mehr mögen, als daß die Tiere Verlagen. Schließlich werden sie alt oder krank. Dann brechen sie am Wege zusammen, ein Beilhieb, ein Stick macht ihrem Leben ein Ende. Das Fell wird abgezogen, die Hörner dienen jetzt als Be- kälter für Wagenschmiere, und ist der Kolonnenführer besonders ordentlich oder eine Autoritär in der Nähe, dann wird der nackte Kadaver in den Straßengraben geschleift, sonst bleibt er mitten im Wege liegen, bis ihn die Würmer und Vögel und Hunde abgenagt. Wer später kommt, biegt ans und flucht über den Gestank, der jetzt allenthalben die Straßen zu begleiten beginnt. Ginge nicht so viel Vieh zugrunde, man würde nicht begreifen, wovon die zahllosen Raubvögel sich ernähren, die überall um die Berge kreisen. Es sind die ünterichiedllchsten Arten, und es gehört � Der polizeimeister. Ein russischer P o l i z e i r o m a n von Gabryela Zapolska. XVIII. Janka erlangt das Bewußisein.— Langsame Gesundung.— Die Abreise nach Wien.— Beunruhigende Evscheiimnaen.— Ein Tobsuchtsansall.— Jankas Selbstmord. Fast plötzlich trat in Iankas Gesundheitszustand eine Besserung eim Es war, als hätte das Schicksal mit seinen Opfern Mitleid. Sie unterhielt sich länger mit dein Batcr, aß mehr, starrte nicht mehr auf die Wand und begann sich für allerlei alltägliche Dinge zu interessieren. Auch schlief sie besser und ihr ganzes Nervensystem schien sich zu beruhigen. Als Klitzki davon hörte, geivann er neuen Mut und be- obachtcte mit dem Vater des Mädchens die leiseste Regung der Kranken. Er hielt sich gewöhnlich im Nebenzimmer ans, denn noch wagte er es nicht, Janka gegenüberzutreten. Es freute ihn aber unendlich, sie wenigstens sehen zu dürfen. Seit einigen Tagen begab sie sich, von den Tönen eines Leierkastens angezogen, mit leisen Schritten zum Fenster. Es schien, als lveckten die einfachen Melodien liebe Erinnerungen aus ihrer Kindheit. Als Klitzki eines Abends kam, brachte er einen Jasmin- zlveig mit. Draußen blühte und duftete alleL im jungen Frühling.. HorSki begrüßte ihn freudig an der Schwelle. „Wissen Sie, Janka ist heute nicht nur ganz ruhig. sondern sie hat mich zärtlich begrüßt. Auch mit dem Arzt bat sie eine Weile gesprochen, ohne ihn wie früher für Tagejcw zu halten..- Wir hoffen.. Dieses Wort ertönte wie ein Glöckchcn, daS an einem Maimorgen über grünen Wiesen erklingt. „Der Arzt meinte, daß sie in eine Wasserheilanstalt gc- bracht werden müsse..> Vielleicht nach Kaltenleutgebcn, bei Wien.. Klitzki lächelte erfreut. „Geben Sie ihr diese Blume", sagte er und übergab HorLki den Jasminzweig. Horski ging mit dem weißen Blütenzweig in Jankas besondere Kennerschaft dazu, sie anzusprechen. Von Wild sieht man fast nie etwas, selten, daß aus dem Gesträuch am Flusse eine Ente aussteigt, ein Hase vor den Pferdehufen bochfpringt, rrahen wir yuerfeldein. Da begegnete uns auch neulich der Meister Reineke, doch fehlten uns zur Fuchsjagd die Hunde, sonst hätte es eine fröhliche Hätz geben können. Wer Jagdfreund ist, muß sich hier mit langsameren Tieren begnügen. Ich meine nicht die übliche Niederjagd auf Floh und Laus und Wanze, an denen es auch nicht mangelt, wenngleich der vielgeschmähle Balkan da gegen Polen ein Sckmuckkästlein ist. Ich denke da an allerlei Kriechtiere, Schnecken, die für Kenner Lecker- bissen sind. Es gibt zahllose, und die Eingeborenen bringen sie auf de» Markt, aber nickt eingekapselt wie in Frankreich, und da ver- sagt bisher mein Wissen. Ebenso wenig baben wir es heraus, was wir mir den Schildkrölen anfangen können. Die Mockturiel- flippe ist deshalb für uns noch Zukunftsmusik auf dem Balkan. Borläufig sammeln wir Schildkröten. Sie sitzen auf allen Wegen, auf den Berghalden nah oder fern von Wasieriäufen. so daß man irre wird, ob sie nun eigentlich Amphi- bien sind oder nicht. Sie können in ihre Schale verschwinden, daß sie wie ein großer Stein am Wege liegen, aber ausreißen können sie nicht. Dafür werden sie schnell zutraulich. In unserem Kasino wimmelt ein halbes Dutzend herum, ein Grashaufeu in der Ecke dient ihnen als Lager und zugleich als Nährstoff, obwohl ganz Weife behaupten, es wäre Tierquälerei, Fleischfresser gewaltsam zu Vegetariern zu machen. Sie zögen einem Krautsalat bei weitem Kerbtiere vor und würden von den Eingeborenen zu deren Ver- nichtung in den Häusern gehaltern. Immerhin habe ich neulich eine Schildkröte draußen dabei ertappt, wie sie an einem Blatt nagte, während unsere im Kasino keine Nahrung zu sich zu nehmen scheinen, wenigstens weichen sie voll Ekel jedem Blatt aus, das ihnen in den Weg gelegt wird. Die Wildbäcke de" Balkan sind fischlo?. Nur in den großen Flüssen, in den Seen ist reges Leben. Solch einer liegt eirund mitten in den Bergen. Die Schneegipfel spiegeln sich darin, und an feinem Ufer steht eine ansehnliche Stadr. Aber auch im Schilf der Gestade Hausen Menschen. Da sind Pfahlbauten, wie sie die Steinzeit gekannt, und davor liegen primitive Kähne, die seit Homer ihre Form nicht geändert haben dürften. Ein paar schmale Bretter um einen schmalen Boden herumgenagelt und spitz auslaufend. Hinten steht der Ruderer in diesem Nachen, seine zwei langen Riemen kreuzt er, und sie ruhen in Auslegern. Jetzt knirscht das Boot leise auf den Uferlies, und der Junge vorn springt heraus. Nacklfüßig steht er im Wasser und füllt einen Korb, den er uns reicht, uut frischen Fischen. Es sind weiße und bunte, grüne wie Forellen, andere haben eine riesige Rücken- flösse, wie unsere Knurrhäbne. Eine Mark kostet das Oka der zarten Süßwasserbewohner, doch was uns vor allein lockt, find andere Bewohner des Sees. Mit langen Spinnenbeinen und wehrhaften Waffen kriechen und krabbeln und schnellen sie im Nachen herum, schöne starke Krebse. Vier Pfennig nur kostet das Stück, und hat man ein Dutzend gegessen, dann kommt erst der wahre Hunger. Um seiner Krebse willen ver- zeihen wir dem Balkan manches. Die Störche sind hier von besonders segensreichem Wirken, denn ein an Kindern so gesegnetes Land wie den Balkan findet man höchsteiiS in Polen wieder. Kinder und Tiere gehören hier noch enger zusammen als anderwärts, denn die kleinen Menschen und das Jungvieh leben in unentwirrbarem Durcheinander. Da sind Eilten und Hühner, Lämmer und Zicklein, winzige kleine Ferkel mit Wollhaar. Hunde und Kayen. Das kriecht aus den Lehmhütten heraus, verschwindet in den kraalartig gebauten Schutzhecken gegen das Raubzeug, wälzt sich quiekend und schreiend und grunzend im Sand und Schlamm und ist restlos glücklich. Wir deutschen Soldaten haben mit dem einheimischen Tier sonst keine Berührung, unsere Pferde stammen noch fast alle auS der Heimat und aus Rußland. Nur wenige Kolonnen sind mit Ockfen bespannt, denn das geht für unsere moderne Kriegführung doch zu langiain, und mit den hiesigen Hunden können wir nicht reden. Aber über eines besteht Einigkeit: der Balkanhammel ist uns zu» wider, den kennen wir als tägliche Kost, er wird uns ein unerfreu- licheS Andenken an die hiesige Tierwelt hinterlassen. J. v. B. Eine neue Lösung öes Rolanö-Rätsels. Die Geschichte und ursprüngliche Bedeutung der besonders in Niederdeuttchland verbreiteten Rolandsäulen und Rolandstaruen hat in den letzten Jahren den Anlaß zu einem immer wieder auf- genommenen gelehrten Streit gegeben. Die einen bezeichneten die Rolandsäulen als Marktzeichen liiid Nachfolger der alten Marklkreuze, die anderen erblickten in ihnen, ivie Kl. Lösfler in einer Besprechung des Rolandrätiels in„Niedersachsen" ausführt, Wahrzeichen für die hohe Gerichtsbarkeit, noch andere bezeichneten sie als Königsbilder Zimmer. Das Mädchen saß nicht mehr zusammengehockt, sondern aufgerichtet da, als erwarte sie etwas. „Janka'l" sagte der Vater,„hier hast du einen Jasmin- zweig." Er legte die Blumen ans ihre zarten, ans dem Schoß ruhenden Hände. Das Mädchen berührte sie leicht mit den Fingern, schließlich hob sie den Zweig zum Gesicht. „Jasmin," sagte sie leise und fügte sofort hinzu:„Wer hat das gebracht V" Horski zögerte. Er fürchtete, ob Klitzkis Name Janka nicht wieder an die Heimatstadt und zugleich an Tagejcw und all die erfahrenen Schrecknisse erinnern würde. Janka iviederholte die Frage nicht. Doch sagte sie zu Horskis Erstaunen: „Könnte man das Fenster nicht öffnen...' Als sie in dieser stillen Harmonie und selbstverständlichen Zusammengehörigkeit beieinander saßen, schien es, als läge alles Schwere hinter ihnen, und als müßten jetzt glückliche, friedliche Tage für sie anbrechen. Die Reise ging gut vonstartcn. Als sie in Wien an- kamen, wurde Janka durch den Bahnhofslärm unruhig und sah sich ängstlich um. Plötzlich sagte sie: „Wie weit dieses Warschan doch ist!" Klitzki erschrak, aber er hielt es für richtiger, Janka nicht zu widersprechen. t. r, In der Droschke, die sie nach dem Hotel brachte, hielt er ihre beiden Hände in den seinen und suchte sie durch innige Zärtlichkeit zu beruhigen. In dem Hotelzimmer, das für Janka bestimmt war. zogen sie die dunklen Vorhänge vor die Fenster. Aber Janka begann wieder unruhig zu werden, drückte sich an die Wand und ballte die Hände auf der Brust. Klitzki be- obachtete diese Erscheinungen mit banger Angst, doch wollte er Horski nicht beunruhigen, der sofort nach Kaltenleutgeoen fahren sollte, um für Janka ein Zimmer zu bestellen. „Wir werden allesamt eine Wasserkur gebrauchen. Das wird uns allen gut tun!" sagte Klitzki lächelnd. Janka schien sich zu beherrschen, sie trank ein Glas Milch und begab sich zur Ruhe. Horski reiste guten Mutes ab, nachdem er sich von den Seinigen verabschiedet hatte. „Du wirst inzwischen für sie sorgen, Herr Schwiegcr- söhn!" sagte er, indem er Klitzki zum ersten Male so nannte, Klitzki sah einige Male nach Janka, um so mehr, als sie sich wiederholt unruhig aufgerichtet hatte und vor sich hin- starrte. Vergeblich redete er ihr zu, daß sie zu schlafen versuchen sollte. Einmal sah sie ihn fest mit irrem Blick an. Sie faßte sich an den Kopf. „Hast du Kopfschmerzen?" fragte Klitzki. „Nein! Nein!" Sie schloß die Augen. Klitzki ging ins Nebenzimmer und begann, um irgend etwas zu tun, Horskis umherliegende Sachen, die er in der Eile nicht fortgeräumt hatte, zu ordnen. Plötzlich drang aus denr Nebenzimmer ein herzzer- reißendes Stöhnen, das er schon von früher her kannte. Erschrocken eilte er hinein.» Janka stand mitten im Zimmer. Ihre Augen funkelten wild. „Ich möchte wissen," begann sie mit gepreßter Stimme. „Was denn? Was?" „Aber Sie werden mir nicht antworten! Sic dürfen nicht!" Sie hielt ihn offenbar für jemand anderen. „Was möchtest du denn wissen, Janka fragte Klitzki, sich zur Ruhe zwingend. Sie sah ihn erstaunt an, ging langsam zur Wand und starrte sie wie früher mit bewußtlosem Blick an. Klitzki ging ihr nach. „Janka, erkennst du mich nicht'i Ich bin eS doch, WladiS- law! Ich habe dich lieb, Janka!" Ein leises Stöhnen war die Antwort. „Janka... der Vater wird aus Kaltenleutgeben in ein paar Stunden wieder zurück sein." Plötzlich stieß sie, ivie von einer inneren Gewalt getrieben. die Worte aus: „Durch mich wurde Kazjo nach Sibirien geschickr!" „Nein, nein, Kazjo ist in Krakau. Erinnerst du dich nicht?" Sie schwieg. „Soll ich nach Kazjo telegraphieren?" Sie antwortete nicht. „Janka, Hab' Erbarmen! Mit dir und mit uns! Gib dich nicht iviedcr dem Wahn hin!"(Forts, folgt.) perlkette SS I steMfiil mit ItetiUrand 95» IC reichem olddekor Untersetzer mit MetaElnnd JI '41 IsHettepapler 95 veiu, grosso Form 95 IGaritertto- leiste 95 n A. Dandorf&0 Beile-Alllance-Sfrasse Gr. Frankfurter Strasse Brannen-Strasse Kottüuser Damm Wltmerstlörter Strasse u/ümersdorter Strasse Verlangen Sie bei Einkäufen Rabattmarken Pnrzellnii 1 Kaffeekanne(Tpwon« LS?-. 1 Milchkanne �) Ar l Zuckerdose 3 Kaffeetassen Ä'Ä 95 4 Milchtöpfe Sj{Ä!" 95pf. 4 Ahendbrotteiier 95?l. ___ 4 Kaffeebecher KlidÄ 95 n 2 Kaffeetassen 95 2 Kaffeebecher 95 pl reich dekoriert 2 Kartoffel- schusseln weit»,... 95 PL 1 Teekanne 95«. 2 Kuchsnteller„«Ä.. 95 n 2 Fröhstöcksteller 95 (Kmchofts-Artlkel 1 Backform............... 9ük. 1 LeilOhter rornlektlt...... 95 PL 1 Durchschlag 95 1 Königskuchenform..... 95 pl 1 Petroleumkanne....... 95 k. ... 95 pl rnsammen 1 Kuchenblech.......... 1 Nudelrolie.........)Ae 1 Reibekeuie......... jfeS IMesser- PL 1 Eierschrank kästen Holt oder Draht 95 pl 15 k 1 ßaze- glocke 95 k 1 Fleischmesser 95 k 95 k 1 Roptbiirste............. 95 k 1 Kleiderbürste......... 95 k 1 Scheuerbürste......... 95 k I Springform 95 1 Glanzbürste _ 95k 1 Kaffeebüchse. I Zuckerbüchse 1 Handtuchhalter........ 95 pl 1 RehSckkasten.......... 95 k 1 Abstäuber.......... 95 k 1 Blitzschneider.......... 95 pl 2 Köchanbretter....| 1 Fleischhamirier.... j«95« 1 Tablett LikSrhechera4.1:!11 95 k 1 Küchenkonsol.......... 95 K Rosenstöcke w mm Einpflanzen für Garten und Balkon........ 95 I Blumensc. ale 95 1 Blumenvase 95 PL 1 Suppenschüssel Sf fÄ 1 Tunkenschüsse!....... 95 pl Oalantene 1 Recknadel•Hb*........ 95?-. 1 Ring«»».r.............. 95 k 1 Halskette sin.«-........ 95 k 1 Geldtasche............. 93 k 1 ObStkOrb mit Renk«!.... 95 PL 1 Tablett........... 1 �™en 5 Gläseruntersetzer j FD k 1 Durchschlag 95 pl 1 Bratpfanne mi. stielt 95 k 1 Kasserolle koBltsh 1 Schmortopf 95 k 95 pl 1 Fleisciitopt 95 pl IMasohinentopfor dekoriert........—" K 1 Schaffnerkanne........ 95?-. 1 Küchenschüssel......... 95 k Pnpieraaren 25 Briefbogen Ää'\ zn"m- 25 Umschläge Al Seiden 1 Kassette' ' papierlntler 185« zufami 26 Briefbopan, 25 Um- achlipe mit Seidenpapierf.. K 1 Briefblock �BÄk 95 k 50 Kartenbriefe 95 k Viktor von SchefTal: Jeder Band Ekkehard gebunotn Trompcler v. Sikklngen dhn 2,";-§5., Kampf der Millionen Portamene 1 Flasche Bay-Rum...... 95?> 1 Flasche Franzbranntwein 95 l Flasche Birkenwasser 95?-. 1 Flasche Jundwasser■ 95 k 5 Pakete Waschpulver 95 k steicsnt 1 Marmeiadendose....... 95 k 1 Blumenkübel.��95 k IWasch�arnitur-Schüssel. dekoriert................ 95 K 1 Waschgarnitur-Kanne Q_ dekoriert.................. Sü K 1 Nachtgeschirr 1 Seifenschale ekorlerl 1 Vorratstonne �emekig. Form, Delfldekor.......... 93 K 1 Essigflasche D«md.k«z.. 95 k 1 Oeiflasche Vel-tdekor... 93 K 3 fiewürztönnchen 85 k 3 KaffeebßChermtth0b5OheBQ(. Dekoren, grosse Fora...... 93 K IMehlmeste___________ 95 k 1 Salznieste............... 95 k Glos ISalatsohDsselÄÄÄ'i moatsr, veraehiedene Formen 1 Obstkorb 95 k 1 Konfekt- schale aul hohem Fllea, reiche« mui'er 95 k 1 Käseglocke&Ä.5 95 k 1 Butterdose.......... IZuckersobale....... AD k 5 Likörgläser| 5 Bierbecher aal hohem Fusi W verschiedene ,.I Fermen 95 k fil 95 rL 1 Likörsatz 95 1 Kompottschale aul Füsschen, reiche« QC Pres, moiler- L 4 Kompolt- SClläiChen Henkel auf FB»»cben, reiche, gg n PI. Pressmnster viereckig oder rund, OK DU.>n-.ivo* icbamosler....... 3 Weingläser mit Bordüre 95 K 3 Likörgläser mit Schliff.. 95 Pf. 1 Blumenvase Xr"ki? schweres Pressmusler. 1011 üeilisn JWIspßü- UM dam 95 pt. IGSas Brilia-linSf«, 95 pf EM-M- palv.r 95� MüaüSiEy� prandmalerel- Nachnhiauiig , 95 pl dm Ogaretteü, WM« Eagroa F. Brest Berd», El«»»«eretT. St. � Blfcohortp. Betranlia~W Franz Abraham Beat. Mee»in»-B.R5mertr«nk- Kell. CM E»n»l»ir.»«, Fernep. Kgit.HTW i Badn-Anetartan> WN Anze??Ä.. Diana-Bau McWde, Passaop-Bad Betorm-Bad, Wiener Str. SS. 4 Bldrer- urftonditorcien h IErss _ Epsehwint 2 mal achcntllch. Otto Wolff. Treptow, Krüllst. 16 Zechau. Gr.-I.lehterr.,Ct»aii»«il.>5> dTTänacuen.(fMmrilwTV R. Baak«, btfalauer Str.»f. B. Kraas, i»a«>aaMai»»>r U- ji, B. Lang«, ürannenstr. IM 4 putter. feler-Msa> WiShelm Gobel BezugsqMeHen«¥eraeichgiBSB[ Schröter, R. 7S G—sctsSft* te allen Stadtteilen Berlins ««wie in KwukSlln». Treptow aoorttntlet 1E92. F. Biet« weiter, SukiTslksl t»tl ii- ------ 1 UrüaorwH V- August Holtz{fJÄ. < Bleifaranerel., BlerhdandleT� raoereiosizoi eapfaehii HüBiüetsDiers ersren Rurg«*. C. Ua beh Brauerei he'l— Hahnlbpiw— Onnkel Brown Mnd Farben h erder-Urogerie, Brllsksaiwaril 5a Tünosr-Essig Bbopall orhUtMchl naiaeh« o. Wupiifwr"h ~W. Beck Inh.: Herrn. Gerfesoti CharlütteBburg, BerÜnoret. 68-89 Fleisch- and Wurstwarenfabrik 1 4� yyr�Biirs�tfMfw 45 WM lühly&Wolframi Münchaner Brauhaus Berlin und Ornnienburg TflnKi itianninosr Elen> Ucissbier, C. Breithaupt, i yailllilwMI W Z«a«KMU.MUi wiuyG«rl<*«iPoter,lnirif«r»tr.Sl Otto Koagel. Alte Jsoobstr. M. dMopren-u.KnahanBa 4 Eisen, Stshlw, Waftcn.WtrSTV Carl Juag. Ptromstr Sl. liähiir«an,P.,Mailer«t.40b,E.8«e«l SWehihanrilianwai ethke,(ieorg, iHwISIh, Bbwtrtt, W««r-Fri94i. 5«tt 44. WMintT. 18», WedaUtr II lytplff" i i rvpiww.»4 Gaege,OttoCh,br�#"' E.W.Sifller Eck.0��.», T'Rsaasi* ü»dsü. ä«, «f. Kiill'i Prinzen- Alles. Laak« A Slapeeki, gtUtk.-AGa»7 FabisdüOLÄÄ«,» 4 Koianlalwaron~h Adaai Stluolfc ioh lioanaaair. U. 4 llgHm>Bcisingn~V Bcllmann, i- ZiLlltL!.- Nabmasstiinen IJden>■ alle» Stadttelinn. Uitenatehoade fioaohlrto I empfehle« aloh h.Elwkiiif.| 4 Mite, klfltsen, Pelawarea h Weiter, ET�Ä- 4 Knrz-.Wei i..lVollw.,Trtkoi«grV HeSnaBB Jloyer, Hatlrilknisiti. IL � P�to?p f'PWate» MJISmrhl bÖT�otfbuseratr.> . filufoUll«neh Oelegenheltskf. Meierei ic. BoMe [Bßrflnn.w.2lhÄ Altatter and grSaata» Milehwlrtschaftlloke» — Orosabetrteb=r dWeino.Ühare�rnriit.iftr», i««so asiias! aaaaamag�i I M Filialen in allen Stedtellen. s- �cF.rolbwapan- h L__'.'vr.-,-. I______:— T. Sehnn 4_____ O. Prochaow.yH'li i!era,M«».t. M 4 Uhran u. Boiavaaron h Lehm»an, Alb. trankt. V-TeetO 4 VerarcTinarunaBn h „Deutschland" Berlin Ä rbcftrrvcnl ehern ng— BehQtze»- &terbcka5tenrerBich?rf.»tr»S» Z. 4 Siiancau> . i>ckaaonair»üidiu;«/Uak-.WM*. Nr. 54. Jahrgang 2. Heilage öes Berlin, 18. Styiil 1917. Der parteiauskhuß c preukiische LandeSkvnon'.sswn. bic Fraktion des Abgeordneten. vaufcs nahm«! an den Verhandinngen teil, die nickt zuletzt der Nrcutzisdjen WahIreckrSfrage und dem Weltsrieden gelten sollen. n.aS ergs Wort gebührte selbstverständlich der Partei. __ Genosse Eberl, der im Anstraae des Parieivorsiandes die i tznng eröffnete, gab einen Ueberblick über die nunmehr voll- mtncn geklärte Sachlage.„Die �Spallung ist Tatsache geivorden, ka wir stehen mitten iin Vrudcrkampf, in einem Kampfe, der mit u« crliärter Heftigkeit geführt wird, der in seinen häßlichen Begleit- erfchstnungen die Erinnerungen an die Gegensätze zwischen Laffallemiern und Eiienacker» vcrlckminden läßt." Ebert fragte, ob eö so tormnen mntzte, und bern»nte die Fraae niit aller Eni- schiedwcheit. Was trennt uns sacklich? Tie Stellung zur Landes- ve-rerdigung ist der Angelpunkt. Und nun haben in Gotha die Un- Qiif)dn$tßou In�Tciimar ren Mur zu etner Haren B e s ch!unfafs u n g folgen sie Ledebour, zu deffcn Eellu-tg.kläte Dunckcr sagte, cS sei zweifelhast, ob es„überbaut cilie Llrbeitsgeineinsckast gegeben" hätte, dem Gebot des Partei gestellt. ----__ ML.... zum üutzersten geinÄen. lLellhsfle Zusliilitirung. nlukei �.el zu lange!) Die Opposition hatte Innerhalb der Partei die volle Freiheit der Mei° nung. Die„Gleichheit" und die„Reue Zeit" waren bis zur Stunde die untrüglichsten Veto eise dieser Duldung. Daö Partei- illait in Essen, das Eigentuin der Gesamtpartei ist, und eine Reihe anderer ParteMältei, Mc tu ftarfeun aus den Mitteln der Gesmntpcrrtei erhallen werden, haben den Simrdpmikt der Lp»o- st-non entschieden vertreten, obne daran behindert zu werden. Rur der: bat die Leitung csngegrtisen, wo offen die Tpcrllung, die Zer vrümmcrung der Lttganiiaiiun. chie.Mrnlchtuug.....■. ZaAc L-chetriger.'IgurTc. sLebbaste crüä-rmNcke Wickle, wen! zu crha' loordn das Deibstverst .. t!.-.r?lss»'iiskr.,ki d-"- Zustiuiurung.) Wir wären orgaplsationeid und die Zugehörigkeit zu ihnen ist unvereinbar mit der ZugchSi'igkcit zur Partei. Daran wirk ehrlichen Doppelspiel, daö cii ein Ende a«na«t'.Verden. ird scstg ehalten. D�enr UN- Reducr nock iu Gotha empfahl, mußte Es geht tiicht an, in der' Partei zu Anige I P. dieses ■ ,•„„--------—.nutzte mitorlmnden> Verden. Iv.cbyaf!e Zustiinniung.' Eberl enllvarf daiui ein iibcrsichtlichcö rllld von de«!! Stand der Dinge in den Porteiorganisationen der enrzekcn ÄSKirk?. wobei er iNSVesmidere die Verbälliitsse in den. V�ivkcn Grotz�SerKn. Riederrhesti. Franksur: a. M.. Pommern,' Lsit-?euch?ti, Halle, Erfurt, Braunschweig und Sachsen behandelte. .lugeincn! interessteren wird die Angabe, daß die neue Berliner Vavttwrgmrmwion bereits mehr als MM Mitglieder zählt. Eber: verweist dcnin aus die Veränderungen, die i m vorstand»wtwendlg getvordcu sind. Man hat in, Lairde den Avöwitt der Frau Zietz so hsttZuslellen versucht, als betrachte der Vorstand die oranrnogitatiotl als etwas Ueberflüffiges. Daö ist eine Fckffchung, der betvustten l'klhicht entsprungen, die Frauen auf- z up u tscheil. Auch in Zukunft wird die Partei der Agitation unter den Frauen die größte Austmerksomleit widmen. Zu erwägen ist, oll es nicht nötig wird, eine andere Vertreterin der Genossinnen tu den Vorstand zu l-e rufen. Jedenfalls mutz in einem größer cn Kreise der ffleuofsinnon eine Aussprache über die Fragen der Kriegswirtschaft und der Ernährung herl'-...igesührt werden. Ter Parteivorstand hat bereits vor Wochen in diesem Sinne beschlossen .-MM. WM- MMMW— M I-.— Bezirk leitungan zusammruziesetzcn wäre. Tie Haltung der„Gleichheit" bat sert langem zu den ernsthaftesten Beschwerden geführt. Viel- fach haben die Genassen erklärt, von dem weiteren Vertrieb ab» stehen zu müssen. Ihre Auflane ist von Illö MV auf 81000 zurückgegangen— � ein ungeheurer Rückschritt besonders gegenül>er der gewaltigen Steugerrnig der Fraucneaverbsarbeit. Wir haben aus Gtündan der Tolerawz bislior nicht eingegriffen. Jetzt aber hat die Redaktion daö Blatt aaiy offen in den Dienst der Unabhängigen gestellt. DaL ist ein utckalkbaror Zustand.(Lebhafte Zusttimmuig.) Aehnlich liest cß mit der„N e u e n Zeit". Die I ug e u d b c w c g u n g ist jetzt von besonderer Bsdeu- tung. Sekt einem Jahre haben wir die Spaltung in der Jugend- organifation. Eine Ostorkonferenz in Jena. d:e 1016 von der Spartakusgruppe bernsen war, hat sie beschlossen, eine Zentrale geschahen und ein eigenes Jugcndorgan gegründet. Inzwischen ist in dieser abgespaltenen Gruppe eine neue Spaltung eingetreten. Die Bremer Jugendlichen haben eine neue Jugendorganisation gc- gründet und geben ein neue« Blatt heraus. Diese Gruppe, die in Hamburg. Bremen und im hannoverschen Bezirk Anhänger hat. i>t von keiner besonderen Bedeutung. Die Unabhängigen betreiben ihre SpaltnngSve»suche auch ich der Jugendbewegung. In Berlin Konferenz der Bezirksleitungen, um RichtUnien aus der neuen Situation heraus durchzusprechen, ist in Aussicht genommen. So sehen wir die Propaganda der Spaltung überall an der Arbeit. Lb die Gewerkschaften auf die Dauer vor ihr bewahrt bleiben werden, evkcheint mir zweifelhaft. In Gvll'a bat Haaie»m anarchosyndikalistiscken Jargon heftige Angriffe'gs.,en die Gewerkt chaften gerichtet, danach ist anzmiebmern daß die Ilv- abhängigen b-ei den G«oertschcrften dasselbe versuchen werden wie bei der Partei. Die Situation ist a?o dtrrchaus ernst. Aber An- laß zum Kleinmut liegt nicht im geringsten vor. Ganz im Gegenteil. Nur Klarheit müssen wir schaffen und dem Versteckspielen und der Selbsttäuschung ein Ende bereiten. Die Organisationen müssen offen Farbe bekennen. Mehr als bisher müssen sie ae- ivinznhaft und prompt ihre P sticht der Gesamtpartei gegenüber erfüllen. Die«wisfonhctste ErMung aller ihsxr PtziKen wird der beste PviffsteiN ihrtir ZugehörW-tt zu unv fem.(Lwhafte Zu- stlmurupg� Endgültig Klarh-nt te'rd der r.$ ch-"h: Parici tgg schaffen, d�r so Bald wie möglich cinbcrufon werden soll. Im vorigen Jahr« Haben wir davon Abstand genommen, weil die Oeffentllchkeit der VerSandlungen doS Partei- tage» niefti gewährleistet werden konnte, die wir für nnerlahlich hielten. Run haben die Unabhängigen in Gotha hinter verschlösse- nen Türen getagt. Der Parteitag ist jetzt eine Notwendigkeit ge- worden. Auch tvenn er nickt öffentlich tagen kann, sind wir ont- schlössen, ihn cchzuhallen. Er ist schon auS organisaiorischen Grün- den erforderlick. Vor allem aber gilt es. die Ricktlinien unserer zukünftigen Arbeit festzulegen. Haast hat in Gotha höhnisch vom Zusammenbruch der Partei gesprochen. Der Wm'lck war hier der Vater de« Gedankeus. In Wiellichkcit ist der Geist der Paifti I ungebrochen. Frisch und voller Zuversicht sieht sie da. Haben die widerwärtigen Parteizänkereien die besten Genossen lange genug hinausgeekelt, so gebt jetzt ein frischer Zug durch unsere Reiheu. Freude an der Partei und Pflichteifer regen sich überall. Zufriedenheit und Trane in der Parteiarbeit lehren wieder ein. Gewiß muß die Spaltung zunächst zu einer Schwächung der Organisation führen. Hier gilt es, alle Kräfte einzusetzen, um die Verluste so schnell als möglich wieder auszugleichen. Eine große Aufgabe haben jetzt die Bezirksleitungen vor sick; alle ihre Kräfte müssen sie in den Dienst der Gesamtpartei stellen.(Lebhaste Zustimmung.) Darin sind wir alle eimg, und wir werden auch alle einig sein, wenn wir auf dieser Zusammenkunft über die nächsten Aufgaben der Partei im Kriege spreclipn werden. Auch hier wird sich zeigen: die Partei bleibt, waS sie ist und was sie war, die alte stzialdemo- k ratische Partei des kämpfenden Proletariats, die Partei de- Klassenkampfes!(Zustimmung.) Tie Aussprache. Hennig-Halle: Wir in unserem Bezirk trennen unsere politische Srollungnahme von der organisatorischen. Tie Br- willigung von KricaSkrediisn und Budgets fassen wir als voll- stälidlges Verlassen der alten Klasienkampstalnk der Partei auf, uud meinc», daß sich aus ihr weitere Folgen ergeben, die schließlich dazu führen können, datz der Klassenkaimsicharalter der Partei es- kamvtierk und sie zu einer nationalsozialen Resormpartei wird. llnsere Genossen sagen: wir sind soibstverständlick all« für Landes- Verteidigung, aber wir hal'en uns früher nickt klar gemacht, was das heute bei einem solchen Weltkrieg bedeutet, sondern an eine Landesverteidigung etwa im Sinne der Schweiz, wenn wir über- fallen werden sollten, gedacht; wir dackieu aber dabei nicht daran. uns völlig mit dem bestehenden MmtartSmuS einverstanden zu orlläreit. Obwohl wir also diese Taktik der FraklionSmchrheit ver- werfen müssen, haben wir bisher immer an der Einheit der Partei festgehalten in der Hoffnung, daß der Parteitag die Rückkehr zur selbständigen Taktik herbeiführen werde. Auch setzt, wo bereits ztvci Parteien bestehen, hat unser Bezirkstag sich fast einmütig in diesem Sinne ausgesprochen. Wenn aber vielleicht von dem Parteitag die Hälfte der Parteigenosicn auKgeschlofsen tvcrden würde, und wenn überhauvt die jetzige Taktik tveiter geführt würde, so müßten wir erneut Stellung nehmen, und dann gäbe es allerdings kein Halten mehr in unserem Bezirk. N e i ß li a u r- Erfurt erklärt, daß der Vorredner bereit» vieles von dem gesagt babe, was er selber ausführen wollte. Auch in der Frage der Landesverteidigung und der Stellung zum Miti- tarismiis stimme ich Honnig zu. Widersprechen muß ich Eckert darin, daß die MeftiuugSfrcihcil in vollem Umfange gewahrt wor- den sei. Eine Maßregokung der„Neuen Zeit" und der»Gleichheit' würde einen weiteren Sturm der Entrüstung entfesseln. Nach dein Gochaer Konferenzbericht sollen anö dem Bestück Erfurt vier De- legiorie miwesend gewesen sein. Trotz aller Nachforsamngcn habe ich nicht feststellen können, von wo die.se waren. Eine Organisation war aus dem Erfurt« Bezirk in Gotha nicht vertreten.(Hört! hörk!) lieber solche Täuschungen üabe ich nur ein Lächeln. Wir werden versuchen, innerhalb der bestebenben Partei die sozialdemokratischen Auffassungen vcn vor dem 1. August 1914 voll zur Ge!» tung zu bringen. Nichts wäre vcrderbkichre, als Zerrisfeitlwit; die verletzenden Llusetnanderseyung«: müssen aufhören. Wir haben doch alle ein gemeinsames Ziel. Bänder t» Thüringen: Unsere Nezirkskonferenz im Februar bat mit!12 gegen 6 Stimmen den Antrag Gotha auf Anschluß an die ArbÄfagcmeiüfckasi abgelehnt. In Kobnrg propagier: d« Kairdidak dcö KreffeS, Hosfmann-Hof i. B.. die Parteispaktuno. und als dort das provozierende Auftreten der Arbe! tsgemerni chaft gegen die Fraktion im Reichstags verurteik: wurde, erklärte er, daß man mit voller Absicht so Vorgebe, damit die Massen sehen, daß nur die Arbeitsgemeinschaft griindsätzUck auf dem Boden des Parteipro- grainms siebe. Danach backe ick die Provokationen der Arbeits- gnnain schalt wobl verstanden! Durch die weiteren Vorgänge habe ich das Vertrauen verloren, daß c? einem großen Teil der abge- splitterten Genossen in der Hauptsache um die Grundsätze der Partei jju tun ist,(Sebr richtig!) reine Krakeek- und Oppositions- lackst lpielt da oft die Hauptrolle. Wenn in dem Gothaer Bericht Delegierte aus 10 Thüringer Wahlkreisen angegeben sind, so stimmt das durchaus nickt.'Rudolstadt, W-eftnar l. Altenburg, beide Reuß, Meniingen und KobUrg sowie Waftnar III haben die Beteiligung rundweg algelehift und tmr die Vorstände der Ortsgruppe Jena lowie des Kreises Weimar El, Eisenach und SonberShausen,— dieser auf Betreiben deS Dr. Roseiffeld-Berltn— haben Beteiligung beschlossen. AuS den übrigen Kreisen können nur Einzclmttglieder auf eigene Rechmutg und Gefahr nack Gotha gereist sein. Es muß möglichst bald ein ordnungsgemäßer Parteitag zur vollen Kkäruitg stattfinden. Haberkand- Riederrbein: Hennig und Reißhau» muß ich sagen, daß toir in der Frage der Landesverteidigung nicht nach dem. tvao vor Jahrzehnten oder JaKrhmtderken gewesen ist. urteilen können, sondern nur nach dem Heute.(Sehr richtig!) In Hagen- Schwelm wollte die Opposition die Elberfeld«„Freie Presse" durch das Lüdenichefcker Blatt ersetz«: und dieses in„radikale" Richtung brnigen. Das hat der Kreisvorstand Alteno-Jserlohn entschieden abgelkchiff. Mt der Etümickelung der Parteiorganisafton rm Bc- zirk Ntederrhei», den d!s Opposition als ihre Hauptdomäne neben Berlin hinaeftelli bat, können wir ganz zufrieden sein. Di« au? der Partei Ausgeschiedenen können an dem Parteitag natürlich nicht teilnehmen. König. Westk. Westfalen: In allen unseren Wahlkreisen hacken sich dr? Vertrauensmänner fast einsftmmig den Beschlüssen IwS PareticmSschusseS angeMosien, auch in Bochum, wo'voriges Jahr die Ovposttion gesiegt hatte, erfolgte nack eingehender Auf- rlärung ein Besckluß für die Mehrheit. Tic großen Arbcitertvande. rnngcn, insbeson«re vom Niederrhein, bringen auch zu unS»Oppo- sttionclle", aber ihre Versuche sind trotz der Mithilfe BogtherrS gescheitert. Den Herrn Minster, früher in Duisburg sind wir jetzt lock, denn cr ist. als er eingezogen werden sollte, bei Nacht und Nebel über die Grenze venckivunden.(Hört! hört! und Heiterkeit.) Die von uns herausgegebene Frauenzeitung hat sich sehr bewährt, die Frauenbetoeaung bei uns gedeiht. Eberls(Mitrelfchlesien): Bei uns hat sich nur in Sagau die Opposition bemerkbar gemacht. Eichhorn sprach dort: aber ob- gleich damals der Kreiovorsiand zur Arbeitsgemeinschaft neigte, hat der illreisvorfttzsnde jetzt auf dem Marktplatz eine Rede für die Einigkeit gehalten. Demnächst kommt Fleißner nach Löwenberg. dem viei!«cht kleinsten Wahkkroise in Teutschland, wo wir selbst im Frieden höchstens 180 Mitglieder hatten. Bei unZ ist die Opposition ohne Bedeutung. Neumann(Großherzogium Hessen): Bei unS� folgen sich die Oppositionsredner unausgesetzt und die Spaltung ist perfekt, aber die Mehrzahl der von ihr Geworbenen sind Leute, die hei uns über- hcywt noch nicht Mffgkicder waren oder ihre Verpflichtungen nicht erfüllt baben. Auch wir halten einen Parrehtag für ochngcnd not- Sonuabenö, 21. �pril 1917 Hahn(Baden) spricht über die dort und besonders in Mann- heim von der Opposition unternommenen Spaltungsperfuche. Die bädifchcn Wahlkreise mit einer einzigen Ausnahme sowie der LandeSvorstaud stchn zu den Beschlüssen ocS Parteiausschufseö. Ist Gotba sollen angeblich 0 Delegierte aus Baden gewesen sein; lein ............. einem ach gegangen und habe mit den Leuten nichts zu tun!(Große Heiter- leü.) Wels(Brandenburg): Die merkwürdigen Auffassungen, die uns Heunig auS dem Bezirk Halte vorgetragen Hai. wären tauvr zustande gekommen, wenn sein„Volksvlatt" nickt so für die Ar- beitSgemeinschaft tätig wäre. So verfährt auch die„Erfurter Tri- büne". In diesen Blättern wird versteckt und zwischen den Zeilen überall der Abfall von der Gesamtpartei empfohlen. Die Partei darf sich nicht lediglich auf die Verteidigung beschränken; eine Verteidigung, die nicht immer die Freiheit zum Angriff bewahrt, wäre zur Niederlage verurteilt Tie Masten sind gefallen, daS Gercdg vom EiuheüStvillen hat sich als der pure Schwindel herausgestellt, als den wir ihn gleich erlaniit haben. fSebr wahr!) Daß wir im Bezirk Brandenburg mit seinen 18 Wahlkreisen von vornherein scharf gegen die Verleumdungen der Opposition aufgetreten sind, hat u>i>eren Bezirk von der Opposition ziemlich freigehalten. Wenn Hennig al? eine Folge der Kreditbewilligung und des Bekennt insse? an der Einheit der Partei gelegen ist. geht aas dem Gothaer Bericht hervor. Frau Zietz erklärt c, daß sie iu einer Versammlung stürmische Zustiinmung gefunden babe für die Worte, daß man nie mehr mit Leuten wie Scheidemann und Eberl Zusammengehen tönne. Möge also Hennig seine Mahnungen dorthin richten. Wie töNNten wir den Klassenkampf aufgeben, de» wir täglich vor unser«. Augen sich vollziehen sehen! Noch ehe toir von dem Goihaer Auf- ruf zu einer AgiiationSwoche für die Frauen Kenntnis haben konnten, hat der Parteivorstand bereits über die Förderung der Frauenoraauisatian beraten. Dafür muß alles geschehen und auch die Agitation unter den Jugendlichen muß gefördert werden. Bei ms(Provinz Sachsen): In Magdeburg besteht ein Oppo- fitlöiiSocrcli: mit 150 Mitgliedern, weitere OpvositionSbildung ist in unserem Bezirk nicht wahrscheinlich. Die..Gleichheit", wie sie jetzt ist. schädigt die Partei in jeder Weise. Es ist schmerzlich, aber unausweichlich, hier zuzugreifen. Klara Zetkin hat ihren Name« in der Fraueuinternationale, aber das Notwendige muß geschehen. Man kann unmöglich einer Gegenpartei und Redakt our eines Zen- tralorgans unserer Partei zugleich sein und dieses Organ auch nach für die Gegenpartei verwenden.(Sehr richtig!) Bei uuS hat die»Gleichheit" fast alle Abonnenten verloren, unsere Frauen Ivollen sie gar nicht haben; dies« Artikel waren schon vor dem Kriege für die große Masse der Arbeiterinnen ungenießbar. Wir brauchen eine populäre Frauenzeitschrift, sonst nehmen unZ ....... gewissem------........—,___ Jugendbewegung steht ciinmttig zur allgemcon-m Jugendbewegung wie bei KrieaZbeginn. Der Hauptgrund des AnwacksenS der Oppo» sition sind die augenblicklichen wirtschaftlichen Verhältnisse. Vorsitzender Eberl begrüßt die inzwischen im Saal erschienenen und an den Vorstandsiisch gelsiteten Genosion Dr. Viktor Adker, Dr. Karl Renner und Karl Seitz auö Wien, Mitglieder des österreichischen Abgeordnetenhauses, sowie den QJöiosse« Eugen Garami au» Budapest mit herzlichen Worten: vor allem begrüßen wir dem Besuch unseres verehrten Vorkämpfers Viktor Adler(Bei- fall), in dieser überaus schwierigen Situation ist uns sein Rai und {eine Hilfe besonders wertvoll.(Erneuter Leifallch gen, in den letzten eineinhalb bis zwei Jahren war sie nur noch ein Organ zur Bekämpfung der Partei. KautSky hat seinen Namen in der Jnternatronale überlebt. Eine Auseinandersetzung mit den»Unabhängigen" auf dem Parteitag erübrigt sich, er kann nur das Ausrufungszeichen hinter die SsxAtung setzen, aber er muß die großen politischen und wirtschaftliche« Frage» besprechen. Braun(Parteivorstand): Der Dualismus HennigS, daß man politisch mit den Unabhängigen geht und organisatorisch mit un», ist unmöglich, denn unsere Organisation ist nicht Selbstzwecks son- dern sie hat unsere politisaien Forderungen zu propagieren, sür sie zu werben und sie in die Wirklichkeit umzusetzen.(Sehr richtig!) In keiner Weise bat sich die Partei für den preußische» MilitariS- mns ausgesprochen; literarische Ausführungen einzelner Genossen beweisen nichts, denn für die Fragen unserer spateren Stellung- nähme baben wir in der Partei volle Meinungsfreiheit. Aber jetzt können wir unser Land eben nur mit dem preußischen und sonstigen deutschen Militärsystem verteidigen!(Sehr richtig!) Nach meiner Ueberzeugung wird die Partei stets das jetzige Militärfvstcm im Frieden bekämpfen, bw daö von uns geforderte System eingeführt ist. Wir wissen doch alle, wie die Stimmung der Massen durch die Presse beeinflußt wird und können danach die Ausfuhrungen aus Halle und Erfurt richtig einschätzen. UebrigenS hat ein Redakteur des„Halleschen Volksblattö" außerhalb der Bezirksleitung für die Beschickung der Gothaer Konferenz agitiert.(Hört! hört!) Man kann von uns doch nicht erwarten, daß wir bei einem solchen Spiel an den Einheitswillen glauben. Dazu gehört auck der kritiklose Abdruck des Aufrufs der Unabhängigen an der Spitze de»»Halle- scheu VolkSblatls" In bezug auf die»Gleichheit" stimme ich Beiws vollkommen zu. In diesem Parteiblott wird der Pariei vorgeworfen, die Arbeitmtschaft zu verraten, eS wird von Sozialimperm- listen usw. gesprochen. Zwar lesen unsere Frauen den verstiegenen Phrasenschwulst der Leitarrkiel nicht, weil sie ihn nickt verstehen, aber auch in dem übrigen Inhalt ist noch genug Gift enthalten. Ein Zentralorgan der Partei darf jedenfalls nickt ein Zentral- organ der Unabhängigen sein!(Lebhafte Zustimmung.) LLbc(Mittclschlesisn): All diese Berichte haben uns wobl überzeugt, wir recht wir hatten, mit der früheren Unklarheit ein ASlcke zu mockien. Zur Klärung hat allerdings die andere Seite sehr wenig beigetragen. Es grenzt an Falschheit, wie die Bläher in Halle und Erfurt dem Namen nach zur Partei hakten und in Wirklichkeit für die Unabhängigen eintreten. Die meisten Redner baben uns sagen müssen, daß niemand mit einem Mandat einer Organisation nach Gotha gereist ist: oft kennt man nicht einmal die Personen, so geht es uns mit den zwei Schlesiern. Wir in Breslau nrussten vier Mann den AuLschlußbrief zuschicken— wir haben dafür in drei Monaten SOO neue Mitglieder aufgenommen; durch wtier Vorgeben ist also die Werbekrost der Partei gehoben, der Glaube an ihre politische Aktionsfähigkeit wiederhergestellt worden. Für den Parteitag gilt es deshalb in erster Linie, die politischen Aufgaben der Partei zu klären. Auer(Sudbayern): In einer solcken Zeit müssen wir un» mit Parteizerreißung und Selbstzerflcischnng beschäftigen; die rote Internationale kann jetzt wieder zur Bedeutung kommen. Wenn wir in Deutschland einig wären, waS würde das jetzt bedeuten! Daß da solche Debatten nötig sind, ist zum Heulen!(Sehr wahr!) Wir in Bayern haben im Parteistreit allergrößte Zurückhaltung geübt, schon um den Gegnern keine Waffen zu geben. Wenn auf beiden Seiten der gute Wille vorhanden gewesen wäre, dann wäre das Zusamcmnarbeiten auch möglich gewesen. Aber Gotha und Iva? vorhergegangen ist, bat uns gezeigt, daß auf der einen Sehe der gute Wille fehlt und so sind die Würfel gefallen. Die Bedeu- tung der unabhängigen Partei wird üborschätzt, wir haben ja über Hie Deleaaftoy nach Gotha genug gehört. Von München wurde HiSnÄr iurch ehre Versammlung von 11 Männlein und Ii Werblein fihigesditiSt, nachdem die verlanglen Kosten gesammelt waren, (Heiterkau.) Weiter ist bei uns von Opposition nichts zu spüren. AnderS ist es in Nvrdbaysrn, wo Hoffmann dafür arbeitet. Er bat aber selbst in Hof keinen Anklang gesunden; ebenso ist es in Bayreuth und Würzburg, wo Dr. Geyer von der Sckule weg in die Redaktion gekommen ist.(Heiterkeit.) Ein Wahlkreis hat Beitrags- sperre beschlossen: Aschaffeiiburg. dor hat aber bis jetzt noch nie Beiträge abgeführt.(Große Heiterkeit.) Mit der„Gleichheit' geht es nicht so weiter. Konferenzen für die Frauen und die Jugend müssen abgehalten werden und auf dem Parteitag müssen vor allem die großen Fragen beraten werden. | Kuntz«(Pommern): Bei uns ist die Spaltung infolge der t Arbeit Horns und anderor wottor vorgefchriUo»; vi an schickt das TroßiBcrlincr„Mitici�ungZbkatt" der Unabhängigen in die Kreise, besonders auch nach Randow-Greifenhagen, um Verhetzung zu treiben. Auch bei uns wurden jedoch den„Delegierten" nach Gotha zumeist keine ordnungsmäßigen Mandate iibcriragen. Das ange- kündigte Vorgehen gegen die„Gleichheit" ist selbstverständlich. Ulrich(Frankfurt) ersucht gegenüber der aufs äußerste gc- tricbenen Spaltungsarbcit Distmanns und seiner Anhänger die Parteiorganisation im Bezirk Frankfurt a.?Jl. auch finanziell zu stärken. Meer selb-Rheinprovinz erklärt es gle-ichralls für unmög- lich. Zentralorgane durch Gegner redigieren zu lassen. Die„Geich- hcit" war immer nur das Organ der früheren Genossin Zetkin und weiter nichts, und die„Reue Zeil" ist ausgezeichnet durch Ledern- heit und Langweiligkeit sondergleichen. Eine Acndcrung wäre schon längst nötig gewesen. Die„Neue Zeit" solle doch das reiche geistige Leben der Partei tvidcrspiegeln. Der Parteitag sollte mög- lichst bald, wenn es geht, schon zu Pfingsten stattnirden. Tic Partei hat jetzt die größten Aufgaben in der Kriegs- und Friedens- frage, in der Neuordnung des ganzen deutschen politischen Lebens. S i n d e r m a n n- Dresden: In Leipzig sehen wir jetzt die Folgen des Uebcrbietens an radikalen Redensarten; die Arbeits- gemcinschaft wird dort von den Epartatujfen ganz an die Wand gedrückt. Den Zujtcnld in der„Gleichheit" können wir auf die Dauer nicht mit ansehen. Wir haben das Obligatorium der «Gleichheit" längst aufgegeben. Unser Landcsvorfiand und die allermeisten Wahlkreise halten fest zur Partei. Die Gothacr Tele- gierungen sind zumeist auf ähnliche Weise zustande gekommen wie uns hier aus anderen Teilen des Reiches berichtet wurde. Wir haben alle Kraft daran zu setzen, die Partei und auch die GeWerk- schafken für die großen Aufgaben der Zukunft in alter Schlag- fertigreit zu erhalten. Buhl- Leipzig schildert das überaus schwierige Wirken der Leipziger Parteimitglieder. Sic kommen mit ihrem kleinen Mit- teilungSblatt nicht genug an die Ocffcntichkcit heran. Im Betriebe der„Lenpziger Volkszeitung" sucht der Tcrrvrismus der Unab- hängigcn pflichttreue Beamte nur deshalb hinauszudrängen, weil sie der Partei treu bleiben. Die Schaffung eines Parteiblaites für Leipzig wäre sehr nötig. Auf Antrag Lein er ts- Ha nn oder wird die Debatte geschlossen. E b c r t teilt im Schlußwort zunächst mit, daß Frau Baader aus rein organisatorischen Gründen gegenwärtig in der Partei- korrespondenz beschäftigt wird und daß sie mit dieser Tätigkeit nach ihrer wiederholten Erklärung durchaus zufrieden ist. Sie hat aber auch ihre Empörung über den demagogischen Mißbrauch aus- gesprochen, der jetzt draußen mit ihrem Namen und ihrer Person getrieben wird.(Beifall.) In Gotha hat Frau Zietz behauptet, eine Broschüre von ihr sei verzögert worden, weil einmal drei Wochen lang keine Vorstandösitzung stattgefunden hätte. Diese Behauptung ist falsch; der Parteivorstand hält mindestens eine Sitzung in der Woche ab, aber Frau Zietz bat oft gefehlt, auch wenn sie in Berlin war. Vielleicht irrt sie; ihre Broschüre ist�cr- schienen. Unwahr ist auck ihre weitere Behauptung, daß sie hätte ans Frau Zetkin einwirken sollen, damit die„Geichheit" jnne andere Haltung einnehme. Zu einer solchen Einwirkung hätten wir gewiß nicht Frau Zietz ausgesucht; niemand weiß besser als wir, daß kein Mensch geringeren Einfluß auf Frau Zetkin hat als Frau Zietz.(Heiterkeit.) Wenn Haase in Spandau bei der Wahlagitation behauptet hat, die Vertreter der Fraktion im Er- nährungsbeirat hätten nichts erreicht, so kann ich erwidern, daß, wenn wir nicht mit dieser Energie und Hartnäckigkeit unsere Auf- fassung verfochten hätten, die Dinge heute noch viel schlechter stündeu. Die Arbeitsgemeinschaft hat übrigens bis heute von der ihr gegebenen Möglichkeit, gleichfalls einen Vertreter in den Er- nährungsbeirat zu entsenden, keinen Gebranch gemacht(Lebhaftes Hört hört!), obwohl ick' seinerzeit Wurm darauf aufmerksam machte. Die Leute, die sich von der Mitarbeit fcrnhalren, baben wohl keinen Anlaß, über uns zu urteilen, die wir alle Kraft eingesetzt haben. Die Frgnenkonferenz war von uns bereits be- svrochen, ehe wir von dem Gothaer Beschluß etwas wissen konnten. Natürlich müssen wir eine solche Tagung gut vorbereiiem Bisher wäre ein Parteitag nur unter Ausschluß der Oesfentlichkeit und weitgehender Zensur der Berichte möglich getoesen. Jetzt muß die Sache von neuem gepr'ist l Verden; ich glaube, daß der Partei- Vorstand so schnell wie möglich die Berufung eines Part«tages in die Wege leiten wird. Selbstverständlich werden die politischen Fragen in erster Reihe zu stehen haben; leider bat uns das Treiben der Opposition gehindert, es im Parteiansschuß immer so zu halten. Namens des Parteivorstandes lehne ich es entschieden ab, daß unsere Stellung zur Landesverteidigung die von Hcmrig bezeich- neten Konsequenzen haben müßte. Wir haben einmal das Budget bewilligt, weil die Kriegskredite seinen weitaus größten Teil aus- machten, mittlerweile haben wir das Budget wieder abgelehnt, weil es zwar keine Kriegskredite, aber schlechte Steuern enthielt. Die Verantwortung für den unbeschränkten U.Boot-Krieg� haben wir denen aufgebürdet, die ihn beschlossen haben; niemand in der Fraktion hat sich für den unbeschränkten U-Boot- Krieg eingesetzt, wohl aber ein Mitglied der Unabhängi- gen. Theodor Schwartz in Lübeck.(Heiterkeit.) Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft müssen wissen, daß unsere Fraliion auch während des Krieges ihre Selbständigkeit itändigkeit auf das peinlichste gewahrt und alle Fragen lediglich nach den Interessen der Arbeiterklasse entschieden hat. Das Schlag- wort von Regierungssozialisten ist Demagogie.� Auf der Reichs- konferenz haben wir Haase und Ledebour aufgefordert, mit Be- weisen dafür herauszukommen, sie haben es nicht getan. Von einer nationalsozialen Politik kann keine Rede sein. Schon auf das Oppositionsblatt vom Juni 1915 erklärte der Parteivorstand, daß der Charakter der Partei selbstverständlich der gleiche bleibe. Wer das bestreitet, ist ein Tor; der Klassenkampf ist doch nicht Sechst- zweck, er ist aus den Lerhältnisien herausgcboren. Wer dm Per- hältnisie während des.Krieges verfolgt, kann auch keinen Zweifel über die zukünftige Entwickelung auf diesem Gebiete haben. Scheidemann bat im vorigen Jahre im Reichstag erlärt:„a.-ie sozialdcmokratii.. Partei bleibt, was sie war. die alte Partei des Klassenkampfes, des klassenbewußten Proletariats." Wie sich die Partei und die Fraktion zu den künftigen Fragen unserer Politik stellt, muß abgewartet werden; aber darüber besteht bei uns im Parteivorstand kein Zweifel, daß auch die Politik der Partei nach dem Kriege aufgebaut sein wird auf den Grundsätzen des Erfurter Parteiprogramms.(Lebhafte Zustimmung.) Anträge liegen nicht vor. der Punkt ,st erledigt. Die VerHand- lung wird abgebrochen, die restliche Zeit mit der Besprechung des Punktes„Sonstiges" ausgefüllt. Auf eine Frage Schrecks- Oestl. Westfalen gibt Ebcrt Auskunft über die Einschränkung des Zentral- bildnngsinstituts der Partei und über die ausreichende Weiter- Unterstützung der Angehörigen eingezogener Angestellter dieses Instituts. Körner- Rheinpialz regt zur Bekämpfung der Jugend- verrohung eine Aktion auf Entlassung von Volksschullehrern ans dem Heeresdienst an. Meer seid macht darauf aufmerksam, daß die Verrohung sehr wohl auch durch die Abwesenheit der Väter und der auf Arbeit gehenden Mütter verschuldet wird. Ebert erkennt der Anregung Körners Berechtigung zu, weist aber auch auf die Notwendigkeit der Reform der Jugend-Strasrechtspflege bin. S ch ö p f l i n glaubt, daß die Anregung KörnerS aus militärischen Gründen wenig Erfolg haben werde. Walter- Nordbaycrn fragt, waS mit dem von der Reichs- konferenz überwiesenen Airtrag aus Einsetzung einer Prüfungs- kommission für die Fragen der Uebergangswirtsckaft ge?chel>en sei. Molkenbuhr fordert unter Hinweis auf das von� Janffon herausgegebene und von Cunow, Schippe! und Hue geschriebene Buch zu reger Diskussion dieses Komplexes von Fragen in der Presse und in Versammlungen auf. damit man bis zum Parteitag zu festen Vorschlägen gelange. Ebert erklärt, daß über den von der Reichskonferenz überwiesenen Antrag in der morgigen Debatte gesprochen werden könne. B ändert tritt für V.rmuiderilng de? Erscheinens der Partaikorresoondenz von s auf 14 Tage mit Rücksicht auf die Teue- rung allcw Maicrialicu und auf die zu beobachtende Verringerung des Materials für die Paricikorrespondcnz ein. B r au n erwideri, daß eine solche Verminderung bereits ins Auge gefaßt worden sei. Man mußte die Partei korrespondenz häufiger herausgeben, als die Partei kein Zentralorgan hatte; heute ist das ja anders. Ebert sagt Erwägung im Parteivorstand zu. Auf Anftage Auers erklärt Ebert. daß allerdings die Er- klärung der Zeitungen als kriegswichtige Betriebe im Sinne des Hilfsdienstgesetzes weder im Gesetz noch in den AuSfirhrungS- bcstimmungen enthalten sei, dagegen seien entsprechende Zusagen gegeben worden. In Berlin und verschiedenen Korpsbezirken ist diese Anerkennung durchgeführt, wo nicht, sind entsprechende An- träge an die Kricgsamtsstellcn der stellvertretenden Generalkom- mandos zu stellen. Bei besonders harten Strafen, die noch vor Er- laß der jüngsten Milderung des Militärstrafgesctzbuches verhängt wurdmi, ist es wiederholt gelungen, Milderung zu erreichen; man teile solche Fälle dem Parteivorstand mit. Ebenso dort, wo etwa Tageszeitungen nicht als kriegswichtige Betriebe anerkannt werden sollten. Darauf wird die Sitzung auf Donnerstag früh vertagt. ** * Zweiter Verhandlungstag.— Donnerstag, 19. April 1917, vormittags 9 Uhr. Die politische Lage und die Aufgaben der Partei. Scheide mann: Ich soll die Ernährungsfrage, die Pol:- tische Zuordnung und die Friedenstrage behandeln. Das ist ein bißchen viel, ich kann mich aber vor Ihnen kurz fassen. Die lehren Tage haben gezeigr, lvic groß die Unzusricdenbeit mit der Rege- lung der Lebeiismittelderhältnisse ist. Es ist nur bedauerlich, daß wir durch Einstellung der Arbeit nach Lage der Dinge auch nicht e i n Stück Brot mehr bekommen, die Aussichten auf bat- digen Frieden damit aber verderben können. Wenn im Ausland die Hoffnung genährt wird, daß Deutschland vor dem Zusammenbruch steht, so wird es begreiflich, daß insbesondere die englische Regierung nicht Frieden schließen will. Die Ursachen unserer Schwierigketten sind: l. die Absperrung, L. die imtur- gemäß von Jahr zu Jahr im Kriege sich verschleckteruden Ernten und 3. das Zaudern der Regierung mit den iwtwendigcn Maß- nahmen. Das Zaudern im Anfang kam daber, daß man allge- mein, auch bei uns. nur mit einer Kriegs dauer von höchstens einigen Monaten rechnete. Tic Behörden und die Reichsregierung baben Agrarier und Händler lange Zeit ihre unmotivierten For- dcrungen durchdrücken lassen. Dazu kam die feblerhafte Bercch- nung der Borräte und die mangelhafte Erfassung der Bestände ans dem Lande. Die Not, die daraus resultierende Unzufriedenheit und der durch die Kürzung der Brotration noch gesteigerte Un- willen haben den Untergrund für eine ebenso un wahrhaftige wie demagogische Verhetzung geschaffen. In der Ernährungsfrage haben wir bis zur Spaltung alle Besckilüsse einstimmig gefaßt. Wir werdcn�im Kampf für die Sicherstellung der Volkscrnährung nickt nachlassen. Tie uns und der Gcneralkommission gegebenen Zusagen müssen unbedingt eingehalten werden, die zum Ersatz für die verringerte Brotration eingeführte erhöhte Fleischratioa muß sickergestellt werden. Besonders wurde getlagt über die mangelhafte Durchführung der Verordnungen der Reichsregicrung durch die Bundesstaaten, zumal in Preußen. Hier ist keine bessere Per- waltung denkbar, solange nicht volle Demokratisierung erreicht worden ist. Als Delbrück zum ersten Male das Wort von der „Neuoriciitteriing" aussprach, es war am 3. November 1914, wurde ebenfalls die Zauderpolittk, die alles erst nach dem Kriege machen will, betont. Nach den unerhörten Opfern, die das ganze Volk gebracht hat, muß die Beseitigung des für unsere Zeit direkt un- erträglich gewordenen Dveiklassenwahlrechts unverzüglich verlangt tuerben. Man hat sich selbst zu solchen Verbesserungen wie de: Gewerkschaftsnovellc zum VereinSgefetz, nur schwer bewegen lassen; für heute ist, wie ich sagen kann, endlich die Aufhebung des Je- suitengesetzcs und des Sprachenparagraphen angekündigt. Welch eine törichte Politik ist das, anstatt im großen Zuge zu geben, loas doch gegeben werden mutz, diese Kleinigkeitskrämerei zu treiben, die nur den Eindruck erwecken kann, daß jeder Trovfen mühselig abgerungen werden muß!(Sehr wahr!) Die Stellungnahme mancher Genossen, daß die Wahlreform im Kriege nicht gemacht lverden könne, verurteile ich durchaus, und ich bedauere es sehr, daß zum Beispiel Lensch sich auf diesen Standpunkt gestellt bat. Kein Mensch bestreitet vorhandene Schwierigkeiten für die Regierung, diese zu überwinden ist in erster Linie ihre eigene Sacke! Tic Regierung braucht den Konflikt nicht zu scheuen, der ihr be- vorsteht, wenn sie ernstlich an die Wahlreform herangeht. Wer kann eigentlich so verblendet sein, dem deutschen Volk noch weiter das gleiche Recht vorenthalten zu wollen? Es handelt sich natürlich bei der Reform nicht nur um Preußen, sondern auch um andere Bundesstaaten, auch um die Reform des Gemcindewahlrechts mit seinem Hausüesitzcrprivileg. Wir verlangen auch das Frauen- Wahlrecht und die Neueinteilung der Wahlkreise. Irgend ein Kompromiß mit einem Plurallvnhlrccht ist für uns absolut auS- geschlossen. Die Osterbotschaft ist unzweifelhaft das Ergebnis unserer Taktik gewesen; während das Sammelsurium von An- trägen der Arbeitsgemeinschaft im Reichstage glatt aDgelehitt worden wäre, worauf sich die Reaktion dann bei ihren. Zögern hätte berufen können, hat sich für die Einsetzung des Verfassungs- ausschusses und damit grundsätzlich für eine großzügige Demo- kratisierung die ungeheure Mehrheit des Reichstages ausgesprochen. Wir können feststellen, daß der„Vorwärts" uns bei dieser Aktion sehr gute Dienste geleistet hat. Wenn die Arbeits- gemeinschaft uns grundlos als Regierungssozialistcn hinstellt, so könnten wir unter Hinweis auf verschiedene ihrer Abstimmungen mit Heydebrand und' Westarp von ihnen als von„Junkeriraban- tcn" sprechen, aber wir wollen doch verzichten auf derartige Ale- thoden.(Sehr wabr!) Haase hat in Gotha behauptet, wir hätten durch unsere Taktik zur Verlängerung des Krieges beigetragen. Nun, w i r haben immer und unausgesetzt auf den Frieden ohne Vergewaltigung irgend eines Volkes hingearbeitet, freilich auch erklärt: wenn von den andern ein solcher Frieden der Verständi- gung abgelehnt wird, steken wir selbstverständlich zur Verteidi- gung unseres Landes. Wenn ettvas die Aussichten auf baldigen Frieden verschlechtern konnte, dann war es die Taktik der Arbeitsgemeinschaft(Sehr richtig!), die die feind- liehen Regierungen in dem Glauben bestärken mußte, Deutschland stehe vor dem Zusammenbruch; wenn die feindlichen Regierungen das glauben, dann sind sie natürlich nicht bereit zum sofortigen Frieden. Haase hat in Gotha es als Deklamationen erklärt, wenn man vom Frieden rede, aber nichts tue, um die internationale Vertretung der Arbeiterklasse wieder zusammenzubringen. Dabei kennt Haase ganz genau unsere unausgesetzten Bemühungen auf Wiederzusammcnbringung der Internationale. Deklamation soll es auch sein, wenn man zwar für den Frieden rede, aber Mittel zum Kriege bewillig«. Nun, wir können und wollen nicht unseren eigenen Söhnen und Brüdern in den Rücken fallen. Hätten wir ctiva eingehen sollen auf den 1915« Weihnachtsbeschlutz der französischen Sozialisten? Die haben damals von ihren Deputierten Bewilligung der„Mittel zum Siege" verlangt und das Verbleiben ihrer sozialistischen Vertreter im Ministerium. Von den deutschen Sozialisten aber verlangten sie, daß sie die Mittel zur Verteidi- gung ihres Landes ablehnen und auch„zu anderen Handlungen übergehen" sollten. Diese Zumutung mußten wir selbstverständlich ablehnen. Wer für die Demokratisierung unteres Landes arbeitet, der arbeitet für den Frieden; unsere Arbeit würde um so wirksamer sein, je geschlossener die Arbeiter zu ihren Forderungen stehen. Nun erleben wir in der ernstesten Zeit eine geradezu verbreche- rische Zersplitterungsarbeit. Deutschland zu„befteien", ist unsere Aufgabe, sollte das etwa der Zarismus tun, dessen Mobilmachung den Krieg entfesselt hat? Ter radikale„Vorwärts" hatte ja bei Kriegsbeginn Preußen-Deutschland eine Befreiungs- Mission für die ganze Menschheit zugeschrieben! Tieselbe Tonart wurde übrigens auch im Hallcschen„Volksblatt" ange- schlagen und in anderen später oppositionell gewordenen Blättern. UebrigeuS hat sellsst das.MttteiluugSblatt" Adolf Hofftnannd, dem doch gewiß niemand„Radikalismus" nach irgendeiner Richluiig absprechen wird, ausdrücklich erklärt, daß in Teutsckland nickt russische Verhältnisse herrschen, also auch nicht russisch gewirkt loerdeu kann. Wilson hat letzthin von der Befreiung der Völker gesprochen, die man nicht mit den Regierungen ihrer Länder verwechseln dürfe. Die Hunderttausende Deutsche, die mit amerikanischen Granaten zusammengeschossen wurden, und die Hunderttausende von Wit- iven und Waisen, die darum klagen— das waren Mitglieder des deutschen Volkes und nicht ciwa die deuliche Regierung! Tics Herrn Wilson zur Antwort. lLebhafter Beifall.) Er will sich m unsere inneren Verhältnisse mischen. WaS würde er gesagt haben, wenn wir von Deutschland aus uns beniübt hätten, die städtiiche Korruption in Amerika, die alle anständigen Menschen drüben brandmarken, zu beseitigell. oder wenn wir als Befreier Amerikas aufgetreten wären, als im„freici, Amerika", wie in keinem anderen Lande der Welt, Streikende und Arbeitslose zusammen- geschossen und niedergeknüttelt werden?(Lebhafte Zustimmung.) Ich erinnere an die Vorgänge in Colorado und auf dem Union Square in New Uork. Die Aussichten des Friedens werden natürlich ganz verschieden- artig beurteilt. ES steht fest, daß die Regierungen, so wie die Völker der Zentralmäckte gewillt sind,, sobald als möglich Frieden auf Grundlage einer Verständigung zu machen. Dem Friedens- angebot vom Dezember 1916 sind weitere unverkennbare Friedens- angebote gefolgt; ich erinnere an die Aenßcrnngen des Grafen Tisza, die Erklärungen des Grasen Czcrnin und die Auslassungen des deutschen Reichskanzlers. Die Entente hat auch das Märcken verbreitet, die deutschen Truppen fielen über das revolutionäre Rußland her; jedermann weiß bei uns, daß kein Wort davon wabr ist. Wir wollen bei�aller Freude über die politischen Erfolge in Rußland nickt bergessen, daß jetzt in Rußland leider nicht allein Tscheidse und Kerenski matzgebend sind. Die Miljukow und Gutschtow haben die Revolution mitgemackt, um die zariicke Burcaukratie zu beseitigen; sie wollen zwar Demokratie, aber auch den Sieg, bei dem sie ibre sehr Weitgest eckten Kriegszi cle dnrck setzen können. Milsukow und seine Leute sind bekanntlich eifrig dafür eingetreten, Konstantinopel für Rußland zu erobern. Die Bewegumg in Rußland ist der englischen Regierung in jeder Beziehung unbequem geworden. Es ist anders gekommen, als man in London gebofft hatte. Jeder Vergleich zwischen den Verhältnissen in Rußland und in Demschland ist unmöglich. Da- her sind auch alle Ratschläge unangebracht, das russische Beispiel nachzuahmen. So unsicher die Ercnngenickaften der russischen Revolution auch sein mögen, so viel kann festgestellt werden, daß die revolutionäre Bewegung von Miljukow und den hinter ihm stehenden Kreisen nicht wird benutzt werden können, den Krieg in die Länge zu ziehen, um utopische Kriegszicle zu verwirklichen. Eine revoluricmäre Bewegung, die nach dreijähriger Kriegsdauer einsetzt, um den Krieg zu verschärfen und zu verlängern, müßte uns Sozialdemokraten geradezu als unverständlich erscheinen. Wir können die feste Ilcberzeugnng haben, daß, wenn es nicht bald gc- lingt, Brot und Frieden zu schaffen, für die russischen Kriegshetzer die Fortsetzung des Krieges unmöglich werden wird. Die Frage, ob die russische Revolution uns dem Frieden näher bringt, muß nnbe- dingt mit j a bcamwortet werden. Das wird uns auch deutlich vor Augen geführt durch die Erklärungen der provisorischen 31c- gicrung und durch die Beschlüsse des Arbeiter- und SoldatcnratS. Um so bedauerlicher ist, daß eine Anzahl von Sozialisten aus den Ländern der Entente sich bemühen, den gesunden Sinn der ruiii- schon Arbeiter zu verwirren. Undurchsichtig ist auch die Ilolle, die Branting in Petersburg gefpielr hat. Tie Situation wird dadurch für uns noch komplizierter. Wir haben uns jedenfalls nach wie vor bemüht, daß wir mit dem neutralen Ausland und mit den Sozialisten in Rußland Verbindung gesucht haben. Leider Hai uns die Presse diese Arbeit ungemein erschwert. ES ist die Frage ausgeworfen worden, ob wir für den allgemeinen Frieden oder für einen Sonderfrieden mit Rußlmid wirken sollen. Ganz selbst- verständlich gchr unser Bemühen darauf aus, den allgcmeiucn Frieden so schnell als möglich herbeizuführen. Gelingt uns das nicht, dann akzeptieren wir natürlich auch einen Sonderfrieden. Vor übcrschwänglichcu Hoffnungen muß gewarnt werden. Vieles von dem, was in der Presse steht, ist reine Erfindung. Frankreich und England haben wiederholt angesehenen Parlamentariern nicht erlaubt, über die Grenze zu gehen. Die �russischen Emigranten in der Schweiz konmen nach Rußland nicht über Frankreich und Eng- land zurückfahren, sondern mußten den Weg durch Teutschland nehmen. England übt auch in den skandinavischen Ländern einen großen Druck aus, herrscht auch zum Teil in 3iußland. Wenn von Schweden oder Dänemark jemand nach Rußland will, so gc- nügt nicht der russische Paß, erforderlich ist auch die Erlaubnis der englischen Gesandten. In der Parteileitmrg haben wir nichts unterlassen, wovon wir uns auch nur den geringsten Erfolg ver- sprechen konnten. Wir werden das auch weiier tun. Nötig ist, daß wir auf den Beschluß des Arbeiter- und SoldatcnratS eine Am- wort geben, so deutlich wie möglich. Sie muß sich nicht nur richten an die russischen Sozialisten, sondern an alle Sozialisten. Deshalb haben wir diesmal auch die Vorstände der Reichstags- fraktton und der Landtagsfraktion, auf denen ebenso große Ver- antwortung lastet, zur Ausschußsitzung zugezogen. Wir wissen, daß jetzt die ganze Partei hinter dem Partei- ausschutz. dem Parteivorstand und diesen beiden Äörverschaften steht, und wenn durch deren Mund die deutsche Sozialdemokratie möglichst einstimmig eine Antwort auf die Petersburger Beschlüsse in die Welt gehen läßt, so kann das seinen Eindruck nick: ver- fehlen. Wir haben die 3icsoluiion mit voller Absicht so geiaßt. dai> sie eine Antwort darstellt auf die Beschlüsse des russischen Arbeiter-. und SoldatenratS. Daher haben wir aus diesen Beschlüssen wört- liche Zitate in die llicsolution übenwmmen. Ich bitte um ihre einstimmige Annahme, sie wird ibre Wirkung nicht verfehlen. (Lebhafter Beifall.) ES sind Resolutionen zur politischen Ncuord- nung und FricdenSfragevnd zur Ernährungs frage eingegangen, die wir an anderer Stelle abdrucken. Es folgt die Tcbattr. B e i m S- Magdeburg: Eine Kundgebung nach außen ist not- wendig, wir müssen in einwandfreier Weife unseren Friedens- willen zum Ausdruck bringen. Die Resolution müßte aber in schärferer Weise die Kricgstreibercien verurteilen, die sich noch immer in Teutschland zeigen. Den altdeutschen Bestrebungen muß klar und deutlich entgegengetreten werden. Das fehlt in der Resolutton. Der Absage Scheibemanns an die Richtung Lensch in der Frage der Neuorientierung schließe ich mich an. Wenn jetzt keine genügende Wahlrcform kommt, nach dem Kriege wird sie er't recht nicht kommen. Der Standpunkt Lenschs ist daher unglaub- lich kurzsichttg. An diese Richtung muß eine ganz eindeutige Ab- sage erteilt werden. In der vorliegenden Resolution zu den Er- näbrungs fragen stehen zu viel Gemeinplätze. Wir haben die Ver- pflichtnng, gleich bessere Vorschläge zu machen. Die Regierung hätte dem Wucher mit bestimmten Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen längst mehr entgegentreten müssen. Bei de» letzten Streiks bat die Opposition natürlich ihre Hände nn-spiel gelabt. Vielleicht sind die Streiks letzten Eirdes darauf zurück- zuführen, daß man in dieser Zeit den Arbeiiern fortgesetzt sagte, Disziplin bestehe nur in nebensächlichen Dingen, in den großen Dingen entscheide die Geivissenspflicht. Die Generalkomminion sollte sich mit den Leitungen der einzelnen Organisationen in Vcr- bindung setzen und sagen, daß es so nicht weitergehen kann. In Magdeburg haben allerdings die Gelben mitgestrc,tt. weil sie eben auch mit den ErnährungSverhälwissen unzufrieden waren. Paul Hirsch(Preuß. Landtagsfraktion): Die Forderung auf sofortige Einbringung der Wahlrcchtsvorlage muß doppelt� unter- strichen werden. Auch ich bedauere, daß einzelne Genossen gc- schrieben haben, die Wahlreiorm habe bis nach Friedensschluß Zeit. Ja Abgeordnetenhause heben wir bei ic�er Gclcgejchctt Mt SSfl�Qcforttt•Jiüdri lvahrend brZ KricAcs verlangt. Ter Tfler'>' l>e?schaft l>at ein Teil der Presse eine viel zu grosze Bedeutung bei- gelegt. Die Konservativen werden auch der neuen Wahlrechts- Vorlage Schwieriglciten machen. Sic sind gegen Tcniokratisicrung und halten alles für Demokratisierung, was darauf hinauSläust, ihre Macht zu mindern. Tic Aussichten der Wahlrechtsvorlage sind auch mit Rücksicht auf die unsichere Haltung des Zentrums recht ungünstig. Zu alledem kommt noch der Widerstand des .Herrenhauses. Geivisz, die Regierung kann den Landtag auf- lösen, iveun sie den Mut dazu hat. Aber Neuwahlen finden dann ja wieder unter dem Drcillasscnwahlrcck't statt und auch das neue Abgeordnetenhaus wird keine Mehrheit besitzen für Einführung deS ReichstagSwahlrechts in Preußen. Ich bezweifle auch, ob die Aussichten für die Tätigkeit des Versassungsausschusscs auf diesem Gebiete so gute sind. Jedenfalls müssen wir in der schärfsten Weise Stellung nehmen gegen alle, die uns auf die Zeit nach dem Kriege vertrösten wollen. Wir haben einen Antrag eingebracht, der eine engere Fühlungnahme herbeiführen will zwischen der Reichstags- fraktion und den Fraltivncn in den Einzellandtagcn. Es ist da oft zu llnstimlnigkeiten gekommen und es muß da einmal die Grenze gezogen werden, was dem Reichstag und was der Landcs- gcsetzgcbung zu überlassen ist. Man denke nur an das Schul- Wesen, au Stcuerfragen, an das WohnungSgesctz usw. Es müssen Richtlinien für die RcichSiagssraktion und für die Fraktionen in den Einzelstaatcn aufgestellt werden. Eine Fühlungnahme ist ganz besonders notwendig zu einer Zeit, lvo der BerfassungSaus- schuß des Reichstags wichtige Fragen auch für das inncrpolitische Leven der Einzelstaatcn berät S e v e r i n g- Bielefeld: Ich glaube, wir kommen mit der jetzigen Beratung ein wenig spät. Wir hätten zur Beratung der Ernährungsfragen den Parteiausschnß einmal besonders cinbc- rufen sollen. Gewiß, die Streiks waren vielleicht doch gekommen, aber wilde Streiks in diesem Umfange hatten wir nicht erlebt. Was sollen wir tun. wenn die Neuorientierung nicht nach unseren Wünschen erfolgt? Die letzten publizistischen Acußerungen Basier- manns zeigen, daß die Nationallibcralcn vielleicht nicht bei der Stange bleiben. Sollen wir dann ans eigener Kraft die maß- gebenden Stellen zu beeinflussen suchen? Dann müssen doch unsere Kräfte einheitlich zusammengefaßt werden. Die unersmtlichc Polemik in den Spalten deS„Vorwärts" zwischen Leirsch und Stampfer zu einer Zeit, als Wcltfricdenssragen zur Erörterung standen, bättc unterbleiben müssen. Ter„Vorwärts" verdient gc- wiß in der FricdenSfragc uneingeschränkte Anerkennung. Aber sonst sollte er sich von dem oft überschwenglichen Lob und dem allzu bitteren Tadel fernhalten, klebcr die Osterbotschaft zeigte er sich Koch erfreut und kurz darauf schrieb er, wir brauchten neue Männer. Also etwas mehr politisches Augenmaß! Ilcberhanpt sollten den einzelnen Redaktionen und Bezirksleitungen mehr Diretiiven gegeben werden. Tie Bestrebungen der alldeutschen Kreise verdienen unsere Aufmerksarnkcit. Wir müsien gegen sie Siclluirg nehmen. Tic ErnährungSschwierigkeitcn und die Kohlennot im kommenden Winter sollten uns schon jetzt auf dem Posten finden. Es sollten ReichSznschüsie gewährt tverden, damit sich die ärmere Bevölkerung rchtzcitig eindecken kann. Bei allen Auseinandersetzungen aber dürfen wir niemals aus den Augen verlieren, daß unser größtes Interesse gerichtet sein muß auf die Herbeiführung eines baldigen Friedens. L e i n c r t- Hannover: Die Resolution zur Fricdensfrage ist in manchen Punkten nichr klar genug. Wir sollten auch unserer- seits rund heraus erklären, daß wir anderen Völkern nichts ans- zwingen wollen, Ter Parteivorstand muß alles tun, um mit dem Arbeiter- und Soldatenrat Fühlung zu gewinnen� Zur Neuoriui- ticrung gehört auch die Sozialpolitik. Die ArbeilerauSschüssc im Silfsdicnstgesetz werden mit diciem Gesetz verschwinden. Dieser Gewinn muß in den Frieden hinübergenommen werden. Auch die anderen sozialpolitisckien Errungenschaften des Krieges(Wochen- Hilfe, Arbeitslosenversichevurg u. a. m.) müssen urlbedingt der Arbeiterschaft erhalten bleiben. Die Wahlreform muß noch im Lause des Krieges erledigt werden Darüber sollre es eigentlich kleinen Streit geben» und es war daher im höchsten Grade der- wunderlich, daß der„Vorwärts" als das Organ, das im Auslande gelesen wird, den Artikel von Lensch überhaupt aufgenommen hat. Hierher gehört auch die Art, wie die Frage der Neuorientierung durch die„Ghcmnitzer Bolksslimme" behandelt wird. Die„Chem- nitzer Volksstimme" fußi immer auf meiner Rede im Abgeordneten- Haus vom kl. März. Damals sagte ich nach dem Vorstoß im Herrenbanse. daß die Abgeordnetenhausrede des Kanzlers das Vertrauen des Volkes zu ihm wesentlich erhöhen würde. Seitdem stehen wir unter dem gewaltigen Eindruck der russischen Revolution. Gleich- wohl schreibt die„Chemnitzer Bolksstimme", die Wahlrechtsfrage sei eine preußische Frage und sei gar nicht d i e politische Frage, als die sie hingestellt wird. Dieser Standpunkt ist mir unverständlich, und der Parteiausschuß mutz sich gegen eine Durchkreuzung der selbstverständlichen Politik der Partei durch Lensch und die„Chem- litzer Volksstimme" wenden. Bei der Beurteilung der Osterbot- schaft scheint der„Vorwärts" nicht das richtige politische Urteil ge- habt zu haben. Er las auö der Äerwerfung des KlasscnwahIrechtS das Versprechen des gleichen Wahlrechts heraus. Das scheint mir doch nicht zutreffend zu sein. Jedenfalls müssen wir auf dem gleichen Wahlrecht unbedingt bestehen. Meers e ld- Köln: Die Absicht der Berliner Metallarbeiter, in einen Streik einzutreten, war lange vorher bekannt. Tic Berliner Streiks haben den ganzen Ernst der Situation gezeigt Aller- dingS haben sie auf der anderen Seite auch die SiegcShoffnungen unserer Feinde abermals gestärkt. Auch ich bedauere, daß Lensch mit seinem Artikel gegen die sofortige Reuoriennerung im„Vor- Ivärts" zu Work gekommen ist. Wir müssen mit aller Entichieden- beit daraus drängen, daß die Reform sofort erfolgt Ueber das Zentrum dürfen wir uns leinen Illusionen hingeben. AuS der Zustimmung des Zentrums_im Rcichslag zum Verfassung SauS- schuß darf lücht etwa gcichlopcn werden, daß das Zentrum bereit wäre, positiv mitzuarbeuen, es hat nur nicht gewagt, nein zu sagen. Zur Neuorientierung geHort auch eine Ncueinteilung der Wahl- kreise. Gerade hier aber wird das Zentrum Schwierigkeiten machen. Das Bürgertum ist zu gewissen Konzessionen bereit, weil es zur Macht gelangen will. Tom RerchstagswaHlrecht in Preußen will es freilich nichts wissen. Was nach dem Kriege kommt, wissen wir nicht, deshalb müsien wir noch wahrend des Krieges alle unsere Kräfte zu einer machtvollen Aktion zusammenfassen. Vielleicht bc- kommen wir Anfklärnng übte die 13011 Parteivorstands- mitgliedern nach Kopenhagen oder Stockholm? Die Arbeit der Entente-Sozialiften in Rußland gegen den frieden ist eine Schande sar den internationalen Sozialismus. Die Regierung sollte klipp und klar erklären, unter welchen Bedingungen sie Frieden schliefen will. Tie Regierung sollte auch erklären, wie sie zu den Be- strebungen des Grafen Reventlviv steht. In unserer Entsa,.lekung sollten wir die Form einer direkten Ansprache an die russischen Genossen wählen. Das würde die Wirkung des Beschlusses erhöben. Robert Schmidt: Es ist gefragt worden, ob gegen die wilden Streiks nichts Habe unternommen werden können. Die Generalkommission war sich des Ernstes der Situation bewußt. Wir Haben aber stets erklärt, daß wir die Verantwortung ablehnen müßten für den Gang der Entwickelung. wenn alle unsere Forde- rungen abgelehnt werden würden. Auch wenn wir eingegriffen hätten, hätten wir die Entwickelung wahrscheinlich nicht autt'allcn können. Natürlich wissen wir, in welch schwierige Verhältnisse uns solche Streiks hineinbringen können, denn hinter solchen Streiks stehen starke politische Einflüsse der Arbeitsgemeinschaft Aner- kannte Führer der Arbeitsgemeinschaft sind für die Forlsetzung des Streiks eingetreten. Uckbersehen darf nicht werden, daß das Unter- nehmertum über die Handhabung des Hilfsdienstgesetzes ungehalten ist und es gar nickt so ungern sehen würde, wenn die MunitzonS- industrie militarisiert würde, wohin planlose Streiks nach seiner Ansicht schließlich führen können. Es bestehen schwere innerpolitische Gefahren, wenn diese Streiks über den Rahmen eines Temonstra- tionsstreiks gegen Lebensmittelschwicrigkciten hinausgehen. Tie Hoffnungen der Feinde ans den inneren Zusammenbruch Deutsch- landS werden dadurck gestärkt. Wir haben im parlamentarischen Ernährijngsbeirat nach besten dlcästcn geunrit, aber t?»uidc ZU häufig' gegen uns entschieden. Die gegenwärtigen SchaTieeig? eiien sind ja allgemein bekannt. Die Herabsetzung der Brotration war notwendig nach der nmsangreichcn Vcrsüttcrung von Getreide an das Vieh und bei der Kartoffel liegen die Vcrhälwisse ähnlich. Wir haben die Entwickelung vorausgesehen und rechtzeitig gewarnt. leider vergeblich. Nötigenfalls muß die gesamte Gerste für die menschliche Ernährung freigemacht und die Bicrcrzcugung ein- gestellt werden Selbst Ivenn der Krieg zu Ende geht, werden die Schwierigkeiten noch nicht beseitigt sein, sondern noch lange Zeit fortbestehen. Alle Parteigenossen sollten sich schon jetzt mit den Fragen der Uebcrgangswirtsckxtft beschäftigen. Handel und Land- ivirtschast tun daL bereits und wir dürfen nicht zurückstehen. Wir brauchen auch ein neues Programm für die nächsten Forderungen in der Sozialpolitik. Hier müssen Parteivorstand und General- kommissiou zusammcnarbeiien. Das hätte längst geschehen müssen und wäre wohl auch geschehen, tvcnn der Parteistrcit nicht die ganze Zeit uns fortnehmen würde. Tic Monopolfrage ist gleich- salls für die Arbeiterschaft von größter Bedeutung. Monopolistc- rung bedeutet Konzentration der Kapitalsmacht Was nützt das Ktoalitionsrecht dem Arbeiter, wenn die wirtschaftliche Macht des Unternehmertums übergroß ist. U l l r i ch- Frankfurt a. M.: Die Ernährungsfrage ist im Augenblick die wichtigste Frage. Ein großer Teil aller LebenS- mittel wird im Schleichhandel erworben. Es muß auch dafür ge- sorgt werden, daß der ungeheuere Schwindel mit der Auslands- Ware aufhört. Der Staat sollte die ganze Auslandsware an sich nehmen und zu normalen Preisen verkaufen. Die Differenz müßte der Staat selber tragen. Nicht über die Knappheit selbst sind die Genossen erbost, sondern über die ungerechte Verteilung der bor- handcncn Lebensmittel. Ueber die KriegSziele sollte We Regierung volle Klarheit schaffen. Auch wir bedauern, daß sozialdemokratische Rcichstagsabgcordnete die Bestrebungen der Konservativen unter- stützt haben, die Neuorientierung bis nach dem Kriege zurückzu- stellen. Es folgt die Mittagspause. * In der NachmiitagSsitzung würdigt Löbe- Breslau eingehend den Charakter und die Bedeutung der in den letzten Tagen ansgebrochencn Streiks und wünscht ein deutlicheres Hervortreten der Partei in diesem Augenblick mit de- monstrativen Kundgebungen an die Proletartcr der anderen Län- der. So deutlich die russischen Arbeiter erkennen lassen, daß sie den Frieden wollen, lo deutlich sollten auch wir an sie herantreten; deshalb schlage ich vor, den Absatz der Entschließung, der sich mit dem Ausland beschäftigt, für sich zu beschließen, und zwar mit der direkten Adresse»An den Rat der Arbeiter und Soldaten für Rußland in Petersburg". Dieser Beschluß soll auch zu einer direkten Anrede gestaltet tverden. Wenn auch unsere Genossen au? Oesterreich und Ungarn(außer den bereits am ersten Tage an- wesenden Genossen Dr. Adler, Dr. Renner, Scitz und Garami wohnt auch Genosse Jakob Weltner von der ungarländischen Partei- leitnyg der Verhandlung beil sich einer solchen Kundgebung an- schließen würden, so ivürde eine solche Aktion der Hauptmasse des Polles der Zentralmächte dem Frieden nur dienlich sein können. Hermann Müller(Parteivorstandl bezweifelt die Nützlich- keit des Löbeschen Vorschlags einer besonderen Adresse. Tie vor- geschlagene Form der Resolution erfüllt den Zweck besser. Das Telegramm des Partei- und Fraktionsvorstandes ist tatsächlich an den Arbeiter- und Soldatenrat gekommen und hat in Rußland sehr gut gewirkt. Die bürgerliche Presse, vor allem„Nowoje Wremja", ist auch scharf dagegen aufgetreten. Die sozialistische Presse kommt jpHt wieder nach Rußland und der„Vorivärts" wird dort mit außer- ordentlicher Aufmerksamkeit gelesen. Wenn also publiziert wird, was wir hier beschließen, so ist es in kürzester Frist in Petersburg bekannt und die vorgelegte Resolution halte ich gerade wegen ihrer Herübernabme des Beschlusses des Arbeiter- und SoldatcnrateS für sehr glücklich. Der Redner beschäftigt sich dann mit der am„Vorwärts" ge- übten Kritik und bespricht eingehend die Gründe, die den„Vor- wärts" bei seiner Stellungnahme zu den wechselnden politischen Tagesfragen geleitet haben. Wenn auch in der Osterbotschaft nicht die Erfüllung aller unserer Wünsche zugesagt ist, so legt sie doch das direkte und geheime Wahlrecht fest, also das, was man früher in dem sogenannten Barthschen Notgesetz gefordert hatte. Die Durchführung dieser Aenderung, so wenig sie jemals unser gesamtes Wahlrechtsprogramm darstellen könne, würde eine vollständige Ver- schiebimg der Basis des alten Preußens bedeuten und die Voraus- ietzung dafür geben, daß die Verwaltung gründlich geändert wird. Nack unwidersprochener Meldung bandelt es sich auch um einen einstimmigen Beschluß des preußischen StaatSniinisteriums. In dem„Vorwärts"-Ärtikel war keineswegs aus das gleiche Wahlrecht verzichtet worden. Wir haben erklärt, die kaiserlichen Worte»Kein Raum mehr für ein Klassenwahlrecht" könnten nicht heißen, daß ein Pluralwahlrecht komme, daS nur eine andere Form des Klassenwahl- rechts wäre. Die Regierung kann gar kein Pluralwahlrecht wollen, von dem es überdies äußerst zweifelhaft ist, ob eS bei der ivohl allein in Frage kommenden Form der Mehrstimme für die Kriegs- ieilnehmer den Zweck erfüllen würde, den seine Befürworter im Auge haben. Sollte das Verhältniswahlsystem für die Großstädte und Industriezentren geplant werden, wie gerüchtweise verlautet, so fordern wir es selbstverständlich für das ganze Land.— Der Redner widerlegt dann die in der Debatte bereits erörterten Angriffe ans die Haltung des„Vorwärts" zur Regierung. Wir sind kein Regie- rungsblatt und die Partei ist keine Regierungspartei. Es hat auch niemals im„Vorwärts" gestanden, daß wir neue Methoden und neue Männer brauchten, wenn wir auch andererseits nicht Bethmann unter allen Umständen zu stützen hätten, ivenn er von anderen gestürzt werden sollte. Unser Vorgehen unterscheidet sich von dem Heilmanns, das, weil eingleisig und zwangsläufig, viel bequemer ist Auch wir sind für die Vaterlandsverteidigung, dürfen aber die Ar- beit für die politischen Reformen dabei nicht außer acht lassen. Als Z e n t r a l o r g a n der Partei müssen wir auch der Meinung des Genossen Lensch Raum geben. Ausschließlich Raumrücksichten hin- derten die Redaktion, schon am nächsten Tage Lensch zu erwidern. In dem Artikel„Zur Aufklärung nach Rußland" hätte allerdings ein einziger Satz etwas anders stilisiert sein können, aber seine Ten- denz billige ich"durchaus; es handelte sich um die Widerlegung der van der Entente, auch von Amerika, im Hinblick auf Rußland ver- breiteten Ausfassung, als könnte man nur mit einem republika- nischcn Deutschland Frieden schließen. Dazu mußte auseinander- gesetzt werden, daß in Deutschland eine Mehrheit für die Republik nicht besteht, und daß es nur den Krieg verlängern hieße, wenn man mit dem Friedensschluß etwa bis zur Errichtung einer deutschen Republik warten wollte. Die Streiks hat der„Vorwärts" nicht gebilligt wegen der Gefahr ihrer Ausschlachtung mx Ausland; sie werden dort zur Wiederauspeitschung der Kriegsstimmung mißbraucht werden. Wir müssen in diesen Dingen unserer großen Ver- antwortlichkeit stets eingedenk sein. Die Arbeiter hingegen sollten wohl bedenken, daß durch solche Streiks den Plänen auf Mttitarisie- rung dieser Betriebe Vorschub geleistet werden muß. Wenn die Arbeiter das bedenken, so werden sie hoffentlich in all den großen Schwierigkeiten und in der gegenwärtigen Not doch ivieder das Glleichgeivicht finden, das sie in ihrem eigensten Interesse bewahren müssen. S ch r« ck- Belcfeld weist in eingehender Besprechung der Er- nährungsfrage und der auS ihr entstandenen Streiks di« unbedingte Notwendigkeit nach, mit jeglicher Interessen! enpolitik aufzuräumen. Für die Gleichstellung der Ernährung auch der Selbstversorger mit dem übrigen Volke muß weit mehr gesorgt werden als bisher. So spät es auch schon ist, so muß doch die öffentliche Bewirtschaftung zum Grundsatz unserer ganzen Ernährungspolittk sein, zumal wir auch nach dem Kriege enorme Schwierigkeiten haben werden. Die Gc- meinschastespcisung wenigstens für eine Tagesmahlzeit wäre ein durchaus geeignetes Mittel zu ihrer Bekämpfung. Die Regierung muß erkennen, daß, wenn sie nicht der einheitlichen Vcrteidigungs- front die einheitliche Nährfront gegenüberstellt, dies uns zu einer clliacn Politik bringen uiüßt.c.— Ich kann nicht einsehen, daß iaij ZeniralorMn jede beliebige Meinung eines einzelnen vertreiell tller- den dürfte. In der Provinz setzt die Redaktion in einem solchen Fall dem betreffenden Genossen auseinander, daß die Veröffenttichung seines Artikels unsere taktische Einheit stören würde. Gerade die Forderung nach politischer Freiheit stärkt unsere nationale Ver- teidigung. Die deutsche Regierung hätte alsbald nach Ausbruch der russischen Revolution eindeutig ein Friedens,;iel ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen gegenüber Liußland zum Ausdruck bringen sollen. Dies muß auch nach dem Westen geschehen. � K e i l- Stuttgart: Mit dem Verlangen nach schärferer Kritik militärischer Mißstände und der Unzulänglichkeiten in der Organi- sation der Volksernährung im Reichstage bin ich durchaus einver- standen. Tie Fraktion wird sich ivohl damit befassen. Ich glaube leider nicht, daß wir bald zum Frieden kommen, und ich sehe schwere Zeiten vor uns. Lllwr unserem Volk muß auch durch die Tat ve- wiesen werden, daß wir um nichts als um unsere nackte Exiskvyz kämpfen. Die entscheidende Frage der Neuorientierung ist und bleibt das preußische Wahlrecht Tie Haltung der Konservativen zur Osterbotschafi erfüllt mich aber mit Mißtrauen, denn sie be- grüßen die Verschiebung der Entscheidung bis nach dem Kriege und vor �allein, daß die Entscheidung durch den preußischen Landing zu treffen sei. Lassen wir die Dinge laufen, so werden sie nach dein Kriege ein Reförmchen machen, das uns nimmermehr hefriedigen kann. Die sofortige Durchführung der Wählte sann aber ist nicht nur in ihrem eigenen Interesse, sondern auch als eine wesentliche Förderung des Friedens anzusehen. An unserer Politik selbst muß die ganze Welt erkennen, daß sie für den Frieden arbeitel. S ch ü tz- Breslau beuricilt die Streiks ähnlich wie Löbe und macht auf Griü'd eigener Wahrnehmungen genaue Angaben über die so weit über dem Durchschnitt stehende Ernährungsmöglich- leit der Selbstversorger. Das wird auch in den Städten immer mehr bekannr, und über die Folgen unter der Masse darf man sich nicht wundern, wenn gegen diese unerträglichen Zustände nichts geschieht. K ö u i g- Dortmund schildert die Ernährungsfrage im In- dustrieiiezirk, wo insbesondere die Kartofsellwt einen äußerst bc- deutlichen Umfang angenommen hatte. Als vor einigen Wochen Staatskommissar Michaelis mit den Arbeitcrvertretern im Ruhr- gebiet zusammenkam, erklärte er zunächst keine Zeit zu haben, um unsere Stimmungsberichte entgegenzunehmen, dann al>er eni- wickelte sich doch eine fünfstündige Diskussion. Michaelis verbürgte sich, daß seine Zusagen eingehalten werden; so haben wir durch mündliche Besprechung dasselbe erlangt, was jent in Berlin nach dem Streik in Aussicht gestellt wurde. Vor allen Dingen muß neben der Gewährung der kommunalen Fleischration unbc- dingt auch die Lieferung der Ration auf die Reichs sleischkarte garantiert werden. Darin sind die Christlichen mit uns pell- kommen einig. Was Müller über die Pläne auf Militavisicrung gewisser Lettiebe gesagt bat kann ich nur bestätigen; diese Pläne werden insbesondere bon der Schwerindustrie vertreten. An Kohlen- not haben selbst ivir mitten im Zechengebiet schwer gelitten, aber Schuld war nicht die Produktton, sondern ausschließlich die Trans- portschwierigkeiren. Es müßten Fachleute aus der Front für die Wiederherstellung und den Neubau von Lokomotiven und Wagen herausgezogen werden. Auf Antrag M e her- Nordwest wird die Debatte geschlossen.— Im Schlußwort erklärt Scheideman n, daß er sich nicht recht vorstellen könne, wie die scharfe Tonart der Fraktionsredner in den Ernährungs- debatten noch ülwrboten werden könne. Immerhin werde die Frat- tion sehen, ob sie einen noch worigewaltigeren Mann Ichbe. Auch die Klagen über Mißstände im Heertvesen sind bon StüiAen und anderen als FraktionSrcdner stets in schärfster Weise bekämpft worden. Den Ausführungen Robert Schmidts schließe ich mich durchaus an, wir haben die Regierung oft genug gewarnt. Zu Drohungen für den Fall eines Borsagcns des VersasiungsauSschusses liegt jetzt noch kein Grund vor. Wir sind fest entschlossen, nach keiner Hinsicht Rücksichten zu nehmen. Alle Kräfte des arbeitenden Volkes werden eventuell mobil gemacht werden, um die Wahl- reform in Preußen durchzusetzen. Zunächst sehen wir es als selbst- verständlich an, daß der Verfassungsausschuß die von ihm verlangte Arbeit leisten wird. Sehr erfreulich ist es, daß die ganze Per- sammlung in der entschiedenen Verwerfung einer Aufschiebung der Wahlreform bis nach dem Kriege übereinsttmnit; aucki darin aber, daß das Wahlrecht unter allen Umständen gleich sein muß. In unserer Friedensaktton gilt es nach dem Lassalleschen Wort zu handeln, alle Kräfte auf einen, den inichtigsten Punkt zu konzentrieren. Gewundert hat mich das Verlangen, daß wir gegen die Annexionisten schärfer vorgehen sollen. Eine solSe Bedeutung haben die Herrschasten jetzt nicht mehr. Ich glaube, sie haben jetst in einem �Eisenvahnzug Platz und in iveitcrcn vier Wochen in einer Droschke. Wer kann die Handvoll Leute ernst nehmen, die immer noch zu träumen wagen, daß ihre unsinnigen Forderungen- zn verwirklichen wären! Wie hat man früher unlere Ansicht per- lacht und beschimpft, daß dieser Krieg nicht so enden werde, daß die eine Mächtegruppe der andern den Frieden diktieren tonnte— jetzt ist es nachgerade die allgemeine Ueberzeugnng geworden. Können wie einen besseren Sieg erreichen al? den, daß vereitelt worden ist, ivas uns angetan weichen sollte?(Sehr wahrst Den Wünschen nach eingehenderen Mitteilungen über das, was der Parteivorstand in jüngster Zeit getan hat, kann ich jetzt unmöglich nachkommen. Sie können das Vertrauen haben, daß wir mich bestem Wissen und Gewissen arbeiten und genau Bericht erstatten tverden, sobald eS möglich sein wird, ohne zu gefähr- den, was ivir alle wollen. �Zustimmung.) Die. größte Gefahr für einen baldigen Frieden besteht meines Erochtens in sogenannten ivilden Streiks. Wenn es jemanden gibt, der die Stimmung des Volkes richtig einschätzt, dann sind wir es, die ivir mit berufen sind, schtvere Verantwortung zu tragen. Verständlich sind diese Be- ivegnngen, gewissenlos aber ist es, an der Not des Volkes in dieser schweren Zeit Parteisüppchen kochen zu wollen. Wir wissen, daß in den Versammlungen der Streikenden solche Versuche gemacht worden sin-d; wir wissen freilich mich, daß eine Anzahl dieser Ver- sammlungen eS abgelehnt hat, sich mit politischen Dingen und Parteispektakel zu beschäftigen, weil das dem Frieden unter keinen Umständen dienen könne. Solche Sireiks könnten neben der schlimmen Wirkung im Auslande das Vertrauen des eigenen Volkes in die Kraft unserer Abwehr erschüttern. Im Auslände steigern sie zweifellos die Hoffnungen und verlängern den Krieg. Selbst der russische rvolutionäre Arbeiterrat hat dieser Tage zugleich mit seinen? Friedensbefchluß die Arbeiter aw- gefordert, die Munitionsherstellung zu sichern, solange der Krieg dauert. Was für die anderen gilt, gilt'auch für uns. Wir müssen die Arbeiter vor dem Mißbrauch ihres Unwillens zu parteipoliti- scheu Zwecken warnen, zumal solche Slreiks die wertvollen Rechte, diestvir beim Hilfsdienstgesetz für die Arbeiter durchgesetzt haben, gefährden, durch die drohende Militarisierung der Betriebe nach französischem Muster. Wir sehen ja im„freien" Frankreich und England, daß die Arbeiter er militarisierten Beiriebe nickt nur unter Militärgcsctzen stehen, sondern auch um 0 Uhr abends nicht mehr auf die Straße gehen dürfen, wenn sie keinen Erlaubnis- schein haben. Das Geranne und Geflüster, wir seien Rcgierunqs- sozialisten, ist natürlich nicht ohne Erfolg geblieben bei leicht- gläubigen Menschen. Käme es aber zu einer Militarisierung der Betriebe, dann müssen sich die Arbester dafiir bei denen bedanken, die ihnen gewissenloserweife schlechte Ratschläge gegeben haben. (Sehr wahr!) Der Antrag Löbe erschien mir zuerst ganz plausibel; nach sorgsamer Überlegung bitte ich aber, ihn doch zurückzuziehen. Redner begründet diesen Wunsch. Unser Beschluß soll sich ja auch nicht an die russischen Arbeiter richten, sondert: an die Arbeiter und Sozialisten der ganzen Welt, besonders an die der kriegfüb- renden Länder. Rußland wird dabei so deutlich apostrophiert, wie es nur möglich ist, indem wir Wort für Wort den russischen Be- schluß übernommen haben. Deutlicher konnten wir unsere Ueber- einstimmung mit dem russischen Friedenswunsch nicht aussprechen. Wenn er überall im Ausland, bor allem in Rußland, so aufrichtig und gutwillig ausgenommen wird, wie wir ihn hier offen und. klar und vom besten Willen beseelt fassen, d a u n»uß der Frieden SötlfcfciiHc machen, dann müssen ivir bald Frs«. den bekomme n! iTcifall.) Ter Borschlag llööe wird zurückgezogen und darauf die Reso- lution über N e u o r d nu n g und FricdenSfrage, die wir an anderer Stelle abdrucken, von den Mitgliedern aller in der Per- sannnlung vertretenen j.örpcrstbaftcn rinstimmi« unlcr lebhaftem Beifall angenoinmcn, Tie Resolution über die Crnährungöfrage wird in folgender von ji.'il vorgeschlagenen Form einstimmig angenommen: D:e Schwierigkeiten der Volkt-ernahrung konnten idrcn jetzige» HLHcgrad nur erreichen, weil die Vorschläge der Arbeiter- Vertreter im tbrnähnngsbeirat und d:e Forderung der Sozia!- dcmolratie nicht die nötige Beachtung gesunden haben. Pflicht der Ncicksrcgierung ist a nunmehr, mit fester Entschlossenheit die Beschlagnahme aller bei den angeordneten Revisionen im Lande ermittelteri überschüssigen NahrmigLmittel durchzuführen. jede Begünstigung der zablnngSfühigen VolkStcile, den Wucher und den Schleichhandel rückstchrelod zu unterbinden, die lebrnoniitte! für die Herabsetzung der Brotration sofort und regelmäßig zu liefern. Eilistunmig angenommen wird auch folgender Antrag Hirsch und tLenosscn: Ter Parlciausichuh empfiehlt i.c Einsetzung einer flom» Mission, He dm Ausgabe hat: 1. Tic Materien abzugrenzen, deren Regelung der Reich?- geseügcvung und deren Regelung der LandeSgcsctzgebung vor- behalten bleiben soll! die Richtlinien für die von den einzelnen Landtagen bei der Neuordnung eiriznschlagcndcn Politik aufzustellen. T:e llommissiou besteht au? Vertreter» der RcichZtagSsrak- tion und Vertretern der Landtagsfraktioncn der größeren AundeZ- stauten. Sie hat dem nächster. Parteitag Bericht zu erstatten. Nunmehr ergreift da? Wort Dr. Piktor Adler-Wien: Sir find hierher gekommen, um ilnö zunächst zu insarmieren, ob man etwa? für den Frieden machen kann. Ein glücklicher Zufall bat un? Gelege aheu gegeben, mit einem größeren Kreis von deutschen Genossen hier wieder in Füh- lung zu irrten,»ad wir danten Ihnen allen für Ihren frerind- lichcn Empfang. Ueberaus crsreui stirb>vir, daß Sie diese t)te- solution einstimmig gefaßt haben. Dir mischen unS nicht in Ihre häuslichen Augelegenaritc»— und jetz:»reine ich»ich: die Rich- tungen, sondern d:c Temokransierung. Das ist Eure S»rchc. Ter zweite Teil aber ist eine gemeinsame Sache und ist die Cache, die uns allen jetzt fast ausschiietzlich am Herzen liegt. Dir alle empfinden dw Pflicht, da- Acußcrste zu tun, um auch nur das Kleinste dazu beizutragen, und daß wir nicht das Risiko scheuen, daß wir ciwa etwas tun. was nicht zum Ziele führt; aber daß wir selbst auf die Gefahr hin cnvas tun. was b:e Anstrengungen viel- leicht nicht lohnt, doch nicht versäumen, was wir tun können. Dieser Gedanke ist in uns allen lebendig! Tie Welt hat sick sehr geändert. WaS hat man früher von unserem angeblichen Größcnwabn gcnnochcn— I eute ha: man zu unS Zutrauen und setzt auf uns Hoffnungen, die größer sind, als toaS ivir als vernünftige und unsere Lage ruhig überlegende, unsere Kraft abmessende Menschen vielleicht zu leisten imstande sind. Trotz der vekannten Schwierigkeiten, auch in unserer kleinen österreichi. schon Internationale, svreckv ich gewiß im Kamen aller österreichischen und ungarischen Genossen, iveiin ich sage, daß wir jetzt alles daran fetze» müssen, um den Frieden vorzubrcitrn. Ich erklär? ieierlich, taß wir rnit jedem Wort in dieser Resolution cinver- standen sind, daß wir uns ihr voll anschließen, und daß wir wün- schen, daß iic als ein gemeinsamer Ausdruck aller deutschen und österreichischen und ungarischen Sozialdemokraten erscheint. WaZ wir am ehesten jetzt noch für den Frieden leisten können, ist natür- lich, Fühlung zu suchen mit den Freunden inner den Feinden. Außerdem aber haben ivir es mit unseren Regierungen zu tun. vo» denen wir fordern, daß sie einen, klaren Verzicht auf j e g- lcche Eroberungspolitik aussprechen. Sic kennen die letzten Er- kDrungen VekhmannZ Und Ezernkni, mit dem wir vor unserer Abreise gesprochen haben. Ich kann erklären, daß bei uns bis zum Kaiser die eiserne Notwendigkeit erkannt wird, zum Frieden bereit zu sein. Ter Redner spricht dann unter gespanntester Aufmerksain- keit über die russische Revolution und gibt seinem Schmerz über die Parteispaktung in Deutschland Ausdruck, aber auch seiner Ueberzeugung, daß die Zukunft und ihre Notwendigkeiten sie über- tviiiden werden. Er wann auch davor. Meldungen zu glaubeii, die den Anschein erwecken wollten, att ob nicht auch den Völkern und lnsbesonderc auch unter den Sozialisten her Eiitenteländer der Fricdcnsivillc wüchse; sie sind ja auch Menschen und empfinden menschlich genau so wie wir, sie sind nicht lauter Narren in Frank- reich und in England. Auch sie wollen den Frieden und werden ihn täglich mehr wollen» w mehr wir unsere Pflicht tun. Um so eher wird auch die deutsche Sozialdemokratie wieder den Platz einnehmen, der ihr gebührt. De» Platz an der Spitze der Jntcc- nationale.— Noch einmal: Namens der österreichische»— ins- besondere der dcutsch-östcrreichischen und der ungarischen Sozial- dcniokratcn: wir halten diese Resolution auch für uns verbindlich, Sie haben uns aus der Seele gesprochen!(Bewegung und an- haltender Beifall.) Ebert schließt die Tagung mit einem Rückblick auf ihre Ar- beiten, mit der Alissorderniig, an die Parteigenossen im Lande. die Durstführung der gefaßten Beschlüsse als ihre wichtigste Auf- gäbe und als ihre heiligste Pflicht zu betrachten. Er fügt daran einen herzlichen Dank an die österreichischen und ungarischen Freunde und besonders, an Viktor Adler. Taö warme, aufrichtige und freundschaftliche Verhältnis zwischen unserer Partei und den Sozioldemokraten Desterrelch-Ungarns hat sich insbesondere wäh- rmd des Krieges noch mehr befestigt, es wird weiter bestehen und immer kräftiger werden zum Heil der Arbeiterklah'c unserer Länder. Uebermitteln Sic, unsere Freunde, bei der Rückkehr in Ihre Heimat Ihren Parteien unsere herzlichsten Grüße. Tie Sitzung ist geschlossen. <*'> im Ü€htspieihaus D.W., Bergstrasse 136, bis einschiiesslloh Montag, den 23. April Im ydltspieBhaus Kukuk, Kottbussr Damm 92, von Dienstag, 24. April, bis einschi. Sonnabend, 28. April Im Lichtspielhaus Stern, Hermannstrasse 49, von Sonntag, 29. April, bis einschl. Donnerstag, 3, Mal AMiwiiiiiiiaHiai� MIMMWMW»!I!IIIWMM»Ii:s» LOHENGRIN von RICHARD WAGNER fMMlliilliMMiillilimiiniM Lichtspiel-Oper in 3 Akten A Die gesamten Gesangspartien der Originaloper werden Lohengrin: Opernsänger Mansfcld etwas gekürzt, von ersten OpernkrMtcn gesungen Täglich 2 Vorstellungen ftv.rwe.«� Aassefdem: Vor jeder Opemvorstellung Grosses Kinoprogramm Parkett 1 Mark Vorverkauf an den Abendkassen K�yiLSI Gtegante Hofliimc, lllegenmäincl, etibuiini'inltl, AlpalamäiUcl, Sport- ecken. Röcke. Blusen. Herrenanzüge, Buricheiianzüge, Paleioik, lllster, vaseii, ittiidernarderobe. 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